Nr. 70. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ., Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Sicherung des Wahlgeheimnisses. Am Montag ist dem Reichstag die vom Bundesrate, wie die „ Köln. Ztg." meldet, einstimmig beschlossene Bekanntmachung, betreffs Abänderung des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 zugegangen. Der Reichskanzler erfüllt die von ihm gegebene Zusage und endlich soll die Sicheung des Wahlgeheimnisses verwirklicht werden, die der Reichstag oftmals und immer dringlicher gefordert und mit großer Mehrheit beschlossen hat. Es bedurfte langen, hartnädigen Drängens, bis die Erfüllung dieser winzigen und selbstverſtändlichen Forderung an den Regierungsstellen als sittliche Pflicht erkannt wurde. Der erbitterte Widerspruch, den die Konservativen seit der Ankündigung des Reichskanzlers im Januar erhoben, konnte diesmal nicht mehr erfolgreich sein. Dienstag, den 24. März 1903. Ungültig find: § 19. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsvrecher: Amt IV. Mr. 1984. daß unsre Fraktion trotz der Mängel, die dem Gesetz anhaften, doch für die Vorlage stimmen würbe, weil sie immerhin einen socialen 1. Stimmzettel, welche nicht in einem amtlich abgestempelten Fortschritt bedeutet. In der Specialdiskussion suchte Genosse Molkens Umschlag oder welche in einem mit einem Kenn- buhr vergebens eine Verschlechterung abzuwehren, die die Mehrheitszeichen versehenen Umschlag übergeben worden parteien zu Gunsten der ländlichen Gastwirte beschlossen. Hoffentlich entschließt sich die Regierung nun bald zur versprochenen Enquete über die Kinderarbeit in der Landwirtschaft. find; 2. Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier sind; 3. Stimmzettel, welche mit einem Kennzeichen versehen sind; 4. Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten; 5. Stimmzettel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; Dann wandte sich das Haus der dritten Etatberatung zu; es ging im Eiltempo. In der Generaldebatte nahm nur der Centrumsführer Spahn das Wort, um der chauvinistischen Heze gegen 6. Stimmzettel, welche auf eine nicht wählbare Person lauten; Herabminderung des Deficits zu preisen. Die Aufhebung des§ 2 England entgegenzutreten und die Verdienste seiner Partei um die 7. Stimmzettel, welche eine Verwahrung oder einen Vorbehalt 7. Stimmzettel, welche eine Verwahrung oder einen Vorbehalt des Jesuitengesezes scheint im Bundesrate auf Schwierigkeiten zu gegenüber dem Gewählten enthalten. V Mehrere in einem Umschlag enthaltene gleichlautende Stimm- stoßen, wenigstens mahnte Herr Spahn sehr dringend um Eins Die vom Bundesrat beschlossenen Aenderungen des Wahlreglements verschiedene Personen lautende Stimmzettel sind ungültig. zettel gelten als eine Stimme; in einem Umschlag enthaltene, auflösung dieses Wechsels. Der Etat des Reichskanzlers wurde debattelos erledigt, und erfüllen in der Hauptsache die von der Reichstagsmehrheit gestellten soll dan ish auch der Etat des Auswärtigen Amtes und der Kolonial Etat hielten nicht nicht lange Wünsche. Allerdings ist die Fassung, die der Bundesrat dem Wahl- Die Verlängerung des Wahlschlusses von 6 auf 7 1hr ist ein auf. Nur der unvermeidliche Prof. Sasse forderte mehr reglement giebt, in zweierlei Hinsicht nicht unbedenklich, aber notwendiges Erfordernis infolge der sich etwas zeitraubender ge- Schneidigkeit gegen England in Südafrika und verteidigte die erst die Probe bei den nächsten Wahlen kann zeigen, ob und wie weit staltenden Wahlhandlung. die auftauchenden Bedenken gerechtfertigt find. en mell Boeren- Ansiedelungen in unfren Kolonien. Die Bedenken, die wir haben, betreffen die nicht genügende Nachfolgend die neuen Bestimmungen. Wir geben nur solche Sicherung dagegen, daß durch Format und Größe der Stimmzettel Reichsamts des Innern. Auf eine Anfrage Bassermanns teilte Graf Um so umfangreicher gestaltete sich die Debatte beim Etat des Wenderungen nicht wieder, die lediglich redaktioneller Art find. Wahlbeeinflussungsunfug verübt werden kann, sowie den Vorschlag, Posadowsky mit, daß die Vorlage über die kaufmännischen § 9. tindurch welchen ein unbeobachtetes Einlegen der Stimmzettel bewirkt Schiedsgerichte im Bundesrat stecken geblieben ist und verwerden kann. mutlich erst in der nächsten Session an den neuen Reichstag ge= langen wird. Man ist sich nicht einig darüber, ob die kaufmännischen Schiedsgerichte an die Gewerbegerichte oder an die Amtsgerichte angegliedert werden sollen und will auf keinen Fall Streitigkeiten, die aus der Konkurrenzklausel entstehen, diesem Schiedsgericht unterbreiten. Singer wies auf die arge Ausfurrenzklausel ausgesetzt sind, und forderte das Wahlrecht für die beutung hin, der die kaufmännischen Angestellten durch die Kon weiblichen Angestellten. Der Tag der Wahl wird von dem Bundespräsidium festgesetzt. Die Wahlhandlung beginnt um 10 Uhr vormittags und wird um 7 Uhr nachmittags geschlossen(§ 17). § 11. Der Tisch, an welchem der Wahlvorstand Platz nimmt, ist so aufzustellen, daß er von allen Seiten zugänglich ist. Wir haben keinen Anlaß, anzunehmen, daß die Regierungen absichtlich einige Lücken gelassen haben, durch welche die Terroristen der freien Wahlrechtsübung schlüpfen dürfen. Aber ihre Vorschläge, soweit sie sich gerade von den Wünschen des Reichstags entfernten, scheinen geeignet, folche Wirkungen herbeizuführen. Auf diesen Tisch wird ein verdecktes Gefäß( Wahlurne) zum Hineinlegen der Stimmzettel gestellt. Vor dem Beginne der Ab- Stimmzettel 9 zu 12 Centimeter groß und von mittel Die Regierungsbekanntmachung schreibt zwar vor, daß die stimmung hat sich der Wahlvorstand davon zu überzeugen, daß die starkem Schreibpapier gefertigt sein sollen. Aber diese Vorschrift Wahlurne leer ist. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier und dürfen mit ist, wie die Erläuterungen zu der Bekanntmachung sagen, nur eine Während bis dahin die Verhandlungen in ruhigen Bahnen feinem Kennzeichen versehen sein(§ 10 Abs. 2 des Gesetzes); sie Ordnungsvorschrift, deren Nichtinnehaltung die betreffenden follen 9 zu 12 Gentimeter groß und von mittelstartem Schreibpapier Stimmzettel gelaufen waren, tam es zu erregten Scenen, als Bebel sich erhob, nicht ungültig machen würde. Auch sein und find von dem Wähler in einem mit amtlichem Stempel ver- sonst heißt es in den Erläuterungen:" Die Vorschriften über heit ihn während der zweiten Beratung persönlich vorzunehmen um mit Herrn Stöcker die Abrechnung vorzunehmen, die eine Krank sehenen Umschlage, der sonst kein Kennzeichen haben darf, abzugeben. Die Größe der Stimmzettet sind nicht derart bindend, verhindert hatte. Herr Stöder hatte mit der Ruhe, die ein Die Umschläge sollen 12 zu 15 Centimeter groß und aus un- daß geringe Abweichungen die Stimmzettel ungültig machen würden." durchsichtigem Papier hergestellt sein; sie sind in der erforderlichen Es könnte jedoch auf Grund der neuen Bestimmungen versucht gutes Gewissen verleiht, so lange auf dem Edsofa Es ist entweder durch Bereitstellung eines oder mehrerer Neben- werden, nicht mir geringe Abweichungen" vorzunehmen, sondern Der Name Normann Schumann schreckte ihn auf. räume, die nur durch das Wahllokal betretbar und etwa sehr große Stimmzettel aus besonders starkem und schwer vor und hörte mit aschfahlem Gesicht Bebels Rede mit an, unmittelbar mit ihm verbunden sind, oder durch Bor- wiegendem Papier anfertigen zu lassen, wodurch das Gewicht des auf deri er über seinen goldenen Kneifer hinweg böse lauernde Blicke richtungen an einem oder mehreren von dem Vor- Umschlages mit dem eingelegten Zettel so erhöht werden würde, daß das warf. Es war feine angenehme Lage, die ihm bereitet wurde. standstische getrennten Rebentischen Vorsorge dafür Geheimnis der Abstimmung nicht mehr gesichert ist. Es wäre gut Bebel wies eingehend nach, wie haltlos die frivole Meineidszu treffen, daß der Wähler seinen Stimmzettel unbeobachtet in gewesen, diese Möglichkeit durch Festsetzung des Papiergewichts oder den Umschlag zu legen vermag. Zahl bereitzuhalten. § 13. " D des Schlummer gelegen. Er trat verdächtigung des Polizeispigels und Stöckerschen Gewährsmannes Ein Abdruck des Wahlgesetzes und des Reglements ist. im Wahl- 9 zu 12 Centimeter groß sind, auszuschließen. wenigstens durch ungültigkeitserklärung solcher Stimmzettel, die nicht gegen ihn ist. Er stellt fest, daß Stöcker den Normann- Schumann Total auszulegen. Einigermaßen überraschend ist die Gestaltung des Isolier- Tischrunde feit langer Zeit fennt, daß sie Genossen derselben Walderseeschen Während der Wahlhandlung dürfen in dem Wahllokale weder a ums in der Bekanntmachung. Das Einlegen der Stimmzettel schrunde gewesen sind. Herr Stöcker suchte sich in seiner Manier Während der Wahlhandlung dürfen in dem Wahllokale weder foll nicht in eigentlichen Nebenräumen geschehen müssen, sondern es damaligen Rede hatte gerade darin gelegen, daß er sich auf einen zu helfen: Er log, daß sich die Balken bogen. Die Perfidie feiner Beratungen stattfinden noch Ansprachen gehalten noch Beschlüsse ge- foll auch genügen, wenn durch Borrichtungen an einem oder mehreren harmlofen Schweizer Bürger" Namens Schumann als Zeugen für faßt noch Stimmzettel aufgelegt oder verteilt werden. Ausgenommen hiervon sind die Beratungen und Beschlüsse des von dem Vorstandstische getrennten Nebentischen" Vorsorge dafür ge- den Bebelschen Meineid beruft und jede Andeutung vermieden hatte, Wahlvorstandes, welches durch die Leitung des Wahlgeschäfts betroffen wird, daß der Wähler seinen Stimmzettel unbeobachtet in baß es sich um dingt sind. den Umschlag zu legen vermag". In den Erläuterungen heißt es Schumann handelte. Heute behauptete er, daß niemand im Zweifel den bekannten Polizei- Agenten Normanns § 15. hierzu: Die Beschaffenbeit der Absonderungsvorrichtung ergiebt sich gewesen sei, wen er gemeint habe. Natürlich hatte diese Lüge kurze aus ihrer Bwvedbeftimmung, die Stontrolle der Stimmabgabe durch Beine. Bebel stellte diese Wahrheit sofort fest und Singer, der in dritte Personen zu verhindern. Daraus folgt, daß es nicht die Debatte mit eingreifen mußte, weil Stöcker ihn auf dieselbe fitterforderlich ist, daß die Person des Wählers selbst liche Stufe mit jenem Spigel gestellt hatte, wurde der Stöckerschen der Beobachtung ganz entzogen ist, sondern es genügt, Sittlichkeit durch eine Bezeichnung gerecht, die ihm zwar einen wenn die Absonderungsvorrichtung so beschaffen ist, daß das Hineinlegen Ordnungsruf des Präsidenten eintrug, aber doch den Nagel auf den des Stimmzettels in den Umschlag von dritten Personen nicht beobachtet Stopf traf. werden kann. Andrerseits erscheint es aber, um eine mißbräuchliche Inanspruchnahme des Sonderraums nach Möglichkeit auszuschließen, Der Wähler, welcher seine Stimme abgeben will, nimmt von einer durch den Wahlvorstand in der Nähe des Zuganges zu dem Nebenraum oder Nebentisch(§ 11 Abs. 4) aufzustellenden Person einen abgestempelten Umschlag an sich. Er begiebt sich sodann in den Nebenraum oder an den Nebentisch, wo er seinen Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag steckt, tritt an den Vorstandstisch, nennt seinen Namen sowie auf Erfordern seine Wohnung und übergiebt, sobald der Protokollführer den Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, den Umschlag mit dem Stimmzettel dem Wahlvorsteher oder dessen Ver treter(§ 12), der ihn sofort uneröffnet in die Wahlurne legt. Wähler, welche durch körperliche Gebrechen behindert sind, ihren Stimmzettel eigenhändig in den Umschlag zu legen und diesen dem Wahlvorsteher zu übergeben, dürfen sich der Beihilfe einer Vertrauensperson bedienen. Stimmzettel, welche die Wähler nicht in dem abgestempelten Umschlag oder welche sie in einem mit einem Kennzeichen versehenen Umschlag abgeben wollen, hat der Wahlvorsteher zurüdzuweisen, ebenso die Stimmzettel solcher Wähler, welche sich in den Nebenraum oder an den Nebentisch( Abs. 1) nicht begeben haben. Der Wahlvorsteher hat darauf zu halten, daß die Wähler in dem Nebenraum oder an dem Nebentisch( Abs. 1) nur so lange verweilen, als unbedingt erforderlich ist, um den Stimmzettel in den Umschlag zu stecken. § 17. Um 7 Uhr nachmittags erklärt der Wahlvorsteher die Abstimmung für geschlossen. Nachdem dies geschehen ist, dürfen keine Stimmzettel mehr angenommen werden. Die Umschläge werden aus der Wahlurne genommen und unDie weitere Debatte beim Etat des Innern berührte die vers zweckmäßig, die Absonderungsvorrichtung derart einzurichten, daß fchiedensten Einzelheiten. Genosse Südefum machte auf die antider Wahlvorstand dieselbe insoweit übersehen sociale Tendenz des Dresdener Bau- und Sparvereins aufmerksam, fann, um zu kontrollieren, daß sie nur zu dem Zweck und nur dem aus Reichsmitteln ein Grundstück in Erbbaurecht übergeben so lange benutzt wird, als es die Hineinlegung des Stimmzettels worden ist. Genosse Wurm forderte eine schärfere leberwachung in den Umschlag notwendig macht." zettels bon It allen der feuergefährlichen Celluloidfabriken und trat für die social Die Kontrolle, die hier dem Wahlvorstand gewährt werden soll, hygienischen Forderungen der Marmorarbeiter ein. Genosse Horn erscheint ganz überflüssig. Dagegen dürfte die Herstellung von Vor- lieferte neues Material zur Beurteilung der Siemensschen Glasrichtungen, die diese Kontrolle des Wahlvorstandes gestatten und fabrik. 3ubeil hielt seine Angaben über die Ausbeutung der zugleich die Sicherheit gewähren, daß das Einlegen des Stimm Kinder durch die Stöckersche Kurrende aufrecht und Sachse forderte niemand beobachtet werden kann, nicht die Heranziehung der Arbeiterorganisationen zur Bekämpfung der Fällen ganz Teicht sein. Uns ist Wurmkrankheit. Graf Posadowsky ließ die meisten dieser Anregungen nicht bekannt, daß in irgend einem Wahlreglement deutscher unbeantwortet und suchte nur die Unterstützung des Dresdener BauStaaten oder des Auslands eine solche Bestimmung besteht und Sparvereins aus Reichsmitteln zu rechtfertigen. und sich bewährt hat. Man wird abwarten müssen, ob sie bei ihrer Einführung zu den Reichstagswahlen den erstrebten Zwed sichert. Jedenfalls wäre es besser gewesen, einen vollständigen Isolierraum zu schaffen. Wir zweifeln nicht, daß der Reichstag nach Ostern die Beratung eröffnet gezählt. Zugleich wird die Zahl der Abstimmungsvermerke dieser Abänderungen des Wahlreglements ohne weiterungen erledigen in der Wählerliste festgestellt(§ 16). Ergiebt sich dabei auch nach wird. Die Regierungen aber sollten wissen, daß die Erfüllung des wiederholter Zählung eine Verschiedenheit, so ist dies nebst dem etwa winzigen Quentchens sittlicher Pflichterfüllung das deutsche Volk zur Aufklärung Dienlichen im Protokoll anzugeben. nicht zu täuschen vermag über das hundertfältig fort bestehende Unrecht in Fragen der politischen Gerechtigkeit. Sodann erfolgt die Prüfung der Umschläge und Stimmzettel. Das deutsche Volk wird bei den Wahlen die Sicherung des WahlEiner der Beifizer öffnet jeden Umschlag, nimmt den Stimmzettel geheimnisses eifrig nutzen, um die Regierungen weiter voranzutreiben heraus und übergiebt diesen dem Wahlvorsteher, der ihn laut vor- in der Erkenntnis sittlicher Pflichten. liest und nebst dem Umschlag einem andren Beisiger zur Aufbewahrung bis zum Ende der Wahlhandlung weiterreicht. § 18. Der Protokollführer nimmt den Namen jedes Kandidaten in das Protokoll auf, vermerkt dabei jede dem Kandidaten zugefallene Stimme und zählt die Stimmen laut. In gleicher Weise führt einer der Beisiger eine Gegenlista, welche ebenso wie die Wählerliste(§ 16) beim Schlusse der Wahlhandlung von dem Wahlvorstande zu unterschreiben und dem Protolle beizufügen ist. Politische Uebersicht. Reichstag. Berlin, den 23. März. Das Kinderschuß- Gesez wurde am Montag unter Dach und Fach gebracht. In der Generaldebatte erklärte Genosse Wurm, Auch beim Militär- Etat wurde vielfach auf die Debatten ber zweiten Lesung zurückgegriffen. Genosse Beus fam auf den Goßlerschen Erlaß zurück, der die Soldaten zwingt, entweder die unwahrheit fraten bekennen und schilderte die Thätigkeit, die ein Dessauischer zu sagen oder sich bestrafen zu lassen, wenn sie sich als SocialdemoHauptmann nach dieser Richtung entfaltet. Genosse Schmidt- Frankfurt berichtete über einen krassen Mißhandlungsfall, der sich infolge mangelhafter Beaufsichtigung der Kaserne in Frankfurt a. M. zugetragen hat, und Genosse 8ube il setzte sich mit dem„ schlichten Mann die Zustände in der Spandauer Militärwerkstätte auseinander. Gerade hierbei zeigte sich, wie ausgezeichnet die unablässige socialdemokratische Kritik wirkt: Die Militärverwaltung sieht sich gezwungen, Verbesserungen eintreten zu lassen. aus der Werkstatt" und mit dem General v. Einem nochmals über Der Marine- Etat wurde ohne wesentliche Debatte bewilligt und dann die Weiterberatung auf Dienstag vertagt. Es besteht nun kein Zweifel mehr darüber, daß das Haus bereits morgen in die Dster ferien geht. In der den Die Abgeordnetenhaus. Am Montag begann das Abgeordnetenhaus die dritte Lesung des Staatshaushalts-Etats. Generaldebatte wurde die schmutzige Wäsche zwischen Nationalliberalen und den Bündlern weiter gewaschen. Abgeordneten V. Wangenheim, Schoos und Dr. Hahn waren bekanntlich am Sonnabend über den Abg. Dr. Krause her gefallen, uni sich an ihm wegen seiner anläßlich des Falles Willich gegen den Bund der Landwirte gehaltenen Rede zu rächen. Abg. Dr. Krause, der bei dem Angriff am Sonn abend nicht zugegen war, hielt am Montag eine längere scharfe Verteidigungsrede, in der er entschieden in Abrede stellte, die ihm in den Mund gelegte oder eine ähnliche Aeutzerung über Bismarck gethan zu haben. In der Hitze des Gefechtes Passierte es ihm, dem Vicepräsidenten des Hauses, sogar, daß ihn der Präsident v. Kröcher zur Ordnung rief, weil er an dem guten Glanben des Herrn Schoos zweifelte und diesen versteckt der bewußten Unwahrheit zieh. Dem Abg. Dr. Krause sekundierten seine Parteifreunde v. E y nern. Dr. Friedberg und Dr. Sattler, während dem Herrn Schoos die Bundesführer Freiherr V. Wangenheim und Hahn zu Hilfe kamen. Ob wirklich in der nationalliberalen Fraktionssitzung mit Bezug auf den Fürsten Bismarck die Aeußerung gefallen ist, ein Mann, der auf Krücken gehe, gehöre nicht in den Reichs tag, tonnte durch die Debatte nicht festgestellt werden, es steht hier Behauptung gegen Behauptung. Aber das eine wurde klar erwiesen, daß irgend eine Aeußerung über Bismarck ge fallen ist, die den Fraktionsvorsitzenden v. Ehnern so in Harnisch brachte, daß er voller Entrüstung die Sitzung der ließ— ein Beitrag zur Beurteilung des Bismarck-Kultus, den die Nationalliberalen mit dem Nationalheros treiben. Die braven Nationalliberalcn steckten damals, um die Empfindlichkeit der Krone zu schonen, die lodernde Bismarcks Begeisterung sorgfältig in die Tasche. Auch einen Begriff von staatserhaltendem Anstand konnte man bekommen. Ein in nicht gerade ehrenvoller Weise aus der nationalliberalen Fraktion hinausgeworfener Abgeordneter, Herr Schoos, teilt Fraktionsvorgänge, über die er zu schweigen verpflichtet ist, andren Leuten, u. a. dem Abg. Dr. Hahn, mit und dieser ob seiner Geschwätzigkeit berüchtigte Herr geht damit im Lande hausieren. Unter Bruch der Diskretion machen diese Leute von unkontrollierbaren Gerüchten Gebrauch lediglich aus persönlicher Rachsucht. Nach Schluß der„Generaldebatte" wurden eine ganze Reihe von Einzcletats ohne wesentliche Erörterung erledigt. Damit die dritte Lesung am Dienstag beendet sein kann, wurde die weitere Debatte auf diesen Abend vertagt. Kossnths Todestag. B u d a p e st, 22. März.(Geig. Ber.) Der schläfrige Obstruktionskcimpf gegen die Wehrvorlage hat plötzlich einer wütenden Erregung Platz gemacht; was der Opposition nicht gelang, das hat die Szellsche Polizei rasch zuwege gebracht: den parlamentarischen Kampf ans die Straße zu tragen. Am Frei- tag waren es neun Jahre, seit Ludwig Kossuth, der Nationalheilige des nachrevolutionären Ungarns, gestorben ist— im Exil, in der selbstgewählten Verbannung, die er, als der einzige der Rcvolutions- Helden, der neuen Ordnung vorgezogen hatte. Die Erinnerung an diesen ungarischen Politiker ist eine Art Kult geworden— vielleicht deshalb, weil man in Ungarn fühlte, daß in der Wiener Hofburg nichts so schmerzlich empfunden wird als die Feier des Mannes, der an jenem 14. April 1849 in der Kirche zu Debreczin den„Beschluß" herbeiführte, wodurch das Haus Habsburg- Lothringen des Thrones für verlustig und für ewig verbannt erklärt wurde. Daß gerade der diesmalige Todestag besonders energisch gefeiert werden würde, war bei der Erregung, die infolge des Kampfes wider die Wehrvorlage das gesamte Land zu erfassen beginnt, vorauszusetzen. Zwar hat sich Herr v. Szell im Abgeordnetenhause sehr energisch gegen die„Insinuation" verlvehrt, daß er Order gegeben habe, Kossuth-Demonstrationeu nicht zu dulden, aber es ist doch nicht zu verkennen, daß die Regierung Szell, deren Ansehen bei Hofe erschüttert zu sein scheint, den Eindruck, den die Kosinth- feier nach oben erzeugt, zu scheuen allen Grund hatte und also die wundersame Energie der Polizisten befeuert hat. Sonst wären die Vorgänge am Freitag nicht zu erklären. Die Demonstrationen der Studenten überschritten nämlich durchaus nicht das Matz, das man hier zu Lande der Politik auf der Straße entgegenbringt. So manierlich oder, wenn man will, so entnervt ist man in dem Laude der Zigeunermusiken noch nicht, daß man es nicht vertrüge, wenn auf der Straße spektakelt und demonstriert wird. Die Studenten „demonstrierten" am Vormittag nur in ihren eignen Gebäuden; sie veranlaßten da die Einstellung der Vorlesungen und setzte» es durch, daß auf den Schulen die Trauerfahne auSgesteckt wurde. Nachmittag zogen sie zum Grabe Kossuths, und hierauf wurden die landes- üblichen Ovations- und Katzenmusikenbesuche unternommen. Die ganze Sache wäre mit den auch schon zur Gewohnheit gewordenen Einschlagen, von ein paar Spiegelscheiben abgegangen, wenn sich nicht die Polizei auf einmal in Kopf gesetzt hätte, keine Ansanunlungen zu dulden und jeden„Abzug"-Ruf mit Verhaftung zu ahnden. Wohl be- hauptet der vom Ministerpräsidenten im Abgeordnetenhause vorgelesene Polizeibericht, daß die Studenten die Polizei mit Steinen und Kohlen- stücken beworfen hätten; man wird aber gut thun, diese vorläufig ganz unbewiesene Behauptung in den Bereich jener Fabeln zu ver- weisen, womit die Polizisten überall ihre Brutalitäten zu entschul- digen suchen. Nun haben sich die im ersten Augenblick entstandenen Schreckensgerüchte nicht bewahrheitet; weder weiß man was Sicheres von dem Kinde, das von den Hufen der Polizisten-Pferde zerstampft worden sein soll, noch sind die zwei schwerverletzten Studenten, wie die schreckliche Nachricht lautete, gestorben. Immerhin hat es erhebliche Verletzungen abgesetzt, und auch Abgeordnete haben die Sitten der hauptstädtischen Polizei am eignen Leibe zu spüren bekommen. Allerdings soll einer, der junge so heißblütige Herr Lengyel, die Attacke nsit einem tüchtigen Stockschlag erwidert haben, wofür man ihm jetzt mit gerichtlicher Verfolgung droht. Die Vorfälle kamen gestern im Abgeordnetenhause zur Sprache, und die Stinmning war so erregt, daß die Sitzung zweimal suspendiert werden mutzte. Die uninittelbare Folge wird wohl sein, daß der ziemlich allgemein verhaßte Oberstadthauptmann Rndnay, der Budapester Polizeigewaltige, fallen gelassen werden wird. Die weitere aber, daß der Opposition das Nachgeben— zu dem sie, trotz allen Braniarbasicrens, gern bereit war— unmöglich gemacht wird. Wie sich aber die Dinge lösen sollen, wenn weder die Regierung nachgiebt noch die Obstruktion, wenn sie sich so gestalten, daß kein Teil nachgeben kann, ist schwer zu sagen. Parlamentarisch ist die Obstruktion nicht zu überwinden; eine Geschäftsordnung ohne Schluß der Debatte, mit bestimmter Sitzungsdauer— von 19 Uhr vornütttags bis 3 Uhr nachmittags— und mit namentlichen Abstimmungen, die von 20 Abgeordneten verlangt werden können, die macht eine Obstruktion von 199 Abgeordeten technisch unüberwindlich. Die Situation siir die Regierung ist aber deshalb so schwierig, weil das Streit- objekt auch bei der Regierungspartei wenig Freude auslöst, da die Wehrborlage ihr nur eine Art unangenehme Notwendigkeit ist. Herr v. Szell kann es aber auch nicht riskieren, die Wähler zu be- fragen; wie die Stimmung im Lande zu sein scheint, wäre die Antwort wohl eine Verstärkung der oppositionellen Kräfte. Aber die Regierung kann auch nicht kapitulieren, und wollte man sie schon wechseln, so kann der Kaiser auf das Gesetz uicht verzichten, welches er den Oestreichern unter Anwendung des stärksten Druckes erpressen ließ. Gclviß wird der Kampf schließlich durch irgend ein Kompromiß beendigt werden— wofür sich nicht ohne Wahrscheinlichkeit der Fall Szells und die Ersetzung des liberalen Systems durch das Regime des klerikal schillernden Grafen Apponyi anzubieten scheint—, aber schon der lange, schwere Kampf um eine Militärvorlage, die sonst von bürgerlichen Parteien sehr gehorsam bewilligt werden, zeigt an, daß sich die Lebenskrast des Dualismus zu verflüchtigen beginnt. Vor einem halben Jahr- hundert war es für Kossuths Ideen zu früh, aber die Ungarn scheinen wirklich zu meinen, daß, wie am Freitag der Sohn Kossuths in seiner Gedenkrede sagte,„der Gouverneur von Ungarn auf- erstanden ist".— Budapest, 23. März. Am Polytechnikum und an der Universität erzwangen heute die Studenten durch Kundgebungen die Einstellung der Vorlesungen. Beide Hochschulen wurden mittags auf un- bestimmte Zeit gesperrt. Stadthauptmann Toth, gegen den sich in erster Reihe die Angriffe der Opposition richteten, wurde vom 7. Bezirk, Ivo er bisher amtierte, in eine entlegene Vorstadt versetzt. („Voss. Ztg.") veutfckes Reick. Freiherr v. Hecrcman, Mitglied des Reichstages und Viccpräsident des Abgeordnetenhauses, einer der ältesten Parlamentarier, ein Ccntrumsmann der Knlturkampfschnle, dem die allgemeine Achtung treu bleibt, ist gestorben. Hcereman ist 71 Jahre alt geworden. Dem Reichstage gehörte er seit 1871 ununterbrochen an. Während des Kulturkampfes erhielt er eine Strafversetzung, die ihn zum Austritt aus dem Staatsdienste veranlaßte. Im Reichstage trat er weniger hervor. Seine Hauptwirksamkeit gehörte dein Landtage.— Amtliche Denunziation. Wegen Majestätsbeleidigung wurde der socialdeinokratische Reichstags-Abgeordnete des Kreises Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenburg, Genosse Z u b e i l, bei der Potsdamer Staatsanwaltschaft denunziert. Zubeil soll die denunzierten Aeutzerungen bei Versammlungen in Waimsee und Umgegend gethan haben. Die Beamten, welche diese Versammlungen bewachten, haben amtlich dieselben angezeigt. Genosse Zubeil hat sicherlich in der notgedrungcnen Kritik kaiser- licher Aeutzerungen jenes Maß eingehalten, das Socialdemo- traten zu wahren wissen. Der Anzeige-Eifer überwachender Polizcibeamten wirkt nicht nur nicht angenehm, sondern gehört des- halb— schon aus Gründen politischen Takts— zu den polizeilichen Mißgriffen, die sich neuerdings so auffällig häufen.— Wilhelm II. als Kostnmzeichncr. Das«Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" teilt mit: „Im alten Berlinischen Künstlerverein legte Maler Guthknecht, Lehrer siir Kostümkunde an der akademischen Hochschule für die bildenden Künste, interessante Skizzen vor. Es waren fesselnde Entwürfe zu K o st ü m f i g u r e n von der Hand des Kaisers, die der Monarch in der Muße eines Aufenthaltes zu Hubertusstock geschaffen hat. Die wertvollen Blätter sind farbig ausgeftihrt und tragen das Signum des fiirstlichen Autors; sie geben beredtes Zeugnis davon, wie genau der Kaiser auf dem Gebiet des historischen ostüms bewandert ist." Die Neigung für solche Trachtbilder ist in der Hohenzollerischen Familie schon früher hervorgetreten.— RcichStagS-Diätrn kündigt noch für diese Session wieder einmal der„Lokal-Anzeiger" an. W i r können's abwarten.— Eine Kerker-Ordnung für. Redakteure soll nach der Breslauer „Volkswacht" ergangen sein. Danach dürfe in preußischen Gefängnissen dem gefangenen Redakteur die Sclbstbcschäftigung mit geistigen Arbeiten nach freier Wahl nicht untersagt werden, wenn er die dafür als Entschädigung ür den Ausfall an seiner Arbeitskraft der Strafanstalt zn zahlenden Kosten trägt, ebenso sei er nicht zur Reinigung seiner Zelle ver- pflichtet, und der tägliche Spaziergang auf dem Gefängnishofe solle nicht mehr in Gesellschaft andrer Strafanstaltsinsassen erfolgen müssen. Auch könne dem gefangenen Redakteur das Halten einer Tages- zeitung gestattet werden. Das ist nicht mehr, als in den letzten Jahren meist gewährt wurde. Es fehlt u. a. die Selbstbeköstigung, eignes Lager, genügend langer Aufenthalt im Freien und endlich die Gestattnng der Lektüre, die zum Berufe des Häftlings gehört, also für Socialdcmokraten ocialdemokratische Blätter und Schriften.— Bedingte Begnadigung. Ein Erlaß des Prinzen Albrecht, Regenten von B r a u n s ch w e i g, ermächtigt den Justizminister, 'olchen zu Freiheitsstrafen verurteilten Personen, hinsichtlich deren bei längerer guter Führung eine Begnadigung in Aussicht genommen werden kann, Aussetzung der Strafvollstrclknng zu bewilligen. Diese Ermächtigung soll jedoch vornehmlich nur erstmals verurteilten Per- onen unter 18 Jahren, gegen welche nicht eine längere als sechs- monatliche Strafe verhängt ist, zu gute kommen.— Wahlvorbereitungen. Niedcr-Baruim. Der Konservative Wahlverein des Kreises, der chon seit längerer Zeit eifrigst auf der Suche ist. einen Kandidaten zu finden, welcher sämtlichen Ordnnngsparteien genehm ist, hat, nachdem der langjährige Kandidat Dr. Inner verzichtet und Onkel Felisch abgelehnt hat, seinen Mann gefunden; es ist der stllhere Restauratcur und jetzige Präsident des Allgemeinen deutschen Gast- wirts-Verbandes Herr Anton Ringel in Pankow. Wir sind neu- sierig, was die unentwegten Freisinnigen, zu denen sich Herr Ringel rnher rechnete, sagen werden, wenn Ringel in der am 3. April in Berlin in den Germania-Sälen stattfindenden konservativen Volks- vereins-Versanunlung als Kandidat der gesamten Ordnungsparteien des Kreises Rieder-Barnim nominiert wird. Der Arbeiterschaft Pankows ist Herr Ringel als eifriger Bekänipfer der Socialdemokratie 'eit jeher bekannt; seine Lokalitäten waren siir die Arbeiterschaft nie zu haben. Eastros Rücktritt. Aus Carracas kommt die Kunde, daß Präsident Castro auf die Präsidentschaft verzichtet. Am Sonntag wurde eine feierliche Parlamcntssitznng veranstaltet, in der Castro eine Botschaft verlas. Er wandte sich darin, so wird gemeldet, gegen die Irrtümer, in denen seine Landsleute befangen seien, und sagte, die innere Zwietracht müsse ein Ende nehmen, sonst werde das Land schmäh- licher Auflösung anheimfallen. Bezüglich der europäischen Intervention sagte Castro, diese sei durch ein Bündnis von Leuten bewerkstelligt worden, die, unfähig, ihre Ansprüche der Unparteilichkeit der Gerichte zu unterbreiten, Gewalt anwandten, und das, weil er sich geweigert habe, sich die ungerechten Forderungen Englands und Deutschlands gefallen zu lassen. Sie hätten dabei in" heimlichem Einverständnis mit Matos gehandelt und gestrebt, ihn, Castro, lös zu werden. Castro fuhr fort: Jetzt, wo die Souveränität der Nation gewahrt ist, übergebe ich meine Amtsniederlegung, damit Sie denjenigen den Gesetzen gemäß berufen mögen, der meinen Platz in solcher Weise einnehmen würde, daß für keinen Venezolaner der geringste Grund zur Feindseligkeit gegen sein Land oder zur Hinneigung � zu den Fremden bleiben kann, welche mit keinem andern Recht als dem der Gewalt über das unglückliche Venezuela herfielen und Ver« mmft und Gerechtigkeit mit den Füßen traten zum Schaden der Civilisation und der schönen Errungenschaften des Rechtes. Alles, was ich wünsche, ist, Venezuela geachtet, gedeihend und glücklich zu sehen. Der Kongreß lehnte jedoch in einer Nachtsitzung vom Sonntag zu Montag einstimmig ab, den Rücktritt des Präsidenten Castro an- zunehme». Castro wiederum lehnt ab, seine Demission zurückzuziehen, und wird dem Kongreß am Donnerstag eine neue Boffchaft zugehen lassen. Ans Washington meldet zu diesen Vorgängen das Reuter- Bureau: Wie aus sicherer Quelle verlautet, ist der Entschluß des Präsidenten Castro, von der Regierung zurückzutreten, seit längerer Zeit erwogen worden. Er ist das Ergebnis der Vor- stellungen mehrerer venezolanischen Parteiführer, daß der Rücktritt des Präsidenten Venezuela gestatten würde, in den Streitig- leiten mit den Mächten eine energische Haltung anzunehmen. Bowen, der Vertreter der Vereinigten Staaten in Carracas, hat von einer Anzahl Venezolaner einen silbernen Becher zum Dank für die Venezuela während der Unterhandlungen geleisteten Dienste als Geschenk erhalten.— Frankreich. Nachwahlen. Bei der am Sonntag vorgenommenen Ersatzwahl zur Deputicrtenkaumier im vierten Pariser Bezirk erhielt der Ratio nali st Barres 3974, der Socialist Dcville 3829 Stimmen; es kommt zur Stichwahl. Bei der Wahl handelte es sich darum, den verstorbenen Nattonalisten Cloutier zu ersetzen. Heute haben ferner die Nachwahlen zum Pariser Ge- meinderat stattgefunden; im 17. Bezirk hat Sttchwahl zwischen einem Ministeriellen und mehreren Nationalisten stattzufinden; auch im 12. und 18. Bezirk sind Sttchwahlen nöttg; die meisten Stimmen bei der heutigen Hauptwahl erhielten hier die socia- listischen Kandidaten.— Auswärtige Politik im Senat. In der Nachmittagssitzung am Montag beriet der Senat den Etat des Aeußeren. In seiner Er« widernng auf verschiedene Anfragen sagte Delcasso, daß sich die Lage in Marokko nicht gebessert habe. Der Ausstand scheine sich aus- zudehnen. Frankreich habe sich diese Frage nicht unangelegen sein lassen. Die Pforte habe anerkannt, daß Reformen notwendig ge» worden seien. Frankreich werde nur zusammen mit den übrigen Mächten vorgehen, aber es werde über der Beachtung seines Ein- flusses und der Menschenrechte wachen. Bei Kapitel IV verlangt Clsmenceau die Einziehung der Botschaft beim Vatikan.— Spanien. Madrid, 23. März. Der„Heraldo" meldet, der Marineminister Sanchez Toca habe mit dem Mimsterpräsidenten Silvela über einen zwischen ihm und M a r i n e- O f f i z i e r e n ausgebrochenen Konflikt beraten und erklärt, es bestehe ein thassächlichcs Komplott unter gewissen Elementen der Flotte; er werde den Umständen gemäß handeln. Silvela habe die Handlungsweise seines Amtsgenossen ge» billigt. Admiral Valcarcel habe eine Audienz beim Könige erbeten, der ihn morgen empfangen werde.— Asien. Die Unruhen in China. Nach einer Meldung des„Standard" erklärte der amerikanische Gesandte in Peking C o n g e r auf eine An« ftage des Staatsdepartements über die Lage in China, die ständige» gegen die Fremden gerichteten Bestrebungen seien in den Bezirken Kanton und S z e t s ch w a n neuerdings ernster als gewöhnlich aufgetreten, doch finde die Bewegung keine Unterstützung durch die Bevölkerung.—_ 51. Hbgcordnctenbaim» ittzung bot» Montag, den 23. März, 11 Uhr. Am Ministertische: S t u d t. Dem verstorbenen ersten Vicepräsidenten Frhrn. v. Hecrcman widmet Präsident v. Kröcher folgenden Nachruf: Was wir schon seit einigen Tagen befürchteten, ist eingetroffen. Der erste Vicepräsident des Hauses, Frhr. v. Heereman, ist heute morgen uin Vz9 seiner Krankheit erlegen. Herr v. Hcereman ist eines der ältesten Mitglieder des Hauses. Er gehört dem Hause seit dem Jahre 1879 an. Er har sich in hervorragenderWeise als Führer einer großen Fraktion, als Mitglied in den Kommissionen, als Debatter iin Hanse und als Vicepräsident in der Leitung des Hauses au den Geschäften beteiligt. Ich glaube in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich im Namen des Hauses an die Hinterbliebenen ein Beileids- schreiben richte und einen Kranz am Sarge des Verstorbenen nieder- lege.(Bravo!) Das Haus hat diese Worte stehend angehört. Hierauf ttitt das Haus in die Tagesordnung ein; auf der- selben steht die dritte Lesung des Etats. In der Generaldiskussion erklärt sich Abg. v. Staudy(k.) mit der Ostmarkenpolitik der Re- gierung einverstanden. Kultusminister Dr. Studt: Im Namen der königlichen Staats- regierung habe ich zu erklären, daß sie die vorgenannten Ostmarken- zulagen als ein geschlossenes Ganzes ansieht. Abg. Dr. Krause(natl.): Die Abgg. v. Wangenheim, Dr. Hahn und Schoos haben es siir gut und richtig befunden, sich am Sonn- abend mit meiner Person zu beschästigen. Mein Freund Friedberg hat jene AuSfiihrnngcn als Ucberfall bezeichnet. Auf jeden Fall ist es richtig, daß es sich hier um ein planmäßiges Vorgehen gegen mich gehandelt hat. Geradezu komisch war es, wenn Dr. Hahn seine Rede mit den Worten begann:„Es war mir sehr interessant mit anzuhören, was Freiherr v. Wangenheim soeben gesagt hat." (Große Heiterkeit links.) Dies Kind, kein Engel ist so rein.(Große Heiterkeit links.) Das kam Ihnen wirklich sehr überraschend, Herr Dr. Hahn.(Enrente Heiterkeit links.) Es handelte sich um die Frage, ob Fürst Bismarck im 19. hau- növerschen Wahlkreis als Nationalliberaler in den Reichstag gewählt werden solle. Ich habe mich damals dagegen erklärt. Dabei soll ich die Aeußerung gethan haben:„Ein Mann, der ans Krücken geht, gehöre uicht in den Reichstag". Wenn diese Aeußerung gefallen wäre, so würde sie unpassend, aber auch thöricht sein. So viel ich weiß, benutzte Bismarck 1891 noch gar keine Krücken.(Zuruf: Stock!) Gewiß, er gebrauchte einen Stock. Ich weiß auch nicht, weshalb ein Mann mit Krücken uicht Reichstags-Abgeordneter werden sollte. Wir arbeiten doch mit dem Kopf, nicht mit den Beinen!(Große Heiterkeit.) Ob die Aeußerung gefallen ist oder nicht, will ich dahingestellt sein lassen.(Aha! rechts.) Die ineisten meiner politischen Freunde entsinnen sich der Aeußerung nicht. Ich könnte vor Gericht als vorsichtiger Mann selbst nicht beschwören, sie nicht gethan zu haben. Die betreffende Aeutzerung kann vielleicht gelautet haben, wir wollen nicht, daß Fürst Bismarck auf den Krücken der nationalliberalen Partei in den Reichstag komme.(Hört! hört! links.) Herr Schoos behauptet weiter, er habe auch in der Fraktionskneipe auf meine Aeußerung bereits auf- merksam gemacht. Hier fällt es mir allerdings schwer, an den guten Glauben des Herrn Schoos zu glauben.(Große Unruhe rechts.) Präsident v. Kröcher: Herr Abgeordneter, das dürfen Sie nicht sagen. Ich rufe Sie zur Ordnung.(Unruhe und Oho!-Rufe links.) Abg. Dr. Krause(fortfahrend): Der Herr Präsident hat vielleicht meine Aeußerungen nicht richtig verstanden. Präsident v. Kröchcr: Ich werde das Stenogramm nachsehen und nachher das Erforderliche veranlassen. Abg. Dr. Krause: Ich bedauere, daß ber Klatsch in der Presse auch den Weg in dieses HanS gefunden hat. Herr Schoos ist aus der Partei ausgeschlossen worden, weil er sein Ehrenwort gebrochen hat, indem er vertrauliche Angelegenheiten weiter verbreitet hat. (Hört! hört! links.) Ist es richtig, Aeußerungen eines Abgeordneten hier im Hanse vorzubringen und ihm daraus einen Strick zu drehen zu suchen, wenn der Abgeordnete selbst erklärt, er habe| Es freute sich doch jeder, wenn er auf seinem Grundstück auch einige] die Aeußerung nicht gethan? Ist das richtig, wenn es feststeht, daß Bäume habe. Die Gemeinden haben auf Vorschläge der Regierung solche Aeußerungen in einer Fraktionssizung gefallen sind und überhaupt nicht geantwortet. Es handle sich gar nicht um einen nur in die Deffentlichkeit gedrungen sind durch Mißbrauch des Ver- Park, sondern nur um eine Sandfläche, die mäßig mit Kiefern betrauens.( Unruhe und Widerspruch rechts. Sehr gut! links.) Das standen sei und in der keine Wege vorhanden seien. Uebrigens sei ist der Punkt, der auch das Haus interessiert.( Lebhafter Beifall auch die große Jungfernheide nur vier Kilometer entfernt. links.) Abg. v. Eynern( natl.): Es ist unwahr, daß ich die Fraktionsfizung verlassen habe infolge einer Aeußerung des Abg. Dr. Krause. ( Hört! Hört! links.) Präsident v. Kröcher: Sie dürfen nur sagen, es ist unrichtig". ( Heiterkeit.) Abg. v. Eynern verliest seine Notizen aus der betreffenden Fraktionssizung: Abg. X:„ Er sei gegen die Kandidatur des Fürsten Bismarck, weil sie uns mit der Krone in Konflikt bringen würde." Er habe die Fraktionssizung verlassen, weil er solche Aeußerungen nicht mit anhören könne. Der Ausschluß des Abg. Schoof aus der Fraktion und zwar durch einstimmigen Beschluß erfolgte am 24. Juli 1897; also sechs Jahre nach der betreffenden Fraktionsfizung.( Hört! Hört! links.) Abg. Frhr. v. Wangenheim( f.): Die ganze Angelegenheit wäre unmöglich zur Sprache gebracht, wenn Dr. Krause damals nicht scharfe Angriffe gegen die Ehre des Majors Endell geschleudert hätte. Damit schließt die Diskussion; der Etat wird bewilligt. Beim Etat der Ansiedelungstommission erklärt Landwirtschaftsminister v. Podbielski auf eine Anregung des Abgeordneten Glembocki, daß es heute unmöglich sei, Güter aus polnischer Hand direkt zu kaufen. Die Polen, die mit der Ansiedelungskommission in Verbindung treten, würden von ihren Landsleuten sofort boykottiert. Abg. v. Glembocki( Pole): Die Ansiedelungskommission zwingt Polen, die gar nicht verkaufen wollen, zum Verkauf ihrer Güter. Eine solche Handlungsweise muß unehrlich genannt werden. Landwirtschaftsminister v. Podbielski: Die Ausbildung des Vorredners in der deutschen Sprache muß recht mangelhaft sein, sonst würde er sich wohl gegenüber einer königlichen Behörde nicht so scharfer Ausdruck bedient haben. Abg. v. Glembocki( Pole): Mir genügt meine Ausbildung in der deutschen Sprache. Der Herr Minister hat mich sehr gut verstehen können, daß ich gesagt habe, das Vorgehen der Behörde ist ein unehrliches. ich einmal habe durchgehen lassen. Diesmal rufe ich Sie dafür Präsident v. Kröcher: Sie gebrauchen jetzt einen Ausdruck, den zur Ordnung.( Bravo! rechts.) Aus dem Jahresbericht der socialdemokratischen Partei in dent Niederlanden ist zu entnehmen, daß die Partei am 31. Dezember 1902 in 115 Abteilungen mehr als 6500 Mitglieder zählte. Die Partei besitzt ein Tageblatt, 12 Wochenblätter und eine Monatsschrift. Ein Wochenblatt wird demnächst noch gegründet werden. Die Einnahmen und Ausgaben bilanzieren mit 14 986 ft., die Kasse weist einen Fehl betrag von 804 fl. auf. Die Partei beteiligte sich an 2 Erfahwahlen zur Zweiten Kammer und hatte den Erfolg, Genossen Troelstra ins Parlament zu entfenden. Erfolglos beteiligte sie sich an 2 Wahlen für die Provinzialräte. Bei den Gemeindewahlen wurden 2 Barteigenossen im ersten Wahlgange und 2 in der Stichwahl gewählt. Im internationalen Bureau wird die Partei durch Troelstra und van Kol vertreten. Camille Standert, ein Mitglied der alten Internationale, ist boren; er ist unausgesezt für den Socialismus thätig gewesen. Er dieser Tage in Brüssel gestorben. Standert war 1839 in Ninove ge war Mitglied des Brüsseler Gemeinderats und Geschäftsführer des Maison du Peuple. Sein Leichenbegängnis fand unter großer Ber teiligung statt. Aus Induſtrie und Handel. " Abg. Dr. Hahn( b. f. F.): Wir haben ja sehr interessante Dinge gehört.( Große Heiterfeit links.) Ich gehörte damals der national " Kölnischen Zeitung" vom Halbzeugmarkt(" Vorwärts", Nr. 65) Vom Halbzeugverband. Die schon jüngst von uns als Stimmungs ma che" bezeichneten seltsamen Nachrichten der liberalen Fraktion nicht an.( Große Heiterkeit und Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Ich habe eine Zeitlang ja hospitiert, es thut Beim Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung fragt Abg. werden jezt auch vom fachmännischen Berichterstatter der Industrie" mir heute noch sehr leid.( Stürmische Heiterkeit.) Die nationalliberale Dr. Stockmann an, ob die Hausschlachtungen der Arbeiter auf dem als Meldungen bezeichnet, die lediglich dem Zweck dienen, Stimmung Parteileitung wollte verhindern, daß Fürst Bismarck in den Reichstag Lande unter die Bestimmungen des Fleischbeschau- Gesetzes fallen. zu machen und einen Vorwand für Preiserhöhungen zu liefern. täme. Die betreffende Aeußerung hat Herr Schoof für Es bestehen Befürchtungen, daß die Hausschlachtungen unsrer Arbeiter" Wenn man die jüngsten Berichte vom Halbzeugmarkt liest," heißt mich aufgeschrieben( Große Heiterkeit) zu einer Verteidi- unter das Gesetz fallen sollen. Das würde bedeuten, das man beab- es in dem betreffenden Artikel der„ Industrie"," so muß man vergung.( Buruf bei den Nationalliberalen: Sind Sie der Vor- sichtigt, in Preußen weiter zu gehen, wie im Reiche. wundert fragen: Was geht denn vor? Neulich schrieb die„ Kölnische mund des Herrn Schoof?) Nein, der Adjutant.( Stürmische Hierauf wird die Debatte geschlossen und der Etat bewiligt. Beitung", daß die Erzeugung der Stahlwerfe für erstes Quartal Heiterkeit.) Herr Schoof hält daran fest, daß Herr Dr. Krause die Es folgt der Etat der direkten Steuern. nahe zu untergebracht und für das zweite Quartal auch schon größere Aeußerung gethan hat. Es ist für mich wertvoll festzustellen, daß Abg. Malkewik( k.) wünscht Auskunft über das Ergebnis der Mengen verschlossen seien. Da der letzte Monat des ersten Quartals die nationalliberale Partei nicht wünschte, daß Fürst Bismard Warenhaussteuer. schon angebrochen war, so würde damit kein sehr rühmliches Bild Reichstags- Abgeordneter würde.( Unruhe bei den Nationalliberalen.) Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Im Jahre 1902 bestanden von der Lage des Halbzeugmarktes entworfen. Aber es geschahen Abg. Schoof( b. t. F.): Ich muß entschieden daran festhalten, 86 solcher steuerpflichtigen Großbetriebe, während im Vorjahre noch wieder Wunder und Zeichen am geschäftlichen Himmel! Vierzehn daß Dr. Krause die betreffende Aeußerung gethan hat.( Lebhaftes 101 vorhanden waren.( Lebhaftes hört! hört! rechts.) Der Ertrag Tage später schon berichtet dasselbe Blatt, daß für erstes Quartal Hört! hört! rechts.) Herr b. Eynern ist daraufhin weggegangen und der Steuer betrug 1902 1913 000 m., im Jahre vorher noch mehr( das bis auf wenige Tage zu Ende ist) noch ein Bedarf von 15 000 nicht wiedergekommen. Ich weiß auch ganz bestimmt, daß ich denn 3 500 000 m.( hört! hört! rechts.) Die Zahl ist deshalb so bis 20 000 Tonnen und für das zweite sogar von 80-120 000 Dr. Krauſe in der Fraktionskneipe an diese Aeußerung erinnert erheblich zurückgegangen, weil die Konsumanstalten der großen Tonnen ungedeckt sei. Die Halbzeugwerke seien daher von der Verhabe.( Hört! hört! rechts.) Dr. Krauſe hat darauf erwidert: Aber industriellen Werke, wie zum Beispiel die der Kruppschen Werke, kaufsstelle aufgefordert worden, sofort ihre Verkäufe ins Ausland Herr Schoof, solche Aeußerung kann ich doch nicht gemacht haben. nach dem Urteil des Ober- Verwaltungsgerichts nicht unter das Gesek Wenn das alles so zutrifft, so müssen ja ganz ungeheuere Mengen in einzustellen und mitzuteilen, welche Mengen sie noch frei hätten. ( Stürmische Heiterkeit bei den Nationalliberalen. Nufe: Na also!) fallen. Abg. Dr. Friedberg( natl.): Zunächst eine Frage an Herrn Es folgt der Etat des Finanzministerium§. der allerlegten Zeit ins Ausland verkauft worden sein. Da aber Dr. Hahn. Was hat er mit der ganzen Sache zu thun?( Große Seiterfeit und Sehr richtig! links.) Wer ist Herr Schoof? Herr zulagen auf alle westpreußischen Kreise und bemängelt, daß die land noch zur Verfügung stehen. Es flingt ja fast unglaublich, daß Abg. v. Oldenburg( f.) verlangt die Ausdehnung der Ostmarken- hierüber jeder Anhalt und jede Kontrolle fehlt, so wird jetzt durch den Verband festgestellt werden müssen, welche Mengen für das InSchoof ist ein Mann, der aus einer Fraktionsbesprechung eine Mittelschullehrer nicht in die Regierungsvorlage einbezogen sind. Aeußerung, die für den Betreffenden, der sie gethan hat, sehr peinlich Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben kommt auf eine frühere Welt sich darüber beschwert, daß dieses Material zu solchen Schunddas Wort„ Eisennot" in Halbzeug gebraucht werden könnte, wo alle fein muß, an einen außerhalb der Fraktion Stehenden zu schreiben Rede des Abg. Glembodi zurück. Ein Gepäckträger, der deutsch ver- preisen ins Ausland geworfen wird. Sollte wirklich dadurch die sich nicht entblödet hat. Dieser außerhalb Stehende hat natürlich stand, sei von einem Regierungsassessor nicht deswegen denunziert Deckung des noch offenen Inlandbedarfs Schwierigkeiten bereiten, den weitesten Gebrauch in der Offentlichkeit von dem Schreiben worden, weil er mit einem polnischen Reisenden polnisch gesprochen was wir nicht annehmen können, so wäre das doch eine unerhörte gemacht. Das Verfahren beider Männer ich will mich der habe, sondern weil er sich einem deutschen Reisenden gegenüber Blamage unsrer Stahlwerke. Thatsächlich nimmt der Halbzeug Mahnung des Präsidenten erinnern( Präsident v. Kröcher nickt. geweigert habe, deutsch zu sprechen. Große Heiterfeit.), kann ich als korrekt nicht bezeichnen. Was nun Abg. v. Glembocki: Der Fall ist mir persönlich passiert. Ich seinen Werkeu nnterbringen kann! Diese künstlich gezüchtete„ EisenVerband neue Aufträge nur mit dem Vorbehalt an, daß er sie bei die Sache selbst anlangt, anlangt, so so möchte ich sagen, mag die habe mit dem Gepäckträger polnisch gesprochen. Derselbe ist nach not" wird bei den Verbrauchern schwerlich verfangen und Stimmung Aeußerung gefallen sein oder nicht, sie aufzubauschen, fann einigen Tagen zu mir gekommen und hat mir erzählt, daß er machen, da man ihre Ursachen fennt. Aber sie fönnte leicht als ein nur das Werk persönlicher Ranküne sein.( Sehr gut! links.) von einem Regierungsaffessor denunziert und bereits vernommen sei. willkommener Vorivand zu einer Preiserhöhung benutzt werden, und Die Aeußerung ist unangemessen, sie ist auch thöricht, so daß man( hört! hört! bei den Polen.) Wenn sich die Erkundigungen des thatsächlich wird eine solche schon angedeutet. Durch diese unsinnigen überhaupt zweifeln muß, daß sie ein vernünftiger Mann gethan Ministers also auf diesen Fall beziehen, so sind sie wertlos. haben kann. Aber ein Kapitalverbrechen ist die Aeußerung nicht. Hierauf wird der Etat bewilligt. Auslandsgeschäfte werden die Werke wohl bald in Verlegenheit ( Sehr richtig! links.) Herr Hahn sollte doch aus eigner Erfahrung kommen, und wie wir hören, lassen sich einzelne schon jetzt um Lieferung drängen. Daraus erhöhten" Bedarf, starte Nachfrage" wissen, daß zwei durchaus glaubwürdige Leute über eine Aeußerung herzuleiten, ist nicht schwer, und von da wieder zu einer Preisgrundverschiedener Ansicht sein können. Er kennt doch seine Affaire mit Herrn Szmula wegen der Aeußerung über die gräßliche erhöhung ist nur ein Schritt. Ein solcher könnte allerdings für die Flotte".( Große Heiterkeit.) Herr Schoof ist für uns ein vollVerbraucher, die durchaus nicht nachzufolgen vermögen, verhängnisTommen abgethaner Mann.( Sehr richtig! lints. Unruhe rechts.) boll werden, aber unmöglich wäre ja nichts das hat der HalbzeugVerband oft genug bewiesen". Präs. v. Kröcher schlägt vor, die Verhandlung um 7 abends fortzusehen.( Lebhaftes Oho!) Dagegen erhebt sich Widerspruch.( Stürmische Heiterkeit.) Schluß 5 Uhr. * * 52. Sigung vom Montag, den 23. März, 72 Uhr. Am Ministertisch: Studt, Rommissare. Uhr kein " Abg. v. Eynern( natl.): Herr Hahn hat behauptet, er habe bei uns einmal hospitiert. Das ist nicht richtig.( Abg. Hahn: Im Ostpreußische Südbahn. Die preußische Regierung hat sich nun Reichstag.) Was geht uns hier der Reichstag an! Herr Hahn Hat Die dritte Beratung des Etats wird fortgefegt beim doch, wie wir schon kürzlich aus einer Auslassung der Norddeutschen bei uns hier einmal hospitieren wollen. Beim Beginn der Kultus Etat. Allgemeinen Zeitung" folgerten, dazu bereit finden lassen, ihr AnLegislaturperiode bekam ich vom Bureaudirektor das Fraktions- Abg. Krause- Waldenburg( ft.): Der Herr Abg. Rosenow sagte gebot an die Aktionäre der Ostpreußischen Südbahn um etwas zu erverzeichnis zugeschickt und darin stand als letter Dr. Hahn als neulich, die Stadt Berlin marschiere in Bezug auf das Schultvesen höhen, und zwar soll die Verstaatlichung auf der Grundlage erfolgen, Hospitant vermerkt. Ich habe das Verzeichnis dem Bureaudirektor an der Spize aller Städte Preußens. Das ist keineswegs der daß die Befizer von Stammprioritäten 113 und von Stammattien zurückgeschickt mit dem Bemerken, daß ich seine Richtigkeit nicht an- Fall. Die Oberlehrer an den Berliner Gymnasien sind schlechter 92 Broz. erhalten. Der Reichs- Anzeiger" bringt nämlich nachs erfennen fönne, weil ich einen Hospitanten Dr, Hahn nicht kenne. gestellt als anderswo; sie erlangen das Höchstgehalt erst stehende Mitteilung:„ Es wird beabsichtigt, dem Landtage in den Das also ist die Zeit, in der Herr Dr. Hahn Hospitiert hat. nach einer Dienstzeit von 24 Jahren. Der Normal- Etat schreibt das nächsten Tagen eine Verstaatlichungsvorlage zu machen, in der die ( Stürmische Heiterkeit.) In der Fraktion ist dann die Angelegenheit Höchstgehalt bereits nach 21 jähriger Dienstzeit vor. In der Presse Staatsregierung ermächtigt werden soll, neben fünf andern Privatbesprochen worden und es wurde beschlossen, daß wir Hahn weder wurde vor kurzem behauptet, der Oberbürgermeister Kirschner habe bahnen, bezüglich deren Kaufverträge abgeschloffen sind, auch, die als Mitglied noch als Hospitanten haben wollen. gesagt, Berlin brauche seine Oberlehrer nicht besser zu stellen. Das Ostpreußische Südbahn entweder auf Grund der Bestimmungen des Präs. v. Kröcher: Mir liegt das Stenogramm der Rede des Angebot sei auch so groß genug. Hoffentlich ist diese Aeußerung Gesetzes vom 3. November 1838 oder auf Grund eines mit der GeAbg. Dr. Krause vor. Der betreffende Sah lautet:„ Es wird mir nicht gefallen.( Beifall rechts.) sellschaft noch abzuschließenden Vertrages zu erwerben. Im ersteren schwer, in diesem Falle an den guten Glauben des Abg. Schoof zu Abg. Rosenow( frs. Vp.) polemisiert gegen die Ausführungen des Falle soll ein Betrag von höchstens 27 000 000 m., im lezteren Falle glauben." Ich gebe zu, daß man die Aeußerung so verstehen kann; Abg. Krause- Waldenburg. Nicht die Stadtverordneten- Versammlung ein Betrag von 27 675 000 m. verwendet werden. Dadurch würde es wird mir zwar schwer, an den guten Glauben zu glauben, aber in Berlin, sondern der Magistrat habe eine Verzögerung in der Frage die Möglichkeit gegeben werden, einem Vorschlage der zuständigen ich glaube doch an den guten Glauben. Wenn Dr. Krause die der Lehrergehälter herbeigeführt, weil er diese Frage mit der Frage Organe der Gesellschaft zuzustimmen, daß auf je vier Stammattien Aeußerung so verstanden haben will, so wäre ich geneigt, den der Erhöhung des Schulgeldes verquickt habe. Der Wunsch der zu je 600 M. Staatsschuldverschreibungen der dreiprozentigen konsolis Drdnungsruf zurückzunehmen. Stadtverordneten sei, daß die Berliner Oberlehrer mindestens ebenso- dierten Anleihe zum Nennwerte von 2400 M. und auf je 4 StammAbg. Dr. Krause: Herr Präsident, Sie können es mir nach gut gestellt seien wie in andern Städten. Den Vorwurf der Rück- prioritätsaftien zu je 600 M. Staatsschuldverschreibungen der dreifühlen, daß ich gern von dem Ordnungsruf loskommen möchte. Ich ständigkeit müssen wir mit Entschiedenheit zurückweisen.( Bravo! prozentigen konsolidierten Anleihe zum Nennwerte von 2700 M. sowie fann aber eine solche Erklärung, die sich nur auf einen inneren Vor- links.) eine bare Zuzahlung von 57 M. für jede Prioritätsaktie gewährt gang beziehen kann, nicht abgeben. Ich bitte aber den Herrn Abg. Schmidt- Warburg( C.) fragt an, wie es mit der Er- werden. Für den Fall, daß die Generalversammlung der Aktionäre Präsidenten, sich lediglich an den Wortlaut zu halten, und mit haltung des Botanischen Gartens in der Potsdamerstroße stehe. diesem Vorschlage beitritt, erklärt sich die Staatsregierung bereit, diesem glaube ich der Ehre des Abg. Schoof nicht zu nahe getreten Dieser so beliebte Aufenthaltsort werde in letzter Zeit in auf dieser Grundlage einen Vertrag über den Uebergang des Unterzu sein. fast abscheulicher Weise verivüstet. Alle Bäume und Sträucher nehmens auf den Staat mit der Gesellschaft abzuschließen, sofern Präf. v. Kröcher: Unter diesen Umständen muß ich den Ordnungs- würden herausgerissen und nach Dahlem geschafft. Der Finanz- ihr die gesetzliche Ermächtigung erteilt wird. suf aufrecht erhalten. minister schilderte uns neulich die Zustände in Polen Westfälisches Coakssyndikats. Der Coaksversand des Syndikats Abg. Dr. Hahn( b. t. Fr.): Ms ich vorhin vom Hofpitieren bei während der Annexion. Schlimmer wie augenblicklich im Botanischen hat sich nach der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" derart gestaltet, den Nationalliberalen sprach, meinte ich die Reichstags- Fraktion. Garten kann es damals auch nicht ausgesehen haben.( Große Heiter- daß für April nur eine Produktionseinschränkung von 4 Proz. erHerr Schoof hat keine Indiskretion begangen.( Stürmische Heiterkeit keit.) Auf dem alten Botanischen Garten ruhe der Fluch der Fiskalität. forderlich ist gegen vorgesehene 9 Proz. für März und 15 Proz. für links.) Er hat die Aeußerung nur im fleinen Streise erzählt.( Er-( Große Heiterkeit.) Februar. Der Coatsversand des Syndikats wird als ein durchaus neute Heiterfeit links.) Herr Schoof kann nichts dafür, daß die lebhafter bezeichnet. Aeußerung in die Deffentlichkeit gekommen ist.( Stürmische Heiterteit links.) Abg. Schoof( 6. t. Fr.): Ich kann hier erklären, daß mir der Brofessor Enneecerus mitgeteilt hat, die Kandidatur Bismards werde schwer aufzustellen sein, da ihn die Parteileitung nicht haben wolle. Minister hat gesprochen, Der Gärtner hat's gehört, Die Pflanzung liegt danieder, Die Berge sind zerstört. Des Kurfürsts Name meldet Kein Wort, kein Schild, kein Spruch, Versunken und Vergessen, Das ist des Fiskus Fluch. Abg. Dr. Krieger- Königsberg( frf. Vp.) erklärt namens der Freifinnigen Volkspartei, daß sie es nicht der Würde des Hauses ent-( Stürmische langandauernde Heiterkeit.) Die Erhaltung des alten sprechend halten könne, wenn vertrauliche Aeußerungen aus Fraktions- Botanischen Gartens liege nicht nur im Interesse der Bewohner fizungen durch Indiskretion den Weg in die Deffentlichkeit finden Berlins, sondern auch der Fremden( Heiterfeit rechts), auch der und hier zur Erörterung im Plenum gemacht würden.( Lebhafter Abgeordneten der Rechten.( Beifall und Heiterkeit.) Beifall auf der ganzen linken Seite des Hauses.) Ein Regierungskommissar: Die Regierung ist bereit, die Frage Abg. Dr. Sattler( natl.): Ich will feststellen, daß die national- in der angeregten Form zu erledigen, die Stadtverordneten- Verliberale Partei den Fürsten Bismarck nur nicht als Fraktionsmitglied sammlungen von Berlin und Schöneberg haben auf diese Vorschläge im Reichstage haben wollte. aber überhaupt noch nicht reagiert.( Lebhaftes Hört! hört! rechts.) Abg. Dr. Hahn( b. t. Fr.): Darauf kommt es nicht an, ob die Abg. v. Arnim( f.) erklärt, die Regierung habe keine VerNationalliberalen den Fürsten Bismarck überhaupt nicht in den Reichs- anlassung, der Stadt Berlin irgendwie ein Geschenk zu machen. tag haben wollten oder nur als Fraktionsmitglied nicht. Es handelt Abg. Rosenow( frs. Vp.): Die Bedingungen, die der Fiskus der freis abtreten wollte. sich darum, ob die Parteileitung ihm einen nationalliberalen Wahl- Stadt Berlin gestellt hat, waren für uns unannehmbar. Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen. Der Etat wird bewilligt. Nächste Sigung: Dienstag 10 Uhr.( Fortsetzung der dritten Etatsberatung.) Schluß 101 Uhr. Nach einer Erklärung des Abg. Szmula( C.) schließt die Generaldiskussion. Beim Etat der Forstverwaltung bringt Abg. Rosenow( frs. Vp.) die Abholzung der Schönholzer Heide zur Sprache. Die Mehrheit der Bevölkerung sei gegen die AbHolzung. Auch die Regierung habe doch ein Interesse daran, in der Nähe der Stadt Berlin einen solchen großen Park zu befizen. Gerade der Schönholzer Park werde von der Berliner Bevölkerung gern zit Ausflügen benutzt. Die Regierung würde sich den Dank Hundert' tausender erwerben, wenn sie den Park erhalten würde.( Bravo! lints.) Landwirtschaftsminister v. Podbielski: Es liegt nicht in der Abficht, wie Berliner Zeitungen behaupten, dieses Holz einfach abzuschlagen. Das Schönholzer Terrain folle lediglich erschlossen werden. Partei- Nachrichten. Dem Vorstande unsrer Partei ging folgende Kundgebung zu: 45 russische Studenten einer deutschen Hochschule senden von der Gedächtnisfeier zu Ehren des großen Lehrers der Proletarier Karl Mary dem deutschen Proletariat ihre besten Wünsche zu dem ihm bevorstehenden Wahlkampfe. Hoch die internationale Socialdemokratie! " Die Firma Krupp beabsichtigt nach einer Meldung des„ Berl. Tagebl." aus Essen, wegen Raummangels das Bessemerwerk, das Schienenwalzwerk und das Martinwert nach Rheinhausen zu ber Tegen. Für Neubauten wurden 20 Millionen Mark ausgeworfen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Streit der Militärschneider dauert unverändert fort. In der Versammlung, die gestern vormittag in den Arminhallen tagte, waren die Streifenden vollzählig erschienen und der Verlauf der Versammlung zeugte dafür, daß sie wie bisher ihre Forderungen fest entschlossen aufrechterhalten. Aus dem Referat Ritters ist zu entnehmen, daß es den Arbeitgebern nicht geglückt ist, ihre Arbeiten in andern Städten fertiggestellt zu erhalten, was ja übrigens auch aus der in der Sonntagnummer des Vorwärts" abgedruckten Bekanntmachung aus dem Militär- Wochenblatt" hervorgeht. In Mez sind die Militärschneider nun ebenfalls in den Ausstand getreten. Verschiedene Berliner Firmen haben beim Getverbegericht eine Menge von Klagen gegen Streifende eingereicht, worin teilweise recht unverantwortliche und geradezu unsinnige Forderungen gestellt werden. Besonders hat sich hierbei, wie der Referent bemerkt, die Firma Berger u. Colani hervorgethan, die in ihrer Klage die unwahre Behauptung aufstellte, der Beklagte hätte plöglich ohne Grund die Arbeit niedergelegt, während sie doch als Mitunterzeichner in der oben erwähnten Bekanntmachung den Grund des Ausstandes angiebt. Sie verlangt von einem ihrer Arbeiter einen Schadensersatz von 278,50 M. und droht außerdem in ihrer Klage noch damit, die Streifenden wegen Betrug bei der Staatsanwaltschaft zu demuzieren auf Grund von Lohnvorschuß für nicht fertig gemachte Arbeit. Eine andre Firma verlangt fogar von einem Streifenden 491 M. Schadensersatz. Heute, Dienstag, wird beim Gewerbegericht über die sämtlichen Klagen verhandelt werden. Der Redner erklärt, daß die Beklagten feine Ursache haben, sich dort auf| feiner Lösung der Frage führen können. Sämtliche Diskussions Textilarbeiter Verband. Am 19. 5. M. tagte eine von der Filis Verhandlungen bezüglich des Streits mit den Arbeitgebern ein- redner sprachen sich in gleichem Sinne aus. Die Schäden und ale Berlin I einberufene, von über 300 Personen, meistenteils zulassen. Wollen die Arbeitgeber verhandeln, so sollen sie sich an Unzuträglichkeiten, die daraus entstehen, daß, wie das jetzt noch Frauen, besuchte Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der die Organisation wenden, die immer dazu bereit ist. Im Warenvielfach der Fall ist, die Pußerträger von den Buzern eingestellt und sächsischen Wollgarnfabrik vormals Tittel u. Krüger, Prenzlauer haus für Armee und Marine streikt nur ein Teil der Arbeiter. Ein entlohnt werden, wurden scharf hervorgehoben. Schließlich wurde Allee 167. Der Obermeister sowie mehrere Meister waren ebenPaletot für den König von Dänemark, den vordem einer einstimmig eine Resolution angenommen, worin sich die Bugerträger falls erschienen. Stoke referierte über die Bedeutung des Zehns von den Streifenden in Arbeit hatte, ist dort fertiggemacht worden. Berlins und der Umgegend mit dem Beschluß der Bauarbeiter- stundentages. Er schilderte die traurigen Verhältnisse in der Tertils Auch am Sonntag wurde im Warenhaus für Armee und Marine Versammlung bezüglich der Puzerträger- Frage einverstanden erklären industrie. Heberaus lange Arbeitszeit, niedrige Löhne, Strafen bei gearbeitet. Die Mahnung des Referenten, fest im Streit aus- und sich verpflichten, mit aller Macht ihrer Organisation nach Durch- jeder Kleinigkeit sowie schlechte Behandlung, mangelhafte sanitäre zuharren, wurde von den zahlreich Versammelten mit stürmischem führung ihrer Forderung zu streben. Einrichtungen und dergleichen mehr seien in der Textilindustrie am Beifall aufgenommen. Plaze. Die Zustimmung der Versammlung bewies, daß dies auch Die nächste Versammlung der Streifenden findet am MittwochDeutfches Reich. teilweise in genanntem Betriebe zutreffe, so vor allen Dingen eine bormittag statt. Dort wird über das Ergebnis des Termins vor Aus der Schneiderbewegung. In Spremberg haben die Arbeitszeit von 11 Stunden, von früh 6 bis abends 6 Uhr, mit einer dem Gewerberichter berichtet werden. Schneider einen Tarif eingereicht. Die Innung hat jedoch keine be- einstündigen Mittagspause.- Zum Schluß forderte der Referent friedigende Antwort erteilt, deshalb haben die Schneider beschlossen, sämtliche Anwesenden auf, sich dem Deutschen Tertilarbeiter- Verband am vergangenen Sonnabend die Sündigung in den Geschäften, welche anzuschließen, denn dann sei es ihnen nur möglich, eine kürzere Ars den Tarif nicht anerkennen, einzureichen. Sollte nach Ablauf der beitszeit sowie ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein zu ers Kündigungsfrist noch keine Verständigung erzielt sein, so verlassen ringen. So gut es in Leipzig- Plagwitz, dem Hauptsitz dieser Firma, die unverheirateten Gesellen die Stadt. möglich gewesen sei, den Zehnstundentag einzuführen, ebenso gut sei es auch hier in Berlin möglich. Während der letzten Ausführungen wurde Kozke von seiten der Arbeiter durch Zwischenrufe:" Wer sich dem Verbande anschließt, wird' rausgeworfen!" unterbrochen. In der Diskussion erhielt zuerst der Obermeister dieses Betriebes, Herr Schädlich, das Wort und führte aus, daß er nicht als Vertreter der Firma, sondern als Arbeiter in dieser Versammlung erschienen sei; der Zehnstundentag würde schon von allein kommen, ob er nun dieses Jahr komme oder nächstes Jahr oder über zehn Jahre, das sei dahingestellt. Die Zwischenrufe während des Referats: Wer sich organisiere, fliege heraus!" feien Unsinn, er würde dieserhalb niemand Tarifliches Vorgehen der Berliner Buchdrucker. Wir erhalten folgendes Schreiben: In Nr. 69 vom 22. d. M. bringen Sie eine Notiz, worin Sie mitteilen, daß auch meine Firma zu denen gehören soll, die den Tarif unter feinen Umständen anerkenne. Ich ersuche Sie um Berichtigung dieser Notiz und erkläre hierzu, daß ich den Tarif in allen seinen Teilen anerkenne und die in meinem Geschäft angestellten Schriftsetzer, Maschinenmeister und Buchbinder tarifmäßig bezahlt werden. Die Entlassung von vier Sezzern erfolgte am Freitag, den 20. März, wegen Geschäftsflaue. Hochachtungsvoll Albert Lüdtke. Zu vorstehender Berichtigung haben wir zu bemerken: Es ist nicht richtig, wenn die Firma erklärt, daß sie wegen Arbeitsmangel einige Seger entlassen hat, die Entlassung geschah lediglich aus dem Grunde, weil die Gehilfen wegen tarifmäßiger Ent lohnung vorstellig wurden. Troßdem die Firma den Tarif schriftlich anerkannt hatte, wurden die Sezer sämtlich untarifmäßig entlohnt, der Maschinenmeister erhielt 30 m., fechs Seger je 25,20 m. und ein verheirateter Seber 27 M.; außer dem wurden die Feiertage nicht bezahlt. Die Setzer waren un organisiert. In Hamburg haben die Schneidergesellen mit der Innung einen neuen Tarif vereinbart, der am 30. März in Kraft tritt. Der selbe schafft einen Ausgleich zwischen den einzelnen Lohnklassen und führt eine fünfte Klasse für Seemannsausrüstung ein. Außerdem wird eine paritätische Tarifkommission geschaffen. Sociales. Ein ländliches Elendsbild. Lieber.... und Der Mannheimer Volksstimme" wird von einem Fabrikarbeiter entlassen und könnte den Arbeitern und Arbeiterinnen nur raten, sich ständig mittellofen und erwerbsunfähigen Frau, die in Weisbach müßten sein, denn sonst herrsche in solch' großem Betriebe von 609 der Brief seiner Schwiegermutter zur Verfügung gestellt, einer voll- 3 organisieren, denn wenn die Arbeiter nur 10 Stunden arbeiten würden, brauchte er auch nur zehn Stunden zu arbeiten; Strafen im badischen Odenwald heimatsberechtigt ist. Der Brief ist ein so Arbeitern keine Ordnung. Hierauf wurde von verschiedenen Arerschütterndes Dokument des jammervollen Daseins einer auf die beitern Klage geführt, daß kein Fabrikausschuß vorhanden sei, ferner ländliche Armenpflege angewiesenen Frau, daß das Wesentliche daraus daß für Zuspätkommen 50 Pf. Strafe abgezogen würden. Herr hier wortgetreu folgen möge: Schädlich erwiderte hierauf, daß die Schuld die Arbeiter selbst treffe, Weisbach, den...... 1903. Zu unsrem sonstigen Vorgehen in der Tarifangelegenheit ist wenn kein Ausschuß bestehe. Wegen vorgeschrittener Zeit mußte noch mitzuteilen, daß bei der Firma M. Cohn( Brodacz), Ritter die Versammlung abgebrochen werden und wurde die eigentliche Bestraße 75, das gesamte Personal ausschließlich des Faltors die gerne wissen wie es bei Euch geht ob die Kinder noch gesund sind Resolution bis zur nächsten Versammlung, welche am 2. April, abends Ich bin benötig einige Zeilen an Euch zu schreiben. Ich möchte sprechung der Mißstände in diesem Betriebe sowie eine eingelaufene Arbeit niedergelegt hat. Der Herr Chef verlangte, daß das überhaupt die kleine Mina. Ich stricke der kleinen Mina auch ein 6% Uhr, in demselben Lokal( Prenzlauer Allee 165) stattfindet, Tarifamt ihm er st Abbitte Leisten solle, ehe er den paar Strümpfe. Bei mir gehts den Winter nicht so gut, denn zurückgestellt. Nach Schluß der Versammlung meldeten 125 AnTarif anerkenne! Die Firma ist nämlich im vergangenen ich habe einen großen Kampf erleben müssen. Jahre wegen übertriebener Lehrlingszucht vom Ich habe mich wesende ihren Beitritt zum Deutschen Textilarbeiter- Verband an; Tarifamt gestrichen worden! Die Gehilfen find sämtlich un meister und Gemeinderaten aber nicht gegen alle, obennihren( opponieren. Red.) müssen gegen den Bürger- diese Zahl stieg bis Sonnabend auf 152. organisiert, nur der stehengebliebene Faktor gehört dem Gutenberg sind viel auf meiner Seite gewesen Centralverband der Glaser( Zahlstelle Berlin). Am 16. d. M. bunde an. Außer dem" Judentum" werden bei der Firma noch die mit Gewalt hinauf auf das Herdehaus( Armenhaus. Red.) schaffen Jahn machte den Vorschlag, die Agitationskommission zu vergrößern, Sie haben mich tagte im Gewerkschaftshause die monatliche Zahlstellen- Versammlung. Zeitschriften„ Reichs- und Staatsbeamten- Zeitung"," Briefmarken wollen wo mich die Schlangen und die Ratten gefressen hätten. und wurden Mahnkopp, Suchfort, Renner Br., Jungbluth u. Lowizki händler"," Jugend- Zeitung" und" Die Loge" hergestellt. Das alte Scheiermanns Annemile haben die Ratten die Haut am Der Berliner Gauvorstand. Körper weggebissen. Es hat sich nimmer regen können, denn die dazu gewählt. Fauerbach gab als Obmann des Arbeitsnachweises Die Leitergerüstbauer( Sektion des Centralverbandes der Mäuse sind ihm auf dem Tisch und im Bett rumgesprungen. Es ist den Bericht für Februar. Die Thätigkeit war eine rege und fann es Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter) nahmen am Sonntag alt gewesen 93 Jahre. Kein Schwein sperrt man jo ein wie jest nicht mehr passieren, daß einzelne Kollegen monatelang auf der den Bericht der Lohnkommission entgegen. Nach kurzer Diskussion diesen Menschen. Sie haben gemeint heute trägt man Sie auf Straße liegen. Jahn erstattete Bericht über die am 15. b. M. statt gelangte ein Tarif einstimmig zur Annahme, dessen Haupt den Friedhof und Morgen sperrt man mich schon hinein. gefundene Versammlung der Agitationskommission der Provinz punte find: Gearbeitet wird im Sommer von morgens 7 Uhr Sie thun Brandenburg. Als Delegierter zum Bauarbeiterschutz- Kongreß wurde mir heute noch alle Trangfale an. Ich muß Jahn bestimmt. bis abends 6 Uhr mit einer halbstündigen Frühstücks, alle Nacht fortgehen, sonst kann ich nicht mehr leben ich that gern denn es einstündiger Mittags- und halbstündiger Veſperpauſe. Im Winter in mein Bett hinein leihen und schlafen, aber ich habe keine Suhe Letzte Nachrichten und Depefchen. von morgens 8 Uhr bis nachmittags 4 Uhr, mit einer halbstündigen mehr... zu Frühstücks- und einer halbstündigen Mittagspause. Die so fest- Ich habe im Sinne bald zu Euch zu kommen und Euch zu begelegte Arbeitszeit soll auch in jeder Hinsicht innegehalten werden. suchen wenn es recht ist, aber ihr müßt mich in Mannheim abbDer Norddeutsche Lloyd und das Koalitionsrecht. Falls Riftarbeit nicht genügend vorhanden ist, sind die Leute auf hohlen, denn ich bin dieses Jahr 20 Jahre älter geworden. Hinaus Bremerhaven, 23. März.( W. T. B.) Nachdem am Freitag dem Lagerplatz zu beschäftigen. Der Lohn beträgt für Boliere gehe ich nicht und wenn es mir mein Leben kostet. Ich habe gesagt fiebenundvierzig Kohlen- und Ladungsarbeiter, welche den Vor75 Pf., und für Rüstarbeiter 60 Pf. pro Stunde. Für Plazarbeit zu den Herrn sie sollen mich tot schlagen daß ich weg bin. Das ständen des Hafenarbeiter- Verbandes angehören oder agitatorisch ist derselbe Lohn zu zahlen. Für jede Ueberstunde sind 10 Pf. Auf habe ich in mein Lebtag nich geglaubt daß es mir so geben kann thätig gewesen waren, auf Anordnung des Norddeutschen Lloyd schlag, für Nachtarbeit 30 Pf. Aufschlag zu gewähren, ebenso für mit so Leuten. bon weiterer Beschäftigung auf den Schiffen des Nords Sonntagsarbeit. Für Fahrgeld ist jedem Arbeiter innerhalb der Berliner Weichbildgrenze per Woche 1-2 M. zu vergüten, außer- An die Krankenkassen- Verwaltungen richtet die Redaktion der deutschen Lloyd dauernd ausgeschlossen worden waren, sind bis heute dem ist das Fahrgeld während der Arbeitszeit von der Firma zu zahlen, Krankenkassen- Zeitung" das Ersuchen, ihr über die Art der Hand- Mittag 1100 Kohlen- und Ladungsarbeiter aus dem HafenarbeiterBei Arbeiten in den Vororten ist den Arbeitern ein ensprechender habung des Aufsichtsrechts über die Kassen durch die Behörden Verbande ausgetreten, um sich den nach Anordnung des NordZuschlag zum Fahrgeld zu vergüten und die Fahrzeit als Arbeitszeit Material zuzuweisen. deutschen Lloyd neugebildeten, aus Nichtmitgliedern des Hafenarbeiters zu berechnen. In Fällen, wo das Arbeitsmaterial nicht rechtzeitig Verbandes bestehenden Gängen anzuschließen und der zur Stelle ist, soll die Wartezeit in Höhe des Stundenlohnes bezahlt Die Volksbildung in Destreich. errichtenden Pensionskasse beizutreten. Sämtliche übergetretenen werden. Jede Kolonne hat inkl. des Poliers aus 6 Mann zu be Nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. Dezember Arbeiter mußten sich durch ihre Unterschrift verpflichten, dem stehen. Bei Rüstungen über 22 Meter Höhe ist die Kolonne den 1900 gab es in Destreich bei einer Gesamtbevölkerung von Hafenarbeiter- Verband nicht mehr anzugehören und die QuittungsVerhältnissen entsprechend zu erweitern. Freigabe des 1. Mai als Feiertag. 26 150 708 Röpfen 16 211 272 oder 62,0 Proz. des Lesens und bücher des Hafenarbeiter- Verbandes abzuliefern. Der HafenarbeiterBei Neu- Einstellungen von Arbeitern und Kutschern ist der Arbeits- Schreibens Kundige, 753 074 oder 2,9 Proz. nur des Lesens Kundige Verband in Bremerhaven ist damit, soweit er die Kohlen- und Nachweis des Centralverbandes der Handels-, Transport- und Ver- und 9 186 362 oder 35,1 Proz. Analphabeten. Am ungünstigsten fehrsarbeiter zu benutzen. Die Arbeitzeit der Seutscher soll im liegen diese Verhältnisse in Dalmatien, wo 76,6 Proz. der Ladungsarbeitergänge des Norddeutschen Lloyd mit umfaßte, vollSommer von morgens 6 bis abends 8 Uhr und im Winter von Bevölkerung weder lesen noch schreiben konnten; in der Bukowina ständig aufgelöst worden. 7 Uhr morgens bis 7 abends festgelegt werden. Der Lohn für waren es 70,4, in Galizien 63,8 und in dem aus Triest und Gebiet, Kutscher soll im Sommer 30 M. und im Winter 25 M. per Woche Görz und Gradisca sowie Istrien bestehenden Küstenlande immer betragen. Ueberstunden sind mit 50 Pf. per Stunde zu vergüten. noch 44,9 Proz. Unter dem Staatsdurchschnitte stehen hinsichtlich Bremen, 23. März.( W. T. B.) In einer am Sonnabend hier Entlassungen der Kutscher wegen Arbeitsmangel dürfen im Winter der Analphabeten Strain( 33,9 Proz.), Kärnten( 31,4 Broz.), Steier- stattgehabten Versammlung der an der Unterweser belegenen Werften nicht vorgenommen werden. Maßregelungen wegen Durchführung mark( 25,0 Proz.), Schlesien( 22,0 Broz.), Mähren( 19,2 Proz.), sowie sonstiger industrieller Unternehmungen wurde beschlossen, vom des Tarifs dürfen nicht stattfinden. Salzburg( 18,2 Proz.), Böhmen( 17,7 Broz.), Ober- Destreich 1. Mai d. J. ab Arbeitsnachweisungs- Bureaus in Bremen, BremerEs wurde beschlossen, diesen Tarif am Montag, 23. März, den( 17,4 Proz.), Tirol und Vorarlberg( 16,7 Prog.) und Nieder- Destreich haven und Vegesack zu errichten. Von den Betrieben neu anUnternehmern vorzulegen, mit dem Ersuchen, daß dieselben ihren( 16,4 Proz.). zustellende Arbeiter werden von diesem Zeitpunkt ab nur noch Bescheid bis spätestens Donnerstag, den 26. März, an die Bei ſo mangelhafter Volksbildung kann man sich denken, durch Vermittelung dieser Nachweisungsbureaus angenommen Kommission gelangen laffen möchten. Sollte bis dahin ein Bescheid welch schweren Kampf unsre östreichischen Parteigenossen zu werden. Ferner wurden gemeinsame Maßregeln für den Fall des nicht eingegangen sein und zufriedenstellende Zugeständnisse seitens lämpfen haben. Ausbruchs von Streifbewegungen in den beteiligten Betrieben berder Unternehmer im Laufe der Woche nicht gemacht werden, so foll einbart. fofort wieder eine Versammlung einberufen werden, in welcher die Unterstützung Arbeitsloser in der Schweiz. Der Große Rat in weiteren Beschlüsse gefaßt werden. Die Versammelten sind der Basel hat den Antrag unsres Genossen Dr. Wassilieff auf Erhöhung Budapest, 23. März.( W. T. B.) Infolge andauernder Obstruktion Meinung, daß die zur Zeit herrschende gute Konjunktur besonders des Beitrages an die Arbeitslosenkasse des dortigen Arbeiterbundes hat der Landesverteidigungs- Minister die Affentierungen auf die geeignet ist, endlich einmal geregelte Lohn- und Arbeitsverhältnisse von 1500 auf 3000 Fr. mit 40 gegen 39 Stimmen angenommen. Monate Mai und Juni verschoben. in ihrem Beruf herbeizuführen, und werden dieselben zur Erreichung Ursprünglich betrug der Beitrag nur 1000 Fr. Die staatliche ihres Ricles vor der Arbeitsniederlegung nicht zurückschrecken. Arbeitslosenkommission hat bisher über 20 000 Fr. zur Unterstützung der Arbeitslosen ausgegeben. Der Genfer Große Rat hat 9000 Fr. für Unterstützung der Arbeitslosen bewilligt. Verfammlungen. Kühnemänner an der Unterweser. Studenten- Demonftrationen in Budapest. Budapest, 23. März.( W. T. B.) Die Studenten, welche die Abhaltung von Vorlesungen an der Universität verhindert hatten, begaben sich auch nach der Technik, erbrachen die Thür zu dem Lehrsaal, wo Rettor Flosvay eine Vorlesung über Chemie hielt, und schrien:„ Verhindert die Vorlesung!" Schließlich wurden sie von den Technikern aus dem Saale gedrängt. Der Nektor der Universität veröffentlicht eine Arbeit zurückzukehren, da er sonst die strengsten Gegenmcßregeln Kundmachung, in welcher er die Studenten auffordert, zu ruhiger ergreifen müßte. An der Universität sind die Vorlesungen bis Freitag sistiert. Die Fensterputer hörten gestern abend den Bericht der Lohnfommission, den diese über die mit der Firma R. Stöhr u. Co. gepflogenen Verhandlungen erstattete. Der eingereichte Tarif enthielt folgende Forderungen: 1. Minimallohn von 19,50 m. pro Woche, jetzt 15 M.; 2. Bezahlung der Ueberstunden mit 50 Pf. pro Stunde; 3. Bezahlung der Nachtarbeit mit 6 M. pro Nacht bei neunstündiger Arbeitszeit( jetzt nach Belieben); 4. Anerkennung der Dennerstag im Gewerkschaftshause abgehaltenen Mitglieder- VerCentralverband der Maurer( Zahlstelle Berlin). In der am Drganisation. Diese äußerst bescheidenen Forderungen wurden seitens der ſammlung wurden zunächst die Stimmzettel zur Wahl des Zweig Firma abgelehnt, da das Geschäft eine derartige Mehrausgabe nicht vereins- Vorstandes, der Achtzehner- Kommission usw. verausgabt. Budapest, 23. März.( W. T. B.) In einer heute abgehaltenen tragen könne.( Die Inhaber der Firma sind in circa zehn Jahren Die Wahl selbst erfolgt in jeder der 22 zum Zweigverein Berlin mehrfache Millionäre geworden.) Sie will eventuell jugendliche gehörenden Zahlstellen selbständig, das Gesamtresultat der Wahl Versammlung beschloß die Studentenschaft die Demonstrationen einSo zustellen, da der oppofitonelle Abgeordnete Lengyel namens der Arbeiter einstellen, da dieselben die Arbeit ebenfalls ausführen, ob wird sofort nach der Zusammenstellung veröffentlicht. wohl das Reinigungsgetverbe die höchsten Unfallziffern auf- dann giebt Panser den Bericht der Zahlstellen- Verwaltung, Partei erklärte, für die Interessen der Studenten nicht weiter einweist, auch von der Berufsgenossenschaft in der höchsten Gefahren- wonach im verflossenen Jahre 99 meistens gut besuchte Bezirks- treten zu können, falls weitere Ruheftörungen vorfämen. Nur ein versammlungen stattfanden. tlasse eingeschätzt ist. Besonders günstig für das Aufblühen fleiner Teil der Studenten wollte dem Beschlusse sich nicht fügen. Folgende Resolution wurde mit allen gegen fünf Stimmen an der Zahlstelle habe die in sieben Bezirken eingeführte Haustaffierung Zur Ruffifizierung Finnlands. genommen:„ Die am 23. März versammelten Angestellten der Firma gewirkt, es sei nur zu empfehlen, auch in den übrigen vier In deu 14 DbmännerStöhr u. Co. nehmen von dem Bericht der Lohnkommission Kenntni Bezirken dieselbe Einrichtung zu treffen. Stockholm, 23. März.( W. T. B.) Aftonbladet" meldet aus und erklären in Anbetracht, daß ihnen der eingereichte Lohntarii fizungen ist über die verschiedensten Dinge beraten worden; sehr groß Finnland: Sämtliche Polizeichefs in den Regierungsbezirken Wiborg nicht bewilligt ist, die Arbeit sofort niederzulegen und nicht früher ist die Zahl der Darlehnsgesuche im Winter gewesen, von denen aller- und Nyland, zusammen in 11 Städten, darunter die Polizeichefs in aufzunehmen, bis die Forderungen bewilligt find." dings nur ein Teil habe berücksichtigt werden können. Immer wieder Helsingfors, Wiborg, Hangoe und Borgaa, wurden ihres Amtes In Verfolg dieser Beschlüsse ist der Zuzug nach der Firma müsse den Kollegen klargemacht werden, daß der Verband keine Darlehns- enthoben, ebenso zehn Mitglieder des Oberlandesgerichts in Stöhr u. Co. unter allen Umständen fernzuhalten. tasse sei. Leider hat sich der Ausschluß von Ausschluß von 15 Mit Wiborg und 3 Mitglieder des Oberlandesgerichts in Wasa. gliedern als notwendig erwiesen. Lehmann teilt hierauf mit, Die Pukerträger berieten am Sonntag über ihre Stellung zu daß die Zahlstelle 3689 Mitglieder hat. An Einnahme wurde Rom, 23. März.( W. T. B.) Zu der gestern erfolgten Ver dem am vorigen Sonntag von der Versammlung der Bauarbeiter erzielt 15 912,10 m., der eine Ausgabe von 10 386,73 M. Haftung eines Russen erfährt die Tribuna" noch, daß der Vergutgeheißenen Tarifentwurf. In diesem Entwurf. der wahr- gegenübersteht; es verbleibt somit ein Kassenbestand von haftete der Mitschuld an der Ermordung Ssipjagins scheinlich die Zustimmung der Arbeitgeber finden wird, sind die 5525,37 m. Die ausgiebige Diskussion drehte sich hauptsächlich bezichtigt werde. Buzerträger bekanntlich von dem Vertragsverhältnis ausgeschlossen. um die Zweckmäßigkeit der Hauskassierung. Beschlossen wurde sodann Montevideo, 23. März.( Meldung der„ Agence Havas.) Die Die Bauarbeiter aber erklärten sich in jener Versammlung mit den auf Antrag aus der Versammlung, des Donnerstags teine Friedensbedingungen sind folgende: Fünf Präfekten der Departements Forderungen der Buzerträger einverstanden und verpflichteten sich, Versammlungen mehr anzusegen, um nicht mit werden von der Leitung der Nationalpartei gewählt werden. Außer so weit sie bei Buzern arbeiteten, für diese Forderungen einzutreten Partei versammlungen oder den Zahlabenden der den Mitgliedern der Nationalpartei haben sich eine Reihe von andren und zwar gestützt auf die Solidarität der übrigen Bauarbeiter. Karl Wahlvereine zu tollidieren. Ferner erklärten sich die Aufständischen an der Revolution beteiligt. Diese werden die Waffen Heidemann, der über diese Frage referierte, erklärte, da es nicht Anwesenden damit einverstanden, daß die 6 gewählten Verbandstags- niederlegen und dieselben denjenigen zurückgeben, bei denen sie sich zweckmäßig fei, deswegen, weil die Pugerträger ihre Forderungen nicht Delegierten auch als offizielle Vertreter an dem Bauarbeiterschutz- ihrer bemächtigt haben. Es wird keine Verfolgung militärischer erfüllt erhalten hätten, den ganzen Vertrag scheitern zu lassen. Das Kongres teilnehmen. Nachdem H. Kriger als Schriftführer der oder bürgerlicher Aufständischen 2c. stattfinden. Die Amueſtie umAngebot der Arbeitgeber, den Lohn den Puzerträgern zu garantieren, Bahlstelle gewählt war, erfolgte noch die Beschlußfassung über faßt alle Aufständischen, mit Ausnahme derer, welche gemeine Verihn aber noch weiter durch die Buzer bezahlen zu lassen, hätte zu mehrere Anträge internen Charakters. brecher find. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt Nr. 70. 20. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 290. Sigung. Montag, den 23. März 1903 bormittags 10 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky. bleiben. Präsident Graf Ballestrem: Meine Herren! Sie haben sich erhoben, um das Andenken des verstorbenen Kollegen zu ehren. Ich konstatiere das. Hierauf tritt das Haus in die Tagesordnung ein. Erster Gegen stand ist die dritte Beratung des Kinderschutz- Gesetzes. In der Generaldiskussion erhält das Wort: Abg. Wurm( Soc.): Dienstag, 24. März 1903. Wettkampf mit andren Völkern liegt für uns gar kein Anlaß vor zu geben ist Herr Bebel eines Meineides beschuldigt worden. Desirgend welchen Hezereien, insbesondere haben wir keinen Anlaß zu halb sage ich: Sehen Sie zu, daß Herrn Bebels Meineid Klargestellt einem besonderen Haß gegen England. Der Umstand, daß wir in wird. Ich habe den Mut gehabt, darüber in Königsberg zu flagen, Venezuela eingreifen mußten, sollte den Reichstag bei seinem Wieder warten Sie den Prozeß ab, und lassen Sie Herrn Bebel denselben zusammentritt veranlassen, zu der Frage Stellung zu nehmen, ob Mut haben!" nicht völkerrechtlich feststehende Grundsätze zu schaffen sind über die Die erste Erklärung des Abg. Stöder war nach meiner AufIntervention wegen vermögensrechtlicher und privatrechtlicher Ansprüche fassung so auszulegen, daß er mich direkt bezichtigte, einen Meineid bei fremden Staaten.( Sehr richtig!) geleistet zu haben. Später hat allerdings Herr Stöcker diese Es folgt die Specialberatung der einzelnen Gtats. Die Etats des Reichstags und des te ich stanzlers werden debattelos bewilligt. Staatssekretär Graf Posadowsky: er Wir haben einen recht schmerzlichen Verlust erlitten.( Die AbBei der Bilanzierung des Etats sind wir ohne Zuschuß- Ausführungen wesentlich abgeschwächt und sich darauf bezogen, geordneten erheben sich von den Plätzen). Unser verehrter Kollege anleihe nicht ausgekommen, aber die Thatsache, daß durch Abstriche daß ich von andrer Seite dessen beschuldigt werde, daß aber Clemens Freiherr v. Heeremau, Mitglied aller Reichstage des deutschen und Einnahme- Erhöhungen der Anleihebedarf um fast 60 Millionen die Sache noch unklar sei und daß es nunmehr an der Zeit sei, Reiches seit dem Jahre 1871 ist heute vormittags 8 Uhr im vermindert werden konnte, beweist doch, daß die Regierung bei der diese Angelegenheit klarzustellen. Es war merkwürdig, daß Herr St. Hedwigs- Krankenhause verschieden, nachdem er bis zum letzten Aufstellung des Etats noch etwas vorsichtiger sein kann. Wenn ich Stöcker von dem„ bekannten Schweizer Schumann" sprach, obwohl Augenblick vor seiner vor kurzem eingetretenen Krankheit im auch keine allzu großen Hoffnungen in der Beziehung habe, so sind er ganz genau wußte, was das für ein Schumann war. Es ist der Dienste des Vaterlandes hervorragend gearbeitet und an den Ver- doch einige Anzeichen dafür vorhanden, daß infolge Besserung der bekannte Normann- Schumann, alias Mac Huns alias Dr. Mund handlungen des Reichstags jederzeit sich eifrig beteiligt hat, obwohlt wirtschaftlichen Lage sich die Einnahmen noch etwas höher gestalten und was sonst diefer Herr im Laufe seiner zweideutigen und gefähr= das hohe Amt, welches er im preußischen Hause der Abgeordneten werden als veranschlagt ist. Daran, die Zuschußanleihe ganz zu lichen Thätigkeit sich für Namen beigelegt hat. Herr Stöcker und bekleidete, seine Thätigkeit und feine Kräfte in hohem Maße in streichen und den Fehlbetrag auf die Matrikularbeiträge dieser Normann- Schumann sind intime Bekannte.( Hört! hört! bei Anspruch nahm. Sein Andenken wird bei uns stets in hohen Ehren abzuwälzen, wie das in der Preſſe behauptet wurde, haben den Socialdemokraten.) Sie habent speciell seiner Zeit bei den bemeine Freunde nie gedacht. Was die Aufhebung des§ 2 des tannten Zusammenkünften beim Grafen Waldersee zusammengearbeitet, Jesuitengesekes anlangt, so wird ja jetzt vielfach behauptet, daß sich und auch späterhin. Herr Stöcker dachte aber, tvenn im Bundesrat feine Mehrheit dafür finden werde. Selbst die den Namen Normann- Schumann erwähnte, so würde seine DenunVertreterschaft einer freien Handelsstadt wie Lübeck hat neuerdings ziation vom Reichstage etwas anders aufgefaßt werden. Desivegen einen Beschluß gegen diese Aufhebung gefaßt. Ich muß doch Herrn ist er auch, als meine Parteigenossen ihm zuriefen: Das ist ja der Kollegen Schwarz bitten, seinen Einfluß etwas stärker geltend zu bekannte Normann- Schumann! nicht weiter auf die Sache einmachen.( Heiterfeit.) In der Trierer Schulfrage bedauern wir es tief, gegangen. daß nach dem hochherzigen Entschluß des Bischofs es die preußische Nun ist es ja allerdings richtig, daß dieser Normann- Schumann Das vorliegende Gesez enthält nicht die Ausdehnung des Kinder- Regierung für notwendig befunden hat, die Entscheidung in der eine Denunziation beziehentlich eine öffentliche Anklage derart, wie sie schutzes auf die Landwirtschaft. Wir erwarten aber, daß die Ne- Schulfrage zu veröffentlichen. Weite Kreise der katholischen Be- Abg. Stöcker erwähnt, gegen mich gerichtet hat. Die Flugblätter, die gierung gemäß der Resolution des Reichstages recht bald eine völkerung hat dieses bureaukratische Vorgehen sehr verletzt. Wir ihm zugegangen sind, sind diese Flugblätter.( Der Redner hebt eine Enquete veranstaltet, um festzustellen, wie es um die Kinderarbeit in halten es nach wie vor für unsre Pflicht, den konfessionellen Frieden Anzahl von Flugblättern in die Höhe). Das eine stammt aus Paris der Landwirtschaft bestellt ist. Dabei mache ich die Regierung gleich im Deutschen Reiche zu wahren.( Bravo! im Centrum.) vom 11. Oktober 1897, das andre aus dem Jahre 1901. Es ist darauf aufmerksam, daß bei einer solchen Enquete größte Vorsicht Damit schließt die Generaldiskussion. außerordentlich wichtig festzustellen, worum es sich bei der ganzen geboten ist bezüglich der Aussagen von Lehrern. Gerade die Lehrer Sache gehandelt hat. Im Dezember 1896 spielte hier in Berlin der auf dem Lande befinden sich, wie das in der zweiten Lesung aus bekannte Leckert- Lützow- Prozeß, in dem eine Anzahl Journalisten führlich dargelegt ist, in größter Abhängigkeit und man wird, wegen schwerer Beleidigung hochstehender Persönlichkeiten, wie des iwenn man wirklich ein freies und unbeeinflußtes Urteil der Beim Etat des Auswärtigen Amtes nimmt das Wort Hofmarschalls Grafen Eulenburg, des Staatssekretärs Freiherrn Lehrer erreichen will, vor allem dafür sorgen müssen, daß die Namen der Lehrer, die Mitteilungen über die landwirtschaftliche 400 deutschen Reichsangehörigen in Südafrika, die während des lohe- Schillingsfürst angeklagt und verurteilt wurde. In dem Prozeß Abg. Dr. Haffe( natl.): Die Vertretung der Ansprüche der etwa Marschall v. Biebersteins, des Legitationsrats Prinzen zu HohenBeschäftigung ihrer Schulkinder machen, nicht denjenigen angegeben letzten Krieges ihr Vermögen verloren haben, ist nicht mit der gewurde festgestellt, daß Lüßow bereits seit Jahren Polizei- Agent werden, von denen sie abhängig sind.( Sehr richtig! bei den Social- nigenden Schnelligkeit und Schneidigkeit erfolgt.( Buruf links: er unter dem Befehl des Herrn v. Tausch stand. war mit einem Monatsgehalt bolt 200 Mark und daß demokraten.) Dann aber haben die Negierungen, nachdem der Schneidigkeit!?) Gleich Jawohl, Schneidigkeit. Ich möchte dringend Kinderschuß nicht auf die Landwirtschaft ausgedehnt worden ist, zum empfehlen, zur Regelung dieser Entschädigungsansprüche abermals zeitig wurde Herr v. Tausch so b. schwer belastet, schwer belastet, daß ein wenigsten die moralische Verpflichtung, den Unfug der Hüte- oder einen Kommissar nach Südafrika zu entsenden. Das Auswärtige jahr 1897 habe ich hier bei der Erörterung über das Auswärtige halbes Jahr später der Prozeß Lützow- Tausch folgte. Im FrühHalbtagsschulen endlich zu beseitigen.( Sehr richtig! bei den Social- Amit sollte hier mit etwas mehr Dampf arbeiten als bisher. Demokraten.) Weiter haben wir es bedauert, daß in dem Gesetz Damit schließt die Debatte. Der Etat wird bewilligt. Amt diese Angelegenheiten zur Sprache gebracht und darauf hin überhaupt ein Unterschied gemacht ist zwischen eignen und fremden Beim Kolonial- Etat ergreift wiederum das Wort gewiesen, daß auch noch ein andrer Polizei- Agent, Normanns Kindern. Da aber immerhin das Gesetz mit dem alten Grundsatz Abg. Dr. Haffe( natl.): Innerhalb und außerhalb des Hauses ist Schumann- jahrelang in der französischen Presse, speciell Schumann oder Mac Huns das ist Anagramm des Namens bricht, daß die Gesetzgebung Halt zu machen habe vor der Familie, der abfällige Ton peinlich bemerkt worden, den der Gouverneur von im" Mémorial diplomatique" Aufsehen erregende Artikel vers ein Grundsatz, der mit der focialen Gesetzgebung unvereinbar ist, so Deutsch- Südwestafrika gegenüber der Boeren- Einwanderung in dies öffentlicht habe, in denen nicht nur der deutsche Kaiser, sondern auch werden wir für das Gesez stimmen.( Bravo! bei den Social- Schutzgebiet angeschlagen hat. Und doch könnte hier etwas von der damalige Reichskanzler Graf Caprivi, Herr Marschall v. Bieber demokraten.) der Unfreundlichkeit wieder gut gemacht werden, die den Boeren Damit schließt die General diskussion. In der während des letzten Krieges offiziell und inoffiziell von seiten Deutschlands stein, Herr v. Holstein, Herr v. Lucanus u. a. wiederholt aufs Specialdiskussion werden die§§ 1-14 ohne Debatte erwiesen worden ist. Die Deutschen können von den Boeren lernen; der schwerste beleidigt worden seien. In diesen Artikeln waren auch nach den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen. Boer ist der eigentliche Pionier in einem Gebiet, dessen wirtschaft- militärische Mitteilungen derart gemacht, daß Fürst Bismarck, wenn § 15 lautet nach dem Beschluß der zweiten Lesung:" Imlicher Charakter den deutschen Einwanderern vorläufig noch ganz und Hochverrats erhoben hätte. er noch am Ruder gewesen wäre, zweifellos Anklage wegen LandesBetriebe von Gaft- und von Schankwirtschaften dürfen Kinder unter fremd ist. Höchst leichtsinnigerweise sind in Südwestafrika große Auf Grund dieser Mitteilungen in jener Reichstags- Sigung, zwölf Jahren überhaupt nicht, und Mädchen nicht bei der Bedienung Ländereien verschenkt worden, ohne daß dadurch Kapital in das Land der Gäste beschäftigt werden. Im übrigen finden auf die Be- gezogen ist. Die Schuld an diesen Zuständen trifft nicht die gegen- wurde ich als Zeuge im Prozeß Tausch- Lüßow vernommen. Ich schäftigung von eignen Kindern über zwölf Jahre die Bestimmungen Dr. Kayser, der nur Jurist war und von der Kolonialverwaltung und diese beschworene Aussage gab Herrn Normann- Schumann Ver wärtige Verwaltung, sondern den verstorbenen Kolonialdirektor habe dann meine Aussagen, die ich hier gemacht hatte, beschworen des§ 13 Abs. 1 Anwendung." Danach dürfen eigne Kinder unter zehn Jahren überhaupt nicht, nichts verstand. anlassung, mich bei der Staatsanwaltschaft in Berlin wegen Meineids eigne Kinder über zehn Jahre nicht zwischen 8 Uhr abends und Damit schließt die Diskussion; der Kolonial- Etat wird bewilligt, zu denunzieren. Weiter hatte er auch Denunziationen wegen wiffent 8 Uhr morgens beschäftigt werden. Um Mittag ist den Kindern Um Mittag ist den Kindern ebenso der Etat für sei autschou. licher Verleumdung usw. eingereicht gegen den Staatsminister Frhrn. eine mindestens zweistündige Pause zu gewähren. Am Nachmittage Beim Etat des Reichsamts des Innern fragt Marschall von Bieberstein und gegen den Geheimen Legationsrat darf die Beschäftigung erst eine Stunde nach beendetem Unterricht die kaufmännischen Schiedsgerichte stehe. Abg. Bassermann( natl.) an, wie es mit dem Gesetz über Dr. Hamann. Ob diese beiden Herren vernommen sind, weiß beginnen. ich nicht, mich hat die Staatsanwaltschaft jedenfalls fo= fort citiert; das wäre Abg. Graf von Bernstorff- Lauenburg( Rp.) ja ein auch ganz besonderes Fressen für die Berliner Staatsantvaltschaft, tvennt fie begründet folgenden Abänderungsantrag: a) Nach dem Wie Ihnen bekannt ist, hat der Reichskanzler den verbündeten mich in dieser Beziehung in die Finger bekommen fönnte.( Heiter ersten Satz des§ 15 hinzuzufügen:„ Die untere Verivaltungsbehörde Regierungen einen Geseßentivurf über die Kaufmannsgerichte vor feit bei den Socialdemokraten.) Herr Stöder wußte ganz genau, ist befugt, nach Anhörung der Schul- Aufsichtsbehörde in Orten unter gelegt. Dieser Entwurf ift per nefas( unrechtmäßigerweise) in der daß nicht der Schatten eines Verdachtes damals gegen mich festgestellt 20 000 Einwohnern für Betriebe, in denen in der Regel nur zur Preffe veröffentlicht worden, aber die Veröffentlichung war torrekt. werden konnte, er hätte seine Verdächtigung am 18. Februar auch Familie des Arbeitgebers gehörige Personen beschäftigt werden, In den Bundesstaaten sind die Ansichten über das in der Verlage wohl gar nicht gewagt auszusprechen, wenn ich in jener Sizung zu Ausnahmen zuzulassen." b) im Schlußfaz des§ 15 die Worte des Reichskanzlers eingeschlagene Verfahren geteilt. Ein Teil Ich habe damals den Beweis erbracht, daß gegen gewesen wäre. der Bundesregierungen steht mit der Vorlage auf dem Standpunkte jene Artikel im..Mémorial diplomatique" von Normann- Schumann über zwölf Jahre" zu streichen. Abg. Gothein( frf. Vg.) der Angliederung an die Gewerbegerichte, ein andrer Teil neigt der geschrieben worden seien. Ich konnte von ihm selbst geschriebene Angliederung an die Amtsgerichte zu. In diesem Stadium des Briefe vorlegen, ich konnte nachweisen, unter welcher Form er das Beantragt, den§ 15 wie folgt zu fassen:" In Gast- und Schank- Widerstreites der Meinungen befindet sich noch jetzt der Entwurf beim Geld für die Artikel bezogen hatte, und das Resultat der Verwirtschaften dürfen fremde Kinder unter zwölf Jahren überhaupt Bundesrat. Bei der geschäftlichen Lage des Hauses scheint es mir handlungen war, daß nicht Anklage gegen mich wegen Meineides nicht und Mädchen nicht bei der Bedienung von Gästen beschäftigt höchst unwahrscheinlich, daß der Bundesrat sich so zeitig darüber sondern gegen Normann- Schumann wegen Majestätsbeleidigung erwerden. Eigne Kinder unter zwölf Jahren dürfen in solchen Beschlüssig macht, um das Gesetz noch in dieser Tagung an den Reichstag hoben wurde.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Der erste Staatstrieben nur aushilfsweise und mit gelegentlichen Hilfsleistungen be- bringen zu können.( Hört! hört!) Ich hoffe aber, daß in der nächsten anwalt am Landgericht II teilte mir unterm 1. Dezember 1897 mit, schäftigt werden. Im übrigen findet für eigne Kinder§ 13 Abs. 1 Tagung des Reichstages Ihnen eine entsprechende Vorlage gemacht daß er die Anzeige Normann- Schumanns als unbegründet zurückAnwendung. werden wird. Dagegen ist die Betvegung zu bedauern, die auch die gewiesen habe. Selbstverständlich habe ich diese Mitteilung damals Abg. Trimborn( C.) erklärt sich namens des größeren Teiles Konkurrenzklausel der Jurisdiktion der Getverbegerichte unteriverfen auch in die Deffentlichkeit gebracht, mur Herr Stöder weiß davon feiner politischen Freunde für den Antrag Graf Bernstorff. Ein will. Eine juristisch so komplizierte Materie gehört vor die ordent- nichts. Gegen Normann- Schumann konnte jener Prozeß wegen fleinerer Teil werde für den Antrag Gothein stimmen. lichen Gerichte. Majestätsbeleidigung bis heute nicht geführt werden, weil er sich Abg. Singer( Soc.): nicht gestellt hat, was ich ihm nicht verdenke. Interessant ist aber, Wir werden gegen beide Anträge stimmen, weil wir den Schutz Verhandlungen gehabt, die deutlich bewiesen haben, daß auf daß trosdem jene Klage schwebt, Normann- Schumann, wie ich ganz Gerade über die Konkurrenzklausel haben wir in diesem Hause darauf möchte ich besonders die Herren von der Regierung hinweisen, der Kinder soweit wie möglich ausgedehnt sehen wollen. Ich sehe Gebiete diesem nicht ein, warum hier für Orte unter 20 000 Einwohnern besondere ganz schamlose Ausbeutung statt genau weiß, zuletzt erst im Oktober vorigen Jahres in Berlin war. Wenn Ausbeutungsprivilegien geschaffen werden sollen. ein Handlungsgehilfe durch Zu diesen Drten findet. der( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Er hat sich tagelang gehören die allermeisten Vororte der großen Städte, wie Blankenese Arbeitslosigkeit gezwungen wird, einen Vertrag zu unterschreiben, hier aufgehalten und obgleich ihn die Polizei natürlich sehr genau bei Hamburg, Orte, die fast aus lauter Wirtschaften bestehen. Die der nachher auf Jahre hinaus verhindert, die in seinem Beruf er- fennt, hat ihm niemand ein Haar gekrümmt.( Hört! hört! bei den Hinzufügung im Antrag Graf Bernstorff, daß diese Ausnahmen nur worbenen Kenntnisse zu verwerten, so ist das ein Fall schlimmster Socialdemokraten.) Bei Gelegenheit der Einweihung des Nordostseefür solche Betriebe gelten sollen, in denen in der Regel ausschließlich die Entscheidung über diese Frage in die Hände nur einer Partei bin Augen- und Ohrenzeuge gewesen, wie er mit einer geradezu Ausbeutung.( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Wenn num Kanals war er in nächster Nähe der allerhöchsten Personen, ich selbst Familienmitglieder beschäftigt werden, würde geradezu ein Anreiz für die Gastwirte sein, teine fremden Personen einzustellen, weil sie gelegt werden soll, so ist das von vornherein eine Klassen- Gesez unglaublichen Indiskretion als von Kiel zurückkehrend, alles erzählte, fonst dieser Vergünstigungen verlustig gingen. Die Polizeibehörden gebung. Die Handlungsgehilfen wünschen vielmehr einstimmig, daß was er dort gesehen und gehört hatte. würden von diesen Ausnahmebestimmungen natürlich den weitest- auch diese Konkurrenzklausel der Beurteilung der Gewerbegerichte Ueber die Rolle, die Normann- Schumann im preußischen gehenden Gebrauch zu Gunsten der Betriebsinhaber machen, wie ja unterstellt werde. Und gerade hier, wo es sich um den Schuß einer Polizeidienste gespielt hat, möchte ich Ihnen eine Mits auch die Uebertretungen der Schutzbestimmungen der Gewerbe- bestimmten Klaſſe von twirtschaftlich Schwachen handelt, müßten doch teilung aus der Aussage des Freiherrn Marschall v. Bieberstein Ordnung seitens der Polizei- Organe feineswegs rigoros geahndet die Stimmen der wirtschaftlich Schwachen selbst von größter Bedeutung machen, die jener als Zeuge im Tausch- Prozeß vor dem werden. Dieselbe verdammenswerte Milde gegenüber den Arbeit- fein. Die Prinzipale haben natürlich mit der Regelung dieser socialen Berliner Gericht gethan hat. Herr v. Marschall erzählte:„ Anfangs gebern würde auch hier herrschen. Durch solche Ausnahme- Gesetzgebung keine besondere Eile.( Sehr richtig! links.) Sehr der 90er Jahre erschien eine Serie Artikel im„ Mémorial bestimmungen wird der Schutz der Kinder in bedenklicher Weise gewundert hat es mich auch, daß im Bundesrat kein Verständnis diplomatique" mit den stärksten Verleumdungen gegen den deutschen wieder gefährdet. Gerade in den kleineren Städten ist der Wirt- dafür zu sein scheint, daß auch das äußerst zahlreich im Handels- Kaiser, Grafen Caprivi, Herrn v. Bötticher, Herrn v. Lucanus und schaftsbetrieb eher intensiver als in größeren. Deshalb stimmen gewerbe vertretene weibliche Element bei den Wahlen zu den alle möglichen Leute. Die Artikel hatten in Pariser Regierungswir gegen diese den Kinderschutz einschränkenden Anträge.( Beifall Kaufmannsgerichten vertreten sein muß. Ich kann mich nur dem freisen ein solches Aufsehen erregt, Wunsche anschließen, daß die Sache im Bundesrat möglichst bald Regierung uns hier mitteilen ließ, sie hätte Ermittelungen daß die französische zurückweisen, daß die Geschäftslage des Hauses daran schuld gewesen ganze Geschichte von Berlin herrühre. zum Abschluß kommen wird. Jedenfalls muß ich den Vorwurf darüber angestellt und mache uns darauf aufmerksam, daß die fei, daß dieses Gesetz nicht erledigt worden ist. Das war für uns Die Schuld liegt immerhin ein gewisses demütiges Gefühl." Herr v. Marschall teilte vielmehr in diesem Falle einzig und allein beim Bundesrat. dann weiter mit, daß er endlich erfahren habe, daß Normann- Schus Staatssekretär Graf Bofadowsky: Es giebt freilich Fälle, in mann diese Artikel verfaßt habe. ,, Als wir nun an die politische denen die Verwendung der Arbeitskraft der Handlungsgehilfen in Bolizei gingen und von ihr verlangten, fie folle eine Untersuchung einer Weise beschränkt wird, die unter keinen Umständen als gerecht anstellen, wer die Artikel geschrieben hätte, da hat die politische fertigt angesehen werden muß. Ich hoffe aber, daß solche Verträge, Polizei diesen Herrn Normann- Schumann beauftragt( Lebhaftes Hört! wie ich sie gesehen habe, eine seltene Ausnahme bilden. Jedenfalls hört bei den Socialdemokraten), d. H. also denselben Herrn, fönnte man gegen fie als Verstoß gegen die guten Sitten vorgehen. der die Artikel geschrieben hatte. Wir konnten machen, was wir wollten, wir famen nicht vorwärts, und das Auswärtige Amt Abg. Bebel( Soc.): sah sich schließlich genötigt, die Beziehungen zur politischen Polizei Ich habe ums Wort gebeten, um eine rein persönliche Angelegen- abzubrechen.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Das sind heit zur Sprache zu bringen. In der Sitzung des Reichstages vom doch wirklich wunderbare Zustände, in denen wir uns zu jener Zeit 20. Februar d. J., der ich durch Krankheit verhindert war bei- und vielleicht auch noch heute mehr oder weniger befinden. Sehr Die letzten Debatten über unfre auswärtige Politik nötigen mich zuwohnen, hat Abg. Stöcker in Bezug auf meine Person ausgeführt: charakteristisch ist auch, was Herr v. Marschall über die Persönlichkeit noch zu kurzen Bemerkungen. Den Dreibund halten auch meine Herr Bebel ist von dem bekannten Schweizer Schumann, aber auch Normann- Schumanns jagt. Er teilt mit, daß Norman- Schumann vom Freunde für eine polttische Notwendigkeit im Interesse aller von sehr vielen andren wegen Meineids öffentlich angeklagt. Kümmern Polizeipräsidenten in einem Berichte an das Reichsamt des Innern beteiligten Staaten. Dem Herrn Abg. Gradnauer kann ich darin Sie( zu den Socialdemokraten gewandt) fich um Herrn Bebels Schwindler, Hochstapler allerschlimmster Sorte" enannt wird", der recht geben, daß das Verhältnis der Völker zu einander im wesentlichen Meineid und nicht um meine Wahrheitsliebe!" Später äußerte in Deutschland, Italien und Griechenland, überall, wo er hindurch ihre wirtschaftlichen Beziehungen beſtimmt wird. In diesem Herr Stöcker: In öffentlichen Flugblättern ich kann's Ibnen gekommen sei, Spuren von Verbrechen hinterlassen habe. Er sei einer Abg. Molkenbuhr( Soc.): bei den Socialdemokraten.) Abg. Hoffmann- Dillenburg( natl.) erklärt, daß seine Freunde, da der Abg. Gothein feinen Antrag zurückgezogen habe, für den Antrag Bernstorff stimmen würden. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Bernstorff wird in beiden Teilen angenommen, ebenso§ 15 in der so veränderten Fassung. Der Rest des Geseges wird debattelos erledigt. Hierauf wird das Gesetz in der Gesamt abstimmung gegen die Stimmen einiger Konservativen angenommen. ( Reichskanzler Gaf Bülow betritt den Saal mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts.) Es folgt die dritte Beratung des Etats. In der Generaldiskussion erhält das Wort Abg. Dr. Spahn( C.): eine die Not " Abg. Sachse( Soc.) ber berlogensten Menschen, die es auf der Welt gäbe."" Da habe haben leider in Deutschland zwei ganz von einander getrennte, ich mir gefagt", fährt Herr v. Marschall fort, einen solchen Mann Völker, das socialdemokratische Volk, das nichts mehr mit dem fordert ein energischeres Eingreifen des Reiches zur Bekämpfung der zum Vertrauensmann der Polizei zu haben, das ist doch eigentlich Deutschtum zu thun hat, und das Volk, zu dem ich selbst gehöre. ich immer mehr ausbreitenden Wurmkrankheit unter den Bergleuten eine Unwahrheit in sich." Der Meinung sind wir allerdings auch Darum fümmert mich das, was dies Volk( zu den Socialdemo- und fragt an, warum zu der Konferenz zur Bekämpfung der Wurm( Sehr wahr bei den Socialdemokraten), und dieser Mann ist der kraten) sagt, gar nichts!( Lachen bei den Socialdemokraten.) frankheit keine Vertreter der Arbeiterorganisationen hinzugezogen Vertrauensmann des Herrn Stöcker. Ich habe gar keinen weiteren Abg. Singer: worden seien. Redner bittet um Annahme der von ihm beantragten Grund, mich hier auf weitere Erörterungen einzulassen. Die Thatfachen, die ich vorgetragen habe, beweisen klar, daß von einem Mitteilungen gemacht im Gegensatz zu Herrn Stöcker. Ich habe im Parlament immer nur sachliche, wahrheitsgemäße Resolution, wonach der im Nuhrkohlen- Revier bereits bestehenden Wenn Herr Kommission zur Bekämpfung der Wurmkrankheit wissenschaftliche Meineid gar keine Rede sein kann.( Lebhaftes Bravo! bei den Social- Stöcker sich herausnimmt, einen Mann, der notorisch als Polizei- Kräfte und Mittel des Reiches zur Verfügung gestellt werden sollen, demokraten.) spigel gekennzeichnet ist und der unter dem Deckmantel großer und tadelt, daß heute den Knappschaftstassen in erster Linie die AufAbg. Sachse( Soc.) hält gegenüber den Ausführungen des Loyalität, die stärksten Majestätsbeleidigungen ausgesprochen hat bringung der Mittel für diesen Zweck zur Laſt fällt. fächsischen Geheimrats Fischer in der zweiten Lesung seine Darstellung eine gewisse Aehnlichkeit hat ja das mit dem Scheiterhaufenbrief Abg. Wallenborn( E.[ schwer verständlich]) scheint den abin Bezug auf einzelne Fälle aus der sächsischen Berginspektion auf-( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten), wenn Herr Stöder wesenden Abg. Lucke gegen die Vorwürfe des Abg. Brömel in Schuß recht. Im einzelnen bleiben seine Ausführungen auf der Tribüne einen solchen Mann als sittlich höher stehend bezeichnet als mich, so zu nehmen. unverständlich. Nur in einem einzigen Falle sei ihm ein Irrtum zeigt das eben nur den Grad der Verworfenheit, den Herr Stöcker unterlaufen. Sächsischer Geheimrat v. Fischer: Ich muß bei meiner Dar- für sich in Anspruch nimmt.( Sehr richtig! bei den Socialdemotraten.) stellung, die auf den amtlichen Berichten ruht, bleiben. Abg. Dr. Stöcker( f.): " Vicepräsident Graf Stolberg: Abg. Stöcker: Staatssekretär Graf Posadowsky: Das Reich hat vom sächsischen Fistus ein Grundstüd preiswert erworben und es dem Dresdener Bauverein in Erbbaurecht gegeben. Es ist das der erste Fall dieser Art. Der Verein hat dafür die Verpflichtung übernommen, einer entsprechenden Anzahl von Reichsbeamten Wohnungen zu liefern. Eine weitere Kontrolle, ein Eingreifen in die innere Wirksamkeit einer Genossenschaft wäre doch höchst bedenklich. Abg. Wurm( Soc.) Abg. Franken( natl.) bittet um Ablehnung des Antrages Sachse. Was mit wissenschaftlichen und finanziellen Mitteln gegen die Wurmfrankheit geschehen könne, sei bereits in Angriff genommen, höchstens fönnte noch eine zeitweilige Beschränkung der Freizügigkeit bis zum Erlöschen der Krankheit in Frage kommen. Abg. Sachfe( Soc.) rügt nochmals den Geiz der Grubenverwaltungen bei dem Kampfe gegen die Wurmkrankheit. Der Etat des Reichsamts des Innern wird bewilligt. Beim Militäretat geht Generallieutenant Tippelskirch Abg. Peus( Soc.): Die eins und " wen Herr Abg. Singer, wenn Sie dem Abg. Stöcker ,, Verworfenheit" Wie durch den Herrn Präsidenten in jener Sigung bestätigt zusprechen, so ist das unparlamentarisch. Ich rufe Sie deshalb zur worden ist, habe ich Herrn Bebel in keiner Weise verdächtigt, viel- Ordnung!( Buruf bei den Socialdemokraten: Aber richtig ist es mehr bin ich verdächtigt worden von einem Genossen des Herrn doch!) Bebel. Man hatte vollständig unbegründeter Weise an meiner Wahrheitsliebe 8weifel ausgesprochen und ich sagte, die Herren Herr Singer hat mir gegenüber einmal von dem Gefühl des möchten sich lieber um diese Beschuldigung Bebels fümmern, die Efels" gesprochen. Das freut mich nur. Ich habe vor nichts mehr ginge sie viel mehr an. Herr Bebel hat mich heute verdächtigt, indem Sorge, als daß jene Herren Neigung für mich empfinden.( Lautes auf die Beschwerden ein, die Abg. Dr. Südefum am 9. März d. J. er mich einen Freund Normann- Schumanns nannte. Gelächter bei den Socialdemokraten.) Im übrigen sollte ich denken: über Mißhandlungen an einen geistig nicht normalen Soldaten des Wenn ich Normann- Schumann einen Schweizer nannte, so wußte für die dritte Lesung ist es nun mit diesen Personalien genug, und hannoveranischen Train- Bataillons ausgesprochen hat. doch doch jeder, wer gemeint war, ich habe ihn ja auch den„ be- ich werde nichts weiter antworten.( Zuruf bei den Social- gehenden Untersuchungen, die angestellt worden sind, haben ergeben, kannten Normann- Schumann" genannt.( Lebhafter Widerspruch bei demokraten: Das glauben wir Ihnen! Weil Sie nicht können!) schaften irgend eine Mißhandlung haben nachweisen können, die an daß in der ganzen Compagnie weder Unteroffiziere noch Mannden Socialdemokraten. Rufe: ein Schweizer Schumann!) Was soll Abg. Dr. Südekum( Soc.): dem Manne passiert wäre.( hört! hört! rechts.) Der Vater des denn das Lachen, am Lachen erkennt man den Socialdemokraten. Der Dresdener Bau- und Sparverein, der unter Leitung des Soldaten sagte bei seiner Vernehmung aus, sein Sohn sei von ( Heiterkeit rechts. Unruhe bei den Socialdemokraten.) Ich begreife bekannten Dresdener Richters und konservativen Parteimannes einem Unteroffizier derartig mißhandelt worden, daß der Arm an die Entrüstung des Herrn Bebel gar nicht, im vorigen Jahre hat Dr. Becker steht, hat aus dem Reichsfonds für Wohnungsfürsorge schwoll. Im übrigen wolle sein Sohn mit der Sprache nicht ser Herr Kriegsminister dieselben Sachen hier vorgebracht, er Darlehen zu billigen Zinsen erhalten. Dieser Verein entspricht aber heraus. Sein Sohn habe früher feine Spuren geistiger jat die Flugblätter sehr gravierend genannt, und darauf hat Herr durchaus nicht den Anforderungen, die für die Gewährung solcher Anormalie gezeigt. Unteroffiziere und Mannschaften haben aber Bebel geschwiegen.( Abg. Bebel: Ich bitte ums Wort!)- Daß ich am Darlehen gestellt werden. Alle Unternehmungen des Dr. Becker unter ihrem Eide ausgesagt, daß sie nie Wißhandlungen des 10. Februar geschwiegen hätte, wenn Herr Bebel anwesend gewesen dienen dem Nebengedanken, der Socialdemokratie zu schaden. Der Mannes wahrgenommen hätten. Das waren die Stubenkameraden väre, glaubt er wohl selbst nicht. So weit fennt er mich wohl, Beckersche Verein verfolgt unstreitig politische Tendenzen. saß ich mich vor ihm und den ganzen 58 Socialdemokraten nicht sonst kann er nicht als„ gemeinnüßig" gelten. Auch des Mannes, die jede Mißhandlung unbedingt hätten sehen müssen. ürchte. Wenn Herr Bebel behauptet hat, ich hätte mit Herrn tommt Sein Wirken Auf eine weitere Angabe seines Vaters wurde festgestellt, daß der den Unternehmern zu gute. Er baut sogenannte Mann niemals wegen einer Verlegung am Ellenbogen ins Lazarett Schumann Verhandlungen gepflogen, so ist das unrichtig. Wenn Patronatswohnungen, die dem Unternehmer ermöglichen, auf billige sich befunden hat. Auch hat er keine Löcher in den Kopf bekommen er weiter darauf hinwies, der Staatsanwalt habe ihn vollständig Weise zu Arbeiterwohnhäusern zu kommen, die für die Arbeiter alle infolge einer Mißhandlung, sondern er hat sich nur eines Tages mit entlastet, so ist ganz dasselbe bei mir der Fall und zwar schon seit Nachteile der Fabrikwohnungen haben. Herr Becker hat durch seine geringen Verlegungen am Kopfe beim Lazarettgehilfen gemeldet und 1885. Ich hoffe also, daß diese Debatte dazu beiträgt, daß die Beziehungen die Berechtigung erhalten, die Häuser seines Vereins war nach vier Stunden wieder dienstfähig. Mißhandlungen haben Herren jene alten Beschuldigungen gegen mich nicht wieder vor- ein Stockwerk höher zu errichten, als es sonst in Dresden üblich ist. also nicht stattgefunden. Auch ist dem Manne kein Geld wegs bringen. Er hat dem Dresdener Hausbesitzerverein klar gemacht, daß er auf genommen worden. Er kam zur Beobachtung seines Geisteszustandes Abg. Bebel( Soc.): diesem Wege auch ihren Interessen diene. Wie antisocial der ins Lazarett, dann in die Frrenanstalt zu Hildesheimt, aus der er Ich will mich auf die sogenannte Meineidsklage gegen Herrn Dresdener Verein geleitet wird, geht daraus hervor, daß er bei nach vier Wochen als dienstuntauglich entlassen wurde. Der Bescheid Stöcker nicht einlassen. Wie mir eben mitgeteilt wird, lag die Sache einem Neuban die Maurer unter dem Tarif bezahlen wollte des Generalkommandos, auf den sich Dr. Südekum berief, bekommt so, daß vom Staatsanwalt anerkannt wurde, es liege Meineid vor, und sie dadurch gezwungen hat, in den Ausstand zu in feinem Zusammenhange ein ganz andres Gesicht als wenn man aber der Dolus fehle. Für mich ist entscheidend, daß Herr Stöcker treten. Der Herr Staatssekretär hätte allen Anlaß, sich die ihn muur teilweise verliest. Den Compagniechef trifft durchaus keine wissen mußte, daß auch nur der Verdacht, daß ich einen Vereine genauer anzusehen, denen er eine Beihilfe aus allgemeinen Schuld. Er hat sich von Anfang an für den Mann interessiert und Meineid gleistet hätte, auf mich nicht fallen fonnte, nach- Reichsmitteln gewährt. Er sollte auch dafür sorgen, daß die seine Kameraden ersucht, ihn nicht zu hänseln. dem die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Verfolgung Statuten der unterstützten Vereine dem Reichstage zugänglich gemacht zurückgewiesen hatte. Wen Herr Stöcker als seinen Freund Wen Herr Stöcker als feinen Freund" werden.( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) bezeichnet, kann ich ja nicht wissen, Thatsache ist, ist, daß Auf die Beschwerde meines Freundes Stadthagen vom Sonnabend, Stöcker sehr häufig mit Normann- Schumann verkehrt hat und daß sie daß Soldaten bestraft werden, weil sie sich der Wahrheit gemäß als auch bei Waldersee zusammengekommen sind. Herr Stöcker hat Socialdemokraten bekennen, hat der Kriegsminister bedauerlicherweise lediglich von dem Schweizer Schumann gesprochen, und als ihm gar nicht geantwortet. Ich möchte an einem andren Fall darlegen, meine Freunde zuriefen: Das ist ja der Normann- Schumann, hat er welche merkwürdigen Früchte jener Corpsbefehl zeitigte. Ein ein auf diesen Zuruf nicht reagiert und damit kund gegeben, daß es gezogener Landwehrmann in Dessau wurde nach mir gemachten schrift ihm unangenehm war zuzugestehen, daß Normann- Schumann lichen Mitteilungen am 14 Februar von dem Hauptmann Schimmelfein Gewährsmann sei. Nun hat Herr Stöder behauptet, pfennig v. d. Dye nach seiner politischen Gesinnung gefragt. Er antwortete: Gar keine!" Darauf fragte der Hauptmann weiter: dieselbe Beschuldigung gegen mich habe ja auch der Kriegsminister Wen Sie wählen bei der nächsten Wahl, erhoben. Richtig ist, daß der Kriegsminister damals auf die Schweizer Flugblätter hingewiesen hat. Ich war damals außer wünscht schärfere Kontrolle der Celluloid Fabriken. haben Sie gewählt?" Der Landwehrmann erwiderte: Friedordentlich erstaunt, daß der Kriegsminister auf die Pamphlete Nor- tation ist ganz besonders gefährlich; trotzdem kommt es vor, Mann antwortete übrigens logisch ganz richtig, denn wenn man gar Die Fabri- ble rg". Darauf der Hauptmann:„ Also nationalliberal". Der manns gewissermaßen hereinfiel und es so darstellte, als sei ich ver- daß das feuergefährliche Material den Arbeitern mit nach feine Gesinnung hat, wählt man thatsächlich nationalliberal. pflichtet, dagegen Klage zu erheben. Ich war damals wegen Hause gegeben wird. Es entsteht eine Hausindustrie, die für( Stürmische Seiterkeit.) Darauf bewilligte der Hauptmann den erumaufschiebbarer Geschäfte verhindert, an den Verhandlungen teil- die Mitbewohner äußerst gefährlich werden kann. Dem Bundeszunehmen. Mein Freund Dr. Gradnauer hat aber, was Herr rat ist eine Denkschrift der Marmorarbeiter zugegangen, die auf daß, wenn er sich der Wahrheit gemäß als Socialdemokrat bekannt betenen Urlaub. Der Mann wußte wohl, wie er mir auch schrieb, Stöcker wissen könnte, damals die Angelegenheit zur Sprache gebracht die schweren gesundheitlichen Gefahren dieses Berufes aufhätte, er in Arrest gekommen wäre. Ich kann keine große und die Angriffe des Herrn Kriegsministers entschieden zurückgewiesen. merksam macht. Die Werkstätten werden schlecht gereinigt. Uebrigens hatte ich Gelegenheit einmal Normann- Schumann in wahrhaft traurig, daß die Unternehmer die einfachsten Pflichten Hochachtung hegen vor der Gesinnung eines Offiziers, der seine Zehlendorf persönlich kennen zu lernen- es handelte sich um einen des Anstands und der Menschlichkeit nicht erfüllen, wenn sie die Leute in einen solchen Gewissenstonflikt bringt. Derselbe Hauptmann Hauskauf eines meiner Freunde und man hatte mir vorher gesagt: Polizei nicht dazu zwingt. Die Arbeitsräume sind oft genug nicht pflegt feine Untergebenen mit Ausdrücken zu regalieren wie: Hallunke, Da wäre ein Mann draußen namens Schumann, was der alles er- nur schmußig, sondern auch flein und niedrig. Es sind genau die- grüne Jungen, verfluchte Faulenzer, haltet die Schnauze!( Heiterkeit.) zähle, wäre geradezu unglaublich. Da ich schon früher erfahren selben Mißstände wie bei den Sandsteinarbeitern vorhanden, und es Geschid, das legte bißchen Patriotismus, das einige Soldaten noch Der Hauptmann hatte, wie der Betreffende sagt, ein vorzügliches. hatte, daß es einen Polizeiagenten Schumann in Zehlendorf gebe, war es ist notwendig, daß die Regierung hier ebenso einschreitet.( Lebhafte im Leibe hatte, herauszubringen. Es giebt gewiß auch sehr an mir ganz interessant, diesen Menschen mun gelegentlich selbst kennen zu Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Ternen. Er hat später auch alles, was damals verhandelt worden ist, in Ab- Abg. Werner( Antis.) bekämpft die Konsumvereine. Der Mittel- ständige Offiziere, aber ein solches Verhalten eines Offiziers muß rede gestellt, es konnte aber durch Zeugen die volle Wahrheit vor stand wird durch diese Konkurrenz vollständig vernichtet. Auch die Empörung hervorrufen und fie der Socialdemokratie näher bringen. beschimpften Landwehrleuten, meist Familienbätern, Raiffeisenschen Darlehnskassen nehmen jetzt eine bedenkliche Ent- Rein Offizier hat das Recht, durch eine Frage zu erkennen zu geben, wicklung. daß er die socialdemokratische Gesinnung an sich für minderwertig Abg. Horn( Soc.): hält. Der Elaß des Kriegsministers, der für Soldaten das Be Für die Arbeiter in der Glasindustrie ist bisher so gut wie fenntnis, sie seien Socialdemokraten, verbietet, fie also zur Heuchelei nichts geschehen. Es wird Zeit, daß ihre gerechten Forderungen in zwingt, muß zurückgenommen werden. Solche Dinge find ja für Bezug auf die Sonntagsarbeit erfüllt werden. Redner hält ver- uns gute Agitationsmittel aber wir wären sehr froh, wenn wir schiedene Angaben über die Zustände in der Glasindustrie aufrecht, folche Agitationsmittel nicht mehr brauchten.( Bravo! bei den Herr Bebel hat also, wie aus seinen Ausführungen hervorgeht, die in der zweiten Lesung vom Regierungstisch aus bestritten worden Socialdemokraten.) Herrn Normann- Schumann sogar aufgesucht( Lautes Gelächter bei sind. Die Firma Siemens in Dresden hat einen Entrüstungsrummel Abg. Schmidt- Frankfurt( Soc.) Sen Socialdemokraten) und hat selber mit ihm verkehrt. Herr Bebel über meine Ausführungen im Reichstage insceniert. Es giebt ja überall ist also noch mehr sein Freund als ich.( Erneutes höhnisches Gelächter Menschen, die sich von Liebedienerei Vorteile versprechen. So ist eine Liste bringt einen Fall aus der Frankfurter Kaserne zur Sprache, in der bei den Socialdemokraten.) Herr Normann- Schumann behauptet aufgelegt worden, durch deren Unterschrift die Arbeiter bezeugen sollten, und gepeinigt worden ist. Der betreffende Soldat, Musketier Mar ein Soldat auf alle mögliche Weise von seinen Kameraden chikaniert fogar, er habe eine Zeitlang ein paar Auffäße für den Vorwärts" daß ihr Koalitionsrecht noch niemals von der Firma angetastet worden geschrieben. Ich möchte wohl wissen, ob das wahr ist. sei. Ich habe den Arbeitern geraten, ruhig zu unterschreiben, wenn Wolfgang, hat sich stets gut geführt und war durchaus gefund. Insie befürchten müßten, sonst aufs Pflaster geworfen zu werden. Ein folge der Mißhandlungen wurde er plöglich tobsüchtig und mußte in eine Frrenanstalt überführt werden. Die Untersuchung hat ergeben, daß Max Wolfgang von seinen Kameraden mit der Klopfpeitsche mißhandelt worden ist. Die Betreffenden sind bestraft, man hat mildernde Umstände angenommen, wahrscheinlich weil es an der genügenden Aufsicht in der Kaserne gefehlt hat. Aus der Frrenanstalt wurde Wolfgang als geheilt entlassen; die Militärbehörde aber hatte ihn schon früher aus dem Militär entlassen und die Kosten der Verpflegung dem Vater aufgegeben, ohne abzuivarten, ob er wirklich dauernd geistesgestört bleiben würde. Wenn aber der Tobsuchtsanfall eine Folge früherer Verlegungen war, so hätten die Militärärzte den Betreffenden bei der Musterung nicht genügend untersucht. Die Militärverwaltung hätte also zum mindesten die Kosten der Verpflegung tragen müssen. Wolfgang ist nun wieder arbeitsfähig, findet aber keine Arbeit, da auf seinen Papieren verzeichnet steht aus dem Irrenhause entlassen." Die Militärs behörde müßte in solchen Fällen mit der Entlassung aus dem Heere mindestens so lange warten, bis sich entscheidet, wie lange die Krankdauert.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Damit schließt die allgemeine Diskussion. Gericht konstatiert werden. Nach dem, was hier festgestellt worden ist, wäre jeder anständige Mensch aufgetreten und hätte gesagt, ich bedaure, was ich gesagt habe und nehme alles zurück.( Sehr richtig!) Freilich von einem Stöcker kann man das nicht verlangen.( Sehr wahr! bei den SocialdemoAbg. Stöcker: fraten.) Abg. Singer( Soc.): " 1 Es ist Durch die Verlesung des stenographischen Berichtes feitens folcher Bivang, wie er hier geübt wird, entbindet von der meines Freundes Bebel ist erst jetzt zu meiner Stenninis gekommen, Pflicht, die Wahrheit zu sagen, ich teile das vorher mit, daß Herr Stöcker am 18. Februar 1903 auf einen Zuruf von unsrer damit man danach den Wert diefer Rundgebung beurteilen kann. Seite, vielleicht von mir, in Bezug auf den Normann- Schumann( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) gesagt hat:" Mein Freund ist er nicht. Herr Singer, soviel ist er Sächsischer Bundesbevollmächtigter Dr. Fischer immer noch wert wie Sie!" Dieser Ausdruck kontrastiert merkwürdig protestiert dagegen, daß er alle Maßnahmen der Firma Siemens mit der Versicherung des Herrn Stöcker, daß er den Normann- für gerechtfertigt erklärt habe. Er kenne diese Maßnahmen gar nicht Schumann nicht gekannt habe.( Sehr richtig! bei den Social- und habe sich nicht in die Verhältnisse der Firma mit ihren Arbeitern demokraten.) Gegenüber diesem Ausspruch des Herrn Stöcker tann mischen wollen. ich nur sagen, daß die ganze Dreistigkeit des Herrn Stöcker dazu gehört. sich solche Ausdrücke zu erlauben.( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Abg. Stöcker: Abg. Zubeil( Soc.) stellt fest, daß seine Angaben in der zweiten Etatsberatung über die Ausbeutung der Kinder durch die Berliner Kurrende vollkommen der Wahrheit entsprechen und daß der Rechtfertigungsversuch des Herrn Damit schließt die Diskussion. Herr Singer hat im Parlament Dinge von so grenzenloser In- Stöder mißglückt sei. verfrorenheit gesagt, wie sie bei einem Manne dieses Landes und von unsrer sittlichen Anschauung nicht möglich sind.( Lautes Lachen bei den Socialdemokraten.) Abg. Bebel( Soc.): Wenn Herr Stöcker noch von sittlichen Anschauungen" redet, so wird das ganze deutsche Volt bis auf einen ganz kleinen Bruchteil nur in ein homerisches Gelächter ausbrechen. Mit Herrn Stöcker fertig zu werden, ist einfach nicht möglich. Er hat eine eiserne Stirn! Man kann mit den detailliertesten, bestimmtesten Behauptungen kommen, Herr Stöcker wird immer noch ein Wort der Rechtfertigung und der Entschuldigung finden. Es mag an der specifischen Fähigkeit seines geistlichen Amtes liegen, daß er diese Eigenschaft besitzt, um die ich ihn nicht beneide. Vicepräsident Graf Stolberg: " Ich muß sowohl den Ausdruck Dreiftigkeit", der auf jener Seite( zu den Socialdemokraten) gefallen ist, wie den Ausdruck „ Unverfrorenheit", der auf dieser Seite( zum Abg. Stöcker gewandt) gefallen ist, für parlamentarisch unzulässig erklären. Abg. Stöcker: bei den Beim Kapitel ,, Statistisches Amt" regt Abg. Speck( C.) die Gleich- heit stellung der expedierenden Sekretäre im Statistischen Amt, im Patentamt und im Gesundheitsamt an Abg. Werner( Antis.) schließt sich diesem Verlangen an. Direktor Twele erklärt sich bereit, der Budgetkommission im nächsten Jahre ausführlich Rede und Antwort über diese Frage zu stehen. Beim Kapitel„ Gesundheitsamt" nimmt das Wort Abg. Brömel( frs. Vg.): die Verwendung von Rosinen zur Weinfabrikation schwere VerdächtiAbg. Lucke hat in der zweiten Lesung in einer Erörterung über gungen gegen Stettiner Kaufleute ausgesprochen. Er hat eine Schaudergeschichte erzählt von Weinverfälschungen, die in Stettin vorgekommen sein sollen, als er noch ein ganz kleiner Junge war. Die Stettiner Kaufleute haben bereits mit Recht gegen diese Verdächtigungen protestiert, die den durchaus leistungsfahigen Stettiner Weinhandel in keiner Weise berühren. Ich bedaure diese Verdächtigungen, durch die von der Tribüne dieses Hauses aus die Redefreiheit der Abgeordneten mißbraucht worden ist! Präsident Graf Ballestrem: " Ein Antrag Büsing auf Wiederherstellung der gestrichenen 9 Militär Gerichtsschreiber wird gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Konservativen abgelehnt. Abg. Zubeil( Soc.): Ich habe meine Ausführungen aus der zweiten Lesung noch in einigen Punkten zu ergänzen. Die Lohnabzüge in den Spandauer Werkstätten haben in der entlassungen, welche Herr v. Einem anführte, stimmt nicht, es sind nicht legten Zeit immer mehr zugenommen. Die Zahl der Arbeiter9 Proz., sondern 25 Broz. der Arbeiter in den Feuerwerkslaboratorien 2c. entlassen worden.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Eine der größten Ungerechtigkeiten ist die Verfegung der Arbeiter von einem größten Ungerechtigkeiten ist die Versegung der Arbeiter von einem Betrieb, von einer Lohnklasse in die andre. Solche Verſeßungen gegen den Willen der Arbeiter könnten in keinem Privatbetriebe vorkommen. In den Spandauer Werkstätten, die sich rühmen „ Musterbetriebe" zu fein, hätte ferner längst eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 resp. 8 Stunden vorgenommen werden müssen. Dann wären auch die Arbeiterentlassungen zu vermeiden gewesen. WoHerr Bebel hat, anstatt eine persönliche Sache persönlich weiterzuführen, jetzt von meinem geistlichen Stande gesprochen. Was hat das mit meinem Stande zu thun? Man sieht daraus, was auf jener Die letzten Worte waren nicht mehr parlamentarisch. Ich bitte durch haben die Arbeiter die Reduktionen ihres Einkommens verdient? Seite( zu den Socialdemokraten) für Anschauungen herrschen. Wir Sie, sich im Ausdruck zu mäßigen! Haben sie sich irgendwie vergangen? In einem mir gestern zu = gegangenen Schreiben wird Auskunft darüber gegeben, in welcher rechts.) Ich bin mir über den Seelenzustand des Herrn Zubeil| bestellt ist. Sehr wünschenswert wäre es, wenn Herr v. Einem das Weise die königlichen Betriebe in Zukunft weitere Ersparnisse zu noch immer nicht klar.( Heiterkeit.) Zunächst sagt er, er sei mit dem Maß von Bescheidenheit, daß er mir empfiehlt, selbst für sich in Anmachen gedenken. Die 20 im Betriebe beschäftigten Arbeiterinnen, Verlauf der Debatte ganz zufrieden. Das ist ein so rührendes Maß spruch nehmen würde, dann würde es um den Ton in diesem Hause die alle schon lange Jahre dort angestellt sind, sollen statt 2,50 bis von Bescheidenheit, wie man es an die Pflichten der Militärverwaltung besser bestellt sein. Ich will ebenfalls mit einem Citat aus Wallen2,60 Mart nur noch 2,20 Mart bekommen. Ferner soll die Zahl niemals anlegen könnte. Heute wieder behauptet er, seine Kritik stein schließen( Stürmische Heiterkeit):" Die Herren Generale und der Arbeiterinnen von 20 auf 5 reduciert werden. hätte dazu beigetragen, daß ich Arbeiter empfangen hätte, um diese Kommandanten, die sich so dick hier zusammenfanden, sind nicht für Nun noch ein Wort an Herrn Kollegen Pauli Potsdam. und jene Verbesserungen zu treffen. Wir sind der Lohnfrage näher die Langeweil' herbemüht", sondern meiner Ueberzeug nach zu ernster ( Heiterkeit.) Dieser Herr hat in seiner Doppelsinnigkeit in einer getreten, bevor Herr Zubeil auch nur ein Wort gesagt. Nicht Herr Arbeit.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Versammlung behauptet, man könne ihm nicht zumuten, für Zubeil treibt uns vorwärts, sondern das Empfinden unsrer Pflicht. einen Antrag der Socialdemokratie zu stimmen, auch wenn( Lebhaftes Bravo!) Der Militär- Etat wird genehmigt. er gut wäre( Abg. Pauli schlägt wiederholt mit der Faust auf den Abg. Pauli- Potsdam( kons.): Beim Marine- Etat bringt Tisch), in einer späteren Versammlung hat er ganz im Gegenteil Was gestern in der„ Laterne" gestanden hat, trägt Herr Zubeil Abg. Kirsch( C.) die Ermordung eines Mannes an Bord der geäußert, er bedauere, daß er in diesem Jahre nicht mit der Social- heute hier als Thatsache und als Wahrheit vor. Ich habe niemals" Loreley" in Athen zur Sprache. Obwohl der Mörder geständig demokratie habe zusammengehen können. Wir unsrerseits verzichten einen so bodenlosen Blödsinn ausgesprochen wie den, daß ich niemals war, sei doch ein besonderer Kriegsgerichtsrat zur Untersuchung des gern auf die Unterstützung unsrer Anträge seitens des Abg. Pauli. für einen socialdemokratischen Antrag stimmen könnte. In einer Falles nach Athen geschickt worden. Falles nach Athen geschickt worden. Dadurch rntſtänden unnötige Unfre Kritik hat aber schon dazu geführt, daß in der Audienz vom Buschrift wird mir im Namen sämtlicher Betriebsschreiber der Dank Kosten. In erster Reihe sei doch die Gerichtsbarkeit Sache des letzten Sonnabend Herr v. Einem sich zu bestimmten Konzessionen für mein Auftreten ausgesprochen und werden die für jeden geKommandanten oder des Konsuls. an die Spandauer Arbeiter hat bereit erklären müssen. Hoffentlich bildeten und gesitteten Menschen geradezu ekelerregenden Angriffe der fieht sich die Militärverwaltung durch unser Eintreten für die Socialdemokratie" bedauert. Arbeiterschaft gezwungen, bis zur nächsten Etatsberatung allen unsren Beschwerden abzuhelfen.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Generalmajor v. Einem: Behauptungen werden dadurch nicht wahrer, daß fie in der Laterne" gestanden haben, woraus der Herr Zubeil schöpft. Wenn er seine Mitteilungen nicht aus der„ Laterne" hat, so bekommt er sie von Leuten, die hinter der„ Laterne" stehen( Heiterkeit) und ihm Bären aufbinden und schließlich dazu führen werden, daß man ihn zum Chef des falschen Nachrichtenwesens ernennen kann.( Heiterkeit Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 24. März. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Louise. Schauspielhaus. Gyges und sein Ring. Deutsches. Der Biberpelz. Berliner. Timandra. Leffing. Der blinde Passagier. Nenes. Die Kreuzelschreiber. Residenz. Lutti.( Loute.) Westen. Fra Diavolo. Central. Gräfin Pepi. Thalia. Der Posaunenengel. Belle Alliance. Pid und Pocket. Anfang 8 Uhr: M Schiller O.( Wallner Theater.) Don Gil. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Wohlthätige Frauen. Carl Weiß. Der Liebe Gebot. Buntes. Leibalte. Luisen. Die Maschinenbauer von Berlin. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Notbrüde. Casino. Berliner Herzen. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Die schöne Galathée. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Paffage Theater. Specialitäten. Passage: Panoptikum.Specialitäten. Palast. Die Gräfin von der Nadel. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Invalidenstraße 57/62. Stern Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Abg. Zubeil( Soc.): dies der erste derartige Fall seit Einführung der neuen MilitärDirektor im Reich- Marine- Amt Geheimrat Behrens: Es war Strafgerichts- Drömung. Der deutſche Konſul in Athen wäre für die Untersuchung dieses Falles nicht zuständig gewesen. Der Gerichtsherr hielt angesichts der Schwere des Falles besondere Feststellungen feitens eines Kriegsgerichtsrats für notwendig. Es kam besonders in Frage, ob Mitthäter vorhanden waren oder nicht. Zur Feststellung des Thatbestandes genügt nach dem neuen Strafrecht das Geständnis Ich bin von der Debatte ebenso befriedigt, wie Herr Pauli. ( Heiterkeit.) Die Spandauer Arbeiter werden ja im nächsten Juni die Antwort geben, mit wem sie mehr zufrieden sind.( Abg. Pauli: Sehr richtig! Große Heiterfeit.)- Der Seelenzustand des Herrn v. Einem ist mir vollkommen flar. Sein Seelenzustand ist derjenige, des Angeklagten nicht. wie ihn der knechtische Militarismus mit sich bringt( Lachen rechts.); Der Marine- Etat wird bewilligt. er muß in diesem hohen Hause so auftreten, wie er es gethan, sonst müßte er ja zugeben, wie schlecht es um die königlichen Institute 1 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Don Gil. Schiller- Theater N. Darauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Dienstag Schluß 54 hr. Innungs- Krankenkasse der Tischler- Innung. Hiermit zur Kenntnisnahme, daß unser Kassenlokal am 1346 Friedrich- Wilhelmſtädtisches Theater). Mittwoch, den 25. März, wegen Umzugs geschlossen Dienstagabend 8 Uhr: Wohlthätige Frauen. Das Land Tirol. Romödie in 4 Aften nach den Motiven Luftspiel in 4 Atten v. Ad. L'Arronge. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochent. 5, Ende 11 Uhr. Anf. Abendvorstellung 8 Uhr. Boxkampf des amerikanischen Meisterschaftsboxers Young Fitzsimmons Mittwoch abend 8 Uhr: Der Meister von Palmyra. des Tirso de Molina von Fr. Adler. Mittwoch abend 8 Uhr: Das zweite Gesicht. Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 Uhr: Don Gil. Der Meister von Palmyra.. Buntes Theater. Der Leibalte. 31. März: Opern- Aufführung des Eichelbergschen Konservatoriums: Cavalleria rusticana. 11 WITH CARTEN Hänsel und Gretel. Humberty, Harry Atkinson, und des austral. Preisboxers Bernhard Rose- Theater- Ensemble Sittke Carlsen, Jack Lewis. Bernhard Marx, Humorist. Marie Werder, Soubrette. Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49. Dienstag, den 24. März 1903: 7 6 Jongleur. Imitator. die 4 Elemente. Tanz- Humorist. Arras- Duo, gymnast. Produktionen. Miss Sidy Nirvana, Lebende Bilder. Circling the Circle. Ganz Berlin zerbricht sich Das Milehmädchen von Schöneberg. Annie Dirkens, Operettengerin. noch immer den Kopf über AGA die schwebende Jungfrau. Volksstück mit Gesang in 6 Bildern von W. Mannstädt. Anjang 8 Uhr. Dienstag, den 7. April.: Benefiz: Central- Theater Baldi Jasinski: Philippine Welser. Abends 7, Uhr: Gräfin Pepi. Operette in 3 Atten von Joh. Strauß. Morgen und die folgenden Tage, abends 7, Uhr: Gräfin Pepi. Belle- Alliance- Theater. Heute und folgende Tage 8 1hr: Palast- Theater Gabriela Juniori, Pariser Soubrette. Neues Ballett- Divertissement, ,, Das Fest des Lucullus" in 6 Bildern, darunter Cake Walk. Der ,, Biograph". Etablissement Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast Buggenhagen 8 Uhr: Die Gräfin von der Nadel. Teltow Dir. Richard Winkler. ,, Pick und Pocket". Das Elite- März- Programm. Schwank mit Gesang und Tanz in 3 Akten nach dem französischen des warte. Täglich geöffnet von 7. Barré von Hans u. Erich Urban. Musik von Antoine Banès mit Einlagen von Bogumil Hepler. bis 11 Uhr. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Anfang 72 Uhr. Zum erstenmal: Der Posaunen- Engel. Ausstattungspoffe mit Gesang u. Tanz in 3 Aften v. J. Kren u. A. Schönfeld. Musik v. J. Einödshofer u. M. Schmidt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Stuart. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Luisen- Theater. Die Maschinenbauer von Berlin. Metropol- Theater. Mit glänzender Ausstattung: Neuestes! Allerneuestes! Revue in 5 Bildern von J. Freund. Musik von Victor Holländer. Emil Thomas a. G., Josef Josephi. Henry Bender. Frid Frid, Flora Siding, Wini Grabitz. 300 Mitwirkende. Emil Grandioses Ballett. Mittwoch: Benefiz für Achterberg: Zum erstenmal: Der Jongleur. Donnerstag: Der Raub der Sabinerinnen. Freitag: Fauft. Sonnabend: Lumpacivagabundus. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Residenz- Theater Direktion: Sigmund Lautenburg. Abends 72 Uhr: Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Heute: Fran Luna. Um 9 Uhr: Glänzende Specialitäten. Indien in Europa. Novellos. 4.Garganis. Rob. Steidl. Cake- Walk 1. im Salon u. a.: Alexius, Verwandlungskünstler. Mary Ellys, Soubrette. Hermann Norden, Humorist. The Stoustons, Pantomime. Anf. 8 Uhr, Sonnt. 7 Uhr. Entree 50 Pf. SteidlLinienstraße 132. Theater Dranien burger Thor. Nur noch kurze Zeit die Soiréen der beliebten Steidl- Sänger Man muß das Steidliche Lebensbild Wasserratten gesehen haben. Stürm. Beifall. Anfang 8 Uhr, Sonntag 7 Uhr. Entree 50 Bfg. Sperrsiz 1,00. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Zum letztenmal: Eva. Mittwoch: Benefiz für Anna Rochow und Udo Horst: Die Bluthochzeit. 2. in Amerika Casino- Theater 3. in der Hölle Die 5 Barfusstänzerinnen. Lothringerstr. 37. Mittwoch: Die schöne Galathée. Nur noch kurze Zeit! Letzte Woche! 91 Uhr: Cirkus Schumann Berliner Herzen. Lutti( Loute). Dienstag, den 24. März 1903, Schwank in 4 Atten von Pierre Veber. Morgen und folgende Tage: Lutti. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Carl Weiss- Theater. Abends 8 Uhr: abends 72 Uhr: Extra- Parade- Abend. Miss Alix mit ihrem Motor- Car 8 11hr: Wardini Francardi 2c. In Vorbereitung: Elternlos. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke 3 Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Grosser Der Liebe Gebot. Looping the Hoop Bock- Trubel. Schauspiel in 5 Akten. Morgen: Der Liebe Gebot. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrich- u.Universitätsstraße. Die Notbrücke. Lustspiel in 3 Aften von Fred Gréfac und Francis de Croisset. Anfang 8 Uhr. Sonntag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Um 10 Uhr abends Neuester musikalischer Akt Einzug Gambrinus der Les Donvells. Die lustigen Heidelberger beliebteste Pantomime. mit Gefolge. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstfl. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. am Moritzplatz. Jeden Tag: Der schöne Max aus Franz.- Buchholz. 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Ter Zuhörerraum ist dicht gefüllt, auch die Logen sind voll besetzt, ins- besondere bekunden zahlreiche Damen ihr Interesse für die Ver- Handlung. Die Presse ist außerordentlich stark vertreten; ihr sind die Plätze auf den Geschwornenbänkcn zugetvicsen. ES sind über 80 Zeugen zur Stelle, darunter die Kriminal- kommissare v. Kracht und L c o n h a r d t; als Sachverständige ivohnen Prof. Dr. Puppe und der Lberarzt der Eharite Dr. H e n n e b c r g der Verhandlung bei. Von den aufgerufenen Zeugen werden nur wenige für heute mt Gerichtsstelle zurückbehalten, der größte Teil wird auf einen der nächsten Tage, bis zum Sonnabend hin, geladen. Ehe die Zeugen den Saal verlassen, teilt Kriminalkommissar v. Kracht mit, daß heute eine Broschüre erschienen und an die Zeugen verschickt worden sei, um diese zu Gunsten der Angeklagten zu beeinflussen. Ein unentschuldigt ausgebliebener Zeuge Dr. Zinke wird in eine Ordnungsstrafe von 10 M. genommen. Auf Besragen des Vorsitzenden erklärt die Angeklagte, daß sie Anna Rothe geb. Zahl heiße und im Jahre 18S0 in Altenburg geboren sei, also jetzt im 53. Lebensjahre stehe. Die Vernehmung der Angeklagten. Präs.: Sie sind beschuldigt, hier in Berlin und an andren Orten Vorstellungen gegeben und verschiedenen Personen vor- gespiegelt zu haben, daß Sie im stände seien, in übersinnlicher Weise sie mit Geistern in Verbindung zu setzen. Wie lange befassen Sie sich mit dergleichen Sachen?— A n g e k l.: Seit etwa zehn Jahren. — Präs.: Und wie sind Sie darauf gekommen?— A n g e k l.: Durch den Tod des Bräutigams meiner Tochter. Nachdem er ver- starben war, sah ich ihn immer noch auf dem Sofa in der gewohnten Weise sitzen und ich konnte mich auch mit ihm unterhalten.— Präs.: War das die erste übersinnliche Erscheinung, die Sie hatten?— A n g e k l.: Nein, ich hatte solche schon als Kind.— Präs.: Und wie äußerten sich diese Erscheinungen?— A n g e k l.: Ich sah Personen, die andre Leute, die sich neben mir befanden, nicht lvahr- nehmen konnten. Ich beschrieb die Erscheinungen genau und dann erfuhr ich, auf welche verstorbene Personen die Beschreibung genau — Präs.: Wie alt waren Sie damals?— A n g e k l.: Ich kann wohl damals zehn Jahre alt gewesen sein.— Präs.: Und wann haben Sie angefangen, die Sache geschäftsmäßig zu machen?— Angekl.: Ich habe es nie geschäftsmäßig betrieben. Wenn die Leute zu mir gekommen sind in meine Wohnung, habe ich mich hingesetzt, ich habe mich immer nur auf Aufforderung hin- gesetzt.— Präs.: Sie sind doch mit Jentsch verbunden gewesen? — Angekl.: Erst seit vier Jahren.— Präs.: Hatten Sie nicht vorher einen andren männlichen Begleiter?— Angekl.: Nein. Nur einmal hat ein gewisser Dietrich ohne mein Wissen und Wollen mich gewissermaßen gezwungen, nach Hamburg zu kommen. Ich habe dort alsdann bei einem Zahnarzt eine Prwatvorstellung ab- gehalten.— Präs.: Sie haben dann angefangen, an den ver- fchiedcnsten Orten Vorstellungen zu geben, sch in Ihrem vorigen Wohnort Chemnitz, ferner in Zürick?. in Paris, in Schlesien an ver- schiedencn Orten usw.?— Angekl.: TaS ist richtig. Präs.: Von Chemnitz sind Sie nach Schöneberg übergesiedelt und haben dort Sitzungen abgehalten. Haben Sie sich zu diesen Sitzungen vorbereitet?— Angc kl.: Gar nicht.— Präs.: Was missen Sie über den Verlauf der Sitzungen?— Angekl.: Gar nichts, nur das, was ich nachher erfahren habe.— Prä f.: Wissen Sie nicht, daß mitunter eine Untersuchung Ihres Körpers auf das Vorhandensein von Gegenständen stattgefunden hat?— Ange kl.: Ja— Präs.: Wie hat die Untersuchung stattgefunden?— Angeklagte: Nun, ich habe mich entkleiden müssen.— Präs.: Das soll nicht häufig vorgekommen sein. In der Regel sollen nur die Kleider und Unterkleider aufgehoben worden sein, man hat ver- schieden« Teile Ihres Unterkörpers beklopft, eine eingehende Unter- suchung soll aber nicht stattgefunden haben.— Angekl.: Ich habe nichts bei mir gehabt.—Präs.: Was geschah dann, wenn die Unter- suchung beendet war?— Angekl.: Ich bin dann in das Sitzungs- /.immer gegangen, wo inzwischen den Anwesenden die Plätze durch Jentsch angewiesen worden waren.— Präs.: Wie kamen Sic darauf. Ihre Sitzungen mit Gebet zu eröffnen?— A n gel l.:DasganzeLcbeni st jafürmichcrn Gebet! — Präs.: Woher hatten Sie die Gebete? Waren es freie Em- gebungen oder hatten Sie diese auswendig gelernt?— Angekl: Wenn ich bete, bete ich so. wie es mir einkommt. Meistens habe ,ch aus dem Gesangbuch etwas vorgelesen.— Präs.: Wann hörte nun in den Sitzungen ihr Bewußtsein auf?— Aug eil: Wenn mir Dann kamen Sie schließlich lvieder zum Bewußtsein. Was geschah dann?— Angekl.: Tann habe ich gesprochen und dann bin ich lvieder in den Zustcnid des UnbewußtseinS verfallen.— Präs.: Bisweilen fanden im Anschluß an die Sitzungen auch gemcinschaft- liche Essen statt?— Angekl.: Ja, manchmal. Ich habe mir das dann aber verbeten.— Präs.: Während des Essens sollen Sie auch noch manchmal das Bewußtsein verloren haben?— Angekl.: DaS ist richtig.— Präs.: Im Trance sollen Sie dann Gespräche geführt haben. Durck Ihren Mund sollen namentlich die Geister Verstorbener gesprochen haben.— Angekl.: Das ist mir gesagt worden Ich weiß es nicht.— P r ä s.: Sie sollen Päul Flemming, Zwingli, haben sprechen lassen, namentlich aber auch ein Kind„Friedchcil".— Angekl.: Das ist mir mitgeteilt.—Präs: Irgend ein Bclvußtscin davon, daß Sie mit„Friedchcn" in Verbindung standen, haben Sie gar nicht?— Angekl.: Nein!— Präs.: Früher haben Sie auch anacgebcn, Sie hätten sich mit dcii Geistern Ihrer verstorbenen Kinder unterhalten.— Die Angeklagte bejaht dieS, wobei sie das Taschentuch gegen die Augen führt.— Präs.: Als Sie bei der letzten Sitzung verhaftet wurden, nahm man Ihnen eine Menge Blumeii, eine An- zahl Apfelsinen und andre Gegenstände ab, welche Sie in Ihren Kleidern verborgen hatten?— Angekl.: Ich habe davon gehört, weiß aber davon nichts.— P r ä s.: Es soll doch ein heftiger, ziemlich lmrge währender Kampf stattgefunden haben, che man sich'" den Besitz der Sachen setzen konnte.— A n g e k l.: Ich weiß wirklich nichts davon.— Präs.: Die erste Sitzung hat am 10. Oktober 1000 in Ihrer Wohnung stattgefunden. Es sollen nur wenige Personen zu- gegen gewesen sein, die etwa insgesamt 130 M. geopfert haben.— Ä n g e k l.: Ich habe mich darum nicht gekümmert.—Präs.: Jentsch mußte aber doch die Reisekosten und die Unterhaltungskosten für Beide bestreiten. Sie sollen auch eii'mal gesagt haben, Sie seien aus Paris und Zürich gekommen.— Angekl.: Ich habe auch in Paris Sitzungen abgehalten.— Der Präsident hält der Angeklagten nun alle die Sitzungen der Reihe nach vor und betont jedesmal, daß em ziemlich erheblicher Betrag eiiigekommcn sei. In Betreff des letzteren Punktes bleibt die Angeklagte dabei, daß sie sich um die Geldvcrhalt- nisse gar nicht gekümmert habe.— Besonders Bereine haben sich von der Angeklagten Vorstellungen geben lasscii und bisweilen recht gut honoriert. Auch ein Rechtsanivalt gehörte zu den fleißigen Besuchern der Vorstellungen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Thiele laßt sich von der Angeklagten bestätigen, daß ihr Ehemann stets flechig gearbeitet und gut für sie gut gesorgt habe, bis er von schwerer Krankheit befallen wurde. Ferner versichert die Angeklagte, daß Jentsch die Blumen und die übrigen Gegenstände nicht in den Sitzungssaal hincingeschafft haben könne. Damit lvird vorläufig die Vernehmung der Angeklagten abge- brochen�und zur Beweisaufnahme geschritten. erster Zeuge wird der Kriminalkommissar Leon Hardt aus Schöncbcrg ver- nommen. Er bekundet, daß er im dienstlichen Auftrage wiederholt den Sitzungen der Angeklagten beigewohnt habe. Sein erster Be- such habe am 10. November 1001 stattgefunden. Durch Vcrmittelung eines Bekannten habe er eine Einlatzkarte erhalten, die er seines Wissens mit 3 M. bezahlt habe. Nach Betreten eines Vorraums, der etwas Auffälliges nicht bot, sei er in ein Nebenzimmer geführt worden, welches fast völlig ausgeräumt war. Nur ein mit einer Decke behangencr ziemlich großer Tisch habe sich in der Stube bc- funden. Um den Tisch standen Stühle, die beim Eintritt des Zeugen bereits zum größten Teile besetzt waren. Frau Rothe saß an einem Ende des Tisches in der Nähe des Fensters. Als weitere Gäste nicht erwartet wurden, begann die Sitzung, die von Jentsch mit einer geist- lichen Ansprache eröffnet wurde. Dann wurde das Zimmer etwas dunkler und während tiefe Stille herrschte, verfiel die Angeklagte in einen traumartigen Zustand, sie behielt dabei die Augen aber offen. Nach einer Weile kamen Blumen, anscheinend von der Decke herabgeflogen. Ter Zeuge habe sie scharf beobachtet und wahr- genommen,-daß sie mir der linken Hand eine verdächtige Bewegung nach ihren Beinen machte. Einmal hatte sie auch eine Apfelsine oder eine Citrone in der linken Hand. Der Zeuge hat die An- geklagte an diesem Abend nicht zu überführen vermocht, ist aber zu der Ueberzeugung gelangt, daß Schwindel dabei im Spiele war. Präs.: Erklärte nicht die Rothe oder Jentsch, welche„In- telligenzen" aus ihr sprachen?— Zeuge: Er sprach öfter davon, daß der Geist Paul Flcmmings, Zwinglis aus ihr spreche; dann aber auch der V o l l g e i st des Kindes F r i e d ch e n. Dieses ..Friedchen" sprach mit einer deutlichen Kinderstimme, aber— ebenso wie die Angeklagte selbst— in einem ausgeprägt sächsischen Dialekt.— Präs.: Also die Geister haben die Stimme gewechselt? Sie markierte also, daß sie nicht selbst spreche, sondern die Geister?— Zeuge: Ja, aber die Geister sächselten immer. Rechtsanwalt Dr. S ch w r n d t: Der Zeuge hat 5 Di. Eintrittsgeld gezahlt. Es ist ihm doch Wohl nicht gesagt ivorden, daß die Rothe das Geld bekommen solle. Es ist doch wohl gesagt worden, daß das Geld der christlich-theosophischen Gesellschaft zufließe?— Zeuge: Ja.— Rechtsanwalt Dr. Thiele: In welchem Zustande befand sich die Angeklagte? Befand sie sich bei Bewußtsein oder in einem energielosen Zustande?— Zeuge: Ich habe die Ueberzeugung, daß sie bei vollem Bewußtsein lvar.— Bert.: Woraus schlössen Sie das?— Zeuge: Ich beobachtete, daß die Rothe mit halb geöffneten Augen während ihres angeblichen Trancczustandes die Anwesenden genau musterte.— Rechtsanwalt Dr. Thiele: Ist dem Zeugen bekannt, daß auch hypnotisierte Personen, obgleich sie wirklich hypnotisiert sind, die Augen oft ge- öffnet haben?— Zeuge: Ich bin fest davon überzeugt, daß die Angeklagte die Zuschauer genau beobachtete.— Auf weiteres Befragen über den Verlauf der Sitzung erklärte der Zeuge: die Untersuchung, die Frl. Bingenheimer mit der Rothe vornahm, soll nur oberflächlich gewesen sein. Nachdem die Angeklagte einen Ge- sangbuchvers vorgelesen hatte, verfiel sie in Trance, hielt eine An- spräche und dann erschien bald der erste Apport— ein Blumenzweig. den sie von rechts hervorbrachte. Auch der Tisch hob sich an dem Ende, wo Frau Rothe saß, so heftig, daß die Lampe wackelte. Es machte den Eindruck, als ob der Tisch mir dem Fuße gehoben wurde. Sie überreichte den Tannenzweig Herrn v. Kracht, indem sie um den Tisch herumging. Dann kamen noch mehr Apporte, Blumen usw. Sie sagte dann, sie sehe einen Geist mit drei hellen Flecken auf der Brust, dann wieder sollte ein Geist hinter ihr stehen. Sie verteilte an alle Anwesenden Blumen, nur ein einziger blieb unbedacht und als darüber eine Bemerkung gemacht wurde, kam noch ein Apport: ein Tannenzapfen, der offenbar zu dem Tannen- zweig gehörte und wahrscheinlich von diesem abgefallen lvar. Bezüglich der letzten Sitzung, die mit der Entlarvung der Rothe endete, bekundet der Zeuge: Wir hatten zunächst große Mühe, zu dieser Sitzung Zutritt zu erlangen, es gelang aber schließlich doch. Tie Sitzung fand im Zimmer des Jentsch statt. Ich suchte in die Nähe der Rothe zu kommen und setzte mich auf das Sofa. Ich hatte mich mit Herrn v. Kracht verabredet, sie zu entlarven, falls sie Blumen produciercn sollte. Wir warteten deshalb den ersten Apport ab: es waren Blumen, die Frau Rothe einem uns gegenüber sitzenden Berichterstatter Fließ überreichte. In diesem Moment sprang Herr v. Kracht auf, rief: Halt! und hielt der Angeklagten beide Hände fest. Ich sprang auch hinzu. Frau Rothe schien in Ohnmacht zu fallen, sie leistete dann aber ganz erheblichen Wider- stand. Die Zuschauer nahmen zunächst für sie Partei, sie mußten erst ernstlich darauf hingewiesen werden, daß wir im Namen des Gesetzes handelten. Als die Männer aus dem Zimmer geschickt waren und die Angeklagte von Frl. Bingenheimer untersucht werden sollte, sträubte sie sich mit Händen und Füßen. Schließlich sah sie, daß der Widerstand nichts nutzte und nun wurden in ihrem linterrock, den sie tütenartig um den Leib hatte, sehr wohl geordnet, 153 Blumen, ferner Apfelsinen und Citroncn vorgefunden. Jentsch wollte uns vorreden, daß die Blumen nicht bei der Rothe gewesen, sondern wahrscheinlich infolge des ungerechten Angriffs materialisiert worden seien.(Heiterkeit.)— Präs.: Nun, Frau Rothe, was sagen Sie denn dazu?— Angekl.(nach längerem Zögern): Ich habe den Unterrock, den ich in Paris gekauft habe, so angezogen, wie jeden andren. Erst hieß cS. ich hätte eine Tasche im Unterrock, dann sollte er einen doppelten Boden gehabt haben. Man braucht doch nur den Rock anzusehen, um zu begreifen, daß es nicht möglich ist, der- artige Blumen zu beherbergen. Weitere Zeugen. Der nächste Zeuge, Kriminalkommissar v. Kracht, bestätigt die Aussagen des Vorzeugen. Um mich möglichst unverdächtig zu machen, gab ich selbst ein Ivirklich wahres Erlebnis zum besten. Ich erzählte, daß ich in jungen Jahren, als Primaner, einmal zum Gottesdienst im Dome gewesen sei. Da war mir der Gedanke ge- kommen, Ivelchen Eindruck es wohl machen würde, wenn plötzlich jemand eine Granate in die andächtige Menge werfen würde. Un- mittelbar darauf war ein Schuß gefallen: ein junger Mann hatte auf den Geistlichen, der die Lithurgie abhielt, geschossen. Herr Jentsch war gleich dabei, mir dies durch einen„Willensübertrag" zu erklären. Dann hob sich ein paannal der Tisch und Frau Rothe verfiel in Trance. Sie sagte plötzlich, sie sehe einen grünen Wald und darin einen alten Herrn mit graumeliertem Vollbart. Ich sagte. mein verstorbener Vater habe einen grauen Vollbart getragen. Sie sagte weiter, sie sehe etwas Blankes auf der Brust des Herrn, es scheinen drei Orden zu sein. Ich sagte, daß mein verstorbener Vater drei Ordcnsauszeichnungen besessen habe. Tann erschien auf einmal auf der rechten Seite der Rothe ein großer, schöner Tanncnzweig, der eine ganz frische Bruchstelle hatte, ging um den Tisch he'rum und sagte zu mir, indem sie mir den Zweig überreichte: Ich danke Dir, daß Du Dich in dieser feierlichen Stunde liebend mir genähert hast. Bald darauf holte sie Blumen anscheinend aus der Luft und sie sagte, sie sehe die Figur eines Mannes, der sie segne. Ich hatte Order ge- geben, sie an diesem Tage noch nicht zu entlarven. Ter Zeuge er- klärt bei dieser Gelegenheit: cS sei falsch, wenn in der Zeitung bc- hauptct worden, er habe sich selbst gelegentlich als Occultist bc- zeichnet. Er sei durch fortgesetztes Studium der von dem Verein „Tphinr" herausgegebenen„llebersinnlichen Welt" allerdings über die spiritistischen Dinge gut orientiert, aber selbstverständlich keines- wegs selbst ein Spiritist. Ich hatte als„Landwirt Neumann" durch den Schuhmacher Sannemann auch zur letzten Sitzung Zutritt er- halten. Als die Rothe plötzlich einen Büschel blühender Blumen zu Tage förderte und sie als„Gruß eines verstorbenen Freundes" dem anwesenden Berichterstatter Fließ überreichte, folgte die Katastrophe in der schon vom Borzeugen geschilderten Art. Ich hielt ihr beide Hände fest, damit nicht etwa eine günstige Gelegenheit benutzt werden konnte, um sämtliche Blumen auf einmal aus der vierten Dimension hervorzuzaubern. Die Rothe fiel zunächst zu Boden, leistete dann aber mit erstaunlicher Kraft Widerstand. Das Publikum, und ins- besondere die anwesenden Damen Ivaren außer sich und ich erhielt verschiedene Stöße und Püffe. Man fand bei der Rothe im Unterrock außer den Blumen auch zwei sehr große Apfelsinen, deren Größe aus einen transcendentalen Ursprung Hinwaisen konnte. Als ich auf dem Alexanderplatz Herrn Rothe vorhielt:„Sie sehen doch nun, daß es sich um ganz gemeinen Schwindel handelt," antwortete er:„Ich bin sprachlos!"— Als die Entlarvungssitzung begann, ist es dem Zeugen aufgefallen, daß Frau Rothe einen auffallend dicken Leib hatte und sich recht vorsichtig niedersetzte, so daß er sich sofort sagte: Heute muh sie eine gehörige Portion Blumen bei sich haben!.(Heiter- keit.) Hierauf tritt eine Mittagspa use ein. Nach der Mittagspause wird zunächst die Zeugiii BinSwanger vernommen. Sie hat mit dem ftrimaialkommisiarius Leonhardt den beiden letzten Sitzungen beigewohnt in der Absicht, das„Medium" zu entlarven. Als KrimiiialkommissaviuS v. Kracht plötzlich die An- geklagte an beiden Armen gepackt hielt, feien die Zeugin und Kriminal- kommissar Leonhardt auch hinzugeeilt und hätten die sich heftig Sträubende festgehalten. Diese habe gerufen:„Faßt mich nicht an, laßt mich los! Ich bin imTr ance, es kann mein Tod sein." Die Angeklagte habe sich gewehrt wie eine Wahnsinnige, eS habe wohl ein 20 Minuten währender Kampf mit ihr stattgefunden, bevor sie überwältigt war und ihres Oberkleides entledigt werden konnte. Unter ihrem Oberrock habe sie einen zweitem beutelartigen Unterrock getragen, der 153 Blumen, 3 Apfelsinen und 2 Citronen enthielt.— Der folgende Zeuge, Schuhmachermeister S'av.nemann, hat den Kommissar von Kracht als Privatmann bei der letzten Sitzung eingeführt. Jentsch habe zunächst Schwierigkaiten gemacht. Der neue Gast habe ihm nicht gepaßt. Auch dein Frl. BinSwanger habe der Zeuge die Eintrittskarte verschafft.— Die folgende Zeugin. Frau Fe igt, hat wirklich geglaubt, daß ihr Vorstellungen aüs der Geisterwelt vorgeführt werden ivürden. Auf die Frage des Ver- teidigers, Rechtsanwalt Dr. Thiele, erklärt die Zeugin, daß es auf sie nicht den Eindruck gemacht habe, als sei die Angeklagte während der Apporte bei Bewußtsein gewesen. ES wird dann der Schriftsteller F l i-e ß als Zeuge vernommen. Durch Empfehlung des Dr. Egbert Müller habe er eine Eintritts- karte zu einer Sitzung erhalten, und dafür 2 M. bezahlt. Er habe die Angeklagte gebeten, ihn mit ihrem gemeinscrmeii verstorbenen Freund Vater„Kneißel" in Verbindung zu setzen. ES habe auch nicht lange gedauert, bis der Verstorbene sich durchiKlopfeu bemerkbar machte.„Er läßt Ihnen einen Gruß schicken" habe die Angeklagte ihn: erklärt und hinzugefügt, daß der Verstorbene sich gewissermaßen entschuldigen lasse, daß er schon sich bemerkbar mache, bevor drei Monate seit seinem Tode verflossen seien. Im letzteir Moment habe die Angeklagte dem Zeugen noch einen kleinen Ztoeig überreicht als einen Gruß von„Vater Kneißel." Dr. Thiele richtet an den Zeugen die Frage, ob er eS für möglich halte, daß jemand, der sich im Trnncezustande befinde, um- hergehen und etwas überreichen könne. Der Zeuge hält dies nicht für unnröglich, will aber ein Urteil hierüber nicht abgeben. Dein Zeugen L ö f f l e r ist es aufgefallen, daß diie Rothe beim Verteilen der Blumcnspcnden die betreffende Person, der sie eine Blume über- reichte, vorher scharf inS Auge faßte. Der Z>euge hat nicht glauben können, daß die Angeklagte sich in einem Zustande befand, der ihr die Ueberlegung raubte. Auf eine Frage des Rechtsanwalts Dr. Schwindt erklären zwei Zeuginnen, die bei den Leibesvisitatiomen vor den Sitzungen mit thätig lvaren, daß es ihnen nicht aufgefallen lvar-, daß der Unterrock so aufgebauscht war, um 153 Blumen zu beherbergen.— Zeuge Hugo Polenz erklärt, als er in das Sitzungszimmer ein- trat, sei ihm ein intensiver Apfelsinengeruch aufgefallen.— Ein Zeuge Oskar G n a d, der an Jentsch 5 M. Ettttrittsgeld gezahlt hat. hat vorher einen Revers unterschreiben müssen, daß er über das. was er sehen und höre» werde, nichts in die Preffe bringen würde. Die Klopftöne habe er von vornherein für Humbmg gehalten. Die Zeugin Frau O e h m i ch e n hat gleichfalls mehrere Sitzungen mitgemacht, u. a. bei einer Frau Gleise und bei Herrn Ulrich. Sie hatte ihren Mann durch den Tod verloren und lvollte gern niit dem Geist desselben in Verbindung gebracht werden. um einen Beweis von dem Fortleben nach dam Tode zu erhalten. Bei einer Sitzung bei der Frau Ulrich hatte die Zeugin die feste Zu- versicht, daß der Geist ihres Mannes sich ihr dokumentieren werde Als Frau Rothe ihre Apporten verteilte, habe sie sich gedacht- Dein Mann hat dir bei Lebzeiten oft Apfelsinen mit- gebracht, du lvirst wohl eine Apfelsine erhalten. Da habe Frau Ulrich zu ihr gesagt: Paß auf. Dein Mann steht hmter Dir. er wird Dir wohl etwas bringen. Dann griff die Angeklagte nach ihrer Schulter und überreichte chr einen ganz kleinen, winzigen Tannenzweig. Sie war sehr beglückt und gerührt, denn es ivar ihr ganz unzweifelhaft, daß ihr der Geist ihres Ehemannes das von ihr gewünschte Zeichen gegeben habe, denn Frau Rothe habe unmöglich wissen können, daß sie ihren Ehemann um einen Tannenzweig gebeten gehabt habe. Ihr Ehe- mann habe ihr das denn auch bestätigt, als sie mit seinein Geiste in Verbindung trat. Zeuge Ulrich, ein Anhänger des Spiritismus, hat schon in Chemnitz Sitzungen bei und init der Rothe mitgemacht. Er bekundet u. a., daß einmal ein Vergißmeinnicht von der Decke heruntergekommen sei, einmal habe Frau Rothe auch ein Albuin aus der Lust gegriffen, unmittelbar darauf sei auch das dazu gehörige Futtsral apportiert worden. Er könne sich daS nur so erklären, daß Geister diese Dinge niaterialisiert haben müssen. Ein junges Mädchen wohnte einer Sitzung bei und er habe Gott um ein Zeichen gebeten, ob er für sie sorgen solle. Das erste Röschen, welches Frau Rothe apporticrte, überreichte sie dem jungen Mädchen und das sei für ihn das erwünschte Zeichen von Gott gewesen. Er habe denn auch für das junge Mädchen gesorgt Auch in einer zweiten Sitzung habe er ein sichtbares Zeichen dafür erhalten, daß Gott sein Gebet erhört habe. Die Leistiliigen der Frau Rothe haben ihm gezeigt, daß es übersinnliche Kräfte giebt. die wir nicht kennen.— Zeuge Gustav Pally, Schriftführer der christlich-theosophischen Gesellschaft, bestreitet, daß die Rothe Taschen- spieler-Kunststücke ausgeübt haben könne. Er habe ihre Hände ganz genau beobachtet und gesehen, daß zwischen ihren Fmgern die Blumen, einmal sogar ein ganzes Blumenpaket hindurchkamcn. Durch ihren Mund haben die Geister gesprochen, insbesondere der Geist.Friedchens". Nach der Bekundung von drei Blumenhändlerinnen, die auf de», Winterfeldplatz ihren Stand haben, hat die Angeklagte auch in, Winter täglich Blume n, wie Narzissen, Goldlack. Margeritzen, Anemonen ec. gekauft und auch Tanne nzlveige bestellt. Sie war eine außerordent- lich gute Kundin der Händlerinnen und hat einmal auf eine Frage gesagt, daß sie die Blumen zur Grabesausschnuickung gebrauche. Die nächste Zeugin ist Frau Urban. Sie erklart auf Be- ragen, daß sie Spiristitin und viSweilen hellsehend sei. Sie hat ver- 'chicdencn Sitzungen beigewohnt, die„sehr gut" verlaufen seien. Die Apporte seien besonders gut gelungen.— Präs.: Welche Farbe hatten denn die Blumen?— Zeugin: Es waren weiße Rosen mit langen, zarten Stielen, die unbedingt zerbrechen mußten, wem, man ie verbergen wollte. Frau Rothe übergab mir einmal eine Blume in die Hand und während ich diese meiner Nachbarin zeigte. wuchsen plötzlich noch zwei blaue Blümchen heraus.(Heiterkeit.) Sachverst. Oberarzt Dr. Henne- berg: Sind Sie überzeugt, daß Bei Frau Rothe ein echter Trance- zustand herrschte?— Zeugin: Ganz gewiß! Frau Rothe kann ohne Trance so ivunderbarc Reden gar nicht halten, ein Pastor könnte gar nicht so reden.(Heiterkeit.) 10. d. M. Die Herkunft des Die Gutachten der Sachverständigen. gemacht und so Verständnis für die Anstrengungen und Leistungen| wachsenen die Stelle, wo die Tote, mit einem Sad zugedeckt lag Hierauf giebt Professor Dr. Puppe fein Gutachten ab. Er be- der Krieger habe. Das Gesetz vom 22. Mai 1895 sei zwar wahrscheinlich, um das Gruseln zu erlernen. fundet, daß die Angeklagte eine hysterische Person sei. Es sei ihm bestimmt, Fürsorge für die Veteranen zu treffen, allein überraschend schnell gelungen, sie zu hypnotisieren, er habe aber fortgesetzt seien Klagen über die Der Fund einer Kindesleiche beschäftigt schon wieder die KriminalUnzulänglichkeit dieser Zweifel gehabt, ob es eine echte Hypnose sei. Bei einer Sigung, Fürsorge laut geworden. Die Ursache hiervon liege hauptsächlich bahnhofe fand man in einem Raften, der ohne Verschluß auf den polizei. Beim Verladen von Müll auf dem Schlesischen Güterdie er mit ihr abgehalten, habe sie auch Predigten gehalten, die darin, daß der Reichstag schwach genug gewesen sei, dem Antrage Höfen mehrerer Grundstücke in der Holzmarkt- und Markusstraße sehr komisch wirkten; denn sie sprach gewissermaßen vom hohen Kothurn der Regierung nachzugeben, nach welchem die Gewährung einer herab, aber in sächsischem Dialekt und mit allen möglichen Sprachfehlern. Rente von dem Nachweise dauernder Erwerbsunfähigkeit ab- gestanden hatte, die Leiche eines neugeborenen Knaben. Ob da Kind ermordet ist, bedarf noch der Feststellung. Wenn nun auch der heutige Finanzminister Ihm sei es ganz klar gewesen, daß es lediglich ein Opus der Frau hängig zu machen sei. Rothe und nicht das eines höheren Geistes war. Er habe, da feiner Zeit erklärt habe, daß bei Unterstügungsgesuchen der Begriff Knaben, der mit abgerissenem Kopf und Beinen in der Schönhauser er nicht zum abschließenden Urteil gekommen, ihre Beobachtung in" dauernd" nicht zu eng aufgefaßt werden solle, jo kehrten sich doch die festgestellt. Eingewickelt war diese Leiche in ein Stück eines alten so Allee Nr. 167a halbverbrannt aufgefunden wurde, ist noch nicht der Charité beantragt. Was die Blumenapporte betrifft, so zeige Verwaltungsbehörden nicht an diese Zusage. Völlig unhaltbar sei auch festgestellt. Eingewickelt war diese Leiche in ein Stück eines alten fich, wenn sich die Thatsache bestätige, daß sie die Blumen gekauft, die fast immer erhobene Forderung, der Unterstützung suchende kranke blaurotgraugestreiften Unterrocks und eine hiesige Zeitung vo schon hierdurch, daß eine beabsichtigte Handlung und nicht eine Veteran folle den ursächlichen Zusammenhang seiner Krankheit mit Handlung vorlag, die unter§ 51 des Strafgesetzbuches fällt.- Auf seiner Teilnahme am Kriege nachweisen. In den meisten Fällen sei Der Selbstmord der Schauspielerin Mizi Weiß vom königlichen weiteres Befragen des Rechtsanwalts Dr. Thiele befundet der ein solcher Nachweis überhaupt nicht zu führen. Trotzdem müsse Schauspielhaus in Potsdam hat dem Schauspieler Albert Köhler Sachverständige, daß er die Nothe nicht für geistesfrank halte und angenommen werden, daß jeder Teilnehmer an einem Kriege einen Veranlassung gegeben, noch am Sonnabend Potsdam zu verlassen. glaube, daß sie auch im Trancezustande sich ihres Handelns gewissen Knag wegbekommen habe. Wenn nun auch neuerdings Es wurde nämlich bald dort stadtbekannt, daß dieser jugendliche bewußt gewesen. Jedenfalls seien doch die Vorbereitungen zu den der Betrag von 9 Millionen Mark zu Unterstützungen im Etat aus- Liebhaber sich schwer an dem jungen 18jährigen Mädchen vergangen Sizungen nicht im Trancezustande geschehen. geworfen sei, reiche diese Summe doch nicht aus, um alle notierten hat, so daß dieses aus Verzweiflung über die Folgen ihres Fehltritts Oberarzt Dr. Henneberg hat Frau Rothe sechs Wochen auf bedürftigen Veteranen zu berücksichtigen. Gegebenenfalls solle daher den Tod gesucht hat. Der junge Schauspieler war die Schwärmerei der Charité beobachtet. Sie ist keine beschränkte, sondern eine der zuständige Minister getrost zu einer Etatsüberschreitung greifen, aller Badfische und auch einiger liebestoller Weiber. Er hat sich Schlaue, gut berechnende Person. Die Angeklagte steht dem da er ficher nachträglich die Genehmigung dazu vom nach Darmstadt gewandt, um dort zunächst sein Jahr abzudienen. Spiritismus gegenüber, wie jeder gläubige Spiritist, aber etwas Reichstage erhalten werde.( Beifall.) Etatsüberschreitungen seien ja Als er kürzlich sein Benefiz hatte, wurde ihm mit Bezug auf seine Krankhaftes oder Wahnhaftes fritt dabei bei ihr hervor. Zweifellos auch in andern Ressorts keine unbekannten Dinge.( Heiterkeit.) Die bevorstehende Militärzeit ein Kranz mit einem Gewehr überreicht. ist die Angeklagte hysterisch, ihre Augen find ganz iezige Mifère hätte vermieden werden können, wenn man nicht Eine Schöneberger Millionärswitwe übermittelte ihm damals ein besonders beachtenswert, sie weiß sehr wohl, daß ihr eigen vielfach Gelder aus dem Reichs- Invalidenfonds zu ganz andern ansehnliches Geldgeschenk. artiger Blick einen gewissen Eindruck hervorrufen kann. Sie hat in Zwecken verwandt hätte.( Bravo!) Wirksame Abhilfe könne nun der Charité einige Ohnmachtsanfälle gehabt. Sehr leicht lassen sich lediglich durch Erschließung neuer Einnahmequellen Im Schlamm des Teltow- Kanals ertrunken ist in der vorigen erreicht Als eine solche käme eine Wehrsteuer in Betracht. Woche der in Nowaives, Karlstraße 34, wohnhafte Arbeiter Paul bei ihr hypnotische Zustände hervorrufen, dies sei aber auch bei werden. völlig gesunden Menschen möglich. Frau Rothe habe sich bei allen Hiergegen werde geltend gemacht, daß der Reichstag die luge. Derselbe war am Griebnißfee auf einem Bagger, welcher das Kanalbett vertieft, beschäftigt, rutschte in dem Schlamm ab und Fragen, die sich auf die Herkunft der Blumen oder auf Herrn von Bismarc im Jahre 1881 eingebrachte WehrsteuerAntworten gegeben. Das sei aber noch kein Beweis dafür, deshalb erfolgt, weil die Vorlage den zu erzielenden Steuerertrag einer Baukantine gemacht wurden, vergeblich, da derselbe zu viel Jentsch bezogen, niemaks verplappert, sondern immer sehr gescheite vorlage abgelehnt habe. Diese Ablehnung sei aber hauptsächlich fiel über Bord in den tiefen Morast hinein. Es gelang zwar, Kluge wieder herauszuziehen, doch waren Wiederbelebungsversuche, die in daß die Hypnose fimuliert war, denn es sei bekannt, daß zur Bestreitung allgemeiner Bedürfnisse habe verwenden wollen, alle Versuche, mittels der Hypnose Verbrecher zu entlarven, die viel während die heutigen Befürworter jene Steuer lediglich zur Unter- von dem Kanalschlamm geschluckt hatte. fach angestellt worden sind, immer ohne Erfolg blieben. In stützung von Veteranen und Invaliden erheben wollten. Selbst Todessturz. Ein Töpfer Wilhelm Laubinger wurde gestern, einem längeren medizinischen Vortrage über Spiritismus venn notorisch Arme, Krüppel und Sieche von der Steuer Sonntagmorgen, im Keller eines Hauses der Münchebergerstraße mit und Trancezustand kommt der Sachverständige zu der Ansicht, daß befreit blieben, würde doch bei einer Wehrsteuer von zehn Mart schweren Kopfverletzungen bewußtlos aufgefunden und von einem es sich bei der Angeklagten nicht um einen tiefen Trancezustand, pro Kopf( auf zwölf Jahre berechnet) ein Betrag von jährlich Schuhmann nach der Unfallstation am Grünen Weg gebracht. Hier der dem Somnambulismus gleich zu achten sei, handle. Wenn sie 25 Millionen Mark erzielt werden. Eine progressive Stener starb er nach kurzer Zeit an einem Schädelbruch, der einen Blutfolche Trancereden halte, so sei es vielleicht möglich, daß dabei eine würde noch wesentlich mehr einbringen. Die Einführung einer erguß in das Gehirn zur Folge hatte. leichte Einschränkung des Bewußtseins vorliege. Da- Wehrsteuer stehe auch im Einklange mit§ 58 der Reichsverfassung, Erschossen hat sich in Charlottenburg eine 28jährige gegen erscheine es ausgeschlossen, daß bei ihren Apporten auch nur der bestimme, daß alle Kosten und Lasten des Reichs gemeinsam eine leichte Beschränkung ihres Bewußtseins bestehe. Was den Trance- zu tragen seien. Neuerdings plane man ja auch in Italien die Ein- Französin Renée Grégoire, die erst vor acht Tagen von Köln hierher zustand betrifft, das automatische Schreien, Sprechen, Tischrücken 2c., so führung dieser Steuer. Redner fordert die Versammlung auf, im kam und in dem Pensionat von Wilke in der Berlinerstraße Nr. 46 fallen diese Dinge in das Reich der Medizin, weil sie Erscheinungen des Sinne der Wehrsteuer zu petitionieren, und schließt mit den Worten: Wohnung nahm. Sie schoß sich vorgestern vormittag um 9 Uhr in Seelenlebens feien. Wenn Frau Rothe aber auch mit klarem Be- Das Volk ehrt sich selbst, das seine Krieger ehrt."( Lebhafter Bei- ihrer Wohnung zwei Revolverkugeln in den Kopf und war bereits wußtsein betrogen habe, so sei damit aber noch nicht bewiesen, daß fall.) In einer Resolution erklärte die Versammlung, auch tot, als ein Arzt kam. Mehrere Briefe, die sie hinterließ, wurden dieser Betrug nicht der Ausfluß eines frankhaften Geistes fein könnte. fünftig für Gewährung einer Veteranenrente agitieren zu wollen, von der Charlottenburger Kriminalpolizei beschlagnahmt. Die Angeklagte habe offenbar etwas Abnormes an sich bemerkt, sie als Mittel erachtet sie die Wehrsteuer. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich in der Nacht vom Sonntag habe Gesichts- und Gehörs Hallucinationen und gehe leicht in Die Kriegsveteranen waren übel beraten, als sie sich durch zum Montag in der Müllerstraße. Der von Dalldorf kommende, Trance über. Andrerseits müsse man aber doch, wenn man ihr ihre Resolution für die Wehrsteuer aussprachen. Denn eine nach Halensee bestimmte Einfaz- Straßenbahnwagen Nr. 2143 fuhr ganzes Leben übersieht und daran denkt, daß sie sich erst im 40. Lebens- Wehrſtener, die faktisch alle Schwächlichen und Leistungsunfähigen in der Müllerstraße an der Ofenerstraße in eine falsche Weiche, jahre auf dieses Gebiet begeben hat und bis dahin eine rüstige, ausschließen würde, würde niemals die Zustimmung der Regierung welche den Verkehr nach dem Straßenbahnhof in der Dfenerstraße fleißige Frau war, so kann man doch nicht sagen, daß eine Geistesstörung und der herrschenden Klaſſe erhalten. Eine solche Steuer würde nur vermittelt. Da sich der Waggon mit großer Schnelligkeit vorwärts bei ihr vorliegt. Sie sei frankhaft veranlagt, zeige gewisse nervöse dann nennenswerte Grträgnisse liefern, wenn der Rahmen der Steuer- bewegte, so wurden infolge des heftigen Rudes vier Personen vom frankhafte Erscheinungen und man könne sagen, daß ihre Zurechnungspflichtigen nicht zu eng gezogen würde. Der Referent selbst äußerte Borderperron auf das Straßenpflaster geschleudert. Hierbei erlitten fähigkeit keine ganz volle sei. Da aber das Gesetz dem Begriffe der ia nur den Wunsch, daß von der Steuer notorisch Arme, der Tafeldecker Wilhelm Heini, Stralsunderstraße 8, Verletzungen an verminderten Zurechnungsfähigkeit nicht kennt, so muß gesagt werden, Krüppel und Sieche" befreit bleiben müßten. Wenn der linken Hand und im Gesicht, der Kellner Orlob, Straßburgerman aber in vielen Staaten und Kommunen bereits von Ein- straße 28 wohnhaft, Kontusionen am rechten Fuß, und der Revisor kommen von sechshundert Mark, ja darunter, Steuern erhebt, so Bachmann, Friz Reuterstraße 9, eine leichte Gehirnerschütterung. beweist das, daß der Begriff des„ notorisch Armen" ein ungemein Der Diener Walter Hendler, Linienstraße 21 wohnhaft, flagte zwar dehnbarer ist. Ebenso steht es mit den Krüppeln und Siechen. Hat über Schmerzen, jedoch hat er anscheinend keine Verlegungen erlitten. man doch Unfallrentiers man denke an den Selbstmord Die Verunglückten, denen auf der Rettungswache des nahe belegenen eines solchen in Magdeburg- sogar zum Militärdienst heran- Paul Gerhardt- Stiftes die erste Hilfe zu teil wurde, konnten sich gezogen! nach ihren Wohnungen begeben. daß§ 51 nicht Plaz greift. Die Verteidiger suchen durch Befragen des Sachverständigen die Möglichkeit festzustellen, daß die Angeklagte wohl glauben mag, Geister zu sehen und sprechen zu hören. Aus der Verlesung der Aussagen der kommissarisch vernommenen Zeugen geht hervor, daß die Angeklagte viele Anhänger gehabt hat, welche fest an ihre übernatürliche Veranlagung und Kraft glaubten. Wenn sie nach dem Verkehr mit Geistern ein Notizbuch zum Vorschein brachte, in welches die Geister angeblich Eintragungen gemacht, so zeigte die Handschrift bisweilen eine auffallende Aehnlich feit mit der der Verstorbenen, zumal wenn es sich um geschichtlich bedeutende Personen, wie Luther, Melanchthon oder Flemming Es gelangen dann die Gutachten und Zeugnisse der in Dresden wohnhaften 3 Medizinalpersonen Dr. Berthelm, Dr. Planen und Dr. Käßinger zur Verlesung. Der Erstgenannte spricht sich handelte. " Wie sehr gerade die Socialdemokratie den Staat für verpflichtet Durch die Explosion eines ffeinen Kinderballons erlitt vorgestern hält, sich der bedürftigen Kriegsveteranen in ausgedehntem Maße abend der Arbeiter Kersten erhebliche Verlegungen. K., der auf der anzunehmen, beweist ja das Verhalten der socialdemokratischen Hinterplattform eines Straßenbahnwagens der Linie 14'( MarheineteReichstags- Abgeordneten. Aber nicht aus der Tasche der ohnehin durch Play- Moabit) stand, hielt in der Hand einen kleinen Kinderballon, geringere Erwerbsfähigkeit geschädigten Proletarier mögen die Mittel ent- den er frei fliegen ließ. Der Ballon berührte die brennende Cigarre nommen werden, sondern aus der Tasche der Besitzenden, in deren Inter- des K. und wurde zur Explosion gebracht. Durch die Stichflamme eise die stehenden Heere unterhalten und die Kriege geführt werden. erlitt der Arbeiter erhebliche Verlegungen im Gesicht und an den Nachdem man der Arbeiterklasse durch den Brotivucher- Tarif neue Riesenlasten aufgebürdet hat, wäre es endlich einmal an der Zeit, Augen. Aus der Spree gelandet wurde am Sonnabend beim Restaurant zu Gunsten der Angeklagten aus, deren Trancezustände er für auch die besigende Klasse zu einer direkten Steuerleistung Nou- Helgoland gegenüber Rahnsdorf die Leiche eines unbekannten die die eine große Zahl von Bränden zu löschen. Montag früh um 8 Uhr Feuerbericht. In den letzten Stunden hatte die Feuerwehr brach in der Teltowerstraße 32 auf einem Futterboden ein sehr gefährliches Feuer aus, das der 3. Compagnie viel zu schaffen machte. mit zwei Schlauchleitungen mußte kräftig Wasser gegeben werden, um die Gefahr zu beseitigen. Gestern mittag wurde die Feuerwehr gleichzeitig nach der Dresdenerstraße 40, Weißenburgerstraße 68 und Friedrichstraße 41 gerufen. In der Dresdenerstraße 40 stand eine echt hält. Dr. Planen schildert dagegen die für das Reich heranzuziehen. Der Abg. Schönaich- Carolath der Angeklagten, als sie eine Stzung in der psychologischen diesen Punkt nicht berührt, wohl mit gutem Vorhedacht nicht: Mannes. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Glaser aus LichtenGesellschaft abhielt. Sie habe im Nebenzimmer einen Geist er immerhin hätten die Veteranen selbst soviel politische Vorsicht berg, der im Januar über das Eis gehen wollte und seitdem verscheinen laffen, der aus einer Drahtpuppe hergestellt war und beobachten sollen, der herrschenden Klasse durch die angenommene schwinden war. mit Hilfe von Phosphor einen leuchtenden Schein von sich Resolution nicht eine Aufforderung zu einer neuen Steuerbelastung Die Blumenapporte habe sie aus dem Kleid geholt. derjenigen Schichten zu liefern, unter der ihre eigenen An gab. Der dritte Zeuge dagegen, Dr. Käßinger, tritt für gehörigen selbst zu leiden haben würden! Angeklagte ein. Sie habe Beweise ihrer überMit den Unterschlagungen des Magistratssekretärs Meister, welcher natürlichen Straft abgelegt, indem sie ihm seine Woh Vorschuß- Kassenverwalter bei der Frrenanstalt Herzberge war, benung, fie nicht tennen tönne, genau schäftigte sich die Stadtverordneten- Versammlung in ihrer letzten gebeschrieben habe. Ebenso habe sie ihm mitgeteilt, heimen Sigung. M. hatte im ganzen etwas über 2600 Mart daß ihr Schußgeist, ,, das Fried chen", ihr angekündigt veruntreut, wurde dan alsbald flüchtig und ist trotz aller Nach habe, daß Dr. Käßinger demnächst zu einer Frau gerufen werden forschungen der Staatsanwaltschaft bis auf den heutigen Tag noch Metallwarenfabrik in Flammen. Das Feuer war in der Metallwürde, die an starken Blutungen leide. Dies sei eingetroffen. nicht ergriffen worden. Der Bezirksausschuß hat inzwischen auf drückerei ausgekommen und hatte Regale, Holzformen, HolzEr erkläre sich bereit, vor Gericht den Beweis anzutreten, daß die Dienstentlassung des pflichtvergessenen Beamten erkannt. Von der fasten 2c. ergriffen. Durch fräftiges Wassergeben wurden die Vorführungen der Frau Rothe nicht auf Schwindel beruhen. unterschlagenen Summe gehen ca. 1100 M. ab, welche M. hat als Flammen auf die Metalldrückerei beschränkt. In der Friedrichs Die Verhandlung wird darauf gegen 5 Uhr aui Dienstagvor- Kaution bestellen müssen. Der Rest( 1549 M.) soll laut Beschluß straße 41 brannten Betten u. a. Ein größerer Kellerbrand bes mittag 9 Uhr vertagt. der Stadtverordneten nunmehr aus dem Dispositionsquantum ge- schäftigte die 1. Compagnie um Mitternacht in der Gormannstr. 1. deckt werden. Abends um 9 Uhr brannten in einem Schuhwarengeschäft in der Berliner Partei- Angelegenheiten. Der Irrenwärter Johann Trzinsky war im Oktober vorigen Stralauerstr. 56 Regale 2c. Gleichzeitig hatte die Feuerwehr in der Jahres in den Verdacht geraten, in der städtischen Epileptikeranſtalt Ruppinerstraße 3, Fransedistraße 54, Marienburgerstraße 2 u. a. Drten 81 Uhr: Versammlung des Wahlvereins bei Feuerstein, Alte riz Stegmann durch Miß h and lungen bericht en heftet dort den Fußboden, die Balkenlage mit der Decke aufreißen, um an Dritter Wahlkreis. Heute Dienstag, den 24. März, abends uhlgarten den plöglichen Tod des dort untergebrachten Malers thun. In der Heidenfelderstraße 4 war abends im dritten Stod Jakobstraße 75( oberer Saal). Tagesordnung! Vortrag des Genoſſen das auf Veranlassung der Anstaltsdirektion gegen ihn eingeleitet Mar Schütte: Die politische Dichtung im Jahre 1848; Disfuffion. gerichtliche Verfahren, das sich übrigens noch auf einen zweiten den Brandherd zu gelangen. Ferner hatte die Feuerwehr in der Gäste willkommen. Für Frauen ist die Galerie reserviert. Bahl- Bärter erstreckte, ist jetzt eingeſtellt worden. Beide Bärter sind aus Sulmstraße 4, Wiegerstraße 6 und andern Orten zu thun. Landsbergerstraße 22( Keller), Wörtherstraße 1, Weißenburgerstraße 68, Der Vorstand. dem thatsächlichen Grunde des nicht genügenden Beweises" außer Verfolgung gesezt worden. reicher Besuch erwünscht. Ober- Schöneweide. Der hiesige socialdemokratische Wahlverein veranstaltet am 1. Osterfeiertag um 2 Uhr eine Urania- Vorstellung: " Die deutsche Ostseeküste". Billets a 60 Pf. sind bei allen Mit gliedern zu haben. Die Feuerwehr mußte Die Vereinigung der Rabatt Sparvereine hat in ihrer Sigung gebenden Centralbehörden über das Wesen, die Thätigkeit 2c. der vom 17. d. M. einstimmig beschlossen: Petitionen an die maßRabatt- Sparvereine zur Beleuchtung und Abwehr der Angriffe des verbandes der Gewerbetreibenden zu erlaſſen. Weiter ist die Gründung eines Verbandes der Rabatt- Sparvereine in Aussicht genommen. Lichtenberg. Heute finden in zwei Bezirken die Ersazwahlen In seiner Laube erhängt hat sich der 28 Jahre alte Schlosser der 3. Wählerklasse zur Gemeindevertretung statt. Die Wahlzeit ist ben 12-8 Uhr. Das Wahllokal für den 3. Bezirk( Wartenbergstraße Way Merkel aus der Memelerſtr. 46. Merkel war seit vier Jahren bis Jungstraße) befindet sich bei Gürsch, Frankfurter Chaussee 86, verheiratet. Bald nach der Hochzeit begann seine Frau an trämpfen das für den 4. Bezirk( Blumenthalstraße bis Kreuzigerstraße) ist bei zu leiden. Dazu kam noch, daß das einzige, jetzt 3 Jahre alte Kind Höflich, Frankfurter Chaussee 120. Kandidaten im 3. Bezirk sind geschick machte den Mann tiefsinnig. In einem Anfall von Schwervon der englischen Krankheit befallen wurde. Dieses doppelte MißZimmermann und Treue; für den 4. Bezirk: Bimmer= mann. Das Wahlfomitee sitzt bei Lange, Wartenbergstraße 67. mut verließ er am Freitagmittag plöglich seine Arbeit in einer Die Arbeiterbildungsschule hat ihren Mitgliedern und Freunden Telephonfabrik in der Camphausenstraße, ging aber nicht nach Hause. durch die Veranstaltung eines Heinrich Heine- Abends am Sonntag Bergeblich erwarteten ihn seine Angehörigen die ganze Nacht hin- einen gediegenen Kunstgenuß bereitet. Nach einem Vortrage des durch und den folgenden Tag. Am Sonnabendmittag fiel es feiner Herrn Dr. Hans Landsberg, der ein Lebensbild des Dichters zeichnete, Schwiegermutter ein, daß er sich vielleicht in seiner Laube an der wurde den sehr zahlreich erschienenen Zuhörern eine Auswahl der Landsberger Allee aufhalten könnte. Als sie aber dorthin kam, fand beliebtesten Heineschen Dichtungen vorgeführt. Die Sängerinnen, Die morgen, Mittwoch, fällige Sigung fällt wegen der heute sie ihn als Leiche wieder. Der Unglückliche hatte durch Erhängen Miß Hilda M. Rose( Sopran) und Fri. Meta Schönfeld( Mezzoabend stattfindenden öffentlichen Volksversammlung aus. seinem Leben ein Ende gemacht. sopran), brachten eine Reihe bekannter, stimmungsvoller, von Socialdemokratischer Wahlverein für Zoffen und Umgegend. Gelandete Leiche. Von mehreren Schiffern eines Laftfahnes, Schumann, Franz, Mendelssohn, Liszt und Jensen in Lieder in recht ansprechender Weise Mittwoch, den 25. d. M.: Außerordentliche Generalversammlung. welche Ziegel abluden, wurde gestern mittag um 1 Uhr die Leiche gesetter Heinescher Tagesordnung: Statutenberatung; Referat eines Genossen vom einer besser gekleideten weiblichen Person am Hafenplay, gerade dem waren die gesungenen Lieder dem Schatz lyrischer Erzeugnisse von künstlerischem Empfinden beseelt, zum Vortrag. Central- Wahlverein und Diskussion; Vereinsangelegenheiten; Ver tgl. Eisenbahndirektions- Gebäude gegenüber, aus dem Wasser gezogen. der Heineschen Muse entnommen, so zeigten uns die Recitationen, schiedenes. Beginn der Versammlung 8 Uhr. Vereinslokal ist jetzt Das Gesicht der Toten war schon ganz schwarz, die Arme hingen welche Herr Eugen Albu mit gutem Verständnis vortrug, zumeist E. Nüffer, Zossen, Barutherstraße. Vollzähliges Erscheinen aller lose in den Gelenken, die Leiche mußte also wohl schon geraume den Satiriker Heine, der menschliche Schwächen und politische ZuMitglieder wird erwartet. Gäste willkommen. Zeit im Wasser gelegen haben. Gleich darauf wurde die Tote von stände im vormärzlichen Deutschland mit äßendem Spott geißelte. ihrem herbeigeeilten Ehemann als seine Frau, die Frau des Zwischendurch erfreute Herr Franz Kuhlo die Zuhörer durch einige Restaurateurs Herrn Heinrich Firns, Schönebergerstraße 19, refognosziert. Die Frau lag schwer trant im Krankenhause Musilpiecen, die er mit vorzüglicher Präcision am Flügel zu Gehör und stand vor einer schweren Operation. Aus Furcht vor derselben wurde, legte sowohl für das Können der Vortragenden, wie für das brachte. Der reiche Beifall, welcher den Darbietungen gespendet Eine Massenversammlung von Kriegsveteranen befaßte sich verließ sie die Anstalt und suchte in der Nähe ihrer Sonntagmittag in der Brauerei Königstadt mit den Beschlüssen des einstigen Behausung den Allerlöser Tob. Sechs Kinder hinterläßt fünstlerische Verständnis der Hörer und den guten Geschmad der Reichstages betreffend die Unterstützung der Veteranen aus den die Bedauernswerte. Könnte nicht der Leichenschauwagen etwas Veranstalter des Heine- Abends beredtes Zeugnis ab.. Kriegen von 1864, 66 und 70/71. Das Referat hatte der Reichstags- schneller in solchen Fällen herbeicitiert werden? Schreiber dieses Belle- Alliance- Theater." Pid und Pocket." Gerade mit dem Abgeordnete Prinz zu Schönaich- Carolath übernommen. stand noch um 1/23 Uhr an Ort und Stelle, und immer noch war er selten frühen Eintreten einer hochsommerlichen Temperatur, die uns Er wies darauf hin, daß er selbst den Krieg gegen Frankreich mit- nicht da, wohl aber umstanden Scharen von Kindern und Er- leine vorzeitige, hoffentlich nicht allzu flüchtige Aera der GartenLokales. und Briefkaften der Redaktion. R. W. 46. 1. Nein. Brief ist Herrn Rechtsanwalt H. zugeschickt worden." Karlsruhe. Adresse von H. ist Berlin N.W., Rathenowerstr. 1. Shr 2. Erfahren Sie durch Herrn Sudermann, Vorsitzender des Goethe- Bundes, per Adresse„ Berliner Tageblatt". Michel. In den deutschen Kolonien Sklaverei vorhanden, Aufhebung derselben in Nordamerika 1863. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Holzwaren. Nein. D. N. 100. 1. Wir raten nicht zum Beitritt zu S. 43. Tonzerte gebracht hat, hat uns das Belle- Alliance- Theater einen musi- Antrag Draeger zur Annahme: Ueber einschneidende Kenderungen talischen Schwant gebracht, dessen Clou in der Ausstellung reizend des Statuts sowie bei wichtigen Entscheidungen in Verbands- Angeleichter Reform- Sommerkostüme besteht, die, nach dem gerade dieser legenheiten muß eine Urabstimmung vorgenommen werden, wenn die Schaustellung gewidmeten Beifall zu schließen, die Damen ebenso felbe von mindestens 40 Delegierten der Generalversammlung verentzückt haben, wie die Herren. Trotzdem ist freilich nicht zu hoffen, langt wird. Eine besonders lebhafte und eingehende Debatte entdaß diese ebenso hygienischen wie pikanten Kostüme in diesem Sommer spann sich über mehrere Anträge zum Absatz 2 des§ 18, der die Mode werden, dieweil wir eben nicht im alten Hellas oder auf Wahl und Befugnisse der Ortsverwaltungen regelt. Er lautet in Tahiti leben, sondern im Staate der lex Heinze. Die Scene, in der feinem Leitſage: Die örtliche Verwaltung wird geführt von fünf Mitanderthalb Duzend Damen ihre ohnehin duftige Garderobe mit gliedern, die vom Vorstande ernannt werden; zu diesem föstlicher Ungeniertheit Stück um Stück reducieren, bis ihnen Zweck haben die Mitglieder der örtlichen Verwaltungsstellen dem außer Hut und Stiefeletten nur noch der allerletzte Toilettegegenstand Vorstand entsprechende Personen in Vorschlag zu bringen. Hierzu abzulegen bliebe, dessen man sich selbst nachts nicht zu entäußern wurde schließlich folgende Resolution Lubatsch einstimmig Ein Artikel, wie Sie ihn in Aussicht nehmen, wäre strafbar. der Kasse. 2. Der Verkäufer kann zu welchen Preisen er will verkaufen. pflegt, spielt sich in dem Pyrenäenbad" Sonnenlust" ab, wo man angenommen:" Die heutige Generalversammlung empfiehlt ihren Adreßkalender, zweiter Teil. Steglik. Wenden Sie sich an das sich mit besagter tahitischer Unschuld den heilkräftigen Strahlen der Delegierten, auf dem diesjährigen Verbandstage mit aller Kraft dafür Amtsgericht II( Hallesches User 29/31). May Tronet. Wenn Sonne und den Augen der Herren aussetzt. Dies Bad ist die einzutreten, daß das Bestätigungsrecht des Hauptvorstandes aus dem Sie wissen wollen ob gegen ein Civilurteil Berufung Erfolg haben fpekulative Gründung einer Aktiengesellschaft, die vom Direktor bis Statut entfernt wird. Damit war die Beratung der im Namen der würde, so besuchen Sie mit dem Urteil die Sprechstunde. A. 3. Ja. zum Stubenmädchen aus einem Gaunerfonsortium besteht, das sich Ortsverwaltung zu stellenden Anträge erledigt; eine Reihe andrer Adolf Kroll. Ja. Samariterftr. 15. 1. Schwerlich. 2. Nein; F. 2. beim Ausplündern der Badegäste gegenseitig in die Hand arbeitet. Anträge, von Einzelmitgliedern gestellt, werden ebenfalls dem Haupt- allerdings find früher auch entgegenstehende Urteile ergangen. Ein Hier erleben ein stets verliebter Detektiv, der auf ein zur Gesellschaft vorstand übermittelt. Nunmehr erfolgte die Aufstellung der Kandi- 100. 1. Nach Ansicht des Kammergerichts ja. 2. Nein. 3. Ja. Neugieriger. Eine dahingehende Berordnung giebt es nicht. gehöriges Hochstaplerpaar natürlich vergebens fahndet, ein datenliste zu den Delegiertenwahlen. Vorgeschlagen waren von der V.. 74. 1. Nein. 2. Ja. H. Dujon. Sie müffen Ihre Vernicht minder verliebter Unterpräfeft, sein Sekretär, dessen Vertrauensmänner- Körperschaft 53 Personen, deren Zahl sich durch pflichtung durch portofreie Zusendung oder durch Hinbringen er Tugendsprödigkeit bedenklichen Proben ausgesetzt ist, ein persischer Vorschläge aus der Versammlung auf 67 erhöhte. Zu wählen sind füllen. Vereins- Vergnügen 100. Bergnügungssteuer- Ordnungen, Naphta- König usw. die wundersamsten Abenteuer. Im Vertrauen: Die 32 Delegierte. Die Wahlen finden am kommenden Sonntag in die sich auf geschlossene Gesellschaften beziehen, find ungültig.- Nemie. Ja. Handlung des französischen Schwants arbeitet mit den banalsten Trics 13 Lokalen statt. Vorsitzender des Wohlfomitees ist Wiesenthal, an Mar Müller. Ob und welche Ansprüche gegen eine Krankenkasse dem borfintflutlicher Verwechselungskomik und den schrecklichsten Wort- welchen auch sämtliche Anfragen in dieser Sache zu richten sind. Zum Erkrankten zustehen, läßt sich ohne Einsicht in die Krankenkassen- Statuten wigen, und auch der Musik vermöchten wir gerade feine besonderen Schluß erklärte die Versammlung noch, daß ungeachtet der im Cirkus und ohne genaue Kenntnis des Sachverhaltes nicht sagen. Besuchen Sie die Sprechstunde mit den Statuten. A. E. Rigdorf. Die Beweislast Vorzüge nachzurühmen, allein Hans Brennert und Erich Urban Schumann gefaßten Reſolution, die sich für strikte Ablehnung der hat der, der aus seiner Behauptung Rechte herleiten wid. Danach richtet haben das Original durch allerhand aktuelle Couplets von der Miß Krankenunterstüßung aussprach, die Delegierten kein gebundenes sich auch, ob zunächst Kläger oder Beklagter schwurpflichtig ist. Duncan, von Babel- Bikel zc. aufgeftugt und Bogunnil Zepter Hat Mandat erhalten sollen. . 2. 1000. Ihre Frau, der Vormund des Kindes und Sie geben entdazu lebendig rhytmisierte Melodien gefunden. Der splendide Mangel weder zu Protokoll des Standesbeamten oder durch notariell oder gerichtlich beglaubigte Erklärungen ab, daß Sie dem nicht von Ihnen erzeugten, an Kostümaufwand thut dann das übrige. Das zahlreich anwesende außer und vor der Ghe geborenen Kinde Ihren Namen erteilen, die Mutter Premierenpublikum veranstaltete durch seine überaus animierte und der Vormund, daß sie dem zustimmen. Stimmung und feinen stürmischen Beifall gewissermaßen eine sich so verhält, wie Sie darlegen, brauchen Sie nichts zu zahlen. Demonstration gegen den sauertöpfischen Heinzezeit, der unlängst in der Theatercensur wieder aufgelebt ist. Und unter diesem Publikum befand sich manche biedere Bezirksvereinssäule mit ihrer reputier lichen Gattin. Der musikaliche Adoptivvater, Herr Bogumil Zepler, und ein andrer Herr, dessen Verwandtschaftsbeziehungen uns unbekannt blieben, in dem wir aber einen der Tertbearbeiter vermuten, wurden wiederholt gerufen. Verfammlungen. Französisch- Buchholz. Am 17. d. M. fand in Kähnes Lokal die regelmäßige Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt, in der Dr. Wollheim einen Vortrag über„ Die geschichtliche Entwicklung der Menschheit" hielt. Reicher Beifall wurde dem Vortragenden für seine lehrreichen Ausführungen zu teil. An der Diskussion beteiligten sich Kubig und Pohl. Vermischtes. " 6 Erdstöße. Kaiserslautern, 23. März. Gestern morgen 6 Uhr und nachmittags 2 Uhr wurden der Pfälzischen Presse" zufolge im südlichen Teile der Vorderpfalz von Landau bis Winden und Wörth beinahe in sämtlichen Orten starke Erdstöße berMetallarbeiter- Verband( Verwaltungsstelle Berlin). Am Sonn- spürt. Die Einwohner eilten erschreckt ins Freie, weil sie das Eintag fand im Lokal Neue Welt" abermals eine stark besuchte Gestürzen der Häuser befürchteten. Karlsruhe, 22. März. Heute neralversammlung statt, in welcher die Beratung der in der früh um 6 Uhr und heute nachmittag um 2 Uhr wurden hier kurze vorigen Versammlung unerledigt gebliebenen Anträge zum Erdstöße, von denen der erste ziemlich heftig war, verspürt. Verbondstage fortgesetzt wurde. Ein Antrag, zu den GeneralFlüchtiger Oberlieutenant. Celle, 22. März. Flüchtig geworden versammlungen nur solchen Mitgliedern den Zutritt zu gewähren, ist der Oberlieutenant T. vom hiesigen 77. Infanterie- Regiment, der die mindestens 26 Wochen der Organisation angehören, wurde nach sich laut„ Cell. Zeitung" eines Vergehens gegen§ 176,3 des Straffurzer Debatte fast einstimmig abgelehnt. Zur Annahme gelangten dagegen zwei von ubatsch gestellte Anträge; 1. Dem§ 3 Abs. 4 gesetzbuches schuldig gemacht haben soll. des Statuts folgende Fassung zu geben: Der Beitritt erfolgt durch Unterzeichnung der Beitrittserklärung im Mitgliedsbuche. Das Buch bleibt Eigentum des Verbandes. 2. Dem§ 7 Abs. 8 den Passus bei zufügen: Vom Militär Entlassene können jedoch bei jeder beliebigen Verwaltungsstelle Ortsunterstüßung beziehen, soweit sie hierzu nach dem Statut berechtigt sind. Die Begründung dieses Zusages stüßte fich auf Unzuträglichkeiten, die sich betreffs der vom Militär entTassenen Mitglieder bei der bisherigen Fassung des Abs. 8 ergeben haben. Ferner wurde ein von Kohlant, Made und Handke formulierter Antrag angenommen, in dem§ 16 den Absatz 3 zu streichen und dafür zu sehen: Ist die Notwendigkeit vorhanden, einen befoldeten Bezirksleiter anzustellen, so ist derselbe in einer Bezirkskonferenz auf ein Jahr zu wählen. Des weiteren gelangte folgender Allen werten Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser zweiter Sohn und Bruder, der Metalldrücker Paul Münnich im Alter von 21 Jahren nach furzem schweren Leiden am 22. März, mittags 12%, Uhr sanit entschlief 1516 ain Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März, nachmittags 5 Uhr von der Leichenhalle des Central- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Die trauernden Eltern und Geschwister. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Silberdrüder Paul Münnich am 22. d. Mts. an Influenza ge= storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am 24. März, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des CentralFriedhofes in Friedrichsfelde. Rege Beteiligung erivartet 114/2 Die Ortsverwaltung. Socialdemokratischer Wahlverein Grünau. Am 21. März ftarb nach kurzem Leiden unser Partei- Spediteur, der Former 130b Gustav Miers. Wir verlieren in ihm einen treuen Mitkämpfer, der bis zum lekten Atemzuge für die Interessen der Bartei eingetreten ist. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. März, nachm. 5 Uhr, auf dem Gemeinde Friedhof in Grünau statt. Der Vorstand. Treffpunkt: GrüneEcke, Köpnickerstr. Remet nur D Deutscher Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Gustav Miers am 21. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. März cr., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofs in Grünau aus statt. 113/19 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Central- Kranken- u.Sterbekasse d. Tischler u. and. gew. Arbeiter ( E. H. 3 Hamburg). Verwaltung Weissensee. Zur gefälligen Kenntnis, daß unser langjähriges Mitglied Eduard Rank im Alter von 49 Jahren verstorben ist. 184/4 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Elsaßftr. 64 aus statt. Rege Beteiligung erwünscht Die Ortsverwaltung. = Eisenbahn Unfälle. Degerloch, 23. März. Gestern gegen Begräbnis. Wenn es 2. 3. 40. Sehen Sie der Klage mit Ruhe entgegen. Falls Sie sich nicht verpflichtet haben zu zahlen, unterlassen Sie es. Das Wahlrecht wird durch Ratenzahlungen nicht wieder erworben. Ratenzahlungen für Krankenhaustosten zu zahlen ist durchaus verkehrt, denn erstens hat die Armendirektion nach zutreffender Ansicht in Preußen tein Recht Rückerstattung zu verlangen, zweitens ist das Oberverwaltungss gericht der Ansicht, das Gemeinde- Wahlrecht gehe durch die KrankenhausAufnahme verloren und bleibe auch verloren, wenn man Staten zahlt, drittens kann der Stranke und seine Familie das Geld besser gebrauchen als die Stadt, die im Klagefall, selbst wenn sie gewinnt, 2. M. Ganz bestimmt. doch nichts Erekutierbares vorfinden würde. Bahlung der Alimente erhoben werden. H. H. Nirdorf 26. Es müßte durch den Vormund Klage auf Reinickendorferstraße 46. Gegen die Frauen könnten Sie mit Aussicht auf Erfolg die Beleidigungsflage anstrengen. Derselben muß ein Sühnetermin vorangehen. C. S. Am Ersten muß geräumt werden. Dreyer. 850-1150 m. Gefang verein 2. Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach Ansicht des Ober- Verwaltungsgerichts ist jedoch die Polizei befugt, Mitgliederverzeichnis und Statuten zu verlangen. O. Ja. J. Nein. Witterungsübersicht vom 23. März 1903, morgens 8 1hr. BarometerWindrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Winds richtung Windstärke 8 Uhr abends entgleiste der letzte Wagen des aus vier Wagen be- Stationen stehenden Personenzuges Degerloch- Möhringen der Filderbahn bei der Ausfahrt aus der Station vor dem Schweizerhaus und fiel auf die Straße. In dem Wagen befanden sich etwa 20 Personen, von denen mehrere erhebliche Quetschungen davontrugen und 6 besonders Swinemde. 764 SS 2wollen 9 Haparanda 737 23 durch Glasspitter verlegt wurden.- Marienbad, 22. März. Hamburg Berlin Bei der Einfahrt in den hiesigen Bahnhof ist in der vergangenen Frantj./M. Nacht der von Pilsen kommende Personenzug auf einen Teil des München vorzeitig ausfahrenden Karlsbader Zuges gestoßen. Der Zugführer Wien des erstgenannten Zuges wurde getötet. Außerdem wurden sieben Personen, unter ihnen beide Lokomotivführer und ein Schaffner, leicht verletzt. Steinarbeiter. Am Freitag starb unser Mitglied, der Steinmet Leonhard Rüll. Die Beerdigung findet am Dienstagnachmittag 4 Uhr vom Urban aus nach dem Neuen Jakobi- Kirchhof in Riydorf( Hermannstraße) statt. Um rege Beteiligung ersucht 172/9 Der Vorstand. Gross- Fischerei- Export- Artikel. Wetter 2halb bd. 749 NNW 4 bedeckt 767 S Temp. n. E. all4° R. 2wolfen! 7 764 S2 3wolfen! 11 Petersburg 767 SW 3wolfen! 9 Cort 769 SW 2wolfent 6 Aberdeen 772 S 2wolkenl 5 Paris 772 Still Dunst 6 Wetter- Prognose für Dienstag, den 24. März 1903. Warm und zunächst meist heiter bei lebhaften südlichen Winden; später zunehmende Bewölkung und etwas Regen. la la Spielkarten Neueste, wahre, billigste Preise. von 48 bezw. 53 Pf. bis 80 Pf. p. Spiel. Per Nachnahme. 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Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 24. März, abends 8½ Uhr: Versammlung bei Hensel, Invalidenstr. 1. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Waldeck Manasse über:" Der Kampf ums Dasein". 2. Disfussion. 3. Ver schiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Gäste haben Zutritt. 247/1 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, den 24. März, abends 8%, Uhr: Konferenz der Vertrauensleute der Klempner im Gewerkschaftshaus, Engel- llfer 15, Saal V. Angesichts der kommenden Bewegung ist es Pflicht eines jeden Vertrauensmannes, anwesend zu fein. Dienstag, den 24. März, abends 8%, Uhr: Bezirks- Versammlung für den Often bei Keller, Koppenstr. 29. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Waldeck Manasse über: " Sünden und Forderungen im Rathaus. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Dienstag, den 24. März, abends 8 Uhr: Versammlung aller Schnittarbeiter, Stanzer sowie sämtlicher in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiterinnen in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Wie können wir den fortgesezten Verschlechterungen in unsrem Beruf entgegentreten. Referent: Stollege Pawlowitsch. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Mitgliedes zur Agitations- Kommission. 4. Verbandsangelegenheiten. Kollegen und Kolleginnen! Nachdem wir durch unsre eigne Nachlässigkeit in den letzten Jahren mit unsren Lohn- und Arbeitsbedingungen zurückgegangen find, ist es endlich an der Zeit, daß auch wir uns aufraffen, um die richtige Stellung unter den organisierten Arbeitern wieder einzunehmen. Da dies die erste Versammlung ist, in der wir unter uns find, und die Tagesordnung eine sehr wichtige ist, so muß es Pflicht aller Beteiligten lein, für zahlreichen und pünktlichen Besuch zu agitieren. Dienstag, den 24. März 1903, abends 8%, Uhr: Bezirks- Versammlung für Rummelsburg bei Lindner, Türrschmidtstraße 37. Tages- Ordnung: 1. Unser Verbandstag. 2. Diskussion. 3. Verfchiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Dienstag, den 24. März 1903, abends 8 Uhr: Versammlung der Drahtarbeiter im Gewerkschaftshause, Engel- lifer 15. Tages- Ordnung: 1. Wann wir unsre Forderungen stellen und was fordern wir? 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Kollegen! Der Besuch dieser Versammlung ist maßgebend dafür, ob Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt VII, 353. Donnerstag, den 26. März 1903, abends 82 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: 114/1 Allgemeine Klempner- Versammlung. Cages- Ordnung: Wann unterbreiten wir den Arbeitgebern unfre forderungen? Kollegen! Der 1. April ist vor der Thür. Ein Vertrag ist nicht zu stande gekommen. Es gilt also so schnell wie möglich zu handeln. Am Donnerstag muß jeder Kollege zur Stelle sein: Den Vertrauensleuten werden die Forderungen eingehändigt. Zahlreichen Besuch erwartet Gewerkschaften Schönebergs! Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8 Uhr: Oeffentl. Gewerkschafts- Versammlung im großen Saale von E. Obft, Meiningerstr. S. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten A. Baudert( polda) über Arbeiterschuh, wie er ist und wie er sein soll. 2. Die Beschickung des Bauarbeiterschuß- Kongresses zu Berlin am 29. März 1903. 3. Beschlußfassung über Errichtung eines Gewerkschaftskartells in Schöneberg. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Mittwoch, 25. März, abends 8%, Uhr: Versammlung für Männer und frauen im Lokale des Herrn H. Thiel, Rigdorf, Bergstraße Nr. 151/152. Tages- Ordnung: „ Die Frau als Mitkämpferin im Wahlkampfe". Referent: Genosse W. Manaffe. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Vertrauensperson. 1/4 Achtung, Radfahrer! Donnerstag, den 26. März, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Oeffentliche Versammlung. L.- D.: Welche Vorteile bietet den Radfahrern die Berliner Einkaufs- Genossenschaft? 133 Infolge großer Abschlüsse und Wegfall des Zwischenhändler- Gewinns können wir Räder und Zubehörteile staunend billig, auch auf Teilzahlung, verkaufen. Zum Beispiel: 145,00 M. 135,00 115,00 Dürkopp- Räder mit Doppelglockenlager Mars- Näder mit Doppelglodenlager Mars- Näder mit rechtsseitiger Glocke . . • " " " W. K. C. Räder mit rechtsseitiger Glode( Modell 1903) 125,00 Sämtliche Räder mit Schweinfurter Freilaufnabe mit Rücktrittsbremse nur 9 M. mehr. Excelsior- Mäntel Excelsior- Schläuche . D 5,50 und 8,50 M. 3,00 und 4,50 Versand auch nach ausserhalb. Gloden, Laternen usw. usw. dem entsprechend. Auch machen wir auf unsre eigne Reparaturwerkstätte aufmerksam. Berliner Einkaufs- Genossenschaft Marsiliusstrasse 19. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Einsetzer. wir in eine Lohnbewegung tveten oder nicht. Erscheint darum alle Mann. Achtung! Dienstag, den 24. März 1903, abends 8%, Uhr: Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend im Gewerkschaftshause, Engel- üfer 15( großer Saal). Tages- Ordnung: 1. Was müssen wir thun, damit alle Berliner Rohrleger einen Minimallohn von 55 Pf. pro Stunde, alle Helfer einen solchen von 40 Pf. vom 1. April ab erhalten? Referent: Karl Wiesenthal. 2. Diskussion. Alle Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend müssen in dieser wichtigen Versammlung vertreten sein. In nachstehenden Lokalen wurden neue Zahlstellen er richtet: Nitz, Warschauerstr. 74. Adam, 8immerstr. 64. Stiehl, Schiffbauerdamm 16. Reinickendorf- West: Muster, Berlinerftraße 29. Die Ortsverwaltung. 113/18 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Bimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, den 24. März 1903, abends 8%, Uhr: Bezirks- Versammlung für Charlottenburg im„ Volkshause", Rosinenstraße 3. Tages Drdnung: 1. Bortrag über: Mittelalterliche Klaffenkämpfe. Referent: Herr Dr. Rösemeier. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8½ Uhr: Versammlung der Gold- u. Silberarbeiter u. Berufsgenossen im Restaurant„ Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über: Die Einführung der KrankenUnterstützung. 2. Verbandsanglegenheiten. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8½ Uhr: Bezirks- Versammlung für den Süden, Südosten u. Centrum im Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15, Saal 1. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Rudolf Steiner über: Erdbeben und Vulkan: ausbrüche. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8½ Uhr: Branchen- Versammlung der chirurg. Branche bei Nümann, Brunnenstr. 188. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow über: Ferdinand Freiligrath, ein Dichter des Volkes. 2. Diskussion. 3. Die Sonderbestrebungen einzelner Bandagisten. 4. Berbandsangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Achtung! Mittwoch, den 25. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause: Versammlung der Einseher Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 80/7 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Jeder Kollege ist verpflichtet zu erscheinen. Der Obmann. Grosser Der Einberufer. Vorwärts- Buchhandlung SW., Lindenstrasse 69, Empfehlenswerte Werke für Bibliotheken. Gerstäckers Werke, eine Auswahl feiner gesamten Schriften in zehn Bänden Preis jekt 15 M. ReiseDie Ortsverwaltung. Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. 156 Gew.- Ger. 03. Bekanntmachung. In Sachen des Ausstandes der bei der Metallgießerei von Gebr. Müller, Stalizer straße 132, beschäftigten Arbeiter ist auf Grund der Vorschläge in ber Sigung vom 13. März 1903, an welcher teilgenommen haben: 1. Gewerberichter von Schulz, als Borsigender, 2. Drehermeister Rosenow, 3. Drehermeister Bidermann, als Vertrauensmänner der Arbeit geber; 4. Former Körsten, 5. Former Stopsad, als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, vor dem Einigungsamte des Gewerbegerichts zu Berlin nach zuvor erfolgter Anrufung durch beide Teile ein Bergleich nachstehenden Wortlauts zwischen den Parteien abgeschlossen worden, Gewerbegerichts- Gesches und des welcher in Gemäßheit des§ 70 des § 76 des Drtsstatuts für das Gewerbegericht der Stadt Berlin vom 25. Juli 1902 hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. 1. Die Vereinbarung vom 6. Januar 1903 des Deutschen Metallarbeiter. gegen früher 30 a. einzelne Bände 2 m. ( Romane, Erzählungen, ausge zeichnete Natur und schilderungen.) Reuters Werke, neuerschienene billige Boltsausgabe, in Leinen Verbandes( Ortsverwaltung Berlin) gebunden. 4 Bände 10 m. mit der Firma Gebr. Müller, Metall12 m. gießerei, Skaliberstr. 132, welche bis zum 1. Juli 1904 Gültigkeit hat, wird aufrecht erhalten. 8 gegen früher 26 M. Billige Klassiker- Ausgaben: Bürger, Börne, Chamisso, Eichendorff, Gaudy, Goethe, Hauff, Hebbel, Heine, Hoff mann, Stleist, Körner, Lenau, Lessing, Ludwig, Rüdert, Schiller, Shakespeare, Stifter, Uhland. Preise je nach Anzahl der Bände bon 1,60-9 M. Werte über Naturgeschichte, WeltReise Beschreibungen, geschichten, Forschungs- und Entdeckungsreisen 2c. zum Teil zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Billige, leichtfaßliche Werke zum Selbststudium fremder Sprachen, sowie ausführliche Wörterbücher. Ferner empfehlen als passende und wirkungsvolle Dekoration für Vereinsund Versammlungszimmer unsre anerkannt vortrefflichen Stupfergravüren, wie: Die Freiheit führt das Volf, Der erste Mai, sowie Porträts von Engels, Lassalle, Mary, Bebel, Riebknecht, Singer it. a. 233/ 11* Möbel. hürgerliche Wohnungs- Einrichtungen empfiehlt 2. Bevor fremde Arbeitskräfte von der Firma Gebr. Müller eingestellt werden, verpflichtet sich dieselbe, zunächst die bisherigen Arbeiter, welche sich augenblicklich im Streit befinden, auf ihre Meldung wieder einzustellen. 3. Am Montag, den 16. März, früh, wird mit der Arbeit in der Gießerei der Firma Gebr. Müller wieder begonnen. 4. Die Parteien sind darüber einig, daß aus den durch diesen Vergleich beigelegten Differenzen Maßregelungen weder von den Arbeitgebern noch von den Arbeitnehmern vorgenommen werden dürfen. ( gez.) Wiesenthal. Karl Müller. Willy Müller. Wilhelm Brandenburg. Friedrich Shangohr. v. Schulz. A. Körsten. Lud. Stopsack. A. Zickermann. A. Rosenow. Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. 163 Gew.- Ger. 03. Bekanntmachung. In der Streitsache der bei dem Fabrikanten Gustav Schlesinger, in Firma August Offer u. Co., Meganbrinenstraße 110, beschäftigten Arbeiter ist auf Grund der Vorschläge in der Sigung vom 16. März 1903, 8422* welcher teilgenommen haben: Otto Piehl, Brunnenstr. 120. Teilzahlung gestattet. Brand- Ausverkauf! 1 Die durch Feuer, Wasser und Rauch beschädigte Herren-, Damen- und Kinder- Wäsche, Wollwaren, Trikotagen, Strümpfe, Sonnen- und Regen- Schirme, Kleiderstoffe, Schuhwaren und andre Gelegenheitskäufe werden von heute ab, werktäglich von 9-1 und 3-8 Uhr, zu jeden annehmbaren Preisen verkauft. Partiewarenhaus Martin Röhmann Charlottenburg 9462 Schlüterstr. 67, Ecke Pestalozzistrasse. Ein Poften von ca. 1000 Teppichen ant 1. Gewerberichter von Schulz als Borsigender, 2. Ingenieur Bernhard und 3. Hutmachermeister Lucht, als Vertrauensmänner der Arbeitgeber, 4. Former Körsten, 5. Tischler Koblenzer, als Vertrauensmänner als Arbeit nehmer, vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin nach zuvor erfolgter Anrufung durch beide Teile ein Bergleich nachstehenden Wortlauts zwischen den Parteien abgeschlossen worden, welcher in Gemäßheit des§ 70 des Gewerbegerichts- Gesetzes und des § 76 des Ortsstatuts für das Ge werbegericht der Stadt Berlin bom 25. Juli 1902 hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. 1. Der Arbeitgeber erkennt hiermit ausdrücklich an, daß infolge des am 28. Februar d. J. geschlossenen Ber gleichs der Inhalt des alten Tarif vertrages vom 15. Februar 1901 II* „ die bereits vorhandenen günstigeren Arbeitsbedingungen werden durch diesen Vergleich nicht berührt und müssen beibehalten werden" bis zum 1. Juli 1903 für ihn bindend ist. 2. Die Arbeitnehmer nehmen diese Erklärung des Arbeitgebers entgegen und werden die Arbeit sofort wieder aufnehmen. ( gez.) Karl Weyher. Arthur Kausche. Albert Semle. Robert Loth. Wilhelm Grube. Schlesinger. E. Bernhard. Paul Lucht. Koblenzer. A. Körsten. v. Schulz. Tischlermeister auch fleinere, solide, für Möbel erhalten dauernd lohnende Aufträge gegen fofortige Kassa. Umgehende Offerten unter N. 2 Erped. d. Bl. 1316 Jede Taschenuhr reinigen oder Feder einsehen 1,50 Mt. u. Garantie. Massiv silberne Herren- u. Damen- Remont. 7,50. Massiv gold. DamenRemontoir 13,50. Weder 1,75. 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