Nr. 52. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zur macedonischen Frage. II.( Schluß.) Dienstag, den 3. März 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. sicherheit und besseren Finanzwirtschaft neugestalten kann oder soll. Wenn die reaktionären Mächte ein Interesse daran wollen. Es soll ein mit größeren Vollmachten ausgerüsteter haben, den politischen status quo mit all seinen Widerwärtigkeiten Generalinspektor zur Ausführung der Aenderungen und für die beteiligten Völker und seinen Unsicherheiten für den Frieden leberwachung ihrer Durchführung eingesetzt werden, den die türkische Europas aufrechtzuerhalten, so besteht ein solches Interesse für die Ed. B. Die macedonische Bewegung ist nach dem Voraus- Regierung innerhalb einer gewissen längeren Frist nur mit Zu- Socialdemokratie nicht. Die Socialdemokratie hat vielmehr das geschickten unter zwei Gesichtspunkten zu betrachten: als ökonomisch- ftimmung der Mächte abberufen darf, und dessen Anordnungen fich größte Interesse daran, daß auf dem Balkan Zustände geschaffen politische, d. h. als politische Bewegung, die durch ökonomische die Walis( die türkischen Gouverneure der einzelnen Bilajets) werden, die dadurch, daß sie den berechtigten Ansprüchen der einzelnen Mißstände oder Motive angetrieben wird, und als nationa- streng zu fügen haben. Weiter heißt es: Nationalitäten Genüge leisten, die Bürgschaft der Dauer an sich listische Bewegung. In beide Bewegungen, vor allem aber in" Für die Reorganisation der Partei und Gendarmerie tragen. Daß dies feine leichte Aufgabe ist, liegt auf der Hand, und die lettere, spielt eine dritte Bewegung, die der Kirchen, hinein, wird die osmanische Regierung sich des Beistandes auswärtiger es würden sich die Socialdemokraten in den Balkanländern sicher die das Balkan- Problem nicht wenig kompliziert. Wir haben es da Fachmänner zu bedienen haben. Die Gendarmerie wird aus ein großes Verdienst erwerben, wenn sie, die die Dinge aus der nicht nur mit dem großen geschichtlichen Gegensatz zwischen Christen und Mohammedanern in einem der Zusammensetzung der Nähe kennen und von den maßlos übertriebenen Aspirationen ihrer Mohamedanern und Christen zu thun, sondern auch mit Bevölkerung der betreffenden Ortschaften entsprechenden Verhältnis Chauvinisten frei sind, einmal daran gingen, ihrerseits ein sehr ausgesprochenen Gegensägen oder selbst Feindschaften verschiedener gebildet sein. Die Feldhüter werden dort den Christen entnommen Programm für die Regelung der Balkanfrage auszuarbeiten, an das christlicher Kirchen unter sich. Die große Maffe der Balkan- Christen werden, wo die Mehrheit der Bevölkerung christlich ist. Mit Rücksicht sich die Socialdemokratie andrer Länder gegebenenfalls halten ist, dogmatisch betrachtet, griechisch- katholisch. Aber für die Bekenner auf die Belästigungen und Ausschreitungen, imter welchen die könnte. Inzwischen aber kann die Socialdemokratie in den Staaten dieser Religion giebt es nicht, wie für die des römischen christliche Bevölkerung von seiten gewisser arnautischer Uebel- der Großmächte ivenigstens das eine thun, daß sie jedesmal, wenn die Katholizismus, ein gemeinsames Religionscentrum, sondern eine thäter nur zu oft zu leiden hat, sowie in Anbetracht deffen, Balkanfrage in der einen oder andren Weise auf die Tagesordnung ganze Reihe von Centren, die zwar meist für eine bestimmte daß die bon den Arnauten begangenen Verbrechen begangenen Verbrechen und gesetzt wird, dafür agitiert, daß die Regierung ihres Landes ihre Nationalität oder Nationalitätengruppe eingerichtet sind, deren Ge- Verschuldungen in der Mehrzahl der Fälle unbestraft bleiben, wird Stimme für durchgreifende Maßregeln im Sinne des Selbstfolgschaft sich aber keineswegs mit der betreffenden Nationalität die osmanische Regierung ohne Verzug für die Mittel Sorge tragen, bestimmungsrechts der Bölfer geltend macht und daß das heutige deckt. Es giebt eine große Anzahl von Bulgaren, die sich nicht zum um diesem Zustand ein Ende zu setzen. Da durch die infolge der schmähliche Spiel des Hinhaltens und Verhetens ein Ende nehme. bulgarischen Flügel der griechisch- orthodoxen Kirche zählen, sondern letzten Unruhen in den drei Vilajets vorgekommenen zahlreichen Verwaltungsreformen sind sehr schön, aber sie dürfen nicht als von denen ein Teil( 300 000) Mohamedaner find, andre 50 000 der Verhaftungen die Gemüter dort erregt worden sind, wird die kaiser- Mittel ins Werk gesetzt werden, unabweisbar gewordene Reformen römisch- katholischen, wieder andre der griechisch- unierten Kirche an- lide Regierung, um die Rüdfehr zur regelmäßigen Lage zu be- der politischen Verfassung zu hintertreiben. gehören. Aehnlich steht es mit den Zugehörigen des serbischen schleunigen, allen Personen, welche wegen politischer Vergehen anVolksstammes. getlagt oder verurteilt worden sind, sowie den Ausgewanderten Die Geistlichkeit dieser verschiedenen Kirchen nun wacht sehr eine Amnestie gewähren. Um ein regelmäßiges Arbeiten eifersüchtig über ihre besonderen Domänen und würde, wo sie durch der örtlichen Einrichtungen sicher zu stellen, stellen, wird in politisch- nationale Bewegungen ihre Interessen gefährdet sieht, alles jedem Vilajet ein Budget der Einnahmen baran sezen, dieselben zu hintertreiben. Das ist bei dem großen Ausgaben aufgestellt werden, und die Einkünfte der Einfluß, den durchgängig im Orient die Geistlichkeit auf das Volt Provinz, welche von der kaiserlich ottomanischen Bank zu beaufsichtigen erledigte am Montag in einer unerwartet furzen Sizung den Rest ausübt, ein sehr schwerwiegender Umstand und erklärt viele sonst un- sind, werden in erster Linie für die Bedürfnisse der des Post etats und den Etat der Reichsdruckerei. Während beim verständliche Erscheinungen. Hier ist der Apparat, dessen sich durch Dr tsverwaltung, einbegriffen die Bezahlung der Civil- Bostetat die Abgg. Eickhoff und Lenzmann von der FreiBeeinflussung von maßgebenden Kirchenfürsten der betreffenden und Militärgehälter, bestimmt sein. Die Art der Er- sinnigen Volkspartei in der Hauptsache recht untergeordnete Fragen, Konfessionen die intereffierten politischen Mächte gern bedienen, die hebung des Zehnten wird abgeändert und die Titelquisquilien und dergleichen zur Sprache brachten und der stets latent vorhandenen Eifersüchteleien der Religionsgemeinden Generalverpachtung abgeschafft werden." Centrumsabgeordnete Sittart die Erbschaft des verstorbenen Abg. wider einander zu schüren und politisch ins Spiel zu bringen. dann und Politische Ueberficht. Der Reichstag Berlin, den 2. März. Nach dem, was im ersten Artikel ausgeführt wurde, stellte dies Lingens antrat und erweiterte Sonntagsruhe für die Postbeamten Die Rivalität der Kirchen ist u. a. bisher einer der Faktoren Programm Beseitigung der ärgsten administrativen Mißstände in berlangte, trat Genosse 8ubeil für die Befferstellung der Postillone gewesen, welche die Verwirklichung der Idee eines alle serbischen Aussicht, unter denen bisher insbesondere die christliche Bevölkerung ein. Die Schwäger sind noch immer recht schlecht bezahlt, sie Boltsstämme zusammenfaffenden Staatswesens verhinderten, sie macht Macedoniens zu leiden hatte. Ob es aber diese Beseitigung auch werden übermäßig angestrengt, haben selten einen freien Sonntag, sich auch in der macedonisch- bulgarischen Bewegung fühlbar. Indes herbeiführen wird, ist eine andre Frage. Der Sultan hat es, wie ja bei einem Berliner Postamt soll es vorgekommen sein, scheint hier der nationale Drang start genug zu sein, diese Schwierig erwähnt, angenommen und man nennt auch schon den Namen des daß fie acht Tage lang in den Kleidern bleiben mußten, fie ununterbrochen Dienst hatten. Staatssekretär feit zu überwinden, dagegen ersteht der Bewegung wieder einmal zum Generalinspektor bestimmten Mannes. Aber wenn alle Reformen, weil ein Feind in der Person des den Bulgaren stammberwandten zu denen man sich in Konstantinopel schon bereit erklärt, die ersten Straette bestritt die Richtigkeit dieser Angaben. Wenn er aber Serbenvolte s. Die Serben toollen kein vergrößertes Bulgarien, Schritte gethan hat, nur zum zehnten Teil Wirklichkeit ge- dem Nate Zubeils folgt und sich nicht bloß an die höheren Beamten weil sie von ihm eine Verkürzung des ihnen nach ihrer Vorstellung worden wären, wäre die Türkei gegen das, was um Auskunft wendet, sondern direkt an die unteren, wird er wohl gebührenden Stücks des jezt türkischen Balkans befürchten, bezw. auf sie heute ist, ein Paradies. Zwischen Versprechen und Aus- feststellen, daß seine bisherigen Informationen nicht ausreichend geStüde, welche jest jenem wahrscheinlich zufallen würden, geschicht führung ist im Drient ein sehr langer Weg. Außerdem hängt wesen sind. Genosse Singer regte an, für die Landbriefträger im lich oder auf Grund der Zusammensetzung der Bevölkerung Anspruch die Sache nicht allein vom Willen des Sultans oder selbst nächsten Etat ein Anfangsgehalt von 800 m. statt bisher 700 m. zu haben glauben. Es giebt natürlich allerhand Distrikte auf des zukünftigen Generalinspektors ab. Da hat das gesamte Beamten einzustellen. Hoffentlich wird dieser Wunsch, in dem sich alle Parteien Eine lebhafte Debatte dem Balkan, wo das Völkergemisch so stark ist, daß keine einzelne personal auf der einen und die betreffende Bevölkerung auf der des Reichstages einig sind, endlich erfüllt. Nationalität die absolute Mehrheit hat, während alle Nationalitäten andren Seite doch noch ein Wort mitzureden. Der passive Wider entwickelte sich noch bei dem Grundstücksankauf, den die Postdort Schulen und Kirchen als Organe ihrer Propaganda unterhalten. stand, in dem die orientalischen Beamten Meister sind, hat schon verwaltung am Schlesischen Bahnhofe zur Vergrößerung ihres Da sind es nun je nachdem Griechen und Bulgaren oder Serben und manchen Reformpascha mürbe gemacht, und eine widerwillige Be- dortigen Betriebes vorgenommen hat. Die Budgetkommission hatte Bulgaren, die einander diese Stüde streitig machen. Während nun bölferung ist unter Umständen ein sehr steiniger Boden für Reformen, den Preis zu hoch befunden, und um diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen, hatte sie 20 000 M. von der Forderung gestrichen. die Griechen der gegenwärtigen bulgarisch- macedonischen Bewegung die ihr nicht das geben, was sie vor allem zu haben wünscht. gegenüber wohl ihre Ansprüche betont haben, sonst aber sich ziemlich Nach den Bekanntmachungen des macedonisch bulgarischen Dadurch sah sich der Staatssekretär veranlaßt, mit dem abwartend verhalten, ist man auf seiten der slavisch stammverwandten Nationolfomitees ist dies bezüglich des Lambsdorfffchen Reform- Grundstücksbesitzer noch einmal zu verhandeln, und siehe da, er hatte Serben weiter gegangen und hat sich deutlich dahin bernehmen lassen, programms nun in der That der Fall. Es gebe in dem Stadium, unerwarteten Erfolg: der Preis wurde um nicht weniger als daß man entschlossen sei, gegebenenfalls den Bulgaren mit Waffen- das die bulgarische Volksbewegung dort erlangt habe, viel zu wenig. 235 000 20. ermäßigt. Das ist wahrhaftig kein Pappenstiel. Genosse gewalt in den Rücken zu fallen. Ein vergrößertes Bulgarien sei Unter diesen Umständen könnten die Komitees von dem Plan einer Singer stellte fest, daß nur die Energie der Budgetkommission dem der Tod der serbischen Hoffnungen, dürfe also nicht geduldet werden. bewaffneten Erhebung nicht ablassen, sondern würden fortfahren, eine Reiche diese Summe erspart hätte, und riet den Neichsverwaltungen, Hätten sie nur mit den Serben zu thun, so würden die Bulgaren indes folche vorzubereiten und baldigst zum Ausbruch zu bringen. Erst bei Grundstücksanläufen nicht selbst als Käufer aufzutreten, sondern wohl ähnlich wie 1885 sich dieses Gegners zu erwehren verstehen. Aber ward der erste April für das Datum der Erhebung genannt, jezt hört sich sicherer Vermittler zu bedienen, in gewissen Fällen sei der Weg der Expropriation gegenüber gar zu anmaßenden Forderungen einheute steht die türkische Regierung, wie jammervoll es auch sonst um sie man indes schon von einer Verlegung auf den August. Bestellt ist, militärisch ganz anders da, als in den Jahren, die auf Was wird oder würde ihr Ergebnis sein, und welche Stellung zuschlagen. Wird dieser Rat befolgt, dann wird der unverdiente den russisch türkischen Krieg folgten. Der griechisch türkische Krieg würde die Socialdemokratie Europas zu ihr einnehmen? Wie aus Wertzuwachs, der den glüdlichen Verkäufern von Terrains an den von 1897 hat ihr militärisches Ansehen wieder hergestellt, die Truppen der Einsendung in Nr. 47 ersichtlich, hat die Bewegung das Reichsfiskus in den Schoß fällt, etwas verringert werden. Am Dienstag kommt der Reichs- Invalidenfonds, eventuell noch des Sultans find auf dem Balkan keine zu verachtende Kleinigkeit, bulgarische Volt bis in die Reihen der dortigen Socialdemokratie fie würden wahrscheinlich allein schon genügen, selbst der größten hinein ergriffen und scheint man dort Zustimmungsäußerungen von der Etat des Reichs- Eisenbahnamts zur Verhandlung. der verschiedenen Baltan- Nationalitäten, wenn diese auf sich allein feiten der Socialdemokratie der verschiedenen Länder Europas erwarten. Zustimmungsäußerungen sind eine ziemlich Die Korumiade. angewiesen wäre, den Athem auszupressen. Jedenfalls würden die zu die Socialdemokratie, die das Selbst- Ein mehr als ausverkauftes Haus erwartete am Montag die Bulgaren gegen sie einen sehr schweren Stand haben, und mit den billige Sache, mid Serben als Feinde im Rücken wäre ihre Situation außerordentlich bestimmungsrecht der Völker auf ihre Fahne geschrieben hat, kann grause Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche, zwischen prefär. Hinter den Serben aber stehen als Dedung, wenn nicht als einer Bewegung, welche unter diesem Banner kämpft, ihre prin- Klerikalismus und Freiheit, zwischen konfessioneller und paritätischer Aber mit bloßen Zu- Schule und wie alle die großen Worte heißen mögen. Daß die Antreiber, Destreich und Rußland. cipielle Sympathie unmöglich bersagen. Die beiden Großmächte haben sich dahin verständigt-wie stimmungsäußerungen ist recht wenig gethan und, wie das Schicksal centrumshörige preußische Regierung oder die mit dem Centrum berlautbart unter lebhafter Zustimmung und Beihilfe Deutschlands der Boeren gezeigt hat, dadurch, daß fie trügerische Erwartungen verfippten Zollparteien irgend etwas thun würden, was die katholische sich als Schutzherren des politischen status quo auf dem Balkan erwecken, oft sogar denen, an deren Adresse sie gehen, mehr ge- Kirche kränken könnte, war vorauszusehen. Und die Verhandlung zu bethätigen. Dem Petersburger Rabinett ist natürlich der gegen- fchadet als genutzt. Die bulgarisch- macedonischen Komitees miffen im Abgeordnetenhaus war denn auch ganz und gar das lächerliche wärtige Zustand, der bloß ein langhingezogenes Interimistikum ist, natürlich selbst wissen, über welche Kampfmittel fie verfügen, und ob Nichts, das wir erwarteten. Es war ein Duell nach dem Vorbild von Shakespeares Was das die kleinen Balkanstaaten nicht zu innerer Nuhe, dieser Vor- fie es auf einen Kampf mit Waffengewalt wider die Türkei anDie schlotternden Helden mußten gewaltsam bedingung ihrer politischen Entfaltung, fommen läßt, so lange der kommen laffen können. Aber sie werden und müssen auch wissen, Ihr wollt!" Streit der Ehre herangeschleppt werden. Anstandsangenehmste, als es nicht in die Lage kommt, ein Definitivum daß sie in einem solchem Kampfe ganz auf ihre eigne Kraft an- zum ganz nach seinem Willen zu schaffen. Unter dem jezigen Zustand gewiesen sind. In keinem Lande ist die Socialdemokratie in der halber mußte ja etwas geschehen, was nach einer Rauferei wird den Balkanslawen bei jeder Regung flar gemacht, daß sie für Lage, die Regierung des Lande zu zwingen, ihnen mit Waffen- aussieht. In Wirklichkeit aber hatte man nicht die mindeste zu kommen. fich nur etwas erreichen können, wenn sie die Gunft des allmächtigen, gewalt zu Hilfe zu Dies festzustellen, gebietet Lust zur Auseinandersetzung. Die Centrumsdiplomaten sind gewiß rechtgläubigen garen auf ihrer Seite haben, daß sie ohne ihn die Rücksicht auf die Bulgaren selbst. Es mag schroff flingen, nicht angenehm berührt gewesen, als der Bischof von Trier sich so politisch zu nichts kommen. In Wien aber willigt man ein, weil aber es ist einmal so: wie die Dinge liegen, wäre es ganz schroff zu einem Princip bekannte, das sich in der geräuschlosen man ebenfalls ein vergrößertes Bulgarien nicht haben mag. unmöglich, auch nur den zehnten Teil der Sympatie in Europa für Pragis viel wirksamer durchführen läßt. Der streitbare Bischof hat Diese Abmachung zur Erhaltung der jetzigen politischen Ge- die Macedo- Bulgaren zu erwecken, beren sich die Boeren in ihrem fich eben noch nicht in die neue Centrumsgeit gefunden, die statt des ftaltung der Ballanverhältnisse soll durch das Reformprogramm des Krieg wider England erfreuten, und wie arg find die Boeren von Princips den Kuhhandel segt. Und die bürgerlichen Barteien wollen Grafen Lambsdorff dem großen Publikum mundgerecht denen im Stich gelassen worden, die sie von Anfang und während bei den Wahlen mit dem Centrum gegen den Umstura losgehen, wozu diesen Seelenbund durch eine solche Lumperei stören. Ganz gemacht werden. Das vom Sultan sofort angenommene Programm des Krieges zum äußersten Kampf aufstachelten! besteht in einer Reihe von Vorschlägen, welche die Verwaltung Ein gleiches Spiel wird die Socialdemokratie nicht spielen. besonders charakteristisch war es, daß die Freifinnige Voltspartei es der macedonischen Vilajets im Sinne einer größeren Rechts- Das heißt aber nicht, daß sie gar nichts für die Ballanvöller thun unterließ, fich an der Debatte zu beteiligen; sie begnügte sich mit der Verlesung einer leeren und Yahmen Erklärung in der zum- In den Tagen von jetzt ab, bis daß die Kammer ihren Beschluß Frieden väterlich gemahnt wurde.. Vermutlich wird die Freifinnige gefaßt hat, muß alle Kraft der Agitation gegen diese schändlichen Zeitung" nun demnächst erklären, daß nur die läppische Obstruktion Pläne gewidmet werden, deren Verderblichkeit und Volksfeindlichkeit der Socialdemokratie das Verhalten des Bischofs Korum veranlaßt der Regierung vollkommen bekannt ist, denn bevor sie die Gesetze habe. Wenn es noch irgend eines Beweises bedurft hätte, daß die publicierte, hat sie sich mit Zehntausenden von Wahlrücksicht auf das Centrum den Zollverrat Eugen Richters ver- Soldaten umgeben.- Arbeiter, schart Euch zusammen, um anlaßt hat, so hat das feige Schweigen bei der Korumiade denn Eure Heimtückisch angegriffenen Rechte zu retten!" die verlesene Erklärung bedeutet keine rednerische Teilnahme- diesen Beweis geliefert. Ueber den Zeitpunkt, wenn der allgemeine Streik proklamiert werden soll, werden in der bürgerlichen Presse verschiedene, durchaus unzutreffende Mitteilungen gemacht. Das Verteidigungs- Komitee| warnt davor, dieser Art Berichten Glauben zu schenken. Die Beratungen des Komitees find geheim, so daß weder der„ Nieuwe Kourant" noch der„ Telegraaf", die dieser Tage derartige Neuigkeiten berichteten, etwas davon wissen. fchon getroffenen Geparat blommen werden im 4.( Dresden- N.) Wahlkreise ein Kandidat der Konservativen und im 5.( Dresden- A.) Wahlkreise ein Kandidat der Reformer auf gestellt. Die Nationalliberalen haben als Gegenleistung durch das Separatabkommen den Landtagswahlkreis Dresden- Friedrichstadt feiner Zeit zugewiesen erhalten. 4. Bezüglich des 6.( DresdenLand) und 22.( Reichenbach) Wahlkreises wird den Konservativen, bezüglich des 13.( Leipzig- Land), 17.( Glauchau) und 16.( Chemnitz) Wahlkreises wird den Nationalliberalen und bezüglich des 18. ( 3widau) und 19.( Stollberg) Wahlkreises dem Bund der Landwirte ein Vorschlagsrecht für Kandidaten aus ihrer Mitte bis zum 31. März 1903 vorbehalten. Wird von diesem Vorschlagsrecht innerhalb der festgestellten Zeit kein Gebrauch gemacht, so findet weitere freie Vereinbarung unter den Vertragschließenden statt. 5. Von diesem Kartell bleibt vorläufig der 10. Wahlkreis ( Döbeln) ausgeschlossen, da über den Besitzstand eine völlige lebereinstimmung nicht zu erzielen war. Jedoch wird für alle Beteiligten die Verpflichtung festgestellt, denjenigen Kandidaten, der mit dem Socialdemokraten in die Stichwahl kommt, thatkräftig zu unterstützen." Die nationalliberale Jnterpellation über die Vorgänge in Trier wurde von dem Abg. Hackenberg begründet, einem der wenigen guten Redner der nationalliberalen Partei. Sachlich war er durch aus sanft, nichts von Kulturkampfstimmung, nur am Schluß fand er einige stärkere Accente. Sonst war seine Rede echt nationalliberal. Er gab offen zu, daß die Konfessionsschule unbedingtes Princip der Hundert Infanteristen und Kavalleristen sind in Enschede einKatholischen Kirche sei, daß Bischof Korum vom firchlichen Stand- getroffen und in der Industrie- und Landbauschule einquartiert punkt aus durchaus konsequent gehandelt habe, und er wußte dem worden. Sie haben wahrscheinlich die Aufgabe, die Station zur Bischof keinen andren Rat zu erteilen, als daß er nationalliberal deutschen Grenze zu bewachen. werden möge, d. h. sein Princip in der Pragis verleugnen, infonfequent Eine Studentenwehr" gegen die Arbeiter. Jm„ StudentenDie„ Dresdener Nachrichten" und andre sächsische„ Ordnungs"= handeln möge. Es verdient übrigens hervorgehoben zu werden, Weekblad" erschien kürzlich ein Aufruf zur Bildung eines Freicorps, Ueberschwang. Das genannte Blatt bespricht die eifrige Arbeit blätter feiern den Neuabschluß des Kartells in begeistertem daß der nationalliberale Redner nur für die mittleren und das der Regierung im Falle eines allgemeinen Streits zur Ver- der Socialdemokratie und meint, daß in den Wahlhoffnungen unfrer höheren Schulen, nicht aber für die Volksschulen die Ausschaltung der fügung stehen sollte. Wie jetzt mitgeteilt wird, ist der Aufruf fächsischen Parteigenoffen der Faktor der vorausgesetzten Üneinigkeit Konfessionalität verlangte; dem Volke muß auch nach national- auf Veranlassung des Handelsministers verfaßt worden. Etwa zwanzig unter den Ordnungsparteien eine wesentliche Rolle" gespielt habe. Mit liberaler Anschauung die Konfession erhalten werden, aber die Mitglieder der„ Studentenwehr" haben sich am Sonnabend auf einer dem Abschluß des Abkommens, als dessen eifrigster Förderer Hofrat Bourgeoisie will ihre Kinder nicht allzusehr von dem- Babylonier- Liste bereit erklärt, der Regierung in diesen Tagen Hilfe zu leisten. Mehnert gepriesen wird, sei daher allen denen, die in ehrlicher Sorge tum belästigt wissen. Sie wollen nur so viel Religion, als es der 22 andre Studenten haben unmittelbar darauf ein Cirkular ver- um die allgemein staatserhaltenden Interessen sowohl wie um die bürgerliche Anstand erfordert. breitet, worin sie sich gegen jene Bestrebungen erklären und zu Wahrung des patriotischen Ansehens Sachsens unter den deutschen einer ruhigen und abwartenden Haltung auffordern. Dieses Cirkulur Bundesstaaten waren, ein Stein vom Herzen gefallen". Weiter heißt hat eine gute Wirkung ausgeübt. Ferner schreibt uns unser Amsterdamer Korrespondent es da: ,, Das ist ein politisches Ereignis von nicht zu unterschätzender Tragweite, das einen freundlichen Sonnenblick auch in das Dresdener Königsschloß werfen und dem Iandesväterlichen Herzen des Königs Georg in diesen schweren schmerzbewegten und unruhvollen Tagen Trost und Zuversicht spenden wird." Als Erfolg des Abkommens wird in Aussicht gestellt: „ Der so abermals erzielte feste Zusammenhalt der Ordnungswähler in Sachsen erfüllt alle staatserhaltenden Kreise in unsrer engeren Heimat mit der frohen Zuversicht, daß es den vereinten patriotischen Kräften des Kartells nicht bloß gefingen werde, den weiteren Siegeszug der Socialdemokratie in sächsischen Landen aufzuhalten, sondern ihr auch einen Teil der bereits eroberten Size wieder abzuringen." Zur höheren Weihe des Centrums war der Reichskanzler in eigner Person erschienen. Er hielt die Rede, die er bei jeder Gelegenheit hält, ob es sich mun um Venezuela oder China, um das Verhältnis zu England oder den Zolltarif, um Kaiserreden oder die Flottenfrage handelt. Graf Bülow schwebt immer noch auf der unterm 1. März: mittleren Linie zwischen stolzer Energie und weisem Maßhalten. Er Die in meiner letzten Korrespondenz geäußerte Vermutung über bedauerte demgemäß das Verhalten des Bischofs und versicherte die Aussichten für die Annahme der von der Regierung eingebrachten fcine strenge Gerechtigkeit gegenüber dem Centrum. Das verlangte Zwanggesetze, daß die Abstimmung vom Donnerstag den Sturz der entschiedene Wort gegen den Klerikalismus unterließ er sorgsam. Regierung bedeuten könne, sindet in verschiedenen Auslassungen der Er begnügte sich mit dem bescheidenen Wunsche, der Bischof möge liberalen Presse und durch kleine Anzeichen auf Seiten der Neseinen Erlaß zurückziehen. Das wird er denn auch thun, und es gierungsmehrheit eine gewisse Bestätigung. herrscht wieder eitel Freude und Seligkeit. Bülow hat Was die liberale Bresse betrifft, so ist zu konstatieren, daß die wieder einen Sieg errungen und die Künstlich besiegte militärische Eisenbahnbrigade ihr kapitalistisches Herz erfreut, da sie Kirche triumphiert! Amüsant war es zu beobachten, den„ Reichs"-Eisenbahndienst sichern soll, d. h. den niederländischen wie der Kanzler sich vorbei präpariert hatte. Er hatte eine national- und internationalen Postdienst, wahrscheinlich auch diejenigen Züge, die Schließlich wird dann das sächsische Kartell dem gesamten übrigen liberale Kulturkampfrede erwartet und sich darauf vorbereitet, dem über Holland die Verbindung zwischen Deutschland und England Reiche als Vorbild empfohlen. Heißsporn gegenüber die rettende Weisheit der mittleren Linie zu herstellen; vor allen Dingen deshalb, weil sie hofft, daß miliUns erscheint der begeisterte Ueberschwang der proklamieren. Nun hatte ihm bereits der nationalliberale Redner tärische Verschiebungen nach eventuell bedrohten" Plägen dann fächsischen Startellpresse überaus verfrüht. Selbstverständlich feine mittlere Antwort loszuwerden, eine heißblütige radikale Rede des Streit der Eisenbahnbeamten vorkamen, sich nicht wiederholen hätte. Die Socialdemokratie wußte längst, daß die Dinge in die mittlere Linie vorweg genommen, und Graf Bülow mußte, um ungehindert vorgenommen werden und Fälle, wie sie bei dem ersten ist es unrichtig, daß die Socialdemokratie aus der Voraussetzung der Uneinigkeit unter den Ordnungs" parteien Hoffnungen geschöpft Interpellanten zu Grunde legen, die thatsächlich gar nicht gehalten ist. tönnen, wie z. B. in Amersfoort, wo ein Maschinist sich weigerte, Sachsen so kommen würden, wie sie gekommen sind. Das Kartell Das Centrum schickte zunächst einen Mann aus dem Often, Herrn einen Zug mit für Amsterdam bestimmten Soldaten zu bedienen. ist ja eine sehr alte Zierde des Landes der Helligkeit. Dittrich vor, der den Auftrag erhalten hatte, diplomatisch zu reden. Er Auch die Enquetekommission gefällt ihr vor allem, weil die Das Kartell hat abgesehen von den Ausnahmeverhältnissen erfüllte diese Aufgabe in der Weise, daß er nach Art amerikanischer Kammer mit ihr die Aenderung des Strafgesetzbuchs hinausschieben im Jahre 1887- schon früher nicht das Vordringen und die Siege der Humoristen die harten Begriffe durch holde, milde Um- kann, dessen unveränderte Annahme den liberalen Gruppen doch Socialdemokratie gesichert, es wird auch in den kommenden Wahlen schreibungen fänftigte; wenn jemand sich erhängt hat, so wird etwa etwas zu gefährlich erscheint. In diesem Hinausschieben liegt aber die diese Wunderwirkung nicht verfehlen. Im Gegenteil steht fest, daß in von einem Tode infolge Blutstodung geredet. So nannte Herr Fußangel für die Regierung, da auch der äußerste demokratische beshalb nicht schon früher zum Siege gelangt ist, weil Parteien einer ganzen Anzahl sächsischer Wahlkreise die Socialdemokratie nur Dittrich die bischöfliche Androhung der Verweigerung der Absolution Flügel der heterogenen Regierungsmehrheit inzwischen den Verstand vorhanden waren, die gegen das unter konservativer Oberleitung stehende eine„ Belehrung in etwas ungewöhnlicher Form". Die katholische wiedergewonnen haben wird. Die drohende Gefahr, einen großen Kartell auftraten und hierdurch noch einen erheblichen Teil der Wähler abKirche will nicht etwa die Herrschaft über die Schule, sondern Teil der„ kleinen Leute" zu verlieren, kann ihr durchaus nicht gleich hielten, unmittelbar zur Socialdemokratie überzugehen. Dieser Uebergang nur den Geist der Schule beeinflussen. Auch ist Herr Dittrich gültig sein. Die oben erwähnten kleinen Anzeichen in dieser Ecke in das Lager der Socialdemokratie wird naturgemäß gefördert und Tein Feind der Staatsschule, sondern lediglich der paritätischen Schule. find it. a.: daß bei der Abstimmung am Donnerstag der christliche beschleunigt, wenn die sogenannten Mittelparteien ihren reaktionären Kurz, Herr Dittrich bemühte sich ein Zeichen, daß dem Centrum Demokrat Staalman die Kammer verlassen hatte, und daß das Charakter offenbaren durch das intime Bündnis mit dem in Sachsen das allzu ehrliche Vorgehen des Trierer Bischofs nicht angenehm enfant terrible der anti- revolutionären Partei, de Waal- Malefijt, allenthalben verhaßt gewordenen Regiment. Ein Bündnis, das ist, die Harmlosigkeit der Trierer Vorgänge und der katholischen wiederum an„ eberarbeitung und akutem Herzleiden" erkrankt ist. besonders zur Entrechtung des sächsischen Volkes bei den Landtagsunter der Führung eines Mehnert geschlossen ist, eines Mannes, der Ansprüche auf dem Wege des Wörterbertauschens zu beweisen. Es ist derselbe, der seiner Zeit den Kriegsminister durch ein gestelltes wahlen beigetragen hat, ein solches Bündnis ist auch unsres ErWährend der konservative und freikonservative Redner sich im Amendement bei der Behandlung der Militärgeseze eigentlich zu achtens das angenehmste, was der Socialdemokratie in Sachsen wesentlichen mit dem Bedauern über die kirchliche Boykottierung der Falle gebracht hatte, nachher jedoch gegen sein eignes Kind stimmen geschehen kann! Trierer Staatsschule begnügten, waren die Bemerkungen des national- mußte.liberalen Professors Friedberg und insbesondere des Abgeordneten Im Falle eines Streits beabsichtigt die Regierung den Barth gegen die klerikale Schwäche der Regierung lebhafter und Postverkehr mit unsern nördlichen Provinzen durch Torpedoboote und entschiedener; Herr Friedberg beklagte den Zwischenfall allerdings bewaffnete" Dampfer über den Zuider See und Harlingen zu hauptsächlich deshalb, weil er das Wahlkartell gegen die Social- sichern und von dort per Wagen eventuell unter Polizeibedeckung demokratie stört. Auf der andern Seite trat Herr toeren nach Leenwarden expedieren zu lassen. energischer als der erste Centrumsredner für das Recht des Bischofs Sonnabendabend war von den Amsterdamer Vereinsvorständen Korum ein, das die gesamte katholische Kirche billige. Diese Angriffe und dem örtlichen Arbeitssekretariat eine Versammlung von allen von links und aus der Mitte veranlaßten den Grafen Bülow zu Vorständen der örtlichen politischen und gewerkschaftlichen Vereine einer Wiederholung seiner Rede. Diesmal versicherte er, daß es zusammenberufen. Was nie in Amsterdam geschehen, haben die staatsmännisch sei, unvermeidliche Konflikte durchzukämpfen, aber Zwangsgesetze der Regierung erreicht: Die Vorstände von 91 Berunnötige Konflikte zu vermeiden. Was für eine erschütternde eine waren vertreten! Ein örtliches Verteidigungskomitee wurde Genialität, was für eine tiefe Wahrheit! Der Satz hilft ernannt. für alle Lagen des Lebens. Wenn der Kanzler die gepanzerte Große Arbeiter- Versammlungen in Utrecht und Nymwegen Faust gegen Haiti, Venezuela oder das Polentum erhebt, nahmen, wie der Frankf. 3tg." gemeldet wird, Resolutionen an, wird das unvermeidlicher Konflift gebucht! welche auf das schärffte gegen die Streitgesetze protestieren. Die Vertröstungen, die man den Nationalliberalen für die LandtagsSo ihm aber jemand zumutet, den Kampf gegen den Klerikalismus antisocialistischen, meist aus Katholiken bestehenden Arwahlen macht, also Spott treibt: oder das Junkertum oder die Kanalrebellen aufzunehmen, so ist ein beitervereine in Haarlem und Utrecht dankten der folcher Konflift unnötig", mithin zu unterlassen. Das diplomatische Regierung in Resolutionen für den Gesezentwurf.- Das Lebenseligier ist gefunden! fo " Central- Agitationskomitee beschloß, den Generalstreit nicht zu verfünden. In parlamentarischen Kreisen ist man der Meinung, daß Der Verteidigungskampf der Arbeiterschaft Hollands. die Regierung bereits in der giveiten Kammer den Gesezentwurf zur Das von den holländischen Arbeiterorganisationen gewählte Annahme bringen, daß dieser jedoch an der liberalen Mehrheit in Verteidigunskomitee organisiert jetzt mit größtem Eifer der ersten Kammer scheitern dürfte. den Kampf um die Rechte und Freiheiten in umfassendster Weise. Ueberall im Lande sollen Protestversammlungen abgehalten werden, um auf die öffentliche Meinung einzuwirken und das Volk aufzurufen zu kraftvoller Gegenwehr gegen die drohenden Zwangsgesetze. An vielen Orten sind bereits lokale Verteidigungskomitees gebildet, die dort die Protestbewegung zu leiten haben. Das Manifest des centralen Verteidigungskomitees, das im ganzen Lande verbreitet werden soll, ist jetzt erschienen. Der Charakter der Zwangsgeseze ist darin scharf beleuchtet:" Das Recht zu streiken", heißt es in dem Manifest, wird 100 000 Arbeitern entrissen und für alle andren unter der Devise:„ Schutz der Arbeit", derartig eingeengt, daß auch der kleinste Streif von den Arbeitern bezahlt werden soll mit Monaten Gefängnisstrafe. Das Recht zu streiken, die einzige ökonomische Waffe der niederländischen Arbeiterklasse, wird hingemordet, das ist die trübe Nachricht, die uns aus dem Munde von Niederlands großem christlichen Staatsmann" entgegentönte. Eine Resolution, in der„ verächtlich" über Unternehmer oder Streifbrecher gesprochen wird, ein Wort, eine Gebärde, ein Blick, ja alles kann bestraft werden. Das Posten stehen bei Streiks wird unmöglich, streifende Arbeiter werden als eine Beute der Polizei und Justiz überliefert, die mit Hilfe dieser Kautschutbestimmungen thatsächlich machen können, was sie wollen. Schändlich ist die noch angefügte Bestimmung, daß denjenigen, die für solche Thaten bestraft werden, das Recht zu wählen und gewählt zu werden, genommen werden kann, wodurch Urteile über streikende Arbeiter zu entehrenden Urteilen gestempelt werden. Und schnell will die Regierung, die christliche Regierung ihren Streich führen. Das Gesetz soll in Kraft treten am Tage der Ankündigung. Es geht mit den Gesetzen gegen die Arbeiter schneller als mit den Gefeßen für die Arbeiter. Das Unfallgesetz trat 23 Monate nach seiner Verkündigung in Kraft, das Zuchthaus- Gesetz tritt in Kraft am Tage seiner Verkündigung." Das Manifest schließt mit folgenden Worten: * Deutfches Reich. Wahlvorbereitungen. Das Kartell der Ordnungsparteien" in Sachfent. Der Wiederabschluß des sächsischen Ordnungs"-Kartells ist bereits mitgeteilt und von uns gewürdigt worden. Jetzt teilt die fächsische Presse die näheren Bestimmungen des„ neuen Bundes" mit. Der Palt wird durch eine kurze Begründung eingeleitet; darin wird gejagt: Wir sind weit entfernt, den Wahlkampf in Sachsen irgendwie leicht zu nehmen. Wir wissen sehr wohl, daß die sächsische Regierung und die herrschenden Kreise mit ungeheuerstem Aufgebot alter Mittel tämpfen werden, um weitere Siege der Socialdemokratie zu hindern. Unfre Parteigenossen werden daher in allen Wahlkreisen mit angespanntesten Kräften arbeiten müssen. Aber der Abschluß des famosen Ordnungs"-Kartells erscheint uns eher als ein gutes Omen für den kommenden Wahlkampf! Nationalliberale und Kartell. In dem oben mitgeteilten sächsischen Kartellabkommen wird die besondere Nolle, die dabei die Nationalliberalen spielen, schon durch die hochmütige Wendung charakterisiert, daß den Nationalliberalen in Dresden als Ersatz für ihren völligen Ausfall bei den Reichstags- Wahlen ein Landtags- Wahlkreis zu gewiesen" worden sei. So spricht man nur mit Leuten, die man als Lakaien ansieht. Noch deutlicher ist die, Kreuz- Zeitung", welche mit den Sieht sie( die National- Zeitung") denn nicht, daß das nur der Brocken ist, der dem liberalen Gedanken zu geworfen wird, das Zusammengehen mit der Rechten weniger bedenklich erscheinen zu lassen. Wenn es zum Klappen kommt, d. h. wenn die Ersatzwahlen zum Landtage vor der Thür stehen, wird man sich den Konservativen schon wieder zu nähern wissen. Die sächsischen Nationalliberalen sind seiner Zeit vernünftig genug gewesen, unsern Parteigenossen, wie auch der Regierung selbst, zur Durchführung der Wahlreform die Hand zu bieten, und es ist ganz vergebliche Mühe, wenn sie sich den Folgewirkungen dieses scheidenden Schrittes zu entziehen versuchen. Damit würden sie nirgend Gegenliebe finden, sondern sich nur hoffnungslos zwischen zwei Stühle sezen. Das wäre noch schöner, wenn sie glaubten, sich einerseits die Socialdemokraten vom Halse schaffen, und andrerseits ganz nach Belieben nationalliberale Parteipolitik treiben zu können." Kulis der Konservativen dürfen die Nationalliberalen in Sachsen sein. Nichts weiter. Fast möchte Mitleid uns erfassen mit den „ Die gegenwärtige politische Lage erfordert für die bevor- fächsischen Industriellen und Finanzleuten, die nun für Agrarier vom stehenden Reichstagswahlen dringender als jemals zuvor den Zu- 7 Mart- Boll stimmen sollen! sammenschluß aller Angehörigen der Ordnungsparteien gegenüber der revolutionären Socialdemokratie. In feinem Teile Deutsch- Im 10. fächsischen Wahlkreise, dem einzigen, der vom Kartell Lands ist dieser Zusammenschluß notwendiger, als in unfrem engeren für die Hauptwahl ausgeschlossen bleibt, ist von seiten der ReformVaterlande. Die Landesvertretungen der konservativen Partei, partei der frühere Abg. Zimmermann- Dresden aufgestellt worden. der nationalliberalen Partei, der Reformpartei und des Bundes Ein nationalliberaler Kandidat ist noch nicht aufgestellt. Den Wahlder Landwirte haben daher unter Zurücksetzung alles dessen, was freis vertritt jetzt, seit der Nachwahl im vorigen Jahre, unser Genosse sie auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete auch trennen mag, Grünberg. über folgendes Abkommen für die demnächst stattfindenden Reichstagswahlen sich geeinigt." Es folgen die Einzelheiten des Abkommens: 1. Im 3. sächsischen Wahlkreise, aus dem der Antisemit Gräfe zunächst durch seinen Parteifreund Zimmermann verdrängt werden sollte, hat letterer nunmehr auf die Kandidatur verzichtet und Herr Gräfe will wieder kandidieren. Der gegenwärtige Befizstand der vertragschließenden Parteien wird gegenseitig anerkannt, dergestalt, daß zum Besi stand der Konservativen der 2.( Löbau), 9.( Freiberg), 11.( Dschat), 14.( Borna) und 23.( Plauen) Wahlkreis, zum Besitz- In Sangerhausen- Eckartsberga till Pastor a. D. Kötschte stand der Nationalliberalen der 12.( Leipzig- Stadt), als Kandidat der vereinigten liberalen Parteien fandidieren, 15.( Mittweida) und 21.( Annaberg) Wahlkreis, zum Besizstand nachdem er erklärt hat, sich im Fall seiner Wahl der Freisinnigen der Reformer der 3.( Bauzen), 7.( Meißen) und 8.( Pirna) Vereinigung als Hospitant anschließen zu wollen. Die Freifinnige Wahlkreis zu rechnen sind. Die Anerkennung des Besisstandes Volkspartei will jedoch einen eignen Kandidaten aufstellen. schließt zum mindesten in sich, daß bei den bevorstehenden Reichstagswahlen gegen den Kandidaten derjenigen Partei, Deutsch- Krone. Die Konservativen und Nationalliberalen haben welcher der Besikstand zugesprochen ist, Kandidaten der sich im Wahlkreise Deutsch- Krone wieder auf die Kandidatur des andren Parteien nicht entgegengestellt werden. 2. Ferner Abg. Gamp( Rp.) geeinigt. sollen der 1.( Zittau) Wahlkreis zum Besitzstand der Nationalliberalen und der 20.( 3fchochau) Wahlkreis zum Besitzstand der Pleß- Rybnick. Das Centrum hat den bisherigen Abgeordneten Konservativen gerechnet werden. 3. Nach einem früher Rechtsanwalt Faltin- Großstrehliz wieder aufgestellt. Der schlichte Mann aus der Werkstatt wird auch in seinem 1 Diese Frage ist zu bejahen, soweit Stellungen in Betracht| freien Eritessens der zur Entscheidung berufenen Instanzen zur neuen Wahlkreise Beuthen einen Gegenkandidaten aus der kommen, in denen der Parteigenosse nicht genötigt wird, gegen die Rettung ihrer vorgefaßten Meinung dienen. Wir haben uns, was eignen Partei erhalten. In dem zum Wahlkreise gehörenden, stark socialdemokratische Partei zu schreiben oder gegen dieselbe gerichtete wir ausdrücklich hervorheben möchten, keineswegs von vornherein, bevölkerten Königshütte stellen die Centrumsmänner den Stadt- Angriffe aufzunehmen. sondern nur deshalb auf den Kommentar berufen, um zu zeigen, verordneten Albert Kucharz auf. Nun kann sich der fromme Berg- Im Interesse der Partei sowohl wie im Jnteresse der in solchen daß die„ Leipziger Volkszeitung" ihn zu Unrecht für sich citierte. mann Krolik bald schlafen legen. Stellungen befindlichen Parteigenossen liegt es jedoch, daß den Wir halten es im Interesse der Versicherten für richtiger, nicht auf letzteren keine Vertrauensstellungen übertragen werden, weil solche dieses, freie Ermessen" zu bauen; es hat sich den Versicherten nicht sie früher oder später in Konflikt mit sich und der Partei bringen immer günstig erwiesen. müssen. Berlin, den 2. März 1903. Die radikalpolnische Bewegung in Oberschlesien greift rapide um fich. Der„ Gornoslazat" mußte bereits eine Rotationsmaschine an schaffen. Vom 1. April ab erscheinen neu:" Jskra" in Gleitig, Dzivan Polski" in Lublinik, Straz nad Odra"( Wacht an der Oder) in Kosel. Die Deutschen errichten gegen das Polentum einen Bismardturm bei Kattowitz. Wenn das nicht hilft. aus New York gemeldet: Deutsche Offiziere erklären die Behauptung der venezolanischen Regierung, die Deutschen hätten von dem„ Restaurador" vor der Rückgabe Gegenstände entfernt, für fasch. Die Deutschen hätten im Gegenteil 12 000 Dollar für Reparatur des Schiffes ausgegeben und 150 Tonnen Kohlen an Bord gelassen, ohne einen Cent dafür zu verlangen. " Der Parteivorstand. Sociales. Geschäftsbericht des Reichs- Versicherungsamts. " in Bekannt ist die Kritik, die die Rechtsprechung des ReichsVersicherungsamtes auf dem legten Gewerkschaftskongreß gefunden hat, eine Kritik, die auch von der Reichstags- Tribüne aus den Reihen Ein socialdemokratischer Parteitag für die Provinz Bosen unsrer Vertreter schon oft und eben erst wieder in den letzten Tagen Sie wollen ihn durchaus nicht! Aus New York wird einem der Agitation für die bevorstehenden Reichstagswahlen und die Er- 1. August 1902 in der„ Arbeiterversorgung“ ein Artikel, der allfindet im März in Posen statt. Es handelt sich um die Besprechung ertönte. Zur Verteidigung gegen diese Kritik erschien am Berliner Blatt genieldet: Der Entschluß des deutschen zielung eines gemeinsamen Vorgehens zwischen den deutschen und gemein als aus Streisen stammend gilt, die dem Reichs- VersicherungsKaisers, die Absendung der Statue Friedrichs des den polnischen Socialdemokraten. Großen zu vertagen, findet allgemeinen Beifall. Viele amte sehr nahe stehen. In diesem Artikel heißt es: Blätter diskutieren die Gründe, weshalb dieses Geschenk den Der schwedische Socialistische Jugendbund hielt am 21. und Daß das Amt bei der Begrenzung der Tragiveite der UnfallAmerikanern unwillkommen sein müsse; Rochambeau, Lafayette, 22. Februar feinen vierten Kongreß in Stockholm ab. Aus dem versicherung heute etwas andren Ansichten huldigt, wie Steuben feien populär. Die Armeekreise seien entrüstet, Vorstandsbericht ging hervor, daß der Bund, der im Jahre 1901 den ersten Jahren nach dem Inkrafttreten des Gefezes von 1884, ist daß ein europäischer Monarch den einzigen Vertreter des mili- in 15 Klubs 500 Mitglieder hatte, jekt 17 Slubs mit zusammen richtig; allein die hierin liegende Einschränkung des Wirkungstärischen Genius in der Kriegsakademie abgeben solle, und erhoffen 890 Mitgliedern zählt. Es bestehen aber außerdem noch eine große freises des Gesezes war im Hinblick auf die schärfere und richtigere eine Vertagung ad calendas graecas( frei übersetzt: Anzahl solcher Klubs, die noch nicht dem Bunde angeschlossen sind, Erfassung des Begriffs Betriebsunfall" gar nicht zu vermeiden. Es bis zum St. Nimmerleinstag). so daß die Gesamtzahl der Mitglieder der socialistischen Jugend- fehlte eben im Anfang an einer juristischen Durcharbeitung dieses Ein Geschenk an Venezuela. Dem„ Berliner Tageblatt" wird organisationen Schwedens ungefähr 2000 beträgt. Begriffs. Wer sich daran erinnert, welche Verwendung die seltsame Umschreibung in den Urteilen des R.-V.-A. aus der ersten Zeit fand, die unter dem Namen„ Bann des Betriebes" wohl befannt ist und in Theorie und Praxis viel Verwirrung es hervorgerufen hat, wird der späteren Entwicklung der Rechtsprechung nur Dant wissen, daß sie es verstanden hat, die Dem Reichstage ist der Geschäftsbericht des Reichs- Versicherungs- Begriffsnebel zu zerstreuen, welche die Klarheit verhinderten. Eine Danach hätte Deutschland ja Venezuela noch ein Geschenk von amts für das Jahr 1902 zugegangen. Aus dem Gebiete der arbeiterfeindliche Tendenz hat hierbei ebenso wenig eine Rolle ge50 000 M. gemacht, um welchen Betrag die Exekutionsrechnung sich Unfallversicherung teilt der Bericht mit, daß im Jahre 1902[ pielt wie bei andren Erkenntnissen, durch welche frühere Anvergrößern wird! Wäre es da nicht viel gescheiter gewesen, den bei den Berufsgenossenschaften 2c. 488 706 Unfälle angemeldet und schauungen modifiziert wurden; man überzeugte sich eben durch aberreparaturbedürftigen Restaurador" den Venezolanern von allem für 120 856 Unfälle zum erstenmal Entschädigungen festgesetzt wurden. aus edelsten Motiven und geleitet von einer wahrhaft socialen Aufund abermals wiederholte Prüfung der Frage, daß man am Anfang, Anfang an ruhig zu belassen? Das bedeutet gegen 1901 wiederum eine starke Zunahme der Unfälle und zwar um 12 446 bei den angemeldeten und um 3520 bei den fassung, über das Gesetz und die Absichten des Gesetzgebers da und entschädigten. dort hinausgegangen war." Die Phosphorzündholz- Kommission Vom 1. Januar 1903 ab sind für die Unfallstatistik der jährlichen Nach solcher Selbstverteidigung braucht man nicht zu erwarten, Gefichtigte am Sonnabend, gemeinsam mit mehreren Regierungs- Nachweisungen neue Formulare vorgeschrieben, die einige Ver- daß das freie Ermessen", auf das die„ Leipziger Volkszeitung" bertretern, die Zündholzfabrik von Otto Miram in Betten- besserungen der Unfallstatistik enthalten sollen. Von weiteren baut, sich in einer den Versicherten günstigen Weise äußern wird. hausen bei Kaffel, von deren Besitzer, Herrn Schwiening, erstrebenswerten Verbesserungen jedoch, fagt der Bericht, wie Wir bauen nicht auf eine sociale Auslegung mangelhafter Gesetze, Surch das Reich das Verfahren zur Herstellung weißphosphorfreier eingehendere Gliederung nach Geschlecht, Alter, Arbeitsbeschäftigung sondern verlangen flare gesetzliche Vorschriften. Wir wissen zu gut, Zündhölzer erworben werden soll. Von den Fabrikanten der Weiß- der Versicherten und Verlegten, mußte mit Rücksicht auf den daß unser Gegner in diesem Punkt sonst ebenso denkt, aber phosphor- Zündhölzer war in zahlreichen Petitionen wie bei der Be- zunächstliegenden Zweck der Schilderung der Rechnungsergebnisse sprechung, die in der vorigen Woche stattgefunden hatte, geltend gemacht und auf die den Versicherungsträgern nicht nur, sondern vor allem muß doch recht behalten. worden, daß das neue Verfahren für die Arbeiter weit gefährlicher wäre wie auch den einzelnen versicherten Betrieben hierdurch alljährlich So erklärt sich auch der weitere Beweis" der„ Leipziger Vollsdas alte. Bei letzterem kämen nur noch wenige Fälle von Phosphornekrose erwachsenden Arbeiten für die jährlich zu liefernden Nachweise ab- zeitung": vor, bei ersterem sei diese zwar ganz ausgeschlossen, da statt des gesehen werden. Den bündigsten Beweis aber, daß die Eriverbsunfähigkeit im giftigen weißen Phosphors der ungiftige rote Phosphor Verwendung finde, dafür sei aber die Gefahr sehr groß, daß infolge des Zusages geschehen mußte, erscheint uns jedoch sehr zweifelhaft. Das ist sehr bedauerlich, daß das geschehen ist; ob das ge-§ 16 des Invaliden- Versicherungsgesetzes mit der des§ 6 Abs. 2 des Es Kranken- Versicherungsgesetzes gleichgestellt ist, liefert die Begründung von chlorsaurem Kali Explosionen und Verbrennungen bedeutet, daß man für unfallstatistische Nachweise, die zur der Novelle selbst. In ihr heißt es, daß dadurch die zeitliche Vereintreten können, ja geradezu unvermeidlich seien. Da trotz allen Fortbildung des Arbeiterschutzes außerordentlich wichtig sind, auf die bindung der Kranken- mit der Invalidenversicherung hergestellt werden Entgegnungen der technischen Sachverständigen unter den Kommissions- großen bisher nur zweimal erhobenen Statistiken angewiesen ist. soll". Es wäre fimlos, von einer zeitlichen Verbindung" zu mitgliedern wie der Vertreter des Reichs- Gesundheitsamts Die jährlichen Nachweisungen gerade über Alter, Geschlecht und sprechen, wenn die Erwerbsunfähigkeit im Sinne des§ 16 jene Fabrikanten bei ihren Behauptungen geblieben waren, hatte die Arbeitsbeschäftigung der Verletzten wären für die öffent des Juvalidenversicherungsgesetzes eine andre sein sollte, als nach Kommission beschlossen, die Reise nach Kassel anzutreten, wozu liche Kritik der mit der Art der Verwendung der verschiedenen Ar-§ 6 Abs. 2 des Krankenversicherungsgesetzes." das Reichsamt des Jnnern den Abgeordneten Freifahrtkarten aus beiterkategorien zusammenhängenden Unfälle jehr wichtig. stellen ließ. Am Freitagnachmittag waren 18 Rommissionsmitglieder abgereift; außer der Freifinnigen Vollspartei waren alle Fraktionen vertreten, die unsre durch Reißhaus und nrm; ferner Ministerialdirektor Caspar, die Geh. Negierungsräte Lohmann und Sprenger vom Reichsamt des Innern, Regierungsrat Sachse vom Reichspatentamt und zwei Vertreter des Reichsgesundheitsanits. Am Sonnabendmorgen begab sich die Kommission nach der Fabrik, Ueber die Thätigkeit der Berufsgenossenschaften auf dem Gebiete häufig die Kranken so krant sein werden, daß sie auch ohne weiteres wobei sich ihr die Gewerbe- Aufsichtsbeamten des Bezirks Kassel der Unfallverhütung erfährt man, daß von den 61 dem Reichs- als erwerbsunfähig nach dem Invalidengefeße zu gelten haben, so auschlossen. In der Fabrik wurde in Gegenwart der Kommission die Versicherungsamte unterstellten Berufsgenossenschaften jetzt 58 Unfall- daß für diese Fälle die zeitliche Verbindung beider Gesetze geZündmasse bereitet. Ihre Zusammenschung ist natürlich das Ge- Verhütungs- Vorschriften erlassen haben, während sie bei den 3 andren nügt; in andern Fällen aber werden sich die schärferen Anforde= heimnis des Erfinders Schwiening; zur Kontrolle, daß sie diefelbe noch in der Vorbereitung sind. Dagegen sind erst bei 49 Berufs- rungen des Jnvalidengesetzes geltend machen und da zeigt es sich ist, wie diejenige der bisher von Schwiening dem Reichsamt des genossenschaften 134 technische Aufsichtsbeamte zur Beaufsichtigung dann, daß die zeitliche Verbindung" noch nicht erschöpfend ist. Innern übergebenen Zündhölzer, wurden die in Gegenwart der der Betriebe angestellt; von diesen sind aber 115 noch daneben als Daher konnte auch der Staatssekretär Graf Posadowsky trotz der Kommission hergestellten Zündhölzer dem Reichs Gefundheitsamt Rechnungsbeamte thätig. Daß diefe paar Leute keine ausreichende zur Untersuchung übergeben. Kontrolle ausüben können über eine halbe Million Betriebe, ist fraglichen Bemerkung in der Begründung der Novelle am 27. Februar im Reichstage sagen: Im Laufe dieses Jahres ist die Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse der Erhebung über die Unfallhäufigkeit in der Landwirtschaft zu erwarten. vergleichbaren internationalen Unfallstatistik hat man bisher noch In der von ausländischer Seite angeregten Einrichtung einer nichts Braktisches erreicht. Aerzte wird es intereffieren zu erfahren, daß durch das ReichsVersicherungsamt jetzt die 60 bisher veröffentlichten Obergutachten unverändert und mit Inhaltsverzeichnis herausgegeben werden; sie sind durch den Buchhandel zu beziehen. Das Reichs- Versicherungsamt ist mit den oberen Postbehörden in Berbindung getreten, um die Auszahlung der Renten an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen. " Bei der Herstellung der Masse gewannen alle anwesenden selbstverständlich. Kommissionsmitglieder die Ueberzeugung, daß von einer Explosionsgefahr nicht die Rede sein kann. Bei der Mischmühle konnte auch nach Eintrodnung von Resten der Masse teine Explosion hervor gerufen werden; bei absichtlich hervorgerufenen Entzündungen Brannten die angetrockneten Reste der Masse ruhig und ohne zu sprizen ab, und konnte die Flamme durch einfaches Benezen mit nassem Pinsel sofort gelöscht werden. Vor der Kommission wurden ettva 200 große Schachteln Zündhölzer mit der neuen Masse angefertigt und ge- Die Belastung" der Landwirtschaft durch die Unfallversicherung trocknet. Während die Ware über Mittag im Trockenraum stand, ist etwas gestiegen; aber sie ist immer noch nicht so hoch, daß die armen war dieser durch ein Siegel verschlossen und von Gewerbe- Aufsichts- Agrarier unter der Laft zusammenbrechen müßten; bis zu 1,46 Pf. beamten überwacht, um jede der beliebten Verdächtigungen seitens auf 1 M. Lohn ist die ganze Belastung angestiegen. der Gegner des neuen Verfahrens, daß etwa andre Zündmasse hergestellt und andre Zündhölzer zur Untersuchung gegeben werden, im Keime zu ersticken. Auch beim Verpacken der neuen Triumphhölzer, das seitens der Gegner als gefährlich geschildert worden war, zeigten sich feine In unsrer Nr. 33 vom 8. Februar hatten wir nachgewiesen, daß Gefahren oder Schwierigkeiten. Bis nächsten Donnerstag wird das sich die Leipziger Volkszeitung" für die Behauptung, EriverbsGesundheitsamt die Untersuchung der Zündhölzer beendet haben, so unfähigkeit im Sinne von§ 16 des Invalidengesetzes werde als daß voraussichtlich dann die Kommission zur Beschlußfassung identisch behandelt mit der aus dem Krankenversicherungs- Gesetze tommen wird. folgenden Erwerbsunfähigkeit, auf eine obergerichtliche Entscheidung beJuvalidenversicherung und Krankenversicherung. " man Diese Bemerkung in der Begründung beweist gerade das Gegenteil dessen, was die„ Leipziger Volkszeitung" damit beweisen will; das Wort„ zeitlich"( Ausfüllung der Zeitlüde" heißt es im Original) geschaffen werden sollte. Praktisch ist doch der Zustand so, daß allerdings bedeutet eine Einschränkung und ist gewählt zur Vermeidung der Annahme, als ob ein organischer, qualitativer Anschluß vorhanden wäre oder " Besonders bemängelt hat man noch, daß auch nach dem Entwurf das Krankenversicherungs- Gesez noch nicht ſyſtematisch anschließt an das Invalidenversicherungs- Gesetz, indem der Begriff der Erwerbs unfähigkeit in dem Krankenversicherungs- Gesetz weiter bemessen ist als in dem Invalidenversicherungs- Gefeß. Meine Herren, das ist richtig; aber wenn hier eine vollkommene Uebereinstimmung herbeigeführt werden soll, tann fie folgerichtig nicht herbeigeführt werden durch eine Abänderung des Krankenversicherungs- Gesetzes, sondern nur durch eine weitere Aenderung des Invalidenversicherungs- Gefeßes. Außerdem ist das Invalidenversicherungs- Gesetz in seiner letzten Novelle von 1899 schon den Vorschriften des KrankenversicherungsGesetzes erheblich näher gekommen." Die Kommission, die zur Vorberatung der Novelle eingesetzt worden ist, wird vielleicht doch versuchen, ob sich die Ausfüllung dieser inhaltlichen Lücke nicht durch das Krankenversicherungs- Gesetz erreichen läßt. Da in jener Fabrit auch die gebräuchlichen Weißphosphor- Zünd- fen habe, die mit dieser Frage gar nichts zu thun hat, die sich viel eingebrac Hölzer hergestellt werden, hatten die Kommissionsmitglieder GeTegenheit, die giftigen Dünste, die dabei entstehen, kennen zu lernen; mehr nur darauf bezieht, ob eine nach§ 30 des Invalidengesetzes auf die auch war dort ein Arbeiter beschäftigt, dem durch die Phosphor Beitragszahlung aurechenbare Krankheit vorliege. Wir wiesen nach, nefrose der Unterkiefer zerstört war. Sonnabendnachmittag reiste die Kommission wieder ab; dem Reklamebedürfnis ciner andren dortigen Zündholz- Fabrik nach zukommen, die in einer Kaffeler Zeitung verkündet hatte, daß die Kommission auch ihre Fabrik besuchen werde, lehnte die Kommission ab. " daß gerade der von der„ Leipziger Volkszeitung" citierte Kommentar an der Stelle, wo es sich um die Voraussetzungen für die Rente bei vorübergehender Invalidität handelt, genau dasselbe fagt, was die Leipziger Volkszeitung" uns gegenüber als eine unbegründete Befürchtung bezeichnete. Jezt antwortet die„ Leipziger Volkszeitung" darauf: Folgenden Antrag haben die Freisimmigen im Abgeordnetenhause Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Die königliche Staatsregierung zu ersuchen, zur Errichtung von Kurhospitälern und Genesungsheimen für mittlere und untere Beamte der Staatseisenbahnen eine entsprechende Summe in den nächstjährigen Staatshaushalts- Etat einzustellen. Aus Industrie und Handel. Der Fall Eyner". = Der Vorwärts" wird durch den von uns in dem früheren Die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen scheint sich nunmehr mit ihren Eltern aussöhnen zu wollen. Sie hat bereits mit ihrer Artikel citierten Kommentar zum Invalidenversicherungs- Gesetz von Leipzig, den 2. März. Mutter, der Großherzogin von Toscana, eine Zusammenkunft in Düttmann und Gebhard zu seinem Irrtum verleitet, und zwar daWährend der heutigen Verhandlung kam es wiederum zu Lindau gehabt, wohin sie sich von La Métairie bei Nhon aus be- durch, daß er die Erläuterung Nr. 5( S. 131) nicht bis zu Ende be- längeren Auseinandersetzungen zwischen den Sachverständigen, den geben hatte. Ein Telegramm aus Lindau meldet: Die Prinzessin achtete. Es heißt dort, daß bei einem Rentenbewerber, der auf Verteidigern und Erner über die Zulässigkeit von Rückdatierungen. Luise von Toscana wurde hier bei ihrer Ankunft von ihrer Mutter, Grund des§ 16 nach 26 Wochen währender Eriverbsunfähigkeit Dann wird als Zeuge der Kaufmann Nenner- Hamburg vernommen. der Großherzogin von Toscana, empfangen und hat in der Villa, Invalidenrente beansprucht, dieser Anspruch ausgeschlossen werden Renner bekundet, er habe in Hamburg eine Gerb- und Farbstoffwelche dem Erzherzog Ferdinand gehört, Wohnung genommen. In muß, wenn bei einem Wechsel der Berufsthätigkeit das fragliche Extrakt- Fabrik gehabt. Obwohl diese 11 bis 12 Prozent Rein der Begleitung der Prinzessin befand sich der Schwiegersohn des Drittel noch erworben werden kann. Soweit reicht das Citat des gewinn gegeben, sei von seiner nachträglich in ein AftienunterAdvokaten Lachenal, Advokat Marc Peter." " Vorwärts". In dem Kommentar aber heißt es in direktem An- nehmen umgewandelten Gesellschaft auf seinen Antrag eine Fusion Wie die Presse mitteilt, soll sich das körperliche Befinden der schluß an obige Darlegung noch weiter: mit der Trebergesellschaft beschlossen worden, weil deren vorzüglich Prinzessin in der Métairie bedeutend gebessert haben, die Aus- Indes wird dem freien Ermessen der zur Entscheidung über den eingerichtetes Werk in Glückstadt, welches die gleichen Artikel Auf Befragen des Versöhnung mit ihren Eltern wird den Bemühungen ihres Rechtsanwalts Renten- Antrag berufenen Stellen so viel Spielraum zu geben sein, produzierte, die Preise maßlos drückte. Lachenal zugeschrieben. Als Bedingung der Aussöhnung wird die daß dem Versicherten, der nach wenigen Monaten oder Wochen teidigers Dr. v. Gordon erklärt Renner, Schmidt habe keineswegs völlige Lossage der Prinzessin von Giron bezeichnet. völlig genesen, feine frühere Berufsthätigkeit voraussichtlich wieder den Eindruck eines Mannes mit bösen Absichten gemacht. Auf Beaufnehmen kann, nicht die Ergreifung eines neuen Berufs zugemutet fragen des Staatsanwalts erklärt der Zeuge, Schmidt habe ihm das zu werden braucht. Würde dagegen eine derartige Aussicht auf Obligo der Trebergesellschaft bei der Leipziger Bank auf drei bis Besserung nicht bestehen und der Zustand sich als ein möglicherweise vier Millionen angegeben. Zeuge Kaufmann Rothe aus Hamburg dauernder darstellen, so dürfte die Frage, ob bei anderweiter berichtet dann über von ihm für die Trebergesellschaft vermittelte Erwerbsthätigkeit im Sinne des§ 5 Abjaz 4 jenes Drittel( des Aftienverkäufe, die stets vorher von der Leipziger Bank genehmigt worden seien. früheren Einkommens) zu erreichen ist, nicht unberücksichtigt bleiben." In der Nachmittagssigung wird das Protokoll der ObligoWir finden das wirklich ein bißchen harmlos. Zuerst führt die Kommissions- Sizung vom 8. Februar 1901 verlesen, in welcher Leipziger Boltszeitung" unter Berufung auf den Kommentar von beschlossen worden war, den Kredit der Trebergesellschaft um eine Gebhard und Düttmann einen Beweis ins Feld, der nichts beweist; Million zu erhöhen. Ferner wird das Protokoll der Sigung des wir zeigen ihr, was ihr Kommentar wirklich über den gesetzlichen Aufsichtsrates der Leipziger Bank vom 21. Februar 1901 verlesen. Zustand sagt und sie kann das nicht bestreiten. Sie muß ihr erstes In dieser Sigung war beschlossen worden, aus dem erzielten Reins Beweismittel vollständig fallen lassen, aber statt nun gleichfalls die von gewinn von 5 Millionen 9 Proz. Dividende zu verteilen. uns nachgewiesene mangelhafte Fassung der beiden Gesetze zuzugeben, verlesen, in welchen diese drohen, sofort die Verbindung abzubrechen, Darauf werden Briefe Erners und Dr. Genzsch's an Schmidt statt zuzugeben, daß trotz des äußerlichen Anschlusses der beiden wenn sie erfahren sollten, daß Schmidt an der Berliner Börse Versicherungen aneinander doch noch die organische Lücke bestehen Interventionsläufe in Treberattien vornimmt. In einem andern bleibt, die manchem Kranken verhängnisvoll werden kann, soll ihr Schreiben wird Schmidt von Eyner mitgeteilt, daß, nachdem jetzt die mun die Hoffnung des Kommentators auf eine sociale Wirkung des Fusion zustande gekommen, ihm weitere Mittel nicht gewährt werden Partei- Nachrichten. Der Unterzeichnete ist veranlaßt worden, über einige Fragen feine Meinung abzugeben, die seit längerer Zeit größere Kreise der Partei beschäftigen und eine Stellungnahme des Vorstandes nötig machen. 1. Kann es mit den Interessen der Partei für vereinbar erachtet werden, daß Parteigenossen als Redakteure oder Mitarbeiter an bürgerlichen Breßunternehmungen thätig sind, in denen an der socialdemokratischen Partei gehässige oder hämische Kritik geübt wird? Antwort: Nein! 2. Kann ein Parteigenosse Redakteur oder Mitarbeiter eines bürgerlichen Blattes sein, auf welches obige Voraussetzung nicht zu trifft? " Weiter wird die Bilanz der Leipziger Bank pro 1900 sowie der in der Generalversammlung vom 28. März 1901 erstattete Rechen schaftsbericht zur Aufklärung über die Beziehungen zu der viel angefeindeten Trebergesellschaft" verlesen. In dem Bericht heißt es: Die Engagements mit der Trebergesellschaft sind allerdings ziemlich hoch, aber zumeist gedeckt. Wir haben weder alte noch junge Treber" italienische und einen fleinen Posten französische Tochteraktien, die aber bei uns mit Null zu Buche stehen." verhandlung auf Dienstagvormittag 9 Uhr vertagt. 0 der = Ein Arbeiter, der fönnten. In seiner Antwort erklärt Schmidt, wenn ihm weitere Hilfe| Die Ausgesperrten sind selbstverständlich weit davon entfernt, irgend und drüber. Ueberstunden, Aussehen und Nachtarbeit wechseln mits verweigert werde, sei der Ruin der Trebergesellschaft und der Leip- etwas zu thun, was der Polizei Grund zum Einschreiten geben einander ab. Dabei verlangen die Meister förmlich blinden Kadavers ziger Bant unausbleiblich. könnte. Es wurde noch bekannt gegeben, daß die Isolierer der gehorsam. In verschiedenen Abteilungen ist den Leuten das Sprechen Leipziger Filiale von der Firma Grünzweig u. Hartmann, gänzlich verboten, man läßt ihnen sogar kaum die nötige Zeit zur die zur Zeit bei den Kühlanlagen auf dem Schiff Kaiser Verrichtung ihrer Bedürfnisse. Es fehlt an Wascheinrichtungen und Wilhelm II." in Stettin thätig waren, sich im Ausstand be- genügender Ventilation. Da ist es denn kein Wunder, daß laut Ausfinden. Vor Zuzug nach dort wird gewarnt. weis der Krankenkasse reichlich die Hälfte aller Beschäftigten im Laufe Centralverband der Zimmerer.( Zahlstelle Berlin und Um- des Jahres erkrankt. Wegen der Enge der Ankleideräume sind aftien im Besitz, wir haben nur einen großen Posten russische und Bersammlung erstattete stube Bericht über die Berhand- au legen, wo sie dann bald beschmutzt werden. Au be foun In der am Sonntag abgehaltenen Delegierten- manche Arbeiter gezwungen, ihre Kleider einfach auf den Fußboden Weiter- lungen der Achtzehner- Kommission, betreffs Alsdann wird die Weiter neuen Tarifvereinbarungen. Dieselben haben in Tester Beit noch fämtliche Schmirgelscheiben ohne solche. Natürlich giebt es bei der eine Ergänzung erfahren dahingehend, daß für die Orte Ober- und Allgemeinen Elettricitäts- Gesellschaft auch Arbeiterausschüsse, sie sind Nieder- Schöneweide nebst Johannisthal vom 1. April d. J. ab eben aber bloße Scheinfiguren und haben zu allem Ja und Amen zu sagen; Kartell- Enquete. Am 26. und 27. Februar haben die ersten falls eine Lohnerhöhung in Straft treten soll und zwar von 57% wer opponiert oder in irgend einer Weise auf die Abstellung von fontradiktorischen Verhandlungen über das Rheinisch- West Pfennig auf 62% Pf., also um 5 Pf. pro Stunde, während für von seinem Meister auch willkürlich entlassen werden sollte, wurde auf Mißständen drängt, wird kurzerhand entlassen. fälische Kohlensyndikat, mit dem die Untersuchung des Friedrichshagen und Köpenick eine Zulage von 2% Pf., also 60 Kartellwesens ihren Anfang nimmt, stattgefunden. Pfennig pro Stunde bewilligt ist. Eine völlige Einreihung dieser Beranlassung eines Ingenieurs wieder weiter beschäftigt; doch die An der unter dem Borsiz des Geheimen Regierungsrats Dr. van Orte in den Lohnbezirk Berlin, woselbst der Stundenlohn bekanntlich Freude währte nicht lange, denn er wurde von dem Meister derartig der Borght im Reichsamt des Innern abgehaltenen Besprechung be- auf 67% Pf. normiert ist, fand nicht die Zustimmung der Arbeit- chikaniert, daß er schließlich ſelbſt ſeine Entlassung forderte. Wit teiligten sich, wie der" Reichs- Anzeiger" meldet, außer den Ver- geber- Vertreter in der Kommission. Man hat sich deshalb auf vor- den Wohlfahrtseinrichtungen hat es ebenfalls eine eigenartige Beivandtnis. Eine Bestimmung lautet, wer 10 Jahre bei der AllgeInteressenten des Kohlenhandels und der Metallindustrie von West- Kominission noch bestand, beseitigt worden ist. Vom 1. April 1904 meinen Elektricitäts- Gesellschaft beschäftigt ist, erhält eine" Prämie" richt des Referenten, Regierungsrats Dr. Voelder, über die Organi- in Berlin um weitere 2% Pf., so daß die Lohnfrage bis zum Elektricitäts- Gesellschaft um ihre Verpflichtungen herumzudrücken und Süddeutschland. Die Verhandlungen wurden durch einen Be- ab erhöht sich der Lohn in den vorbenannten Orten gerade so wie von 50 M. Die Allerwenigsten nur erreichen diese Prämie, denn die meisten werden schon vorher entlassen. Wie sich die Allgemeine fation und die wirtschaftliche Bedeutung des Rheinisch- Westfälischen 1. April 1905, also bis zum Ablauf des jetzigen zweijährigen Tarif- fucht, beweist ein kürzlich entschiedener Prozeß, in dem sie verurteilt Stohlensyndikats eingeleitet. Alsdann trat man in die Besprechung vertrags als erledigt betrachtet werden kann, falls die Gesamtdes Fragebogens ein. Zu den einzelnen Nummern des Fragebogens unternehmer der Baubranche den Kommissionsbeschlüssen zustimmen, wurde, an fünf Invalide eine Rente zu zahlen, weil diese durch ihre waren zahlreiche Unterfragen gestellt, welche zu einem sehr regen was bis jetzt noch nicht geschehen ist. Redner legte nun ausführlich Thätigkeit in dent Vulkanisierraum gesundheitlich dauernd geschädigt Meinungsaustausch führten. Die Fragen der Organisation des die Gründe flar, welche die Vertreter der Arbeitnehmer in der sind. Ein Teil der Meister nimmt für sich das Recht in Anspruch, Kohlensyndikats sowie feine Preispolitik und der Einfluß auf die Achtzehner- Kommission zur Annahme dieser Vereinbarungen bewogen selbständig Geldstrafen über die Arbeiter zu verhängen, und zwar wirtschaftlichen Verhältnisse der von ihm abhängigen Industrien, ins- haben und ersucht die anwesenden Delegierten, im Namen der Zahl- wegen der geringfügigsten Versehen. Wozu diese Strafgelder aber In verivandt werden, davon bekommt niemand etwas zu wissen. besondere die Wirkungen auf die Lage der Roheisen- und Walzwerkstelle ihre endgültige Zustimmung zu denselben zu geben. In der dem Stabelwerk Ober- Schöneweide sind die Arbeiter infolge erheb Industrie, der Maschinen-, Kleineisen-, Zink- und Blei- Industrie lebhaften Debatte befürwortete u. a. auch der anwesende Vertreter dem Kabelverk Ober- Schöneweide sind die Arbeiter infolge erheb= sowie des Kohlenhandels boten zu eingehenden Erörterungen Anlaß. des Hauptvorstandes, Schrader- Hamburg, die Abmachungen der licher Lohnreduktionen in eine hochgradige Erregung geraten. Sie Von dem Vorstand des Syndikats wurden umfangreiche Tabellen Kommission, indem er unter diesen Umständen einen Streit für un- Direktor wieder rückgängig machen zu können. Dieser empfing auch glaubten, diese Maßregel durch eine bescheidene Petition an den sowie die verschiedenen Vertragsformulare und Verkaufsbedingungen nötig erflärte. Von den Delegierten erklärten nur die Vertreter zur Verfügung gestellt. der Bezirke Nirdorf und Charlottenburg, daß sich die dortigen Be- eine Kommission und versprach dieses und jenes, doch auf eine ErDas stenographische Protokoll über die Verhandlungen wird zirksversammlungen gegen die Kommissions- Abmachungen aus- höhung des Lohnes über 36 Pf. hinaus wollte er sich nicht einlassen. später im Reichs- Anzeiger" veröffentlicht werden. gesprochen hätten, indem sie die sofortige Einführung des 70ẞf.- Tarife, Im Vertrauen auf die kommenden Verbesserungen gingen die Leute event. durch Eintritt in den Streik verlangen. Es wurde jedoch mit wieder an die Arbeit, doch schon am Sonnabend wurde ihnen eine allen gegen vier Stimmen eine Resolution angenommen, welche eigenartige Ueberraschung. Einer Anzahl war der Lohn von 34 auf die Vereinbarungen der Achtzehner- Kommission volfinhaltlich gut 32 Pf. herabgesetzt worden! Sie wollen jetzt noch einmal vorstellig heißt. Bemerkt wurde aber, daß, falls die Gesamtunternehmer werden, und wenn ihren Wünschen nicht in etivas Rechnung getragen wird, so beabsichtigen sie die Arbeit einzustellen. In der Diskussion wider Erwarten die Kommissionsvorschläge ablehnen sollten, dann bestätigten mehrere Arbeiter die Ausführungen des Referenten in allerdings ein Streit unvermeidlich sei. Auf eine Anfrage hin teilte allen Zeilen mit dem Bemerken, sie würden öffentlich sprechen, selbst Stube noch mit, daß die christ I ich organisierten Zimmerer an den Verhandlungen nicht beteiligt waren, auch keinen Versuch dazu auf die Gefahr hin, schon in den nächsten Tagen entlassen zu werden. gemacht habent, ihre gänzliche Bedeutungslosigkeit damit also flar So wie es jest sei, fönne es unmöglich weiter gehen. Wiesenthal erflärte in feinem Schlußwort, auch die Allgemeine Elektricitäts- Geerwiesen sei. Nachdem Knüpfer noch kurz auf den Jahres- sellschaft sei vor einem Streit nicht sicher, der, wenn auch nur ab= bericht hingewiesen hatte, wurde die Thätigkeit des alten Vorstandes einArbeitslosigkeit in Braunschweig. Eine vom Gewerkschaftskartell stimmig gut geheißen, worauf dann die Neuwahlen der Agitations- teilungsweise geführt, doch den ganzen Betrieb zum Stillstand bringen tönne. Deshalb möge es sich die Direktion rechtzeitig überlegen, ob in Braunschweig am 15. Februar vorgenommene Arbeitslosen- tommission für die Provinz Brandenburg stattfanden. Außer könne. Deshalb möge es sich die Direktion rechtzeitig überlegen, ob Zählung ergab, daß dort an jenem Tage 1288 Arbeiter ohne Be- dem von der Provinzialfonferenz der Zimmerer am 7. Dezember es für sie nicht vorteilhafter sei, die geradezu unerhörten Mißstände schäftigung waren. Von diesen waren 761 verheiratet und hatten vorigen Jahres zum Vorsitzenden bestimmten Kollegen knüpfer zu beseitigen. Die allgemeinen Forderungen der Arbeiter und Arzusammen 1561 Kinder. beiterinnen seien: Aufbesserung der Löhne, anständige Behandlung wurden dazu noch tube, Witt, Reimann und Schwarz- und Abschaffung der wilden Ueberstundenarbeit. In einer entSteglik gewählt. sprechenden Resolution stimmte die Versammlung dem zu. Bergwerksgesellschaft Hibernia", Herne. Wie in der heute hier abgehaltenen Aufsichtsrats- Sizung mitgeteilt wurde, bleibt nach Abzug aller Betriebsausgaben sowie der Anleihezinsen ein Neingewinn von 7.862 753 M.( im vorigen Jahr 9 905 654 M.), davon follen 3 496 946 M.( im Vorjahr 4 001 015 M.) zur Abschreibung verwendet und 3 940 000 M. zur Verteilung einer 10prozentigen Dividende benutzt werden. Der Rest wird auf neue Rechnung vorgetragen. Im Vorjahre gelangten 13 Broz. auf 37 800 000 m. alte und 4 Proz. Dividende auf 1 600 000 m. junge Aftien zur Verteilung. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutfches Reich. Der Streit bei Mewes, Rotted it. Co. ist aufgehoben, da die Pläge durch Arbeitswillige vollauf besetzt sind. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Verwaltung Berlin. Posamentierer. Wegen Maßregelung der Arbeiter bei der Die Aussperrung der Täschner ist am Sonnabend zur Thatsache geworden, wenn auch nicht im vollen Umfange. Firma nopfmacher, Stralauerstraße, und Wollmer, In einer Branchen- Versammlung der Täschner, Koffermacher, Wilhelmstraße, ist Berlin aufs strengste zu meiden. Der Vorstand. Galanterie- und Gürtelarbeiter, die am Sonntag bei äußerst starter Beteiligung tagte, wurde festgestellt, daß bei 14 Firmen 161 Arbeiter und 19 Arbeiterinnen ausgesperrt In der Luxusmöbel- Fabrik von G. Wunderlich in Lübbenan worden sind, während bei 11 Firmen feine Aussperrung stattfand. find Differenzen ausgebrochen. Alle Verhandlungen mit dem UnterGemle, der über diesen Gewaltstreich der Fabrikanten referierte, nehmer find gescheitert, darauf hin haben sämtliche Kollegen, circa teilte mit, daß am Sonnabendabend auf Veranlassung des Gewerbe- 60 an der Bahl, die Arbeit niedergelegt. Wir bitten dringend, den gerichts- Direktors von Schulz vor dem Einigungsamt mit den Ver- Zuzug von Tischlern, Drechslern, Polierem, Bildhauern und tretern der Arbeitgeber verhandelt wurde. Nachdem beide Parteien Maschinenarbeitern streng fernzuhalten. ihre Forderungen vertreten hatten, wurden vom Einigungsamt folgende Vergleichsvorschläge gemacht: Der am 15. Februar abgelaufene Tarifvertrag bleibt bis gum 1. Juli in Gültigkeit. 2. Die Parteien verpflichten sich, sofort durch die im alten Vertrag genannte Schlichtungs- Kommission über Abschluß eines neuen Vertrages in Verhandlungen einzutreten. Sollte ein Entwurf bis zum 1. Juni nicht zu stande kommen, so sind die Parteien verpflichtet, sofort das Einigungsamt anzurufen, damit vor diesem ein neuer Vertrag vereinbart, bezw. von dem Einigungsamt ein Schiedsspruch festgesetzt werde. Es wird bemerkt, daß in dem neuen Vertrag, wie in dem abgelaufenen, die Accordarbeit grundfählich nicht ausgeschlossen werden foll 3. Herr Fahrmann wird bis zum 1. Juli 1903, und ztvar von jetzt ab, die Hälfte seiner bisherigen Accordarbeiter in Wochen John beschäftigen. Der Ausstand bei der Firma wird aufgehoben. Herr Fährmann stellt seine Arbeiter sämtlich wieder ein. 4. Die Arbeitgeber heben unverzüglich die über ihre Gehilfen verhängte Sperre wieder auf. 5. Maßregelungen aus Veranlassung der Sperre und des Streits bei Fährmann dürfen nicht vorgenommen werden. 6. Die Arbeit wird bei den Arbeitgebern von sämtlichen Arbeitern am 3. März wieder aufgenommen, als wenn eine AusSperrung überhaupt nicht stattgefunden hätte. Zahlstelle Lübbenau des Holzarbeiter- Verbandes. Die Former in Bayreuth ersuchen, den Zuzug nach dort fernzuhalten, weil in der Eisengießerei von Hensel Differenzen ausgebrochen sind. Zuzug von Gärtnern, Baumschulenarbeitern und Arbeiterinnen nach Halstenbeck und Rellingen in Holstein ist fernzuhalten. Deutsche Gärtner- Vereinigung. Husland. Der Budapester Schuhmacherstreit ist durch gütlichen Ausgleich zum Teil erledigt. Die Eigentümer der Agularschen Schuhfabriken haben den Arbeitern eine Rohnerhöhung von 20 Proz. bei gröberen und 30 Proz. bei feineren Arbeiten zugestanden und sich ferner verpflichtet, wegen des Streits feinen Arbeiter zu entlassen; dagegen haben die Arbeiter eingewilligt, daß das sogenannte SibarbeitsSystem erst vom Jahre 1905 an eingestellt werde. Vorerst sind 450 Arbeiter wieder in Arbeit getreten; die übrigen noch streikenden Arbeiter dürften ebenfalls bald Arbeit finden, da ihre Meister den Agularschen Werkstätten bezüglich der Lohnerhöhung folgen müssen, wollen sie nicht schweren Schaden tragen. Die Thonwarenbetriebe von Brag und Umgegend sind seitens der Arbeiter gesperrt. Ofenseher und Werkstubenarbeiter befinden sich in einer Bewegung zur Regelung der Arbeitsverhältniffe. Verfammlungen. " Achtung! Königstrene Männer! Auf zur socialdemokratischen Versammlung in Hohen Schönhausen! " 1 V Obigen Mahnruf des Vertrauensmannes des konservativen Volksvereins" für den Kreis Nieder- Barnim, den das„ Ortsblatt" in seinem Annoncenteile brachte, haben auch wir veröffentlicht. Dem Nufe waren etwa 700 Männer und Frauen gefolgt, unter denen die Landbevölkerung recht zahlreich vertreten war. Außer den beiden überwachenden Gendarmen war auch die Ortsbehörde: Polizeidiener, Gemeindevertretung usw. zur Stelle, während die freiwillige euerwehr auf dem Nebengrundstück zur Uebung( 1) versammelt war. Die Königstreuen" hörten mit sichtlichem Interesse dem Vortrage des Reichstags- Abgeordneten 3ubeil zu. Der Referent schilderte die Rechts- und Verfassungsbrüche im deutschen Reichstage sowie den Anteil, den die Konservativen, das Centrum ust. an den selben hatten. Ganz verdugt fahen die Voltsvereinler" drein, als des Referenten Mahnruf: bei der Reichstagswahl müsse jeder Wähler für den Kandidaten der Socialdemokratie, Arthur Stadthagen, stimmen, mit gar nicht endenwollendem Beifall aufgenommen wurde. Zur Diskussion aufgefordert, meldete sich nach langem Zögern Herr Reimann, der Vater des Aufrufs". Der Redner pries die Schußzölle als im Interesse der Arbeiter liegend, bedauerte, daß eine solche Fürsorge" mit dem unschönen Namen Brotwucher bezeichnet werde und sang das bekannte Lob von der socialen Gesetzgebung und dem Arbeiterschutz, der auf Kosten der Besitzenden den undankbaren Arbeitern zu gute komme. Die Diskussion gestaltete sich lebhaft, Tänzer, Janviers und Zubeil entfesselten wahre Beifallsstürme bei widerlegung der Ansichten des Herrn Reimann. Gegen eine Stimme wurde eine Resolution angenommen, welche den Ausführungen Zubeils zustimmt und die Anwesenden verpflichtet, für die Wahl Stadthagens einzutreten. Mit einem donnernden Hoch auf die Socialdemokratie und den Referenten fand die imposante Versammlung ihren Abschluß. " Ob die Königstreuen" noch einmal zu einem solchen Erfolge der Socialdemokratie beitragen werden? Letzte Nachrichten und Depefchen. Sturmnachrichten. Nach sehr eingehender Debatte erklärte sich die Versammlung in geheimer Abstimmung mit 136 gegen 65 Stimmen mit einer Einigung auf dieser Grundlage einverstanden. Ein Antrag, Die Einwanderung nach den Vereinigten Staaten. den Termin für die Verlängerung des alten Vertrags auf den Die Mißstände in der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft" Washington, 2. März.( B. H.) Der Senat hat nunmehr das 15. August festzusehen, sowie ein weiterer Antrag, die Bedingung aufzunehmen, daß keine Vermehrung der Accordarbeit sowie der wurden am Sonntag in einer in den Germania- Sälen abgehaltenen Gesetz über die Einwanderung, welches bereits von der Kammer Das neue Gesez verbietet die Heimarbeit eintreten darf, wurden der Kommission zur Berück- Versammlung einer gründlichen Erörterung unterzogen. Der Referent angenommen wurde, ratificiert. fichtigung überwiesen. Die Führung der weiteren Verhandlungen Sarl Wiesenthal führte unter anderm aus: In der Allge- Landung von Arbeitern, deren Kontrafte im Auslande abgeschlossen mit den Arbeitgebern wurde den Mitgliedern der bisherigen meinen Elettricitäts- Gesellschaft find gegenwärtig etwa 15 000 Ar- wurden, ferner die Landung von Anarchisten und die Landung Stommiffion übertragen. Im Laufe der Diskussion erklärte der Ver- beiter und Arbeiterinnen thätig. Wie alle Großbetriebe, so brüstet von solchen Personen, die von gewissen Krankheiten befallen sind, und treter des Portefeuiller- Verbandes, daß seine Organisation sich mit den sich auch die Allgemeine Elektricitäts- Gesellschaft damit, daß sie schon von mittellosen Personen, sowie von Vorbestraften. Dagegen verAusgesperrten solidarisch fühle, und forderte die anwesenden Porte- im Intereffe einer guten Produktion reichliche Löhne zahlen bietet das Gefeß nicht die Einwanderung von Personen, die weder feuiller auf, genau darauf zu achten, daß keine Streitarbeit ge- müsse und zur Erhaltung eines Arbeiterstammes manches Be- lesen noch schreiben können. sondere thue. So seien z. B. in den letzten Jahren je 300 000 macht wird. Mart für Pensionsfonds, Gratifitationen und WohlfahrtsDie Jiolierer und Nohrumhüller beschäftigten sich am Sonntag einrichtungen ausgeworfen, an deren Verwaltung die Arbeiter hervor Dover, 2. März.( W. T. B.) Jm Kanal herrscht furchtbarer in einer zahlreich besuchten Versammlung mit der Aussperrung ragend beteiligt feien. Wie es nun aber in Wirklichkeit mit dieser Seegang. In den an der Südküste liegenden Städten find die bei der Firma Rheinhold u. Co., sowie mit den bielgerühmten Arbeiterfürsorge aussieht, das lehrt ein Blick auf die Safenanlagen und die angrenzenden Straßen stark beschädigt. Vorgängen bei Saade u. Co. Nach eintägigem Ausstand Löhne. In Zeitlohn erhalten die gelernten Arbeiter pro Stunde Mehrere Unglüdsfälle ereigneten sich infolge Zusammenbruchs von ihrer Isolierer hat die Firma Haacke u. Co. am Sonnabend die 35 Pf., die Werkzeugmacher in der Brunnenstraße 40 Pf.; nur Bauten. beiden Gemaßregelten wieder eingestellt und, was die Reife einzelne darüber. Die ungelernten Arbeiter in den Maschinenlagern London, 2. März.( W. T. B.) Einer aus Dover bei Lloyds bedingungen anbetrifft, erklärt, daß diejenigen Isolierer, die fich 25 Bf. bei 12 bis 15stündiger Arbeitszeit, die Transportkolonnen eingegangenen Meldung zufolge rig der Sturm die Dienstwohnung weigern auf Retourbillets zu fahren, nicht entlassen, sondern in 25-30 Pf.; Mädchen haben in Zeitlohn 17-20 Bf.. im Accord des Admiralitätsdirektors und die außerhalb der Lloydsstation Berlin weiter beschäftigt werden sollten. Mit dieser Lösung des etwa 25 f. pro Stunde und sind 10-11 Stunden beschäftigt. Ueberliegende Werkstatt eines Grobschmiedes fort, wobei der AdmiralitätsSonfliftes erklärte sich die Versammlung einverstanden. Dagegen stunden werden nicht höher bezahlt, auch wo sie unfreiwillig geleistet inspektor und der Schmied ums Leben kamen und eine andre Person dauert die Aussperrung bei Rheinhold u. Co. fort. werden. Man verlangt eine Arbeitsleistung von 84 Stunden wöchent schwer verletzt wurde. Die Firma erflärte, daß sie bereit sei, an Stelle der Vergütung für lich, was eine Erhöhung der sonst neunstündigen Arbeitszeit auf Rückfahrkarten die für einfache Fahrkarten wieder einzuführen, täglich 14 Stunden bedeutet. Die Accordsäße sind bereits um die aber nur unter der Bedingung, daß die bisher übliche Vergütung Hälfte reduciert worden, dabei erfolgen die Preisfestseßungen in der Penzance, 2. März.( W. T. B.) In der letzten Nacht ist eine für die Reisezeit von 30 Pf. pro Stunde in Wegfall tommen sollte. Regel erst nach Fertigstellung einer Arbeit, so daß die Arbeiter fast Das bedeutet für die betreffenden Isolierer, daß sie für die auf niemals wissen, was sie für ihre Arbeit eigentlich rechtlich zu fordern große Bark in der Nähe von Lands End gestrandet und mit Mann der Eisenbahn zugebrachte Beit, die unter Umständen 18 bis 27 haben, alles hängt von der Wiltür der Meister ab. Für Arbeiterinnen und Maus untergegangen. Man vermutet, daß sie ein deutsches Stunden betragen fann, feine Vergütung erhalten, und das Behr ist ein Wochenverdienst von 6 M. bis hinunter zu 4,25 M. durchaus Schiff gewesen ist; ein Rettungsboot, das an Land gespült wurde, geld für eine solche Reise aus eigner Tasche bezahlen sollen. Die nichts Seltenes. In der Abteilung des Meisters Engel fonnten trug den Namen„ Hambur", von dem der Buchstabe" g" offenbar Bersammlung lehnte dieses Angebot ab und beschloß einstimmig, es die Arbeiterinnen bei einem neuen Accord sogar nur auf 4%, Bf. abgebrochen ist. Näheres ließ sich nicht ermitteln. darauf zu beharren, daß die bisherigen Arbeitsbedingungen auf- pro Stunde bringen, und als sie deswegen vorstellig wurden, fagte Queenstown, 2. März.( W. T. B.) Der gestern abend von recht erhalten werden. Die Firma Rheinhold u. Co. hatte bisher ihnen der Meister:" Wenn's Ihnen nicht paßt, können Sie ja nach der einen folierer gefunden, der sich zu Streitbrecherdiensten gebrauchen Friedrichstraße gehen und dort mehr verdienen." Es ist schon vor- Boston hier eingetroffene Dampfer der Dominion Linie Merion" ließ. Dieser hat sich jetzt den Ausständigen angefchloffen. Die gekommen, daß Arbeiter nur Stundenlöhne von 16 Pf. erzielten. stieß bei der Weiterfahrt nach Liverpool am Ausgang des hiesigen Polizei ist auch bei diesem Konflift wieder eifrig auf den Unter- Eine Frau hatte einmal einen Tagesverdienst von 15 Pf., zwei andre Hafens auf Grund. Die Flottmachung ist nicht vor heute abend An Bord sind 25 Kajüts- und 73 Zwischendecksnehmer und Streitbrecherschutz bedacht, solvohl das Verkehrslokal zusammen 1 M., mandje brachten nicht einmal das Strankengeld au- zu erwarten. der Ausgesperrten, als auch die Arbeitsstätte werden streng bewacht. fammen. In den einzelnen Abteilungen geht es mitunter drunter passagiere. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Gestrandet. " Nr. 52. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. 271. Sigung. Montag, den 2. März 1903, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Kraetfe. Der Töchterhort sorgt nicht nur für höhere sondern auch für Unterbeamte. Wenn aber ein Vorsteher einen Druck auf die Beamten zum Beitritt in den Verein ausüben sollte, so würde ich das als ungehörig bezeichnen. Dienstag, 3. März 1903. fommission. Natürlich macht es Eindruck auf einen Mann, wenn es heißt, er solle auf ein Geschäft von 1½ Millionen Mark verzichten. Dazu tam, daß der betreffende Besitzer sich bereits andres Terrain in Rigdorf gesichert hatte und daß ihm deshalb daran lag, mit uns zum Abschluß zu kommen. Daraus erklärt sich die Preisermäßigung. Abg. Singer( Soc.): nußen D Wäre die Abg. Zubeil( Soc.): Der Reservedienst von acht Tagen für Postillone besteht thatsächlich auf dem Postamt Möckernstraße. Der an die VorAuf dem Plaze des Abg. v. Winterfeld Menkin( f.) liegt Herr Staatssekretär möge seine Recherchen nicht nur Ich wollte dem Staatssekretär nicht Vorwürfe machen, ich ein großer Strauß aus weißen Rosen und Kamelien. gesetzten sondern an die Postillone selbst richten, dann wird er die konstatiere nur, daß das Reich hier gegen den Willen der Präf. Graf Ballestrem: Unser verehrter Herr Kollege v. Winter- Wahrheit erfahren auch in Bezug auf die imprägnierten Mäntel. feldt- Menkin vollendet heute in alter griſche ſein 80. Lebensjahr. Hort" Unterſtügungen in großem Umfange auch an andre Beamten Budgetkommiſſion nicht gewesen, so wäre dem Besitzer die höhere Direktor im Reichs- Postamt Wittko führt aus, daß der„ Töchter- Reichs Postverwaltung 235 000 Mark erspart hat. Ich darf im Namen aller Kollegen dem ehrwürdigen Summe ruhig ausgezahlt worden. Noch einen andren Weg möchte Geburtstagskinde die herzlichsten Glückwünsche des Reichstages auszahle. Die Summe dieser Unterstützungen ist größer als die von ich der Verwaltung empfehlen. Hat man es mit einem darbringen, und wünsche, daß auch sein Lebensabend fich Unterbeamten an den Verein geleisteten Beiträge.( Hört! hört!) als fegensreicher für ihn gestalten möge. Die Blumen auf dem Abg. Singer( Soc.): Ich glaube einem Wunsche des gesamten Käufer zu tun, der die Zwangslage der Verwaltung auses richtig, wenn man das ExproPlage des Geburtstagsfindes find im Namen des Reichstags dar- Reichstages Ausdruck zu geben, wenn ich die Hoffnung ausspreche, ugen will, so wäre priationsverfahren anivenden wollte. Daß ein öffentliches gebracht.( Lebhaftes Bravo.) daß im nächsten Etat endlich das Anfangsgehalt der Landbriefträger Intereffe vorliegt, wird nicht bestritten werden fönnen. Hierauf wird die zweite Beratung des Postetats beim Kapitel von 700 auf 800 M. erhöht werden wird. Bei uns wird der Herr Natürlich darf man nicht in der Vorverhandlung schon einen Betriebsverwaltung" fortgesetzt. Staatssekretär bei dieser Forderung auf keiner Seite auf Schwierig hohen Preis bewilligen. Denn dann würde der BeAbg. Eickhoff( frf. Vp.) bemängelt einige Unstimmigkeiten im feiten stoßen.( Bravo!) figer einwenden, daß die Verwaltung schon selbst zu Titelwesen der oberen Beamten. So sollten die Ober- Postsekretäre daß sein gegeben habe, Terrain fehr biel wert fei. den Titel Rechnungsrat erhalten. andre Terrains gesichert, so bin ich fest überzeugt, daß sie sich das Wenn der Herr Staatssekretär fagte, jene Herren hätten sich bereits Terrain nur haben an die Hand geben lassen und den definitiven Abschluß erst machen werden, wenn sie genau wissen, daß sie das alte Terrain abgeben müssen. So handeln vorsichtige Geschäftsleute. Die Gefahr, daß die Terrains der Reichs- Postverwaltung entzogen würden, war jedenfalls außerordentlich gering.( Bravo! Auf eine weitere Anfrage des Redners erklärt Staatssekretär Kraetke, daß es nicht in der Absicht der Post verwaltung liege, Beamte des höheren Postdienstes vom AufsichtsDienste deshalb auszuschließen, weil sie ein Lebensalter von 40 Jahren erreicht haben. Ein Freund des Titels Rechnungsrat bin ich nicht. Der Titel, der den Postdienstcharakter zum Ausdruck bringt, ist viel schöner. Doch soll die Sache neu geprüft werden. ivar. etwas mehr Geld in Vorrat liegt. 19 Das Kapitel wird hierauf be willigt. Bei den Stellenzulagen" begrüßt Abg. Eickhoff die Verbesserung der Stellenzulagen für OberPostassistenten und Ober- Telegraphenassistenten und für etatsmäßig angestellte Affiftenten und hofft, daß darin fortgefahren wird. Der Titel wird bewilligt. Beim Titel ,, Postagenten" teilt Staatssekretär Kraetke mit, daß unter diesen Bostagenten sehr biele Personen sind, die einer Unterstützung, sobald ihnen die Agentur abgenommen wird, gar nicht bedürfen. Eine Bension kann ihnen nicht gewährt werden, da über 45 Proz. dieser Agenten über 50 Jahre alt sind, wenn sie dies Amt übernehmen. Im einzelnen alle wird denjenigen, die in Not geraten, eine Unterstützung bis zu 250 m. jährlich gewährt. Der Titel wird bewilligt, ebenso debattelos der Rest des Drdinariums. Beim Extra- Ordinarium hat die Kommission von der zweiten Rate von 330 500 M., die zur Erwerbung eines Grundstücks für neue Postbetriebsanlagen am Schlesischen Bahnhof in Berlin bestimmt ist, 200 000 m. abgesett, weil der Preis zu hoch erschien. jedem zweiten Sonntage sind jetzt frei 77,6 Broz. allerungen preises herbeizuführen und bei den Socialdemokraten.) Die geforderte Summe wird hierauf vo II bewilligt. Zur Erwerbung eines Grundstückes in Gebweiler werden gefordert: 124 500 M. Die Kommission hat von dieser Summe 50 000 m. abgesetzt. Der Reichstag beschließt demgemäß. Der Rest des Extra Ordinariums wird debattelos bewilligt. Abgeordnetenbaus. 34. Sigung vom Montag, den 2. März, 1 Uhr. Freiherr v. Hammerstein, Budde. Am Ministertische: Ministerpräsident Graf Bülow, Stubt mann( natt.) und Genossen:" Hat die königliche Staatsregierung Auf der Tagesordning steht die Interpellation der Abgg. Bach Kenntnis davon genommen, daß die katholische Geistlichkeit in Trier eine Erklärung verlesen hat, welche katholische Eltern, deren Kinder die staatliche höhere Töchterschule in Trier besuchen, mit kirchlichen Zuchtmitteln bedroht? abend sehr abfällig über Der Herr Abg. Singer hat am Sonn das einstimmige Votum der Kommission hat dann zu neuen Ver- im Anschluß an einen Erlaß des dortigen Bischofs von der Kanzel In welcher Weise beabsichtigt sie die staatliche Autorität auf dem Gebiete des Schulwesens diesen geistlichen lebergriffen gegenüber zu wahren?" Ministerpräsident Graf Bülow erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beantworten. Zur Begründung nimmt das Wort Abg. Hackenberg( natl.): Abg. Lenzmann( fr. p.): Der Herr Staatssekretär echauffierte sich am Sonnabend darüber, daß ich ihm den Vorwurf gemacht hätte, er habe sein Versprechen in Bezug auf die Postassistentenstellen nicht gehalten. Dies Versprechen hat nicht sowohl Herr Straette als der Herr Reichs- Schazsekretär gegeben. Die Stadt Wezlar beschwert sich darüber, daß öfters Bostaniveisungen nicht gleich ausgezahlt worden seien, weil das nötige Geld bei der Post nicht vorhanden Bei den Einnahmen erklärt Staatssekretär Kraette auf Es müßte doch dafür gesorgt werden, daß in den Postkassen einige Anfragen des Abg. Blell, daß das Syſtem der württem Direktor im Reichsschazamt Twele: Der Vorwurf, den Herr bergischen Bostanweisungen, an die ein besonderes Formular au Lenzmann dem Herrn Reichs- Schatzsekretär machte, trifft nicht zu. Staatssekretär Kraette: Die Budgetkommission hat die Forderung brieflichen Mitteilungen angeheftet ist, seine großen Schattenseiten Herr v. Thielmann hat vielmehr nur gesagt, er werde versuchen, auf Erwerb eines Grundstückes am Schlesischen Bahnhofe für durch habe und fich nicht zur Nachahmung für das Reich empfehle. Ein Wünschen des Reichstags in den nächsten Jahren Rechnung zu aus gerechtfertigt und im dienstlichen Interesse liegend anerkannt. internationaler Paketdienst für Pakete über 5 Kilogramm wäre Aber der Preis erschien zu hoch, und es schien eine Ausnutzung der wünschenswert, ist aber schwer durchführbar, da wir im tragen. Portofreiheit Abg. Lenzmann( frf. Vp.) giebt zu, daß kein feierliches Ver- bedrängten Situation der Postverwaltung zu sein, daß eine so hohe Inland ein Einheitsporto für solche Pakete haben. fprechen mit Unterschrift und Siegel von der Regierung in Bezug Summe gefordert wurde. Die Folge war die Herabsetzung der für Korrespondenzen der Handelskammern fann ich nicht in Aussicht sprechen mit Unterschrift und Siegel von der Regierung in Bezug auf die Bostaffiftentenstellen gegeben sei, aber die Erklärung der Summe um 200 000 M. Ich habe mich daraufhin mit dem Verkäufer in stellen. Eine Verbilligung der Fernsprech- Gebühren nach Holland Regierung fei fo gewesen, wie sie sonst stets Versprechungen abgebe. Verbindung gesetzt und ihm gesagt, daß er den Preis emäßigen müsse. Es wird angestrebt. Die Einnahmen werden bewilligt, damit ist der Post- Etat erAbg. Sittart( C.) tritt für erhöhte Sonntagsruhe für ist mir gelungen, eine Ermäßigung des Preises auf 235 000 20. die Bostunterbeamten ein. Auch wäre es sehr wünschenswert, wenn zu erzielen.( Lebhaftes Hört! hört!) Nachdem so dem Wunsche der ledigt. Ebenso wird der Etat der Reichsdruckerei ohne die älteren Postunterbeamten etwas weniger zum Nachtdienst heran- Budgetfommission Rechnung getragen worden ist, kann ich das Haus Debatte bewilligt. Damit ist die Tagesordnung erledigt. gezogen würden. Sie sind körperlich nicht mehr so rüstig wie die nur bitten, den ursprünglichen Ansatz zu bewilligen. jüngeren Beamten. Redner bittet ferner den Staatssekretär, für die Abg. Eickhoff stellt als Berichterstatter den entsprechenden Antrag. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr.( Petitionen, Etat des Reichs Invalidenfonds und des Reichs Eisenbahn- Amtes.) Briefträger Gummimäntel zu beschaffen. Abg. Singer( Soc.): Schluß 38 Uhr. Staatssekretär Kraetke: Wir sind seit Jahren emsig bestrebt, So sehr ich mich freue, daß es dem Herrn Staatssekretär ge den Postbeamten möglichst viel Sonntagsruhe zu verschaffen. An lungen ist, eine nicht unerhebliche Herabjegung des Kauf fo wenig ich die Absicht Beamten, an jedem vierten Sonntage 97,8 Proz. habe, der Bewilligung der vollen Summe zu wvider= Auch der Wunsch des Herrn Vorredners in Bezug auf den sprechen, so sehr muß ich bedauern, daß es erst der sehr Nachtdienst der älteren Beamten soll nach Möglichkeit berücksichtigt energischen Intervention der Budgetkommission bedurft hat, um die werden. Ich gebe zu, daß die jetzigen Mäntel für die Briefträger Verwaltung zu veranlassen, einen Versuch auf Preisherabsetzung zu sehr unbequem sind. Gummimäntel find aber ebenfalls für jeden, machen. Die Bostverwaltung hat in der Budgetkommission mit einer der sich viel belegt, äußerst lästig. Es werden jetzt Versuche mit Energie, die einer besseren Sache würdig gewesen wäre, auf dem Leichten Lodenmänteln gemacht. Ankauf des Grundstücks zum vorgeschlagenen Preise bestanden. Erst Abg. Eickhoff( frf. das chinesische Mandarinentum handlungen geführt. Man kann von der Postverwaltung nicht verder Lizen und Schnüre gesprochen. Die Beamten sind langen, daß sie ganz fehlerlos ist. Das wäre auch schwer zu erreichen, aber selbst ganz andrer Meinung über diese Auszeich allein den Sachverständigen in der Verwaltung hätte es doch nicht nungen. Ich möchte den Herrn Staatssekretär bitten, daß er bei entgehen dürfen, daß die an dieser Stelle für Hinterland geforderten der Berleihung von Schnüren so liberal wie möglich vorgehen Breise egorbitant hoch sind. Die Erfahrungen, die wir in der möchte. Eine ganze Reihe von Beamten sind übergangen Sommunalverivaltung mit Grundstückserwerbungen machen, sollte sich worden, weil sie dieje oder jene Ordnungsstrafe in früheren Jahren doch auch die Reichsverwaltung zu Nuße machen. Wenn das Reich erlitten haben. Dadurch werden diese Leute doppelt gestraft und immer teurer kaufen muß, so liegt das wohl daran, daß den Herren, vor dem Publikum an den Pranger gestellt. Es sind, wie ich weiß, denen ich durchaus keine mala fides zutraue, immer das Gespenst zum Teil Leute, die beim Publikum große Achtung genießen. vorschwebt, wenn wir nicht zugreifen, bekommen wir das Terrain Redner wünscht des weitern, daß alle Bahnpostschaffner, die nicht, und deshalb werden so hohe Preise bewilligt. Der Vorgang, der lediglich im Bahndienst beschäftigt find, gehobene Unterbeamten uns hier beschäftigt, steht nicht ganz vereinzelt da. Ich Der Kampf um die Schule, der bisher mit kleinen Mitteln werden, und daß sich der Staatssekretär mit gemeinnüßigen Bau- mißgönne ja den Besitzern ihre Profite in Grundstückberkäufen nicht geführt worden ist, scheint jetzt mit stärkerer Heftigkeit und von einer vereinen in Verbindung setzen möge, um seinen Beamten zu Es gehört zu unsrer Wirtschaftsordnung, daß der Wert des Grund breiteren Operationsbasis ausgeführt werden zu sollen. Auf Geheiß menschenwürdigen Wohnungen zu verhelfen.( Bravo! links.) und Bodens durch den wachsenden Verkehr, der das Wert der Gesamt- des Bischofs Korum in Trier hat am 15. Februar die Trierer GeistStaatssekretär Kraette: Wir nehmen jede Gelegenheit wahr, heit ist, steigt, ohne daß die Besizer irgend eine Arbeit dabei zu lichkeit einen Kanzelerlaß verkündet, wonach es den katholischen um unsern Beamten bessere Wohnungen zu verschaffen. In leisten haben. Man kann von dem einzelnen nicht verlangen, daß Eltern nicht erlaubt sei, ihre Kinder in konfessionslose Schulen zu gehobene Stellen können nur solche Bahnpostschaffner versetzt werden, er auf eine so erzielte Wertsteigerung verzichten soll, aber durch schicken. Falls katholische Eltern ohne die notwendigen Vorderen Thätigkeit über das gewöhnliche Maß des Unterbeamten williges Eingehen auf exorbitante Forderungen durch die Reichs- Ver- fichtsmaßregeln" ihre Kinder einer solchen Schule überweisen, ver dienstes hinausgeht.- Geldstrafen sollten bei kleinen Versehen der waltung wird dieser Prozeß nur unterstützt.( Sehr richtig! bei den Soc.) fündigten sie sich schwer und gehen der Gnade der Absolution Beamten nicht gleich erfolgen. Es wird vielleicht manchmal in Man thäte gut, bei solchen Geschäften nicht namens der Reichs verlustig. Diese Kanzelverfügung bildet den Ausgangspunkt unfrer folchen Fällen unnötigerweise ein langes Protokoll aufgenommen, verwaltung zu verhandeln und als Käufer aufzutreten, denn dann Anfrage an die Regierung. Dazu kommt eine vom Bischof Korum wo ein einfacher mündlicher Verweis genügt hätte. werden besonders hohe Forderungen gestellt. Man sollte sich an zu veröffentlichte Broschüre, in der er sein Vorgehen rechtfertigt. Wir verlässige reelle Leute wenden und sich von diesen die Terrains an die wollen mit unsrer Anfrage feinen neuen Kulturkampf hervorrufen, Die Postillone hatten früher jede 6. bis 8. Woche einen Hand geben lassen, ohne daß die Verkäufer zu wissen brauchen, auf sondern nur die Regierung veranlassen, alles zu thun, um einen ganz freien Sonntag. Jezt aber giebt es auf Grund einer neuen wessen Rechnung die Anläufe geschehen sollen. Mißgriffe find natürlich neuen Kulturkampf unseligen Angedenkens von vornherein zu ersticken. Verfügung des Herrn Staatssekretärs fein einziges Poftamt in Berlin auch auf diesem Wege nicht ausgeschlossen. Es kann geschehen, daß über( Lebhafte Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Ich will nicht mehr, wo die Postillone einen freien Sonntag hätten. Wenn einmal die Person des Käufers das Geheimnis nicht bewahrt bleibt. Im auf den Franktireurkrieg eingehen, mit dem die Trierische Landesein Postillon darum bittet, zur Kirche gehen zu können, so wird ihm großen und ganzen dürfte die Verwaltung aber bei der Inanspruch zeitung" das Vorgehen des Bischofs vorbereitet und verteidigt ich halte mich einzig und allein ant die geist das wohl gewährt, aber wird nachher so mit Arbeiten überhäuft, nahme der Vermittelung von vertrauenswürdigen Personen, die hat, Vor liche Basis, auf der sich das Vorgehen des Bischofs von Trier daß er sich wohl hütet, diesen Wunsch noch einmal zu äußern. In ihr dauernd attachiert sind, besser als jezt fahren. und seiner Geistlichkeit aufbaut. Das ist die Auffassung, einem Bostamt besteht ein Reservedienst, der die Postillone für eine einem Systeme möchte ich die Verwaltung warnen, das unter ganze Woche Anspruch nimmt; während der sie aus dem Vorgänger des Herrn Kraette nicht vereinzelt vorgekommen die die römische Kirche von allen nicht der unbedingten Autorität der bor Sie haben ist, dem Systeme, ihrer Kleidung überhaupt nicht herauskommen. durch bestimmte Personen Terrain Kirche unterstehenden Schulen hat, daß sie schlecht sind und daß in nur eine Die Nacht ankaufen zu lassen und diesen dann das Terrain mit nicht unerheb- ihnen perniciorissima docendi ratio( die verderblichste Lehrart) zweistündige Mittagspause. vollkommen licher Erhöhung des Preises abzunehmen. Einem Einwande möchte betrieben wird. Wer diese Auffassung hat, darf konfequenteriveise verbringen fie auf einem Strohsad, gekleidet, um jeden Augenblick zum Anspannen wieder bereit zu ich noch begegnen, der sich gegen meinen Vorschlag erhoben hat. nicht leiden, daß solche Schulen gegründet und beschickt werden. Die fein. Der Lohn der Postillone von 2,50 M. pro Tag ist in An- Ich bin mir sehr wohl bewußt, daß das Bürgerliche Gesetzbuch das römische Kirche fucht den Besuch dieser Schulen auf jede Weise zu betracht ihres durchaus nicht leichten Dienstes bei Wind und Wetter Verfahren, sich durch Schlußschein den Anlauf durch Vermittler verhindern; fie erteilt den darin unterrichtenden Religionslehrern nicht fein besonders hoher und sollte etwas aufgebessert werden. Der Herr sichern zu lassen, etwas erschwert hat. Während früher die Schluß die missio canonica( firchliche Berufung) und bedroht sie mit Staatssekretär erklärte im vorigen Jahre, daß 200 Mäntel für fcheine ohne Koften waren, ist jegt der notarielle Vertrag erforder der Strafe der Exkommunikation. So fucht sie den Glauben zu er Postillone angeschafft seien. Bisher haben die Postillone noch nichts lich. Aber die Kosten, die dadurch entstehen, könnte die Verwaltung wecken, als ob auf diesen Schulen gegen den Glauben und gegen von solchen Mänteln gesehen. Die Mäntel, die sie heute tragen, ruhig auf sich nehmen und eine entsprechende Forderung im Etat die gute Sitte unterrichtet werde.( Sehr richtig! bei den Nationalhaben sie sich von ihrem färglichen Lohn selbst angeschafft. Schließ einstellen. Sie würde dann immer noch besser fahren als jetzt. liberalen.) Dies Vorgehen richtet sich besonders gegen paritätische Schulen an solchen Orten, wo gleichzeitig katholische Schulen vorlich wird Beschwerde geführt, daß auf dem Postamt 14 in Berlin( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) handen sind, es müßte dann eine causa gravis( cin zivingender der Vorsteher auf alle Beamte einen Druck ausübt, daß sie dem Grund) zu Gunsten der paritätischen Schule vorliegen. Eine der Verein Frauen- und Töchterhort", durch den lediglich Töchter Der Rat des Herrn Vorredners ist ganz richtig, aber nicht immer Sautelen, die von der katholischen Kirche verlangt werden, falls sie höherer Beamter unterstüßt verden, beitreten. Ich bitte den Herrn Staatssekretär, diese Beschwerde zu prüfen.( Bravo! bei den Social ausführbar. Die Postverwaltung hat immer den gangbarsten Weg den Besuch einer paritätischen Schule gestattet, richtet sich dahin, daß über alles unterrichten müssen, was auf gewählt und die Verhandlungen so geführt, wie sie sich am besten die Eltern sich für sie stellten. Die Schwierigkeit liegt darin, daß das Publikum diesen Schulen vorgeht, und daß die katholischen Schülerinnen Verkehrs mit Protestantinnen und Israelitinnen Staatssekretär Kraetke: Eine Berfügung meinerseits, durch welche ganz genau weiß, wo wir ein Terrain nötig haben. Es weiß, was sich jeden ( Hört! hört! bei den Nationalliberalen.) Auf die Postillone in Bezug auf ihren Dienst schlechter gestellt werden wir befizen, weiß, wann der Verkehr gewachsen ist, und wenn mun enthalten. als früher, ist nicht ergangen. In Bezug auf den Sonntags jemand in unfrem Auftrage zum Grundstücksbefißer kommt und sieht dieser geistlichen Basis baut sich das Vorgehen des Bischofs dienst bestehen für die Postillone insofern Schwierigkeiten, das erforderliche Terrain so billig wie möglich zu erhalten, von Trier auf, auf Grund dieser Auffassung hat er schon 1883 einen würde ihm der Besizer ins Gesicht lachen und Erlaß an die Geistlichkeit verfügt. Diese Auffassung stimmt überein als die Sonntags- Bestellfahrten gemacht werden müssen, dann aber nicht immer geeigneter Erjaz zu beschaffen ihm sagen: ich weiß ja ganz genau, für wen du verhandelst. Dann mit zahlreichen Kundgebungen des Papstes und mit den Anist. In Bezug auf den Gottesdienst bestehen sehr strenge Verfügungen, ist es auch sehr schwer, den Befizer zu veranlassen, sich auf 6 bis sichten der katholischen Moralphilosophen. Vom Standpunkt der ich glaube nicht, daß es ein Beamter ristieren wird, solche Leute schlecht zu 9 Monate zu binden. Die Verwaltung fann gar nichts andres thun, römischen Kirche ist das Vorgehen des Bischofs Korum in Trier behandeln. Beinahe wie ein Märchen Klang die Erzählung von dem acht als in jedem Falle nach besonderem Verfahren zu handeln. Der durchaus forrekt. Es tennzeichnet wieder einmal die letzten Ziele der Gebiete der Schule.( Lebbafte tägigen Reservedienst einzelner Postillone. Solche Lämmer von Postillonen Wert der Terrains am Schlesischen Bahnhof, die in Frage kommen, römischen Kirche auf dem bei den Nationalliberalen.) Die grimdsätzlichen haben wir nicht, die das ruhig ertragen, das wäre unverantwortlich, war uns wohl bewußt, aber wir standen in einer Zwangslage. Das Buftimmung aller sie würden dann auch nicht den Schneid haben auf der Spitze des noch vorhandene Terrain und das, was die Eisenbahn uns abzu- Forderungen der römischen Kirche werden festgehalten reichte nicht hatte, reichte aits, und Wagens durch belebte Straßen zu fahren, wo sie alle Augenblicke treten wir hätten, wenn neueren Gesetzgebung zum Troß. Aber in der Prayis drängt und eine gewisse Energie entwickeln müssen. Am Lohn find wir das neue Grundstück nicht erworben hätten, um 100 000 Mt. bringt man nicht immer auf die Durchführung dieser theoretischen die Postillone den Unterbeamten Wir haben Forderungen. Die römische Kirche kann auch tolerant sein; bie in Berlin gleichgestellt. jährlich teurer und unbequemer gewirtschaftet. Die ihnen Mäntel werden auch geliefert wie die eine getvisse ganze gedrückt auf den Verkäufer und getvisse Er Bischöfe verbergen und übersehen unter Umständen die ZuwiderUniform. Es erhalten jetzt alle Postillone imprägnierte Mäntel. mäßigung erzielt. Dann kamen die Verhandlungen in der Budget- handlungen gegen die kirchlichen Forderungen. Man kann es also demokraten.) Abg. Zubeil( Soc.): an= F Staatssekretär Kraetke: " einem temperamentvollen und für seine Ideale begeisterten Bischof| Nach dem Vorgehen des Bischofs ist die Regierung nicht in der ihr in katholischen Gegenden gewissermaßen das Blut auszufangen. gar nicht verdenken, wenn er handelt wie Bischof Korum. In einem Lage, die Angelegenheit mit ihm direkt zu erörtern. Sie hat viel wir aber wollen nicht, daß die Errungenschaft der staatlichen Schule anderen Falle hat ein Kardinal in Amerika in seinem Sprengel sämtliche mehr den königl. Gesandten bei der päpstlichen Kurie aufgefordert, gefährdet werde durch ultramontane Ansprüche. Bischof Korum hat katholischen konfessionellen Schulen aufgehoben und den Besuch der kon- die Aufmerksamkeit der Kurie auf das Vorgehen des Bischofs von geradezu unverantwortlich gehandelt, indem er in einem Moment, wo fessionslosen Schulen empfohlen.( hört! hört! links.) Das ist dasselbe, was Trier zu lenken. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die Kurie dafür sorgen die Parteien sich zusammenschließen müssen auf dem gemeinsamen Boden Bischof Korum als schlimmste Sünde verdammt! Bischof Korum wird, daß dieser Zwischenfall ohne weitere für die Beziehungen des Vaterlandes, eine solche Brandfackel in unsrer Baterland hincinmeint in seinem Erlaß, die Zeit des Schweigens sei vorüber und zwischen Staat und Kirche störende und für die Allgemeinheit schad geschleudert hat.( Sehr richtig! b. d. Natl. Lebh. Oho!-Rufe im Centrum.) die Zeit des Redens sei gekommen!( hört! hört! bei den National- liche Folgen bleiben wird.( Beifall.) liberalen.) Das geschieht in einer Zeit, wo doch am allerwenigsten Diese Verteigerung der Absolution bedeutet die Boykottierung einer gewöhnliche Betehrung. Nun, ich habe die Ausführungen des preußischen Staatsschule.( Sehr richtig! links.) Dr. Dittrich sagte, diese Verweigerung sei weiter nichts gewesen als eine etwas unKultusminister Dr. Studt die katholische Kirche in Deutschland sich über mangelndes Entgegen hebt hervor, daß seitens des Bischofs von Trier keine Beschwerde kommen zu beklagen hat!( Große Unruhe und Widerspruch im über die Trierer Mädchenschule an die Regierung gelangt sei. Die Centrum.) Das Vorgehen des Bischofs hat in unserm Volte die Regierung hat eine Untersuchung geführt, ob das jetzige Ver- Kollegen Dittrich als eine etwas ungewöhnliche Belehrung empfunden. tiefste Erregung hervorgerufen, eine Erregung, die selbst in die halten des Bischofs Korum irgendwie berechtigt ist und muß( Große Heiterkeit und Sehr gut! bei den Nationalliberalen.) Wir Kreise der guten, einwandfreien frommen Katholiken hinein diese Berechtigung bestreiten. Die höhere Mädchenschule ist im berlangen, daß der Staat tapfer und unentwegt eintrete für die gedrungen ist.( Lachen im Centrum.) Was Bischof Korum damit Jahre 1878 auf einstimmigen Beschluß der städtischen Behörden paritätische, staatliche Schule.( Lebhafter Beifall bei den Nationalden Eltern aber das, was er damit gegen den Staat unternommen hat.( Buvon Trier als paritätische Anstalt gegründet. Im Jahre 1887 über- liberalen.) Abg. Graf Limburg- Stirum( f.) stimmung links.) In den vierzehn Tagen, die die Regierung für die nahm der Staat die Anstalt, zu der inzwischen noch ein LehrerinnenDiskussion dieser Angelegenheit freigegeben hat( Heiterkeit), hat ſich ist nicht fonfessionslos, fie feminar hinzugekommen war, von der Stadt. Die Schule verliest namens seiner politischen Freunde folgende Erklärung: Wir überall die Auffassung befestigt, daß es sich hier nicht um eine lokale, nicht tonfessionslos, sie ist paritätisch. Kein Katholik betrachten die Frage, ob und wie katholische Kirchenbehörden kirchsondern um eine die Allgemeinheit aufs höchste interessierende An- ist gezivungen, feine Kinder int die paritätische Schule liche Zuchtmittel anwenden, im allgemeinen als eine innere kirchliche gelegenheit handelt. Die katholische Presse sucht es so darzustellen, zu, deren eine von den Ursulinerinnen geleitet wird. Aber gerade vorübergehen, wenn unter Androhung solcher Maßnahmen ber zu schicken, denn es sind noch zwei katholische Privatschulen Angelegenheit, wir können aber im Staatsinteresse daran nicht Ist etwa eine Kriegserklärung eines fremden Staates gegen uns Beit besuchen neben 168 evangelischen und jüdischen Schülerinnen wir als ob es nur eine interne Angelegenheit der katholischen Kirche sei. die Staatsschule wurde von den katholischen Eltern bevorzugt. Zur Bevölkerung generell der Besuch einer ſtaatlichen Schule untersagt eine interne Angelegenheit dieses Staates?( Sehr gut bei den 202 katholische Schülerinnen die Schule.( Hört! hört! links.) Es Trierer Geistlichkeit zwar nur als einen lokalen Borgang, immerhin würde nur dies eine Sympton zu beseitigen trachten durch Auflegung Die Zuſammenſegung des Lehrkörpers ist also gewiß nicht unpari- hingenommen werden kann. Es wäre richtiger gewesen, wenn ben Champion bei glaubt, die Regierung unterrichten heute 8 evangelische und 12 katholische sehrer an der Schule. aber doch als einen solchen, der vom staatlichen Standpunkt aus nicht eines heilsamen Blästerchens.( Heiterkeit bei den Nationalliberalen.) tätisch. An dem Seminar ist allerdings der Unterricht in Deutsch und Bischof von Trier durch Abordnung oder Zulassung eines geeigneten Nun ist auch gesagt worden, die Regierung könne mit vornehmer Geschichte ausschließlich von evangelischen Lehrkräften ausgeübt worden. Religionslehrers es ermöglicht hätte, daß die Religionslehre Mißachtung an diesem Vorgang vorübergehen. Ich halte das für Ich habe aber bereits angeordnet, daß für diesen Unterricht eine an der Töchterschule und dem Seminar ausreichend war sehr bedenklich. Die vornehme Mißachtung würde doch wohl in katholische Lehrkraft herangezogen wird. Nationalliberalen.) In dieser Hinsicht betrachten wir das Vorgehen der Der einen Klasse, in der genommen wurde. Wir stehen grundsätzlich auf dem Boden konfessionellen Schule, aber die Volksschule einerseits die mittleren und höheren Schulen andrerseits dürfen Abg. Dr. Dittrich( C.): wollen. Wir was " Die weiten Streifen als Furcht ausgelegt werden.( Lebhafte Zustimmung vornehmlich Katholitinnen saßen, ist Luthers Sendschreiben zur Lektüre ber bei den Nationalliberalen.) Es könnte auch für andre ein Anreiz übergeben worden. Ich habe angeordnet, daß dieses Schriftstück mit und werden, in die Fußstapfen des Bischofs Korum zu treten.( Sehr seinen starken Ausfällen nicht ohne Kommentar und besonderen Hin- nicht ganz mit demselben Maßstabe gemessen werden. Von richtig! bei den Nationalliberalen.) Es müßte auch befürchtet werden, weis auf das Temperament des Verfassers zur häuslichen Lettüre diesem Standpunkt aus bedauern wir das Verhalten der katholischen daß ein ähnliches Vorgehen auch den Knabenschulen gegenüber an- übergeben wird. Versehen mögen hier und da vorgekommen sein. Geistlichkeit in Trier und erachten es als eine Pflicht der Behörden, gewendet würde. Von der höheren Mädchenschule bis zur höheren Der Lehrkörper der Trierer Knabenſchule ist nur ein Schritt.( Heiterkeit.) Redner verliest erkennung. Beide Konfessionen Leben im besten Einvernehmen. regeln in einem Sinne herbeizuführen, der der Würde und den Anstalt verdient alle An- eine Zurücknahme oder angemessene Aenderung der erfolgten Maßauts einer päpstlichen Encyclica eine Stelle, wonach es als erstrebenswert bezeichnet wird, daß Knaben Die Schüler werden in Gottesfurcht, Königstreue und Vaterlands- Interessen des Staates entspricht.( Bravo! rechts.) nicht liebe zu allem Guten erzogen. mehr in gemischt- konfessionellen Schulen unterrichtet werden sollen. Abg. Frhr. v. Zedlik( ft.): Das Land hat ein Recht darauf, die Stellung der Regierung kennen einzelt bleiben wird( Lachen links.) und die übrigen Herren Bischöfe( Seiterkeit.) In der ganzen Bevölkerung hat das Vorgehen des Ich hoffe bestimmt, daß das Vorgehen des Bischofs Korum verzu lernen. Dazu Gelegenheit zu geben, ist unsre Interpellation ihm nicht zustimmen werden. Ganz so milde wie mein Vorredner kann ich doch nicht urteilen. gestellt. Einem etwa uns aufgezwungenen Es liegt uns natürlich fern, fleinliche Repressalien gegenüber das Recht auf unsrer Seite ist. Die Regierung wünscht den Kampf In der jetzigen Zeit wäre es die Aufgabe aller chriftlichen Kons Kampfe aber sehen wir mit Ruhe entgegen in dem Bewußtsein, daß Bischofs in Trier wie ein Blizstrahl aus heiterem Himmel gewirkt. dem Bischof zu fordern. Es handelt sich hier um einen großen nicht, wird er ihr aber aufgezwungen, so wird sie ihn mit Festigkeit Grundlagen des Staates wie der chriftlichen Religion umſtürzen geistigen Kampf, in dem man nicht mit fleinlichen polizeilichen aufnehmen und alle Maßregeln ergreifen, die zur thatkräftigen feffionen, gemeinsam zu kämpfen gegen Bestrebungen, die sowohl die Mitteln vorgehen darf.( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Wahrung wichtiger Lebensinteressen des Staates oder zur Sicherung Kirche nur akademisch ihre Forderungen verträte. wenn hätten nichts dagegen, die katholische Die Regierung muß aber gegen solche, den konfessionellen Frieden des tonfessionellen Friedens unbedingt notwendig sind.( Beifall.) Aber sie störende Bestrebungen energisch einschreiten. darf sie nicht in die That umsetzen. Vor allen Dingen muß aber Die Auffassung der königlichen Staatsregierung von der Schule verurteilt werden, daß die Boykottierung von der Kanzel herab ist diametral der der katholischen Kirche entgegen gefeßt.( Sehr Ich bin erfreut, aus der Rede des Ministerpräsidenten ein scharf proklamiert worden ist.( Zustimmung.) Die Ausführungen des richtig! links.) Wir erwarten von der königlichen Staatsregierung ausgesprochenes Rechtsbewußtsein herausgehört zu haben. Er hat Herrn Dittrich haben wohl mehr Verwunderung erregt, als übereine Erklärung, daß sie ihrerseits unter keinen Umständen gewillt ist, betont, daß gegen Katholiken und Protestanten gleiche Gerechtigkeit zeugend gewirkt.( Sehr richtig!) Das Vorgehen des Trierer Bischofs von ihren Schuleinrichtungen irgend etwas preiszugeben.( Sehr geübt werden müsse. Mir ist vom Plane eines neuen, gewaltigen bedeutet eine Provokation, die sich kein Staat gefallen lassen würde. Das Vorgehen des Bischofs ist ein Einzelfall, aber es ist ein sollte, nichts bekannt. Gewiß besteht ein Kampf um die Schule, Trier, ohne Rücksichten auf die Verhandlungen in Rom, seine volle Wetterzeichen. Unter einem solchen Wetterzeichen müßte die Staats- aber nicht um die Herrschaft in der Schule, sondern um den Geift in Sühne.( Beifall.) regierung Veranlassung nehmen, ihren ganzen Standpunkt in der der Schule.( Lautes Lachen links.) Die Kirche kann nicht darauf Kirchenpolitik einer Revision zu unterziehen. Ich bin der Meinung, verzichten, in den katholischen Schulen auch den katholischen Geist giebt im Namen seiner Freunde folgende Erklärung ab: Nach Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.) daß die Regierung etwas mitschuldig an dem Vorgehen des Bischofs zur Geltung zu bringen. Das gilt besonders von der Elementar- unfrer Auffassung ist das Verhalten des Bischofs Korum geeignet, Korum ist, durch die Bartheit, durch die Freundlichkeit, die sie gegen schule. Die katholische Kirche wird auch nie darauf verzichten, die derartige Uebergriffe bisher zur Schau getragen hat.( Lebhafte daß keiner den Religionsunterricht erteilen darf, der nicht dazu die Angriffe des Bischofs Korum auf den paritätischen Unterricht Gefühle Andersdenkender aufs tiefste zu verletzen. Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Die Staatsregierung besondere firchliche Ermächtigung erhalten hat. muß jetzt von der Periode des Schweigens in die Periode des sind um so weniger zu verantworten, als sie nicht durch Redens übergehen. Mir liegt es fern, in tonfessioneller Beziehung den Nationalliberalen.) Es ist in der Interpellation die Rede von unterscheidet zwischen dem, Die Dinge scheinen mir sehr aufgebauscht zu sein.( Oho! bei besondere Verhältnisse erklärlich erscheinen. Die katholische Kirche irgendwie Haß zu säen.( Lachen im Centrum.) Es ist oft anerkannt firchlichen Zuchtmitteln. Die Absolution ist aber ein Sakrament, muß, und dem, was ertragen werden kann: tolerari posse. Der fie unbedingt verwerfen worden, daß sich die katholische Kirche nirgends so gut befindet wie dessen Erteilung einen rein dogmatischen Charakter hat. Es handelt heutige modus vivendi wäre ohne das tolerari posse nicht zu er in Preußen. Es soll der Ruhm in unfrem Vaterlande bleiben, daß sich nicht um die Androhung von kirchlichen Strafen, sondern um eine reichen gewesen. Nur die Anwendung dieses Grundsages hat dem unter der Krone der Hohenzollern jeder nach seiner Façon selig Belehrung über die Voraussetzungen zum würdigen Empfang eines Staate die Möglichkeit, gewiffe Waffen" auf dem Fechtboden werden kann.( Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Wir Sakraments. Warum man in Trier eine etwas ungewöhnliche Form niederzulegen, gegeben. tvoren Gerechtigkeit üben allen Konfeffionen gegenüber. Mit der für diese Belehrung gewählt hat, erklärt sich aus den besonderen Politik der Freundlichkeit, die die königliche Staatsregierung treibt, dortigen Verhältnissen. Ich erkenne darin die Explosion eines Bünd- fäge auf das schärfste zugespitzt. Auch die Verschärfung der KlaffenAuf wirtschaftspolitischem Gebiete find gegenwärtig die Gegenmag sie ja die beste Absicht haben. Wenn die Regierung aber einsieht, daß diese Politik der Freund- links.) Es handelt sich nur um eine allergings etwas ungewöhnliche fonfessionellem Gebiete Zwietracht gefäet wird, dann ist zu bes stoffes, der sich in 25 Jahren allmählich angehäuft hat.( Unruhe gegensäge macht sich immer weiter bemerkbar. Wenn nun auch auf lichkeit, des mutigen Zurückweichens, der großen und fleinen Gaben Form der Belehrung.( Gelächter links.) Freilich ist diese Aktion fürchten, daß vor Haß und Erbitterung ein gedeihliches Zusammeneinen modus vivendi nicht zuläßt, so muß sie von diesem modus nicht eine rein dogmatische, sondern auch eine disziplinare Maßregel. wirken aller auch in solchen Fragen, deren Lösung allen gleich am vivendi übergehen zum modus belli gerendi( des Kampfes). Wer gegenüber einer solchen ein Eingreifen der Regierung verlangt, Herzen liegt, nicht mehr möglich sein wird. Wir erwarten von der ( Lebhafte Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Wir erwarten, der fordert etwas, was die Regierung nicht leisten kann und darf, Staatsregierung, daß sie den konfessionellen Frieden in Trier wiederdaß die königliche Staatsregierung uns eine Antwort geben wird, eine Erneuerung des Kulturkampfes! die Beruhigung im Lande schafft, eine Antwort, die ein ähnliches herstellt und die Rechte des Staates nach jeder Richtung hin zur Die Interpellation charakterisiert das Vorgehen des Bischofs Geltung bringt.( Beifall links.) Vorgehen der Klerikalen unmöglich macht. Sollten wir uns getäuscht als einen Angriff gegen eine staatliche Schule. Dies Vorgehen richtet sehen, so haben wir unsre Pflicht und Schuldigkeit gethan. Videant fich aber nicht gegen eine staatliche oder kommunale Schule, sondern Abg. Dr. Barth( frs. Vg.): consules, neguid detrimentum res publica capiat.( Möge die gegen eine paritätische Schule( Lachen bei den Nationalliberalen), Die Regierung hat auf dem Gebiete des Schulwesens bisher Regierung wachen, daß der Staat nicht Schaden leide.)( Lebhafter eine Schule, die dem katholischen Ideale nicht entspricht. Wir fordern immer eine beklagenswerte Stellung eingenommen. Hätte Bischof Beifall und Händeklatschen bei den Nationalliberalen.) fonfessionelle Schulen und konfessionelle Bildungsanstalten für die Korum nicht gewußt, daß die Politik der Staatsregierung gegenüber Lehrer wie für die Lehrerinnen. Diese Forderung richtet sich nicht der katholischen Kirche eine Politit der Schwäche ist, er würde nie gegen den konfessionellen Frieden. Wir befinden uns in dieser gewagt haben, der Regierung einen solchen Schlag ins Gesicht zu Auffassung in voller Uebereinstimmung mit der konservativen versehen.( Lebhafte Zustimmung links. Unruhe im Centrum.) Ein Bevor der Herr Kultusminister auf die Einzelheiten näher ein- Partei und mit der Unterrichtsverwaltung und Unterrichtsprayis Schlag ins Geficht ist es, diese ungewöhnliche Form der Belehrung gehen wird, möchte ich folgendes fagen: Ich muß zunächst meinem feit fast einem Jahrhundert. Allerdings müssen wir aus schwer zu wählen.( Heiterkeit links.) Der Bischof von Trier wird bei der tiefen Bedauern Ausdruck geben über die Art und Weise, wie der Bischof wiegenden Gründen in Fällen äußerster Not uns mit paritätischen Forderung der konfessionellen Mädchenschulen natürlich nicht stehen von Trier durch sein Vorgehen den konfessionellen Frieden gefährdet Korum solche Konzessionen nicht machen konnte, so liegt das an den langen.( Heiterkeit und Sehr richtig!" links.) Das ist einfach von Trier durch sein Vorgehen den konfessionellen Frieden gefährdet Schulen abfinden. Ideale sind oft nicht erreichbar. Wenn Bischof bleiben. Er wird schließlich noch konfessionelle Universitäten verhat( Bravo! bei den Nationalliberalen.), den aufrecht zu erhalten das Staat ift, um fo provo ehrliche und bis jetzt erfolgreiche Streben der tgl. Staatsregierung ganz fingulären dortigen Verhältnissen. Es lag in Trier keinerlei fonsequent. Je schwächer ein gewesen war. Mein Bedauern ist um so lebhafter, als bis zu diesem Bedürfnis zur Gründung einer paritätischen Mädchenschule vor. In katorischer tritt die römische Kirche auf.( Zustimmung links.) plöglichen Vorstoß der Bischof von Trier weder mir noch dem Herrn dem paritätischen Lehrerinnen- Seminar gab es 72 katholische und Herr Hackenberg fagte mit großer Befriedigung, bei Stultusminister gegenüber wegen der Trierer Schulverhältnisse irgend mur 18 evangelische Besucherinnen.( Hört! hört! im Centrum.) Die hätten die Katholiken es so gut wie nirgends. Ich meine, stolz welche Schritte gethan hatte.( hört! hört! bei den Nationalliberalen.) Schuld an der unliebsamen Entwicklung der Trierer Schulverhältnisse tönnen wir darauf nicht sein.( Lebhaftes, vielfaches: Sehr wahr! Es ist gleichbedeutend mit dem Zugeständnis, daß wir Auch daran möchte ich erinnern, daß meines Wissens weder im tragen vor allem die lokalen Aufsichtsbehörden. Nach den Bu- links.) Plenum noch in der Kommission dieses hohen Hauses über das sicherungen des Ministers läßt sich erwarten, daß es in Trier als- schwächer find wie jede andre Regierung.( Unruhe im Centrum.) Lehrerinnenseminar und über die staatliche Höhere Mädchenschule bald zu einer Einigung kommt, was jeder firchlich gesinnte Mann Gehen Sie doch nach Frankreich. Wenn dort ein französischer Bischof irgend welche Beanstandung erhoben worden war. nur mit Freuden begrüßen könnte.( Beifall im Centrum.) Die Etatses wagen würde, mit kirchlichen Zuchtmitteln eine staatliche Töchtertitel wurden regelmäßig anstandslos bewilligt. Das Vorgehen schule zu boykottieren, er würde binnen 24 Stunden mit den staatAbg. Dr. Friedberg( natl.): lichen Zuchtmitteln Bekanntschaft machen. des Herrn Bischofs in Trier war um so auffälliger, als auch ( Lebhafte Zustimmung ihm bekannt sein mußte, daß ich es als meine Pflicht betrachte, staatliche Autorität unter allen Umständen wahren zu wollen erklärte. 14 Tage verstreichen lassen, Es hat uns mit Genugthuung erfüllt, daß der Ministerpräsident die links, Lärm im Centrum.) Dort hätte die römische Kurie nicht ohne sich bei der französischen Gerechtigkeit zu üben gegen die Angehörigen beider Konfessionen, Dagegen bedauern wir es außerordentlich, daß er die schwebenden Regierung zu entschuldigen.( Heiterkeit und Sehr gut! lints.) ohne Kleinlichkeit, ohne Engherzigkeit gegenüber den einen oder den Fragen zur Entscheidung der römischen Kurie als höchster Instanz Im Falle Norum wird wieder die alte römische Politik getrieben andern. Der Herr Bischof von Trier konnte nach meiner ganzen vorlegen will.( Bustimmung bei den Nationalliberalen.) Wir hatten werden. Man wird zunächst mit allerlei unverbindlichen Redenspolitischen Vergangenheit nicht im Zweifel darüber sein, es für richtiger gehalten, wenn seitens der Regierung unmittelbare arten den Staat hinzuhalten suchen. Man wird ihm dann irgend wie aufrichtig ich bemüht bin fage ich auch Abwehrmaßregeln gegen das friedenstörende Vorgehen des Bischofs ein Zugeständnis machen und sich dann den Schein geben, als ob gegenüber gewissen Angriffen des Vorredners be Korum ergriffen würden.( Unruhe im Centrum.) Der Minister- man unterlegen wäre, während man in Wirklichkeit einen Triumph rechtigte Klagen unsrer katholischen Mitbürger wirksam ab präsident wird die Sache gewiß durchaus diplomatisch behandeln, fondergleichen gefeiert hat.( Lebhafte Zustimmung links.) Wie bes zustellen. Der konfessionelle Zwiespalt, welcher durch das ich bezweifle aber, ob er in Rom etwas erreichen und scheiden der Staat bei uns geworden ist, das haben wir kennen deutsche Bolk geht, nötigt uns, uns ineinander zu schicken und uns Lorbeeren für Preußen erlangen wird. Auf jeden Fall wünschen gelernt, als mitgeteilt wurde, daß es endlich nach heißem Bemühen miteinander einzurichten. Das aber ist nur möglich auf dem Boden meine Freunde nicht, daß er durch Konzessionen Vorteile für den gelungen sei, eine katholisch- theologische Fakultät in Straßburg zu eines praktischen modus vivendi, das ist nur möglich auf dem Boden Staat zu erreichen sucht.( Lebhafte Zustimmung bei den National- errichten. In Wirklichkeit war das kein Triumph des Staates, der Thatsachen, denn Principien find unversöhnlich. Wenn sich Principien liberalen.) Die do ut des-( Kuhhandels-) Politik gegenüber Rom sondern ein Triumph der Kirche.( Sehr richtig! links.) gegeneinander auftürmen, ist keine Verständigung möglich. Principielle hat dem preußischen Staate immer nur Nachteile gebracht.( Leb- Wenn bei einem Entgegenkommen, wie es die katholische Gegensätze mögen und sollen ausgefochten werden auf geistigem Gebiete, hafte Rufe: Sehr richtig! links.) leberrascht hat mich die Kirche bei uns genießt, der Bischof Korum sich derartige Uebermit geistigen Waffen. Wir müssen danach trachten, miteinander Charakterisierung meines Freundes Hackenberg als eines fultur- griffe herausnehmen kann, so ist das ein Beweis dafür, wie auszukommen. Wenn auf der einen Seite der Herr Bischof von kämpferischen Geistes. Diese Worte des Grafen Bülow waren sicher die katholische Kirche sich bei uns fühlt. Dafür hat die öffent Trier und auf der andern Seite der Herr Vorredner die Führung mir geradezu unbegreiflich. Abgeordneter Hackenberg hat mit liche Meinung ein feines Verständnis. So ist die Erklärung der übernehmen würde, so würden wir uns morgen wieder im Kultur- einer bewundernswerten Objektivität gesprochen.( Sehr wahr! bei konservativen Partei resoluter und schärfer ausgefallen, als man kampfe befinden.( Lebhaftes Dho! bei den Nationalliberalen.) Wir den Nationalliberalen. Lebhafter Widerspruch im Centrum.) nach der Stellung der konservativen Partei zum Centrum erwarten können Preußen nicht so regulieren, daß wir nur Protestanten oder Wir wünschen keinen neuen Kulturkampf, wohl aber, daß der konnte.( Sehr wahr! links.) Diese Abwehrerklärung der Konservanur Katholiken haben. Wir müssen dem fonfeffionellen Zwie- Ministerpräsident endlich zu der Ueberzeugung gelange, daß er mit tiven hat zum Ausdruck gebracht, daß die 2 Protestanten Preußens spalt begegnen im Zeichen der Gerechtigkeit; von feiten einem Entgegenkommen gegen das Centrum nicht weiter kommt, durch das Vorgehen des Bischofs Korum sich im höchsten Grade des Staates durch eine objektive Geschäftsführung, von und daß er endlich die starke Position ausnutze, die die Regierung beunruhigt fühlen.( Sehr wahr! links und rechts.) Man könnte feiten der Konfessionen durch gegenseitige Duldsamkeit und in unfrem Vaterlande Gott sei Dank noch inne hat.( Lebhafter heute schon die Frage aufwerfen, ob es angezeigt wäre, die durch Achtung der Rechte und der Würde des Staates. Beifall bei den Nationalliberalen.) Ohne Zweifel ist Bischof Korum Protestanten mögen sich zusammentu, um Parität gegenüber der Das hat leider der Bischof von Trier außer Acht gelaffen, als er felbst der Urheber der unerfreulichen Verhältnisse in Trier. Wir fatholischen Kirche zu verlangen.( Lebhaftes Sehr wahr! links.) eine fo fchroffe Form wählte, welche das Zustandekommen einer hoffen, daß die Regierung unbedingt festhält an dem paritätischen Heute werden in der That die Katholiken bereits anders behandelt Verständigung im hohen Grade zu gefährden geeignet war. Es liegt im Charakter der höheren Töchterschule zu Trier und niemals wie die Protestanten. Wenn ein Generalfuperintendent etwa wie der Interesse des Staats, die Inkongruenzen in der Diözese Trier zu beseitigen. einer Beseitigung dieses Systems zustimmt.( Zustimmung Bischof Korum handelte, es ist ja eigentlich gar nicht auszus Vor allem muß die Staatsregierung erwarten, daß der Bischof von bei den Nationalliberalen.) Die katholische Kirche ist be- denken( Großer Lärm im Centrum) wer weiß was mit ihm ges Trier sein Bublikandum zurücknimmt.( Lebhafte Zustimmung links.) strebt, der preußischen Staatsschule Konkurrenz zu machen und schehen würde. Wir wollen ja gar nicht, daß die Katholiken schlechter Zur Beantwortung der Interpellation nimmt das Wort Ministerpräsident Graf Bülow: das uns thöricht. " Die behandelt werden, wir wollen mur wirkliche Parität. Herr Dittrich| grund geschoben, die, wenn sie gegeneinander anstürment, eine Ver Eingegangene Druckschriften. meinte, es handle sich nicht um einen Kampf um die Schule, sondern ständigung unmöglich machen müssen. Ich zweifle übrigens auch um den Geist in der Schule.( Heiterkeit links.) Das Centrum ist daran nicht, daß, wenn man etwa die Abgg. Rören und Dr. Barth 22. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dieg' Berlag) ist soeben das also so gütig, die Schulen weiter vom Staate erhalten zu lassen, zusammen einsperrte, fie sich auch niemals verständigen würden. wir hervor: Theologische Katbalgereien. Socialismus und Landwirtschaft. aber der Geist muß erst von der Kirche approbiert sein.( Große Heiterkeit.) Die konfessionellen Streitigkeiten in Deutsch- Von K. Kautsky. 1. Die Entwicklung der Theorie. 2. Die Position des ( Lebhafte Zustimmung links.). Wir Wir sind der Ansicht, daß land haben niemals irgend jemand Vorteil in der Sache gebracht, Marrismus. Kartellfragen. Von Heinrich Cunow. 3. Die angebliche die Kirche nicht die erste Violine zu spielen hat.( Sehr wahr! sondern stets nur beiden Teilen Schaden. Deshalb müssen mehr größere Wirtschaftlichkeit der Kartelle. Socialpolitische Umschau. Von links.) Der Kampf um die Schule ist ein solcher, bei dem die Staats- als anderswo bei uns konfeffionelle Kämpfe vorsichtig, behutsam, Emanuel Wurm. Die Krankenversicherungs- Novelle. Litterarische Rundregierung im Volte einen festen Halt hat, da sie sich auf die breiten praktisch, staatsmännisch behandelt werden. Das sollte man weder in schau: W. Bölsche, Das Liebesleben in der Natur. Von Oda Olberg. Massen der Bevölkerung stügen könnte. Wenn die Verhandlungen Trier, noch in diesem hohen Hause vergessen. Wilhelm Bölsche, Bon Sonnen und Sonnenstäubchen. Von Kurt Grottewiß. in diesem Hause die Regierung an das Landgraf werde hart" gegen Abg. Dr. Barth hat gemeint, ich scheute vor einem Konflikte Max Kraft, Das System der technischen Arbeit. Caroll D. Wright, L'Evolution industrielle des Etats- Unis. Von J. German. Notizen: Die über der katholischen Kirche erinnert haben, sind sie nicht umsonst zurück. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die bei jeder Gelegenheit neunjährige Thätigkeit der Berner Arbeitslosenkasse. gewesen. Solange die Regierung aber eine Politik der Swäche treibt, und um jeden Preis einen Konflikt wollen, die das gefährliche Die Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchso lange wird sie sich von der katholischen Kirche a la Korum be- Spiel mit dem Feuer gewissermaßen als Sport betreiben, denen der handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro handeln lassen müssen.( Lebhafter Beifall links.) Konflikt Selbstzweck, die vielleicht nur auf irgend einen Hausbrand warten, Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Bostanstalten ist die Abg. Roeren( E.) an dem sie ihre Suppe kochen können.( Heiterkeit.) Schon im Interesse Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nimmt als Vertreter des Wahlkreises Trier das Wort und polemisterte unsrer Attiousfähigkeit nach außen suche ich Konflikte zu vermeiden, nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. gegen den Abg. Dr. Barth. Man hat es so dargestellt, als habe aber wenn Dr. Barth meint, daß ich auch solchen Konflikten Doppelheft dieser im 16. Jahrgang erscheinenden von Dr. Heinrich Braun die mit unsrer Konzentration auch unsre Thatkraft hemmen müßten" Archiv für sociale Gesetzgebung und Statistik". Das neueste man nur notwendig gehabt, die Mißstände zur Kenntnis der Regierung zu bringen. So liegt die Sache aber gar nicht. Die Un- aus dem Wege gehen würde, die im Interesse der Gesamt- herausgegebenen Zeitschrift( Berlin, Carl Heymanns Verlag) hat folgenden zufriedenheit mit den Zuständen datiert von der Zeit der Gründung heit ausgefochten werden müßten, so befindet er sich in einem Inhalt: Abhandlungen: Beruf und Besik. Von Prof. Dr. Werner groben Frrtum. Solchen Konflikten werde ich sicherlich nicht Sombart in Breslau. Die Revision des schweizerischen Fabrikgesezes. Ser Schule aus dem Jahre 1878. Die Regierung übernahm die Schule aus dem Wege gehen. Notwendige Konflikte müssen aufgenommen Von Dr. F. Schuler, ehemaligem schweizerischen Fabritinspektor. ohne Religionsunterricht und führte sie ohne Religionsunterricht weiter. und durchgefochten werden, unnüke Konflikte zu provozieren ist Rüdkehr nach dem Lande. Von Prof. Dr. Emil Vandervelde, Mitglied der Die Schuld an den jezigen Vorgängen trägt nicht Herr Korum, Deputiertenkammer in Brüssel. Ein Reformprogramm für die Wohnungssondern die Regierung allein.( Lebhaftes Oho! links.) Was haben die Interpellanten mit dem zweiten Teil der Juterpellation beabAbg. Dr. Barth ist weiter zu sprechen gekommen auf die Er- und Ansiedlungsfrage in Deutschland. Von Dr. Karl v. Mangoldt in Dresden. Gesezgebung: Deutsches Reich. Der Gesezentwurf be sichtigt? Doch nichts andres, als kulturkämpferische Stimmung richtung der katholischen theologischen Fakultät in Straßburg. Ich er- treffend Kaufmannsgerichte. Von Dr. K. Flesch, Stadtrat in Frankhervorzurufen und die Regierung zu veranlassen, noch schärfer gegen Fürsten Hohenlohe angestrebt worden und von mir weitergeführt wesens. Von Dr. Hugo Lindemann in Stuttgart- Degerloch 2c. 2c. achte diese Vereinbarung, die schon von meinem Amtsvorgänger, dem furt a. M. Gesetzgeberische Fortschritte auf dem Gebiete des Wohnungsdie Katholiken vorzugehen, als sie es bisher gethan hat. worden ist, für eine gute, weil sie beiden Teilen zum Nutzen itteratur: Litteratur von und über Gewerkschaften. Besprochen von ( Lebhafter Widerspruch links.) Herr Hackenberg auch bestritten. Er hat es sogar zweimal gethan. haber er gereicht.( Buſtimmung im Centrum). Ein Beweis dafür, daß Dr. Adolf Braun in Nürnberg. Schulz, M. v., Das Gewerbegerichtsgeseh sich zweimal entschuldigt, der macht sich selbst verdächtig ist dies für mich, dieses Abkommen auch im Interesse des Reichsgedankens lag, in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1901. Besprochen Ich glaube, Sie haben nicht die Absicht, daß der Bischof Korum ab- tommens auf das heftigste bekämpft worden ist von daß das Zustandekommen dieses Ab- von Stadtrat Dr. Karl Flesch in Frankfurt a. M. den" Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Centralstelle für Arbeits. gesezt oder ausgewiesen wird, oder daß er ins Gefängnis geworfen Protestlern in Elsaß- Lothringen und von deren ausländischen Bundes- markt- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Verlag von G. Reimer). wird. Es bleibt also nur der Zweck, in kulturkämpferischer Richtung genossen. Daß sich diesen der Abg. Dr. Barth beigefellen würde, Beitschrift enthält in Nr. 11 des 6. Jahrganges unter anderm: Die ArbeitsDie als Drgan des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende die Regierung scharf zu machen. Der Bischof Korum wollte nichts hatte ich allerdings nicht angenommen.( Heiterkeit rechts und im verhältnisse in den Betrieben der Marine- und Heeresverwaltung. Allandres als Parität.( Lachen lints.) Wollen Sie uns gemeines: Reichstags- Debatte über Reichsstatistik und Arbeitsmarkt". deswegen einen neuen Kulturkampf aufzwingen, so fürchten wir Centrum, Unruhe links.) Situationsberichte aus einzelnen Ge Es ist mir auch vorgeworfen worden, daß ich gegenüber einer Internationaler Arbeitsmarkt. ihn nicht, wir werden aus dem neuen ebenso gestärkt wie aus dem alten hervorgehen. Die katholische Regierung hat sich großen Partei dieses Hauses und des Reichstags im Centrum zu viel werben: Bergbau und Eisengewerbe( Absatzverhältnisse im Ruhrkohlenniemals die Herrschaft über die Schule anmaßen wollen. Ebenso Entgegenkommen zeigte. Ich bin gegen solche Vorwürfe ziemlich bergbau. Die Montanindustrie Destreichs im Jahre 1902); Buchbinderei gut wie der Staat und die Familie hat auch die Kirche ein Recht abgebrüht. Sie machen auf mich ebensowenig Eindruck, als wenn( Bordringen des Großbetriebes. Geschäftsgang in Leipzig, Berlin, Breslau, mir beispielsweise Dr. Barth und seine freihändlerischen manchester gewerbe); Müuerei( Lebhafter Geschäftsgang). Dresden, Jena); Brauereigewerbe( Bunahme der Beschäftigten im Brauerei auf die Schule. Sie hat die Pflicht über die religiöse Erziehung der lichen Freunde vorwerfen, ich befände mich in völliger Abhängigkeit material: Internationale Streitstatistit. Statistisches Monats Kinder zu wachen und diese kann nur auf konfessioneller Grundlage von den Agrariern, oder wenn umgekehrt gesagt wird, das ich das Konsum: Lebensmittelpreise im Februar. Börsenkurse. Haushaltskosten. Mitteilungen aus deutschen zweckentsprechend erfolgen. Die katholische Kirche macht Ausnahmen Klosettgesetz ich bitte um Verzeihung wegen dieses Aus- Arbeitsnachweis Verbänden: Verband deutscher Arbeitsnachweise. Rundin Bezug auf Gymnafien und Hochschulen, sie wendet aber das Princip druckes( Heiterkeit) nur aus besonderer Liebenswürdigkeit schreiben betr. Statistit. streng an bei Schulen, in den die Schülerinnen die ersten Grund" Das Gewerbegericht", Monatsschrift des Verbandes Deutscher Ge lagen des Wiffens erhalten. Herrn Hadenberg ist wohl bekannt, gegen Dr. Barth konzediert hätte( Heiterkeit), oder daß ich mich bei meiner Flottenpolitik von den Alldeutschen ins werbegerichte. Herausgeber Dr. Jastrow, Charlottenburg- Berlin, Dr. Flesch, daß der Generalsuperintendent Brückner die paritätischen Schulen Schlepptau nehmen ließe, oder daß ich mit den Socialisten kokettierte. Frankfurt a. M.( Verlag von Georg Reimer in Berlin). Die Zeitschrift die Schulen der Unduldsamkeit und Charakterlofigkeit genannt hat. Die Wahrheit ist, daß ich mich keiner Partei zu eigen gebe und daß enthält in Nr. 6 des 8. Jahrgangs außer der Rechtsprechung in deutschen Was wollten die Interpellanten mit dem Worte Zuchtmittel sagen? infolgedessen jede Partei von Zeit zu Zeit finden wird, ich thäte Gewerbegericht und Landgericht Würzburg), andren deutschen Gerichten Gewerbe- und Berufungsgerichten( Solingen, Charlottenburg, Hamburg, Die Absolution ist ein integrierender Teil des Bußsakraments, aber mehr für die andern als für sie selbst. fein Zuchtmittel. Ob die Absolution zu erteilen oder zu versagen Die Regierung( Oberlandesgericht Marienwerder) u. a.: Das Schicksal der Kaufmannsmuß über den Parteien stehen, sie kann fann wohl zeit gerichte. Von Privatdozent Dr. Jastrow. Der Stand der Gewerbegerichts. ist, das ist allein Sache des Beichtvaters und kein Beichtvater, fein weise mit dieser oder jener Partei regieren, fie fann Reform in Frankreich. Von Prof. Raoul Jah. Berfassung und Verfahren. Seelsorger wird sich da von irgend jemand hineinreden lassen, und wird sich aber von keiner Partei regieren lassen. Die Staats- Wahlausweise in Leipzig. Ginigungsämter. Akademie- Sibung über selbst nicht von einem Beschlusse des Abgeordnetenhauses, der unter Zustimmung des Centrums gefaßt worden wäre.( Sehr gut! im regierung steht auf dem Boden des modus vivendi, den die politische Einigungsämter. Recht des Arbeitsvertrages. Lohnvertrag zwischen Bater Weisheit des Fürsten Bismarck verbunden mit der politischen WeisAllgemeines. Kundgebungen und Litteratur betr. Kaufmannsgerichte. Statistik der württembergischen Gewerbegerichte für 1902. Centrum.) Die unglaublichenhofe Rotul böllig heit des noch jest regierenden Papstes eben zu Das Gewerbegericht en un Litteratur. Wallroth, richtig wir bestrebt sind, den religiösen Frieden aufrecht zu Verbot der Aufrechnung. Verbandsangelegenheiten. Verbandstag 1903. erhalten, geht ja auch hervor aus den Angriffen, die desuns gerichtet sind. Aber der Frieden muß von M. Quidde. Berlin SW. H. Bermühler Verlag 1903. Stadt haben das Vorgehen des Bischofs Korum völlig gerechtfertigt, fie machen jede Verteidigung Korums überflüssig. Die Trierer Verhältnisse find aber wirklich unerhört. Schon die Gründung der paritätischen Schule war ein Aft verlezender Imparität, halb gegen auch von seiten der Kirche und ihrer Organe gewahrt werden. ein zweiter folcher Aft folgte bei der Gründung des Seminars.( Sehr richtig! im Centrum.) Trier ist die einzige die Rechte des Staates zu verlegen, mit Entschiedenheit zurückweisen. ( Sehr richtig! rechts.) Wir werden jeden Versuch, die Würde und außer Posen Seminar besteht.( Hört! hört! im Centrum.) Es ist Thatsache, daß Intoleranz können und werden wir nicht tolerant sein können.( Verin der ein paritätisches Lehrerinnen- Wir sind tolerant gegen die Ueberzeugung andrer, aber gegenüber der Katholikinnen zurückgesezt worden sind. Der Leiter der Schule hat einzelter Beifall rechts.) erflärt, er laffe nur solche Eraminandinnen zu, die die paritätische einzelter Beifall rechts.) Schule von früh an besucht hätten. Die Folge davon war, daß die Eltern, welche ihre Kinder das Lehrerinnen- Erament machen lassen stellt gegenüber dem Abg. Noeren fest, daß es in der Unterrichtswollten, Siese nicht auf die katholischen Privatschulen verwaltung nicht gelungen fei, für viele Fächer der paritätischen schiden konnten, sondern auf die paritätische Schule an- Trierer Töchterschule katholische Lehrerinnen zu gewinnen. gewiesen ivaren.( Sehr richtig! im Centrum.) Unter Darauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. gleichen Verhältnissen hätte das gesamte Episkopat und die gePersönlich bemerkt Ministerpräsident Graf Bülow: Kultusminister Studt famte katholische Geistlichkeit in derselben Weise gehandelt wie Abg. Dr. Hackenberg( natl.) gegenüber dem Ministerpräsidenten: Bischof Korum.( Große Unruhe links.) Ich danke den Interpellanten Er habe den Bischof Korum nicht in Schutz genommen, sondern nur dafür, daß sie Gelegenheit gegeben haben, daß die unhaltbaren nachgewiesen, daß Bischof Korum forrekt gehandelt habe nach den Trierer Schulverhältnisse in weiten Wolfskreisen bekannt werden. principiellen Grundsäßen seiner Kirche, daß die Praxis aber eine Hoffentlich sorgt jetzt der Kultusminister für die Beseitigung dieser andre sei und daß er entgegen der übrigen Geistlichkeit diese unhaltbaren Verhältnisse!( Lebhafter Beifall im Centrum, Zischen theoretischen Grundsäße auffallenderweise in die Praxis umzusetzen bei den Nationalliberalen.) versucht habe. Abg. Dr. Barth( frs. Vg.): Der Ministerpräsident hat gesagt, Ich muß verschiedene im Laufe der Debatte gefallene Be- ich hätte ihn gewissermaßen in einen Konflikt mit der römischen Ich habe im Gegenteil angesichts der merkungen richtig stellen und werde dabei um so ruhiger sprechen, Surie hineinhezen wollen. je temperamentvoller die letzten drei Redner sich geäußert haben. Gefährlichkeit eines solchen Konflikts davor gewarnt, daß die durch übertriebene Schwäche und Nach Gegenüber Dr. Friedberg möchte ich konstatieren, daß ich nicht Staatsregierung gesagt habe, wenn sich Bischof Korum an mich gewandt hätte, giebigkeit es dahin bringt, daß ein solcher Konflikt erwächst. würde ich alle feine Beschwerden ohne weiteres abgestellt weiter hat der Ministerpräsident darauf hingewiesen, daß das haben. Ich habe vielmehr gesagt, daß Bischof Korum nach meinem Zustandekommen der katholisch- theologischen Fakultät in Straßburg ganzen Charakter von mir erwarten durfte und erwarten mußte, daß von den Protestlern und deren auswärtigen Freunden mit scheelen daß ich seine Beschwerde in fachlicher Weise prüfen würde. Gegenüber Augen angesehen worden sei, und er hat hinzugefügt: ba Herrn Roeren bemerke ich, daß die Schuld an dem Konflikt in der Dr. Barth sich diesen auswärtigen Gesinnungsgenossen der würde, habe ich nicht erwartet." Diocese Trier nach meinem pflichtgemäßen Ermessen lediglich Protestler beigesellen der Vorwurf, daß die liegt Erwägungen bon den Herrn Bischof von Trier trifft.( Sehr richtig! bei den Darin der= Nationalliberalen.) Diese Schuld wird nicht verringert durch den denen ich bei meiner Kritik ausgegangen bin, auf Hinweis auf die Verhältnisse von 1878/79, als der Stulturkampf auf felben Linie liegen, wie diejenigen, aus denen heraus die feinem Höhepunkt stand. Der Herr Bischof von Trier hatte die Pflicht, Protestler und ihre auswärtigen Freunde das Abkommen verurteilt haben. den Weg der direkten Verständigung mit der Regierung und mir zu kann darüber im Zweifel sein, daß gegenüber einem preußischen und am wenigsten der Ministerpräsident betreten, bevor er einen Schritt unternahm, der von mehr als einer Seite als ein Wetterleuchten gedeutet worden Abgeordneten in diesen Worten ein schwerer Vorwurf liegt. Der ist, der dem Sturm vorangeht. Als ein der Ministerpräsident hat auch nicht den Schatten eines Beweises dafür aufrichtig den religiösen Frieden wünscht, hoffe ich, daß es sich nicht angeführt, daß dieser Vorwurf irgendwie begründet sei. Ich muß um ein Wetterleuchten vor dem Sturm, sondern um ein Wetter- deshalb mit aller Entschiedenheit eine derartige Unterstellung als unleuchten nach dem Sturm handelt( Heiterkeit), um das letzte Auf- passend zurückweisen.( Beifall links; Unruhe rechts.) zuden der kulturkämpferischen Neigungen. Wenn es aber zum Sturm kommen sollte, so würde Regierung die Verantwortung dafür nicht tragen. Mann, Niemand Ministerpräsident Graf Bülow: Gegenüber den letzten Ausführungen des Abg. Dr. Barth möchte ich feststellen, daß ich nicht gefagt habe, daß die Protestler in Elsaß- Lothringen und ihre ausNun hat Herr Dr. Friedberg mir einen Vorwurf daraus ge- ländischen Gesinnungsgenossen das Abkommen zwischen dem Staate macht, daß ich mich nach Rom gewandt hätte. Auf einen ähnlichen und der Kurie über die Errichtung einer katholisch- theologischen Borivurf hat in einer firchenpolitischen Debatte in diesem hohen Fakultät in Straßburg mit scheelen Augen angesehen hätten, Haufe mein großer Amtsvorgänger Fürst Bismard einmal gesagt, sondern ich habe gesagt, sie hätten sie hartnädig bekämpft. daß er sich niemals besinnen würde, auch ausländische Hilfe zu Wenn ich weiter gefagt habe, daß der Abg. Dr. Barth sich in dieser acceptieren und, wie er sich ausdrückte, zu erbitten, und hartnäckigen Bekämpfung in der Verurteilung in dem Tadel dieses glaubte, daß damit den deutschen Interessen gedient würde. Abkommens auf dieselbe Linie gestellt hätte mit den Tadlern, eingefallen, ihm dieselben Ich gehöre nicht zu denjenigen, die den Fürsten Bismard bei jeder so ist es mir natürlich nicht Gelegenheit citieren. Es giebt heute Verhältnisse, auf die die Auf- Motive zu unterstellen, von denen die Protestler ausgegangen find. Die Protestler und ihre ausländischen fassungen der Lage vor 10 oder 20 Jahren nicht mehr passen. Aber( Rufe: Aha! links.) er δας eben citierte Urteil des Fürsten Bismard ist heute Freunde haben das Abkommen bekämpft aus Feindschaft, aus Malice; noch vollkommen zutreffend, denn es war gegründet auf eine wenn Dr. Barth dies Abkommen nicht billigt, so geschieht das, weil. richtige Einsicht in das Wesen der Diplomatie und in die er es noch nicht genügend kennt( Heiterkeit rechts), weil er es, wie innere Struttur unsrer konfessionellen Verhältnisse. Ich ich glaube, nicht genügend versteht( Heiterkeit rechts und im Centrum, war also nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, dem königlichen Ab- Unruhe links). Wenn er sich eingehender mit dem Abkommen begesandten beim päpstlichen Stuhle die Weisung zu erteilen, daß er schäftigen wird, so wird er mit mir die Ansicht teilen, daß es den die Kurie hinweisen möge auf die Folgen, die das Vorgehen der Interessen des Reiches entspricht. Trierer Geistlichkeit haben müßte, wenn nicht eine Remedur erfolgte. Präsident v. Kröcher: Die durch die Rede des MinisterNun hat Herr Friedberg Bezug genommen auf meine Aeußerung, präsidenten wieder eröffnete Debatte ist geschlossen, weil sich niemand wenn auf der einen Seite Bischof Korum und auf der andren Seite zum Worte gemeldet hat.( Heiterkeit.) Abg. Dr. Dittrich( C., persönlich): Herr Dr. Barth hat mir die Dr. Hackenberg die Führung übernehme, so würden wir uns bald genug in einem neuen Kulturkampf befinden. Ich muß demgegenüber feststellen, Worte zugeschrieben: es werde hier ein Kampf geführt nicht um die daß Dr. Hackenberg selbst vom kirchlich- katholischen Standpunkt aus Schule, sondern um den Geist in der Schule. Einen solchen Unsinn das Verfahren des Bischofs Korum ausdrücklich gebilligt, ja beinahe habe ich nicht gesagt.( Große Heiterkeit und Widerspruch links.) Ich glorifiziert hat( Unruhe bei den Nationalliberalen), während ich das habe nur gesagt, daß dieser Kampf nicht der Herrschaft in der Schule Berhalten auch vom katholisch- kirchlichen Standpunkt aus beklage gelte, sondern dem Geiste in der Schule.( Heiterkeit links. Ruf: Das und es für schädlich für die katholischen Interessen halte. ist ja dasselbe!) Dr. Hadenberg hat den Bischof Korum vom kirchlich- katholischen Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Standpunkt vollkommen in Schutz genommen.( Großze Unruhe bei den Nationalliberalen.) Damit hat er die Principien in den VorderNächste Sigung: Dienstag 11 1hr( Rest des Bau- Etats). Schluß 5% Uhr. und Sohn. Dr. Felice Cofta. Serum, Wissenschaft, Menschheit. Uebersehung Hermann 3zschucke. Wie stählt der junge Kaufmann seinen Charakter? 40 Seiten. Preis 50 Pf. Berlegt von Huberti, Leipzig. The National Review. Edited by L. J. Maxse. March 1903. Berlin 1903. Verlag der„ Germania". Edward Arnold, 37 Bedford Street, Strand, London. Dr. Eugen Jäger, Die Wohnungsfrage. Zweiter( Schluß)- Band. Socialdemokrat. Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 1. März verstarb unser Mitglied, der Metallarbeiter Albert Herrlinger Reinickendorferstr. 36, nach langem Leiden an der Schwindsucht. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. März, nach mittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem neuen NazarethKirchhofe, Reinickendorf, Berliner straße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 246/14 Der Vorstand. Centralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin I. Den Kollegen diene hierdurch zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Hausdiener August Franske verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 3. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Urban- Krankenhauses ( Grimmstraße) aus nach dem Kirchhof der Simeons- Gemeinde, Brik, Tempelhofer Weg, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 67/7 Die Ortsverwaltung Berlin 1. Central- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Am 28. Februar d. J. verstarb nach kurzem Leiden unser Kollege, der Modelleur Fritz Warminsky im 38. Lebensjahre. D Die Beerdigung findet am Diens tag, den 3. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten St. Thomas Kirchhofes, Rigdorf( Hermannstraße) aus statt. Um rege Teilnahme bittet Der Vorstand. 20/3 Danksagung. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Bahlstelle Charlottenburg). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 28. Fe bruar, unser Kollege Wilhelm Bernsee berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstagnachmittag 3 Uhr vom Luisen- Kirchhof aus statt. 79/9 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Die Bodenleger treffen sich 2 Uhr bei Müller, Rosinenstr. 3. Hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Bruder, der Kaffenbote 2580b August Franzke am Sonnabend an der Lungenschwindsucht gestorben ist. Die Beerdigung findet am Diens tag, den 3. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Simeons- Kirchhofes aus statt. Die trauernden hinterbliebenen Brüder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei dem Begräbnis meiner lieben Tochter und Schwester sagen wir allen Freunden und Verwandten sowie den Mitgliedern des Turnvereins Fichte" unsren herzlichen Dank. 25726 Frau Emilie Lehmann nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Gottfried Gendricke sage ich dem Personal von Schuckert u. Co., dem Verein der Maschinisten und Heizer und dem Gesangverein " Liberté" meinen innigsten Dank. 25756] Frau Gendricke nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unsrer Tochter Mathilde Fuhrmann am Sonntag, den 1. März 1903, sagen wir allen Bekannten sowie den Mitarbeiterinnen und dem Gesangverein der Firma Ehrich u. Gräß hiera mit unsren besten Dank. 25635 H. Fuhrmann und Frau, Admiralstr. 18. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlichen Kranzspenden, welche mir anläßlich des Heimganges meines ge Für die große Teilnahme und licher Teilnahme sowie für die Herrs Kranzspenden bei der Beerdigung meines inniggeliebten Mannes, unfres herzensguten Baters liebten Mannes, des Restaurateurs Theodor Bleech Gustav Fromm jagen wir allen Bekannten, Freunden zu teil geworden sind, spreche ich hierund Verwandten unsren herzlichsten mit allen Verwandten, Freunden und Dant. 2566b Bekannten meinen tiefgefühlten Dank 25796 Die trauernden Hinterbliebenen aus. Hedwig Bleech nebst Kindern. Die trauernde Witive Anna Fromm. Socialdemokratischer Wahlverein Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verhand der im Vergoldergewerbe beschäft. f. d. 4. Berl. Reichst.- Wahlkreis( 6sten). Dienstag, 3. März, abends 8%, Uhr, Gr. Frankfurterstraße 117: Versammlung. Tages- Ordnung: A 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Fritz Zubeil. 2. DisMufion. 3. Berschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 242/10 Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 4. März 1903, abends 8½ Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. Süden: bei Retzolk, jekt Doberstein, Wafferthorstraße 68. Tagesordnung: 1. Bericht der Kontrollkommission. 2. Verbandsfür den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis.ngelegenheiten. 3. Verſchiedenes. Dienstag, den 3. März, abends 8%, Uhr: Versammlung im Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Gentoffen Kaliski über: Demolierter Liberalis: mus. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste, auch Damen haben Zutritt. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr: Süd- Westen und Westen: in Habels Brauerei, Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Sonnabend, den 7. März cr., in den Gesamträumen der Alhambra, Wallnertheaterstr. 15: 13. Stiftungsfest. Mitwirkende: Künstler- Orchester. Opernsänger: Herr Klibansky. Recitation: Frl. Anna Hedeler. Instrumentalisten: The Sarnos. ( Während des Konzerts bleiben die Saalthüren geschlossen.) Nach dem Konzert: Grosser Ball. 225/4 Tagesordnung: 1. Bericht der Kontrollkommission. 2. Bericht der Beginn präc. 8, Uhr. Billets incl. Zanz: Herren 50 Pf., Damen Vertrauensleute. 3. Verschiedenes. 30 Bf., find in den Bahlstellen, sowie bei allen Vertrauensleuten erhältlich. NB. Der Zahlabend fällt an diesem Tage aus. Der Vorstand. Moabit: bei Jocksch, Turmstr. 84. Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: 1. Bericht der Bertrauensmänner. Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. 2. VerbandsWedding und Gesundbrunnen: bei Serrn Raabe, Kolbergerstraße 23. Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollfommission. 2. Verbands- und Werkstatt- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Volksversammlung Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: in der Conballe, Friedrichstr. 112. Zages Ordnung: bei Wernan, Schiebterstr. 23/24. Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollfommission. 2. Verbands- Angelegenheiten. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Tischler- Verein zu Berlin. Sonnabend, 7. März, in Kliems großem Saal, Hafenheide 13-15: Grosser Wiener Masken- Ball. Anfang 9 Uhr. Billets sind bei Lipke, Nostizstraße 59; Kühn, Gräfestraße 69/70; Wreschnick, Manteuffelstraße 36; Riemer, Prinzenstraße 64 und allen übrigen Vorstandsmitgliedern zu haben. 198/5 Die Versammlung fällt am Sonnabend aus. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Osten u. Nordosten: bei Mann, Straußbergerstraße 3. Tagesordnung: 1. Bericht der Dbleute. 2. Werkstatt- Angelegenheiten. Bureau: Engel- User 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. 1. Der Zarismus und seine inneren Feinde. Referent Reichstags- Abgeordurter Eduard Bernstein. 3. Berbands- Angelegenheiten. 4. Berschiedenes. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet 245/13 Der Einberufer. Konsum- Verein Charlottenburg. G. G. m. b. S. Dienstag, den 3. März 1903, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Volkshaus, Rojinenstr. 3( großer Saal). Zages Drdnung g: 105/20 1. Bortrag über: Die Konsumvereine und Rabatt- Sparvereine". Referent Herr Bartel- Berlin. 2. Freie Aussprache. Die Konsumvereins- Mitglieder sowie die Mitglieder der RabattSparvereine werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Der Aufsichtsrat...: Max Knöfel. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Morgen Mittwoch, den 4. März, abends 8%, Uhr: Außerordentliche Südosten: bet C. Behrend, Manteuffelstr. 95. Tagesordnung: 1. Werkstatt- Angelegenheit. 2. Verschiedenes. Modell- und Fabrik- Tischler bei Dieke, Ackerstraße 123. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der VertrauensLeute. 3. Verschiedenes. Drechsler. Osten bei Matthes, Koppenstr. 41. Norden bei Schmit, Brunnenstr. 150. 質 Südosten und Südwesten bei Stramm, Ritterstr. 123. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbands- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Auch die in Tischlereien beschäftigten Drechsler haben einen Delegierten zu entsenden. Musikinstrumenten- Arbeiter. Abends 8%, Uhr im Gewerkschaftshause, Engel- lfer 15, Saal V. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Branchen- Angelegenheit, der Streit bei der Firma Blajendorf u. Kloß, Thaerstraße 5. 3. BerNB. Die Mitglieder sind verpflichtet, für die Vertretung ihres Betriebes Sorge zu tragen. Die Kommission. General- Versammlung fiebenes. im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Zages Drdnung: 1. Beschlußfassung über Einführung des paritätischen Arbeits: nachweises. 2. Eventuelle Wahl eines Arbeitsvermittlers.( Festsetzung der Anstellungsbedingungen.) 3. Eventuelle Wahl von fünf Mitgliedern zum Sturatorium. 4. Verbands- Angelegenheiten. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. 23/11 Die Ortsverwaltung. Achtung! Achtung! Bezirk Friedrichsberg. Mittwoch, den 4. März 1903, abends 8%, Uhr, bei Lutterbüse, Friedrich Karlstraße 11: Vertrauensmänner- Versammlung. 79/10 Mittwoch, den 4. März 1903, abends 8½ Uhr: Konferenz der Vertrauensleute des Offens bei Gold, Große Frankfurterstraße 133. Mittwoch, den 4. März 1903, abends 8%, 1hr: Konferenz der Vertrauensleute des Westens bei Kumke, Bülowstraße 59. Mittwoch, den 4. März 1903, abends 8 Uhr: Versammlung der Dobler, Bohrer, fraifer ufw. in Wends Klubhaus, Rönigsgraben Nr. 14a. Tages Ordnung: 112/15 1. Der Ausbau des Unterstützungswesens im Verband." Referent: Kollege Scheffler. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. " " Aktiva. An Bant- Conto Kaffa- Conto Gewinn- und VerlustConto Bilanz am 31. Dezember 1902. Passiva. 500 58 42 Per Geschäftsanteile der Genossen 549 " . Reservefonds- Conto 63 53 58 Mr. 612 Mr. 612 Gewinn- und Verlust- Conto. Eintrittsgelder Beiträge zu d. GründungsToften Verlust 1902 63 91 50 Dem Reservefonds über53 58 wiesene Eintrittsgelder Kosten der Gründung. Unkosten- Conto 63 114 25 80 83 . Mt. 208 08 Mr. 208 08 Eingetreten in 1902: 7. Ausgeschieden in 1902: Kein Genosse. Die Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstattsachen. 3. Bah Bahl der Genossen betrug am 31. Dezember 1902: 64. Die Haftſumme des Bezirksleiters. 4. Verbandssachen und Verschiedenes. der Genossen beträgt 3200 ME. 1903. Arbeitervertreter- Verein. Portefeuiller und Ledergalanterie- Arbeiter Am Donnerstag, den 5. März, abends 8%, Uhr: Ledergalanterie- Arbeiter Bau- und Erwerbsgenossenschaft Vorwärts“, Berlins. Große Versammlung Oeffentliche Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( großer Saal). Tages- Ordnung: Die neue Krankenversicherungs- Novelle unter Berücksichtigung der aller Berliner Portefeuiller u. Ledergalanterie- Arbeiter u. Arbeiterinnen. Bersicherungspflicht der Gewerkschaftsbeamten und andrer ähnlicher Institute. Referent: Stadtverordneter Dr. Friedeberg. Sämtliche Gewerkschaftsbeamte, Krankenkassen- Borstände und Vertaltungsbeamte find hierzu dringend eingeladen. Mittwoch, den 4. März, abends 1,9 Uhr, in Graumanns Sälen, Naunynstraße 27. Tages- Ordnung: 1. Die Aussperrung der Täschner Berlins. Referent: Sekretär Genoffe Weyher vom Sattler- Verband. 2. Welche Stellung nehmen die Berliner Portefeuiller dazu ein. Referent: Verbandsvorsitzender Weinschild aus Offenbach. 3. Diskussion. Bei dieser höchst aktuellen Tages- Ordnung ist es not NB. Sämtliche schriftliche Sendungen find an den Vorsitzenden wendig, daß kein Berliner Portefeuiller fehlt und wird pünktliche Fr. Pieschel, Gartenstr. 51, alle Geldsendungen an A. Stumpe, Schwedter- und zahlreiche Beteiligung erwartet. 109/3 straße 51, zu richten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. 53/4 Der Einberufer. Central- Verband der Maurer etc. Wichtig für Dreher! Zweigverein Berlin. Praktische Anleitung für Dreher in der Berechnung der Wechselräder. In dem Buch erklärt ein Fachmann kurz und für jedermann verräder.( In einigen Stunden zu er fernen.) Preis nur 1,50 Mart. Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppen- Straße 29: ständlich die Berechnung der Wechsel General- Versammlung aller zum Lohngebiete Berlin und Umgegend gehörigen Verbands- Zahlstellen. Tages- Ordnung: 1. Geschäftsbericht und Abrechnung vom Jahre 1902. 2. Beschlußfassung über die Berlängerung bes Vertrages. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. Verbandsbuch legitimiert ohne dasselbe kein Eintritt. 136/12 Die Verbandsleitung. 3..: Karl Panser. 24066 Zu beziehen d. Berlagsbuchhandlung Joh. Ellguth in Rath- Düsseldorf. PrinzenDr. Simmel, Str. 41. [ 63/16 Specialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. Wiederverkäufer gegen Provision gesucht. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. 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Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 52. 20. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Landes- Parteitag der socialdemokratischen Partei Badens. Offenburg, 28. Februar. Im alten Stammlokale der Offenburger Socialdemokratie, der Brauerei Mundinger, trat heute abend 8 Uhr der LandesParteitag unsrer badischen Genossen zusammen, dem insofern eine besondere Bedeutung zukommt, als in Baden neben den Reichstagszum Landtag stattfinden. Die Tagesordnung umfaßt als Punkte von allgemeinerer Bedeutung den Bericht über das Partei- Drgan Boltsfreund" in Karlsruhe, den Bericht der Landtags Frattion, die Stellung zu den Reichstags und Organisationsstatuts. Landtagswahlen und die Beratung des Entwurfs eines neuen " Dienstag, 3. März 1903. der nächsten Jahrzehnte mit bestimmt werden. Die parlamentarische Ein von Kolb Karlsruhe gestellter Antrag, es für unzulässig Zollmehrheit des Reichstags habe infolge der ungerechten Wahlkreis zu erklären, daß der in Karlsruhe Bruchsal sein Mandat verteidigende einteilung nicht die Mehrheit der Wählerschaft hinter sich, daraus Genoffe Adolf Geď eine zweite Kandidatur im Offenburger Kreiſe habe das Recht unsrer Fraktion resultiert, den Zolltarif mit allen annimmt, wird mit großer Mehrheit angenommen. Mitteln zu bekämpfen, um ihn bei den kommenden Wahlen dem Als Vorort wird einstimmig Mannheim wiedergewählt, Bolte zur Entscheidung vorzulegen. Ein Klassischer Zeuge dafür, die Wahl des Landesvorstandes dem Vovort überlassen. Die nächste daß das Ausland den Zoll nicht trage, sei der fleritale Vertreter Landesversammlung findet wiederum in Offenburg statt. des 1. badischen Reichstags- Wahlkreises, Hug, der im Reichstage Nach einem begeisternden Schlußwort des Vorsitzenden Dreesfürzlich bei den Etatsdebatten an der Hand der Brotpreise des badi bach, der insbesondere zur Einsetzung aller geistigen und materiellen daß diese diesseits um den Betrag unsrer Getreidezölle höher seien aufforderte, wurden die Verhandlungen mit einem Hoch auf die Daß der fleine Landwirt heute nicht auf Stofen gebettet sei, habe Socialdemokratie geschlossen. die Socialdemokratie stets anerkannt und ihm deshalb auch geholfen, wo es ohne Schädigung andrer Intereffen möglich sei. Der erhöhte Getreidesoll nige aber, wie die belante echte Berliner Partei- Angelegenbeiten. Hechtsche Schrift beweise, gerade diesen fleinen Bauern nichts, schädige ihre Die Präsenzliste ergiebt die Anwesenheit von 48 Dele- Interessen fogar noch und begünstige in einseitigſter Weise diejenigen, Friedrichstr. 112, statt. Reichstags- Abgeordneter Genoffe Eduard Eine Bolksversammlung findet am Mittwoch in der Tonhalle, gierten aus 88 Drten, außerdem sind die badischen Reichstags- und bie nicht notleidend find. Bei uns, wo die Viehzucht eine große Rolle Bernstein referiert über den Barismus und seine„ inneren" Feinde. Landtags- Abgeordneten, die Vertreter der Parteipresse und Ver- spiele, werde der Landwirt durch die Zölle auf Futtermittel oben Bei der Entrüstung, welche die Greuelthaten des Barentums in der treter der Partei- Drganisationen von Elsaß- Lothringen und der Pfalz brein noch weiter benachteiligt. Abgesehen von den zahlanwesend. Nach Feststellung der Geschäfts- und der Tagesordnung erstattet zu stellen haben, müssen wir uns vor allem auch gegen die Parteigenoffen reichen positiven Forderungen, die wir an den nächsten Reichstag civilisierten Welt hervorgerufen haben, erwartet zahlreichen Besuch der Der Einberufer. der Verleger des Boltsfreund" in Karlsruhe, Genosse Eugen Anschläge auf das bestehende Reichstags- Wahlrecht wehren, das heute Johannisthal. Die Versammlung des Wahlvereins findet heute Ged, den Jahresbericht des Verlags. Mit dem Spätjahr 1902, fchon bis weit in die nationalliberale Bartei hinein zahlreiche Gegner Dienstag, abends 81, Uhr, bei Senftleben statt. Tagesordnung: besonders aber mit dem Jahreswechsel 1902/03 hob sich der habe, wenn diese es auch nicht zugeben wollten. Vor allem fäme 1. Bericht von der Lokalkommission. 2. Bericht der GemeindeAbonnentenstand des Blattes erheblich, insgesamt um etwa 1000, bie Voraussetzung einer längeren Ansässigkeit in Frage, die vertreter. 3. Vereinsangelegenheiten. cbenso zeigte auch die Einnahme aus Inferaten eine erfreuliche unfre Partei enorm schädigen müsse; dasselbe sei mit der HinaufSteigerung. Der Antrag betreffend die Errichtung einer eignen fegung des Wahlalters der Fall. Bei der Probe aufs Erempel Druderei entfesselte eine längere Debatte, die doch ziemliche Ein- werde man bei den bürgerlichen Parteien in dieser Richtung ein mütigkeit darüber ergiebt, daß der bisherige Zustand nicht lange blaues Wunder erleben. mehr aufrecht zu erhalten ist. Ebenso wird dem Wunsche Aus- Die bürgerlichen Parteien werden diesmal alles gegen uns Die Urania" hat am Montagmittag einen Kreis ihrer Freunde drud verliehen, für die Stadt Pforzheim und deren aufbieten, ein Kampf werde anheben, wie er kaum jemals da war. zu einem außergewöhnlichen Vortrag eingeladen. Es handelte sich Umgebung ein Kopfblatt des" Volksfreund" herauszugeben. Das Kartell der Rechten werde allem Anschein nach zur um die Vorführung photographischer Aufnahmen in natürlichen In der Abstimmung wird der Antrag, im Princip die Errichtung Wahrheit werden. Die Chancen seien für uns günstig wie kaum Farben, die von Prof. Dr. A. Mieth e- Charlottenburg nach einer eignen Druckerei gutzuheißen und den Landesvorstand zu be- jemals zuvor. Die Aufforderungen zum Tischtuchzerschneiden, die dem sogen. additiven Verfahren hergestellt wurden. Kann dies Verauftragen, die vorbereitenden Verhandlungen dazu einzuleiten, ein Hege gegen die Elenden" habe unsre Anhänger fester wie ie in Betracht kommen, so verdient es doch deswegen lebhaftere Be je fahren für das tägliche Leben auch wenigstens vorläufig noch nicht stimmig gutgeheißen. zusammengeschweißt, sie alle persönlichen und sonstigen Streitigkeiten vergessen lassen, den Organisationen wie unsrer Bresse zu neuem achtung als frühere Versuche, weil hier zum erstenmal in seiner Die Sonntagsverhandlungen begannen um 9 Uhr in Aufschwung verholfen. Die Früchte hiervon werden sich bei den Wirkung Vollendetes vorgeführt wurde. Das Verfahren wird von der„ Michelhalle". Sie wurden eingeleitet durch den Geschäfts- nächsten Wahlen zeigen. Prof. Miethe wie folgt erläutert: und Kassenbericht des Landesvorstandes, aus dem Ohne Diskussion stimmte die Versammlung einmütig der den sogenannten sieben Spektralfarben, sondern auch aus drei Weißes Licht kann bekanntlich nicht nur durch Mischung aus wir das Wesentliche schon mitgeteilt haben. folgenden vom Referenten eingebrachten te solution zu: Der Parteitag verpflichtet die Parteigenossen, wie bei den bis- Grundfarben, rot, grün und violett zusammengesetzt werden; Maler jeder herigen so auch bei den bevorstehenden allgemeinen Reichstagsist im stande, mittels dieser drei Farben Wahlen in allen badischen Kreisen eigne Kandidaten aufzu- unter Zuhilfenahme eines weißen Untergrundes ein Bild in den stellen und mit aller Energie in die Agitation einzutreten. Bor natürlichen Farben um so vollkommener herzustellen, je reiner bezw. allem ist auf die Beschaffung der nötigen Geldmittel Bedacht gesättigter diese Farben gewählt werden. Wie der Maler die gezu nehmen, um die socialistischen Ideen in die entlegensten Winkel brochenen Zwischentöne, auch reines Grau, erzeugt, indem er von des Landes zu tragen. Mit der Agitation für die Wahlen muß drei Grundfarben gewisse Mischungsverhältnisse anwendet, gleichzeitig die Ausbreitung unsrer Organisation Hand in Hand farben durch Mithilfe einer photographischen Platte gewisse tommen auch bei diesen Projektionen von den drei Grundgehen sowie die Werbearbeit für unsre Presse. " das ivenn Lokales. fo In der Diskussion tommt mehrfach der Gedanke zum Ausdruck, daß eine durchgreifende Befferung der Organisationsverhältnisse erst zu erreichen sei mit der Anstellung eines besoldeten Parteisekretär 8, der sich lediglich mit den Aufgaben der Drganisation, der Beitreibung der Beiträge 2c. zu befassen hätte. Den Bericht über die Thätigkeit der Landtags Frattion erstattet Adolf Geck. Er weist auf den Widerspruch hin, der zwischen der Haltung der badischen Regierung in der Rollfrage und den statistischen Feststellungen des bekannten Hechtschen Buches über das Interesse der badischen Bevölkerung an der Er- Bei Stichwahlen zwischen bürgerlichen Par- Mischungen auf dem weißen Schirm zu stande. Die Zahl der höhung der Getreidezölle besteht, und betont, daß die Hechtsche teien, wobei unsre Partei den Ausschlag giebt, tönnen, unter Be- so hervorgebrachten Farbenuancen ist selbstredend unbegrenzt. Schrift die denkbar fräftigste Unterstützung der von der socia- rücksichtigung der parteipolitischen Gesamtkonstellation im Lande, mur Die Aufnahme dieser Projektionsbilder ist von der gewöhnlichen listischen Fraktion des Landtages in der Debatte über die folche Kandidaten unsre Stimmen erhalten, die sich unterschriftlich photographischen Aufnahme abweichend. Um die Grundfarben des Bollinterpellation der Regierung eingenommenen Haltung bedeute. verpflichten, einzutreten aufzunehmenden Gegenstandes auszusondern, beispielsweise um in Die von unsrer Fraktion befürwortete empfehlende lleberweisung der Eisenbahnerpetition betr. Besserung der Lohn- Wahlrechts, 2. für den Abschluß langfristiger, möglichst günstiger einander statt, deren eine mur die roten Rosen, deren andre nur die 1. für Aufrechterhaltung des bestehenden Reichstags- einem Blumenstrauß die roten Rosen von den blauen Kornblumen und den grünen Blättern zu trennen, finden drei Aufnahmen nach und Arbeitsverhältnisse der untersten Eisenbahn- Angestellten wurde Handelsverträge unter energischer Wahrung der wirtschaftinfolge der unfreundlichen Haltung des Centrums abgelehnt. Das- lichen Interessen des Voltes; 3. gegen jede neue indirekte blauen Kornblumen, deren dritte nur die grünen Blätter wiederfelbe Schicksal ereilte unsern Antrag betr. die Errichtung einer Steuer auf die Lebens- und Genußmittel des Volkes, insbesondere giebt; dies geschieht durch Vorhalten zunächst einer roten, Arbeitskammer, dem gegenüber man sich hinter die Kompetenz auf Bier und Tabat; 4. gegen jede Ausnahmegesetzgebung und dann einer grünen, schließlich einer blauen Scheibe vor das des Reiches verschanzte. Die Petition der badischen Wolfsschul gegen jede Verschlechterung des bestehenden Rechtszustandes; 5. gegen Aufnahme- Objektiv; so entstehen drei der Zeichnung nach vollkommen Lehrer um Gehaltserhöhung wurde von uns zu einem Gefeßentwurf jede neue Militär- und Marineforderung, die mit neuen gleiche, den Helligkeitswerten nach verschiedene Negative. ertveitert, in dem die Einführung der Einheitsschule, Abschaffung der Raften verknüpft iſt. Wenn dann diese drei Negative zur Erzeugung der ProjektionsHalbtagsschule, Weltlichkeit derselben 2c. gefordert wird. Es gab Die Stellungnahme der Partei in den einzelnen Wahlkreisen zur bilder wie sonst üblich benutzt werden und durch optische Mittel auf die gleiche Bildfläche geworfen, aber je rot, grün und blau durchdies den Anlaß zu einer großen Schuldebatte, bei der unsre Reden Stichwahl kann nur im Einverständnis mit dem Landesvorstand erim ganzen Lande die weitestgehende Beachtung und Billigung folgen. leuchtet werden, muß das entstehende Gesamtbild dem Original vollfanden. Die Entwicklung der Klosterfrage bedeutet einen Gra Zu den im Spätherbst dieses Jahres stattfindenden Grommen gleich in Farbe und Zeichnung sein. Denn nicht nur die folg des Centrums. Sie entfachte einen neuen Kulturkampf neuerungswahlen zur zweiten Kammer führte der Grundfarben, sondern auch die Mischfarben werden durch Deckung und verursachte in der nationalliberalen Partei eine Bersplitterung Referent Drees bach- Mannheim das Folgende aus: erzeugt. So entsteht dann ohne künstliche Nachhilfe ein von der und Berfahrenheit, wie sie schlimmer nicht zu denken ist. In jedem Von 63 Mitgliedern der zweiten Kammer scheiden in diesem Natur selbst geliefertes Formen- und Farbendokument; dies be Wahlkreis nimmt sie bei den Vorbereitungen zu den Reichstags- Jahr 32 aus, und zwar 13 Nationalliberale, 10 Centrum, 4 Social- dingt den wissenschaftlichen und künstlerischen Wert der Lichtbilder. wahlen eine andre Haltung ein, je nachdem sie gegen das Centrum demokraten, 3 Demokraten, 1 Konservativer, 1 Landwirtsbündler. Außerordentlich sinnreich ist die Konstruktion des mit 45 Pferdeoder die Linke steht. Die fogenannten Jungliberalen" ver- Es verbleiben 18 Centrum, 11 Nationalliberale, 2 Social- fäften arbeitenden Projektionsapparates. Drei helle Bogenlampen vollständigen das Tohuwabohu, so daß heute in der national- demokraten, 2 Demokraten, 2 Freifinnige, 1 Antisemit. Die absolute und drei fehr lichtstarke Objektive werfen die aus den Grundliberalen Partei feiner mehr weiß, woran er ist. In der Frage der Mehrheit einer der beiden Parteien ist bei der nächsten farben rot, grün und blau bestehenden Bilder übereinander auf Einführung des direkten Wahlrechtes beschloß die Zweite Wahl ausgeschlossen. Es müßten, Die Herstellung des den großen Projektionsschirm der Bühne. geschehen Stammer einstimmig die Revision. das Ministerium erklärte jedoch sollte, die Nationalliberalen 22 Size erhalten, d. h. zu den Apparates hatte besonders darin seine Schwierigkeit, daß die ihm mit aller Entschiedenheit, nur unter der Bedingung einer Reihe der bisherigen 9 gewinnen. Dagegen kann sich die relative Mehr zugeführte Straft nur zu 10 Proz. in Licht und zu 90 Prog. in realtionärsten Stautelen" darauf eingehen zu können. Die Erste Kammer heit, die jetzt noch auf feiten der Nationalliberalen ist( 24 gegen ärme umgesetzt wird und gegen die Einflüsse der starken Wärme endlich hatte keine Zeit", sich mit der Sache zu befassen. So ist die 23 Centrum), sehr leicht zu Gunsten des Centrums verschieben. finnreiche Schutzvorrichtungen notwendig waren. Frage heute auf ein totes Geleis gelangt, von dem sie nicht leicht Seit 1891, wo wir uns zum erstenmal mit Erfolg an der Die Wirkung der mit diesem Apparat vorgeführten Bilder war wieder fortzubewegen sein wird. Unser Antrag auf Erweiterung des Landtagswahl beteiligten, haben wir den Kampf in erfter erschienen auf das feinste nuanciert und merkwürdigerweise in einer überraschend. Blumenstücke, Stillleben, Landschaften und Porträts Gemeindewahlrechts wurde unter Beihilfe des Centrums Linie gegen die Nationalliberalen geführt, und zwar, weil diese mit allen gegen die 11 Stimmen der Linken abgelehnt. Getrennte Partei damals absolut und im Bunde mit der Regierung Plastit, fast so start wie sie sonst nur das Stereoskop spendet. So Abstimmungen der Fraktion zeigten sich bei der Frage der Neu- im reaktionärsten Sinne herrschte. Dann auch, weil wir überall, feierte die Photographie ihren schönsten Triumph, indem sie die gestaltung der Betriebsverhältnisse der Main- Nedarbahn fo wo wir mit Erfolg in die Wahlen eintraten( starlsruhe, Pforzheim, Natur selbst in ihrer vollen greifbaren Farbenpracht wiedergab. wie derjenigen der Rheinregulierung, wobei es sich jedoch Mannheim, Durlach) gegen die Nationalliberalen standen. Das Für die Freibank, die am 1. April in Berlin auf Grund des nicht um Anschauungen principieller Natur handelte. Die Ab Bild hat sich nun geändert; die Nationalliberalen sind aus ihrer Ausführungsgesetzes zum Reichs- Fleischbeschau- Gefeß errichtet wird, Lehnung des Gesamtbudgets am Schlusse des Landtages dominierenden Stellung verdrängt, haben auch ihren Widerstand wird eine Verordnung vorbereitet, die, wie die Allgemeine Fleischererfolgte einstimmig( einer der Abgeordneten war infolge von Krank- gegen das direkte Wahlrecht aufgegeben. Umgekehrt hat das Zeitung" zuverlässig erfährt, im wesentlichen folgende Bestimmungen heit abwesend); sie wurde begründet mit der total ungenügenden Centrum, das bis 1901 radital- oppositionell war, seither eine enthalten wird: Die Freibant wird sich auf den Rinderschlachthof Berücksichtigung der Interessen der untersten Vollsschichten, den Schwenkung nach rechts gemacht und ist bereit, dem„ Ministerium der befinden und nur von der Thaerstraße aus zugänglich sein. Der riesigen Aufwendungen für die katholische Stirche, die Haltung der Gradheit und Gerechtigkeit" Heeresfolge zu leisten, wenn dieses ihm in Betrieb wird unter polizeilicher Aufsicht durch einen Unternehmer Regierung in der Wahlrechtsfrage usiv. der Klosterfrage entgegenkommt. Damit fallen die Vorbedingungen erfolgen. 3Zweigstellen dürfen von dem Unternehmer nur unter ZuIn der Diskussion meint solb Karlsruhe, die Fraktion hätte unirer Stellungnahme bei den Landtagswahlen von 1901 hinweg ſtimmung der Polizei- und Gemeindebehörden errichtet werden. in der Frage der Main- Neckarbahn den Bestrebungen der Verpreußung Dazu kommt die stodreaktionäre Haltung, die das Centrum im Zum Verkauf fommt alles minderwertige und bedingt taugliche der süddeutschen Eisenbahnen einen energischen Widerstand entgegen- Reiche wie in Baden in den Fragen der Volksbildung, von Kunst Fleisch, sowie die Neste der zur Trichinenschau benutzten Fleischsetzen und geschlossen gegen den neuen Vertrag mit Preußen stimmen und Wissenschaft einnimmt, so daß eine auch nur indirekte Unter proben. Die unmittelbare Annahme von Fleisch, das an andern follen. Die socialpolitische Rückständigkeit der preußischen Eisenbahn- ftügung der Partei für uns nicht mehr in Frage kommt. Ebenso Orten als minderwertig oder bedingt tauglich befunden wurde, ist Verwaltung werde auch, falls ihr Einfluß im Süden verstärkt würde, wenig kann diese den Nationalliberalen zu teil werden, wir werden verboten. Da Fleisch ist nach zwei Qualitäten gesondert zu verauf unsre Bahnen übertragen werden, in effen lage man heute vielmehr den Kampf gegen beide führen müssen. Unfre Auf- taufen. Den einzelnen Käufern darf an einem Tage nur einmal schon über die Reducierung der Löhne der Eisenbahnarbeiter. gabe muß es sein, bei den diesjährigen Landtagswahlen überall da, Fleisch verkauft werden, und zwar höchstens in der Menge von Eichhorn Mannheim begründet zwei Anträge betreffend wo auch nur Aussicht auf Erfolg ist, selbständig in den Pfund. Fleischhändlern, Gaft, Schant- und Speisewirten ist der eine Enquete über die Verhältnisse der Voltsschule sowie die Ein- Kampf einzutreten. Bei den Urwahlen sollen nur focial Vertrieb und die Verwendung von Freibantfleisch nur mit Ge führung der Schulärzte. demokratische Wahlmänner aufgestellt werden. Unser Haupt- nehmigung der Polizeibehörde gestattet, und zwar nur gegen ein Dreesbach- Mannheim konstatiert, daß er im Landtag nicht augenmerk muß auf die Erhaltung unfres bisherigen Besißstandes Kontrollbuch, worin das zuständige Polizeirebier die Menge des täglich im Princip gegen die Regulierung des Oberrheins gesprochen, gerichtet sein. In vier weiteren Kreisen ist Aussicht auf Erfolg für in dem Geschäftsbetrieb verwendbaren Fleisches bescheinigt. Die sondern die Angelegenheit, so wie sie im Vertrag der drei Ufer uns vorhanden. Bei den Abgeordnetenwahlen, bei denen wir Verwendung von Freibankfleisch muß in solchen Geschäftsräumen staaten figiert war, lediglich als eine Finanzfrage betrachtet zwischen bürgerlichen Parteien den Ausschlag geben, treten wir in durch Anschlag deutlich erkennbar gemacht werden. Der Preis des habe und verhindern wollte, daß Baden zu Lasten herangezogen erster Linie für Freifinnige und Demokraten ein; unser Verhalten Fleisches foll in der Regel vier Fünftel des Marktpreises nicht überwürde, denen keinerlei Vorteile gegenüberstehen. Auch seine Bu- gegenüber Centrum und Nationalliberalen wird durch die partei- steigen. stimmung zum neuen Main- Neckarbahn- Staatsvertrag resultiert politische Gesamtlage des Landes bestimmt werden. Kinderkonzert im Cirkus Busch. Die weiten Räume des Cirkus lediglich aus Gründen praktischer Natur. Hierzu wurde ohne Diskussion die folgende Resolution ein- waren Sonntagmittag von andern Künstlern und wohl auch von In der Abstimmung über die zu diesem Punkt der Tages- stimmig angenommen: einem andern Publikum als man es sonst dort zu sehen gewohnt ordnung gestellten Anträge wird der Anregung, eine Kommission Der Parteitag empfiehlt den Parteigenossen, im ganzen Lande ist, in Beschlag genommen. Die Manege hatte sich in ein Barterre einzusetzen, die über die Einrichtung der Schulhäuser, die Biele des nach den Reichstagswahlen sofort die Organisation und Agitation verwandelt, die rechte Seite der Galerie aber war bis weit in die Unterrichts, die Zahl der Schüler, die Anstellung von Schulärzten, für die im Herbst dieses Jahres stattfindenden Landtags- teureren Bläge hinein von den Gastgebern, Kindern der Berliner die Höhe des Schulgeldes 2c. eine Enquete veranstalten foll, ferner to a hIen energisch in die Hand zu nehmen. Ueberall da, wo auch Gemeindeschulen, besetzt. Ihrer 1800 hatten sich aufgepflanzt, zur der Antrag auf Einbringung einer Motion im Landtage, die die nur Aussicht auf agitatorischen Erfolg vorhanden, sind geeignete Rechten die Knaben, zur Linken die Mädchen. Natürlich alles Gemeindewahlen auf den Sonntag verlegt, angenommen, das Kandidaten und Wahlmänner aufzustellen. Wenn es sich auch in Kinder aus den höheren Klassen, frank und frei, wie man gegen eine Resolution, die den üblen Eindruck der mangelnden erster Linie darum handelt, unfern bisherigen Besigstand im 37., es an der Berliner Jugend gewohnt ist; und mit frischer, Einheit in den Abstimmungen der Landtags- Fraktion bedauert, a b- 42., 43., 45. Bahlbezirk zu erhalten, so dürfen doch auch die andern, fröhlicher Stimme brachte dies junge Menschenvolk feine gelehnt. namentlich aber der 84., 86., 44. und 46. Wahlbezirk nicht ver- Lieder zu Gehör. Das Programm mochte eine DurchschnittsUeber die Stellung der badischen Socialdemokratie zu den be- nachlässigt werden. Der Parteitag empfiehlt, bei den Abgeordneten- gabe dessen sein, was in der Volksschule zur Zeit gesungen wird: vorstehenden Reichstags- und Landtagswahlen referierte wahlen, bei denen wir zwischen bürgerlichen Barteien den Ausschlag alte gute Bolts- und Soldatenlieder wie Zöllners Müllerluft", Reichstags Abgeordneter Drees bach Mannheim: Hinsichtlich geben tönnen, soweit nicht die links stehenden Parteien( Demokraten Silchers Zu Straßburg auf der Schanz" und Dürrners Sturmder Wichtigkeit der bevorstehenden Reichstags- Wahlen könnten oder Freisinnige) in Frage kommen, wie bei den Reichstags- beschwörung". Und dann einige weniger Behagen weckende aus vergleichsweise die Wahlen bon 1878 und 1887 Stichwahlen die allgemeine parteipolitische Lage des Landes zu neuer Zeit, die selbstverständlich die ungemeine Glückseligkeit zum Betracht tommen. Von dem Ausgang der dies berücksichtigen. Der Parteivorstand wird beauftragt, nach den Ausdruck bringen, deren Deutschland sich unter den Fittichen des jährigen Wahlen werde fürs Reich die wirtschaftliche Entwicklung Reichstagsivahlen eine engere Konferenz zusammenzuberufen. Kaiseraars erfreut. Die jungen Sänger waren famos eingeschult, " " Fortiffimo und Pianissimo kamen stimmungsvoll zum Ausdruck und| Geschäft mit 4000 m. versichert und zum Schein an seine Geliebte über deren Rechtmäßigkeit jeht die lage beim Ober- Verwaltungsnamentlich die vierstimmig vorgetragenen Lieder spendeten verkauft. Diese versicherte es für 8000 M. Als es brannte, war gar gericht schiebt. Mit der politischen Gemeinde war aber auch die dem Lehrer und Chormeister Bander, der das ungewöhnliche kein Vorrat da; man hatte alles beiseite geschafft. Kirchengemeinde aufgefordert worden, 500 M. zum Schulbau beiE3 Wert der Einschulung und Leitung übernommen hatte, das beste Einbrecher statteten in der Nacht zum 28. Februar dem Bureau zusteuern. Als auch diese sich weigerte, schritt die Regierung kurz Lob. Der Ueberschuß aus dem Konzert, das am nächsten Sonntag des Vereins deutscher Schuhmacher in der Waßmannstr. 10 einen entschlossen zur Pfändung der ganzen Gemeinde. mittag 12 Uhr wiederholt wird, konunt einem wohlthätigen Zweck Besuch ab. Sie erbrachen den Münz- Gasmesser und den Schreib- erschien ein Vollziehungsbeamter und pfändete bei jedem Einwohner zu gute; es ist für den Verein Kinderhort der Prenzlauer- und tisch. Erbeutet haben sie etwa 8 M. aus dem Schreibtische, ca. 4 M. Sachen in der Werthöhe des auf ihn entfallenden Betrages, hier den Schönhauser Vorstadt beſtimmt. Dieſer Umstand hat wohl dazu aus dem Münz- Gasmesser, für 3-4 M. Bostwertzeichen, 200 Cigarren Hausrat, dort eine Ziege, Hühner usw., wobei es mitunter zu den beigetragen, daß das Auditorium überaus gemischt war; in der und ein Paar fast noch neue Stiefel. Das Mitgliedsbuch sowie feltſamſten Auftritten kam. Währenddem aber hatte der GemeindeHofloge zeigte sich der Kultusminister neben Wirklichen Geheimräten Lokal- und Arbeitslosenkarte Nr. 14 851, auf den Namen Friedrich vertreter Ludwig das besagte neue Schulgrundstück an die Kreditbank und einfachen Stadträten, Ränge und Manege aber waren vom Weber lautend, sowie die Invaliditätskarte desselben ist ebenfalls in Letschin verpfändet, und diese machte nun ebenfalls an die Ge= Die Gemeinde- Vergeber so dicht gefüllt, daß selbst der Rand der Manege als Sipplas damit getrieben wird. " besten“ und„ beſſeren" Publikum wie von den Eltern der Konzert- mitgenommen worden, worauf man achten wolle, falls Mißbrauch meinde eine Forderung von 6300 M. geltend. tretung verweigerte auch hier die Zahlung, indem sie sich auf die vorin Anspruch genommen werden mußte. erwähnte Klausel in dem Kaufkontrakt berief, wonach das Grundstück Von der Zählung der leerstehenden Wohnungen Berlins, die Schulfnabe aus Hohen- Neuendorf, der Sohn des dortigen Maurer: Mark zum Schulbau zu zahlen brauche. Es kam zur Klage vor dem Aus einem Eisenbahnzug stürzte auf der Fahrt nach Berlin ein nur dann als gekauft galt, wenn die Gemeinde nicht mehr wie 6000 am 1. Januar 1903 erneut vorgenommen worden ist, wird jetzt vom meisters Werner. In einem Abteil befanden sich mehrere Knaben aus Landgericht in Frankfurt a. D., und dieses entschied zu Gunsten städtischen Statistischen Amt ein vorläufiges Ergebnis mitgeteilt. den nördlichen Vororten, die in Berlin die Schule besuchen. Plöblich der Gemeinde. Der Zustand in dem Dorfe läßt nun an VerSchon im Jahre 1901 hatte sich in Berlin wieder eine Versprang die Thür auf und der genannte Knabe fiel aus dem Wagen wirrung nichts zu wünschen übrig. Während der Kauf des Schulmehrung der leerstehenden Wohnungen bemerkbar gemacht. Das auf den Bahndamm, wo er ohumächtig liegen blieb. Er wurde von grundstücks gerichtlich als ungültig erklärt ist, läßt die Regierung Jahr 1902 hat nun eine weitere und erhebliche Vermehrung gebracht, Spaziergängern aufgehoben und nach Hermsdorf gebracht, von wo lustig weiter pfänden, um die Gelder für dasselbe Grundstück und so daß von den Wohnungen ohne Gewerberäume am 1. Januar 1903 die Eltern ihn später abholten; der Knabe ist jetzt erkrankt. bereits wieder 4514 Wohnungen leerstanden. Das ist viel, verden darauf zu errichtenden Neubau einzutreiben. In der That ein glichen mit den Zählungsergebnissen vom 1. Januar 1902 und 1901 u. Burgel beschäftigter Dachdecker von dem Dache des Neubaues Instanzen noch aussteht, so darf man gespannt sein, wie lange sich Abgestürzt ist gestern nachmittag ein bei der Firma Plath Instiges Gebahren. Da die endgültige Entscheidung der höheren ( 22584 beziv. 1761 leerstehende Wohnungen dieser Art), vielleicht auch Badensche Straße 19. Beim Löcherbohren für die Leiterhaken be- die Errichtung des so notwendigen Schulbaues noch hinzögern wird. noch von 1900( 3230), aber wenig gegenüber dem Ergebnis von schäftigt, muß der Aermite wohl das Gleichgewicht verloren haben 1899( 8446). Bei den kleinsten Wohnungen ist seit 1901 und so stürzte er, nachdem er auf das Schutzdach aufgeschlagen, in Friedrichsfelde. Der Gesamtetat unsrer Gemeinde balanciert in die Zahl der leerstehenden am stärksten gestiegen. Am 1. Januar die Tiefe, wo er mit gebrochenem Schädel liegen blieb. Der herbei-/ Einnahme und Ausgabe mit 270 600 m. gegen 230 550 M. im Vor1901, 1902, 1903 standen leer von den Wohnungen ohne( heizbeträgt 912,79 M.( im Vorjahre bares) Zimmer 7, 12, 14 Wohnungen, von denen mit einem Zimmer gerufene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. 370 796,67 M.), die Schuldenlast 405 345 M.( im Vorjahre 519, 761, 1000, mit zwei 288, 533, 1227, ferner mit drei Zimmern Eine neue Kuppelei- Affaire beschäftigt die Gerichts- und Polizei- 320 810 m.). Es werden erhoben im folgenden Jahr: Zur Staats162, 357,857, mit vier 155, 245, 424, weiter mit fünf 206, 203 behörde. Die unverehelichte Marie Bredow wurde in Untersuchungs- einkommensteuer 120 Proz. inkl. Kreissteuer, zur Grundsteuer 296, mit fechs 136, 182, 221, mit mehr als sechs Zimmern 284, haft genommen, weil dieselbe, wie durch die bisherigen Ermittelungen 240 Proz, zur Gebäudesteuer 240 Proz., zur Gewerbesteuer 284, 350 Wohnungen.( Außer Betracht bleiben 4, 7, 125 festgestellt ist, in ihrer Wohnung am Schiffbauerdamm 34 schul- 180 Broz. Einen wesentlich höheren Ansaß haben erfahren Wohnungen ohne Angabe der Zimmerzahl.) Am zahlreichsten sind pflichtige Mädchen Herren zu unjittlichen Zivecken zugeführt hat. In die Einkommensteuer und Gerbäudesteuer. In der Ausgabe die leerstehenden Wohnungen in den äußeren Stadtteilen, in denen ihrem aufs eleganteste ausgestatteten, aus fünf Zimmern bestehenden stehen Titel Gemeindehaus und Grundbesitz 6011,85 m.( 7197,90), neue Straßen entstanden sind, so im Königsviertel( 540 leer- Quartier empfing die Bredow, die schon mehrfach vorbestraft ist, Schulverwaltung 103 012,50 M.( 86 954,99), Armenverwaltung stehende Wohnungen) und im östlichen Teil des Stralauer Viertels zahlungsfähige Herren, mit denen sie fortgesezt in Verbindung stand. 14 811,25 M.( 13 547,25), Straßenpflasterung, Beleuchtung, Reini( 501), auch auf dem Wedding( 448) und im westlichen. Teil die Bekanntschaft ihrer Opfer machte die Bredow, indem sie vor den gung usw. 55 433 M.( 41 895), Feuerlöschwesen 9448 M.( 4156). Moabits.( 400). 2ie stark allerdings an diesen Zahlen die noch gar Schulen junge Mädchen ansprach und sie unter allerlei Vorwänden Die für unsren Ort so nötige Kanalisation wird im Etat mit keinem nicht bezogenen Neubauten beteiligt sind, ist aus der vorläufigen in ihr Haus locte. Dort haben u. a. die 13 Jahre alten Mädchen Wort erwähnt. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, vom Mitteilung des Statistischen Amtes noch nicht zu ersehen. Karreck und Giefing längere Zeit verkehrt. Beide sind nach ihren 1. April d. J. die Fleischbeschau in Gemeinderegie zu übernehmen, Angaben mit einem Dr. jur. P. und einem cand. chem. St. soivohl auch will fie ein polizeiliches Schlachthaus errichten. Bemerkenswert in wie außerhalb des Bredowvschen Quartiers zusammengekommen. ist, daß in den Kreis der dem Untersuchungszwange unterworfenen Während K. ſeine Bekanntschaft mit den Kindern zugiebt, stellt Dr. P. Schlachttiere auch gleich Hunde mit einbezogen sind. bisher jeden Verkehr mit denselben in Abrede. # 1 Die Ursache der Fahrstuhl- Unglücksfälle. Man schreibt uns: In der Gerichtszeitung des„ Vorwärts"( Nr. 44) ist ein Urteil der In der Gerichtszeitung des Vorwärts"( Nr. 44) ist ein Urteil der Straffammer enthalten, nach welchem mehrere Personen einen Fahrstuhl fahrlässig geführt haben sollen. Das Unglück selbst aber war, Eine Gasolin- Explosion richtete Sonntagabend 5 Uhr auf dem wie gewöhnlich, durch den alten von der Polizei geduldeten NonFeuerbericht. Ueber ein Dußend Brände hatte die Wehr in den struktionsfehler des Fahrstuhls herbeigeführt, der sich in Be- lebten 24 Stunden zu beseitigen. Sonntagnachmittag wurde sie Bahnhofe Rahnsdorf eine arge Verwüstung an. Als der zur wegung sehen konnte, ohne daß die Fahrstuhlthür vorher geschlossen nach der Leipzigerstraße 115/116 gerufen, weil hier durch die Erleuchtung des Bahnhofs dienende Gasolinapparat in Thätigkeit ist. Dieſelben lebensgefährlichen Einrichtungen haben alle Fahrstühle, Explosion eines Metallbehälters ein Brand entstanden war, der aber gesetzt werden sollte, explodierte einer der Ballons und in einem 3. B. in unsren großen Warenhäusern. Es ist nur zu verwundern, noch im Entstehen unterdrückt werden konnte. Längere Zeit hatte die Augenblick stand der ganze östliche Teil des Bahnhofes in Flammen. daß den Führern nicht viel öfter der Kopf durch diese schönen Kon- Wehr aber in der Mühlenstraße 49 zu thun, wo auf einem Boden Fensterscheiben, Eisengitter und Mauerwerk barsten und die Stichstruktionen abgefahren wird. Die Polizeiverordnung über Einrichtung Feuer ausgekommen war, das bei Ankunft des ersten Löschzuges schon flammen loderten zu beiden Seiten des Perrons empor. Leider ist der Aufzüge vom 24. September 1898 enthält zivar cinen 8 8, in eine größere Ausdehnung erlangt hatte. Betten, Gardinen, dem es ausdrücklich heißt:" Die Fortbewegung des Fahrkorbes darf Kleidungsstücke gingen gegen Abend in der Friedrichstraße 76 in einer bei dieſem Unglück auch ein Menschenleben gefährdet worden; der nicht eher erfolgen tönnen, als bis die Thür nach dem Fahrschacht Wohnung in Flammen auf, während in der Prenzlauerstraße 33 Bahnwärter Körpa aus Klein- Schönebeck erlitt lebensgefährliche wiederum geschlossen ist". Aber diese Anordnung bezieht sich nur Möbel und Wäschestücke durch Feuer beschädigt wurden. Nach der Brandwunden und mußte nach dem Krankenhause in Wilhelmshagen auf Lastenaufzüge, für Personenaufzüge wird sie nicht gehandhabt, Pallisadenstraße 16 wurde die Wehr vorher gerufen, weil hier durch gebracht werden. Da weitere Explosionen befürchtet wurden, mußte und da es sich um eine Verordnung gegen Unternehmer handelt, so Selbstentzündung von Preßkohlen ein Brand entstanden war. In der Verkehr der Züge während dreier Stunden unterbrochen werden; ist die Handhabung doch eine andre, als wenn es sich um Streifpoften folge mehrmaliger Meldung wurde ein größeres Löschaufgebot nach erheblichen Schaden erlitten die im Gepäckraum lagernden Stüde wie handelt. Aufgabe der Organisation der Handels- und Transport- der Oranienstraße 156 gerufen. Es handelte sich indes lediglich um Reisegepäck, Fahrräder usw. Das Feuer wurde von den telephonisch arbeiter sollte es fein, die Ausdehnung jener Polizeivorschrift für blinden Lärm", weshalb die Züge ohne weiteres wieder abrücken herbeigerufenen Feuerwehren aus Rahnsdorf, Friedrichshagen und Personen Fahrstühle mit aller Energie zu fordern, besonders konnten. In der Lübeckerstraße 51 mußte in der Nacht zum Klein- Schönebeck gelöscht; der Bahnhof blieb während der Nacht auf die Abänderung der vorhandenen Fahrstühle zu bringen und, Montag ein Feuer beseitigt werden, das in einer Schuhmacher fast völlig dunkel und konnte nur notdürftig durch Petroleumlampen ähnlich wie aus dem Bäckereigewerbe, aus allen großen Geschäften, werkstatt ausgekommen war. Körbe und Kleidungsstücke waren in to Fahrstühle sich fortbewegen können ohne vorherigen Schluß der der Muskauerstraße 4 auf einem Hängeboden in Brand geraten, und Pechfackeln erleuchtet werden. Thüren, so lange öffentlich zu berichten, bis dieser lebensgefährliche dessen Ablöschung jedoch in kurzer Zeit erfolgen konnte. Außerdem Zustand beseitigt ist. hatte die Wehr im Laufe des Sonntags noch von einigen andern Eine öffentliche Versammlung der Blumen, Blätter, Palmen: Orten Alarmierungen zu verzeichnen, doch handelte es sich in diesen und Feder- Arbeiter und Arbeiterinnen findet am Mittwoch, den Fällen um Brände, die ein sonderliches Eingreifen der Wehr nicht 4 d. M., abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Stommandantenſtr. 20, statt. Der Vorsitzende der General- Kommission wird referieren über: wodurch erforderten. T erringt die Arbeiterschaft sich auskömmliche Existenz Zeugen gesucht. Die Personen, welche am Sonnabend, den und Geistesfreiheit?" Centralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands( Mitglied. 21. Februar, in der achten Abendstunde dem Auftritt beigewohnt Heute abend 9 Uhr bei Günzel, Rosenthalerstr. 57: Mits haben, der sich in der Manteuffelstraße zwischen einem Polizei- schaft Berlin). lieutenant und einem Kutscher und dessen weiblicher Begleitung ab- glieder- Bersammlung. Vortrag über: Die Arbeiterschutz- Gesetzgebung und gespielt, werden gebeten, fich Sorauerstr. 28, Hof, Quergebäude imbie Bureau- Angestellten". Gäste willkommen. Keller bei Frau Gafirowska zu melden. Eine neue Eingabe um Freigabe der Karwoche mit Ausnahme Die Personen, welche an der Ecke der Prenzlauer Allee und des Karfreitags sowie des Ostersonntage für Darbietungen, Friedenstraße am Sonnabend, den 21. Februar, morgens gegen 7 Uhr, musikalische und Gesangsvorträge ernsten Inhalts hat der Verein gesehen haben, wie eine Frau von einem Wagen der Straßenbahn Berliner Bariété- und Konzerthaus- Besizer an herabstürzte, werden gebeten, sich bei Boſſe, Friedrichsfelderstr. 38, das Polizeipräsidium gerichtet. Der Schutzverband der bereinigten vorn III, zu melden. Berliner gastwirtschaftlichen Verbände hat die Petition mitunterzeichnet. Franz Gesenius, Direktor des Berliner Pfandbriefamtes, Geheimer Rat und Stadtältester von Berlin, ist am Montag im 81. Lebensjahre nach kurzem Krantenlager gestorben. Gesenius ist am 5. November 1822 zu Halle a. S. geboren, studierte dort und in Berlin, wurde hier Stadtrichter und am 30. Mai 1861 Stadtrat. Am 24. April 1873 wurde er beim Ausscheiden aus seinem Amte Stadtältester und bald darauf Direktor des Pfandbriefamtes der Stadt Berlin, das in den letzten Jahren einen großen Umfang erreicht hat. Der ehemalige Rechtsanwalt Gustav Flatow, der zur Zeit die ihm zudittierte Gefängnisstrafe von 1 Jahr 3 Monaten verbüßt und im nächsten Monat seine Schuld gefühnt haben würde, hatte sich gestern auf eine Nachtragsanflage wegen Untreue zu verantworten. Der Angeklagte, der jetzt den Eindruck eines recht franken Mannes macht, war seiner Zeit geständig, in schwerer Notlage aus den ihm zu bestimmten Zwecken übergebenen Geldern Ausgaben persönlicher Ratur gemacht zu haben. Nachträglich war nun noch ein solcher Fall zur Anzeige gekommen. Ein Mandant hatte ihm 820 M. behufs Hinterlegung überfandt und der Angeklagte hatte hiervon nur 200 M. bestimmungsgemäß verwendet, das übrige aber zur Begleichung dringender persönlicher Verbindlichkeiten benutzt. Er war auch in diesem Fall voll geständig und wurde zufäßlich zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Aus den Nachbarorten. Gerichts- Zeitung. Einen hartnäckigen Kampf gegen alle möglichen Behörden führt der Kaufmann May Dziedzi och, der gestern wegen Hausfriedensbruchs, Widerstandes, Bedrohung, Beamtenbeleidigung usw. vor der ersten Straffammer stand. Er ist bereits mehrfach mit verschiedenen beamteten Personen, Richtern, Staatsanwälten u. a. in Konflikt ge= Die Rigdorfer Baudeputation beschäftigte sich in ihrer letzten kommen und verbüßt zur Zeit eine aus solchem Grunde ihm auferlegte Sigung mit der Frage der Ausgestaltung des Submissions Gefängnisstrafe in Plößensee. Er macht einen anständigen, aber sehr wesen 3. Man kam zu dem Resultat, daß es das zweckmäßigste sei, verbissenen Eindruck und aus seinen ganz klaren und logischen Ausdas Verfahren beizubehalten, das in der Regel bisher von der Baus führungen flingt der Groll über angeblich allenthalben und namentdeputation bei Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen geübt lich von Behörden ihm zugefügtes Unrecht heraus. Er lebt von seiner worden ist. Dies ging dahin, städtische Arbeiten und Lieferungen Ehefrau getrennt und liegt mit ihr in Scheidung. Wie er behauptet, hat öffentlich auszuschreiben und den Zuschlag an den Mindestfordernden er einen der Ehe entsproffenen Jungen bei einer Schwester in Ratibor zu erteilen, sobald das Angebot nebst Proben usw. den Bedingungen in Pflege gegeben, von dort soll die Mutter den Knaben listiger Weise entspricht und der Bewerber nach allen Richtungen hin als zuverlässig weggelodt und ihn zu sich nach Berlin genommen haben. Sie ſelbſt erscheint; jedoch werden bei geringen Preisunterschieden in Riydorf fand Beschäftigung und Unterkommen bei dem Droguisten Reichel. ansässige Bewerber bevorzugt. Der Vorschlag, den Zuschlag dem Be- Der Angeklagte wollte sich diese Wendung der Dinge nicht gefallen werber zu erteilen, dessen Angebot dem Mittel aus allen Angeboten lassen und feste alle Mittel in Bewegung, um den Knaben wieder am nächsten kommt, wurde verworfen. Es wurde u. a. dagegen geltend in seine Geivalt zu bringen, es gelang ihm aber nicht. Schließlich, gemacht, daß bei Befolgung dieses Vorschlags beispielsweise der Bau als er festgestellt hatte, daß der Junge sich bei der Mutter befand, Bon einem Raubmordversuch wird aus dem Vorort Neu- des Kaiser Friedrich- Realgymnasiums, der auf 265 779 W. zu stehen wandte er sich an die Polizei, erhielt aber von dem zuständigen Weißensee gemeldet. Dort wohnt im Hause Sedanstraße 53 in fam, um 18 446 2. teurer geworden wäre. Abgelehnt wurde auch Polizeilieutenant die Auskunft, daß sich die Polizei in solche PrivatAus einer jedenfalls mißNeu- Weißensee die 76jährige Rentnerin Witwe Josephson. Am ein weiterer Vorschlag, eine auf Rirdorfer Meister beschränkte Unter- angelegenheiten nicht einmischen könne. Sonnabendabend 6 Uhr kam die verehelichte Anna Radon, geb. nehmerliste zu führen und auf Grund derselben die städtischen Ar- verständlich aufgefaßten Aeußerung des Polizeilieutenants will der Stuck, Lehderstr. 27 zu Neu- Weißensee wohnhaft, mit der Bitte zu beiten und Lieferungen im engeren Submissionsverfahren zu ver- Angeklagte herausgelesen haben, daß niemand etwas dagegen haben Frau Josephson, ihr eine Stellung zu besorgen, mit Rücksicht darauf, dingen. Die Ablehnung dieses Vorschlags wurde damit begründet, könne, wenn er sein Kind sich mit Gewalt holte, und diesen Weg bedaß ihr eigner Vater, der Gärtnereiarbeiter auf dem jüdischen daß auch bei seiner Durchführung eine Verteuerung der Bauten ein- schritt er alsdann. Er kaufte sich einen Revolver und ging, mit Friedhof sei, der Frau Josephson, die täglich dort das Grab ihrer treten würde und daß die Unternehmer einzelner Gewerbe in Rigdorf diefem bewaffnet, in das R.sche Geschäft, wo er Lärm machte und sein Kind reklamierte. Er mußte energisch hinausgewiesen werden. Tochter, der Frau Salomonsti, besuche, nicht unbekannt sei. Die in zu geringer Zahl vertreten seien. Bittstellerin hielt sich eine Stunde in der Wohnung der alten Eine kratzbürstige Gemeinde. Seit ungefähr vier Jahren beab- Am 3. Juni ging er wieder dorthin und traf Frau R. an, von der er Dame auf; dann zeigte Frau Josephson der Radon ihre gesamten sichtigt die Gemeinde Neu- Langsow im Frankfurt- Lebuser Streife gleichfalls energisch die Herausgabe des Kindes verlangte. Er ließ Wohnräume. Vor der Speisekammer löschte dabei die Radon plög- ein neues Schulhaus zu bauen, jedoch ist diese löbliche Absicht infolge sich auch nicht abweisen, sondern zog den mit Plakpatronen geladenen Ich die Lampe aus, überfiel die nichtsahnende alte Frau, trattierte eines tragikomischen Gemeindekonfliktes bislang noch immer nicht zur Revolver und drohte, daß ein Unglück geschehen würde, wenn man sie mit Faustschlägen und würgte sie. Dann sperrte sie die Frau in Ausführung gekommen. Die Gemeinde wollte nämlich, daß die neue ihm das Kind nicht gäbe. Es blieb nichts andres übrig, als Polizeidie Speisekammer ein, begab sich in die Vorderräume der Wohnung Schule auf dem alten Grundstück errichtet werde, dem Ortsvorsteher beamte zu holen, die den gefährlichen Mann zur Wache abführten. Er hat über und räumte dort sämtliche Spinden und Kästen aus. Darüber ver- schien dies aber zu klein. Ein Verwandter von ihm, Namens Dort scheint es zu einem heftigen Auftritt gekommen zu sein, denn ging wieder eine Stunde, während der sich die alte Dame wieder Ludwig, der ebenfalls in der Gemeindevertretung sibt, erwarb deshalb der Angeklagte wurde schließlich in eine Belle geſtedt. einigermaßen erholte und die Speisekammer zu verlassen vermochte. ein andres Grundstück unter der Hand für 4500 M. und bot dieſes das Verhalten der Polizei sich beim Polizeipräsidium in zwei Eingaben lebhaft beschwert und die sofortige Suspension des Polizeilieutenants Mit einem häßlichen Schimpfwort fiel die Radon von neuem über die der Gemeinde als zum Schulbau besonders passend für 6300 M. zum und der beteiligten Schußleute verlangt. Die Eingaben enthalten Josephson her und schlug und würgte die alte Frau, bis sie be- Kauf an. Für ein solches Spekulationsgeschäft aber zeigten die finnungslos liegen blieb. Dann entfernte sich die Radon unter Mit- übrigen Gemeinderatsmitglieder nur wenig Verständnis, fie lehnten schwere Beleidigungen. Der Angeklagte behauptete darin, daß die nahme von verschiedenen Gegenständen, eines Teppichs, einer Palme, den Kauf ab. Seit dieser Zeit gab es ständigen Strach in dem Dorfe. Beamten kein Recht gehabt hätten, ihn zu sistieren und daß er eigenteiner Geldtasche und andrer noch nicht festgestellter Sachen. Erst Auf der einen Seite steht die Mehrheit der Gemeindevertreter, auflich befugt gewesen wäre, sie wie Straßenräuber über den Haufen um 12 Uhr in der Nacht kam Frau Josephson wieder zu sich; sie der andern die Dorfhonoratioren, zu denen sich in letzter Zeit auch der zu schießen. Man habe ihn auf der Wache in eine auf einem Abort verließ ihre Wohnung und rief um Hilfe. Der Verwalter Radestock Ortspfarrer gesellt hat. Die Folge war ein ewiges Hin und Her gelegene stinkige Zelle gesperrt und Nachts mit Zuhältern und Dirnen nahm sich der Ueberfallenen an und schlug Lärm. Der Kriminal- von Klagen und Beschwerden, vom Landrat zum Kreisausschuß, von zusammen im grünen Wagen nach dem Polizeipräsidium befördert, polizei, de sofort benachrichtigt wurde, gelang es, die Radon in ihrer der Regierung zum Bezirksausschuß und Ober- Verwaltungsgericht. obgleich er wiederholt Geld zur Bestellung einer Droschke angeboten Wohnung festzunehmen, wo sie sich zu Bette gelegt hatte. Die Inzwischen hatte die Regierung kategorisch den Bau des Schulhauses habe. Am nächsten Tage um halb 10 Uhr sei er dann ohne weiter 3 Verbrecherin wurde sofort der Frau Josephson gegenübergestellt, die auf einem neuen Grundstück angeordnet und dazu ebenfalls das entlassen worden. Er drohte damit, daß er sich an das Abgeordnetenfie erkannte und als Thäterin bezeichnete. Auch die geraubten Gegen- Ludwigsche Grundstück empfohlen. Dem Druck von oben folgend, be- haus und den Justizminister wenden werde usw. usw. auch Strafanzeigen gegen die Polizeibeamten wegen thätlicher Bestände wurden beschlagnahmt und die Radon in Untersuchungshaft schloß denn auch die Gemeindevertretung, das besagte Grundstück zu leidigung, Freiheitsberaubung usw. gerichtet, die aber ohne Erfolg faufen, jedoch nur unter der Bedingung, daß die an sich nur arme geblieben find. Die ganze Art der Verteidigung des Angeklagten Zu der Brandstiftung in der Chauffeeftr. 95 wird gemeldet, daß Gemeinde zu dem ganzen Schulbau nicht mehr wie 6000 M. zu und der Inhalt seiner vielen neueren Eingaben an das Gericht verdie Schankwirte Schwabe und Fuchs aus der Haft entlassen worden zahlen brauche, die übrigen Kosten solle die Regierung tragen. Letztere find. In Haft behalten wurden dagegen der 36jährige Cigarren- war damit einverstanden und der Kauf wurde abgeschlossen. Später anlaßten den Staatsanwalt zu dem Antrage, die Sache zu vertagen händler Paul Ochakki und seine Geliebte Anna Harth, die er für seine aber verlangte die Regierung, daß die Gemeinde anstatt der 6000 und durch Vernehmung ärztlicher Sachverständiger zunächst festzuStiefschwester im Hause ausgab. Die Kriminalpolizei fand in dem nunmehr 12 000 M. zahlen folle. Es folgte wieder eine Klage mit stellen, ob der Angeklagte geistig gesund ist. Der Gerichtshof ents Laden Ochakkis einen Centrumsbohrer und ein Beil, die mit Staub rechtskräftiger Abweisung der Gemeinde. Diese aber setzte sich sprach diesem Antrage. bedeckt waren und mit denen Ochakki die Wand des Schwabeschen energisch auf die Hinterbeine und ließ eine Aufforderung des Land- Wetter Prognose für Dienstag, den 3. März 1903. Etwas wärmer, teilweise aufflarend, vorwiegend trübe mit Negenfällen Lokals durchbrochen hatte. Der Verhaftete, der seit dem 1. Oktober rats, eine entsprechende Summe als Baurate in den Etat einzusehen, vorigen Jahres sein Geschäft in der Chauffeestr. 95 betrieb, hatte sein unbeachtet. Nunmehr verfügte der Landrat die Zwangsetatisierung, und lebhaften südwestlichen Winden. genommen. Er hat dann Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 3. März. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Don Juan. Schauspielhaus. Im bunten Nod Neues Opern- Theater. Geschlossen. Deutsches. Der arme Heinrich. Berliner. Viel Lärm um Nichts. Leffing. Der blinde Passagier. Neues. Die Lokalbahn. Residenz. Lutti.( Loute.) Weften. Die Sparmamsell. Central. Gräfin Pepi. Thalia. Der Camelienontel. Belle Alliance. Er. Hierauf: Die Dame aus Trouville. D Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Wohlthätige Frauen. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Das zweite Gesicht. Carl Weiß. Berliner Rangen. Buntes. Winterschlaf. Wer ist schuldig? Luisen. Otto der Faule. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Notbrücke. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Casino. Berliner Herzen. Apollo. Specialitäten. Natiris Hochzeit. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Baffage- Theater. Specialttäten. Baffage Panoptikum. Specialitäten. Palast. Berliner Luft. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Sm Hörsaal um 8 Uhr: Dr. Naß: Die Glasfabrikation. Invalidenstraße 57/62. SternTäglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Heute abend 72 Uhr: Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Thalia- Theater. Dresdenerstraße 72/73. Anfang 7 Uhr. Der Camelien- Onkel. Morgen und folgende Tage: Der Das Land Tirol. Camelien- Onkel. Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. G. Nass: Die Glasfabrikation. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Castans Panoptikum Friedrichstr. 165. Neu!! ,, Der künstliche Mensch?" Sensationelle Neuheit!! Intern. Reise- Theater, Bildercycl. ,, Venedig" m. Vortr. Berliner Bilderbogen! Der Untergang Berlins durch den Mont Pelé. Die schöne Tätowierte Miss Karri. Grammophon. Konzert. KasperleTheater von 11-1 u. 4-10 Uhr. Metropol- Theater. Mit glänzender Ausstattung: Neuestes! Allerneuestes! Revue in 5 Bildern von J. Freund. Musik von Victor Holländer. Emil Thomas a. G., Josef Josephi. Henry Bender. Frid Frid, Fl. Siding, Hansi Reichsberg. 300 Mitwirkende. Grandioses Ballett. Anfang 8 Uhr. 131 Rauchen überall gestattet. Sonnabend, den 7. März: Gastsp. b. Wiener Operetten- Gefelli. Letzter Metropol- Theater- Ball. Gräfin Pepi. Operette in 3 Atten von Joh. Strauß. Morgen u. folgende Abende 7/2 Uhr: Gräfin Pepi. Sonntagnachm. Kleines Theater. 3 Uhr: Das Mädchen von der Unter den Linden 44. Heilsarmee. Anfang 8 Uhr. Residenz- Theater Nachtasyl. Direktion: Sigmund Lautenburg. Bernhard Rose- Theater- Ensemble Anfang 7 Uhr. Lutti( Loute). Schwant in 4 Aften von Pierre Beber. Deutsch von Mar Schönau. Morgen und folgende Tage: Lutti. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sein Doppelgänger. Carl Weiss- Theater. für Piasaka. Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49. Dienstag, den 3. März 1903: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Pariser Tangenichts. Hierauf: Ich heirate meine Tochter. Belle- Alliance- Theater. Abends 7, Uhr: „ Er“. Drama in einem Aufzuge. Hierauf: Die Dame aus Trouville. Casino Theater Lothringerstr. 37. 219 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Wohlthätige Frauen. Rustspiel in 4 Aften von Ad. L'Arronge. Mittwoch abend 8 Uhr: Wohlthätige Frauen. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Das zweite Gesicht. Lustspiel in 3 Aften v. D. Blumenthal. Mittwoch abend 8 1hr: Das zweite Gesicht. Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 Uhr: Nur noch kurze Zeit! Das zweite Gesicht. Wohlthätige Frauen. Typographia Gefangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiefser. ( M. d. A.-S.-B.) Chormeister: Alexander Weinbaum. Sonntag, den 8. März, im neuerbauten Konzert- Saal der„ Neuen Welt", Hasenbeide Konzert- Saal( 4500 Gispläte) Berliner Herren. CONCERT Anfang Sonnt. 72: Erste Liebe zc. Sonntag, den 1. März, nachmittags 4 Uhr: Ein Sohn des Voltes. 130 Sänger Dazu Auftreten sämtl. Specialitäten. Apollo- Theater. Donnerstag 8Uhr: Seute un Nakiris Hochzeit. Um 9, 1.: Neue Specialitäten- Debuts. Novellas. Garganis. Rob. Steidl. Um 10% Uhr: American- Creole- Cake- Walkers. Frau Luna Mittwoch und Freitag: und nene Debuts. In jed. Borstel.: Das elektr. Ballett. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang: Sonntags 7, Wochentags 8 Ühr." Neues, grossartiges Programm! Cirkus Busch. unter Mitwirkung des 50 Musiker Berliner Tonkünstler- Orchesters. Dirigent: Fr. von Blon. Anfang präcise 612 Uhr. Eintritt 40 Pf., an der Kaffe 50 Pf. Eintrittskarten sind zu haben im Druckereigebäude des„ Vorwärts" bei Auguſtin, im Blumengeschäft von Engelle, Reichenbergerſtraße 164; in den Cigarrengeschäften von Gustav Schürer, Alexandrinenstr. 15 und Lindenftraße 97; Snötschte, Mittenwalderstr. 2; Nicolas, Staligerstraße 107; Gesche, Wrangelstr. 58; Horsch, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer; in der„ Neuen Welt", Hasenheide sowie in den mit Plakat belegten Handlungen. Buss' Salon und Garten Grosse Frankfurterstr. 85. Empfehle Vereinen meine Säle mit grossem Naturgarten für 1. Pfingst- Feiertag und Sonnabends. 721L* Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstil. Specialitäten- Vorstellung. Sed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Andreas- Garten. Andreasstr. 26. Allen Freunden und Bekannten Dienstag, den 3. März 1903, empfehle meine neurenovierte Restauabends 72 Uhr: ration, Saal zu Bersammlungen. Gute 6272* F. Merkowski. Abschieds- Vorstellung. Seifen u. Getrante. 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