Nr. 72. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Unten durch! Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt in ihrer Nummer bom Dienstagabend folgende Notiz: In der Reichstags- Sigung vom 14. März d. J. hat der Reichstags- Abgeordnete Singer erklärt, der Stadt Berlin sei für den von ihr geplanten Bau einer Untergrundbahn vom Potsdamer Platz nach dem Innern der Stadt durch eine kaiserliche Order die Konzeffion verweigert worden mit der ausdrüdlichen Bemerkung, diese Linie bekäme nicht die Stadt Berlin, sondern die müsse der Aktiengesellschaft Siemens u. Halste vor behalten bleiben, damit deren Hochbahn rentabel wird. Wir sind ermächtigt, diese Mitteilung des Abgeordneten Singer als jeder Begründung entbehrend zu bezeichnen; die Angelegenheit ist überhaupt noch nicht so weit gediehen, daß eine kaiserliche Order oder eine Entschließung der Staatsbehörden hätte ergehen können. Die Unverfrorenheit der Nordd. Allgem. 8tg." ist staunenswert und einzig daraus zu erklären, daß das offiziöse Organ und seine Hintermänner über Angelegenheiten sprechen, deren wirklicher Thatbestand ihnen vollkommen unbekannt ist. Wir stellen dem Dementi der„ Nordd. Allgem. 3tg." gegenüber fest, daß die Firma Siemens u. Halste eine taiserliche Zusage für den Bau der Unterpflasterbahn vom Potsdamer Bahnhof nach dem Innern der Stadt erhalten hat, und daß in den Verhand Iungen der Stadt mit dem Polizeipräsidenten über den Bau städtischer Untergrundbahnen das von dem Abg. Singer angegebene Motiv maßgebend für die Nichtgenehmigung des städtischen Projekts war! Donnerstag, den 26. März 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Kerniprecher: Amt IV. Mr. 1984. ansprache beendet hatte, offenbarte Geh. Kommerzienrat Kirdorf, Generaldirektor der Gelsenkirchner Bergwerksgesellschaft und Vorsitzender des Aufsichtsrats des Kohlensyndikats, welche Taktik er gegenüber uns bequemen Fragen einzuschlagen gedente, indem er von oben herab zur Geschäftsordnung erklärte: Da wir nun einmal beim städtischen Verkehrswesen in Berlin Gleich zu Anfang der erste n Sizung, nachdem der Vorsitzende und feiner Förderung durch die Staatsbehörden sind, der Enquete, Geh. Regierungsrat Dr. van der Borght seine Begrüßungswollen wir noch an eine sehr interessante und bezeichnende Thatsache erinnern und auch damit den Beweis liefern, daß die Behörden in wahrhaft väterlicher Weise für das Gedeihen der privatkapitalistischen Gesellschaften besorgt sind. Bekanntlich geht der Vertrag der Stadt mit der Großen Berliner Straßen bahn im Jahre 1919 zu Ende und der Bahnkörper gelangt zu diesem Termin unentgeltlich in den Besitz der Stadt. Der in die Leitung der Gesellschaft berufene ehemalige Ministerialdirektor Herr Miete hat der Gesellschaft als Morgengabe die Verlängerung ihrer Konzession auf 30 Jahre mitgebracht. Ohne daß die Vertreter der Stadt gefragt oder auch nur gehört waren, erteilte der Polizeipräsident- allerdings auf Befehl des Ministers v. Thielen die Konzessionsverlängerung! Die Stadt erhielt von diesem unerhörten und schier unglaublichen Vorgang amtlich Kenntnis durch folgendes Schreiben: " Der Polizei- Präsident. Berlin C., 17. Mai 1900. Auf das Schreiben vom 4. d. M. Die Zeitungsnachrichten, nach welchen die GenehmigungsUrkunde für die Große Berliner Straßenbahn auf Anweisung des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten bis zum 31. Dezember 1949 ausgedehnt ist, sind zutreffend. Ein Abdruck der Genehmigungs- Urkunde erfolgt anbei. In Vertretung: Friedheim." Das Schreiben spricht Bände. Jedes Wort würde die Wirkung des Erlasses abschwächen. Aber noch ein andres Beispiel für die der Großen Straßenbahn gewidmeten taiserlichen Fürsorge! • = ' Meine Herren! Es ist seitens des Herrn Vorsitzenden erwähnt worden, daß vertrauliche Mitteilungen als solche nachher im Stenogramm angemerkt werden sollen, um von der Veröffentlichung ausgeschlossen zu werden. Dabei ist das Wort gefallen von Geschäftsgeheimnissen. Ich bin mun der Ansicht und ich zweifle nicht, daß der Vorstand des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats diese Ansicht mit mir teilt daß Geschäftsgeheimnisse gewisser Natur überhaupt in einem Kreise, wie diesem hier, nicht mitgeteilt werden können; denn es sind Geheimnisse, die nicht nur die Partei, die hier bertreten ist, angehen, sondern auch die Mitkontrahenten. Soweit möglich, wird daran zweifle ich nicht- wenn die Diskussion dies ergiebt, der Vorstand des Rheinisch Westfälischen Kohlensyndikats auch auf solche Fragen Auskunft zu geben bereit sein, aber nur in der Form der privaten mündlichen oder schriftlichen Mitteilung an den Vorsitzenden, wenn eine Garantie gegeben wird, daß diese Mitteilungen von der Veröffentlichung absolut ausgeschlossen werden. Eine große Versammlung, wie die hiesige, ist nicht geeignet, und eine so zahlreiche Versammlung kann nicht die Gewähr bieten, daß Geheimnisse, die nicht allein unsre Geheimnisse sind, nicht in größere Kreise hineindringen." Und der Vorsitzende, der sich weitgehendster Zuvorkommenheit gegen die Vertreter des Kartells befleißigte, entgegnete: 0 Es versteht sich von selbst, daß wir jedem die Entscheidung darüber überlassen müssen, was er glaubt, sagen zu dürfen das habe ich ja auch bereits hervorgehoben, und ich möchte bitten, daß wir Fragen rein subjektiver Art möglichst zu vermeiden fuchen. Thatsächlich haben denn auch die Verhandlungen über eine Reihe Was die kaiserliche Zusage an die Firma Siemens ut. Halste betrifft, so raten wir der Nordd. Allg. 8tg.", bei ihren Auftraggebern darüber Erkundigungen einzuziehen, zu welcher Zeit dem Kaiser Vor- Bei Feststellung des Vertrages betr. die Umwandlung des Pferdetrag über die Projekte der Firma gehalten wurde, und welche bahnbetriebes in den elekrischen Betrieb wurde die BruttoAeußerungen der Kaiser bei dieser Gelegenheit gemacht hat! abgabe in Rücksicht auf den teilweise einzuführenden Ueber die Motive der Versagung der von der Stadt bei der teureren Accumulatorenbetrieb festgesetzt. Die Gesellschaft stellte den der wichtigsten Fragen durchaus keinen Aufschluß gebracht, so Staatsbehörde nachgesuchten Genehmigung eines Unterpflaster- Antrag an die Stadt, an Stelle des Accumulatorenbetriebs die oberbahnen- Neges geben folgende Auszüge aus verschiedenen Schreiben irdische Stromzuleitung einzuführen. Während der Verhandlungen des Polizeipräsidiums, wie wir meinen, genügende und deutliche bei denen die Stadt von der Betriebsverbilligung ebenfalls Nutzen beansprucht wurde die städtische Verwaltung durch einen Erlaß überrascht, aus dem wir die markantesten Stellen mitteilen: Berlin, den 26. September 1900. Auskunft: "... Die in Aussicht genommene Lage der Unterpflasterbahnlinien in der Königgrägerstraße, dem Potsdamerplatz und der Potsdamerstraße schließt die Möglichkeit aus, daß Personen, die mit der in Ausführung begriffenen Siemensschen Bahn nach dem Potsdamer Bahnhof befördert sind, ohne umsteigen zu müssen, in das Innere der Stadt weiterbefördert werden. Die Offenhaltung dieser Möglichkeit ist unbedingt erforderlich. Der Bahnhof Potsdamerplay" des Siemensschen Unternehmens wird daher, wie die Firma auch inzwischen beantragt hat, nicht als Ends, sondern als Durchgangsstation anzulegen sein. " Dem Schnellverkehrsbedürfnis zwischen der Ecke Bülow- und Potsdamerstraße und dem Potsdamer Plazz bezw. Bahnhof sowie zwischen diesem und dem Görliger Bahnhof wird bereits durch die Siemenssche Bahn Rechnung getragen. Ich bin daher nicht in der Lage, die nachgesuchte grundsägliche Zustimmung zu dem Projekte zu erteilen, stelle bielmehr anheim, dasselbe nach den angegebenen Gesichtspunkten einer Revision zu unterziehen. Hierbei dürfte es angezeigt sein, die einen gegebenen Faktor bildende Siemenssche Bahn zur Grundlage zu nehmen, um auf dieser das Berliner Schnellverkehrsnetz in planmäßiger Weise auszubauen. gez. von Windheim." Seine Majestät der Kaiser und König haben anzuordnen geruht, daß der Betrieb der hiesigen Straßenbahnen der Großen Berliner Straßenbahn mit Accumulatoren wegen der Unzulänglichkeit und Unwirtschaftlichkeit dieses Betriebes zu beseitigen und durch unmittelbare Zuführung des elektrischen Stromes zu ersetzen ſei... Die Herstellung der oberirdischen Stromzuführung hat binnen Längstens drei Monaten zu erfolgen... In Vertretung: gez. Friedheim. An die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn. Hier, Friedrichstraße Nr. 218. Abschrift vorstehender Verfügung übersende ich dem Magistrat hiesiger föniglichen Haupt- und Residenzstadt zur Kenntnisnahme. In Vertretung: gez. Friedheim." haben wir durch die Anführung von Thatsachen unwiderleglich beWas der Abgeordnete Singer im Reichstage nur angedeutet, wiesen- es bleibt dabei, die privatkapitalistischen Gesellschaften erBerlin, 18. Juni 1899. Während die städtische Verkehrsdeputation darüber beriet, auf freuen sich besonderen Schutzes und erheblicher Bevorzugung seitens welche Weise der Bevorzugung des Privattapitals der maßgebenden Stellen. Ueber die Stadt hinweg 3. B. nicht über den verschiedenen Einfluß der großen und kleinen Bechen auf die Kartelleitung sowie über das Verhältnis der Inlandszu den Auslandspreisen für die wichtigsten Kohlenforte während der nichts Näheres darüber zu finden. Als der Reichstags- Abgeordnete beiden letzten Jahre. Wenigstens ist im stenographischen Bericht Gothein einige auf das Verhältnis zwischen Inlands- und AuslandsKirdorf aus, und dann erklärte Bergrat Graßmann- Essen turzweg: preis bezügliche Fragen stellte, wich ihm zunächst Generaldirektor Wenn Herr Gothein wünscht, für das einzelne Geschäft diese Zahlen zu wissen, so kommen wir, was schon im Eingang erwähnt ist, zur Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen, wozu wir uns nicht entschließen werden." Wir werden auf die Einzelheiten der Verhandlungen, die ein gründliches Studium nötig machen, noch näher zurückkommen, doch soviel läßt sich schon heute erkennen, daß schließlich der Wert der ganzeit mit so viel Lärm in Scene gefeßten Untersuchung ein höchst zweifelhafter sein wird. Ein wirklich wertvolles Resultat ist nur von einer parlamentarischen Enquete nach englischem Muster mit Zeugniszwang zu erwarten. Wahltermin. Die„ Nordd. Allgemeine Zeitung" verkündet an der Spike ihrer neuesten Nummer: Dem Vernehmen nach wird voraussichtlich der Termin für die Reichstagswahlen auf den 16. Juni festgesetzt werden. folut flare Mitteilungen über den Wahltermin machen könnte. Die Man sollte meinen, daß das offigiöse Organ der Regierung abfolut flare Mitteilungen über den Wahltermin machen könnte. Die unbestimmten Wendungen dem Vernehmen nach" und„ voraussichtlich" geben noch immer Anlaß zu Unsicherheiten. Immerhin wird termin zu rechnen sein. entgegenzutreten sei, traf ein neues Schreiben des Polizeipräsidiums, so entschieden, daß das Privatkapital den Vorteil und die Stadt Berlin aller Wahrscheinlichkeit nach nunmehr mit dem 16. Juni als Wahldatiert vom 18. Juni 1900, ein, in welchem es hieß: " In der am 4. November v. J. stattgehabten Beratung betr. den Nachteil hat. die von der Stadtgemeinde Berlin geplanten Unterpflasterbahnen kommt die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" und dementiert frisch, wurde es feitens der Vertreter des Polizeipräsidiums für dringend erwünscht erachtet, die von der Firma Siemens u. Halste gebaute Hochbahn als Unterpflasterbahn über den Potsdamer Plaz sowohl durch die Voß- und Mohrenstraße nach dem Spittelmarkt als nach dem Friedrichstraßen- Bahnhof und in weiterer Fortsetzung nach dem Stettiner Bahnhof fortzuführen... es sei erwünscht, dem Bau dieser beiden Linien möglichst bald näher zu treten und die übrigen seitens der Stadt geplanten Linien zur Zeit zu vertagen..." Und wenn man sich gegen solche Verkehrspolitik auflehnt, dann frei und falsch drauf los. Vielleicht sagen sich die Hintermänner des Dementier- Organs philosophus mansisses! selbst: O si tacuisses Politifche Ueberficht. Kartell- Enquete. Berlin, den 25. März. Bleibt der 16. Juni als Wahltermin bestehen, so wir die nächste Wahl genau fünf Jahre nach der Wahl von 1898 ftattfinden. neuem in den Blättern aufgekommenen Gerichte, daß eine Diäten Nichts von Diäten. Unfre gestrige Zurückweisung der von vorlage bald kommen solle, eriveist sich bereits als berechtigt. Die Köln. 8tg." erklärt, die Situation sei hinsichtlich dieser Angelegens heit unverändert, und die„ Nordd. Allg. 8tg." bekräftigt diese Erflärung durch kommentarlosen Abdruck. In aller Heimlichkeit halten die Konservativen ihren Delegiertentag in Berlin ab. Selbst der Presse ist der Zutritt völlig verwehrt. " = Auftrage der Stadt bauen könnte und ein Gemeinschaftsbetrieb weniger bekannt find, sich ziemlich freimütig äußerten Die Thätigkeit des Polizeipräsidenten zu Gunsten der Firma Nach fast vierwöchentlicher Zwischenpause veröffentlicht endlich Siemens u. Halste erfolgte, wie wir unter Beweis zu stellen gern der Reichsanzeiger das stenographische Protokoll der Berhandlungen über recht in Frage steht, es als univürdig des deutschen Mannes Das sind dieselben Herrschaften, welche, wenn das Wahl. erbötig sind, meist auf Drängen von höheren Stellen aus, wie denn über das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat, die am 26. und 27. Febr. im erklären, die politische Abstimmung geheim vornehmen zu wollen. haupt die Haltung und Stellung des Polizeipräsidiums in Verkehrs- Reichsamt des Innern stattfanden. Ein langer Bericht, der mit feinen angelegenheiten soweit die Stadt in Frage kommt von einer Anlagen nicht weniger als 117 Spalten des Reichs- Anzeigers" umDer Korruptionsfonds. Dem in den Ruhestand getretenen der Präsidenten Ansiedelungs faßt und sich als ein buntes Gemisch von langatmigen Reden Dr. b. Wittenburg, widmet die Danziger Zeitung" einen Kommission, mächtigeren Stelle aus geleitet und bestimmt wird. Wir verweisen noch auf die Thatsache, daß zwischen Magistrat und Erläuterungen, Anfragen und Gegenreden repräsentiert, vom wärmsten Lobe überströmenden Artikel, in dem das Blatt u. a. und Siemens u. Halske Verhandlungen darüber stattgefunden haben, das dem, der die Politik der deutschen Rohstoffkartelle ver- sagt: ob und unter welchen Bedingungen die Firma bereit sei, auf die folgt hat, nur wenig neues Material zur Beurteilung des GeschäftsUnterpflasterlinie Potsdamer Platz- Spittelmarkt- Alexander- Plak gebahrens des Kohlensyndikats liefert; denn während die zu verzichten, wobei angedeutet wurde, daß die Firma die Linie im Vertreter des Syndikats über Verhältnisse, die mehr oder zwischen Hochbahn( Siemens u. Halske) und Unterpflasterbahn( Stadt) und mit gewissen wohlwollenden Zuvorkommenheit eingeführt werden solle. Die Firma, ihres starten Rückhaltes an Statuten, Geschäftsberichte, Förderungsziffern 2c. der Fonds nicht für die anwesenden Deutschen da sei, sondern zur Einsicht für die Schaffung von einer neuen deutschen Bevölkerung." hoher Stelle bewußt, lehnte diese Vorschläge als nicht ihren Inter- bereit stellten, ließen sie sich auf die Darlegung der internen Anessen entsprechend rundweg ab. gelegenheiten ihrer Organisation nur oberflächlich ein und wußten bei demselben Regiment, dem Infanterie- Regiment Nr. 91 in OldenDrei Soldaten- Selbstmorde haben sich binnen wenigen Wochen Wir haben hiermit den Wert des von der„ Norddeutschen neugierigen Fragen entweder mit der Antwort auszuweichen, burg ereignet. In einem Fall hat bereits das Kriegsgericht verAllgemeinen Zeitung" gebrachten Dementi in die richtige Be- daß genaue Nachweise und Feststellungen über den behandelt und einen Unteroffizier zu 14 Tagen gelinden Arrest wegen Leuchtung gerückt und rufen die Deffentlichkeit zum Richter darüber treffenden Gegenstand nicht vorhanden seien, oder sie erklärten, mißhandlung verurteilt. Auch dem zweiten Selbstmorde liegen auf, ob die Erklärung des Abg. Singer im Reichstage jeder Be- es handle fich um Geschäftsgeheimnisse, zu deren Enthüllung fie fich Mißhandlungen zu Grunde. Im dritten Falle ist der Soldat zu gründung entbehrt". durchaus nicht verpflichtet fühlten. Arrest verurteilt gewesen; nach kurzem Dienst kam er ins Lazarett, einer ,, Auch stieg sein Grimm und seine Menschenverachtung von Jahr zu Jahr, denn immer unverhüllter zeigte sich bei vielen Deutschen die Geldgier und der Mangel jeder nationalen Würde. seine Finger nach dem Goldfchats zu ftreden. Es soll unglaublich sein, was alles versuchte, Man vergaß, daß aus dem er dieser Tage als geheilt entlassen wurde. Wie es heißt, erklärte sich der Soldat noch dienstunfähig, und erhielt wegen Simulation eine neue Arreſtſtrafe zudiktiert; deswegen erschoß er sich mit dem Dienstgewehr. " Frankreich. Er ließ höhnend seinen Wagen in die Menge hineinfahren, die ihn Fortjehung der Kongregationsdebatte. Am Dienstagabend er aber mit Steinwürfen begrüßte. Der Polizeimeister gab aus seinem klärte in der Deputiertenkammer auf die Verteidigung der Prediger- Revolver mehrere Schüſſe ab und verwundete einen Arbeiter schwer. orden durch den Abbé Gayraud der Ministerpräsident während dessen war auch das Militär herbeigerufen. Die Bürgerliche Journalistik. Im Landsmann" in Ettlingen spricht Combes: Das Predigeramt sei durch das Konkordat einer be- Manifestanten zogen nun, die Marseillaise singend, durch ein im Zeitungsdienst alt Gewordener seine journalistische Lebens- stimmten Geistlichkeit vorbehalten. Von den Mitgliedern der Prediger- die Stadt. Die Polizei befahl, die Magazine und Verkaufsläden zu Etwa 20 Personen erfahrung also aus: Kongregationen, welche die Gesetze und Sitten verachteten, werde ein schließen, alles war in Bewegung gekommen. " Bei den bürgerlichen Parteien aber ist, von einigen Aus- Kreuzzug gegen die Republik geführt. Die Kammer solle den Mönchen, wurden auf den Straßen verhaftet und auf die Polizeiwachen genahmen, welche die Regel bestätigen, abgesehen, der Journalist uur die republikfeindlichen Ligen angehören, zeigen, daß sie nicht beab- bracht. Am Tage darauf erschien der Vicegouverneur und befahl, der politische Handlanger, der sich gewissenhaft nach den sichtige, sie zu dulden. Redner weist dann auf die Uebelstände hin, sie nach dem Gefängnis zu bringen. Man erhielt jedoch Kenntnis Wünschen der einzelnen, sich als maßgebend aufspielenden zu denen es führen würde, einen zweiten Klerus neben dem recht von neuen Ansammlungen in den Straßen; die Polizei zog es vor, Herren zu richten hat, auch wenn diese jünger sind und lich bestehenden einzusetzen. Alle andren Regierungen hätten von der Ueberführung Abstand zu nehmen. Die Aufregung in der weniger geleistet haben und leisten als der Journalist; ins- die Predigerorden nicht zugelassen. Welcher republikanische Stadt ist sehr groß. besondere wenn es einem höheren Beamten einmal Minister werde es da wagen! Das von der Regierung unternommene Die Brutalisierung Finnlands. beliebt, sich in irgend einer Parteirichtung zu bethätigen, was Werk sei das dornenvollste, welches seit einem Jahrhundert unterbei nächster Gelegenheit mit einem Abgeordnetensiz oder mindestens nommen worden sei; es erfordere vollkommene Uebereinstimmung Beamte der Hofgerichte in Wiborg und Wasa ohne Pension verPetersburg, 25. März. Auf Befehl des Kaisers sind dreizehn einer Kandidatur belohnt wird, dann hat sich der Journalist, mit der Kammer. Eine Schwäche werde das Werk um 20 Jahre abschiedet worden. Der„ Finljand Gajeta" zufolge ist der Grund auch wenn er alt und grau im Parteidienst geworden zurückwerfen; die Regierung werde sich ihrer nicht schuldig machen. ist, devotest zu ducken, völlig der Bahn des neuen politischen Die Stammer müsse erklären, ob sie diese Schwäche zeigen wollte. der Verabschiedung die Weigerung der Beamten, den kaiserlichen Erlaß über die gerichtliche Verfolgung von Amtsvergehen als gesezSternes zu folgen und eifrigst mitzuwirken, dessen Glanz( Beifall links.) in die gehörige Beleuchtung zu setzen. Zum Dank dafür wird er Hierauf wird ein Antrag auf Vertagung auf morgen eingebracht mäßig anzuerkennen. ab und zu, wenn's niemand Höheres sieht, mit einem und zu namentlicher Abstimmung gestellt. Der Antrag auf Verhuldvollen Lächeln nebst händedruck beehrt, was tagung wird mit 297 gegen 253 Stimmen abgelehnt und der aber nicht hindert, daß der Journalist, wenn seine Gefügigkeit Schluß der Debatte beschlossen. Sodann schreitet das Haus auch nur einmal versagt, sofort ein gewiffes Mißbehagen zu fühlen zur Abstimmung und lehnt die Einzelberatung mit 304 gegen bekommt, und wie oft wird er, aus irgend welchen sonstigen 246 Stimmen ab. Darauf wird die Sigung geschlossen. Gründen unbeliebt geworden, nach dem Grundsay entlohnt:" Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann geh'n", und geht das nicht, dann macht man in andrer Weise seiner Mißstimmung gegen den Journalisten Luft." Rom, 25. März. Nach langer Verhandlung beschloß die socia Es ist schwer zu sagen, ob man mehr Mitleid oder mehr Miß- listische Kammerfraktion in Anbetracht, daß das Ministerium die ftimmung für eine Journalistik haben soll, die zu solcher Stellung verlängern, aus der bisherigen wohlwollenden Neutralität" zur focialen Reformen aufschiebe, um sein parlamentarisches Leben zu Opposition überzugehen. erniedrigt. Wahlsicherung in Koburg- Gotha. Im Koburg- Gothaischen Landtag erklärte auf Befragen Staatsminister Hentig, daß das Ministerium in Anbahnung seiner früheren Erklärung einen Entwurf ausgearbeitet habe, der die Bestimmung enthält, daß gedruckte Stimmzettel abgegeben werden können, daß ferner Wahlumschläge und ein Isolierraum vorgesehen sind. Wahlvorbereitungen. Socialdemokratische Kandidaturen. Italien. Socialistische Taktik. Hierdurch verschärft sich, wie man in Regierungsfreisen an nimmt, die politische Situation derart, daß wahrscheinlich während der Osterferien eine partielle Umbildung des Kabinetts durch Ausscheiden einiger Minister nötig werden wird. England. Militärfragen. The Aſien. Kritische Zustände in Tongking. Am 1. April gehen aus Marseille 1200 Mann Kolonialtruppen mit Kriegsmunition nach Tongking zur Verstärkung der dortigen Truppen ab. Diese Entsendung, so wird seitens der französischen Behörden erklärt, ist durch die kritischen Verhältnisse in Indochina veranlaßt. Chinesische Banden dringen täglich über die Grenze, greifen die Posten an und terrorisieren die Einwohner. Die Lage wird als sehr ernst betrachtet. Afrika. Langer befagt, die Stadt Sale werde von den Sels- Rebellen Kabylenaufstand. Eine Depesche des Madrider„ Heraldo" aus belagert. Ein großer Teil der Küstenkabylen neige dem Aufstande zu. In der Nähe von Mazagan ständen 3000 Mann im Feld, die zu der Armee des Sultans stoßen wollten. Die Kabylen von Yebet und Habit gingen darauf aus, die Verbindung zwischen Tetuan, Tanger und Fez zu unterbrechen. Südafrikanische Zollpolitik. Die am Dienstag in Bloemfontein von den Vertretern der Kapkolonie, Natals, Transvaals, der Oranjekolonie und Süd- Rhodesiens unterzeichnete Zollkonvention bestimmt, daß die englische Einfuhr Vorzugsbehandlung genießt. Amerika. Domingo ist die Ruthe wieder hergestellt. Wie aus Panama Beendigte und neue Unruhen. Nach einer Depesche aus San berichtet wird, sind in der Provinz Santad Unruhen ausgebrochen. Eine Abteilung Truppen ist dahin entsandt worden, um die Ruhe wieder herzustellen. sind von dort 300 Mann Truppen nach Trinidad behufs Unters Wie von der Insel Barbados gemeldet wird, brückung der aufständischen Bewegung abgegangen. ruhen wurden 150 Personen getötet oder verwundet. Da die Bes völkerung, wie es scheint, weitere Kundgebungen plant, find umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Partei- Nachrichten. Bei den Un Im Oberhause gelangten am Dienstagabend Organisationsfragen für Heer und Marine zur Beratung. Lord Rosebery be= antragte Errichtung eines neuen Rates für die nationale VerLiegnit. Eine Wahlkreiskonferenz beschäftigte sich mit der teidigung, der seine Aufmerksamkeit der Regelung der nationalen Kandidatenfrage. Nachdem Genosse Bruhns endgültig die Wiederannahme Rüstungen und den militärischen, maritimen und finanziellen Verder Kandidatur abgelehnt hatte, wurde auf seinen Vorschlag Genosse hältnissen des Reiches zuwenden solle. Rosebery erklärt weiter: Hermann Müller- Görlig zum Reichstagskandidaten für den England könne nicht zu gleicher Zeit eine große Armee und eine Wahlkreis Liegnig- Goldberg- Haynau einstimmig erwählt. große Marine haben. Es sei durchaus nötig, die Mannschaftszahlen 19. und 7. fächsischer Wahlkreis. Durch Uebereinkunft mit den im Heere zu verringern. Unter Beifall aus dem Hause verweist Rosebery Genossen des 19. Wahlkreises( Stollberg- Schneeberg), die infolge der auf eine Rede des Generals Lord Methuen, welcher eine kleine Ablehnung einer neuen Kandidatur seitens des Genossen Seifert aber schlagfertige Armee mit großet Defensiv Zwidau Genossen Goldstein als Kandidaten für ihren reserve gefordert habe; diese Reserve sei die Nation. Redner Kreis ausersehen haben, ist das Partei- Centralwahlkomitee für verweist ferner auf das Beispiel der Schweiz, welche sicher sei, weil Sachfen unter Befragung der Vertrauensleute der einzelnen Bezirke sie auf die Verteidigung der Nation durch die Nation selbst einzu dem Beschlusse gekommen, Genossen Goldstein von dem Mandat gerichtet sei; dies sei das demokratische Verfahren. für den 7. Reichstags- Wahlkreis zu entbinden. Der 7. Kreis wird Rosebery ist überzeugt, daß die Regierung ohne die allgemeine am nächsten Sonntag sich über eine andre Kandidatur schlüssig Wehrpflicht alle Mannschaften erlangen werde, deren sie zur Verteidigung Englands gegen jede Möglichkeit eines ausländischen An- Winke für die Reichstagswahlen. Unter diesem Titel wird im Die Socialdemokratie in Lothringen. Eine Konferenz der griffs bedürfe. Er glaubt, die Regierung, die das Land Parteiverlage, Buchhandlung Vorwärts, eine Broschüre erscheinen, die Lothringischen Parteigenossen fand am Sonntag in Metz statt. Es wurde Stellung genommen zur Reichstagswahl. Für den Wahlkreis Erfüllung dieser heiligen Pflicht aufrufen werde, werde unter Berücksichtigung der vom Bundesrat vorgenommenen eneine Antwort erhalten, die die gegenwärtige Regierung in derungen( Isolierraum und Wahlcouverts) die wichtigsten Bes Erstaunen segen und es ihr ermöglichen werde, die Verstimmungen des Wahlreglements und des Wahlgesetzes enthalten teidigung Englands auf die festeste Grundlage zu stellen. wird und die ferner in einzelnen Kapiteln: Wer ist wahl. Die Regierung müsse sich auch die Förderung der Hilfstruppen berechtigt? Verbreitung von Wahl Drucks angelegen sein lassen. Am Schlusse seiner Rede führt Rosebery aus, fchriften Wahlversammlungen Wählerlisten es werde im Falle von Unruhen an der Nordwestgrenze Indiens Wahlzeit Wahlgeheimnis- Wahl- Beein nicht nötig sein, Verstärkungen nach Indien zu senden. Besser würde flussungen Wahlkontrolle Wahlproteſt die es sein, eine genügende militärische Macht in Indien zu unterhalten; Rechte der Wähler und die Pflichten unsrer Parteigenossen zur Bremen. Abg. Frese ist als Kandidat der bürgerlichen Parteien enn im Falle eines Krieges mit Rußland werde es sehr schwierig Organisation des Wahlkampfes darlegt. fein, 120 000 Mann nach Judien zu bringen, vornehmlich weil Hagen. Im Wahlkreise Eugen Richters hat eine national- England in einem solchen Falle auch mit Frankreich im Kriege Gent erfochten. Ihre Liste bei den Gewerbegerichts- Wahlen er= liberale Vertrauensmänner Versammlung den Kommerzienrat liegen würde und seine Transportschiffe, un der franzöfifchen hielt 10 100 Stimmen gegen 9700, welche die anti- socialistische Liga machen. = Me- Stadt und-Land wurde Genosse Jean Martin- Mülhausen als Kandidat nominiert, für Diedenhofen- Bolchen kandidiert Genoffe J. Peirotes Straßburg, während die Besetzung des Kreises Saargemünd- Forbach dem Central- Wahlkomitee in Straß burg überlassen und für den Wahlkreis Château- Salins beschlossen wurde, in eine Wahlbewegung nicht einzutreten. Bürgerliche Kandidaturen. wieder aufgestellt worden. Wilhelm Funke- Hagen als Kandidaten aufgestellt. Im Jahre 1898 müßten. 1 = Einen großen Sieg haben am Sonntag die Socialisten von zu Weg um das Kap nehmen nicht bloß die Stadt Gent, sondern auch die umliegenden Dörfer an erhielt im ersten Wahlgang Richter 10 234 Stimmen, der national- Hierauf führt Goschen aus, der frühere Verteidigungs- Aus der Wahl beteiligt sind. Vor zwei Jahren war die socialistische Liste demokrat 9080 Stimmen. Nichter siegte in der Stichwahl mit 17446 chuß habe ein großes Werk im Stillen vollbracht. Mit der Errich mit 2000 Stimmen Majorität geschlagen worden. liberale Kandidat 6892, der Centrums Kandidat 3712, der SocialP gegen 9907 socialdemokratische Stimmen. " tung des neuen Verteidigungsrates ist Redner einverstanden; er verlangt, daß demselben auch der Minister des Aeußern angehören solle. In Bayern werden nach den Münch. Neuest. Nachr." von den Eine der Lehren des südafrikanischen Krieges sei die, daß sich mißbisherigen Reichstags- Abgeordneten nicht wieder kandiliche Fragen einstellen können, die es für England nötig machen dieren: die Centrumsabgg. Mayer( Landshut), Graf Preysing können, auf die Neutralen acht zu haben. ( Deggendorf), v. Lama( Regensburg), Lerno( Amberg), Lurz( Würz burg), Frhr. v. Hertling( Jülertissen), der nationalliberale Abg. Deinhard( Neustadt) und der wildliberale Schwarz( München). Für Bamberg ist Abg. Schädler als Centrumskandidat wieder aufgestellt worden. * Nationalliberale und Bündler. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Oberschlesische Ungeniertheiten. den Die Bäckerinnungen des oberschlesischen Industriebezirks waren hebt die Schwierigkeiten der Probleme hervor, welche der nationale berband der Bäcker geschimpft, wobei kein Unfinn ungesagt blieb, der Der Parlamentssekretär der Admiralität Lord Selborne fürzlich in Statto wit versammelt, um sich gegen die erwachende Arbeiterbewegung zu rüsten. Es wurde weidlich auf den CentralVerteidigungsrat zu prüfen habe, und rechtfertigt die Politik der bisher schon über die gewerkschaftlichen Bestrebungen der Arbeiter Admiralität bezüglich der von der Regierung geforderten Zahl der ausgeheckt worden ist. Die Geschichte würde uns keinen Tropfen Kriegsschiffe. Der Grundsatz, daß die Seestreitkräfte auf der Höhe Tinte entlocken, wenn nicht dabei eine recht oberschlesische Ungeniertderjenigen zweier anderer Mächte erhalten werden müßten, beziehe heit ans Tageslicht gefördert worden wäre. Ein Bäckermeister aus fich nur auf die Linienschiffe, nicht auf Kreuzer. Selborne bespricht Königshütte Namens& igulla teilte nämlich in aller Harmlojigdarauf die Verteidigung Indiens, wobei er den Standpunkt Rose- feit mit und die„ Kattowißer Zeitung" berichtet es in ihrem Verberys in dieser Frage ins Lächerliche zieht. Die Verstärkungen, sammlungsbericht" ebenso harmlos, daß er bereits von welche im Ernstfalle nach Indien entsandt werden müßten, würden Behörden die Mitgliederliste des Verbandes hauptsächlich aus Reservisten bestehen, und eine solche Truppe würde verlangt habe und daß fie den Meistern mitgeteilt werden solle, billiger zu stehen kommen, als wenn man in Friedenszeiten die damit Verbandsmitglieder nicht in Arbeit genommen würden. Es Streitkräfte in Indien vermehren wollte. Hierauf wird die Weiter soll ein Centralbureau in Stattowis geschaffen werden und von diesem beratung auf Freitag vertagt. sollen die in den einzelnen Orten zu errichtenden ArbeitsnachtveisBureaus die Mitgliederlisten des Verbandes erhalten. Ob sich die Behörden dem Herrn Figulla gegenüber schon bereit erklärt haben, die Mitgliederlisten mißbräuchlicherweise herauszugeben oder ob Herr Figulla das nur in seiner oberschlesischer UnSicherheit zu ersehen. Jedenfalls wäre die Herausgabe der Listen gezivungenheit annimmt, ist aus der Form der Mitteilung nicht mit durch die Behörden an die Unternehmer ein Mißbrauch. Das Recht, von den Organisationen die Mitgliederlisten zu fordern, soll natürlich nur der eignen Information der berechtigten Behörden dienen, und es ist ihnen keineswegs das Recht erteilt, diese Information dritten zugänglich zu machen, die darauf nicht ein ausdrückliches Recht be= fißen. Man wird ja bald erfahren, ob die Behörden Oberschlesiens wirklich den Wünschen der Bäckermeister entgegengekommen sind und gegen den Verband der Gehilfen Partei ergriffen haben. Dänemark. Aus der Pfalz wird uns geschrieben: Die parteipolitischen Verhältnisse sind hier noch sehr verworren. Das Centrum läßt sich mit seiner Kandidatenaufstellung Zeit, Nationalliberale und Bündler raufen sich gelegentlich noch tüchtig. In einer in Grünstadt abgehaltenen Bundesversammlung schlug das pfälzische Bundeslicht Stauffer es ist dies derselbe Herr, der auf dem letzten Bündlertag im Cirkus Busch sich als Vertreter der Pfalz breit machte wiederum recht kräftige Töne wider die Nationalliberalen an, denn er erklärte, die Bündler wären jezt 10 Jahre mit ihnen gelaufen und hätten sich nach ihnen gerichtet und sie sollten Kopenhagen, 24. März. Bei den heutigen Wahlen von 7 Mit fich jetzt auch einmal zehn Jahre nach den Bündlern richten. Die gliedern zu der Kopenhagener Stadtverordneten- VerNationalliberalen hatten im Stillen immer noch gehofft, mit den sammlung siegten die antisocialistischen Kandidaten mit Bündlern ein Einvernehmen herbeizuführen, doch nun muß schmerz 16 500 Stimmen. Für die Gegenliste, aus fünf Radikalen und zivei lich bewegt die parteioffizielle Speyerer 3tg." konstatieren: es Socialdemokraten bestehend, wurden 14 400 Stimmen abgegeben. stehe munmehr außer aller Frage, daß eine Verständigung zwischen Die Wahlbeteiligung aus antisocialistischen Kreisen war diesmal er der nationalliberalen Partei und dem Bunde der Landwirte nicht heblich stärker als früher. mehr möglich, daß das Tafeltuch definitiv zwischen den beiden Parteien durchschnitten fei." Rußland. Theater- und Straßenmanifestationen. Aus Petersburg meldet das Bureau Herold": In Bjelostok fanden im Theater socialdemokratische Demonstrationen statt, wobei es zu einem blutigen Handgemenge zwischen Arbeitern und der Polizei fam. Auf beiden Seiten sind zahlreiche Verwundungen vorgekommen. Ueber 20 Personen wurden verhaftet. " Gar so schlimm ist's aber doch nicht! Trotzdem die Bündler im Januar in Niederlustadt den Nationalliberalen Krieg bis aufs Messer" ankündigten, haben sich die beiden inzwischen hin und wieder doch gefunden. So im Wahlkreis GermersheimBergzabern, allwo Bündler und Nationalliberale gemeinsam Ueber einen Preßprozeß mit etivas komischem Beigeschmack die Kandidatur des bisherigen Abgeordneten dieses Streises, Tabakwird der„ Leipziger Volkszeitung" aus Altenburg berichtet. händler Lichtenberger aus Speier, aufstellten. Das BemerkensHier wurde vor etwa sechs Monaten gegen den Verleger Strikke werteste an dieser Kandidatur ist, daß die Bündler, entgegen dem Wir erhalten über diesen Vorgang folgende nähere Mit der hiesigen Volkszeitung" und deren Redakteure Stücklen und in Niederlustadt gefaßten Beschlusse, von jedem ihrer Kandidaten teilungen: Ludewig ein Verfahren wegen Verlegung des Preßgefeßes eingeleitet, die bestimmte Zusicherung zu verlangen, im Falle feiner Zu den mannigfaltigen Methoden des Kampfes gegen den weil Ludewig nur als Sißredakteur vorgeschoben sein sollte, um auf Wahl der nationalliberalen Fraktion nicht beizutreten, ihrem Absolutismus, die in den letzten Jahren aufgekommen sind, gehören diese Weise den bereits sehr oft bestraften Genossen Stücklen zu Kandidaten keine Vorschrift über seinen Fraktionsanschluß machten. auch die Manifestationen in Theater und Konzerten. Eine solche decken. Die Untersuchung gestaltete sich deshalb schwierig, weil Herr Lichtenberger ist zur Zeit Hoſpitant bei den Nationalliberalen. Manifestation von umfassendem Charakter hat in Bjelostok( zwischen außer den angeklagten drei Genossen niemand mehr über die Internas So geht der Hader der agrarischen Liberalen und der Bündler, Warschau und Wilna) stattgefunden. Sie zeigt deutlich die Fortdauer der Redaktion der Altenburger Volkszeitung" Auskunft geben die doch die liberale Hilfe auch brauchen, weiter. Das schwierigste der oppofitionellen Bewegung. Die Manifestation fand während der konnte. Auf Veranlassung des Polizei- Inspektors mußten nim Stück Arbeit bietet sich beiden Richtungen im Wahlkreis Ludwigs- Vorstellung des Dramas von Gorki„ Die Kleinbürger" statt. Schutleute öfters in die im Parterre gelegenen Redaktionsräume hafen, den unser Genosse Ehrhart vertritt und dessen Wieder- Das Drama wurde drei Abende gegeben und jeden Abend kam es der Volkszeitung" hineinsehen, um zu ermitteln, wer dort arbeite. gewinnung das geheime und offene Sehnen der alten und jungen zu demonstrativen Auftritten. An dem ersten Abend begnügte sich als unsre Genossen diese polizeiliche Liebenswürdigkeit merkten, verliberalen Garde ist. Doch da heißt es: Hände weg! die Polizei mit einer Verwarnung des Publikums, den zweiten Abend hängten sie das Fenster mit einem großen Teppich, um die lästige war das Theater schon voll von Polizisten und Spigeln. Es wurden Zugluft etwas abhalten zu können. Nun ließ man eines Tages in zwei Frauen verhaftet. Am dritten Abend wurden am Ende des der Buchdruckerei der„ Leipziger Volkszeitung", wvo unser Blatt ge= ersten Attes stürmische Rufe:„ Nieder mit dem Absolutismus!" laut. Druckt wird, eine Haussuchung nach dem Manuskript vornehmen, fand Im dritten Aft wiederholte sich das. Die Polizei war wütend, aber nur ein leeres Couvert, dessen Adresse obendrein nicht ges Das Opfer des Kriegsgerichts. Am Sonntag ist das letzte Opfer Bolizisten warfen sich auf die Arbeiter; diese leisteten aber Widers schrieben, sondern gedruckt war. Gleichzeitig wurden zwei Leiter des Genfer Kriegsgerichts, Genosse Sigg, aus dem Gefängnis stand. Es begann eine schreckliche Scene... Die Menge wollte der Druckerei vernommen, um anzugeben, wer der Redakteur unsres entlassen worden, nachdem er seine viermonatige Strafe bis auf den die Verhafteten befreien, die Polizisten drohten von ihren Revolvern Blattes sei. Die Feststellungen erstreckten sich sogar auf die Zulegten Tag hatte abfigen müssen. Wir begrüßen ihn in der Freiheit Gebrauch zu machen. Das Parterre tam ebenfalls in Wallung, der Vorhang sammensetzung der Redaktion der Leipziger Voltszeitung". Jeder und wünschen ihm in feinen neuen Kämpfen neue Erfolge. Bei wurde herabgelaffen. Die Manifestanten stellten sich dann vor dem einzelne Redakteur war in den Ermittelungsaften angeführt. Die dieser Gelegenheit sei noch mitgeteilt, daß für die Familien der Theater auf und schickten Leute in die Stadt, um Unterstützung zu Leipziger Genossen erklärten natürlich, daß sie sich um die Redaktion Genfer Verurteilten die Arbeiterschaft die schöne Summe von erhalten. Der Polizeimeister wurde bei seinem Erscheinen mit lauten: der Altenburger Volkszeitung" nicht kümmern, sondern lediglich 10 000 Fr. aufgebracht hat. Nieder mit der Polizei, nieder mit dem Absolutismus!" empfangen. den überwiesenen Drudauftrag ausführen. Jetzt stellte man das Ausland. Schweiz. Verfahren gegen den Genossen Stüdlen ein, um ihn dann als Zeuge| haltigen Stoffes sehr borteilhaft von den Berichten, welche die Am Sonntagabend findet ein Rommers statt und werden Teilnehmer verwenden zu können. In der Verhandlung am Freitag lehnten Gewerkschaftskommission in früheren Jahren herausgab, und er läßt farten hierzu den beteiligten Organisationen zur Verfügung gestellt. die Angeklagten jede Auskunft ab, die vorgeladenen Polizeibeamten erkennen, daß auch die Thätigkeit des Sekretariats sich gegen früher Da wir mit einer großen Zahl von Delegierten zu rechnen haben, wußten nichts und der als Zeuge geladene Genosse Stücklen erklärte, erheblich erweitert und vervollkommnet hat, so daß das„ Berliner so tann naturgemäß die Zahl der Festteilnehmer seitens der befein Zeugnis zu verweigern, um nicht selbst sich einer strafrechtlichen Gewerkschaftsbureau", welches sich auf dem Titelblatt des vorUntersuchung auszusetzen. Trotzdem nun thatsächliche Feststellungen liegenden Jahresberichts unsres Wissens zum erstenmal offiziell teiligten Organisationen nur eine beschränkte fich als ganz und gar unmöglich erwiesen, kam das Gericht doch zu als Arbeiterfefretariat Berlin" bezeichnet, diese Be- entsprechende einer Berurteilung und erkannte gegen Strike auf 75 M., gegen zeichnung mit vollem Recht beanspruchen kann, unnsomehr, da ja die Ludewig auf 50 M. Geldstrafe. Funktionen der Sekretäre längst über den Rahmen rein gewerkschaftlicher Angelegenheiten hinausgehen. " -tom den Saalverhältnissen sein. Am Kommers können in Rücksicht auf Vorstehendes nur Herren teilnehmen. Eintrittsgeld wird nicht erhobent. Für das Lokalfomitee: G. Link, Engel- Ufer Nr. 15. Berlin und Umgegend. Der Streit der Militärschneider. Die Vornahme einer öffentlichen Geldsammlung zu den Zwecken der Reichstagswahl ist dem socialdemokratischen Verein für Der gewerkschaftliche Teil des Jahresberichts giebt den 14. sächsischen Wahlkreis nicht genehmigt worden. Die Kreis- unter anderm eine tabellarische Uebersicht über die Mitgliederhauptmannschaft Leipzig befürchtet davon eine Störung der öffent- bewegung der 72 Organisationen, welche der Gewerkschaftskommission lichen Ruhe und Ordnung, weil die Möglichkeit bestände, daß die angeschlossen sind. Sowohl in der Gesamtzahl der Mitglieder, wie Sammelboten mit anders gesinnten Angesprochenen in Differenzen in denen der einzelnen, besonders der größeren Organisationen, geraten könnten. Da die Behörde solche Befürchtungen bei der Ge- zeigt sich ein erfreulicher Fortschritt. Während das vierte Quartal sammlung der Streifenden gab, ist insofern eine Aenderung im Stand Nach dem Bericht, den Ritter gestern vormittag in der Vernehmigung von Sammlungen für firchliche Zwede noch niemals ge- 1901 mit insgesamt 84 937 Mitgliedern schließt, ist diese Zahl im des Streits eingetreten, als die Firmen Stein und Schön die Forderungen habt hat, so darf man annehmen, daß sie den Gegnern kirchlicher Jahre 1902 ständig gewachsen und bis zum Jahresschluß auf bewilligt haben und dort die Arbeit wieder aufgenommen wurde. Es Sammlungen viel mehr Anstand bei der Abweisung der Sammler 108 729 gestiegen. Die Gesamtzahl der in den betreffenden Berufen kommen hierbei zwar nur 17 oder 18 Kollegen in Frage, die Sache zutraut, wie den Gegnern socialdemokratischer Sammlungen für beschäftigten Arbeiter giebt der Bericht( auf Grund welcher Quelle ist aber insofern von Bedeutung, als die Firma Stein die früher er Wahlzwecke. wird nicht gesagt) auf 425 310 an. Da hiernach troß der erfreulichen wähnte Annonce im„ Militär- Wochenblatt" unterzeichnet hatte und -Mathematische Irrungen und Versammlungsverbot. In dem Orte Zunahme der Mitgliederzahl erst etwa der vierte Teil der in Berlin also dem Ning der Unternehmer angehörte. Bei der Firma Kühne Kleinrügeln im 11. sächsischen Reichstags- Wahlkreise hatten die beschäftigten Arbeiter organisiert ist, so bleibt den Gewerkschaften in Erfurt war von der Berliner Filiale Streitarbeit eingetroffen. Parteigenossen eine Versammlung unter freiem Himmel arrangiert. noch ein weites Feld für ihre organisatorische und agitatorische Als aber dort die Militärschneider vorstellig wurden und mit ArbeitsZu diesem Zwecke hatte eine Grundbesizerin ein Stück Feld, die Thätigkeit, welches sie hoffentlich mit dem gleichen, wenn möglich niederlegung drohten, gab die Firma ihr Ehrenwort, die Arbeit nicht Parzelle 66, zur Verfügung gestellt. Die Versammlungsanzeige mit noch größerem Erfolge betreiben werden, wie es seither der fertigstellen zu lassen, und versprach, mit den streifenden Arbeitern lautete auch auf Parzelle 66 und ebenso die von der Amts- Fall war. ihrer Berliner Filiale zu verhandeln. Die Firma Wellhausen Betrachten wir die in der Tabelle aufgeführten Gewerkschaften läßt in ihrer Filiale in Hannover auch zu gewöhnlichen Zeiten hauptmanschaft darüber erteilte Bescheinigung. Um allen Machenschaften vorzubeugen, hatte der Einberufer diese Parzelle von der im einzelnen, so finden wir bei 36 eine Zunahme, bei 18 Organi- Arbeiten aus Berlin anfertigen, darum ist es jetzt schwer festBesitzerin gemietet und darüber einen ordentlichen schriftlichen Ver- fationen eine meiſt unbeträchtliche Abnahme des Mitgliederſtandes, zustellen, was Streitarbeit ist und was nicht. Höchst wahrscheinlich trag mit ihr abgeschlossen. In diesem Vertrage war aber irrtümlicher- während die übrigen 18 auf dem gleichen Stand blieben beziehungs- wird dort in nächsten Tagen die Arbeit niedergelegt werden. Der weise die Parzellennummer 68 angegeben, obwohl 66 gemeint war. weife feine Vergleichszahlen aus dem Vorjahre angegeben haben. Redner erwähnte ferner, daß in letzter Zeit in der„ Volks- Zeitung" Das tam zur Kenntnis der Polizei, und obwohl der Vertrag mit Die stärkste Organisation ist der Metallarbeiter- Verband, der des öfteren Militärschneider sowohl für Berlin als auch nach auss der Versammlungsanzeige nichts zu thun hatte, verbot jetzt die am Jahresschluß 30 664 Mitglieder hatte( gegen 21 374 im Vorjahre). wärts gesucht wurden, und forderte die Anwesenden auf, diefe Polizei die Versammlung auf Parzelle 68, weil sie zu klein sei Dann folgt der Holzarbeiter- Verband mit 12 000( im Vor- Annoncen zu beachten und dafür zu sorgen, daß keine ( Barzelle 66 ist dagegen sehr groß). Der Einberufer kümmerte sich um jahre 11 174), der Maurer- Verband mit 8074( 8170), der Buchdrucker Streifarbeit angefertigt wird. Des weiteren fand es der das Verbot nicht, da er nicht nach Parzelle 68, sondern nach Barzelle 66 Verband mit 6991( 6576), die Handels- und Transportarbeiter mit Redner sehr sonderbar, daß die„ Volks- Zeitung", die sonst eine Versammlung einberufen hatte. Als nun die Teilnehmer sich 5806( 6001), die Buchbinder mit 3786( 3420), die städtischen Arbeiter doch bon den Vorgängen in den Getverkschaften Notiz auf Parzelle 66 versammelt hatten, kam der Gendarm und löfte die mit 3289( 2305), die Zimmerer mit 2845( 2419), die Bau- nimmt, über den Streit der Militärschneider keine Berichte bringt. Versammlung auf, weil sie verboten sei. Es wurde ihm zwar die arbeiter mit 2590( 2768), die Schneider mit 2400( 1800), Daraus sei zu ersehen, daß dieses Blatt die Arbeiter auf Parzelle 66 lautende Anmeldebescheinigung und das auf die Töpfer mit 2012( 1500), die Lithographen und Stein- interessen nicht vertritt. Dann ging der Redner auf die Barzelle 68 lautende Verbot vorgezeigt, aber, obwohl die beiden drucker mit 1952( 1749), die Schuhmacher mit 1650( 1417), die Verhandlungen vor dem Gewerbegericht ein und hob hervor, daß es Barzellen 250 Meter weit auseinander liegen, ließ er sich durch Droschkenkutscher mit 1413( 1302), die Pußer mit 1384( 1127), die sich hierbei gezeigt habe, daß es den Unternehmern nicht darum zu thun das bißchen Zahlenunterschied nicht irritieren: er blieb bei seiner Maschinisten und Heizer mit 1066, die Sattler mit 1058( 1084), die gewesen sei, Schadensersatz zu erhalten, sondern viel mehr darum, Auflösung. Schmiede mit 1040( 965) usw. ihre Arbeit fertiggestellt zu erhalten. Die Beklagten könnten übrigens Die Gesamteinnahme aller der Kommission an mit voller Gemütsruhe dem weiteren Verlauf der Angelegenheit und geschlossenen Gewerkschaften drückt sich in der Aus Induftrie und Handel. Summe von den Verhandlungen vor dem Innungs- Schiedsgericht entgegensehen. 2 447 163 M. aus. Auch über die Verwendung der„ ArbeiterDie nächste Versammlung soll Sonnabendvormittag stattfinden. groschen" giebt der Bericht Auskunft, und wir erfahren, daß beStempelhinterziehungen. Bon umfangreichen Börsensteuer- deutende Summen für Unterstützungszwecke ausgegeben wurden. Defraudationen, die zu den im vorigen Jahre auf dem Bantiertag 36 Organisationen verwandten für Reise unterstügung der am 1. April in Kraft tretenden Aenderung des LohnDie Rohrleger und Helfer befaßten sich am Dienstag erneut mit in Frankfurt gehaltenen schönen Reden über die moralische Hebung 41 371 M., 29 Organisationen gaben für Arbeitslofen- tarifs. In der Voraussicht, daß ein Teil der Unternehmer bei des Bankierstandes eine merkwürdige Illustration liefern, weiß die Unterstützung 452 304 M. aus, 23 Gewerkschaften verbrauchten der Zahlung der erhöhten Tariffäße Schwierigkeiten machen werde, „ Köln. Volksztg." zu berichten. Nach der Aufstellung der Stempel für Krantenunterstüßung 175 490 M., 24 Organisationen revisionen bei den deutschen Bankgeschäften im Jahre 1901( für zahlten 26 173. Sterbegeld, 6 Gewerkschaften gaben für legte die Versammlung in folgender einstimmig gefaßten Reſolution das Jahr 1902 liegt eine solche noch nicht vor) wurden in Preußen Invalidenunterstützung 20 325 M. aus. Für besondere ihre Verhaltungsmaßregeln fest: von 2556 revisionspflichtigen Bankiers 523 revidiert, wobei sich unterstützungen verbrauchten 48 Gewerkschaften 259 359 M., und 40 Pf. für Helfer ist vom Morgen des 1. April 1903 ab in Die Erhöhung des Minimallohnes auf 55 Pf. für Rohrleger 1365 Defraudationen oder Kontraventionen herausstellten, in und 26 Organisationen zahlten 19023 M. für Rechtsschuß. Bayern von 461 Banfiers 199 revidiert mit 6826 Defraudations- Wer der Meinung ist, daß die Pflege des Unterstüßungswesens den 4. April die Zahlung des neuen Minimallohnes verweigern, allen Betrieben zu zahlen. Diejenigen Betriebe, die am Sonnabend und Kontraventionsfällen, in Mecklenburg- Schwerin von 18 Bankiers zur Vernachlässigung des gewerkschaftlichen Kampfes führt, den lehrt find sofort dem Verbandsbureau zu melden. Jedoch darf die Arbeit 17 revidiert mit 1162 Fällen. In Hamburg wurden von 713 das Studium der Streittabellen, daß diese Annahme irrig unter feinen Umständen niedergelegt werden, bevor nicht ein VerBantiers 9 revidiert. In Württemberg hat überhaupt keine Re- ist. Im Berichtsjahre wurden 103 Abwehr- und 303 Angriffstreits treter der Schlichtungskommission mit dem betreffenden Arbeitgeber vision stattgefunden. Trotz der vieltausendfachen Stempelhinterziehung ist nur in ganz wenigen Fällen Strafantrag gestellt worden, geführt. An den ersteren waren 2357, an den letzteren 9557 Per verhandelt hat. in allen übrigen Fällen hat man sich, wie es scheint, mit der Nach- 95 128 M., während die Angriffstreiks eine Ausgabe von 272 820 M. teilung gemacht, daß die Schlichtungskommission eine Neuregelung fonen beteiligt. Die Abwehrstreits erforderten eine Ausgabe von Der Versammlung wurde von Wiesenthal noch die Miterhebung des Stempels begnügt. Die Reichshaushalts- Kommission verursachten. Die Beteiligung der einzelnen Organisationen an den der Fahrzeit- Entschädigung beantragen will. hat deshalb eine Resolution nach dem Antrage des Centrums abgeordneten ved beschlossen, worin der Reichskanzler auf Streits sowie Umfang und Dauer der letzteren ist sehr verschieden. Interesse dürfte ferner die Witteilung sein, daß die Unternehmer des Von allgemeinem Die höchste Zahl der Angriffstreiks, nämlich 90, haben die gefordert wird, für eine strenge und gleichmäßigere Handhabung Bauarbeiter geführt, jedoch betrug die durchschnittliche Dauer Rohrlegergewerbes aus dem Verbande der Berliner MetallDes Revisionsrechts Sorge zu tragen. Zweifellos steht schon jetzt nur 2 Tage, die Gesamtausgabe 16 593 M. Die Holzarbeiter Metallarbeiter Verband industriellen ausgeschlossen sind, weil fie mit dem fest, daß die Stempel hinterziehungen einen geradezu ungeheuren hatten 59 Angriffstreits mit durchschnittlich 28, tägiger Dauer Streits den gegenwärtig geltenden Tarifvertrag abgeschlossen haben. bei Beendigung des borjährigen Umfang erreicht haben und daß auf diese Weise die Reichsfinanzen und 50 382 M. Kosten. Die Metallarbeiter haben 41 Anaußerordentlich geschädigt sind. griffstreits geführt, die durchschnittlich 192 Tage dauerten Vielleicht, so meinte Wiesenthal, lasse sich dem Gedanken der ErLudwig Löwe u. Co., Berlin. Das Gewinn- und Verlust- Conto und 174 270 M. fosteten. Die Töpfer hatten 18 Streifs richtung eines paritätischen Arbeitsnachweises für das Rohrlegerergiebt einen Gewinn von 2126 402 M.( im Vorjahr 2 513 608 M.). mit einer durchschnittlichen Dauer von 10% Tagen und gewerbe in absehbarer Zeit näher treten. Nach Abzug von 355 000 M.( im Vorjahr 375 000 M.) für Anleihe einer Ausgabe von 116 Mark. Die Holzbearbeitungs- Zur Lohnbewegung der Fensterputer von der Firma Stähr zinsen, 122 968 M.( 182 523 M.) für andre Zinsen und 438 153 m. maschinen- Arbeiter führten 17 Streits mit einer durchschnitt- u. Co. ist zu bemerken, daß die Streifenden ohne Ausnahme fest( 517 889 M.) für Handlungsunkosten bleibt mit Einschluß des Vor- lichen Dauer von 15 Tagen und einer Ausgabe von 3084 M. Die stehen. Arbeitswillige Fensterputzer haben sich trotz Annonce sowie trages aus dem voraufgegangenen Jahr ein Gewinn von 1251 576 M. Puter führten 15 Streits mit 31tägiger durchschnittlicher Dauer Säulenanschlag nicht gefunden. Die Firma versucht Ersatzleute von ( 1 476 379 M.), von dem eine Dividende in der Höhe von 10 Proz. und 2205 M. Kosten usw. der Wiener Filiale nach hier zu ziehen. Die Wiener Arbeiter( in 1901 12 Broz.) verteilt werden soll. Ueber die Geschäftslage der An den Abwehrstreiks sind die Metallarbeiter mit schaft ist aber von den Beweggründen des Streiks unterrichtet und Gesellschaft heißt es im Bericht: 39 beteiligt, die durchschnittlich 1634 Tage dauerten und 82 791 M. hat erklärt, teine Streikbrecher nach hier zu senden. Der Geschäftsgang im abgelaufenen Jahre hat sich gegen das tosteten. Die Töpfer hatten 18, die Holzbearbeitungsmaschinen- Wie berechtigt die Lohnbewegung ist und auf welch schwachen Borjahr nicht gebessert. Zwar hat sich unser Abjazz gehoben, indes Arbeiter 10 Abwehrstreiks, dann folgen für die andern Berufe Füßen die Angaben der Firma Stähr u. Co. stehen, beweist die war die Steigerung unwesentlich und wurde aufgetogen durch den erheblich geringere Zahlen. Thatsache, daß die Firma den Arbeitswilligen bereits 21 M. weiteren Rückgang der Verkaufspreise. Infolge der ungünstigen Ueber die Ergebnisse der Streits ersehen wir aus dem Wochenlohn bietet. Die Forderung der Streikenden betrug aber Verhältnisse hat sich eine Anzahl neubegründeter Fabriken Bericht, daß von den 303 Angriffstreits 162 erfolgreich, nur 19,50 M. Die Firma rechnet damit, daß es ihr gelingen wird, verwandter Branchen veranlaßt gesehen, in Liquidation zu 34 mit teilweisem Erfolg und 92 erfolglos endeten, den Betrieb aufrecht zu erhalten, um dadurch ihre Leute zu zwingen, treten, und dadurch ist eine große Anzahl faſt neuer während von 15 der Ausgang bei Abschluß des Berichts noch nicht die Arbeit wieder aufzunehmen, ohne daß die Verhandlungen mit Maschinen an den Markt gekommen, welche zu jeden Preise bekannt war. Von den 103 Abwehrstreits 43 der beräußert werden mußten und den ohnehin geringen Bedarf 10 mit teilweiſem, 36 ohne Erfolg. 14 enbeten 4 erfolgreich, bor Organisation gepflogen werden. Im Streit befinden sich unbekannt. Bei den 120 Mann, die Streikenden sind guten Muts, da jeder Arbeiter seine an neuen Maschinen noch weiter verringerten. Diese Liquidationen Abwehrstreits sind auch die Ursachen angegeben: 31 wurden Kundschaft auf die Lohnbewegung aufmerksam gemacht hat und auf scheinen nun beendet zu sein, indes sind die Verbaucher wegen Maßregelung, 46 wegen Lohnherabsetzung, 22 wegen die Unterstützung seitens der Kundschaft rechnet. Ein großer Teil unsrer Fabrikate immer noch sehr zurückhaltend. Es liegt dies Nichtbeachtung der allgemeinen Arbeitsbedingungen und 4 wegen der Kunden hat schon erklärt, durch Streitbrecher nicht pußen zu in der Natur der Sache; denn solange die Fabriken selbst nicht mit schlechter Behandlung geführt. lassen. Wenn dies durchgeführt wird, ist der Sieg in furzer Zeit befriedigendem Gewinn arbeiten, haben deren Leiter weder Neigung Schließlich sei noch einiges aus dem Kassenbericht der Gewerk- sicher. noch disponible Mittel für Neu- Anschaffungen. Erst wenn das Ge- schafts- Kommission angeführt. Sie verzeichnet einschließlich eines schäft im allgemeinen sich wieder befriedigend gestaltet haben wird, Kassenbestandes von 15 216,28 M. eine Gesamteinnahme von wird sich auch der Abfaz unsrer Erzeugnisse wieder heben. Die 43 705,80 M., wovon 25 681,21 M. von den angeschlossenen Organi amerikanische Konkurrenz ist weniger fühlbar gewesen als früher, fationen eingingen und zivar 9082,45 M. als Beiträge für die komteils weil die Industrie in Amerika selbst ausreichende Verwendung mission, 5234,50 M. als Beiträge für die im Februar 1902 vorfür die amerikanische Werkzeugmaschinen- Produktion hat, teils weil genommene Arbeitslosenzählung( welche einen Kostenaufivand von das durch die vorstehenden Vorgänge herbeigeführte Preisniveau die 5275,75 M. verursachte) und 11 364,26 M. für den Weberstreik in Amerikaner nicht mehr reizen konnte, Maschinen an den hiesigen Meerane.( Unter Ausgaben sind für diesen Streit 11 398,51 M. und Markt zu bringen. für den Tabatarbeiter- Streit 653,60 M. aufgeführt.) Speck hatte 7 Jahre Zuchthaus beantragt. = Die Drahtarbeiter( Nadler, Spinner und Weber) beschlossen, in allernächster Zeit in eine Lohnbewegung einzutreten. Die einzelnen Forderungen sollen demnächst endgültig formuliert werden. Gehaussucht wurde am Dienstag mehrere Stunden in den Räumen des Verbandes der städtischen Arbeiter. Es handelte sich hierbei um die Herbeischaffung von Beweisen, ob die in Kassel organisierten städtischen Arbeiter einen offiziell gewählten Soweit das wesentlichste aus dem gewerkschaftlichen Teil des Vorstand oder nur einen Vertrauensmann wie es seitens des Das Tübinger Schwurgericht verhandelte heute gegen den Bankier Berichtes. Der sehr beachtenswerte sociale Teil enthält Arbeiten Verbandsvorstandes behauptet wird Eugen Bräuning, der, um seine Spekulationen in Zucker durchführen über Unfall-, Invaliden- und Krankenversicherung, Arbeiterschutz, gewählt haben. Beschlagnahmt wurden drei Abrechnungen und ein zur Leitung der Geschäfte zu können, fremde Gelder in der Höhe von 289 300 m. veruntreut Arbeitsvertrag. Lohnbeschlagnahme- Gesez und Koalitionsrecht. Alles Brief. bat. Der Angeklagte wurde zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt, in allem ist der diesjährige Bericht eine schäzenswerte Arbeit, deren Gerichte beschäftigen wird, und der kleine Zweck dieser großen That Also eine große polizeiliche Aktion, die vermutlich auch noch die wovon 6 Monate Untersuchungshaft abgehen. Der Staatsanwalt Lektüre den Arbeitern angelegentlich empfohlen werden kann. Was die Arbeitsleistung des Sekretariats betrifft, so mag noch fann anscheinend nur der sein, die Kasseler Mitgliedschaft zu einem Neue russische Anleihe. Nach der Frankfurter Zeitung" waren erwähnt werden, daß dasselbe im Berichtsjahre an 2753 Personen selbständigen Verein zu stempeln, damit die Polizei die Einreichung in Petersburg alle Vorbereitungen getroffen, um mit Frankreich Rat und Auskunft in wichtigeren Angelegenheiten erteilte, daneben der Mitgliederliste verlangen kann. wegen einer neuen russischen Anleihe von einer halben Milliarde Frank erhielten noch 4672 Personen kleinere Auskünfte, die nicht besonders für Anfang 1904 in Verbindung zu treten. Aus unbekannten eingetragen werden. Nicht nur aus Berlin und der nächsten IlmGründen wurden jedoch die vorbereitenden Unterhandlungen plötzlich gebung, sondern auch aus weit entfernten Orten, in vier Fällen abgebrochen. Es wird angedeutet, daß die französische Geschäftswelt fogar aus Italien und Destreich- Ungarn wurde der Beistand des Wert darauf legt, daß zunächst das deutsche Kapital fich umfang- Sekretariats in Anspruch genommen. reicher in russischen Anleihen engagiert, da man dadurch eine größere Widerstandskraft für den Fall zu erlangen hofft, daß sich einmal Währungsschwierigkeiten ergeben sollten. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Die Maßregeln des Norddeutschen Lloyd, welche die Lahmlegung der Hafenarbeiter Organisation in Bremerhaven bezwecken, werden begreiflicherweise von der Unternehmerpresse mit hellem Jubel begrüßt. Aus diesen Aeußerungen geht, ebenso wie aus den ersten Wolffschen Meldungen über diese Angelegenheit hervor, daß das rücksichtslose Vorgehen gegen die Organisation der Arbeiter auf Vers Konsolidierte Redenhütte zu Zabrze. In der heute hier abanlassung der Direktion des Lloyd erfolgt ist und daß es eine Zur Anbahnung der Vereinigung der getrennt marschierenden somit leere Ausrede war, wenn gehaltenen außerordentlichen Generalversammlung, die über den die Direktion bor Antrag der Verwaltung zu beschließen hatte, dem Liquidator die Gewerkschaftsorganisationen hat am Sonntag, den 22. März die erste einigen Tagen der Arbeiterkommission erklärte, die Angelegenheit Vollmacht zur Veräußerung des gesamten Unternehmens gegen eine Sigung der Beteiligten stattgefunden. Weitere Verhandlungen sind ginge fie( die Direktion) nichts an, sondern nur den Unternehmer Barzahlung von 900 000 W. zu erteilen, wurde nach einer stürmischen in Aussicht genommen. Man war allseitig der Meinung, daß Hinsch. Die Neuesten Nachrichten" sprechen von einem Schlage, den Debatte schließlich dieser Antrag mit beträchtlicher Mehrheit an- während der Zeit der schwebenden Verhandlungen jeder Teil Angriffe sowohl in Versammlungen wie in der Presse zu unterlassen habe, und etwaige Publikationen sich im Rahmen streng sachlicher Erörterung zu halten hätten. genommen. Die Berliner Gewerkschaften im Jahre 1902. der Hafenarbeiter- Verband gegen den Norddeutschen Lloyd ausüben wollte, den nun die Direktion durch ihre Maßnahmen pariert habe. unternehmerfreundlichen Presse findet. Niemand hat einen Schlag gegen Das ist eine Entstellung der Thatsachen, wie man sie oft in der den Lloyd geführt, oder zu führen beabsichtigt. Der Ausstand war ja in aller Ruhe beigelegt und die Klarstellung der eigentlichen Veranlassung Soeben ist der Jahresbericht des Arbeitersekretariats Berlin Am Sonntag, den 29. März, abends 6 Uhr, beginnt im diese abzuwarten, ging der Lloyd mit seinen Maßnahmen gegen die desselben einer gerichtlichen Entscheidung anheim gegeben. Ohne und der Gewerkschaftskommission in Gestalt einer 115 Seiten starken Gewerkschaftshause der II. Bauarbeiterschutz Kongreß. Arbeiter vor und es scheint ihm ja auch gelungen zu sein, durch eine Broschüre erschienen. Der Bericht unterscheidet sich sowohl durch Die Berliner Delegierten wollen soweit es noch nicht gerecht deutliche Drohung mit der Hungerpeitsche die meisten Arbeiter seinen Inhalt, wie durch Anordnung und Behandlung des reich- schehen ist ihre Anmeldungen beim Unterzeichneten einreichen. zum Austritt aus der Organisation zu bewegen. Die Absicht Baugewerbliche Arbeiter! # ber scharfmacherischen Praktiken des Lloyd scheinen also der Heuchelet, welche über were öffentlichen Erziehungs-| erste Vorsitzende und der erste Staffierer erhalten ebenfalls je 10. erreicht. Db sie es wirklich sind, mag dahingestellt Institutionen hereingebrochen ist. Man hat versucht, die Lehrer zu pro Quartal. Die Versammlungen finden Sonntag nach dem 15. bleiben. Unfre Parteiblätter in Bremen und Bremer Werkzeugen der Autokratie herabzuwürdigen. Der heutige Tag ist jeden Monats statt. Die Entgegennahme von Beiträgen in den Verhaven glauben nicht, daß der Lloyd wirklich einen Sieg er- ein Merkstein in der Geschichte der Chicagoer öffentlichen Schulen; sammlungen hat wegzufallen. Sämtliche Versammlungsanzeigen rungen habe. Es ist ja auch gar nicht gesagt, daß die Arbeiter, der Schritt, den wir thun, wird den demokratischen Geist in den und Berichte werden im Vorwärts" veröffentlicht. Diese Vorschläge welche dem Zwange gehorchend ihrer Organisation den Rücken Schulen wieder aufrichten. Die Verbindung der Lehrer mit der wurden von der Versammlung angenommen bis auf den der Enttehrten, auch damit dem Geist der Solidarität entsagt haben. So Arbeit heißt, daß die Macht der Privilegien in der Schule ver- schädigung des Spediteurs. Letztere soll nicht 10, sondern 12 M. be= lange aber die Arbeiter sich solidarisch in der Wahrnehmung ihrer schwinden wird. tragen. Die Wahl des Spediteurs fiel auf K. Winstowski. Als Interessen fühlen, haben die Unternehmer das Spiel noch nicht ge= Delegierte zum Bauarbeiterschutz Kongreß wurden Görniz und wonnen, und die Saat, welche die Organisation ausgestreut hat, Höppner, als Delegierte zum nächsten Gautag Janell und Höppner wird seiner Zeit aufgehen. gewählt. Zur Feier des 1. Mai wurde folgender Antrag angenommen: In den Werkstellenbesprechungen sind Abstimmungen vorzunehmen. Wird die Feier mit Zweidrittel- Majorität beschlossen, so unterſtüßen. Aussperrung der Töpfer in Königsberg i. Pr. Am Dienstag find sämtliche Töpfergefellen in Königsberg von ihren Unternehmern ausgesperrt worden. Im vorigen Jahre wurde eine Kommission von den Gesellen und eine Kommission von den Meistern gebildet. Diese beiden Kommissionen hatten den Auftrag, den Lohntarif für das Jahr 1903 auszuarbeiten. Der Tarif sollte bis zum 15. März fertig fein. Am 18. März verhandelte eine Versammlung der Töpfergesellen über den Lohntarif, und da dieser auch von den Meistern verlangt worden war, so wurde er den Meistern eingereicht. Am 23. März hatte der Innungsvorstand und die Meisterkommission Sigung und heute morgen wurden die Töpfer, die bei den Meistern arbeiten wollten, entlassen mit der Begründung, daß die Gesellen ihre Forderungen übertrieben hätten! Streitbrecher sucht die Tapezier Jnnung in Hamburg, wo sich die Gehilfen dieses Gewerbes zur Zeit im Ausstande befinden. Den Berliner Innungsmeistern ist ein Cirkular der Hamburger Innung zugegangen, worin nach einer beweglichen Klage über das Vorgehen der Streifenden gesagt wird: Unfre Bitte geht nun dahin, etwa entbehrliche Gehilfen und wenn solche Lust haben, bei uns zu arbeiten, uns zu überweisen und vor allem Meistersöhne, welche doch gewiß den Wunsch hegen, unfre, Waterkant" einmal fennen zu lernen, uns zuführen zu wollen, damit wir den Herren Gehilfen zeigen können, daß wir Meister unter uns auch eine nicht zu unterschäzende Macht bilden. " Elfte General- Versammlung des deutschen Tabakarbeiter- Verbandes. Dresden, den 24. März. auf Antrag der Revisionskommission dem Kassierer Decharge erteilt. Am zweiten Verhandlungstage in der Vormittagssigung wird Nachdem die noch längere Zeit währende Debatte über den ersten Punkt der Tagesordning geschlossen war, wurde der Antrag Altona: Die Versammlung mißbilligt entschieden das Vorgehen des Vorstandes gegen den Sortiererverein bez. Entziehung des Tabakarbeiter" zu seinen Bekanntmachungen und hofft, die General bersammlung möge entschieden Protest dagegen erheben", gegen eine kleine Weinorität abgelehnt. Alsdann giebt die Mandatsprüfungs Kommission Bericht. Anwefend find 62 Delegierte, als Vertreter des Vorstandes 3 Kollegen, Meister vom Ausschuß, Geher vom„ Tabalarbeiter". hat sich jeder einzelne derselben zu fügen. Maßregelungen sind zu schmieder, die sich mit der Wohnungsfrage beschäftigte. Der Referent Eine Volksversammlung tagte am Montag im Lokal von Ball: 28. Den er, der eingehend die schädlichen Folgen des Grund- und Bodenwuchers schilderte, empfahl den Zusammenschluß der Arbeiter in Baugenossenschaften, die zwar auch nur in beschränktem Maße wirken können, aber doch ihren Mitgliedern in materieller und hygienischer Beziehung bedeutende Vorteile bieten und die schließlich auch auf die Wohnungsverhältnisse im allgemeinen einen günstigen Einfluß ausüben werden. Der Redner erörterte sodann, daß eine völlige Lösung der Wohnungsfrage allerdings erst durch die Kommunalisierung des Grund und Bodens zu erwarten sei. Dem beifällig aufgenommenen Vortrage folgte eine längere Diskussion, in der zum Anschluß an die Arbeiter- Baugenossenschaft Paradies" aufgefordert, die, wie angeführt wurde, auf streng demokratischer Grundlage steht, bereits ca. 1500 Mitglieder zählt und auch schon größere Baugelände angekauft hat. " Es wird dann in die Beratung der Unterstützung der Mitglieder bei vorübergehender Erwerbs unfähigkeit eingetreten. Auch die Arbeitslosen und Kranten Unterstüßung wird mit zur Beratung gestellt. Dazu liegen eine große Reihe von Anträgen vor, die jetzt im VerVerband deutscher Barbiere, Friseure und Perückenmacher. bande bestehende fakultative Kranken- Zuschußkasse in eine obliga-( 3weigverein Berlin). Donnerstag, den 26. d. M., abends 10 Uhr: Bezirkstorische umzuändern. Eine weitere Reihe von Anträgen fordern die versammlung. Vortrag des Kollegen Schobert: Welcher Barbiergehilfen Verschmelzung der Central- Zuschußtasse mit dem Verbande. Andre Verein vertritt die Interessen der Barbiergehilfen am besten? Anträge befassen sich mit dem Ausbau der fakultativen Zuschußtasse Dieser Lockruf beweist, daß die Innungsmeister in Hamburg des Berbandes, ferner mit der Einrichtung einer Wöchnerinnen- Letzte Nachrichten und Depefchen. selbst keine Rausreißer finden, und daß die Sache der Streifenden somit nicht schlecht steht. Die paar Meistersöhne, die sich etwa durch die Freuden, welche an der„ Waterkant" ihrer harren, verlocken lassen, werden den Kohl auch nicht fett machen. Husland. Die Möbeltransportarbeiter in Paris haben am Dienstagabend den Ausstand beschlossen. Zum Streit der römischen Schriftseher. Der Generalrat der römischen Arbeitskammer hat sich dahin entschieden, von einem Generalausstand zu Gunsten der Typographen Abstand zu nehmen, dafür aber für finanzielle Unterstügung der Streitenden zu sorgen. Sociales. Ortsarmenverband und Krankenkasse. Unterstüßung und der Unterstüßung in Sterbefällen. Die Debatte über das Unterstützungswesen füllte den ganzen Sigungstag aus und war auch am Schluß desselben noch nicht Verschiedene Redner traten für die Arbeitslosen- Unterbeendet. stützung ein und machten Vorschläge bezüglich der Durchführung Gerichts- Zeitung. 1 Primus" Prozeß. Altona, 25. März. Jm„ Primus"-Prozeß beantragte heute nachmittag der erste Staatsanwalt, den Navigationsdirektor Niebuhr und den Lotsenkommandeur Kadell mit Rüdsicht auf eine von ihnen bezüglich der Schuldfrage gethane Aeußerung als Sachverständige wegen Besorgnis der Befangenheit abzulehnen. Beide Sachverständige erklärten, daß sie ihr Gutachten nur auf Grund der vor Deichmann Bremen bekämpft in seinem Referat besonders die hier und da aufgetauchte Ansicht, als ob durch die Einführung Ein gefahrdrohender Fabrikbrand kam gestern abend 92 Uhr der Unterstützung der Verband den Charakter einer Kampfes aus nicht ermittelter Ursache in der Metallwarenfabrik von Baer organisation verlieren werde. Jetzt bei 16 Proz. Organisierten könnte u. Stein in der Alexandrinenstraße 24 zum Ausbruch. Auf dem dann, wenn durch den Ausbau der Unterstützungszweige der Prozent große Posten Pappschachteln aufgeschichtet, die aus nicht erman wohl eigentlich nicht von einer Kampforganisation reden. Erst Treppenaufgange des Quergebäudes im zweiten Hofe waren faiz auf vielleicht 80 Proz. gebracht sei, dann könne der Verband mittelter Ursache in Brand geraten waren. Von mehreren erst den Kampfescharakter beweisen. Er wolle die Unterstützungen nicht um ihrer selbst willen, sondern um die Ziele des Verbandes, Seiten alarmiert, rückte die Feuerwehr in sechs Löschzügen an. die Erringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erreichen. Der erste Angriff gestaltete sich insofern schwierig, als man vom Hofe Neben der Zuschußlasse empfiehlt Redner die Einführung der Wöchne aus über die erste Treppe wegen der enormen Hige den Flammen nicht rinnen- Unterstützung und eines Sterbegeldes. Unter teinen Umständen beikommen konnte. Da der Hauptherd des Feuers zwischen dem ersten und darf auf das durch die Urabstimmung beschlossene Obligatorium ver- zweiten Stock lag, so blieb nichts andres übrig, als über Hakenleitern vorzichtet werden. zubringen. Von der Hige der Stichflammen stürzte in furzer Zeit die Wildemann- Stuttgart begründet die Notwendigkeit und Durch fich freitragende Granittreppe vom zweiten zum dritten Stock in fich führbarkeit der Arbeitslosen- Unterstützung. Er hält eine solche bei zusammen, ohne glücklicherweise größeres Unheil anzurichten. Da Den Schlosser F., zu dessen Unterstützung die Betriebs- Kranken- den Tabakarbeitern um so cher für burchführbar, als bei ihnen im dritten Stock sich eine große Tischlerei befindet, so lag die Gekaffe der Firma Wegmann u. Comp. zu Rothenditmold verpflichtet wegen ihres geringen Verdienstes der Arbeitslohn viel leichter durch im dritten Stock sich eine große Tischlerei befindet, so lag die Gewar, hatte der Ortsarmenverband Stendal im Johanniter- Kranten- Unterstügung ersetzt werden kann. Redner empfiehlt eine Erfahr an der Weiterverbreitung des Feuers nahe. Dem energischen Hause zu Stendal verpflegen und behandeln lassen. Der Armen- höhung des Beitrages für männliche Mitglieder um 10, für weib- Vorgehen der Wehr unter Brandinspektor Reinhardt gelang es verband erhob auf Grund der Bestimmungen des Kranken- liche um 5 Pf. jedoch, die Flammen innerhalb einer Stunde zu ersticken. Eine versicherungs- Gesezes Anspruch auf Stostenersatz in Höhe von Betriebsstörung tritt nicht ein. 144,85 M., während die genannte Betriebskasse sich nur zur Zahlung von 133,05 m. verpflichtet hielt. Die Kasse berief sich auf ihr Statut, wonach Mitglieder, die außerhalb eines Umkreises von 10 Kilometern erkranken, nur den anderthalbfachen Betrag des Kranken- derselben. geldes der Wochentage zu bekommen hätten und damit zugleich für die Kosten der Heilbehandlung abgefunden seien. Da eine Ginigung wegen der Differenz nicht zu stande tam, klagte Stendal im Verwaltungsstreit- Verfahren. Es stellte sich heraus, daß Den Bruder erstochen. Eine neue Schwurgerichtsperiode beim die Stadt an das Johanniter- Krankenhaus für F.'s Verpflegung pro Landgericht I begann gestern unter dem Vorsiz des Landgerichtsrats Gericht geführten Verhandlungen abgeben würden, worauf der Tag nur eine Mark gezahlt hatte, aber der Stasse 1,25 m. pro Tag Kretschmer. Es wurde gegen den 20jährigen Gärtnergehilfen Otto Staatsanwalt seinen Antrag zurückzog. Sodann wurden die Zeugenanrechnete. Die Stadt( der Ortsarmen- Verband) erklärte dies damit, iemann verhandelt, welcher beschuldigt war, seinen um zwei vernehmungen fortgesetzt. Am Schlusse der Sitzung ordnete der daß fie den Johannitern bei Errichtung des Krankenhauses auf viele Jahre älteren Bruder, den Schlossergesellen Hermann Riemann Vorsitzende an, daß zu der heute abend stattfindenden örtlichen Jahre ein zinsloses Darlehn von 64 000. gegeben und durch einen Messerstich ins Herz getötet zu haben. Der Sachverhalt Inaugenscheinnahme nur die vom Gericht geladenen Personen Zu fich verpflichtet habe, dem Krankenhause das Gas zum Selbstkosten der traurigen Sache ist mit wenigen Worten erzählt. Am Morgen tritt haben sollen. Hierauf wurde die Verhandlung auf Donnerstag preise zu liefern, und daß als Vergünstigung hierfür der Stadt für des 16. Februar dieses Jahres hatte der Angeklagte sich in Be- vertagt. die von ihr überwiesenen Kranken nur eine Mark an Verpflegungs gleitung seiner beiden älteren Brüder in einer Wirtschaft in der Jaurès und die Dreyfus- Angelegenheit. tosten pro Tag berechnet würde. Thatsächlich koste also der Kranke Neanderstraße befunden. Alle drei hatten dem Bier in reichlichem Maße Paris, 25. März.( B. H.) In der Petite République" bes der Stadt mehr als eine Mart. 3 Der Bezirksausschuß wies den Armenverband mit seiner Mehr- ugesprochen, es war gegen 8 Uhr nachmittags, als sich die drei Brüder spricht heute Jaurès die Dreyfus- Angelegenheit; er erklärt dabei, Der Bezirksausschuß wies den Armenverband mit seiner Mehr in angeheiterter Stimmung entfernten. Sie begaben sich zusammen daß er an die Kammer das Verlangen stellen werde, seinen Antrag forderung ab, das Oberverwaltungsgericht als Revisionsinstanz hob auf den Heimweg. In der Annenstraße kam es zwischen dem An über die Dreyfus- Affaire noch vor den Osterferien zu beraten. Die aber diese Entscheidung wieder auf und verwies die Sache mit geklagten und dem verstorbenen Bruder zu einer harmlosen Reckerei. Republikaner müßten mehr als naiv sein, wenn sie sich durch die folgender Begründung an die Vorinstanz zurick: Es sei nicht ge- Der erstere, welcher unter dem Einflusse genossener Getränke leicht Aeußerungen Ribots in der vorgestrigen Stammerſibung täuschen feßlich zulässig, Krante nach verschiedenen Grundsätzen zu behandeln, in große Erregung gerät, nahm auch dessen scherzhafte Bemerkungen ließen. Die Rede Ribots sei zu sehr von den Nationalisten wie es die beklagte Betriebskasse thue, indem sie unterscheide zwischen übel auf. Voller Wut griff er plößlich zum Messer, öffnete es und aktlamiert worden, als daß sie die Republikaner zu bethören verStranten, die außerhalb eines gewissen Umkreises ertrantten, führte damit blindlings einen Hieb gegen seinen Bruder, der ihm möchte. und denen, wo dies nicht der Fall sei. Da der Vorderrichter so dicht auf dem Fuße folgte, daß er ihm bisweilen auf dies verkannt und jene unzulässige Bestimmung der Betriebstasse die Haden Hacken trat. Der Angeklagte traf seinen Bruder Die irische Landbill. berücksichtigt habe, so müsse die Vorentscheidung aufgehoben werden. mitten ins Herz, der Verletzte ist bald verschieden. Im London, 25. März. Unterhaus. Der Chefsekretär für Irland In der Sache selbst handle es sich nun um die Frage, wie viel Termin bot der Angeklagte ein Bild tiefster Reue, er gab zu, Wyndham begründet vor dichtbeseztem Haufe die irische LandStendal liquidieren könne. Jedenfalls habe die Stadt recht, wenn sie mit Rücksicht auf die erwähnten Verträge mit den Johannitern als Ersatz von der Betriebskasse mehr verlange als die eine Mark, die sie vertraglich zahle, da sie ja die Kosten zu tragen habe für die Aufwendungen, die sie durch die Hingabe des zinslosen Kapitals von 64 000 Mark an die Johanniter 2c. auf sich genommen habe. Thatsächlich leiste sie ja für die Kranken mehr als die eine Mark. Wieviel, werde der Bezirksausschuß feststellen müssen. Je nach dem Ergebnis der Feststellungen sei die Betriebskasse zu verurteilen. daß sein verstorbener Bruder immer gut gegen ihn gewesen sei. bill. Redner führt aus, die Verschiedenheit der Lage der Landwirts Der Staatsanwalt wies darauf hin, daß es nicht angebracht sei, schaft in England und Jrland rechtfertige eine ausnahmsweise Ves aus Mitleid mit dem Angeklagten dessen Schuld zu verkleinern, wenn handlung Irlands. Durch den Rückgang der Landwirtschaft sei jede ihm auch mildernde Umstände zugebilligt werden könnten. Bevölkerungsklasse in Irland in Mitleidenschaft gezogen. Wyndham Die Geschworenen sprachen den Angeklagten schuldig des Tod- geht sodann auf den Inhalt der Vorlage ein, diese werde es den schlages unter Zubilligung von mildernden Umständen. Der Staats- Bächtern ermöglichen, ihren Landbesitz von den Gutsherren käuflich zu anwalt beantragte drei Jahre Gefängnis, der Gerichtshof erwerben. Hierzu sollten den Pächtern Vorschüsse gegeben werden. Die erkannte auf ein Jahr drei Monate Gefängnis. erforderlichen Mittel sollten durch eine 23/4 proz. garantierte Anleihe Primus"-Prozeß. Auf Antrag des Verteidigers wurde be- flüssig gemacht werden, welche voraussichtlich in Höhe von 5 Millionen schlossen, den Korbettenkapitän Louran vom Reichs- Marine- Amt als Pfund Sterling jährlich für die ersten drei Jahre ansgegeben würde. Eine Konferenz der Arbeiterabftinenten wird von der beauftragten Sachverständigen zuzuziehen. Der Untersuchungsrichter, Landrichter Der zur Ausgabe gelangende Betrag tönne später erhöht werden. Lokalfommission für den 13. April nach Bremen einberufen. Die- Dr. Forstmann, befundet, der Angeklagte Sachs habe sich, als er ihn Die Anleihe werde garantiert werden durch die jährlichen Zahlungen selbe tagt im Vereinshause Hankenstr. 21/22 und beginnt 9 Uhr über seine Kursveränderung bei der Probefahrt am 3. September der Schattammer für irische Lokalzwecke. Der Cheffekretär für morgens. Als provisorische Tagesordnung wird vorgeschlagen: befragte, in Widersprüche verwickelt. Der Schiffsinspektor Pohles Irland ist der Ansicht, daß nicht mehr als 100 Millionen Pfund er1. Bericht der Delegierten. 2. Die Stellung der Arbeiter- Abftinenten von der Hamburg- Amerika- Linie stellt dem Angeklagten ein vorzüg- forderlich sein werden, und führt ferner aus, daß in dem GesezVereine innerhalb der Enthaltsamkeitsbewegung. 3. Wie stellen wir liches Zeugnis aus. Zeuge giebt auf Befragen zu, gesagt zu haben, entwurf für die Rückzahlung der Vorschüsse seitens der Pächter durch uns zur Gründung einer Centralorganisation? 4. Eventuelle Be- er habe den Eindruck, daß Kapitän Peters bei der Probefahrt am Teilzahlungen Vorsorge getroffen sei. Der Gesetzentwurf schlage ratung der Statuten. 5. Unfre Agitation. 3. September absichtlich mit der Elbe", womit er den damals noch ferner vor, staatlicherseits einen Zuschuß von 12 Millionen Pfund zu Berechtigt zur Teilnahme an der Konferenz sind alle auf dem nicht wiederhergestellten„ Primus" markierte, falsch gefahren sei. Es gewähren in jährlichen Beträgen von höchstens 390 000 Pfund Sterl. Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Abstinenten. werden dann noch andre Zeugen über die Probefahrt am 3. Sep- Wyndham fährt fort, die gemäß der Vorlage vorzunehmenden Operationen werden unter Kontrolle bon drei staatlichen Etwaige Anträge und Anmeldungen find bis zum 5. April an tember vernommen. Kommissaren stehen. Der Zeitraum für die Rückzahlung der den St. Klawitter, Bremen, Hansastr. 250, Geldsendungen zur Unter Pächtern gewährten Vorschüsse soll 681/2 Jahre betragen. Die Vorstützung der Konferenz an Fr. Braune, Bremen, Wiedstr. 26, zit Tage enthalte ferner Vorkehrungen zur Vermeidung des Ankaufs von richten. Grundbesitz durch Geldverleiher. John Redmond( Jre) will seine endgültige Ansicht über die Bill noch nicht äußern, giebt aber zu, daß die Vorlage einen großen Fortschritt gegenüber früheren Maßgelung der Frage herbeizuführen. Wenn die Bevölkerung Jrlangs zu der Ansicht gelangen follte, daß die Bill vernünftige Hoffnung auf Regelning der Landfrage gewähre, werde sie die Bill willkommen heißen. = Verfammlungen. Ein Bleiweiß- Verbot hat der Nat der Stadt Leipzig erlassen. Dritter Wahlkreis. In der Mitgliederversammlung des WahlEr hat in den Submissionsbedingungen für die Anstreicherarbeiten vereins, die am Donnerstag bei Feuerstein in der Alten Jakobbei einer Gasanstalt die Verwendung von Farben verboten, die sich straße stattfand, hielt Mar Schütte einen Vortrag über: Die unter dem Einflusse des bei der Gasbereitung auftretenden politische Dichtung im Jahre 1848. Lebhafter Beifall bekundete, regeln bilde und daß die Regierung wirklich bestrebt sei, eine ReSchwefelwasserstoffes schwärzen. Dies trifft auch auf Bleiweiß zu. daß die Arbeiterschaft den Dichtern der Märzrevolution lebhaftes Wenn man das Bleiweiß. verbieten kam aus dieser Rücksicht, so Interesse entgegenbringt. fann man es natürlich auch verbieten aus Rücksicht auf die Gesund- Sechster Wahlkreis. In der am Dienstag bei Hensel, Invaliden Heit der Arbeiter. Schulen und Demokratie. Die Vereinigung der Lehrer und Lehrerinnen der öffentlichen Schulen von Chicago ist der amerikanischen Föderation der Arbeit beigetreten; ihre Delegierten erhielten Sitz im Chicago Central body( gleichbedeutend mit Gewerkschaftskartell) Bei dieser Gelegenheit hielt die Lehrerin Fräulein Margarete Haley eine bemerkenswerte Ansprache: straße abgehaltenen Wahlvereins Versammlung sprach Walded Manasse über den Kampf ums Dasein. Da eine Diskussion nicht beliebt wurde, so ermahnte der Vorsitzende die Versammlung noch in einigen Worten, die Ausführungen des Referenten in jeder Hinsicht zu beherzigen. Campbell Bannerman will auch für jetzt von jeder Beurteilung der Vorlage absehen und erklärt, alle Parteien seien von doch bedürften die finanziellen Vorschläge einer sorgfältigen Prüfung. dem Wunsche beseelt, daß Irland der Friede wiedergegeben werde, Nachdem noch mehrere Redner gesprochen, wird die erste Lesung der Bill angenommen. Castro bleibt. Verband der Dachdecker( Filiale Berlin). In der Versammlung am Sonntag erstattete der Vorstand Bericht über die Vorarbeiten Der Schritt, den wir heute thun, wird dazu beitragen, die bezüglich der Neu- Organisation der hiesigen Filialverwaltung. Da Die Arbeiterbewegung ist die der Antrag, die drei Berliner Filialen zu einer umzubilden, vor Caracas, 25. März.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Demokratie der Schule zu retten. größte erzieherische Bewegung unfres Zeitalters. Ich sage das nicht längerer Zeit mit großer Majorität angenommen war, so machte der Nach Verlesung einer besonderen Botschaft im Kongreffe zog Castro weil ich zu einer Körperschaft von organisierten Männern und Vorstand folgende Vorschläge: Es werden 6 Zahlstellen errichtet, und heute seine Demission zurück. Frauen spreche, sondern ich bin nach eingehendem Studium der zwar bei Feind, Weinstr. 11; Webel, Wrangelstr. 136; Sanaple, London, 25. März.( W. T. B.) Nach einer amtlichen Mitteilung Erziehungsprobleme zu diesem Schluß gekommen. Seit einigen Jahren Brunnenstr. 22; in Rirdorf, Prinz Handjerystr. 66 und 67; Moabit, herrscht an unfren Schulen eine Tendenz, welche bestrebt ist, uns bei O. Petri, Zwinglistraße und Chatottenburg. Die Zahlstellen hat sich General Settor Macdonald, der Befehlshaber dem autokratischen und militaristischen Geiste entgegenzuführen. Verwalter erhalten als Entschädigung 1/ Proz. der Gesamt- Ein- der Truppen auf Ceylon, heute nachmittag in einem Hotel in Paris Denkende Männer und Frauen sind erschreckt über die Woge Inahmen. Der Zeitungsspediteur erhält 10 M. pro Quartal. Der erschossen. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerel u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 72. 20. Jahrgang. 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. uerstag, 26. März 1903. Das Kinderschutz- Gesetz nach den endgültigen Beschlüssen des Reichstags. I. Einleitende Bestimmungen. § 1. Auf die Beschäftigung von Kindern in Betrieben, welche als gewerbliche im Sinne der Gewerbe- Ordnung anzusehen sind, finden neben den bestehenden reichsrechtlichen Vorschriften die folgenden Bestimmungen Anwendung, und zwar auf die Beschäftigung fremder Kinder die§§ 4 bis 11, auf die Beschäftigung eigner Kinder die §§ 12 bis 17. § 2. Kinder im Sinne dieses Gesezes. Als Kinder im Sinne dieses Gefeßes gelten Knaben und Mädchen unter dreizehn Jahren sowie solche Knaben und Mädchen über dreizehn Jahre, welche noch zum Besuche der Volksschule verpflichtet sind. §3. Eigne, fremde Kinder. Ju Sinne dieses Gefeßes gelten als cigne Kinder: 1. Kinder, die mit demjenigen, welcher sie beschäftigt, oder mit dessen Ehegatten bis zum dritten Grade verwandt sind, 2. Kinder, die von demjenigen, welcher sie beschäftigt, oder dessen Ehegatten an Kindesstatt angenommen oder bevormundet sind. 3. Kinder, die demjenigen, welcher sie zugleich mit Kindern der unter 1 oder 2 bezeichneten Art beschäftigt, zur gesetzlichen Zwangserziehung( Fürsorge- Erziehung) überiviesen sind. sofern die Kinder zu dem Hausstande desjenigen gehören, welcher sie beschäftigt. gelten als fremde Kinder. Kinder, welche hiernach nicht als eigne Kinder anzusehen sind, Die Vorschriften über die Beschäftigung eigner Kinder gelten auch für die Beschäftigung von Kindern, welche in der Wohnung oder Werkstätte einer Person, zu der sie in einem der im Abs. 1 bezeichneten Verhältnis stehen und zu deren Hausstande sie gehören, für dritte beschäftigt werden. II. Beschäftigung fremder Kinder. § 4. Verbotene Beschäftigungsarten. Bei Bauten aller Art, im Betriebe derjenigen Ziegeleien und über Tage betriebenen Brüche und Gruben, auf welche die Bestimmungen der§§ 134 bis 139b der Gewerbe- Ordnung keine Anwendung finden, und der in dem anliegenden Verzeichnis aufgeführten Werkstätten, sowie beim Steinklopfen, im SchornsteinfegerGewerbe, in dem mit dem Speditionsgeschäft verbundenen Fuhrwerksbetriebe, beim Mischen und Mahlen von Farben, beim Arbeiten in Kellereien dürfen Kinder nicht beschäftigt werden. Tag und Jahr der Geburt des Kindes sowie den Namen, Stand zu verstehen sind, wird von der Centralbehörde des Bundesstaates und letzten Wohnort des gesetzlichen Vertreters zu enthalten. bekannt gemacht. Der Arbeitgeber hat die Arbeitskarte zu verwahren, auf amtliches Verlangen vorzulegen und nach rechtmäßiger Lösung des Arbeitsverhältnisses dem gesetzlichen Vertreter wieder auszuhändigen. Ist die Wohnung des gesetzlichen Vertreters nicht zu erwer Abs. 2 bezeichnete Ortspolizeibehörde. mitteln, so erfolgt die Aushändigung der Arbeitskarte an die im 29. September 1901( Reichs- Gefeßbl. S. 353) über die Zuständig Die Bestimmungen des§ 4 des Gewerbegerichtsgesches vom feit der Gewerbegerichte für Streitigkeiten hinsichtlich der Arbeitsbücher finden entsprechende Anwendung. § 12. III. Beschäftigung eigner Kinder. Verbotene Beschäftigungsarten. In Betrieben, in denen gemäß den Bestimmungen des§ 4 fremde Kinder nicht beschäftigt werden dürfen, sowie in Werkstätten, in welchen durch elementare Kraft( Dampf, Wind, Wasser, Gas, Luft, Elektricität usiv.) bewegte Triebwerfe nicht bloß vorübergehend zur Anivendung kommen, ist auch die Beschäftigung eigner Kinder untersagt. § 13. Beschäftigung im Betriebe von 23 erstätten, im Handelsgewerbe und in Verkehrsgewerben. Im Betriebe von Werkstätten, in denen die Beschäftigung von Kinderr nicht nach§ 12 verboten ist, im Handelsgewerbe und in Verkehrsgelverben dürfen eigne Kinder unter zehn Jahren überhaupt nicht, eigne Kinder über zehn Jahren nicht in der Zeit zwischen acht Uhr abends und acht Uhr morgens und nicht vor dem Vormittagsunterricht beschäftigt werden. Im Mittag ist den Kindern eine mindestens zweistündige Pause zu gewähren. Am Nachmittage beginnen. darf die Beschäftigung erst eine Stunde nach beendetem Unterricht Eigne Kinder unter zwölf Jahren dürfen in der Wohnung oder Werkstätte einer Person, zu der sie in einem der im§ 3 Abs. 1 bezeichneten Verhältnisse stehen, für Dritte nicht beschäftigt werden. An Sonn- und Festtagen dürfen auch eigne Kinder im Betriebe von Werkstätten und im Handelsgewerbe sowie im Verkehrsgewerbe nicht beschäftigt werden. § 14. Besondere Befugnisse des Bundesrats. Der Bundesrat ist ermächtigt, für die ersten zwei Jahre nach dem Inkrafttreten dieses Gefeßes für einzelne Arten der im§ 12 bezeichneten Werkstätten, in denen durch elementare Kraft bewegte Triebwerke nicht bloß vorübergehend zur Verwendung kommen, und der im§ 13 Abs. 1 bezeichneten Werkstätten Ausnahmen von den daselbst vorgesehenen Bestimmungen zuzulassen. V. Strafbestimmungen. § 23. Mit Geldstrafe bis zu zweitausend Mark wird bestraft, den§§ 4 bis 8 zuwiderhandelt. Im Falle gewohnheitsmäßiger Zuwiderhandlung fann auf Ge fängnisstrafe bis zu sechs Monaten erkannt werden. Der§ 75 des Gerichtsverfassungs- Gesetzes findet Anivendung. § 24. Mit Geldstrafe bis zu sechshundert Mark wird bestraft: 1. iver dem§ 9 zuwider Kindern an Sonn- und Festtagen Befchäftigung giebt; 2. wer den auf Grund des§ 20 hinsichtlich der Beschäftigung fremder Kinder endgültig ergangenen Verfügungen zuwider handelt. ſtraft: Im Falle geivohnheitsmäßiger Buividerhandlung kann auf Haft erkannt werden. § 25. Mit Geldstrafe bis zu einhundertfünfzig Mark wird be1. wer den§§ 12 bis 16,§ 17 Abs. 1 zuividerhandelt; 2. wer den auf Grund des§ 20 hinsichtlich der Beschäftigung eigner Kinder endgültig ergangenen Verfügungen oder den auf Grund des§ 17 Abs. 2 erlassenen Vorschriften zuwiderhandelt. Im Falle geivohnheitsmäßiger Zuwiderhandlung kann auf Haft erkannt werden. bestraft, welche es unterlassen, den durch§ 10 für sie begründeten § 26. Mit Geldstrafe bis zu dreißig Mark verden Arbeitgeber Verpflichtungen nachzukommen. § 27. Mit Geldstrafe bis zu zwanzig Mark wird bestraft: 1. Wer entgegen der Bestimmung des§ 11 Abs. 1 ein Kind in Beschäftigung nimmt oder behält; 2. wer der Bestimmung des§ 11 Abs. 3 in Ansehung der Arbeitsfarten zuwiderhandelt. § 28. Die Strafverfolgung der im§ 24 bezeichneten Vergehen verjährt binnen drei Monaten. § 29. Die Bestimmungen des§ 151 der Gewerbe- Ordnung finden Anwendung. VI. Schlußbestimmungen. landesrechtlichen Beschränkungen der Beschäftigung von Kindern in § 30. Die vorstehenden Bestimmungen stehen weitergehenden gewerblichen Betrieben nicht entgegen. § 31. Dieses Gesetz tritt mit dem 1. Januar 1904 in Kraft. Das Blumenmedium vor Gericht. Dritter Tag. Nach Ablauf dieser Zeit kann der Bundesrat für einzelne Arten Der Bundesrat ist ermächtigt, weitere ungeeignete Beschäfti- der im§ 12 bezeichneten Werkstätten mit Motorbetrieb die Begungen zu untersagen und das Verzeichnis abzuändern. Die be- fchäftigung eigner Kinder nach Maßgabe der Bestimmungen im schlossenen bänderungen sind durch das Reichs- Gesezblatt zu ver§ 13 Abs. 1 unter der Bedingung gestatten, daß die Kinder nicht öffentlichen und dem Reichstage sofort oder, wenn derselbe nicht ver- an den durch die Triebkraft bewegten Maschinen beschäftigt werden sammelt ist, bei seinem nächsten Zusammentritt zur Kenntnisnahme dürfen. Auch kann der Bundesrat für einzelne Arten der im§ 13 vorzulegen. Abs. 1 bezeichneten Werkstätten Ausnahmen von dem Verbote der um 9½, ühr. Landgerichts- Direktor Geh. Justizrat Gar eröffnet die Sigung Stinder mit besonders leichten und ihrem alter angemessenen Arlichen Professor an der hiesigen Universität Dr. Deffoir als Beschäftigung von Kindern unter zehn Jahren zulassen, sofern die Staatsanwalt Friedheim teilt mit, daß er noch den ordent beiten beschäftigt werden; die Beschäftigung darf nicht in der Zeit psychologischen Sachverständigen vorgeladen habe. zwischen acht Uhr abends und acht Uhr morgens stattfinden; um Mittag ist den Kindern eine mindestens zweistündige Pause zu gewähren, am Nachmittage darf die Beschäftigung erst eine Stunde nach beendetem Unterrichte beginnen. Die Ausnahmebestimmungen fönnen allgemein oder für einzelne Bezirke erlassen werden. § 5. Beschäftigung im Betriebe von Werkstätten, im Handelsgewerbe und in Verkehrsgewerben. Jm Betriebe von Werkstätten(§ 18), in denen die Beschäftigung von Kindern nicht nach§ 4 verboten ist, im Handelsgewerbe(§ 105b Abs. 2, 3 der Getverbe- Ordnung) und in Verkehrsgewerben(§ 105i Abs. 1 a. a. O.) dürfen Kinder unter zipölf Jahren nicht beschäftigt werden. Die Beschäftigung von Kindern über zwölf Jahre darf nicht in der Zeit zwischen acht Uhr abends und acht Uhr morgens und nicht vor dem Vormittagsunterricht stattfinden. Sie darf nicht länger als drei Stunden und während der von der zuständigen Behörde beftimmten Schulferien nicht länger als vier Stunden täglich dauern. Um Mittag ist den Kindern eine mindestens zweistündige Pause zu gewähren. Am Nachmittag darf die Beschäftigung erst eine Stunde nach beendetem Unterricht beginnen. § 6. Beschäftigung bei öffentlichen theatralischen Vorstellungen und andern öffent lichen Schaustellungen. Bei öffentlichen theatralischen Vorstellungen und andern öffent lichen Schaustellungen dürfen Kinder nicht beschäftigt werden. Bei solchen Vorstellungen und Schaustellungen, bei denen ein Höheres Interesse der Kunst und Wissenschaft obwaltet, kann die untere Berwaltungsbehörde nach Anhörung der Schulaufsichtsbehörde Ausnahmen zulassen. § 7. Beschäftigung im Betriebe bon Gast- und von Schantwirtschaften. Im Betrieb von Gast- und von Schankwirtschaften dürfen Kinder unter zwölf Jahren überhaupt nicht und Mädchen(§ 2) nicht bei der Bedienung der Gäste beschäftigt werden. Im übrigen finden auf die Beschäftigung von Kindern über zwölf Jahre die Bestimmungen des§ 5 Abs. 2 Anipendung. § 8. Beschäftigung beim Austragen von Waren und bei sonstigen Botengängen. Auf die Beschäftigung von Kindern beim Austragen von Waren und bei sonstigen Botengängen in den in§§ 4 bis 7 bezeichneten und in andren gewerblichen Betrieben finden die Be= stimmungen des§ 5 entsprechende Anwendung. § 15. Beschäftigung bei öffentlichen theatralischen Vorstellungen und andren öffentlichen Schaustelungen. Auf die Beschäftigung eigner Kinder bei öffentlichen theatralis schen Vorstellungen und andren öffentlichen Schaustellungen finden die Bestimmungen des§ 6 Anwendung. § 16. Beschäftigung im Betriebe von Gast bon Schankwirtschaften. und Präsident des Kassationshofes in Zürich, Herr Sulzer. Unter den heute anwesenden Zeugen befindet sich auch der Vorsitzenden durch schriftliche Eingabe die Bitte unterbreitet ihn nach Der als Zeuge vorgeladene Dr. med. Langsdorf hat dem Schluß der Beweisaufnahme als Verteidiger der Angeklagten zu= zulassen. Der Gerichtshof lehnt den Antrag ab, da der Antragsteller kein Jurist fei. Schwarze Gestalten. Die erste heute vernommene Zeugin ist Frau Amtsantvalt Beyer. Sie hat einer Sigung der theosophischen Gesellschaft beigewohnt, um einmal zu sehen, ob die Vorführungen des vom Vorsitzenden des Vereins wenn sie aber gewußt hätte, daß es sich wirklich nur um TaschenspielerPsyche" angekündigten Mediums Rothe auf Schwindel beruhen oder nicht. Jun Betriebe von Gast und von Schankwirtschaften dürfen der Pastor Dr. Riemann wohnte der Sigung bei; dieser scheint aber Stüdchen gehandelt, hätte sie das Eintrittsgeld nicht bezahlt. Auch nicht bei der Bedienung der Gäste beschäftigt werden. Kinder unter zwölf Jahren überhaupt nicht, und Mädchen(§ 2) das Medium geniert zu haben, denn die Nothe fagte u. a.„ Das Die untere geht nicht, es sind zu viele schwarze Gestalten da. Ich behörde in Orten, welche nach der jeweilig letzten Volkszählung ftalten lassen mich nicht heran." Als sie mit den Apporten begann, Verwaltungsbehörde ist befugt, nach Anhörung der Schulaufsichts- ehe hier einen ganzen Korb voll Blumen, aber die schwarzen Geweniger als zwanzigtausend Einwohner haben, für Betriebe, in habe die Zeugin möglichst genau aufgepaßt und hatte die Uebers welchen in der Regel ausschließlich zur Familie des Arbeitgebers zeugung, daß die Rothe die Blumen nicht aus der Luft gehörige Personen beschäftigt werden, Ausnahmen zuzulassen. übrigen finden auf die Beschäftigung von eignen Kindern die Bestimmungen des§ 13 Abs. 1 Anwendung. § 17. Beschäftigung beim Austragen von Waren und bei sonstigen Botengängen. und Badwaren finden die Bestimmungen im§ 8,§ 9 Abs. 3 dann Auf die Beschäftigung beim Austragen von Zeitungen, Milch Anwendung, wenn die Kinder für Dritte beschäftigt werden. Im übrigen ist die Beschäftigung von eignen Kindern beim Austragen von Waren und bei sonstigen Botengängen gestattet. Durch Polizeiverordnungen der zum Erlasse solcher berechtigten Behörden kann die Beschäftigung beschränkt werden. IV. Gemeinsame Bestimmungen. § 18. Wertstätten im Sinne dieses Gesetzes. Als Werkstätten gelten neben den Werkstätten im Sinne des 1056 Ab. 1 der Gewerbe- Ordnung auch Räume, die zum Schlafen, wird, sowie im Freien gelegene gewerbliche Arbeitsstellen. Bergißmeinnicht, Primula veris 2c. waren voll Erbe, die Büschel Im greife, sondern von unten geschickt hinauf werfe. Die fiel der Zengin auf, denn sie sagte sich: es sei doch auffallend, daß Bergißmeinnicht waren sogar mit Bindfaden umbunden. Dies die Geister die Blumen erst noch binden, wie sie in baz wiederholt von Jentsch gesagt wurde:„ Die Harmonie mühungen, forgiam aufzupassen, wurden dadurch der Markthalle gebunden zit werden pflegen. Die Be erschwert, dürfe nicht gestört werden!" Das sei ja überhaupt immer so: wenn man irgend welche Zweifel in jenen Kreisen äußert, so sei man schon abgethan. Es ist der Zengin, wie sie weiter bekundet, nicht gelungen, die Rothe in jener Sizing zu entlarven. Ganz zuletzt, als es zum Aufbruch ging und die Harmonie schon völlig gestört war, famen plößlich wieder Apporte: Bleistifte, Notizbücher und dergleichen. Dies schien der Zeugin sehr verdächtig. Die Zengin hat dann eine Sitzung mit der Frau Rothe bei sich in ihrer eignen Wohum veranstaltet. Es sind 40-50 Personten anwesend gewefen und die Zengin hatte sich vorgenommen, mit großer Sorgfalt aufzupassen. Für die Sitzung sind an die Rothe beziehungsweise Herrn Jentsch 100 m. bezahlt worden. Fran Rothe, die damals aus Chemnitz tam, hatte, ehe die Sizung losging, mit ihr und einigen ihrer Gäste Kaffee getrunken, dann ging fie einmal auf das Klosett, wohin sie von der Zengin begleitet wurde. Dann war sie eben im Begriff, ihre Röcke zu heben, um der Zeugin zu zeigen, daß sie an ihrem Störper nichts Verdächtiges habe, in demselben Moment sei aber auch eine Frau Wehler, die gleichfalls tontrollieren wollte, hinzugekommen und da habe die Rothe die Kleider wieder herunter gelassen und gesagt:" Sie sehen also, daß ich nichts an mir habe!" Der Zeugin war es aber doch so vorgekommen, als ob sich das Kleid der Nothe stark bauschte und es erregte bei ihr auch Verdacht, daß sich die Rothe immer so berbrüden wollte. jeltiam auf eine Seite fegte, als ob sie Blumen nicht Für die ersten zwei Jahre nach dem Inkrafttreten dieses Gefetes kann die untere Verwaltungsbehörde nach Anhörung der Schulaufsichtsbehörde für ihren Bezirk oder Teile desselben all gemein oder für einzelne Gewerbszweige gestatten, daß die Bewohnen oder Kochen dienen, wenn darin gewerbliche Arbeit verrichtet schäftigung von Kindern über zwölf Jahre bereits von sechseinhalb Uhr morgens an und vor dem Vormittagsunterrichte stattfindet; jedoch darf sie vor dem Vormittagsunterrichte nicht länger als cine Stunde dauern. § 9. Sonntagsruhe. An Sonn- und Festtagen(§ 105a Abs. 2 der GewerbeOrhnung) dürfen Kinder, vorbehaltlich der Bestimmungen in Abs. 2, 3, nicht beschäftigt werden. Für die öffentlichen theatralischen Vorstellungen und sonstigen öffentlichen Schaustellungen bewendet es auch an Sonn- und Festtagen bei den Bestimmungen des§ 6. Für das Austragen von Waren sowie für sonstige Botengänge bewendet es bei den Bestimmungen des§ 8. Jedoch darf an Sonn und Festtagen die Beschäftigung die Dauer von zwei Stunden nicht überschreiten und sich nicht über ein Uhr nachmittags erstrecken; auch darf sie nicht in der letzten halben Stunde vor Beginn des Hauptgottesdienstes und während desselben stattfinden. § 10. Anzeige. Collen Kinder beschäftigt werden, so hat der Arbeitgeber bor dem Beginne der Beschäftigung der Ortspolizeibehörde eine schrift: liche Anzeige zu machen. In der Anzeige jind die Betriebsstätte des Arbeitgebers sowie die Art des Betriebes anzugeben. Die Bestimmung des Abf. 1 findet keine Anwendung auf eine bloß gelegentliche Beschäftigung mit einzelnen Dienstleistungen. § 11. Arbeitstarte. Die Beschäftigung eines Kindes ist nicht gestattet, wenn dem Arbeitgeber nicht zuvor für dasselbe eine Arbeitsfarte eingehändigt ist. Diese Bestimmung findet feine Anwendung auf eine bloß geTegentliche Beschäftigung mit einzelnen Dienstleistungen. § 19. Abweichungen von der gesetzlichen Zeit. Beträgt der Unterschied zwischen der gefeßlichen Zeit und der Ortszeit mehr als eine Viertelstunde, so kann die höhere Berwaltungsbehörde bezüglich der in diesem Gesetze vorgesehenen Bestimmungen über Anfang und Ende der zulässigen täglichen Arbeitszeit für ihren Bezirk oder einzelne Teile desselben Abweichungen von der Vorschrift über die gefeßliche Zeit in Deutschland( Gesetz vom 12. März 1893, Reichs- Gesetzbl. 93) zulassen. Die Abweichungen dürfen nicht mehr als eine halbe Stunde betragen. Die gesetzlichen Bestinimungen über die zulässige Dauer der Beschäftigung bleiben unberührt. § 20. Besondere polizeiliche Befugnisse. eine nach den vorstehenden Bestimmungen zulässige Beschäftigung, Die zuständigen Polizeibehörden können im Wege der Verfügung sofern dabei erhebliche Mißstände zu Tage getreten sind, auf Antrag oder nach Anhörung der Schulaufsichtsbehörde für einzelne Kinder einschränken oder untersagen. sowie wenn für das Kind eine Arbeitskarte erteilt ist(§ 11), diese entziehen und die Erteilung einer neuen Arbeitsfarte veriveigern. Die zuständigen Polizeibehörden sind ferner befugt, zur Befeitigung erheblicher, die Sittlichkeit gefährdender Mißstände im Wege der Verfügung für einzelne Gast- oder Schantwirtschaften die Beschäftigung von Kindern weiter einzuschränken oder zu untersagen. § 21. Aufsicht. Insoweit nicht durch Bundesratsbeschluß oder durch die Landesregierungen die Aufsicht anderweitig geregelt ist, finden die Bestim mungen des§ 139b der Gewerbe- Ordnung Anivendung. schäftigt werden, dürfen Revisionen während der Nachtzeit nur stattIn Privatwohnungen, in denen ausschließlich eigne Kinder bebeschäftigung dieser Kinder begründen. finden, wenn Thatsachen vorliegen, welche den Verdacht der Nacht § 22. Zuständige Behörden. Die Arbeitstarten werden auf Antrag oder mit Zustimmung des gefeßlichen Vertreters durch die Ortspolizeibehörde desjenigen Ortes, an welchem das Kind zuletzt seinen Sauernden Aufenthaltsort gehabt hat, tosten und stempelfrei ausgestellt; ist die Erklärung Welche Behörden in jedem Bundesstaat unter der Bezeichnung: des gefeßlichen Vertreters nicht zu beschaffen, so fann die Gemeinde höhere Verivaltungsbehörde, untere Verwaltungsbehörde, Schulaufbehörde die Zustimmung ergänzen. Die Karten haben den Namen, fichts- Behörde, Gemeindebehörde, Polizeibehörde, Ortspolizeibehörde Die gestörte Harmonic". rat Philipp, Herr Schlomka, der die Sitzung mit arrangierte hatte Als die Sigung beginnen sollte, setzte sich die Zengin, Sanitätss u. a. möglichst in die Nähe des Mediums und paßten außerordentlich ansehen, das störe ihr Gleichgewicht. Plötzlich warf die Rothe scharf auf. Herr Jentsch fagte, man solle das Medium nicht so starr dem Jentsch eine Sicherheitsnadel zu, die zur Erde fiel, so daß er jich bückte. Es schien der Zengin so, als ob das vielleicht ein Trick sei, un fich zu überzeugen, daß auch nicht etwa jemand unter dem Tische size. Der inzwischen verstorbene Mann der Zengin, der hinter ihr stand, mußte von diesem Blas weg und sich hinten an den Tisch setzen. Endlich sagten die anwesenden Spiritisten: Die Harmonie sei hergestellt, das Klopfen los. ein buntes Band verbinde alle Teilnehmer", und dann ging auch Die Zengin faß dicht neben der Rothe, als sie mit den Apporten begann, fühlte sie deutlich, daß die Rothe an ihrem Kleid wirtschaftete, und die Zengin hatte die Ueberzeugung, daß sie die Blumen dort hervorzog. Als sie noch näher rüden wollte, sagte Herr Jentsch:" Frau Amtsanwalt, Sie haben die Harmonie gestört, Sie müssen weiter wegrücken!" Ehe Frau Rothe in Trance fam, hatte sie zu der Zengin gesagt: Neben Ihnen sigt eine alte Frau mit einem Kopftuch, die 17 überrascht gewefen. das Medium ant Zante, fannst Ihnen wohl will". Das sollte fo fagt die Zeugin meine bekommen, daß die Blumen vorher getauft waren und zu waren. Alle Anwesendent feien aufs höchste Schwiegermutter sein. Na, das war ja richtig, daß diefe mir wohl der Sigung waren Personen gekommen, die nur darauf lauerten, Die Ehefrau des Zeugen habe durch wollte. Meine Schwiegermutter, die schon tot war, trug nach bäuer die Rothe ad absurdum zu führen. Außerdem hatte ein den Geist die Frage richten Tassen: licher Art ein Tuch um den Kopf, es ist aber wohl möglich, daß die Gewitter stattgefunden furzum, die Apporte wollten Du mich nicht bon meinem Rheumatismus Rothe ihr Bild an einer Wand gefehen hatte. Die nicht recht kommen, der Zeuge bemerkte, daß Frau Rothe wieder befreien?" Jaivohl, habe der Geist durch das Medium Rothe hat dann auch eine Rede gehalten, in welcher ein alter Bergholt an ihr kleid herumwirtschaftete und es klappte antworten lassen. Gleich darauf habe die Ehefrau des mann Rührfames erzählte. Dann so fährt die Zeugin fort nicht alles so wie sonst. Immerhin producierte die Rothe auch noch Zeugen die Empfindung gehabt, als streiche ihm eine hat sie mir gesagt: In vier Monaten würde sich etwas wichtiges verschiedene Blument. Die Nothe und der Jentsch seien von dritten and mehrmals bon oben bis unten über den ereignen; ich habe aber gesagt: Ach, Mumpitz! Dann hat sie mir Personen über den Ankauf der Blumen zur Rede gestellt worden. Arm. Der Schmerz sei dadurch sofort beseitigt worden. gesagt, ich hätte Verkehr mit einer Dame, die es nicht aufrichtig mit Als Erklärung sei gesagt worden: die Geister könnten nur den Nun habe die Ehefrau des Zeugen wieder gefragt:„ Tante, hast Du mir meint und vor der ich mich in Acht nehmen solle. Na, ich muß Astralleib der Rothe benutzen; sie könnten, da es sich ja nicht um nicht irgend ein kleines Andenken, das ich von Dir erhalten könnte?" offen gestehen, daß sie darin Recht gehabt hat. Sie hat die Be Blumen handle, die auf der Wiese wachsen, diese doch nicht und der Geist habe erwidert:" Ja, das sollst Du haben. In der treffende besser erkannt als ich.( Heiterfeit.) Staatsstehlen, sie müßten also gefauft und dematerialisiert blauen Hinterstube steht ein alter Nachttisch und in der rechten anwalt: hat die Zeugin vielleicht beobachtet, daß der werden. Auf Befragen des Staatsanwalts bestätigt der Zenge, hinteren Ecke der obersten Schublade liegt eine alte goldene Kette, Zeuge Groll mit der Rothe im Einverständnis handelte? daß er die Hypothese vom Astralkörper für möglich die sollst Du haben!" Die Kette, von deren Eristenz niemand eine Die Zengin erklärt dies für unmöglich. Rechtsanwalt halte. Der Zeuge erzählt ferner von den später abgehaltenen Ahmung gehabt habe, sei an der beschriebenen Stelle gefunden Dr. Schwindt: Waren Sie nicht auch Spiritistin? 3eugin: Sigungen. Frau Rothe sei bei einer dieser Sigungen von ganz zu worden. Er habe an der Existenz unsterblicher Seelen nicht mehr Ja, zwei Jahre lang. Mein Mann ging in der Woche einmal verlässigen Personen ganz genau untersucht worden, wie er im zweifeln können. Der betagte Zeuge sieht sich um und äußert sich mit abends in den Klub und da bin ich durch eine Bekannte in die Gegensatz von den Behauptungen in„ Nord und Süd" feststelle. Es erhobener Stimme: Und nun frage ich jeden Menschen in diesem Sigungen mitgenommen worden. Dabei hielt Herr Grote Vorträge, haben in jener Sitzung dann ganz erstaunliche Apporte stattgefunden, Saale, wenn einem so etwas passiert, soll man dann noch nicht daran er hatte auch bestimmte Medien, die er hypnotisierte und dabei er habe gesehen, daß sich die Blumen ganz langsam aus der Luft glauben? Ich hatte das erhebende Gefühl in mir: Du bist unSachen aus Faust, aus Auerbachs Keller vorführte. Rechtsanwalt herabsentten; es sei ganz ausgeschlossen, daß die Blumen in die Luft sterblich!" Dr. Thiele: Hatte die Rothe, als sie zu Ihnen fam, ein Paket geworfen sein konnten und nun herabfielen. Präs.: Wie er- Bankbeamter Schumann, der folgende Zeuge, hat am oder dergleichen bei sich?- 3 eugin: Nein. Auf Befragen des flären Sie sich diese Apporte nun, Herr Präsident? 8euge: 20. April vorigen Jahres einer Sigung beigewohnt, welche vom Vorsitzenden, warum sie sich denn nicht habe untersuchen lassen, er- Ich habe dafür nur die Erklärung der Dematerialisation. Die Verein" Psyche" veranstaltet wurde. Der Saal sei vollständig erwidert die Angeklagte mit blizenden Augen und mit großer Blumen lösen sich in Atome auf, so daß sie nicht mehr leuchtet gewesen. Die Angeklagte habe so viele Blumen apportiert, Lebhaftigkeit, daß sie sich nicht verpflichtet gehalten habe, sich von einer sichtbar sind, der Hellsehende ficht sie in nebelhafter Form, dann ver- daß jeder Anwesende eine erhielt. Der Zeuge hat dabei mert ganz gewöhnlichen Frau, wie Frau Wehler, welche ihr dichten sie sich, sie sind plöglich da und zwar ganz taufrisch. würdige Beobachtungen gemacht. Seiner neben ihm fißenden EheBöses anthun wollte, untersuchen zu lassen." Sie hätte mir Rechtsanwalt Dr. Thiele. Herr Zeuge, was verstehen Sie unter frau sei ein ganzer Buschel Blumen in den Schooß ge vielleicht etwas zugesteckt und dann gesagt, sie hätte es visionären Geistererscheinungen?- 3e uge: Die Frage ist nicht so flogen gekommen, nicht von oben, sondern es habe ausbei mir gefunden!" leicht zu beantworten, ich müßte darüber einen längeren Vortrag gesehen, als feien fie aus der Seitenwand ge Zeuge Schlomfe, Sekretär der Landesversicherungs- Anstalt halten. Nach meiner Auffassung sind es Erscheinungen, die thatsächlich kommen. Seine Ghefrau habe dem Medium einen Refedazweig Brandenburg, ist Schriftführer des Vereins„ Eos", und hat drei vorhanden sind, aber nur vom Medium gesehen werden. Vert.: zurückgegeben und als sie zu diesem Zwecke die Hand ausstreckte, Sigungen beigewohnt. Halten Sie es für auffallend, daß die Angeklagte die Aeußerungen fei eine andre reizende Blume in ihrer Hand ents der Geister in ihrem eigenen Dialekt wiedergicbt?- 3euge: Nein, standen. Nach der Sigung, während eines gemeinschaftlichen Abendessens, tümlichkeiten der verschiedenen Geister wiedergegeben. Es handelt Zeuge, daß er ein vollkommen gesunder, feineswegs aufgeregter und das kann ich nicht sagen. Nach meiner Auffassung hat sie auch Eigen- Auf Befragen des Rechtsanwalts Dr. S ch windt erklärt ber habe die Rothe nach einem Brötchen gegriffen, es feien aber plöß sich um Erscheinungen, die von den visionären Geistererscheinungen zu nervöser Mensch und durchaus kein enragierter Spiritist ſei. Er ſei lich Blumen dagewesen, so daß Frau Rothe sagte:„ Ach, lieben Freunde, laßt mich doch essen!" wie sie effen wolte, waren plötzlich trennen sind.- Vert.: War der Inhalt der Trancereden über dem Niveau kurze Zeit einmal Mitglied des Vereins Psyche" gewesen, lediglich wieder Blumen da. Bräf.: Wie erklären Sie sich das? der Bildung der Angeklagten?. 3euge: Das kann ich gerade nicht um auf diese Weise Zutritt zu derartigen Sigungen zu erlangen, Seuge: Damals hatte ich angenommen, daß die Blumen jagen. Es waren Stundgebungen des Offenbarungs- Spiritismus. da er sich überzeugen wollte, ob und was an der ganzen Sache sei. dematerialisiert und rematerialisiert waren, jezt sind mir aber Oberarzt Dr. Henneberg: Die Angeklagte hat erklärt, daß sie Rothe als Prophetin. Zweifel darüber gekommen. In einer zweiten Sigung bei dem ver- fich nicht nur bei ihren Reden, sondern auch während der Apporten torbenen Schneidermeister Thoron in Charlottenburg habe die äußerlich wahrnehmbar?-3euge: Ja, hauptsächlich an ihrem Lausis, ist Vorsteher des dortigen spiritistischen Vereins. Letterer im Trancezustand befunden habe. War dieser Zustand bei ihr Ein fernerer Zenge, Glasgraveur May aus Weißwasser in der Angeklagte so große Blumensträuße apportiert, daß sie sie unmöglich Blid. Rechtsanwalt Dr. Schwindt: Stammen die apportierten hat zu Ehren des Geburtstages feines Vorsitzenden im Juni 1900 im Kleide hätte verbergen können. In der Sigung bei Frau Beher Zeuge: Nein, aber es eine Sigung abgehalten, ant habe sie zu dem Dr. Philippi gesagt: Neben Ihnen sehe ich ein Seerofen nicht aus dem Züricher See? welcher über 100 Personen fleines Kind, welches Ihnen Blumen geben will. Dann sei ist festgestellt, daß sie aus einem Blumengeschäft in teilnahmen. Zu derselben waren die Nothe und Jentsch eingetroffen und sofort vom Bahnhof nach dem Sigungslokal bes Mittagspause. gleitet worden. Die Apporte der Rothe gelangen sehr gut. Unter Geisterschrift. anderm war ein Büchelchen apportiert worden, von dem nachträglich festgestellt wurde, daß es im Verlage von Ernst Weigel in Rechtsanwalt Dr. Schwindt hat während der kleinen Pause Chemmis, Boststr. 7, erschienen war. Sie ist von den Präs. Es ist nun weiter den Zeugen Schmolta veranlaßt, den ihm apportierten Bandteller festgestellt, daß in diesem Geschäft die Tochter der zur Stelle zu bringen. Der Zeuge verlieft die auf der Rückseite fich Angetlagten beschäftigt war. Daraus wird geschlossen, zeigende„ Geisterschrift", die folgende ringförmig geschriebenen Worte daß es die Tochter der Mutter gegeben habe.- 3euge: Das willst Du lehren, lerne zeigt: Willst Du herrschen, diene Präs. Was jagen Sie nun dazu? Zeuge: Du haben, gieb- willst Du behalten, brauche- willst Du lieben, Apport gekommen sein. Ich habe darüber keine Erklärung, das muz willst Du Dich freuen, leide willst Du leben, stirb willst Na, ein Apport ist ja auch dieses Buch gewesen. Es muß durch glaube willst Du glauben, höre Lebensweisheit entsteht, ich der Wissenschaft überlassen. Der Zeuge bekundet noch: Als wenn der Lenz vergeht der Glaube ist die Pforte, die zum er die Nothe nach dem Hotel begleitete, seien sie an einem Hauje Beuge Georg Sulzer, Präsident des Kassationsgerichts in Himmel führt." vorübergekommen und da habe die Rothe gefragt, ob in dem Hause Zürich, 59 Jahre alt, bekundet auf Befragen des Vorsitzenden, daß Rechtsanwalt Dr. Thiele beantragt, Herrn Oberarzt Dr. Hennes eine Leiche liege. Er habe dies verneint und gesagt, daß er mur er in sein Amt als Präsident gewählt fei und diefes Amt seit berg zu veranlassen, daß er zur morgigen Sigung die Stenogramme, wisse, daß dort ein Kranker sei. Sie antwortete, es feien geistige sieben Jahren betreibe. Die Rothe sei einmal im Jahre 1899 nach die über die in der Charité von der Rothe gehaltenen Trancereden Wesen von ihr abgegangen, die sich dem im Hause Liegenden einem Vorort von Konstanz gekommen und er habe der dort ab- aufgenommen worden sind, mitbringen möge. Dem Antrage wird näherten, um ihm seinen Abgang zu erleichtern. Zwei gehaltenen Sigung als Gast beigewohnt. Der Zeuge ist Anhänger stattgegeben. Stunden darauf sei der Kranke gestorben. des Spiritismus in dem Sinne, daß er an die Eristenz der Eigenartige Geschäftsverbindung. In Blumen verwandelte Brötchen. auch ein Strauß Reseda von ihr aus der Luft gegriffen worden; er wisse bestimmt, daß Frau Rothe dabei mit der Nechten nicht nach unten gegriffen hat. Bei den Sigungen feien nach seiner Ansicht feinerlei betrügerische Manipulationen vorgekommen. Frau Mittelstädt ist derselben Ansicht. vier Sizungen, die sie mitgemacht, außerordentlich zufrieden gewesen. Frau Rothe hat ihr prophezeit, sie würde eine sehr schwere Stunde burchmachen", und wirklich habe sie in diesem Jahre, d. h. zwei Jahre nach jener Prophezeiung, sehr Schweres erlebt. Ich danke Gott dafür, daß ich diese Mahnung bekommen und den Spiritismus tennen gelernt habe, sonst wäre ich heute im Irrenhause." Ein spiritistischer Gerichtspräsident. " Zürich stammen. " -Der Kontrollgeist. -weiß ich nicht. " Kaufmann Röhrig, Inhaber der Firma Weigel u. Chemnik, jenseitigen Welt und an die Möglichkeit glaubt, mit der jenseitigen Der nächste Zeuge ist der Rechtsanwalt Dr. Bohn in Breslau. Welt verkehren zu können. Bei jener Sizung sei die Rothe von Er befundet, daß er namens der Gesellschaft für psychische Forschung einem Damenkomitee untersucht worden, nachdem schon bei der An- in Breslau verschiedenemal versucht habe, Frau Rothe dazu zu bestätigt, daß das fragliche Buch, in dem seine Firma stand, aus funft der Rothe und des Jentsch deren Gepäck genau unter- bevegen, sich vor der Gesellschaft zu produzieren und einer feinem Geschäft herrühre. In diesem sei die Tochter der Frau Rothe sucht worden war. Man hatte die beiden auch die ganze wissenschaftlichen Kommiffion sich zur Untersuchung zu stellen. Er thätig. Er habe mehrfach einen Abgang an kleinen Zeit über nicht aus den Augen gelassen. Bei der Sizung habe ihr fogar 1000 m. geboten, aber immer eine Abfage erhalten. Bijouterien und solchen kleinen Büchern wahr. habe er einen sehr günstigen Platz gehabt. Frau Rothe Da sei er davon benachrichtigt worden, daß Frau Rothe in Breslau genommen, ohne daß die Bücher Auskunft darüber habe dann plöglich eine Geisterstimme zu ihm sprechen lassen. Es im Hause einer Familie Kühne Sigungen abhalten wollte, und er gaben. Erst durch den Brief des Herrn Hinz aus Weißwasser war, wie er deutlich erkannte, eine Verwandte von ihm, die ihm habe sich natürlich sehr dafür intereffiert und fei froh getvesen, daß fei ihm ein Fingerzeig gefommen; er habe das Fräulein etwas sagte, was ihn höchlichst in Erstaunen sezen mußte, denn es er Zutritt dazu erhielt. Die Sigung fand an einem Tisch statt, der Rothe danach gefragt und diese habe ihm gesagt, daß ihre Mutter traf wirklich zu. Es sei nämlich wahr, daß er sich längere Zeit vom mit einer schweren Decke bedeckt war. Der Zeuge hat den Impresario mit Geistern in Verbindung stehe und sich wahrscheinlich mit dem christlichen Glauben abgewendet gehabt habe und dann aber wieder Jentsch gebeten, doch die Decke wegzunehmen, dies fei aber mit dem Geiste der verstorbenen Bejigerin des Geschäfts zu ihm zurückgekehrt war. Das habe die Rothe unmöglich wissen Bemerken abgelehnt worden, daß der blanke Tisch das in Verbindung gebracht haben werde. Die Tochter tönnen. Der Geist, der aus ihr sprach, gab aber seiner Freude Medium zu sehr blenden würde. Der Zeuge hat zunächst habe dann noch manches erzählt von den übernatürlichen Kräften, darüber Ausdruck. Dann sagte der Geist noch etwas, was noch einen Platz eingenommen, der ihm gestattete, alle Vorgänge genau die der Mutter inne wohnen, von den Professoren, die darüber viel wunderbarer für ihn war, denn auch dies traf zu. zu übersehen, da ihm daran gelegen war, ein ganz objektives Bild staunen 2c. 2c. Der Geist sagte nämlich: Du hast vor einiger Zeit für von der Sache zu erhalten. Er wurde aber auf einen Gegen die Aussage dieses Zeugen wendet sich die Angeklagte Deinen Bater gebetet, und ich sage Dir, daß es ihm wohl andren plaz gesezt, angeblich, weil der Kontroll mit großem Redeschwall. Wenn so etwas wirklich vorgekommen gethan hat. Thatsächlich habe er für seinen Vater gebetet. geist geboten habe, daß er den ersten Plaß nicht inne wäre, so hätte der Zeuge keinen Augenblick gezögert, ein StrafDer Zeuge beschreibt dann weiter die Apporten, die in jener Sizung halten solle. Der Zeuge hat nun beobachtet, daß die Apporte der verfahren zu veranlassen." sehr zahlreich gewesen seien. Jeder Angehörige habe Blumen be- Rothe immer nur von links famen; von seinem Blaze aus kommen. Das Zimmer war dabei keineswegs dunkel, sondern hell. habe er nach der linken Seite nicht genau sehen können, so viel habe in Dresden zu Felde, die bekundet hat, daß nach ihrer Ansicht die Roch heftiger zieht die Angeklagte gegen ein Frl. Klöhnen Man konnte deutlich sehen, daß die Rothe die Blumen aus der Luft er aber doch wahrgenommen, daß die Blumen von ihr von unten Angeklagte bei der betr. Sigung die Blumenapporte aus dem Kleide Holte. Außer den Blumen kamen auch noch Bijouteriewaren. Auch vorgezogen und in die Luft geworfen wurden, das Beschreiben unbeschriebener Blätter schildert der Zeuge auf von wo sie herunterfielen. Er hat auch bemerkt, daß die Rothe Grund von Notizen, die er sich darüber gleich hinterher gemacht einmal Blumen, die unter dem Tische lagen, aufhatte. Er selbst und der Dr. Faßbender aus Zürich hätten Blätter nah m. Sie hat sie dann nicht sofort wieder in die Höhe geworfen, hingereicht, die unter der Hand der Rothe beschrieben wurden, obgleich mehrere Personen, und unter ihnen ein Skeptiker, die Hände auf Frau Rothes Händen hielten. Den Trancezustand der Nothe hält der Zeuge, der übrigens bemerkt, daß er kurzsichtig sci, für durchaus echt. Ein„ Rätsel“. sondern abgewartet, bis sie wieder noch um einen Apport gebeten wurde. Der Zeuge bekundet noch, daß die Rothe einmal in seine Tasche gegriffen, feinen Notizkalender herausgenommen und unter den Tisch geführt habe, wobei er seine Hand auf die ihrige legen mußte. Er habe deutlich gespürt, daß die Frau an dem Buch herumarbeitete, man hörte ein Krazen und er fei gar nicht sehr überrascht gewesen, als er beim Deffnen des Buches fah, daß darin geschrieben war: Gott zum Gruß, lieber Freund!" Die Angeklagte wendet fich sehr energisch gegen die Ausführungen des Zengen. Entlehnte Geisterpoesie. ivaren. Etiva zwei Jahre später kamen die Rothe und Jentsch auf seine Einladung nach Zürich, hielten sich dort etwa elf Tage auf und hielten mehrere Sigungen in feiner Wohnung ab, welchen auch Professor Dr. Sellin beiwohnte. Er wolle gleich bemerken, daß es sich herausgestellt hat, daß Jentsch und Frau Rothe die Blumen, die sie später in der Sitzung apportierte, in einem Blumenladen in Zürich gekauft hatten. ob etwa versucht worden sei, festzustellen, ob die Trancereden, die Oberarzt Dr. Henneberg richtet an den Zeugen die Frage, Der älteste Sohn des Zeugen erhielt zu seiner großen Ueberrafchung eine vollständig frische Seerose, die bekanntlich fehr bald später veröffentlicht worden feien, aus ihrem eignen Gehirn stammten, verwellen. Eine Dame erhielt ein vollkommen taufrisches Blatt von oder ob besonders ihre Poesie aus irgend einem Werke abgeschrieben Farrenkraut. Auch mehrere ganz frische Rosen wurden apportiert Recherchen angestellt und die Mithilfe des Professors Karmerau in Der Zeuge bestätigt, daß er nach dieser Richtung hin und zwar Exemplare einer besonderen Art, deren Stiel ganz und gar mit kleinen Dornen besetzt ist. Er habe diese Roſen ganz genau Breslau dazu erbeten habe. Dieser habe ihm jest per Poſtfarte mit betrachtet und gesehen, daß auch nicht ein einziger Dorn verlegt geteilt, daß die eine poetische Trancerede aus einem alten Gefangwar. Das sei unmöglich, wenn sie die Rosen in ihren Kleidern buche„ Morgen- und Abendopfer, 10. Auflage, Sulzbach 1889" entverborgen gehalten hätte. Wenn er nun später erfahren, daß Frau nommen sei. Nothe die Blumen vorher in einem Blumenladen gekauft, so müsse Dr. Thiele Einspruch, weil die Fragen auf dem Gebiete des SachGegen weitere Fragen dieser Art erhebt der Verteidiger er sagen: er stehe vor einem Rätsel. Er könne mir annehmen, daß Frau Rothe in einem Doppelbewußtsein die Blumen verständigen- Urteils sich bewegen. Rechtsanwalt Friedheim richtet angekauft, sie zunächst dematerialisiert und an den Zeugen die Frage, ob er sich erklären könne, wie rematerialisiert habe. den Blumen die Frische erhalten blieb. Der Zeuge meint, dies sci dadurch bewirkt worden, daß die Angeklagte sich in der Regel vor der Sitzung ein Glas Wasser geben ließ, womit sie wohl die Blumen beneigte. Eine verstorbene Tante heilt Rheumatismus. Warnung der verstorbenen Mutter. dann . gezogen habe. Hierauf wird die Sigung auf Donnerstag 9 1hr vertagt. Am 24. ds. Mis. verstarb nach furzem Krankenlager meine liebe 1836 Frau und Mutter Klara Gebhardt geb. Schott. Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Simeons- Kirchhofs am Mariendorfer Weg aus statt. Gustav Gebhardt u. Sohn Gross- Fischerei- Export- Artikel. Neueste, wahre, billigste Preise. Per Nachnahme. Feinste Salzfettheringe, Fak, 400 St. 10 M., Fay, 200, 5 M.; schöner Fisch, größerer zu empf.. 300 St. 11 M., 150 St. 5%, M.; zarter Fisch, Faß. Vollhering, Milch und Rogen, groß, az 11 M., Faß 5 M. 8 Liter- Dose Bratheringe 3, M. Per Post überall franco hin. 4 Liter- Dose, 100 St. Delikateßher., Bismarcher. 3 u. 3%, M., 70 Brat: heringe 2, u. 3 M., bis 100 Rollmöpie 3 u. 32 M. Central- Verband der Maurer alberinge, 70 St., zart, 2,70, Deutschlands. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 24. d. M. unser treues Mitglied Wilhelm Belding Kottbuser Damm 11, im Alter von 50 Jahren plöklich ber storben ist. 136/18 Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhause am Urban aus nach dem Kreuzkirchhof in Mariendorf statt. crfucht Aus der zweiten Sizumg berichtet der Zeuge, daß seine verstorbene Frau durch den Mund der Frau Rothe zu seinem Sohne gesprochen habe, nachdem eine ganz taufrische Rose in geknicktem Der folgende Zeuge, Dr. med. 2 angsdorf aus Freiburg in Zustande zu Boden gefallen war. Seine Frau hieß Anna und sie Baden, erklärt sich als entschiedenen Anhänger der Frau Rothe. Er fagte durch den Mund der Nothe: Anna hieß ich, Anna hieß fie, fie erzählt ausführlich, daß er früher nicht Anhänger des Spiritismus ist nicht für Dich bestimmt, schlage sie Dir aus dem Kopf! Sein war, aber andren Sinnes geworden sei, als er in Amerika, wo er Sohn sei sehr bleich geworden und habe ihm dann gestanden, daß sich bis zum Jahre 1859 aufgehalten habe, mit einer Helseherin in Um rege Beteiligung der Kollegen er ein Verhältnis habe, sich dieses aber mum aus dem Kopf Berührung gekommen sei und wunderbare Beweise ihrer übernatürlichen schlagen werde. Ferner berichtet der Zeuge, daß er u. a. auf der Straft erfahren habe. Noch überzeugender seien für ihn aber die Sizungen Die Verbandsleitung. Hand plötzlich 4 nebelhafte Punkte bemerkt habe, die sich dann zu der Angeklagten gewesen. Einmal habe die Angeklagte eine Sigung in Bonbons verdichteten, auf denen das Wort" Maude" eingepreßt feiner Brivatwohnung in Gegenwart feiner Ehefrau und seiner er- Land 2 Mark stand. wachsenen Kinder abgehalten. Als das Medium sich im Trance- pro Woche Abzahlung. Barzelle Die Geister wollen nicht stehlen. zustand befand, habe es genau das Aussehen seiner vor mehreren 840 Meter 300 m., westlicher Bor Gine andre Sigung ist nicht recht gelungen. Man hatte, Jahren verstorbenen Tante beschrieben und genau dabei alle die out- Berkehr, nur mündlich, verkauft ohne daß er davon bis dahin Kenntnis erhalten hatte, heraus-' kennzeichnenden Bewegungen nachgeahmt, die der Verstorbenen eigen Herronimy, Blumenstraße 79. 945 größere, 60 St., 3 M., große Vollheringe 3 M. Kifte Gold- Büdlinge, fein, 120 St., 3 M., gr. Voll: u. Fett- Bücklinge 31 M. Kiste Sprotten 22, 2 Stiften 4, M. 2652* W. Schwandt, Swinemünde. Räucherei, Brat: u. Marin. Anit. Kopfläuse nebst Brut verschwinden fofort d. Puffi. Unschädlich. Er folg überraschend. In Drog. 50 Pf. En gros Noris Zahn& Comp. Unsre Kokosnussbutter Palmora zum Backen, Kochen u. 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Die vertagte Vorstellung der 1./2. Abteilung findet am 13. April( 2. Osterfeiertag) statt. Die 9. Serie der Vorstellungen beginnt am 5. April, zur Aufführung gelangt im Lessing- Theater: von Otto Erich Hartleben. Rosenmontag. Eine Offizierstragödie in 5 Aufz. 228/13 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Apollo- Theater. Heute: Nakiris Hochzeit. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Molkenbuhr über ,, Wie können sich die Arbeiter gegen Ausplünderung schützen?" 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet 247/2 Der Vertrauensmann. Graveure und Ciseleure Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 26. März, abends 8%, Uhr, im großen Sanle der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Oeffentliche Versammlung 72/ 1* Referent Reichstags- Abgeordneter Martin Segit. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht Die Agitationskommission. + Männer- Vortrag+ morgen, Freitagabend 8%, 1hr, Naunynstr. 27, Graumann: Syphilis, sexuelle Störungen und Gonorrhoe wird an gr. 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Berantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruderet und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Seleiderschrank, Bertito 45,00, Bahnhof). ge 0 15369* 1906 werden vom Berliner Tierschutzverein, abbrud wird gebeten. Königgrägerstraße 108. Um gütigen 1615 Bereinszimmer, großes frei, 14848 Simeonstraße 23, Flid. Eine Kupferschmiederei fomplett, Werkzeuge, 24 Jahre im Betrieb, iſt billig zu verkaufen Köpniderstr. 148. Deldruckbilder, große, mit schwerem Goldrahmen 3,50. Andre Bilder wegen Umzug gleichfalls spottbillig. Schlußz am 30. März. Löwenstein, Kunst anstalt, Schliemannstraße 22, of geradezu. 1756 neun. Rat Auch 153 Rahmenmacher Fuchsschwanz) fofort Dargaß u. Co., Ballstraße 24. Färber, Wäscher gesucht. Gebrüder Altenbergs Färberei, Neu- Weißensee, Langhansstraße 4. Tüchtiger Monteur auf Schnellpressen gesucht. 101 Achtung, Metallarbeiter! 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Nachdem num in der Depotals gewahrt, ist also die Kündigung rechtzeitig. ordnung eine Quelle fortgesetter Streitigkeiten zwischen Fangs Genosse Robert Schmidt, der Kandidat unsres Streises, zum erstenmal wieder in öffentlicher Versammlung des auch gegenüber dem Mieter, dem gekündigt wird. verwaltung ein Wechsel eingetreten ist, wird die Forderung des Wahlvereins bei Leydeder, Sophienstr. 34. Gäste sind will Abschlägig beschieden hat die städtische Armendirektion Polizeipräsidiums zweifellos zum Straßenpolizei Gesetz erhoben kominen. Wir erwarten, daß kein Mitglied fehlt. Der Vorstand. die Beschwerde einer Kommission von Berliner Bäckermeistern werden. über den Ausschluß solcher Bäckermeister, die in der Armenverwaltung Als Tod- Brücke wird die im Zuge der Adalbertstraße angelegte ein Ehrenamt bekleiden, von den Lieferungen für diese Verwaltung. Notbrüde bezeichnet, welche sowohl für Wagen wie Fußgängerberkehr In einer Bädermeister Versammlung wurde diefer eingerichtet ist. Die Zufahrten zur Brücke beschreiben eine Steigung Ausgang als ein beklagenswertes Mißtrauensvotum gegenüber ehren von etwa 3/4 Meter, und die Anlage derselben ist eine so ungünstige, haften Bürgern und Handwerkern bezeichnet. Redakteur Schmidt daß die Einmündungen weder vom Bethanien- noch vom Engel- Ufer, meinte, daß in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. ebensowenig von der Adalbertstraße aus übersehen werden können. läßt man sich manchem herbei, was ein Satter nie thun würde. Reichtümer hätten die ehrenamtlich thätigen Bäckermeister bei den Da num außerdem auch noch die Straßenbahn über die Rotbrücke Wenn Arbeitsmangel herrscht und Tausende vergeblich nach einer Lieferungen an die Armenverwaltung wahrhaftig nicht erworben. geleitet ist, so kommt es hier zu fortgesetzten Verkehrsstodungen, und Erwerbsgelegenheit suchen, dann nimmt der Arbeiter und die Ar- Stadtv. Obermeister Gemeinhardt erklärte, daß die Armen nur der übergroßen Aufmerksamkeit der Wagenführer ist es au beiterin so manche Lohnknauferei ohne Murren hin und erträgt direktion, nach dem Wortlaut der Städte- Ordnung, im Recht verdanken, daß Unglücksfälle an dieser Stelle noch nicht vor geduldig so manche Schurigelei, gegen die sie in andren Zeiten sich fei. Die ganze Sache sei auf Anzeigen unzufriedener Almosen- gekommen sind. froßig aufbäumen würden. Das weiß jeder Arbeitgeber, der das empfänger zurückzuführen. Schon jest sei es überaus schwierig, Geschäft kennt und sich auf seinen Vorteil versteht. geeignete Personen zur Uebernahme städtischer Ehrenämter z Christianiastraße wird noch in diesem Jahre in Angriff genommen, Die Anlage einer festen Brücke über die Panke im Zuge der Das weiß auch der Herr Direktor des" Reinigungsverknüpft seien. bewegen, auch wenn diese nicht mit sonderlichen Mühen Die Angelegenheit dürfte wahrscheinlich in nachdem der Durchbruch des Straßenzuges zwischen Wriezenerstraße Instituts Centrum", Alexanderstraße 37a. Dieser Mann, ein der Stadtverordneten- Versammlung, im Anschluß an eine Erörterung und Prinzen- Allee im vorigen Jahr bewirkt und jetzt der Bebauung Herr Richard Seelig, hält für die Hausfrauen Berlins Dienstpersonal der Mißstände des Submissionsverfahrens bei städtischen Lieferungen, erschlossen ist. Hierdurch wird eine faft geradlinige Verbindung, die aller Art bereit, Reinmachefrauen, Waschfrauen usw., die er für zur Sprache gebracht werden. nach der Fertigstellung des Radialsystems 11 der Kanalisation zu ers einzelne Tage zur Verfügung stellt. Eine moderne weltstädtische Unfrer Ansicht nach sollten die Bädermeister ein größeres Ver- gänzen ist, vom Central- Viehhof bis nach Plößensee geschaffen. Einrichtung" nennt er fein Reinigungsinstitut in seinem Prospekt. ständnis dafür befizen, daß es sich nicht schickt, als Mitglied der Bermißt wird seit dem 4. März der Handelsmann Alexander „ Gnädige Frau," schreibt er, haben Sie Pech mit dem Personal, Armenverwaltung Lieferungen für diese Verwaltung zu übernehmen. Sowade, 52 Jahre alt. Derselbe hausierte in der Umgebung ist das Dienstmädchen erkrankt oder entlassen, brauchen Sie ein wenn, was wir ja annehmen, bei diesen Lieferungen teine Reich- Berlins und hatte Legitimationspapiere bei sich. Bekleidet war der= Aushilfemädchen, wünschen Sie eine tüchtige Waschfrau, sollen die nicht, die in der Drohung gipfelt, daß man deshalb auf die An- hut. Näheres über den Verbleib erbittet Frau Witwe Kühn, Neuertverben sind, so begreifen wir eigentlich die Erregung selbe mit braunem Ueberzieher, dunkler Hose, grünem, weichem FilzZimmer gründlich gereinigt oder gebohnert, die Teppiche geklopft nahme derartiger Ehrenposten verzichten würde, weil damit die Weißensee, Straßburgstr. 36. werden, kurz, wo Hilfe nötig ist, da genügt ein telephonischer Anruf Möglichkeit folcher Lieferungen ausgeschlossen sei. und sofort erhalten Sie sauberes und fleißiges Personal." Die Preise, die der Herr Direktor den geehrten Herrschaften" berechnet, find ungefähr ortsüblich, z. B. pro Tag für eine Waschfrau 2,25 M., für eine Reinmachefrau 1,75 M. usw., außerdem die Beköstigung. Da er von diesen Beträgen ein Viertel und mehr als Unkostenvergütung resp. Verdienst für sich behält, so hat sein Personal allerdings keineswegs glänzende Einnahmen. Aber wenn man Hunger hat, hält man schon den Tagelohn von 1,25 M., den der Herr Direktor Seelig seinen Reinmacherfrauen zahlt, für ein kleines Vermögen, und ist froh, dafür arbeiten zu dürfen. " tümer zu 14 846 tv. V Der zerstückelte Leichnam eines etwa 30jährigent Mannes wurde Bororten werden beleuchtet durch eine Tabelle über Wohnort 200 Meter vor der Ueberführung der Stettiner Bahn auf den StraßenDie wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Berlin und seinen gestern, Mittwoch, früh in der Berlinerstraße in Pankow etwa und Beschäftigungsort der erwerbsthätigen Bebahn Geleisen aufgefunden. Als gegen 15 Uhr morgens ein von völkerung Groß- Berlins, die vom Berliner Statistischen Nieder- Schönhausen kommender Arbeiterivagen der Straßenbahn die Amt nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung aufgestellt Unfallstelle erreichte, bemerkte der Fahrer ein auf dem Geleise beworden ist und jetzt beröffentlicht wird. Danach wurden unter der findliches Hindernis und brachte den Waggon zum Stehen. Die ortsanwesenden Bevölkerung( ohne die vorübergehend Anwesenden) fofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß der Klerunglückte in der als Erwerbsthätige ermittelt in Berlin 653 371 männliche, 360 051 Nacht von dem Motorwagen 2002 ber Linie 47( Brizz- Nieder- Schön weibliche, in den Vororten 188 077 männliche, 91 675 weibliche hausen) überfahren worden war, der als legter Straßenbahn- Zug ( zum Beispiel in Charlottenburg 59 212 m. 37 687 tv., Schöne- gegen 2 Uhr 8 Minuten morgens die fragliche Stelle passiert hatte. berg 31 502 m., 16 725 tv. Wenn man Hunger hat, erklärt man sich auch mit den Be- Lichtenberg Rigdorf 28 149 m., 9076 v., Die Vernehmung des Bedienungspersonals des betreffenden Zuges 13 888 m., 4717 iv., Weißensee 10 641 dingungen einverstanden, die der Herr Direktor den bei ihm be- 3795 w. usw.) Außerhalb ihres Wohnortes waren beschäftigt von und Fahrer des Motorwagens beim Passieren jener Strede einen m., wurde sofort angeordnet und dadurch festgestellt, daß der Schaffner schäftigten Frauen stellt. Diese müssen die Beträge, die das Justitut den erwerbsthängen Einwohnern Berlins nur 18 514 männliche gleich Ruck verspürt haben. Der Zug wurde sofort zum Stehen gebracht, den geehrten Herrschaften berechnet, selber einkafsieren. Jede Frau 8 Proz. und 1827 weibliche/ Broz.( zum Teil auch in ent- die Strecke abgesucht, aber von dem Personal tonnte hierbei nichts ist verpflichtet, am Abend nach beendeter Arbeit noch einmal nach fernteren Orten); aber von denen der Vororte 72 834 m.= 39 Proz., entdeckt werden. Vermutlich war der Körper des Verunglückten, dem Institut zu kommen, um das Geld abzuliefern und ihren 16 Proz.( z. B. von denen Charlottenburgs 16 047 m. der, wie anzunehmen ist, auf dem Geleise gelegen haben muß, in Lohn samt der Arbeitskarte des nächsten Tages in Enipfang zu 44 Proz., 2754 w. gleich 27 Proz., 3287 tv. 9 Proz., Schönebergs 13 706 m. gleich dem Getriebe des Wagens hängen geblieben und eine Strecke weit nehmen. Wie weit die Arbeitsstätte von dem Institut und von 3031 w. 33 Broz, Lichtenbergs 6419 m. 46 Proz., 1600 iv. geftell des Motorwagens 2002 Kleiderfeßen und Fleischteile, 16 Proz., Rigdorfs 14 259 m. 51 Broz, mitgeschleift. Hierauf deutet auch die Thatsache, daß am Unters diefem die Wohnung der arbeitenden Frau entfernt ist, das ist dem gleich 34 Proz., Weißensees 4383 m. 41 Pro3, 929.22 Broz.). fowie Herrn Direktor gleichgültig. Erhält die Frau am Abend keine Arbeit Bezüglich der außerhalb ihres Wohnsizes Beschäftigten liegt nun das Leiche wurde nach der Salle des Pankower Begräbnisplayes auch zahlreiche Blutspuren entdeckt wurden. Die für den nächsten Tag, so muß fie früh um 7 Uhr wiederkommen Verhältnis Berlins zu den Vororten im einzelnen so, daß fast sämt- gebracht. und bis etwa 10 Uhr auf Arbeit warten. Eine Frau, die sich aufliche Vorortgemeinden mehr Erwerbsthätige nach Straßenbahn ist sofort eine eingehende Untersuchung über den Seitens der Betriebsverwaltung der Großen Berliner eine der vielen Annoncen des Instituts gemeldet hatte, Tehnte diese Berlin siden, als von Berlin zu ihnen hinaus entfeßlichen Vorfall eingeleitet worden. Die beteiligten Beamten und andre Bedingungen, auf die wir weiter unten zurückkommen, geben. So übten von den männlichen Erwerbsthätigen Berlins find vom Dienste dispensiert, weil sie, den Bestimmungen entgegen, rundweg ab. Sie haben noch keinen Hunger", sagte ihr da der 5643 ihren Beruf in Charlottenburg aus, in Schöneberg nur teinerlei Meldung von der Betriebsstörung, soweit sie durch das Herr Direktor. Der Mann hat recht; in der That, nur wer Hunger waren in Berlin beschäftigt von den männlichen Erwerbsthätigen weder der Fahrer noch andre Personen, die sich auf der Vorder1416, in Rigdorf 1085, Lichtenberg 331, Weißenfee 280 2c., dagegen Anhalten veranlaßt worden, gemacht haben. Bemerkenswert ist, daß hat, wird sich seinen Bedingungen unterwerfen. Charlottenburgs 13512, Schönebergs 11649, Rigdorfs 12291, Lichten plattform des Unfallwagens befanden, den Verunglückten gesehen Wer sich unterworfen hat, wird fortan, wie die Verhaltungs- bergs 4804, Weißenfees 3898 ft. Aehnlich waren von den weib haben, ein Umstand, der darauf hindeutet, daß der Verstorbene einen maßregeln" vorschreiben, dem Herrn Direktor stets die ihm ge- lichen Erwerbsthätigen Berlins mur 704 in Charlottenburg beschäftigt, Selbstmord verübt haben dürfte. Der Tote konnte bisher noch nicht bührende Hochachtung entgegenbringen." Nach§ 4 hat ihm jede in Schöneberg 214, Rigdorf 94, Lichtenberg 23, Weißensee 39, aber rekognosciert werden. Frau bei jeder Anrede den Titel„ Herr Direktor" zu geben. Der in Berlin beschäftigt waren von denen Charlottenburgs 2891, SchöneHerr hält überhaupt sehr auf Höflichkeit. Ueber den„ Verkehr mit bergs 2509, Rigdorfs 2777, Lichtenbergs 1145, Weißensees 883 2c. An der Wiegemaschine verunglückte der Schlächtergeselle Otto Linke, der seit einem halben Jahr bei dem Hofschlächtermeister den Herrschaften" bestimmt er, daß den Damen stets der Titel Aus der Lange- Schucke- Stiftung für bedürftige Kaufmannstöchter Koschwiz in der Spreestr. 7 beschäftigt ist. Als er vorgestern nachGnädige Frau" oder ,, Gnädiges Fräulein" zu geben ist. Aber mehr soll die diesjährige Aussteuersumme mit 1500 m. vergeben werden. mittag die elektrisch betriebene Maschine bediente, bekam er von der als eine bloße Höflichkeit ist es, wenn die Frauen verpflichtet" Bewerbungsgesuche werden bis zum 30. Juni d. J. einschließlich von Verbindungsstange einen Stoß, daß er zwischen Schwungrad und werden ,,, beim Abgang die Herrschaft zu bitten, bei Bedarf gefälligst rinnen müssen Töchter solcher hiesigen verarmten Kaufleute sein, Quetschungen zu und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. der städtischen Stiftungsdeputation entgegengenommen. Bewerbe- Wand flog. Der Verunglückte zog sich mehrere Armbrüche und wieder bei dem Institut zu bestellen." Sehr genau nimmt es der Herr Direktor mit dem Gebot, über die Einrichtungen des In Verhältnissen gestorben sind. Unter mehreren Bewerberinnen( die welche entweder in bedürftigen Verhältnissen leben oder in solchen Erhängt hat sich im Pferdestall der 48 Jahre alte Milchhändler stituts dem Publikum gegenüber strenges Stillschweigen zu beobachten". einen makellosen Lebenswandel geführt haben müssen) hat den Vor- Friedrich Koch aus der Blumenstr. 79. Der in sehr guten Verhält Er sagt darüber: Fragt die Herrschaft nach der Wohnung, so hat die zug die Tochter eines Kaufmannes, welcher den Handel mit Material- nissen lebende Mann war seit acht Wochen nervenleidend. Am Donners= Frau zu antworten: Gnädige Frau, das darf ich nicht sagen, waren betrieben hat oder noch betreibt, in Ermangelung einer solchen Bruder von ihm lebt, damit er sich dort erhole. Am Sonntag jedoch tag voriger Woche fuhr eine Tante mit ihm nach Wiesbaden, wo ein meine Wohnung können Sie nur durch das Institut erfahren." Fragt aber die bedürftigste. Den Bewerbungsgesuchen sind beizufügen: verließ der Stranke heimlich die Wohnung seines Bruders und fuhr die Herrschaft nach dem Lohn, so hat die Frau stets zu antworten: ein polizeiliches Führungsattest, je ein Attest des betreffenden Be- verließ der Kranke heimlich die Wohnung seines Bruders und fuhr Gnädige Frau, das ist Geschäftsgeheimnis des Instituts, und darf zirksvorstehers über die Ertverbs- und Vermögensverhältnisse der nach Berlin zurück. Wo er sich hier aufhielt, weiß man nicht. Nach ich nicht darüber sprechen, ich werde gut bezahlt." Damit die Bewerberin und ihrer Eltern und das Geburtsattest der Bewerberin. dem vorgestern morgen der ihm befreundete Milchhändler Luft aus der " gnädige Frau" das„ Geschäftsgeheimnis" der guten Bezahlung" Benefiziatin an diese ausgezahlt. Bartelstr. 13 mit seinem Pferd zum Hufschmied gegangen war und Die Aussteuersumme wird nach erwiesener Verheiratung der den Stall aufgelaffen hatte, schlich sich Koch ein und erhängte sich nicht etwa doch noch zu lüften sucht, fügt der Herr Direktor voran einem Haken neben der Krippe. Als Luft zurückkehrte, war er fichtig hinzu:„ Es ist jeder Frau verboten, den Herrschaften Klagen über schlechte, ärmliche häusliche Verhältnisse vorzubringen, um dadurch das Mitleid der Herrschaften zu erregen; denn hier durch wird nur das Ansehen des Instituts und der Frau selbst geschädigt." Der Mann weiß offenbar, wie erbärmlich es den von " " " ihm beschäftigten Frauen geht! hergebe." Da hört doch wirklich alles auf! noch recht viele. Augenblicklich werden im Fundbureau des Polizei Säumige Finder giebt es trop wiederholter Belehrung immer schon tot. präsidiums wieder verschiedene verspätet zur Abgabe gelangte Sachen, der Eisenkonstruktionsfabrik von Steffens u. Nölte am Südufer 16/17 Von eisernen Trägern erschlagen wurde vorgestern auf dem Hofe barunter diverse Uhren, eine Brillant- Brosche in Gitterform, ein mit der Gisenkonstruktionsfabrik von Steffens u. Nölte am Südufer 16/17 Daten versehener Brillantring, Portemonnaies mit größerem Juhalt 2c. der 47 Jahre alte Kutscher August Fischer aus der Köslinerstr. 2. aufbewahrt, die während der Dienſtſtunden an Wochentagen von den Die Träger stürzten nach, trafen ihn am Stopf und zerschmetterten Fischer fiel von einem mit Trägern beladenen Wagen herab. rechtmäßigen Eigentümern in Empfang genommen verden können. Kämen die geehrten Herrschaften" hinter das„ Geschäfts- Manchem Verlierer könnten viele Itnannehmlichkeiten, Zeit und ihm den Schädel, so daß er auf der Stelle starb. Welche besondern geheimnis" des Herrn Direktors, erführen sie die Wahrheit über die Kosten erspart werden, wenn sich die Finder rechtzeitig ihrer Pflicht Verhältnisse den Unfall herbeiführten, namentlich wie es kam, daß Bezahlung seines Personals und über dessen elende Lage, dann würde erinnern und die gefundenen Gegenstände, fofort oder wie das nicht ermitteln. Steffens u. Nölte verweigerten darüber auf Anfrage der Kutscher vom Wagen und die Ladung ihm nachfiel, ließ fich vielleicht manche Hausfrau es vorziehen, die als fleißig erkannte Bürgerliche Gesetz bestimmt, unverzüglich zur Meldung oder Reinmachefrau fünftig ohne Vermittelung des Instituts zu beschäftigen. Berlin im Fundbureau des föniglichen Polizeipräsidiums, Zimmer 79, Abgabe an die Polizeibehörden bringen würden. Dies kann in jede Auskunft. Dann käme der Herr Direktor natürlich um seinen Profit. Um oder der größeren Bequemlichkeit ivegen, in jedem beliebigen 61 Jahre alten Rentner Otto Winter aus der Schönholzerstr. 17 in Krankheit und Gram über den Tod seiner Frau haben den dem vorzubeugen, versteigt er sich zu dem dreisten Verbot, Polizeirevier geschehen. Meldungen bei Privat- Instituten den Tod getrieben. die Wohnung anzugeben! Der betagte Mann litt feit 1½ Jahren Zum Ueberfluß erklärt er, haben der Behörde gegenüber feine Gültigkeit, viel schwer an Atemnot. Als am Sonnabend feine 67 Jahre alte Frau, Beschäftigung ohne seine ohne seine Vermittelung sei Betrug! Er mehr wird der Finder bei unterlaffener polizeilicher mit der er 27 Jahre in ungetrübter Ghe gelebt hatte, beerdigt wurde, sagt:„ Versuche der Herrschaften, die Frau zu veranlassen, auf Meldung gegebenen Falles wegen Fundunterschlagung ver war er nicht im stande, ihr das letzte Geleit zu geben. Hierüber eigene Rechnung wieder zur Arbeit zu kommen, find stets mit dem folgt, anßerdem geht er der Fundansprüche berlustig. war er sehr niedergeschlagen. Nachdem nun ein Sohn ihn zu sich Hinweise zurückzuweisen, daß dies Betrug sei und sie sich nicht dazu u verwundern ist, daß troz wiederholten Hinweises auf das genommen hatte, erschoß er sich bei diesem in der Wohnung. polizeiliche Fundbureau im Verhältnis fehr viele oft sehr wertvolle Gegenstände sowie größere Geldbeiträge von den Verstiche Ein Straßenraub, bei dem der Beraubte durch sieben Messerlierern nicht abgefordert worden, z. B. lagern daselbst dauernd stiche verlegt wurde, beschäftigt die Kriminalpolizei. Als der Stepper ca. 200 goldene und silberne Damen- Uhren, eine gleiche Anzahl woch auf dem Heimwege durch die Invalidenstraße den Play am Wilhelm Scheffler aus der Jagowstraße 23 in der Nacht zum MittHerren- Uhren, ca. 200 goldene Trau- und Siegelringe. An Schirmen und Stöcken befinden sich dort durchschnittlich immer neuen Thor erreicht hatte, fragte ihn ein Mensch in gebrochenem 1000-1200 Stüd, genug für das Warenlagen eines kleinen Geschäfts. Bescheid, nachdem er flüchtig auf seine Uhr gefehen hatte. Damit Deutsch mit polnischer Aussprache nach der Zeit. Scheffler gab ihm Am größten dürfte jedoch die Zahl der dort lagernden Porte- war aber der Pole nicht zufrieden, er verlangte vielmehr jetzt, selbst Rechtzeitige Kündigung. Ist in einem Mietsvertrage als monnaies sein, die teilweise ganz beträchtlichen Inhalt aufweisen. Kündigungsfrist drei Monate und drei Tage vereinbart, so muß die Behufs Wiedererlangung des verlorenen Gutes wendet man sich am die Uhr zu sehen. Scheffler wies ihn für diese Frechheit zurecht Kündigung spätestens am 28. März dem Wirt zugegangen fein, um zweckmäßigsten an die Polizeibehörde des Verlust ortes und, sofern und empfahl ihm, seiner Wege zu gehen, wenn er nicht wolle, rechtzeitig zu sein. Ist in dem Vertrage drei Wionate als Frist ver- verschiedene Polizeibezirke in Frage kommen, wie dies z. B. bei dem daß er einen Schumann hole. Dazu tam er indessen nicht. Auf einbart, so muß die Kündigung spätestens am 31. März dem Wirt neinandergreifen der Gebiete von Berlin, Charlottenburg, Schöne auf dem Platz vor dem Neuen Thor auf einer Bank gesessen hatte, ein zweiter Kerl, der zugegangen sein. Ist im Vertrage nichts über die Kündigungsfrist berg, Wilmersdorf 2c., sehr oft geschieht, an alle etwa in Frage herbeigelaufen, zog sein Messer aus der Tasche und stieß es Scheffler kommenden Polizeibehörden. Hierzu ist noch zu bemerken, daß jede vereinbart, so ist eine am 3. April dem Wirt erklärte Kündigung Polizeibehörde die nicht in ihrem Amtsbezirk gefundenen Sachen bei liebenmal in den Kopf. Unterdeſſen nahm der andre dem Gerechtzeitig. Die angegebenen Fristen gelten auch dann als inneDann liefen die Räuber nach der gehalten, wenn der Wirt die Annahme an dem betreffenden Tage Angebot wohl annimmt, sie jedoch sofort an die Polizeibehörde des ſtochenen Uhr und Kette ab. Sandkrug- Bride und dem Friedrich Karl- llfer zu davon. Scheffler, ( 28., 31. März, 3. April) ablehnt, zum Beispiel weil auf dem Briefe Fundortes abgiebt. der stark blutete, verfolgte sie, obwohl sich ihnen noch drei Strolche der Absender nicht angegeben sei, oder weil er einen frankierten( ein- Bezüglich der geplanten Verschärfung der Hundefang- Ordnung zugefellten. Eben wollten sich die Wegelagerer wieder gegen ihn geschriebenen oder nicht eingeschriebenen) Brief nicht annehmen will, erfahren wir, daß für die Zukunft auch diejenigen maulkorb oder wenden, als ein Mädchen das dazu kam, oder weil er nur bis 6 Uhr abends Briefe annimmt, oder wenn der markenlosen Hunde aufgegriffen werden sollen, welche sich in den rief. Hilfe Nun fuchten sie zu entfliehen. Einer fletterte über Brief rechtzeitig eingelaufen war, der Wirt aber erst an einem Gängen zipischen Vorgärten, in den Hausflurnischen oder auf den den Zaun des Invalidenparks und entfam späteren Tage Kenntnis von dem Briefe genommen hat, oder wenn Treppenstufen vor den Ladeneingängen aufhalten. Ebenso dürfte die andern liefen das Ufer entlang. Diesen folgten Scheffler und im Gehölz, der Wirt verreist, ohne für einen Vertreter, zu sorgen, dem der Brief das Stehen von maulforblosen Hunden auf den Schwellen offener das Mädchen, bis es ihnen an der Karlstraße gelang, einen durch abgegeben werden kann und dergleichen, turz: in allen Fällen, Ladentüren verboten werden. Das Polizeipräsidium hatte schon vor einen Schuhmann festnehmen zu lassen. In dem Erwischten erkannte Damit diese einzig dastehenden Arbeitsbedingungen nicht in die Deffentlichkeit gelangen, befiehlt schließlich der Herr Direktor in einem letzten Paragraphen, daß sie Unberufenen nicht gezeigt werden dürfen". Aus diesem Paragraphen spricht das schlechte Gewissen. unt Scheffler den Kerl wieder, der ihn zuerst stellte und ihm dann Uhr sein Herr, dessen Persönlichkeit bis jetzt noch nicht festgestellt werden in die Enge gedrängt, seinen richtigen Namen an. Der Verhaftete und Kette raubte. Es ist ein Maler Michael Brzozowski aus Posen, fonnte. Derfelbe überschritt das Geleise und wurde durch einen von wurde in das Militär- Arresthaus eingeliefert. der sich ohne Wohnung in Berlin umhertrieb. Der Verhaftete will Briz kommenden Straßenbahnwagen umgeworfen und in Stücke Zu Tode gequetscht. Mannheim, 25. März. Auf einem im von dem ganzen lleberfall nichts wissen, obwohl ihn der Beraubte zerrissen, so daß die Körperteile erst durch Polizeibeamte zusammen- Berbindungskanal anfernden großen Elevator tippte heute mittag von Anfang an verfolgte und obgleich man an seinen Handgelenken gesucht werden mußten. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, durch den Bruch eines Drahtseiles ein aufgerichteter Krahn um. noch frisches Blut fand, das ohne Zweifel vom Kopfe des Ge- konnte trotz sofort eingeleiteter Untersuchung noch nicht festgestellt Mehrere Arbeiter wurden ins Wasser geschleudert, konnten aber gestochenen auf ihn herabträufelte, während er ihm die Uhr ab- werden. rettet werden, während ein 24jähriger Schloffer, in der Luft schwebend, zu Tode gequetscht wurde. = Ueberfall eines elektrischen Straßenbahnwagens durch Räuber. Aus New York berichtet man dem ,, Daily Telegraph":" Drei vers mummte Räuber versuchten auf der Linie Los Angeles und Santa Monica in Kalifornien am Sonnabendabend einen elektrischen Wagen aufzuhalten. Es entspann sich zunächst ein kleines Pistolenschießen zwischen einem Fahrgaste und einem Räuber. Darauf begannen die beiden andren Räuber in den dicht gefüllten Wagen hineinzuschießen, wodurch ein Insasse getötet und drei verwundet wurden. Der Ge tötete war ein wohlhabender Bankier mit Namen Griswold. Das Vorkommnis spielte sich an dem Eingang zu einem tiefen Einschnitt Räuber hatten eine Schiene, Geleise gelegt. ab. Die eine nahm. Der Räuber wurde gestern in Untersuchungshaft Reinickendorf gegen Berlin. Die Gemeinde Reinicken gefeßt. Sein Helfershelfer, der Messerstecher, ist ein Kerl dorf liegt seit Jahresfrist mit dem Berliner Magistrat, der dem von achtundzwanzig Jahren, ein etwa 1.75 Meter großer Vororte das Gas zur öffentlichen Beleuchtung liefert, wegen des magerer Mensch mit dunklem Haar und Schnurrbart, dunklem Gaspreises in Streit. In Berlin kostete bekanntlich früher das Gas Ueberzieher, dunklem Schlapphut und weißer Wäsche. Scheffler 11,35 Pf. pro Kubikmeter und wurde vor einem Jahre auf 12,35 Pf. mußte die Charité aufsuchen, um fich verbinden zu lassen. Seine pro Kubikmeter erhöht. Reinickendorf war nun der Ansicht, daß diese Verlegungen erwiesen sich zum Glück alle als ungefährlich, so daß Erhöhung lediglich lokaler Natur sei und weigerte sich, den Preiser nach feiner Wohnung entlassen werden konnte.. aufschlag zu zahlen. Die Stadt Berlin verklagte darauf die VorEine dunkle Geschichte. Eine Lebensmüde, die sich E. Achter- ortsgemeinde um Zahlung der Preisdifferenz in der Höhe von Berg nennt, verlor auf der Straße einen an ihre Wirtin gerichteten 1924,48 M. Diese Klage ist in erster und zweiter Instanz ab Abschiedsbrief, der gefunden und der Polizei übergeben wurde, da gewiesen worden. Friedrichshagen. Sturmschaden. Am Dienstagmittag stürzte er feine Wohnungsangabe enthält. Die Schreiberin bittet eine Frau M. Linke, zu versuchen, ihre Wohnung, für die sie bis dahin durch infolge des Sturmwindes der Neubau des Restaurateurs Wilhelm schwere Bank und ein Cementfaß auf das die Möbel ja noch gedeckt sei, bis zum 1. April zu vermieten. Sie Keller am Bahnhof Hirschgarten ein. Das Material entstammt vom Der Wagenführer bemerkte die Hindernisse und fuhr langsam heran. wolle fich das Leben nehmen, um allem Weiteren aus dem Wege zu Abriß der Düsseldorfer Ausstellung. Als die Arbeiter sich während der Sobald der Wagen hielt, sprangen die drei Kerle herzu. Einer von gehen. Bis jetzt ist es nicht gelungen, eine Frau Linke zu ermitteln, Mittagszeit in der Baubude befanden, erfaßte ein Wirbelwind den ihnen schwang sich auf die vordere Plattform, die beiden andren auf bei der eine E. Achterberg gemeldet wäre. Neubau des Aussichtsturmes und stürzte ihn gegen die vorüber die hintere. Der vorn stehende Räuber befahl den Insassen, die führenden Telephon- und Telegraphendrähte, wodurch diese stark be- Hände hochzuhalten, und als einer von diesen das nicht that, schoß schädigt wurden. Infolge deffen trat eine Betriebsstörung von drei er auf ihn. Der Fahrgast erwiderte das Feuer und scheint den Stunden ein. Die Postdirektionen von Köpenick, Friedrichshagen und Räuber getroffen zu haben. Die beiden hinten stehenden Räuber Erfner sandten sogleich Hilfsmannfchaften, welche den Schaden schossen ihre Revolver leer und alle drei verschwanden dann. Der an den Drähten ausbesserten. Menschen sind glücklicherweise nicht Wagen lief mit möglichster Geschwindigkeit bis zu dem nächsten verletzt worden. Ein Waldbrand entstand am Dienstag- Punkte, wo ärztliche Hilfe möglich war. Der verwundete Grisabend zwischen Wilhelmshagen und Erkner. Vermutlich durch aus- wold war aber bereits gestorben, ehe man diese Stelle erreicht sprühende Funken der Eisenbahn- Lokomotiven hatte das dürre Gras hatte. und Moos Feuer gefangen, welches sich infolge des starken Windes Hygienische Vorträge der Centralkommission der Krankenkassen. über den hohen Waldbestand verbreitete und mehrere Morgen des Die Themen der heutigen Vorträge lauten: Mund- und Zahn- Kiefernwaldes in Brand setzte. Bewohner von den nahebelegenen pflege"," Hals, Nase und Ohr" und verdienen allgemeines Ortschaften von Fichtenau, Rahnsdorf, Wilhelmshagen und Erkner Interesse und Beteiligung. Die Themen werden an fünf Stellen be- erschienen mit Schaufeln und verhinderten durch Aufiverfen von Erdsprochen werden und zwar heute Donnerstag, den 26. März in den wällen die Weiterverbreitung des Feuers. Schulaulen Wvangelstr. 126, Schönhauser Allee 166, Seibelstr. 31, Quißowstr. 115 und Nixdorf, Kaiser Friedrichstr. 208. Vortragende find die Herren Zahnärzte: Frohmann und Böhm und die Herren Doktoren: Bruck, G. Lennhoff, Schönfeld. Beginn der Vorträge 8 Uhr, Eintritt frei. Eine Vereinigung deutscher Apothekenbefizer zur Abwehr unBerechtigter Angriffe und Forderungen der Krantentajien ist ins Leben gerufen worden. Jedes Mitglied hat zunächst einen einmaligen Beitrag zur Begründung eines Entschädigungsfonds zu zahlen, dann alljährlich einen bestimmten Prozentsatz seines Umsages abzuliefern und wird dafür im Falle der Boykottierung mit etiva 40 Prozent feines Verlustes entschädigt. Selbst in Apothekerkreisen steht man der neuen Gründung ziemlich fühl und steptisch gegenüber. Im Charlottenburger Volkshaus, Rosinenstr. 3, spricht heute, abends 8 Uhr, Herr Schularzt Dr. med. Bloch über:" Schularzt und Elternhaus". Wir können allen Eltern, namentlich den Müttern, dringend raten, diesen Vortrag zu besuchen, damit dieser Fortschritt in unsrem Schulwesen das volle Verständnis aller Eltern findet zum Nußen unsrer Jugend. Hus den Nachbarorten. Grünau. Briefkaften der Redaktion. Karlsruhe. R. Sch. Ihr Gedächtnis muß einen recht guten Magen haben. Ueberladen Sie ihn nicht. Uebrigens verbietet uns die Wahrung des redaktionellen Geheimnisses Ihrem Wunsche zu entsprechen.- 111. Das Anathem bedeutet Bannflüch. P. R. Delescluze fiel in der blutigen Maiwoche 1871. Juriftifcher Teil. 1 Ch., Burrichter. 1. Ihnen steht mußten hier seit Jahren in einem Restaurant abgehalten werden, Die öffentlichen Sigungen der Gemeindevertretung da es im alten Gemeindehause hierzu an einem größeren Zimmer von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends gebrach. Obgleich seit Jahresfrist in dem neuen Rathause geeignete, O. S., Nixdorf 25. 1. Nein. 2. Ja. 100. G. D. Die Unters leer stehende Räume vorhanden sind( auch die Aula bietet Raum schrift gilt. 2. S. 1. 1. Ein Monat. 2. Ja. F. B. 130. 1. Das für 200 Zuhörer), so scheint der Gemeindevorstand auch 1903 noch uneheliche Kind ist Erbe seiner Mutter. 2. Eisenacherstr. 69. S. A., keinen Wandel eintreten zu lassen, denn nach wie vor finden die A. F., Frankfurt, W. K.: Nein. 5. M. 33. 1. Ja. 2. Melden Sigungen im Buchholzschen Lokale statt. Hier lassen es sich während Sie Ihre Forderung als bevorrechtigte beim Gericht an. Ein Beispiel der Verhandlungen nicht allein die Herren vom Gemeindevorstand finden Sie auf Seite 439 des in den öffentlichen Lesehallen ausliegenden und der Gemeindevertretung in altgewohnter Weise bei Bier, Grog Arbeiterrecht. H. Heinke. Sie können bis Erlaß des Gerichtsbeschlusses E. S., Rigdorf. oder Wein recht wohl ergehen, sondern auch die Zuhörer greifen warten, verursachen sich dadurch aber Mehrkosten. a) bis c): leider nein, d) ja. M. H. 100. 1. Das Notwendige muß vergnügt zum Seidel und rauchen mit den Auserwählten der Ge- Ihnen gelassen werden. Danach scheint einbehaltbar zu sein: ein Stand meinde um die Wette Cigarren, daß man glauben könne, ein Betten, 3 Stühle, das Spind. 2. Strafbarkeit liegt nicht vor. In der Regel nein:§ 1603 B.-G.-B. J. St. Der Verein der Vororte Berlins hielt vorgestern abend im ehemaliger Kolonist Grünaus backe Brot. Dieses Sichgehenlassen" Tauroggenstr. 38. „ Grand Hotel Alexanderplat" eine zahlreich besuchte Versammlung ist eines Vorortsparlaments nicht mehr würdig und dürfte kaum Ihre Tochter muß die Schule bis Ostern besuchen, wenn Sie nicht auf Ihren Antrag vom ferneren Schulbesuch dispenfiert wird. F. R. 2. Sit die ab. An Stelle des erkrankten Herrn Stadtverordneten- Vorstehers noch in der Tucheler Heide anzutreffen sein. Gustab Müller- Schöneberg führte Herr Freise- Wilhelmshagen den Spandau. Unser lokales Parteiblatt„ Die Laterne", welche sich Ladung ordnungsmäßig, so sind Sie verpflichtet, als Zeuge der Privatladung Borsiz. Derselbe teilte mit, daß der Eisenbahnminister Budde die einer stetig wachsenden Beachtung nicht nur bei den Arbeitern, u folgen, wenn die Zeugengebühr im voraus gezahlt oder hinterlegt ist. P. 51. Ihre Fragen lassen sich ohne Kenntnis des wie es scheint er. Eingabe des Vereins betreffend Herabsetzung der Personentarife im sondern vor allem auch bei den Behörden erfreut, wie dies die gangenen Urteils oder des geschlossenen Vergleichs über Herausgabe der Vorortverkehr abgelehnt habe. Die Versammlung beauftragte den wütenden Anfeindungen seitens der Herren General v. Einem und Sachen nicht beantworten. Tragen Sie Ihr Anliegen unter Borlegen der Emma 10. Ihren Stieftindern Vorstand, bei dem Minister eine Audienz nachzusuchen und in der Abg. Pauli- Potsdam bei der Beratung des Militär- Etats aufs deut- Altenstüde in der Sprechstunde vor. H. K. 26. 1. Die geschiedene Frau felben die Gründe auseinanderzusehen, welche eine Tarifermäßigung lichste erweisen, wird vom 1. April d. J. zweimal in der Woche steht kein Erbrecht gegen Sie zu. als gerechtfertigt namentlich für die Bewohner der entfernter herausgegeben werden. Am Freitag beschloß die Generalversammlung kann ihren Mädchennamen wieder annehmen. 2. Der Betreffende ist Mitbefizer beider Blätter. J. B. In Berlin an den Polizeipräsidenten. liegenden Vororte erscheinen lassen. Gleichzeitig sollen, wenn irgend des Socialdemokratischen Arbeitervereins mit allen gegen eine Oskar Tann. Das können Sie thun. Aber wenn der Wirt früher die möglich, auch andre Berkehrsfragen, besonders auch die fortgesetzte Stimme, das Blatt in Rücksicht auf den Wahlkampf außer am Benukung des Pumpenwerks für das Beet gestattet hat, so haben Sie auch Ueberfüllung der Züge, die notwendige Vermehrung der Züge 2c., Sonnabend auch am Mittwoch jeder Woche herauszugeben ein Recht, auf Weiterbenutzung zu klagen. bei dieser Unterredung mit dem Minister zur Sprache gebracht und zugleich den Abonnementspreis von 30 auf 40 Pf. pro Monat sechswöchentliche Kündigungsfrist zum Quartals ersten zu. 2. Der Vertrag zu erhöhen. Dadurch hoffen unsre Parteigenossen den Krieg gegen ist an sich gültig. Da der Vertrag auf länger als fünf Jahre eingegangen Der Rigdorfer Polizeipräsident und die Bedürfnisanstalten. Wie die von Lügen und Verleumdungen strozende gegnerische Preffe ist, so fann er aber nach§ 624 des Bürgerlichen Gesezbuchs mit sechsmonatlicher Kündigungsfrist nach dem Ablauf von fünf Jahren gekündigt bedeutend nachdrücklicher führen zu können. bekannt, waren die städtischen Körperschaften Rigdorfs bereit, dem Kempin. Von dem Beitritt zu solcher Stasse ist abzuraten. dringenden Bedürfnis nach Bedürfnisanstalten abzuhelfen und hatten Aus dem Verbindungskanal gezogen wurde gestern mittag in u. B. 1. Vom Wirt können Sie Beseitigung der Ruheſtörung begehren. 2. W. A. 1. Nein. 2. und 3. Ja. entsprechende Beschlüsse gefaßt. Eine der Anstalten sollte an der Charlottenburg eine männliche Leiche, welche mit einem schon längere 2. Nein. verkehrsreichsten Stelle der Stadt, an der Gabelung der Richard- Zeit vermißten Maler Wilhelm Jarunizewski identisch ist. In den und Bergstraße, erstehen. Der Herr Polizeipräsident hat nun jetzt, Taschen wurde eine am 8. März 1902 zu Charlottenburg ausnachdem die von dem Stadtverordneten Rechtsanwalt Abraham gestellte Arbeitskarte, ein gleichlautendes Arbeitsbuch sowie eine angeftachelten Ueberpatrioten darum petitioniert haben, gegen Wochenfahrkarte zwischen Westend und Wedding gefunden. Die Leiche die Errichtung dieser Stelle der Nähe des war schon start in Verwesung übergegangen. wegen Kriegerdenkmals Einspruch erhoben. Gründe der Pietät wurden geltend gemacht. In der letzten Sigung der Rigdorfer Baudeputation, die sich mit dem Einspruch beschäftigte, wurde festgestellt, daß gerade mangels einer Bude an jener Stelle das Kriegerdenkmal selber sehr oft als geeigneter Platz zur Befriedigung gewisser Bedürfnisse an Unschuldig verurteilt. Der wegen versuchter Verleitung zum Berlin gesehen wird. Es ist also festzustellen ein Vergehen des Polizei- Meineide zu 1/2 Jahren Zuchthaus verurteilte Arbeiter Buchalik aus Frankf./M. 762D präsidenten gegen polizeiliche Interessen aus vermeintlichen Bietäts- Bogufchowiß ist im Wiederaufnahme- Verfahren von der Straffammer München rücksichten, die gar nicht Sache polizeilichen Schutzes find. zu Ratibor freigesprochen worden, nachdem er fast ein Jahr un- Wien Einen vom Polizeipräsidenten vorgeschlagenen andren Stand- chuldig verbüßt hat. Der Arbeiter Grufchta, auf dessen falsche erachtete die Baudeputation als durchaus ungeeignet Aussage hin die Verurteilung des Buchalik erfolgt war, erhielt wegen und lehnte es ab, dort die Anstalt unterzubringen. Weiter wissentlichen Meineides sechs Jahre Zuchthaus. hatte der Polizeipräsident gegen die projektierte Aufstellung einer Gerüsteinsturz. Danzig, 25. März. Bei Rammarbeiten an andren Bedürfnisanstalt auf der Promenade in der Kaiser Friedrich der Mottlau brach beim Umlegen der Ramme der Bolzen, der straße Einspruch erhoben, weil die Anstalt zu dicht beim Polizei- sogenannte Hund fiel herunter und das ganze Gerüst stürzte in präsidium läge. Er verlangte eine Entfernung von 150 Meter, die sich zusammen, wobei zwei Arbeiter vom Gerüst getroffen Deputation beschloß, die Anstalt 10 Meter weiter zu rücken. wurden und ins Wasser stürzten. Während einer sofort tot war, nach seiner Einlieferung ins starb der andre werden. ort an " Vermischtes. Schöneberg. In der Kinderpflegeanstalt St. Josephs- Heim in Schöneberg, Sedanstr. 65, haben Erkrankungen mehrerer Böglinge az arett. stattgefunden, die anfänglich nach einigen Symptomen als Fleisch- Grubenkatastrophe. Breslau, 25. März. In dem Kohlenvergiftung angesehen worden sind. Wie die Allgemeine werte Zeißholz bei Bernsdorf entstand durch Selbstentzündung der Fleischer Zeitung" von der Direktion der Charité, in die vorhandenen Kohlenvorräte Feuer, welches das Fabrikgebäude ausdrei der erkrankten Kinder aufgenommen worden sind, erfährt, kann einanderriß und mehrere Arbeiter schwer verletzte. Der„ Schles. von Fleischvergiftung schlechterdings keine Rede sein. Es handelt 3tg." zufolge sind zehn zum Teil schwer verbrannte Arfich, erklärt das Blatt, einfach um Kinder, die sehr schlecht ernährt beiter ins Kreis Krankenhaus zu Rothenburg gebracht worden. wurden, nur einmal in der Woche, am Sonntag, Fleischbeköstigung Dem Vernehmen nach liegen noch mehrere Arbeiter unter den erhielten, dabei einen weiten Weg in die Schule hatten usw. Die Trümmern der Unfallſtätte. Kinderpflegeanstalt wird sich über den Vorwurf der Allg. FleischerVerhafteter Mörder. Aus Hannover wird vom 25. März beBeitung", ihre Böglinge mangelhaft zu ernähren, zu äußern haben. richtet: Heute vormittag wurde der Mörder der Wirtschafterin KohlBautow. Getötet wurde gestern morgen in der Berlinerstraße meyer, der desertierte Füsilier Jacobowski, in Gestorf bei Bennigsen an dem alten Pferdebahn- Depot durch die elektrische Straßenbahn verhaftet Er legte sich anfangs einen falschen Namen bei, gab aber, Die Nordseestürme sind vorüber und die demzufolge reichlicher ausfallenden Fänge gestatten uns, zu nachstehenden billigen Preisen zu offerieren: Cabliau ohne Kopf, im Anschnitt Pfd. 25 Pf. in der Grösse von 2 bis 20-25 Pf. Schellfisch 4 Pfd. à Pfd. Pfd. Reichhaltiges Kochbuch erhält jeder Käufer in allen Grössen 20-25 Pf. gratis Grosse im An- 30-35 Pf. Hufternfifch schnitt sehr fein Pfund 25-30 Pf. Seelachs Pfd. 20-25 Pf.| Adlerlachs Pfd. 40-50 Pf. M Kostproben auf Wunsch gratis Für die Fastenwerden. 3. Durch 2 erledigt. Witterungsübersicht vom 25. März 1903, morgens 8 Uhr. Stationen stand mm Barometer Windrichtung Swinemde. 764 23 Hamburg 762 SD 765 SGD 762 SD Windstärke Better 2wolfen! 2wolfenl Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. || 2wolfent- 13 3 heiter 5ivoltig 10 3bededt 10 6 Haparanda 754 N 5 Petersburg 744 23 1 wolfen! 4 Cork 737 SS 2wolfenl 5 Aberdeen 4wolfenl 5 Paris 757 S 766 Still wolkent 10 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 26. März 1903. Etwas wärmer, vielfach wollig, bei lebhaften südlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. ORIGINAL SINGER NAHMASCHIN Pariser Weltausstellung 1900. Von der Internationalen Jury wurden den Singer- Nähmaschinen der GRAND PRIX der höchste Preis der Ausstellung zuerkannt. 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