Nr. 47. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeiage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsBreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mehr Kavallerie! so Mittwoch, den 25. Februar 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. werden, damit die Lücke in unfrer Kriegsführung geschlossen ist, wenn Weingroßhändler Deinhardt, der natürlich bei dieser Gelegenheit die cifernen Würfel ins Rollen kommen sollten." Wie man sieht, haben die Erfolge unsrer Flottenpolitiker im Reichstage den Kavalleriepolitikern Mut gemacht. Sie begnügen sich nicht mehr mit einer augenblicklichen Forderung. Sie gehen viel mehr aufs ganze,„ ein großes Ziel" faffen sie ins Auge, welches der Reichstag auch im ganzen zu bewilligen hat, worauf die Kavalleristen bescheiden in der Durchführung auf die flüssigen Mittel" Rücksicht nehmen. das Wort ergriff, ließ es am gewohnten Humor diesmal durchaus fehlen, dagegen wußte fein Parteigenosse Fit wenigstens durch ein paar Mäßchen seine sonst recht belanglofen Ausführungen zu würzen. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärte, daß die Ausführung der Nahrungsmittel- Kontrolle Aufgabe der Einzelstaaten fein werde. Das Reich könne nur einheitliche Grundsätze aufstellen. Bei dieser Gelegenheit gab der Staatssekretär wieder zu erkennen, daß er kein besonderer Anhänger der allwissenden Polizei ist. Er bestritt die Sachverständigkeit der Polizei- Organe für die Nahrungsmittel- Stontrolle und hat darin sicherlich vollständig recht. In der Stille sind unsre Militärpolitiker ungemein thätig. Die Nähe der Reichstagswahlen und die Rücksicht auf die ohnehin schwer bepackte Bewilligungsmajorität zwingt sie, mit ihren Plänen lug hinterm Berge zu halten. Aus Wahlrücksichten hat denn auch der Kriegsminister kürzlich erklärt, daß wohl eine Verstärkung der Kavallerie gefordert werde, aber keineswegs in dem von MilitärIm Zusammenhang mit den fortgefeßt in die Presse dringenden Schriftstellern geforderten Umfang. Seit der Aera Tirpitz weiß man Blänen einer Kavallerievermehrung betrachtet, ist diese Arbeit sicher ein für allemal, was von solchen Erklärungen der Regierungsvertreter mehr, als die Gelegenheitsschriftstellerei eines Militärs. Dafür spricht Zum Schluß gab es eine kleine Debatte über die Geschäftslage. zu halten ist. Gesellte sich zu den unerhörten Zollbelastungen des einmal die attive Stellung des Verfassers und die in der Armee Die Nähe der Wahlen veranlaßt auch die Nationalliberalen, etwas Voltes, der zerfahrenen Finanz- und Pumpwirtschaft des Reiches, weit beachtete Militärfachschrift, die sie veröffentlicht, dann aber auch in Arbeiterfreundlichkeit zu machen, und so bezeichnete der Abg. Dr. den Aussichten auf neue indirekte Steuern, noch die Aus- die Ausführlichkeit, mit der sich der Verfasser im einzelnen über Paasche es als notwendig, noch in dieser Session die Novelle sicht auf neue große Militärforderungen, diesen Kavallerievermehrungs- Plan verbreitet. Der General Pelet- 3um erantenversicherungs- Gesez zu verabschieden. Im würde das Volk die reaktionären Parteien bei den Wahlen noch Narbonne sagt nämlich, die Vermehrung der deutschen Reiterei Anschluß an diese Anregung wurde von freifinniger Seite verlangt, daß übler aufnehmen als dieselben es jetzt schon befürchten. Deshalb das fei ein dringendes unabweisbares Bedürfnis". Es ist auch auch die von der Wahlprüfungs- Kommission für ungültig erklärten sorgfältige Schweigen über die militärischen Pläne. Nichtsdestoweniger tragen sich unsre Militaristen mit großen Siejer Einsicht nicht verschlossen hat, und Singer forderte die Verabschiedung der Petitionen, von denen vorauszusetzen, daß unsre Heeresverwaltung sich Wahlen vom Plenum zur Erledigung gebracht würden. Genosse militärischen Mehrforderungen. Hat die Regierung wenn fie bisher mit entsprechenden Forde einzelne vor Jahr und Tag an den Reichstag gelangt find. Diesem nur erst die Wahlen hinter sich, so werden wir auf das Hervorrungen an den Reichstag nicht herangetreten ist. Wunsche will der Präsident Rechnung tragen. Im übrigen erklärt treten mit einer militärischen Millionenforderung nicht lange zu warten brauchen. Ein Blick auf die militärischen Fach- so mögen besondere Gründe obgewaltet haben, denen nach er es für aussichtslos, strittige Fragen vor das nicht beschlußfähige zeitschriften und auf den Eifer, mit welchem in denselben die zugehen hier keinen Zived hat." Nämlich: die Rücksicht auf die Plenum zu bringen. Am meisten liegt ihm die Verabschiedung des Etats vor dem 1. April am Herzen. Aus seinen Worten Klang aber militärischen Reformatoren und Reorganisatoren gewisse Pläne Wahlen, das sind die besonderen Gründe! propagieren, zeigt mit aller Deutlichkeit, daß man sich mit neuen Wehrdiesem Jahre erreichen lasse. ein ziemlicher Stepticismus darüber heraus, ob dieses Ziel sich in forderungen trägt. " dem Ausbau der Organisation Jäger zu Pferde. Je de Division Die Vermehrung der Kavallerie soll ihren Anfang nehmen mit solle im Mobilmachungsfalle eine solche Eskadron besigen. Da wir erst 17 Eskadrons Jäger zu Pferde haben, wären für die 48 Divisionen des deutschen Heeres noch 31 folcher Eskadrons zu errichten. Für die 23 im Frieden, 24 im Krieg vorhandenen Armeecorps seien ebenso viele Kavalleriebrigaden zu 10Friedenseskadrons Am Mittwoch geht die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern weiter. Abgeordnetenhaus. Wie Die Manöver der letzten Jahre haben bereits gezeigt, daß neuerdings in den maßgebenden Armeekreisen die Stavallerie sich wieder eines gesteigerten Ansehens erfreut. Seitdem die weit sich wieder eines gesteigerten Ansehens erfreut. Seitdem die weittragenden Geschosse dazu zwingen, die Infanterie in immer weiter auseinandergezogener Schützenlinie und möglichst in gedeckter Stellung Das Abgeordnetenhaus sezte am Dienstag die Generalvorsichtig gegen den Feind vorzuschieben, kann das Auge des erforderlich, Summa 240 Eskadrons. Für den strategischen Auf debatte zum Etat der Eisenbahnverwaltung fort. Im Vordermilitärischen Schlachtenleuters sich nicht mehr am Anblid einer viel lärungsdienst sei mindestens 1 Kavalleriedivision von 24 Eskadrons grunde des Interesses stand naturgemäß die Erörterung der auf 2 Armeccorps zu rechnen, also 12 tausendköpfigen, heroisch hervorbrechenden Soldatenmasse berauschen. 288 Eskadrons. Danach seien zu schaffen: 12 Kavalleriedivisionen Programmrede des Ministers Budde. Notgedrungen muß die nüchterne Erwägung an die Stelle der zu 360 Estabrons, 24 Corpstavallerie- Brigaden zu 240 Eskadrons, teien des Hauses den General ob seiner Scharfmacherpolitik. borauszusehen, beglückwünschten die Redner der großen Barheroischen Tapferkeit treten, die nach Bravourthaten lechzt. Das hat in den Manövern den Kavallerie- Angriff wieder zu mit 648 Eskadrons. Davon sind vorhanden 93 Regimenter amit liberalen, schlugen förmliche Purzelbäume vor Freude. Abg. 48 Eskadrons Jäger zu Pferde, oder in Summa 120 Regimenter Insbesondere die Vertreter des Großkapitals, die NationalEhren gebracht. Der Glanzpunkt der Kaisermanöver der letzen Jahre 482 Eskadrons, so daß noch zu schaffen feien 27 Regimenter Hirsch Essen, der Schwiegersohn des Generalsekretärs des war es, tausendköpfige Reiterscharen in rasendem Draufstürmen mit 166 Eskadrons. Eine Mindeſtgrenze" würde sich ergeben, Scharfmacherverbandes, des Herrn Bueck, drückte seine Genuggegen den Feind vorbrechen zu lassen. Was man mit der Infanterie nicht unternehmen kann, weil es militärisch Unsinn sein würde, das wenn man die 48 Eskadrons Jäger zu Pferde für entbehrlich erversucht man nun mit der Kavallerie. Eine toll dahersausende Masse, achtete; nach Abzug derselben stellt sich diese kavalleristische thung darüber aus, daß der Minister entschlossen sei, die Verwaltung von umstürzlerischen Elementen mit starker Hand Mindest forderung auf 27 Regimenter mit 118 Es= tausendstimmige Hurrarufe, Pferdegewicher, Trompetensignale, zu säubern, sein Parteifreund Dr. Eckels dankte ihm ob fadrons. Waffenbliken im Sonnenlicht, welch' prächtiger Anblick! Vergebens feines Eintretens für Ordnung und Gehorsam, und Wir wiederholen: das sind keine militärischen Phantastereien; Dr. Sattler verstieg sich sogar zu der Behauptung, daß haben nüchterne Beurteiler diese Bravourleistungen als„ Todesritte" es bezeichnet, vergebens ist darauf verwiesen worden, daß im Ernstfalle ist das Gerippe einer Ravallerievorlage, die von einer Bedrohung des Koalitionsrechtes durch den Minister in bedrohliche Nähe rückt. solche Reiterstückchen mit einem furchtbaren Blutbade enden würden. in bedrohliche Nähe rüdt. feine Rede sein könne. Das sind dieselben Leute, deren Freunde Die Vorliebe für die glänzenden Maffenattaden ist einmal da und Infanterie, eine fostspielige Artillerie und nun auch noch eine riesig politisches Verständnis preifen können, die aber in Wirklichkeit Zu einer weltpolitischen" Kriegsmarine eine Riesenmasse im Reichstag nicht genug ihre Arbeiterfreudlichkeit und ihr focialtritt in jedem Jahre wieder hervor. gesteigerte Kavallerie das alles soll das deutsche Volt tragen, in Armeekreisen auch ihre Theoretiker", die mit einem wahren Bust Wolfes Not sich in der Verminderung der Reichseinnahmen spiegelt. lassen. Die Konservativen hüllten sich in Schweigen, sie beUnd sofort findet diese modische Neigung in den maßgebenden einer Zeit, da die Zolllasten hinaufgeschraubt worden sind und des nur schöne Worte für die Arbeiter übrig haben, dagegen stets Wuſt bersagen, wenn es gilt, ihren Worten die That folgen zu von Material nachzuweisen suchen, daß nach 1870 die Kavallerie Aber die herrschende Majorität wird zahlen. Zumal die Agrarier. zu niedrig eingeschätzt worden sei. Jetzt aber sei die Zeit Durch die Hinauftreibung der Pferdezölle haben sie die heimischen gnügten sich damit, durch Zurufe ihr volles Einverständnis gekommen, sie wieder zur Geltung zu bringen. Unter anderm muß Pferdepreise gesteigert. Jede Kavallerie- Vermehrung bedeutet ge- war das„ arbeiterfreundliche" Centrum, in dessen Namen Abg. mit den Scharfmacherprattifen zu bekunden. Nicht so genügsam Kirsch ausdrücklich die Erklärung abgab, daß Eisenbahnerneute und vermehrte Bedeutung der Kavallerie herhalten. Ist es steigerte Remontierung, gesteigerte Profite der junkerlichen Pferde war das" arbeiterfreundliche" Centrum, in dessen Namen Abg. züchter. doch die beste Möglichkeit des Avencements, daß sich die„ Theorie" den wechselnden Strömungen in den höheren Armeekreisen anpaßt. find, mag Michel zahlen! Wenn nur erst die Mandate wieder auf fünf Jahre gerettet angestellte dem Verbande der Eisenbahner nicht angehören können. Alsbald hat sich denn auch die höhere Bewertung der Kavallerie find, mag Michel zahlen! zu Forderungen verdichtet. Hat die Kavallerie Bedeutung, dann muß fie auch entsprechend dem Stande der Infanterie vermehrt werden! Solche Forderungen werden schon seit langem in den militärischen Blättern erhoben. Jetzt beginnen aber feste, greifbare Pläne hervorzutreten, die deutlich zeigen, welche neue ungeheuere Belastung dem Wolke droht. " Politische Uebersicht. Berlin, den 24. Februar. Der Reichstag Der entrechteten Eisenbahner nahmen sich in wirksamer Weise die Abgg. Dr. Krieger Königsberg( fri. Vp.), Dr. Barth( frs. Vg.) und Dr. Brömel( frs. Vg.) an. Besondere Beachtung verdient die Rede des Herrn Krieger, der als erfahrener Praktiker- er ist Direktor der Königsberger Straßenbahnen scharfen Protest dagegen erhob, daß wies am Dienstag das gewohnte Bild schrecklicher Leere auf. Die die Verwaltung sich erdreistet, ihren Arbeitern das KoalitionsIm neuesten Hefte der Jahrbücher für die deutsche Fortsetzung der Verhandlungen über das Reichs- Gesundheitsrecht zu nehmen.. Aber auch die Herren Barth und Brömel Armee und Marine", verantwortlich geleitet von General- amt übte teine besondere Anziehung aus, nachdem die großen Sprachen recht energisch. major Keim, veröffentlicht der Generallieutenant 3. D. Principienfragen der Volkshygiene am Vortage behandelt waren. Der Minister, der wiederholt in die Debatte eingriff, entbon Belet Narbonne unter dem Titel: Mehr Kavallerie" llebrig blieb ein aus unzähligen Einzelfragen mosailartig zusammen- puppte sich noch mehr als am ersten Tage als ein Mann, einen Artikel, der weiteste Beachtung verdient. Dieser Herr verlangt, gefeßtes Detail. Immerhin zeitigte die Debatte einige nicht um dem Gewalt vor Recht, Willfür vor Gefeß geht. Gründe will die deutsche Reiterei folle auf eine Mindest stärke bon interessante Erscheinungen. Als Genosse Dr. Südefum er nicht gelten lassen, er hat die Macht und glaubt als alter 120 Regimentern mit 600 Friedenseskadrons und 480 Feldeskadrons eingehend die unzulänglichkeit der geltenden Bestimmungen Soldat diese Macht rücksichtslos ausnuten zu müssen. Daß gebracht werden. Er verlangt infolgedessen die Neuerrichtung von zur Verhütung der Milzbrandinfektionen dargelegt hatte, ver- er sich dabei fortwährend in Widersprüchen ergeht und in der 27 Regimentern, 112 Estabrons. Das Verhältnis der Reiterei zur einigten sich Regierungsvertreter und bürgerliche Abgeordnete, um ungeschicktesten Weise operiert, ist ihm gleichgültig. Das hat Infanterie würde sich bei 480 Feld- Eskadrons mit zusammen den Unternehmergeldbeutel vor schärferen Eingriffen zu schützen. er mit seinem Kollegen und Kameraden Podbielski gemeinsam. 72 000 Reitern zu Gunsten der Reiterei von 10,7 auf 8,7 Proz. ver- Der Eifer für den heiligen Profit entlockte dem bisher schweigiamen Herr Budde hat nichts dagegen, daß die Eisenbahner Socialbessern." Dann fährt der Generallieutenant fort: nationalliberalen Abgeordneten Wehl eine Jungfernrede, mit der demokraten wählen, vermutlich, weil er es doch nicht verhindern fann; er hat auch nichts dagegen, daß sie sich koalieren, nur „ Eine Forderung in solcher Höhe wird manchen erschrecken und er einen nicht unbeträchtlichen Heiterfeitserfolg erzielte. umbereinbar mit der finanziellen Leistungsfähigkeit des Staates Die Agrarier find bekanntlich leidenschaftliche Anhänger der müssen sie hübsch solchen Vereinen beitreten, die vor des Ministers geschätzt werden. In eine Prüfung der Finanzkraft des Reiches Grenzsperren. Für Sperren im Inlande, wenn diefelben auch Augen Gnade gefunden haben. In dem Verband der Eisenbahner Eine Bedrohung einzutreten ist nicht Sache des Verfassers. Bei dieser Be- noch so notwendig sind, hegen sie eine weit geringere Begeisterung, aber duldet er feine Angestellten nicht. trachtung war mur militärische Bedürfnisfrage ent So ließen sie denn auch ihren zufällig der nationalliberalen des Koalitionsrechtes erblickt er in seinem Verhalten nicht. scheidend, das Kompromiß mit der Finanzfrage Fraktion angehörenden Wortführer Dr. Paasche ein herzzerreißendes Natürlich nicht, er zwingt ja niemanden, aus dem Verbande, zu schaffen würde Sache der Heeresverwaltung und des Klagelied über die drakonische Ausführung der Maßregeln gegen die auszutreten oder sich ihm nicht anzuschließen. Wer verhungern Reichstags fein. Es ist auch vollständig flar, daß eine solche Maul- und Klauenfeuche anstimmen, Maßregeln, die nach Be- will, der mag ruhig im Verbande bleiben. Und warum greift Organisation nicht mit einem Male durchführbar ist, ganz abgesehen hauptung der Agrarier weit mehr schaden als die Seuche selbst. der Minister zu so rigorosen Maßnahmen? Warum verlegt von der Geldfrage würde schon die sofortige Beschaffung der Pferde Die Winzerfettion des Agrariertums, aus Liberalen und er uerfassungsmäßige Rechte? Lediglich im Interesse der im Lande auf Schwierigkeiten stoßen. Es kann sich nur um einen Klerikalen paritätisch zusammengesetzt, entfachte eine mehrstündige Sicherheit des Verkehrs, es ist seine Pflicht, das reisende mit den Jahren ausführbaren Plan handeln, der nach Maßgabe der aber außerordentlich inhaltsleere Weindebatte. Es wurde ge- Publikum vor Unfällen zu schüßen, und deshalb kann er feine flüssigen Barmittel und des verfügbaren Materials in ähnlicher flagt über mangelnde Weinkontrolle, über Weinpanscherei und der Mitglieder einer modernen Gewerkschaft in seinem Betriebe Man sollte es nicht für möglich halten, daß ein Weise der Verwirklichung entgegengeführt wird, wie solches gleichen; daß es sich aber keineswegs, wie ehren- und schandenhalber be- dulden. mit dem Flottengründungsplan geschieht. Mit hauptet wurde, um das Publikum, sondern um agrarische Profite handelte, Minister so etwas einer Volksvertretung zu bieten wagt. Daß fleinen Mitte In, mit der gelegentlichen Errichtung von ein paar verriet etwas unvorsichtig der Centrums- Abgeordnete Schüler, er wirklich von der Richtigkeit seiner Ausführungen überzeugt Schwadronen ist der Sache nicht gedient, ein großes Biel muß ins der recht unberblümt nach höheren Schutzöllen zum Vorteil des ge- wäre, ist natürlich ausgeschlossen, aber er weiß, vor welchem er redet, und wenn er auch erst kurz Auge gefaßt, seine Errichtung aber nach Kräften gefördert priesenen deutschen Rotweins verlangte. Der nationalliberale pfälzer Haufe Vorläufig richtet sich der Kampf des Herrn Budde nur gegen den Eisenbahner Verband in Hamburg. Ob er auch den Konsumvereinen, in deren Vorstand Socialdemokraten sigen, den Krieg erklären soll, darüber ist er sich noch nicht flar; das will er von Fall zu Fall entscheiden. Jedenfalls ist er durch den Krieg gegen den inneren Feind" so in An spruch genommen, daß er für sein eigentliches Amt nicht viel Zeit übrig hat und deshalb von Tarifreformen nichts wissen will. Die Beratung wird am Mittwoch fortgesetzt. Man schreibt uns: Die macedonische Frage. verteilt Deutfches Reich. Wahlschwindel in Pommern. stveites Versammlungslokal. Sofort meldete sich hierzu der Nacht wächter A. Scholtke und sprach folgende herzergreifende Worte: ,, Kameraden, da wir alle gern Schnaps trinken und Kamerad Lehmann nur ein Restaurant hat, wo kein Schnaps aus= geschänkt werden darf, so kann bei Lehmann keine Verfammlung abgehalten werden!" Da Scholtke nicht unterbrochen wurde, nahm Unterzeichneter an, daß die Kameraden nicht zwei Stunden ohne Schnaps( Fusel) sein könnten und verzichtete somit auf die Versammlungen und schied ohne jede Debatte aus dem Verein. Dies zur Aufklärung der Kameraden. B. Lehmann, Mitbegründer des Kriegervereins Rauno." Die Braven müssen sich offenbar zu ihrer staatserhaltenden Thätigkeit anregen! Zur Wahlbewegung. Beit im Amte ist, soviel parlamentarische Erfahrung besitzt er doch schon, daß er das geistige Niveau des preußischen Landtages richtig einzuschäßen versteht. Sein Streben ist darauf gerichtet, das alte patriarchalische Verhältnis wiederherzustellen Die Wahlprüfungs- Kommission des Reichstags wird und daneben den Kasernendrill einzuführen. Versicherte er och bis Schluß des Reichstags mit der Wahl des Abg. Will im doch allen Ernstes, daß er seinen Angestellten das gleiche fajfierte sie die konservativen Stimmen in 5 Wahlbezirken wegen Wahlkreise Stolp in Pommern zu thun haben. Um Dienstag Wohlwollen erweisen will, wie die militärischen Vorgesetzten zeugeneidlich nachgewiesener Ungefeßlichkeiten. Im Wahlbezirf ihren Untergebenen erweisen. Die Eisenbahner werden sich Groß- Podel wurden im Auftrage des Wahlvorstehers, Rittergutsfür diese Art Wohlwollen höflichst bedanken. Aber nicht nur befizer v. Braunschweig, konservative Stimmzettel in der Größe von gegen die Eisenbahner, sondern auch gegen Volksvertreter 22 Centimeter Länge und 5,2 Centimeter Breite, obendrein durch glaubt er den Kasernenton anschlagen zu dürfen. Das bewies zwei Längsbrüche zusammengefaltet, verteilt. Kassiert wurden desdie Art, wie er den Abg. Dr. Barth anschnarrte. halb 55 Stimmen. Im Wahlbezirk Reitz wurden die konservativen Stimmzettel abschnittsweise in verschiedenen auffällig gefalteten Formen. den Gutsarbeitern, überhaupt von den von der Schloßherrschaft absogar in Pyramidenform und mußten so von hängigen Wählern an der Wahlurne abgegeben werden. Polizei und Wahlbewegung. Aus Spandau wird uns bes Wegen richtet: dieser Kontrolle wurden die 44 konservativen Stimmen kassiert. Streife Potsdam- Spandau- Osthavelland von statten gehen wird, das Unter welchen Umständen die Reichstags- Wahl im Toller ging es zu im Wahlbezirk Rowen- Rumbske- Bedlin. Dort zeigt sich schon jetzt in den polizeilichen Verboten jeglicher Volkswurden nicht nur die konservativen Stimmzettel in Schleifenform versammlungen unter freiem Himmel und den behördlichen gefaltet, es nahmen auch die adligen Damen an der Wahlagitation versuchen, die wirte auf den Dörfern, die uns ihre Säle handen, daß Frauen fich nicht an der Politik beteiligen sollen. So Sonntag, den 15. d. M., follte für Falkenhagen: Segefels teil und machten den Grundsatz der Krautjunker im Reichstag zu zu Versammlungen hergeben, zum Wortbruch zu bewegen. besuchte nach den Angaben des Protestes die Ehegattin des auf einem abseits von fast jedem Verkehr gelegenen Grundstück eine Rittergutsbesizers v. Krockow- Rumbske vor dem Stichwahl- Volksversammlung stattfinden. Doch der Amtsvorstand verbot tage bie Handwerker des Wahlbezirks und sicherte ihnen Arbeits die Versammlung. Eine Beschwerde wurde ohne Angabe zuwendungen zu, wenn sie konservativ wählen würden. Einen Schneider von Gründen abgewiesen. Es hatten sich auf dem meister in Rowen forderte sie energisch auf, dafür zu sorgen, daß Grundstück aber doch circa 250 Personen eingefunden; sein Geselle konservativ wähle, sonst würde dem Meister die Herr als unser Kandidat Dr. Liebknecht eben dabei war, die fchaftliche Schneiderarbeit entzogen. Und von dem Wahllokal Erschienenen mit wenigen Worten von dem Verbot in Kenntnis zu kontrollierte fie, eine geborene v. Puttkammer, höchsteigen die setzen, fiel der Ober- Wachtmeister unsrem Genossen barsch ins Wort: Wähler, daß sie bis zum Wahltisch die konservativen Zettel nicht um" Das geht mir schon zu weit, Stimmen taffiert. Im Wahlbezirk Sageriz- Paprizfelde wurden die Gendarmen unausgesetzt von einem Lokal nach dem andern Aber die Sache liegt nicht in der theoretischen Defi fonservativen Stimmen ebenfalls eigenartig gefaltet, außerdem aber begleitet, erst auf dem Bahnhofe konnten sich unsre Genition einer so wichtigen Erscheinung. Es handelt sich um die die Wähler, denen sie eingehändigt worden waren, bis ins Wahl- noffen von den Gendarmen verabschieden. Ebenso ging es Revolution einer Rasse, welche kulturell den Grenzen des mittelalter- lokal geleitet. Kassiert wurden 98 konservative Stimmen. uns in Staaten. Die zum letzten Sonntag angemeldete Verlichen focialpolitischen Regimes, das der herrschende türkische Stanim In Sanskow nahm der Wahlvorsteher, Baron v. Courbière, fammlung auf einem Gartengrundstück wurde unter Hinweis auf den ausübt, entwachsen ist. Am Anfang des 19. Jahrhunderts stand auf Wählern die Stimmzettel auf der Schwelle des Wahllokals ab.§ 11" verboten. Es waren ca. 400-500 Personen auf dem Platz der Fahne der griechischen Revolutionäre das christliche Kreuz, das Wegen dieser Ungesetzlichkeit wurde der ganze Wahlakt 43 konser erschienen. Jetzt wartete der Ober- Wachtmeister aber nicht erst ab, bis sich dem türkischen Halbmond entgegenstellte. Heute aber stirbt der vative Stimmen tassiert, im ganzen also heute 383 Stimmen. Der Einberufer den Versammelten vont dem behördlichen inacedonische Revolutionär unter der Fahne, auf welcher die furcht- Jetzt find schon so viel Stimmen der gesamten konservativen Verbot Kenntnis gab, sondern wiederum löste der Be bare Devise:" Freiheit oder Tod!" geschrieben ist. Und scheint es, Stimmenzahl abgezogen, daß von der Herrlichkeit einer Majorität amte" hastig die Versammlung auf. Die ganze Volksmenge zog daß diese Devise wenn nicht morgen, so doch bald von der von ca. 1200 Stimmen nicht mehr viel übrig bleibt. Der Rest wird nun nach dem Gnädigschen Lokal, wo man eben sang, da nicht ganzen Bevölkerung in Macedonien aufgenommen werden wird. Und auch noch zusammenschmelzen, denn es bleiben noch 66 von 115 Wahl- gesprochen werden durfte. Vorher schon sahen wir den Drtsjedem, der die Ereignisse in diesem vulkanischen Winkel Europas bezirken, in denen Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind, zu er gendarmen mit der Frau des Wirtes int der Küche fennt, ist es nicht schiver, vorauszusehen, daß die Auflösung des ledigen. Der pommersche Wahlschwindel ist zu üppig in die Halmte verschwinden. Die Wirtsleute zeigten sich dann später, macedonischen Komitees in Bulgarien, die revolutionäre Bewegung geschossen. als sie wegen Ueberlassung ihres Saales für unfre Parteiim Lande nur entflammen wird. Der Präsident desselben Ministeriums, das die Auflösung verfügte, erklärte vor nicht langer Regierungspräsidenten organisiert Euch! Mit einer gewerkschaft zwede angegangen wurden, ganz und gar eingeschichtert. Zeit den ausländischen Kabinetten und in der bulgarischen Sobranje, lichen Stlassenbewegung der Regierungs- und Oberpräsidenten Da der Wirt sich zur Hergabe seines Lokals nicht bereit erklärte, daß die macedonische Frage keine Folge des macedonischen Komitees wird man zu rechnen haben müssen, wenn man der„ Post" glauben so befand er sich sehr bald wieder allein in seinem Lolal. Ein Teil der Versammlungsbesucher begab sich nun nach Tiefwerder, in Bulgarien sei, sondern eine Folge des in Macedonien herrschen- könnte. wo ein Arbeiter Gesangsfest stattfand. Plötzlich stellte sich den Zustandes, und daß ihre Entscheidung durch die Einführung Der Minister des Innern hat den Magdeburger Regierungsjener Reformen erreicht werden würde, welche der 23. Artikel des präsidenten von Arnstedt aufgefordert, zum 1. April seine Ent- auch hier der Ober- Wachtmeister mit einem Gendarmen ein, Berliner Trattats noch im Jahre 1878 vorausgesehen hat. lassung zu nehmen, obwohl er erst 62 Jahre alt und gesund ist; da un fich davon zu überzeugen, ob die Versammlung nicht hier fortgesezt werde". Wiederholten Aufforderungen, sofort das Lokal zu für ist er Agrarier. berlassen, leisteten die Beamten nicht Folge; erst als dieses Verlangen stürmisch von sämtlichen Anwesenden wiederholt wurde, bequemten sie sich dazu. Die macedonische Frage tritt wieder in Scene. Und dieses Mal hat ihr Auftreten einen viel schärferen Charakter als jemals. Was ist denn die„ macedonische Frage"? Die Auflösung eines Knotens, geflochten von den Interessen fast aller europäischen Staaten antwortet uns die Diplomatie. Der heilige Kampf eines unterdrückten Volkes, um sich von einem barbarischen und mittelalterlichen Regime zu befreien sagt der macedonische Revolutionär. tauschten. Wegen dieser Vorkommnisse wurden 143 konservative auf!" Die ganze Volksmenge ige ich löse die Verſammlung jezt nach Art der blauen Briefe beim Militär an höhere Verwaltungsbeamte die Aufforderung gerichtet wird, ihr Abschiedsgefuch einzureichen, obwohl sie weder das Alter von 65 Jahren erreicht haben, noch, und zwar sowohl nach ihrer eignen, wie nach der Auffassung der Bezirkseingesessenen, durch Taubheit, Blindheit oder ein sonstiges törperliches Gebrechen oder wegen Schwäche ihrer geistigen oder körperlichen Kräfte zur Ausübung ihrer Amtspflichten dauernd unfähig sind." wurde nut von den " Bekanntlich schuf der Berliner Kongreß nach dem russischtürkischen Striege die gegenwärtige Lage der Balkanhalbinsel. Das Die Post" scheint zu fürchten, die Regierung werde bei den im früheren Vertrag zu San- Stefano geplante Bulgarien wurde von Wahlen darauf dringen, daß die politischen Beamten die dunkle dem europäischen diplomatischen Konzert, das sich unter dem starken Berliner Politik vertreten und nicht etwa den Bund der Landwirte Einfluß des damals starken Bismarck befand, in einige Teile zer- unterstüßen. Darum spricht sie von einem„ Regierungspräsidenten- Eine Versammlung mit Hindernissen. Von der Senftenberger teilt, einer von denen gegenwärtiges Macedonien mit 2 Millionen Schub" und findet es höchst bedenklich, daß Flur, wo gegen 10 000 Bergarbeiter ihr fümmerliches Dasein fristen, Bevölkerung unter Voraussehung gewisser Re schreibt man uns: Den jahrelangen Bemühungen der Senftenformen wieder der Türkei überlassen wurde. Die letzteren find berger Parteigenossen war es jegt endlich gelungen, einen Gast aber bis jetzt noch nicht eingeführt, trotzdem sie von den wirt zu finden, der seine Näume zu Versammlungen der Socialeuropäischen Mächten garantiert wurden. Der Unwille der dortigen demokratie zur Verfügung stellte. Am Sonntag sollte nun in christlichen Bevölkerung hat sich infolge dessen beständig in schwächeren Rauno eine Versammlung mit der Tagesordnung:„ Die Aroder stärkeren lokalen Aufständen ausgedrückt. Natürlich hat die beiter und die Socialdemokratie" abgehalten werden. christliche Bevölkerung Macedoniens, die kulturell unverhältnismäßig 3ur festgesetzten Zeit waren denn auch drei große uns zur Ver höher steht als die Türken, gute Gründe, unzufrieden zu sein. In fügung gestellte Räume von ca. dreihundert Personen besetzt, während Macedonien eristiert absolut keine Garantie für die persönliche Sicher- Der" Post"-Zedlig findet darin eine Verlegung des Rechtes der Hunderte auf dem Flur und auf der Straße vor den Fenstern heit und Thätigkeit der Nichttürfen. Die gerichtlichen Behörden Beamten, vor dem 65. Jahre nicht ohne förmliches Verfahren wider standen. Bereits bor dem Beginn wurde dem Einberufer eristieren nur pro forma. Die Administration liegt völlig in den ihren Willen in den Ruhestand versezt zu werden. Aber sie wollen" mitgeteilt, daß eine Anzahl Leute- Beamte und Bergarbeiter der Händen des Beamten, der in den meisten Fällen ohne jede Schul- ja eben; denn sie reichen ja freiwillig, wie Löhning, ihr Entlassungs- Grube Jlse" anwesend seien, um die Versammlung zu bildung ist. Das Steuersystem ist noch dasselbe, wie es im 15. Jahr gesuch ein. sprengen. Fünf Gendarmen, von denen zwei als ueberwachende hundert vom byzantischen Reiche vererbt worden war. Von Freiheit Aber vielleicht gründen nun die Herren zur Wahrung ihres be- innen anwesend waren, und ein Polizist waren zugegen, um der Presse, der Versammlungen, kann keine Rede sein. Der bul- drohten Jnteresses, für das 71% Mark- Junkertum gegen die Re- die Ordnung aufrechtzuerhalten! Kaum hatte der Kandidat garischen Zeitung in Konstantinopel verbietet die Censur das Wort gierung zu wirken, eine Organisation, indem sie von ihrem Koalitions- des Kreises, Genosse Schubert- Berlin, sein Referat begonnen, Macedonien" zu gebrauchen. Sie verbietet ihr das Wort„ Socialist". recht Gebrauch machen. Das Ministerium Bülow- Budde- Rheinbaben als in dem Zimmer fortwährend gebrüllt wurde. Socialismus zu gebrauchen, verbietet ihr die Ermordung von wird den Beamten ja teine Koalitionsschwierigkeiten bereiten. Schubert forderte den Wachtmeister auf, die Ruheſtörer Kinley, von Humbert, die Attentate gegen Leopold, Wilhem oder Im übrigen glaubt die, Post" wohl selbst nicht an ihre Be- zu entfernen und ihre Namen festzustellen. Der Beamte kam Pobedonoszeff mitzuteilen. Auf dem verwaltungsgerichtlichen Ge- fürchtungen. Die Regierung wird sich hüten, die auf den höchsten dem Wunsche nach, und für einen Augenblick herrschte biete existiert vollständige Willkür. In der Türkei eristiert nur eine Beamtenstellen sitzende Fronde zu drangfalieren. Beim Kanalstreit Ruhe. Als Schubert weiter sprechen wollte, ging der Radau einzige Art von Freiheit die religiöse. Dank der letzteren konnten hat fie's versucht und der endliche Erfolg war die Beförderung von neuem los; Hauptkrakehler war ein Obersteiger der Grube die Bulgaren in Macedonien im Laufe von nur 25 Jahren auf eigne der Gemaßregelten. " Ilse". Nunmehr forderte der Gastwirt die Anwesenden im Sosten fünf Snaben, drei Mädchengymnasien, einige zehn Progymnasien und circa tausend Gemeindeschulen Die Nordd. Allg. 3tg." kann sich trotz unsrer gestrigen Ab- Schantzimmer auf, sich zu entfernen. Die Ruheſtörer sträubten sich energisch, aber endlich gelang es. Der Referent fuhr fort. Plötzlich öffnen und erhalten! Die Türken aber haben in ganz Macedonien fertigung noch nicht beruhigen. Sie hat schleunigst eine neue nur eine einzige Schule, die an etwas wie Gymnasium Albernheit ausgesonnen. Sie behauptet jetzt, wir verführen deshalb stürmte ein Gendarm herein:" Herr Ober- Wachtmeister, von allen Seiten brechen sie in das Lokal ein!" Der Ueber= erinnert. Und diese fortschrittliche Bevölkerung, die politiſch völlig ungewöhnlich glimpflich mit der amerikanischen Anarchistengesetzes- wachende schien den Kopf verloren zu haben, denn er schloß unter unterdrückt und ökonomisch geknechtet ist, konnte unmöglich anders macherei, weil wir uns scheuten, der„ Republik" zu Leibe zu bem; Vorgeben, nichts machen zu können, die Versammlung. als in der Revolution ihre Rettung und Befreiung suchen. Geit gehen, der wir im Gegensatz zu den Monarchien nicht den freiheit Etwas sonderbar dies Verhalten der Beamten! Anstatt die radauWir schämen uns wirklich, uns dem vorigen Herbst nahm die macedonische Frage ihre gegenwärtige lichen" Nimbus rauben wollten! lustigen Elemente fernzuhalten, benutzt man die Gelegenheit, um scharfe Form an. Die kleinen Nachbarstaaten der Baltanhalbinsel ernsthaft gegen diese idiotische Unterschiebung zu verwahren. sowohl wie die großen europäischen Mächte verfolgen sehr aufmerk- Bem übrigens das offiziöse Blatt fich allzuviel darauf zufriedfertige Bürger an der Ausübung ihres Rechtes zu hindern. Wenn übrigens das offiziöse Blatt fich allzuviel darauf zu fam die fich dort entwickelnden Ereignisse. Die Ausführungen des gute thut, daß die nordamerikanische Geldfadrepublik noch allerdings hat das ungerechtfertigte Eingreifen besser gewirkt, wie alle Agitation. englischen Ministers und das französische gelbe Buch zeigen, daß nur reaktionärer sei als die monarchischen Staaten, so sei demgegenüber Deutschland sich von den diplomatischen Eingriffen fern hält. Die nur auf einen Umstand hingewiesen, der die kulturelle Ueberlegenheit Türkei mobilisiert ihre Truppen und nimmt eine angreifende Stellung Deutschlands sofort wieder fraglich erscheinen läßt. Wir wollen nicht gegenüber Bulgarien ein; das letztere erklärt einige Bezirke in Be- die amerikanische und deutsche Preßfreiheit miteinander verlagerungszustand und wird vielleicht bald seine Truppen zu den gleichen, wir wollen auch nicht auf die MajestätsbeleidigungsFahnen berufen; Graf Lamsdorff war in Sofia, Belgrad und prozeß- Seuche exemplifizieren, sondern ganz bei der AnWien mit der augenscheinlichen Mission, die macedonische Frage zu archistenbekämpfung bleiben. Wir fragen ganz einfach: erörtern; Rußland und Oestreich unter Zustimmung mit den andern hält es die Nordd. Allgem. 3tg." für möglich, daß in Amerika bei Mächten haben ein Projekt für Reformen, welche die Türkei in einer Präsidentenreise Staatsbürger oder Ausländer, die die Macedonien einführen muß, aufgestellt. Namentlich für den bul- Polizei für Anarchisten erklärt, einfach verhaftet und auf zwölf garischen Staat ist die macedonische Frage von größter politischer, oder vierundzwanzig Stunden lang eingesperrt ökonomischer und kulturlicher Wichtigkeit. Er ist mit Macedonien werden könnten?! Schwerlich! In Deutschland aber nicht nur durch nationale und ethnographische Interessen verbunden, nimmt man bei Kaiserreisen derartige Freiheitsberaubungen sondern sieht in der Lösung dieser Frage eine Garantie für seine eigne ganz ungeniert vor! zufünftige Entwicklung. Deshalb sehen wir auch die bulgarische Socialdemokratie sich lebhaft für die macedonische Frage interessieren und die Socialisten in den Reihen der macedonischen Kämpfer nicht den letzten Plaz einnehmen. er= Die Türkei freilich, welche einen bequemen und geivinbringen den Markt für die europäische Bourgeoisie repräsentiert, hat Gründe genug zu glauben, daß die Diplomatie ihr nicht allzuschr zusehen iverde. " Deutschland marschiert aber trotz alledem noch an der Spize osteuropäischer Kultur! ivar Ausland. Die Mobilmachung gegen die Arbeiterschaft in Holland. " Het Volt" brachte am Sonntag folgende Mitteilung: Bon vertrauenswürdiger Seite wird uns folgendes berichtet: Die Regierung plant, kommenden Montag den Belagerungs. zustand für Amsterdam, Haag und Rotterdam zu erklären. In Drten, wo feine Garnison ist, hat der Bürgermeister sich mit dem Stationschef in Verbindung zu setzen, und, wenn nötig, die Schützengarde zur Beschirmung und Bewachung der Stationen im Fall eines Streiks bereit halten." Eine solche Maßregel läßt sich, wie„ Het Wolf" nachwies, zur Zeit nicht rechtfertigen. Nach dem Gesetz von 1899 kann der BeVom Polizeikampf gegen die Polen. Dem Vorsitzenden eines lagerungszustand verhängt werden, wenn inländische Unruhen die landwirtschaftlichen Vereins, dem nur Polen angehören, innere oder äußere Sicherheit des Reichs oder polizeilicherfeits die Einreichung eines Mitgliederverzeichnisses auf eines Teils des Reichs in dringende Gefahr gegeben worden. Obwohl sich der Verein in seinen Versammlungen bringen"( Art. 1,§ 2), oder, wie Artikel 2 desselben Gejeges benur mit landwirtschaftlichen Fragen beschäftigt, wurde er doch als stimmt:„ Wenn infolge eines feindlichen Angriffs oder inein Verein angefehen, der auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken folge inländischer Unruhen, wie die in Art. 1 sub 2 anDer Sultan hat inzwischen die Reformvorschläge bezwedt. Die Klage des Vorsitzenden auf Aufhebung jener polizei- geführten, die Gemeinschaft zwischen einem Teil des Reichsgebietes durch ein grade genehmigt. Wie ferner aus Konstantinopel ge der famosen Urteilsbegründung sei hervorgehoben: Zwar liege ber betreffende Landesteil es sei ganz oder teilweise durch lichen Verfügung wurde vom Bezirksansschuß abgewiesen. Aus und dem Sitz der Regierung( Haag) abgeschnitten ist, fann meldet wird, erfolgte die Annahme der Reformvorschläge feitens es nicht in der Natur landwirtschaftlicher Vereine, eine Einder Pforte, wie nunmehr bekannt wird, nach dringender wirkung auf öffentliche Angelegenheiten zu bezwecken. Hier hätten die Militärbehörde in den Belagerungszustand erklärt werden." Empfehlung fämtlicher in Konstantinopel besich nun aber Bolen in stritter Absonderung gegen die Es ist Klar, daß derartige Unruhen, wie sie das Gesetz als maßgebend Empfehlung sämtlicher in Konstantinopel bewirkung glaubigter Botschafter. deutschen Landwirte zusammengeschlossen. Bei einem solchen Verein für den Belagerungszustand vorsicht, gegenwärtig nicht stattfinden. Ob das Reformprojekt nun auch zur Ausführung gelangt, ist sei als zweifellos anzunehmen, daß er seine Mitglieder in den Die leitenden Personen der Arbeiterorganisationen mahnen bei jeder allerdings die Frage, da die Vorschläge nicht den Charakter eines Dienst der polnisch- nationalen Partei stellen wolle, indem er sie Gelegenheit zu ruhigem gesetzlichen Verhalten und daß diese Mahnung Ultimatiums der Mächte tragen. durch die Abgeschlossenheit gegen das Deutschtum in ihrer polnischen beherzigt wird, beweist schon die Thatsache, daß weder das Uebrigens beginnt sich auch bereits, wie ja nicht verwunderlich, Gejinnung beſtärke. Das genüge schon, politische Zwecke, zum min- unnötigerweise aufgebotene Militär noch die Polizei irgend welchen Uebrigens beginnt sich auch bereits, wie ja nicht verwunderlich, besten aber eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten anzu- Anlaß zum Einschreiten findet. Aber selbst wenn der Eisenbahnerstreik das Mißtrauen der Mächte gegen die Lauterkeit der nehmen. Absicht Rußlands und Destreichs zu regen. Der Frantf. 3tg." wird aus Rom gemeldet: Die Beratung das Urteil auf und fezte die polizeiliche Verfügung außer Kraft.- Unruhen ansehen, die eine solche außerordentliche Maßregel rechtDas Ober- Verwaltungsgericht als Revisionsinstanz hob jedoch proklamiert werden sollte, kann man das doch nicht als der Interpellation über Macedonien in der Kammer bewies, daß alle Interpellanten, ohne Unterschied der Partei, Miß= Er kennt seine Pappenheimer! Der Gastwirt Lehmann in Nauno fertigen. Wird dieser Plan, für den schon alles in Bereitschaft trauen gegen Destreich haben. Der Socialist de Marinis( Senftenberger Flur) erläßt folgendes Eingesandt" im Nieder gebracht ist, durchgeführt", schreibt„ Het Bolt", dann ist das ein Staatsstreich, eine Revolution von oben. Wir werden abwarten, ob glaubt, die östreichisch russische Aktion werde zum Schaden laufiger Anzeiger": taliens ausschlagen. Nu il and wolle Konstantinopel, Eingesandt aus Rauno. In der letzten Kriegervereins- die Regierung den Mut haben wird, dazu überzugehen. Die Arbeiter Destreich neue Häfen im Adriatischen Meere.- Versammlung hierselbst sollte Beschluß gefaßt werden über ein warnen wir, nicht die geringste Veranlassung zu einem gewaltF " " worden. thätigen Auftreten der Regierung zu geben, ihr durch ein noch| Stufe unfres Erziehungswesens zu gelangen. Dann glauben wir, Eine ganz eigenartige Ausdrudsweise besitzt der Betriebsleiter, ruhigeres Auftreten als sonst auch jeden Vorwand dazu zu nehmen. daß die Schulbehörde direkt vom Volke gewählt werden müßte. Wir der Herr Doktor", den Arbeiterinnen gegenüber." Halten Sie die Aber doch rufen wir ihnen zu, wenn ihre Organisation die Arbeits- find deshalb gegen eine Beseitigung der School Board. Aber die Fresse" und ähnliches soll man oft von ihm hören. All dies bezieht sich auf den Nähsaal, läßt aber darauf schließen, niederlegung proklamiert, wie ein Mann die Arbeit einzustellen. Regierung ist start genug, ihren Plan durchzusetzen. Wenn schon die Ruhig, aber standhaft, das sei unsre Losung in den ernsten Zeiten, School Board beseitigt werden muß, so sind wir für eine leber- daß in der Wirkerei und dem Chatelierraum( Präparieren und Abdenen wir entgegengehen." nahme ihrer Pflichten durch den Grafschaftsrat. Denn von den brennen der Strümpfe) ähnliche Mißstände vorhanden sind. So ers 28 Gemeindeverwaltungen Londons, aus denen die Regierung eine zeugt das Aufblizen beim Abbrennen der Strümpfe sehr bald AugenJuzwischen ist die Aufsehen erregende Mitteilung dementiert neue Schulbehörde wählen will, sind mir 6 progressiv, während erkrankung. Die Athmungsluft verschlechtert sich durch diesen fortdie übrigen 22 gegen alle modernen munizipalen Errungenschaften während wiederholten Brennprozeß sehr schnell, ohne daß für ge= Der Kriegsminister hat die Erklärung abgegeben, daß bei der sind." Mr. Ben Cooper, der Sekretär der Cigarrenarbeiter, stellte nügende Zufuhr frischer Luft gesorgt wird, da auch in diesem Raume Regierung nicht die Absicht besteht, den Belagerungszustand zu folgenden Antrag:" Die Konferenz ist der Ansicht, daß das ganze die Ventilation ungenügend funktionieren soll. Nach dem Geschilderten nimmt es nicht wunder, daß Krankheiten verhängen. Het Volf" bemerkt hierzu:„ Wenn wir uns vor Schulwesen Londons einer einzigen, direkt gewählten Behörde unterbehalten näher zu untersuchen, wie es kommt, daß die Mitteilung stellt werden soll. Wir fordern alle Londoner Arbeiter auf, jede wie Bleichsucht, Lungen- und Augenkrankheiten die häufige Folge des Ministers so vollständig mit den Berichten in Widerspruch steht, Schulvorlage zu bekämpfen, der von der Schaffung einer solchen sind. Schulbehörde absieht." Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Gewerbe- Jnspektion ist von diesen Zuständen unterrichtet die uns von zwei vertrauenswürdigen Seiten zu Ebenso wurde beschlossen, Arbeiter- Deputationen an die Regierung worden, so daß auf Abstellung mancher Uebelſtände zu hoffen ist. gegangen sind, geben wir jetzt nur unsrer Freude darüber Ausdruck, und den Parlamentsabgeordneten Londons zu schicken, um ihnen die daß man in Haag wenigstens noch nicht so sehr den Kopf verloren Wünsche der Arbeiter darzulegen. Es soll auch ein großes Meeting hat, um zu solch einer widerrechtlichen und unsinnigen That über- am Trafalgar- Square stattfinden. zugehen." Daß die Arbeiterschaft sich nicht durch die militärischen Maßnahmen einschüchtern läßt, beweist genügend der bereits am Sonntag erwähnte Beschluß der Vorstände der Organisationen, welcher wörtlich lautet: Pauperismus im Januar. Die Zählung der aus öffentlichen Mitteln unterstützten Armen in 35 bestimmten Gemeinden ergab für Januar folgendes Bild: Es wurden gezählt 363 209 oder 214 pro 10 000 der Bevölkerung dieser Orte. Berglichen mit dem Vormonat ( Dezember 1902) ist dies eine Vermehrung von 2147 Personen oder 1 pro 10 000. Gegenüber Januar 1902 ist eine Vermehrung von Diese Zahlen 15 016 Personen oder 4 pro 10 000 zu verzeichnen. sind auch ein Beweis für die große Arbeitslosigkeit, die zur Zeit in England herrscht. Amerika. „ Nach Vernehmung der Erklärung der Vereinigungen des Eifenbahn- Personals, daß sie zur Abwehr eines Gesezes, durch das die Freiheit des Streikens angegriffen wird, die Arbeit niederlegen würden, und der Erklärungen der Föderation der Transportarbeiter und andrer Gewerkschaften, daß auch sie in diesem Fall zur Arbeitseinstellung übergehen würden, beschließt die Versammlung, ein Die Venezuela Gläubiger rühren sich. Die Vertreter FrankAbwehrkomitee zu ernennen, das eine starke Agitation zum Schußereichs, Spaniens und Belgiens besuchten Bowven, um über der Freiheit der Arbeiter entfalten soll, und ruft das ganze nieder- die Protokolle zur Regelung der Ansprüche dieser Mächte Rücksprache ländische Proletariat auf, sich in dieser Sache mit den organisierten zu nehmen. Die Entwürfe sind bereits mit der Post an die beArbeitern solidarisch zu erklären." teiligten Regierungen abgesandt, aber es find noch einzelne Bestimmungen vorhanden, über welche die Vertreter sich mit Bowen Das genannte Komitee soll aus 2 Vertretern des Eisenbahn- zu besprechen wünschten. Es wird erwartet, daß die Protokolle im personals, 2 Vertretern der Wasser- Transportarbeiter und je cinem zweiten Teil der Woche ihre Bestimmung erreichen. Unterdessen Vertreter des Nationalen Arbeitersekretariats, der Socialdemokrati- können endgültige Schritte für die gemeinsame Unterzeichnung der schen Arbeiterpartei und der Freien Socialisten bestehen. Wenn die Protokolle nicht gethan werden. Eisenbahner die Zeit für gekommen ansehen, soll das Komitee die nötigen Maßregeln ergreifen, um eine Arbeitsniederlegung für die verschiedenen Berufe auszuschreiben. In der Versammlung waren 42 centrale Organisationen vertreten und außerdem 8 lokale Vereine. Unter dem Militär ist ein Flugblatt verbreitet worden, worin die Ursachen des Eisenbahnerstreits largelegt werden, auseinandergesett wird, wie unnötig die militärischen Maßnahmen der Regierung find, und die Soldaten zu solidarischem Verhalten aufgefordert werden. Ferner ist ein Artikel aus Het Volt" als Flugblatt verbreitet worden, worin die Arbeiter ermahnt werden, die Soldaten und Polizeibeamten als ihre Klassengenoffen zu betrachten. Beide Flug blätter sind von den Parteigenoffen M. van Wezel, Sekretär der Amsterdamer Abteilung des Verbandes der Milizen und Alt- Milizen, und Alb. Reuning, früherem Marinematrosen unterzeichnet. Parlamentarifches. Budget- Kommission des Reichstags. Vieles und vielmehr könnte gebessert werden, wenn die Arbeiterinnen felbst nicht mehr alles ungemach wie etwas unabänderliches geduldig ertragen würden, sondern die Mittel ergreifen würden, die allein zum Heile führen: d. h. sich der gewerkschaftlichen Organisation anschließen, die den Geist des Widerstandes in ihnen weckt, sie lehrt, gemeinsam für die gemeinsame Sache einzutreten. Und nicht nur in die Gewerkschaften, sondern auch hinein in die öffentlichen Versammlungen, damit Ihr politische Aufklärung erlangt und aus einem Hemmschuh thätige Förderer der socialistischen Bestrebungen werdet, die allein die Erlösung aus jeder Sklaverei bedeuten. Sociales. Aus den Berichten der bayrischen Gewerbe- Inspektion wird offiziös mitgeteilt: Die Wirtschaftsverhältnisse haben im Berichtsjahre, von einigen Ausnahmen abgesehen, leider keine Besserung erfahren. Der Geschäftsgang gestaltete sich zivar in einzelnen Industriezweigen, so u. a. in einem Teile der oberfränkischen Granitstein- und Porzellaninduſtrie und in der unterfränkischen Kalkstein- Industrie, befriedigend, im großen ganzen aber blieb die Lage des Arbeitsmarktes ähnlich dem Borjahre eine unerfreuliche, und im Zusammenhange damit war in iveiten Streifen, namentlich in den auf die Bauthätigkeit angewiesenen Gewerben mangelnde Unternehmungsluft bei den Arbeitgebern wahr zunehmen. Da infolge der ungünstigen geschäftlichen Entwicklung teilweise länger dauernde und umfangreichere Betriebsunterbrechungen und Betriebseinschränkungen stattfanden, so hat sich auch die Arbeitsgelegen heit nicht gehoben. Des öfteren sind Arbeiterentlassungen eingetreten; Ein guter Teil der Sizung am Dienstag wurde noch durch die in vielen Betrieben der Industrie und in geringem Maße auch des Debatte über die militärtechnische Hochschule in Anspruch Handwerks sah man sich genötigt, abgehende Arbeiter nicht wieder genommen. Der Plan der Regierung, Unterstellung der neuen An zu ersetzen und so die Arbeiterzahl herabzumindern. Als weitere talt unter militärische Leitung, wurde mit 14 Stimmen gegen 14 Folge ergab sich auch im Berichtsjahre eine erhebliche Zahl von abgelehnt. Hierauf wurde eine Resolution des Abg. Paasche an Arbeitslosen, die allerdings mehreren Berichten( Niederbayern, Pfalz, genommen, durch welche der Reichskanzler ersucht wird, mit der Oberfranken und Mittelfranken) zufolge nicht größer war als im preußischen Unterrichts- Verwaltung in Unterhandlungen darüber ein Vorjahre. Unter audrem machte sich hauptsächlich im Baugewerbe, der zutreten, wie, event. unter finanzieller Beteiligung des Reichs- Metall- und Maschinenindustrie die Arbeitslosigkeit fühlbar. durch Erweiterung der Technischen Hochschule zu Charlottenburg den Bei gelernten Arbeitern waren Lohnausfälle u. a. namentlich besonderen Anforderungen der Militärtechnik, speciell der Ballistit für Bauschlosser, Bauschreiner und Spengler, ferner überhaupt in und des Waffenwesens, genügt werden könne. Außerdem Maschinenfabriken und elektrotechnischen Betrieben bemerkbar. In wurde die 1. Rate für die Errichtung eines ballistischen Unterfranken trat ein Rückgang in den Löhnen in der Hauptsache Bereinigung der Eisenbahner- Organisationen. Am Sonntag fand Laboratoriums bewilligt. Hierauf wurden die übrigen fortdauernden nur bei Neueinstellungen von Arbeitern zu Tage. Lohnerhöhungen in Amsterdam eine Zusammenkunft von Vertretern der„ Nieder- Ausgaben unverändert angenommen. Bei der Forderung von waren nur vereinzelt zu beobachten. Mehrmals fanden Verfehlungen ländischen Vereinigung von Eisenbahn- und Straßenbahnpersonal" 25 493 085 M. für die Beschaffung, Anfertigung und Erhaltung der gegen die Vorschriften über die Lohnauszahlung statt, so unter und der andern auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung Munition verlangte Abg. Frese Auskunft über das Verhalten der andern in der Steinindustrie und im Baugewerbe. Die Lohnstehenden Eisenbahner- Vereinigungen statt, um die definitive Grün- Militärverwaltung zu den hohen Preisen des Pulverrings. Die zahlungs- Bücher für Minderjährige finden bei der Mehrzahl dung der neuen einheitlichen Organisation vorzunehmen. Die an- Heeresverwaltung teilte mit, daß sie seit dem Jahre 1898 mit Er- der Arbeitgeber wie Arbeitnehmer noch immer eine abfällige folg bestrebt gewesen sei, die hohen Preise des Pulverrings Beurteilung. Auch das Lohnprämiensystem, wie es insbesondere in wesenden Delegierten repräsentierten 10 600 Mitglieder. Die herunterzudrücken. Sie habe die Konkurrenzfabriken so weit in ihrer der Textilindustrie üblich ist, giebt bekanntlich zu manchen Klagen Mitgliederzahl der neuen Organisation wird auf 12 000 Entwicklung gefördert, daß sie ein brauchbares Fabrikat liefern Anlaß; hierüber enthält der oberfränkische Bericht einige nähere berechnet. Zum Sib des Hauptvorstandes wurde Amster- tönnen. Dadurch sei es gelungen, den Pulverring zu zwingen, seine Mitteilungen. dam gewählt. Die Beratungen werden in einer 50 Proz. herabzusetzen. zu Bei der Forderung von neuen 3- Preise für Versuche im Bereiche des Artilleriewesens bringt fehlt, auf die Lebenshaltung der Arbeiterbevölkerung ungünstig einDie verschiedenen oben erwähnten Umstände haben nicht ver sammenkunft, die am 15. März in Utrecht tagen soll, fortgesetzt. 1 871 436 M. „ Recht und Pflicht", eine Streifgegner- Vereinigung von Eisen- Abg. Eickhoff die Stellung der Heeresverwaltung zur Ehr zuwirken. Nach der Mehrzahl der Berichte hat sich die wirtschaftliche Lage bahnpersonal hatte am Sonntag zu Utrecht eine Versammlung ihrer hardtschen Geschützfabrik in Düsseldorf zur Sprache. Der Kriegs- für weite, Streife der Arbeiterschaft verschlechtert. Zum Teil haben auch die Anhänger aus dem ganzen Lande veranstaltet. Es waren circa minister sucht in längeren Ausführungen nachzuweisen, daß die Vor- Lebensmittelpreise eine Steigerung erfahren. Zweifellos wird der 500 Personen erschienen. Man sandte ein Huldigungstelegramm an würse, welche in der Preſſe bezüglich dieser Angelegenheit gegen die geringere Abfay, welchen u. a. eine Reihe von Bierbrauereien und andren Heeresverwaltung erhoben worden, unbegründet seien. Nächste Sigung Mittwoch. Aus der Frauenbewegung. die Königin, mit dem Gelöbnis, alle Kraft einzusetzen, um die Nuhe auf den Eisenbahnen aufrecht zu erhalten. In Rotterdam suchten höher gestellte Eisenbahnbeamte dieser Tage einen sogenannten Drdnungsverband der Eisenbahner zu gründen. Nachdem aber ein Mitglied der Vereinigung des Eisenbahnpersonals gesprochen hatte und lauten Beifall fand, mußte der Vorsitzende erst diejenigen, die mit dem Zweck der Versammlung nicht einverstanden waren, In Schöneberg in der Bahnstraße befindet sich eine große Fabrit, ersuchen, das Lokal zu verlassen, worauf sich die Mehrheit von in der Glühstrümpfe hergestellt werden. 400-500 Mädchen und ca. 50 Personen entfernte. Dann erst konnte die Gründung vor- Frauen rühren hier die fleißigen Hande. Sie sind in der Wirkerei, genommen werden. * Arbeiterinnenleben, Sklavenleben! Betrieben der Nahrungsmittel- Industrie im Berichtsjahre aufzuweisen haben, in erheblichem Maße auf den verminderten Konsum seitens der Arbeiterbevölkerung zurückzuführen sein. Der PferdefleischVerbrauch ist, soweit Mitteilungen vorliegen, gestiegen.( Oberbayern, Pfalz und Schwaben). Bei dieser Sachlage erscheint eine weitere Ausbreitung der Konsumvereine besonders wünschenswert. Die Unterkunftsräume in Ziegeleien und Torfstichen führten aus gesundheitlichen und fittlichen Gründen wieder zu einer größeren Zahl von Beanstandungen( Oberbayern), namentlich läßt die Unterbringung der Wanderarbeiter in Ziegeleien immer noch sehr viel zu wünschen übrig( Unterfranken)." Aus Induftrie und Handel. Der Fall Eyner". im Chatelierraum, wo die Strümpfe mit Chemikalien präpariert und abgebrannt werden, wie in der Näherei beschäftigt. In letterer, die sich in der vierten Etage befindet, arbeiten, eng neben einander Die zweite Kammer trat Dienstagnachmittag wieder zusammen. fizzend, etwa 100 Näherinnen. In der flotten Geschäftszeit, die geAbg. Mees( liberal) erklärt, er wolle die Regierung über den wöhnlich von Oktober bis Februar dauert, verdienen die Arbeiterinnen Ausstand der Eisenbahn- Angestellten im Januar bei täglich 11ftündiger Arbeitszeit 15-16 M. pro Woche. Häufen interpellieren. Ebenso will Abg. Troelstra( Socialist) die Re- sich die Aufträge, so heißt es, Abendarbeit mitnehmen. Die Direttrice gierung interpellieren über die ungewöhnliche Einberufung giebt dann jeder Arbeiterin 200-300 Stüd Strümpfe mit der Leipzig, den 24. Februar. Ber Miliz. Er wünsche zu wissen, welches ihre weiteren Pläne Weisung, sie am andern Morgen fertig mitzubringen. Fürs Hundert Der Vorsitzende verliest heute zunächst einen Brief Dr. Genzschs feien und ob sie beabsichtige, gesetzliche Maßregeln anläßlich des werden 50 Pf. gezahlt, also ein schöner Abendverdienst. Den meisten an Schmidt vom September 1899, wonach die Leipziger Bank den letzten Ausstandes zu ergreifen. Der Tag der Verhandlungen über der Arbeiterinnen wäre es zwar dienlicher und wohl auch lieber, abends Prospeft zweds Einführung junger Treberattien bei der Berliner beide Interpellationen wird später festgesetzt werden. spazieren zu gehen oder eine Versammlung zu besuchen; aber die cin- Börse nicht unterschreiben werde, um bei der Zulassungsstelle kein Bemal entfesselte Arbeitswut läßt sie freiwillig" auf geistige fremden zu erregen, und in welchem Dr. Genzsch Schmidt ersucht, und körperliche Erholung verzichten; sie setzen gern die Abendstunden nicht jeden in die Bücher sehen zu lassen, damit das Leipziger Obligo daran, nachdem bereits der ganze Tag der Arbeit geopfert worden nicht bekannt werde. Schmidt antwortete zustimmend und teilt mit, ist. Ebenfalls darf der Sonntag nicht ungenutzt vorübergehen. daß er bereits ein Geheimbuch angelegt habe, da die Konkurrenz ver400-600 Stück erscheinen der Direktrice als Sonntagsfeier für die fuchte, Angestellte zu bestechen. In der flauen Zeit können die Arbeiterinnen nicht zu viel. Arbeiterinnen, die dann verkürzte Arbeitszeit haben oder zum Teil entlassen werden, genug spazieren gehen. Das Komitee für Arbeitervertretung. London, 21. Februar.( Eig. Ber.) Der Kongreß billigte die Aufstellung folgender Kandidaten: Clery, Vertreter der Postlente, Deptford; Pete Curran, Gasarbeiter, Jarrow; Jowett, Unabhängige Arbeiterpartei, West Bradford; James Parker, Unabhängige Arbeiterpartei, Halifax; Snowden, Unabhängige Arbeiterpartei, Bladburn; Will Thorne, Gasarbeiter und Socialdemokratische Föderation; John Mittagspause? Unsinn! Es wird gegessen und weiter geHodge, Stahlarbeiter; John Ward, Straßenpflasterer. Die meisten arbeitet. Wohin sollten die Arbeiterinnen auch, die zu weit wohnen, dieser Kandidaten sind socialistisch. Nur Clery und Wardum in einstündiger Frist wieder in der Fabrik zu fein. Ein befind liberal. Das Tadelsvotum gegen den Abgeordneten sonderer Speiſeraum ist nicht vorhanden. Aber doch ist die FabritMr. Richard Bell wurde von Pete Curran und Kair Hardie be- leitung fürsorglich. Den Arbeiterinnen steht ein Schrank zur Vergründet. Bell verteidigte sich so gut er konnte und wurde von Ward fügung, zur Aufbewahrung der mitgebrachten Nahrungsmittel, der unterstützt. Letzterer sagte:„ Unser Bestreben ist, festen Fuß im barin umher, so daß der Ekel die Arbeiterinnen hindert, ihr Mitselbe ist aber so schmutzig, und Schwaben tummeln sich in Scharen Parlamente zu fassen. Wir sollen deshalb in der Wahl der gebrachtes hinein zu legen. Auf den Arbeitstisch die Stullen zu Mittel nicht allzu gewissenhaft sein". Gegen diese legen, wird mit Geldstrafe geahndet. Saal und Tische müssen wegen der Empfindlichkeit der Ware jesuitisch opportunistische Politik wandte sich Keir Hardie, Wir sind nicht berechtigt, uns alle Mittel immer sauber gescheuert sein. Obgleich dies im Geschäftsinteresse zu erlauben, die uns zu parlamentarischen Siegen führen könnten. liegt, wird den Arbeiterinnen je 10 Pf. pro Woche dafür abDer Prüfstein der von uns zu ergreifenden Mittel kann nur ein gezogen. Der Arbeitsraum ist ungenügend groß für 100 Personen, zumal wahres und ehrliches Princip sein. Eine Abweichung von diesem nicht ordentlich ventiliert wird, daher ist die Luft oft zum Ersticken. Wege würde zum Ruin der Arbeiterbewegung führen. Unser Ziel Zum Anfleiden und Aufbewahren der Kleidungsstüde ist ein ist die Bildung einer parlamentarischen Arbeiter- Winkel, der viel zu klein ist, abgeschlagen. partei. Ein von den Arbeitern bezahlter Gewerkschaftsbeamter, Als Wascheinrichtung dient die Wasserleitung, die felten gereinigt der die Hilfe der Liberalen oder Konservativen empfängt, handelt und daher oft verstopft ist. Für sämtliche 100 Näherinnen giebt es Das Tadelsbotum wöchentlich zwei Handtücher. gegen die Grundsäße des Komitees." gegen Bell wurde mit 659 000 gegen 154 000 Stimmen an= genommen. = " 1 England. Der einzige meist unsaubere Abort ist selbstverständlich für 100 Arbeiterinnen völlig unzureichend. Welche Nachteile in gesundheitlicher Beziehung dies zur Folge hat, braucht nicht geschildert zu werden. Das zweite Klosett hält die Direktrice für sich verschlossen. Die Schulvorlage für London. London, 21. Februar.( Eig. Ber.) Die Vertreter von 27 Gewerkschaften der britischen Hauptstadt waren Stumm müffen diese Arbeitsbienen tags über ihr Werk ver gestern zu einer Konferenz versammelt, um die kommende Schul- richten, denn sollte eine so verwegen sein, diese Stille durch irgend vorlage zu besprechen. Mr. Steadman führte den Vorfiz und er- eine Mitteilung zu unterbrechen, so kann sie gewärtig sein, für diese öffnete die Konferenz mit folgenden Worten: Wir haben Missethat mit Strafe bis zu 50 f. belegt zu werden. eine Erziehungs- Liga gegründet, um die von dem Trades- Bei Beginn der Arbeitszeit wird sehr auf Pünktlichkeit gehalten, Unions Kongreffe empfohlene Schulpolitik verwirklichen zu denn verspätet sich eine Arbeiterin auch nur um 1 Minute, so kostet fönnen. Unfre Forderung ist, daß die Schulvorlage dem dies 10 f., dreimaliges 3uspättommen in der Woche Arbeiterkinde die Möglichkeit bieten soll, bis zur höchsten wird mit 80 Pf. gefühnt. ú Auf Befragen des Vorsißenden erklärt Eriter, die Korrespondenz zwischen Dr. Genzsch und Schmidt sei ihm bekannt. Es sei bereits hervorgehoben, daß er schon im September 1898 Bedenken hegte, ob es möglich sein würde, die Beziehungen zur Trebergesellschaft zu einem gedeihlichen Ende zu führen; er habe diese Bedenken Genzsch und Sachsenröder mitgeteilt und vorgeschlagen, ein Berliner Bankhaus, am besten etwa Bleichröder, einzubeziehen. Sachsenröder habe dies untersagt; er fand Erner zu pessimistisch und wünschte, daß dieser sich auf eine Urlaubsreise begebe und ausspanne. Nach sekretariats erfahren, damit nicht jeder die Beziehungen zu der Treberseiner Rückkehr habe Erner von Genzsch die Einrichtung eines Privatgesellschaft inspiciere. Der Sachverständige Plaut erklärt auf die Frage, ob Erner bei Anknüpfung der Kasseler Beziehung mit der nötigen Sorgfalt ge handelt habe: die Verbindung habe anfangs vielleicht gut ausges fehen; allerdings habe sich jetzt ergeben, daß bereits die Bilanz der Trebergesellschaft vom 31. März 1895 gefälscht war. Im November 1897 hätte jedoch die Leipziger Bank die wahre Sachlage durchschauen müssen, dieser hätte aber der Mut gefehlt, zu brechen. Der Sachverständige, Kommerzienrat Siestind, stimmt dem Vorredner zu, das Obligo habe im November 1897 28 Millionen, das Aktienkapital der Bank 48 Millionen und die Reserven 18 Millionen betragen. Er glaube, bei einem damaligen Bruche wäre die Hälfte des Obligos zu retten gewesen, aber selbst bei einem Verluste der ganzen Summe würden die Gläubiger feinen Pfennig eingebüßt haben, die Aktionäre hätten sich zu einer Nachzahlung bereit gefunden und die Bank wäre somit saniert worden; dann wäre auch der Werlust der Aktionäre gering gewesen. Erner bemerkt, der Aufsichtsrat und die Direktion der Leipziger Bank hätten 18 Besichtigungen der Treberwerke vorgenommen und eine Reihe Gutachten von Sachverständigen eingeholt. Ferner erklärt er, er habe die Absicht gehabt, den Prokuristen Wuthe zur Revision der Bücher nach Kassel zu schicken, diesen Plan auf den Widerspruch Schmidts hin jedoch aufgegeben. Sachverständiger Blaut bemerkt, Schmidt habe guten Grund hierzu gehabt, da die Bücher der Trebergesellschaft und der Tochterwerte fämtlich gefälscht waren.- wurden. zur GeneralDarauf wird Prokurist Buthe vernommen, welcher bestreitet, des Arbeiters überhaupt bestellt ist. Nachdem der Referent noch die Anträge beteiligen konnten, ferner in Berlin kein Saal vorhanden dah durch das Privatsekretariat eine Berheimlichung bewirkt worden im Fragebogen enthaltenen Fragen, die sich namentlich auf die ist, der auch nur den fünften Teil der Mitglieder zu fassen vermöchte, sei. Er habe stets dahin zu wirken gesucht, daß Schmidt erhöhte Wohnungsverhältnisse, Umfang der Haushaltung, Einkommen und die Mitwirtung fämtlicher Mitglieder an dem Zustandekommen Sicherheit schaffe und nicht ohne vorherige Anzeige Wechsel auf die Ausgaben beziehen, erläutert hatte, richtete er das Ersuchen bindender Generalversammlungs- Beschlüsse also von vornherein ausLeipziger Bank ziehe. Sachverständiger Plaut erklärt, letteres sei an die Delegierten, dafür zu wirken, daß die Erhebungen in der geschlossen ist, so solle die Ortsverwaltung im Verein mit den stets geschehen; es hätte nur verhindert werden können, wenn die angegebenen Weise von den Gewerkschaften vorgenommen werden. Vertrauensmännern einen Modus finden, um in andrer Form den Bant Wechsel hätte protestieren lassen; darauf wäre aber der Zu- Zu der hierauf folgenden Diskussion verweist der Vorsigende Wünschen der Mitglieder gerecht zu werden, damit gültige Beschlüsse sammenbruch der Leipziger Bank und der Trebergesellschaft erfolgt. Brickner auf den sonderbaren Zustand, daß die Mitarbeit der zu stande kommen. Nach kurzer Debatte fand dieser Antrag einGewerkschaften von den verschiedenen Behörden gewünscht wird, stimmige Annahme, die Weiterberatung der übrigen VerbandsDer englische Arbeitsmarkt im Jahre 1902. Nach den vom während von andren Behörden, wie der Polizei, dieselben Angelegenheiten wurde somit vertagt. Arbeitsamt das ganze Jahr hindurch geführten Erhebungen über Organisationen in der schlimmsten Weise bekämpft und drangfaliert Die Berliner Filialen des Verbandes der städtischen Arbeiter den Stand des Arbeitsmarktes ist im Jahre 1902 die Arbeits- werden. Legien führte aus, daß den Behörden bewiesen werden hielten am Montag in den Arminhallen eine gutbesuchte Versammgelegenheit eine weit geringere gewesen, als int den muß, daß ohne die Arbeiterorganisationen auf diesem Gebiete nichts lung ab, in welcher Schubert den Geschäftsbericht des verJahren 1899 und 1900. Gegenüber dem Jahre 1901 war der Rück- erreicht werden kann und daß diese dann, wenn sich das feindselige gangenen Jahres gab. Er konnte eine ganz bedeutende Zunahme gang nur ein geringer. In einigen Industriegruppen, so z. B. im Vorgehen der Behörden nicht ändert, ihre Mitarbeit in Zukunft an Mitgliedern sowie einen günstigen Stassenabschluß konstatieren. Kohlen- und Eisenbergbau und in den meisten Zweigen der Textilindustrie verweigern werden. Im übrigen empfiehlt der Redner diefe vier neue Filialen und zwar die der Parkarbeiter, Monteure der machte sich ein nicht unerheblicher Aufschwung bemerkbar; ein Erhebungen vorzunehmen und er glaubt, daß es in diesem Falle öffentlichen Beleuchtung, Frrenwärter und Arbeiter der engliſchen Rückgang dagegen war in der Maschinen-, Schiffsbau-, Eisen- und möglich sein wird, die Beantwortung von etwa 3000 Frage: Gasanstalten wurden im vergangenen Jahre neu gegründet. Stahlindustrie und im Baugewerbe zu verzeichnen. Auch die Dock- und bogen zu erzielen. Um eine feste Grundlage für die Beantwortung Eine recht lebhafte Debatte zeitigte Punkt 2 der Tagesordnung: Hafenarbeiter fanden weniger Arbeitsgelegenheit. Aus den monatlichen zu schaffen, sollten diejenigen, die zur Auskunfterteilung berufen sind, die Statuten Vorlage neue bevorstehenden Berichten der Trades- Unions geht hervor, daß von deren Mitgliedern veranlaßt werden, für einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen genaue versammlung. Schubert gab in eingehender Weise ein Bild im Jahresdurchschnitt 4,4 Proz. arbeitslos waren, während im Jahre Aufzeichnungen über ihre Ausgaben 2c. zu machen. Die Ausfüllung der wichtigsten Neuerungen: der Beitragserhöhung um 5 Pf. 1901 nur 3,8 und im Jahre 1900 nur 2,9 Proz. Arbeitslose gemeldet der Fragebogen selbst soll möglichst unter der Kontrolle der pro Woche, Vergrößerung der Fachzeitung, Einführung einer Organisationsleitung bezw. den dazu Beauftragten vorgenommen Sterbe- Unterstügung und Verschmelzung der 26 Berliner Filialen werden, um Mißverständnisse und irrtümliche Angaben zu ver- zu einer einzigen Filiale. Mit Recht machte der Referent geltend, Bank- Rechnungsabschlüsse. Der Bruttogeivinn der Mittel- meiden. In der weiteren Diskussion, an der sich u. a. Döblin, daß fast alle Gewerkschaften die zweckmäßigkeit von Unterſtügungsdeutschen Kreditbank für das Jahr 1902 beträgt ein Tischendörfer, Körsten und Silberschmidt beteiligten, zweigen mehr und mehr einsehen und dazu übergehen, dieselben in ihrer fchließlich 452 646 M. Vortrag aus dem Jahre 1901 5 060 353 M. Sprachen sich alle Redner für die Vornahme der Erhebungen aus. Organisation einzuführen. Auch der Verband städtischer Arbeiter hat alle gegen 5 086 292 M. im Jahre 1901. Nach Abzug der Unkosten und neber die praktische Ausführung soll noch in besonderen Konferenzen Ursache, diesem Beispiele zu folgen, denn nur durch eine nach innen Steuern mit 1553 777 M.( i. 23. 1 506 489.) und der Ab- mit den Gewerkschaftsleitern beraten werden. schreibungen im Betrage von 124 508 M.( i. V. 219 713 M.) vergefestigte Organisation können bessere Erfolge errungen werden. bleibt ein Reingewinn von 2 929 421 M.( i. V. 2924 198 M.). sicherung der Gewerkschaftsbeamten. Schließlich wurde Filialen richte, jei ganz ungerechtfertigt. Dieses bisherige Ver Eine längere Debatte entspann sich sodann über die Ver- Der Widerspruch, der sich gegen die Verschmelzung der Berliner Der auf den 19. März d. J. einberufenen General- Versammlung dem Antrage des Ausschusses, die beiden Beamten der Gewerkschafts- hältnis sei in der deutschen Gewerkschaftsbewegung einzig und soll vorgeschlagen werden, eine Dividende von 5%. Proz.( wie i. V.) kommission bei der„ Unterstützungs- Vereinigung der in der modernen auch bei uns durchaus unhaltbar. Ein einheitliches Vorgehen in zur Verteilung zu bringen, 30 000 M. der Pensionskasse zu über Arbeiterbewegung Angestellten" zu versichern, zugestimmt und mit Verwaltungs- und andren Fragen ist hier mumöglich. Jede Filiale weisen und auf neue Rechnung 473 064 M.( i. v. 452 646 m.) 49 gegen 20 Stimmen beschlossen, die 50 Proz. der Beiträge zu betrachtet sich als autonome Körperschaft, fügt sich nicht den allgemeinen Der Aufsichtsrat der Deutschen Effetten und WechselBeschlüssen und macht den Verwaltungsapparat zu einem äußerst bank in Frankfurt beschloß, der am 9. März stattfindenden General- arbeiter einen ausführlichen Bericht über den Verlauf der Lohnfeindlich gegenüber: statt den Geist der Solidarität zu fördern, Hierauf gab 11thes vom Centralverband der Handelshilfs schwierigen. Statt sich als Brüder zu betrachten, steht man sich Bersammlung die Verteilung einer Dividende von 4 Proz.( gegen bewegung der Jungbierkutscher, aus dem zu entnehmen greift der fleinlichste Strämergeist um sich. Besonders die kleinen 1% Proz. im Vorjahre) vorzuschlagen. Der Reingewinn beträgt 1347 093 M.; davon sollen u. a. dem Reservefonds 63 193 M. war, daß der zwischen der Organisation und dem Verein der Weiß- Filialen leiden darunter; hier muß der Starke den Schwachen unteraugewiesen und 83 902 M. auf neue Rechnung vorgetragen werden. d Malzbier- Brauereibesizer vereinbarte Lohntarif von verschiedenen stützen. Nach lebhafter Geschäftsordnungs- Debatte wurde die VerDer Reservefonds erreicht durch die Ueberweisung die Höhe von Unternehmern noch nicht anerkannt wird und die Kutscher sammlung vertagt. gezwungen wverden, aus der 2 398 230 M., d. i. rund 8 Proz. des Aktienkapitals. Drganisation auszutreten. Reinickendorf und Umgegend. In der letzten Mitglieder- VerDie Vereinsbank in Hamburg erzielte einen Rein- Im Anschluß an den Bericht gelangte eine Resolution zur sammlung des Wahlvereins am 18. Februar, welche in dem Lokal gelvinn von 2 149 907 m.(.. 2 282 309 m.), der folgende Annahme, in der es heißt: Die Delegierten sichern den Jungbier: Borussia, Provinzstr. 70, tagte, sprach Genosse alisti über Verwertung findet: 7% Proz. Dividende= 1800 000 2.( i. V. futschern die weitgehendste moralische Unterſtüßung dadurch zu, daß" Rosakentum in Preußen". Redner wurde durch reichen Beifall be8 Proz. 1 920 000 M.), Zantiemen 210 000 W.( i. 23. 240 000 fie fich verpflichten, innerhalb ihrer Gewerkschaften dafür zu sorgen, lohnt. Ferner wurde beschlossen, die Kandidaten zu den nächsten Mark), Gelvinn- Vortrag 139 906 M. daß nur von solchen Kutschern Bier entnommen wird, die sich durch Gewerbegerichtswahlen in den Diskutier- Abenden zu ernennen. Die Norddeutsche Bank in Hamburg schließt mit eine Starte als Mitglieder des Centralverbandes der Handels-, Der Antrag, zur Erhaltung der Schönholzer Heide 10 Mark aus der einem Reingewinn von 4 539 396 M. ab( im Vorjahre 4 260 156 Transport und Verkehrsarbeiter legitimieren. Mark). Als Dividende gelangen 8 Proz. mit 3 400 000 m. gegen halten nur diejenigen Kutscher, welche für Brauereien fahren, die den Stasse beizusteuern, wurde abgelehnt und folgende Resolution angenommen: Die heutige Wahlvereins- Versammlung erklärt sich mit 8 Proz. mit 3 200 000 M. im Vorjahre zur Verteilung. Die Aktien Tarif bewilligf und unterschrieben haben. sind bekanntlich sämtlich im Besitz der Diskonto- Gesellschaft. Ueber den Streik in der Golda der schen Großbäderei der Erhaltung der Schönholzer Heide einverstanden, lehnt aber berichtete äßschold, der auch mitteilte, daß sich die Geldausgaben dafür ab. Die nächste Mitglieder- Versammlung Arbeiter an das Einigungsamt gewandt hatten, daß aber Herr findet am 18. März statt. Französisch Buchholz! Am 17. d. Mts. fand die regelmäßige Goldacker jedwede Verhandlungen ablehnte, und zwar mit der Begründung, daß die Arbeiter durch die Arbeitseinstellung vertrags- Vereinsversammlung des socialdemokratischen Wahlvereins in Kähnes brüchig geworden feien. Demgegenüber stehe die Thatsache, daß Lokal statt. Genosse G. Sonntag- Pankow hielt einen Vortrag über Goldacker die vordem getroffenen Vereinbarungen überhaupt nicht Unser Programm". In der Diskussion teilte Genosse Bohl mit, diente eine von mehr als 1000 Personen besuchte Volksversammlung worden ist, dem gemaßregelten Vertrauensmann eine achttägige abgehalten, aber keine Erfolge erzielt hat. innegehalten hat und er sogar vom Jnnungsschiedsgericht verurteilt daß der Bund der Landwirte auch hier eine Agitationsversammlung für den ersten Berliner Reichstags- Wahlkreis, die am Lohnentschädigung zu bezahlen. Von diesem Redner und auch 23. Februar in der Tonhalle tagte. Reichstags- Abgeordneter von Cohen, der über die Streits in der Berliner Letzte Nachrichten und Depeschen. vorzutragen. Verfammlungen. Der Reichstags- Wahlagitation leisten. " Diese Karte er Grubenunglück. Debatte über die englische Heeresreform. beratung von Becketts Amendement zur Adresse greift Churchill London, 24. Februar.( W. T. B.) Unterhaus. Bei der Weiter( konservativ) den Plan der Bildung neuer Armeecorps heftig an und sagt, ein Armeecorps sei ausreichend, um Wilde zu befämpfen, aber die drei Armeecorps, welche in dem Plane für Operationen im Auslande vorgesehen seien, seien nicht genügend, um mit einer Nation in Europa zu kämpfen. Wenn England die Vorherrschaft zur See habe, brauche es fein großes Heer, wenn es Moltenbuhr erörterte die Bedeutung der nächsten Reichstags- Metallindustrie berichtete, wurde das Verhalten der Wahlen, wobei er besonders die Frage behandelte, wie die Gegner Polizei den Streifenden den Streikenden gegenüber einer lebhaften Kritik Stimmen zu fangen beabsichtigten. Treffend kennzeichnete er die unterzogen und angeführt, daß die Polizei oftmals auch die Borbed, 24. Februar.( W. T. V.) Auf der Zeche Helenefreifinnige Bartei, deren Zerfall die Folge davon sei, daß gesetzlichen Bestimmungen nicht beachtet, wenn es gilt, die Interessen Amalie" stieß ein Förderkorb auf: elf Bergleute wurden mehr oder fie stets verfagte, wenn freiheitliche Grundsäge zu vertreten der Unternehmer oder der Arbeitswilligen" zu schützen. Ein Redner minder schwer verlegt, ein Bergarbeiter kam ums Leben. ivaren. Redner nahm Bezug auf die letzte Verlängerung des fennzeichnete aus den gemachten Erfahrungen die Elemente, aus Socialistengeseges, die Verhandlungen über das Militärgesetz von denen sich die Streifbrecher zumeist zusammensetzen. 1893 und die letzten Zolltarif- Verhandlungen. Er gloffierte das auf Nachdem noch Beutel, Wasser und Becker in die aus Stimmenfang beim Kleinbürgertum abzielende Verhalten des frei 12 Personen bestehende Musiker- Kommission, welche auch die Auffinnigen Abgeordneten Crüger, der dem gegen die Bäckerei- Ber- gabe hat, etwaige Differenzen zwischen der Musiker- und andren ordnung wütend zu Felde ziehenden Dertel unheimliche Konkurrenz Organisationen zu regeln, gewählt waren, erfolgte der Schluß der mache, indem er das bißchen Kellnerschutz, das wir endlich als Versammlung. Erfüllung eines vor einem Jahrzehnt gegebenen ministeriellen Versprechens bekommen haben, im Interesse der„ armen kleinen Gastwirte" heftig bekämpfe. Derselbe liberale Herr habe es ja als Der Metallarbeiter- Verband( Verwaltungsstelle Berlin) hielt am Genossenschafter auf einem Genossenschaftstage fertig gebracht, gegen Sonntag in der Brauerei Friedrichshain seine ordentliche GeneralGenossenschaften, nämlich die Konsumvereine aufzutreten und zu Versammlung ab. Cohen erläuterte furz den gebrudt vorliegenden sie nicht mehr habe, dann brauche es mehr Schiffe.( Beifall.) Campbell sagen, daß auf keinen Fall die kleinen Gewerbetreibenden unter Jahresbericht. Aus demselben geht hervor, daß die Organisation Bannerman( lib.) führt aus, der Kriegsminister hätte den der Konkurrenz der Konsumgenossenschaften leiden dürften. am Drte trop der anhaltenden Wirtschaftskrise einen fast ungeahnten Plan nicht aufstellen sollen, bis die Erfahrungen des Südberarbeitet seien. Das Das Centrum habe versucht, einerseits durch sein Ein Aufschwung genommen hat. Die Mitgliederzahl ist im Laufe des afrikanischen Strieges vollständiger treten für den Bolltarif die Bauern zu födern und Jahres 1902 von 22 374 auf 30 664 angewachsen, hat also um 8290 Armeecorpssystem sei feine deutsche, sondern eine fontinenandrerseits die dadurch beunruhigten katholischen Arbeiter durch den zugenommen. Da der Andrang zur Organisation auch in den tale Einrichtung. Englands Lage weiche von der der fest= Gedanken der Witwen- und Waifenverforgung zu beruhigen. Redner Monaten Januar und Februar dieses Jahres ein bedeutender war, ländischen Mächte ab. Welchen Ruzen hätte das Armeecorpswies rechnerisch nach, daß die Witwen- und Waisenversorgung, wie so ist begründete Aussicht vorhanden, in absehbarer Beit alle system in Südafrika gehabt? Das System passe für England weder sie sich nach den Anträgen des Centrums schließlich gestaltet hat, von organisationsfähigen Metallarbeiter dem Verbande zuzuführen. in Striegs- noch in Friedenszeiten. Die Ausgaben der Nation für vornherein vor dem Bankrott stehe und zwar vor einem sehr faulen Streits wurden im vergangenen Jahre 37 ausgefochten, davon friegerische Zwede steigerten fich in unerträglicher Weise fast über die Bankrott. Im Durchschnitt würden danach auf jede Witwe pro waren nur der Klempner und Rohrlegerstreit Angriffsstreits, alle Mittel des Bolles. Die Regierung folle erst eine sorgfältige Untersuchung Tag ca. 13 Pf., auf jede Waise pro Tag ca. 9 Pf. kommen, übrigen dagegen Abwehrstreiks. Hiervon endete der größere Teil über die militärischen Erfordernisse des Landes anstellen und Lord Stanley( f.) eralso etwa soviel, wie die von ihnen im Tage verbrauchten Lebensmittel mit mehr oder minder gutem Erfolg. Zahlreiche andre Differenzen dann diese Erfordernisse erfüllen. durch die Zölle verteuert würden. Trotzdem werde lustig damit fonnten durch gütliche Verhandlungen mit den Arbeitgebern erledigt flärt, Lord Robert habe den Plan, bevor an seine DurchStimmenfang getrieben werden, habe doch schon jetzt ein Centrums- werden. An Streifunterstigung wurde rund 1 Million Mart ge- führung gegangen wurde, sorgfältig geprüft und ihn vollständig abgeordneter in einer Versammlung entgegen der Wahrheit bezahlt. Die Arbeitslosigkeit war im 1. Quartal 1902 so groß wie gebilligt. Bezüglich des von mehreren Mitgliedern des Hauses hauptet, im Durchschnitt tämen auf den Haushalt einer Witwe mit vier noch in feinem Quartal zuvor. Es wurden durch Zählung ermittelt gemachten Vergleiches zwischen dem englischen und dem deutschen daß an der Kindern jährlich 280 M. Das wirkliche Resultat sei die reinste Ver- in Berlin 9648 und in den Vororten 1561, zusammen 11 209 männ- Nachrichtenwesen weist Redner darauf hin, höhnung des Gedankens einer Witiven und Waifenversorgung. liche und dazu 364 weibliche Arbeitslofe. Berkürzte Zeit arbeiteten indischen Grenze ein Nachrichtenbureau am meisten notwendig ( Lebhafte Zustimmung.) Nachdem Redner die gewaltmäßige 14 621 männliche und 586 weibliche Metallarbeiter, indem sie 6-25 fei. Es gebe in Indien ein gut organisiertes Nachrichten- Bureau, Den VerhandDurchpeitschung des Bolltarifs kritisch gewürdigt hatte, ber- Stunden pro Woche aussehen mußten. Im 1. Quartal gelangten denn auch welches Nachrichten nach London übermittele. Ivies er auf die socialpolitischen Anregungen der Gegner, rund 32 000 M. an Arbeitslosen- Unterstügung zur Auszahlung. Mit lungen des Hauses wohnte der deutsche und der russische Militärdie es jetzt im Parlament regne. Das jei Stimmungs- dem 2. und 3. Duartal nahm dann die Arbeitslosigkeit erheblich ab, attaché bei. mache für die Wahlen. Nun, uns fönne es recht sein, wenn die wogegen sich im 4. Quartal wieder eine Zunahme bemerkbar machte. Die macedonische Reformuote. andern Parteien die Arbeiterfrage in den Bordergrund der Im ganzen genommen war die Arbeitslosigkeit im Jahre 1902 nicht Agitation rüden wollten, denn auf dieser Frage beruhe ja die böllig so groß wie im Jahre 1901, was auch aus den gegebenen Wien, 24. Februar.( W. T. B.) Die der türkischen ReExistenz der Socialdemokratie, die jede Form der Ausbeutung zer- Unterstützungssummen hervorgeht. 1902 erhielten die Unterstügungs- gierung von dem östreichisch ungarischen und dem brechen wolle.( Stürmischer Beifall.) ( Stürmischer Beifall.) Genosse Guttmann berechtigten für insgesamt 71 882 Tage 89 551,72 M. Arbeitslofen- ruffis den Botschafter überreichte Note betreffend Reformen ermahnte die Anwesenden, im bevorstehenden Kampfe ihre Pflicht Unterstützung gegen 91 869,58. im Jahre 1901. Den höchften in den Vilajets Salonili, Storfowa und Monastir besagt u. a.: Da durch die infolge der letzten Unruhen in den drei Vilajets zu thun und sich vor allem dem Wahlverein anzuschließen. Darauf Prozentsaz an Arbeitslosen stellen die Schlosser, ihnen folgen die schloß er die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die Klempner, dann in weiterem Abstande Rohrleger, Dreher, Former usw. vorgekommenen zahlreichen Verhaftungen die Gemüter dortſelbſt Socialdemokratie, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Bei den beiden erstgenannten Kategorien refultiert die Arbeits- erregt wurden, wird die faiserliche Regierung, um die Rückkehr zur Tofigkeit zum guten Teil aus der in diesen Branchen üblichen normalen Situation zu beschleunigen, allen Berfonen, welche wegen unerhörten Lehrlingszüchterei. Jufolge des foloffalen Drudes, politischer Delifte angeklagt oder verurteilt sind, sowie den Ausden die Metallindustriellen durch ihren berüchtigten Arbeits- gewanderten eine Amnestie gewähren. hielt am Montag eine Versammlung im Gewerkschaftshause ab, in nachweis in der Gartenstraße auf die Arbeiter ausüben, Drohende Erhebung der Albanefen. der zunächst über die vom Statistischen Amt der Stadt konnten durch den Verbandsnachweis im Gewerkschaftshause auch Nimmt die Stärkung der Belgrad, 24. Februar.( B. H.) Nach Meldungen aus Jpek Berlin vorzunehmenden Erhebungen berhandelt nur 1890 Stellen vermittelt werden. wurde. Dr. Meinerich vom Statistischen Amit berichtete, daß Organisation aber nur annähernd so zu wie im Vorjahre, dann haben 3000 Albanesen im Dorfe Lutows Protestversammlungen borerst Aufnahmen über Haushaltsbudgets und erst später die Er dürfte sich in absehbarer Zeit das Verhältnis bald gründlich zu Un abgehalten, sind dann nach Ipet marschiert, wo sie den serbischen hebungen über einen in Berlin bestehenden Lohnfat in den ver gunsten der Kühnemänner verschieben. Den Staffenbericht gab Kaufmann Popowitsch ermordeten, und vom Telegraphenamt unter schiedenen Gewerben vorgenommen werden sollen. Die im Jahre Pezold. Die Jahres- Einnahmen und Ausgaben der Hauptkasse der Drohung, alle Beamten ermorden zu wollen, die Absendung 1897 veranstalteten Aufnahmen über Haushaltsbudgets der Arbeiter balancierten in der Summe von 335 141,88 W., die Lokaltasse weist einer Depesche an den Sultan erzwvangen, in der sie im Falle find bekanntlich mißglückt, hingegen sind die im Jahre 1901, wobei einen Bestand von 136 495,39 m. auf. Auf Antrag der Revisoren der Einführung von Reformen mit einer allgemeinen Erhebung der bas Fragebogen- System angewandt wurde, schon von Erfolg getvesen, wurde dem Rendanten Decharge erteilt. Bei den erforderlichen Albanesen drohen. indem doch 142 im allgemeinen gut beantwortete Fragebogen ein- Ergänzungswahlen zur Ortsverwaltung wurden wiedergewählt: gegangen find. Im Anschluß hieran sollen nunmehr die Erhebungen Cohen als 1. Bevollmächtigter, eine als 2. Staffierer, Scheffler Wilhelmshaven, 24. Februar.( W. T. B.) Korbettenfür das Jahr 1902 stattfinden und diesmal in der Weise, daß der als 3. Bevollmächtigter, 2. Müller als Bibliothekar, Henning fapitän Kayser wurde vom Kriegsgericht wegen Ungehorsams Gewerkschaftskommission ein Bosten von mehreren tausend Frage als Bureaubeamter und 3eruide als Revisor. In gegen einen Dienstbefehl zu 3 Monaten Festungshaft verbogen zur Uebermittelung an bie einzelnen Organisationen zur Ver- zwischen ein Antrag eingelaufen, die Versammlung urteilt. Es fügung gestellt wird und die Organisationsleitungen die Mitglieder zu vertagen und zwar unter folgender Begründung: Rom, 24. Februar.( W. T. B.) In der Deputiertenkammer zur Beantwortung der Fragebogen veranlassen. Es wird erwartet, war nicht möglich gewesen, die Masse der Mitglieder, die sich an tam es heute gelegentlich einer Anfrage wegen Auflösung des daß auf diese Weise ein umfangreiches und wertvolles Material der Generalversammlung beteiligen wollten, auch nur annähernd in Vereins Unione Zaratina" in Bara zu heftigen Lärmseenen, so daß die Haushaltsbudgets der Arbeiterschaft gesammelt dem Saale unterzubringen. In dem Lokale waren ca. 3500 Personen fich der Präsident genötigt fah, die Sigung aufzuheben. Nach Der Zweck der Erhebungen ist, festzustellen, welche anwesend, dann mußte es polizeilich abgesperrt werden. Etwa Wiederaufnahme der Sigung gab der Präsident seinem Bedauern Bedürfnisse im Arbeiterhaushalt vorhanden sind, in welchem 2000 Berfonen aber standen draußen, die feinen Einlaß bekommen über das Vorkommnis Ausdruck, worauf das Haus seine Beratungen Umfange diese gedeckt werden können und wie es mit der Kauftraft tonnten. Da legtere fich nun nicht an der Beratung vorliegender ruhig fortsette. über wird. Die Berliner Gewerkschaftskommission war Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 47. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 266. Sigung. Dienstag, den 24. Februar 1903, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky. Die zweite Beratung des Etats des Reichsamts des Junern wird fortgesetzt beim Stapitel Gesundheitsamt. Abg. Dr. Paasche( natl.): Die Sperrmaßregeln beim Präf. Graf Ballestrem: Damit verlassen wir die Viehfeuche und verteuert, gehen zum Essig über.( Seiterkeit.) Mittwoch, 25. februar 1903. fie eine Sicherheit gegen Weinpantscherei böte nicht. Die Kontrolle muß in den verschiedenen Bundesstaaten Abg. Münch- Ferber( natt.) fordert das Verbot des Ver und innerhalb derselben gleichmäßig sein, sonst ziehen die Weintaufes bon tonzentrierter Essigsäure. Diese Säure pantscher sich in die Gegenden zurück, wo die Kontrolle eine lage müsse nur in Apotheken als Gift verkauft werden dürfen. Die ist. Sehr gefreut habe ich mich über die Erklärung des Herrn Effigessenz, ein tötlich wirkendes Blutgift, verursache viele Unglüds- Staatsferretärs, daß die Polizei zur Kontrolle nicht geeignet und Todesfälle. Redner führt eine Anzahl von Fällen an, in denen ist, weil sie nicht sachverständig ist und nicht die genügende Beit durch Verwechselung von Essigessenz mit andren Flüssigkeiten Todes- hat. Wir werden jedenfalls seinem Rate folgen und die Frage fälle herbeigeführt oder mittels dieses Giftes Selbstmorde begangen ber allgemeinen Nahrungsmittel- Stontrolle in den Landtagen zur Ausbruch der Mauls und Klauenjeuche machen vielfach der Lands worden sind. Vierzehn Todesfälle in einem Jahr sollten doch die Sprache" gude( B. d. 2.) tritt für schärfere Beobachtung des WeinPrüfung, eine Einigung ist aber noch nicht erfolgt. Staatssekretär Graf Posadowsky: Diese Frage unterliegt der Handels ein. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Dr. Wallenborn( C.) und Fit( natt.) schließt die Debatte über die Weinfrage. Die weitere Beratung des Etats wird hierauf vertagt auf Mittwirtschaft mehr Schaden als die Seuche selbst. In einer Gegend meines Wahltreises find die Viehmärkte schon seit fast dreiviertel Jahren gesperrt, obgleich die Seuche dort mir in ganz wenigen Drtfchaften vorhanden ist. Man sollte doch bei Anordnung der über die Weinkontrolle. Die im Weingesetz vom 24. Mai 1901 Abg. Baumann( C.) begründet die von ihm eingebrachte Resolution Sperrmaßregeln möglichst dent wirtschaftlichen Verhältnissen vorgesehene Kontrolle bat noch nicht in der richtigen Weise eingesetzt. woch 1 Uhr. Rechnung tragen. Hoffentlich wird dem Reichstage bald eine Vorlage zur Reform des Viehseuchen- Gesetzes gemacht. panticherei in großem Maßstabe betrieben. In der Stadt Berlin zum Beispiel wird noch heute die Wein- Abg. Dr. Paasche( nat.) bittet den Präsidenten, nach Abschluß In den der Beratung des Reichsamts des Innern die KrankenkassenRediter wünſcht im weiteren Auskunft darüber, ob sich die Aus- Schauläden von Berlin werden für 33 und 40 Pfennig Marten wie gefey- Novelle auf die Tagesordnung zu seßen, breitung der Milzbrand- Strankheiten unter den Tieren nicht verhindern Laubenheimer, Rüdesheimer usw. ausgestellt, Marten, in denen auch damit dieselbe eventuell noch in dieser Session erledigt werden lasse ohne Schädigung der Lederindustrie. nicht eine Spur wirklichen Weines enthalten sein kann. In Bayern könne. Abg. Dr. Südekum( Soc.): hat sich gegenüber solchen Verfälschungen die Nahrungsmittel- Präsident Graf Ballestrem: Das war meine Absicht. Je rascher Kontrolle sehr gut bewährt. So lange eine solche strenge Kontrolle diese zweite Beratung des vorliegenden Etats vor sich gehen wird nicht für das ganze Reich durch besonders damit betraute Beamte( große Heiterkeit) desto eher wird die Strankenkassen- Novelle auf die durchgeführt wird, so lange wird das Weingesetz nur auf dem Papier Tagesordnung gesetzt werden können. stehen. Abgeordnetenbaus. 29. Sigung vom Dienstag, 24. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische: Budde. Die zweite Beratung des Eisenbahn- Etats wird fortgesetzt. Abg. Hirsch- Effent( natl.): Wir sind im allgemeinen mit den gestrigen Ausführungen des Herrn Ministers durchaus einver= Die vom Bundesrate getroffenen Maßregeln zum Schuße der Arbeiter in Bürsten- und Pinselfabriken, Roßhaarspinnereien, Gerbereien zc. gegen Milzbrandinfektionen sind noch immer nicht genügend. Zwar haben die unablässigen Mahnungen von unsrer Seite und Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.) wünscht, daß die noch nicht namentlich von Seiten meiner Vorgänger in der Vertretung der Abg. Fit( natl.): Um dem reinen Wein zum Siege zu ver- erledigten Berichte der Wahlprüfungs- Kommission, besonders soweit Stadt Nürnberg dazu geführt, daß wir seit sieben Jahren einen helfen, muß ich Ihnen reinen Wein einschänken.( Heiterfeit.) Der Ungültigkeit der Wahl beantragt sei, möglichst bald auf die Tagesbesseren Schutz der Arbeiter gegen diese äußerst gefährliche Strant- deutsche Weinbau leidet heute unter den billigen Preisen im Bein- ordnung gesetzt werden möchten. heit haben. Aber selbst die neueste Bundesrats- Verordnung vom produktionsgebiet und teilweise unter der Unverkäuflichkeit der Marken. Präsident Graf Ballestrem: Ich halte es geradezu für meine 22. Oftober 1902, die am 1. Januar d. J. in Kraft getreten ist, ist Dagegen läßt sich antämpfen durch Steigerung des Bedarfs, der Pflicht, solche Berichte möglichst rasch dem Hause vorzulegen. Ich noch keineswegs durchgreifend genug. Es handelt sich hier Ausfuhr und durch Einschränkung der überflüssigen Weinvermehrung, gebe aber zu bedenken, daß bei der gegenwärtigen Besetzung des direkt um das Leben der Arbeiter. Ein Arbeiter, der mit sowie durch Verbesserung der Qualität. Ge müssen möglichst Hauses es schwerlich zur völligen Verabschiedung solcher striftigen Mitzbrand infiziert ist, ist meistens rettungslos verloren. Menschen- alkoholfreie Marken, d. H. Naturweine hergestellt werden. Eine Sachen kommen würde. leben aber gehen unter allen Umständen der Industrie vor. Es ist schärfere Kellerkontrolle ist unbedingt notwendig. J der Abg. Singer( Soc.) bittet, die Petitionsberichte auch berücksichtigen zu bedauern, daß die Regierung sich auch in ihrer neuesten Verordnung Pfalz haben wir dank den Beschlüssen unfres Provinziallandtages zu wollen. Es handelt sich zum Teil um vor Jahren eingereichte nicht zu energischen Maßnahmen hat aufraffen können. Wir müssen eine solche scharfe Kontrolle. Leider hat die Reichsregierung durch und in der Kommisson längst erledigte Petitionen, verlangen, daß das gesamte inländische wie ausländische die Ausführungsbestimmungen des Bundesrats die guten Ein die keine große Diskussion hervorrufen würden, mit deren Ers Material dem Desinfektionszwange unterworfen wird. Ferner wirkungen des Weingesetzes wieder illuforisch gemacht. In einem ledigung aber den Betenten sehr gedient wäre, da häufig den ist keine Garantie dafün geboten, daß noch nicht desinfiziertes Prozeß wurde festgestellt, daß ein Händler 100 Liter Wein Petitionen Aftenmaterial beigegeben ist, das sie zurückhaben Material an Heimarbeiter abgegeben wird. Besonders zu beklagen mit 800 Liter Zuckerwasser verschnitten hatte.( Hört! hört!) wollen. ist, daß nicht ein einheitliches Desinfektionsmittel vorgeschrieben ist. Troßdem wurde er freigesprochen! Allerdings, wenn selbst hier Präsident Graf Ballestrem: Ich stimme auch mit diesem Herrn und zwar die halbstündige Einwirkung strömenden Wasserdampfes bei im Reichstag gegen das Weingesetz verstoßen wird, dann ist wahr Abgeordneten, der soeben gesprochen hat, überein.( Heiterkeit.) Jch einem Ueberbruck von mindestens 0,15 Atmosphären. Im Jahre 1901 lich nicht zu erwarten, daß es draußen im Lande besser ist! habe schon die Disposition getroffen, daß fünftig vor Beginn der find wieder eine große Anzahl von Erkrankungen und Todesfällen an Abg. Schüler( C.): Die füddeutschen Winzer besonders bedürfen eigentlichen Tagesordnung eine Reihe von Petitionen, die vorauss Die Milzbrand vorgekommen. Redner legt diese Fälle im einzelnen dar. dringend des Schutzes gegen die Schädlinge wie die Reblaus und sichtlich zu keiner längeren Debatte führen, erledigt werden. Zweifellos wird die Bundesrats- Verordnung vielfach nicht genügend gegen den unlauteren Weinhandel. Das ganze Weingefes ist wert übrigen Petitionen werden zurückstehen müssen, bis der Etat erledigt beachtet. Dafür bieten uns die Berichte der Gewerbe- Aufsichts- los, wenn die Stontrolle nicht scharf genug gehandhabt wird und das ist. Der Reichstag hat zunächst die Pflicht, den Etat zu beamten ein sehr reichliches Material, zum Beispiel aus Oberbayern, geschicht heute nicht. Herr Wurm wandte sich im 4. Dezember erledigen( Sehr richtig!) und zwar vor dem 1. April. Es ist noch der Pfalz usw. Gewissenlose Händler bringen oft Felle von milz- 1902 gegen die Vorschrift, daß in den staatlichen Stranken- nicht dagewefent, daß der Reichstag dieser seiner Verpflichtung nicht franken Tieren in den Handel, wobei sie die Spuren der Krankheit häusern nur deutscher Rotwein verwendet werden dürfe. Wir be- nachgekommen wäre. Meine Pflicht ist es, Ihnen das ans Herz zu durch Kalt oder ähnliche Mittel zu verwischen suchen. Die jüngste grüßen diesen Schutz des deutschen Rotweins im Gegenteil mit legen, wie Sie es machen, ist Ihre Sache.( Heiterkeit.) Schluß 64 Uhr. Bundesrats- Verordnung läßt drei Methoden der Desinfektion zur Freuden. Am besten wäre ein Verbot des Verschnittweines. Ist dies Auswahl frei, von denen die eine, das mindestens zwei Stunden lange nicht möglich, dann verlangen wir höhere Bölle für den ausKochen, durchaus keine Gewähr für die Tötung der Milzbrandsporen ländischen Rotivein.( Oho! bei den Socialdemokraten.) Das verbietet. Dafür liegen Beweise aus Unternehmerkreisen selbst vor. langen wir nicht mir im Interesse der Produzenten, sondern auch der Wir müssen im Interesse der Arbeiter verlangen, daß ihre Forde- Sonsumenten. Ebenso muß der Deklarationszwang im Interesse der rungen in einer neuen Bundesrats- Verordnung durchgeführt werden. Konsumenten eingeführt werden. Nicht vergessen darf werden, daß Erst dann kann mit gutem Gewissen gesagt werden, daß alles ge- der reelle Weinbau und der reelle Weinhandel identisch sind. Gine schehen ist, um die furchtbare Gefahr der Milzbranderkrankung von Anzahl Weinhandlungen beziehen billigen ausländischen Wein aber den Arbeitern fernzuhalten.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) unter falschen Marken. Gegen solche und ähnliche Manipulationen Die jetzigen Zu Abg. Wehl( natl.): Wenn ich zum erstenmal als junger Abber Händler muß energisch vorgegangen werden. Abstände sind ganz unhaltbar. geordneter die Tribüne betrete, so werden Sie vielleicht von mir Abg. Deinhard( natl.): Das Weingesetz hat da, wo es aus- standen. Eine Personentarif- Ermäßigung Halten wir weder für erwarten, daß ich hier ein politisches Glaubensbekenntnis ablege. geführt ist, ganz gut gewirkt. Es ist nur notwendig, daß die notwendig noch für zweckmäßig. Was den Gütertarif anlangt, so ( Ruf: Nein! nein! Heiterkeit.) Das will ich auch nicht. Denn hier stontrolle überall scharf gehandhabt wird. Die Kontrolle darf sich müssen, um unsern Wettbewerb mit dem Ausland zu stärken, vor foll ja nicht nach Barteien und Interessen, sondern nach des Volkes nicht auf den Fabrikanten beschränken, sie muß auch die Händler er allem die Tarife für Nohprodukte speciell der Kohlen herabgesetzt Wohl entschieden werden. Redner wünscht im Interesse der Gerb- reichen. Ich hoffe, daß die Regierung dieser Frage ihre volle Auf- werden. industrie, daß die Bundesrats- Verordnungen über die Milzbrand merksamkeit schenken wird. Minister Bubbe: Gefahr erst nach sorgfältigen Erwägungen und nicht in einer Art Abg. Dr. Blankenhorn( natt.) schließt sich den Ausführungen des Man spricht immer von Personentarif- Reformen und meint erlassen werden, die die ganze Lederindustrie vernichten fann. Die Abg. Schüler an. damit lediglich Ermäßigung der Personentarife. Ich habe Gefahr der Milzbrand- Infektion im Gerbereibetriebe sei lange nicht Württembergischer Bundesrats Bevollmächtigter Präsident bereits gestern erklärt, daß es fich für mich weniger handelt um eine so groß, wie der Vorredner behauptet habe. Es sei nicht erwiesen, v. Schicker teilt mit, daß 28ürttemberg für die Weinkontrolle in Personentarif- Reform als um eine Personenverkehrs- Reform, das heißt daß die Abwässer der Gerbereien die Milzbrand- Bacillen verbreiten. fieben Stontrollbezirle eingeteilt fei. um eine Vereinheitlichung der Bestimmungen über Freigepäck, Eine besondere Kontrolle der Wildhäute ans Südamerika Kommissar für Elsaß- Lothringen, Geheimrath Halley, giebt Zuschlagfarten usiv. Zu diesem Zwecke habe ich mich mit den bedürfe es nicht, da beim Schlachten der Thiere die forgfältigste Auskunft über die Durchführung des Weingefeges in Elsaß- Nachbarverwaltungen in Verbindung gesetzt. An eine Abschaffung Kontrolle geübt werde." Wildhäute" sei allerdings ein dehnbarer Lothringen. der IV. Klasse ist aber nicht zu denken. Diese Klaffe hat sich als Begriff.( Heiterkeit.) Bei Wildhäuten, die aus China und Süd- Abg. Dasbach( C.) bezeichnet die Weinkontrolle ebenfalls als ein sehr notwendiges Verkehrsmittel herausgestellt, in keinem Lande australien stammen, sei die Gefahr größer. Redner geht auf weitere mangelhaft. Tros des neuen Weingefeßes werde die Vermehrung fährt der Arbeiter so billig wie bei uns.( Sehr richtig!) technische Details ein und meint, eine absolute Imminiſierung des des Weines durch Wasser immer noch massenhaft betrieben, so daß Abg. Krieger( frf. Bp.): gesamten Materials in den Gerbereien werde sich schwer durchführen selbst sehr guter 1897er Wein absolut unverkäuflich sei. Wenn Ich muß schärfsten Widerspruch erheben gegen die Auffassung Abg. Hoffmann- Hall( südd. Vp.) schlicht sich den Aus- Deutschland nicht einmal Geld genug habe; um eine einheitliche des Herrn Eisenbahnministers über das Koalitionsrecht der EisenbahnAbg. Hoffmann- Hall( füdd. Vp.) schließt sich den Aus Rahrungsmittel Kontrolle durchzuführen, so verstehe er nicht, Arbeiter. Er verglich diese Arbeiter mit Soldaten. Das sind sie führungen des Abgeordneten Südelum voll wie man viel Geld ausgeben könne, um in menschenleeren Gegenden Arbeiter. Er verglich diese Arbeiter mit Soldaten. Das sind sie Tommen an und wünscht weiter energischere Bekämpfung der Maul- Afrikas Eisenbahnen zu bauen. Alle diese Ausgaben müßten aber eben nicht, sondern Staatsbürger, die genau diefelben staatsund Klauensuche. Diese Seuche ist viel bösartiger geworden als richtig! links.) Dadurch, daß der Staat ihr Arbeitgeber ist, dürfen früher. Am besten ist das fofortige Töten der Tiere, die von der zurückgestellt werden bis nach Durchführung einer einheitlichen Ston- bürgerlichen Rechte haben wie alle andern Staatsbürger.( Sehr trolle der Nahrungs- und Genußmittel. Seuche befallen werden. Die großen Schlachthöfe, vor allem die Staatssekretär Graf Pojadowsky: Der Vorredner hat die Frage diese Arbeiter nicht degradiert werden zu Bürgern zweiter Stlasse, im Ausstellungen tragen viel zur Berbreitung dieser Seuche bei, die der oftafrikanischen Bahnen mit der Weinkontrolle verknüpft. Gegenteil hat der Staat die Pflicht, im Verhältnis zu feinen jetzt viel gefährlicher ist als der Milzbrand oder die Lungenjeuche.( Seiterkeit.) Wenn unsre Kolonien auf Eisenbahnen so lange voranzugehen. mit Privat Unternehmern Der ( Sehr richtig! fints.) Wenn die Tierbefizer und die Tierärzte nicht Hand in Hand gehen, warten sollen, bis es in Deutschland gar keinen schlechten Wein sprach manchmal von der Socialdemokratie und dann wieder fann die Seuchenbekämpfung nicht wirksam werden. Die Was sind denn Umsturzbestrebungen? Kosten der Maßregeln gegen die Seuche muß natürlich der mehr giebt, so werden sie recht lange warten müssen.( Seiterkeit.) sprach manchmal von der Socialdemokratie und dann wieder Kosten der Maßregeln gegen die Seuche muß natürlich der Staat tragen und nicht der einzelne, der schon ohnehin durch die Das neue Weingeset hat aber gegenüber der Berfälschung von Gesez kennt diesen Begriff nicht, wer soll also darüber entscheiden, Weinen doch recht durchschlagend gewirkt. Das ist mir von hervor ob umsturzbestrebungen vorliegen oder nicht? Für den Herrn Seuche geschädigt ist, vor allem, wenn es sich um Eingriffe in sein ragenden Weininteressenten bestätigt worden. Einheitliche Grundsätze Minister scheint Umfturz und Socialdemokratie dasselbe zu sein. Eigentum handelt. über die Untersuchung des Weines existieren ja längst. Ich habe Alle Arbeiter fagte er, die Vereinen beitreten, welche mit der Socialalle Bundesstaaten darauf hingewiesen, daß die Weinkontrolle mit bemokratie in Fühlung stehen, würden entlaffen, er wolle Herr im Die verbündeten Regierungen täuschen sich nicht darüber, welche der nötigen Echärfe geübt werden möge. Man kann den Ston- Hause sein. Neber der Herrschaft des Ministers steht aber doch die Opfer durch die Sperrinaßregeln den einzelnen Gemeinden und fumenten, die Berfälschungen in den großen Städten usw. befürchten, Hause sein. Neber der Herrschaft des Ministers steht aber doch die Befizern auferlegt werden. Wenn Sie aber in der vom Reichsamt nur raten, ihren Wein da zu beziehen, wo eine strenge Kontrolle Herrschaft des Gesetzes.( Sehr richtig! links.) Nach den Worten des Herrn Ministers muß ich annehmen, daß ein Verbot besteht des Innern ausgegebenen Tabelle die Kurve über die Entwicklung stattfindet, an der Quelle selbst. Auch ich habe sehr wenig Sym für seine Arbeiter, sich solchen Vereinen anzuschließen, und der Maul- und Klauenfeuche verfolgen, so werden Sie darin den pathie für den Wein, der in Kellern wächst und keine Reblaus zu ein solches Verbot würde sich direkt gegen das Koalitionsrecht ber besten Beweis sehen, wie segensreich für die Landwirtschaft im befürchten hat.( Heiterkeit.) Arbeiter richten.( Sehr richtig! links.) Nicht die Streitgefahr, Eine geordnete, sachverständige Nahrungsfondern die allgemeine Socialistenfurcht schienen mir für die Aufganzen strenge Maßregeln in Bezug auf die Maul- und Wir sind ja im Begriff, eine Novelle zum mittel Kontrolle fann von den allgemeinen Polizei: faffung des Herrn Ministers maßgebend zu sein. Zuckerbrot und Wichseuchen- Gesetz auszuarbeiten, und die Frage wird dabei auf das organen gar nicht ausgeführt werden, weil sie nicht Beitsche, das war das Rezept des Ministers, bis jetzt aber hat dies ernsteste erwogen werden. Eine wesentliche Wilderung dieser Maß- fachverständig sind und dazu keine Zeit haben, auch vielfach Rezept zur Bekämpfung der Socialdemokratie noch stets feinen Zweck Ich habe mich in regeln wird im Gesamtinteresse der deutschen Viehzucht kaum mög- nicht die erforderliche Unabhängigkeit. lich sein. Was weiter die Gefahr des Mila brandes angeht, folge der Resolution des Reichstages auf Einführung einer verfehlt.( Lebhaftes Bravo! links.) Minister Budde: so ist in der Bekanntmachung des Reichs- Versicherungsamtes be- allgemeinen Nahrungsmittel Kontrolle im Reiche zunächst Ich protestiere auf das lebhafteste dagegen, daß ich die fonders empfohlen, Haare und Felle möglichst vollkommen die preußischen Ressorts gewandt, mit der Bitte, dieser ficher zu beseitigen, besten durch am Feuer. ist Frage näherzutreten. Man erklärte sich bereit, diese Frage in Koalitionsfreiheit meiner Arbeiter irgendwie angetastet habe oder unzweifelhaft, daß jetzt noch Häute namentlich von Kleinen lommissarischen Beratungen zu erörtern. Aber wiederum sind schon antasten werde, oder daß ich irgend ein Gefeß verlege. Das steht Gerbereien in fließendem Waffer gereinigt werden, und daß gegen diesen Vorschlag die ernste sten Bedenken von be auch gar nicht in Frage. Vielmehr steht in Frage: wer will die damit die Gefahr der Verbreitung des Milzbrandes verbunden stimmter Seite geltend gemacht worden. Daß Reichsbeamte Wacht haben, den Eisenbahnbetrieb zu führen oder stillstehen zu fein kann. Das Reichs- Gesundheitsamt beschäftigt sich jetzt ein angestellt werden oder daß das Reich die Stontrolle lassen?! Das Wahlrecht meiner Arbeiter werde ich nie angreifen. gehend mit der Frage, inwieweit solche Manipulationen zulässig sind, bezahlen soll, halte ich für ausgeschlossen. Die Ausführung Sie können wählen, wen sie wollen, auch socialdemokratisch, da habe resp. inwieweit ihre Beschränkung eventuell eintreten muß, ob durch eines etiva zu erlassenden Reichsgefezes wird auf jeden Fall den Bundes- ich gar nichts dagegen. Der Herr Vorredner würde nicht so gesprochen die Bundesrats- Verordnung oder eventuell durch ein Gesez staaten zufallen. Die Herren sollten deshalb ihre Wünsche in den ein haben, wenn er die Situation genau tannte. Die Socialdemokratie ist in die Verseuchung von Flußläufen durch milzbrandige Felle zu zelnen Landtagen geltend machen, besonders auch im der That die Umsturzpartei, sie beschäftigt sich thatsächlich damit, unsern beseitigen ist. Ueber den Verkehr mit Borsten sind schärfere preußischen Landtag. Ich kann nichts machen, wenn ich nicht die Betriebsdienst zu untergraben. Die ganze Verfügung, die ich gestern mitgeteilt habe, richtet sich gegen den Hamburger Verband. In dessen Vorschriften erlassen. Der Desinfektionszwang ist auf die aus Mehrheit der Regierungen hinter mir habe. Wir brauchen ländischen Ziegenhaare ausgedehnt. Die weitere Ausdehnung auf erkenne ich nach wie vor an für eine wirksame Nahrungsmittel Organ, der„ Wedruf" heißt es:„ Die Lage der Eisenbahnarbeiter wird um fein Jota besser werden dadurch, daß ein General Minister die inländischen Biegenhaare ist bisher nicht erfolgt, weil noch kein kontrolle gleiche Grundsäge und technisch geschulte Beamte. Fall mit Sicherheit nachgewiesen ist, daß solche Haare ben Grund Abg. Dr. Crüger( frs. Vp.): Die Sünden auf dem Gebiete der wurde, so lange der Arbeiter nicht die ökonomische Macht in Händen Der Notstand hat. Dieselbe Macht, die, in andern Händen konzentriert, ihn selbst zur Verbreitung der Ansteckung gegeben haben. Das Verlangen, Weinproduktion gehören zu den Ausnahmen. daran, daß in Fesseln legt." Da ist doch also ausgesprochen, daß es sich um alle Haare mit strömendem Dampf zu desinfizieren, würde zur Folge der kleinen Weinproduzenten liegt vor allem Gegen eine Machtfrage handelt. Weiter heißt es: Wir wollen nur Männer haben, daß viele Kleine Gewerbetreibende ihren Betrieb aufgeben wir verschiedene schlechte Weinjahre gehabt haben. tönnen Witterungsverhältnisse müßten. Das Verfahren mit strömendem Dampf und das Kochen die Winzer nicht haben, die gewillt sind, in den Kampf einzutreten; jeder Kampf Das Verlangen nach Erhöhung der Zölle steht direkt fordert Opfer." Verlangen Sie, daß ich keine Energie zeige, wenn der Haare find an und für sich gleichwertig. Wir verfolgen diese schützen. Frage fortgefeßt, aber gerade hier ist ein schrittweises Vorgehen im Widerspruch mit dem Gesundheitsamt, das für den Kon die Leute fagen, sie wollen gegen mich fämpfen! Weiter schreibt durchaus berechtigt. jumenten forgt. Durch die Zollerhöhung würde der Wein lediglich der Weckruf":" Die Socialdemokratie sei die einzige Partei, die für Lassen. Staatssekretär Graf Pofadowsky: EES wir die ant das Arbeiterit allen gutem Beispiel Herr Minister Das die Arbeiter eintritt 2C., und alle andern Parteien, also| Sier kommt das alte Vorurteil gegen die Arbeiterorganisationen gesprächsiveise behauptet haben, daß sie das Blaue vom Himmel auch Sie, meine Herrent bont der Linken, trieben mur deutlich zum Vorschein. Ein organisierter Arbeiter ist viel herunter schwören". Die Aeußerung soll gemacht worden sein gegen ein heuchlerisches Spiel mit den Arbeitern."( Hört! hört!) ordnungsliebender als ein unorganisierter, denn Organisation über einem Manne, mit dem er jahrelang freundschaftlich verkehrt Ich kann nichts Besseres thun, als wenn ich meinen Betrieb vor iſt Ordnung.( Lachen rechts. Sehr wahr links.) Ich möchte hat. Die beiden sprachen über einen Prozeß, der gegen Hahn wegen derartigen Strömungen schütze.( Lebhafter Beifall.) Wie die mir den Minister noch fragen, weshalb er den Eisenbahn- angeblicher Bedrohung des Polizeikommissars Sachsze angestrengt unterstellten Beamten denken, dafür nur ein Beispiel. Der Wed- arbeitern die Zugehörigkeit zu einigen Genossenschaften verboten hat war und dabei soll Hahn, der seine Schuld bestritt, in Beziehung auf ruf" behauptete, daßz zahlreiche Lokomotivführer dem Hört! hört! links), nämlich zu den Genossenschaften, die unter social die als Zeugen geladenen Polizeibeamten die inkriminierte AcußeBerbaude angehörten. Dem gegenüber schreibt das Organ demokratischer Leitung stehen sollen. Nach unfrem Genossenschafts- rung gethan haben. Der" gute Freund" hatte nichts Eiligeres zu der Lokomotivführer, die Deutsche Eisenbahner- Zeitung": gesetz find bekanntlich politische Bestrebungen grundsäglich aus- thun, wie die Sache der Polizei anzuzeigen und obwohl Hahn ents " Diese Behauptung ist eine unverschämte und dreiste Berleumdung. geschlossen.( Lachen rechts.) Es handelt sich also um rein wirtschaft- schieden die Richtigkeit der Angaben des Denunzianten bestritt und Gerade das Lokomotivpersonal hat dem Verband so oft ins Geficht liche Organisationen. Kann es denn eigentlich etwas Wünschens- dieser der einzige Zeuge war, wurde er doch schon vom Schöffengericht gespuckt, daß es eigentlich Wunder nehmen muß, wie er so ab- werteres für die Eisenbahnverwaltung geben, als daß die Arbeiter und jetzt auch vom Berufungsgericht zu der genannten Strafe vergebrüht sein kann, immer wieder an die Lokomotivführer heran- ihre Lage durch wirtschaftliche, nicht politische Maßnahmen verbessern urteilt. zugehen." wollen? Verbietet man ihnen das, so degradiert man sie zu Arbeitern zweiter Klasse, man erregt in ihnen das Gefühl der Unzufriedenheit. ( Sehr wahr! links.) Ich möchte den Minister bitten, mit dieser Praris zu brechen.( Lebhafter Beifall links.) Ich bestreite, daß bei den Eisenbahnervereinen irgend welcher Zwang geübt wird. Wenn aber Hunderte von Ergebenheitsadressen hier vorliegen, so zeigt mir das, daß sich 83 000 fönigstreue Männer zusammengethan haben. Ich erkläre nochmals, es fann jeder wählen, wen er will, aber dem Hamburger Verbande darf er nicht beitreten.( Bravo! rechts.) Ich kann auf ein Nachbarland verweisen. Dort sieht man, wohin man kommt, wenn man sich die Augen verbindet, nichts sehen will und alles gehen läßt, wie es geht. ( Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Eckels( natl.): Wir müssen dem Minister dankbar sein, daß er gewillt ist, so energisch Ordnung und Disciplin aufrecht zu erhalten.( Bravo! bei der Mehrheit.) Abg. Dr. Sattler( natt.): Es gehört die lebhafte Phantasie des Dr. Krieger dazu, aus den Erklärungen des Ministers eine Beschränkung der Koalitionsfreiheit zu erblicken. Der Minister hat das Recht, Agitatoren von seiner Verivaltung fern zu halten. Abg. Kirsch( C.): Minister Bndde: Das Haus wird mit mir einverstanden sein, wenn ich auf die vom Abg. Dr. Barth zum Fenster hinaus gehaltene Wahlrede nicht eingehe.( Bravo! rechts, lebhaftes Oho! links.) Es war doch nichts andres als eine Wahlrede.( Oho! links.) Da Herr Barth aber eine die bei mir noch nicht praktisch geworden sind, so will ich antworten, bestimmte Frage an mich gerichtet hat über theoretische Erwägungen, daß ich von Fall zu Fall entscheiden werde. Die Disciplin muß aufrecht erhalten werden, das reisende Publikum vor Unfällen ge= schützt und die Betriebssicherheit aufrecht erhalten werden. Deshalb werde ich immer die Keime des Unfriedens in der Verwaltung erſticken. Einen Erfolg haben übrigens diese Debatten von gestern und heute. Meine 365 000 Arbeiter wissen nun, wie ich über treue Eisenbahner und wie ich über untreue denke.( Bravo! bei der Mehrheit.) Abg. Brömel( frs. Vg.): Bei der Tarifreform muß man vorsichtig sein. Einverstanden bin ich damit, daß die IV. Wagenklasse nicht aufgehoben Die Worte des Ministers, mein Freund Barth habe hier nur werden soll, dagegen eine Gepäckreform statthaben soll. Dem eine Wahlrede gehalten, muß ich zurückweisen. Die Frage der Bublikum muß die Gepäckaufgabe bequemer gemacht werden. Koalitionsfreiheit hat der Minister in seiner Programmrede oder Der Minister solle die Beamtengehälter möglichst aufbessern, das ist Nicht- Programmrede angeschnitten und wir können doch nicht auf die das beste Mittel gegen den Umsturz. Der Minister hat die Koalitions- Erörterung dieser Frage verzichten, weit zufällig Wahlen vor der freiheit und das Wahlrecht der Beamten und Arbeiter nicht angetastet. Thür stehen. Nach den Ausführungen des Ministers blieb uns ja Er hat recht, wenn er die Disciplin aufrecht erhält.( Beifall im vorläufig nichts andres übrig, als die praktische Entwicklung ab zuwarten. Selbstverständlich wollen auch wir Ordnung und Disciplin im Eisenbahnbetriebe, wie in jedem wirtschaftlichen Betriebe überhaupt. Aber die Ordnung und Disciplin muß unter Wahrung der den Arbeitern gefeßlich gewährleisteten staatsbürgerlichen Rechte aufrecht erhalten werden. Centrum.) Abg. Graf Praschma( E.) schließt sich den Ausführungen des Abg. Hirsch in Bezug auf die Herabiczung der Personentarife an. Eine solche Herabsetzung ist ein sehr gefährliches Experiment. Auch eine gleichmäßige Herabsetzung der Gütertarife halten wir für bedenklich. Unfrer heimischen Industrie wird vielmehr genügt, wenn wir, wie beim Zolltarif für die meisten Positionen eine möglichst große Beweglichkeit vorgesehen ist. auch für die Gütertarife der Regierung möglichst viel Freiheit lassen. Abg. Malfewith( f.): Wir können dem Minister für seine heutigen Worte auf die Rede des Abg. Krieger nur nochmals unsren wärmsten Dank aussprechen. Ich wünsche, daß diese Worte recht weit ins Land hineindringen möchten. Ein Minister, der nicht alles daran sekt, um die Secial demokratie von seinem Ressort fernzuhalten, verdient nicht weiter auf seinem Platze zu bleiben.( Bravo! rechts.) Abg. Schwarze( C.): Der Minister hat durchaus recht, wenn er Herr im Hause sein will. Wohin würden wir denn sonst kommen? Die Vorgänge in Holland sollten uns ein warnendes Beispiel sein. Tausende von Arbeitern würden brotlos werden, wenn die Angestellten der Eisenbahn in den Ausstand treten würden. Hier muß mit Entschiedenheit vorgegangen werden. Wenn das lebel sich erst einmal eingefressen hat, ist es zu spät.( Bravo! im Centrum.) Abg. Dr. Barth( frs. Vp.): Ich möchte aus der gestrigen Rede des Ministers einen Punkt Hervorheben, der von grundsätzlicher Bedeutung ist; ich meine die Eingegangene Druckschriften. Von der ,, Neuen Zeit"( Stuttgart, Dick' Berlag) ist soeben das 21. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Ultramontaner Socialismus. Startellfragen. Von Heinrich Cunoi. 2. Krise und Kartell. Der Massenstreit der Eisenbahner in Solland. Von Hermann Gorter( Bussum). Eine Urgeschichte Amerikas. Bon Maximilian Bach( London). Heinrich Heine als Politiker. Bon w. Th. Meher.( Schluß.) Litterarische Rundschau: Der Kampf gegen die Wohnungsnot. Vorträge. Von H. Fürth. Wiera, Il Divorzio. Bon handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Robert Michels. Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchDuartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Bostanſtalten ist die " Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft koftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der Gleichheit". Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Dick' Verlag), ist uns soeben die Nr. 5 des 13. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Aufruf der Bertrauensperson. Rüdblid auf die Ges Unrecht über Unrecht. Anna Maria schichte der proletarischen Frauenbewegung in Italien. Mozzoni. Anna Stulischoff. Die ersten größeren Lohnbewegungen der italienischen Arbeiterinnen. Von Dr. Robert Michels. Bericht der Aus der Berliner Beschwerdekommission für Arbeiterinnen. Von K. W. Bewegung. Feuilleton: Der Garten. Von Albert Gnußmann. Notizenteil: Autorisierte Ueberschung von Wilhelm Thal.( Schluß.) Weibliche Fabrifinspektoren. Socialistische Sociale Geſetzgebung, Frauenbewegung im Ausland. 10 Bi., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspoſt- Zeitungsliste Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer für 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Die Fastnachtsnummer des„ Wahren Jacob" ist socben erschienen. Sie wird in Inhalt und Ausstattung der Starnevalszeit gerecht. Das farbige Borderbild schildert den„ Fastnachtfestzug der Zollmajorität", während das Mit den sonstigen Maßnahmen des Ministers kann man im farbige Rüdbild Gruppen" Vom Internationalen Starneval" bringt. Ein großen und ganzen einverstanden sein. Wir wünschen aber dringend großes Bild„ Karneval" hat Hans G. Jenksch gezeichnet; viele Kleine Bilder eine Tarifreform, namentlich eine Personentarif fragen weiter dem Faschingscharakter der Nummer Rechnung, ebenso die Reform, bei der der Grundsay, jeden mit gleichem Maße zu messen, Gedichte Brinz Karneval" von Ernst Kreowski, Mastenfest"," Starneval", Agrarische Karnevals- Schnadahüpfln" und die Faschingsrede des Münchner zur Geltung gelangt. Billige Tarife find für unser Wirtschaftsleben meggermeisters a. D. Wurstler". In der Nummer wird sodann die Porträt besser als der schutzöllnerischte und agrarischte Zolltarif. Galerie Die Matler des Brolwuchers" durch die Wiedergabe der Bilder Unser Gepäcktarif ist völlig rückständig. Eine 100 Kilo schwere Graf Ballestrems und Graf Stolbergs fortgeführt. In zahlreichen Illu Person wird in der 2. Klasse billiger befördert als ein 100 Stilo ſtrationen und Tertbeiträgen wird auf politische Vorgänge in satirischer schweres Gepäckstück.( Heiterkeit.) Redner beklagt schließlich die Weise Bezug genommen. Besonders seien noch die Gedichte Landesschaut Aufhebung vieler Sonderzüge, die gerade den Unbemittelten zu gute in Reinwegnig" von Erich Mühsam( illustriert)," Der gemachte Mann" von kommen und wünscht billige Vororttarife schon im Interesse der Rudolf Lavant,„ Mein Freund"," Das Ende" und" Epistel an den schlichten Mann" erwähnt. Der Preis der zwölf Seiten starken Nummer Lösung der Wohnungsfrage.( Beifall links.) ijt 10 f. Minister Budde: Der Vorredner hat eine Anzahl Gesichtspunkte vorgetragen, die gewiß der Beherzigung wert find. Ich erkläre, daß ich einer Reform der Personentarife nicht abgeneigt bin. In der kurzen Zeit meiner Amtsführung war es mir aber nicht möglich, mich in das Studium dieser Frage zu vertiefen. Ich verfpreche aber, daß ich der Frage näher treten werde.( Beifall.) Präsident v. Kröcher schlägt nunmehr Vertagung der Sigung und die Weiterberatung des Eisenbahn- Etats in der morgigen Sizung vor. Abg. v. Eyneru( natl.) fragt an, wann die Trierer Inter pellation auf die Tagesordnung komme Präsident v. Kröcher: Um dem Drängen der Herren nachzugeben, Haug, Landwirtschaftslehrer in Michelstadt i. D. Rentable Hühnerzucht. zweite erweiterte Auflage. Verlag von F. Rahmann in Michelstadt. Breis 50 f. Dr. Ernst Lange. Die finanziellen Grundlagen der deutschen UnfallVersicherung und ihre rationelle Umgestaltung. Berlin- Grunewald 1903. Verlag A. Troschel. wald 1903. Berlag A. Troschel. Zacher. Arbeiter- Versicherung im Auslande. Heft 1a. Berlin- Grune Socialdemokrat. Wahlverein Frage, ob das Koalitionsrecht auch für die Eisenbahn- Arbeiter gilt. bin ich bereit die Verlefung der Interpellation morgen auf die f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Es bleibt also beim Vorschlag des Präsidenten. Nächste Sizung: Mittwoch 11 Uhr. Fortsetzung der heutigen Beratung. Schluß 4 Uhr. Partei- Nachrichten. Konservativer Verleumder. Der Minister hat hier erklärt, daß er nicht daran dächte, die Tagesordnung zu fezen. Sie können dann aus dem Munde des Koalitionsfreiheit der Angestellten seiner Verwaltung anzutasten. Ich Staatssekretärs selbst hören, ob und wann er die Interpellation habe diesen Grundsatz mit großer Befriedigung gehört, wurde aller- beantworten will. dings enttäuscht durch die folgenden Erklärungen des Ministers, die nicht im vollen Einklang mit diesem Grundsatz standen. Der Minister hat weiter erklärt, daß er nicht im entferntesten beabsichtigte, etwa die Eisenbahnarbeiter in ihrer politischen Gesinnung in irgend einer Weise zu beschränken. Nun kommt die praktische Seite der Frage. Wie weit soll das im§ 152 der Getverbe- Ordnung allen Arbeiter gewährleistete Koalitionsrecht, das wichtigste Recht, das die Arbeiter überhaupt besitzen, auch für die in dem großen Die konservative Leipziger Zeitung". Amtsblatt der königlich Eisenbahnbetriebe beschäftigten Arbeiter erlaubt sein? Grundsätzlich gilt das Koalitionsrecht auch für die Eisenbahnarbeiter. Der fächsischen Regierung, beschuldigt die in Krankenkassen- Verwaltungen Minister läßt diesen Grundsatz aber nur mit Ausnahme gelten. Er fizenden Parteigenossen einer Handlung, die durch§ 266 des Strafhat erklärt, daß die Eisenbahnarbeiter dem Eisenbahnarbeiter- Ver- gesetzbuchs mit Ehrverlust bedroht ist und thut das mit dem Bewußtsein, bande, dessen Organ der„ Weckruf" ist und der seinen Siz in Ham- daß nicht die Spur einer Thatsache bekannt ist, die ihre Behauptungen burg hat, nicht angehören dürften. Dieser Verband wird seitens der rechtfertigt. Das Blatt behauptet, daß die Socialdemokratie bestrebt Eisenbahnverwaltung vollständig perhorresciert. Seinen Standpunkt sei, aus den Orts- Krankenkassen materielle Vorteile für ihre Parteibegründet der Minister damit, daß dieser Verband unter social- kaffe herauszuschlagen. demokratischer Leitung stände und der Eisenbahnverwaltung ausdrücklich den Krieg erklärt habe. zi " -RO Das könnte nur geschehen, indem die Kaffenbeamten und bewußt zum Nachselbstverständlich nur die socialdemokratischen Der Minister hat uns Aeußerungen aus dent ,, Weckruf" vorteil, der von ihnen verwalteten Krankenkassen deren Gelder der getragen, die alles mehr sind als schön. Aber ich glaube, Ser Minister thäte gut, gegenüber Preßäußerungen nicht allzu focialdemokratischen Parteikasse zuführten., nervös zu sein.( Sehr richtig! links.) In der Arbeiterpresse Es ist bekannt, daß die preußifche Regierung im Sommer 1900. werden ja häufig traffe Ausdrücke gebraucht, über die man sich sehr zur selben Zeit, als der Regierungsrat Hoffmann seine„ Privatfelten befriedigend ausdrücken kann. Das sind aber Dinge von ansichten" über die Reform der Krankenversicherung veröffentlichte, ganz untergeordneter Bedeutung gegenüber der Frage: Haben die bei allen Behörden eine vertrauliche Umfrage über die Kaffenreform Eisenbahnarbeiter ein Koalitionsrecht oder nicht.( Zustimmung veranstaltete, in der auch die Frage enthalten war, ob bekannt Tinks.) Der Minister sagt, er wäre von dem äußersten Ich glaube ihm das geworden sei, daß Kaffengelder zu socialdemokratischen ParteiWohlwollen für seine Arbeiter beseelt. Heute kommt es aber weniger darauf an, daß eine staatliche Ver- zwecken verwandt worden sind. Diese Privatansicht" der preußischen waltung ihren Arbeitern Wohlwollen angedeihen läßt, als darauf, Regierung hat nun nicht die geringste Unterstützung durch thatdaß sie die strikteste Gerechtigkeit walten läßt.( Lebhafte Zustimmung fächliches Material gefunden; die Umfrage ist selbstverständlich in Tints.) Die Arbeiter wollen kein patriarchalisches Wohlwollen, diesem Punkte vollständig ergebnislos gewesen und deshalb ist auch sondern sie wollen Rechte.( Lebhaftes Bravo! lints. Großer Lärm in der Begründung der Novelle zum Krankenversicherungs- Geseze kein lints.) Wenn die Arbeiter zwischen Wohlwollen und Rechten Wort darüber enthalten. Wohl schlägt die Novelle im Hoffmannschen wählen haben, fo nehmen fie die Rechte. Die Sinne neue Bestimmungen vor, die das Eingriffsrecht der Behörden in industriellen Arbeiter, und das find die Eisenbahnarbeiter, nehmen die Rechte, die andren Betrieben verliehen worden sind, mit die Kassenverwaltung ganz unzulässig erweitern wollen, doch die Bevollem Rechte auch für sich in Anspruch.( Sehr richtig! links.) So gründung begnügt sich mit einer allgemeinen Nedensart über die wird die Frage:" Haben die Eisenbahn- Arbeiter ein Roalitionsrecht Notwendigkeit des Schußes gegen Veruntreuungen. Dieser Schutz ist Nun liegt die Sache so, daß von einem Koalitionsrecht der viel weniger Veruntreuungen vor, wie bei Staatsbehörden, z. B. der Eisenbahnarbeiter nicht die Rede sein kann.( Sehr richtig! Post. Wenn die Regierung nur einen einzigen Fall erfahren hätte, Tints. Widerspruch rechts.) Der Minister erklärte, er habe der die Möglichkeit der Deutung zuließe, daß in der That die nichts dagegen, Went fich die Arbeiter zu Vereinen socialdemokratische Parteitasse aus Mitteln der Krankenkassen Vorzusammenschließen. Aber doch nur zu Vereinen, die von der Ver- teile gehabt habe, sie hätte gewiß nicht gezögert, ihn zur Bewaltung approbiert sind.( Sehr gut! links. Unruhe rechts.) Wenn einem Arbeiter eine solche Frage gestellt wird, dann kann er sehr gründung des erweiterten Eingriffsrechts der Behörden in die Kassenrichtig sagen, daß er überhaupt tein Stoalitionsrecht hat.( Zustimmung verwaltung zu benügen. Den guten Willen dazu hat sie durch ihre lints.) Darin liegt ja gerade das Wesentliche des Koalitionsrechtes, Umfrage bewiesen. Dennoch scheut sich ein aus öffentlichen Mitteln erhaltenes daß der Arbeiter wählen kann, welcher Organisation er beitreten will( Sehr gut! links), um seine beruflichen Interessen zu vertreten. Blatt amtlichen Charakters nicht, das, was die preußische Regierung Ich wünschte, daß die Eisenbahn- Verwaltung diese Frage einmal schamhaft wenigstens in die Form einer vertraulichen Umfrage bei losgelöst von dem politischen Vorurteil gegen die Socialdemokratie den Polizeibehörden fleidete, öffentlich zu behaupten und zwar jetzt, betrachten möge. Die Eisenbahn- Verivaltung hat ein Interesse daran, einen Stamm von Arbeitern zu haben, die innerlich zufrieden wo auch ihm bekannt sein muß, daß der ganze Apparat der find.( Rufe rechts: Socialdemokratie!) Löfen auch Sie( nach rechts) preußischen Polizeibehörden keinen Beweis herbeizuschaffen versich einmal auf eine Viertelstunde von Ihrem Vorurteil los. Die mochte. Und das beschwert sich täglich über Mißbrauch der PreßSocialdemokratie ist doch einmal vorhanden und sie können sie nicht freiheit und rohen Ton in der Presse. Und das zetert, wenn einans der Welt schaffen. Unter den 365 000 im Eisenbahndienste be- mal ein socialdemokratischer Redakteur bei der Kritik öffentlicher schäftigten Personen sind Zehntausende, die sich zur Socialdemokratie Mißstände einer falschen Information zum Opfer fällt. rechnen.( Lebhafter Widerspruch rechts. Zustimmung links.) Sehen Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Todes- Anzeige. Am 21. Februar verstarb nach langem Leiden unser Parteigenoffe, der Mechaniker 246/12 Wilhelm Möricke, Stargarderstr. 63. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. Februar, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes( Nieder Schönhausen) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Socialdemokrat. Wahlverein Heute wurde uns ein zweiter 84/20 Sohn geboren. Berlin W., 23. Februar 1903. Dr. Wegscheider und Frau. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maschinenformer Hermann Reuter gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 112/12 Die Ortsverwaltung. f. d. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Vorwärts- Buchhandlung Todes- Anzeige. Am 23. Februar verstarb plöblich unser langjähriges Mitglied, der Restaurateur 216/11 Friedrich Behrens, Chorinerstr. 7. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. d. M., nachmittags 4 Ühr, von der Leichenhalle des Zions Kirchhofes in Nieder- Schönhausen aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 23. d. M. endete ein sanfter Tod die Leiden unsres lieben Mannes, Vaters, Schwiegerund Großvaters, des Restaurateurs oder nicht?" zu einer wichtigen Frage von socialpolitischer Bedeutung. jetzt schon ausreichend vorhanden; bei Krankenkassen kommen ſicher Friedrich Behrens, Sie( nach rechts) sich doch einmal bei den Reichstagswahlen die Resultate der Wahlen an. Der Minister sagte, ohne eine strenge Zu 14 Tagen Gefängnis wurde in Danzig der Parteigenosse Disciplin würden wir den allerschlimmsten Zeiten entgegengehen. Hahn verurteilt. Er soll in Beziehung auf dortige Polizeibeamte Chorinerstraße 7. Dies zeigt, um Beileid bittend, im Namen der trauernden Hinterbliebenen an am Witwe Lina Behrens. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, vont der Leichenhalle des Zions- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen aus statt. Allen Freunden und Bekannten zur traurigen Nachricht, daß am Montagmorgen 6 Uhr mein lieber Mann, der Restaurateur Gustav Fromm Fruchtstr. 26, im 33. Lebensjahre verschieden ist. 21196 Die tieftrauernde Gattin. Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag 4 Uhr, von der Balle des Georgen Kirchhofs, Landsberger Allee aus statt. SW., Lindenstrasse 69. Touristenund Radfahrerkarten, Stadtpläne! Stadtpläne von Berlin von 30 Pf. bis 1 M. Stadtpläne von Berlin mit jämtlichen Vororten b. 50 Bj. bis 3 M. Umgebungskarten von Berlin, 85, 132 und 500 Meilen um Berlin, mit Entfernungsangaben von Ort zu Drt, foloriert, von 50 Pf. bis 5., auch für Radfahrer benutzbar. Radfahrerpläne von Berlin mit Angabe der Art des Straßen pflasters, der für Radjahrer ver botenen Straßen 2c. 50 Pf. Radfahrerkarten von Berlin und weiterer Umgebung( von Joachimsthal bis Jüterbog, von Genthin bis Frankfurt a. D.) auf Leinwand aufgezogen, in Karton 1,75 M. 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Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Rauchet Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Das Land Tirol. Der Meister von Palmyra. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Dramatische Dichtung in 5 Aufzügen von Adolf Wilbrandt. Donnerstagabend 8 Uhr: Wohlthätige Frauen. Freitagabend 8 Uhr: Wohlthätige Frauen. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Jugendfreunde. Lustspiel in vier Auszügen von Ludwig Fulda. Donnerstagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Das zweite Gesicht. Freitagabend 8 Uhr: Das zweite Gesicht. Schluss der Saison 3. März. Maas Tabak Panoptikum Cirkus Schumann Cirkus Buschl 165. Residenz. Lutti.( Loute.) Neu! Miss Karri Westen. Die lustigen Weiber von Windsor. Central. Das Mädchen von der Heilsarmee. Thalia. Der Camelienonkel. Belle Alliance. Am Telephon. Hierauf: Cupido u. Co. Anfang 8 Uhr: D Schiller O.( Wallner Theater.) Der Meister von Palmyra. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Jugendfreunde. 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Februar 1903, abends 7, Uhr: Grosser Elite- Abend. Otto Reutter. Nur noch 2 Tage Gr. Promenaden- Konzert. Passage- Theater. Letzte Woche des sensationellen FebruarProgramms. Anf. Sonnt. 3, Wochent. 5, Abendvorst. 8 U. Ende 11 U. AGA die schwebende Jungfrau. Wettfahrt im Todesring. Willy Prager. 14 erstklassige Nummern. Mittwoch, den 25. Februar 1903, abends 7, Uhr: Grosse Vorstellung. Seelöwen, Boeren, Elefant und Pferd. Dir. Busch mit seinen Orig- Dress. Dahomey mit Elefanten- Schauspiel. Sonnabend Benefiz für Frl. Mohnke. der einzig dastehende verwegenste Deutsche Konzerthallen Radfahrer der Welt Mr. Diavolo Looping mit seinem unkopierbaren Akt the Loop. Ausserdem d. Riesenprogramm u. Die lustigen Heidelberger. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwiſchen Friedrich u.Universitätsstraße. Kleines Theater. Die Notbrücke. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Residenz- Theater Direktion: Sigmund Lautenburg. Anfang 7 Uhr. Lutti( Loute). Schwank in 4 Aften von Pierre Beber. 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Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenspersonen. 1/3 Bezirksversammlungen der Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. Südost: Adalbertstraße 4 bet Belitsch. Nordost: Schönhauser Allee 135 bei Ramlow. Moabit: Waldenserstraße 23/24 bei Gundlach. Tagesordnung: Welcher Barbiers und Friseurverein vertritt die Interessen der Gehilfen? 284/3 Volks- Versammlung. Verband der Sattler Deutschlands Wichtig für Dreher! Zages Drdnung: 1. Die Bülowsche Heimatspolitik und die Interessen des Volkes". Referent: Reichstags- Abeordneter Genosse Otto Antrick. 2. Diskussion. Da es die erste Versammlung des 5. Wahlkreises in dieser Gegend ist, so erwarten wir, daß die Genossen für regen Besuch agitieren und unbedingt pünktlich erscheinen. 217/1 Die Vertrauensleute. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlín. Donnerstag, den 26. Februar cr., abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: Außerordentliche General- Versammlung. Fortsebung der Tagesordnung der letzten Generalversammlung: Wahl von zivci Beamten. Wahl des Gauvorstandes, Bericht des Arbeitsvermittlers und des Gauvorstandes. Berbandsangelegenheiten. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Achtung, Musikinstrumenten- Arbeiter! Mittwoch, den 25. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts: haus, Saal V, Engel- lifer 15: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Deutschlands Arbeiterschutz- Gesetzgebung und die gesicherte Existenz der Arbeiter." Referent: Stollege Karl Deininger aus München. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Die Kommiffion. Achtung, Stellmacher! Den Kollegen zur Kenntnis, daß die nächste Branchenversammlung der Stellmacher am Donnerstag der Generalversammlung wegen ausfällt und dafür am Sonntag, den 1. März 1903, nachmittags 4 1hr, im Englischen Garten, Aleranderstraße 27c, eine stattfindet. Oeffentliche Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Slingner: Auf was haben wir zu achten?" 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheit und Verschiedenes. Auf die Tagesordnung der Ortsverwaltung Berlin. heutigen allgemeinen Mitglieder- Versammlung ( im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20) ist nachträglich gefekt: Die geplante Aussperrung der Praktische Anleitung für Dreher in 156/8 der Berechnung der Wechselräder. Täschner, Gürtel- und Galanterie- Arbeiter. Referent: Kollege Semle. In dem Buch erklärt ein Fachmann kurz und für jedermann verständlich die Berechnung der Wechselräder.( In einigen Stunden zu er Icrnen.) 24066 Preis uur 1,50 Warf. Zu beziehen d. Berlagsbuchhandlung Joh. Ellguth in Rath- Düsseldorf. Baumaterialien neue und gebrauchte jeder Art, wie Kantholz, Bretter( neue Schalbretter pro qm von 45 Bf. an), Latten( neue pro Meter v. 10 Bf. an), Wt. Kolleginnen und Kollegen, erscheint alle in dieser Versammlung. Dachpappe( 10 Mh.- Rolle v. 1,50 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 25. Februar 1903, abends 8%, Uhr: Versammlung d. Mechaniker fowie aller in elektrischen Werkstätten befchäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen bei Buggenhagen, Dranienstr. 147, am Morigplay. Tages Ordnung! Die Ortsverwaltung. an), Leisten, Thüren, Fenster billig. Kottbuser Damm 22. Charlottenburg. Donnerstag, den 26. Februar, abends 8%, Uhr, Rosinenstr. 8 ( Volkshaus): Oeffentl. Vortrag für Männer und Frauen. 284/2 Thema: Feuerbestattung( mit Demonstrationen). Der Verbrennungsofen wird im Saale aufgestellt. Referent: Herr Direktor M. Pauli. J. A.: Otto Ewald. Arbeiter- Sängerbund 1. Der Streit bei Keyser& Schmidt. 2. Wie wird bei Keyser& Schmidt gearbeitet? 3. Welchen Gefahren in fittlicher Beziehung find die Lehrlinge bei Keyser& Schmidt ausgesezt? Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Mißstände des Betriebes bont Keyser& Schmidt unterbreiten. Wir erwarten Sonntag, den 1. März 1903, vorm. 10 1hr, Brauerei Friedrichshain: Kollegen! In dieser Versammlung wollen wir der Deffentlichkeit die deshalb zahlreiches Erscheinen. Der Juhaber der Firma ist schriftlich eingeladen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Gs ist notwendig, daß ein jeber Stollege, der bei einem Innungsmeister Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 358. Es arbeitet, erscheint. Der Obmann. Centralverband d. Schmiede Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 26. Februar, abends 8%, Uhr: Mittwoch, den 25. Februar 1903, abends 8%, 1hr: Versammlung der Gürtler, Grosse ausserordentl. General- Versammlung sowie aller in Gürtlereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in den Arminhallen, Kommandantenſtr. 20. Lages Ordnung: 1. Berichterstattung der Statutenberatungs- Stommission und Beschlußfaffung über Anträge zur Generalversammlung. Um 9% Uhr: 2. Wahl von 6 Delegierten zur Generalversammlung in Halle a. S. 3. Verschiebenes. Jedes Mitglied muß zu dieser Versammlung erscheinen und wird die selbe durchaus pünktlich eröffnet. 176/2 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Jedes Wort: Die Ortsverwaltung. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Stollegen Link über: Arbeiterschuh Bestimmungen. 2. Bericht des Branchenvertreters, sowie Neuwahl desselben und der Agitationskommission. 3. Verschiedenes. 112/11 Stollegen! Es ist Eure Pflicht, für den Besuch dieser Bersammlung zu agitieren. Die Ortsverwaltung. Vereinszimmer 80 und 40 Berfonen, mit Pianino, für Gefang vereine geeignet. 5532* Carl Grosser, Dirksenstr. 39, I. Gtage, an der Stadtbahn( zwischen Roch- und Saifer- Wilhelmstr.) Telephon III. Nr. 1813. Berlins und Umgegend. General- Versammlung. Tages- Ordnung: Kassenbericht. Bericht des Vorstandes. Neuwahl desselben. Anträge. Bundeskarte legitimiert. NB. Die Sangesbrüder werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Versammlung pünktlich eröffnet wird. 16/4 Besteht seit 1841. von Der Vorstand. Mehlhandlung Johannes Friese Lindenstr. 2( am Bellealliance- Platz) of rechts( fr. Simmerstr. 39) empfiehlt ihre anerkannten besten Mehle als; Kaiser- Auszug( reines Pester) %, Ctr. 2.25: 5 fb. 0,90; 1 Bfb.= 0,20. Weizenmehl 00( halb Auszug) 2354L* 4, Ctr. do. 2,00; 5 fb. 1 0.80; 1 f.: 0,18. 0( Haynau 00) 1 Ctr.:= 1,75: 5 fd.= 0,70; 1 Bfb.= 0,16, Gufkochende, sauber verlesene Hülsenfrüchte zu soliden Preisen. 5Kleine Anzeigen. Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. + 87* Krankenfahrstühle für Bimmer und Straße käuflich und leibweise in allen Breislagen. Stopp, Elsaffer straße 95. 128/ 17* +94 1615* Vereine, Saal mit Bühne Sonntags zu bergeben Müllerstraße 7. 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Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 47. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Lokales. Mittwoch, 25. Februar 1903. Welt schaffen, trotz der dreisten Behauptung, daß das„ Bravo" nicht von Freifinnigen gekommen und nicht noch privatim unfrem Genossen Bernstein von Freisinnigen Beifall gespendet worden sei. Vielleicht erkundigt sich Herr Richter einmal bei dem Das Bauwesen im Stadthaushalts- Etat für 1903. Der Streik in der Goldackerschen Großbäckerei dauert fort. Verhandlungen vor dem Einigungsamt, zu denen die Ausständigen wesen von jeher als ein geeignetes Objekt gegolten, die Ausgaben gierige Eifer, mit dem die Freis. 3tg." sich auf Bernsteins Aeußerung Bei der Festsetzung des Stadthaushalts- Etats hat das Bau- kommunalen Gefolge seines Parteigenossen Stadtv. Cassel. Der bereit waren, hat Herr Goldacker abgelehnt. Er behauptet, die des Etats mit den zu erwartenden Einnahmen in Uebereinstimmung gestürzt hat und sie für ihre unfauberen Zwecke zu verwerten Arbeiter seien kontrattbrüchig, während doch das Innungsschieds- zu bringen. Wenn sich nirgends mehr eine Ausgabe abstreichen fucht, wird denen begreiflich sein, die sich erinnern, in welcher gericht am Montag Herrn Goldacker verurteilt hat, dem gemaß- läßt am Bau Etat wird immer noch wieder ab- Weise im Jahre 1897 Parteigenossen des Herrn Richter unter dem regelten Bertauensmann, wegen dessen die Arbeitsniederlegung er gestrichen, bis das Gleichgewicht des Gesamt- Etats hergestellt Beifall der Freis. 3tg." die Gehälter der Berliner Lehrer zu folgte, den achttägigen Lohn zu zahlen, da Herr Goldacker den Ver- ist. Diesmal ist der Bau- Etat schon vom Magistrat träftiger als regulieren" versucht, und welchen Sturm der Entrüstung sie dadurch trag nicht innegehalten hat. Auch den Arbeitswilligen scheint der sonst gerupft worden, um die Gesamtausgabe des Stadthaushalts- bei den Lehrern erregt haben. Der Berliner Freifinn möchte jene Betrieb gerade fein Eldorada zu sein, denn es haben schon eine Etats für 1903 möglichst herabzudrücken. Nach dem vom Magistrats- unrühmlichen Vorgänge jetzt vergessen machen daher das Geschrei ganze Anzahl derselben die Arbeit wieder niedergelegt. Ein schönes kollegium schließlich angenommenen Entwurf gehen die Aufwendungen der Freis. 8tg." Geschäft machen dort die Kommissionäre, Seelenverkäufer genannt, die für das Bauwesen zwar noch etwas über diejenigen des Etats für die Hauptschuld daran tragen sollen, daß eine Einigung nicht zu stande 1902 hinaus, aber hinter der ursprünglichen Absicht bleiben sie noch tommt. Die Streitbrecher follen 5 bis 30 M. für die Arbeit bezahlt weiter zurück als im Vorjahre. haben. Die Arbeiterschaft wird dafür sorgen, daß Herrn Goldader die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Der Vorstand des Bäckerverbandes. arbeitet werden sollen. 0., 6 Die Berliner Abschätzungsverordneten, welche die Abschätzung der von den Hauseigentümern in ihren Häusern selbst benutzten WohnFür das gesamte Bauwesen sind 20 972 854 M. Ausgaben an- und Geschäftsräume zu vollziehen haben, hatten im Jahre 1902 insgefett( 1 513 243 M. mehr als 1902). Die Einnahmen dieses Etats gesamt 5948 Aufträge zu erledigen, hierunter 2374 zum Zwecke der sollen sich auf 10 409 160 m. stellen( 5 417 181 m. mehr), wovon Feststellung, ob die bereits vier Jahre zurückliegenden Abschätzungen Metallarbeiter. Sämtliche Rohrleger und helfer haben diesmal 5 831 000 M. aus Anleihen entnommen werden sollen. Es des Mietspreises noch zutreffend sind. Die 5 Revisionskommissionen geſtern bei der Firma C. Schuppmann, Kaiserstraße 31, ist also aus allgemeinen Mitteln des Stadthaushalts- Etats noch ein hatten die Erledigung von 220 Aufträgen zu vollziehen. Das Erwegen Nichtinnehaltung des Tarifs die Arbeit niedergelegt. Buschuß von 10 563 694 M. zu leisten( 3 903 938 m. weniger als 1902). gebnis der Revisionsabschätzungen war eine Herabseßung der zu Die Streifenden haben sofort das Einigungsamt des Berliner Ge- Auf den Hochbau fommen 8722 304 M. Ausgabe( 947 352 M. prüfenden Abschätzungen in 108 Fällen um insgesamt 291 099 M. wverbegerichts angerufen, vor welchem der Tarif im vorigen Jahre mehr), 4 841 600 m. Einnahme( im Vorjahre nichts, diesmal und eine Erhöhung in 28 Fällen um insgesamt 14 219 M., während bei Beendigung des großen Rohrlegerstreits festgelegt wurde. Bei aus Anleihemitteln), 3 880 704. Zuschuß( 3 894 248 m. weniger), in 84 Fällen die erste Abschätzung bestätigt wurde. der Firma Pohl, Weberstraße 7, sind außer den Metall- M. formern auch noch die Stoßer und Gießer in den Aus( 565 891 M. mehr), 5 567 560 M. Einnahme( 575 581 M. mehr), 30-40 Tausend Anschlüsse enthalten refp. für diese enorme Zahl auf den Straßen- und Brüdenbau 12 250 550 M. Ausgabe Telephon- Leiden. Die Riesen- Fernsprechämter in Berlin, welche stand getreten. Auch hier ist das Einigungsamt angerufen worden. 682 990 m. Quichuß( 9690 m. weniger). Es muß abgewartet von Verbindungsleitungen eingerichtet sind, geben fortgesetzt zu Bes Die Firma Mig u. Genest hat laut Anschlag in der Fabrit werden, wieviel von diesen Beträgen etwa noch durch die Stadt schwerden Anlaß. Mit der ständigen Vermehrung der Anschlüsse geht Die if u angeordnet, daß leberstunden, gegen welche sich die Arbeiter in verordneten- Versammlung abgestrichen wird. Wenn die freisinnige die Vergrößerung des Personalbestandes nicht Hand in Hand, so mehreren Versammlungen gewandt hatten, fortab nicht mehr ge- Mehrheit das Gespenst der Erhöhung des Kommunalsteuer- Buschlags baß eine ständig sich steigernde Mehrbelastung für die Beamtinnen Achtung! Täschner, Nieter, Sattler aller Branchen. Der Aus- nicht auf andre Weise zu bannen vermag, wird sie schwerlich davor Achtung! Täschner, Nieter, Sattler aller Branchen. Der Aus- zurückschrecken, den Bau- Etat noch weiter zu kürzen, bis die Rechnung Verbindungen naturgemäß, besonders bei starkem Andrange, Ber stand in der Taschen- Fabrik von Paul Fährmann, dadurch eintritt. Dies hat zur Folge, daß in der Herstellung der Luisen- Ufer 12, sowie der Ausstand der Accordarbeiter in der Freisinn ja nicht unter die Pflichten einer Kommune. stimmt. Arbeitsgelegenheit zu schaffen, rechnet der zögerungen eintreten, und daß die Bedienung der Apparate Militär Effetten Fabrik von H. Becker u. Michaeltirchstraße 29a, dauern unverändert fort. Zuzug ist nach Lurus" getrieben werde, gilt besonders dem Hochbau. Wir verständlich, daß bei der starken Belastung der Beamtinnen und bei Der oft gehörte Vorwurf, daß im Bauwesen der Stadt Berlin nicht mit derjenigen Schnelligkeit erfolgen kann, welche im Interesse des Geschäftsverkehrs gewünscht wird. Es ist selbstivie vor streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des„ Deutschen Sattler- Verbandes". haben aber Lurusbauten" diesmal noch weniger als sonst im Hochbau- Etat zu entdecken vermocht. Für 10 Gemeinde- Schulhäuser, hierdurch die Vorschrift ihrer aufreibenden Thätigkeit die Damen nervös werden und daß Verband der Sattler( Ortsverwaltung Berlin). Wie aus einem von denen eines bereits benutzt wird, ein andres zu Ostern fertig gehalten wird. Auch das häufige Vorkommen der Herstellung falscher Bitte recht freundlich" nicht immer innedem Vorstande zugegangenen Schreiben hervorgeht, be ab werden soll, die übrigen teils in Angriff genommen werden sollen, sichtigen die Fabrikanten der Taschen-, Gürtel- und teils noch der Genehmigung des speciellen Bauentwurfes bedürfen, oder die Unterlassung der Trennung der Anschlüsse trotz beendeter Anschlüsse, das Auseinandernehmen eben hergestellter Verbindungen Galanteriebranche am Sonnabend eine allgemeine Aus- find Bauraten im Gesamtbetrage von 1 493 165 M. angesetzt. Dazu Gespräche, sperrung. Auf die Tagesordnung der heute( Mittwoch) statt- fommen 338 900 M. für ein paar neue Turnhallen und ein Lehrerfindenden Mitglieder- Versammlung ist dieser Punkt nachträglich ge- Wohnhaus. Drei neue Häuser für höhere Schulen erfordern vor fekt worden. Es ist Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen in läufig 991 000 m. für Grunderwerb und erste Bauraten. Der Be dieser Versammlung zu erscheinen, und geschlossen gegen die Maß- trag gehört zu der aus Anleihemitteln entnommenen Summe. Aus nahme der Fabrikanten Stellung zu nehmen. diefer Summe werden ferner entnommen Bauraten für das Krantenhaus Seestraße( 1 000 000 Mark), Jrrenanstalt Buch ( 1 300 000 Mart), für das zweite Rathaus, das Märkische Museum ufiv. Kürzungen können nur zum Schaden der in Betracht kommenden Verwaltungszweige, namentlich des Gesundheitswesens, des Schul wesens usw. vorgenommen werden. Dasselbe gilt von den Beträgen, die aus allgemeinen Mitteln des Stadthaushalts Etats entnommen werden sollen zu verbessern" wollen, mag folgender Fall dienen: Der Stein Zur Warnung für manche auswärtige Arbeiter, die sich in Berlin Bauten für Krankenhaus Moabit, Kinder- Krankenhaus Reinicken- fchleifer B. hatte in einem südwestdeutschen Industrie- Orte eine dorferstraße, Jrrenanstalten Herzberge und Wuhlgarten, Heimstätte Annonce des Berliner Glas schleifereibesizers Brückner gelesen, Buch, zum Neubau des Waisenhauses Alte Jakobstraße, des Nahrungs- worin dieser einen GI as schleifer verlangte, der im Schleifen mitteluntersuchungs- Amts, der Badeanstalt Wedding usw. gerader und geschweifter Facetten geübt jei. Auf diese Annonce 1019 Der Vorstand. Siehe Inferat in heutiger Nummer. Lackierer. Die Ortsverwaltung der Vereinigung der Maler, Lackierer usw. teilt mit, daß die Differenzen bei Orenstein und Koppel in Spandau noch nicht beigelegt sind. 9 Lackierer befinden sich im Streit, während 2 Arbeitswillige unter dem Schuß der Polizei weiterarbeiten, von der fie morgens nach der Arbeitsstätte begleitet werden. Man hat sogar in der Portierstube drei Polizei beamte gesehen. Da die Firma in Berlin keine Streitbrecher beTommen fann, fo ist der Meister nach Görlitz gereist, um dort Arbeitswillige anzuwverben. Es wird ersucht, keine Werbungen für die genannte Firma anzunehmen. Deutfches Reich. dürfte ebenfalls auf die Neberlastung der Beschüssen, die die Postverwaltung gerade bei dem Fernsprechnetz amtinnen zurückzuführen sein. Bei den bedeutenden Ueberin Berlin alljährlich erzielt, erscheint es wünschenswert, daß baldigst eine Vermehrung der Beamtinnen stattfindet. Deutschlands die telephonische Verständigung schwieriger und nervenMan darf wohl ohne Uebertreibung sagen, daß an feinem Orte aufreibender ist als in Berlin. Für den Reichshauptstädter hat der die sich ganz sicher durch Entlastung der Angestellten beheben ließen. Großbetrieb im Fernsprechwesen nur Unannehmlichkeiten im Gefolge, aber wurde Die dem Straßen- und Brückenbau zugedachte Summe meldete sich B., der da glaubte, ebenso gut in Glas wie in Stein wird, wie alljährlich, zum größeren Teil für Pflasterung und Unter- arbeiten zu können, zumal er im Facettieren bewandert war. Die Färbereiarbeiter in Gera haben den Unternehmern einen haltung der Straßen sowie für Anlegung neuer Straßen, für Ver- Letzteres schrieb er auch an Brückner. Er wurde engagiert und Lohntarif eingereicht. In demselben wird die zehnstündige Arbeits- breiterungen usw. gebraucht. Unter den Brückenbauten erfordert die tam nach Berlin; nach zehntägiger Thätigkeit zeit gefordert und folgende Wochenlöhne: für jugendliche Arbeiter und Straßenüberführung am Bahnhof„ Gesundbrunnen" wieder 600000 M., er entlassen. Er klagte darauf beim Gewerbegericht und Arbeiterinnen 8 M., für Arbeiter und Arbeiterinnen von 16-18 Kleinere Beträge die Lessingbrücke, Adalbertbrücke usw. Straßen- beanspruchte eine namhafte Entschädigung, u. a. auch die 30 M. Jahren 12 bez. 10 M., für Arbeiter und Arbeiterinnen über 18 und Brückenbauten find vielen Stadtverordneten immer noch sym- Reisekosten. Der Beklagte berief sich darauf, daß Kläger den AnZahre mindestens 17 beztv. 12 M. Ueberstunden sollen möglichst vathischer als die Hochbauten, neue Schulhäuser, Krankenhäuser usw. forderungen, die an Glas facettenschleifer zu stellen seien, absolut eingeschränkt, wenn fie notwendig sind, mit 35 Pf., Sonntagsarbeit Das freifinnige Haus agrariertum weiß den Wert guter nicht entsprochen habe. Ein Zeuge, ein Glasschleifer des Beklagten, aber doppelt bezahlt werden. Die Antwort der Unternehmer wird Schulen und Strantenhäuser ist diesen Leuten viel weniger leicht be- gemacht, vorerst gegen einen Wochenlohn von 18 M. sozusagen zu Verkehrswege zu schäßen. Die Notwendigkeit der Vermehrung der sagte dasselbe aus; man habe dem Kläger deshalb den Vorschlag bis zum 1. März erbeten. Die Brauereiarbeiter von Nürnberg, Fürth und Erlangen haben greiflich zu machen. lernen, sich in die Glasarbeit hineinzufinden. Das habe Kläger mit der Firma Erlivein und Schultheiß einen Tarif abgeschlossen, abgelehnt. Ein mäßiger Vergleich scheiterte an der Weigerung der vom 1. März d. J. bis 31. Dezember 1906 gilt. Jn demselben Im gestrigen Schularzt- Ausschuß wurde die modificierte des Klägers, der dabei blieb, daß er auch das Glas schleifen ver wurde die zehnstündige Arbeitszeit für alle Brauereiarbeiter festgesetzt, Magistratsvorlage 36 Schulärzte a 2000 Mart für ganz Berlinstände und sich nur erst an die andersartige Handhabung der Werkund werden Ueberstunden an Wochentagen mit 50 Pf., an Sonn- angenommen. Die ursprüngliche Magistratsvorlage Lautete: zenge hätte gewöhnen müssen. Der Kläger wurde abgewiesen. und Feiertagen mit 60 Pf. vergütet. Die Arbeiten an Sonn- und 30 Aerzte a 2000 Mark für ganz Berlin.- Armenärzte sollen in Feiertagen find auf das allernotwendigste Maß zu beschränken und der Regel nicht zu Schulärzten gemacht werden. Die verletzte Schamhaftigkeit des Kriminalbeamten. Zur Be dürfen drei Stunden nicht überschreiten. Das bisher übliche Freibierachtung für die Veranstalter von Herren Abenden" kann eine system ist abgeschafft und erhalten die Arbeiter hierfür wöchentlich und Obdach wurde zuerst Herr Stadtrat Jacoby eingeführt, alsdann Schöffengericht verhandelt wurde. Die Angeklagten waren die ausIn der letzten Sigung des Kuratoriums für das Arbeitshaus Anklage dienen, welche gegen sieben Schauspieler vor dem hiesigen eine angemessene Entschädigung. Betreffs des§ 616 des Bürgerlichen wurde ein Assistenzarzt für das Arbeitshaus dem Magistrat vor übenden Künstler bei einem Herren- Abend, der in den Räumen eines Gesetzbuches wurde ein Uebereinkommen getroffen, daß den Arbeitern geschlagen, wobei von verschiedenen Seiten angeregt wurde, ob es Theaters in der Lothringerstraße stattfand. Die Teilnehmer an in Strankheitsfällen und bei Einberufungen zu militärischen Uebungen nicht richtiger wäre, auf dieses Vorschlagsrecht zu verzichten, wenn, diesem Vergnügen rekrutierten sich aus einem bestimmt abgegrenzten je nach dem Dienſtalter eine angemessene Entschädigung garantiert wie es vorgekommen, der Magistrat die gemachten Vorschläge nicht Kreis von Personen, doch hatte unerfannt auch ein Kriminals wird. Die Lohnkommission der organisierten Brauereiarbeiter wurde berid ſichtige. Herr Stadtrat Fischbed teilte mit, daß der beamter Zutritt gefunden, der einige besonders start gepfefferte zur Vertretung der Interessen des Personals gleichfalls anerkannt. Magistrat den projektierten Neubau der Küche im städtischen Vorträge als gegen die guten Sitten verstoßend erachtete. Seine Der Verband der Steinarbeiter hat einen Rechenschaftsbericht Obdach aus Finanzrücksichten gestrichen hätte, ebenso sei der Bau Anzeige führte zur Erhebung der Anklage, die die Mimen beschuldigte, für das Jahr 1902 herausgegeben, dem wir folgendes entnehmen: eines Nachlaßgebäudes gestrichen; dies fei aber auch aus die Schamhaftigkeit verlegt und öffentliches Aergernis gegeben zu Von den circa 95 000 Steinarbeitern Deutschlands find ungefähr Gründen der Zwedmäßigkeit geschehen, da das vorgelegte haben. Der Staatsanwalt beantragte Geldstrafen bis zu 50 Mart, 6000 organisiert gegen 8000 im Vorjahre. Ueber 50 Zahlstellen Projekt als praktisch nicht bezeichnet werden könne. find eingegangen resp. mußten aufgelöst werden, mangels jeder Erledigung einer Reihe Verwaltungsangelegenheiten tamen die das Gericht erkannte aber auf Freisprechung, da es das Moment der organisatorischen Thätigkeit. Größere Agitationstouren mußten im Revisionsberichte, Arbeitshaus und Obdach betreffend, zur Sprache. vergangenen Jahre unterbleiben, dagegen soll in Zukunft das Haupt- Nach wiederholten Anregungen der Stadtvv. Augustin und Hoffmann Aus dem Leben des Adels. Verschwunden ist seit längerer Zeit augenmerk auf die Steinbrüche gelegt werden, denn alle größeren wurde beschlossen, daß fünftig den Häuslingen der Bartschnitt nur der Rittmeister Freiherr R. v. Kap- herr vom Leib- Garde- HusarenStaats- und Kommunalbauten werden von dem in den Brüchen bei Krankheiten auf Anordnung des Arztes und bei Unreinlichkeit Regiment. Der Freiherr hatte früher in Potsdam auf sehr großem fertiggestellten Material aufgeführt, wodurch den Arbeitern in den auf Verfügung des Direktors vorgenommen werden Städten eine drückende Konkurrenz bereitet wird. Auch die Arbeiter dürfe. Fuße gelebt, hielt sich Maitressen, mit denen er oft Reisen nach dem in den Steinbrüchen, so lange sie nicht organisiert sind, drücken infolge Uebelstände, wie z. B. die Ueberfüllung der Schneiderwerkstatt ihm die Schulden in Potsdam über den Kopf wuchsen, wurde er Gegen eine Reihe bei der Revision von Hoffmann gerügter Süden machte und führte auch sonst ein sehr flottes Leben. Als der billigen Löhne und des wilden Accordsystems die Bedingungen und der Aufenthaltsräume ist nach Möglichkeit bereits Abhilfe ge- als Militär Attaché nach New York versetzt, hat sich dortselbst aber der übrigen Kollegen arg herunter. Besonders kommen hier die troffen. Auch ist in allen Stationen bereits ein Tarif über den nur kurze Zeit halten können, italienischen Arbeiter in Betracht, in deren Reihen durch die Ver- Nahrungszusatz ausgehängt, es wurde ferner in Aussicht genommen, folgten ihn mit ihren Klagen, denn seine Gläubiger verbreitung der von der Generalkommission herausgegebenen Zeitschrift die Lieferung baldmöglichst in eigne Regie zu nehmen. so daß er unbekannt wo" L'Operaio Italiano" der Organisationsgedanke hineingetragen hin entfloh. Wie verlautet, soll v. Stap herr in Argeniverden muß. Abgelehnt wurde dagegen zum zweitenmal der Antrag der tinien fein. Streiks tamen in 23 Ortschaften zum Ausbruch, Stadtvv. Augustin und Hoffmann, das Photographieren der gegen ihn Klagen an, namentlich sind viele Geschäftsleute durch ihn Beim Landgericht in Potsdam stehen fortgefekt Davon waren 15 ganz oder teilweise erfolgreich. Ausgegeben wurden auslinge einzustellen; man glaubt eines städtischen Ver- geschädigt. Die Zustellung der Klagen erfolgt demnächst durch öffentan Streifunterſtüßung 31 924,72 W., Reiseunterſtüßung 14 957,75äuslinge„ VerMart, für Agitation 5 406,87 W., für Gemaßregelte 2215,50 m. brecher"-Albums bei vorkommender Flucht von Häuslingen nicht lichen Aushang und Publitation. Von dem aus Potsdam wegen Die Gesamteinnahme belief sich auf 132 644,02 M., an Stassenbestand Hoffmann erklärte, diese Frage in der feiner Schulden verschwundenen früheren Rittmeister im 3. Garde verbleiben 50 622,64 M. An Beiträgen find 11 172 M. weniger ein- Stadtverordneten- Versammlung bei der Etatsberatung zur Sprache Ulanen- Regiment Grafen Edgar von Zedlig und Trüßschler bringen zu wollen. do gegangen wie im Vorjahre. von Falkenstein verlautet jetzt, daß er sich in der Schweiz aufAuch die Berichte über die Revision im Obdach gaben halten soll. Dieser hatte eine Bürgerliche geheiratet, die jetzt mit Gelegenheit zu einer bereits erfolgt find ganzen Reihe von Aenderungen, die ihren Kindern, nachdem ihr Mann ihr ganzes Vermögen verpulvert find auf Verfügung des Herrn Stadtrat Fischbed fofort nach oder demnächst erfolgen werden. So hat, in Berlin in bescheidenen Verhältnissen lebt. Einlieferung des Hoffmannschen Berichtes ein Lupus franker fiber etwaige Störungen im Betriebe hat die Gesellschaft für elektrische Eine Hochbahn- Reform. Für die Benachrichtigung der Fahrgäste und mehrere andre Strante dem Krankenhaus Friedrichshain über- och- und Untergrundbahnen eine neue Anweisung erlassen, die jetzt wiesen worden. Einstimmig wurde der Antrag Hoffmann an in Die Lagerhalter Nordwest Deutschlands werden durch das Agitations- Komitee des Lagerhalter- Verbandes zu einer Konferenz berufen, die am Sonntag, den 8. März, in Hamburg, Tütges Etablissement stattfindet und sich mit der Lage der in Konsumvereinen beschäftigten Lagerhalter befassen soll. entbehren zu können. Berliner Partei- Angelegenheiten. Tonhalle, Friedrichstr. 112, eine Volfsversammlung statt, in, welcher Familien- Obdach wurde schließlich noch beschlossen, eine Dame als rote Befter an den Schaltern, den Vorräumen und den Tafeln für genommen, die Auffe her und Hausdiener des Obdachs it straft gefett ift. Interbrechungen des Verkehrs werden fofort Fünfter Wahlkreis. Heute, Mittwochabend 8 Uhr findet in der mit Nummern zu versehen, um bei Beschwerden gegen diefelben allen Haltestellen durch den Fernsprecher mitgeteilt. Die Haltestellen leichter die Schuldigen festzustellen. Für die Frauen und Kinder im bringen die Störung ungefäumt zur Kenntnis der Fahrgäste. Zu diesem Zwede werden in ähnlicher Weise wie bei der Staatsbahn Pflegerin. gegen Gehalt anzustellen. Genosse Antric sprechen wird. Da es die erste Versammlung des die Bekanntmachungen auf den Bahnsteigen angeschlagen. Die Kreises in dieser Gegend ist, so erwarten wir, daß die Genossen für ist weiter bemüht, die von unsrem Genossen Stadtv. Bernstein sowie die Ursache und die mutmaßliche Dauer der Störung. Die Freifinnige Lehrerfreunde". Die Freifinnige geitung" Bekanntmachung enthält die Bezeichnung der gesperrten Strecke, regen Besuch agitieren. Die Vertrauensleute. vorgetragene Ansicht über die Lehrergehälter Lehrergehälter gegen Fahrkarten Ausgeberinnen haben über die Lage der Verhältnisse Weißensee. Heute abend 81% Uhr findet im Saale Albrechts- die Socialdemokratie und für den Freifinn auszubeuten. Sie Auskunft zu erteilen. Auch ohne Anfrage haben sie anzugeben, bis hof", Partstr. 13, eine öffentliche Vereinsversammlung des Wahlgiebt sich den Anschein, als halte sie es ernsthaft für möglich, zu welcher Haltestelle nach den vorliegenden Meldungen eine Bes vereins statt, in der Genoffe Dr. Arous über die bevorstehenden daß die focialdemokratische Frattion der Stadtverordneten förderung stattfindet. Reichs- und Landtagswahlen referiert. Zahlreiches Erscheinen, auch Versammlung dieser Ansicht zustimme. Das ist ebenso albern, wie Die Hochbahn- Verwaltung sollte endlich daran denken, neben der Frauen, wird erwartet. Die tägliche Zahlstelle des Wahlvereins der Versuch, den gesamten Freifinn der Stadtverordneten- Ver- diesen ait sich selbstverständlichen und belanglosen Maßnahmen befindet sich von jetzt ab im Lokale von Schmuz, König- Chauffee 38. fammlung als lehrerfreundlich auszugeben. Das Blatt wird endlich den vollen Zehnpfennig. Tarif sowie billige Der Vorstand. die von freisinniger Seite erfolgte Bustimmung nicht aus der Monatstarten einzuführen. der Brillanten. Aus Amerika erhalten wir von einem alten Parteigenossen eine Aufforderung, der wir hiermit nachkommen. Genosse W. Langner in Chicago, Ill., 678 S. Ashland Ave., richtet an Frau Albert Schulz, geb. Therese Mandelt, die Bitte, in einer für sie wichtigen Angelegenheit sich bei ihm brieflich zu melden. Auch werden die Leser, die den Aufenthalt der Frau Schulz wissen, gebeten, ihre Adresse der Redaktion unfres Blattes oder Herrn Langner mitzuteilen. Armen- Etats bewußtlos und Kranken Unterstützungs: Verein der Tabakarbeiter Berlins. ( E. H. 88.) Mittwoch, den 25. Februar, abends 82 Uhr, bei Feind, Weinstraße 11: Generalversammlung. Tagesordnung: Wahl des Vorstandes und Ausschusses, Rechnungslegung und Bericht über den Stand der Kaffenänderung. Ein Mordversuch verfekte gestern vormittag Wirt und Gäste der stand selbst in der reichsten Stadt Preußens herrscht. Die Zahl der Jund unter dem Schuße von Männern stehen, die nach der Hammelschen Destillation, Prinzessinnenstr. 15 am Moritzplatz, in vom 1. April 1902 bis zum 31. Januar 1903 eingegangenen Unter- lex Heinze ohne weiteres dem Arbeitshause verfallen find, große Aufregung. Daselbst erschien ein junger Mann, Namens stügungsgesuche aller Art ist von 5425 in der gleichen Zeit des wenn ihr unsauberes Treiben zur Kenntnis des Gerichts kommt. Wollstatt, bestellte sich Bier und unterhielt dann mit der im Lokal als Vorjahres auf 6746, also um 24,3 Proz. gestiegen. Dabei sind Mit einem dieser Mädchen stand der Arbeiter Johann Schwandt in Schenkmamsell beschäftigten Anna P. ein eifriges Gespräch, das bald 926 Gesuche gegen 607 im Vorjahre abgelehnt worden. Die Zahl der Verbindung. In der Nacht vom 23. zum 24. November vorigen Jahres in einen kurzen aber heftigen Wortivechsel ausartete. Blößlich sprang Empfänger laufender Unterstützungen betrug am 1. April 1902 2202, famen die vier Angeklagten, von denen die drei letzten im Hause der junge Mann auf und rief:" Ist alles bezahlt?" Als der Wirt am 1. Februar 1903 2337. Die Hauptursache der Hilfsbedürftigkeit Rottbuser Damm 23 wohnten, aus dem daselbst belegenen Schankbejahend antwortete, zog er schnell einen Revolver aus der Tasche bilden nach wie vor Krankheit, Tod und Alterssch to a che; lokal und stellten sich vor der Hausthür auf in der Absicht, die und feuerte aus nächster Nähe einen Schuß auf das Mädchen ab. hierauf sind etwa 44,8 Proz. aller Bewilligungen zurückzuführen. etwa herumflanierenden Frauenspersonen zu verhöhnen. Dazu bot Schwer verletzt brach dieses zusammen. Im nächsten Augenblick aber Auch der noch immer nicht völlig gehobene Mangel an kleinen sich auch bald Gelegenheit, als ein Mädchen in Begleitung eines wurde der Attentäter von den Gästen gestellt. Er wäre übel zu Wohnungen( die an sich geringe Zahl der leerstehenden kleinen Mannes das Haus betreten wollte. Das Pärchen wurde durch gerichtet worden, wenn sich nicht die inzwischen herbei- Wohnungen weist nach den Ermittelungen des Statistischen Amtes die Redensarten der Angeklagten zurückgeschreckt, zu seinem Schutze gerufene Polizei seiner bemächtigt hätte; gefesselt wurde zur Zeit wieder einen Rückgang auf), vor allem aber das un- erschien aber Schwandt auf der Bildfläche und erzwang nach einem er verhaftet. Das unglückliche Mädchen aber wurde in ein veränderte Fortbestehen der hohen Mietspreise für kleine fleinen Scharmützel mit den Angeklagten die Freigabe der Passage. Krankenhaus gebracht. Der Attentäter ist ein früherer Lieb- Wohnungen hat die Höhe der Aufwendungen fortgesetzt Die Angeklagten zogen sich unter Ausstoßung von Drohungen auf haber des Mädchens, welches sich vor kurzem mit einem andern ungünstig beeinflußt. Die Armenverwaltung ist dadurch genötigt den Hausflur zurück und verschlossen die Hausthür. Schwandt hatte berlobte. Nachdem sich die erste Aufregung in dem Lokal gewesen, in zahlreichen Fällen die in den Vorjahren erhöhten sich inzwischen zu einer Gruppe von Frauenspersonen gewandt, dort gelegt hatte, wurde in einer Ecke desselben die Revolverkugel, durch laufenden Unterstützungen fortbestehen, neue Erhöhungen eintreten zu seinen Ueberzieher in Verwahrung gegeben und den Angeklagten welche das Mädchen verletzt ist, aufgefunden. Wollstatt ist Architeft lassen und neue laufende und Sonderunterstützungen zu bewilligen. drohend nachgernfen:„ mit Euch werden wir es schon noch aufund aus Danzig gebürtig, wo sein Vater als Baumeister wohnhaft zur Abwendung der Ermission und zur Beschaffung eines neuen nehmen und wenn Ihr zehn Mann stark wäret!" Bald darauf ist. Während seiner Dienstzeit als Einjährigfreiwilliger fiel ihm ein Unterkommens haben von 1. April bis 31. Januar in 296 Fällen betrat Schwandt den dunklen Hausflur und geriet mit den dort auf Balken auf den Kopf. Er wurde dienstunfähig erklärt und bezieht 7915 M. gezahlt werden müssen, ohne daß sich etwa in diesen Zahlen ihn wartenden Angeklagten ins Handgemenge. Die drei ersten Ans eine Invalidenpension. die auf die Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt zurückzuführenden geklagten hatten ihre Messer gezückt und stachen auf Schwandt ein, Was dem russischen Kaiser gestohlen werden kann. Wegen einer Ausgaben erschöpften. Wie hoch die Mieten für kleine Wohnungen während der letzte Angeklagte nur einige Fausthiebe auf den Gegner gestohlenen Krone im Werte von 50 000 Rubeln hat sich die noch immer sind, ergiebt der Umstand, daß von 62 seit dem richtete. Dieser war nach kurzer Zeit kampfunfähig. Ein Messerstich war St. Petersburger Polizei mit der hiesigen in Verbindung gesetzt. 1. April 1902 net gezählten Armenwohnungen von Stube und ihm in den Kopf gegangen, die Spitze des Messers war abgebrochen Aus der Kapelle zum heiligen Jiaak in Petersburg haben, wie wir tiche 15, also fast ein Viertel mehr als 24 M., von 38 Zwei- und in der Wunde stecken geblieben. Ein andrer Messerstich hatte einen starken Bluterguß zur berichteten, Einbrecher eine Krone aus Gold mit einem großen zimmer- Wohnungen 17 mehr als 35 M. monatlich kosten und daß die Schlagader getroffen und Diamanten in Form einer Birne und 78 kleinen Brillanten besetzt, Zweizimmer- Wohnungen 34,12 M. betragen hat. Diese Zahlen, Hausbewohner herbeieilten, fanden sie Schwandt der Durchschnittspreis der Einzimmer- Wohnungen 21,83 M., der Folge gehabt. Als auf das Jammergeschrei des Verletzten entwendet. Die Diebe haben zweifellos die Steine nicht in Rußland auf den Markt gebracht. Vielmehr besteht der Verdacht, daß der insbesondere der Jahres- Durchschnittspreis von 260 M. für die in einer großen Blutlache am Boden liegend. Er mußte Verkauf hier in Berlin versucht wird. Die Polizei warnt die Einzimmer- Wohnung, erhalten ihre volle Bedeutung erst, wenn man nach dem Krankenhause am Urban getragen werden Juweliere und Goldarbeiter vor dem Ankauf des Diamanten und damit vergleicht, daß der Durchschnittspreis aller überhaupt von es wurde festgestellt, daß er sechs Messerstiche erhalten hatte. Er Die Beweiss Armen bewohnten Einzimmer- Wohnungen im November 1900 nur ist an den Folgen der Verlegungen gestorben. 196 M. und der Durchschnittspreis aller überhaupt vorhandenen aufnahme war für die drei ersten Angeklagten schwer belastend; fie Einzimmer- Wohnungen Ende 1900 erst 217 M. betragen hat. Gegen hatten sich sogar nachträglich noch ihrer That gerühmt. Der Gerichtsdas Vorjahr ist der Durchschnittspreis der gezählten Armenwohnungen hof verurteilte Pomplun, Lehmann und Kerber gleichmäßig wieder um 2 M. monatlich gestiegen.- Die Zahl der Unterstüßungen zu je 22 Jahren, Pöschel zu 6 Monaten Gefängnis und wegen Arbeitslosigkeit zeigt zwar eine wenn auch nur geringe rechnete den Angeklagten je 2 Monate auf die Untersuchungshaft an. Abnahme gegen das Vorjahr, da in der Zeit vom 1. August 1902 bis 31. Januar 1903 nur 346 Unterstützungen gegen 392 im Vor- Ambrosius, der wegen Diebstahls vor der Straffammer 9a In recht verschmitter Weise hat der jugendliche Arbeiter Georg jahre damit begründet worden sind, doch ist die Zahl der Unterſtützungen wegen zu geringen Verdienstes, die vom 1. August 1901 zur Verantwortung gezogen wurde, sich die Mittel verschafft, um auf furze Zeit ein lockeres Leben zu führen. Der junge Mensch war in Eine Explosion erregte Montagnachmittag furz vor 4 Uhr in bis 31. Januar 1902 mur 607 betragen hat, in der gleichen Zeit einer großen Fabrik in der Prinzen- Allee beschäftigt und wußte, daß den des Rechnungsjahres 1902 auf gestiegen und in dieſem Heiligegeist- Jahre vom 1. April 1902 bis 31. Januar 1903 bereits 1470 betragen, einem jüngeren Angestellten straße, große Aufregung und hat leider die Verlegung eines Beamten des Geschäfts aus einem Bankherbeigeführt. Der Unterbeamte Beilfuß, der erst seit einigen Tagen er baren Unterſtüßungen an die Insassen der Familien inſtitut zeigt also eine ganz außerordentliche Steigerung. Die Erhöhung geholt zu werden pflegten. Darauf baute er in der Briefabfertigungsstelle beschäftigt ist, war damit beschäftigt, häuser erklärt sich daraus, daß die Familienhäuser auch in diesem allein im Comptoir war, und die herbeigeholten Lohngelder auf ein seinen Plan. Als der betreffende junge Mann eines Sonnabends Brieffendungen abzustempeln; da explodierte ihm einer der Briefe unter den Händen, und zwar so heftig, daß ihm Fleischstücke vom unter den Händen, und zwar so heftig, daß ihm Fleischstücke vom Jahre andauernd voll find; namentlich waren sie mit kinderreichen Brett gezählt hatte, erschien der Angeklagte und lockte ihn mit der rechten Armi abgerissen und bis an die Decke geschleudert wurden. Familien belegt, da gerade solche Familien von den Haus- Mitteilung hinweg, daß ihn ein Herr auf wenige Minuten in einer Man vermutet, daß in dem Briefe Zündplättchen für Kinderpistolen geringen Verdienstes neben den Kosten des notdürftigsten Unterhalts Mann überließ die Aufsicht über das Comptoir auf ganz kurze Zeit dem eigentümern schwer aufgenommen werden, viele davon auch infolge dringenden Angelegenheit im Hausflur sprechen möchte. Der junge in größerer Menge enthalten waren. Wie nachträglich gemeldet die Miete nicht erschwingen können. wird, wurde der Postbote Beilfuß an der Hand, im Gesicht und an Eine weitere Belastung des den beiden Augen schwer verletzt. Er hat in der Universitätsklinik städtischen Pflegefinder. Auch hier spielt, mindestens bei Saus und Braus gelebt und als er festgenommen wurde, behauptete ist bedingt durch die Zunahme der Zahl der Geldrolle mit 1000 Mart an und entfloh. Er hat einige Tage in Angeklagten, dieser aber eignete sich mit einem fühnen Griff eine Aufnahme gefunden. Nach den Ermittelungen ist der mit sogenannten vorübergehender Unterbringung, auch jetzt noch der Wohnungsmangel Knallblättern gefüllte Brief von dem Handlungsgehilfen Leopold mit. Dazu kommt, daß die Pflegegelder für Säuglinge vom 1. Wai er, daß er das ganze Geld bis auf den letzten Nickel verpraßt habe. Jacobowicz abgesandt worden. 1902 ab erhöht werden mußten, weil der bisherige Satz für die Diese Angabe klingt nicht sehr glaublich, es ist vielmehr wahrscheinEin großer Dachstuhlbrand kam Dienstagabend gegen 7 Uhr in ordnungsmäßige Pflege und Ernährung als nicht ausreichend lich, daß er den Hauptteil seiner Beute in einem sicheren Versted be der Stegligerstr. 85 zum Ausbruch und beschäftigte die Wehr über erachtet wurde, auch ein direkter Mangel an geeigneten Pflege- urteilte ihn zu 1 Jahr Gefängnis. wahrt, bis er seine Strafe verbüßt haben wird. Das Gericht verzwei Stunden. Da Mittelfeuer" gemeldet war, rückten fast stellen bei den früher gezahlten Sägen eingetreten war. Im ein Dutzend Löschzüge heran. Das Feuer hatte bereits ganzen machen die Ausgaben der Armenverwaltung einschließlich der einen großen Umfang angenommen, und aus verschiedenen beantragten Mehrbewilligungen 11 Proz. des ganzen Etats aus. Stellen schlugen die Flammen durch das Dach des QuerBlutige Soldatenschlägerei in Charlottenburg. In der Nacht gebäudes. Weil der Hof total verqualmt war und eine Uebersicht dadurch verhindert wurde, schickte Brandinspektor Reinhardt, zum Sonntag waren in dem Germania- Ausschant, Spandauerstr. 5 der die Ablöschung leitete, schleunigst Sappeure nach den oberen Militär verkehrt, Elisabether des 2. Bataillons mit solchen vom zu Charlottenburg, wo Sonntags und abends fast ausschließlich Stockwerken, um festzustellen, ob Personen in Gefahr seien. Dieses 1. Bataillon scharf aneinander geraten, so daß der Streit bald in war indes glücklicherweise nicht der Fall, da alle Mieter ihre von Qualm bedrohten Wohnungen rechtzeitig verlassen hatten. Nun traten Dampfstürzten gegen 10 Uhr abends plöglich ca. 30 Soldaten zumeist mit Thätlichkeiten ausartete. Da das Lokal zum Kampf zu eng war, sprigen in Thätigkeit und gingen von verschiedenen Seiten aus gegen den Brandherd vor. Es dauerte jedoch eine Stunde, bevor die gezogenem Säbel heraus und brangen so mit der blanken Waffe auf Flammen vollständig erstickt waren. Der größte Teil des Dachstuhls wurde sofort zu Boden geschlagen. Glücklicherweise kam der ViceEin Schuhmann, der den Streit schlichten wollte, mit seinen Bodenkammern wurde vernichtet und ist der verursachte Feldwebel Wüstemann der 11. Compagnie dazu, dem es denn auch Stammtisch 2. Kann nicht vor Ende der Woche beantwortet werden. Schaden beträchtlich. Verschiedene Mieter der oberen Etagen haben 333. Nein! 3. S. 33. Leider nein!- E. M. Ist fast unwieder herzustellen und einige der Thäter möglich ohne leichteren operativen Eingriff. Dorsten- Lippe. Fragen bedeutenden Wasserschaden erlitten. Die Entstehungsursache des gelang, die Ruhe festzustellen; die meisten zogen es jedoch vor, sich durch Sie bei der vorgesetzten Behörde deswegen an. Feuers ist nicht aufgeklärt. die Flucht der Festnahme git entziehen. Bei dieſem Thornton. D.'s Bodenreform ist nur eine sogenannte Bodenreform, Feuerbericht. Nur wenig Alarmierungen hatte die Wehr in den Kampf der Compagnie Schuhmacher von der achten die im wesentlichen darauf hinausläuft, durch allerhand mehr oder weniger letzten 24 Stunden zu verzeichnen. In der Nacht zum Dienstag Compagnie einen so schweren Säbelhieb über den Kopf er- durchführbare Steuerpläne den Bodenwucher einzuschränken. Eine Vers wurde sie nach der Lynarstr. 2 gerufen, wo kurz nach 11 Uhr auf halten, daß er nach dem Garnisonlazarett gebracht werden mußte. gesellschaftung des Grund und Bodens, wie sie wirkliche Bodenreformer annicht ermittelte Weise in einem Posamentiergeschäft Feuer aus- Außer einigen Mannschaften der 7. Compagnie, die als Revierkranke treben, erscheint D. als etwas Nebensächliches. Das, was an den Be strebungen der Bodenreformer gut ist, findet sich viel schärfer im socialdemogekommen war. As der erste Löschzug eintraf, hatten die Flammen behandelt werden, find noch viele leicht verletzt. Vom 1. Bataillon fratischen Programm. Die Hauptsache ist und bleibt die Bergesellschaftung schon eine größere Ausdehnung erlangt, weshalb längere Zeit Wasser scheint niemand verwundet zu sein. Es ist eine strenge Untersuchung des Grund und Bodens, die aber zusammenfallen muß mit der Vergesellgegeben werden mußte, um die Gefahr zu beseitigen. Vorher waren eingeleitet. schaftung der übrigen Produktionsmittel. Die Steuerpläne haben nur nebenin der Kommandantenstr. 65 im zweiten Stock Kleidungsstücke und sächliche Bedeutung. Möbel in einer Wohnung in Brand geraten, während in der Willibald- Untergrundbahn hat der hiesige Magistrat beschlossen, die Stollegen ist uns schlechterdings unverständlich. Wenn es war ist, daß die Aus Schöneberg. In der Frage des Baues einer städtischen A. St., Staligerstraße. Die merkwürdige Meinung" einzelner Ihrer Alerisstr. 40 Wäschestücke eingeäschert wurden. Gegen 10 Uhr hatte Verkehrsdeputation um die Ausarbeitung eines Projektes zu ersuchen. Firma gute Löhne zahlt, so ist das schön. Deswegen braucht sie doch aber die Wehr in der Grünauerstr. 1 in einem Steller ein Feuer zu be- Die Bahn soll insbesondere der Erschließung des Westgeländes und nicht so ungeheure Preise den Konsumenten abzunehmen. Als Fachmann seitigen, das in der Hauptsache allerlei Gerümpel und Verpackungs- später auch des Südgeländes dienen und Anschluß an Bahnhöfe der önnen Sie sich doch leicht berechnen, wie viel die Herſtellungskosten bematerial vernichtete. Außerdem war noch in der Dresdenerstr. 18 Berliner Hoch- und untergrundbahn bezw. der Stadt-, Ring- oder tragen und wie viel Unternehmergewinn trok der hohen Löhne übrig bleibt. in einer Küche ein Brand entstanden, der neben Küchenmöbeln auch Wannseebahn erhalten. Projektiert sind: im Anschluß an die End- Die Firma stellt die Preise nicht so hoch, um anständige Löhne bezahlen zur den Fußboden beschädigte. station Großgörschenstraße drei Linien, im Anschluß an die Hochbahn- sie sich den Rurus, ein bißchen von dem Mehrverdienst auch den Arbeitern fönnen, sondern umgefchrt: weil sie die Konsumenten ausbeutet, gestattet Eine sehr belehrende Zusammenstellung von fliegenden und station" Nollendorf- Plazz" ebenfalls drei Linien sowie Abzweigungen zukommen zu lassen. Aehnlich wie Ihre Kollegen beweisen" ja auch die flatternden Säugetieren ist soeben in der Schausammlung des durch das Schöneberger Südgelände. Die Kontinentale Gesellschaft Agrarier, daß sie nur deshalb die Bucherzölle verlangen, um ihren Arbeitern zoologischen Museums in der Invalidenstraße vollendet worden. für elektrische Unternehmungen in Nürnberg soll um Vorlegung von höhere Löhne bezahlen zu können. Man sieht it. a. nebeneinander eine große Fledermaus, einen Entwürfen ersucht werden. Flattermali, einen Stachelschwanzflatterer, ein Flatterhörnchen und Die Angelegenheit der Einführung des obligatorischen einen Flatterbeutler. Die verschiedene Ausbildung der Flughäute Fortbildungs- Schulunterrichts für unsern Ort ist nun wird in anschaulicher Weise zur Darstellung gebracht. endgültig in einer für uns unerfreulichen Weise erledigt, indem der Beschluß der städtischen Körperschaft, von der Einführung des Obligatoriums so lange abzusehen, bis der Staat die Uebernahme der Hälfte der entstehenden Kosten auf zehn Jahre in Aussicht stellt, bom Magistrat sanktioniert worden ist. Der damalige Bescheid Unser Nachbardorf. Einen 9 Millionen- Etat weist Wilmersdorf ein erhöhter Staatszuschuß nicht bewilligt werden könne". des Ministers ging dahin, daß, we gen Mangel an Mitteln(?) Somit für das Rechnungsjahr 1903 auf; es hat damit Schöneberg um Millionen und Rigdorf sogar um fast 4 Millionen überflügelt. ist die Errichtung einer obligatorischen Fortbildungsschule wiederum in weite Ferne gerückt. Das Ordinarium ist seit dem Vorjahre um 345 000 M. auf 2 275 000 M. angewachsen und zeigt vornehmlich gesteigerte Ein- Herr Christiansen schickt uns zu unsrer gestrigen Notiz folgende nahmen in der Steuerverwaltung mit 288 140 M. und in der Tief- Zuſchrift: In der heutigen Morgennummer Ihrer Zeitung bringen Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends bau- und Kanalverwaltung mit 46 190 m. Einen Ueberschuß liefern Sie unter der Rubrik„ Aus den Nachbarorten" und unter der Spiß von 7% bis 9% Uhr abends ftatt. Geöffnet:? Uhr. nur die Verwaltung der Liegenschaften mit 19 000 M. und die Steuer- marke„ Ein Heiratsschwindler" eine Notiz, die den Thatsachen in N. N. 229. Sie können den Wirt verklagen.- Genosse, Reinicken verwaltung mit 1425 000 M. Die wesentlichsten Zuschüsse feiner Weise entspricht. Wahr ist nur, daß ich mich mit einer dorferstr. 5. 1. Ja. 2. Kommt auf die Höhe der Ersparnisse an. Etwas stellen sich in den einzelnen Verwaltungszweigen wie folgt: Dame verlobt hatte und daß diefe mir 5000 m. ohne mein Ver- ist jedenfalls zu zahlen. O. R. B. 4. Der Strafantrag, fann nur in Gemeindeverwaltung 179 200 M., Polizei 128 000 M., Hochbau langen zur Anschaffung einer Aussteuer übergeben hatte. Von diesen bestimmten Fällen zurückgenommen werden. Wiederholen Sie die Anfrage 86900 M., Tiefbau 289 500 M., Schulen 279 600, Armenpflege 33500 M., 5000 m. erhielt die betreffende Dame für ihre persönlichen Be- Streitende Lackierer. 4. Nein, wenn die Schuld im letzten Jahre vor unter Angabe der in Betracht kommenden Strafthat. 2. R. 7. Nein. Kapital- und Schulden- Verwaltung 442 000 m. Den Wert der be- dürfnisse etwas über 1500 M. in bar zurück und der Rest von der Wahl entstanden ist. 1-3, 5-7 wird noch beantwortet. bauten und umbebauten Grundstücke schäßt die Gemeinde- Verwaltung ca. 3500 M. wurde mit weiteren 3000 M. von mir zum Ankauf von Läßt sich auf Grund Ihrer Angaben nicht beantworten. auf 375 Millionen Mark oder 45 Millionen höher als im Vorjahre. Möbeln usw. verwandt. Nach Verwertung derselben steht der Dame die Sprechstunde. Trotz der an den Kreis Teltow zu entrichtenden hohen Kreissteuer natürlich ihr Anteil zur Verfügung. Bei der andern ebenfalls ervon 400 000 M. erhebt Wilmersdorf bedeutend geringere Kommunal- wähnten Dame habe ich lediglich als Gast freundschaftlich verkehrt abgaben als Berlin und die übrigen Vororte( ausschließlich Grune- und nie auch nur einen Pfennig erbeten oder erhalten. Von Mieten wald); so betragen die Gemeinde- Einkommensteuer und die Gewerbe- einer Wohnung oder gar von Festsetzen des Trautermins ist keine steuer mur je 90 Proz. alles dies ein Beweis für die Wohlhabenheit Rede gewesen; ich konnte also auch zu letzterem nicht ausbleiben. der Gemeinde. Ganz gewaltig gestiegen ist das Ertra- Ordinarium, das mit 6 056 600 M. um über 5 Millionen höher als im Vorjahre ist. Der Hauptteil an dieser Riesensumme, die teilweise durch eine Anleihe gedeckt werden soll, beansprucht die Ausführung der Kanalisation. 21 Aus den Nachbarorten. einander ein. = Gerichts- Zeitung. Briefkaften der Redaktion. Allen Anfragen, die auf Antwort rechnen, ist die Abonnements: Die Erledigung erfolgt grundsätzlich nicht brieflich. Aufragen juristischer Art sollten auf dem Convert immer den Vermerk haben: Juristischer Teil. Quittung beizufügen. Minden. Ungefähr 8000-9000 M. Ohne Kenntnis der zurückgelegten Dienstjahre ist die Pension des Generals a. D. nicht genau bestimmbar. G. Schellbach, Mittenwalderstr. 32. Weißenburg. Fragen Sie an bei dem Vereinsvorsitzenden Herrn Treptower Sternwarte. Die Größe eines Fernrohrs wird meist nach der Größe der Objektiv- Deffnung angegeben. Hiernach ist das größte Fernrohr das Yerkes Teleskop zu Chicago mit 110 Centimeter, dann folgt das Rohr der Lid- Sternwarte in Californien mit 93 Centimeter. Das Treptower Rohr mit 69 Centimeter- Deffnung rangiert ungefähr an gleicher Stelle mit den großen Rohren von Paris, Wien, Potsdam u. a. Die Leistung eines Fernrohrs hängt aber auch von der Größe der Brennweite ab; in dieser Beziehung übertrifft das Treptower Rohr mit 21 Meter Brennweite sämtliche andern Fernrohre; das Verkes- Teleskop hat nur 18 Meter, das Lick Fernrohr nur 15 Meter Brennweite, das Treptower Fernrohr ist also das längste Fernrohr der Welt. Juriftifcher Teil. N. 100. C. G. Kommen Sie in Witterungsübersicht vom 24. Februar 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Winds Swinemde. rants./M. Hamburg Berlin München 76923 7642 763 23 759 23 759 23 766 3 richtung Windstärke Weiter 7Regen 7wolfig 6 bedeckt 4 wolfenl Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen BarometerWind richtung Windstärke 3 Haparanda 736 5 Petersburg 733 N 5 Cork 4 Aberdeen 5 Schnee 1 Paris 4 bedeckt 6 Wetter 5° E. 4° N. 2halb bd.- 15 2bedeckt-0 9 2wolfent- 0 748 SSW 9bedeckt 770S Ein Roheitsakt, dem ein Menschenleben zum Opfer gefallen ist, beschäftigte gestern die 9. Straffammer des Landgerichts I. Weitere Nachbewilligungen im Charlottenburger Armen- Etat. Zu Wegen Teilnahme an einer Schlägerei, bei welcher ein Mensch zu den 33 000 M., die der Charlottenburger Magistrat im November Tode gekommen, hatten sich der Tischlergeselle May Pomplun, zur Verstärkung des Etats der Armenverwaltung gefordert hat, der Zimmermann Hermann Lehmann, der Brauerei- Arbeiter Bien kommen jetzt weitere 44 000 M., die sich auf die Positionen: Bare Paul Kerder und der Zimmermann Hermann Böschel zu ber- Wetter: Prognose für Mittwoch, den 25. Februar 1903. Unterstüßungen im allgemeinen, bare Unterstützungen an die Infassen antworten. Diese Scene, die zur Anklage geführt hat, spielte sich im Zunächst tälter, vielfach heiter bei lebhaften südwestlichen Winden; später der Familienhäuser, Pflegegelder, Heilmittel und Beförderung von Dunkel der Nacht im Hause Kottbuser Damm 23 ab. Dort wohnen neue Erwärmung, Trübung und etwas Regen. Kranten verteilen. Die Begründung der Vorlage zeigt, welcher Not- leinige Mädchen, die einem schimpflichen Gewerbe nachgehen Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redakteur: Carl Leid, in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.