Nr. 69. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Stolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Rüftet Euch zum Kampfe! Sonntag, den 22. März 1903. Marine Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1984. " Bei den Die Neubewaffnung würde aber 150 Millionen erfordern, ist, dem Gedanken Ausdruck gegeben hat, der jegige Aus. ja schon für die Umwandlung der Geschüße würden mindestens gleich" sei wohl der letzte, der geschlossen wird, und wenn die 30 Millionen gefordert werden. wirtschaftliche Gemeinsamkeit aufrecht bleiben soll, so müßten Der Termin der Reichstagswahlen rückt immer näher. Hinter Infanterie, Kavallerie und Artillerie wird andre Formen gefunden werden als es die bisherigen sind, die dem Donaureiche den Ruf eingetragen haben, ein Reich Sämtliche Parteien haben die Wahlarbeit bereits energisch natürlich das militärische Lieblingskind, unsre ,, auf Kündigung" zu sein! aufgenommen. Die Kandidaten sind meistens bereits aufVon dem berühmten Ausgleich" redet man schon so gestellt, durch zahlreiche Versammlungen bemüht man sich, die nicht zurückstehen wollen. Forderungen für Auslandskreuzer lange, daß die außeröstreichische Welt wohl längst vergessen Wählermassen aufzurütteln und neue Anhänger um die Fahne stehen ganz sicher bevor. Es besteht aber nicht die gehat, was er enthält. Einige aufklärende Bemerkungen der Partei zu schaaen. Nicht zuletzt auch sucht man die ringste Bürgschaft, daß nicht noch ganz andre, weit soweit das östreichische Wirrsal überhaupt erklärt werden Wähler durch die Presse zu bearbeiten. Um diese Bearbeitung beträchtlichere Forderungen gestellt werden. Ist es doch kann werden also vielleicht von Interesse sein. wirksamer zu gestalten, entfaltet man gleichzeitig eine intensive nachgerade bei uns Brauch geworden, daß auf lange Jahre werden zwischen den Dingen, die Destreich- Ungarn gemeinsam gemeinsamen Angelegenheiten muß unterschieden Agitation für die Presse. An rühriger Werbe- Arbeit für die hinaus berechnete Flottengesetze nach ganz kurzer Zeit über bleiben müssen und die gemeinsam sein können. Zu den Presse, wie sie in den verschiedensten Formen von den den Haufen geworfen und durch neue kostspieligere Flotten ersteren, den aus der pragmatischen Sanktion, aus der staatsbürgerlichen Parteien betrieben wird, darf natürlich gesete abgelöst werden. So wurde die Flottenvorlage von rechtlichen Beschaffenheit der Monarchie erfließenden, gehören auch die Socialdemokratie nicht zurückſtehen. Gerade die 1898, die auf sechs Jahre berechnet war, schon nach zwei nur die Armee und die auswärtige Vertretung und, natürlich, Arbeiterschaft hat doppelte Ursache, für ihre Presse eine be- Jahren umgestoßen. Deshalb wäre es nur zu leicht möglich, die Kosten für beide. Darüber wird also kein Vertrag gesonders lebhafte Propaganda zu entfalten, die den Kampf für daß sich dies Spiel bis zum Jahre 1908 wiederholte! Gab schlossen, diese dauernden Gemeinsamkeiten sind kein Bestanddie Interessen der Arbeiterklasse seit jeher mit unerschütter- doch der Kaiser sofort nach Annahme der letzten Riesenvorlage teil des Ausgleiches, sondern zur regelmäßigen Erledigung der licher Energie und den größten Opfern geführt hat. die Parole aus: betreffenden Angelegenheiten sind eben die Delegierten da. Eine so bedeutende und erfreuliche Nur der Beitrag beider Teile zu den Kosten der gemeinsamen Angelegenheiten, die sogenannte Quote, ist Gegenstand einer Abonnenten- Zunahme von zehn zu zehn Jahren wiederkehrenden Vereinbarung, der ,, Vorwärts" auch in der letzten Zeit aufzuweisen hat deren Vorbereitung den von beiden Parlamenten zu entder Vorwärts" marschiert mit mehr als 70000 sendenden Quotendeputationen zusteht und die sich in gleichlautenden Gesezen ausspricht. Auch die Quote gehört also, Abonnenten an der Spitze aller politischen Blätter genau betrachtet, nicht in den Ausgleich, und sie erscheint auch so entspricht der Abonnentenkreis doch immer noch nicht nicht unter den Vorlagen, mit denen sich das Abgeordnetender Arbeiterzahl seines engeren Verbreitungsgebietes. Be- angeregt hat. So cine Biersteuer und eine Wehrsteuer. Haus jetzt beschäftigt. Die Geltungsdauer des betreffenden trug doch die Zahl der nur in den sechs Berliner Wahl- Also wieder Steuern, durch die die Provisoriums läuft Ende Juni ab; da die Quote, falls die freifen selbst abgegebenen socialdemokratischen Barlamente zu einer Vereinbarung nicht gelangen, von der Stimmen mehr als 200 000, beläuft sich doch die Zahl Strone bestimmt wird wenn da auch nur für ein Jahr - so kann an diesem Punkte eine Schwierigkeit nicht entund Vereinbarungen unabhängig; worüber der sogenannte Der staatsrechtliche Dualismus ist also von Verträgen Gemeinsamkeiten. Daß Destreich und Ungarn ein Boll- und Ausgleich geschlossen wird, sind die wirtschaftlichen Handelsgebiet sind, daß sie dieselbe Währung haben, eine gemeinsame Notenbank, daß die Produktionssteuern in beiden Staaten die gleichen sind: das alles muß nicht sein, das entNun aber weiter!" Alle diese Forderungen können selbst nicht einmal durch die neuen Erträge des Zollwuchertarifs aufgebracht werden, o daß man im Reichstage Antisemiten, Stonservative, Nationalliberale und Centrum im holden Wettbewerb! nene Stenern arbeitenden Klaffen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Berlins auf circa am schwersten betroffen werden. 100 000. Zieht man vollends die Arbeiterschaft Groß- Berlins Genug: das Proletariat sieht, was auf dem Spiele steht. steheit. in Betracht, so zeigt sich, welch' gewaltige Abonnentenzahl an ihm ist es, bei der Reichstagswahl fünftigen Beutezügen dem Vorwärts" bei reger Propaganda noch zugeführt werden fann und zugeführt werden muß! Namentlich auch an die aufgeklärten Frauen ergeht die Mahnung, in ihrem weiblichen Bekanntenkreis die Erkenntnis von der Bedeutung der Arbeiterpreffe zu verbreiten! Genossen und Genoffinnen liegt es ob, dafür zu forgen, daß der Kampf, den der Vorwärts" gerade jetzt während der Wahlkampagne gegen die bürgerlichen Parteien führt, mit allen Kräften zu unterstützen und dadurch dafür zu sorgen, daß die An ihm ist es, den der herrschenden Klassen vorzubeugen. Kampf mit eisernem Nachdruck zu führen! Eine Führerin in diesem Kampfe ist die Presse, ist der ,, Vorwärts"! Darum werbt nene Abonnenten, neue Mitkämpfer springt auch nicht aus ihrem staatlichen Verhältnis, sondern ist für die Wahlschlacht! auf den Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal ericheinenden Mit dem 1. April 1903 eröffnen wir ein neues Abonnement Unterhaltungsblatt und der Sonntagsbeilage ,, Die neue Welt". Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure sowie unsre Expedition, Lindenstrasse 69, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von Vertragssache, Folge und Wirkung von Vereinbarungen, das alles muß also von Zeit zu Zeit ausgemacht und in Verträgen nicderstaatsrechtlichen Verhältnis die Form schuf, kam im Jahre gelegt werden. Die erste dieser Vereinbarungen, die auch dem 1867 zu stande, dem Geburtsjahre der östreich- ungarischen Monarchie, die an die Stelle des francisceischen Kaisertuis Defterreich" trat; seither wurde sie alle zehn Jahre erneuert, bis im Jahre 1897 die deutsche Obstruktion die Kontinuität unterbrach und den gesetzlich verbrieften Vertrag zuerst mit Provisorien, dann mit der selbständigen Regelung verdrängte, Entlarvung der Ausbeutungs- Politik so daß es jetzt zwischen Destreich und Ungarn eigentlich keine der bürgerlichen Parteien, die der Vorwärts" sich zur AufVerträge giebt, fein Zoll- und Handelsbündnis, die Gemeingabe macht, in breitester Deffentlichkeit vor sich geht. Der samkeit nur in der Bürgschaft der Reciprocität besteht. Nun Vorwärts" wird noch einmal in einer Artikelserie die Frevel soll aber wieder ein regelrechter Ausgleich geschlossen werden; der herrschenden Parteien an den Pranger stellen und den( ausschliesslich 14 Pfennig pro Monat Bestellgeld) entgegen.( Ein- Gesetze, die für zehn Jahre die Einheit des Wirt. überzeugenden Nachweis führen, in welch skandalöser Weise getragen ist der ,, Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste unter Ir. 8203.) fchaftsgebietes begründen und verbürgen. Die Einziehung des Zeitungsgeldes von den bisherigen Post- Der Ausgleich" ist also ein großes Gesetzwerk wenn die Bourgeoisie im Parlament während der letzten Gesetz- abonnenten gebungs- Periode die Interessen der arbeitenden Klassen mit abonnenten erfolgt gegen Quittung durch die Briefträger, die zur er auch zum größten Teile in der Kodifizierung dessen besteht, vollgültigen Quittungsleistung berechtigt sind. was im Jahre 1900 felbständig" geregelt wurde: in Ungarn Füßen getreten und ihre eignen Interessen zur Geltung geNeu hinzutretende Postabonnenten können die Zustellung der durch ein Gesetz, in Destreich durch die berüchtigten bracht hat. Steine der Sünden der Arbeitertruk- und Brot Zeitung und die Einzahlung des Zeitungsgeldes auch schriftlich bei§ 14 Verordnungen des Ministeriums Thun. Unverändert wucher Politik wird übergangen werden. Schändlich ist die der zuständigen Postanstalt beantragen. Für derartige Bestell- bleiben also alle Abmachungen über das Bank- und GeldWirtschaft der bürgerlichen Parteien in den fünf Jahren ge- fchreiben etc. wird eine Gebühr nicht erhoben. wesen, und unverändert die Vereinbarungen über die Verwesen, neue = Gefahren U drohen, denen das Volk entgegengeht, wenn es abermals gelingt, eine reaktionäre Volksvertreter Mehrheit in den Reichstag zu entsenden. Handelt es sich doch bei der diesjährigen Reichstagswahl darum, endlich einmal der maßlosen Begehrlichkeit des Militarismus Schranken zu sehen. 1 Mark 10 Pfennig pro Monat " Im Auslande kann der Vorwärts" gleichfalls bei der Post teilung der Erträgnisse der Verzehrungssteuern auf Branntbestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich 5 Fr. wein, Bier, Zucker und Mineralöl; hier hat Ungarn den 1 Cts. in Belgien, 3 Fl. in Holland, 3 Kr. 59 Oere in Dänemark, großen Vorteil errungen, daß die Erträgnisse nicht mehr nach 5 Lire 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Cts. in Luxemburg, 4 Kr. 66 Feller Bem Maße der Produktion, sondern nach dem der Konsumtion in Oestreich- Ungarn, 6 Fr. 10 Cts. in Rumänien, 4 Kr. 17 Oere in verteilt werden. Der Grundsatz scheint gerecht, nur sehr beSchweden, 5 Fr. in der Schweiz; 9 Mark in Frankreich, England, Dauerlich, daß er nicht auch für die Erträgnisse des ZollSpanien und Portugal, den Vereinigten Staaten von Nordamerika gefälles gilt, die eben nicht verteilt, sondern zur Deckung der und andren zum Weltpostverein gehörenden aussereuropäischen gemeinsamen Ausgaben verwendet werden. Daraus erklärt Ländern. sich die merkwürdige Vorliebe der Ungarn für Konsumzölle; Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der hat doch Koerber die größte Mühe gehabt, die Forderung der Das letzte Militärquinquennat läuft ab, damit also die ,, Vorwärts" pro Monat 2 lark innerhalb Deutſchlands und seiner ungarischen Regierung nach Erhöhung des Kaffeezolles Festsetzung für die Heeresstärke. Hat sich die Regierung vor Kolonien, in Oestreich- Ungarn und Luxemburg, im Ausland 3 Mark abzuweisen. Nämlich so: Von dem nach Destreich- Ungarn Jahren 7000 Mann von ihren Forderungen abhandeln lassen, pränumerando. eingeführten Kaffee konsumiert Destreich gewiß 85 Proz. Da so nur, weil das Centrum ihr die Bewilligung dieser Truppen Redaktion und Expedition des„ Vorwärts". aber ber Ertrag der Zölle nicht verteilt, sondern zur ,, Vorwärts". Bestreitung der gemeinsamen Ausgaben verwendet wird, für die nächste Gelegenheit zugesagt hatte. Dem nächsten fo. erhält Destreich auch von dem Ertrag des KaffeeReichstage wird die Regierung die fälligen Wechsel zolles nicht den seinem Konsum entsprechenden Teil, sondern vorlegen, sie wird sich jedoch nicht mit einem Mehr von den Teil feiner Quote: also statt 85 etwa 66 Proz.! An dem 7000 Manu begnügen. Sie wird vor allen Dingen eine Beispiel fann ermessen werden, wie sehr sich in dem Wider. Vermehrung der Artillerie -st- Wien, 19. März. streite dieser Interessen alle Fragen komplizieren. Nebst den Der fagenhafte östreichisch ungarische Ausgleich ist nun alten Abmachungen erscheinen in dem Ausgleich noch einige wirklich auf die Tagesordnung des öftreichischen Abgeordneten- andre Streitpunkte bereinigt. So die Frage der Transport hauses gelangt. Abgelaufen sind die wirtschaftlichen Verträge steuer auf der unteren Donau, auf welche Ungarn verzichtet, zwischen den beiden Staaten Ende 1897, und jegt, nach mehr wofür es wieder die Befreiung von der öftreichischen Rentenals fünf Jahren, sollen sie erst erneuert werden! Daß man steuer für seine Wertpapiere erhält; ein lebereinkommen über ist in drohende Nähe gerückt. Der Kriegsminister hat ja die gelten sollen, fünf Jahre gebraucht hat, das zeigt wohl am die in beiden Staaten betrieben werden, und hauptsächlich eine zur Vorbereitung der Vereinbarungen, die für zehn Jahre die Vermeidung von Doppelbesteuerungen von Unternehmungen, Absicht einer solchen Neubewaffnung bestritten, allein da deutlichsten, wie krisenhaft und brüchig, ja unhaltbar dieses Vereinbarung über die Aufnahme der Barzahlungen, die Versuche ja noch gar nicht abgeschlossen sind, Verhältnis geworden ist. Da ist es kein Wunder, daß selbst womit endlich die Goldwährung zur Wirklichkeit werden soll, kann der Minister gar keine Garantie für das übernehmen, ein so zurückhaltender und dem Patriotismus ganz ergebener die zwar in feiner Vorlage erscheint, über die aber die Regiewas die Regierung nach Abschluß der Versuche fordern wird. Mann, wie es der ehemalige Handelsminister Baernreither Irungen einig geworden sind. fordern. Die militärischen Sachverständigen haben aber als Mindestmaß dieser Vermehrung 17 000 Mann und ebenso viel Pferde gefordert. Auch die Neubewaffnung der Artillerie Die erste Lesung des Ausgleiches. 1 " Alle diese Dinge sind, da sie cnliveder Nebensächliches oder wandte sich mit zunächst an die Ausarbeitung von allerhand Reflent war früher Erster Staatsantvalt in Breslaut, und ist nunmehr beErledigtes erfassen, feine Hauptfragen. Der Keru des Aus- aus vielerlei Gtals. Bein„ Reichs- Militärgericht", dessen erster Titel rufen, in polnischen Vereinsangelegenheiten eine neue Judikatur angleiches ist also diesmal das Zollgesetz mit dem dazu Präsidentengehalt" an die Kommission zurüdveriviefen war, rügte zubahnen. gehörigen zolltarif. An diesen Zolltarif ist vor allem Genosse Stadthagen die Corpsbefehle und ministeriellen Erlasse, Der Vorgang ergänzt bemerkensivert den andern, von dem das merkwürdig, daß er, der ein autonomer Tarif sein will, auf Grund deren Soldaten bestraft werden, die sich der Wahrheit dieser Tage die„ Bosi. 3tg." berichtete. Sie erzählte, daß zu den schon eigentlich ein Vertragstarif ist: Der Tarif des gemäß auf Befragen als Socialdemokraten bekennen. Excellenz tüchtigsten, geschägtesten Mitgliedern des Straffenats des KammerVertrages zwischen Destreich und Ungarn. Er kann also Striegsminister schwiegen sich ans. gerichts der Kammergerichtsrat Havenstein zählte. Bei der neuesten faftisch gar nicht mehr geändert werden, und wenn auch das St. Moloch erlebte alsbald zwei Berbeugungen des bürgerlichen Berteilung der Geschäfte ist Herr Havenstein aus dem Straffenat entAbgeordnetenhaus einen großen Zollausschuß einseigen wird, Barlamentarismus vor seiner seiner unerfättlichen Majestät. Der fernt worden. Gegen seinen Willen erfuhr er die Versetzung in einen es wird doch nicht eine einzige Position abgeändert werden. Truppenübungsplay zu Neuhammer und die erste Rate Civilsenat, obschon er niemals in seinem Leben als Civilrichter Die Beratungen des Parlaments werden also höchstens für die militärtechnische Hochschule, die zuerst von der thätig gewesen. Warum diese Versehung? In Richterkreisen, Winfe für die Verhandlungen über die Handels- Kommission abgelehnt, dann aber wieder an sie zurückverwiesen war, sagt die„ Voii. Ztg.", werde die Maßnahme vielfach einer scharfen berträge sein. Viel Neues wird aber die Regierung dabei wurden nachträglich von der Mehrheit fast debattelos bewilligt. Das Kritik unterworfen und dem verstorbenen Präsidenten Groschuff nicht erfahren. Soweit die deutsche Einfuhr in Frage kommt, parlamentarische Gewissen wurde salviert durch ein paar jener mit habe fie in seinen legten Wochen manche bittere Stunde ging aus der Verhandlung im Abgeordnetenhause nur herbor, Recht so beliebten Resolutionen, die bekanntlich so billig wie Brom- bereitet. Die„ Bossische Zeitung" fordert Aufklärung über daß die Maschinen Indufiriellen einen höheren Zollschutz ver- beeren sind. das Geschehnis. Sie dentet aber auch an, daß durch Havensteins Tangen, als ihnen der Tarif einräumt, und die Agrarier einen Nicht so gut erging es dem Molochs- Kollegen Aegir. Bekannt Einflußs manche Polizeiverordnung in ihrer Nechtswidrigkeit festgestellt Ausfuhrzoll für Holz anstreben. Ueber die Aussichten lich blieb neulich die Abstimmung über den Antrag Frese wegen und zur Aufhebung gebracht worden sei. der Handelsverträge äußerte sich Ministerpräsident Beschlußunfähigkeit des Hauses refultatios. Der freisinnige Vertreter Stoerber folgendermaßen: für die Kreuzer- Reparatur geforderten 2 Millionen- Summe des Polizeiregimentes fest. Staaten, welche nicht ausgesprochen Wirtschaftsgebiete dieser Art wiedereinstellen. Die Abstimmung ergab Ablehnung des Antrages. find. Die hohen Zölle und insbesondere die Minimalzölle wurden Die Mariniften ergaben sich in ihr Schicksal. uns durch die Ereignisse aufgezwungen. Der neue deutsche " Alle Ackerbauftaaten haben hohe Getreibezölle und auch demens wollte die von der Kommiſſion gestrichene 1 Million von Kammergerichts fich in erforderlichem Einklang mit den Anschauungen Am Etat der 3 ölle und Verbrauchssteuern hatte die Liberale Intriguen. London, 19. März.( Eig. Ber.) Es wurde neulich an dieser Bolltarif ist fertig, und alle Staaten, welche mit dem Kommiffion wenig Renderungen vorgenommen. Allerdings hat sie Stelle darauf hingewiefen, daß die Liberalen es fich zur Aufgabe Deutschen Reiche in engeren handelspolitischen Beziehungen stehen die Einnahmen an der Zuderſteuer un 15 Millionen höher ein gemacht haben, die entstehende Arbeiterbewegung zu forrumpieren. und auch weiterhin bleiben wollen, sind genötigt, von diesem Einen Beweis dafür giebt die folgende Korrespondenz zwischen den Tarife in entsprechender Weise Notiz zu nehmen, gesetzt. Es war mir der Titel„ Braufteuer", der zu einer Abgeordneten Bell und keir Hardie. Am 9. März 1903 schrieb insbesondere wir, die mit Deutschland den größten Debatte Anlag bot. Genoffe Singer forderte eine Bell an Hardie: Zwischen den fortgeschrittenen Radikalen( FreiVerkehr haben. Wir haben mit den Agrarzöllen und den agrarischen runde nette Erklärung über die Absichten, die die fimigen) und den Arbeiterabgeordneten wurde eine Zusammenkunft Minimalzöllen die Industriezölle gesichert und eine gleichartige Bafis Regierung bezüglich einer Reichs- Biersteuer oder einer Erhöhung der arrangiert, die im Kommissionszimmer Nr. 15 stattfinden und sich auch für den Abschluß der Handelsverträge gefchaffen. Wenn Sie die Bransteuer hat. Die Antwort, welche Reichs- Schatzsekretär v. Thiel- mit Anträgen über Arbeiterfachen beschäftigen wird. Ich hoffe, Sie Induſtrie fragen, ob sie sich gegen eine solche Kompensation aufmann und Geheimrat Haller gaben, zeichneten sich durch ein selbst werden der Versammlung beiwohnen." Am selben Tage antwortete lehnt, so werden Sie schwerlich eine bejahende Antwort erhalten. am Bundesratstisch ungewöhnliches Maß von zweideutigkeit aus. Sardie:... Wer hat die gemeinschaftliche Konferenz zwiſchen Läßt man aber die Kompensation gelten und prüft dann den Zoll Liberalen und Arbeiterabgeordneten arrangiert? Wir sind doch tarif, so vermindern sich die Beschwerden auf jene kleine Zahl Die Konservativen suchten alle schwarzen Absichten auf Mehrbelastung übereingekommen, daß wir uns allein jeden Donnerstag zu einer von Opfern, die der rafende See nun einmal verlangt. Wir be- des Bierkonsums in Abrede zu stellen.( Die Wahlen stehen vor Sizung zusammenfinden sollen, um unsre Angelegenheiten zu besprechen. flagen diese, aber wir hätten sie wahrscheinlich vervielfacht, wenn der Thür!) Dagegen rief Herr v. Normann so inbrünstig sch betrachte Ihre Mitteilung als einen Bruch der Beschlüsse des wir andre Bahnen gewandelt wären. Ich wünschte, wir nach dem Zukrafttreten des neuen Zolltarifs, daß es einen Stein er- Komitees für Arbeitervertretung. Wir haben durch derartige Arrangements tönnten den neuen Tarif bei dem Abschlusse barmen könnte. alles zu verlieren und nichts zu gewinnen. Ich werde deshalb der der Handelsverträge möglichst unversehrt erhalten, dann hätte die östreichische Produktion wahrlich nicht viel Grund zur wurde debattelos erledigt. Der ganze Rest des Etats, Etatsgefeges, Schuldentilgungsgefeges gemeinschaftlichen Konferenz nicht beiwohnen und ich bitte Sie, Selbst die von der Kommission be- fich nicht mehr die unverantwortliche Freiheit zu nehmen, mich zu Klage. Mit vollem Rechte ist auf die außerordentlichen Schwierigkeiten fchloffene und vom Plenum genehmigte Herabsehung der Zuschuß derartigen Versammlungen einzuladen." hingewiesen worden, die sich angesichts der total veränderten Vers Darauf schreibt Bell am 11. d. M. an Hardie:„ Die gemeinhälmisse dem Abschlusse neuer Handelsverträge ent- anleihe um 22 Millionen gab zu keiner Diskussion Anlaß. schaftliche Konferenz fand heute abend statt. Sie war ein ganz gegenstellen, und ich teile diese Ansicht, wenn auch die Thatsache, Die nächste Sigung findet am Montag statt. Wiederum um spontanes Ergebnis einer Unterredung zwischen Sir Charles daß diese Aenderung eine allgemeine ist und sich in allen Staaten 10 Uhr. Es stehen die dritte Lesung des Kinderschutzgesetz- Entwurfes Dilfe und mir über verschiedene Arbeiterfragen Entschuldige vollzieht, wieder eine gewisse Gleichartigkeit des Ausgangspunktes und des Etats auf der Tagsordnung. die„ unverantwortliche Freiheit", die ich mir genommen und ich verund eine gewisse Erleichterung schafft. Allein je schwerer der Abspreche, fie mir in Zukunft nicht mehr zu nehmen." fchluß neuer Handelsverträge mit fremden Staaten werden kann, Am 16. D. M. antwortet Hardie: Ihr Versprechen um so dringender erscheint doch der Ausgleich mit Ungarn, ohne befriedigt mich. Nachdem ich den Einpeitschern der liberalen welchen für jedes der beiden Staatsgebiete der Absatz des größten Das Abgeordnetenhaus hat am Sonnabend die zweite Partei erklärt habe, ihnen nicht zu folgen, bin ich nicht geneigt, Teiles seiner Produktion abgeschnitten ist, ohne welchen jedes von Lesing des Staatshaushalts- Etats beendet. Zu erledigen meine parlamentarischen Kollegen zum Werkzeug schlauer Leute ihnen zuglich im Ueberflusse erstickt und doch hungert, ohne welchen waren noch der Etat der Ansiedlungs- Kommission werden zu lassen, um die Arbeiterbewegung ins liberale Lager zu jedes von ihnen nur die traurige Genugthuung hätte, dem andren für Westpreußen und Posen nebst der dazu gehörigen Denk führen, um sie zu vernichten... Soll eine Arbeiterfraktion im die tiefsten Wunden geschlagen zu haben. schrift und der Etat der preußischen Central Genossen Unterhaufe bestehen, so müssen vor allem die Arbeiterabgeordneten Was die Aussichten des Ausgleiches im Parlamente befchaftskasse. In sachlicher Beziehung bot weder die Be felbständig über ihre Angelegenheiten beraten und erst dann trifft, so unterliegt es feinem Zweifel, daß seine Annahme, ratung des einen, noch die des andren Etats etwas Bemerkens went es nötig ist mit den andren Parteien in Berbindung falls sich in der gemächlichen Temperatur des von der wertes. Beim Etat der Ansiedlungskommission hielt diesmal zur fraktion ihre Selbständigkeit verlieren und mit ihr auch die Gelegens treten. Wird dieser Weg nicht eingehalten, so muß die ArbeiterDbstruktion befreiten Barlamentes teine Aenderung vollzieht, Abwechslung nicht Herr v. Rheinbaben die Hurra- Rede gegen heit, die konservativen und liberalen Arbeiter um ihre Fahner gesichert ist. Fünf Jahre erfolglofen Kampfes machen die Polen. Daß die Ansiedlungskommission mit ihrer Politik zu scharen." schließlich jedermann müde, und so ist der Wunsch allgemein, daß endlich der ewige Ausgleichsstreit ein Ende nehme. Politifche Ueberficht. Der Reichstag Berlin, den 21. März. Abgeordnetenhaus. # + Deutsches Reich. gründlich Fiasko gemacht hat und daß sie mit den Hunderten von Millionen, die die Steuerzahler dafür aufbringen müssen, der polnischen Bewegung nicht nur nicht Herr wird, sondern das Deutschtum erheblich schädigt und die nationalen Termin der Reichstagswahlen. Die„ Liberale Korrespondenz" Gegensäße schürt, fann tros noch so schöner Reden nicht be erklärt aus guter Quelle zu wissen, daß die Wahlen eine Woche ftritten werden. Aehnlich wie das Fiasko auf politischem Ge- früher als im Jahre 1898 stattfinden sollen, also am 9. Juni. Bei biete ist auf wirtschaftlichem Gebiete das der Central- den letzten Hauptwahlen 1893 und 1898 feien die Stichwahlen Ende arbeitete in der achtstündigen Sonnabendsißung mit außerordent Genossenschaftskasse, der Miquelschen Pumpstation. Die Ent Juni mehrfach durch die Ernte- Arbeiten beeinträchtigt worden. Der Gefeßentwurf betreffend die Abänderung des Wahlreglements lichem Eifer, wie ihn nur die Aussicht auf ein paar Feiertage mehr wicklung des gesunden Genossenschaftswesens wird dadurch zu wecken vermag. Trotzdem wäre es ihm nicht gelungen, die noch aufgehalten, während ungesunde, schlecht fundierte Genossen soll dem Reichstage unmittelbar nach den Osterferien fehr umfangreichen Etatreste zu erledigen, wenn nicht die Linte schaften, namentlich landwirtschaftliche, künstlich über Wasser zugehen. Großmut geübt und von der Konstatierung der Beschlußunfähigkeit gehalten werden. Bom Reichsdeficit. Für die ersten elf Monate des laufenden Interessanter als die fachliche Debatte war die persön Finanzjahres liegt jetzt der Ausweis abgeschen hätte, und wenn nicht der Peters- Klique in legter Stunde jetzt der Ausweis über die Ist= die Einsicht gekommen wäre, daß es doch besser sein möchte, die liche, die einen wertvollen Beitrag zur Beurteilung der Frage einnahme an Zöllen und Verbrauchssteuern vor. versuchte Ehrenreitung des modernen Konquistadors zu unterlassen. bringt, wer denn Schuld ist, daß der Ton im Parlament Danach beläuft sich die bisherige Einnahme auf 745,8 Millionen Diese luge, wenn auch nicht ganz freiwillige Selbstbeschränkung gestattete herabfintt. Bei der Beratung der Denkschrift zum An- Mark oder 2,5 Millionen Mart weniger als im gleichen Zeitraume siedelungs- Gesez fielen die Herren v. Wangenheim und des Vorjahres. Das eine ziemliche rasche Erledigung des Kolonialetats. ganze Rechnungsjahr 1902 wird aller Das Haus bot jenen erotischen Anblick, den es bei den jähr. Dr. Hahn über den nicht anwesenden Dr. Krause( natl.) Wahrscheinlichkeit nach sowohl für die Reichstasse als für die Einzellichen Verhandlungen über das Neudeutschland in den verschiebenen her und teilten Aeußerungen von ihm mit, die bewirken staaten schlecht abschneiden, für die erstere noch schlechter als für die Tropengebieten unsrer Erdkugel aufzuweisen pflegt. Neben Armee- follten, Herrn Dr. Krause in seinen Parteitreisen bloßzustellen. legteren. Das Krupp- Gespenst geht um. und Marine- Uniformen sah man die charakteristische grangrüne Herr Dr. Krause foll in einer nationalliberalen FraktionsKleidung der Schußztruppen. Im übrigen bestätigte die Kolonial- izung vor Jahren gesagt haben, daß ein Mann, der am Der Direktor der Lüdersschen Waggonfabrik Aktiengesellschaft Stocke geht gemeint war der frühere Reichskanzler Fürst berief vor 14 Tagen den Arbeiterausschuß in sein Bureau und machte bebatte dieses Tages nur die alte Wahrheit, daß es mit den Bisntard-, nicht in den Reichstag gehört. Zum Beweis ihn auf die Reichstagsrede des Abg. Albrecht vom 13. Februar auf Echutzgebieten wirklich nichts ist, und daß das Wenige, was dafür beriefen sich die Bundesführer auf das Zeugnis des merksam, in welcher Genosse Albrecht im Namen der aufgeklärten fich vielleicht doch noch Assefforismus und Lieutenantismus völlig vereitelt wird. Das Herrn Schoof, eines Abgeordneten, der wegen seiner Haltung Arbeiter gegen sogenannte Wohlfahrtseinrichtungen vom Schlage der aus ihnen machen ließe, durch dafür beriefen sich die Bundesführer auf das Zeugnis des ihn auf die Reichstagsrede des Abg. Albrecht vom 13. Februar aufGeld, bas in die Kolonien gestedt wird, ist im wahrsten Sinne des zur lex Recke in nicht gerade ehrenvoller Weise aus der national Struppschen Pensionskasse Front machte. Der Arbeiterausschuß Wortes weggeworfenes Geld, was natürlich das regierungsfromum liberalen Fraktion auszutreten gezwungen wurde. gewordene Centrum nicht hindert, immer neue Summen den früheren Ring( f.) und Dr. Crüger( frf. Vp.) kam es bei der Be Getvinnbeteiligungs- Prämie und noch andre Kleinigkeiten abzuschaffen. Zu einem sehr scharfen Zusammenstoß zwischen den Herren die Direktion jederzeit bereit, die Pensionskaffe, die eingeführte nach in den grundlosen Brunnen zu senden. So erhielt denn die ratung des Etats der Central Genossenschaftskasse. Ausdrücke Der Arbeiterausschuß nahm durch Bermittlung der KrankenkassenRegierung neue 36 Kilometer zu der vielberufenen Ujambara- Bahn wie Denunziant wurden wiederholt von Herrn Ring gegen Delegierten mit den einzelnen Buden der Fabrik Fühlung und die zugelegt, nachdem der Centrumsabgeordnete v. Hertling als ganz, Dr. Crüger gebraucht. Auch hier ist die Frage, wer recht hat, Stimmung ging allgemein dahin, daß bei einer geringen Lohnund der freifiige Dr. Barth als halb freiwilliger ReZwar persiflierte Herr ziemlich gleichgültig, es genügt festzunagch, welcher Ton in erhöhung die Arbeiterschaft auf die Wohlfahrtseinrichtungen vergierungskommissar fungiert hatten. Richter unter Aufbietung des fleinen Restes von Humor, dieſem Parlament herrscht, von dem Arbeitervertreter durch sichten würde. Ohne eine solche allerdings nicht. Das ist nicht das elendeste aller Wahlsysteme ferngehalten werden. Am Montag beginnt die dritte Lesung des Etats. Die Säuberung des Kammergerichts. wurde befragt, ob er der Meinung Albrechts sei, dann wäre verwunderlich, denn unter den sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen befindet sich ja der als„ Gewinnbeteiligung" gebuchte Lohnteil. Die Getvinnbeteiligung betrug z. B. im letzten Geschäftsjahre auf je 1000 M. Jahresverdienst nach zehnjähriger Beschäftigung 26 M., nach fünfjähriger 13 M., nach 21 jähriger 6,50 M., darunter nichts. Mit diesem Resultat war die Direktion aber nicht zufrieden. ber ihm geblieben, die Potemkinschen Dörfer, nach welchen diese Bahn führt; zwar erinnerte sich Staplan Dasbach im Hinblick auf die dräuenden Wahlen der oppositionellen Centrumsbergangenheit und splitterte ein aufsässiges Fähnlein vom regierungs frommen Gewalthaufen der Mitte ab; aber es half nichts. Die Der Straffenat des obersten preußischen Gerichtshofes erfährt Mehrheit sprang über den Stock und gab der Regierung Bollmacht, eine gründliche Säuberung. Ein unheilvolles Geschick hatte es die interessanten Orte Storogivo und Mombo auf Stosten der gefügt, daß im Straffenat des Kammergerichts einige Persönlich Sie legte ihren Arbeitern ein Cirkular vor, in dem diese sich auf der deutschen Steuerzahler in gegenseitige Kommunikation zu setzen. feiten faßen, welche bei aller Konservativen Beamtentreue eine einen Seite mit den Ansichten des Abg. Albrecht nicht einverstanden Der Etat für Südwestafrika gab dem Dr. Arends Gelegen- gewisse Selbständigkeit der Meinung sich wahrten, welche selbst hier erklären konnten und die Wohlfahrtseinrichtungen für segensheit, einen luftigen Kleinfrieg gegen die hottentottische Sprache zu und da vor dem Entseßensvollen nicht scheuten, Verordnungen reich erklären durften, während sie auf der andern Seite dem führen und nebenbei sich für die Boeren ins Zeug zu legen, als geheiligter Polizeiverwaltungen und gar des preußischen Polizei- sich mit erklären Abgeordneten Albrecht einverstanden deren Stammverwandten er sich gern aber vergeblich aufzuspielen ministers selbst für rechtsungültig zu erklären. Es geschah, daß durften und bitten sollten, von den Wohlfahrtseinrichtungen liebt. Aber Major Leutwein ist ein schneidiger Herr: Als Offizier einigemale ein allzu rechtswidriger Bevormundungsukas, ein ausgeschlossen zu werden. Von der Alternative einer Lohnerhöhung und wohlbestallter Beamter sieht er sich der Verpflichtung über- Muckerstreich, ein Polizeiversuch, den„ Umiturz" zu vernichten oder war keine Rede. Das Cirkular sollte innerhalb zwei Tagen an die hoben, in Boerenbegeisterung Boerenbegeisterung zu machen. Er erblickt in polnische Kaninchen zu jagen, am Widerstand des Kammergerichts Meister zur Ablieferung gelangen. Vei der Besprechung hatte der jenen rauhen Vichzüchtern, die so oft den Waffen Albione fcheiterte. Nicht oft ist es geschehen, doch die. preußische Polizei- Direktor ausdrücklich darauf hingewiesen, daß zur Zeit Arbeitsmangel Troß geboten haben, ein Element von unbequemer Selbst- macht fah in steigender Empörung die lleberhebung der Justiz.. herrsche und infolgedessen für dieses Jahr auch keine Gewinnständigkeit und Widersetzlichkeit, das sich mit dem deutschen In diesem Streit zwischen Polizei und Justiz bleibt, wie stets beteiligung der Arbeiter stattfinden könne. Da vorauszusehen war, Barademarsch- Ideal mm einmal nicht vereinigen läßt. Von unsrer im Rechtsstaate Brenßen, die Polizei Sieger. daß bei der mangelhaften getvertschaftlichen Organisation und Seite griffen Stolle und Bebel in die Afrikadebatte ein. Gen. Bor einiger Zeit verstarb der Präsident des Straffenats des angesichts der Krise Hunderte von Arbeitern das Cirkular wider Stolle rügte die Lauheit, mit der die Haussklaverei in Deutsch Kammergerichts Groschuff. Er hatte schon seit langem Anstoß ihre Ueberzeugung unterschreiben würden, und die Partei demnach Dstafrita bekämpft wird. Bebel beleuchtete die eigentümliche An- erregt, vornehmlich durch mehrfache Freisprechungen in polnischen tein Interesse daran hatte, der Direktion eine Liste der überzeugtesten siedelung in Südwestafrika, wo Länderstrecken, größer denn Fürsten Vereinsangelegenheiten. Die Kaninchenjäger in Posen Genossen so bequem zu verschaffen, gab die Görliger Parteileitung tümer, an fapitalistische Gesellschaften verschenkt werden. und Bestpreußen mußten mehrmals in 8orn erleben, daß bie Parole aus, daß alle Arbeiter sich für die Wohlfahrtseinrichtung Die schönen Inseln in der Südfee, wo stokospalmen und Bülowsche ihre eifrigsten Germanisations- Maßnahmen als ungefeglich erklären sollten, von der sie dieses Jahr so wie so nichts erhielten!! Redcblüten wachsen, passierten fast ohne Debatte, nur daß der kon- erkannt und kassiert wurden. An Stelle des verstorbenen Motiviert wurde die Parole damit, daß die Direktion die wahre servative Herr von Salisch die etwas large Fauna Samoas durch Groschuff ist nunmehr ein Mann berufen worden, der Gesinnung der Arbeiter aus der Haltung des Arbeiterausschusses erSchafe vermehrt wissen wollte. int Polensachen über jeglichen Mißtrauen der Germani- kennen konnte. Außerdem folgte die Direktion schon beim letzten Gnesen wird Kaiserbesuche nicht dem Wunsche des Arbeiterausschusses, über die Frage Gegen 4 Uhr verschwanden die exotischen Tropemmiformen von fatoren steht. Landgerichtsrat Lindenberg aus der Bundesratseftrade. Der Kolonial- Etat war fertig. Das Haus lats Senatsvräsident an das Kammergericht verfest. Herr Lindenberg des Spalierstehens eine geheime Abstimmung zu veranstalten, weil jie Bei der Umfrage folgten nur wenige Arbeiter der Parole nicht, so daß die oft und westdeutschen Kreisblätter frohlockend von einem Mißtrauensvotum der Arbeiter gegen den Abg. Albrecht berichten, da sich noch nicht 1 Proz. für ihn erklärt hätte. deren Ergebnis und damit auch die nicht von den Folgen der Strife| daß sie nicht schon mit den Kindern gebrochen und diese damit in präsident v. Szelt erklärt, daß, wenn die Polytechniker die Ruhe nicht beeinflußte Gesinnung der Arbeiter sehr wohl fennt. schwere Gefahr gekommen sind. Ter eigentliche Beherrscher" der störten, auch die Polizei nicht eingreifen werde.( Stürmische ZwischenGemeinde Friedrichsfeld der Bürgermeister ist nur sein Werk rufe von der äußersten Linken:" Haben Sie den Oberstadthauptmann eug ist der Direktor der dortigen großen Thonröhrenfabrik, ein Rudnay suspendiert? Es wird nicht verhandelt werden, bis Rudnah gewaltiger Socialiſtenfresser, der die finanziellen Mittel der Gemeinde suspendiert ist. Stürmischer, minutenlang andauernder Lärm. Der schonen" und an allen Eden und Enden sparen will, damit die Ministerpräsident kann nicht weitersprechen.) Der Präsident appelliert bringt, an denen es infolge der frühzeitigen Abnutzung und der aber schließlich die Sizung unterbrechen. Drtstaffe die nötigen Mittel zur Unterstützung der Drtsarmen auf an den Batriotismus der Abgeordneten, die Ruhe zu wahren, muß trostlosen Lohnverhältnisse der Arbeiter im Thonröhrenkönigreich natürlich nicht fehlt. " Die Görlitzer Arbeiterschaft hatte vor diesen Ereignissen schon für letzten Sonntag eine öffentliche Volfsversammlung einberufen, in der der Abg. Förster- Reuß über die diesjährigen Reichstagswahlen sprechen sollte. In dieser Versammlung wurden die Vorgänge in der Baggonfabrik als zweiter Punkt auf die Tagesordnung gefeßt. die frühere Stronprinzeffin hat naturgemäß und nicht zur Freude der Der fächsische Hofffandal. Der Erlaß des Königs Georg gegen Unter den 2000 Anwesenden war die Arbeiterschaft der Waggonfabrik Monarchisten die„ Che- Irrungs"-Angelegenheit von neuem aufgerührt. sehr zahlreich vertreten, und Mitglieder des Arbeiterausschusses griffen Der Frank. Cour." teilt jest über die Aufnahme, welche der seltsame in die Debatte ein. Genosse Müller ging im einzelnen die Erlaß bei der Betroffenen fand, mit: Wohlfahrtseinrichtungen der Waggonfabrik durch und zeigte, was sie im Grunde genommen wert sind. An den Borgängen sei der freifinnige Reichstags- Abgeordnete Lüders, der Aufsichtsrats- Borsitzende, zweifellos mitschuldig. Wahrscheinlich habe er bei der Abfaffung des Cirkulars sogar sein Stenogramm geliehen! Herr Lüders weilt aber zur Zeit in Mentone, wie auch Krupp gewöhnlich in Capri war, wenn sich die Arbeiter zu Beschwerden veranlaßt fühlten. Nach dem mit stürmischem Beifall aufgenommenen Referat wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „ In der Erwägung, daß bei Arbeitsmangel angesichts des drohenden Hungers und Elends öffentliche Abstimmungen im engen Rahmen einer Fabrik ein Bild der wahren Gesinnung der Arbeiter nicht geben können, protestiert die am 15. März im„ Europäischen Hofe" tagende, von ca. 2000 Arbeitern und Bürgern besuchte öffentliche Volksversammlung gegen die Vornahme solcher Rundgebungen. Solche Kundgebungen führen auch ohne direkte Beein flussung zu einem Gewiffenszwang und züchten Heuchler. Die Versammelten erklären, daß ihnen der Abg. Albrecht am 13. Februar aus dem Herzen gesprochen. Sie wundern sich darüber, daß von den sehr bescheidenen Wohlfahrtseinrichtungen der Waggonfabrik so viel Wesens gemacht wird, während die im Namen der gesamten Arbeiterschaft an Stelle der Wohlfahrtseinrichtungen geforderte Lohnerhöhung bei der Direktion keinerlei Gegenliebe fand. Die Versammelten sehen in der von der fonservativen Direktion veranlaßten und dem freisinnigen Auffichtrats- Vorsitzenden Abg. Lüders gebilligten Huldigung an die sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen einen Ausfluß echt kapitalistischer Socialpolitif. Sie verpflichten sich, im Juni dem Abg. Lüders für seine Vorliebe für öffentliche Abstimmungen bei geheimer Wahl die gebührende Quittung zu erteilen und unverbrüchlich zur socialdemokratischen Partei zu halten." Die Kanalvorlage wird, einer Korrespondenz zufolge, in der nächsten Landtagssession vorgelegt werden. Dann müßte gerade das preußische Wahlrecht vorher geändert werden; denn die Junker erlauben den Kanal nicht und Herr b. Podbielski hat seinen Bauch zu schonen. Manöverreden gegen den inneren Feind. Bei dem„ MonatsGeneral- Appell" des Landwehrvereins zu Kattowitz hielt der dortige erste Bürgermeister Pohlmann der„ Kattowitzer Zeitung" zufolge eine Ansprache, in der er seiner Hoffnung Ausdruc verlieh: -Es liege die Zeit vielleicht nicht mehr fern, wo die Kame raden Schulter an Schulter den inneren Feind werden zur Befinnung bringen müssen, denn es gebe nichts Schöneres und es muß uns bleiben das:" Deutschland, Deutschland über Alles". Ueber den ersten Bürgermeister von Kattowitz ist offenbar der Geist des Dreschgrafen Büdler gekommen. Der Beschluß ist nur in der Dreiflassen- Kammer möglich. Selbstverständlich hat jeder Staatsbürger das Recht, auch im Namen einer Volksversammlung zu petitionieren, wie ja auch Resolutionen in dieser Weise den Parlamenten zur Kenntnis gebracht werden tönnen. お! Nach zehn Minuten wird die Sigung wieder aufgenommen. Der Ministerpräsident erklärt, daß die Polizei nunmehr abgezogen werden. eingeleitet und die Schuldigen würden zur Rechenschaft gezogen sei.( Beifall.) Es werde eine strenge Untersuchung der Vorfälle England und die chinesische Kriegsentschädigung. London, 19. März.( Eig. Ber.) Wie bekannt, hat die Brinzessin Luise, welche durch den Erlaß, von dem sie sofort chinesische Regierung die ihr im Jahre 1901 auferlegte KriegsKenntnis erhielt, aufs tiefste erschüttert und erregt entschädigung von 450 Millionen Taels in 39 Raten und in Gold wurde, so daß die Frau in diesem Zustande zum zu zahlen. Während der Ausfertigung des Friedensprotokolls war größten Mitleid herausfordert, bestreitet auf das der Tael gleich 3 Shilling( rund drei Mart). Die erste Rate war entschiedenste und wird nach Beratung mit ihrer Familie am 1. Januar 1903 fällig. Inzwischen fiel der Preis des Silbers, und den Anwalten in irgend einer Form es öffent so daß der Tael gegenwärtig 1111r 2 M. 20 Pf. wert Tich fundgeben, daß durch die Worte König Georgs in dem ist. Die chinesische demnach Kriegsschuld ist 11117 rund Erlaß die ungebändigte Leidenschaft einer schon lange im 30 Broz. gewachsen. Stilen tief gefallenen Frau" andres als die Che- Jrrung mit sie könne die Differenz nicht zahlen, da das Land sehr arm sei; bes Die chinesische Regierung erklärte daraufhin, Giron, die zugegeben wird, gemeint sein könne; die Brin- ständen indes die Mächte auf Goldzahlungen, so müßten auch die zessin bestreitet entschieden, daß neue Momente gefunden worden chinesischen Einfuhrzölle in Gold und nicht wie bisher in Silber feien." erhoben werden. Die Forderung der chinesischen Regierung geht Eine Mitteilung, die der Berliner„ Volfs- Zeitung" zugeht, sagt: also dahin, entweder die Striegsentschädigung auf Grundlage des Die Prinzeffin Luife war infolge der aufregenden Vorgänge Silberpreises bont Jahre 1901 312 berechnen, oder die der lezten Tage thatsächlich derart erkrankt, daß sie ärztlicher Einfuhrzölle in Gold erheben zu dürfen. Gegen die erste Pflege bedurfte. Nach ärztlicher Ansicht sind bei dem Zustande, in Forderung haben alle Signatarmächte protestiert, dagegen find dem sich gegenwärtig die Prinzessin befindet, Komplikationen nicht Rußland und Frankreich bereit, die zweite Forderung zu unterſtüßen. ausgeschlossen. Angesichts der hartnädigen Weigerung der Um Der Hauptgegner ist England, da dieses den größten Teil des gebung, fie gegenüber den Angriffen des Königs von Sachfen zum chinesischen Außenhandels beherrscht, während die russischen und Worte kommen zu lassen, ist in dem Zustande eher eine Ver- französischen Handelsintereffen dort ganz minimal sind. China steht schlimmerung als eine Besserung eingetreten." also schon so vollständig unter europäischer Vormundschaft, daß es nicht einmal das Recht hat, seine Bollpolitik im eignen Interesse zu regulieren. Wie es scheint, wird England in dieser Beziehung von Deutschland unterstützt. Wahlvorbereitungen. " Der schlichte Mann." Einige Zeitungen bringen diese Nachricht: Die Mahnung des Kaisers an die Arbeiter in seiner Breslauer und Essener Ansprache, sich nicht der Socialdemokratie zu ergeben, sondern patriotische Arbeitervertreter in den Reichstag zu entfenden, scheint auf teinen ganz unfrucht baren Boden gefallen zu fein. Wenigstens wird aus vielen deutschen Städten gemeldet, daß die ansässige, nichtsocialdemokratische Arbeiterschaft beschlossen hat, zur Reichstagswahl einen eignen Kandidaten aufzustellen unter dem Titel Kandidat der fönigstreuen Arbeiterpartei". Wo dies nicht angängig ist, werden sich bei der Wahl diese Arbeiter, zumeist Mitglieder evangelischer und auch katholischer Arbeitervereine, sowie der deutschen Bürgervereine, der konservativen Partei anschließen und dem gemeinsamen fonservativen Kandidaten ihre Stimme geben." Wir sind sehr begierig auf die Stimmenzahl, welche die Kandidaten der königstreuen Arbeiterpartei" auf sich vereinigen werden. Es ist schon besser, daß diese Leutchen sogleich konservativ wählen; dann ersparen sie wenigstens die schwerste Blamage, die bei den nächsten Wahlen zu holen ist! " * Straßburg. Abg. Riff, der bisherige Abgeordnete für Straß burg, hat nach der Straßburger Post" die Wiederannahme einer Kandidatur abgelehnt. Abg. Riff ist Hospitant der Freifinnigen Vereinigung. Graf Arnim. Der konservative Wahlverein für den Kreis Rothenburg Hoyerswerda hat den bisherigen Vertreter des Wahlkreises, den Grafen Arnim- Muskau wiederum als Reichstags- Kandidaten aufgestellt. Die Lage in Holland. Unser Amsterdamer Korrespondent schreibt uns unterm 20. März: Wie„ Belinfantes Bureau" meldet, hat die Centrale Abteilung der Zweiten Stammer beschlossen, nichts mehr auf die Tagesordnung zu setzen zur Sektions- oder öffentlichen Beratung, so daß die Kammer nach Ablauf der augenblicklichen Seftionsberatungen bis nach Ostern vertagt wird, wenn nicht besondere Ümstände ein. treten. Das„ Handelsblad" meldet, daß die Regierung bereits ein Gefes borbereitet hat, um die einberufenen Milizen inter den Waffen zu behalten, so lange solches für ratsamt erachtet wird. Der„ Nederlander", das Blatt von de Savorin Lohman, bringt auf Eile an und meint, daß wohl noch vor Ostern die öffentliche Behandlung der Zwangsentwürfe in der Zweiten Kammer anfangen könnte, wenn die Regierung auch ihrerseits mit gehöriger Gile den Sektionsbericht beantworte. Mit Rücksicht auf die Aushebungen wäre dies wünschenswert. Der Amsterdamer Gerichtshof hat die Berufung vom Genosser v. d. Goes gegen die Verweisung der gegen ihn erfolgten Anklage nach der öffentlichen Behandlung verworfen. In Haag stehende Milizen richteten ein Gesuch an den Kriegsminister um Entlassung nach der geschmäßigen Dienstzeit von sechs Wochen. In einer Stunde waren 400 Unterschriften hierfür gefammelt. Belgien. Die schwarze Einwanderung. Brüssel, 18. März.( Eig. Ber.) Die franzöfifche Regierung hat durch ihre antifleritate Politik den Belgiern ein recht häßliches Geschenk geDas Versammlungsrecht der Frauen. Die Petitionskommission macht. Infolge des Gefeges vom 31. Juli 1901 wurdent 3224 des preußischen Abgeordnetenhauses beschäftigte sich mit zivei Aftenburg.( Eig. Ber.) Die Wahlbewegung ist bei uns im Religionsgemeinschaften teils freiwillig. teils ztvangsweise aufgelöst. Petitionen wegen Aenderung des Vereins- und Versammlungsrechtes. Herzogtum bereits lebhaft im Gange und wie die Dinge nun ein- Bon diesen haben mur 64 um Autorisation nachgesucht. Der Rest Die eine Petition verlangte eine reichsgesetzliche Regelung der mal liegen, ist ein Kampf von beispielloser Heftigkeit zu erwarten. mit 38 688 Mitgliedern hat den französischen Boden verlassen und Materie und die Kommission mußte sich infolgedessen für unzuständig Das Mandat ist seit 1884 in den Händen der Konservativen, die in sich zum guten Teil in Belgien niedergelassen. erklären. In der zweiten Petition petitionierte eine Frau namens dem Reichsverein ihre Landesorganisation haben. Im Jahre 1898 Ueber den Einzug der ausländischen Kongregationen interpellierte einer Voltsversammlung. Hier wurde Tagesordnung beschlossen, stellte man den Großgrundbesizer Kammerherrn v. Blödau auf, der Liberale Cromben gestern die Regierung. Man kann sich weil einer Volksversammlung gefeklich überhaupt kein Betitionsrecht der gleichzeitig Mitglied des Bundes der Landwirte war, und sein über die belgischen Antillerifalent fam wundern, went zusteht. Mandat in einseitigfter Weise, sowie es eben das Interesse des sie sich gegen diese nettent Ankömmlinge venden, denn Sunferbundes erforderte, ausgeübt hat. In den konservativen in Belgien ist auch ohne jeneit Zuttvachs die schwarze Kreisen herrschte darob großes Entsetzen, eine Bitte des Gefahr schon groß genug und wächst ohnedem mit beängstigender Reichsvereins, nicht so extrem agrarisch zu sein, lehnte der Ab- Schnelligkeit. Im Jahre 1846 zählte man 799 Klöster mit 11 988 Jngeordnete rundweg ab, und es stand fest, daß er nicht wieder auf- fassen und 44 Jahre später schon 1775 mit 30 098 Bewohnern gestellt würde. Man war sich darüber klar, daß eine solche Kandidatur( 4775 Mönche, 25 323 Ronnen); und neben diesen steht noch das Schutz vor Schuhleuten. Vor dem Schwurgericht in stöln stand gleichbedeutend wäre mit einem Siege unfres Parteigenossen Buch- siebentaufenbtöpfige Pfaffentum, das von Staate bejoldet wird. am Mittwoch der Schutzmann Karl Müller unter der Anklage des wald. Die Bündler vertraten jedoch die Ansicht, daß, nachdem Seit dem Jahre 1890 sind die Klöster feiner Enquete unterMeineides und der vorsätzlichen Körperverlegung. Der einer der ihrigen das Mandat hatte, sie nun auch berufen worfen worden und man ist auf Schäzungen angewiesen. Nach diesen Angeklagte hatte vor einiger Zeit in einer Schöffengerichtssitzung feien, den ordnungsparteilichen Kandidaten zu stellen, und betrug 1900 die Zahl der Stlöfter 3000 und die ihrer Insassen erforen fie, ohne ihre ihre konservativen Freunde schwankt zwischen 40-45 Tausend. Aber seit zwei Jahren unter Eid ausgesagt, daß er den der Schuhmannsbeleidigung und als solchen erforen Widerstandsleistung beschuldigten Ackerer Peter Mörs nicht geschlagen weiter zu fragen, einfach wieder den Herrn v. Blöda u. sind diese Zahlen durch die Einwandering. von Frankreich habe. Der Ackerer wurde auf Grund der bestimmten Aussagen un löste sich ein Entrüstungssturm im konservativen Lager, der wiederum mächtig in die Höhe geschnellt. Leider hat einer Reihe umbeteiligter Zeugen freigesprochen, ebenso von der Straf Staatsminister selbst trat scharf gegen den Bündler auf. Während man hierüber keine exakte Ziffern, weil sich die Regierung aus nahefammer, bei der der Staatsanwalt Berufung eingelegt hatte. Die man sich aber noch empörte, tauchte bereits wieder ein neuer bürger- liegenden Gründen firäubt, eine Enquete vorzunehmen. Nur von Revision, die der Staatsanwalt auch noch einlegte, war ebenfalls licher Kandidat auf in der Person des Amtsgerichtsrats Dr. Hart einigen Städten mit liberalen oder socialistischen Berivaltungen ohne den beabsichtigten Erfolg. Nummehr wurde gegen den Schutzmann aus Berlin. Diese Kandidatur kam um so unerwarteter, liegen erafte Daten vor. Aus diefen einzelnen Berichten zu schließen, mann Müller die Anklage erhoben. Aus der Beweiserhebung ergab als sie von der liberalen Partei ausging, die es im Herzogtum gar vermehrte sich in den letzten Jahren die schwarze Familie mit nie fich, daß er den Acerer mehrfach mit der Fauft derart ins Gesicht nicht giebt. Herr Dr. Hartmann segelt unter der Flagge des Freifinns gefehener Rapidität und dies selbst ohne zu zeugen. In der geschlagen hat, daß dem Mann das Blut aus dem Munde floß. Die und ist offenbar der Kandidat des Handelsvertrags- Vereins, Stadt Löwen fommt jetzt auf 27 Ginwohner Schwester schlug er ebenfalls ins Gesicht, alles ohne die mindeste der jedenfalls auch die Kosten der Wahlagitation trägt. Unterdessen ein Ordensangehöriger. Diese Proportion gewinnt die volle Bedeutung, wenn mant fich Beranlassung. Dann führte er den Mißhandelten auch noch rechts- entrüsteten sich die Konservativen noch immer über den Treubruch erst widrig gefesselt zur Wache. Als der Arretierte sich dort beschwerte, der Bündler. Auf der Landesversammlung, die verflossenen Sonntag wärtigt, daß in Belgien im allgemeinen auf 400 Seelen erst ein fagte einer der dort anwesenden Polizeibeamteu: Hätte er Sie doch tagte, kam es denn auch zu heftigen Auseinandersetzungen, mit dem Lehrer kommt. in die Fresse geschlagen, daß Ihnen die Zähne sektions- Resultat, daß, nunmehr die Konservativen mit einem eignen Kandidaten auf dem Plan erscheinen werden. So werden bei uns weise hinten hinaus spaziert wären!" Die Geschwornen verneinten die Frage des wissentlichen Mein- also diesmal vier Kandidaten um die Palme des Sieges streiten. eides; sie sprachen den Schuhmann nur des fahrlässigen Falscheides Die Stimmung ist für uns ungemein günstig und es besteht demund der vorfäßlichen Körperverlegung schuldig. Am Tage vorher nach begründete Hoffnung, daß uns der Sieg bereits im ersten Wahl war Müller von der Kölner Straffammer wegen einer andren Mis- gang zufällt. Handlung im Amte zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Schwurgericht erkannte unter Einbeziehung dieser Strafe auf ein Jahr Gefängnis. Ausland. Studentenunruhen in Budapest. „ Musterstaatliche" Schulzustände. Aus Baden wird uns ge- Bei den studentischen Demonstrationen aus Anlaß des Todesfchrieben:„ Herrliche" Zustände herrschen den Berichten unsres Mann- tages Kossuths ist es zu blutigen Zusammenstößen geheimer Partei- Organs nach im Schulwesen der unmittelbar vor den kommen. Thoren Mannheims gelegenen, etwa 3000 Einwohner zählenden Ge- Als sich die Universitätshörer Sonnabend früh in der Universität meinde Friedrichsfeld. In einem Rotschulgebäude, das dem einfanden, traf die Meldung ein, daß zwei der in der vergangenen Mangel an genügenden Räumlichkeiten abhelfen soll und in dem etwa Nacht bei den Kundgebungen verwundeten Studenten ihren Ber60 Kinder unterrichtet werden, herrschte den ganzen Winter fiber letzungen erlegen seien. Die Studenten forderten darauf, daß für cine Temperatur, die nicht über 5-6 Grad zu bringen war. die Opfer an der Universität die Trauerfahne ausgestedt werde, Dabei starrten die Räume vor Schmutz, so daß die Lehrer welcher Forderung auch Folge geleistet wurde. bergegen= Da das Gebiet der Seelenheilforge nicht Platz für alle Ordensmitglieder bietet, haben sie sich auf das industrielle Gebiet begeben. Eine Branche nach der andern haben sie in Betrieb genommen. In den Klöstern werden die Kinder zur, höheren Ghre Gottes unverschämt ausgebeutet; dann treiben sie Handel mit Korn, Wein, Schnaps, Schweinen, Besen 2c., oder sie haben sie als Buchdrucker, Schneider, Schuster, Buchbinder, ja selbst als Zimmers bermieter etabliert. Dadurch verschafften sie sich einerseits eine ökonomische Macht, die sie für ihre politischen und religiösen Zwede ftrupellos mißbrauchen und andrerseits drücken sie die Löhne der freien Arbeiter und ruinieren die Gewerbe. Der Interpellant verlangte die Anmeldungspflicht für die Religöjen, Enquete über ihre Zahl und die strenge Kontrolle ihrer Thätigkeit. Der Justizminister pries dagegen die Religionsfreiheit, Mildthätigkeit und andren„ Gott wohlgefälligen Werke" der Religionsgemeinschaften an. Zur Ausweisung liege teine Ursache vor. Damit war die Diskussion der Interpellation vorläufig beendet. England. sich weigerten, dieselben noch zu betreten. Thatsächlich fam Bald darauf erschienen die Abgeordneten Lovaszu und Ressi Barlamentarische Arbeitervertretung. London, 19. März.( Eig. Ber.) es auch Ente vorigen Monats deshalb zu einem regelrechten von der Kossuth- Partei bei den Studenten und forderten diese auf. Der Abgeordnete W. Crooks wird nächstens den Antrag stellen, Streit der Lehrer, die, erklärten, ihre Thätigkeit erst wieder auf zum Abgeordnetenhause zu ziehen, wo Bestrafung der Schuldigen die Wahlfaffen zu beseitigen und den Abgeordneten Diäten zu gezunehmen, wenn die Schweinerei beseitigt und ordnungsgemäß geheizt gefordert werden solle. Dieser Aufforderung kamen die Studenten währen, damit den Arbeitern bessere Gelegenheit gegeben wird, jet. Der katholische Geistliche verlegte sogar aus Efel und der nach. In einem Zuge von etiva Tausend, dem eine Trauerfahne eigne Vertreter ins Parlament zu schicken. Diese Forderung wurde herrschenden Kälte wegen den Religionsunterricht aus den Schul- voraufgetragen wurde, erschienen sie vor dem Parlament und ent- in den letzten Jahren regelmäßig von den Trades- Unions- Kongressen räumen in die Sakristei der Kirche. Geradezu skandalös sind die sandten eine Abordnung zum Ministerpräsidenten v. Szell. Dieser gestellt. Abortverhältnisse in der von Mädchen und Knaben besuchten Schule. erklärte, er werde die Angelegenheit prüfen, doch bemerkte er, daß Als Abort dient ein Bretterverschlag ohne Thür; in diesem sitzen die Straße nicht ausschließlich den Studenten gehöre, durch deren Knaben und Mädchen einträchtig nebeneinander und verrichten ihre Kundgebungen die öffentliche Sicherheit gefährdet werde. Er müsse Notdurft. Nur eine Diele scheidet die Size der beiden Geschlechter die Polizei in Schutz nehmen und deren Autorität aufrechterhalten. Im Abgeordnetenhause fam es zu stürmischen Zwischenfällen. von einander, so daß sie sich ins Gesicht sehen und gemütlich mit einander plaudern können. In demselben thürenlosen Verschlag, der Es verbreitete sich im Sigungsfaale die Nachricht, daß die Hörer des fich Bolytechnikums im Hofe des Polytechnikums über die Veranstaltung im ganzen fanm atvei Quadratmeter mißt, befindet auch das Pissoir; die Knaben müssen erst an den beiden einer Leichenfeier berieten, gleichzeitig aber im Hofe des anstoßenden offenen Siken vorbei, che sie ins Bissoir gelangen können. Gebäudes eine Abteilung berittener Polizei aufgestellt fei, die fich Dabei sind die beiden Aborte noch lebensgefährlich; die herausfordernd gegen die Studentenschaft benehme, Bretter at denen sie gezimmert, find morsch und es ist ein Wunder, so daß jeden Augenblick ein Zusammenstoß zu befürchten sei. Minister Partei- Nachrichten. Vom Schriften- Verzeichnis der Buchhandlung Vorwärts ist soeben eine neue Ausgabe herausgegeben. Wie die früheren Ausgaben, so enthält auch die neue wieder Auszüge oder Inhaltsangabe der einzelnen Bücher und macht dadurch das Verzeichnis zu einem Ratgeber für alle, die sich mit den Fragen des öffentlichen Lebens beschäftigen. Es sind nicht nur unsre Parteifchriften darin enthalten, sondern zugleich eine Reihe grundlegender oder popu " " Iaret Werte aus andren Wissensgebieten, Geschichte, Volts- 1 Als Grund des äußerst ungünstigen Ergebnisses wird im Ge-[ gehindert. Sie gingen davon aus, daß Gärtnerlehrlinge keine ges wirtschaft, Naturwissenschaft, Unterhaltungsschäftsbericht angeführt: werklichen Arbeiter im Sinne der Gewerbe- Ordnung, sondern lands, litteratur, Geseze, Photographien und Kunst= Der anhaltende Druck der wirtschaftlichen Zustände hat auch im wirtschaftliche Arbeiter seien und die gewerbliche Fortbildungsschule blätter. Eine sehr wesentliche Bereicherung hat die Rubrik abgelaufenen Jahre zur Folge gehabt, daß Elektricitätswerke und nicht besuchen brauchten. Das Landgericht als Berufungsinstanz Gelegenheitsta uf" aufzuweisen. Werke aus allen Wissens- Straßenbahnbetriebe, besonders insoweit sie sich in vorwiegend in- verurteilte sie jedoch zu Geldstrafen und hob als entscheidend hervor, gebieten werden hier zu bedeutend ermäßigten Preisen angeboten. dustriellen Bezirken befinden, ihre Entwicklung gehemmt gesehen daß die Lehrlinge auch beim Binden und Austragen von Kränzen, Wer Bücher oder Broschüren kaufen will, namentlich Vereine, Ge- haben; dazu kam noch, daß die Einnahmen der Straßenbahnen durch sowie beim Aufstellen von Dekorationen beschäftigt worden seien, werkschaften usw., versäume nicht, sich dieses Verzeichnis zu ver- die ungewöhnlich najtalte Witterung des Sonimers nachteilig be- und schon deshalb als geiverbliche Arbeiter angesehen werden müßten. schaffen, das die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., Lindenstr. 69, einflußt wurden. Da wir, dem Zweckt unfrer Gesellschaft entsprechend, Unverständlich sei übrigens, daß die Lehrherrn ihre Lehrlinge daran gratis und fran fo versendet. fast unser gesamtes Sapital in solchen Unternehmungen angelegt hinderten, in der Fortbildungsschule sich eine bessere Bildung ans Die Heimkehr des Zuchthänslers. haben, so konnte es nicht ausbleiben, daß wir unter diefer Sachlage zueignen, was doch auf die Hebung des Ansehens des ganzen Gärtner standes nur günstig einivirken könnte. Auf die Revision der AnUeber die Heimkehr und den Empfang des Genossen Holst besonders schwer zu leiden gehabt haben. geklagten hob das Kammergericht die Vorentscheidung auf und ver berichtet die Mecklenburgische Volfs- Zeitung": wies die Sache noch einmal an das Landgericht zurück, damit dieses seine Feststellungen unter Berücksichtigung des folgenden principiellen Standpunkts des Kammergerichts erweitere: Die Gärtnerei lönne ein Gewerbebetrieb im Sinne der Gewerbe- Ordnung sein, sie sei aber auch oft ein land- oder forstwirtschaftlicher Betrieb. Letzteres sei fie dann, wenn es sich in der Hauptsache handle um die Gewinnung von Bodenerzeugnissen, von Blumen, Pflanzen, Bäumen usw., und wenn dieser Teil des Betriebes überwiege. In einem folchen Falle könne man nicht von einem gewerblichen Betriebe im Sinne der Gewerbe- Ordnung reden. Und ob ein Gärtnerlehrling land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter oder ob er gewerblicher Arveiler sei, hänge davon ab, ob er überwiegend und hauptsächlich bei der Ges beim Binden und Austragen von Kränzen und Bouquets, beim Aufs winnung von Bodenerzeugnissen( landwirtschaftliche Gärtnerei) oder ftellen von Dekorationen usw. thätig war. In den letzteren Fällent jei der Gärtner ein Gewerbegehilfe. Australische Eisenbahnen. Auch im jüngsten der fünf Weltteile, Australien, schreitet der Eisenbahnbau mächtig vorwärts. Die Gesamtlänge der im Betrieb stehenden Eisenbahnstrecken betrug im Jahre 1901/02 in Viktoria 3265 englische Meilen, in Neusüdwales 2953, in Queensland 2801, in Südaustralien 1736, in Westaustralien 1356, auf Tasmanien 457% und auf Neuseeland 2227, zufammen 14 795% englische Meilen gegen 14 551 Meilen im Jahre 1900/01 und 14 386 Meilen im Jahre 1899/1900. An den 244 Meilen, die im letzten Jahre dem Verkehr übergeben worden sind, ist Neusüdwales mit 135 Meilen und Neuseeland mit 53 Meilen beteiligt. Das Kapital, das bis Ende des Jahres 1901/02 in Eisenbahnen angelegt war, beziffert sich für die sechs australischen Kolonien und für Neuseeland auf zusammen 146 144 333 Pfund Sterling gegen 141 499 085 Pfund Sterling im Jahre 1900/01 und 138 968 612 Pfund Sterling im Jahre 1899/1900. Morgens um 5% Uhr schon wurde unser Genosse Holst aus dem Zuchthause entlassen. Eine Deputation hatte sich dort eingefunden und begrüßte den wieder in die Freiheit Tretenden, der fichtlich bewegt war. Mit dem Zuge gings gen Wismar. Auf einigen Stationen hatten sich Bekannte eingefunden, die Holst grüßten. In Sleinen wartete der Vater und der Sohn Holsts auf diesen. Das Wiedersehen dieser Drei bot ein herzzerreißendes Bild. Auf dem Bahnhof in Wismar endlich waren tveit über 100 Personen, welche unfren unglücklichen Genossen freudig, wenn auch stumm, begrüßten. Die seelische Erregung aller war eben bei dem ersten Wiedersehen so groß, daß sich kein Laut von den Lippen rang. Dann wurde Holst nach Hause geleitet. Biese, sehr viele Fenster und Thüren des Weges, den H. gehen mußte, waren besetzt von Menschen, die alle den Heimfehrenden sehen und begrüßen wollten. Verschiedentlich wurden ihm Blumensträuße zugeworfen. Guirlanden und Blumen im Hause des Genossen H. brachten diesem dann den untrüglichen Beweis, daß er der Wismarschen Klassenbewußten Arbeiterschaft nach wie vor der Ehrenmann ist, der er vordem war. Abends fand für einen engeren Streis ein Stommers ſtatt. Reden durften wegen eines polizeilichen statt. An alle Werke find Fragebogen verfandt worden, welche Letzte Nachrichten und Depeschen. Verbots nicht gehalten werden. Aber die Anwesenden wußten auch Details bezüglich der Fabrikation der einzelnen Artikel feststellen so Genossen Holst, der nach ihrer Ueberzeugung unschuldig so Schweres sollen. Insbesondere wird auch der Verbrauch an Roheisen, Ingots, Budapester Polizeibrutalitäten vor dem Abgeordnetenhaus. über sich ergehen lassen mußte, einige freudige Momente zu bereiten. Knüppeln oder Platinen prozentual und unter Berücksichtigung der Budapest, 21. März. Abgeordnetenhaus.( Fortsetzung.) Im Sein Plazz war mit Blumen und Grün geschmückt, und der Arbeiter- letzten drei Betriebsjahre festgestellt. Damit will die Kommission weiteren Verlaufe der Verhandlung ergreift Ministerpräsident Gesangverein begrüßte Holst mit Liedern. Unterlagen für die spätere Einschäßung der Werke gewinnen. Vor- b. Szell das Wort und macht auf Grund eines amtlichen Bes Möge das Urteil des Boltes den Schwergeprüften trösten über erst wäre zwar nicht damit zu rechnen, daß alle Werke sich anschließen, richtes Mitteilungen über den Verlauf der gestrigen Kundgebungen. das Urteil des Gerichts der Herrschenden. doch seien die maßgebenden Werke dem Plan, der in der Kommissions- Nach diesem Bericht ist die Aufforderung der Polizei zu fisung weiter gefördert wurde, durchaus geneigt. Die Entwicklung Auseinandergehen von der Menge mit Beleidigungen und Steinwürfen wurde als eine Annäherung der bestehenden verwandten Verbände beantwortet worden; zehn Polizeibeamte wurden dabei verletzt. Bom gedacht, vielleicht mit einer gemeinsamten Geschäftscentrale. Der Kampf um das Versammlungsrecht. In dem großen Dorfe Kaufehmen, im ostpreußischen Kreise Niederung, sollte zum erstenmal eine socialdemokratische Versammlung stattfinden. Parteigenoffen giebt es dort natürlich auch, trotzdem bisher noch jeder Verfuch, ein Versammlungslokal zu bekommen, gescheitert war. Jetzt hatte sich der Besizer des größten Hotels am Orte geneigt gezeigt, feinen Saal zu einer Versammlung zu öffnen. Dech ehe es so weit tam, hatte man ihm schon unter der Hand so zugesetzt, daß er aus Sorge um feine Eristenz sein Versprechen wieder zurückzog. Da fand sich der Besißer einer Eisengießerei bereit, feinen Maschinenfchuppen zu der Versammlung einzuräumen. Als die Versammlung bekannt gemacht worden war, erhielt der Fabrikant folgende Verfügung: Der Amtsvorsteher. J.-Nr. 376. Kaufehmen, den 13. März 1903. Nach einem zur Verteilung gelangten Plakat hat ein F. Mertins- Tilsit eine große öffentliche Volks- Versammlung zum 15. März cr. nachmittags 2 Uhr einberufen, welche in Ihrem Maschinenschuppen abgehalten werden soll. Sie verden hierdurch darauf hingewiesen, daß der Schuppen mangels einer Genehmigung gemäß§ 1 der Polizei- Verordnung vom 22. November 1889, Amtsblatt, Ertrabeilage zu Stück 48, nicht als öffentlicher Versammlungsraum benutzt werden darf. Bei Zuwiderhandlungen greifen die Strafbestimmungen des § 87 am angegebenen Orte Play. Koch. Am Tage der Versammlung erschienen die Veranstalter und eine große Anzahl Besucher vor dem Lokale. Umgeben von 6 Gendarmen trat ihnen der Amtsvorsteher entgegen und verbot die Versammlung. In Erwartung eines solchen Verbots hatten jedoch die Veranstalter noch drei kleine Lokale gemietet und für jedes je etwas später eine Versammlung angemeldet. So zog denn die Menge nach dem zweiten Lokale und der Amtsvorsteher mit seiner Korona von Gendarmen zog mit ihnen. Vor dem Lokale angekommen, verbot er auch die zweite und zugleich auch die dritte und vierte Versammlung. Aus welchen Gründen, das wird in der Königsberger Volkszeitung", der wir die Mitteilung entnehmen, nicht angegeben. Uebrigens haben die Vorgänge zur Folge gehabt, daß unter den zahlreich zur Versammlung erschienenen Dorfbewohnern viele Anhänger geworben wurden, die über das Vorgehen der Polizei ebenso erstaunt wie erbittert waren. Aus Industrie und Handel. Der Prozeß Sanden vor dem Reichsgericht. Bekanntlich haben nach Beendigung des Sanden- Prozesses die Berurteilten jämtlich, mit Ausnahme von Eduard Schmidt, Puchmüller und Warsinsti, Revision eingelegt, ebenso auch der Staatsanwalt. Die Sache kam gestern vor dem zweiten Straffenat des Reichsgerichts zur Verhandlung, der alle prozessualen Beschwerden der Verurteilten verwarf. Dagegen wurde auf die Revision des Staatsanwalts das Urteil in solveit abgeändert, als die Erfasstrafe für die gegen Eduard Sanden verhängte Geldstrafe im Betrage von 15 000 M. von einem auf zwei Jahre erhöht wurde. Ausbreitung des Genossenschaftswesens in Belgien. Nach dem Coop. belges" find im Jahre 1902 in Belgien 183 Genossenschaften mit einem Sapital von 1,84 Millionen Frank neu gegründet worden. Darunter find: Konsumvereine 43, Molfereigenossenschaften 38, Gin- und Verkaufsgenossenschaften 29, Spar- und Kreditvereine 27, Versicherungsgenossenschaften 12, Brauereis und Brennereigenossenschaften 9, Produktiv- und Arbeitsgenossenschaften 9, verschiedene andre Arten 10. # Stahlwerksverband. Wie die Industrie" berichtet, fand Ende boriger Woche in Köln eine Sigung der vorbereitenden Kommission Sociales. Trunkfälligkeit und Krankenversicherung. Der psychiatrische Verein zu Berlin beschloß nach einem Referat von Waldschmidt über die Frage, ob die Trinkerfürsorge in der Novelle zum Strankenversicherungs Gesetz Berücksichtigung finden folle, auf Grund nachstehender Leitsätze einstimmig, sich mit einer entsprechenden Petition an den Reichstag zu wenden. In der lebhaften Debatte wurde scharf der veraltete Standpunkt bekämpft, daß man unter verschuldeten und unverschuldeten Strankheiten noch heute unterscheidet, und ebenso wurde nachdrücklichst betent, daß man es beim Trunksüchtigen mit einer Krankheit und nicht mit Lasterhaftigkeit zu thun habe; daß somit die Alkoholkranken ebenso Anspruch auf die Wohlthaten des Gesetzes haben, wie alle andern Kranken. 1. Trunksüchtige oder Trunkfällige sind Krante. 2. Sie find als solche zu behandeln und also im Krankenversicherungs- Gesetz zu berücksichtigen. 3. Der§ 6a, Abfah 2 des Krankenversicherungs- Gesetzes, nach welchem Krankengeld an die Kassenmitglieder nicht gezahlt zu werden braucht, sofern sie sich ihre Krankheit durch Trunffälligfeit zugezogen haben, muß demgemäß abgeändert werden. 4. Trunffällige bedürfen der Heilbehandlung in Specialanstalten. ( Vergl. die Verhandlungen des psychiatrischen Vereins vom 14. Dezember 1901). 5. Die Aufenthaltsdauer in einer solchen Special- Trinker- Heilanstalt ist auf mindestens 6 Monate zu bemessen; aus diesem Grunde ist es erforderlich, die Dauer der Krantenunterstüßung für diese Kranken auch auf 26 Wochen, wie dies bei andern Krankheiten bereits vorgesehen, auszudehnen. aufs Klub der Unabhängigkeitspartei aus, heißt es in dem Bericht weiter, jei mit Steinen, Stöcken und sonstigen Gegenständen geworfen worden. Der Abg. Lengyel habe einen Polizeibeamten thätlich beleidigt. Ministerpräsident v. Szell erklärt dann, die von einzelnen Beamten begangenen Uebergriffe würden geahndet werden, doch würde es ungerecht sein, wenn er die verantwortlichen Leiter des Sicherheitsdienstes, die unter den größten Schwierigkeiten mit heroischer Opferwilligkeit ihre Pflicht erfüllen desavouieren würde.( Lärm und Widerspruch links.) Die getauchte Verdächtigung, als wäre der gestrige Zusammenstoß vorbereitet und auf höheren Befehl insceniert worden, weise er als unwürdig mit der größten Entrüstung zurück.( Stürmischer Beifall rechts.) Der Ministerpräsident schließt:" Ich bin von dem Gedanken durchdrungen, daß ich dem Reichstage gegenüber die Verantwortlichkeit trage; auch bin ich bereit für alles, was ge schehen ist, einzustehen.( Lebhafter Beifall rechts, Unruhe links.) Wenn jedoch hier Zumutungen gestellt worden sind, welche mit dem Parlamentarismus, der öffentlichen Freiheit unvereinbar find, so weise ich dies entschieden zurüd. Der Reichstag ist der entscheidende Faktor der Gesetzgebung, aus diesem Grund muß jedoch der Reichstag seine Rechte innerhalb der Grenzen der Verfassung üben. Ich werde niemals gestatten, daß der Reichstag sich in einen Konvent verwandle."( Minutenlanger, stürmischer Beifall. Händeklatschen.) Der französische Kultusetat im Senat. die Nachdem Baris, 21. März.( W. T. B.) Senat. Das Haus beginnt unter Delpech lebhafter Beteiligung die Beratung des Kultusetats. fordert Aufhebung dieses Etats und Kündigung des Konkordats. Ministerpräsident Combes erklärt es für unmöglich, das Konkordat zu fündigen, so lange die Kirche diese Sündigung nicht unvermeidbar mache. Der Tag der Kündigung sei aber vielleicht nicht weit ents fernt, da die Mitglieder der Kirche seit einiger Zeit es sich zur Aufgabe zu machen schienen, das Konkordat zu verlezen, das sie berAus der berufsgenossenschaftlichen Praxis. pflichtet, sich von der Politik fern zu halten. Combes führt Erlasse, Das geradezu krankhafte Streben, verunglückte Arbeiter als Petitionen und Hirtenbriefe an, welche Angriffe auf die Regierung Simulanten zu betrachten, hat in Lübeck wieder einmal einen enthalten. Die Regierung werde das Konkordat kündigen, wenn ( Beifall.) Der Minister empörenden Fall zu Tage gefördert. Nach dem„ Lübecker Volks- der gegenwärtige Zustand fortdauere. boten" stürzte am 9. Januar 1902 auf einer dortigen Schiffsverft präsident legt ferner die Schwierigkeiten dar, ein Arbeiter ztvei Meter tief in einen Raum und schlug mit dem Regierung begegnet bei der Geltendmachung ihrer Rechte bei Rüdgrat auf einen Spanten. Nach anfänglicher äußerlicher Heilung der Ernennung der Bischöfe, und erklärt schließlich, daß die stellten sich bei ihm Nervenerkrankungen ein, so daß er sich vollständig Regierung das Kontordat unter der Bedingung aufrecht erhalten arbeitsunfähig fühlte und am 6. Auguſt, also nach 7 Monaten, An- werde, daß die Geistlichkeit sich jeder Einmischung in das bürgerliche pruch auf Unfallrente erhob. Der Arzt, der thn auf Veranlassung und politische Leben enthalte.( Andauernder Beifall.) der Berufsgenossenschaft untersuchte, gab ein Gutachten auf 10 Proz. Lamarzella fich noch gegen eine Kündigung des Konkordats ausgesprochen, Rente ab und ebenso ein zweiter, der auf Veranlassung des Schieds- wird das Kultusbudget mit 166 gegen 71 Stimmen genehmigt. gerichts den Verletzten untersuchte. Dieser Gutachter konstatiert Hierauf nimmt das Haus mit 188 gegen 49 Stimmen einen Anirag eine gewiffe Schwäche und Reizbarkeit des Nervensystems" und sagt an, in welchem es heißt, der Senat billige die Erklärungen der Regierung und vertraue auf deren Festigkeit bei der Verteidigung der " In welchem Grade dieser Zustand wirklich vorhanden ist, Rechte des Staates. Der Antrag Delpech auf Abschaffung des Kultusläßt sich bei den außerordentlichen Uebertreibungen O.3 nicht mit budgets wird mit 210 gegen 68 Stimmen abgelehnt und darauf die Sicherheit feststellen. Das andauernde Streben Os, Sigung aufgehoben. eine möglichst hohe Rente zu erlangen, hat diesen allmählich dazu gebracht, feine Aufmerksamkeit ausschließlich auf Eine neue Expedition gefällig? feinen Körper zu richten und nach etwaigen Beschwerden an dem Madrid, 21. März.( Meldung der Agencia Fabra.") felben zu suchen, und hat seine gesamte geistige Thätigkeit lediglich Eine Depesche aus Ceuta meldet: Kabylen vom Stamme der auf feine Erkrankung eingestellt. D. hat sich vollständig in die Benider griffen eine von dem Vertreter der deutschen ihm in seiner Vorstellung schiebende schwere Nervenerkrankung Firma Bourgeaud u. Co. geleitete Expedition an und bemäch hineingelebt, und die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß sich tigte sich des Viehs, einiger Waren und einer Summe von bei dieser andauernden einseitigen Geistesrichtung und bei weiterer 500 Piastern. Die Reisenden, unter denen sich ein Spanier Enthaltung von geeigneter Arbeit allmählich eine wirkliche Erfrankung, eine sog. funktionelle Neurofe, entwickelt." dann in seinem Gutachten: Concordia, Bergbau Attiengesellschaft Dber= hausen. Das Geschäftsjahr 1902 erbrachte einen Betriebsgewinn bon 2 392 943 M.( 3 325 411 M. i. V.), dazu kommen 209 468 0. ( 219 268 M.) Binsen, Mieten usw. und 464 738 M.( 342 485 M.) Mit Hilfe des Lübecker Arbeiterfekretärs erreichte es der VerVortrag aus 1901, zuſammen 3 067 149 W.( 8 797 165 M.). Nach legte, daß er vom Schiedsgericht der Rostoder Universitätsklinik zur Abzug der Grundentschädigungen von 68 174 M.( 13 409 m.), der Beobachtung überwiesen wurde. Nach einer Beobachtungszeit von öffentlichen Lasten von 515 877 M.( 466 085 M.), sowie nach Ab- 7 Wochen erstattete der Leiter der Klinik, Professor Marsien, ein umfchreibungen von 494 059 M.( 667 280 M.) verbleibt ein Reingewinn fangreiches Gutachten, worin der Verletzte als vollständig erwerbs= von 1989 039 W.( 2 650 392 M.), von dem eine Dividende von unfähig gekennzeichnet wird. 18 pet. berteilt und 50 000 m. der Pensionskasse zugewiesen werden Es heißt in dem Gutachten: sollen. Der Rest von 414 738 M. soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Kohlenproduktion im Deutschen Reiche während des vergangenen Monats übertrifft, wenn sich auch im Vergleich zum Januar ein nicht unbeträchtlicher Rückgang fonstatieren läßt, doch immerhin die Erzeugung im Februar des vorigen Jahres um recht ansehnliche Mengen. Es betrug nämlich die Gesamtproduktion im Februar d. J. 8947 692 Tonnen( gegen 8 128 290 Tonnen im Februar 1902) an Steinkohlen, 3 493 162 Tonnen( 3 295 976) an Braunkohlen, 839 697 Tonnen( 674 732) an Coats, 768 029 Tonnen( 673 719) an Briketts und Naßpreßsteinen. Die Einfuhr betrug in, Steinkohlen 433 804 Tonnen( 324 542 im Februar 1902), in Braunkohlen 606 409 Tonnen( 501 450), in Coats 33 545 Tonnen( 34 234). Die Ausfuhr stellte sich auf 178 882 Tonnen( 146 830). " befand, wurden von den Kabylen niedergeschlagen; es gelang den Reisenden indes, Tetuan zu erreichen. Der Gouverneur von Tetuan fandte einen Vertreter aus, um die Rückerstattung des geraubten Guts zu erwirken; die Kabylen verweigerten diese jedoch, indem sie sagten, sie erkennten den Sultan von Marokko nicht an. Schiedsgerichtliche Regelung der Forderungen der amerikanischen Grubenarbeiter. Was die Möglichkeit der Simulation oder Uebertreibung Washington, 21. März. Der vom Präsidenten Roosevelt im betrifft, so ist eine Simulation hier ausgeschlossen. Die choreatifcheit vergangenen Herbst für eine schiedsgerichtliche Regelung bezüglich ( veitstangähnlichen) Bewegungen sowie fein angstvolles Stöhnen des Ausstandes der Anthracit- Kohlengräber ernannte Ausschuß hat und leises Winseln wurde öfter sicher beobachtet, ivenn er fest eine allgemeine Lohnerhöhung, in den meisten Fällen von schlief; daß ferner ein Gesunder bewußt wochenlang solche immer zehn Prozent, und schiedsgerichtliche Erledigung aller Streithin recht ermüdenden Bewegungen konsequent nachahmen könnte, fragen empfohlen. Der Ausschuß setzte ferner einen Mindest ist nicht glaublich. Nicht nur möglich, sondern sogar sicher ist es dagegen, daß Lohn und eine gleitende Skala fest und sprach das Verbot O., tvenn er untersucht wird, gewisse Sympteme übertreibt. Diese aus, einen Unterschied zivischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern Erscheinung gehört aber durchaus zum Geisteszustande der einer Arbeitervereinigung zu machen. Die Entscheidungen des AusHysteriker und kann ihm schwerlich von wissenschaftlichen Beur- schusses werden bis zum 31. März 1906 in Kraft bleiben. teilern zum Vorwurf gemacht werden " O. simuliert also fein Leiden nicht; er hat also eine ganz bestimmte, wohlcharakterisierte Krankheit. Die venezolanische Streitfrage. Aus New York wird der Frankf. 3tg." unterm 21. März telenach Caracas mit einem Schreiben Bowens, in welchem diefer den Präsidenten Castro auffordert, eine private Erledigung der Streitfragen abzulehnen und auf der Verhandlung vor dem Haager Tribunal zu bestehen. Der englische Botschafter Herbert hat die Notr Bowens beantwortet, indem er erklärt, daß Eile unnötig sei, da das Tribunal erst im Herbst zusammentreten kann. Millionen- Diebstahl. Der Vertreter der Berufsgenossenschaft blieb in der Verhand1 378 192 Tonnen in Steinkohlen( 1 179 100), in Coats auf Tung vor dem Schiedsgericht trotzdem bei der Behauptung der graphiert: Der venezolanische Geschäftsträger Buledo reiste eiligst Simulation stehen. Nachdem jedoch das Gericht den Verletzten noch Gesellschaft für elektrische Unternehmungen in Berlin. Nach dem selber gesehen, folgte es dem Rostocker Gutachten und erkannte auf Jahresbericht beträgt der Gewinn aus Effekten und Beteiligungen die Bollrente. 1917 637 M.( im Vorjahre 3 099 920 M.), zu dem ein Vortrag von Ohne Boreingenommenheit ist es faum denkbar, den wirklichen 25 734 M. aus dem Vorjahre hinzukommt. Dieser Summe ſtehen als Bustand eines verletzten Arbeiters so zu verkennen, ivic es hier anAusgaben gegenüber: Handlungsunkosten 114 630 M.( 124 367), fangs geschehen war. Steuern 289 225 M.( 246 775), Abschreibungen auf Amortisationsconto für Disagio und Kosten auf Obligationen 100 000 2.( 70 490), Obligationenzinsen 1475 000 9. Es bleibt ein Gewinnsaldo von 13 754 M., der auf eigne Rechnung vorgetragen werden soll. Eine Dividende gelangt, wie schon gemeldet, nicht zur Verteilung. Die Rechtsverhältnisse der Gärtner. Die Gärtnereibesizer Torausch und Zimmermann hatten ent- Rom, 21. März.( W. T. B.) Die Zeitungen melden aus Casale: gegen den Vorschriften des Kottbuser Ortsstatuts, betreffend die Fort- In der letzten Nacht wurden im Hause einer Witwe Gavino fast bildungsschule, ihre Lehrlinge am Besuch des Fortbildungsunterrichts 13 Millionen Lire in Wertpapieren gestohlen. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inferatenteil verantwortlih: Th. fpe in Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u.Unterhaltungsblatt Nr. 69. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. 289. Sigung. Sonnabend, den 21. März 1903, vormittags 10 Uhr. Am Bundesratstische: Dr. Stübel. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des Kolonial- Etats, beginnend mit dem Etat für das ostafrikanische Schutzgebiet, Fortdauernde Ausgaben, Tit. 1, Gouverneur. Sonntag, 22. März 1903. solche afrikanischen Voranschläge pflegen um das Doppelte über- Deutsch- Südwestafrika fast schon auf abschüssiger Bahn: im Süden schritten zu werden. Es handelt sich also um ein Engagement von des Schutzgebietes überwiegen bereits die Boeren die deutsche etwa 6 Millionen. Die fertiggestellte Strede dieser sambarabahn Bevölkerung. Ich bitte den Reichstag, sich mit uns auf deckt nur 45 Proz. der Betriebskosten.( hört! hört! links.) Die den Standpunkt des gefunden nationalen Egoismus สิน ganze Bahn ist entstanden aus einer Liebhaberei des verstorbenen steffen und unnüte Ansiedler vont der Kolonie fernzuHerrn v. Dechelhäuser, der ein merkwürdiges Interesse für oft halten, dagegen brauchbare Ansiedler in die Kolonie hineinafrikanische Bahnen hatte.( Heiterkeit.) Es wird jest gefagt: Storogie ist zuziehen. ein solches Malarianest, daß die Leute durch den Weiterbau der Bahn in im Betrage von 300 00 m. dienen. Ich selbst hatte nur gewagt, Dazu sollen die geforderten Ansiedelungsbeihilfen die Lage komunen müssen, möglichst rasch aus Korogwe wieder fort- 100 000. zu fordern, die Kolonialverwaltung aber hat die Summe Abg. Stolle( Soc.): zukommen.( Heiterfeit.) Die Leute um Korogwe sind keineswegs auf 300 000 m. erhöht. Mit dieser Summe sollen Leute unterstüt übereinstimmend für den Weiterbau. Man hat uns wieder einmal und Unfre Rolonialpolitit foll den Zweck haben, in die Schutzgebiete Potemkinsche Dörfer aufgebaut, deren Anblick sehr bald wieder ver- fleines Stapital befizen. Kolonialpolitik ist keine Parteis zur Auswanderung angereizt werden, die schon ein eine höhere Kultur zu bringen. Nach zwanzigjähriger folonial- schwinden wird.( Sehr richtig! links.) Es wird eben von uns ver- politik, politischer Thätigkeit ist das Deutsche Reich aber noch nicht einmal langt, daß wir an die Kolonien glauben sollen. Die Güter- großes Geschäft. sondern lediglich ein Geschäft, allerdings ein im stande, die Sklaverei in dem Schutzgebiet abzuschaffen. Deshalb bitte ich alle Parteien von mußte Herr Kolonialdirektor Dr. Stübel am 11. März 1901 selbst betragen, jeder Zug befördert im Durchschnitt 10 Centner Güter. unterstützen.( Bravo! rechts.) Das ausfuhr von Korogive bis Tanga hat im ganzen Jahr 557 Tonnen Ser äußersten Rechten bis zur äußersten Linken, unsre Politik zu zugeben. Will das Deutsche Reich in der That eine Kulturnation( hört! hört! fein, so muß es endlich den unwürdigen Zustand der Hausstlaverei Gegend.( Heiterkeit.) Der Umfall des Centrums scheint mir nur nicht plötzlich ihre ganzen Lebensgewohnheiten ändern. Das VerLinks.) Das ist der Absatz aus der schönen Abg. Schrempf( f.): Die eingewanderten Boeren können boch besonders in Ostafrika beseitigen.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) erklärlich durch die rednerische Liebenswürdigkeit des Gouverneurs langen, daß sie Kapital haben müssen, ist recht turios bei einem England hat schon vor mehr als 20 Jahren durch seine Gefeggebung Grafen Gößen und des Prinzen Arenberg.( Heiterfeit.) dafür gesorgt, daß die Kinder von als Sklaven geborenen Leuten zwar zugestanden, daß auch Mombo ein Malarianest sei. Aber hinter ständig zerrüttet worden ist. Man hat Volk, dessen Nationalwohlstand durch den Krieg mit England vollfrei sind. Was thut aber unsre Kolonialverwaltung? Sie hat sich Mombo gehe es den Berg hinauf, und auf den Bergen wohnt das bis jetzt lediglich auf das Sammeln von Material beschränkt, von Glück!( Große Heiterkeit.) Die Bahn führt zwar nicht hinauf, aber Abg. Bebel( Soc.): positiven Maßnahmen haben wir noch nichts gehört. Dagegen hat man kann zu Fuß hinaufgehen, und es ist dort oben jogar ein Lufta feien sehr ausbeutungsfähig. Es fehle nur noch das Kapital. Wenn der Gouverneur von Ostafrika erklärt, man fönne zur Zeit gegen furort für die Beamten geplant.( Heiterfeit.) Wenn die Bahn wirklich seine Anschauungen zuträfen, so würde sich ja das Kapital bald Der Herr Gouverneur meinte, die Kupferlager in Südwestafrika die Sklaverei nicht vorgehen.( hört! hört! bei den Socialdemo- wirtschaftlich so nüßlich wäre, so würden die paar überreichen Plantagenfraten.) Der Reichstag hat doch mit großer Mehrheit eine Resolution die Bahn gebaut haben. Viele unsrer Kolonialfreunde jehen jest teberzeugung die Dinge nicht. befizer, die es dort giebt, längst selbst in die Tasche gegriffen und werden und die Zuschüsse abnehmen. So stehen aber nach meiner finden. Dann könnte ja allmählich aus der Kolonie etwas Gröber angenommen, welche Besserung der Zustände verlangt, auch die Fehler unsrer Kolonialpolitik nicht mehr in dem Mangel außerordentlich viel zu wünschen übrig. Es bleibt in dieser Kolonie noch eventuell dadurch. daß die Sllaven fich durch Arbeit an Eisenbahnen und an Reichszuschüssen, sondern in der halb mili Die Wassersnot ist ja eine frei machen könnten. Wege hat die Regierung ergriffen, um gemäß der Resolution Gröber richtig! links.) Einerseits behauptet man, Geld über zu haben für Ich frage daher: Welche Mittel und tärischen, halb bureaukratischen Verwaltung der Kolonien.( Sehr Maßnahmen zur Beseitigung der Sklaverei in den Kolonien zu oftafrikanische Bahnen, andrerseits droht man mit der Erhöhung der treffen, und ferner: hat die Haussflaverei in Ostafrika abgenommen? Brau- und Tabakstener. Solche Drohungen müssen auf die beWenn das nicht der Fall ist, was gedenkt die Kolonialverwaltung zu treffenden Industriezweige viel beunruhigender wirken, als etwa ein thun, um diesen eines Kulturstaates unwürdigen Zustand endlich zu folcher Bahnbau im günstigsten Falle förderlich wirken kann. Solche beseitigen?( Bravo! bei den Socialdemokraten.( Geldbewilligungen für Ostafrita find oft geradezu die Schrittmacher für neue Steuerprojekte. Auch aus diesem Grunde erklären wir uns gegen die Bewilligung der Forderung.( Beifall links.) Gouverneur Graf Götzen: Kolonialdirektor Dr. Stübel: 9 die während in Kolonialdirektor Dr. Stübel: Abg. Frhr. v. Hertling( C.): Wir sind durchaus teine Kolonialschwärmer, wir sind aber der Meinung, daß für die Entwicklung der Kolonien, die wir nun einmal befigen, das Notwendigste bewilligt werden muß. Hier handelt es sich nur um die Fortführung einer bereits gebauten Bahn. Wenn man ein Haus errichtet, muß man auch das Dach herauffeßen, von diesem Gesichtspunkt aus haben wir uns entschlossen in diesem Jahre der Forderung zuzustimmen.( Bravo!) oder Summen gefordert für den Brummenbau. An der Bahn Swakopmundallgemeine Kalamität in Südwestafrika. Alle paar Jahre herrscht Windhoek müssen Brunnen bis zu 40 Meter Tiefe gebaut werden, um vollständige Trockenheit. Es werden in dem vorliegenden Etat überhaupt Wasser zu bekommen. Die Anlage eines solchen Brunnens von Brunnen von 30-40 Meter Tiefe wird also wohl das Dreis oder 10 Meter Tiefe kostet nach der Denkschrift etwa 4000 Mark, ein Bierfache fosten. Mit solchen Ausgaben können doch zuwandernde Landwirte faum rechnen, auch die Stau- Anlagen tosten viel Geld. Wir befinden uns in Deutsch Ostafrika augenblicklich in einem wirtschaftlichen Stillstand. Die bisher dort bestehenden wirtschafts Die Sachverständigen- Urteile über den Bahnbau haben mich lichen Formen haben die Havsiflaverei zur Grundlage gehabt. Im recht bedenklich gestimmt. Mehrfach wird in diesen Urteilen englischen Ostafrika war die Aufhebung der Haussflaverei unbedent es sich nicht um ein neues Unternehmen, sondern um den Schluß zweckmäßige Anlagen Bei der Verlängerung der Usambarabahn bis Mombo handelt auf zweifelhafte Anlagen, unnötige Steigungen und Lich, weil dort neue wirtschaftliche Formen in der Entwicklung be- stein der bisherigen Strecke bis Karogwe. der Bahnhöfe hingewiesen. Danach griffen find. Auch wir sind der Ansicht, daß die Haussllaverei ab- metern, Mit den 36 Kilo- müssen wir uns, falls diese Bahn überhaupt ihren Zweck erfüllen tönnen geschafft werden muß und daß es sich bei dem jezigen Zustande nur viel jezt mehr verlangt werden, wir soll, in den nächsten Jahren auf erhebliche Mehrforderungen mehr Land als erschließen, mit um einen Uebergangszustand handelt. Wir werden, sobald wie 86 Kilometern. den bisherigen gefaßt machen. Das rollende Material ist entiveder schon Gerade von Mombo irgend möglich, die Haussklaverei beseitigen. Das war auch der Straße in das Usambaragebirge gebaut werden. Wir haben nicht die Die Zölle haben allerdings eine Mehreinnahme ergeben. aus fann eine Fahr abgenust entspricht überhaupt feinem Zwed nicht. Sinn der Ausführungen, die Gouverneur Graf Götzen vor einiger Abficht, weiter zu bauen, es sei denn, daß ganz besondere Umstände Es wird aber in den Kolonialzeitungen immer darüber geflagt, daß Beit im Charlottenburger Kolonialverein gemacht hat. Es muß aber wie die eventuelle Entdeckung von Goldfeldern hinzutreten. zwar die importierenden Ansiedler selbstverständlich den Zoll tragen doch einige Geduld geübt werden. Im übrigen sprach Graf Gözen die ungesund sind fast alle Gegenden Afrikas in den Niederungen, müssen, nicht aber die Angehörigen der Verwaltung, die Missionare Erwartung aus, daß auch der Bau der Ugandabahn dazu beitragen wird, die Höhen find gesund und die kulturelle Höhe Ostafrifas zu heben. Es sind Verordnungen gegen arbeiten, hier sollen die Europäer und die Mitglieder der Schußtruppen. Namentlich die Feldwebel die Sklaverei erlassen, in Kamerun, Togo und Deutsch- Ostafrita. Pflanzungen anlegen sollen. Ohne die Bahn ist die Kolonie nicht die sie zollfrei beziehen und daher billiger verkaufen können als die den Niederungen die Eingeborenen sollen einen lebhaften Handel mit allen möglichen Artikeln treiben, In Kamerun sind Schritte gethan, um die volle Abschaffung der lebensfähig.( Bravo! rechts.) Händler. Sllaverei fobald als möglich zur Wirklichkeit werden zu lassen. In Deutsch- Dstafrika ist angeordnet, daß Sllavenverkäufe nur noch stattDie Ansiedlungsbeihilfen, für die eine Forderung von 300 000 m. in finden können nach Gehör des Sklaven selbst und vor Behörden. Ein lebhafterer Eisenbahnbau in den Kolonien ist eine un- nahme. Viel besser wäre es, deutsche Ansiedler in unfrem Mutterlande selbst den Gtat eingestellt ist, halte ich für eine außerordentlich bedenkliche MaßDeffentliche Sllavenmärtte existieren nicht mehr. Die Haussllaverei bedingte Notwendigkeit für ihre Entwicklung. Ebenso notwendig wie zu unterstüßen zur Stultivierung unfruchtbarer Gegenden, die in ist ganz erheblich eingeschränkt. So dürfen die Haussllaven an diese Usambarabahn ist die Bahn von Dar- es- Salaam nach Mrogoro, fleine Paradiese verwandelt werden könnten. zwei Tagen der Woche für ihre eigene Rechnung arbeiten. 1902 find auf die wir auf die Dauer nicht verzichten können. ( Sehr richtig!) Nach dem Urteil der Sachverständigen verkauft die Regierung 2037 Freibriefe erteilt worden gegen 1527 im Jahre 1901. Es find das also bereits erhebliche Erfolge im Kampf gegen die Sklaverei erzielt Land in Südwest- Afrika viel zu tener. Wenn auch worden. nur 50 Pf. pro Heftar verlangt werden, so kommt doch in Betracht, daß ein Stück Land von 10 000 Heftar notwendig ist, um eine Bichhaltung zu betreiben und daß der Ansiedler 5 bis 6 Jahre braucht, um einen Ertrag aus dem Lande zu erzielen. Aus den die offiziellen Streise in Deutschland eine Art Boerenschrecken Ausführungen des Herrn Majors Leutwein ging hervor, daß befallen hat. Man will die Boeren, die man früher Abg. Dasbach( C.): Jch bitte Sie die Forderung abzulehnen. haben. im Kriege gegen England unterstützt hat, jezt nicht im eignen Lande Ich spreche zwar nur für meine Person, weiß aber, daß eine ent- Jahren in der ganzen europäischen Presse aus ihnen gemacht worden Wenn die Boeren aber das sind, was in den letzten sprechende Anzahl meiner Freunde hinter mir stehen. Angesichts ist, dann könnte die Kolonialverwaltung nichts besseres wünschen, Graf Gögen hat in jener Versammlung des Kolonialvereins der Finanzlage fönnen wir uns nicht entschließen, diese Weillion zu als daß sich recht viele Boeren in Südwest- Afrika ansiedelten. Freigemeint, man müsse dahin streben, daß der Reichstag die weiter bewilligen, zumal die reichen Plantagenbefizer, die Interessenten der lich ist der Boer nicht der an Gehorsam und Unterthänigkeit führung der Usambarabahn annehme, um auf diese Weise durch die Bahn, keinen Beitrag für die Bahn leisten. Abg. Dr. Barth( frf. Wg.): Wir sind von Anfang an ent- richtig! bei den Socialdemokraten.), er ist ein freier und unabgewohnte Mensch wie der in Deutschland erzogene Bauer( Sehr Hebung der Landeskultur auch zur Abschaffung der Sklaverei zu schiedene Gegner der Kolonialpolitik des Fürsten Bismard gewesen, hängiger Mann, mit dem unsre Beamten in Südwest- Afrika vielleicht gelangen. Was also in 20jähriger Kolonisationsarbeit dem wir haben alles gethan, um ihre Ausbreitung zu verhindern. schwer auskommen würden. Deutschen Reiche nicht gelungen ist, foll hier auf einmal durch den aber man fann Kolonien leichter erwerben als wieder los werden. mit der Stolonisierung Südwest- Afrikas mir haben, wenn man den AnEinen wirklichen Erfolg könnte man Bau einer Bahn gelingen! Diese Argumentation steht doch auf zu wir müssen uns jetzt auf den Boden der Thatsachen stellen und die siedlern das zu ihrem Fortkommen nötige Lanb umsonst giebt, fie unterschwachen Füßen. Der Kolonialdirektor sprach von den wirtschafts lichen Verhältnissen Ostafrifas. Wer aber hat diese geschaffen? Die Berechtigung der einzelnen Forderungen prüfen. Thatsache ist, daß weist, wie sie zu wirtschaften haben, um auf einen grünen Ziveig zu kommen, Regierung. Diese sollte endlich energisch auf gesetzlichem Wege die wenn die Bahn nicht zu Ende geführt wird, die wirtschaftliche Ent- und ihnen das nötige Vieh zu annehmbarem Preise überläßt. Até Haussllaverei gänzlich beseitigen. Dieser Schandfleck für die Nation wicklung jener Gegend abgeschnitten ist und daher wollen meine erschwerender Umstand kommt aber hinzu, daß die Regierung früher muß endlich ausgelöscht werden.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Freunde noch versuchen, ob mit den Mitteln, die hier gefordert von dem ihr dort zur Verfügung stehenden Lande, das am Anfang Gouverneur von Deutſch- Dſtafrika Graf Gögen erwidert dem werden, für die Stolonie etwas zu erreichen ist. Wir werden daher anderthalbmal jo groß war wie ganz Deutschland, jo e Abg. Schrempf, daß das kaufmännische Element von Dar- es- Salaam für die Forderung stimmen. fapitalistische Gesellschaften verschenkt hat, daß ihr nun, wie und Tanga schon jetzt in regelmäßigen Versammlungen zu Tanga der offizielle Bericht zugeben muß, für die Ansiedlung von an der inneren Verwaltung der Kolonie beteiligt werde. Viele der Wenn Herr b. Hertling die Bahn von Dar- es- Salaam nach Bauern nur noch sehr wenig Land übrig geblieben ist. Die von den Kaufleuten und Pflanzern geäußerten Wünsche wie die Werogoro nur vor einem gut besetzten Hause verhandelt wissen kapitalistischen Gesellschaften aber verkaufen ihr Land nicht unter Tarifermäßigungen auf der Tangabahn und die Revision der Aus- wollte, so wäre es nur fonsequent gewesen, tvenn er auch M. pro Hektar und verlangen außerdem noch meist, daß der ganze fuhr- Zölle seien bereits durchgeführt. diese Bahn abgelehnt hätte, denn all zu stark besett Staufpreis in 12 Jahren gezahlt sein muß. Unter diesen Umständen Abg. Schrempf( t) fragt an, wie der Versuch, einheimische ist das Haus doch auch jetzt nicht. Soch auch jetzt nicht.( Sehr wahr! links.) ist nach dem Urteil der Sachverständigen kein Farmer existenzfähig. Arbeiter zu den Arbeiten in den Kolonien zwangsweise heranzu- In Deutschland selbst würde nie ein Staatszuschuß für eine Klein- Ich bitte Sie also dringend, die Forderung von 300 000 m. auriid ziehen, ausgefallen sei. bahn in so ungünstiger Gegend gewährt werden.( Sehr richtig! zuweifen und der Regierung anheimzugeben, das Land auf andrem Abg. Dr. Arendt( Rp.): Wir begreifen die Erklärung des Herrn links.) Man treibt hier den reinen Kolonialsport. Das wollen wir gangbaren Wege zu folonifieren.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Gouverneurs über die Heranziehung der Kaufleute zur Verwaltung, nicht mitmachen.( Bravo! links.) it der wir den Anfang einer parlamentarischen Vertretung fehen. In der Frage der Sklaverei können wir uns mit den Erklärungen des Herrn Kolonialdirektors einverstanden erklären, man muß an erkennen, daß eine wesentliche Besserung in dieser Beziehung bereits eingetreten ist. Abg. Schrempf( f.) wünscht eine Vereinfachung des kolonialen Verwaltungsapparates und Mitwirkung der Kaufleute und Pflanzer an der Verwaltung. Kolonialdirektor Dr. Stübel: Die Ansicht, daß wir teurer folonifieren als andre Länder, beruht mehr oder weniger auf einem Irrtum. Auch die Engländer und Franzosen kolonisieren nicht anders als wir, vor allen Dingen nicht billiger. Abg. Stolle( Soc.): den Abg. Richter( frs. Vp.): die Freifinnige Voltspartei, die Socialdemokraten und einen kleinen Damit schließt die Diskussion. Die Forderung wird gegen Teil des Centrums bewilligt, ebenso debattelos der Rest des Etats für Dstafrika. Beim Etat für Kamerun verlangt Abg. Cahensly( C.) Entschädigung für durch Einfälle der Eingebornen geschädigte Missionare. Kolonialdirektor Dr. Stübel: Diese Schäden find festgestellt. wir haben aber leine direkten Fonds für folche Entschädigungen. Der Etat wird bewilligt, ebenso debattelos der Stat für Togo. Beim Etat für Deutsch- Südwestafrifa fragt alt Abg. Roeren( C.) weist auf die in einer Gegend Südwest- Afrikas ermäßigungen auf der südwestafrikanischen Bahn zur Beförderung entdeckten umfangreichen Marmorlager hin und wünscht Frachts dieses Marmors, der an Güte dem carrarischen gleichkomme. Kolonialdirektor Dr. Stübel: Die Kolonialverwaltung ist bereit, die Tarife erheblich zu reducieren und unter den Selbstkostenpreis herunterzugehen. Der Etat für Südwestafrika wird bewilligt, einschließlich der Forderung von 300 000 m. für Ansiedelungsbeihilfen. Die Etats für Neu- Guine a sowie für die Karolinen, Palau und Marianen werden debattelos bewilligt, ebenso ohne erhebliche Debatte der für Samoa. Es folgt die Beratung des nachträglich an die Kommission ver wiesenen Titels 1. im Etat für das Reichs- Militärgericht( Befoldung des Präsidenten). Abg. Stadthagen( Soc.): Ich habe den Kriegsminister schon wiederholt ersucht, er möchte Gouverneur Graf Gözen: Von einer Arbeitspflicht für das ganze Schutzgebiet kann vorläufig keine Rede sein. Ich habe lediglich den Bersuch einer Arbeitspflicht in Dar- es- Salaam gemacht, um die dort ganz besonders faule Bevölkerung an Arbeit zu gewöhnen. Ich habe den Häuptlingen aus der Umgegend auseinandergefeht, welche Vorteile es für sie hätte, wenn die brachliegenden Ländereien un ihre Dörfer herum mit Delfrüchten, Mais oder Zuckerrohr bebaut würden. Nach längeren Verhandlungen mit Abg. Dr. Arendt( Np.) an, ob in diefem Schutzgebiet ähnliche Häuptlingen ist angeordnet, daß jedes Dorf ein Feld anzulegen Anfäße zur Selbstverwaltung bestehen wie in Deutsch- Ostafrifa. hat, auf dem das Produkt gebaut wird, das dort am besten wächst. Gouverneur von Südwestafrika Major Leutwein: Auch ich stehe Dort soll jeder Dorfeingesessene zwölf Tage im Jahre arbeiten. auf dem Standpunkt, daß die Bevölkerung der Kolonien wohl das Der Ertrag fommt zu einem Drittel den Dorfeingefesienen, zu einem Recht hat, an der Verwaltung mitzuwirken. Es sind Beiräte für Drittel den Häuptlingen und zum letzten Drittel der Kommune jeden Bezirk gewählt worden nach freier Bestimmung der Bevölkerung. dafür sorgen, daß Soldaten nicht bestraft werden, weil sie die WahrDar- es- Salaam zu, die sich verpflichtet, die gewonnenen Produkte Diese Einrichtung wirkt durchaus segensreich. Das Land ist sehr heit fagen. Ich habe bereits den Fall des Defonomiehandwerkers nach der Küste zu schaffen und dort zu verkaufen. lleber das reich an Ergen, besonders an Kupfer. Kupferbau ohne Bahnen aber erwähnt, der sich weigerte, die China- Dentmünze anzunehmen, Resultat dieses Versuches tann ich noch nichts mitteilen, da er erst ist ein Unding. Längs der Vahn rührt es sich auch bereits überall. Die und auf die Frage, warum er dies thäte, erklärt hatte, feit einem halben Jahre im Gange ist.( Bravo!) gefundenen Edelsteine lassen die Hoffnung auf weitere wertvolle Funde er fei überzeugter Socialdemokrat. Auf Grund dieser AntDer Titel„ Gouverneur" wird hierauf bewilligt, ebenso berechtigt erscheinen. Die Boereneinwanderung hat in der öffentlichen wort wurde er verurteilt wegen Vergehens gegen die Disciplin. Meinung viel Staub aufgewirbelt. In der Sympathie für die Man darf doch aber nicht mit Berufung auf die Disciplin Im Extraordinarium werden zur Fortführung der Eisenbahn- tapferen Boeren find wir uns wohl alle einig, das darf uns aber einen Mann zur Unwahrheit zwingen oder gar zum Meineid, wie in Tanga Muhesa Storogwe bis Mombo( Ufambarabahn) als nicht hindern, nüchtern zu beurteilen, inwiefern die Boeren für uns dem Falle Wiese, der vor Gericht erklärt hatte, er wäre in Civil erste Rate eine Million Mark gefordert. nützliche Ansiedler werden können. Die Boeren find nur als Vieh- Socialdemokrat", und deswegen auf Grund eines Erlasses des KriegsDie Kommission hat nur 750 000 m. Betvilligt. züchter zu gebrauchen. Dazu gehört aber Kapital, und wir können minifters bestraft war. Dieser Erlaß ist absolut ungefeglich, mur Boeren gebrauchen, die mit Kapital kommen. Wir können auch ebenso wie der Corpsbefehl, auf Grund dessen der DekonomichandAnsiedler ohne Kapital gebrauchen, Boeren dagegen nicht. Denn die werker verurteilt ist. Das Urteil ist jetzt leider bestätigt. Neber Gr Jm vorigen Jahr hat der Neichstag die Weiterführung dieser Boeren treiben fein Handwerk oder einen andren Beruf. laffen des Kriegsministers und über allen Corpsbefehlen steht unBahn abgelehnt, in diesem Jahr hat sich die ausschlaggebende Bartei, Der arme Boer zieht mit seinem Starren, auf dem sich sein bedingt Recht und Wahrheit.( Sehr richtig! bei den Socialdemo= das Centrum, für den Weiterbau entschieden. Die ehemaligen Gründe Weib und zahlreiche Kinder befinden, im ganzen Lande fraten.) Corpsbefehle, die Heuchler großziehen, find einer Kulturnation gegen den Bau bestehen aber heute eher in verstärktem Maße fort. Die umher, ruiniert Wasser, Holzbeftand, Weiden und Jagd. Er führt unwürdig, sie untergraben das Fundament des Staates, die Wahrheit und Finanzlage ist noch schlechter als im vorigen Jahr. Die Gesamt ein wahres Zigeunerleben. Selche Ansiedler wird kein vernünftiger Gerechtigkeit. Wir verlangen, daß der Herr Kriegsminister seinen Erlaß kosten des Banes bis Mombo follen 3 Millionen betragen. Aber Staat haben wollen. Wir befinden uns in dieser Beziehung in zurildzieht.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Soldaten dürfen debattelos der Rest des Ordinariums. Abg. Nichter( frs. Vp.): feine Feiglinge fein, ein Feigling ist aber nicht der, der die Wahrheit sagt, sondern der, welcher ihn daran verhindert, wie dieser feige Erlak. Präsident Graf Ballestrem: Sie dürfen den Erlaß eines Generalfommandos nicht einen feigen Erlaß nennen.( Abg. Stadthagen: Er ist es aber!) Der Titel wird hierauf bewilligt. Es folgt die Beratung des Kap. 35 Tit. 10a und 10b im Militär- Etat( Militärtechnische Hochschule). Diese Titel waren zur nochmaligen Beratung an die Kommission zurückverwiesen worden. Die Kommission beantragt mmmehr unveränderte Bewilligung der von der Regierung geforderten 103 000 M. unter der veränderten Bezeichnung Militärtechnische Akademie" und unter der Voraussetzung, daß der Unterricht der Offiziere über Lehrgegenstände von allgemein technischer Bedeutung auch weiterhin auf der technischen Hochschule zu Charlottenburg erfolge. Das Haus tritt diesem Beschluß debattelos bei Für den ebenfalls an die Kommission zurückverwiesenen Titel 66 im Kap. 5 des Militär- Etats( Truppen- lebungsplass Neuhammer) beantragt die Kommission nunmehr ebenfalls die unveränderte Bewilligung der Regierungsforderung im Betrage von 1 500 000 m. ( In ihrem ersten Votum hatte die Kommission eine Absetzung von 500 000 Mart beantragt.) Weiterhin beantragt die Kommission die Annahme folgender Resolution: Der Herr Reichsfanzler möge anordnen, daß die Wertabschätzung von Grundstücken, welche für das Reichsheer erworben werden sollen, seitens der zuständigen Militärverwaltung unter Mitwirkung des Reichsschazamts stattzufinden hat. Abg. Dr. Sattler( natl.): Ich hoffe, daß durch die Resolution derartigen Mehrausgaben, wie sie hier vorgekommen sind, in Zukunft vorgebeugt wird. Wenn der Kriegsminister seine Darlegungen bereits in der Kommission gegeben hätte, wäre diese wohl gleich zur vollen Bewilligung der Sumune gekommen. Es ist aber die Frage noch nicht erörtert, warum man, nachdem der Waldbrand einen Teil des Waldes verwüstet hatte, mu gleich den ganzen Wald beseitigte. Damit schließt die Diskussion, der Kommissionsantrag wird angenommen, ebenso die von der Kommission beantragte Resolution. " " Darauf wird die Abstimmung über Titel 26 und 26a des Kapitel 6 im Extraordinarium des Marine Etats vorgenommen. Hier hatte die Regierung zur Reparatur des großen Kreuzers Kaiserin Augusta" und des Kleinen Kreuzers Frene als erste Rate 2 Millionen Mart gefordert. Die Kommission hatte nur eine Million bewilligt. Ein Antrag Frese( fri. Bg.) wollte die Regierungsforderung wieder herstellen. Bei der Abstimmung im Plenum hatte sich vor einigen Tagen die Beschlußunfähigkeit des Hauses herausgestellt. Das Haus bestätigt nunmehr den Beschluß der kom mission. Es folgt die zweite Lesung des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern. Achtung! Central- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Dienstag, den 24. März 1903, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus ( Saal I), Engel- Uljer 15: Versammlung. Tagesordnung: 20/5 Bei den Einnahmen aus der Zuckersteuer hat die Kommission| das Haus debattelos der Herabsetzung der Zuschuß statt 98 629 000. 113 629 000 2.( 15 Millionen mehr) ein- anleihe von 95 Millionen auf 72 725 000 m. zu. Eine gefeit. Reihe weiterer Heiner Etats- und Etatstitel wird gleichfalls Bei der Brauftener wünscht ohne Debatte erledigt; ebenso das Etatsgesetz für das Etatsjahr 1903, und das Schuldentilgungs- Gefeß. Abg. Singer( Soc.) eine bestimmte Erklärung des Schaßsekretärs über die Absichten der haben ja wiederholt gehört, daß die Bierschlange drohend ihr Haupt Reichsregierung in Bezug auf die Einführung einer Bierstener. Wir erhebe, noch bei der Beratung des Zolltarifs machte Herr v. Thiel mann eine derartige Aeußerung. Im Volke müssen solche Acußewäre eine bindende Erklärung der Regierung dringend erwünscht. rungen naturgemäß die größte Beunruhigung hervorrufen, daher ( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Reichs- Schatzsekretär Fehr. v. Thielmann: Ich kann darauf erklären, daß gegenwärtig weder mit den Staaten, die der Brausteuergemeinschaft angehören, noch mit den Staaten, die ihr nicht angehören, Verhandlungen irgend welcher Art über die Einführung einer Reichs- Biersteuer schweben. Abg. Dr. Pachnide( frs. Vg.): Diese Erklärung war recht mangelhaft( Oho! rechts), indem nicht unterschieden wurde zwischen einer Reichs- Biersteuer und zwischen der Erhöhung der Brauftener innerhalb der Brausteuer- Gemeinschaft. was diefe Testere betrifft, so ist bereits zweimal die Brau- Industrie durch Aeußerungen des Herrn v. Thielmann beunruhigt worden. Elsaß- Lothringischer Geheimrat Halley: Damit ist die zweite Lesung des Etats beendet und die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sizung: Montag 10 hr.( 3. Lesung des KinderschutzSchluß 5 Uhr. Gesetzes und des Etats.) Aus der Frauenbewegung. Ueber die Frau und die kommenden Reichstagswahlen sprach am Mittwoch im Obstschen Saale in Schöneberg in einer von der weiblichen Vertrauensperson einberufenen Versammlung Reichstags= Abgeordneter Antric. In leicht verständlicher Weise verbreitete sich der Redner über die Aufgaben der weiblichen arbeitenden Be völkerung im heutigen Klassenstaate und wies zum Schluß darauf hin, daß die Frauen durch rege Agitation für die Wahl von Social demokraten bei den nächsten Reichstagswahlen ihren Einfluß zur Befferung der Verhältnisse geltend machen könnten. Frau Bäumler richtete einen warmen Appell an die zahl= reich erschienenen Frauen, zusammenzuhalten zu aufflärender Mitarbeit an dem Kampfe um die Freiheit. Mit einem Hoch auf die Socialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Im elsaß- lothringischen Landesausschuß hat Unterstaatssekretär Ober- Schöneweide. Der hiesige Bildungsverein für Frauen v. Schraut auf Anregungen aus dem Hause erklärt, daß man der und Mädchen hatte am letzten Montag eine Mitgliederversammlung, clja- lothringischen Brau- Industrie unmöglich zumuten könne, daß in der Frau Helene Kaule einen Vortrag über:„ Die Frau, die wir jetzt unsre Landes- Biersteuer erhöhten, wenn vielleicht ein Jahr Gefährtin des Mannes" hielt. Die nächste Versammlung darauf die Reichs- Biersteuer komme( Sört! hört! bei den Social- findet Montag, den 6. April, im Restaurant Kaufhold, Wilhelminen= demokraten), und wenn vielleicht die Landes- Biersteuer doch wieder hofstr. 18, statt. in eine Reichs- Biersteuer umgewandelt werden müsse.( Hört! hört! links.) Der Unterstaatssekretär hat also nur von der Möglich- Lange sprach in einer zahlreich besuchten Versammlung des Berliner eit einer Reichs- Biersteuer gesprochen.( Große Unruhe links.) Abg. v. Kardorff( Rp.): Ich habe schon neulich unter Bezugnahme auf Aeußerungen meines Freundes v. Zedlig darauf hingewiesen, daß diejenigen Herren, die immer Ausgabe- Erhöhungen beantragen, gleichzeitig für die erforderlichen Einnahmen sorgen müssen. Sonst ist es ein billiges Vergnügen, immer neue Ausgaben zu beantragen.( Abg. Dr. MüllerSagan ruft: Bahn nach Mombo!) Abg. v. Normann( f.): Ich erkläre namens meiner politischen Freunde, daß wir in feiner Weise die Einführung einer Reichs- Biersteuer oder die Erhöhung der jetzt bestehenden Brausteuer wünschen. Wir wünschen vielmehr, daß den jetzt bestehenden Finanzschwierigkeiten abgeholfen wird durch recht baldiges Inkrafttreten des neuen Zolltarifs.( Aha! links.) Der Etat der 3 ölle und Verbrauchssteuern wird bewilligt, ebenso der Etat der Reichsschuld. Weiterhin stimmt Achtung! " Zur Reform der höheren Mädchenschule. Fräulein Helene Frauenvereins und des Berliner Lehrerinnenvereins über: Grundfragen der Mädchenbildung". Die Versammlung sprach nach leb= hafter Debatte ihre Zustimmung zu den Ausführungen der Rednerin in der folgenden, einstimmig angenommenen Resolution aus:„ Die am 19. März im Viktorialyceum tagende Versammlung des Berliner Frauenvereins und des Berliner Lehrerinnenvereins bedauert die rückständigen Anschauungen, die von der Majorität des preußischen Landtages( Sizung vom 15. und 16. März) in der Mädchenbildungsfrage gezeigt worden sind. Sie hält eine Umgestaltung der bestehenden mittleren und höheren Mädchenschulen nach dent Muster der Realschulen und Ober- Realschulen für Knaben vorbehaltlich bestimmter, aus den besonderen Aufgaben der Frau sich ergebenden Modifikationen für die beste Lösung der Frage der höheren Mädchenbildung. Den besonderen Bedürfnissen der Mädchen, die sich ge= lehrten Berufen widmen wollen, müßte durch ausreichende Gelegen heiten zu gymnasialer Vorbildung Rechnung getragen werden. " Rudersport! Deutscher Holzarbeiter-Verband. Berliner Arbeiter- Ruder- Verein„ Freiheit". Obiger Verein hat es sich zur Aufgabe gestellt, den Arbeitern und Arbeiterinnen für geringes Entgelt den so überaus gesunden Rudersport zu ermöglichen und nimmt der Verein Mitglieder in seinem Vereinslokal: ,, Felsenterrasse", Schillingsbrücke, jeden Freitagabend 9 Uhr 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Genossen Dr. Leo Arons über auf. Der Beitrag beträgt wöchentlich 50 Pf. " Gewerkschaften und Volksvertretung". 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Steinarbeiter. Dienstag, den 24. März, abends 8, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Mitglieder- Versammlung. Zagesordnung: 1. Der Bauarbeiterschuh- Kongreß. 2. Stellungnahme zur Relfe- Unterstützung. 3. Wahl der Gauleitung und des Revisors. 4. Verschiedenes. Bünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet 172/8 Der Vorstand. Achtung! Herren- Maßschneider! Achtung! Montag, den 23. März, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung tat Wilhelm- Theater, früher Martens, Friedrichstr. 236. Tages- Ordnung: 1. Die augenblickliche Situation in der Herren- Maßbranche und die Lohnbewegung der Militärschneider. Referent: Kollege Ritter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollegen! Erscheint in Maffen zu dieser Versammlung, die cin Stimmungsbild der gegenwärtigen Situation geben foll! Die Kollegen der Firmen Hoffmann, Stala, Bothmer u. Dünzer, Heider u. J. Jaques, Benedik, Treitel, Tortler u. Sohn, Ed. Sachs, Maison anglaise, Berger u. Kitta und P. Sary sind hierzu besonders eingeladen. Sämtliche Werkstattsizungen fallen an diesem Abend aus. 162/16 Der Einberufer. Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen des Wedding. Montag, den 23. März, abends S, Uhr: Seffentliche Versammlung in Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstraße 7. Tages Ordnung: 162/17 1. Die am 1. April d. J. erfolgende geschliche Einführung von LohnChocolade 20 PI. Gäste herzlich willkommen. Zahlstelle Rixdorf. Dienstag, den 24. d. Mts., abends 8, Uhr. im Lokale des Herrn Thiel, Bergstraße 151/152: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über: Krankenkassen- Novelle", Referent Genosse Wetzker. 1106 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. 80/6 Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Der Vorstand. Wegen vollständiger Auflösung meines Geschäfts[ 4532* Möbel- Total- Ausverkauf. Gekaufte Möbel werden auf Wunsch bis 1. Mai cr. aufbewahrt. am Rich. Thiele, Ackerstr. 120, Gartenplatz Cafe Restaurant F. Heinisch, Dresdenerstr. 128/29. Kaffee 10 u. 15 Bf. Gute Küche. 2 Billards, Stunde 40 Pf., bestens empfohlen.[ 5032 Vereine Kakao 20 Pf. fönnen meine renovierten Säle fommende Saison an allen Tagen haben und schon jetzt unter coulanten Bedingungen abschließen. Albert Mörner, Konzerthaus Alexander- Pl. Anfang H.GOTZE Berlin C.August- Str.30 October haschinenbau- Unterrichts Anstalt Musik. werke mit auswechselbaren Rotenscheiben, fowie Zithern. Schönste Familienunterhaltung. 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Reil, gulf, baby ,! ihre Bedeutung für die in dieser Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Referent: Kollege Knoop. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! In Anbetracht der wichtigen Bedeutung, welche die Einführung von Lohnbüchern in der Zukunft für Euch hat, wird ein zahlreiches Erscheinen erwartet. Der Einberufer. Berlin SW., Alte Jakobstr. 124. Elektrotechnikum Möbel- Fabrik ,, Stern Maschinenbau- und Bau- Schule. E. G. m. b. 5. Bilanz- Conto per 31. Dezember 1902. Passiva. Aktiva. • .17 366,50 Darlehn- Conto Kaffenbestand Barenbestände Inventar- Conto Debitoren- Conto Bant- Conto. 7 989,94 Geschäftsanteil- Conto 5 008,88 Rejervefonds 13 742,20 Lohn- Conto 6 136,50 Unfoſten- Conto . 50 244,02 Zinsen- Conto Sereditoren- Conto Reingewinn. 846 780, 40 374,44 395, 1 879,35 191,11 2 220,59 4 323,62 79,91 0.50 244,02 Die Zahl der Genossen beträgt am Schluß des Geschäftsjahres 26. Eingetreten ist im verflossenen Geschäftsjahr 1 Genosse. Das GeschäftsGuthaben der Genossen beträgt 780., die Haftumme der Genossen beträgt demnach 780 M. Der Vorstand. Felzer. Kornetzky. vorteilhaft geschnitten, in der Baustellen, Straße 23, an der Schönhauser Allee, noch vor der Gleimstraße, habe ich mit Priorität und Baugeld zu coulanten Bedingungen an solvente Reflektanten abzugeben. Fernspr. 496, Sprechst. 2-4 u. 7-9. 8842* Friedrich Traxel, Charlottenburg, Herderstr. 14. Werkstätten. Gegründ. 1874. Elektro- Maschinen-, Bau-, Ingenieur-, Techniker-, Werkmeister-, Monteur- Ausbild. Vorkenntnis nicht erforderlich. Unbegabtheit kein Ausbildhindernis. IngenieurDiplom. ,, Neue Abendkurse." Prospekt kostenlos. Verfallene Pfänder! Zur Einsegnung Goldfachen wie Brillanten jeder Art, gold. u. filb. Uhren, Ketten, Ringe, fauber u. schön, werden spottvillig ver fauft. Auch Pfandscheine werd. gefault. Pfandl. Prinzenstr. 28, 1, Ede Ritterstr. Teilzahlung!!! 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Berliner Reichstags- Wahlkreis. Montag, den 23. März, abends 8 Uhr, in Ballschmieders Festfälen, Badstr. 16. Tages Ordnung: Orts Krankenkasse der Schuhmacher. Montag, den 23. d. M., abends 81, Uhr im Grand Hotel Alexanderplatz, Neue Königstraße Nr. 44/45: General- Versammlung 284/16 der Vertreter der Arbeitgeber und Kaffenmitglieder. 1. Kann der Arbeiter die Wohnungsfrage selbst lösen? Referent: Genosse W. Dentzer. 2. Diskussion. Die Mitglieder der Arbeiter Bangenossenschaft ,, Paradies" werden gebeten, sich an dieser Versammlung zu beteiligen. Der Einberufer. 15. Gewerkschaften Schönebergs Donnerstag, 26. März, abends 8 Uhr, in ,, Leydeckers Festsälen", Sophien- Strasse No. 34: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Welche politischen und wirtschaftlichen Interessen hat das deutsche Volk beim nächsten Wahlkampf zu verteidigen? Referent Genoffe Robert Schmidt. 2. Disfuffion. 3. Parteiand Vereinsangelegenheiten. 215/6 Gäste willkommen. Wir erwarten, daß kein Mitglied fehlt. Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 21. März, abends 8%, Uhr: Versammlung bei Hensel, Invalidenstr. 1. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8 Uhr: Deffentl. Gewerkschafts- Versammlung im großen Saale von E. Obst, Meiningerstr. 8. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags: Abgeordneten A. Baudert( polda) über Arbeiterschut, wie er ist und wie er fein soll. 2. Die Beschichung des Bauarbeiterschuh- Songresses zu Berlin am 29. März 1903. 3. Beschlußfaffung über Errichtung eines Gewerkschaftskartells in Schöneberg. 4. Berschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Tages Ordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung. 2. Unser Arztsystem und Antrag auf Erhöhung des ärztlichen Honorars. 3. Verschiedene Kassen Angelegen heiten. Vertreterkarte legitimiert! 217/18 Der Vorstand. Baugenossenschaft " Freie Scholle". Zu der ordentlichen General. versammlung am Sonnabend, den 28. März, abends 8 Uhr, EngelUfer 15, Saal VII, laden wir die Mitglieder cin. Anträge müssen drei Tage vorher schriftlich eingereicht werden. Die Bilanz liegt in der Geschäftsstelle, Karlsbad 15, aus. 106/8 Der Vorstand. Achtung! Kistenmacher! Achtung! Genossenschaftsbäckerei Vorwärts ( E. G. m. b. 5.) in Liquidation. Wir fordern alle diejenigen, welche noch eine Forderung an obige Ges nossenschaft haben, hierdurch auf, sich ages Ordnung: 1. Abänderung des§ 16 des Statuts. 2. Gewerkschaftliches. Berichiedenes. in unserem Comptoir Am OstbahnDa der erste Punkt ein für uns so wichtiger ist, ist es unbedingt notwendig, dak alle mit hof 3 zu melden. Mitgliebsbuch legitimiert. Die Liquidatoren: Der Vorstand...: Karl Juckel. Hermann Teupel. Friedrich Viehöfer, Montag, den 23. März 1903, abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Kussin ( Andreas Festfäle), Andreasstraße 21: Außerordentliche General- Versammlung. 1. Vortrag des Genossen Waldeck glieber erscheinen. Tages- Ordnung: Manasse über:" Der Kampf ums Dasein". 2. Distussion. 3. Berchiedenes. Der Vorstand. Zahlreichen Besuch erwartet Gäste haben Zutritt. 247/1 Volksversammlung 103/2 29936* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Deutscher Metallarheiter- Verband. Montag, den 23. März, abends 8%, 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15: am Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8% Uhr, Vertrauensmänner- Verfammlung im großen Saale der Germania- Brauerei, Frankfurter Allee Nr. 53. Zages- Ordnung: 1. Die Vorteile der Konsum- Vereine für das arbeitende Volk. Referent: Genosse Friedländer. 2. Distusfion. 106/9 Um recht regen Besuch der Versammlung wird gebeten, um für Arbeiter Konsum- Vereine zu agitieren. Der Einberufer. Volksversammlung sämtlicher Bezirke. Tagesordnung: 1. Der Streit der Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter und die Beschlüsse der Tischlermeister zu diesem Streif. 2. Werkstattstreits und Differenzen. Jede Werkstatt entfende Delegierte. Mitgliedsbuch nebst Karte legitimiert. [ 80/ 5*] Die Ortsverwaltung. Montag, den 23. März, abends 6%, Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 7), Engel- llfer 15: Branchen- Versammlung Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 13, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 853 Dienstag, den 24. März, abends 8, Uhr: Konferenz der Vertrauensleute der Klempner im Gewerkschaftshaus, Engel- fer 15, Sant V. Angesichts der fommenden Bewegung ist es Pflicht eines jeden Ver trauensmannes, anwesend zu sein. Dienstag, den 24. März, abends 8½ Uhr: am Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8% Uhr, der Perlmutter-, Horn- und Steinnußknopf- Arbeiter. Bezirks- Versammlung für den Often in Ahrens' Brauerei, Turmstr. 25-26. Zages Ordnung: 1. Der Nutzen der Konsum- Vereine für die arbeitende Be: sölkerung. Referent: Genosse Bartels. 2. Diskussion. Um recht zahlreichen Besuch, besonders der Frauen, bittet 106/9 Der Einberufer. Lichtenberg. Montag, den 23. März, abend 8½ Uhr: Volks- Versammlung im Lokale des Herrn E. Höflich, Frankfurter Chauffee 120. 1. Vortrag: Die Reichstagswahl. Referent: Reichstags- Abgeordneter Arthur Stadthagen. 2. Die Gemeindewahlen am Dienstag. Referent: Genosse Grauer. 222/2 Das Wahlkomitee. Achtung! Albumarbeiter. Achtung! Montag, den 23. März, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal III): Oeffentliche Versammlung Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Stigelmeier über: Das Unfallversicherungs- Gesez". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es wird ersucht, pünktlich zu erscheinen. Mittwoch, den 25. März, abends 8, Uhr, im Englischen Garten, b3 84, 1hr, Alexanderftr. 27c: bei Keller, Koppenstr. 29. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Waldeck Manasse fiber: Sünden und Forderungen im Rathaus. 2. Diskussion. 3. Verbands. angelegenheiten. Dienstag, den 24. März, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung der Ladentischler. Versammlung aller Schnittarbeiter, Stanzer, Tages- Ordnung: 1. Bortrag. 2. Werkstatt- Angelegenheiten. Die Ortsverwaltung. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8%, Uhr, bei Mündner, Linienstr. 19: Branchen- Versammlung in 2. 4. fowie sämtlicher in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiterinnen in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Zagesordnung: 1. Wie fönnen wir den fortgesezten Verschlechterungen unfrem Beruf entgegentreten. Referent: Stollege Pawlowitsch. Diskussion. 3. Wahl eines Mitgliedes zur Agitations- Kommission. Verbandsangelegenheiten. Stollegen und Stolleginnen! Nachdem wir durch unfre eigne Nachläfftggegangen find, ist es endlich an der Zeit, daß auch wir uns aufraffen, um die richtige Stellung unter den organisierten Arbeitern wieder einzunehmen. Tagesordnung eine sehr wichtige ist, so muß es Pflicht aller Beteiligten fein, für zahlreichen und pünktlichen Besuch zu agitieren. der Kammmacher und aller in der Celluloidschmuckbranche teit in den letzten Jahren mit unfren Lohn- und Arbeitsbedingungen zurüdbeschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Lages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Denzer. 2. Dis- Da dies die erste Bersammlung ist, in der wir unter uns find, und die Lussion. 3. Verschiedenes. Achtung! Die Kommission. Achtung! Korbmacher. Brauchen- Versammlung. Montag, den 23. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause: der in den Albumfabriken beschäftigten wat zum Gefellen- Ausschuß. 3. Branchen Angelegenheiten. 4. Ber Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Ordnung: 1. Die Gewerkschaften und die kommenden Reichstagswahlen. Referent: Paul Dupont. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 23/14 Der Einberufer. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 25. März, abends 129 Uhr, im grossen Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Verfammlung. Tages Drdnung: Dienstag, den 24. März 1903, abends 8%, Uhr: Bezirksversammlung für Rummelsburg 3. Ber bei Lindner, Türrschmidtstr. 37. Zages- Ordnung: 1. Unser Verbandstag. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Dienstag, den 24. März 1903, abends 8 Uhr: D Zages Ordnung: 1. Neuwahl der Kommission. 2. Erfabschiedenes. schiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend geboten. Die Kommission. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung Versammlung der Drahtarbeiter der Modell- und Fabrik- Tischler sowie Modell- Drechsler. fordern wir? 2. Diskussion. 3. Berbands- Angelegenheiten. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Ingenieurs Herrn Grembe: Technische Fortschritte im Beleuchtungswesen. 2. Diskussion. 3. VerbandsAngelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Achtung! Die Kommission. Achtung! Stockarbeiter. Dienstag, den 24. März, abends 8 1hr, in Weissensoc, bei Schmutz, König- Chaussee 38: Branchen- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Wie schaffen wir uns beffere Lohn1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Her Neichstags- Abgeordneten und Arbeitsbedingungen?" Referent: Josef Eichelberger. 2. DisRosenow. 3. Der 1. Mai. 4. Bericht von der Brandenburger Agitations fussion. 3. Verschiedenes. Tonferenz. 5. Berschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 156/11 Die Branchen- Kommission. Achtung! Stock- und Celluloid- Arbeiter. mittwoch, den 25. März 1903, abende 8 1hr, bei Fencestein Die Ortsverwaltung. Achtung! Sonntag, den 12. April cr., 1. Ofter Feiertag:..QuintettAbend im Gewerkschaftshaus. Engelufer 15. Mitwirkende: Herr Alexander Altmann, Mitglied der tgl Kapelle, Bioline; Herr Konzert meister Alfred Sommerfeld, Bioline; Herr Felig Schmidt, 1. Biola; Herr Fritz Hasselbach, 2. Viola; Herr Paul Neumann, Solocellist; Fr. Margarete Kappes, Vortrag moderner Lieder; Herr Emil Ballotte, Recitation. Vor und während der Vorträge ist das Rauchen nicht gestattet. Eröffnung 6 Uhr. Anfang 6% Uhr. Entree 50 B. Programm und Liederterte am Eingang gratis. Um rege Beteiligung ersucht Das Verguügungs- Komitee. I. A.: W. Tuschfe, Grünauerstr. 10. Verband der Tapezierer. Die Mitglieder- Versammlung am Mittwoch, den 25. März, abends Biologischen Institut der Tierärztlichen Hochschule ( Eingang Philippstr. 12) statt. Bortrag des Herrn Professor Hertwig über: Der Mensch im Zellenstaat und seine Lebensgesetze.( Mit Lichtbildern.) Bahlreiches Erscheinen, auch der Frauen, erwartet Die Verbandsleitung. NB. Siehe Notiz unter„ Gewerkschaftliches". 177/6 ( Parterre- Saal), te Jakobstr. 75: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Agitationstour. Referent: Julius Hildebrandt. 2. Diskussion 3. Berschiedenes. Die Branchen- Kommission. Adtang! Parkettbodenleger. Atung! Montag, den 23. März, abends 8 Uhr, in Gewerkschaftshause, Engel- fer 15: im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15. Tages- Ordnung: 1. Bann wir unsre Forderungen stellen und was Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Kollegen! Der Besuch dieser Versammlung ist maßgebend dafür, ok wir in eine Lohnbewegung trefen oder nicht. Erscheint darum alle Mann Dienstag, den 24. März 1903, abends 8, Uhr: Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend im Gewerkschaftshause, Engel- lljer 15( großer Saal). Tages- Ordnung: 1. Was müssen wir thun, damit alle Berliner Nohr. Teger einen Minimallohn von 55 Pf. pro Stunde, alle Selfer einen solchen von 40 Bf. vom 1. April ab erhalten? Referent: Karl Wiesenthal. 2. Discuffion. Alle Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend müssen in dieser wlchtigen Verfammlung vertreten fein. In nachstehenden Lokalen wurden nene Zahlstellen era richtet: Nitz, Warschauerstr. 74. Adam, 8immerstr. 64. Stiehl, Schiffbauerdamm 16. Reinickendorf- West: Muster, Berlinerstraße 29. 113/18 Die Ortsverwaltung. Achtung, Bauarbeiter! ( Putzerträger). Die bereits in der Sonnabendnummer bekannt gemachte Verjammlung findet im Lofal von ersammlung sämtlich. Parkettbodenleger. Julius Wernau, Schwedterstr. 23/24 ftatt. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags Abgeordneten 32/15 Friz Zubeil. 2. Wahl der Kommissions- Mitglieder. 3. BranchenAngelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Die Lohukommission. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter Der Obmann. ( E. H. 29 Hamburg), Filiale Berlin 2. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die zum 22. d. M. anberaumte Ververliehen gemejene, äußerst sammlung der Generalversammlung des Verbandes wegen ausfällt und bei Albrecht, Admiralstr. 18c stattfindet. aud Teilzahlung, billig. Bijjets, Bücherfpind 2c. biefelbe am Donnerstag, den 26. d. M., abends S, Uhr, Die Ortsverwaltung. Möbel H. Piehl, N. 37, Swedterftr. 10. [ 8272* 113/16 H. Greifenhagen Nachfg. Brunnenstrasse 17. ( Inh.: Trapp& Morris). Brunnenstrasse 17. Extraverkauf wegen Erweiterungsbau. Die Extra- Preise sind neben den bisherigen auf den Etiketten vermerkt. Alle Waren sind im Preise ermässigt mit Ausnahme weniger Artikel, bei denen eine Herabsetzung unmöglich ist. Wir weisen darauf hin, dass eine derartige Gelegenheit selten geboten wird. Der Extra- Verkauf dauert nur noch kurze Zeit. Ganz aussergewöhnlich billiges Angebot! Porzellan. Ion Glas. Wirtschafts- Artikel. Eierbecher... Kuchenteller dekoriert Zuckerdosen dekoriert Milchtöpfe, • verschieden dekoriert Tassen, dekor., mit farbig. Henkel, Paar Kaffeekanne, herrlich dekoriert Kaffeeservice mit 99 mit gold. Henkel für 2 Personen 12 Pf. geschliffen. Iza . 97 1.68 ML. jetzt 3 PL Liqueurgläser, verschied. Formen jetzt 24. Wassergläser, verschiod. Formen Pf. 5 r. Wirtschaftswage, genau wiegend jetzt " 12 28. Biertulpen, 29 6. Reibemaschine, fein und grob 1.35. 24. Waschtisch, kraftig 2.75. 29 18. Blumengitter, verstellbar.. 45 PL " 24. 33 7. " 76. 22 " 33 23 18. Rot- und Rheinweingläser 18. Porzellan- Tablett mit 3 Liqueurgläsern 10 14 68, Carlsbecher, kräftig,% 0 Ltr. u. Ltr. 1.15 M. Butterglocke, 1.95 verschiedene Dessins Bierservice für 6 Personen 99 Zugvorrichtung 39 FL. komplett verstellbar bis 120 cm jetzt " mit 6 Gläsern. • " 33 23 Ulk- Stiefel jetzt 19 Pl. 48. 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Große Ausgiebigkeit; Speisen nicht zu überwürzen. man verwende sie also nur sparsam, um die 3. Bequemste Verwendung im Gegensatz zu den festen Extrakten. 4. Niedriger Preis: schon in Fläschchen von 35 Pfg. an, leere Fläschchen werden billiger nachgefüllt. MAGGI- Auszeichnungen: 4 Gross- Preise, 25 Gold. Medaillen, 6 Ehrendiplome, 4 Ehrenpreise. Sechsmal ausser Wettbewerb u. a.: 1887 Mailand, 1894 Zürich, 1889 u. 1900 Weltausstellungen Paris,( Julius Maggi, Preisrichter) Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drut und Verlag: Vorwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 69. 20. Jahrgang. " 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zum Streit der Militärschneider. bewegung. Die Kollegen der beiden ersten Städte stehen im Streif. Wir warnen hierdurch nochmals die Berliner Kollegen, Stellung Unach diesen Städten anzunehmen. Durch Agenten und Inserate sucht man Arbeitswillige zu engagieren, selbst Berliner Möbelstoffgeschäfte, 3. B. Fischer u. Wolf, versuchen für ihre Geschäftsfreunde in den Streiforten von hier Arbeitswillige zu werben. bureau, Engel- Ufer 15, erkundigt hat. Die Firmen N. Alt, Berger, Collani u. Co., Brandt, Grüder, Ed. Kühne, Luban, Luttmann u. Co., Mohr u. Speyer, Noë u. Schulze, Robrecht, Trunk u. Voz, Warenhaus für Armee und Reiſe kein Kollege ab, Tevor er sich nicht auf dem Verbands Marine und Wellhausen erlassen im Inseratenteil der letzten Nummer des Militär Wochenblatt" folgende Bekanntmachung: Infolge der außergewöhnlich hohen Lohnforderungen der Uniformschneider, die wir im Interesse unsrer geehrten Kundschaft schneider eingetreten. Wir sind daher gezivungen, unsre Herren nicht bewilligen können, ist eine Einstellung der Arbeit der UniformAbnehmer um Nachsicht für etwa nicht pünktlich erfolgende Ausführung von Aufträgen und gleichzeitig um Gewährung längerer Lieferfristen für jetzt uns noch zu teil werdende Aufträge zu bitten. Anstatt sich mit den Arbeitern und deren Organisation ins Einbernehmen zu sehen und gemeinsame Verhandlungen anzubahnen, gehen die Herren bei ihrer Kundschaft um gut Wetter bitten und stellen es so dar, als wenn sie dabei die reinste Unschuld find. Demgegenüber muß in der Oeffentlichkeit festgestellt werden, daß die inferierenden Unternehmer es in der Hand hatten, den nunmehr seit einer Woche dauernden Streit zu verhüten, sie waren aber so vornehm, in ihrem Autoritätsdünkel den Arbeitern mit wenigen Ausnahmen überhaupt keine Antwort auf ihre Forderungen zukommen zu lassen, obwohl sie acht Tage lang Zeit hatten und genau wissen mußten, daß die Arbeiter aus Anlaß der Vorgänge im Vorjahre fich nicht noch einmal düpieren lassen würden. Es entbehrt nicht des komischen Beigeschmacks, die Unternehmer fagen zu hören, fie könnten, im Interesse der Kundschaft" die Forde rungen nicht bewilligen; sie haben in den letzten 13 Jahren selbst rungen nicht bewilligen; sie haben in den letzten 13 Jahren selbst Reichtümer über Reichtümer gesammelt, während andrerseits auch die Gehaltsverhältnisse der in Frage kommenden Kundschaft in diesem Gehaltsverhältnisse der in Frage kommenden Kundschaft in diesem schneider werden aus dieser Bettelei an die Kundschaft die Lehre ziehen, daß es mit der Renommisterei einzelner Unternehmer, sie betamen ihre Sachen doch gemacht", recht schlecht bestellt sein muß und werden so lange aushalten, bis es die Unternehmer der Mühe für wert halten, ebenso gemeinsam wie sie im Militär- Wochenblatt" bitten, mit den Arbeitern und deren Organisation gemeinsame Verhandlungen anzubahnen. " Die MilitärDas Interesse der Unternehmer für die Kundschaft ist eine banal lächerliche Redensart von den vielen, die sie sich in diesen Tagen auch den Arbeitern gegenüber geleistet haben. Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Schneider usw. பால் nehmer " " Sonntag, 22. März 1903. " festgesetzt werden. Das wollte der Herr nicht, auf keinen Fall wollte er mit der Organisation verhandeln. Den Vertretern des Gauvorstandes wies er die Thür. Konizer Arbeitswillige" halfen ihm aus der Patsche. In diesem Jahre hat sich der Herr Mühlenhaupt zu etwas anderm besonnen: er hat Friedensstimmung. Erst wollte er nur unter der Bedingung, daß die Maurer aus dem Verbande austreten, die Forderung bewilligen, das lehnten die Kollegen natürlich ab. Nun nimmt er auch den Verband mit in den Kauf. für diese Gegend bedeutet die Anerkennnug der Organisation einen wesentlichen Vorteil. Für die Maurer in Hersfelde- Hennickendorf ist der vertragliche Eine Aussperrung der gesamten Maurer und Zimmerer für för de steht bevor. Die Maurer fordern eine Lohnerhöhung von die Lohngebiete Neustrelit, Streliz Alt und Blanken35 auf 40 Pf. Die Arbeitgeber verlangen die Verlängerung bes alten Vertrages und drohen, sonst sämtliche Arbeiter am 1. April auszusperren. In den mecklenburgischen Zeitungen machen sie gar mächtiges Aufsehen von dieser ihrer Heldenthat und verkünden, daß fie fremde Leute, insbesondere Accordmaurer, heranschleppen wollen. schon recht oft etwas Wasser in den so wild schäumenden Wein Aber die dortigen Arbeiter sind nicht ängstlich, sie haben den Herren gethan. zuhalten ist, liegen vor in Bernau, Wriezen, Prenzlau Differenzen, die zum Streik führen können resp. to Zuzug ferns Spremberg, Tegel( bei Engelte u. Valting), Wilsnac ( bei Georg Albrecht). Deutfches Reich. nunmehr der Streit bei der Firma Jakobs, Elisabeth- Ufer 5/6, zu Achtung, Schuhmacher! Dank, dem festen Zusammenhalten ist Gunsten der Kollegen erledigt. Für den strittigen Artikel wurden erzielt worden. Die am Ausstand beteiligten Personen kehren sämt- höht, für Pubarbeit wird eine Zulage von 10 Pf. pro Stunde gedie 1,50 M. bewilligt, auch über die übrigen Punkte ist eine Einigung Lohn um 5 Pf. pro Stunde erhöht worden, er beträgt jetzt 50 Pf. In Erkner wurde der Lohn von 47% auf 50 Pf. pro Stunde er= lich in den Betrieb zurück. Die Ortsverwaltung des Vereins der Schuhmacher. währt, diefelbe Zulage tritt bei unaufschiebbarer Nachtarbeit ein. Für Eberswalde wurde der Vertrag auf zwei Jahre verlängert, an Der Vertrag im Baugewerbe Berlins und der Vororte ist laut Stelle des bisherigen Lohnes von 44 Pf. tritt für 1903 ein solcher offizieller Mitteilung an die Organisationen der Maurer- und von 46 Pf. und für die Zeit vom 1. April 1904 bis 31. März 1905 Bimmerer von der am 17. d. M. abgehaltenen Generalver- erhöht er sich auf 48 Pf. die Stunde. Mit der Annahme des VerSammlung des Verbandes der Baugeschäfte in der trages für das Berliner Lohngebiet tritt auch die Lohnerhöhung um von den Arbeitern genehmigten Fassung mit allen gegen vier je 2 Pf. pro 1903 und 1904 für die Bezirke Alt- Glienice, Stimmen angenommen. Wie aus einem im„ Centralblatt für Adlershof, Köpenick und Friedrichshagen in Kraft. das Baugewerbe" veröffentlichten Bericht hervorgeht, haben fast so daß für diese Orte im ersten Vertragsjahre 62% Pf. und für das sämtliche Unternehmer anerkannt, daß die gemachten Vorschläge sich zweite 65 Pf. pro Stunde der vertragliche Lohn ist. in den Grenzen der Bewilligungsmöglichkeit halten. Es jetzt durch Aber auch an schweren Kämpfen wird es in diesem Jahre nicht angebracht, als die Centralorganisation der Maurer im vorigen geber auf das entschiedenste, eine Aufbefferung der Lage der Maurer Ablehnung derselben zu einem Streit zu treiben, sei um so weniger fehlen. In einer großen Anzahl von Orten weigern sich die ArbeitSommer bewiesen habe, daß sie den einmal geschlossenen Vertrag zu bewilligen. Der Arbeitgeber Schulz in Fürstenberg i. Mecklenb. auch innehält. Da es nun nicht die Aufgabe des Unternehmer- Ver- verlangte, daß die Maurer bei der Gutsarbeit wieder 11 Stunden derselben stets unbedingt zu verhindern, so empfehle es sich, die jetzt und, falls diesem Ansinnen Folge geleistet, würde der allgemeinen bandes sein könne, die Löhne herabzusetzen oder eine Steigerung arbeiten sollten. Da die meiste Arbeit auf den Gütern sich befindet vorgesehene Stunden- Lohnerhöhung um 2% Pf. für jedes der beiden Einführung der elfstündigen Arbeitszeit die Wege geebnet werden, Vertragsjahre zu bewilligen, denn die Hauptsache sei, durch den Tarif weigerten sich die Maurer. Der Arbeitgeber entließ fie und fucht Ruhe und Frieden im Gewerbe zu sichern, weil dadurch die in nun" Arbeitswillige". Die Urheber sind die Gutsbesizer, welche früheren Zeiten unmögliche Garantie der Bauausführung in einer befürchten, daß ihre Gutsarbeiter auffässig werden und Verbesserung gewissen Frist gegeben sei. Bezüglich der Maifeier wurde folgende ihrer traurigen Lage fordern, wenn sie täglich die Maurer um Resolution gefaßt: 6 Uhr abends Feierabend machen sehen. Um diese Zeit beginnt aber Provokation der Maifeier entsprechenden durchgreifenden Abwehr- die bösen Beispiele der Maurer die guten Sitten der mecklenburgischen Mit Rücksicht auf die derzeitige Undurchführbarkeit einer der für den Landarbeiter eine noch mehrstündige Arbeitszeit. Da aber maßregel wird beschlossen, in diesem Jahre für sämtliche Arbeit Randarbeiter verderben könnten, erklärt sich das Streben, den Maurer durch Arbeitsruhe freiwillig den Ausfall eines Tagelohns zuziehen, Maurer, Zimmerer, Bauarbeiter-, die sich am 1. Mai auf die Stufe der letteren herabzudrücken. zu einer wirksamen Durchführung dieser Maßregel dürfen von allen den Ausfall eines zweiten Tagelohns am 2. Mai eintreten zu lassen. Mitgliedern des Verbandes der Baugeschäfte Arbeitnehmer, welche am Freitag, den 1. Mai gefeiert haben, vor Montag, den 4. Mai, nicht wieder eingestellt werden. Am 2. Mai sind Neueinstellungen Tarifliches Vorgehen der Berliner Buchdrucker. unbedingt zu unterlassen, Dispense werden nicht erteilt Das Tarifamt der deutschen Buchdrucker hat tie bereits an teit von Wenn die Unternehmer selbst von der Undurchführbar Dieser Stelle mitgeteilt wurde an die deutsche Gehilfenschaft einen Arbeitern um so weniger Schwierigkeiten bereiten, als sich diese doch Abwehr"-Maßregeln überzeugt sind, so sollten sie den Aufruf gerichtet, überall da, wo der deutsche Buchdruckertarif noch auch nicht um die Festtage der Arbeitgeber kümmern. nicht anerkannt worden ist, am 21. März der Prinzipalität diese Forderung vorzulegen und da, wo sie nicht bewilligt wird, namens des Gesamtausschusses alsdann folgende den Auftraggebern Unter Bezugnahme auf die bevorstehende Lohnerhöhung wurden zu kündigen resp. die Arbeit ruhen zu lassen. Der in Ansatz zu bringenden Mindest- Stundenlogne vorgeschlagen: Für Vorstand des Vereins der Berliner Buchdrucker und Gesellen 83 Pf. für 1903 und 87 Pf. für 1904; für Bostengesellen Schriftgießer, dessen Mitgliederzahl über 7000 bon etwa 95 f. für 1903 und 1 m. für 1904. Bei den Behörden soll in einer 8000 Berliner Gehilfen beträgt, und dessen Mitglieder in tarif- Eingabe die Anerkennung dieser Säße beantragt werden, und die mäßigen Druckereien arbeiten, hat sich der Aufgabe unterzogen, Mitglieder sind zufolge des Generalversammlungs- Beschlusses vereinmal zu untersuchen, wie viel Druckereien in Berlin noch vorhanden, pflichtet, nicht unter diese Normen herabzugehen. Beim Norddeutschen Lloyd wird weiter gemaßregelt. Nachdem deren Arbeitsverhältnisse keine tarifmäßigen find. Das Berliner Beschlußfassung über die Tarifforderungen der Bauerst kürzlich die Auflösung der festen Gänge( Kolonnen) angeordnet Von einer Herr Hinsch, der Unternehmer für die Ladungsarbeiten des Lloyd, Adreßbuch giebt 660 Firmen an, von denen nach dem Tarifverzeichnis arbeiter( Hilfsarbeiter) haben die Unternehmer in Rücksicht auf hat, machte er am Freitag in den Zeitungen der Unterweser- Orte 460 den Tarif schriftlich anerkannt haben. Der die noch nicht zum Abschluß gelangten Verhandlungen zunächst Ab- bekannt, daß er wieder eine Anzahl fester Gänge bilden wird, jedoch Berliner Gauvorstand hielt es daher der Mühe wert, die 200 übrig bleibenden Firmen einmal unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, nur aus solchen Arbeitern, die dem Hafenarbeiters wie weit die Eigenschaft„ Buchdruckereibefizer" auf diese Kunsttempel reduktion von 5 Prozent angekündigt worden und werden dieselben Unorganisierte natürlich Den Glasarbeitern der Glasfabrik Stralau ist eine Lohn- erbande nicht angehören. Auch neue Leute können sich noch Anwendung hat. Folgendes Ergebnis wurde festgestellt: Bon zur Einstellung Aber damit noch nicht genug: Am diesen 200 Firmen" besitzen 117 überhaupt keinen Betrieb, am Sonntag, den 22. d. M. dagegen Stellung nehmen. Es ist dies in diese festen Gänge melden. sondern führen nur einen Handel mit Drucksachen. Sie der zweite Lohnabzug seit einem halben Jahre. Freitag früh find 40 Ladungsarbeiter und 15 Kohlen sind weiter nichts wie Agenten und Zwischenhändler. 83 Firmen arbeiter plöglich entlassen worden. Die Entlassenen Aus der Zimmererbewegung der Provinz Brandenburg. Der find fast alle Familienväter, sie waren jahrelang zur Zufriedenheit haben kleine Betriebe, von denen wiederum 56 Firmen Gehilfen, die Streik der Zimmerer in Reppen ist durch Vertrag been de t. des Unternehmers im Betriebe beschäftigt, und daß sie jetzt Knall andren 27 keine Gehilfen beschäftigen, sondern abwechselnd nur Am 9. März war dort die Arbeit eingestellt worden, weil die Unter- und Fall auf die Straße gesetzt wurden, hat darin feinen Grund, Lehrlinge ausbilden"! Bei diesen 56 Firmen hat nun der Vorstand nehmer eine Lohnaufbesserung von 25 Pf. auf 30 Pf. pro Stunde daß die Entlassenen Vertrauensposten in der eine Razzia abgehalten und wurden bei 40 Firmen davon die Arbeits- veriveigerten. Nach mehreren Verhandlungen wurde jedoch ein Abverhältnisse ermittelt. 112 Gehilfen und 62 Lehrlinge werden bei kommen getroffen, bis zum 31. März 1904 den Lohn auf 27 Pf. So bekleiden. gewerkschaftlichen Organisation denselben beschäftigt. Die Bedingungen, zu denen diefelben teilweise festzuseßen. Darauf nahmen die Ausständigen am 19. März die der Vernichtung der Arbeiterorganisation und des Koalitionswird also im Betriebe des Lloyd planmäßig an arbeiten, find für die an tarifliche Entlohnung gewöhnten Verbands- Arbeit wieder auf. In Zehdenick ist über den Betrieb der Firma rechts gearbeitet. mitglieder faum glaublich. Löhne von 18, 20 und 22 Mark stehen Pflug die Plabsperre verhängt worden. Kein Wunder, daß angesichts solcher Herauss Es ist dies der im Vordergrunde, verbunden in vielen Fällen noch mit 10stündiger einzige Unternehmer im ganzen Templiner Kreise, der noch gegriffen hat. forderungen die größte Erbitterung unter den Arbeitern platzArbeitszeit. Die bei diesen Firmen arbeitenden Gehilfen find 11 Stunden arbeiten läßt, sonst herrscht überall 10stündige Arbeits- Gewerkschaftsleitung folgend, durchaus ruhig. Bon seiten der Arbeiter Gleichwohl verhalten sie sich, der Weisung ihrer fämtlich gestern, am 21. März, vorgegangen und zeit. Da die dort arbeitenden Zimmerer jekt sämtlich dem Verbande ist ein Versuch zur Verständigung mit dem Unternehmer gemacht werden wir über das Resultat in den nächsten Tagen berichten. beigetreten sind, so forderten sie nunmehr auch die 10stündige worden. Eine Kommission, der auch die Vorsitzenden des HafenarbeiterDiejenigen Drudereien, die den Tarif auch für Arbeitszeit, die ihnen jedoch verweigert wird. die Folge nicht anerkennen, werden im Inund des Seemanns- Verbandes angehören, fuchte eine Unterredung feratenteil des Vorwärts" und andrer Berliner Bom Arbeitsnachweis der Fleischer- Innung wollte, wie wir in mit der Direktion des Lloyd nach. Die Direktion erklärte jedoch, Blätter öffentlich bekannt gegeben. Für heute stellen unsrer Nummer vom 21. Februar berichteten, die Innung diejenigen fie wolle sich in diesen Streit zwischen Hinsch und den Hafenarbeitern wir zunächst fest, daß von obigen Firmen es sechs sind, die bereits Gefellen auf die Dauer von drei Monaten ausschließen, welche in nicht einmischen. Die Kommission will mun bei dem Untererklärt haben, den Tarif unter keinen Umständen anzuerkennen. Es die ihnen vom Arbeitsnachweis zugewiesenen Arbeitsstellen nicht nehmer Hinsch vorstellig werden. ist dies Albert Liedtke, Bellealliancestraße( Druckerei des selbst eintreten und die ihnen übergebenen Nachweiszettel an andre Bis die Angelegenheit geregelt ist, muß jeder Bezirksanzeigers und des volkswirtschaftlichen Börsenblattes), arbeitslose Kollegen weitergeben bezw. verkaufen. Der Gesellen- 3uzug von Der Gesellen 8uzug von Hafenarbeitern nach Bremerhaven Taritschke, Alexandrinenstraße( druckt u. a. Die Baugewert- Ausschuß hatte seine Zustimmung zu diesem Innungsbeschluß ver- verhindert werden. schaft", christliches Organ, Red. Wiedeborg), Berlagsanstalt weigert, fich aber mit einem Ausschluß der betreffenden Personen erfur, Köpenickerstraße, die„ billigste Druckerei Berlins", auf die Dauer von sechs Wochen einverstanden erklärt. Da auch der Zwangsinnung einen Lohntarif unterbreitet, demgegenüber die Lohnbewegungen der Schneider. Die Schneider in Köln haben gleichzeitig Lieferant für die Schneider- Innung!, M. Cohn, Ritter- die Gewerbedeputation als Aufsichtsbehörde die Zustimmung zu dem Meister nur sehr geringes Entgegenkommen zeigen. Der Verband straße( hier wird„ Das Judentum" gedrudt). Dziennid Ber vom Gesellen- Ausschuß angefochtenen Innungsbeschluß nicht ohne deutscher Schneider und der christliche Verband gehen gemeinsam vor. Iinsti, Stoppenstraße( druckt eine polnische Tageszeitung), und weiteres erteilte, sondern beschloß, erst zu recherchieren, ob und inwieweit In einer überfüllten Versammlung haben die Schneidergesellen beider Ha ad, Dorotheenstraße, der in der Mehrzahl mit Seßerinnen die Innungsmeister an den von ihnen gerügten Mißständen selbst schuld Richtungen beschlossen, zunächst das Gewerbegericht als Einigungsarbeitet( ist Vorstandsmitglied der Freien Vereinigung der Prin- find, zog die Innung es vor, auf die Ausführung ihres Beſchluſſes amt anzurufen. In einer Refolution, die einstimmig zur Annahme zipale Berlins!) Da am Dienstag die Freie Vereinigung der Brin zu verzichten und sich mit dem Vorschlage des Gefellen- Ausschusses gelangte, gaben sie der bestimmten Absicht Ausdruck, die Forderungen zipale eine Versammlung abhält, um über die Beseitigung der einverstanden zu erklären. Es werden also fünftig die Gesellen, mit allem Nachdruck durchzuseßen, nötigenfalls durch einen Ausstand. Schmutzkonkurrenz zu beraten, so kann sie sich ja von Herrn Haad welche in der bezeichneten Weise mit den ihnen vom Arbeitsnachweis In Arnstadt haben die Schneider einen einheitlichen Tarif darüber Vortrag halten lassen. In den Druckereien art ausgehändigten Nachweiszetteln Mißbrauch treiben, auf fechs Wochen und Rohnerhöhungen von 10-20 Prozent erreicht. mann Friedenau und F. Dieße, Brandenburgstraße, haben von der Benutzung des Innungs- Arbeitsnachweises ausgeschloffen bereits die Gehilfen die Arbeit niedergelegt. Die Ge- werden. Nachdem sich der Gesellen- Ausschuß als berufener Vertreter hilfen, die in vorgenannten Druckereien beschäftigt waren und noch der Interessen der Gesellen hiermit einverstanden erklärt hat, fällt werben, find alles junge Kollegen aus der Probing, die sich leider für die Gewerbedeputation des Magistrats jeder Grund fort, ihrer um die Organisation wie um den deutschen Buchdruckertarif wenig seits zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen. gefümmert haben, sie sind Produkte der Lehrlingswirtschaft in den Seleinstädten. Es ist deshalb die Mahnung an diejenigen Eltern und Ueber die Lohnbewegung der Maurer im Gau Berlin des Verbandes Vormünder Berlins, die ihre Söhne oder Mündel Buchdrucker werden lassen wollen, betr. Unterbringung in eine Lehrstelle, am Blaze, erst Erkundigungen darüber in der Vereinsverwaltung, Ritterstraße 88, oder im Bureau des Tarifamts, Friedrichftraße 239, einzuziehen. = stand genommen. der Maurer eine Rohnerhöhung von 10 Prozent. In Solingen erreichten die Schneider durch einen Streit gestellt. Derselbe fordert: 9ftündige Arbeitszeit, 50 Pf. Mindestlohn Die Maler und Anstreicher in Köln haben einen Lohntarif aufpro Stunde. 5 Pf. Lohnerhöhung für die bereits höher bezahlten Gehilfen, Zuschlag für Ueberstunden, Nacht- und Sonntags= arbeit usw. Der Tarif wird zunächst den Arbeitgebern unterbreitet. Die freigewerkschaftlich und die christlich Organisierten führen die Lohnbewegung gemeinsam. Ausland. Die wird uns berichtet: Auch in diesem Jahre haben die Maurer in einer stattlichen Anzahl von Orten den Unternehmern Wünsche auf Verbesserungen der bestehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen übermittelt. Unterhandlungen finden jetzt in einer Reihe von Orten In Preßburg sind zur Zeit in verschiedenen Berufen ohn statt, und haben auch einige bereits zum Abschluß geführt. Der Streik der Landschaftsgärtner- Gehilfen Groß- Berlins ist bewegungen im Gange. Die Schneider haben schon vor In Rathenow ist der bestehende Vertrag auf ein Jahr ver- Monaten ihre Forderungen eingereicht, die von den Unternehmern zur Thatsache geworden. Etwa 500 Gehilfen, gleich längert worden. Der Lohn wurde von 37 auf 40 Pf. erhöht. 97 Broz. aller in der Landschafts- Branche beschäftigten Personen, Den Oberberger Maurern ist es gelungen, im Unterhandlungswege schweben noch. Die Bauarbeiter haben Forderungen, worunter abgewiesen sind. Vermittelungen durch die Gewerbeforporation haben die Arbeit eingestellt. Von den Streifenden find 450 im All- einen Vertrag abzuschließen, der eine Lohnerhöhung von 35 auf anderthalbstündige Mittagspause und 20 prozentige Lohnerhöhung. gemeinen Deutschen Gärtner- Verein organisiert. Die Arbeitgeber, 38 Pf. festfest. Der Vertrag in Landsberg a. d. W. ist auf ein der Gewerbebehörde vorgelegt und werden im Verein mit den etwa 120 meist fleinere Firmen, haben am Freitag in einer Versamm Jahr verlängert; eine Lohnerhöhung von 38 auf 40 Pf. ist festge- Maurern, 3immerern und Ziegeldeckern, wenn Yung eine Verhandlung mit den Gehilfen vor dem Einigungs- ſetzt. Auch in Zehdenick fand eine Vertragsverlängerung auf ein gütliche Verständigung nicht möglich, in den Streit treten. amt abgelehnt. Die Gehilfen fordern einen Stundenlohn von weiteres Jahr statt, der Lohn erfuhr eine Steigerung von 35 auf Tischler verlangen hauptsächlich die Einführung eines Lohntarifs, 50 Pf. Da die Landschaftsgärtner- Gehilfen im Jahre durchschnitt 37% Pf. Für Ueberstunden und Sonntagsarbeit wird eine Zu- in dem der Minimallohn von 3 Stronen festgelegt ist, und 30 prozent. lich nur etwa 7-8 Monate im Beruf arbeiten können, so betrug das Tage von 5 f. pro Stunde gewährt und an den Tagen vor den Lohnerhöhung für solche, die heute schon mehr als 3 Kronen haben. Einkommen eines Landschaftsgärtner- Gehilfen bei dem seitherigen hohen Festen ist zwei Stunden früher Feierabend als an den andern Die Bäder verlangen vorläufig die Einhaltung der SonntagsStundenlohn von 40 Pf. etwa 700 bis 800 M. Angesichts der Tagen. Bei der Lohnzahlung werden diese Tage voll berechnet. ruhe. Die Gas- und Wafferwertsarbeiter der Stadt Steigerungen der Wohnungsmieten und Lebensmittelbedürfnisse ist Die Berliner Cementierer setzten für 128 bei der Aktiengesell- vorläufig die Beseitigung des Betriebsleiters, der die Arbeiter indie Lohnforderung der Gehilfenschaft unter den im Berufe ob- fchaft für Betonarbeit beschäftigte Kollegen durch Verhandlungen human behandelt und chifaniert und gerade die ältesten Arbeiter, die waltenden Verhältnissen durchaus berechtigt, denn mit 7-800 m. eine Lohnerhöhung für Hilfsarbeiter von 40 auf 45 Pf. und für zehn und zwanzig Jahre im Betriebe sind, entläßt. ist es unmöglich, eine Familie ehrenhaft durchzubringen. Der Lohn- Cementierer eine solche von 50 auf 60 Pf. durch. Die Schuh tampf der Gärtner dürfte sich deshalb der Sympathie der weitesten nehmer Mühlenhaupt in Neustadt a. b. D. waren bis voriges Jahr sich noch andre Branchen der Bewegung im Laufe der Woche ans Bei dem Unter- ma cher wollen gleichfalls Forderungen aufstellen, ebenso werden Kreise des Publikums erfreuen. Klassenlöhne von 26, 27, 30, 32 und 35 Pf. üblich. Die Maurer schließen. Das Gewerkschaftskartell fucht zu erreichen, sollte der Tapezierer! Bekanntlich stehen die Kollegen in Hamburg. stellten im vorigen Sommer die Fordering, der Lohn folle für alle Streit unvermeidlich sein, daß derselbe an einem Tage bei allen Magdeburg, Plauen und Wiesbaden in der Lohn- pollkräftigen Gefellen auf 35 Pf., für die übrigen auf 32 Pf. Branchen zum Ausbruch kommt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 22. März. Freie Volksbühne. MetropolTheater. Helden. 5. und 6. Abteilung. Anfang 2%, Uhr. Lessing Theater. 12. und 13. Abteilung: Dämmerung. Anfang 2% Uhr. # Anfang 72 Uhr: Opernhaus. 9. Symphonie- Abend der königlichen Kapelle. Mittags 12 Uhr: SymphonieMatinee. Montag: Carmen. Schauspielhaus. Geschlossen. Montag: König Heinrich der Fünfte. Neues Opern- Theater. Die Räuber. Deutsches. Der Schleier der Beatrice. Nachmittags 22 Uhr: Die Weber. Montag: Monna Banna. Berliner. Timandra. Montag: Mt- Heidelberg. Lessing. Der blinde Passagier. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues. Die Kreuzelschreiber. Nachmittags 3 Uhr: Ledige Leute. Montag: Die Kreuzelschreiber. Residenz. Lutti.( Loute.) Nachmittags 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Montag: Lutti. Westen. Figaros Hochzeit. Nachmittags 3 Uhr: Der Troubadour. Montag: Der Bettelstudent. Central. Gräfin Pepi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Der Camelienonkel. Nachmittags 3 Uhr: Der Veilchenfresser. Montag: Der Camelienonkel. Belle Alliance. Pick und Pocket. Montag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 8 Uhr: 4 Schiller O.( Wallner- Theater.) Doktor Klaus. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Montag: Don Gil. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Heimat. Nachmittags 3 Uhr: Don Carlos. Montag: Wohlthätige Frauen. Carl Weiß. Der Liebe Gebot. Nachmittags 3 Uhr: Jlse Römer. Montag: Der Liebe Gebot. Buntes. Leibalte. Montag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Preciosa. 3 Uhr: Staghmittags 8 Lør: bundus. Montag: Preciosa. Kleines. Nachtasyl. Lumpacivaga. Rachmittags 3 Uhr: Don Carlos auf der Schmiere. Montag: Nachtasyl. Trianon. Die Notbrücke. Nachmittags 3 Uhr: Die LiebesSchaufel. Montag: Die Notbrücke. Casino. Berliner Herzen. Specialitäten. Nachmittags 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Montag: Das Land Tirol. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochent. 5, Ende 11 Uhr. Anf. Abendvorstellung 8 Uhr. Boxkampf des amerikanischen Meisterschaftsboxers Young Fitzsimmons und des austral. Preisboxers Jack Lewis. Bernhard Marx, Humorist. Marie Werder, Soubrette. Ganz Berlin zerbricht sich noch immer den Kopf über AGA die schwebende Jungfrau. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Strasse No. 14. Heute Sonntag: Eintrittspreis 50 Pfg. 露 Reichhaltigste Ausstellung der Welt an Reptilien etc. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Heute, Sonntag, den 22. März 1903 im grossen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer No. 15 Heinrich Heine Abend. = Künstler Konzert Herr Dr. Franz Kuhlo( am Flügel). FestVortrag Herr Dr. Hans Landsberg. Gesang Miss Hilda M. Rose( Sopran) und Frl. Meta Schönfeld( Mezzo- Sopran). Recitationen Herr Eugen Albu. Folgende Gedichte gelangen zum Vortrag: Du bist wie eine Blume. Mädchen mit dem roten Mündchen. Der arme Peter. Berg- Idylle, 1-2. Enfant perdu. Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen. Aus meinen grossen Schmerzen. Die Lotosblume ängstigt. Schöne Wege meiner Leiden. Auf Flügeln des Gesanges. Loreley. Duelle. Wettlauf. Stossseufzer. Ich stand in dunklen Träumen. Lehn' Deine Wang' an meine Wang'. Im Rhein, im schönen Strome. Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Billet 50 Pf. inkl. Programm und Liedertexte. Rauchen nicht gestattet. Garderobe frei. Während der Vorträge bleiben die Sualthüren geschlossen. Jede Störung muss vermieden werden. Nach dem Konzert: TANZ. Herren zahlen 30 Pf. nach. Billets sind in der Schule, bei Horsch, Engel- Ufer 15; Gottfr. Schulz, Am Kottbuser Thor; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Demminerstr. 32; Krause, Müllerstr. 7a, und an der Kasse zu haben. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugend. Don Carlos. lebenden Seetieren, Gin Liebesdrama in 3 Aufzügen von Ein dramatisches Gedicht von Friedrich 67/14 Kleines Theater Unter den Linden 44. Nachmittags 3 Uhr bei über die Hälfte ermässigten Preisen: Don Carlos auf der Schmiere. Serenissimus Zwischenspiele. Familienidyll. Kollegen. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Montag: Nachtasyl. May Halbe. Sonntagabend 8 Uhr: Doktor Klaus. Lustspiel in 5 Akten von Ad. L'Arronge. Montagabend 8 Uhr: Don Gil. Dienstagabend 8 Uhr: Don Gil. Carl Weiss- Theater. Trianon- Theater. Ragmittags 3 Uhr( Barlett 60 B1.): Georgenstraße, zwischen Friedrich- u.Universitätsstraße. Die Notbrücke. Lustspiel in 3 Aften von Fred Grésac und Francis de Croisset. Anfang 8 Uhr. Sonntag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Ilse Römer. Schauspiel in 3 Akten. Abends 8 Uhr: Der Liebe Gebot. Schauspiel in 5 Akten. Morgen: Der Liebe Gebot. Casino- Theater Palast- Theater Lothringerstr. 37. 92 Uhr: Berliner Herzen. Auftreten sämtlicher Specialitäten. Anfang Sonnt. 72, Wochent. 8 Uhr. Sonntagnachm. 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Dazu Auftreten sämtl. Specialitäten. Belle- Alliance- Theater. Heute und folgende Tage 72 Uhr: Metropol. Neuestes! Alerneuestes Pick und Pocket". Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Die schöne Galathée. Nachmittags 3 Uhr: Lysistrata. Montag: Die schöne Galathée. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Passage Theater. Specialitäten. Paffage- Panoptikum.Specialitäten. Palast. Die Gräfin von der Nadel. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Montag: Dieselbe Vorstellung. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Heute nachm. 3 Uhr, halbe Bretfe: Die Schöne von New York. Abends 7, Uhr: Gräfin Pepi. Operette in 3 Aften von Joh. Strauß. Morgen und die folgenden Tage, abends 7%, Uhr: Gräfin Pepi. 99 Schwank mit Gesang und Tanz in 3 Atten nach dem franzöfifchen des A. Barré von Hans u. Erich Urban. Musik von Antoine Banès mit Einlagen von Bogumil Zepler. Metropol- Theater. Mit glänzender Ausstattung: Neuestes! Allerneuestes! Revue in 5 Bildern von J. Freund. Musik von Victor Holländer. Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. 82 Uhr: Die Gräfin von der Nadel. Teltow Dir. Richard Winkler. Das Elite- März- Programm. 1. a.: Alexius, Berivandlungskünstler. Mary Ellys, Soubrette. Hermann Norden, Humorist. The Stoustons, Pantomime. Anf. 8 Uhr, Sonnt. 7 Uhr. Entree 50 Pf. Schiller. Sonntagabend 8 Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Montagabend 8 Uhr: Wohlthätige Frauen. Dienstagabend 8 Uhr: Wohlthätige Frauen. Cirkus Schumann Sonntag, den 22. März 1903: 2 grosse Vorstellungen 2 nachm. 4 Uhr u. abends 7, Uhr. Nachmittags auf allen Plätzen ein Kind frei, weitere Kinder zahlen halbe Preise. Nachmittag: Pierrots Weihnachten und der Bonbonregen. In beiden Vorstellungen: Wieder das Neueste. Nur das Neueste. Miss Alix mit ihrem Motor- Car Looping the Hoop De Abends: Die lustigen Heidelberger und die Riesenprogramms. Bernhard Rose- Theater W. Noacks Theater. Badstraße 58. Sonntag, den 22. März: Der Raub der Sabinerinnen. Schwank in 2 Aften von Franz und Paul von Schönthan. Anfang 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz. Alt- Moabit 47/49. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Carmen. Anfang 28 Uhr. Nachher: Tanz. Montag: Carmen. Dienstag, zum legtenmale: Eva. Stadt- Theater. SteidlDie schöne Ungarin. Emil Thomas a. G., Josef Josephi. G. Bosse mit Gesang in 4 Aften von Henry Bender. Frid Frid, Flora Siding, Wini Grabitz. 300 Mitwirkende. Grandioses Ballett. Anfang 28 Uhr. Rauchen überall gestattet. Thalia- Theater. Buntes Theater. Nachm. 3 Uhr: Der Veilchenfresser. Abends 7 Uhr: Zum 50. Male: Der Camelien- Onkel. Von L. Leipziger. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Bum 1. Male: Der Posaunen- Engel. Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz. Luisen- Theater. Zum erstenal: Der Leibalte. W. Mannstädt und A. Weller. Anfang 62 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz. WINTER BARTEN 8 5 Vollständig Neues Programm: Jongleur. Imitator. die 4 Elemente. 31. März: Opern- Aufführung Humberty, des Eichelbergschen KonservaHarry Atkinson, toriums: Cavalleria rustiShe, cana. Hänsel und Gretel. Littke Carlsen, Tanz- Humorist. Arras- Duo, gymnast. Produktionen. Miss Sidy Nirvana, Lebende Bilder. Circling the Circle. Apollo- Theater. Heute nachm. 3 Uhr erm. Preise: Lysistrata und Specialitäten Nachmitt. 3 Uhr zu kleinen Preisen: sowie: der Cake- Walk u. Novellos. Ab. 7, U.: Die schöne Galathée. Um 9 Uhr: Glänzende Specialitäten. Novellos. 4 Garganis. Rob. Steidl. 1. im Salon Lumpacivagabundus Abends 8 Uhr: Preciosa. Montag: Preciosa. Dienstag: Die Maschinenbauer von Berlin. Cake- Walk{ 2. in Amerika 3. in der Hölle Die 5 Barfusstänzerinnen. Sängerin. Annie Dirkens, OperettenGabriela Juniori, Pariser Soubrette. Neues Ballett- Divertissement, Das Fest des Lucullus" in 6 Bildern, darunter Cake Walk. ,, Biograph". Der LinienStraße 132. S Sanssouci. Jeden Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanz- Kränzchen. Neu! Stoß' Dir blok nich'n Kopp an die Hochbahn. Säle zu Festlichkeiten. Gratweils Bierhallen Theater u. Variété Kommandanten Straße 77/79. Direktion: Carl Haverland. Täglich: Gr. Vorstellung. Das grosse amüsante März- Programm. Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Jed. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch nach der Vorstellung: TANZ. Berliner U Felix Scheuer Ik- Trio. UK Stralsunderstr. 1. Germania- Prachtsäle. Chauffeeftr. 103. Arnold Scholz. Chauffeeftr. 103. Jeden Sonntag u. Mittwoch: Hamburger Sänger. Direktion: Otto Steidl und Wilh. Wolff. Stets wechselndes Programm. 2152 Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Jeden Donnerstag: Militär- Konzert und Familien- Kränzchen. Jeden Sonntag Grosser Ball. von 5 Uhr ab: 8 große und fleine Säle unter coulanten Bedingungen zu vergeben. Amt IV. 1278. Treptow. Bade's Volksgarten Haltestelle d. elektrischen Parkstraße. Strassenbahn( Siemens). Jeden Sonntag: Ball.- Vereinen bestens empfohlen. Wohin machen wir diesen Sommer unsre Landpartie? Nach ,, Tessnows Volksgarten" 99 Hakenfelde bei Spandau romantisch am Spandauer Stadtwald gelegen, 3000 Personen fassender schattiger Garten. Neugelegter Parkett- Saal. Mache auf die neugepflasterte Streitſtraße nach Hakenfelde aufmerkſam. 810L* Größtes Spandauer Partei: und Arbeiter- Verkehrslokal. Max Tessnow. Hochachtungsvoll Charlottenburger Gewerkschaftskommission. Sonnabend, den 28. März 1903, abends 81, Uhr, im Volkshause, Rosinenstraße 3, großer Saal: 202/12 Vortrags- Abend: In Nacht und Eis. Schilderung der bedeutendsten Nordpolfahrten von John Ross erläutert durch 105 Riesen- Lichtbilder. Redner: R. Laube( Leipzig). bis Frithjof Nansen und Georg Andree Entree 25 Pf. Nachher gemütliches Beisammensein mit Tanz. Der Ausschuß der Charlottenburger Gewerkschaftskommission. Großer Mittag- und Abendtisch Theater Elysium Dranien burger Thor. Novität! Bomben- Erfolg! Das Beste was die Steidl- Sänger bisher geboten! Das Steidlsche Lebensbild Wasserratten. Anfang 8 Uhr, Sonntag 7 Uhr. 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Dienstag: Frau Luna. Mittwoch: Mittwoch, den 25. März 1903, in Abrens Brauerei, Turmstr. 25/26 Die schöne Galathée. Residenz- Theater Deutsche Konzerthallen Direktion: Sigmund Lautenburg. Abends 7/2 Uhr: Lutti( Loute). Schwank in 4 Aften von Pierre Veber. Morgen und folgende Tage: Lutti. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spandauer Brücke 3 Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Grosser Bock- Trubel. Um 10 Uhr abends Seine Kammerzofe. Einzug Gambrinus mit Gefolge. ( Weißer Saal): Volkstümlicher Kunstabend. Vortrag des Herrn Dr. Max Alberty über: Kunst und Arbeiter. Nachdem: Künstlerische Darbietungen von erstklassigen Kräften. 1116 Anfang präc. 81/2 Uhr. Gesellschaftshaus Swinemünderstr. 42. Tägl. Theater: u. Specialitäten. Vorstellung. Jeden Sonntag: Ball. Säle für Gesellschaften, Vereine coulant zu vergeben. Noch einige Sonnabende frei. 2560* Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstil. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mitoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang: Sonntags 7, Wochentags 8 Ühr. Bühnen- Grössen". Parodie- Burleste von Mehsel. Wilhelms- Ane 112. Wilmersdorf. Luisenpark. Heinrich Meyer. Jeden Sonntag grosser Ball im großen Spiegelsaale. Gut gepflegte Biere, vorzügliche Küche. Kegelbahnen, sowie ein neues Billard stehen dem Publikum zur Verfügung.- Fremdenzimmer von 1,50 M. an. Zwei gehelate 9862 Hasenheide Neue Welt Arnold Scholz 108 114 Heute Sonntag, den 22. März 1903: Grosses Militär- Doppel- Konzert Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Nach dem Konzert: Grosser familien- Ball. 92 Zwei Ball- Orchester. Im kleinen Saal: Grosser Ball. Anfang 4 Uhr. 921L Vereinigung der Maler, Lackierer Donnerstag, den 2. April, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: fest- Abend Recitation: Herr Dr. M. Alberth. Der Rabatt Spar Verein Deutscher Hausfrauen Den Bezirksführern der Stofent thaler Vorstadt, Gesundbrunnen für ihre Aufmerksamkeit meinen besten Dank. 9392 Ontel. Verein Berliner Buchdruckmaschinenmeister Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 18. d. Mts. der Kollege, der Maschinenmeister That Otto Selbmann ther Geschäftsstelle: Exerzierstraße 2 ist eine Vereinigung von handelsgerichtlich eingetragenen Firmen, die gegen die Auswüchse des Rabattwesens ganz bedeutende Erfolge erzielt hat. Der Verein ist heute über ganz etc. Berlin und 27 Vororte und zwar in Weißensee, Neu- Weißenfee, Friedrichsberg, Lichtenberg, Neu- Lichtenberg, Friedrichsfelde, Rummelsburg, Borhagen, Oberschöneweide, Baumschulenweg, Rigdorf, Briz, Steglitz, Groß- Lichterfelde, Schöneberg, Wilmersdorf, Charlottenburg, Moabit, Hermsdorf, Linum bei Nauen, Nowawes, Dalldorf, Birkenwerder, Spandau, Westend, Zehlendorf und Stralau verbreitet und nimmt mit jedem Tage größere Ausdehnung an. Unser Bestreben, die Ueberschüsse an die Geschäftsleute zu verteilen, wie wir dasselbe bisher bewiesen haben, führt uns jeden Tag neue Mitglieder zu. Wir machen die Hausfrauen darauf aufmerksam, daß jetzt in sämtlichen Umtauschstellen Mitgliederkarten unentgeltlich ausgegeben werden, welche bei Einkäufen in den größeren Geschäften vorgezeigt werden müssen. Es verlange daher jeder von seiner Umtauschstelle eine Mitgliedskarte ausgestellt. Außer den älteren ca. 2000 Lieferanten haben sich neu angeschlossen folgende Firmen: zu Ehren der Delegierten der 9. General- Versammlung. Konzert: O. Kahntsches Berliner Instrumental- Orchester. Anfang 8 Uhr. Entree inkl. Tanz 30 Pf. Rege Beteiligung erwartet Die Verwaltung. NB. Den Kollegen schon jetzt zur Kenntnis, daß das diesjährige Stiftungsfest am 18. Juli in der Brauerei Friedrichshain stattfindet. 124/7 D. O. Berliner Ressource Kommandanten- Strasse 57. 3302* Hochelegante Festfäle für 1000 Personen. Adolf Stein. ( Bahnstation Neu- Rahnsdorf) Wilhelmshagen Fr. Hahn, Landsbergerstr. 62/63, Kleiderstoffe, Wäsche, Seidenwaren. Roſa Noa, Landsbergerstr. 91, Putz- und Modellhaus, größtes Lager in Trauerhüten. F. Lehmann, Landsbergerstr. 88, Kaufhaus für Damen- Mäntel, Kostüme. Restaurant Neuer Krug Glise Kortwich, Landsbergerstr. 88, Krawatten, Herrenwäsche n. Maß. romantiſchte Lokal an der Oberspree. Salte mein Lotal( bis 2000 Personen Anton Schnur, Alte Schüßenftr. 2, Woll- und Strumpfwaren. zwischen Müggel- und Dämeritz- See, herrlich am Waffer gelegen, ist das Kaufhaus S. Hirschweh, Landsbergerstraße 12. Kaufhaus J. Hirschweh, Frankfurter Allee 191/192. faffend) für Vereine und Fabriken bestens empfohlen. 6252* Fr. Domning, + Frauen- Vortrag+ O. Pohlmann( Nachfl. Otto König), Pallisadenftr. 19, Eisenwaren, Haus- und Küchengeräte. morgen Montag, abbs. 8% Kommandantenftr. 20, Arminhallen, über: B. Brötler, Frankfurter Allee 8, Linoleum, Tapeten und Gummiwaren. 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M. starb nach kurzem Krantenlager im Alter bon 56 Jahren unser Mitglied, der Bimmerer Herr Ernst Krüger. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 22. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der LeichenHalle des alten Zions- Friedhofes in Neu- Weißensee, Gustav Adolfstraße, aus statt. 1176 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Freie Vereinigung der Asphalteure, Pappachdecker u. verw. Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Am Mittwoch, den 18. März, verstarb durch Unfall in seinem Berufe der Asphalteur Rudolf Göcke Emdenerstr. 49. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 22. März, nachmittags 31, Uhr, von der Leichenhalle des statt. # Delands Stirchhofes, Plözenſec, 2/19 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten meinen innigsten Dank für die zahlbel gung meiner lieben Frau 1125 Die werten Hausfrauen werden darauf aufmerksam gemacht, Elise Hoffmann, geb. Theimer. Besen und Zwed. Wert der Suggestion für die daß Vorfchufszahlungen jederzeit geleistet werden. Erziehung und für die Heilkunde. Wie lernt man Hypnotisieren? Wie wendet man die Hypnose an? Mit Vorführung interessanter Demonstrationen. Damen und Herren willkommen. ,, Naturheilverein Charlottenburg- Berlin".( 1180). 1005 Beitrag 20 Pf. 9282 Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. B.MEYERSTEIN WW. Empfehle meine Säle, 150 bis 500 Berfonen Vereinszimmer fassend, und zu Versammlungen und Festlichkeiten. 7322* 50 O Oranien Strasse Jeden Sonntag: Großer Ball. Starkes Orcheſter. Hochachtungsvoll Anfang 5 Uhr. Fritz Schulz. Graumanns Festsäle Naunynstrasse 27. Sonnabend, den 25. April, frei geworden, im Mai noch Sonnabende zu besetzen. Fernsprecher Amt IV Nr. 7324. 10, 15, 21-75 M. 2622* Gustav Graumann. Schlafmöbel- Bazar ,, Baby" Tauenzienstr. 7a Invalidenstr. 160 Belle- Alliancestr. 107 Beusselstr. 18 Reinickendorferstr. 20 Dranienſtr. 31 Frankfurterstr. 115 Brunnenstr. 92 bom 28. d. M. ab Potsdamerstr. 35. 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Die Ansiedelungskommission für Westpreußen und Bofen. Abg. v. Strombeck( C.) iveist auf das ungünstige Ergebnis der Ansiedelungskommission hin. Meine Freunde haben von Anfang an die ungerechte Behandlung der Polen auf das entschiedenste bekämpft, die mit Artikel 4 der Reichsverfassung nicht vereinbar ist. Vielfach handelt es sich im Often aber gar nicht um Germanisierung, sondern um Protestanti sierung. Unter den Ansiedlern befinden fich ca. 70 000 Evangelische und nur 1300 Katholiken.( Hört! Hört! im Centrum.). Polen.) Abg. Kindler( freis. Vp.): Lokales. Den Parteigenossen Berlins und Amgegens Bon den Schattenseiten des Hurrapatriotismus Kaffe ein großer Segen ist für die gesamte Landwirtschaft und das fprechen. Parteigenossen! Am Dienstag von 12-8 Uhr findet die Handwerk. Eine Genossenschaft, die das Geld zu billigem Binsfuß Wahl statt. Hilfskräfte, die dringend gebraucht werden, mögen fich bekommen hat, hat die Harmlosigkeit gehabt, einer Stadt zu einer um 11%, Uhr im Lokal von B. Lange, Wartenbergstr. 67, melden. 50. Sigung vom Sonnabend, den 21. März, 11 Uhr. gutes Geschäft machen.( Seiterkeit.) Eine Aenderung des engeren helminenhof eine öffentliche Boltsversammlung statt. Kommunalanleihe ihr Geld anzubieten; sie wollte dabei natürlich ein Ober Schöneweide. Dienstag, den 24. März, findet in WilAm Ministertische: v. Podbielski. Ausschusses kann ich nicht in Aussicht stellen. Abg. Graw( C.): Die Central- Genossenschaftskasse giebt viel- In derfelben hält der Reichstags- Abgeordnete Genosse Peus einen absolut nicht vorhanden ist. Genossen werden ersucht, sich am Montag 7 Uhr zur FlugblattAbg. Dr. Crüger- Bromberg( freis. Vp.): Es hat mich ge- berbreitung, bei Kaufhold einzufinden. Gleichzeitig werden wundert, daß Herr v. Brockhausen heute Klagen über die Zusammen- die Genossen auf die heute Sonntagabend 7 Uhr bei Kaufhold fehung des engeren Ausschusses geäußert. Als ich im Vorjahre ähn- stattfindende öffentliche Versammlung aufmerksam gemacht, liche Klagen hier vortrug, waren es gerade die Herren von der in der Genosse Waldeck Manaffe referiert über„ Die Lehren Rechten, die mit der Leitung der Preußischen Central- Genossenschafts- des 18. März". Nach der Versammlung: Gesellige Abends tasse zufrieden waren. Herr v. Brockhausen meinte, das landwirt- Unterhaltung. schaftliche Genossenschaftswesen zerfiele in drei Teile: in die Naiffeisen- Genossenschaften, die Haasschen Genossenschaften und den Bund der Landwirte.( Heiterkeit links.) Es ist das erste Mal, daß der Bund der Landwirte hier als gleichwertiger Zweig des Genossenschaftstrejsens bezeichnet wird. Ich halte es nicht für richtig, auf die Genossenschaften einen Druck nach der Richtung hin auszuüben, daß zur Nachricht, daß weitere die Kassen unter allen Umständen Wechsel annehmen müssen. BeAnmeldungen zur Besichtigung der Druckerei fonders für die kleineren Genossenschaften wäre diese Bestimmung vorläufig keine Berücksichtigung mehr finden können. Die Vor fehr verhängnisvoll. Die vom Abg. v. Brockhausen befürwortete merkungen erstreden sich schon jetzt bis in den Monat Mai hinein Centralisierung der Genossenschaftskassen ist unmöglich. Die Stassen Dann befinden wir uns aber bereits in der Wahlbewegung, in de des Bundes der Landwirte z. B. dürfen nicht mit andren Kassen ver- seine ganze Kraft der Partei zur Verfügung zu stellen Pflicht jedes bunden werden. Der Bund der Landwirte ist eine politische Organifation, feine Einrichtungen dürfen mit den impolitischen Genossen- Genossen ist. Daher glauben wir uns in Uebereinstimmung mit schaften nicht verquickt werden.( Sehr richtig! Tints.) Redner führt sämtlichen Genoffen, wenn wir von jetzt ab keine Anmeldungen mehr Stlage über die großen Darlehen, die die Preußische Central- Genoffen- annehmen. Mit Parteigruß schaftskaffe den Kaffen des Bundes der Landwirte gewährt hat. Es Vorwärts", Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., sind dies Darlehen bis zu%. Millionen Mart.( Hört! Hört! links.) Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. Das ist teine gesunde Finanzwirtschaft.( Sehr richtig! links.) Präsident der Central- Genossenschaftstasse Dr. Heiligenstadt: Ein Recht auf Kredit besteht nicht. Die Centralkaffe fühlt sich aber find in der legten Zeit wieder ein paar proben bekannt geworden. berpflichtet, wenn keine wichtigen Bedenken dagegen sprechen, in ein Kreditgeschäft einzutreten. Das Haus würde gewiß damit nicht ein- Wir vermögen zwar an der Erscheinung, die man mit„ Hurraverstanden sein, wenn wir ohne wesentliche Gründe ein Kreditgeschäft patriotismus" zu bezeichnen pflegt, Lichtseiten überhaupt nicht zu ablehnen würden.( Sehr richtig! rechts.) Herr Dr. Crüger fragte, entdecken, sodaß wir hier genau genommen auch nicht von Schattenwie sich die Kasse zu Verlusten stellt. Ich kann erklären, daß die feiten sprechen sollten. Central- Genossenschaftstasse gern Opfer bringt, wenn sie weiß, daß man diese die Kultur unsrer Zeit kennzeichnende Erscheinung im Aber in andren Gesellschaftsschichten hält damit der Handwerker- und Mittelstand gestärkt und gekräftigt wird. allgemeinen für etwas durchaus Wünschenswertes und Notwendiges ( Brabol rechts.) Abg. Ring( f.): Herr Dr. Crüger sagte, politische Organi- und bedauert nur, daß mit ihr zuweilen auch einige Unannehmlichfationen hätten mit dem Genossenschaftswesen nichts zu thun und keiten und Unbequemlichkeiten verbunden find. zielte damit auf die Kassen des Bundes der Landwirte ab. Herrn So wurde kürzlich in der Bossischen Zeitung" geklagt, daß die Crüger erinnere ich in dieser Beziehung an die Genoffenschaftsbant Polizei jetzt die Menge, die jeden Mittag der nach dem Schloß Soergel, Parisius u. Co., in der lediglich Herren fizen, die in ihren ziehenden Wachcompagnie das Geleit giebt, schon unterwegs an bepolitischen Anschauungen Herrn Crüger sehr nahe stehen.( Sehr stimmten verkehrsreichen Punkten der Stadt zurückhält und richtig! rechts.) Die Vorwürfe des Herrn Crüger gegen das land- dabei auch andren Leuten, die wirtschaftliche Genossenschaftswesen find ganz unbegründet. Ich eres eilig haben, den Weg innere Herrn Crüger an den vorjährigen Jahresabschluß der bersperrt. Gewiß, das ist sehr unangenehm; aber die Un Deutschen Genossenschaftsbank Soergel, Parifius u. Co., die mit schuldigen müssen eben stets mit den Schuldigen leiden. Die einem Verlust von 3%, Millionen Mart gearbeitet hat. Sie hat sich eigentlich Schuldigen sind in diesem Falle vielleicht nicht ein bekanntlich an Geschäften beteiligt, die einwandsfrei nicht zu nennen mal die hurrapatriotisch gestimmten Gaffer, die wie die laune, als im trauten Streise einmal darüber gesprochen wurde, wurde Presse ist es, bei der die ihrer Beschäftigung nachgehende find.( Unruhe links. Sehr richtig! rechts.) In der Faschings- Kinder neben dem Militär einhermarschieren. der Vorschlag gemacht, Herrn Dr. Crüger zum Denunziationsrat zu Bevölkerung Berlins fich für solche den Verkehr beeinträchtigenden Die bürgerliche ernennen.( Großer Lärm links. Rufe links: Pfui!) Präsident v. Kröcher: Das dürfen Sie nicht sagen, ich rufe Sie Absperrungen zu bedanken hat und zwar die bürgerliche Presse wegen diefes Ausdrucks zur Ordnung. aller Schattierungen. Die Militäromanie des Berliner Straßen wirtschaftlichen Genossenschaften zu denunzieren.( Rufe links: Pfuil bürgerlichen Blätter nach Paraden und ähnlichen Schauftellungen Abg. Ning: Auf jeden Fall hat Herr Crüger versucht, die land publikums wird durch die phantasievollen Schilderungen, die die Bravo! rechts.) hinterher fein freisinnig- forsches Näfonnieren über die Schlechtigkeit ihren Lesern zu bieten pflegen, fünstlich genährt. Da hilft dann der rücksichtslos absperrenden Polizei, so sehr solche Aeußerungen des Bürgerſtolzes auch dem Spießbürger imponieren. Nähme kein Mensch vom Militär Notiz, so würde sicherlich viel weniger abwerden, sich gesperrt werden. Wenn aber die Neugierigen förmlich animiert Auch meine Partei ist eine Gegnerin der Tendenz der Ansiedelungskommission. Das, was die Ansiedelungskommission leisten sollte, hat sie nicht geleistet; sie hat das Polentum nicht geschwächt, fondern gestärkt.( Sehr richtig!' links.) Wenn die Ansiedelungstommission die Güter teuer fauft, so ist das die beste Widerlegung des Schlagwortes von der„ Not der Landwirtschaft".( Sehr richtig! links.) Die Ansiedelungskommission tritt einseitig für die Landwirte ein; die Klagen des Handels- und Gewerbestandes werden fast immer als übertrieben und unberechtigt bezeichnet. Der Handels- und Gewerbestand wird durch die Ansiedelungskommission aber geradezu Beschädigt; sie errichtet Kaufhäuser, die noch dazu mit Unterbilang arbeiten. Wenn hier die Regierung nicht einschreitet, geht der Handels- und Gewerbestand im Osten zu Grunde.( Bravo! links.) Abg. v. Glebocki( Bole) verliest im Namen seiner Freunde eine Erklärung, die gegen die Politik der Regierung Protest einlegt. Die Belen müssen einen großen Teil ihrer Abgaben heute zu ihrer eignen Bedrückung leisten. Dadurch wird ein Zustand geschaffen, der den einfachsten Regeln der Gerechtigkeit widerspricht.( Beifall bei den Landwirtschaftsminister v. Podbielski: Ich kann mir wohl denken, baß die Herren von der polnischen Frattion angesichts der bevorstehenden Wahlen sich zu einem solchen Protest entschlossen haben. Ich erinnere aber nur daran, wie die polnische Bevölkerung in Galizien die Ruthenen behandelt.( Lachen bei den Polen.) Gegenüber Herrn Kindler gebe ich zu, daß sich gewisse Mißstände herausgestellt haben. So sind die Klagen über die Kaufhäuser berechtigt. Es wäre beffer gewesen, sie wäcen überhaupt nicht begründet. Herr b. Strombeck meinte, das Ergebnis der Ansiedelungskommission sei ein ungünstiges; mit 186 Millionen ließe sich mehr erreichen. Der Herr Abgeordnete vergißt, daß bis jetzt erst 127 Millionen ausgegeben sind. Die Klagen des Herrn v. Strombeck über die ungerechte Behandlung der Katholiken werde ich abzustellen suchen, Gegenüber den Zeitungsnachrichten, es sei eine Berteilung der Ansiedelungskommission beabsichtigt, bemerke ich, daß sich dies zur Zeit noch nicht als notwendig herausgestellt hat. Die Preise der Güter noch nicht als notwendig herausgestellt hat. Die Preise der Güter halte auch ich teilweise für zu hoch. Es gilt aber, der Konkurrenz der polnischen Ansiedelungsbanken zu begegnen. Abg. v. Oldenburg( t.): Meine Freunde sind bereit, die Ostmarkenpolitit der Regierung auf das kräftigste zu unterstützen. Redner markenpolitik der Regierung auf das kräftigste zu unterstützen. Redner wünscht, daß die Ansiedelungskommission in Zukunft schneller arbeitet. Landwirtschaftsminister v. Podbielski: Ich gebe zu, daß das ganze Anaufsgeschäft sich zur Zeit ziemlich langsam abwickelt. Würde man, wie der Vorredner wünscht, die Landwirtschaftskammern auch noch hören, so würde das eine noch größere Berlangsamung bedeuten. Abg. Sieg( natl.): Die Polen beschweren sich über ungerechte Behandlung, die mit der Verfassung im Widerspruch stehen soll. Wenn Sie( zu den Polen) anders behandelt werden wollen, dann schicken Sie nicht Leute wie Herrn v. Glebocki vor. Jedes deutsche Herz muß aufflammen, wenn solche Worte hier fallen.( Bravo!) Abg. Gamp( ft.) schließt sich den Ausführungen des Abgeordneten v. Oldenburg an. Der Ankauf darf sich nicht monatelang hinziehen. An der weiteren Debatte beteiligen sich noch die Abgeordneten 5. Staudy( f.), Dr. Dittrich( C.) und v. Wenzel( f.). Der Etat der Ansiedelungskommission wird bewilligt. Bei der zu dem Etat der Ansiedelungskommission gehörigen Denkschrift bemerkt Abg. Freiherr v. Wangenheim( k.): Der Abg. Dr. Krause will die Aeußerung, daß ein Mann, der auf Krücken geht, nicht in den Reichstag gehöre eine Aeußerung, die sich auf den Fürsten Bismard bezognicht gethan haben. Ich stelle demgegenüber fest, daß der frühere fraktionskollege des Herrn Dr. Krause, der Abg. Schoof, bereit sein wird, die Richtigkeit meiner Behauptung zu be ftätigen. Abg. Dr. Hahn( bei keiner Fraktion): Ich habe selbst mit Herrn Schoof über die Aeußerung des Herrn Dr. Krause gesprochen und Herr Schoof hat sofort festgestellt, daß Herr Dr. Krause diese Aeußerung thatsächlich gethan hat. Trotz aller Versicherung des Herrn Dr. Krause, er habe die Aeußerung nicht gethan, tann ich nicht glauben, daß er bei objektiver Betrachtung Präsident v. Kröcher: Ich kann nicht ermessen, wie das zu dieser Denkschrift gehört.( Sehr richtig! und Heiterfeit.) Abg. Schoof( bei feiner Partei): Ich kann dem Abg. v. Wangen heim nur auf das bestimmteste bestätigen, daß Herr Dr. Krause die Aeußerung gethan hat. Er erklärte...( Burufe: Denkschrift!) Präsident v. Kröcher: Ich kann es dem Abg. Schoof nicht verwehren, zu dem zu sprechen, was eben hier erörtert worden ist. Ich habe vielleicht einen Fehler gemacht, Herrn v. Wangenheim nicht unterbrochen zu haben. Aber Herr Schoof hat entschieden das Recht, hier eine Erklärung abzugeben. Abg. Dr. Grüger( freis. Vp.): Es ist eine objektive unwahrheit, wenn Herr Ring behauptet, ich sei ein Gegner des landwirtschaftlichen schaftsbank hier zur Sprache zu bringen, dazu gehört der ganze Genossenschaftswesens. Die Vorgänge bei der Deutschen Genossen" Mut" des Herrn Ring.( Unruhe rechts.) bericht geschrieben:„ Die Zustände im landwirtschaftlichen Genossen Abg. Ring: Herr Crüger selbst hat in seinem letzten Jahresschaftswefen lassen eine amtliche Untersuchung geboten erscheinen." ( hört! Hört! rechts.) Sierauf wird ein Schlußantrag angenommen. Bersönlich bemerkt Abg. Crüger, daß seine Aeußerungen sich nur gegen einzelne Genossenschaften richteten. Der Etat wird genehmigt, ebenso der Etat der all gemeinen Finanz- Verwaltung und das Etatsgefeb. Damit ist die giveite Etatsberatung beendet. Hierauf vertagt sich das Haus. " an dem militärischen Schauspiel zu weiden, dann wird es mit den Absperrungen, die für arbeitsame Leute in der That lästig sind, so bald wohl kein Ende nehmen. wordene Entrüstung über die Belästigungen, denen der Monarch auf Eben dahin gehört auch die kürzlich wieder einmal laut ge feinen Spazierfahrten und Spazierritten ausgesetzt ist. An sich ist ia diese Entrüftung vollkommen berechtigt. Man soll jedem seine Erholung gönnen, gleichgültig ob er sie im Gehen, im Fahren oder im Reiten sucht, und wir wären ganz damit einverstanden, wenn dem spazierenden Monarchen nicht mehr wie andren Sterblichen Nächste Sizung: Montaa 11 Uhr.( Dritte Statsberatung.) Beachtung geschenkt würde. Aber wenn ein gewisses Bublikum in dieser Schluß 5 Uhr. Beziehung das genaue Gegenteil für geschmackvoll hält, wenn es sich hierbei aufdringlicher benimmt, als dem Monarchen, der Polizei und der bürgerlichen Preffe lieb ist, so erntet man doch Berliner Partei- Angelegenheiten. wieder nur die Früchte beffen, was man gefät hat. Auch hier wird " Achtung, Parteigenossen im zweiten Wahlkreise! Vom 1. April ia mit Eifer und Kluger Berechnung dafür gesorgt, daß der Hurrawird für die Friedrichstadt eine Partei- Spedition eingeführt. Es ist patriotismus immer von neuem Nahrung erhält. Keine Rose ohne daher Pflicht aller Parteigenossen des zweiten Kreises, dahin zu Dornen! So lange gewünscht wird, daß die liebe Neugier vor dem wirken, daß die noch unter den Genoffen gelesenen gegnerischen, Landesherrn stehen bleibt, so lange wird man es schon mit in den Kauf farblosen Blätter verdrängt werden und an deren Stelle der Vor- nehmen müssen, daß dann und wann einmal sich der Hurrapatriotiswärts" im Kreise immer größere Verbreitung findet und durch die mus allzu drastisch äußert. Partei- Spedition Hermann Werner, Mittenwalderstraße 30, bezogen wird, die geschaffen worden ist im Interesse die in der letzten Stadtverordnetenfißung angekündigt wurde, ist den Die Magistratsvorlage über den Urlaub der städtischen Arbeiter, des Kreises und der Partei. Die Genossen, die zum 1. April d. J. den„ Vortvärts" und Stadtverordneten jegt zugegangen. Am 18. September vorigen sonstige Partei- Litteratur bei der Partei- Spedition bestellt, aber Jahres hatte die Stadtverordneten- Versammlung den Magistrat um versäumt haben, bei ihrem bisherigen Privatspediteur abzubestellen, eine genaue Aufstellung der Vertretungskosten ersucht, die durch die am werden hiermit ersucht, bis zum 81. März dem nachzukommen. Für 20. April 1902 erlassenen Urlaubsbestimmungen für einen Urlaub Abg. Dr. Friedberg( natl.): Den Ueberfall, den hier die Ab- die Friedrichstadt kommen folgende Straßen in Betracht: Anhalt von einer Woche entstehen würden. wenn dieser Urlaub erteilt wird geordneten Frhr. v. Wangenheim und Hahn auf meinen Fraktions- straße. Bernburgerstraße. Besselstraße. Charlottenstr. 1-20 und nach zehn- beziehungsweise fünfs, dreis und einjähriger Thätigkeit, freund Dr. Krause unternommen haben, muß ich als unerhört be- 72-99. Dessauerstraße. Friedrichstr. 1-55 11. 200-250. Groß der Arbeiter im städtischen Dienst. Die Vorlage enthält die gezeichnen.( Sehr richtig! links.) Ich war auch in betreffender beerenstraße. Hafen- Platz. Halleschestraße. Hallesches Ufer. Hede- wünschte Zusammenstellung. Die Kosten würden sich danach bei Fraktionssitung und kann mich absolut nicht erinnern, daß Herr mannstraße. Jerusalemerstr. 1-13 u. 41-66. Junterstraße. Klein- einer Thätigkeit von zehn Jahren bei den Gaswerten auf Dr. Krause eine derartige Aeußerung auf den Fürsten Bismard ge- beerenstraße. Königgrägerstr. 17-120. Kochstraße. Lindenstraße. 21 570 M., von fünf Jahren auf 37 293 M., von drei Jahren auf than hat. Herr v. Wangenheim beruft sich auf Herrn Schoof. Herr Markgrafenstr. 1-30 u. 65-107. Mauerstr. 1-7 u. 78-95. Mödern 51 216 M. und einem Jahre auf 72 281 M. belaufen. Bei den WasserSchoof ist aber für meine Fraktionsfreunde und mich kein klassischer straße. Buttkamerstraße. Schönebergerstr. 1-18 u. 23-34. Schüßen- werken würden sich die Kosten auf 8350 M., auf 10 800 m. beztv. Zeuge.( Sehr richtig! links.) straße. Zimmerstraße. 12 250 M. und 15 900 M.( ein Jahr) stellen. Etwas höher find die Abg. Dr. Hahn( bei keiner Fraktion): Wir sind nicht allein auf Die Kommission und die Vertrauensleute. Kosten beim Straßenreinigungswesen. Sie wüden das Zeugnis des Herrn Schoof angewiesen. Zwei frühere Mitglieder Schöneberg. Am Mittwoch, den 25. März 1903, findet für tragen. Bei den übrigen 11 städtischen Verwaltungsstellen sind diese 9387 M. bez. 14 280., 18 816 M. und 25 767 M.( ein Jahr) besämtliche Gewerkschaften Schönebergs eine öffentliche Ver- Vertretungskosten geringer. Insgesamt würde der Magistrat rund Nach weiteren Bemerkungen der Abg. Hahn, Wangenheim, sammlung im Obstschen Lokal, Meiningerstr. 8, statt, in welcher 150 000 W. jährlich aufzuwenden haben, wenn er allen Arbeitern Westermann wird die Denkschrift genehmigt.( Sturz darauf erscheint Reichstags- Abgeordneter August Baudert- Apolda einen Vor- einen Urlaub von einer Woche im Jahre gewährte. Falls die Arbeiter der Abg. Dr. Krause im Saal.) trag über Arbeiterschutz, wie er ist und wie er sein sollte", halten erst nach dreijähriger Thätigkeit einen solchen jährlichen Urlaub beEs folgt die zweite Beratung des Etats der preußischen wird. Ferner soll die wichtige Frage der Beschichtung des Bau- tommen, stellen sich die Kosten auf rund 108 000 W.; bei fünfjähriger Central- Genossenschaftskaffe. arbeiterschutz- Kongresses zu Berlin am Sonntag, den 29. März d. I. Thätigkeit auf 82 700 m. und bei zehnjähriger Thätigkeit auf Abg. v. Brockhausen( f.): Ich verstehe nicht, wie ein freisinniges eventuell Wahl von Delegierten zu demselben besprochen werden. 52 000 m. Aus diesen Zahlen geht flar hervor, wie unbegründet Mitglied dieses Hauses davon reden kann, daß die Landwirtschaft Als dritter Bunkt soll endgültig Beschluß gefaßt werden über die Gr- die Befürchtung war, daß die Kosten, die durch die Urlaubseinseitig bevorzugt wird. Die Resultate der Genossenschaftskaffe sind richtung eines Gewerkschaftskartells für Schöneberg. Siehe In- bewilligung entstehen, ins ungemessene gehen werden. von Jahr zu Jahr gestiegen. Es ist das eine Folge der Entwicklung ferat in der Vorwärts"-Nummer am Sonntag und Dienstag. des Genossenschaftsivesens überhaupt. Es ist in Erwägung zu ziehen, Pflicht sämtlicher Mitglieder aller Gewerkschaften Schönebergs ist es, ob man die Beamten der Genossenschaftstasse nicht gleichstellen kann in diefer wichtigen Versammlung zu erscheinen. mit den Beamten der Seehandlung. Die Genossenschaftstasse darf Bankow Niederschönhausen. meines Erachtens nur kurzfristige Stredite geben. Die Zuſammen schönhausen, Restaurant Ülig, Schwarzer Adler, Blankenburgerstr. 3, Am Mittwoch findet in Niedersetzung des engeren Ausschusses muß geändert werden. Was haben eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen die drei Kommissare des Ministers im Ausschuß zu thun? Man soll statt. Referent ist Genosse C. Legien, das Thema lautet:" Das mindestens noch einen Vertreter aus dem Westen und einen Vertreter aus dem Often hinzuziehen. Verhalten der Reichstagsmehrheit." dieses Hauses und der nationalliberalen Partei bestätigen ebenfalls, daß Dr. Krause das gesagt. " Der Stadtverordneten- Versammlung ist vom Magistrat eine Vors lage über die Nachweisung der Flammen, welche der öffentlichen Bes Gasverbrauchs während des Vierteljahres Oktober/ Dezember 1902 leuchtung dienen, sowie des Umfanges der Gaserzeugung und des zugegangen. Bemerkenswert ist zunächst die gewaltige Zunahme des nur 78 168 Stubifmeter in den letzten 3 Monaten verbraucht wurden, Gasverbrauchs durch Münzgasmesser( Automaten). Während 1901 wurden 1902 in derselben Zeit 979 269 Kubikmeter Gas durch AutoFinanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Die Entwicklung der Lichtenberg. Morgen Montag Boltsversammlung im maten abgegeben. Die Zunahme beträgt danach über 1150 Proz. Central- Genossenschaftstasse ist geradezu ein Unikum in der ganzen Schwarzen Adler( Höflich), Frankfurter Chauffee 120. Reichstags- Durch gewöhnliche Gasmesser wurden in den letzten 8 Monaten 1901 Monarchie. Im letzten Jahr hatte die Staffe einen Umfah von fast Abgeordneter Arthur Stadthagen spricht über:" Die Reichstag 8- rund 45 Millionen Kubikmeter, in derselben Zeit 1902 aber 6 Milliarden Mart.( Hört! Hört!), Dieser Umsatz beweist, daß die wahlen". Genosse Grauer wird über die Gemeindewahlen 49900000 Kubikmeter Gas verbraucht. Die Zunahme beläuft sich demnach auf 10,36 Proz. Die Gaserzeugung betrug in derselben dieser Linien wurde deshalb immer empfindlicher. Die Direktion in den Kopf gefeßt, daß es auch so gehen müsse. Er wies die Seit 1901 rund 541, Millionen Rubikmeter und 1902 fchon 59 650 000 der Großen Berliner Straßenbahn hat deshalb jetzt auch für diese Mahner barsch zurück, und als gleich darauf durch Zufall ein zweiter Rubikmeter, also rund 5 Millionen Kubikmeter mehr, oder 91% Proz. Einsetzlinien ein Unterscheidungszeichen eingeführt. Die Wagen dieser Schußmann dazu kant, hieß es:„ Los, Kollege!" und im Hui ging Von den städtischen Gasanstalten wurden 29 492 öffentliche Linien tragen auf der größeren, für die Nummer bestimmten Signal- es mit dem Widerstandslosen ab." Unfre Gewährsmänner versichern Gasflammen gespeist, die in 22 975 Laternen brannten. Hierzu laterne die Nummer der Hauptlinie, zu deren Ergänzung sie dienen. " Der Etat des Gewerbegerichts zu Berlin für das Etatsjahr 1903 ist in Einnahme auf 3770 M., in Ausgabe auf 31 160 M., also mit einer Mehrausgabe von 27 390 M. festgesetzt worden. Selbstmord in der Strafanstalt. Der 28 Jahre alte Arbeiter August Domke war wegen Beraubung eines Dienstmädchens zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Nachdem er ein halbe Jahr verbüßt hatte, erhängte er sich vorgestern in seiner Zelle in der Strafanstalt zu Moabit. gebracht. Kunstabend statt, welcher sich immer größerer Beliebtheit erfrent. Im Charlottenburger Volkshause findet heute abend 6 Uhr ein Den einleitenden Vortrag über: Lessing als Vorkämpfer geistiger Freiheit hat Herr Dr. May Alberty übernommen. ommen noch 1083 Gasflammen, die in 807 Laternen brannten. Die Nummer der Einseglinie ist halb so groß wie die der Haupt- übereinstimmend, daß der Mann auch jetzt nicht von den Beamten Ferner waren noch 498 Petroleumlampen und 9 Spiritus- Glühlampen linie. Unter der Nummer befindet sich zur Unterscheidung von der getragen wurde, und sind empört über den Anblick, den ihnen dieser rowie 576 elektrische Bogen- und 118 elektrische Glühlampen vor Hauptlinie der Buchstabe" E", d. h. Einsetzug. Transport bot. Unsres Erachtens würde es sich empfehlen, die handen. Der öffentlichen Beleuchtung in Berlin dienten Polizeibeamten einmal gründlich darüber zu instruieren, wie Be am 31. Dezember 1902 nicht weniger als 31776 Flammen und truntene fortzuschaffen sind. Lampen. Benutzt wurden neben 22 000 Glühlichtbrennern, Juwel orenner, Millenniumbrenner, Lucaslampen, Starflichtbrenner Selas a. An genügendem Licht fehlt es demnach in Berlin nicht. Aus dem Fonds für gewerbliche Ausstellungen hat die GewerbeDeputation des Magistrats in ihrer letzten Sigung für 41 Schüler hiesiger Fachschulen insgesamt 290,88 m. zur Beschaffung von ReißFriedenau. Die letzte Gemeindevertreter Sigung zeugen und andren Unterrichtsutensilien bewilligt. Bei den beschränkten Mitteln dieses Fonds konnte leider ein großer Teil der gab u. a. ihre Zustimmung zu einer Polizeiverordnung, durch welche Den Verlegungen erlegen. Der 23 Jahre alte Kanzleibote im ber Straßenhandel in zehn der Hauptsächlichsten Straßen vers Bewerber nicht berücksichtigt werden. Reichs- Marine- Amt, Franz Konzat, der als Invalide aus dem China- boten wird. Damit ist ein Ziel erreicht, daß der GrundbesitzerVom Kriegsschauplatz des Dentschen Tierschutz- Vereins. Ueber das Feldzuge zurückgekehrt war, schoß sich, wie wir damals mitteilten, verein und der Verein der Gewerbetreibenden seit Jahren verfolgen. Dittaturregiment des Generals Köring, das in der letzten General- in der Nacht zum 19. v. M. in der Gastwirtschaft von Dally in der Die Hausbesitzer hoffen dadurch, Mieter für die im Ueberfluß gebauten versammlung des Thierschutz- Vereins so grell in Erscheinung trat, feine Geliebte, die Tochter der Wirtin, sich nicht von ihm ver- treibenden werden eine läftige Konkurrenz los, Linienstraße, auf einem Tische stehend, eine Kugel in den Kopf, weil und deshalb leerstehenden Läden zu bekommen, und die Gewerbeverden nachträglich noch mancherlei interessante Einzelheiten bekannt. welche sie So standen bei der erwähnten Versammlung im Rathause die als abschiedete, Der junge Mann wurde bewußtlos nach der Charité doch zuweilen zwang, mit ihren teilweise geradezu uners Ordner kommandierten Brauer und Fahrer der Happoldtschen Krankenhause am Friedrichshain starb der 23 Jahre alte Stellmacher menten, in diesem Falle gerade der ärmste Teil der Bevölkerung, Dort ist er jetzt an seiner Wunde gestorben. Im hörten Preisen etwas herab zu gehen. Auf die Konsu Brauerei direkt unter der Leitung eines Happoldtschen In- Mar Schwarzenau aus der Kopenhagenerstr. 72, der am 8. d. M. wurde von der Mehrheit der Gemeindevertreter wenig Rücksicht ge= pektors und dieser hatte den Auftrag, sich stets in der Nähe des in der Steinstr. 4 einen Schuß in den Unterleib erhielt, als mehrere nommen. Für die Arbeiterschaft ein neuer Beweis von der NotOberlehrers Neunzig aufzuhalten, so daß dieser den Abend über Männer dem Tapezierer Vincent Balcerowski Steine in seine im Erd- wendigkeit, dort auch vertreten zu sein. Wurde vorläufig auch nur auf Schritt und Trift verfolgt wurde. Die Gültigkeit der an jenem Abend vollzogenen Abstimmungen wird angefochten werden, weil ein geschoß gelegene Wohnung warfen. eine Beschränkung des Straßenhandels erreicht, so weiß großer Teil der Mitglieder- hauptsächlich Anhänger der Opposition Der Neubau der Leffing- Brücke im Zuge der Strom- und Lessing- doch alle Welt, daß der Sturmlauf der Interessenten auf völlige überhaupt keinen Zutritt zur Versammlung fanden. Durch ge- straße, dessen schwierige Bauausführung schon seit Jahr und Tag Beseitigung nicht nur des Straßenhandels, sondern drucktes Anschreiben hatte General Köring an einen Teil der Mit- eine unangenehme Störung des Verkehrs zwischen dem Norden und auch des Wochenmarktes gerichtet ist, um dann die Konsumenten glieder besondere Einladungen versandt mit der Aufforderung, bei der Süden Moabits veranlaßt hat, wird noch im Laufe des Sommers nach Belieben schröpfen zu können. Daß am Ende die GeschäftsAbstimmung über die Decharge- Erteilung nur den mit" Ja" ver- zur Beendigung gelangen und in den ersten Tagen des Juli wird die leute mit zu den Gcprellten gehören und nur die Hausbesitzer den sehenen Zettel, des Vorstandes abzugeben. Andre Bettel, Brücke dem Verkehr übergeben werden. Den schwierigsten Teil der Vorteil in Gestalt höherer Ladenmiete einsacken werden, kommt die etwa den Vermerk Nein" tragen, wurden vom Vor- Arbeit bildete die Herstellung der Fundamente, die nunmehr beendet vielleicht den guten Leuten noch zum Bewußtsein, wenn auch dann stande überhaupt nicht ausgegeben. Weil der General Köring ist, so daß der Bau des Oberlagers zur Ausführung gelangen kann. erst wenn es zu spät ist. wegen testamentswidriger Verwaltung des Mosseschen Legates schon Die Arbeiten sind sämtlich vorbereitet, die Teile der Eisenkonstruktion Die Gemeindevertretung von Friedrichshagen gab in der am in der vorigen Versammlung den Streit wegen Erteilung der fertiggestellt und brauchen diese nur noch zusammengefügt zu werden. Freitag abgehaltenen Sitzung dem Voranschlag des GemeindeDecharge hervorgerufen hatte und von der Opposition scharf an Die Herstellung der Konstruktion nimmt verhältnismäßig wenig Haushaltsetats für das Rechnungsjahr 1903 nach längerer und lebgriffen worden war, so hätte er diesmal aus parlamentarischen und Beit in Anspruch, so daß die Vollendung des Gesamtbaues Ende hafter Debatte ihre Zustimmung. Bei dem Titel, indirekte Anstandsrücksichten auf die Leitung der Versammlung verzichten Juni erfolgen wird. Steuern" wurden die Positionen„ Bier- und Lustbarkeits. müssen. Um so unverständiger und widersinniger war daher auch Die Bücherei der öffentlichen Lesehalle der Deutschen Gesellschaft steuern" gegen die Stimmen der Genossen Albrecht, Barth, die denkbar schroffste Zurückweisung jeder Wortmeldung, Einem mit die zur Klärung der für ethische Kultur, Münzstr. 11, ist im Laufe des Winters durch eine Kramm und Sonnenburg angenommen. strittigen Frage hätte führen bedeutende Schenkung sehr bereichert worden, da der Lesehalle die ca. 600 Unterschriften versehenen Antrag des Haus- und Grundkönnen. Merkwürdigerweise wurde er in der diktatorischen Handhabung der Geschäftsordnung noch unterstützt von dem Amts Bibliothek des ehemaligen Deutschen Turnvereins zu Paris über- befizervereins," die Grundwertsteuer von 4 M. auf 3 M. prorichter Drewes und dem Superintendenten Wegener, die wiesen wurde. Während eine Reihe von Prachtwerken und größere Tausend des Wertes zu ermäßigen, wurde von dem Vorsteher sowie am Vorstandstische saßen. Die Anhänger der Opposition, die wissenschaftliche Werke der Benutzung in der Lesehalle vorbehalten den Vertretern Gröher, Schrammer, Sonnenburg, Abbé und Barth meistens aus Kaufleuten, Kleinen Beamten und Handwerkern bestehen bleiben, ist die Verwaltung doch in der Lage, durch eine größere An- mit dem Hinweise entgegengetreten, daß die beantragte Ermäßigung und deshalb bei Gröffnung der Sizung nicht rechtzeitig zur Stelle zahl von Doubletten auch für häusliche Leftüre sorgen zu können. bei ihrer Annahme unbedingt eine Erhöhung der Einkommensteuer sein konnten, fanden meistens feinen Zutritt zur Versammlung. Der Die Leſehalle ist nach wie vor von 12-8 Uhr mittags, 6-10 Uhr um mindestens 40 Proz. notwendig mache und dadurch eine Be§ 7 des Vereinsstatuts besagt aber ausdrücklich, daß jedes Mitglied abends und Sonntags von 1210-1 und 5-10 Uhr geöffnet. Eine lastung der minderbemittelten Einwohner die Folge sein würde. Der Bei der Gehaltszur Generalversammlung zugelassen werden muß. Demzufolge hätte Leihfarte ist für 10 Pf. nach Ausweis durch Legitimation oder Pfand Antrag wurde einstimmig abgelehnt. für jedermann erhältlich. position des Gemeindevorstehers ersuchte Genosse Barth die Versammlung in dem unzureichenden Saale nicht tagen dürfen. den Vorsteher um Auskunft, warum angesichts der ant Wie übrigens Herr Köring bestrebt war, eine Gegenagitation von Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der dekorative 1. April in Kraft tretenden Erhöhung der Gemeindebeamten- Gehälter vornherein im Reime zu ersticken, erhellt aus folgender verbürgter Vortrag" Das Land Tirol" mit seinen prächtigen naturgetreuen und trotz der vom Vorsteher gegebenen Zusicherung die Löhne der Darstellung: Als Oberlehrer Neunzig mit einem ver Dioramen und Wandelpanoramen am Sonntag, Montag, Dienstag, Gemeinde Arbeiter unerhöht geblieben seien. Genosse schnürten Paket, in welchem sich welchem sich Stimmzettel befanden, Donnerstag und Sonnabend zur Wiederholung gelangen. Am Sonnenburg ersuchte den Vorsteher um Mitteilung, wann er die Treppe emporstieg, rief General Köring, der auf dem Mittwoch und Freitag wird der Vortrag„ Durch Wald und Flur", der Vertretung ein Arbeiterbesoldungs Statut zur Beschlußobersten Treppenabsazz stand, den Brauern 31: Nehmt welcher begleitet ist von Photographien in natürlichen Farben nach fassung vorzulegen gedenke. Der Vorsteher gab die dem Manne das Paket ab, der will hier Flug- dem von Professor Miete praktisch vervollkommneten Dreifarben flärung ab, daß er beabsichtige, sobald die Wasserleitungsblätter verteilen!" Oberlehrer Neunzig protestierte gegen die Verfahren gehalten werden. Jm Hörsaal beginnt am Donnerstag und Kanalisationsarbeiten beendigt seien, der Vertretung ein Wegnahme seines geschlossenen Pakets, wurde aber dann die Treppe Herr Professor Müller einen aus Borträgen bestehenden Cyklus Arbeiterbesoldungs- Statut zu unterbreiten, das die Lohn-, Arbeitshinuntergedrängt. Sein Bruder, Maler Neunzig, und ein" Die wichtigsten Lebensvorgänge in der Pflanzen- und Tierwelt" und Ruhegehaltsbedingungen sämtlicher Gemeinde- Arbeiter in befrieMitglied Schubert, die ihm zu Hilfe eilten, flogen dann einfach mit dem Vortrag" Die Baustoffe des Pflanzen- und Tierkörpers" digender Weise regeln und das auch einen ordnungsmäßigen Betrieb erdie Treppe hinunter. Das herrische Auftreten des Generals Köring und am Sonnabend Herr Dr. Donath einen ebenfalls aus 5 Vor- mögliche. Bei dem Titel„ Pferdebahn- Betrieb" beantragten die führte auch bereits im vorigen Jahre auf der Verbandsversammlung trägen bestehenden Cyklus„ Einige Themata der Experimentalphyfit Genossen Albrecht, Barth, Kramm und Sonnenburg, der Brandenburger Tierschutz- Vereine zu einem Bruch mit dem und physikalischen Technologie" mit dem Vortrag„ Das Einheitsmaß in Anbetracht der stattgefundenen Erhöhung der Gehälter der Charlottenburger Tierschutz- Verein, der seitdem jede Fühlung mit dem der Wärme". Gemeindebeamten vom 1. April ab die Löhne der Pferdes Deutschen Tierschutzverein aufgegeben hat. Die Radrennbahn Treptow eröffnet heute die deutsche Radrenn- bahn- Angestellten um 15 bis 20 Pro3. zu erhöhen. den Antrag und kritisierte in Saison mit einem erstklassigen Berufsfahrer- Rennen. Nahezu alle Genosse Barth begründete bekannten Fahrer werden am Start sein; von ausländischen Fahrern scharfer Weise die äußerst niedrige Bezahlung sowie die ausDer Antrag unsrer ist der Holländer Schilling anwesend, welcher von allen Fahrern gedehnte Arbeitszeit des Pferdebahnpersonals. der Extraklasse gegenwärtig am besten in Form ist. Die Rennen Genossen wurde jedoch gegen fünf Stimmen abgelehnt, dagegen ein Antrag des Schöffen Anklam, zur Erhöhung der Löhne beginnen der frühen Jahreszeit wegen Punkt 3 Uhr. der Pferdebahn- Angestellten 700 Mart mehr in den Etat einzustellen", einstimmig angenommen. Bei der Position„ Schularzt" beantragte Genosse Kramm in ausführlicher Weise mit Rücksicht auf die starke Zunahme der Schülerzahl an den Gemeindeschulen wie auch an den höheren Schulen einen zweiten Schularzt anzustellen und die hierzu erforderlichen Mittel in den Etat einzustellen. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, vorläufig von der Anstellung eines zweiten Schularztes abzusehen, jedoch an Stelle des bisherigen Arztes einen andern anzustellen. Derselbe ist verpflichtet, nach vierteljährlicher Thätigkeit der Vertretung Bericht zu erstatten. " = V Ers Eine Forderung in Höhe von hundert Mark an das Deutsche National- Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels wurde von einer Warschauer Agentin gestellt, weil es, wie wir seiner Zeit berichteten, eine junge Französin auf dem Bahnhof Friedrichstraße augehalten und ihr von der Weiterfahrt nach Warschau abgeraten hatte, schon deswegen, weil sie nur auf Grund eines ungültigen Feuerbericht. Freitagabend gegen 8 Uhr wurde die Wehr nach Vertrages zu der Reise veranlaßt worden war. Wie richtig seitens der Brunnenstr. 84 gerufen. Hier war in einem Keller ein Brand des deutschen National- Komitees in diesem Falle vorgegangen ist, ausgekommen, der bei Ankunft des ersten Löschzuges schon eine beweist der Umstand, daß nach einer nunmehr hier eingetroffenen größere Ausdehnung erlangt hatte. Allerlei Gerümpel, Kisten, Meldung aus Warschau die angebliche Baronin, bei welcher das Bretter, Verpackungsmaterial 2c. stand in Flammen. Es mußte daher junge Mädchen in Stellung treten sollte, eine Stellenvermittlerin ist, über eine Stunde Wasser gegeben werden, bevor die Gefahr beseitigt deren Geschäfte mit Mißtrauen zu beobachten sind. Es ist dies war. Zu derselben Zeit war in der Neuen Jakobstr. 7 durch die dieselbe Stellenvermittlerin, welche die erwähnte Forderung an Explosion einer Petroleumlampe ein Feuer entstanden, das Hauptdas deutsche National- Somitee gestellt hat, die natürlich zurück fächlich Decken und Möbel beschädigte. Gardinen und Kleidungsstücke gewiesen ist. Daß der„ nervöse Uebereifer", welcher sich bei der gingen vorher am Kurfürstendamm 5 in einer Wohnung in Flammen Verfolgung geltend machen soll, Seelenverläufern recht unangenehm auf. Gegen Abend mußte in der Buttmannstr. 13 im zweiten Stod Kann ein getaufter Jude christlichen Religionsunterricht erteilen? Um ist, beweisen anonyme Postkarten, welche dem Deutschen National- ein Brand beseitigt werden, der den Fußboden und die Balkenlage diese Frage handelte es sich am Freitag in der Sitzung der Pots Komitee aus Warschau zugegangen find. Wenn wirklich einmal ein ergriffen hatte. Betten hatten gleichzeitig in der Neuen Hochstr. 44 Damer Stadtverordeten- Versammlung. Schon bei früheren GeFehlgriff vorkommen sollte, so schadet dies gar nichts gegen in einer Schlafstube Feuer gefangen. Unfug am öffentlichen Feuer- legenheiten war von dem antisemitischen Stadtverordneten Kaufmann über dem großen Nutzen, welchen das Brachlegen der Sklaven- melder lag einer Alarmierung zu Grunde, die die Wehr Sonnabend- Ernst Frölich zur Sprache gebracht worden, daß in der Gemeindejäger schafft. früh gegen 5 Uhr nach der Jahnstraße führte. Der Thäter konnte ichule VI der ehemals jüdische Lehrer Silberstein, welcher sich nur leider nicht ermittelt werden. Außerdem hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden noch von einigen andren Stellen Alarmierungen zu verzeichnen, die indés auf ganz geringfügige Anlässe zurückzuführen Noble Bezahlung. Das Kies- und Fuhrgeschäft von E. Rentner, SO., Lohmühlenstraße 26, sucht in einem hiesigen Batt durch eine Annonce für die Nachmittagsstunden von 5-10 Uhr einen„ tüchtigen Buchhalter" gegen eine Monatsgage von 30 Mart. Das macht pro Stunde die enorme Summe von 23 Pfennigen! Meisterstück eines Jnnungshelden. Von der Branchenkommission der Bilderrahmenmacher des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes wird uns mitgeteilt, daß in der Rahmenfabrik von H. Gost u. Co., Kurwaren. Hus den Nachbarorten. deshalb habe taufen lassen, weil er sonst keine Anstellung erlangen fonnte, christlichen Religionsunterricht erteile. Bom Magistrat war auf diese Angelegenheit nicht weiter eingegangen, weshalb dieselbe nunmehr von dem Stadtverordneten Japel bei der Etatsberatung aufs neute angeschnitten wurde. Vom Magistrat wurde nun geltend gemacht, daß die Beschäftigung des Lehrers von der Schulaufsichtsbehörde kontrolliert werde und daß der Lehrer Silberstein von der königlichen ReDer polizeiliche Transport eines Betrunkenen. In Rigdorf hat in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag unterrichts erachtet sei. Stadtverordneter Frölich erachtete weite gierung nicht als ungeeignet zur Erteilung des Religionss fürstenstraße 146, ein faum faßliches Stück Preisunterbietung statt die Art, in der zwei Schutzleute einen Betrunkenen zur Polizeiwache Kreise der christlichen Bevölkerung durch diese Art von Unterrichtsgefunden hat. Daſelbſt find 2000 Stiid Blafate einzulegen. Diese Arbeit ist von den Rahmenmachern, falls wenig zu thun ist, immer brachten, bei mehreren Augenzeugen( von denen uns vier ihre Adresse erteilung beunruhigt, da Silberstein nicht aus Ueberzeugung Christ mitgemacht worden. Das sollte auch jetzt so geschehen, der Arbeits- zur Verfügung gestellt haben) starke Erregung hervorgerufen. Nach geworden sei, sondern nur um eine Anstellung zu finden. Stadt Lohn hierfür war auf 3 bis 4 Pf. pro Stück normiert. Nun fand der Darstellung, die man uns darüber giebt, ging gegen 1/12 Uhr verordneter Geh. Rechnungsrat Hinze hielt Froelich entgegen, daß fich aber der Innungsmeister Neuter, Kurfürstenstr. 110, der sich ein Mann, der dem Glase zu fleißig zugesprochen hatte, singend Silberstein seit 20 Jahren getauft sei, warum, das habe derselbe verpflichtete, diese Arbeit für 1/3 Bf. herzustellen. durch die Hermannstraße. Als ein Schußmann ihn zur Ruhe ver- mit seinem Gott abzumachen, als Lehrer habe er sich stets bewährt. Welchen Lohn mag dieser Jnnungsmann wohl seinen Gesellen wies, schwieg er und schwankte weiter. Die Stadtverordneten- Versammlung sei keine Antisemiten- Versammzahlen, wenn man in Betracht zieht, daß obige Rahmenfabrik zu hemmte er seine Schritte und schickte sich an, noch einmal einzu- Stadtverordneten- Versammlung bereitete schließlich der Debatte daVor der nächsten Kneipe lung und lasse sich nicht ins Schlepptau nehmen. Der Vorsteher der ihren Einrahmungsarbeiten ausschließlich jugendliche Arbeiter beschäftigt und besagte Arbeit von diesen hergestellt wird und sich kehren, aber ehe es dazu kam, hatte ihn schon der Schutz durch ein Ende, daß er erklärte, es handle sich um Personenfragen, mit fräftiger Faust der ihm gefolgt war, am die nicht öffentlich zu erörtern wären, weshalb die Fragesteller bei trotzdem gegen die Innungsmeister- Arbeit um so viel höher stellen mann, würde. Kragen gepact. Es mag sein, daß der Beamte, der andrer Gelegenheit wiederkommen mögen. Herr Frölich scheint ganz vergessen zu haben, daß das ChristenBrauerei- Arbeiter als„ Ordner". Der Centralverband deutscher vielleicht zu den Temperenzlern oder gar zu den Abstinenzlern geBrauerei- Arbeiter schreibt uns:" In Nr. 65 des„ Vorwärts", zweite hörte, ihn vor Schaden bewahren wollte. Die nächste Wirkung tum bereits in feinen Uranfängen sozusagen durch„ getaufte Juden" Beilage, wird im Versammlungsbericht des Thierschutz- Vereins ge- seines thatkräftigen Einschreitens war jedoch die, daß der Betrunkene geben, die den Religionsunterricht in der Boltsschule erteilen, ohyer gelehrt worden ist. Uebrigens soll es eine ganze Anzahl Lehrer schrieben, daß der Vorstand eine Anzahl Brauerei- Arbeiter als hinstürzte und liegen blieb. Ob er sich verlegt hatte und deshalb besonders überzeugte Chriſten zu sein. Diesem die Gesinnungsgenossen Ordner angeworben habe. Weiter unten bemerken Sie treffend: nicht aufstehen konnte oder ob er zu stark betrunken war, ließ sich des Herrn Frölich beunruhigenden Uebelstand wäre am radikalsten Bedauerlich ist es allerdings, daß sich Brauerei- Arbeiter zu der Rolle im Augenblick nicht entscheiden. Aber es wird ja festzustellen sein, dadurch abzuhelfen, daß man, wie das die Socialdemokratie fordert der Rausschmeißer hergegeben haben. Nach eingeholter In- ob und eventuell in welchem Zustande in der Nacht vom Donnerstag und wie das in Frankreich bereits der Fall ist, den Religionsformation fönnen wir feststellen, daß sich unter dieſen kein einziger zum Freitag durch das Polizeibureau der Selchowerstraße ein Mann unterricht überhaupt aus dem obligatorischen Unterricht entfernte unserem Verband angehöriger Brauerei- Arbeiter befunden hat. Wenn in ein Krankenhaus eingeliefert worden ist. Der Beamte hat nun und es den Eltern freiſtellte, ihren Kindern durch Personen Religionsfich das auch schließlich von selbst verstehen sollte, wäre es uns doch zunächst den Transport des jetzt völlig hilflosen Mannes nach der unterricht erteilen zu lassen, die ihrem Geschmack am meisten zuEr that das in der Weise, neigten. Polizeiwache zu bewerkstelligen. lieb, wenn Sie davon Notiz nehmen würden. E- Züge bei der Straßenbahn. Die Numerierung der Linien daß er den Betrunkenen am Oberkörper packte und ihn hinter sich Der Selbstmord einer Schauspielerin, der am Freitagabend in der Straßenbahn ist bekanntlich seit längerer Zeit vollständig durch her zog. Anders ließ sich das wohl auch kaum machen, wenn ein Potsdam vorgekommen ist, dürfte in den weiteren Kreisen Aufgeführt, soweit sie die fahrplanmäßig und regelmäßig betriebenen einzelner den Mann fortschaffen sollte; aber einigen Passanten sehen erregen. Zu Beginn der Wintersaison hatte der Direktor Linien betrifft. Die Kennzeichnung der Linien der Straßenbahn durch Nummern war aber bisher noch nicht eine ganz vollständige, erschien diese Art, einen Menschen zu transportieren, denn doch nicht spielerin Mizi Weiß für Kleinere Rollen engagiert. Dieselbe ist die da die sogenannten Einsetzüge mit einer leeren Nummernscheibe mehr menschlich, und sie ersuchten deshalb den Schußmann, eine Tochter eines Schauspielers, welcher früher selber in Potsdam am berkehrten. Diese Einsetzzüge, die zur Bewältigung des ver- Droschte zu beinigen. Einer der Herren( der uns gleichfalls seine töniglichen Schauspielhause engagiert war, jest aber in Magdeburg mehrten Verkehrs in der Stadt während einzelner Stunden ver- Adresse zur Verfügung gestellt hat) erbot sich sogar, die Droschte thätig ist. Derselbe hatte sich erst vor furzer Zeit mit einer noch fehren, vermehren sich ständig. Das Fehlen einer Kennzeichnung aus eigner Tasche zu bezahlen, aber der Beamte hatte es sich wohl jugendlichen Schauspielerin wieder verheiratet, was seiner Tochter Klage Karte = Neues tgl. Opern- Theater. Sonntag, 29. März: Die Räuber. Schiller Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag: Jugend. Sonntagabend: Doktor Klaus. Montag: Don Gil. Dienstag: Don Gil. Mittwoch: Das zweite Geficht. Donnerstag: Don Gil. Freitag: Don Gil. Sonntagabend: Der Probekandidat. Montag: Don Gil. Sonnabend: Das zweite Gesicht. Sonntagnachmittag: Wilhelm Tell. Veranlassung gab, den Versuch zu machen, ein eignes Engagement| zuerst eingereicht waren, wirklich nicht die allgemein üblichen Zöhne Bustände am Orte. Wegner machte u. a. auf die Bestimmung auf zu finden. Mizi Weiß war ein lebensfrohes Mädchen, den man nicht zahlen. Daher wäre es überflüssig gevesen, gleich die Leute in so merksam, daß sämtliche Hausbesizer verpflichtet sind, den Bürgersteig zutraute, daß es lebensmüde sei. Sie fuhr in Gesenschaft einer vielen Betrieben auszusperren. Zwar sei die volle Höhe der vor ihrem Grundstück in ordentlichem Zustande zu erhalten, trotzdem jüngeren Kollegin häufig nach Berlin und amüsierte sich dort im gestellten Forderungen nicht zu billigen, jedenfalls feien diese ist dieses aber in der Wilhelm- und Streustraße, wo sich eine größere Kreise von Verehrern. In dem Herzen des Lebenslustigen Mädchens aber nur deshalb so hoch geschraubt, weil die Arbeiter wohl Fabrik befindet, noch nicht geschehen, und ist das Passieren dieser hatte aber die Liebe feste Wurzeln geschlagen, und zwar hing fie geglaubt haben mögen, daß ihnen bei Straßen des Abends oder bei Regenwetter geradezu gefährlich. mit großer Leidenschaft an dem jugendlichen Liebhaber des bei etwaigen gütlichen Potsdamer königlichen Schauspielhauses, Albert Köhler, ohne daß Unterhandlungen davon doch noch ein Teil abgeknapst würde. Arbeiter Bildungsschule Berlin. Heute abend 6 Uhr im Gewerk dieser diese Liebe erwidert hätte. Dieser jugendliche Schauspieler ist Zur Annahme gelangte eine Resolution, in welcher diese Aus- vortrag, Gesang, Recitationen.( Näheres siehe im Inseratenteil.) Der ausschaftshause, Engel- Ufer 15: eine Abend. Künstler- Konzert, Fest gegenwärtig in Potsdam der Liebling aller Backfische und vieler heran- führungen näher specialisiert sind und in der sich die anwesenden gefallene Unterricht in Geschichte wird am Donnerstag, den 26. d. Mts., wachsender junger Mädchen. Er erhält vor seiner Wohnung häufig Fräsereibesitzer verpflichten, gegen den Obermeister der Tischler- der in Rede Uebung am Freitag. den 27. d. Mts., nach geholt. Fensterpromenaden und die Schwärmerei für diesen Liebhaber ging Junung, Herrn Rahardt, wegen Verrufserklärung und Ge-( E. S. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 9. Sonntag, den 22. März, vorm. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. so weit, daß der Direktor der höheren Mädchenschule den Schüle- schäftsschädigung klagbar zu werden. rinnen der oberen Klassen den Besuch der Köhlerschen Benefiz- der Mit der Durchführung 10 Uhr, bei Fischer, Waldstr. 8: Mitgliederversammlung. vorstellung untersagte. Mizi Weiß sah ein, daß ihre Liebe hoffnungseine ist dreigliedrige Kommission beauftragt Allgemeine Familien Sterbekasse zu Berlin. Heute Zahltag bei Los sei, und dies hat sie anscheinend am Freitag zum Selbstmord worden. Bemerkt sei noch, daß von Herrn Rahardt Dieke, Ackerstr. 123, und bei Liebehenschel, Mariannenstr. 48, von 3-6 Uhr, getrieben. Bevor sie gegen Abend zum Theater ging, faufte sie sich in eine Arbeiter Samariterkolonne( gegründet 1888). Montag, den eingegangen war, durch die er fich ge 23. März, abends 9 Uhr, in der Filiale Brunnenstr. 41, Restaurant Liezke: einer Droguenhandlung eine kleine Flasche Karbolsäure, welche sie wissermaßen bei den geächteten Herren dadurch entschuldigte, Bortrag des Frl. Dr. Wygodzinski über: Strantenpflege. Nach dem in der Garderobe des königlichen Schauspielhauses austrant. Sich daß er gegen sie nur als ausführendes Organ des Inmungs- Vor- Vortrage praktische Uebungen. in heftigen Schmerzen windend wurde die junge Schauspielerin auf standes gehandelt habe. Der Inhalt der Karte verfing bei den Angefunden und sofort nach dem städtischen Krankenhause gebracht, wesenden jedoch nicht, im Gegenteil, er wurde mit mehr oder minder woselbst man Versuche machte, die Folgen der Vergiftung zu be gefalzenen Schmeicheleien" kommentiert. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. feitigen. Dies gelang. indessen nicht, da Fräulein Weiß anscheinend Königliches Opernhaus. Sonntag: 9. Sinfonie- Abend der königl. auch noch Arsenik genommen hatte. Unter schrecklichen Qualen verKapelle. Mittags: Matinee. Montag: Carmen. Dienstag: Luise. Mittstarb dieselbe nach einigen Stunden. Die Leiche wurde vorläufig Auf zur Reichstagswahl. Zur Einleitung der Wahlkampagne woch: Der Freischüß. Donnerstag: Die Meistersinger von Nürnberg. beschlagnahmt und der Vater des unglücklichen Mädchens von dem im ersten Wahlkreise fand am Mittwoch in Cohns Festfälen Freitag: Mignon. Sonnabend: Das war ich. Wiener Walzer. Sonntag: Vorfall benachrichtigt. eine Boltsversammlung ſtalt, in het Reichstags- 26geler Zuiſe. Montag: Der fliegende Holländer. Königliches Schauspielhaus. Sonntag: Geschlossen. Montag: Wolfgang Heine über das obige Thema sprach. Zunächst König Heinrich V. Dienstag: Gyges und sein Ring. Mittwoch: Egmont. Hus der Frauenbewegung. beleuchtete der Redner die Stellung der gegnerischen Parteien, die Donnerstag: Die Welt, in der man sich langweilt. Freitag: Ein Sommer nur als ihr einziges Ziel den Kampf gegen die Socialdemokratie nachtstraum. Sonnabend: Das große Licht. Sonntag: Im bunten Rock. betrachten und, unter Verleugnung aller Parteigrundsäße zusammen- Montag: Die Journalisten. Arbeiterinnen Berlius, wahret Eure Rechte! geschmiedet, eine antisocialistische Liga bilden, so daß z. B. die Liberalen so tief gesunken sind, daß sie ihre Mandate von der Gnade Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, die zum Schuße der des Centrums, von ihren entschiedensten Gegnern, erbetteln müssen. Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlassen sind, werden viel- Die schlimmsten unter den vielen Feinden des Volkes nennt der fach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Nechte der Redner die gefährliche Scharfmacherclique im Bund der Industriellen. Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Dieselben Leute, die jüngst wieder auf ihrer Delegierten- Versammlung mit solcher Frechheit gegen die Rechte des Volkes aufgetreten find, üben auch einen maßgebenden Einfluß auf die Politik aus. Ihr Bestreben, das darauf hinausgeht, das arbeitende Bolf zu einer Art von Heloten herabzudrücken, über die eine kleine Clique von Kapitalisten die unbedingte Herrschaft ausübt, bildet eine Gefahr für unser eigenartiges westeuropäisches Geistesleben, für unsre gesamte Kultur, deren Rettung als eine gefchichtliche Aufgabe der Socialdemokratie zufällt. So ist denn unsre Partei nicht nur eine Partei für die Klassenintereffen der Arbeiterschaft, sondern zugleich die Vertreterin des Fortschritts auf allen Gebieten und für alle Klassen. Neues Theater. Allabendlich: Die Kreuzelschreiber. Sonntag, den Der Kampf, den sie führt, gründet sich auf Ehrlichkeit, sie will dem 22. März, nachmittags: Ledige Leute. Sonntag, den 29. März, mittags: Volt keine Wunder versprechen; ihre Ideale und ihre Taktik beruhen Nachtasyl. auf den Gesezen der geschichtlichen Entwicklung. Jeder Einsichtsvolle, Berliner Theater. Sonntag: Zimandra. Agnes Sorma. Montag: dem die Entwicklung unsrer Kultur, dem das Schicksal unsrer Nation Alt- Heidelberg. Dienstag: Timandra. Agnes Sorma. Mittwoch: Nora. Agnes Sorma. Donnerstag: Timandra. Agnes Sorma. Freitag: Altam Herzen liegt, muß bei den bevorstehenden Wahlen für die rings Heidelberg. Sonnabend: Lektes Gastspiel Agnes Sorma. Unbestimmt. von Feinden umgebene Socialdemokratie eintreten. Der gehaltvolle Sonntagmittag: Borstellung der Lessing- Gesellschaft. Sonntagabend: AltVortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Zur Diskussion Heidelberg. verlangte niemand das Wort. Der Ertrag der Tellersammlung Theater des Westens. Sonntagnachmittag: Troubadour. Sonntag. wurde auf Beschluß der Versammlung dem socialdemokratischen abend: Figaros Hochzeit. Montag: Der Bettelstudent. Dienstag: Fra Wahlfonds des ersten Wahlkreises überwiesen. Der Vorsitzende Diavolo. Mittwoch: Der Zigeunerbaron. Donnerstag: Fidelio. Freitag: Oppel schloß die Versammlung mit der Aufforderung, unermüdlich Fra Diavolo. Sonnabend: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonntag für die Socialdemokratie und ihren Kandidaten, Gen. Dr. Arons, nachmittag: Der Freischüß. Sonntagabend: Gasparone. Montag: Der zu agitieren. Hygienische und Schuhmaßregeln. Arbeitsräume, Betriebs- Charlottenburg. Eine sehr gut besuchte Versammlung des Vervorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften sind so einzurichten und bandes der städtischen Arbeiter fand am Freitag im Voltshause zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben statt, um Stellung zu der neuen Statutenvorlage des Verbandsund Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute vorstandes 811 nehmen. Verbandssekretär Schubert be Luft, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso find gründete eingehend die Vorlage, indem er betonte, daß es Schußvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren das Bestreben auf der Höhe der Zeit stehender Gewerkschafts- 29. März, nachmittags: Einafter und Serenissimus Zwischenspiele. Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umkleiden und organisationen sein müßte, durch Einführung bon Unternach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter stüßungskassen für die materielle Besserstellung der Mitglieder zu und 29. März, nachmittags: Die Liebesschaukel. getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnis- sorgen. Wenn auch die städtischen Arbeiter bei den Kommunen Central Theater. Allabendlich: Gräfin Pept. Sonntag, den 22. und anstalten müssen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet die Forderung erheben, daß bezüglich ihres Lohn- und Arbeits- 29. März, nachmittags: Die Schöne von New York. sein, daß Sitte und Anstand nicht verlegt werden. Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schuße erLassenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten Das Gesetz bestimmt: Die Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden von Sonnund Festtagen nur 10 Stunden, und es muß die Arbeitsstätte an diesen Tagen bis spätestens 5/2 1hr verlassen sein. Jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren dürfen täglich nur 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je stündiger Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. Kündigungen und Entlassungen. Gründe für sofortiges VerLassen der Arbeit sind z. B.: Unfittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter, Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, unregelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Beschäftigung usw. Die Kündigungsfrist beträgt 14 Tage; sie kann durch gegenfeitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungsfristen bestehen, müssen sie für beide Teile gleich sein. Ausstellung von Zeugnissen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein Zeugnis über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; besondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge haben können, sind ungesetzlich und zurückzuweisen. Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die sichtbar aushängen muß, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe muß der Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. werden. Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende Personen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachteile für ihre Existenz auf Beseitigung der Mißstände in den Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegenzunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. halten! Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim geBeschwerden nehmen entgegen: Frl. Baader, Bellealliancestraße 95, H. III. Frau Bauschke, Rostoderstr. 43, Quergeb. I. Frau Dr. Weyl, Lothringerstr. 67, I. Frau Luz, Waterloo- lifer 9, im Laden. Frau Mesch, Lychenerstr. 3, linker Aufg. IV. Frau Tiek, Blumenstr. 63, I rechts. Fri. Heidemann, Alte Jakobstr. 118. IV. Frl. Grünberg, Köpniderstr. 8b, IV. Frau Jeeze, Rirdorf, Steinmetztraße 120, Hof I. Frau Schmidt, Charlottenburg, Wilmersdorferstraße 130. Die Gewerbe- Inspektions- Assistentinnen Frl. Reichert, EngelUfer 4, Frl. Kummert, Georgenkirchplatz 21, Frl. v. Bennigsen- Förder, Prinzen- Allee 88, find für Arbeiterinnen allein jeden Donnerstag von 7-8 Uhr abends und jeden ersten Sonntag im Monat von 9-10 Uhr vormittags zu sprechen. Die Beschwerdekommission der Arbeiterinnen Berlins. Schiller- Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag nachmittag: Don Carlos. Sonntagabend: Heimat. Montag und Diens tag: Wohlthätige Frauen. Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend: Der Meister von Palmyra. Sonntagnachmittag: Heimat. Sonntag abend und Montag: Der Meister von Palmyra. Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Die Weber. Sonntag abend: Der Schleier der Beatrice. Montag: Monna Banna. Dienstag: der Beatrice. Freitag: Monna Banna. Der Biberpelz. Mittwoch: Monna Vanna. Donnerstag: Der Schleier Sonnabend: Der arme Heinrich. Sonntagnachmittag: Es lebe das Leben. Sonntagabend und Montag: Monna Banna. Karneval in Rom. Thalia- Theater. Sonntag und Montag: Der Camelienonkel. Bon Dienstag ab allabendlich: Der Posaunenengel. Sonntag, 22. März, nachmittags: Der Veilchenfresser. Sonntag, 29. März, nachmittags: Maria Stuart. Residenz- Theater. Allabendlich: Lutti. Sonntag, 22. und 29. März, nachmittags: Seine Kammerzofe. Lessing- Theater. Allabendlich: Der blinde Passagier. Kleines Theater. Allabendlich: Nachtasyl. Sonntag, den 22. und Trianon- Theater. Allabendlich: Die Notbrücke. Sonntag, den 22. Belle Alliance- Theater. Allabendlich: Bid und Pocket. abend: Preciosa. Quisen- Theater. Sonntagnachmittag: Rumpacivagabundus. Sonntag Montag: Preciosa. Dienstag: Die Maschinenbauer von Berlin. Mittwoch: Der Jongleuer. Donnerstag: Der Raub der Sabinerinnen. Freitag: Faust. Sonnabend: Der Jongleur. Sonntags nachmittag: Der Fall Clémenceau. Sonntagabend: Robert und Bertram. Montag: Lumpacivagabundus. Carl Weiß- Theater. Allabendlich: Der Liebe Gebot. Sonntag, 22. März, nachmittags: Ilse Römer. Buntes Theater. Mittwoch und Freitag: Logenbrüder. Sonst all abendlich: Der Zeibalte. Sonntag, 29. März, nachmittags: Winterschlaf. Alexanderplatz- Theater. Allabendlich: Mein Sohn, der Herr Lieutenant und Sonntagmorgen. HOL Briefkaften der Redaktion. verhältnisses Normen geschaffen werden, die gleich wie bei den Beamten dazu angethan sind, in Krankheits- und Sterbefällen den betreffenden Arbeiter resp. seine Hinterbliebenen vor Not und Sorgen zu schüßen, so wäre es jedoch unpraktisch, bis zur Einführung dieser sog." Wohlthaten" zu warten. Bei der socialpolitischen Rück ständigkeit unsrer bürgerlichen Gesellschaft ist nicht zu erwarten, daß in den Gemeinden sobald eine dahingehende Aenderung Plaz greift. Mit Freuden sei es daher zu begrüßen, daß auf der bevorstehenden Generalbersammlung die Einführung einer Sterbe- Unterstüßung beraten werden folle. Die Erfahrung habe gelehrt, daß man der auch in unserm Verbande vorhandenen Fluktuation der Mitglieder nur dadurch begegnen kann, daß man ihnen gewisse materielle Vorteile in Aussicht stellt. Auch Urania Theater, Taubenstr. 48/49. Mittwoch und Freitag: Photodie Erhöhung des Beitrages um 5 Pf. pro Woche habe die Miß- graphien in natürlichen Farben. Sonst allabendlich: Das Land Tirol. ſtimmung verschiedener Kollegen hervorgerufen. Als ob bei einer solchen Apollo Theater. Täglich: Indien in Europa, Cake- Walk. Außerdem Dienstag: Frau Luna. Mittwoch: Die minimalen Erhöhung die Eristenz des Verbandes in Frage gestellt Montag: Die schöne Galathee. schöne Galathee. Donnerstag: Natiris Hochzeit. Freitag: Die schöne fei. Die organisierten Arbeiter würden erstaunen, wenn sie erführen, Galathee. Sonnabend: Lysistrata. Sonntag: Die schöne Galathee. daß der Verband mit seinen minimalen Beiträgen so erhebliches Sonntag, 29. März, nachmittags: Frau Luna. geleistet habe. Wenn auch mit Unterstüßung socialdemokratischer Vertreter in Gemeinden vieles für die städtischen Arbeiter geschaffen Sprechzeit jeden Mittwochabend von 7-9 Uhr. I werde, so darf man eben nicht vergessen, daß deren Vorgehen auch Gewerkschafts- Bureau, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, eine natürliche Grenze findet, da sie zu guterletzt doch nicht nur für im Laden. Vormt. 9-1 und nachin. 6-8 Uhr. diese da sind. Die Folge ist, daß die gelverkschaftliche Organisation 5. B. 165. 1. Ja. 2. Die See ist die offene See, also ein Meer. 2. V. F. Lassalle geb. 11. April die Vertretung der Interessen zu übernehmen hat, und das kann Der See bezeichnet ein Binnenwasser. eben nur geschehen, wenn der Vorstand nach jeder Richtung hin in den 1825.- 125. Accumulation, Anhäufung, z. B. des Kapitals. Stand gesetzt wird, fein möglichstes zu thun. Agitation muß Juriftifcher Teil. getrieben werden, statistisches Material bearbeitet und besonders die Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Zeitung zu einem wirklichen Spiegelbilde unsrer socialen Verhältnisse von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. umgestaltet werden. Wer sich vor diesen Auf- und Ausgaben scheut, Aufklärung. Die zuständige Behörde ist die Polizeibehörde. ist einfach noch nicht durchdrungen von dem Wesen einer Gewerk- Lassen Sie die Impfung vornehmen. Ch.. 111. 1. Verjährung liegt schafts- Organisation. Durch ihre Zustimmung bekundeten die An- nicht vor. 2. Solchen Anspruch geltend zu machen, fönnen Sie versuchen. A. K. 10. Durch einen wesenden ihr Einverständnis mit der neuen Statutenvorlage, wie Db er auch heute noch zulässig ist, ist streitig. Vergleich würde die Klage beseitigt werden. Es ist einem solchen Zu denn auch in der ziemlich lebhaften Diskussion nur Monitas gegen Stimmung des Vormundes, und des Vormundschaftsgerichts erfolgen. 5. R. 100. Ratsam ist ein Paß( durch die Polizeibehörde) und der Besitz unerhebliche Bestimmungen erhoben wurden. von etwa 400 Mark. M. G. 50. Wenn Sie bolljährig( älter als Schöneberg. In der am 17. März bei Obst abgehaltenen Ber- 21 Jahre) find: Beim K. Gite folche Pflicht haben Sie nicht. 23. ſammlung des socialdemokratischen Wahlvereins wurde vor Eintritt Der Pfarrer kann beim Gericht selbst anfragen. F. A. 85. Wenn die 15 M. als Geldstrafe bezahlt worden, so ist eine in die Tagesordnung des verstorbenen Genossen Lesser gedacht. An Stelle des Genossen Reiche, welcher sein Amt als Schriftführer Anrechnung der Summe auf die Kosten oder eine Berhaftung unmöglich. G. 40. 1. Ja, Sie können aber schriftlich bei der Steuerdeputation Alsdann hielt Adolf Geck Niederschlagung beantragen. 2. An irgend einen Notar. niedergelegt hat, wurde Marr gewählt. 5. I. M. einen Vortrag über das Thema: Was lehrt uns der 18. März?" Für vier Jahre. Prenzler. Für die Betreffenden ist zur Zeit Berlin Zum Schluß seiner Ausführungen kam der Referent auf die bevor- Unterstüßungs- Wohnsiz. Kodack. Berufung ist in Strafsachen innerhalb stehenden Reichstagswahlen zu sprechen. Mit der Aufforderung, einer Woche nach Verkündung des Urteils einzulegen. R. F. 77. So. Mann für Mann für die Verwirklichung unsrer Ziele einzutreten, weit ersichtlich: eine Beschwerde ist bei der Gewerbe- Deputation des Magistrats Luise 100. Eine Klage würde voraussichtlich zu Ihren schloß Genosse Geck seinen mit großem Beifall aufgenommenen einzulegen. Ungunsten entschieden werden. Charl. 333. Wo nichts ist, hat auch der atto Bortrag, an welchen eine Discussion has an Staiſer ſein Recht verloren, fagt ein alter Erfahrungsjab. Vorsitzende machte alsdann noch auf das am ersten Osterfeiern. G. 13. Der Tischler hat das Recht auf Bezahlung des vollen Kaufpreises. 1714. Rein. Proteft gegen den Innungs- Bannfluch erhoben gestern abend die aus Anlaß des Holzmaschinenarbeiter- tage stattfindende Vergnügen zum Besten des Wahlfonds aufmerksam freits in Denneiſter Itaharbt geüchteten gräferei und ersuchte die Genoſſen, für recht regen Beſuch zu agitieren. 1. Ete tömmen auf perausgabe der Sachen gegen ble pausemoßner linger besizer. Bekanntlich waren in der letzten Generalversammlung Billets find beim Kassirer und den Vorstandsmitgliedern zu haben. und brauchen die von Ihrer Frau gemietete Wohnung nicht verlassen. 2. Ja. Ist seit dem 31. Dezember 1900 weder Zahlung geleistet der Holzindustriellen und Tischlermeister 31 Fraisereibesitzer auf die Aufgenommen wurden 28 Mitglieder. Henkel wies auf die am. 92. G. 2. 18. So viel schwarze Liste gesetzt worden, weil sie sich geweigert hatten, für die Vortrag über den Bauarbeiterschutz" gehalten werden wird. Auch eingebrachten Möbel haften auch nach dem Tode des Mieters für die Miete. 25. März bei Obst stattfindende Versammlung hin, in welcher ein noch Anerkennung erfolgt, so liegt Verjährung vor. uns bekannt, in Berlin für Einkommen von 1200 M. an. M. K. Die gesperrten 46 Firmen Streifarbeiten auszuführen. Obermeister sollen in dieser Versammlung die Delegierten zur Bauarbeiterschutz- F. A. 23. Die freilich nicht angenehme, allen obliegende Pflicht erscheint Rahardt hatte nun alle Tischlermeister als nicht an- Konferenz gewählt und über die Errichtung eines Gewerkschafts- das reinlichste. England und Amerika liefern anders Gesinnte nicht ständig bezeichnet, welche noch fernerhin bei den er Kartells, die schon mehrmals vertagt worden ist, Beschluß gefaßt aus, ebenso wenig Deutschland. A. F. Solche Specialanſtalten wähnten 31 Firmen Bestellungen Bestellungen aufgeben würden. Hier werden. giebt es nicht. Im übrigen wenden Sie sich an den Vorstand 2. Y. Nein. durch sahen sich die Betreffenden in ihrem Erwerb geschädigt Weißensee. Am 18. März fand im„ Prälaten" eine öffentliche Ihrer Stasse, deren Statut uns nicht bekannt ist. E. M. Hg. Ist teine Sündigungsfrist vereinbart, so kann Aftermietern und waren deshalb im Restaurant„ Wahlstatt" zusammen gekommen, Versammlung statt, in der unsre Gemeindevertreter über ihre Thätig bis am 15. zum Ersten( nicht umgekehrt am Erſten zum 15.) gefündigt um die Gründe ihres Verhaltens öffentlich klarzulegen. Sie erklärten, feit berichteten. Die Genossen Schillert, Taubmann und Schumann werden. Dasselbe Kündigungsrecht steht dem Aftermieter zu. W. H. 16. nicht Unsolidarität habe sie zur Verweigerung der Streifarbeit beleuchteten die vielen Mißstände auf kommunalem Gebiete. So Der Vormund bedarf der Genehmigung des Vormundschafts- Gerichta geführt, sondern lediglich der Umstand, daß sie für ihre eigne wurde besonders die Notwendigkeit der Erbauung öffentlicher Be- für Lehrverträge, die auf länger als ein Jahr geschlossen werden dürfnisanstalten betont, deren bekanntlich von der Gemeindevertretung Der Bater oder die Mutter bedarf solcher Genehmigung nicht Kundschaft vollauf genug zu thun hätten. Es sei nicht zu verlangen, vorläufig erst eine bewilligt worden ist. Ferner wurden die Zustände in Mühle, V. K. 9, Ab., Cuvrystraße, C. H. in Th. Nein. ihre alten Kunden zu vernachlässigen, nur um den am Streit be- der Siechenbaracke einer scharfen Kritik unterzogen. Die Räume dortselbst. 5. Eigenhändig geschriebene Testamente sind gültig, wenn die dafür teiligten Firmen aus der Verlegenheit zu helfen. Uebrigens hätte sich befinden sich in einer solchen Verfassung, daß hier unbedingt Abhilfe vorgeschriebenen Förmlichkeiten erfüllt sind. Das Genauere und Beispiele er Streit sehr leicht vermeiden lassen, denn es sei Thatsache, daß geschaffen werden muß. In der sehr ausgedchuten Diskussion finden Sie S. 92, 94-96, 238, 239 des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Führers oie vier Firmen, bei denen die Forderungen der Arbeiter wurde von allen Rednern lebhaft Klage geführt über verschiedene I durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus Frauen in schweizerischen Schulbehörden. Infolge einer 1899 som Großen Rat in Basel der Regierung gegebenen Anregung, betreffend die Teilnahme von Frauen an den Inspektionen der Mädchenschulen, hat dieselbe nunmehr dem Großen Rat einen Gefeßentwurf borgelegt, wonach die Inspektionen der Mädchen- Primar-,-Sekundarund Töchterschulen sowie der Schulen in den Gemeinden Riehen und Bettingen um je drei weibliche Mitglieder vermehrt und um je ein männliches Mitglied vermindert werden sollen. In gleicher Weise sollen auch die Inspektionen der Frauen- Arbeitsschule und der Kleinkinder- Anstalten vermehrt werden, obwohl diesen schon besondere Frauenkommissionen beigegeben sind. neauols Verfammlungen. " " Der Also scheint Ihr Lehrvertrag gültig zu fein. 26. 2. Woser S eidenstoffe Weltbekannt ist unsre 839L* Schwarze Reinseidene Robe in glatt und gemustert. 10 Meter Mark 25,00. Seidenhaus Pauldrach& Ott, II. Geschäft: Oranienstr. 153. I. Rosenthalerstr. 20-21. Man verlange Proben. Bettfedern, dopp. gereinigt u. gewasch. p. Bsd. 40, 55, 85 f., Halbdaunen 95, 1,10, 1,30, 1,50, Chines. Mandarinen- Dauner 1,90, 2,40, höchste Füllfraft 2,85. Grosse neue Betten ka. Stand, Dberbett, Unterbett, zwei Stiffen, 11, 13,75, 15,50, 21, 24 bis in befter Ausführung von 33-42 Mart. Bettstellen u. Matratzen zu Fabrikpreisen. 8642* Lagerbesuch ohne Kaufzwang sehr empfehlenswert. Berliner Betten- Fabrik R. Kirschberg& Co., Engroslager Hackescher Markt 1. Fernsprecher III, 8606. 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Der Untergang des Passagierdampfers ,, Primus" vor Gericht. Altona, den 21. März 1903. Das entsetzliche Schiffsunglück, das im vergangenen Hochfommer über zahlreiche Familien tiefe Trauer gebracht hat, wird am Dienstag die erste Straftammer des hiesigen königlichen Landgerichts beschäftigen. " " An einem prächtigen Sommermorgen des 21. Juli 1902 unter nahm der Eilbecker Männer- Gesangverein" Treue" auf dem BurteGuder Passagierdampfer Primus" mit Musikbegleitung eine Vergnügungsfahrt. Einschließlich der Frauen und Kinder sollen 210 Perfonen auf dem Dampfer gewesen sein. Gegen 11 Uhr abends wurde die Rückfahrt von Cranz aus nach Hamburg angetreten. Da Niedrigwasser war, mußte der Dampfer vollständig unterhalb des Schweinefandes herumfahren. Auf der freien Elbe angelangt, suchte der Dampfer das nördliche Fahrwasser auf, da hier die geringste Strömung herrscht. Ettva zu gleicher Zeit, als der Primus" von Cranz abdampfte, fuhr der der Hamburg- Amerika- Linie gehörende, zu Schleppzivecken auf der Elbe verwandte Schraubendampfer " Hansa" von Hamburg ab, um Leichter von Brunshausen zu holen. Als sich nun der Primus" gegenüber von Nienstädten befand, kam die elbabwärts fahrende Hansa" in Sicht. Diese wollte den Primus", in Gemäßheit der Bestimmungen, rechts passieren, der Primus" dagegen glaubte fich an der Nordseite des Fahrwassers sicherer und wollte deshalb links von der„ Hansa" vorbei; aus diesem Anlaß gab er mit der Dampfpfeife das Signal: Ruder links. Die " Hanja" durfte aber dieser Aufforderung nicht nachkommen, da sie eine Verlegung der kaiserlichen Verordnung zwecks Verhütung von Zusammenstößen auf See, die auch auf der Elbe Geltung hat, ge= wesen wäre. Die„ Hansa" stoppte deshalb ihre Maschine. In diesem Augenblick erfolgte aber der Zusammenstoß. " die Sicherheit der Schiffahrt gefährdender Mißbrauch scharf zu verurteilen ist. Den Führer der Hansa", Kapitän Sachs, trifft der Vorwurf, sein mit Rücksicht auf die voraus beztv. etwas an Backbord befindlichen Lichter gegebenes Backbord- Ruder nicht signalisiert zu haben. Durch das nach Artikel 28 der kaiserlichen Verordnung hier vorgeschriebene Signal wäre die Situation vielleicht rechtzeitig geklärt worden, auch wäre es vorsichtiger gewesen, wenn Kapitän Sachs eher, als geschehen, die Fahrt seines Schiffes ermäßigt hätte." die hiesige Staatsanwaltschaft der Sache näher getreten. Diese hat Da das Unglück auf Altonaer Gebiet stattgefunden hat, so ist nach langer Untersuchung gegen den Kapitän der Hansa", Hermann Sachs und den ersten Steuermann dieses Schiffes, Adolf Wahlen, die Anklage wegen fahrlässiger Tötung auf Grund des§ 222 des Strafgesetzbuches erhoben. eines Menschen verursacht, wird mit Gefängnis bis zu drei Jahren Dieser Paragraph lautet:" Wer durch Fahrlässigkeit den Tod bestraft. Wenn der Thäter zu der Aufmerksamkeit, welche er aus den Augen sezte, vermöge seines Amtes, Berufs oder Gewerbes befonders verpflichtet war, so kann die Strafe bis auf fünf Jahre Gefängnis erhöht werden." Unglück verursacht zu haben. Es sind zu der Verhandlung eine große Die Angeklagten bestreiten mit großer Entschiedenheit, das Anzahl Zeugen und mehrere Sachverständige geladen. = Sonntag, 22. März 1903. eines Verkehrs mit der Geisterivelt werden würden, sind als vollendete Betrugsfälle aufgefaßt worden. Die Angeklagte ist in Gemeinschaft mit Jentsch bei den Einladungen nur geladene Gäste fanden Zu tritt sehr vorsichtig zu Werke gegangen. Die Bewerber wurden zweimal durchgefiebt, zuerst kam die Gutgläubigkeit in Betracht und dann die Zahlungsfähigkeit. Jeder Besucher wurde nach seiner Zahlungsfähigkeit abgeschätzt und danach wurde das zu zahlende Entree bemessen. So ist es gekommen, daß einzelne Personen nur 100 M. Wenn auch das Einkommen der beiden Schwindler nicht an 2,50 M. oder 3 M. zahlten, andre aber 10, 20, 30, 50, ja bis das eines Nardenfötter heranreichte, so muß es doch ein ganz erheb liches gewesen sein, da die Séancen sehr einträglich waren und namentlich im Winter mindestens eine in jeder Woche stattfand. Wer etiva glaubt, daß die Angeklagte in ihrem Aeußeren irgend etwas sein, die Angeklagte ist eine 53 Jahre alte Witive. Ihr Ehemann Bestrickendes hat, irrt sich. Die Somnambulen pflegen meist jung zu war ein invalider Kesselschmied, der im vorigen Jahre gestorben ist. Bemerkt sei noch, daß Rechtsanwalt Dr. Schwindt allein die Vers teidigung führt. Der nebenbei genannte Dr. Willy Thiele hat mit der Sache nichts zu thun, dieser vertritt Dr. Schwindt nur in nicht wahrzunehmen vermag. andren Prozessen, die dieser während der Dauer des Rothe- Prozesses Sociale Rechtspflege. Unzulässige Aufrechnung eines Schadensersaßanspruchs. Buchbinder S. verlangte durch Klage beim Gewerbegericht von dem Druckereibefizer Brodacz 8,70 M. rückständigen Lohn. Beklagter verweigerte die Zahlung, weil Kläger beim Beschneiden Rechnungen verschnitten habe, wodurch ein entsprechender Schaden entstanden sei. Die Kammer VIII verurteilte den Beklagten zur Zahlung der 8,70 Mark, weil nach§ 364 des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Aufrechnung eines Schadens gegen den rechtzeitig geforderten Lohn unzulässig sei. Beklagter hätte höchstens Widerklage erheben können. Unberechtigte Entlassung wegen schlechter Arbeit. Der StickereiIn dem Beleidigungsprozeß wider den Hauptmann a. D. von Bröcker, der am 13. d. M. begann, wurde heute mittag 12 Uhr das Urteil gefällt. Dasselbe lautete dem Antrage des Staatsanivalts gemäß auf Freisprechung. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt, dagegen wurde der weitere Antrag des Angeklagten auf Erstattung der notwendigen Auslagen ab gelehnt. Das Gericht nahm an, daß der§ 51 des Straf- Gefeßbuchs auf den Angeklagten nicht anwendbar sei. Wenn die SachverDie Hansa" traf den" Primus" beim Steuerbord- Paddelfasten ständigen sich auch dahin ausgesprochen haben, daß dem Angeklagten und durchschnitt denselben vollständig. Der" Primus" begann sofort ein pathologischer Zug innewohne, so stelle sich der Gerichtshof, dem zu sinken und sämtliche Passagiere fielen ins Wasser. Die Kata- Angeklagten noch günstiger gegenüber. Derselbe habe sich in der strophe war ganz entsetzlich. Noch vor wenigen Augenblicken ließ langen Verhandlung überzeugt, daß der Angeklagte ein hochbegabter, befizer Felisch wandte gegen die Lohnentschädigungsklage des die fröhliche Gesellschaft auf dem Primus" unter den Klängen der mit scharfem Verstande handelnder Mann sei, an dem nur eine be- Stickers B. ein, daß er zu dessen plötzlicher Entlassung berechtigt ge= Musik lustige Lieder in die Nacht hinaus ertönen, und jetzt durch die ihn zwinge, das, was er für sein Recht hält, bis zur äußersten immer einrichten und vormachen müssen. Am Tage vor der Entsondere Eigenart, eine besondere Charakterwirkung zu bemerken sei, wesen sei. B. habe seine Arbeit nicht verstanden, er hätte sie ihm zitterten markerschütternde Hilferufe die Luft. Der Kapitän der " Hansa" und seine Leute boten durch sofortige Flottmachung von Konsequenz zu verfolgen. Das habe er auch in diesem Falle gethan, lassung habe er ihn wieder unterrichtet, trotzdem hätte Kläger am Boeten und Rettungsgürteln alles auf, um die Unglücklichen zu und es sei ihm nicht abzusprechen, daß er in Wahrnehmung berechtigter andern Morgen nicht gewußt, wie er es machen sollte. Nun sei er retten. Allein trotz alledem ertranken 102 Menschen. Die Panik Interessen handelte. Wo er in einzelnen Ausdrücken gegen die Form entlassen worden. Die Kammer II des Gewerbegerichts stellte sich wurde noch durch den heftigen Zusammenstoß der beiden Schiffe ver- verstoßen habe, da stehe ihm schützend zur Seite, daß ihm gegenüber auf den Standpunkt, daß schlechte Arbeit an sich ein Entlassungsgrößert, wodurch zahlreiche Personen erhebliche Verlegungen erlitten. Vorschriften vorgekommen seien. Da auch die Absicht, zu beleidigen, abgeschlossen wurde. Kläger verlangte 26 M. und begnügte sich im thatsächlich Inkorrektheiten und falsche Handhabungen gesetzlicher grund sei und riet zu einem angemessenen Vergleich, der denn auch Stapitän Petersen vom" Primus" hatte sich durch Schwimmen ge- nicht erkennbar sei, so war, wie geschehen, zu erkennen. Der Primus", der inzwischen wieder gehoben ist und jetzt den Der Prozeß wider das Blumen- Medium Anna Rothe nimmt, je Namen„ Buxtehude" führt, ist das älteste Schiff, das auf der Unter- mehr sich der Termin der Hauptverhandlung nähert, immer größeren elbe verkehrte. Er ist 1840 in England erbaut. Er ist auf 192 Per- Umfang an. Zu den beiden medizinischen Sachverständigen, Professor sonen vermessen, er hatte aber 210 Personen aufgenommen. Er Dr. Puppe( jetzt in Königsberg) und Oberarzt an der Charité soll jezt im Volksmunde den Namen Totenschiff führen. Da die Dr. Henneberg, und den 89 Zengen der Anklage hat der Ver- Stationen Hansa" ein Seedampfer ist, so gelangte das traurige Vorkommnis teidiger Dr. Schwindt noch 40 Entlastungszeugen geladen, so daß die am 31. Juli 1902 vor dem Hamburger See- Amt zur Verhandlung. Gesamtzahl der zu vernehmenden Zeugen ca. 130 beträgt. Unter Dieses hat nach eingehender Verhandlung folgenden Spruch gefällt: den 61 Betrugsfällen, die zur Anklage stehen, befindet sich auch eine Der Unfall ist in erster Linie durch den Führer des" Primus". Anzahl solcher Fälle, welche nur als Betrugsversuch aufgefaßt werden. Swinemde. 769 8 4 bededt 8 Haparanda 746 S Kapitän Peters, verschuldet, weil er sich in falschem Fahrwasser ge- Es sind dies solche Fälle, in denen die Angeklagte in Verbindung mit 770 WSW 3bedeckt 7 Petersburg 756 SS 771 529 2bedeckt 10 Cort 759 S halten und auch nicht mit genügender Aufmerksamkeit auf etwa in ihrem geschäftsgewandten Impresario Jentsch zwar das Eintritts774 SW 2 heiter 4 Aberdeen Sicht kommende Lichter geachtet hat. Die durch die Verhandlung geld empfangen hat, in denen aber die zahlenden Besucher der 775 S 3 heiter 3 Paris 773 Still festgestellte Gewohnheit der kleinen Dampfer auf der Elbe, sich bei Séancen von vornherein überzeugt waren, daß sie lediglich einen Wien 775 Still Nebel 4 Ebbe mit Rücksicht auf den dort schwächeren Gegenstrom am Nord- interessanten Hokuspokus zu sehen bekommen würden. Die Fälle, in Wetter- Prognose für Sonntag, den 22. März 1903. ufer zu halten, kann den Kapitän Peters nicht entschuldigen, da diese denen die Besucher blechten im Glauben, daß die Angeklagte über- Vielfach heiter und am Tage warm bei ziemlich lebhaften südwestlichen Gewohnheit als ein gegen die kaiserliche Verordnung verstoßender und natürliche Kräfte besize und sie in der Séance thatsächlich Zeugen Winden; keine erheblichen Niederschläge. rettet. Vergleichswege mit 20 M. Witterungsübersicht vom 21. März 1903, morgens 8 Uhr. Hamburg Berlin Frankf./M. München BarometerWindrichtung Windstärke Better Temp. n. C. 50C – 40%.| Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° N. 4 halb bd.- 2 2Regen 7 bedeckt wollente BAER SOHN Regenschirme 2jährige Garantie, Vorzügl. Prima Taffet- Gloria, Hochmod Griffe 90 M Chausseestrasse 24a- 25 11 Brückenstrasse 11 Gr., Frankfurterstr. 20 zwischen Invalidenstr. u. Schiller- Theater N. zwischen Jannowitzbrücke u. Köpenickerstr. 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Finanzrat Jende, langjähriger Leiter der Kruppschen mäßigung und Bindung der Zölle auf die Hauptsächlich von uns bei Werke, in einem belehrenden Nachruf auf seinen Chef und Wohl ihnen eingeführten Waren und allgemeine Meistbegünstigung uns thäter gestreift hatte: ant die Bekämpfung der Social- gewähren. Von sonstigen wichtigeren Forderungen sind die folgenden demokratie. Herr Buteck wußte allerlei bon frebelhaften hervorzuheben: Ausschreitungen in Wort und Schrift seitens der Socialdemokratie" 1. Gleichstellung der Angehörigen des Deutschen Reiches mit Der Centralverband deutscher Industrieller. zu erzählen und warf dann die für ihn wie für seine Besolder gleich den Angehörigen des Vertragsstaates hinsichtlich der Ausübung Deutscher Handelstag.- Resolution des Handelstages.- Kaufmannsgerichte. charakteristische Frage auf, ob die zur Schrankenlosigkeit des Gewerbebetriebes, einschließlich des Eriverbes von GrundDie rote Märzwoche ist diesmal von den großen kaufmännischen ausgeartete Freiheit der Rede, der Presse und eigentum. und industriellen Verbänden zur Abhaltung ihrer geschäftlichen au ch des Vereins- und Versammlungsrechts, 2. Freilassung der Handlungsreisenden von lästigen Vorschriften Konferenzen und Generalversammlungen benutzt worden; neben- ferner, wie bisher als unbedingtes Korrelat der und Steuern. und nach einander tagte die Delegiertenversammlung des Central- höchsten Staats- und Kulturentwicklung anzusehen 3. Zollfreiheit der Muster ohne schwere Bedingungen. verbandes deutscher Industrieller, die Generalversammlung seiner sei, oder ob nicht gerade die Erhaltung des 4. Geltung der Vertragszölle für die Boden- und Gewerbsschutzöllnerischen Avantgarde, des Vereins deutscher Eisen- und Staates und unsrer Kultur eine Remedur erzeugnisse der Vertragsstaaten. Stahlindustrieller, und die Vollversammlung des Deutschen Handels- erfordere. Damit war der dem geistigen Niveau der Ver- 5. Ausschließung von Vorzugszöllen für die Einfuhr a) aus tages. Den Reigen eröffnete im Festsaal des Kaiserhofs der Central- sammlung angepaßte Ton getroffen, den denn auch später der vom Kolonien, b) im unmittelbaren Berkehr( feine surtaxe d'entrepôt), verband deutscher Industrieller. Seit seiner Gründung nach dem Socialaristokraten zum zweiten Geschäftsführer des Central c) auf einheimischen Schiffen( feine surtaxe de pavillon), d) auf Hereinbruch des großen Strachs in den siebziger Jahren unter der verbandes avancierte Herr Alerander Tille in seinem Bericht über bestimmten Einfuhrwegen( z. B. seewärts). Leitung des Bleichröderschen Gründungsagenten, des Herrn v. Kardorff, die Novelle zum Krankenversicherungs- Gesetz mit anerkennenswertem hat sich der Verband, jemehr die deutsche Großindustrie aufschoß, destomehr Geschick beizubehalten wußte. zur hochschutzöllnerischen Interessencentrale verdichtet, in der nicht nur alle hyperschutzöllnerischen Bestrebungen des Schlotjunkertums, sondern auch alle Kartellierungs- und industriellen Monopolisierungstendenzen, alle arbeiterfeindlichen, antisocialpolitischen Strömungen ihren Mittelpunkt finden. So hat er eine bedeutende Macht erlangt, mit der die Regierung, wie nicht nur die bekannte 12 000 MarkAffaire, sondern auch die halbgeheimen Vorverhandlungen über den neuen Zolltarif beweisen, als mit einer anerkannten offiziellen Vertretung der Großindustrie paktiert und der sie den weitgehendsten Einfluß auf ihre Wirtschaftspolitik einräumt. 6. Allgemeine Hebung und Regelung des Veredelungs- einschließlich Verbesserungsverkehrs und der Retourwaren. 7. Beseitigung von Mißständen im Zollverfahren. 8. Verhütung von Schädigungen auf andren Gebieten als dem Bollivefen: a) Verbote der Ein-, Aus- und Durchfuhr, b) Innere Angelegenheiten, c) Ausfuhrzuschüsse. 9. Vereinbarungen hinsichtlich der Eisenbahn: a) Gleichstellung mit den Angehörigen und Waren des Vertragsstaates, b) Herstellung direkter Tarife. 10. Gleichstellung der deutschen Schiffe mit den Schiffen des Vertragsstaates auch hinsichtlich der Küstenschiffahrt." Damit ist die Sache zu Ende. Ein wesentlich andres Charakterbild bot der Deutsche Handelstag. Der Centralverband deutscher Industrieller ist gewissermaßen das industrielle Gegenstück zum Bund der Landwirte. Zwar fehlt jene Ursprünglichkeit, jene naive, durch des Gedankens Blässe mangetränkelte Begeisterungsfähigkeit, die in den Bundesversammlungen und speciell in den Jahres- Cirkusschaustellungen der Bündler oft in eigenartiger Weise hervorbricht. Die Centralverbändler find konventioneller und nüchterner Begeisterung und Ideale sind für sie unverwertbare Artikel; aber in der Verfolgung ihrer materiellen Interessen sind sie nicht minder rücksichtslos, nicht weniger brutal, als die Bündler, nur Allerdings hat der Centralverband seit 1878, als er, um feine raffinierter und äußerlich zurückhaltender. Thatsächlich bildet deshalb Etwas lebhafter war der zweite Tag; aber er bestätigt nur das Pläne durchzusetzen, mit dem in puncto der Verfolgung einseitiger der Centralverband als Vertreter der Masse der Großindustriellen Urteil. Auch in der Erörterung der Frage der Kaufmannsgerichte Profitinteressen gleichwertigen Niendorfffchen Verein der Steuer- einen bedeutsamen Faktor im politischen Leben. Welche Rolle spielt vermochten sich nur wenige Stedner auf einen über das kleinlichste und Wirtschaftsreformer ein Bündnis schloß, den agrarischen Schuß- dagegen der Deutsche Handelstag, obgleich er offiziell die Gesamtheit Selbstinteresse hinausragenden, etwas höheren socialen Standpunkt zöllern manches Zugeständnis machen müssen, mehr als ihm mit den der deutschen Handels- und Gewerbekammern repräsentiert? Seine zu stellen. Das immer wiederkehrende Argument war: die Kaufmannssteigenden Exportinteressen der rheinisch- westfälischen Eisen- und Stahl- einstige Bedeutung hat, seitdem die wirtschaftlichen und zoll- gerichte geben den Handlungsgehilfen eine größere Selbständigkeit industrie manchmal verträglich erschienen sein mag; aber im ganzen politischen Kämpfe die Bourgeoisie zersetzt haben, stetig ab- gegenüber ihren Prinzipalen, die Wahlen zu diesen Gerichten haben die Agrarschutzöllner nicht unrecht, wenn sie behaupten, daß genommen. Die freihändlerischen Tendenzen haben mit der Austönnten die Handlungsgehilfen aufrütteln und sie erkennen sie bei diesem Spiel schließlich meist die Geprellten gewesen sind, die breitung des Einflusses der Großindustrie in den Handels- und lassen, daß sie doch manche andren Interessen, als ihre Herren Centralbändler dagegen die lachenden Gewinner. Gewerbekammern mehr und mehr schutzzöllnerischen Strömungen Chefs haben, vielleicht würden sogar einzelne Gehilfen in den Der Centralverband deutscher Industrieller hat bei jeder neuen weichen müssen; und heute ist der Handelstag nichts als ein halt- Bann socialistischer Lehren geraten folglich Ablehnung der KaufZollverschiebung, die feit 1879 erfolgt ist, im wesentlichen erreicht, loses Gemengsel freihändlerischer, gemäßigt schutzöllnerischer und mannsgerichte. was er haben wollte; und auch der jezige neue Tarif bietet ihm, teilweise sogar protektionistischer Auffassungen und Wünsche, die sich Es ist in den letzten Tagen vielfach die Frage aufgeworfen abgesehen von den in der Zollkommission herabgesetzten Garnzöllen, vielfach durchkreuzen und aufheben, und als deren Niederschlag nichts worden, weshalb die Kaufmannschaft, trotzdem die Bedeutung des in wesentlichen das, was er begehrte etwas mehr wäre ihm bleibt als eine Art Halb- und Dreiviertel Schugzöllnerei, Handels für das Wirtschaftsleben Deutschlands stetig gestiegen ist, natürlich noch lieber gewesen. Zwar sind ihm verschiedene der Kon- deren ganzes wirtschaftliches Glaubensbekenntnis sich in heute einen weit geringeren Einfluß im Parlament besigt, als vor zessionen an die ostelbische adelige Blüte der Nation zuwider, be- die Worte fassen läßt: Um jeden Preis Handelsverträge. Jahrzehnten. Die Haltung des Handelstags giebt darauf die Antwort. sonders verstimmt die nach Rußland exportierende Stahl- und Es ist derselbe Niedergang, den die nationalliberale Partei Maschinenindustrie, daß durch die Festsetzung von Getreide- Minimal- genommen hat: einst eine einflußreiche Gruppe, Heute ein Allerlei Zöllen den Unterhändlern der Weg abgeschnitten ist, Ermäßigungen verschiedenartigster Bestandteile, die sich bei den wichtigsten A6der russischen Eisen- und Maschinenzölle gegen Ermäßigungen der ſtimmungen gegenseitig mehr oder minder aufheben: eine Partei deutschen Getreidezölle einzutauschen. Aber im Grunde hofft man ohne Einheitlichkeit, ohne Grundsätze, ohne großzügige vorausschauende doch auf seine Rechnung zu kommen; es sind ja noch so viele andre Politik. Agrarzölle da, die im Vertragswege reduciert werden können, während den Industriezöllen weit weniger eine vertragsmäßige Herabsetzung droht. 1 Mart. Eingegangene Druckfchriften. Tat. Alfred H. Fried. Lehrbuch der internationalen Hilfssprache, Esperanto" Berlin 1903. Esperanto- Verlag, Berlin- Schöneberg, Grünewaldstr. 40 Aeußerlich kommt der Unterschied in der wirtschaftlichen Macht- 120 Seiten. Preis 1,25 M. stellung, die beide Verbände, der Centralverband und der Handelstag Rudolf Stübling. Taschenbuch für Drechsler. Berlin 1903. Verlag erlangt haben, schon darin zum Ausdruck, daß während die Regierung Reinwand 2,50 m. von Albert Goldschmidt, Kurfürstenstr. 125. 190 Seiten. Gebunden in Deshalb nimmt denn seit der Durchsetzung des Zolltarifs im die Versammlung des ersteren ignorierte, zu der Sigung des HandelsGeschäftsbericht des Centralverbandes der Zimmerer. 81. Seiten. Reichstage die centralverbändlerische Presse eine abwartende tages neben einer großen Anzahl geheimer Räte auch zwei Minister Erster Jahresbericht des Arbeiter- Sekretariats Dortmund- Hörde. Haltung ein. Man flagt über die Niedrigkeit der Industiezölle, über erschienen waren: Graf Posadowsky, um, müde und abgespannt, Geschäftsjahr 1902. 67 Seiten. Selbstverlag des Arbeiter- Sekretariats die Begehrlichkeit der agrarischen Bündler und die 2aften, welche eine nichtssagende Nede zu halten, Herr Möller, um sich zu lang- Dortmund- Hörde. die socialpolitische Gesetzgebung der Industrie auferlegt, spricht auch weilen. Denn unerträglich langweilig verlief der erste Tag Lazar Felix Pinkus. Die moderne Judenfrage. Breslau 1903. von der amerikanischen Gefahr Klappern und Stöhnen gehört der Verhandlung. Herr Dr. Sötbeer redete zumeist Zeitungs- Berlag von Wilh. Koebner( Inh. Barasch u. Riesenfeld). 48 Seiten. Preis zum Handwerk im Innern aber denkt man: wir haben bisher notizen, untermischt mit einem Lob auf die Regierung, recht gut abgeschnitten. Kaijerabreffen nebst einem Anhang: Kruppscher Wohlthätigkeitsschwindel. die Begehrlichkeit der Agrarier, einem kleinen Ausfall gegen die Begehrlichkeit der Agrarier, Diese Auffassung lam auch am Dienstag auf der Delegierten einer elegischen Klage darüber, daß die kaufmännischen Interessen nicht Bon Rob. Albert. Breis 20 Pf. München, G. Birt u. Co. Die reichsgefehliche Arbeiterversicherung für die Versicherten, dar Versammlung im Kaiserhof zum Ausdruck. Herr Bued lamentierte genügend vertreten seien. dann folgten wieder breite Ausführungen gestellt von Ernst Funke und Walter Hering, expedierende Sekretäre im über die nicht genügende Berücksichtigung der großzindustriellen über einzelne Zollpofitionen und zum Schluß ein nochmaliges Reichs- Versicherungsamt. Berlin, Franz Vahlen, Mohrenstr. 13/14. Preis Interessen bei der Fertigstellung des Zolltarifs. Die Industrie- Komplimentchen an die Regierung. In der ganzen Rede kein höherer 50 f. zölle feien, so versicherte er mit der ihm eignen Aufrichtigkeit, Gesichtspunkt; überall graueste Alltäglichkeit. im Durchschnitt so niedrig bemessen, daß das Princip des Schutzes Gelangweilt hörten die Anwesenden zu. Zur Generaldebatte der nationalen Arbeit, die Grundlage der mächtigen Entwicklung des meldete sich niemand zum Wort, nur gegen die Formulierung Wirtschaftslebens und der deutschen Produktion, in Zukunft nur sehr einiger Positionen der vorgeschlagenen Resolution wurden Bedenken abgeschwächt werde wirken können. In Feindseligkeit gegen die geäußert, dann wurde die folgende Resolution angenommen: Industrie wetteifere mit den Agrariern die Socialdemokratie. Die" Der deutsche Handelstag spricht sein Bedauern aus, daß die Industrie müsse die Täuschung ihrer Hoffnungen als Opfer be- von ihm zum neuen Bolltarif- Gesez geäußerten Wünsche in sehr trachten, die sie für die Bekämpfung der Socialdemokratie gebracht erheblichen Punkten nicht berücksichtigt worden sind. habe usw. Und dieselbe Melodie variierte später, allerdings weniger, Für die neuen Handelsverträge, die mit allen für den deutschen virtuos, der an Dr. Tilles Stelle als zweiter Geschäftsführer gerückte Außenhandel bedeutsamen Staaten zu schließen sind, hält er an den Regierungsrat Dr. Leidig. bereits in den Vollversammlungen vom 14. März 1898, 8. Januar 1901 und 30. September 1901 aufgestellten Forderungen fest, daß die auswärtigen Staaten für eine längere Reihe von Jahren Er- 3 Mart. Doch nachdem dies übliche Lamento abgehaspelt war, ging es sofort zum eigentlichen Hauptpunkt der Tagesordning, den schon vor Jedes Pfennig. Leo N. Tolstoj. An die Arbeiter. Uebersett von Raphael Loewen. feld. Berlag von Eugen Diederichs in Leipzig. Preis 50 Pf. Berlin S. 14. Preis 50 Pi. Dr. med. Mag Asch. Wer ist Herzkrank? Verlag von Hans Baake, Frankreich und Deutschland. Eine Rede für den Frieden von Jean Jaurès, Vicepräsidenten der französischen Kammer der Abgeordneten. 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