Ur. 83. flbonntmentS'Redliwingen: Abonnements- Preis pränumerando: Bicrteljährl. 3,20 Mb, monatl. 1,10 Mb, wöchentlich 28 Pfg, frei in! Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg, Sonntags. nummcr mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in der Post-Zeitungs- Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. Crit&eint täglich außer Montag». SO. Jahrg. Vevlinev Volksvlcrkk. Sie Tntertlons- Gebühr beträgt für die scchsgcspaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Psg., für politische und gewerlschafMche BcrctnS- und Bcrsammlungs-Anzeigcn 20 Psg. „Klein« anreigtn" jedes Wort 5 Pig. (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis ö Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm-Adresse: „SoilaldcnoKrat Berlin". Centralorgan der focicüdemokrrrtischen Partei Deutschtands. RccUhtfon: 8M. 68, Ltndcnatraos« 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 19S3. Mittwoch, den 8. April I90B» Expedition: 8M. 68, Lindcnstraaac 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Und trotz de»n Znchthauskurs! Fknf Jahre. IV.-) Am 4. Februar 1899 wurden in Dresden neun Arbeiter zu ins- gesamt 53 Jahren Zuchthaus und acht Jahre» Gefängnis verurteilt, iveil sie mit andren Arbeiten!, die auf einem Bau in Löbtau über die Feierstunden hinaus arbeiteten, in einen Streit geraten waren, der in eine Rauferei ausartete. Im einzelneit lautete« die Urteile auf zehn, neun, acht, zweimal sieben und zweimal sechs Jahre Zuchthaus, sowie auf zehn Jahre Ehrverlust. Die beiden am wenigsten Belasteten bekamen je vier Jahre Gefängnis. Es ist uns kauin mehr möglich, uns in jene Aufregung zurück- zudenken, die die organisierte Arbeiterschaft angesichts jenes Blut- urtcils erfaßte. War auch das Borgeheu der Verurteilten gewiß nicht völlig einwandftei gewesen, so waren sie doch auf das schwerste provoziert, ja thätlich bedroht worden. Man verstand kaum noch den Schuldspruch, noch viel weniger das Strafausmaß. Indem aus den Kreisen ihrer Klassengenossen für die Familien der Verurteilten bald mehr als hlindcrttausend Mark zusammenflössen, ja offenbar noch weit größere Summen erreicht worden wären, wäre der Zlveck der Sanuulung damit nicht schon erreicht gewesen, urteilten die Arbeiter Deutschlands über das Urteil von Löbtau. Jeder Pfennig, mühsam genug gewonnen, doch von ganzen, Herzen hingegeben, war ein Protest. Auch für dieses Klasienurteil hat die deutsche Arbeiterschaft der bürgerlichen Gesellschaft noch durch keine Wahl ihre Quittung gegeben, sie wird auch an Löbtau denken, wenn sie zur Urne geht! ES liegt wahrhaftig cttvas Lächerliches und Verächtliches zugleich in den LiebcSwerbungen, mit denen sich die herrschenden Klassen uin die gclverkschaftlich organisierten Arbeiter bemühen. DaS eine Zuchthausurteil von Löbtau wirst alles wieder um, was in tausend schönen Reden künstlich gebaut wird! DaS Löbtauer Urteil fällt vor den parlamentarischen Mißerfolg dcS Juchthanskurses, gleichsam als Beweis dafür, daß der KurS gehalten ivird, ob der Reichstag es will oder nicht! Später ivurde cS ja auch nicht besser. Nicht nur, daß auch später die kleinste Ausschreitung bei Streiks auf das schlverste geahndet wurde, nicht nur. daßsich Herr v. Thielen, der frühere preußische Berkehrsnünister, im Kampfe der Berliner Straßenbahner für die reiche Gesellschaft der Aktionäre ins Mittel legte, auch überdies sucht man den gewerkschaftlichen Organisationen durch die merkwürdigsten Auslegungen der bestehenden Gesetze bei- zukomineu. Ein eklatanter Fall trug sich beispielsweise in Raum- bürg a. S. zu; dort wurde ein Organisierter, der einem Fabrikanten gedroht hatte, er würde die Zustände seiner Werkstatt im Fachblatte zur Sprache bringen, wegen— Erpressung zu schwerer Gefängnisstrafe verurteilt. Achnlich kaum minder krasse Fälle sind nicht selten. In Sachsen wird es als grober Unfug geahndet, wenn in einem Arbeiter- blatte zu einer Streiknachricht der Wunsch ausgesprochen wird, Zuzug sei.fernzuhalten". Ebenfalls in Sachsen tvnrdc anläßlich de? GlaSarbciter-Strciks das Strcikpostcnstchcn mit Polizcislrafen bis zu 14 Tagen Haft belegt. In Braunschwcig versuchte man, gegen die ausdrücklichen Versprechungen der Reichs- regicrung, den, Vorstand des Deutschen Tabalarbcitcr-Vcrbandcs ivegcn angeblicher„Errichtung einer VersichcruugSanstalt ohne Ge- nchmigung der Staatsbehörde"(gemeint sind die von altcrShcr- bestehenden freiwilligen Getvcrkschafts-Untcrstützungen) gerichtliche Schwierigkeiten zu machen. In Bcuthcn und Posen giugci, die Be- Hörden gegen die Arbcitcrsekretärc wegen angeblich„gewerbsmäßiger" Auskunftserteilungeu vor. Was alles an seltsamen Gerichtsurteilen und behördlichen Chikancn gegen die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter geleistet wurde, füllt Bände. Nur einige der drastischeste» Fälle konnten hervor- gehoben werden. In einzelnen Fällen,>vie in dem der Arbeiter- sekretäre, gelang es dem pflichtgemäßen energischen Auftreten unsrer Fraktion, wesentliche Erfolge zu erzielen. Aber nicht bloß Richter, StaatSainvälte und Polizeidirektoren, sondern auch die gesetzgebenden Körperschaften der Einzclstaaten bc- mühten sich, für den Entgang der Znchthausvorlage praktischen Ersatz zu schaffen. Berühmt gewordcir ist in dieser Richtung die Lübecker Strcikpostenvcrordnung vom 21. April 1999, die besagte: Der Senat hat beschlossen und verordnet hierdurch: Personen, lvelche planmäßig zum Zwecke der Beobachtung oder Beeinflussung der Arbeiter einer Arbeitsstelle oder den Zuzug von Arbeitern zu einer Arbeitsstelle an einem öffentlichen Orte sich aufhalten, ivcrdcn mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft bestraft. Diese eklatante Durchbrechung des ReichSrechtö wurde von unsrcn Genossen im Reichstage in einer Interpellation zur Besprechung gebracht. Herr Rieberdittg, der Staatssekretär des l'ieichvjustizaintS, suchte das Vorgehen des lubischcu RecderparlaincntS zu rechtfertigen. Erst Genosse Mo lkenbuhr gab dem Monstrum den Todesstoß, indem er durch einen Artikel iin„Hamburger Echo" ein Urteil des Reichsgerichts provozierte, welches den Widerspruch der lübischen Verordnung gegen§ 152 der Reichs-Gewerbe-Ordnung feststellte. Damit war der hochnwgendc Senat zur Rücknahme seines kleinen ZuchthauSgesetzeö gezwungen. In andren Orten ist man freilich vorsichtiger und drangsaliert die Streikposten nur ans Gründen der „öffentlichen Sicherheit" und des„Verkehrs". Im Reichstage erklärte Herr R i n t e l e n, ganz im Sinne der seligen ZuchthauSvorlage, daß das Streikposteustchen eigentlich die Koalitionsfreiheit gefährde. Centrums-Socialpolitik! Vom gleichen Geiste erfüllt sind die Konkrakt-BundcSgcsctze für landwirtschaftliche Arbeiter, die nach dein glorreichen Vorbilde Anhalts in zahlreichen mitteldeutschen Kleinstaaten, zum Teile auch mit frei- *> Vergk. Nr. 78 des„Vorwärts", sinniger Hilfe beschlossen tvorden sind. Bei den armen Sklaven der notleidenden Landwirtschast kann steilich von einer Durchbrechung der Koalitionsfreiheit keine Rede sein, weil eine solche Freiheit für sie gar nicht gesetzlich existiert. Was Urteile, Polizeiverfügungen und LaudeSgesetze nicht können, besorgt aber die Staatsverwaltung soweit ihre Macht reicht in eigner Regie. Für die Arbeiter des Reiches und der Einzelstaaten. vor allem für die Lohusklaven des preilßischen Staates ist die Koalitionsfreiheit thatsächlich aufgehoben. Hat doch£cr preußische Eisenbahnminister, Herr Budde, erst neulich im Landtage seiner Meinung über diese Angelegenheit in nicht nlißzuverstchcnder Weise Ausdruck gegeben. Trotz aller Drangsalieruug, aller Knechtung und Entrechtung. mit der die Gewerkschaftsorganisationen, wie die einzelnen Organi- sierten selbst von feiten der herrschenden Scharfmacherclique und von feiten einer scharfmacherischen Staatsgewalt selbst tagtäglich bedroht Ivcrdcn, will man ihnen beständig einreden, es würde ihnen Manna vom Himmel regnen, wenn sie von der roten Fahne abließen. Zum Ueberfluß verweist man auf die staatserhaltenden Mllfterkoalitioueu Englands, denen ja neuerlich auch durch die Urteilssprüche bürger- licher Richter viel von der Dialektik des Klassenkampfes eingepaukt worden ist. Die bürgerliche Klasse und die Regierung, die der Kommis dieser Klasse ist und sein muß, mögen die Organi- sationen der Arbeiter bekämpfen. Das ist ihr Recht, wenn es auch just kein schönes Vorrecht ist. Aber im höchsten Grade perfid oder naiv ist die Darstellung, als ob die herrschenden Schichten mit irgend einer Organisation der Arbeiter, möge sie auf wirtschaftlichem oder politischem Gebiete selbstbewußt und energisch die Interessen des Proletariats vertreten, jemals ihren Frieden machen könnten. Schon jetzt verfolgt die Scharfinachcrclique die einsichtigeren, bescheidenen Bemühungen des Zwölftausendmark- grasen Posadowöky mit sichtlicher Beunruhigung. Wollten die Arbeiter ciwnal wirklich so thöricht sein— es heißt sie beleidigen, wenn man ihnen solches zumutet— das gute Schwert ihrer poli- tischen Organisation aus der Hand legen und mit dem Schilde der gewerkschaftlichen Organisatton allein kämpfen zu wollen, dann würden sie sehen, wie rasch sich das Blatt wenden würde. Man umwirbt sie, so lange sie mächtig sind, man ist vielleicht auch bereit, ihnen einmal ein kleines Kouzessiönchen zu machen, weil man sie ftirchtet. Sollten sie ihre politische Macht auf geben, so würden sich die liebenswürdigen Werber sehr bald in barsche Befehlshaber verwandeln. Hinter den Saminelpfötchcn der „gcwcrkschaftsfteundlichen" Svcialpolitikcr lauern die Kralleu der kapitalistischen Profittiger. Diese Krallen haben am Leibe der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft Narben hinterlassen, deutlich genug, um die Erinnerung wach zu halten und den Wunsch nach Vergeltung._ Die Streikbewegung in Holland. Die 0 f fizi cllc n Telegramme ans Holland suchen die durch den Streik verursachte Verkehrshenunung nach Kräften abzuschwächen. Dennoch gewinnt man den Eindruck, daß im wesentlichen der ganze Verkehr lahm gelegt ist. Aufklärend über den Umfang der VerkehrSeiustellung ist folgende Bekanntmachung der Berliner Eisenbnhndirektio». „Die holländische Eisenbahn kann wegen Arbeitseinstellung auf ihren Linien bis auf weiteres keine Güter, ivcdcr Stückgut noch Wagenladungen, auch keine kcbciidcn Tiere und Fahrzeuge für ihre niederländischen Stationen übernehiiie». Es verkehren nur die Personenzüge. Der Güterzug-Bcrkehr uacki und von Holland ist eingestellt, wird dagegen für Stationen bis G i l d e h a u s und Bentheim er Kreisbahn aufrecht erhalten. Dir Niederländische Stnatsbnhn sichert eine planmäßige Durchführung der Reisenden nicht zu. Der Personen-Berkehr aus der niederländischen Staats- bahnftreckc Arnhcim-Utrccht ist ebenfalls elugestcllt worden." Der Streik verläuft in musterhafter Ruhe. Selbst die offiziösen Telegramme vermögen kaum eine terroristische Anekdote zu vor- breiten. Die gesamte holländische Arbeiterschaft unterstützt die Transport- Arbeiter. So haben am Dienstag die Bäcker den Ausstand bc- schlössen. . Der Streik-Anfrnhr. Unser Amsterdamer Korrespondent übermittelt uns den Aufruf, durch den am Montag früh der Ausstand der Transportarbeiter erklärt wurde. Der Aufruf gicbt gleich in den ciiilciteudeu Sätzen den Grund des Streiks an: Die Z w a 11 g s g e s e tz e. Es heißt da: „So sollen wir also geknechtet werden! So soll uns jedes Recht entrissen werden, um für einen besseren Zustand zu streiten! So wird die Regierung von„Christen" sorgen, daß wir unser Leben auf die unchristlichste Weise fortschleppen müssen; daß Hunger und Elend fortwährend unser Los sein werden und daß die Kapitalisten ihre Geldschränke sich weiter anfüllen auf Kosten der Wohlfahrt der Arbeiter. Gesetze sollen angenommen werden, durch die die Arbeiter völlig an ihre Arbeitgeber ausgeliefert werden, durch dir jede kräftige Lohnbewegung unmöglich gemacht werden wird: die es unmöglich machen, unsern Frauen etwas mehr Wirtschaftsgeld zu geben: die unsere Kinder zwingen werden, in gleichen traurigen Umstäliden zu leben, in denen Ivir auf- gewachsen sind." Der Aufruf proklamiert dann den Generalstreik für alle Arbeiter in der Transportbranche zu Wasser und zu Lande. Die nieder- ländischen Arbeiter hätten zu zeigen, daß sie leine Sklaven sind. In begeisterten Worten wird zum Kanipf als auch zur besonnenen Ruhe gemahnt: „Das Licht des FreiheitLtagcS bricht an. Wollt Ihr das Nahen des Morgenrots beschleunigen? Aber, ivenn Ihr dies ivollt, so bedenkt, daß Ihr beim Niederlegen der Arbeit kalten BluteS fein müßt! Eure That muß gewaltig fein und stark. Ihr ivcrdct Euch in den Versammlungen aufhalten, welche stattfinden werden. Und wenn Ihr dort nicht seid, daim werdet Ihr zu Hause sein! Die Bourgeoisie möchte vielleicht geme sehen, daß Ihr Auf- ziige in den Straßen veranstaltet oder Euch in großer Anzahl auf die Straßen begebt. Das dürft Ihr nicht! Die Bourgeoisie möchte vielleicht gern sehen, daß in einem Blutbade die Be- wcgung erstickt wird. Das darf nicht sein. Wie immer man Euch verleiten möchte zu Haudlmigen, durch die Schlachtopfer fallen können, Ihr alle hobt zu sorgen, daß solcher Auloh nicht ge« geben wird. Ihr werdet ruhig bleiben und stark I" Ncber die Streiktagc am crsteii Tage Ivird uns aus Amsterdam noch berichtet: Der Ausstand fing bereits um Mitternacht an. Bis Mitternacht nahm der Eisenbahnverkehr seinen gewohnten Verlauf. Gegen 12 Ilhr erschienen die Direktoren der Holländischen und Staats- eiseubahn- Gesellschaften an den Rietlandcn(der Amsterdamer Maschinenstation), um das Personal zu überreden, die Arbeit nicht cinzustclleii, jedoch fruchtlos. Die Eisciibahucr löschten die Feuer und verließen die Station. Der Ausstand ist an 32 Plähcn proklamiert, und zwar zn Amsterdam, Rotterdam, den Haag, Haarlem, Hilversum, Almelo, Zwolle, Apeldoorn, Arnheni, Leeulvarden, Groningen, Utrecht, Rozendaal, WinterSwhk, Mcppcl, Hoorn, Eukhuizen, Alkmaar, den Helder, Gonda, Delst, Nyiiiewegen, Zutfen, Dcvcntcr, Vlissingeii, Middelburg, AmcrSfvort, Boxtcl, Rocrmoiid, Maastricht. Montagvormitttag fahren nur einzelne Züge mit je einem Maschinisten und einem Kondukteur. Vor allem fehlen den Eisen- bahn-Gesellschaflen die Maschinisten. In jedem Zuge, der noch die Reise wagt, befinden sich sechs Soldaten mit geladenen Gclvchrcn. Das Publikum jedoch wagte sich trotz dieser militärischen Begleitung nicht ans die Reise. Die Züge waren beinahe leer. Uetz« die Strciklngc nm DicnStag berichten die offiziellen Telegramme: Amstcrdlim, 7. April. Die Nacht ist ruhig verlaufen. Eine Anzahl von Ausständigen nahm die Arbeit bei der holländischen Bahn heute wieder ans, die jetzt über einen weitaus g e- n ü g c n d e n.'z stündigen Arbeitszeit auch für die Wcrkstattarbciter, sowie daS Heranschaffen sämtlicher Materialien durch eigenS dazu vom Unternehmer gestellte Arbeiter. Man ist nicht abgeneigt, vor dem Gcwerbegerächt einen Tarif- vertrag auf 2 Jalche abzuschließen. Die Unternehmer sind ersucht ivorden, sich bis Sonnabend, den U.April, über die Anerkennung des Tarifs zu äußern.— Am 6. April tagte eine überaus zahlreich besuchte öffentliche Versa mnrlung der Stukkateure mit der Tagesordnung:„Sind die Kollegen Berlins gewillt, ihrem Tari zur Anerkennung zu verhelfen?" Nach einem Referat von Krebs der unter andrem die hohe Bedeutung der Organisation für die Tarifbewegung betonte und hervorhob, daß die Baukoujunktnr einem energischen Eintreten für den Tarif günstig sei. entspann sich eine lebhafte Debatte. Eine Anregung, eventuell zum Generalstreik zu schreiten, wurde von den meisten Rednern bekämpft. Es iväre zweckmäßiger, die Arbeit nur bei den Unter nehmern ruhen zu lassen, die den Tarif nicht anerkennen. Durch einen Generalstreik würde man, meinte Krebs, die Unternehmer nur zusammentreiben. Einstimmig wurde beschlossen:„Die Versammlung erivartet von allen Stukkateuren Berlins, daß sie am Sonnabend den 11. April, an die Unternehmer die Frage richten, ob sie bereit sind, den Tarif zu belvilligen. Eine am.'k. Osterfeiertage(Dienstag) vornnttag stattfindende Mitgliederversammlung des Verbandes hat die Berichte entgegenzunehmen und weitere Maßnahmen zu beschließen."— Die Versammlung am Dienstag ist wieder bei Franke, Scbastianstr. 39. Zur Frage der Maifeier wurde beschlossen. den t. Mai wie üblich zu feiern. Am Vormittag soll eine Versammlung statt finden. Zur Lohnbewegung der Drahtarbcitcr. Am Montag hat auch die Nadler- und Siebrnacher-Jnnung nach eingehenden Ver- Handlungen mit dem Vertreter des Metallarbeiter-Vcrbandes den neuen Tarif der Drahtarbeiter anerkannt. Nach diesem Ergebnis dürsten nun mich die letzten lvenigen Firmen, die sich bisher noch ablehnend oder abwartend verhielten, die Forderungen bewilligen. Lohnbewegung und Maßregelung mif deu Ziegeleien bei Freien- Walde a. d. O. Die auf den Ziegeleien„Allauniverk",„Buggen- Hagen",„Raht" und„Wiesenbcrg" beschäftigten Arbeiter haben ihren Arbeitgebern den Wunsch unterbreitet, eineu Stundenlohn von 39 Pf. zu gewähren und die zehnstündige Arbeitszeit einzuführen. Ar diesem Frühjahr stand der Lohn überaus niedrig. so daß Familienväter mit 8 und 9 M. Wochenlöhnen nach Hause gegangen sind. Die Mehrzahl der beschäftigten Arbeiter, mit "Ausnahme der Mitglieder des BomfaciuS-Vereins, hatten die Forderung unterschrieben und sich zu Verhandlmigen über dieselben bereit erklärt. Die Sorge der Unternehmer, für die„gesicherte Existenz ihrer Arbeiter" kam dadurch zum Ausdruck, daß'man die Arbeiter deS einen Betriebes sofort aus der Arbeit entließ, während das sogenannte Allaunlverk, eine einem Berliner Geldkonsortium gehörende Ziegelei, 19 in Werkswohnungen hausenden Arbeitern die Wohnungen kündigte! Gerade der Leiter dieses „Allaunwerkes" ist cS, der die scharfmachenden Tendenzen vertritt. Man hat also sehr schlecht entlohnten Arbeitern, welche friedliche Verhandlungen zur Bessergestaltling ihrer Löhne Ivollten, den Kampf aufgezwungen. Hoffentlich wird letzterer nicht durch Zuzug aus- Wärtiger Arbeiter erschwert. Deiitlcbes Reich. In Kottbus streiken die Tapezierer. Sie fordern neunstündige Arbeitszeit und Wochcnlöhne von 15 M. für junge Gehilfen, 21 M. für mittelmäßige und 24 M. für gute Arbeitskräfte. Einigungs- versuche sind von den Arbeitgebern hartnäckig zurückgewiesen und die Arbeiter dadurch zum Streik gezwungen worden. Selbst- verständlich darf kein Tapezierer Arbeit nach Kottbus annehmen. Die Töpfer in Meißen haben hinsichtlich der geforderten Mindest- lohnsätze befriedigende Abmachungen mit den Arbeitgebern getroffen. Auf Grund dieser Vereinbarungen werden nun die Spccialtarife in den einzelnen Fabriken beraten. Ein friedlicher Ausgang der Lohn- belvcgung scheint gesichert. Die Glasarbeiter in Wolfrathshausen(Oberbahcrn) streiken seit mehreren Wochen. ES bandelt sich um einen Kampf für die Er- Haltung des Koalitionsrechtes, denn der Fabrikant verlangt, daß die Arbeiter aus der Organisation austreten. Dies Verlangen werden dio Ausständigen aber nie erfüllen. Die Justiz gegen Streikposten. Ein Arbeiter, der in Solingen vor einer vom Streik betroffenen Fabrik Posten stand und bei dieser Gelegenheit einem Arbeitswilligen einige Schimpfworte zurief, wurde wegen Beleidigung dieses„nützlichen Elementes" zu einer Woche Gefängnis verurteilt.— Ein Scherenschleifer, der die„Ehre" eines Streikbrechers durch einige harte Worte angegriffen hatte, mußte feine Handlungsweise sogar mit zwei Wochen Gefängnis büßen. Hnslanck. Militär gegen Streikende. In Basel sind ctlva 3090 Maurer ausständig. Wie bürgerliche Blätter mitteilen, sollen italienische "Arbeiter'Ausschreitungen verübt� haben. Welcher Art die Ans- schrcituugen waren, wird nicht gesagt, sie werden also wohl nicht erheblicher Art gewesen sein. Aber die Behörden— in der„freien" Schweiz!— fühlten sich doch veranlaßt. ein Bataillon Soldaten gegen die streikenden Arbeiter loszulassen. Das Militär„säuberte" die Plätze, auf denen sich Streikende angesammelt hatten. Aber dadurch war der Streik nicht totgeschlagen. Im Gegenteil, es haben noch andre Gewerkschaften gleichfalls den Aus- stand beschlossen, was wiederum die Behörden veranlasste, noch mehr Militär nach Basel zu beordern. Wir wollen hoffen, daß das durch die Angst des Spießbürgertums erklärliche"Aufgebot der Truppen die Rrihe nicht stört. Sociales. Eine Sitnnig der Stein- und Kohlcnfnll-Kommissii!» hat am 2. und 3. April in Berlin unter dem Vorsitz des Herrn Obcrbcrg- Hauptmanns v. Velsen stattgefunden. Im amtlichen Auftrage führten Mitglieder der Kommission im Jahre 1991 Reisen nach Groß- britannien, Frankreich, Belgien, Oestrcich und dem Königreich Sachsen aus, um die dortigen Maßnahmen gegen den Stein- und Äohlcufall zu studieren. Außerdem haben aus einer Reihe von preußischen Gruben Versuche mit neuen Abbau- und AuSbauinetHodeu und mit der Acetylcnbclcnchtrmg stattgcftmdcn. Diese Versuche, insbesondere die mit dem Spülvcrsatzverfahrcn und dem systematischen Ausbau, welche nach den bisherigen Erfahnmgcu geeignet scheinen, den Stein- und Kvhlenfall zu vermindern, sollen in mnfangreichein Maße fort- gesetzt werden. Nach"Ablauf von zwei Jahren will die Kommission dann abermals zusammentreten, um nach de», Ergebnis der gc- machten Versuche und der inzwischen im In- und Auslände weiter gemachten Erfahrungen endgültig Maßnahmen zur Verhütung von Stein- und Kohlenfall vorzuschlagen. Wegen der Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises ist es feit einiger Zeit zwischen der Vertretung des Kreises Offenbach, dem Kreistag und den organisierten Arbeitern der Stadt Offenbach und verschiedener andrer KreiSorte zu Differenzen gekonnnen. Bei den Vorarbeite» zur Errichtung eines sogenannten paritätischen Arbeits Nachweises wurden zwar zwei organisierte Arbeiter(je ein Gewerbe- gcrichtsbeisitzer des Stadt- und Landkreises) gutachtlich gehört, aber sonst mit dem Offenbacher Gewerkschasts-Knrtcll keine Fühlung genommen, auch der Antrag des einen GewerbegerichtöbeifitzerS, den Nachweis bei Streiks zu sperren, verworfen. Eine öffentliche Gewerkschafts-Versammlung in Offenbach nahm dann zur Errichtung dieses Arbeirsnachweises Stellung und sprach sich in einer Resolution dahin aus, daß von feiten der organisierten Arbeiter dieser Nachweis »nr dann Unterstützung finden könne, wenn derselbe auf einer Grundlage errichtet würde, bei der die vom Frankfurter Getvcrkschaftökoiigreß aufgestellten Bedingungen für eine Beteiligung an paritätischen"Arbeitsnachweisen gewahrt würden. Diese Forde- rung wurde dem Kreisamt übermittelt und der Kreistag befaßte sich am Montag, den ti. April damit. Man gab schließlich der Anregung unsrer Genossen, von denen drei im Kreistag sitzen, Folge,»ahm von der Wahl eines Verwaltungsansschusses vorläufig Abstand, und will nun erst mit den Organisationen der Arbeit nehmer und Arbeitgeber in Verbindung treten, um deren Wünsche und Meinungen zu hören. Die jetzige Einrichtimg des Arbeits Nachweises ist weiter nichts als die Zusammenfassung der Arbeits- nachweise der Stadt Offenbach und einiger Landorte und funktioniert durchaus nicht zufriedenstellend. Die Föderation der belgische» Kooperativ-Gciiossenschaften ver- öffentlicht soeben ihren Bericht vom Jahre 1992. Die Föderation hat wie die deutsche„Großeinkaufs-Gesellschaft" die Aufgabe, für die angeschlossenen Konsumvereine Einkäufe im großen zu machen. Der Verkauf erreichte im Berichtsjahre die Höhe von 1 211439 Fr. gegen nur 799 359 Fr. im Jahre 1991. Die Zahl der angeschlossenen Genossenschaften betrug 189; das sind 14 mehr als im Vorjahre. Sociale Reebtspflege. Die Arbeiterschutz-Bestiilimungen der Gcwerbe-Ordmmg 'ollte der Ziegeleibesitzer Sicpmann zu Röllinghausen dadurch über- treten haben, daß im Betriebe seiner 1874 konzessionierten Ringofen- Ziegelei die Aushänge fehlten, die mit Bezug auf jugendliche Arbeiter in Fabrikbetriebcn durch§ 138 der Gewerbe-Ordnung vorgeschrieben ind. Bei der gleichen Revision des Betriebes durch den Gewerbc-Jnspeitor, wo dies festgestellt wurde, konnte dem Inspektor die Konzessionsurkunde nicht vorgelegt werden. Es wurde S. des- halb auch noch eine Uebertrctung der Regicrungs-Polizeiverordmnig vom 7. Juni 1884 vorgeworfen, welche vorschreibt, daß solche Koiizessionsnrkiniden jederzeit im Betriebe zur Stelle sein müssen.— Der Angeklagte will für das Fehlen der Aushänge nicht veramwortlich sein. Er sei gar nicht der Arbeitgeber der beschäftigten Ziegler und jugendlichen"Arbeiter. Er habe die Zicgelprodnktion in seinem Ofen einem Ziegelmeister zu einem pro Tausend verabredeten Preise übertragen und dieser Ziegel- meiftcr nehme die Arbeiter an, beschäftige und entlasse sie.— Der Angeklagte wurde jedoch in zweiler Instanz wegen des Vergehens gegen die Gewerbe-Ordnung zu einer Geldstrafe von 29 SMark verurteilt. Der Ziegelmeister Iväre höchstens als Leiter des Betriebes anzusehen, Siepmann aber sei der Arbeitgeber und verantwortlich für die Erfüllung der Arbciter-Schutzvorschriften.— Bon der Anklage der Uebertretung der RegierungS-Polizeiverordnnng vom 7. Juni 1884 ivurde S. jedoch stcigesprochcn, weil diese Ver- ordnnng rechtsungültig sei. Die Staatsanwaltschaft und Siepmann legten Revision beim Kammergericht ein. Die Staatsanwaltschaft verlangte die An- erkenmnig der Gültigkeit jener Polizeiverordnung und Siepmann wollte gänzlich freigesprochen werden. Das Kammergericht verwarf die Revision der Staatsanwaltschaft und erklärte gleich dem Landgericht die Polizciverordnnng, Ivonach die Konzessionsurkunde stets zur Stelle ein soll, für rechtsungültig. Der einzige Zweck der Ver- ordnung sei, die Revision der in Betracht kommenden Gewerbebetriebe zu erleichtern i das könne aber nicht im Wege des Polizei- verordnungsrechts geschehen, gehe über die Bcfngnisse der Polizei- behvrdcn aus§ 6 a bis i des Polizeivcrwaltungögesetzes hinaus. Auf die Revision d c S Angeklagten hob das Kammer- gericht die Vorentscheidung. soweit sie ihn verurteilte, auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. Begründend wurde hierzu ausgeführt: Da der Borderrichter deu Ziegelmeister des Aiigetlagtcu als Betriebsleiter, wenn auch nicht als Arbeitgeber der Leute an- erkenne, so müsse K 151 der Gewerbe-Ordnung berücksichtigt werden. Danach seien die mit der Leitung eines Betriebes oder eines Teils desselben betrauten Personen zu bestrafen, wenn sie die jcwcrbcpolizeilichcn Vorschriften übertreten haben, und neben chnen sei der Gewerbetreibende selber nur dann strafbar. wenn die Uebertretung mit seinem Borwissen begangen tvurdc oder wenn er bei der nach den Verhältnisse» möglichen eignen Beaussichti- pnig des Betriebes oder bei der Auswahl oder der Beaufsichtigung )cr Betriebsleiter es an der erforderlichen Sorgfalt hat fehlen lasten. DaS Landgericht müsse den Thatbcstand in dieser Richtung nachprüfen._ Letzte JVachnchten und Depcfchen« Die Wicdcraufrolluug der Drryfus-Affaire. Paris, 7. April.(Deputicrtenkammer.) Saal und Tribünen sind stark besetzt, es herrscht lebhafte Erregung. JaurcS nimmt seine gestern abgebrochene Rede unter lebhaften wischcnrufcn von der Rechten wieder auf. Redner beklagt, daß der Brief deS Generals Pellicux nicht dem Verteidiger DreyftiS' mitgeteilt wurde, und führt dann aus, wie General M e r c i e r, nach der Fälschung Hcnrys, das System mit dem falschen Briefe des deutschen Kaisers sich zu eigen machte und wie dieses System sich in der nationalistischen Presse weiter verbreitete.(An- haltende Zwischenrufe.) James spricht dann von dem Vorteil, den die Nationalisten ans dieser Campagne zogen. Jaures, fortfahrend, fragt, ob cS einer Partei erlaubt sein solle, ungeheuerliche Legenden zu verbreiten und dann die Presse zu ver- lciigncn, welche diese Legenden verbreitet hat. Mercier und seine Freunde hätten denen, deren beunruhigtes Gewissen sie beruhigen wollten, Photographien deS gefälschten Briefes des dentschen Kaisers gezeigt.(Länn rechtö.) Wenn auch General Mercier im Prozeß von Renne? sein System nicht habe öffentlich vorführen können. habe er doch alles gethan. um durch seine Zeugenaussage die Hypothese dieses Systems den Richtern zu suggerieren. Redner erllärt dann, der Krieg, dessen Gespenst die Nationalisten an die Wand malten, hänge nicht mehr über Frankreichs Haupt, die Nationalisten konnten also sprechen.(Beifall links.) Es sei Pflicht der Kammer, von der republikanischen Regierung zu 'ordern, daß sie eine Untersuchung darüber anstellt.>vie ein so wichtiges Schriftstück, wie der Brief des Generals Pcllicur. ver- heimlicht werden und wie der gefälschte Brief des Kaisers Wilhelm vorgelegt werden konnte.„Wir haben die Pflicht, den Nationalisten zu sagen: Eure heutige Schwäche darf Eure Missethatcn von gestern nicht entschuldigen. Denn es wäre eine Schande für uns, wenn»vir Euch erlaubten, als Ankläger aufzu« treten."(Anhaltender Beifall links; Rufe rechts:.Gehen Sie nach Berlin!") Nach JanreS nimmt der Kriegsminister General Andre daS Wort und erklärt, daß die Regierung die Erforschung der Wahrheit in der in Rede stehenden Angelegenheit zu fördern beabsichtige. (Bewegimg.) Tie Ehre der Armee sei in dieser Angelegenheit nicht im geringsten in Mitleidenschast gezogen.(Beifall links.) Er habe niemals in dem Gedanken glücklich sein können, daß ein französischer Offizier lvegen des gemeinsten der Verbrechen verurteilt lvordcn sei. Er halte sich an das letzte Urteil des Kriegsgerichts(Beifall rechts), aber er glaube, daß die öffent- liche Meinung durch das Anftnuchen gewisser das Verbreche» des Hochverrats mildernder Umstände ganz besonders beimruhigt worden sei.(Beifall links.) Als Minister verstehe er die Befürchtungen, die mehrere Mitglieder des HauseS in Unruhe erhielten. und, um seinerseits zur Wahrheit sein Teil beizutragen, lege er den Brief des Generals Pellieux vor. Der Minister schließt, indem er sich mit einer administrativen Enquete unter Hinzuziehung einer ge- wissen Anzahl von Juristen einverstanden erklärt.(Anhaltender Beifall links.» Cavaignac bittet um das Wort. Er wird mit lautem Pfeifen empfangen. Eavaignac führt auS, daß seiner Ansicht nach der Kricgsininister den Brief deS Generals Pellicux nicht habe berücksichtigen dürfen. (Bclvegmig.) General Pellicux habe auf den Rat des Generals Zurlinden den Brief zurückgezogen. Ter Brief sei niemals im Kriegsministerium geivesen, hätte also auch nicht verheimlicht weiden können.(Belvcgung.) Cavaignac greift zum Schluß Jaures und die Socialisten heftig an, weil sie an der nationalen Zerrüttung arbeiteten(Beifall rechts, Lärm links) und nennt Jaures und die Socialistcn Feiglinge.(Stürmischer Protest.) Jaures entgegnet, er werde sich durch Cavaignac nicht von seinem Wege abbringen lassen.(Beifall links.) Brisson erklärt, es stehe fest, daß Cavaignac den Brief Pesticux' der Regierung, deren SNitglied er war. nicht vorgelegt habe und Pellicux geraten habe, ihn zurück- zuziehen. Cavaignac erhebt dagegen Einspruch. Ter Brief sei niemals im Kriegsministerium gewesen. General Zurlinden habe Pellicux den Rat gegeben, den Brief zurückzuziehen. Ucbrigcns würde er(Cavaignac) Pellicux das gleiche geraten haben.(An- dauernde Unruhe.) L a sie s protestiert gegen die Wicdcraufrollimg der Dreyfus-Affaire. Er wundere sich darüber, daß der Minister Andre sich zum Mitschuldigen derjenigen mache, welche die Armee zerrütten wollten. Redner verliest einen Artikel der„Reichswehr". in dem eS heißt, daß die Dreyfus-Eampagne die Tisciplin in der französischen Armee untergrabe. Lasies behauptet, man habe einen Offizier, welcher dem KriegSminifter die sogenannte gefälschte Depesche Panizzardis übermittelt habe, in den Kerker auf dem Moni Valerien geworfen, und verliest ein Schreiben des Hauptmanns Cuignet, in dem es heißt, die Tcpesche Panizzardis komme einem ormellen SchnldgeständniS DreYfuS' und dem Zugeständnis der Mitschuld der italienischen Regierung gleich. Zum Schluß der achtstündigen überaus stürmischen Sitzung sprach Ribot gegen die Enquete, durch welche nur die Leidenschaften auf- gestachelt und die Armee desorganisiert würde. Er tadelt sehr scharf die Politik der Regierung. Ministcrpräsidcot CombeS, welcher Zuerst betont hatte, er könne angesichts der Worte Ribots nur eine von den Gruppen der Linken eingebrachte Tagesordnung auf eine Einleitung einer Enquete annehmen, erklärte später, er wolle, da verschiedene Vcr- trauenS-Tagcsordnungcn beantragt seien, für keine Tagesordnung Partei ergreifen. Die Tagesordnung von JauröS und Brisson, welche lautet„die Kammer nimmt die Erklärung der Regierung betreffend die Sliiortmuug einer Enquete zur Kenntnis" wird mit 818 gegen 212 Stimmen abgelehnt. Sodann wird die Resolution des Radikalen Chapuis, in welcher die Kammer der Regierung Vertrauen ausspricht und erklärt, daß die Dreyfus-Affaire bei gerichtlichen Boden nicht verlassen dürfe, mit 259 gegen 75 Stimmen angenommen. Die holländischen Streikgesctze vor der Kammer. Haag, 7. April. Zweite Kammer. Ter Justizminister er« läutert den Zweck der die Ausstände betreffenden Vorlage. Tie Ausstände beruhten auf einem Zustande der Gesetzlosigkeit. ES sei Pflicht des Gesetzgebers, die persönliche Freil)eit zu gclvährleistc». Tic Rechte und die gemäßigte Linke sehen von einer Bcsprcckmiig der Vorlage ab, Ivfthrend die Socialistcn ihr lebhaft Widersprechen. Troclstra(Soc.) bekämpft sie in drcicinhalbstündiger Rede, in deren Verlaufe er mehrere Male zur Ordnung gerufen wird. Namens der Demokraten erklärt Drucker, der jetzige Ausstand sei durchaus ungerechtfertigt und trage den Charakter des politischen Anarchismus. Die Generaldiskussion wird hierauf gc- chlossen. Morgen findet die Einzclbc ratung statt. Zur Strriklage. Amslerdam, 7. April.(53. T. B.) Die vereinigten Arbeitgeber im Schiffahrts- und Transport- Gelvcrbe veröffentlichen eine An- kündigung. in welcher sie die Arbeiter auffordern, die Slrbcit morgen riih um sechs Uhr wieder aufzunehmen, widrigenfalls sie über sinnt- liche Betriebe die Sperre verhänge» würde. Amsterdam, 7. April.(W. T. B.) Der Bcrband der Metallarbeiter hat henke nachmittag den Ausstand für das ganze Land vor- kündigt. In Amsterdam find 4—5099 Leute ausständig. Englisches Uiitcrhavs. London, 7. Aprit.(W. T. B.) Der Finanzsekretär Hades Fisher macht dem Hause davon Mitteilung, daß er seine Entlastung nachgesucht und daß Premierminister Baisour sein Entlassungsgcsuch angciwiilmcn habe. HaycS Fisher führt aus, sein Rücktritt sei durch die an ihm und einem andre» Mitglicde deS Parlaments seitens eines Richters geübten Kritik veranlaßt, vor welchem ein Prozeß in Sachen eines Privatsnndilats verhandelt wurde, in dem seine Person mitspielte. Haycs Fisher suchte seine Beziehungen zu dem Syndikat darzulegen und erklärt, er habe niemand benachteiligt, ihm selbst sei dagegen schweres Unrecht angcthan Ivorden. Obgleich er kein reicher Mann sei. hätte er dock» Vorkehrungen getroffen, die Aktwuare und onstigcn Gläubiger des Syndikats vollauf zu befriedigen. Er könne ich nicht den Vorwurf machen, unchrenhafl oder nicht geschäftsmäßig gehandelt zu haben. Er habe seine Entlassung genommen, weil ihn die Kritik des Richters Angriffen ausgesetzt habe, und er jetzt der Regierung keine Stütze mehr, sondern mir ein Hemmnis sein könne. Haycs Fisher, der mit großer Bewegung sprach, fand auf allen Seiten herzlichen Beifall. Premierminister Balfour drückt ihm für seine Dienste seine Anerkennung aus. London, 7. April.(W. T. B.) DaS Unterhaus nahm die erste Lesung der Uutcrrichtsbill mit 159 gegen 77 Stimmen an. Generalstreik in Rom. Rom, 7. April.(W. T. B.) Heute nachmittag wurde hier der allgemeine Aussland vcrlündet. Man glaubt aber, daß er in Wirk- lichkeit nur ein teilweiser werden wird. Tie Stadt hat ihr gewöhn- lickieS Aussehen: eS herrscht überall Ruhe. In der Ankündigung des AuSjtandes wird erklärt, derselbe müsse durchaus ruhig verlaufen. l-erautwortl. Rednllcm: EarlLcid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck». Verlag: Vorwärts Bnihdruckcrci u. Pcrlagsanftalt Paul Singer& Co., BcilinSW. Hierzu 2 Beilagen«. Unterhaltnngsblatt Nr. 83. 20. Iahrgaug. 1.$n\m des Jormürto" Sttlintt WIKslilM. Mmch. 8. April 1903. Das HlaMfcW der Socfaldemohratic. in Diejenigen Wahlkreise, welche 1898 bczw. in der Stichwahl der Socialdemokratie verloren gegangen sind; ein- � � Ä"k QOO �. ♦..'s QO/-. Va- YT' 4 35 O'i 39% � 1 >) Das Mandat wurde wegen Majestätsbcleidigung Oktober 1893 guichllich aberkannt.') Bollspartet.") Zwei locialdcmolratische Kandidaten erhielten 1898 bei der Hauptwahl 6319 und Hill Stimmen.«) Das Mandat wurde niedergelegt. Von diesen Kreisen fielen vier der Freisinnigen Vereinigung. ,wei der Freisinnigen Volkspartei, drei dem Gentruin, vier den Nationalliberalen. zwei den Wildliberalen, einer den Konservativen in die Hände. Die Ziffer der siegreichen Partei ist in der Tabelle unterstrichen._ Die Tabelle zeigt in der vorletzten Rubrik die Zeit, in der der betreffende Kreis in unsrem Besitz war, in der letzte» Rubrik die Stiniinenzahl, um die der Gegner uns überholte. In diesen verlorenen Kreisen gilt es mit aller Macht die Zurück- eroberung zu betreiben I partei-l�acbrickten. Kreiskonferenz für den RcichStags-Wahlkrris Rieder-Barnim. Am Donnerstag, den 0. April, abends 8'/z Uhr. Rummels- bürg. Restaurant Bcllevue. Tagesordnung: 1. Die NeichstagSwahl im Kreise Niedcr-Barnim. 2. Wahl eines Central-WahlkomiteeS. 3. Die LandtagSwahl-Konfcrenz für Preußen. 4. Wahl von Delegierten. I. 5f.: Freiwaldt, KreiS-Vcrtrauensmann. Ein Handbuch für sächsische Wähler giebt doS Gentralkomitee der socialdemokratischcn Partei Sachsens heraus. Dasselbe erscheint in 19—12 Heften a 29 Pfennig unter dem Titel„Sächsische Politik" und dürste auch den Genossen andrer deutscher Vaterländer will- kommen sein, die sich über die sächsischen Verhältnisse zuverlässig in- formieren wollen. pollreMcbes. OcrichtUcheB ufw. — Parteigenosse Konrad Hacnisch, der am Sonntag in die deutsche„Freiheit" zurückkehrte, hat seine Strafe hauptsächlich der Gntrüstung zu verdanken, die er über die Behandlung seines Kollegen Bredenbeck empfand. Die anständigen Menschen aller Parteien haben diese Gntrüstung geteilt; niemand hat die in Be- tracht kommenden Behörden zu verteidigen, sehr, sehr wenige haben sie schüchtern zu entschuldigen gewagt. An all das wird man wieder> erinnert durch einen Vorgang, der sich bei dem Empfang HaenischS durch die Dortmunder Genosien abspielte. Dieselben hatten sich in Massen auf dem Bahnhofe eingefunden und begleiteten den der Freiheit Wiedergegebenen von dort nach dem Etablissement „Hobertsburg". Auf diesem Wege ereignete sich ein Zwischenfall, den die„Rheimsch-Westfälische Arbeiterzeitung" wie tolgt schildert: „Als nämlich unsre Genossen sich dem Burgthor näherten und der Münsterstraße zuwandten, sprang Kommissar Schrank vor mit einem donnernden Halt. Ein junger Mann, der dem nicht sofort Folge leistete, wurde vom Polizist Tilli gefaßt, daß der Rlann beinahe zu Boden gestürzt wäre und Kommissar Schrank drohte sogar mit Verhaftung, anstatt den aufgeregten Tilli zu beruhigen. Die Genosse» bewahrten bei aller Entrüstung über den Lorgang aber ihre Ruhe und es wurde das vermieden, was tvir stets vermeiden wollen. Dann ging die Polizei dazu über, Trupps abzuzählen, tvelche sich in kurzen Pausen folgten. Wie uns mitgeteilt wird, hat aber der hinzugekommene Kommissar Elsholz dem Gebahrcn ein Ende bereitet, er mochte einschen, welche Agitation die Polizei unfreiwilligcrweise wieder für uns leistete."— Warum dieser Vorfall uns an den Fall Bredenbeck, an die diesbezüglichen Debatten im Reichstage, überhaupt an alles erinnert, was mit dem Fall Bredenbeck zusammenhängt? Nun, der Polizist Tilli ist derselbe Beamte, der den Ge- nosscn Bredenbeck gefesselt über die Strajsie ge- führt hat! Konnte die Dortmunder Polizei für diesen Herrn an dem Tage, an welchem der Kollege des Gesessclten das Gefängnis verließ, nicht anderweitig Verwendung finden oder hielt man dafür, daß derselbe durch seine Fesselung Bredenbecks sich als besonders tauglich für die Behandlung von Socialdemokraten erwiesen hatte? — Mit der Politik der Nadelstiche seitens der sächsischen Be- Hörden kann der Arbeiterschaft gelegentlich auch empfindlicher Schaden zngefiigt werden. Die Ehemnitzer Parteigenossen haben seit Jahren unter dem Mangel genügend großer VersammlungSsäle zu leiden. lim dem Hebel abzuhelfen, wurde eine Genossenschaft gebildet, deren Aufgabe die Erwerbung und Bewirtschaftung eines Volkshauses ist. Im Oktober vorigen Jahres war daZ Unternehmen soweit gediehen, daß die Generalversammlung den Vorstand ermächtigen konnte, das große Etablissement„Wald- schlößchen" in dem Vorort Hilbersdorf käuflich zu erwerben. Man rechnete von Anfang an damit, daß behördliche Schwierigkeiten zu überwinden sein würden, da Hilbersdorf nicht zn der Stadt Chemnitz, sondem zur Amtshauptmannschaft gehört. Diese Schwierig- leiten hoffte man aber überwinden zu können, da im tlauf dieses Jahres die Eingemeindung erfolgen toird. Es ist anders gekommen. Ter Kaufvertrag wurde Mitte Dezember v. I. abgeschlossen. Dem Vorstand der Genossenschaft wurde am 24. Dezember v. I. auch die Ausübung der auf dem Grundstück ruhenden alten Realkon Zession gestattet— aber unter der Bedingung, daß nicht weniger als 19 der verschiedenartigsten baulichen Veränderungen vorher vorgenommen würden. Bisher war es ohne diese kostspieligen Aenderunaen gegangen. ng des SchankeS in einem bestimmten Teil des Etablissements, die bisher die hauptsächliche Einnahme an den Wochen- verschiedenartigsten baulichen Veränderungen vorher vorgenommen würden. Bisher war es ohne diese kostspieligen Aenderunaen gegangen. Weiter wurde die Ausübung des SchankeS in einem bestimmten Teil des Etablissements, die bisher die hauptsächliche Einnahme an den Wochen- tagen gebracht hatte, untersagt, trotzdem, wie gesagt, auf dem Grundstück eine alte Ncalkonzession ruht. Es ivurde der Genossenschaft nicht einmal gestattet, die Vornahme bestimmter Bauarbeiten, die im Winter kaum auszuführen waren, bis zum Frühjahr zu verschieben. Die Beschränkung der Konzession ivurde im Beschwerdewege angefochten. Der Erfolg war eine Auslegung der KonzessionSrcchte durch die KreiShauptmaimsthaft, die e i n e r A u f h e b u u g des alten Real- rechtes fast gleichkam. Mit de» Scherereien ivegen der Konzession war cS aber der Amtshauptmannschaft nicht genug. Diele Be- Hörde verbot fast alle Vergnügungen, die Ehemnitzer Vereine im„Waldschlößchen" abhalten wollten. Nebenher ging eine starke Bearbeitung des bisherigen Pächters und der Besitzer des Lokal». Der Kaufvertrag war zum Glück so vorsichtig abgeschlossen worden, daß unter diesen Umständen noch ohne nennenswerte Ver- luste zurückgetreten werden konnte. Die Chemnitzer Arbeiterschaft wird sich ohne großen Versammlungssaal vorläufig weiter bchclfen müssen. Das ist besonders angesichts der bevorstehenden Reichstags- wähl recht uuerftculich. Der Plan, ein eignes Versammlungslokal zu erwerben, ist selbstverständlich nicht aufgegeben worden. 7urnverem„Mte (Mitzlieil des Arlieiter-Turnerbundes.) Die_ 285/12 12. Lehrlings-Abteilung ist in der Gemeindeschul-Turnhalle Eberswalderstr. 10 eröffnet. Turniibcnde: Mittwoch und Sonnabend. Beitrag: Monatlich 20 Pf. Um zahlreiche» Zuspruch bittet Ter Borstaud. und Umgegend Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. n. 39, ülllldenow' Strasse 30.— Fernsprecher: Hmt Ii, llr. 2593. ey»».■'-'"''"' Die Genosseuschaft bietet de» Mitglieder» gute ||Sv BSare zn möglichst billige» Preisen. Umsatz in 9 Monaten: 616417,93 Mitgliederzahl: SOOO. 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April, abends 1 �9 Uhr, im„Gewerkschaftshinise", Engel-Uscr 15� lsaal 1: defkeatliclie Versummluax der Wiilitäreffekten- Sattler. Tages-Ordnung: Die Zustände in den Militärcffckten- Fabriken. Kollegen l Es ist Pflicht jedes Einzelnen, in dieser Versammlung zu ciicheinen. 15k/1d Tie Lrtsvcrwaltung Berlin des Verbandes der Sattler. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel-Ufer IS, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt VH, 353. IIS/Z Mittwoch, den 8. März 1803, abends S'/j Uhr: Konferenz der Vertranensleute des Ostens �51 bei Kienast, Grosse Frankfarterstrasse 138. Zahlreichen Besuch erwartet Tie Ortsderwaltung. 8teinsetzer Zerlins u. llmgeg. TonncrStag, dc» 9. April, abends 7 Uhr, bei AT ü in a n n, Brnnncn- Strasse 188:"WB Versammlung;. Tagcs-Lrdnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Abrechnung vom Streitionds. 3. Gcwcrkschajtlichcs. 4. Verschiedenes. 174/2 Ter Gcsellcnausschust. jlrbeiter-Bildungssehule Berlin Bittwoch, 15. April 1003, abends S'/j 1 Irr. Im Gewerkschaftshaas e, Engelufer 15, 8aal 8: General- Versammlung. Tages-Orrlnung: 1. Bericht des Vorstandes, des Lehrer- lolleginms und der Revisoren. 2. Neuwahl dos Vorstandes und zweier Revisoren. 3. Anträge. 4. Schulangelegenheiten und Verschiedenes. 41/5 Mitgliedsbuch legitimiert! Beiträge werden entgegengenommen. Billigste Dampferfahrt Holzsche Dampfer von Tegel Bollwerk Billetschaltcr Nr. 4 nach Tegclort Bcstanrant ..Zum Schwan" hin und zurück 15 Ps. Da» Restaurant„Zum Schwan" sieht der �lrbcilcrschast frei. Für Speise» und Getränke ist bestens gesorgt. Groger Saal. Zwei neue verdeckte Kegelbahnen..Kafsccküchc und Aus- spannung._ h. Kielcaki, Restauratcur. Tod und Teufel allem Ungeziefer. Wo 91 7 QU vernichtet samt Brut so» naulstll(ort mit tödlicher sicher» heit nur„Reichels Verstärktes Wanzen- fliiid", Fl. 50 Pf., 1,-, Liter 5,— M. Cphwahon tötet mit Brut wielein i�ilnallElI andres Mittel absolut sicher nur allein„Reichels Rciulre» Martial", Dose 50 Pf., 1,—, Pfd. 4,-28. 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Vcraiiiworllicher Redakteur: Carl Leid/ in Berlin. Für den VnseraNnieil seraniivorilich- Dh> Giocke in Berlin. Druck und Berlag- Bormürtz Buchdruckerei und BerlagSanstalt Paul«inger de Co., Berlin 6 Vf. Nr. 83. 20. Iflljrpig. 2. Irilnr des Jotmirts" Kerlim I Mtwoch, 8. April 1903. Av die Mitgliedkr der KranKeillillssen Serlius lind der Nerorlt! Im Nachstehenden geben wir die erweiterte Zahl der Apotheken, welche den Krankenkassen den geforderten Rabatt gewähren, sowie die bedeutend erweiterte Zahl der Rezept-Sammelstellen bekannt. Nur in de» allerdringendsten Fällen sollten die Mitglieder und deren Angehörige in den Apotheken ihre Rezepte machen lassen, die den gerechten Forderungen der Kassen, einen Rezeptur--Rabatt zu gewähren, nicht nachkommen. Sollte dies dennoch geschehen müssen, 10 kommen nur die auf der Rückseite der Rezepte angegebenen Apotheken in Betracht. Um den Kampf der Kassen mit den Apothekern zu einem siegreichen Ende zu führen, bedarf es der nachdrücklichsten Unterstützung aller Kassenmttglicder. Genietzen doch nur allein die Mitglieder die Vorteile dieses Sieges, indem dann in»och grötzerem Matze als bisher Landaufenthalt, Besuche von Bädern, Er-holungSstättcn:c. ge- währt werden können. Die angeblich so fest gefügte Koalition der Apotheker ist bereits ins Wanken gekommen. Fünf derselben gewähren den Kredit und einen Rabatt von 20 Prozent, und nur bei diesen sollten die Rezepte angefertigt werden. Da bei der grotzcn Ausdehnung Berlins ein direkter Bezug aus diesen Apotheken nicht möglich, find zur Bequemlichkeit der Mit- glieder in allen Stadtteilen Sammelstellen eingerichtet worden. Auf dem Rezept wird nur die genaue Wohnungsangabe verlangt, dann wird die Arznei frei ins Haus geliefert, es bleiben also die Abholung und die Verauölagung des Betrages erspart. Die nachstehend aufgeführten Apotheken haben die Forderungen der Kassen bewilligt: Apotheke zum goldenen Adler, 8. Alejraildriiienstr. 41(Bloch), Pelikan-Apotheke, W. Lripzigerstr. 93(Liecke), Prinzen-Apotheke, N. Prinzen-Allee 69(Böscnhngen), Luisrn-Apothcke, N. Rügenerftr. 21(Brandes), Sedan-Apotheke, Schöneberg, Tcdanftr. 3. Für diese Apotheken bestehen folgende Rczcpt-Sammclstcllen. Im Centrum: P. Haese Nachf. C. Atzmuß, Niederwallstr. 28/29. Otto Kretzschmar, Rosenthalerstr. 6/7. E. Kunzendorf, Rosenthalcr- strahe 42. E. Kunzendorf, Auguststr. 26n. Beruh. Moock, Alte Schönhauserstr. 42. F. Berger, Königstr. 29. Im Norden: R. Atzmntz, Gcrichtstr. 10. H. Barth, Brunnen- stratze 18. E. Fischer, Lothringcrstr. 26. I. Haan, Kastanien- Allee 15. W. Kapell, Brunnenstr. 118. W. Käfer, Fennstr. 59. Th. Knabe, Wörtherstr. 19. C. Mörick, Zionskirchstr. 63. R. Richter, Reinickendorferstr. 61. R. Sahffarth, Schönhauser Allee 44 a. F. Sonnrnberg, Fehrbellinersw. 80. H. Schulz, Müllcrstr. 166a. 6. Spitzer, Stralsunderstr. 29. H. Staad, Badstr. 43/46. C. Tribolrt, Franseckistr. 10. L. P. Wannste, Wörtherstr. 12. Wenk, Chaussee stratze 7. A. Wohlgcmuth, Ackerstr. 69. P. Wiirfling, Invaliden stratze 128. Im Nordosten: ff. Henning, Marienburgerstr. 27. Theophil Quade, Neue Königstr. 32. Im Nordwesten: H. Bnrdorf, GotzkowSkystt. 30. H. Bischoff, Beusselstr. 31. F. Kühne, Alt-Moabit 45. A. Seidel, Emdencrstr. 1. Im Westen: M. Eckert, Culmstt. 1. F. Ambos, Potsdamer- stratze 03k. Winkler, Kurfürstenstr. 139. Im Süden: R. Fahnz, Oranicnslr. 19L Ad. Neumann(ProgaSky), Oranicnstr. 45. G. Sasse(Polle), Priuzcnstr. 92. W. Zippel, Branden- burgstr. 16. Im Südosten: G. ffichhoff, Neanderstr. 18. Th. Körner, Man- teuffelstr. 73.(9. A. Mittag, Adalbertstr. 87. Gustav Kohl, Kottbuser- stratze 7. O. Pötsch, Wrangelstr. 121. E. Finstcrbusch(P. Habicht), Skalitzerstr. 63/64. Rudolf Hoffcrs, Reichenbergerstr. 55. Rudolf Hoffers, Mantcufselstr. 92. M. Grünenthal, Wienerftr. 69. Im Osten: Horm. König, Rüdcrsdorferstr. 42. C. O. Mecklenburg (Schmidt), AndrenSstr. 50. Otto Gottschalk, Krautstr. 55a. Im Südwesten: O. Alberts, Friescnstr. 24. G. Rettig, Belle- Alliancestr. 94. Weißbuch u. Fischer, Vclle-Alliancestr. 23. ff. Schröder, Fürbringerstr. 7. In Pankow: Buchmann, Mühlenstr. 17. Rosemmin, Brehme- stratze 65. In ffharlottcnvurg: Kassenlokal der OrtS-Krankcnkassc Charlotte» bürg, Rofinenstr. 3. P. Habermann, Pestalozzistr. 28. H. Munter, Danckelmannstr. 2. Neumann Söhne, Berlinerstt. 103. A. Hörisch, Berlincrstr. 53. In Rixdorf: Kasscnlokal der OrtS- Krankenkasse, Bergstr. 32. P. Lemke, Kaiser Fricdrichstr. 242. ff. Jncobi Nachf., Richardstr. 117. G. R. Prenzcl, Prinz Handjerystr. 46. H. Vincent, Bergstr. 129. In Schöneberg: Kasscnlokal der Orts-Krankcnkafse Schöneberg, auptstr. 8. P. ffaSparp, Maatzenstr. 10. H. Hotzc, Sedanstr. 82. Richter, Glcditschstr. 52. F. Rubeau, Tempclhoferstr. 5. In Fricdenan: Lorenz, Uhrmacher, Rhcinstr. 55. Wir ersuchen die Krankenkasscn-Mitglicdcr, sich dieses Verzeichnis auszuschneiden und dasselbe aufzubewahren. Ferner ersuchen wir, auch die Privat-Nezcptc. d. h. solche, ivelche keine Kassen-Rezepte find, in diesen fünf Apotheken anfertigen zu lassen. Die ffcntralkommission der Krankenkassen Berlins und der Vororte. berliner s)artei-)Zngelegenkeiten. Dritter Wahlkreis. Karfreitag: Herrenpartie des Wahlvcreins nach Pichelswcrder- Schildhorn. Treffpunkt früh 9 Uhr: Hoffmanns LolkSgarten, Bahnhof Westend. Sechster Wahlkreis. Die Genossen de? sechsten Kreises machen am Karfreitag eine Futzpartie nach Saatwinkcl(Lokal von H. Hoppe), Treffpunkt morgens 8 Uhr im„Feldschlötzchcn", Müllersw. 142. Die Moabitcr Genossen treffen sich im„Heideschlötzchen" am Königs- dainm. Es ivird crivartet, datz auch die sangcskundigen Genossen sich zahlreich an dieser Partie beteiligen werden. Rixdorf. Heute(Mittwoch) abend findet die Gcneralversamm- lung des focialdemokratischcn Wahlvereins im Lokale des Herrn Thiel, Bergstr. 151/152. statt._ Lokales. Eine neue Dienstanweisung für die Waiscnväter. Die sogenannten Waiscnväter, die von der Berliner Waisen- Verwaltung mit der Beauffichtigung der nach autzerhalb in Kostpflege gegebenen verwaisten, verlassenen oder verwahrlosten Kinder betraut loerden, sollen eine neue Dienstanweisung bekommen. Den Anstotz dazu hat das in, April 1901 in Kraft getretene Fnrsorge-ErziehungS- gesetz gegeben, durch das einige Aenderungen und Zusätze nötig geworden sind. Die Waisenvcrwaltung hat eS aber für ratsam gehalten, bei dieser Gelegenheit die ganze Dienstanweisung durch- zusehen und sie erforderlichenfalls völlig uinzuarbeiten. Das Er- gebnis dieser in den letzten Monaten ausgeführten Arbeit liegt jetzt vor. Die A b>v c i ch u n g e n der nnigearbeitetcn Dienstanweisung von der bisher gülttgen sind nicht sehr grotz, sofern man nicht nach dem Wortlaut, sondern nach Inhalt und Sinn der neuen An- Weisung urteilen will. Aenderungen find fast überall vorgenommen worden, aber vielfach handelt cS sich lediglich um eine«enderung der Form. Bei manchen Paragraphen ist allerdings auch eine grötzere Klarheit und Bestimmtheit er- reicht worden, durch die einer irrtümlichen oder Ivill- kürlichen Anwendung wirksamer vorgebeugt lverden kann. So war in der alten Anweisung nur„vorausgesetzt" worden, datz der Waisenvater den persönlichen Verkehr mit Pflegem und Pfleg- lingcn durch Hausbesuche rege erhalten werde. Die neue Anweisung erklärt das für„erforderlich" und verlangt zugleich, datz die Besuche „häufig" gen, acht lverden. Bedenkliche Erkrankungen sowie Sterbe- fälle mutzten nach der alten Anweisung„möglichst bald" dem Berliner Bureau der Waisenverwaltung gemeldet werden. Nach der neuen Anweisung mutz das„umgehend" geschehen. Der„Vorwärts" hat im Winter ein paar Fälle mitgeteilt, in denen die hiesige Waiscnverlvaltung die Todesnachricht erst nach Wochen erhielt— erst an dem Tage, zu den, die Eltern nach dem Bureau in der Alten Jakobstratze bestellt worden waren, um ihr der Waisen- Verwaltung anvettrautes, in den Büchern immer noch als lebend geführtes Kind wieder zurückzunehmen. Wohl mit Rücksicht auf jene skandalösen Vorkommnisse ist in der neuen Anweisung auch be- stimmt worden, datz der„besondere Bericht" über„wichtigere" Er- cignissc, der nach der bisherigen Anweisung nur„erbeten" wurde, künftig„unaufgefordert zu erstatten" ist. Durch diese Bestimmung können Vorkommnisse, wie die erwähnten, allerdings nur dann verhütet werden, wenn die Waisenväter auch wirklich so oft nach ihren Pfleglingen sehen, datz sie von Erkrankungen oder Todesfällen — Ereignisse, die ja wohl in erster Linie zu den„wichtigeren" ge- hören— nicht erst nach Wochen Kenntnis erhalten. Die neue Anweisung ivird, wenn sie alle Instanzen passiert hat, eingeführt werden. Aenderungen von grundlegender Bedeutung bringt sie, wie gesagt, nicht: aber bei gewissenhafter An- Wendung dlirftc sie inmierhin dazu beitragen, Mängel und Mitz bräuche in der Kostpflege mehr als bisher zu verhüten. In Sachen der neuen städtischen Anleihe, die bisher die Ge- nehmigung der Regierung nicht erhalten hat, versichert die„Vossische Zeitung", datz das an den Magistrat gerichtete Ersuchen des Ober- Präsidenten um vorherige Ausklärung über gewisse Punkte keinen Anlatz zu Befürchtungen geben könne. Principielle Bedenken gegen die Genehmigung der Anleihe habe die Regierung nicht. Ebensowenig werde sie noch nachttäglich an dem Stadthaushalts- Etat herummäkeln. Das klingt allerdings sehr zuversichtlich. Formell wird ja das, was diese BeschwichttgungSnnotiz ankündigt, auch eintreffen. Die Anleihe wird genehmigt werden müssen, wenn auch vielleicht mit berschiedenen Aenderungen und Einschränkungen. Auch in die Auf- stellung des Etats für 1903 kann jetzt nicht mehr hineingeredet werden. Daacaen dürfte eS sich die Regierung schwerlich versagen, bei dieser Gelegenheit den Selb st Verwaltungshelden der freisinnigen B e r l i n e r K 0 m n, u 1, a l v e r w a l t u n g ihre Mitzbilligung auszusprechen über die Art, in der sie den kommunalen Dalles zu bemänteln suchen. Ein linkSfrcisinnigeS Blatt macht übrigens mit Recht daran, aufmerksam, datz der Magisttat es zunächst nicht für nötig gehalten hat, der Presse authentische Aufklärung über den Stand der Anleihe- frage zn geben! und den darüber in die Oeffentlichkeit gedrungenen Nachrichten entäegcnzuttetcn. Das Blatt hat sich vergeblich bemüht, im Rathaufe AsiSkunst zu erhalten. Osterziige nach Hainburg. Ziir Bewältigung des stärkeren Personenberkehrö aus Anlatz deS Osterfestes werden auch auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg mit Altona verschiedene Sonderzüge gefahren. Im einzelnen gehen: am 9. April von Berlin Lehrter Bahnhof 9" vorm. ein Vorzug nach Hainburg Berliner Bahnhof an 404 nachm. Derselbe Zug wiederholt sich am 12., 14 und 15. April. Am 14. April geht antzcrdem vom Lehrter Bahnho in Berlin ein Zug i03 nachm. bis Altona an 8" und ein Zug 843 vorm. ebenfalls' bis Slltona, wo er l2i nachm. ankommt. Der Zug ab Berlin l03 verkehrt auch am 15. April, Autzerdem wird in der Nacht vom 9. zum 10. April der Personenzug ab Berlin Lehrter Bahnhof 0M, der sonst mir bis Wittenberge geht, bis Hamburg Berliner Bahnhof durchgeführt. Noch zahlreicher sind die Gegenzüge. Sie gehen nach Berlin von Wittenberge, Hagenow, Hamburg und Ludwigslust in den Tagen vom 8. bis 15, April. Die Eiscnbahn-Verwaltung erwartet demnach einen stärkeren Besuch der RcichShauptstadt aus Altona, Hamburg und den Stationen bis Berlin aus Anlatz des Osterfeste-?. Zur Benutzung der Sonderzüge, welche ohne Ausnahme Vorzüge darstellen, berechtigen alle zu den zugehörigen Hanptzügen gülttgen Fahrtausweise. Die Eiscnbahn-Verwaltung lätzt noch besonder? darauf hinweisen, datz mit den Vorzügen die Anschlüsse auf den Uebergangsstationen sicherer zu erreiche» sind, als bei Benutzung der Hauptzüge, da die Vorzüge zehn Minuten früher als die Hauptzüge �verkehren. Diese Sonderziige halten im allgemeinen auf denselben Stattouen wie die zugehörigen Hauptzüge, mit Ausnahme von Segefeld, Finkenkrug und Wohltorf. Die neue Halle des Stettiner Bahnhofs ist nunmehr seitens der Bauverwaltung an die Betriebsverwaltung des Stettiner Bahnhofs übergeben worden, nachdem die Schlutzarbciten an der neuen Bahn- stcighalle fertiggestellt sind. Die vier Kopfgeletse der neuen Halle dienen auSschlietzlich den ausfahrenden Zügen, während der Eremmener Verkehr, dessen Abfertigung früher von dem provisorischen Bahnsteig hinter der Halle erfolgte, nach der alten Bahuhallc verlegt ist. Im übrigen dient die letztere nur dein einlausenden Verkehr, für welchen drei Geleise vorhanden sind. Die Betticbsverwaltnng isl nunmehr in der Lage, auch dem grötzteu Berkehr in der Hoch- saison Rechnung tragen zu können, da die Möglichkeit geboten ist, nicht weniger als sechs ausfahrende, Züge glcichzeittg abzufertigen. Die Vorhalle des Neubaues ist noch nicht gänzlich fertiggestellt und werden hier die Arbeiten erst Anfang nächsten Monats beendet werden. Nach diesem Termin wird die Abfertigung deS abreisenden PublikuniS von der neuen Halle aus erfolgen. Mit den gclb-blaucn Briefkästen, wie sie seit einiger Zeit probe- weise zwecks Trennung des Stadt- vom Fernverkehr an einigen Stellen eingeführt sind, werden jetzt neue Versuche in grötzerem Um- fange unternommen. Innerhalb einiger Postreviere werden ganze Bezirke mit gelb-blauen Postkasten ausgerüstet und so gesonderte Bnefsammel-Bezirke eingerichtet. Die Briefsammlcr führen zwei Taschen mit sich und zwar je eine für die gelbe und blaue Hälfte der Kästen. Diese haben Doppelfalze, welche ermögliche», datz die schmalen Taschen an die Kästen eingesetzt und so eine vollständige Trennung der Stadt- von den Fernbriefen erfolgen kann. Reue Schliche? Die Ende Vongen Jahres erfolgten Enthüllungen über die mihbränchlichc Verwendung von Pferdefleisch für die Fabrikatton feiner Fleisch- und Wurstwaren hatte eine ganz ge- waltige Abnahme der Pferdeschlachtuugcn der Central-Rohschlächterei zur Folge, woselbst statt täglich 40 Tiere nur noch 10 bis lä Tiere getötet wurden. Grotze Wurstfabriken sahen sich genöttat, die Fabrikatton einzustellen und mutzten rcilwcise sogar ihre fertigen Vorräte vernichten, da mit einem Mal fast die gesamten Absatz- gebiete verloren waren. Nach einem Zcittauni von etwa vier Wochen begann sich plötzlich die Zahl der Schlachtungen wieder zu heben, die Wurstfabriken nahmen, wenn auch zunächst beschränkt, den Betrieb wieder auf und nachdem in einer Gcrichlsvcrhandlnua ein wegen Verwendung von Pferdefleisch angeklagt gewesener Fabrikant feiner Wurstwaren freigesprochen wurde, hat die Zahl der Pferdeschlachtungen wieder den alten Umfang angenommen. Gegenwärtig werden auf dem Ccntral-Schlachthos wieder 40 und mehr Pferde täglich geschlachtet. von denen jedoch wohl kaum der vierte Teil ordnungsgeniätz in den Läden der Rohschlächter als Pferdefleisch verkauft wird. Wo die übrige Ware bleibt, ist natürlich nicht festzustellen, es dürfte jedoch wohl kaum daran zu zweifeln sein, datz sich neue Agenten gefunden haben, welche den Vertrieb von„feinen Wurstwaren" und„Rinder- Ausschnitt" bewirken. Auch der von auswärttgen Agenten betriebene Ankauf von Pferden ftir Schlachtzwccke für Hamburg, Köln, Düffel- dorf, Leipzig usw. hat wieder einen ganz bedeutenden Umfang an- genommen. Ein Gesangverein von— Hauswirten soll durch den„Bund der Berliner Grundbesitzervereine" ins Leben gerufen werden. Der zur Miete wohnenden Bevölkerung Berlins wird diese Mitteilung als eine beglückende Kunde in da-Z freudig aufhorchende Ohr klingen. Ein Gesangverein von Hauswirten— ach, wenn der schöne Plan doch gelänge I Wo man singt, da latz dich ruhig nieder. Wer sich bei einem dieser singenden Hauswirte einquartiert, der wird fortan weder Chikanen, noch Mietssteigerungen, noch Exmission zu befürchten brauchen. Böse Menschen haben keine Lieder. Eine Massenschlachtung von Geflügel hat auf dem hiesigen Seuchenhofe stattgefunden. Einige grötzere Geflügelhändler erhielten aus Rutzland einen Transport von 30000 Hühnern und Enten, von denen einige Tiere schon an der Grenze in Ehdtkuhnen beanstandet und zurückgehalten wurden. Da die Tiere unter verdächtigen Er- scheinungen krepierten, wurde tclegraphisch das hiesige Polizei- Präsidium von dem Eintreffen deS choleraverdächtigen Transportes üenachnchttgt und das Ausladen des Geflügels, welches am Sonn- abend auf dem Schlesischen Bahnhof einttaf, inhibiert. Eine grotze Anzahl erkrankter Hühner und Enten wurden geschlachtet, während das noch scheinbar gesunde Geflügel in abgesperrten Räumen zur Beobachtung untergebracht worden ist. Die durch die Sperrung bettoffenen Händler erleiden einen Verlust von ca. 20000 M. An einem Baum erhängt hat sich in Johannisthal ein un- bekannter Mann von etwa 27 Jahren, anscheinend ein Arberter. Er ttug ein blaues Jackett, schwarze Weste und Hose und ein Hemd mit dem Zeichen R, 4'. In der Tasche hatte er eine Mosftagnmrke, wahrscheinlich eine Fabrikmarke, die J. E. S. A. O. No. 264 gezeichnet ist. Glücklicher Ausgang. In der Nacht zum 30. v, Mts. versuchte sich ein Liebespärchen, der 25 Jahre alte Kutscher Wilhelm Hämmer- ling und das L2jährige Dienstmädchen Elise Kühn in der Gericht- stratze 60 in der Kutscherstube mit Kohlendunst umzubringen. Beide gaben nur noch schwache Lebenszeichen von sich, als man sie auffand und an die frische Luft brachte. Den Samaritern der Fcmerwehr gelang es unter Anwendung von Sauerstoff sie nach einsi.ündigem Bemühen ins Leben zurückzurufen. Der Erfolg dieser Bemühungen war glücklicherweise em dauernder. Die jungen Leute sind jetzt voll- ständig wiederhergestellt, konnten gestern das Krankenhaus verlassen und fanden einstweilen bei ihren Geschwistern ein Unterkommen.— In der Nacht zum 27. v. M. wurde der 80 Jahre alte Fabrikant Benedikt Bernstein aus der Sttalauerstratze 51 von dem plötzlich in Tobsucht verfallenen Engländer. Kaufmann August Walker, der bei ihm ein möbliertes Zimmer bewohnte, durch unzählige Fausffchläge so schwer verletzt, daß er mit einem Rettungswagen nach der Charit» gebracht werden mutzte. Der mihhandelte Greis ist jetzt so weit wieder genesen, datz er auf seinen Wunsch aus dem Krankenhause entlassen werden konnte. Dagegen liegt der 27jährige Walker, der durch einen Schutzmann mit zwei Säbelhieben kampfunfähig gemacht wurde, im Krankenhause noch schwer danieder. DaS Opfer eines Ucbcrfattcs will der 26 Jahre alte Gürtler Wilhelm Guhlke aus der Wienerstr. 17 geworden sein. Der junge Mann kam in der Nacht zum Montag gegen 1 Uhr mit blutendem Kopf nach der Rettungswache am Görlitzer Bahnhof, um sich vcr- binden zu lassen. Er hatte zwei Stiche in den Kopf bekommen, einen hinten und einen an der linken Seite. Seiner Darstellung nach kam er allein aus Treptow vom Tanzboden. Kurz vor dem Schlesischen Busch sprachen ihn zwei halbwüchsige Burschen an und verlangten, datz er ihnen die Zeit sage und 60 Pf. gebe. Als er erklärte, datz er weder eine Uhr noch Geld habe, antwortete einer der Burschen:„Dann werde ich Dir 50 Pf. geben!" und stietz ihm sein Messer zweimal in den Kopf. Während er zusammenbrach und eine Zeit lang bewntztloS liegen blieb, liefen die llebelthäter davon. Beschreiben kann Guhlke sie nicht, da er sie in der Dunkelheit nicht genau habe sehen kömien. Ob diese Darstellung wahr ist, bedarf noch der Untersuchung. Der Tunwercin„Fichte" eröffnet morgen, Mittwochabend 8 Uhr, seine 12. Lehrlingsabteilung(für junge Leute von 14—18 Jahren) in der Gemeindeschul-Turnhalle, EberSwalderstr. 10. Turnzeiten finden jeden Mittwoch und Sonnabend von 8— 10 Uhr abends statt. Der Monatsbeitrag beträgt 20 Pf. Fcurrbcricht. Montagabend gegen 9 Uhr wurde die Wehr nach dem Spittelmartt 15, Ecke der Niederwallstrahe, gerufen, weil hier eine Gasexplosion erfolgt war. Die Gefahr konnte durch Absperren der Gasleitung schnell beseitigt und der entstandene Brand, der Papier, Möbel-c, ergriffen hatte, noch im Keime erstickt werden. Personen sind glücklicherweise dabei nicht zu Schaden gekommen. Borher mutzte in der Gartensttatze 67 ein Feuer beseittgt werden, das den Futzboden und die Balkenlage crfatzt hatte. Ein ähnlicher Brand beschäftigte die Wehr in der Lindowerstr. 23. Durch Selbstentzünden von Pretzkohlen war in der "ehdcnickersttahe ein Brand entstanden, dessen Ablöschung längere eit in Anspruch nahm. Autzerdem liefen in der Zwischenzeit noch Alarmierungen von der Swinenninderstt. 89, Bernauerstt. 96 und »och von einigen andern Stellen ein, die indes auf ganz unbedeutende Anlässe zurückzuführen waren. Klus cien Nachbarorten. AuS der Schöneberger Stadwerordneten-Verfammlung. Bekannt- lich hatte der Magistrat vor kurzem die Wiedereinführung einer Prüfungsordnung der Bureau-Assistenten ver- anlatzt. Ursache dazu soll die Unzuftiedenheit der Beamten über an- gebliche willkürliche Beförderungen im Verwaltungskörper durch den Oberbürgermeister gewesen sein. Thatsächlich wurden deim auch ver- schiedene derartige Fälle nachgewiesen. Unter Ablehnung des Ge- sncheS der Bureau-Assistenten um Beseitigung der Prüfungsordnung erklärte sich die Versammlung für dieselbe mit der Matz- gäbe, datz zu den Prüstmgen drei Stadtverordnete zu- zulassen seien. Ohne eine politische Debatte konnte auch diese an sich harmlose Sache nicht zu Ende geführt werden. Und wiederuni war es die Socialdemottatie, die als Be- weis der lleberflüssigkeit einer Prüfungsordnung herangezogen wurde. Dem Stadtverordneten Baunicister Kuznitzki mutz eS schwer im Magen liegen, datz in Kopenhagen zum ersten städtischen VcrwaltnngS- beamten ein Malermeister(bekanntlich unser Patteigenosse Jeiisen) gewählt wurde. Und noch dazu ohne besondere Examina, Mit Recht fertigte unser Genosse Hofs mann ihn damit ab, datz der Kopenhagener Bürgermeister Wohl von seinen Wählern einem weitgehenden Examen unterworfen worden sei, was denn auch Stadw. Richter«Micterpartei) trotz seiner hämischen Bemerkungen über die Socialdemokratte nicht hinwegdisprttiercn konnte.— Zur Beschickung der Deutschen S t ä dt e- A u Sstellung in Dresden, die mit Zeichnungen öffentlicher Plätze und Gebäude, u. a. auch des neuen KrankenhauS-Entwurfes, beschickt werden soll, bewilligte die Versammlung 1150 M„ sowie zur Ausbildung von sechs wissen- chaftlichen Lehreriimen für den hauswirtschaftlichen Unterricht375M.— Der Magistrat hat, wie wir hören, beim Provinzial-Schulkolleg die Zwangspcnsionicrung des Direktors der Hohenzollernschule, Dr. Bartels, beantragt. Nach einem Gutachten des Kreisarztes leidet der Genannte, der sich zur Zeit bekanntlich in der blaison de skmtö befindet, an fortschreitender Gehirnlähmung, welche die W'edcrailfiicchme der Berussthätigkeit miSschließt. Für SchöiieLcrg erwachsen natürlich durch die Pensionierung und die unvermeid- liche anderweitige' Besetzung des Postens ganz bedeutende Mehr- ausgaben� Aus Rixdorf. Abenteuerliche Pläne hatte der Arbeiter Ornil Paul, Hermannstr. 119 Ivohnhast und bisher in der Aktien- Gesellschaft für Feld- und Kleinbahnen Orenstein u. Koppel in Berlin, Tcmpelhofer Ufer 21, beschäftigt gewesen. P. wollte nünilich nach Argentinien auswandern und hoffte, sich dort im Bahnbauwesen eine glänzende Stellung verschaffen zu können, wen» er gute Pläne, Kosten- anschläae usw. ausweisen könne. Diese Zeichnungen, Kalkulationen usw. verschaffte er sich dadurch, das; er dieselben der obengenannten Firma, bei welcher er beschäftigt war, in grosser Anzahl entwendete. Die Sache kam aber durch einen Zufall heraus, und der unternehmungslustige P. muffte gestern ins Untersuchungs-Ge- fängnis wandern. Man fand bei ihm auch zahlreiche Rollen un- gebrauchten Telephondraht, sowie lauge Glasröhren, die ebenfalls aus Diebstählen herrühren sollen. Mit der Auswanderung dürfte es daher sobald nichts werden.— Mit Sublimat vergiften wollte sich der 26 Jahre alte Bildhauer Adolf Engelhardt, Prinz Handjerystr. 37 wohnhaft. Durch rechtzeitige ärztliche Hilfe gelaug es jedoch, den jungen Lebensmüden am Leben zu erhalten. E. wurde, nachdem ihm in der Unfallstation der Magen ausgepumpt worden, nach der städtischen Krankenanstalt gebracht. Aus Borsigwalde geht unS aus Anlas; des S ch n l s ch l u s s e s, der dort am Sonnabend erfolgt ist, eine merkwürdige Klage zu. Den Kindern der Schule dieses Ortes ist keine C e n s u r aus- gehändigt worden. Sie haben auch gar kein Anrecht darauf; denn schriftliche Censurcn kennt man in Borsigwalde überhaupt nicht, und noch inemals hat hier ein Schulkind eine solche mit nach Hause ge- bracht. Wer in Berlin aufgewachsen ist, wird das für unmöglich halten, aber es ist trotzdem lvahr. Diejenigen unsrer Leser, die vom Laude zugezogen sind, werden eher geneigt sein, die Nachricht zu glauben. Unter den Dörfern giebt es ja allerdings noch manche, in denen eine schriftliche Ceusur als überflüssig gilt. Auch Dalldorf bei Berlin gehört noch zu diesen Orten. Da Borsigwalde als ein Teil von Dalldorf gilt, so mag es wohl auf die lieben alten Dalldorser Ge- Ivohicheiten zurückzuführen sein, dah auch den Kindern von Borsig- Walde ihre Censur vorenthalten lvird. Die Borsigwaldcr Schnle steht nun freilich hoch über derjenigen von Dalldorf. Sie kann überhaupt nicht iils eine Dorffchule des üblichen Sinnes gelten, wie ja auch das erst vor mehreren Jahren entstandene, nur von Industrie- Arbeittern bewohnte Borsigwalde kein ländlicher Ort ist. Die Schule von Borsigwalde wird von 100 Kindern besucht, ist in sechs auf- steigenden Klasseustufen organisiert und hat ida zwei Klassen geteilt sind) licht einzelne Klassen. Trotzdem hält man in Borsigwalde hart- näckig daran fest, daff die dortige Schule im Punkt der Censnren nicht anders zu behandeln ist als die rückständigste Schule eines Dorfes in Hinterpommern oder Oberschlesien— oder als die- jenige von Dalldorf bei Berlin. Ein in Borsigwalde wohnender Vater spricht uns die Vermutung aus, daff die Gemeinde zu sparsam sei, die Censurformulare anzuschaffen. Das zu behaupten, wäre natürlich Verleumdung; denn 100 Formulare kosten noch keine 1 M., und wenn man die Censuren ohne Formular schreibt, so sind die Kosten schon mit 1 M. zu bestreiten. Der wahre Grund dürste der sein, dah der zuständige Orts-Schul- i n s p e k t o r, Pastor Metzner in Dalldorf, der neuzeitlichen Er- findung der Censuren keine großen Sympathien entgegenbringt. Der Mann ist vermutlich der Ansicht, daff eine weitere Ausdehnung unsres modernen Zeugniswesens verhütet werden mutz, und will nun wemgstens Dalldorf nebst Borsigwalde davor bewahren. Obcr-Schöncwcide. Ein Maskenball mit Hinder- ni ss e n. Wir berichteten seiner Zeit über die verschiedenen Hinder- nisse, die einem projektierten Maskenball des Arbeiter-Gesangvereins „Ober-Schöneweider Liedertafel" bereitet worden Ivaren. Auf Ver- anlassung des Amtsvorstehers lvar der Vorsitzende gutmütig genug, Plakate und Eintrittskarten wieder einzuziehen, um durch diese Kon- Zession den Mitgliedern des Vereins einige Stunden harmlosen Ver- gnügens zu sichern. Der Maskenball konnte denn auch stattfinden, aber, trotz P rote st es, unter polizeilicher Ueberwachung. Die Quittung über diesen ihr wenn auch nicht freiwillig bereiteten Ge- nutz stellte die Polizeibehörde dann in Gestalt etlicher Straftnandate in der Höhe von 20 Mark wegen Zulassung fremder Personen aus. Die Betroffenen beantragten richterliche Entscheidung, die dieser Tage zu Gunsten der so freigiebig Bedachten ausfiel. Ob die Polizei- bchörde künftig ihren Eifer zügeln wird? Gericbts-Leitung. Wucherprozeß Pariser. In der heutigen Sitzung wird mit der Erledigung der einzelnen Anklagepunkte fortgefahren. Ein Kaufmann Jean St., der als Zeuge nicht erschienen ist, sein Ausbleiben vielmehr durch ein Telegramm aus San Remo ent- schuldigt hat, will von Pariser bewuchert worden sein. Der An- geklagte bestreitet dies und behauptet, daff er dem Zeugen zur Aus- gleichung von Differenzen im Börsenspiel Geld zu 3 Proz. Zinsen vorgestreckt habe. Er bemängelt auch die Glaubwürdigkeit des Zeugen.— Der hierzu vernommene Zeuge, Verlagsbuchhändler Karl Freund, bekundet, daff nach seiner Kenntnis der Zeuge St. zu der Zeit, als er mit dem Angeklagten Pariser in Verbindung stand, in den denkbar glänzendsten Vermögensverhältnissen sich befunden und jährlich 30— 10 000 M. ausgegeben habe. Er habe große Reisen gemacht, kolossale Gesellschaften gegeben, bei denen der Schmuck der Zimmer allein 1500— 2000 M. kostete. Längere Erörterungen knüpfen sich an einen Anklagefall, bei dem es sich nach der Ansicht der Anklage um ein Darlehnsgeschäft, nach der Behauptung des Angeklagten aber um einen ganz legalen Erbschaftskauf handelt. Ein vielfach vorbestrafter Fabrikbesitzer Krüger wandte sich im Jahre 1891 an Pariser, um auf Grund ge- wisser Erbansprüche seiner Ehefrau Geld von diesem zu erhalten. Seine Ehefrau war an einer noch nicht ganz reifen Erbschaft be.- teiligt, deren Wert nach seinen Angaben etwa 60 000 M. betragen sollte. Die Anklage behauptet, daff Pariser darauf hin auf einen Sechsmonats-Wechsel 25 000 M. hergegeben und einen Vertrag Mit Krüger abgeschlossen habe, der den Zweck gehabt habe, den Angeklagten zu sichern und den wucherischen Charakter des Geschäfts zu ver- schleiern. Nach diesem vor dem Justizrat Sprenkmann abgeschlossenen Vertrage„verkaufte".Krüger, der für seine Ehefrau General- vollmacht hatte, die Erbschaftsansprüche derselben an Pariser unter folgenden Bedingungen: Ivenn die Erbschaft binnen drei Monaten reguliert sein sollte, sollte Pariser für die hingegebenen 25 000 M. 30 000 M., bei einer Regulierung innerhalb sechs Monaten 33 000 Mark erhalten, während der ganze Erbanteil an Pariser fallen sollte, wenn die Regulierung länger als sechs Monate in Anspruch nehmen sollte. Dieser Fall trat ein und der Erbanteil fiel nach dem Vertrage dem Angeklagten zu. Krüger wollte sich dabei nicht beruhigen, sondern ging gegen Pariser vor. Er behauptete, keine Ahnung davon gehabt zu haben, daß nach Verlauf von sechs Monaten der ganze Erbteil seiner Ehefrau in das Eigentum Parisers über- gehen sollte, sondern das ganze Geschäft als ein Darlehnsgeschäft angesehen zu haben. Er wurde gegen Pariser klagbar, machte den Einwand des Wuchers und belegte die Erbschaft mit Beschlag. Er hat aber den Prozeß in allen drei Instanzen verloren, seine geltend gemachten Ansprüche wurden als berechtigt nicht anerkannt.— Pariser bestreitet, daß irgend etwas andres als ein Erbschafts- kauf in Frage gestanden habe. Der Zeuge habe ihm über den Umfang der Erbschaftsmasse und über deren Realisierbarkeit ganz falsche Angaben gemacht. Hätte er gewußt, daff der Zeuge Krüger ein Mann sei, der 15 Jahre im Zuchthause gesessen, so hätte er sich mit ihm überhaupt in keinerlei Geschäfte"eingelassen. Aus der ganzen Erbschaftsmasse habe er erst nach zwei Jahren 25 700 M. ausgezahlt erhalten. Der Zeuge sei mit seinen Ansprüchen vom Landgericht, Kamrnergcricht und Reichsgericht zurückgewiesen und das Kainmergcricht habe ausgesprochen, daff weder ein Darlchns- noch ein Wuchergeschäft vorliege. Er habe seine Prozesse glänzend gelvonncn, aber er habe doch 6000 Verlust zu beklagen, denn er habe natürlich die gesamten Auwallskosten trägen müssen.— Der als Zeuge vernommene Justizrat S p r c n k m a u n hat seiner Zeit die Verträge zwischen Krüger und Pariser ausgenommen. Neben dem eigentlichen Erbschafts-Käufvertrag sei ein zweiter Vertrag abgeschlossen worden, der die näheren Bedingungen feststellte. Dem Zeugen fielen die dem Krüger so ungünstigen Bedingungen auf und er hielt ihm vor, daff es beinahe so aussehe, als ob es sich um ein Darlehnsgeschäft, und zwar um ein wucherisches Darlehus- geschäft handle. Pariser habe aber unwidersprochen diese Bedenken zerstreut und betont, daff es sich lediglich und ausschlicfflich um ein Kaufgeschäft handle. Die Beweisaufnahme ist hiermit bis auf einige kleine Nach- ziigler, die morgen erledigt werden sollen, erschöpft, so daff die Plaidoyers und die llrteilsfällung morgen in Aussicht stehen. Nächste Sitzung: Mittwoch SV- Uhr. Ober- BerwaltungSgericht. Das g c s u n d h e i t s g e s ä h r- liche O r ch e st r i o n. Dem Gastwirt Siegers, der in seiner Restanrationshalle ein großes elektrisch betriebenes Orchestrion aufgestellt hatte, wurde durch polizeiliche Verfügung auf Grund des Polizei- verwaltungs- Gesetzes und des§ 10 II 17 Allgemeinen Landrechts verboten, das Instrument spielen zu lassen, bis Maßnahmen getroffen seien, welche geeignet wären, den von dem Instrument verursachten gesnndheitsgcfahrlichcn Lärm zu verhindern. Die Polizei berief sich ans ein ärztliches Gutachten, wonach der Lärm geeignet sei, die Gesundheit der Nachbarn zu schädigen.— Die hiergegen im VerwaltungSstreitverfahren erhobene Klage des Gastwirts"wurde vom Bezirksausschuß verworfen. Das Ober-Verwaltmigsgericht gab jedoch seiner Berufung statt und setzte die Verbotsverfügnng der Polizei außer Kraft, indem es ausführte: Musik sei nicht unter allen Umständen gestmdheitsgefährlich. Von einer Gesundheitsgefahr könne nur bei einem Uebermaff von Musik die Rede sein. Die Polizei gehe deshalb zu weit, wenn sie jedes Spielen des Orchestrions verbiete. Das dürfe sie nicht. Kein Streikcxceß. Eine gestern gegen den Maurer Julius Gehl verhandelte Anklage wegen versuchter Nötigung'bezw. Ver- gehens gegen Z 153 der Gewerbe-Ordnung erregte das Interesse weiterer Kreise, da es sich um den Vorsitzenden des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend handelte. Im November b. I. brach bei dem Kanalbau in der Kaiser Wilhelmstraffe ein Streik aus, der eine Lohnerhöhung von 60 auf 65 Pf. pro Stunde bezweckte. Es wurde eine Anzahl von Streikposten ausgestellt, die der Angeklagte als Vorsitzender von Zeit zu Zeit überwachte. Bei einer solchen Gelegenheit soll er gesagt haben: Wenn der städtische Bauführer Exncr die Sache auf die Spitze treibe, so nehme er ihm die Arbeiter vom Bau fort und lasse den Kanal volllaufen. Der städtische Bauführer brachte die Sache zur Anzeige, die Behauptung erwies sich aber als unbegründet, so daß das Verfahren eingestellt wurde. Ferner soll der Angeklagte bei einem seiner Besuche in der Nähe des Bauplatzes am 12. November zu dem Maurer Zillmann, der trotz des Streiks bei dem Kanalbau die Arbeit aufnehmen wollte, gesagt haben: Wenn er arbeiten würde, sollte er sich des Abends nicht auf der Straffe blicken lassen, sonst würde er verhauen werden. Der Angeklagte bestritt dies und wies darauf hin, daff er als Vorsitzender einer Gewerkschaft genau wisse, was der Z 153 bedeute und was danach erlaubt und verboten ist. Es sei ganz ausgeschlossen, daff er etwas Strafbares nach dieser Richtung hin thun würde. Auch wurde betont, daß das Streik- postenstehcn bei dem Kaualbau sehr ordnungsmäßig bor sich ge- gangen sei. Wo bisher aus diesen Vorgängen Anklagen erhoben worden, haben diese zur Freisprechung geführt. Ter Mauere Z i l l m a n n vermochte als Zeuge nicht zu bekunden, daff ihn der Angeklagte bedroht habe, der vernommene Schutzmann Lange be- kündete sogar das Gegenteil. Er erklärte, daff er der Unterredung zwischen dem Angeklagten und Zillmann beigewohnt und nur ge- hört habe, wie der Angeklagte sagte:„Fangen Sie hier nicht au, hier ist Streik, ich besorge Ihnen andre Arbeit I" Die Aussage eines andren Arbeitswilligen stimmte hiermit überein. Nach diesem Er- gebnis erfolgte ans den Antrag des Staatsanwalts und des Rechts- anwalts Heinemann die Freisprechung des Angeklagten. Nnlantercr Wettbewerb durch die Anpreisung eines Naturheil- kundigen. Der Naturheilkundige Laads, der vor allem Geschlechts- krankheitcn, aber auch Frauenkrankheiten behandelt, hatte in seinen Anzeigen auch Kranken, die durch falsche Behandlung hingeschlcpvt wurden, sicheren Erfolg garantiert. Das Landgericht Berlin als Berufungsinstanz verurteilte ihn deshalb wegen unlauteren Wett- bcwerbes zu einer Geldstrafe von 150 M. und führte unter andcrm aus: Bei vielen Leiden auf dem Gebiete der Heilthätigkeit des An- geklagten, zum Beispiel bei Mutterkrcbs und ähnlichen Krankheiten, sei eine Heilung überhaupt oder doch eine vollständige Heilung aus- geschlossc«. Angeklagter verspreche nun in den inkriminierten Annoncen Heilung allen mit bestimmten Krankheiten behafteten Personen, ohne zwischen leichteren und schwereren Fällen zu unterscheiden. Es sei deshalb anzunehmen, daß er ivistentlich unwahre Thatsachen behauptet habe, und zwar in öffentlichen Bekannt- machungen und mit Bezug auf gewerbliche Leistungen, um den An- schein eines besonders günstigeren Angebots zu erregen. Damit sei der Begriff des unlauteren Wettbewerbs im Sinne des 8 1 des be- kannten Specialgcsetzcs erfüllt.— Die gegen dieses Urteil ein- gelegte Revision des Angeklagten hatte keinen Erfolg. DaS Kainmergcricht bestätigte die Vorentscheidung. Versammlungen. Ter Arbeitervertreter-Berein nahm am 2. d. M. den Bericht der Beisitzer der unteren Verwaltungsbehörde der Landcs-Versicherungs- anstalt Berlin für das Jahr 1902 entgegen. Der Referent Mayer führte unter andrem aus: Es sei manchmal sehr schwierig, den Antragstellern die Sache so mit Fragen plausibel zu machen, um ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen. Leider erfahren die Beisitzer nie. wie der Vorstand über die Begutachtung der unteren Verwaltungs- behörde entscheidet. Die Gutachten der Vertrauensärzte seien meist sehr mangelhaft. Erst attestieren sie, eS fehle dem Antragsteller dies und jenes, aber zum Schluß heißt es, die Invalidität im Sinne des Gesetzes sei nicht vorhanden. Swnipe und Beer heben in der Tis- knssion hervor, es sei hier noch ein großes Feld zu bearbeiten und es sei notwendig, daff die sämtlichen Beisitzer sich dem Verein an- schließen, um sich und ihren Mitarbeitern mehr Aufklärung zu ver- schaffen. Textilarbeiter. Eine am 2. d. M. abgehaltene Versammlung der in der„Sächsischen Wollgarnsabrik vorm. Tittcl u. Krüger" be- schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen befaßte sich mit den Miß- ständen in der genannten Fabrik, die schon einmal Gegenstand der Erörterung einer Versammlung waren. Es wurden auch diesmal verschiedene Einzelheiten angeführt und besonders über ein un- gerechtes Verfahren bei der Lohnberechnung geklagt. In nächster Zeit soll sich wieder eine Versamnilung mit derselben Angelegenheit beschäftigen. Die Agitation für den Metallarbeiter- Verband wird unter den Arbeitern und Arbeiterinnen der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft gegenwärtig mit großer Rührigkeit betrieben. So fand am Montag eine von etwa drei- tausend Personen aus deni Werk in der Ackerstraffe besuchte Ver- sammlnng im„Eiskeller" statt, woselbst W i e s e n t h a l über den kürzlich beendeten A r b e i t e r i n n e n st r e i k in diesem Werke sprach. Unter lebhaftem Beifall der Anwesenden, von denen reichlich ein Drittel Arbeiterinnen waren, zeigte der Referent, wie nur durch ein einiges und geschlossenes Vorgehen den kapitalistischen Ausbeutnngs- Praktiken entgegengewirkt werden könne. Eine im Sinne des Referats gehaltene Resolution gelangte einstimmig zur Annahme. Außerdem ließ sich ein erheblicher Teil der Erschienenen in den Metallarbeiter- Verband aufnehmen. Die Dekateure hielten ani 3. April eine Mitgliederversammlung ab, welche sich mit dein Ausstand in dem Betriebe von Adolf Bchmack, Inhaber Adolf Miihlberg, beschäftigte. Der Ausstand ist deshalb ausgebrochen, weil die Kollegen die Behandlung des Werl- sührers Köppen nicht mehr ausznhalten vermochten und die Ent« fcrnnng desselben ans der Werkstelle verlangten. Eine Kommission hat deswegen mit dem Chef verhandelt. Der- selbe erklärte aber, lieber sein Geschäft zu schließen, als den Köppen zu entlassen. Unter diesen Umstände» legten sämtliche Kollegen die Arbeit nieder. Es fanden sich Leute, welche sich als Streikbrecher Hingaben. Leider muffte auch konstatiert werden, daß einige Leute hinter dem Rücken der Kollegen mit dem Chef ver- handelten und die Arbeit am Montag wieder aufnahmen. Um nicht die ganze Werkstelle zu verlieren, waren die andren Kollegen von der Straffe gezwungen, ebenfalls die Arbeit schleunigst wieder auf- zimehmen. Zur Zeit sind noch 6 Manu von den 22 arbeitslos. Nach längerer Debatte wurde der Streik als gerechtfertigt anerkannt und den noch nicht in Arbeit stehenden Kollegen die Streirnnterstützung für den Zeitraum von sechs Wochen zuerkannt. Die Glaser hielten am 6. April eine öffentliche Versammlung ab, in der R o ch o w über den Banarbeiterschutz-Kongreff berichtete. Es wurde lebhaft debattiert über die krassen Mißstände, die auch im Berufe der Glaser, namentlich bei Glasdacheindeckungen bestehen. Man sollte kauni glauben, daff das Leben des Arbeiters in solch leichtsinniger Weise aufs Spiel gesetzt wird, wie es ini königlichen Kunstgewerbe-Mnseum geschieht, wo die Glaser die Fenster im Accord putzen. Diese Arbeit ist mit äußerster Lebensgefahr� verbunden. Es wurden sodann die Anträge zum Verbandstage des Centralverbandes. der zu Ostern in Leipzig tagt, lebhaft diskutiert. Singegangene Vruckfckriften. Von der„Gleichheit". Zeitschrift sür die Interessen der Arbeiterinnen (Stuttgart, Dieb' Verlag), ist uns soeben die Nr. 8 des 13. Jahrganges zugegangen. Aus dein Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Ein Luentchcn Reform und ganzes Recht. Von Louise Zieh.— Rückblick aus die Geschichte der proletarischen Frauenbewegung in Italic». Fortschritte, 'Rückschläge und Aussichten der Frauenbewegung im Jähre 1893. Von Dr. Robert Michels.— Der Erste Kongreß der deutschen Gesellschaft zur Vckämpsung der Geschlechtstrankheitcu.— Aus der Bewegung. �— Feuilleton: Warum? Skizze von Otto Krille.— Notizenteil: Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen.— Sociale Gesetzgebung.— Weibliche Fabriklnspcttoi'en.— Frauenstimmrccht. Die„Gleichheit" erscheint alle 11 Tage einmal. Preis der Nummer l0 Pf., durch die Post bezogen(eingetragen in der Reichspost-Zcitungsliste sür 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonncmcntsprcis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Ps. Annale« des Teutsche» NcicheS. Der Verleger dieser bekannten Zeitschrift bat soeben ein„Systematisches Gesamtregistcr" zu den 35 Jahrgängen 1868—1902 der„Annalen des Deutschen Reiches" herausgegeben. Die Verlagsbuchhandlung bat sich entschlossen, das drei Bogen starke Register nicht nur an Aboimentcil abzugeben, sondern es sieht jedem Interessenten kostenlos und postjrei zur Verfügung. Dasselbe ist durch I. Schweitzer Verlag(Arthur«ellicr) München zu verlangen. I» allen rechts- und staatswissenschastlichen Fragen wird sich diese systematische Zusammenstellung als eine unerschöpfliche Fundgrube einschlägiger Aussätze erweisen. I,'»-ziegIndSSo«:z'«Idci»<»I»l'«t.vc?iiiZ'(SociaIdcmokratische Revue). Organ der Socialdcmokratic Russisch-Polens und Littaucns. Erscheint einmal monatlich. Inhalt des Febrnarhestes: War: Polnische Zaren« Verherrlichung.— Rosa Luxemburg: Dem Gedächtnis der Partei„Prolc« tarint" �Fortsetzung).— Adamski: Die Gewerkschaften in Deutschland.— Russische �ocialdemokratie über die polnische und die nationale Frage.— Jau z Czeriiiakowskij: Aus dem Lande.— Revue der Revuen.— Litterarischc Rundschau: Die sociale Revolution von K. Kautsky.— Sociale und politische Chronik. Der„Wahre Jacob" hat soeben seine Lftcr-Nnmmer erscheinen lassen. Aus dem Inhalt derselben heben wir die farbigen Bilder„Ein gewiegter Staatsmann" und„Das OrdnungSkarioll in Sachsen" hervor. Das letztere Bild ist das zweite in der Serie der Wahlbildcr. Auf einem weiteren ganzseitigen Bilde bricht das Osterei der Konservativen, das „Klosettgcsetz", auseinander und zum Schrecken der Junker entsteigen ihm „drei Millionen socialdemokratischc Stimnicn". Das Doppelbild„Oster- morgen" von HanS G. Jcntzsch ist voll erquickender Friilstingsstimmung. Von den zahlreichen lleineren Bildern erwähnen wir den„Heimkehrenden Holzfäller" von F. Mock, den„Pflügenden Bauer" von R. Hcrdtle, sowie die Karikaturen„Schnierzlose Ohrfeige",„Ganz ausgezogen",„Aus Trier", „Kamps gegen den inneren Feind mittels Bilderbogen" und„Rcsormen in Rußland". Der textliche Teil der Nummer bringt die Gedichte„Ans- erslehung" von Clara Müller,„Nur kein Konflikt",„Der unbotmäßige Storch",„Eine vatikanische Straspredigt",„Russische Freiheit" von Erich Mühsam,„Ein Schwabenstreich",„Worte",„Herren und Knechte", sowie außer zahlreichen kleineren Beiträgen noch die größeren Feuilletons„Der König und sein Vczicr" von Ludwig Frank und„Ans der Zeit". Der Preis der zwölf Seiten starken Nummer ist 10 Pf. Dr. M. Bricht«. Zurechnungssähigkeit oder Zweckmäßigkeit? 129 S. Preis 2,50 Äi. Verlag von Franz Dcuticke, Leipzig und Wien 1903. Vermischtes. Großfeucr auf einem Kriegsschiff. Ans Kiel wird vom Montag gemeldet: Die Schnlfrcgatte„Moltke" lvar vor Ivenigen Tagen wohl- behalten von der achtmonatigen Orientreise in den HeimatShafen zurückgekehrt. Sie lag jetzt im AuSrüstungsbassin der Reichswerft, um in einigen Wochen aufs neue Seckadettcn und Schiffsjungen an Bord zu nehmen. Ein großer Teil der Besatzung war bereits beurlaubt. Die Deckwache bemerkte heute um 1 Uhr, daff ein starker Qualm ans der Offiziersmesse emporstieg und alarmierte sofort die Besatzung. Ein in seiner Kammer schlafender Offizier war durch den eindringenden Rauch erwacht und weckte einen noch schlafenden Kameraden, der sich in der Gefahr der Erstickung befand, aber rechtzeitig ins Freie gebracht wurde. DaS Feuer verbreitete sich mit ungeheuerer Schnelligkeit über das Deck hin; mehrere an die Offiziersincsse angrenzende Offizierstammern und der Rauchsalon fingen Feuer. Diese Räume sind vollständig ausgebrannt. Die Werft-Fcnerwehr im Verein mit der Besatzung bemühte sich lange vergeblich, des Feuers Herr zu werden. Erst nach mehr als zwei Stunden war jede Gefahr beseitigt. Die stattliche Fregatte hatte indes schweren Schaden erlitten. DaS Achterdeck war bereits stark verkohlt, viele Holzteile vernichtet, die Kommandobrücke schwer beschädigt. Die Besatzung hatte die Munitionsräume unter Wasser gesetzt, als die züngelnden Flammen sich unter Deck ausbreiteten. Tie Reparatur wird sehr erhebliche Kosten beanspruchen. Der Kreuzmast drohte einzustürzen. Die „Moltke" ist gleich ihren Schwesterschiffen„Stosch" und„Stein" in den siebziger Jahren gebaut. 1878 wurde sie ans der Danzigcr Reichswerst vollendet. Wie wir hören, werden die Deckbalken, die Kommandobrücke teilweise, der Kreuzmast ganz erneuert werden. Uebcr den Znsaminenstoß eines Dampfers mit einem Eisberge lvird aus Halifax gemeldet: Der Danipfer„Sardinien" der Allan- Linie ist am 3. d. M. mit einem Eisberg in Kollision geraten. Der Dampfer, der schottische Auswanderer an Bord hatte, traf den Berg mitten in der Nacht in seiner Fahrstraffe. Man hatte von der Nähe des Eises durch plötzliches Fallen des Thermometers zwar Kenntnis erhalten, aber die Nacht war so dunkel, daff man vom Ausguck nichts zu sehen vermochte. Glücklicherweise fuhr das Schiff nur in die brüchigen Teile des Eises hinein, so daff es ohne Schaden zu nehmen davonkam.— Das Erscheinen von Eisbergen iin nord- atlanttschen Occan im April ist, wie der„Daily Expreß" be- merkt, äußerst selten. Die eigentliche Zeit dafür sind Die Monate Juni und Juli. In diesen Monaten fahren sämtliche atlantischen Dampfer den längeren südlichen Kiir-5, um Zusammenstöße zu ver» meiden. In den letzten Jahren sind solche auch nur selten gewesen. Man nimmt an, daß der verschollene Dampfer„Naromc" der White Star Line im Jahre 1891 durch einen Zusammenstoß mit einem Eisberge unterging. In der 80er Jahren fuhr der Dampfer„Arizona" mit Volldampf vor Sable Island in einen Eisberg, in dem er stecken blieb. Der Danipfer konnte sich mit Verlust von 11 Fuß seines BugS frei machen und Halifax erreichen. Fiume, 7. April. Ein auf der Fahrt nach Ballon begriffener Segler wurde vom Sturme umgeworfen. Von den 11 Insassen er« tranken drei Frauen und ein Mann. Verband deutscher Barbiere. Kriseurc und Perückenmacher. Ewcigvcrcin Berlin). Mittmoiy, den 8. b. M., abends 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Heinz el. Rosenthalerstr. 57. Ceutralverband der Konditoren und verwandter Berufe» Heute abend präcije 8'/, Uhr: Mitglicdcr-Verjammlung im Vereinslatul Linienstr. 96. Gäste willkommen. Geutralverein der Burcau-Zliigestellte» Teutschlands(Mitglied- Ichast Berlin). Heute abend 9 Uhr in WcndlS Klubhaus, Königsgrabcn Nr. IIa, I: Milglicdcr-Vcrsammlung. KnefKalten der Redaktion. Alter Franzer. 1. lieber die 2,— M. wird in der nächsten Partei- quittung der nötige Vermerk gemacht werden. 2. Lässt sich Raummangels wegen nicht machen.— Einer für Biele. Wo ist Ihre Quittung? Wir teilen Ihre Ansicht nicht.— 1001. Ja. Qhnc Quittung lünstig keine Ant- wert.— Ludwig. Fcucrbach starb 13. September 1872. A. B. 1. Ja. 2. Nicht unmöglich. 3. Bei der betreffenden Anstalt zu erfragen. 4. Ja.— I. K. 10. Unser Brieslasten ist daraus noch nicht gcaicht.— N. M. Fragen Sie an bei der Redaktion der„Brandenburger Zeitung" in Brandenburg, Kurstr. 73. Juristischer Ceü. Tic juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von?>/z bis O'/e Uhr abends statt. Geöffnet:? Uhr. C. F. 100. 1—3 in der Regel ja. Qb die Regel sür Ihren Fall zu- trifft, lägt sich nicht tagen, da(sie keinerlei Angabe darüber machen, um was sür einen Kauf(Ware? Grundstück?) cS sich handelt. Wiederholen Sie eventuell Ihre Frage unter Darlegung des Falles selbst.— C. B. 130. Bis zum vollendeten 42. Jahre ist neben der Strafe Zwang zum Nachdicncn möglich. Die Strafe ist eine Geldftrasc.— Hoffnung. Stach Ansicht des Qbcr-VerwaltungsgerichtS ist der Amtsvorstcher zu der Slussordcrung bc- rcchtigt.— Cretcheu 1000. Sie müssen von der Militärbehörde sich Erlaubnis zum Aufenthalt im Ausland erteilen lassen, lvciter nichts.— LSeideuwcg 38. Zunächst müssen Sic beim Amtsgericht Anberaumung eines SühnctcrminS beantragen. Erst nach fruchtlosem Ausfall dieses Versuchs ist Scheidungsklage möglich.— C. I. 2, C. Ihren vollen Anspruch melden (�ie beim Amtsgericht zum Konkurs als bevorrechtigte Forderung an.— Otto Stechowskst. Ja.— Anna Prenzcl. Wenden Sie sich direkt an den Anwalt. — Ä. B. 1O0. Die Jnbalidenrenle wird offne Rücksicht aus daS Aller bei vorhandener dauernder Erwerbsnnsäbigkcit, die Altersrente vom 70. Jahre ab gezahlt. Wie hoch die Rente im Einzelfall ist, läßt sich ohne Einsicht in die Klebckartcn nicht sagen.— Franz Flcscher. Geringfügige Ohren- leiden: versuchsweise Einstellung wahrscheinlich.— P. B. Ä. 1. Ja. 2. Wenn>vie es scheint Chikanc vorliegt: nein. 3. Ja. 4. und 5. Nein.— R. B. 100. 1. 15—30 M. Entschädigung sür Burcau-Unkostcn. 2. lins nicht bekannt: richten Sie Ihre Frage direkt an das Regiment.— Schuppe. 1. Der Wirt konnte zum Ablauf des ersten Vierteljahrs kündigen, vor dessen Ablaus er das Haus im SubhaslationSwege erstanden hat, jetzt nur nach halbjährlicher Kündigung. 2. Der Wirt ist im Unrecht. A. 3. 1. Ja. 2. Nein. 3. Nein. 4.§§ 1 und 35.— Prophet. 1. Durch Erklärung des Belagerungszustandes wird ein Teil der BerfassungSborschristen sür das Gebiet dcS Bclagcrungsgebiets, insbesondere das VcreinSrccht aufgehoben. 2. Artikel 08 der ReichSversaffung, Artikel Iii der preuffischcn Verfassung, preusjisches Gesetz vom 4. Fun! 1851.— L. L. 1093. 1.— 4. Ja. 5. Nein. — Harris. 1. Ein Darlehen verjährt in 30 Jahren von dem Zeitpunkt der Hingabe ab gerechnet. 2. Der Anspruch für Bezahlung gekaufter Waren, die nicht sür den Gewerbebetrieb dcS Käusers gcliescrt sind, verjährt in zwei, der Anspruch sür Waren, die sür den Gewerbebetrieb gc- liefert sind, verjährt in vier Jahren. In diesen beiden Fällen läuit die Verjährungsfrist vom 31. Dezember des Jahres an, in dem die Kansschnld fällig war. 3. In allen Vcrjährungssällcn wird die Verjährungsfrist durch Klage, Anerkenntnis, Abschlagszahlungen, Zinszahlungen unterbrochen und läuft dann von der Unterbrechung ab von neuem. 4. Eine ausgeklagte Forderung verjährt stets in 30 Jahren, jedoch läuft die Verjährungsfrist von zcder Pfändung der Vollstreckungsgandlung ab von neuem.— O. Nein. — I. H. 99. Durch Erteilung dcS Armenrechts verlieren Sie keineswegs Ihr Wahlrecht oder irgend ein politisches Recht.— Bicrok. Sic sind frei und können Rachsendung beantragen.— H. P. 100. �Beispiel sür Testamente und'Anleitung zur Ansertigung derselben finden Sie S. 238, 239 Nr. 55 bis 59 das dem..Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen ans.— E. L. 100. 1. Sie müssen ein Verzeichnis ihrer gesamten Habe ausstellen, also z. B. Möbel, Geld, Kleidung, Anspruch aus LebcnsoersichcrungSgelder. Ihre Schulden, zu diesen gehört die?Nietc, sind nicht anzuführen. Die Reihenfolge der Auszählung ist gleichgültig. 2. Nein. 3. Lohn ist nur in der 1500?N. jährlich übersteigenden.Höhe psandbar. 4. Ja. — Nkarlannenplali. l. Ja. 2. Es genügt eine innerhalb einer Woche eingereichte, also spätestens am 8. April dem Gericht, das verurteilt hat, zugegangene Zuschrift des Inhalts:„Gegen das Urteil vom 1. April in b« Strafsache gegen... lege ich Berufung ein. Untcrichrist."— E. 3. Eine gesetzliche MaximalarbcitSzeit besteht für erwachsene männliche Arbeiter nicht. Die vereinbarte Ruhezeit ist einzuhalten. Wenden Sic sich behuss Abhilje an Ihre gewerkschaftliche Organisation.— E. F. 12. Der Erfüllung des Wunsches eines Verstorbenen, seine Asche zu zerstreuen, steht kein gesetzliche? Hindernis im Wege.— P. Äit. 39. I. Ja. 2. Nein. 3. Nein.— Halber- stadt. 1. Nein, erst nach vollendetem 14. Jahre. 2. Rein.— A. 2. 17. 1. Ja. 2. Nein.- B. Gl. Ein Monat.— R. O. 00. Ja.— CT. B. 100. Etwa 10 M. wöchenttich.— Freyer. Es müssen 200 Marken vor der Heirat geklebt sein. Die Frau erhält ans ihren Antrag dann die Hülste des KlebebetrageS zurück. Welche Klaffe geklebt ist, ist gleichgültig.— Freie Liebe. Nein, es sei denn, öffentliches Acrgernis luird dadurch erregt. — Adlershof 100. Psändung wäre möglich,(venu Ihre Tochter mit Ihnen zusammcnwohnt. Es würde dann aber ein schleuniger Einstcllungsanlrag und eine Jirtorventionsklage(„Arbeiterrecht" S. 432) Aussicht aus Erfolg haben.— A. S. 744. Keineswegs.— St. Köln. Der� Vortrag läuft weiter, da ja die Firma weiter besteht.— I. G. 13. Steht in Ihrem Vertrage nicht, das! Sie die durch Zufall, Sturm u. dcrgl. zerbrochenen cheibcn zu ersetzen haben, so ist die Wirtin im Unrecht und Sie würden mit Erfolg aus Herausgabe klagen können, andernfalls können Sie nur Herausgabe gegen Zahlung verlangen. Stationen £« t- H Swinemdc. Hamburg Berlin Franks./M. München Wien Z B gj«■ ?49SW 749 WS« 753 SW 759 iSW 703 W 701 Still Weiter !-> z- Mfc C Regen 7bcdcckt 4chedeckt ibcdccki öbcdcckt — halb bd.s (Stationen K— HaparandaTöO Petersburg(752 Cork Aberdeen Paris .= c S f >SO I® 03 MW 704 � SSW Wetter Gedeckt l bedeckt O�bedeckt Äcdcckt u«« s». L? Wctter-Prognose für Mittwoch, de» 8. April 1903. Etwas kühler, teilweise ausklarend, jedoch sehr mibeständig mit Regen oder Hagelschauern und ziemlich starken westlichen Winden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Ukeater. Mittwoch, den 8. A p vil. Ansang?>/, Uhr: Opernhaus. Tristan und Isolde. Schauspielhaus. Wallenstcins Tod. Neues Opcrn-Thcater. Geschlossen. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Alt-Heidclberg. Lefsing. Die Jüdin von Toledo. Neues. Die Kreuzelschreiber. Residenz. Lutti.(I-oute.) Weste». Der Zigeunerbaron. Central. Clo-Elo. Thalia. Der Posaunenengel. Ansang 8 Uhr: Schiller O.(Wallncr- Theater.) Don Gil Schiller Äi.(Friedrich-Wilhelmstädt. Theater.) Wohlthätige Frauen. Belle-Alliance. Pick und Pocket. Carl Weift. Der Liebe Gebot. Buntes. Das Stärkere. Luise». Königin Luise. Hierauf: Das Versprechen hinterm Herd. Kleines. Nachtasyl. Triano«. Die Notbrücke. Cafino. Elternlos. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Der Gesindcball. Wintergarten. Specialitäten. ReichShallcn. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl-Sängcr. Paffage-Thcater. Specialitäten. Paisagc-Panoptiknm.ispecialitäten. Palast. Meine Resi. Specialitäten. Urania. Taubenstrafte 48/40. Photographie in nalürlichcn Farben(Durch Wald und Flur). Nachmittags 4 Uhr zu kleinen Preisen: Das Land Tirol. Juvalidenstrafte 37/02. Stern- warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central-Theater Täglich Gastspiel dcrWicnerOperetten-Gesellschaft. Abends 7>/„ Uhr: ■ Clo» LZaudeville in 4 Bildern v. F. Pagin. Donnerstag u. Freitag: Geschlossen. Sonntag- und Montagnachmittag 3 Uhr, halbe Preise: t-rUiln Pcpi. Abends 7-/„ Uhr: Clo-CIo. Thalia=Theater. Dienstag und Mittwoch: Ler statikii'Lngel Thielscher als Spreewälder Amme. Der Karwoche ivcgcn nur ani Donnerstag u. Sonnabend: Der Biberpelz. An dm Feiertagen abends>/.8 Uhr: Ter Posaunen- Cngel. Nachmittags 3'/. Uhr: Char- le»s Tante. RssillsirclMs Mittwoch, Anfang 7'/, Uhr: Lutii(Loute). Donnerstag: Ensemble-Gastspiel d. dänisch. Hosschausp.:<»e>»pen!»tei'. (Frau Alvmg: Betty Hennings.) Freitag geschlossen. Sonnabend: Idlv WlUlente.(Hedwig: Betty Hennings, Hjalmar: S. Lautenburg. Sonntag und folgende Tage: l.iitti. Insmil-IIlellter. Ofcorgenstraffe, zwischen Friedrich- u.Universitätsstraffe. Die Notbrücke. Lustspiel in 3 Allen von Fred Grösse und Francis de Croisset. Anfang 8 Uhr. Sonnlagnachmiltag 3 Uhr: vis Liefaesschaiikei. 3elle-&lliance- Theater. Heute abend 8 Uhr: „fick und Rocket" Morgen Donnerstag: Geschlossen. Karfreitag: Graftes Konzert. Solisten: Marie Götze u. H. Grünfeld, Sonnabend und folgende Tage: Pick und Pocket. Ilranla. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Photographie in natürlichen Farben (durch Wald und Flur). Nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen: Das Land Tirol. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage-Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochent. 5, Abendvorstellung 8 Uhr. Das Sensation. April-Programm; ölgs Mlbriieh in ihrem Repertoire. Cake= Walk. Ganz Berlin zerbricht sich schon den dritten Monat den Kopf über A G A! Die schwebende Jungfrau! 14 ersklassige Nummern. Castans Panoptikum. Frlcdclchstr. 165. <»i. Promenaden- NM" Konzert."Vi! Neu! ClEo Otero, Sand» und Rauch-Malerin. leu! Pjlhia/'ST'1' Mropos, Berliner Bilderbogen etc. Luisen-Theater. Benefiz für Stefanie Stanffen; Zum erstenmal: Königin Lnife. Hierauf: vas Versprechen hinterm Herd. Morgen: Die Geierwally. Freitag: Geschloffen. Sonnabend: Die Grille. Sonntag 3 Uhr: Die Gcierwally. 8 Uhr: Königin Luise. Hieraus: Das Versprechen hinterm Herd. Kleines Theater. Pnter den I.inden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Palast-Theater Burgstraffe 22. Früher: Feen-Palast. JW 8>/, Uhr;-M Meine Pest. Voilsstück mit Gesang in 3 Akten von H. Schulz. Hie gIän?öNk!en/tpr!I-tinrmnorn. Donnerstag, d. Freitag, d. 10., Sonnabend, den II. April, bleibt das Theater geschlossen. An den drei Oster- Feiertagen: Kr. 8lite-7est-YorstelInng. Ansang 8 Uhr. Entrce 50 Ps. I • iiuiftviiv iiitmuvi« Direktion: Robert Dill. Brnnnenstrasse 10. Wegen Vorbereitung z. d. Feiertagen: Geschlossen. Wiedereröffnung am 1. Osterfeierlag mit; Kulter und Lohn. 2. und 3, Ostcifciertaqc: Ein ehrlicher Makler, Buntes Cijcatcr. Das Stärkere. Morgen; Winterschlaf. In Vorb.; Hockenjos. Eglin. Tine und Lustart. Hinilber-Kor. Neues Theater SohllTbauerdain-n 4a— 5. Anfang T'l, Uhr. Die Kreuzelsclireiber. Donnerstag: Pelleas und Melisande. Carl Weiss-Theater. Grüfte Frankfurter- Strafte 132. Ansang 8 Uhr, Der Liebe Gebot. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr(Parkett 00 Ps.); Dorf und Stadt. Montag 3 Uhr; Othello, der Mohr von Venedig. Dienstag 3 Uhr: Ilse Römer. Abends: Der Liebe Gebot. VoUstandig neues Programm:'MU Pantzer Brothers, Akrobaten. Ralph Johnstone, Bicyclist. She, die 4 Elemente. Rente Oebauga, Kaleidoscop-Tänz. Hoshi Tokio, Japanertruppe. Charlotte Kara, CreolischeSängerin. Bachus Jacob/, Humorist. Les Proventzales, Französisches Gesangs-Quartett. Mllc.HIlette.Par. Strassensäug. T,a Belle Toledo, Span. Tanz. Harry Houtlini, Kühner. Bas Fest«I.IiUculIns, Ballett. Der„Biograph".__ Apollo-Theater. Kolossaler Lacherfolg! Zum O.Mal: CesiDdebalLSa;;1™ L. Horrman. Femer: Novellos. Danatellis. The Madcaps. Cake Walkers. Plastische iarstelluiipdwMeerikr Josefine Vetkori. Kosmograph. Casino= Theater Lothringcrftr. 37. Glänzender Erfolg des neuen Progr. bei' Mm. Umeii!, i-ez iniiZSM Hen! Elternlos. Hev! Dir. Berg— Lilli Behle als Cake walk-Säuzcr.— 8 Uhr, Sonnt, 7'/,. „Fritzchcn u. Schluss d. Saison unwidorrud. 16. April. Mittwoch, den 8. April 1903, abends l'/j Uhr: Qala- Abend. DieEnthüIlung des geheimnisvollen Koffers durch Clown Adolf. Miss Alix mit ihrem Motor Car S) e a s o -J (D O e "8 MMl pagT" Bandwürmer"MA mit Kopf, frisch in Spiritus cvent. Wasser lausen a ML 2,00. Unnaea, iDvalldcustr 105.* Schiller- Theater O. (Wall»cr-THca!cr). Mittwochabend 8 Uhr: Bon Cill. Komödie in i Akten von Fr. Adler. Donnerstagabend 8 Uhr: Berledlxe Hof. Freitag: Geschlossen. /z Uhr. Lngiiseil. llnIerriM IN und anffcr dem Hause (Einzel- oder im Cirkcl) erteilt 10602* 6, Swienty Liebknecht, SchOnchcrg. Sedanstraffeki?. m. Reste zur[768 L* Damen■ Mäntel• Konfektion und Kinder- Garderobe. Futtersoiden, Besatzartikel. Fertige Bainen-Mttntel und Jackcfls in grösster Ausw. 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Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung sindct am Kar- sreitag, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des MoabiterKranken« Hauses(Birken straffe) ans statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 517b Der Borstand. Deutscher khtellertiöüör-VerhZiid Verwallmigsstelle Berlin. Todcs-Anzcigc. Den Kollegen zur Nachricht, daff unser Mitglied, der Schlosser Franz Simon am 5. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 8. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Golgatha- Kirchhofes, BarsnSstratze, aus. Rege Beteiligung erwartet 1l5/4 Die Drlsvorwaltung. Verein der Lithographen, Steindrucker und eonilsp. Deutsch!. Filiale III Berlin. Unsetn Mitgliedern hiermit die traurige Nachricht, daff ganz Plötz. Itch am Herzschlag verschied nnjcr treuer Kollege, der Lithograph Dtto Buciiwaldt. Ehre seinem A udcnkenl Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 8. April, nachmittags J)3/, Uhr, aus dem Friedhos Nicdcr-schöllhauscn, Buchholzcr- straffe. 108/ l Zahlreiche Beteiligung der Mit- gliedcr erwartet bestimmt Der Verstand, I. A.: L. Bartels. Dankfaftttug. Für die herzliche Teilnahme und die vielen Beweise der Anerkennung bei der Beerdigung meines lieben un« vcrgefflichcn Mannes, unsrcs sorg- samcn Vaters, dcS Formers Albert Jerksebatus sage» wir allen Freunden und Bekannte» sowie seinen lieben Kollegen der Firma L. Löwe u. Co., dem Herrn Zernilc sür seine groffc Gefälligkeit, den Genossen des 0. Ber- lincr Wahltreises, dem Deutschen Mc- tallarbeiter-Verband und dem Gesang- verein vereinigte Sangcsbrüder Moabit unser» herzlichsten Dank. Kr» u Antonie.lorkschatns nebst Kindern. P atente besorgt und verwertet gut und schnell Patent-Lureau B.ft8{chholdtt.6o., Berlin NW.. Lulsentr. 24. Auskunst kostenlos. 772g* Rennen Sie unser T(abatt~Sysfem? Wo. 34(201. 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