Nr. 98. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Boft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ..Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Unten durch! Wie die Kaze das Mausen, läßt die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" das Dementieren nicht. Mit einer Dreistigkeit sondergleichen schreibt das Dementierorgan der Regierung in der Nummer vom Sonntag, den 26. d. Mts., daß die Behauptung Singers, wonach die Bevorzugung der Aktiengesellschaft Siemens 11. Halske bei Verkehrsanlagen in Berlin auch durch„ kaiserliches Einschreiten" erfolgt ist, unwahr sei. Daß die„ Nordd. Allgem. Ztg." nur über das„ kaiserliche Eins schreiten" spricht, während Singer dieses als Begleiterscheinung der Thätigkeit des Polizeipräsidiums und des Ministers der öffentlichen Arbeiten erwähnt hatte, sei zur besseren Charakterisierung des Dementis nebenher bemerkt. Dienstag, den 28. April 1903. Politische Ueberlicht. Reichstag. Berlin, den 27. April. Herr v. Tirpik hat sehr ungeschickt manöviert. Wie fonnte er glauben, daß ganz unmittelbar vor den Wahlen die Summen für den Marine palast bewilligt werden würden! Für die Rechte und das Centrum war es zu bequem, hier einmal eine Mücke zu seihen, während sie sonst Kameele verschlucken, und so wurde dem Beschluß der Budgetkommission entsprechend der Nachtrags- Etat glatt abgelehnt. Nur drei Getrene erhoben fich für das Bellevue straßen- Projekt: die Herren Büsing, Semler und Graf Driola. Aber Herr Tirpitz und seine Räte mögen sich trösten: in der ersten Session des neuen Reichstags werden die Bewilligungsparteien schon mit sich reden laffen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Vorher erledigte das Haus Petitionen, von denen einige allgemeines Interesse beanspruchen dürften. Eine Petition des Ausschusses der evangelischen Arbeitervereine um Erlaẞ eines Wohnungsgesetes wurde der Regierung als Material überwiesen. Ueber eine Petition des schlesischen Journalisten- und Schriftsteller- Vereins um eine Reform des Strafvollzugswesens und um andre Behandlung der wegen Preßvergehen verhafteten Journalisten und Schriftsteller ging das Haus zur Tagesordnung über, dagegen überwies es eine Petition des Frankfurter Journalistenund Schriftstellervereins um reichsgesetzliche Regelung des Strafvollzugs unter Einführung einer besonderen Strafverbüßungsart für die wegen nicht gemeiner Vergehen Verurteilten, der Regierung als Material, obwohl auch hier die Kommission Uebergang zur Tagesordnung beantragt hatte. Eine Petition des Magistrats und der StadtDienstag: Interpellation Gothein über die Schädigung der Fischer durch den letzten Sturm, Interpellation Willisen betreffend die Besoldungsvorschriften für Militäranwärter. BeDer Unverfrorenheit der„ Nordd. Allgem. 3tg." gegenüber wollen wir noch einmal mit absoluter Sicherheit feststellen, daß der Plan Eine Rechnungssache führte zu einer kleinen, nicht uninter- verordneten zu Charlottenburg um Maßnahmen zur Beder Gesellschaft, in Berlin eine Unterpflasterbahn zu bauen, effanten etatsrechtlichen Auseinandersetzung. Herr Dr. Sattler feitigung der Fleischteuerung wurde durch Uebererst durch die in Budapest der Gesellschaft in Aussicht gestellte hatte einen Antrag eingebracht, der darauf hinauslief, die gang zur Tagesordnung erledigt. Kaiserliche Unterstüßung eine feste Grundlage gewonnen hat. Stellung des Reichsschazzamtes den Etats- Ueberschreitungen Ein Antrag Eckert( ft.) auf Aenderung des§ 26 der Db dem Kaiser ein Antrag auf Genehmigung der von der Stadt der einzelnen Refforts gegenüber zu stärken. Der Antrag war Geschäftsordnung dahin, daß außer den bestehenden ständigen beabsichtigten Bahnanlage unterbreitet wurde, ist für die von Singer ganz vernünftig. Er wurde jedoch bon der Mehrheit Kommissionen noch eine solche für Handel und Gewerbe einbehauptete Thatsache vollkommen gleichgültig. Durch das Schreiben unter Vorantritt des Herrn Spahn in der Form begraben, daß der gesetzt werde, gelangt zur Annahme, ebenso in zweiter Lesung des Polizeipräsidenten ist unwiderleglich bewiesen, daß die von der um sieben Mitglieder verstärkten Geschäftsordnungs- Kommission auf der Gefeßentwurf betreffend die polizeiliche Regelung Stadt beantragte grundsägliche Genehmigung einer Unterpflaster gegeben wurde, über ihn zu befinden. Von diesem Neichstag wird des Feuerlöschwesens. bahnlinie abgelehnt wurde in Rücksicht auf die Rentabilität er also auf keinen Fall mehr erledigt werden. der Siemens und Halskeschen Hochbahn und auf die von Dann wurde das Phosphor- Gesez in dritter Lesung ein dieser Gesellschaft geplante Weiterführung der Hochbahn stimmig angenommen. Die Centrumsfraktion scheint also eingesehen als Unterpflasterbahn. Wir bleiben dabei die Entscheidungen zu haben, daß das Verhalten der Pichlerianer bei der zweiten des Ministers und des Polizeipräsidenten über die schwebenden Lesung nicht geeignet war, ihren Kredit im Lande zu erhöhen. Unterpflasterbahn- Projekte in Berlin sind unter dem Einfluß des Dieser Kredit wird sicherlich auch durch die Debatte über das Die Socialdemokratie und die preußischen Landtagswahlen. taiserlichen Willens getroffen worden. Einen Beweis hierfür liefert ser antentassen Gesez start geschmälert werden. Ist es doch Mit Einstimmigkeit hat die Konferenz der preußischen Parteiauch allerdings wider Willen das neueste Dementi der) Nord- gerade das Centrum, das sich zum Vorkämpfer für alle genossen am Sonntag die Taktik festgelegt, die bei den preußischen deutschen Allgemeinen Zeitung" selbst, indem sie ihre Freude und Verschlechterungen der Novelle Hergiebt. Beim§ 26a war es Herr Landtagswahlen einzuschlagen ist. Obwohl nicht bloß die Frage Dankbarkeit ausspricht über die durch kaiserliche Initiative be- Trimborn, der die Aerztefrage anschnitt und sie in einer Art der Beteiligung überhaupt, sondern auch das Wie der schleunigte Herstellung der Siemensschen Hoch- und Unterpflasterbahn". behandelte, die mit den Interessen der versicherten Arbeiter un- teiligung chemals noch lebhafte Auseinandersetzungen ber Daß die„ Nordd. Allg. 3tg." die Versagung der grundsätzlichen vereinbar ist. Es ist gewiß berechtigt, daß die Aerzte sich um die ursachte, herrscht jetzt keinerlei Differenz mehr unter Genehmigung der von der Stadt beantragten Unterpflasterbahnlinie Hebung ihrer socialen Lage bemühen. Ohne eine Verstaatlichung den Parteigenossen. In Breußen kann unfre Beteiligung an den als eine Förderung der städtischen Pläne und als Entgegenkommen der ärztlichen Hilfe, die im Gegenwartsstaat übrigens auch recht be- Landtagswahlen abgesehen von der agitatorischen Bedeutung der staatlichen Aufsichtsbehörden ansieht, ist sehr bezeichnend für die denkliche Seiten hat, ist an eine Einschränkung des Aerzteproletariats nur noch von Wert fein, wenn sie ohne alle Umschweife Auffassung, die an maßgebender Stelle über die Selbstvertvaltung der nicht zu denken und es ist durchaus falsch zu behaupten, als sei die darauf gerichtet ist, socialdemokratische Abgeordnete in das Gemeinden herrscht. Einen grotest- tomischen Eindruck macht es, wenn fociale Stalamität der Aerzte durch die Krankenversicherung Barlament zu bringen und es darf den liberalen Parteien das offiziöse Regierungsorgan aber in demselben Satz zugiebt, verschuldet worden. Im Gegenteil, durch die Kranken- tein Zweifel darüber gelassen werden, daß wir ihnen nicht das daß die Siemenssche Bahn sich die Priorität gesichert habe, so daß versicherung ist die Erkenntnis von der Notwendigkeit der ärzt geringste zutrauen schenken, daß wir Thaten von ihnen sehen wollen. die Stadt den Plan, ihrerseits von dem Potsdamer Thor nach lichen Hilfe in den Kreisen der Arbeiter zum Nugen der Wenn auf liberaler Seite noch irgend eine geheime Hoffnung bedem Stadtinnern eine Unterpflasterbahn anzulegen, nicht verfolgen Aerzte, die für die Behandlung der Familienmitglieder zugezogen standen hat, daß die socialdemokratische Partei sich vor ihren Wagen werden, außerordentlich gewachsen und eine Centralisierung der spannen würde, so ist sie durch die einstimmigen Beschlüsse der Warum das geschah bergißt die brave Nordd. Allgem. 3tg." Kassen würde es ermöglichen, die Krankenbehandlung auch zum Konferenz gänzlich zerstört worden. Ziehen Freifinnige oder Liberale leider mitzuteilen. Wir wollen es ihr noch einmal sagen: die Vorteil der Aerzte viel intensiver zu gestalten. Das waren die es vor, für einen Reaktionär statt für einen Socialdemokraten zu Siemenssche Bahn hat sich infolge der kaiserlichen Zusage in Budapest Gesichtspunkte, die in der Debatte von unsren Genossen Molken stimmen, ist ihnen ihr Liberalismus nicht so viel wert, Socialdie Priorität gesichert und gegen das Intereffe der Stadt Berlin erhalten. buhr und Albrecht vorgetragen wurden. Die Einwände der Gegner demokraten zu wählen, um die Reaktion zu bekämpfen, dann kann es Ueber die ohne Wissen der Stadt erfolgte Verlängerung der staat- standen auf einem sehr tiefen Niveau, sie arbeiteten mit außer uns auch gleichgültig sein, ob statt eines sich liberal nennenden lichen Konzession für die Große Berliner Straßenbahn bis zum ordentlichen Uebertreibungen. Besonders that sich der wackere Schwab Schwächlings ein offener Reaktionär gewählt wird. Diese KlarJahre 1949 schweigt sich die Nordd. Allg. 3tg." flugerweise aus, offmann- Hall hervor, der brav volksparteilich von der heit ist außerordentlich erfreulich. Die socialdemokratische Partei ebenso über den Erlaß des Polizeipräsidenten, der die in Rücksicht Knebelung der Aerzte durch die Arbeiter fabelte. Unfre Anträge wird die Entscheidung über die preußischen Landesangelegenheiten auf die Unwirtschaftlichkeit des Accumulatorenbetriebes erlaffene von denen der wichtigste die Doppelversicherung der Arbeiter ohne nicht länger den bürgerlichen Parteien allein überlassen, sie will den kaiserliche Anordnung die oberirdische Stromzuführung an Stelle Verkürzung des Krankengeldes ermöglichen wollte, um die Ver- Einfluß der Massen darin zur Geltung bringen, aber fie des Accumulatorenbetriebes einzurichten zur Kenntnis der Gesellschaft sicherten nicht in Schwindellassen hineinzutreiben, wurden abgelehnt. berläßt sich dabei einzig und allein auf sich selbst bringt. Selbst die Dementierkunst der Wilhelmstraße versagt bei Die Verhandlung wandte sich dann denjenigen Paragraphen zu, die das" liberale Bürgertum" mag sich darauf einrichten: entweder es diesen klassischen Fällen staatlicher Berücksichtigung privatkapitalisti- die Selbstverwaltung der Kassen betreffen. Ueber den wird liberal handeln oder es wird nicht sein; entweder es scher Interessen. ersten,§ 35, fam man nicht weit hinaus. Ein Zusatz zu ihm bildet entschließt sich, der Socialdemokratie zum Einzuge in den preußischen Dagegen entrüstet sich das Regierungsorgan über die Singersche den ersten Vorstoß gegen die Selbstverwaltung in dieser Novelle. Landtag zu verhelfen oder es wird selber die Kosten für die Behauptung, daß die Große Berliner Straßenbahn einem Wunsche Der Vorschlag des Geheimrats Hoffmann, die Selbstverwaltung in Unterlassung zu tragen haben. Wir fordern Mandate zum preußischen des Kaisers folgend, den Großen Stern im Tiergarten mit Marmor- der Krankenversicherung ganz zu beseitigen und Beamte mit der Landtag. Die preußische Reaktion wird sicher nicht gestürzt gruppen ausschmückt.„ Die Große Berliner Straßenbahn hat ohne Leitung der Kaffen zu beauftragen, hat so viel böses Blut erregt, nete, aber sie hat erst recht nichts zu fürchten von einer Minderung werden durch etliche socialdemokratische preußische Landtags- Abgeord irgend eine Anregung von andrer Seite gebeten, ihr zu gestatten, daß die jetzige Taktik darauf hinausläuft, dem Hunde den Schwanz der Liberalen, deren Liberalismus in nichts zerfließt, sobald er vor an Stelle der unterirdischen Stromzuführung auf dem Blaze die stückweise abzuschneiden. Die unabhängigen Vorsitzenden sollen aus der Wahl steht, entweder für einen Socialdemokraten zu stimmen Oberleitung einzurichten, indessen nicht auf dem Plaze selbst, sondern der Verwaltung hinausgeefelt werden, die Novelle will sie zu Auf- oder einem Reaktionär zum Siege zu verhelfen. um ihn herum, und hat sich freiwillig bereit erklärt, den Platz mit passern über ihre Kollegen bestellen und fo Bildwerken auszustatten." So stellt die Norddeutsche Allgemeine zu beständigen Streitigkeiten und einer Vernichtung des Zeitung" den Vorgang dar. follegialen Zusammenarbeitens legen. Wieder tv ar es Tonnte". " den Grund Der englische Etat und die Wiederaufhebung des Kornzolles. und Dieses Dementi ist geradezu köstlich. Die„ Norddeutsche Sas Centrum, das durch Herrn Trimborn mit allem London, 25. April.( Eig. Ber.) Budget- day: der Tag der Allgemeine Zeitung" macht wirklich einen fast unerlaubten Eifer für den§ 35 focht, obwohl der Krankenkassen- Borlegung des Etats war diesmal voll von Ueberraschungen. Knapp Gebrauch von ihrer weltfremden Naivetät, wenn sie glauben se ongreß einstimmig um die Ablehnung gerade dieses Paragraphen vor der Etatsrede verkündete der Premierminister Mr. Balfour machen will, daß das freiwillige Angebot" der Großen Berliner ersucht hat und nach Stadthagens Mitteilung auch katholische seinen Entschluß, die Beteiligung an der Bagdadbahn aus dem glühenden Drange, den Tiergarten zu verschönern, Arbeiter sich mit aller Entschiedenheit gegen diesen Eingriff in die abzulehnen. Zur gleichen Zeit fam die Nachricht über die erfolgt ist. Das Wort„ mit der Wurst nach der Speckseite Selbstverwaltung erklärt hatten. Diesmal traten auch die Frei- britische Niederlage in Somaliland. Aber die lleberwerfen" ist auch in den Direktorialbureaus der Großen finnigen auf unfre Seite, diese Unterstützung reichte aber nicht aus, raschung des Tages war die Beseitigung des Kornzolles. Außer dem Berliner nicht unbekannt und daß die drahtlose Telegraphie um die Annahme des§ 35 zu hindern. Auch beim§ 38 wurde Rabinett hatte niemand von dieser Maßregel auch nur die leiseste vom Schloß nach dem Leipziger Platz dem Straßenbahn-, unser Verbesserungsantrag abgelehnt. " Abgeordnetenhaus. Ahnung, so daß der Oppositionsredner Sir William Harcourt, der fich zu Hause auf eine Rede gegen den Kornzoll vorbereitet hatte, sichtlich außer Fassung war, als er nach den Regeln des parlamentarischen Spiels auf die Etatsrede mit einer Kritik antworten mußte. Sehr gut antwortete dagegen der liberale Imperialist Mr. Haldane, auf den wir später zurückkommen. Die Grundlinien des Etats sind wie folgt: Der Schazkanzler Mr. Ritchie schäßt den Ueberschuß auf 10 816 000 Bfb. Sterl. Denn früheren Ministerialdirektor Herrn Micke und seinen Kollegen von der Dienstag beginnt die Sigung wieder um 11 Uhr. Zunächst mit der Großen Berliner fufionierten Charlottenburger Straßen- fommt die Interpellation Gerstenberger über die Ausbildung der bahn, den Gedanken suggeriert hat, das freimütige Angebot" Fleischbeschauer zur Erledigung; dann Krankenkassennovelle. möchte dem Kaiser und den mit der formellen Genehmigung des Gesuchs betrauten Staatsbehörden nicht unangenehm sein, wird selbst die„ Nordd. Allg. 3tg." nicht dementieren wollen. Oder glaubt man in der Redaktionsstube des Bülow- Organs, daß die Große Berliner Das Abgeordnetenhaus nahm am Montag in zweiter und sich einer Ablehnung ihres freiwilligen Angebots" auszusetzen dritter Lesung den Gesetzentwurf betreffend den weiteren auf Grundlage der Besteuerung des letzten Jahres würden begeneigt war? Erwerb von Eisenbahnen für den Staat( die Linien tragen: Man sollte seitens der Nordd. Allg. Ztg." doch endlich diese Marienburg- Mlawka, Altdamm- Solberg, Stargard- Küftrin, findischen Dementis unterlassen und die in Dutzenden von Fällen Stiel- Eckernförde- Flensburg und Dortmund- Gronau- Emschede) bewiesene Thatsache zugeben, daß privatfapitalistische Verkehrs- Unter- sowie den Gesezentwurf betreffend den Erwerb der o st. nehmungen in Berlin fich des Schutzes und der Förderung der preußischen Südbahn nebst den durch diese Gesetze staatlichen Behörden zu erfreuen haben, während die städtischen Ver- bedingten Nachtrags- Etat nach kurzer Debatte an. Wie der tehrsaufgaben durch die Bevorzugung privattapitalistischer Konkurrenz Minister Budde mitteilte, wird dem Landtage im nächsten erfchwert und vielfach unmöglich gemacht werden. Jahre voraussichtlich eine Vorlage betreffend die zwangsweise Verstaatlichung der Breslau- Warschauer Bahn zugehen. Einnahmen 9 Ausgaben. . · 154 770 000 ẞfb. Sterl. • 143 954 000 " leberschuß 10 816 000 fb. Sterl Der Schatzkanzler beschloß deshalb zwei Steuerentlastungen vorzunehmen. Die Einkommensteuer, die bekanntlich nur die Einkommen über 3200 M. trifft, betrug im letzten Jahre 1 Shilling 3 Pence (= 1,25 M.) von jedem Pfund Sterling( 20 M.) Einkommen. Diese Steuer soll nunmehr um 4 Pence(= 34 Pfennige) herabgesetzt werden. Dann soll der Kornzoll beseitigt werden. Diese Entlastungen betragen: Einkommensteuer- 4 Bence. Kornzollbeseitigt 142- otal of Busammen Die Bilanz stellt sich demgemäß: Einnahmen. Ausgaben Ueberschuß 8 500 000 Bfd. Sterl. 2 000 000 10 500 000 Bfd. Sterl. " 144 270 000 fd. Sterl. 143 954 000 316 000 Pfd. Sterl. " " Die Nationalschuld beträgt 770 778 000 Pfd. Sterl. Die Kosten des südafrikanischen und chinesischen Krieges beliefen fich auf 217 Millionen Pfund Sterling, davon wurden 67,5 Millionen durch Steuern gedeckt und 149,5 durch Anleihen, oder von je 100 Pfund Sterling Kriegskosten wurden 31 durch Steuern und 69 durch Anleihen aufgebracht. Von diesen 217 Millionen Kriegskosten erhält England zurück: bon Transvaal als Kriegsbeiträge 34 Millionen, dann 3 Millionen als Rückzahlung gegebener Vorschüsse, also zusammen 37 Millionen von Transvaal; schließlich 6 Millionen Kriegsentschädigung von China, insgesamt 43 Millionen, so daß England mit 174 Millionen Pfund Sterling für den füdafrikanischen und chinesischen Krieg belastet wird. " In seiner beinahe zweistündigen Rede gab der Schazkanzler Mr. Ritchie eine Uebersicht über die finanzielle Lage Englands. Er berührte auch das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit und bemertte:„ Es ist befriedigend festzustellen, daß wir trotz der fallenden Löhne verhältnismäßig sehr wenig industrielle Konflikte hatten. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich in Lohnfragen friedlich auseinandergesetzt.... Unternehmer und Arbeiter sollten bemüht sein, sich enger aneinander zu schließen und sich gegenseitig besser zu verstehen, denn beide wissen, daß das Interesse des einen ist das Interesse des andern; beide sollten durch freundliches Konferieren und Zusammenarbeiten ihre Konkurrenzfähigkeit gegen das Ausland stärken." Mr. Ritchie hat natürlich keine Ahnung, daß der gegen wärtige industrielle Frieden" nur die Folge ist der unsicheren Rechtslage, die der Taff- Vale- Entscheid geschaffen hat. Von den Antworten der Oppositionsredner ist nur die des Abgeordneten Mr. Haldane bemerkenswert. Er tadelte es, daß der Nuzen der Steuerentlastung hauptsächlich dem Kapital zutommen sollte. Die Erleichterung der direkten und indirekten Steuern verhält sich wie 5 zu 1.„ Die Zahl der Personen, die Einkommensteuer zahlen, ist gering. Aber das sind gerade die Leute, die das meiste Geld haben. Unser Nationaleinkommen wird jetzt auf 1600 Millionen Pfund Sterling geschätzt; die Hälfte dieser Summe fließt in die Taschen der Einkommensteuerpflichtigen, die nur 4 Millionen Personen zählen, während die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs 42 Millionen be trägt. Es ist doch außerordentlich, daß vier Fünftel der Steuerentlastung dieser geringen Zahl von Leuten zufallen sollen.. Wir sollten doch einmal eine wissenschaftliche Untersuchung unfres Nationaleinkommens und seiner Verteilung vornehmen, damit wir eine sichere Basis für unser Steuersystem gewinnen." Haldane ist, wie früher gefagt, ein socialliberaler Imperialist und einer der bedeutendsten Rechtanivalte Englands. * Deutfches Reich. Die Aristokratie des Geistes der Korpsstudenten. Als neulich die Freisinnige Zeitung" die in dieser Form sicher falsche Nachricht brachte, den preußischen Landräten sei die Annahme von Wahlkandidaturen verboten worden, begann es wieder wie " Frühlingsahnung" durch die liberale Presse zu wehen. Wir spotteten in einer kurzen Anmerkung über dies große Ereignis. Leute sichere und treue Diener ihres Königs und Vaterlandes. I auferlegt, um die erregte Versammlung nicht zu einer ( Bravo! rechts. Lebhafte Unruhe und Zurufe links.) tumultuarischen werden zu lassen, jedoch könne er auch anders, wie Und der Minister fuhr fort: der heutige Abend beweise! " Dann hat der Herr Vorredner sich auch daran gerieben, daß Es kennzeichnet den ganzen Wenckstern, das feige Vers unter den Regierungspräsidenten eine verhältnismäßig große bergen seines wirklichen Wesens in der Bockbrauereis Anzahl von Corpsstudenten wäre. Ja, meine Herren, das ist sehr versammlung, das zu dem freilich lächerlichen Versuch bestimmt war, möglich. Regierungspräsident wird doch ausnahmslos, sage ich, die Arbeiter dort zu födern, nachträglich mit der Anschuldigung gegen Sie sagen vielleicht in der Regel nur derjenige, welcher in seinem jene Versammlung zu beschönigen, sie würde sonst tumultuarisch ausFache besonders tüchtig ist. Ja, wenn der Mann zugleich Corpsstudent geartet sein. Nach dem Bericht andrer Blätter hat v. Wendſtern noch ist, so könnte ich als Corpsstudent daraus vielleicht den Schluß ziehen: deutlicher gesagt, daß es nur seiner Besonnenheit und der seiner das zeige eben, daß die Corps eine ausgezeichnete Erziehung geben. Freunde zu danken gewesen sei, wenn es in der Versammlung ( Großer Widerspruch links; sehr richtig! rechts.) Ich will aber hier auf dem Bock nicht zu einer Katastrophe gekommen ist". von diesem Schluß nicht einmal Gebrauch machen, sondern ich will Erst erklärt sich der Herr v. Wenckstern als der Tapfere, der sich in nur sagen: dadurch, daß die Leute Corpsstudenten sind, sind sie alle Schrecken einer socialdemokratischen Versammlung wagt, dann doch ganz gewiß nicht univürdig, Regierungspräsidenten zu werden. erklärt er sich als der Besonnene, der durch kluge Reserve die ( Sehr richtig! rechts; große Unruhe und Zurufe links.)... Wenn Tapferkeit überflüssig macht. Das alles zeigt nur den eitlen Sie mir erst einmal nachweisen können, daß ich bei meinen Vor- Prahlhans. Dem socialdemokratischen Arbeiter ist der Herr schlägen bei seiner Majestät jemand deshalb zum Regierungs- v. Wendstern nicht ein Erreger von Zorn, er entfesselt in ihm höchstens präsidenten empfehle, weil er Corpsstudent ist, dann will ich mein mildes Bedauern, vornehmlich aber heiteres Lachen. Haupt vor Ihnen beugen. Wenn ich ihn aber vorschlage, weil er In der Diskussion nahm der socialdemokratische Kandidat tüchtig ist und daneben Corpsstudent, so ist das in meinen Augen Dr. Arons das Wort, um vornehmlich die Stellung der Socialein persönlicher Vorzug, der aber dienstlich gar keine Bedeutung demokratie zum Mittelstand darzulegen. Er erinnerte u. a. die gegen hat. links.)" if( Große Unruhe finds), polite banu nod) aweimal, bag nur bie Arbeiter- Konfirmbereine tobenden Stonſervativen daralt, daß bie nach persönlicher Tüchtigkeit das„ nur“ ist im amtlichen Steno- kleineren Geschäftsleute! Der Redner hatte sehr starken Beifall. gramm zweinial fett gedruckt, offenbar weil doch wenigstens fett Professor v. Wendſtern- nicht der fast redeunfähige Generalmajors. Gedrucktes immer wahr ist die Beamten auserwählt werden und Wort zu einem Abwehrversuch. Das mißlang ihm, um so eifriger fettfandidat! nahm sofort außer der Reihe der Rednerliste das feierte zum Schluß seine regierenden Storpsstudenten als die„ Aristo- wiederholte er sein Juntergeschimpf. Wir können mit unfrem Grfratie des Geistes". Links zischte man. Man rechnete sich dort folg in der gegnerischen Versammlung sehr zufrieden sein, wir haben auch unter den anwesenden Mittelstandsleuten gewonnen. " nämlich auch zur Aristokratie des Geistes", dieweil nicht nur die Geburt, sondern auch der Besiz geistesaristokratische Bildung ver leiht! Welche Aristokraten des Geistes die Corpsstudenten werden können, das erkennt man ja besonders deutlich, wenn sie es bis zum Minister gebracht haben. Dieser Freiherr von Hammerstein war ja auch Corpsstudent! Kandidatenwechsel im zweiten Berliner Wahlkreise. Der freis sinnige Kandidat im zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreise, leichten Schlaganfall betroffen worden und hat deshalb seine KanLicentiat Gräbner, ist am Sonntag auf der Kanzel von einem bidatur zurückgezogen. An seiner Stelle foll der Landtags- Abgeordnete und Stadtverordnete Kreitling als freifinniger Kandidat aufgestellt werden. Herr Kreitling kandidierte bereits 1898. * Der Knecht singt gern ein Freiheitslied, des Abends in der Schenke. Der freisinnige Wahlverein Moabit ladet seine Mitglieder zu einem Vortrage über die Befreiung Schleswig- Holsteins ein. Das ist mitten im Wahlkampfe, wo die höchsten Interessen des Volkes, wo die politischen Freiheiten auf dem Spiele stehen, ein außerordentlich aktuelles Thema für einen freisinnigen Wahlverein. Werden die freisinnigen Philister sich berauschen an den zweifelhaften Befreiungsthaten der preußischen Steaktion, schwärmen von den meeerumschlungenen Stammberwandten, derweilen uns diese selbe Reaktion im eignen Hause an den Kragen will. Es geht nichts über einen freisinnigen Philister. Aber wir wollen nicht unsre eigne socialdemokratische Ruchlofig feit über das regierende Corpsstudententum auskramen. Ein Kollege des jetzigen Ministers des Innern hat über den Nachwuchs in den Aemtern der höheren Verwaltung einmal die bitterste Klage geführt und gegen das Corpsstudentenwesen die heftigsten Angriffe geschleudert. Von dieser„ Aristokratie des Geistes" wurde da gesagt: " Die Professoren klagen über den wachsenden Unfleiß der juristischen Studierenden, namentlich der wohlhabenderen, d. h. derjenigen, die sich später dem Verwaltungsdienst zuzuwenden pflegen, und die im allgemeinen mit den farbentragenden Studenten zu sammenfallen. Ich habe mich lange gesträubt, diese von fast allen Universitätsprofessoren übereinstimmend bezeugte Wahrnehmung als An die Franen wendet sich die Kreuz- Zeitung" in einer richtig anzuerkennen.... Ein hiesiger angesehener Profeffor ver- Empfehlung, die sie der konservativen Wahlbroschüre Vorwärts zu sicherte mir jüngst, daß ein Corps in Heidelberg feinen Mitgliedern den Wahlen 1903" schreibt. Die Frauen sollen die Schrift lesen, dann würden sie erfahren, daß nicht die Junker, sondern und Füchsen den Kollegienbesuch als unanständig geradezu ver- die Juden schuld seien an der Brot und Fleischverteuerung. Ist es schon hübsch, daß die Kreuz- Zeitung" damit die Thatsache der Dieser Umstürzler beklagte dann die schwelgerische Lebensweise Teuerung zugiebt, die sonst stets abgeleugnet wird, so ist es weiter mancher Corps, die selbst für sehr reiche Väter nicht erschwinglich erfreulich, daß sie nun auch an die Hilfe der Frauen apelliert, die sei. Ein Berliner Richter beklagte sich über die Interesselofigkeit" nach tonjervativer Behauptung die Politik gar nichts angeht. Wenn zahlreicher Referendare, über den„ völligen Mangel an idealer die Konservativen von der Durchschlagskraft der Argumente ihrer Lebensauffassung". Er beruft sich auf den Professor Schmoller, der Wahlbroschüre bei den Frauen so überzeugt sind, dann wäre es doch jetzt im Herrenhause sitzt, daß selbst die Juristen, die später ernste uur in ihrem Interesse, den Frauen das Wahlrecht zu gewähren. Wir werden übrigens dieser konservativen Schrift, die zu den Beamte werden," Tüchtigeres leisten würden, wenn fie zur rechten erbärmlichsten Lügenmachwerken gehört, demnächst einige Worte Zeit mehr gelernt hätten". widmen. biete." Völlig mangelhaft sei hier die Vorbildung der Herren auf wirts schaftlichem Gebiet. „ Oberflächliches Aburteilen in Hülle und Fülle! Aber gediegene, tiefgründige, auf lebendigem Interesse und Verständnis beruhende wirtschaftliche Arbeit ist so selten, daß jede einigermaßen wertvolle Arbeitsleistung auf diesem Gebiete sofort auffällt." * " Im Wahlkreise Faltenberg- Grottfau sollte erst, wie gemeldet wurde, dem Centrum ein Kandidat des Bundes der Landwirte entgegengestellt werden. In einer dieser Tage abgehaltenen Versammlung des Bundes in Falkenberg wurde jedoch der Centrumskandidat Hubrich als offizieller Bundestandidat proklamiert. Herr Hubrich hat die Forderungen des Bundes zu den seinigen gemacht. In Baden An diesem Sonnabend nun hatte der gute Liberalismus Gelegenheit, die Realität seiner liberalen Frühlingshoffnungen zu diesen bösen Einfluß des Corpswesens schilderte: Herr Boise, Es war ein sehr gutgesinter und sehr frommer Mann, der prüfen. Gelegentlich der Beratung des Gesetzes über den Borbereitungsdienst der höheren Verwaltungsbeamten schüttete der damals( 1887) Direktor des Reichsamts des Innern, später lange ist wie man uns schreibt die Aufstellung der Reichstags. Kandidaturen in nahezu allen Wahlkreisen vollendet. Insgesamt preußische Minister des Innern im Abgeordnetenhause einmal Jahre hindurch preußischer Kultusminister. Die Studenten und Referendare, die Herr Bosse mit so dunklen dürften sich am 16. Juni in den 14 Kreisen des„ Musterländles" gründlich sein Herz aus. Wenn es gilt, oppofitionelle Angriffe abzuwehren, sagt der Herr geivöhnlich, was nicht ist. Diesmal aber Farben malte, dürften heute schon zumeist in den höheren Ver- etwa 50 verschiedene Parteikandidaturen gegenüberstehen. In allen sprach er kühner, wenn auch nicht flug aus, was ist: daß nämlich waltungsstellen ſizen, Landräte und Regierungspräsidenten sein, und 14 Streifen stellt außer der Socialdemokratie nur das Centrum auf; damit zu jener„ Aristokratie des Geistes" gehören, die Herrn in 3-4, der Freifinn in 2, der Bund der Landwirte in die Nationalliberalen werden voraussichtlich in 12, die Demokraten unsre ganze Verwaltung des preußischen Staates- Landräte, Regierungspräsidenten, Oberpräsidenten das Monopol der großen das Monopol der großen v. Hammerstein entzückt. 4-5 Streifen mit eignen Bewerbern auftreten. Der Appell des Die Corpsstudenten- Sitten haben sich seit jener Zeit noch start se aisers, bei der Auswahl der Kandidaten den schlichten Mann. feudalen Corpsstudentenfamilie ist, die sich strebend einander voraus der Werkstatt" zu berücksichtigen, hat bei unsern bürgerlichen schiebt in alle leitenden Aemer. Schon bei den Referendaren vollzieht entwickelt und die Minister, wie man sieht, gleichfalls. Gegnern nicht die geringste Beachtung gefunden: fein einziger sich die Scheidung, ob sie in der Justiz oder der Verwaltung aufDie Angelegenheit hat übrigens auch zu einem Konflikt zwischen Arbeiter, ja selbst nicht einmal ein Vertreter des werkthätigen genommen werden. Nur die dreimal patentierten Corpsstudenten werden von den Regierungspräsidenten zur Verwaltungskarriere zu- Abgeordnetenhaus und Herrenhaus geführt. Das Abgeordnetenhaus Mittelstandes, ein Handwerker, Kleinkaufmann oder kleiner Bauer, gelaffen. Und diese Sippe bildet denn die eigentliche Regierung in hat gegen die Konservativen die Abänderung der Vorschläge be- ist unter den etwa 35 bürgerlichen Kandidaten zu entdecken. Da Preußen, fie treibt ihre agrarisch- konservative Familienpolitik, mögen schlossen. Im Herrenhaus wird aber das Referendarien Sieb gegen befinden sich darunter 8 Rechtsanwälte, 8 Staatsbeamte zweifellos wieder den verwandten Regierungspräsidenten überlaffen Gymnasialprofessor, Amtsgerichts, Landgerichts- Direktor, Ober( je 1 Landeskommissär, Finanzrat, Staatsanwalt, Schuldirektor, die Ministerchen in Berlin welchen Kurs immer steuern. werden. Bereits hat am Montag die Kommission des Herrenhauses amtmann), 7 Gutsbesiger, 3 fatholische Geistliche, 2 Kom Vom Centrum und den Nationalliberalen war nun die Wiederherstellung der Regierungsvorlage auf den Antrag des merzienräte, die Wiederherstellung der Regierungsvorlage auf den Antrag des merzienräte, 4 Fabrikanten, 1 Chemiker, 1 Gasthausbesizer. den Kandidaten der Socialdemos Freiherrn v. Manteuffel hin angenommen. Nummehr muß die Dagegen ist unter Vorlage an das Abgeordnetenhaus zurück. Wenn das sich nicht be- kratie das handarbeitende Element relativ sehr stark vertreten: 6 derselben sind heute noch in Industrie oder Handwerk thätig fehrt, so fällt das ganze Gesez unter den Tisch. ( je 1 Zimmerer, Metallarbeiter, Holzichnißer, Feilenhauer, Malerund Schuhmachermeister), weitere 5 find ehemalige Arbeiter( jetzt als Kaufmann, Redakteur, Expedient, Verbandsbeamter, Lagerhalter thätig), fodaß nur drei unsrer Kandidaten andren Berufen angehören( Buchdruckereibesizer, Apotheker, Privatier). der Brotneid der zurückgedrängten Elemente beantragt worden, daß künftig die Zulassung der Referendare zum Verwaltungsdienst nicht durch den Regierungspräsidenten, sondern durch den Minister verfügt würde. Daß mal ein liberaler oder klerikaler Bourgeois Minister wird und dann die Verwaltungsstellen mit Männern seines Herzens besetzen würde, das ist so rechneten die Antragsteller durchaus richtig immer noch leichter möglich, als daß das Corps der Regierungspräsidenten andre Leute als ihre Corpsbrüder in die Regierung läßt. Der nationalliberale Professor Friedberg richtete heftige Angriffe gegen diese Allmacht der Corpsstudenten. Nach seiner Statistik sind von den Landräten 50 Proz. adlig, von den Regierungspräsidenten 71% Proz.; von 35 Regierungspräsidenten sind gar 21 ehemalige Corpsstudenten. Kaum aber war diese Rede gehalten, da erhob sich der preußische Minister Hammerstein in einer seltenen Erregung, feierte nun das auserwählte Volk der Corpsstudenten in einer Weise, daß auf der Linken, selbst auf dieser zahmen Linken eine starke Empörung ausbrauch. Was beweist das, daß der Adel so zahlreich vertreten ist? fragte Herr v. Hammerstein. Und er beantwortete seine Frage nach dem Stenogramm wörtlich wie folgt: Wahlvorbereitungen. Aus dem 1. Berliner Wahlkreise. Die Firma Rudolph Herzog ersucht uns um diese Berichtigung: Es ist nicht wahr, daß am Freitagabend den Hausdienern zeitiger Feierabend gegeben wurde, um die konservative Wählerversammlung zu besuchen. Es ist ferner nicht wahr, daß Hausdiener in diese Wählerversammlung kommandiert wurden. Es haben von den angestellten ca. 500 Hausdienern ca. 20, welche in dem ersten Wahlkreise wohnen, aus eignem Antriebe gebeten, um 8 Uhr, furz vor Geschäftsschluß, gehen zu dürfen, um der Versammlung beiwohnen zu können. Dies ist ihnen gestattet worden. Daß also von seiten der Firma irgend eine Beeinflussung der Hausdiener stattgefunden hat, ist unwahr." Wir geben diefe Darstellung, ohne zu ihr irgendwie verpflichtet zu sein. Denn wir haben überhaupt nicht gefagt, daß, die Geschäftsfeitung" der Firma Herzog den Besuch der konservativen Versamm lung erwirkt habe. So kommen solche Sachen allerdings nicht zu stande. Das wird vorsichtiger eingefädelt. Bestrafung des Kontraktbruchs. Die Agrarkommission des Abgeordnetenhauses hat beantragt, eine Petition der Landwirtschaftsfammer in Kiel um Erlaß eines Strafgefeges gegen den Kontrakt bruch der Regierung als Material zu überweifen. Daß das Abgeordnetenhaus ein solches Sklavengesetz, das die Zwangsarbeit einführt, herbeisehnt, ist bekannt. Der Dreschgraf Bückler, der merkwürdiger und undankbarerweise von den Antisemiten nirgends als Reichstags Kandidat aufgestellt worden ist, hat, wie nachträglich bekannt wird, vor einiger Beit einen Strafbefehl von 10 M. erhalten, weil er seinen BernHardiner auf Kinder gehezt hatte, die aus dem Konfirmanden- Unterricht kamen. Er glaubte gewiß, sie kämen vom Bandarbeiterlos. - Rabbiner! „ Das beweist doch nur, daß der Adel, und zwar wesentlich der unvermögende Adel, der Adel, mit dem die großen preußischen Immerhin freut es uns zu vernehmen, daß die Firma Herzog, Könige den Staat gebildet haben( Zuruf links: Gegen ihn! wenn Angestellte um freie Zeit ersuchen, damit sie politische Ver- Der Instmann G. aus Blum nau bei Pr.- Holland( OftHeiterkeit), mit dem Friedrich der Große seine Schlachten geschlagen sammlungen besuchen können, solchen Wünschen gern entgegenkommt. preußen) bat am 15. d. Mts. seinen Herrn, den Grund- und Mühlenund den Staat groß gemacht hat( der reine v. Botenberg Sicherlich wird die Firma zu diesem Entgegenkommen auch bereit befizer M., um etwas Mehl, weil er mit seiner Familie gar nichts Schirp! Red. des" Vorw."), daß dieser Adel in seinen Sprossen sein, wenn die Angestellten nicht eine fonfervative Vermehr zu effen habe, und bereits den Vormittag ohne Frühstück habe auch heute noch bestrebt ist, in des Königs und des Vaterlandes sammlung besuchen wollen! Vielleicht geben die Hausdiener und arbeiten müssen. M. gab ihm aber nichts. G. erhält laut Kontrakt Dienst zu treten und darin in vielfach sehr bescheidenen Stellen zu andre Angestellte bei einer demnächstigen socialdemokratischen für 30 Arbeitstage 1% Scheffel Roggen. Für 20 Tage, also einen wirken.( Burufe links: Wir auch! Andre auch!) Ich glaube Versammlung der Geschäftsleitung der Firma R. Herzog Gelegenheit, Scheffel, hat G. bereits verdient, M. will aber nicht früher geben, nicht, daß der Prozentsaz von 40 überhaupt etwas besonders ihre gerechte Unparteilichkeit zu beweisen! als bis 30 Tage um sind. G. erklärte, daß er doch nicht mit Frau Großes ist, ich freue mich aber über jeden Referendar, der einer und Kindern hungern und nicht hungrig arbeiten könne. Der EinAdels- oder Beamtenfamilie angehört; denn ich bin sicher, daß Aus der konservativen Versammlung, die am wand blieb jedoch wirkungslos. G. begab sich nach Elbing zu seinen im allgemeinen die Regierung mit solchen Beamten gut fährt. vorigen Freitag stattfand, ist folgendes zu berichten. Der konservative Verwandten, um sich etwas zu borgen. Am 16. erhielt er aber ( Unruhe und Zurufe links.) Es sind mir in meiner Amtszeit Kandidat Generalmajor a. D. Bartels stellte sich vor, indem er vom Amt Blumnau einen Strafbefehl von 6 M. wegen unberechtigten, schon Fälle vorgekommen nicht einer, sondern mehrere wo eine Rede ablas und sich durch den rühmlichen v. Wendstern Verlassens der Arbeit. Er hatte die Arbeit verlassen, um sich Brot, ich junge Beamte, die aus einer andern, besonders wohl empfehlen ließ. Dieser erging sich gewaltiglich im anti- das ihm der Grundherr verweigerte, für seinen hungernden Magen habenden Klasse stammten, in etwas entfernte Gegenden semitischen Geschimpf, behauptete, die Socialdemokratie ruiniere zu verschaffen! G. räumte jetzt die Wohnung, um nach Elbing zu habe versehen wollen. Da hat man mir entgegnet: Da gehe ich den Mittelstand, und stellte sich als der starke Mann vor, ziehen. Als er aber bereits seine Sachen auf dem Bahnho; Blumnau nicht hin, dann gehe ich lieber ab. Das ist bei den aus dem der es gewagt habe, in einer Berliner vieltausend- köpfigen hatte, tam M. nach und nahm Kleider, Küchenspind sowie das Bettalten preußischen Beamtenstand hervorgegangenen Referendarien socialdemokratischen Versammlung feine Anschauungen vorgestell des G. auf seinen Wagen und brachte die Sachen bei sich hinter bis jetzt noch niemals der Fall gewesen. So sind diese jungen Izutragen. Allerdings bätte er sich in hohem Maße Reservel Schloß. G. muß jezt mit seiner Frau auf dem Fußboden schlafen und hat sich wegen Freigabe der Sachen an das Landratsamt Pr/- Holland gewandt. Gegen den Strafbefehl hat er richterliche Ent- scheidung beantragt. Hier ist die Not der Landwirtschaft l Dieser Not abzuhelfen, ist unser heißestes Bestreben!_" Aus dem anhaltischen Landtage. Die Aufnahme einer ganzen Anzahl von Nichtanhaltinern in die Wählerliste eines Bezirkes des Dessau-Altener Landkreises hat. wie der Minister v. Dallwitz am Donnerstag selber mitteilte, eine sehr eigentümliche Ursache gehabt. Der Ortsschulze Samberg in Hinsdorf hatte auf Befragen der Kreisdirektion. wieviel Urwähler er habe, geantwortet, es seien ca. 120. Nochmals befragt, wieviel es genau seien, antwortete er, IIS. Die Zahl entnahm er der vorigen Wählerliste. Nachträglich stellte sich heraus, daß er so viel nicht zusammenbekam. Darauf schrieb er. wie er zu Protokoll gegeben hat, eine größere Anzahl(18) Leute hinein, von denen er wußte, daß sie Nichtanhaltiner seien, bloß um die Zahl voll zu kriegen. Er habe geglaubt, die kämen doch nicht zur Wahl. Daß die Hineingeschriebenen keine Socialdemokraten waren, braucht nicht erst versichert zu werden. In Bezug auf den Pastor, der die gegnerischen Protestler führte, müssen wir berichtigen, daß er den Vorwurf nicht verdient. nachträglich durch Antrag auf Ungültigkeit derjenigen Wahl- männer, die vorher gültig sein sollten, eine Auffassung je nach Bedarf bethätigt zu haben. Im Gegensatz zu mehrfachen Auf- forderungen, die dicsbezüglicki an ihn herangetreten, hat er ganz im Sinne derjenigen Auffassung, die die socialdcmokratischcn und liberalen Kritiker im Landtage bekundet haben, sich geweigert, diesen Antrag auf Ungültigmachung der vorher von seinen Parteigenossen für gültig beantragten Wahlmänner in seinen Protest mit auf- zunehmen. Das vom Landtage in seiner Miehrheit empfohlene ungesetzliche Verfahren, bei einer einzelnen Neuwahl sämtliche Wahlmänner, auch die gültig gewählten, neu wählen zu lassen, hat der Landtag ein zweites Mal empfohlen, indem er eine zum zweitenmal eingebrachte Resolution Peus, die das gesetzliche Verfahren der Wahl durch die übrig gebliebenen gültig gewählten Wahlmänner forderte, wiederum gegen die socialistischen und linksliberalcn Stimmen ablehnte, obwohl Pens den schlagenden Nachweis lieferte, daß dann zwei Klassen gültiger Wahtmänner neben einander in einem Wahlkreise zu stände kämen, indem, wenn z. B. in ei nein Wahlkreise, wo ztvei Abgeordnete gewählt werden, durch Ungültigwerden von Wahlmännern ein Ab- geordneter die erforderliche Majorität einbüßen und der andre sie behalten könne. Dann bleibe e i n Abgeordneter gültig, lvas gültige, für die ganze Legislaturperiode geltende Wahlmänner voraussetze, während nach Auffassung der Landtagsmehrhcit für den zweiten Abgeordneten dann neue Wahlmänncr zu wählen seien, die dann auch gültig wären. Vergeblich, die Mehrheit entschied wider alle Vernunft. Daß die ungültig gewordenen Wahlmänuer der in Frage kommenden Kreise gegnerische sind, hatte darauf natürlich keinen Einfluß.— Hudtand. Die Corteswahlen in Spanien. Die am Sonntag vollzogenen Corteswahlen, die nach den einge- laufenen Berichten wiederum in einer Reihe Ortschaften zu Tumulten und blutigen Zusammenstößen geführt haben, sind für die Re- publikaner recht günstig ausgefallen. Soweit sich bisher erkennen läßt, haben sie in Madrid, Barcelona, Saragossa. Bajadoz, Valencia, Murcia, Palma de Mallorca. Corunna, Granada die Mehrheit erlangt. Die Willfährigkeit des Silvelaschen Kabinetts gegen die Wünsche des Vatikans, die in letzter Zeit bald hier, bald dort hervorgetretene Korruption der höchsten Verwaltungsbehörden. das provokatorische Verhalten der Polizei gegenüber den Studenten- demonstrationen in Salamanca haben ersichtlich in den liberal- monarchischen Kreisen verstimmt und dem Republikanismus neue -Anhänger geworben. Dazu kommt, daß der vor einiger Zeit unter Salmerons Leitung erfolgte Zusammenschluß der kleinen republikani- Ischen Richtungen zu einer nach außen einheitlich auftretenden, ge- .schlossenen Partei die Aktionskraft der Republikaner wesentlich er- höht hat. Daß trotzdem Silvela eine Regierungsmehrheit er- langen wird, ist sicher. Er hat sich stets als guter Wahlmacher er- wiesen, der den Regierungs-Wahlapparat trefflich zu handhaben ver- steht, und er darf zudem diesmal als Dank für seine Dienstwilligkeit gegenüber den Ansprüchen des Vatikans und der Mönchsorden auf eine ganz besondere Unterstützung des mächtigen Klerus rechnen. Die halb- und ganz ländlichen Kreise, vornehmlich Andalusiens, Eswemaduras, Murcias, Neukastiliens werden sicherlich nur kon- servativ-klerikale Regierungskandidaten entsenden. Wie die Wahlen für die Socialdemokratie ausgefallen sind, läßt sich noch nicht ersehen. Aussichtsvoll waren für die socialistische Arbeiterpartei nur zwei Madrider Wahlkreise und der Stadtkreis Bilbao; doch scheint in keinem dieser drei Kreise der socialistische Kandidat die Mehrheit der Stimmen erlangt zu haben. Der„Vossischen Zeitung" wird telegraphisch gemeldet: Die gestrigen Wahlen lassen ein überraschendes Anwachsen republikanischer Stimmen erkennen. In Madrid erzielten sie 2g 000 Stimmen, während es die Monarchisten auf, höchstens 15 000 brachten. Die Wahlergebnisse sind noch nicht vollständig bekannt, man berechnet aber, daß 34 Republikaner(gegen 17 im vorigen Kongreß) ge- wählt worden sind.— Oestreich-Nngarn. Obstruktion gegen den Zollwucher. Wien, 27. April. Die socialdemokrotische Fraktion im Abgeord- netenhause beschloß, gegen die Zölle aus Agrarprodukte, welche im neuen Zolltarif eine Erhöhung bis zu 20 Proz. erfahren haben, mit allen Mitteln zu obstruieren. *.» Die Obstruktion und Staatsstreich in Ungarn. Budapest, 27. April. Ministerpräsident v. Szell erklärte in: Verlaufe der Jndemnitätsverhandlung, daß die Erledigung des Staatshaushalts- Provisoriums keine Vertrauensfrage bilde, da das Vertrauen sich in andrer Weise kundgeben könne. Der Pflicht der Regierung, das Budget vorzulegen, entspreche die Pflicht der gesetzgebenden Körper- schast, den Voranschlag zu erledigen. Das Anerbieten KossuthS, dem Budget-Provisorium gegenüber nicht zu obstruieren, falls die Regierung in den nächsten vier Monaten die Verhandlung über die Wehrvorlage nicht fortsetze, weist Szell zurück, da dies ein verstecktes Fallenlassen der Wehrvorlage bedeuten würde. Was die Obstruktion betrifft, so beruft sich Szell auf Präzedenz- fälle im englischen Parlament, welche zeigen, daß unter gleichen Verhältnissen, nämlich wenn das Budget nicht angenommen werden konnte, doch die Fortführung der Geschäfte und die Erfüllung der Staatsaufgaben geboten sei.„Ich bin vor der Alternative gestanden, entweder eine Verschärfung der Hausordnung herbei- zuführen, so daß jede Obstruktion unmöglich wird, oder die öffentliche Gewalt so unparteiisch und so maßvoll zu Hand- haben, daß jede Obstruktion als schnöde Ungerechtigkeit erscheinen muß. Ich habe letzteres gewählt. Alles läßt sich gutmachen", ruft der Ministerpräsident,„man kann Irrtümer verbessern, schlechte Gesetze ändern, andre aufheben. Eine Verletzung der Verfassung, eine Mißachtung deS Gesetzes ist nie zu reparieren!"(Stürmischer Beifall rechts.)— Frankreich. Fürst Münsters Brief über die Drehfuß-Affaire. Paris» 26. April. In einem Schreiben Joseph Reinachs an den Grafen Ferlet de Bourbonne. wodurch die Halt- losigkeit der von Bourbonne verbreiteten Fabel betreffs des bekannten Bordereaus bewiesen werden soll, giebt Rcinach einen Brief wieder, welchen der verstorbene Botschafter Fürst Münster«n 20, Mai 1001 aus Bückeburg an ihn gerichtet habe. In diesem Briefe heißt es: „Als die Affaire Dreyfus begann, fragte ich S ch w a r tz k o p p e n, ob er irgend etwas über Dreyfus wisse, er versicherte mir in der be- stimmtesten Weise, daß er keinerlei Beziehungen zu Dreyfus gehabt habe. Ich ließ an de» Kriegsminister und Generalstab in Berlin schreiben, und erhielt die Antwort, daß ein Offizier Dreyfus nicht be- könnt sei und daß untre Behörden niemals irgend welche Beziehungen zu ihm gehabt hätten." Bezüglich der bekannten Unterredung mit dem Präsidenten Casimir Perier und Herrn Dupuy heißt es in dem Briefe des Fürsten Münster weiter:„Ich glaube nicht, daß Schwach- koppen Esterhazy vor dem Jahre 1893 gekannt hat. Ich weiß nicht, auf welche Weise Esterhazy seine Dienste angeboten hat, ob mündlich oder schriftlich." Ferner citiert Reinach ein an ihn ge- richtetes Schreiben Casimir Periers vom 22. November 1897, worin Casimir Perier anläßlich eures von gewissen Personen gefälschten Briefes Kaiser Wilhelms II. seine Entrüstung über die „skandalösen Erfindungen" ausdrückt.— Der Kongregationenzwist. Nancy, 26. April. In Saint Nicolas du Port vertrieb heute nachmittag eine herbeigeeilte Menge die Journalisten, welche zu dem Redemptoristenkloster gekommen waren, mit Steinwürfen. Zwei Personen wurden verletzt. Militär mußte einschreiten. Mehrere Verhaftungen wurde» vorgenommen. Es herrscht große Erregung. Paris, 27. April. Ohne Zwischenfall sind heute morgen die Siegel an das Kapuziner-Klostcr in Versailles und die Abtei in Kerbeneat gelegt worden. Die Volksmenge veranstaltete Kuno- gebungen und rief:„Es lebe die Freiheit!" A n n e c y, 27. April. Die Kapuziner des Klosters in La Roche sind heute früh, ohne daß es eines Einschreitens der nach La Roche entsandten Militärs bedurfte, ausgewiesen worden; sechs Mönche wurden verhaftet. Marseille, 27. April. Vor dem hiesigen Kloster der Kapuziner kam es zwischen den Anhängern der Kapuziner, welche das Kloster bewachten, und den Gegnern derselben zu Zusammen- stoßen. Belgien. Ei» klerikaler Finauzflibustier. Brüssel, den 22. April. Der klerikale Magistrat de T e r m i c o u r t hat vor Wochen gegen den socialistischen Abgeordneten Bertrand eine Beleidigungsklage angestrengt. De Termicourt ist ein klerikaler Heißsporn und Richter am Appellationshof zu Brüssel, diese Eigenschaft hinderte ihn aber nicht, an einer ziemlichen An- zahl oberfauler Gründlingen teilzunehmen. Deswegen ging der Abgeordnete Bertrand gegen ihn im„Peuple" etwas unsanft vor. Der klerikale Herr lud seinen Kritiker vor den Kadi. Dies war nur zu begrüßen. Aber welche Beweg- gründe gerade diesen durch handgreifliche Beweise belasteten Gründer zur Flucht in die Ocffentlichkeit getrieben haben und ihm noch oben- drein den Rechtsbeistand des Chefs der klerikalen Partei W o e st e verschaffte, läßt sich schwer sagen. War es Courage? oder war es Unverfrorenheit? Diese Fragestellung erklärt sich durch den Umstand, daß trotz der deutlichen Sprache, welche die socialistische Presse seit langer Zeit den Gründern gegenüber führt, kaum einer es der Mühe wert gefunden hat, die Wahrheit gerichtlich feststellen zu lassen. Belgien ist jungfräulicher Boden für faule Gründungen. Finanzleute mit wenig Skrupeln und ein bißchen Talent können ungestört und Profit- bringend die riesige Unkenntnis der Bevölkerung in Geldgeschäften und die geradezu unglaubliche Vertrauensseligkeit ausbeuten. Die Gesetzgebung bietet ihnen kaum ein Hindernis. Die viele Tage währenden Verhandlungen, die von der socialisti- schen Presse ausführlich wiedergegeben wurden, verfolgte die Oeffent- lichkeit mit gespannter Aufmerksamkeit, nicht imr, weil es sich um zwei politische Persönlichkeiten handelte, sondern auch weil man bei dieser Gelegenheit begierig war. wie diesmal die Probe auf das Exempel der so viel gerühmten Unabhängigkeit des Richterstandes ausfallen werde. Gestern hat nun endlich der Urteilsspruch den Bann gelöst: er bestätigt dem Abgeordneten Bertrand, daß er sein Recht nicht überschritten habe, und verurteilt den klerikalen Gründer zur Tragung der Gerichts- k o st e n. Dieses Urteil thut die mitgerichtete klerikale Presse, soweit sie es nicht mit Schweigen übergeht, mit dem Witze ab, in Belgien beginne nun auch dicAera des„guten Richter" anzubrechen. Die liberalen Blätter bleiben fast alle ihrer Wenn— Aber-Stellung treu. In der socialistischen Presse, deren Kampf gegen die Korruption durch das Urteil geehrt und gefördert wird, herrscht große Freude. Sie spricht lobend von einem socialen Urteil u. dergl. Diese Freude ist unsrer Presse wohl zu gönnen. Nur dürste die Freude keine vorbehaltlose sein, denn dazu ist die Ursache zu gering. Die Richter, deren„Unabhängigkeit" sonst so viel zu wünschen übrig läßt, wenn es sich gegen Arbeiter und Socialistcn handelt, haben diesmal nur bewiesen, daß sie mit gutem Instinkt ausgestattete Bourgeois sind. In diesem Prozeß, über den sich die Bevölkerung, unter der sich zahllose Opfer der Gründer vom Schlage des Herrn de Termicourt befinden, schon ein Urteil gebildet und auf die Seite des Beklagten gestellt hatte, war es für die Bourgeois im Talar schwer, die s o n st bethätigte „Unabhängigkeit" weiter darzuthun. Die Sache war diesmal zu klar, die Beweise zu durchschlagend, die Spannung der breiten Volks- schichten zu groß. Ein dem Abgeordneten Bertrand, der socialistischen Presse ungünstiges Urteil hätte der bürgerlichen Rechtsprechung den wenigen Kredit vollends genommen. Um ihr den Nimbus der Gerechtigkeit zu erhalten, mußteil die Bonrgeois-Richter eben ein Stück ihres Fleisches opfern.— Schweden. Einigungsämter für Arbeitsstreitigkritcn. Die Zweite Kammer des schwedischen Reichstages hat den Gesetzentwurf der Regierung über Anstellung von Vergleich smännern für Arbeits- streitigkeiten mit der Aenderung angenommen, daß nicht die Vergleichsmänner das Recht haben sollen, sackkundige Personen nach eigner Wahl zu Skate zu ziehen, sondern diese durch die Parteien ernannt werden. Der Gesetzentwurf stieß bei einem Teil der Kammermitglieder auf heftigen Widerstand, wurde aber von den Social- demokraten Niels Persso n und T h o r s s o n ent- schieden verteidigt, wenn auch mit der Einschränkung, daß man das Gute nehmeil müsse, sofern das Beste nicht zu erreichen sei. Der M i n i st e r des Innern führte zur Verteidigung des Gesetzes aus, daß die Arbeitskonflikte jedes Jahr in solchem Maße zunehmen, daß es im allgemeinen Interesse liege, wenn ein Gesetz dieser Art zu stände käme. Die principielle Abltimnumg ergab 109 Stimmen für und 83 gegen den Entwurf.— Die Erste Kammer hat sich noch mcht mit dem Gesetz besaßt.— Asien. Zum Mandschurei- Streit. Dokohama, 26. April. Die letzten Forderungen Ruß- lands an China bezüglich der Mandschurei bilden den Gegen- stand der Erörterung der japanischen Presse. Sogar die Blätter, die bisher in der Mandschureiftage Mäßigung zeigten, schließen sich nun der Ansicht an, daß die Zeit gekonunen sei, daß alle an der Integrität und der Entwicklung der kommerziellen Hilfs- quellen Chinas interessierteil Mächte eine feste Haltung Rußland gegen- über zeigen müßten. Washington, 27. April. Staatssekretär Hay hatte gestern nach- mittag in seiner Wohnung mit dem russischen Botschafter Grafen C a s I i n i eine Besprechung über die Mandschurei- Angelegenheit. Der amerikanische Botschafter in Petersburg Mr. Cormick ist an- gelviesen, dem russischen Ministeriunl des Auswärtigen eine Note zu überreichen, welche, obgleich sie nur als Anfrage gehalten ist. in Wirklichkeit einen starken Protest darstellt. Ferner sind dem anlerikanischen Gesandten in Peking C o n g e r Anweisungen über- sandt worden, China gegenüber das Mißvergnügen der Vereinigten Staaten über die russischen Forderungen und die Hoffnung auSzu» sprechen, daß China nicht auf dieselbe» eingehen«erde.— Afrika. Kämpfe in Somali. Aus Bohotle wird vom 25. April gemeldet: Zwischen der Kolonne unter Major Gough und Truppen des Mullah hat bei Danop, südwestlich von Bohotle. ein Gefecht stattgesunden. Der Verlust auf feiten der Englander beträgt 13 Tote, darunter 2 Offiziere; außerdem wurden 4 Ofsizrere ver- wundet. Der Feind hatte 200 Tote. Amerika. Bom Aufstand in Venezuela. Nach einer jetzt über New Dork kommenden Meldung aus Willemstad bom 21. April sind die venezolanischen Regierungstruppen bei El Guapo, Barquisimeto, San Felipe und Moron geschlagen worden. Die Aufftändilchen haben La Vela de Coro geräumt und sind jetzt in fester Stellung ln der Nähe von Coro. � Santo Domingo(Meldung der„Agence Havas"): Dre Revoluttons- Partei hat eine provisorische Regierung eingesetzt, die sich wie folgt zusammensetzt: Präsidium Alejandro Wohsy-Gil, Inneres General Miguel Tebles. Aeußeres Fidelio Despradel. Justiz Enrique Henriquez, Finanzen Rafael Gamvan, Oeffentliche Arbeiten Joss Brache. Krieg und Marine Dhonisio Frias und Posten und Telegraphie Franciso Detjean.—_ Hud Induftne und Kandel. Deutschlands Außenhandel im ersten Bierteljahre 1903. Da» soeben vom Statistischen Amt herausgegebene März-Heft der monat- lichen Nachweise über den Außenhandel des deutschen Zollgebietes bringt die Ein- und Ausfuhrziffern für das erste Quartal des laufenden Jahres, die eine erhebliche Zunahme gegenüber den ersten drei Monaten 1902 zeigen. Es betrug: 1. Die Einfuhr(in Tonnen zu 1000 Kilogramm): 9 769 485 gegen 8 448 901 und 8 901 372 in den beiden Vorjahren. Von 43 Zolltarifnummern zeigen 35 eine zunehmende, 3 eine abnehmende Einfuhr. Unter den Tarifnumniern mit steigender Einfuhr ragen. hervor: Kohlen mit über ein Drittel der Gesamteinfuhr (4- 487 841), Erden. Erze(+ 347 607), Getreide und andre Landbau-Erzeugnisse(+ 131 258), Holz(+ 81 022), Abfälle (+ 75 623), Erdöl(+35 270), Oel und Fette(+ 32 108). Steine, Baumwolle und Baumwollwaren, Droguen-, Apotheker- und Farbwaren. 2. Die Ausfuhr(in Tonnen zu 1000 Mogramm): 9 152 026 gegen 7 422 344 und 7 234 414 in den beiden Vorjahren. Von 43 Zolltarifnummem zeigen 36 eine stärkere. 7 eine geringere Aus- fuhr. Unter jenen ragen hervor: Kohlen mit fünf Neuntel der ganzen Ausfuhr(+ 1 105 514), Erden, Erze(+ 369 067), Eisen (+ 171 074), Droguen-, Apotheker- und Farbwaren(+ 36 839). Die Einfuhrwerte stellen sich folgendermaßen(in 1000 Mark): 1 506 302 gegen 1 376 057 und 1 299 439 in den beiden Vorjahren. Edelmetall-Einfuhrwerte: 19 613 gegen 37 633 und 19 564. Mit lvesentlich höheren Einfuhrwerten sind beteiligt: Abfälle, Baum- wolle, Droguen usw. Flachs usw., Getreide, Häute, Holz. Kautschuk und Guttapercha. Oel und Fette. Kohlen, Vieh, während nur die Edelmetalle einen scharfen Rückgang brachten. Besonders bemerkens- wert erscheint die Zunahme der Einfuhr bei Eisen und Eisenwaren um 2'/. Millionen. Die Ausfuhrwerte(in 1000 M.): 1 205 021 gegen 1 030 064 und 1 072 872. Die Edelmetall-Ausfuhr war erheblicher als in den beiden Vorjahren; sie ergab 32 463 gegen 18 672 und 20 463. Mit wesentlich höheren Ausfuhrwerten sind von den 43 Zolltarif- nummern 34 mit höheren Aussuhrwerten beteiligt: Baumwolle und Waren daraus, Droguen-, Apotheker- und Farbwaren, Eisen- und Eisenwaren, Erden, Erze, Edelmetalle, Getreide, Kupfer, Papier. Kohlen. Seide. SeideMvaren, Wolle und Wollwaren. Von besonderer Erheblichkeit ist der Ausfall von 11 Millionen Mark bei Material- waren, der nur auf die verminderte Zuckerausfuhr zurückzuführen ist. Saatenstand im Deutschen Reiche. Dem Bericht über den Saatenstand in Preußen ist jetzt auch der für das ganze Reich gefolgt. Danach war der Stand um die Mitte des Monats April im Vergleich zu derselben Zeit in den voraufgegangenen fünf Jahren (Nr. 1 bedeutet sehr gut. Nr. 2 gut, Nr. 3 mittel(durchschnittlich), Nr. 4 gering. Nr. 5 sehr gering): L 8 Le? L L � K 8 ■S-S'"SS.•£§? KB 1® KZ Deutsches Reich April 190» S,S 2,5 2,9 2,5 2,6 2,5 Dagegen im November 1902 2,6 2,4 2,8 2,4—— „ April 1902 2,2 2,0 2,2 2,4 2,3 2,4 1901 3,6 2,2 2,8 2,9 2,6 2,5 1900 2,7 2,5 2,9 3,0 2,7 2,8 ..... 1899 2.3 2,3 2,7 2,6 2,5 2,5 Zur Erläuterung der vorstehenden Ziffern fügt der Bericht des Statistischen Amtes hinzu: Nachdem schon im Oktober v. I. empfindliche Nachtfröste das Keimen der Saaten beeinträchtigt hatten, setzte bald nach Mitte November im ganzen Reiche der Winter mit strengem, trockenem Frost ein, unterbrach die durch die ungünstige Witterung des Som- mers sehr verspätete Herbstbestellung und hinderte die späten Saaten an der nötigen Bestockung. Nach einigen Wochen milderer Witterung folgte im Januar wiederum strenge Kälte ohne erhebliche Schnee- fälle. Februar und besonders der März brachten dmm, abgesehen von einigen kurzen Kältcperioden, ungewöhnlich warme, trockene Witterung, bis sich mit Anfang April wieder allgemein ein starker Rückgang der Temperatur einstellte, der um die Mitte des Monats in starken Frösten, Stürmen und bedeutenden Schneefällen seinen Höhepunkt erreichte. Durch das nahkalte Aprilwetter wurde die im März unter sehr günstigen Witterungsverhältnissen begonnene und vielfach schon weit vorgeschrittene Frühjahrsbestellung jäh unter-' krochen. Die wegen der ungünstigen Sommer- und Herbstwitterung viel- fach verspätet eingebrachten Wintersaaten konnten sich infolge des schon Mitte November eingetretenen Frostes nicht recht bestocken und gingen meistens dünn in den Winter. Die Fröste ohne Schnee- decke verursachten dann vielfach Auswinterung, weniger bei Roggen und Spelz, stärker beim Weizen, namentlich bei dem englischen. Ein endgültiges Urteil über die notwendig werdenden Umpflügungen läßt sich noch nicht bilden. Bei dem ungewöhnlich warmen Wetter im März niachte das Wachstum schnelle Fortschritte, und viele dünne Saaten konnten sich noch etivas erholen, die naßkalte Witterung des April mit starken Nachtfrösten, Stürmen und Schneefällen hat aber leider wieder eine vollständßß: Stockung der Vegetation mit sich ge- bracht. Eine etwas bessere Beurteilung als die Wintersaaten erfährt der Klee, obgleich auch hier Umpflügungen nötig sind. Union» Allgemeine Bersicherungs- Aktiengesellschaft» Berlin. In der am Sonnabend abgehaltenen Generalversammlung wurde den Vorschlägen gemäß beschlossen, von dem Netto-Ueberschuß von 316 172 M. der Dispositions- und Dividenden-Reserve 130 000 M. und den Wohlfahrtseinrichtungen für die Beamten 60 000 M. zuzu- weisen, sowie 12 Proz. Dividende an die Attionäre zu verteilen und den nach Absetzung der Tantiemen verbleibenden Rest von 6311 M. auf neue Rechnung vorzutragen. GewerkrchaftUctos. Berlin und Umgegend. Zur Lohnbewegung der Bauklempner. Eine zahlreich besuchte Klempnerversammlung fand am Sonntag bei Keller statt, um zu den Vorschlägen der Arbeitgeber Stellung zu nehmen. C o h e n, der über die Verhandlungen vom Donners- tag berichtete, hob ausdrücklich hervor, daß nicht— wie die„Arbeitgeber-Zeitung" in ihrer neuesten Nummer ihren Lesern erzählt s Oi Ser Gesellenausschuß an die Innung herangetreten ist, um zu ver- 55 Firmen, welche sich bisher noch ablehnend verhalten haben, gehandeln, sondern die Meister es waren, die die Verhandlungen an hören fast alle der Freien Vereinigung an. Bei diesen Firmen scheine bahnten. Ebenso haben sich die Meister, troß ihrer früheren ent- der Hauptablehnungsgrund darin zu bestehen, daß sie nicht von rüsteten Proteste, veranlaßt gesehen, den Vertreter des Metall- Organisation zu Organisation verhandeln wollten; es sei ja bedeutarbeiter- Verbandes an den Verhandlungen teilnehmen zu lassen und fam, daß die maßgebenden dieser Firmen einige Hauptforderungen, bei der Leitung der Verhandlungen sich dem Grundfah der Parität wie z. B. die 8stündige Arbeitszeit, das Wasserheraniragen usw. anbequemt. Daraus sowie aus der Haltung der Meister, die unter durch Hilfsarbeiter durch Einführung in ihren Betrieben anerkannt anderm erklärten, daß ihr mit vieler Mühe ausgearbeiteter Accord- haben. Es gelte nun, dafür einzutreten, daß diese Arbeitgebertarif nicht so ernst gemeint" sei, ist zu erkennen, daß die Arbeiter- Korporation die Organisation der Arbeiter als gleichberechtigt anerorganisation die größere Macht in Händen hat. Die Abstimmung tenne. am Freitag, bei der nicht ein einziger der Streifenden für die An- Zur Anssperrung in der Holzbearbeitungsbranche. Die Führer nahme des Angebots von 57% Pf. Stundenlohn zu haben war, der Holzindustriellen fahren fort, durch Inserate Lehrlinge für die zeigt deutlich, daß sie an ihrer Forderung festhalten wollen. Der Maschinenarbeit zu suchen und citieren die armen Arbeitslosen auf Referent wies am Schluß seiner Ausführungen auf die Versuche von Unternehmern, ihre Arbeit durch Gründung von Scheinfirmen fertiggestellt zu erhalten, hin. So hat sich der Buchhalter oder Geschäftsführer Franke von der Firma Mori Schulz in der Straßburgerstr. 37 als selbständiger Klempnermeister etabliert. Die Organisation ist jedoch gleich dahinter gekommen, daß es sich hier um solche Scheinfirma handelt, so daß dieser Versuch, wie alle der artigen Versuche, scheiterte. In der Diskussion äußersten sich sämtliche Redner durchaus ablehnend über das Angebot der Meister. Unter anderm wurde scharf betont, daß sich die Streifenden in feiner Weise von den Führern, wie Arbeitgeber behaupteten, am Gängelbande führen lassen, sondern nur nach eignem Ermessen urteilen. Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: " Die Versammlung nimmt Kenntnis von den mit den Meistern gepflogenen Verhandlungen und erklärt: Mit dem Mindestlohn von 57% Pf. pro Stunde fönnen wir uns nicht zufrieden geben. Wir haben 60 Pf. gefordert und werden nicht nachgeben, bis die Meister sich bereit erklären, 60 Pf. zu zahlen. Ganz besonders sehen wir beshalb keine Veranlassung zum Nachgeben, weil bereits der größte Teil der Berliner Bauflempner einen Mindestlohn von 60 Pf. hat. Ferner beschloß die Versammlung, daß am 2. Mai eine Extrasteuer von den in Arbeit stehenden Bauklempnern von 1 M., von den Werkstattklempnern in der Höhe von 50 Pf. zu entrichten ist. Der Ertrag soll an die am 26. April noch im Streit befindlichen Kollegen als Mietszuschuß ausgezahlt werden; ob der Streit am 2. Mai beendet ist oder nicht, ist dabei gleichgültig. Zum Streit der Kutscher und Burschen von der Ringmilch- Centrale. Am Sonnabend, als sich die Ausständigen ihren Lohn von den ersten drei Tagen der Woche holten, wurde an jeden einzeln das Ersuchen gestellt, doch zu arbeiten. 20 von den streifenden Kutschern tönnten noch eingestellt werden. Alle lehnten dies Anfinnen ab und erklärten, nur dann die Arbeit aufzunehmen, wenn ihren gerechten Forderungen Rechnung getragen würde. Darauf erhielten alle ihre Abgangsbescheinigung. Die Kaution wurde den Kutschern aber nicht gleich ausgezahlt. Dieselbe beträgt insgesamt un gefähr 6000 a. Die Kutscher halten einmütig zusammen, fein einziger ist abtrünnig geworden. Der Streit ist insofern in ein ernsteres Stadium getreten, als sich die jungen Burschen, welche als Mitfahrer verwandt iverden, mit ihren Kutschern solidarisch erklären. Hierzu trug unter anderm auch das Vorgehen der Geschäftsleitung bei. Am Sonnabend wurden verschiedenen Burschen Lohn abzüge von 1 bis zu 3 W. gemacht, und zwar für angeblichen Schaden, welchen die Streitbrecher verur sacht hatten. Am Montag früh nahmen einige 30 Burschen die Arbeit nicht wieder auf, obgleich man ihnen gut zuredete und die Kontrolleure auf offener Straße nach ihnen Jagd machten. In der gestrigen Versammlung erklärten fich 112 Burschen mit den Kutschern solidarisch. Sie werden heute früh die Arbeit ebenfalls nicht antreten. In Anbetracht dessen, daß man den Streitbrechern anstatt 24 M. Lohn, wie sonst in dem Betriebe üblich ist, jetzt 27 M. pro Woche zahlt, beschlossen die Kutscher nunmehr, ihre Forderungen neu zu formulieren. Dieselben lauten: Wiedereinstellung der beiden Gemaßregelten, vom 1. Mai ab einen Lohn von 27 M. pro Woche, Abschaffung resp. Linderung der Strafen, Schaffung einer Arbeitsordnung nach Maßgabe des§ 184c der Gewerbe- Ordnung, sowie Einsetzung eines Ausschusses. Die Burschen fordern Wiedereinstellung aller ausständigen Kutscher sowie eine Lohnerhöhung von 1 M. pro Woche. Der Anfangelohn soll anstatt wie bisher 8,50 M. 9,50 M. betragen. Diese Forderungen sind sofort der Centrale durch den Verband übermittelt worden. Preisen liefern als bisher die Arbeitslosen und die Differenz zwischen ihrer Forderung und dem Arbeitslohn ungeschmälert in die Tasche stecken, und die mit der bisherigen Ordnung der Dinge ebenfalls unzufriedenen Hebammen werden wieder bei jedem, der noch einen anständigen Rock und mehr als eine Höhle zur Wohnung hat, ihr Extraprofitchen machen können. Die Beseitigung der unentgeltlichen Totenbestattung wird natürlich folgen. Verfammlungen. Der Fachverein der Tischler hielt am 23. April seine Generalversammlung ab. Den staffenbericht gab Kunisch. Die Einnahme im ersten Vierteljahr ergab die Summe von 1816,13 M., die Ausgabe Stellen hin, wo alle Plätze besetzt sind. Die Handlungsweise er 1482,66 M., darunter für Streikunterstützung und Rechtsschut scheint thatsächlich als grober Unfug. Würden die Scharfmacher 639,42 M. Der Ueberschuß betrug 333,47 M. Der 1. Mai soll der Holzindustrie von der Holzbearbeitung etwas verstehen, dann durch strikte Arbeitsruhe gefeiert werden, die Versammlung findet müßten sie einsehen, wie unangebracht es ist, Lehrlinge in Masse im Fürstenhof vormittags statt; in derselben hat jeder Kollege ſein auszubilden. Die gemeingefährliche Handlungsweise der Unter- Mitgliedsbuch zur Kontrolle mitzubringen. Neu aufgenommen wurden nehmer hat wieder einen Unfall herbeigeführt. In der Möbelfabrik 59 Kolleben. von Zelter u. Platen hat sich ein junger Mann vier Finger einer Sand abgehobelt. Dieser Fall ist nicht vereinzelt. Während des Die Hausdiener-, Packer- und Geschäftskutscher- Vereinigung hielt Den Vorstandsbericht Streits haben verschiedene mit den Maschinen nicht vertraute Per- am 22. d. M. ihre Generalversammlung ab. Der Kassenbericht wies bei einer Einfonen ihre Gliedmaßen verloren. Dieses sei hiermit zur Warnung gab der Vorsitzende Koch. mitgeteilt. Die größte Klage wird von den Herren Arbeitgebern nahme von 840,09 M., einer Ausgabe von 501,41 M., einen Ueberüber die hohen Beiträge für die Unfallversicherung geführt. Die schuß von 388,68 M. auf. Einen weiteren Raum nahm sodann die jebige Handlungsweise ist wirklich nicht dazu angethan, die Bei Berichterstattung des Delegierten Schattschneider über die Einigungsträge zu vermindern. Zur Bewegung selbst sei mitgeteilt, daß verhandlung ein. Die Versammlung erledigte diesen Punkt durch weitere fünf Betriebe die Arbeit wieder aufgenommen haben. Aus- Annahme einer Reſolution, welche fich gegen einen Zuſammengesperrt sind noch 52 Maschinenarbeiter. schluß mit dem bestehenden Centralverband wendet und für Schaffung einer Centralisation der Handels- Hilfsarbeiter eintritt. Achtung, Steinsetzer und Rammer! Der Vorstand des Verbandes ersucht uns, mitzuteilen, daß in der Anzeige der Maiversammlungen in der Sonntagnummer ein Irrtum enthalten ist. Richtig ist: Die Versammlung der Steinseher ist bei Nümann in der Brunnenstraße 188, die Versammlung der Rammer und Hilfsarbeiter Bergstr. 12. Der Fachverein der Holz- und Bretterträger hielt am 19. April eine Versammlung ab. Die Abrechnung für das erste Quartal ergab: Einnahme 265,50 M., Ausgabe 79,15 M., Ueberschuß 186,35 M. Für den socialdemokratischen Wahlfonds wurden 20 M. bewilligt. Achtung, Treibriemen- Sattler, Sattler aller Branchen! 3 Letzte Nachrichten und Depeschen. In der Treibriemen- Fabrik von Hugo Diesner, Schlesischestr. 33, haben die dort beschäftigten Kollegen wegen Nichtbewilligung der Forde Der Streif bei E. Schulz, rungen die Arbeit niedergelegt. Ludauerstr. 11, und bei Rüger u. Mallon, Chausseestr. 77, dauert unverändert fort. Zuzug nach wie vor streng fernhalten. Die Ortsverivaltung Berlin des Deutschen Sattler- Verbandes. Deutfches Reich. Die Schuhmacher in Hamburg- Altona beschloffen gestern in einer start besuchten Versammlung einstimmig, in den Streit zu treten. Bis mittag waren 400 Streifende in die Listen eingetragen. --" Gemeindewahlfieg. Bei den Halle, 27. April.( Privatdepesche des Vorwärts".) heutigen Stadtverordneten- Wahlen in Bitterfeld wurden die drei aufgestellten Arbeitervertreter gewählt. Die zweijährige Dienstzeit in Ungarn. Budapest, 27. April.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus.( Fortfehung.) Im weiteren Verlaufe seiner Rede erwähnte der Ministerpräsident, daß Vorbereitungen für die Einführung der zweijährigen Dienstzeit getroffen würden. Der Ministerpräsident schloß unier Lügen zu Gunsten rücksichtsloser Unternehmer. Wir hatten dem stürmischen Beifall mit der Erklärung, daß er als Vertreter des schon kürzlich darauf hingewiesen, daß die Schuhfabrikanten in parlamentarischen Princips in dieser Lage nicht vom Plage weichen Pirmasens die von ihnen verhängte Aussperrung in einen Streif fönne. Falls er gezwungen sein sollte, die Regierung ohne Budget der Arbeiter umzu- dichten suchen. Die Soldschreiber des Unter- weiterzuführen, so werde er dies im Bewußtsein seiner Verantwortnehmertums folgen natürlich dem Beispiel ihrer Brotgeber, ja fie lichkeit thun, weil die Pflichterfüllung gegen König und Vaterland Das dies gebiete. Sein ungarischer Staatsmann hätte unter den gleichen bemühen sich noch, deren Schwindeleien zu übertreffen. Centralorgan aller Scharfmacher, die Arbeitgeber- Zeitung", schreibt Verhältnissen einen andern Entschluß fassen können. Der Ministerpräsident wird nach seiner dreistündigen Rede in ihrer neuesten Nummer mit fr- eier Stirn, die socialdie Arbeiter in von Mitgliedern der Rechten und des Centrums beglückwünscht. demokratische Presse habe Iserlohn und in Pirmasens in den Streik ge= Man weiß nicht, soll man die Dreistigkeit des Blattes Gegen die Kongregationen. trieben. Nantes, 27. April.( W. T. B.) Vom hiesigen Zuchtpolizeioder sein Vertrauen in den blinden Glauben seiner Leser mehr be wundern. Viele Tausende von Arbeitern soll also die focial- gericht wurden heute sieben Kapuziner, die dem Auflösungsbefehl Als die demokratische Presse sonst sollten es bekanntlich socialdemokratische nicht Folge geleistet hatten, zu Geldstrafen verurteilt. Agitatoren und Heßer sein in Iserlohn und Pirmasens in den Kapuziner das Gerichtsgebäude verließen, wurden sie von einer Streit getrieben haben. Wenige Zeilen nach dieser unerhörten Be- großen Menschenmenge empfangen und zu ihrem Kloster zurüdhauptung schreibt aber die Arbeitgeber- Beitung":" Dagegen ist geleitet.; Zur Lage in Macedonien. in Iserlohn und Pirmasens mit der erfolgten Aussperrung der Schuhmacher und Metallarbeiter die Arbeitslosigkeit mit all London, 27. April. Unterhaus. In Beantwortung einer AnWieso die socialdemokratische Presse frage über die Lage in Macedonien erklärt Unterstaatsihren Schrecken eingezogen." diese Aussperrung verschuldet haben soll, das zu beweisen sekretär des Aeußern, Cranborne, erneute ernstliche Vorstellungen dürfte der Arbeitgeber- Zeitung" doch wohl schwer fallen. Wer hinsichtlich einer schleunigen rüdhaltlosen Durchführung der vernicht absichtlich die Wahrheit auf den Kopf stellen und allgemein sprochenen Reformen seien während der letzten Tage von dem bekannte Thatsachen in ihr Gegenteil verkehren will, der muß zu- russischen und dem östreichisch- ungarischen Botschafter gemacht und geben, daß sowohl in Iserlohn wie in Pirmasens die Unter von den Vertretern der übrigen Mächte unterstützt worden. Bezüglich nehmer es waren, die aus nichtigen Ursachen, und obwohl die einer baldigen Ernennung europäischer Offiziere zur Reorganisation Arbeiter die größte Bereitwilligkeit zur Beilegung der schwebenden der Gendarmerie als von besonderer Bedeutung sei fürzlich der Differenzen zeigten, Tausende von Arbeitern, die mit den ursprüng- britische Botschafter bei der Pforte vorstellig geworden. Es verlaute, lichen unbedeutenden Konflikten nicht das geringste zu thun hatten, daß schwedische Instruktoren angestellt seien; es lägen aber noch Mit der Lohnbewegung der Treibriemen Sattler beschäftigte ohne Bedenken aussperrten, und dadurch die Arbeitslosigkeit mit feine weiteren Informationen endgültigen Charakters vor. sich am Sonntag eine Versammlung in den Arminhallen. Aus dem all ihren Schreden" heraufbeschworen. Die Pirmasenser Die Mandschurei- Frage. Referat Weyhers und der lebhaften Debatte ergab sich, daß ver- Fabritanten hoffen übrigens neben der Niederiverfung der ArbeiterLondon, 27. April. Das„ Reutersche Bureau" erfährt, die schiedene Unternehmer der Organisation auf die Einsendung des organisation noch ein gutes Geschäft durch die Aussperrung zu Lohntarifs nicht geantwortet hatten, weil sie mit dem Verband, machen. Die Verkäufer reden den Kunden vor, die Schuhwaren chinesische Regierung habe der russischen Regierung in Petersburg ,, den bezahlten Leuten", nichts zu thun haben wollten. Den feien infolge des Streits" sehr knapp, und durch diese Vorspieges die offizielle Ablehnung der von Rußland für die Räumung der Firmen, die gleich bewilligt hatten, sind noch einige andre gefolgt. Tung sollen die Kunden bewegt werden, die alten Ladenhüter, womit Mandschurei erhobenen Forderungen übersandt. Auch bei der Firma Friedrich Schulz, Naunynstraße, ist die die Lager in Pirmasens angefüllt sind. zu kaufen. So sieht man, Ykohama, 27. April.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus.) Durchführung der Forderungen infolge Eingreifens der Organisation daß überall geschwindelt und gelogen wird im Interesse der profit- Das Vorgehen Rußlands hat zu weiterer Kräftigung der zwischen gelungen, obwohl die Kollegen dort in letzter Zeit nicht organisiert lüsternen und herrschsüchtigen Unternehmer. Jto und dem Kabinett zu stande gekommenen Verständigung geführt, tvaren. Bei Rüger u. Mallon dauert der Streit fort. Herr Aussperrung der Bauarbeiter in Bromberg. Die Streifenden die Manschurei- Frage hat den Gegenstand häufiger Erörterungen Ernst Schulz, Luckauerstraße, hat sich bereit erklärt, die Forde wie wir mitteilten haben den Ausstand als beendet erklärt, zwischen dem früheren Premierminister und dem Ministerium gerungen zu bewilligen; er will jedoch einen der beiden gemaßregelten Die japanischen Blätter fahren fort, sich in ihren Be Kollegen nicht wieder mit einstellen, weil dieser ihn persönlich ver- weil sie die Fortführung des Kampfes für nublos halten. Die Unter- bildet. unglimpft habe. Der betreffende Kollege will seinerseits auf die nehmer wollen aber noch keinen Frieden. Ihnen ist es um die völlige sprechungen der Manfchurei- Frage der Mäßigung zu befleißigen, Wiedereinstellung verzichten. Die Versammlung billigte dies und er- Ausmukung ihres Erfolges, um die gänzliche Niederwerfung der Ar- sprechen aber einstimmig die Ueberzeugung aus, daß die beteiligten Mächte eine feste Haltung einnehmen müssen. Rußlands Vorschlag, Klärte sich mit der Wiederaufnahme der Arbeit bei Ernst Schulz die Städte der Mandschurei für die übrigen Nationen zu schließen, einverstanden unter der Bedingung, daß Schulz die Forderungen schriftlich anerkennt und alle andren Kollegen, mit Ausnahme jenes wird von der Presse als ein direkter Verstoß gegen die bestehenden einen, wieder einstellt. Die Sattler der Firma Diesner wollen Verträge erklärt. am Montag, den 27. April, die Forderungen geltend machen. Bei bon 9% auf 9 Stunden bei gleichbleibenden Löhnen und um den Pflichten, jedoch keine Rechte enthält. Die Maßnahmen der Unters amerikanische Gesandte Conger hat dem Prinzen Tsching eine Note ihnen handelt es sich nur noch um die Verkürzung der Arbeitszeit Aufschlag 25 für nehmer sind einer Aussperrung dem Vorgehen der Kollegen sowie einer eventuell notwendig werdenden Weiter wurde der Verbandsbeamte beauftragt, mit den Inhabern der Firma Rüger u. Mallon zwecks Verhandlungen in Verbindung zu treten. Zu der vom Verband geleisteten Streifunterstützung soll aus Lotalmitteln( aus gefammelten Beiträgen und dem Rest der ehemaligen Lokaltasse) ein Zuschlag von je 3 M. pro Woche gezahlt werden. Arbeitsniederlegung zu. beiter zu thun. Aus Bromberg wird uns geschrieben: Die Unternehmer im Baugewerbe haben beschlossen, die hiesigen Arbeiter des Baugewerbes nur dann einzustellen, wenn die Arbeiter den von den Unternehmern verfaßten Tarif anerkennen. Dieses konnte von den Führern nicht anerkannt werden, weil der Tarif für die Arbeiter eine Reihe wird seitens der Streifenden ersucht, den Zuzug von Bromberg fernzuhalten. Ausländische Streitbrecher werden fortwährend unter Polizeibedeckung eingeschleppt. Ausgesperrt find die Maurer, welche in den vereinigten chemischen Fabriken in Staßfurt arbeiten. Unter den Ausgesperrten find Arbeiter, die 12-15 Jahre für niedrigen Lohn auf dem Werte gearbeitet haben. Jekt, wo eine fleine Erhöhung des Lohnes gefordert wurde, schritten die Unternehmer zur Aussperrung. Sociales. Amerika und China. Peking, 27. Apirl.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der überreicht, in welcher er gegen zwei Artikel des von Rußland vor= geschlagenen Abkommens Einspruch erhebt, die besonders den amerikanischen Interessen zuwiderlaufen. Die Note wendet sich dagegen, daß China das Versprechen abgebe, keine weiteren Städte für den fremden Handel zu öffnen, da die Verhandlungen über den chinesisch- amerikanischen Handelsvertrag, demzufolge Mukden und Tatuschau zu Freihäfen erklärt werden sollen, im Fortschreiten begriffen seien. In der Note wird ferner gegen ein Versprechen Chinas Einspruch erhoben, als fremde Beamte mur Ruffen anstellen zu wollen. Die amerikanische Regierung enthält sich einer Aeußerung über die übrigen Forderungen Rußlands, behält sich jedoch vor, auf ihren vertragsmäßigen Rechten zu bestehen, wenn Vertragsverletzungen vorkommen. Streit der Müllfutscher der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer. An die Müllkutscher Berlins wurde vor einiger Zeit von einzelnen Firmen das Ansinnen gestellt, anstatt wie bisher zwei, jezt drei Fuhren zu fahren. Durch das einmütige Zufammenhalten der Kutscher und Schaffner wurde diese Angelegenheit Bürgerliche Socialpolitif. In der Stadtberordneten- Versammlung bei einigen Firmen durch Verhandlungen beigelegt. Nunmehr sollte zu Offenbach hatten eine Zeitlang unfre Parteigenossen die Aussperrung von Bauarbeitern in Frankfurt a. M. auch von Montag ab die dreimalige Tour bei dem größten Unter- Mehrheit. Sie sorgten für eine Reihe socialer Verbesserungen, die nehmer der Wirtschaftsgenossenschaft eingeführt werden. Frankfurt a. M., 27. April.( B. H.) Durch Anschlag wurde am Am geradezu als mustergültig bezeichnet werden mußten. So führten Montag fanden deswegen Verhandlungen statt. Diefelben hatten fie die unentgeltliche Geburtshilfe ein ebenso wie die Sonnabend fämtlichen hier arbeitenden Maurern von den Baufein Resultat, die Stutscher legten deshalb die Arbeit nieder. Von unentgeltliche Totenbestattung. Für die Arbeitsunternehmern mitgeteilt, wenn die Sperre über die Firma Mertes den circa 50-60 Müllwagen des Betriebes konnten nur 10 mit Losen führten fie an Stelle der Armenunterstüßung den Modus bis Montag nicht aufgehoben sei, würden am Dienstagmorgen fremden Arbeitswilligen besetzt werden, wovon drei Wagen nach ein, daß dieselben von der Stadt für einen Arbeitslohn von 2,20 M. fämtliche Maurer ausgesperrt werden. Da die Sperre bei der Firma giveistündigem Umherirren in der Stadt wieder zurüdfamen, da die pro Tag beschäftigt werden mußten. Auf diese Weise erfparte man Wertes nicht aufgehoben wurde, werden morgen sämtliche hier Streifbrecher die schwere Arbeit nicht leisten konnten. Daß fich den Arbeitslosen die Rechtlosmachung durch die Armemunterstützung arbeitenden Maurer ausgesperrt, es tommen ca. 1500 Arbeiter in nur wenig Arbeitswillige für 4 M. bei 14-16stündiger Arbeitszeit und auf der andren Seite erhielt die Stadt für die Unter Betracht. fanden, geht daraus hervor, daß die im Betriebe beschäftigten Maler stützung der Hilfsbedürftigen, zu der sie ja so wie so und Schmiede zuletzt noch herangezogen werden mußten. Die verpflichtet war, eine Gegenleistung in Form Form von Arbeit. Warschau, 27. April. In ganz Polen und Litauen fordern die Situation ist günstig für die Kutscher. Dieselben treten nur unter Rachdem nun die gut gesinnten Elemente" in der Stadtvertretung den alten Bedingungen, das heißt, dem Zweifuhren- System, wieder wieder die Mehrheit erlangt haben, beseitigen sie die Fortschritte Socialisten mittels Cirkularen zur Maifeier und zwar überall zu ein, und zwar unter der Voraussetzung, daß alle Kutscher wieder Stüd für Stüd. So wurde zunächst die unentgeltliche Ge- Versammlungen und Demonstrationsumzügen auf, wo dies nicht eingestellt werden und keine Maßregelungen stattfinden. burtshilfe abgeschafft und es sollen die Hebammenkarten in möglich, follen die Arbeiter wenigstens am 1. Mai nicht arbeiten. Zum Streit der Stuffateure. Am Montag beschäftigte sich Zukunft nur noch bezahlt werden, wenn eine Familie die Kosten daEisenbahn Unglück. wieder eine Versammlung mit dem Stande der Lohnbewegung. Der für nicht aufbringen fann. Für die Beschäftigung von New York, 27. April.( W. T. B.) Ein Viehzug der Missouri Bertrauensmann gab zunächst bekannt, daß nunmehr 49 Firmen Arbeitslosen wurden nur noch 5000 M2. bewilligt und bemit 341 arbeitenden Kollegen die Forderungen unterschriftlich aner- fchloffen, außer den 50 noch beschäftigten weitere Arbeitslosen Pacific Railway ist in der Nähe von Buffalo( Kansas) von hinten Bald wird nunt in Offenbach in einen Arbeiterzug hineingefahren; dabei wurden 11 Bersonen kannt haben. Beteiligt haben sich bis dahin am Ausstande 829 Ge- nicht mehr einzustellen. herrschen. der unbeschränkte Privatkapitalismus hilfen in 96 Betrieben. Bei der Bautenkontrolle find 8 Arbeits- wieder Die getötet und 25 verlebt. Die meisten der Verunglückten sind Griechen ivillige festgestellt worden, die dem Verbande angehören. Die Unternehmer werden der Stadt die Arbeit zu erheblich höheren und Italiener. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.Unterhaltungsblatt Borbereitungen zur Maifeier. = Nr. 98. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 297. Sigung. Montag, den 27. April 1903, bormittags 11 Uhr. Marine Amts. = Am Bundesratstische: Frhr. v. Thielmann, v. Tirpik, Graf Posadowsky. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des Nachtrags- Etats betreffend Bau eines neuen ReichsDie Kommission( Berichterstatter Abg. Prinz v. Arenberg( C.) empfiehlt die Ablehnung der Forderung. Das Haus stimmt debattelos diesem Antrage zu. Für die Forderung stimmen nur die drei nationalliberalen Abgg. Dr. Büsing, Dr. Semmler und Graf Oriola.) Nachdem somit der NachtragsEtat in allen feinen Teilen in zweiter Lesung abgelehnt ist, findet eine Weiterberatung desselben in dritter Lesung nicht mehr statt. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung der Uebersicht der Reichsausgaben und Einnahmen für 1900.( Die Ueberficht war durch Plenarbeschluß vom 29. April 1902 an die Rechnungstommission zurüdverwiesen worden.) Dienstag, 28. April 1903. Krankenkasse ergiebt sich, daß dort ein Arzt 7766 M., ein zweiter Abg. Hoffmann- Hall( füdd. Vp.): In der Kommission ist namentlich von seiten der Socialdemo- 7265 M. Honorar bezieht. Das ist doch ein durchaus genügendes fratie, die ausschließlich die Kassenvorstände vertritt, nichts für die Honorar. Jedenfalls müßten bei einer Untersuchung über die Vers Kassenärzte gethan. Man hat nur ihre Leistungen anerkannt, aber hältnisse der Aerzte nicht nur die Krankenkassen- Aerzte befragt werden, von einer Ausbesserung der jämmerlichen Bezahlung der Aerzte will sondern auch die Aerzte bei den Eisenbahnen, Gemeinden, beim Militär 2c. auf die Aerzte nimmt die Regierung: sie hat nicht daran um recht viele Punkte zu erzielen, die Zahl der Behandlungen ganz die Socialdemokratie nichts wissen. Ebenso wenig Rücksicht Die Krankenkassen- Vorstände klagen auch darüber, daß viele Aerzte, gedacht, Vertreter der Aerzte bor Novelle zu befragen, sie erklärt einfach: die Wünsche der scheinend sehr geringe Sunumen entfallen, während der Arzt in vielen Ausarbeitung dieser unnötig vermehren, so daß darum auf die einzelne Behandlung anAerzte find noch nicht reif, noch nicht geflärt genug. Fällen den Kranken vielleicht nur gefragt hat, wie es ihm geht, und Alle freien Aerzte, die feine Kassenpraris haben, sind heute dem dann wieder weggegangen ist. Nach alledem steht es jedenfalls fest, Hungertode preisgegeben. Ein Kaffenvorstand hat einem Arzte direkt daß die Not der Aerzte nicht auf die Arbeiterversicherung zurüdgefagt:" Die Aerzte müssen unter der Knute des Arbeiters stehen!" zuführen ist, sondern in ganz andren Ursachen begründet ist. ( Große Unruhe bei den Socialdemokraten. Weiter haben wir beantragt, den Bassus zu streichen, daß das Zurufe: Wo?) Den Namen des Arztes werde ich Ihnen( zu den Socialdemokraten) nicht Krankengeld bei einer Doppelversicherung des Arbeiters zu fürzen ist, preisgeben!( Buruf bei den Socialdemokraten: Wie heißt der Kaffen- fodaß es insgesamt die Höhe des ortsüblichen Tagelohns nicht vorsteher?) Den Namen bekommen Sie auch nicht!( Oho! und übersteigt. Diese Bestimmung bezieht sich nur auf Krantentassen, Lachen bei den Socialdemokraten. Zuruf des Abg. Antrick.) Der welche auf Grund dieses Gesetzes errichtet sind, und die Arbeiter Suruf:" Niederträchtig!" Herr Antrick stimmt für einzelne Fälle werden so, um ein höheres Krankengeld zu erzielen, leicht allerdings!( Große Unruhe.) veranlaßt einer Schwindelfasse beizutreten, die ihnen große Leistungen in Aussicht stellt, ohne sie doch im gegebenen Falle einhalten zu fönnen. Die übrigen von uns zu diesem Paragraphen eingebrachten wortet und ich bitte Sie denselben wenigstens hier Ihre Zustimmung zu geben.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Abg. Antrick( Soc.): Das habe ich gar nicht gefagt! Vicepräsident Büfing: Einen Zuruf:„ Niederträchtig!" habe ich Anträge haben wir bereits bei den Gemeinde- Krankenkassen befürnicht gehört. Abg. Lenzmann( frs. Vp.): Abg. Dr. Sattler( natl.) begründet dazu folgenden Antrag:„ Alle Anfragen der Rechnungskommission zur weiteren Aufklärung der in den Uebersichten und Rechnungen der Reichsausgaben und-Ein- Abg. Antric: Ich habe es auch gar nicht gesagt! nahmen gegebenen Erläuterungen find an den Reichskanzler zu Abg. Hoffmann- Hall: Ich habe den Zuruf„ Niederträchtig!" ja richten." Der Antrag sei von ziemlicher Bedeutung für das Ber- auch nicht auf mich, sondern auf die Haltung des Kassenvorstandes hältnis der Finanzverwaltung zu den übrigen Ressorts. Er sei ver- bezogen. Seien Sie( zu den Socialdemokraten) doch ruhig, und Meine Fraktion tritt für die freie Aerztetvahl ein. Wenn wir anlaßt durch eine Aeußerung des Schatzsekretärs, er könne über eine stören Sie mich nicht!( Lachen bei den Socialdemokraten.) Als trozdem bei der Gemeindeversicherung dagegen gestimmt haben, so Etatsüberschreitung keine Auskunft geben, weil die Verwendung der Redner ausführlich unter Anführung zahlreicher Einzelfälle auf das geschah es deshalb, weil wir die Regelung dieser Sache der späteren im Etat vorgesehenen Mittel Sache der einzelnen Refforts sei. Gegen Verhältnis der Aerzte zu den Krankenkassen- Vorständen eingeht, Novelle vorbehalten wollen. Die heutige Abhängigkeit der Aerzte über dieser Thatsache müsse die Stellung des Reichs- Schazamts ge- unterbricht ihn von den Krankenkassen ist für den ärztlichen Stand sehr herabstärkt werden. Wenn die Verhältnisse blieben, wie sie jetzt sind, Vicepräsident Büfing: Im Interesse des Fortschreitens unfrer würdigend. Die freie Aerztewahl aber liegt in erster Linie im brauchte man überhaupt teine Reichs- Finanzverwaltung. Wenn Arbeiten möchte ich doch bitten, von weiteren solchen Mitteilungen Interesse der Arbeiter und nicht der Aerzte. Der Arzt muß der die Anfragen der Rechnungskommission an den Reichskanzler felbst abzusehen. Vertrauensmann der Arbeiter sein; heute nötigt das Gesetz vielfach gerichtet würden, so werde dieser hoffentlich dafür sorgen, daß keine Abg. Hoffmann- Hall: Ich werde diesem Wunsche von autoritativer bie Arbeiter, fich einem Arzte anzubertrauen, der nicht ihr Bertrauen Frage ohne Verständigung des Reichs- Schazzamts beantwortet werde. Stelle gern entsprechen, bitte aber noch um zivei Minuten, weil ich genießt. In meiner Heimat haben wir freie Aerztewahl in dem Staatssekretär Graf Bofadowsky: Man kann mit den Tendenzen mir das Beste bis zum Schluß aufgespart habe.( Große Heiterkeit.) Sinne, daß jeder Versicherte bei Anfang des Jahres sich einen des Antrags Dr. Sattler durchsaus einverstanden sein und sich doch Im Aerztlichen Vereinsblatt" wird unter der Ueberschrift" Scham- Arzt für die Dauer von zwölf Monaten wählen kann, nicht in der gegen den darin vorgeschlagenen Weg wenden. Die einzelnen Refforts losigkeit eines Kassenvorstandes" mitgeteilt, daß ein Kassen- Weise, daß er jeden Tag zu einem andern Arzt laufen kann. Ich haben selbständig über die ihnen etatsmäßig zur Verfügung ge- vorstands Mitglied in Ohlau einem Arzte angeboten hat, möchte die Regierung auf dies System aufmerksam machen. Wir stellten Fonds zu verfügen. Sie tragen daher auch daher die Ver- ihm seine Stimme bei der Wahl eines Kaffenarztes zu geben, falls stellen im Augenblick, um das Zustandekommen des Gesetzes nicht zu antwortung dafür sowohl gegenüber dem Reichskanzler wie eventuelt der Arzt dafür eine Remuneration bezahle. Es heißt in dem be- gefährden, keinen bestimmten Antrag, sondern begnügen uns mit der dem Rechnungshof des Deutschen Reiches. Die einzelnen Refforts treffendent Schreiben des Vorstandsmitgliedes an den Arzt:„ Die Bustimmung zu der Resolution.( Bravo! links.) haben demgemäß auch die gegen ihre Verwaltung erhobenen Ein- Höhe dieser einmaligen Remuneration überlasse ich Ihnen!" Das Abg. Frhr. v. Richthofen- Damsdorf( t.): Die Aufregung unter wendungen zu beantworten. Benn solche Anfragen der Rechnungs- ist das legte, was ich in dieser Sache mitzuteilen habe. Geschieht den Aerzten ist keineswegs ohne berechtigten Grund. Es hat sich ein tommission des Reichstags an den Reichskanzler gelangen, so muß nichts für die Aerzte, fo wäre es das beste, wenn die Vorlage über- vollständiges ärztliches Proletariat herangebildet. Das Verlangen dieser sie doch an das betreffende Reffort abgeben. Unter Um haupt abgelehnt würde. der Aerzte, entweder ihre Ansprüche schon in diefer Novelle mit zu regeln oder die Vorlage zurückzuweisen, ist aber nicht berechtigt. Die Novelle erfüllt eine bestimmte Zusage; in der Aerztefrage liegen folche Versprechungen nicht vor. Wir werden dem Antrage zu stimmen. waren- Gesetzes. angenommen. 〃 V bis nennen wolle. " Abg. Albrecht( Soc.): ständen ist allerdings eine Beteiligung der Reichs- Finanzverwaltung Abg. Spethmann( frs. Vp.): Die Gefahr, daß der Aerztestand nicht nur erwünscht, sondern dringend notwendig, besonders auch, mehr und mehr proletarisiert, besteht in der That. Das Buhlen auf eine Gleichartigkeit der finanziellen Grundsäße um die Anstellung bei einer Kasse tann nur durch die freie Aerztebei Erledigung der der Beschwerden des Rechnungshofes oder wahl beseitigt werden. Ich bitte Sie, der Resolution zuzustimmen. des Reichstags hinzuwirken. Inwieweit jedoch diese Beteiligung der Finanzverwaltung stattzufinden hat, das ist eine Frage der Abg. Röfice- Dessau( frf. Vg.): inneren Reichsverwaltung, die allein vom Reichskanzler entschieden Mit Uebertreibungen, wie fie von einzelnen Aerztebereinigungen unwidersprochen laffen kann. Herr Trimborn sagte, bei der Wahl Es find gegen meine Partei Aeußerungen gefallen, die ich nicht werden kann. Durch den Antrag Dr. Sattler allein kann in dem ausgehen, oder der Art und Weise, wie einer der Vor der Kaffenärzte feien hauptsächlich politische Rücksichten maßgebend, jezigen Stadium der Verhandlungen diese staatsrechtlich wichtige redner die Intereffen der Aerzte der Aerzte glaubte bertreten Frage nicht gelöst werden. können, wird ihren Intereffen mehr geschadet als gedient. Aeußerungen mußte man schließen, daß fast alle Aerzte in Deutsch zu und Herr Hoffmann- Hall ging noch ganz anders vor. Aus seinen Abg. Hug( C.) spricht sich für den Antrag Dr. Sattler aus. Diese Art verfchafft den Aerzten nur Antipathien. Nicht land Socialdemokraten wären. Abg. Dr. Spahn( C.) beantragt Ueberweisung des Antrages allein die sociale Gesetzgebung hat die Aerzte in ihre heutigen Ver- atvei In Wirklichkeit find nur Dr. Sattler an die um sieben Mitglieder zu verstärkende Geschäfts- hältnisse hineingetrieben; die heutigen Uebelstände rühren im wesent- Arzt, der sich als Socialdemokrat offen bekennt, wird ja leicht drei Duzend Socialdemokraten darunter. Ein ordnungs- Kommission. lichen her von der außerordentlichen Vermehrung der Zahl der von den besser fituierten Kreisen boykottiert werden; es wäre Der Antrag Dr. Spahn wird angenommen, die Uebersicht Aerzte. Andrerseits kommen die Mediziner ja viel eher zu eignem also ganz gerechtfertigt, wenn die Krankenkassen ihn anstellen. genehmigt. Eriverb als z. B. die Juristen. Ich unterschäße feineswegs die hin- Aber jo liegt doch die Sache gar nicht. Die ganze Darstellung von Auf Antrag des Abg. Dr. Spahn( C.) folgt nunmehr statt der gebende Aufopferung des ärztlichen Standes zur Durch der ungeheueren Macht der Socialdemokratie über den Aerztestand Weiterberatung der Krankenkassen- Novelle, die zunächst auf der führung der socialen Gesetze, ich erfenne an, daß die ist falsch. Herr Hoffmann- Hall citierte die angebliche Aeußerung Tagesordnung steht, die dritte Beratung des Phosphor- Zünd- Honorierung der Aerzte vielfach ungenügend und daß ihre eines Strantentassen- Borstandsmitgliedes: Die Aerzte müssen unter Behandlung manchmal nicht nicht die richtige ift. Aber die der Knute der Arbeiter stehen!" Der Mann, der diesen Ausdruck Auf Vorschlag des Abg. Dr. Spahn( C.) wird über die Vor- vorgebrachten Fälle sind doch nur Einzelfälle und es ist ja auch gebraucht haben soll, ist gewiß kein Socialdemokrat. Herr Hoffmamı Tage im ganzen abgestimmt. Das Gesetz wird einstimmig feineswegs erwiesen, daß nicht eine Besserung eintritt auch ohne eine hat aber direkt gesagt, es sei einer von unsren Partei- Angehörigen Aenderung der Gesetzgebung. Die Aerzte haben noch nicht das ge- gewesen, und hat darauf gegenüber unsren Zurufen die Nennung Darauf folgt die Fortsetzung der zweiten Lesung der Novelle tan, was fie thun müßten sich selbst ihre Rechte schaffen, selbst ihre bes Namens dieses Mannes verweigert. Da habe ich den Zuzum Krankenversicherungs- Gefes. Lage verbessern. Die Einführung der freien Aerztewahl erachte ich ruf gemacht: Das ist niederträchtig!" Ich habe gemeint, § 26a bestimmt: Kaffenmitgliedern, welche gleichzeitig ander durchaus nicht für alle Fälle für zulässig. Freie Arztwahr" ist über- es sei niederträchtig, daß er uns den Namen nicht weitig gegen Krankheit versichert sind, ist das Krankengeld soweit zu haupt ein Schlagtport, bei dem sich der eine das denkt, der andre fürzen, als es zusammen mit dem andren Krankengelde den vollen das. Auch für die Herstellung eines allgemeinen Minimaltarifs generellen Vorwurf erhebt und dann den Namen des Betreffenden Wenn man gegen uns als Partei einen solchen Betrag ihres durchschnittlichen Tagelohnes übersteigen würde. für die Honorare der Aerzte an allen Strankenkassen sind die nicht nennen will, so ist das doch ein sehr sonderbares Vorgehen. Durch das Kaffenstatut kann diese Kürzung ganz oder teilweise aus- Verhältnisse zu verschieden. Mit der Einführung der freien Auf dem Aerztetag hat ein Arzt aus Weimar ausdrücklich anerkannt, geschlossen werden. Aerztewahl wird auch die Kontrolle der Kranken ganz wesentlich daß unter den Drts- Krankenkassen besonders die großen Verbände Ein Antrag Albrecht( Soc.) will diesen Absatz streichen. erschwert. eine ungeahnte Leistungsfähigkeit entwickelt haben. Es sei offen an Ein zweiter Antrag Albrecht( Soc.) zu demselben Paragraphen Abg. Molkenbuhr( Soc.): zuerkennen, daß dieser Fortschritt erzielt sei durch das organisatorische will auch für die Orts- Krankenkassen die Bestimmung befeitigen, daß Ich habe nicht erwartet, daß die Intereffen der Aerzte mit folchen Talent und die Arbeit der socialdemokratischen Mitglieder dieser das Krankengeld für Krankheiten entzogen werden kann, die fich Argumenten würden vertreten werden, wie es heute geschehen ist. Bu Staffcn.( Sört! hört! bei den Socialdemokr.) Man soll die Stassen soviel der Betreffende durch schuldhafte Beteiligung bei Schlägereien oder diesen Debatten wird selbst mancher kassenfeindliche Arzt den Kopf wie möglich centralisieren, große Institute schaffen, dann werden wir Raufhändeln, durch Trunkfälligkeit oder geschlechtliche Ausschweifungen schütteln.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Abg. Hoffmann auch in die Lage versezt werden, den Aerzten das zukommen zu zugezogen hat"( die Kommission wie die Vorlage haben nur die ge- Sall behauptete, die Aerzte müßten Geschäftsfocialisten sein, die lassen, was ihnen gebührt. Man kann aber unmöglich verlangen, schlechtlichen Ausschweifungen" gestrichen), und drittens soll auch Rassenvorstände bestechen usw. In den Vorständen figen aber daß wir sämtliche Beiträge, die eingehen, einfach den Aerzten und Stranten, welche innerhalb eines Jahres bereits 26 Wochen Unter- doch nicht nur Arbeiter, sondern auch Arbeitgeber, die doch kaum ein Apothekern auf dem Präsentierteller entgegentragen. Ich möchte stützung bezogen haben, auch im nächsten Jahre bis zu 26 Wochen besonderes Interesse an der Anstellung von„ Geschäftssocialisten" Sie bitten, unfren Anträgen zuzustimmen.( Beifall bei den Social( Centrum: 13 Wochen) Unterstützung von den Orts- Krankenkaffen ge- haben. Oft wird von Aerzten, die den Kollegen den höheren Ber- demokraten.) währt werden. dienst nicht gönnen, diesen vorgeworfen, ihr höherer Verdienst rühre Abg. Pohl( frf. Bp.): Wir können jetzt nichts mehr für die Aerzte Abg. Trimborn( C.): nur von ihrer socialdemokratischen Gesinnung her. Herr Hoffmann Dieser Baragraph beftimant auch, daß durch Statut bestimmt sprach von den Bestechungen der Staffenvorstands- Mitglieder; aber thun, als der Regierung anheimſtellen, sich über die Verhältnisse werden kann, daß die ärztliche Behandlung und die Arzneilieferung auf zu einer Bestechung gehören immer zwei: einer, der fie nimmt, der Aerzte zu orientieren, und ihr getviffe Anregungen an die Hand bestimmte Aerzte und Apotheken zu beschränken ist. Es ist deshalb handlung. Oft kommt es vor, daß Aerzte den Krankenkassen- wirklich Vertrauen haben. Darum liegt die freie Aerztewahl durchaus geben. Das thut die Resolution der Kommission. Die Arbeiter und einer, der sie giebt. Beide begehen dieselbe gemeine tönnen mit Recht verlangen, den Arzt zu erhalten, zu dem sie hier der Ort, über das Verhältnis der Krankenkassen zu den Aerzten Borstandsmitgliedern Bestechungssummen anbieten, die zurückgewiefen und Apotheken zu sprechen. Es wird behauptet, daß in manchen werben. Das unter den Aerzten in Deutschland eine gewiffe auch in ihrem Intereſſe. Fällen die Aerzte sich in einer unwürdigen Abhängigkeit von den Stalamität besteht, ist gewiß, aber sie rührt nicht von der KrankenTendenzen bei der Auswahl der Aerzte maßgebend sind. Geheimrat versicherungs- Gesetzgebung her. Nach der Statistik ist gerade feit in der Kommissionsfassung angenommen. Unter Ablehnung der Anträge Albrecht wird der§ 26 a Strantentassen befinden, und daß vielfach sogar gewisse politische Dr. Bacher hat festgestellt, daß infolge der Unterbietung der großen eine Bewegung zum Besseren eingetreten. der letzten Krantentassen- Novelle in der Honorierung der Aerzte § 35 handelt von den Befugnissen der Kassenborstände. Die Anzahl unbeschäftigter Aerzte viele Staffenvorstände die ärztlichen Steigerung Honorare so herabgedrückt haben, daß der einzelne Strantenbesuch der Zahl der Aerzte im Verhältnis zu der Vorlage schlägt hier folgenden Zusatz vor: Der Borsigende des Vorstandes hat Beschlüsse der Kassenorgane, Bevölkerung hat schon Abg. Röfice= Dessau hingewiesen. fich kaum auf 50 Pf., die einzelne Behandlung in der Strantenstube Es ist gang falsch, es so darzustellen, als ob gerade die Krankenkassen welche gegen die gesetzlichen oder statutarischen Vorschriften verstoßen, auf taum 20 Pf. ftellt. Dieser Zustand hat zu erbitterten besonders schlechte Honorare bezahlten. unter Angabe der Gründe mit aufschiebender Wirkung zu beanstanden. Ein Eisenbahnarzt der Kämpfen zwischen Aerzten und Strankentajien geführt, und eine töniglichen Eisenbahndirektion Magdeburg erhält ein Jahresgehalt Die Beanstandung erfolgt mittels Berichts an die Aufsichtsbehörde. Befferung ist nur durch gesetzlichen Eingriff zu erwarten. Die Abgg. Albrecht( Soc.) und Genossen beantragen diesen Durch einfache Einführung der freien Aerztewahl wäre hier nichts fultationen zu leisten hatte, bas macht für jede Leistung wenig mehr Bujaz zu streichen dagegen folgende Bestimmung neu einvon 1660 Mart, für die er in einem Jahr 6549 Besuche und Kongeholfen, es müssen zunächst eingehende Untersuchungen über die der Strankenversicherung fich vor allem auch mit der Aerztefrage berichtet sich niemals die Entrüstung, sondern immer nur gegen entsprechen und den Krankenkaffenvorständen auch unaufgefordert bezahlt! Aber dagegen Gefeßes an sie ergehenden Ersuchen der Kassenvorstände zu schäftigt. Vorher müssen aber die legitimen Vertreter der Aerzteschaft die Honorare der Krankenkassen! Wenn man es zuläßt, daß gehört werden. Ihre Vorschläge gehen auf Errichtung örtlicher Stommissionen, bestehend aus Bertretern der Aerzte, der Staffen- die niedrige Bezahlung der Aerzte an kommunalen und staatlichen alle Mitteilungen zukommen zu lassen, welche für deren GeschäftsEinrichtungen die alte bleibt, und wenn man immer mur von den betrieb von Wichtigkeit sind. vorstände und einem neutralen Borsigenden, welche die Anstellungs- Krantenlaffen eine höhere Honorierung verlangt, so heißt das, die verhältnisse der Kaffenärzte des betreffenden Bezirkes zu Abg. Molkenbuhr( Soc.): regeln und bei Streitigkeiten als Schiedsgericht zu funktionieren nicht auch durch die Leistungen der andren Bevölkerungsklassen. Für verwaltung der Kaffen. Lage der Aerzte allein durch die Arbeitergroschen aufbeffern wollen, Der Zusak der Vorlage ist ein Verstoß gegen die Selbsthätten. Es kann keine beklagenswertere, widerwärtigere Er- die Gemeindekassen haben wir schon einmal die freie Aerztewahl princip der Krankenversicherung ist aber durchaus unbegründet. Ein solcher Angriff auf das Grundscheinung geben, als einen Aerztestreik, daher muß die Selbstverwaltung hat sich durchaus bewährt. Der Möglichkeit einer Einigung durch Schiedsgericht getroffen werden. beantragt; damals haben allerdings die Herren, die heute so energisch Die In die Kommissionen tönnten auch Vertreter der Apotheker gewählt für die freie Aerztewahl eintreten, einstimmig gegen nufren An- erste Verfuch in dieser Richtung seitens des Geheimrats werden, damit auch die Arzneiversorgung von den örtlichen Kom- Es wird immer so dargestellt, als ob für die Aerzte überhaupt mur Streifen der Versicherten hervor. Socialdemokraten.) Hoffmann rief seiner Zeit einen Sturm der Entrüftung in den missionen geregelt werden kann. Eine Resolution, welche diese bie Strankenkassen- Braris vorhanden sei. In der That aber giebt es veranlaßt sein, diesen Bwved nicht offen zu erftreben, aber es ist Dadurch mag die Regierung Sorderung enthält, ist in der Kommission mit allen Stimmen gegen noch 1612 Millionen Batienten, bie nicht in Krantentassen versichert zweifellos, daß diefer Zufaß diefelbe Abficht auf Umwegen verfolgt. die der Socialdemokraten angenommen worden und ich bitte Sie, derfelben auch hier im Plenum Ihre Zustimmung zu geben.( Bravo! find, also für die freie Arztwahl in Betracht komunen. Werden Der eine Vorsitzende soll jest gewissermaßen zum Aufpasser fo in Wirklichkeit die Kaffenärzte schlecht bezahlt, über die andren Vorstandsmitglieder gemacht. Viele Vorstandswie es hier dargestellt wird? In der Armee erhält jeder Arzt mitglieder haben erklärt, daß fic, wenn diese Bestimmung Geset Abg. Münch- Ferber( natt.): Auch meine Freunde wünschen mög- durchschnittlich 2617 Mart. Diese Summe bezahlen die Kranken- würde, feinen Tag länger auf ihrem Bosten bleiben würden, da sie lichste Berücksichtigung der Forderungen der Aerzte bei der Revision tassen heute für etwa sechzehn Konsultationen in der Woche innerhalb der Körperschaft, mit der fie follegial zufammen wirken der Krankenversicherung. Ich bitte Sie also dringend, wenigstens der und drei Besuche täglich in der Wohnung des Kranten, das ist gewiß sollen, auch als Aufpaffer, womöglich als Denunziant zu fungieren hätten. Resolution Ihre Zustimmung zu geben. teine volle Beschäftigung. Aus der Abrechnung der Kieler Orts Man bezweckt mit dieser Bestimmung indirekt, die Arbeiter aus dem Auf die große Damit schließt die Diskussion. wirklichen Verhältnisse angestellt werden. Wir erwarten, daß die Revision Eisenbahndirektion als 25 Pfennig! Das ist das königliche Gehalt, das eine zufügen: im Centrum.) trag gestimmt. denn ihrem Arzte bei den Die öffentlichen Behörden sind verpflichtet, den im Vollzug dieses Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Einen preußischen Richter überflüssigerweise gelobt haben wir in Nr. 94 unsres Blattes. Wir erhalten dazu von befreundeter Seite folgende Zuschrift: Borstandsposten zu verdrängen und Militäranwärter an ihre Stelle§ 35 wird unter Ablehnung der Anträge Albrecht zu setzen, also dasselbe, 3m Auslande prahlt, mas Geheimrat Hoffmann direkt erstrebte. angenommen. Gegen§ 35 stimmen außer den Socialdemokraten mit dem großen Bau der Arbeiter- auch die Freisinnigen. versicherung. Die Arbeiter sind die Baumeister, fie haben den Ban§ 38 bestimmt: Arbeitgeber, welche für die von ihnen beschäferrichtet und nun nach seiner Vollendung will man sie hinauswerfen tigten Mitglieder einer Orts- Krankenkasse an diese Beiträge aus Unter der Spizmarke: Ein anständiger Richter und Militäranwärter an ihre Stelle fezzen. Dagegen müssen wir eignen Mitteln zu zahlen verpflichtet sind, haben Anspruch auf Ver- und ein wenig anständiger Gewährsmann" bringt protestieren.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) tretung im Vorstande und der Generalversammlung der Kasse. Ihre Nr. 94 eine Notiz, die den Gewährsmann der Frankfurter Durch das Statut kann bestimmt werden, daß Arbeitgeber, Voltsstimme" im Falle Göring- Bander zu den gewissenlosen" Ge= welche mit Zahlung der Beiträge im Rückstande sind, von der Ver- währsmännern rechnet. Wie wenig das zutrifft, dürfte folgendes tretung und der Wahlberechtigung auszuschließen sind. ergeben: Amtsgerichtsrat Göring war wegen seines außergewöhnlich Die Abgg. Albrecht u. Genossen( Soc.) beantragen diese Be- rigorosen Verhaltens, mit dem er als Hauswirt seine Mieter stimmung zu fassen: Durch das Statut muß bestimmt werden, in- jahrein jahraus regaliert, wiederholt Gegenstand heftiger Angriffe wie weit solche Arbeitgeber von der Vertretung und Wahlberech- in der Volksstimme" gewesen, ohne daß Herr Göring den Versuch tigung ausgeschlossen sind. der Abwehr unternommen hätte oder auch nut hätte unternehmen Vicepräsident Büsing: Der Herr Abg. Albrecht hat vorher nach dem mir jetzt vorliegenden Stenogramm in Bezug auf den Herrn Abg. Hoffmann- Hall folgendes gesagt: " Ich habe den Zwischenruf gemacht: Das ist niederträchtig. Es war ja vielleicht parlamentarisch nicht der richtige Ausdruck, aber ich habe gemeint, es sei niederträchtig, daß er nicht den Namen nennen wolle." Wegen dieses einem Abgeordneten gegenüber absolut unzulässigen Ausdruds niederträchtig" rufe ich hiermit den Herrn Abg. Albrecht nachträglich zur Ordnung: Abg. Trimborn( C.): Von einem Eingriff in die Selbstverwaltung der Kassen kann keine Rede sein. Die Kassen sind keine privaten Einrichtungen, sondern haben einen öffentlichen Charakter mit dem Verficherungszwang. Aus dieser Natur der Kassen folgt ohne weiteres die Notwendigkeit einer Kontrolle und zwar einer wirksamen Kontrolle. Es ist eine lebertreibung, wenn man in dieser Bestimmung einen unerhörten Eingriff in die Selbstverwaltung der Kassen erblickt.( Unruhe bei den Socialdemokraten.) Abg. Stadthagen,( Soc.): Es ist ein starkes Stück, wenn ein Abgeordneter derjenigen Partei, die früher selber für die Selbstverwaltung eingetreten ist, heute den Krankenkaffen noch weniger Bewegungsfreiheit geben will, wie seiner Zeit der Fürst Bismarc. Der Krankenkassen- Kongreß hat sich einmütig gegen diese Beschränkung erklärt. Herr Trimborn meinte, eine Aufsicht sei unbedingt nötig. Eine Aufsicht üben die Behörden aber heute schon aus. Die Aufsichtsbehörden dürfen EinHierauf berta gt sich das Haus. ( Interpellation Gerstenberger betreffend die AusNächste Sigung: Dienstag, den 28. April, vormittags 11 Uhr. bildung der Fleischbeschauer, Fortseßung der zweiten Beratung der Krankenversicherungs Novelle.) Schluß 64 Uhr. = Abgeordnetenbaus. " " Auf eine Anfrage des Abg. Trimborn( C.), wie sich die fönnen. Die Mehrzahl der Vorwürfe stüßten sich nämlich auf urRegierung zur Frage des Proportional- Wahlsystems stelle, erwidert kundliches Material. Im Vordergrunde standen zwei Postkarten Geheimrat Dr. Eucken- Addenhausen: Das Ministerium des Görings an zwei seiner drei Mieter. in denen er diese Mieter zu Innern ist der Ansicht, daß sich sehr wohl das Proportional- Wahl- irgendwelchen kleinen Verrichtungen mit der Androhung aufforderte, system bei den Krankenkassen weiter ausbauen läßt, ohne die daß er im Weigerungsfalle diese Verrichtungen durch sein DienstFundamentalgrundsätze der Freiheit und der Geheimheit der Wahl mädchen ausführen lassen würde und daß dieses Mädchen für jede zu verlegen. dieser Verrichtungen( z. B. einen Gang zum Handwerker usw.) Abg. Stadthagen befürwortet furz den Antrag Albrecht. zehn Mark einfordern werde. An diese Postkarten, deren Existenz Nach Ablehnung des Antrags Albrecht wird§ 38 un- und Inhalt ganz unbestritten ist, knüpfte ein Eingesandt" der verändert angenommen. Nr. 45 der Volksstimme" einige juristische Bemerkungen, die darin gipfelten, daß diese zehn Mark- Ergüsse auch nicht ohne kriminelles neuen Behauptungen aufstellt, sondern nur aus zweifellosen That= Interesse seien. Dieses„ Eingesandt" wiederum, das gar keine fachen wenig schmeichelhafte rechtliche Schlußfolgerungen zieht, bildete den Gegenstand des gegen Zander eingeleiteten Strafverfahrens, in dem sich der Angeklagte leider zu einer den durchaus zuverlässigen Gewährsmann einfach preisgebenden Ehrenerklärung bestimmen ließ. Wir bedauern, in diesem Falle dem Einsender der betreffenden Notiz Unrecht gethan zu haben, ohne daß wir deswegen brauchern der Arbeiterpresse zurückzunehmen brauchen. Unbegreiflich bleibt dann freilich im vorliegenden Falle das Verhalten des verantwortlichen Redakteurs. - Genosse Fleißner von der Sächsischen Arbeiterzeitung" hatte das feltene Glüd, am 30. Januar d. J. vom Schöffengericht in Dresden freigesprochen zu werden. Er hatte vor circa 1 Jahren eine unter feltsamen Umständen vor sich gehende Verfammlungsauflösung kritisiert. Das Schöffengericht tam zu einem Freispruch, obgleich in den Notizen starke Ausdrücke gebraucht wurden; aber der ganze Vorgang sei auch dazu angethan gewesen".- So behaglich sich der Angeklagte nach seinem Freispruch fühlte, so unbehaglich war derselbe dem Herrn Amtsanwalt. Er legte Berufung ein und die Strafkammer fand denn auch in zwei Wendungen formale Beleidigungen, die sie mit nicht weniger als 100 m. Geldstrafe ahndete. sicht nehmen in die Stantten, Bücher, Aften 2c. und diese Aufsicht 63. Sigung vom Montag, den 27. April 1903, 11 Uhr. unser allgemeines Urteil über eine gewisse Kategorie von Mißhat sich durchaus bewährt. Nicht ein Fall Am Ministertisch: Kommissare. = = in dem der Aufsichtsbehörde eine solche Einsicht verwehrt wäre. Auf dem Krankenkassen- Kongreß hat man einstimmig Ueber die Petition von Dr. Oehlke und Genossen( Schlesischer erklärt, daß diese Bestimmung einen Keil in die Selbstverwaltung Journalisten- und Schriftsteller- Verein) um Reform des Strafder Krankenkassen treibe. Was ist denn passiert in den 20 Jahren, vollzugswesens und andre Behandlung der wegen Breßvergehen verin denen diese Bestimmung nicht bestanden hat, daß man jetzt diefe hafteten Journalisten und Schriftsteller wird zur Tagesordnung Beschränkung der Selbstverwaltung glaubt eintreten lassen übergegangen. zu müssen? Es giebt schon heute genügende Instanzen, Der Frankfurter Journalisten und Schrift um etwaige Verstöße gegen gesetzliche oder statutarische steller Verein petitioniert um reichsgefeßliche Regelung des Vorschriften zu rettifizieren. Es ist geradezu eine Ver- Strafvollzuges unter Einführung einer besonderen Strafverbüßungsleumdung und Verunglimpfung der Krankenkassen- Vorstände, art für die nicht wegen gemeiner Vergehen Verurteilten. wenn man durch diese Bestimmung die Notwendigkeit einer größeren Die Petitionskommission beantragt Uebergang zur Tages Kontrolle ihnen gegenüber statuiert. Diese Bestimmung hat mit den ordnung. angeblichen socialen Zwecken der Novelle auch nicht das geringste zu thun. Der Vorsitzende soll hier zum Demmzianten gemacht werden! Wenn Sie diesen§ 35 und nachher den§ 42 nach den Kommissionsbeschlüssen annehmen, so wird auch kein Atom einer Selbstverwaltung der Krankenkassen mehr vorhanden sein! Herr Trimborn hat deutlich gezeigt, daß seiner Partei nur an dieser Beschränkung der Selbst13. zur 26. Woche.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Aus der frauenbewegung. Die Vertrauensperson. Eingegangene Druckfchriften. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 30. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Die Musterung vorm Stampfe. Der Kampf und die Niederlage der Arbeiter in Holland. Von Henriette Roland- Holft( 3' Gravenhage). I. Die Qualifikation der Fabritarbeit. Von J. Germann. Die GewerkschaftsItalien. Von Romeo Soldi( Rom). II. betwegung Belgiens. Von Frib Kummer( Brüssel). Die politische Lage in Friedrich Stampfer. Litterarische Rundschau: Leo Tolstoj an die Arbeiter. Bon L'Asino nella Luna. Von Robert Michels. Litterarische Rundschau: Goliardo( Guido Podrecca), Notizen: Die Photographie im Dienste des Arbeiterschutes. Von B. M. Grempe. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Boſtanſtalten ist die " Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft toftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Abg. Deser( Hospitant der freis. Vp.) befürwortet einen Antrag auf Ueberweisung dieser Petition als Material. In§ 16 des Strafgesetzes wird bestimmt, daß die Personen in den Gefängnissen ihren Verhältnissen entsprechend beschäftigt werden können. Leider ist aber im Strafgefeß nicht ausgesprochen, in welcher Weise eine solche Beschäftigung in den Gefängnissen einzurichten ist. Es bestehen verwaltung gelegen ist, nicht an der Ausfüllung der Lücke von der Vorschriften nur für die einzelnen Gefängnisse. So heißt es meistens werden ganz besonders auf die heute abend bei Tiel, Bergstr. 151/152, Rigdorf. Die Frauen und Mädchen des arbeitenden Volkes daß auf den Gesundheitszustand, die Berufsverhältnisse usw. des Abg. Röside- Dessau( frs. Vg.): Gefangenen Rücksicht genommen werden soll. Bei einer einigermaßen stattfindende Versammlung aufmerksam gemacht. Wenn die Bestimmung der Novelle zu§ 35 auch feinen un- nalisten mindestens die Selbstbeschäftigung gewähren. In den Ge= logischen Auslegung dieser Bestimmung müßte man doch allen Jourerhörten Eingriff in die Selbstverwaltung darstellt, so stellt fängnisvorschriften wird auch vorgeschrieben, daß auf das günstige sie doch thatsächlich einen Eingriff dar. Die Bestimmung hatte beim Fortkommen der Gefangenen nach der Entlassung Bedacht genommen Invalidenversicherungs- Gesez, aus dem sie entnommen ist, einen werden soll. Schon deshalb muß die Selbstbeschäftigung den ReSinn, weil es sich dabei um sehr große Organisationen handelt, dakteuren gewährt werden, damit sie bei der Entlassung über die deren Vorstände schwerwiegende Beschlüsse zu fassen haben. während der Strafzeit vorgekommenen Ereignisse orientiert sind. Außerdem find dort die Vorstände Beamte, während es Die Gefängnisdirektoren scheinen immer der Ansicht zu sein, daß es sich hier um den übrigen Vorstandsmitgliedern koordinierte für den Journalisten ein Vergnügen ist, Beitungen zu lesen. Das Arbeiter handelt. Thatsächlich enthält diese Bestimmung einen Ein- ist nicht der Fall. Der Journalist liest die Zeitungen nicht, um sich griff in die Selbstverwaltung; die Vorsitzenden werden gezwungen, zu erholen oder zu unterhalten, sondern weil es sein Beruf erfordert. gegen jede ihnen möglicherweise als ein Verstoß erscheinende Aus- Heute ist die Gewährung der Selbstbeschäftigung abhängig von dem legung des Statuts Einspruch zu erheben, was eine Quelle unauf Belieben des betreffenden Gefängnisdirektors. Im Gegensatz zu hörlicher Streitigkeiten über die unbedeutendsten Dinge sein würde. Preußen ist in Hessen die Gewährung der Selbstbeschäftigung allgeIch bitte, diese unnötige, ungerechtfertigte Bestimmung abzulehnen. mein geregelt. In Frankfurt ist dem Redakteur der„ Volksstimme". ( Beifall links.) Dr. Quard, im Gefängnis gesagt worden: Hente bekommen Sie Abg. Trimborn( C.): noch einmal Selbstbeschäftigung, aber das nächste Mal wird Sie Ihnen nicht wieder gewährt werden!"( Hört! hört! links.) Ich bin der Ansicht, daß die Lehre von der Rückfälligkeit für Preßsünder nicht aufrechtzuerhalten ist. Unser Preßgesetz hat die eigentümliche Stellung des verantwortlichen Redakteurs geschaffen. Es kommt vor, daß dieser nicht alles lesen kann und sich mehr oder minder auf seine Kollegen verlassen muß. Er wird also event. bestraft für eine That, die er gar nicht verübt hat. Er ist gar nicht der Schuldige, sondern wird vom Gesetz nur zum Schuldigen gestempelt.( Sehr richtig! links.) Den Thäter anzugeben wäre zunächst ehrlos, hätte aber auch feinen Zweck, denn der verantwortliche Redakteur kommt dann nicht frei, sondern wird als Mitthäter bestraft. Protestieren muß ich ferner gegen die oft unwürdige Behandlung von Redakteuren. Ich Herr Trimborn hat zugegeben, daß es sich um eine Beschränkung erinnere nur an die Zusammenfesselung von Redakteuren mit ge= der Selbstverwaltung handelt. Er hat diese Beschränkung für be- meinen Verbrechern. Ich bitte, meinen Antrag anzunehmen.( Bravo! rechtigt erklärt, aber nicht die Spur eines Beweises dafür links.) angeführt. Die Abgg. Dr. Langerhans( freis. Vp.), Metger( natl.), Dieser Paragraph steht im engen Zusammenhang mit dem§ 42, der die Entfernung eines Vorsitzenden wegen grober Pleß( C.). Werner und Dr. Arendt( ft.) erklären sich für den AnPflichtverletzung" borsieht. Man will eben auf diese Weise den trag Defer. bon Geheimrat Hoffmann herangewünschten Messias, den Beamten Abg. Dr. Barth( freis. Vg.): Die Einmütigkeit, die sich bei als Vorfizenden der Krankenkasse auf Umwegen herbeiführen. Gelingt dieser Frage bei allen Parteien gezeigt hat, wird hoffentlich die Nedies aber, dann wird sicher die Verwaltung der Krankenkassen sich gierung auch veranlassen, das Material zu benußen. Die Behand ebenso teuer gestalten wie jetzt die der Invalidenversicherung. Das lung von Redakteuren gleich gemeinen Verbrechern ist eines Kulturwollen wir auch vermeiden, zumal gegen die bisherige Verwaltung staates unwürdig. der Krankenkassen nichts Stichhaltiges vorgebracht werden kann. Herr Stadthagen hat behauptet, es läge uns nichts an der Ausfüllung der Lücke. Die Beurteilung dieser Insinuation überlasse ich dem Urteil des Hauses, das Stadthagensche Uebertreibungen aus einer langen Braris richtig einzuschäzen gelernt hat. Ich habe mich lediglich dagegen gewandt, daß dieser Paragraph einen unerhörten und unberechtigten Eingriff in die Selbstverwaltung bedeute. Eine gewisse Beschränkung liegt darin in der That, aber ich halte sie für berechtigt. Der Antrag Albrecht, daß die Behörden allen an sie ergehenden Ersuchen der Kassenvorstände zu entsprechen haben, geht viel zu weit, auch die weiteren Forderungen des Antrages sind bei der großen Anzahl der Kassen undurchführbar. Abg. Molkenbuhr( Soc.): Staatssekretär Graf Posadowsky: ( Bravo! links.) Der Antrag Deser wird fast einstimmig angeommen, nachdem ein Antrag Holtschte( t.) auf Rückverweisung an die Kommission abglehnt war. Es ist bei den Beratungen in der Regierung nicht davon die Nede gewesen, daß§ 35 und 42 irgendwie in Verbindung gebracht vieh werden könnten. Bon einer Störung der Kollegialität fann nicht die Rede sein. Eine Kollegialität in Bezug auf Fassung statutenwidriger Abg. Stadthagen( Soc.): Ueber eine Petition um Aufhebung der Grenzsperre für Schlachtbeantragt, die Kommiffion zur Tagesordnung überzugehen. Der Antrag wird debattelos angenommen. Partei- Nachrichten. Nächste Sigung Dienstag 11 Uhr.( Interpellation Gothein, Beschlüsse kann es überhaupt nicht geben. Ein Eingriff in die betreffend Sturmschäden an den Seeküsten, Selbstverwaltung fann unmöglich darin bestehen, daß die Vorsitzenden v. Buddenbrod, betreffend die Anstellungsverhältnisse der Interpellation verpflichtet werden, Beschlüsse zu sistieren, die ungefeßlich oder Militäranwärter, Petitionen.) statutenwidrig sind. Ich gebe ohne weiteres zu, daß man jedes Gesetz unsinnig und chikanös auslegen kann. Es wäre unsinnig, wenn man einen Vorsitzenden dafür verantwortlich machen wollte, weil er eine andre Auffassung hat als wie sie vielleicht in irgend einem gerichtlichen Erkenntnis niedergelegt ist. Es kann sich da nur Einen Kampf um ihr Versammlungsrecht müssen die Leipziger um ganz flagrante Fälle handeln. Viel größere und wichtigere Genossen noch neben dem Reichstags- Wahlkampf führen. Vor einem Storporationen als die Krankenkassen sind viel schärferen Aufsichts- Jahre erklärten eine Anzahl Saalinhaber in Leipzig unsrer Partei bestimmungen unterworfen. So kam z. B. der Oberpräsident nicht unter gewissen Bedingungen ihre Lokale zur Verfügung zu stellen. nur gesetzwidrige Beschlüsse von Provinzialverbänden, sondern ganz Diese Bedingungen wurden von unfren Genossen innegehalten; daallgemein solche Beschlüsse sistieren, von denen er annimmt, daß sie gegen mußten sie bei Beginn der jetzigen Wahlbelvegung plötzlich die mit dem Staatsgesetz in Widerspruch stehen. Erfahrung machen, daß man ihnen trotz der schriftlich gegebenen Busage die Säle unter allerlei Vorwänden verweigerte. Die Genoffen Wie kann man behaupten, daß die Behörden auf die Anzeigen beschlossen mun, die betreffenden Säle und das Bier einer Anzahl der Vorsitzenden nicht chifanös vorgehen würden? Der ganze Prozeß Brauereien, welche Einfluß auf die Saalbesizer haben, zu meiden, der Maschinenbauer- Krankenkasse war hervorgerufen durch chitanöjes wenn nicht bis Sonnabendmittag die Lotalfrage geregelt sei. Da Vorgehen der Behörden. Der Kraufenfaffentag hat erklärt, daß die bis dahin eine Antwort der Brauereien nicht eingegangen war, dürfte Vorlage unannehmbar sei, falls diese Beschränkungen der Selbst- jezt der Boykott eine vollendete Thatsache sein. verwaltung darin Aufnahme finden würden. Dieser Beschluß Totenliste der Partei. In Solingen starb einer„ von der ist einstimmig gefaßt, auch mit Zustimmung des Centrums alten Garde", der Federmesser- Schleifer Emil Höhmann. Der der abgeordneten Cahensly, Mitglied des Krantentassen felbe war seiner Zeit einer der eifrigsten und thätigsten ParteiKongresses war. Wie erklärt sich Herr Trimborn das? Glaubt er genossen. Bunächst Mitglied des Allgemeinen Deutschen Arbeiterettva, daß Herr Cahensly gegen diesen Beschluß war, aber trotzdem vereins, gehörte derselbe später der Eisenacher Richtung an und dafür gestimmt hat? An mich und meine Freunde find aus den machte die Kämpfe zwischen Lassalleanern und Eisenachern mit, welche Reihen der Centrumsarbeiter, die Mitglieder der Krankenkassen doch später zur Einigung führten. Unter der schweren Zeit des Vorstände sind, eine ganze Reihe von Personen herangetreten Schmachgesetzes war er Vertrauensmann für Solingen und leitete mit der dringenden Bitte, im Interesse der gedeihlichen Ent die meisten Parteiversammlungen. Auch waren die neuesten widelung der Krankenversicherung mit aller Macht gegen diese Nummern des Staats- Anzeigers", wie der Züricher Socialdemo Beschränkung der Selbstverwaltung aufzutreten. Ich habe ihnen trat" genannt wurde, immer in seinem Besiz. In den Zusammengeraten, sich doch an die Centrumsabgeordneten zu wenden. Sollte fünften, welche 1886 und 1887 im Solinger Kreise zivecs besserer wirklich eine verständige Bitte fatholischer Arbeiter bei dem Centrum Agitation stattfanden und in welchen die Differenzen mit Schuhmacher gar fein Gehör mehr finden? Will wirklich das Centrum für eine zu Tage traten, war er anfangs noch zugegen. Als sich dieselben Beschränkung der Arbeiterrechte eintreten? Das Auftreten des Abg. aber zufpizten, zog er sich zurück und ist in den letzten Jahren nicht Trimborn läßt allerdings darauf schließen. mehr öffentlich hervorgetreten. " Nach langen schweren Leiden entschlief am 25. d. M., abends 11 Uhr, meine liebe Frau und unire gute Mutter 13592 Auguste Hohmuth, geb. Erdmann, im 36. Lebensjahre. Dies zeigt allen Freunden und Bekannten tiefbetrübt an Eduard Hohmuth, Restaurateur, Lützowstr. 51, nebst Kindern und Großmutter. Die Beerdigung findet Mittwochnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Zwölf- ApostelKirchhofes in Schöneberg, Tempelhoferstraße, aus statt. Verein socialdemokratischer Gast- und Schankwirte Berlins und Umgegend. Am 25. April verstarb die Frau unfres Kollegen Ed. Hohmuth Frau Auguste Hohmuth geb. Erdmann. Die Beerdigung findet am Mitts woch, nachmittags 3, Uhr, von der Zeichenhalle des neuen ZwölfApostel- Kirchhofes in Schöneberg, Tempelhoferstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 69/8 Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und unsre gute Mutter Liddy Streich, geb. Böttner, am 26. d. Mts., früh 5 Uhr ge storben ist. Die Berdigung findet Mittwoch, den 29. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Banfitr. 54, aus nach dem DantesKirchhofe, Tegeler Chaussee, statt. Um stille Teilnahme bitten Die Hinterbliebenen 996b Eduard Streich nebst Kindern. Ortskrankenkasse der Sattler. Am 24. April verstarb Sattler Albert Christopeit. der Die Beerdigung findet am Dienstagnachmittag 24 Uhr von der Leichenhalle des GolgathaKirchhofes aus statt. 273/11 J. A.: H. Werner. Central- Verein aller in der Hutbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen( Filiale Berlin). Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unser Mitglied Liddy Streich am 26. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. d. M., nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Pantstr. 54, aus, nach dem Dantes- Kirchhof, Tegeler Chaussee, statt. 9956 Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Central- Kranken- und Begräbniskasse der Sattler und Berufsgen. ,, Hoffnung"(.. 64). Ortsverwaltung Berlin. Hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Sattler Albert Christopeit am 24. April 1903 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, 28. April, nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des Golgatha- Kirchhofs, Barfusstraße, aus statt. 9945 Der Vorstand. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 25. d. Mts. starb nach längerem Herzleiden im Alter von 62 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer Herr Wilhelm Seidel. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 28. d. Mts., 33% Uhr, vom Trauerhause, Weberstr. 16, aus nach dem St. Georgen Friedhof, Landsberger Allee, statt. 1004b Der Vorstand. 0 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die prachtvollen Kranzspenden bei der Beerdigung unsres Bruders und Sch.vagers jagen wir unsren herzlichsten Dank.[ 13602 3..: E. Guhn, Reichenbergerstr. 61a. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. * Theater. Dienstag, 28. April Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Orpheus und Eurydike. Schauspielhaus. Die Ahnfrau. Deutsches. Monna Banna. Berliner. Alt- Heidelberg. Lessing. Die Jüdin von Toledo. Neues. Belleas und Melisande. Residenz. Lutti. Westen. Der Verschwender. Central. Chinesische Flitterwochen. Thalia. Der Posaunenengel. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Die guten Freunde. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Wohlthätige Frauen. Belle- Alliance. Pick und Pocket. Carl Weiß. Der Liebe Gebot. Buntes. Vor dem Gesindeball. Winterschlaf Luisen. Eine feste Burg. Kleines. Nachtashl Trianon. Die Notbrücke. JBA Casino. Elternlos. Frißchen und Lieschen. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Der Gesindeball. Specia litäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Baffage- Theater. Specialitäten. Palast. Die neueste Richtung. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Photographie in natürlichen Farben( durch Wald und Flur). Im Hörsaal: Dr. G. Naß: Kupfer, Quecksilber, Gold und Platina. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Die guten Freunde. Lustspiel in 4 Aufz. v. Vict. Sardou. Mittwoch abend 8 Uhr: Die guten Freunde. Donnerstagabend 8 Uhr: Die guten Freunde. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Wohlthätige Frauen. Lustspiel in 4 Aften von Ad. L'Arronge. Mittwoch abend 8 Uhr: Der ledige Hof. Donnerstagabend 8 Uhr: Der ledige Hof. Freie Volksbühne. Mittwoch, den 29. April, im Gewerkschaftshause ( grosser Saal), Engel- Ufer 15: General- Versammlung. Der Eintritt ist nur Mitgliedern gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet. Tagesordnung: Vortrag. Herr Dr. Emil Geyer: Der Naturalismus und neue Bestrebungen in der Theaterkunst. Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes. Revisionsbericht und Diskussion. Festsetzung des Kassierergehalts, Neuwahl des Vorstandes, des Ausschusses, der Revisoren und Obleute. Sonntag, den 3. Mai cr., nachmittags 2%, Uhr: tag, Lessing- Theater. 6./7. Abteilung. Metropol- Theater. 3./4. Abteilung. Johannisfeuer. Im Hinterhaus. 228/18 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Urania. Kleines Theater. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Carl Weiss- Theater. Photographie in natürlichen Farben Große Frankfurter: Straße 132. Lektes Auftreten des Fil. Roger. Zum legtenmal: Der Liebe Gebot. Anfang 8 Uhr. Morgen: Benefiz für Frl. Busch und Herrn Thrkowski. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Täglich 742 Uhr. Der Posaunen- Engel. Ausstattungsposse mit Ges. und Tanz. Tanzparodien. Artisten- Revue. Thielscher als Spreewälder Amme. Sonntagnachmittag 32 Uhr: Charleys Taute. Residenz- Theater Direktion: Sigmund Lautenburg. Abends 72 Uhr: Lutti( Loute). Schwant in 4 Aften von Pierre Beber. Morgen und folgende Tage: Lutti. Sonntagnachmittag: Sein Doppel. gänger. Belle- Alliance- Theater. Heute vorlette Vorstellung: 99 Pick und Pocket". Donnerstag bei kleinen Breisen: ( durch Wald und Flur). Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. G. Nass: Kupfer, Quecksilber, Gold, Platina. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Oskar Klein ( Tyll Eulenspiegel). Cake Walk der echten Louisianas. Ganz Berlin zerbricht sich schon den dritten Monat Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Vorwärts- Buchhandlung SW., Lindenstrasse 69. Unentbehrlich für Ausfügler! Specialfarten III. Wahlkreis. Dienstag, den 28. April 1903, abends 8 Uhr: Volks- Versammlung der näheren Umgebung Berlins. im großen Saale von Buggenhagen am Morigplak. Bernau- Biesenthal, Lanke, Liepnikund Wandlik- See 1,00 M. Buckow am Schermüßel- See( Mär tische Schweiz) nebst Führer 0,75 m. Cöpenick Friedrichshagen, Woltersdorf Erkner- Schmödwik- Königswusterhausen- Mittenwalde 0,75 M. Eberswalde, Freienwalde- Dderberg = 1,25 M. Tages- Ordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: ReichstagsAbgeordneter Wolfgang Heine. 2. Diskussion. NB. Die Wähler des III. Wahlkreises sind zu dieser Ver. sammlung besonders eingeladen. 212/1 Die Vertrauensleute. Reichstags- Wahlkreis Eberswalde, Jagdschloß Hubertus Zauch- Belzig- Jüterbog- Luckenwalde. 1,00 stock, Kloster Chorin Freienwalde und nächste Umgebung Mittwoch, den 29. April, abends 8 Uhr, nebst Führer 1,00 M. findet im Lokale von Ewald, Schönleinstraße 6, eine öffentliche Freienwalde, Briezen, Oderberg Versammlung aller in Berlin und Umgegend arbeitenden Reichstags1,00 M. wähler aus obengenanntem Kreise statt. Grunewald und westliche Vororte Zages Ordnung: Vortrag über die bevorstehende Reichstags. Berlins 1,00 m. wahl. Referent: Ferdinand Ewald. Potsdam, Stadtplan mit nächster Das Erscheinen sämtlicher genannten Wähler ist Pflicht. Umgebung nebst Tourenverzeichnis 0,75 M. Der Einberufer. Potsdam und Werder 1,00 M. Spreewald m. praktischem Touristenführer 0,75 M. Strausberg und der Blumenthal 1,00 M. Tegel Heiligensee, Schulzendorf, Hermsdorf, Haselhorst und Hacken- Am Mittwoch, den 29. d. M., abends 8 Uhr, im Wedding- Park", felde. 0,75 M. Müllerstr. 178: Central- Verband der Maurer Deutschlands. • ( Bezirk Wedding.) Ferner empfehlen als sehr praktif: Mitglieder- Versammlung. Taschenatlas von Berlin und Umgebung, enthaltend 21 Karten und Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Fälle über:" Die bevorstehende ReichstagsPläne mit Führer, leichthandliches wahl". 2. Bericht aus den Vertretersizungen. 3. Antrag der Berliner Format 2,00 M. 137/7 Wanderbuch für die Mark Brandenburg. 3 Bände. Bu fammen 5,00 M. I. Teil: Nähere Umgebung Ber: lins umfaßt die Gegend von Potsdam, Spandau, Oranienburg, Königswusterhausen 1,50 M. Neues Theater II. Teil: westliche Sälfte der Schiffbauerdamm 4a- 5. Anfang 7 Uhr: Pelleas und Melisande, gebung Berlins bis Eberswalbe, Central- Theater Unter Leitung des Hrn. Dir. Ferenczy. Abends 72 Uhr: Chinesische Flitterwochen. Operetten- Vaudeville in 3 Aften von H. Talbot. Mittwoch, Donnerstag u. Freitag, abends 72 Uhr: Die Fledermaus. Operette in 3 Aften von Joh. Strauß. Sonnabend, den 2. Mai, abends gebung Berlins bis Brandenburg a. H., Stendal, Tangermünde, Neu- Ruppin, Neu- Strelit 1,50 M. III. Teil: Deftliche Hälfte der UmFrankfurt a. D., Schwedt, Küstrin, Lübben, Spreewald, Muskau 2,00 M. Diese Wanderbücher bieten pracht volle Schilderungen der Mark, viele Detaillierte Karten und Pläne und find so dem Wanderer ein zuverlässiger Führer und Berater. Etablissement den Kopf über AGA! 7 Uhr: Windame Sherrype Buggenhagen die schwebende Jungfrau! Castans Panoptikum. Friedrichstr. 165. Mit seinen weltberühmten Wachsfiguren u. unzähligen andren Sehenswürdigkeit., Kunstschätzen etc. Gr. Promenaden- Konzert. Neu! Cléo Otéro, die interessante Rauch- und Sandmalerin. Maria Magdalene. Neu! Pythia, d. hellsehende Hierauf: Der Weichenfteller. Anthropos, Palast- Theater Burgstraße 22 Früher: Feen- Palast. De Letzte Woche: Die neueste Richtung. der künstliche Mensch und vieles andre. rette in 3 Aften von Hugo Feliç. Casino Theater = Lothringerstr. 37. Nur noch bis 1. Mai! Anfang 8 Uhr, Sonntags 7, Uhr. Elternlos. Fritzchen u. Lieschen. Nur noch bis 1. Mai: Marcelly! Les trois Berg's etc. Ab 2. Mai: Ganz neues Programm. Zum erstenmal: Unser Goldjunge. W. Noacks Theater. 16. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse Bum letztenmal! Zum leßtenmal! Die Trianon- Theater. Memoiren des Teufels. Georgenstraße, zwischen Friedrich u.Universitätsstraße. Abends 8 Uhr: Schwant in 3 Atten v. Dr. Schweiter. Die Notbrücke. Alle Specialitäten neu!! Mr. Browns, Bioskope. Vorführung lebender Photographien. Schluß der Saison: Donnerstag, den 30. April. Ehren- u. Vorzugskarten werden mit Saisonschluss ungültig. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bf. Anfang 8 Uhr: Nachher: Ball. Mittwoch: Geschlossen. Luftspiel in 3 Aften von Fred Bréfac Bernhard Rose- Theater- Ensemble und Francis de Croisset. Sonntag nachmittags 3 ühr: Die Liebesschaukel. Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49. Dienstag, den 28. April: Luisen- Theater. Krieg im Frieden. Lezte Woche! Abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Metropol- Theater. Eine fete Burg. Mit glänzen der Ausstattung. Neuestes! Mittwoch: Hamlet. Donnerstag: Letzte Vorstellung in dieser Saison: Die Cameliendame. Allerneuestes! Buntes Theater. Revue in 5 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Victor Holländer. Köpnickerstrasse 68. Freigesprochen von Häfker. D'Weanerin v. Frhrn. von Stenglin. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Mayerchen von Dr. Jon Lehmann. Denry Bender. Frid- Frid. Flora Siding. Wini Grabitz, 300 Mitwirkende. Im dritten Bild: Eine Sitzung bei Anna Rothe. Grandioses Ballett. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Täglich 8 Uhr mit grossem Erfolg: GesangsGesindeball, Burleske mit d. spiritist. Anna Rothe- Parodie. Ferner: Donatellis. Cake- Walk. 4 Madcaps. Seldoms. Hein. Blank. In Vorbereitung: Vom 1. bis 17. Mai: Gastspiel des Opern- Ensembles des Theaters des Westens. 11 WINDER CORIEN 8 76 Pantzer Brothers, Ralph Johnstone, She, 5 Akrobaten. Lustspiel in 5 Aften von G. v. Moser und Franz v. Schönthan. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Die wilde Katze. Reichshallen. Stettiner Sänger. 11. a. Bühnengrössen und Anna Pote, das Blumenmedium. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Bicyclist. Bruch- Pollmann die 4 Elemente. am Moritzplatz. Jeden Tag: Militär- Konzert. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Von Ende April ab wird das berühmte Orchester d. Signor Vincenzo Ferrara fonzertieren. Sanssouci. Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach der Vorstellung: Tanz- Kränzchen. Vereinsbillets gültig. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Täglich: Theater- u. Specialitäten- Borst. Nur turzes Gastspiel: Madame Latouré, die fesche Soubrette. Der erste Tote. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: 15 Tanz. Achtung! Neu! Obleute. Guten Besuch erwartet Der Obmann. Centralverband der Maurer. Dienstag, den 28. April, abends 8½ Uhr, im kleinen Saale Zahlftelle Charlottenburg. des Volkshauses, Rosinenstr. 3: Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: V 1. Bericht vom Bauarbeiterschuh Stongreß und vom Verbandstage. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 1. Duartal 1903. 4. Bekanntmachungen die Maifeler betreffend. 5. Bausperre Schurig. 6. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. 137/8 Berte Kollegen! Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen muß die Bersammlung unter allen Umständen von jedem Kollegen besucht werden. Auch ist pünktliches Erscheinen notwendig, da die Tagesordnung eine sehr reichhaltige ist. Mitgliedsbuch legitimiert. Die örtliche Verwaltung. Mit follegialem Gruß Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, 29. April, abds. 8% Uhr, im Dresdener Kafino, Dresdenerstr. 96( nahe Prinzenstraße): Ordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Abrechnung von beiden Urania- Borstellungen. 3. Antrag der Ortsverwaltung auf Entschädigung der Buchbinder. Tariskommission. 4. Protest gegen die Wahl des Mitgliedes P. Jahn zur Gewerkschafts. tommission. 5. Verbandsangelegenheiten( Vergebung der Drudarbeiten). 6. Verschiedenes. Wir ersuchen alle Mitglieder, in dieser Versammlung vollzählig und pünktlich zu erscheinen. 24/1 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 29. April, abends 8%, Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11-12: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Kiefel über: Die Bedeutung des 1. Mai 2. Diskussion. 3. Vorstandsbericht. 4. Sassenbericht. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet 64/6 Die Ortsverwaltung. Achtung! Bauanschläger. Achtung! Verband der Bauanschläger Deutschlands. Fritz Linkes Fleck- Stube Fritz Linkes Fleck- Stube ber 8. Nene Ross- Str. 8. Mittwoch, den 29. April, abends S Uhr: General- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 8. Tagesordnung: 1. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Bericht ommiſſion. 3. Verbandsangelegenheiten( Stellungnahme zum 1. Mai). 4. Berschiedenes. Mitgliedskarte legitimiert. 10 Ausschank Fr. Happoldt 4/10 10 Pf. 10 Pf. Das Erscheinen ist der wichtigen Tagesordnung wegen eines jeden Einem werten Publikum bestens Kollegen dringende Pflicht. empfohlen. Der Vorstand. 1303L 10026 Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Heute Dienstag, den 28. April, abends 8%, Uhr, findet in sämtlichen Zahlstellen Abendsprache statt. Das Erscheinen aller Kollegen ist notwendig. Freitag, den 1. Mai, Renée Debauga, Kaleidoscop- Tänz. empfiehlt fein Lager in Bruchbandagen, treffen sich die Kollegen früh 8 Uhr in den Zahlstellen, um gemeinsam zur Mai- Versammlung Hoshi Tokio, Japanertruppe. Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, 3 gehen. Humorist. Charlotte Kara, Creolische Sängerin. Suspensors, fowie sämtliche Artikel Bachus Jacoby, zur Krankenpflege. Les Provençales, Französisches Eigne Werkstatt. Gesangs- Quartett. Lieferant f. Orts- u.Hilfs- Krankenkassen. Mlle. Miette, Par. Strassensäng. Berlin C., La Belle Toledo, Span. Tänz. FesselKranz- und Blumenbinderei 1079 on H. Rodewald, 10732* 30. Linien- Straße 30. Alexandrinenstrasse 1a. Kränze mit Widmungsschleifen, NB. Alle Bruchbänder mit elasti- Arrangements zu Festlichkeitent, Bouam Körper. preiswert. 7696* 2 Der Vorstand. Kranz- und Blumenbinderei 5% Pfund Brot 50 Pf. von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Backware D6 Stück für 10 Pf. Albrechts Bäckereien: rangelstraße 9, Krautstraße 19, Kilianys leb. Bilder. Kosmograph. Harry Houdini, Künstler Die Liebesinsel. Das Fest d. Lucullus, Ballett. fchen Belotten, angenehm und weich quets, Topfgewächse jeber Art ze. Arrangements, Bouquets, Guirlanden Markthalle Büdlerstr., Stand 222/23. Der„ Biograph". Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen- Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. usw. werden fein u. preiswert geliefert. I Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. Soeben erschienen: Maifest- Zeitung 1903 Mai- Postkarte. In künstlerischer Ausführung 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 28. April 1903, abends 8 Uhr, in Kellers großem Saale, Koppenstraße 29: Wähler- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Paul Singer: Die bevorstehende Reichstagswahl und die gegnerischen Parteien. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Wahl- Komitees. Die Gegner werden hiermit eingeladen. Achtung! 214/ 5* Die Vertrauensleute. Fünfter Wahlkreis! Mittwoch, den 29. April, abends 8%, Uhr: 233/13 mit künstlerischen Illustrationen und textlichen Beiträgen. Preis 10 Pf. Partiepreis 5 Pf. 99 99 Schwarz: 100 Stück 3 Mk.; 500 Stück 12,50 Mk.; 1000 Stück 20 Mk. Koloriert: 100 5 500 22,75 1000 45 99 99 99 99 Rixdorf. Mittwoch, den 29. April 1902, abends 8 Uhr, im großen Saale der Neuen Welt", Hafenheide 115-116: Volks- Versammlung. 232/ 9* Tagesordnung: 1. Die Reichstagswahl. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse August Bebel. 2. Diskussion. Einen recht zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Central- Verband der Maurer etc. Sektion der Rabitzputzer. Achtung! Dienstag, den 28. April 1903, abends 8, Uhr, in den„ Arminhallen", Oeffentl. Wähler- Versammlung usimma im Grand Hotel Alexanderplatz. Tages Ordnung: 252/6 Kommandantenftr. 20: Große außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wie gestalten wir nach Ablauf des Vertrages unsre Lohn- und Arbeitsbedingungen?" 2. Verschiedenes. Der Vorstand. Die Firma W. Liebig ist wegen Differenzen gesperrt. 1. Berthing bed Belgotago- Albacorducten Ledebour Wer ist Volkovertreter?" Deuticher Metallarbeiter- Verband. Bortrag aber: 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauensleute. 151 VI. Wahlkreis. 217/3 Dienstag, 28. April, abends 8 Uhr, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11: Volks- Versammlung. Tagesordnung: 1. Um was fämpfen wir bei der Wahl? Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Ledebour. 2. Diskussion. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 3. Ziehung 4.Klasse 208. Sgt. Preuß. Lotterie. 8lebung vom 27. April 1003, vormittags. Nur die Gewinne aber 232 t. find den betreffenden Plummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Diadybrud verboten. 27 77 120 85 233 300 11 96 588 605[ 1000] 38 762 75 844 73 939 1094 98 167 290 406 511 740 981 2080 324 527 40 54 646 852 942 56 3023 174 288 387 607 27 720 71 961 4025 101 45 403 60[ 500] 74 581 713 33 48 92 903 5119 20 425 534 637 56 817 6083 154 81[ 500] 202 26 308 22[ 3000] 437 82 130001 564 619 43 50[ 1000) 800 950 7006 94 140 61 15001 379 442 564 781 901 8041 76 83 115 259[ 1000] 389 487 550 603 95 807 24 981[ 3000] 9090 259 346 600 750 910 10024 25 74 155 229[ 5001 510 13 617 42 11063 087 91 291 95 314 605 714 33 74 97 816 66 79 12067 314 1000] 34 486 88 605 81 810 11 65 94 13130 202 48[ 5001 378 630 33 96 725 46 14008 255 347 561 606 24 50 52 61 76 785 824 28 15032 123 32 49 206 338 03 444 74 614 63 88 733 67 95 834[ 1000] 904 37 47 16156 92 272 334 704 58 17001[ 500] 62 127 54 89 359 895 909 36 18164 217 385 539 800[ 5001 55 19256 1500] 00 62 335 77 448 561 784 804 48 53 929 20083 326 42 403 25 63 525 811 12 21005 148 57 272 1000] 522 70 71 667 891 928 22059 237 326 402 71[ 500] 524 605 68 736 57 818 69 92 933 23010 21 24 113( 500] 78 305 467 75 519 781 931 53 24059 95 ( 500] 135 374 504 600 727 830 25303 43 485 525 622 850 75 974 26138 211 67 338 48 496 588 678 739 27031 276 563 609 703 68 941 28064 73 133 289 374 518 679 853 56 29021 119 418 841 84 914 34 30066 212 60 318 426 559 752 888 983 31433 [ 1000] 71 516 829 38( 500] 45 934 92 32040[ 3000] 258 68 420 603 78 87 734 907 42 33088 123 230 363 95 521 55 797 944 1500] 81 34025 92 128 345 645 845 916 15001 79 35006 243 359 435 629 39 89[ 1000] 776 36122 299 431 526 760 89 800 37038 330 47 487 545 684 90 757 874 977 38162 63 67 443 55 576 659 908 1500) 39016 32 158 407 684 852 972 40228 337 454 569 95 608 48 929 41066 133 674 805 10 53 66( 500] 42037 244 316 28 431 34 695 799 873 43068 272[ 500] 468 515[ 1000] 27 778( 500) 869 905 44088 129 209 73 804 43 900 18 83 45013 219 539 626 711 89 99 972 46020 133 38 62 257 362 424 681 98 726 59 896 922 47142 241 308 57 784 847 91 922 57 87 48009 11 79 170 226 388 99 758 905 64[ 3000] 49042 1500] 61 115 242 359 470 71 504[ 30 000] 764 842 67 920 50038 423 615 748 853 63 911 94 51632 87 52015 447 73 81 569 711 821 956 53113 23 283 324 446 76 937 54091 223( 500) 67 78 495[ 1000] 725 807 41( 500) 98 55080[ 3000] 180 384 401 544 616 733 85 953 84 56029 32 147 278 84 313 411 687 766 879 57098 464 543 670 845 906 22 97 58084 217 62 333 434 62 592 692 865 932 39 59056 200 307 94 533 46 82 681 868 994 60004 7 52 130 234 64[ 500] 426 85 637| 1000] 89 754 866 61100 22 292 322 510[ 500] 96 99 618 130001 20 49 831 995 62127 57 89 267 367 84 538 48 85 620 716 827( 1000) 30 63116 98 251 71[ 1000] 348 97 571 649 797 808 21 45 84 926 62 64321 15001 468 92 785 87 963 91 65191 96 452 525 46 66065 160 205 526 733 810 73 973[ 500) 67009 082 68181 456 75 94 653 701 86 977 69180 527 603 19 706 821 950 99 70244 305 76[ 3000] 520 75 701 48 97 883 975 76 71077 301 457 624 738 72151 407[ 3000] 556 66 825 28 73187 450[ 1000] 641[ 1000] 766 914 30 40 74194[ 3000] 234 59 338 786 853 75029 375 495 521 48 15001 746 76107 35 203 43 60 401 42 502 64 693 95 915 81 85 77098[ 1000] 356 68 470 637 99 733 51 831 949 95 78025 177 374 411 61 95 584 665 79030 161 229 87 617 58 815 26 28 35 900 84 80169 258 397[ 500] 99 437 619 858 81091 219 385 416 54 512 53 714 82002 67 79 113 40 217 33 322 439 49 519 27 678 806 66 992 83379 443 084 822 53 84057 185 232 345 622 44 728 84 815 926 85010 51 93 95 212 29 30 43 338 651 89 715 39 864 86164 83 500] 359 87 434 600 14 754 972 87229 677 88125 702 7 85 939 87 98 89033 92 157 381 412 13000] 592 30001 606 10[ 500] 44[ 10001 725 90090 172 583[ 30001 669[ 10001 803 91029 55 195 315 76 98 435 501 616 747[ 30001 802 37 973 79[ 1000] 92233 70 309 663 75 770 814 29 926 93010( 30001 146 71 384 495 627 729 89 877 94060 262 585 87 644 76 899 968 95073 166[ 1000] 85 360 407[ 10001 655[ 5001 733[ 500] 801 4 96107 216 305 415 787 93 094 97031 614 753 54 98187 10003 299 346 498 571 99098 196 208 64 355 80 488 542 808 16 920 66 94 100140 261 66 497 514 38 41 946 88 89 101013 ( 5001 38 49 105 9 56 86[ 100001 242 332 63 90 541 809 935 102096 115 89 323 409 569 93 99 600 872 103050 442 542 65[ 50001 639 707 104100 294 362 449[ 500] 98 707 78 81 820 912 105172 82 255 80 527 687 856 106188 316 615 39 66 835 927 107078 139( 30001 81 569 603 80 727 40 108271 579 912 16 109160 281 90 404 47 80 562 63 81-613 55 712 811 903 74 96 110084 207 523 764 862 111051 84 103 48 238 792 825 88 112272 362 445 587 721 815 35 66 931 83 95 113070 252.68 396 608 934 114232 57 98 99 506[ 3000] 8 53[ 1000] 77 80 630 780 831 904 115410 247/ 10* Der Vertrauensmann. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt VII, 353. Mittwoch, den 29. April, abends 8½ Uhr, in den Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21: Konferenz der gesamten Vertrauensleute Berlins. Ohne Mitgliedsbuch und Einlasskarte kein Zutritt. Das Erscheinen aller Kollegen erwartet Möbel auf Teilzahlung Deutscher Unverfälscht. Honig! Bienenhonig, best. Qualit. Die Ortsverwaltung. Achtung! 116/3 Hugo Lewent's Wwe, perf. die 10 Pfunddole zu 7,00 M., 5 Pfb. Am 1. Mai bleibt mein Geschäft wie Chauffeeftr. 82. E. Reil, Dawith. Bahr, Brunnenſtr. 113. Nordloh, Bahnhof bisher geſchloſſen. 4,30 M. franco. Garant. Rüdnahme. Auguftfehn, Oldenbg.* 509 116095[ 500] 148 301 485 610 117096 156 82 3. 3iehung 4. Klaffe 208. Kgl. Preuß. Lotterie. 570 601 97 720 69 72 853 901 48 118062 301 640 936 72 75 119136 419 68 70 537 768 899 120018 21 106 9 280 429 590 628 99 753 850[ 500] 900 76 86 121051 115 221 802[ 30001 29 68 948 122046 86 161 331 410 26 43 66 547 98[ 3000] 631 832 97 907 123178 94 238 48[ 1000] 54 498 531[ 30001 696 746 80 124108 370 480 566 618 88 778 836 82 [ 500] 972[ 1000] 125019 212 306 36 38[ 10001 407 15 66 75 79 590 659[ 10001 864 77 984 126017 69 81 132 52 91 385 478 580 81 603 717 25 70 823 945 63 127003 24 240[ 3000] 65 358 412 534 48 75 605 72 715 29 829 935 128034 279 374 534 633 802 964 129113 268 540 44 79 609 56 727 900 130069 138 441 512 958 64 95 131078 143 93 235 549 804 939 132023 87 314 99 519 58 65 727 906 81 133071[ 30001 205 345 56 465 740( 30001 55 75001 931[ 500] 134002 133 280[ 500] 307 52 412 31 80 92 592 835 69 934 135131 64 91 278 85 330 446 79 784 136011 30 337[ 30001 77 508 44 694 766 91 881 969 137387 500 72[ 30001 697[ 5001 791 852 1500] 931 34 138030 66 291 612 139046 127 65 388 514 72 600 71 812 140023[ 10001 124 336 93 447 62 72[ 3000] 700 858 87 141186 724 871 907 142004 400 6 45 77 667 90 746 835 94 916 38 143095 189 326 71 493 612 773 951 72 144231[ 1000] 353 479 556[ 5001 80 615[ 500] 753 62 854 969 145077 99 168[ 500] 95 214 96 408 503 130001 76 899 968 146175 254 74 320 [ 500] 455 805 82 147149 239 49 647 707 884 86 964 148057 66 277 93 309 12 549 149030 216 26 459 509 10 42 86 786 150002 8 74 113 433 51 55 518 780 924 71 151075 166 370 76 453 91 620 22 848 85 955 152167 69 206 39 323 412[ 30001 506 635 49 714 95 153281 599 727 83 959 154019 22 193 717[ 3000] 899[ 500] 155060 245 485 691 156040 126 389 656 723 35 802 928 157013 55 60 216 28 49 72 449 637 853 158028 113 40 414 16[ 500] 527 769 159207 635 58 977 160151 56 344 85 411 59 585 647 56 161094 157 362 587 647 63[ 500] 924 31 162276 496 ( 1000) 707 163012 87 170 219 24 43[ 500] 380 554 617[ 500] 53 797 886 164038 89 554 635 767 887 942 67 165070 77[ 500] 613 806 931 166036 [ 3000] 352[ 500] 99 614 167033 121 94[ 500] 285 99 240 49 668 168032[ 5001 364 71 447 573 709 858 169073 205 40 70 74 585 724 867[ 500] 170154 243 382 431 89[ 500] 579 695 859 62 171018 141 301 13 402 634 61 707 172253 302 50 68 437 526 40 643 72 78 716 92 983 173085 271 460 507 27 68 827 83 174128 313 65 769 82 92 821 27 175169 563 72 641 45 61 819 23 960 176071 153 85 557 77 742 976 177191 273 84 356 178139 77 218 389[ 3000] 404 27 687 707 88 834 942 56 179014 176( 500] 283 331 552 56 650 66 756 804 82 942 76 80 180119 273 479 799 181096 1500] 167 229 44 58 97 314 37 75 81 544 54 619 26 829 958 94 182319 91 655 981 183282 369 439 568 650 833 949[ 1000] 184081 139 272 381 642 921 25 185034 91 114 264 369 400[ 5001 678 905 186075 117 276 40 [ 500] 57 68 686 705 835 912 187050 115 58 69 73 88 366[ 500] 626 86[ 10001 797 805 27 188064 317 43 89 410 544 792 814 189074 153[ 500] 266 544 [ 500] 792 877 935 190065 170 82 206 39 359 86 55[ 1000] 447 607 29 67 738 813 30[ 1000] 49 916 191029 171 79 285 373 551 930[ 10001 57 71 192116 92 338 477[ 3000] 574 77 630 736 86 193061 217 357 533 74 194044 80 97 250 396 745 195063 73 155 63 211 58 345 558[ 500] 83 654 64 896 913 196205 356 498 594 623 733 51 74 97 829 197084 86 171 340[ 500] 532 65 641 723 830 34 1500] 198278 333 498 522 27 57 783 91 804 48 900 199237 327 504 17 722 200324( 5001 575 201094 270 312 88 573 603 730 202063 120 38 444 81 661 719 203261 86 349 524 52 877 903 204086 261 80 361 400 67 560 634 832 81 926 205173 87 258 80 355 432 37 501 614 70 206066 131 253 460 703 924 207020 46 117 98 278[ 1000] 374 544 69 723 65 837 933[ 1000] 208025 SC 329 64 524 75 600 780 877 209240 85 506 40 805 93 210163 421 86 701 28 936 211504 607 33 58 707[ 1000] 855 79 212142 45 272 439 508 648 61 730 F1000] 901 52 65 213040 266 85 97 752 84 965 83 93 215007 214033 295 532 646 806 902 42 383 403 614 765 852 948 216301 76 604 838 91 217024 29 85 279 503[ 10 000] 673 89 718[ 500] 69 961 218074 114 200 8 366 750[ 500] 66 219051 119 344 489 516 647 774 927 84 220143 62 264 84 346 62 428 29 83 94 584 734 96 804 221525[ 3000] 28 676 97 879 954 222104 9 55 66 344 498 627 776 877 223196 214 59 92 99 418 99 634 737 67 88 919 43 224049 93 102 85 283[ 500] 315 618 855 909 82 Am Gewinnrade verblieben: emh a 500000 Mart, 2 8 200 000 L, 2 an 150 000 W, 2 gu 105 000 32, 75 000 2, 2 au 50 000 r., 8 at 80 000 L, 18 au 15 000 Wif, 32 A 10 000 2, 75 am 5000 i 1057 g 3000 1415 au 1000 r., 2599 zu 500 W. Biehung vom 27. April 1903, nachmittags. Sur die Gewinne über 232 Wt. find den betreffenden Summern in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nadbrud verboten. 264 429 66 527 85 758 839 79 924 1059 182 238 43 305 63 436 65 98 518 717 858 95 2125 85 255 81 402 40 549[ 500] 680 774 872 995[ 10001 3021 51 239 72 544 921[ 3000] 4010 19 77 81 165 96 262 82 89 381 82 501 82 741 5144 47 228( 1000) 320 649 729 909 6174 245 453 657 787 874 77 913 7099 210 80 341 645 8129 80 230( 500] 381 410 40 48[ 5000] 58 535 840 99 969 9214 30 568 772 81 857 921 45 10026 55 73 357 665 806 90 11134 262 322 72 412 24 81 607 64 702 862 12008 213 77 97 367[ 500] 609 18 79 728 840 902 13269[ 3000] 694 14139 332 35027( 1000) 236[ 1000] 333 440 554 880 15001 81 16004 94 213 60 381 86 525 79 645 754 923 17056 622 51[ 500] 67 663 713 44 806 18008 110 74 239 315 96[ 500] 423 48 89 710 83 809[ 500] 77 94 928[ 1000] 68 83 19437 519 790 969 20313 69 429 96 505 688[ 1000] 730 52 60 867 21118[ 3000] 419 688 701 854 22097 202 660 866 941 84 87 23106 366 462 614 743 24003 28 79[ 1000] 176 358 80 429 31 85 516 59 778 968 25141 249[ 5001 398 487[ 3000] 688 26176 204 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28 75 000 m., 2 50 000 0 8 8 30 000 18 1500 RL, 31 AM 10 000 2 13 gu 5000 W 1021 su 3000 1374 au 1000, 2529 ja 500 ML Verantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 98. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 28. April 1903. Preußische Landtagswahl- Konferenz. Sa versteht sich von ſelbſt: nur der letzte Punkt erfordert eine Stimmabgabe für ſocialdemokratische Kandidaten zu bewegen.( Hort! Singer " Zu Punkt 2 der Resolution bemerkt der Referent: Der erste bei den Reichstagswahlen, nicht socialdemokratische Wähler zur Erörterung. Die Reichstags- Wahlstatistik zeigt, daß es Kreise giebt, hört!) Viel schlimmer noch ist aber das, was die Bossische Ztg." Am Sonntagnachmittag 2 Uhr trat die preußische Parteikonferenzo die socialdemokratischen Stimmen prozentual noch nicht noch im letzten Vierteljahr schrieb. Das Blatt meinte, die Socialin dem festlich geschmückten großen Saale des Gewerkschaftshauses ins Gewicht fallen, in denen aber einzelne Städte schon demokratie habe in Breslau teine Aussicht, einen Abgeordneten in zusammen. bedeutend vorgeschritten sind. Da ist z. B. der Kreis Celle- Gifhorn, den Landtag zu bringen. Die Socialdemokratie werde somit auch Um 143 Uhr eröffnete in dem die Socialdemokratie nur 22 Proz. der Wählerstimmen weiter dem Freifinn zur Seite stehen, damit nicht zwei Konservative erhalten hat. Der Vertreter ist ein Welfe. In dem Kreise aber ist und ein Centrumsabgeordneter gewählt würden. Weiter heißt es: die Stadt Beine, in der 51 Proz. socialdemokratische Stimmen Die Breslauer Socialdemokraten haben schon öfter anders gedacht abgegeben worden sind, so daß man sagen kann, wenn wir auch im als der Vorwärts". Sie wissen, daß es dem Breslauer Freisinn Wahlkreise nicht an erhebliche Erfolge bei den Landtagswahlen nicht möglich ist, ihnen ein Mandat zuzuwenden, da die" Pastorendenken können, so ist es doch in Peine möglich, eine größere Bahl partei" niemals für ein solches Mandat zu haben sein würde. von Wahlmännern aufzustellen. ( Hört! hört!) Breslau wird stets freisinnig oder reaktionär berIn Köln wurde auf dem Parteitage bekanntlich die Nichtbeteiligung treten sein." Troß alles dieses Wischiwaschi müssen wir an der an den Landtagswahlen beschlossen; dagegen sollte mit aller Energie Resolution festhalten. Wenn wir einen socialdemokratischen Kandidaten eine Protestbewegung gegen das Dreitlassen- Wahlsystem entfacht aufstellen und das wird voraussichtlich in Breslau der Fall werden. Aus dieser Agitation ist bekanntlich nicht das geringste ge- fein werden wir unbedingt verlangen, daß dieser Kandidat im worden. Historisch folgte auf den tapfern Kölner Beschluß die Einführung ersten Wahlgang gewählt wird, sonst überlassen wir die Freifinnigen des Dreiklassen- Wahlsystems in Sachsen im Jahre 1896. Selbst ihrem troftlosen Schicksal.( Lebhafte Zustimmung.) Es muß mit dieser Gewaltstreich führte zu keiner Agitation. Eine wirksame aller Präcifion betont werden, daß die Freifinnigen entweder einen Agitation fann immer nur an Greifbares anknüpfen, nämlich an socialdemokratischen Kandidaten wählen müssen oder mit ihren die Aufstellung von Kandidaten. Wie in Celle- Gifhorn liegen die Stimmen glatt abfallen, damit sie sich bei der Aufstellung ihrer Dinge in den Kreisen Elbing, Mülhausen- Langensalza usw. Damit Wahlmänner danach richten können. Es giebt ja in der That auch soll nun nicht gesagt werden, daß unter allen Umständen in Elbing Elemente unter den Freifinnigen, die tausendmal lieber mit der oder in Langensalza Wahlmänner- Kandidaten aufgestellt werden Socialdemokratie zusammen gehen, als mit den Konservativen; aus müssen. Vom grünen Tisch, aus den reinen Zahlen, sind die Ver- diesen unabhängigen Elementen müssen sie ihre Wahlmannshältnisse nicht zu beurteilen; das Urteil bleibt Sache der Genossen Kandidaten bestimmen; darauf müssen wir mit unserm Beschluß hinder einzelnen Kreise, die die praktischen Verhältnisse überschauen. wirken. Wie" in Frage, auf welche Weise wir alt den Orten Verhältnisse geben, die in einzelnen Personen liegen, die ein teilungen Rücksicht zu nehmen sein. Es können auch in der zweiten Auf Vorschlag von Hoch- Berlin werden gewählt als Vorfigende Singer und Bruhns- Breslau, als Schriftführer ErnstBerlin, Lohrberg- Hannover und Meerfeldt- Köln. Die Konferenz beschließt, die Geschäftsordnung der deutschen Parteitage als maßgebend zu betrachten. Eine Präsenzliste soll hergestellt werden. Die Mitglieder der Fraktion des Reichstages, der Stadtverordneten- Fraktionen und die jenigen Genossen, die sich in der Presse lebhaft an der Debatte über Die Landtagswahlen beteiligt haben, sollen Sig und Stimme auf der Konferenz erhalten. Das Referat über die Beteiligung an den Landtagswahlen führt ja zu den merkwürdigsten Resultaten. Diese Kuriosa treten 3. B. in zwei unmittelbar benachbarten Bezirken in der Königsberger Straße in Berlin in trasser Weise hervor; in dem einen dieser Urwahlbezirke wählt man, wenn man weniger als 11 800 m. Jahressteuer zahlt, in der zweiten Klasse, wenn man weniger als 2200 m. zahlt, in der dritten Klasse. In dem andern Urwahlbezirk wählt man bereits in der ersten Wahlklasse, wenn man 66 M. Jahressteuer zahlt( Heiterkeit), bei 18 M. in der zweiten Klasse. Die Urwahlbezirks- Einteilungen sind bereits veröffentlicht worden in Charlottenburg, Linden, Breslau, Hannover und Schöneberg. Die Einteilungen beruhen auf der Volkszählung von 1900. Die Wahlmännerlisten, die ja in den Amtsblättern veröffentlicht werden, müßten am besten den einzelnen Wählern in die Hände gegeben werden. Gelegentlich ist es vorgekommen, daß die Wahlmänner- Listen überhaupt nicht veröffentlicht sind. die Verhandlungen und hieß die Erschienenen im Auftrag und Namen des Parteivorstandes willkommen, zugleich im Auftrag der Berliner Genossen, die es sich zur besonderen Freude anrechnen, den ersten Delegiertentag Preußens in Berlin begrüßen zu können. Wir haben auf dem Parteitag in München beschlossen, daß zur Regelung der Beteiligung der Partei an den Landtagswahlen eine Konferenz der preußischen Parteigenossen stattfinden soll. In Ausführung dieses Auftrages hat der Parteivorstand die heutige Konferenz einberufen. Ich habe die Ueberzeugung, daß unsre Beratungen dem Wohle der Partei dienen werden und daß daraus hervorgehen wird eine Richtschnur für die Partei genoffen, die der Partei bei den preußischen Landtagswahlen zu Erfolgen verhelfen wird, zu Erfolgen wenigstens in der Beziehung, daß die Socialdemokratie die reaktionären Verhältnisse Preußens im Wahlkampf zum Gegenstand ihrer Diskussion und Agitation machen wird. Es ist ja keine leichte Arbeit, die uns bevorsteht. Es handelt sich darum, daß auch im preußischen Landtag die Stimme des Voltes, die Stimme der größten Partei Deutschlands ertönt, damit auch in die Räume des preußischen Landtags Licht und Luft eindringe und Mittel und Wege zur Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse, auch Punkt 3 der Resolution ist außerordentlich flar. Das Wort( Im Punkt 5 der Resolution ist alles enthalten, was an soweit der preußische Landtag in Frage kommt, gefunden werden.„ im allgemeinen" ist kein Flickwort, sondern hat seine bestimmte positiver Arbeit vor der eigentlichen Wahlbewegung geleistet werden Die Frage, ob eine Beteiligung an den Landtagswahlen stattzufinden Bedeutung. Im allgemeinen sind die Liberalen als das kann. Es wird festzustellen sein, ob überhaupt Wahlmauns- Kandidaten hat, ist heute nicht zu erörtern, sondern es steht nur das kleinere Ülebel zu betrachten. Es kann aber in einzelnen vorhanden find. Wo dies der Fall, wird dabei auf alle drei AbLandtagswahlen teilnehmen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, solches Vorgehen unmöglich machen. Durch die Wendung: im und in der ersten Abteilung socialdemokratische Wahlmänner gewählt daß aus der Beratung der Konferenz nur hervorgehen kann der allgemeinen" soll verhindert werden, daß einzelnen Orten der Vor- werden. Die bekannte Drittelung der Wähler und Urwahlbezirke Entschluß und die Weisung an die preußischen Genossen, daß wir wurf gemacht wird, sie hätten gegen die Resolution gehandelt, als focialdemokratische Partei in die Landtagswahlen eintreten und während sie nicht anders verfahren tonnten, als im besonderen Fall daß wir die Agitation für die Landtagswahlen im Sinne des Partei- von der Regel abzuweichen. programms zu betreiben haben. Ich zweifle nicht, daß die Haltung Der erste Saß der Bestimmungen unter 4 empfiehlt sich, weil der Partei gegenüber den bürgerlichen Parteien den Principien und man das Fell des Bären erst verteilen soll, nachdem der Bär erlegt der Thätigkeit entsprechen wird, die die Socialdemokratie nunmehr ist. Weiterhin wird unter 4 bestimmt: In Wahlkreisen, in denen feit 40 Jahren in Deutschland betreibt und daß die heutigen Be- ein socialdemokratischer Abgeordnetenkandidat aufgestellt wird, ist zu schlüsse den bürgerlichen Parteien zeigen werden, daß der Social- fordern, daß derselbe an erster Stelle gewählt wird. Wird diese demokratie nur daran liegen kann, das Recht des Volkes, das durch Forderung nicht erfüllt, so haben die socialdemokratischen Wahldas Dreiklaffen- Wahlsystem, diese Karikatur eines Wahlrechtes, unter- männer in allen Wahlgängen mur für den socialdemokratischen drückt ist, so weit es im Rahmen dieses Gesetzes möglich ist, zur Kandidaten zu stimmen, bei etwaigen Stichwahlen ist StimmGeltung zu bringen. Ich habe die Zuversicht, daß die Konferenz enthaltung zu üben." Es wird sich kaum vermeiden lassen, daß wir in Wege finden wird, um die Würde, die Ehre und den Vorteil der allen Wahlkreisen, in denen wir in die Wahl eintreten wollen, Partei auch bei den Landtagswahlen auf das entschiedenste zu wahren. socialdemokratische Abgeordneten- Kandidaten namhaft machen. Jede Ich erkläre die Konferenz für eröffnet. Agitation tann immer nur an etwas Thatsächliches, wirklich Gegebenes anknüpfen. Für die Agitation genügt es nicht, einfach zunächst nur Punkt 6 der Resolution enthält eine an sich selbstverständliche Wahlmann- Kandidaten aufzustellen und erst dann zu bestimmen, Forderung. Die Aufnahme dieses Bunktes in die Resolution foll wen diese nachher zu wählen haben. Es muß, auch wenn zwei oder Hauptsächlich zur Beruhigung der Genossen draußen im Lande dienen. drei Abgeordnete zu wählen sind, immer wenigstens ein Kandidat Es kann nämlich ziemlich lange dauern, bis diese Zusammenstellung aufgestellt werden, auch wenn dabei etwa Doppelkandidaturen vor- erscheint, weil die von der Regierung vorzunehmenden Aenderungen kommen. Die Bestimmungen des Abs. 4 gelten natürlich nur für des Wahlreglements voraussichtlich erst ziemlich spät bekannt werden die Kreise, in denen nach der Urwahl die socialdemokratische Kan- werden. Das letzte Wahlreglement von 1893 ist vom 18. September didatur vom Lokalfomitee in Uebereinstimmung mit dem Central- datiert, während die Urivahlen bereits am 31. Oftober stattfanden. Wahltomitee aufrecht erhalten wird. Dieser socialdemokratische Soviel zu den einzelnen Punkten der Nesolution. Ich möchte noch Kandidat muß unbedingt im ersten Wahlgange gewählt zwei andre Punkte daran anknüpfen. Die Vorschriften der Resolution werden. Wenn wir darauf nicht bestehen, könnte zwar im ersten Wahl- fönnen selbstverständlich nur Gültigkeit haben unter der Vorausgange durch Vereinigung von Socialdemokraten und Freisinnigen ein feßung, daß das bisherige Wahlreglement ungeändert bleibt. Das Freijinniger gewählt werden, während uns nachher die Freifinnigen im wird aber sicher nicht der Fall sein. Der preußische Minister des hat Stiche lassen und gewiß keinen Socialdemokraten wählen.( Sehr richtig!) Innern hat bereits erklärt, daß das Wahlverfahren geändert werden Dr. Arons- Berlin übernommen. Seinen Ausführungen liegt Deshalb muß dies Verlangen unbedingt gestellt werden. Dieser solle. So sollen zum Beispiel mehrere Wahlgänge in einen aus folgende vom Parteivorstand vorbereitete Resolution zu Grunde: Forderung geben wir Nachdruck durch die Bestimmung, daß, falls die fammengezogen und das System der Stichwahlen auf das äußerste 1. Für die Beteiligung an den preußischen Landtags- Wahlen ist Forderung nicht erfüllt wird, wir in allen Wahlgängen mir für die vereinfacht werden. Gegen dies Verfahren, daß sämtliche Abgeordnete ausschließlich der in Mainz 1900 gefaßte Parteitagsbeschluß maß socialdemokratischen Kandidaten zu stimmen haben, d. h. daß wir in einem Wahlgang gewählt werden sollen, ist von freifinniger gebend: den Freifinnigen eventuell glatt durchfallen laffen. Es ist dies der Seite bereits Proteft erhoben worden; es würde dadurch nämlich In denjenigen deutschen Staaten, in welchen das Dreiflaffen- wichtigste Buntt, über den wir heute zu sprechen haben. Ich hoffe, für Mogeleien seitens der Freisimmigen sehr viel weniger Raum geWahlsystem besteht, sind die Parteigenossen verpflichtet, mit eignen daß die Konferenz ohne lange Diskussion diese Bestimmung ein- boten sein. Wir würden bei einem gemeinsamen Wahlgang für Wahlmännern in die Wahlagitation einzutreten. Für die Land- stimmig annehmen wird. Nach einer Mitteilung im Vorwärts" atvei oder drei Abgeordnete gleich verlangen, daß darunter ein tags- Wahlen in Preußen bildet der Parteivorstand das Central- wollen die Magdeburger Parteigenossen den Vorschlag machen:" Bei Socialdemokrat sein muß. Wenn dann bei der Abstimmung die Wahlkomitee. Ohne dessen Zustimmung dürfen die Parteigenoffen der Abgeordnetenwahl haben die socialdemokratischen Wahlmänner so Freifinnigen den Socialdemokraten nicht wählen, mun, so streichen in den einzelnen Wahlkreisen keine Abmachungen mit bürgerlichen lange nur für socialdemokratische Wahlmänner zu stimmen, bis diese auch wir den Freisimmigen von der Liste und stimmen einfach für Parteien treffen." ausfallen. Von den dann noch zur Wahl stehenden Kandidaten den Socialdemokraten. Schon in Anbetracht dieser Möglichkeit muß 2. Da bei der Teilnahme an den preußischen Landtagswahlen haben die socialdemokratischen Wahlmänner bei jedem Wahlgang für dem Central- Wahlkomitee möglichst viel Spielraum gelassen werden. tie an allen Barlamentswahlen für die Socialdemokratie in erster denjenigen Kandidaten einzutreten, der von den noch zur Wahl Noch eine andre Bemerkung. Es fragt sich, ob die Wahlen nach Linie die Entfaltung der Agitation zur Aufklärung der Massen steht, Stehenden seiner Parteistellung nach als das fleinere Uebel anzusehen der bisherigen Methode überhaupt zu stande kommen können. Es muß ohne Rücksicht auf etwaige materielle Erfolge überall dort in ist. Welches Uebel als das kleinere anzusehen ist, bestimmt die handelt sich darum, daß durch eine scharfe Herausarbeitung der die Wahl eingetreten werden, wo überhaupt die Aufstellung social- Barteiorganisation des Wahlkreises." Das würde allerdings eine Schwierigkeiten, die in dem System selbst liegen, dem ganzen System demokratischer Wahlmannskandidaten möglich ist. Das gilt im be- wesentliche Vereinfachung bedeuten, wir brauchten dann gar kein der Todesstoß versezt werden kann. Aber selbst, wenn wir noch so sonderen auch für einzelne vorgeschrittenere Orte solcher Wahlkreise, Central- Wahlkomitee. Aber eine solche Bestimmung würde einfach entgegenkommend sein wollten, wären wir unter Umständen gar nicht in denen im allgemeinen an die Aufstellung socialdemokratischer Wahl- die Mainzer Resolution illusorisch machen, die Thätigkeit des Central in der Lage, die Wahl zu ermöglichen. Von bürgerlicher Seite ist männer nicht gedacht werden kann. Wahlkomitees würde in den Mond verlegt werden.( Heiterkeit.) Und ja auch darauf hingewiesen worden, daß durch unsre Beteiligung 3. Kommt es bei den Urwahlen zur Stichwahl, in der nach darüber hinaus handelt es sich doch darum, für uns materielle Er- die Wahl den bürgerlichen Wählern berekelt werden könnte. Es Ausfall der Socialdemokraten liberale Kandidaten solchen andrer folge zu erringen. Wir können unmöglich nach wie vor den Liberalen zeigt sich dabei, daß das ganze preußische Dreillassen- Wahlsystem Barteien gegenüberstehen, so wird im allgemeinen für die liberalen im preußischen Landtage die Vertretung der Volksforderungen über- auf der elendesten Heuchelei aufgebaut ist; es beruht auf der Kandidaten zu stimmen sein. laffen, zumal es sich in der nächsten Zeit auch darum handelt, das Voraussetzung, daß sich die Massen der Bevölkerung an der Wahl Wahlgefeß zu ändern. Wir müssen durchsetzen, daß einige Social- überhaupt nicht beteiligen. So hat eine ultramontane Korrespondenz demokraten in das Abgeordnetenhaus einziehen.( Sehr richtig!) Von immer wieder darauf hingewiesen, daß sich alles um die freisinniger Seite ist nun gesagt worden:„ Wenn die Socialdemokraten Frage drehe, ob die Arbeiter Lust haben würden, einen ganzen Mandate erringen wollen, so mögen sie das thun. Aber sie sollen Arbeitstag der Wahl zu opfern. Darin liegt doch das Zunicht in in unfren Jagdgebieten auf die Jagd gehen. Wo geständnis, daß, daß die Wahl auf die Voraussetzung wir augenblicklich ein Mandat Mandat haben, dürfen die Social- Nichtbeteiligung der Massen der Arbeiterschaft aufgebaut ist. demokraten keinen Abgeordneten verlangen." Das sind aber Neulich hat im preußischen Abgeordnetenhaufe der freijinnige Abdoch nur so lange die Jagdgründe der Liberalen, als wir geordnete Kreitling erklärt, in den großen Städten werde durch die darauf verzichten, in diesen Jagdgründen, die nach dem Ergebnis der Beteiligung der Socialdemokratie an den Wahlen eine vollständige Reichstagswahl uns gehören, felber zu jagen. Wir kommen doch Verschiebung der Verhältnisse eintreten. In Berlin würde vielfach 5. Zur Vorbereitung der Wahlen ist sofort mit der Feststellung auch nicht als die armen Teufel, die nichts zu geben haben. Wenn überhaupt nicht die genügende Anzahl passender Wahllolale- in zu beginnen, an welchen Orten und in welchen Urwahlbezirken die Liberalen von dem Standpunkt abgehen, daß die Social- manchen Bezirken höchstens ein Viertel der erforderlichen Lokale focialdemokratische Wahlmannskandidaten aufgestellt werden können. demokratie das schöne Kind ist, mit dem man zwar zu Hause ver- zu haben sein. Also auch hier zeigt sich, daß Urwahlen außerordentlich Ferner ist von den socialdemokratischen Gemeindevertretern überall tehrt, von dem man sich aber nicht unter den Linden grüßen läßt chwer von statten gehen werden, sobald sich größere Wählermassen darauf zu dringen, daß die Urwahlbezirks- Einteilung möglichst bald( Seiterkeit), wenn sie die Socialdemokratie als gleichberechtigte Partei daran beteiligen. Es ist natürlich unsre Pflicht, mit allem Nachdruck veröffentlicht wird. - was für sie eine große Ehre ist( Sehr gut!). werden zu zeigen, daß es sich thatsächlich so verhält, indem wir mit aller 6. Das Central- Wahlkomitee hat für das rechtzeitige Erscheinen fie in der Lage sein, selbst eine ganze Reihe von Mandaten zu ge- Energie uns ant den Urwahlen beteiligen, mögen diese einer billigen gedruckten Zusammenstellung der Wahlvorschriften winnen, auch wenn sie uns Mandate abgeben. Unter den Wahlen endigen, wann sie wollen. Für den Arbeiter ist Sorge zu tragen. 256 preußischen Wahlkreisen giebt es 47 Wahlkreise, die im ganzen es vollkommen gleichgültig, ob die Wahl eine Stunde dauert Der Referent verliest diese Resolution und giebt zu den einzelnen 81 Abgeordnete zu wählen haben, in denen bei der Reichstagswahl oder zehn bis zwölf; er verliert doch seinen Arbeitstag. Für die Bunkten Erläuterungen. von 1898 die Freisinnigen und die Socialdemokraten zusammen Angehörigen des Mittelstandes, die Geschäftsleute, Bureau Zu Punkt 1 hebt er hervor: Jm äußersten Notfall würde eine mehr als 50 Proz. der Wähler gehabt haben. Das sind alles Wahl- Angestellten usw. ist es dagegen außerordentlich schwierig, so lange Abänderung des Mainzes Beschlusses zulässig erscheinen. Ein solcher freise, die bisher im Abgeordnetenhause nicht freisinnig vertreten find, zu bleiben, und da es für sie unangenehm ist, angesichts der RüdNotfall aber liegt durchaus nicht vor: im Gegenteil, nach der sie sind vertreten durch 39 Konservative, 20 Freifonfervative, 21 National- fichten auf ihre Kunden der verschiedenen Wählerklassen, sich für die Meinung der meisten Parteigenossen fann es keinen befferen Be- liberale und einen Centrumsmann. Diese Zahl von 47 Wahlkreisen eine oder die andre Partei zu entscheiden, so werden sie vielleicht schluß geben, als den Mainzer. Selbst wenn der spintisierende scheint mir aber noch viel zu gering zu sein, sie wird sich hoffentlich überhaupt gar nicht bei der Wahlhandlung erscheinen. Viel Verstand dieses oder jenes Genossen eine kleine Verbesserung am nach dem Ergebnis der kommenden Reichstagswahlen noch wesentlich schlimmer liegen die Sachen bei der Wahl der Abgeordneten Mainzer Beschluß entdecken würde, wäre es doch durchaus unzwed- vergrößern. Ich halte es unbedingt für erforderlich, jede Aenderung durch die Wahlmänner. Hier wird die Wahl vielfach unmäßig, sie borzunehmen. Jede Aenderung des Mainzer Beschlusses dieses Satzes der Resolution zu unterlassen. Die Vorschrift des möglich werden. Redner veriveist auf die Petition einer würde nur zu Irrungen und Wirrungen und zu einer Abschwächung letzten Sages, daß Stimmenthaltung zu üben ist, ist nicht gerade Reihe freisinniger Bezirksvereine im Verlegung des Wahlder Beteiligung führen. Der Mainzer Beschluß ist bekannt. Wir wörtlich bindend, man kann natürlich auch dadurch Stimmenthaltung orts für den Landtags Wahlbezirk Teltow Beeskow Storfow sind danach berpflichtet, mit eignen Wahlmännern in den üben, daß man für den socialdemokratischen Kandidaten stimmt. von Köpenick nach Charlottenburg, Schöneberg oder RirWahlkampf einzutreten. Das heißt nicht, daß es den Man muß den Gegnern zeigen, daß man noch da ist. Das kommt dorf und auf die Erklärungen des Regierungskommissars in der Kreisen frei gestellt ist, ob fie sich sich beteiligen wollen z. B. für Breslau in Betracht, wo drei Kandidaten zu wählen sind. Betitionskommission des Abgeordnetenhauses.( Nr. 97 des„ Bortv.") oder nicht. Sie sollen sich nach Möglichkeit beteiligen. Die Stimmung der Freifinnigen auf diesem Gebiete ist allerdings Aus dieser Erklärung geht hervor, daß die Herren von der Regierung Andrerseits darf aber auch nicht verlangt werden, daß in ganz höchst miserabel. So schrieb die" Breslauer Zeitung", die Social noch die stille Hoffnung hegen, daß die Socialdemokratie doch nicht aussichtslosen Kreisen Wahlmänner aufzustellen find. Bei den demokratie werde sich doch zu überlegen haben, ob sie ihre Teil Ernst machen werde. Darin dürften sich die Herren täuschen. Reichstagswahlen 1898 waren in den 235 Wahlkreisen Preußens nahme an den Landtagswahlen benutzen wolle, um bisher liberale Diefem fahrlässigen Verhalten der Regierung gegenüber ist es 13 ohne focialdemokratische Kandidaten und in 64 Streifen wurden Wahlkreise der Reaktion in die Hände zu spielen.( Gelächter.) Vielleicht dringend notwendig, zu erklären, daß wir gar nicht anders können, weniger als 500 Stimmen abgegeben. Danach wird es begreiflich, tomme es ja zu einem Wahlfompromiß, obgleich man teine rechte Vor- als mit aller Energie gegen die gefezwidrige Vornahme einer Wahlwenn eine große Anzahl preußischer Kreise nicht in die Landtags- stellung davon haben könne, wie sich dies praktisch vollziehen solle. handlung vorzugehen. Dazu find wir als gute Demokraten verwahl eintreten werden, ohne daß von einem Verstoß gegen den Denn bei der Kompliziertheit des Klaffen- Wahlsystems, zumal bei der pflichtet. Wir müssen darauf bestehen, daß die beiden Sicherungen Mainzer Beschluß die Rede sein tann. Deffentlichkeit der Stimmabgabe, werde es viel schwieriger fein als des ehrlichen Wahlvollzugs die die Verordnung von 1849 enthält, 4. Die Entscheidung über die Stellungnahme der socialdemokra tischen Wahlmänner bei der Abgeordnetenwahl ist nach Feststellung des Ergebnisses der Urwahlen durch das Central- Wahlfomitee im Einvernehmen mit den in Frage kommenden Wahlkreis- Komitees zu treffen. In Wahlkreisen, in denen ein socialdemokratischer Abgeordneten Standidat aufgestellt wird, ist zu fordern, daß derselbe an erster Stelle gewählt wird. Wird diese Forderung nicht erfüllt, so haben die socialdemokratischen Wahlmänner in allen Wahlgängen nur für den Socialdemokratischen Kandidaten zu stimmen; bei etwaigen Stich wahlen ist Stimmenthaltung zu üben. anerkennen " d 5 ber " 1 streng beachtet werden. Die Verordnung bestimmt, daß der Wahl-| Zustimmung.) Die Freisinnigen müssen einsehen lernen, daß für sie| feines Herzens folgen und für einen Freisinnigen stimmen. Wir sind fommissar von der Regierung ernannt wird in der Regel ist es auch der Eintritt in den Landtag so abhängig von unsren Massen den Freisimmigen außerordentlich weit entgegengekommen. In der der Landrat daß aber die Beisitzer von den Wahlmännern ge- ist, wie es der Eintritt in den Reichstag schon vielfach ist. Wenn Stichwahl bei den Uriahlen stimmen wir ohne weiteres, wenn wählt werden und zwar auf Vorschlag des Wahlkommissars. Was überhaupt die Socialdemokratie Aussicht hat, in den Landtag mit unsre Kandidaten ausgefallen sind, für die freisinnigen Kandidaten, damit gemeint ist, ist nicht recht ersichtlich. Vermutlich hat man an Hilfe einer Koalition mit den Liberalen hineinzukommen, so können ohne bei dieser Konzession auf ein entsprechendes Entgegenkommen Acclamationswahl gedacht. Wenn wir nobel sein wollen, und wir wir das nur erreichen, wenn wir den Freisinnigen beweisen, der Freisimmigen zu warten. Nun meint Bruhns: Dadurch, daß sind ja immer nobel( Heiterkeit), werden wir uns mit einer Accla- daß kein Freifinniger von uns unterstützt wird, wenn uns gleichzeitig Wahlmänner von uns und den Freisinnigen aufgestellt mationswahl einverstanden erklären; aber natürlich ist unfre Bedingung die Hilfe verweigert wird. 06 der Freifinn wirklich werden, kann unter Umständen keiner gewählt werden. Auf diesen dabei, daß auch zwei socialdemokratische Wahlmänner zu Beisitzern das kleinere Uebel ist, will ich nicht erörtern. Man kann darüber Einwand habe ich im Vorwärts" bereits geantwortet. Die Sache ernannt werden, Sonst fann bon Acclamationswahl keine recht zweifelhaft sein.( Heiterkeit.) Ich will sagen, daß ein größerer liegt fo: sind drei Parteien vorhanden, dann kommt ent will Rede sein. Unser Mißtrauen ist berechtigt. Wir verlangen zwei Schaden nicht geschehen kann, wenn im Dreiklaffen- Barlament ein weder der Freiſsinnige oder der Socialdemokrat in die Stichs socialdemokratische Beisitzer, denn bei der langen Dauer der Wahl- paar Freisimmige weniger sizen als jegt. Viel wichtiger ist es, wenn wahl mit einem Konservativen. Was dann zu thun, ist klar. Der handlung ist gegenseitige Ablösung nötig. Sind wir hier außer- vir zeigen, welche Macht wir bei den Landtagswahlen darstellen. Bruhussche Einwand hätte nur dann eine Berechtigung, wenn wir ordentlich entgegenkommend, so müssen wir in einem andern Punkte Von vornherein dürfen wir keinen Zweifel darüber bestehen lassen, den alten Eugen Richterschen Grundsatz anerkennen wollten, daß in entschieden auf unserm Recht bestehen! Die Verordnung bestimmt, was die Liberalen von der Socialdemokratie zu erwarten haben bei der Stichwahl leichter ein Fortschrittler durchkommt als ein Socialdaß Wahlmänner- Mandate, die angezweifelt werden, der Wahlmänner den nächsten Landtagswahlen. Deswegen muß jeder für diesen demokrat. Wir stehen aber auf dem Standpunkt, daß die Social Versammlung zur Begutachtung unterbreitet werden. Es ist ganz Punft der Resolution stimmen. Je flarer wir unsre Ansprüche demokratie jeder andren Partei gleichberechtigt ist. Etwas fomunmöglich, daß wir eine Abstimmung über angezweifelte Mandate formulieren, desto besser für uns und auch für die Vertretung plicierter liegen die Verhältnisse, wenn vier oder noch mehr Parteien in einem Lokale zulassen, wo nicht sämtliche Wahlmänner anwesend der liberalen Herren im Abgeordnetenhause.( Lebhafte Zu- um ein Mandat ringen. Es kommen da mathematische Kombinationen sind. Wir müssen darauf bestehen, daß den Wahlmännern, die draußen Stimmung.) In einem Punkte bin ich mit Arons nicht in Frage, die Sie in der Nummer 193 des Vorwärts" erörtert bleiben müssen, die Fälle von neuem vorgetragen werden und daß einverstanden. Er hat gemeint, es iväre nicht un- finden. Wir brauchen uns hier auf derartige Bedenken gar nicht ihnen das Recht der Abstimmung nicht genommen wird. Es darf nicht möglich, daß eine Bestimmung erlassen würde, wonach die einzulassen. Nun fragt Seiler, was die Wahlmänner in den Kreisen abgestimmt werden über die Gültigkeit der Mandate, wenn nicht Wahl der Abgeordneten in einen Wahlgang zusammen- thun sollen, in denen nur ein Abgeordneter zu wählen ist. Gerade sämtliche Wahlmänner im Wahllokal sind. Diese Forderung ist be- gelegt würde. Die Möglichkeit gebe ich zu. Diese Forderung ist be- gelegt würde. Die Möglichkeit gebe ich zu. Aber er hat nicht die in Bezug auf diese Einser Wahlkreise wird die Hauptfonders notwendig in Kreisen, wo wir das Bünglein an der Wage richtigen Konsequenzen daraus gezogen. Er sagte, wir müßten dann thätigkeit des Central- Wahlkomitees zu entfalten sein. Vorbilden, wo es auf wenige Stimmen ankommt. Hier dürfen wir ein zum sogenannten Listensystem schreiten, wo unter zwei oder drei läufig wollen wir hoffen, daß der Wahlkreis Luckenwalde Volksrecht nicht preisgeben. In den 256 preußischen Wahlkreisen Kandidaten ein Socialdemokrat hinzuzufügen ist. Ich glaube, daß überhaupt den Konservativen entrissen wird. Ich stelle fest, daß, waren bei der letzten Wahl nur 91, in denen kein Mandat an- dabei jede Möglichkeit der Kontrolle und des Zwanges schwindet. abgesehen von dem ultraradikalen Standpunkt des Genossen Markgezweifelt wurde. Es kommt darauf an, daß wir die Wahlproteste Wer giebt uns denn die Sicherheit, daß die Freisinnigen wirklich für wald, der noch auf dem Standpunkt von vor etwa 10 Jahren steht, vor die Wahlmänner- Versammlung bringen. Unglaubliche Dinge den Socialdemokraten auf der Liste stimmen werden?( Arons ruft: feine Einwände gegen Punkt 4 der Resolution erhoben sind. Hoffentkommen jetzt vor. So ist dem Abgeordnetenhause ein Protest aus Die Abstimmung ist ja öffentlich!) Gewiß, wie wird denn aber die lich wird dieser Punkt einstimmig angenommen. dem Landtags- Wahlkreise Nieder- und Oberbarnim zugegangen. Sache verlaufen? In einer liberalen Wahlversammlung wird der Punkt 4 der Resolution wird gegen die eine Stimme Markwalds Es handelt sich um die Wahl von Wahlmännern, die, wohl Beschluß gefaßt: Ja wohl, ein Socialdemokrat soll auf die Liste angenommen. gemerkt, vom Wahlkommissar in Bernau nicht beanstandet kommen. Uebernimmt Arons auch die Garantie, daß dieser Beworden sind. In Neu- Zittau- Wernsdorf hatte der Wahlvorsteher schluß bei der Wahl ausgeführt wird?( Arons: Wir hören es ja!) der Resolution liegt der oben mitgeteilte Antrag Hirsch- CharLehmann folgende Einladung zur Urwahl ergehen lassen: Nach- Mir erscheint ein andrer Weg praktischer. Ich würde in diesen lottenburg vor. stehend teile ich Ihnen die Namen der Wahlmänner mit, die am Fall vorschlagen, daß drei socialdemokratische Kandidaten zunächst auf Zur Begründung dieses Antrages nimmt das Wort 27. Oftober im Wahllokal( Amtslokal hierselbst) zu wählen find und die Liste gesetzt werden. Wenn die Liberalen beim ersten Kandidaten Hirsch- Charlottenburg: Nach dem Wahlreglement sind die Urdie nachher für den konservativen Abgeordneten stimmen werden." Wort halten, wird er gewählt. Bei den andren socialdemokratischen wähler zu einer für die Wahlbeteiligung möglichst günstigen Stunde ( Große Heiterfeit und Hört! hört!) Auf solche Vorkommnisse müssen Kandidaten kommt es zur Stichwahl. Dann können wir in der des Tages zusammenzuberufen. Diese Bestimmung wird sehr ver wir ein wachsames Auge haben. Stichwahl für die freisinnigen Kandidaten eintreten. Das scheint schieden gehandhabt, in Berlin z. B. fanden die Urwahlen im Jahre mir der richtige Weg zu sein, um Mogeleien auszuschließen. Bei 1898 nachmittags um 5 Uhr, in vielen Vororten dagegen des Vordem von Arons vorgeschlagenen System müßten wir, wenn die Frei- mittags statt. Es ist klar, daß die Arbeiter, wenn sie des Vormittags fimigen nicht Wort halten, doch erst beraten, was geschehen soll. zur Wahl berufen werden, ein viel größeres Opfer zu bringen haben, Gerade bei der ersten Wahl ist es unrichtig, zu erperimentieren. als wenn die Urwahlen des Nachmittags oder Abends stattfinden. Da muß vorher alles geregelt fein. Ich bitte Sie, dem Abs. 4 der Deshalb ist es eine selbstverständliche Pflicht der socialdemokratischen Resolution möglichst einmütig zuzuftinumen und den Magdeburger Gemeindevertreter, die Behörden zu veranlassen, eine möglichst Vorschlag abzulehnen. Wir kommen ins Uferlose, wenn jedes günstige Stunde des Tages zu wählen, damit auch wirklich die Agitationskomitee wählen kann, welche Partei als das kleinere Uebel Arbeiter ohne erheblichen Einnahme- Ausfall von ihrem Recht Geanzusehen ist. Diese Frage muß grundsätzlich beantwortet und los brauch machen können. In Charlottenburg gelangte ein dahingelöst werden von jedem lokalen Einfluß. Dazu ist eine Centralinstanz gehender Antrag der socialdemokratischen Stadtverordneten einerforderlich.( Lebhafter Beifall.) stimmig zur Annahme, und der Magistrat hat gar keinen Zweifel darüber gelassen, daß er dem Willen der Stadtverordneten- Versammlung Folge leisten wird. In den Gemeindevertretungen, wo die Socialdemokratie irgend welchen Einfluß besitzt, wird sie ohne Schwierigkeiten im Sinne meines Antrages vorgehen können. Punkt 5 wird mit dem Antrage Hirsch angenommen. Zu Punkt 6 Noch ein dritter Punkt kommt hinzu. Es ist Vorschrift, daß der einzelne Wahlmann aufgerufen wird, an den Wahltisch tritt und feine Stimme abgiebt. Darauf können wir unmöglich verzichten, auch wenn tausend Wahlmänner und mehr abzustimmen haben. Es darf nicht gelitten werden, daß ein einfacher Namensaufruf erfolgt und Schulze dann ruft: Ich wähle Felisch. Wer garantiert uns denn, daß es wirklich Schulze ist, der antwortet? Mit aller Energie haben wir dafür zu sorgen, daß an der richtigen Form der Abstimmung festgehalten wird. Wir stimmen ja nicht für uns, sondern für die Wähler ab. Wenn ein neuer Wahlmann aufgerufen wird, haben wir den Namen unsres Kandidaten zu rufen wie leicht kann man sich verhören( Heiterkeit)*) und wenn 50 unsrer Wahlmänner fortgesetzt den Namen unfres Kandidaten rufen, wird der Wahlkommissar schon einsehen, daß seine Methode nicht die richtige ist. Ihn zu dieser Erkenntnis zu bringen, ist die Pflicht der Genoffen. Damit schließe ich meine Ausführungen.( Lebhafter Beifall.) -GO Singer teilt mit, daß 92 Teilnehmer an der Konferenz er schienen find. Vertreten sind die 9 Agitationskommissionen: Schleswig- Holstein, obere Rheinprobing, Niederrhein, Thüringen, Pommern, westliches Westfalen, Provinz Brandenburg, Hannover, Posen. Zu Punkt 5 Markwald- Magdeburg: Der Antrag Magdeburg, wie er im Vorwärts" gestanden hat, kann gar nicht mehr eingebracht werden, da er durch die Annahme des Punktes 3 erledigt ist. Der springende Punkt des Antrages ist nicht, ob die Lokalkomitees oder der Parteivorstand entscheiden sollen, wer das kleinere Uebel ist. Wir dachten, daß der Vorstand praktisch nicht in der Lage sei, über diese Frage einlassen. Ich bin ein entschiedener Gegner der Kompromisse, stehe nimmt das Wort au urteilen. Auf die Frage der Kompromisse will ich mich nicht Adler Kiel: Es wird nicht genügen, nur die Wahlvorschriften auf dem Standpunkte Liebknechts und werde gegen Punkt 4 stimmen. Entscheidend ist die Frage, wie der Freifinn sich bei den zusammen zu stellen, sondern es wird damit verbunden sein müssen Im Kreise eine ganz einfache Darstellung aller Vorgänge bei der Wahl mit kommenden Reichstagswahlen verhalten wird. die Nationalliberalen Berücksichtigung aller Eventualitäten. Diese Darstellung wird viel 24 Kreise: 17. Hannoverscher Wahlkreis, Frankfurt- Lebus, Beiß- Teltow- Beeskow- Charlottenburg wollten Weißenfels, Jüterbog- Ludenwalde, Sorau- Forst, Delizich- Bitterfeld, den Kammergerichtsrat Karsten aufstellen, in der Hoffnung, daß populärer ausfallen müssen als die eben herausgegebenen Winke zur Mühlhausen- Langenfalza, Königsberg i. d. Neumark, Brandenburg- die Freifinnigen für diesen Kandidaten stimmen würden. In den Reichstagswahl, besonders mit Rücksicht auf die Vertrauenspersonen Bauch- Belzig, Kalbe- Aschersleben, Hagen- Schwelm, Oberbarnim, internen Sigungen der Freifinnigen ist dieser Vorschlag abgelehnt auf dem flachen Lande. Dr. Arons: Ein solcher Versuch ist ja bereits gemacht in der Herford- Bielefeld, Geestemünde- Lehe, Teltow- Beeskow, Niederbarnim, worden, weil dann die Socialdemokraten bei den Landtagswahlen Büllichau- Schwiebus, Landsberg- Soldin, Wanzleben, Lennep, Mett- nicht für die freisinnigen Kandidaten stimmen würden. Gleichzeitig fleinen Broschüre über die preußischen Landtagswahlen. Eine aus mann, Wandsbed- Stormarn, Dortmund- Hörde, Stiel- Neumünster- aber ist in diesen Sigungen betont worden, daß die Freisimmigen führliche Darlegung der ganzen Wahlhandlung zu geben, ist außerRendsberg. selbst bei bestem Willen nicht in der Lage seien, ein Kompromiß ordentlich schwer, weil die Abänderung des Wahlreglements abeinzuhalten, weil sie nicht genügend Wahlmänner finden würden, gewartet werden muß. Immerhin ist es schon jetzt zweckmäßig, die die unabhängig genug seien, um für einen Socialdemokraten zu Leute auf Grund der bisherigen Vorschriften zu instruieren. Das Central- Wahlfomitee wird einem derartigen Auftrage jedenfalls nicht stimmen. Bruhns- Breslau: Wir haben den Freisinnigen in Breslau keinen widersprechen. Aber es wird von seinen Erwägungen abhängig sein, Zweifel darüber gelaffen, daß wir unbedingt auf der Ueberlassung ob und wann die Herausgabe einer derartigen Darstellung möglich eines Mandats bestehen, wenn wir sie unterstützen sollen.( Bravo) sein wird. Singer fonstatiert das Einverständnis der Versammlung damit, Das ist in Parteiversammlungen, in der Presse und von mir und andren Genossen den führenden Herren der liberalen Partei aus- daß die Anregung Adlers dem Central- Wahlfomitee überwiesen wird. Punkt 6 wird angenommen. drücklich mitgeteilt worden. Insbesondere ist ihnen gesagt worden, Die Resolution im ganzen wird mit dem beschlossenen Zusatzsie hätten sich bei der Aufstellung der Wahlmänner so einzurichten, daß sie nur solche Leute nähmen, die ohne durch Rücksicht auf Amt antrag einstimmig angenommen. und Eristenz gebunden zu fein, für einen Socialdemokraten öffentlich stimmen tönnten. Nicht der schönen Augen der Freifinnigen wegen haben wir das vorige Mal für sie gestimmt, sondern gezwungen durch bie politische und lokale Situation. Das ist nun vorbei. Ich kann im Namen aller Breslauer erklären, daß wir dem zweiten und dritten Sage der Resolution bedingungslos zustimmen und danach handeln 20 Städte: Altona, Ottensen, Harburg, Halberstadt, Berlin, Breslau, Köln, Halle, Solingen, Remscheid, Königsberg i. Br., Bosen, Hamm, Erfurt, Stettin, Hannover, Frankfurt a. M., Görlig, Wandsbeck und Glamen. Von Reichstags- Abgeordneten sind anwesend: Bebel, Singer, Molkenbuhr, Wurm, Ledebour, Bernstein, Haase, Stadthagen, Antrick, Pfannkuch und die Mitglieder des Parteivorstandes: Gerisch, Ebers hardt und Wengels. Zu dem Absatz 5 der Resolution wird von Hirsch- Charlottenburg folgender Zusatz gestellt:„ und daß die Gemeinde- Verwaltungsbehörden die Stunde des Beginns der Urwahlen auf den späten Nachmittag oder den Abend verlegen". Der Antrag wird mit zur Debatte gestellt. Es wird beschlossen, über die einzelnen Punkte der Resolution getrennt zu debattieren. Die Punkte 1 und 2 werden debattelos und einstimmig angenommen. Punkt 3. Arons verweist darauf, daß das Wort im allgemeinen" die notivendige Freiheit läßt. Punkt 3 wird einstimmig angenommen. Buntt 4. werden. Es folgt die Diskussion über die weiteren, im Referat Dr. Arons' erwähnten Punkte. = Bruhns Breslau: Wir haben in Breslau, da wir uns schon zweimal an der Landtagswahl beteiligt haben, schon eine ganze Reihe von Erfahrungen gesammelt. Der Schwerpunkt unsrer Thätigkeit liegt darin, uns Wahlmanns- Kandidaten heranzuziehen und diese zu er ziehen. Der ganze Erfolg hängt ab von der Tüchtigkeit der Aber die Dinge liegen in Breslau eigenartig. Die Mandate Wahlmänner. Weiter kommen Aufforderungen in Flugblattform in Adler- Kiel: Der Begriff liberale Kandidaten" ist etwas dehn- find von den vereinigten Konservativen und Klerikalen schwer bedroht. Frage, die Arbeit für den Wahltag aufzugeben, eventuell eine verbar; er muß näher definiert werden. Bei uns haben wir mit Wir dürfen nicht mußlos Kräfte vergeuden und müssen darauf bedacht längerte Mittagspause oder früher Feierabend zu machen. Lohrberg- Hannover: Auch wir in Hannover und Linden haben dänischen Kandidaten zu rechnen, die demokratischer find, als die fein, möglichst viel Wahlmänner- Mandate zu erringen. Wir müssen sogen. Liberalen. Nach dem Wortlaut der Resolution dürften wir fürchten, daß trotz aller Mühe und auch wenn die Freifinnigen uns uns schon an einer Landtagswahl beteiligt. In Hannover hatten nicht für sie stimmen. In der Debatte muß festgestellt werden, daß entgegenkommen, das Ziel nicht erreicht wird, weil wir zusammen wir mehr Schwierigkeiten als in der reinen Industriestadt Linden. Wir müssen darauf Wir haben in Hannover den Versuch gemacht, mit den bürgerlichen das Wort„ liberal" im allgemeinen Sinne gebraucht ist. Dann kann nicht die nötige Zahl Wahlmänner erhalten. unser Wunsch, unter Umständen mit den Dänen zu gehen, erfüllt hinwirken, daß schon bei der Urwahl und bei den Stichwahlen der Parteien Hand in Hand zu gehen. Das war einfach schrecklich. werden. Aehnlich wie bei uns liegen die Dinge vielleicht in Ober- Urwahl eine Verständigung zwischen uns und den Freisinnigen( Heiterkeit.) Die Arbeit muß von Haus zu Haus, von Mund zu schlesien, den Jungpolen gegenüber. erzielt wird, daß wir in bestimmten Bezirken für ihre und sie und gemacht werden, wir haben die Parteigenossen in kleineren Wird eine solche Abmachung Bezirken zusammenkommen lassen und ihnen einige wenige Häuser für unsre Wahlmänner stimmen. nicht getroffen, so können wir zwei bis drei Duzend Wahl als Wirkungskreis überwiesen. In Linden haben wir eine ziemlich männer- Mandate verlieren und damit die Mehrheit bei der Ab- bedeutende Anzahl von Wahlmännern auf die Beine gebracht. Wenn geordnetenwahl: Ein solches Abkommen aber wird sehr erschwert unfre Leute bei der Wahl vom Morgen bis zum Abend aushalten, durch den Punkt 1 der Resolution und den Beschluß des Mainzer werden wir unter Umständen die bürgerlichen Parteien schachmatt Singer: In Punkt 4 liegt der Schwerpunkt unsrer Beschlüsse. Parteitages. Bei der Nachwahl 1900 haben wir schon derartige Ab- machen können.( Sehr richtig!) Bei uns haben sich, nachdem drei hatten, 16 oder 18 bürgerliche Wie die Dinge im Liberalismus fich entwickelt haben, haben wir zu machungen mit den Freisinnigen getroffen, die beiderseits gehalten Wahlgänge stattgefunden erwarten, daß der Freifinn, wenn er vor der Frage steht, ob er für worden sind. Ich weiß nicht, in welcher Form uns das Central- Wahlmänner verfrümelt.( Heiterkeit.) Was die Lokalfrage an= einem Lokal, in dem 150 Urden Socialdemokraten oder einen bürgerlichen Kandidaten stimmen Wahlkomitee erlauben wird, uns auf unsre besonderen Verhältnisse langt, so wählte ich in wähler zusammentreten mußten, um wählen zu können. Das soll, in seiner Gesamtheit mit Ausnahme einiger Jdeologen fich einzurichten. Wären alle erschienen, so dafür entscheiden wird: der Socialdemokrat ist das größere Uebel. Seiler- Luckenwalde: Es ist gesagt worden, der Freifinn habe Lokal faßte aber höchstens 60 Personen. Daß diese Anschauung im Freifinn, wenn auch nicht als Partei- fich in lezter Beit so miserabel verhalten, daß es sich nicht verlohne, hätte überhaupt nicht gewählt werden können. parole, so doch von maßgebender Seite vertreten wird, dafür liefert für ihn einzutreten. In Punft 4 steht ja auch ausdrücklich, daß wir Damit schließt die Diskussion über diese Fragen. den Beweis eine Rede des Abg. Wiemer, der auf die Frage eines in erster Linie für die Wahl eines socialdemokratischen Kandidaten Singer: Socialdemokraten, ob er der Ansicht sei, daß die Socialdemokratie einzutreten haben. Für die Freifinnigen stimmen wir nur dann, das kleinere Uebel sei, erwidert hat:" Für uns ist die Socialdemokratie wenn sie zuerst unserm Kandidaten die Stimme gegeben haben. nicht das fleinere llebel." Diese Auffassung ist auch bei einer ganzen Reihe Redner tritt für unveränderte Annahme des Punktes 4 ein. Wir den nächsten preußischen Landtagswahlen vorzugehen hat. Ich von Reichstagswahlen schon praktisch geworden.( Lebhafte Zustimmung.) müssen dem Freifinn den Daumen aufs Auge drücken. In unserm möchte, anschließend an die Ausführungen Lohrbergs, betonen, daß Wir müssen damit rechnen, daß die Freisinnigen bei den Stichwahlen Wahlkreise ist nur ein einziger Abgeordneter zu wählen. Gewählt neben der Agitation in großen Urwählerversammlungen, die für den zwischen der Socialdemokratie und einem Konservativen oder einem ist infolge der Lässigkeit des Freisinns ein Konservativer. In Bereich ganzer Orte und Städte einberufen werden können, auch die Anhänger des Centrums für den bürgerlichen Standidaten stimmen Licenivalde gehört uns die dritte Abteilung gang; aus der zweiten Propagierung unsrer Beschlüsse in den fleinen Wahlbezirken zu fördern werden. Auch bei den Stadtverordnetenwahlen zeigt sich dieselbe Abteilung erhalten wir eine starke Minorität socialdemokratischer ist. In den großen Wählerversammlungen wird Kritik zu üben sein Erscheinung. Es wäre eine Jllusion, wenn wir uns glauben machen Wahlmänner. Dasselbe wird in Jüterbog und Dahme der an allen rückständigen Einrichtungen Preußens, an der miserablen Der Freifinn wird von uns aus den Städten Lage der Arbeiter in den staatlichen Werkstätten, der Bergarbeiter, wollten, daß die Freisinnigen zwischen uns und dem Wucher- Fall sein. fartell im allgemeinen für den Socialdemokraten stimmen werden. Herausgedrängt und gezwungen, auf dem Lande zu agitieren. So an den jeder Beschreibung spottenden Schulverhältnissen usw. Man Die Wahlfomitees haben sich bisher auf das schwächlichste darum fann es möglich werden, daß wir mit den Freifinnigen zusammen wird in diesen großen Urwähler- Bersammlungen auch darauf hingedrückt, eine solche Parole auszugeben.( Lebhafte Zustimmung.) die Majorität erhalten. Wie sollen wir uns dann verhalten? Wir weisen können, daß eine der notwendigsten Aufgaben des preußischen Die Freifinnige Vereinigung, die eine derartige Parole ausgegeben hoffen, daß das Central- Wahlkomitee uns die nötigen Direktiven geben Landtags für die Zukunft ist, auch für die Gemeindewahlen das hat, hat es erleben müssen, daß die Massen ihrer Anhänger, soweit wird. Redner ist der Ansicht Adlers, daß unter Umständen die allgemeine, gleiche, direkte Wahlrecht durchzufeßen. Die Haupts man da von Massen reden kann( Heiterkeit), sie mit dieser Parole socialdemokratischen Wahlmänner für radikal- nationale Kandidaten arbeit aber für uns liegt, wie bei den Reichstags- Wahlen, so auch jämmerlich im Stich gelassen haben. zu stimmen haben. hier in der Kleinarbeit, in der Aufrüttelung in den kleinen Bezirken, Wenn überhaupt die Möglichkeit besteht, daß die Liberalen für Damit schließt die Diskussion. In seinem Schlußwort zu Punkt 4 Wir werden also den Schwerpunkt der Agitation in diese kleinen uns stimmen, so kann es nur geschehen, wenn wir auf sie erziehlich erklärt Urwählerbezirke legen müssen, weil ja nach dem Gesetz nur derjenige einwirken, wenn wir ihnen flar machen, daß für sie jede Aussicht Arons, daß der beachtenswerte Vorschlag Singers das Central- Wahlmann sein kann, der in dem betreffenden Urwahlbezirk seinen schwindet, gewählt zu werden, wenn sie uns nicht wählen.( Lebhafte Wahlkomitee beschäftigen werde. Eine Verabredung bei den Urwahlen Wohnsiz hat. Die Komitees werden dafür zu sorgen haben, mit den Freisinnigen halte ich für unzulässig. Anders liegt es, daß in jedem dieser Urwahlbezirke so viel socialdemokratische *) In der That haben in vielen Wahlkreisen Wahlmänner von wenn die Partei in bestimmten Wahlbezirken keine Wahlmanns. Vertrauensmänner vorhanden sind, wie notwendig sind, um Wahlkommissaren erfahren müssen, daß andre für sie abgestimmt kandidaten aufstellt. Dann kann der einzelne Parteigenosse, wenn diesen Bezirk zu organisieren, die Aufstellung der Wahlmänner zu hatten. die Partei auf seine Stimme teinen Anspruch macht, dem Triebe veranlassen usw. Auch bei den Flugschriften wird ein Unterschied Die Konferenz hat festgestellt, in welcher Weise die Partei bei Lokales. Vom Freifinn und seiner Arbeiterfreundlichkeit. Soffentlich gelingt es infolge dieser ungewöhnlichen Bauart, dem bedauernsverten Invaliden sein Rad wiederzuschaffen. gemacht werden müffen in Bezug auf die Propagierung unsrer Forderungen im großen und auf die agitatorische Arbeit innerhalb der Urwahlbezirke. Die Vorbereitungen der Agitation können nicht früh genug in Angriff genommen werden. Es muß unmittelbar Ein hartnäckiger Selbstmörder. Der 37 Jahre alte Dekorateur nach den Reichstagswahlen damit begonnen werden, damit dieses Der bekannte Verleger und Eigentümer der größten Berliner Otto Roth, der in der Prenzlauerstr. 51 bei seinem Schwager wohnte, Wahljahr auch hinsichtlich der Landtagswahl als das rote bezeichnet freifinnigen Zeitung„ Berliner Tageblatt", Buchdruckerei- Besizer wurde von einem Ohrenleiden so gequält, daß er sich vor drei werden kann. Das führt mich zu der Frage der Beschaffung der Rudolf Mosse, Jerufalemerstr. 48/49, druckt auch das Deutsche Wochen mit Leuchtgas vergiften wollte. Damals in seinem VorMunition. Jeder Krieg kostet Geld und ein Krieg gegen das Reichs- Adreßbuch", G. m. b. H. Hauptaktionär dieser Gesellschaft ist haben gestört, gab er den Gedanken, sich das Leben zu nehmen, preußische Junkertum und gegen die Reaktion natürlich am aller- Herr Rudolf Moise, Direktor jein nächster Verwandter, Herr nicht auf. Letzten Sonnabend nahm er aus dem Schreibtisch meisten. Das Central- Wahlkomitee hat sich mit der Frage bereits eye r. Während der ersten drei Druckperioden des Adreßbuches seines Schwagers deffen Revolver, ging in den Keller und erschoß beschäftigt, und ich bitte Pfannkuch, seine Auffassung darüber mit- wurden die Korrektoren mit 30 m. wöchentlich entlohnt und aus- fich. Als Hausgenossen, die den Schuß fallen hörten, ihn fanden, zuteilen. schließlich Buchdrucker mit der Arbeit beschäftigt. War dieser Lohnfaz war er schon tot. Pfannkuch: dem Herrn Direktor von Anfang an zu hoch, so konnte Die Munition, die wir für die Reichstagswahlen bereits auf sich entschieden dagegen erklärte, Nichtberufskorrektoren zu einem in der Sebastianstraße beschäftigt war. er doch darin nichts ändern, weil Herr Geschäftsführer Messenzehl Start Das Opfer eines Unfalls mit Benzin ist der 40 Jahre alte Liebe aus Nigdorf geworden, der geworden, der in einer Fabrik gebracht haben, hat ja schon den Neid unfrer Gegner wachgerufen. billigeren Lohnsaze einzustellen. Jedoch Herr Meyers Wunsch einer die er mit Benzin gereinigt hatte, zu früh von der Trockenleine und Liebe nahm seine Bluse, Man hat sich in den gewagtesten Kombinationen ergangen, woher Lohnreduktion sollte bald in Erfüllung gehen. In diesem Jahre kam ihr dann mit einem Streichholz, mit dem er eine Cigarre ans wohl die reichen Geldmittel in die socialdemokratische Parteitasse wurden die Korrektoren nicht wie bisher von Herrn Messenzehl, zündete, so nahe, daß sie Feuer fing. Die Flamme schlug ihm auf flössen, über die quittiert worden ist und noch quittiert werden wird. sondern von Herrn Leviu, gleichfalls einem nahen Verwandten den Körper und verbrannte ihn am Gesicht, am Hals und an der Nun, unsre Gegner mögen sich die Köpfe darüber zerbrechen; unsre Mosses, mit 30 M. wöchentlich eingestellt; jedoch diese beiden Vertreter Brust so schwer, daß eine Rettung nicht mehr möglich war. Der Munition wird aufgebracht von dem klaſſenbewußten Proletariat und des Berliner Freisinns famen zu der leberzeugung, daß 30 M. Wochenlohn Verunglückte starb in der Charité an den Brandwunden. denjenigen, die sich eins wissen mit dem Proletariat, für einen Korrektor zu viel seien. Nach- bierwöchentlicher Beschäftigung aber über einen reichgespickten Geldbeutel verfügen. löste Le vin die Korrektoren- Abteilung unter der Begründung auf, Arbeitslosigkeit hat den 38 Jahre alten Maler Friedrich Wegener Lettere find ja in der Lage, ihre Pflicht in besonders daß der„ Berlag", also Meyer das Lesen der Korrekturen selbst aus der Schulstr. 46 in den Tod getrieben. Wegener hatte seit vierhohem Maße zu erfüllen. Socialdemokraten find es unter besorge." Der letztere machte dann das Angebot von 2 Mart zehn Tagen keine Beschäftigung. Obwohl er keine Not litt, da feine allen Umständen, außer den von Socialdemokraten herrührenden täglich, etwas über ein Drittel des bisherigen Lohnfazes. Also Frau, mit der er in kinderloser Ehe lebte, in einer Papierfabrik Parteibeiträgen verfügt die socialdemokratische Parteikasse überhaupt der eine Vertreter Mosses entließ jahrelang geübte Arbeiter unter Arbeit hatte, erhängte er sich am Sonntagnachmittag in feiner nicht über Munition. Das können sich die Gegner gesagt sein lassen. nichtigen Gründen( denn es ist ganz gleich, ob Druckerei oder Verlag, Wohnung. Als seine Frau abends von der Arbeit heimkehrte, fand Es sind alles gute, brave, tüchtige Parteigenossen, die die Mittel in beiden liegt Mossesches Kapital, und über beiden ruht Rudolf sie ihn als Leiche am Kleiderhaken hängen. für den Wahlkampf beschaffen. Mag uns selbst noch ein zweiter mosses Hand), um sie gewissermaßen dem andren Vertreter Mosses, Wahlkampf bevorstehen, wir sind in der Lage, auch zum zweitenmal dem Tintenfuli- Direktor Meyer für einen Hungerlohn zu überantworten. Wilhelm Becher aus der Tilsiterstr. 39/40. Als der Mann am Sonus Bei der Arbeit plötzlich gestorben ist der 44 Jahre alte Töpfer den Wahlkampf durchzuführen, wir sind für jede Eventualität ge- Herr Levin mußte doch wissen, daß die Firma Mosse den Buch- abend in dem Hause Görlizerstr. 9 einen Ofen ausschmierte, fiel er rüstet. Wir können aber die Mittel der allgemeinen Parteikasse nicht drucker- Tarif anerkannt hat, daß also die Korrektoren tariftreue plöglich um und war tot. für die Beteiligung an den preußischen Landtagswahlen und die Arbeiter waren. Das ganze Redaktionspersonal des Adreßzbuches Agitation dazu verwenden. In allen andren deutschen Bundesstaaten,( zum Teil stellenlose Kaufleute, verkrachte Gutsbesitzer, Gelehrte, Eine aufregende Scene spielte sich am Sonntagabend kurz nach in denen sich die Genossen bisher an den Landtagswahlen beteiligt Beamte 2c.) wird von Meyer bei angestrengter Arbeit auch nur mit 9 Uhr am Kottbuser Ufer, in der sehr belebten Gegend der Kottbuser haben, haben sie die Mittel für die partikulare Bethätigung auch aus eigner 2-2,50 M. täglich entlohnt, und aus diesem Material wird er jetzt Brücke ab. Vor den Augen zahlreicher Leute entledigte fich ein Kraft aufgebracht. Die Genoffen in Preußen müssen es ebenso machen, auch die Korrektoren zusammenseßen. Dieser Herr weiß, daß diese unbekannter Mann plötzlich seines Hutes und Rockes und sprang mit die preußischen Parteigenossen müssen die Mittel auf- Leute nicht organisiert sind, er weiß, daß Hunger weh thut und dem Rufe: Lebt wohl, mit mir ist es aus!" in den Landwehrkanal. bringen. Was die praktische Durchführung der Sache anlangt, so nutt jahrelang die troftlose Lage dieser Menschen in freifinniger" Sobald er wieder auftauchte, rief er um Hilfe. Umsonst. Denn halte ich es für richtig, die Sache bis nach den Reichstagswahlen Weise aus. alsbald ging er wieder unter und kam nicht mehr zum Vorschein. anstehen zu lassen, sobald diese aber vorüber sind, mit Energie an die Veranstaltung der notwendigen Sammlungen heranzugehen. Ich einer freisinnigen Firma zur Evidenz erkennen, deren Organ und nach ihm ab. Jeder Leser wird aus dem Gesagten die jämmerliche Schiebung Schußmänner fischten vom Rettungsfahn aus vergeblich das Wasser Auch heute wurde seine Leiche noch nicht gefunden. zweifle nicht daran, daß diese ein ebenso gutes Resultat haben Eigentum, das„ Berliner Tageblatt" den Mund für das Wohl und Die am Ufer zurückgelassenen Kleidungsstücke sind ein hellgrauer werden wie die Aufwendungen für die Parteikasse der deutschen Wehe der Arbeiter gar nicht voll genug zu nehmen weiß; den Ar- Filzhut und ein braungraues Jackett. Der Vorgang hatte eine AnSocialdemokratie. Die Sammlungen einzuleiten wird die Aufgabe beitern foll hiermit kurz vor den Wahlen der Beweis erbracht sein, sammlung von mehreren Hundert Personen zur Folge. des Central- Wahlkomitees, das heißt des Parteivorstandes sein. Zu wessen sie sich vom Freisinn, seinen Vertretern, seinem Anhang, gelegener Zeit wird der Aufruf an die preußischen Genossen ergehen. feinen Kandidaten zu versehen haben. Erkennen fie aus diesen Hoffentlich werden dann die Quittungen des Parteikassierers ebenso Beilen die traurigen Zustände der Arbeiter der größten hiesigen freiglänzend lauten wie die über die Mittel für die diesmaligen Reichstags- finnigen Firma, dann können sie am Wahltage um die richtige Antwahlen.( Lebhafter Beifall.) wort nicht in Zweifel geraten. Singer: Damit sind wir am Ende unfrer Verhandlungen angekommen. manche außerhalb dieses Saales einen überraschend schnellen Verlauf zum Sonntag ein unbekannter Mann in der Lothringerstraße. Er Einen Bergiftungsversuch auf offener Straße machte in der Nacht hatte bort in einer Gastwirtschaft zwei Glas Bier genossen und trant, sobald er die Straße betrat, ein Fläschchen mit Morphium aus. Unter einem großen Straßenauflauf wurde der Lebensmüde nach der Wache des 12. Reviers in der Linienstraße und von dort Unfre Stonferenz hat vielleicht für manchen der Teilnehmer und für Tagen berichteten, hat nach der unschädlichmachung der ersten sechs Hermann Brode, In den Zelten Nr. 4, und dann Max Bracke, Die Festnahme der Einbrecherbande, über die wir vor vierzehn nach dem Hedwigs- Krankenhause gebracht. Hier nannte er sich erst genommen. Aber gerade diese schnelle Einigung und Verständigung Mitglieder im Laufe der beiden Wochen noch zwölf Ver- Danzigerstr. 78. Beide Angaben find falsch. Der Mann steht etwa ist der beste Beweis dafür, daß, wie in den übrigen großen Fragen, Bande hat bisher 80 Einbrüche zugegeben. Sie war es auch, die haftungen nach sich gezogen. Die jetzt vollständig aufgehobene am Ende der zwanziger Jahre. so auch in Bezug auf die Beteiligung an den preußischen Landtags- u. a. bei dem früheren Ortsvorsteher von Lindenberg in der Mark Sohn Kurt des Gutsbefizers und früheren Hauptmanns im vierten Selbstmordversuch eines Einjährig- Freiwilligen. Der 20jährige wahlen vollständige Einmütigkeit innerhalb der Partei herrscht. Die einbrach. Der Tischler Strömer, genannt„ Boden- Emil", ist aus Garde- Regiment Richter dient feit dem 1. Oftober vorigen Jahres Resolution hat dasjenige getroffen, was die Parteigenossen Lindenberg gebürtig und mit den dortigen Verhältnissen bekannt. in demselben Regiment als Einjährig- Freiwilliger. Der junge felbst als richtig empfinden. Wir hoffen, daß unire Aus einem früheren Dienstmädchen des Ortsvorstehers, dem er sich Mann wurde wegen Ausbleibens über Zapfenstreich und Nachlässigkeit Beschlüsse zu guten Erfolgen führen werden. Wir werden die Agitation zu den Landtagswahlen benutzen, unter einem harmlosen Vorwande näherte, brachte er im Gespräch im Dienst mehrfach bestraft. Als heute morgen um 6 Uhr das Auffassungen der Partei über die verrotteten Zustände in Preußen heraus, daß der Mann sein Geld im Sekretär aufbewahrte. Nun Regiment zum Ausrücken antrat, fehlte er. Der Hauptmann schickte in möglichst weite Kreise hineindringen zu laffen, um die Arbeiter- machte Boden- Emil" mit der Bande einen nächtlichen Zug nach seinen Burschen nach der Wohnung in der Prizwalkerstr. 5, um sich schaft mit dem Bewußtsein zu erfüllen, daß es sich auch bei den Gatow, bei dem er viel Geld vermutete. Hier scheiterten jedoch alle Burschen im Nebenzimmer mit der Wirtin sprechen hörte, nahm er Lindenberg, versuchte aber zunächst einen Einbruch bei dem Bauern nach dem Grunde des Ausbleibens zu erkundigen. Als Richter den Verhandlungen im preußischen Landtage um wichtige Fragen des Boltswohles handelt. Diese Fragen im Sinne der Socialdemokratie zu Bemühungen an der Festigkeit der Thüren. Dafür hielten sich die feinen Revolver und versuchte, sich durch einen Schuß in den Kopf fördern und zu lösen, das wird die Aufgabe sein, die die Partei durch ihre Enttäuschten schadlos an zwei Einbrüchen in Malchow, das sie noch zu töten. Die Kugel drang ihm durch die rechte Backe, ohne ihn heutigen Beschlüsse übernimmt. Diese Beschlüsse müssen Gemeingut der in derselben Nacht aufsuchten. Strömer aber wies immer wieder lebensgefährlich zu verlegen. Der Verwundete, der heute morgen preußischen Arbeiter, der preußischen Socialdemokraten werden. Nach auf den Ortsvorsteher von Lindenberg hin. In der Nacht vom 7. erst um 4 Uhr nach Hause gekommen war, wurde von einem Arzt ben Reichstagswahlen werden wir mit derfelben Energie in den zum 8. v. M. wurde der zweite Zug dorthin unternommen, des Regiments verbunden und dann nach dem Garnisonlazarett in Stampf um die preußischen Landtagswahlen eintreten. Die deutsche diesmal mit dem Erfolge, daß man bei dem ehemaligen Orts- der Scharnhorststraße gebracht. Socialdemokratie, für die wir ja auch bei den preußischen Landtags- borsteher 8000 m. in barem Gelde und Coupons erbeutete. wahlen kämpfen, sie lebe hoch! Die Anwesenden stimmen dreimal in den Ruf ein. Schluß der Konferenz 54 Uhr nachmittags. zu agitieren. um die 6. Wahlkreis. Dienstag, den 28. April, abends 8 Uhr, findet in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11, eine Voltsversammlung statt. Tagesordning: 1. Um was tämpfen wir bei der Wahl? Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Le debour. 2. Diskussion. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. = 6. Wahlkreis( Moabit). Mittwoch, den 29. April, abends 8 Uhr, findet im Moabiter Kafino, Wilsnackerstr. 63, eine Volks- Versammlung statt, in welcher Genosse Sea tenstein über den " die " Aus den Nachbarorten. = in In diesem Falle verstand es Goldmann, der kaufmännische Feuerbericht. In der Nacht zum Montag wurde die Wehr nach Leiter der Bande, seine Spießgefellen arg zu„ trampeln". Selbst der Alten Jakobstr. 48 gerufen, wo in einer Wohnung KleidungsBellermann, genannt Schlosser- Gustab", der„ Technische Leiter", stücke und Betten in Flammen standen. Ein zweiter größerer Wohbekam nur 650 M. ab und die übrigen mußten sich mit geringen nungsbrand kam in der Nacht zum Sonntag durch Umfallen einer Summen begnügen. In Schmargendorf verübte die Bande vier Petroleumlampe in der Kommandantenstr. 55 aus. Bei den vergebEinbrüche. In einem Falle mußten sie hier durch einen Garten lichen Versuchen, die Flammen zu ersticken, trug die Witwe Ostrowsky Berliner Partei- Angelegenheiten. über lauter frisch geharkte Beete. Das war wegen der Fußspuren Brandwunden an beiden Händen davon, die ihr von Samaritern eine etwas gefährliche Sache. Aber die Einbrecher wußten Rat. Bei der Wehr verbunden wurden. Möbel, Gardinen, Decken 2c. wurden einem Gastwirt hatten sie eben eine Menge Servietten gestohlen. in der Hauptsache zerstört. Weitere Wohnungsbrände beschäftigten Reichstags- Wahlkreis Nieder- Barnim. Das socialdemokratische Diese wickelten sie sich so did um die Füße, daß von den Stiefeln die Wehr im Laufe des Sonntags in der Turmstraße, Koppenstr. 9, Central- Wahlfomitee für den Wahlkreis Nieder- Barnim hat sich nun- feine Spur mehr zu sehen war, Beete bielmehr aus- Rosmarienstr. 4 und der Philippstr. 24. In der Brunnenstr. 60 mehr konstituiert und den Genossen Freiwaldt- Pankow zum sahen, als ob Elefanten darauf herumgetrampelt hätten. Die waren in einem Keller Kisten, alter Hausrat und Verpackungsmaterial Obmann gewählt. Sämtliche Korrespondenzen und sonstige Mit- Servietten konnten wieder gewaschen werden; dafür hatten die in Brand geraten, dessen Ablöschung indes bald erfolgen konnte. teilungen sind zu richten an Georg Freiwaldt, Pankow, Spizbuben ja ihre„ Bäuute". In Schmargendorf war es auch, tvo Außerdem liefen noch von der Tilsiterstr. 30, Chausseestr. 17, SchulFlorastr. 36.( Telephon- Amt Pankow Nr. 36. Dreßler.) die Bande bei einem Einbruch gestört wurde und froh war, mit straße 25 und noch von einigen andern Stellen Marmierungen ein, J. A. des Central- Wahlfomitees: G. Freiwaldt. heiler Haut davon zu kommen, da der Besizer, dem sie einen Besuch die aber nur ganz unbedeutende Brände betrafen. Dritter Wahlkreis. Heute, Dienstag, den 28. April, abends 8 Uhr: Ortschaften machte die Bande unsicher; nicht minder Spandau, wo zugedacht hatten, hinter ihnen herschoß. Auch Zehdenick und andre Boltsversammlung bei Buggenhagen( Moritzplatz). Tages- fie auch einen Kirchendiebstahl verübten, und Charlottenburg. Gine ordnung: 1. Bortrag des Reichstags Abgeordneter Wolfgang fleine Straßenjagd erforderte die Festnahme des achtzehnten und Heine über: Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. legten Mannes der Bande, eines gewissen Anders, genannt Ver- wieder einmal mit der Eingemeindungsfrage von Neu- Weißensee Weißensee. Die Alt- Weißenseer Gemeindevertretung hat sich Parteigenossen! Mit dieser Versammlung treten wir in die Wahlbewegung und ersuchen deshalb für regen Besuch derselben brecher- Albert". Dieser saß in einer" Staffeeklappe" in der Seydel- beschäftigt. Jedoch ist das ganze Gerede verlaufen wie das HornDie Vertrauensleute. straße, während eine starke Kriminalpatrouille ihn in den Die Gemeindevertretung hatte vor einiger Zeit Kaschemmen suchte. Als die Beamten eintraten, nahm er berger Schießen. ein Projekt über eine Ve- und Entwässerung ausarbeiten lassen rasch eine Schrippe und kaute unaufhörlich, indem er ihnen und hierfür die schöne Summe von 2200 W. ausgegeben, nunanscheinend wie zufällig, rasch den Rücken zugekehrt. Er wurde aber doch erkannt und mitgenommen, ohne daß das übrige Publifum mehr ist vom Landrat die Ausführung des Projekts abgelehnt etwas merkte. Auch auf der Straße faute er weiter. Mit einer worden, mit der Begründung, die hierdurch entstehende große Schuldenlast fönne er nicht billigen, die Gemeinde solle furzen und kräftigen Bewegung riß er sich dann auf einmal los und fich mit wußte so geschickt und behende den Wagenverkehr zu benutzen, daß Verbindung setzen. Neu Weißenfee betreffe Wasserabgabe usw. Da nun die Stadtwerdung Neu- Weißensees ihn die Beamten nicht stellen konnten. Das Publikum aber wagte sich nicht an ihn heran. In der Grünstraße aber lief er auf ein von der Eingemeindung Alt- Weißenfees abhängig gemacht würde, so Grundstück, um sich zu verbergen und geriet, mit den örtlichen Ver- steht die Gemeindevertretung von Neu- Weißensee der Frage der hältnissen nicht vertraut, in das Comptoir einer Fabrik und damit Wasserabgabe skeptisch gegenüber und will nur dann darauf gehen, wenn die Entwässerungsanlage in Weißensee vollständig geregelt ist. Das letztere iſt auf unabsehbare Zeit nicht zu erwarten und somit kann Zwei Automobil- Zusammenstöße fanden am Sonntag furz hinter die Entwickelung von Alt- Weißensee nicht vorwärts gehen. VerAchtung, Weißensee. Die Genossen werden hierdurch nochmals auf die am Dienstagabend 8 Uhr im Prälaten stattfindende all- einander an fast ein und derselben Stelle in der Landsbergerstraße ständigerweise saben einige Herren hieraus, daß Weißensee von gemeine Gewerkschafts- Versammlung aller Gewerkschaften hingewiesen. statt. Gegen 1/49 Uhr morgens tam ein dem Schlächtermeister Bänisch Neu- Weißenfee immer abhängig bleiben wird und empfahlen daher gemeine Gewerkschafts- Versammlung aller Gewerkschaften hingewiesen. in Friedrichsfelde gehöriges Fuhrwerk in schärfster Gangart aus der die Eingemeindung, aber die" Alten" und mit ihnen der GemeindeZahlreicher Besuch wird erwartet. Kurzen in die Landsbergerstraße hineingejagt, woselbst es mit einer vorsteher wollen die Selbständigkeit nicht aufgeben und mithin ist Der Vertrauensmann. E. Schumann, Lehderstr. 118. Motordroschke karambolierte. Durch den heftigen Auprall wurde die die Sache bis auf weiteres wieder erledigt. Auch hier ist es an der Maifeier in Friedrichshagen! Freitag, den 1. Mai, finden Droschte auf das Straßenbahngeleise geschleudert und dort von einem Beit, daß einige socialdemokratische Hechte den Karpfenteich unsicher zwei Volksversammlungen statt: vormittags 10 Uhr gerade vorüberfahrenden Straßenbahnwagen der Linie 65 erfaßt. machen, was bei einigermaßen gutem Willen auch gelingen wird, im Restaurant Seeschlößchen, abends 9 Uhr im Restaurant Durch den doppelseitigen Zusammenstoß wurde das Automobil zer denn hier herrscht noch eine Rückständigkeit, wie man sie vor den Eisfeller. In beiden Versammlungen Vortrag:" Die trümmert und die beiden Insassen desselben wie auch der Fahrer Thoren Berlins nicht mehr erwarten sollte. Der Antrag unsrer tulturelle Bedeutung der Maifeier". Referenten: auf den Fahrdamm geschleudert. Die drei Personen kamen glücklicher Genossen, eine Abschrift der Wählerliste zu erlangen, wurde vom vormittags Genosse Sonnenburg, abends Genoffe Paul weise mit leichten Kontusionen davon. Das Pferd des Schlächter- Gemeindevorsteher dahin beantwortet, daß wegen Mangels an Zeit Dupont. Die hiesigen Gewerkschaften, die am 1. Mai die Arbeit fuhrwerks, welches gestürzt war, geriet mit den Hinterbeinen in die eine solche nicht angefertigt werden könne. ruhen lassen, sind nach dem Beschluß des Gewerkschaftskartells Speichen der Droschke und, um es zu befreien, mußte erst die Feuerverpflichtet, an der Bormittagsversammlung teilzunehmen. Bur wehr glarmiert werden, welche nahezu eine halbe Stunde an dem Abendfeier hat der Gesangverein Maiengruß seine Mitwirkung zu- Unfallorte zu thun hatte. Der zweite Zusammenstoß erfolgte gegen 10 Uhr fast an derselben Stelle. Ein Automobil versuchte, gefagt. um einen Straßenbahnwagen herumfahrend, unmittelbar vor diesem Ober- Schöneweide. Mittwochabend 8½ Uhr, findet bei Kaufholt, das Geleise zu kreuzen, wurde von der Seite der Vorderplattform Wilhelminenhofstr. 18, die Generalversammlung des Wahlvereins erfaßt und zurückgestoßen. Während das Automobil stark beschädigt statt. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes. Neuwahl desselben. wurde, tam der Straßenbahnwagen ohne Schaden davon. Maifeier. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. resp. beschränkt haben, war für unsern Amts- und Gemeindevorsteher die Eigenartiger Diebstahl. Dem einarmigen Zeitungs- Verkäufer Veranlassung zu der funkelnagelneuen Entdeckung, daß auch in Nowawes- Neuendorf. Mittwoch, den 29. April, abends 1/29 Uhr, Chr. Hahn wurde am Sonnabend sein Fahrrad aus dem Hofe des Steglitz der Verkehr durch die Straßenhändler gestört werde. Dieser im Bernhardtschen Lokal, Priesterstraße: Voltsversammlung. Hauses Linienstraße 80a gestohlen. Der Diebstahl erscheint deshalb Kalamität soll durch eine Polizeiverordnung abgeholfen werden, Tagesordnung: Die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahlen. sonderbar, weil das Rad wegen des körperlichen Gebrechens des Be- nachdem der Hausbesitzerverein sein Mißfallen über die Sache in Referent: Reichstags- Abgeordneter Frig Zubeil. Die Genossen sigers eigenartig gebaut ist: so ist nämlich das Vorderrad kleiner als einer Petition ausgedrückt hat. Genosse Rapp bekämpfte diese dem aus Grunde, weil sie dem werden ersucht, für zahlreichen Besuch dieser Versammlung zu das Hinterrad, ferner besitzt das Rad eine direkte Verbindung zwischen Polizei Verordnung forgen. Hinterachse und Gabelkopf, während die obere Stange nach Art eines Amtsvorsteher wieder nente Machtbefugniffe übertrage, deren Damenrades fehlt. Auch die Lenkstange ist eigenartig gebogen. letterer jetzt schon mehr wie genug habe, und der bis " Aufmarsch der Parteien zum Wahlkampf" referieren wird. Der Vertrauensmann. in die Falle. Steglit. In der letzten Gemeindevertreter Sigung teilte der Vorfißende u. a. mit, daß die Genehmigung zur Annahme des Vermächtnisses des verstorbenen Rentiers Lademann im Betrage bon 22 000 m. der Gemeinde erteilt sei. Hierauf wurde bes schloffen, daß die regelmäßigen Sigungen der Gemeindevertretung jeden ersten Freitag im Monat stattfinden sollen. Rißdorf, Schöneberg und Friedenau den Straßenhandel verboten Daß legt stets bei Interpellationen über die Ausübung der ihm von der schon deshalb nicht ausgesprochen werden können, weil für einen, deutende Summe für Prozeßkosten, die eine Folge des Streifs sind. Gemeinde übertragenen Befugnisse die Antwort verweigert habe. solchen Anspruch das Berwaltungsstreit Verfahren Ein derartiger Fall ist fürzlich erledigt worden. Es wurde nämlich Ferner sei er aber auch principiell gegen ein Verbot oder eine Be- gar nicht gegeben sei.§ 26 spreche bei Festsetzung des Ver- ein streifender Kollege angeklagt, Bedrohungen gegen Arbeitswillige schränkung des Straßenhandels im Interesse seiner Wähler, denen waltungsstreit- Verfahrens nur von Streitigkeiten über den Anspruch ausgestoßen zu haben. Er wurde in erster Instanz zu vier Wochen er manche Vorteile biete. Daß verkehrspolizeiliche Gründe das auf Ueberweisung von Rentenbeträgen. Somit tönne Gefängnis verurteilt. Es wurde Berufung eingelegt und die Folge Verbot rechtfertigen, könne er nicht anerkennen, auch fei materiell wegen der Kurkosten gar nicht entschieden werden. war, daß der Betreffende freigesprochen wurde, trotzdem sich der Denungiant die größte Mühe gab, sich beleidigt zu fühlen. der Bürgermeister hierfür den Beweis schuldig geblieben. Herr Buhrow erwidert, auf die Kritik Rapps nicht ein- Entschädigung wegen nicht rechtzeitiger Aushändigung der In- vollständige Abfuhr wurde aber noch um so gründlicher, als ihn selbst zugehen, im übrigen betonte er nochmals, daß nur verkehrs- validenkarte. Der Photograph M. verlangte im Klagewege vom feine eignen Gesinnungsgenossen( Arbeitswillige) berließen und polizeiliche Gründe für ihn maßgebend gewesen feien, ohne Photographen de Veer eine Lohnentschädigung, weil er ohne June- unter Eid bezeugten, keine solchen Aeußerungen gehört zu haben. jedoch auch nur einen bestimmten Fall anzuführen. Er habe sich haltung der Kündigungsfrist plößlich entlassen worden sei. Zugleich Lichtenberg. Der Socialdemokratische Wahlverein( Bezirk schon vor Eingang der Petition des Hausbefizer- Vereins mit der betonte Kläger, daß er die Invalidenkarte erst 12 Tage nach seiner Lichtenberg) nahm am Donnerstag in seiner ordentlichen GeneralSache beschäftigt. Mit einigen Abänderungen wurde schließlich die Entlassung erhalten habe. Letzteres bestreitet der Beklagte nicht. versammlung den Bericht des Vorstandes entgegen. Aus dem BeVerordnung in erster Lesung gegen die Stimmen unfrer beiden Genossen Die Karte fei nicht fertig gewesen, als Kläger entlassen wurde und richt ist zu entnehmen, daß die Parteibewegung am Orte gute Fortangenommen und die zweite Lesung für nächste Sigung beschlossen.fie forderte; Beklagter verlangte, M. solle wiederkommen und sie sich schritte gemacht hat. Der Wahlverein hat bei den Kommunalwahlen Zur Bearbeitung der aufgenommenen Wohnungsstatistit durch das abholen. Im übrigen glaubte Beklagter einen Grund zur Entlassung und den Gewerbegerichtswahlen recht gute Erfolge erzielt. Der Charlottenburger statistische Amt wurden 500 m. bewilligt- Zu einer des Klägers zu haben. Kläger wäre im Dienſte unzuverlässig ge- Kassenbericht per Oktober/ April ergab einschließlich eines Bestandes dringenden Vorlage betreffend Pflasterung einer Verbindungsstraße wefen. M. bestritt dies und behauptete, der Beklagte habe ihm Ohr- Kassenbericht per Oktober/ April ergab einschließlich eines Bestandes zwischen Schloß- und Harder- bezw. Fichtestraße über das Mesiche feigen angeboten und ihn entlassen, weil er sich derartiges als Ge- bon 140,30 M. aus September eine Einnahme von 841,40 M. Grundstück gab die Versammlung ihre Zustimmung unter den üblichen hilfe verbeten habe. Um einer Vertagung der Sache zwecks Beweis- und eine Ausgabe von 573,90 M., mithin bleibt ein Bestand von Bedingungen. Eine Anfrage betreffend Raummangels für die erhebung hierüber vorzubeugen, ermäßigte der Kläger seinen An- 267,50 M. Die Mitgliederzahl beträgt 623 gegen 559 im SepBollsschüler beantwortete der Bürgermeister dahin, daß voraus- fpruch auf eine Entschädigung für 12 Tage wegen verspäteter Aus- tember. Die Versammlung erteilte einstimmig Entlastung und befichtlich in den großen Ferien der Anbau an das Schulgebäude in händigung der Invalidenkarte. Das Gewerbegericht unter dem Vor- willigte dem Kreis- Vertrauensmann 200 M., dem Orts- Vertrauensmann 100 M. zur Wahlagitation. Zum Vorsitzenden wurde Lieseder Fichtestraße aufgeführt werden könne, wodurch dieser Uebelstand fiz des Dr. Meier verurteilte demgemäß den Beklagten zur Zahlung gang, zum Kassierer Weißfluck wieder und zum Schriftführer beseitigt werde. einer Entschädigung für 12 Tage. Begründend wurde ausgeführt: Im Anschluß hieran möchten wir den Konsumenten Die Invalidenfarte und das Krankenkassen- Buch seien Wertpapiere Adlerstein neugewählt. Zum Bezirksführer( 6. Bezirk) wurde empfehlen, Stellung zu nehmen zu dem Verbot des Straßenhandels, der Arbeitnehmer, ohne die sie schwer oder meist gar nicht Arbeit be- Kersten, in die Bibliothekkommission Zunta und Linke und in die ehe letterer dem eingebildeten Verkehrsinteresse geopfert wird. fämen. Wenn läger seine Invalidenkarte nach der Entlassung Beitungskommission Leng und Kette gewählt. In das Central- WahlDenn daß bei den drei Wagen( genau gezählt), die in unsrem Orte forderte, wäre Beklagter verpflichtet gewesen, ihm die Karte sofort komitee des Kreiſes tritt an Stelle Settes Genosse Grauer. Die Frage, ob Vorstandsmitglieder eines socialdemokratischen WahlObst und Gemüse verkaufen, der Straßenverkehr gestört wird, glaubt zu geben oder, wenn noch nicht geklebt war, sie ihm unverzüglich vereins unter allen Umständen den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern außer dem Herrn Amtsvorsteher niemand, nicht einmal der- Haus- zuzuschicken. Beklagter habe nicht verlangen können, daß Kläger müssen, führte zu einer längeren Auseinandersehung, die damit befizer- Verein! zu ihm kommen und sich die Karte holen solle. Somit müsse er ihn politisch Organisierten sich den Beschlüssen ihrer Gewerkschaftsfür die Zeit der Verzögerung entschädigen, denn Kläger habe während endete, daß ein Antrag Schönebeck angenommen wurde, daß die dieser Zeit andre Arbeit nicht erhalten. organisation anzugliedern haben, daß aber die Frage der Maifeier Gegenstand der Tagesordnung einer besonderen Versammlung vor dem diesjährigen Parteitage sein soll. Die Genossen Liepe, Liesegang und Grauer besprachen die bevorstehende Reichstagswahl; dann Der in Schuhmacherkreisen allgemein bekannte frühere zweite nahm die Versammlung den Bericht über die Betvegung und die BeObermeister der Schuhmacher- Junung, Louis Schumann, stand gestern rufe im Mitgliederbestande entgegen. Eingetreten sind im letzten In der letzten Sitzung bezichtigte der konservative Stadtverordnete wiederum vor der siebenten Straffammer des Landgerichts I, um Halbjahr 175 Mitglieder, ausgeschieden 111, Zugang also 64 MitOber- Ingenieur Grosse die Arbeiter der Staatsbetriebe der sich wegen wiederholten Sittlichkeitsverbrechens zu verantworten. glieder. Dem Berufe nach waren 127 ungelernte Arbeiter, Faulheit; dieselben arbeiteten absichtlich recht lässig um die Accord- Wie bekannt, wird der jetzt 68 Jahre alte, halb erblindete Mann 61 Tischler, 54 Maurer, 42 Restaurateure, 32 Zimmerer, 20 Töpfer, fäße recht niedrig erscheinen zu lassen! Hiergegen beschuldigt, in sechs Fällen ganz kleine Mädchen unfittlich 19 Schloffer, je 15 Möbelpolierer, Former, Handelsleute, 12 Bartvandte sich Stadtv. Rieger( Soc.) mit aller Entschiedenheit, indem berührt zu haben. Schon in einem früheren Termine hatte biere, je 11 Schmiede und Weber, je 8 Kutscher, Schuhmacher und er ausführte, daß es Herrn Grosse schwer fallen dürfte, auch Rechtsanwalt Ulrich Zweifel an der geistigen Gesundheit des Maler, je 7 Drechsler und Dreher, je 6 Bauarbeiter, Buchdrucker, Mit 5 und weniger Mitnur einen einzigen Beweis für seine Behauptung zu erbringen. Angeklagten angeregt und der damalige Termin wurde ver- Glasarbeiter, Pußer und Klempner. In seiner Entgegnung schleuderte der gebildete Herr Grosse unserm tagt, um zunächst den Sachverständigen Gelegenheit zu gliedern sind vertreten: die Schleifer, Bildhauer, Vergolder. HutGenossen das Wort Unverschämtheit" ins Gesicht. Der geben, sich Gesundheitszustande des Angeklagten macher, Schlächter, Schneider, Korbmacher, Kistenmacher, Uhrmacher, Stadtverordneten- Vorsteher rief den Herrn wegen dieser Ungebühr ein Bild zu machen. Die Ansichten der Aerzte find nicht überein- Tapezierer, Kaufleute, Cigarrenmacher, Steindruder, Hausdiener, lichkeit nicht mur nicht zur Ordnung, sondern lehnte dies sogar auf stimmend ausgefallen. Während Prof. Dr. Straßmann zu dem Er- Buchbinder usw. Der Vertrauensmann ersuchte um rege Be einen dahin gehenden Hinweis seitens unfres Genossen Scholz gebnis gekommen ist, daß mit aller Wahrscheinlichkeit der Angeklagte teiligung an der Maifeier, die durch eine Versammlung bei Höflich direkt ab. Dabei entschlüpfte dem Herrn Vorsteher das für die im Sinne des§ 51 St.-G.-B. sich bei Begehung der strafbaren am Vormittag und durch einen Familienkommers am Abend bei in der Spandauer Stadtverordneten- Versammlung herrschenden Zu- Handlungen in einem Zustande der Geistesverwirrung befunden, der Gürsch begangen werden soll. Am Montag, den 4. Mai, soll bei stände interessante Geständnis, daß ja die Socialdemokraten die freie Willensbestimmung ausschloß, war der stellvertretende Ge- Trinkhaus in Wilhelmsberg die erste Wählerversammlung stattbereits bei seiner Wiederwahl als Vorsteher erklärt hätten, er sei fängnisarzt Dr. Schulz nicht dieser Ansicht. Prof. Dr. Straßmann finden. ihnen gegenüber stets parteiisch; sie hätten also gewiffer ist zur Zeit beurlaubt und konnte daher persönlich gestern nicht vor maßen teine Ursache über seine unerhörte Parteilichkeit von heute noch Gericht erscheinen. Der Gerichtshof beschloß daher auf Antrag des erstaunt zu sein. Rechtsanwalts Ulrich, den Angeklagten zur Beobachtung seines Geisteszustandes auf sechs Wochen der Charité zu überweisen. Spandau. Erbitterte Kämpfe gegen die Willtür- Herrschaft der bürgerlichen Kamarilla in der Stadtverordneten- Versammlung zu Spandau haben unsre dortigen Genossen mun schon seit Jahren zu führen. In der letzten Stadtverordneten- Sigung nun gab es eine heftige Erplossion, die aufs neue ein grelles aber ebenso zutreffendes Streifbild auf die Moralität unfrer Gegner warf. Man schreibt uns dazu: " Hierauf antworteten unsre Genossen durch Einbringung des folgenden Antrages: Gerichts- Zeitung. Vermischtes. Eisenbahn- Zusammenstoß. Würzburg, 27. April. Heute früh stieß der Münchener Schnellzug Nr. 90 bei Durchfahrt der Station Heidingsfeld auf den zu überholenden Güterzug Nr. 1920 nach Treuchtlingen. Der Schlußbremser des Güterzuges wurde schwer und die Zugführer beider Büge leicht verlegt. Die Maschinen beider Büge sowie der Dienstwagen und die drei Schlußwagen des Güterzuges wurden schtver beschädigt. Explosion schlagender Wetter. Der Hattinger Zeitung zufolge " Die Versammlung erblickt in der Unterlassung und ausdrück- 27. April. Das Reichsgericht verwarf heute die Revision der früheren Nachbar" eine Explosion schlagender Wetter, wobei 5 Bergleute, Die Revision der Stiftsvorsteherin Heußler verworfen. Leipzig, ereignete sich in der Nacht zum Sonntag in der Zeche Friedlicher lichen Weigerung der Erteilung eines Drdmumgsrufes an den Stadtverordneten Groffe, wegen des Ausdruces Un- Stiftsvorsteherin Elise v. Heußler, die am 8. März vom Schwurgericht darunter 3 schwer, verlegt wurden. Einer der Verunglüdten ist verschämtheit" gegenüber dem Stadtverordneten Sieger, eine in München zu 6 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust ver- seinen Verlegungen erlegen. nicht gutzuheißende Parteilichkeit seitens des Stadtverordneten urteilt worden war. Borstehers Schröder. Die Versammlung fann es auch nicht billigen, Die Rechtsgültigkeit der Ministerialverordnung vom 16. Juni daß der Vorsteher feinem eignen Zugeständnis gemäß bewußt und 1902, der sogenannten„ Kurpfuscher- Verordnung", um die schon absichtlich in der Handhabung der Geschäfte gegenüber der social- heftig gestritten worden ist, stand anläßlich eines Strafverfahrens demokratischen Minderheit parteiisch verfährt und spricht dem Stadt gegen den Naturheilkundigen Bohn in Frage. Diese Verordnung verordneten- Vorsteher deshalb ihr entschiedenes Mißfallen aus. Endlich schreibt vor, daß alle Personen, die die Heilkunde ausüben wollen, spricht die Stadtverordneten- Versammlung die bestimmte Erwartung ohne approbiert zu sein, dies dem zuständigen Kreisarzt zu melden aus, daß die Handhabung der Geschäfte des Hauses zukünftig stets hätten. Der Angeklagte, der die Vorschrift unbeachtet ließ, bestritt Ein steckbrieflich verfolgter Rittmeister. Eine überraschende Aufohne die mindeste Befangenheit und streng nach dem Grundsaße ihre Rechtsgültigkeit. Sie stände in Widerspruch mit der Gewerbe- Klärung hat das rätselhafte Verschwinden des bisher in dem gleiches Recht für alle Mitglieder der Versammlung geschieht." Ordnung, welche die freie Ausübung der Heilkunde gestatte. Bohn Sanatorium Martinsbrunn bei Meran interniert gewesenen Unfre Genossen Scholz, Nieger und Pieper verwiesen zur Be- wurde auch in zweiter Instanz freigesprochen. Das Land- Rittmeisters v. Horn gefunden, der nach Zeitungsmeldungen von gründung auf die mancherlei Verstöße des Vorstehers gegen allen gericht erklärte nach dem Antrage des Angeklagten die Ministerial- gewissen unlauteren Elementen derart ausgebeutet worden sein sollte, parlamentarischen Brauch, sein Eingeständnis der Parteilichkeit und verordnung vom 16. Juni 1902 für rechts ungültig. Die baß er in seiner Verzweiflung den Tod diesen fortwährenden Ersie wiesen darauf hin, daß sich aus solcher Willkür notwendigerweise Vorschrift, die Ausübung des Gewerbes der Heilkunde dem Kreis- preffungen vorgezogen habe. Der Herr Rittmeister hatte auch Die reine Anarchie der Dinge ergeben müsse. Vergebens appellierten arzt anzumelden, sei ein Eingriff in die Gewerbefreiheit und ver- eine dahingehende Anzeige bei der Münchener Staatsanwaltschaft unsre Genossen an das Anstands- und Ehrgefühl der Mehrheit, stoße gegen die Gewerbe- Ordnung. Dort sei auch die Anmeldes erstattet und diese war in den letzten Tagen unausgesetzt bediese lehnte die Resolution, wie ja nach all dem Vorangegangenen pflicht der Gewerbetreibenden erschöpfend geregelt und danach müht, das Vampyrnest aufzudecken, das sich nach den Angar nicht anders zu erwarten war, einfach ab und hieß damit die habe, wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes an- gaben des Verschwundenen in der bahrischen Hauptstadt befinden Willkürherrschaft des Herrn Schröder gut. Der liberale" Stadt- fange, dies nur der zuständigen Behörde des fraglichen Ortes zu sollte. Ebenso waren die östreichischen Behörden auf die Suche verordnete Jenne hielt es für angebracht, noch einen echt frei- melden. Das Kammergericht gab jedoch der Revision, die nach der Leiche des Rittmeisters gegangen, der sich nach den hinterfinnigen" Giertanz aufzuführen, der natürlich die moralische die Staatsanwaltschaft eingelegt hatte, statt und verwies die Sache lassenen Aufzeichnungen erschießen wollte, da meldeten sich in den Verurteilung der jetzigen Willfürherrschaft durch die öffentliche zu anderweiter Verhandlung und Entscheidung an die Borinstanz letzten Tagen verschiedene Personen, die an den Tod des lebensMeinung nur um so vollständiger machte. zurück. Begründend wurde ausgeführt: Die Gründe des Vorder- luftigen Herrn Rittmeisters nicht glauben wollten und die zum Teil richters seien hinfällig. Die Berechtigung zur Ausübung der recht erhebliche Forderungen an Herrn v. Horn hatten. So hatte ein Naturheilkunde stehe gar nicht in Frage. Es fomme nur darauf hiesiger Arzt dem Verschwundenen noch vor wenigen Wochen über an, ob rechtsgültig den nicht approbierten Heilkundigen vorgeschrieben 40 000 M. in bar zur Dedung einer Forderung geliehen, die ein sei, den Beginn der Ausübung der Heilkunde dem Kreisarzt anzu übelbelemundetes Subjekt bei diesem geltend gemacht hatte, und auch melden. Der Senat erachte diese Vorschrift für durchaus rechts- bas plögliche Verschwinden eines hiesigen Pferdegroßhändlers Tauber, gültig. Sie bezvede die Abwendung der Gefahren, die dem welcher mit Herrn v. Horn ausgedehnte Geldgeschäfte betrieb, wird mit Bublifum durch die Kurpfuscher drohten. Das sei eine wichtige poli- der Affaire des Herrn Rittmeisters in Verbindung gebracht. Da die 10 II 17 Allgemeinen Land- Gattin des Verschwundenen, eine belgische Gräfin, die sich mit ihren zeiliche Handlung und falle unter zwei Kindern schon vor Jahren wegen der perversen Neigungen ihres Gatten zu ihren Eltern nach Brüssel geflüchtet hat, jede Zahlungs verpflichtung ablehnte, wandte sich die Staatsanwaltschaft nach Meran und erfuhr dort, daß v. Horn sich am Tage vor seinem Vers schwinden bei einem Barbier Haar und Bart habe färben und bis zur Unkenntlichkeit verschneiden lassen. Obwohl er auch diesem Manne erzählt hat, daß er sich das Leben nehmen wolle, glaubt die Behörde nunmehr doch nicht recht an sein Ende und hat daher Sociale Rechtspflege. Krankenkasse und Berufsgenossenschaft und die§§ 25 und 26 des Gewerbe Unfallversicherungs- Gesetzes. rechts. Auch hätten sich die Kreisärzte nach dem Gesetz darum zu fümmern. Verfammlungen. Die Dresdener Orts- Krankenkasse hatte den unfall berlebten Bootsmann Hänsel irrtümlich noch 20 Tage lang nach dem Ablauf der 13. Woche, also zu einer Zeit, wo schon die Elbschiffahrts- Berufsgenossenschaft mit der Rente usw. für ihn hätte eintreten müssen, mit insgesamt 28 M. unterstützt und durch ihren Arzt behandeln lassen. Die Krankenkasse verlangte demnächst von der Berufsgenossenschaft Ersatz gemäß der Abfäße 2 und 4 des§ 25 des Unfallversicherungs- Gesezes, to bestimmt wird:„ Wenn auf Das Gewerkschaftskartell hielt am Freitag bei Batt, Dragoner Grund der Verpflichtung einer serantentasse, eines Armen- straße, seine ordentliche Delegiertensißung ab. Hinrichsen erverbandes, einer Gemeinde usiv. Unterstüßungen für einen Beitraumi läuterte in einem ausführlichen Referat den gedruckt vorliegenden geleistet werden, für welchen dem Unterstützten nach Maßgabe des Rechenschaftsbericht für das Jahr 1902 dem Biester die Vereinen Stedbrief hinter ihm erlaffen, der allerdings den Gesuchten, Unfallversicherungs- Gesezes ein Entschädigungsanspruch zustand oder lesung des Kassenberichts beifügte. Nach kurzer Diskussion wurde der in so raffinierter Weise seine Spuren zu verwischen gewußt hat, austeht, so ist hierfür den die Unterstützung gewährenden Kassen, Ge- dem Ausschuß und Kassierer einstimmig Decharge erteilt. Beschlossen kaum noch auf deutschem Boden treffen dürfte. Teiften. Ist die Unterstüßung eine vorübergehende, so können als gung der schwebenden Einigungsverhandlungen zwischen den Lotal# Eine Stadt durch Feuer zerstört. New York, 26. April. Ein Telegramm aus Santiago( Chile) meldet, daß nahezu die ganze Stadt Bisagua mit fämtlichen Banken, Telegraphenämtern und Ges schäftshäusern niedergebrannt sei, weil es an Wasser zur Bekämpfung des Feuers fehlte. Witterungsübersicht vom 27. April 1903, morgens 8 Uhr. meinden usw. durch Ueberweisung von Rentenbeträgen Erfaß zu wurde sodann, die Neuwahl des Ausschusses bis nach Beendi Hildesheim, 27. April. Der Matrose Kohler, der Mörder seines Ersatz höchstens 3 Monatsbeträge der Rente, und zwar mit nicht mehr und Centralorganisationen zu vertagen. Bis dahin werden die borgesetzten Unteroffiziers auf dem Stationsschiff„ Loreley", der zur als der Hälfte in Anspruch genommen werden. Die Kaffe bean- jetzigen Mitglieder des Ausschusses im Amte bleiben, nur ist derselbe hierselbst interniert war, wurde gestern durch ein Kommando der spruchte nun drei halbe Monatsbeträge der dem Verletzten zustehenden durch die Wahl des Genossen Kluge zum dritten Revisor ergänzt Matrosendivision nach Wilhelmshaven überführt und wird mummebr Ein Antrag der neugegründeten Lokalorganisation der Rente mit 25,50 M. Außerdem verlangte sie aber noch 15,75 m. worden. als Erfaz für Kurkoſten. Die Berufsgenossenschaft zahlte nur Barbiere um Aufnahme in das Kartell wurde endgültig abendgültig vom Striegsgericht abgeurteilt werden. Sein Geistes10,90 M. der Staffe, nämlich den Betrag der dem Verlegten für die gelehnt, weil deren Sakungen und Statuten mit den Grund- zustand wurde von sämtlichen Aerzten als vollständig normal be zeichnet. fragliche Zeit zustehenden Unfallrente. Zu mehr hielt sie sich nicht anschauungen der im Startell vereinigten Organisationen zu wenig verpflichtet. Die Stasse schritt darauf gemäß§ 26 des Unfall- übereinstimmen. Angenommen wurde nach langer Debatte dagegen versicherungs- Gesetzes zur Silage im Verwaltungsstreit Verfahren. ein Antrag, den Buchdruckerverband zur Zahlung eines Restbetrages Der Bezirksausschuß zu Magdeburg verurteilte die Berufsgenossen von 16,40 M. aufzufordern, der noch von der früher im Kartell verschaft zur vollen Zahlung der beanspruchten drei halben Monats- tretenen, jest wieder dem Verbande angehörigen Buchdruckerorganibeträge der Unfallrente und bemerkte dazu, daß jest nach der Fassung sation auf Grund des damals gehandhabten Umlageverfahrens zu des neuen§ 25 Rentenbeträge zu überweisen seien bis zur dort decken ist. Vom Vertreter der Kürschner wurde dann noch mitgeangegebenen Höhe und daß nicht mehr bloß, wie früher, teilt, daß die Kürschner sich gegenwärtig in einer Lohnber für den gleichen Zeitraum fällige Rentenanspruch übergehe. Die bewegung befinden. Doch haben die größten Firmen bereits Strantenkaffe habe in der fraglichen Zeit dem Verletzten 28 M. bewilligt und mit den kleineren dürfte wahrscheinlich bis zum 1. Mai Zum Schluß ersuchte Unterstüßung gezahlt, also fönne fie 25,50 M. als die Hälfte der ebenfalls eine Einigung erzielt werden. dem Verletzten für drei Monate zustehenden Rentenbeträge bean- inrichfen um eine möglichst rege Beteiligung an der Maifeier. spruchen. Dagegen sei die Masse mit ihrem Anspruch auf Ersaz Bleiglafer, Glasmaler, Meffingglafer. Am 22. d. M. hielt die ber Kurkosten abzuweisen, denn offenbar habe§ 25 Ab- Freie Vereinigung der Bleiglafer usw. ihre Generalversammlung 1 heiter Der Kassenbestand am Schlusse des ersten Quartals war Swinemde. 757OND fab 4 des Gesetzes, indem er nur von einem Ersak in Form von ab. 1 wolkig Rententeilen spreche, den Ersatz von Sturkosten in den dort gemeinten folgender: Einnahmen 220,75 M., Ausgaben 255,12 M., Bestand Hamburg 755 D 2moltig Fällen ausschließen wollen. Die Dresdener Orts- Krankenkasse vom vierten Quarial 1902 41,72 m., bleibt somit ein Kassenbestand Frankf.a.M. 753D 2wolfig legte Revision beim Ober- Verwaltungsgericht in Berlin ein und von 7,35 M. Der Vorstand hat sich bis auf den Kassierer neu München 5wolfen! blieb dabei, daß sie auch die Kurtosten ersetzt verlangen könne, und konstituiert, da andre das Amt nicht mehr annehmen wollten, und es 755 MD 1 wollen 9 8tvar gemäß§ 9 des Gesetzes. fungieren nun als Vorsitzender Retsch, Kassierer Kieras; und als Wetter- Prognose für Dienstag, den 28. April 1903. Vielfach heiter und am Tage mild bei schwachen südöstlichen Winden; Berliner Wetterbureau. Stationen Berlin ien Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 755 SD 754 323 Better Temp. n. 6. 5°.4° R. 26 Stationen Barometer ſtand mm Wind richtung Windstärke Wetter 7 Haparanda 764 Still wollig Lemp. n. C. 5° E. 4° N. 61659 10 3 bedeckt 749 SS 2wollig 6 Petersburg 762 DGD 1heiter 8 Cort 746 N 5 Aberdeen 7 Paris Das Ober- Verwaltungsgericht bestätigte jedoch die Vorents Schriftführer Kündig. Aus den weiteren Verhandlungen ist zu scheidung mit folgender Begründung: Die Zubilligung der Renten- bemerken, daß ein Antrag auf Einführung der Arbeitslosen- Unter- teine erheblichen Niederschläge. beträge sei mit Recht erfolgt. Der Erfaß der Kurtosten hätte aber I stüßung abgelehnt wurde. Unter den Ausgaben figuriert eine beBerantwortlicher Redakteur: Carl Zeid, in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 98. 20. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 28. April 1903. Die gewerbliche Arbeit verheirateter führungen in meinem Buch„ Die Frauenfrage" über dieselbe Frage bringen moderner Wirtschaftsformen in jene Gegenden würde auch Frauen. Im Hannoverschen Volkswillen" hat Genosse-r meine Aus Belebung des Verkehrs und Hebung der Produktion, kurz das Vorgegen die Ansichten Bernsteins geltend gemacht. Genoffe Bernstein er zugleich die Widerstandsfähigkeit der dortigen Bevölkerung gegen die flärte in seiner Erwiderung:" Erlauben Sie mir die Bemerkung, daß russischen Herrschaftsgelüfte stärken. Dazu kam die Befürchtung, daß In seinem Artikel" Der Mary- Kultus und das Recht der da ein Gegensah thatsächlich gar nicht besteht. Frau Braun betont die Bahn, falls es zum Konflikt mit England in Indien tommen Revision"( Aprilnummer der" Socialistischen Monatshefte") fagt eine allgemeine Tendenz, die niemand leugnet, die überall eintritt, sollte, sich in den Dienst der englischen Interessen stellen könnte. Genosse Eduard Bernstein:„ Es liegen Anzeichen vor, als ob in wo die moderne Industrie ihren Einzug hält und sich zunächst mit Rußland fuchte alfo die Ausführung des Bahnprojekts auf jede Weise dem Maße, als sich die wirtschaftliche Lage der männlichen Arbeiter ihr auch noch steigert. Ich aber zeige eine Gegentendenz, die auf zu hintertreiben, und als es damit keinen Erfolg hatte, verbat es sich verbeffert, auch die gewerbliche Arbeit ber, Frauen einer weiteren Stufe unter gewissen Bedingungen enten, die auf wenigstens, daß die Bahn seiner Grenze zu nahe tomme. Es mußte der Arbeiterklasse zurückgeht." Wäre diese Ansicht Durch alles heut Gesagte glaube ich den Nachweis geführt zu eine südlichere Trace gewählt werden, und nachdem die Anatolische richtig, die er schon wiederholt vertreten hat, so wären wir genötigt, haben, daß vielmehr ein Gegensatz und zwar ein sehr tiefgehender Bahngesellschaft die Stonzession zur Weiterführung ihrer Bahn über unfre Auffassungen in Bezug auf grundlegende Probleme der zwischen Bernsteins und meinen Auffassungen besteht, und daß Estischehr nach Konia erhalten und den Bau dieser 445 Kilometer Frauenfrage vollkommen zu revidieren und unsrer agitatorischen die Gegentendenz in der Entvidlung, von der Bernstein langen Linie in den Jahren 1893/1896 dermaßen gefördert hatte, Arbeit innerhalb des weiblichen Proletariats eine wesentlich andre spricht, bisher nirgends wissenschaftlich nach daß im Juli 1896 der Betrieb auf der ganzen Strecke aufgenommen Richtung zu geben. Es erscheint mir daher nötig, grade an dieser gewiesen worden ist. Ich bin aber auch der Ansicht, daß werden konnte, erlangte der Plan immer größere Festigung, die Bahn Stelle, die von Bernstein aufgestellte Behauptung einer Prüfung zu selbst Symptome für solch eine Gegentendenz sich nicht mit Sicherheit nach Bagdad von Konia aus über Eregli durch den Cilischen Taurus unterziehen. feststellen lassen. Mehr denn je sprechen vielmehr äußere und innere nach Adana, Mosul, Bagdad weiterzuführen. Das Beweismaterial, auf das wir uns dabei stüßen könnten, Gründe für eine weitere Steigerung der eheweiblichen Erwerbsarbeit. Die Genehmigung zur Ausführung der Bahn stieß jedoch bei wären in erster Linie die offiziellen Berufszählungen. Leider lajjen Die Industrie bedarf der Frauenarbeit und zwar insbesondere der Pforte, da von den Mächten hinter den Coulissen eifrig gegen fie uns vielfach soweit die vorliegende Frage in Betracht kommt, im der Arbeit erfahrener älterer Arbeiterinnen. Die Aussagen der einander intriguiert und von französisch- russischer wie englischer Stich. Der amerikanische Census erfaßt als Arbeiterin niemals die Unternehmer find bei der Frauenarbeits Enquete in Amerika und Seite verschiedene Gegenprojefte aufgestellt wurden, auf vielfache mithelfende Ehefrau, daher ist die ehetveibliche Arbeit scheinbar den Erhebungen der deutschen Gewerbe- Aufsichtsbeamten von 1899 Widerstände, bis die Orientreise Wilhelms II. bewirkte, daß schließ= gering; die englische Berufszählung unterscheidet nicht den nach dieser Richtung völlig übereinstimmend. In Zeiten wirtschaftlich die Entscheidung zu Gunsten der Anatolischen Bahngesellschaft Familienstand der Arbeiter, die französische läßt einen Vergleich lichen Aufschwunges bilden die Frauen das große Reservoir Erwerbsausfiel und nach langen Verhandlungen zwischen dieser( das heißt zwischen den beiden letzten Berufszählungen nicht zu, weil erst die fähiger, aus dem die Industrie schöpfen muß. Wichtiger der Deutschen Bank) und dem türkischen Minister für Handel und legte von 1896 den Familienstand berücksichtigt, die östreichische aber und einschneidender ist eine andre Triebkraft, die öffentliche Arbeiten endlich am 5. März dieses Jahres ein Vertrag endlich weist in der lezten Zählungsperiode eine so abnorm starfe die Frauen nach wie bor der Griverbsarbeit zuführt: auf folgender Grundlage zu stande kam: Zunahme der eheweiblichen Arbeit auf, daß sie sich nur durch die Not. Nach den Berichten der Gewerbe Aufsichtsbeamten Zählungsfehler erklären läßt, und man gut thut, sich nicht darauf zu für 1899 fonnte in den weitaus häufigsten Fällen diese Ursache der berufen. Als wichtigste Quelle für unsre Untersuchung bleibt demnach eheweiblichen Arbeit nachgewiesen werden. Niemand wird leugnen die deutsche Berufszählung, und aus ihr geht mit unbestreitbarer können, daß im großen Ganzen die Löhne der Männer allmählich Deutlichkeit hervor, daß die Erwerbsarbeit verheirateter Frauen gestiegen sind, aber sie haben keineswegs mit der Steigerung der nicht nur zunimmt, sondern verhältnismäßig sogar rascher zunimmt Stosten für den Lebensunterhalt, vor allem für die Wohnung, als die Erwerbsarbeit der Ledigen. Wenige Zahlen genügen zum gleichen Schritt gehalten und noch weniger mit der von Beweise des Gesagten: Im Jahre 1882 waren von 1000 Arbeite- uns nur freudig zu begrüßenden Steigerung der Bedürfnisse. rinnen 178, im Jahre 1895 bon 1000 Arbeiterinnen 215 Je höher die Lebensansprüche der Arbeiter werden, je mehr er seinen berheiratet, und während die alleinstehenden einschließlich Anteil an den Kulturerrungenschaften der Gegenwart beansprucht, der Witwen sich in diesem Zeitraume von rund 2400 000 desto mehr wird die Erwerbsarbeit der Ehefrau sich als Notwendigauf rund 2 900 000 d. h. um 21 Proz. vermehrten, stieg die Zahl keit herausstellen. Alle unsre Bestrebungen für Wohnungsreform und der verheirateten Arbeiterinnen von rund 500 000 auf rund 800 000, dergl., die nach Bernsteins Ansicht eine Befestigung der alten Familienwas einem Wachstum von 59 Proz. gleichkommt. Allein in der form, eine Verbürgerlichung des proletarischen Familienlebens unterIndustrie waren 1882 13 Proz. aller Arbeiterinnen verheiratet, im stügen, wirken vielmehr weiter auf die Steigerung der Bedürfnisse und Jahre 1895 dagegen 17 Proz. 28ir sehen also, daß die auf diesem damit auf die Ausdehnung der eheweiblichen Arbeit. Auch die Gebiet umfangreichste und zuverlässigste Berufszählung eine starke häufigeren und früheren Heiraten der Arbeiter sind eher ein Beweis Zunahme der eheweiblichen Arbeit konstatieren muß. gegen als für Bernsteins Auffassung: denn nicht weil der Arbeiter felbst ausreichendere Mittel zur Begründung eines Hausstandes hat, als früher, heiratet er, sondern weil die Mitarbeit der Frau es ermöglicht. Außer dieser Zählung müssen noch zwei Specialerhebungen berücksichtigt werden, von denen die eine 1895 vom Arbeitsamt der Vereinigten Staaten veranstaltet wurde. Ihre Bedeutung ist jedoch allzu hoch nicht anzuschlagen, weil sie nur 1067 Betriebe mit 52 000 Mir scheint daher, daß wir keinen Anlaß haben, unsre AnArbeiterinnen nicht mehr als ca. 3 Proz. aller durch den Census schauungen über die Entwicklung der Frauenarbeit einer Revision zu gezählten umfaßte. Das Resultat der Untersuchung unterziehen. Steht aber dies fest, so werden wir ebenso wenig von war, daß der Anteil der verheirateten Frauen an der einer möglichen Rückentwidelung des Familienlebens zu seiner alten weiblichen Industrie Arbeit 1885 2,6 Proz., 1895 dagegen traditionellen Form reden können, sondern vielmehr annehmen müssen, 8,5 Proz. betrug; so außerordentlich gering er daher auch im Ver- daß die eheweibliche Erwerbsarbeit notwendig von innen heraus gleich mit deutschen Verhältnissen erscheint, seine Zunahme mußte feine allmähliche Umgestaltung herbeiführen muß. auch hier konstatiert werden. Lily Brau 1. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Die andre Specialerhebung wurde 1894 in England von der Sekretärin des britischen Arbeitsamts, Miß Clara Collet, unternommen, und sie ist es, durch die Genosse Bernstein seine Ansicht glaubt stützen zu können. Würde Miß Collet für die englische Berlin, den 25. April 1903. Frauenarbeit thatsächlich den Nachweis liefern, daß die Arbeit der Ehefrauen im Abnehmen begriffen ist, so wäre Genosse Bernstein Englands Aufregung über die Bagdadbahn.- Die Entwicklung des Bahnvorausgesetzt, daß dieser Nachweis unanfechtbar ist. Russische Abwehr. zweifellos in projektes. Die Hauptbestimmungen des Vertrages feinem Recht, wenn er eine auf höherer wirtschaftlicher Entwicklung zwischen der türkischen Regierung und der Anatolischen Eisenbahngesellschaft. eintretende Tendenz zur Abnahme der eheweiblichen Lohnarbeit Beteiligung der europäischen Finanz an der Bahn. Englands Ablehnung. daraus folgert. Die Beweisführung Miß Collets hält jedoch einer näheren Betrachtung nicht Stand. Bunächst erstreckt sich ihre Untersuchung nur auf einen fleinen Teil des Landes: Von 61 städtischen Sanitätsdistrikten mit über 50 000 Einwohnern hat fie mur 19 zu ihrer Enquete herangezogen, es fehlen also neben London 42 Städte mit über 50 000 Einwohnern und daneben alle kleineren städtischen und sämtliche ländlichen Bezirke. Selbst wenn daher die Ergebnisse ihrer Studien für die von ihr untersuchten Bezirke richtig wären, könnte ihnen auf Grund eines so wenig umfassenden Materials eine ohne weiteres zu verallgemeinernde Bedeutung nicht beigelegt werden. Schlimmer aber ist es, daß selbst jene Resultate auf thönernen Füßen stehen. " " nach Die türkische Regierung erteilt der Anatolischen Eisenbahngesellschaft die Konzession zum Bau und Betrieb einer Verlängerung ihrer Bahn Haidar Pascha- Jsmid- Estischehr- Konia Bagdad und Basra mit der Bedingung, daß diese Verlängerung folgende Städte berührt: Keraman, Eregli, Kardash- Beli, Adana, Haminieh, Osmanieh, Bagtcheh, Kazanali, Killis, Tell- Habesh, Harran, Ras- ul- Ain, Nissibin, Avniat, Moful, Tekrit, Sadijeh, Bagdad, Kerbela, Nedjef, Zubeir und Basra. Ferner sollen folgende Zweiglinien gebaut werden: 1. von Tell- Habesh nach Aleppo; 2. von einem noch zu bezeichnenden Punkte nach Urfa; 3. von Sadijeh nach Khanifin; 4. von Zubeir nach einem Punkte am Persischen Meerbusen, über welchen später eine Verständigung zivischen der türkischen Regierung und der Anatolischen Eisenbahn stattfinden soll. Die Konzession ist auf neunundneunzig Jahre erteilt und wird zugleich die Konzession der Anatolischen Eisenbahn um so viele Jahre verlängert, daß sie von jetzt ab diefelbe Zeitdauer umfaßt als die Konzession für die Bagdadbahn. Die neue Linie wird in Sektionen eingeteilt. deren jede ettva 200 Stilometer umfaßt. Die Anatolische Eisenbahngesellschaft ist verpflichtet, die Arbeiten für die Ausführung der ersten Settion innerhalb drei Monaten nach Genehmigung der Pläne zu beginnen und sie in zwei Jahren zu vollenden. Die ganze Linie mit den Zweiglinien ist innerhalb acht Jahren fertigaustellen. Die Bahn soll zunächst eingeleißig gebaut werden. Ein zweites Geleise ist die Bahngesellschaft erst dann zu Tegen verpflichtet, wenn die Brutto- Kilometereinnahme die Summe bon 30 000 Fr. erreicht. Die Bahn hat für Baumaterialien, rollendes Material usw. keine Zölle zu bezahlen; ebenso find die von der Bahn eingeführten Kohlen zollfrei, so lange die BruttoKilometereinnahme nicht die Summe von 15 500 Frant erreicht. Die Anatolische Eisenbahn hat das Recht, nach und nach Sektionen von nicht weniger als 40 Kilometer dem Betriebe zu übergeben. Fünf Jahre nach der Eröffnung jeder Sektion müssen die ausführenden Beamten mit Ausnahme der Oberbeamten türkische Unterthanen sein. Der Anatolischen Eisenbahn werden Bergbau und Forstrechte innerhalb einer Zone bon 20 Kilometer an jeder Seite der Bahnlinie ges to ährt; ferner hat die Anatolische Eisenbahn das Recht, Häfen in Bagdad, Basra und an dem Endpunkte der Zubeir- Linie zu ers richten. Die türkische Regierung garantiert der Anatolischen Eisenbahn 11 000 r. für jeden fertiggestellten und in Betrieb gefekten Kilometer pro Jahr sowie 4500 Fr. pro Jahr und pro Kilometer für Betriebsausgaben. Eine amortifierbare vierprozentige türkische Staatsanleihe garantiert den Jahresertrag von 11 000 Fr. pro Kilometer, während für die gewährleisteter Betriebsausgabendeckung von 4500 Fr. pro Kilometer der Ueberschuß aus jenen Garantien haftet, die der Anatolischen Bahngesellschaft schon früher zugestanden worden sind. Dagegen verpfändet die Bagdadbahn den Befizern der Staatsanleihe die ganze Linie nach dem Persischen Golf mit sämtlichen 3weiglinien, dem rollenden Material fowie ihren bollen Anteil an der Reineinnahme und übernimmt zugleich die Kosten für alle Verbesserungen und Einrichtungen, die später für die Einführung von Expreßzügen nötig sein sollten, bis zur Höhe von 8 Millionen Frank. Außerdem verpflichtet sie sich, wenn dies später von der türkischen Regierung verlangt wird, unter gleichen Bedingungen, wie die oben= genannten, eine Zweiglinie nach Diarbekr und Kharput zu bauen. Als Gegenleistung übernimmt die türkische Regierung die Ver pflichtung für die Verzinsung und Amortisation der 8 Millionen Frank, einen Jahresbeitrag von 315 000 Frank zu leisten, und eine zweite Jahressumme in gleicher Höhe für den Schnellzugsdienst zu gewähren, der eingeführt werden soll, sobald die Hauptlinie bis Aleppo dem Betrieb übergeben worden ist. Ihren Siz hat die Bagdadbahn- Gesellschaft in Konstantinopel. Das Aftienfapital ist zunächst auf 15 Millionen Frank festgesetzt. Die Anatolische Eisenbahngesellschaft wird davon 10 Proz. zeichnen und darf ihre Aftien ohne Zustimmung der türkischen Regierung nicht verkaufen. Seit am 13. April der Telegraph aus Konstantinopel die Konstituierung der Bagdad- Eisenbahngesellschaft gemeldet hat, treibt die schon vorher durch die Interpellation des Mr. Gibson Bowles aufgestachelte Eifersucht der englischen Handelswelt auf die AusDehnung der deutschen Interessensphäre im Orient" die englische Bresse zu den schnurrigsten Sapriolen. Fast sollte man nach dem aufge= wendeten Redeschwall annehmen, es ständen Englands gesamte Interessen in Westasien auf dem Spiele; und doch handelt es sich um ein Projekt, das schon seit Jahren erörtert und in seinen Hauptzügen festgestellt ist; und die Bedingungen, unter welchen der englischen Finanz die Beteiligung an dessen Durchführung zugestanden worden ist, sind faum andre, als erwartet werden durfte. Denn daß die deutsche Wie schon bemerkt wurde, kannte der englische Census feine Finanzgruppe, in deren Händen sich die Anatolische Bahn befindet Sonderung der Erwerbsthätigen nach dem Familienstand. Um mun und welche die Konzession zur Weiterführung dieser Bahn über ihren trotzdem die Zahl der verheirateten Arbeiterinnen annähernd zu eruieren, bisherigen Endpunkt Sonia hinaus nach Eregli, Adana, Mosul und half sich Miß Collet durch eine Kombination der durch die Volkszählung Bagdad durchgefeht hat, einfach vom Schauplaße abtreten würde, festgestellten Zahl aller ledigen und der durch die Berufszählung um willfährig der englischen Finanz das Feld zu überlassen, fonnte gefundenen Zahl aller erwerbsthätigen Frauen. Ein Beispiel nur jener englische Kapitalistendünkel annehmen, der noch immer die illustriere ihr Vorgehen: In Bladburn wurden 1891 7413 berufs Veränderungen, die seit zwei, drei Jahrzehnten sich im internationalen thätige weibliche Personen im Alter zwischen 25-35 Jahren und Wirtschaftsleben vollzogen haben, nicht begreift, und je mehr die 3524 ledige in der gleichen Altersstufe gezählt. Mehr als wirtschaftliche Rivalität Deutschlands und der Vereinigten Staaten 3524 ledige können daher nicht erwerbsthätig gewesen sein; zieht von Amerika sich geltend macht, desto verbiffener an der Anschauung man ihre Zahl von der Gesamtzahl der weiblichen Erwerbsthätigen festhält, daß der englischen Bourgeoisie von Rechts wegen die Herr-7413- ab, so bleiben 3389 weibliche Erwerbsthätige übrig, die not- schaft über die Handelsmärkte Asiens, Afrikas und Australiens ge= wendig, danicht mehr als 3524 Ledige vorhanden, verheiratet sein müssen. bührt. Dieselbe Methode vendete Miß Collet auf die Zählungen von 1881 So sehr indes dieser Glaube an das alte„ Rule Britannia" noch an, vergleicht dann die Ergebnisse und kommt auf diese Weise zu immer in manchen englischen kapitalistischen Köpfen spukt, erklärt er dem Schluß, daß die verheirateten Erwerbsthätigen abgenommen doch nicht allein die Heftigkeit, mit der einzelne Blätter, voran das haben. Wie wenig sie dazu berechtigt ist, dazu bedarf es nur einer Organ der Londoner City, die Times", sich plötzlich gegen die furzen Ueberlegung: wie fommt fie dazu, alle Ledigen der be- deutsche Bagdadbahn" wenden. Hinter dem Lärm stecken einerseits treffenden Altersstufe ohne weiteres für Erwerbsthätige zu er die Schiffahrtsgesellschaften, die heute den Verkehr mit Vorderindien flären? Zweifellos sind eine nicht festzustellende Anzahl von ihnen vermitteln und fürchten, daß ihnen die Bahn einen Teil ihrer Fracht berufslose Haustöchter, und infolgedessen muß die Zahl der und besonders den Postverkehr nach Indien wegnehmen werde, erwerbsthätigen verheiratheten Frauen unbedingt größer sei. Weniger andrerseits ein Teil der englischen Grporteure, der in den letzten als 3389 verheiratete Arbeiterinnen fann es zwar 1891 in Blackburn Jahren die stetige Ausdehnung des deutschen und östreichischen nicht gegeben haben, um wieviel ihre Zahl aber in Wirklichkeit größer Handels in Vorderafien verspürt hat und diese Domäne dem englischen ift als diese Minimalzahl, das liegt außerhalb der Berechnungsmöglich- Handel erhalten möchte. Auf Grund dieses Vertrages ist zwischen den Finanzgruppen feit, und doch wäre selbstverständlich diese thatsächliche Zahl die einzig Neben der Hetze dieser Interessentengruppe aber trägt unverkenn- der verschiedenen Länder eine Berständigung erzielt worden, die am interessante, die einzige auch, die weitere Schliffe gestatten würde. bar zu dem Gelärm der durch die Haltung der alldeutschen Presse 13. d. Mets. in Stonstantinopel endlich zur Konstituierung der Die Methode Miß Collets fällt demnach von vornherein zusammen während des Boerenkrieges geförderte Jingoismus sowie die Hoff-" Kaiserlich- Ottomanischen Bagdad- Eisenbahngesellschaft" geführt hat. wie ein Kartenhaus. Dazu kommt nun aber noch, daß die Be- nung bei, daß durch eine derbe Entrüftung die unter der Leitung Nach diesem Uebereinkommen sollten von dem Kapital je 25 Proz. rechnungen selbst in einer ganzen Reihe von Fällen sich als falsch der Deutschen Bant" stehende deutsche Finanzgruppe fich doch noch von Deutschland, Frankreich und England aufgebracht werden, erweisen. Ein fachkundiger Kritiker von Miß Collets Bericht, hinterher zu allerlei Konzeffionen an die englische Finanz verstehen während an die Schweiz 10 Broz, an die Anatolische Bahn Dr. 2. Sinzheimer im Bd. 8 des Archivs für sociale Gesetzgebung wird. Erklärte doch vor einigen Tagen der„ Daily Graphie" geradezu: ebenfalls 10 Prog. und Oestreich 5 Proz. fielen. Und und Statistit", S. 682 ff., hat sich die Mühe gemacht, an der Hand Angenommen, der Plan ließe sich so umändern, daß die Eisenbahn dementsprechend sollte auch die beteiligte Finanz Deutschlands, des Urmaterials einzelne der von ihr aufgestellten Berechnungen nicht mehr von einer Macht kontrolliert wird, so würde unfre Re- Frankreichs, Englands je acht Mitglieder für den Aufsichtsrat ſtellen, nachzurechnen und hat zum Beispiel gefunden, daß der gierung unfres Erachtens gut daran thun, unter getvissen Be- die Anatolische Bahn drei, die Schweiz zwei und Oestreich ein. Minimal Prozentsatz der für die Stadt Stockport gefundenen dingungen die deutschen Vorschläge anzunehmen." Daß diese Verteilung der deutschen Finanz die Oberhand sichert, verheirateten Arbeiterinnen unter 20 Jahren nicht 9,9 Proz., sondern Das Projekt einer Bahn, die Konstantinopel mit dem Thale ist richtig. Ganz abgesehen davon, daß die Ausführung der Bauten 26,6 Proz. beträgt, ein Unterschied, der beträchtlich genug ist, um des Tigris und dem Persischen Golf verbindet, ist schon über ein und die eigentliche Betriebsleitung nach den Abmachungen an die die ganze Schlußfolgerung auf den Stopf zu stellen. Und weiter: Jahrzehnt alt. Es tauchte alsbald auf, als fich 1889 unter Zeitung Anatolische Bahn fällt, in der die Deutsche Bank dominiert, find für Burh wird die Zahl sämtlicher verheirateten Arbeiterinnen der Deutschen Bant die" Societé du chemin de fer Ottoman auch der deutschen Finanzgruppe im Aufsichtsrat dir Stimmen der auf 818 angegeben, während sie sich für die eine Altersklasse zwischen d'Anatolie" gebildet und die zu Anfang der siebziger Jahre gebaute Anatolischen Bahn, der Schweiz und Destreich zuzuzahlen, da die 25 und 35 Jahren auf 1065 beläuft. Das heißt so viel, als wenn Bahn von Haidar Pascha( Hafenvorort Konstantinopels an der beteiligten Finanzinstitute der letzten beiden Staaten engsten Bewir behaupten wollten, in ganz Berlin zusammengenommen wohnten asiatischen Küfte) bis Jsmid( 92 Kilometer) und die damals im siehungen zu den betreffenden deutschen stehen und mit diesen im weniger Menschen als in Berlin O. allein! Bau begriffene Bahnlinie Jsmid- Angora( ca. 486 Kilometer) über- wesentlichen die gleichen Interessen haben. Es würder, also eigent= Nach alledem steht fest, daß Miß Collets Bericht, so weit er sich nommen hatte. Der Plan ging damals dahin, im Anschluß an die lich 14 deutsche Stimmen 8 englischen und 8 französischen gegenmit der Frage der Zu resp. Abnahme der Berufsthätigkeit ver- letgenannte Bahnstrecke die Trace weiterzuführen über Siwas nach überstehen. Aber dieses Verhältnis für unerträglich zu finden und heirateter Frauen beschäftigt, völlig wertlos ist. Diarbekr, und von dort über Mosul und Bagdad nach Basra. Diese zu fordern, daß eine Zusammensetzung der Verwaltung durchWenn Genoffe Bernstein sich auf ihn und nur auf ihn denn Linie behagte jedoch der russischen Regierung recht wenig. Ihre geführt wird, die der englischen Finanzgruppe die Obergewalt sichert, eine andre zu ähnlichen Resultaten führende Untersuchung giebt es Politit verfolgt, wie neuerdings auf dem Balkan, so auch in Vorder- dazu gehört jener specifische englische Kapitalistendüne), der von nicht geftigt hat, so war das deshalb möglich, weil er sich auf afien das Ziel, alles in der Schwebe zu erhalten und jede Konsoli- der Ansicht ausgeht, daß überall in der Welt das englische Kapital die Autorität der im übrigen wegen ihrer Leistungen mit Recht ge dierung der Verhältnisse zu hintertreiben. Die Durchquerung der an die Spize gehört. Andrerseits ist es jedoch ebenso abfurd, wenn von deutscher schätzten Berfafferin berließ und eine Nachprüfung ihrer Methode und nördlichen Provinzen Kleinafiens durch eine deutsch- englischihrer Berechnungen für überflüssig halten fonnte. Dazu kommt, daß französische Bahn würde aber nicht nur die dortigen englischen, tapitalistischer Seite behauptet wird, die deutsche Finanz hätte Engbei ihm, wie übrigens auch bei ihr, in diesem Fall der Wunsch des deutschen und französischen Interessen vermehren, also einer späteren land von vornherein ausschließen und die Bagdadbahn als„ deutsche Gedankens Vater ist. Annegion dieser Gebiete durch Rußland hinderlich sein, sondern die Bahn" bauen sollen. Um ihrer schönen Augen willen hat kaum " an bie Deutsche Bank die englische Finanz heranzuziehen versucht. Sie| Thatsächlich nahmen denn auch unter den Bedingungen, die an die| läufig die Beteiligung Englands an dem Unternehmen gescheitert. hat sich sicherlich von vornherein gesagt, daß die Durchführung eines englische Finanzgruppe als Voraussetzung für ihre Beteiligung an Die Strede Stonia- Eregli, die zunächst in Angriff genommen Bahnprojekts, dessen Kosten sich nach vorläufiger Veranschlagung der Bahn gestellt worden sind, diese beiden Forderungen die erste werden soll, wird von den übrigen Finanzgruppen allein gebaut werden auf 400-500 Millionen Mark stellen, wesentlich erleichtert wird, Stelle ein. müssen, wenn nicht doch noch nach Verflüchtigung der jetzigen Aufs wenn daran sich auch der englische Geldmarkt beteiligt. Noch mehr Mit der Erklärung, die der englische Premierminister am regung die englische Finanz- und Handelswelt zu der Einsicht kommt, aber dürfte in die Wagschale gefallen sein, die Zustimmung der Donnerstag im Unterhause abgegeben hat, daß die englische daß sie zwar der Bahn manche Schwierigkeiten zu bereiten, aber doch englischen Regierung zur geplanten Erhöhung der türkischen Ein- Regierung die Vorbedingungen für einen die Durchführung des Projekts nicht zu verhindern vermag, und daß fuhrzölle zu erhalten, da deren erhoffter Mehrertrag teilweise zur gleichen Anteil Englands. Deutschlands, es daher, da nun England in diesem Fall nicht die erste Geige Garantierung der Bagdadbahn bestimmt ist; zudem dachte man jeden- Frankreichs an der kontrolle, dem Bav und spielen kann, immer noch besser ist, die zweite Geige zu spielen, als falls von der englischen Regierung die Zusage zu erlangen, daß sie der Leitung der Bahn vermisse und deshalb die dem Ensemble ganz fern zu bleiben und dadurch jeden Einfluß später die Bahn zur Beförderung der indischen Post benutzen will. angeregten Busagen nicht abgeben könne, ist vor- auf dessen Spiel zu verlieren. Albert Rosenhain's moderne Kavalierkette Å in ganz neuer Ausführung mit 13, kar. Gold im Feuer vergoldet, unter fünfjähriger schriftlicher Garantie. HerrenDoppelkette 1298L* M. 4,-. Echte atzenhofer Biere atzenhofer Hell atzenhofer Marine atzenhofer Dunkel } 30 Fl. 1/8 T. M. 3.00 1/8 T. M. 3.25 3 M. 1/8 T. M. 3.50 atzenhofer Crystall 28 Fl. 3 M. 18 H1. M. 3.00 Gefällige Bestellungen an Mod. lange M. 4,50. 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