Nr. SS. flbonnementS'Redingunsen: WonnementS> Preis pränumerando: Bierteljährl. S,S0 3»».. monoU. 1,10 SKI., wöchentlich 28 Pfg. frei in! HauZ. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags. imuuner mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Well" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in der Post-ZeiMngS- Preisliste für»SOS unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2!Mark, für daS übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Cridiclot»glich auBcr tnontag«. Vevlinev Volksblakk. SS. Iichrg. Sie Inlertlons* Gebühr beträgt für die sechSgefpaltcne Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerlschastliche Vereins- und BersaininIungS-Anzcigen 20 Pfg. „Kleine Hnzeigcn" jedes Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate sür die nächste Stummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abendS, an Tonn- und Festtagen bis 8 Uhr dormitttagS geöffnet Telegramm- Aorcfle: „SotlaldtmoHnt«ei»,". Centralorgan der locialdemokrcrtifthen Partei Deutschlands. k.e w a r z ansersehcn, der seit einer Reihe von Jahren in Heidelberg als Schriftsteller thättg ist. Die vonSchwarz herausgegebene Monatsschrift„Banner der Freiheit", in Franksnrt a. M. erscheinend, hatte mit ihrer Ottober- nummer 1992 wegen eines Aufsatzes über den.Fetischdien st der katholischen Kirche" den Groll Sr. Eminenz erregt; und als Pfarrer Schwarz bald darauf gar noch eine Broschüre, betitelt„Papst Leo Xlll. vor dem Richter st uhle C h r i st i". erscheinen ließ, verdichtete sich der fromme Eifer des Freiburger Kirchenfürsten wieder einmal zu einem Strafantrag, dem die Heidelberger Staatsanwaltschaft alsbald Folge gab. Unter der Anklage einer Reihe von Vergehnngen gegen den§ 166 des Reichs- Strafgesetzbuches hatte sich Pfarrer Schwarz deshalb gestern vor den Geschwor neu des Land- g e r i ch t s Mannheim zu verantworten. Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses entspann sich zwischen dem Vorsitzenden und Angeklagten die folgende Auscinanderietzung: Vor s.: Was verstehen Sie unter Fetisch?— Angekl.: Ich habe die H o st i e einen Fetisch genannt. Es ist ein Ausdruck, der m der Wissenschaft sich schon längst eingebürgert hat, es ist ein wissenschaftlicher Terminus. Man versteht darunter, daß man von einem toten Ding zanberhaste Wirkungen erwartet, und diese Wirkung erwartet man von einem Gott, und ich sagte mir, genau das ist der Fall mit der Hostie, nach der Lehre der römischen Kirche.— Vors.: Weiter haben Sie den Ausdruck gebraucht, dieHostie seinichts als einSttick Mundlack.— Angekl.' Ich mußte die Hostte bezeichnen nach ihrem Stoffe; denn die römische Kirche lehrt das Dogma der Wesens- ändernng, der TranSsubstantion dieses Stoffes.— Vors.: Glauben Sie nicht, daß viele Katholiken sich aufs tiefste verletzt fühlen müssen, wenn Sie die Hostie in Vergleich stellen mit einem Fetisch und einem Stück Mundlack?— Angekl.: Ich glaube, daß die Wahrheit das absolut Notwendige ist. Die Wahrheit ist unser ganzes Leben. Ich tonnte durchaus keinen besseren Ausdruck finden.— Die Verteidigung ließ darauf eine Reihe p ä p st l i ch e r Sendschreiben und Bullen verlesen, mittels deren bewiesen werden sollte, daß auf römisch-katholischer Seite über pro- t e st a n t i s ch e Dinge noch viel schärfer gesprochen wurde. Der Verteidiger ging von dem Gedanken ans, daß in Religions- dingen alles Sache der persönlichen subjektiven Ueberzeugnng sei. Die römische Kirche nehme aber die Wahrheit fiir sich allein in Anspruch.„Sie tteibt Intoleranz, Scheiterhaufen- Politik. Außer ihr giebt es kein Heil. Wer ihr nicht angehört ist verdammt und verflucht vom Papst aus. Leo XII. und Pins IX. haben die Toleranz als vernunftwidrig vcttvorfen und die Freiheit des Gewissens als Wahnsinn bezeichnet. Der P r v t e st a n t i s m u s gilt als Abweichung von der Wahrheit. Leo Xlll. hat alle seine Borgänger an Intoleranz bei weitem nbertroffen. In seinen Sendschreiben werden die Protestanten herabgewürdigt und beschimpft. Die Prolestanten werden in einer Bulle als Ketzer und Hochverräter gebrandmarkt, sie ernennt eine Kommission zur Bekämpsnng der protestantischen Kirche. Leo XIII nennt die Reformation die Wurzel alles Ucbels. Sie habe den ZOjähngeii Krieg entfacht, die ftanzösische Revolution entzündet, an? ihr entwickelte sich SocialismnS, Anarchismus und Kommunismus. Solche Aeußemugen sind einfach unqualifizierbar. Von 59 Millionen Einwohneni Deutschlands sollen nur ein Drittel die allein von Gott begnadeten, alle andern sollen eine Pest und für den Scheiterhaufen reif sein. Redner nahm für seinen Klienten den Strafausschließungsgrund der Notwehr in Anspruch und be- sttitt, daß eine Veschiinpsung in den von dem Angeklagten ge- brauchten Aeußernngcn gefunden tverden könne. Nach der Rechtsbelehrung, die der Vorsitzende mit der Be- merttmg schloß, daß nach seiner Erfahrung solche Prozesse der Sache der Religion nicht dienlich seien, ver- n e i n t e n die Geschworenen nach ganz kurzer Beratung die beiden gestellten Schuldfragen, worauf das Gericht die kostenlose Frei- sprcchung des Angeklagten verkündigte. Das zahlreiche Auditorium beantwortete dieses Verdikt mit einer Beifallskundgebung.— Huöland. Socialistische Kongresse. London, 13. April.(Eig. Bcr.) Der Kongreß der Social» demokratischen Föderation tagte in London und war von 65 Delegierten besucht. Die Hauptarbeit des Kongresses bestand in der Ausschließung einiger U e b e r-M a r x i st e n, die durch ihre fanatischen Uebertreibungen den Socialismns dem allgemeinen Spotte preisgaben und die Arbeit der Organisation erschwerten. Außer- dem verhandelte der Kongreß über die Lage des Komitees für Arbeiter- Vertretung über die Londoner Schnlvorlage und die Agitation gegen die Einwanderung. Wichtig ist der Beschluß in Bezug auf parlamentarische Arbeiter- Vertretung. Er macht die Arbeiter daraus ausinerksam, daß ihre politische Organisation gleich ihrer wirtschaftlichen auf dem Klassen- kämpf beruhen müsse. Die unabhängige polittsche Aktion müsse von der Erkenntnis des Klassengegensatzes geleitet werden und die Eroberung der politischen Macht und die Vergesellschaftung der Produktionsmittel zum Ziele haben. Der Kongreß sandte, wie schon mitgeteilt, seine Brüdergrüße an den Kongreß der französischen Genossen in Bordeaux, ebenso an die holländischen Arbeiter und an den Genossen Ferri wegen seines Eintretens für den russischen Socialisten Götz.— Der Kongreß der Unabhängigen Arbeiterpartei tagte in Dork und war von 129 Delegierten besucht. Die Berattmgen bezogen sich hauptsächlich auf Fragen der Socialreform: Wohnungs- ftage, Nattonalisierung der Eisenbahnen, Gewerkschaftsgesetz, Alters- Pensionen ic. Aber auch das Verhältnis der Partei zum Komitee für Arbeiterverttetung und der Antrag auf Vereinigung mit der socialdemottatischen Föderation riefen lebhafte Diskussionen hervor. ES wurde von mehreren Genossen getadelt, daß die Partei sich viel zu viel mit dem genannten Komitee indenttfiziertc. trotzdem letzteres noch leine socialistische Organisatton sei. Jedoch wurde mit 79 gegen 34 Stimmen be- schlössen, das bisherige Verhältnis auftecht zu erhalten. Der Antrag auf Vereinigung mit der Socialdemottattschen Föderatton wurde abgelehnt,— Oestreich-Ungarn. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit steht nach der„Zeit" bevor. Die Entwürfe sollen im Mai fertig werden. Die Refonn ist verbunden mit einer Erhöhung der Präsenzstärke.— Belgien. Denkmal für die Aprilzefallenen. Brüssel, 19. April.(Eig. Bcr.) Heute nachmittag fand unter zahlreicher Beteiligung der Genossen die Einweihung der Denkmäler der in den vorjährigen Wahlrechtskämpfen in Briissel gefallenen Genossen Fisve und Demarez statt. Die beiden Denttnäler stehen auf den Gräbern der Gefallenen, auf dem Friedhos Evers. Es sind einfach bearbeitete Granitblöcke, aus denen sich eine meterhohe Säule erhebt. Auf der Vorderseite steht eine entsprechende Widmung. Zur Einweihungsfeier hatten sich die Syndikate mit Fahnen einge;unden. Der letzteren Einttitt in den Kirchhof war jedoch durch den „liberalen" Bürgermeister Demot verboten worden! Die Genossen Coenen und Delporte hielten die Weihereden. Räch beendigter Feier sprach Vandervelde an dem, auf der andren Seite des Kirchhofs liegenden Grabe V o l d e r s. Die Feier verlief würdig und ohne Zwischenfall. Das starke Polizei-Aufgebot hatte wiederum keine Gelegenheit zu staatsretterischer Arbeit.— Holland. Die Ausbeutung des Sieges. Amsterdam, 18. April. dem Inhalt dieses IlcbcreinkomnienS zuwider- handeln", und dann werden die„verschiedenen Fälle" näher ge- nannt,— Bestimmungen, durch! welche jeder Lohnausstand selbst, geschweige ein Solidaritätsstreik für andre Arbeiter im Hafenbetrieo im Keime ersttckt werden soll. Tritt die Hafenarbeiter-Föderaticn vielleicht auch nicht sofort diesem Anschlag gegenüber, und zwar mit Rücksicht auf die äugen- blickliche Macht, die die Unternehmer durch die Zivangsgesetze und den Mißerfolg des Generalstreiks gewonnen haben, dann kann doch über kurz oder lang ein neuer Kampf kaum vermieden werden. Hang, 29. April. Von hentc'mt wird in den südlichen und nörd- lichen Provinzen die militärische Bedeckung der Eisenbahnsttecken allmählich zurückgezogen, während sie im Innern und in Amsterdam vorläufig noch ausrecht erhalten wird. Für Amsterdam Ivird außerdem eine ständige Verstärkung der Besatzung vorvcrcitct.— Schwede«. Ein demokratischer Bürgermeister in Stockholm. Am Freitag fand in Stockholm Bürgcrmcisterwahl statt, das heißt: sämtliche zum Reichstag wahlberechtigten Personen der Hauptstadt sollten darüber abstimmen, welche Männer der Regierung zur Besetzung des Bürgermeisterpostens in Vorschlag gebracht werden sollten. Hierbei erhielt der Revisionssekretär Karl Lindhagen, ein demokratisch und social gesinnter Mann, dessen Kandidatur von der Arbeiter- kommune lebhast unterstützt wurde, 5525 Stimmen gegen 1864 und 1396 Stimmen, die auf die andren Kandidaten fielen. Lindhagen wird danach an erster Stelle in Vorschlag gebracht. Die Wahl- beteiligung war außerordentlich lebhaft.— Türkei. Konstantinopel, 19. April. Zwei Beisitzer der neu eingesetzten Gerichte in S k n t a r i wurden dort auf offener Straße von einem unbekannten Albanesen durch Revolverschüsse verletzt. Der Zu- stand der Verlvundeten soll ernst sein.— Amerika. Der Aufstand auf San Domingo. Nach einer in Paris ein- getroffenen Meldung aus San Domingo vom 13. April mußte Präsident Vasgnez das Fort Conception infolge eines Brandes, der die Vorstädte Ciudad nneva und San Carlos zerstörte, verlassen. Ein Telegramm aus St. Thomas meldet, ein Dampfer, der San Domingo am 15. April verließ, berichte, daß noch täglich kleinere Gefechte stattfänden. Ein Matrose von einem italienischen Kriegsschiff sei verwundet.— Eus InduftTie und Fjandcl. Zur Erhöhung der kanadischen Zölle ans deutsche Waren, die vor einigen Tagen Finanzminister Fielding im kanadischen Parka- ment ankündigte und die inzwischen bereits erfolgt ist, schreibt die Centralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen: Der im Jahre 1837 eingeführte Vorzugstarif für britische Waren sMe zwischen Mutterland und Kolonie die engere wirtschaftliche Verbindung auf Kosten der übrigen nicht britischen Länder herstellein Der gewollte Zweck hat sich aber mit den dazu beliebten Mjtteln nicht erreichen lassen. Zwar ist die Einfuhr aus dem Mutterlande von 29,3 Millionen Dollar im Jahre 1897 gjif 49,2 Millionen im Jahre 1902 gestiegen, prozentual noch größer aber ist das Wachstum der Einfuhr aus den übrigen konkurrierenden Ländern. Die anrerika- nische Einsuhr stieg von 66,1 auf 123,7 Millionen, die deutsche von 5,7 auf 10,9, die französische von 2,5 auf 6,9 Millionen Dollar. Die Beziehungen zum nicht britischen Auslande sind also nicht schwächer, sondern intensiver geworden, insbesondere hat das Gravi- tieren nach dem großen Nachbarstaate, die Gefahr, der amerikanischen Invasion zu unterliegen, immer bedenklichere Formen angenommen. Daß diese Entwicklung von den Anhängern des britischen Jmperialis- mus in Kanada als Mißerfolg empfunden wird, ist begreiflich. Daher die gereizte Stiinmung, die so weit geht, den klaren Thatbestand wegleugnen zu wollen, daß Kanada es war, das Deutschland den Fehdehandschuh zugeworfen. Die Zollbehandlung allein entscheidet nicht im kommerziellen Wettbewerb, es ist gut und nützlich, daß diese Thatsache gerade jetzt an einem recht drastischen Beispiel aller Welt wieder einmal vor Augen geführt wird. Der Außenhandel Deutsch-Tamoas betrug im letzten Jahr 4 089 102 M., wovon 2 397 251 M. auf die Einfuhr und 1 691 851 Mark auf die Ausfuhr entfallen. In den letzten sechs Jahren stellte sich die Ein- und Ausfuhr folgendermaßen: Beteiligt ist Deutschland an diesem Handel nur mit 23 Proz., ungefähr mit dem gleichen Prozentsatz wie die Vereinigten Staaten: die übrigen 50 Proz. entfallen auf England und seine australischen Kolonien. Reichsbank. In der am Sonnabend abgehaltenen Sitzung des Eentralausschusses der Reichsbank erklärte der Präsident Dr. Koch, daß die Lage der Bank sich gegen diejenige zur Zeit der letzten Sitzung vom 13. v. Dt. verschlechtert habe und nicht unerheblich schwächer sei als zu gleicher Zeit in den letzten Vorjahren. Die Anlage ins- besondere mit 1031 Millionen übersteige die von 1902 um 201 Mil- lionen, die Wechsclanlage freilich sei ungefähr die gleiche wie damals; der Metallvorrat von 844 Millionen betrage 178 Millionen weniger als 1902, gegen 1901 29 Millionen weniger; die fremden Gelber seien im Vergleich mit den beiden Vorjahren um 32 bezw. 86 Mil- lionen kleiner. Ter Privatdiskont am offenen Markte sei gestiegen, die fremden Wechselkurse seien hoch, wenngleich eine Goldausfuhr nur in geringerem Maße stattfinde. Ein Anlas zu einer Diskont- Veränderung liege nicht vor. Der Eentralausschuß lvar ohne Tis- kussion hiermit einverstanden und genehmigte noch die Zulassung einiger Papiere zur Beleihung im Lombardverkehr. Farbenfabriken vorm. Fricdr. Bayer u.(So., Elberfeld. Der Reingewinn beträgt nach den üblichen Abschreibungen und Uebcr- Weisungen 5 109 510 M.(4 164 517 M.). Davon sollen verteilt werden als Dividende(22 Proz. wie im Vorjahre) 3 080 000 M.; serner kommen in Abzug 800 000 M.(in 1901 650 000 M.) für den Reservefonds II, 201 600 Mi für Tantiemen, 200 000 M. für Wohlfahrtszwecke. Als Vortrag bleiben 827 910 M. Sturmnachrichten. Berlin im Schneesturm. Durch den gewaltigen Sturm am Sonntag ist in Berlin und Umgebung ein ungeheurer Schaden verursacht worden. Acht Personen wuroen dabei verletzt, mehr als dreihundert Schaufensterscheiben zertrümmert und ausgedehnte Verkehrsstörungen herbeigeführt. Am Potsdamerplatz wurden zwei große Schaufensterscheiben inr Werte von je 800 Mark der Weinhandlung C. S. Gerold Sohn zertrümmert und durch umherfliegende Glassplitter drei Personen verletzt. Das drei Meter hohe Kreuz des östlichen Turmes der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche wurde in seinen Festen gelockert. Durch ein herab- stürzendes Schutzdach des Wertheimschen Neubaues wurde in der Rosenthalerstraße ein Passant am Rückgrat verletzt, ferner erlitten Schnitt- wunden durch zerwümmerte Fensterscheiben an der Spandauer Brücke und in der Gertraudteustraße ein Mann resp. eine Frau. Zwanzig Dachziegel, die von einem Hause der Neueil Friedrichstraße herab- stürzten, zertriiminerten das Lichtdach eines für das Personal be- stimmten Anbaues der Deutschen Konzerthallen an der Spandauer Brücke, wobei ein Kellner leicht verletzt wurde.— Im Tiergarten wurden über 100 Bäume teils entwurzelt, teils umgebrochen und die gewaltigen Stämme versperrten vielfach die Wege. Auf der Charlottenburger Chaussee stürzte ein Baum gegen einen Mast der Straßenbahnleitung und zertrümmerte sechs Spanndrähte. Der Straßenbahn- Verkehr konnte nur durch Umsteigen aufrecht erhalten bleiben. Eine gleiche Störung erlitt der Straßenbahn- Verkehr nach Nieder-Schönhausen, woselbst die Wagen nur bis zur Kirche fahren konnten. Die Straßen waren mit Dachziegeln, Schiefersteinen, Glassplittern und Firmenschildern wie besät. Auf dem Potsdamer Platz wurden mittags durch die Straßenreiniger nicht weniger als zwei Schubkarren voll Glassplitter zusammen- gefegt und fortgeschafft. In den meisten Straßenzüqen mußten an verfchicdenen Stellen die Bürgerstcige durch Holzstangen gesperrt werden, weil durch den Sturm gelockerte Gegenstände herabzufallen drohten. Ter in den Forsten der Umgebung Berlins verursachte Windbruch ist ganz enorm und der dadurch entstandene Schaden dürfte sich auf weit über 100 000 Mark beziffern. Eine arge Verwüstung richtete das entfesselte Element an der Ecke der Invaliden- und Eichendorffstraße in dem neu eingerichteten Cigarrenladen von Glaser an. Ueber den freien Platz vor dem Stettiner Bahnhof dahinbrausend, drückte er die Ladcnthür an der Ecke auf und warf dann beide Schaufensterscheiben aus den Rahmen, die eine nach der Invaliden-, die andre nach der Eichendorffstraße zu. Unter Krachen und Klirren gingen die großen Scheiben in tausend Scherben. Dann tobte der Sturm in dem Laden herum, daß ganze Kistchen Cigarren bis an den Droschkenhalteplatz hinaus- flogen. Beide Schaufenster mußten mit Brettern vernagelt werden. In der�Prinzeustraße wurde durch herabgeschleudcrte Teile eines Schieferdaches des Hauses 41/42 ein elfjähriges Mädchen am Kopf ge- troffen und schwer verletzt, so daß es blutüberströmt per Droschke nach einer Unfallstation gebracht werden mußte. Ein eigenartiges Mißgeschick waltete infolge des Sturmes über der Beerdigung deZ Rollkutschers P. Müller, der infolge Fahrstuhlunglücks, wie wir ge- meldet hatten, bei der Firma Bartz u. Co. verunglückt lvar. Während des Transports von» Schaühause nach dein Friedhofe nämlich wurde der Leichenwagen derartig vom Sturme gepackt, daß der jedenfalls nicht genügend befestigte Sargdeckel vom Sturme gelockert und abgeweht wurde. Abgedeckte Häuser gab es an verschiedenen Stellen, fo am Landsberger Platz, in der Oranienburgerstratze, in der Schillerstraße zu Charlotteuburg. Beim Amtsgericht in Charlottenburg wurde ein Neubau halb abgedeckt. In der Schillerstraße 102 rollte sich eine 20 Ouadrattnetcr große Fläche eines Wcllblcchdaches auf. Ebenso erging es einem Zinkdach in der Oranienburgerstraße 60—63. Hier pendelten mehrere Meter lange Zinkstücke über die Straße, bis die Feuerwehr sie wieder festgenagelt hatte. Auch sonst mutzte die Feuerwehr verschiedentlich eingreifen. Nach der Tauenzienstratze 13 wurde sie gerufen, weil ein Schornstein herunterfiel. Unfälle U erden noch mehrfach gemeldet. Die Rettungswache am Görltzer Bahnhof allein behandelte gestern vier Fälle. Ein Man», Namens Wilhelm Prahl aus der Rigaerstratze, der in der Nähe des Bahnhofs zu Besuch war, hatte ein Fenster geöffnet, um sich das Schneetreiben anzusehen. Der Sturm schlug ihm einen Fensterflügel mit solcher Wucht ins Gesicht, daß er erheblich verletzt wurde. Eine Frau Elisabeth Drehbach warf der Sturm gegen einen Latemenpfahl, so daß sie sich mehrere Zähne ausschlug und Verletzungen am Kinn zuzog. Den Paketfahrtkutschcr Alfred Loes warf er in der Slälitzerstraße vom Bock, so daß er am Kopf verletzt wurde. Der Schuhmacher Joseph Andusch aus der Sorauerstr. 18 wurde umgeweht und brach sich einen Oberarm. Im Tiergarten namentlich sieht es sehr wüst aus. Aeste und Zlveige bedecken den Boden. Gegen vierzig große Bäume hat der Sturm entwurzelt und umgeworfen, von den vielen kleineren gar nicht zu reden. Ein Opfer des Sturmes ist auch ein drei- stämmiger Riescnbanm am Faulen See geworden, der unzähligen Malern„Modell gestanden" hat. Seine Stämme barsten auseinander und zerschlugen iin Fallen drei Bänke. An der Luiseninsel stürzte eine Pappel ins Wasser. In der Löwen-Allee liegen sechs Bäume. In der Lichtenstein-Allee verursachte eine Pappel eine längere Störung der Straßenbahn. Der starke Schneesturm, welcher dann gestern abend um 9 Uhr einsetzte und durch welchen ungeheure Schneenlassen herabgeiveht wurden, verursachte heute morgen die im Großstadtbetricbe üblichen Verkehrsstörungen. Die Fuhrwerke kamen nur langsam vorwärts und ein großes Aufgebot von Straßenreiniaern, die durch Hunderte von Hilfsarbeitern unterstützt wurden, war bemüht, die Straßennber- gänge ftir das Publikum passierbar zu machen. Das Unwetter hat auch in der Uingrimig Berlins ganz gewaltig gehaust und viel Schaden verursacht. An schwersten in Mitleidenschaft gezogen wurden die Landwirte resp. die Obst- züchter. Da die Mehrzahl der Obstbäume bereits in Blüte stand oder voll entwickelte Knospen zeigte, die durch den Stunn herab- gerissen wurden, ist die Obsternte so gut Ivie vernichtet. In Steglitz wurden Dächer abgedeckt und Hunderte von Fensterscheiben zer- ttümmert. Der Bahnverkehr auf der Wannseebahn wurde durch den Wind beeinträchtigt und die Züge erlitten sänitlich Verspätungen. In der Hauptstraße in Schvneberg wurde durch einen besonders heftigen Windstoß ein Milchfuhrwerk umgeworfen, infolgedessen der Inhalt der Kannen und Fässer auslief. In Mariendorf und Teuchel- Hof wurden alte kräftige Bäume entwurzelt und umgeworfen und die Chausseen waren mit Aesten und Zweigen bedeckt. Arg hauste der Sturm in Rixdorf, wo in den Laubenkolonien die leichten Gebäude zertrümmert wurden. In zwei Fällen mußte die Feuerwehr gerufen werden, um Leitergerüste, die einzustürzen drohten, zu befestigen. Einen prächtigen Anblick gewährte der Müggelsee, dessen sturmgepeitschte Wellen l'/z Meter hoch gingen und eine brausende Brandung an den Ufern verursachten. Herrenlose Boote trieben auf den Fluten um- her, die durch die Wellen von der Verankerung losgerissen worden waren. Aus der Heilstätte Graba Ivsee wird uns mitgeteilt, daß dort infolge des Sturmes ebenfalls mehrere Bäume entwurzelt wurden. Ein riesiges Exemplar stürzte auf die Liegehalle Nr. 6 der Volks-Heilaustalt vom Roten Kreuz. Das Dach der Halle wurde zertrümmert, jedoch glücklicherweise keiner der darin befindlichen 16 Patienten verletzt. Unser Gewährsmann ist der Ansicht, daß es wohl augebracht gewesen wäre, bei einer derartigen Witterung die Liegekur zu unterbrechen, Ivie das ja begreiflicherweise nach diesem Vorkommnis auf Veranlassung des Chefarztes angeordnet wurde. Die Verkehrsstörungen, die das Unwetter mit seinem auch die ganze Nacht noch an- haltenden Schneetreiben verursachte, sind noch viel größer, als man anfangs annahm. Ein Anschlag der Eisenbahn- Direktton auf den hiesigen Bahnhöfen macht bekannt, daß wegen Schnee- wehens sämtliche Strecken der Direktion Kattowitz auf unbestimmte Zeit gesperrt sind. Die Züge ans der Richtung Ostbahn- Posen-Schlesien haben nach einem andren Anschlag unbestimmte Ver- spätung. Die Strecke von Werneuchen-Königsberg N.- M. ist voraussichtlich bis heute abend wegen starker Schneewehungen nicht zu befahren. Auf dem Stettiner Bahnhofe kanien die Fernzüge gestern und heute vormittag mit fünf- bis sechsstündiger Ver- spätung an. Wo alle Züge stecken, weiß die hiesige Eisenbahn- Verwaltung im einzelnen auch noch nicht. Auf der Schlesischen Bahn liegt ein Teil in dem stark durchschnittenen Gelände zwischen Frank- furt a. O. und Rosengarten. Die tiefen Einschnitte sind dort bis an den Rand voll Schnee geweht. Da dieser naß ist und daher eine feste Masse bildet, so läßt er sich weder beseitigen noch durchdringen. Erkner sandte gestern abend und in der vergangenen Nacht zwei Pendelzüge nach Rosengarten, die dort die Fahrgäste der im Schnee steckenden Züge aufnahmen und in der Nacht und heute vormittag nach Berlin brachten. An vielen Strecken sind die Telegraphen- stangcn umgeweht oder die Leittmgen unter der Last der Schneemassen gerissen. Auf den hiesigen Bahnhöfen(Schlesischer Bahnhof, Alexanderplatz. Friedrichstraße, Charlottenburg) sammeln sich Hunderte von Menschen, die auf Züge warten. Um ihnen das Warten zu erleichtern, läßt die Eisenbahnverwaltung die Bahnsteigkarten nach der Durchlochuug den ganzen Tag gelten, so daß sich die Leute frei bewegen können. Großes Mitleid erregte auf dem Schlesischen Bahnhof ein altes Mütterchen, das verzweifelt auf einen Kranken wartete, den ein Zug ans Werneuchen bringen sollte. In Potsdam wurde die Turmuhr des neuen Postgebäudes herausgerissen und stürzte, in Stücke zerberstend, auf den Posthof nieder, zum Glück zu einer Zeit, wo dort keine Postwagen hielten. Bei der Ober-Postdirektion hatte man telegraphisch uni Hilfe für die Strecke Eberswalde— Stettin ersucht, es sollten dorthin Telegraphen- und Telephonarbciter gesandt werden, weil der Sturm überall die Leitungsdrähte zerrissen hatte. Die Potsdamer Ober-Post- direktion wurde aber auch sonst noch von vielen Orten ihres Bezirks um Hilfe ersucht und sandte unter auderm Telegraphen- arbeiter nach Beelitz und der Wetzlarer Eisenbahnstrecke. Der Eisen- bahn-Bettieb auf der Strecke Berlin-PotSdam-Werder war durch umstürzende Telegraphenstangen, Bäume oc. mehrfach gefährdet. So stürzte in der Lindenstraße zu NowaweS ein alter Baum infolge des Sturmes direkt aus die Eisenbahngeleise und konnte erst durch die alarmierte Feuerwehr von NowaweS-Neuendorf beseitigt werden, währenddessen sämtliche Eisenbahnzüge halten mußten. Ein Vorort- Zug hatte zwischen Wildpark und Werder a. d. H. längeren Aufenthalt, weil der Sturm eine Bahnwärterbude auf der Anschlußbahn von Wildpark nach Nauen umgerissen und das Dach derselben mehrere hundert Meter weit durch die Luft bis auf den Bahnkörper der Stammbahn getragen hatte. Von tragischer Wirkung war die Macht des Sturmes in.Potsdam, wo auf den Stiefschen Wiesen in einer Bretterbude ein anatomisches Museum, das sog. Moskauer Panoptikum, in welchem Wachsgebilde und zwei lebende Azteken zu sehen waren, etabliert war. Der Sturm ritz diese Bretterbude ein und richtete dadurch großen Schaden an. In den königlichen G ä r t'e n Potsdams hat der Orkan am Sonntag einen geradezu unermeßlichen Schaden an- gerichtet. Viele prächtige Bäume, die noch aus der Zeit Friedrichs des Großen stammen, wurden entwurzelt und stürzten um. Am Ein- gang des Parks von Sanssouci wurde eine hohe alte Linde, deren Stamm mit Epheu umrankt war, zu Fall gebracht. Bei der Muschel- grotte stürzte ein alter Baum um. im Fallen verschiedenes mit sich reißend. Ungemein viele mexikanische Akazien(Ltteckitsettis. triacsntttos) die im Park von Sanssouci stchc», wurden aus der Erde herausgerissen. Verschiedene Bäume stürzten ins Wasser des Palais- grabens; eine große Tanne, die im Marlygarten stand, wurde über die Mauer in der Nähe des Mausoleums Kaiser Friedrichs hinweg- gerissen und versperrte den Weg nach der großen Fontäne Am Japanischen Tempel fiel die größte Tanne des Sanssouciparks dem Sturme zum Opfer. Sie wurde mit den Wurzeln und dem Erd- reich herausgerissen, wodurch ein Loch in der Erde entstand, in welchem ca. 20 Personen Platz gehabt hätten. In der Nähe des Neuen Palais bedeckten viele abgebrochene Zweige, Aeste und ganze Bäume den Rasen, so daß der Park eincmSchlachtfeld glich, auf dem die Kanonenkugeln durch die Bäume gefegt wären. Ganz ungeheuren Schaden richtete der Orkan in dem Baumbestand des hochgelegenen Ruinen- berges an, wo derselbe voin Bornstedtcrfelde mit unheimlicher Ge- walt cinherbrauste. Auch im kaiserlichen Wildpark und im Neuen Garken, Ivo von der Habel her die Windsbraut mit Macht eindrang» fielen viele Bäume derselben zum Opfer. Im Lustgarten brachte der Sturm kurz hintereinander fünf alte Kastanienbäume, welche das Denkmal Friedrich Wilhelm I. umgaben, zu Fall. Das Nmvetter im Reiche. Ans Frankfurt a. O. wird gemeldet: Seit Sonnabend« abend herrscht hier ein heftiger, auch Sonntag noch andauernder Schneesturm, der in Stadt und Regierungsbezirk Frankfurt bedeutenden Schaden, besonders in den Wäldern durch Entwurzelung und Bruch von Bäumen angerichtet hat. Die Züge aus dem Osten treffen mit bedeutenden Verspätungen ein, der P o s e n e r Zug i st a u f d e r Strecke liegen geblieben. Der Betrieb auf der Ostbahn sowie der drahtliche Verkehr wurden Sonntag- nacht durch Schneestürme gestört. Die fahrplanmäßigen Schnellzüge blieben stundenlang liegen, die Ortszüge blieben kurz vor Kreuz im Schnee st ecken und mußten frei- geschaufelt werden. Ans D a n z i g wird gedrahtet, daß infolge der starken Schneefälle der Nachtschnellzug aus Berlin Sonntag mit achtstündiger Verspätung eingetroffen ist. Die Züge aus Pommern sind bereits seit vier Stunden überfällig. Auf der Strecke S ch l a w e- L a u e n b u r g hat der Sturm eine große Anzahl Telegraphen- staugen über die Gleise geworfen, infolge dessen ist auch der draht- liche Verkehr gestört. Aus der Provinz Posen liegen gleichfalls Meldungen über starke Schneefälle sowie über starke Verspätungen und Ausbleiben von Zügen vor. In der Stadt Posen herrschte heute noch ununter- brachen weiter Schneefall bei Nordweststurm; die Schneemassen liegen einen halben Meter, an fteien Stellen über einen Meter hoch. Die seit Sonntagabend fälligen Eisenbahnzüge von Berlin, Breslau, Stettin und andren Orten waren bis vormittags 11 Uhr noch nicht eingetroffen. Die Fernsprech-Verbindungen nach außerhalb sind gestört. Ganz besonders schlimm hat das Unwetter in Schlesien ge- wütet. Die Eisenbahn-Betriebsinspektion Hirschberg macht bekannt, daß der Betrieb auf den Strecken Hirschberg— Grciffenberg, Hirsch- berg— Merzdorf, Hirschberg— Schmiedcberg, Zillerthal— Krumm« hübet, Hirschberg— Schrciberhau— Grünthal vollkommen ein« gestellt ist: auf der letzteren Strecke wird die Unter« brechung boraussichtlich acht Tage dauern. Die Stadt Jauer ist von jedem Verkehr abgeschnitten. Auf der Strecke Jauer— Maltsch ist der Verkehr vollkommen ein- gestellt. Auf der Strecke Jauer— Liegnitz liege» die Züge bei Triebelwitz fest. Ein Zug von Jauer nach Königszelt liegt bei Groß-Rosen seit 11 Uhr nachts im Schnee. Auf der Bahnstrecke G o I d b e r g— L i e g n i tz sind zwei Züge stecken geblieben, darunter einer mit drei Maschinen, von denen eine e n t g l e i st ist. Jede Verbindung nach Liegnitz, Löwenberg und Merzdorf fehlt. Amtlich wird vom 20. April aus B r e s l a u gemeldet: I.Strecke Hundsfeld-Trebnitz seit 19. ds. Mts. früh bis jetzt und Voraussicht- lich bis morgen gesperrt infolge Verwehung zwischen Sackrau und Paschkerwitz. Züge verkehren nach und von Trebnitz bis auf weiteres nicht; 2. auf Strecke Breslau— Oels ist das eine Geleis Sybillenort bis Hundsfeld gesperrt. Strecke wird eingeleisig be- trieben, aber unter sehr erschwerten Umständen, deshalb unrcgel- mäßig: 3. auf der Strecke Liegnitz bis Breslau sind durch Verwehung zwischen Ninikau und Deutsch-Lissa beide Geleise gesperrt. Schnell- und Personenzüge verkehren nicht. Nur der Lokalzugverkehr zwischen Breslau, Mark- und Deutsch-Lissa ist auftecht erhalten und werden Pendelzüge zwischen Liegnitz und Nimkau, soweit möglich. eingelegt. Freimachung bis heute abend angestrebt. Die Strecke Oels— Jarotschin ist infolge Schneeverwehungen gesperrt. Wegen andauernden Schncetteibens läßt sich der Zeitpunkt der Beseitigung der Störung nicht bestimmen. Nach amtlicher Meldung ist auf sämtlichen Strecken deS Eisenbahn- Direkttonsbezirks Kattowitz der Neustadt— Gogoliner und Groß« Peterwitz— Kutscher Eisenbahn Personen- und Güterverkehr wegen Schneeverwehung und Störung der Telegraphenleitung seit gestern abend 9 Uhr gestört. Wann regelmäßiger Verkehr wieder auf- genommen werden kann, ist noch nicht abzusehen. Die Züge aus der Richtung Posen, Schlesien, Ost- und We st Preußen find wegen Schneeverwehungen und Stürmen teils mit stunden« langer Verspätung in Berlin eingettoffen, teils liegen sie noch cingeweht auf den Strecken. Nähere Erkundigungen können wegen gleichzeitiger Störung fast sämtlicher Telegraphenlinien nicht ein- gezogen werden. Auch an der Seeküste und auf See hat der Sturm aewaltige Verheerungen angerichtet. So wird gedrahtet, daß infolge des starken Nordweststurnies ungeheure Wassermassen aus der Ostsee in die Trade getrieben worden sind, wodurch eine Uebcr- schwemmuug entstand, die beträchtlichen Schaden angerichtet hat. Die Rettungsstelle Swinemünde der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger drahtet: Am 20. April von der hier gestrandeten dänischen Kuff„Irene", Schiffer Martens, mit Steinen von Dänemark nach Stettin bestimmt, zwei Personen durch das Rettungsboot der Weststelle gerettet. Die Rettungsstelle Kolbergermünde der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff- brüchiger drahtet: Am 19. April von dem bei Bodenhagen ge- strandeten, mit Ziegelsteinen von Stettin nach Danzig bestimmten Schoner„Sport", Kapitän Anderson, drei Personen durch den Raketenapparat gerettet. Aus Rostock wird uns unter dem 19. April geschrieben: Der Nordweststurin, der seit der letzten Nacht in einer Windstärke von etwa 9 der Beaufort-Skala an der mecklenburgischen Küste tobt und seit heute nachmittag von heftigen Schnee- und Hagelböen begleitet ist, hat in Rostock und in Warnemünde manchen Schaden Die HolzbearbeitungS-Maschincnarbeiter befaßten sich in einer außerordentlichen Generalversammlung am Sonntag mit dem gegen- wärtigen Stand i h r e r L o h n b e>v e g u n g. H o f m a n n be- richtete zunächst über den bereits bekannten negattven Verlaus der Einigungsverhandlungen und bemerkte dabei: Schon der Ilmstand, daß die Arbeitgeber überhaupt auf dem Einigungsamte erschienen, bedeute einen gewissen Erfolg für die Stteikenden, denn früher hatten jene in ihren Versammlungen sowohl wie auch in ihrer Fach- presse stets erklärt, sie lvürdcn sich n i e auf Verhandlungen einlassen. Verhandeln heiße bewilligen, den Zeitpunkt der Arbeitsanfnahme hätten lediglich die Arbcirgeber zu bestimmen»siv. Freilich sei es schon vorauszusehen gewesen, daß die in die Kommission gewählten Arbeitgeber absichtlich alles aufbieten würden, um die Berhandlungen zum Scheitern zu bringen. Aus dem ganzen Verhalten besonders der Herren Rahardt und Plothen, deren fachtcchnische Kennwisse sich überdies als sehr gering erwiesen, sei zur Genüge hervor- gegangen, daß sie nur pro konna an den Berhandlnngen teilnahmen, um vor der Oeffentlichieit nicht als selbstherrliche Geivaltmenschen zu erscheinen. Ihre deutlich zu erkennenden Nebenzwecke waren, der Oefsentlichkeit zu zeigen, daß die Arbeiter selbst nrit ihren Löhnen völlig zufrieden und nur von den Leiten, der Organisatton in den Streik hinem„gehetzt" seien, womit sie allerdings eine klägliche Niederlage erlitten. Ferner suchten sie widerholt durch offene und versteckte Provokationen die Arbeitervertreter in eine möglichst ge- reizte Stimmung zu versetzen, was von, Vorsitzenden mehrfach aus- drucklich konstatiert wurde. Mit diesem Manöver sollte offenbar erreicht werden, daß sich die Arbeiter zu derben Antworten hinreißen ließen, dainit sich jene Herren dann als die Beleidigten aufspielen und die Sitzung verlassen konnten, um später der Oeffentlichkeit zu sagen: Seht, wir sind den Arbeitern entgegengekommen, doch nüt den„Hetzern" ist nicht zu verhandeln. Inzwischen hat sich das Vcrhalwis nun wesentlich verschoben. Gleich am vergangenen Freitag hatten die Arbeitgeber eine Sitzung, woselbst die Gewerbe- gerichtS-Verhaildlimgen ebenfalls»och einmal durchgesprochen wurden. Hier fehlte es nicht an hahnebüchenen Anrenchelungen des GewerbegerichtS-DircktorS v. Schulz, dem mehrfach Parteilichkeit zu Gunsten der Arbeiter vorgeworfen ivurde. Man nannte ihn einen „verkappten Socialdemokratcn", und einer der Herren meinte sogar, v. Schulz qnalificiere sich ganz gut. die Stelle SingerS im Reichs- tage einzunehmen. Mit 25 gegen 15 Stimmen wurde sodann be- schlössen, mit den Arbeitern nicht mehr zu verhandeln. Kann, aber war dieser Beschlutz gefaßt, so regte sich energisch die Opposition. Ihre Gegeiigründe müsien dann derartig gewichttg gewesen sein, daß sie einen allgemeiiien Umschwung der Meiimnaeil bewirkte!,. Kurz und gut, am andern Tage ivurde der zuerst gefaßte Beschluß wieder u in g e st o tz e n und darauf eine neue K o m in ission gewählt, die mit den Arbeitern nochmals Verhandlungen anknüpfen soll. Dieser Kommission gehören nur Fachleute der Fräsereibcsitzcr und Holzindiistriellen an, und zwar die Vertreter der Finnen Kümmel, Bieger und Kiesel u. Co. Die Tischler-Jnnung und damit die Herren Rahardt und Plathen iv e r d e n in d e r K o m m i s s i o n nicht mehr vertreten s e i ii. Es ist jetzt berechtigte Aussicht vorhanden, binnen kurze», die Differenzen zur Zufriedenheit der Arbeiter beizulegen. Schon die Vorverhandlungen zeitigten das Ergebnis, daß bei den Firmen Klug und Jurisch u. Lobe bau die Arbeit am Montag lv i e d« r a u f g e n o in m e>, ist. Die definitiven Kommissiolis- vcrhaiidlilngen sollten ebenfalls am Montag stattfinden.— In der Diskussion wurde festgestellt, daß unter den Ausständigen jetzt nach fechswöchentlicher Dauer des Streiks dieselbe»iilsterhafte Elnigkeil und Disciplin herrscht wie beim Beginn der Lohnbewegung. Dem Borstand wurde volles Vertrauen ausgedrückt und gleichzeitig alle weiteren Maßnahmen überlassen. Die gestrigen Verhandttliigen der beiderseitigen Kominissionen hatten das Ergebnis, daß bei den Firmen L e h n i g u. I a tz k y und K ü ni m e l am heutigen Dienstag, bei R. u. A. Roller und Kose u. Sohn am Mittwoch die Arbeit ebenfalls wieder auf- genommen wird. Verhandliiiigen mit andern Firmen schweben noch, doch ist begründete Aussicht vorhanden, auch hier die Differenzen zur Zufriedenheit der Arbeiter beizulegen. Der BauNcinpner-Strcik. In einer zahlreich besuchten Versainin- liing, die am Sonntag bei Keller in der Koppenstraße tagte, berichtete Cohen über den Stand derLohubewegimg. Bewilligt haben danach bis jetzt 105 Firmen und, da bei 123 Firmen mit etwas über 900 Arbeitern die Fordenmgei, gestellt wurden, so leisten nur noch 18 Firmen Widerstand. Bei diesen waren vor Ausbruch deS Streiks ca. 300 Arbeiter beschäftigt. Von den Streikenden ist so gut wie keiner wankelmütig geworden und andre Arbeitswillige sind nur einzeln vorhanden, so daß man annehme» muß. daß die»och übrigen Firmen binnen kurzer Zeit auch nachgeben werden. Die „Arbeitgeber- Zeitung" sucht ihre Leser über die Lage des Streiks zu täuschen, indem sie unter andern, anführt. daß cS ja 000 Klempnermeister in Bersin gäbe, die Zahl derjenigen, die bewilligt hätten, also nur ein geringer Prozentsatz davon wäre. Weil jedoch nur die Bauklempner in Bettacht kommen, so ist jene Darstellung vollständig unzutreffend. Unter den Firmen, die betvilligt haben, sind 45 Jnnungsmeister. Wie der Referent ausführte, hat der JnnungSvorstand zwei JnnungS- Mitgliedern wegen Bewilligung der Forderungen Strafen von 20 und 30 M. auferlegt, was durchaus ungesetzlich ist. In letzter Zeit ist es mehrere, nale vorgekommen, daß Firmen, an die gar leine Forderungen gestellt ivare» und die bisher über- Haupt keine Bnuarbcu machten, sich bereit erklärten, ihre Unterschrift zu den Forderinigcnzu geben. Bon einer dieser Finnen wurde sogar eine von einem Baumeister unterzeichnete Postkarte, die schleunige Fertigstellung der Arbeit betreffend, vorgewiesen. Die Streikleitting ist aber dahinter gekommen, daß eS sich in diesen Fällen»in Stteikarbeit handelt, und hat beschlossen, solche Firmen, bei denen keine Forderungen gestellt wurden und die sich trotzdem anbieten, den Tarif zu unterschreiben, zurückzuweifen.— Folgende Resolution wurde nach kurzer Diskussion einstimmig angenommen:«Die Vcrsannnlung erklärt: eS ist nottvendig, daß die im Ausstand befindlichen Kollegen in, Kampf aushalten, mn dadurch auch den Rest der Arbeitgeber zu zwingen, unsre Forderungen anzuerkennen. Die ttcbcrtrcibungen und Entstellungen der«Arbeit- aever-Zcitiing(das Scharfmacherorgan der Unternehmer) können reinen Einfluß auf unsre Entschließungen ausüben." Lithographen, Stcindrncker»sw. Die in der Kunstanstalt Otto Schloß. Alexandcrstr. 31, entstandenen Differenzen sind nach ein- gehender Verhandlung mit der unterzeichneten Vertvaltung zu Gunsten der dort beschäftigten Stciudrucker usw. beigelegt. Die Ortsvcrwalttmg. Zum Streik in den Ziegeleien bei Freienwaldc wird uns ge- schrieben: Bis jetzt ist es den Streikenden gelungen, den Zuzug von Arbeitswilligen fernzuhalten, obgleich die Polizei auf Veranlassung der Unternehmer den Streikenden die Erfüllung ihrer Pflicht in jeder Weise zu erschweren sucht. Bei jedem ankommenden Zuge wird der Bahnhof durch Polizeibcamte beietzt. Arbeiter, die mit.der Bahn ankommen, werden von den Beamten notiert, ohne daß man sehen könnte, was der Grund dieses eigenartigen Verfahrens ist.— Durch den Streik in der Ziegelei„Alaunwerk" sind 18 Maurer in Mit- lcidenschaft gezogen, weil ihnen keine Handlanger zur Verfügung stehen.— Von den Arbeitern des„Alaunwerk" sind vier abtrünnig geworden. Sie haben sich dem gesetzwidrigen Verlangen des Direktors. der nach bekannten Mustern auch seinerseits an der Vernichtung des Koalitionsrechts mitarbeitet, gefügt, sind aus dem Verbände aus- getreten und haben das, wie von ihnen verlangt wurde, noch durch Unterzeichnung eines Schriftstückes ausdrücklich bekräftigt und sich verpflichtet, während ihrer Beschäftigung auf dem„Alaunwcrk" dem Verbände nicht beizutreten. Der Gutsvorstand(In Vertretung Wilke) des Gutsbezirks.Alaunwerk" hat die Unterschriften des be- zeichneten Schriftstückes amtlich beglaubigt, als ob der Willtürakt eines Unternehmers etwas ganz Selbstverständliches wäre.— In Schifsuiühle haben die Unternehmer an Stelle der Ausgesperrten einige russische Arbeiter bekomme,,. Auch hier sind die Unternehnwr international, wenn cS gilt, die heimischen Arbeiter niederzuwerfen. . Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckere! u. Berlaqsanstalt' Deutkebes Reich. Tic Maurer in Forst haben eine Lohubeivegung begonnen. Tie fordern Erhöhung des Stundenlohnes von 35 auf 40 Pf., für not- wendige Ueberstunden 5 Pf. Zuschlag. Die Forderungen sind den Unternehmern eingereicht, deren Antwort wird bis zum 4. Mai er- wartet. Der Streik i» der Lnxusmübel-Fnhrik von G. Wunderlich in Lübheuau hat„ach siebenwöchentlicher Dauer mit einein Vergleich geendet. In Anbetracht dessen, daß sich in der letzten Woche eine Anzahl Streikbrecher geftmden haben, ist der Erfolg immerhin ein guter zu nennen. Herr Wunderlich hat einsehen gelernt, daß er mit den Streikbrechern auf die Dauer nicht lieferungsfähig ist, er ver- pflichtet sich, sämtliche Streikende mit Einschluß der Gcmaßregclten wieder einzustellen, jedoch znnächst erst neun Mann, für die übrigen soll dann die Einstellung nach und nach erfolgen. Die Organisation erkeimt Herr Wunderlich an. Er verpflichtet sich ferner, keinen fremden Arbeiter eher einzustellen, bis die Stteikenden alle Unterkiinst gefunden haben. In Anbetracht der schlechten Geschäftslage in der Holzindustrie erklärten sich die Streitenden vorläufig mit dem Erfolg zilfrieden, um bei einer besseren Ojeschäftskoiijilnkmr die Scharte wieder aiiszuwetzen. ZiiZiig ist vorläufig noch feriizilhalieu. Die«nbescheidenin Gewcrkvercinlcr. Wie wir vor einiger Zeit ineldeten, richteten die Hirsch-Dunckerschcn Gewerkvereine in Nürnberg durch ihren Vorsitzenden an das Gewerlschaftskartell Nürnberg das Ersuchen, ihnen zur bevorstcheildeu GeiverbegerichtswaHl je zwei Beisitzer und Ersatzleute eiuznrämnen, un, so einen freiwilligen Proporz herbeizuführen. DaS GewerkfchaftSkartell war zu einem Entgegcnkomnien geneigt, da aber bei der letzten Wahl die Hirsch- Dunckerschen mit den christlichen Arbeitern zusammen nur Vis aller Stimmen aus sich vereinigten, wollte inan ihnen nur je ein Mandat zugestehen. Das war ihnen zu ivenig. weshalb sie das Anerbieten ablehnten und beschlossen, selbständig in die Wahl einzutreten. Die nicht gerade tonscgurnte Gutmütigkeit der freien Gewerkschaften geht also den selbsibeivlißten Hirschen noch nicht weit genng. kZusland. Der Genernlstreik in Rom hat zu Differenzen innerhalb des Ausschusses der dortigen Arbeitskammcr geführt. Die 4 republikanischen Mitglieder des Ausschusses haben ihre Demission gegeben, weil sie mit der Erkläriiiig des Generalstreiks nicht einverstanden gewesen seien. Die verbleibenden 6 socialdeinokratischen Mitglieder des Aus- schnsses erklären, daß auch sie anfangs gegen den Generalstreik ge- Wesen seien, daß es aber im gegebenen Moment nicht mehr möglich gewesen sei, die römische Arbeiterschaft, gereizt durch das rigorose Verhalten der Unteruehmer und die Provotation der Polizeibehörden, vom Generalstreik zurückzuhalten. Man hofft, daß es noch zu einer Verstäildigiiiig kommen werde. Zu neuen Konflikten ist es in Mailand zwischen den Kellnern und Köchen und de» Hotelbesitzern gekommen. Diese haben ihre Versprechiliigen vom vorjährigen Streik nicht eingehalten, und die Angestellten haben ihnen mm ein Ultimatum gestellt. Sie verlangen vor allem die Einführung eines gemeinsamen Arbeitsnachweises unter Ausschluß jeder privaten Stellenveriittttelung. 2000 Zicgelci-Arbciter der Umgebung von Brüssel sind in den Streik eingetreten, weil ihnen die Unternehmer einen Abzug von 25 CtS. pro 1000 Ziegel ankündigten. Der Lohn für 1000 Ziegel bettägt jetzt 2,50 Fr._ Versammlungen. Tie Markthallen-Arbeiter nahmen am Sonntag den Bericht ihres Vertrauens», änncs entgegen. Derselbe teilte mit, daß auf die im November vorigen Jahres an die städtischen Behörden gerichtete Eingabe, wobei es sich um Lohnerhöhung für die in den Markthallen beschäftigten Arbeiterinnen handelte, soeben ein Bescheid ein- gegangen sei. Es sei diesen Franc» statt des bisher bezogenen An- faiigSlohncs vo» 1,00 M. pro Tag, der nach 5 Jahren aus 1,75 und nach 10 Jahren auf 2 M. stieg, ihre Forderung von 1.75 M. als Anfangslohn, der von 2 zu 2 Jahren um 25 Pf. pro Tag steigen soll, bis der Höchstlohn von 2,50 M. erreicht ist. zugestanden worden. Diese Ausbesserung soll bereits vom 1. April d. I. ab berechnet werden. Letzte JVachncbten und Depefchen. Deutsch-friinzösischer Grenzzwischrnfall. Strasburg, 20. April.(W. T. B.) Französische Blätter be- richten über einen Grenzzwischenfall in Amanweiler, wo ein französischer Soldat durch einen deutschen Grcnzkoinmissar verhaftet und seine Frellassung von der Auslieferung militärischer Dienstgeheimnisse abhängig gemacht worden sein soll. Diese Dar- stellung ist in allen Pumten falsch, was schon daraus hervorgeht, daß der Soldat(eine Ordonnmiz der Jiitciidantur in Verduu) überhaupt nicht in Amanweiler, sondert, in Metz festgenommen worden ist, wohin er mehrere Male ohne die für ausländische aktive Militär- Personen erforderliche polizeiliche Erlaubnis gekommen war, und wo er auffallende Beziehungen unterhalten hat. Als ein be- stimmter Verdacht einer strafbaren Handlung sich nicht ergab, wurde der Mann an die Grenze nach Amanweiler znrückgeleitet und zum Verlafsei, deS Landes angewiesen. Die Angaben der französischen Blätter sind augcnscheiiillch auf die unwahren Mit- teilungen des Soldaten zurückzuführen, die dieser bei seiner Ver- „ehmung vor den französischen Militärbehörden gemacht hat. Aussperrung amerikanischer Kohlenarieitrr. Shenandvah, 20. April.(W. T. V.) Die„Philadelphia and Reading Coal and Jron Co." hat heute über alle ihre Kohlenarbeitcr sin Bezirk von Shenandvah die Aussperrung verhängt. Den Arbeitern war am Sonnabend angekündigt worden, daß sie sich als entlassen ansehen könnten, wenn sie Sonnabends nicht volle neun Stunden arbeiteten. Da sie trotzdem am Sonnabend nicht die verlangte Arbeitszeit innehielten, wurde ihnen heute, als sie sich zur Arbeit meldeten, bedeutet, daß für sie keine Arbeit da sei. Zolldiffercnzen zwischen Deutschland und Kanada. Ottawa, 20. April.(W. T. B.) Die kanadische Regierung hat den beteiligten Kreisen mitgeteilt, daß sie die vor dem 1. Juli zur Berzollimg gelangenden Sendungen aus Deutschland von den, Zuschlags- zoll auszunehmen beabsichtige, sofen, die betreffenden Bestellungen vor dem 17. April in die Hände des deutschen Exporteurs gelaugt sind. Eisenbahnunglück. New Bork, 20. April.(W. T. B.) Der Schnellzug der Eriebahn, ivelcher gestern morgen von Chicago nach New Jork abging, fuhr heute 3 Uhr morgens bei Rcdhouse in» Staate New Zock mit voller Geschwindigkeit in einen Güterzug. Drei Schlafwagen und zwei andre Waggons des Schnellzuges gerieten in Brand. Zwei Frauen und ein Äiiid kamen in den Flammen um. Bremen, 20. April.(W. T. B.) Die Rettungsstation Barhoeft der Deutschen Gesellschaft zur Nettniig Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 20. April von dem hier gestrandeten schwedischen Schuner .Emma". Kapitän Möller, mit Petroleum von Kopenhagen nach Carlshamn bestimmt, 3 Personen durch das Rettungsboot der Station gerettet. Madrid, 20. April.(B. H.) Die gesamte spanische Presse ist der Ansicht, daß die Lage in Marokko äußerst ernst ist. Wie be- richtet ivird. sind mehrere europäische Reisende von Marokkanern ermordet worden, was eine Intervention der Mächte nötig machen dürfte. taut Singer& 5«.,'Berlin SW. Hierzu tt Betlagen«. UnterhaltungSblatt jb. 92. 20. Z-WG 1. Stilllge iltS Dtllilltl öolblihtt. Si-M,. A. m MZ. Das Qlahlfcld der Sociatdemohratie. IVb. 11 Wahlkreise, in denen die Socialdemokratie 1898 bezw. bei Nachwahlen zur Stichwahl mit einer der freisinnigen Parteien gelangte. Die Reihenfolge ist angeordnet nach der Stimmenzahl, um die unsre Partei in der Stichwahl hinter dem Freisinn zurückblieb. Der Freisinn siegte in diesen Kreisen mit Hilfe der Nationalliberalen und der äußersten Rechten. Va. Die Tabellen Va und b umfassen diejenigen Wahlkreise, in welchen 1893 die Socialdemokratie noch nicht in die Stichwahl gelangte, in denen aber gleichwohl unsre- Partei eine zum Teil erhebliche Siegesaussicht hat. Tabelle Va verzeichnet diejenigen Itt Wahlkreise, in denen wir bei der Hauptwahl nicht sehr hinter den freisinnigen Parteien zurück- geblieben sind. Bei der bevorstehenden Wahl besteht in diesen Kreisen zunächst die Aussicht, in die Stichwahl, sei es mit den Rechtsparteien sei es mit den Liberalen, zu gelangen. Die Reihenfolge der Kreise ist angeordnet nach der Stimmenziffer, um die wir bei der Haupt- Wahl hinter dem in die Stichwahl gelangenden Freisinn zurückblieben. Vb. 10 Wahlkreise, die 1898, bezw. in einer Nachlvahl, ohne Stichwahl in die Hände der Rechtsparteien fielen, in denen aber für die Social- dcmokratie Aussicht besteht, im ersten Wahlgange die Stimmen- niehrheit zu erringen bezw. in günstige Stichwahl zu gelangen. Dritte Generalversammlung des Seemanus-Derbandes. Die Generalversammlung, welche am 20. April in Hamburg zusammentrat, ist von 17 Delegierten besucht; die Generalkommisfion ,st durch Legien, der internationale Transportarbeitcr-Verband durch Mr. Tom Chambers-London vertreten. In seiner Begrüßungsrede sagte der Verbandsleiter Paul Müller, die Er- folge der Organisation seien minimal, aber erfreulich. Der See- mann, ehemals als geduldiger Sklave ohne Energie und Selbst- bcwußtsein jeder AuSbeüterlvrllkür preisgegeben, habe die Solidarität, die Organisation kennen und schätzen gelernt. Aus dem Geschäftsbericht für 1902 ist hervorzuheben: Die Schiff- fahrt stand, ebenso wie Handel und Industrie, im Zeichen der Krise. Die deutsche Reederei hat eine wahnsimnge Ueberproduktion betrieben, sie hat Deutschland mit Schiffsräumen überhäuft. 1891 zählte die deutsche Handelsmarine 3653 Schiffe mit 1 433 416 N.-R.-T. Raumgehalt, 1902 dagegen 3959 Schiffe mit 2 093 007 N.-R.-T. Raumgehalt. Die Folgen waren: verminderte Frachtgelegenheit und Sinken der Frachtraten. Unter den Einwirkungen der Krise hatte die Agitation schwer zu leiden; nach den Hafenorten strömten viele unbefahrene Elemente aus den, Binnenlande, die das Angebot ver- mehrten. Viele befahrene Seeleute, die in der AgitationS- arbeit hervorragend thätig waren, flüchteten unter englische Flagge. Dadurch wurde die Agitation erschwert. Ueber „Streiks und Tarifbewegungen" wird berichtet, daß man ans den schon geschilderten Ursache» von Angriffsstreiks abgesehen habe, denn daS Hauptgewicht mutzte auf die Verteidigung der errungenen Positionen gelegt werden. Zur Zeit sind alle 1902 verlängerten Tarifvereinbarungen abgelaufen, tn allen Hafcnorten herrscht die tariflose Zeit. Wir glauben, es liegt im Jntereffe beider Parteien, Ivenn alle Fragen von gemeinsamem Interesse auf geineinsamem Wege in Forin eines für beide Teile bindenden Tarifs ihre Lösung finden. Die Hauptftage der nächsten Zukunft, die durch tariflichen Abschluß gelöst werden kann, ist die Heiler- und Ueberstundcnftage. Die Organisation ihrerseits wird übertriebene Forderungen ver- hindern, aber mit Energie wird sie für die Anerkennuiig der von ihr als gerechtfertigt anerkannten Forderungen eintreten. Auch in der Nachgiebigkeit giebt es eine Grenze. Unter keinen Umständen werden wir ohne den erbittertsten Kanipf eine Reducierung der Heuern und Ueberstundenarbeit über unS ergehen lassen. Aus einer tabellarischen Uebersicht geht hervor, daß die Heuern der Matrosen sich zwischen 65 und 70 Mark, die der Heizer zwischen 66 und 96 M. bewegen; für Ueberstunden werden 30 bis 40 Pf. gezahlt. Am höchsten stehen die Heuern in Hainburg, am niedrigsten in Menrel. Zu Beginn des Jahres be- standen 22 Mitgliedschaften mit 30 Zahlstellen bezw. ZahUokalen; Filialen wurden in Antwerpen, Rotterdam und Hoboken eröffnet. Die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder beträgt 8261 gegen 2840 in 1893 und 7809 in 1901, doch ist die Zahl der Beiträge entrichtenden Mitglieder gegen 1901 um 400 zurückgegangen— eine Folge der Krise.— Das Verbandsvermögen betrug am Schlüsse des Berichtsjahres in der Hauptkaffe 40 235 M.. in den Mitgliedschaften 19 781 M. Die Gesamt-Einnahme beträgt 60 279 M. gegen rund 65 000 M. in 1901, der Ueberschuß 13 949 M. gegen 16 436 M. Die Gesnmt-Auflage des„Seemann" belief sich ans 131 000. Neunter Interuattoualer Kongreß gegen den Bremen, 13. April. Die abgebrochene Besprechung über das Gothenburger Systemunddie Ga st Hausreform wurde heute fortgesetzt, ohne Neues zu Tage zu fördern. Den folgenden Gegenstand bildete das Thema:„Erziehung und Schule im Kampfe gegen den A l k oh o l i s m u s." Lehrer Anton Don- Rotterdam führte aus: Es sei notwendig, daß jeder Erzieher gegen den Alkohol Stellung nimmt. Die Schule bietet dazu recht oft die Gelegenheit und sie darf sich daher dieser Pflicht deii Kindern gegenüber nicht entziehen. Als sicherster Weg durchs Lebe«— jetzt und später— soll dem Kinde die Totalenthaltsamkeit vorgehalten werden. Lehren, denen nicht das Beispiel des Erziehers Kraft und Leben einflößt, nützen nur wenig. Der Alkohol bekämpfende Erzieher sei daher Totalabstincut. Auch außerhalb der Schule können die Er- zieher entweder individuell oder vereint in alkoholgegnerischen Ver- bänden viel Gutes wirken. Dieser hervorragenden patriotischen Ar- beit zum Schutze der Jugend sollte der Staat seine Mithilfe bieten. (Stürmischer Beifall.) Ein Zwischenfall. Der Vorsitzende, Direktor Dr. Delbrück- Bremen, verlas danach folgende Erklärung: „Die Delegierten der katholischen Mätzigkeits- und Ent- haltsamkcitsvercine von Oestreich-Ungarn, Holland, Luxemburg und Deutschland bedauern lebhaft die während der Kongreß-Ver- Handlungen zu Tage getretenen Acußerungen gegen die christliche Weltanschauung." Pastor I. N e u m a n n. Delegierter des westdeutschen Mäßigkeitsausschuffes, deS Charitas- Verbandes, des katholischen Kreuzbündnisses und des Priester- AbstinentenbundeS. (Beifall und Widerspruch.) Professor Dr. F or e l- Lausanne: Diese Beschwerde richtet sich gegen mich; darauf habe ich kurz zu erwidern, daß es mir zwar leid thut, wenn ich dem religiösen Gefühl des einen oder des andern wehe gethan habe, daß aber die Evolutionslchre der Wissenschaft und nicht der Religion angehört. Der Kongreß hat weder die Mission noch das Recht, das Aussprechen der Er- gebnisse der Wissenschaft zu verbieten. Letztere erkennt jetzt aber durchweg an, daß sämtliche Tierarten mit Ein- schluß des Menschen stammverwandt sind. Die christliche Weltanschauung hat sich seiner Zeit der That- fache anbequemen müssen, daß die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Dadurch hat die christliche Moral der Nächstenliebe keinen Schaden erlitten. Ebenso wenig wird es mit der Evolutionstheorie der Fall sein.(Stürmischer Beifall.) Vorsitzender Dr. De lb r ü ck- Bremen: Ich bin gewiß ent- fernt, die religiösen Gefühle irgend eines Kongreßmitgliedes ver- letzen zu lassen. Ich war aber nicht in der Lage, Herrn Professor Forel zu unterbrechen. Es freut mich, daß alle Richtungen hier zu gemeinsamer Arbeit zusammengekommen sind. Ich halte es daher für selbstverständlich, daß sich alle Redner befleißigen/ alles zu ver- meiden, was die religiösen Gefühle oder die politischen Anschauungen des einzelnen verletzen könnte. Ich richte aber auch an die geehrten Zuhörer das dringende Ersuchen, nicht gar zu empfindlich zu sein und nicht jede Aeußerung zu einem casus belli zu machen. (Stürmischer Beifall.) Pastor Fi scher-Essen a. d. Ruhr: Im Namen des Evan- gelischen Blauen Kreuz-Bündnisses schließe ich mich dem verlesenen Protest an, daß hier Hpothesen ausgesprochen werden, die Wissenschaft- lich durchaus noch nicht bewiesen, aber geeignet sind, die religiösen Gefühle zu verletzen.(Stürmischer Beifall und heftiger Wider- spruch.) Die Besprechung über Erziehung und Schule im Kampfe gegen den Alkoholismus fördert Besonderes nicht zu Tage. Den folgenden Gegenstand bildete: Die Aufgaben der Frau im Kampfe gegen den Alkoholismus. Fräulein Mathilde Lammers- Bremen bezeichnete eS als notwendig, die Mädchen zu tüchtigen Hausftauen hermizubilden, damit sie in der Lage seien, dem Maime ein trautes Heim und auch schmackhaftes Essen zu bereiten. Dies werde am allerehesten dazu beitragen, den Mann von dem Wirtshausbesuch und auch von dem Alkoholgcnutz abzuhalten. Außerdem seien die Mütter in erster Reihe berufen, ihre Kinder vor dem Alkoholgenuß zu bewahren. In der Besprechung über diesen Vortrag teilte Lehrerin Fräuleiw L isch n e w s k a- Spandau mit: Sie sei zu dem 80. Geburtstage des Fürsten Bismarck in Friedrichsruh gewesen. Es hatten sich zu demselben auch zahlreiche Studenten eingefunden. Diese haben sich nach beendeter Feier gründlich betrunken und seier alsdann nach Hamburg gefahren. Dort haben sie weiter gekneipt uud wie ihr mit- geteilt worden, in Freudenhäusern die ärgsten Orgien gefeiert. Es sei das um so mehr zu verdammen, da diese jungen Leute berufen seien, dereinst die höchsten Staatsstellungen zu bekleiden. Wenn ein gesundes Geschlecht und ein gutes Familienleben hergestellt werden solle, dann müssen die Mütter ihre Söhne zu tugendhaften, enthalt- samen Menschen erziehen. Nur dann werde es gelingen, den Al- koholismus auszurotten und den jungen Männern die erforderliche Achtung vor dem weiblichen Geschlecht anzuerziehen.(Lebhafter Beifall.) Privatgelehrter Georg D av id s oh n- Berlin tadelte cS eben- falls, daß die akademische Jugend, aber auch vielfach das Militär bei patriotischen Festen sich betrinke und alsdann die schlimmsten Orgien feiere. Hiergegen müsse im Interesse der Volksgesmrdheit aufs ent- schicdenste angekämpft werden.(Lebhafter Beifall.) In der Schlußsitzung am Sonntagvormittag beschäftigte sich der Kongreß mit: Alkoholismus und Bier. Dr. med. Kefcrstcin- Berlin führte aus: Die Herzkrankheit des Bier- trinkers führt zu Leber- und Nierenveränderungen. Eine bestimmte Form der Nierenentzündung soll nur dem Bier seinen Ursprung ver- danken. Die Erfahrungen an verschiedenen Orten machen es aber wahrscheinlich, daß auch hier weniger eine spccifische Bierwirkung als vielmehr eine Alkoholwirkung die Ursache ist. Krankhafte Fett- leibigkeit steht oft in leicht erkennbarer Beziehung zum Biertrinken. Für die Zuckerkrankheit hat das Bier ohne Zweifel Bedeutung: sie wird durch Bier verschlimmert und kann in bestimmten Fällen durch Abstinenz verschwinden. Die Annahme, daß äelinum tremens bei Biertrinkern nicht vorkäme, ist schon längst durch die Erfahrung widerlegt. Die Größe des Elends, das der Bieralkoholismus im allgemeinen erzeugt, läßt sich zahlenmäßig nicht angeben. Von 149 in einer Privat- Trinkerheilanstalt Norddeutschlands behandelten Kranken verdankten 41 ihren Lllkoholismus vorzugsweise dem Schnaps, 30 dem Wein und 78, also mehr als die Hälfte, dem Bier. Das Bier muh daher ebenso beurteilt werden wie die andern be- rauschenden Getränke. Schließlich wurde beschlossen: den nächsten internationalen Kon- greß gegen den Alkoholismus im Jahre 1905 in B u d a p e st abzu- halten, Hierauf wurde der Kongreß mit den üblichen Dankesreden ge- schloffen. Professor Dr. Forel ersucht mitzuteilen, daß er seine gestrige Rede betreffs der Entmündig ungsfrage folgendermaßen verstanden wissen wollte:„Ich halte jeden Menschen so lange für geisteskrank, als er betrunken ist. Wenn aber ein Mensch sich ge- wohnheitsmähig betrinkt oder sich, ohne sich gerade zu betrinken. chronisch alkoholisiert, so daß sich sein Wesen chronisch ändert, dann ist er auch chronisch geisteskrank.� partci-JNfachnchten» Totenlistc der Partei. In Stuttgart starb nach längerein Leiden der Parteigenosse Gastwirt Karl Groll, in Nürnberg- A l t d o r f der Genosse Karl P r o m m. Beiden werden die Genossen ein ehrendes Andenken bewahren. polizeilickes» Oericbtlidiea ufw, — Grober Iliifiig soll Genosse Scheibe, Redakteur der„Rheinisch- Westfälischen Arbeiter-Zeitung" in Dortmund, dadurch verübt haben, daß er eine Noti.z aufiiahni, in der bekannt gemacht wurde, daß ein Metzger die„Arbeiter-Zeitung" abbestellt habe. Das Gericht verurteilte ihn deshalb zu einer Geldstrafe von SO M. Der Staatsanwalt hatte die Notiz sogar als„Erpressung" angesehen und eine Gefänguisstrafe von 3 Monate» beantragt. — Wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung, die nach seiner Meinung den Anforderungen des Preßgesetzes nicht entsprach, ver- urteilte das Schöffengericht in Altenburg den Genossen S t ü ck l e n als Verantwortlichen der„Altenburger Volkszeiwng" zu einer Geld- strafe von 20 M. — Der Beleidigimg eines Lehrers war Genosse Dickreiter als Redakteur der„Pfälzischen Post" angeklagt, weil er denselben „Vcrsicherungsinspektor und nebenbei Lehrer" genannt hatte. Das Schöffengericht in Speyer ahndete dies an ihm mit 200 Mark Geldstrafe._ Sociales. „Versehentlich" unterlassener Arbeitcrschutz. Aus Baden wird «nS geschrieben: Die socialistische Presse unsres Landes hat seit Monaten schon zu wiederholten Malen die Behörden darauf ans- merksam gemacht, daß die mit dem 1. Oktober vor. Js. in Kraft getretene Bundesrats- Verordnung über den Schutz der Stein- a r b e i t e r im Lande höchst unvollkommen zur Durchführung ge- kommen sei. Lange schivieg die Behörde zu diesen Anklagen, bis sie sich durch eine neue, diesmal etwas deutlichere Anzapfung des Karlsruher.Volksfreund" zu einer Aufklärung des Sachverhalts ge- nötigt sah. In einem Schreiben vom 6. d. M. erklärte das Bezirks- amt Karlsruhe diesbezüglich, daß die Bezirksämter des Landes zwar bereits am 7. August v. Js. Weisung zum rechtzeitigen Vollzug der genannten Verordnung erhalten hätten und zum späteren Bericht über die getroffenen Anordnungen aufgefordert worden seien. Die Verzögerung des Vollzuges sei aber durch eine„versehentliche Behandlung der Akten" in der Registratur des Bezirksamtes der Residenz veranlaßt worden.— Auffällig an diesem Versuch der Karlsruher unteren Verwaltungsbehörde, das Ministerium des Innern gegen die Angriffe der socinlistischen Presse zu decken, ist vor allem die Thatsache, daß das letztere auch dann noch nicht zu näheren Er- Hebungen über die Durchstihrrung seiner Anordnungen schritt, als die verlangten Berichte bereits Monate lang ausgeblieben warm. Versammlungen. Sechster Wahlkreis. In der außerordentlichen General-Ver- sammlung des socialdemokratischen Vereins, die am Donnerstag im „Eiskeller" stattfand, hielt Genoffe Ledebour einen Vortrag über: „Die Aufgaben der bevor st ehe it den preußischen Landeskonferenz", wo bekanntlich über die Landtagswahlcn beraten werden soll. Der Redner machte zunächst darauf aufmerk- sam. daß die Frage, ob wir uns an der LandtagZwahl beteiligen sollen, bereits entschieden ist und daß es also nur noch darauf an- kommt, w i e das geschehen soll. Er legte dann die Bestimmungen des preußischen Ländtagswahl-Gesetzes dar und kam zu dem Schluß, daß es bei diesen Wahlen zunächst und vor allem darauf ankonimen werde, so viel wie nur möglich Wahlmänner zu gewinnen und daß jeder in der Agitation mit größtem Eifer seiner Pflicht nachkommen müsse.— Dem Vortrage folgte eine kurze Diskussion, an der sich Frehthaler und Gellert, sowie Arendsee beteiligten, der besonders darauf hinlvies, daß vor allem eine Stärkung des Wahlvereins in allen Bezirken erforderlich ist, um überall die nötigen Wahlmänncr aufstellen zu können und durchzubringen. Als Delegierte zur Preußischen Landeskonferenz tvurden Karl Fischer, B i t t o r f und E r n st gewählt.— Tarauf wurde über den Ausschluß Frieses aus deni Wahlvercin verhandelt, nachdem Friese selbst eine Anfrage an den Vorstand gerichtet hatte. Tie Versmnmlung beschloß mit großer Mehrheit, den Ausschluß, der als eine Folge der Streitigkeiten zwischen den lokal- und den central- organfficrten Töpfern angesehen werden kann, aufzuheben und den Genossen Friese mit allen Rechten wieder als Mitglied aufzunehmen. Eentralverband der Töpfer. Die Filiale Berlin hielt am Freitag im Gewerkschaftshause ihre Generalversammlung ab. Der Kassen- bericht war den Mitgliedern gedruckt zugestellt worden. Die Ein- nahmen der Verbandskasse beliefen sich auf 0307,63 M., die Aus- gaben auf g6v3,g7 M., der Bestmid also auf 213,66 M. In der Lokalkasse wären 8437,03 M. an Einnahmen. 061,80 M. an Aus- gaben zu verzeichnen. Das Vermögen der Filiale ist auf 33 563,84 Mark angewachsen. Tie Mitgliederzahl betrug am Ende des Quartals 1004.— Die Generalversammlung erteilte dem Kassierer einstimmig Decharge. Sodann wurde nach kurzer Debatte beschlossen, einen zweiten Beamten, und zwar als Baukoutrolleur anzustellen, und hierzu Albert N e n m a n n gewählt. Ferner wurde beschlossen, den streikenden Holzbearbeitungsmaschinen-Arbeitern als erste Unter- stiitzungsrate 100 M. zu überweisen; des weiteren dem Parteivorstand 500 M. für den Wahlfonds zu übergeben. Daraus wurde über die Anträge zu der demnächst stattfindenden Generalversammlung des Centralverbandcs der Töpfer beraten. Neben einer Reihe von An- trägen, die nur geringe Acnderungen des Statuts bezwecken, wurde auch ein Antrag auf Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung gutgeheißen, und zwar mit allen gegen zwei Stimmen.— Bezüglich der Maifeier beschloß die Versammlung einstimmig, den Tag wie bisher durch vollständige Arbeitsruhe zu feiern. Ein Vorschlag des Vorstandes zur Aufnahme einer Lohn- statistik wurde einstimmig angenommen. Schließlich fand noch eine längere Debatte statt, die durch den Beschluß des Wahlvcreins für den 6. Wahlkreis, den Ausschluß des Töpfers Friese aufzuheben, verursacht wurde. Ein Beschluß wurde in diesem Punkte nicht gefaßt. Am Arbeiterinuenheilii. Brückenstraße 8, findet am Mittwoch, den 22. April, abends 8 Uhr, ein medizinischer Vortrag statt. Brnfhafteii der Redahtion. ■Junftlfcher Ceti. Sie juristische Eprechstinidc findet täglich mit Nnsuahme de» Sonnabend» von?'/, bis 9'li Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Pankow 16. Ihre Frau richtet den Antrag auf Rückerstattung an die Versicherungsanstalt, die auf der letzten Karte verzeichnet steht.— Beelitz, Heilstätte 183. l., 2. und 4. Das Wahlgesetz schreibt vor, daß bei mehreren Wohnorten an dem Ort zu wählen ist,>vo der Betreffende sich zur Zeit der Wahl bcsindct. Darüber, ob der Jnsafie einer Heilanstalt dort ieine» Wohnsitz genommen hat, ist eine grundsätzliche Entscheidung vom Reichstag noch Nicht getroffen. Jedenfalls hat er dann dort seinen Wohnsitz, wenn er an dem Ort der Heilanstalt zwecks dauernden längeren Aufenthalts sich befindet und dies durch Abmeldung am alten und Anmeldung am neuen Wohnsitz bekundet. A. Nein. 5. Ja.— G. W. 67. 1. Nein. 2. Den Kindern, sofern die Police nichts andres besagt. 3. Die Frau soll versuchen, mit der 6>esellschast direkt eine Vereinbarung zu erzielen. 4. Ja. 5. Nein. — F. 36. Zur Heirat bedürfen die Brautleute ihrer Gcburtszeugnisse, der Bräutigam seiner Militärpapiere und die Braut, falls sie noch nicht 21 Jahre alt ist, der Genehmigung ihres VaterS.— A. W. 68. Nein, nur die noch nicht 15 Jahre alten vaterlosen Kinder haben einen Anspruch aus Rückerstattung der Hälfte der für ihre verstorbene Mutier verwendeten KIcbcmarkcn.— 100 H. 31., Köpenick. Die Frau kann zunächst nur aus Wiederherstellung des ehelichen LebcnS klagen.— Zl. W., O. K. 18, Ge- »osse 80. Ja.— H. Z. 13. An die Offenbacher Krankenkasse soll die Bewcffende sich wenden.— Zlmberg 1. Die Klage könnten Sie mit Aus- ficht auf Erfolg erheben. Ob die Mühe usw. lohnt, mögen Sie selbst ent- scheiden.— G. St., Muskau. 1, Nur der Besteller, nicht der Verein hastet. 2. Ja.— G. Richard. Ein ohne Entgelt geladener Kreis von Personen, der kein öffentlicher ist, hat keine polizeiliche Genehmigung nötig. — I. T. 2. 1. Falls ein JahreSvcrtrag vorliegt, käme der Knecht mit der Klage nicht durch. 2. Gegen den Fahrradhändler kann vom Vormund auj Rücknahme des Rades und Rückzahlung des Geldes geklagt werden. 3. Ob und welche Ansprüche gegen den Bauern geltend zu machen sind oder ob dieser Ansprüche insbesondere aus Rückkehr in den Dienst hat, läßt sich ohne mündliche Rücksprache mit dein Knecht selbst nicht sagen.— K. G. Nach S 70l des Bürgerlichen Gesetzbuches hat der Gastwirt, der gewerbsmäßig Fremde zur Beherbergung ausnimmt, sür seine Forderungen für Nahrung und andre dem Gaste zur Befriedigung seiner Bedürfnisse gewährte Leistungen ein Pfandrecht an den mitgebrachten Sachen des Gastes, so weit diese nicht unpfändbar sind. Wer unpsändbare Gegenstände, z. B. not- wendige Kleider sortnimmt, kann wegen Nötigung strafbar sein. Ebenso kann ein Gast, der nicht zahlt, wegen Betruges(Zechprellerei) ftrasbar sein. — Strafbar Süd. Der von Ihnen geschilderte Thatbestand enthält nicht die Merkmale eines Betruges.— M. R. Nein.— Oswald in Görlitz. a) Ja. b) In 5 Jahren, c) und d) Ja. e) Der Geschädigte ist zu nichts verpflichtet. Zl. B. 17. 1. EhescheidungSgrüude sind: Ehebruch, Bigamie, wider- natürliche Unzucht, nach dem Leben Trachten, bösliche Verlassung(jedoch nur, wenn nach rechtskräftiger Verurteilung zur Herstellung des ehelichen Lebens ein Jahr lang dem Urteil keine Folge gegeben ist oder wenn die Vorausictzuugcn einer öffentlichen Zustellung mindestens ein Jahr lang gegen einen von der häuslichen Geineinschast böslich sich fernhaltenden Ehe- gatten bestehen), mwdestens dreijährige aussichtslose Gejsteskrankheit und endlich der allgemeine Grund, dag durch schwere Verletzung der durch die Ehe begründclen Pflichten(z. B. grobe Mißhandlung), oder durch ehrloses oder unsittliches Verhalten eine so tiefe Zcrrülwng des ehelichen LebenS oerschuldet ist, daß dem Ehegatten die Fortsetzung der Ehe nicht zugemutet werden kann. 2. Der Ehescheidungsklage muß ein Sühnetecmin(beim Amtsgericht) vorangehen. Nach fruchtlosem Verlaus des>sühnetermins ist die Eheschcidungsllage durch einen Rechtsanwalt beim Landgericht ein- zureichen. 3. Der Kosteiwmitt richtet sich danach, wie hoch das Gericht das treitobjekt sestsetzt. Es kann das Streitobjekt zwischen 20V und 50 000 M. festgesetzt werden. Bei Festsetzung in Höhe von 200 M. betragen die Ge- janitkoften erster Instanz etwa 100 M. Eine Ehescheidungsklage dauert etwa sechs Monate bis zwei Jahre. 4. Der von Ihnen geschilderte Fall berechtigt zu einer Ehescheidungsklage mit Aussicht aus Ersolg, wenn die Klage inner- halb sechs Monaten nach der Mißhandlung eingeleitet wird. Die Antwort auf die weiteren aus dem Ehescheidungsrecht gestellten Fragen wollen Sie in dem dem„Arbeiterrecht" beigefügten Führer Seite 71—81 nachlesen. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. G. F. 62. 1. 639 Marke». 2. 140 M.- W. Nr. 00. 1. Ein ge. mciilschajtlichcs Testament kann wie jedes Testament eigenhändig errichtet (von Ansang bis zu Ende selbst ge- und unterschrieben und datiert) oder zu Protokoll dem Gericht oder Notar erklärt oder in der Art errichtet werden, daß man das Testament mit der Erklärung, die? enthalte den letzten Willen, dem Gericht oder dem Notar übergiebt. 2. Die Frau kann selbst klagen. 3. Eine Ausciiiandersetzung mit den Kindern muß vor der zweiten Ehe stattfinden.— C. Görlitz. Wenn die Mängel der Wohnung diese nach An- ficht des Richters unbrauchbar machen oder gesuiidheilsgesährdcnd sind: ja. — K. 2. 0» Streitende Gäste. Nein.— W. L. 10. Sic müssen sich an das Vorinundschaftsgericht mit dem Antrage um Erteilung eines Aus- einandersetzungsscheincs wenden. Ztzur den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortnng. Udeater. Dienstag, den 21. April. Ansang 7>/, Uhr: Opernhaus. Der Freischütz. Schauspielhaus. Die Vchloßherrin. Deutsches. Moima Vanna. Berliner, lieber unfre Krast. Lessing. Die Jüdin von Toledo. Neues. Die Kreuzelschreiber. Residenz. Lutti. SSesten. Die Glocken von Corne- ville. Central. Clo-Clo. Thalia. Der Posaunenengel. Ansang 8 Uhr: Schiller O.(Wallner- Theater.) Don Gil. Schiller fit.(Friedrich-Wilhelmstädt. Theater.) Der ledige Hos. Belle-Zllliance. Pick und Pocket. Carl Weist. Der Liebe Gebot. Buntes. Die umkehrte Freit'. Hockenjos.— Eglantine und Lysiart. Luiie». Berlin, wie eS weint und lacht. Kleines. Nachtasyl. Triano». Die Notbriicke. Castno. Elternlos. Fritzchen und Lieschen. Specialitaten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Der Gesindeball. Specia- litäten. Wintergarten. Svecialitäten. Reichshallen. Stcltiner Sänger. Passage-DHeater. Spccialitäten. Palast. Die neueste Richtung. Spccialitäten. Urania. Taubenstraste 48/40. Im Hörsaal abends 8 Uhr: Photo- graphie in natürlichen Farben (durch Wald und Flur). Um 6 Uhr im Theater: Aus dem Haushalt der freien Natur. Jnvalidenstraste 87/62. Stent- warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr._ Thalia»Theater. Dresdenerstr. 72/73. Täglich 7'/, Uhr. Ver ftsannen-Sngel. Ausstattungspoffe mit Ges. und Tanz. Tanzparadlcn. Artisten-Revue. Thielscher als Spreewälder Amme. sonntagnachmittag 31/, Uhr: Charleps Dante. Zentral-Theater Dienstag, den 21., Mittwoch, den 22., Donnerstag, den 23. April, abends 7'/, Uhr: (Zrafin Pepi. Operette in 3 Akten von Job.«trauß. Freitag, abends 7'/, Uhr:'Abschieds- Vorstellung: Clo-Clo. Operette in 4 Akten v. Ferd. Pagin. Sonnabend, abends 7'/, Uhr: Zum erstenmal: Chmes!»ehs Flitterwochen. Urania. Taubenetrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Photographie in natürlichen Farben(durch Wald und Flur). Um 6 Uhr im Theater: Ans dem Haushalt der freien Natur. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Gastans Panoptikum. Frlcdrlchstr. 163. Mit seinen weltberühmten 0V Wachsfiguren'MI u. unzähligen andren Sehenswürdigkeit., Kunstschatzen etc. Gr. Promenaden-Konzert. Neu! Cleo Otero, die interessante Bauch- und Sandmalerin. ((im rjthla,d hSrao jinthropos, Und vieles andre. �_ Passage-Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Oskar Klein (Tyll Eulenspiegel). Cake'Walk der echten Louisianas. Ganz Berlin zerbricht sich schon den dritten Monat den Kopf über Q A! die schwebende Jungfrau! Trianon-Thealer. Gcorgenstraße, zwischen Friedrich- u.UniversitätSstraße. AbendS 8 Uhr: Die Notbrücke. Lustspiel in 3 Akten von Fred Grssac und Francis de Croiffet. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Die Liebesschaukel.__ Bernliaril te-Ilieater-Eiisenitile Stadt-Theater, Alt-Moatalt 47/49. DtcnStag, den 21. April: Historisches Schauspiel in 5 Akten von O. v. Ncdwitz. IM- Ansang 8 Uhr. Donnerstag: Onkel Brasig. Schiller-Theater. Schlllev-Thcntcr O. (Wallner-Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Don Gil. Komödie in 4 Alien von Fr. Adler. Mittwochabend 8 Uhr: Dqu» ledige Hof. Donnerstagabend 8 Uhr: Die guten Freunde. Scblller-Theater N. (Friedrich-Wilhclmitädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Der ledige Hof. Schauspiel in 4 Alten v. L. Anzengruber. Mittwochabend 8 Uhr: Der Frodelzandidnt. Donnerstagabend 8 Uhr: Die Braat von Hentaina. Residenz Theater Direktion: Sigmund Lautenburg. Abends 7'/, Uhr: I.Httl(Loute). Schwank in 4 Akten von Pierre Peber. Morgen und solgendeTage: I-ntti. Sonntagnachmittag: Seine Kammerzofe. 3ßUe-Änce- Theater. Allabendlich 8 Uhr: „?ick und f ecket". Schwank m. Ges. u. Tanz in 3'Akten. Schlager des 2. Aktes: Im Sonnenbad. Oer Ouncancan. Cip- Donna Juana. Cake Walk. Massage-Terzett_ Cip. Kleines Theater. Unter den I-inden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Neues Theater Schllfbauerdamm 4a— 5. Anfang 71/, Uhr: Die Kreuzelschreiber. Mittwoch: Pelleas und Melisande. Carl Weiss-Theater. Groste Frankfurter- Straste 132. ■MT* Letzte Woche!"TBL Der Liebe Gebot. Ansang 8 Uhr. Morgen: Der Liebe Gebot. Sonnabendnachm. 3 Uhr: Kinder- Vorstellung: Hansel und Gretes. KrswelkbieMen Theater u. Varitti Kommandanten- Straße 77/79. Direktion: Varl Haverland. Thglich; Gr. Vorstellung. Da« groMMe amüsante April-Programm. Nur allererste Kunstkräile. Ansang der Vorstcllimg 8 Uhr. Jed.Soiniabcnd, Sonntag U.Mittwoch nach der Vorstellung: r�firie.-mi i Luisen-Theater. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Hamlet. Donnerstag: Die Maschinenbauer von Berlin. Freitag: Zum erstenmal: Eine seste Burg. Sonnabend: Die Geier-Wally. Lunte« Theater. Köpnlekerstrasse U. Eglantine und Lysiart. Die umkehrte Freit. Hockenjos. Mit g 1 a n z e n d e r Ausstattung. Zum 100. Male; Neuestes! Allerneuestes! Revue in 5 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Victor Holländer. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Denry Bender. Frld-Frid. Flora Siding. Wlni Grabitz, 300 Mitwirkende. Im dritten Bild: Eine Sitzung bei Anna Rothe. Grandioses Ballett. Anfang 8 Uhr. — Rauchen überall gestattet.— Apollo-Theater. Täglich mit stürmischem Beifall Gesindeball, leusÄ mit d. Spiritist. Anna Rothe-Parodla. Ferner; 4 Madcaps.— Donatellls. Hein. Blank.— Cake-Walk.— Seidoms. Kilianys leb. Bilder.— Kosmograph. Palast-Theater Burgstraße 22. Früher: Feen-Pälast. MD Neu insceniert."MU 8-/, Uhr: Wr iifiifdfiüiiilmio. Orig.-Schwank in 3 Akten von Dr. v. Schweitzer. Alle Specialitaten neu! Miss Mary, Ehansonnette. Anita Stoer, mus.-cguilibr. Sport-Akt. Miss Darneil, athletische Spiele. Mlle. Faia Fatau, Hanse lumineuse. Ansang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Casino s Theater .-• Lothringerstr. 37. Neui Elternlos. Dir. Berg— Lilli Behle als Cakewalk- Tänzer. Fritzebon u. Ueschcn etc. Ansang 8 Uhr, Sonntags 7'/, Uhr. Reichshallen. Panlzer Brothers, Akrobaten. Ralph Johnstone, Bicyclist. She, die 4 Elemente. Renee Oebauga, Kalcidoscop-Tänz. Hoshi Tokio, Japanertrnppe. Charlotte Kara, CreolischeSängenn. Bachus Jacoby, Humorist. Los Pmanfalos, Französisches Gesangs-Quartett. JIlln.5Hette,Par. Strassensäng. Fa Belle Toledo, Span. Tänz. Harry Houdml,K&Ä. Da« Fest d. Lncullus, Ballett. Der„Biograph", Etablissement Buggenhagen| am Horitzplatz. Jeden Tag; MiMr-Kilffttt. Donnnerstag, Sonnabend, Sonntag 1 im Kaiser-Saal: Tanz. ttf Von Ende Zlpril ab wird das berühmte Orchester d. Signor| Vlnconzo Ferrara konzertieren. Direktion: Robert Dill. Brnnnenstraase 16. Ein ehrlicher Makler. Ansang 8 Uhr: Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Sevelli V. Gedveliler. £*anss<>n«K. Donnerstag, SonNtag und Montag: Hoflbnann» Mdeutsehe Sänger. Nach der Vorstellung: Tau;-Kriinrchen. VercinSbillcts gültig, Konlgstsilt-Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexandersir fiinr kurze Zeit! Hadame I.atonre, die fesche Französin. Vollmer-Trappe. Der Bürgermeister von Tippeiskirchen. Reichhaltige Auswahl 5 und 6 Pfeumg-ssigarren, garantiert rein überseeische Tabake. Fmil Hilftchcr, Ackerstr. 97/98, Ecke Gartenstraße Kran;- und Slumenbiuderei von«oder! Me�er, nur Mariannen-Straße 2. VerelnS-Kränze, Palmen- u. Blumen- Arrangements, BouquetS, Guirlandcn usw. werden sein u. preiswert gelicscrt. Ii ritt in! Unverfälscht. Deutscher IJUUll). Bienenhonig, best. Oualit. 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Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Er- gänzungswahl des Vorstandes. 3. Vortrag des Stadtv. Dr. Friedeberg. I. Diskussion. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 242/20 Uni zahlreichen Besuch ersucht Der 5 Der'A erstand. Soeiatdemohratisetier Wahlverein {. d. 4. Berl. Beichstags-Wahlkreis(SO.). Dienstag, den 21. April, abends 8'/, Uhr, in Sanssouci, Liottbnserstraste 4a: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. 2. Vortrag des Genossen Kaliski über:„Eine reaktionäre Masse«. 3. Diskussion. 4. Vereins- Angelegenheiten.— Mitgliedsbuch legitimiert. 242/18 Zahlreichen Besuch erwartet_ Der Vorstand. Soeialdemohratiseher Verein im 5. Berliner Beiehstags- Wahlkreise. Tonnerstag. den 23. April. 81/: Uhr, im Alten Schützenhanse, Linienstrasie 5: Generalversammlung. Tages-Ordnung: 1. Vorstands-, Kassen- und Revisionsbericht. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Bericht der Vertrauensleute, Preß-, Lokal- und Agitationskommission. 4. Wahl von drei Delegierten zur preußischen Parteikonscrenz. b. Partei- und Vereinsangelcgenheitcn. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. ST stiitldM WhlbitM» d» Krrisr« � befindet sich im Ile5tsur»vl Otto Qiintzel, Amt III, 1296, I. Eingang: Rosenthalerstr. 57. 2. Eingang: Gormannstr. 28. gD- Vorläufig geöffnet: Wochentags von 10 Uhr an. Sonn- tags von 11> bis 1 Uhr vormittags."MG 245/7» Jede au! die Wahl oder den Verein gewünschte Auskunst wird dort gern erteilt._._ VI. Wahlkreis. Donnerstag, den 23. April, abends 81/, Uhr, im„Feldschlöftchen«, Müllerstr. 142: Uolks Uersammlnng Tages-Ordnung: 1.»Welche Antwort giebt das deutsche Volk den Zollwucherern?" Nesercnt: Genosse Ströbel. 2. Diskussion. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein 219/7 Der Vertraaensmann. Berlind und Umgegend. Mittwoch, den 22. April, abends Punkt Sll2 Uhr, in den Borussia-Sälen, Ackcrstraße(5—7: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Mrechnung vom 1. Quartal 1903, sowie Bericht der Revisoren. 2. Berichterstattung über die EinignngS- dlung und weitere Stellungnahme zu derselben. 3. Wahl eines Revisors. 4. Vereinsangclegeuheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. ttV Mitgliedsbuch legitimiert.~UHI Der Torstand. 129/9 Deutsciier Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Rixdorf. Mittwoch, 22. April, abdS. 81/, Uhr, bei Thiel, Bergstr. 151/152! Genernl-Versinnmlnng. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Bericht der Verwaltung. 2. Mal seier. 4. Verschiedenes. 81/3 Mitgliedsbuch legitimiert.-WE Um pünttliches und zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. CeiSuIoid-Brlieiter und-Brbeiterinnenl (Kammmacher, Stockarbeiter, Galanterie-Arbeiter, Celluloidpresser und alle in der Kartenbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen.) Mittwoch, den 22. April, abends 8 Uhr. in Cohns Feftsälen, Bcnthstraste iiS(grofter Saal): Oeffeniliche Versammlung aller in Celluloidfabrilen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages-Ordnung: 1. Bericht über das Resultat der stattgesundcncn Verhandlungen mtt den Fabrikanten aus Grund des Beschlusses der Versammlung vom 25. Februar. Berichterstatter Kollege Hildebrandt. 2. Diskustion. 3. Verschiedenes. Für die Galanterie- und Karten brauche: Der Deutsche Buchbinder-Verband (Zahlstelle Berlin). Für die Sektionen der Kammmachcr und Stockarbeiter: Der Deutsche Holrarheiier- Verband (Zahlstelle Berlin). 81/5 Stukkateure! Die Sammlung zur Füllung nnsres Streikfonds, für welchen jeder arbeitende Stukkateur 30 Pfennig pro Tag beizutragen hat, wird in der Weife erfolgen, daß von jeder Werkstelle refp. jedem Bau ein Delegierter Listen empfängt, auf welche die Beiträge verzeichnet werden. Es niuß die Ablieferung des Geldes am Sonnabend, spätestens bis Montagabend erfolgen, wofür der Ueberbringer die Anzahl der zu klebenden Streikmarken empfängt und dieselben zum Einkleben ins Berbandsbuch an jeden abliefert. Kollegen I Zeigt, das es Euch ernst mit unserin Vorgehen ist, indem Ihr Euch regelmäßig an den Samnilungen beteiligt. 1,3/10 Die Streikkommission. Bauhandwerker I Bauberufe! Laut Beschluß einer am 14. April stattgefunbeuen Versammlung ist mit 537 gegen 19 bei 3 ungültigen Stimmen der aftgemdne Ausstand überall da erklärt worden, wo die Unternehmer unsern Tarif nicht an- erkannt haben. Da schon sofort eine große Zahl der maßgebendsten Firmen bewilligt haben, so wird zu diesem Zweck an alle arbeitenden Stukkateure eine WM" rote'MW Arbeitsberechtigungskarte ausgestellt, welche mit dem Stempel des Centralverbandes der Stukkateure Deutschlands(Filiale Berlin) versehen ist. Wir ersuchen olle Bonbernfe. in üblicher Weise jeden arbeitenden Stukkateur an seine Pflicht zn erinnern, damit unser Borgehen in wenigen Tage» ein erfolgreiches ist. _ Die Strcikleltnng. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Morgen, Mittwoch, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel>User 15: Vertrauensntänner- Versammlung sür sämtliche Bezirke und Brauchen. Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Bericht über den Stand des Maschinen- arbeilerstreiks und die Zlussperrmigsbeschlüsic der„Holzindnsttiellcn". 2. Werkstattstreiks»nd Differenzen. DW- Mitgliedsbuch nebst Karte legitimiert, Jede Werkstatt entsende Delegierte. Die Drlorerwailung. Mittwoch, den 22. d.M., abends 8 Uhr, im GewcrkschaftShanse(Saal 7): öfAueltell-VerLiUMhuig der Parkeltleger. TageS- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten VHtz Znbell über: «Tie Holzzölle, wie dieselbe» sich»ach dem«ene» Zolltarif gestalte» und die Eiiitvirknng derselben nnf die gesamte Holzindustrie-. 2. Brancheii-Aiigelcgenhciten und Verschiedenes. 3. Stelluiigiiahine zum>. Mai. Ausgabe des neuen Statuts des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheincii ersucht Der Obmau». Verttaitd der fortefeuüler und Bedergalanterie- Arbeiter Beutsehl. - Zahlstelle Berlin. Mittwoch, 22. April, abends'/z9Uhr, bei Graumann, Naunynstr. 27: Kenve'al-Vansammlung. � Tages-Ordnung: 1. Bericht der OrtSvcrwaltuiig, des Kassierers, Arbeitsnachweises, Agltatloiiskoiniuission, RechtSschud-Kommissio». Fünszehner-Kommission. 2. Ersatzwahlen zum Ausschuß, zur AgiiationSkommisston und Arbeitsnachweis. 3. Anträge. U. a.: die Bewilligung einer Entschädigung an Vorstands- Mitglieder; Einsührung einer Rctsc-Nnterstützuug sür Berlin. 4 Stcttnnguahme zu einem event. Berbnndstage»nd Anträge Berlins dazu. 5. VerbandSaiigclegciihciten und Verschiedenes. Kollegen I Die TnncSordiiung ist diesmal eine derartig reichhaltige, daß wir lim zahlreiches Ericheiiien ersuchen müssen. Mitgliedsbuch le�it' der zum 109/4 > t i m i e r t.-ME le Ortsvcrwaltnng. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Verwaltnngsstelle Berlin. Bureau; Engel-User 15, Zimmer 1—5.— Fernsprecher: Ami VII, 353. Mittwoch, den 22. April 1903. abends 8-/- Uhr: Unfiimlniig der itiimMtn ökiiiilhc bei VUinann. Brnnuenftrafte 188. Tages-Ordnung: 1. Das Koalitionsrccht der Arbeiter in Theorie und Praxis. 2. Dis- kussion. 3. Verbandsangelegciiheitcn. Mittwoch, den 22. April 1903, abends 8l/2 Uhr: Kmihrnmltiiniiiliiiiz d. tflrlitromontfiitc im Gewcrkschnftshanse, Engel-Ufer Nr. 15, Saal VUI. Tages-Ordnung: l. Vortrag des Geiiosscn l.inlc über:»Die Unfallversicherung." 2. Diskussion. 3. VerbandSaiigelegenheiien. Mittwoch, den 22. April li>«3, abends 81/» Uhr: Tenmlgng öer Gilil- wi inttr ni«W. Dresdener Garten", Dresdeuerstr. 45. Tages-Ordnung: l. Vortrag des Herrn Dr. Slemsehiieidor. 2. Diskussion. 3. Verbands- angelcgenhettcn." 115/13 Recht zahlreiches Erscheinen erwartet_ Die Ortsverwaltung. Ächtung!~ Allznrcichcr Kindersegen! Achtnng! Mittwoch, abend/PMkt K'uhr'w de» Kttmboldt-SälkN, in Berlin'S., Hufstten-Straste Nr. 40: Vortrag von Frau A. Dickel, pratt. Naturheilkundige, Trauen- über allerlei Schutzmittel, wann sind dieselben nicht nur zu empfehlen, sondern geboten? Fragc-Beantwortung.— Eintritt sür Mitglieder srei, Gäste zahlen 20 Ps. Der Vorstand des„Naturheilvereins Charlottenburg-Berlln"(1180). Orts-Krankenkasse der Strumprvirksr. Ordentl. General-Versammlung am Donnerstag, 30. April, ab. 81/2 Uhr, in Feinds Lokal, Weinstasie 11. Tages-Ordnung: 1. Rechnungslegung für 1902. 2. Bericht des RechnuiigS-PrüfungS- ausschusies. 3. Beschlufisasfung über die Erteilung der Decharge sür den Rcndantcii. 4. Verschiedenes. Um pünttliches Erscheinen der Delegierten ersucht 273/1 Der Vorstand. Orts-Krankenkasse der Dienstag, den 28 abends 8'/, Uhr, Im GewerksctiaNshanse, Engel-Ufer 15: I. ordentl. Generalversammlung pro 1003. Sämtliche Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kassenmitglieder werden hierzu«rgebenst eingeladen. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht pro 1902 und Ab- nähme der JahreSrechmmg. 2. Ver- schicdenes. 791b Berlin, den 20. April 1903. Der Vorstand. I. A.: M. Stuhlmunii, Vorsitzender. Brucli-Polliiiann cnipsichlt sein Lager in Sruohtiandagen, Leibbinden, Geradehaiiern, Spritzen. Suspensors, sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. DW Biene Werkstatt. Licserants. Orts-».HilsS-Krankenkassen. Berlin C., 10732* 30. Lirmu- Straße 30. XB. Alle Bruchbänder mit elastischen Belotten, angenehm und weich am Körper. Alhert Bosenhai» s moderne Kauallsrkette in ganz neuer Ausführung mit IS'/sknr. Gold im Feuor vergoldet, unter fünfjähriger schriftlicher Garantie. 1298L* Herren- ISB' /• Doppelkctte-l-'*-* �*9• Mod. lange IBH' A Kdk Dainenkctte-L"®-« Albert Rosenhain Berlin SW., Leipzigerstr. 73/74 Grösstes Kaufhaus„neuhinen-. Gr. illustr. Preisliste gratis ,7.(ranco. Stempel- von Fabrik [10712» Robert Hecht, Berlin Crnuicuftr. 142. liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester Ausführung. Kautschuk- Type»„Perfekt" zum Zusammensetzen einzelner Wörter sowie ganzer Sätze von 1,50 M. an. 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Der so überaus wichtigen Tagesordnung wegen erwarten wir das Er» scheinen aller. 251/2 Die Elnbernferin; Frau R o s e n st e n gel, Barnimsir. S. Verdanü üer 8sttler. Ortsversvaltuag Berlin. Bureau: GewerfschastshauS, Eiigcl-User 15, Zimmer 30.— Fernspr. VII, 1VS9. Dienstag, den 21. April er., abends 8'/» Uhr: Mitglieder-Versammliing der Militär-Branche in den Arminhallen, Kommniidautenstr. 29. Tages-Ordnung: 1, Unsre Forderungen und die Antwort der Fabrikanten. 2. Verschiedenes. MDP- Kollegen! Bei der ausserordentlichen Wichtigkeit dieser Tagesordnung ist das Erscheinen Aller dringend notwendig.-ME 156/20_____ Die Ortsvcrwaltnng. «nd I nger kompletteren t yctDIilK Wohnungs- Einrichtung[* Julius Apell, Skalitzerstr. 6,am?hörbuser Mähet- Wohin machen wir diesen Sommer u»sre Zandpartie? M„Tesstiotvs Volksgarten' Hakenteide bei Spandau romantisch am Spandauer Stadtwald �gelegen. 3000 Personen fassender schatttacr Garten� Neugelegter Parkett-Saal. 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Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters Karl Ruez sagen wir dem Personal der Firma Oaussniann und dem Verein Berliner Buchdrucker und«christgiesser unsren herzlichsten Dank. Die trauernde Witwe 782b nebst Tochter._ t, UM. IS. JMcu eröffnet! JSF JSP 14. Verkaufsstelle der Tabakarbeiter- Genoffenschaft Hamburg. aus meinem über- i �11 seeischen Tabak. H. IVeft, Jlclctancnflt. 6. ist anerkannt die feinste rflanzenbntter. Palmin wird hergestellt aus ausgesuchten Kokosnüssen und ist frei von jeglichem Geruch und Geschmack. In der Verwendung beim Backen, Braten und Kochen ist Palmin gleich vorzüglich wie Butter, aber viel billiger als diese. Preis pro Pfund 70 Pf. f49L* Man achte genau auf die Original- Etikette „PALMIN"; Nachahmungen sind oft wortlos. Zu haben in Delikatessen-, Kolonialwaren- und Buttergesohäften. 7786 Geschäftsstelle der„Neue» freie» Bolksbahiie". | Verlag von Mitscher de Röstell, Berlin W., Jägerstr. 61 a. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben unvcrgcsslichen Mannes Rrast Gruss sagen wir allen Verwandten, Freunden mid Bekannten, sowie den.Herren Gebr. Bolzani und sämtlichem bei der Finna Bcizanl bcschästigicn Personal, insbesondere den Sängern der Gc- sang- Vereine„Norriwacht" und „Weddinger Harmonie" für den schönen Gesang, ferner Herrn Idanasse für die trostreichen Worte unsren herz- lichslen Dank. 13012 Tie trauernden Hinterbliebenen. Berliner Spar- und Banverein. Eingetr. Genossensch, m. b. Haftpflicht. Aus die Tagesordnung unsrer am 26. April 1903 stattfindenden Generalversammlung wird noch der Antrag von einem Zebntcl d. Genossen gesetzt: Acndernng der tzß 22, 23 u. 33 des Statuts. 780b Der B orstand. L Schmidt. Ernst Roscher. spottbillig für elegante i Herronanzüge, Paletots, ' Kinder-Anzüge usw.* Koch& Seeland, Berlin C, Roßstr.2. Deutscher Metallarbeiter-Verband (Verwaltungsstelle Berlin). Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der chirurgische Jnstrmnentcnmachcr Capelan Hieger am 17. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Diens- tag, den 2t. April er., nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des Scbastiankirchhoses in Rcinickendors, Humboldtstrasse, aus, statt. Rege Beteiligung erwartet 115/12 Die DrtsverwaUung. Todes-Anzeige. Allen Bekannten die traurige I Nachricht, daß mein lieber Mann, | der Hutmacher und Schankwirt «lax 8ebvegerle nach schweren Leiden am 19. d. M. sanft entschlafen ist. DieBcerdigung sinket Mittwoch, den 22. d. M., nachm. 4 Uhr, von der Charit« nach dem Charitö-Kirchhos statt. Die trauernde Witwe Elisnlietll Schwegerle. CentralvereiD aller in der Hut- branebe beschäftigten irheiter und Zlrbeiteriuuen (Filiale Berlin). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege «ax Schwegerle nach langen Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. April, nachmittags 4 Uhr, von der Charitö aus nach dem Charitö-Kirchhos statt. Um rege Beteiligung ersucht 294/1 Der Vorstand. MggelseklSssehen. Gesellschasten, Vereinen und Fabriken empfehle mein zu Landpartien vorzüglich gelegenes Etablissement unter conlantesten Bedingungen. Säle und Hallen für circa 3000 Personen. Garten imd zugehörender Waid circa 60 000 Personen. A. Fndrigat. Blutarme, schwächliche und genesende Personen trinken Santa Rosa feurig süsser Rotwein a Fl. 1,40 Mk. oder 816L» �rikanischen ßlutraein kräftiger, herber Rotwein a Fl. 1,25 Mk. Käuflich in allen durch Plakate kenntlich gemachten Niederlagen von Hermann Meyer& Co., Wettstrasse 11/12. BMF* Bandwürmer 4M mit.Kopf, frisch in Spiritus event. Wasser lausen a Mk. 2,00 Clnnaea, Invalldenatr. 105.* pfiitfdjrr Tabadarbkiter- Uerliaud. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser 2. Bevollmächtigter und langjähriges, treues Mitglied, der Cigarrenarbestcr .Julius Rabe a» der Berufskrankheit am 13. d. M. sanst entschlascn ist. 187/6 Die Beerdigung findet am Diens- tag, den 21. d.M., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle der Freireligiösen Gemeinde, Pappel.ZIllcc, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Drieverwallumi Berlin. Uanksiagnng. Für zahlreiche Beteiligung an der Beerdigung meines lieben Vaters sage allen Freunden und Bekannten, ms« besondere den» Rauchklub.Kernjpitze meinen herzlichsten D 133b dank. Ernst Oehlschllger. Danksagung. Hiermit sagen wir unser« herzlichen Dank für die Beteiligung und reiche Kranzspciide bei der Beerdigung misreS lieben KindcS Käthe. 7S6b A. Lutterbilse und Frau. Kleine Anzeigen. Wi Jm f_ d Anzeigen in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstr. 69, bis 4 Uhr angenommen, •sie 2 rdsn Hn m Verkäufe. Schankgeschäft verkäuflich, Ge- leocnhcit, wegen Uebermahme emcS Bahnbos-ResiaurantS. GörlitzcrUs«r35. Tchirwgeschdft. 15 Jahre de stehend, verkäuflich Fürstcnstraße lt. 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Dritter Wahlkreis. Heute Dienstag, den 21. April, abends Sl/s Uhr, im großen Saale des GeloerkschastshauseS, Engel-Ufer 1ö: Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: Bericht und Abrechnung vom 1. Quartal. Vortrag des Genossen Dr. Borchardt: SocialiSmus und Genossenschaftswesen. Diskussion. VereinS- angelegenheiten.— Mitgliedsbuch legitimiert. Für Damen ist die Galerie reserviert. Zahlreicher Besuch erwünscht. Der Vorstand. Schimeberg. Heute, Dienstagabend, bei Obst, Meiningerstraße 8: Gcneralversannnlung des Wahlvereins.— Frauen haben Zutritt. Der Schmargendorfer Wahlverem hält heute. Dienstagabend 8Vs Uhr. im Saale des„Wirtshaus Schmargendorf" eine außer- ordentliche Versammlung mit einem Referat des Genossen S t ü b l i n g über„Jnteressenwirtschast und Politik" ab. Die Genossen werden ausgefordert, zahlreich zu erscheinen und für guten Besuch durch Gäste, auch Frauen und Mädchen, zu sorgen. Segment ist eingerichtet. Billcnkolonie Grunewald. Diejenigen Parteigenossen, welche in der Kolonie ihren Wohnsitz haben und mit den örtlichen Verhält- nissen vertraut sind, werden dringend gebeten, sich für die Agitation zu den ReichStagSwahlen zur Verfügung zu stellen und den Unter- i.eichnetcn mit Rat und That zu unterstützen. Bei der 1808er Wahl ind in der Kolonie 8>/z Proz. aller Stimmen aus unfern Kandidaten abgegeben, bei reger Agitation muß eine Bermehrmig möglich sein, Der socialdemokratische Wahlverein in Schmargendorf. I. A.: Paul Gutbier, Brcitcstr. 44 l. Britz. Heute Dienstag, den 21. April, abends 8>/z Uhr, findet in Kaps Gasthof zum Lindenpark, Chausseestraßc 18, eine Volksversammlung statt. Tagesordnung: Die bevorstehende Reichstags- wähl. Referent: ReichStagS-Abgeordneter F. Zubeil. Weißensre. Mittwoch, den 22. April, abends 8'/z Uhr. öffent- liche Wählerversammlung. Referent der Kandidat dcS Kreises Genosse Stadthagen. Thema:„Die bevorstehenden Reichstags- wählen." Diskussion. Die Wähler werden ersucht, vollzählig zu er- erscheinen. Auch die Frauen sind dringend eingeladen. Pankow- Nicder-Schönhausen. Heute, Dienstagabend 8'/., Uhr, öffentliche Versammlung im Lokal Boczycki, Kreuzstraße 3—4. Genossin E. Ihrer spricht über:„WaS erwartet die arbeitende Bc- völkernng von den ReichStagSwahlen." Reger Besuch, besonders von den Frauen, wird erwaptet. Ober-Schö»eweide. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet am Mittwoch, den 20. April, bei Kaufholt statt. Die Ab- rechnung der Urania-BillctS bis, dorthin wird dringend gewünscht. '•_ Der Vorstand. Lohales. „Die redseligsten Stadtväter." Zu Beginn jedes Jahres wird vom Bureau der Stadtverordneten- Versammlung aus den stenographischen Berichten der Sitzungen des abgelaufenen Jahre» eine Rednerliste ausgezogen, die den Stadt- verordneten gewöhnlich im März oder April zugeht. Alljährlich pflegt sich dann ein„Statistiker" einzustellen, der aus dieser Liste herauszählt, welche Stadtväter im letzten Jahre die„redseligsten" »varen. Und alljährlich findet sich auch immer Ivieder eine Reihe von Blättern, die auf diese„Redestatistik" hineinfallen und sie gut- gläubig veröffentlichen. Da wir gerade bei Laune sind, so wollen wir uns und unfern Lesern den Spaß machen, den„Redestatistiker" einmal bei der Arbeit zu beobachten. Die Rednerliste nennt die Stadtverordneten, die im Laufe des Jahres das Wort ergriffen haben, und giebt die Seiten an. auf denen man in den Berichten ihre Ausführungen zu suchen hat. Unser Statistiker zählt nun einfach l>ie Seitenangaben und zieht daraus den Schluß, daß die einzelnen Stadtverordneten so und so viel„Reden" gehalten haben. Im Jahre 1902 war nach seinen Feststellungen, die wir der„Berliner Zeitung" entnehmen, der „redseligste unsrer Stadtväter" der Stadtverordnete Singer, der „74 mal das Wort ergriff". Stadtv. Cassel„glänzt an zweiter Stelle mit 72 Reden". Stadtv. Wallach„sprach 68 mal", Stadtv. Hugo Sachs»ergriff 68 mal das Wort", Stadw. Stadthagen»sprach 33 mal" usw. Wer alle diese.Reden" in den stenographischen Berichten auf- sucht, der wird aus dem Kopffchütteln nicht Herauskommen. Von Singers 74„Reden" sind genau die Hälfte Bemerkungen zur Gc- schöslSordnung, die nur wenige Sätze, oft nur wenige Worte ent- halten. Wenn Singer z. B. auf S. 169 erklärt:„Herr Vorsteher, ich nehme den Antrag auf", so wird ihm dieser Satz in der Redner- liste gebucht und von unsrem Statistiker zu den„Reden" gezählt; oder wenn Singer S. 367 sagt:„Ich beantrage die namentliche Ab- stimmung über den Schlußantrag", so wird in der Liste die Zahl 357 notiert und eS ist wieder eine„Rede" mehr vorhanden. Drollig ist, daß dieser Statistiker manche Reden und Bemerkungen doppelt und dreifach zählt, weil er nicht weiß, daß bei Unterbrechungen durch den Vorsteher in der Liste die Fortsetzung der Rede bezw. Bemerkung meist neu gebucht wird. So wird eine Rede Singers, die auf S. 98 beginnt, auf S. 160 durch den Vorsteher zweimal unterbrochen. Die Liste bucht 98, 100, 100— macht drei„Reden". Geschwindigkeit ist keine Hexerei! Ebenso wird S. 103 eine persönliche Bemerkung Singers"durch den unterbrechenden Vorsteher in zwei„Reden" zerlegt. Unter Herrn Cassels 72„Reden" sind gleichfalls zahlreiche GeschäftsordnungS-Beinerkungen. Wer GcschäftsordnungS-Debattcn kennt, der weiß, daß da mancher leicht in die Lage kommen kann, innerhalb 6— 10 Minuten ein halbes Dutzend„Reden" a 10 bis 20 Worte zu halten. Der Dritte der.Redseligsten". Stadtv. Wallach, verdankt diesen Platz außer seinen GeschäftSordnungS-Bemerkungen noch einem andren Umstände, der dem Redestatistiker ebenfalls uitgangen zu sein scheint. Auf S. 433—436 hält Herr W. vier„Reden" über Beamtengehälter. Er hat nämlich einen Ausschußbericht zu geben, und der Vorsteher läßt über die einzelnen Punkte getrennt berichten und verhandeln. Auf S. 196—198 kommt Herr W. auf dieselbe Weise zu fünf„Reden". Noch über ist ihm darin Herr Sachs, der auf S. 8—20 als Berichterstatter lömal spricht, weil der Vorsteher die Paragraphen einzeln vornimmt. Auf Seite 13 stehen allein drei dieser„Reden". Die Schluß-„Nede" auf Seite 20 ist:„Ich beantrage die Enbloc- Annahme". StadtHagcn„sprach 38 mal". Seite 15 hält er drei, Seite 17 vier„Reden", weil der Vorsteher ihn dort zweimal, hier dreimal unterbricht. Selbst halbe Sätze, die der Vorsteher abschneidet, zählen mit. Sechs„Reden" Stadthagens stehen Seite 13. Schlägt man auf, so findet man eine Rede sowie eine persönliche Bemerkung, aus der durch viermalige Unterbrechung fünf„Reden" geworden sind. Eine dieser„Reden" lautet:„Jawohl, Herr Vorsteher". Für heute lassen wir uns an diesen trockenen Feststellungen genügen. Fortsetzung folgt nächstes Jahr, wenn die»redseligsten Stadtväter" von 1903 durch die Presse wandern. Die Gewerbesteuer- Rolle für das SteNerjahr vom 1. April 1903 bis 1. April 1904 wird, gemäß der Vorschrift im§ 31 dcS Gewerbesteuer- Gesetzes vom 24. Juni 1891, in der Zeit vom 22. bis ein- schließlich 28. April d. I. täglich von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags in dem Bureau der Steucr-Deputation des Magistrats, Abteilung I, Poststr. 16, 1 Treppe, unter Aufsicht der dazu bestellten Beamten öffentlich ausgelegt werden.— Die Einsicht in die Steuer- rolle ist nur den Steuerpflichtigen des VeranlagungS- Bezirkes ge- stattet. Die Wählerlisten für die bevorstehende ReichStagSwahl sollen von Montag, den 13. Mai, ab zur Einsichtnahme öffentlich ausgelegt werden. Die näheren Bestimmungen in betreff der Auslegung der Wählerlisten ftir die sechs Berliner Wahlkreise wird der Magistrat später veröffentlichen. Ucbcr dir Beschaffenheit der Bänke der Gemeindcschulen wird weiter geklagt. Die Verfügung der Schuldeputation, die vor einiger Zeit an die Rektoren ergangen ist, hat leider nicht überall den er- warteten Erfolg gehabt. Im März hatten die Rektoren zum ersten- mal über die halbjährlich von ihnen vorzunehmende Besichtigung der Bänke an die Schuldeputation zu berichten. Es handelte sich be- sonders darum, zu verhüten, daß die Kinder sich auf den ab- genutzten Bänken Splitter einreißen, WaS früher recht oft vorgekommen ist und gelegentlich Kostenersatz-Forderungen der Eltern an die Stadtgemeinde zur Folge gehabt hat. Unsre Vermutung, daß dem Auge des revidierenden Rektors manche ab- genutzte Bank entgehen werde, scheint nicht unbegründet gewesen zu lein. Wir nennen hier die 144. Gemeindeschule in der Gräfestraße. In der ersten Nebenklasse ist eS in den letzten Monaten mehrfach vorgekommen, daß Kinder sich Splitter einrissen, und ein Vater hat sich auch in der Schule darüber beschwert; aber die Bänke prüfen- tierten sich nach den Osterferien bei Beginn des neuen Halbjahres nach wie vor mit all ihren Splittern. Hält der Rektor die Bänke noch fiir gut genug oder hat er sie als reparawrbedürstig gemeldet, aber die Schuldcputatton nicht zu überzeugen vermocht? Die Erhöhung des Schulgeldes in den städtischen Realschulen und Gymnasien ist, obwohl ein dahingehender Beschluß seitens der Ttadtverordneten-Versammlung nicht gefaßt worden ist, bereits er- folgt. Wie wir erfahren, haben die Schuldirektoren an einer vor wenigen Wochen abgehaltenen Konferenz beschlossen, die Erhöhung des Schulgeldes um 10 M. pro Anno bereits durchzuführen, weil an einer dahingehenden Entscheidung der Stadtverordncten-Versammlung nicht zu zweifeln sei. Da es außerordentlich schwer fallen würde, eventuelle Nachforderungen bei den Eltern der Schüler geltend zu machen, andrerseits aber das zu viel erhobene Schulgeld mit Lcichtig- leit zurückgezahlt werden kann, so sei eS angebracht, die jetzt fällige Schulgeldrate mit der mutmaßlich eintretenden Erhöhung zu er« heben. Thatsächlich haben auch, wie unS von verschiedenen Seiten mitgeteilt wird, bei der Wiederaufnahme des Unterrichts die Schüler die erhöhten Beträge entrichten müssen. Die„Große Berliner" und die Kosten ihrer Zusammenstöße. Die Direktton der Großen Berliner Straßenbahn hat folgende Verfügung an ihre Führer erlassen:„Uni den Fahrern Ge- legenheit' zu geben, die aus Anlaß eines verschuldeten Zusammen- stoßeS von ihnen erstatteten Reparaturkostcn, die ihnen bisher ganz oder teillvcisc auferlegt wurden, zurückzuerhalten und um zugleich die Fahrer zur größtmöglichsten Vorsicht im Bcttiebe, auch im eignen Interesse, anzuhalten, wird folgendes bestimmt: Der Fahrer, welcher einen Zusammenstoß verschuldet hat und zur Tragung der Kosten verurteilt ist. erhält den erstatteten Kostenbettag zurück, wenn er innerhalb 15 Monaten, nach den, ver- schuldeten Zusammenstoß, einen weiteren solchen(wörtlich), nicht herbeigeführt hat. Ob ein Zusammenstoß durch die Schuld des FahrerS herbeigeführt ist oder nicht, unter- liegt der Entscheidung der BctriebSdireklion. Diese Bestimmung hat rückwirkende Kraft bis zum 1. Oktober 1902 derart, daß den Fahrern, die von diesem Zeitpunkte ab einen schuldigen(sie) Zusammenstoß herbeigeführt haben und innerhalb der nächsten 15 Monate einen solchen zu vermeiden ivissen, die erstatteten Reparattirkosten-Beiträge zuückgezahlt werden, das Personal hat gegebenenfalls selbst durch Gesuche die Anttäge auf Rückzahlung der Kosten zu stellen." An dieser Verfügung der Direktton ist außer dem mnsterhaftcn Deutsch auch die Bestimmung eigentümlich, daß es ausschließlich der „Entscheidung der BetricbSdirektton vorbehalten bleibt, darüber zu entscheiden, ob ein schuldiger Zusammenstoß" vorliegt oder nicht. Vielleicht giebt die Direktion später einmal bekannt, wie viel„un- schuldige" Zusammenstöße sie ermittelt und wie viel Fahrern sie die Kosten zurückerstattet hat. Sttaßenspcrningcn. Die Rochstraße von der Stadtbahn bis zur Münzstraße, die M ü n z st r a tz e von der Roch- bis zur Alten Schönhanferstraße sowie der Kreuz dämm Roch- und Dirksen- straße wird behufs Ausführung des NotauSlaß-KanalS von heute ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Eine HanShalttrngS- Genossenschaft nach dem bekannten Plane von Frau Lily Braun hat sich soeben in Berlin als ein- getragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht konstittiiert. Ihr erstes HauS lvird in nächster Nähe dcS KurfürstendammeS erbaut werden. Auskunft erteilt: Frau Justizrat LüderS, Berlin, Luther- straße 14. und Herr Dr. Georg Stern, Charlottenburg. Am Lützow S. Zu der Verhaftung beS„Naturheilkundigen" Theodor WeinSzieher aus der Rnppinerstraße, über die wir kürzlich berichteten, wird noch mitgeteilt, daß die Untersuchung gegen den wegen schwerer SittlichkeitS- verbrechen Beschuldigten einen großen Umfang annimmt. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte die Briefe des„Heilkundigen" und fand darin sehr viele Adressen von Frauen und Mädchen, denen er seine„Hilfe" angedcihen ließ. Die Vernehmungen dieser ehemaligen Patienttnncn förderten eine Menge BelnstringSmaterial zu Tage. Im religiösen Wahnsinn hat sich die 36 Jahre alte Frau Auguste des Hilfsweichenstellers Dcwitt and der Hussitenstraße 41 das Leben genommen. Die Frau besuchte den ganzen vergangenen Sommer hindurch sehr häufig die Bibelstimden der HimmelfahrtS-Gemeinde, der sie angehörte. Kurz vor Weihnachten begann sie wirre religiöse Gespräche zu führen. Ihr Mann ließ sie daher die Bibelftunde nicht mehr besuchen, ging vielmehr jeden Avend mit ihr spazieren. Da das Leide» aber trotzdem schlimnier wurde, so wollte er sie jetzt in eine Anstalt bringen. Während er zum Arzt ging, um einen Auf- nahnieschein zu holen, erhängte sie sich in der Wohnung um Kleider- haken. Ein Opfer deS gestrigen StnrmeS wurde das Dienstmädchen Martha Bier, welches bei dem Kaufmann Mendelfohn, Eislebener- straße 19, bedienftet ist. ES stand auf der Borderplattform eines SttaßenbahnwagenS der Linie 64(Zoologischer Garten— Landsberger Allee). Am Wintcrfeldtplatz riß ein Windstoß der B. den Hut vom Kopf und das Mädchen sprang, um ihn wieder zu erlangen, von dem in voller Fahrt befindlichen Wagen herab. Die B. stürzte und fiel so unglücklich, daß sie eine Kopfwunde sowie Gehirnerschütterung erlitt und nach dem Charlottenburger Krankcnhause gebracht werden mußte. Festgestellt ist jetzt die Persönlichkeit des jungen Mannes, der sich in der Nacht zum Freitag auf der Luiseninsel im Tiergarten er- schoß. ES handelt sich um den 18 Jahre alten Hausdiener Arthur Leidinger, den Sohn eines Kürschners ans der Vetcranenftt. 18. Der junge Mann war zuletzt in einem Cigarrcngcfchäft angestellt und erhielt vom Verkäufer wiederholt Vorwürfe Ivegen seiner Zerstreutheit, die mit Liebeskummer zufaimneuzuhängen schien. Am Sonnabend vor acht Tagen verließ er seine Stellung mit einem guten Zeugnis. Am Donnerstagmorgen zog er sich einen feinen Anzug von seinem Bruder an und ging von Hause lveg. Wo er sich bis zu seinem Tode in der folgenden Nacht aufgehalten hat, weiß man nicht. Ein hartnäckiger Selbstmörder. Nach einem häuslichen Streit um seinen Sohn hat sich der 48 Jahre alte Steinsetzer Ferdinand Gatzmann auS der TreSckowstt. 57 das Leben genommen. Gatzmann war Vater von 4 Kindern im Alter von 11—16 Jahren. Eine leicht erregbare Natur, fand er nur schwer Arbeit, da er sie bei der ge- ringsten Kleinigkeit, die ihm in den Weg kam, sofort wieder hinwarf. So kam eS, daß er zuletzt schon 21 Wochen ohne Beschäftigung war. Daher mußte die Frau durch Nähen, wobei ihr die 16jährige Tochter half, den Lebensunterhalt erwerben. Unter diesen Umständen war Gatzmann noch erregbarer als sonst. Vor 6 Wochen griff er zum Strick, aber seine Frau merkte sein Vorhaben und ließ ihn nicht zum Ziele kommen. Vierzehn Tage später hätte er sich den Hals abgeschnitten, wenn ihm nicht im letzten Augenblick seine Tochter das Messer enttissen hätte. Am Sonntagnachmittag nun kam eS des 16jährigen Sohnes wegen zu einem häuslichen Zwist, der den Un- glücklichen zum Selbstmord, der diesmal glückte, vcranlaßte. Unbekannte Leichen. Erhebliche Schwierigkeiten macht die Fest- stellung zweier Männer, die sich in der Umgebung Berlins das Leben genommen haben. In der Junfernheide wurde im Jagen 8 auf Plötzenseeer Gebiet ein etwa 20 Jahre alter Mann an einem Baume erhängt aufgefunden. Er ist 1,75 Meter groß und kräftig gebaut, hat blondes Haar und grane Augen und ttug einen schwarzen Hut. ein graues Jackett, schwarzgraue Hofe und Weste und Schaftsttefel. Vielleicht erkennt ihn jemand an seinen Tätowierungen: R. M. auf dem rechten Unterarm, R. auf der rechten Hand, M. auf der Stirn und eine Eidechse ans der linken Hand.— Immer noch unbekannt ist auch ein Mann von etwa 25 Jahren, der am 28. v. M. in der Potsdamer Forst in der Nähe vom ForsthauS Geisberg als Leiche aufgefunden wurde. Dieser ist etwa 1,80 Meter groß, hatte schwarzes Haar, das er halblang ttug, und einen kleinen schwarzen Schnurrbart, eine hohe Sttrn und eine spitze Nase und trug eine schwarze Chcviotjoppe und Weste, schwarz-grünliche Bein- kleider, ein Trikothemd mit weißem Stehkragen und dunklen Schlips und Gummizngsttefel._ Hus den Nachbarorten. AuS Schöneberg. Die Gemeinde-Doppel schule in der Hoheiistaufenstraße ist mit Beginn des neuen Schuljahres er» öffnet worden. In dem neuen Gebäude sind die 17 Klassen der 12.. die 19 Klassen der 13. Gemeindeschule, die dritte Vorschulklasse und die Sexta des Werner SiemenS-RealgymnasiumS untergebracht. Hierdurch ist die Vereinigung aller Klassen der genannten Gemeinde- schulen in einem Gebäude yergestellt. Ob aber das bisherige Uebel der sogenannten fliegenden Klassen befeittgt sein dürste, bleibt ab- zuwarten.— An Stelle des hiefigeii nach Aachen versetzten Polizei» Präsidenten Hamniacher, bekanntlich ei» Sohn des bekannten Parlamentariers H., ist als jetziger Polizeidirektor Graf v. Westarp eingeführt worden.— Die Frequenz der Hohenzollern- schule lReformgymnasium) bestes sich am Anfang des Schul- jahreS 1902/08 auf 580 Schüler, die in derselben Anstalt unter- Sebracht. Die Obcr-Realschule wies 298 Schüler auf. Am Anfang dieses ährcS war die Anzahl der Schüler der ersten Anstalt auf 546 zurück- gegangen und die letztere hatte um 5 Besucher zugenommen. Ein ganz g e w a l t i g e r G r u n d st ü ck S w e ch s e l hat im verflossenen Etatsjahre in Schöneberg stattgefunden. Auf nicht weniger als 81 319 000 M. stellt sich oer Gesamtwert der in einen andren Besitz übergegangenen bebauten und unbebauten Grundstücke, deren Zahl 391 bcttug. Durch freiwilligen Verkauf wechselten 192 bebaute Grundstücke im Wette von über 51 Millionen Mark und 167 unbebaute Grundstücke im Werte von beinahe 22 Millionen Mark ihren Eigentümer. Die durch Zwangsversteigerung veräußerten bebauten Grimdstiicke repräsentieren einen Wert von 7'/3 Millionen Mark und die unbebauten einen solchen von mehr als 1 210 000 M., zusammen genau 8 651 335 M. Gegen den im Etat für die Berechnung der Umsatzsteuer veranschlagten Bettag von 48 Millionen Mark ist dem- nach der Wert dcS in Wirklickikeit erfolgten Verkaufs um über 33 Millionen Mark höher gelvesen. Die Stadtgemcinde hat an Umsatzsteuer im abgelaufenen Etatsjahr 813 190 M. vereinnahmt. Auch in diesem Monat, dem ersten des laufenden EtatSjahreS, ist bereits ein äußerst lebhaftes Geschäft in Immobilien zu ver- zeichnen, so daß, falls dieser Verkehr fernerhin in dem gleichen Um« fange anhält, der für 1903 in Ansatz gebrachte Betrag an Umsatz- steuer in Höhe von 550 000 M. ganz erheblich überstiegen werden dürfte. Ncu-Weißensee. Wegen Uebcrttctung dcS Z 12 de? Vereins« gesetzeS wurde die Frau deS Gastwirt» Gartz vom Schöffengericht in Berlin zu 15 M. und die Kosten verurteilt, jedoch auf die einge- legte Berufung von der fünften Sttafkammer des Landgerichts II kostenlos freigesprochen. Ter Fall trug sich folgendermaßen zu: Der Tischler Schröder hatte die Delegierten der OrtS-Krankcnlasse zu einer Besprechung in das Gartzsche Lokal eingeladen, um über die Wahlen zum Borstande und einige Statutenänderungen sich zu einigen. Tie Polizei hatte jedenfalls auf Denunziation hin Mit- teilung von dieser Besprechung erhalten und der erschienene Gendarm löste die überhaupt notl, gar nicht stattgefundcne Besprechung auf. Schröder wurde angeklagt, eine nicht angemeldete Versammlung ein- berufen zu haben, in welcher öffentliche Angelegenheiten erörtert werden sollten, während Frau Gartz zu diesem Zweck ihr Lokal her- gegeben hat. Beide wurden verurteilt. Während Schröder die Strafe bezahlte, legte Frau Gartz Berufung ein und mit Erfolg. Das Land- gcricht folgerte: Nach der Entscheidung de» Reichsgerichts Band 22. Seite 038 begreift der Ausdruck.öffentliche" Angelegenheiten im Sinne des§ 12 des VcreinSgesctzc» alle Angelegenheiten, welche die Gesamtheit des Gemeinwesens und das gesamte öffentliche Interesse berühren. AIS solche können aber die Gegenstände, zu deren Be- sprechung der Tischler Schröder nach dem Gartzschen Lokale einge- laden hatte, nicht angeschen werden. Denn die Wahl von Vorstands- Mitgliedern einer bestimmten Orts-Krankenkaffe an sich und die Ab- änderung des Statuts einer bestimmten Orts-Krankenkaffe an sich hat nur für einen bestimmt begrenzten Kreis von Personen, der durch die Mitgliedschaft jener Ortskaffe bestimmt wird. Interesse. Es kann aber auch dahingestellt bleiben, ob diejenigen Nngclcgclihcitcn, welche besprochen werden sollten, öffentliche sind. Es ist, wie der als Zeuge geladene Ehemann der Angeklagten bekundet hat, weder der Ange- klagten noch ihrem Ehemann davon Mitteilung gemacht worden, daß eine Versammlung stattfinden solle. Die von dem Gendarm Lack angetroffenen 22 Personen haben ferner, wie jener Zeuge weiter unwidcrlcgt behauptet hat, nicht die Einräumung eines Bereins- zinuners verlangt, sondern stt sind in ein solches gewiesen worden. und zwar aus dem Grunde, weil die vorderen Restaurattonsräume besetzt waren. Hiernach kann die Anwesenheit der Delegierten in einem Bereinszimmer als ein die Angeklagte belastendes Moment nicht angesehen»verde». Endlich ist aber zu berückfichtigen, daß die Angeklagte wohl in dem Glauben sein konnte, die Angelegenheiten, zu deren Besprechung sich die Telegierten versamnielt haben, wären Wük öffentliche". Aus diesen Erwägungen hat das Berufungsgericht die Angeklagte der Uebertretung des§ 12 des Vereinsgesetzes nicht für überführt erachtet und deshalb freigesprochen. Ndlershof. Die letzte Gemeindevertreter-Sitzung beschäftigte sich mit den ortsstatutarisch notwendigen.Neuwahlen von zwei Armen Vorstehern. Die bisherigen wurden wiedergewählt. An Stelle des nach Berlin versetzten Pfarrers Schulze wurde in die Gemeinde- Schuldeputation sowie in den Waisenrat der anitierende Pfarrer Starcke geivählt. Durch die Nachbewilligimg von 893,12 M. Alters- zulage-Kassenbcitrag für die Lehrer und Lehrerinnen für 1902 und 1903 stellte der Gemeindevorsteher fest, daß in den Jahren 1897 bis 1903 folgende Beiträge durch die Gemeinde zur Alterszulagekasse zu zahlen waren: 4335, 3102, 7196, 7387, 8376, 8700 und für 1903 9830 M., also der Beitrag in den 7 Jahren sich mehr denn verdoppelt hat. Bei der Höhcrlegung der Görlitzer Bahn waren für die Neberfiihrung der Nudower und Glienicker Chaussee vom Eisenbahnfiskns 12 Meter Breite vorgesehen. Da sich aber in absehbarer Zeit herausstellen würde, daß diese Breite für den Verkehr, welcher sich aus der Ein- gemeindung des forstfiskalischen Terrains jenseits der Bahn sowie durch die voraussichtliche Anlegung von Fabrikanlagen am Tcltower Kanal entstehen wird, nicht genügt, ivar vom Gemeindevorftand beim Eisenbahnsiskus eine Verbreiterung der Unterführungen auf 13 Meter angeregt worden. Dieser hatte sich dazu bereit erklärt, wenn die Beteiligten, der Kreis Teltow, die Gemeinden Ndlershof und Alt' Glienicke, die Mehrkosten in Höhe bis zu 20 000 M. übernehmen würden. Nachdem der Kreisausschuß sich bereit erklärt hat, 10 000 M. zu übernehmen, verbleibt für die beiden beteiligten Gemeinden ein Kostenbcitrag von 10 000 M. Nach längerer Diskussion, in welcher der engherzige Standpunkt des Eisenbahnsiskus, der durch den vor- aussichtlich entstehenden Verkehr bedeutende Mehreinnahmen erzielen wird, scharf beleuchtet wurde, wurde beschlossen, 3000 M. Beitrag zu leisten, wenn gleichzeitig beide Unterführnngen auf 13 Meter er- weitert werden und neben dem jetzt vorhandenen Zu- und Ausgang des Bahnhofes an der Durchführung der Nudower Chaussee ein direkter Ein- und Ausgang zum Perron hergestellt wird. Durch das am 1. April in Kraft getretene Fleischbeschau-Gcsetz ist für den Amtsbezirk Alt-Glienicke die Errichtung einer Kochanstalt zur Vernichtung von beanstandetem Fleisch notwendig, wie auch die Er richtung von Verkaufsstellen in den beteiligten Geineinden für das im Werte herabgesetzte oder daS nur bedingt taugliche und brauchbar gemachte Fleisch. Doch soll dadurch nach den Ausführungen von Sachverständigen eine Belastung der Gemeinden nicht entstehen. Groß-Lichterfelde. Zwischen den Anhängern und Gegnern der landhausmäßigen Bebauung tobt hier augenblicklich ein heftiger Kampf, hervorgerufen durch ein in einem hiesigen Lokalblattc er- schienenes„Eingesandt", in welchem namentlich dem Amts- und Ge- meindevorstcher„irrtümliche" Auslegung der Bauvorschriften vor- geworfen und demzufolge die Entstehung„einer Reihe unerwünschter Bauten" auf sein Verschulden zurückgeführt werden. Die Be- Häuptling von den„unerwünschten Bauten" ist allerdings leicht zu widerlegen. Die Herren Villenbesitzcr möchten hier eine WeE für sich bilden, recht behaglich und angenehm wohnen und dafür möglichst wenig»n den Gemeindelasten participieren. Gemeindevorsteher Schulz bestritt in der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung auf Grund Irs.inschlägigen Aktenmaterials in kräftigen Ausdrücken die An- gaben jenes„Eingesandt" und sprach von„böswilligen und ver- hetzenden Absichten". Der hiesige.�andwerkervcrein, dessen Mitglieder an der Er- richtung der vom kulturellen und socialen Standpunkte aus verwerf- lichen Mietskasernen ein erhebliches materielles Interesse haben, hat nun ein!»„Volks"-Versammlung am 22. April einberufen, um zur Frage der Bav-Ordnung Stellung zu nehmen. Di" Vorbereitungen der Gegner zu den Reichstagswahlen kommen hier allmählich in Fluß. Herr Malermeister Hammer, der Kandidat der Konservativen und deren Verbündeten, wird am 24. d. M. in einer öffentlichen Wählerversammlung über die Ve- dcutmig der Reichstagswahlen reden. In der Ankündigung heißt : 3 bezeichnenderweise:„Zu dieser vom unterzeichneten 9f«< j ch u ß"— des Reichs-Wahlvereins und des konservativen Verein j nämlich—„veranstalteten und geleiteten Versamm- lung werden alle patriotischen Wähler eingeladen". Also Bureauwahl und Diskussion giebt es nicht, ebenso sind Sozialdemokraten von der Versammlung a u S g e- schlössen. Das alles wird nicht hindern, daß Herr Hammer bei der Wahl zum Ambos wird. SevicKts-Leitung. Ein Eisenbahnunfall, der für zwei Beamte recht schlimme Folgen gehabt hat. beschäftigte gestern die erste Strafkammer des Land- gerichts in inchrstündiger Verhandlung. Wegen fahrlässiger Transportgefährdung wurde der geprüfte Lokomotivheizer Robert G r o t h e zur Verantwortung gezogen. Der Angeklagte war als geprüfter Lokomotivheizer schon längere Zeit zur Führung von Lokomotiven herangezogen worden. Ihm sind schon im Jahre 1901 zweimal kleinere Unfälle passiert, er ivar daraufhin eine Zeitlang als Führer zurückgezogen, dann aber wieder zugelassen worden. In der Nacht zum 3. Oktober v. I. war er in Gemeinschaft mit dem Hilfsheizer Th.Kriebelmit längeren Rangierbewegungen auf dem Schlesischen Bahn- Hof beauftragt. Er hatte die Aufgabe, einen längeren Zug von 36 Achsen von einem Geleise auf ein andres zu rangieren. Bei diesen Rangier- arbeiten ist er plötzlich auf eine Anzahl dort stehender Stadtbahn- wagen gefahren. Der Zusammenstoß der Maschine mit dem ersten Stadtbahnwagen war ein so großer, daß unter der Wucht des An- Pralls sich der Wagen hob und dann auf die Maschine niederdrückte. Die Lokomotive und auch einige Stadtbahnwagen wurden beschädigt, der Angeklagte Grothe und sein Begleiter Kriebcl wurden bei dieser Gelegenheit so unglücklich eingeklemmt, daß andre Beamte und Arbeiter sie mit Brechstangen aus ihrer bedenklichen Lage befteien mußten. Kriebel waren beide Beine gequetscht worden, ein Bein war ihm gebrochen. Noch viel schlimmer ist dem Angeklagten ergangen. Er war lebensgefährlich verletzt, hatte einen schweren Beckenbruch davon getragen und durch das Ausströmen von Dampf ist ihm die rechte Schulter verbrannt. Beide haben ein lang- wieriges Krankenlager durchgemacht, sind noch nicht wieder dienst- fähig und müssen sich»och heute der Stütze eines Stockes bedienen. Die Anklage machte den Angeklagten ftir diesen Unfall verantwortlich und behauptete, daß er mit dem Rangierzuge losgefahren sei, ohne das Zeichen des Rangier- meisters abzuwarten, daß er auch sonst die Vorschriften über den Rangierdienst, wie sie im§ 16 Ziffer 5 gegeben sind, übertreten habe.— Der Angeklagte, dem Schriftsteller I. F r a e n k e l als Ver- leidiger zur Seite stand, bestritt jede Schuld. Er behauptete, daß er beim Rangieren von der Warschauer Brücke her nach dem Rangiergeleise ein starkes Gefälle von 1:60 zu überwinden habe. Er habe beim Rangieren sucht, den Zug auf das Gefälle letzten Versuch sei er durch ohne sein Wollen bis zur worden, und es sei ihm trotz aller Bemühungen, trotz Festlegens der Vremsens, Notsignals und Konterdampfes nicht gelungen, den Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen, da die Schienen schlüpfrig ge- wesen seien. Von den vernommenen Zeugen bestätigte insbesondere der Hilfsheizer Kriebel diese Behauptungen. Auch er verblieb dabei, daß der Angeklagte keineswegs darauf losgefahren, sondern wider seinen Willen durch das Gewicht der Wagen von der Steigungsfläche hinabgeschoben worden sei. Auf Grund an- gestellter Versuche kam der Sachverständige, Regierungs- Baurat Meyer, zu der Ueberzeugung, daß Konterdampf nicht gegeben und die Bremsen nicht genügend angezogen gewesen sein können. Die Möglichkeit, daß der Angeklagte mit seiner Ma- schine durch die Wucht der Wagen wider seinen Willen herabgeschoben worden sei, müsse bestritten werden.— Auch der Regierungs- und Baumeister Falke war der Ansicht, daß dem Angeklagten eine Fahrlässigkeit zur Last fällt, während der Lokomotivführer a. D mchreremäl vergeblich ver- zurückzudrückcn. Bei dem das Gewicht der Wagen Unglücksstelle vorgedrängt ...... � Kettmann auf Grund seiner 30 jährigen Erfahrung der Ansicht war, daß den Angeklagten eine Schuld nicht treffe.— Der Staatsanwalt beantragte, unter Zugrundelegung der Möglichkeit, daß die beiden Bremser ihre volle Schuldigkeit nicht ge- than, gegen den Angeklagten sechs Wochen Gefängnis. Der Verteidiger hielt bei der ganzen Sachlage eine Freisprechung des Angeklagten für geboten, eventuell aber mit Rücksicht auf die schwere Gesundheitsschädigung, die der Angeklagte selbst erlitten, nur eine geringe Geldstrafe für angebracht.— Der Gerichtshof hielt sich nicht für überzeugt, daß der Angeklagte bei dem Bestreben, die Steigung zu überwinden, ohne seinen Willen durch die Wucht des Zuges fortgeschoben worden sei. Der Angeklagte wurde der fahr- lässigen Transportgefährdung und Körperverletzung für schuldig be- fnnden und zu 130 M. Geldstrafe eventuell 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Vom Reichsgericht freigesprochen. Ein Straffall von allgc- meinem Interesse beschäftigte am 16. d. M. daS Reichsgericht. Der Jnwohnerssohn und„Journalist"(soll heißen Concipient) Michael Karl ist am 20. November v. I. vom Landgericht Deggendorf wegen Urkundenfälschung zu einer Woche Gefängnis verurteilt worden. Eine Frau S., welche des Schreibens unkundig ist, hatte einen Strafbcfehl erhalten und wollte Einspruch dagegen erheben. Sie bat den Angeklagten, dies für sie zu besorgen. K. sagte, es sei gut, er werde alles erledigen, und erhielt von der S. zwei Mark für seine Bemühungen. Der Angeklagte fertigte ein- Eingabe in sauberer Schrift an und setzte darunter den Namen der S. in zitterigen Zügen, wie sie alten Personen eigen sind. Hierin ha� nun das Gericht die Urkundenfälschung erblickt. Das Urteil sagt: Es handelt sich um eine bcweiscrheblichc Urkunde. Die Unterschrift braucht zwar nicht von dem Antragsteller herzurühren, aber der Inhalt des Schrift- stückes muß ihm bekannt und von ihm gebilligt worden sein. Für das Gericht ist es wichtig, zu wissen, von wem die Unterschrift her- rührt. Die Rechtswidrigkeit liegt darin, daß der Angeklagte der Unterschrft den Anschein eurer echten gegeben hat.— In seiner Revision bestritt der Angeklagte, subjektiv rechtswidrig gehandelt zu haben, da die S. ihn zur Unterzeichnung ermächtigt habe.— Der Rcichsanwalt erklärte die Revision für begründet und führte aus: Echt ist die Unterschrift auch dann, wenn sie nicht eigenhändig ist. sondern im Auftrage angefertigt ist. Die Urkunde ist im Auftrage der Frau S. angefertigt, also nicht rechtswidrig vom Angeklagten geschrieben und abgesandt.— Dem Antrage des Reichsanwalls ent- sprechend erkannt- das Reichsgericht auf Aufhebung des Urteils und sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei. Sociale Rechtspflege. Unfälle auf dem Wege zur Arbeit und der Erweiterte Senat des Reichs- Bersichcrungsamts. Ter Schlosser W. in Frankfurt a. M. war wegen dringender Arbeiten von seinem Arbeitgeber ermahnt worden, möglichst seine Mittagspause abzukürzen und eilig zur Bctriebsstärte zurück- zukehren. W. kam dem Wunsche nach und benutzte sein Fahrrad, um so schnell als möglich zurück zu sein. Unterwegs kam er in dem Straßengetriebe zu Falle und verletzte sich derart, daß er in seiner Erwerbsfähigkeit beschränkt wurde. Seinen Antrag auf Unfallrente lehnte die Berufsgenossenschaft ab, da sie einen„Unfall beim Be- triebe" nicht ancrkminte, weil der Weg zur Arbeit nicht in den Bann des Betriebes falle. Das Schiedsgericht, bei dem W. Klage erhob, verurteilte jedoch die Berufsgenossenschaft mit Rücksicht auf die angeführten besonderen Umstände und das Reichs- Ver- sicherungsanit, d. h. der Senat, den die Sache auf den Rekurs der Berufsgenossenschaft beschäftigte, hatte Neigung, im selben Sinne zu entscheiden. Er glaubte aber, damit von der Praxis abzuweichen, wonach Unfälle auf dem Wege von und zur Arbeit keine Betriebs- Unfälle seien. Dieser Senat überwies desyalb die Sache dem Er- wetterten Senat, der für solche besondere Streitfälle geschaffen worden ist. Ter Erweiterte Senat des Reichs-Versicherungsamts hat nun dem Rekurs der Berufsgenossenschaft stattgegeben, das Urteil des Schiedsgerichts aufgehoben und den Rentenanspruch des Klägers endgültig abgelviesen. Das Urteil führte begründend aus: Es stehe fest, daß der Unfall dem Kläger auf dem Wege von seiner Wohnung zur Bctriebsstärte zugestoßen sei. Dieser Weg sei jedoch nach der bisherigen Rechtsprechung regelmäßig nicht und a u s n a h m s- weise nur dann dem Betriebe zuzurechnen, wenn er nach seiner zlveifeUosen und unmittelbaren Zweckbestimmung im Zu- sammenhang mit dem versicherungspflichtigen Betriebe stehe und im Interesse desselben zurückgelegt werde. Im vorliegenden Falle, wo der Kläger lediglich die Entfernung zwischen seiner Wohnung und der Betriebsstätte zurücklegte, sei eine solche Zweckbestimmung des Weges nicht anzuerkennen. Daß aber jener Standpunkt des Reichs- Versicherungsmnts dem Gesetz wie dem praktischen Bedürfnis voll entspreche, zeige das Verhalten der gesetzgebenden Körperschaften. Diese hätten die Rechtsprechung genau gekannt und seien ihr doch nicht durch eine veränderte Fassung des neuen Unfallversicherungs- Gesetzes entgegengetreten. In den Kommissionsberatungen sei sogar eine Anregung verworfen worden, die darauf abzielte, die Ver- sicherung auf jene Unfälle allgemein zu erstrecken, welche den Ar- beitcrn auf dem Wege von und zur Betriebsstätte zustoßen.— Abgesehen hiervon seien vorliegend die besonderen ihatsächlichen Um- stände nicht geeignet, einen ursächlichen Zusammenhang des Unfalls mit dem Betriebe herzustellen. Allerdings habe die Betriebsarbcit gedrängt und der Arbeitgeber den Verletzten crmahnt, die Mittags- pause abzukürzen und schnell zurckzukommcn; und es möge zugegeben werden, daß die Benutzung des Fahrrades, dessen Kläger sich öfter bediente, im Sinne des Arbeitgebers gewesen sei. Bei alledem seien aber doch die Ursachen des Unfalls mit den gänzlich betriebsfremden Vorgängen des Straßenverkehrs erschöpft und jene Thatbestände bedingen weder eine Ausdehnung des Betriebes auf den Weg zur Betriebsstätte, noch vermitteln sie ein sonstiges ursächliches Verhältnis zwischen dem Unfall und dem Betriebe. Somit läge hier em ent- sckädigungSpftichtiger Betriebsunfall nicht vor. Das Reichs- Ver- sicherungsamt habe keinen Anlaß, von seinem principiellen Stand- punkte in der betreftenden Rechtsfrage abzuweichen. straße 131—182 tagte, fand nach dem Jahresbericht, den die Vor« standsmitglicder gaben, eine Neuwahl der Vorsitzenden und Kassiererm statt, als welche Frau Kurkowski und Frau Bennewitz einstimmig wieder gewählt wurden. Ferner wurde beschlossen, die nächste Versammlung erst im Juni einzuberufen. Das auf die Versammlung folgende Familienkränzchen war gut besucht und verlief in harmonischer Weise. Vermischtes. Eine für LoHntarifstreitigkeite» sehr wichtige Entscheidung fällte am 13. d. M. unter dem Vorsitz des Regierungs- Baumeisters Kamps das Wilmersdorfer Gewerbegericht. Die Maler K. und Genossen verlangten vom Malermeister F. Kuschet eine 80pro- zentige Lohnerhöhung für Soimtagsarbeit und legten ihrer Forderung den von der Malcr-Jnnung vom 1. Oktober 1302 festgelegten Tarif zu Grunde. Vom Beklagten wurde geltend gemacht, daß er nicht Mitglied der Innung wäre und aus diesem Grunde die gestellte Forderung ablehne. Vor dem Gericht wurde von Sachverständigen festgestellt, daß schon vor Festlegung des Tarifs für Sonntagsarbeit erhöhte Löhne gezahlt wurden. Das Gewerbegericht beschloß, den Tarif der Innung anzuerkennen und verurteilte den Beklagten, obwohl er nicht der Innung angehört, zur Zahlung der 80 Prozent. An sechs Gehilfen pro Mann 7 Stunden a 42 Pf., an zwei Gehilfen pro Man» 7 Stunden a 40 Pf. Somit wurde zu gleicher Zeit der seit 1. April 1903 zu zahlende Stundenlohn von 35 Pf. anerkannt._ Hus der Frauenbewegung. Wüsche- und Krawiltten-Rüherinnen, Stempleriimc», Zuschneide- rinnen, Plätterinnen, Wäscherinnen, Stärkcrinnrn! Mittwoch, den 22. April er., abends 8'/» Uhr, findet eine öffentliche Versammlung in den Lunasälen, Neue Äönigstr. 7, statt. Tagesordnung: Die be- stehenden Mißstände in der Wäschcfabrik der Firma Gebr. Borchardt. Freie Aussprache. Verschiedenes. Wir ersuchen die Genossen, deren Frauen und Töchter in der Wäsche- und Krawattenbranche beschäftigt sind, diese auf die Versammlung ganz besonders aufmerksam machen zu wollen. In der Generalversammlung des Vereins gewerblich thätiger Frauen und Mädchen Rixdorfs, welche am Sonntag bei Thiel, Berg Feuersgefahr im v-Zng. Der um 9 Uhr 2 Min. vormittags am Anhalter Bahnhof fällige B-Zug 39(Stuttgart— Würzburg— Berlin) traf mit i/zstündiger verfpättmg hier ein, da in Jüterbog ein Gotthard-Wägen ausgeschaltet werden mußte, dessen Axe warin lief. Die entstandene Flamme wurde durch die Dienstsrau rechtzeitig bemerkt. In dem Wagen befand sich auch unsre Genossin Frau Zetkin-Zundel. Von der eignen Lanze durchbohrt wurde in Kassel beim Exerzieren der Husar der 1. Eskadron Fricke ans Hann.-Münden. Nach einer ganzen Weile konnte dem Aermsten durch Lazarett- Unteroffiziere, welche einen Verband anlegten, Hilfe gebracht werden. Fricke lvnrde per Krimperwagen in das Garnison-Lazarett gefahren, woselbst eine zwei Stunden dauernde Operation vorgenommen wurde. Auf die vom Truppenteil nach Hann.-Münden abgegebene Depesche traf der Vater in Kassel ein, tvelcher aber, da der Sohn bewußtlos lag, nicht vorgelassen werden konnte, da große Lebensgefahr ob- waltet. Wie ein katholischer Geistlicher das vierte Gebot befolgt? Aus Wiener-Neustadt wird gemeldet: Vor dem hiesigen Bezirksgericht er- schien am Dienstag ein siebzigjähriges Mütterchen. Anna Challa, als Angeklagt e. Sie ivar von einem Gendarmen beim Betteln angetroffen worden. In der Anzeige war zugleich be- merkt, daß die 72 Jahre alte Frau vollständig erwerbs- unfähig sei und schon seit acht Tagen nichts gegessen hatte. Die Angeklagte gab an: Ich habe einen Sohn, der ist Pfarrer in M a i e r s d o r f. Wir waren von Haus arme Leute und haben uns den Bissen vom Munde abgespart, um den Sohn studieren zu lassen. Er wurde Priester. Erst nahm er uns auf den Pfarrhof, aber da war auch eine Wirtschafterin, mit der Ivir uns nicht vertragen konnten. Der Sohn ergriff innner für die Wirtschafterin Partei— gegen uns. Einmal verreiste er auf längere Zeit, da versperrte er alle Kasten und gab der Wirtschafterin den Auftrag, uns Alten nichts zu geben. Auf diese Weise ekelte er uns aus dem Pfarrhof. Es gab uns ein- für allemal 13 Gulden... Die Wirtschafterin wollte er durchaus behalten. Nachdem wir die 13 Gulden verbraucht hatten, blieb uns nichts andres übrig, als bei fremden Menschen zu betteln... Der Richter schentte dieser Verantwortung anfangs keinen Glauben. Das Bild änderte sich aber zu Gunsten der Angeklagten, als der Pfarrer Challa aus Maiersdorf als Zeuge vernommen wurde. Dieser gab zu, daß die Angeklagte seine Mutter sei, doch gab er zu seiner Rechtfertigung an, die Eltern hätten ihn in der Achtung der Bevölkerung von Maiersdorf herabgesetzt.— Richter: Ist es richttg, daß Sie Ihre Eltern nicht weiter nmerstützen?— Zeuge Pfarrer Challa: Ich habe mich bei meinen geistlichen Vorgesetzten— die Pfarre Maicrsdorf gehört zum Cisterzienscrsttfte Heiligenkreuz- Neukloster— darüber erkundigt und die Auskunft erhalten, daß ich dazu nicht ver- pflichtet binl— Der Richter bemcrtte dazu mit bedenklichem Kopfschüttcln:„Das ist nicht so! Sie sind verpflichtet, Ihre Eltern zu unterstützen!" Die Angeklagte wurde fteigesprochen. Der Richter nahm mit Rücksicht auf die gänzliche Erwerbsunfähigkeit an, daß sie unter unwiderstehlichem Zwang gehandelt habe. Gleichzeitig wie» Gerichtssekretär Skutte die Greisin an die Vornmndschastsbehörde. damit sie dort ihre gesetzlichen Alim e n t a ti o n s ansprüche an den geistlichen Herrn Sohn geltend mache. Singegsngene vrucktckrlften. Von der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Die,' Verlag) ist soeben das 29. Hcst des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Luprömo parosse.— Die politische Lage in Italien. Von Romeo Soldi(Rom).— Landerzichungsheime. Von Heimich Schulz.— Die socialistische Presse in den Vereinigten Staaten. Von A. M. Simon». — Das Ncib und der Intellektualismus. Von Klara Zetkin.(Schlug.)— Eine Arbeitersabrik in Belgien. Von Ernilio, Redakteur am„Peuple" in Brüssel.— Litteransche Rundschau: Karl Vorländer, Geschichte der Phtto. sophie. Friedrich Naumann, Palria. Franz Diederich, Friedrich Hölderlin und sein Schicksalslied. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M pro Quartal zu beziehen. In der Zcitungspreisliste der Postanstalten ist die „Neue Zeck" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werde». DaS einzelne Hcst kostet 25 Ps. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung.' Von der„Gleichheit--, Zeckschrist für die Interessen der Arbeiterinnen (Stuttgart, Dich' Verlag), ist uns soeben die Nr. 9 des 13. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Stummer heben wir hervor: Mai. mond. Gedicht von Klara Müller.— Zur Maifeier.— Acht Stunden find genug. Von Louise Zieh.— Was wir an Schutz für die Arbeiterinnen fordern.— Die gewerbliche Nachtarbeit der Frauen in Ocstreich. Von Adelheid Popp.— Die Frau und der Militarismus. Von E. M.— Die Rcichstagswablen und das Vereinsrecht der Frauen in Preußen— Feuilleton: Marie. Skizze von Paul Bröcker.— Nottzenteil: Weibliche Fabrilinspcktoren. Die„Gleichheck" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Ps.. durch die Post bezogen(eingetragen in der NcichSpost-Zcitilngsliste für 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps., unter Kreuzband 85 Ps. Die Mainummer des„ZSahrcn Jacob-- ist soeben erschienen Dieselbe enthält eine dopvelscitigc Wiedergabe des QelgemäldcS Maifest" von dem skandinavischen Maler Erik Henningfcn, das auf der großen Münchencr Kunstausstellung im Glasvalast 1900 die Ausmcrlsamkeit aller Kunjljrcundc erregte und dann von einem bcgütctten Parteigenossen an- gekauft worden ist. Dem Maiseft des Proletariats sind dann noch eine Reihe andrer Beiträge gewidmet, so die Gedichte„Lied der Schmiede" von Hein- rrch Berg(mit dazu gehöriger Zeichnung),„Völkersrühlmg".„Der heilige Lenz" von Klara Müller, die Zeichnungen„Zum Festzug" und„Die rote Fahne am ersten Mai", sowie die Humoreske„Dic.Dynamitpattone" Aus »cm Inhalt der Nummer heben wir außerdem die beiden farbigen Bilder Baucrnhilse" und„Der Militärbulle" hervor, von denen das elftere die Serie der Wahlbilder sortsctzt. Ferner sind zu erwähnen die Zeichnungen „Im Himmel",„Alle Neune",.Der Sämann",„Der Auszug zur Wahl- schlacht",„Groß-Rciiiemacheil in den sranzösischen Schulen",„Eine idyllische Gegend", die Gedichte„Zum 16. Juni",„Dcutschlands Größen",„Eiscn- balm-Idyll" von Erich Mühsam,„Sonnenausgang" von Hcinr. Herrn Rösler,„Pfaficnschmerzen".„Begegnung",„Die Husaren ani Rhein", sowie außer zahlreichen kleineren Beiwagen noch das Feuilleton„Pom konser- vativen Delegiertentag". Der Preis der zwöls Seilen starken Nummer ist 10 Pf. Socialdemokratie und Ecntrnm von Joh. Timm betitelt sich die soeben bei Birk u. Eo. in München erschienene Broschüre, die durch daS geschickt zusammengestellte Thatsachenmaterial der Arbeckerversicherung die Legende von den socialpolitijchcn Leistungen des Cenwums unerbittlich zcr- stört. In den Wahlkreisen, wo das Ccntrum sich um das ReichstagSmandat bewirbt und wo naturgemäß die Arbeitersreundlichkeit des Cenwums tendenziös entstellt werden wird, ist diese Broschüre besonders geeignet, ickwamontaiie Wnhlinanövcr zu vereiteln. Der Preis bcwägt nur 20 Ps.; bei Massenbezug bedeutender Rabatt. WittemngSüberficht vom 20. April 1903, morgens 8 Uhr. Stationen LS 1 3 gl Wetter 2| S«|.=! Swinemde. Hamburg 751'BNW Berlin. 748 W Franks.a.M. 759W München l760W Wien>757 W 4 heiter 4Schnec 2wolkig "wolkig 6 bedeckt s" ~ m W?o 3 1 3 — 1 Stationen Haparanda Ii i« a 5 .1 3 SB-o 758 NO Petersburg-y— Eork i759[3 Aberdeen—|— Paris 763 S Wetter b»s; u W& 6Schnec �bedeckt �bedeckt — 2 Wetter-Prognose für Dienstag, de» 21. April 1903. Zeitweise aufklarend, jedoch noch kühl und veränderlich mit gerttigeren Niederschlägen und ziemlich frischen westlichen Winden. iqkett zur Lost sallk, wayreno oer riolomonvsuyrer u.------------------------- Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Xh.«locke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.