Nr. 101. " Grfcheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Met., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 6. Pfg. Sonntags Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 PfJ Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Fern[ prech- Anschluß: Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Sonnabend, den 30. April 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Beide Texte, dem Sinne nach übereinstimmend, er damals das Neunkirchener Tageblatt" boykottete und die gänzen sich dem Wortlaute nach sehr glücklich. Der Text Wirthschaften in die Acht erklärte, welche das Blatt aufder„ Kölnischen" und Trierischen Zeitung" behandelt das legten, befanden sich solche darunter, die nebenbei auch Mit dem 1. Mai eröffnen wir ein neues Abonnement Verhältniß der Stumin'schen Arbeiter zu ihrem Chef" Bäckerei betrieben. Raum fiel damals eine leise Andeutung, auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Bezugspreis des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der ,, Neuen Welt" als Gratisbeilage beträgt 1 Mark 10 Pfennige monatlich frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. zum Preise von Für außerhalb nehmen sämmtliche Bostanstalten Abonnements 2,20 M. für die Monate Mai- Juni entgegen. Die Redaktion und Expedition des " etwas ausführlicher, derjenige der„ Saar- und Blieszeitung", daß diese Geschäfte die Brotschulden der Stumm" schen Ardes Stumm'schen Leiborgans, hebt das Verständniß der Arbeiter nunmehr auf gerichtlichem Wege eintreiben müßten, beiter für die kaiserlichen Intentionen" mehr hervor. Es so wurde den Arbeitern erlaubt, auch ferner ihr Brot dort werden beide Gedanken in der kaiserlichen Rede neben zu kaufen kaufen beziehungsweise zu borgen. Stumm einander Ausdruck erhalten haben. hatte Angst bekommen, daß er feine Werke und hatte„ kurz nach 10 Uhr bereits die Schfalhäuser, gegen die Richtigkeit des berechneten Lohnes müſſen, vor, „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. eirchen, wir fragen: wie ist es möglich, daß der Kaiſer wegen Hindernissen im Betriebe, auf welche die Arbeiter Der Kailer Der Kaiser glaubt, er habe sich bei seinem Besuch des Arbeiter nicht mehr durch sein LohnStumm'schen Werkes die Ueberzeugung verschafft, daß" system auf Kosten der Bäder ausbeuten 11. f. w. Das geschah aber folgendermaßen. Nach dem könnte der Kapitalist Stumm brachte den Stumm'schen Leiborgan traf der Kaiser 9 Uhr Vormittags Parteifanatiker Stumm zum Schweigen. Aber die Stumm'sche in Neunkirchen ein. Am Bahnhof hatte er einige Be- Lohnwirthschaft ist noch viel raffinirter eingerichtet. Jm§6 grüßungen zu erledigen, dann fuhr er zum Stumm'schen der neuen Arbeitsordnung heißt es weiter: Einsprüche die Kleinkinderschule, die Näh- und Fortbildungsschule, die Krankheitsfälle ausgenommen, spätestens innerhalb 3 Tagen Kokerei, Hochöfen und Gießerei besichtigt. Zwischen nach der Auslöhnung bei dem nächsten Vorgesetzten erhoben 10 und 11 Uhr besuchte er das Viktoriaspital. 411 Uhr werden. Spätere Ansprüche werden nicht befehrte er zum Werk zurück und durchschritt das Stahlwert. rücksichtigt." Und noch befriedigender" und patriarvon § 10. Infolge Betriebsstörungen, Daran schloß sich die förmliche Prämiirung" von nicht chalischer": weniger als 130 Arbeitern, die sämmtlich vor dem Kaiser Arbeitsmangel oder sonstigen Hindernissen im Bedefilirten, sowie eine Stumm'sche und die kaiserliche Rede. triebe kann die Firma jeden Arbeiter bis Und nichtsdestoweniger war ,, gegen 12 Uhr" Alles zu Ende" zu drei Schichten ohne Entschädigung feiern Stumm behält sich also sogar man fuhr zum Frühstück, und 2 Uhr verließ der Kaiser lassen". in dieser Zeit auch nur einen flüchtigen Einblick in die wirk- gar keinen Einfluß haben, diese drei Tage lang brotlos zu lichen Arbeiterverhältnisse des Stumm'schen Etablissements machen und doch zu seiner Verfügung zu halten; denn nur, bekommen konnte? Spezialforscher für Arbeiterverhältnisse, wenn das brotlose Feiern länger als diese ominösen drei die mit ganz anderen Vorkenntnissen und Vorbereitungen Tage dauert, kann ein Stumm'scher Arbeiter ohne Künin Meunkirchen. an das Studium der Daseinsbedingungen einzelner Arbeiter- digung das Werk verlassen(§ 12)! Aus§ 15 dieser An ein kurzes Telegramm, das damals allein vorlag, gruppen gingen, haben bis jetzt immer Monate und Jahre patriarchalischen" Arbeitsordnung geht hervor, daß Stumm Inüpften wir vor einigen Tagen eine knappe, grundsätzliche gebraucht, ehe sie auch nur ein oberflächliches Urtheil über ein eigenes polizeiliches Aufsichtspersonal einschließlich der Besprechung der Rede an, welche der Kaiser bei seinem Be- die Lage dieser Arbeiter abzugeben versuchten. Und das ist Portiers und Wächter" auf seinem Werke hält. Damit fuch in Neunkirchen über die Stumm'schen Arbeiterverhält wegen der Komplizirtheit der Arbeiterverhältnisse bei Nicht- stimmt es trefflich, daß Frauen und Angehörige, welche niffe gehalten hat. Nächst den Pariser Anarchisten- Attentaten arbeitern nur zu erklärlich. Sollten die Rathgeber des den Arbeitern das Essen zutragen, dies nur in der festhat diese kaiserliche Rede in den letzten Tagen den meisten Kaisers denselben nicht einmal auf diese Dinge aufmerksam gesetzten Zeit thun und sich nicht länger im Werke aufSchaden Gesprächsstoff geliefert; das weiß Jeder, wenn es auch die machen und ihm mittheilen, daß es unmöglich ist, sich durch halten dürfen, als durchaus nöthig ist". Bourgeoispresse nicht zu sagen wagt. Inzwischen liegt nun den flüchtigen Besuch von ein paar Stunden, auch wenn am Werkzeug muß nicht blos durch den Arbeiter ersetzt der Text der kaiserlichen Ansprache ausführlicher vor, als er vorher noch so lange Gespräche mit dem Werkbesizer werden; außerdem trifft ihn unter Umständen Geldstrafe". in dem ersten Telegramm enthalten war. Wir führen zwei stattgefunden haben, die Ueberzeugung zu verschaffen, Ueberhaupt wimmelt die Arbeitsordnung von patriarchaliQuellen gleichzeitig an, um den Wortlaut noch vor einer daß" u. s. w.? schen" Worten, wie verboten, streng untersagt, Betrug, etwaigen offiziellen Wiedergabe im Reichs- Anzeiger" mög Dies zum Aeußerlichen der kaiserlichen Rede. Unterschleif" u. s. w. so sehr, daß Stumm mehrere dieser lichst sicher zu stellen: Nun zum Jubalt, zur Empfehlung der befriedigenden Zu Beiworte wahrscheinlich streichen mußte, gewiß zu seinem Saar- u. Blieszeitung" stände" des Stumm'schen Werkes für die übrige deutsche Leidwesen und nur, weil sie sich juristisch nicht wohl aufin Neunkirchen: Industrie. In seinem zweiten Moniteur, im Saarbrücker recht erhalten" ließen. Buwiderhandlungen werden mit Das Verhältniß zwischen Ar-" Der Kaiser sprach den Stumm- Gewerbeblatt", veröffentlichte Stumm unterm 10. Januar Geldabzügen bis zu 6 M. bestraft, und Stumm verschmäht beitgeber und Arbeitnehmern sei schen Arbeitern seine Anerkenn- 1892 den Entwurf einer dem neuen Gewerbegefeße an es nicht, diese Strafen patriarchalisch" höchst eigenhändig ein überaus glückliches. Er habe ung für ihre gute Haltung und gepaßten revidirten Arbeitsordnung für sein Werk. Nach endgiltig festzustellen". Alle sonstigen Zumuthungen, eine Menge von Arbeitern persön- das Verständniß, welches sie den lich angesprochen, über ihr Ver- taiserlichen Intentionen stets§ 6 derselben läßt sich der freiherrliche Schloßbefizer von die er an seine Arbeiter stellt, hat Stumm nicht in die hältniß zum Chef Fragen an sie entgegengebracht hätten, aus. Er Hallberg, eben Freiherr von Stumm, die Arbeit seiner Arbeitsordnung aufgenommen; bekanntlich erklärte er gerichtet und sich dadurch die habe dies schon früher zu seiner Leute einen ganzen Monat lang- borgen. Er lohnt sie aber im Reichstage, daß er fein Titelchen von seinen Ueberzeugung verfchafft, daß ein Freude durch ihren Chef er nämlich blos monatlich aus. In der Mitte des Monats Rechten" abgebe, und doch extra an sein ,, schwarzes Brett" Verhältniß obwalte, das im fahren, den er ausdrücklich be- giebt's nur eine Abschlagszahlung. Die Folge davon anschlagen werde, was er wolle. Stumm besteht also auf dem ftaatserhaltenden Sinne wün- auftrage, feinen Dank zur ist die bekannte: in den Schuldbüchern der Neun- Verbot der Theilnahme an den berüchtigten Gewerkschenswerth und befriedigende Kenntniß aller seiner Arbeiter firchener Bäckereien find die Stumm'schen Arbeiter vereinen", das er 1881 an seine Arbeiter ,, erließ" und wo Zustände herbeizuführen geeignet zu bringen. Er freue fich, hier mit fortwährenden Rückständen eingetragen. Sie müssen mit er die denselben gesetzlich garantirte Koalitionsfreiheit fei. G3 wäre fein fehnlichster tüchtige und gutgesinnte Arbeiter bei der Stumm'schen Lohnwirthschaft borgen, um leben zu aufhob, mächtiger als Regierung und Reichstag schaltend, Wunsch, daß derartige segens unter einem wohlwollenden, ge- können, und welche zerrüttende Wirkung das Borgen auf ein Despot schlimmster Sorte in seinem schwarzen reiche, glückliche Berhältnisse in rechten Herrn zu finden, und Er besteht auf seinen Eingriffen der ganzen deutschen Industrie wünsche, daß es überall so aus- jeden Arbeiterhaushalt ausübt, ist bekannt. Stumm weiß Bereich. Dent= und Lesefreiheit seiner Leute, zu herbeigeführt würden." dies auch ganz gut; er verrieth es Anfangs 1881. Als er die sehen möge." " " Rölnische" und Trierische Zeitung": Feuilleton. Nachbbrud verboten.) Am Webstuhl der Zeit. [ 101 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Rollmann: Sie ist beschäftigt gewesen." Streit: Das wird nicht stimmen, denn die Frau behauptet, daß fie, weil fein Käufer gekommen, seit jenem Tage Sonntags nicht mehr über Mittag aufgemacht hat." Rollmann: Die Frau wird sich in der Woche irren." Streit:„ Das ist durchaus nicht anzunehmen, denn die Frau ist 8 Tage später niedergekommen." 125 " Rollmann: Was wollen Sie denn mit diesen Fragen eigentlich beweisen, Herr Advokat?" Streit setzte sich, ohne eine Antwort auf diese Frage zu geben, und wandte seine Augen nur auf den Staatsanwalt, ber aber für diesmal seinem Blicke auswich. Sie waren, Herr Rollmann, an jenem Sonntage in der Wohnung Ihrer Verkäuferin und haben ihren Koffer untersucht?" Präsident: Rollmann: Ja, Herr Präsident." Präfident; Sie können nicht angeben, was aus jenen Spißen, die Sie aus England empfingen, geworden ist?" Rollmann:„ Ich kann mich nicht erinnern; meine Leute sind daran schuld, die nicht ordentlich eingetragen haben." Präsident: Ihr Geschäft ist aber sonst in guter Drdnung?" in Präsident: War Ihnen früher schon etwas weggekommen?" Rollmann: Nein." Präsident:" Ich halte eine weitere Zeugenvernehmung in dieser Sache für überflüssig, und der Gerichtshof wird sich, wenn nicht etwa von Seiten der Staatsanwaltschaft oder der Vertheidigung ein anderweiter Antrag geschieht, Rollmann: Ja, weil ich fleißig nachsehe. Manches zurückziehen." entgeht einem doch." Staatsanwalt:„ Die Staatsanwaltschaft hat auf jeden Präsident:" Sie haben einmal eine Szene mit Ihrer Fall zu verfügen, daß der Zeuge Rollmann sofort zu verVerkäuferin gehabt, in welcher dieselbe sich stark über Ihre haften ist, und bittet hierzu um Genehmigung des verehr Budringlichkeiten äußerte, wie die dazu gekommene Schneiders- lichen Gerichtshofes, da er auf dessen Veranlassung hierhergekommen." frau in Ihrem Hause erklärt hat." Präsident:" Der Gerichtshof hat hiergegen nichts einzuwenden." Rollmann: Ach das war weiter nichts als eine kleine Lappscherei." hatte?" Präsident: Welche aber eine Kündigung zur Folge Rollmann:„ Ja, das Mädchen war sehr zierig, ich hätte sie nicht beachten sollen." " " Präsident: Sie haben also nichts über den Verbleib jenes Packetchens ans England anzugeben?" Rollmann: Nein." Präsident: Und die Spigen vermißten Sie wann?" Rollmann: Ich glaube vor Tisch." Präsident: Und dachten dabei gleich an Ihre Verfäuferin?" Rollmann: Ja, gleich." Streit: Die Vertheidigung hat keine weiteren Anträge an den verehrlichen Gerichtshof zu richten." Nun aber mußte Jemand das Brausen und Murmeln hören, welches im Saal und auf den Tribünen entstand. Rollmann schritt eilends auf den Staatsanwalt zu, aber dieser hatte bereits einem Gerichtsdiener gewinkt, der den Auftrag erhielt, ihn ins Gefängniß abzuführen, und diesen Auftrag ohne Weiteres vollzog. Die arme Angeklagte, welche während der ganzen Verhandlung bleich und still, unbeweglich konnte man sagen, Sagesessen, verharrte auch jetzt noch in ihrer Lage, obwohl der Gerichtsdiener ihr ein stilles Vorzimmer anbot. Erst welchen er 1881 auch die fiskalische Verwaltung der Saargruben zu veranlassen wujste, so daß Minister Maybach durch eine besondere Verfügung eingreifen und Verwaltung samint Stumm dcsavouircn mußte. Stumm schüttelt eben Alles ab, auch das„T h» e recht und scheue Niemand", das ihm Maybach am 31. März 1881 NN Abgeordnctenhause ins Gesicht schleuderte. Stumm ist nach alledem der Typus des rücksichtslosen Unternehmer thumS. Und daS Verhältuiß zwischen Arbeitern und Chef im Stumm'schen Betrieb nannte der Kaiser„segensreich und glücklich", er möchte es„in der ganzen deutschen Industrie herbeiführen'?... Volitischv Ttelierlirltt. Berlin, den 29. April. Vom Bundesrath. In der am 26. April abgehaltenen Sitzung des Bundesraths wurde die Zustimmung ertheilt: dem im Reichstage von den Abgeordneten Möller, Rocsicke und Genossen eingebrachten Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abänderung des tz 87 des Unfallversicherungs- Gesetzes vom 6. Juli 1864 und des Z 95 des Gesetzes, betreffend die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirth- schaftlichen Betrieben beschäftigten Personen vom 5. Mai 1886, dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Borbereitung des Kriegszustandes in Elsaß- Lothringen, dem Entwurf einer Bekanntmachuns---- Verkehr über die_______________| Arbeitern in Walz- und Hammerwerken, und über die Be- schästigung jugendlicher Arbeiter in Hechel- und ahn- lichen Räumen, endlich dem Gesetzentwurf für Elsaß- Lothringen wegen Ausführung des Reichsgesetzes vom 6. Februar 1875 über die Beurkundung des Personen- standes und die Eheschließung in der durch den Landes- ausschuß abgeänderten Faffung. Für die von der dies- jährigen Wiener Musik- und Theater- Ausstellung zurück- gelangenden Güter wurde zollfreie Wiedereinlassung zu- gestanden. Anerkannt wurde auf den Antrag des evange- lischen Oberkirchenrathi und des preußischen Kultus- Ministers, daß die Bestimmungen des Z 4 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes auf die von den Kirchen- gemeinden und kirchlichen Instituten der evangelischen Landeskirchen Preußens mit Pensionsberechtigung angestellten Beamten, soweit deren Pensionsanspruch den Mmdestbetrag der Invalidenrente erreicht, Anwendung zu finden haben. Einer Eingabe zweier Berliner Bäckerinnungen, betreffend das Derkaufsgeschäft an Sonn- und Festtagen, beschloß die Versammlung reine Folg« zu geben. Der Entwurf von Bestimmungen über den Verkehr mit Sprengstoffen und die Belage, betreffend die zollfreie Ablassung von Netzen für die Hochseefischerei, wurden den zustänvi Vorberat uim(|tu.,„-------„ Hochseefischerei, wurden den zuständigen Ausschüssen zur rberathung überioiesen.— Aus dem Abgeordnetenhause. Weshalb die Debatte zum Nachtrags-Etat mcht am ersten Tage beendet wurde, das mögen die Götter wissen. Die Posse ist zu Ende und die Diskussion„fließet fort, weil es so her- gebracht ist'. Es ist überflüssig, auf die Rede- Uevungen der ckü minoram gentium, der Parlamentsgöttchen zweiten und dritten Ranges, die am 29. April zu Worte kamen, einzugehen. Kein neuer Gedanke, das Aufgebot öder, schwatzschweifigcr Rhetorik, wie die Enneccerus, Ballestrem, triedberg, Porsch, Zedlitz u. s. w. sie handwerksmäßig üben. >er Ministerpräsident, der seine und des Herrn Bosse von Niemand bezweifelte konservativ-orthodoxe Gesinnung nach- drücklich bekundete, griff auch am zweiten Tage in die Dis- kusfion ein. An dem Thatbestand ändert auch dieser Tag nichts: leeres Stroh bleibt leereS Stroh, und wenn die Dreschflegel noch so munter im Takt niedersausen. Der Nachtrags- Etat wurde an die Budgetkommission verwiesen.— Kossäth Danckwardt. Die Justizkommission des Ab- geordnetenhauses nahm, wie die.Post' mittheilt, daS Gesetz. das die Herren Drowe und Neukirch, betreffend die Rege- lung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse in Reuvorpommern und Rügen, beantragt hatten, mit un- wesentlichen Abänderungen an.— als Barth sich über das niedrige Geländer beugte, welches die eigentliche Gerichtsstätte von dem Zuschauerraum trennte, und mit dem innigsten Tone: „Liebste Hedwig,' hinüberflüsterte, erzitterte sie in ihrer ganzen schmächtigen Gestalt und weinte. Helene und Elise, sowie Fräulein Muffelich versuchten es auch, in ihre Nähe zu kommen, aber es war rein unmög- lich, denn Jedermann wollte die arme Dulderin sehen. Der Staatsanwalt seinerseits schritt auf Streit zu und meinte: „Ich gratulire Ihnen; Sie haben uns alle überrascht, Sie haben ein förmucheS kriminalistisches Genie entwickelt. Der Rollmann hat sich selbst eine Suppe eingebrockt, an die er lange denken wird." „Aber wer erstattet der armen Dulderin ihre Leiden und Schmerzen, ihre traurigen Tage der Gefangenschaft und ihre zerstörte Gesundheit?" fragte Streit. „Ja, das ist nun einmal nicht anders", meinte der Staatsanwalt achselznckend und ging, um sich nicht auf weitere, für sein Staatsgefühl unangenehme Erörterungen einlassen zu müssen. Dafür kam Lauge zu dem glücklichen Vertheidiger und sagte:„Heute erst begrüße ich Sie mit ganzem, vollem Herzen als einen unserer werthvollsten Genoffen. Als nächsten Lohn erhalten Sie Ihre Freiheit durch uns, und wenn wir eine ruhige Stunde für uns gefunden, dann schließen wir Brüderschaft für's ganze Leben." „Und wenn Ihnen eine Freundschaft, wie die meinige, von Werth sein kann,' rief Barth,„dann dürfen Sie aus dieselbe für'S ganze Leben rechnen." „Durch Sie bekomme ich meinen schönsten Lohn,' er- widerte Streit, indem er den beiden Männern die Hand drückte. Der Gerichtshof ließ diesmal nicht lange auf sich warten; aber es bedurfte einiger Zeit, bis alle Anwesenden zu der gewünschten Ruhe zurückkehrten und das Klingeln des Gerichtspräsidenten seine Wirkung hatte. Letzterer ver- kündigte sodann: „In AMagesachen gegen die«uverehelichte Hedwig Unfallversicherung für das Handwerk. Offenbar wird es noch gute Weile haben, bis die Unfallversicherung auch auf die handwerksmäßigen Betriebe wird ausgedehnt werden. Daß dieser Ausbau der Unfallversicheriing noth wendig ist, darüber herrscht kein Zweifel. Die„Berliner Politischen Nachrichten" melden anscheinend offiziös:„Daß die Unfallversicherung der im Handwerk beschäftigten Ge seilen und Lehrlinge mit Kosten' für die Meister verknüpft sein würde, ist selbstverständlich. Die Leistungsfähigkeit einer großen Zahl der Handwerksmeister ist indessen nicht derart, daß sie, zumal nach Durchführung der Jnvaliditäts und Altersversicherung, eine allzu große Belastung ertrüge. Eine Belastung in dem Umfange, wie sie der Industrie aus der Unfallversicherung erwächst, würde ja das Handwerk nicht treffen, weil die Unfallgefahr in dem letzteren lange nicht so groß ist als in der ersteren. Aber auch so würden die Lasten noch iminer zu schwer bleiben, wenn die Unfallversicherung des Handwerks genau nach dem Muster derjenigen der Industrie ugeichnitten würde. In der Industrie hat man flie "erufsgenosscnschaften, welche man eigens zu diesem Zwecke schuf, zu Trägern der Unfallversicherung gemacht, auch im Handwerk müßte man, da die Innungen doch nicht alle Meister umschließen, neue Träger schaffen. Vielleicht wäre es möglich, die Vertretungskörperschaften des Handwerks, die man ins Auge gefaßt hat, auch mit dieser Aufgabe zu betrauen. Jedenfalls müßte die Verwaltung anders ein- gerichtet werden, als es die mit, wenn auch nicht über die Ausgaben der Privatgesellschaften hinausgehenden, so doch immerhin beträchtlichen Kosten verknüpfte Verwaltung der Berufs�enossenschasten ist. Außerdem müßte die außer- ordeiitUch ins Gewicht fallende Ausgabe für die Reserve- fonds bei der Unfallversicherung des Handwerks anders ge- regelt werden. Schon diese Bedenken, welche bei der Kostenberechnung auftauchen, zeigen, wie groß die zu be- wältigenden Schwierigkeiten sind." Unstreitig sind mancherlei Schwierigkeiten vorhanden, aber sie lassen sich bei einigem zuten Willen in absehbarer Zeit aus dem Wege räumen. )e rascher dies geschieht, desto besser. Ter jetzige unleid- iche Zustand ist auf die Dauer nicht zu ertragen.— Kommt der Zar? Der offiziöse Telegraph berichtet und die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung' reproduzirt ohne jede Randbemerkung die Meldung:„Hamburg, 29. April. Dem„Hamb. Korresp.' wird aus Petersburg gemeldet, von zuverlässiger Seite verlaute, daß die Auf- Hebung des Ausfuhrverbotes für Hafer bevorstehe und daß ein Besuch des Kaisers in Berlin wahrscheinlich sei."— Dieselbe„Norddeutsche" dementitte kürzlich mit aller Ent- schiedeuheit die Nachricht des Zarenbesuchs. In der That ein ergötzliches Versteckspiel!— „Bekanntlich." Bekanntlich heißt bekanntlich in der Regel das Gegentheil von bekannt und sagt in Wirklich- keit: ich weiß nicht, aber es paßt mir in den Kram zu be- haupten.„Bekanntlich"— schreibt Herr Eugen Richter— „ist innerhalb der sozialdemokratischen Partei selbst die Meinung über die Bedeutung der sozialdemokratischen Mai- feier sehr getheilt." Thatsächlich herrscht in Bezug auf die Bedeutung der Maifeier völlige Einstimmigkeit, und„ist die Meinung' nur darüber getheilt, ob es, wenn in einem ihr der 1. Mai kein Sonntag ist, zweckmäßiger wäre, die ier am 1. Mai oder am ersten Sonntag des Mai ab- zuhalten. Das„bekanntlich" des Herrn Richter ist un- gefähr so viel werth wie das„sofort' des Herrn Putt- kamer.— Gelogen. In ihrer Wuth darüber, daß die Pariser Dynamit-Anarchistelei sich nicht gegen die Sozialdemokratie verwerthen läßt, stellt die nationalliberale Presse, die sich bei dieser Gelegenheit wieder einmal noch reaktionärer zeigt als die konservative Presse, die Behauptung auf, die fran- chen Sozialdemokraten hätten sich wohl gehütet, die _____ rchisten zu verleugnen und„in dem gegenwärtigen Kampfe des Anarchismus gegen die bestehende Gesellschafts- ordnung Partei gegen die Anarchisten zu ergreifen'; sie stimmten zwar mit ihnen nicht überein, hofften aber aus dem Handeln derselben Gewinn zu ziehen und würden sich gegebenen Falles mit ihnen„zur gemeinsamen Revolution vereinigen". Albernes Gelüge. Die französischen Sozialisten haben sich schon vor Beginn der neuesten Attentats-Komödie Komödie trotz der paar rollenwidrigen Schüsse und prengungen) mit denkbarster Schärst und Entschiedenheit Reichelt ist der Gerichtshof nach erneuter Beweisaufnahme zur Ueberzeugung gekommen, daß wahrscheinlicher, und in einer anderen Untersuchung erst näher zu erörternder Weise der Thatbestand des hier erörterten Falles ein an- derer ist, als die erste Verhandlung erwarten ließ; jeden- falls ist nach den neuerdings in Erfahrung gebrachten näheren Umständen nicht mehr mit Sicherheit anzunehmen, daß sich Angeklagte der ihr beigemessenen Handlung wirk- lich schuldig gemacht, vielmehr anzuerkennen, daß der ganze Vorgang ein anderer gewesen sein mag. Kann nun des- halb der Gerichtshof jene erste Vernrtheilung nicht be- tätigen, so sieht er sich auch in der Lage, die Verklagte lag« und straffrei zu sprechen, alle Rech tsnachtheile für ihre Person abzuwenden und sämmtliche erwachsene Kosten des gesammten Rechtsganges zunächst auf den iskus, eventuell auf einen später zu ermittelnden -chuldigen anzuweisen, Angeklagte aber mit etwaigen Schadenansprüchen ans den Zwilweg zu verweisen. Folge- richtig ist Angeklagte sofort ihrer Haft zu entlassen und in Freiheit zu setzen. Von Rechts wegen." Das Publikum verlief sich im höchsten Grade erregt und gab dem Dr. Raffmaus, welcher sich nicht hatte ent- halten können, in der letzte» Minute noch persönlich zu er- scheinen, verschiedene unangenehme Meinungsäußerungen zu hören. Elise aber holte sich die erschütterte Hedwig von der Anklagebank, aus der sie bislang gesessen, mit den Worten: „Komm', meine liebe Schwester, zu Deiner Familie, aus der Dich Niemand wieder reißen soll." Streit aber, der Held des Tages, ging mit seinem ihm vom Handelsgericht beigegebenen Begleiter in das Wechsel-Arrestlokal zurück, wo ein von den Buchdruckern gestiftetes Festmahl seiner wartete. Achtzehntes Kapitel. Liberale und Demokraten. Der Tag, an welchem die Wahlmänner die Wahl eines Abgeordneten vorzunehmen hatten, nahte heran. In der Provinz gab es keine Zweifel mehr; da waren die Liberalen gegen den anarchistischen Schwindel erklärt,— und was besagte Komödie angeht, so haben sie von Ansang� an die Ravachols und Konsorten als das hingestellt, was sie sind: gemeine Verbrecher und Werkzeuge der Polizei.— Die mißglückte Nevolution. Fürst Bismarck merkt, daß er neulich doch etwas zu sehr aus der Schule ge- schwatzt hat, und möchte die Wirkung seines Geständnisses, daß er einen Konflikt, ja eine Revolte herbeiführen wollte, jetzt gerne abschwächen. Er hat aber kein Glück damit, und kann sich, trotz aller Flunkerei, doch nicht von seinen fixen Blut- und Eisenideen losreißen.„Die Gesammtlage— so schreibt er— war Anfangs 1890 im Sinne einer vorsorg- lichen und ordnungsliebenden Regierung wohl kaum so harmlos, wie vor 1830 und 1848." 1830 war die Juli- revolution und 1848 die Februar- und Märzrevolution. Spiegelberg, wir kennen Dich. Was er da schreibt, hat er gewiß vor seinem Sturz viel eindringlicher und deutlicher gesagt. Wie er Wilhelm I. bei jeder Gelegenhett den Wau- wau der.Revolution' zeigte, so hat er es auch mit dessen Nachfolgern versucht— es ist ihm aber nicht gelungen. Und zum Glück wurde ihm daS Handwerk gelegt, ehe er vermittelst seiner Jhring-Mahlows der Revolutionsdrohung einen ernsthaften Hintergrund geben konnte.— Arbeiterschutz für die Hausindustrie. Die Dring- lichkeit dieser alten Forderung der fortgeschrittenen Sozial- Politik wird von Neuem stark betont durch den kgl. Ge- werbe-Jnspektor für den Bezirk Plauen i. V. in seinem Jahresberichte für 1891. Dort heißt es:„Der durch die abgeänderte Gewerbe- Ordnung bedingte Wegfall der Be- schästigung von schulpflichtigen Kindern in den Fabriken wird im Königreich Sachsen und insbesondere im Voigt- lande wegen der hier vorherrschenden Textil-Jndustrie mehr als in solchen Jndustriebezirken, in denen die schulpflichtige Zeit der Kinder eine kürzere ist als in Sachsen, nachtheilig empfunden werden und an der böhmischen Grenze, besonders in der Musikinstrumenten- Industrie, zur stärkeren Heran- ziehung fremder Kinder führen. Diese Einschränkung der Kinderarbeit wird schon jetzt sowohl von Arbeitgebern, ins- besondere Stickerei-Fabrikanten, welche der Meinung sind, daß die deutsche Stickerei gegenüber der schweizerischen nicht konkurrenzfähig bleiben wird, sowie von vielen Familienvätern beklagt, die eine Schmälerung ihrer Ein- nahmen befürchten. Sie wird ferner bewirken, daß manche fabrikmäßig betriebenen Stickereien mit Handstickmaschinen in kleinere, in denen die Beschäftigung von Kindern ge- stattet ist, übergehen, daß die Kinder in diesem Industrie- zweige, ebenso auch in der Harmonikafabrikation, in die Hausindustrie gedrängt und dort unter ungünstigeren Ver- Hältnissen als in den Fabriken ausgenutzt werden." An Mahnungen zur Ergänzung der Gewerbe-Ordnung, bemerkt dazu das„Sozialpolitische Z e n t r a l b l a t t", fehlt es also nicht.— Zünftige Wünsche. Im bayerischen Landtag wird augenblicklich eine Vorlage betreffend die Beamtengehälter berathen. Im Verlauf der Debatten vom 29. April, er- klätte nun der Minister des Innern, der durch seine Thätigkeit unter dem Ausnahniegesetz wohlbekannte Herr von F e i l i tz s ch, die bayerische Regierung habe Drei Desiderien(Wünsche), deren Erfüllung sie stets anstteben werde, daß nämlich den Handlungsreisenden künftig ver- boten werde, Waarenbestellnngen bei Privaten nachzu- suchen, daß ferner der Gewerbebetrieb auch des seßhaften Gewerbes, falls er in ambulanter Weise am Sitze des Ge- werbeS geschieht, als Hausirhandel zu betrachten sei, und drittens, daß der Wander- Gewerbeschein auch für An- gehörige des Deutschen Reiches von der Bedürfnißfrage ab- hängig gemacht werde. Die bayerische Regierung will den modernen Verkehr, der alle lästigen Schranken überspringt, auf die altfränkische Betriebsstufe zurückdrängen, die mit Realrechten, Bannrechten, Zunftschluß und Zunftzwang wirthschaftete. Daß es ein Unding ist, den Siegeslauf des Großkapitals aufzuhalten, ist offenbar den bayenschen nicht zum Bewußtsein gekommen. Was natürlich nicht hindert, daß die zopfigen Desiderien pia desideria, fromme Wünsche, bleiben.— Noch einmal die WelfenfondS- Broschüre. Der „Reichsbote"(Nr. 101 vom 29. April) schreibt:„Die Züricher WelfensondS-Broschüre, deren Haupttheil angeblich Durch Indiskretionen in einer Abschrift vorliegt, soll in Staatsweisen no der Wahlen sicher. Aber in der Hauptstadt, auf welche man schon ehrenhalber viel Gewicht legte, weil hier ja die Intelligenzen beider Parteien gegen einander gekämpft hatten, besaßen die Konservativen 98, die Liberalen 93 Wahl- inner; die 9 Wahlmänner der Demokraten mußten den Ausschlag geben. Lange Zeit hatte Dr. Raffmaus zegen des einzuschlagenden Verfahrens geschwankt, aber end- ich war er doch zur Ansicht gekommen, daß es für das ganze Land ein schlechtes Beispiel geben könne, wenn zwischen Konservativen und Demokraten ein Abkommen zu Stande käme. Es war nicht wegen des einen Deputirlen, wohl aber wegen de? materiellen Rückhalte?. Mit einer günstig gesinnten Arbeiterbevölkerung im Rücken konnte das konservative Ministerium eS wagen, den Landtag nöthigen- falls aufzulösen. Und wo blieben dann die Hoffnungen und Pläne der Liberalen? die des Dr. Raffmaus vor allen Dingen? So erging denn endlich nach langem Zögern von Seiten des liberalen Wahlkomitees eine Einladung an das demokratische Wahlkomitee zu einer gemeinschaftlichen Be- sprechung. Die Einladung wurde angenommen, und so ersdiienen von der ersteren Seite Dr. Raffmaus, Dr. Benjamin und der Sekretär Dr. Lutz, während vom demo- kratlschen Wahlkomitee Reinisch, der Landmann, Dr. Lange und Hanke ersäsienen. Gleich beim Eintreten nahm Raffmaus den jungen Schriftsteller beim Arm und sagte zu ihm: „Herr Doktor, gestatten Sie mir. als älteren und er- sahreneren Mann, Ihnen einige Worte, die zu Ihrem ferneren Heile dienen können, zu sagen. Sie stürmen in die Welt hinein und fragen viel danach, ob Alles, was Sie vertreten, auch praktisch und insofern gut ist. Sie werden kaum selber glauben und annehmen können, daß Alles. nne Sie es in Ihrem ungestümen Drange wünschen, auch ms Werk zu setzen ist. Sie wissen, daß die Massen nur schrittweis vorwärts gebracht werden können; wir habe» dasselbe Ideal, wie Sie, aber wir halten immer daS zu- nächst Erreichbare im Auge. Das ist da» Einzige. waS uns wrrkltch bis jetzt getrennt hat. Sie haben vermöge Ihre» nächster Zeit doch noch erscheinen. Unter den Quittungen tragen drei die Namen Züricher Einwohner. Ist es vielleicht aus diese drei Seelen noch auf eine besondere Er- Pressung abgesehen? Das scheint doch der Sinn dieser neuen Verlautbarung." Cäsar Schmidt's Wege sind wunderbar.— Liberale Unwissenheit. Die kundigen Thcbancr der ,, Saale-Zeitung"(Nr. 198 vom 28. April) schreiben: „Unsere Reichsverfassung gebietet: Neichsrecht bricht Land- recht. Und dennoch hat die sürstlich Lippesche Landesregierung unter dem 13. April 1892 eine Verfügung erlassen, in der die Staatsbeamten des Fürstenthnms augewiesen werden. An- gehörige der bayerischen Landestheile nur dann zur Eheschließung zuzulassen, wenn sie durch amtliche bayerische Bescheinigung nachgewiesen haben, daß sie den Vorschriften des bayerischen Heimalhsrechts genügt haben. Auf diese Weise wird dem bayerischen Reseroatrecht außerhalb Bayerns Geltung verschafft, während doch das Reichsrecht das in dem bayerischen Heimalhsrecht liegende Ehehinderniß nicht anerkennt." Selbstverständlich ist diese Verfügung der Lippeschen Landesregierung durchaus korrekt; sie ist eine nothwendige Konsequenz der zu Recht bestehenden Zustände. Die staats- rechtliche Weisheit der„Saale-Zeitung", die einmal etwas davon läuten gehört hat, daß Reichsrecht Landrecht breche, ist sich nicht bewußt, daß das bayerische Heimathsrecht ein verfassungsmäßig gesichertes R e s e r v a t r e ch t ist, das die Anwendung der reichsgesetzlichen Vorschriften betreffs des Unterstützungswohnsitzes auf Bayern ausschließt. Aber es ist eine alte Erfahrung, daß die bürgerliche Presse über die Verhältnisse jenseits der Mainlinie so schlecht unterrichtet ist, als ob Süddeutschland eine patagonische Provinz wäre.— Tie ultramontanen Sittenrichter. Im öfter- reichischen Abgeordnetenhause richtete der Klerikale Zallinger eine Interpellation an den Justizminister wegen einer an- geblich blasphemischdn Stelle in dem in der„Neuen Freien Presse' erscheinenden Roman„Hermann Jfinger' von Adolph Wilbrandt.— „Anarchistische Kundgebung in London". Mit dieser Ueberschrift bringen die Zeitungen, welche die Aus- staffirung des Rothen Wauwaus geschäftsmäßig betreiben, sensationelle Schilderungen eine,„großen' Kundgebung, zu der das Begräbniß der Frau eines der im Bureau des „Commonweal' Verhafteten— Mowbray— den Anlaß gegeben. In Wirklichkeit waren höchstens 200 Personen gegenwärtig, und unter diesen höchstens ein paar Dutzend sich Anarchisten nennende. Mowbray selbst ist beiläufig gar kein„Anarchist', und hat seinen Mitverhafteten, den sehr zweifel- hasten Nicoll, vor Gericht aufs Entschiedenste desavouirt. Die krampfhaften Versuche der Londoner Polizei, den Prozeß gegen das„Commonweal" zu einem Ereigniß ersten Ranges aus- zubauschen, scheitern an der Jämmerlichkeit des leser- und einflußlosen Winkelblättchens und an der absoluten Be- deutungslosigkeit der zwei Angeklagten, die übrigens beide vor die Geschworenen verwiesen sind. Mowbray ist gegen Kaution, die William Morris für ihn stellte, aus der Unter- suchungshaft entlassen— für Nicoll wurde keine Kaution angenommen.— Belgische Dynamiterek. Wir haben dieser Tage gezeigt, wie der Tynamit-Schrccken in Belgien von Polizei und Gerichten künstlich gemacht wird. Jetzt kommt anS L üt t i ch die Nachricht, daß am 23. April in einem Hause am Platze St. Pierre eine Dynamitexplosion stattfand, durch welche an dem Hause ein erheblicher Schaden ver- ursacht wurde.„Menschen sind nicht verletzt worden. Man nimmt an, daß die Bombe auf ein Fensterbrett des Parterre- geschosses niedergelegt war. Die Zimmer sind vollständig verwüstet, die Möbel zertrümmert. Der Staatsanwalt und die Polizeibehörde haben sofort die Untersuchung begonnen." Der erste Mai steht vor der Thür!— Zum bulgarischen Gesaudtenmord. Der Straf- Gerichtshof in Konstantinopel hat gegen die Brüder Niko- laus und Raum Tufektschiew, welche in der bulgarischen Note vom 12. Apbil nebst Wladimir Schischmanow als die intellektuellen Urheber der Ermordung des Dr. Wulkowitsch bezeichnet werden, eine Vorladung erlassen, in welcher sie ausgefordert werden, binnen 10 Tagen vor dem Gerichtshose zu erscheinen, widrigenfalls sie aller ihrer bürgerlichen Rechte verlustig erklärt werden und ihr etwa in der Türkei befind- liches Vermögen konfiszirt wird. Wenn nun auch Niemand annehmen kann, daß diese Dorladung irgend einen praktischen Talente eine große Zukunft vor sich; wir können sie fordern und Ihnen eine würdige Stellung verschaffen; Sie werden dabei das treibende Element in unserem Vereine sein, wie es auch Dr. Lutz war, und auf diese Weise leisten Sie jedenfalls der Sache der Freiheit größere Dienste, als wenn Sie sich aus einen extremen Standpunkt stellen und auf so einem verlorenen Posten vielleicht untergehen, nutzlos und dann wohl auch unbeweint.' Beide waren in dieser Zeit an einem entfernten Fenster stehen geblieben, durch welches Lange gedankenvoll sah. Endlich wendete er sich nach dem Haupt der Liberalen um und meinte: „Herr Doktor, ich bin durchaus nicht der Mann, der irgend eine Verständigung zurückweist, aber ich stehe im Auftrage einer großen Zahl von Menschen, die politisch so- wohl, wie materiell benachtheiligt werden. Wollen Sie für diese etwas thun, wollen Sie das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht als gerecht und richtig anerkennen. wollen Sie zu gleicher Zeit sich dafür erklären, daß dem Ausbcutungssystem der Kapitalisten zum Schaden der ar- bettenden Klasse ans irgend eine Wei,«, nothigenfalls durch Etaatshilfe, ein Ende gemacht wird,.dann könne» Sie aus mich, wie auf alle meine Freunde rechnen." Raffmaus überlegte eine Weile und erividerte dann: „Ich bin durchaus nicht abgeneigt, etwas für die arbeiten- den Klassen zu thun, aber Ihr Wahlrecht, obwohl ich es im Prinzip nicht verwerfen will, ist meiner Ansicht nach zur Zeit noch nicht reis. Wir bringen die Arbeitermassen damit "den Jntriguen der Konservativen und Reaktionäre ent- gegen. Die gebildete Mittelklasse ist jetzt die Trägerin der Kultur, ihr muß die Herrschaft gesichert werden, sonst gehei» wir rückwärts, statt vorwärts." (Fortsetzung folgt.) Erfolg haben werde, so ist immerhin von Interesse, daß die Einbeziehung der Brüder Tufektschiew in den Prozeß gegen die Mörder des Dr. Wulkowitsch überhaupt, wenn auch nur formell, stattgefuuden hat. Die Thatsache beweist zunächst, daß die türkischen Behörden von der Mitschuld der ge- nannten Individuen überzeugt sind, und sie kann in ge- wissem Sinne als eine vorläufige Antwort der Pforte auf die bulgarische Note aufgefaßt werden. Von Schischmanow, der gleichzeitig mit den Brüdern Tufektschiew in der Note genannt wird, ist in der Vorladung nicht die Rede. Natürlich, dieser Anstifter des Meuchelmordes ist das ver- hätschelte, vom Zaren beschützte Schooßkiud der russischen Regierung.— Brasilianische Wirren. Aus Rio de Janeiro wird gemeldet, daß die Regierung den auswärtigen brasilianischen Konsuln verboten hat, Schiffen, welche nach Malta Grosso, dem Gebiet, das sich von der brasilianischen Föderativ- republik losgetrennt hat» bestimmt sind, die erforderlichen Papiere auszustellen.— Vavkeinackmrliken. Zur Maifeier. Herr Eugen Richter bezeichnet in der „Freisinnigen Zeitung" die Maiseier als eine Spielerei, über die sogar unter der Sozialdemokratie die Meinung sehr getheilt sei. Unter dieser Flunkerei verbirgt sich lediglich der tiefe Aerger, welchen die Ritter vom goldenen Kalbe gegenüber jeder Heer- schau des von ihnen ausgebeuteten Proletariats empfinden. Jeder Mai-Manifestant ist ja ein lebendiger Protest gegen die ver- wesende kapitalistische Wirthschaftsordnung.— In Dresden ist der geplante Festzua nicht genehmigt worden.„Dringende Gefahr für die öffentliche Ruhe und Ordnung" gab den formalen Grund ab. Europa wird»unmehro beruhigt schlafen können.— Auch in Magdeburg ist ein Umzug partout nicht angängig. — Dagegen giebt's in Sonneberg früh sogar Reveille. Nach- mittag Waldpartie durch den Eichberg nach dem Schloßberg.— In O f f e n b a ch ist der Aufzug wegen„zu befürchtender Verkehrsstörungen" untersagt. Es liegt darin das Zu- geständniß, daß die Arbeiterfestlichkeiten die Gunst der Volks- massen für sich haben; bei Kriegervereins- und sonstigen Schaustellungen der Patrioten bleibt in'Offcnbach jedenfalls immer noch Platz genug, daß selbst die umfänglichste Droschke durchkommen kann.—' Das öffentliche Volksfest, welches in Mannheim unter freiem Himmel abgehallen werden sollte, ist deshalb unbedingt zu verbieien gewesen, weil„nach den bekannten Anschauungen der Einberufer die öffentliche Erörterung politischer und sozialer Fragen in einer den Widerspruch der An- gehörigen anderer Volkskreise herausfordernden Weise bestimmt zu erwarten" stand und„in Erwägung, daß am gleichen Tage durch die Maimesse und die Rennen große Menschenmassen aus Stadt und weiterer Umgebung herangezogen" werden, welche Um- stände„dringende Besorgniß einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit erwecken" mußten„und gleichzeitig in Verbindung mit der freien und unbegrenzten Lage der Versammlungsstätte die Wiederherstellung der Ordnung ungewöhnlich" erschweren würden. — In Dessau, Bromberg, Zerbst, Eöthen und Jeßnitz in A n- halt, überall wird der 1. Mai gefeiert. Die gegentheilige Hoffnung der Gegner ist getäuscht.— Den Bielefeldern„ge- reicht zum Bescheide", dag dem Antrag betreffend Genehmigung eines öffentlichen Aufzugs am 1. Mai �sticht nachgegeben wer- den kann".— Die Leitung der Wiener Arbeiterpartei traf, wie der Telegraph berichtet, eine Reihe von Anordnungen, um einen ruhigen Verlauf der Kundgebung am 1. Mai zu sichern. Um bV» Uhr soll der Aus- zng nach dem Prater stattfinden; allen Versammlungen sollen Resolutionen vorgeschlagen werden betreffs des achtstündigen Arbeitstages sowie betreffs der Einführung des allgemeinen direkten Wahlrechtes für alle Staatsangehörigen, einschließlich des weiblichen Geschlechts, und zwar vom 21. Lebensjahre ab.— In Lemberg beschlagnahmte die Polizei die für den 1. Mai be- stimmten Extranummern der polnischen Arbeiterblätter.— In Heide(Schleswig-Holstein) verbot der Bürgermeister Volks- Versammlung und Kommers, weil„eine Agitation der Sozial- demokratie im Anschluß an die allgemeine Bewegung' bezweckt würde.— Wie aus Bochum berichtet wird, sind die zum 1. Mai angekündigten Bergarbeiterfeste verboten worden.— Aus Zürich schreibt man der„Frankfurter Ztg." Die Maifeier der Arbeiter wird hier auch die Kunst als Agitatrons- mittel benutzen. Die Idee eines Festspiels hatte lange schon die Leiter der Angelegenheit beschäftigt, zumal in dem baumumrahmten Sihlhölzli eins akustisch auter und doch umfangreicher Schauplatz gefunden worden ist. Die ursprünglich ins Auge gefaßte geift- reiche dramatische Studie„Glühende Wipfel" des Lyrikers Henkell hat sich als unaufführbar erwiesen. Ein hiesiger Schrift- Neller hat nun ein kurzes Stückchen geschrieben, welches von Arbeitern aufgeführt wird. Es wird darin das Erscheinen zweier historischer Figuren aus der Blüthezeit deS Handwerks inmitten der heutigen Arbeiter dargestellt. Aus dem Konflikt der Anschau- ungen gehen versöhnende Meinungen hervor, die Wahrheit rein und edel zu verfechten. � � Aus Breölau wird uns über eine Gerichtsverhandlung, die in Sachen einer Privatklage des dortigen„Generalanzeigers" wider den Reichstagsabgeordncten K u n e r t am 2». April statt- fand, geschrieben: Wie in den übrigen Fällen handelt es sich auch hier um ein Preßdelikt, dessen Verfolgung längst verjährt ist, ohne daß richterlicherseits eine Handlung vorgenommen worden wäre, durch welche der Lauf der Verjährung hätte, unter- brochen werden können. Um diese für den Privatkläger allerdings sehr mißliche Folge— um so mißlicher, als ihn nach Einstellung des Versahrens selbst die Kosten desselben treffen müßten— ab- zuwenden, wurde ein großes Maß von Scharfsinn seitens seines rechtsgelehrten Vertreters ausgewendet. Er entwickelte nämlich fol- gende Theorie: Die Verjährung sei unterbrochen worden einmal durch den das Hauptverfahren eröffnende» Beschluß, gleichviel ob dieser zu- lässig gewesen sei oder nicht. Denn da das Gesetz keinen Unterschied zwischen zulässigen und unzulässigen Handlungen mache, so müsse eben auch eine unzulässige Handlung zur Unterbrechung der Ver- jährung geeignet gewesen sein. Die Verjährung sei alsdann unterbrochen worden durch die richterlichen Reproduktions- Verfügungen. An sich seien letztere allerdings bedeutungslos; allein maßgebend seien die Erwägungen des Richters, welche zu denselben Anlaß gegeben und ohne Zweifel darin bestanden hätten, daß durch jene Verfügungen die Strafversolgung erniög- licht werden müßte, so daß hierin recht eigentlich„gegen den Thäter wegen der begangenen That" gerichtete Handlungen ge- funden werden könnten. Die Verjährung habe aber serner auch während der Dauer der Reichstagssession„geruht". Denn es sei ja die Fortsetzung des Verfahrens abhängig gewesen von einer Vorfrage, deren Entscheidung in einem anderen Verfahren habe erfolgen müss-n(§ 69 Str.-G.-B.)z nämlich der Frage, ob sich der Kaiser eiwa für die Schließung des Reichstags entscheiden und so die Immunität des Angeklagten zum Erlöschen bringen werde. Das Gericht hat nach Lage der Sache geglaubt, den Beschluß über Einstellung des Verfahrens aussetzen zu müssen bis nach Erledigung der gegenwärtig beim Reichsgericht schwebenden Sache, in der ebenfalls die Einstellung des Verfahrens als ver- jährt beantragt worden ist. Tiefe Entscheidung dürft« jedenfalls für die gesammten Versahreu von präjudizieller Bedeutung sein. AlS Lüge bezeichnet die Bielefelder„Volksmacht' in Nr. 97 vom 26. April die MiUheilung eines Korrespondenten der„Kreuz- Zeitung', worin es u. a. hieß:„im übrigen hat sich aber bei der sogenannten„Schlacht von Spenge" gar nichts ereignet, was zu einer Anklage wegen„Landfriedensbruchs" hätte Anlaß bieten können. Ernstliche Verletzungen haben nicht stattgefunden." Ebenso tritt die„Volksmacht" der Behauptung, Pastor Jskraut habe sich um den Schutz der von den Bauern bedrohten Sozial« demokraten die„größten Verdienste" erworben, in einer Weis» entgegen, die es für uns außer Zweifel stellt, daß die„Kreuz, Zeitung" von ihrem Korrespondent auffällig unverschämt be- schwindelt worden ist. »» Aus der„deutsche» Bender". Im C am min(Pommern). woselbst am letzten Sonntag erst die zweite von sozialdemokratischer Seite veranstaltete Volksversammlung abgehalten worden ist, zählt der sozialdemokratische Berein„Vorwärts" bereits 60 Mit- glieder, und eine Reihe von Slrbeitern, die wegen sonst zu fürch« lender Maßregelung nicht Mitglieder wurden, unterstützen ihn privatim durch Beiträge. Genosse Prang, der den ersten Anstoß zur Agitation für unsere Prinzipien gegeben, ist jetzt aus der Arbeit entlassen worden, weil die Innung seinem bisherigen Meister, der ganz wohl mit ihm zufrieden war, Geldstrafen und sogar den Ausschluß aus der Innung androhte, wenn er den sozialdemokratischen Gesellen nicht entlasse. Prang mußte, um in Cammin bleiben zu können, darauf das Schuhmachergewerbe selbständig betreiben, und schlägt sich nun so gut durchs Leben, als das einem mittellosen Klein Handwerker heutzutage möglich ist. Die Stettiner Arbeiterschaft aber wird beim Jahrmarkt an den Ständen der Camminer Schuhmachermeister, welche bis auf unseren Genossen Prang säinmtlich der Innung angehören sollen, noch viel kühler vorübergehen, als die letzteren der Sozialdemo- kratie gegenüberstehen. Unserer Sache selbst ist der gewerbliche Boykott des Genossen Prang nicht schädlich gewesen— Eammtn betheiligt sich diesmal schon an der Maifeier. AuS dem Odenwald wird uns geschrieben: Seit einiger Zeit werden hier in König und Umgegend zahlreiche Arbeiter- blätter und andere Schriften unter den Ardeitern(meist Pfeifen- drechsler und Zigarrenarbeiter) und Kleinbauern vertheilt, resp. zum Lesen verborgt, was in dem Keinen Städtchen, das ungefähr 2600 Einwohner zählt, natürlich Aufsehen erregt. Der hiesige evangelische Pfarrer hat eZ darauf für nothwendig gehalten, im Anschluß an seine zweite Osterpredlgt ein ernstes Mahnwort an seine liebe Gemeinde zu richten, in welchem er die sozialdemo- kratische Gottlosigkeit geißelte und vor der Weiterverbreitung unserer Lektüre warnte. Der geistliche Herr scheint aber seine Lieben nicht genau zu kennen, denn die Leute fordern schon selbst von uns Blätter, und das ist auch ganz natürlich. Der Arme. Bedrückte, von aller Welt Verlassene, er findet ja doch nur bei unserer Partei Trost und Gerechtigkeit. Die Verhältnisse im Innern deS Odenwaldes find mit die denkbar schlechtesten; 12 bis 16stündig« Arbeitszeit, 8 bis 10 M. wöchentlicher Verdienst, das ist das Loos, was hier dem Arbeiter beschieden. Offen als Sozialdemokrat sich zu be- kennen, ist aber hier keine Kleinigkeit; denn wer für un- sere Partei eintritt, kann darauf rechnen, mit Schmutz be- warfen zu werden, und wäre er der tugendhafteste Mensch. Es fehlt noch an dem nöthigen Muth unter der arbeitenden Bevölkerung, und dies hat in dem Mangel an Fühlung unter den Gesinnungsverwandten seine nächste Ursache. Der Kleinbauernstand,(„große" Bauen, giebt es hier nicht) bei 2 bis 3 Kühen lebendem Inventar vegitirt er eben nur; ein Jeder hofft schon wieder von der Obsternte, daß diese gut aussallen möchte. Damit halten sich Biel«. Sie klagen durchweg Alle, daß die wirthschasttichen Berhältniffe sich bedeutend verschlechtert haben. Trotz ihrer Bedrängniß stehen aber sehr Viele unserer Sache noch kalt gegenüber. Der Grund liegt darin, daß nicht ihnen bekannte Personen für die Sozialdemokratie agitiren, sondern meist Ge« „offen aus großen Städten, die ihnen fremd sind und vor denen fle täglich gewarnt werden. Die Böckelianer leisten in Ver- hetzungen Großartiges. Dem I. Mai wollen die geistlichen Herren hier ebenfalls so viel wie möglich Abbruch thun; sie halten an diesem Tage allenthalben„christliche" Arbeiterversammlungen ab, in welchen Prediger, und wie sich die Leute sonst nennen, Referate zun, Besten geben. Doch wird sich auch hier die Wahrheit und das Recht endlich breite Bahn brechen, und wenn zum künftigen 1. Mai die herrlichen Melodien der Marseillaise und der übrigen Arbeiter- lieber in den Bergen widerhallen, dann werden sich auch die Gegner, trotz ihrer erbärmlichen Manipulationen, zu unserer Ge- nugthuung sagen müssen: Die Sozialdemokratie keimt und grünt überall, es ist vergeblich� Mühe, st« auszurotten. DaS Fraternifireu der'gescheiteste» Geistlichen mit dem Sozialismus ist den Bürgerlichen schon lange ein Greuel. So macht in Nr. 291 der„Posener Zeitung" vom 20. April ein Privateigenthümler seiner schweren Sorge über die Stöckerei Luft. indem er sagt:„Wenn die frommen Herren behufs Hebung der allgemeinen SiMichkett kurzer Hand die alsbaldige Verstaatlichung der städtischen(oder auch der ländlichen?) Wohnung»,» vorschlagen, wie es aus dem evangelisch-soziale« Kongreß geschehen ist und wie es mancher Pfarrer und sozialökonomische Dilettant schon lange that, so hört dabei doch ungefähr der Spaß auf.' Es folgen dann eine Reihe Lobpreisungen der Sozialdemokratie, die sowohl theoretisch wie praktisch den Borzug verdiene und daS Historische und Organische in der Entwicklung weit mehr respek- lire, als die Herren Stöcker und Wagner, und dann wird gesagt, die Pastorenbewegung sündige nicht blos in dem, womit st« dem Sozialismus entgegenkommen will, sondern auch in dem, womit sie ihn bekämpft, z. B. dem Vorwurf, daß sie dem Menschen die Zufriedenheit raube. Es sei gar nicht einzusehen, warum es«in Vorzug sein solle, wenig Ansprüche an das Leben zu stellen, die Steigerung der Bedürfnisse wäre vielmehr«in Haupthebel der Zivilisation, und wo sollten die Unternehmer bleiben, wenn die Massen noch weniger konsumirten als schon jetzt? Für eine solche Unlernützung müsse die bürgerliche Gesellschaft danken.— Man sieht, die alte Gesellschaft mag anfangen, was sie will, Alles was sie beginnt, ist nur Wasser aus die Mühle d« Sozial» demokratie. »» Polizeiliches, Gerichtliches tc. — In Tirschenreuth(Overpfalz) wurden die Genossen Erhard und Siebenbürger aus Nürnberg vom Schöffen- gericht zu je 100 M. Geldstrase— ebensoviel wie das vor- gängige Strafmandat festsetzte— verurtheilt, weil sie auf einer Agitationstour in der Oberpfalz sozialdemokratisch« Schriften „gewerbsmäßig" oder doch„außerhalb geschlossener Räume" ohne polizeiliche Erlaubniß vertheilt hatten. Es waren nicht weniger als 29 Belastungszeiigen geladen. Gegen das Urtheil ist natür- lich Berufung eingelegt. — Das M ü n ch e« e r Landgericht I verurtheilte den Mechaniker D i e h l und den Buchbinder Wasserburger zu je 3 Tagen Hast, weil sie im vorigen Jahre bei der Rückkehr von der Maifeier eine rothe Fahne vorangelragen und Hochrufe aus die soziale Republik ausgebracht haben sollen. Das Landgericht kam damals zu einem freisprechenden Erkenntniß; das Reichs» gericht verwies aber das Urtheil, soweit die Angeklagten von der Uebertretung groben Unfugs freigesprochen waren, zur noch» maligen Verhandlung an das Landgericht zurück. In den reichs» gerichtlichen Urtheilsgründen wird, nach der Mittheilung den „Münchener Post" gesagt, daß schon das bloße Zurschaulragen einer rolhen Fahne als des Wahrzeichens der Sozialdemokratte als„grober Unfug" zu betrachten sei. Schon eine Betheiligung an einer Gruppe, oder an einem Zuge, welchem eine rothe Fahno vorangetragen werde, sei als grober Unfug zu betrachten.— Das Landgericht sprach daraufhin die Verurtheilung ans. Kritik an der Reichsgerichtsauffaffung zü üben, ist überflussig, da ohnehin schon jeder weiß, daß Irren menschlich. — Genosse Gustav Lehmann aus Dortumud hat am Freitag das Gefängmß verlassen, woselbst et eine TVainonatiat Straf« verbüßte. Theater. Sonnabend, den 30. April. Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Schauspielhaus. Faust. Deutsches Theater. Stella.- Die Mitschuldigen. Lessing Theater. Morphium. Berliner Theater. Nora. Wallner- Theater. Ghrliche Arbeit. Residenz- Theater. Vater und Sohn. Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Die Ulanen. Adolph Ernst- Theater. Fräulein Feldwebel. Bellealliance Schulze. Theater. PechKroll's Theater. Fidelio. Ostend Theater. Der Fall Cle menceau. Feenpalast. Spezialitäten- Borstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Borstellung. Verlag des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Soeben eingetroffen: Fest- Schrift für den 1. Mai. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- Herausgegeben von den österreichischen Parteigenossen. stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. American- Theater. SpezialitätenBorstellung. Theater der Reichshallen. Spe zialitäten- Vorstellung. 8 Seiten. Preis 15 Pfennige. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Adlershof. 2346L Den Besuchern von Adlershof bringe ich meine Restauration und Gr. Mai- Versammlung der Schneider und Schneiderinnen am Sonntag, den 1. Mai d. J., Vormittags 9 Uhr, in Orschel's Salon, Sebastianstraße Nr. 39. Tagesordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Referent Herr Alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Schneiderbranche werden aufgefordert, zu erscheinen. J. Timm. 179/19 Die Agitations- Kommission. Mai- Feier Wilmersdorf in folgenden Lokalen: 1. Victoria- Garten, Wilhelms- Aue 114-115, 2. Restaurant Schulz, Berliner- und Augustastraßen- Ecke, 3. Mölter's Volksgarten, Berlinerstraße 40, welches lettere vom Arbeiterverein festlich dekorirt wird. Großes Instrumental- Konzert, Gesangsvorträge, ausgeführt v. Gesangvereinen des Arbeiter- Sängerbundes. Festrede, gehalten vom Genoffen Wilhelm Liebknecht. Festzeichen, sowie Zeitungen sind in jedem Lokale zu haben. Um recht zahlreichen Besuch bittet Das Festkomitee. 422/8 Maifeier in Friedrichsberg. Castan's Panopticum Garten in empfehlende Grinnerung. Zur Unterhaltung stehen Regelbahn zur Feier des 1. Mai eine Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. und Billard zur Verfügung, ebenso ein kleiner Saal mit Piano. Für beste Max Albrecht. Speisen und Getränke ist gesorgt. Riesin und Puppen- Fee Aama größte Riesin, 16 J. alt, 9 F. groß. Adlershof. Der Arbeiter- Bildungsverein von Friedrichsberg veranstaltet 378/18 Partie nach Woltersdorf ( Restaurant Lehmann).. Empfehle meine Restauration und Bierstube allen Freunden und der umliegenden Ortschaften sind hierzu eingeladen. Abfahrt Morgens 7 Uhr 50 Min. von Rummelsburg. Die Genossen Das Komitee. Bekannten zur gefl. Benutzung. Ich führe nur anerkannt beste Waare, namentlich vorzügliches Böhow- Bier und ff. Weißbier. 2345L Eröffnet! Eröffnet! Wirthshaus m eichhenen Stab Stallschreiberstrasse 29 Prinzeß Pauline, Bei und Bairijġ- Bierlokal. 16 Jahre alt, 40 Zentimeter groß. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassageFreunde und Genossen sind freundlich eingeladen von Kollegen C. Schöning Bahlstelle d. deutschen Tischlerverbandes Neu eröffnet! Achtungsvoll Gustav Keller. C. Kramer's Restaurant Rixdorf, Herrmannstraße 140, neben den Kirchhöfen, früher Hasenhaide. Empf. sich allen Kirchhofsbesuch. Pfingsten! Säle und Garten zu Frühkonzert A. Neupert's Volks- Garten, oder Matiné, Abends zu Konzert und 2741b Spezialitäten gratis! Freischütz, Fruchtstr. 36a. Panopticum. anberger Chauffee, vis- à- vis vom Tanz, vergiebt frei. Steuerhaus, empfiehlt sein Lokal für Riese, 9 Fuß. Bereine u. Feſtlichkeiten. Bill. Preiſe, Zwerg, 25 Zoll. Mann m. Steinkopf. gr. Weiße 20 Pf., Seidel 10 Pf.„ Vor" wärts" und Boltsblatt" liegen aus. 2777b A. Neupert. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 30. April, Abends 8½ Uhr, in Norbert's Salon, Beuthstr. 21-22: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Raffenbericht des Rendanten, Bericht des Vorstandes, der Bevoll mächtigten, der Werkstatt- Rontrollfommission und des Arbeitsvermittlers. 2. Die Haltung des Verbandes zu der vom Fachverein ge Hellten Resolution. 3. Ersagwahlen des Vorstandes. In Anbetracht der am Sonntag stattfindenden Maifeier werden die Mitglieder ersucht, pünktlich zu erscheinen, um die Versammlung frühzeitig zu beenden. Mitgliedsbuch legitimirt. 412/14 Der Vorstand. Nieder- Schönweibe! Arbeiter- Bildungs- Schule. Restaurant zur grünen Eiche, Empfehle nach wie vor mein ver- empfiehlt sich allen Vereinen bei Aus Lehrplan für das II. Quartal 1892. Pigmy v. Stanley- größertes Lokal, franz. Billard 2c. flügen 2c. Vorzügliches Weiß- und Zwergvolt. dem verehrten Publitum. Vorwärts, Bairisch- Bier. Kaffeeküche u. Regel10-1 4-9 Uhr Volks- Tribüne, Volks- Zeitung, fomie bahn stehen zur gefl. Benuzung. 8 andere Zeitungen liegen aus.[ 1142L 27726 Gratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Konzert M. Berndt, Oranien- u. Alexandrinenstr.- Ecke. Th. Thiele. Treptow. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von bis 10% Uhr Abends. Montag Dienstag Restaurant Herzog Restaurant M. Bender id Stromstraße 28. Sonntag, den 1. Mai, halte mein Lokal bestens empfohlen. Bon mit humoristisch. Vorträgen. 4 uhr ab Tanz, wozu einladet Großer Frühstücks- u. Mittagstisch 2762b E. Herzog. fowie 6 Billards, 3 Regel Freunden und Genossen empfehle bahnen und 2 Säle. mein Weiß- n. Bairisch- Bier- Lokal nebst Garten und 2 Kegelbahnen. F. Sodtke. Moabiter Gesellschaftshaus, Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Alt- Moabit 80/81. Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Anfang 4 Uhr. 2289L Gr. Maifeier. Alle Freunde und Bekannte lade ich zu der am 1. Mai in meinem Garten musikalischer Landsberger Chaussee,[ 2776b Buggenhagen'sche Häuser. Zum Erbbegräbniss Urban- Strasse No. 51, ladet alle Freunde und Genossen ein 21092 Pfister- Karl. J. Vertr. * do. 3 Min. hint. Paradies- Garten. Erstes Donnerstag Lokal links a. d. Chaussee, bei Partiendo. erste Station. Jeden Sonntag: Tanz, Freitag. wozu ergebenft einladet M. Bender. Köpenick. do. Sonnabend Allen Freunden u. Genossen empfehle ich mein Weißen. Bairisch- Bierlokal. Ad. Sohulz, Schönerlinderstraße 3a, Montag 2752b Dienstag am Kirchhofsweg. * do. Woltersdorfer Schleuse. Mittwoch Den w. Genossen 1. Kollegen bestens Donnerstag empfohlen: Naffe Dreiedt. Freitag. 2350L C. Dertz. Sonnabend Vorwärts" und„ Gastwirthsgehilfe" liegen aus. Empfehle das Weißbier Lokal, * · Nordschule. Müllerstr. 179a. Buchführung. Geschichte( mittl.). Deutsch( ob.). Rechnen. Deutsch( mittl.). Chemie. Deutsch( unt.). Physiologie. Ostschule. Markusstr. 31. Buchführung. Physiologie. Deutsch( mittl.). Rechnen. Geschichte( mittl.). Deutsch( unt.). Südschule. Hagelsbergerstr. 43. Deutsch( ob.). Deutsch( mittl.). Geschichte( neu). Rechnen. Buchführung( doppelte). Deutsch( unt.). Süd- Ostschule. Reichenbergerstr. 133. Rechnen. Deutsch( mittl.). Mathematik. Deutsch( ob.). Geschichte( alt). Deutsch( unt.). Buchführung. Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der DoppelRäume ertheilt. Für alle vier Schulen: an jedem Sonntag Vormittags 10-12 Uhr: Wo speisen Sie? Friedenstr. 74, allen Parteigenoffen. National- Dekonomie in den„ Armin Hallen", Kommandantenſtr. 20. Sonnabend, Sonntag und Montag: Musikunterhaltung und fom. Vorträge. In der alt. pommer schen Küche, Dra nienstr 181, Hof pt. Ein Vereinszimmer, ca. 25 Pers., bei Klein! Frühst. zu verg. bei Kühnel, Weidenweg 101. 30 Pf., Mittagstisch In alle Lehr ächer tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder fann an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist, erfolgen. Dafelbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Pf. monatlich, An Zahlstellen sind auch Billets zum Aquarium à 40 Pf. und zur Urania à 25 Pf.( welche dann nur noch eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Unterhaltung ganz, ergebenſt ein. liſcher mit wier 50 Bf., Abendtisch von 30 bis Nachtigallen, schlagen, Schulgeld monatlich 50 Bf. In den mit bezeichneten Babellen je lettere Die Kaffeetiche ist geöffnet.[ 2344L 50 Pf, nach Auswahl. Allen Genossen empfehle mein 18962 D. Thierbach. Bei. Sairijs- Bierlokal. Schwedterstrasse 44. Sämmtliche Fachblätter liegen aus. Restaurant Karls- Garten Hasenhaide, herrlich a. Walde gelegen). Hafenhaide, herrlich a. Walde gelegen). Sonntag, den 1. Mai Eröffnung d. Sommer- Saison. Anfang 4 Uhr. 2733b NB. Empfehle mein Restaurant und Garten den verehrten Freunden u. Ver einen zur frol. Benutzung. R. Beyer. Zum 1. Mai. Empfehle mein in der Barnimftr.16 belegenes Weiß- u. Bairisch- Bier2765b A. Rielicke, Müllerstr. 38a- 34( Süße Ecfe). Genoffen empfehle mein Lokal, große und kleine Vereins immer mit Piano, sowie 2 Rege Ibahnen stehen zur Verfügung.[ 27675 G. Leichuit, Königsbergerstr. 24. 3um 1. Mai. Empf. all. Freunden u. Genossen mein Weiss- u. Bairisch- Bierlokal, Vereinszimmer mit Piano steht zur Verfügung. J. Winkler, Manteuffelstr. 60. Zum 1. Mai 2768b 6 Mark. Schnelle, Staligerstr. 182. Arbeitsmarkt. Galvaniseur. : Eine größere Metallwaaren Fabrik fucht einen durchaus selbständigen sucht einen durchaus selbständigen Galvaniseur. Dauernde Stellung. den 2. Mai, zwischen 12 und 1 1hr Persönliche Vorstellung Montag, Ritterstr. 84, 2. Etage bei 2771b Behne& Krolik. Schrifthauer, Lokal allen Freunden und Genossen. empfehle ich allen Genossen, Freunden tüchtig in Granit, werden für dauernd Für gute musikalisch deklamatorische und Bekannten mein Weiß- u. Bairisch- lohnende Beschäftigung verlangt von Unterhaltung ist gesorgt. A. Juttner, 2782b 3. B.: Otto Heindorf. Vereinszimmer m. Pianino( 10 bis 15 Personen) ist noch zu vergeben. A. Schmidt, Anflamerstr. 50. Bier- Lokal, Gitschinerstr. 79. Speisen vorzüglich. Gustav Schiefelbein. 2770b] Allen Genossen sei mein Weiß- und Baririsch- Bierlofal bestens empfohlen. W. Sipperling, Blücherstr. 1. Versilberinnen, Cuvryftr. 48, nahe der Schlesischestraße. tüchtige, finden sogleich dauernde Be schäftigung. 2782b A. Werkmeister, Schmidstr. 8a. A. Seidler. Großes Bereinszimmer zu vergeben. Die Zahlstellen sind folgende: S. Südschule, Hagelsbergerstr. 43. * Börner, Ritterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116. Klein, Rottbuser Damm 14. SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 183. Kehr, Röpnickerstr. 126. Schmidt, Wrangelstr. 141. * Schulz, Admiralstr. 40 a. Ulrich, Wrangelstr. 84. Zubeil, Naunynstr. 86. Linke, Forsterstr. 45. Schayer, Reichenbergerstr. 54. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. * Fafforke, Junkerstr. 1. Goepel, Razzbachstr. 1. * Antrick, Steinmeßstr. 60, 0. Ostschule, Markusstr. 81. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. E. Böhl, Frankfurter Allee 74. Radke, Krautstr. 48. * Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Tempel, Breslauerstr. 27. Rusch, Markusstr. 31. 432/12 Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. C. * Berndt, Neue Schönhauserstr. 18. Kuhlmey, Rosenstr. 30. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Krause, Pappel- Allee 3/4. Abraham, Straßburgerstr. 5. * Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Brunnenstr. 38. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenstr. 83. Schmidt, Tresckowstr. 24. Thierbach, Schwedterstr. 44. Raabe, Ruppinerstr. 42. * Scholz, Rastanien- Allee 35. NO. * Gumpel, Barnimstr. 42. Drescher, Linienstr. 50. NW. * Vogtherr, Stephanstr. 27a. Voss, Lübeckerstr. 8. Friedrichsberg. Heineke, Friedrich Karlstr. 11. Der Vorstand. Sierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 101. Somtavend. deu 30. April 1892. 9. Jahrg. Vsvlslmenksvevichke. Abgeordueteuhauö. 83. S i tz u n g v o m 23. A p r i l, 11 U h r. Am MimsUrtische Gras Eulenburg, v. B ö t t i ch e r, Herrfurth, v. Schelling, V.Berlepsch, Miquel, v. Heyden, Thielen, Bosse. Die erste Berathung des Nachtragsetats betr. das Ge- halt des Ministerpräsidenten»vird fortgesetzt. Abg. Enueecerus(natl.): Ich glaube nicht an die lange Dauer der Trennung der Aemter des Neichskanzlers und des Mnnsterpräsidenten, aber das ist kein Grund gegen die Be- willigung, in Bezug auf welche der Landtag nicht ganz frei da- steht wie bei anderen Bewilligungen. Auf die Rede des Herrn Stöcker einzugehen, ist mir keine Freude, weshalb das erlassen Sie mir wohl. Herr Stöcker hat es als einen Fehler bezeichnet, daß I86L die Indemnität nachgesucht wurde. Von seinemeng- herzigen politischen Standpunkt aus, bei seinem beschränkten politischen Horizont ist das ja sehr begreiflich. Bismarck und Kaiser Wilhelm waren damals der Meinung, daß der Sieg der preußischen Truppen nicht ausgenutzt werden dürfe gegen einen Theil des eigenen Volkes, welcher den Sieg doch mitbestritten hatte. Bismarck fand damals die Einigung mit der liberalen Partei. Um des Deutschen Reiches willen und daneben auch um des inneren Friedens willen ist die Indemnität nachgesucht worden. Wenn Herr Stöcker das als einen Fehler betrachtet, so stellt er «ine engherzige Parteipolitik höher als das Eintreten für das Vaterland und für den Frieden. Einem solchen Beurtheiler ver- gangener Zeiten muß natürlich auch die Gegenwart ein Buch mit sieben Siegeln sein. In dem Ansturm gegen das Volksschul- Gesetz sieht Herr Stöcker nur die Mache nationalliberaler Thcaterdirektoren. Die Tausende von Städten, die Universitäten, die drei Minderheitsparteien, die beim Volksschul-Gesetz zusammengingen, das sind alles nationalliberale Theaterdirektoren, auch die Konservativen, welche sich gegen das Volksschul-Gesetz ausgesprochen haben. Herr Stöcker ha: von sich auf andere ge- schlössen. Er verdankt einen großen Theil seiner Erfolge der Agitation. Wenn die Sache länger gedauert hätte, dann hätte ex einen Petitionssturm für das Schulgesetz zu Stande gebracht. Er irrt sich darin, er hätte allenfalls einige Parteiversammlungen auf seine Seite gebracht, aber niemals die Städte, die Univer- sitaten,_ die Männer, die nur im Interesse der Sache, nicht im Jateresse der Partei das Wort ergriffen haben, hätte er nicht für sich gewonnen. Von einer Verständigung über das Volks- schul-Gesetz war keine Rede; das geht aus den Kommissions- Verhandlungen deutlich hervor. Der Kultusminister hat ein neues Volksschul-Gesetz nicht in Aussicht gestellt. Jeder liberale Mann möge aber bedenken, daß eine solche Vorlage sich wiederholen kann, daß es dann darauf ankommt, die Volksschule zu vertheidigen. Ein Schuldotationsgesetz würde uns sehr erfreulich sein. Herr von Huene meint allerdings, daß dabei auch die konfessionelle Frage in Betracht komme. Ich glaube, daß man mit gutem Willen ein solches Gesetz machen kann, ohne auf diese prinzipielle Frage einzugehen. Die höchste rhetorische Blüthe des Abg. Stöcker, aber auch die größte Leistung seiner Wahrheitsliebe war die Wiederholung der Caprivi'schen Worte von dem Kampfe zwischen Christenthnm und Atheismus. Er sprach allerdings von Christenthum und Antichristenthum; er wollte einen Artikel eines einzigen nationalliberalen Blattes als Beweis dafür anführen. terr Stöcker befindet sich im Jrrthum, wenn er glaubt, die ozialdemokratie durch em streng erkenntnißmäßiges, auf die Worte der Dogmen werthlegcndes Christenthum bekämpfen zu können. Es giebt aber Dogmen, welche viele Leute nicht glauben können, die trotzdem auf dem Boden des Christenthums stehen; es handelt sich dabei um Lehren, die nicht Christi Lehren, sondern die Lehren späterer Zeit sind. Zu diesen Leuten gehören nicht blos liberale, sondern auch konservative Männer, wie z. B. der Feldmarschall Graf v. Molike dazu gehörte, dessen christliche Ge- sinnung Niemand bestreiten wird. Es ist bestritten worden, daß die Gegensätze, die Aussichtslosigkeit einer Verständigung überhaupt vorhanden gewesen wären. Aber Herr von Huene hat selbst die Unversöhnlichkeit der Gegensätze betont. Das Zentrum stellt sich auf den Standpunkt der missio canonica oder wie Gras Ballestrem in Breslau sagte: Freiheit der Kirche und Freiheit der Schule, d. h. Freiheit des kirchlichen Einflusses auf die Schule.(Zustimmung im Zentrum). Diese Freiheit der Schule wäre ihre Unterwerfung unter die Kirche. Wir haben für eine andere Schulsreiheit gekämpft und diesen Kampf werden wir immer wieder aufnehmen.(Beifall). Kultusminister Bosse: Ich bin dahin falsch verstanden worden, daß ich die Vorlegung eines Dotationsgesetzes als un- möglich bezeichnet hätte. Eine solche Vorlage ist möglich, aber es kann Niemand gehindert werden, dabei die ganzen konfessionellen Gesichtspunkte zur Sprache zu bringen. Solche Erörterungen wollte ich nach kurzer Amtsführung nicht hervorrufen. Ich will durchaus nicht prinzipiellen Erörterungen aus dem Wege gehen; ich werde die Entscheidungen sachlich treffen nach bestem Wisse». Ich kann aber doch nicht alle Erlasse meiner Amtsvorgänger, so den betr. der Dissidenten, prüfen, ob sie meiner Ansicht widersprechen. Das wird ganz allein im Lause der Dinge kommen. Tan» werde ich die Entscheidung treffen und zwar nicht allein, sondern in Gemeinschaft mit dem beiheiligten Minister.(Beifall rechts). Abg. Lieber(Z.): Herr Enneccerus behauptet, daß es sehr viele Dogmen gebe, welche viele Christen nicht glauben könnten. Wenn er sich auf den Grafen Mottle berufen hat, so kann uns doch der nicht als Kirchenvater entgegengehalten werden. Kennen die Herren denn nicht das Wort des Stifters der christlichen Religion, des Sohnes des lebendigen Gottes: „Wer nicht für mich ist. der ist wider mich"'s Den hier A». wesenden wird von Niemand Atheismus und Antichristenthum vorgeivorfen werden; aber die Bewegung draußen werden wir wohl so bezeichnen können. Die Zurückziehung des Schulgesetzes ist draußen überall als eine Niederlage des Christenthums be- zeichnet worden.(Gelächter links.) Redner beruft sich auf die „Allgemeine Zeitung", welche den Liberalen den Vorwurf macht, daß sie sich nicht kräftiger gegen den Neliglonsunterricht� m der Schule ausgesprochen haben. Der Kampf gegen drei e» Auti- christeiithum muß durchgetämpft werden, denn der Staat geht zu Grunde, wenn die Entscheidung gegen das Christenthum aussallt; dann kommt der Sozialismus zur Herrschaft. In der Schulfrage ist das Zentrum einig, da giebt es keine Schallirungcn, wre rn mehr politischen Fragen. Die Herren, welche von der Priester- schaft, von hierarchischen Bestrebungen u. s. w. sprechen, scheinen die Schule als etwas in sich Abgeschlossenes, als Selbstzweck zu betrachten. Wir betrachten die Schule als eine Einrichtung, welche Verpflichtungen gegen die Familie, den Staat, die Kirche, die Menschheit, aber auch gegen Gott hat. Dieses Dienen der Schule wird vollständig vergessen. Herr Richter hat gesagt: Bei der durchgreifenden Wendung, die eingetreten ist, hätten sämmtliche Minister ihr Amt niederlegen müssen. Herr Rickert meint, die anderen Herren, außer den beiden Haupt- betheiligten hätten die Tragweite des Schulgesetzes nicht erkannt. Herr Miquel wird sich wohl diese Entschuldigung nicht aneignen; denn er mußte doch am ersten wissen, wofür er die sauer ver- dienten neun Millionen aus der Einkommensteuer hingeben sollte. Die Streichung des Verfassungsartikels über die Schule können wir nicht zugeben. Wenn nach der Streichung der drei auf die Kirche bezüglichen Artikel noch ein Artikel der Verfassung Werth hat, dann ist es der Artikel über die Schule. Der Kampf um die Schule wird ein heißerer Kulturkampf werden, als der kirch- liche Kulturkampf. Es ist seltsam, daß die Deutschfreistnnigen solche Verfaffungsartikel als nicht mehr zeitgemäßen Idealismus betrachten.(Widerspruch links.) Die Selbständigkeit wird jetzt an den Parteien wieder höher geschätzt; ich freue mich, daß die Zeiten vorüber sind, wo alles nach einem Manne sah, wo alles durch einen übermächtigen Willen niedergehalten wurde. Solche Gegensätze, wie sie bestehen, müffen doch lieber offen dargelegt werden, damit eine Gesundung herbeigeführt wird. Ein sestcs Bündniß des Zentrums mit den Konservativeu bestand nicht, und wenn es bestanden hätte, ist Herr v. Kardorff etwa auch der An- sicht des Herrn v. Zedlitz, daß dem deutschen Volk gegenüber der schwarzen Jnternationalcn noch eine größere Aufgabe gesetzt sei als gegenüber der rothen Internationalen? Sie würden jaunfehlbar der rochen Internationalen in den Rachen fallen, wenn die schwarze Internationale nicht wäre!(Große Heiterkeit.) Wenn die Entwickelung der Zeit zur Selbständigkeit hindrängt, dann werden sich große Gegensätze geltend machen und schließlich allein bestehen; alles mittelparteiliche dazwischen wird fortfallen. Damit bin ich mit Herrn v. Kardorff fertig.(Abg. v. Kardorff, der während diescr Bemerkungen dem Redner in kurzer Ent- fernung gegenüberstand, verläßt mit einer Verbeugung gegen den Redner seinen Platz, was große andauernde Heiterkeit hervor- ruft.) Die Universitäten und die städtischen Kollegien bilden nicht die überwältigende Mehrheit des Landes, diese steht auf unserer Seite. Bezüglich des Dotattonsgesetzes bin ich mit dem Kultus- minister einverstanden. Der Minister hat uns von einer Ver- waltungspraxis gesprochen, aber was nützt uns, die wir in raschem Wechsel die Ministerien Mühler, Falk, Puttkamer, Goßler, Zedlitz und Bosse haben vorübergehen sehen.(Große Heiterkeit.) Ich bedauere, daß man. statt eine geschlossene Mehr- heit zu benutzen, sich wieder auf die Vcrwaltungspraxis zurück- ziehen will. Wenn etwas an den Ereignissen zu bedauern ist, so ist es das, daß eine starke Regierung zurückgetreten ist(Zuruf: Goßler ist auch zurückgetreten), und zwar zu einer Zeit, wo nichts nolhwendiger ist, als eine starke Regierung.(Zuftimmung im Zentrum.) Wir trauern dem Grafen Zedlitz nach, dessen der Bewegung gegen das Schul- ist der einzige Minister, den ans seinen Grundsätzen stand (Zustimmung im Zentrum.) erklärt, daß er nur das Fazit aus Sturz das eigentliche Ziel gesetz war. Graf Zedlitz ich gesehen habe, der und mit ihnen fiel. Der Ministerpräsident hat einer Rechnung gezogen, die er nicht ausgestellt habe. DaS ist richtig. Aber bedauerlich ist, daß er kein Wort des Bertrauens für die Parteien gehabt hat, die bisher die Regierung unterstützt hatten. Nicht Sie, Herr Ministerpräsident, sind ausgezischt worden, fondern ausgezischt worden ist das vollständige Jgnoriren der Parteien, welche das Schulgesetz fertig zu stellen bereit waren. (Zustimmung im Zentrum, Gelächter links.) Warum spricht man von der Entlastung des Reichskanzlers, während alle Welt weiß, daß man einen Ministerpräsidenten brauchte, weil Graf Caprivi aus diesem Posten nicht mehr bleiben wollte. Früher ist man nicht so zart gewesen in der Berücksichtigung der Minderheiten, welche gegen die Gesetze waren, wie dies der Ministerpräsident gestern ausgeführt hat. Er wird an diesem Standpunkt nicht für alle Ewigkeit festhalten, sonst würde sein Ministerium an einer unausrottbaren Unfruchtbarkett leiden. Eine gesetzliche Fest- legung des christlichen Charakters der Volksschule ist eine Roth- wendigkeit und wenn der Kultusminister gesagt has, er werde ohne Rast aber auch ohne Hast diese Gesetzgebung im Auge be- halten, so hoffe ich, daß er mit dem„ohne Hast" seinem Vor- gänger nicht einen Vorwurf der Ueberstürzung machen wollte; man köunte eher über die Langsanckeit der Fertigstellung des Schulgesetzes kiagen, und ich hoffe von der Arbeiskraft des Ministerpräsidenten immer noch, daß wir uns bald wieder mit einem Volksschul-Gesetzentwurs beschästigcn werden.(Beifall im Zentrum.) Ministerpräsident Graf Eulenburg: Da der Vorredner mir den Rücken kehrte, konnte ich nicht alle seine Ausführungen so genau hören, um ihm ganz richtig antworten zu können. Er hat mich bedauerlicherweise noch niemals so ungerecht beurtheilt als heute. Wenn er mir vorwarf, daß ich in meiner ersten Be- merkung nicht der Parteien gedachte, die sich für das Volksschul- Gesetz interessirt habe», so bemerkeich darüber: Ich konnte mich an die Parteien nicht wenden, das ist nicht meine Aufgabe. Daß die Entlastung des Reichskanzlers nicht die Ursache der Ein- setzung eines Ministerpräsidenten ist. ist richtig. Ich habe nnr die Vortheile hervorzuheben gehabt, welche aus der aus anderen Gründen geschehenen Berufung eines Ministerpräsidenten folgen. Man sollte doch wirklich nicht davon sprechen, ob es noch zu- lässig sei, zu verlangen, daß die Volksschule auf christlicher Grund- läge bestehen soll. Auf welcher anderen Grundlage bewegt sich denn die Volksschule überhaupt als auf der christlichen? Sind wir denn dem Verdacht ausgesetzt, daß wir jemals auf eine andere Grundlage treten wollten oder könnten? Das ist nur künstlich herbeigezogen, um das Vertrauen zu stören. Das Ver- trauen kann allerdings nur durch Thaten erworben werden; aber sehr verschieden ist es, wenn man von Männern von vornherein sagt: Sie verdienten kein Vertrauen. Dazu habe weder ich. noch mein Kollege Bosse Anlaß gegeben. Ich verstehe das Bedanern über die Zurückziehung des Gesetzes und ich theile das Bedauern (Hört! rechts), nicht daß ich glaube, daß etwas zu Stande ge- kommen wäre, aber der Lauf der weiteren Verhandlung hätte zur Klarstellung der verschiedenen Standpunkte geführt und eine bessere Grundlage für die weitere Arbeit gegeben als wir gegen- wärtig haben. Abg. Friedberg(natlib.): Wenn Herr Lieber es abgelehnt hat, den Grafen Moltke als Kirchenvater zu betrachten, so können wir ihn, trotz der Religionsstunde. die er heute dem Hause er- theilt hat. auch nicht als Kirchenvater ansehen. Er hat ebenfalls von dem Kampf des Christenthums gegen den Atheismus ge- sprachen, aber nicht den Beweis dafür erbracht, daß man die Zurückziehung des Schulgesetzes als eine Niederlage des Christen- thums betrachtet hat. Die religionslose Schule soll zum revolutronären Sozialismus führen. Wir haben aber keine religionslose Schule; auch die Simultanschule ist nicht reliaions- los. Aber wen» wir einmal dem Stachen der rothen Jnter- nationalen versallen sein sollten, dann ist es mir nicht gleich, wer mich herauszieht; ich lasse mich nicht von jedem heraus- ziehen.(Heiterkeit.) Wir haben eine Volksschule auf christlicher Grundlage; gerade das Zentrum wollte die Grundlage ver- schieben. Eine bemerkenswerthe Aeußerung des Herrn v. Huene war die von der„sogenannten" Kultur. Er verlaugt seitens der Regierung eine Rücksichtnahme auf das starke Zentrum und wundert sich, wenn die Regierung auf andere groß« Parteien im Lande Rücksicht ninunt! Besser als Herr Stöcker hat es Graf Ballestrem verstanden, die Gegner des'Schulgesetzes zu zeichnen: er sprach von den ungläubigen Professoren, welche den Materialismus und Atheismus lehre» und damit der Sozial- demokratie vorarbeiten, von den Protestantenvereinlern, welche die Gottheit Christi leugnen, vom evangelischen Bunde, welcher die Konfessionen zu Gunsten des Unglaubens auf ein- anderhetzt und von den Altkatholiken und Reformjuden! Wenn Graf Ballestrem in seiner Breslauer Rede vom ver- storbenen Abg. Wiudthorst gesprochen hat als von dem General- stabschef unseres Herrgotts, so ist mir das unfaßbar. Den Ausdruck, der mir auf den Lippen schwebt, will ich lieber unter- drücken. Das Zentrum niacht jetzt den Eindruck, als wenn es weder über einen himmlischen noch einen irdischen Generalstabs- chef verfügt.(Heilerkeit.) Herr Stöcker bezeichnete die Gegner des Schulgesetzes gleich dein Reichskanzler als Atheisten. Die Petition der Universität Halle ist angeregt von der dortigen theologischen Fakultät; sind das auch Atheisten gewesen? Die Petitionsmache haben die konservativen Geistlichen ebenfalls ver- standen. Der Gegensatz zwischen Konservativen und Liberalen ist nothwendig, ich glaub« aber, daß dieser Gegensatz sich all- mälig abschwächen wird. Ich bin der Ueberzeugung, daß die Konservativen sich ihren Einfluß nur bewahren werden, wenn sie gemäßigt sind. Die persönliche Meinung des Kultusministers achten wir; da ihn Herr Lieber heute schon zu den Todten ge- warfen, so hoffen wir, daß er wie jeder Todtgesagte recht lange leben wird; wir hoffen auch, daß er uns ein Schuldotationegesey vorlegen wird. Die vollständige Streichung des Schulartikels aus der Verfassung hat Herr Richter nicht verlangt. Graf Ballestrem meinte in Breslau, daß die Krone schlechte Rathgeber gehabt habe, wir halten die Rathgeber für gute, die den Streit der Parteien unterbrochen haben. Ich hoffe, daß der Friede erhalten bleibt, dann wird Preußens Schule wie in aller Zeit die beste aller Staaten sein.(Beifall links.) Abg. Porsch(Zentr.) bestreitet, daß ein Dotationsgesetz ge- inacht werden könne, welches sich nur auf die Regelung der Lehrergehälter beziehe. Es müsse dabei auch die Frage des Schulvermögens und ähnliche Fragen behandelt werden. Das Zentrum verlange für sich keiue besondere Stellung. Es hätte beim Goßler'schen Entwurf nmjorisirt werden können, deshalb mußte sich die Minderheit auch jetzt gefallen lassen, beim Zedlitz- schen Entwurf majorisirt zu werden. Statt deffen hat d,e Re- gierung einen Entwurf, der im Landtage eine sichere Mehrheit hatte, aus Rücksicht auf die Minderheit zurückgezogm. Christen- thum und Atheismus sind die weltbewegenden Gegensätze; viele leisten unbewußt dem Atheismus Vorschub, weit sie sich über diese Gegensätze nicht klar sind. Die Voltairianer meinten, daß den Luxus des Unglaubens sich die oberen Klaffen leisten könnten, aber wehe, wenn der Unglaube die großen Maffen erfassen sollte. Diese Leute»varen ungläubig, aber klug. Jetzt nimmt der vierte Stand das Recht des Unglaubens für sich in Anspruch. Gegen den Volksschul-Gesetzentwurs haben sich auch erklärt Pastor'Schwalbe-Bremen, der alle diejenigen nicht als Atheisten betrachtet, die an das Gute glauben, und Professor Felix Dahn, dem das alte deutsche Heidenthum höher steht als das Christenthum. Den Antiseniitismus erklärt man für eine Schmach des Jahrhunderts, aber den Kampf gegen Kirche und Priesterthum verurtheilt man nicht. Zu hoffen ist immer noch, daß wir auch über die Kreise der Kon» servativen hinaus nnt Christen zu einer Verständigung gelangen. Die Mittelparteien erklären allerdings, sie wollten kerne kon- fessionslose Schulen, aber sie entscheiden sich auch nicht für die konfessionellen Schulen, weil sie für die Simultanschulen schwärmen, die entweder generell oder für einzelne Fälle verlangt wird. Die Minderheit ist in dieser Beziehung durchaus nicht homogen. Vom christlichen Standpunkt muß man den christliche:, Religions- Unterricht verlangen und vom freiheitlichen Standpunkt muß man den Eltern die Sicherheit geben, daß ihre Kinder in ihrer Religion, in der von der Kirche anerkannten Weise unterrichtet werdey. An der Entrüstung gegen das Schulgesetz haben sich Leute betheiligt, die dasselbe überhaupt nicht gelesen hatten, sie zogen ihre politische Belehrung einzig und allein aus ihrer Zeitung. Nach dieser Richtung hin hat die Presse einen ver- verblichen Einfluß ausgeübt. Wenn der Entwurf Gesetz geworden wäre, hätte man eine Aenderung des Schulwesens kaum bemerkt. Deshalb mußte es um so schmerzlicher sein, daß die Vorlage zurückgezogen wurde, weil man sie durch eine Majorität von Zentrum und Konservative» nicht fertig stellen wollte. Abg. v. Rauchhaupt(k.): Ich war betroffen darüber, daß gestern, als ich davon sprach, daß uns keine Zeit gelassen worden sei, die Gegensätze zu überwinden, auf der linken Seite ein Hohn- gelächter ertönte. Wenn ein ähnlicher Ton in der Kommission angeschlagen wurde, wie namentlich von Herrn v. Kardorff, so kann ich begreifen, daß man das nicht ertragen konnte. Herrn v. Kardorffs Rede, die heftiger war, als die heutige Rede des Herrn Friedberg, zeugte wohl von seinen, schlechten Gewissen über das Bündniß, das er eingegangen ist, welches bis zur äußersten Linken reicht. Unsere Erklärung ist bemängelt worden; wir haben bedauert, daß uns keine Zeit gelassen worden ist, eine Verständigung herbeizuführen. Unser Programm verlangt d,e konfessionelle Volksschule und wir hätten gewünscht, daß ein Schulgesetz zu Stande gekommen wäre, welches unsere Jugend religiöser erzieht, als es jetzt geschieht. Man hat uns der Gouveruemea. talität geziehen. Waren wir unselbständig, als wir d,e Land- gemeinde-Ordnung und die Handelsverträge ablehnten, als wir das Sperrgelder-Gesetz, welches unannehmbar war, umwandelten? Ein Bündniß haben wir mit dem Zentrum niemals geschlossen; aber können Sie uns die Anlehnung an das Zentrum verdenken, wenn die anderen Parteien uns im Stiche gelassen haben. Man hätte doch das Ende der Berathung abwarten sollen? Die Mög- lichkeit der Vereinbarung lag vor, wenn allseitig ein verständiges Nachgeben stattgesunden hätte. Darin liegt die unangenehme Situation für die konservative Partei, daß der Schein erweckt wird, sie hätte die Vereinbarung gehindert, während man doch von anderer Seite d,e weitere Berathung unmöglich gemacht hat. Es liegt nicht im Sinne des Schweigers Moltke, daß man das. was er in seinem Kämmerlein sich abgerungen hat, in die Oeffentlichkeit getragen hat. Herr von Kardorff glaubte, bei diesem Gesetz noch konservativ gewesen zu sein; er hat uns als Liberale verschrien, weil wir die allgemeine Wahl für die Schulvorstände zulassen wollen. Diese allgemeine Wahl besteht schon jetzt. Wir haben ja auch Verbefferungen beantragt. Herr von Kardorff hat gesagt, das Deutsche Reich sei aus der Indemnität aufgebaut worden; nach- den, Herr Stöcker die Indemnität als einen Fehler bezeichnet hat, hat Herr Richter behauptet, daß die Konservativen gegen die Indemnität gestimmt hätten. Das ist nicht wahr. Die Kon- servativen haben dafür gestimmt, aber die Fortschrittler dagegen. gerr Richter hat auch von dem Eidbruch gesprochen. Davon nn überhaupt keiue Rede sein. Die Verfassung giebt dem Herrenhaus das Recht, den Etat in toto zu verwerfe», aber sie giebt nicht an, was dann geschehen soll. Was soll die Staats- regierung dem gegenüber thun? Es war ein hoher Akt politischer Weisheit des Fürsten Bismarck, das muß ich gegen Herr» Stöcker sagen, daß er die Jndenmttät beantragte. Aber das Deutsche Reich beruht darauf nicht, sondern auf den preußischen Siegen von 1866. Di« nationalliberale Partei ist auf die Indemnität gegründet worden. Es ist geradezu verwerflich, das Verhalten des Fürsten Bismarck so abfällig zu kritisiren.(Beifall rechts). Wir wollten das Schulgesetz nach unseren konservativen christlichen Grundsätzen gestalten; hätten die Nationalliberalen dabei mit- gehen wollen, dann hätte das geschehen können; aber sonst hätten wir es auch ohne die Nattonalliberalen gemacht. Das Haus wäscht heute seine schmutzige Wäsche. Ich hätte gewünscht, daß die Debatte in versöhnlicherem Charakter geführt worden wäre " Es wäre, beffer gewesen, die Parteien hätten sich mit einer kurzen] eine Liste von der Fabrikleitung unter den Arbeitern verbreitet, eine Stellung zu suchen. Ihr Auftreten läßt darauf schließen, Erklärung begnügt.( Beifall.) dann wissen die Arbeiter, daß sie sich nicht ausschließen dürfen, daß sie lediglich auf Hochstapelei ausging. In der Kranzler'schen Abg. Graf Ballestrem( 3.) geht auf seine Breslauer Rede weil sie sonst ihre Stelle verlieren, und opfern von ihrem färg- Konditorei lernte sie eines Tages den Rentier v. W. kennen. Sie ein; er habe über die Schule dort nur dasselbe gesagt, was alle lichen Lohn einige Groschen, gleich viel ob zur Bismard- Spende nannte sich ihm gegenüber Martha v. Piofowska, erzählte, daß Zentrumsredner gefagt haben. Er bleibe dabei, daß nur un- oder sonst welchen Zweck. Dieser Versuch den Arbeitern Geld sie die uneheliche Tochter eines Grafen Dohna und daß ein gläubige Profefforen, Protestantenvereinler, Anhänger des evan- zu erpressen, wäre noch tausendmal verwerflicher als das Lotterie- hiesiger Hotelbesiber ihr Vormund sei. Die gebildete Ausdrucksgelischen Bundes, Altkatholiken und Reformjuden gegen das projekt. weise der Angeklagten sowie deren ganzes Benehmen verSchulgesetz opponirt haben. Die in Breslau versammelten scheuchten das anfängliche Mißtrauen ihres Zuhörers. DerKatholiken betrachteten den verstorbenen Windthorst als ihren Wegen der Ahlwardt'schen Broschüre Judenflinten" felbe fing an, sich für die Dame zu intereffiren und glaubte ihr Generalstabschef, und wenn auch der Generalstabschef fehlte, so haben der Saale- Big." zufolge in Spandau Bernehmungen auch, daß sie nach Berlin gekommen sei, um persönlich ihre Rechte lebte doch der Feldherr noch, unter dessen Kommando wir von Fachmännern der königlichen Gewehrfabrik stattgefunden. in einem für sie wichtigen Prozesse wahrzunehmen. Bald ents getämpft haben; denn wir glauben, daß wir den Kulturfampf Nach einer Meldung der Kreuz- 3tg." findet infolge der Ahlwardt wickelte sich aus der Bekanntschaft ein näheres Verhältniß, der gekämpft haben zur größeren Ghre Gottes.( Beifall im Zentrum.) schen Veröffentlichung auf Befehl des Kriegsministeriums bei Gönner der Angeklagten unterstützte sie mit Geld bis zum Be Abg. Bedlin( ft.): Das Nachsuchen der Indemnitat seitens fämmtlichen Truppentheilen in Mainz eine Revision der Ge- trage von mehreren hundert Mart. Eines Tages tam die Andes Fürsten Bismard war ein Att hervorragender politischer wehre statt. geflagte zu Herrn v. W. mit der freudigen Mittheilung, daß sie Weisheit, durch welchen der innere Frieden herbeigeführt werden follte. Die Freitonservativen haben die Verständigung nicht ab- Berliner" Unabhängigen" ist am Freitag Nachmittag polizeilich schien dem Gönner etwas hoch, er ließ sich aber durch Beschlagnahmt. Die Maifest- Nummer des Organs der eine ausgezeichnete Stelle als Kassirerin erhalten könne, wenn sie im Stande sei, 1000 M. Raution zu hinterlegen. Die Summe gewiesen, eine fachlichere Rede wie die des Herrn Wessel zur tonfiszirt worden. bas die Bitten der Angeklagten erweichen, Geld her Einleitung der Debatte ist wohl faum gehalten worden. Auch die Sachlichkeit meiner Rede erkannte der Kultusminister an. Aber Wegen vorsätzlicher Gefährdung eines Eisenbahn zugeben, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die die Rede des Herrn von Buch nahm jede Hoffnung auf Bertransportes ist der Hilfsbahnwärter G. verhaftet worden. Am Angeklagte ihm nach spätestens 3 Stunden das Geld zurüc ständigung und die Steden von Seiten der Regierung trugen Abend des 28. d. stieß ein Personenzug auf der Strecke Bankow- zugeben habe, falls sie jene Stelle nicht erhalte. Die Angeklagte auch nicht dazu bei, eine Berständigung zu erleichtern. Berlin auf ein Hinderniß, das aus auf die Schienen gelegten fam nach der gestellten Frist zurück, die Stelle habe sie nicht erAm 17. März war eine Verständigung nicht mehr möglich. Es Stangen, Schippen und anderen Gegenständen bestand, aber nur halten. Aber auch die 1000 M. besitze sie nicht mehr, sie habe handelt sich garnicht um den Gegensatz zwischen christlicher und eine geringe Beschädigung der Lokomotive verursachte. Ein an das Geld ihrem Bruder, der in Potsdam Gardeoffizier ſet, aur nicht christlicher, konfessioneller und nicht konfessioneller Schule. der Unfallstelle vorgefundener Pfeisenkopf hat auf den G. als Tilgung einer Ehrenschuld gegeben, da derselbe gedroht habe, fich Wer das behauptet, spricht nicht die Wahrheit. Es handelte sich Thäter geführt. Er gesteht zu, weiß aber feinen Grund für seine sonst erschießen zu müssen. Herr v. W. kam nun dahinter, daß darum, ob ein Zwitterzustand zwischen Kirche und Staatsschule Bandlung anzugeben, beschränkt sich vielmehr auf die Behauptung, er das Opfer einer Gaunerin geworden, er ließ Polizei holen, herbeigeführt werden soute; das wäre ein Rückgang der Schule betrunken gewesen zu sein. und bei einer Körpervisitation der Angeklagten wurde das Geld gewesen, wie wir ihn seit Friedrichs des Großen Zeiten nicht erlebt auch gefunden. Im Gefängnisse legte die Angeklagte sich einen hatten. Das Zentrum will die kirchliche Schule einführen, wir Einen Selbstmordversuch machte hier gestern ein Dreh- falschen Namen bei und beging dadurch eine intellektuelle UrDer Gerichtshof verurtheilte sie zu neun wollen der Kirche ihr Recht geben, aber auch dem Staat seine orgelspieler. Der Lebensmüde suchte sich dadurch zu tödten, daß tundenfälschung. Rechte erhalten. Redner weist dann nach, daß durch die Haltung er sich ein Messer in den Unterleib stieß. Seine Absicht scheint Monaten Gefängniß und zwei Wochen Haft, die letztere Der Konservativen und des Zentrums jede Berständigung z. B. er jedoch damit nicht erreichen zu sollen; denn wie es scheint, ist Strafe sowie ein Monat Gefängniß wurden durch die Unterüber die Frage der Schuldeputationen und ähnliche Dinge aus die Verlegung nicht lebensgefährlich. fuchungshaft abgerechnet. geschlossen war. Das Volksschul Gesetz hätte nur durch eine fonservativ fleritale Mehrheit zur Annahme gelangen tönnen. Zwei Diebe, welche die Wohnung des verreisten Hof- Einer jener nicht eben allzu seltenen Fälle, in denen Die andern Parteien wären in die Opposition gedrängt worden. Schauspielers Mattowski heimgesucht hatten, sind von der nach einer langen Untersuchungshaft die Freisprechung Bei den Wahlen wäre die fonservativ fleritale Mehrheit nicht Kriminalpolizei auf eine anonyme Anzeige hin ermittelt und ver- eines Angeklagten erfolgt oder eine geringe Strafe verhängt wiedergekommen( Widerspruch rechts) und die dann noch vor haftet worden. Sie wurden als der Gürtler F. und der Arbeiter wird, beschäftigte gestern das Schöffengericht. Der Schloffer handene Mehrheit hätte alle möglichen Anstrengungen gemacht,. festgestellt und räumen ein, mehrfach mittelst falscher Schlüssel Gollert wurde am 8. März verhaftet, weil er der Kuppelei, und Beleidigung eines um das Schulgesetz zu beseitigen. Das hätte zu schweren parla- die Wohnung betreten zu haben, wollen sich aber auf die Weg- gemeinschaftlichen Körperverlegung mentarischen Stämpfen geführt, welche der Regierung nicht er- nahme von Kleidungsstücken beschränkt haben. Ob von ihnen Kriminalbeamten sich schuldig gemacht haben sollte. Da eine wünscht sein konnten. Deshalb war es ein ft der Weisheit auch werthvolle Gegenstände entwendet wurden, läßt sich noch Boruntersuchung nicht beschlossen war, mußte die Anklage nach und nicht ein Att der Schwäche, daß die Regierung das Schul- nicht feststellen, da der Wohnungsinhaber noch nicht zurüc§ 126 Straf- Prozeßordnung spätestens am 5. April erhoben gesetz fallen ließ, werden, wenn Gollert's Verhaftung noch am 8. März gerichtlich damit die staatserhaltenden Parteien gelehrt ist. bestätigt worden wäre. Da der Vertreter der betr. Abtheilung fich nicht gegenseitig zum Nutzen des Umsturzes bekämpfen. Es war ein schwerer Fehler, das Schulgesetz einzubringen, von Unter dem Pferdebestand der Großen Berliner Pferde- fie aber erst am 10. März bestätigte, so lief die längste dem man wissen mußte, daß es zum Streitapfel der Parteien bahn- Aktiengesellschaft ist die Roßkrankheit" zum Aus- Frist erst am 7. April ab und an demselben Tage wurde die werden mußte, und die Autorität der Regierung gewinnt dadurch bruch gekommen. Unser Berichterstatter erfährt darüber: Vor Anklage, die Mangels jeglicher Belastung die Anschuldigung der Alle Bemühungen des An nicht, daß man 1890 ein anderes Schulgesetz einbrachte und 1892 furzer Beit erhielt obenerwähnte Gesellschaft einen Transport von Stuppelei fallen ließ, erhoben. ein neues Gesetz auf ganz anderen Grundsägen. Es bleibt vor- 400 ungarischen Pferden, die bei ihrem Eintreffen hierselbst sofort geklagten, aus der Haft entlassen zu werden, waren vergeblich. läufig nichts anderes übrig als auf dem Wege der Verwaltung thierärztlich untersucht wurden und von denen mehrere als Sobald die Sache dem Schöffengericht überwiesen war, wurde frant" bezeichnet wurden. Man brachte nun diese Pferde nach schleunigst auf gestern Termin anberaumt. Der Erfolg war der, fortzuarbeiten; denn ein Schuldotationsgefez würde uns zum bem Koppelplas in Heinersdorf, wo sechs der Thiere von ber baß der Staatsanwalt felbft in Uebereinstimmung mit dem der Theil dieselben Rämpfe bringen, die wir jetzt vermieden haben; aber ich hoffe, daß in nicht zu langer Zeit die Gemüther wieder Roßkrankheit ergriffen wurden und getödtet werden mußten. theidiger Rechtsanwalt Stadthagen wegen gemeinschaftlicher rubiger geworden sein werden, daß man wieder an die Sache Weitere Erkrankungen der Pferde sind bis jetzt erfreulicherweise Rörperverlegung Freisprechung beantragte, auf welche auch er wurde. Wegen der zugestandenen Beleidigung herantreten kann. Dann wird auch wieder der Zeitpunkt kommen, nicht fonstatirt worden; der Landrath des Niederbarnimer Kreises, fannt Bertheidiger, nicht auf Geldstrafe, wo alle Parteien gemeinsam mit der Regierung für das Vater Herr von Waldow, macht übrigens amtlich bekannt, daß unter bat den im Februar dieses Jahres in das Depot zu Pantow ein auf Haftstrafe zu erkennen, weil die Geldstrafe nicht land arbeiten werden.( Beifall.) gestellten Pferden obenerwähnter Gesellschaft die Roztrant- als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet werden tann. Das Gericht erkannte wegen Beleidigung auf 14 Tage beit ausgebrochen sei. Gefängniß, erachtete diese als durch die Untersuchungshaft für Polizeibericht. Am 28. b. M. Vormittags fiel ein Stall verbüßt, legte dem sofort in Freiheit gesezten Angeklagten aber mann, als er sich in das Schankgeschäft von Schulz, Luisen- die sämmtlichen Kosten des Verfahrens auf. Gegen dieses Urtheil Damit schließt die Debatte. Nach einigen persönlichen Be- straße 37, begeben wollte, von der Treppe und brach den Fuß, legte der Vertheidiger die Berufung ein, weil die Untersuchungsmerkungen wird der Nachtragsetat an die Budgetfommission verso daß er nach der Universitätsklinik gebracht werden mußte. haft- Kosten der Staatskasse und nicht dem Angeklagten auferlegt wiesen. An der Ecke der Neuen Friedrich- und Königstraße wurde werden müßten, selbst wenn sie an sich von demjenigen Beamten Schluß: Nach 5 Uhr. Nächste Sigung Montag 12 Uhr. Mittags ein Schuhmacher von einer Droschte überfahren und an zu tragen wären, welcher die 52tägige Untersuchungshaft verfügt beiden Füßen schwer verletzt. Nachmittags brachte sich ein = d V Abg. Motty( Pole) bedauert das Zurückziehen des Voltsschul- Gesetzes, wenn die Polen es auch mit getheilten Gefühlen aufgenommen haben, weil ihre nationalen Wünsche nicht aus reichend berücksichtigt worden seien. Lokales. Vor der sondern obdachloser Drehorgelspieler auf der Treppe des Hauses Pappel- hat. Auf den Ausfall der Berufung darf man unter diesen ÜmAllee 22, vor der Wohnung feiner von ihm getrennt lebenden ständen gespannt sein. Ehefrau einen Messerstich in den Unterleib bei und mußte nach Ein unangenehmes Abenteuer, welches ein russischer dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden. bem Haufe Dresdenerftr 8 gerieth ein Bjähriger Knabe unter eine Gutsbesiger vor einiger Beit im hiesigen Opernhause gehabt, hat für denselben sehr unangenehme Folgen nach sich gezogen. Herr Achtung, Parteigenossen! Die Lokalkommission theilt mit, Droffe und wurde burch Ueberfahren am Knie bedeutend ver- Valentin von der Mora 3 wan, welcher sich Rittergutsbesizer, daß die Direktion der Aktienbrauerei- Gesellschaft der im 8. Stock des Hauses Sigelsbergerstr. 35 belegenen Woh während einer vorübergehenden Anwesenheit in Berlin ein Moabit( früher Ahrends) die bündige Erklärung abgegeben hat, nung seiner Eltern auf den Hof herab und erlitt schwere innere Opernhaus- Billet besorgt und war einige Zeit vor der Theaterdaß sie nicht nur diesen 1. Mai, sondern für alle Zukunft ihre Verlegungen. Ein Tischler fiel vor dein Haufe Leipzigerstr. 48 in- stunde in dem Vorflur des Theaters erschienen. Gin dort postirter folge eines Krampianfalles zur Erde und zog sich dabei eine Schußmann machte den Ruffen darauf aufmerksam, daß, wenn Lokalitäten, Thurmstr. 26, der sozialdemokratischen Partei zu schwere Berlegung am Kopfe zu, die seine Ueberführung nach der er seine Bigarrette weiter rauchen wolle, er entschieden das Versammlungen unentgeltlich zur Verfügung stellt. Infolge dessen Universitäts- Klinik erforderlich nachte. Abends versuchte ein Theater verlassen müsse. Der Herr Friedensrichter faßte die Zu ist der Boykott über diese Brauerei aufgehoben.. Mädchen in der Wohnung seiner Eltern, am Zionskirchplatz, fich muthung, mit seinen Lackstiefeln aus dem sicheren Hort des Opern zu erhängen; es wurde jedoch noch rechtzeitig aus seiner Lage hauses wieder ins Freie hinaus zu müffen, als eine krasse Bebefreit und nach der Charitee gebracht. Auf dem Boden des Hauses Prenzlauer Allee Nr. 85 fand Abends ein kleiner leidigung auf und da er auch das Rauchen nicht einstellen wollte, tam es zu lebhaften Auseinandersetzungen und Brand statt. der Schuhmann mußte den sonderbaren Schwärmer zur Wache transportiren. Er wurde von dort bald wieder entlassen, nachdem man ihm einige Lehren zu dem Thema„ Höflichkeit" gegeben. Wuthschnaubend langte er wieder im Flure des Opernhauses an und machte es sich augenscheinlich zur Aufgabe, den dienstthuenden Polizeilieutenant v. Papen durch herausfordernde Bemerkungen über die Berliner Polizei zu reizen. Der Polizeilieutenant forderte Ein nettes Früchtchen der Bourgeoiswelt wurde in den Randaliſten wiederholt auf, ihn in Ruhe zu laffen, da der Die Gesangvorträge werden ausgeführt von den Gefangver einer Verhandlung vor Augen geführt, welche vor der 128. Ab felbe aber nicht zu besänftigen war, mußte der Beamte ihn abereinen Dorfglöcklein" und" Hoffnung II", Mitglieder des Urheilung des Schöffengerichts stattfand. Auf der Anklagebant mals zur Wache fiftiren. Herr Valentin von der Mora Zwan beiter Sängerbundes. befand sich der 16jährige Gymnasialschüler Rosener, der Sohn hat sich diesem Unterfangen energisch widerseßt und ist deshalb 21. Märs stand der Angeklagte vor demselben Schöffengericht. gangen Vor Kurzem war Termin in dieser Sache angesetzt, Die Festreben werden gehalten vom Genoffen Wilhelm eines hiesigen achtbaren und vermögenden Kaufmanns. Am der Antlage wegen Beleidigung und Widerstandes nicht entDa uns sämmtliche Wirthe das Konzert durch Berufsmusiker Er wurde damals trots feines Leugnens für überführt erachtet, statt des Angeklagten erschien aber ein Telegramm deffelben aus unentgeltlich stellen, wird kein Entree erhoben, und werden Fest- während der Beit, die er im verflossenen Sommer mit seinen einem Pariser Hotel, in welchem er anzeigte, daß sein religiöser Diebstähle ausZeitungen und Abzeichen vom Vertrauensmann zu den bekannten geführt zu haben, indem er sich in die Zellen Badender schlich. Der amtirende Affeffor füllte als Antwort ein fleines Stüd Breifen verabreicht. Wernau. Bod. 3abel Achtung, Wilmersdorf! Die Genoffen von Wilmersdorf begeben ihre Maifeier, verbunden mit Konzert und Gesang, sowie Borträgen, und Festreden, in folgenden Lofalen: 1. Bittoria- Garten", Wilhelmsaue 114-115. 2. Restaurant Schulz, Berliner und Augustastraßen- Ede; felbiges Lokal ist von den Hilfsarbeitern, sowie Buchbruckern befeht. 8. Mölter's Boltagarten, Berlinerstr. 40; letteres wird vom hiesigen Arbeiterverein festlich dekorirt. Liebknecht. Gerichts- Beitung. " Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Außerdem wurde er eines Diebstahls für schuldig befunden, den Papier aus, welches die Ueberschrift trug Haftbefehl" und als Das Festkomitee. er furz nach feiner Rückkehr nach Berlin im Admiralsgartenbab der Hausbesitzer und Friedensrichter auf der Durchreife preußi begangen haben follte. Ihn traf wegen dieser Diebstähle sches Gebiet betrat, wurde er festgenommen. Das Schöffengericht, von einem Monat Gefängniß. Der vor welchem er gestern stand, hatte auch wenig Mitleid mit ihm, Freunde und Parteigenoffen Berlins und Umgegend! eine Gesammtstrafe Wenn Ihr bei Euren Ausflügen im bevorstehenden Sommer und Vorsitzende, Affeffor Bürenstein, ließ es damals an den eindring fondern verurtheilte ihn zu 20 Tagen Gefängniß unter namentlich am Sonntag zur Maifeier Ablershof besucht, lichften Vermahnungen an den bis zum letzten Augenblick hart sofortiger Inhaftirung. Die preußischen Gefängnißmauern find dann bitten wir, streng darauf zu achten, daß nur solche Gast näckig Leugnenden, von dem betretenen Wege abzulassen, nicht dem russischen Junker natürlich verhaßt und in seiner Noth bat wirthe und Geschäftsleute berücksichtigt werden, welche uns ihre fehlen. Was diese Ermahnungen gefruchtet, beweist die gestrige er nun nachträglich die Hilfe des Rechtsanwalt Dr. Fried Lokale zur Verfügung stellen und die Arbeiterblätter auslegen. Berhandlung. Der Angeklagte wurde aus der Untersuchungshaft mann in Anspruch genommen, und dieser hat schleunigst ben Gebt nicht Gure Zehrgroschen denen, welche uns feindlich gegen vorgeführt. Acht Tage nach feiner Berurtheilung wurde er dabei Telegraphen spielen lassen, um aus der Heimath des Herrn Zwan ertappt, als er einem fechsjährigen Knaben durch Lift und Ueber die verlangte Raution zu beschaffen. redung ein Behnpfennigftüc abnahm, wofür das Kind Brot holen über stehen und sagen, sie tönnten ohne die Arbeiter leben. Folgende Lokale sind für uns zu haben: Wölftein's Luftgarten( Wiedemann). Albrecht's Restaurant. Seller's Ruble's Missera's " " Die" Lokalkommiffion von Adlershof. " follte. Er ergriff mit der Beute die Flucht, die Rufe:„ Haltet den Der Prozeß Prager, hatte gestern ein fleines Nachspiel Dieb!" waren auch in diesem Falle von Erfolg. Dabei erhielt der An- in einer Beleidigungstlage, welche Herr Dr. jur. Brager getlagte von feinem Vater wöchentlich 2 M. Zaschengeld. Schon im gegen den Schriftsteller Maximilian Harben angeſtrengt hatte. vorigen Termine wurde nachgewiesen, daß der Angeklagte mit Im Anschluß an den Prozeß Prager hatte der Beklagte in der Borliebe Kneipen mit Damenbedienung aufsuchte. Der Ver Gegenwart" einen Artikel veröffentlicht, in welchem er die Vor theidiger, Rechtsanwalt Dr. Friedmann, der in der ersten Bergänge dieses Prozesses zum Mittelpunti sozialer Betrachtungen bandlung mit Wärme für die Freisprechung des Angeklagten gemacht hatte. Herr Dr. Prager glaubte aus diesen Betrach Zu dem Artikel„ Schulfuftig", der in geftriger Nummer plaidirte, auch gegen das damalige Erkenntniß Berufung ein- tungen auch einen Angriff auf seine Mannesehre herauslesen veröffentlicht wurde, ist berichtigend zu bemerken, daß die beiben gelegt hat, beschränkte sich in der gestrigen Verhandlung darauf, zu müssen nnd ging gegen den Verfaffer mit einer Private Knaben nicht etwa, wie man nach der Fassung des Artitels an zu beantragen, daß der Angeklagte auf feinen Geisteszustand unter- flage vor. Gestern wurde dieselbe vor der 185. Abtheilung nehmen tann, auf den Kopf u. f. w. geschlagen worden sind. Der fucht werde, ein Mensch mit gefunden Sinnen könne unmöglich des hiesigen Schöffengerichts verhandelt. Der Beklagte erklärte, eine Knabe ist am Arm verlegt und dem anderen sind bei der so handeln, wie es der Angeklagte gethan. Der Gerichtsho, daß er weder den Grund noch die Absicht gehabt habe, den Büchtigung nur die Strümpfe zerrissen worden. lebute diesen Antrag ab und hielt es im Interesse des Un- Kläger zu beleidigen, daß er vielmehr den Fall Prager nur als getlagten liegend, benfelben wennmöglich durch eine energische einen typischen herausgegriffen habe, um auf Grund desselben Die Schloflotterie durch Arbeitergroschen zu ersehen, diefen Bestrafung von seiner verbrecherischen Neigung zu heilen. Das gesellschaftliche Mißstände zu beleuchten. Nachdem Dr. Prager Plan läßt ein hiesiges Blatt aus Arbeitertreifen hervor Urtheil lautete nach dem Antrage des Staa inwalts auf eine ausgeführt hatte, daß mehrere auf fein Eheleben bezügliche thatgehen. Arbeiter sollen den Plan augeregt haben, eine Stunde Gefängnißstrafe von sechs Monaten. fachliche Voraussetzungen des Artikels nicht zutreffen, wurde der Arbeitslohn zur Ausbringung der Gelder zu opfern, die zu ge Streitfall durch einen Bergleich beendet, welcher nach langen winnen eine Lotterie geplant wurde. Der Plan ist nicht von Als eine raffiuirte Hochstaplerin zeigte sich ein junges Verhandlungen unter Ausschluß der Deffentlichkeit zu Stande Arbeitern ausgegangen. Den Rapitalisten ist es freilich lieb, Mädchen, welches gestern der ersten Straftammer des Land- tam. Bu dem Termine war auch Frau Dr. Prager aus ihre Loyalität" auf Kosten der Arbeiter zu bezeugen. Man gerichts I vorgeführt wurde. Die 22jährige Martha Rerber dem Untersuchungsgefängniß vorgeführt worden. Sie fieht noch weiß von der„ Bismard- Spende", wie es gemacht wird. Wird fam im Oktober v. J. nach Berlin, wie sie angab, um sich hier eine Nüance bleicher aus, als während der Verhandlung ihres " " Berliner Schirmmacher. Heute pünktlich 10 Uhr, Sigung im Reftaurant Frieschmann, Jüdenstr. 53. Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr, Melchiorfir. 15: Bersammlung Verein Bildung und Geselligkeit Berlin. Heute Abend 9 Uhr: Bereinsversammlung in Keller's Festsälen, Bergstr. 68: Stiftungsfest. Bortrag des Herrn Dr. Hermann Weyl. Theaterverein„ Brin". Heute Abend 8 Uhr bei Dohmeier, Langeftr. 101: Fachverein der Uhrmacher. Heute Abend 9 Uhr, Versammlung bei Wienecke, Alte Jakobstr. 88. Vortrag des Herrn Dr. Pinn:„ Aus alter und neuer Zeit". Probe und Billetausgabe zur Watfeter. Prozesses. Ihr ist es noch unbekannt, daß vor drei Tagen ihre| sellschaft mit allen möglichen Zwangsmitteln Arbeiterforderungen| statt Märtens, Thurmstr. 71. Gine Lohnaufstellung besagt: Mutter am Herzschlage verstorben ist. Was ihre Angelegenheit abwehrt, deren Berechtigung an sich Niemandem zweifelhaft für Baletot 11-12 m., für Oberrock 13 M., einreihig 10-11 M., betrifft, so ist ihrem Vertheidiger jetzt der Beschluß der Straf ist und die doch irgend wann bewilligt werden müssen! Gatto 8,50-9 M., Hose 3,25 M., Weste 3 M. Tagschneider fammer, durch welchen der Antrag auf Wiederaufnahme des Ver pro Stunde 35 Pf., doch verstehe Herr Märtens seinen Vortheil fahrens abgelehnt wird, zugestellt worden. Die Straftammer ist Der Verband deutscher Kürschner hielt fürzlich in fo gut wie jeber Kapitalist, vielleicht noch beffer, z. B. zahle er der Ansicht gewesen, daß, wenn sich die aufgestellten Behauptungen Weißenfels seine Generalversammlung ab. Anwesend waren wohl pro Stunde 35 Pf., finde aber eine Aenderung statt, die bewahrheiten würden, daraus sich noch mehr Verdachtsgründe 19 Delegirte, die alle Gaue Deutschlands vertraten. Nach dem drei Stunden ungefähr in Anspruch nimmt, so zahle er eben nur gegen die Verurtheilte ergäben, da dieselben nur auf das Vor- Bericht des Vorstands zählt der feit zirka 2 Jahren bestehende 35 Pf. und halte es für Sache des Arbeiters, wenn derselbe mehr handensein einer großen Erbitterung gegen den Ehemann schließen Verband 1100 Mitglieder; Leipzig, Berlin, Hamburg haben die als eine Stunde darauf verwendet; für die erste Anprobe zahle laffen würden. Der letztere hat übrigens ein Gnadengefuch für größte Mitgliederzahl. Die ungünstige wirthschaftliche Lage er 50 Pf., wird eine zweite tomplizirtere verlangt, bezahlt er die Verurtheilte eingelegt, um eine Umwandlung der Strafe in äußerte sich auch im mangelhaften Eingehen der Mitglieder nichts dafür, auch wisse Herr M. durch allerlei Manipulationen Gefängnißstrafe zu erzielen. beiträge. Die Einnahme betrug 6185,10 m., die Ausgabe Abzüge zu motiviren, die z. B. für ein Satto 2 M. betragen, 5830,66 M., der Bestand 354,44 M. Für die Agitation bleibt ebenso im Verhältniß für jedes andere Stück, um nicht MaaßAus den Verhandlungen vor dem Reichsgericht in noch viel zu thun übrig. Beschlossen wurde auf Antrag Berlins arbeit zu bezahlen, rechne z. B. M. Jackets mit 101 Oberweite, Sachen de Jonge, deren Resultat wir bereits mittheilten, ist die Aufnahme der Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen mit 12 gegen 108 Unterweite, und Hosen mit ähnlicher Weite und entsprechenfolgendes Nähere zu berichten: Der Staatsanwalt rügte, daß 6 Stimmen, ferner, und zwar einstimmig, mit allen zu Gebote der Länge als Knabenfachen. Nachtarbeit sei teine Seltenheit, gegen de Jonge das Verfahren eingestellt worden ist, während er stehenden Mitteln die Einführung eines gleichen Lohntarifs für trotzdem Arbeitskräfte genug vorhanden sind, um solche vermeiden hätte freigesprochen werden müssen, und daß andererseits Herr die Zurichter anzuftreben. Die Beiträge wurden auf monatlich zu können. Herr Fischer, Perlebergerstraßen- Ecke, beschäftige v. Hammerstein freigesprochen worden ist, während dieser nach 60 Pf. für männliche, 40 Pf. für weibliche, das Eintrittsgeld mit Vorliebe Gesellen von außerhalb, wie gegenwärtig vom JüterAnsicht der Staatsanwaltschaft hätte wegen Beleidigung, verübt für erstere auf 50, für legtere auf 30 Pf. festgesetzt. Die Bei- bogfer Schießplay; diefe müßten von früh bis Abends 10-11, auch durch die Presse, verurtheilt werden müssen. Aus diesen beiden träge find pränumerando zu zahlen. Das Berufsorgan Der 12 Uhr arbeiten, müßten dort schlafen und essen und erhielten Gründen hatte der Staatsanwalt Revision eingelegt. de Jonge Kürschner" soll fünftig monatlich einmal erscheinen. Bum Siz einen Wochenlohn von 4-5 Mt. Ferner wurde über Zerock, hingegen hatte gleichfalls Revision eingelegt, da es ihm lediglich des Hauptvorstandes wurde Hamburg, zum Sitz des Ausschusses Thurmstraße, mitgetheilt, daß derselbe hinsichtlich der Auszahlung darum zu thun war, nicht für geistesfrant erklärt zu werden, Berlin gewählt. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiter des Lohnes Schwierigkeiten mache. Beim Verschiedenen" verwas das Berliner Landgericht für feststehend angenommen bewegung und mit dem Gesang der Arbeitermarseillaise schloß wies der Vorsigende auf die am Vormittag des 1. Mai in hatte. Der Reichsanwalt Dr. Menge beantragte jedoch die Generalversammlung. Drschel's Salon in der Sebastianstraße stattfindende Versammlung Verwerfung der Revision des de Jonge als unzulässig, da hinreichend vom Borgericht festgestellt sei, daß es sich in seiner Die Leipziger Kupferschmiede beschlossen in einer Ber- und forderte die Kollegen und Kolleginnen zur regen Theilnahme an derselben auf. Ansicht über seinen Geisteszustand in feinem Rechtsirrthum sammlung, die neue Werkstatt Ordnung der Kupferbefunden habe. Die staatsanwaltliche Revision sei insofern be- schmiedereien Deutschlands nicht anzunehmen, sondern gegen gründet, als die Einstellung des Verfahrens von Seiten des deren Einführung ganz energisch Front zu machen. Berliner Landgerichts ungenügend begründet worden sei und mit Frauen. Der Oberbürgermeister von Erfurt hat nach dem Bericht vielmehr auf Freisprechung des geistesfranken de Jonge hätte des" Erfurter Beobachters"( Nr. 49 vom 24. April) einer Depuerkannt werden müssen. Dagegen sei die staatsanwaltliche Revision insofern zu verwerfen, als sie sich gegen v. Hammer- tation der Arbeitslosen gegenüber, die neuerdings bei ihm wieder stein's Freisprechung wende. Das Berliner Landgericht habe mit vorstellig geworden war, eine weitgehende Beschäftigung von Recht festgestellt, daß v. Hammerstein bei Aufnahme des Arbeitslosen seitens der Stadt rundweg abgelehnt, weil dies de Jonge'schen Artikels berechtigte Die Arbeitslosen mögen sich das bei den wenigstens nach des sozialistisch sei". Rebatteurs Ueberzeugung- Interessen sowohl de Jonge's als Wahlen ins Gedächtniß zurückrufen und nur sozialdemokratischen Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, Abends 8%-10% Uhr: Südauch des Publikums wahrgenommen habe, das sich durch den Fall Schule, Sagelsbergerstr. 43: Unterricht in Deutsch( untere); Süd- OstKandidaten ihre Stimmen geben. Schule, Reichenbergerfir. 133: Unterricht in Buchführung; ft- Schule, de Jonge thatsächlich beunruhigt gefühlt habe. Dem Herrn v. Hammerstein fomme daher thatsächlich der Schutz des§ 193 des Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Markusstr. 31: Unterricht in Deutsch( untere); Nord Schule, Müllerfraße 179a: Rein Unterricht In allen Behrfächern tönnen noch Schüler und Strafgesetzbuches zu Gute. Nach längerer Berathung verkündete denn Fachverein der Tischler. Die Zahlstellen befinden sich in den folgenden auch Praftoent Dr. Löwe, daß der Straffenat sich ganz im Sinne der Reichsanwaltschaft dahin schlüssig gemacht habe: Die Remann, 3. Belleallianceplay 6 bei Hilscher, 4. Schwedterstr. 44 bet Thierbach, 5. Schleiermacher- und Gneisenaustraßen- Ecke bei Scheuer, 6. Steinmeßftr. 57 vision des de Jonge sei als unbegründet zu verwerfen, da hinbei Lindow, 7. Dresdenerstraße 116, 8. Lübeckerstraße 41 bei Matthias, sichtlich seiner Geisteskrankheit das Landgericht sich feines nach Aus dem Dorado der Grubenritter. Wohlberechtigte 9. Breslauerstraße 27 bet Tempel, 10. Rirdorf, Bergstr. 7, bei Duschet, weisbaren Rechtsirrthums schuldig gemacht habe. Was die staats- Forderungen, die von den Bergarbeitern während des fee: Böller- und Charlottenstraßen- Ecke bet klebs, 14. Erescow- u. Dieben 11. Fennstr. 5 bei Strüger, 12. Görliger- und Sorauerstraßen- Ecke, 18. Weißenanwaltschaftliche Revision betreffe, so sei diese in der That, Streits aufgestellt wurden, waren diejenigen nach größerem Schutz hofenerstraßen- Ecke bei E. Schmidt, 15. Walter, Badstraße Nr. 23. soweit sie sich auf den de Jonge bezieht, durchaus begründet, und gegen Wind und Wetter, Herstellung eines gedeckten Ganges vom Arbeitsnachweis befindet sich Wallstraße 7-8 und ist von 8 Uhr Morgens bis da de Jonge durch gerichtsärztliches Gutachten für geistesfrant Schacht zur Waschkeue 2c. 2c. Diese Forderungen wurden von Sonntags Vormittags von 8-11 Uhr geöffnet. Die Arbeitsvermittlung geerklärt worden war, also seine Unzurechnungsfähigkeit im Sinne den Gruben mit wenig Ausnahmen als unausführbar erichteht unentgeltlich. des§ 51 des Strafgesetzbuches festgestellt war, so mußte auf tlärt, auch die Denkschrift nahm in dieser Hinsicht noch einen Deutscher Tischler- Verband( Siz Stuttgart), 8ahlstelle Berlin 78. Freisprechung dieses Angeklagten erkannt werden. Dagegen sei dilatorischen Standpunft ein. Jezt scheint man endlich auch Jeden Sonnabend, von 8-10 Uhr werden in folgenden Sotalen Beiträge tafftrt und neue Mitglieder aufgenommen: Schöning, Stallschreiberstr. 29: Die staatsanwaltschaftliche Revision, soweit sie die Berechtigung der dieser Seite des Arbeiterschutzes mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden, Lorenz, koppenstr. 43 a; Sente, Blumenstr. 38; Bubett, Naunynſtr. 86; Siemer, Freisprechung von Hammersteins bestreite, unbegründet und der denn das Oberbergamt Dortmund hat fürzlich folgende Cuvryftr. 17; Golz, Grünauerstraße 3; Stramm, Ritterstraße 123; Scheuer, § 198 des Strafgesezbuches vom Vorderrichter bedenkenfrei an- Berg- Polizeiverordnung erlassen: Auf jedem Ein- und Aus- netfenaustraße 35; Klein, Schönleinstraße 6: Saafe, Stöniggräberfstraße 47: Rizing, Bülowstr. 52; Holzbecher, Drenfeftr. 3; Gleinert, Fenn- und Müllergewandt, da er mit Recht angenommen habe, daß von Hammer- fahrtspunkte eines Bergwerts muß ein der Stärke der Belegschaft straßen- Ecte; Gnadt, Brunnenstr. 38; Brückner, Lothringerstr. 67. Das Ginftein die Behauptungen seines Mitangeklagten für wahr und dessen entsprechend großer Raum vorhanden sein, in welchem die Arbeiter trittsgeld beträgt 30 Pf.( wofür Statut), der wöchentliche Beitrag 15 Bf.( inkl. Rechte wirklich für verlegt gehalten habe. Deshalb war fich umkleiden und sich aufhalten können. Der Raum muß reinlich, Neue Eischler Beitung"). Die Zusendung der Beitung erfolgt durch Spedi v. Hammerstein auch berechtigt, in der von ihm beliebten Weise gut gelüftet und der Witterung entsprechend geheizt sein. Auf Deutscher fojialdemokratischer Leseklub in Paris. Cafe de la de Jonge's und des P. blikums Interessen zu vertreten. Auch Bergwerken, auf welchen eine solche Einrichtung noch nicht besteht, daß er, wie de Jonge selbst, dem Beschwerdewege den Weg der ist dieselbe binnen 10 Wochen vom Tage des Inkrafttretens dieser breitesten Oeffentlichkeit vorgezogen, könne nicht getadelt werden: Berordnung herzustellen. Uebertretungen diefer Verordnung werden v. Hammerstein bezweckte eben, auf dem von ihm eingeschlagenen bis zu 150 M. bestraft. Die Verordnung tritt mit dem 15. April Wege um so nachhaltiger Abhilfe gegen Wiederkehr derartiger in Kraft.". vermeintlicher Ungefeßlichkeiten zu schaffen, für die er die EinSperrung des de Jonge ins Irrenhaus nach de Jonge's, wenn Die Gasherstellung geschieht in Tübingen feitens der auch irrigen, Behauptungen halten durfte. Demnach hat das Gemeinde. Die Stadtkasse hat dabei im letzten Jahre höchste Gericht für Recht erkannt, daß die Freisprechung des 27 000 m., ein Viertel der Brutto- Einnahme, profitirt. Der v. Hammerstein auf keinem Rechtsirrthum beruhe, dagegen auch Preis für Leuchtgas beträgt pro Rubikmeter 19, für Heizgas de Jonge freizusprechen, dessen eigene Revision aber zu ver- 16 Pf.; bei bedeutendem Gasverbrauch erhält der betr. Konsument werjen ist. Die aus letterer erwachsenen Kosten hat de Jonge Preisermäßigung. zu tragen, die der staatsanwaltschaftlichen Revision dagegen die Staatstaffe. Soziale Ltebersicht. Die Schuhmacher Altenburgs stehen mit den Unternehmern in Unterhandlung. Man bittet, den Zuzug streng fern zu halten. Die Lohntommission. J. A.: Karl Münsch, Altenburg, Nikolai- Kirchhof 56. Die Einschränkung des Güterverkehrs an Sonn- und Feiertagen, welche beim Eisenbahnbetrieb aus Rücksicht auf die Sonntagsruhe der Bahnbediensteten eingetreten ist, hat auch für den Staatssäckel günstige Wirkungen, indem dadurch die laufenden Betriebsausgaben vermindert werden. Grimmaer Garnison hat Baumeister Enfe aus Leipzig überSubmissionsblüthe. Den Bau der neuen Kaserne für die tragen erhalten. Seine Offerte war, wie der Wähler" berichtet, um 70 000 m. niedriger, als die der Grimmaer Be- otalen: 1. Friedrichsbergerstr. 25 bei Schmidt, 2. Stalizerstr. 107 bei Stunftwerber. Der 7 Uhr Abends, mit Ausnahme der Mittagsstunden von 12-8 Uhr, und teure frei ins Haus. Nouvelle Poste", Ecke von Rue Montmatre und Rue Ettenne Marcel, Ginreiche Bibliothet, Beitungen, deutscher unterricht. Der deutsche Arbeiter, der gang Rue Etienne Marcel. Jeden Sonnabend öffentliche Versammlung; fremo nach Paris tommt, findet hier einen Anlehnungspunft, Rath und Belehrung. 9 Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder ben Bund der geselligen Arbeitervereine betreffen, sind nur an die Borstände derselben zu richten. Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Grüne Eiche, RirArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, Abends dorf, Sermann- und Knesebeckitr.- Ecke bei Beyerle. 2yrania, Landsbergerreun bichart 2, Friedenstraße Nr. 48 béi tollfühn. straße 81 Musehold.- Ganges: Echo, Naunynstraße 86, bet Bubeil. Glück zu, bei nebet, Babftraße 6s( Gesundbrunnen). Phönir, Bülowstraße 65 bet Bredlow.. Harmonies, Friedrichshagen, Gesellschaftshaus.- elfen= burg, Blumenstraße 21a. Teltow in Teltow, Schwarzer Adler. Die Probe auf das Exempel Privatwirthschaft" Wengert's Bolfsgarten. Esmeralda, Königsbergerstr. 24. Siebertrans in Brandenburg, Libertee, Wrangelstr. 84 bei Ulrich. Der Jahresbericht der Handels- und Gewerbekammer Stuttgart Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und lmgegend. fonstatirt für das vergangene Jahr fortdauerndes Weichen der Sonnabend: Bergnügungsver. Zuftige 18 bet Schatnat, Dresdenerstr. 28. Preise der wichtigsten Rohmaterialen, sämmtlicher Effektenturse, Dornröschen bei strech, Schulstraße Nr. 104. Tambourverein Deutsche Eiche bei Saberg, Fürbringerstr. 7.- Rauchklub Bergnügungsverein der Berzins- Einnahmen und Verkaufspreise, auf der anderen Grüne Schleife bei Sperling, Jufelstraße 1. Privattheater- Gesellschaft Seite nervöse Unsicherheit und allgemeine Zurückhaltung, haupt- Barzantria, bet Grothe Kastanten- lee 75. Geselliger Verein Gut fächlich bedingt durch internationale Kapitalverluste sowie Ueber- Jahn, Weibenweg 12'( Sigung nach dem 1. und 15. im Monat).- Bergnügungsbei Lehmann, Fruchtstr. 69.- Tambourverein Borussia bet Feldproduktion, Konsumrückgang und Sinken des Außenhandels. Die verein Selgoland bet Miegels, Stralauerftr. 57( alle 14 age). Rauchflub Anita bet Näyte, Weberstr. 15. Theaterverein phigenta", Sriſis betreffe mehr den Großhandel, als das Gewerbe, Deutsches Wirthshaus", Bergstr. 120( irdorf). Nicel'scher Wusttverein Allegro bet Spindler, Reichenbergerstraße 118, Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Paul Ede Forsterstraße. Immer noch die Arbeitsordnung als Beunruhigungsbazillus! In der Schuhfabrik von Grosch u. Wenz in München, Kolosseumstr. 1, wurde den Arbeitern und Arbeiterinnen eine Arbeitsordnung vorgelegt, welche diefelben für unannehmbar hielten. Eine Kommission unternahm die Vermittlung, wofür sie gemaßregelt wurde. Sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen( gegen 50) bis auf 2-3 haben sich ihren GeDurch Vergrößerung noffen angeschlossen. Briefe und Anfragen sind zu richten an Alfred Wüstrich, Blumenstraße 34/1, München. Zuzug ist fernzuhalten! des Güterwagenparts und Erhöhung der Tragfähigkeit der Waggons 2c., fowie durch Beschleunigung des Transports ist der Eisenbahnbetrieb an den Wochentagen rationeller gestaltet worden. Weiterer Entlastung des Sonntags vom Gütertransport steht, wie die Magdeburgische Zeitung" andeutet, jetzt noch die verhältnißmaßig langsame Art der Verladung und Beförderung der Güterschuppen- Güter entgegen. " Während der engliche Geschäftsmann in London, Liverpool, Manchester und anderen großen Städten die Gewißheit hat, daß die am Nachmittag auf dem Güterschuppen aufgegebenen Güter noch an demselben Abend verladen und während der Nacht " Turnverein Gesundbrunnen. Die 2. Männerabtheilung turnt beute Bühnenverband Normania jeben legten Sonnabend im Monat bet von 8-10% uhr in der Turnhalle, Freienwalderfir. 30. Betchats, Königsbergerfir. 24.- Privattheatergesellschaft„ Sneeglödchen", Abends 9 Uyr bei Schulz, Brunnenstr. 116. Bergnügungsverein guftige Jugend Abends 9 Uhr, im Reſtaurant Bergnügungsverein Azalia 9% Uhr bet D. Seindorf, Barnimstr. 16. Lautenbach, Guvryftr. 3.9% Uhr Mendelssohnſtr. 9. Bergnügungsverein Lustige Becher Abends Geselligkeitsverein Pallisaben- Eiche, Abends 9 Uhr, Ballifabenftraße 103 bei Radke. Danst Forening Freia( Dänischer Berein Freia), Lindenstraße 106 bei Poppe. Aus der christlichen Gesellschaft. Für die österreichischen ber 30. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, Restaurant Wurl, KoppenVerein ehemaliger Schüler Gerichtsbezirke Butowsko, Rymanów und Sanot beträgt der be- traße 58. hördlich festgesezte Tagelohn jugendlicher Hilfsarbeiter und Ar- abends Reichenbergerstr. 73, bet Faunmann. beiterinnen 10 und 5 kr., schreibe zehn und fünf Kreuzer, das tägliche Krankengeld 6 und 3 Str., schreibe fechs und drei Kreuzer. Ein öfterreichischer Kreuzer beträgt nach unserer Währung bekanntlich 2 Pfennige. mit der Geschwindigkeit unserer Gilgüterzüge auf Entfernungen Die Handelsmarine, namentlich Englands, leibet unter von 400 Kilometern und darüber befördert werden und am nächsten der die ganze zivilisirte Erde beherrschenden Geschäftskrisis gleichTage zur Entladung fommen, findet eine gleiche Be örderungs- falls sehr schwer. Nach einem Frachtbericht aus London liegen weise nur bei unseren Gilgütern auf den größeren Stationen und augenblicklich in New- Castle 181 Dampfer, in Sunderland Hauptverkehrslinien statt. Abgesehen von Gilgütern ist dagegen 49 Dampfer, in Hartlepool 46 Dampfer und 28 Segler, in Hull auf unseren Bahnen nicht die geringste Gewißheit vorhanden, ob 45 Dampfer, in London 25 Dampfer, in Liverpool 32 Dampfer, bie am Nachmittage auf dem Güterjchuppen aufgegebenen Güter in Cardiff 29 Dampfer, zusammen in diesen sieben häfen 407 noch an demselben Tage zur Berladung und Beförderung tommen, Dampfer und 28 Segler unbeschäftigt. und noch weniger läßt sich innerhalb der Grenzen der sehr langen Lieferzeiten berechnen, mit welchem Buge das Gut auf der Empfangstation eintreffen oder wann es abgeliefert werden wird. Diese an sich schon langfame und ungewisse Güterbeförderung würde sich aber noch erheblich ungünstiger gestalten, wenn in der Beförderung der über den Gaterschuppen gehenden Güter, ins besondere der Kaufmannsgüter, eine Unterbrechung an den Sonnund Feiertagen stattfände." Versammlungen. Stottlub Kreuzbube bei Steuer, Weinftr. 22.- Statflub Revolution, Rauchtlub Dornröschen, Abends 9 Uhr, Schulstraße 104 beim Reftaurateur Krech. Literarisches. 1 Nummer 18 der ,, Berliner Bolts- Tribüne" vom 30. April hat folgenden Inhalt: Aus der Woche.- Zum 1. Mai. Sachsengängerei". Die Männer der Kommune.- Schweizerische Fabritindustrie. Bon der Bewegung.- Gewerkschaftliches 2c. Gedicht. Neue sozialistische Lyrik III. Fortschritt, seine Bedingungen und sein Biel IV. schichte der Arbeitszeit. Vom Schlachtfelde. Novelle. = - Der Zur Ge Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist soeben das 31. Heft des 10. Jahrgangs erschienen. Zur Aus dem Inhalt heben wir hervor: Der erste Mai. Würdigung Friedrich Albert Lange's. Von Eduard Bern= stein.( Schluß.) Das Proletariat in Desterreich. Von Die Schneider und Schneiderinnen hatten sich am Ernst Berner. I. Das städtische Proletariat. Zur Krisis Was die„ Magdeburgische Beitung" über die Langfamkeit der 24. Avril in Moabit versammelt. Kollege Timm hielt einen des schweizerischen Stickerei- Berbandes. Literarische Rundschau, Güterbeförderung jagt, wird schon richtig sein, falsch aber ist interessanten Vortrag über die sozialen und politischen Ereignisse ihre Schlußolgerung, daß hier erst Wandel geschaffen werden der letzten Zeit. Mit zuversichtlicher Freudigkeit wies der Renner- Feuilleton: Die Lessing Legende. Eine Rettung von Franz Mehring.( Fortseßung.) müsse, ehe die Sonntagsruhe ausgedehnt werden tönnte. Im zum Schlusse auf den 1. Mai, den selbstgeschaffenen ArbeiterGegentheil, wenn die Sonntagsruhe ohne besondere, also eben nur feiertag bin, welcher von den Proletariern aller Länder, der er- Religion. Par G. de Molinari, rédacteur en chef mit der unbedingt nöthigen Rüchichtnahme auf das Verkehrs- habenen Sache würdig und im Vollbewußtsein ihrer Gleichheit du, journal des économistes", Paris 1892. interesse ausgedehnt wird, so ist ein 3 wang vorhanden, an den und Brüderlichkeit, zur achtunggebietendsten erhebenden Feier ge- Gin bürgerlicher französischer Nationalökonom macht in Wochentagen für derart beschleunigten Transport der Güter zu staltet werde und an dem unfere Gegner von der unerschütter diesem Buche den Versuch, den fortlaufenden Zusammenhang der forgen, daß dem internationalen Verkehr genügt wird. Nach lichen Willenskraft des zielbewußten Proletariats fich überzeugt religiösen Begriffe mit der wirthschaftlichen Entwickelung zu furzer Uebergangezeit würde Jedermann sich mit der neuen Ein halten müssen. Hierauf besprach der Vorsitzende Kollege zeigen und den volkswirthschaftlichen Werth der Religion, natürrichtung ebenso abgefunden haben, wie fich die Magdeburgerin Pfeiffer Lohn- und Arbeitsverhältnisse einiger Moabiter lich vom tapitalistischen Standpunkte, abzuschätzen. Das Buch bereits mit der jetzigen Verminderung des Güterverkehrs an Sonn- Wertstellen, mißbilligte das Berhalten einzelner Moabiter Kollegen, fängt mit einem falfchen Sage an: die Sozialisten führten den tagen befreundet hat. Mit derselben Leichtigkeit ließen sich die welche durch Eigenartigkeit ihres Betragens und spitsindige Ursprung aller Religion auf Betrug zurück. Der Verfasser ermeinen Arbeiterforderungen einschließlich der politischen Redensarten ihrem Vertrauensmann die Aufgabe ungemein er flärt in der Hauptsache zutreffend die Entstehung des Götterverwirklichen, wenn man eben nur wollte und sich nicht absicht schwerten, rügte ferner die Unfitte etlicher Meister, die in der glaubens daraus, daß unbegriffene Naturerscheinungen und lich allerlei Schreckbilder vorgaufeln würde. Wird dereinst Werkstatt nur wenige Arbeiter beschäftigen, während die größte Naturkräfte als übermenschliche Wesen vorgestellt werden; später die soziale Frage gelöst sein, so dürfte die Beit des jezigen Mehrheit der Produkte im Wege der unkontrollirbaren Hausindustrie gesellen sich zu den nati rlichen Grundlagen der Religion soziale Kampjes unseren Nachkommen taum als eine heroische, sondern hergestellt werde, besprach noch einmal die Zustände der Werk- und politische. Auffallend und beinahe unverständlich ist nur, sehr wahrscheinlich als eine recht possenhafte erscheinen, denn statt Radich, Alt- Moabit, dann die dem Anscheine daß er troß der rein natürlichen Erklärung der Gottheitsidre was tann es lächerlicheres geben, als wenn die berrschende Ge- nach nicht gerade zu verurtheilenden Lohnverhältnisse der Wert. doch der Gottheit Realität aufpricht, ja er formulirt Gottes, Beweise, die heute selbst von den Theologen preisgegeben find.- das ist der Typus dieser Geschöpfe. Sie find dem| ledigen, entspricht dies allein einer Ersparniß von über 200 M., nicht Sein Gott ist einmal der wirthschaftliche und geistig- sittliche Schwersten entgangen, leiden aber an Diarrhoe, Dyfenterie und gerechnet der Mehrverdienst, welcher den Arbeitenden insofern Leiter der Menschen und dann wieder nicht. Als Erbrechen. An mehreren Orten, wo ich am 23. Februar weilte, zufließt, als wir für diesen Tag nicht unter 3 Mart placiren, älteste Form der Religionen stellt M., völlig unrichtig, sah ich nirgends warmes Essen, obgleich Festtag war. Gewiß, die währenddem die Kommissionäre Leute schon für 1,50 Mark und den Fetischismus hin. Falsch ist seine ganze Dar Scenen, deren Zeuge man ist, lassen befürchten, daß die Bauern weniger wegschicken. " Der Vorstand des Vereins Berliner Gastwirths Gehilfen. Depeschen. stellung der Urgesellschaft; man fragt sich: wo in aller Welt Recht haben, wenn sie behaupten, im Sommer werden alle Kinder Sämmtliche Lokale, in denen Berliner Parteis ist denn diese Gesellschaft vorhanden gewesen? Der Verfasser hinwegsterben. Bei dieser Situation ist die Bekämpfung der genossen ihre Maifeier begehen, haben unsern Lohntarif be stellt die Sklaverei als die älteste Form der Versicherung dar, Epidemie rein unmöglich. An eine Absonderung der Kranfen ist willigt mit der Einschränkung allerdings, daß einige Lokale, bei welcher der Ueberschuß der Produktion über den Verbrauch nicht zu denken, denn die Lokalitäten zu ihrer Unterbringung jedenfalls an unsere hobe?! Forderungen von drei Mark als Versicherungsgebühr entrichtet wurde. Niedlich! Beim müßten erst erbaut werden; auch wollen sich die Bauern( für etwa 20 Stunden Arbeit) fich stoßend, nur theilweise, Christenthum, der monotheistischen Religion, wiederholt sich der unter keiner Bedingung von den Ihrigen trennen. Unter- fo zu sagen ein Pflichttheil bei uns bestellten, nur um sagen Widerspruch, daß der Verfasser dessen Wahrheit und Geoffen- dessen schleppen die Gesunden", welche zu betteln ge- zu können, daß sie Euren Wünschen gerecht geworden. Diese bartheit behauptet an der ewigen Wahrheit hat er freilich zwungen sind, die Seuche auch nach den bis jetzt verschonten He- find: Tivolo, Peter's Gesellschaftshaus in Moabit und Gräflich doch einen leisen Zweifel und gleichzeitig den Sieg des vieren. Nur noch ein einziger Schluß ist aus all' dem zu ziehen: Reischach'sche Brauerei in Stralau. In Rigdorf fand es nur Monotheismus auf deffen Billigkeit Ein Gott beanspruche daß die Ursache der Epidemie eine Wirkung des Hungers ist, der Gastwirth Wirsing für nöthig, sich an uns zu wenden. weniger als Viele Götter zurückführt. Man hat einigen und durch den Bettel wird sie verbreitet. Bisher war die Wir machen noch darauf aufmerksam, daß für dieses Quartal Grund, an der Ehrlichkeit dieses Bekenntnisses zu zweifeln, venn Sterblichkeit noch gering. Wer bürgt aber dafür, daß die Seuche das blane Erkennungszeichen giltig ist und alle anderen Jeder man etwa folgende Säße lieft:„ Man muß den Gottesbegriff dem fünftig nicht einen bösartigeren Charakter annimmt und weiteres das Recht hat einzuziehen. Denken der Menge anpassen, bis sie sich bis zu ihm erhebt." Unheil erwächst? Vielerorts sind alle Bedingungen für die Ent( S. 165.) Bei den afrikanischen Missionen z. B. hat die Ver- wickelung schwerer Krankheiten nur allzu reichlich vorhanden. drängung einer niederen durch eine höhere Religion oft schädliche Ich frage nun, wäre es nicht sinnlos, den Schmachtenden Wirkungen, indem sie einen zwar groben Glauben zerstört, der Pulver, Pillen und ähnliches Zeng mehr anzubieten, nachdem aber nichtsdestoweniger ein unentbehrlicher Hebel der Sittlich man sich überzeugt hat, was die Menschen genießen, wie sie leben feit ist."( G. 232. Aehnlich noch S. 175.) Und so ist und in welchen Verhältnissen sie sich befinden? Es wäre ein denn am Ende auch ein zwar grober Glaube nichtsdestoweniger wahrer Hohn, solche halbverhungerten Patienten bloß mit Arznei ein unentbehrlicher Hebel der Sittlichkeit der Arbeiter, wie sie erquicken zu wollen. Als Sanitätsbeamter sehe ich mich bewogen, der Kapitalist versteht. Vom Standpunkt des Kapitalisten bei der Regierung um bessere Nahrung, wenigstens für die am ( Depeschen des Bureau Herold.) wägt Herr M. Nußen und Nachtheil der Religion ab und findet, schwersten betroffenen Familien nachzusuchen und zwar für alle München, 29. April. Die sozialdemokratische Münch. Post" daß der Nutzen sich zum Nachtheil verhält wie 99 zu 1. So kann Glieder derselben, damit der Bettel verhütet wird. Jede Person fordert die Genossen auf, die polizeilichen Vorschriften bei der es denn bei der übernatürlichen Religion bleiben troß ihres nach sollte monatlich ein halbes Bud Weizenmehl erhalten, die Kranken Maifeier peinlichst zu beobachten. Daß die Polizei sich übergewiesenen natürlichen Ursprungs. Ziemlich gut ist der das außerdem noch täglich 1,65 Liter Milch. Darin liegt die Hilfe, flüssig fühlen müsse, solle der höchste Triumph der SozialMittelalter behandelnde geschichtliche Abschnitt, und selbst für die darin die echte Medizin! ( Züricher Post.) demokratie sein. ökonomischen Grundlagen der sog. Reformation hat M. ein ge- Schwer verletzt wurden, wie aus Wilhelmshaven berichtet München, 29. April. Abgeordnetenkammer. Betreffs der wisses Verständniß. Für die Gegenwart heißt seine Forderung wird, auf dem Torpedoboot S 23 vier Heizer durch Entziehung der amtlichen Inserate aus der Ingolstädter 3tg." Kein Monopol einer Religion, sondern freie Konkurrenz, die die Flammen, die während der Fahrt aus den Kesselsfeuerungen erklärte der Justizminister, sie sei wegen eines empörenden Artikels Religion verbilligen wird; Trennung von Staat und Kirche giebt schlugen. über den Juristenstand durch das Oberlandesgericht Augsburg der Kirche größere Freiheit und Krast, namentlich damit sie in Eine elektrische Straßenbahn erhält Chem nig. Die verfügt worden. der sozialen Krise den nur mit ihrer Hilfe möglichen Sieg der Stadtverordneten beschlossen dies nach langer Debatte mit allen Ordnung" bringen kann. Nun, wir vermissen bei der bisherigen gegen zwei Stimmen. Konkurrenz der Religionen die Wirkung der Verbilligung; es zeigt sich auch hier, daß, je kleiner die Bahl der anbietenden Konkurrenten, um so mehr an die Stelle der Konkurrenz die Roalition tritt. Von der Hilfe der Kirche glauben bei uns die herrschenden Klassen, daß sie nicht gratis zu haben sein wird. Und unentbehrlich ist sie ja auch Herrn Molinari; er wird also wohl schließlich auch bezahlen müssen, wie hübsch der schlaue Defonom den anderen auch auseinandersetzt, daß er es viel vortheilhafter umsonst thue. Es wird alles anders kommen, Herr Molinari! Im übrigen danken wir Ihnen für manches offenherzige Wort. Eine deutsche Uebersehung des Buches liegt noch nicht vor, wird aber wohl, da dieselbe kapitalistische Religion in Deutsch land ihre Anhänger und Vertreter hat. nicht lange auf sich warten lassen. Vermischtes. Vierlinge hat in Kurland die Frau eines Knechtes geboren, und zwar je 2 Männlein und Fräulein. Vierlingsgeburten find fehr selten. Nach Prof. Schröder fommt erst eine solche auf 371 126 Geburten. Paris, 29. April. Die Sozialisten von Fourmies haben ihre Manifestation auf den 2. Mai verlegt. London, 29. April. Die beiden gegnerischen Parteien in Durham stehen sich unverändert gegenüber, und es besteht keine Aussicht auf Beendigung des Ausstandes. London, 29. April. Der Streit der Dockarbeiter in Hull Aus Annaberg( Erzgebirge) wird gemeldet: Als Er- und Swansea droht größere Dimensionen anzunehmen. Der Vergänzung zu der Nachricht von Soldaten Mißhand- band der Schiffer engagirte Hunderte von Arbeitern, welche befungen, die sich der bisherige Kommandeur des Landwehr- reit sind, nach Hull zu gehen und an die Stelle der Streifenden bezirks Annaberg hat zu Schulden kommen lassen, wird jetzt zu treten. amtlich fundgegeben, daß dieser militärische Beamte, Oberst- Venedig, 29. April. Die Marinebehörde hat den Arsenallieutenant Franz, auf Ansuchen" seiner hiesigen Stellung ent- arbeitern die Maifeter verboten. hoven worden ist. Abermals Einer. Der Posthalter GauII, Kassirer des Kreditvereins in Deutsch- Gylau, hat über 65 000 M. unterschlagen. Er hat ein Besißthum, das auf 77 000 m. tagirt ist; es ist aber mit 67 000 M. Hypotheken und anderen Schulden belastet. Der Kreditverein wird demnach einen erheblichen Verluft haben. Ein Schwert mit schwerem goldenen Knauf, aus dem 16. Jahrhundert Pommerns, wurde bei Mainz gelegentlich der Baggerungsarbeiten im Rastel- Kostheimer Floßhafen gefunden. Der Fund ist dem Mainzer Museum überwiesen. ( Woff's Telegraphen- Bureau.) Viette empfing heute Vormittag die Delegirten der EisenbahnParis, 29. April. Der Minister der öffentlichen Arbeiten Arbeiter, welche die bei dem legten Rongresse aufgestellten Forde rungen darlegten. Der Minister sagte eine wohlwollende Prüfung der Forderungen zu, erklärte aber gleichzeitig, bie Arbeiter dürften nicht die Arbeit eigenmächtig einstellen und so dem öffentlichen Verkehre Hindernisse bereiten. Antwort wird nicht ertheilt. Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefitche W. Arndt, Gneisenaustr. 82. Nicht zur Aufnahme geeignet. N. D. Der Artikel ist nicht in unserem Bests. W., Neuschönfeld. Besten Dant." W. Sch. Können Sie Ihre Behauptungen beweisen, fo tönnen Sie ihn sowohl wegen Erfah verklagen, als auch ihn beim Staatsanwalt wegen Betrugs zur Anzeige bringen. Sie fönnen auch den Versuch machen, ob er nicht zu veranlassen ist, freiwillig den Vertrag rückgängig zu machen. Ju Wien brannte Donnerstag Nacht das Panorama Gebäude in der Praterstraße sammt dem ausgestellten Kolossal. Rom, 29. April. In der vergangenen Nacht und heute Rundgemälde des Münchener Professors Piglbein, Jerufalem Vormittag wurden noch 12 Anarchisten verhaftet, sodaß die Ge Aus dem heiligen" Rußland. In der Hunger- und die Kreuzigung Christi", welche 200 000 M. werth war, ab. sammtzahl der bisher Berhafteten achtzig beträgt, die von den 3one. Während man von gewissen Seiten es sich angelegen sein Das Bild war versichert. Der Brand soll durch Berührung Sozialisten verbreiteten Aufforderungen zu einem allgemeinen läßt, die Lage der nothleidenden Gouvernements in ein günstigeres zweier elektrischer Leitungsdrähte entstanden sei. Der Kustus Streit, eine Anzahl Broschüren revolutionären Inhalts, sowie Licht zu rücken, bringt der„ Wratsch" einen offiziellen, von an dem Kunst- und historischen Museum, Dr. Ernst Ritter alle Nummern des neuen Journals„ Erster Mai" find mit BeSanitätsrath Grazianow verfaßten Bericht, aus dem sich flar Bergmann, ein tüchtiger Egyptologe, hat sich erhängt. schlag belegt worden. ergiebt, wie faul jene beruhigenden" Nachrichten sind. In den Unglück auf See. Die Liverpooler eiserne Bart ärmeren Dörfern erkranken sehr häufig ganze Familien; als Theophane", 1519 Tonnen, ist an der Westküste Ameritas mit Grundursache dieser starken Ausbreitung des Typhus muß die 24 Personen untergegangen. Die Mannschaft war in Hamburg himmelschreiende Noth der Kranten bezeichnet werden. Wie gemustert und größtentheils aus Deutschland. arm die Bevölkerung einiger Dörfer ist, erhellt schon daraus, Beim Theaterbrand in Philadelphia find, wie bis daß die meisten Familien außer einer geliehenen Kuh und jetzt ermittelt, 6 Meufchen umgefommen, 70 schwer und 50 leicht einem oder zwei Hühnern gar fein Vieh und fein Geflügel be- verwundet worden. Der materielle Schaden beträgt 1 Million fizen; auf vielen Höfen findet sich auch nicht die Spur von Dollars. Hausthieren. Die ganze Habe der Leute besteht in den Lumpen, Noble Paffion und ihr Ende. Im Tuileriengarten zu die sie am Leibe tragen, oder einer schmußigen Filzunterlage, Paris erschoß sich der ehemals reiche Gutsbefizer Blociszewsti, welche als Bett für die Kranken dient. Es ware auch richtiger, der im Zeitraum eines Jahres sein ganzes Vermögen verspielt die Häuser, welche taum 25 Rubel werth find, als Sundelöcher" hatte. einzutragen. So bewohnt beispielsweise eine Familie Lottem von ihren elf Angehörigen liegen fünf schwer danieder eine 8 Arschin( 1 Arschin 0,7112 Meter) breite Hütte. Auf dem Ofen liegt bewußtlos die franke Mutter, an ihrer Brust zappelte ein kleines Kind; auf dem Boden eine zweite Mutter, ebenfalls in bewußtlosem Zustand, mit einem Säugling; daneben ein sechsjähriges Mädchen. Der Vater dieser legteren Kinder fauert, taum ein Lebenszeichen gebend, in einer Ece; unweit von ihm ist die 26jährige Anastasia Loktewa, sie hat durch den Typhus das Gehör verloren. Die Familie besigt noch ein Pferd, aber teine Ruh. Worin besteht nun die Nahrung dieser Unglack lichen? Die ersten Tage nach der Mehlspende backt man reines Brot, dann werden immer größere Quantitäten Gänsefuß beigemischt, bis am Ende des Monats das Brot nur noch ein Dritttheil Mehl enthält; so ist die einzige Speise beschaffen! Das zur Vertheilung tommende Mehl es werden monatlich 20-30 Pfund auf jede Person berechnet, arbeitsfähige Männer und Kinder unter fünf Jahren bleiben unberücksichtigt reicht lange nicht aus und die Kranken sind gezwungen, ein fohlenähnliches Gebäck zu verschlingen. Ein auch nur zwanzig Minuten dauernder Aufenthalt in den von KohlenAn die Arbeiterschaft Berlins! dunst erfüllten Hütten erregt Kopfschmerz. Um Holz zu sparen, Unferer in Nr. 80 des Vorwärts" erlaffene Aufruf, in thun sich manchmal auch mehrere Haushaltungen zusammen. Die welchem wir Euch ersuchten, bei vorkommenden Festlichkeiten, Leute sind schlaff, volkommen apathisch. Wird Arznei an insbesondere am 1. Mai, dem Arbeiter Festtag, dahin geboten, so ruft dies auf den Gesichtern der Kranten ein schmerz zu wirken, daß nur Kellner von unserem tostenlosen liches Lächeln hervor und die Antwort lautet:„ Wir bedürfen Arbeitsnachweis solcher nicht mehr." Fast überall fand ich die Arzneiflaschen " In Steinach wurde Bertha Matthäi, ein schönes 19jähriges Mädchen, im Pfarrbrunnen ermordet aufgefunden. Der Mörder hatte das Mädchen gewürgt und durch Messerstiche verlegt und es dann in den Brunnen geworfen. An der Chicagoer Weltausstellung nehmen 140 Firmen des Münchener Kunstgewerbes, darunter die hervor ragenosten, als besondere Gruppe Theil. Sprecisaal. Die Redaktion stellt die Benuzung des Sprechfaals, soweit der Raum dafür Jutereffes zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifizirt zu werden. August P. Er fann zur Sicherheit wohl ein Pfand geben laffen. Ob er anständig damit gehandelt hat, das ist eine andere Frage. 99 Postkarte. Unleserliche Namensunterschrift:„ Warum wird im Vorwärts" nicht bekannt gemacht wird, wo die Billets zur Arbeiter- Maifeier zu haben seien?" Warum lesen Sie den Vorwärts" nicht? In der Nr. 92 vom 20. April steht an der Spige von Lokales" ein langer Aufruf zur Maifeier, an deffen Schluß es heißt:„ Der Billetverkauf findet von heute ab bei allen Bertrauensmännern, sowie in allen mit Plakaten be legten Geschäften statt." Die Namen der Vertrauensmänner find auch oft genug im Blatt zu finden. In der Nr. 99 vom 28. April find an der Spige von Lotales" gleichfalls die Namen und Adressen der Vertrauensleute angegeben. Grünberg. Der durch Unfall invalid Gewordene kann auch alles anzuführen, was zur Sache gehört und worauf er seine BeSachverständige beim Reichs- Versicherungsamt nennen. Er hat schwerde stützt. Briefkaffen der Expedition. Bur gefl. Beachtung! An alle Nachbesteller der Mai werden, da feine Exemplare mehr vorhanden find. feft- Zeitungen: Nachbestellungen fönnen nicht mehr erledigt R. V. in Bürgel. Maifest- Zeitungen sind nicht mehr zu Sachen waren nicht auf Lager, deshalb die Verzögerung, die Sie E. H., Karlsruhe. Haben Sie jetzt erhalten? Einige Manenstraße 14, Telephon Amt IX. 1116 unberührt. Die Gesunden" sind in hohem Grade ermattet, beschäftigt werden, hat bei Euch das vollite Verständniß gefunden bleich und abgestumpft. Im Dorfe Panowa- Osnowa wurde bei Guzem energischen Vorgehen ist es zu danken und wir nahmen allen Bewohnern ohne Ausnahme eine allgemeine Erschöpfung feinen Augenblick Anstand, dies anzuerkennen, wenn für tonstatirt. Es bedarf wahrhaftig eiserner Nerven, um bei dem diesen Tag den servirenden Kellnern die Blutsteuer von 50 Pi., Anblick der Kinder nicht in Thränen auszubrechen. Schmußig- die sie sonst für jeden Tag Arbeit dem Kommissionär zu zahlen gelber Teint, aufgedunsener Leib, abgemagerte Arme und Beine, haben, erhalten bleibt. Bei den ca. 500 Aufträgen, die wir zu er- entschuldigen wollen. haben. Möbel-, Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin von SO. Oranien- Straße 8384. SO. 2335L Empfehle allen Bekannten meine Buchhandlung und eigene Buchbinderei. Liefere sämmtliche Schriften frei ins Haus. R. Kohlhardt, Mariannenstraße 84. hausbacken Roggen- Brot für 50 Pfennig, 4 Pfund hausbacken 2671b FL. Mai Aug. Herold, Flaschen und Kruken ( Bolts Szene) paff. 3. Feft- Aufführungen, mit und ohne Patent- Verschluß liefert pr. 10 Pf. Wiedervert. erh. b. Rabatt. Carl Erdmann, Annenstr. 17/18. Berlin S., A. Grossmann,[ 2340L Friedenstr. 57/59, II. Eing. part. Empfehle meinen alten echten Nord2165 Erschienen bei J. Schabelih in Zürich: von Warno: Unitas Gitschinerst. 16, a. d. Alexandrinenstr. häuser Korn, 42 pet. unter Garantie ther Unterricht ertheilt Wrangel alle Fragen in Religion, Politik und Kreiss.- Bohrmasch. zur Bürstenfabr., Vorzügliche 5 u. 6 Pf.- Bigarren, Tischlerwerkz., Balanciers, Transmiss., eigenes Fabrikat, fowie Billets zum Treibriemen, Komtoirpulte und vieles 1. Mai empfiehlt allen Genossen Andere sehr billig weg. Aufg. des Be triebes. Harmonikafabrik Demminer straße 6. 66/14 Fr. Schmidt, Cöpenick. Rothe Federn or Mai- Feier. G. Richter, 2783b Landsberger Allee 145. Möbl. Schlafft. für Herrn, 7 M., Stallschreiberstr. 38/39, D. 8 r., bei Schmidt. 2763b à Ltr. 1 M. Man fordere Preislisten. 492M ftraße 91, 2. H., Sf. III. I. B. Hahne, Fürstenbergerßte. 5. Kinderwagen gebr. Rottbuserstr. 18 Frdl. Schlafſt. für 2 auch 3 Gen.& Kinderwagen. Andreaskr. 23 H.p. 2786b 8. 1. Mai oder später( Gartenauss.) bei Kammer, Prenzlauer Allee Nr. 36 a, 2. Quergeb. 3 Tr. I. Frol. Schlafstelle nach vorn an 2 H. fof. 3. v. b. Griguhn, Bücklerstr. 48 v. IV. Größtes LagerBerlins Möbl. Schlafft. für 1 oder 2 Herren Arndtstr. 18, v. 4 Tr. b. Frau Künstler. Möbl. Schlafstelle, sep., zu vermiethen Golmsstr. 27, 2 Tr. lints. 27586 Hülfe in ernsten Zeiten. Auf Grund des großen Naturgesetzes Wirthschaft mit mathematischer Ge nauigkeit zu lösen. Von einem Arbeiter. 575 Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Empfehle Vereinszimmer vis- à- vis Feuerstein's Vereinslotal. Jakob Lenz, Alte Jakobstr. 69. 2807b Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.