Nr. 88. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatt. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder beren Raum 40 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Insecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Egpedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 16. April 1903. Graf Bülow wirklich der verantwortliche Kanzler einer verfassungsDer Verantwortliche der Monarchie. mäßig beschränkten Monarchengewalt sein will, dann muß er die Fünf Jahre. VI.") Reden und Telegramme seines Herrn so nehmen, als wenn sie von ihm selbst gehalten und verfaßt wären. Dann muß er nicht ihre formale verfassungsmäßige Berechtigung nachzuweisen versuchen, nicht bloß für ihre Form Entschuldigungsgründe vorbringen, sondern ihre Form und ihren Inhalt als eine eigne Sache ver treten. Man könnte billig darüber Zweifel hegen, ob in einer gedrängten Darstellung der legten fünf Jahre auch die Thatsache Raum für fich beanspruchen dürfe, daß während ihres Verlaufes der britte Reichskanzler durch einen vierten abgelöst worden ist. In den letzten dritthalb Jahren ist kein einziges nennenswertes Greignis ein Was aber hat Graf Bülow gethan? Er hat die Kundgebungen getreten, das Spuren einer neuen persönlichen Einwirkung trüge, des Kaisers formalrechtlich verteidigt mit dem angeblichen Rechte und nichts berechtigt zu der Annahme, daß sich die deutsche Politik jedes Preußen, seine Meinung frei zu äußern. Er hat in einem nach innen wie nach außen auch nur um Haaresbreite anders gee Tone, der jedem echten Royalisten durch Mark und Bein gehen staltet hätte, wenn ihr verantwortlicher Firmenträger nicht Bülow, mußte, erklärt, der Kaiser sei eben„ tein Philister" sondern eine sondern noch immer Hohenlohe hieße. Gleichwohl hatte sich ausgeprägte Individualität", er sei eine impulsive Natur", und der vergreifte Fürst Chlodwig um die beutsche Politik ein dadurch werde bem verantwortlichen Minister seine Aufgabe erimmerhin beträchtliches Verdienst erworben. In einer Zeit der schwert. Aber das start accentuierte Monarchentum habe auch aufs höchste gesteigerten Redeluft verstand er das Schweigen, seine guten Seiten. Der Kaiser sei gut veranlagt und hätte den und immer, wenn er schwieg, ist er ein Philosoph geblieben. Es besten Willen. war freilich ein übles Mißverhältnis, daß, wo alles redete, gerade der schwieg, der zum Reden am meisten berufen war, daß, wo alles schob und drängte, der angebliche Lenker deutscher Reichsgeschicke unbeweglich wie Buddha auf der Lotosblune faß. Aber besser ist es Teineswegs dadurch geworden, daß an Stelle dieser scheuen und stummen Verfunkenheit eine rednerische Beweglichkeit trat, deren ganze Kunst darin besteht, ihre Gedankenlosigkeit zu verbergen. " " Die Nede Bebels, die geradezu zerschmetternd wirkte, obwohl das Wort„ zerschmettern" nicht ein einziges Mal darin vorkam, brachte den zweifelhaft gewordenen Monarchisten um den letzten Rest der Besimmung. Was führen Sie denn selbst für eine Sprache?" rief er unsren Genossen im Tone einer Stapuzinerpredigt zu. Mag sein, daß er das rasche Wort später bereut hat. Aber es war heraus. Der Kanzler hatte im Tone der Einer aus dem großen Heer der mittelmäßigen Diplomaten, höchsten Mißbilligung von der Ausdrucksweise der socialdemokratischen ausgerüstet mit der ganzen Geledtheit seines Jahrhunderts, seine Reden und Zeitungen gesprochen, diese aber gleichzeitig mit der Ausgeistigen Blößen aber nur notdürftig mit einem Läppchen angelesener drucksweise des deutschen Kaisers von Gottes Gnaden in Parallele litterarischer Bildung bedeckend, hat der bisherige Staatssekretär gebracht. Und um die Sache noch deutlicher zu machen, fügte er des Auswärtigen Amtes seine neue Stellung angetreten. Die hinzu, daß sich ein von seinem Recht durchbrungener Monarch" tonftitutionelle Legende müßte ihm mun alles, was feit jenem gegen die Bestrebungen der Umsturgpartei immer mit Entschiedenheit 17. Oftober 1900 in Gutem oder Bösem geschehen ist, als eignes und, wenn es seiner Natur entspricht, hier und da auch mit Verdienst oder persönliche Schuld anrechnen. Wir sind weit davon Schroffheit" zur Wehr setzen werde. entfernt, dasselbe zu thun. Zweifellos gehört auch der verantwortliche deutsche Reichskanzler zu jenen Berfonen, die mitunter auf die Entschließungen der wirklich maßgebenden Persönlichkeit einigen Einfluß nehmen dürfen. Wie weit es aber dem Höfling Billow gelingt, andren Höflingen den Rang streitig zu machen, das wird erst in einer fünftigen Geschichte der preußischen Hoffabale zu lesen sein, wofern es in späteren Zeiten noch jemand der Mühe wert halten wird, eine solche zu schreiben. " Ganz abgesehen davon, daß diese Beweisführung falsch ist fein socialdemokratisches Blatt und kein socialdemokratischer Redner hatte den deutschen Kaiser durch schroffe" Angriffe auf seine Person zur fchroffen" Abwehr genötigt geht sie von Voraussetzungen aus, die auf den Grundgedanken des Monarchismus wie eine äzende Säure wirken. Judem der Kangler nicht seine eigne Berfon voranschob, sondern die des Kaisers im Mittelpunkte der Debatte beließ und von dieser Als Kanzler ist dem Grafen Bülow offensichtlich die Aufgabe Berson mit sehr reichlichem Lobe, aber auch nicht ohne den leisen zugefallen, die Thaten andrer mit munteren Reden zu begleiten Schatten des Tadels sprach, hat er selbst die Unverantwortlichkeit des und die Romantit des Zickzackkurses mit weiteren Redeschnörkeln Monarchen verletzt. Von allen siebenundfünfzig Millionen Deutschen feuilletonistisch zu verschönen. Das sichtliche Vergnügen und die ist Graf Bülow am wenigsten dazu berufen, den Kaiser öffentlich Selbstgefälligkeit, mit der er sich in diese eigentlich keineswegs be- zu belobigen, weil er von allen auch am wenigsten dazu neidenswerte Rolle gefügt hat, giebt den besten Maßstab ab zur berufen ist, ihn öffentlich zu tadeln. Es ist widerfinnig und ge Wertung feiner eignen Persönlichkeit. " schmacklos, über eine Persönlichkeit zu urteilen, zu der man sich Indes haben schon die kleinsten Feldherrn die größten Schlachten in jenem Gnaden- Abhängigkeitsverhältnis befindet, wie Graf Bülow verloren, und in diesem Sinne hat auch Graf Bülow Geschichte ge- zum deutschen Kaiser. Daß trozdem dieses Urteil nicht lauterer macht. Wenn fein Name anders noch wie in Wisblättern und Honig war, sondern auch eine gewisse Schroffheit" in der Natur auf Heringsdosen unsterblich wird, dann wird er es durch die par des Herrn zugab, eine Eigenschaft also, die nicht in aller Menschen Tamentarische Nebeschlacht vom 22. und 23. Januar dieses Jahres Augen ein Vorzug ist, besiegelt die Niederlage des monarchistischen werden. Von vier Kanzlern war Graf Bülow der erste, der fast Gedankens. Es ist noch gar nicht so lange her, daß ein Berliner ohne Versuch einer Gegenwehr die Flagge des Stoyalismus von Schriftsteller, der die berühmte China- Rede in gleichem Sinne, nur einem Vertreter der roten Republik niederholen ließ. Bon mit ein wenig ausbrudsvolleren Sorten beurteilte, der Majestätsihm datiert das immerhin denkwürdige Ereignis her, daß das beleidigung schuldig erkannt worden ist. Princip der Monarchie von dem Berufensten, ihrem bestellten Vertreter, aufgegeben und in schöngeistigen Redefloskeln ertränkt worden ist. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Wernfbrecher: Amt IV. Mr. 1984. 2.Hagenstraße und von da in die Brandstraße eingebogen, um das dort gelegene Restaurant Müllers zu besuchen. Lütscher war seinem Freund vorangegangen und lud den draußen noch etwas verweilenden Hartmann ein hereinzukommen. In diesem Augenblick trat der Seekadett Hüffener auf Hartmann zu und forderte ihn mit den Worten Sie sind ja betrunken" auf, mit ihm zur Polizeiwache zu gehen. Der hinzukommende Lütscher redete dem Hartmann zu, dieser Aufforderung feines Borgesezten Folge zu geben. Hartmann ging dann auch mit dem Kadetten, von feinem Freunde Lütscher begleitet. Nachdem sie einige 20 Schritte zurückgelegt hatten, wandte fich Hartmann um und fuchte zu entfliehen. Der Kadett zog sofort sein dolchartiges Seitengewehr, verfolgte Hartmann und brachte ihm eine fräftige Schlagwunde über die Backe bei. Hartmann stußte einen Augenblick und sofort stach der Kadett den Unglücklichen in die linke Seite des Rückens. Der Stoß war mit solcher Heftigkeit geführt, daß der Dolch die Hauptlungenschlagader zerschnitt und oberhalb des Herzens vorn wieder hervor drang. Lütscher fing den tödlich Getroffenen mit seinen Armen auf; eine Minute später hatte Hartmann den Geist aufgegeben. Um sich vor der Wut der sich ansammelnden Menge zu schützen, forderte der Kadett den Unteroffizier Schröder auf, ihn festzunehmen und zur Wache zu bringen. Der Kadett Hüssener befindet sich gegenwärtig im Arrestlokale des Bezirkskommandos I, auf dem Burgplay, in Üntersuchungshaft. Hervorzuheben ist noch, daß Hüffener und Hartmann Schulkameraden waren, beide sich also kannten. Ferner wird berichtet, daß der Totschläger wiederholt äußerte: Wenn ich meine Waffe siehe, will ich Blut sehen, viel Blut." Auch auf der Polizeiwache trug er eine sehr selbstbewußte Haltung zur Schau und that auch hier die Aeußerung: Wenn er erst mal seine Waffe ziehe, dann müsse auch Blut fließen; er habe gehandelt, wie ein Offizier zu handeln habe. Die Untersuchung durch drei Aerzte und die Obduktion der Leiche durch den Kreisphysikus ergaben, daß sowohl der schwere Hieb über den Kopf als auch der tödliche Stich von hinten geführt worden sind und zwar letzterer, während sich Hartmann im Laufen vor Süffener befand. An die Familie des Getöteten hat der Schuldige folgenden Brief geschrieben: „ Aus tiefster Erschütterung und Trauer um Ihren Sohn wende ich mich an Sie, verehrte Familie Hartmann, um Ihnen meine innigste Teilnahme an dem Ihnen durch mich entstandenen Verlust zu beweisen. Seien Sie versichert, daß ich nicht aus Haß oder Abneigung gegen Ihren Herrn Sohn gehandelt habe; es war meine harte, harte Soldatenpflicht. Ich mußte mir Gehorsam verschaffen, es war meine harte Pflicht, und leider, leider führte das Schicksal den Stahl so unglücklich. Ich hatte nicht die Absicht, ein blühendes Leben dem Staate, den Eltern, den Freunden zu entreißen. Können Sie mir verzeihen? Ein Wort der Verzeihung von Ihnen, gnädige Frau, würde mir einen unt erseylichen Trost bereiten. Denn wenn die Mutter, deren Liebe zu dem Sohne alles überragt, berzeiht, dann kann niemand, der ein ehrenvolles Herz hat, noch länger grollen. Wenn es sein sollte, auch Ihren wohlerklärlichen Haß entgegennehmend, bin ich ganz ergebenst Ihr mitfühlender Hüssener, Fähnrich z. See." Es verrät wieder die ganze Oberflächlichkeit der bürgerlichen Preffe, wenn sie die Angelegenheit als einen individuellen Ausnahmefall behandelt. Diese That ist auf dem Felde des Militarismus gereift. Die furchtbare Macht, die einem Vorgesetzten gegeben ist, und wäre diefer Vorgesezte felbst ein junger, unreifer Bursche, ein brutaler Menschenschinder oder ein So ist Graf Bülow trop feiner persönlichen Bedeutungslosigkeit pathologisch Entarteter, hat auch dieses Opfer der Urheber eines bedeutenden Ereignisses geworden. Die größte gefordert. Der Soldat ist ganz forreft" zur Strecke gebracht worden, Schlacht, die dem herrschenden System die aufsteigende Geistesmacht thatsächlich Die Monarchie kann nur zweierlei sein. Entweder sie ist eine der Socialdemokratie geliefert hat, ist von ihm glänzend verloren er ist instruktionsgemäß" gefallen; der junge Totschläger hat gar nicht unrecht, wenn er von der Ausübung seiner„ Harten, harten von Gott gewollte Einrichtung, und der Monarch selbst ist von worden. Gottes Gnaden zu seinem Amte bestimmt. Dann steht und fällt sie Er hat nicht den China- Kreuzzug unternommen, nicht den Soldatenpflicht" schreibt. Der Untergebene suchte sich der Verwas allseitig mit dem Glauben an den menschenähnlichen Nationalgott, der aus Marinismus wesentlich gefördert, er hat auch nicht den Zolltarif Haftung durch die Flucht zu entziehen damit hatte der Borgesetzte das Recht, Wollenhöhen in die Geschide der Menschen eingreift und ein be- gemacht, den er poffierlicherweise stolz als sein Wert für sich in An- bekundet wird, die Waffe Pflicht, zur stimmtes Volk, in diesem Falle das deutsche, mit seiner besonderen spruch nimmt. Am Swinemünder Telegramm, an der Essener und ia zu greifen. Auch das ist gemäß der Vorschrift, daß, wenn Gnadenfülle überschüttet. Oder aber die Monarchie ist eine praktische, der Breslauer Rede ist er genau so unschuldig wie der türkische einmal die Waffe fie tüchtig und schneidig geführt staatstechnische Einrichtung, die nur deshalb beibehalten wird, weil Großvezier. Aber indem er in aller Herzenseinfalt sich selbst von geführt wird, sie eben da ist und weil sie den Interessen herrschender Klaffen am der Politit seines Herren loslöfte und sie als Objekt seines fleinen wenn ein Zufall es so will, so trägt niemand Schuld- und es ist werde. Die Tötung ist allerdings nicht vorgeschrieben, aber Träftigsten förderlich ist. Feuilletongeistes aus sich herausspiegelte, hat er unversehens die In keinem Fall aber kann der Monarchismus, ohne in puren Legende des Gottesgnadentums zugleich mit der Fabel der ia begreiflich, daß so ein junger Bursche in der Aufregung, die Unfinn zu verfallen, die Berechtigung ber monarchischen Staatsform minifteriellen Verantwortlichkeit über den Haufen geworfen. Von barbarische Instruktion möglichst heldenhaft auszuführen, die Beabschägen wollen je nach den persönlichen geistigen und Charakter- allen seinen bisherigen Thaten ist das die einzige, die bleiben wird. finnung verliert und blind darauf los fticht. Ein fliehender Arrestant ist getötet worden wie schon oft. Der Hüffener wird durch schnelle anlagen des jeweilig regierenden Monarchen. Ist der Monarch von Beförderung für fein Mißgeschick" entschädigt werden dürfen. Gottes Gnaden, dann heißt es ihn herabwürdigen, wenn man ihn als Mensch mit Menschen vergleicht, dann ist er von vornherein notwendig aller Bollkommenheiten Ausgeburt. Ist sein Dasein und feine Stellung aber nur ein Notbehelf der praktischen Politik, dann darf man die Sache erst recht nicht mit der Person verwechseln. Die Perfon des Kronenträgers verschwindet dann hinter der Krone selbst, sie ist bedeutend nicht durch ihren eignen Wert, sondern als Vertreter eines Princips. Der jezige deutsche Kaiser ist bekanntlich weit davon entfernt, sich und das Princip, das er vertritt, als einen vorübergehenden Notbehelf der geschichtlichen Entwicklung anzusehen. Er ist davon überzeugt, und hat es in zahlreichen Neden ausgesprochen, daß er von Gottes Gnaben ist, er ist ferner davon überzeugt, daß fich Gottvater die Geschide des deutschen Volles besonders an gelegen fein läßt, und daß seinen gewaltigen umfassenden Rechten auf feite der Unterthanen"( er liebt diesen staatsrechtlich veralteten Ausdruck) nichts gegenübersteht als die Pflicht des Gehorsams. " 1 Verantwortlich sein heißt nun nicht verteidigen, nicht beschönigen, nicht drum herum und drüber hinwegreden, sondern fremde Thaten und Anschauungen so behandeln, als ob sie die eignen wären. Wenn *) Vergl. Nr. 85 des Vorwärts". " Politische Ueberficht. Berlin, den 15. April. Harte, harte Soldatenpflicht!" Ueber die gestern schon erwähnte Mordthat des Fähnrichs zur See Hüffener bringt die„ Rheinisch- Westfälische Zeitung" folgende Darstellung: " " Deutfches Reich. Wahlvorbereitungen. Sehr geehrter Herr! Berlin, den 1. April 1903. Bernburgerstr. 30. Konservativer Gelbbetter. Einen Blick in die Wahlvorbereitungen der Berliner Konfere Der Marinelabett Süffener aus Effen tötete auf offener vativen giebt dieses Schriftstück: Straße in Effen am Ostertag den Fußartilleristen Hartmann Bertraulich.*) vom Fußartillerie- Regiment Nr. 7 in Köln. Eine dem Hüffener naheftehende Seite berichtet: Der vom Schiffsfommando Blücher" hierher beurlaubte Die konservativ- national gesinnten Kreise der Reichshauptstadt Kadett... wurde ohne jede Veranlassung von einem Fuß- rüften mit Eifer zu den bevorstehenden Reichstagswahlen. Dies artilleristen thätlich angegriffen und mußte gemäß den ihm ge- thun fie, um erneut zu zeigen, daß in der Hohenzollernstadt an der wordenen strengen Instruktionen von seiner Waffe Gebrauch machen, Spree nicht nur Juden, Demokraten und Socialdemo leider mit tödlichem Ausgang. Der von dem traurigen Borfall fra ten Anhängerschaft befißen, sondern daß auch weite Wählertief ergriffene Fähndrich hat, wie von maßgeblichen Persönlich freise für die monarchische, christliche und bater= feiten belundet wird, lediglich in Erfüllung einer harten Soldaten. Tändische Idee eintreten. Es fäme einem Verrat an unfrer pflicht gehandelt. guten Sache gleich, wenn wir unfren politischen Feinden kampflos das Feld räumen wollten. Ganz anders lautet die Darstellung aus den Kreifen, welche dem Getöteten nahe stehen: Der Fußartilleriftartmann war an dem fraglichen Abend in Begleitung feines Freundes 2ütscher und des Reserve- Unteroffiziers Schröder, von dem Kornmarkt aus kommend, in die Troß der überaus mangelhaften materiellen Unterstübung, welche die nationale Bewegung Berlins von seiten wohl*) Wir drucken gesperrt, was im Original unterstrichen ist. man habender Parteigenossen erfährt, sind dennoch Hunderte übersteller Adolf Damaschte in Berlin; Nationalliberale: der p Das Licht dieser prächtigen Information qualmt an beiden zeugungstreue Männer unermüdlich bemüht, teils als Vertrauens- Rittergutspächter Lehmann in Waltersdorf. Enden. Erst ivurden die Wahlen vom Mai auf Juni verschoben, männer, teils als Führer unsrer konservativen Vereine Die Bündler scheinen sich trotz gegenteiliger Ansicht der Bundes- weil die Wahlcouverts nicht rechtzeitig fertig geworden wären, danı Viele Laufende konservative Wänner find in unſten Bürgerveremen, Der Herr Lehmann den Realtionären viel mehr Kongeffioren macht, wicht, wie viel Wahr der beretlen, heh berjirat, Sanit mor oder als Förderer unsrer Sache, dieser die alte Treuc zu bewahren. leitung in Berlin mit den Nationalliberalen zu verbrüdern, da ja wieder wurde der Termin der Wählerlisten jäh deren wir an 30 in Berlin zählen, organisiert; ganz abgesehen davon, wie dies sogar bei seinem Vorgänger Baffermann der Fall gewesen Wahlcouvert, das Wahlcouvert als Nothelfer in allen Lagen! Daß jeder daß in zahlreichen andern firchlichen sowie wirtschaftlichen Vereini- sei. Letzterer ist deshalb zum Rücktritt von seiner Kandidatur ge- A- B- C- Schüler der Statistik und deren wird es doch wenigstens gungen eine noch weit größere Zahl wackerer Anhänger auf unsre drängt worden, weil er gegen die Zuchthausvorlage gewesen sei, einen oder den andren in den preußischen Ministerien geben- binnen Fahne schwört. Haben doch bei den Wahlen im Jahre 1898 gegen während sein Nachfolger Lehmann sich entschieden dafür ins drei Minuten aus den Ziffern der Bevölkerungsbewegung mit ziem45 000 23ähler ihre Stimmen im nationalen Sinne abgegeben. Zeug legen werde. licher Genauigkeit die runde Ziffer der Wahlberechtigten berechnen Seitdem ist unermüdlich weiter gearbeitet worden, so daß ein Fortkann und daß es dazu nicht der vorzeitigen und deshalb falschen Aufschritt des nationalen Gedankens in Berlin unverkennbar ist, und Sächsische Ordnungskandidaturen. Im 5. sächsischen Kreise, stellung der Wählerlisten bedarf, scheinen die Redakteure der bürgerlichen dies ist um so beachtenswerter, als solche Erfolge, wie gesagt, ohne Dresden- Altstadt, hat man endlich nach langen vergeblichen Blätter, die den Unsinn der Korrespondenz abdrucken, nicht zu nennenswerte Unterstützung von außen her erzielt wurden. Die Mühen einen Kandidaten in der Person eines Geistlichen ahnen. Opferwilligkeit unfrer Vereine reicht natürlicherweise nicht dazu aus, gefunden. Pa stor Pastor Reichelt wird mit Genehmigung Leider aber erstickt die rettende Ausrede an sich selbst. Es sind bei den bevorstehenden Wahlen auch nur annähernd diejenigen poli- eines hohen Landes Konsistoriums die Fahne des all- nämlich nicht mir Preußen, sondern alle Bundesstaaten mit tischen Arbeiten zu leisten, welche erforderlich und gegenüber so wohl gemeinen Brotwuchers in den Kampf gegen die Socialdemokratie der jähen Weisung überrascht worden, daß die Wählerlisten noch vor gerüsteten Gegnern, wie wir sie besitzen, geboten ist. Giſt es doch tragen. Im Wahlkreiſe Dertels, in Freiberg, stimmen die Ostern angefertigt werden müßten, 16. Juni ausgeschrieben dann die kaiserliche zudem, jene 140 000 Wahlberechtigten, welche bei der vorigen Wahl offiziellen Nationalliberalen ohne Umstände für den Agrarierführer. Order fam, in der die Wahlen auf den 16. nicht gewählt haben, aufzurütteln und an ihre Wahlpflicht zu Ihm soll mm noch unter der Firma„ unabhängige nationale Liberale" wurden, haben wenigstens einzelne Bundesstaaten die frühere Anerinnern. Wir müssen deshalb an alle diejenigen wohlhabenden der Geh. Ober- Regierungsrat njensky aus dem preußischen weisung aufgehoben und die Frist für die Fertigstellung der WählerFreunde unſter Sache auch im Lande draußen die ebenso herzliche Handelsministerium entgegengestellt werden, der als guter Beamter liſten bis zum 19. Mai verlängerte der wie dringende Bitte richten, unsre Wahlkaffe mit freund- auf der mittleren Zollwucherlinie tanzen muß. lichen, recht namhaften Beträgen anzufüllen. Jeder Pfennig, der für diese Arbeit ausgegeben wird, ist wohl angelegtes M Nach dem Nothe- Urteil wäre es nicht erstaunlich, wenn der Herausgeber einer Korrespondenz, der seinen Abnehmern derartigen dubital, bas, wenn auch nicht sofort, so doch in absehbarer Zeit der als Steichstagstandidat für den Wahlkreis Kreuzburg würde. Benthen( D.-S.). An die Stelle des Genossen Wilhelm Reich, Blödsinn als Information" verfauft, wegen Betruges bestraft seine Früchte tragen wird. Nimmermehr sollen die Gegner schaden- Rosenberg bestimmt war, der aber diese Kandidatur niedergelegt Nach einem Blatt hätte der Magistrat eine Denkschrift für das froh ausrufen dürfen, daß wir im Kampfe für unsre heiligsten Güter: hat, ist der Genosse Josef Scholz, Maurer in Beuthen D.-S., Ministerium des Innern ausgearbeitet und darin erörtert, wie das für Thron, Altar und Vaterland erlahmt wären. Diejenigen aber, von der oberschlesischen Kommission gewählt worden. Richtig Gerücht hatte entstehen können, daß die Regierung ursprünglich den welche da glauben, daß in Berlin doch nichts mehr zu erreichen fei, zuſtellen ist, daß in Ratibor nicht Bebel, ſondern Paul 255e, 17. Mai als Termin für die Reichstagswahlen in Aussicht ges kennen den wahren Volkscharakter Berlins nicht. Die Socialdemokratie eilt bereits ihrem Höhepunkte enigegen, und es wird die Zeit kommen, wo der ebenso nüchtern wie fritisch veranlagte Berliner auch diese Herrschaften von der roten Fahne mit seinem stets bereiten Spott übergießen wird. Uns ist es vorbehalten, diese Zeit vorzubereiten, und wir erachten es deshalb für unsre heiligste Pflicht, alle Freunde aufzurufen, uns darin beizustehen, daß dem zügellojen Treiben einer vaterlandslosen, vom Judengeiste verführten, durch Judengeld gestükten Demokratie Widerstand bis zum Ickten Atemzuge geleistet wird. Säumen Sie nicht! Helfen Sie uns nach Kräften und Vermögen! Herzlichen Dant aber im voraus Geldbeiträge für den Wahlfonds bitten wir an den Schahmeister unfres Wahlvereins allen freundlichen Gebern. Herrn Bankier F. W. Baumgärtner, Berlin SW. 49 zu richten. Mit vorzüglicher Hochachtung! b. 2oebell, Polizeirat. A. Wegner, Schriftsteller. Ulrich, Rechtsanwalt. Steinme, Kaufmann. Stodmant it, Ober- Postassistent. F. W. Baumgärtner, Bantier. 2. Ohm, städt. Lehrer. Es sind zumeist die bekannten Wahlmacher der Berliner Konservativen, die das vertrauliche Bettelcirkular unterzeichnet haben. Der Oberpostassistent Stockmann kandidierte bei der letzten Nachwahl im zweiten Kreise mit so viel Glück, daß er selbst nach der Wahl bittere Klage über die Wahlfäumigkeit der konservativen Wähler führte. Er hat daher das Vergnügen, wiederum durchzufallen, diesmal dem Professor Wendstern übertragen, aber es sei ihm gelassen er ficht eifrig weiter für die konservative Sache und giebt sich neuen wundersamen Hoffnungen hin; daß diese nur nicht ebenso enttäuscht werden wie alle früheren! Redakteur in Breslau, kandidiert. " nommen babe Wir sind nicht unterrichtet, ob Magistratus thatsächlich in der Führer und Massen. Die bürgerliche Presse hat wieder einmal Wahlterminsfrage eine Denkschrift ausgearbeitet hat. In Verhand alle Hände voll zu thun, um die Socialdemokraten vor einander zu müssen, und zwar aus dem triftigen Grunde, weil der Berliner lungen mit dem Ministerium wird er allerdings haben treten schüßen. Heute muß fie die Massen schützen vor der Ausbeutung durch die Führer, morgen wieder schützt sie die Magistrat sich zu rechtfertigen hat, warum er den ministeriellen geistige Freiheit der Führer vor der schwieligen Faust der Wassen. Befehl, die Wählerlisten vor Ostern fertig zu stellen, nicht hat ausführen können. Einmal bedauert sie die armen Verblendeten, die sich von ein paar unterdes zu Heßern gewordenen Führern an der Nase herumführen Kornm als Sieger. Als der Bischof von Trier der„ Grivartung" laſſen, ein andermal grault sie sich vor der geistigen Unfreiheit, in des Grafen Bülow nachfam und prompt jenen Erfaß zurüdzog", die sich die schnell wieder zu Führern gemachten Hezer von den der die Besucher der staatlichen Mädchenschule in Trier mit der Massen schmieden lassen müssen. Die Konservative Kor- Verweigerung der Kommunion bedrohte, entzückte sich der noch respondenz" von heute abend schreibt: Sie sollen ihre Zeit den Sie Kirche. blinde Liberalismus über diesen prahlenden Sieg des Staates über Was wird von ihnen verlangt? Wir vertraten damals die Meinung, daß niemals der socialdemokratischen Führern und Beamten unentgeltlich zur Ver Staat täglicher von der Kirche geschlagen worden sei, hatte doch fügung stellen, sollen agitieren und hetzen, statt in Ruhe und der Bischof seine Publikation mit der Begründung aufgehoben, daß Frieden sich ihren Familien zu widmen." sie wegen veränderter Umstände" Hier gilt es dem Aufrufe an die Frauen zur Teilnahme an Berücksichtigung der katholischen Beschwerden überflüssig geder inzwischen zugesagten der Wahlarbeit. Zu der Angelegenheit der Auseinandersetzungen worden sei. zwischen Bernstein, David, Kautsky zc. aus unsrer gestrigen Nummer leber den Erfolg des„ Sieges" des Grafen Bülow berichtet aber schreibt die, Germania" gleichfalls von heut abend: Also:„ Die Stimmung der Masse" entscheibet. Die geistigen Trier ist flerifalisiert worden, und die geistliche Konkurrenz Schule jezt die Frankfurter Zeitung". Die staatliche Mädchen- Schule in Führer der Socialdemokratie haben nicht das Recht der freien wird mit erweiterten weltlichen Rechten ausgestattet. Der neue Diskussion, fondern sie sollen und müssen sich, wenn die„ Masse" fatholische Regierungs- und Schulrat hat deshalb seine Tochter in dies fordert, der„ Disciplin" fügen. Auch ein Beitrag zun jocial- aller Feierlichkeit nicht der staatlichen, sondern der Kirchdemokratischen Zwangs- Staat!" lichen Anstalt anvertraut! " Es kann uns also wirklich nicht fehlen. Man ist ebenso besorgt um unser geistiges wie um unser materielles Wohl, seien wir Centrumsschwindel. Die„ Märkische Vollszeitung" und die mun Führer oder Verführte! So gerührt wir von so viel Fürsorge Germania" haben wieder einmal recht umlautere Mittel angewandt, auch sind, wir müssen dankend ablehnen. Als Verführte werden um die verhaßte Socialdemokratie zu verunglimpfen. Kürzlich hatten wir uns von dem Quatsch über die Ausbeutung durch die wir uns mit einer Notiz der Märk. Voltsztg." beschäftigt, welche Führer keinen Augenblick in dem Kampfe gegen die Bolks- behauptete, in jener Tischlermeister- Versammlung, welche die Aus beirren lassen, und als Führer ausbeuter fühlen wir sperrung der Arbeiter beschloß, hätten socialdemokratische nicht im geringsten beeinträchtigt Tischlermeister die Aussperrung sämtlicher Arbeiter befür unfre geistige Freiheit durch die allein erhobene aber ganz selbstverständliche tortet, während ihre bürgerlichen Kollegen mur 25 Prozent Allen voran habe fo Der Bettelbrief bietet ein interessantes Zeugnis sowohl von der Forderung, bei Auseinandersetzungen die Rücksichten zu wahren, die der Arbeiter aussperren wollten. das notwendige genossenschaftliche Zusammenarbeiten aller Glieder behauptete die Märk. Volksztg." der socialdemokratische trüben Lage der Berliner„ Nationalen" als von der geistigen Un- einer im Kampfe um die politische Macht stehende Partei er- Reichstags- Kandidat für Eberswalde den schärfsten Ton fähigkeit derselben Gesellschaft, durch die freilich jene trübe Lage fich fordert. gegen die Arbeiter angeschlagen. Das Centrumsorgan sprach von hinlänglich erklärt. Die allerdings kritisch veranlagte" Bevölkerung socialdemokratischen Unternehmerdespoten, und die besagte Notiz hatte Berlins würde mit Recht die Herrschaften von der roten Fahne mit aus unsrer gestrigen Notiz über den von den fiskalischen Gruben- Partei Leute gäbe, die als Arbeitgeber die schärfften UnterdrückungsEine perside Verdächtigung des Centrums lieft die Germania" bie deutlich erkennbare Tendenz, darzulegen, daß es in unfrer fiets bereitem Spott übergießen", wenn sie einmal zu der intellek verwaltungen im Saarrevier ausgeübten Gewissenszwang. Lediglich das schlechte Gewissen des Centrumsblattes hat diese socialdemokratischen Partei Vertrauensstellungen bekleiden. maßregeln gegen Arbeiter befürworten, aber gleichwohl in der tuellen Hilflosigkeit der Herrschaften von den heiligsten Gütern" herabsinken sollten. Vorläufig hat der kritische Berliner in stets unsinnige Interpretation veranlaßt. Denn selbstverständlich ist uns über diesen lügenhaften Bericht haiten wir nenlich festgestellt, daß steigendem Maße sich gegen das„ zügellose Treiben" der konservativen nicht eingefallen, das Centrum dafür verantwortlich zu machen, wenn unser Reichstagskandidat für Eberswalde( Oberbarnim) gar kein Brotwucherer und Volksrechtsfeinde gekehrt. Vorläufig äußert die preußische Grubenverwaltung socialdemokratisch sich bethätigende er seinen kritischen Spott gegen die Thoren, die glauben, hinter dem Arbeiter mit Kündigung bedroht. Die„ Hochburgen des Centrums" Tischlermeister ist, und daß auch die socialdemokratischen Unternehmer- Despoten" aus der schwindelhaften Phantasie des BerichtSchlagwort von„ Thron, Altar und Vaterland" ihre brutalen Thaten erwähnten wir klärlich nur deshalb, weil aus dem Erlaß hervorging, daß erstatters des Centrumsblattes geboren sein müßten. und Pläne wider die arbeitenden Klassen verstecken zu können. selbst in diesen schwarzen Gegenden die Socialdemokratie sich ausbreitet. Aber wenn wirklich das Centrum für diesen Gewissenszwang und macht unter reichlichem Aufgebot von Entrüstung über angeb Nun kommit die Germania" ihrem Schwesterblatte zu Hilfe Vorläufig ist es nichts als Flunkerei, von einem unverkennverantwortlich wäre, würde die„ Germania" eine folaje Verantwortung ablehnen? Wozu die Aufregung über einen solchen die gekennzeichneten Angaben der„ Märk. Volkszeitung" zu erhärten. liche Ableugmug von Thatsachen durch den„ Vorwärts" den Versuch, Vorwurf! Ist es doch eine Grundauschenung des Centrums, daß der Dabei wendet das fromme Centrumsblatt ein ebenso plumpes wie katholische Arbeitgeber feine heiligere Pflicht habe, als die, Social- unehrliches Manöver an, weil es anders auch nicht den Schein demokraten in seinem Betriebe nicht zu dulden. Vielleicht jetzt Herr Dasbach wieder 2000 Gulden aus für socialdemokratischen Tischlermeistern und den socialistischen Reichstagseiner wahrheitsgetreuen Berichterstattung retten tönnte. Aus den den, der nachweist, daß dieſe Anschauung wirklich klerikales Princip ist. Wir möchten uns sehr gern die 2000 Gulden verdienen! baren Fortschritt des nationalen Gedankens in Berlin" zu reden, sofern der„ nationale Gedanke" die Politik der Konservativen bedeutet. Wie wenig dieses Gerede der Wahrheit entspricht, das zeigt gerade der Bettelbrief. Bis zum letzten Atemzuge" will man streiten für die„ heiligsten Güter" gegen„ Juden und Socialdemokratie". Aber von denselben heroisch bis zum letzten Atemzuge Kämpfenden und dies ist des Cirkulars eigentlicher Inhalt wird zugestanden, daß selbst die Wohlhabenden unter ihnen der nationalen Bewegung Berlins" nur eine überaus mangelhafte materielle Unterstützung zu teil werden lassen. So begeistert ist man für„ Thron, Altar und Vaterland"! Nun, man weiß," Thron, Altar und Vaterland" sind Einrichtungen, die den Wohlhabenden etwas einbringen sollen, aber kosten darf die Sache nichts. Wie sehr stecken diese Leute doch in widerwärtigster Selbst- und Gewinnsucht- Konservative würden von„ Judengeist" reden daß fie nicht einmal für die„ heiligsten Güter" etwas übrig haben. So müssen sich denn die konservativen Wahlmacher an„ dic wohlhabenden Freunde im Lande draußen" wenden, daß sie der Berliner„ nationalen Bewegung" mit" freundlichen, recht namhaften Beiträgen" beispringen. Daß nur die Konservativen im Lande draußen" ihre Moneten nicht selbst recht dringlich gebrauchen, um sich gegen die Socialdemokratie zu schützen! So bedeutet das Betteleirkular ein uns erfreuliches Selbstbekenntnis von der erbärmlichen Jdealitätslosigkeit, an der die nationale Bewegung" in Berlin fault. Wahr ist im Bettelbrief nur die eine Erklärung, daß die Socialdemokratie ihrem Höhepunkt entgegeneile. Sie ist in aufsteigender Linie ebenso wie die konservative Bewegung in absteigender Linie. Und wenn die Socialdemokratie die Höhe erreicht haben wird, dann wird sie dort ebenso verbleiben, wie die Konser vativen in der Tiefe.. Die Loebell und Stockmann werden den Schmerz erleben, daß , die Hohenzollernstadt an der Spree" auch die Haupt- und Residenzstadt der deutschen Socialdemokratie ist! .000 tha * Die Kandidatenfrage im Großherzogtum Sachsen- Weimar ist mun soweit geklärt, daß bis jetzt folgende Kandidaten in Betracht kommen. Im ersten Wahlkreise, Weimar- Apolda- Ilmenau: Socialdemo fratie: der bisherige Abgeordnete Baudert; Mischmaschparteien: der Bürgermeister Landwirt Heinrich Ziehn in Niederzimmern. Im zweiten Wahlkreise, Eisenach- Dermbach: Socialdemo fratie: der Schlosser Hermann Leber in Jena; Freisinnige Volkspartei: der Rechtsanwalt Dr. Ebner in Frantfurt a. M.; Antisemiten: der Schriftsteller C. Noll in Eisenach; Nationalliberale: der Oberförster Fries in Marksuhl. Die Konfervativen und Bauernbündler überlassen es ihren Getreuen sich für den Antisemiten oder Nationalliberalen zu entscheiden. Der bisherige Abgeordnete Casselmann( Freisinnige Volkspartei) hat eine Kandidatur nicht wieder angenommen. Jm dritten Wahlkreise, Jena- Neustadt, Socialdemokratie: der Malermeister V. Leutert in Apolda; Nationalsociale: der SchriftSchweinburgerei in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". Das Regierungsorgan fährt fort, die Arbeiterbewegung in einem Stile zu behandeln, als ob es nicht mehr durch Hamburger GuanoGeld unterhalten, sondern vom Centralverband der Industriellen angetauft worden wäre. Ueber den holländischen Streit schreibt das Blatt: Die Ernüchterung der niederländischen Eisen bahn- Angestellten, die sich von gewerbsmäßigen Hebern so Teichtfertig zu verhängnisvollen Entschließungen hatten verleiten lassen, gewinnt rasch an Boden." Regierungspersonen scheinen jetzt wieder beim Centralverband cifrig zu antichambrieten! Gegen Kandidaten werden Leute, die ehemals Vertrauensstellungen in der socialdemokratischen Partei befleidet haben sollen. Auf unser Verlangen nach den Namen der socialdemokratischen UnternehmerDespoten" nennt die Germania" diese: Tischlermeister Thierbach, ehemaliger socialistischer Reichstagskandidat für Eberswalde, Tischlermeister Rödel, ehemaliger Vertrauensmann der Berliner Holzarbeiter, Leiter vieler Ausstände und Vorsitzender des socialSemokratischen Reformvereins, dann der socialdemokratische Tischlermeister Meißner und der ehemalige Leiter von socialistischen Arbeiters organisationen Tischlermeister Mitsch. Hierdurch ist eigentlich schon das ganze Schwindelmanöver der beiden Centrumsblätter abgethan, denn so wenig wie man oder etwa die rednerischen schriftstellerischen Auslassungen des ehemaligen Jesuitenpaters Grafen Hoensbroech als Befundungen eines katholischen Geistlichen ansprechen kann, so wenig Die verhängnisvollen Wahlcouverts. Seit furzem erscheint in tönnen die Reden der von der Germania" bezeichneten Herren als Berlin eine neue Korrespondenz, die sich„ Preußzen- Korrespondenz" Ausführungen von Socialdemokraten gelten. Herr Thierbach hatte nennt und von„ Lokal- Anzeiger"-Geist trieft: Sensation, Intimitäten schon bei der vorigen Reichstagswahl die Kandidatur in Oberbarnim flatsch und ein hahnebüchenes Offiziösentum, das vor keiner Un- nicht mehr, er gehört seit 1899 der socialdemokratischen Organisation glaublichkeit zurückschredt. nicht mehr an, hält sich also wohl selber nicht mehr für einen unire bündige Frage" schwieg, wer die Bundesregierungen angewiesen uns, die ihn seit Beginn feines Auftretens in der Gewerkschaft kennen, Während die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ratlos auf Socialdemokraten. Von Herrn Rödel wissen Parteigenossen von hat, daß die Wählerlisten noch vor Ostern fertig sein müßten, hatte nicht, daß er sich jemals als Socialdemokrat gegeben oder gar für die die Korrespondenz eine famose Ausrede ersonnen, warum man den Partei gewirkt hat. Der„ socialdemokratische Reformberein", dem Herr anfänglich geplanten früheren Wahltermin hinausschieben mußte: Rödel vorstehen soll, ist ein Tischlermeister- Verein, der im Gegensaz die Wahlconverts wären nicht fertig geworden. zu den jezigen Leitern der Innung gewisse Reformen innerM Nachdem diese Information an die Zeitungen versandt halb der Verwaltung der Innung durchsetzen will, der und honoriert war, kam der Herausgeber der Korrespondenz aber mit der Socialdemokratie nichts zu thun hat. Im Holzarbeiterauf den Gedanken, daß der Einfall zu herrlich sei, um Verbande hat Herr Nödel vor langen Jahren sich gelegentlich eines nur einmal verwandt zu werden. Und da der Mann mit Recht Streits allerdings bemerkbar gemacht. Er ist bald darauf Arbeitvoraussetzte, daß inzwischen die erſte Information wieder vergessen geber geworden und hat seitdem auch in der Gewerkschaft nichts sei, so benutzte er die Wahlcouverts jetzt zu einer zweiten, ebenso mehr zu thun. Und nun gar Herr Mitsch! Der Mann gehört dem schönen, wenn auch der früheren Information strads widersprechenden Vor stande der Tischler Jnnung an. Wann und wo er Information". Rum tragen auf einmal die fürchterlichen Wahl ehemals socialistische Arbeiterorganisationen geleitet haben mag, converts die Schuld, daß der ministerielle Auftrag tam, die Wähler- ist ein Geheimnis der„ Germania". Wir konnten darüber nichts listen noch vor Ostern fertig zu stellen. Man lefe und staune: erfahren. Herr Meißner, den auch niemand als Socialdemokraten „ Der Vertrag über die Lieferung der Wahlcouverts ist nun- tennt, hat, wie uns ein Besucher jener Versammlung mitteilt wir mehr abgeschlossen... Der„ Verband deutscher Briefumschlag hatten daselbst keinen Vertreter überhaupt nicht geredet. Fabrikanten", der seinen Siz zu Barmen hat, übernimmt bei Was die bezeichneten Herren in der Versammlung gesagt haben, hohen Konventionalstrafen für den Fall verspäteter oder nicht soll, wie uns versichert wird, wesentlich anders gelautet haben, als bedingungsgemäßer Lieferung Fabritation und Expedition der es die Centrumsblätter dargestellt haben. Doch das ist nebensächlich. Couverts, die beide bis zum 9. Juni erledigt sein müssen. Was die Herren auch gesagt haben mögen, gegen uns kann es ein Alles in allem fosten die 17 Millionen Couverts, die an ständiger Mensch nicht ausnutzen. Es bleibt also dabei, Preußen braucht, etiva 70 000 M. Um dem Verbande die Grund-„ Germania" und Märkische Voltsztg." haben wieder einmal zur lagen zur Vorbereitung der Expedition en die einzelnen Landrats- höheren Ehre des Centrums die Socialdemokratie schäbig berämter usw. liefern zu fönnen, war die beschleunigte Fertigstellung leundet. des Gros der Wählerlisten unbedingt erforderlich. Sie hat sich, abgesehen von Berlin und Breslau, überall glatt bewirken lassen, soweit bisher Berichte vorliegen. In Berlin und in Breslau find infolge des Osterumzugs Schwierigteiten entstanden; beide Städte werden ihre Listen bis Anfang Mai in Ordnung haben." Saccharingejet und Arbeiterentschädigung. Nach dem„ Süßstoffgefeße" vom 7. Juli 1902, das jetzt am 1. April in Kraft getreten ist, erhalten die Unternehmer eine Entschädigung für das Verbot der Produktion. Die Bedingung für Ges Inkrafttreten des Wortlautes ergiebt schon, wie ungenügend die handelt das französische Kapital gegen den Zweibund. " währung der Entschädigung ist, daß der Unternehmer die Süßstoff-| Verkehrsmittel nach Indien erweist, ist ihr unsre indische Post des gesetzlichen Vorgehens ablengiten, doch eines Tages fann ein produktion schon vor dem 1. Januar 1901 betrieben und auch in zu überlassen. 4. Die britische Regierung soll ihr Bestes thun, revolutionärer Aft notwendig werden. Wegen des Eintritts in das der Zeit vom 1. April 1901 bis 1. April 1902 fortgesezt daß die Endstation der Bahn in oder neben neyt gebaut werden Ministerium ist gegen Millerand kein Vorwurf zu erheben, wohl aber hat. Dann erhält er einen sechsfachen Jahresgewinn als könnte." wegen seiner späteren Handlungen. Es bedeutet eine Verurteilung Entschädigung für das Verbot der Fabrikation. Der Unternehmer Diese schriftlich gegebene Antwort besagt, daß die Zukunft der der ministeriellen Beteiligung, wenn man, wie Millerand, dieselbe ist verpflichtet, davon die Arbeiter und Beamten zu entschädigen, Bagdadbahn vielfach von der Mitwirkung Englands abhängt; ferner, Stellung beibehalten will, wenn man nicht mehr im Ministerium ist. die„ infolge des Verbots aus ihrer Beschäftigung entlassen werden." daß die Bahn kein deutsches, sondern ein internationales Täglich, wenn wir die Radikalen kritisieren, hält man uns Millerands Die Arbeiter sollen entschädigt werden mit einer Summe, die dem Unternehmen ist, wie etwa der Suezkanal; schließlich, daß sich sowohl Abstinnnungen vor. Der Redner kritisiert eine der Abstimmungen in den letzten drei Monaten„ vor Inkrafttreten des Gesetzes" be- England wie Frankreich daran beteiligen. Weltpolitisch sehr wichtig nach der andern. Er verteidigt den„ Katechismus des Soldaten" zogenen durchschnittlichen Verdienste entspricht, die Beamten mit ist die Beteiligung des französischen Kapitals. Bird Frankreich in und billigt die Ratschläge, die darin den Soldaten erteilt würden. einer Summe, die dem in den letzten sechs Monaten vor den Interessenkreis der Bagdadbahn gezogen, so ist Rußland in Selbst wenn der Katechismus monarchistisch wäre, hätte Millerand feiner Gesetzes bezogenen Gehalt entspricht. Hier nicht für seine strafrechtliche Verfolgung stimmen dürfen; das Prüfung des heißt die Freiheit der Presse beseitigen. Weiter behandelt Redner Vorschriften über die Entschädigung der Arbeiter und Beamten sind. Balfour gab also eine sehr interessante, weil aufklärende die Gründe, die Millerand geleitet haben, und meint: Ich glaube, Die Entschädigung soll berechnet werden nach dem Verdienst, der in Antwort. Troydem erklärte sich Bowles mit ihr nicht daß Millerand wieder Neigung zur Rückkehr in die Macht hat! den letzten drei oder sechs Monaten vor Infrafttreten des Gesetzes, zufrieden. Er warnte die britische Regierung und das Millerand: Ich war drei Jahre von meiner Partei getrennt also vor dem 1. April 1903 bezogen wurde. Wie aber, wenn britischen Kapital vor Deutschland. Dagegen meinte Sir Charles und konnte ihren Kongressen nicht beiwohnen. Wenn ich jetzt Arbeiter oder Beamte schon vor dieser Frist entlassen worden sind? Dilke, England könne sich einem Unternehmen wvie der zurückkehre int den Kreis meiner Freunde, so gestatte man Sollen sie dann überhaupt einen Anspruch auf Entschädigung Bagdadbahn nicht widersetzen. Nur müsse die Regierung sich mir, festzustellen, daß der jezige Fall Millerand" nicht haben und wie groß soll sie denn sein? Wonach be- bei der Erhöhung der türkischen Einfuhrzölle sehr in acht nehmen, mehr derselbe ist wie der einstige und daß diejenigen stimmt man in diesem Falle, ob die Entlassung eine da die britische Handelsinteressen dort sehr bedeutend seien. Aber Anklagen nicht mehr ertönen, die während meiner Ministerschaft Folge des Produktionsverbots ist? Daß Arbeiter wegen auch Dilke war der Ansicht, England müsse unter allen 11m gegen mich erhoben wurden. Wenn jemand hier meine Handlungen des Verbots zu so früher Zeit entlassen werden ständen seine Monopolstellung im Persischen Meerbusen als Minister vorbringt, so bin ich bereit Rede zu stehen. Ich trat fonnten, ist möglich, weil das Gesetz schon am 11. Juni 1902 vom aufrecht erhalten, was ja auch die Regierung zugegeben habe. in das Ministerium nach vorheriger Besprechung mit meinen ParteiReichstage endgültig beschlossen wurde. Der Unternehmer Balfour antwortete in längerer Rede, die indes mur eine Erklärung freunden, kein Widerspruch erhob sich und man gab mir die hatte fein Interesse daran, es nicht zu thun, da seine seiner früher gegebenen schriftlichen Antwort war. Ueberhaupt legte Freiheit, unter meiner persönlichen Verantwortlichkeit zu handeln. Man Entschädigung von der Zahl der beschäftigten Arbeiter uner Gewicht darauf, daß die Bagdadbahn kein deutsches Unter- hat gesagt, besonders war es Genosse Hyndman, ich hätte zugesagt, daß abhängig ist und ihm auch gewährt würde, wenn er schon früher nehmen sei. ich das Ministerium verlassen wollte, sobald die reaktionäre Gefahr als drei Monate vor Inkrafttreten des Gesetzes aufgehört hätte zu beseitigt wäre. In feiner Form habe ich je eine solche Zusage gegeben. producieren. Er hatte aber ein Interesse, es zu thun, denn je Paris, 15. April. Der Postdirektor des Seinedepartements hat Nun hat man meine Abstimmungen angeflagt und fordert meinen Ausweniger Arbeiter er zu entschädigen hat, umſomehr verbleibt ihm den Postbeamten den Auftrag erteilt, die von den Klostergenossenschluß. Es mögen bindende Mandate bei allen Fragen berechtigt schaften versandten Cirkulare, in denen zu Sammlungen für mild- sein, aber nimmermehr können sie es sein bei der Frage, ob ein thätige Zwecke aufgefordert wird, bis auf weiteres nicht mehr zu Parteimitglied ausgeschlossen werden soll. Diejenigen, die hier ein befördern, jedoch ein Eremplar von jedem der Postbehörde zu über- imperatives Mandat haben, werden ihm nachkommen, aber ich bin überzeugt, daß ich mich an Ehrenmänner wende, die anhören werden, was ich zu sagen habe.( Beifall.) Man hat mich oft als einen Socialisten dargestellt, der wenig auf die Meinung seiner Partei achtet. Aber ich habe als Abgeordneter niemals die innigen Beziehungen zu meinem Wahlförper und zu meinen Kollegen in der Kammer verloren. Sch habe stets an den Sitzungen unsrer parlamentarischen Fraktion teilgenommen. Ich behaupte nicht unfehlbar zu sein, aber ich darf behaupten, daß ich in meinem politischen Verhalten seit 10 Jahren mich nicht geändert habe. Ich stehe vor Ihnen als derselbe, der ich 1892 war, als ich die radikale Partei verließ, un in Lille für die Kandidatur von Paul Lafargue einzutreten. Ich gedachte der socialistischen Partei mehr Zusammenhang zu bringen und eine gerechtere Würdigung der politischen Wirklichkeiten, ich gedachte aber auch der Republik einen Dienst zu erweisen, indem ich wirken wollte an der Disciplinierung dieser Wassen, die allzu leicht jeder Erregung zugänglich sind. Es gewann die Ueberzeugung an Macht, daß es nicht mehr revolutionärer Maßnahmen bedarf, um berechtigte Forderungen zu verwirklichen. Was ich wollte, will ich noch heut. In feiner Reformforderung, die ich mit allen Socialisten gefordert habe, habe ich meine Ansicht gewechselt. selber von der Entschädigung. mitteln. Frankreich. Türkei. Ein Fall aus der Praxis veranlaßt uns zu diesen Betrachtungen. Die„ Vereinigten chemischen Fabriken" in Staßfurt haben die Fabrikation von Saccharin betrieben und schon vor mehreren Monaten entließen sie eine Anzahl Arbeiter. Die Arbeiter verlangten Entschädigung, wurden aber von der Firma abgewiesen mit der Konstantinopel, 15. April. Der Mörder des russischen Konsuls Begründung, daß die vor Inkrafttreten des Gesetzes entlassenen Arbeiter feinen Anspruch auf Entschädigung hätten. Die Arbeiter Schtscherbina wurde zum Tode verurteilt. tlagten bei dem Gewerbegerichte, das nach dem Süßstoffgefeße für Der Minister des Auswärtigen erwiderte auf bezügliche VorEntscheidung dieser Streitigkeiten zuständig ist. Die Firma bestellingen des serbischen Gesandten Gruitsch, daß keine Gefahr eines hauptet mun, die Arbeiter seien nicht wegen des Süßst off- albanesischen Angriffes gegen die serbische Grenze beſtehe. Die gefeßes entlassen worden. Ueber den Grund der Entlassung soll Albanesen seien durch die Thätigkeit der macedonischen Komitees erdeshalb dem gesetzlichen Vertreter der Firma der Eid auferlegt regt worden. Auch sei die zuversichtliche Hoffnung vorhanden, daß werden, und wenn er beschwört, daß die Entlassung keine Folge des infolge der ergriffenen Maßregeln baldigst normale Verhältnisse Gesetzes ist, dann sollen die Arbeiter abgewiesen werden. Daß mit einem solchen Verfahren nicht die Absichten erfüllt wieder eintreten werden. Serbien. tverden, die bei Schaffung der Entschädigungsvorschrift gehegt Belgrad, 15. April. Oberstlieutenant Jlic, Kommandeur des worden sind, ist gewiß. Aber selbst wenn der Vertreter der Firma 6. Infanterie- Regiments, der durch königlichen Ntas seines Postens diesen Eid nicht leistete, wonach will denn das Gericht die Ent- enthoben worden war, wurde heute nacht auf Befehl des Königs schädigung bemessen, da ja als Maßstab dafür der Verdienst in der verhaftet. Mit ihm wurden sechs andre Offiziere desselben ReZeit vom 1. Januar bis 1. April gelten soll? Die Forderung der Arbeiter beträgt über 100 M. und ist daher giments in Haft genommen. Der König selbst leitet die Unterberufungsfähig, so daß die Arbeiter bei einem ungünstigen Entscheide fuchung. Hier herrscht darüber große Aufregung. des Gewerbegerichts noch das Landgericht und das Oberlandesgericht anrufen können, doch kann man auch da über den Ausgang ungewiß sein. Ausland. Die Ausgesperrten. " Rußland. Studentenunruhen. den Millerand geht über zur Besprechung seiner Abstimmungen. Warum mußte ich für das Kultusbudget stimmen? Nicht deshalb, Ueber Studentenunruhen, die in der letzten Zeit an der weil ich durch mein Verhalten als Minister mich verpflichtet gefühlt Die Entschädigung der Arbeiter durfte nicht den Unternehmern Universität Petersburg große Erregung bewirkten, giebt jezt der überlassen werden, und es durfte vor allen Dingen keine Form für" Regierungsbote" eine Art abschließenden Bericht. Der Bericht ist wiederkehren, daß wir hätte, nein, es könnte nötig erscheinen und der Fall fant die Entschädigung gewählt werden, die es den Unternehmern erüber die Frage des Kultusbudgets möglichte, die Beteiligung der Arbeiter an der Entschädigung möglichst ganz Polizeigeist, jeder Ausdruck zeigt die bornierte Auffassung eine Abstimmung vornehmen müssen, die eine Manifestation möglichte, die Beteiligung der Arbeiter an der Entschädigung möglichst der Polizei, die in der Studentenbewegung nichts sicht als ein bedeutet. Für mich ist eine solche Manifestation ein Widersins geringfügig zu gestalten und sich selber an dem den Arbeitern zu Produkt„ unruhiger Köpfe" u. dergl. Immerhin bietet auch dieser mit dem Tage, geworden da die Regierung gegen den gedachten Anteil zu bereichern. Polizeibericht einen gewissen Einblick in die Gährung unter der Klerikalismus einen Kampf unternahm, wie er noch niemals unters jungen Intelligenz Rußlands. Der„ Regierungsbote" erzählt: nommen worden ist, da sie ihn angriff in seiner Kerntruppe und Schon gegen Ende Februar bemerkte man eine Erregung der in seiner Kriegstaffe. Es ist ein Widersinn, der Regierung jetzt noch Zuhörerimen des weiblichen medizinischen Instituts weitergehende Maßnahmen aufzuerlegen. Die Trennung von Staat in Neber die Beendigung des Generalstreits schreibt uns unser wegen der geplanten Abänderungen des Prüfungsmodus. und Kirche fann nicht in 24 Stunden bewirkt werden. Wir haben uns Diese Erregung steigerte sich fortgesetzt und führte am 23. März zu gegenüber eine gewaltige Macht und man kann eine so gewichtige MaßAmsterdamer Korrespondent vom 13. April: Während der zwei Yetzten Nächte fanden Versammlungen der einer unerlaubten Versammlung im Inſtitut, an welcher etwa Hauptvorstände der verschiedenen Arbeiterorganisationen statt, in 600 Zuhörerinnen teilnahmen. Die Aufforderungen des Direitors ahme nicht treffen, ohne zuvor andre unerläßliche Maßnahmen getroffen zu haben. Darum habe ich den Gefeßentwurf Pressensés unterdenen das Abwehrkomitee seinen Beschluß wegen der Aufhebung und des Kurators des Petersburger Lehrbezirks, auseinanderzugehen, zeichnet, der die Wege zur Trennung von Kirche und Staat vordes Generalstreits begründete; es ging ziemlich scharf her. Von waren erfolglos. Die Versammlung dauerte drei Stunden; am bereitet. Ich bin nicht gegen jede parlamentarische Demonstration, anarchistischer und anarchistelnder Seite sprach man von Verrat folgenden Tage wurde das Institut bis auf weiteres geſchloſſen. aber in diesem Falle mußte eine Demonstration zum Hindernis für des stomitees, troydem diese Richtung selbst Sitz im Komitee und das aus Professoren beſtehende Disciplinargericht beschloß, 317 der die Regierung werden, die jedenfalls uns auf antiklerikalen Bahnen hält. fesar die Mehrheit in ihm hatte. Schließlich ernannte man eine Hörerinnen einen Verweis zu erteilen und 28 schärfer zu bestrafen, Ich wünsche, daß die ſocialiſtiſche Partei stets ernsthafte Abstimmungen Untersuchungskommission. Auch wurde eine Unterstützungskommission jedoch nicht zu relegieren. Als lettere, mit Ausnahme einer, der vornimmt. Die Radikalen haben sich früher allzuoft unfruchtbaren von drei Mitgliedern ernannt, die Geldmittel sammeln soll für die Aufforderung, beim Direktor zu erscheinen, nicht folgten, verfügte der Demonstationen hingegeben; ich möchte, daß die Socialisten sich dessen Ausgesperrten. Ueber die Frage des Antimilitarismus habe ich dies zu sagen: Die Zahl der Ausgesperrten ist für den Augenblick noch ganz weilig vom Institut zu entfernen seien. Am 9. April wurden die möglichst enthalten. besonders groß und zwar in allen Berufen, besonders aber bei den Vorlesungen wieder aufgenommen. Am 31. März betraten gegen 500 Studenten zusammen das Ich bin den Arbeiterbörsen nicht feindlich, ich habe alles gethan, was Eisenbahnern. Die Holländische Eisenbahngesellschaft soll allein über ich konnte, zu ihrer Entwicklung. Nun wurde der Kriegsminister, 1000 Mann entlassen haben. Dies ist aber nur die bekannte Maß- Universitätsgebäude und nahmen vor der Aula Aufstellung. Die alle Feinde der Republik verunglimpfen, wegen der des Verfolgung des ' nahme, um die Streifenden mürbe" zu machen, so daß sie sich auf Mahnungen des Rektors sowie des Kurators des Lehrbezirks wurden Katechismus Soldaten" angegriffen. Gnade oder Ungnade ihren Brotherren ergeben. Fallen auch eine mit äußerst groben und unanständigen Proteftrufen beantwortet. In Ich fragte mich, was ich selbst als Kriegsminister an der Stelle des Anzahl Opfer, an erster Stelle die Leiter, die bereits entgültig zum einer zwei Stunden währenden Versammlung verhandelten, die General André gethan hätte. Nebenbei, der Kriegsminister hat den suößten Zeile entlassen sind, dann werden die Geſellſchaften bei Studenten darauf über die Vorgänge im weiblichen medizinischen Soldaten auch den Besuch der Klerikalen Vereinigungen verboten. Ich ziedereinführung des gewöhnlichen Eisenbahnverkehrs doch genötigt Institut ſowie über dem akademischen Leben durchaus fernliegende denke wie Sie alle, daß nichts nützlicher ist, als die Soldaten in die Fragen. Um weiteren Unordnungen vorzubeugen, wurde die Uni- Arbeiterbörsen gehen zu lassen, aber ich mache den Arbeitersein, die meisten wieder in Dienst zu nehmen. versität zeitweilig geschlossen. börsen den Vorwurf, daß sie über ihre Aufgaben hinauss Vom Disciplinargericht wurden vier der Studenten freigegangen sind. In dem Katechismus wiederholt sich stets der gesprochen, gegen vier wurde die Verhandlung eingestellt, vierzehn Refrain:„ Deſertiert!" Ich erkläre, es ist ummöglich für einen wurden für immer, jedoch ohne Verlust des Rechts zum Eintritt in andre Hochschulen, relegiert, gegen 7 wurde die Relegation bis Striegsminister zuzulassen, daß den Soldaten solche Ratschläge gezum 7. August 1904, gegen 14 bis zum August 1903 ausgesprochen, geben werden. Diejenigen, welche sie gegeben haben, haben nur der 11 wurden zum Teil mit, zum Teil ohne Erteilung eines Bernationalistischen Propaganda Vorschub geleistet.( Beifall.) Man wirst mir weiter vor, nicht für die Tagesordnung über weises zur Abteilung der freien Zuhörer verwiesen, 14 erhielten die Frage der Abrüstung gestimmt zu haben. Delcassé, der Minister eine Rüge. Am 8. April wurden die Kanzlei und andre Räume der der auswärtigen Angelegenheiten, hatte erklärt, er könne gegenwärtig Universität wieder geöffnet. Wie jest festgestellt ist, war die unter nicht im Namen Frankreichs die Initiative zum Vorschlag der AbDie Mächte und die Bagdadbahn. Leitung des Hilfsvereins für bedürftige Studierende stehende Speise- rüstung ergreifen. Da schien es mir unmöglich, einer Tagesordnung London, 14. April.( Eig. Ber.) Am 8. d. M. verhandelte das Anstalt der Ort, wo sich unruhige Köpfe zur Besprechung Unterhaus über die finanzielle Beteiligung Englands an der Bagdad- über Obstruktion und andre Ruheſtörungen an der Universität zustimmen, die ein Mißtrauensvotum gegenüber Delcaffé bedeutet. Alle diese Abstimmungen sind die Ausflüsse einer einheitlichen bahn. Hervorgerufen wurde die Debatte durch den Vortrag des Generals versammelten. Das Ministerium des Innern hat genau politischen Auffassung. Zehn Jahre lang hatte ich die ganze socia v. d. Golz in Königsberg über den Fortschritt dieses orientalischen Kenntnis davon, daß dort seit dem Jahre 1899 nicht nur UnUnternehmens; ferner durch die Bemerkungen im Aprilheft der„ National ordmungen, die an der Universität vorgekommen sind, sondern auch Anhänger friedlicher und gesetzlicher Reformen und verschoben den iftische Partei mit mir. Von 1893 bis 1898 waren alle Socialisten Review" und durch einen Artikel im„ Spectator" vom 4. d. M. Straßenkundgebungen beschlossen wurden. Den studentischen Kreiſen Ilmsturz bis zu dem unwahrscheinlichen Tage, wo das allgemeine Die„ National" protestierte gegen die britische Beteiligung an der fernstehende Personen fanden dort ungehindert Zugang, politisch Stimmurecht selbst bedroht sein würde. Diese Haltung hat ihre babylonischen Verwirrung und meinte, die britische Regierung stände unzuverlässige Elemente hielten dort Beratungen ab und Folgen gezeitigt. Eine Partei, die sich organisiert hatte, um die im Banne Deutschlands. Diese Ansicht wurde auch vom„ Spectator" verbrecherische Druckschriften wurden dort offen verbreitet. Die Teil- öffentlichen Gewalten zu erobern, sah sich plötzlich vor das normale ausgesprochen. Beide Blätter find für eine friedliche Auseinander- nehmer an den letzten Ruheſtörungen waren direkt aus der Speiſe- Ergebnis ihrer Politik geſtellt: vor die Teilnahme an der fegung zwischen England und Rußland. Da aber Rußland dem Bau Anstalt nach der Universität gekommen. Mit Zustimmung des Ver- Regierung. Manche thaten damals plötzlich einen Satz nach hinten. der Bagdadbahn feindlich gegenübersteht, so muß selbstredend die wefers des Ministeriums für Boltsaufklärung wurde nunmehr Sie hatten ihre revolutionären Anschauungen nur obenhin aufgegeben. britische Beteiligung den gewünschten Ausgleich verhindern. Der kon diese Speise- Anstalt geschlossen." Bürger Vaillant sagte auf einem der letzten Socialistentongresse, er servative Abg. Gibson Bowles ist ebenfalls Anhänger der von den genannten Blättern gewünschten Politik. Er hält die britische Beteiligung Die übergroße Mehrzahl der Arbeiter nimmt Dienstag die Arbeit wieder auf, soweit dies nicht bereits geschehen ist. Die Teilaubſtände, die vor dem Generalstreit bereits ausgebrochen waren, werden nun ihren gewöhnlichen Verlauf nehmen. Die Hafen arbeiter zu Amsterdam 11. a. setzen ihren Kampf gegen die Arbeitgeberorganisation, die fie aussperrte, fort; das ganze nieder Tändische Proletariat wird diesen Kampf aufs Messer un die Hafenarbeiter Organisation unterstützen. " Amerika. Massenverhaftungen politischer Verdächtiger" werden aus begreife, daß die Partei die Macht an sich nehme, aber nur die ganze an der Bagdadbahn für besonders unflug in einem Moment, als Warschau gemeldet. Danach sollen allein in Warschau über Macht und zu dem Zwecke, um die Revolution auszuführen. Die England und Rußland um eine Abgrenzung ihrer asiatischen Sphären 150 Personen verhaftet und in die Citadelle eingesperrt worden sein; Frage ist nun die: bilden Sie sich ein, daß Sie die Macht ganz in verhandeln. Auf eine diesbezügliche Anfrage antwortete wie schon ebenso sollen aus der Provinz viele Personen wegen socialistischer die Hände bekommen können, in an einem Wundertage die Revolution telegraphisch mitgeteilt der Premierminister Mr. Balfour: und großpolnischer Umtriebe" in das Warschauer Festungsgefängnis auszuführen? Wenn Sie sich das einbilden, dann haben Sie recht, mich auszuschließen. Denn diese Anschauung werde ich nie und Formelle Unterhandlungen über die Bagdadbahn haben zwischen gebracht worden sein. nimmer teilen. Wenn Sie sich dies aber nicht einbilden, dann den Mächten nicht stattgefunden. Die geplante Eisenbahn wird überlegen Sie es sich zuerst, ehe Sie für meine Ausschließung keine deutsche Eisenbahn sein. Ueber diesen Gegenstand fanden New York, 14. April. Nach einer Depesche aus San stimmen. vor dreizehn Monaten zwei kurze Unterhaltungen statt: eine mit Salvador hat sich Juan Arias, der zum Präsident ernannt Wenn Sie mich ausschließen, so entscheiden Sie zugleich, daß dem französischen, die andre mit dem deutschen Gesandten. Lord worden war, während General Sierra den Oberbefehl über die gegen Lansdowne( der Minister des Aeußern) fagte damals, er würde dem Bonilla entsandten Regierungstruppen übernommen hatte, Bonilla Unternehmen nicht unfreundlich gegenüberstehen, wenn das britische ergeben, deffen Truppen gestern die Hauptstadt Tegucigalpa einKapital und die britischen Interessen als gleichberechtigt mit denen der andren Mächte behandelt würden. Die Unterhandlungen mit genommen haben. den britischen Kapitalisten sind noch im Gange und haben vorläufig zu keinem entgültigen Ergebnis geführt. Man ist im Begriffe, uns folgende Vorschläge zu machen: 1. das britische Kapital und die britische Fortsetzung der Sonntagnachmittag Sizung. Kontrolle sollen mit dem Kapitale und der Kontrolle jeder andren Macht Millerand- Debatte.) auf vollständig gleichen Fuß gestellt werden. 2. Da gegenwärtig mit der Türkei über einen neuen Handelsvertrag unterhandelt wird Hervé erklärt wie alle Parteigenossen des Yonne- Bezirks zugleich ( wobei es sich auch um eine Erhöhung der türkischen Zölle handelt), Reformist und Revolutionär zu sein. Man soll nicht die Erfolge Wenn Sie dagegen glauben, daß Sie folgerichtig handeln, wenn so wird von der britischen Regierung verlangt, daß sie sich der Zollerhöhung nicht widerseze, obwohl ein Teil der Erhöhung angewendet*) Der Bericht unsres Korrespondenten aus Bordeaux ist leider Sie täglich einen immer ansehnlicheren Teil der politischen Gewalt werden soll als Garantie der Bahn, die für die Türkei selbst so heute ausgeblieben, wir geben deshalb einen Bericht nach der an sich bringen, dann werden Sie mich nicht ausschließen, nicht aus bloßer Empfindsamkeit, sondern weil Sie als Politiker nicht leichthin wichtig ist. 3. Falls sich die Bahn als ein viel besseres Petite République". V Der Kongreß von Bordeaux. Sie jeden Anteil an der Gewalt ausschlagen; so entscheiden Sie zugleich, daß ein aus der Partei hervorgegangener Minister des Innern nicht das Recht hat, das Kultusbudget beschließen zu lassen, ohne das Programm zu verlegen; daß ein Minister des Krieges nicht das Recht hat, der Manneszucht Achtung zu ber schaffen, ein Minister des Aeußern nicht das Recht hat, mit den unabwendbaren Bedingungen der auswärtigen Politit rechnen zu dürfen, ohne das Programm zu verlegen. Sie geben danu jenen Recht, die sich von uns abgewendet haben. Sie sagen dann, daß man auf den Tag warten muß, wo man die ganze Gewalt wird an sich nehmen können. werden kann. mehr Fricke nicht ein Urteil fällen werden, das unsrer Partei zum Todesurteil| bürger, namentlich wenn er zu den Kunden der Frau Bertha Rothe| tagswahlen und begeistert schloß das dreifache Hoch auf die Social gehört, läuft da nicht ein angenehmer Schauer über den Rücken!-demokratie die schön verlaufene Landesversammlung. Das socialistische Proletariat hat in der ganzen Welt nur eine Schade, schade, daß Herr Fricke das Unglück hat, sich von den Am Ostermontag sprach dann Genosse Bebel seit Lehre. Aber es muß so viel verschiedene Arten von Taktik haben, übrigen Renegaten, in deren Fußstapfen er tritt, weder nach Lebens- 33 Jahren wieder zum erstenmal in Festsaale der uns so lange wie es verschiedene Arten von politischen Verfaffungen giebt. An lauf noch nach Charakteranlage zu unterscheiden. Er war, wie wir verschlossenen Liederhalle vor einer Massenversammlung, wie fie Frankreich ist es, zu zeigen, daß der Socialismus feinen Teil unsrem Dresdener Parteiblatt entnehmen, vor ca. vier Jahren schon feine Bartei je zusammenzubringen im stande ist. Tausende konnten an den Verantwortlichkeiten der Gewalt nehmen kann. Alle einmal nahe daran, aus feiner Gewerkschaft ausgeschlossen zu keinen Zutritt erhalten und mindestens 8500 Personen aus Stuttgart unfre Bemühungen müssen dahin trachten, unfre politische verden. Er hatte auf einer Agitationstour un verantwortlich und der weitesten Umgebung drängten sich in allen Gängen und Verfassung auch in unsre wirtschaftliche Verfassung ein eigen nüßig mit Gewerkschaftsgeldern gewirt Eden. Mit seiner fascinierenden Rede über„ Die politische Lage dringen zu Lassen, mit einem Worte, die Republit schaftet. Man ließ aber noch Gnabe vor Recht ergehen, be- und die bevorstehenden Reichstagswahlen" eröffnete der Redner den socialistisch zu machen. Das ist die Aufgabe des fran schloß aber, zu Agitationstouren zu Wahlkampf in äußerst wirksamer Weise. zösischen Proletariats und der französischen Socialisten, und darum verwenden. Später hatte er eine ganz unsaubere Geschichte müssen diese, anders als in andren Ländern, die Verantwortlichkeit mit einem Arbeitskollegen, so daß wieder sein Ausschluß aus der der Gewalt teilen und die Geschicke des Landes selbst in die Hände Gewerkschaft auf der Tagesordnung stand und sicher perfekt ge= nehmen. Die französische Socialistenpartei muß eine Landespartei worden, wenn. nicht dem zuvorgekommen und ausgetreten wäre, im weitesten Sinne sein. Wir haben nichts zu fürchten, wenn wir, genau so, wie er seinem Ausschluß aus der socialdemo zugleich mit unserm Ideal, das gemeinsame Jdeal der republita- fratischen Partei ausgewichen ist. Alle die Rücksichten, nischen Partei verfolgen. Wir arbeiten zugleich für uns, wenn wir die man mit F. nahm, hat er in erster Linie seinen mißlichen Verfür das Land arbeiten. Aus einer fortwährend größer werdenden hältnissen und seiner Familie zu danken, sonst wäre er längst ge Demokratie muß eine noch schönere socialistische Demokratie hervor- flogen. Die Partei hat ihn noch in der lesten seit fprießen. mit einem namhaften Geldbetrag unterstüßt. Das hat Herr Fride unter der Rubrik" Protektionswirtschaft" hoffentlich nicht zu erwähnen vergessen. Ich übergebe meinen Gegnern wie meinen Freunden meine Gedanken und meine Handlungen. Hinter jeder von ihnen werden Sie stets nur die glühende Leidenschaft eines socialistischen Republikaners finden, der nichts will als der Republik dienen und dem Socialismus, die niemals von einander zu trennen sind.( Langer Beifall.). Zweiter Verhandlungstag. der Parteitag der ungarischen Socialdemokratie. Am 1. Osterfeiertag begann in Budapest der zehnte Parteitag ungarischen Socialdemokratie. Der Parteitag ist außerordentlich stark besucht. Nebst den in großer Zahl in Nationaltrachten erschienenen magyarischen und deutschen ferbische und rumänische Landleute erschienen, so daß die Kongreß teilnehmer ein abwechselungsreiches, interessantes Bild bieten. Insgesamt find 165 Gemeinden mit 186 Organisationen durch 281 Delegierte bertreten. Die östreichische Socialdemokratie ist durch Genossen Ferdinand Skaret vertreten, die Kroaten durch Genossen Butseg aus Agram. Ju das Präsidium wurden Dr. Goldner aus Budapest sowie Vertreter der einzelnen Provinzstädte gewählt. Entrüftung erregte eine Mitteilung des rumänischen Delegierten Nhesd aus Vercsorok, daß ihm vor seiner Abreise nach Budapest die Reisespesen in der Höhe von 20 Kronen durch einen GendarmerieWachtmeister tonfisciert worden seien. Ein Parteitag für die obere Rheinprovinz fand Ostern in Kalt bei Köln statt. Aus dem 22 Reichstags- Wahlfreise umfassenden Agitationsbezirk der oberen Rheinproving waren Montag Vormittagssigung. 28 Delegierte aus 14 Wahlkreisen erschienen. Es waren also acht Jaurès wendet sich gegen Sarrante, der das Vorhandensein des Wahlkreise unvertreten, darunter jene Eifel- Wahlkreise, in denen das Klaffenkampfes leugnet. Die Klaffengegensäge bestehen auch in der Centrum unumschränkt herrscht und worin unsre Partei zum Teil Am zweiten Tage wurde zuerst das DrganisationsDemokratie, wenn auch unter andren Formen als in der Despotie. nicht einmal einige Dußend Stimmen erhält. Der Bezirk erstreckt Die focialen Ungleichheiten bleiben auch in der demokratischen fich über die Regierungsbezirke Köln, Aachen, Koblenz und Trier Statut in Verhandlung gezogen. Die Parteibertretung soll fortan Republik; durch den Druck der Unternehmer auf wirtschaftlichem und ist überwiegend landwirtschaftlich. Er hat nur drei Industries aus der Parteileitung und einer besonderen Kontrollkommission be Gebiete treten sie deutlich in die Erscheinung. Der Staat sei ein gebiete, deren Mittelpunkte Köln, Aachen und Saarbrücken sind. stehen; erstere foll fortan nur sieben Mitglieder zählen, was eine Klassenstaat, auf den das Proletariat aber nicht mehr ohne Einfluß Trotz aller Schwierigkeiten macht die Partei namentlich in den Be- größere Agilität in ihren Verhandlungen ermöglicht; die Kontrolleure fei. Der Einfluß der Socialdemokratie in den Kommunen und zirken Fortschritte, wo ein guter Stamm von Genossen vorhanden bekommen einen weit umfassenderen Wirkungskreis als bisher. Gine Barlamenten müsse stetig gesteigert werden. Aber es bleibe wahr ist. Das sind vor allem die Großstädte mit ihrer Umgebung. In Neuerung nach östreichischem Muster ist die Parteisteuer. Für und das vergesse vielfach Millerand, daß der heutige Staat einer ganzen Anzahl von Orten hat die Parteibewegung erfreuliche die unveränderte Annahme des Organisationsstatuts stimmen 70, ein Staat der Bourgeoisie ist, der dem Socialismus gegenwärtig Fortschritte gemacht, so in Köln- Stadt, Köln- Land, Mülheim a. Rh., dagegen 88 Organisationen. Es wird sodann der Antrag Karits Die Parteipreffe hat sich vor- angenommen, ebenso ein Antrag, daß der Parteitag die Zahl der alvar geringeren Widerstand entgegensetze, der aber jeden Augenblid Aachen und Saarbrücken. Die Rheinische Zeitung" sehr start an Mitglieder der Parteileitung von Jahr zu Jahr festsetze, und daß zur Anwendung systematischer Gewalt zurüdfehren fönne. Millerands trefflich entwickelt. Meinung sei die, daß, da wir in einer Republik lebten, das Proletariat Abonnenten zugenommen. Auch das als Stopfblatt der Rheinischen Streitbrecher der Partei nicht anhören tönnen; die übrigen Punkte gewiffe Freiheiten genießt, wir auch besondere Pflichten zu erfüllen Beitung" wöchentlich dreimal erscheinende Aachener Volksblatt" hat des Entwurfes werden unverändert angenommen. bätten. Er sagt, die socialistische Partei stehe neuen Be- gleichfalls nach jahrelangem Stillstand einen Aufschwung zu verzum zweiten Punkt der Tagesordnung, Stellungnahme dingungen gegenüber, gegenüber, und diesen müßte Rechnung getragen zeichnen. Das nämliche ist von der lediglich der Agitation ge- aurwirtschaftspolitik des Landes, referiert Me Itner, werden. Er( Jaurès) erkenne an, daß diese Taktit sehr widmeten Wochenausgabe der Rheinischen Beitung" zu berichten. ber für ein selbständiges ungarisches Zollgebiet eintrat und eine leicht und sehr einfach sei. Auch Guesde verfolge eine fo Das Agitationskomitee hat im verflossenen Geschäftsjahr ein Flug- Resolution empfahl, in der es heißt: blatt gegen einfache Politik, die Getreidezölle in 100 000 Stück, den Aufruf der mur ir andrem Sinne. Dieser rechne mit einem exklusiven Proletariat und mit bürgerlichen Parteien, die Reichstagsfraktion in 62 000 Stitch, den Rheinischen Voltskalender" Stüd gegen 45 000 Stück im Jahre vorher, er sich wie in einer Festung abgeschlossen dente. Das ist sehr einfach, in 58 000 ferner 35 000 andre und Flugblätter aber ich sage, das ist die Politit der höheren Fautheit( suprème verschickt. Das ganze Parteileben war gegen das Vorjahr be 6600 Broschüren paresse). Sie entbindet von aller Anstrengung. Jaurès wendet sich direkt an Millerand: Auch Ihre Politik ist deutend lebhafter und verspricht erfreuliche Ergebnisse bei der zu einfach. Sie halten vom socialistischen Programm nur Reichstagswahl. Die Einnahme des Agitationskomitees betrug 4296,81 das aufrecht, was fofort realisierbar ist; Sie zerreißen also das Mark, die Ausgabe 4136,54 Mart Der Parteitag befaßte sich selbstverständlich eingehend mit den focialdemokratische Programm in zwei hälften und der Teil, den Genosse Hofrichter Sie beiseite werfen, den wir nach Ihrer Meinung nicht mehr zu bevorstehenden Reichstagswahlen. bekräftigen brauchten, wäre nur noch eine tote Erbschaft. Das ist wies in seinem Referat auf das Bestreben des Centrums hin, den Wahlkampf auf das Gebiet der Religion zu vers die Gefahr. Jaurès geht auf die einzelnen Abstimmungen ein. Millerand habe schieben. Das Centrum fürchte eben die Quittung der Wähler die Abstimmung über das Kultusbudget für eine unnütze Manifestation auf seine Lebensmittelwuchers und Militär- und Marinebewilligungsgehalten. Diese Manifestation sei aber nicht unfruchtbar gewesen, es sei Politik. Aufgabe der Socialdemokratie werde es sein, das Volk in nachdrücklicher Weise über die volksfeindliche Politik des Centrums nötig, daß die Barteien, die über die Forderungen der Regierung aufzuklären. Ueber die preußischen Landtagswahlen hinausgehen, diese unterstützen. Zur antimilitaristischen Abstimmung fagt Jaurès: Er gebe zu, daß die antimilitaristische Propaganda redete Genosse Dr. Erdmann. Der Parteitag sah von der Fassung der Partei nicht immer so geführt werde, wie sie es müßte. Es von Beschlüssen ab, um der von dem Parteivorstand einberufenen fei falsch, zur Deſertation aufzufordern; die Deserteure feien preußischen Parteifonferenz nicht vorzugreifen. Als Siz des Agitations für die fociale Revolution verloren. Man fordere die Soldaten komitees wurde wieder Köln bestimmt. " Die diesjährige Landesversammlung der Socialdemokraten Württembergs # Von diesen Gesichtspunkten aus fordert die socialdemokratische Partei Ungarns die vollständige wirtschaftliche 203 trennung von Destreich; die Entwicklung der ungarischen Industrie mittels Erziehungs. zöllen; übrigens aber den Abschluß von langfristigen Handelsberträgen auf Grundlage der Meistbegünstigung, sowie überhaupt jede Erleichterung und Sicherung des internationalen Handelsverkehrs; bekämpft dagegen aufs schärfste die Finanz- und Agrarzöffe. In der Diskussion sprach die Mehrheit der Redner gegen diese Resolution; auch bei der Abstimmung erhebt sich die Mehrheit der Anwesenden gegen dieselbe; der Vorsitzende verkündet aber, ohne auf die Protestrufe der Mehrheit zu achten, daß die Resolution an genommen sei. Ein Telegramm melbet noch: Budapest, 15. April. Nachdem der Kongreß der ungar ländischen Socialdemokraten das neue Parteiprogramm, welches sich an das bekannte Erfurter Programm anlehnt, acceptiert und eine Resolution angenommen, in der erklärt wird, daß die klassenbewußte Arbeiterschaft Ungarns den Kampf gegen die Reaktion, die wirt schaftliche Politik des Klerus und gegen die kulturfeindlichen Be strebungen auf der ganzen Linie unermüdlich fortführen werde, ivurde der Kongreß mit einer Rede des Parteiführers Bolanyi geschlossen. nicht auf zur Energie, sondern man verleite sie zur Schwäche. Sagt Ihr den Arbeitern, daß sie die Fabrik verlassen und auswandern sollen? Es ist unsre Schuld, daß wir diese Einwände nicht genügend hervorgehoben haben, und deshalb ist es falsch, daß Weillerand nicht fand am Ostersonntag im schöngeschmückten Festsaale des Gewerk Landeskonferenz der czechischen Socialdemokraten Mährens. gegen die Verfolgung der Verfasser der antimilitaristischen Flugschaftshauses in Stuttgart statt. Rechts vom Podium prangte während der beiden Osterfeiertage fand im Arbeiterheim in Brünn schriften gestimmt hat. die im Jahre 1863 beschaffte rote Fahne der Mitgliedschaft Stutt die erste Konferenz der czechischen Socialdemokraten Mährens statt. Mit der Frage der Abrüstung verhält es sich ebenso. Wer hält gart des Lassalleanischen Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, auf uns ab, zu erklären, daß Frankreich bereit sei, die successive Ab- welche Thatsache der Vorsitzende Diez in seinem Schlußwort hin- Die Stonferenz war ziemlich gut beschickt; im ganzen waren 74 Delerüftung vorzuschlagen? Ich hoffe, daß, wenn in der nächsten Re- wies. Auf der Landesversammlung waren 189 Mitgliedschaften des gierte angemeldet, von denen jedoch ein einer Teil nicht erschien. Der Bericht konstatiert einen wohl langsamen, gierung socialistische Minister sizen, eine solche Initiative er andes mit 8967 Mitgliedern durch 279 Delegierte vertreten. Die immerhin erfreulichen Aufschwung der politischen Dr griffen wird. In der Erklärung des Herrn Delcaffé, die französische Zahl der an die Landesorganisation angeschlossenen Mitgliedschaften doch immerhin erfreulichen ganisationen Mährens. Die czechischen Genossen verfügen Regierung könne die Initiative in dieser Frage nicht ergreifen, beträgt 159 gegen 148 im Vorjahre. Den Bericht über die über ein breimal wöchentlich erscheinendes Blatt, ferner über weil Frankreich befiegt worden sei, sehe ich den Embryo einer Thätigkeit des Landesvorstandes erstattete dessen Borsigender, zwei Wochenblätter, über ein humoristisches und ein antiklerikales Revanchepolitik. Alle europäischen Regierungen könnten mit den Genosse Behr. Er besprach die Einführung der einheit Blatt. Ein Bild von der Verbreitung des Socialismus unter der felben Gründen argumentieren. Unfre Regierung muß den Wut lichen Mitgliedsbücher, die Errichtung des Parteisekretariats czechischen Arbeiterschaft giebt gewiß der Umstand, daß die czechischen haben, die Jnitiative zu ergreifen, eine Initiative, die sie ehrt. und die Besetzung desselben burch Genossen Wasner, Socialdemokraten in 28 Gemeindevertretungen durch insgesamt Im legten Teil seiner Rede, wendet sich Jaurès, trotzdem er die stattgehabten Landtags- Nachwahlen, von denen die in Heilbronn 68 Gemeinde- Ausschußmitglieder vertreten find. Diese erfreuliche also mit den Abstimmungen Millerands nicht einverstanden ist, mit unfrem Siege abschloß. Die Mitgliederbeiträge sind gegen die Ausschluß- Anträge Millerand will, wie wir, von 7708 M. im Vorjahre gestiegen auf 8246 W., also um 687 W. Thatsache machte es notwendig, daß der Punkt„ Die Socialdemokratie und die Gemeindepolitik" auf die Tagesordnung der Konferenz gestellt eine neue und focialistische Gesellschaft; er acceptiert mit uns Die Sammlung der Maifeier brachte 2134 W. und der Tag wurde, um sowohl den Genossen bei Gemeindewahlen wie auch den die Fundamentalsätze unsres Programms. Aber er verringert wacht"-Kalender einen Ueberschuß von 52 M. An den Partei- focialdemokratischen Gemeindemitgliedern Direktiven zu geben. Nach in einer gefährlichen Weise die Differenzen, welche uns vorstand wurden neben den im Vorjahre beschlossenen 1000 W. im längerer Debatte wurde ein Antrag angenommen, der dahin geht, von den andren demokratischen Parteien trennen. Die größte Ver- Laufe des Jahres noch 1100 W. aus der Landestasse gesandt. Das daß sich die Genossen nur in jenen Orten an den Gemeindewahlen antwortung für die Haltung Millerands fällt jenen zu, welche ihn in Ergebnis der Barteipreise war fein besonders erfreuliches. beteiligen mögen, wo entsprechend fähige und verläßliche Genossen der Zeit, da er eine nügliche Mission für das Proletariat erfüllte, Die Schwäb. Tagwacht" hatte im Jahre 1902 einen Abgang von vorhanden find, um ihr Wandat auszufüllen. Zum Punkte„ Das durch beleidigende und verlegende Angriffe gezwungen haben, sich auf 450 und der Schwäb. Voltsfreund"( das Wochenblatt) einen solchen Landtags- Wahlrecht und die politischen Parteien Mährens" wurde sich selbst zurückzuziehen. Der Ausschluß Millerands wäre zugleich von 226 Abonnenten, so daß in diesem Jahre kein nennenswerter nach dem Referat des Genossen Burian fun. der Beschluß gefaßt, brutal, ungerecht und unpolitisch.( Großer Beifall.) Ueberschuß erzielt werden konnte, da neben der Verminderung der die Erefutive möge im geeigneten Moment im Einvernehmen mit Lenormand begründet in ausführlicher Weise den Ausschlußantrag. Ginnahmen eine erhebliche Steigerung der Ausgaben auszugleichen den deutschen Genossen einen energischen Vorstoß zur Erringung des Georgel- Vienne( Yonne- Föderation) erklärt, daß die Delegierten der war. Jezt ist die Abonnentenzahl wieder auf die alte Höhe ge- Landtags- Wahlrechts unternehmen. Vienne für den Ausschluß Millerands zu stimmen hätten, aber nach stiegen und werden wir im nächsten Jahre wieder günstiger ab- Landtags- Wahlrechts unternehmen. der Diskussion, nach der Rede M's., besonders nach der Jaurès, schließen. Das Vermögen unsres Preßunternehmens ist von 19 150 m. würden er und seine Freunde sich auf ein Tadelsvotum beschränken im Vorjahre auf 20 671 W. gestiegen. Den Kassenbericht erunter der Bedingung, daß M. sich verpflichtet, in Zukunft die Bea stattete Genosse Wasner. Die Einnahmen der Landeskasse beschlüsse der Partei zu respektieren. von 4768 m. verbleibt, gegen 923 m. im Vorjahre. Unter den Ausgaben stehen u. a. 3176 M. für Agitation, für Flugblätter und Broschüren 521 M. Für die 1902 vorgenommenen Landtags- Nach wahlen in Leonberg, Heilbronn, Ravensburg. Vaihingen wurden 1879 m. aus der Landestasse ausgegeben. Den Bericht des Landesausschusses erstattete dessen Vorsitzender Genosse Kunkel; er fonnte mitteilen, daß alle an ihn herangetretenen wichtigen Fragen in gutem Einvernehmen mit dem Landesvorstand erledigt worden feien. Nach einstimmig erfolgter Entlastung des Vorstandes referierte unser Parteiveteran Genosse Tauscher über Klaffenpolitit im Nakel, 15. April. Heute morgen fura vor 7 1hr wurde das württembergischen Landtage". Er besprach dabei die Stellung unsrer Gefährt des hiesigen Landwirts Biniatowski beim Passieren des Fraktion zu den wichtigen Fragen der Gesetzgebung und fand mit Bahnüberganges von dem D- Buge Alegandrowo- Berlin überfahren. der Versicherung, daß dieselbe auch in Zukunft stets toujours en Der Wagen wurde zertrümmert und beide Pferde getötet. Der vedette stehen werde für des Volkes Rechte, den begeisterten Beifall enter des Gefährts, der 28 jährige Biniatowali, erlitt so schwere der ganzen Versammlung. Nach der Mittagspause besprach Wasner Verlegungen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die die kommende Reichstagswahl und unsre Stellung au den einzelnen Schuld an dem Unfall trifft den Bahnwärter, welcher versäumt hatte, Parteien. Er schloß mit der Aufforderung, die Organisationen an die Schranke zu schließen. Noch ein verbotener Maifest- Umzug. Eine Privatdepesche Zahl und Disciplin zu stärken, um nicht nur unsre seitherigen Daß die aus Altona meldet uns: Der Maifest- Umzug wurde wegen Ge- Mandate zu erhalten, sondern noch neue zu gewinnen. fährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verboten.- Es Delegierten nach der Richtung wirken wollen, das bewies der Geist In der Nachmittagssigung wird die Distuffion fort gesetzt. Zahlreiche Redner nehmen das Wort. Auch Millerand giebt nochmals Erklärungen ab. Schließlich wird eine, Kommission gewählt, in die jede Föderation einen Delegierten entfendet. Dieselbe erhält die Aufgabe, die vorliegenden zahlreichen Anträge und Resolutionen zu einer Refolution zusammenzufaffen. Die Kommission beschloß mit 19 gegen 16 Stimmen den Ausschluß Millerands. Der Kongreß selbst beschloß mit 109 gegen 89 Stimmen bei 15 Stimmenthaltungen eine Tagesordnung Jaurès', infolge deren Millerand Mitglied der Partei bleibt. ( Ueber diese Vorgänge werden wir noch näher berichten.) Partei- Nachrichten. trugen 18 131 M., die Ausgaben 8362 M., ſo daß ein Kaſſenbestand Letzte Nachrichten und Depeschen. Göz wird nicht an Rußland ausgeliefert. Rom, 15. April.( W. T. B.)" Capitan Fracassa" meldet aus Neapel, daß der Appellgerichtshof entsprechend dem Antrage des Oberstaatsanwalt den Antrag auf Auslieferung des russischen Staatsangehörigen Göz abgelehnt hat. Eisenbahn Unglüd. Aus einer Erziehungsanftalt. und der siegessichere Mut, den alle Teilnehmer bei dieser Rede wie Münster, 15. April.( B. H.) In der Erziehungsanstalt Martiniist nunmehr wohl begründete Aussicht vorhanden, daß Altona auch auch sonst beobachten ließen. In den Landesvorstand wurden ge- stift" bei Nottain entstand eine Menteret. Die Knaben mißhandelten nach dem 1. Mai nicht vom Erdboden verschwunden sein wird. Zur wählt die Genossen Behr, Sperka, Stayfer, Schlumberger und ben Wärter sowie eine barmherzige Schwester, und demolierten das Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung daselbst wildemann. Der Landesausschuß wurde gebildet aus den Genoffen Anstaltsinventar. Hierauf entflohen 40 Böglinge, welche zum Teil dürften aber andre Maßnahmen als das Verbot des Maifest- Umzuges Bauer- Stuttgart, Hildebrand- Fenerbach, Fischer- Cannstatt, Göllner wieder ergriffen wurden. geeigneter sein. Eßlingen und Baisch- Buffenhaufen. " Abermals ein Socialistentöter. Ein Herr Franz Fricke läßt Nach Erledigung der wenigen von den Mitgliedschaften gestellten demnächst, wie die Sächsische Arbeiterzeitung" mitteilt, eine nene Anträge, die ohne allgemeine Bedeutung waren, fonnte Genosse Dietz Broschüre über die Socialdemokratie erscheinen. Wohin steuert schon um 5 1hr nachmittags die Landesversammlung schließen. In die Socialdemokratie?" lautet der Titel der zwei Bogen starken feinem Edjurhvort gab er gang intereffante Einzelheiten über die Schrift, deren Inhaltsverzeichnis fich wie die Wiedergabe einer An Entwicklung unsrer Partei und ihrer Einwirkung bei den Wahlen in zahl von Schauerroman- Titeln lieft. Ein Grab!"- Schlimmer Württemberg in den letzten 40 Jahren. Nach Würdigung der ver schiedenen bürgerlichen Parteien richtete er einen eindringlichen Appell als das Buchthaus!" Spionage und Polizeisystem!" Absolutistische Gewaltherrschaft der Internen!" Welchem Spieß an die Verfammlung, alle Sträfte einzusetzen für erfolgreiche ReichsBP Frankfurt a. M., 15. April.( B. 5.) Der seit 14 Tagen gesuchte Raubmörder Detroit, der in Sponsheim bei Mainz seine alte Tante ermordet und beraubt hatte, wurde vergangene Nacht von Mainzer Kriminalbeamten hier verhaftet. Salonici, 15. April.( B. S.) Albanesen überfielen in ber Nähe von Provosa die Post, töteten die sie begleitenden Bapties und raubten eine große Summe für Janina bestimmte Staatsgelder. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt' Nr. 88. 20. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dritte Generalversammlung des Verbandes der in Gemeindebetrieben beschäftigten Arbeiter und Unter- Angestellten. 8 weiter Verhandlungstag. In der Vormittags- Sihung, die Scherzer Nürnberg leitet, fird außer Begrüßungs- Telegrammen ein vom Oberbürgermeister Kirschner unterzeichnetes Schreiben des Berliner Magistrats verlesen, in welchem in lafonischer Kürze mitgeteilt wird: der Einladung zur dritten Generalversammlung des Verbandes usw. bedauern wir nicht Folge leisten zu können. tönnen. Donnerstag, 16. April 1903. bandes zu stärken, damit der Verband für alle Fälle gerüstet sei. Gründen empfohlen. Es wurde beschlossen, den befoldeten GauEine gute finanzielle Grundlage vermehre insbesondere die Beachtung vorstand für Süddeutschland abzuschaffen. des Verbandes in den Augen der Unternehmer. Notwendig sei auch, Es beginnt die Beratung des Bunktes: Unterstützungsdaß die Ortsverwaltungen erakter und pünktlicher als bisher mit der wesen. Dazu liegt ein vom Verbandsvorstand ausgearbeiteter Hauptkasse abrechnen. Entwurf vor, welcher die Einführung der Arbeitslosen= Verbandsvorsitzender Schumann antwortet in eingehender Interstügung auf der Grundlage der Erhöhung des WochenWeise auf die Ausführungen der einzelnen Delegierten. Den Vorstand beitrages von 25 auf 40 Pfennige vorsieht. Der Antrag wird von statt ihm, was im Interesse des Verbandes wäre, das vollste Ver- sprechen sich durchweg zustimmend aus. Die Einführung der Arbeitsbetrachte man leider vielfach überall noch als ein notwendiges lebel, Schnorre und Späthe Berlin begründet. Alle übrigen Redner trauen entgegenzubringen. Leider feien gewisse Anschauungen aus Lofen- Unterſtügung wird in namentlicher Abstimmung einstimmig den Zeiten der Lokalvereine noch nicht ganz geschwunden; sie müssen beschlossen. Das Resultat der Abstimmung wird mit lebhaftem aber beseitigt werden, wenn es vorwärts gehen foll. Beifall begrüßt. Seitens der Redaktion des Fachblattes berichtet Dreher Der Wochenbeitrag für männliche Mitglieder wird nach längerer Berlin. Das Blatt habe gegenwärtig eine Auflage von 27 500 Debatte auf 40 Pf. normiert. Der Beitrag für weibliche Mitglieder Christensen Kopenhagen berichtet, daß die dänischen Ge- Exemplaren. Es hat vielfach wirksam auf die Gestaltung der Arbeits- wird auf 30 Pf. anstatt bisher 20 Pf. festgesetzt. Die Unterstützung werkschaften durchwegs höhere Beiträge erheben. Der Redner ver- verhältnisse eingewirkt, und zwar immer im Interesse der Berufs- soll entsprechend niedriger festgesetzt werden. weist darauf, daß nur durch hohe Beiträge, womit die Organisationen follegen. Die Unternehmer müßten vielfach Rücksicht auf das Blatt leistungsfähiger gemacht werden, dauernde Erfolge erzielt werden nehmen. Es gelte nunmehr, diese Waffe der Arbeiter auszugestalten und Karenzzeit für alle Unterstügungen, mit Ausnahme der ArbeitsBei der weiteren Beratung des Statutenentivurfs wird die auf die Höhe der Zeit zu bringen. Seitens der Preßkommission berichtet lofenunterstüßung, auf sechs Monate fetzgesetzt. Die ReiseHierauf wird die Generaldiskussion über die Statutenänderung Bauernfeind- Nürnberg, daß wenige Beschwerden gegen die Redaktions- Inter stügung soll auf 2 Pf. pro Stilometer feſtgeſet fortgesezt. Außer dem Entwurf des Vorstandes sind eine große An- führung vorgelegen haben. Es entstand nunmehr eine rege Dis- werden und im Maximum betragen: bei einer Mitgliedschaft zahl Anträge, welche die Statutenänderung betreffen, eingegangen. fussion, an welcher sich fast sämtliche Delegierte beteiligten. In von 26 Wochen 10 M., 52 Wochen 20 M., 104 Wochen 30 M., Nachdem der Referent Schubert Berlin in seinem Schlußwort dieser wurde dem Redakteur allgemein die Zufriedenheit mit seiner 156 Wochen 40 M. Im Einzelfalle soll nicht mehr als 10 bezi. namentlich die Notwendigkeit der Verschmelzung der verschiedenen Redigierung des Fachblattes ausgesprochen und 1111r Filialen, wie sie an einzelnen Orten bestehen, zu einer einheitlichen mängelungen von geringer Tragiveite vorgebracht. Nach einem Unterstübung soll auf die Dauer von sechs Wochen im Jahre Be- 20 M. Unterstützung ausbezahlt werden. Die Arbeitslosens eingehend begründet und die Einführung der Sterbe- Unterstüßung Schlußwort des Redakteurs Dreher wurde beschlossen, in Zukunft im Höchstfalle betragen: nach 52 Wochen Mitgliedschaft pro Woche sowie die Erhöhung der Beiträge und die Annahme der übrigen vom Annoncen nicht mehr ins Fachlatt aufzunehmen. Die Redaktion soll 7,50 M., nach 104 Wochen Mitgliedschaft pro Woche 9 M., nach Vorstande gestellten Anträge befürwortet, wird einstimmig folgende in Zukunft der Frauenfrage soweit der Beruf in Betracht kommt, 156 Wochen Mitgliedschaft pro Woche 10,50 M. Resolution beschlossen: " In Anbetracht der Thatsache, daß der größte Teil der Ge- mehr Aufmerksamkeit widmen. Ferner soll eine lebersicht über Ein Antrag Frankfurt a. M. und Zürich, zugleich mit der ArBorkommnisse meinde Arbeiter noch der gewerkschaftlichen Organisation fern Gewerkschaften gegeben werden. beitslosen Unterstügung auch Krantenunterstügung zu gewähren, Das wöchentliche steht, hat der Verbandsvorstand zukünftig eine intensive Agitation gelehnt und bleibt es bei 14 tägigem Erscheinen. Erscheinen des Fachblattes wurde ab- wird aus finanziellen Gründen gegen 1 Stimme abgelehnt. an allen Bläßen zu entfalten, die in größerer Zahl städtische Ar- der Redaktion nach Leipzig wurde ebenfalls abgelehnt. ViertelDie Verlegung beiter beschäftigen, um diese für den Verband zu gewinnen. Er jährlich soll ein Verzeichnis der Verwaltungsstellen verbunden mit Der Verbandstag des Verbandes der Konsum- Vereine foll ferner die schwachen Filialen des Verbandes durch eine plan- Bersammlungsanzeigen in Taschenformat herausgegeben werden. mäßige Bearbeitung in ihren Bestrebungen unterſtüßen. Dem Borstand wurde einstimmig Decharge erteilt. Dem Hauptkassierer Staßler wurden 200 M. Mautogeld bewilligt. der Provinz Brandenburg = Ferner wird der Verbandsvorstand beauftragt, Flugblätter zu agitatorischen Zweden herauszugeben, welche die Forderungen der städtischen Arbeiter behandeln." int andren fand am 13. und 14. April in Luckenwalde statt. Nachdem sieben Vereine, welche meinen, sich von Herrn Crüger und dem Allgemeinen 23 Bereinen, von denen 20 vertreten waren. Ferner gelangte eine von Pörsch und Schmoll Stuttgart Fünfte Generalversammlung des Verbandes der Sattler. Berband nicht trennen zu können, ausgeschieden sind, beſteht er aus befürwortete Resolution zur Annahme, nach der der Verbandsvorstand beauftragt wird, für den inneren Ausbau der Organisation, nament lich bezügl. der Verwaltungsmaterialien, Sorge zu tragen, und ferner foll er auf die Geschäftsführung der Filialen eine scharfe Kontrolle ausüben. " Eine längere Diskussion entspinnt sich über die Ausgestaltung der Fachzeitung. Bom Redakteur Pörfch wird namens des Vorstandes die Vergrößerung des Fachblattes befürwortet und zur Begründung angeführt, daß die Gewerkschaft" nicht mehr den Anforderungen entspricht, welche der Verband bei seiner gegenwärtigen Größe an das Fachblatt stellen kann. Von der Filiale Berlin II wird beantragt, daß die Gewerkschaft" in den Besitz des Verbandes übergeht gegenwärtig ist dieselbe formell Eigentum des Redakteurs und daß eine fünfgliedrige Preßkommission eingefeßt wird. Diese Anträge werden von Sch a bel- Berlin begründet. Ferner wird von mehreren Delegierten beantragt, den Druck der Zeitung event. auch der übrigen Drucksachen der Vorwärts- Druckerei zu überweisen. In der Diskussion, in der auch über das verspätete Erscheinen und redaktionellen Aenderungen der eingesandten Berichte und Artitel Beschwerde geführt wird, sprechen sich fast alle Redner für die Vergrößerung des Blattes aus, während Bürger- Hamburg, HenkelMülhausen i. E., Schmoll- Stuttgart und die meisten übrigen Delegierten sich gegen die Einsetzung einer Preßkommission wenden und die bereits vorhandene Kontrolle der Redaktion durch den Verbandsvorstand und Ausschuß als völlig genügend erachten. " " Hierauf wird in die Specialberatung der Anträge zum Statut eingetreten. Ein Antrag von den Filialen München wird angenommen, nach welchem Rechtsschutz nach sechsmonatlicher Mitgliedschaft gewährt werden foll. Mit dieser Abänderung ge'angte nun mehr der erste Teil der Vorstandsvorlage zur Annahme, in welchem der Zweck des Verbandes festgelegt und neben den bisherigen Sazungen die Einführung von Arbeiterausschüssen und Arbeits resp. Dienstordnungen für alle Betriebe; Einführung der festen Anstellung resp. Einführung längerer Kündigungsfristen für die städtischen Arbeiter und Gewährung von Sommerurlaub unter Weiterzahlung des Lohnes resp. Gehalts als Prog: ammfo: derungen aufgestellt werden. Rassel, 14. April. Am zweiten Verhandlungstage wurde über die Einführung der Arbeitslosen Unterstützung beraten. Nach einer langen Generaldebatte wurde in namentlicher Abstimmung mit 25 gegen 14 Stimmen die Einführung beschlossen. Zur Durch arbeitung des vorliegenden Regulativs und der dazu gestellten Anträge wurde eine Kominission gewählt. Die vorliegenden Anträge über Reise-, Sterbe- und Umzugs- Unterstützung würden ebenfalls dieser Kommission überwiesen. Dem Verbandstag lag die Beschlußfassung über die vom Vorstand ausgearbeiteten Statutenänderungen, durch welche die Beziehungen zu dem Allgemeinen Verband gelöst werden, sowie über den Anschluß an den neuen Gesamtverband der Konsumvereine ob, der sich am 17. Mai in Dresden konstituieren wird. Beides wurde einstimmig angenommen. Bei den Berichten der einzelnen Vereine wurde es sehr beifällig begrüßt, daß die Genossenschaft Vorwärts- Brandenburg als erste des Verbandes eine eigne Bäckerei errichtet hat; leider ist In Bezug auf die Einführung einer Kranken unter das dazu notwendige Kapital, 100 000 m. nicht durch ersparte Rückstü yung lagen verschiedene Anträge vor. Obgleich diese Frage bei lagen bei geringen Dividenden aufgebracht, sondern durch eine der Vorbereitung der Generalversammlung tau erörtert werden konnte Hypothek( Schuld) auf das Grundstück der Genossenschaft. Das und man im allgemeinen an die Einführung dieses neuen Unter- Interesse der Mitglieder haftet eben überall noch zu sehr an hohen stützungszweiges nicht dachte, sprach sich die Generalversammlung Dividenden, eine Folge der Jahrzehnte langen Verkrämerung der dennoch in namentlicher Abstimmung mit allen gegen eine Stimme Konsumvereine. für die Einführung der Krantenunterstügung Jm Bericht von Charlottenburg wurde bemerkt, daß im letzten aus. Maßgebend und bot allem Rücksicht auf die Ver Jahre ein Anfang mit einem Hilfsfonds für alt und invalid gewaltungsstelle Offenbach, die aus örtlichen Gründen gegen die wordenes Personal gemacht worden ist. Da kleine Vereine einen Arbeitslosen- Unterstützung ist, weil von einer Arbeitslosigkeit der folchen Fonds leistungsfähig kaum werden gestalten fönnen, wurde dortigen Mitglieder im allgemeinen nicht gesprochen werden kann. einstimmig beschlossen, bei dem Gesamtverband in Dresden anzuregen, Man befürchtet ein Zurückgehen der Offenbacher Organisation, daß für die Angestellten aller Konsumvereine Deutschlands eine wenn man nur die Arbeitslosen- Unterstützung einführt, ohne den gemeinsame Versicherungskasse errichtet wird. Mitgliedern für ihren erhöhten Beitrag etwas audres zu bieten. Auch mit dieser Frage hat sich zunächst die mit Beratung der übrigen Unterstügungszweige beauftragte Kommission zu beschäftigen. Verbandstag der Schmiede. Halle a. S., 14. April. Erste Konferenz der deutschen Arbeiterabftinenten. Schließlich wird der Antrag des Vorstandes, die Gewerkschaft" Am zweiten und dritten Osterfeiertage tagte in Bremen ant zufünftig in vergrößertem Umfange erscheinen zu lassen, einstimmig und der Antrag Berlin II, die Fachzeitung in den Besitz des Verläßlich des internationalen Kongresses gegen den Alkoholismus eine Konferenz der Arbeiterabstinenten im Bereinshause. Vertreten sind bandes zu übernehmen, mit großer Majorität angenommen. Hin14 Orte durch 24 Delegierte, darunter 3 ausländische. gegen wird der Antrag, eine Preßtommiffion einzusetzen, abgelehnt. Die Diskussion über die Einführung der Krankenunterstüßung Die Berichterstattung der Delegierten ergiebt, daß die In namentlicher Abstimmung wird sodann mit Inapper Majorität wurde auch heute noch fortgesetzt. Die meisten Delegierten erklärten Bewegung noch wenig Anklang in Arbeiterfreifen gefunden hat. beschlossen, den Druck der Gewerkschaft" der Vorivärts- Druckerei sich gegen die Einführung. Das Ergebnis der Abstimmung war, An Mitgliederzahl weisen auf die Vereine in Berlin 55, zu überweisen. daß sich 32 Delegierte principiell gegen die Ein Bremen 40, Schleswig 25, Leipzig 22, Hamburg 17, Breslau 18, führung der Krantenunterstützung und nur 15 Dresden 15, Stuttgart 14, Delmenhorst 14, Arustadt 7. Mehrfach dafür erklärten. Damit war die Vorlage des Haupt- wird konstatiert, daß die anfänglich höhere Mitgliederzahl zurückvorstandes gefallen. Mit 37 gegen 10 Stimmen wurde dann aber ging. Hamburg hatte bereits 140 Mitglieder, weil es auch passive noch beschlossen, in der Sache eine Urabstimmung fämtlicher Mit- Mitglieder zuließ. Einzelne Orte werden mit einer Vereinsgründung glieder vornehmen zu lassen. Wenn aber dann nicht mindestens nachfolgen. zwei Drittel der abgegebenen Stimmen für die Eine Reihe der Delegierten bellagen die Haltung der ParteiEinführung dieser Unterstützung votieren, dann soll dieselbe nicht presse und vieler Parteiführer zu der Frage der Abstinenz. Sie eingeführt werden. tönnen es nicht verstehen, daß die Partei die Beseitigung der Folgen Nach der Berichterstattung der Beschwerdekommission, die nur des Alloholmißbrauchs von der Hebung der wirtschaftlichen Lage der ganz nebensächliche Streitfragen zu schlichten hatte, wurde fämt- Arbeiter erwartet und verkennen völlig, daß auch die Haltung der lichen Hauptverwaltungs- Beamten Decharge erteilt. Parteipresse von wohlerwogenen Parteitagsbeschlüssen diftiert ist. InterUeber die Tattit bei Streiks und Aussperrungen essant wird die Berichterstattung durch das Eingreifen der ausländischen referierte der Hauptvorsitzende 2ange Hamburg. Redner vertritt Delegierten Schmidt- Amsterdam und Blumenberg- Riga, die ein Bild die Anficht, daß die Organisation nicht dazu da fei, Streits zu der holländischen resp. russischen Abstinenzbewegung geben. provocieren. Leider komme es vor, daß der Haupt Beschlossen wird sodann die Gründung einer Central. vorstand bei drohenden Lohndifferenzen von den Verwaltungs- Organisation: Bund deutscher Arbeiter- Abstinenten". stellen nicht genait unterrichtet werde. In Bayern ist In der Aussprache über die Stellung innerhalb der betreffs der Agitation noch sehr biel zu thut. Da Abstinenzbewegung wird von der Mehrzahl der Redner müssen auf den Dörfern Lehrlinge noch 14-16 Stunden arbeiten betont, daß die Bewegung als Mittel zum Zwed zu dienen habe. und dieser Zustand wirke auf das Verhältnis der Gesellen. Zu der Der Alloholgenuß in der Arbeiterschaft sei zu bekämpfen, um ein Maifeier müsse die Generalversammlung Stellung nehmen, damit Hemmnis für die Kultur- und Freiheitsbestrebungen der Arbeiter zu der Hauptvorstand die Kollegen bei event. Aussperrungen unterstigen beseitigen. Die Wahrung des Klasseninteresses der Arbeiter sei im könne. Redner empfiehlt eine Resolution, nach der in den Betrieben Auge zu behalten. Keiner bürgerlichen Abstinenten- Organisation und Werkstätten, wo Dreiviertel der beschäftigten Kollegen bezugs- fönnen daher Stonzessionen gemacht werden. Notwendig sei die Bes berechtigt sei, die Arbeitsruhe zum 1. Mai beschlossen werden könne. freiung der Arbeiterschaft vom Alkoholgenus, um sie fampffähiger Die Minorität habe sich den Beschlüssen zu fügen. Bei event. Aus- für den Klassenkampf zu machen, als bisher. Eine entsprechende sperrungen soll eine Unterſtügung in Höhe der Arbeitslosenunter- Resolution findet fast einstimmige Annahme. fügung gezahlt werden. Die Versammlung stimmte nach eingehender Diskussion der Resolution des Vorsitzenden zu. In der Nachmittags- Sibung, in der Schubert Berlin den Vorsiz führt, wird zunächst über ven Teil, der den Bei tritt betrifft, verhandelt und sodann nach der Vorlage des Vorstandes beschlossen. Es ist damit nur insofern eine Aenderung der bisherigen Fassung vorgenommen, als es nunmehr in§ 2 heißt, daß dem Verbande alle in Gemeinde- und Staats betrieben beschäftigten Arbeiter usw. beitreten können. Nach den Erklärungen des Vorstandes ist das Wort Staatsbetriebe in Rücksicht auf die Städte Hamburg, Bremen und Lübed, wo es formell GemeindeArbeiter nicht giebt, eingefügt. Zunächst sei damit jedenfalls nicht gemeint, daß die eigentlichen Staatsarbeiter, wie Eisenbahner usw. für den Verband geworben werden sollen. # Zu dem Teil, der die Einschreibegebühr und den Beitrag betrifft, liegen mehrere Anträge der verschiedenen Filialen vor. Nach einer längeren Debatte, in der die verschiedenen Anträge von den Delegierten begründet werden, wird der ganze Teil, wie er vom Vorstand beantragt ist, mit einigen geringen Abänderungen Den Punkt Agitation behandelte Schrader- Hamburg. bezw. Ergänzungen fast einstimmig angenommen. Demzufolge be- In der Agitation, so meinte Redner, fei nicht genügend gethan. Die trägt die Einschreib gebühr für männliche Mitglieder 50 Pf., für Kollegenschaft habe sich durch die Krise zu sehr beeinflussen lassen. weibliche Mitgliede 25 Pf. Der wöchentliche Beitrag 20 Pf. für Es hätte sollen mehr gerüstet werden, damit die Kollegen bei der zu männliche und 1 Bf. für weibliche Mitglieder. Mitglieder, welche erwartenden besseren Geschäftskonjunktur mit dem Unternehmertum von ihrer vorgesetzten Behörde in den Ruhestand verfekt werden, erfolgreicher abrechnen könne. Die Neutralität müsse in der Gewerkzahlen während ihrer Benjionierung nur einen Beitrag von 10 Pf. fchaft betont, aber auch den christlichen und andren Gewerkschaften pro Woche. Zur Deckung der Kosten der Generalversammlung des müsse gesagt werden, daß die freien Gewerkschaften mit den andren Verbandes wird viertel jährlich eine Delegiertensteuer von 10 Pf. er nicht zu identificieren sind. Redner empfiehlt in einer Resolution die hoben. Falls durch besondere Umstände die Ausgaben bedeutend Anstellung von 1-2 befoldeten Gauvorstehern. steigen, hat der Vorstand und der Ausschuß das Recht, so weit wie erforderlich, eine Erirastener auszuschreiben. Auch die Filialen fönnen unter Zustimmung des Verbandsvorstandes Ertrasteuern erheben. Die weitere Statutenberatung wird auf morgen vertagt. Nach der heutigen Sizung findet eine Besichtigung der Gasanstalt in der Gitschinerstraße und der Vorwärts- Druderei statt. Samburg, 14. April. Es folgt die Statutenberatung und sodann mit einem Hoch auf die Abstinenzbewegung der Schluß der Konferenz. Neunter Internationaler Kongreß gegen den Alkoholismus. Bremen, 14. April. Zu dem Internationalen Kongreß gegen den Alkoholismus, der zum erstenmal auf deutschem Boden stattfindet, sind etwa 1460 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus allen Teilen Deutschlands, eins schließlich Elsaß und Lothringen, foivie aus Amerika, England, Rußland, Frankreich, Destreich- Ungarn, Dänemark, Schweden, Norwegen, Schweiz, Belgien, Holland, Rumänien usw. eingetroffen. treten. Die deutsche Reichsregierung und auch die Regierungen der deutschen Einzelstaaten haben Vertreter entsandt. Die meisten Vertreter hat die russische Regierung entsandt. Auch die Zahl der Teils nehmer aus Rußland ist sehr zahlreich. Fünfte Generalversammlung des Verbandes der Vergolder Eva 190 Vereine find durch Delegierte bezw. Delegiertinnen verund verwandter Gewerbe. München, den 14. April. Auch die meisten städtischen Behörden Deutschlands, zum Teil auch besetben mit 1800 W. feftgefeßt. Bezüglich des Beitritts des Ver- aus dem Auslande sind durch Delegierte vertreten. Die Stadt Berlin angestellten wurde es für selbstverständlich erklärt, daß die Organi- ferner vertreten das Reichs- Versicherungsamt in Berlin, fast sämtliche Die Anstellung des Verbandsvorsitzenden wird in namentlicher Abstimmung mit 15 gegen eine Stimme beschlossen und das Gehalt Dritte Generalversammlung des Centralverbandes der bands Beamten zur Unterstügungsvereinigung der Gewerkschafts- hat den Stadtrat Sanitätsrat Dr. Straßmann entsandt. Es sind Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. sation die Hälfte der Versicherungsbeiträge trägt. Als Vorsigender deutsche Landesversicherungsanstalten, viele Krankenkassen, die wurde Späthe Berlin einstimmig wiedergewählt. abstinenten Vereine, unter denen auch die Vereine der abstinenten Die Debatte über den Vorstandsbericht wird fortgesetzt. Eine lebhafte Debatte entstand über die Frage, ob der von der Arbeiter aus den verschiedensten Teilen Deutschlands und aus dent Schröder Bremerhaven fordert, daß jede einzelne Verwaltungs- vorigen Generalversammlung eingesetzte Gauvorstand für Süd- Auslande nicht fehlen. Außerdem haben Delegierte bezt. Delegiertinen stelle den Anordnungen des Centralvorstandes mehr als bisher folge deutschland bestehen bleiben soll. Die meisten Delegierten, darunter entfandt die verschiedenen Großlogen, die Vegetarierbereinigungen, zu geben habe. Der Hauptkassierer Staßler begründete in seinem auch der Vertreter für Nürnberg- Fürth, sprachen sich dagegen aus, der Centralverband deutscher Arbeiterkolonien, die verschiedenen Frauens Schlußwort die teilweise Anlegung des Verbandsvermögens in da der Verband infolge der Besoldung des Vorfizenden die Kosten vereine, der deutsche Frauenbund, der Verein deutscher Lehrerinnen, Straßenbahn Aftien und der führte schließlich General nicht tragen kann. Der Gauvorsitzende erhielt bisher 500 M. Ent- der Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen Destreichs, der versammlung die Notwendigkeit vor Augen, die Finanzen des Ver- schädigung pro Jahr. Andrerseits wurde die Beibehaltung aus tattischen Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose, der Verband deutscher = = " Gastwirlsgehilfen, die Provinzialverbände der Trinfer- Heilanstaltet,[ bet den ordentlichen Gerichten ihres Bezirks Prozesse zwischen Wir haben dieser Berichtigung gegenüber folgendes zu bemerken: der Verein preußischer Volksschullehrerinnen, die verschiedenen Kaufleuten und ihren kaufmännischen Angestellten nur in geringer Der vor einigen Wochen bei der Firma Jakobs ausgebrochene Streit Missionsvereine, religiöse Arbeitervereine usw. Sehr zahlreich ist die Zahl anhängig gemacht werden, bei der Mehrzahl der Amtsgerichte drehte sich in der Hauptsache um den Artikel Filzschnallenstiefel, Geistlichkeit beider Konfessionen und auch die Aerztewelt vertreten. gar nicht. Diese Beobachtungen und die ihr aus andren Bezirken für welchen mur 1,20 m. pro Dugend gezahlt werden sollte. Der Am Dienstagnachmittag fand im Konzertsaal des Künstler- bekannt gewordenen statistischen Angaben berechtigen die Kammer zu Lohntarif von Hinge war angeblich der Lohnreduktion zu Grunde vereins eine öffentliche Versammlung des Deutschen der Erklärung, daß ein Bedürfnis nach Errichtung der neu ge- gelegt worden. Nach unsren Informationen bezahlte Abstinenten Frauenbundes statt. Der große Saal und planten Kaufmannsgerichte nicht erwiesen ist, beziv. daß diese Gerichte je do ch diese Firma den sonst üblichen Mindest sazz die Gallerien waren lange vor Beginn der Verhandlung Kopf an nur eine sehr geringfügige Thätigkeit zu ent von 1,50 M. für Filz Schnallenstiefel und stellten Kopf gefüllt. Die Rednerinnen gaben meist Berichte über die Fort- falten haben werden. wir dieses ausdrücklich öffentlich fest. Nach diesen schritte der Anti- Alkoholbewegung in den verschiedenen Ländern. Sollte aber durch die Begründung der Kaufmannsgerichte eine Vorgängen mutet es uns nun recht sonderbar an, daß der Frau Dr. Röse Dresden sprach über Alkohol und Stillings- starte Vermehrung der gerichtlich ausgetragenen Preis von 1,50 M. irrtümlich" gezahlt sein soll. Wenn vermögen. Die Rednerin wies auf die große Kindersterblichkeit hin, Streitigkeiten zwischen Kaufleuten und Hand der Inhaber der Firma Hinge damit argumentiert, daß die durch das Aufziehen der Kinder mittels der Flasche verursacht lungs Gehilfen herbeigeführt werden, so würde für einen gleichartigen Artikel, welcher etwas mehr Arbeit erfordert, werde. Die Kinder, die der Mutterbrust entbehren, neigen, wie die dadurch gekennzeichnete Erleichterung in der Beschreitung ja auch nur 1,50 M. gezahlt wird, so würde es nur gerecht und statistisch nachgewiesen, zum Alkoholismus. Frauen, die von Alto- des Rechtsweges und Anrufung der Gerichte, so nützlich fie vielleicht billig gewesen sein, diesen Artikel der höheren Arbeitsleistung entholikern erzeugt seien, oder selbst oder deren Männer der Trunksucht nach der einen Richtung hin wirken fönnte, doch auf sprechend auch höher zu entlohnen, anstatt auf den ersteren Artikel fröhnen, seien zumeist nicht fähig, ihren Kindern die Brust zu geben. der andren Seite die Gefahr unnüßer und leichtfertiger Pro- Abzüge zu machen. Soweit die Verbandsfabrikanten in Betracht kommen, Möge man daher anstatt(?) Tuberkulosenheime Stillungsheime zessiererei in sich bergen und einer Milderung des Interessen- find es nur die Firmen Schligweg und Hinze, welche 1,20 M. für Filz schaffen. Dadurch würde man die Trunksucht an der Wurzel be- gegensages zwischen Prinzipalen und Handlungsgehilfen sicher nicht schnallenstiefel zahlen. Ob die drei Zwickerinnen, weil sie diesen Artikel lämpfen und gleichzeitig Pflanzstätten der Enthaltsamkeit herrichten. zuträglich sein." für 1,20 m. nicht machen wollten, entlassen wurden oder die Arbeit Gegen 9 Uhr abends begann die Begrüßungsfeier des Kongresses. Also erstens werden die Kaufmannsgerichte abgelehnt, weil niederlegten und von selbst gingen, ist ziemlich gleichgültig, unzweifelfte nach den bisherigen Erfahrungen mur eine fehr haft waren sie im Recht, indem sie sich gegen die vermehrte Ausgeringe Thätigkeit zu entfalten haben werden", und beutung ihrer Arbeitskraft wehrten. zweitens deshalb, weil weil durch fie leicht eine fie leicht eine„ starke VerDie Ortsverivaltung des Vereins deutscher Schuhmacher. mehrung der gerichtlich ausgetragenen Streitigkeiten zwischen Kaufleute und Handlungsgehilfen herbeigeführt" werden könnte, also Ein paritätischer Arbeitsnachweis für die Berliner Glacéelederleicht unnüze Prozessiererei entsteht. Daß die beiden Gründe sich Arbeiter ist im Central- Arbeitsnachweis in der Gormannstraße eindirekt widersprechen, haben allem Anschein nach die Herren in ihrer gerichtet worden. Der Nachweis ist für die Mitglieder des LederBesorgtheit um das Wohl der Handlungsgehilfen gar nicht bemerkt. arbeiter- Verbandes kostenlos und dürfen dieselben nur durch Vermittelung dieses Nachiveises Arbeit annehmen. beträgt 2 336 381 Fr.( i. 2. 2 116 335 Fr.) Davon sollen verwendet Aluminium- Industriegesellschaft, Neuhausen. Der Gewinn werden für Abschreibung 706 881 Fr.( 709 727 Fr.), Dividende 15 Proz. ( 13 Proz.) und Vortrag 78 445 Fr.( 78 569 Fr.). Aus Industrie und Handel. Nummer: Deutfches Reich. Auf dem amerikanischen Eisenmarkt läßt seit furzem sich eine merkliche Abnahme der Nachfrage nach Eisen und Stahl konstatieren, deren Wirkung sich bereits in einem Nachlassen des starken Imports äußert. Selbst die„ New Yorker Handels- 3tg.", der man sicherlich feine Neigung zu pessimistischer Beurteilung der amerikanischen Martilage vorwerfen kann, schreibt in ihrer letzten hierher gelangten " Allem Anscheine nach geht die gute Absatzgelegenheit, welche die legte Der Norddeutsche Lloyd sezt die Maßnahmen, welche ihm die Zeit den deutschen Eisen- und Stahlfabrikanten Herrschaft über die Hafenarbeiter sichern sollen, unausgesetzt fort. im Geschäft mit Amerika geliefert hat, insoweit ihrem Ende Accumulatorenfabrik, Aktiengesellschaft, Berlin. Der Accumulatorenfabrif, Aktiengesellschaft, Berlin. Der Daß die Arbeiter, dent brutalen Druck nachgebend, aus dem Verbande entgegen, als die Roheisen- Einfuhr, die ohnehin infolge Preissteige Gewinn für das abgelaufene Jahr stellt sich nach dem Geschäfts- austraten, scheint der Direktion noch nicht zu genügen. rungen im deutschen Markte in letzter Zeit nachgelassen hatte, in der bericht auf 955 545 M. Er foll folgende Verwendung finden: Sie zweifelt Hauptsache ihr Ende erreicht haben dürfte. Die hiesigen Produzenten Dividende 10 Proz.( wie im Vorjahr) 625 000 M., Gewinn- wohl selber daran, daß der Schlag, mit dem sie die Organisation scheinen entschlossen zu sein, sich das Inlandgeschäft durch Ausland- anteile und Belohnungen 224 165 M., Verfügungsbestand 5537 M., vernichtet zu haben glaubte, die gewünschte Wirkung gehabt hat. fonkurrenz nicht länger beschränken zu lassen, und der erste Wohlfahrtszwede 50 000 M., Bestand für Ausstellungen und Versuche Die Direktion des Lloyd ist jetzt dabei, die Arbeiter, denen sie das Austoß liegt seitens der füdlichen Produzenten vor. Dieselben 19 913 M. und Vortrag 30 897 m. Koalitionsrecht geraubt hat, durch Arbeitswillige von außerhalb zu haben in dieser Woche den Preis für Roheisen mit Lieferung Der Verband der schweizerischen Konsumvereine umfaßte Ende erjezen. Wie die Norddeutsche Voltsstimme" mitteilt, sind in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres auf ein 1902 133 Vereine mit 102 869 Mitgliedern. Der Warenverkauf be- vor wenigen Tagen neun Arbeiter- in Bremerhaven eins Niveau herabgesetzt, welches die Konkurrenz des deutschen Roheisens trug in 494 Läden 38,6 Millionen Frank, der Reservefonds getroffen, die man in Breslau als Kohlenarbeiter für den in den Hauptmärkten des Ostens, ganz abgesehen vom Westen, aus- 2,7 Millionen, das auf Anteile eingezahlte Sapital 1,8 Millionen Lloyd angeworben hatte. zuschließen scheint, sofern man sich deutscherseits nicht zu ent- Frank. Im Berichtsjahre 1902 ist der Verband ostschweizerischer mit den Fremden in Verbindung und erfuhren von ihnen, daß die Die Bremerhavener Arbeiter setzten sich sprechenden Preisreduktionen entschließt. Verhältnissen, durch welche die amerikanische Industrie in legter faffungen in der Zollfrage aus dem allgemeinen Verbande aus- loyd in Breslau systematisch geschieht. Der WerbeUnter den besonderen landwirtschaftlicher Genossenschaften wegen der verschiedenen Auf- Anwerbung der Arbeiter durch den Norddeutschen Zeit beeinflußt wurde, nämlich einer überraschenden Steigerung getreten. Der größte Konsumverein ist derjenige in Basel, der bes Konsumbedarfs und andrerseits einer, durch Mangel an 23 348 Mitglieder zählt und 1902 für 11½ Millionen Frank Waren agent iſt ein früherer Kapitän. Man hat den Leuten gefagt, in Transport- Gelegenheiten sowie als Wirkung des Streiks der Engländer, Hartfohlenarbeiter herbeigeführten Beschränkung des Angebots hatte Bäderei, Metzgerei und Schuhmacherwerkstätte, sowie ein aus- Franzosen 2c., diese sollten entlassen und durch Deutsche ersetzt Der Basler Konsumverein unterhält eine eigne Bremerhaven arbeiteten viele ausländische Arbeiter die Einfuhr der Bereinigten Staaten an Roheisen derart zugenommen, daß im letzten Jahre 625 383 Tonnen hauptsächlich deutsches und gedehntes Milchgeschäft. Die in diesen Betrieben beschäftigten An- werden. Die Ausländer seien alle im Verband, und das könne der englisches Produkt importiert worden sind gegen 62 930 Tonnen gestellten und Arbeiter haben die günstigsten Arbeits- und Lohn- Lloyd nicht dulden. im Vorjahre und noch im Februar cr. das Ausland uns 45 187 Tonnen und das„ Genossenschaftliche Volksblatt" heraus; letzteres in einer verhältnisse. Der Verband giebt den Schweizer. Konsumverein" Roheifen geliefert hat gegen 8307 im Februar 1902. Auflage von 55 000 Exemplaren. Wie schon aus der letzten Aeußerung hervorgeht, war noch im Februar die Einfuhr eine recht hohe, wenn fie auch das enorme Quantum des Januars nicht erreichte; sie belief sich nämlich auf 97 908 Tonnen( gegen nur 22 207 Tonnen im Februar 1902), während im Januar nicht weniger als insgesamt 184 100 Tonnen Eisen und Eisenwaren in das Gebiet der nordamerikanischen Union eingeführt worden sind. verkauft hat. " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Streit der Holzbearbeitungs- Maschinenarbeiter und bei einfach unerfüllbar. der Bremerhaven aufgeklärt waren, verzichteten sie natürlich auf die Nachdem die Zugereisten über die Lage der Verhältnisse in Arbeit beim Lloyd und reisten wieder ab. Es heißt, daß in nächster Zeit neue Trupps von Arbeitern aus Breslau und andren Orten nach Bremerhaven verschickt werden sollen. Die Hafenarbeiter haben zwar ihre Vorkehrungen dagegen getroffen, aber ist doch notwendig, überall darauf hinzuweisen, daß sich tein Arbeiter nach Bremerhaven aniverben läßt. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen würde jeder mit nach Von dieser Einfuhr im Februar entfielen auf: Roheisen 45 187 Tonnen( Februar 1902: 8307 Tonnen), Schrott 4250 Tommen beschäftigte am Mittwoch das Einigungsamt des Berliner auswärtige Arbeiter, der beim Norddeutschen Lloyd Beschäftigung an ( 750 Tonnen), Stabeisen 2646 Tonnen( 2277 Tonnen), Schienen Gewerbegerichts. Es handelte sich zunächst nur um eine Vor- nimmt, die brutalen, arbeiterfeindlichen Maßnahmen des Lloyd unter19 804 Tonnen( 346 Tonnen), Bandeisen 117 Tonnen( 30 Tonnen), besprechung, zu welcher vom Vorsitzenden v. Schulz eine Anzahl stützen und dazu mithelfen, daß das Koalitionsrecht der BremerKnippel, Platinen 2c. 20 151 Tonnen( 2235 Tonnen), Platten und Vertreter der beteiligten Arbeiter und Unternehierorganisationen havener Hafenarbeiter völlig vernichtet wird. Bleche 206 Tonnen( 973 Tonnen), Weißblech 4026 Tonnen( 6217 geladen waren. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden Bezeichnend ist, daß die Werbe- Agenten des Lloyd nur Arbeiter Tonnen), Walzdraht 1224 Tonnen( 828 Tonnen), Draht und Draht- fam es zu einer lebhaften mehrstündigen Aussprache, an der annehmen, die über 25 Jahre alt find. Die Ansicht unsrer Bremer fabrikate 252 Tonnen( 236 Tonnen). Die Haupteinfuhr bestand also sich seitens der Maschinenarbeiter Hofmann und Jaed sowie Parteigenossen, daß die herangezogenen Arbeitswilligen auch als aus Roheisen, Eisenbahnschienen und Platinen. Arbeitsvermittler Maaß vom Holzarbeiter- Verband und seitens Der rumänische Renten auslosungs- Schwindel wird jetzt, da ich der Unternehmer die Herren Obermeister Rahardt, Plathen und Stimmvich bei den Reichstagswahlen dienen sollen, um das hart die beschworenen Aussagen Parisianus vor dem Untersuchungsrichtere I be mehrfach beteiligten. Die Arbeiter begründeten sachlich ihre bedrohte Mandat des Herrn Frese zu retten, erscheint hiernach schr nicht länger bestreiten lassen, von dem ministeriellen Organ, der Forderungen und legten die Ursachen des Ausstandes klar, wohin die wahrscheinlich. Es ist aus diesen Gründen doppelte Pflicht unfrer Boinga Nationale", selbst zugegeben allerdings in einer Faffung, Arbeitgeber und besonders deren Verbandsleiter und journalistische Parteigenoffen, jeden 3uzug von Arbeitern allerdings in einer Fassung, Bertreter allerdings manche bittere Pille zu schlucken betamen. Bon Bremerhaven die darauf berechnet ist, die Anordnungen des liberalen Minister- Sen Unternehmern wurde dagegen behauptet, die Forderungen der gekliigelten Pläne der großen Schiffahrts- Gesellschaft durchkreuzt fernzuhalten, damit die fein aus präsidenten Sturdza als eine nationale That erscheinen zu Arbeiter feien willkürlich gestellt Iaffen. Wie dem„ Lokal- Anzeiger" aus Bukarest jezigen werden. gemeldet Sie bemängelten wird, hat nämlich das betreffende Blatt erklärt:„ Die Nifon- schlechten Konjunktur Die Ziegeleibefizer von Neuenhagen- Bralik- Schiffmühle und UmStiftung sei in Gefahr gekommen, einen großen Teil" ihrer jähr- auch, daß die Arbeiter den vier zuerst in Betracht kommenlichen Einkünfte zu verlieren, wenn sie nicht einen Reubau an Stelle den Firmen nach der Art" Vogel friß oder stirb" die Forde gegend stellten am Sonnabend den 4. April ihre Arbeiter vor die der ihr gehörigen baufälligen Baraden ausgeführt hätte. Um dies rungen überreicht hätten und erklärten sodam, sich nur dann in Alternative: Entweder Austritt aus dem Verband, thun zu können, habe die Epitropie bei der Bank in Odessa die Aus- Verhandlungen einlassen zu können, wenn die Arbeiter vorher be- oder es erfolgt die Entlassung! Die gesamten Arbeiter zahlung eines entsprechenden Teiles des für die Stiftung von ber die Arbeiter eine derartige Zumutung ohne weiteres ab und befür- worauf am Montag den 6. April die allgemeine Aussperrung dingungslos die Arbeit wieder aufnehmen würden. Natürlich lehnten wiesen Entrüstung das unerhörte Verlangen zurück, storbenen Metropoliten Nifon bestimmten Kapitals verlangt, sei damit aber abgewiesen worden. Die rumänische Regierung habe darauf eine worteten unter folchen Umständen einen schleunigen Schluß der perfekt wurde. Mit welcher Raffiniertheit die Unternehmer bei dem Petition der Stiftung an den Zaren unterſtügt, in welcher um Aus- Sigung. Hier zeige es sich recht deutlich, daß die leitenden Personen Bernichtungskampf zu Werte gehen, übertrifft alles was bisher in zahlung von 400 000 Fr. aus dem für die Stiftung in Odessa der Unternehmerorganisation lediglich die Machtfrage aufrollen ähnlichen Fällen geleistet worden ist. Die Arbeiter wurden einzeln deponierten Gelde mit dem Versprechen erbeten wurde, diese Summe wollten, obwohl sie die pure Inmöglichkeit vor Augen haben, die aufs Comptoir gerufen, in väterlichem Tone ermahnt und am Ende mit ant die Wand drücken der Hungerpeitsche gedroht. Wer gute Miene zum bösen Spielmachte, dem aus den Einnahmen der Stiftung nach und nach zurückzuzahlen. Da starke Arbeiterorganisationen jemals fönnen. Die Arbeiter feien jederzeit zu Verhandlungen wurde eingedrucktes Formular, wodurch der Austritt aus der Organisation indeffen die Zeit vergangen sei, ohne daß man eine Antwort erhielt, bereit, auch gegen eine ernente Prüfung oder Modifikation bestätigt wird, zur Unterschrift vorgelegt und ihm sein Mitgliedsbuch habe die Regierung sich entschlossen, die Lösung des eingereichten Gehätten fie nichts einzuwenden, jedoch abgenommen. Die Wirkung dieser Zumutung blieb nicht aus, denn fuches zu beschleunigen und habe die von der Stiftung verlangten ihrer Forderungen Titres in Höhe von 480 000 Fr. für amortifiert erklärt. Das sei am an eine bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit, zumal nach der am Sonnabend den 11. April sind wiederum eine Anzahl älterer entlassen worden, die Die Titres feien nicht ausbezahlt erfolgten willkürlichen Aussperrung sei gar nicht zu denken. Jetzt Leute 1. August 1887 geschehen. sich ebenfalls entschieden worden, weil man das Resultat der an den zaren gerichteten den Bogen überspannt hatten, umsomehr als auch auf ihrer Seite Verzicht scheinen die Vertreter der Arbeitgeber doch wohl einzusehen, daß sie weigerten, auf ihr gesetzlich gewährleistetes Koalitionsrecht Doch Teisten. Samit nicht Betition habe abwarten wollen. genug. Jede russische Regierung mitgeteilt, daß die Auszahlung von 500 000 Fr. das Bedürfnis nach Frieden unverkennbar war, trosz aller hochtönenden Versammlung wird widerrechtlich zur Auflösung gebracht, oder es russische Regierung mitgeteilt, daß die Auszahlung von 500 000 Fr. Reden. Nach mehrfachem Eingreifen des Vorsitzenden v. Schulz, der wird von vornherein die Bescheinigung nicht erteilt. Selbstverständvon den Titres der Bank von Odessa genehmigt worden sei. Diese die Unternehmer ermahnte, sich endlich an die Anerkennung der lich ist gegen diese vormärzliche Willkür der Beschwerdeweg beSumme fei später den gestellten Bedingungen gemäß in Rententiteln der Bank von Odessa zurückerstattet worden. Die von der Arbeiterorganisationen zu gewöhnen, einigten sich die Parteien schritten. Die gesamten Ziegeleien haben ganz oder auch teilweise Regierung für die vom Zaren bewilligte Summe als amortisiert er hließlich bahin, sofort eine gemischte Kommission zu wählen. Die ihren Betrieb eingestellt. Bor Zuzug von Ziegelei- Arbeitern wird daher gewarnt. Härten Rententitres feien vom Staatsschaze Ende Mai 1888 bezahlt felbe hat am Donnerstag( heute) unter dem Vorsiz des Direktors v. Schulz und unter Hinzuziehung von Auskunftspersonen in eine erneute Prüfung der strittigen Forderungen einzutreten und event. geeignete Grundlagen zur endgültigen Einigung zu schaffen. worden. " Am 25. März 1888 habe die zu Der Streit der Zimmerer in Osnabrück, von dem wir gestern schon Mitteilung machten, ist fast allgemein. Von den in Frage kommenden 106 Zimmerern, die in 17 Betrieben beschäftigt sind, hatten sich bis Dienstagmittag 80 als Streifende eintragen lassen. Es handelt sich um die Einführung eines neuen Lohntarifes, den die Unternehmer nicht anerkennen wollen. Damit ist also flipp und flar eingestanden, daß bei der Nentenziehung am 1. August 1887 eine unrechtmäßige Manipulation auf höheren Befehl vorgenommen worden ist, wenn man auch der Sache ein Mäntelchen umhängt und euphemistisch sagt, daß die Renten- Stuffateure. Die Freie Vereinigung der Inhaber von Bildtitres für amortifiert erklärt" wurden. Es gebe in Rumänien, so hauer- und Stuckgeschäften" scheint uns jede Berechtigung absprechen führt gegenüber diesem Geständnis die„ Romanie", das Organ Tate zu wollen, ihnen im Interesse der Berliner Stuffateure einen verJonescus, zutreffend aus, gesetzlich keine andre Art, einen Renten- besserten Tarif unterbreiten zu dürfen. Die größten und maß- Weißgerber. In Triptis( Thüringen) sind die Weißgerber titre für amortifiert zu erklären, als wenn derselbe bei der Ziehung gebendsten neben den neuesten und kleinsten Firmen haben aber bei der Firma Delsner ausständig. Dieselben fordern die Erherauskommt. unfre Forderungen schon durch Unterschrift anerkannt. Circa höhung des Stundeniohnes von 30 auf 34 Pf., Ueberstunden 40 Pf., 300 Kollegen sind schon heute bei 30 Firmen laut Arbeitsberechtigungs- für Accordarbeiten 8 bis 9 Prozent Aufschlag. Zuzug ist streng farte unter den neuen Bedingungen in Arbeit. fernzuhalten. Die Enthüllung liefert einen treffenden Beleg dafür, was jene Lobgefänge auf die rumänische Regierung und speciell auf den edlen, reinlichen Stindza wert waren, die kürzlich, als die neue rumänische Kollegen, haben wir von Anfang an uns bereit erklärt, mit der Anleihe aufgelegt wurde, durch verschiedene Börsenblätter liefen. Unternehmerorganisation auf längere Zeit einen Tarif zu vereinbaren, Die Bauarbeiter in Limburg, die der christlichen Gewerkschaft Kaufmannsgerichte. Unter den verschiedenen Gründen, welche worauf dieselben gar nicht antworteten, fo gilt es jetzt die Brejche angehören, ftreifen zum Leidwesen der dortigen Centrumsleute, die die Handelskammern und sonstigen kaufmännischen Korporationen weiter zu fchlagen, welche durch die Bewilligung einiger Vereins- nicht wagen, für die berechtigten Forderungen der Arbeiter einzufür ihre Ablehnung der kaufmännischen Schiedsgerichte angegeben meister schon geschlagen ist. Nach wie vor haben wir dafür zu treten. Am Streik find 142 Maurer, 11 Zimmerer und 11 Bauhaben, befinden sich gar manche, die zum Spott herausfordern. Das forgen, daß allen Werkstellenkollegen die gleiche 81stündige Arbeitsarbeiter beteiligt. Sturiofefte aber leisten sich in einer von der Handelskammer Safür eintreten, daß uns wie allen Bauhandwerkern jämtliches Schillergarten zum Preise von 190 000 9. zeit und die tariflichen Mindestlöhne zuzubilligen find. Wir müssen Die Arbeiterschaft Plauens i. Bogtl. erwarb das Etablissement zu Hannover ausgerarbeiteten seltsamen Erklärung die Bereinigten Material durch dazu berufene Hilfskräfte heranzuschaffen ist. Hannoverschen Handelskammern. Sie begründen nämlich ihre Ab- Wir haben dafür einzutreten, daß die zu zahlenden Tarifpreise lehnung folgendermaßen: Die Handelskammer zu Hannover Hat vor mehreren Jahren, ein weiteres Herabdrücken durch die Unternehmerkonkurrenz nicht um den Wünschen nach Beschleunigung und Verbilligung des Ber- mehr zulassen! Bilden wir nicht den Damm, so finkt unser Geschäft fahrens bei Streitigkeiten unter Kaufleuten Rechnung zu tragen, zu den schlechtestbezahlten herab. unter Mitwirkung von Vertretern der Gehilfen- Vereinigungen ein Es hat jeder Streikende die laut Annonce zum Freitagvormittag kaufmännisches Schiedsgericht eingerichtet. Dieses Schiedsgericht ist, einberufene Versammlung zu besuchen, er muß Agitator für unsre Die Streiffommission. obgleich an seiner Sachkunde, zweckmäßigen Organisation und Un gute und gerechte Sache werden! parteilichkeit kein Zweifel besteht, nur in verschwindend wenigen Schuhmacher. In Nummer 87 des„ Borwärts" veröffentlicht der Fällen von den bezirkseingesessenen Firmen und Handlungsgehilfen Inhaber der Filzschuhfabrik von H. Hinge Nachf. eine Berichtigung, angerufen worden, so daß es eine nennenswerte Thätigkeit nicht nach welcher auf den Artikel Filzschnallenstiefel feine Lohnreduktion entfalten konnte. Die Handelskammer hat ferner festgestellt, daß erfolgt, sondern nur irrtümlich ein höherer Preis gezahlt worden sei. am Husland. Die Schriftfcher in Rom haben nach einer Herold"-Meldung vom 15. d. M. mit 1400 gegen 300 Stimmen die Fortseßung des Streits beschlossen. Hiernach müssen also die Einigungss versuche, von denen die Schriftfetzer die Beilegung des Ausstandes erwarteten und deshalb die Beendigung des Generalstreits empfahlen, keine annehmbaren Bedingungen für die streikenden Schriftfeger ergeben haben. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 16. April. Anfang 7 Uhr: Operuhaus. Louise. 7 Uhr. Schauspielhaus. Die Schloßherrin Deutsches. Der arme Heinrich. Berliner. Arbeit. Lessing. Sodoms Ende. Neues. Pelleas und Melisande. Residenz. Lutti. Weften. La Traviata. Central. Clo- Clo. Thalia. Der Posaunenengel. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner- Theater.) Der ledige Hof. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Das zweite Gesicht. Belle Alliance. Pick und Pocket. Carl Weiß. Der Liebe Gebot. Buntes. Eglantine und Lyfiart. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Im Hörsaal um 8 Uhr: Prof. Dr. C. 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Passage- Theater. Anfang: Wochentags 5 Uhr. Sonntags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Der echte Louisiana Cake Walk. Kolossaler Erfolg! Carmen, ZigeunerSextett. Ganz Berlin zerbricht sich schon den dritten Monat den Kopf über AGA! die schwebende Jungfrau! warte. Täglich geöffnet von 7 Belle- Alliance- Theater. bis 11 Uhr. Central- Theater Gastspiel der WienerOperetten- Gesellschaft. Vorletzte Woche! Abends 7, Uhr: Clo- Clo. Allabendlich 8 Uhr: Pick und Pocket". Schwank m. Gej. u. Tanz in 3 Aften. Schlager des 2. Attes: Im Sonnenbad. Der Duncancan. Cip, Cip. Donna Juaua. Cake Walk. Massage Terzett. Morgen und folgende Tage: Clo- Clo. Casino- Theater Sonntagnachm. 3 11hr, 3. lektenmal: Gräfin Pepi. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Täglich 7 Uhr. Der Posaunen- Engel. Ausstattungsposse mit Ges. und Tanz. Tanzparodien. Artisten- Revue. Thielscher als Spreewälder Amme. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. Luisen- Theater. Anfang 8 Uhr. Lothringerstr. 37. Glänzender Erfolg des neuen Progr. Der urkomische Marcelli. Les trois Bergs. Neu! Elternlos. Neu! Dir. Berg- Lilli Behle als CakewalkTänzer. Fritzchen u. Lieschen etc. Anfang 8 Uhr, Sonntags 742 Uhr. Neues Theater Schiffbauerdamm 4a- 5. Anfang 7 Uhr: Pelleas und Melisande. Die Geier- Wally. Kleines Theater. Freitag: Die Waise von Lowood. Sonnabend: Der Raub der Sabinerinnen. Sonntagnachmittag: Die Baise von Lowood. Sonntagabend: Der Raub der Sabinnerinnen. Montag: Die Geier- Wally. Residenz- Theater Direktion: Sigmund Lautenburg. Abends 7, Uhr: Lutti( Loute). Schwank in 4 Aften von Pierre Beber. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 1hr Derledige Hof. Schauspiel in 4 Aften v. 2. Anzengruber. Freitagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Die guten Freunde. Sonnabendabend 8 Uhr: Die guten Freunde. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Das zweite Gesicht. Lustspiel in 3 Akten v. D. Blumenthal. Freitagabend 8 Uhr: Der ledige Hof. Sonnabendabend 8 Uhr: Der ledige Hof. Freie Volksbühne. Mittwoch, den 29. April, im Gewerkschaftshause ( grosser Saal), Engel- Ufer 15: General- Versammlung. Der Eintritt ist nur Mitgliedern gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet. Tagesordnung: Vortrag, Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes, Revisionsbericht und Diskussion. Festsetzung des Kassierergehalts, Neuwahl des Vorstandes, des Ausschusses, der Revisoren und Obleute. Ordner! Sitzung am Sonnabend, den 25. April im Gewerkschaftshause. Sonntag, den 19. April er., nachmittags 23%, Uhr: Lessing- Theater. 2./3. Abteilung. Rosenmontag. Metropol- Theater. 13./14. Abteilung. Helden. Für die 10. Serie im Metropol- Theater gelangt zur Aufführung: Im Hinterhause. Drama in 4 Akten von Ernst Preczang. Opern- Vorstellungen im Berliner Theater: 7. Juni: Der Wildschütz. 14. Juni: Die lustigen Weiber. 21. Juni: Das Glöckchen des Eremiten. Die Opernmarken gelangen im Mai zur Ausgabe. Der Preis beträgt inkl. Opernheft und Garderobe 1 Mark. 228/16 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Des folossalen Andrangs wegen und um vielseitigen Wünschen zu entsprechen, findet Montag, 20. d. M., unwiderruflich dieleste Vorstellung in dieser Saison statt! Cirkus Schumann Donnerstag, den 16. April, abends 7, Uhr: Phänomenales Programm und Miss Alix mit ihrem Motor Car 1911 Looping Zum 172. Male: the Hoop. 11 WITH CARTEN 8 76 5 Damen- Konfektion direkt aus der Fabrik. 12312* Kein Laden! Jeht nach be endeter Engros- Saijon Einzelverkauf git enorm billigen Preisen. Sacco- Paletots Jackets Capes Kostüme Kostümröcke für Damen und Mädchen. Damen- Mäntel- Fabrik Robert Baumgarten Hausvoigteiplatz 11, 2. Et. ( Ecke der Jerusalemerstr.) Auch Sonntags geöffnet. 3 lumen- und 10572 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Hermann Breite am 3. d. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 115/9 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die zahlreichen Krauzipenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Herrn Ludwig Ackermann sage ich allen Freunden ut. Bekannten, insbesondere der Firma Krüger, dem Anschläger- Verein, dem Stat- Klub Süd- Ost sowie dem Gesangverein für die rege Beteiligung meinen herz5966 lichsten Dank. Wwe. Marie Ackermann, Stalikerstraße 49. Danksagung. Für die überaus zahlreiche und herzliche Teilnahme anläßlich der Beerdigung meines lieben Mannes, unsres guten Vaters, Groß- u.Schwiegervaters Hermann Zettlitz sagen wir allen Freunden und Befannten, insbesondere dem Gesangverein" Rote Relfe I" unsern herzlichen Dank. Anna Zettlitz, geb. Reichenkron, 667b nebst Kindern. Kranzbinderei Wir ſagen allen Freunden u. VerRichard Engelke, wandten, insbesondere dem Lotterieflub Hoffnungsstern" für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unsres Reichenberger- Strasse 164, geliebten Senaben Paul Andreas Ecke Mariannenstr. Specialität: Vereinskränze. herzlichen Dank. 6626 Karl Andreas u. Frau, Schöneberg. Partei- Speditionen: 0 Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann 23 erner, Mittenwalder straße 30, v. part. · Dritter Wahlkreis: St. Frit, Prinzenstr. 31 of rechts part.- Vierter Wahlkreis 0.: Robert W engels, Gr. Frankfurterstr. 133, of part. SO.: Paul Böhm, Laujiperplaz 14/15 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, Salzwedelerfir. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger RosenVorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. thaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschte Rügenerstr. 24 porn part. links.- Schönhauser Vorstadt: Starl Alt Glienicke: W. Bries, Pantzer Brothers, Akrobaten. Mars, Kastanien Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Ralph Johnstone, Bicyclist. ludowerstr. 68. Deutsch- WilmersShe, die 4 Elemente. Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. FriedrichsbergRenée Debauga, Kaleidoscop- Tänz. dorf: 23. Nidel, Uhlandstr. 108, part. Hoshi Tokio, Friedrichsfelde Wilhelmsberg- Hohenschönhausen: Japanertruppe. Charlotte Kara, Creolische Sängerin. Otto Seifel, O. 112, Stronprinzenstraße 50, I. Bachus Jacoby, Humorist. Hermann Steinid, Jägerstr. 21. Französisches Bring Handjernstraße 7, im Laden. Les Provençales, Gesangs- Quartett. Bäumler, Martin Lutherstr. 51, Laden. born Fürt, Edisonstraße 4, Mlle. Miette, Par. Strassensäng. Richard La Belle Toledo, Span. Tänz. Schöneweide: Bonakowsky, Berlinerstr. 8. Fesselthal: Paul Mann, Bismardstr. 7. Grünau: Rixdorf: Ostermann, Schöneberg: Wilhelm Ober- Schöneweide: 2 Treppen. NiederJohannisAdlershof: Gustav Harry Houdini, Künstler. ise, Gadenbergstraße 8. Köpenick: Friedrich Woick, 1 Das Fest d. Lucullus, Ballett. Grünstr. 29. Friedenau- Steglitz: H. Bernsee, Stirchstr. 15 Der ,, Biograph. in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, BaumschulenDüppelstr. 8, und Fr. Schellhase, Ahornstr. 15 a. weg: Stod, Ernststr. 2, II. 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Es ist notivendig, daß alle Kollegen diese Manöver der Meister kennen lernen, um dem entgegen wirken zu können. Das Erscheinen der Kollegen ist deshalb dringend notwendig. Die Ortsverwaltung. Centralverband der Töpfer. Freitag, den 17. April 1903, abends 6%, 1hr, in Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( Großer Saal): General- Versammlung der Filiale Berlin. Zages- Ordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Stellungnahme zu den Anträgen der General versammlung des Centralverbandes der Töpfer Deutschlands. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 4. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet 195/10 Der Vorstand. Achtung! Treibriemen- Sattler! Achtung! Freitag, den 17. April 1903, abends 81, 1hr, im ,, Englischen Garten", Alleranderstraße 27c: Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung. Zages- Ordnung: Die Antwort der Fabrikanten und unsre weitere Stellungnahme. Bollzähliges Erscheinen aller Kollegen ist unbedingt erforderlich. Die Kommission. 156/16 Stukkateure! Freitag, den 17. April, vorm. 10 Uhr, bei Frauke, Sebaftianstraße 39: Große Versammlung aller Streikenden. Tages- Ordnung: 1. Der Stand unsrer Bewegung. 2. Verschiedenes. Die Streiffontrolle wird für Freitag nur im Versammlungslokal von früh 9 bis mittags 12 Uhr ausgeübt. Daher hat jeder zu erscheinen, weil im Arbeitsnachweis teine Tageskontrolle stattfindet. Wir machen auf Absatz 4 der Verhaltungsmaßregeln für Streifende aufmerksam. 173/14 Die Streikkommission. Steinarbeiter. Sonntag, den 19. April, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( Saal VII): 1235L Gelegenheitskaut Abgepasste solide lüschElegante ostümröcke in ganz Wolle; in neuen Fassons; • • vorzüglicher Schnitt, tadelloser Sitz, prima Verarbeitung in allen modernen Stoffen, sämtliche Weiten u Längen stets in grosser Auswahl vorrätig 3.50 Mk., 6 Mk., 10 Mk., 15 Mk., 20 Mk. In Damasta. Merveilleux 25 Mk. Blusen ind. neuest. Fantasiestreifen 1.50 Mk., 2.50 Mk.. 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Donnerstag, 16. April 1903. Berliner Partei- Angelegenheiten. dann doch noch einige Antisemiten und Christlichsociale zu der Warnung, Bosamentiererei, Stiderei, Färberei, Druckerei und Appretur, 10 dem Parteigenossen von Berlin, Teltow- Beeskow, Niederbarnim und Potsdam- Osthavelland. Am Sonntag, den 3. Mai 1903, erscheint die nächste Lokal- Lifte. Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalfommission von obigen Kreisen, die Neu- Aufnahmen und die genanen Aenderungen bis spätestens Dienstag, den 21. April 1903, cinjenden zu wollen und zwar für: Teltow- Beeskow an den Genossen Hermann Schlicbik in Brik, Jahnstraße 2; Victoriastraße 4; Nieder- Barnim an den Genossen Otto Riebe in Friedrichsfelde, Potsdam- Ofthavelland an den Genossen Albert Neue in Spandau, Potsdam- Osthavelland an den Genossen Albert Neue in Spandau, Jagowstraße 9; Diverse Orte an den Genossen Gustav Fellwock in Eberswalde, Eisenbahnstraße 67; Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, S. 14, Brinzenstraße 66; Die Lolallommissions Mitglieder wollen die Aenderungen und Neu- Aufnahmen für obige Liste genau besorgen, da dieselbe für Versammlungen zu der am Diens: tag, den 16. Juni d. I., stattfindende Reichstagswahl als maßgebend betrachtet werden soll. Vielfach kommt es vor, daß Zuschriften in ,, Lokalangelegenheiten" an die Redaktion oder Expedition des Vorwärts" gesandt werden; zur schnellen Erledigung derselben ersuchen wir die Genoffen, alle Anfragen und Zusendungen nur an den Genossen Wilhelm Hinz, Berlin S. 14, Prinzenstr. 66, zu richten und nicht an den " Vorwärts". Die Parteiblätter der oben genannten Kreise werden um Abdruck ersucht. Die Lokalfommission. Lokales. Ein Konservativer„ Sieg". angetrieben zu werden usw. Diese Offenherzigkeiten veranlaßten praktischen Unterweisungen in der Weberei, Wirkerei und Strickerei, die Arbeiter nicht mit dem jüdischen Agitatorengesindel über einen Musterausnehmen und 4 dem Fachrechnen und der Kalkulation geKamm zu scheren. Die Arbeiter seien doch sozusagen auch deutsche widmet find. Das Schulgeld beträgt 30 M. für diesen Kursus. Männer und Stammesbrüder. Vielleicht gelänge es doch noch einmal, sie den Klauen des Judenpads zu entreißen. Wobei bemerkt zu werden verdient, daß der sonst überschneidige Vorsitzende auch für die gröblichste Beschimpfung der Socialdemokratie und ihrer Führer nicht das leiseste Wort der Rüge fand! Auch für die Wirkerei und Strickerei ist ein neuer Kursus eins fertigkeiten, die zur Bedienung von Wirkmaschinen, insbesondere aber gerichtet. Derselbe bietet Gelegenheit zur Aneignung der Handvon Stridmaschinen verschiedenster Systeme zivecs Herstellung von Strümpfen, Westen, Jacken, Unterffeidern 2c. erforderlich sind. Dauer des Kurfus ein Vierteljahr bei wöchentlich 34 Unterrichtsstunden. Wir möchten bei dieser Gelegenheit aber auch ein Wort an Das Schulgeld beträgt 15 W. Ein Färbereikursus ist für solche unsre Genossen richten. Es war nämlich wirklich nicht nötig, den Personen eingerichtet, welche ausreichende Vorkenntnisse besitzen und Herren der Ordnungsparteien einen derartigen, wenn auch nur ein- die sich in der Textil- Chemie( Wäscherei, Bleicherei, Färberei, Druckerei, gebildeten Triumph zu bereiten. Wenn man eine gegnerische Ver- Appretur) durch praktisches Arbeiten im Chemie- und Färberei- Labora torium( 30 Stunden wöchentlich) nach einer bestimmten Richtung sammlung besucht, muß man eben darauf gefaßt sein, nicht lauter ausbilden wollen. Das Cajulgelb beträgt 30 92. balbjahrig bin Schulgeld m. halbjährlich. Die Schmeicheleien über die eigne Partei zu hören. Selbst Pro- Schulgelder sind für alle Kurse im voraus zu zahlen. Nähere Ausvokationen sollte mait mit fühler Gelassenheit über sich ergehen funft erteilt und Anmeldungen nimmt schriftlich oder mündlich entlaffen. Man laffe die Gegner doch schwatzen. Die Antwort bleibt gegen der Direktor der Anstalt G. Weber, im Schulhause, Markusdie Socialdemokratie in der Presse und ihren Versammlungen straße 49. An der Abend- und Sonntagsabteilung beginnt der doch wahrhaftig nicht schuldig. Hält man CS aber für Unterricht im Sommer- Halbjahr am Donnerstag, den 16. April, nötig, gleich abends 8 Uhr. in der gegnerischen Versammlung zu anta worten, fo mache man von dem Diskussionsrecht Gebrauch. Im Kösterschen Stiftungshause, Köpniderstr. 47 a, welches im Das ist selbstverständlich nur dann angebracht, wenn wirkliche Laufe des bevorstehenden Sommers eröffnet wird, können 15 über Garantien für eine freie Diskussion geboten werden und wenn die 60 Jahre alte, würdige, alleinstehende Männer, die in Berlin gelohnt. In der gestrigen Versammlung, wo die überwiegende Mehr- suche um Aufnahme in das Stiftungshaus werden im Bureau der Zusammenfegung der Versammlung ein rednerisches Eingreifen ver- boren sind und mindestens 10 Jahre hierfelbst gewohnt haben, freie, in einem einfenstrigen Zimmer bestehende Wohnung erhalten. zahl aus Personen bestand, die ihrer Klassenlage nach niemals zur städtischen Stiftungs- Deputation, Poststr. 16, II, Zimmer 47, entSocialdemokratie kommen können, lag eine solche Notwendigkeit gegengenommen. Bereits dauernd der öffentlichen Armenpflege unsres Erachtens nicht vor. Ist man von vornherein auf eine regel- anheimgefallene Personen können nicht berücksichtigt werden. rechte Redefchlacht nicht vorbereitet, die sich, soviel an uns liegt, Wenig Anklang findet bei den Stadtbahn- Passagieren die Hochdurchaus in parlamentarischen Grenzen zu bewegen hat, so läßt man legung der Bahnsteige und die Umwandlung des Betriebes, welche den Gegner ruhig reden. Läßt man sich durch etliche Lärmmacher, bereits an den Osterfeiertagen im vollen Umfange zur Durchführung die zum Schweigeit zu bringen Sache des Vorsitzenden ist, provozieren, gekommen war. Während bei allen hochliegenden Bahnsteigen, wie so verhilft man nur dem Gegner zu einem wohlfeilen Triumph. beispielsweise auf der Wannsee- Bahn, die Einrichtung getroffen ist, Gegnerische Verfammlungen zu besuchen ist das Recht jedes Genossen, daß die Bahnsteighöhe um höchstens einen Centimeter von der aber es ist auch seine Pflicht, dort die Würde der Partei zu wahren. Höhe des Waggonbodens zurücksteht und zwischen Bahnsteigrand und Zugfront nur ein schmaler Spalt liegt, befinden sich die meter unterhalb Ge= 15 CentiDie gesicherte Existenz. Unter welchen traurigen Verhältnissen Plattformen der erhöhten Stadtbahnsteige etwa Zwischen Stadtbahnsteig unterhalb der Waggontante. in Berlin Familien zu leben gezwungen sind, geht aus einer im und Eisenbahnwagen Klafft eine gähnende Tiefe, die nur zum Trittbrett der Waggons überdeckt Teil von „ Hauspflege- Vereins" enthaltenen or. Der Verein entjandie in 3802 Familien Pflege- Dio. wenn auch der Spalt zwischen Trittbrett und Bahnsteig nicht Herr von Wendstern, der bekannte Flotten- Professor, ist Jahresbericht bekanntlich ausgezogen, um den zweiten Wahlkreis der Social- Statistik hervor. demokratie zu entreißen. Der von den Ordnungsparteien fo rinnen. Bei diesen 3802 Familien betrug das wöchentliche Einbrennend empfundenen Schmach, diesen Wahlkreis durch einen Fischer kommen unter 10 M. bei 338 Familien, 11-15 M. bei 281 Familien, 16-20 W. bei 1245 Familien, 21-25 M. bei 1016 Familien, vertreten zu sehen, ist in ihm ein Erlöser erstanden. Der noch 26-30 9. bei 822 Familien, über 30 9. bei 74 Familien, un m. jugendliche Herr Professor feierte auch gestern abend wieder einen bestimmt bei 326 Familien. Nochmals bemerkt find das die EinBorfieg über die rote Notte, einen Sieg, der man denke in einer kommen bei Familien, nicht etwa einzelstehender Personen. tonservativen Versammlung! mit geistigen Waffen erftritten Wenn man bedenkt, daß von diesem Einkommen für die elenden worden war. Die Herren konnten des gegenseitigen Sichbeglück- Löcher, in denen diese Armut haust, mindestens 25 Broz. Miete wünschens zu diesem seltsamen Siege kein Ende finden. gezahlt werden muß, fann man ermessen, wieviel für den sonstigen Lebensunterhalt noch übrig bleibt. fonnte: im öftlichen Teil des Stralauer Viertels( Viehhof) unt Grunewald, Wilmersdorf, so groß ist, daß eine Person durch denselben hinabstürzen kann, so verursacht sein Vorhandensein doch, besonders bei den aussteigenden Fahrgästen, ein erhebliches Insicherheitsgefühl. Geradezu gefährlich aber dürfte der Zustand werden bei dem starken Gedränge, welches erfahrungsgemäß an den Sommer- Sonntagen auf den Stadtbahnhöfen herrscht. Da das obere Trittbrett etwas höher liegt als die Bahnsteigkante, wird es kaum möglich sein, Unfälle zu verhüten, wenn nicht eine Gleichlegung der Trittbretthöhe mit der Bahnsteighöhe erfolgt. Es wäre dringend wünschenswert, daß bei dem jezt in Angriff genommenen Umbau der Stadtbahnwagen der Beschwerde des Publikums Rechnung getragen wird. Die Sache trug sich folgendermaßen zu: In dem Kleinen Saale der Habelschen Buerei hatten sich zu der angekündigten konservativen Der Bevölkerungszuwachs Groß- Berlins ist vom Berliner Wählerversammlung ca. 250 Personen zusammengefunden, darunter etwa Statistischen Amt für die Jahre 1901 und 1902 aus den alljährlichen Drei Räuber, die in der Nacht zum 3. d. M. in eine Gastwirts der vierte Teil Socialdemokraten. In der Versammlung sprachen der Herr Personenstands- Aufnahmen der Steuerverwaltung ermittelt worden. Malermeister Hammer, der neuaufgetauchte konservative Renommier- Dabei ist nur die Wohnbevölkerung berücksichtigt worden, die die schaft in der Linienstraße Nr. 161 einbrachen, find von der Kriminalpolizei festgenommen worden. In jener Nacht wurde der Geschäftsarbeiter Reinhardt und schließlich der Kandidat, Professor von vorübergehend Abwesenden ein- und die vorübergehend Unwesenden führer Erwin Thiele der Radtkeschen Wirtschaft, der in einem Nebenausschließt, und auch die Infassen der Kasernen, Krankenhäuser, GeWendstern. Herr Hammer giebt sich als den anspruchslosen Mann fängnisse usw. sind außer Betracht geblieben. Die Wohnbevölkerung ramme schlief, durch das Knarren einer Thür geweckt. Staun hatte aus dem Volle, als den erfahrenen Praktiker, der seine Ansichten, von Groß- Berlin war hiernach in den Jahren 1900, 1901, 1902: er fich erhoben, da packten ihn drei Kerle, die im Hofe eine Scheibe die bekannten Rezepte zur Mittelstandsrettung, ohne rhetorischen 2 404 109, 2447 637, 2504 729, sie wuchs also in zwei Jahren um eingedrückt hatten und so eingestiegen waren, und warfen ihn Schmuck vorträgt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. So neben 100 620. Die Wohnbevölkerung von Berlin allein war 1831570, auf sein Bett zurück. Dann schnürte ihm einer mit einem Halstuch die Kehle zu, während ihm ein zweiter die Hände und die Füße her läßt er einfließen, daß er, der schlichte Handwerker, doch schon 1842 178, 1860 543. In zwei Jahren wuchs diese um nur 28 973. fesselte. Als Thiele, der aus Mund, Nase und Ohren blutete, fich einmal Gelegenheit gefunden habe, einem Minister gründlich die Vermehrt hat sich die Bevölkerung Berlins nur noch in einigen weigerte anzugeben, wo er sein Geld hatte, durchsuchten zwei der Meinung zu sagen. Herr Reinhardt ist ein ungleich gewandterer, der äußeren Stadtteile, in denen die Bebauung noch fortschreiten Sterte alle Räume, während der dritte an feinem Bette blieb und formensicherer Redner. Er befigt zweifellos eine tüchtige rednerische 11 490, im Königsviertel( Friedrichshain) um 16 289, im nördlichen ihm jedesmal, wenn er sich nur rührte, die Schlinge fefter zog, bis Schulung, ist von seinem Standpunkt aus nicht unbeschlagen in Teil der Rosenthaler Vorstadt um 5002, auf dem Wedding um 8813, niet- und nagelfest war. Der lleberfallene kam erst morgens um 61 Uhr er endlich die Befinnung verlor. Die Räuber nahmen alles mit, was nicht politischen Dingen, mit einem Wort keine üble Acquisition für die im westlichen Teil Moabits um 9102. Diese Bezirke bilden, von wieder zu sich. Eine Anzeige machte er nicht, weil es nicht auss Konservativen. Auch er befleißigte sich gleich Herrn Hammer bei Often über Nordosten und Norden bis Nordwesten sich erstreckend, geschlossen erschien, daß zweifelhafte Gäste der Radtkeschen Wirtschaft seinen Ausführungen anerkennenswerter Mäßigung, erst bei seinem den äußersten Rand der auf dem rechten Epreenfer liegenden geschlossen erschien, daß zweifelhafte Gäste der Radtkeschen Wirtschaft bie Thäter waren. Zwei Tage später aber brachte ihm ein Kellner Schlußwort, wo er den„ Ehrenmann Bebel" einer litterarischen Stadthälfte. In den inneren Bezirken und auch in den meist voll Braun die ihm ebenfalls gestohlenen Schlüssel wieder. Der Kellner Unterschlagung zich, lüftete er ein wenig die Biedermannsmaste. bebauten Anzenbezirken des Südostens, Südens, Südwestens hatte sie von drei Männern erhalten, die in einer Kaschennie in der und Westens, also der Stadthälfte des linken Spreeufers, Herr von Wendstern ist ein Redner ganz andren Schlages. Da ist nichts von wirklicher oder angenommener Bescheidenheit, hat die Bevölkerung sich vermindert, am stärksten in der Altstadt Auguststraße verzehrten. Dieses waren der Kutscher Ernst Krüsch, in und der Friedrichstadt, deren Bevölkerungszahl ja schon seit Edert, genannt Athleten- Robert, und ein Schlosser Nichard Jahrow. der Verbrecherwelt als Kürassier- Ernst bekannt, der Barbier Robert mit dem ganzen Selbstbewußtsein des politisierenden deutschen Pro- einer langen Reihe von Jahren im Einken ist. In den Vororten Alle drei verkauften in der Kaschemme auch von den gestohlenen fessors fordert der konservative Kandidat für den 2. Wahlkreis fein war die Wohnbevölkerung der letzten drei Jahre 572 539, 605 459, Cigarren und Cigaretten. Als nun der räuberische Einbruch verJahrhundert in die Schranken. Diese unerschütterliche professorale 644 186, hier stellte sich also der Zuwachs von zwei Jahren aufspätet zur Kenntnis der Kriminalpolizei fam, stellte sich heraus, Ueberlegenheit wird noch potenziert durch die straffe, schneidige 71 647. Von diesem Mehr kamen allein 43 102 Personen auf die daß sie den Athleten- Robert mit einem gewissen Findeisen Eleganz und den teioral schmetternden Kommandoton des ehemaligen westlichen Vororte( Charlottenburg, Offiziers. Inhaltlich war die Rede Wendsterns ebenso belanglos, Schmargendorf, Friedenau, Schöneberg) und 14 075 auf die übrigen faminen schon am 9. d. Mts. wegen eines andren Einbruchs eingesperrt hatte. Er war wegen Geisteskrankheit in Herzberge ge= wie die seiner beiden Vorredner. Herr Hammer hatte seine Aus- Vororte des linken Spree- Ulfers( Tempelhof, Rirdorf, Treptow). wesen und als geheilt entlassen worden, wurde aber nach seiner führungen mit dem der„ Konservativen Korrespondenz" entlichenen für Zuwachs noch reichlich Plaz bot, hatten die Vororte( von Stralau mittelt und verhaftet wurden, sind geständig, fuchen aber die HauptAuf dem ganzen rechten Spree- Ufer, wo das Berliner Stadtgebiet Festnahme dorthin zurückgebracht. Krüsch und Jahrow, die jetzt erTrumpfe geschlossen, daß die 30 000 und 10 000 M. der ungenannten bis lößensee) eine Bevölkerungsvermehrung von zusammen nur mittelt und verhaftet wurden, sind geständig, suchen aber die Hauptschuld auf den geistestranten Eckert abzuwälzen. Spender in der letzten Parteiquittung die Trinkgelder für die Haltung 14 470 Personen. der socialdemokratischen Fraktion bei der Börsen- und Buchergeſch- Die Stadtverordneten- Bersammlung wird sich morgen it. a. mit gebung seien, Herr Reinhardt hatte die mißleiteten deutschen Arbeiter, folgenden Punkten zu beschäftigen haben: Wahl je eines Mitgliedes namentlich die Gewerkschaftler beklagt, die sich von einer Handvoll in die Baudeputation und in die Deputation der städtischen Wafferpolitischer Demagogen nasführen ließen, Serr v. Wendstern endlich werte. Berichterstattung über die Vorlagen betreffend die Projekte hatte das bekannte Ged von der Harmonie der Interessen von und Kostenanschläge für Bauten auf den Rieselgütern, sowie den Stapital und Arbeit und der ausgleichenden socialen Gerechtigkeit Vorentwurf zum Neubau des Voltsbades in der Gerichtstraße. wurde umgestoßen und kam unter den Wagen zu liegen. Die gegenüber allen Berufsständen gesungen. Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betreffend Beseitigung Soweit war die Versammlung, von einigen Zwischenrufen der bei der diesmaligen Aufstellung der Reichstags- Wählerlisten für abgesehen, eher schläfrig, als besonders angeregt verlaufen. Als sich die Wähler sich ergebenden Unzuträglichkeiten. jedoch in der Diskussion auch ein Herr veranlaßt fühlte, die Social- Ueber die Unterbringung der Fürsorge- 3öglinge wird von der demokratie gegen die Angriffe des Referenten in Schuß zu nehmen, städtischen Waisenverwaltung in ihrem eben erschienenen Jahresbericht Tam es zu turbulenten Scenen. Der betreffende Herr wurde nicht für 1901/02 zum erstenmal berichtet. Es war von vornherein an Vermißt wird seit vierzehn Tagen die 18 Jahre alte Marie M., nur von dem Vorsitzenden, der ihn fortwährend unterbrach, ganz genommen worden, daß das Fürsorge- Erziehungs- Geſetz eine erheb die Tochter eines Hausbesizers, die vor 1½ Jahren gegen den ganzliche Vermehrung der in öffentliche Erziehung zu nehmenden willen ihrer Eltern nach Berlin tam und zuletzt in der Elsasserungehörig geschulmeistert, sondern ein Trupp Antisemiten machte sich Minderjährigen bringen werde, doch ist die Zunahme weit über die Straße Nr. 93 wohnte. Nachdem fie eine Zeitlang Kellnerin gewesen nicht der in auch das Plaisier, den Redoner fortgesetzt anzuulken. Die anwesenden Erivartung hinausgegangen. Früher waren höchstens 80 Kinder Straße Nr. 93 wohnte. Nachdem sie eine Zeitlang Kellnerin gewesen Genoffen machten hinwiederum ihre Entrüstung über die anti- jährlich zur Zwangserziehung überwiesen worden, unter dem Geschäfte Gemälde zu verkaufen. Auf diesen Kundengängen lernte war, wurde sie Stadtreisende, um an Privatlente und kleinere war, wurde sie Stadtreisende, um an Privatiente und kleinere femitischen Strafehler in temperamentvoller Weise Luft, so daß tros Fürsorge- Erziehungs- Geſetz waren im ersten Jahre fogleich 519 3ög fie zivet Herren kennen, von denen sie so viel bezog, daß fie feit der trompetenden Ermahnungen des Vorsitzenden minutenlanger linge unterzubringen. Staatliche, städtische, kirchliche Behörden, sowie fechs Wochen nichts mehr zu thun brauchte. Später erzählte fie Tumult entstand. Als dann noch ein lonservativer Diskussions- Vereine und Einzelpersonen waren bemüht, dem neuen Gefeß ihrer Wirtin, zwei andre Männer hätten ihr das Ansinnen redner, ein Tapeziermeister Hein, gegen die Socialdemokratie und Geltung zu verschaffen. Dabei wurden zahlreiche Jugendliche, die ihrer Wirtin, zwei andre Männer hätten ihr das Anfinnen das jüdische Agitatorengesindel in komischen Schimpfereien vom längst ber öffentlichen Erziehung bedurften, aber durch das alte gestellt, sich unter ihren Schutz zu stellen, wofür sie ihr Die anwesenden Arbeiter überwiesen. Für die folgenden Jahre wird ein geringerer Zugang Wohnung nicht mehr sehen. Miete und Kostgeld blieb sie der Wirtin Leder zog, tant es zur Explosion. Die anwesenden Arbeiter Zwangserziehungs- Gesetz nicht getroffen worden waren, mm mit- sie lieber Gift. Seit dem 1. d. Wits. ließ sie sich in ihrer verließen mit demonstrativem Protest den Saal, wobei es erivartet, zumal da nach einem Kammergerichts- Erkenntnis in den schuldig. Es wird vermutet, daß sie sich ein Leid angethan hat oder noch zu zu einem Heinen Handgemenge zwischen erbitterten Fällen, wo nur wegen Armut der Eltern eine Verwahrlosung zu daß verworfene Menschen das auffallend schöne Mädchen verborgen Ordnungsmännern und den entrüsteten Genoffen Iam. Daß befürchten ist, nicht öffentliche Erziehung, fondern Armenpflege ein halten, um von ihm Nußen zu ziehen. Die Bermißte ist 1,70 bis sich nunmehr eine Flut von Schmähungen über die Social- treten soll. In der That hat schon das zweite Jahr einen ge- 1,72 Meter groß und schlank gewachsen, hat dunkelblondes Haar und demokratie ergoß, läßt sich denken. Das seien die Helden, die sich ringeren Zugang gebracht, es wird aber trozdem darauf gerechnet, trug, als sie die Wohnung verließ, ein Lodenjädchen, einen schwarzen immer mit ihrem Kampfe mit geistigen Waffen brüsteten. In daß der Bestand schließlich bis auf das Dreifache des Bestandes von Rod, einen schwarzen englischen Hut mit Federnbesatz und Leibwäsche Wirklichkeit könnten sie nichts als wüsten Lärm machen. Böte man 1900 steigen wird. Zur Unterbringung der Zöglinge standen der aus buntem Organdystoff. Stadt nur die eignen Anstalten Lichtenberg und Kleinbeeren zur ihnen, wie heute abend, ein Duell mit geistigen Waffen an, so Berfügung, so daß zahlreiche Vereinsanstalten mit benutzt werden Aus dem Humboldthafen wurde gegenüber der Charité die Leiche Iniffen fie lärmend aus. Selbst Herr v. Wendſtern triumphierte mußten. Es wird geplant, die eignen Anstalten zu erweitern oder eines etwa 70 Jahre alten unbekannten Mannes gelandet. Der Erdarüber, daß die zweifellos vorhanden gewesene Absicht, die Verzu vermehren. trunkene hat ein bartloses Gesicht und ist etwa 1,78 Meter groß. fammlung zu sprengen, durch die Geistesgegenwart und physische Städtische höhere Webeschule. Die Unterrichtsturse im Sommer Er trug einen grauen Rock und Joppe, schwarze Hosen und Weste Energie der Ordnungsmänner vereitelt worden sei. Der schon erwähnte Herr Hein ließ sich in der nachzitternden Erregung dabei femefter beginnen für die Tagesschule am Donnerstag, den 16. April, und ein Taschentuch mit dem Zeichen F. B. 1. Einen Spazierftod vormittags 8 Uhr. Der zur Eriverbung von Warenkenntnissen im hatte er noch in der Hand. zu allerhand föstlichen Geständnissen einer konservativen schönen Gebiete der Tertil- und Konfektionsindustrie neu eingerichtete fauf- Im Eisenbahnzuge erschossen hat sich vorgestern abend der 29 Jahre Seele hinreißen: Die Arbeiter feien die heillofesten Tagediebe, sie männische Sturfus dauert ein halbes Jahr mit 21 Unterrichtswochen alte Poftpraktikant Paul Kerkhoff, der aus Lingen stammt und zu wollten nicht mehr arbeiten, se verdienten mit der Peitsche zur Arbeit zu 44 Stunden, von denen 8 der Material- und Farbenlehre, 22 den Charlottenburg in der Hardenbergstr. 42 ein möbliertes Binimer be Abermals ein Radfahrer verunglückt. Der Radfahrer Otto Heinrich, Bergstr. 19 in Mariendorf wohnhaft, fuhr gestern nachmittag gegen 5 1hr die Jorkstraße entlang mit einem in gleicher Richtung berkehrenden Straßenbahnwagen um die Wette.. versuchte nun plöglich, um die Vorderplattform herumsausend, vor dem Wagen weiterzufahren, geriet jedoch hierbei gegen den Borderperron, Kleidung H. Klemmte sich unter dem Schutzrahmen fest, so daß der Wagen erst hochgehoben werden mußte, bevor es gelang, den leichtfinnigen Radler aus seiner Lage zu befreien. Heinrich, der mehrere zum Teil stark blutende Verlegungen erlitten hatte, wurde nach dem Strankenhause Bethanien gebracht. ein Zimmer mieten würden. Bevor sie das thue, nehme Vermischtes. Winterliche Oferit. Mit welcher Vehemenz der Winter noch wohnte. Der junge Mann war feit fünf Jahren hier bei der Post, I der Betrieb dort polizeilich inhibiert worden sei. Nut mache Aitfrüher auf den Hauptamt in der Spandauerstraße und zuletzt als geflagter allerdings geltend, er habe dem Zustande abhelfen wollen, Telegraphist auf dem Bahnhof Börse. Am Sonnabend bekam er die Hauswirtin hätte sich aber nicht sprechen lassen und die Polizei Urlaub und fuhr nach Lingen, wo sein Vater, der seit einem Jahre habe er gegen die Wirtin umsonst angerufen, auch habe er das einmal zurückgekehrt ist, beweisen folgende Nachrichten aus SüdWitwer ist, bei seinem Bruder wohnt. Während er ursprünglich Rohr mit Lappen umwickelt. Alles das ändere aber nichts und Mitteldeutschland. So lesen wir in der„ Münchner Post": Wie dort bis Donnerstag bleiben wollte, kehrte er unerwartet schon an der Thatsache, daß er unter jenen schlimmen Ver- trostlos es während der Osterfeiertage 1903 mit der Witterung in vorgestern nach Berlin zurück. Statt jedoch in der Nähe seiner hältnissen Backware hergestellt und diese feilgehalten habe, Bayerns Hauptstadt bestellt war, geht mit genügender Deutlichkeit Wohnung auszusteigen, fuhr er nach dem Schlesischen Bahnhofe und daß die Möglichkeit einer Gesundheitsschädigung gegeben aus folgender interessanten Bekanntgabe der Polizeidirektion hervor. durch und schoß sich furz vor dem Einlaufen des Zuges war. Auf jeden Fall habe er fahrlässig gehandelt. Er hätte Sie lautet: in die Halle in seinem Abteil dritter Klasse eine Revolverfugel in eventuell selber geeignete Maßnahmen treffen müssen, das rechte Dhr. Der Bahnarzt, der sogleich gerufen wurde, konnte hätte er selber, wenn sich die Wirtin sträubte, eine Bretterverschalung nur noch den Tod feststellen. Die Leiche wurde von der Polizei be- anbringen lassen können. Das Kammergericht verwarf die gegen schlagnahmt und bis zur Abholung nach dem Schauhause auf der dieses Urteil eingelegte Revision des Angeklagten als unbegründet. Bahnhofswache geborgen. Kerkhoff war ein ordentlicher und nüchterner Sie fcheitere an den thatsächlichen Feststellungen des Vorderrichters. Mensch. Im Dienst hat er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Der Begriff der Fahrlässigkeit sei nicht verkannt. Die Veranlassung zu dem Selbstmord ist wohl in irgend welchen hier noch nicht bekannten Vorgängen in der Heimat zu suchen, die ihn auch zu der vorzeitigen Abreise bewogen haben mögen. Verloren wurde am Montag, den zweiten Feiertag, in der Kronen- Brauerei Moabit bei der Matinee eine goldene Halsfette. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe bei C. Fischer, Waldstr. 8, abzugeben. Verfammlungen. Schneeräumung. Am Dienstag, den 14. I. M. morgens 6 Uhr beginnt die Frist für die Abfuhr des etwa noch vorhandenen Schnees von den Straßen und Plazen nach dem Zonensystem." Und wie sich in München jedermann überzeugen konnte, harrten heute früh noch zahlreiche Schneehaufen der Abfuhr, sbschon während der Feiertage viele Schneearbeit verrichtet wurde. in den Sehr schlimm, schreibt die„ Franks. Volksstimme", scheint der Nachwvinter auch im Taunus, Odenwald, Vogelsgebirg und Hohe Rhön gewütet zu haben. Von überall her kommen Meldungen von starten Die Schuhmacher hielten am Dienstagvormittag eine stark be- daß Hohe Rhön und Vogelsgebirg von einer dichten Schneedecke Schneestürmen. Aus Schlüchtern wird der Frankf. 8tg." gemeldet, suchte Versammlung im„ Grand Hotel" am Alexanderplatz ab. Be- überzogen seien. Aehnliche Nachrichten kommen aus Thüringen, dem treffs der Maifeier wurde folgende Resolution angenommen: Feuerbericht. Mittwoch früh 6½ Uhr wurde die Wehr nach dem„ Die Versammlung beschließt, die diesjährige Maifeier wieder wie Harz und aus Süddeutschland. In Wien war der Schneefall ein Deutschen Hofe in der Luckauerstr. 15 gerufen, weil hier in dem Fest- alljährlich durch Arbeitsruhe zu begehen, und zwar hat die so starker, daß der Straßenbahnbetrieb Störungen erlitt. faal ein unbedeutendes Feuer ausgekommen war. Gegen Mittag war Arbeit in allen Fabriken und Wertstätten zu ruhen, wo sich zwei Von einem eigenartigen Naturereignis wird dem„ Jut.-Bl." von in der Elsasserstr. 72 auf dem Boden ein Brand entstanden, der in der Drittel der beschäftigten Kollegen dafür erklären. Dem Arbeitgeber Feldberg( Taunus) gemeldet. Am Donnerstagmittag fand auf dem Hauptsache alten Hausrat einäscherte. Gardinen und Kleidungsstücke ist eine Woche vor dem 1. Mai von einem diesbezüglichen Werkstatt- großen Feldberg eine große, gewaltige Entladung der mit Elektricität gingen vorher in der Oranienburgerstr. 54 in einer Wohnung in Flammen beschlusse Kenntnis zu geben. Organisierte Kollegen, welche in Be- übermäßig gefüllten Atmosphäre statt. Nach dem Bericht des Turmauf, während in der Jägerstraße 69 Möbel durch Feuer beschädigt trieben arbeiten, die sich nicht im allgemeinen der Maifeier an- wärters befand sich derselbe am Donnerstagabend 5 Uhr nach heftigem wurden. In der Justusstraße 2 zu Reinickendorf hatte die Wehr schließen, sind zum Ruhenlassen der Arbeit nicht verpflichtet. Sollten Schneefall auf der oberen Plattform des Feldberg- Turmes und schaufelte längere Zeit mit der Ablöschung eines Dachstuhlbrandes zu thun. in legteren Fällen Organisierte trogdem die Arbeit ruhen lassen und den Schnee hinab( derfelbe liegt gegenwärtig 10-15 Centimeter hoch Gerümpel und Verpackungsmaterial war nachmittags in der deshalb entlassen werden, so sind dieselben als Gemaßregelte zu be- auf dem Gipfel des Berges), als er fah, wie ihm drei Herren Friedrichsfelderstraße 32 in einem Keller in Brand geraten, unſche Ausdrud, die Polizei möge sich bei der diesjährigen Maifeier nicht Turm; als sie jedoch nicht gleich kamen, feite er lid trachten und dementsprechend zu unterstützen." Mehrere Redner gaben dem winkten, herabzukommen. Er glaubte, fie wollten Jer aber noch im Entstehen unterdrückt werden fonnte. sich in Auch int der Alten Jakobstraße 91 und der Schul- wieder so unnötigerweise bemühen und-blamieren wie im Vor- fein Zimmer. Alsbald erfolgte ein mächtiger Schlag; das straße 67 mußten in der Zwischenzeit Kellerbrände abgelöscht werden. jahre, wo sie mit ihrem provozierenden Vorgehen gegen die ganze Zimmer stand in Feuer, der Turm zitterte und erbebte Ein großer Wohnungsbrand beschäftigte die Wehr Dienstagabend in Feiernden an Gerichtsstelle das denkbar kläglichste Fiasko erlitt.- sekundenlang und Müller fah eine große Feuerkugel vom Der Kohlen der Spandauerstr. 25 zu Pankow. Obgleich mehrere Rohre tüchtig Der Bericht und ein weiterer Beschluß über die Lohnbewegung der Turm in die Erde springen, dieselbe aufwühlend. Wasser gaben, brannte die Wohnung doch ganz aus. Außerdem Schoß- Schuhmacher wurde bis auf nächsten Montag ver- raum, neben dem Zimmer gelegen, war voll schwefligem liefen in den letzten 24 Stunden noch Allarmierungen von der Münz- tagt, weil alsdann eine Versammlung in der Tonhalle hierzu Qualm, ebenso ein im ersten Stock unter der Treppe befindlicher straße 20, Kaiser Wilhelmstraße und noch von einigen andren Stellen Stellung nehmen soll. Dagegen gab Ollrich einen Bericht über Aufbewahrungsraum. Hier war der Blizz unten in die Erde hineinein, die indes ganz unbedeutende Brände betrafen. die Lage der ausgesperrten Schuhmacher in Birmasens gefahren, ein fauftgroßes Loch durchschlagend; der im Bogen geUnter mehrfachen Sympathiekundgebungen für die Ausgesperrten treute Mörtel zeigte den Weg des Strahles. Nach dieser elektrischen gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die Versammlung Entladung setzte ein kolossaler Schneesturm ein. Zugleich wurden in erklärt sich mit dem Vorgehen der Pirmasenser Kollegen ihren den beiden Gasthäusern der Herren Ungeheuer, sowie in Ober- und Arbeitgebern gegenüber einverstanden und sichert den Ausgesperrten Nieder- Reifenberg sämtliche Telephonleitungen zerstört, bis auf die volle moralische und finanzielle Unterstützung zu." Die Höhe der des Herrn Sauer, welcher ausgeschaltet hatte. Am Turm ist zum für die Ausgesperrten aufzubringenden Unterstützungsbetrage wiro Blück kein Schaden entstanden; so verlief dies seltene und gefährliche in einer Vertrauensmänner- Sigung festgesetzt. Naturereignis für alle Teile noch ziemlich harmlos. Hus den Nachbarorten. Neu- Weißensee. Zu der Notiz, betreffend den angeblichen Selbstmord des Inhabers der höheren Knaben schule Herrn Liedtke teilen uns dessen Angehörige mit, daß, wie von dem behandelnden Arzte selbst konstatiert worden sei, Herr Liedtke infolge eines Schlaganfalles verschieden sei. Er habe noch den ganzen ersten Feiertag gelebt und sich seit 9 Uhr vormittags in der Behandlung des betreffenden Arztes befunden. Die Schlächtergesellen Berlins beschäftigten sich in einer am Freitag abgehaltenen Versammlung wiederum mit diversen Miz ständen im Gewerbe und der Verbesserung ihrer age. Beziehentlich der Arbeitsvermittelung der Innung und der Aussperrung von Spandau. Die Bahnhofsfrage und der von interessierter Gesellen wegen Verkaufs von Arbeitskarten wurde Protest erhoben Seite planmäßig geschürte Bewilligungseifer unfrer städti- gegen den Innungsbeschluß, wonach diese Gesellen sechs Wochen von schen Körperschaften beginnt nun auch die Arbeiterschaft in Harnisch der Arbeitsvermittelung ausgeschlossen werden sollen. Die Verzu bringen. Es kann natürlich der Arbeiterschaft nicht gleichgültig sammlung empfahl vielmehr, es mit Verweisen genug sein zu lassen. fein, wie mit den Steuergroschen gewirtschaftet wird, und ob ihr mit der Durchführung dieses Beschlusses soll der Gesellenausschuß weitere große Opfer, erhöhte Steuerlasten 2c. auferlegt werden zu beauftragt werden. Im weiteren wurde über Erhebungen von Miß einem Zweck, der schließlich doch hauptsächlich zum Vorteil der ständen im Gewerbe diskutiert und dabei besonders hervorgehoben, Grundstücksspekulation gereichen wird. Morgen( Freitag) abend daß am Karfreitag sogar in einzelnen Betrieben bis nachmittags 8 Uhr findet darum im Kumteschen Saale, Schönwalderstraße 80, 4 Uhr gearbeitet worden ist. eine Volksversammlung statt, in welcher Dr. S. Liebknecht referiert. Parteigenossen! In öffentlichen Interesse liegt ein wirklich imposanter Besuch der Versammlung! Gerichts- Zeitung. " teil. Durch Drei Knaben in einem Boot in See getrieben. Ein eigenartiger Unfall, wie er vor Jahren schon einmal vorgekommen ist, hat sich am Nachmittag des Ostermontags in Warnemünde ereignet. Drei Knaben im Alter von 9 bis 11 Jahren vergnügten sich, so wird uns geschrieben, mit Bootfahren. Sie hielten sich anfänglich noch dicht vor den Molenköpfen, doch der stark auslaufende Strom und der heftige Südsüdwestwind trieb das Boot allmählich weiter hinaus. Zwar machten die Insassen verzweifelte Anstrengungen, das Land zu erreichen, doch für die schwachent Arme der Knaben war das Boot zu schwer und die Abtrift zu stark der Wind trieb das Boot immer weiter auf See hinaus. Die drei Knaben trieben während der Nacht in dem offenen Boot auf See in Wind und Wellen unher. Erst am Dienstagmorgen wurde der Vorfall beim Lotsenamt gemeldet. Sofort ging das große Lothenboot in nordöstlicher Richtung in See. Es fichtete auch schon nach Fliesenleger. Am 8. April fand bei Patt eine gut besuchte Ditseebades Küriz. Die drei Jungen hatten in der Nacht mehrfach 1 Stunden das vertriebene Boot auf der Höhe des bekannten öffentliche Versammlung statt. Dieselbe beschloß, den 1. Mai durch Schneeschauer in ihrem offenen Boote über sich ergehen lassen völlige Arbeitsruhe zu feiern, Handzettel anfertigen und verteilen zu müssen, aber die Kälte doch gut überstanden; den einen hatten allerTassen und zum 1. Mai cr., vormittags präcise 10 Uhr im obigen dings Angst und Kälte dermaßen erschöpft, daß er schon ganz schwach Lokal eine öffentliche Versammlung abzuhalten. Hierauf wurde geworden war. Aber im allgemeinen hatten sich diese Jungen, die die Versammlung mit dem Protokoll der Einigungsverhandlungen von Jugend auf wohl von den Gefahren der See gehört hatten, Die schweren Veruntreuungen zum Nachteil der Bank für Handel zwischen Kartell und Gewerkschaftskommission, die vom Partei- bei ihrer Seereise wider Willen zweckmäßig und feineswegs verund Industrie", welche bei ihrem Bekanntwerden bedeutendes Auf- vorstand angebahnt war, bekannt gemacht. Aus demselben ging zweifelt benommen. sehen erregten, famen gestern vor der ersten Straffammer des Land- hervor, daß ein endgültiger Beschluß noch aussteht, daß aber mit gerichts I zur Erörterung. Aus der Untersuchungshaft wurde der Majorität ein Antrag angenommen wurde, daß das letzte ent: der Schweiz eifrig arbeitet, mag man aus nachstehender Episode, Der Polizeispion im Souffleurkasten! Wie die Polizei auch in Bantbeamte Ernst Gollnow vorgeführt, dessen umfassendes Ge- scheidende Wort in der Einigungsverhandlung der nächste Kongreß welche neben einem ernsten auch einen heiteren Charakter hatte, erständnis darin gipfelte, daß er der vorgenannten Bank einen Betrag der freien Vereinigung deutscher Gewerkschaffen zu sprechen habe. voit insgesamt 34 500 M. unterschlagen habe. Der jetzt 36 Jahre Aus der daran geknüpften Diskussion ergab sich, daß die Versamm wurde am Donnerstagnachmittag einem verkleideten Polizisten zu sehen. Die wohlverdiente Züchtigung für seine bodenlose Frechheit alte Angeklagte trat mit dem 18. Lebensjahre als Lehrling bei der Bant lung fich mit den gepflogenen Verhandlungen nicht in Einklang für Handel und Industrie" ein. Er wurde dann mit einem Gehalt befand und gelangte man zu der Annahme, den Bevollmächtigten Um den fortwährenden Bespigelungen durch die Polizei von 1500 M. bei derselben Bank angestellt und im Jahre 1893 zu der nächsten Sizung zu beauftragen: Die Intereffen der Fliesen- einen Riegel vorzuschieben, beschlossen die streikenden Maurer in wurde ihm die Leitung des Konvertierungsbureaus übertragen. Wie leger sowohl in Berlin als über ganz Deutschland im obigen Sinne Basel, nur denjenigen Zutritt zum. Streiflokal zu gewähren, die fich vermittelst Streiffarte legitimieren konnten. der Angeklagte behauptet, war dies ein sehr verantwortungsvoller zu vertreten. Boften, bei welchem ihm täglich große Summen durch die Finger die verräterische Handlungsweise des Saalportiers war es nun einent Liefen. Er bezog ein Gehalt, welches fich Ende vorigen Jahres liche Generalversammlung ab. Zunächst gab der stellvertretende den Bühnenraum des Saales führte, einzubringen und sich dort zu Die Arbeiter Samariter- Kolonne hielt am 6. April ihre ordent- verkleideten Polizisten gelungen, durch eine Hinterthür, welche unter nach und nach bis auf insgesamt 3400 Mark gesteigert hatte. Vorsitzende den Halbjahresbericht. Daraus ist zu entnehmen: Die verbergen. Die Streifenden hatten aber doch rechtzeitig Wind be Im Jahre 1886 war ihm das Unglück begegnet, daß sich in Mitgliederzahl beträgt 98. Zu dem Ausbildungskursus hatten sich kommen, und wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht im seiner Kasse ein Fehlbetrag von 3500 Mart aufwies, dessen 43 Mitglieder neu einschreiben lassen. Die dienstthuende Abteilung Saale. Ursache sich nicht hat aufklären laffen. Daß der Angeklagte diesen zählt 28 Mitglieder. Von derselben wurden 13 Hilfeleistungen bei Saales. Endlich entdeckte man das Opfer feines Dienſteifers imNun begann ein eifriges Suchen in allen Winkeln des Bosten unterschlagen hat, wurde auch seitens seiner Vorgesetzten nicht Berlegungen und Unglücksfällen ausgeführt. angenommen. Es traf ihn aber die Verantwortung und um nicht Staffierer den Kassenbericht. Einnahme: Mitgliederbeiträge und Zu- an die frische Luft gesetzt wurde, war nicht gerade sanft zu nennen. Darauf gab der Souffleurkasten!! Tableau! Die Art und Weise, wie der Gefundene Gefahr zu laufen, seine Stellung zu verlieren, erklärte er sich dazu wendungen von Vereinen und Gewerkschaften 537,40 M. Ausgabe: Warum muß aber auch die Polizei so neugierig sein, und noch dazu bereit, den Betrag zu decken. Die Folge dieser Erklärung sei ge- 315,79. Kassenbestand 606,36 M. Dem Staffierer wurde Decharge ohne behördlichen Auftrag! wesen, daß er auf die schiefe Ebene gedrängt worden sei. erteilt. Aus der hierauf stattgefundenen Neuwahl gingen hervor: Um den Fehlbetrag decken zu können, habe er von den ihm Stein, erster, Wegener, zweiter Vorsitzender; Hellmuth, erster, anvertrauten Coupons einen Teil an sich genommen und zwar, da Burkow, zweiter Kassierer; Weiß, erfter, Sitte zweiter Schriftführer; Eingegangene Druckschriften. er außerdem selbst in Geldverlegenheit war, 1000 M. mehr, als er Frau Heidpriem, Bibliothekarin. Revisoren sind Dietrich und West- markt- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Verlag von G. Reimer). " Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Centralstelle für Arbeitszu der erwähnten Deckung gebrauchte. Die erste Unterschlagung phal. Nachdem noch bekannt gemacht worden, daß der neue Kursus Die als Organ des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende habe bald die zweite nach sich gezogen, da der frühere Posten nach in der Dresdenerstr. 45( Centrale) am 27. April, und in der Brunnen- Beitschrift enthält in Nr. 14 des 6. Jahrganges unter anderm: Rundschau einigen Monaten ersetzt werden mußte und so sei es fünf Jahre straße 154( Filiale) ani 4. Mai beginnt, wurde die Versammlung über die Lage des Arbeitsmarktes. hindurch gegangen, bis endlich im Dezember vorigen Jahres die Allgemeines: Schutzoll und Arbeits. geschlossen. markt. Graphische Darstellung des Bevölkerungsstandes in Königsberg.. Entdeckung erfolgen mußte. Er habe den Kopf verloren und sich Gewerkschaftliche Marktstatistik: Beobachtung der Arbeitszeit- Verkürzung in nach Frankfurt a. D. begeben, wo er sich eine Zeitlang bei Nixdorf. Der Socialdemokratische Wahlverein hielt Stuttgart. Beröffentlichung der Arbeitsmarkt- Berichte im Gärtnereis einer Verwandten verborgen gehalten habe. Am 1. Januar 8. d. Mts. seine Generalversammlung ab. Zunächst beschäftigte Situationsberichte aus einzelnen Gewerben: Bacgbau( Belegschaftsbewegung Nachweis Berlin. Bericht des Düsseldorfer Arbeitersekretariats für März.sei seine Verhaftung erfolgt. Der Angeklagte behauptete, daß er von sich die Versammlung wiederum mit der Wahl eines Parteispediteurs. Im Jahre 1902); Maschinengewerbe( lauer Beschäftigungsgrad); Textil den unterschlagenen 34 500 M. etwa 28 000 M. für sich verbraucht Die Versammlung schloß sich einem Vorschlage Zubeils an und wies gewerbe( Gefahr einer Uebererzeugung); Leder( Geschäftsgang an Haupts habe, der Rest sei durch Zinsen draufgegangen Er habe keineswegs diese Angelegenheit an die Kommission zurück, welche diesmal in pläßen des Ledergewerbes. Sanitäre Berhältnisse in Fabriken und Berk flott gelebt. Zwar sei er nicht verheiratet, aber er habe vor sechs Gemeinschaft mit dem Vorstande und den Bezirksführern beraten ftätten); Häusliche Dienste( Dienstbotenmangel und Lohnhöhe in SteierJahren mit einem Mädchen ein Verhältnis angeknüpft, das nicht und in der nächsten Mitgliederversammlung Bericht erstatten wird. mart. Vorentwurf einer Gesinde- Ordnung in Norwegen. ohne Folgen geblieben sei. Er habe es für seine Pflicht gehalten, Hierauf erstattete Bocske den Bericht des Vorstandes. Der Mit Streitverzeichnis für Deutschland, Deftreich- Ungarn, Schweiz. Statistisches Monatsmaterial: : Wetterbericht. Arbeitsnachweise. Krankenkaffen. für Mutter und Kind zu sorgen und da beide andauernd kränklich gliederstand betrug am Schluß des letzten Quartals 2198. Den Losen- Fürsorge: Arbeitslosen- Fürsorge und Berpflegungsstationen. waren, habe er schwere Opfer bringen müssen. Kassenbericht gab Stieler. Die Einnahme betrug infl. 306,00 22. Stadtrat Dr. Flesch. Da die Angaben des Angeklagten dem bisher ermittelten That für Bons 2703,44 m., die Ausgabe am Ort betrug 311,35 M., an Schule und Lehrzeit. Lehrlingswesen. Fortbildung: Zwischenstufe zwischen bestande entsprach, so wurde nur der Bücherrevisor Reuter als den Centralvorstand abgeliefert 1917,63., so daß ein Bestand gewerbe. Ueberangebot von Lehrlingen im Berliner Bau Sachverständiger vernommen, welcher begutachtete, daß der Fehl- von 474,46 M. am Orte verbleibt. Von diesem Bestand bewilligte aus deutschen Arbeitsnachweis- Berbänden: a) Amtliche Bekanntmachungen. Abmahnung vom Handlungsgehilfinnen- Beru! Mitteilungen betrag sich aus den Büchern nur annähernd auf 34 500 M. feft- die Versammlung 200 M. für den Wahlfonds. Die Parteispedition, Verband deutscher Arbeitsnachweise. Zusammenseßung des Verbands. stellen. Lasse. für welche Ostermann berichtete, hatte im Januar 138,81 M., im ausschusses. Der Staatsanwalt wies darauf hin, daß der ungetreue Bank- Februar 235,73. lleberschuß zu verzeichnen; für März konnte b) Sonstige Mitteilungen: Ministerialerlasse betr. Arbeitsnachweis- Verbände und Arbeitsnachweis- Statistit. Verband deutscher beamte leider in letterer Zeit eine häufig vorkommende Erscheinung die Abrechnung infolge des Aprilumzuges noch nicht gegeben werden. übersicht. Arbeitsnachweise. Verbandstagsbericht. Rhein- Main- Verband. Jahresin den Gerichtsjälen sei. Die Verfehlungen des Angeklagten seien Die Abonnentenzahl beträgt gegenwärtig 3260. Beilage: Mitgliederliste des Verbandes deutscher Arbeitsso schwere, daß sein Geständnis kaum als Milderungsgrund in zur nächsten Kreisfonferenz wurden Boeste, Conrad und Hupfer Als Delegierte nachweise nebst zahlemmäßigen Angaben über März 1903. Betracht kommen könne, er beantrage gegen ihn eine Gefängnisstrafe gewählt. Neu aufgenommen wurden 141 Mitglieder, dadurch ist von zwei Jahren sechs Monaten und dreijährigen Ehr die Mitgliederzahl auf 2339 geftiegen. Briefkaften der Redaktion. verlust. Der Verteidiger Rechtsanwalt Leonh. Friedmann, bat Neudamm. 1. Umfang einer Figur. 2. Gerade Linie, deren man sich unter Berücksichtigung aller Milderungsgründe um ein niedrigeres Der Wahlverein in Brik hielt am 9. d. M. eine General Streitcube. 1. Es muß„ tros de m" heißen. 2. Stölleda. in der Größenlehre bedient. .. 10. Uns unbekannt. Zwei Strafmaß. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu zwei versammlung ab, in welcher der Vorstand über seine Thätigkeit und 1877. 1. Derartige Spielfragen beantworten wir nicht. Jahren Gefängnis und dreijährigen Ehrverlust. der Gemeindeverordnete Weniger über örtliche Verhältnisse berichteten. fieber die betreffenden Bräute" danach. 5. G. 100. Iit auf 99 Jahre Kammergericht. Gegen das Nahrungsmittel Gefes Ferner wurde der Kassenbericht erstattet, der eine Einnahme von gepachtet, d. h. geraubt. sollte sich der Bäckermeister Krüger in Schöneberg bei Berlin ver- 94,50 M. und eine Ausgabe von 43,07 M. aufwies. Sechs neue Dazu gebraucht man Kurs- und Reiſehandbücher. 3 und 3a. Fragen Sie gangen haben, indem er Backware feilgehalten habe, die geeignet Mitglieder wurden aufgenommen. Hierauf hielt Breslauer einen an Hierauf hielt Breslauer einen an bei dem Turnverein Fichte", Aderftr. 67, Dienstags und Freitags abends 8-10 Uhr. 4. Privateigentum. 5. Stommen Sie deswegen in unfre gewesen sei, die menschliche Gesundheit zu schädigen. Das Land- Vortrag über Konsumgenossenschaften. juristische Sprechstunde. Pontiar Ill. Natürlich hat Sie der brave gericht als Berufungsinstanz verurteilte auch Strüger mit folgender Nowawes- Nenendorf. Am 8. April fand die Generalversamm Anarchist ausgiebig beschwindelt: Beder Zola noch Tolstoj noch Karl Marg Begründung: Es sei festgestellt, daß sich durch des Angeklagten lung des Wahlvereins statt, in der die Agitation für die Reichstags- find jemals Anarchisten gewesen; der lektere iſt vielmehr eine Leuchte und Badstube das Klosett- Abzugsrohr am Badtisch hinzog. Die Luft sei Wahl besprochen wurde. Alsdann gab der Kassierer die Abrechnung der Stolz des internationalen Socialismus. Auf die übrigen von Ihnen furchtbar muffig gewesen und das Rohr schwizte zeitweilig so, vom 1. Quartal. Die Einnahme betrug 106,00 M., dem steht eine erwähnten Stnirpse tommt es ja zum Glüd gar nicht an. daß eine schmuzige Flüssigkeit abtropfte. Auch habe sich Ausgabe von 45,48 m. gegenüber, 70,66 M. find an die Centraldas Publikum über Schinuh int der Badware beschtvert. tasse abgeliefert, bleibt ein Deficit von 10,14 M. Die Maifeier Die in dem Raum hergestellte Ware habe Angeklagter verkauft, bis findet in derselben Weise wie alle Jahre statt. am Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druf und Verlag: Vorwärts Arbeitss Von J. D. 2. Fragen Sie Weimann. 1, 2 und 2a. Statt 20 M. 100 M. Wetter- Prognose für Donnerstag, den 16. April 1903. Kühl und veränderlich, viclfach wollig, mit Niederschlägen und frischen westlichen Binden. Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.