Nr. 71. Abonnements- Bedingungen: T Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Musterhaftes vom Musterstaate. Fünf Jahre. II*) Mittwoch, den 25. März 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfvrecher: Amt IV, Mr. 1984. Wenn eine Stadt von einem Erdbeben heimgesucht wird, so wird nächstens die Provinzpresse des Centrums in der Gottlosigkeit der Behörden die Ursache einer solchen Katastrophe suchen. Wenn sich aber die Regierung jenes Landes nach dem Vorbilde der uns befreundeten Türkei auf den erhabenen Standpunkt des Kismet stellt und alles zu thun unterläßt, was zur Linderung der Folgen beitragen fönnte, wenn sie sich weigert, Vorkehrungen zu treffen, die die Gewalt einer neuen Katastrophe um Einiges mildern könnte, dann hat fie gewiß reichlichen Tadel verdient. In einer ähnlichen Lage befanden sich die Behörden und die herrschenden Parteien des Reichs, der Staaten wie der Städte gegen über der neuesten Wirtschaftskrise. Sie konnten nicht vorbeugen, nicht aufhalten, nicht heilen. Aber wenn ihre Fürsorge für die arbeitenden Klassen mehr wäre als eine wahlbemagogische Phrase, so hätten fie doch alle Kräfte aufbieten müssen, um im kleinen und einzelnen zu helfen, und so die primitivsten Forderungen der Menschlichkeit und Resolution der Polen ein, die den Staatssekretär aufforderte, gegen Einen breiten Raum in der Debatte nahm die Erörterung einer Indes beschäftigte sich die bürgerliche Presse mit Vorliebe mit den Kleinlichen Krieg einzuschreiten, den die preußische Bureaukratie dem Elend der Börse und dem Unglück der kleinen Kapitalisten. Von gegen die Umwandlung des Schluß" i" in polnischen Männerden Leiden des Volts aber wäre taum die Rede gewesen, wenn namen in ein Schluß" a" bei Frauennamen führt. Herr nicht die Arbeiterpresse, die gewerkschaftliche sowohl wie die Nieberding schien aber keine besondere Luft dazu zu haben. Andre arbeiten zu reducierten Löhnen bei verkürzter Arbeitszeit. Er will den preußischen Hakatismus an der Benutzung dieser lächer politische, über die Lage des Arbeitsmarktes ausführliche Betrachtungen angestellt, und über Entlassungen, Lohnreducierungen Bedürfnisse voll befriedigen. Die dritten schließlich, deren Arbeits- Bolen mit großer Mehrheit angenommen. Sie können weder ihre Arbeitskraft voll ausnüßen, noch ihre lichen Waffe nicht hindern. Trotzdem wurde die Resolution der und Verkürzungen der Arbeitszeit mit möglichster Gewissenhaftigkeit Bericht erstattet hätte. Nur allmählich gelang es ihr, der sogenannten öffentlichen d. H. der bürgerlichen Meinung die peinliche Thatsache zu Bewußtsein zu bringen, daß Hundert taufende um Brot schrien, indes glüdliche Kapitalisten in Ruhe vom Fett der guten Jahre zehrten. entlaffungen zu vermeiden, handelten sie ganz wie ein andrer den Genoffen Däumig in einer Beleidigungsfache verhängt Kapitalist. Nur die bayrische Regierung erließ bald eine Verfügung, haben, obwohl die unrichtigen Angaben vom Halleschen„ Volksblatt" in der eine Beschleunigung der in Ausführung begriffenen öffentlichen in loyalster Weise widerrufen waren, die Wiedereinführung der BeArbeiten angeraten wurde. rufung. Diese Forderung wurde auch von den bürgerlichen Abder socialdemokratischen Stadtverordneten- Fraktionen, etwas zur Coburg unterſtützt. Auch die Städte entschlossen sich, meist unter dem Drucke geordneten Dr. Crüger, Schmidt- Warburg, und Beckh Genosse Stadthagen drang auf eine Beschäftigung der Arbeitslosen beizutragen. Tief griff man zu energische Reform der Strafrechtspflege und brachte die Versetzung diesem Zwecke in den Stadtsäckel freilich nicht. So wurden im des Kammergerichtsrates Havenstein vom Straffenat in den Jahre 1901 verausgabt: in Frankfurt a. M. 7975 M., Gera 10 000 M., Civilsenat zur Sprache. In scharfen Worten geißelte er die Schmach Mainz 8495 M., Chemnitz 35 000 M., Hagen i. W. 20 000 M., Essen des Spigelwesens unter Hinweis auf den bekannten Fall Wasewitz den Arbeitslosen keineswegs geschenkt sind, sondern daß" Vorwärts" von einem Beauftragten der Polizei verübt worden 25 209 M., Barmen 50 890 M. Bedenkt man, daß die Summen und auf den Bestechungsversuch, der an einem Redaktionsboten des dafür von ihnen ehrliche produktive Arbeit geleistet werden muß, so ist. Das führte ihn zu einer wuchtigen Anklage gegen den Polizeiwird man die Freigebigkeit der städtischen Klassenparlamente kaum minister v. Hammerstein, die Graf Stolberg vergeblich mit Ordnungsbewundernstert finden. rufen zu verhindern suchte. Unser Redner erwähnte auch die mertArbeit für die Arbeitslosen! würdigen Behauptungen, die Normann- Schumann neuerGerichtsaften unter Beweis gestellt hat. dings über sein Verhältnis zum Grafen Waldersee in ihres angeblichen Christentums zu erfüllen. B feine Schuhe, kein Brot. Sie wollen Häuser bauen, Tuch weben, Diese Menschen haben keine Wohnung, feine warmen Kleider, Kleider nähen, Schuhe anfertigen, Felder bestellen und Brot backen. Sie haben das lebhafteste Bedürfnis, wirtschaftliche Güter zu genießen, wie solche zu schaffen. Sie wollen konsumieren und produzieren. Aber trotzdem können sie sich oft nicht anders vor dem Hungertode oder dem Erfrieren retten, als daß sie ein Verbrechen begehen, um ins Zuchthaus zu kommen! fraft voll ausgenügt wird, dienen damit nicht der vollen BeAktionäre. friedigung ihrer eignen Bedürfnisse, sie vermehren nicht als einzelne die Konsumkraft der Masse, sondern sorgen für die Dividende der Von diesen Zuständen will der bürgerliche Staat durchaus nicht mehr sehen, als unbedingt notwendig ist. Nur der Irrtum ist das der Wahrheit und die Ablehnung aller ernsteren Versuche, das Leben, und das Wissen ist der Tod! Daher die Verschleierung Elend zu lindern. Nichts als ein bißchen Notstandsarbeit und Armenpflege! Kann das immer so fort gehen? Die hohe Obrigkeit begann hie und da Erkundigungen einzuziehen. Der Oberpräsident der induſtriereichen Provinz Sachfen berief eine Konferenz ein. Nein! Großindustrielle, Regierungspräsidenten, Landräte und Oberbürger meister versammelten sich unter seinem Vorfize in Magdeburg um den grünen Tisch und beschlossen, daß es keinen eigentlichen Notstand gebe. Der wadere Oberbürgermeister von Halle erklärte bei dieser Gelegenheit, daß in seiner Stadt unter 2000 Arbeitsbürgerliche Abg. Röside Deffau: lofen 1500 Pennbrüder seien. Die offiziöse und ein Teil der bürgerlichen Presse stimmte begeistert ein. Man bemühte sich, die Thatache der Arbeitslosigkeit zu verleugnen, und die Masse, die dieser Bekundung durch ihr bloßes Dafein widersprach, in unflätiger Weise u verleumden und zu beschimpfen. Man kann sich darum nicht wundern, daß die Arbeitslosen iniger Städte auf die Idee kamen, durch ihr friedliches Erscheinen auf der Straße ihr Vorhandensein zu beweisen. Gegen solche Veruche wurden in Frankfurt a. M. mit Gummischläuchen und Feuerprizen, in Leipzig mit blanken Säbeln schlagende Gegenbeweise erracht. Ein Teil der Hungernden fand Versorgung auf Staatskosten - im Gefängnis. Im Reichstage brachte die socialdemokratische Fraktion den Notstand der arbeitenden Massen wiederholt zur Sprache. Und ewig unvergeßlich bleibt die Scene, da Genosse Bebel jene erschütternde Geschichte erzählte von einem armen Ainde, das sterben wollte, um fürder keinen Hunger zu leiden und azwischen der Höhnische Ruf gelte: geftritten. Der Vater hat vielleicht alles versoffen! Die übrigen Etats, deren Erledigung noch ausstand, führten teine nennenswerte Debatte mehr herbei; überall blieb es bei den Beschlüssen zweiter Lesung, nur wurde auf Wunsch der elsässischen Abgeordneten eine gestrichene Nate für den Erweiterungsbau des Bahnhofs in Luxemburg wieder eingesetzt. Nach Erledigung des Etatsgefezes wurde die Abstimmung über die acht Refolutionen Unfre Refolutionen, die sich auf die Erweiterung der Fabriknachgeholt, die zum Etat des Innern gestellt waren. inspektion unter Hinzuziehung der Arbeiterbeigeordneten und auf die Unterstüßung der freien Kommissionen zur Bekämpfung der Wurmkrankheit bezogen. Die ausschlaggebende Partei, das Centrum, verhielt sich zu diesen bescheidenen Wünschen vollkommen ablehnend. Seine bisherigen Wähler unter den Bergarbeitern werden diese Gleichgültigkeit gegen ihre Interessen hoffentlich bis zu den Wahlen nicht vergessen. In der Sitzung des Reichstages vom 23. Januar 1902 fagte der Thatsache ist doch und das ist ja nirgends bestritten, daß Hunderttausende von Arbeitern heute in Deutschland gern arbeiten möchten, aber nicht arbeiten können, daß sie zum Teil Abgelehnt wurde auch die Centrums- Resolution auf Einführung hungern müssen, weil es ihnen unmöglich ist, eine geeignete des zehnstündigen Maximal- Arbeitstages. Hier bildeten die Konser Thätigkeit zu erhalten. Nun werden Sie doch zugeben, daß das in der That ein auf die Dauer ganz unhaltbarer Zubativen, die Mehrheit der Nationalliberalen und die Freisimmigen die stand ist, daß es ganz unmöglich ist, daß ein Reich Majorität für die Ablehnung. Die Freifinnigen trugen die Schuld wie das Deutsche Reich auf die Dauer sich damit an der Ablehnung der Resolution; vermutlich wollten sie nur wieder abfindet, daß zu gewissen Zeiten Hunderttausende von Arbeitern, nicht dem Zolltarif den Weg ebnen, wie bei der Witwen- und Waisen= die arbeiten wollen, keine Arbeit bekommen und demgemäß, wenn versicherung. Angenommen wurden die Resolutionen, die den Berufsnicht zum Hungern gezivungen, so doch auf eine sehr geringe vereinen die Rechtsfähigkeit verliehen und ihnen auch das politische Ration zu ihrem Lebensunterhalte angewiesen sind, während Gebiet für ihre Thätigkeit im Interesse der Arbeiterklasse eröffnet Tausende und Tausende sich in Wohlleben befinden. Gegen der wissen wollen. Gleichfalls Annahme fand die Resolution auf erartige Verhältnisse muß eingeschritten werden, wenn anders wir nicht den Rest der Arbeiter, der bis jetzt der socialdemokratischen höhten Schutz für jugendliche und weibliche Arbeiter, durch die Herr Partei ferngeblieben ist, auch in deren Arme führen wollen. von Heyl sein socialpolitisches Ansehen bei den Wahlen aufzufrischen Daß gegen derartige Verhältnisse wirklich inzwischen ein- fucht. geschritten worden sei, wird Herr Röfice- Dessau gewiß nicht beMit dem üblichen Ostergruß entließ Graf Ballestrem die Abhaupten wollen. Wohlan denn,„ letzter Rest der Arbeiter, der bis geordneten in die Ferien. jetzt der socialdemokratischen Partei ferngeblieben ist", hört die Lehre aus dem Munde eines Ehrlichen von unsern bürgerlichen Gegnern! Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus hat am Dienstag die dritte Lesung noch nicht am 1. April in Straft treten können, da das des Staatshaushalts- Etats beendet. Trotzdem wird der Etat Herrenhaus ihn schwerlich vor Ablauf nächster Woche beenden dürfte. Der Zwischenrufer, der so viel Mitgefühl mit der hungernden Diese Gesellschaftsordnung verwehrt Euch die ehrliche Arbeit, Arbeiterjugend und so viel chriftliche Gesinnung in sehr kurzen Worten wenn Eure Ausbeuter Euch nicht brauchen. Umgekehrt möchte sie auszudrücken verstand, war der konservative Graf Arnim. Später Euch am liebsten ins Buchthaus sperren, wenn Eure Ausbeuter hat er für die notleidenden Landwirte Pleß, Dohna, Kani. Gurer bedürfen und Ihr ferne bleibt, um beffere ArbeitsLimburg, Ballestrem und für seinen eignen Notstand ein bedingungen zu erzwingen. Wenn Ihr keine Arbeit habt, seid Ihr ſetzung zwischen Nationalliberalen und Centrum über WahlAus der Debatte ist erwähnenswert die Auseinanderwarmfühlendes Herz bewiesen und tapfer für die hohen Brotzölle Bennbrüder, wenn Eure Kinder hungern müssen, habt Ihr alles beeinflussungen. Beim Etat der Bergverwaltung beAuch gedenkt er im kommenden Wahlkampfe die versoffen! Ruft Ihr auf der Straße nach Arbeit, so bekommt Ihr schwerte sich Abg. Das ba ch( C.) über die Wahlbeeinflussungen christliche Religion der Liebe gegen die umstürzlerischen Be- die Gummischläuche zu spüren! Wenn Ihr aber soviel gespart habt, der Bergleute im Saarrevier zu Gunsten der Nationalliberalen, strebungen der entschieden zu verteidigen. um mit Eurer Arbeitskraft zurückhalten zu können, wenn Ihr streift, während Abg. Vopelius( ft.) und Dr. Sattler( natl.) Er hat auch der Arbeiterfamilie, deren Oberhaupt er wie es um Euren Kindern ein größeres Stüd Brot zu schaffen, so seid Ihr die Wahlbeeinflussungen durch die katholische Geistlichkeit sich bald herausstellte mit Unrecht so leichtfertig beschimpft hatte, Aufrührer und vaterlandslose Gesellen. Eagt Ihr aber, daß das ein Geldgeschenk zugewendet. Unter Seinesgleichen wäscht man nach ein unwürdiger Zustand sei, gegen den Ihr Euch auflehnen wollt, die Bergbeamten angewiesen hat, sich jeder Wahlbeeinflussung tadelten. Daß der Handelsminister, wie wie er mitteilte, feiner Meinung allen Schimpf mit Blut ab, bei den Armen mit so hezt Ihr Euch erst recht die Polizei und die Staatsanwälte an zu enthalten, ist ja einerseits recht erfreulich; aber wie weit Etwa anderthalb Monate später, im Januar 1902, tam im Reichsmuß es wohl gekommen sein, daß solch' Erlaß überhaupt nötig Das geht, so lang' es geht! wurde! tage eine Interpellation der socialdemokratischen Fraktion zur Besprechung, in der die Regierung gefragt wurde, welche Maßregeln sie zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu ergreifen gedenke. Während das Centrum sich mit der Erklärung beeilte, die Socialdemokratie sei ihr o Mißgeschick!- mit dieser Interpellation vorausgekommen, und das Vorhandensein eines argen Notstandes zugab, bemühten sich Redner der Rechten und der nationalliberalen Partei, den Thatbestand Geld! Arbeitslosen- Statistit tam ihnen dabei reichlich zu gute. den Hals! Politische Ueberficht. Der Reichstag Berlin, den 24. März. Die Beratung des Etats der Eisenbahn- Verwaltung stand unter dem Zeichen der kommenden Wahlen. Fast alle Redner brachten Wünsche für ihre Heimat oder ihren Wahlkreis zur Sprache und betonten die Notwendigkeit der Besserstellung dieser oder jener Beamtenkategorien. Von allgemeinem Interesse war die Mitteilung des Ministers Budde, zu verdunkeln und zu beschönigen. Der Mangel einer authentischen ist am Dienstag in die Osterferien gegangen, die bis zum 21. April daß die Versetzung von Bahnbeamten, die sich an der großdauern werden. Die dritte. Lesung des Justizetats führte noch zu polnischen Agitation beteiligen, aus Posen in andre Provinzen Auch die Regierung vertroch sich hinter Ausflüchte und polizei- einer sehr ausgiebigen Debatte, in der die verschiedensten Materien im dienstlichen Interesse liege. Der Staat geht immer mehr liche Verschleierungsberichte. Der Versuch einer Versicherung gegen erörtert wurden. Das Gesetz über die Sicherung der Bauarbeiter- dazu über, seine Beamten zu Werkzeugen der jeweiligen Arbeitslosigkeit, ja auch nur der Versuch einer statistischen Aufnahme Forderungen steht nach der Auskunft, die der Staatssekretär politischen Richtung zu machen. über den Umfang des Notstandes erschien dem Grafen Posadowsky Nieberding gab, noch in weiter Ferne. Genosse Thiele brachte als ein aussichtsloses Beginnen. Ein herrliches„ Musterland der ein Urteil des Reichsgerichts zur Sprache, das die Immunität der Socialpolitit", das nicht weiß, nicht wissen zu können vorgiebt, in Abgeordneten bedroht. Danach ruht die Verjährung ohne weiteres Wahrheit aber gerade gar nicht wissen will, ob seine arbeitende während der Dauer der Seffion, was weder dem Sinn, noch dem Wortlaut der lex Rintelen entspricht. Der Abgeordnete gerät daDie Verwaltungen der Reichs- und Staatswerkstätten hatten durch in eine unangenehme Lage, weil er erst nach Schluß der fich denn auch gegenüber der Strife vollständig passiv gehalten. Statt Session erfährt, welche Klagen gegen ihn angängig sind. Diese Verfür vermehrte Arbeitsgelegenheit zu sorgen oder wenigstens Arbeiter- zögerung aber verhindert ihn, die notwendigen Entlastungszeugen rechtzeitig zu stellen. Unser Genosse forderte weiter unter Hinweis Vergl. Nr. 68 des Vorwärts". auf das letzte Urteil, das die hallischen Richter gegen Bevölkerung etwas zu essen hat oder nicht. " Der Etat der Bauverwaltung gab Onkel Felisch Gelegenheit, nochmals feine Rede über die Notwendigkeit der Einführung des Befähigungsnachweises im Baugewerbe zu halten und in scharfer Weise gegen die Hinzuziehung von Baufontrolleuren aus dem Arbeiterstande zu wüten; er erblickt in dieser Maßnahme, die von allen vernünftigen Menschen längst als notwendig anerkannt ist, ein nationales Unglüd. Beim Etat der Justizverwaltung endlich gab Minister Schönstedt die Erklärung ab, daß die Versetzung des Kammernerichtsrats Havenstein von einem Straffenat an einen Civilsenat, die in der Presse solches Aufsehen erregt hat, aus rein sachlichen Gründen und anf den speciellen Wunsch des betreffenden Beamten erfolgt sei. Am Mittwoch fällt die Sizung wegen des katholischen Feiertages aus. Am Donnerstag steht neben kleineren Gefeßentwürfen die Sekundärbahn- Vorlage in erster Lesung zur Beratung. die * Deutfches Reich. Früher Wahltermin. Noch immer ist keine Sicherheit über den Wahltermin gegeben. Aber der Frankf. 3tg." wird jezt aus Berlin gemeldet, daß der Reichskanzler mit mehreren Parteiführern über den Wahltermin eine Aussprache gehabt habe. Mit Rücksicht auf landwirtschaftliche Bevölkerung, die im Juni mit im Juni mit der Heuernte beschäftigt ist, sowie in der Absicht, die Wahlagitation möglichst abzufürzen, soll ein so früher Termin in Aussicht genommen sein, daß fogar die Stichwahlen schon vor Pfingsten( 31. Mai) erledigt sein können. Andre Blätter melden, daß bereits die Aufstellung der Wählerliften verfügt worden ist. Neue Diäten- Gerüchte. 0 = Teltow Beeskow. Eine Versammlung der Freifinnigen Volkspartei in der Berliner Victoria- Brauerei stellte den Landtags- Abgeordneten Mar Schulz Berlin als ReichstagsKandidaten für den Wahlkreis Teltow- Beeskow auf. Für den Landtag wurden Dr. Bernstein Charlottenburg und Justizrat Reinbecher Schöneberg als Kandidaten aufgestellt. " * Die Krankenkassen- Novelle in der Kommission. Die Dienstagssigung der Kommission brachte zunächst die Annahme der Vorschriften, welche die Regierungsvorlage unter XIII und XIV 3u§§ 35 und 42 zur Beschränkung derselbstverwaltung vorschlug, in der Fassung der von uns bereits mitgeteilten Anträge Dr. Svahnv. Savigny( C.). Alle socialdemokratischen Anträge, diese Verschlechterungen, wenigstens soweit es sich um den Kautschutbegriff Frankfurt- Lebus. Am Sonntag, 22. März, wurde zur bevorgrober Pflichtverletzung handelt, abzulehnen, wurden stehenden Reichstagswahl das erste Flugblatt in ca. 43 000 Eremplaren gegen 6 Stimmen( drei Socialdemokraten und je eine Freisinnige verbreitet, das überall gute Aufnahme fand. Bolkspartei, Freifinnige Vereinigung und Antisemit) niedergestimmt. Molkenbuhr und Stadthagen führten dann Fälle aus Aus dem Reiche des schlichten Mannes"! Man schreibt uns Köln, Trier und andren Orten an, in denen die Aufsichtsbehörden, aus Spandau: Geradezu grotesk wirken die frankhaften Befreilich wohl ohne Zustimmung der Centralbehörde, dem Kassen- strebungen des Herrn Pauli, alles, womit er sich bisher an dem Leben vorstand untersagt hatten, mit Behörden usw. direkt in Verbindung und der Eristenz der hiesigen Staatsarbeiter in den verflossenen fünf zu treten. Um folcher falschen Auslegung des Gesetzes für die Zu Jahren verfündigt hat, möglichst zu verwischen und vergessen zu funft vorzubeugen, wurde von socialdemokratischer Seite beantragt, machen, einzig, um sich mit den Staatsarbeitern wieder etwas anzudem§ 35 analog der Vorschrift im Unfallgefeß zuzusehen: Die freunden. öffentlichen Behörden sind verpflichtet, den im Vollzug dieses Gesetzes Hinter verschlossenen Thüren, unter Anwendung der größten aut fie ergehenden Ersuchen der Kassenvorstände zu entsprechen und Vorsichtsmaßregeln hatte die Pauli- Partei vor einigen Tagen eine den Strankenkassen- Vorständen auch unaufgefordert alle Witteilungen Oeffentliche Versammlung" einberufen, zu welcher ca. 2000 Starten zukommen zu lassen, welche für deren Geschäftsbetrieb von Wichtig ausgegeben waren. In Erwartung eines großen Fezes" hatten feit sind." Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Dasselbe Schicksal ſich denn auch unter den unzähligen Meistern, Vicemeistern, Aufteilten die socialdemokratischen Anträge auf Zulassung größerer sehern und Ober- Büchsenmachern und sonstigen berufsmäßigen Centralisierung. Sie hatten zu§ 43 beantragt, die Centrali- Patrioten noch ca. 800-900 Arbeiter eingefunden. Darunter gut tungsbezirks zuzulassen. fierung von Drts- Krankenkassen auch über den Bereich eines Verival- zwei Drittel. die getrost von der Socialdemokratie für sich reklamiert werden dürfen. Die Ausführungen des Herrn Pauli " aber Mehr Erfolg hatte ein von den Socialdemokraten zu§ 45 zum über das, was er gethan"( was er nicht gethan, verschwieg Schutz gegen Mißgriffe der Aufsichtsbehörden ge- er natürlich. D. B.), rief wohl vereinzelten Beifall hervor, im stellter Antrag.§ 45 giebt der Aufsichtsbehörde die Befugnis, die ganzen bewahrten die Versammelten eisiges Befolgung der gefeßlichen oder statutarischen Vorschriften gegen den VorIn einem Befolgung der gesetzlichen oder statutarischen Vorschriften gegen den Vor- Schweigen. Die Massenentlassungen, die unwürdige Behand= stand oder Vorstandsmitglieder durch Ordnungsstrafen oder durch eigne lung seitens einzelner besonders bekannter Meister, die famose neue selbst anzuberaumen usw. Gegen solche Verfügungen ist zur Zeit unter dem Regime des schlichten" Herrn Pauli passiert, der den Wahrnehmung der Befugnisse des Vorstandes zu erzwingen, auch Sizungen Lohnordnung, die unaufhörlichen Lohnabzüge sind den Arbeitern noch zu frisch in der Erinnerung, und dies alles ist gerade nur der Beschwerdeweg zulässig. Der focialdemokratische Antrag verlangte die Zulassung des Verwaltungsstreit- Verfahrens. Kreis zur Zeit noch im Reichstage vertritt und sich bei jeder GeIhr Antrag ging dahin, dem§ 45 als sechsten Absatz zuzufügen: legenheit damit brüstet, wie sehr er das Ohr des Kriegsministers Jede Anordnung der Anfsichtsbehörde kann vom Kassenvorstand und beſize. Die Arbeiter der Staatsbetriebe wissen aber zu gut, was von dem durch die Anordnung betroffenen Mitglied des Stassen sie von dieser Wandlungsfähigkeit zu halten haben. Auch dem„ Hannov. Courier" wird aus Berlin das Bevorstehen einer Diätenvorlage angekündigt: " Es bestätigt sich, daß dem Reichstage in dem allerletzten kurzen Sessionsabschnitt Ende April eine neue Diätenvorlage zu gehen soll. Diefelbe wird jetzt vorbereitet. In einem Streise hervorragender parlamentarischer Parteiführer, die am fammelt waren, ist anscheinend eine Art Uebereinkommen über Sonnabendabend bis in die Nacht hinein beim Reichskanzler verden modus procedendi( Art des Vorgehens) erzielt worden." Eine andre Lesart bringt die" Franks. 3tg." Es unterliege keinem Zweifel, daß Graf Bülow die Sache betreibe, es sei aber keine Aussicht, daß noch dieser Reichstag mit einem Diätenantrage befaßt werde. Nach den Ausführungen, die Graf Bülow noch im Januar über die Diätenfrage vor dem Reichstage gemacht hat und die in dem Hinweis auf die Kompensationsneigungen sehr einflußreicher Politiker gipfelte, kann an die Diätenvorlage so lange nicht geglaubt werden, bis sie wirklich da ist. nur Die Aenderung des Wahlreglements. " " 1 M " * Lübeck. Die freisinnigen Parteien und die Nationalliberalen haben sich auf Professor Dr. Baethke als„ Kartell- Kandidaten" geeinigt. Man rechnet auch auf konservative Wahlhilfe gegenüber der Socialdemokratie. Abgeordneter des Kreises ist jetzt unser Genosse Schwarz; wir sind überzeugt, er wird es auch bleiben trotz der reizvollen Vereinigung aller andren Parteien. * " Ueber Wahlkandidaturen im hessischen Gebiet berichtet die„ Staatsbürger- Zeitung": In Gießen steht dem bisherigen antisemitischen Abg. Köhler der socialdemokratische Kandidat Krumm gegenüber. Ob die Freisinnigen und Nationalliberalen wieder zusammengehen, ist noch ungewiß, ein Kandidat ist bis jetzt noch nicht gefunden, der Landtagsvorstandes nach Maßgabe des§ 24 angefochten werden." Die Not- Zur Naturgeschichte des Richter- Freisinns. Wie die Kölnische führung von Fällen aus Köln, Trier, Danzig, Berlin( Neue Maschinen- Zeitung" berichtet, hat das Wahlkomitee der Freijinnigen Volksbauer- Strankenkasse und Allgemeine Elektricitäts- Gesellschaft), Lichten- partei in Solingen dem Vorschlage zugestimmt, bei der Reichstags= berg usw. Dem Centrum leuchtete ein, daß auf diesem Gebiete Wahl gemeinsam mit den Nationalliberalen vorzugehen. Die Frage Wandel geschaffen werden müßte. Aber es wollte aus wahltaktischen der Kandidatur soll demnächst in einer gemeinsamen Sitzung der Rücksichten den socialdemokratischen Antrag abgelehnt und in Form beiden Wahlkomitees gelöst werden. eines Centrumsantrags angenommen wissen. Dieser kindlichDie„ Germania" nimmt Anstoß an die Bestimmung des neuen kleinlichen Absicht trug Herr Trimborn Rechnung. Er be= Holzminden- Harzburg. Liberale und Welfen schließen ein Wahlreglements in§ 15 Abs. 2, wonach Wähler, welche durch mängelte, daß auch in den Fällen der Abfäße 2-4 das Stompromiß gegen die Socialdemokratie; ihr Kandidat Körperliche Gebrechen behindert sind, ihre Stimmzettel Streitverfahren zulässig sein soll, und beantragte, den Zusatz ist der Notar Curt v. Damm- Wolfenbüttel. Die extremen Agrarier eigenhändig in den Umschlag zu legen, sich der Beihilfe einer so zu fassen: Beschwerden gegen die nach Abs. 1 und 5 von der haben eine Sonderkandidatur aufgestellt. Der socialdemokratische Vertrauensperson bedienen dürfen". Diese Vertrauens- Aufsichtsbehörde angeordneten Maßnahmen werden im Verwaltungs- Kandidat ist der jetzige Vertreter des Kreises, Genosse Calwer. person" solle zweifelsohne nach den Intentionen des neuen Streitverfahren entschieden." Die Socialdemokraten legten dar, daß Er siegte 1898 in der Stichwahl mit 8595 gegen 8399 nationalliberale Wahlreglements nur in außerordentlich seltenen Ausnahme diese Fassung recht unglücklich sei. Damit, daß nur die auf Grund Stimmen. fällen in Funktion treten, wenn der Wähler zum Beispiel der Absätze 1 und 5 ergehenden Anordnungen( also nicht auch Aneinen Arm oder nur eine Hand hat; aber die Be- beraumungen von Sizungen) anzufechten seien, könnten sie sich nicht stimmung hindere die Zuziehung der Vertrauensperson" auch einverstanden erklären. Sie änderten demgemäß den Eingang ihres dann nicht, wenn das körperliche Gebrechen" darin besteht, Antrages dahin:" Die auf Grund der Abfäße 1 oder 5 ergehenden oder durch Wahlbeeinflussung und unbefugte Wahlkontrolle als ein Anordnungen". Trimborn mußte die Fehlerhaftigkeit seiner folches fingiert wird, daß der Wähler nicht die wünschenswerte Redaktion zugeben und schlug folgende Fassung vor:„ Die nach " Fingerfertigkeit" besitzt. Abs. 1 und 5 von der Aufsichtsbehörde angeordneten Maßnahmen Nachdem sich das Centrumsblatt dann nebenbei den lächerlichen können im Wege des Verwaltungsstreit- Verfahrens und wo eine Ausfall geleistet hat, daß auch die Socialdemokratie diese solche nicht besteht, im Wege des Rekurses nach Maßgabe des§ 24 Schwarzburg- Rudolstadt. Die Ordnungsparteien stellten ben Bestimmung zu Wahlbeeinflussungen benutzen werde es lohnt angefochten werden." Nach vielem Hin und Her, bei dem zugegeben nationalliberalen Landtags- Abgeordneten Friedberg- Halle auf. sich nicht, auf so albernen Schwaz einzugehen wünscht wurde, daß auch dieser Centrumsantrag eine schlechtere Fassung als Jetzt ist der Kreis auch nationalliberal vertreten durch den Fabrikes, daß wenigstens im Wahlprotokoll der Name der Vertrauens- der socialdemokratische habe, sich inhaltlich mit ihm aber decke, wurde bejizer Müller- Rudolstadt, der 1898 in der Stichwahl mit 8057 personen" besonders vermerkt werde. Im übrigen begrüßt die der socialdemokratische Antrag in seiner Form abgelehnt, in Stimmen gegen die Socialdemokratie fiegte, welche 7409 Stimmen ,, Germania" die neuen Bestimmungen als Fortschritt. der Centrumskleidung einstimmig angenommen, jedoch be- erzielte. Der Wahlkampf dürfte äußerst heftig werden. Die Boff. 8tg." bemängelt die. Bestimmung, nach welcher schlossen, es solle eine aus Hofmann( Dillenburg), Röside, Stadt7 Uhr abends die Wahlhandlung geschlossen werden soll, ohne daß hagen und Trimborn bestehende Unterkommission dem Gedanken Erfurt. Die erste Nummer des Reichstagswähler", der vom die im Wahllokal noch Anwesenden abstimmen dürfen. Bisher war dieses Antrages eine andre Form geben. socialdemokratischen Wahlfomitee für die diesjährigen Reichstages die entsprechende Vorschrift nicht so bedenklich, jetzt aber könne es Aus der Sizung wäre noch zu erwähnen, daß einige Gampsche wahlen herausgegebenen Wahlzeitung ist am Sonntag in Erfurt geschehen, daß der Wahlvorstand einzelnen Wählern einen sehr Verschlechterungsanträge mit allen Stimmen abgelehnt wurden. und am Sonntag vorher im Landkreise verbreitet worden. Die langen Zeitraum im Isolierraum gewähre, wodurch andre Wähler Gamp selbst erschien erst nach der Niederstimmung seiner Anträge. Auflage hat 30 000 betragen. Die Aufnahme war überall vorzüglich. dann nicht mehr zur Ausübung des Wahlrechts gelangen würden. Die nächste Sigung findet am Donnerstagnachmittag statt. Mittwoch Das Blatt soll nach Bedarf erscheinen. Die Freisinnige Zeitung" bedauert, daß nicht Wahlbezirke von fällt aus, weil dieser Tag katholischer Feiertag, Donnerstagvormittag, weniger als 125 Einwohnern verboten werden. weil zu dieser Zeit die Beifegung des Abg. Frhrn. v. Heereman stattÜnangenehm berührt durch die neuen Abänderungen findet. Gamps Vorschlag, die Sigung erst auf Freitag anzuberaumen, zeigen sich nur die Konservativen.„ Kreuz- Zeitung" und fand keine Gegenliebe. „ Deutsche Tageszeitung" wetteifern im Auffinden von allerlei Möglichkeiten, durch welche die Wahlhandlung in Zukunft er- Etwas vom Zoll. Aus Krefeld wird uns berichtet: Bekannt schwert werden würde. Sie fürchten Anlaß zu noch mehr häufigeren ist, daß der ganze Niederrhein von Holland mit Fleisch versorgt wird, Wahlprotesten als bisher; aber die konservative Presse braucht nur und zwar wird seit der Grenzsperre das Vieh auf holländischem Abgeordnete Dr. Gutfleisch hat beſtimmt abgelehnt. Der Bund der die ländlichen Wahlvorstände hübsch zu belehren, daß sie sich Gebiete geschlachtet und dann achn Deutschland eingeführt. Tausende Landwirte unterstützt Köhler. Im Kreis Friedberg- Büdingen streng an die Bestimmungen des Reglements halten, dann Stück Großvieh kommen auf diese Weise über die Grenze, selbst- stehen dem Grafen Driola( natl.), der die Unterstützung des Bundes werden so zahlreiche Proteste nicht nötig werden. Die Kreuz- verständlich verzollt, aber auch ungeheure Mengen kommen der Landwirte gefunden hat. gegenüber Bujolt( Soc.) und 3tg." und" Deutsche Tagesztg." kennen aber ihre Pappenheimer unverzollt über die Grenze, und zwar in kleinen Quanti Molthan( C.). Db Defonom Wilhelm Bähr- Herrenheg für die anscheinend so gut, daß sie überzeugt sind, in den konservativen täten. Ein Kilogramm darf zollfrei eingeführt werden. Nur Reformpartei kandidiert, steht noch nicht fest. Im Kreise Offen= Kreisen werde man auch unter den neuen Bestimmungen möglichst ein Beispiel, wie groß der Gebrauch ist, welcher von dieser Ver- bach- Dieburg ist dem Socialdemokraten Ulrich noch kein Gegner eifrig zu mogeln versuchen. Hierzu ist allerdings nach der Art, wie günstigung gemacht wird: Bei Gah, auf holländischem Gebiet, fast gegenübergestellt. Der Bauernbund stellt voraussichtlich den Landdie Regierung den Isolierraum zu gestalten gedenkt, reichliche an der Grenze, haben sich zwei Metzger etabliert, welche durch tags- Abgeordneten Hauck als Zähltandidaten auf. Im Odenwaldkreis Möglichkeit gegeben! schnittlich täglich 25 Schweine schlachten, diese werden von den Bensheim Erbach ist noch alles ruhig bis auf die Socialdemo Das Tollste leistet wieder die" Post". Um des Scherzes willen preußischen Grenzbewohnern in Freimengen eingeführt. Der kraten, deren Kandidat Rau fleißig agitiert. Das Centrum wird diesmal sei ihr wilder Unsinn citiert: Breisunterschied ist aber auch groß. Während diesseits der einen eignen Kandidaten aufstellen, ob der seitherige Abg. Haas wieder „ Dem rücksichtslosen socialdemokratischen Wahl- Grenze 1 Kilogramm Spect 1,40 m. fostet, zahlt man jenseits kandidiert, darüber werden widersprechende Nachrichten verbreitet. terrorismus kann das veränderte Reglement kein Ende der Grenze 1 M. Schinken kostet diesseits 1,60 bis 1,70 m., an Falls Haas nicht annimmt, betvirbt sich der Landtags- Abg. Hirschelmachen, denn bei der Umsturzpartei erstreckt die Kontrolle des der andern Seite 1-1,10 M., Karbonade diesseits 1,80 bis 1,90 m. Offenbach( Reformp.). Im Kreis Worms Heppenheim ist Wählers fich nicht auf den Augenblick der Stimmabgabe, sondern und jenseits der Grenze 1,10-1,20 m. Freiherr v. Heyl( natt.) mit Unterstützung des Bundes der Landwirte wieder aufgestellt. Außer den Socialdemokraten wird das Centrum auf dem Plan erscheinen und auch die Freisinnig- Demokraten. Der Kreis Alzey- Bingen dürfte den Freifinnigen entrissen werden, fie verdankten ihren Sieg dem Eintreten des Centrums für ihren Kandidaten. Dieses Mal hat das Centrum in dem Landtags- bg. v. Brentano einen eignen Kandidaten erkoren. Die Nominierung eines agrarischen Kandidaten soll demnächst erfolgen. Im Kreise Gotha, 24. März. Eine Regierungsvorlage auf Errichtung einer Hanan- Gelnhausen ist hoch( Soc.) als gemeinsamer Kandidat frog des Isolierraumes so leicht kein von zielbewußten„ Genossen" Aerztekammer wurde heute nach mehrstündiger Debatte auf Antrag der Konservativen und Nationalliberalen der Amtsrichter Lukas in liebevoll zum Wahllokale geleiteter unsicherer Kantonist" wagen. der socialdemokratischen Fraktion vom gemeinschaftlichen Koburg Langenfelbold( natlib.) entgegengestellt, er hat bereits die Unterstützung des Bundes der Landwirte gefunden. Der Bauernbund Einmal weiß er nicht, ob nicht jemand nachher seinen Stimmzettel Gothaer Landtag mit allen gegen zwei Stimmen abgelehnt. wird wohl einen Zählkandidaten aufstellen. In Weylar- Altenkirchen zu Gesicht bekommt, der Feststellung des Resultates fönnte; erkennen in den fandidiert gegen den seitherigen Abg. Krämer( natl.) seitens der meisten der die Handschrift Deutschsocialen Reformpartei deren Geschäftsführer Dr. Giese. Das Fällen aber wird er die andren Kandidaten sich faum so genau Centrum hat wieder den Abg. Rintelen und die Socialdemokraten gemerkt haben, um einen derselben aus dem Gedächtnisse so deutlich Das Wahlprogramm der Felisch- Leute. Für Montagabend hatte angeben zu können, daß die Person des Bezeichneten unzweifelhaft zu ihrem Kandidaten. Der Bund der Landwirte hat sich ebenfalls zu erkennen ist. Schließlich ist auch den meisten von ihnen das Herr Felisch die Innungsleute in Berlin zu einer Art Volts Bebel aufgestellt. Die Konservativen ernannten den Pfarrer Heckeroth Schreiben eine viel zu ungewohnte Thätigkeit, als daß sie Verlangen bersammlung zusammengetrommelt; es sollte ein Wahlprogramm für ihn erklärt. Aus Marburg- Kirchhain- Frankenberg wird ge aufgestellt werden. Herr Felisch referierte. Sein Wahlprogrammi tragen könnten, sich wegen dieses oder jenes Kandidaten viel Mühe besteht in dem Haß gegen das bißchen Socialreform. Namentlich meldet, daß die Antisemiten Dr. Böckel nicht wieder aufstellen wollen. zu machen und eventuell noch spätere Ungelegenheiten zuzuziehen aufgestellt. Der Bund der Landwirte hat beschlossen, von der Bringen sie sogar zu Gunsten der ſocialdemokratischen Parteikasse das Unfallgesetz bedeute die Quelle des Ruins für viele Arbeitgeber. Die Konservativen haben den Landtags- Abgeordneten v. Pappenheim Die Belastung der Gewerbetreibenden durch die Erhöhung der materielle Opfer, um wieviel leichter werden sie geneigt sein, bei Reservefonds beim Unfallgesetz führe zur Verelendung vieler kleiner Kandidatur des bisherigen Vertreters des Kreiſes Dr. Bö del mit den Wahlen den Wünschen der„ Genossen" zu entsprechen, um Existenzen. Bei der nordöstlichen Baugewerks- Berufsgenossenschaft Rücksicht auf deſſen„ Bernachlässigung des Wahlkreises" abzu= deren für die Existenz so notwendiges Wohlwollen nicht zu ver- würden heute mehr als 20 Prozent der Beiträge zwangsweise lehen, ebenso auch die etwa in Betracht kommende Kandidatur Man will vielmehr scherzen. Im rücksichtslos geübten Boykott im großen und kleinen ftedt in erster Linie das Geheimnis der socialdemokratischen Er- Selbsterhaltung gebiete Abschaffung des§ 34 und Maßhalten heim den Forderungen des Bundes der Landwirte zustimmt. Das steckt in erster Linie das Geheimnis der socialdemokratischen Er- eingezogen. Die Exekutionen seien an der Tagesordnung. Die Zimmermann- Dresden nicht zu unterstützen. Pappenheim unterstützen unter der Voraussetzung, daß v. Pappenfolge und der musterhaften socialdemokratischen Disciplin." in der socialpolitischen Gesetzgebung überhaupt.( Beifall.) Einstimmig sie reicht nur bis an die Schwelle des Wahllokals. Innerhalb Gegen die Einführung der Freimengen laufen die Mezger in desselben ist ja durch das Verbot des Auflegens und Verteilens Verbindung mit den Landwirten Sturm. Es ist ihr sehnlichster von Stimmzetteln die Gefahr ausgeschlossen, daß der un- Wunsch, dieser Vergünstigung ein Ende zu machen und die Grenzfichere" Genosse" noch einen andren Stimmzettel bekommen bewohner zu zwingen, auch den Zoll für ihr Fleisch zu entrichten. fönnte als denjenigen, welchen er, wie sich die teil- Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß infolge der Grenzsperre der nahmsvollen Parteifreunde versichert haben, bei sich trägt. Den Schmuggel in ungeahnter Blüte steht. Namen des socialdemokratischen Kandidaten auf dem Stimmzettel zu durchstreichen und durch einen andren zu ersetzen, das wird bei Wahlvorbereitungen. V Socialdemo Noch alldeutscher! Eine Versammlung der Deutschsocialen in daten gegenüberzustellen. Es iſt allzu abscheulich: Anstatt endlich die ungeheuer- wurde folgende Erklärung beschlossen:„ Die Versammelten beschließen, Centrum stellt auch noch einen Kandidaten auf. Für die Nationallichen Wahlbeeinflussungen, welche von den socialdemokratischen beim Reichsamt des Innern, dem Bundesrat und dem Reichstag vor focialen wirbt v. Gerlach um ein Mandat. Arbeitern verübt werden, zu bekämpfen, werden Bestimmungen ge- stellig zu werden, daß die Bestimmung im§ 34 des Unfallversiche- kratischer Kandidat iſt Bader. troffen zur Erleichterung dieses socialdemokratischen Terrorismis" niemals vorgekommen sind! Und es wäre doch um so dringender auf die Dauer von 21 Jahren für die Berufsgenossenschaften vor Leipzig beschloß, Herrn Hasse einen rein Liebermannschen Kandiund zur Verhinderung konservativer Beeinflussungen, die in Wahrheit rungs- Gesetzes, welche eine weitere Ansammlung der Reservefonds gewesen, gegen die socialdemokratischen Machenschaften einzuschreiten, schreibt, wieder aufgehoben werde, weil die für die Mitglieder der da diese so raffiniert betrieben werden, daß beispielsweise niemals Berufsgenossenschaften dadurch entstehenden erhöhten Unterlagen Umlagebeiträge im Interesse der Gewährleistung für die Rentenzahlungen jemand in der Lage ist, ihre Eristenz, sei es vor dem Strafrichter, nicht notwendig sind und die Genossenschaftsmitglieder in uner- und sei es vor der Wahlprüfungs- Kommission des Reichstags, zu er träglicher Weise belasten." die harmlosen Konweisen. Dagegen wurden immer Auch eine Wahlparole: Nieder mit der Socialreform! servativen denunziert und immer nur konservative Wahlen kassiert es oiebt keine Gerechtigkeit in dieser schnöden Welt! nur * München. Als Reichstags Kandidaten für München I IT stellte das Centrum, wie uns von dort geschrieben wird, den Landtags Abgeordneten Regierungsrat Frante und HauptzollamtsKontrolleur Giehr auf. Also gleich zwei der beim Volke so beliebten Beamtenkandidaturen. Vor einiger Zeit brachte sich auch. Herr Dr. Heim durch den„ Bayer. Kurier" bei den Münchenern in empfehlende Erinnerung; er wollte anscheinend gerne in München II aufgestellt werden, um dort Vollmar zu werfen. Die Münchener Centrumsleute haben jedoch diese glänzende Proposition abgelehnt. Ausland. Das Zaren- Manifeft. Aus Rußland wird uns geschrieben: " England. Das englische Marinebudget. Amerika. Aus Induftrie und Handel. von war Teider drei ( Stürmischer Beifall links.) Ribot springt auf, sehr bleich: Was Ackerbau wichtigste Zeit von April bis Jahre Tang geringer als sein Talent!"| 120 bis 140 und mehr erreicht und daß in die für den September gegen thaten denn Millerand und andre Ihrer Freunde während 77 Festtage fallen. Viele Feiertage entsprächen gar nicht dieser drei Jahre? Sie warteten auf den Augenblick, wo sie in die dem Kirchengesetz, sondern beruhten auf alten Ortsbräuchen. Regierung eintreten konnten.( Lärm und Protestrufe links.) Während Es wurde beschlossen, im Reichsrate eine Vorlage einzubringen, Jaurès vor den Geschworenen stand, was that Millerand? Er welche eine Erklärung befürwortet, daß die Geseze freiwillige Arbeit fand, daß Meline die Armee nicht energisch genug verteidigte." Der an den Feiertagen nicht verbieten. Der Heilige Synod wird außerRadikale Boutard ruft:„ Sie haben nicht aufgehört, Brisson dem angegangen werden, die Geistlichkeit dazu anzuhalten, die zu verraten, als er an der Regierung war!" Ribot:„ Ich Gemeinde- Angehörigen bei jeder Gelegenheit über die wahre Be Wenn der Zarismus in Verlegenheit ist, schreibt er Manifeste. ivar Verteidiger der Gerechtigkeit, Sie haben nicht das Recht, deutung der christlichen Feste aufzuklären. Auch wird der Polizei Schon lange wurde gemunkelt, daß die Regierung das Wort er diese Affaire wieder vorzuholen und sie als Brandfacel zu und den Dorfbehörden eingeschärft werden, daß sie nicht berechtigt greifen wolle. Hier und da fielen aus dem Munde des redeseligen benutzen.( Stürmischer Beifall im Centrum und rechts.) Wenn Sie sind, der Bevölkerung die freiwillige Arbeit an Feiertagen zu verMinisters des Innern v. Pleh we Andeutungen, die sich allmählich sie vorholen, wird man sagen, daß Sie politischen Berechnungen bieten. zu bestimmten Versprechungen verdichteten. Die Andeutungen sollten ergreift das Wort:" Ich habe," sagte er, das Recht, im Namen folgen."( Erneuter Beifall im Centrum und rechts.)- Jaurès Afrika. beschwichtigend auf die liberale Opposition einwirken, sie brachten derjenigen zu sprechen, die für diese Sache ihre Situation, ihre gemeldet: Der Gouverneur hat in die Freilassung aller politischen Amnestie für die Voeren- Gefangenen. Aus Kapstadt wird aber ganz andre Resultate, sie zeigten, wo die Regierung der Schuh Popularität aufs Spiel gesezt haben.( Beifall links.) Der Kampf Gefangenen gewilligt. Es wurden sofort Anstalten getroffen, dies drückt und leisteten indirekt der Opposition Vorschub. Das Manifest war nicht ein politischer Kampf, als Scheurer- Kestner ihn eröffnete; felben in ihre Heimat zu befördern. Eine Anzahl ist bereits entlassen wiederholt fast wörtlich Phrasen, die der Minister in privaten Ge- er ist politisch geworden, weil alle Kräfte der Autorität und bis Ende dieser Woche werden alle freigelassen sein. Die Amnestie sprächen mit den Vertretern des Liberalismus geäußert hat, so und der Lüge sich der Wahrheit widerfesten. umfaßt auch die eingeborenen Gefangenen, welche bei verschiedenen z. B. die lügnerische Behauptung, daß die Opposition die Regierung( Stürmischer Beifall links.) Die Armee ist nicht von uns in die Debatte Erhebungen beteiligt waren. an der Durchführung von Reformen hindere. Das ist eine Phrase, it a b, der im Zola- Prozesse Schriftstücke vorlegte, die er gefälscht gezogen, sondern von den Verehrern Esterhazys, vom General- Amtlich ist die Nachricht bisher noch nicht bestätigt. die v. Plehwe stets im Munde führt. Eins muß anerkannt werden: wußte."( Stürmischer Beifall links.) Der Nationalist Ferette Südafrikanische Wirtschaftspolitik. Der Londoner" Standard" v. Plehwe sucht über den Gang der Ereignisse und die Stimmung ruft: Man wird Ihre Rede morgen in Berlin anschlagen!" Die meldet aus Johannesburg, eine 3ollkonferenz habe eine große in den verschiedenen Klassen der Gesellschaft besser zu informieren, Rechte ruft im Taft:„ Nach Berlin, nach Berlin!" Jaurès: Ermäßigung der Frachtsäße zum Rand auf notwendige als sein Vorgänger Ssipjagin. Der Minister weiß aus der Statistik Sie können mich übertönen, aber nicht mich verhindern, hier die Lebensmittel vom 1. Juli d. J. ab gewährt; ferner sei ein britischdes Polizeidepartements über die Ausstände und Unruhen, daß wir Wahrheit zu enthüllen." Zu Ribot:" Um so schlimmer für Sie, wenn jüdafrikanischer Zollverein gesichert. uns wieder Zeiten nähern, in denen die Bewegung ihre stärksten Sie Ihr politisches Geschick an dasjenige der Männer binden, die Wellen schlagen wird. Das erklärt auch die Erscheinung, daß die unzählige Verbrechen aufgehäuft haben."( Stür mischer, immer erneuter Beifall links.) Venezuela. wieder Regierung plötzlich Aus Willemstad wird vom 23. März gemeldet: einmal ihr Lasies:„ Wenn Jaurés arbeiterfreundliches Herz entdeckt hat. Der Finanzminister v. die Affaire wieder eröffnen und den Angriff beginnen will, werden Matos hat dem venezolanischen Vicepräsidenten Ayala teleWitte empfing wir die Verteidigung übernehmen, aber alle Verantwortung graphiert, wenn der Kongreß den Rücktritt Castros annehine, werde vor einigen Tagen eine Deputation. von Arbeitern ver für Unruhen, die das Land abermals erfüllen werden, fällt dann er all seinen Einfluß auf die Führer der Aufständischen dazu ges schiedener Fabriken in Petersburg und versprach ihnen alles, was auf ihn." Jaurès:„ Ich übernehme die Verant- brauchen, den Bürgerkrieg zu beenden. sie nur wollten; im Ministerium der Landwirtschaft und der Berg wortung!" werke hat sich plötzlich eine Kommission zur Prüfung der Lage der Bergarbeiter aufgethan, an nicht weniger als 60 Punkten von Petersburg finden regelmäßig Agitationsabende für Arbeiter statt, in denen die Lehren der Socialismus widerlegt werden sollen. Man über den Etat der Marine nahm einen ruhigen Verlauf. Beide London, 21. März.( Eig. Ber.) Die Debatte des Unterhauses Die preußischen Sparkassen im Rechnungsjahre 1901. Nach der sieht, daß die ganze Aufmerksamkeit der Regierung darauf gerichtet Parteien stimmten für den Voranschlag, ohne ihn einer ernsten Kritik die Statistik des Jahres 1901 erstreckt, einen Bestand ,, Stat. Corr." hatten die 1510 preußischen Sparkassen, auf die sich ist, einer größeren Bewegung vorzubeugen. Der Streit in Rostow unterzogen zu haben. Die insulare Lage Englands und die Wichtig- 5747,86 Mill. Mark an Einlagen. Durch Zuschreibung von Zinsen hat sie wieder einmal belehrt, daß die Zeiten der alleinfeligmachenden feit der Seemacht für das Wirtschaftsleben Englands machen eine tamen 175,98 Will., durch Neueinlagen 1658,60 Mill.( im Vorjahre Knute vorbei sind und wenn sie geglaubt hat, daß es ihr gelungen starke Flotte nötig. Mit diesen Gründen ist jedoch diese nur 1402,57 Mill.) hinzu. Die Rückzahlungen mit 1339,01 min. sein wird, die Bauern durch die grausamen Exekutionen des Fürsten Angelegenheit nicht abgethan. Ebenso wie in der Armee hat sich waren nur wenig größer als im Vorjahre mit 1307,20 mill. Mart. Obolenski einzuschüchtern und sie zum gänzlichen Stillschweigen auch in der Flotte ein politisch- strategiſcher Umschwung vollzogen. Es ergiebt sich daraus bei einem Schlußbestande von 6243,43 Mill. zu bringen, so beweisen ihr die Nachrichten aus den verschiedenen einer feindlichen Kombination von 3 toe i Großmächten gewachsen der noch in feinem früheren Jahre erreicht worden ist. Selbst die Bis vor kurzem herrschte die Ansicht vor, Englands Flotte müsse für das Rechnungsjahr 1901 ein Gesamtzuwachs von 495,57 Mill., Gegenden des Reiches, daß das eine Selbsttäuschung gewesen ist. Die fein. Die Marinebudgets der letzten Jahre zeigen eine Zunahme, nächstbesten Jahre 1895 mit 345,91, sowie 1898 mit 318,39 Mill., Stimmung unter den Bauern hat sich nicht gebessert, ja man spricht die darauf schließen läßt, daß England auf eine Kombination von drei ferner 1897 mit 315,04 und 1896 mit 309,31 Mill. bleiben dahinter von dem Gegenteil, sie soll eine viel aufgeregtere wie im vorigen Großmächten rechnet. Früher war England nur auf eine Verteidigung weit zurück. Jahr sein. Der Agrarterrorismus nimmt unstreitig zu darüber gegen den Zweibund Rußland und Frankreich bedacht, jetzt Nach der Behauptung eines Teils der kapitalistischen Presse giebt find alle Kenner des flachen Landes einig. Aus dem Gouvernement auch gegen Deutschland, wie aus folgender Zusammenstellung des die Ab- und Zunahme der Spareinlagen am besten Auskunft Tschernipow wird z. B. geschrieben:„ Die Behörden sind nicht wenig Flottenbudgets ersichtlich ist: über den Wohlstand der unteren Volksschichten, da die über die immer zahlreicher werdenden agrarterroristischen Anschläge, Sparkassen fast ausschließlich von den kleinen Leuten zur besonders Brandstiftungen aufgeregt. Vorigen Sommer konnte man Geldanlage benut würden. Wie irrig irrig diese Auffassung fast tagtäglich beobachten, wie Gutsländereien von Flammen verist, beweist schon allein die Thatsache, daß nicht die Aufschwungswüstet wurden. Die Versicherungs- Gesellschaften lehnen es ab, die jahre, sondern das Krisenjahr 1901 mit seiner großen Arbeitslosig feit den Sparkassen die meisten Gelder zugeführt hat. Baulichkeiten der Gutsbefizer in Versicherung zu nehmen." Aehnlich In Zeiten des wirtschaftlichen Druckes, wenn der Zinsfuß sinkt und die Anlage Lauten die Nachrichten auch aus verschiedenen andren Gouvernements. Demgegenüber ist hervorzuheben, daß das englische Armeebudget in Effekten und industriellen Unternehmungen als riskant erscheint, Nebenher mit diesem unorganisierten, wilden Protest gegen das im nächsten Jahre eine Herabjegung erfahren wird. Die legen nämlich nicht mur manche Geschäftsleute, die sonst ihr Geld die Unterdrückung, in denen die großen Schichten Kritiker von Brodricks Armeereform haben gefiegt, die eine kleine, im eignen Geschäft verwenden, gegen Zins ausleihen oder Börsender Landbevölkerung leben müssen, leben müssen, macht sich bereits die aber tüchtige Armee und weitsichtige Strategie verlangt haben. papiere kaufen, einen Teil ihres Vermögens in Sparkassen an, Beachtenswert ist noch die llebereinstimmung, mit der die Ver- sondern auch manche größeren Kapitalisten. Organisations- und Propaganda Arbeit bemerkbar. Einen Beweis dafür treter beider Parteien die Behauptung aufstellten, daß auf erhält man, sobald man die Neu- Einlagen in die Sparkassen nach wachen der Landbevölkerung das ist der andre Beweggrund finanzielle Beiträge der Kolonien zur Flotte nicht zu ihrer Geldhöhe unterscheidet. Es vermehrten sich beispielsweise die der Plehweschen Reformfreundlichkeit. Ohne Einwirkung wird auch rechnen sei. Gewiß nicht. Denn das Gefühl ist ein ganz Konten: nicht der Gang der Beratungen der zwecks Prüfung der Lage der unbedeutender Faktor in der imperialistischen Politik. Die gegen Landwirtschaft eingesetzten Gouvernements- und Kreiskonferenzen ge- wärtige weltpolitische Lage ist das Ergebnis der hohen kapitalistiblieben sein. Von allen Seiten strömen jetzt der Regierung die Re- schen Spannung und des deutsch- französischen Krieges von 1870/71. folutionen der Konferenzen zu, und es muß gesagt werden, troßdem Diese Thatsachen erzeugten den bewaffneten Frieden, der so schwer diese unter dem wachsamen Auge der Gouverneure ausgearbeitet auf den Völkern Europas lastet. Die britischen Kolonien sind aber wurden und zu den Konferenzen nur äußerst gemäßigte Leute erst an der Schwelle der großkapitalistischen Entwicklung und liegen ganz außerhalb der europäischen Bolitik. Der Imperialismus zugelassen worden waren, so bedeutet doch die Meinung, die in den bleibt bei ihnen ein Gefühl, und mit Gefühlen baut man keine Resolutionen zum Ausdruck kommt, eine Niederlage für die Regierung. Flotten. Ein weiterer Faktor, der auf den Entschluß der Regierung eingewirft haben mag, ist die neuere Gestaltung der liberalen Opposition. Die Zeit hat eine gewisse Klärung auch in die Kreise des russischen London, 21. März.( Eig. Bericht.) zu Anfang dieses Monats Liberalismus gebracht. Es haben sich zwei Flügel herausgebildet: begann der Feldzug gegen Abdullah, den Richter des Somalilandes. Der englische Arbeitsmarkt im Februar. Der allgemeine Stand eine linke Gruppe, die sogenannten„ Konstitutionalisten" und Drei Kolonnen wurden gegen ihn in Bewegung gesezt. Eine von des Arbeitsmarktes im Februar war nach den offiziellen Berichten Obbia( Italienisch- Somaliland), die zweite von Bohotle( Britisch- des Arbeitsamtes um ein geringes besser als im Januar, aber eine gemäßigte, die Anhänger des„ geläuterten Monarchismus". Somaliland), die dritte, die aus 10 000 Abessiniern besteht, wurde schlechter als im Vorjahre. In den 225 Trades- Unions( mit einer Als die Liberalen eine noch vollständig formlose Masse bildeten, da von Menelik nach Gerlogubi, dem Kreuzpunkte zivischen Obbia und Mitgliedschaft von 549 843 Arbeitern), welche Berichte an das glaubte die Regierung, sie allesamt in ihre Nezze fangen zu können, Bohotle, abgeschickt. Die Expedition enthält auch eine Anzahl Boeren, Arbeitsamt einsandten, wurden Ende Februar 26 471 Personen als auch diese Hoffnung wurde ihr zu Wasser. Der linke Flügel die sich freiwillig den Engländern zur Verfügung stellten und vor- arbeitslos gezählt. Es sind dies 4,8 Proz. gegen 5,1 Proz. im des Liberalismus schickt sich soeben an, eine Organisation mit nehmlich im Rekognoscierungsdienst verwendet werden. Der britische Januar d. J. und 4,3 Proz. im Februar 1902. Die Streif= einem festen Programm aufzubauen. Diese politische Neubildung General Manning führt den Oberbefehl. Das Ziel besteht vorläufig bewegung war im Monat Februar eine äußerst geringe. Bon 19 aufzuhalten und den gemäßigten Flügel ganz für sich zu gewinnen, in der Beſezung der Wasserquellen. Nach den letzten Nachrichten alten und neuen Konflikten, deren Resultate im Februar bekannt zieht sich Abdullah ohne ernsten Widerstand vor dem Feinde ins wurden, endeten 5 mit 496 Personen zu Gunsten der Arbeiter, 11 mit ist offenbar ein sehnlichstre Wunsch der russischen Regierung. 2881 Personen zu Gunsten der Unternehmer und 3 mit 1025 PerDas find furz zusammengefaßt die Beweggründe, auf die das Innere zurüd. sonen durch Kompromiß. Entstehen des Manifestes zurückzuführen ist. Daß es in keinerlei Weise die„ Wirren", von denen das Manifest spricht, mindern wird, Elend M Frankreich. Das Er Deutschland( 1902) Frankreich( 1903) Rußland( 1902) England( 1903-4) Somaliland. Schweden. 10 234 000 fd. Sterl. 12 271 000 10 241 000 " " 32 746 000 Pfd. Sterl. 34 457 000 Pfd. Sterl. bis zu über von über 60 bis 150 60 M. um 150 300 " 21 " 300 600 " " 11 " " 1 600 3.000 3.000 " 1 " 10.000 " " " " 10 000 96 559 Stück= 29 779 22 156 42 143 142 633 33 278 4.055 " 3,99 Proz. 2,25 " 1,86 17 " 3,16 " " 7,05 11 31 " 11,02 11,24 " " " " " Die Einlagen von 3000 bis 10 000 m., die sicherlich nicht von sogen. fleinen Leuten herrühren, stiegen also im Rechnungsjahr 1901 um 11, die Einlagen über 10 000 m. gar um 114 Proz., dagegen die Einlagen unter 60 M. nur um 4 Proz. Deutschlands Ausfuhrhandel im Januar und Februar. Das darüber kann kein Zweifel bestehen, wenn man einigermaßen über die Verhandlungen zwischen den Vertretern der schwedischen und weise über den auswärtigen Handel Deutschlands" hat insofern Die Konsulatsfrage. Wie aus Kristiania gemeldet wird, haben soeben erschienene Februarheft der amtlichen Monatlichen Nachdie Thatsachen im flaren ist, die im letzten Grund den in Rede der norwegischen Regierung über die Errichtung eines besonderen ein besonderes Interesse, als sich daraus ergiebt, daß die regere stehenden politischen Aft hervorgerufen haben. Das Manifest wird Konsulatswesens für Norwegen zu einem gemeinsamen Einigungs- Beschäftigung der Kohlen- und Eiſenindustrie in den beiden ersten nur ein neuer Ausporn für die Bewegung sein, denn es zeigt, daß vorschlag geführt, worin die Forderung Norwegens im allgemeinen Monaten dieses Jahres in der Hauptsache auf die stärkere Ausfuhr die Arbeit der letzten Jahre nicht vergebens gewesen ist und darum erfüllt wird. Mehreren Mitgliedern der herrschenden norwegischen von Steinkohlen, Coats und Eisenprodukten zurückzuführen ist. An auch in der Zukunft nicht vergeblich sein kann. Linken erscheint jedoch der Vorschlag zum Teil unannehmbar. Man Brennmaterialien find nämlich in den beiden ersten Monaten dieses erwartet, daß zwei Mitglieder der Regierung ihre Aemter nieder- Jahres nicht weniger als 3567 775 Tonnen ausgeführt worden Legen. gegen 2 793 003 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres, und Coaks, während die Ausfuhr von Braunkohlen und Briketts sich zwar entfällt diese Zunahme fast ausschließlich auf Steinkohlen und nur wenig verändert hat. Ebenso war auch die Ausfuhr von Eisen und Eisenwaren beträchtlich höher als im vorigen Jahr. Es wurden von den zu dieser Gruppe zählenden Waren in den beiden Monaten Januar und Februar 1903 5 801 483 Doppelcentner gegen ausfuhr ist also gegen 1902 noch um 887 373 Doppelcentner ge= 4914 110 Doppelcentner im Jahre 1902 ausgeführt. Die Eisenstiegen. An der Zunahme sind vor allem Roheisen mit 745 869 Doppelcentner( gegen 512 717) und Luppeneisen, Rohschienen und Ingots mit 1 288 192 Doppelcentner( gegen 654 607) beteiligt, während die Ausfuhr fertiger Fabrikate nur in sehr geringem Maße zugenommen hat. 1250 Stimmen usw. Die Stadt Wismar, die vor 100 Jahren von Schweden an Zu den Pariser Gemeinderats- Nachwahlen, die am Sonntag stattfanden, und von denen wir schon kurz Mitteilung machten, wird Mecklenburg- Schwerin verpfändet wurde, wird wie zu erwarten war, uns noch aus Paris geschrieben: In diesen Nachwahlen handelte es von Schweden nicht eingelöst werden. Die schwedische Regierung hat sich um zwei bisherige ministeriell- ſocialiſtiſche Mandate und ein dem Reichstag einen Gefeßentwurf vorgelegt, wonach Schweden auf nationalistisches Mandat. Im Piepus- Viertel( 12. Bezirk) kommt seine Ansprüche auf Wismar verzichtet. der Allemanist Fribourg mit 2291 Stimmen an die erste Stelle unter den vier socialistischen Kandidaten, der jaurèsistische wirtschaftsminister in der Zweiten Kammer die Interpellation über Die Hungersnot' in Nordland. Am Sonnabend hat der LandParteikandidat, Kosciusto, erhielt bloß 466 Stimmen, die Not in Nordland beantwortet. Der Mangel an Viehfutter wird ein freischüßender socialistischer Mandatsjäger, 2 encou, erzielte auf 71 Millionen Kronen veranschlagt, wovon auf den Bezirk NorrIn einem Montmartre- Viertel kämpften um das bisherige botten allein 4 Millionen kommen. Vor vierzehn Tagen hat die Nesocialistische Mandat sieben Kandidaten, darunter vier Socialisten, gierung die zur Abhilfe der Not getroffenen Maßnahmen noch für aus davon wieder zwei ministerielle Socialisten: Turot, Mitarbeiter reichend erachtet; auf Grund neuerer Nachrichten hätte sich jedoch der Petite République", und Cohen, offizieller Kandidat der herausgestellt, daß noch weitere 920 000 kronen notwendig seien. jaurėjistischen Partei. Die ministeriellen Socialisten konnten es also Der Minister erklärte ferner, er könne noch nicht sagen, ob dem nicht einmal zu einer einheitlichen Kandidatur bringen! Das Reichstag ein Vorschlag auf Staatsunterstüßung vorgelegt werden Calmels, Kandidat der würde, und welche Summe in diesem Fall verlangt werden müſſe. Resultat: Turot 3879, Cohen 497, revolutionär- ſocialiſtiſchen Partei, 216 Stimmen uſtv. Der Nationalist Mit den Vorgehen des Notstandkomitees das bekanntlich auch in Del sol erhielt 3827 Stimmen. In der Stichwahl dürfte Turot, merita Sammlungen veranstaltet hat, erklärt der Minister sich einzu dessen Gunsten Cohen bereits verzichtet hat, gewählt werden. Endlich im bisher nationalistischen Batignolles- Viertel ist wegen der Spaltung der Nationalisten der Stichwahlsieg der Radikalen wahrscheinlich.Ribot und Jaurès. Rußland. Im Gegensais hierzu hat die Ausfuhr von Zucker und landwirtschaftlichen Erzeugnissen ganz bedeutend abgenommen. Der Differenzeinwand ein Verstoß gegen die kaufmännische Ehre. Nach der Deutschen Juristenzeitung" hat das Kammergericht entschieden, daß ein Kaufmann, der den Differenzeinwand erhebt, seine kaufmännische Ehre schädigt. In dem betreffenden Erkenntnis heißt es: antwortend, daß es Pflicht der Regierung gewesen sei, den steigenden Differenzhandels mit Börsenpapieren sich zur Erhebung Der Interpellant Abg. Walderström bemerkte dem Minister„ Wenn Kläger infolge eines seine Vermögensverhältnisse übersensationellen Schilderungen der amerikanischen Presse über die Not des Spieleinwandes gezwungen sehe, so tönne dies sehr wohl ein entgegenzutreten, weil dadurch Schweden und die schwedische Re- Entlassungsgrund sein. Wenn das Urteil ausführe, ein Börsengierung in ein falsches Licht gebracht werde. spieler sei als Verwalter des fremden und eignen Vermögens minder vertrauenswürdig, so könne dem vom Standpunkte allgemeiner ErAm Schluß der Kammerfizung am Montagabend kam es zu fahrung feineswegs widersprochen werden. Ob dies hier in dem Religion und Arbeit. Wie der Petersburger Regierungsbote" Maße anzunehmen sei, daß die sofortige Entlassung gerechtfertigt einem heftigen Zusammenstoß wegen der Dreyfusfrage. Dem ,, B. T." wird darüber telegraphiert: Während der Antisemit meldet, hat der Ackerbauminister Vermolow in einer besonderen erscheine, sei Sache thatsächlicher Erwägung. Der Vorderrichter asies sprach, rief der Socialist Rouanet Herrn Ribot zu: Beratung über die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Industrie hätte auch darauf hinweisen können, daß Kläger durch den be" Das ist Ihr Repräsentant!" Ribot antwortete, wenn er etwas Maßnahmen gegen den schädlichen Einfluß der allzu großen Zahl wiesenen Mangel an Selbstbeherrschung in der Verwaltung seiner zu sagen habe, so wisse er allein auf die Tribüne zu steigen. von Feiertagen auf den Ackerbau angeregt. Der Minister wies eignen Angelegenheiten und durch die Lossagung von dem gegebenen von der orthodoyen Be- Versprechen Rouanet replicierte: Meine Bemerkung bezog sich auf darauf hin, daß die Zahl der mochte ihm dabei auch der Schutz des Gesetzes soweit gewisse Worte des Abgeordneten Lasies. Herrn Ribots Wut völkerung gehaltenen Feiertage an verschiedenen Orten jährlich zur Seite stehen, als dasselbe die Erzwingbarkeit der eingegangenen " Berbindlichkeit versagt seine faufmännische Ehre geschädigt hatte gestellt find. | Also 21 Beamte auf 65 Arbeiter. und daß das Verbleiben eines solchen Mannes an der Spize des Die Beamten können vor Langeweile„ Greif" spielen, die Aktionäre Unternehmens auch den Ruf des letzteren zu schädigen geeignet sei." wollen Dividende haben, nun glaubt die Direktion: gut! Reduzieren Ein Bierzehnmillionen Prozeß, der auch für Berlin ein lokales wir die Löhne. Verfammlungen. Der Interessenverein der Kistenmacher nahm am Montag in einer außerordentlichen Generalversammlung Stellung zu der beanInteresse hat, da einige der Beklagten ein ähnliches Unternehmen Die Kollegen haben ihre Forderungen schriftlich der Direktion tragten Abänderung des§ 16 des Vereinsstatuts, der in seiner jetzigen hier auszuführen gedenken, beschäftigt gegenwärtig die Londoner unterbreitet. Bei der sich daran knüpfenden mündlichen Verhandlung Fassung besagt, daß eine Auflösung des Vereins nur mit VierfünftelGerichtsbehörden. Die amerikanische Tabacco- rust- Gesellschaft war bis jetzt das Resultat ergebnislos. Bemerkt sei noch, bei dem Majorität beschlossen werden darf. Die beantragte Abänderung ging Ogdens" hatte, um das Tabakgeschäft in London an sich zu reißen, Streit handelt es sich fast nur um die Herstellung der alten Accord- dahin, die Herbeiführung eines Auflösungsbeschlusses nur von einer einen Betrag von 800 000 Pfd. Sterling gleich 16 000 000 m. zu preise. Zweidrittel- Majorität abhängig zu machen. Hervorgegangen war Reklamezwecken ausgetvorfen. Für die gesamte Summe wurden Buzug ist streng fernzuhalten. der Antrag aus den bisherigen Beratungen über einen eventuellen Bons an das Publikum ausgegeben, für welche die Cigarren- und Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Uebertritt der Kistenmacher zum Holzarbeiter Cigarettenhändler Tabake in entsprechendem Wert unentgeltlich zu berabfolgen sich verpflichteten. Nach längerer Diskussion wurde beschlossen, die Achtung, Kleber! Die Lohndifferenzen bei der Firma Höne Verband. Die Trust- Gesellschaft wollte den mann, Ludwigkirchstr. 6, dauern unverändert fort. Arbeitswillige Statutenänderung vorläufig abzulehnen und erst abzuwarten, haben sich bisher von seiten der Arbeiter nicht gefunden. Auf dem welches Resultat die durch den Parteivorstand vermittelten EinigungsBau Preußischestr. 72 hat sich der„ Meister" Herr Bertram, der für verhandlungen zwischen dem Gewerkschaftskartell und der Gewerks die Tapetenfirma Rommel u. Nölting arbeitet, als Arbeitswilliger schafts- Kommission zeitigen werden. Sollte in diesen Körperschaften gefunden. Gesperrt bleibt ferner bie Firma Witt, Dessauerfir. 11, jedoch keine Einigung erzielt werden, so ist der Vereinsvorstand be weil sie Streifarbeit auf dem Neubau des Kultusministeriums, auftragt, über den Anschluß an den Holzarbeiter- Verband eine Ur= Behren- und Wilhelmstraßen- Ecke, verrichtet. Ferner bleibt gesperrt: abstimmung vornehmen zu laſſen. Ein weiterer Beschluß be= Bau Kantstr. 90 in Charlottenburg. sagt, den 1. Mai wie bisher zu feiern, und zwar durch Arbeitsruhe Verein der Kleber Berlins und Umgegend. und Abhaltung einer eignen Versammlung. Händlern die Differenz zwischen Einkauf und Verdienst ersetzen und die Bons in Raten zu je 50 000 Pfd. Sterling einlösen. Sie lam auch ihren Verpflichtungen bei den ersten Raten nach. Inzwischen vereinigte sie sich jedoch mit der englischen Imperial- Compagnie, und diese so gebildete neue Gesellschaft erkannte die Bons nicht an. Der amerikanische Tabacco- Trust lehnte die Verantwortung für das Filial- Unternehmen in London ebenfalls ab, so daß die Cigarren händler, die die Bons natürlich einlösen mußten, einen Verlust von 14 Millionen Mark erlitten. Zwei der geschädigten größeren Firmen haben nunmehr im Namen ihrer gesamten Leidensgenossen die Ent- Fensterputer. In der Situation des Streits bei der Firma bielt ant 20. März eine gut besuchte Mitglieder- Versammlung ab. Der Verband deutscher Gastwirtsgehilfen( Ortsverwaltung Berlin) schädigungsklage angestrengt. Stöhr u. Co. hat sich nichts geändert. Die Streifenden stehen ohne hielt am 20. März eine gut besuchte Mitglieder- Versammlung ab. Ausnahme fest. Die Firma versucht durch Annoncen Arbeitswillige Braun hielt einen längeren Vortrag über die neue Krankenkassenheranzuziehen. Man bietet heute schon Streitbrechern 18 Mark Novelle. In der Diskussion ergänzte Ströhlinger im wesentWochenlohn, bisher war der Anfangslohn 15 Mart. Arbeits- lichen die Ausführungen Brauns. Ueber die Maifeier entwillige haben sich bis jetzt nicht gefunden. Die Arbeiter haben ipann sich eine längere Debatte und wurde als Tag der 5. Mai heute bei der Kundschaft Zettel verteilt, worin sie derselben vom und das Lokal Kronen- Brauerei", Moabit, dazu bestimmt. Ausbruch des Streits und dessen Beweggründen Kenntnis geben und Ein Antrag Nicolaus, welcher besagt, daß eine kombinierte um deren Unterstügung bitten. Sobald die übrigen Institute ver- Sigung sich mit der Arbeitslosen- Unterstügung zu beschäftigen habe, hindert werden, die Arbeit der Firma Stöhr u. Co. auszuführen, ist wurde angenommen. der Sieg der Arbeiter sicher. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutfches Reich. " " der Streifende Militärschneider vor dem Gewerbegericht. 48 streikende Militärschneider waren zu gestern vormittag durch Klagen der Firmen Berger, Collani u. Co., Luttmann u. Co., Grüder und Mohr u. Speyer nach dem Berliner Gewerbegericht citiert Charlottenburg. Der hiesige Wahlverein tagte am 19. d. M. worden. Es wurden beansprucht, je nach Lage der Einzelfälle, im großen Saale des Volkshauses. Vor Eintritt in die Tagesordnung Kontraktbruchbußen, Schadensersatz, Fertigstellung angefangener widmete der Vorsitzende Baake den vor 55 Jharen gefallenen März Zur Bewegung im Steinsetzergewerbe. Die Lohnbewegung im fämpfern einen warm empfundenen Nachruf. Hierbei nahm er Ges Stücke, eventuell Schadensersatz für entgangenen Gewinn. Steinfegergewerbe jetzt in diesem Jahre ungemein lebhaft ein und hat legenheit mitzuteilen, daß die Widmung des vom Wahlverein den Der Vorsitzende Dr. Schalhorn verhandelte erst ganz all- auch bereits zu namhaften Erfolgen geführt. Ein Abwehrstreit bei Märsgefallenen gestifteten Stranges mit der Anfangsstrophe des Freis gemein und versuchte die Parteien zu bewegen, den voll- einer Stralsunder Firma hat vollen Erfolg gehabt. Desgleichen ligrathschen Gedichts:„ Und ob, o fich' ein edles Wild besetzten Gerichtshof als gleich Einigungsamt anzurufen. haben den neuen Lohntarif, der wesentliche Verbesserungen enthält, Polizeischere zum Opfer fiel.( Bewegung.) Des ferneren wurde das Dieser Versuch scheiterte. A. Ritter vom Verband der Schneider, von sechs Firmen bereits vier bewilligt. Eine Firma verweigert die Andenken des verstorbenen Mitglieds Wilhelm Bernsee in der üblichen der von den Beklagten nebst dreien ihrer Leidensgenossen als Anerkennung mit der charakteristischen Begründung, daß ihre Ge- Weise geehrt. Nunmehr referierte Reichstags- Abgeordneter Theodor Sprecher nominiert worden war, wollten die klagenden Arbeitgeber sellen ja nicht im Verbande seien! Der Streit in Pinneberg Schwarz- Lübeck über das Thema: Socialpolitische Zukunftserst absolut nicht als Vertreter der Arbeiter anerkennen. Nur ist ebenfalls mit vollem Erfolge für die Arbeiter: Lohnerhöyung, Ab- musik". Dem beifällig aufgenommenen Vortrage folgte eine kurze zögernd ließen sie ihn zu, als der Vorsitzende lächelnd fragte, ob es schaffung der Klassenlöhne, Beseitigung der Accordarbeit usw. nebst Diskussion im Sinne des Referats. Sodann kamen Vereins- Angedenn ein so schrecklicher Mensch wäre. Der Vorsitzende wiederholte Abschluß der Vereinbarungen auf zwei Jahre beendet. Für die legenheiten zur Besprechung. Unter anderm nahm die Versammlung den Versuch, eine Anerkennung des Gerichtshofes als Einigungsamt ganze Altmart ist ein auf zwei Jahre gültiger Lohntarif abge zu dem vom Genossen v. Oppel gegründeten" Lese- und Diskutier zu erwirken, zumal Zuständigkeitsbedenken bezüglich des Klage- schlossen worden, und zwar ohne Kampf, der gleichfalls wesentliche flub Charlottenburg" Stellung. Dieser Verein hat den Vorstand des verfahrens aufgetaucht waren. Ritter erklärte namens der Ar- Vorteile für die Arbeiter enthält. Jm vorigen Jahre hatten dieselben Wahlvereins ersucht, die Parteigenossen zum Beitritt in den Lesebeiter, eine Ginigungsverhandlung im Sinne der Bestimmungen Unternehmer erklärt, daß ihnen die organisierten Arbeiter noch aus und Diskutierklub aufzufordern. Der Vorstand hat sich in seiner über die Thätigkeit des Gewerbegerichts als Einigungsamt wäre der Hand fressen" sollten, und ein Herr in Clöße machte sich überall letzten Sizung mit dieser Sache beschäftigt und ist zu dem Resultat nur denkbar, wenn sich die klagenden Firmen verpflichteten, die beim anheischig, den Verband in die Luft zu sprengen. In Rostock Streit sonst noch beteiligten andren Firmen zum Einigungsverfahren( Mecklenburg) ist durch tarifliche Vereinbarung die Berkürzung der empfehlen sei. Im übrigen verwirft der Vorstand das Gründen von gekommen, daß das Gründen von Vereinen vor den Wahlen nicht zu hinzuzuziehen. Dazu wollten sich die Käger nicht verpflichten. Nun Arbeitszeit auf 9% Stunden, Lohnerhöhung, Freigabe des 1. Mai Vereinen auf eigne Faust und wünscht, daß bei ferneren Versuchen mehr erklärte der Gerichtshof, daß das Gewerbegericht gar und so weiter erzielt worden. In Altdamm hat ein viertägiger der Vorstand hiervon in Kenntnis zu setzen sei. Nach längerer Denicht zuständig sei, weil die klagenden Firmeninhaber der Abwehrstreit genügt, um die betreffende Firma zu veranlassen, den batte hierüber stellte sich die Versammlung einstimmig auf den StandSumung angehörten, die dem Innungsausschuß angeschloffen sei Rammern den bisherigen Stundenlohn von 45 Pf. weiter zu zahlen. punkt des Vorstandes. Die Neuaufnahme von 43 Mitgliedern erfolgte und somit das Jnnungs- Schiedsgericht zuständig wäre. Die Gesamt- Lohnbewegung in der Provinz Brandenburg, die debattelos. Die Klagen wurden dann bis auf brei, die durch auf der Konferenz im Dezember v. J. beschlossen wurde, hat bis jetzt Selagerücknahme bezw. Vergleich erledigt wurden, ohne daß dazu geführt, daß eine Anzahl Unternehmer in Luckenwalde, StrasIn Bromberg hat die Lohnbewegung der Steinfeßer und Rammer einen erfolgreichen Abschluß gefunden. Auch hier Der Untergang des Primus" vor Gericht. sind neben der Erhöhung des Lohnes und sonstigen wesentlichen VerAltona, 24. März.( W. T. B.) In dem Prozeß wegen Unterbesserungen tarifliche Vereinbarungen zu stande gekommen. ganges des Primus" wurden heute nachmittag der Kapitän In Berlin hat die groß angelegte Scharfmacher- Campagne dieses Schiffes Peters und der Steuermann desselben, unter gegen den hohen Lohn" der Steinsetzer, an dessen Stelle eine be- Aussetzung der Vereidigung, vernommen. Kapitän Peters sagte deutende Lohnherabseßung nebst Wiedereinführung von Klaffen- aus er habe, als er die„ Hansa" sah, keine Wendung löhnen, Abschaffung der täglichen Fahrgeldvergütung und Aufhebung gemacht, sondern geradedurch gehalten und sich im nördlichen des 1. Mai als Feiertag treten sollte, mit einem fläglichen Rückfahrwasser bewegt, weil er zum Aussetzen von Passagieren auge der Scharfmacher geendet. Ja, es hätten trotz der ungemein mehrfach anlegen mußte. Der Steuermann äußerte sich in nach dem Zugeständnis eines Scharfmachers ähnlicher Weise. Kapitän Luzatti vom Dampfer" Delphin" bes schlechten Konjunktur noch Verbesserungen für die Arbeiter erzielt werden können, wenn fundet, es sei wohl allgemein üblich, im nördlichen Fahrwasser sich die Steinseher nicht den kostspieligen Lurus von beinahe einem zu fahren, aber nur am Tage, wenn man sich vergewissert halben Dutzend Vereinigungen leisteten, wodurch natürlich die That- hat, daß das Fahrwasser vollständig frei ist, andernfalls sei es zu fraft derselben lahmgelegt ist. Augenblicklich schweben Differenzen wegen der Lohnfrage in gefährlich. Nach Vernehmung weiterer Zeugen wurde die VerWittenberge, Perleberg, Wilsnack, Pasewalt, Angermünde, Lübeck, handlung auf Mittwochvormittag vertagt. Morgen abend soll eine örtliche Inaugenscheinnahme stattfinden. und ist nach diesen Orten Zuzug fernzuhalten. der Streit davon berührt wird, dem Jnnungs- Schiedsgericht über- burg( Udermart), Rathenow voll und mehrere andre bedingt be Letzte Nachrichten und Depefchen. wiesen. Aus der Verhandlung selbst interessiert noch das Verhalten des Herrn Kurz von der Firma Berger, Collani u. Co. Der Herr möchte zu gern noch ein Strafverfahren wegen Betrugs gegen die anhängig machen, die Vorschuß für angefangene Arbeit genommen, die Arbeit aber infolge des Streits bisher noch nicht fertig gemacht haben. Er sprach von der Vorspiegelung der falschen Thatsache, die Arbeit fertig zu machen, durch die die Firma zur Hergabe des Geldes verleitet worden sei, und fragte, ob denn das nicht strafbar wäre. Und gleich zum Beginn der Verhandlung erklärte er, er wolle sich mit seinen" Arbeitern einigen, nicht aber, wie es bei der Einsendung des Tarifs verlangt worden sei, mit dem Vorsitzenden eines Verbandes, den er gar nicht kenne. Wenn der vom Unternehmerdünkel verblendete Herr erst ein sehen lernt, daß ihm Polizei und Staatsanwalt gegen die Streifenden nicht helfen können, dann verhandelt er vielleicht auch mit dem Verbandsvorsitzenden, um seine" Arbeiter wieder in die Werkstatt zu bekommen. Streit und Aussperrung in der Holzbearbeitungs- Branche. Man schreibt uns: In den Kreisen der Unternehmer fährt man fort, über die maß Losen Forderungen der Maschinenarbeiter zu zetern, und alles, was man nicht widerlegen kann, erklärt man furzerhand für erlogen. Man will die Thatsache, daß bei einer Abstimmung zwischen gefunden und verkrüppelten Maschinenarbeitern sich herausstellte, daß 75 Prozent der Anwesenden verstümmelte Finger haben, einfach als Schauermärchen hinstellen. Num, die Herren könnten sich bei jeder Gelegenheit von der Wahrheit des Festgestellten überzeugen. Sehr unbequem scheint den Herren die Veröffentlichung der Preise bei der Firma Roller zu fein, bei welchen die Ueberteuerung der Kleinmeister zahlenmäßig nachgewiesen ist. Zur Antwort hierauf brauchten die Vertreter der Unternehmer acht Tage. Vorläufig aber wird diese Veröffentlichung ebenfalls für erlogen erflärt. Run, die Kleinmeister werden selber wissen, was sie zahlen müssen. Uebrigens steht uns bezüglich der Fräsereipreise noch reichlich Material zur Verfügung. willigt haben. " " Lohnbewegungen in Thüringen. Die Maler find in Nord= Budapest, 24. März. Abgeordnetenhaus.( W. T. B.) Baron Kaas hausen in eine Lohnbewegung eingetreten, nachdem die Meister( flerifale Boltspartei) fragt an, ob der Ministerpräsident angesichts Die Töpfer der socialistischen Agitation gegen die aus Frankreich die Verhandlungen mit den Gehilfen ablehnten. in Erfurt verlangten Neuberatung des Tarifs, der Ende März eingewanderten Kongregationen eine Verfügung gegen solche abläuft. Die Meister lehnten die Unterhandlung ab und wollen am den Grundsägen des Rechtsstaates widersprechende Aufreizung In seiner Antwort weist Ministerpräsident 1. April die Gesellen entlassen. Lettere wandten sich an den Vor- treffen werde. fizenden des Gewerbegerichts mit dem Wunsche, daß derselbe Einigungs- v. Szell darauf hin, daß in der socialistischen Versammlung vom Sonntag die Polizei einschritt, als zwei Frauen in Nonnenkleidern, verhandlungen anbahne. die angeblich wegen Mißhandlung das Kloster verließen, der VerDie Verdächtigung, daß fammlung vorgestellt werden zwischen der Polizei und den Socialisten eine Verbindung bestehe, sei grundlos. Er, der Minister, suche ausschließlich die Unterstützung der liberalen Partei und stehe in keiner politischen Verbindung, weder mit der socialistischen, noch mit andren Parteien. Die Antwort des Ministerpräsidenten wird darauf zur Kenntnis geIn Posen befinden sich zur Zeit wegen Differenzen aus dem Arbeitsvertrag 140 Töpfergesellen im Streit, der für diese sehr günstig steht. Die Puter in Köln find am Montag in den Ausstand getreten, nachdem die freie Innung den Tarif, der einen Mindeſtſtundenlohn Eine Anzahl Untervon 55 Pf. festießt, nicht anerkannt hat. nehmer hat bereits bewilligt. In der Lohnbewegung der Kölner Schneider ist zwischen den Vertretern der Meister und der Gesellen vor dem Einigung 3amt des Gewerbegerichts eine Verständigung zu stande gekommen; die Gesellen haben durch die Vereinbarung eines Lohntarifs einen bedeutenden Erfolg errungen. Die Maler und Anstreicher in München- Gladbach sind in einen allgemeinen Ausstand getreten. Verschiedene Forderungen hatten die Meister bewilligt, doch die Hauptforderung, einen Stundenlohn von 35 Pf. für die jungen Gehilfen bis zum 20. Lebensjahre zu zahlen, wollen sie nicht erfüllen. Man teilt im Organ der Unternehmer mit, daß 46 Betriebe ausgesperrt haben und kann dann hinten im Verzeichnis mur 37 einschließlich der gesperrten Firmen aufführen. Was die Forderung der Arbeiter anbetrifft, so haben sie sogar Fraisereibefizer nicht für zu hoch erklärt. Nur wünschten die Führer der Unternehmer einen Generalstreit, damit sie bequem die Preise für die Maschinenarbeit erhöhen und so die ganze Last den Tischlermeistern aufbürden und noch selbst dabei verdienen können. Für die Organisation der Arbeiter lag aber kein Grund vor, dort noch mehr zu fordern, wo schon ein hoher Lohn bestand. Neue Aussperrungen sind nicht mehr Stoffweberstreit. Bei der Firma Bretthal u. Co. in Krefeld ist ein Streit ausgebrochen. an welchem 76 Weber beteiligt sind. hinzugekommen. Mit dem Streik der Maschinenarbeiter beschäftigte sich am in letzter Zeit waren in dem Betriebe verschiedene Maßregelungen Montag eine start besuchte Vertrauensmänner- Bersamm vorgekommen und verlangen die Ausständigen die Wiedereinstellung Bunächst gab dieser Gemaßregelten. Iung des Holzarbeiter Verbandes. Maaß eine Uebersicht über die Ursachen und den bisherigen Verlauf des Streits. Zwar seien durch denselben bis jetzt erst circa Aus der Schweiz. In Pruntrut( Kanton Bern) haben die Buch60 Tischler in Mitleidenschaft gezogen, dennoch sei es notwendig, eine präciie Stellung dazu zu nehmen. Glode wies barauf hin, drucker durch eine Lohnbewegung den Neunstundentag, minimalen daß es den Scharfmachern der Holzindustrie lediglich darauf an Stundenlohn von 60 Cent, Regelung des Lehrlingswesens und Aus fomme, die Arbeitgeber in ständiger Erregung zu erhalten, damit schluß der Sezerinnen erreicht. Letztere Errungenschaft" ist etwas fie selbst ihre Notwendigkeit und Unentbehrlichkeit den übrigen Meistern seltsam, besser wäre wohl die Durchsetzung der Lohngleichheit für In Zürich streiften die Granitsteinplausibel machen können. Redner empfiehlt: überall, wo durch Aus- beide Geschlechter gewesen. Sperrung der Maschinenarbeiter die Tischler nicht weiter arbeiten hauer wegen Maßregelung zweier Kollegen und erzielten deren fönnen, drängen, Wiedereinstellung. Die Schuhmacher in Zürich stehen in einer zu auf Weiterbeschäftigung widrigenfalls gegen die betreffenden Arbeitgeber die Schadensersay Lohnbewegung für Einführung des Neunstundentages in den Schnellflage anzuſtrengen. Natürlich sei es dabei ausgeschlossen, daß die fohlereien und des Zehnstundentages in den übrigen Werkstätten, Tischler sich ihr Arbeitsmaterial von Streifbrechern liefern lassen für Abschaffung der Accordarbeit und Lohnerhöhung. Der durchoder Arbeiten der Maschinenarbeiter verrichten. Diesen Anregungen schnittliche Wochenvervienst eines Schuhmachergehilfen in Zürich beträgt 22,70 Fr. stimmte die Versammlung bei. Ausland. " 1 Streits in Japan. In dem Eisenwerke von Yokohama streiften Achtung! Eisenformer, Nostenformer, Maschinenformer und Kernmacher. Sämtliche Kollegen der Berliner Gußstahl- 50 Maschinisten für einen höheren Lohn, bessere Behandlung und fabrit, Eisengießerei Hugo Sartung Attiengesell verlangten die Entlassung eines Aufsehers. Das Werk gehört einem schaft, Prenzlauer Allee 44, haben wegen fortgesetter Reducierung Europäer; nach der Dauer von 8 Tagen war der Streik gewonnen. der Accordpreise und Maßregelung die Arbeit Wie es in diesem Dorado aussieht, geht daraus hervor, daß man und verlangten höheren Lohn. Der Streit wurde durch die Polizei, erwachsenen Arbeitern Wochenverdienste von 18, 16, 13, 12, ja 9 M. anbietet. Die Ursache ist, daß in der Firma bei 65-70 beschäf welche die Mehrzahl der Streikeuden in Haft nahm, unterdrüdt. tigten Arbeitern 4 Werkstattbeamte, 1 Portier, 8 Bureaubeamte, 4 Meister, 1 Obermeister, 1 Prokurist und 2 Direktoren an nommen. Erderschütterungen. London, 24. März. Die Erderschütterungen von heute nachmittag wurden an verschiedenen Orten wahrgenommen. In Leek ( Staffordshire), wo zwei Erdstöße verspürt wurden, liefen die Bewohner aus den Häusern auf die Straße. In Alfreton ( Derbyshire) traten drei Stöße auf; dabei wurden in einigen Häusern die Geräte zerbrochen, Schornsteine fielen um; die Telephonverbindung ist gestört. In Ashbourne( Grafschaft Derby) ist durch eine starke Erderschütterung ein Schornstein abgestürzt. Jedoch ist der angerichtete Schaden nirgends bedeutend. Berlin, 24. März.( W. T. B.) Nach einem heute hier eingegangenen Telegramm des deutschen Konsuls in San Domingo sind bei der dort ausgebrochenen Revolution Leben oder Eigentum von Deutschen bis jetzt nicht gefährdet. D zu Köln, 24. März.( W. T. B.) Gegenüber Gerüchten, daß die Einbringung einer Vorlage betreffend Einführung von Tagegeldern an die Reichstags Abgeordneten in allernächster Zeit erwarten sei, erklärt die„ Kölnische Zeitung" auf Grund zuverläffiger Erfundigungen, daß sich seit der vom Reichskanzler bei der zweiten Lefung des Reichshaushaltsetats am 2. Februar dieses Jahres gehaltenen Rede, welche die Sachlage klar und deutlich darlegte, an Ber letzteren nichts geändert habe. Paris, 24. März.( W. T. B.) Der Senat bewilligte heute das Kriegsbudget, hält jedoch die von der Kommission beschlossenen Abstriche an den Forderungen für die Artillerie trotz der Einwendungen des Kriegsministers mit 215 gegen 67 Stimmen aufrecht. Bukarest, 24. März.( W. T. B.) Die Kammer hat die Vorlage betreffend Abänderung der Wahlordnung mit 61 gegen 7 Stimmen angenommen. Krossen( Oder), 24. März. Jm Dorfe Rädniß brach, dem Krossener Wochenblatt" zufolge, heute mittag Großfeuer aus. Infolge des starken Nordwestwindes wurden etwa 30 Gehöfte mit ungefähr 80, meist mit Strohdächern versehenen Gebäuden eingeäschert. Viele Familien, die nur das gerettet haben, was sie auf dem Leibe trugen, kampieren im Freien. Ein Kind ist in den Flammen umgekommen; auch ist viel Vieh zu Grunde gegangen. Port of Spain, 24. März.( W. T. B.) Bei den gestrigen Unruhen find 14 Personen getötet und 40 verwundet worden; es befinden sich keine Europäer darunter. Berantwortl. Nedakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Burudevei u. Verlagsstal! Paul Singer& Fo Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 71. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 291. Sigung. Dienstag, den 24. März 1903 nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Nieberding. Mittwoch, 25. März 1903. Abg. Stadthagen( fortfahrend): Die dritte Etatsberatung wird fortgesezt beim weiter ungehinderten Verkehr des Angeklagten mit seinem Ber- es sei auch nicht zulässig, hier den Mann anzuflagen. Solange unsre Justiz- Etat. Abg. Bassermann( natl.) fragt an, wie es mit dem Gesetz betreffend Schuh der Bauhandwerker durch Sicherung der Bauforderungen stehe. In Destreich ist bereits 1899 ein solches Gesetz fertiggestellt worden. Den Bauhandwerkern die Früchte ihrer Arbeit zu sichern gegen die Schwindeleien der Bauspekulanten ist eine der wichtigsten Forderungen der Mittelstandspolitik. Staatssekretär Nieberding: Abg. v. Dziembowsky- Pomian( Pole) Staatssekretär Nieberding: Mir ist eine derartige Verfügung oder Anordnung in irgend einem deutschen Staate nicht bekannt und es wäre Aufgabe des Herrn Antragstellers gewesen, wenn ihm folche Verfügungen bekannt sind, sie hier vorzutragen. Abg. Thiele( Soc.) int Berufung in Strafsachen ein und verbreitet sich über den GesetzAbg. Beckh- Koburg( frf. Vp.) tritt für die Wiedereinführung der entwurf zur Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker. trag Dr. v. Dziembowski- Bomian. Abg. Stadthagen( Soc., auf der Tribüne sehr schwer verständlich): Eine Vermehrung der Richter an sich fann nichts nüßen für die Daß ein Verbrechen vorliegt, habe ich vorhin objektiv geschildert, Güte der Rechtsprechung so lange die Abhängigkeit der Richter in so daß Sie zugeben müssen, daß hier ohne Rücksicht auf den Thäter der Weise bestehen bleibt, wie wir es heute beobachten. Als Garantie der objektive Thatbestand eines Verbrechens vorliegt. Wenn es einer wirklich brauchbaren Rechtspflege müssen wir unter anderm allerdings soweit gehen soll im Deutschen Reiche, daß ein Verbrecher Ausdehnung der Befugnisse des Staatsanwalts, den Zeugen Fragen dann nicht verfolgt werden darf, wenn er eine bestimmte Stellung vorzulegen, auf den Verteidiger und den Angeschuldigten verlangen, im Staate einnimmt, dann allerdings wäre es richtig zu sagen, teidiger, Schadensersatz für ungerechtfertigte Untersuchungshaft. Wie Gefeße keinen Unterschied machen, ob der Mann Minister ist oder ein es heute mit der Abhängigkeit unfrer Richter bestellt ist, beweist einfacher Mann, solange bin ich berechtigt, hier zu sagen, daß der, die Versehung des Kammergerichtsrats Havenstein von einem Straffenat der Verbrechen begangen hat, auch verfolgt werden soll. Das ist an einen Civilsenat, die gegen den Willen des Betreffenden erfolgt mein gutes Recht, was ich hier als Abgeordneter habe, und dieses ist. Man sagt Herrn Havenstein nach, daß durch seinen Einfluß ver- Recht lasse ich mir nicht nehmen. Daher fordere ich auf, daß gegen fchiedene Polizeiverordnungen, besonders in den Ostmarken, für un die verschiedenen Verbrecher, die ich genannt habe, die zugleich Beamte gültig erklärt worden seien. fchiedenen Fällen das Spitzelunwesen. Ein Spizel Namenlos trat an Socialdemokraten.) Redner beleuchtet hierauf an ver- sind, endlich die notwendigen Schritte gethan werden.( Bravo! bei den unfren Genossen Wasewiz heran, um von ihm Mitteilungen über die Verhandlungen der Brandenburger Agitationskommission zu erhalten. Wasewizz ging scheinbar auf dies Anerbieten ein, und als der Spizzel Die Regelung dieser Frage ist so schwierig, daß sich bisher Namenlos ihm das Judasgeld zahlen wollte, forderte er ihn auf, mit feine Uebereinstimmung der Meinungen über den Weg, der zur zur Polizei zu kommen, damit sein Name festgestellt werde. Auf Abg. Dr. v. Komierowski( Pole) befürwortet nochmals den AnSicherung der Bauforderungen am besten geeignet ist, noch nicht der Polizei aber weigerte man sich, den Namen des Spitzels festzustellen. hat erzielen lassen. Es liegen zwei ganz verschiedene Entwürfe vor Man erklärte nur, der Mann sei Polizeibeamter. Der Erste Staats- fremde Namen bei der Eintragung in deutsche Standesregister anders Staatsekretär Dr. Nieberding: Es ist doch gerechtfertigt, daß und zur Zeit werden die Aeußerungen über diese Entwürfe zu anwalt lehnte die Erhebung der Anklage ab mit der Begründung, behandelt werden als deutsche. Der Standpunkt der preußischen sammengestellt. Damit fonnte nicht früher begonnen werden, weil daß das Angebot, Spigeldienste zu leisten, an sich nicht beleidigend Verwaltung, den Minister Freiherr v. Hammerstein im Abgeordneten wir erst die Verhandlungen des Juristentages abwarten mußten. fei, es fönne erst beleidigend werden durch hinzutretende weitere Berwaltung, den Minister Freiherr v. Hammerstein im Abgeordneten Sobald die Zusammenstellung erfolgt ist, wird die preußische Re- Umstände. Ich bitte den Staatssekretär dringend, dieser staats- haus ausgesprochen hat, ist der, daß in der Regel die Namen mit Haus ausgesprochen hat, ist der, daß in der Regel die Namen mit gierung mit ihren Vorschlägen an den Bundesrat gehen. anwaltschaftlichen Moral entgegenzutreten. Was alle anständigen der Endung„ ki" eingetragen werden und nur ausnahmsweise, wenn Menschen als im höchsten Grade unsittlich empfinden, darin sieht der es sich um Namen von nachweislich polnischem Ursprung handelt, bittet um Annahme einer Resolution, wodurch die verbündeten Re- Staatsanwalt nichts Beleidigendes, ebensowenig wie in den Schimpf mit der Endung„ ka". Die Standesbeamten sind aber nicht vergierungen ersucht werden, die Landesregierungen zu veranlassen, bei wörtern, die der Spigel zu Wajewitz geäußert hatte. Das Verhalten Pflichtet, ohne weiteres die Namen in der ihnen von den Polen anEintragung der Familiennamen weiblicher Personen dem von der des Staatsanwaltes bedeutet einen frassen Verstoß gegen die Strafgegebenen Form einzutragen. Dadurch würde der polnischen Agitation Kommission unter Zustimmung der Regierungsvertreter einstimmig gefese wie gegen die Geseze der Logik und der Moral. Die von ihm Vorschub geleistet werden. festgestellten Grundsatz, daß der§ 1616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gegebene Belehrung ist weiterhin eine ungeheuerliche Neberhebung eines der Staatssekretär für völlig gegenstandslos. Die Herren Polen Abg. v. Tiedemann( Rp.): Ich halte die Resolution ebenso wie weder die Frau und Töchter eines polnischen Vaters hindere, den Akademikers über einen einfachen Mann, die Ueberhebung des Schutz- wollen die Sache zu einer Haupt- und Staatsaltion machen, aus Namen ihres Vaters mit der Endung" a" zu führen, noch auch patrons der Unredlichkeit und der Spigelei gegenüber einem an einer Mücke einen Elefanten machen.( Dhol bei den Polen.) Etwaige den Standesbeamten hindere, den Namen in dieser Form in ständigen Menschen, der Rechtsschutz verlangt. Man könnte die Standesregister einzutragen, noch weniger aber dem Standes- danach auch einem Staatsanwalte Spieldienste anbieten und ihn mit Erledigung finden. Die Tendenz der Resolution billige ich durchBerstöße der Standesbeamten könnten im Beschwerdewege ihre beamten ein Recht gebe, die Eintragung des Namens auf„ a" ab- ähnlichen Schimpfworten belegen, ohne daß er es für beleidigend Erledigung finden. Die Tendenz der Resolution billige ich durchaus, sie entspricht der polnischen Gepflogenheit. Da sie aber ganz Der Oberstaatsanwalt machte sich nicht ganz zulehnen durchweg durchzuführen und etwaige mit diesem Grund- halten dürfte. fah in Widerspruch stehende Anordnungen in den Partikularstaaten diese Argumentation zu eigen, aber er hielt ein Einschreiten unnötig ist, bitte ich Sie, die Resolution abzulehnen.( Bravo! aufzuheben. von Amtswegen öffentlichen Interesse rechts.) für nicht er= forderlich. Das ist eine trasse Verhöhnung unsrer ReichsAbg. Dr. v. Dziembowski- Pomian( Pole): Es bestehen allgemeine gefeße, Spißel wenn die Polizei- und richterlichen Behörden derartige Verfügungen der Minister des Innern und der Justiz in Preußen deren Namen übrigens festgestellt sind entziehen. Die Institution der politischen Spigel bildet eine Schmach und dem Willen des Reichstags. Deshalb hatten wir ein Recht zur und Sachsen, wonach die Eintragung auf„ ka" in der Regel nicht der Bestrafung geschehen soll. Das widerspricht dem Geist der Reichs- Gesetzgebung unfrer Nation, aber man glaubt sie nicht entbehren zu können, und Einbringung dieser Resolution. Wie soll nachgewiesen werden, daß man fürchtet sie. Der berüchtigte Normann- Schumann konnte sich ein Name polnischen Ursprungs ist und wie sich die Großmutter bringt ein Urteil des Reichsgerichts zur Sprache, das die Immunität unangefochten aufhalten. Die Reichsbehörden und auch der Reichs der Regel gar nicht geschrieben haben.( Heiterkeit.) Durch diese falsche trotz der gegen ihn erlassenen Steckbriefe wiederholt in Berlin einer Einzutragenden geschrieben hat? Die Großmutter wird sich in der Abgeordneten bedrohe. Durch die lex Rintelen ist 1893 der§ 69 tanzler glauben so viel von ihm zu befürchten zu haben, daß sie Endung für Frauen etabliert man geradezu ein drittes Geschlecht! des Strafgesetzbuches dahin abgeändert worden, daß die Verjährung ihm ruhig Privattlagen in Deutschland anhängig machen laffen.( Große Heiterfeit.) Wie sollen Brautleute den Nachweis führen? ruht, sobald auf Grund gefeßlicher Bestimmungen die Straf Dieser Herr ist jetzt soweit gegangen, unter Beweis zu stellen, daß die Die Hochzeit kann doch nicht verschoben werden, die Gäste sind ein( Große Heiterkeit.) Wie follen Brautleute den Nachweis führen? verfolgung nicht begonnen oder nicht fortgesetzt werden kann. Das Majestätsbeleidigungen, die er begangen haben sollte, in Wirklichkeit Die Hochzeit kann doch nicht verschoben werden, die Gäste sind einReichsgericht hat nun in einem vor zwei Jahren gegen mich ge- vom Grafen Waldersee begangen seien. Politische Spigel können bei geladen!( Heiterkeit.) Herr v. Tiedemann übt geradezu einen unführten Prozeß entschieden, daß es ganz gleichgültig sei, ob die uns ja thun und sagen, was sie wollen. moralischen Zwang aus!( Große Heiterfeit.) Wahren Sie durch AnStrafverfolgung des Abgeordneten durch die Staatsanwaltschaft. nachgesucht worden sei oder nicht. Die Verjährung ruhe ohne weiteres der Minister v. Hammerstein im preußischen Abgeordnetenhause keine vollberechtigten Stammesunterschiede der Polen!( Lebhafter Beifall Bezüglich des zweiten Falles, den ich anführen muß, erklärte nahme der Resolution entsprechend den Worten Sr. Majestät die während der Dauer der Session. Diese Auffassung des Reichs- Auskunft geben zu können. Wer aber erklärt, er könne in solcher bei den Polen.) gerichts entspricht weder dem Wortlaut noch den Sinne der Sache nichts thun, macht sich zum Begünstiger derfelben. Die bürger- seitigung des urkundlichen Nachweises des polnischen NamensStaatssekretär Dr. Nieberding: Die Refolution bezweckt die Bes lex Rintelen. Jene Aenderung ist nur deshalb getroffen, liche Preise und die bürgerlichen Barteien versagen gegenüber solchen ursprungs, wie es die Ministerialerlasse in Preußen und Sachsen weil nach den damals bestehenden Rechtszuständen die Verjährung Spigeleien in ihrer Stritit vollständig. Was gedenkt der Herr auch dann eingetreten war, wenn die Genehmigung zur Straf Staatssekretär zu thun gegenüber dieser Unterminierung unsrer verlangen. Auf diese Beseitigung werden sich die preußische und die verfolgung eines Abgeordneten während der Sessionsdauer eingeholt Gerechtigkeit? sächsische Regierung nie einlassen. worden war und wenn von dem Zeitpunkte der Versagung an bis zum Stattfinden des Termins eine längere als sechsmonatliche Frist boten des Vorwärts" unternommenen Spizelversuch eingehend dar. Redner legt des weitern den gegenüber einem RedaktionsAbg. Schmidt- Frankfurt( Soc.): verstrichen war. Redner macht darauf aufmerksam, daß es heute Besonders erfundigte sich der Spigel, wer im Vorwärts" die italies einer gesehlichen Regelung des Strafvollzugs hingewiesen worden. Der Schon in der zweiten Lesung ist wiederholt auf die Notwendigkeit auch während der Dauer des Reichstages möglich sei, daß die Straf nischen Sachen überfeße und was eigentlich der Redakteur thue, der Staatssekretär erklärte, man wolle sich ins Einvernehmen setzen mit den verfolgung nicht begonnen oder fortgesetzt werden könne, es braucht eben nur die Strafverfolgung nachgesucht zu werden." Borwärts" veröffentlicht und ein paar Tage lang ist die Aufforderung vollzuges. Nach einer Blätternotig foll jetzt in Breußen ein Erlaß so dick sei und in Schöneberg wohne. Die ganze Sachlage ist im Bundesregierungen wegen einer einheitlichen Regelung des Strafs Redner weist weiter darauf hin, in welche außer im Vorwärts" veröffentlicht worden, die 60 M., die dem Vorwärts-" ordentlich schwierige Lage alle die Reichstags- Abgeordneten tämen, boten bestehen, wonach den Redakteuren geistige Beschäftigung gestattet sein als Lohn welche bei mehrjähriger Sessionsdauer erst nach Schluß der Session gezahlt worden waren, abzuholen. Das Geld ist nicht abgeholt, Arbeit leisten. Ferner sollen sie nicht mehr die Zellen zu reinigen für Verrat von Redaktions- Geheinmissen soll, wenn sie ein Entgelt für die dadurch entgangene gewerbliche erfahren, welche Klagen gegen fie inzwischen angeftrengt worden find. fondern schließlich der socialdemokratischen Parteitasse übergeben brauchen und eine Zeitung halten dürfen. Ich selbst erhielt, als ich In vielen Fällen wird es dann unmöglich sein, Entlastungszeugen worden. Trotzdem aber dieser ganze Fall von Verrat zum Tren- eine Gefängnisstrafe verbüßte, Selbstbeschäftigung, brauchte meine herbeizuführen, so daß die Immunität als ein größerer Nachteil für bruch veröffentlicht worden ist, find weder ein Staatsanwalt noch der Zelle nicht zu reinigen und durfte eine Zeitung lesen. Als aber mein den Abgeordneten wirke.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) preußische Polizei- oder Justizminister strafrechtlich vorgegangen. Freund, der Redakteur Dr. Quard von der„ Volksstimme", im vorigen Daraus, daß fortgefeht von manchen Gerichten die Genehmigung Unfer Strafgesetzbuch bedroht denjenigen mit Zuchthaus, der obgleich Sommer zum zweitenmal eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen dieser Strafverfolgung der Abgeordneten bei dem Reichstage ber es Amt fein langt wird, geht hervor, daß nicht alle Gerichte und Staatsbare Handlungen nicht erforscht. ist, doch ihm bekannt gewordene straf erhielt, erklärte ihr von vornherein der Staatsanwalt, daß er zum anivalte die Auffaffung des Reichsgerichts teilen. Hier ist dringend minister nun hat Der preußische Polizei- letztenmal Selbstbeschäftigung gewährt bekomme. Der Gefängnise notwendig, daß die Regierung zu dieser Frage Stellung nimmt. er gebe über den Fall keine Auskunft. Wer soll denn vorgehen, wo äußerst rigorös und verbot ihm das Halten einer Zeitung. Man wollte ihm hat im preußischen Abgeordnetenhause erklärt, direktor Migula behandelte ihn im Gegensatz zum früheren Direktor ( Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Ebenso ist notwendig die Einführung der Berufung in Straf- och dem Staatsanwalt bei uns allein das Recht zufteht, Anklage fogar die Besuche seiner Frau verwehren. Er konnte die Gefängniskoſt zu erheben gegen diese Lumpen, die versuchen, ehrliche Leute zu nicht vertragen und wurde schließlich ernstlich frank. Er mußte mit fachen. Neuerdings liegt ein Urteil gegen einen meiner Kollegen gemeinen Handlungen zu bewegen. Gegen solche Lumpen geht die Verbrechern zusammen auf einem Hofe spazieren gehen, weil der vor, das einfach zum Himmel schreit. Der betreffende Stollege hatte föniglich preußische Staatsanwaltschaft und Polizei nicht vor, obwohl Direktor die Befürchtung aussprach, er tönnte sonst über die Mauer im„ Boltsblatt" für Halle eine Notiz aufgenommen, nach welcher es das Gesetz verlangt. Herr Staatssekretär, wollen Sie nicht eine entwischen! Das fennzeichnet den Geist der jetzigen Gefängnisbei einer Maschinenfabrik ein Arbeiter Beiträge zu einem Reichserefution versuchen gegen den Polizeiminister von Preußen verwaltung. In Hessen, wo der Strafvollzug vom Ministerium aus Jubiläumsgeschent an einen Meister gesammelt, aber nicht recht- und den Ersten Staatsanwalt, zeitig abgeliefert hatte. sie zu veranlaffen, geregelt wird, hat ein Kollege von der„ Voltsstimme" eine humanere Diese Notiz der Redaktion das Rechte ivar von einem durchaus glaubwürdigen Gewährsmann zugegangen. fetretär der Ich fürchte, Herr Staats- Behandlung durchgesetzt. Nun stellte sich heraus, daß einige Angaben der Wahrheit nicht ent- bas. Wir müssen verlangen, daß dieser Schandfleck an der Gesittung die Stimmen der Nationalliberalen und eines Teils der Konservativen hat dazu nicht die Mittel, und ich bedauere Die Resolution des Abg. v. Dziembowski Pomian wird gegen sprachen. Die Redaktion hat in loyalster Weise ihre als falsch Deutschlands öffentlich gebrandmarkt werde. Wenn man es vielleicht erwiesenen Behauptungen zurückgenommen und der Betreffende hat verstehen oder entschuldigen kann, daß jemand, der besonders arm mir selbst erklärt, er wolle nach der ihm gewordenen Genugthuung ist, sich zu einer Zumperei Hergiebt, so kann es doch unter feinen Es folgt die früher ausgesetzte Abstimmung über eine Reihe von den Strafantrag zurückziehen. Er hat das nicht gethan, und zwar umständen gebilligt oder entschuldigt werden, wenn das Geld der Resolutionen zum Etat. hat in gewissem Sinne der Vorsitzende des Gerichts ihm davon ab- Steuerzahler dazu mißbraucht wird, um Verbrechen begehen zu lassen, ehl zu Herrnsheim( natl.), Trimborn( C.), wonach die Mit großer Mehrheit angenommen wird eine Resolution geraten.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Das Urteil Tautete auf ein Jahr Gefängnis.( Hört! hört! bei den Social, u Verbrechen aufzureizen und dann nachher mit Vorlagen 3 Bewerbe- Ordnung wie folgt abgeändert werden soll:" wonach die tommen, indem man erdichtete Verbrechen zum demokraten.) Das ist ein unerhörtes Urteil im Vergleich mit den nimmt, um neue Gesetze gegen die Arbeiterklasse zu machen. milden Strafen, die gegen Polizeibeamte wegen schwerer Amtsüberschreitungen oder gegen staatsanwaltliche Mißgriffe verhängt Ich flage an den Polizeiminister von Preußen der Begünstigung der worden sind. In dem Urteil wird wie zum Sohne ausgeführt, daß Berbrechen, die ich hier geschildert habe, ich muß dieselbe Anklage die focialdemokratische Presse sich in der Regel beschwere, die Ehre erheben gegen...( Glocke des Präsidenten.) zu thun! Vicepräsident Graf Stolberg: Abg. Stadthagen( fortfahrend): " des Arbeiters werde nicht genügend geschüßt; das wolle man in dem vorliegenden Falle thun. Die meisten von Ihnen( nach rechts) wissen gar nicht, was ein Jahr Gefängnis bedeutet. Ich habe zwei Herr Abgeordneter, Sie haben gesagt, Sie flagen den preußischen Jahre wegen Breßbergehen in verschiedenen Gefängnissen zubringen Minister an der Begünstigung von Verbrechen. Das ist nicht zumüssen. Ich kann nur sagen, daß eine so lange Einsperrung von lässig. Menschen, die gewöhnt sind, mit andren im geistigen Verkehr zu stehen, einem moralischen Mord gleichkommt. Bestünde die Berufung in Straffachen, so wäre so etwas unmöglich. Selbst wenn die Be Seiterkeit.) rufungskammer aus den gleichen Richtern zusammengesetzt wäre, würde ein wesentlich milderes Urteil gefällt worden sein. Solche Vicepräsident Graf Stolberg( in großer Erregung die Glocke schwingend): Urteile lassen erkennen, daß manche Richter die Rechtsprechung als feile Dirue der Staatsraison auffassen.( Bravo! bei den Social- schuldigen, ist nicht zulässig, ich rufe Sie zur Ordnung. Daß Sie einen Minister der Begünstigung von Verbrechen bedemokraten.) Daß das Verbrechen nicht zulässig ist, weiß ich...( Stürmische Abg. Crüger( frf. Vp.) tritt für die Einführung der Berufung in Abg. Stadthagen( Soc.): Straffachen ein. Redner beschivert sich weiter darüber, daß in Herr Präsident, es ist zulässig von dieser Tribüne aus die Wahrheit Hamburg der Senat einem Institut verboten habe, den Ramen zu sagen. Ich habe den ganzen Sachverhalt dargelegt und erklärt: " Sparkasse" zu führen. Hierfür fehle jede gesegliche Grundlage. das sind die objektiven Merkmale des Verbrechens, und ob zehnmal Staatssekretär im Reichs- Justizamt Nieberding: Ob das Vor- ein Minister das gethan hat oder ein andrer, es muß gestattet sein, gehen des hamburgischen Senats in den besonderen hamburgischen hier auch Anklage zu erheben gegen den Minister, wo steht es auch Berhältnissen begründet ist oder nicht, unterliegt nicht meiner Zu in Ihrer neuen Geschäftsordnung, daß es nicht gestattet ist, hier ständigkeit. Es fan sich nur um die Frage handeln, ob hier ein die Wahrheit zu sagen. Widerspruch mit der Reichsgesetzgebung vorliegt. Das ist nach meiner Auffassung nicht der Fall. Vicepräsident Graf Stolberg: Sie haben wiederum den Minister angenommen. " D Junge Leute zwischen 14 und 18 Jahren dürfen in Fabriken nicht länger als 10 Stunden beschäftigt werden. Die Beschäftigung von Arbeiterinnen über 18 Jahren darf die Dauer von 10 Stunden, an den Vorabenden von Sonn- und Festtagen die Dauer von 9 Stunden nicht überschreiten. Jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen darf Arbeit nach Hause nicht mitgegeben werden. Für bestimmte Industriezweige sind Ausnahmen hiervon zulässig." Abgelehnt wird gegen die Stimmen der Socialdemokraten die Resolution Albrecht und Genoffen( Soc.) auf Errichtung von Betriebsaufsichtsbehörden mit Arbeiterbeigeordneten. Gegen die Stimmen der Konservativen und eines Teils der Nationalliberalen angenommen wird eine Resolution Gröber( C.), die für die nächste Session Vorlegung eines Gefeßentivurfes verlangt, durch den die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine auf Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuchs geregelt wird, und eine Resolution Röside Dessau( frs. Vg.) auf Vorlegung eines Gefeßentwurfs, wonach Berufsvereine ihre Bestrebungen zur Verbesserung der Lage der Arbeiter auch auf Veränderungen der Gesetzgebung richten dürfen. Dr. Jäger( C.), wodurch die Regierung ersucht wird, eine Uebersicht Mit großer Mehrheit angenommen wird eine Resolution über das auf dem Gebiet der Wohnungspolitik bisher Geleistete vorzulegen. des allgemeinen zehnstündigen Magimalarbeitstages. Dagegen stimmen Abgelehnt wird die Resolution Stößel( C.) auf Einführung die Freisinnigen, die Mehrheit der Nationalliberalen und die Konservativen. Ebenso wird abgelehnt die Resolution Sachse( Soc.) auf UnterAbg. Schmidt- Warburg( C.) schließt sich dem Verlangen der der Begünstigung eines Verbrechens angeklagt und ich rufe Sie ftügung der Kommission zur Bekämpfung der Wurmkrankheit durch Einführung der Berufung in Straffachen an und erklärt sich gegen zum zweiten Male zur Ordnung und mache Sie auf die geschäftswissenschaftliche und finanzielle Kräfte des Reiches. Dagegen stimmt die vom Abg. Dr. Spahn in der zweiten Lesung geforderte Erhöhung ordnungsmäßigen Folgen eines dritten Ordnungsrufes auf das Centrum, die Konservativen und der größte Teil der Nationalder Revisionssumme beim Reichsgericht auf 3000 M. merksam. liberalen. Damit ist die dritte Lesung des Etats Beendet. Endlich wünscht der Präsident den Mitgliedern des Hauses gute Erholung und ein fröhliches, seliges Osterfest".( Bravo!) Schluß 6½ Uhr. Abgeordnetenbaus. Aus der Debatte über den folgenden Gegenstand der Tagesordnung: Wahl eines Ausschusses von 9 Mitgliedern behufs Ausarbeitung der Unterlagen für die Festsetzung einer Grenze zwischen Fabrik und Handwerk ging nur so viel flar hervor, daß keiner der Redner zu sagen wußte, wo diese Grenze zu suchen sei oder wie die= felbe aussieht. Die Wahl findet natürlich statt. Beim Etat der Justizverwaltung fragt des Gesellenausschusses, in welcher ausgesprochen war, daß durch den Präsident Graf Ballestrem beraumt die nächste Sigung an auf Abg. Newoldt( ft.) nach den Gründen der Versehung des Abschluß tariflicher Verträge sich die Aufnahme der Streitklausel ers Dienstag, 21. April, nachmittags 2 Uhr, mit der Tagesordning: Stammergerichtsrats Havenstein vom Straffenat in den Civilfenat übrige, wurde von dem Vorsitzenden damit abgethan, daß dieselbe Erste und zweite Beratung der Novelle zum Reichsbeamten- Gefeß; des Kammergerichts. Dieser Fall habe in der Presse Anlaß zu allerlei aus bloßen Redensarten besteht und deshalb nicht zur Abstimmung Beratung der Bekanntmachung über die Sicherung des Wahl- geheimnisvollen Andeutungen gegeben. gelangen könne. Selbst ein so bescheidener und sicher doch auch im geheimnisses; zweite Lesung der Phosphor- Bündholz= Justizminister Dr. Schönstedt: Die Versehung des Kammer- Interesse der Handwerker gelegener Antrag, daß bei den Submissionen Vorlage. gerichtsrats Dr. Havenstein aus dem Straffenat des hiesigen die Arbeiten nicht billiger vergeben werden sollen, als sie in den Der Präsident bittet ferner die Mitglieder der Kommission für Kammergerichts in den Civilsenat ist am Schlusse des Geschäfts- Staatswerkstätten angefertigt werden, fand nur die Zustimmung die Krankenkassen Novelle, in den Ferien ein paar jahres 1902 erfolgt. Ich hielt mich nicht für befugt, dem Bericht des von drei Handwerksmeistern, vermutlich, weil derselbe vom GesellenSigungen abzuhalten, damit der Bericht beim Wiederzusammentritt Stammergerichts- Präsidenten nachzugehen. Hätte ich einen solchen ausschuß ausging. des Reichstages fertig vorliege. Es wäre ein schöner Abschluß der Versuch gemacht, so würde ich zweifellos der Gegenstand heftigster Legislaturperiode, wenn das Haus dies wichtige socialpolitische Gesetz Angriffe von andrer Seite geworden sein. Viele Zeitungen haben noch erledigte. von einem Fall Havenstein" gesprochen; die Versehung sei deshalb so auffallend, weil Havenstein ein hervorragendes Mitglied des Kammergerichts sei. An der Tüchtigkeit des Herrn Havenstein wird wohl niemand zweifeln. Es ist richtig, daß Herr Havenstein bisher nur in der Staatsanwaltschaft thätig war. Es ist mir aber nicht be= Ein Herr Bierbach behandelt sodann die Verhältnisse der kannt, daß seine Befähigung sich lediglich auf das Gebiet des Straf- Jnnungs- Krankenkassen" und kommt zu dem Ergebnis, daß dieselben rechts beschränkt hätte. Wenn das der Fall gewesen wäre, so würde immer mehr an der ihnen von Gottes und Rechtswegen zustehenden ich ihn bei seiner Majestät nicht zum Kammergerichtsrat vorge: Bedeutung verlieren, und zwar weil Centrum Trumpf ist und schlagen haben. Havenstein hat selbst erklärt, daß er den Wunsch außerdem die Regierung vor der Socialdemokratie immer mehr habe, nachdem er jahrelang sich mit dem Strafrecht beschäftigt habe, zurückweiche. Die letztere Bemerkung bringt den Regierungskommissar auch auf dem Gebiete des Civilrechts thätig zu sein. Herr Haven- auf die Beine, welcher das für eine ganz ungehörige Kritik der Restein war 2 Jahre im Straffenat; es war also höchste Zeit, daß er gierung erklärt, die nur der guten Sache schaden könne. in den Civilsenat verfekt wurde, damit bei ihm nicht etwa eine gewisse Einseitigkeit in der Rechtsanschauung eintrat. Die Presse, besonders die" Bossische Zeitung" hat nun Andeutungen nach der Richtung gemacht, als ob die Krankheit des Herrn Havenstein in irgend welchem Zusammenhang mit der Versehung stände. Das ist nicht der Fall. Herr Havenstein tam unter Beifügung eines ärztlichen Attestes um einen Urlaub von drei Monaten ein, den ich ihm bereitwilligst gewährte. Das Kammergericht ist die unabhängigste Behörde fast der ganzen Welt. Ich bezweifle gar nicht, daß die Versetzung erfolgt ist auf Antrag des Kammergerichts- Präsidenten; es waren aber ausschließlich fachliche Gründe dafür vorhanden. Es ist in der Presse auch behauptet worden, dem verstorbenen KammergerichtsPräsidenten Groschuff habe diese Versehung in seinen letzten Tagen viele unruhige Stunden bereitet. Derartige Aeußerungen sind unwahr. Troß aller Angriffe bleibt das Kammergericht ein Hort des Rechts für hoch und niedrig auch nach der Versehung des Herrn Havenstein.( Bravo rechts.) Der Etat wird bewilligt. 82. Sigung vom 24. März, 10 Uhr. Ami Ministertische: Möller. Die dritte Beratung des Etats wird fortgesetzt beim Etat der Berg, Hütten- und Salinenverwaltung. Abg. Dasbach( C.) bringt amtliche Wahlbeeinflussungen seitens der Bergverwaltung be der Wahl des nationalliberalen Abg. Bolk im Reichstags- Wahlkreise Saarbrücken- St. Johann zur Sprache. Namentlich Steiger und Obersteiger hätten sich gegenüber den Bergarbeitern die schlimmsten Wahlmanipulationen zu Gunsten des nationalliberalen Kandidaten und gegen den Centrumskandidaten erlaubt. Die Wahlprüfungs- Kommission habe diese unzulässigen Beeinträchtigungen der Wahlfreiheit auch voll anerkannt. Ebenso feien amtliche Wahlbeeinflussungen erfolgt bei der Wahl des nationalliberalen Abg. Priebe im Reichstags- Wahlkreise Ottweiler St. Wendel, dem früheren Wahlkreise des Freiherrn v. Stumm. Der Bergleute müsse sich wegen dieser Beschränkung der Wahlfreiheit eine große Erbitterung bemächtigen. Der Minister möge derartige Beeinflussungen für die Zukunft verhindern. Die Ausführungen des letzteren hatten denn auch zur Folge, daß sich nicht einmal die nötigen 15 Mann zur Unterstüßung der Resolution des Referenten fanden, so daß die Innungs- Krankenkassen nunmehr wohl ihrem Schicksal rettungslos verfallen find. Zum Schluß wurde noch einer Anregung des Gesellenausschusses, demselben den gedruckten Geschäftsbericht zuzustellen, stattgegeben. Elfte General- Versammlung des deutschen Tabakarbeiter- Verbandes. Dresden, den 23 März. Es sind einige sechzig Delegierte aus allen Teilen Deutschlands, Meister Hannover als Vorfizender des Ausschusses, Geyer Leipzig als Redakteur des Fachorgans anwesend, außerdem der Verbandsvorstand. Handelsminister Möller: Die scharfen Gegensäße in den beiden vom Vorredner erwähnten Wahlkreisen sind unerfreulich. Zur Prüfung von Wahlbeeinflussungen ist die Wahlprüfungs- Kommission des Reichstags der richtige Play, hier ist nicht der Ort für Die Tagesordnung des Kongresses wird wie folgt festgesetzt: derartige Wahlagitationen. Die Wahlprüfungs- Kommission des Es folgt der Etat des Ministeriums des Innern. 1. Geschäftsbericht des Vorstandes und Ausschusses; 2. Unterstüßung Reichstags hat stets gegen diejenige Partei entschieden, von der Abg. Dr. Krieger- Königsberg( freis. Bp.): Vor kurzem ist die der Mitglieder bei vorübergehender Erwerbsunfähigkeit; 3. Einführung Wahlbeeinflussungen nachgewiesen sind. Den königlichen Beamten Wahl des Herrn Carsten zum Beigeordneten in Elmshorn wegen der Arbeitslosen- Unterſtüßung; 4. Beratung aller auf Statutenmüsse ihr volles Recht gewahrt werden, für den Kandidaten ein- eines Formfehlers nicht bestätigt worden. Bei der Nachwahl soll der änderung vorliegenden Anträge; 5. Beratung sonstiger Anträge; zutreten, den sie für den besten halten. Ich habe auch den Berg- dortige Bürgermeister vor der Wiederaufstellung Carstens gewarnt 6. Wahl des Vorstandes, des Vorfizenden des Ausschusses und der beamten in Saarbrücken erklärt, daß ich amtliche Wahl- haben im Namen des Ministers, des Oberpräsidenten und des Re- Delegierten zum nächsten allgemeinen Gewerkschaftskongreß. beeinflussungen nicht wünsche. Im übrigen werden alle Mani- gierungspräsidenten.( Hört! hört! links.) Es wird in den 1. Punkt der Tagesordnung eingetreten. Dazu pulationen verschiedenartiger Faltung der Zettel, der Beobachtung wurde die Wahl wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt. Bei halten des Vorstandes gegenüber dem Sortiererverein zu mißbilligen, Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein: Das erste Mal liegen zwei Anträge von Brandenburg und Altona vor, das Verder Stimmzettelabgabe usw. infolge der gestern beim Reichstage der zweiten Wahl stellte sich das für Herrn Carsten betrübende Er- besonders die Entziehung des„ Tabakarbeiter" zu Publikationen der eingegangenen Vorlage zur Sicherung des Wahlgeheimnisses in Zugebnis heraus, daß er bei der zweiten Wahl nicht vorgeschlagen Sortierer. funft ja nicht mehr möglich sein. Abg. Vopelius( ft.): Auch seitens der katholischen Geistlichkeit wurde. An dieser eignen Kritik der Bürgerschaft sollte man doch Der Vorsitzende des Verbandes, Verbandes, Deichmann- Bremen, find die schlimmsten Wahlbeeinflussungen vorgekommen. Man hat eigentlich nach dem Princip der Selbstverwaltung nicht rütteln. nimmt sodann das Wort zum Bericht. Er weist auf die traurige sogar mit der Verweigerung der Sterbefatramente gedroht.( Hört! Bei dieser Wahl soll der Bürgermeister die erwähnte Aeußerung Lage der Tabatarbeiter hin und beklagt ihren Indifferentismus hört! rechts und bei den Nationalliberalen.) Katholiken, die gethan haben. Es ist unrichtig, daß ich oder der Oberpräsident oder gegenüber der Organisation. Von 112 000 über 16 Jahre alten, nationalliberale Versammlungen besuchten, sind von der Kanzel herab Der Bürgermeister hat in einer vertraulichen Besprechung eine 18 Proz., nur organisiert. Deshalb sei die Organisation auch nicht der Regierungspräsident eine solche Warnung ausgesprochen haben. also organisationsfähigen Tabalarbeitern seien rund 18 000, also als Feiglinge" und" Lumpen" bezeichnet worden. Herr Dasbach, Aeußerung gethan, die aber vollständig entſtellt wiedergegeben ist. im stande, die Interessen der Tabalarbeiter so zu vertreten, wie es der im Glashause fitt, sollte nicht mit Steinen werfen. Abg. Dr. Heifig( C.) beschwert sich über anti- polnische Maß- Er hat von seinem politischen Standpunkte aus gewarnt, denselben eigentlich notwendig sei. Der Vorstand habe die Aufstellung einer nahmen der Bergwerks- Verwaltungen in Oberschlesien. Herrn wie bei der ersten Wahl nochmals zu präsentieren. Das Statistik vorgenommen, die leider vielfach nicht mit dem nötigen Abg. Dasbach( C.): Ich bitte Sie, von den Behauptungen, würde nicht den Interessen der Stadt entsprechen. Er glaube auch, Entgegenkommen von den Kollegen beachtet worden sei. Aber sie die Herr Vopelius aus dem nationalliberalen Gegenprotest vor- daß der Regierungspräsident, der Oberpräsident und der Minister habe ergeben, wie traurig es noch aussehe. Die Löhne seien außergetragen hat, nichts zu glauben.( Große Unruhe rechts und bei den Anstoß nehmen könnten, wenn dieselbe Person zum zweitenmal ge- ordentlich niedrige. Besonders schlecht stehe es damit im Baden, Nationalliberalen.) Es handelt sich hier um eine für das Centrum wählt würde. Diesen Glauben durfte der Bürgermeister aus wo ca. 1½ Proz. der dort beschäftigten Tabatarbeiter organisiert sehr wichtige Angelegenheit; hören Sie mich doch ruhig an! Ich sprechen. Er hätte es aber wohl nicht gethan, wenn er gewußt sei, in Westfalen feien es ca. 5 Proz. Etwas besser stehe es in habe Sie in dieser Session ja nur sehr selten mit Reden in An- hätte, daß die Aeußerung zur politischen Ausbeute benutzt werden Nord- und Nordwest- Deutschland. In Sachsen sind 27 Proz., in spruch genommen.( Lautes Gelächter bei den Nationalliberalen.) würde. Es ist ihm zu verstehen gegeben, daß es richtiger gewefen Schlesien 15-16 Proz. organisiert. Groß sei die Fluktuation. Seit Abg. Dr. Sattler( natl.): Interessant war mir die Aeußerung sei, die Regierung bei solchen Dingen aus dem Spiele zu lassen. 1895 hat der Verband 9726 neue Mitglieder gewonnen, aber die des Herrn Dasbach, er wolle den Frieden zwischen den Konfeffionen. Nachdem noch der Abg. Defer( Hosp. d. frs. Vp.) für die Er- Mitgliederzahl sei trotzdem in den beiden letzten Jahren nur um 776 Es giebt wohl keine Presse, die so friedlos geleitet wäre, wie die höhung der sogenannten Vigilanzgebühren bei den Schuhleuten ein- gestiegen. Es müssen andre Mittel gesucht werden, die Mitglieder an den des Herrn Dasbach. Herr Dasbach sollte doch an seine eigne Brust getreten ist, wird von der Mehrheit ein Schlußantrag gestellt und Verband zu fesseln. Als solche erachte er den Ausbau der Unterſtügungsschlagen und dafür sorgen, daß seine geistlichen Kollegen ihre bie Debatte geschlossen. Etiva sechs Redner erklären, daß ihnen durch den Schluß das Arbeiter der Tabakindustrie für die Organisationen mehr als bisher Autorität nicht zu ungehörigen Wahlbeeinflussungen gegen die Besonders müsse auch versucht werden, die weiblichen zweige. Nationalliberalen verwenden. Wort abgeschnitten worden ist. Der Etat des Ministeriums des Innern wird genehmigt, ebenso ben Verband obligatorisch eingeführt werden. heranzuziehen. Die Unterſtüßung bei Erwerbsunfähigkeit müsse für das Etatsgesetz. Redner protestiert Der Etat ist in dritter Lesung verabschiedet. die Beamtenwohnungen in zweiter Lesung; 2. Erste und zweite BeNächste Sigung: Donnerstag 2 1hr( 1. Vorlage betreffend ratung des Gefeßentwurfs betreffend die Landestrauer; 3. Sekundärbahn- Vorlage). Schluß 5 Uhr. Darauf wird ein Schlußantrag angenommen. Beim Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung erörtert Abg. Dr. Crüger( frf. Bpt.) die Frage der Berliner Aeltesten. Die Aeltesten kämpfen um den Schutz wohlerworbener Besitzrechte an der Börse.( Sehr richtig! links.) Ein Regierungskommissar: Der Minister hat zu den vom Abg. Dr. Crüger angeregten Fragen noch keine endgültige Stellung genommen. Jedenfalls steht der Landesregierung nach ihrem disfretionären Ermessen das Recht zu, das der Minister für sich in Anspruch genommen hat. Abg. Frhr. v. Sedlit( ft.) ist der Meinung, daß bei dem Streit zwischen Aeltesten und Handelskammer der Rechtsstandpunkt respektiert werden müsse. Beim Eisenbahn- Etat bringt Abg. Dr. Mizerski( Pole) die zum 1. April d. J. geplante Maffenversehung polnischer Eisenbahnbeamter in rein deutsche Landesteile zur Sprache. Darin liege ein Verstoß gegen die Verfassung, die nichts von solchen provinziellen Beschränkungen der Anstellungsfähigkeit der Beamten kenne. Die betreffenden polnischen Beamten hätten sich von jeder Agitation streng ferngehalten und eine solche unerwünschte Versehung nicht verdient. dann gegen die Belastung der Tabakindustrie durch neue oder höhere geschädigt, sondern auch die Industrie, die jetzt nur noch durch die Tabak noch mehr bluten solle, nicht nur die Tabalarbeiter schwer Zölle. Die Statistik ergebe so traurige Verhältnisse, daß wenn der niedrigen Löhne konkurrenzfähig sei, vollständig zu Grunde gerichtet werde. 0 Meister Hannover als Vorsitzender des Ausschusses weist gleichfalls auf die traurigen Verhältnisse der Tabalarbeiter, die durch bie Krise noch verschlechtert seien, hin. Die Fabrikanten benutzten die Arbeitslosigkeit dazu, die Lage der Arbeiter noch mehr herunterDie Vollversammlung der Handwerkskammer Berlin tagte am Montag im Landhause, Matthäikirchstr. 20. Den Geschäftszudrücken. Da sei es flar, daß größere Anforderungen an die bericht verliest der Sekretär Dr. Neuhaus. Mit der Kontrolle des Thätigkeit des Ausschusses gestellt worden feien. Sehr oft mußte Lehrlingswesens und der Betriebsvorschriften find 296 Beauftragte sich der Ausschuß den Wünschen der Mitglieder gegenüber ablehnend betraut gewesen. In mehreren Fällen mußten dieselben polizeiliche verhalten, weil der Vorstand nicht in der Lage gewesen sei, sie zu erHilfe in Anspruch nehmen, um ihre Funktionen ausüben zu können. füllen. Der Ausschuß habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Auch Es gelangt dann ein Antrag zur Annahme, daß für Lehrlinge feien alle Maßnahmen des Vorstandes in vollem Einvernehmen mit bei Nichtinnungsangehörigen ein Einschreibegeld von 6 M. an die dem Ausschuß getroffen worden. Handwerkskammer zu entrichten ist. Ein hierzu gestellter Antrag des Gesellenausschusses, Kautelen dafür zu schaffen, daß der Lehrmeister und nicht etwa der Lehrling die 6 M. zu zahlen habe, wurde abgelehnt, und zwar, wie aus den Ausführungen einiger Redner herborging, aus Furcht daß eine derartige Bestimmung auch auf die Innungsmeister ausgedehnt werden könnte. werden dürfe. Es sei nötig, zunächst einmal die Arbeitslosen- UnterLenz ist der Meinung, daß nicht auf einmal zu viel gethan stützung einzuführen. Mit dem Verhalten des Vorstandes gegenüber dem Sortiererverband ist er nicht einverstanden, ebensowenig mit dem Vorgehen des Vorstandes gegen die Krankenkasse der TabakEisenbahnminister Budde: Die Versehung einer Anzahl Beamter aus Posen in andre Bezirke beruht auf verschiedenen Ursachen. In der Hauptsache handelt es sich um rein dienstlich- technische Gründe, wie die gleichmäßige Behandlung der Militäranwärter innerhalb der einzelnen Eisenbahndirektions- Bezirke. Diese Maßnahmen find ledig lich im Interesse der Beamten selbst erfolgt. Eine ganz fleine Anzahl von Beamten ist auch deswegen verseht worden, weil sie sich an der polnischen Agitation beteiligt haben, so ein Weichensteller, der in feiner Wärterbude agitatorische Versammlungen für das Polentum abgehalten hat. Das Recht zu solchen Versehungen muß ich als Minifter unbedingt für mich in Anspruch nehmen.( Bravo rechts!) Abg. Dr. Krieger- Königsberg( freif. Bp.) wünscht, daß die Länge der Urlaubszeit der Eisenbahnbeamten nicht nach der Höhe des Ranges, fondern nach dem Dienstalter bemessen werde. Eisenbahnminister Budde: Der Urlaub wird nicht lediglich nach der Dienststellung des Beamten bemessen. Ich selbst habe bis jetzt am wenigsten Urlaub gehabt.( Seiterkeit.) Es muß natürlich ein Unterschied gemacht werden zwischen den Beamten, die körperlich beschäftigt sind, und jenen, die in der Schreibstube angestrengt thätig Find. Abg. Kirsch( C.) beklagt sich darüber, daß den Eisenbahn- Beamten im Rheinland fein regelmäßiger Urlaub zum Gottesdienst gewährt werde. Ein Antrag des Vorstandes, die Mindestdauer der Lehrzeit für Minister Bubbe: Soweit der Dienst es zuläßt, wird der Urlaub eine große Anzahl von Gewerben auf drei Jahre festzusehen, wird zum Kirchenbesuch gewährt, im allgemeinen zweimal im Monat. angenommen. Es wird dabei vom Referenten aber ausdrücklich beAbg. Cahensly( C.): berichtet, daß die Eisenbahnbehörde bei der tont, daß durchaus nichts im Wege stehe, die Lehrzeit auch auf vier Nachwahl für den verstorbenen Abg. Lieber in dem Wahlkreise die Jahre festzusetzen. Der vorliegende Antrag sei nur deshalb eingeUnterbeamten zum Besuch der nationalliberalen Versammlungen an- bracht worden, weil der Oberpräsident einem andern Antrage feine gehalten habe. Ein hoher Eisenbahnbeamter habe das Centrum und Genehmigung versagt habe mit der Begründung, daß für einzelne die katholische Kirche in einer Versammlung unglaublich beschimpft. Gewerbe, für die an fich eine Lehrzeit von drei Jahren zur AusBeim Etat der Bauverwaltung polemisiert bildung des Lehrlings genügt, die Lehrzeit nicht um deswillen auf Abg. Felisch( t.) gegen den Antrag, den Abg. Hirsch bei der 4 Jahre gefeßlich festgelegt werden dürfe, weil den Lehrlingen Softzweiten Lesung gestellt hatte und der erhöhten Bauarbeiterschutz ge- geld, Beköstigung, Kleidung usiv. vom Lehrmeister geliefert werde. fordert hatte. Es sei genügender Bauarbeiterschuß vorhanden. Die Ein Antrag des Gesellenausschusses hierzu, in dem Antrage die BeAusführung des Antrags Hirsch würde der Socialdemokratie die zeichnung Mindest" zu streichen, wird abgelehnt. alleinige Herrschaft auf den Bauten geben. Er warne die Regierung Es folgen dann die Beratungen über Bestimmungen zur Regevor der Bewilligung von Arbeiterkontrolleuren. Das einzige, was lung der öffentlichen Vergebung von staatlichen und kommunalen dringend nötig fei, sei die Einführung des Befähigungsnachweises Arbeiten. Der Vorstand hat hierzu einen sehr umfangreichen Ent- oder wegen Erpressung müssen seit Jahren massenhaft Arbeiter über Ein Antrag des Gesellenausschusses, die in dem sich ergehen lassen, die von ihrem Koalitionsrecht Gebrauch machen. Entwurf enthaltene Streiftlaufel zu streichen, fand natürlich Nicht allein, daß diese Strafparagraphen angewandt wurden gegen nicht die Gegenliebe der Herren Handwerksmeister. Eine Resolution Arbeiter, die einem Unternehmer Bedingungen stellten für arbeiter. Der Haushaltsplan, welcher in Einnahme und Ausgabe mit 76 000 m. balanziert, wird angenommen. Bemerkenswert ist, daß Borstandes. An einer ganzen Reihe von Beispielen weist Redner Faun Bremen( Verbandssekretär) verteidigt das Verhalten des der Etat sich in den zwei Jahren des Bestehens der Handwerkskammer nach, daß sehr viele Mitglieder der Krankenkasse keine Mitglieder verdoppelt hat. Derfelbe betrug im ersten Jahre 38 000, im zweiten des Verbandes sind, sich ihm teilweise feindlich gegenüberstellen. nach, daß sehr viele Mitglieder der Krankenkasse keine Mitglieder Jahre 58 000 M. Ein recht charakteristisches Beispiel dafür, in wie unnüßer Weise Der Sortierer Angelegenheit legt er nicht so viel Wichtigkeit bei. die Innungsgelder oftmals ausgegeben werden, führt ein Tischler- Eberle Nordhausen billigt das Vorgehen des Vorstandes betr. meister aus Luckenwalde an. Wenn beispielsweise in Dahme, einem der Zuschußkasse. Redner geht dann auf den großen Nordhauser TabakOrte, 35 Kilometer von Luckenwalde entfernt, ein Tischlerlehrling arbeiter- Streit ein. Die Folgen des Streiks seien zwar noch nicht ganz sein Gesellenstück machen müsse, so müsse entweder die Prüfungsüberwunden, aber der moralische Erfolg des Kampfes sei unverkennbar. kommission per Wagen nach Dahme oder das Gesellenstück- Objekt, Redner empfiehlt warm die Anträge des Vorstandes und wünscht, vielleicht ein Spind oder gar ein Büffett, müsse per Achse nach Bucken- daß auch für die Kantabatarbeiter eine ähnliche Statistik aufgestellt walde geschafft werden. Beides verursache ganz erhebliche Kosten. werde, wie dies für die übrigen Tabalarbeiter in anerkannter Weise Bei der Beratung des Etats famen auch die Gegensätze zwischen geschehen sei. Er ersucht, die beantragten Mißtrauensvoten gegen Berlin und der Provinz mehrfach scharf zum Ausdruck. Bäcker- den Vorstand abzulehnen. Obermeister Bernhardt erklärt, daß die Provinzler von den Berlinern Damit schließt die Vormittagssitzung. In der Nachmittagsdurchgeschleppt würden, wogegen die erfteren lebhaft protestierten, sigung wurde die Debatte fortgesetzt. Sie erstreckte sich hauptsächlich dagegen befürworteten auch diese mehrfach, daß die Verhältnisse in auf die Angelegenheit der Sortierer und der Krankenkasse. Beschlüsse der Probing verschiedentlich wesentlich anders liegen als in Berlin. wurden bisher nicht gefaßt. Der Haushaltsplan wird sodann genehmigt. für das Baugewerbe. Abg. Dr. Hirsch( freis. Vp.) weist die Angriffe des Abg. Felisch zurüd. Heltere, erfahrene Bauarbeiter feien sehr geeignet zur Ausübung der Kontrolle auf den Bauten. " Ivurf vorgelegt. Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Grober Unfug. Vier Parteigenoffen in Sachsen- Weimar hatten am 8. März Flugblätter verteilt. Darauf erhielten sie Strafverfügungen, weil fie gegen§ 3661 des Strafgesetzbuches und ein Chursächsisches Generale vom 24. Juli 1811" ber= stoßen haben sollen. Sociales. Nötigung und Bedrohung. Anklagen und Bestrafungen wegen Nötigung und Bedrohung Eingegangene Druckschriften. die weitere Hergabe ihrer Arbeitskraft, auch den Verkehr| seitige Behandlung der Handlungsreifenden des einen Landes in dem nochmals hervor, daß es äußerst schwierig sei, Streitfragen der vor der organisierten Arbeiter mit nichtorganisierten wußte man andern. Danach dürfen Kaufleute, Fabrikanten und andre Gewerbe- liegenden Art richtig zu entscheiden, weil ja die Steine oft auch ohne durch harte Strafen der genannten Art zu treffen, ja selbst den treibende des einen Landes im andern entweder persönlich oder Verschulden der Arbeiter platten. Verkehr der organisierten Arbeiter untereinander. So ist die Auf- durch Angestellte bei Kaufleuten, in offenen Verkaufsstellen oder bei den forderung zum Eintritt in eine Organisation sowohl als Nötigung Produzenten Waren einkaufen und bei den Kaufleuten in deren Geschäftswie als Erpressung behandelt worden; es ist aber auch als nötigung sprechenden Waren Verwendung finden, Bestellungen aufsuchen, ohne räumen sowie bei solchen Personen, in deren Gewerbebetrieben die entbehandelt worden die Bekanntmachung eines Gewerkschaftsvorstandes, daß sie dafür eine besondere Abgabe zu entrichten haben. Sie müssen Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diek' Verlag) ist soeben das daß Mitglieder, die in gesperrten Betrieben in Arbeit treten, aus sich jedoch durch eine von ihrer Heimatsbehörde ausgestellte 25. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben der Organisation ausgeschlossen würden. Wenn das Rechtens ist, dann Legitimationskarte ausweisen, daß sie dort zum Handels- oder mir hervor; Der Trierer Schulfall. Einleitung zu einer Kritik der poli begeht auch die Landwirtschaftskammer für die Provinz Gewerbebetriebe zugelassen und daß tischen Dekonomie. Von Karl Marr.( Schluß.)- Socialismus und Landwirt. sie die gesetzschaft. Kon K. Kautsky. 7. Genossenschaftliche Landwirtschaft. 8. Fundamente Sachsen eine schwere Nötigung. Sie verschickt ein Cirkular ihres lichen Abgaben entrichten. Sie dürfen Proben und Muster, der Dekonomie. „ Ausschusses für Arbeiterwesen", worin es heißt: Zum zweiten Bauarbeiterschuß- Kongreß. Bon G. Link, Die Proben und Muster dürfen Berlin. Litterarische Sundschau: Ilse v. Arlt, Die gewerbliche Nachtarbeit unter Beobachtung bestimmter Vorschriften zollfrei eingeführt werden. der Frauen in Destreich. Notizen: Elektricitätstruſt. für die Legitimationsfarte ist ein Schema vereinbart. Die Verein Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchbarung ist am 13. März durch Austausch der Genehmigungen voll- handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die ,, Neue Zeit" unter Mr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Alle Mitglieder, welche ihren Beitritt zu dem Ausschusse für das Arbeiterwesen erklären, verpflichten sich, keine Person in Arbeit oder Dienst zu nehmen bezw. zu behalten, nachdem ihnen bekannt geworden ist, daß die Person bei einem andren dem Ausschusse angeschlossenen Mitgliede ohne ordnungsmäßige Entlassung die Arbeit aufgegeben hat und von diesem zurückverlangt wird. Mitglieder, welche dieser Bestimmung zuwiderhandeln, haben zu gewärtigen, daß in den öffentlichen Versamm lungen der Landwirtschaftskammer sowie in der Presse auf das Verfehlte ihrer Handlungsweise unter Nennung ihres Namens hingewiesen wird. Außerdem verlieren sie dadurch jeglichen Anspruch auf die Unterstützung des Ausschusses für Arbeiterwesen. In gleicher Weise werden die Landwirte der Provinz Sachsen seitens der Landwirtschaftskammer moralisch verpflichtet. aber keine Waren mit sich führen. zogen worden. bon " Der Wahre Jacob hat soeben die 7. Nummer seines 20. Jahr" Die Schadenersakpflicht der Steindrucker beim Platzen der Drucksteine. Die Firma Hagelberg hatte dem Steindrucker F. 10 M. vom Lohn abgezogen, weil diesem beim Drucken ein Stein geplagt( Stuttgart, Dick Verlag), ist uns soeben die Nr. 7 des 13. Jahrganges Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen war. F. klagte beim Gewerbegericht, das ihm auch die 10 M. zu- zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Was sprach, weil gegen verdienten Lohn Schaden nicht aufgerechnet die Frauen Karl Mary verdanken. Die Volksschullehrerin in Preußen. Von werden dürfe. Nunmehr klagte die Firma gegen F. wegen M. Kt. Etwas vom Strafen. Von Anna Adam. Aus der Bewegung. des zersprungenen Steins auf Schadenersatz, Feuilleton: Sturm am Morgen. Gedicht von Hermann Lingg. und zivar Sonnenstrahlen. Von Paul Bröcker. wurden Vertreter der Firma, Oberdrucker Eckert, behauptete, F. trage der Arbeiterinnen. Die Blätterin. ihr 115 Mark 50 Pfennig gefordert. Gedicht von Der Franz Lüdtke. Notizenteil: Sociale Gesetzgebung. Arbeitsbedingungen die Schuld an dem Zerspringen des Steins, denn er habe ihn recht der Frauen. Frauen- Stimmrecht. Sittlichkeitsfrage. Vereinszu straff eingespannt. Nachdem der Stein geplakt war, habe ihm Frauenbewegung. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer F. weniger Spannung gegeben und ihn locker gelassen, um erst 10 Bf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste Die Zugehörigkeit zur Landwirtschaftskammer beruht nicht auf dann das Malheur ihm, dem Oberdrucker, zu melden. Durch die für 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis viertelfährlich ohne Freiwilligkeit, sondern auf gesetzlichen Zwangsvorschriften, es fann Korrektur habe F. bezwecken wollen, daß bei der Untersuchung durch Bestellgeld 55 Bf., unter Kreuzband 85 Pf. sich also kein Landwirt der öffentlichen Kennzeichnung dadurch ent- den Vorgesetzten die Spannung als normale erscheinen sollte. Zwei ganges erscheinen lassen. In derselben beginnt eine Serie von„ Wahlziehen, daß er sich der Organisation fernhält. Man könnte ein- Mädchen bekundeten denn auch, daß F. die Spannung nach dem Unfall bildern" mit dem farbigen Bilde„ Erfolge der Jesuiten beim Stimmenfang wenden, es sei vom Standpunkte des Landwirts eine tadelnswerte, verringert habe. Und der Obermaschinenmeister, der ebenfalls ver- unter den katholischen Arbeitern". Hervorzuheben ist sodann das zweite die Standesinteressen verletzende Handlung, Leute zu beschäftigen, Stellen des Steines bestritten. Daraus gehe hervor, daß er sich des Nationalliberalen Biedermeier über die Aufhebung des§ 2 des Jesuitennommen wurde, betonte, der Beklagte habe das nachträgliche farbige Bild„ Das Wunderkind" sowie die Zeichnungen Schrecklicher Traum die einen andern Landwirt unter Kontraktbruch verlassen haben. eines Verschuldens bewußt gewesen sei. F. bestritt dies. Er habe geseges"," Der neueste Bilgerzug"," Wenn es wiederkäme!"," Die Bilanz", Indessen trifft das mit demselben Rechte auch auf die Berufs- allerdings nachher an der Spannung geschraubt, aber mur, um sich Konkurrenz"," Platonische Liebe", Babel und Bibel"," Venus und organisationen der Arbeiter zit, wobei immer noch zu zu vergewissern, ob sie nicht zu straff gewesen sei, und das wäre Bacchus"," Aus Hamburg"," Der Fall Dohna"," Böllnerspäße"," Auslug" berücksichtigen ist, und Ein sauberes Kleeblatt". Der tertliche Teil der Nummer bringt die daß kein Gesetz einen Arbeiter zwingt, nicht der Fall gewesen. 1400 Druck habe er schon gemacht gehabt. Gedichte Ein Edelster", der Berufsorganisation anzugehören. Die freiwilligen Berufs- Im Laufe der langen Verhandlung wurde noch festgestellt, daß es wird", Sachsengänger" von Ludwig Lefsen, Schußmann in Nöten", ,, Drei Worte", Fromme Bitte"," Bic's fommen organisationen der Arbeiter aber umfassen nur Personen mit gleichen einen andren Maßstab für die richtige Spannung des Steines nicht" Babel- Bibel Cantus"," Töff, töff- Hurra!"" von Erich Mühsam, und Interessen, während der kleine Landwirt gezwungen wird, einer giebt, als das Gefühl des Maschinenmeisters( Steindruckers). außer zahlreichen kleineren Beiträgen in Poesie und Prosa noch das satirische Organisation anzugehören, die aus Personen mit den verschiedensten klagten, während der Vertreter der Firnia Hagelberg fich schließlich starken Nummer ist 10 Pf. Vergleichsversuche scheiterten an der strikten Weigerung des Be- Feuilleton Briefe moderner Dunkelmänner" Der Preis der zehn Seiten Interessen besteht, in der zumeist die Großgrundbesitzer herrschen und mit 3 M. begnügen wollte, damit F. wenigstens bestraft" fei. ihre Interessen vertreten, die denen des kleinen Landwirts meist Das Gewerbegericht unter dem Vorsiz des Herrn Dr. Meier ganz entgegengesetzt sind. Dazu kommt, daß in der Praxis der verurteilte F., an die Firma Hagelberg 115,50 Mart als SchadenKontraktbruch der Arbeiter in der Regel durch schlechte Behandlung ersatz für den zersprungenen Stein zu zahlen. Begründend wurde seitens der Landwirte verursacht wird. Ein anständiger Landwirt ausgeführt: Daß Steine plazen, komme bei der Ausübung des kann aber zehnmal davon überzeugt sein, daß die entlaufenen Steindruckberufs sehr oft vor, ohne daß der Arbeiter, der MaschinenArbeiter moralisch vollkommen im Recht sind, er darf sie doch nicht meiſter, dafür haftbar gemacht werden könne, sondern wo von einem Unternehmerrisiko gesprochen werden müsse. Der Steindrucker Die Kunft der Rede. Von Manfred Wittich. 2. Auflage. sei nur für den Schaden haftbar zu machen, wenn ihn Leipzig. Verlag von Rich. Lipinski. 1 M. an dem Platzen des Steins ein nachweisbares hohes" Was wird aus unsren Kolonien?" Von Baron v. Falken egg. Verschulden treffe. Hier sei ein solches Verschulden Berlin 1903. Berlag von Boll u. Bidardt. angenommen worden, wobei hauptsächlich ausschlaggebend gewesen bekenntnis Kaiser Wilhelms II. Von Wilhelm Hille, Braunschweig, WilhelmNeber das Dasein Gottes. Eine Antwort auf das Glaubens. sei, daß F. nachträglich den Stein locker gemacht habe, sich also straße 58. 64 Seiten. Drud von Ed. Riek, Braunschweig. einer zu straffen Spannung bewußt gewesen sein müsse, und daß er als erfahrener Maschinenmeister es hätte fühlen müssen, wie weit er frankheiten. 32 Seiten. Preis 20 Bf. Berlin 1903. Verlag von Dstar Dr. Otto Julinsburger. Zur socialen Bedeutung der Geistesmit der Spannung gehen durfte. Der Vorsitzende hob zum Schluß Stoselowski, Schliemannstr. 19. annehmen bei Strafe der öffentlichen Verfehmung. Ob wohl die Staatsanwälte und Richter, die in den erwähnten Handlungen von Arbeitern strafbare Nötigung sahen, solche auch in dem Verfahren dieser Landwirtschaftskammer finden würden? Für Handlungsreisende. Das Reichs- Gefeßblatt Nr. 8 enthält ein Uebereinkommen zwischen dem Deutschen Reiche und der französischen Republik über die gegen Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 25. März. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Der Freischütz. Schauspielhaus. Egmont. 7 Uhr. Deutsches. Monna Banna. Berliner. Nora. Lessing. Der blinde Passagier. Neues. Die Kreuzelschreiber. Nesidenz. Lutti.( Loute.) Weften. Der Zigeunerbaron. Central. Gräfin Pepi. Thalia. Der Posaunenengel. Belle Alliance. Pick und Pocket. Anfang 8 Uhr: G Schiller O.( Wallner Theater.) Das zweite Gesicht. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Der Meister von Theater.) Palmyra. Carl Weiß. Der Liebe Gebot. Buntes. Logenbrüder. Luisen. Der Jongleur. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Notbrücke. Casino. Berliner Herzen. Specialitäten. Metropol. Reueftes! Allerneuestes! Apollo. Die schöne Galathée. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Baffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Photographie in natürlichen Farben ( durch Wald und Flur). Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochent. 5, Ende 11 Uhr. Anf. Abendvorstellung 8 Uhr. Boxkampf Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Das zweite Gesicht. Lustspiel in 3 Akten v. D. Blumenthal.. Donnerstagabend 8 Uhr: Don Gil. Freitagabend 8 Uhr: Don Gil. Luisen- Theater. Anfang 8 Uhr. Benefiz f. Emil Achterberg: Zum erstenmal: Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Der Meister von Palmyra. Vereinigung der Maler. Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder Deutschlands. Bericht des Vorstandes und Ausschusses für die Zeit vom 1. Oftober 1900 bis 31. Dezember 1902. 52 Seiten. Verlag von A. Tobler, Hamburg- Barmbed. Stand der Gewerkschaftsbewegung in Köln für das Geschäftsjahr 1902 nebst Arbeiter Sekretariat Köln. 2. Jahresbericht nebst Bericht über den einer Abhandlung über die Krankenkassen in der Stadt Stöln, 104 Seiten. Preis 20 Pf. Selbstverlag des Arbeiter- Sekretariats. Köln 1903. Casino Theater Lothringerstr. 37. Nur noch kurze Zeit! Letzte Woche! 91 Uhr: Dramatische Dichtung in 5 Aufzügen Berliner Herzen. von Adolf Wilbrandt. Donnerstagabend 8 Uhr: Der Meister von Palmyra. Freitagabend 8 1hr: Der Meister von Palmyra. Palast- Theater Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. 82 Uhr: 8 Uhr: Wardini Francardi 2c. In Vorbereitung: Elternlos. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke 3 Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Grosser Bock- Trubel. des amerikanischen Meister: Der Jongleur. Die Gräfin von der Nadel. Um 10 Uhr abends Young und des austral. Preisboxers Jack Lewis. Bernhard Marx, Humorist. Marie Werder, Soubrette. Ganz Berlin zerbricht sich noch immer den Kopf über Jungfrau. AGA die schwebende Belle- Alliance- Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Große Posse mit Gesang in 3 Aften von Emil Pohl. Der Raub Donnerstag: Sabinerinnen. Freitag: Faust. der Sonnabend: Lumpacivagabundus. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Pick und Pocket". Nachtasyl. Schwant mit Gesang und Tanz Baffage Panoptikum.Specialitäten.. Barré von Hans u. Erich Urban. Buntes Theater. Palast. Die Gräfin von der Nadel. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Photographien in natürlichen Farben. Stern Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Anjang 7, Uhr. Der Posaunen- Engel. Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 3 Aften v. J. Kren u. A. Schönfeld. in 3 Alten nach dem Französischen des Musik von Antoine Banès mit EinTagen von Bogumil Bepler. Metropol- Theater. Der Leibalte. 31. März: Opern Aufführung des Eichelbergschen Konservatoriums: Cavalleria rusticana. Hänsel und Gretel. Mit glänzender Ausstattung: Billets an der Tageskasse. Neuestes! Allerneuestes! Revue in 5 Bildern von J. Freund. Musik von Victor Holländer. Central- Theater Abends 7%, Uhr: Gräfin Pepi. Operette in 3 Atten von Joh. Strauß. Morgen und die folgenden Tage, Musik v. J. Einödshofer 11. D. Emil Thomas a. G., Josef Josephi. abends 7, Uhr: Gräfin Pepi. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Carl Weiss- Theater. Abends 8 Uhr: Der Liebe Gebot. Schauspiel in 5 Aften. Morgen: Der Liebe Gebot. Henry Bender. Frid Frid, Flora Siding, Wini Grabitz. DO 300 Mitwirkende. Grandioses Ballett. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Residenz- Theater Apollo- Theater. Direktion: Sigmund Lautenburg. Abends 7 Uhr: Heute: Die schöne Galathée. Um 9, Uhr: Glänzende Specialität. Novellos. Garganis. Rob. Steidl. 1. im Salon Lutti( Loute). Cake- Walk Schwant in 4 Aften von Pierre Beber. Morgen und folgende Tage: Lutti. Sonntagnachmittag 3 Uhr: { 2. in Amerika Trianon- Theater. Georgenstraße, wifchen Friedrich- u.Universitätsstraße. Teltow Dir. Richard Winkler. Einzug Gambrinus mit Gefolge. Das Elite- März- Programm. 1. a.: Alexius, Berwandlungskünstler. Mary Ellys, Soubrette. Hermann Norden, Humorist. The Stoustons, Pantomime. 8 765 Harry Atkinson, She, Anf. 8 Uhr, Sonnt. 7 Uhr. Entree 50 Pf. Humberty, SteidlLinienstraße 132. Theater Dranienburger Thor. Nur noch kurze Zeit die So réen der beliebten Steidl- Sänger Man muß das Steidlsche Lebensbild Wasserratten gesehen haben. Stürm. Beifall. Anfang 8 Uhr, Sonntag 7 Uhr. Entree 50 Pig. Sperrjit 1,00. Cirkus Schumann Mittwoch, den 25. März 1903, abends 72 Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Die Notbrücke. Das Tagesgespräch von Berlin Lustspiel in 3 Aften von Fred Grésac und Francis de Croisset. Anfang 8 Uhr. Sonntag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Bernhard Rose- Theater Badstraße 58. Mittwoch, den 25. März 1908: 3. in der Hölle Das Milchmädchen von Schöneberg. Die 5 Barfusstänzerinnen... Donnerstag: Nakiris Hochzeit. Seine Kammerzofe. In Vorbereitung: Gesindeball. Gesangs- Burleske. Volksstück mit Gefang in 6 Bildern von W. Mannstädt. Anjang 8 1hr. Nach der Vorstellung: Tanz. Miss Alix Jongleur. Imitator. die 4 Elemente. Tanz- Humorist. Littke Carlsen, Arras- Duo, gymnast. Produktionen. Miss Sidy Nirvana, Lebende Bilder. Circling the Circle. Pariser Sängerin. Soubrette. Annie Dirkens, OperettenGabriela Juniori, Neues Ballett- Divertissement, , Das Fest des Lucullus" in 6 Bildern, darunter Cake Walk. Der Biograph". Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Der schöne Max aus Franz.- Buchholz. Heute: Bockbierfeft. Im Kaiser: Saal: Norddeutsche Sänger und Tanz. 822 L* Looping the Hoop. Sofastoffe Zum 150. Male: Die lustigen Satteltaschen. Ries enauswahl aller Qualitäten. Wolle Reste Moquetts, Muster bei näherer Angabe franco. Berlin, Heidelberger. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Sanssouci. Jeden Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanz- Kränzchen. Neu! Stoß' Dir bloß nich'n Kopp an die Hochbahn. Säle zu Festlichkeiten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang: Sonntags 7, Wochentags 8 Uhr. „ Bühnen- Grössen". Parodie- Burleske bon Meyjel. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Benefiz für A. Rochow und U. Horst: Die Bluthochzeit. Schauspiel in 5 Aufzügen v. Adami Nach der Vorstellung: IF Familienball. Grafweils Bierhallen Theater u. Variété Kommandanten Straße 77/79. D Direktion: Carl Haverland. Täglich: Gr. Vorstellung. Das grosse amüsante März- Programm. Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 8 1hr. Jed. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch nach der Vorstellung: TANZ. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Erstklassige Specialitäten. Ich heirate meinen Mann. Franz Sobanski. Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. Abessinierbrunnen Tompl. jekt 12 M. an. Erdbohrer leihweise umsonst. Ersatzteile, Sauger, Drudpumpen, einige gebrauchte Pumpen billig. Geöffnet bis abends 9 Uhr. W. Wolff, Ackerstr. 113. Socialdemokratischer Verein im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Vorwärts- Buchhandlung Donnerstag, 26. März, abends 8 Uhr, in ,, Leydeckers Festsälen", Sophien- Strassé No. 34: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Welche politischen und wirtschaftlichen Interessen hat das deutsche Volt beim nächsten Wahlkampf zu verteidigen? Referent SW., Lindenstrasse 69. Touristenund Radfahrerkarten, Stadtpläne! Genoffe Robert Schmidt. 2. Diskussion. 3. Partei- Stadtpläne von Berlin von 30 Pf. und Vereinsangelegenheiten. 245/6 Gäste willkommen. Wir erwarten, daß kein Mitglied fehlt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 25. März, abends 8%, 1hr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c: Branchen- Versammlung der Ladentischler. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Werkstatt- Angelegenheiten. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8½ 1hr, bei Mündner, Linienstr. 19: Branchen- Versammlung der Kammmacher und aller in der Celluloidschmuckbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Denter. 2. DisTussion. 3. Verschiedenes. Die Kommission. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8%, Uhr: Branchen- Versammlung der Modell- und Fabrik- Tischler sowie Modell- Drechsler. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Ingenieurs Herrn Grempe: Technische Fortschritte im Beleuchtungswesen". 2. Diskussion. 3. VerbandsAngelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Kommission. Stock- und Celluloid- Arbeiter. Mittwoch, den 25. März 1903, abends 8 Uhr, bei Feuerstein ( Barterre- Saal), Alte Jakobftr. 75: Branchen- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Agitationstour. Referent: Julius Hildebrandt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Branchen- Kommission. Donnerstag, den 26. März 1903, abends 8½ Uhr: Branchen- Versammlung der Stellmacher. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekannt gegeben. Der Obmann. Es ist notwendig, daß jeder erscheint. Tapezierer! Freitag, den 27. d. Mts., abends 8 Uhr pünktlich, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Oeffentliche Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Der Streit der Kollegen bei der Firma Gebr. Hecker, Münchebergerstraße 9. 2. Die Streitbewegung in Deutschland und die Stellung unsrer Arbeitgeber- Organisationen dazu. Zu dieser Versammlung sind eine Anzahl Firmen, sowie alle Arbeitgeber- Organisationen schriftlich geladen. Zahlreiches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ist dringend Die Verbandsleitung, Engel- Ufer 15. nötig. 177/7 Charlottenburg! Volkshaus, Rosinen- Straße Nr. 3. Donnerstag, den 26. März, abends 8, Uhr: Bortrag über: Schularzt und Elternhaus. Referent: Herr Schularzt Dr. med. Bloch. Es ist durchaus Pflicht aller Eltern, diesen Vortrag im Interesse der Kinder zu besuchen. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. 284/20 Der Einberufer. O. Ewald, Schlüterstr. 66. Verein zur Wahrung der Interessen d. Maurer Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 26. März 1903, abends 8, Uhr, bei Dräsel, Nene Friedrichstraße 35: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Stripp über: Märzgedenken und Märzgedanken". 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. 129/8 NB. Die Wichtigkeit der Tages- Drdnung erfordert, daß die Kollegen vollzählig erscheinen. zu 80 Personen Vereinszimmer für Gewerkschaften, zu ständiger Sizung, auch für Gesangvereine geeignet, empfiehlt 9472* Telephon Amt III, 1813. Karl Grosser, Dirffenstr. 39 I, ( frühere Straße An der Stadtbahn). Zucht- und Legehühner verkauft bis 1 M. Stadtpläne von Berlin mit sämtlichen Vororten v. 50 Bf. bis 3 M. Umgebungskarten von Berlin, 85, 132 und 500 Meilen um Sonntag früh 8 Uhr verschied nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, der Metalldreher Wilhelm Herforth im 50. Lebensjahr. Die Beerdigung findet Donnerstagnachm. 4, Uhr von der Leichenhalle des Himmelfahrts- Kirchhofs, Nieder- Schönhausen, aus statt. Nordend, 1586 Die trauernden Hinter bliebenen. Am 24. März starb nach langen schweren Leiden unser innigst geliebter Sohn und Bruder, der Graveur 168b Einladung Einladung sämtlicher Arbeitgeber der der Arbeitnehmer von den Wahb Orts- Krankenkasse für den abteilungen nachstehender Be Gemeindebezirk Lichtenberg triebe der zur Ersatzwahl von zwei Delegierten Orts- Krankenkasse für den zur Generalversammlung für die Gemeindebezirk Lichtenberg Wahlperiode 1901/1904 zum Freitag, zur Wahl von neun Vertretern der den 3. April 1903, abends 5 bis Arbeitnehmer zur Generalversamm 7 Uhr, in der Glashalle des Gartens lung für die Wahlperiode 1901/1904. des Schwarzen Adlers" hierselbst, I. Fabrikbetrieb.( Zum FabrikFrankfurter Chauffee 120, für zwei ausgeschiedene Arbeitgeber. Die Wahl erfolgt durch zusammengefaltet abzugebende Slimmzettel, auf denen die beiden Namen der zu wählenden Arbeitgeber deutlich bezeichnet sein müssen. Berlin, mit Entfernungsangaben Hans Wilhelm ſizende von Ort zu Ort, foloriert, von 50 Pf. bis 5 M., auch für Nadfahrer benutzbar. Radfahrerpläne von Berlin mit Angabe der Art des Straßenpflasters, der für Radfahrer verbotenen Straßen 2c. 50 Pf. Radfahrerkarten von Berlin und weiterer Umgebung( von Joachimsthal bis Jüterbog, von Genthin bis Frankfurt a. D.) auf Leinwand aufgezogen, in Karton 1,75. Radfahrerkarten von Deutschland und angrenzenden Ländern, mit Angabe der Beschaffenheit der Wege, Entfernungen der einzelnen Orte unter sich, Höhe über Sem Meere, Steigungen 2c., Kleinem Führer, aufgezogen, in Karton, jede Sektion 1,50 M. Taschenwörterbücher, kleines Format, praktisch für die Reise. Französisch- deutsch und deutsch- franzö fisch, englisch- deutsch und deutschenglisch, russisch- deutsch u. deutschrussisch, italienisch- deutsch und deutsch- italienisch. Jede Sprache statt 3 M. nur 1,50 M. Patente besorgt und verwertet gut und schnell Patent- Bureau im 24. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirchhofs in Rirdorf( Hermannstraße) aus statt. Die tiefbetrübten Eltern und Brüder, Dresdenerstraße, City- Passage. Allen Verwandten und Befannten zur Nachricht, daß am Die Wahl leitet der stellvertretende Borsitzende Hutmachermeister G. Groß, oder in dessen Behinderungsfall ein andres Vorstandsmitglied aus der Zahl der Arbeitgeber. Lichtenberg, den 21. März 1903. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse für den Gemeindebezirk Lichtenberg. P. Levyn, Vorsitzender. 271/9 Tod und Teufel allem Ungeziefer. Sonntag, den 22. März, mein Wanzen bernichtet famt But fo lieber Mann, unser guter Vater, nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. 9532 Die trauernden Hinterbliebenen fort mit tödlicher Sicherheit nur ,, Reichels Verstärktes Wanzenfluid", l. 50 Pf., 1,-, Liter 5,- M. Frau Müller nebit tindern. Schwaben tötet mit Brut wie fein Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. März, nachmittags 5, Uhr, betriebe gehören diejenigen Fabriken, in welchen keine Dampfkraft 2c. II. Transportgewerbe. zur Verwendung kommt.) III. Alle Handwerke.( zu allen Handwerken gehören diejenigen Werkstätten, wo nicht fabrik. mäßig die einzelnen Erzeugnisse durch verschiedene Hände fertiggestellt, sondern jedes Stück von einer Berson angefangen und fertiggestellt wird.) IV. Sonstige Betriebe des stehenden Gewerbes.( Bu sonstigen Betrieben des stehenden Gewerbes gehören z. B. Bierverleger, Restaurateure, Gastwirtschaften, Moltereien, Darmschleimereien 2c.) V. Betriebe mit Dampfkesseln zf. ( Zu den Betrieben mit Dampfteffeln gehören diejenigen, in denen Dampskessel oder durch elementare Straft ( Wind, Wasser, Dampf, Gas, heiße Luft 2c.) bewegte Triebwerke zur Berwendung kommen, sofern diese Verwendung nicht ausschließlich in vorübergehender Bennyung einer nicht zur Betriebsanlage ges hörenden Kraftmaschine besteht.) Bufolge Ausscheidens von 9 Delegierten zur Generalversammlung sind Es sind zu wählen: non der Leichenhalle des Dantes- Motten und Maden tötet und ver- Erfazwahlen erforderlich. tirchhofs aus statt. Am 21. März, früh 9 Uhr, verstarb nach langen Leiden meine liebe Frau Fried. Zimmermann, 1726 geb. Becker. Die Beerdigung findet am 25. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Zionsgemeinde II in Nieder- Schönhausen aus statt. Ludwig Zimmermann. andres Mittel absolut sicher nur allein ,, Reichels PoudreMartial", Dose 50 Bf., 1,-, Pfd. 4,-M. treibt für immer nur ,, Reichels Special- Mottenpulver", Kart. 50 Pf., 1,-, Pfd. 3,-. Vollkommenster Schutz gegen Mottenschaden. Sprühapparat 50 Pf. Anerkennungen aus aller Welt. Erfolg garantiert. Berlin SO., Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. Lieferant für Armee und Marine, königliche und städtische Behörden. Erklärung auf die Aufforderung des Flötherschen Gesangvereins vom 22. 3. 03. Wir erklären hierdurch, daß wir uns an der vermeintlichen Forderung dieses Vereins vor Uebervorteilung vorläufig schadlos halten, da laut Vereinbarung Fuhrherrn Friedrich Krautin was er verweigert. Weitere Schritte unsern verbindlichsten Dank. 1605 behalten wir uns vor. 1715 Die trauernden Kinder. Zitherklub, Edelweiss". Allen Freunden und Genossen für die herzliche Teilnahme bei der Be3.Reichhold u. Co., erdigung unfres lieben Baters, des der Verein mit uns abzurechnen hat, Berlin NW., Luisentr. 24. Auskunft kostenlos. 7722* Bekanntmachung! 99 Um unsrer werten Kundschaft unsre Leistungsfähigkeit vor Augen führen zu können, haben wir 1350 Einsegnungs- Anzüge fonfektioniert, welche durch ihre solide Verarbeitung, gediegene Stoffe und tadellosen Sitz, wenn man den außerordentlich billigen Preis in Betracht zieht, jedermanns freudige Anerkennung erlangen. 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Fernsprecher Amt VII, 353. Donnerstag, den 26. März 1903, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: Allgemeine 114/1 Der billige Rosenberg. Einsegnungsanzüge, Einsegnungskleider, Knabenanzüge Mädchenkleider, Mädchenjacken, a) aus dem" abrikbetrieb ein Vertreter, b) aus dem„ Transportgewerbe drei Vertreter, c) aus dem Betriebe Alle Handwerke" ein Vertreter, d) aus den Sonstigen Betrieben des stehenden Gewerbes" ein Vertreter, e) aus dem„ Betriebe mit Dampfkesseln 2c." drei Vertreter. Kaffenmitglied, welches großzjährig Wahlberechtigt und wählbar ist jedes und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte ist. Die Wahlen finden statt: a) Am Mittwoch, den 1. April 1903, abends 6-8 Uhr, in der Glashalle des" Schwarzen Adlers" hierselbst, Frankfurter Chauffee 120, für die Arbeit nehmer aus den„ Betrieben mit Dampffesseln ze."( Wahl dreier Vertreter). b) Am Donnerstag, den 2. April 1903, abends 6-7 Uhr, im Restaurant von Lutterbüfe hierselbst, Friedrich Karlstr. 11, für die Arbeitnehmer aus dem " Transportgewerbe"( Wahl dreier Vertreter). c) Am Dienstag, den 7. April 1903, abends 6-7 Uhr, im Kaffenlokal der Kranken tasse, Frankfurter Allee 196, für die Arbeitnehmer aus den Bes trieben„ Alle Handwerke ( Wahl eines Vertreters). d. Am Mittwoch, den 8. April 1903, abends 6-7 Uhr, im Kaffenlokal der Krankenkasse, Frankfurter Allee 196, für die Arbeitnehmer aus Sonstigen Betrieben des stehenden Ge werbes"( Wahl eines Ber treters). e) Am Donnerstag, den 9. April 1903, abends 6-7 Uhr, im Kaffenlokal der Krankenkasse, Frankfurter Allee 196, für die Arbeitnehmer aus dem Fabrit betrieb( Wahl eines Ver treters). Die Wahlen erfolgen durch zusammen gefaltet abzugebende Stimmzettel, auf denen so viel Namen verzeichnet werden müssen, als in der betreffenden Abteilung zu wählen sind. Die zu Wählenden müssen durch Vor- und Zunamen mit Wohnungsangabe und der Nummer ihres hiesigen Kassenbuchs oder in Ermangelung der lekteren durch Namhaft: machung des derzeitigen Arbeit. gebers auf dem Stimmzettel deuts lich bezeichnet werden. Jeder Wähler hat als Legitimation fein Kassen Quittungsbuch mitzus bringen, in welchem über die bis zum letzten Sonnabend vor dem WahlDamensaccos, Capes, Kosttime, tage gezahlten Beiträge vom Arbeit Reste zur Damenmäntel- Konfektion, Sammete, Seidenreste, Kostümstoffe, 767L* geber oder bei freiwilligen Mitgliedern bom Nassenführer quiltiert sein muß. Ob die Arbeitgeber zu den vors genannten unter I bis V aufgeführten Betrieben gehörig in der Wahlliste aufgeführt und somit deren Arbeit nehmer zur Abgabe ihrer Stimmen alles zu ganz enorm hill. Preisen. berechtigt find, ist am 30. März d. S., Kottbuser Damm 93. Lieferant des Rabatt- SparVereins„ Süd- Ost". Land 2 Mark Parzelle pro Woche Abzahlung. 840 Meter 300 M., westlicher Borort- Berkehr, mur mündlich, verkauft Herronimy, Blumenstraße 79. 9452* nachmittags von 1 bis 3 1hr, durch die Arbeitgeber event. im Lokale der Krankenkasse zu erfragen. Die Wahlen leitet der unterzeichnete Borsigende oder in dessen Behinderungsfalle ein andres Vorstandsmitglied aus der Zahl der Arbeitnehmer. Lichtenberg, den 24. März 1908. Der Vorstand der Orts Krankenkasse für den Gemeindebezirk Lichtenberg. = P. Levyn, Vorsitzender. Graveure und Ciseleure Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 26. März, abends 8%, Uhr, im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Klempner- Versammlung. Oeffentliche Versammlung 72/ 1* Referent Reichstags- Abgeordneter Martin Segit. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht Die Agitationskommission. Tages- Ordnung: Wann unterbreiten wir den Arbeitgebern unfre forderungen? Kollegen! Der 1. April ist vor der Thür. Ein Vertrag nicht zu stande gekommen. Es gilt also so schnell wie möglich zu handeln. Am Donnerstag muß jeder Kollege zur Stelle sein. Den Vertrauensleuten werden die Forderungen eingehändigt. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hr. 71. 20. 2. Icilngt Ks Jniwtr Wim ilollisfilstl. W»tl«-ch, 25. März 1903. Das Bliimenmedinm vor Gericht. Zweiter Tag. Nach Eröffnung der Sitzung durch Landgerichtsdirektar G a r tz beschließt der Gerichtshof die gestern gegen einen Zeugen erkanirte Ordnungsstrafe von 10 M. wieder aufzuheben, da dieier sein Aus- bleiben inzwischen genügend entschuldigt hat. ES wird in der Belveisauftrahme fortgefahren. Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t beantragt, der Angeklagten Gelegenheit zu geben, sich noch einmal über den Unterrock zu äußern, in welchem sie die 153 Blumen beherbergt haben soll. Dem Antrage soll später statt- gegeben werden. Der Geist in der Eisregion. Eine Zeugin, Frau S o I b r i ch, hat zwei Sitzungen mit- gemacht. In der ersten hat, wie sie bekundet, die Angekagte den Geist ihres Schwagers, des Äommerzicnrats Röseler aus Chemnitz cisiert. Dieser hat durch ihren Mund initgeteilt, daß er sich in der tiefsten Eisrcgion befinde und es ihm furchtbar schlecht gehe. Er mochte Llllcs_ gut machen. Ivas er verschuldet habe. Er bitte Frau Solbrich, nach Chemnitz zu seiner Frau zu gehen und seine Frau mit ihr aussöhnen. Ob in jener Sitzung auch Apporte waren, wisse sie nicht, denn sie habe ganz unten am Tische gesessen. Am obersten Ende saß die Aristokratie, eine Fürstin »aratschka, eine Gräfin Moltke-c. Die Thatsache, daß die An- geklagte aus Chemnitz stammt, ermöglicht, tvie die Zeugin auf Be- fragen des Vorsitzenden zugiebt, eine Erklärung dafür, daß die An- geklagte gewußt hat. daß die Zeugin eine Schwägerin des Kom- merzienmts Röseler ist und zwischen den Familien Differenzen ob- walteten. Die Zeugin hat damals geglaubt, daß es sich um echte Darbietungen aus der Geisterwelt handelte; auf die Frage, ob sie heute noch derselben Meinung sei, zuckt sie die Achsel. Eine Frage der Verteidiger beantlvortet sie dahin, daß die von dem „Geist" gewünschte Aussöhnung nicht stattgefunden habe. Auf einen Vorhalt des Vorsitzenden bestätigt die Zeugin, daß sie der Impresario Zeutsch auch noch in geschäftliche Beziehungen zu ihr getreten war. Er sollte eine wertvolle goldene Uhr für sie ver- kaufen und Gelder eintreiben. Sie hat Mühe gehabt, diese An- gelegenheiten zum Abschluß zu bringen. Die Angeklagte wendet sich gegen diese Behauptung und versichert, daß sie die Familienverhältnisse der Zeugin und ihre Beziehungen zur Familie des KommerzieiiratL Röseler gar nicht ge- lannt habe. Mit großer Lebhaftigkeit stellt die Angeklagte die Be- Häuptling auf, daß der ominöse Unterrock ihr erst auf dem Polizei- Präsidium vom Leibe gezogen worden sei— eine Behauptung, die Kriminalkommissar v. Kracht als absolute Unwahrheit bezeichnet. Ein aus der Luft gewachsenes Glas. Einen längeren Raum beansprucht der Zeuge Groll, der seine Aussage mit großer Bestimmtheit und mit Ivissenschaftlichcr Färbung macht. Er ist zweiter Vorsitzender des Verems„Psyche" und hat niehrereu Sitzungen mit der Rothe bcigewohiit. In einer Sitzung am 9. September waren etwa 80 Personen anwesend, es wurde ein Kollcktiv-Entrce an Herrn Jentsch bezahlt. Er habe die Produttionen der Frau Rothe niemals für Schwindel gehalten und b e st r e i t e entschieden, daß eS sich um T n s ch e n s p i e l c r- T r i c s handelte. Er kenne die antispiritistischen Experimente anS Erfahrung und müsse dabei bleibe«, daß Frau Rothe Schlvindcl nicht betrieben habe. Andernfalls Ivürde er niemals in die Sitzungen gegangen sein. Er könne bezeugen, daß es sich um echten Trancc- zustaud nach der spiritistischen Theorie handelte. Dafür sprachen die drei Merkmale: Anästhesie des ganzen Körpers, Katalepsie und Ver drehen der Augen nach oben. Nach spiritisttscher Theorie sei der Trancczustand der Hypnose gleich zu achten, mit dem Unterschied. daß die Hypnose von einem lebenden Menschen, der Trance- zustand von einer körperlosen Seele, einer Intelligenz, hervorgerufen wird. Die Apporte habe Frau Rothe ganz zweifellos im Trance ausgeführt. Er habe ihre Hände ganz genau beobachtet und könne bestimmt sagen, daß sie die Apporte nicht aus dem Kleid oder unter dem Tisch hervorholte. Aus reiner Hand habe sie beispielsweise ein GlaSei wachsen lassen.— Präs.: Haben Sie eine theoretische Er- klärung dafür. Ivo das GlaSei herstammen mochte?— Zeuge: Rein.— Präs.: Wissen Sie insbesondere, ob das Glasei schon vorher existent gewesen ist?— Zeuge: Existent war es zweifellos schon vorher, es fragt sich nur, wo es hergekommen. Es war ein Atom, welches vorher unsichtbar war und in ihrer Hand sichtbar wurde.— Staatsauivalt: Sie sind ja wohl auch Heil- magnetiseur. Was sind Sie von Hause aus?— Z c u g e: Ich habe Medizin studiert. Warum die Geister streikten. Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t: Hat der Zeuge eine Er- klärung dafür, warum die Angeklagte wohl in der langen Zeit ihrer Gefängnishast und während des Aufenthalts in der Charit« nicht Apporte gebracht hat. Hat darauf vielleicht ihre Umgebung und die Nähe antispiritistischer Menschen Einfluß?— Zeuge: Das Zustandekommen spiritistischer Phänomene hängt von dem p h y s i- s ch e n Befinden des Mediums und dem psychischen Zu st au de der Umgebung ab. Die Umgebung muß sich möglichst passiv verhalten, es wird nicht verlangt, daß sie antittitisch sein soll, aber sie soll sich passiv verhalten und nicht etwa ihre Gedanken darauf 'konzentrieren, daß die spiritistischen Experimente nicht gelingen möchten. Das wirkt psychisch deprimierend und alteriercnd auf das Medium ein. Es ist natürlich ausgeschlossen, daß ein Medium, ivclches aus der Untersuchungshaft koinint, nun etwa im Gerichtssaale eine Sitzung mit Erfolg abhält, aber ich bin fest über- zeugt, daß, wenn Frau Rothe wieder in die Region sympathi- sierender Personen kommt, sie die Phänomene wieder erreichen.— Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t: Haben Sie eine Erklärung daftir, daß die Blumen taufrisch ivaren und Wurzeln hatten? Sind das irdische Blumen gewesen?— Zeuge: Sie kamen von einer irdischen Existenz, aber'woher kamen sie? Da kommt die Theorie von der Dematerialisation und Rematerialisasion in Frage. Ich weiß bestimmt, daß Frau Rothe die Hände auf dem Tisch zu liegen hatte und als sie sie öffnete, fiel, ein Strauß von Blumen mit Wurzeln ihr aus den Händen. Ich habe die Blumen später»och gepreßt. Dieses Experiment der Frau Rothe fand in einem öffent- lichcn Restaurant nach einer Sitzung statt. Das Lokal war be- leuchtet und Frau Rothe konnte absolut keine Vorbereitungen gc- troffen haben. Herr Hofkapellmeister Ticdemann-Koburg war Zeuge dieses Ereignisses. Zur Psychologie der Geister. Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t: Sind Sie der Ansicht, daß die Blumen, die sich im Unterrock gefunden haben, sich bei ihr materialisiert haben können, die bis dahin dematerialisiert waren?— Zeuge: Nein. Auf die Theorie, daß durch einen Nervenschrcck eine Materialisation ou gros stattfinden kann, lasse ich mich nicht ein. Etlvas verwunderlich war es ja, daß das Medium täglich Sitzungen abhalten konnte, während erfahrungsgemäß die Medien nach solchen Sitzungen sehr geschwächt sind und Tage der Ruhe bedürfen.— Rechtsanwalt Dr. T h i c l e: Ist es denkbar, daß das Medium mit ihren Augen Geister sieht und sprechen hört, die andre Leute nicht sehen, so daß sie die Worte der Geister nur vermittelt?— Der Zeuge setzt des längeren auseinander, daß es visionäre und in- visible Gciftercrschciuungcn gicbt.— Rechtsamv. Dr. Thiele: Ist es nun auffallend, daß bei solchen visionären Geistercrscheinungen das Medium die Mitteilungen der Geister in seinereeignen Stimme und seinem Dialekt vermittelt?— Der Zeuge erklärt dies gar nicht für auffallend und legt dar, daß es möglich ist, solche iuvisiblen Geistercrscheinuugcn zu photographicren. Von solchen photographischcn Platten finden sich viele in der englischen Litteratur.— Rechtsanwalt Dr. Thiele: Fühlt sich denn der Zeuge irgendwie dadurch geschädigt, daß er 3 M. Eintrittsgeld gezahlt hat?— Zeuge: Keineswegs!— Au' Befragen des Sachverständigen Dr. H e n n e b e r g nach dem medizinischen Studium des Zeugen wird festgestellt, daß dieser bis Prima auf dem Gymnasium gekommen ist, niemals immatrikuliert war. Gcistergeräusche. Eine Zeugin, Frau Schmidt, bekundet u. a., daß ihr bei einer Sitzung nianches aufgefallen sei, was sie etwas mißtrauisch gemacht habe. So habe ein Geist angekündigt, daß viele Blumen kommen würden und Frau Rothe habe ihr gesagt, daß es h i n t e r i h r e m Stuhle rascheln würde, Frau Rothe habe dabei mit ihrem rechten Arn: den rechten Arm der Zeugin gefaßt, ihr linker Arm ivar frei. Als die Zeugin rascheln hörte, habe sie mit dem freien linken Arm hinter den Stuhl kommen wollen, sobald sie aber die kleinste Bewegung machte, habe Frau Rothe sie daran gehindert und zu ihr gesagt:„Die Geister ziehen Ihnen den Arm weg, ich will Sie magnettsieren I" Bei einem Blmnenregen, den Frau Rothe im Wege des Apports hervorrief, hat die Zeugin hinter ihren Stuhl gesehen und wahrgenommen, daß hinter ihrem Stuhle noch mehr Blumen lagen. Zeutsch rief darauf:„Sitzen bleiben!", die Zeugin faßte hinter den istnhl und zog einige Blumen hervor; woher diese gekommen, weiß sie nicht. „Mcdibumscl". Zeugin Frau Marie Müller hat mehreren Sitzungen bei- gewohnt. In der Sitzung, die am 16. Dezember stattfand, sei die Rothe vorher untersucht ivorden, ob sie irgend etwas an ihrem Körper versteckt hatte. Man habe nichts gefunden. Nachdem der Trancezustand eingetreten ivar, habe die Rothe mit Hilfe ihres Schutzgeistes, des„kleinen Friedchen", welches sie bisweilen mit dem Koseuanren„M e d i b u m s e l" belegte, die Aeußerungen der Geister iviedergegeben. In der Regel seien es in salbungsvollem Tone gc- sprochene religiöse Aeußerungen gelvesen. Beim Apport seien dann allerlei Nippsachen, Fingerhüte, BerloqueS im kleinsten Maßstäbe usw. Die Rothe habe erklärt, das seien Muster, die aus den, Jenseits kämen.— Präs.: Haben Sie denn das ge glaubt?— Zeugin: Ja.— Präs.: Sie meinen also, daß im Jenseits auch Muster geinacht werden?— Zeugin Ich habe mich später überzeugt, daß man d'cse Sachen auch in Berlin für 50 P f. kaufen kann.— Rechtsanwalt Dr. Thiele Halten Sie cs für möglich, daß die Angeklagte alle diese Gegen stände wie in einer Tüte unter ihren Kleidern verborgen hielt und sie dann einzeln durch den Kleiderschlitz hervorholte?— Zeugin Nein, das halte ich nicht für möglich.— R.-A. Dr. S ch>v i n d t Waren die Blumen noch frisch?— Zeugin: Jawohl, eine Tulpe habe ich sogar eingepflanzt, sie ist später aber eingegangen. Weitere Gläubige. Die folgende Zeugin, die SSjähriae Frau Del Im er, hat eine Sitzung im Klubhause in Schöncbcrg veranstaltet. Es seien gegen 36 Personen anwesend gewesen, welche je 8 M. bezahlt habe» Die Zeugiii hat an Jentsch. der sich damals mit der Rothe noch in Chemnitz aufhielt, 60 M. Reisevorschuß geschickt und ihm nach der Sitzung noch 40 M. gezahlt. Dies sei aus eignem Antriebe geschehe», gefordert habe Jentsch nichts. Die Zeugin erklärt»och, daß sie Spiritistin sei und an Geistcrerscheinungen glaube.— Zeugin Frau Marten hat mehreren Sitzungen beigewohnt. Frau Rothe habe die Blumen e i ii f a ch aus d e r L u f t g e h o l t. Die Zeugin könne nicht glauben, daß die Bluincir in de« Kleider» verborgen waren, denn sie habe nie einen verdächtigen Gris' gesehen. In den Aermelu lvnne die Angeklagte die Blumen auch nicht verborge» gehalten haben, denn sie habe ganz cngaiischlicßende Aerniel getragen. Die Blumen seien auch nicht gedrückt gewesen, sondern hätten ausgesehen, als seien sie soeben gepflückt Ivorden. Wen» die Geister durch die A» geklagte redeten, so sei stets ein tiefer Sinn darin gewesen, und diese Reden hätten einen weit höheren Bildungsgrad verraten, als der Angeklagten eigen sei.— Präs.: Wenn die An- geklagt nun alle diese Reden auswendig gelernt hat? Zeugin: Ja, das kann ich freilich nicht wissen.— Zeuge Kaufmann T o in i tz s ch, griechisch-katholisch, giebt an, daß er überzeugter S p i r i t r st sei. Er habe sich im Auftrage einer Spiritisten-Gescllschaft mit Jentsch in Verbindung gesetzt.>un ihn zu veranlassen, mit dem Medium nach Berlin zu kommen, um hier einige Vorstellungen zu geben. Jentsch habe zugesagt und nur Rcisespesen und seinen Unterhalt gefordert. Die erste Sitzung habe in des Zeugen Wohnung stattgefunden. Um das Medium möglichst genau beobachten zu können, habe er in dem SitzungSsaalc Oberlicht anbringen lassen. Unter der Lampe habe das Medium gesessen und alle Anwesenden hätten den Eindruck gehabt, daß sie die Blumen direkt aus der Luft heraus- holte. Bei einer späteren Sitzung sei die Rothe kurz vor der Sitzung auf das genaueste untersucht worden. Seine Ehefrau habe das Paar von der Bahn abgeholt, sie seien zusammen direkt nach der Wohnung gefahren, so daß jede Gelegenheit ausgeschlossen Ivar, noch vorher Blumen zu besorgen.— FrauKeßler, die folgende Zeugin, äußert sich in ähnlichem Sinne. Unter den Nippsachcn, welche von der Rothe als angebliches Geschenk von den Geistern verteilt wurden, spielte besonders eine kleine Porzellanfigiir, Christus vorstellend, eine Rolle. Auf Beftagen des Rechtsanwalts Dr. Thiele bestätigt die Zeugin, daß auch das Sitzungszimmcr vor der Sitzung untersucht worden sei. Sie hält es für unmöglich, daß Jentsch die Christus figur vorher irgend wohin gestellt haben könne.— Verteidiger Welchen Eindruck hatte die Zeugin von den Trance- Reden?— Zeugin: Ich habe die Ueberzeugung, daß die Angeklagte diese Reden nicht aus sich selbst hervorbringen konnte. Diese seien hoch g e i st i g gewesen und hätten keineswegs einen eingelernten Eindruck gemacht. Oft habe die Angeklagte auch in sehr schönen, harmonisch klingenden Worten gesprochen. Der Geist des Professors. Rentier Keßler, der Ehemann der Vorzeugin, bestätigt im allgemeinen die Wahrnehmungen seiner Ehefrau. Auch er ist der festen Ueberzeugung. daß es sich um echten Trance gehandelt habe und Betrug ausgeschlossen sei. Sehr charakteristtsch sei es z. B. gewesen, daß die Angeklagte in einer Sitzung einen Herrn Möckel dadurch in großes Staunen versetzte, daß der diesem bekannt gewesene Professor C y r i a x, der wissenschaftliche Vertteter des Spiritismus, als Geist durch ihren Mund zu ihm sprach. Ganz in der Art des alten Herrn llyriax weckte der Geist alte Erinnerungen. Herr Professor Cyriax hatte die Angewohnheit, sich beim Erzählen häufig an den Bart zu fassen und auch diese Eigenart brachte die An- geklagte zum Ausdruck, indem sie sich beim Reden mehrfach anZ Kinn faßte. Seines Wissens habe die Rothe den Professor Cyriax vorher nie gesehen und auch nichts davon gewußt, daß Herr Möckel mit ihm bekannt war. Letzterer sei ganz baff gewesen.— Die An- geklagte versichert, daß sie den Professor Cyriax vorher nie gesehen habe. Staatsanwalt Friedheim verweist dem gegenüber darauf. daß Professor Cyriax der Hcr/iuSgeber einer spiri- tistischcn Zeitschrift war. Zioingli, Landsknecht und Steinklopfer. Bäckenneister Wilhelm Große hat an einer Sitzung teil- genommen, für die er für sich und feine Frau 10 M. bezahlt hat. Er hat auch bei sich selbst eine Sitzung abgehalten, zu der er die Rothe und den Jentsch aus Chemnitz hat kommen lassen. Die Rothe hat hierfür 140 M. erhalten. In der ersten Sitzung habe der Reformator Zwingli und das kleine„Friedchen" gesprochen, in der zweiten Sitzung habe ein alter Schweizer, ein alter Lands- k n e ch t, eine Rede über Recht und Unrecht in der Welt gehalten. Während des nach der zweiten Sitzung stattgefundenen Abendbrots verfiel Frau Rothe nochmals in Trance und das»kleine Friedchen" meldete den Geist eines„alten SteinklopferS" an. Dieser sprach sein Bedauern darüber aus, daß er„nicht auch einmal an solchem Tische sitzen könne". Das sei ihm zum erstenmale verdächtig vorgekommen; er habe Herrn Jentsch in den Laden genommen und ihm gesagt:„Hern Jentsch, Sic sind doch nicht etwa Betrüger? Jentsch habe sich dabei verfärbt und nur ge- sagt: Na, Sie werden doch so etwas nicht denken. Man habe ihn dann aber später nicht in ehr zu einer Sitzung zugelassen, und auch dies sei ihm verdächtig vor- gekoninien. Der Zeuge erklärt sich dadurch für geschädigt, daß er die Kosten für das Abendbrot geleistet habe.„Man ißt doch bei solcher Gelegenheit besser als sonst!" Ein Ibjährigrs Schreibmedium. Der Zeuge hat sich»ach jenem Vorfall vom Spiritismus ab- gewendet, während seine Frau und 15 jährige Tochter noch dem Spiritismus zugeneigt sind.„Ob sie sich selbst betrügen, weiß ich nicht I"— Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t: Die Angeklagte behauptet, daß Ihr Kind auch ein Medium sei.— Zeuge: DaS Kind ist ein „Schreib"- Medium. Das hat doch hier gar nichts zu thun. Spiritismus und Betrügerei ist doch zweierlei. Es ist ja wunderbar: das Mädchen schreibt sonst schlecht, aber wenn sie a»,„Tisch" sitzt, schreibt sie sehr schnell und sehr gut.— Präs.: Wie stehen Sie denn jetzt zur Sache?— Zeuge: Jetzt sage ich, es ist besser, wenn sich die Familie nicht mit Spiritismus befaßt. Die Apporte» halte ich jetzt für Schwindel.— RechtSaiiwalt Thiele: Halten Sie aber die Trance-Reden auch für Schwindel?— Der Zeuge kann sich hierüber nicht äußern. Die Frau dieses Zeugen hat auch heute noch die Meinung, daß Frau Rothe keinen Schwindel gettieben. Sic habe beispielsweise gar nicht gewußt, daß ihr jder Zeugin) Schwiegervater gestorben sei, hat ihr aber bei den Apporten Blumen als Gruß ihres Schwicgcr- vaters gegeben. Er sagte dabei:„sie verdiene die Blumen, denn sie sei eine Christin". Rechtsanwalt Dr. S ch Iv i n d t: daß der Zeuge Große Atheist sei.— s geklagte dazu?— Verteidiger:< Die Angeklagte behauptet, enge: Wie kommt die An- ie glauben also an Gott?— Zeuge: Ja. Ein anderer als Zeuge vernommener biederer Handwerksmeister hat mit seiner Ehefrau den Produktionen der Angeklagten mit ganz gläubigem Gemüt beigewohnt. Schließlich ist ihm die Sache aber doch verdächtig vorgekommen, denn einmal hat er bemerkt, daß Frau Rothe sich die Blumen aus ihrem Kleid zu nehmen schien, ein andres Mal hat ihn, Frau Rothe als Apport einen Myrthcnzweig überreicht und er hat nachher festgestellt, daß der Zweig von einenr M y r t h e n t o p f abgebrochen war, der auf dem Fensterbrett eines Nebenzimmers in seiner Woh- nung stand. In der Nach mittagssitzung werden noch mehrere Zeugen über den Verlauf der mit oder bei der Angeklagten abgehaltenen Sitzungen vernonnnen. Es sind dies zunächst mehrere überzeugte S p i r i t i st e n, die von den Sitzungen durchaus befriedigt gewesen sind. Insbesondere bestätigen sie übereinstimmend, daß der Trance- zustand der Angeklagten echt und nicht simuliert war. Die Vernehmung der zur heutigen Sitzung persönlich geladenen Zeugen ist hiernnt beendet, und es folgt die Verlesung einer größeren Reihe von Aussagen solcher Zeuge», die auswärts wohnen und komniissarisch vernommen worden sind. Ein Zeuge T h o r o w hat dabei über eine Sitzung ausgesagt, an der auch Hofprcdiger a. D. Stöcker und G e u e r a l l i e u t e n a n t z. D. v. Z a st r o w teilgenommen haben. Die Sitzung habe in der Wohnung des Rechtsanwalts Lehm- küter in Charlottcuburg stattaefiindcu und sei ganz uneutgeltlich gewesen. Der Zeuge hat alle von der Rothe hervorgerufencii Erscheinungen für echte Offenbarungen einer übersinnlichen Welt gehalten. Er hält jeden Betrug für ausgeschlossen. Derselben Ansicht ist ein LSjähriger Rentier Kaufmann in Dresden, der versichert, daß„alles echt" war. Er habe deutlich über der Petroleumlampe, die das Zimmer erhellte, eine Rose schweben sehen, deren Umrisse immer deutlicher wurden, bis sie Frau Rothe in ihre Hand nahm. Er habe niemals de« trügerische Manipulationen bei der Angeklagten bemerkt.— Ein Zeuge M o d e s in Dresden erklärt sowohl den Trance als auch die Apporte für echt. Beim Apport habe sie beide Hände frei in die Luft gestreckt.— Ein Zeuge sagt aus, daß die Rothe bei einer Sitzung ihm den Geist seiner Grvßiimtter habe erscheinen lassen; er habe die Großmutter deutlich an der Statur erkannt. In jener Sitzung sei ein Herr Jansen ans Kopenhagen zum erstenmal anwesend gewesen, der TagS vorher von einem andren Medium einen Stein als Apport erhalten hatte. Herr Jansen habe die Rothe gefragt:„Wo bin ich gestern gewesen?" und die prompte Antwort lautete:„Bei Tante Heine I" Auf die weitere Frage:„Was habe ich denn dort erhalten?" antwortete die Angeklagte:„Einen Stein!" Der Herr Jausen habe dann den Stein gezeigt.— Eine andre Zeugin bekundet Wunderdinge aus einer in Dresden abgehaltenen Sitzung. an welcher Vertteter der „besseren" Gesellschaftskreise Teil genommen haben. Insbesondre richteten ein Pastor und ein Mediziner die verschiedensten Fragen an die Rothe, die diese ohne Hilfe der Geister unmöglich hätte be- antworten können. Sodann habe sie ein gewöhnliches, unbeschriebeucs Oktavheft apportiert, welches sie auf den Tisch legte. Sie legte ihre Hand auf das Buch und ihre Nachbarinnen legten auch noch ihre Hände auf die Hand der Frau Rothe. Dann sei ein Kratzen entstanden und als man die Hände fortgciioinmen, sei das Buch dreiviertel voll geschrieben gewesen. Der Inhalt der Schrift bezog sich auf die thatsächlich vorhandene AuswanderungSlust der Zeugin, von welcher die Angeklagte unmöglich etwas wissen konnte. Exotische Gewächse. Dann sei eine anwesende Spanierin aus Peru aufgetreten und habe gesagt:„Kannst Du mir nicht Früchte aus meiner Heimat bringen?" Die Rothe fragte:„Wo ist Deine Heimat?" Dann habe sie deutlich ein kräftiges Rauschen im Rücken gehört und die An- geklagte habe ihr einen 1 Meter hohen und*/, Meter breiten EnkalyptuS-Strauch überreicht. Sie sagte dazu:„Hier hast Du Früchte aus Deiner Heimat; essen kamist Du sie zwar nicht, aber hier der Onkel