Nr. 106. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer, mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Gingetr. in der Poft- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Eern sprech- Anschluk: At I, tr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Maitag in London. Freitag, den 6. Mai 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Anziehungskraft übte auch diesmal die Platform aus den Mann getauft, der beim Streit auf den Südlondoner, ( Nr. 15), von der herab John Burns sprach. Hier allein Gaswerken so entschieden für sie eingetreten, ist Mitglied London, den 2. Mai. sammelten sich genügend Menschen, um für eine stattliche der Gilde von St. Matthäus, au deren Spike der Reverend Das größte Meeting, das London noch gesehen"-Demonstration auszureichen ihre Zahl muß gegen 30 000 Stewart Headlam steht, der ebenfalls gestern im Hydepart das ist das einstimmige Urtheil über die gestrige Mai- ausgemacht haben. Und doch war die Stentorstimme des für den gesetzlichen Achtstundentag sprach- von der Plat demonstration im Hyde Park. Was ich Ihnen in meinem beliebtesten der Londoner Agitatoren noch den entferntest form der Fabian Society herunter. Nach dem chriftlichen legten Briefe über die Aussichten der Feier schrieb, hat sich stehenden seiner Hörer vernehmbar. Auch enttäuschte er Sozialisten ein jüdischer nein, ein jiddischer", denn glänzend bewahrheitet. Auf 500 000 Köpfe schäßte John diejenigen nicht, die gekommen waren, einige packende der Bürger Schaier, der jetzt das Wort nimmt, um zu den Burns gestern die Zahl der Theilnehmer, und die Bresse Sentenzen von ihm zu hören.„ Die Achtſtundenbewegung russisch- jüdischen Arbeitern zu sprechen, bedient sich zwar des stimmt ihm bei. Eine niedrigere Zahl, schreibt ein Bericht- soll die Industrie schädigen? Unsinn, das Geschäft folgt jüdischen Jargons- seit das Eastend die Heimstätte von erstatter, würde schwerlich einer gebührenden Berücksichtigung dem Agitator"( nach Analogie des Wortes: der Handel folgt Tausenden jüdischer Arbeiter geworden, ist das„ Jiddisch" aber das des gewaltigen Terrains zwischen der Linie, welche der Zug der Flagge) lautete einer der Kernsprüche, mit denen er eine legitime Sprache in hiesigen Meetings nahm, und dem Kreisausschnitt, den die 16 Platforms seine gestrige Rede würzte, und dem auch ein ganz richtiger Evangelium, das er in dieser Sprache seinen Landsleuten bilbeten, gerecht werden. So weit das Auge reichte- und Gedanke zu Grunde liegt. verkündet, ist das des internationalen proletarischen Soziaweiterergoß sich der schwarze Strom, bis man nichts Platform 15 gehörte der Achtstundengeset Liga, und lismus. Den größten Theil seiner Rede wiederholte Schaier unterscheiden konnte als ein einziges großes Menschenmeer ebenso Platform 14, die gleichfalls zu den bestbesetzten später in ziemlich forrettem Englisch. Rouffel, Delegirter und das Auge einen Ruhepunkt suchte in dem Anblick des Tages gehörte. Diese zweite Platform war die inter- der Pariser Arbeitsbörse, durch einen Zufall statt auf eine der seidenen Banner, die zwischen den Bäumen sowohl hin nationalste von allen. Auf ihr waren so ziemlich alle Platform des Trades Council auf diese Platform gewiesen und her wogten oder quadratförmig um die Hauptplat Nationalitäten Europa's vertreten. Neben Friedrich Engels, und, wie es scheint, mit diesem Zufall sehr einverstanden, formen gruppirt waren. der hier Plaz genommen, saß der russische Revolutionär bringt die Grüße der organisirten Pariser Arbeiter. Er Man muß indeß nicht meinen, daß es während der Volchowsky, deffen korrektem Englisch man es nicht an- spricht französisch, und seine Rede wird nachher von Edw. ganzen für die Demonstration im Park angesetzten Zeit hört, daß er kaum zwei Jahre der Gewalt der sibirischen Aveling, der mit gewohntem Geschick und zur höchsten Be1/28 28 Uhr bis 5 Uhr Nachmittag je dazu gekommen Häscher entkommen. Noch durch einen zweiten Redner ist friedigung der Zuhörer präsidirt, ins Englische ver wäre, daß man hätte sagen können, nun sind alle theil- Rußland hier vertreten, auch Stepniat sprach von dieser dollmetscht. Gleich seinem Landsmann Bernard spricht nehmenden Organisationen bei den Platforms angelangt. Platform, und hatte sicher nicht Unrecht, wenn er, der auch Rouffel lebhaft, aber ohne viel Phrasen. Er erklärt Weniger als je war das in diesem Jahre der Fall. Der russische Revolutionär, erklärte, daß auf dieses gewaltige, fich tief ergriffen von der Großartigkeit der Demonstration, mächtige Bug, der in stattlicher Breite vom Victoria bei aller Entschiedenheit und Schärfe, die sich in den Reden spricht die Gegnerschaft derer, die ihn hergeschickt, gegen alle Embaufment her, wo die verschiedenen Einzelorganisationen fundgebe, so ruhige Meeting ganz England ohne Unter- Völkerve thehung aus und schließt mit dem Ruf: mit ihren Bannern und Musikchören sich zu einem einzigen schied der Parteien stolz sein könne. Seltsam tontrastirte Vive L'Humanité! Ct. Mendelsson im Namen der großen Körper formirt, in den Bark einmarschirte, war bei zu der gemäßigten Sprache der beiden" Nihilisten" die polnischen und Frau 2. Kautsky im Namen der österreichiWeitem noch nicht zu Ende, als die Reden auf den Plat- leidenschaftliche, mit füdländischer Heftigkeit, aber ichen Sozialisten schließen die Liste der Vertreter ausforms längst vorüber waren. Man wird das nächste Mal auch südländischer Anmuth vorgetragene Nede ländischer Genossen. Von Italien ist ein Sympathiewohl oder übel auf die Bildung eines einheitlichen Buges ber aus Spanien stammenden Frau Gabriele Cunninghame schreiben da, die junge Partei ist nicht im Stande, einen verzichten und zwei oder drei Zentral- Aufstellungspläße an- Graham, deren Mann, der sozialdemokratische Abgeordnete, Delegirten zu entsenden. Ebenso ein Sympathieschreiben im ſehen müssen, um den Uebelstand zu vermeiden, daß Arbeiter, leider nicht anwesend sein konnte. Oder nicht leider, denn Namen der deutschen Arbeiterinnen, überhaupt ist die Zahl die vom frühen frühen Morgen an unterwegs sind, erst er war Hauptredner auf der Maidemonstration in Man- der eingelaufenen Briefe und Adressen so groß, daß der den Zentralpunkt der Demonstration anlangen, chester, wo der Sozialismus ganz bedeutende Fortschritte Vorsitzende gezwungen ist, sich auf eine einfache Aufzählung wenn der Hauptakt derselben bereits vorüber macht. Nach Frau Graham sprach Pete Curran, einer der derselben zu beschränken. Außer den bereits erwähnten ift. Gewiß liegt nicht allzuviel an den Reden, die an eifrigsten Organisatoren der Gasarbeiter. Noch heiser von sprachen noch verschiedene andere englische Redner, Deleeinem solchen Tage gehalten werden können, noch an der einer Agitationstour durch Irland, wo auf von ihm ab- girte radikaler Klubs und von Gewerkschaften( unter den formellen Abstimmung die Thatsache des Busammen gehaltenen Meetings nationalistische und orangistische Arletzteren auch, mit großem Beifall begrüßt, Frau Aveling), strömens der Massen zu einem bestimmten gegebenen Zweck beiter mit ihren Bannern friedlich für die größere Sache und schließlich unser alter Friedr. Leßner, als Mitglied des giebt dem Tag seine Bedeutung. Aber von Werth bleibt der Arbeit demonstrirten, liefert er den Beweis, daß man Kommunistenbundes und des Generalraths der Interes darum doch, daß mindestens einmal an dem Tage Alle, auch als geborener Schotte feurig wie ein Südländer nationale, ein Veteran der kämpfenden Sozialdemokratie. die der gleiche Gedanke zusammenführt, zu gemeinsamer sprechen kann. Bernard, Delegirter der französischen Da ertönt das Signal, die Zeit der Abstimmung ist geBekundung ihrer Ideen beisammen sind. Wenn auch gestern( marristischen) Arbeiterpartei, begrüßt die Versammelten im tommen. Die Resolution wird verlesen. Sie lautet: wieder Tausende- nein, Behntausende nicht an der Ab- Namen des sozialistischen Frankreich; Ed. Bernstein that timmung theilnehmen konnten, die nach Anordnung des dasselbe im Namen der deutschen Sozialdemokratie. Organisations- Romitees um Bunkt 5 Uhr von allen Plat- Dann spricht erschrick nicht, Leser der Reverend Lambeth. Aber forms herab vorgenommen wurde, so war dies zwar der William Morris, einzige, aber doch eben ein Uebelstand, der gar Manchem geistliche Namensvetter des Dichtersozialisten William Morris Bedauern einflößte. der beiläufig diesmal ein prächtiges Maigedicht verFreilich, an den Platforms merkte man davon nichts. öffentlicht hat- macht durchaus nicht den Eindruck pfäffischer Die Menge, die sich vor ihnen drängte, war, wie gesagt, Hochwürdigkeit. Wie seine Erscheinung, ist auch seine Rede unvergleichlich stärker als in den Vorjahren. Am meisten ungeziert und energisch. an Feuilletoit. Nachdrud verboten.) [ 106 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. 1 Vicar in der " Brother Bob", wie die Arbeiter Kranken, der er das Herz in mancher Leidensstunde gestärkt." Es wird ihn freuen, verlaß Dich darauf. Einstweilen lebe wohl, Mutter! lebe wohl, Schwester! B Es wird erklärt, daß dieses Meeting überzeugt ist, daß die Einführung eines internationalen Achtstundentages für alle Arbeiter der wichtigste Schritt ist auf der Bahn zur schließlichen Emanzipation der werkthätigen Bevölkerung, und daß es von der Regierung als dringend nothwendig, die Einführung und Durchbringung einer Maßregel im Parlament verlangt, welche dem achtstündigen Arbeitstag gefeßliche Kraft giebt, sowie daß das Organisationskomitee dieses Verlangen am 2. Mai 1892 durch eine Deputation der Regierung unterbreiten foll." Ja so; nun will ich hoffen, daß etwas Nothwendiges Sie hierher führt, und dann bedarf es keiner Vergebung." Mein Name ist Leberecht Habicht." " " Ah so; Sie sind es, Herr Habicht; damit hätten Sie gleich anfangen sollen. Seien Sie mir bestens willkommen, In einem kleinen Parterreftübchen der Barth'schen rücken Sie sich einen Stuhl zu mir und lesen Sie mir ges Druckerei, dicht neben der Buchbinderei und hinter dem fälligst einmal dieses Manuskript vor, damit ich mit der Expeditionszimmer befand sich die Redaktion des Bolts- Korrektur schneller fertig werde. Es ist gefährlich, in solcher blatt", ausgestattet einfach mit einem großen Bücherbrett, Zeit einen Redakteur zu besuchen, man bekommt da auf dem sich neben einer großen Anzahl von inländischen eine Anstellung, che man's denkt. Hier Abschnitt B, wenn Habicht unterzog sich sofort der Arbeit, und als diese fühlſt, ſei nicht stolz und sei nicht hart, sondern danke ein paar Schreibpulten und Stühlen, sowie mit einigen beendet und vom Druckerburschen abgeholt war, wandte sich " Darum, mein Sohn, wenn Du Dich auch stärker und ausländischen Zeitungen nur ein Universallexikon, ein ich bitten darf." sich auch Fremdwörterbuch und das Staatshandbuch ein Deinem Schöpfer, daß er Dich stärker und fester ge- großen Landkarten, welche die grauen Wände in ge- Lange an den jungen Mann mit den Worten: schaffen, und sei mild und nachgiebig gegen Deine schwächere eigneter und hier praktischer Weise so viel wie möglich verz" Ich habe mit Vergnügen Ihre Skizzen Aus der Schivester, wie Du es überhaupt gegen alle Deine schwachen deckten. Schreiberstube" gelesen, es sind dies schon mehr Genrebilder Mitmenschen sein willst. Reiche ihr die Hand und heiße sie In diesem anspruchslosen Arbeitsraum wurde auch und Charakterköpfe, mit achtungswerther Gefühlstiefe und Habicht auf sein schüchternes Klopfen durch ein lautes ziemlicher Schärfe der Auffassung nach dem Leben wiederWohnung ist, die Du mit Deiner Arbeit bezahlst." gegeben. Ihre schwächste Seite ist der Stil; doch hoffe ich, " Herein" beschieden. Verzeihe mir, liebe Mutter, und verzeihe mir, Veronika", Der Schreiber sah sich verwundert um; denn bei der daß sich der mit der Zeit findet, denn Sie sind fast noch zu jung, rief der junge Mann mit weichem Zone:„ bas Leben großen Verbreitung, welche das Boltsblatt in so kurzer Zeit um in dieser Beziehung etwas Hervorragendes zu leisten. macht bitter und hart, denn es quält und tritt auf gefunden, glaubte er zum Mindesten ein großes Redaktions- Einen kleinen Theil Ihrer Skizzen habe ich bereits für den wir wirkliche Menschen geworden." die Herzen. Aber es wird anders werden auf Erden, wenn immer mit einem besonderen Kabinet für den Hauptredakteur Abdruck im Feuilleton der nächsten Sonntagsnummer beUnd noch mehr erstaunte er, als er in der stimmt, den anderen Theil mit Randglossen zur nochmaligen Habicht ging dann in seine Kammer und erschien nach Person des einzigen Arbeiters in diesem Kaume, der sich Durchsicht und Umarbeitung für Sie zurückgelegt." mitter Weile in frischeſter Wäsche, im schwarzen grad und legt zu ihm umwendete, den Gesuchten selbst vorſand. Was steht Ihnen zu Diensten?" fragte der Schrift: steller ohne weitere Romplimente. Ich bitte um Verzeihung.... stammelte der Schreiber. " Haben Sie etwas verbrochen, dann gehen Sie zu einem Bastor oder zum Staatsanwalt." mit sehr alten, aber noch wenig gebrauchten Glacee- HandSchuhen. Du hast einen Besuch vor, Leberecht?" fragte die Mutter überrascht. vorzufinden. " " Ich meine mur, wenn ich stören sollte," fügte der schöne Gedicht von dem Weh des Voltes" gedichtet." Ich will zum Dr. Lange, Du weißt, Mutter, der das " So bringe ihm auch einen Gruß von einer unbekannten Schreiber hinzu. Ich kann Ihnen, Herr Doktor, nur meinen innigsten Dank für Ihre Berücksichtigung, für Ihre Bemühung fagen." Lassen Sie das nur unterwegs; nach dem( Briefe, den Sie mir geschrieben, mußte ich erkennen, daß auch Sie nach einer Erlösung aus drückenden Banden strebten, und ich sah, daß Sie derselben würdig waren. Ich kann nicht Alles thun, aber was geschehen kann, muß geschehen. Was nun Ihre Alle Hände erhoben sich, der Resolution zuzustimmen, und Lokomotivführern, der Signalordnung für die Eisenund eine dreifache Beifallssalve begrüßt das Resultat. Aus bahnen Deutschlands, der Normen für die Konstruktion und der Mitte der Masse heraus wird dem Vorsitzenden ein Ausrüstung der Eisenbahnen Deutschlands und der BahnHoch ausgebracht, das kräftige Zustimmung findet, und ordnung für deutsche Eisenbahnen untergeordneter Bedeutheils in losen Gruppen, theils wieder in Zügen geformt tung den Ausschüssen für Eisenbahnen, Post und Telegraphen entfernt sich die Zuhörerschaft aus dem Park, Platz für die und für das Landheer und die Festungen. Ferner beschloß, unverschuldet Zuspätkominenden machend. wie zu erwarten war, der Bundesrath der durch ReichstagsBeschluß dem Bundesrathe überwiesenen Petition, betreffend die reich 3 gesetzliche Regelung des Vereinsund Versammlungsrechts, feine Folge zu geben.-schon jetzt klar zu Tage, daß die persönlichen Gegenfäße innerhalb dieser Parteien sich gemildert haben und daß alle drei Fraktionen sich als Bundesgenossen fühlen, sobald Zentrum E3 und Konservative ihnen geschloffen gegenüberstehen... läßt sich aber mit aller Bestimmtheit vorhersagen, daß, wenn die Bundesgenossenschaft sich nicht auf die Wahlen erstreckt, sie in furzer Frist auseinanderfallen muß. Eine weitere Gefahr liegt in der überwiegenden parlamentarischen Stärke Eugen Richter's, welche eine vorübergehende Linksschwenkung der ganzen Gruppe herbeiführen kann, sehr bald aber den Zu fammenhang sprengen muß, wenn der Führer der Freisinnigen nicht flug genug ist, seine Partei eine merkliche Rechts schwenkung vollziehen zu lassen." Es würde natürlich den zulässigen Rahmen dieses Briefes weit überschreiten, die Rednerliste auf den übrigen Platformen durchzugehen. Was London an namhafteren sozialistischen und Gewerkvereins- Rednern besitzt, war so ziemlich auf dem Meeting vertreten, und wo die mehrere Aus dem Abgeordnetenhause. Die zweite Lesung Tage vorher veröffentlichte Lifte beliebtere Redner erwarten der Bergwerts Novelle ist am 5. Mai beendet Nachdem Bamberger und Rickert so kräftig die dar ließ, sammelte sich die größere Zuhörerschaft an. Acht worden. Ueber eine Resolution Hize und Genossen, die gebotene Rechte ihres alten Bundesbruders Bennigsen ge Platforms hatte der Trades Council besetzt und eine neunte Staatsregierung zu ersuchen, möglichst bald eine eingehende drückt, ist ein nationalliberal- deutschfreisinniges Kartell eine den Vertreterinnen der Arbeiterinnenvereine zur ausschließ- Untersuchung darüber anzustellen: inwieweit eine Herab- diskutable Frage. Die tapferen Bayern sind vorläufig für lichen Besetzung überlassen. Zwei Platforms hatte die segung der Arbeitszeit in den Bergwerken der verschiedenen die Landtagswahlen mit rühmlichem Verzicht auf Grundsozialdemokratische, zwei die radikale Föderation und eine Ober- Bergamtsbezirke aus Rücksicht auf Leben und Gesund- säge und Programme vorangegangen, und die deutschfreidie Fabian Society. Auch die Anarchisten hielten ein heit der Arbeiter erforderlich erscheint, und das Resultat sinnigen Wadelstrümpfe werden mit denen um Richter vielMeeting im Park ab, auf dem unter Anderen Louise derselben, sowie die auf Grund des§ 197 des Allgemeinen leicht in absehbarer Beit eine neue Kraftprobe veranstalten. Michel sprach, und man kann die krankhafte Ideenrichtung Berggefehes getroffenen beziehungsweise beabsichtigten Maß- Herr Richter selbst hat übrigens seine allerhöchste Billigung dieser Leute kaum besser kennzeichnen, als durch nahmen den Landtag mitzutheilen", ging das Abgeordneten dem ergöglichen Nürnberger Wahlfartell angedeihen lassen, die Thatsache, daß einer ihrer Redner die haus zur Tagesordnung über. Herr von Berlepsch hielt und er wird nicht unzugänglich sein. Als er das letzte Mal waltige Manifestation des Londoner Proletariats, als seine Kommissionsrede gegen den„ Maximal- Arbeitstag" zum gegen die Schrader, Barth, Rickert zu Felde zog, schwankte die diese Maifeier sich darstellte, für eine für eine Bosse" zweiten Male, und die zahme, schwindsüchtige Resolution schon der Boden unter seinen Füßen, und er machte mit erklärte. Es ist allerdings dabei kein Att der Zerstörung fiel unter den Tisch. Die braven Manchesterleute des den Treuhändchen" seinen Frieden. Mit jenen Treuvorgekommen und nicht einmal ein unschuldiger Gast in Deutschfreisinns, Meyer und Eberty, waren natürlich gegen händchen, gegen deren großkapitalistischen Stachel er in der einem Wirthshaus oder Miether körperlich verlegt worden. einen Normal- Arbeitstag im Bergwerksbetriebe, sprachen Hitze des Gefechts es war eine schwache Stunde Wie aus der Resolution ersichtlich, soll heute eine sich jedoch für die Resolution Hize aus. Im Uebrigen ver- löken gewagt hatte. In absehbarer Zeit wird das bischen Deputation bei den Vertretern der Regierung vorsprechen. weisen wir auf unsere gestrigen Ausführungen. Die Zechen- Spiritus der Scheinoppofition verflogen sein, und der DeutschEs ist noch nichts darüber bekannt, ob sie von der Regie- barone haben gefiegt, die Regierung hat klein beigegeben, freisinn mit dem anderen Flügel des Liberalismus zu rung empfangen werden wird. Uebrigens sprachen sich eine der Knap pentruz ist fertig. der einen großen Partei des mobilen Kapitals verschmelzen. ganze Anzahl von Redner nicht sehr erbaut über diesen Und das von Rechts wegen. Theil der Resolution aus und befürworteten nur deshalb eine Annahme in Bausch und Bogen, um den Eindruck der Demonstration nicht abzuschwächen. " ge= Hofprediger Stöcker, dem mit seinem Eid das bekannte Zwei Ritter der Wahrheit. Zwischen dem ErUnglück passirt ist, und dem Er- Reichskanzler Bismard, der Brüdern entsponnen. Det Er Hofprediger ließ sich jüngst amtlich nicht lügt, hat sich ein ergöglicher Streit unter interviewen, und sagte bei dieser Gelegenheit u. A.: Wie Recht sie damit hatten, zeigt die Haltung der leitenden bürgerlichen Parteiorgane.„ Daily News", das Organ Der Gladstoneaner, schneidet ein süßsaures, Standard", bas Organ der Konservativen, ein sauersüßes Gesicht zur Demonstration. Den Häuptlingen der beiden Bourgeoisparteien wird die Bewegung immer unbequemer. Ja, wenn man fie als Knüppel benutzen könnte, um die Liberalen zum Stolpern zu bringen, dann würden die Konservativen sie fich ganz gern gefallen laffen, aber dafür fängt sie an, zu große Dimensionen anzunehmen; sie ist den Konservativen nicht minder gefährlich wie den Liberalen; zumal die Ersteren mehr noch als die Lehteren auf die Fabrikanten Rücksicht zu nehmen haben. Der Bericht des Standard" widmet denn auch den Rednern auf den 16 Platforms, um die sich hunderttausende von Arbeitern drängten, anderthalb Spalten, dagegen den Reden auf dem von kaum einigen hundert Leuten besuchten Anarchistenmeeting allein eine in ganze Spalte. Das letztere paßte dem Toryblatt anscheinend besser in den Blan. " Die Bolts зи Freifinnige Zeitung" hat in der legten Zeit mancherlei Noch einmal der bayerische Deutschfreifinn. Die 3eitung", ein deutschfreisinniges Organ( Chefredakteur Schicksalsschläge zu erdulden gehabt. ist der Fraktionsgenosse Richter's, der deutsch freis Vor 10 Jahren gab es eine Beit, als ich davon träumte, sinnige Reichstags- Abgeordnete für den die Sozialdemokratie durch die Biloung einer großen Reform fiebenten Regierungsbezirk Breslau, Karl Vollrath) partei zu besiegen, welche aus chriftlich- loyalen Arbeitern aus wendet sich in ihrer Nummer 105 vom 5. Mai direkt gegen thren eigenen Reihen zusammengesetzt wäre. Etwa ein Drittheil die Freifinnige Zeitung", die bekanntlich in ihrer Aus oder Viertel der Arbeiter Berlins hatte bei den Wahlen für uns gestimmt. Unsere Aussichten schienen glänzend; aber einandersetzung mit uns über den bayerischen Deutsch= Fürst Bismard trat uns entgegen, und da er freisinn eine staunenswerthe Unwissenheit in bayerischen fürchtete, daß die protestantische Kirche zu start werden und Angelegenheiten und eine unübertreffliche Böswilligkeit an ihm ebenso viel zu schaffen machen würde, wie die katholische, den Tag gelegt hatte. Die Bolts- Zeitung" schreibt: goß er faltes Wasser auf unsere Bewegung und erstickte sie. Jezt ist es zu spät daran zu denken, in Deutschland die eine Arbeiterpartei gegen die andere aufzubieten: der Schaden ift einmal da. Bebel und Liebknecht haben das Dhr der Massen." Gegen den Ex- Hofprediger schreibt nun der Ex- Kanzler seinem Leibblatt: Die Aeußerungen, die der Interviewer Herrn Stöder über das Verhalten des Fürsten Bismard in den Mund legt, lassen annehmen, daß er sich verhört hat. Wenn aber Herr Stöcker wirklich so gesprochen haben sollte, so befindet er sich in einem unbegreiflichen Irrthum. Die Agitation feiner Partei ist durch den früheren Reichstanzler niemals gehindert worden, vielmehr hat der= felbe ihre Wahlerfolge mit Freude gefehen. Wie wäre dies auch anders möglich gewesen, da die Stöckersche Partei der Sozialdemokratie feindlich gegenüber trat?" " Ich sprach oben von sozialistischen und GewerkschaftsRednern. Die Unterscheidung ist aber zum großen Theil nur noch formell. Es ist merkwürdig, wie sehr der früher so schroffe Gegensatz zwischen Gewerkschaftler und Sozialist bereits überwunden ist. Noch ist Beides nicht identisch, aber so sehr haben sich die Gewerkschaftler dem Sozialismus bereits genähert, daß gestern darüber fast Einstimmigkeit herrschte, daß das Achtstundengeset nur das dünne Ende Wer der beiden Er" hat nun die Unwahrheit gesagt? des Keils ist, der in den Baum des heutigen Wirthschafts- Die Wahl ist schwer. Um die Komik des Streits zu verfyftems eingetrieben werden muß, um Platz für eine stehen, muß man sich ins Gedächtniß zurückrufen, daß BisWirthschaftsordnung zu gewinnen, die den Arbeiter vom mare, so lange er noch nicht Er war, in seinen Worten sich Druck der Ausbeutung und der anarchischen Konkurrenz be- Stöcker gegenüber genau so verhielt, wie Stöcker sagt. freit, und daß diese Befreiung das Wert der Arbeiter felbft Thatsächlich aber verhielt er sich genau so, wie er selber sein muß. Die Grundnote der meisten Reden war die jetzt sagt, und im Einverständniß mit Stöcker verleugnete Loslösung der Arbeiter von der Gefolgschaft der Bourgeois- er diesen öffentlich, während er ihn heimlich mit voller parteien und die Schaffung einer unabhängigen großen Macht unterstüßte. Die Sache steht also so, daß Stöcker Arbeiterpartei. jekt wie früher die Unwahrheit sagt, jein Rompagnon aber Und diese, zu der das gestrige Meeting ein weiterer bie Wahrheit, nachdem er früher die Unwahrheit gesagt. großer Schritt war, wird sozialdemokratisch sein oder sie In die Haare gerathen werden die zwei Biedermänner sich wird nicht sein. nicht. „ Es zeigt von nicht genügender Kenntniß ber bayerischen Verhältnisse, wenn eine hervor ragende freisinnige Berliner Zeitung meint, bei den Landtags- Wahlen täme die sozialdemokratische Partei nicht in Betracht. Wir sind der entgegen gesetzten Ansicht und aller Wahrscheinlichkeit nach wird gerade der nächste Ausfall der Landtagswahlen uns Recht geben. Die Sozialdemokraten sind in Bayern verhältnißmäßig ebenso start wie im Reiche; fie stellen nach den letzten Reichstagswahlen ungefähr ein Siebentel aller abgegebenen Wahl stimmen, München I und II, Nürnberg, Fürth, Speyer, Ludwigshafen a. Rh., Hof, Kronach, Bamberg, Würzburg, Augsburg weisen ein ganz bedeutendes Kontingent sozialistischer Stimmen auf, so daß diese Orte bei direkter Wahl und anderer Wahlkreiseintheilung wahrscheinlich jetzt schon alle durch Sozialisten vertreten wären; die Möglichkeit ist aber auch jetzt beim indirekten Wahlrecht gegeben, daß bei den nächsten Lands tagswahlen Bayern wenigstens ebenso viele Sozialisten in den Landtag bekommt, als es jetzt in den Reichstag schickt. Und diese Möglichkeit wird zur Wirklichkeit, wenn die freisinnige Partei in Bayern nicht eine entschiedene Stellung auf Grund eines freiheit lichen Programms sucht, zu welchen Material mehr als genug vorhanden ist. Alle jene Wähler, die den liberalen Mischmasch haffen, werden sich durch Santtionirung desselben weiter nach der äußersten Linten abgestoßen fühlen, und zwar nicht Sozial demokraten werden, doch aber nicht für die mit dem nationalliberalen Passirschein ausgestatteten Mischmasch- Kandidaten stimmen." Das wäre doch ein Beweis grenzenloser Blanlosigkeit". Wird Herr Richter auch auf diese Abfertigung schweigen? Weltfriedens- Kongreß. Jm August d. J. soll der Das neue Kartell. In einem Artikel: Nach der vierte Weltfriedens- Kongreß in Bern zusammentreten. Schlacht", der die preußische Politik der legten Beit be- Der erste dieser Kongresse fand im Jahre 1889 in Paris, Politische tebericht. handelt, liest man in der Münchener„ Allgemeinen Zeitung" der zweite 1890 in London und der dritte im vorigen Jahre in Rom statt. Der Hauptgegenstand, welcher diesmal zur ( Nr. 124 vom 4. Mai): Berlin, den 5. Mai. Bundesräthliches. Der Bundesrath überwies die Borlage, betreffend neue Bearbeitungen des BahnpolizeiReglements für die Eisenbahnen Deutschlands, der Beftimmungen über die Befähigung von Bahnpolizei- Beamten Wünsche in Bezug auf Beschäftigung in unserer Redaktion betrifft, so freut es mich, denselben einigermaßen entgegenkommen zu können. Ich bedarf unbedingt eines Hilfsarbeiters, der mir Luft für andere Arbeiten schafft. Wenn Sie also nichts Wichtiges opfern, wie es scheint, und an unsere noch sehr bescheidene Raffe feine allzu hohen Anforderungen stellen, so würde es mir ganz angenehm sein, Sie für das Boltsblatt heranzuziehen." " Wenn ich vielleicht zwanzig Thaler den Monat er warten könnte mit der Zeit?" Mit der Zeit zwanzig Thaler monatlich? Nein, Herr Habicht, damit finden wir Leute, die uns wirklichen Nutzen Leiften, nicht ab. Wenn Sie eintreten, geben wir Ihnen ficherlich sofort 20 Thaler, und mit der Zeit mehr." Herrn v. Bennigfen's Probepfeil, die große liberale Partei, Verhandlung gelangen soll, ist der Bericht und Antrag ist nicht ganz vergebens ausgeflogen, denn eine nicht zu wegen Organisation eines internationalen Schiedsgerichtsbestreiten de Annäherung zwischen Freikonservativen, hofes. Nationalliberalen und Deutschfreisinnigen hat stattgefunden. Läßt sich auch nicht vorhersagen, wie weit die Uebereinstimmung Die italienische Minifterkrise. Herr Rudini hat gehen und wie lange sie dauern wird, die eine Wirkung liegt sich mit seinem Nothministerium am 4, Mai den Kammern würden", sondern würde", und erlauben zu dürfen" ist geäußert, auf einen außergewöhnlichen Besuch gefaßt. Freund eine zwecklose Verstärkung, es heißt erlauben zu machen" Riemer hat die Freundlichkeit gehabt, mich schon gestern und nicht erlauben machen zu dürfen". Jm Uebrigen aber Abend zu benachrichtigen, daß er heute das Vergnügen haben wüßte ich nicht, wie ich dazu kommen sollte, ein Geschent werde, meinen zukünftigen Herrn Schwiegervater nach diesem von Ihnen anzunehmen, da Sie, wie es scheint, beinahe noch ärmer find, als ich?" Wenn es aber etwas wäre, was mich nichts kostete und Ihnen sehr nüglich sein könnte?" " Das wäre allerdings ein in jeder Beziehung annehmbares Angebot. Dann heraus damit." " Hier ist es," rief Habicht triumphirend und überreichte dem Erwartungsvollen ein zusammengefaltetes Stück Papier. Orte zu geleiten, an welchem er schon manchen armen Erdenpilger auf längerre oder kürzere Beit beköstigen und beherbergen ließ. Möge ihm das Brot, welches er anderen hier geboten, schmackhaft erscheinen; möge er die Gesellschaft behaglich finden, der er von Zeit zu Zeit ein neues Glied zugeführt. Schade, daß ich in diesem, vom Schicksal nach Gebühr belohnten Manne zu gleicher Zeit den Bater eines reizenden Engels erblicken muß. Welche schöne Gelegenheit hätten wir sonst gehabt, einem solchen Menschenplager ein mal gehörig Bescheid zu sagen! So aber erwächst mir die Pflicht und die Nothwendigkeit, ihm sein Dasein hier oben nach Kräften zu versüßen. Wie? ein Testament? Fräulein Howald betreffend, Dann wären meine kühnften Hoffnungen erfüllt, und ausgefertigt von Dr. Raffmaus? Mensch, wie kommen Sie ich darf allerdings Lust zum Leben fassen. Ach, Herr zu diesem werthvollen Dokumente?" Doktor, Sie glauben nicht, wie mir Ihr Name immer in" Ich wußte, daß es vorhanden war; Liebe zu Ihnen,„ Schon wenn man sich verliebt, gehen die Familiens der Seele wiedergeklungen hat; Ihre Schriften und Ge- Haß gegen die Blutsauger des Menschengeschlechts hat es forgen an. Kurz, meine Herren, so leid mir's thut, muß dichte hielten mich aufrecht in den trübsten Stunden meines mich finden lassen im verborgensten Versteck des eisernen ich Sie bitten, diesen neuen Zuwachs mit derjenigen Rüc Lebens; Sie einmal fennen zu lernen, Ihnen meinen Dant, Dokumentenschrankes von Dr. Raffmans." ficht zu behandeln, die Sie dem künftigen Schwiegervater meine Verehrung, sowie die meiner armen kranken Mutter," Nehmen Sie das Dokument zurück und doch nein, Ihres Alterspräsidenten gegenüber glauben nehmen zu einmal persönlich darbringen zu können, war immer mein es muß Alles seinen Weg nehmen, wie er ihm bestimmt ist. sollen. Ich selber aber werde, um Ihnen diese Aufgabe höchster Wunsch. Und nun steht es mir gar in Aussicht, Ich danke Ihnen für Ihre Liebe und Hilfseifrigkeit. Sie möglichst leicht zu machen, ein Frühstück arrangiren, zu mit Ihnen öfter in Berührung zu kommen." haben damit vielleicht der Menschheit einen großen Dienst welchem Sie selbstverständlich allesammt eingeladen sind." Und da werden Sie finden, junger Mann, daß ich bei geleistet. Wer kann wissen, was Alles daraus hervorgehen Die Einladung zu einem Frühstück ist für die Be allen guten Abfichten auch nur ein mit manchen Mängeln be- mag. Mich erschüttert dieser Fund, nehmen Sie es mir wohner der freudenleeren Wechselstube jederzeit etwas Aehn hafteter Mensch bin. Doch laffen Sie uns zu Ende kommen, nicht übel, wenn ich Ihnen jetzt nicht freudiger danke, und liches dem, was dem schwergeplagten Seefahrer der Nuf denn mein Tagewerk ist noch bei Weitem nicht beendet; schweigen Sie bis auf Weiteres gegen Jedermann davon." Land", was dem Karawanenkaufmann die ersten Baum nehmen Sie dieses Manuskript zur Umarbeitung mit und Ich werde ganz handeln, wie Sie es mir anempfehlen," spitzen einer Dase. Jeder schwelgte in Borahnungen und Lassen Sie mich sobald wie möglich wissen, wann Sie in betheuerte Habicht und verabschiedete sich nunmehr, um seine bisherigen Kollegen im" Goldenen Affen" aufzuEinundzwanzigstes Kapitel. die Redaktion eintreten können." Würden der Herr Doktor mir nicht erlauben, ihm ein suchen. Kleines Geschenk machen zu dürfen?" Ein Heirathsantrag. bemühte sich, seine Toilette möglichst standesgemäß, sei es dem erwarteten Zuwachs, sei es dem bevorstehenden Früh ftück zu Ehren, einzurichten. Und als nun die zehnte Stunde geschlagen hatte, wurde im Konversationssalon" die Früh stückstafel gedeckt, und die seit langer Zeit an das Nichts blick der ihnen dargebotenen Genüsse gewöhnten Augen Vor allen Dingen, junger Mann, gewöhnen Sie sich Ausdrücke ab, die überhöflich sein sollen und weiter nichts Machen Sie sich heute, meine Herren," hatte Frank vorhandensein von aller und jeder Mannigfaltigkeit im Ans find, als grammatikalische Schnitzer. Es heißt nicht beim Morgenkaffee zu seinen Kollegen oder Leidensgefährten bent schreibt uns: wie Parteinachrichten. * vorstellen müssen, und es ist ihm recht übel ergangen. Er öffentliche Ziehung der deutschen Zahlen- Lotterie in Gegenwart zeigte ein unerwartetes Talent für das komische Fach, in der hohen Herrschaften, die aus Italien zum Besuche erwartet dem er mit der ernsthaftesten Miene von der Welt die Be- werden, vorzunehmen; sie würden sich dann ganz heimisch fühlen. Buckow bei Müncheberg. Nach langer Zeit und schweren hauptung aufstellte, die Ministerkrisis sei nicht durch den Militarismus, sondern durch Finanzschwierigkeiten hervor Genossen war weit bedeutender als nach den ersten Be- 24. April zum ersten Male Gelegenheit, eine Parteiversammlung Die Maiwahlen in Frankreich. Der Sieg unserer Mühen ist es uns endlich gelungen, auch hier einen Saal zu Bersammlungen zu erhalten, und so hatten wir denn am gebracht worden. Das erinnert an jenen Taschendieb, der richten zu vermuthen war; jeder Tag bringt zahlreiche abhalten und in derselben unsern bei der letzten Reichstags- Wahl mit Stöckerischem Wahrheitsfanatismus betheuerte, nicht Nachrichten neuer Erfolge oder richtiger von Erfolgen, aufgestellten Kandidaten, den Genossen Theodor Meyner aus er hätte das Schnupftuch gestohlen, sondern seine Hand, welche die Bourgeoispresse hübsch sorgfältig verschwiegen Berlin, hören zu können. Die Versammlung war troß der unDie ihm ausgerutscht sei. Leider giebt es im italienischen hatte. Die bekannte Bogelstraußpolitit ist nicht bloß in günstigen Witterung sehr gut besucht, selbst aus entfernter geAbgeordnetenhaus Männer, die für solche Späßchen kein Deutschland zu Haus. Von größeren Städten, in denen die legenen Ortschaften waren die Leute herbeigeströmt. Genoffe Berständniß haben, und Herr Rudini, der gestern und heute Sozialisten sich die Gemeindevertretung ganz oder theilweise Wegner sprach über die Sozialdemokratie, ihre Ursachen und ihre schon tüchtig Spießruthen zu laufen hatte, wird wohl ge- erobert haben, ist noch Lille zu nennen. Dbgleich die auf- Biele, dabei das Parteiprogramm in gemeinverständlicher Weise erlegentlich sein Bündel zu schnüren haben. Auf die finan: geklärteren der französischen Arbeiter schon längst von der in der Versammlung zugegen, meldeten sich aber troß wiederholter örternd, wofür ihm reicher Beifall zu Theil wurde. Gegner waren wohl ziellen Versprechungen des Ministeriums gehen wir nicht mit revolutionären Phrasen verbrämten Enthaltungs- Aufforderung nicht zum Worte. Die Versammelten erklärten sich ein, da diese ja selbstverständlich vor dem Militarismuswaren politik" zurückgekommen und ant wir wollten sagen vor den Finanzschwierigkeiten" früheren dann in einer Resolution mit den Ausführungen des Referenten Seifenblasen zerplaten werden. politischen Wahlen sich schon energisch betheiligt hatten, einverstanden und verpflichteten sich einstimmig, für die Prinzipien so trat doch am 1. Mai dieses Jahres zum ersten der Sozialdemokratie einzutreten. Die Versammlung, in welcher Die Lage in Italien. Unser italienischer Korrespon- Mal das französische Proletariat in seiner Gesamint- auch die Frauen zahlreich vertreten waren, verlief in der ruhigsten heit als geschlossene Masse an die Wahlurnen; und Weise, fodaß das Aufgebot verhältnißmäßig zahlreicher Polizeigritatten Sie mir einige Worte hinzuzufügen. Sie betreffen in frönte, ist eine sichere Bürgschaft dafür, daß die Masse der wir richten nun an Euch die Bitte, uns bei etwaigen Ausflügen Ihrem jüngsten Bericht über„ Italien vor dem 1. Mai" der durchschlagende Erfolg, der diese Kraftanstrengung mannschaften als vollständig überflüssig erschien. Parteigenossen von Berlin und Umgegend! erster Linie die allgemeine Finanzlage dieses Landes. Die französischen Arbeiter die bisher so arg vernachlässigte Waffe in unsere Gegend zu unterstüßen, daß uns das Lokal erhalten Berkommenheit der politischen Wirthschaft seit den Jahren von des allgemeinen Wahlrechts von nun an fräftig und bleibt, indem Ihr vorzugsweise in dieses einkehrt, umsomehr, da Crispis Regiment bis auf heute, giebt sich gegenwärtig in er- methodisch benutzen wird. Straßenrevolutionen sind ja Euch dort sehr solide Preise und wirklich gute Speisen und Geschreckenden Kennzeichen fund, welche auch dem blödesten Auge gewiß sehr poetische und heroische Dinge, allein in der Zeit tränke geboten und die bekannten Scherereien dem Wirthe nicht offenbar werden. Gewiß Moloch hungert. Moloch muß in Italien schnell wieder zwölf neue Millionen Franks für ein des allgemeinen Wahlrechts find sie doch entschieden über erspart sind. Benutzt also den„ Gasthof zur Märkischen neues Gewehr haben; und wenn Moloch's Hunger demnächst, flüssig, zumal wenn die Ausübung des Wahlrechts nicht be- Schweiz", Berlinerstraße in Busion! Der Vertrauensmann. wie es sicher geschieht, unter allen Umständen befriedigt werden wird schränkt wird. Und in Frankreich das ist der Vorzug, Forst i. 2. Trotz des schlechten Wetters nahm die Mai- so kann nichts in der Welt den sicheren Staatsbankrott ben es vor anderen Ländern hat ist keine Regierung im feier einen glänzenden Verlauf. Vormittags fand eine von zirka dieses jüngsten Dreibundsmitgliedes aufhalten. Man bedenke, Stande, sich dem Willen des Volkes zu widersetzen. Die 2000 Personen besuchte Versammlung statt, in welcher Genosse die Sache ist so weit gediehen, daß gegenwärtig in den beiden Versuche einiger Reaktionäre, die Navachol- Komödie zu Baul Jahn über die Bedeutung des Tages sprach. Eine entreichsten Städten Italiens, in Genua und in Mailand, kein einer Beschränkung der Preßfreiheit zu fruftifiziren", sprechende Resolution wurde einstimmig angenommen. NachMensch mehr den niedrigsten Papierschein von 5 Frts. gleich 4 M. find mit dem elenden Fiasko dieser erbärmlichen mittags sammelte sich, wie auf unsichtbares Rommando, auf dem wechseln kann, ohne empfindliche Einbuße zu haben, oder pfundevon vornherein als gescheitert zu Marktplatz ein Zug, von zirka 1500 Genoffen, welcher sich nach weis Kupfer mit sich zu schleppen. Man sieht Bauern schimpfend Polizei- Komödie betrachten. Nicht blos und fluchend umher rennen; sie schreien, man will sie betrügen, in Bezug auf die Presse, dem Feldschlößchen in Bewegung setzte, wo im reich geschmückten fie fragen, wo denn die Silberfranks geblieben sind. Man sieht sondern auf jedem Gebiet des öffentlichen Lebens hat Festlokal die eigentliche Feier stattfand und Genosse Jahn vor einer inzwischen auf über 3000 Personen angewachsenen Zuhörerschon seit Wochen fast kein Frank- Silberſtück mehr. Der Kredit der französische Arbeiter mehr Freiheit als der deutsche schaft die Festrede hielt. Die ganze Maifeier verlief äußerst des Landes, der sich in dem Stande seiner Werthscheine und wenn, was jetzt mit Bestimmtheit zu erwarten ist, die glänzend, würdevoll und ohne jegliche Störung. Die Polizei hielt spiegelt, ist ist in jüngster Zeit so entfeßlich gesunken, französische Arbeiterklasse alle ihre Kraft anwendet, um sich fern. daß selbst die einzelnen Silberfranken früher durch Agitation nnd Organisation, indem sie den Hebel des geschah dies doch nur mit den filbernen Fünfftankstücken allgemeinen Wahlrechts geschickt und nachdrücklich ansetzt, zurückbehalten, von den Spekulanten aufgekauft, gesammelt und über die Grenze geschickt werden. Der arme Arbeiter, der seinen sich die politische Macht zu erkämpfen, so kann ihr enderbärmlichen, zu den Lebensmitteln nicht ausreichenden Wochen- giltiger Triumph durch Niemand und durch Nichts verDer 1. Mai 1892 ist deshalb von Lohn im Papierschein ausgezahlt bekommt, muß sich nun noch hindert werden. Bucherabzüge gefallen lassen, wenn er, um Brot einzukaufen, den epochaler Bedeutung für die Entwickelung und den Fünffrankschein wechselt. Man sieht daher in Italien Arbeiter Emanzipationskampf der französischen Arbeiterklasse. an den Regierungsbanten Queue machen, um nach stundenlangem Harren ihren Kleinen Papierschein vollgiltig einzuwechseln. Mit Eine Maßregelung im englischen Unterhause. veranstaltete Vergnügen verlief in imposanter Weise. Frau Ausnahme sehr weniger radikaler Zeitungen wie der Italia Bei der Berathung des Haldana'schen Gesetzesvorschlages, Farchmin- Gera referirte unter stürmischem Beifall über den Achtdel popolo" in Mailand- wagt es kein bürgerliches Blatt, durch welchen die Grafschaftsräthe zum Ankauf von Grund stundentag. den Finger an die Wunde zu legen und zu sagen: Der und Boden für öffentliche Zwecke verpflichtet werden sollen, Kriegsmoloch ist Schuld; das Land hält die fürchterlichen unterbrach das Mitglied Cunninghame Graham die Bromberg. Guter Verlauf der Maifeier. Die Feftrede Rüstungen nicht mehr aus. In Millionen seiner Arbeiter hungernd, ausgesogen durch die verkehrteste, wahnsinnige Groß- Ausführungen Aquith's und bezeichnete dieselben, wie hielt unter lebhaftem Beifall Genosse Riesop. Selbst die Wohl gegen 300 Personen hatten sich zusammengefunden", heißt es in den machtspolitik, fann Italien thatsächlich nicht mehr aufbringen, Wolff's Telegraphen- Bureau" meldet, als Schwindel. Gegner geben zu, daß die Feier gut besucht war. was jährlich, eine Militärherrlichkeit und der Kriegsgöße ver- Cunninghame Graham wurde deshalb einstimmig fus Lokalblättern. Die Polizei hätte etwas entgegenkommender sein ſchlingt. Statt offen das auszusprechen, schreien die Blätter nach pendirt. Derselbe rief beim Verlassen des Hauses, tönnen. Das für den Sonnabend angemeldete Tanzvergnügen" den erbärmlichsten Auskunftsmitteln: Sie wollen die fleinen er werde wegen seiner Vertheidigung des Sozialis war nur von 7 bis 10 Uhr gestattet, für länger die Bewilligung. Papierscheine bis zu einem Frant und bis zu 50 Centefimi mus suspendirt und werde sich freuen, die Frage vor zu geben lag teine Veranlassung" vor. Das Lokal mußte ( 40 Pfennigscheine) wieder einführen, die man früher als einen hunderttausend Leuten im Hydepark zu diskutiren; das 10 Uhr pünktlich geschlossen werden. Für die drei Stunden Landesfluch empfand und deren Abschaffung seinerzeit mit solchem Haus sei allerdings nicht der Ort, derartige Fragen zu bewaren 10 M. Vergnügungssteuer zu entrichten! effentliche Annationalen Stolz begrüßt wurde. Mitten in diesem allgemeinen Glend blüht eine Gache in rathen. Die Bill wurde schließlich mit 223 gegen 148 gelegenheiten durften bei dem" Tanzvergnügen" nicht erörtert Italien, das ist die Lotterie, die Staats- Zahlenlotterie. Sie Stimmen verworfen. Die Regierung hatte dieselbe energisch werben. hat das legte Jahr wieder reichlichen Ueberschuß ergeben. Und dieses Bild paßt vortrefflich zur ganzen Lage, wenn man bedenkt, daß es gerade die Aermiten sind, welche ihre legten Centefimi in Die Lotterie tragen, gelockt durch das niederträchtige System dieser on der Staatsbehörde betriebenen und geheiligten Ausbeutungslotterie. Diese Lotterie ist ja geradezu darauf angelegt und von vorneherein darauf berechnet, die Spielsucht in den untersten Boltsschichten aufzureizen. bekämpft. W Achim. Die hiesigen Sozialdemokraten hielten aus Anlaß der Maifeier eine öffentliche Volksversammlung ab, in welcher Genosse Rüger aus Verden in trefflicher Weise über die Bedeutung des Festes bezw. über den Achtstundentag und den Arbeiter schutz referirte. Die Versammlung schloß mit dem Gefange der Arbeiter- Marseillaise. Gößnik( S.-A.). Das anläßlich der sozialistischen. Maifeier $ Das Ergebnis der Kölner Gewerbegerichts- Wahl Cunninghame Graham ist der einzige sozialdemokratische stellt sich im Einzelnen folgendermaßen. Es wurden in folgenden Abgeordnete im englischen Parlament. Er ist ein glänzender Gruppen Stimmen abgegeben: Redner und wird sein Wort, im Hydepark vor Hunderttausend zu reden, wahr machen. Die Suspension ist natürlich nur für eine begrenzte Zeit für wie lange wissen wir noch nicht. Unternehmer über sozial- gegne haupt demokr. rische Arbeiter über sozialdemo haupt fratische 1. Gruppe 1 1 1. Gruppe 181 116 2. 32 17 15 2. 962 604 " " 4. 3. 5 4 3. 359 190 " " 28 3 20 4. 816 134 糖 5. 57 54 5. 176 149 " 6. 84 88 46 6. 120 78 7. 31 81 7. 161 85 " 8. 7 7 8. 63 58 124 " 8 4 22 101 4 10. 9. 719 571 188 47 Bei diesem Anlaß gestatten Sie mir, auch mitzutheilen, wie Der englische Kohlengräberstreik. Die Verhand sich eine Thatsache vom jüngsten politischen Deutschland in Italien wiederspiegelt. Die„ Tribuna" in Rom und noch aus- lungen zwischen den streifenden Kohlengräbern von Durham führlicher in einer Berliner" Korrespondenz der Corriere della und dem Ausschuß der Grubenbesitzer haben noch nicht zur Gera" in Mailand brachten jüngst scharfe, reich und fett ge- Beendigung des Streits geführt. Die Mehrheit der Bergspickte Artikel über die neue Berliner Schloßlotterie; und leute hat die ihnen gemachten Vergleichs- Vorschläge abda Alles, was das Lotteriespiel betrifft, die Italiener mächtig an- gelehnt und die Fortsetzung des Streits beschloffen. Ein 9. gieht, so wird in zahlreichen Blättern Italiens nicht wenig ge- Theil der Grubenbefizer wünscht augenscheinlich die Fort- 10. sprochen über das neue hierzuland so bekannte staatliche Mittel, segung des Streits, weil er die Kohlenpreise zu erhöhen Für die Wahl der Unternehmer waren unsererseits nicht in welches den Ausspruch zur Wahrheit machen soll. verspricht. Hunderttausend Arbeiter zum Nichtsthun ge- allen Gruppen Kandidaten aufgestellt. Gruppe 2( Eiſenindustrie) Berlin wird Teichstadt!" trieben, und Hunderte von Unternehmern das Nichtsthun in der wir gefiegt haben, hatte 3 Beisitzer zu wählen: Gruppe 10 Man hält auch mit freundschaftlichem Rath nicht zurück, und begünstigend, weil es profitabler ist als die Arbeit fann( Berkehrsgewerbe, Gärtner 2c.), wo der Sieg unentschieden blieb schlägt als treuer Bundesgenosse vor, unsere ZahlenLotterie in Preußen oder besser gleich für das ganze man eine brennendere Satire auf die heutige Gesellschaft, 2 Beisiger. Bei der Wahl der Arbeiterbeisiger sind wir in Deutsche Reich einzuführen. Zur Erreichung des nächstgewünschten diese„ beste der Welten" sich denken? hohen Bieles fönnte sofort auf der Schloßfreiheit in Berlin eine Tombola errichtet werden und am besten wäre es, diese erste und zwischen uns und dem Gegner das 2003 entscheiden muß, Gruppe 10( Verkehrsgewerbe, Gärtner 2c.) mit beiden Kandidaten Der Mord des bulgarischen Agenten. Der kürz- unterlegen und in Gruppe 5( Megger, Bäcker, Mirthe 2c.) siegte von unseren 2 Kandidaten nur einer, so daß wir von 20 Rans lich in Konstantinopel verhaftete, aber auf Intervention der didaten der Arbeiterbeisiger im Ganzen 17 durchgebracht haben. bulgarischen Regierung wieder freigelaffene Student Bei den Unternehmern siegten von 20 nur 8 Randidaten. wurden nicht wenig überrascht, als in köstlicher Aufeinander Kuschelew steht durch seinen Vater in engen Beziehungen Davos: Der ehemalige Präsident des Arbeitervereins Davos, folge erst eine mächtige Schüssel mit vorzüglich zubereitetem mit den bulgarischen Emigranten in Odessa. Seine Ausund künstlich dekorirtem italienischen Salate, dann ein ge- fagen stellen außer Zweifel, daß die wirklichen F. W. Roman, wird ersucht, seine Adresse umgehend an den Außerdem find die waltiger Teller mit kräftigen Schnitten rosafarbenen west- Mörder Bulkowitsch's an Bord des russischen genannten Verein gelangen zu lassen. fälischen Schinkens, zu dem sich bald ein anderer, nicht Dampfers Bar" entkommen, zwei Tage nach dem Morde deutschen Arbeitervereine um gefällige Mittheilung der Adresse in Davos als Schneidermeister etablirt. minder großer mit ungekochtem gesellte, erschienen. Bei in Odessa angelangt und dort unter dem Schue Romans gebeten, falls ihnen dieselbe bekannt ist. Roman war diesem Anblick allein schon fühlten die immer gutgelaunten der russischen Behörden nach dem Innern ab- Frohsinn", Davos. Der Schriftführer: Konrad Hahn. und arbeitsfrohen Magen die beruhigende Gewißheit des gereist find. Merdschan und Christo find in die AngelegenGesättigtwerdens, und mit größerer Seelenruhe blickte man heit verwickelt, haben jedoch den Mord nicht ausgeführt. auf das Erscheinen von gepöfelter Rindszunge, zu der sich Bestimmte Auskunft könnten Wladimir Schischmanow, ergänzend auch Bungenwurst einstellte, von Cervelat- und Naum Tufektschien und Bone Gheoghiem geben; sie wüßten Braunschweiger Mettwurst. Aal in Gelee sonderte sich Alles. Aus den Aussagen Kuschelew's geht auch hervor, etwas vornehm von den übrigen Gerichten ab, während daß nach der Ermordung Belts chew's dessen russische Sardinen gewissermaßen den Vortrab, Schweizer- Mörder fich eine Woche lang in der Druckerei des Vaters und Chestertäse die Reserve bei der großen Eßschlacht zu Kuschelew's in Sofia versteckt hielten und dann mit diesem bilden bestimmt schienen. nach Odessa abreisten. " Arbeiterverein Soziale teberlicht: Der Altonaer Schuhmacherstreit ist beendet. Diejenigen Ein Extrabeitrag soll weiter erhoben werden, um einen Kampffonds zu haben, da voraussichtlich nach Pfingsten wieder Lohnreduzirungen vorgenommen würden, welchen man begegnen müsse. Jedoch sollen von jetzt an die Ledigen nur 25 Pf. und die Verheiratheten 10 Pf. wöchentlich bezahlen. Meister, welche nicht bewilligt haben, sollen veröffentlicht werden. Wegen Lohnstreitigkeiten haben 86 Weber und Weberinnen niedergelegt. Die Maurer u. Steinmeßen Wiens haben, wie das Herold'sche Der Anblick einer mit Speisen reichbesetzten Tafel läßt immer eine innere Unruhe und Befürchtung wegen eines Südamerikanische Wirren. Der Aufstand in der wahrscheinlicher Weise sich einstellenden Durstes ent- brajilianischen Proving Matto Grosso scheint mit einer auch ftehen; mit um so größerer Genugthuung sah man deshalb, nach Bolivia und Peru herübergreifenden Erhebung der ſtatt einer leicht zu übersehenden und auf die Köpfe der Indianerstämme gegen die Regierungen jener Staaten zuAnwesenden leicht zu vertheilenden Anzahl von Flaschen, sammenzuhängen. Den lezten aus Bolivia in London einein rundes, und darum um so geheimnißvolleres Fäßchen gelaufenen Nachrichten zufolge hat diese Schilderhebung der Tuchfabrik von W. J. Maaßen in Aachen die Arbeit erscheinen, welches allerdings nicht ohne große Borsicht eine unerwartete Ausdehnung genommen. General Gonväterlicher Weise für ihre Pflegebefohlenen Mäßigkeits- zurückgewiesen, doch sind die festen Pläge von La Paz und Bureau berichtet, an die Unternehmer das Gesuch gerichtet, man Borschriften anordnet und empfiehlt. Was aber Frank in Suere in die Hände der Indianer gefallen. Die Indianer Form eines Riftchens schweigend nach seinem Zimmer des oberen Amazonenstroms haben sich der Bewegung an schaffte und unter seinem Bettgestelle barg, das blieb einst geschlossen. Der Präsident Arco beabsichtigt, Brasilien, die weilen für Alle ein vorläufig ungelöstes Räthsel. argentinische Republik und Peru zum gemeinsamen VorHalb elf Uhr hatte es geschlagen, die Magen waren gehen gegen die Aufständischen aufzufordern. immer länger, die Augen immer größer geworden; da er klärte endlich Frank, daß er es nicht über sein Gewissen bringen könne, die Gesellschaft noch länger lungern und hungern zu lassen, und Alle schienen von dieser Gewissenhaftigkeit im höchsten Grade erfreut, ( Forts. folgt,) folle die Arbeitszeit auf die Zeit von früh 6 bis Übends 6 Uhr feftfeßen und für Frühstück und Besper je eine halbe Stunde Bause gewähren. Für den Fall, daß diese Forderungen nicht bewilligt würden, sollen sämmtliche Bau- Arbeiter Niederösterreichs nach Angabe des genannten Telegraphenbureaus- in den Streit eintreten wollen. Der Streit der Dockarbeiter in Swansea soll nach telegraphischen Berichten mißlungen sein. In Liverpool streiten, wie die Londoner Allg. Korresp." berichtet, seit Montag die Steinmegen. Für den Inhalt der Juferate überaimmt die Redaktion dem Publikum Achtung! Maurer! An die Arbeiterschaft Berlins u. Umgegend! Sonntag, den 8. Mai, Vorm. 10 Uhr: gegenüber keinerlei Verantwortung. Zwei grosse Versammlungen des Vereins zur Wahrung der Jnteressen der Maurer Theater. Freitag, den 6. Mai. Opernhaus. Don Joan. Schauspielhaus. Faust von Göthe. Deutsches Theater. Der Obolus. Berlins und Umgegend. 1) Für Moabit: im Viktoria- Saal, Perlebergerstraße 13. Referent: Carl Behrend. 2) Für Friedrichsberg, Lichtenberg, Rummelsburg und Umgegend: 428/1 Genossenschafts- Bäckerei. Der großen Anforderungen, die an uns gestellt werden, und der eins getretenen Betriebsstörungen wegen sind wir nicht in der Lage, allen Wünschen gerecht zu werden. Wir bitten die Arbeiterschaft Berlins und Umgegend, sich noch kurze Zeit zu gedulden. Die Verkaufsstellen werden am Sonnabend im„ Vorwärts" veröffentlicht. Der Vorstand. 95/10 jeder Gin But.. im Schwarzen Adler, Friedrichsberg, Frankfurter Chaussee. Drudsachen den Art liefern gut u. zu ſoliden Preiſen Die Neuvermählten. Ein Hut. Berliner Theater. Nora. Leffing- Theater. Wahrheit? Wallner- Theater. Ehrliche Arbeit. Residenz Theater. Der fleine Schwerenöther. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas Theater. Die Ulanen. Referent: Genosse Kepler. Tagesordnung: 1. Agitatorische und moralische Bedeutung der Gewerkschafts- Bewegung. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Neue Mitglieder werden in beiden Versammlungen, wozu jeder Maurer Butritt hat, aufgenommen. Die Kollegen vom Norden und Osten werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Große öffentliche Adolph Ernst- Theater. Fräulein Brauer- Versammlung Feldwebel. Bellealliance- Theater. Der Günst ling. Kroll's Theater. Die Hochzeit des Figaro. Oftend- Theater. Genoveva. Feenpalast. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor ftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Passageam Sonntag, den 8. Mai, Nachmittags 5 Uhr, im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstr. 75( oberer Saal). Tages Ordnung: 1. Vortrag über Arbeitsordnungen. 2. Die Lage unseres Gewerkes. Vortrag des Verbandsvors. R. Wiehle. 3. Brauerei- und Arbeitsnachweis- Verhältnisse. 4. Berschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet Zimmerleute! Achtung! 2849b Der Einberufer. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins und Umgegend am Sonntag, 8. Mai, Vorm. 10 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten- Straße 77/79. Tagesordnung: 458/3 1. Die gegenwärtig schlechte Lage im Baugewerbe und wie ist derselben wirksam entgegenzutreten? 2. Abrechnung vom II. Quartal 1892. Kameraden! Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Eure Pflicht, Die Lohnkommission. J. A.: G. Obst, Blumenthalstr. 8. Panopticum. et pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Mann mit Steinkopf Graveure, Ciseleure! und Pigmy Sonnabend, den 7. Mai: v. Stanley- Zwergvolk. IX. Stiftungs- Fest der Freien Vereinigung, 10-1' 5-9 Uhr. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. Riesin und Puppen- Fee Aama, größte Riesin, 16 J. alt, 9 F. groß. Prinzeß Pauline, 16 Jahre alt, 40 Zentimeter groß. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Gratweil'sche Bierhallen n Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Konzert mit humoristisch. Vorträgen. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch fowie 6 Billards, 3 Regel bahnen und 2 Säle. F. Sodtke. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Monbit 80/81. verbunden mit Unterhaltungsmusik, Festrede, Theater- Vorstellung, Tanz etc. in der Berliner Resource", Kommandantenstr. 57. Anfang, 8 Uhr. I 99 Billets à 25 Pfg. sind zu haben bei den Kollegen C. Wolff, Reichenim Achtung! Böllhoff Schumann, Südwesten. Bahuziehen, Plombiren etc. O. Arendt, Künstliche Zähne, unbreastr. 60( Ging. l. Andreassir.[ 2199L Berlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben erschien: Heft 16 der Reden und Schriften Ferd. Lassalle's ( Vollständig in ca. 50 Heften à 20 Pf.) Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Zeitungsspediteure und Rolporteure entgegen. Zentral- Kranken- u. Sterbefasse der Tischler u. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin E. Sonntag, den 8. Mai, Vormittags 11 Uhr: Dr. Jgnaz Zadek July Zadek, geb. Nathan, Vermählte. Berlin, den 80. April 1892. [ 28626 Unserm franken Freunde u. Genossen Gust. Steinmetz zu seinem 30. Geburtstage ein dreimal donnerndes Hoch. Gustav, sei nun heute mal vergnügt, Du Mitglieder- Bersammlung Denn du stirbst noch lange nicht. im Lokale des Hrn. Wilke, Hochstr. 82 a. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom I. Quartal 1892. 2. Weiteres Bestehen der Kasse, ob Hilfs oder Zuschußkasse? 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt.[ 2854b Es wird ersucht, vollzählig zu erDie Ortsverwaltung. scheinen. bergerſtr. 148; Guttmann, Brunnenſtr. 9, im Laden, und in Arbeits- Nachweis Beutral- Kranken- u. Sterbefase beim Kollegen Zwirtz, Staligerstr. 125. 2855b Alle Kollegen und Genossen sind hiermit eingeladen. Das Komitee. Rummelsburg! Oeffentl. sozialdemokrat. Versammlung für den Kreis Nieder- Barnim am Sonntag, den 8. Mai 1892, Vormittags 11/2 Uhr, in der Reischach'schen Brauerei zu Stralau. Tages Ordnung: 378/19 der Maler und verw. Berufsg. Sonnabend, den 7. Mai, Abends 8, Uhr: Ausserordentliche Versammlung bei Hämmerle, Bülowstraße 59. Tagesordnung: Stichwahl der Kandidaten zur General- Versammlung. Um zahlreiches Erscheinen bittet 220/6 Die Ortsverwaltung. 1. Wie stellen sich die Genossen des Kreises Nieder- Barnfin zu der Be- Allg. Deutscher Sattler- Verein. schickung der Partei Konferenz der Provinz Brandenburg? 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegirten. 4. Verschiedenes. Entree nach Belieben. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann: W. Forgbert. Große öffentliche Versammlung der in der Blumen- u. Putzfeder- Branche u. verw. Berufen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Sonnabend, 7. Mai, Abends 8 Uhr, im Restaurant Feuerstein, Alte Jakob- Straße Nr. 75. Tages- Ordnung: Bersanimlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Die Arbeiter im Rampje mit dem Kapital.( Referent wird in der Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 87/2 Achtung! Die Einberuferin. Den Genossen des IV. Berliner Reichstags- Wahlkreises( Südosten) zur Nachricht, daß alle diejenigen Genoffen, welche im Besitz von Karten zur Maiseier sind, dieselbe aber des schlechten Wetters wegen nicht mitgemacht haben, Täglich: Gr. Konzert, Theater gegen Rückgabe der Billets die Festzeitung beim Genoffen Fritz Zubeil, und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr.- Entrée 30 Pfg. 2289L Hellmuth Peters. Welt- Restaurant Dresdenerstr. 97. Heute und folgende Tage: Auftreten der 1. bayr. Jodler, Konzerthänger und Schuhplattler- Gesellschaft M. Jacob Damhofer. Erste Abtheilung der Roschat'schen Sänger, unter Protektion des t. t. Kammersängers und Komponisten Hrn. Thomas Koschat. " Anfg. Wochentags 71/2 Uhr, Entr. 15 Pf. Sonntags 6 Uhr, Entree 30 Pf. Allen Freunden u. Genossen empfehle mein neu eröffnetes Weiss- und Bairischbier- Lokal. 3 Zimmer find zu vergeben, passend zum Arbeitsnachweis oder Zahlstelle. Achtungsvoll W. Schöbel, Röpnickerstr. 121 a. Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren 1 Mart. 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Diejenigen Kollegen, welche noch Billets vom Stiftungsfeste haben, werden hiermit aufgefordert, dieselben in der Versammlung abzugeben. 265/18 1832L Sophabezüge! Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, pottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! 28596] Die rothen Brüder aus S.- 0. 2845b Unferm Regelbruder E. Weissenborn zu feinem heutigen Wiegenfeste ein dreifaches„ Gut Holz". Regeltlub Ratze. Am 3. Mai verstarb nach viermonats lichem Krankenlager unser altes und bewährtes Mitglied an Carl Schöppler der Lungenschwindsucht. Ein ehrens des Andenken bewahrt demselben Der Unterstützungs- Verein deutscher Tabakarbeiter ( Bahlstelle Berlin). Die Bevollmächtigten. NB. Die Beerdigung findet am Freis tag, den 6. d., Nachm. 6 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. 309/18 = Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Theilnahme bei der Beerdigung meines Sohnes Franz sage allen Denen, welche ihm die legte Ehre erwiesen haben, ganz besonders noch seinen Lehrmeistern, Herrn Wollkopf u. Senftleben sen. und jun., sowie dessen Personal meinen tiefgefühlten Dant. Berlin, den 5. Mai 1892. 2856b Frau Hofferek nebst Sohn. Sage hiermit allen Freunden u. Be fannten für die rege Theilnahme bei der Beerdigung meines Mannes meinen herzlichsten Dant. 2857b Wwe. Lies und drei Kinder. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Cigarren- Geschäft Grünauerstr. 9 hält sich Freunden und Genossen bestens empfohlen. Möbel- Aufbewahrung Transportu Verpackung Actier- Geselischaftlic Möbeltransportu.Aufbewahrung Ohne Umladung Genossenschafts- Bäckerei BERLIN.S.0. Köpnicker Str. Nº 127. für Berlin und Umgegend. Der Brotverkauf befindet sich für Charlottenburg b. Löbel, Krautst. oo, und Marthalle Moabit Stand 209. 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Auch ich bekenne sich speziell auf die Arbeitszeit erstreckt, um auf eine präzise mich dazu, gegen denselben gestimmt zu haben, ich bin noch heute Formulirung der Gesetze über diesen Punkt hinzuwirken. derselben Ansicht. Ich bin der Meinung, daß man die Arbeits- Abg. Graf Limburg- Stirum( t.): Wir werden dem Antrag zeit nicht ohne Noth beschränken und nicht verschiedene Verhältnisse Hammacher zustimmen. Am Ministertische: von Berlepsch, Bosse und Kom- in eine Form drängen soll. Dagegen halte ich an dem Recht der Abg. Bachem( 3.): Wir wollen eine Regelung der Arbeitsmiffarien. Aufsichtsbehörden fest, in denjenigen Fällen einer Ueberanstrengung zeit lediglich im Interesse der Sicherung, der Gesundheit und der Die zweite Berathung der Novelle zum Berggesetz der Arbeiter vorzubeugen, wo aus einer solchen Gefahren für die sozialen Wohlfahrt der Arbeiter und lehnen die Regelung im von 1865 wird fortgesetzt. Die SS 85 a- h, welche das Arbeits- öffentliche Sicherheit und Gesundheit hervorgehen können. Ich Interesse des Lohntampfes zwischen Arbeitern und Arbeitgebern buch betreffen, so wie§ 86, welcher die Verleitung zur unrecht- habe es deswegen für richtig gehalten, daß eine Bestimmung er entschieden ab. Sollte aber das Eingreifen des Staates auf dem mäßigen Aufgabe der Arbeit,§ 87, welcher den Besuch der Fort- lassen wird, welche es ermöglicht, in solchen Fällen, wo eine Gebiete des Lohnkampfes durch die Verhältnisse nothwendig bildungsschulen betrifft, und§§ 88-93, welche die Berhältnisse Grube zu heiß oder zu feucht ist, und wo sonstige ungewöhnliche werden, so werden wir auch an diese Frage mit offenem Visir der Aufsichtsbeamten regeln, werden ohne Debatte angenommen, Mißstände vorliegen, zu verbieten, daß in solchen Gruben über herantreten. ebenso die Aenderung der§§ 77, 189 und 196 des Berggesetzes, ein gewiffes Maß von Zeit hinaus gearbeitet werde. Ich halte Minister v. Berlepsch: Wenn der Abgeordnete Hize beaufbetreffend die Befugnisse der Bergbehörden. daher den Antrag der Kommission für einen durchaus zutreffen- tragt worden wäre, dieses Gesetz durchzuführen, so hätte er § 197 foll nach dem Antrage der Kommission folgende den. Was die Resolution des Abg. Hige anbetrifft, so findet ebenso wie ich dem Kommissionsbeschlusse zustimmen müssen, Fassung erhalten:" Für solche Betriebe, in welchen durch über sich dieselbe mit den von mir vorgetragenen Grundsätzen voll- wenn durch denselben dasselbe erreicht wird, wie durch die Remäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Ar- ständig in Einklang. Sie verlangt nichts weiter, als Auf- gierungsvorlage. beiter gefährdet wird, können die Ober- Bergämter Dauer, Beginn flärung zu schaffen über bestehende Verhältnisse, und Klarheit Abg. Hammacher( nl.): Der Abg. Bachem stellt in Aussicht, und Ende der täglichen Arbeitszeit und der zu gewährenden über Arbeiterverhältnisse können wir niemals zu viel erhalten. daß die Frage aufgeworfen wird, ob man nicht auch die Höhe Pausen vorschreiben und die zur Durchführung dieser Vorschriften Daß das in die Kreise der Arbeiter von Neuem Beunruhigung des Lohnes durch die Gesetzgebung festzustellen hat. Noch einige erforderlichen Anordnungen erlassen." hineintragen könne, ist durchaus nicht der Fall. Wenn die Ver- weitere Schritte, und wir fahren mit vierspännigem Wagen in Die Vorlage lautete: Insbesondere können die fürzung der Arbeitszeit, soweit fie nothwendig ist, durch frei- den sozialistischen Staat hinein. Ein Grund zur Enquete über Dber: Bergämter, wenn durch übermäßige Dauer u. 1. w. williges Uebereinkommen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern die Arbeitszeit liegt nicht vor, nachdem der Miniſter gefagt hat, wie im Kommiffionsbeschlusse. gewonnen werden könnte, so würde ich das einer gesetzlichen daß die Regierung fortwährend diesem Punkte ihre AufmerkſamDie Abgg. Hitze und Genossen beantragen: a) Die Re- Bestimmung vorziehen. Aber hier liegt die Sache schwieriger feit schenkt und bereits im Besitze alles gewünschten Materials ist. Abg. Stötel( 3.): Im Lande wird man es für unmöglich zunehmen: Die Staatsregierung zu ersuchen, möglichst bald eine Arbeitgeber, die vor aller Welt das Prinzip verkündet haben: halten, daß die Regierung eine Vorlage vor den Landtag hätte eingehende Untersuchung darüber anzustellen: inwieweit eine Mit Arbeitern verhandle ich überhaupt nicht, ein nach meiner bringen können, durch welche die Grundbesitzer geschädigt werden Herabsetzung der Arbeitszeit in den Bergwerken der verschiedenen Meinung überaus schädliches Prinzip. Nun, wenn diese nicht sollten. Den Arbeitern fann man es daher nicht übel nehmen, Ober- Bergamtsbezirke aus Rücksicht auf Leben und Gesundheit mit den Arbeitern verhandeln wollen, wird die Regierung Ver- wenn sie verlangen, was ihnen die Regierung hier geboten hat. der Arbeiter erforderlich erscheint, und das Resultat derselben, anlaffung nehmen, im Namen der Arbeiter zu verhandeln; und Ich halte dasjenige, was die Regierung vorgelegt hat, für das fowie die auf Grund des§ 197 des Allgemeinen Berggesetzes um der Regierung die nothwendige Grundlage dazu zu geben, Minimum dessen, was man den Bergarbeitern hätte gewähren getroffenen, beziehungsweise beabsichtigten Maßnahmen dem Land- bitte ich Sie, für die Resolution zu stimmen. tage mitzutheilen. Minister v. Berlepsch: Ueber die Frage des Normal- Arbeits- Die Wiederherstellung der Regierungsvorlage wird gegen die Abg. Size: Meine Freunde haben in der Kommission tages ist im Reichstag und in der Kommission so viel gesprochen, Stimmen des Zentrums, der Polen und des wildkonservativen beantragt, die achtstündige Schicht im Bergbau obligatorisch daß ich dem hier nichts mehr zuzufügen habe. Uebrigens spricht Abgeordneten v. Meyer Arnswalde abgelehnt, der Rom einzuführen. Wir stehen auch heute noch voll und ganz man hier mißbräuchlich von einem Normalarbeitstag, es müßte missionsbeschluß wird angenommen. Der Antrag Hammacher auf dem Boden dieses Antrages und wiederholen ihn„ Maximal- Arbeitstag" heißen, und auch, wo ich von den inter- wird gegen die Stimmen des Zentrums, der Polen und der nur deshalb nicht, weil derselbe keine Aussicht auf Annahme nationalen Abmachungen sprach, meinte ich immer den Maximal- Freifinnigen zum Beschluß erhoben; damit ist der Antrag Hize hat. Anerkannt wurde in der Kommiſſion von allen Seiten, daß Arbeitstag. Der Normal- Arbeitstag liegt bisher allein den erledigt. im Wege der Verordnung für einzelne Bezirke die Arbeitszeit der sozialdemokratischen Anträgen zu Grunde, von denen sich die Bergarbeiter geregelt werden könnte. Abg. Schmieding meinte, Wir beantragen nunmehr, übrigen Parteien bisher fern hielten. Die Regierungsvorlage wieder herzustellen und die Regierung auf daß der Reichstag in Bezug auf die übrigen Industrien sich zum zufordern, über die ganze Frage eine Enquete zu veranstalten. Normal- Arbeitstag ablehnend verhalten habe, aber diese AbDie schwierige Lage der Bergarbeiter erfordert eine besondere lehnung erstreckte sich auch ausdrücklich auf den Bergbau. Was Fürsorge durch Verordnung oder Gesetz. Wenn schon in der Ge- den Antrag auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage betrifft, Die Wahl des Abg. Grimm im 11. Wahlbezirk des Ne werbe- Ordnung dem Bundesrath das Recht gegeben ist, für alle fo sieht die Regierung in dem Kommissionsantrag weder eine gierungsbezirks Wiesbaden beantragt die Kommission für unArbeiter die Arbeitszeit zu begrenzen, so ist dies hier ganz be- Berbesserung noch auch eine Verschlechterung des Gesetzes. Weber giltig zu erklären. fonders am Blake. Wir hoffen, daß wir allmälig durch die Ent in dem Kommissionsvorschlag, noch in der Regierungsvorlage Das Haus beschließt darauf mit 150 gegen 118 Stimmen die widelung dahin gelangen werden, daß der achtstündige Normal- liegt der Keim zur Einführung eines Normal- Arbeitstages. Der Zurückverweisung an die Wahlprüfungs- Kommission. Arbeitstag beim Bergbau eingeführt wird. Wenn die Regierung übermäßigen Ausdehnung des Betriebes in gesundheitsgefährlichen Sodann wird die Wahl des Abg v. Selle für giltig bie angeregte Untersuchung anstellen und sowohl Arbeiter wie Werken, sei es durch regelmäßige, sei es durch Nebenschichten, erklärt. Arbeitgeber vernehmen läßt, wenn sie dabei auch die Statistit tann man auch nach der Kommissionsfaffung genügend entgegen der Krankenkassen prüft, so wird sie sich wohl bald von der Noth- treten, und darum habe ich keinen Anlaß, mich dagegen zu er-( Petitionen.) wendigkeit einer solchen Maßregel überzeugen. klären. Abg. Ritter( freifonservativ): Es ist nicht wohl angäng- Abg. v. Bockelberg( t): Wir treten für die Kommissionslich, für die Kohlenindustrie, welche sich auf die verschiedensten beschlüsse ein, weil wir in einer Zeit leben, in der man den Theile des preußischen Staates vertheilt und auf den ver- Arbeitern möglichst viel Konzessionen machen muß; aber darüber schiedensten Grundsätzen basirt ist, eine allgemeine Normalzeit hinaus können wir nicht gehen, namentlich müssen wir uns gegen einzuführen. Von diesem Gesichtspunkte ist auch die Gewerbe- Die Resolution Hige erklären, welche große Beunruhigungen unter Ordnung ausgegangen, denn danach kann event. Der Bundesrath den Bergleuten hervorrufen dürfte. müssen. # Der Rest des Gesetzes wird ohne Debatte angenommen. Ebenso erledigt das Haus ohne Debatte in zweiter Berathung den Gesetzentwurf, betreffend die Verlegung der LandesBuß- und Bettage. Es folgen Wahlprüfungen. Schluß 3 Uhr. Nächste Sigung Freitag 12 Uhr. Kommunales. Stadtverordneten Bersammlung. Nachmittags 5 Uhr. Die Versammlung ehrt das Andenken des am 28. April verdie Arbeitszeit vertürzen. Man wollte aber nicht durch eine Inzwischen hat Abg. Hammacher folgende motivirte generelle Bestimmung die Industrie und auch die Arbeiter Tagesordnung beantragt: Im Vertrauen auf die von der tönig- Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 5. Mai, schädigen. In der Borlage müßte als Ersatz für den Bundesrath lichen Staatsregierung dem Wohle der Arbeiter zugewandte Füreine Landesbehörde gefunden werden. Die Kommission hat tros forge, und im Hinblick darauf, daß infolge des Ministerialmancher Bedenken fich schließlich für die Ober- Bergämter ent erlaffes vom 25. Mai 1889 eine eingehende Untersuchung der storbenen Stadtv. Meibauer in der üblichen Weise. schieden, mit der Maßgabe jedoch, daß diese nur für einzelne Bergarbeiterverhältnisse stattgefunden hat, über den Antrag der In den Ausschuß zur Vorberathung des Antrages Stadt. Betriebe eine Entscheidung treffen können, weil sonst die Behörde Herren Abgeordneten Hige und Genossen zur Tagesordnung über- hagen, betr. den Erlaß eines Ortsstatuts zum obligatorischen liber ein ganzes Revier aus allgemeinen Rücksichten eine Aende- zugehen. Besuch der Fortbildungsschulen seitens der männlichen Arbeiter rung der Arbeitszeit einführen und darin der Keim eines Abg. Hammacher( nl.): Ich muß mich entschieden gegen unter 18 Jahren, wird an Stelle des Stadtv. Beelis auf Vors Normal- Arbeitstages gefunden werden könnte. Gegen diesen muß die Resolution Hiße aussprechen, denn nachdem erst der Bericht schlag des Stadtv. Meyer I der Stadtv. Michel et durch ich mich erklären, nicht bloß wegen der Verschiedenheit der Reviere, des Jahres 1889 erschienen ist, haben wir feinen Anlaß, uns Attlamation gewählt. sondern auch weil eine ausgleichende Gerechtigkeit mit anderen nochmals über die im Bergbau thatsächlich bestehenden Verhält- Als Sommer Ferienzeit für die Berfammlung werden auf Industrien hier Platz greifen und der freie Arbeitsvertrag in Geltung nisse zu informiren. Alles, was im Bergbau Leben und Gesund Vorschlag des Vorstehers die Monate Juli und August bebleiben muß. Großjährige Arbeiter müssen das Recht haben, heit der Arbeiter gefährdet, wollen wir beseitigen; die Resolution stimmt. ihre Arbeitszeit selbst zu bestimmen und ihre Arbeitsfähigkeit geht aber viel weiter, sie will Untersuchungen über die Noth- Die Vorlage betreffend die Stizze zum Neubau einer dreiselbst zu tagiren, Die Regierungsvorlage giebt hierzu nicht die wendigkeit einer Herabſegung der Arbeitszeit anstellen, und die fachen Schule in der Stephanstraße ist von einem nöthige Garantie. Deshalb stimme ich für die Kommissions- Regierung dazu aufzufordern, liegt kein Anlaß vor. Da die Ausschuß vorberathen worden. Derselbe hat den Magistratsfassung. Eine Enquete über den Bergbau hat bereits 1889 Ordnung der Arbeitszeit den Ausgang der allerschlimmsten inter- vorschlag mit überwiegender Mehrheit angenommen und beantragt stattgefunden, und eine neue Enquete würde nicht zur Be- nationalen Agitation bildet, bitte ich Sie, nicht durch Annahme denigemäß bei der Versammlung: 1. die Skizze zu genehmigen, ruhigung der Arbeiter führen, von welcher der Abg. Stößel ge- der Resolution ein neues Scheit in das lodernde Feuer zu werfen. 2. die Zustimmung zu der Absicht des Magistrats zu geben, in sprochen hat. Abg. Eberty( dfr.): Die Denkschrift von 1889 giebt auch dieser Schule versuchsweise Brausebäder für Schüler und Abg. Schmieding( natl.): Nach§ 196 des Allgemeinen entfernt fein erschöpfendes Urtheil über die Dinge, um die es sich Schülerinnen einzurichten. Außerdem schlägt der Ausschuß folBerggesetzes steht der Bergbau unter der polizeilichen Aufsicht hier handelt, ja, die jetzt verlangte Enquete würde erst eine noth- gende Resolution vor: Den Magiftrat zu ersuchen, bei Ausführung von städtischen der Bergbehörde, diese erstreckt sich auf die Sicherheit des Baues wendige Ergänzung der damaligen Untersuchung bilden. Im und die Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter; Lande wird man nicht verstehen, wie das Haus in der hier ver- Bauten auf Herstellung geeigneter Räume in den Kellergeschoffen und nach§ 197 sind die Ober- Bergämter befugt, für den ganzen langten thatsächlichen Feststellung einen Anlaß zur Beunruhigung zur Auszahlung von Löhnen an die Park- und StraßenreinigungsUmfang ihres Verwaltungsbezirks oder für einzelne Theile des- der Arbeiter erblicken kann. Arbeiter, Unterbringung von Arbeitsgeräthschaften, Schläuchen 2c. felben Polizeiverordnungen über die im§ 196 erwähnten Minister v. Berlepsch: Die Frage, ob durch die Resolution Bedacht zu nehmen. Gegenstände zu erlassen. Von dieser Machtbefugniß haben in die Arbeiterkreise Unruhe getragen wird, hängt ganz von der Stadtv. 3 mann hat Bedenken gegen die Errichtung dieser die Ober- Bergämter in der ausgedehntesten Weise Gebrauch ge- Durchführung der gewünschten Erhebungen ab; vernimmt man Brausebäder in öffentlichen Schulanstalten, er befürchtet davon eine macht. Wo die Erdwärme in den Bergwerfen 29 Gr. G. über- einzelne Arbeiter, so wird es kaum an Beunruhigung fehlen, Schädigung des Schamgefühls der älteren, bereits entwickelten teigt, haben wir sogar eine nur sechsstündige Schicht. Außerdem wendet sich aber das Ministerium an die einzelnen Ober Berg- Mädchen durch das gleichzeitige Baden mit ganzen Abtheilungen find die Grubenverwaltungen verpflichtet, Bestimmungen über ämter mit der Aufforderung, Mittheilungen über die thatsächlichen von Altersgenossen und erklärt Moabit für die allerungeeignetste Anfang und Ende der Arbeitszeit in die Arbeitsordnung auf- Berhältnisse zu machen, wie sie den betr. Ober- Bergämtern be- Gegend zur Anstellung eines derartigen Experiments. zunehmen. Eine Abänderung des Berggesetzes, wie sie hier in tannt sind, so fällt natürlich jede Beunruhigung fort; aber Stadtschulrath Bertram entgegnet, daß der Zug der Zeit $ 197 gewünscht wird, ist also gar nicht nothwendig. Der Unter- bei dieser Auffassung ist die Resolution überflüssig, denn unverkennbar auf die Errichtung solcher Anstalten hindränge. fchied zwischen der Rommissionsfassung und der Regierungs- selbstverständlich wird sich bei Durchführung des Gesetzes Moabit habe zwischen 110 000 und 120 000 Ginwohner und ervorlage ist der, daß nach der ersteren es nicht mehr möglich sein die Zentralstelle an die unteren Instanzen behufs genauerer freue sich im Winter nur einer einzigen Badeanstalt, während im Diese einzufordernden Sommer allerdings deren zwei vorhanden seien. Aber was Dird, den Normal Arbeitstag für den Bergarbeiter durch die thatsächlicher Mittheilungen wenden. über Ober- Bergämter einzuführen. Die Bestrebungen des Zentrums Mittheilungen thatsächliche Verhältnisse brauchten wollten zwei Anstalten für einen Stadttheil mit solcher Bevölkerung Umfang zu haben, denn es giebt schon jetzt befagen? Man habe sich in Berlin viel zu ſehr an den Ober- Bergämter dieses Recht bekommen. Wir fönnen der feine Grube in Preußen, in Bezug auf welche die dort eingeführte Glauben gewöhnt, daß das Badebedürfniß der Bevölkerung überZustimmung nicht Arbeitszeit dem Ministerium und den Ober- Bergämtern unbekannt haupt nicht zu befriedigen sei, und fei deshalb mit dergeben, weil ein Hauptfehler in der Untlarheit liegt. Es wäre. Die Behörde wird hauptsächlich zu fragen haben, wo die artigen Einrichtungen viel zu sehr zurück. Die Stadt Berlin geht aus dem Antrage Size nicht hervor, ob in die sanitären Verhältnisse einen Anlaß zum Einschreiten bieten, was habe sich durch eine Reihe anderer Städte in dieser Hinsicht überachtstündige Schicht die auf die Ein und Ausfahrt nur bei sehr wenigen Gruben der Fall sein wird. Dagegen treffen laffen. Stadtbaurath Blankenstein bemerkt, daß technisch gegen verwendete Zeit mit einbezogen sein soll oder nicht. Wir in kommen, wenn auch selten, aber immerhin doch einzelne Gruben Westfalen haben schon die achtstündige Schicht eingeführt, frei- vor, namentlich Braunkohlengruben, wo die Arbeitszeit zu groß die geplante Einrichtung Bedenken nicht vorliegen. lich ausschließlich der Ein- und Ausfahrt. Ich würde dringend ist, wo die Leute bis zu 14 Stunden unter Tage arbeiten, wo Stadtv. Dinse empfiehlt ebenfalls den Magistratsvorschlag, wünschen, nachdem Bundesrath und Reichstag die Einführung also eine Berkürzung der Arbeitszeit eintreten müßte. Ich habe der darauf mit großer Mehrheit von der Versammlung auDes Normal- Arbeitstage3 abgelehnt haben, nicht den Bergbau als also feinen Grund, mich weiter gegen die Resolution auszu- genommen wird. Bersuchsfeld für die gesetzliche Einführung des Normal- Arbeits- sprechen, aber ich halte sie nicht für nöthig. Uebrigens halte ich Es folgt die Wahl eines besoldeten Stadtraths an Jages zu benutzen. In Bezug auf die vom Zentrum verlangte fie in ihrem letzten Theil für zu weit gehend, wo sie eine Mit- Stelle des zum Syndikus gewählten bisherigen Stadtraths Resolution möchte ich darauf verweisen, daß die hier verlangte theilung nicht nur der von der Regierung vorgenommenen, 23 eiſe. Stimmen der Magistratsassessor Enquete in der allereingehendsten Weise noch vor zwei Jahren fondern auch der beabsichtigten Maßnahmen verlangt; das geht Tourbie 42 ,. Magistratsassessor Mugdan 37, Magistratsassessor ftattgefunden hat. gewiß zu weit, so wenig ich auch der Kontrolle durch den Landtag Bohm 24. In der engeren Wahl unter diesen 3 Kandidaten erAbg. Engels( ft.): Was die Dauer der Arbeitszeit betrifft, entziehen will. Der Reichstag ist an der entsprechenden Stelle bei halten Tourbié 52, Mugdan 40, Bohm 11 Stimmen. Der Erstſo iſt im Kommissionsbericht gefagt, daß als Arbeitszeit nicht die Weitem nicht so weit gegangen. genannte ist danach mit der absoluten Mehrheit zum befoldeten am Arbeitsorte verbrachte, sondern die Zeit unter Tage, also Abg. Sine( 3): Es herrscht eine grobe Enttäuschung in Stadtrath auf 12 Jahre gewählt. einschließlich der auf Gin- und Ausfahrt verwendeten, gerechnet Arbeitertreisen, daß hier eine Regelung der Arbeitszeit nicht vor- Die Verwendung des städtischen Geländes an der Ecke der werden soll. Für mich giebt es nur zwei Möglichkeiten: einmal gesehen ist, während die Arbeiterschuh- Konferenz sich mit dieser Buggenhagen- und Bremerstraße nördlich der Markthalle X, denjenigen Beitraum, den die Arbeiter am Arbeitsorte zubringen, Frage befaßte. Ich hätte gewünscht, daß Sie Ihr Vertrauen zu theils zur Anlage eines Spielplages, theils für eine Lagerdauer vom Beginn der Einfahrt bis zum Ende der Ausfahrt. dar das würde ich Arbeitszeit nennen, im Gegensatz zur Schicht der Regierung auch bei den Bestimmungen der Vorlage befundet stätte und einen Gerätheschuppen der Parkdeputation empfiehlt hätten, welche zu Gunsten der Arbeiter ausfallen. Die vor drei der niedergesetzte Ausschuß unter Bewilligung der Kosten von Jahren angestellte Enquete über die Arbeiterverhältnisse betonte 8700 m. zu genehmigen.( Die ursprüngliche Vorlage hatte auf Es erhalten dem Terrain zwei Spielplätze vorgesehen; der Ausschuß hat einem einheitlichen größeren Spielplatze den Vorzug gegeben.) Die Versammlung tritt dem Ausschußantrage bei und beräth darauf aus Antrag Laugerhans vorweg den Antrag Meyer II wegen der Projekte zur Umgestaltung der Schloßumgebuugcn, der nachtraglich auf die Tagesordnung gesetzt ist. Die Stadtvv. Meyer II, Langerhaus, Hermes, V i r ch o>v, W o h l g e m u t h und Celle beantragen: den Magistrat zu ersuchen, ihr baldigst Mittheilung davon zu machen, ob er in Verhandlungen betr. die Freilegung der Umgebungen des Schlosses eingetreten ist, mit wem diese Verhandlungen gepflogen werden und welchen Inhalt sie haben. Stadtv. Meyer II: Nach den neuesten Zeitungsnotizen müssen wir glauben, daß der Magistrat uns Aufschluß geben kann über Projekte, welche bisher im Halbdunkel ihr Dasein ge- fristet haben, welche aber in der Bürgerschaft lebhaste Erörte- rungen erregt haben und vielleicht zu ernst sind, um mit deni Spott abgefertigt werden zu können, den sie herausforderten. Die Gestaltung der öffentlichen Straßen und Plätze ist Sache der Behörden; nicht aber haben dabei Privat« Personen in den Vordergrund zu treten, um derartige An- gelegenheiten selbstthätig in die Hand zu nehmen(Sehr wahr!). Die Gefahr, daß dem ersten Schritte auf diesen dunklen und ver- schlungenen Wegen zum Nachtheil der Stadt weitere folgen müssen, hat sich für die Stadt bereits verwirklicht, nachdem sich tne städtischen Behörden bei der Niederlegung der Schloßfreiheit die Initiative haben aus der Hand winden lassen.(Sehr richtig!) Es sind bei allen löblichen Absichten auch sehr materielle �Interessen mit diesen Projekten verknüpft gewesen, es sind von Privatpersonen sehr große Lotterieprovisionen bei dem Schloß- freiheitsprojekl eingestrichen worden. Jeder betreibt das Ge- schüft, welches er gelernt hat(Heiterkeit), wir haben uns aber gegen solche Bestrebungen zu wehren, die eigentlich die .Stadt beleidigen. Ader auch das Ziel dieser Pro- jekte müssen wir mißbilligen, wir können nicht um irgend einer künstlerischen Laune willen in gesundes Fleisch .schneiden. Schon heute neigt man auch in den Kreisen, die sich für die Niederlegung der Schloßfreiheit begeisterten, zu der An- nähme, daß der gewollte Zweck nicht erreicht wird. Es wäre ja nun möglich, daß die Umgestaltung der laugen Brücke Umbauten am Schloßplatz nöthig macht, aber darüber der Kommune ihr unlegitimirtes Urtheil aufzudrängen, hat keine Privatperson das Recht!(Zustimmung.) Es handelt sich weiter um die Nieder- legung des Rotheu Schlosses, um die Erweiterung und Ver- legung des Spreearmes. Man spricht von einem Enteuteich. Dergleichen Teiche mögen in ländlicher Umgebung ein nicht zu verachtendes Idyll sein, aber nicht in großen Städten. Das Bauwerk Schinkels verlangt auch Nespett. Alle diese Pläne sind gleichmäßig phantastisch und kulturwidrig. Man soll Berlin nicht plötzlich umgestalten wollen nach den Ideen eines namenlosen Komitees. Auch von dem Mittel einer Lotterie ist wieder die Rede.„Wenn man nicht weiß, wo oder wie, dann macht man schleunigst'ne Lotterie*(Heiterkeit). Im Interesse der Stadt, im Interesse der Erhaltung der wirthschaftlichen guten Ordnung unter den Bürgern müssen wir gegen solche Ver- lockungen einschreiten. Hoffentlich wird das Magistratskollegium und jedes seiner Mitglieder gegen diese Pläne eine straff ab- lehnende Haltung einnehmen.(Beifall.) Stadtrath Voigt: Die verschiedenen Gegenstände de> An- trags wie der Begründung sind für den Magistrat vollständig getrennt. Es besteht ein Äemeindebeschluß, wonach die Stadt sich bereit erklärt hat, die freigelegte Schloßfreiheit zu einem Schmuckplatz zu gestalten. Diese Angelegenheit steht ganz außer Zusammenhang mit der Frage der Beseitigung der Häuser zwischen Breitestraße und Kurfürstenbrücke. Die erste Frage ist erschwert worden durch ihre Verknüpfung mit der Frage der Dcnkmalsausstellung. Durch diese Verknüpfung ist die Leitung der Verhandlungen über die Gestallung des Platzes aus das Reichsamt des Innern übergegangen. Unter dieser Leitung hat neuerlich eine Konserenz stallgefunden; da wurde auch das Projekt eines Baumeisters Ziller zur Kenntniß gebracht, welches das Terrain vor dem Schlosse und bis zum Werder'schen Markt betraf; das Projekt ist aber nicht Gegenstand der Verhandlung gewesen. Die Absicht, das Schloß mit einer Terrasse zu um- geben, kam auch zur Sprache, die Bedenken dagegen sind hervor- gehoben, ein Beschluß aber nickt gefaßt worden. Die Frage wegen Ueberlassung des Helms'schen Grundstückes ist auch von gewissen Vorbehalten abhängig gemacht worden. Die event. Be- seitigung der Häuser auf der Südseite des Schloßplatzes, die über die Fluchtlinie von der Brüderstraße hinausgehen, ist schon 1881/82 im Magistratsdezernat erörtert worden, aber die Angelegenheit scheiterte am Kostenpunkt. Als der Schloßbrunnen ausgestellt werden sollte und der Umbau der Kurfürstenbrücke, welche nach- theiligerweise schräg zur Achse des Flusses liegt, in Betracht kam, wurde wiederum nichts daraus, bis jetzt dem Magistrat von deni Ober- Berwaltungsgerichtsrath Kunze der Antrag unterbreitet wurde, daß er zur Beseitigung der Gebäude durch die Stadt IV» Millionen beitragen würde, die nicht im Wege einer Lotterie beschafft werden sollten. Da das Projekt aus sachlichen Gründen als wünschenswerth bezeichnet werden muß, die Brücke sich dann günstiger bauen, der Berkehr besser anordnen läßt, so hat der Magistrat geglaubt, dem Projekt nicht mehr so ablehnend gegen- über zu stehen. Er bat beschlossen, daß die Sache gänzlich außer Zusammenhang mit irgend einem Lotterieprojekt zu bleiben habe, und die Baudeputation beauftragt, ein Projekt für die Reg ulirun g des Schloßplatzes aufzustellen. Stadtv. Singer: Ich bin dem Magistratsvertreter außer- «rdentlich dankbar dafür, daß er Herrn Kunze aus dem mysteriösen Dunkel endlich einmal auf die Bildfläche gebracht hat. Dieser Umstand ist viel werth. Weiter aber kann ich meine Zustimmung zu den, Ausführungen des Sladtraths Voigt nicht erstrecken. Richtiger wäre es wohl gewesen, wenn der Magistrat die Frage nicht mit derjenigen Sympathie behandelt hätte, wie es geschehen ist. Ich hätte gewünscht, daß auch im Magistratskollegium die Ueber- zeugung zum Ausdruck gekommen wäre, daß, wenn die Stadt Berlin es für nothwendig hält, im öffentlichen Interesse Häuser niederzureißen, sie dazu der Gaben sogenannter patriotischer Leute nicht bedarf. Die unmittelbare Konsequenz dieses Stand- Punktes wäre gewesen, das Anerbieten des Herrn Kunze pure ab- zuweisen. Damit wäre der Stadt mehr gedient gewesen als durch die Verhandlungen mit diesem Herrn. Daß die beiden Angelegenheiten vollständig zu trennen sind, kann formell nicht in Abrede gestellt werden, aber thatsächlich ist die bisherige Art der Verhandlungen einzig und allein die Folge jenes Beschlusses gewesen, der zur Niederreißung der Schloßfreiheit führte. Der Magistrat sollte doch nicht Bogelstrauß-Politik treiben, denn die Frage der Neugestaltung der Umgebungen des Schlosses ist nrchts als eine Folge jenes ersten Beschlusses. Auch ist, mit dem Ausschluß zeder Lotterie die Angelegenheit durchaus nicht abgemacht. Die ganze Auffassung des Magistrats entbehrt sur. nuch der Klarheit und namentlich deS Rückgrats, welches ich lebhast wünschen würde. Ich bitte daher um die Annahme des Antrages, weil ich hoffe, daß dem Magistrat klar werden wird, daß damit zugleich ein Votum in der Sache selbst abgegeben und er niemals auf die Zustimmung der Versammlung zu rechnen haben wird. Es ist>0 ein Akt hoher Selbstverleugnung unseres Oberbürgermeisters, wenn er, wie die Zeitungen schreiben, dem Kunze'schen Projekt nicht ganz abgeneigt gegenübergestanden hat. Aber so edel und anerkennenswerth diese Eigenschaft ist (Heiterkeit), wir haben doch keine Veranlassung, deswegen diesem Projekt näherzutreten. Einmal werden die Grundstücke doch viel theurer sein, dann aber wird, was durch die Verbreiterung des Platzes etwa für den Berkehr gewonnen werden könnte, durch das derühmte Terassenprojekt sofort wieder weggenommen werden. (Zwischenrufe: Vielmehr! Doppelt soviel!) Wenn man aller- dlnas auf dem Standpunkt des Magistratskommissars steht, daß «s für»ine Brücke»in Unglück ist, daß st« nicht rechtwinklig zur Axe des Flusses liegt, daß Brücken und Flüsse sich nach den be- nachbarten Schlössern zu richten haben, dann liegt die Sache anders. Ich kau» nun nicht mit Herrn Meyer darin über- einstimmen, daß er gerade auf die fluchwürdigen Privat- Personen die Schale seines Zornes ausgegossen hat. Viel berechtigter hätte sich sein Groll gegen die amtlichen Stellen gewendet, welche es den Privatpersonen erst ermög- lichten, zu glaube», daß man auf ihre Wünsche eingehen wird. Es ist die höchste Zeit, daß sich die Vertretung der Stadt Berlin von diesen Projekten loslöst. Tie Frage braucht gar nicht so delikat behandelt zu werden, es handelt sich hier um Stellen- jägerei, um Spekulation auf Auszeichnungen und auf materiellen Gewinn. Wir haben also keinen Grund, mit unserer Meinung hinterm Berge zu halten. Ter Magistrat wird gut thun, wenn er aus der Annahme des Antrages die Ablehnung aller derartigen Projekte durch die Versammlung für sich herauslieft. Bürgermeister Zelle: Ich bitte, die Angelegenheit durch die Debatte und die Antwort des Magistrats als erledigt anzu- sehen.(Widerspruch.) Wir im Btagistrat werden eine weitere Antwort zu geben nicht im Stande sein. Herr Singer sprach von Projekten, an welchen der Magistrat mehr oder minder be- theiligt sein soll. Von dem Projekt eines Teiches oder der Be- seitigung der Bau-Akademie ist absolut nicht die Rede. Der Magistrat ist nicht damit befaßt.(Zivischenruf: Kommt noch!) Es sind das bloße Gerüchte. Der Magistrat ist nur mit der Herstellung der Schloßfreiheit als Schmuckplatz beschäftigt und mit der Frage, ob nicht noch bei der Umgestaltung der Kur- fürstenbrücke über das eine Haus, das ohnehin augeschuitten werden muß, hinausgegangen werden solle.(Aha!) Die Ausarbeitung der Pläne ist unserer Bau- Deputation übergeben. Der Oberbürgermeister hat sich mit diesen Projekten gar nicht abgegeben. Herr Singer bedauerte, daß ganz ehren- werthe Personen aus den Kommunalbehörden sich dazu hergegeben hätten, Projekte wie die Niederlegung der Schloßfreiheil mit- zumachen. Was die Niederlegung der Schloßfreiheit betrifft, so ist das noch nicht auch blos eiue ästhetische Grille. Man hat sich doch gefreut, daß dort ein Schmuckplatz, eine wirkliche Freiheit entstehen soll. Die Absicht dazu wurde ja seit niehr als 10 Jahren vergeblich verfolgt. Die Lotterie war uns keineswegs migenehni. Im Gegentheil, um den Schmuckplatz für die Stadt zu retten, haben Herr Stryck, Herr Maaß und ich uns geopfert. Die Lotterie war doch nicht abzuwenden. Damit glaubten wir uns den Dank beider Kollegien zu verdienen. Stadtv. Langerhans kann nicht ganz zugeben, daß mit diesen Erklärungen die Sache erledigt ist. Der Magistrat sei offenbar nicht scharf genug vorgegangen. Waren bei den Be- sprechuugen im Reichsamt des Innern Magistratsvertreter zugegen, dann.hätten diese sofort ganz energisch gegen die vorgeführten neuen Projekte Front machen müssen. Noch erstaunlicher sei, daß man jetzt das Helms'sche Grundstück fiskalischerseits nicht vor- dehaltlos hergeben wolle, während das Gegentheil seiner Zeit stipulirt worden sei. Ein solches Gehenlassen könne die Ver- sammlung nicht billigen. Noch viel weniger wolle sie mit der- artigen unangenehmen Geschäften, wie Lotterien, irgend etwas zu thun haben. Stadtrath Voigt entgegnet, daß die Magistratskommissare gegen das weitergehende Projekt nicht austreten konnten, weil es nicht Gegenstand der Berathung war(Heiterkeit). Stadtv. Barth beantragt, den Magistrat zu ersuchen, beiden Verhandlungen über die Umgestaltung des Schloßplatzes gänzlich von der Ausbringung der Kosten durch private Beiträge abzusehen.(Widerspruch.) Stadtv. V o r t m a n n: Die Erklärungen des Magistrats genügen nicht, höchstens beweisen sie, daß Herr Kunze geschickler als die Magistratsvcrlreter operirt hat. Es ist auch ein ganz abnormer Ausnahmefall, daß der Magistrat den Anträgen des Herrn Kunze gegenüber sofort auf neue Straßenregulirungen u. Vgl. eingeht, während andere derartige Anträge nur sehr schwer beim Magistrat Gehör finden. Von der Bedingung der Ab- tretung von 12 Nietern Fläche längs der Südfront des Schlosse!- für Terrassen ist in der Magistratsantwort gar nicht die Rede. Hoffentlich wird der Antrag Barth eine große Mehrheit finden. Die Bürgerschaft will nichts geschenkt haben.(Widerspruch.) Stadtv. Meyer I beantragt die Vertagung, da der Antrag Barth zu weit gefaßt sei und erst gründlich erwogen werden müsse. Stadtv. Sachs U spricht gegen die Vertagung, da es für die Versammlung sich blos darum handle, zu erklären, daß sie mit Projektenmachereien und Projektenmachern nichts zu thun haben wolle. Der Antrag auf Vertagung der Weitcrberathung dieses Gegen- standes wird angenommen. Der Magistrat ersucht die Versammlung, in die Anfhebnng der mit den Pächtern der Restaurationen in den Markthallen IX(Pücklerstraße) und XII(Gesundbrunnen) abgeschlossenen Verträge zu willigen. Die Verträge sind s. Z. auf drei Jahre abgeschlossen und laufen noch bis Ende September 13M bezw. Ende Januar I89S. Beide Restaurateure sind in ihren bezüglich des Verkehrs in den genannten Hallen und bezüg- lich des Restaurationsgeschästs gehegten Erwartungen getäuscht worden; die Hallen sind von Händlern nur schwach besucht, auf eine Hebung des Verkehrs ist vorläufig nicht zu rechnen, und von dem umwohnenden Publikum haben die Markthallen-Restauralionen keinen Zuspruch. Beide Pächter, von denen derjenige in Markt- Halle IX an Pacht nnd Wohnungsmiethe 10 000 M. zahlt, würden bei dem schlechten Geschäft pekuniär vollständig ruinirt werden. Die Versammlung stinimt dem Antrage des Magistrats zu. Mit der vorgelegten Skizze zur Erweiterung des städtischen Obdachs erklärt sich die Versammlung einver- standen. Danach sollen das Gebäude für nächtlich Obdachlose erweitert, eine Waschanstalt neu erbaut, dem Vordergebäude zwei neue Flügel in der Flucht der Hauptfront und zwei neue Seitenflügel an der Diesterweg- bezw. Winsstraße zur Unter- bringung von obdachlosen Familien angefügt werden. Die Vorlage betr. die Vertheilung der im Jahre 1891/92 beim Lehrpersonal der Gemeindeschulen lreirten Stellen auf dir einzelnen Gehaltsstufen wird ohne Diskussion an- genommen. Der Entwurf zum Neubau einer Leichenhalle und eines Wächterhauses auf dem städtischen Grundstück an der Diestel- meyerstraße neben dem Parochialkirchhofe und den Kostenanschlag von 47 bOO M. genehmigt die Versammlung, desgleichen das Projekt und den mit 419 000 M. abschließenden Kostenanschlag für den Neubau einer Gemeindedoppclschule auf dem Grundstück Wrangelstraße 133. Der Magistrat theilt die in Gemäßheit des Beschlusses der Versammlung vom 7. April an den Reichskanzler gerichtete Vor- stellung in Betreff des Gebrauchs der Schußwaffen seitens militärischer Wachtposten im Wortlaut mit. Die Versammlung nimmt ohne Debatte davon Kenntniß. Der Magistrat sucht bei der Versammlung unter detaillirter Mittheilung der Verwendungen des Erlöses aus der 53 Millionen- Anleihe von 1890 und unter spezifizirter Darlegung der innerhalb der nächsten vier Jahre aus Anleihen zu bestreitenden städtischen Bedürfnisse die Zustimmung zur Aufnahme einer O b l i- gationen- Anleihe von 70 Millionen nach. Bis zum Schlüsse des Rechnungsjahres 1393/93 werden, wie der Magistrat veranschlagt, die bezüglichen Ausgaben sür wirth- schaftliche und industrielle Anstalten 71703 984 M., für Kämmereizwecke 23 394 337 M.» in Summa 100 801 321 M. betragen, wovon aus dem Bestände der Anleihe von 1890 noch 1 302 333 Mark gedeckt werden können. Der Bedarf stellt sich hiernach auf 98 988 833 Mark; doch sollen einstweilen nur siebzig Millionen aufgenommen werden, die jedenfalls für einen Zeitraum von einigen Jahren ausreichen werden, nach dessen Verlauf dann besser zu übersehen sein wird, wie sich die weiteren Bedürfnisse für die Zukunft herausstellen und auf wie hoch und unter welchen Bedingungen eine fernere Anleche zweckmäßig ist. Die Anleihe soll aufgenommen werden: 1. Für die Fortführung der Kanalisation, für Bauten der städtischen Wasserwerke, für den Bau von Markthallen, für Neu- und Erweiterungsbauten der städtischen Gasanstalten nnd des städtischen Zentral- Vieh- Marktes und Schlachthofes; II. für den Bau einer zweiten Irren- anstalt, einer Anstalt für Epileptische, für den Ausbau der Damm- mühleugebäude, für die Erbauung von Brücken, für die Um- gestaltung des Mühlendammes und die Kanalisirung der Unter- spree, für die Anlegung bezw. Verlängerung der Kaiser Wilhelm- straße und Umgestaltung des Neuen Marlies, für den Hafen am Urban, für die Verlegung der Stettiner Eisenbahn, endlich für Straßenregulirungen aus Veranlassung der Errichtung der Stadt- bahn. Die Anleihe soll mit 3�/s pCt. verzinst werden und die Zins- zahlung am I. Januar resp. 1. Juli erfolgen, vom 1. Jan. 1397 soll die Ainortisation mit 1 pCt. jährlich beginnen. Stadtv. K a l i s ch beantragt Vorberathung der Anleihevor« läge an einen Ausschuß von 13 Mitgliedern. Stadtkäiuinerer Maaß widerspricht diesem Autrage mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Bewilligung und weil im Ausschuß neues Material doch nicht gebracht werden könnte. Stadtv. K a l i s ch hält Ausschuß-Berathung doch sür an- gezeigt, da die Schuldenlast der Stadt rapide wachse und außer- veni diesmal für Siechenhäuser und höhere Schulen in der An- leihe nichts verlangt sei. Ueber dieses richtige Prinzip, das der Magistrat jetzt anerkenne, müsse man sich im Ausschuß aus- sprechen. Stadtv. Singer beantragt, bei der vorgerückten Stunde (nach 81/» Uhr) die Vertagung des Gegenstandes bis zur nächsten Sitzung. Ter Antrag wird abgelehnt. Stadtv. Singer: Stach dieser Ablehnung werden Sie nun schon noch einige Zeit aushallen müssen. Eine Berathung der Vorlage im Ausschuß halte ich mit dem Kämmerer für überflüssig, denn ob die Stadl Berlin eine Slnleihe aufnehmen soll und wie hoch, diese Frage gehört ihrer Natur nach in die öffentliche Ver- sammlung, weil die Bürgerschaft außerordentlich daran interessirt ist. Für uns, die wir hier die Mehrheil nicht haben, ist also eine eingehende erste Berathung das einzige Mittel, diese gründ- liche Erörterung herbeizuführen. Die Vorlage macht sür die Verwendung der 70 Millionen durchaus sachgemäße Vor- schlüge. Ich begrüße es mit dem Stadtv. Kalisch, daß der Magistrat jetzt auch das Prinzip anerkennt, Einrichtungen, welche durch das ständige Wachsthum der Bevölkerung zu den laufenden Ausgaben gerechnet werden müssen, nicht mehr aus Anleihen zu decken. Ich rechne dahin Krankenhäuser, höhere Schule, z. Th. auch Brücken. Wäre nach diesem richtigen System schon bisher verfahren, dann hatten wir nicht eine so respektable Anleihe- schuld. Bedauerlicherweise aber ist diese Auffassung im Magistrats- kollegium nicht schon beim Etat zum Durchbruch gekommen. Der Magistrat hätte den Etat dazu benutzen sollen, um unter Verzichtleistung auf die Herabsetzung der Einkommensteuer in denselben Summen einzusetzen und quasi alsSparfonds auszugestalteii, aus welchen dann nach einigen Jahren für Krankenhäuser u. s. w. die Ausgaben zu bestreiten wären. Dieses Verfahren unter Bei- beHaltung eines nun einmal cingebürgerieu Sleuersatzes hätte sich für eine geordnete Fiuanzwirlhschast viel mehr empfohlen. Tie Zeiten werden, namentlich nach der jetzt beliebten Herabsetzung, komm?», wo 120—130 pCt. gebraucht werden. Ich will nur hoffen, daß die beiden Kollegien sich an dieser einmaligen Herab- setzung auf 70 pCt. werden genügen lassen.— Ich wünsche nun aber, die neue Auffassung über die auf Änleihen zu übernehmenden Ausgaven jedenfalls lieber noch lebendiger und schärfer zum Ausdruck ge- bracht zu sehen. Vielleicht theilt uns der Kämmerer die Ans- fassung des Magistrats mit. Im übrigen stinime ich der Anleihe zu, obwohl mir der Zinsfuß von 3>/s nicht der rechte zu sein scheint. Ich habe allerdings selbst in der Finauzdeputation für 3>/» gestimmt, weil ich mit meiner Anschauung allein blieb. Ich wiederhole aber, es ist gut, wenn wir uns darauf gefaßt machen, dem Vorgehen anderer Körperschaften zu folgen. Das Gelb muß so billig beschafft werden wie möglich und die Stadt Berlin kann Geld wohl zu 3 pCt. erhalten. Vorsteher Stryck: Die Kontrolle meldet soeben, daß wir nicht niehr beschlußfähig sind. Schluß gegen 9 Uhr. Uolrales. Herr Richter, der Wahrheitsfreund. Das für den „Vorwärts* eingerichlete Schimpfregister der„Freisinnigen Zeitung* vom 5. Mai hatte eiue Nummer mehr, als wir annahmen. Zerknirscht thun wir Buße deswegen, daß wir die unerschöpfliche Leistungsfähigkeit dieses Blättchens im Schelten unterschätzten. Außer der kläglichen Erwiderung auf unseren „willkürlichen Angriff* gegen die deutschfreisinnigen Lotterie- Patrioten(„Vorwärts", Nr. 104 vom 4., Nr. 103 vom 3. Mai) rempelt der Chef des Blattes den„Vorwärts" wie folgt an: „Renegaten sind anerkannter Weise die gehässigsten Gegner der- jenigen Anschauungen, welche sie früher vertreten haben. Seitdem im„Vorwärts" Renegaten, welche früher in der Redaktion der „Volks-Zeitung" thätig waren, das Wort führen, ist die Ge- hässigkeit, mit welcher über freisinnige Dinge und die„Freisinnige Zeitung" gelogen wird, noch rasfinirter geworden, als früher." Diese Behauptung der„Freisinnigen Zeitung" ist von Anfang bis Ende eine unverschämte Lüge. Es ist unwahr, daß irgend jemand von denen, die„früher in der Redaktion der „Volks-Zeitung" thätig waren", im„Vorwärts"„das Wort führen". Aber selbstverständlich steht den durch schmählichste Machenschaften der Kapitalistenklique aus ihrer Stellung hinausgemaßregelten und geboykotteten Redakteuren der früher gut demokratischen „Volks-Zeitung", den Opfern des Lindau- und Fortschrittsklüngels, unser Blatt zur Verfügung, wenn sie es zur Abwehr der schamlosen Angriffe jener bürgerlichen Klique gebrauchen, die sich nicht damit begnügt, mißliebige Gegner brotlos zu machen, sondern sie auch hinterlistig verleumdet. Als Die, welche ohne Grund Herrn Richter's Galle so sehr in Aufruhr bringen, in der Redaktion der „Volkszeitung" thätig waren, denunzirre Herr Richter Tag für Tag— und zwar war das unter dem Ausnahmegesetz— die „Volkszeitung" dem Puttkamer als ein„sozialdemokratisches" Blatt. Und heute sind sie„Renegaten", weil'sie, wie Richter mit kecker Stirne flunkert, angeblich die Wortführer des„Vor- wärts" sind. Der schmähliche Humbug, den Richter heute treibt, schließt sich würdig einer früheren Heldenthat dieses Sykophauten an, die in dasselbe Kapitel gehört. Nach dem sozialistengesetzlichen Verbot der„Volkszeitung" nämlich hausirte er mit der brünstigen Gier eines hosenhandelnden Schacherers jenes famose Zirkular, das die Abonnenten der unterdrückten„Volks-Zeitung" in das Gimpelnetz der„Freisinnigen Zeitung" locken sollte. Das Ge- schäst über Alles! Daß die„Freisinnige Zeitung" in ihrer Be- griffsverwirrung, die nur die Folge eines moralischen Defekts, Wahrheit und Lüge stets verwechselt, und unsere fachliche, wahr- heitsgemäße an ihr und dem Deutschfreiflnn geübte Kritik für „rasftnirle Lügen" hält, ist ein unheilbarer organischer Fehler. Britz. Die Maifeier, welche von den hiesigen Parteigenossen in Gebr. Walter's Rosen-See-Terrasse veranstaltet war, litt leider sehr unter dem schlechten Wetter und war infolge dessen auch der Zudrang nur ein geringer; ungefähr 300 Per- sonen mochten sich eingefunden haben. Dessenungeachtet verlief das Fest in harmonischster Weise. Ein Prolog, gesprochen vom Genossen M ö ß, leitete die Feier«in. Vorträge dreier Gesang- vereine wechselten mit Konzertpieeen und«inigen deklamatorischen Vorträgen ab. Die Festrede war uns von Seiten der Behörde " nicht gestattet worden. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit sich an die Verfolgung der Einbrecher machte. Gin Dienstmann zu der Frau zurückzukehren, ein Kleid und Pantoffeln mit. Am besaß aber doch ein Jeder der Anwesenden und gerade die Polizei- und verschiedene Dreschkenkutscher setzten den beiden Männern Montag Vormittag vermiethete sich das Mädchen im Miethsmaßregel bestärkte sie noch in der Ueberzeugung von der Noth- ebenfalls nach. Ihnen gelang noch auf dem Molkenmarkt die Kontor nach Herzfelde bei Rüdersdorf; die Mutter desselben wendigkeit des Zusammenhaltens und des gemeinsamen Ein- Ergreifung derselben. Zwar versuchte der Eine, nachdem er das schickte zur Abholung der Sachen ihrer Tochter am Nachmittag tretens für die Forderungen des Proletariats. Mit großer Be- geraubte Gut auf den Straßendamm geworfen, zu entkommen, einen Knaben zu Frau Manzel; derselbe kehrte, da ihm nicht gegeisterung und Beifall wurde ein lebendes Bild, die Völker- vergeblich, bald packten ihn Droschkentutscher- Fäuste. Er wurde öffnet wurde, unverrichteter Sache zurück und auch am Dienstag verbrüderung unter dem Schuße der Freiheit" darstellend, begrüßt. von diesen derb durchgehauen, bis die Polizei hinzukam, welche Vormittag wurde dem Boten trob Klingelns und Klopfens nicht Gin Ball schloß die Feier, welche den Theilnehmern wohl im unter dem Zulauf einer großen Menschenmenge den Transport geöffnet. Dem gegenüber behauptet Herr Restaurateur Busch, Gedächtniß bleiben wird. der Einbrecher nach der Polizeiwache in der Klosterstraße be- Daß die Manzel am Montag Nachmittag um 3 Uhr noch bei ihm Friedrichsberg. Der Arbeiter- Bildungsverein zu Friedrichs wirkten. gewesen sei. Am Dienstag Mittag wollte Frau Reich mit der berg veranstaltete zur Maifeier einen Ausflug nach der Wolters- Ueber einen Mordversuch, den Mittwoch der in der Tochter nach Rüdersdorf fahren, versäumte jedoch den und Anschluß verblieb das dorfer Schleuse. Morgens nach 8 Uhr begab sich von Stralau- Linienstr. 94 bei Weinert wohnhafte BäckerPaul Buchowski den Tag und die Nacht hindurch bis Mittwoch Mittag bei ihren Mädchen infolge dessen Rummelsburg ein munteres Völkchen, Männlein und Weiblein, gegen feine Geliebte, die 21 Jahre alte Kellnerin Marie Peters, Großeltern in Lichtenberg; am Mittwoch Nachmittag erst langte sirka 250 Köpfe start, nach Erkner. Von dort ging's zu Fuß nach welche Rückerstr. 4 bei der Wittwe Heilmann wohnt, verübt hat, die R. in Herzfelde an, woselbst sie gegenwärtig noch verweilt. dem Festlokal. Dort machte der Wirth uns die Mittheilung, daß wird uns folgendes berichtet: Die Peters lernte im Juli v. Somit ist der ursprünglich von der Behörde gehegte Berdacht, fein Saal am Tage vorher polizeilich geschloffen worden sei, da den Bäcker Buchowski kennen und knüpfte mit ihm ein Verhältniß daß das Dienstmädchen an dem Morde betheiligt, durch die Thatfelbiger den baupolizeilichen Vorschriften nicht entspräche. Mäh- an. Der Liebhaber war äußerst eifersüchtig und es tam wieder fachen gänzlich entkräftet.rend sich eine Deputation zu dem Amtsvorsteher begab, kam ihr bolt zu Zwistigkeiten. Zuchowsti hatte bei solchen Gelegenheiten fachen gänzlich entkräftet. bereits der vom Amtsvorsteher entsandte Polizeidiener entgegen öfter gedroht, seine Braut todtschlagen zu wollen. Vorgestern daß die Reich, wenn der Schaffner des Nachts abwesend, in dem Wie ängstlich die Ermordete gewefen, geht daraus hervor, mit der Meldung, daß der Saal eingeräumt werden könne, Tanz Morgen gegen 101/2 Uhr erschien er in dem Kellerlokal von Bette des Mannes neben der Frau schlafen mußte; sie durfte dürfe jedoch nicht stattfinden. Nachdem dies geschehen, hielt Ge Riesewalter, Gartenstr. 172, wo seine Geliebte gegenwärtig be- bie Korridorthür niemals eher öffnen, als bis sie sich durch das noffe Frenzel- Friedrichsfelde eine Ansprache, welche zündenden schäftigt ist, und trug ein derart verstörtes Aussehen zu Schau, Guckloch überzeugt, daß der Ginlaß Begehrende ein Bekannter Beifall fand. Nachmittags machten wir noch einen Ausflug daß die Peters zu der Wirthin äußerte: Paul sieht ja so aus, sei. Ferner wird uns noch mitgetheilt: Die Ermordete war wohl nach der Haide, wo Genosse Stadthagen uns antraf. Nach der als ob er Ginen todtgeschlagen hat, oder todischlagen will." Rückkehr in das Festlokal hielt Letterer noch eine fernige An- Alsbald fragte Buchowski feine Braut, wo sie die letzte Nacht Frau und sie selbst hat oft erzählt, daß, wenn sie sich erschrecke, eine fräftige und muskulöse, aber ebenso nervöse und schreckhafte sprache. Das Fest verschönerten die Gesangvereine von Friedrichs- gewesen sei, und holte auf die Antwort: ich habe hier im Lokal fie auch nicht einen Ton aus der Kehle bekomme und wie geberg( Hoffnung), Friedrichsfelde und zwei Gesangvereine von geschlafen", einen Revolver hervor, den er mit den Worten: lähmt sei, und so erklärt es sich denn auch, daß die HausFriedrichshagen, sämmtlich Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes. Frauenzimmer, teht hat es das höchste Point erreicht", abfeuern bewohner auch nicht einen Hilferuf, nicht ein noch so leises Es betheiligten sich die Genossen von Friedrichsfelde, Friedrichs wollte. Die Waffe war indeß nicht gleich schußbereit; die Peters Geräusch gehört haben. hagen, Rüdersdorf, Herzfelde, sowie einige andere fleine Ort- lief fort, erhielt aber von hinten einen Schuß in die rechte schaften an der Feier, die in würdigster Weise verlief. Die polizeilichen Ermittelungen in dem Raubmord haben Schulter. Diefem folgte noch ein zweiter, den der Wüthende mit wieder große Schwierigkeiten zu überwinden, weil Manches noch Wilhelmsberg- H. Schönhausen. Die Maifeier für unsere den Worten: Stanaille, hast wohl noch nicht genug" abgab, sehr dunkel ist. Daß ein Raubmord vorliegt, ist unzweifelhaft. Drte, welche in dem Lokale von Trinkhaus zu Wilhelmsberg wohl genug haben", verließ Buchowski das Lokal, wurde aber funden, dagegen fehlt das auf 170 M. geschätzte baare Geld, das ohne indeß zu treffen. Unter der Aeußerung:" Nun wird sie die Sparkassenbücher im Betrage von 1500 m. find zwar gestattfand, nahm trotz des ungünstigen Wetters den denkbar ben denkbar günstigsten Verlauf. Man sah es einem Jeden der 400 Theil- später in seiner Wohnung verhaftet. Man fand bei ihm noch im Wesentlichen in 20- Markstücken bestand. Manzel pflegte sein nehmer an, daß er sich, trotzdem wir zeitweise in brangvoll die geladene Waffe und 28 Patronen. Zuchowski gesteht zu, den Gehalt, das er Ultimo erhielt, der Ghefrau zu geben, welche die fürchterlicher Enge im Saale eingepfercht waren, seine Festes der Peters von einem Arzte alsbald aus dem Körper heraus: Aufbewahrungsort des Geldes hat Manzel nie gekannt, glaubt fürchterlicher Enge im Saale eingepfercht waren, seine Festes- Word seiner Braut beabsichtigt zu haben. Das Geschoß wurde Miethe bezahlte und von dem Rest den Haushalt bestritt. Den stimmung absolut nicht rauben ließ. Nachdem Genosse LazarusBerlin die Festrede gehalten, wurde die Resolution zur Ab- gezogen. Die Verletzte ist bisher in dem Lokal verblieben und aber, daß es in der oberen Schublade des Vertikow im Vorftimmung gebracht und einstimmig angenommen. Ein lebendes nicht bettlägerig. zimmer, die bei Auffindung der Leiche halb offen war, Bild, das in der Festzeitung enthaltene Motiv darstellend, fand Ranbmord in der Gartenstraße. Ueber die Ermordung wahrt wurde. Uhr und Schmucksachen sind nicht geraubt, den lebhaftesten Beifall. Der Schluß des Festes, welcher Morgens der Postschaffnersfrau Karoline Manzel wird folgendes auch hat eine Durchwühlung aller Sachen nicht statt4 Uhr stattfand, fand die meisten der Theilnehmer noch verfammelt, Nähere berichtet: gefunden. Ein Kleiderspind stand offen. Hinsichtlich des Zeitjedenfalls ein Zeichen, daß Alle die Freude beseelte, mit Aus- Der 43 Jahre alte Postschaffner Karl Manzel hat mit seiner punktes, an welchem der Mord ausgeführt wurde, steht fest, nahme allerdings eines Gendarmen und eines Polizeibeamten. etwas älteren Ghefrau in dem Hause Gartenstraße 58 eine im daß Frau Manzel am Dienstag Nachmittag um 3 Uhr noch ge= Jene Herren nämlich verlangten zu unserem in geschlossener Ge- vierten Stockwerk belegene, aus drei Zimmern und Küche be- lebt hat, da sie von einer vorübergehenden Frau P., die sich sellschaft stattfindenden Vergnügen freien Gintritt und bedrohten, stehende Wohnung inne. Beide Eheleute lebten im besten Ein- nicht getäuscht haben will, um diese Zeit am Fenster gesehen als ihnen dies von den an der Kontrolle stehenden Genossen ver- vernehmen. Manzel, welcher zwischen Berlin und Danzig die worden ist. Um 6 Uhr ist sie aber wohl schon todt gewesen, weigert wurde, diefelbe sogar mit Einsperrung. Als auch dies Eisenbahnzüge begleitet, hatte sich am Montag früh von seiner was daraus geschlossen werden kann, daß eine Zeitung, die unter nichts half, blieb dem Herrn Gendarmen allerdings nichts weiter Gattin verabschiedet und war vorgestern Nachmittag um 3 Uhr die Korridorthür geschoben wurde, noch dort liegend gefunden übrig, als sich von einem ihm wahrscheinlich genau Bekannten nach Berlin zurückgekehrt. Bevor er seine Wohnung auf wurde, als der Mann die Wohnung betrat. Frau Manzel war ein Billet zu besorgen und wurde ihm, damit er sich überzeugen suchte, betrat er das im Erdgeschoß desselben Hauses ziemlich ordnungsliebend und würde die Zeitung fortgenommen sollte, in wie ruhiger, würdiger Weise das Proletariat seine Feste belegene Wirthshaus von Pusch. Raum hatte er fich haben, wenn sie sie noch gesehen hätte. Auf der Kommode lag feiert, der Eintritt gestattet. Weiteres über die von einzelnen jedoch daselbst niedergelassen, als die Frau des Maurers eine in Papier gewickelte Häfelarbeit. Frau M. war also im Genossen mit dem Beamten gepflogenen Unterhaltung behalten wagenschütz, mit welcher die Mangel'schen Eheleute bekannt Begriffe, fortzugehen oder eben erst heimgekehrt. Ersteres wir uns für eventuell späteren Gebrauch vor. find, in voller Erregung in das Lokal stürzte und die ist das Wahrscheinliche; denn die Schuhe weisen teine ver= Die Belten. Hier war die Betheiligung an der Maifeier eine Mittheilung machte, sie habe Frau Manzel in ihrer Wohnung Spur von Schmutz auf, obwohl es geregnet hatte. füberaus große und gestaltete fich dieselbe troß der schlechten besuchen wollen, aber auf wiederholtes Klingeln feinen Ginlaß Schläge sind mit dem Feuerhaken verübt worden, die Platfe Witterung zu einer höchst imposanten Kundgebung. In den gefunden. Der Ehemann und Frau Wagenschütz eilten nun in scheint beim ersten Schlage abgesprungen zu sein. Dann sind Mittagsstunden wurden zunächst die von Spandau kommenden die Räume und prallten entsetzt zurück. Frau Manzel lag in noch weitere Schläge mit dem Stiel geführt worden, denn der voller Kleidung, mit Handschuhen und Hut versehen, über ihrem Stab war am Ende ganz verbogen. Die Ermordete hatte am Genossen auf dem Wege zwischen Hennigsdorf und Belten Bette in dem Berliner Zimmer. Die Stirn war völlig ein- Knie eine Wunde, deren Ursprung räthselhaft ist. Bei der Entmit Mufit abgeholt, von wo aus man durch die hiesigen Hauptstraßen nach dem W. Grunow'schen Lokale marschirte. geschlagen worden und das Gesicht überhaupt durch Schläge fleidung hat sich auch noch eine Stichwunde in der Brust gevöllig entstellt. Der Feuerhaken, welcher als Mordwerkzeug gefunden. Auch sind zwei Spigen von abgebrochenen Messern Der Garten war festlich geschmückt mit vielen rothen Fahnen, dient hatte, war abgebrochen. Der Stiel lag neben der Leiche gefunden worden, die eine ain Bette, die andere am Kleide der Guirlanden und Kränzen mit Inschriften. Birka 1000 Personen hatten sich eingefunden, die dem Konzert und den Gesangs- auf dem Bette, welches nicht geordnet war, das breite Ende war Todten. Beide zeigten keine Spur von Blut. Die Klinge des vorträgen lauschten, letztere wurden von den zwei hiesigen und fortgepflogen und wurde am Fußboden aufgefunden. Die fofort einen Messers ist vorhanden, während die zweite fehlt. Ob benachrichtigte Kriminalpolizei erschien unter Führung ihres Chefs, die Messer zu den Wunden an Brust und Knie der Ereinen Marwizer Gesangverein( Mitgliedern des Arbeiter- Sänger des Grafen Bückler, in großer Anzahl alsbald am Thatorte. Auch der mordeten benutzt worden sind, ist zweifelhaft, da sie dann bundes) ausgeführt. Am Abend wurde in diesem Lokale getanzt, Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter wurde benachrichtigt. hätten blutig sein müssen. Was die Thaterschaft anlangt, während die eigentliche Feier im C. Schröder'schen Saale fort- Abends um 7 Uhr traf die Staatsanwaltschaft und der Unter so scheint eine Betheiligung des Vetters Baar oder des gesetzt wurde. M. Regel wurde von den Mitwirkenden recht gut ausgeführt, fuchungsrichter am Thatort ein und wurden nunmehr durch Dienstmädchens Reich ausgeschlossen. Ob die Burschen, welche von Frau Wendt gesehen worden sind, und deren Verhalten verebenso das lebende Bild„ Die Völker- Verbrüderung". Die Feſt Beugenvernehmungen und Ortsbefund Folgendes feſtgeſtellt. Der Mord ist in der Berliner Stube verübt worden, in die dächtig war, mit der Blutthat im Zusammenhang stehen, ist auch rede hielt Genosse Jul. Wernau. Zum Schluß brachte der Redner ein Hoch auf die internationale Sozialdemokratie aus, in welches man vom Korridor aus zunächst hineinkommt; dieſes Bimmer, zweifelhaft, weil ja die Ermordete um 3 Uhr noch gelebt hat. die Menge begeistert einstimmte. Obgleich das ganze Zofal, wie speziell der Fußboden desselben, ist völlig mit Blut besudelt und es müßte denn angenommen werden, daß die Burschen nochinals noch bei feiner anderen Gelegenheit, überfüllt war, wurde die eine Blutspur, die jedenfalls von den bluttriefenden Händen des wiedergekommen find. Immerhin erscheint es wichtig, die Persongrößte Ruhe beobachtet, ein Beweis für die Disziplin der Ge- Mörders herrührt, führt nach dem anstoßenden Borderzimmer. lichkeiten Beider, die auch durch das Dienstmädchen Leison geDie Manzel ist mittels eines Feuerhakens ermordet worden, sehen wurden, festzustellen. Der Eine wird von Frau Wendt noffen. Polizei wurde den ganzen Tag nicht bemerkt. welcher derselben gehört hat und von dem Verbrecher hinter dem sehr genau beschrieben, ist 18 bis 20 Jahre alt, von auffallend Zu dem Bericht des Predigers Stage II, den derfelbe Dfen hervorgeholt worden ist; das Instrument besteht aus einer zierlicher Gestalt, hat ein spizes Rinn und trug einen grauen im„ Sonntagsboten" mittheilt und der im„ Evangelisch- Kirchlichen etwa 100 Bentimeter langen 4 Boll ftarten Eisenstange, welche Jacket- Anzug. Die Kriminalpolizei hat die Ueberzeugung, daß Anzeiger" wiedergegeben wurde( Siehe Nr. 108 des Vorwärts"), an der Spize 10 Bentimeter breit ist und hatenförmig ausläuft gewerbsmäßige Verbrecher die That nicht verübt haben, sondern erklären die Betheiligten am Begräbniß, daß derselbe vollständig und mit einem geschweiften Holzgriff versehen ist. Der Verbrecher baß der Thäter eine Person ist, die die sonst sehr vorsichtige entſtellt ist. In der würdigsten Weise gaben dem Verstorbenen ist so nimmt die Kriminalbehörde an der Manzel gegenüber Frau Manzel in die Wohnung zu lassen dürfen geglaubt. Nach feine Genossen das Geleit, und nachdem sie ihn die Gruft getreten und hat dieselbe durch den ersten Schlag betäubt, und dann dieser Richtung hin gehen die Nachforschungen. gefentt, legte einer der Genossen im Namen der internationalen hat die Frau noch weitere fechs Schläge erhalten. Giner der Die Leiche der ermordeten Postschaffnersfrau Manzel ist gestern Sozialdemokratie einen Kranz nieder, und entfernten sich dann. felben geht an der rechten Seite vom Hintertopf ab bis nach früh um 3 Uhr, nachdem dieselbe durch die Polizei in vorDie Behauptung des Herrn Stage, daß die Kollegen der Wittwe der Stirn; am Hinterkopf ist ferner der Schädelknochen zer gefundener Lage photographisch aufgenommen worden, nach dem ist vollständig aus der Luft gegriffen. Wenn Herr Stage sich schiedenen anderen Verlegungen im Gesicht ist auch die rechte mittag 2 Uhr die Obduktion erfolgen. Das Dienstmädchen Bertha rühmt, den an der Schwindfucht sterbenden Arbeiter auf dem Kniescheibe durch einen Schlag start beschädigt. Ferner ist Reich ist heute früh telegraphisch aus Herzfelde, wo sie seit Todtenbette befehrt zu haben, so ist das eine der tausende Er- auch ein blutiges Küchenmesser in der Nähe der Leiche Dienstag bei dem Biegeleibesißer Sch. in Stellung ist, nach dem oberungen, deren sich Briefter, die sich des Sterbefiffens zu be- gefunden, von welchem die obere Hälfte der Klinge ab- Polizeipräsidium beordert und dort Vormittags um 10 Uhr verLorbeeren nicht. mächtigen wußten, zu rühmen haben. Wir beneiden sie um diese gebrochen war und es wird angenommen, daß das fehlende nommen worden, jedoch vermochte das Mädchen nichts anzuMesserstück im Körper der Ermordeten steckt. Wie aus Spuren geben, was zur Klarstellung des Verbrechens dienen könnte. Auch erfenntlich, hat der Mörder nach vollbrachter That die Leiche Hausbewohner des Grundstücks Gartenstr. 53 wurden durch Kein Tag vergeht ohne Lüge des Herrn Eugen Richter. aufs Bett gelegt. Als dann der Postschaffner nach Hause kam die Kriminalpolizei ebendaselbst vernommen und mehreren der= Fast alle Blätter bringen die Nachricht, daß die Arbeiter und seine Frau als Leiche fand, brach er ohnmächtig auf dem selben das Verbrecheralbum vorgelegt behufs Rekognoszirung Bildungsschule ihr Defizit durch freiwillige Beiträge gedeckt hat. Bett zusammen und dieses fiel infolge der schweren Last aus der beiden Bersonen, welche zwischen 10 bis 12 Uhr Nur Herr Eugen Richter I aus Eigenem hinzu, daß gerade einander, ein Umstand, welcher zu der irrthümlichen Annahme führte, in dem Hausflur und auf dem Treppengang beobachtet für diejenigen Unterrichtsfächer, welche den sozialistischen Ideen die m. fei von dem Mörder auf das Bett geworfen und so worden sind, jedoch vermochte Niemand dieselben in einer der dienen, wie die Nationalökonomie, nur so wenige Theilnehmer ermordet worden. Das Verbrechen dürfte nach Annahme der Abbildungen zu erkennen. Von dem Unbekannten, der wie vorhanden seien, daß für sämmtliche 4 Schulen nur ein einziger Behörde wie folgt ausgeführt worden sein: Frau Manzel hatte der Kutscher Christel Koch gesehen, kurz vor 10 Uhr das Haus gemeinsamer Sonntagskursus eingerichtet werden konnte. Der sich zum Ausgehen fertig gemacht, als an der Klingel gezogen in auffälliger Weise verließ, fehlt leider jegliche Beschreibung. Unterricht ist nämlich wegen der Einheitlichkeit und der Zweck wurde, der Wlorder ist sofort eingetreten und hat schon in der Wie uns übrigens noch mitgetheilt wird, ist die Manzel, trotz mäßigkeit auf den Sonntag verlegt und wird von hundert nächsten Sekunde, ohne seinem Opfer auch nur einen Augenblick ihrer großen Mengstlichkeit, doch sehr unvorsichtig bei ihrem Beit zu lassen, den Mord vollführt. Die Zeugenaussagen haben Sprechen insofern gewesen, als sie öfter an öffentlichen Orten, so richts ist nicht aus Mangel an Theilnehmern erfolgt. folgendes ergeben. Der in demselben Hause wohnende Kutscher auch in dem Schanklokal von Busch, Gartenstraße 53, in Gegen Die Zahl der städtischen Almosen- Empfänger hat in Christel gewahrte am Dienstag Abend einen Mann, welcher furz wart wildfremder Personen von ihren Ersparnissen erzählte und Berlin im legten Jahre die Höhe von 19 618 Berfonen erreicht vor 10 Uhr, wenige Minuten, bevor der Wächter das Haus es ist leicht möglich, daß ein Ohrenzeuge einer diesbezüglichen und zwar 5119 männlichen und 14 494 weiblichen Geschlechts. schloß, aus dem Flur hinausgestürzt fam; der Mensch lief Aeußerung durch jene Mittheilungen zu dem Verbrechen verBon diesen befanden sich 13 972 Bersonen in einem Lebensalter schnell nach dem jenseitigen Bürgersteig und blieb an der Mauer anlaßt worden ist. fiber 60 Jahre, 35 Personen sogar in einem Alter über 90 Jahre. des Stettiner Güterbahnhofes stehen. Dort wischte er sich Zur Würdigung der uns vom Verein deutschfreisinniger, der unterſtügten selbständigen Personen befanden sich im Schweiß aus dem Gesicht, blickte dann nach den Fenstern ber lter unter 20 Jahren. 11 492 der unterſtügten weiblichen Ber- oberen Etagen des Hauses Gartenstraße 53 und ging darauf folgendes mitgetheilt: Bei Beginn der sozialdemokratischen Handlungsgehilfen" zugegangenen Berichtigung" wird uns fonen waren Wittwen. Ehemalige Beamte, Lehrer, Künstler, schnell die Gartenstraße entlang der Invalidenstraße zu. Gelehrte und Literaten waren in Höhe von 601 Personen unter Eine in dem Hause wohnende Maurersfrau Wendt, sowie Versammlung in der„ Ressource" waren fast gar keine freiden Almofen- Empfängern vertreten. das Dienstmädchen des Hauswirthes wollen am Dienstag Nach- innigen Handlungsgehilfen anwesend. Beweis: Die allseitig Weißensee ist auf den 30. und 31. Mai d. I. festgesetzt; bezüglich will schon am Dienstag Vormittag ein in dem Hause wohnender obengenannten Bereins. Das beweist, daß die von" 150" PerDer Verhandlungstermin gegen den Pastor Harder aus mittag zwei Männer gesehen haben, welche bald vor, bald in beifällige Aufnahme des Referats. Gegen Schluß des Vortrags, dem Hause oder auf der Treppe waren. Diese Wahrnehmung ungefähr um 1/211 Uhr, kam ein Hauflein deutschfreisinniger Handlungsgehilfen anmarschirt unter Leitung des Vorsitzenden Des geistigen Zustandes des Angeklagten wird außer den Gerichts- Raufmann gemacht haben. Das 16jährige Dienstmädchen Bertha Merzten noch ein hiesiger Nervenarzt und Psychiater den Berhand- Marie Reich, von welcher gemeldet wurde, daß sie gestern Abend freifinnigen Größe schon vor all Uhr ihr Ende erreichte. Gine von ſonen angeblich besuchte Versammlung nach einem Referat einer lungen anwohnen, um sein Gutachten über H. abzugeben. von der Polizei vernommen überwurde, befindet sich Versammlung, die augenscheinlich nur einberufen war, um der Die R., deren Eltern mit den Am Mittwoch Nachmittag gegen haupt nicht in Berlin. & Uhr bemertte die Tochter de3 Reſtaurateurs Dümichen, dessen Manzel'schen Gheleuten sehr gut bekannt sind, war seit dem gleichzeitig tagenden fozialdemokratischen Abbruch zu thun, deren Geschäft in dem bekannten Keller an der Ede der Stralauerstraße 16. Januar d. 3. bei den Letzteren gegen Bergütigung von 6 M. Theilnehmer sich nach dem so frühzeitig erfolgten og ren ve bes Wolfenmarktes belegen ist, vom Stellerjenſter aus, daß monatlich in Stellung und schlief auch bei ihrer Herrschaft, isi ber erwähnten Reſſource- Bersammlung begaben, um dort weiter Bori Männer, jeder mit zahlreichen Garderobenstücken beladen, jedoch bei ihren Eltern polizeilich gemeldet gewesen. In der au tagen, muß doch wohl so fade und unintereffant wie möglich vorübergingen. Es tam ihr so vor, als befänden sich Unter- Nacht fleider von ihr selbst und dem Dienstmädchen zwischen den Manzel mit ihrem Gatten zankte und von demselben wie freisinnig benahm, mochte aus ca. 30 Mann bestanden Sachen, welche diese Männer trugen und sogleich rief sie aus: 6 M. für das Dienstmädchen forderte, außerdem haben und, wie von betheiligter Seite mitgetheilt wurde, war es Erwischte Einbrecher. zum 1. Mai hörte wie Bertha R., nur Frau verlaufen sein. Die Notte, welche diesen Lokalwechsel unternahm und sich, wie bereits berichtet, in der Ressource ebenso ungeschliffen erdie ungefähre Hälfte der freisinnigen Versammlung. eingebrochen haben!" Und flugs schritt sie sammt dem Dienstmädchen behalten wolle. Das Mädchen erhielt auch die Kündigung am Die Polizeibericht. Am 4. d. M. Vormittags wurde im Nordgar schnell und sicher, so daß Fräulein Dümichen Lärm schlug und Eltern und nahm, da sie den Entschluß gefaßt, garnicht wieder hafen, nahe der Seller- Brückte, die Leiche eines neugeborenen an der Der Kindes angeschwemmt. An der Ecke der Straßen An der Die Verhaftung erfolgte auf Requisition der Mannheimer Staats- des Ministerpräsidenten Grafen Taaffe, der der Hauptmitschuldige Stadtbahn und An der Spandauer Brücke wurde Vormittags ein anwaltschaft wegen einer Spielaffäre, bei welcher Reuter aber des Minifiers fei. Nicht minder heftige Angriffe richtete Basaty fiebenjähriges Mädchen von einem Rollwagen überfahren und am jede Betheiligung entschieden ableugnet. Sein Vertheidiger, gegen den Minister v. Prazat. Die Vertreter des böhmischen Bein so schwer verlegt, daß es nach der Charitee gebracht werden Rechtsanwalt Dr. Friedmann, hat für seine Haftentlassung eine Großgrundbesizes, die mährischen Czechen und die Polen, zum mußte. In der Schankwirthschaft Gartenstraße 172 gab der namhafte Summe als Kaution angeboten, vorläufig jedoch ohne Schluß drohte Vasaty mit der Gefahr eines Rumpfparlaments. Bäckergeselle Zuchowsti aus Eifersucht auf seine dort beschäftigte Erfolg. Der Abg. Brenskini betonte in serbisch kroatischer Sprache die Beliebte, die Kellnerin Peters, zwei Schüsse ab, von denen der eine fehl ging, der andere aber das Mädchen Ein interessanter Prozeß. Die Hirschberger Kreissynode Solidarität der österreichischen Slaven, welche weber Italiener noch Deutsche werden, sondern freie und treue Mitglieder der Schulter traf, ohne sie jedoch bedeutend zu verlegen. hatte am 30. September v. s. mit 40 gegen 30 Stimmen den Monarchie bleiben wollten. Der Abg. Masaryk bezeichnete das Thäter wurde darauf in seiner Wohnung verhaftet. Nach Beschluß gefaßt, das königliche Konsistorium zu ersuchen, durch Borgehen der Regierung als ein absolutistisches. Der Abg. besondere Verfügung den Gemeinde- Kirchenräthen zur Pflicht zu v. mittags wurde die 48jährige Poſtſchaffnersfrau Manzel von machen, neben der Bersagung des Myrthenfranges den gefallenen D. Plener drückte als Generalredner zunächst ſein Bedauern ihrem von einer Dienstreise zurückkehrenden Ehemann in ihrer Bräuten auch das Tragen des Schleiers, als des Symbols der der Regierung für den Fall, daß der Landtag kein Gutachten aus, daß der Justizminister gestern über die Haltung Wohnung, Gartenstr. 53, völlig angekleidet und zum Ausgehen Unschuld und Reinheit, zu untersagen. Daraufhin hatte der abgeben wollte, Stillschweigen beobachtet habe. Troß eines ge gerüstet, mit schweren, anscheinend von Schlägen mittelst einer in Bote aus dem Riefengebirge" am 4. Oktober eine Artikelserie wissen Mißtrauens würden die Deutschliberalen wieder mit der der Nähe liegenden Ofenfrücke herrührenden schweren Verlegungen eröffnet, die zu einer Anklage gegen den Redakteur Dücholt wegen Regierung zusammenwirken, insbesondere zur Verwirklichung des mit im Gesicht, am Kinn und an der Hand, auf einem Bette liegend, Beleidigung führte. todt aufgefunden. Es liegt anscheinend ein Raubmord vor, da Besonders inkriminirt war die Stelle, Ausgleichs. Das böhmische Volt tönne nicht Befriedigung in der Kasten eines im Wohnzimmer stehenden Schrankes durchwühlt wo in Bezug auf diesen Beschluß, der als das Gerechtigkeits- agitatorischen Zuständen finden, welche in letter Linie den Bürgerist und zwei Sparkassenbücher und etwa 100 m. baares Geld gefühl verlegend, als Ausfluß der Heuchelei und Eitelkeit hin- frieg herbeiführen müßten.( Großer Beifall.) Der Jungczeche vermißt werden. Nach Aussage des Arztes ist die That schon am vierzig Schleierverweigerer ohne Ausnahme vor ihrem Gott und Zwecken diene, sondern nur der treue Ausdruck der Entrüftung gestellt wurde, die Frage aufgeworfen wurde, ob wohl alle Herold versicherte, daß der Anklageantrag nicht agitatorischen vorhergehenden Tage begangen worden. Im Thiergarten, ihrem Gewissen die Frage bejahen könnten, daß sie selbst, die so des böhmischen Boltes sei, welches den Prozeß schließ Im Thiergarten, nahe dem Großen Stern, entriß ein obdachloser Barbier einer streng richten, an ihrem Hochzeitstage in voller Reinheit vor den lich gewinnen werde. Die lärmende Zustimmung, welche ein Frau eine Handtasche und suchte mit derselben zu entkommen. Altar des Herrn getreten feien. Wegen dieser unberechtigten Theil der Galeriebesucher bei diesen Worten kundgab, veranlaßte Er wurde jedoch alsbald ergriffen und zur Haft gebracht. An der Ecke der Holzmarkt- und Alexanderstraße wurde ein Frage wurde der neugierige Redakteur am 30. April zu einem Theil der Galeriebesucher bei diesen Worten kundgab, veranlaßte Maschinenbauer, als er das Geschirr eines vor einen MöbelMaschinenbauer, als er das Geschirr eines vor einen Möbel- Monat Gefängniß verurtheilt. Die jungfräuliche Reinheit der eine Räumung der Galerien. Bei der darauf erfolgten Abwagen gespannten Pferdes in Ordnung bringen wollte, von Herren Synodalen an ihrem Hochzeitstage ist demnach gerichtlich Stimmung wurde die von Plener beantragte Tagesordnung mit 239 gegen 41 Stimmen angenommen. diefem geschlagen und am Unterschenkel so schwer verlegt, daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause am Friedrichshain erforderlich wurde. Nachmittags gerieth an der Ecke der Gräfe- und Dieffenbachstraße ein 7jähriger Knabe unter die Räder eines Geschäftswagens und erlitt einen Bruch des Oberschenkels. Abends sprang ein Arbeiter im Säuferwahn aus dem Flurfenster im 4. Stock des Hauses Lessingstr. 32 auf den Hof hinab und verstarb auf der Stelle infolge eines Schädelbruchs. Kurz vor Beginn der Vorstellung im Königlichen Schauspielhause wurde ein im Parquet sigender Herr vom Schlage getroffen und verstarb bald darauf. Im Laufe des Tages fanden drei kleine Brände statt. -C Gerichts- Beitung. bescheinigt. Versammlungen. Hamburg Nr. 3). Freitag Abends 9 Uhr Stralauerstr. 43 bet Quandt. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler str.( G. S., Arbeiter Bildungsschule. Freitag Abends 8-10% Uhr: Südit schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( unterer); Dt: Schule, Hagelsbergerfir. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); Süd Schule, Marfusstraße 31: Unterricht in Geschichte( mittlere); Nord= Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Deutsch( unterer); Physiologie. In alle Lehrfächer können noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Mart, Abends 8% Uhr, bei Grube, Martendorferstr. 10.-Westen, bei F. Kizing, Bülowstr. 52. Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund des Semesters, eintreten. der geselligen Arbeitervereine betreffen, sind nur an die Vorstände derselben Buchbinder 1 zu richten. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. männerchor, Schönhauser Allee 28, bet Kuhlmey. Kaiser'scher Nord, Brunnentraße 38, bei Gnadt. Vorwärts 1, G.D. Adalbertstraße 21, bei Roll. Summer'scher Gesangverein, Landsbergerstraße 31, bet musehold. stein. -Männerchor Berlins, Alte Jakobstraße 75, bei Feuer: Maiglöckchen, Hochstraße 32a, bet Wilfe. Gemüthlichfett( Puzer), Seydelstraße 30.--Jugendfreuden, Gartenstr. 162, bei Meißner. Fris, Röpnickerstr. 127a, bet Süfter.- Collegia, Reichen bergerstraße 16, bei Päzold. Johanni, Nüdersdorferstr. 45, Gesellschaftshaus Ostend.- Palme, in Velten, bei Schröder.- Blaue Schleife, in pantow, Mühlenstr. 24, bet Stöhr.- Borwärtse,( Gem. Chor), Mieder bei Fröhlich. Schönweide, bei Giebenbaum. Sänger Freiheit, Naunynstr. 43, Morgenroth 4, Köpnid bei Wiedemann in Adlershof. wahrheit, An der Zwölf- Apostelkirche 7b, bei Franke.- Brüderfchaft ( Sausdiener), Fischerstr. 41.- arthaus'scher Gesangverein, Lichtenbergerstr. 21, bet Seife. Moabit", Wilhelmshavenerstr. 23, bei Brosch. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Freitag: Berein Grüne anne, bet kanser, Martusstr. 8. Ver anügungsverein Alpenveilchen, bei Wenzel, Gr. Frantfurterfir. 99. Tambourverein Borussia bei Feldhahn, Weidenweg 12( Uebungsstunde). Ruf Sommer, Grünftr. 21:( Uebungsstunde). Wirbel Müller, Gartenstr. 52:( Uebungsstunde). " Paris, 5. Mai. Der Staatsrath erklärte den neuerlichen gemeinsamen Hirtenbrief des Erzbischofs von Avignon und der Suffraganbischöfe von Nimes, Viviers, Valence und Montpellier für einen Mißbrauch ihrer Amtsbefugnisse. Rom, 5. Mai. Deputirtenkammer. Bei der heute fortgesetzten Besprechung über die gestrigen Erklärungen des Ministerpräsidenten Rudini richteten Giolitti und Elena unter fortgesetzter Unruhe des Hauses heftige Angriffe gegen das Kabinet. Hierauf wurde der Schluß der Debatte angenommen. Es sind Grimaldi die von ihm eingebrachte, zu Gunsten des Kabinets sich verschiedene Tagesordnungen beantragt. Zunächst begründete aussprechende Tagesordnung. Diese von der Regierung an genommene Tagesordnung wird in namentlicher Abstimmung mit 193 gegen 185 Stimmen abgelehnt. Acht Deputirte enthielten sich der Abstimmung. Rudini erklärte nach der Abstimmung, er werde die Befehle des Königs einholen. Die Sigung wurde darauf aufgehoben. Paris, 5. Mai. Das Zuchtpolizeigericht verurtheilte den Anarchisten Simon zu fünfjährigem Gefängniß, Mathieu zu fünfjährigem Gefängniß und fünfjähriger Ausweisung, die Italiener Sartorio und Fabri wegen Tragens verbotener Waffen zu sechsmonatlichem Gefängniß. Der Gerichtshof in Montbrison beauftragte das Pariser Gericht mit dem Verhör des Anarchisten Simon in der Klage gegen Ravachol wegen gemeinen Mordes. Paris, 5. Mai. Wie im Ministerium des Innern festgestellt wurde, kommen von sämmtlichen Sigen in den Munizipalräthen 1135 auf die Republikaner, 267 auf die Konservativen, tommt es zur Stichwahl. Letztere ist auf den 8. Mai angesetzt. von 20 Wahlen steht das Resultat noch aus, in 287 Fällen ( Depeschen des Bureau Herold.) Bochum, 5. Mai. Die Gesammteinnahmen des Berg arbeiter- Verbandes betrugen in den letzten sechs Monaten 33 050 M., die Gesammtausgaben 26 926 M. Der Bestand be trägt 28 040 M. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- GesangLeipzig, 5. Mai. Das Reichsgericht verwarf die Revision Quartettverein verein nion, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbraueret. Wedding, Abends 8 Uhr, bei Röntg, Gerichtsstraße 35. Männerchor des berüchtigten, fürzlich vom Landgericht Dresden zu 13 Jahren Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bei Weigt, Markgrafenftr. 87. Privat Zuchthaus verurtheilten internationalen Gauners Hammerstein. Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Buttbuferstr. 85. Luxemburg, 5. Mai. Die städtische Polizei hat heute Nach Straße 108. Buchbinder Männerchor, Abends 9 Uhr, Restaurant Richter, Alte Jakobstr. 68. und Lambert verhaftet. Es wurden bei ihnen sehr kompro Berliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung mittirende Schriften gefunden. Segot ist der Führer einer turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums Pantstr. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen Dynamitbande. bie 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turn- Luxemburg, 5. Mai. Sämmtliche Ausschüsse der Abhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. im Restaurant. Bergnügungsverein Espérance, Abends 9 Uhr, Nosenthalerstr. 11-12, geordnetenkammer haben sich heute Morgen für die Herabsehung Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9 Uhr, bet Brauns, des Wahlzenfus für die Kammerwähler von 30 Frks. auf 12 Frts. Oranienftr. 183 p. Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, ausgesprochen. bet Ritter, Mauerstr. 86. Unterhaltungsflub Schiller, jeden Freitag Abend 8 Uhr im Restaurant Holsbächer, Dreiseftr. 3. Vermischtes. M Eisenbahn- Unfall. Das Eisenbahn Betriebsamt Saar: brücken giebt unterm 4. Mai bekannt: Heute Nachmittag 2 Uhr stieß der Personenzug 340, von Bingerbrück tommend, bei der Einfahrt in den Bahnhof Saarbrücken mit einer leeren Maschine zusammen. Von den Beamten ist Niemand, von den Reisenden, find einer erheblich, zwei unerheblich verlegt. Beide Maschinen und ein Personenwagen sind erheblich, zwei weitere Wagen unerheblich beschädigt. Eine Betriebsstörung ist nicht eingetreten. Paris, 5. Mai. Heute Morgen fand in einer Chemikalienhandlung in der Rue Jony eine Explosion statt. Im Publikum entstand eine große Panit, da man ein anarchistisches Attentat vermuthete. Später stellte sich jedoch heraus, daß der Unfall in folge von Unvorsichtigkeit der Arbeiter durch Entzündung von Alkohol entstanden war. Drei Personen sind verwundet. Brüffel, 5. Mai. Sämmtliche Lütticher Deputirte, an ihrer Spike Frere Orban, unterzeichneten eine Resolution gegen das allgemeine Wahlrecht. Brüssel, 5. Mai. Lütticher Anarchisten ziehen ihre Ge ständnisse zurück und verweigern alle Auskünfte. Eine eigenthümliche Schießaffäre lag der Anklage wegen versuchter Tödtung zu Grunde, die heute vor dem Schwurgericht des Landgerichts I gegen den 23 jährigen Malergehilfen Otto Emil Röpte zur Verhandlung gelangte. In dem Hause Chauffeestraße 2F hatte der Angeklagte gemeinsam mit dem Sattler Scheller und einem dritten jungen Manne eine Schlafstelle bei den T.'schen Eheleuten inne. Röpke hatte gesprächsweise dem Scheller erzählt, daß einer seiner Bekannten einen Revolver verkaufen wolle, worauf Scheller ihn gebeten hatte, ihm die Waffe zu taufen. Röpte hatte dies am Nachmittage des 3. Oftober besorgt und fam nach einer durchschwärmten Nacht in der Frühe des folgenden Morgens nach Hause. Kurz zuvor war Scheller nach Hause gekommen. Derselbe befand sich auf dem Kloset, als Röpfe an diesem vorüberging, um das gemeinsame Schlafzimmer zu erreichen. Scheller öffnete die Thür und richtete an Röpke die Frage:" Nun, fommen Sie auch schon nach Hause?" Als Antwort holte Röpke den Revolver hervor, zielte auf Scheller und der Leytere hörte zweimal das Knacken des Hahnes, ohne daß der Schuß losging. Beim dritten Male ertönte der Knall, Scheller brach zusammen. Der Thäter wandte sich zur Flucht, der Verletzte raffte sich bald wieder auf, die Musikverein Tufo Freitag Abend 9 ihr, Reſtaurant Mebelin, Zanmittag gegen 2 uhr die aus Paris entflohenen Anarchisten Segot Nachbarn tamen ihm zur Hilfe und brachten ihn nach dem Krankenhause, welches Scheller erst nach 4 Wochen als geheilt entlassen konnte. Das Geschoß, welches unterhalb der Leber eingedrungen war, fizt noch in dem Körper Scheller's. Den geschilderten Thatbestand giebt Röpte als richtig zu, im Gegensatz zu der Antlage behauptet er aber, daß er nicht vorsätzlich, sondern nur fahrlässig gehandelt habe. Als er am Nachmittage vor der That in den Besitz des Revolvers gelangte, habe der Verkäufer ihn zur Vorsicht ermahnt, da von den sechs Läufen noch zwei geladen seien. Der Angeklagte will dann nach dem Mariannenplay gegangen sein und hier versucht haben, den Revolver vollends zu entladen. Ein neben ihm sigender unbekannter Mann habe seine vergeblichen Bemühungen beobachtet und als Kenner von Schußwaffen seine Hilfe angeboten, die vom Angetlagten angenommen worden sei. Der Fremde habe dann zwei Patronen aus dem Revolver herausgezogen und der Angeklagte will die Waffe nunmehr für völlig ungefährlich gehalten haben. Die Gründe, welche die Anklagebehörde für die Borsäglichkeit der That anführt, find zumeist psychologischer Natur. Scheller hatte eine Braut, die er inzwischen geheirathet hat, ein hübsches und bemitteltes Mädchen. Der Angeklagte soll versucht haben, sich demselben zu nähern und nach erfolgter Abweisung soll Röpke mehrfach anderen Personen gegenüber Aeußerungen gethan haben, woraus zu schließen war, daß er gegen Scheller etwas im Schilde führe. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Verkäufer der Schußwaffe dem Angeklagten ausdrücklich gesagt Aus Cannstatt wird gemeldet: Wie nunmehr festgestellt hatte, er wiffe nicht, ob noch zwei oder drei Läufe geladen seien. ist, wird von den Arbeiterinnen der abgebrannten Bettfedern bahnbauten aufnehmen. Er habe jedenfalls nicht den Muth, dem Andere Zeugen befundeten dagegen, daß der Angeklagte nach der fabrit Strauß u. Co. teine vermißt. Zwei Arbeiterinnen Lande heute neue Opfer zuzumuthen. Die Schatzkasse sei zudem That gejammert habe, er habe seinen Freund erschossen. Dann ist inußten bewußtlos und mit Brandiunden bedeckt aus den schlecht verwaltet, die Finanzentwürfe unzweckmäßig. Aus all' der Angeklagte nach Bofen geflüchtet, nach einigen Tagen aber freiwillig Flammen getragen werden. Ihr Zustand ist bedenklich. Vier diesen Gründen werde er gegen das Kabinet stimmen; denn über nach Berlin zurückgekehrt. Der Behauptung des Angeklagten, er Arbeiterinnen sprangen aus den Fenstern des zweiten Stockes den Personen stehe das Interesse des Landes. Dieses solle und habe die Waffe für ungefährlich gehalten, stand die Aussage einer und zogen sich dabei Verletzungen zu. Die Befürchtung, daß müffe feinen Verpflichtungen auch nach außen nachkommen; Beugin gegenüber, wonach der Angeklagte derselben, als sie den Arbeiter oder Arbeiterinnen in den Flammen umgekommen feien, es wäre jedoch verderblich, ihm heute Opfer zuzumuthen, Revolver am Abend vor der That in die Hand nahm, die War- bestätigt sich also nicht. welche die wirthschaftliche Lage verschlimmern würden. Es nung ertheilte, die Waffe liegen zu lassen, da sie geladen sei. Wegen Engelmacherei wurden vom Bezirksgericht Wilna spricht sodann Ellena ebenfalls gegen die Regierung, Während Staatsanwalt Hoppe in erster Linie für Schuldig im sechs jüdische Frauen und ein Jude zu 16-20 jähriger Zwangs- och vier weitere Redner sind eingetragen. Das Votum wird Sinne der Anklage pläbirte, führte der Vertheidiger, Rechts- arbeit verurtheilt. heute erwartet, es wird wahrscheinlich eine schwache Mehrheit anwalt Stadthagen, aus, daß nur eine Fahrlässigkeit vorliege. Banik in der Kirche. In Le Bourget, wo bei Beginn der Befür die Regierung ergeben. Grimaldi beantragt, die Erklärungen In letzterem Sinne lautete auch der Wahrspruch der Ge- lagerung von Paris( 30. Oktober) so heiß gekämpft wurde, hat die der Regierung zur Kenntniß zu nehmen. Diejenigen, welche bis Anarchistenfurcht am Sonntag mehrere Opfer gefordert. Als dort her mit der Regierung gingen, fönnten sie jetzt nicht verlassen. Das Urtheil lautete auf fechs Monate Gefängniß, der Pfarrer nach der Messe seinen Rundgang durch die Kirche machte, Ihr Programm bleibe unverändert, es heiße: Ersparnisse, welche indessen durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt um Geld einzufammeln, reichte er seinen Klingelbeutel auch zwei organische Reformen, Erhöhung der Einnahmen.( Lärm, heftige Arbeitern, Belgiern, hin. Der eine ließ seinen Sous aus Ver- Proteste). Martini fragt, warum denn, da das Programm daž Die Verhandlung in der Heinze'schen Mordsache dürfte sehen auf die Erde fallen und der andere bückte sich rasch, um selbe geblieben, der Finanzminister Colombo ausgetreten sei. Die vor den Gerichtsferien faum noch zu erwarten sein; jedenfalls ist Schrecken und rief:„ Es sind Anarchisten; sie zünden eine Bombe Bahnbauten, damit sie nicht sagen fönne, daß das Programm an ihn aufzuheben. Eine Frau sah diese Bewegung, gerieth in Kammer habe der Regierung alles bewilligt, auch die Reduktion der zur Zeit ein Termin zur Hauptverhandlung noch nicht angefeßt. an!" Es folgte eine unbeschreibliche Panik, die dadurch noch den Sonderinteressen der Abgeordneten gescheitert sei, und nun Die nächste Tagung des Schwurgerichts am Landgerichte I findet vermehrt wurde, daß auch der Pfarrer den Kopf verlor und in fordere sie doch neue Steuern. aber bereits im Juni unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors die Menge hineinschrie:„ Ach Gott! Ach Gott! Hinaus! Rettet fondern Programmlosigkeit, und eine solche Regierung verlange Das sei nicht ein Programm, Saad statt. Die Bekundungen des in Amerita kommissarisch euch!" Dadurch entstand am Ausgang ein furchtbares Gedränge eine besondere Bollmacht, um organische Reformen binnen zwet vernommenen Zeugen Just find, äußerem Vernehmen nach, nicht und fünfzehn Personen wurden mehr oder weniger schwer ver- Jahren auszuführen. Ja, wollen Sie denn noch zwei Jahre sonderlich von Belang. Derselbe soll allerdings noch eine Reihe leht. Die beiden Belgier wurden verhaftet, aber nach einer leven eine Spur. Heiterkeit.) Ich muß gegen Rubint von Personen der Theilnahme an der Ermordung des Nacht- Biertelstunde wieder in Freiheit gefeßt. wächters Braun beschuldigt haben, jedoch sollen bezüglich aller dieser Personen schon im ersten Verfahren eingehende Erheüungen reich) verurtheilte den preußischen Unterthan Mathias Hartelt, Mord im Kloster. Der Assisenhof von Aiguebelle( Frank- limmen. Ein Mann, welcher sich selbst nicht vertraut, verdient stattgefunden haben, die ohne Erfolg geblieben sind. der im Trappistentloster zu Aiguebelle, wo er Novize war, den Bruder- Schahmeister ermordet hatte, zum Tode. schworenen. erachtet wurden. Die Auflage gegen den Kommerzienrath Anton Wolff, den Bankier Dettmar 2eipziger und den Prokurist Szamatolsti ist den Angeschuldigten nunmehr zugegangen. Dieselbe lautet auf betrügerischen Bankrott und wiederholte Unterschlagung bezw. Beihilfe dazu. Da die Anklage sehr umfangreich ist und die Bertheidiger zur Beantwortung derselben eine längere Frist gebrauchen werden, ist es noch zweifelhaft, ob sich das Schwurgericht schon in seiner nächsten Tagung mit dieser An den schwarzen Pocken erkrankt ist in einem Kölner Borort die 20jährige Tochter eines Bäckers aus einem belgischen Orte, wo voriges Jahr die Pockenseuche geherrscht hatte. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Luxemburg, 5. Mai. Die hiesige Polizei verhaftete heute fenfationellen Straffache wird beschäftigen können. Die Bertheidigung früh ihr signalisirte, von Meg tommende belgische Anarchisten werden die Rechtsanwälte Dr. Friedmann, Michaelis, Namens Lambert und Legot. Justizrath Gerth und Rechtsanwalt Pinner führen. Rom, 5. Mai. Bei Beginn der heutigen Kammerfizung waren die Logen überfüllt; etwa dreihundert Abgeordnete waren anwesend, die Minister vollzählig erschienen. Ga nimmt das Wort Giolitti. Dieser erklärt, die Regierung wolle zuviel auf einmal, nachdem sie unthätig so lange Zeit habe verstreichen lassen. Wenn das Budget im Ordinarium einen Ausfall aufweise, so solle vorerst dieser gedeckt werden. Das Land, dessen Haus halt geregelt sei, fönne immerhin 30 Millionen jährlich für EisenVertrauen. Briefkaffen der Redaktion. St. S. Sie müffen sich an das Hebammen- Institut wenden; dasselbe ist mit der Charitee verbunden. B. T. Sie können gepfändet werden. Lobberich- Rheinland. In zwei Jahren. Alter Abonnent. Wenn Sie und Ihre Kollegen Jeder von einem Gastwirth Biermarken nehmen, haben Sie blos die selbst gelösten zu bezahlen; wenn Sie aber für sich und Ihre Kollegen welche nehmen, dann haben Sie für Alle ein Wien, 5. Mai. Abgeordnetenhaus. Bei der fortgesetzten zustehen. Der in Spielerkreifen wohlbekannte Rentier Reuter, Berathung des Anklage Antrages gegen den Justizminister 3. M. 50. Sie tönnen den Ersatz von dem verlangen, der deffen Vorliebe für Hazardspiele schon wiederholt zu gerichtlichen v. Schönborn nahm zunächst der Abg. Vasaty das Wort. Der die Scheiben zerbrochen hat. Erörterungen Veranlassung gegeben hat, befindet sich dem Ver- selbe leitete das Vorgehen des Justizministers aus dessen Feind- Abonnent in Schweden. 30 Pfennig Porto. Summa alfo nehmen nach seit gestern im hiesigen Untersuchungsgefängniß. I seligkeit gegen das czechische Volt ab und forderte den Rücktritt 2,30 M. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.