Nr. 35. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags- Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschlandu.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Sernspredjer: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Quittung. Mittwoch, den 11. Februar 1891. Belgisches. Expedition: Beuth- Straße 3. stößt man heutzutage unter den Gewohnheiten des Industrialismus auf Anzeichen, welche zu der Behauptung " Jm Monat Januar gingen bei der Parteitaffe folgende Es war zur Blüthezeit der liberalen Aera in Belgien. berechtigen, daß diese Gefahr kein bloßes Hirngespinnst sei." Beiträge ein: Der fischblütigste aller Bourgeoispolitiker, Herr. Frère- Als ob die Périn nicht genau wüßten, daß die EntsaPankow 10,-. 6. Berliner Wahlkreis, Rosenthaler Vorstadt, Orban, war Finanzminister. Die Frage der Einschränkung gung" der Patrone darin besteht, auf jede Entsagung zu Wedding und Gesundbrunnen 80,70. 6. Berliner Wahlfreis: der Kinder- und Frauenarbeit in den Steinkohlengruben verzichten, die nicht von den Lohnarbeitern getragen Oranienburger Vorstadt 113,40. Wahlkreis Lennep- Mettmann wurde in der Kammer erörtert. Frère- Orban erhob sich wird! 11 " 1 86,50. 5. Berliner Wahlkreis 50,-. G. F.- 30. Freiberg i. S. und erklärte: Diese Beschränkung ist eine Form der Wenn der Liberalismus die Kautschukphrase der Frei3,-. Winsen a. 2. 12,80. Arbeiter der Simon'schen Schuh- Knechtschaft und nichts anderes. Wenn diese Reglemen- heit handhabte, um sich desto ungestörter bereichern zu fabrit, Hamburg 38,35. Sphing 1200,-. Wetzlar- Gleiberg 6,95- tirung der Arbeit unbeschränkt ist, so ist das Sklaverei; können, klerikalisirten die belgischen Ultramontanen den Eupen 20,-. Burg b. Magdeburg 50,-. Frankenhausen i. Th. wenn sie nur theilweise besteht, so ist das Unfreiheit und Ausbeutungsprozeß. Sangen jene: Freiheit die ich 12,-. Reval( Rußland) 14,25. A. 3., Breslau 10,- Dienstbarkeit. Wenn diese Reglementirung dahin kommt, meine", so wandelten diese die Opferung der Arbeiterklasse Berliner Genossen 7814,15. M. 2. 843,40. I. 2. daß sie der Freiheit der Menschen nur mehr ein wenig auf dem Altare des Mammon in ein liturgisches Drama 2253,25. Genossen Leipzig- Neustadt 47,-. G. Sch., Berlin, 6,50. Raum giebt, so ist das Korporations-, Zunft, Meister- um, der Nuteffekt aber blieb für beide derselbe. A.'s Rentensteuer 1020,-. Hannover 300,-. 15. sächs. Wahl- wesen, und bis jetzt hatte ich geglaubt, daß es ein unge- Mit einem Worte, es geschah nichts, rein gar nichts freis 25,-. Von einer amerik. Auktion bei Lips, Berlin, 25,50. heurer Fortschritt für die Menschheit gewesen, sich allmälig für die Arbeiter. Die Arbeiter mußten allgemach zu der Neubrandenburg 10,-. Aschersleben Literaturvertrieb d. R. G. von Sklaverei, Hörigkeit und Dienstbarkeit, Innungs-, Einsicht kommen, daß nur sie selbst ihr Loos zu verbessern u. R. G. 30,05. Nürnberg 300,- Prozeß" Berlin 40.- Bern Bunst- und Meisterwesen befreit zu haben, um endlich bei vermochten, daß weder der liberale Pferdefuß, noch burg 20,-. Wahlkreis Offenbach- Dieburg 25,-. Wandsbeck der vollständigen Befreiung des Menschen anzukommen, der klerikale Weihwedel ihnen helfen würden, daß eine 20,-. Berlin 6. Wahlkreis, Musit", 52,80. Ueberschuß einer indem sie die Freiheit der Arbeit proklamirt. Die Frei- Wendung zur Reform nur durch sie herbeigeführt werden Berloosung v. Lassalle's Bild 2,10. Berlin 4,85. Verloosung e. heit der Arbeit ist das geheiligteste, unverjährbarste Eigen- könnte. Lassalle- Büste, Berlin, 4,60. Liste 581, Berlin, 5,20. Liste 582, thum." M " So erwuchs eine Arbeiterbewegung, deren Erfolge, Berlin, 12,-. Rothe Teufel, Berlin, 11,35. B. V. Rest Das ist der Fünftelsaft der großbürgerlichen Politik, die deren Wirksamkeit, deren reißend schnelle Entwicklung gut 9097,-. D. 3., Berlin, 411,-. Neudamm 1,50. ohne Scham und Scheu die brutale Ausbeutung als das genug bekannt sind. Daß diese Bewegung in den wirthElberfeld 500,-. In der Expedition des„ Vorwärts" aus Berlin Leitmotiv, das A und O der kapitalistischen Moral er- schaftlichen Zuständen wurzelte, daß sie ein Ergebniß abgeliefert 18,10. Rellinghusen 25,-. Trebbin 2,-. Trebbin klärt und sich mit Händen und Füßen gegen den Schutz der sozialen Entwicklung ist, das ist eine Binsenwahrheit, 8,-. Christbaum- Berloosung auf der Beche" bei Hohenstein- der arbeitenden Klasse sträubt. über welche von ernsthaften Leuten nicht mehr gestritten Griftthal 12,05. H. v. B., Brebes auf Java 47,50. Augsburg. Erschien bei dem Frère- Orban und seinesgleichen, wird. Die Resultate der großen belgischen Arbeiter6,-. 4. Wahlkreis Berlin 113,15. Jm 4. Wahlkreis Berlin, ge- bei den Liberalen die Ausnüßung des Proletariats unter Enquête, zu welcher sich die Bourgeoisie vor einigen sammelt durch Grd. 100,-. Sylvesterfeier durch 3. Berlin 3,50. der heuchlerischen Maske: Freiheit der Arbeit, so verkirch- Jahren bequemen mußte, zeigte, wie grauenhaft es mit P. Scr., Rixdorf 1,-. Bant 200,-. Neu Isenburg 15,-. Die lichte der Ultramontanismus, welcher die Erbschaft der den wirklich produktiven Schichten des Volkes bestellt war. vier Alten, Berlin 27,75. Rabenau 3,-. Dresden 2. 8, Liberalen antrat, die Form der Exploitation. Die Pfaffen Aber ebenso selbstverständlich ist es, daß in Belgien, Auktionserlös für einen Maskenanzug Berlin 5,-. Für einen übertönten den Wehruf der abgeplackten, verzweifelten wo ein schmähliches Zensuswahlrecht die große Masse an Wandkalender von den lustigen Sängern aus der Blumenstraße, Arbeiter mit Glockenklang und Bittgesang, sie suchten die stickige einer Bethätigung ihrer politischen Gesinnung hindert, wie Berlin 6,-. Durch 2. D., Staligerstr., Berlin 4,-. Ueberschuß der Atmosphäre des Elends durch den Weihrauchsduft zu über- sie mittelst des Stimmzettels vor sich geht, das gleiche Delegirten Wahl im dritten Wahlkreis Berlin 368,90. täuben, und während ihre Klienten den Arbeitern das geheime allgemeine Wahlrecht im Vordergrund des Freiwillige Beiträge, 111. W. Berlin 100,-. Auktion Fell über die Ohren zogen, verwiesen sie die Schäflein politischen Kampfes steht. Die kleinbürgerliche Demokratie, amerikanischer Zeitungen d. Klempner Astan. Platz, Berlin 3,10. auf die Freuden des Jenseits. die mit Hilfe der Arbeiter ihre Ziele zu erreichen sucht, Staßfurt 25,-. Mühlheim a. Rh. 25,-. Gera 50,-. Kamenz Die Theoretiker des belgischen Klerikalismus spielten ein Beginnen, das scheitern muß, weil zwar dieses Klein10, GI. C. Berlin 25,-. Wurzen 10,-. Bremen 150,- unter einer Decke mit den Bourgeois, denen sie eine bürgerthum die Zersetzung der Bourgeoisie fördert, in 1. Wahlkreis Berlin 1000,-. 12. und 13. sächsischer Wahlkreis patriarchalische Methode der Plünderung zurechtmachten. Diesem Prozeß aber selbst zu Grunde geht, Leipzig Stadt und Land 1000,-. 4. Berliner Wahlkreis SO Das Patronat ist eine spezifische Erfindung der roma- die kleinbürgerliche Demokratie stellt dieselben Forde77,60. Ueberschuß von einem Unfall durch Liste 579: 8,40. nischen Pfaffen, seitdem von den Moufang und anderen rungen, wie der belgische Sozialismus. Die liberalen DoktriVI. Berliner Wahlkreis, Oranienburger Vorstadt, Wedding und Zentrumsgelehrten auch bei uns angepriesen. Das Pas näre, das heißt die Großbourgeois feilschen und schachern. Gesundbrunnen, 168,70. M. Berlin 1,50. Zittau, alte Garde tronat, das ist die kindliche Unterordnung der Profe- Das allgemeine gleiche Wahlrecht ist, so fühlen sie, so d. G. N. 20, Reichstags- Wahlkreis Altenburg 50,-. S. B. tarier unter den väterlichen Ausbeuter, dem sie fehen sie, eine wuchtigste Waffe für die Arbeiter; so suchen mit christlicher Schafsgeduld frohnden sollen und sie mit allerlei Latwergen dem kranken Zensus- Wahlrecht der sie züchtigt, weil er sie liebt. Und augenverdrehend auf die Beine zu helfen und thun dabei nichts, als sich lispelt Professor Périn, der Chef dieser katholischen und ihre Sache noch mehr zu prostituiren als bisher. Schriftsteller:„ Ohne den Geist der Entsagung wäre das Die Einmüthigkeit der Klerikalen und dieser Liberalen, Patronat für die Unternehmer nur ein Mittel, die Arbeiter wenn es sich um Verweigerung volksthümlicher Forderungen handelt, ist sinnenfällig. Bezeichnend für die 50,-... 150,-. Durch Palm- Berlin für die Weber im Eulengebirge 4,70. Für November nachzutragen: Aachen 7,-. Berlin, den 10. Februar 1891. Für den Parteivorstand. A. Bebel, Groß- Görschenstraße 22a. schneller und vollständiger zu unterjochen. Allerdings Feuilleton. Nachdrud verboten.] Bei Mama. Roman von Arne Garborg. ( 35 Es endete natürlich damit, daß sie ihn aufgeben mußte; schönheits- Reiche zu bauen. Swanhild hatte ja auch Malerin dann wollte sie sich trösten wie Swanhild: werden wollen. Ob es wohl sehr viel kostete, das Bischen ,, Nun hab' ich Dich verloren für dies Leben, Malerei zu erlernen? " Gewonnen aber für die Ewigkeit." Gegen den Frühling zu fand bei Magnesen ein Ball Die Verse waren so schön, daß sie über dieselben statt; Fanny wurde eingeladen und ging hin. Sie konnte weinte; die festen Rythmen gingen ihr wie ein Pulsschlag nicht anders. Zum ersten Mal sollte sie auf einen ordentdurch die Seele und der Reimuvorte siegreicher Klang machte lichen, erwachsenen Ball kommen; bisher hatte sie noch niemals fie froh. Sie begann selbst Verse zu schreiben. Wenn sie ein Ballkleid gehabt. Und sie wollte nicht tanzen, sie wollte sich nun in das Resterlager schlich, war es nicht um zu nur zusehen. Jedenfalls konnte sie nachher Buße thun. Sie las dies und das, unter Anderem Jbsens Robeten, sondern um zu dichten. Sie schrieb über unglückliche Freilich wurde nun das Kleid nicht wie es sollte; aber es mödie der Liebe". Das war ein sonderbares Buch. Falk Liebe, so daß das Papier, welches sie beschrieb, thränen- ging doch an-: weißer Spizenstoff auf einem Grund von und Swanhild, die einander mochten und von denen jeder durchnäßt ward. Sie sang von der bleichen Rose, welche blauem Alpakka. Ueber den Schultern ein weißes Fichu; feines Weges ging, ohne auch nur einen Versuch zu wagen, einsam verwelfte, weil niemand sie fand und sich an den es stand ihr hinreißend. Auf der einen Schulter eine rothe waren fürchterlich großartig. So sollten die Menschen sein! Busen steckte; vom jungen Ritterfräulein, das von seinem Rose; im reichen glanzbraunen Haar ebenfalls eine rothe Swanhild war geradezu wunderbar. Und dann so Pagen betrogen wurde und ins Wasser ging; vom kleinen Rose; dies war all ihr Schmuck. Sie kam auf den Ball prachtvolle Verse! Sie verliebte sich in Swanhild und ihre Bögelein, das einsam auf dem Zweige der Birke über dem und strahlte. Verse, so daß sie um deretwillen doch bereute, das Theater stillen Bache saß und vor unglücklicher Liebe starb. aufgegeben zu haben. Swanhild wurde zuletzt Fanny selbst. Von Grethe borgte sie Jbsen's Gedichte; diese lernte sie " In meiner Mutter Hause war ich heimlos... und heimlos auswendig, Besonders liebte sie die ganz kleinen, die nichts war ich in dem eignen Innern..." Gott, wie wahr! anderes waren, als ein Schimmer, ein Klang, ein Bild; das Und dann die Schlußworte-: „ Es fällt das Laub; nun mädchen in der Galerie, die ihr Lebelang saß und Murillo mag die Welt mich haben" topierte, wurde ihr ein deal: Guldstad war der Zolleinnehmer, und Falk, er kam Es sagt mir's der schimmernde wohl eines Tages; " Feuchtblick, der weiche, V zum erstenmal auf Erden. " fand ich mein Ich in eines Andern Wort " Bald schlugest Du durch Mildheit mich in Bande, " Bald stieß mich ab Dein Geist so scharf und kalt, Wie Meerfluth, angelockt von hellem Strande, Vor starrer Felsenbrust zurücke prallt"..... 17 " Sie baut sich flimmernde " Traumschönheitsreiche." Es begann ihr aufzudämmern, daß sie selbst Malerin werden sollte. Unglücklich würde sie ja doch jedenfalls; da war es gerade etwas für sie, mit schimmernden Augen da Es ging von ihr aus, wie ein Fest vou Jugend und Glückseligkeit; ihre Augen blitzten, ihre Wangen glühten; die Herren strengten sich auf's Aeußerste an, Komplimente zu finden; besonders den Vergleich mit einer frischen Hose versuchten sie. Fanny's Beschluß, nicht zu tanzen, wurde bei der ersten Aufforderung hinfällig; fie vergaß Gott mit glücklichem Lächeln und stürzte sich freudeberauscht ins Gewimmel. Der heitere, elegante Mediziner Aas machte ihr den ganzen Abend den Hof. Er war der feinste Herr, den sie jemals gesehen. Er war so zutrauenswürdig und trenherzig. Sein offenes, helles Antlitz kannte keinen Hinterhalt. Sie glaubte ihm aus vollem Herzen. Es ängstigte sie ein wenig, daß sie so dumm war; zu sitzen und ihr ganzes Lebelang flimmernde Traum- schrecklich, wie wenig fic außte. Sie dürfte weniger sagen, Situation ist die Brüsseler Korrespondenz der„ Boff. 3tg."| Politische Politische Uebersicht. Berlin, den 10. Februar. " Tannten Auslaffung der Hamburger Nachrichten" die Be vom 5. d. M., in der es heißt:„ Es steht jetzt fest, daß hauptung auf, daß seit dem Rücktritt des Fürsten Bismarck eine wesentliche Veränderung in dem Verhältniß von Deutsch unter dem gegenwärtigen Zensus- Wahlregimente von der land und Rußland eingetreten sei; das Blatt schreibt wörtlich: zeitigen Regierung und von den jezigen gesetzgebenden Die heutige Sihung des Reichstags nahm ein sehr „ Sodann und hier berühren wir den Kardinalpunkt unserer Körperschaften auf gesetzlichem Wege weder die Zulassung rasches Ende. Nach Erledigung einiger Formalitäten und ganzen auswärtigen Politik werden wir uns hoffentlich zu Rußland nicht immer im Stadium der aufgezogenen Brücken der sofortigen Verfassungsdurchsicht, noch die Einführung nachträglichen Abstimmungen, bei denen die Majorität nicht befinden, sondern hoffentlich allmälig jene eigentliche Basis des allgemeinen Stimmrechts zu erwarten sind, daß somit zweifelhaft war, wurde durch die Konservativen, welche eine unferer Politik wiedergewinnen, welche in einem freundschaftein weiterer erbitterter, das ganze Staatswesen erschüttern- höhere Besteuerung des ausländischen, und eine niedrigere lichen und freundnachbarlichen Einvernehmen mit Desterreich Ungarn und Rußland besteht." Die damit gegen unsere derDer Kampf bevorsteht. Die sechs Abtheilungen der Depu- des inländischen Tabaks verlangen, wieder einmal eine Tabaksdebatte herbeigeführt. zeitige auswärtige Politik erhobene Beschuldigung, daß sie eine tirtenkammer waren heute versammelt, um sich über den Herr Menzer, der in griechischen Weinen und nord- wesentliche Basis der Friedenspolitik Deutschlands, nämlich das Janson'schen Antrag auf sofortige Verfassungsdurchsicht deutschem Fuselschnaps mit gleicher Begeisterung macht, freundschaftliche und freundnachbarliche Ginvernehmen mit schlüssig zu machen und zu seiner Vorberathung einen und für Alles schwärmt, was die Taschen der Rußland preisgegeben habe, ist eine so schwere und steht zudem mit allen bisher bekannten Thatsacheu in so Ausschuß zu wählen. Die stattgehabten Verhandlungen deutschen Steuerzahler zu Gunsten der kapitalistischen diametralem Widerspruch, daß die Münchener Alergaben, daß Regierung und Rechte nur dann eine fünftige Profitpatrioten( junkerlichen und bürgerlichen Zeichens) zu gemeine 8tg." und die Hamb. Nachr." nothwendig irgend Verfassungsdurchsicht zulassen, wenn vorher beide Par- erleichtern verspricht, vertheidigte den konservativen Antrag einen Beweis für ihre Unterstellungen antreten müssen, wenn teien sich über die Grundsätze des neu einzuführen- und wurde von dem Sozialdemokrat Förster nach Ver nicht der gegründete Verdacht erweckt werden soll, daß die beiden Blätter zum Zwecke der Diskreditirung der den Wahlsystems unter Ausschluß des all- dienst abgefertigt. Hierauf erfolgte die Abstimmung über auswärtigen Politit Deutschlands auch vor will. gemeinen Stimmrechts und Fähigkeits- den in zwei Theile zerfallenden Antrag- der erste Theil des Antrags Höherbesteuerung des ausländischen türlichen Erfindungen nicht zurückschrecken." Wahlrechts geeinigt haben haben werden. werden. Regierung Tabals wurde mit großer Mehrheit verworfen. Bei Diskreditirung"," willkürliche Erfindung" das ist und Rechte bieten als Einigungsgrundlage ein auf der Abstimmung über den zweiten Theil( Herabsetzung schon eine schärfere Tonart, als wir bisher gewohnt waren. mäßigem Miethszinse beruhendes Wahlsystem an, der Steuer auf inländischen Zabat) ließ sich aber, weil n Friedrichsruh denkt man nun vielleicht an den Arnimwelches die Zahl der belgischen Wähler von 130 000 die Abgeordneten in dem Hause zu sehr zerstreut waren, Paragraphen. auf 500 000. bei 6 000 000 Einwohnern er um eine genaue Ucbersicht zu ermöglichen, durch das Bureau höhen würde. Da die Linkenmitglieder, nicht feststellen, auf welcher Seite die Majorität war, und Die Nationalliberalen, die wissen, was Freiheit heißt, deren Ansichten über das fünftige Wahl es mußte ein Hammelsprung stattfinden, der das Resultat freilich die Freiheit, die sie meinen. So erklärte heute im system weit auseinandergehen, jeder binden- lieferte: 95 für und 57 gegen den Antrag und die Be- Landtage Herr v. Eynern, er könne es im Intereffe der schlußunfähigkeit des Hauses an den Tag brachte. Gemeindefreiheit nicht verantworten, daß. der Gemeindeden Erklärung darüber ausweichen, so lehnte die erste Die Gigung, welche feine zwei Stunden gedauert hatte, Wahlzensus einheitlich auf 6 M. reduzirt werde, er müsse Abtheilung den Janson'schen Antrag mit 11 gegen 9 mußte nun sofort aufgehoben werden. auch, wieder natürlich im Interesse der Gemeindefreiheit, das Stimmen und einer Stimmenthaltung, die zweite Abtheilung dreifache und das sechsfache betragen dürfen. Wenn die mit 16 gegen 5 Stimmen und die sechste Abtheilung mit Die Nachwahl für den meiningischen Kreis Fommen es als Verbrechen betrachten, daß Ungläubige den 7 gegen 4 Stimmen und 4 Stimmenthaltungen ab. Sonneberg ist auf den 19. Febrnar, den letzten Tag, Namen Gottes im Munde führen, so müssen wir es als Die drei übrigen Abtheilungen stimmen erst in der nächsten an dem die Wahllisten der Hauptwahl vom 20. Februar Schmach bezeichnen, wenn ein Nationalliberaler das Wort Woche darüber ab. Die Verhandlungen der dritten Ab- noch benutzt werden dürfen, angesetzt. Dies bringt unserer Freiheit in den Mund nimmt. Partei natürlich nur Nachtheil, den Gegnern nur Vortheil; theilung waren die wichtigsten. Hier gab der Minister- denn im Laufe eines vollen Jahres sind unsere Partei- Die fiegende Macht der sozialistischen Jdeen wird präsident Herr Beernaert die verblüffende Erklärung ab, genossen zu Hunderten gezwungen, ihren Wohnsitz zu von den Gegnern zähneknirschend zugestanden. So warnt das daß, wenn eine Verfassungsdurchsicht stattfinde, auch die ändern und verlieren somit das Wahlrecht, während die zu- in Posen erscheinende ultramontane Kleinbürgerblatt, der verfassungsmäßigen Bestimmungen über die Polizei gezogenen Arbeiter, da sie nicht in den Wählerlisten ein- Drendownik", die polnischen Bauern und Arbeiter, unser behufs Stärkung der Staatsgewalt" getragen sind, ihr Wahlrecht nicht ausüben tönnen. Daß Parteiorgan, die„ Gazeta Robotnicza", zu lesen, da er begeändert werden müssen. Der Staat müsse die Gene die besitzenden, für die Bourgeoisparteien stimmenden fürchtet, daß, wenn das Blatt zweimal gelesen wird, die ralpolizei bisher steht die Polizei ausschließlich Wähler unter diesen Schiebungen der Bevölkerung nicht zu Leute vom Sozialismus nicht mehr lassen werden. Dies unter den Bürgermeistern in seine Hand bekommen leiden haben, ist klar. Trotz dieser ungünstig en Verhältnisse ärgert natürlich die Herren Ultramontanen und Polen gewerden unsere Genossen alles daran segen, ihrem Kandidaten, waltig und deshalb bekämpfen sie unser polnisches Parteiund in Brüffel nach französischem Vorbilde eine Zentral- dem Genossen Heißhaus, den Siz zu verschaffen, der unserer organ, das in erfreulicher Weise sich einen von Nummer zu Polizeipräfektur errichten!" Partei von Rechtswegen gehört. Nummer steigenden Abonnentenstand und Anerkennung erAbgesehen von den paar Leuten, die wie Janson, wirbt, mit allen unanständigen Mitteln, so zitiren sie den bürgerlich- radikal sind, ist die ganze Klique für eine Berschiedene Anzeichen lassen darauf schließen, daß sich Namen des Blattes falsch, geben unrichtige Bezugsquellen Reform" des Stimmrechts, die thatsächlich nur den Schein, in jüngster Beit allerhand unterirdische Kämpfe abgespielt an und suchen auf alle mögliche Weise die Verbreitung der nicht das Wesen des Zensussystems trifft. Und der haben, mit denen die Ent- und Versegungen Stöcker's, des Gazeta Robotnicza" zu hemmen. Doch all' diese kleinSpigelminister Beernaert, der zu den blamirtesten Grafen Waldersee, des Generals Lescynski u. s. w. offenbar lichen Maßnahmen werden das Eindringen des Sozialismus in Zusammenhang standen, und deren Ausgang in Frieorichs- in die polnische Bauern und Arbeiterbevölkerung nicht europäischen Staatsmännern dieses Jahrhunderts gehört, ruhe sehr unangenehm berührt zu haben scheint. Wenig hindern. der Nährvater und Schutzpatron der infamsten Lumpen, stens ist der Chefredakteur der Hamburger Nachrichten" der Pourbaix und anderer Lockspitzel, fordert mit kühner giftiger und galliger als je. Ein Glück, daß er noch eine Ueber die Gründung der Berliner Arbeiterschule Stirne mehr Polizei, Staatspolizei. Stätte hat, wo er sein Gift und seine Galle abladen kann. schreibt ein Berliner Korrespondent der Wiener Arbeiter Er würde sonst bersten oder ersticken vor Wuth. Nachdem Beitung": er seinem gehaßten und beneideten Nachfolger( verschiedene bie Beine geworfen und ihn nippel zwischen u. a. namentlich auch der Liebedienerei gegen England( in der Kolonialpolitik) bezichtigt hatte, spielte ihm der neue Und während mit der ganzen Beschränktheit, die den Reichskanzler vor einigen Tagen den Streich, im Reichstag Vertretern eines Systems eignet, welches die Götter ver- eine Randbemerkung" des Fürsten Bismard, als derselbe derben wollen, dieser Beernaert nach Polizei ruft, regt es noch Reichskanzler war, zu verlesen: des Inhalts, daß die sich in den Kasernen, und die Politik der Bajonette, Freundschaft Englands mehr werth sei als ganz Ostafrika. die gegen Demokraten nur Soldaten verwendet, Das hat nun einen Feuerbrand in die alte Raketenkiste geerleidet eine nicht nur für Belgien lehrreiche riefige schleudert und in den„ Hamburger Nachrichten" ging vorSchlappe. gestern ein höllisches Feuerwerk los. " Die Polizei- Brutalität foll in Staatsregie genommen, jede Stimmrecht- Erweiterung durch Schergenvermehrung und Polizeivollmachten forrigirt, die Knebelung der Arbeiter vollendet werden. Das Volk, das arbeitende Bolt, und die Proletarier in Uniform find in Bewegung. Und derweil stehen die Krämer der Bourgeoispolitik, treiben Trödelgeschäfte und verstecken sich hinter Konstablern. Das Goethe'sche Wort kann sich bewahrheiten: ,, Aber sie treiben's toll, Ich fürcht', es breche, Nicht jeden Wochenschluß Bahlt Gott die Zeche." " entfandte nach Friedrichsruh einen„ Kaltwasserstrahl" in Nun gegen Feuer hilft Waffer, und Herr v. Caprivi Gestalt einer offiziösen Notiz, zu deren Veröffentlichung gewiß nicht um sie dem Adressaten angenehmer zu machen dessen früheres Leiborgan, die Norddeutsche Allgemeine Beitung" gewählt wurde. Die Notiz ist scheinbar an die Wlünchener Allgemeine Zeitung" gerichtet, die sich ebenfalls dem verflossenen Kanzler zur Verfügung gestellt und etliche Stateten des Feuerwerks losgelassen hat; ste lautet: Die Münchener Allg. Zeitung" stellt bei Besprechung der jüngsten Kolonialdebatte in Uebereinstimmung mit der be1 " • " " Eines der erfreulichsten Symptome gefunden, triebkräftigen Lebens der Arbeiterklasse ist es, daß sich in ihr, so sehr sie auch gehemmt ist, durch wirthschaftliche Noth und all das Elend und die Kümmerniß, welche die Folge davon sind, never der große Opfer fordernden Hingabe an die politische und gewerkschaftliche Agitation ein von begeisterter Energie getragenes Streben nach geistiger Bildung geltend macht. Mit einer alle Erwartungen übertreffenden elementarischen Gewalt hat dieser leidenschaftliche Drang nach Wissen sich hier in Berlin bei der Gründung der Arbeiterschule geäußert. Es handelt sich um eine Schule, in der als einem Zentralpunkt die bisher vereinzelten und zersplitterten Bestrebungen der Arbeiter- Bildungspereine zusammengefaßt und in systematischer, möglichst allseitiger und gründlicher Weise den Arbeitern die Mittel zu einer fruchtbaren, lebendigen Bildung dargeboten werden sollen. Am 12. Januar d. J. fand in dem 6000 Menschen fassenden Saal der Lips'schen Brauerei am Friedrichshain" die Versammlung statt, welche die Arbeiterschule begründen sollte. Um 7 Uhr war der Saal bereits überfüllt und Tausende, die gekommen waren, um der Versammlung, in der Liebknecht referirte, beizuwohnen, mußten unverrichteter Sache umkehren. Ein wahrhaft heiliger Ernst erfüllte diese einzige VersammTung, und mit dem größten Enthusiasmus wurde die Gründung der Arbeiterschule beschlossen. An demselben Abend zeichneten fich mehr als tausend Arbeiter und Arbeiterinnen als Mitglieder ein, und seitdem ist die Zahl der letzteren bereits auf weit über einmal ein wirklicher Herr!" sagte sie. Fanny antwortete mit einem glücklichen Lächeln; das Herz flopfte ihr unter dem blauen Alpakta. als fie Luft hatte; fich fompromittiren, das wäre zu schnell dies nervös; da wagte sie eine Frage: Sie find ja Medigeschehen. Zum Glück redete er für sie beide. Er unterhielt ziner... was heißt es eigentlico, nervös sein? Alle Leute fie die ganze Zeit, leicht, gemüthlich und behaglich;- dies sind nun nervös, höre ich, und ich werde wohl auch bald nannte man also Konversation. Er sprach langsam, ein wenig anfangen, zu behaupten, ich sei nervös, wenn ich nur erst Am nächsten Sonntag traf ihn Fanny auf der Karlschleppend, außerordentlich weich; das ist gejadezu meat recht wüßte, was das ist."" Neavös," versetzte Aas, Johann- Straße wieder. Sie traf ihn öfters wieder. Er wüadich, Fjäulein"; wüaden Sie mia das glauben; mia scheint das ist in seina gjoßen Allgemeinheit das gleiche wie begann ihr regelrecht den Hof zu machen. Er nahm fie in's Theater und in die Konditorei, das doch sjech"; so redeten die eleganten Herren wohl valumpt, das heißt, wenn von Heean die Jede ist; was heutzutage. Er war sehr gebildet. Er interessirte sich für die Damen betjifft,-nun, sie sind ja nicht neavös, in Konzerte und auf Spaziergänge mit.*) Manchmal Musit, Gesang, Malerei; wenn er einmal Arzt und reich Fjäulein? bei den Damen bedeutet es in da Jegel begleitete Mama sie; zumeist aber waren sie allein. Er war, wollte er sich eine luxuriöse Wohnung einrichten, in dasselbe wie affettiat..:" Sie lachte; aber hui, ob erivartete sie Abends vor dem Laden und führte sie nach der auf allen Wänden schöne Bilder hängen sollten er sie nicht zum Besten hielt? Ferner wollte sein Freund Hause; zeitweilig begleitete er sie auch zu Mittag. Es Wie meinen? Was das kostet-? Ja, im Anfang kostet Gabriel sich auf die Literatur werfen " Schwäamen machte ihm nichts, daß sie ein Ladenmädchen war; cr es wohl, Fiäulein. Man muß viele Jah'e aarbeiten, wenn Sie füa Litejatua, Fjäulein?"-" Ja, ich weiß nicht war wirklich fein. Gott, sie hatte ihn gewiß lieb. etwas bajaus weaden soll, und dann muß man nach Düffel- recht..." " Ja, wia daheim, wia haben ja gaa keine Denkt Euch, wenn sie ihn retten könnte! Leider war er ein dorf und München und Pajis... Ein bischen? Ja, sehen Litejatua; denn Sie weaden mia doch nicht mit so etwas fürchterliches Weltkind. Sie, Fräulein, es ist fast schlimma, wenich als nichts zu wie mit dem Pfead des Landes"*) djoben in Gausdal Er durfte um alles in der Welt nicht merken, daß sie tönnen. Und dann haben wia so gjästich Biele, die fommen, das nichts thun lann als Jepublik und deagleichen gottesfürchtig war; so niedrig war sie, so elend war sie; wenich können; sie schmiean soviel Leinwand voll, daß Unsinn mea pjedichen " Und Jbsen?" wagte sie vor- aber sie betete für ihn. Sie wurde eifriger im Gebet als Gott Bata es ihnen vageben mag. Sagen Sie, malen Sie, fichtig, ist er nicht?" Ja, Ibsen,**) dea ist doch etwas; jemals vorher, und ihre Gebete wurden so herzlich, daß sie Fjäulein?" ea hat doch so viel Beastand, daß ea einen wiaklichen meinte, Gott müsse sie erhören. So oft sie Aas wieder traf, Fanny ließ in aller Stille ihren Malerinnen- Plan Dichta nachmacht; übrigens muß ich Ihnen fagen, Fjäulein: fah fie nach, ob er noch nicht ein bischen ernster geworden. es giebt nicht mea als einen Dichta auf da Welt, nua einen Aber nein, er war das gleiche frohe Weltkind wie vorher. fallen. einzigen." Er erwartete, sie werde rathen; sie getraute sich So versuchte sie, dem lieben Gott nachzuhelfen. Sonntag, Ach, es war zum Verzweifeln, wie dumm sie war. nicht. Sie glauben natürlich, ich meine Shakspea; nein, wenn sie spazieren gingen, brachte sie ihn auf den Kirchhof; Jeden Augenblick nannte er Dinge, die sie nicht kannte. Er sehen Sie, Heinjich Heine, das, ja, das ist ein Dichta. Du vielleicht daß die Nähe des Todes weckend auf ihn wirkte. fand es untahaltend, am Sonntachvoamittag auf der Kaal hast Diamanten und Pealen, haft alles, was Menschen-„ Bien, why not?" jagte er und folgte ihr; dann schlenderte Johann- Stjaße herumzugehen und Physiognomien zu begea, und haft die schönsten Augen; mein Liebchen, was er zwischen den Gräbern herum und sprach von Luftbarkeit studieaen; was das nun hieß. Sein Freund Gabjiel war willst Du noch mea?"- Das von den schönsten Augen" und Musik, genau wie sonst. Bei ihm biß nichts an. ein eifriger Bacchusknecht;- was dies wieder war. Der verstand sie; er sagte es so, daß es eine feine Schmeichelei Schließlich wurde er des Kirchhofs müde.„ Herrgott, tönnen gleiche Gabjiel war auch ein ächtj norwegischer Prinzipien- wurde. wir nicht minder trübselige Orte zum Spazierengehen finden", reiter; er schwäamte für modeane Ideen und trieb eine zeitAas ließ sich Mama vorstellen und war auch gegen sie fagte er. Gie lachte und gab ihn auf. Im Grunde Lang jealistische Kunst... hu; bei Gott! fie mußte ein bischen zu studiren anfangen. Aber wann sollte sie dazu die liebenswürdig. Das bezauberte Mama. Schau, das ist war er ein großes Kind. Der liebe Gott würde ihm beistehen, wenn seine Zeit kam. Er war prächtig, auch so wie Muße finden; wo sollte sie dafür die Bücher suchen... Sie wagte nicht einmal um Erklärung der schwierigen Worte zu bitten; ( Fortsetzung folgt.) " Des Landes Pferd" hatte sich damals Björnstjerne all' dies mußten gebildete Menschen wohl wissen, ein Mädchen Björnson in einem Gedichte genannt; dies blieb eine Beit lang aus einer höheren Töchterschule würde dies alles verstehen. als Spizname in Schwang; Gausdal ist seine Heimathsgegend. " O ja,"" ei," war alles, was sie antworten fonnte; ach, wie Es war damals Mode, Josen als Nachahmer Heine's mußte er sie langweilig finden. Besagter Gabjiel war über- zu bezeichnen. er war. In Kriftiania herrscht so viel Freiheit des Verkehrs zwischen, beiden Geschlechtern, daß all dies weder ungewöhnlich, Inoch ungebührlich ist. I 4000 angewachsen. Mögen sich alle Hoffnungen, welche sich an die vortreffliche Schöpfung knüpfen, erfüllen! Wir haben diesen trefflichen Ausführungen nichts bei zufügen und wünschen nur, daß die Berliner Arbeiterschule das hohe Biel, dem sie zustrebt, voll und ganz erreicht. Jn Sachen der Koch'schen Entdeckung hat gegen wärtig, wie schon angedeutet, eine rückläufige Bewegung, ein starkes Mißtrauen plaßgegriffen. Es ist dies hauptfächlich die Folge der übereilten Veröffentlichung der Entdeckung( welche insbesondere auf Drängen des Kultusministers v. Goßler erfolgte) sowie der anfänglichen Regierungsmaßnahmen und der von einer Anzahl von Aerzten getriebenen ungeheuren Reklame, endlich auch der anfänglich von den Kranken auf das Mittel gesezten maßlosen Erwartungen, deren Nichterfüllung nun in Pessimismus übergeschlagen ist. Der denkende Mensch wird sich in solchen Dingen ebenso wenig einer überschwänglichen Erwartung Erwartung wie einer unbegründeten Verneinung hingeben, sondern die weitere Entwickelung der Wissenschaft überlassen. Am wenigsten wird er einem Drängen folgen, wie das eines ehemaligen Sozialdemokraten, welcher von München aus Petitionen an Kaiser, Kanzler, Bundesrath und Reichstag verbreitet, in welchen kurzer Hand ein obrigkeitliches Verbot gegen jede fernere Impfung gefordert wird. Das wird so wie so geschehen, wenn die wissenschaftliche Kritik für die Schädlichkeit der Impfung fich aussprechen sollte. Täßt. Was unsere Partei Partei betrifft, so wird diese welche man erschossen haben will. Das ist eine böse Sache, Orte, in denen bisher noch wenig oder gar keine Agitation be= und da heißt es, versöhnlich auftreten und Händedrucke mit trieben wurde, gebeten, Adressen anzugeben, an die man die geden unbequemen Arbeitern austauschen. Als vor mehreren lesene Literatur fenden kann. Diejenigen Orte, welche der KomWochen belgische Arbeiter vom Könige empfangen werden mission finanzielle Unterstützung zukommen lassen wollen, werden wollten, wies man sie ab. Gestern aber, einige Tage nach ersucht, ihre Sendungen an Wilh. Finke, Vogelsauerstr. 39, zu den Milizrevolten wurden sie vom König eingeladen, um ihre Wünsche vorzutragen. Darüber meldet eine Brüsseler Depesche: " richten. # * ganz AmtsAus Sachsen. Unser Nostiz- Wallwig ist also nicht mehr! Der Vorwärts" hat ihm im Allgemeinen schon sein Recht widerDie Arbeiter- Delegirten des Industrie- und Arbeitsraths fahren lassen. Trotzdem aber gestatten wir uns ein paar nachwurden gestern vom Könige empfangen. Der König unter- trägliche Bemerkungen. Dafür, daß der verflossene Minister kein richtete sich aufs Eingehendste über die Lage der arbeitenden bedeutender Jurist war, wollen wir ihn nicht verantwortlich Klassen. Auf die Frage der Arbeiter, ob der König seinen Ein- machen; auch sein Nachfolger hat erklärt, obgleich er sich seinem fluß für die Einführung des allgemeinen Stimmrechts geltend Borgänger gegenüber nicht würdig fühle, ihm die Schuhriemen machen wolle, antwortete der König, er sei den Arbeitern sehr aufzulösen, trete er doch den Posten an, an den die Krone ihn zugethan, da er aber fein Diktator wäre, so müsse er die Nation berufen und in Nostizens Fußtapfen. Just ebenso ging es, wenn sich darüber aussprechen lassen. Dem„ Peuple" zufolge soll solche Worte nicht nur Redensarten sind, dem Herrn von Noftizder König auch gesagt haben, die Arbeiter thäten Unrecht, fich als Wallwitz auch. Die gesammte Juristenwelt um nur von dieser besondere Raste zu betrachten, er und sie alle feien Belgier, zu reden hat die juristische Unzulänglichkeit des Nostiz festAlle feten fie Arbeiter nach verschiedenen Richtungen. Als die gestellt. Weiter aber ist allgemein die Ansicht verbreitet, daß die Arbeiter geltend gemacht hätten, man habe sie durch den vielfach unter der Stichmarte, Sächsische Gemitthlichkeit" berichtete Ausschluß vom Stimmrecht zu einer besonderen Raste gemacht, und geradezu auffällig gewordene Rechtsprechung in einigermaßen erwiderte der König den Delegirten, die Verfassung verbiete politisch gefärbten Prozessen absolut mit dem Herrn von Nostizihm, sich mit dieser Frage zu befassen, er könne ihnen nichts Wallwig gar nichts zu thun hat, eben ivegen seiner absoluten als Jurist. versprechen, da er seine fonstitutionelle Haltung nicht aufgeben Unbedeutenhdeit Die sogenannte„ Sächsische hat eben ihren Grund 10 0 dürfe. Hierauf sollen dann noch die Arbeiter bemerkt haben, Gemüthlichkeit" und Die Kreishauptmannschaften der König verimöchte als Vermittler zwischen den Parteien zu anders. wirken." hauptmannschaften, wenn sie in der Hand eines einiger Nachdem der König allen Mitgliedern die Hand ge- maßen durchgebildeten Juristen der höheren Karrière waren, brückt hatte, wurden sie ebenso schlau wie zuvor entlaffen. baben unter einem ihnen an juristischer Bildung nicht gewachsenen Minister leichtes Spiel gehabt. Er deckte mit seiner Die deutsch-liberale Partei in Oesterreich hat Wir fürchten nicht, daß die belgischen Arbeiter sich durch Autorität alle Rückwärtsereien dieser Herren, deren ihren Wahlaufruf erlassen, er ist gemäßigt, vorsichtig, nichts- fönigliche Händedrucke von ihrer Politik abbringen lassen Tragweite er gar nicht übersehen zu haben scheint. Er hieß gut fagend, wie es sich für eine Partei geziemt, deren sehnlichster und den Worten ihres guten Leopold zu viel Glauben alle Ausflüsse der im ganzen Reiche- ebenso wie ehedem die Wunsch ist, an die Regierung zu kommen. Von all ihren schenken werden; sie wissen wohl, daß er weniger fon- Schwabenstreiche berühmt gewordenen sächsischen Helliggeet fozialreformatorischen Vorlagen, die in der letzten Sitzungs- ftitutionell denkt, wenn es sich um den Kongostaat, b. h. um un Gemiethlichgeet" in Rechts- und nicht zu vergessen! periode unerledigt blieben, so von der Errichtung von seine Privatinteressen handelt. Polizeidingen. Bei einer bedeutenden industriellen Entwickelung Arbeiterkammern und Einigungsämtern, von irgend welchen des Landes, die selbstverständlich Hand in Hand geht mit einer Fortschritten, wie der Erweiterung des allgemeinen Wahl- Stanley, der fühne Afrikaforscher, scheint zu der Ueber- großen politischen Regsamkeit der Arbeiter, fehlte eben der höheren rechtes, schweigt der Wahlaufruf, er ist mit einem Worte: zeugung gelangt zu sein, daß es wichtigeres gebe, als die Erwägungen gewachsene leitende Geist des offiziellen Rechtslebens. nationalliberal". Und das Schicksal des deutschen afrikanischen Sklaven zu befreien, daß es genug Sklaverei Wie das den Kreis- und Amtshauptmannschafts- Verwaltern nicht Nationalliberalismus wird auch der österreichische theilen, er in Europa gebe. Wir glauben wenigstens so eine New- entging, so machten auch hem, hem, die übrigen secundum ordinem bis zu den Polizeikommissaren und Schuhleuten hergeht unaufhaltsam trotz der Unterstützung durch den Regierungs- Yorker Meldung deuten zu müssen, nach welcher Stanley unter ähnliche Wahrnehmungen. Wie weit diese Nostizepoche in apparat dem Untergange entgegen. Innerhalb Wiens pflanzt der beschloß, sämmtliche ihm von Souveränen dargebrachten Ge- das Leben der heranwachsenden Juristengeneration hereingreift, Vorkämpfer der schwärzesten Reaktion, der Vertrauensmann schenke, deren Werth auf über 2 Millionen Mart geschätzt - und nicht eben segensreich!- das ergiebt die Thatsache, daß der päpstlichen Kurie, der langjährige Führer des öster- bird, dem General von der Heilsarmee Booth abzutreten man schwer Vertheidiger in Polizeifachen und politischen Prozessen Die hilfeleistenden Referendare, welche auf großen reichischen Ultramontanismus, der schwarze Prinz" Alois zum Zwecke der Bekämpfung des Pauperismus. Uebrigens findet. Lichtenstein sein Banner auf. Er kandidirt in einem Be wird Stanley dadurch ebensowenig den üblen Ruf der von Bureaus in die Praxis sich einarbeiten, müssen da vielfältig herzirke Groß- Wiens und seine Wahl ist nicht unmöglich. Die seinen Leuten in Afrika verübten Barbareien aus der Welt halten. Aber auch sie, die zum Theil ihr zweites Staatseramen ganze Wahlbewegung Desterreichs bietet das Bild äußerster schaffen, als wie das Almosensystem des General Booth den noch zu erstehen haben, fürchten wie heißt es doch im heiligen Rußland? als unzuverlässig" betrachtet und beim zweiten Bersplitterung der bürgerlichen Parteien. Ein halb Duhend Pauperismus vermindern wird. Rigorosum nun sagen wir genau ins Auge gefaßt zu antifemtischer und ein viertel Dugend liberaler und demos In einem Leitartikel behandelt die„ Times" in sehr leben im sächsischen Bolte der breitesten Schichten ist und fein werden. Was die Folge aller dieser Dinge für das Rechtskratischer und ein Dugend nationaler Parteien bekämpfen fich; eine Anzahl von Stichwahlen ist das einzige Resultat scharfem Tone die durch das britische auswärtige Amt ver- muß, das kann sich wohl jeder denkende Mensch vorstellen. fich; eine Anzahl von Stichwahlen ist das einzige Resultat mittelte Zurücksendung der vom Lordmayor von London wir würden es auch bei uns freimüthiger schildern, wenn wir des Wahlkampfes, das sich mit Bestimmtheit voraussagen an den Haren gesandten Bittschrift des Guildhall- Meetings heute nur die Grörterungen wiederholen könnten, die gepflogen Woche erst ein richtiges Bild über ihre Stellung zu den in Sachen der russischen Judenhehe. Diese absichtliche wurden und ungescheut gepflogen werden konnten, Wahlen ermöglichen. Sicher ist die Betheiligung an den- Unhöflichkeit, meint die" Times", sei durch den Ton und selbst in der sächsischen Presse, als die Frage über den Sitz des felben, ungewiß noch die Stärke derselben. Hoffentlich fließen den Inhalt der Bittschrift keineswegs gerechtfertigt. Die Reichsgerichts auf der Tagesordnung stand. Wohin sind jene bald die Gelder zum Wahlfonds reichlicher und ermöglichen ein Bittschrift befleißigte sich, in ruhigem und höflichem Tone Tage? Auf den Reichsherrlichkeits- Rausch folgte der Reichsin dem Lande, in dessen Grenzen das Reichsgericht derzeit seinen allgemeines und entschiedenes Vorgehen. In der letzten um Abstellung jenes Mißstandes zu ersuchen. Doch der Kazenjammer! Und nirgends stößt er das Volk härter an als Nummer der Wiener Arbeiter Beitung" werden schon eine Bar wollte gegenüber der Kulturwelt seine Gleich- Gig hat. Fortan aber werde er in Sachen Anzahl Beträge aus Deutschland quittirt. Wir haben in Frankfurt die Friedhofsaffäre gehabt, welche Eine Reihe giltigkeit zeigen. deutscher Parteiorgane, so die" Fränkische Tagespost", die der schändlichen Behandlung der Juden in Rußland freifinnige Flugblätter mit der Schmach von Olmüh" verDas Bestreben glichen, wir haben die tieftraurigen Hamburger BorFürther Bürger- Zeitung", die Schwäbische Tagwacht" u. a. feine Unwissenheit vorschützen können. zarischen Regierung, dem russischen dem russischen Volke die gänge, die man allerdings aus der Nähe von Altona haben mit Entschiedenheit zur Unterstützung der österreichi- der zarischen Regierung, schen Wahlbewegung aufgefordert, eine Reihe von Blättern wahre Meinung der ausländischen Kulturvölker zu verheim- einigermaßen erklären tann erlebt, aber der Ruhm Sachsens haben auch direkt zur Sammlung für die Wahl aufgefordert. lichen, müsse endlich doch fehlschlagen. Die Times" giebt bezüglich reaktionärer Justiz und Verwaltung, besonders im vereinzelten Geschehnisse. Von den Aufsichtsbehörden wird Die Unterstützung der deutschen Genossen wird unsere öster zu, daß ausländische Strafpredigten für solche Herrscher un- Polizeireffort, ist niederführender als die dort wahrgenommenen angenehm seien, aber freie Völker müßten zuweilen ein hier zu Lande einfach alles gut geheißen. Aber der Bug tiefften reichischen Brüder in ihrem Kampfe stärken. offenes Wort sprechen und diesmals war ein solches offenes unwillens geht hier nicht nur durch die Kreise der politisch aufDie österreichischen Zeitungen sind voll von Beurthei- Bekenntniß die höchste Pflicht. Eine Unhöflichkeit mit einer geflärten Arbeiter und durch das vielfach ebenfalls geärgerte und lungen des Rücktritts des österreichischen Finanzministers anderen zu beantworten wäre unziemlich, sonst hätte es die verletzte Bürgerthum, sondern selbst juristische Kreise sind erfaßt Dunajewski. Aber keines dieser Blätter wagt es, die englische Regierung ablehnen können, die Antwort der von einem Gefühl peinlicher Betlemmung. Es giebt wohl persönliche Korruptheit dieses Mannes nur mit einer An- russischen Regierung zu übermitteln, denn die Bittschrift an taum einen schöneren Beruf als den, dem zum Gesetze gewordenen deutung zu kennzeichnen. Wohl ist es in Wien offenes Ge- den Baren war auf dem Post wege nach Petersburg über- Rechtsbewußtsein des Volkes Geltung zu schaffen, hier zu Lande herrschende System lähmt die Begeisterung für heimniß, daß Herr von Dunajewski als tiefverschuldeter sandt worden. Mann das Ministerium angetreten hat und als zehnfacher Wichtiger noch als die Sympathie Erklärung für die diesen Beruf ganz gewaltig. Schreiber dieser Zeifen hat auch ein gut Stück Deutschland gesehen,- aber ähnliche ErMillionär dasselbe verlassen hat; wohl weiß man dort, daß Opfer der russischen Judenheze erscheint uns die für die scheinungen sind ihm in feines Landes Rechtsleben be einer der blutigsten Gründer, Herr„ von" Rappaport, nach Zehntausenden zählenden Opfer das blindwüthigen gegnet wie im Lande der hellen" und gemüthlichen" Sachsen! von Herrn Dunajewski die Genehmigung der Länderbank, Kampfes gegen den Nihilismus. So lange aber das zivili ber die Jurisprudenz bedurfte eigentlich im ganzen Reiche eine der Zweigniederlassung der Union Generale des nachher firte Europa nicht die einzig richtige Konsequenz zieht und Wiedergeburt! Die juristischen Fakultäten sind einfach Seminare wegen Betrugs zu mehrjährigem Kerker in Paris ver- aufhört, Rußland als einen gleichberechtigten zivilisirten für wohlgedrillte Staatsbeamte und Innungs- Rechtspraktikanten, urtheilten Bontoux, dadurch erzwang, daß er Herrn Staat zu behandeln, wird alle Entrüstung vergeblich sein, in seltenen Fällen Pflegstätten der Rechtsgelehrsamkeit, von Dunajewski, eines schönen Tages sämmtliche Wechsel vor allem aber eine Entrüstung, welche die Form demüthiger auch nur im Schulfinne. Jede andere Fakultät greift interund ihm drohte, dieselben ein- Bittschriften an den zaren wählt. Aber Europa braucht von den Rechtsbildungen anderer Staaten bekannt, von dem flagen zu lassen und Samit Se. Exzellenz den den Zaren, er ist der Hort der Neaktion, die letzte Hoffnung Eingehen auf das Bolksrecht finden wir nur bei einigen österreichischen Finanzminister zum sofortigen Bankerott ge- der auf dem Bulkan tanzenden herrschenden Klassen, deshalb Germanisten eine Spur. Und doch soll alles Recht aus dem drängt hätte, wenn Herr von Dunajewski nicht binnen wird das offizielle Europa fich nicht entschließen, den russischen Rechtsbewußtsein und Rechtsgefühl des Volkes hervorgehen! 24 Stunden die Genehmigung der Länderbank unter selbst Barismus zu einer Kulturpolitik zu zwingen. Aber es giebt faum irgendwo einen mehr zusammenregierten" öffentlichen Geist von der sozialdemokratischen Arbeiterschaft in Desterreich ganz außerordentlichen Bedingungen erivirkt hätte. Seine Fürsorge für dieses Institut war damit nicht Bulgarien hat doch nachgeben müssen. Ein Telegramm abgesehen als im Königreich Sachsen, der eignet sich freizu Ende, er vermittelte demselben österreichische, serbische, meldet:" Gegen zwanzig infolge der russischen Note aus lich nicht zum Rechtschaffen. Unseren Jahrhundert hat Savigny, bulgarische und andere Anlehen, wobei die Tasche des Herrn Bulgarien und Oftrumelien ausgewiesenen Russen haben wenn ich nicht irre, das Talent zur Gesetzgebung abgesprochen: von Dunajewsky nicht leer geblieben sein dürfte. Wenigstens das Fürstenthum verlassen und sind nach Serbien über in der zweiten Hälfte desselben ist das Menschenmögliche gezu trüben und zu verschütten, wäre sonst das ökonomische Kunststück unerklärlich, daß der gesiedelt."- Die Kleinen haben eben immer Unrecht. Macht schehen, dem Urquell alles Rechts, das Rechtsgefühl des Boltes, tiefverschuldete Herr von Dunajewski als mehrfacher Hans geht vor Necht, und wenn Deutschland, Desterreich und Ruß- uns! Das ist's, was ich heute auf dem Herzen hatte, besitzer und Millionär das Ministerium verlassen hat. Much land drücken, kann Bulgarien nicht zurückdrücken. Das ist sonst war Herr von Dunajewsti stets eifrig, wenn auch nicht die Moral der Politit! Uebrigens tann sich Rußland über in der Wahrung der Interessen des österreichischen Staats- diesen Sieg" nicht allzufehr freuen, denn Bulgarien hat schatzes, so doch in der Fürsorge für die Interessen seiner die Gelegenheit benutt, auch einigen russischen Agenten die Familie; so wurde sein Bruder unter seinem Ministerium Thüre zu weisen. desselben vorwics Bischof und Kardinal. Wenn die österreichische liberale Presse an Herrn von Dunajewski's persönlichen Geschäften nichts auszusehen hat, so erklärt sich dies sehr einfach aus ihrem Bedauern, daß nicht einer ihrer Leute die Geschäfte des Herrn von Dunajewski machen konnte. M Borrespondenzen und Parteinachrichten. aber das national aus: dem deutschen Jurastudirenden wird nichts und nirgends ärger als bei Soziale Uebersicht. Da Achtung! Klavierarbeiter und verw. Berufsgenossen. von verschiedenen Seiten das Gerücht ausgesprengt wird, daß in der Pianofortefabrit von May u. Ro. ca. 20 Mann angefangen hätten, sieht sich die Kommission veranlaßt, folgende Erklärung abzugeben: Es ist unwahr, daß sich das Personal der Fabrik seit dem Streit irgendwie verändert hat, oder daß mehrere Arbeiter angefangen hätten; im Gegentheil: der Fabrikant hat die beiden Das neue italienische Stabinet ist gebildet, es ist ein Arbeiter, welche vorige Woche in Arbeit traten, am Sonnabend sonderbares Koalitionsministerium, das aus Männern be Elberfeld. Der am 4. Januar in Köln a. Rh. tagende wieder entlassen. Dem zu Folge steht der Streif heute günstiger steht, die sich vorher aufs heftigste befehdeten. Auf einen Delegirtentag der sozialdemokratischen Partei nahm unter anderem wie zu Anfang. Es erklärt nun hiermit die Kommission, daß sie langen Bestand kann dieses Ministerium faum rechnen, wir den Antrag an, daß eine Kommission von 3 Bersonen zu wählen in der Verbreitung unwahrer Thatsachen eine Handlung der glauben auch nicht, daß es sich zur Auflösung der Kammer sei, welche die Agitation in den beidon Provinzen Rheinland und niedrigsten Gesinnung erblickt, um die für ihren gerechten Lohn entschließen tann, denn es wird unmöglich sein, den auch in dieser Kommission die Parteigenossen allerorts in vorstehenden einige Stadtreisende besonders hervorthun, daruin ersuchen wir Westfalen zu regeln habe, und daß zur finanziellen Unterstübung kämpfenden Arbeiter zu schädigen. Es sollen sich in dieser Art Italien bei Wahlen eifrig funktionirenden Regierungs- Provinzen verpflichtet seien. Mit dem Sih sowohl wie mit der die Kollegen, diefen Schmarogern, wo es irgend möglich ist, das apparat so arbeiten zu lassen, daß alle Minister zufrieden Wahl der Kommissionsmitglieder wurde Elberfeld betraut. In- Handwerk zu legen. Die Kollegen werden gebeten, sich durch find. Die Zusammensetzung des Ministeriums dürfte außer folge dieses Beschlusses fand am 18. Januar eine öffentliche Ver- nichts beirren zu lassen, und die Sammlungen fleißig fortzusehen, Crispi Niemanden befriedigen. Ein römisches Telegramm sammlung der sozialdemokratischen Partei hierfelbft statt, welche dann wird der Sieg bald unser sein. Die Streitkommission. des Bureau„ Herold" meldet: Die Erklärungen, welche von fehr zahlreich besucht war. Es wurden die Genoffen Emil Miller, Elberfeld, Wirkerstr. 13, den Ministern heute in der Kammer abgegeben werden, Wilh. Finke, Vogelsauerstr. 39, sollen feststellen, daß die Ersparungen in dem Budget für Aug. Neumann, Kipdorfstr. 65, Krieg, Marine und Afrika 24, in den anderen Ministerien per Afflamation als Agitationstom mission für Rheinland und Mehrere Präfekten haben Westfalen gewählt. Damit das Komitee dem Auftrage des Partei tages in jeder Weise gerecht werden und im Interesse der Gefammtpartei wirken kann, ist es Pflicht der Genossen, dasselbe 10 Millionen Lire betragen. J. A.: J. Meyer, Andreasstr. 12. Erfurt, den 10. Februar. Die Erfurter SchuhmacherAussperrung hat ihr Ende erreicht. Nach mehrmonatlichem helbenmüthigem Widerstande waren die Ausgesperrten durch den Hunger gezwungen, sich den Bedingungen der Fabrikanten zu fügen. Fünfzig der tüchtigsten Arbeiter sind nicht wieder einDer König von Belgien bekommt Furcht; auf seine nach Sträften zu unterstützen. Gelesene Broschüren, Beitungen wc. geftellt worden. Sie gehen mit dem Plane um, eine ProduktivGoldaten kann er sich nicht verlassen, denn die schießen zwar, bitten oft an obige Adreſſen, zu senden, damit solche Bewed genossenschaft ins Leben zu rufen. Die Sympathie der Arbeiter aber man weiß nicht, ob sie auf diejenigen schießen werden, entsprechend vertheilt werden können; auch werden diejenigen ist ihnen sicher. ihr Amt niedergelegt. Theater. Mittwoch, den 11. februar. Opernhaus. Keine Vorstellung. Schauspielhaus. Der Sturm. Lessing- Theater. Hedda Gabler. Berliner Theater. Wehe den Be fiegten. Deutsches Theater. Ehrbare Mädchen. Hierauf: Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Meißner Porzellan. Pariser Leben. Wallner- Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Schelm Cupido. Vorher: Die Nachbarinnen. Oftend- Theater. Hedda Gabler. Adolph Ernst- Theater. Unsere Don Juans. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Circus Schumann. Unserm Freund und Vize- Dirigenten Herrn Emil Schrock zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch! J. H. 23b Unserm Freunde Paul Ertel ein dreimal donnerndes Hoch, daß der ganze Heinrichsplay wackelt und das Eichhörnchen vor Freuden zappelt. 444b W. K. G. F. O. H. A. Gr. Am 8. Februar verstarb nach kurzem bruder Friedrich- Karl- Ufer. Mittwoch, den 11. Februar, Abends 71/2 Uhr: Grosse Vorstellung mit vorzüglich gewähltem Programm. Besonders hervorzuheben: Altdeutsche Quadrille, geritten von 6 Damen und 6 Herren. Auftreten der Equilabriftin Miß Footit. Monopol, russischer Krantenlager unser Freund u. SangesRapphengst in der höheren Schule geReitfünstlerin Frl. Rofa. Faust und ritten von Herrn May Schumann. Otto Daberkow. Wir verlieren in ihm einen treuen Gretchen, in Freiheit vorgeführt von Herrn Ernst. Mr. Achilles als Genossen und Mitgründer des Vereins, Jockey. Albert, Fuchshengst, in allen dessen Andenken wir stets in Ehren 446b Gangar- en der hohen Schule geritten halten werden. von Frl. Adele Schumann. Auf Gesang- Verein Bruderherz. treten sämmtlicher Clowns. Zum Schluß der Vorstellung: Circus unter Wasser. Danksagung. Für die Beileidsbezeugung und die unserer geliebten Tochter Anna, Kaufmann's Variété. Große Spe- Eine ländl. Hochzeit. große Theilnahme bei der Beerdigung zialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. Concordia. Vorstellung. Große SpezialitätenGebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Sensationelle Wafferpantomime. Spezialität: 4 Wassernymphen. Morgen: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Eine ländliche Hochzeit. A. Goldschmidt, Wintergarten. Große Spezialitäten- Rohtabat pandauerbrüde 6, Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Margarethe Steinow, Liederfängerin. Paul Jülich, Gesangshumorist. Mr. Goswin, Musik. Neger- Clown. Frl. Bonné, Kostüm- Soubrette. Gebr. Corradini, Tanz- Duettisten. Mons. Bernard, Schnellzeichner. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. am hiesigen Plaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[ 746 Nur Mark foftet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 22 L Lager aller Arten Uhren. Ketten, Ringe 2c. Donnerstag, den 12. Februar, Abends 8½ Uhr: Allgemeine Buchdrucker- Versammlung im großen Saale der ,, Brauerei Friedrichshain", am Königsthor. Tages Ordnung: 4 1. Die Lohnverhältnisse der Buchdruckergehilfen in der ReichsDruckerei. 2. Das Verhalten des hiesigen Magistrats gegenüber dem Deutschen Buchdrucker- Tarif. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. Um recht zahlreichen Besuch bittet NB. Die Herren Reichstags- Abgeordneten Albert Schmidt( Buch drucker), Paul Singer und W. Dietz( Buchdrucker) sind hierzu besonders eingeladen. Achtung! Berliner Streif- Kontrollkommission. Achtung! namentlich dem Gesangverein Liedes der freiheit", unseren tiefgefühlten Dant. 164L Die trauernden Eltern E.& M. Wilschke. Achtung, Steinbildhauer! Der Platz Zeidler, Schlef. Güterbahnhof- Play 9, ist bis auf Weiteres für die Stellenvermittelung der Bildhauer Berlins gesperrt. Die Kommission der Bildhauer Berlins. Achtung, Steinbildhauer! Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in der Mittwoch, den 11. Februar, Abends 81/2 Uhr, stattfindenden Versammlung des Gauvereins Berliner Bildhauer zu erscheinen. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Versammlung Prinzenste. 87 tagen wird. 283 Der Vorstand. Otto Eleser, Orts- Krankenkasse der Tischler Uhrmacher( Fachmann), Naunynstr. 15, Ecke Mariannenstr. Butter- Handlung von n. Pianoforte- Arbeiter. Donnerstag, 19. Febr., Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. General Bersammlung der Vertreter d. Kassenmitglieder und der Arbeitgeber. Tagesordnung: Freitag, den 13. Februar 1891, Abends 82 Uhr: Oeffentliche Versammlung Delegirten z. Berl. Streik- Kontrollkommission bei Deigmüller, Alte Jakob- Strasse Nr. 48 a. Tages- Ordnung: 159 L bo Lef har 28 ha un ( 31 fei zu de fti Da fem de tö lic de au m 1. Wie verhält sich die Berliner Streit- Kontrollkommission zur Lohnreduktion der Glasarbeiter? 2. Der Streik der Steindrucker und Hilfsarbeiter bei Destreich u. Hartmann. 3. Bericht über den Vergolder- Streit. 4. Verschiedenes. Um 9 Uhr Verlesung der Präsenzliste. 284/2 Der Einberufer. Zimmerleute! Mittwoch, den 11. Februar, Abends 8 Uhr: Grosse öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der Konferenz der Bauhand werker Berlins event. Wahl der Delegirten. 2. Abrechnung des Zimmererstreiks in Stettin 1890. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellerfammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 351 Der Einberufer: Ortland. Grosse öffentliche Versammlung der Maler und verw. Berufsgenossen Berlins und Umgegend am Freitag, den 13. Februar, Abends 8 Uhr, in Orschel's Salon, Sebastian- Straße Nr. 39. Tagesordnung: 1. Der Aufruf zur Konferenz der Bauhandwerker Bernh Mulci, 1. Abnahme der Jahresrechnung pro Berlins am 15. Februar 1891. 2. Eventuelle Wahl der Vertrauensmänner. Bratweil'sche Bierhallen Neue Roßstraße 1 Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, empfiehlt: f. Tischbutter ausgeführt von dem Mujit- Direktor Pfund 1 Mk. H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert, Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. PassagePanopticum. Unter d. Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Amerikanerin f. Bratenschmalz Pfd. 55 f. Prima Sardellen Pfd. 80 Pf. Frische Eier Mandel 60 Pf. -Ullersdorfer Sahnenkäse Stück 20 Pf. ( weich und gelb). 357 Thüringer Kümmelkäse 3 Stück 25 Pf. Eisenwaaren, Werkzeuge, 1890 nebst Bericht der Revisoren. 2. Antrag von Kiez und Genossen: " In jedem Stadttheil Personen zu wählen, welche Medizinscheine und den ersten Haus Krankenschein unentgeltlich ausstellen sollen. 439b Der Vorstand. Die Beleidigung, welche ich gegen 138 b 3. Bericht der Streit- Kontrollkommission. Referent: Rollege Joseph Hohlwegler. 4. Verschiedenes. Um rege Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann. General- Versammlung der Buzer Berlins und Umgegend Frau Knappe, Boeckhfir. 45 gethan, am Freitag, 13. Februar, Abends 7½ Uhr, Inselstr. 10 bei Scheffer. ist in Uebereilung geschehen. Ich nehme Tages Ordnung: Die Worte zurück und erkläre dieselbe nahme zur Gewerkschafts- Konferenz resp. Wahl von Vertretern. 8. Verschiedenes. 1. Abrechnung des Generalfonds vom 4. Quartal 1890. 2. Stellungfür eine ehrliche Frau. 441b 3. Frau Hohm. Todesfalls halber flottes Vorkostn. Gemüse- Geschäft sofort zu verk. Gute Brotstelle( Parterre Laden). Näheres bei H. Caspar, Restau rateur, Bernauerstr. 72. 442b 152 Schönhauser Allee 152 15 fleine Wohnungen. 161L Stube u. Kuche. 2 Stuben u. Küche. Wohnungen v. 50 bis 70 Thaler 36 M m. 25 cm langem Haus- und Küchengeräthe Forsterstraße 51/52. Vollbart. 18-1 Uhr. 5-9 Uhr. E. Vogtherr, Berlin C., Landsbergerstr. 64, am Aleranderpl. Stephanstr. 16( Moabit).[ 138L Castan's Panopticum. Sonntags geschlossen. etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. 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Aber auch nach Annahme des Gesezentwurfs die Konsumenten aus reiner Vaterlandsliebe sich daran gewöhnen durch die Regierung wird es nöthig sein, daß die großen Jagdsollen, mit größerem Wohlgefallen das Zeug zu rauchen, das besitzer dem kleinen Manne mit Wohlwollen entgegenkommen. einem die Zunge wund beißt? Der Antrag Menzer würde aber- Abg. Strut: Namens der Freifonservativen fann ich eine Am Tische des Bundesraths: von Marschall, mals die Lage der in der Tabaksindustrie Beschäftigten ähnliche Erklärung abgeben, wie der Abg. v. Rauchhaupt. Eine verschlechtern. Durch die Zollerhöhung von 1879 ist große Mehrheit meiner Freunde wird für den Entwurf stimmen, bereits der Konsum zurückgegangen und die Tabaksindustrie obgleich er ihnen durchaus nicht in allen Stücken sympathisch ist heute nicht mehr wie früher als blühend zu be ist. Ich beabsichtige den§ 1 nicht zu ändern, also eine Schadenszeichnen. Die Zahl unserer Tabatsbauer ist gering im Verhältniß erfaßpflicht auch für Rehe und Fasanen anzuerkennen, aber im§ 5 zu der Produktion, die von dem Ausland hereinkommt. Die Ge- die Rehe und Fasanen zu streichen. fetzgebung darf nicht zu Gunsten einer kleinen Gruppe Erleichterungen gewähren, wenn sie dadurch größeren Massen der Bevölkerung Schaden zufügt. Für die Herabsetzung der Steuer für inländischen Tabak werden wir stimmen, dagegen die Zollerhöhung des ausländischen ablehnen. Ohne Debatte erledigt das Haus in erster und zweiter Lesung den Gefeßentwurf betreffend die Ergänzung des Reichshaushalts- Etats für 1891-92( Ministerresidentur in Luxemburg 28 500 M.) und setzt darauf die zweite Berathung des Reich 3haushalts- Etat fort und zwar beim Etat der 3ölle und Verbrauchssteuern. Referent Abg. Hartmann führt beim Titel 1 3ölle ( 314 620 000 M.) aus, daß in der Kommission befürwortet worden fei, die Zölle erheblich höher, nämlich auf 350 Millionen Mark zu veranschlagen mit Rücksicht auf die jetzt schon bekannte Höhe der Zolleinnahmen des laufenden Etatsjahres und auf die gestiegene Zahl der Bevölkerung. Die Kommission glaubte aber Darauf nicht eingehen zu können, zumal der Abschluß des laufenden Etatsjahres noch nicht vorliege, und die letzten Monate desselben noch Aenderungen der Einnahme mit sich bringen tönnen. In Verbindung mit diesem Titel wird berathen eine faiserliche Verordnung über die Ausdehnung der Zollermäßigungen des deutsch- italienischen und deutsch- spanischen Handelsvertrags auf Marokko. Marotto. Die Zölle werden genehmigt, ebenso die Verordnung wegen Beim Titel 2: Tabaksteuer 10 535 000 m. fragt Abg. Buhl( natl.), ob die Regierungen die Wünsche des Reichstages wegen Erleichterungen bei der Erhebung der Tabakfteuer in Erwägung gezogen hätten. Abg. v. Winterfeldt( dk.): Es wird Ihnen bekannt sein, daß in der Uckermark auch Tabak gebaut wird.( Buruf links: Leider!) Der Tabat der Uckermart ist besser als sein Ruf; ich habe ihn selbst geraucht.( Heiterkeit.) Die Tabakspflanzer meiner Heimat stehen vollständig auf dem Boden des Antrages Menzer. Es handelt sich dabei nicht um agrarische Interessen, um einen Vortheil für die Großgrundbesitzer, sondern lediglich um eine Frage, die den kleinen Mann angeht. Damit schließt die Generaldiskussion. In der Spezialdebatte beantragt zu§ 1 Abg. von Dobeneck, die Kommissionsvorlage wieder herzu. stellen und eine Schadensersatzpflicht für Rehwild und Fasanen nicht anzuerkennen. Der Antrag wird abgelehnt und§ 1 nach dem Beschlusse zweiter Lesung angenommen, desgleichen§§ 2-4. Bei§ 5 bemerft Abg. v. d. Neck: Wenn Sie sich nicht entschließen, für Rehs wild und Fasanen jetzt den Regres abzulehnen, machen Sie das Gesetz für Alle, die etwas von der Jagd verstehen, unannehmbar, und Sie thun damit der Sache selbst den größten Schaden; nehmen Sie also meinen Antrag wegen des Ausschlusses des Schadenersages für Rehe und Fasanen an. Abg. Strut begründet einen Antrag, der den Regreß für Rehe beseitigen und nur für Schwarz-, Elch, Roth- und Damwild einen solchen anerkennen will. Abg. Francke( Tondern) meint, daß es sehr wohl nachzuweisen fei, aus wessen Gebiet Rehe und Fasanen ausgetreten seien, daß deshalb auch ein Regreß geschaffen werden müſſe, wenn man das Gesetz nicht in Bezug auf einen der wesentlichsten Punkte unwirksam machen wolle. Nach kurzer Begründung durch den Antragsteller wird der Antrag mit 154 gegen 147 Stimmen verworfen. Staatssekretär v. Malkahu: Als Vertreter der verbündeten Regierungen tann ich mich nur auf die vorgelegte Denkschrift beziehen, in welcher die meisten der hier anAbg. Brömel( dfr.): Wir haben uns über die Zölle schon geregten Punkte bereits erörtert worden sind. Für Elsaß mehrfach eingehend unterhalten, und es wird die Session nicht Lothringen wird eine Verbesserung der Qualität wohl nicht mehr zu Ende gehen, ohne daß wir uns nochmals darüber unterhalten möglich sein; die Schwierigkeiten liegen dort auf einem andern werden. Die Bolleinnahmen sind unberechenbar; deshalb sollten Gebiete. Elsaß- Lothringen muß sich auf neue Absatzverhältnisse fie auch nicht in dem Maße zur Grundlage unserer Finanzwirth- einrichten. Der Geschmack der Raucher hat sich von der Pfeife schaft dienen, wie dies leider jetzt der Fall ist. Die am meisten ab- und der Zigarre zugewandt. Infolge dessen finden die schwankende Bolleinnahme ist die aus den Getreidezöllen. Des- schweren elsässer Zabale feinen Absatz mehr. Sollte der Reichs- Der Antrag von der Reck wird mit großer Majorität abhalb wird die Beseitigung derselben auch vom finanziellen Stand- tag dem Antrage zustimmen, so würde sich daraus für die ver- gelehnt; der Antrag Strut wird gegen die Stimmen der Konpunkte aus wichtig sein. Wenn der Handelsvertrag mit Defter- bündeten Regierungen die Pflicht der erneuten Prüfung der Frage fervativen, Freikonservativen und der nationalliberalen Abgg. reich abgeschlossen wird unter Herabſegung der Getreidezölle, so ergeben; aber eine veränderte Stellungnahme würde sich nur Seer, Hobrecht, v. Benda, v. Eynern und eines Theiles des wird man darauf halten müssen, daß keine Differentialzölle ein- dann für sie ergeben, wenn neue Gesichtspunkte zu Tage treten Zentrums abgelehnt,§ 5 in der Fassung der zweiten Lesung an geführt werden. Redner erklärt es dann für selbstverständlich, daß würden, was bisher nicht der Fall gewesen ist. genommen. Die Kaiserliche Verordnung wegen der Zollermäßigung für Maroffo Abg. Scipio( natl.): Der Rückgang des Tabakbaues wird Zu§ 7 beantragt Abg. Rintelen, den Anspruch auf Schadender Genehmigung des Reichstags unterliegt, und fragt, weshalb von allen Seiten anerkannt. Es wird übersehen, daß ein großer ersatz nicht bei der für das geschädigte Grundstück zuständigen diese Verordnung nicht schon früher dem Reichstage vorgelegt Theil unserer Tabakernte in das Ausland geht. In den siebziger Orts- Polizeibehörde, sondern bei dem Gemeinden orsteher anmelden worden sei. Außerdem wünscht Redner Auskunft darüber, ob Jahren sind zwischen 13 und 14 000 Tonnen Tabak ausgeführt zu lassen. wegen des Abschlusses von Handelsverträgen mit Italien und worden. Deshalb ist es sehr erfreulich, daß die Zollbehandlung Spanien verhandelt werde. der Rippen erleichtert worden ist. Vielleicht werden auch noch Staatssekretär von Malhahn: Die Verordnung wegen der auf anderen Gebieten Erleichterungen geschaffen. Bedauerlich sei Zu§ 13, der den Besitzern von Obst-, Wein-, Gemüse-, BlumenZollermäßigungen für Marokko hätten dem Reichstage schon es, daß die Regierung den Wünschen nicht entgegengekommen und Baumschul- Anlagen das Recht zuspricht, Vögel und Wild, früher vorgelegt werden können, wenn die verbündeten Regie- sei, wonach für den durch Hagelschlag beschädigten Tabat Steuer- welche Schaden anrichten, abzuschießen, wird ein Amendement rungen nicht die Hoffnung gehabt hätten, daß die schwebenden Erleichterungen zugelassen werden sollen. Daß im Elsaß- Loth- Herold angenommen, welcher den bezeichneten Besitzern das Recht Verhandlungen wegen Abschluß eines Handelsvertrages mit ringen noch sehr viele Sympathien für das Tabakmonopol aus zuspricht, die Schaden anrichtenden Thiere zu jeder Zeit" abzuMarotto bald zu Ende geführt sein würden; die Verordnung französischer Zeit bestehen, weiß ich. Man vergißt in Elsaß aber, schießen. sollte dann mit dem Vertrage zusammen vorgelegt werden. Die daß in Deutschland das Monopol anders wirken würde, als in Der Rest des Gesetzes wird ohne Debatte angenommen. Frage, ob mit Spanien und Italien Handelsvertrags- Berhand- Frankreich. Bei der Einführung des französischen Monopols Vor der Schlußabstimmung nimmt das Wort Yungen schweben, bin ich augenblicklich zu beantworten nicht in wurden die schweren Tabaksorten hauptsächlich gebraucht. Elsaß- Minister v. Heyden: Im Laufe der Verhandlungen ist der der Lage. Lothringen wurde deshalb für den Anbau der schweren Tabake Wunsch ausgesprochen, daß ich die Beschlüsse dieses Hauses vor gewählt, und auf diese Entwickelung hat die Monopolverwaltung dem Herrenhause mit voller Ueberzeugung vertreten möchte. Dieses immer Rücksicht genommen. Bei Einführung des deutschen würde ich nur können, wenn ich selbst von der Güte der Sache Monopols würde aber auf die jetzt herrschende Geschmacksrichtung überzeugt wäre, was ich für alle Bestimmungen des Entwurfs Rücksicht genommen werden müssen, und das würde für Elsaß nicht behaupten kann, besonders angesichts der schwankenden Lothringen viel schlimmer werden, als es jetzt ist. Deshalb sollten Majoritäten, mit denen die Beschlüsse gefaßt worden sind. Ich die Elsässer nicht so viel vom Monopol sprechen. Die Gewicht werde mich nach wie vor bemühen, daß aus den Berathungen steuer trifft den guten und schlechten Tabak gleichmäßig; man beider Häuser ein praktisches Ergebniß zu Stande kommt, und kann mit der Gewichtsteuer deshalb nur bis zu einer gewissen gebe die Hoffnung auf eine endgiltige Regelung der AnGrenze gehen, und ich glaube, diese Grenze ist überschritten. gelegenheit noch nicht auf. Deshalb werde ich für die Ermäßigung der Steuer, aber gegen die Erhöhung des Zolles stimmen. Durch die Steuerermäßigung Abg. Menzer( dk.) beantragt:„ die verbündeten Regierungen wird der Verbrauch inländischen Tabaks etwas gehoben werden. zu ersuchen, dem Reichstag möglichst noch in dieser Session eine Auf allen Seiten dieses Hauses wird Sympathie vorhanden sein Vorlage zu unterbreiten, wonach der Zollfaz für Tabaksblätter, für eine Unterstützung der kleinen Landwirthe.( Beifall.) unbearbeitete und Stengel, von 85 M. für 100 Kilogramm auf Abg. Barth( dfr.): Es wird der Regierung hier eine Mehr 125 M. zu erhöhen und die bestehende Tabaksteuer von 45 M. einnahme angeboten aus dem Zabakzoll lediglich deshalb, uin die auf 24 M. zu ermäßigen ist." Der Antragsteller führt aus, daß deutschen Konsumenten zu zwingen, den schlechten inländischen früher zwischen der Tabaksteuer und dem Zoll das Verhältniß Tabat, den man jetzt nicht rauchen will, zu rauchen und recht werden soll. Das Gesetz soll am 1. April 1892 in Kraft treten von 1: 6 bestand, während es jest 1: 1,88 ist. Dazu kommt theuer zu bezahlen.( Schr richtig! links.) Gerade der elfäffische und ortsstatutarische Bestimmungen, welche einen höheren Zensus noch, daß die ausländischen Tabake in fermentirtem Zustande Tabak wird am wenigsten zum Gebrauch verlangt. Die Liebe feftfeßen, an demselben Tage ihre Giltigkeit verlieren. eingeführt werden, während die Steuer meist vom under Elsässer zum deutschen Vaterlande soll sich ja heben Abg. Fritzen( Burken) begründet den Antrag, der den einfermentirten inländischen Tabak erhoben wird. Dadurch lassen durch wirthschaftliche Maßregeln, welche die Elsässer schneidenden Aenderungen, welche das neue Einkommensteuerwerden die Tabakbauer geschädigt, und namentlich in besonders begünstigen, die sich aber sonst nicht vertheidigen Gesetz bezüglich des Gemeinde- Wahlrechts in der Richtung einer Süddeutschland wird das schmerzlich empfunden. Die lassen. Wir würden vielleicht einige tausend Elsässer zu guten Verminderung desselben mit sich führen würde, entgegenWünsche der Tabakpflanzer sind ja schon mehrfach an den Deutschen machen, wenn wir das Tabaksmonopol einführten. zuwirken bestimmt ist. Redner setzt auseinander, daß auf Reichstag gekommen und werden wohl so lange nicht von der Der Zoll auf ausländischen Tabak trifft nicht blos die reichen diese Weise ohne die Aufbietung eines umfassenden gesetzgeberischen Tagesordnung verschwinden, bis sie erfüllt sind. Der Zoll ist Leute. Von den mehr als 400 000 Doppelzentner ausländischen Apparats die Verkümmerung des Wahlrechts der in die dritte nicht hoch genug, um die ausländische Konkurrenz abzuhalten. Tabaks ist der größte Theil der billigere Tabak, den die armen Klaffe gehörigen Wähler, wie sie infolge des neuen Einkommen= Die Preisbewegung zeigt, daß gerade die schlechtesten inländischen Leute verbrauchen. Die Vertheuerung der Tabaksfabrikate würde steuergesetzes zu befürchten sei, abzuwenden sein werde und bittet Tabatsblätter die höheren Preise haben; das Sandblatt wird einen Rückgang des Verbrauchs herbeiführen und dadurch die das Haus, dem Vorschlage ohne Voreingenommenheit und freundbesser bezahlt als die besseren Tabaksblätter, weil das Sandblatt Tabalindustrie erheblich schädigen. Wir bitten deshalb, den An- lich gegenüber zu treten. feine ausländische Konkurrenz hat. Die Tabakpflanzer wünschen trag rundweg abzulehnen. beinahe das Monopol herbei; denn thatsächlich stehen sie fast Der Antrag Menzer wegen der Erhöhung des Bolles wird einem Monopole der Rohtabathändler gegenüber, welche in der gegen die Stimmen einzelner Konservativer abgelehnt; bei dem Lage sind, die Preise zu drücken. Die Herren von der linken Antrag wegen der Steuerermäßigung ergiebt sich eine zweifelSeite tönnten dem Antrage ruhig zustimmen, da die Steuer- hafte Abstimmung, welche zur Zählung des Hauses führt; die ermäßigung eine Erleichterung für den Tabat des armen selbe ergiebt die Anwesenheit von nur 153 Mitgliedern, während Mannes ist, während die Erhöhung des Zabakzolles die reichen 199 zur Beschlußfähigkeit erforderlich sind. Die Verhandlung wird Leute trifft. daher abgebrochen. Staatssekretär von Malhahn: Die betreffenden Verordnungen sind vom Bundesrath bereits erlaffen und dem Reichstage zur Kenntnißnahme vorgelegt worden; die Drucksachen dürften vielleicht noch nicht allen Mitgliedern des Reichstags zu gegangen fein. Abg. Dr. Höffel( Reichsp.): Sie werden es begreifen, daß Schluß 8 Uhr. Abgeordnetenhaus. ich als Elsässer Anhänger des Tabakmonopols bin, welches in Nächste Sitzung: Mittwoch 11 Uhr.( Etat der Zölle und Frankreich 540 Millionen einbringt. In Elsaß- Lothringen ist Verbrauchssteuern, Petitionen und Antrag Stöcker wegen der der Tabakbau infolge der deutschen Tabaksteuer erheblich Missionen in den Kolonien.) zurückgegangen. Es ist Pflicht der verbündeten Regierungen, dafür zu sorgen, daß den Tabatpflanzern geholfen wird. Die Vertefferung der Qualität des Tabaks führt allein nicht zum Ziele. Zur Erleichterung der Konkurrenz sollte man die Abfälle ( Stengel u. f. w.) in der Steuer ermäßigen. Die Petitionen be weisen, daß in Elsaß- Lothringen und in Süd- Deutschland der Zabatbau frankt. Bei der ständigen Zunahme der städtischen Bevölkerung müßte man dafür sorgen, daß die kleinen Landwirthe in eine bessere Lage gebracht werden. Darauf wird das Gesetz im Ganzen angenommen. Es folgt die erste Berathung des Antrages Bachem auf Annahme eines Gefeßentwurfs, welcher das Gesetz von 1851/73, betreffend die Klassen- und Einkommensteuer, dahin ändern will, daß in denjenigen Landestheilen, in welchen für die Gemeinde= vertreter Wahlen die Wähler nach Maßgabe der von ihnen zu entrichtenden direkten Staatssteuern in Abtheilungen getheilt werden, allgemein der Zensus auf 6 Mart festgesetzt Abg. v. Eynern erkennt zwar die lobenswerthe Tendenz des Antrags an, fann sich aber mit seinem Inhalt nicht befreunden. Allerdings sei das Spatium von 6 bis 36 M., an welches die Gesetzgebung gegenwärtig die Berechtigung zu den kommunalen Wahlen knüpft, ein sehr weites, und richtiger wäre es vielleicht, dieses Spatium auf die Ausdehnung von 6 bis 18 M. zu beschränken, aber einfach die Verschiedenartigkeit der kommunalen Berhältnisse ganz unberücksichtigt zu lassen, tönne man im Intereffe der Gemeindefreiheit nicht verantworten. Der Antrag bedürfe schon seiner Form wegen eingehender Rommissions berathung. Auch die nationalliberale Partei wünsche eine Verschiebung des Kommunalwahlrechtes nicht, und werde sich deshalb an den vorbeugenden Bemühungen in dieser Richtung eifrig betheiligen. Minister des Innern Herrfurth: Ich erkläre für meine Person, nicht namens der Staatsregierung, daß ich unter gewissen 29. Sigung vom 10. Februar, 11 Uhr. Voraussetzungen mit der Tendenz des Antrages einverstanden bin. Am Ministertische: v. Goßler, Herrfurth, Miquel, Die erste Voraussetzung besteht in dem Zustandekommen des v. Heyden. Einkommensteuergeseyes. Der Antrag besteht allerdings für sich Gingegangen ist ein Gesetzentwurf betreffend die Er- und kann bestehen ohne Rücksicht auf eine Steuerreform, wie es weiterung, Vervollständigung und bessere Ausrüstung des Staats- ja 1886 der Fall war. Aber damals ist jener Antrag von der Abg. Förster( S03.): Die Erhöhung des Bolles für aus- eisenbahn- Nezes. Regierung befämpft und vom Hause abgelehnt worden. Die Tändischen Tabat hat meine Partei stets abgelehnt. Der Antrag Zur dritten Berathung steht der Entwurf eines Wild- Gründe von damals würden auch jetzt ausschlaggebend sein, wenn ist außerordentlich einseitig vertreten worden; er wirkt nicht nur schaden- Gesetzes. nicht die Einkommensteuervorlage dazwischen gekommen wäre. auf unseren Tabakbau, sondern auf unsere gesammte Tabak- Abg. v. d. Neck( konf.) erklärt, troß großer Bedenken gegen Kommt dieses in der Form zu Stande, wie es von der Komindustrie. Ich bin Tabaksmensch von der Wiege auf und fenne einzelne Bestimmungen des Gesetzes doch im Ganzen für dasselbe mission empfohlen wird, so liegt die Frage ganz anders. Die die Sache. Die Bollerhöhung für ausländischen Tabak wird stimmen zu wollen. schärfere Heranziehung der höheren Einkommen in Verbindung Abg. Brandenburg( Bentrum): Das Wichtigste an dem mit der Deklaration wird sicherlich Verschiebungen in dent bereits, daß unsere Tabaksbauern den Händlern auf Gnade ganzen Gefeß ist mir, daß hier prinzipiell ein Anspruch auf Wahlrecht zu Gunsten der beiden oberen Klassen und zu und Ungnade ergeben sind. Wird der Zoll erhöht, so Schadenersatz für Wildschaden anerkannt wird, und ich begrüße ungunsten der dritten herbeiführen; diese Verstärkung des wird die Konsumtion eingeschränkt, und dann machen dasselbe als einen Fortschritt innerhalb der Bestrebungen zur plutokratischen lebergewichts, wie es 1886 genannt wurde, zu die Händler den Tabaksbauern erst recht die Preise, Besserung der Lage des kleinen Landwirths. neutralisiren, ist die löbliche Tendenz des Antrages. Wenn aber ebenso wie beim Monopol. Die Verbesserung der Qualität des Abg. v. Rauchhaupt( fonf.): Im Namen meiner politischen der Antrag eine feste Normirung des Zenfus auf 6 M. will, fo inländischen Tabaks ist ein erfolgloses Bemühen, denn das hängt Freunde kann ich folgende Erklärung abgeben: Gin Theil von geht er weiter, als jene Absicht es bedingt. Ich stehe persönlich von den tlimatischen Verhältnissen ab. Die Erhöhung des Tabats- uns wird für das Gesetz stimmen, obwohl er die schwersten auch dieser fesieit Normirung durchaus sympathisch gegenüber. zolles hat für die Tabatsbauer auch keinen so großen Vortheil Bedenken gegen das Gesetz hat nur deshalb, weil man auch dem Den Ortsstatuten würde ich überhaupt höchstens eine Erweiterung, gehabt, wie erwartet wurde. Unser inländisches Produkt ist zu anderen Hause Gelegenheit geben will, sich über die Materie aus- nicht aber eine Beschränkung des kommunalen Wahlrechts, dieſes wenig blatthaltig und liefert zu viel Abfälle, und dagegen ist zusprechen; der andere Theil hat, obgleich er prinzipiell eine Ent- Grundrechts der städtischen Bevölkerung, zugestehen.( Sehr gut! nichts zu machen. Durch eine abermalige Zollerhöhung würde ichädigungspflicht für Wildschaden anerkennt, solche Bedenken beim Zentrum.) Ich unterscheide mich da von Herrn v. Gynern, das Produkt sehr theuer infolge dessen entweder der Konsum ein- fonders gegen die Beschlüsse der zweiten Lesung, daß er auch in welcher eine solche Beschränkung unter der hier nicht ganz richtig geschränkt werden oder man würde inländisches Produkt rauchen. britter Lesung gegen das ganze Gesetz stimmen wird. angebrachten Firma der Freiheit der Städte" befürwortet. Was B die Form anlangt, so balte ich es nicht für sehr glücklich, daß| gierung selbst vorgeschlagen hat. Nur in solchen weitergehenden I periode entgegengehen. Der Antrag auf schleunige Einrichtung dieser Antrag einen integrirenden Bestandtheil des Gesetzes von Bestimmungen sehe ich einen wirklichen Schuh gegen eine Ver- von Wärmestuben auf Kosten der Stadt ist von der freisinnigen" 1873 bilden soll; denn nach dem letzten Paragraphen des Ein- fümmerung des Wahlrechts. Unter feinen Umständen kann die Majorität unserer Stadtverordneten- Versammlung abgelehnt wor kommensteuer- Gesetzes tritt dieses am 1. April 1892 außer Frage, ob das Gemeindewahlrecht zu schützen ist, einer Begutachtung den. Für wen sollen denn die Wärmestuben sein?" fragte der Kraft, also an demselben Tage, an welchem der durch den Provinziallandtag unterliegen. Auch liegt kein Grund vor, Stadtverordnete Meyer I in seiner dumm- dreisten Manier. Der Antrag Bachem in Kraft treten soll. In der Sache diese Sache in Form eines besonderen Gesetzes zu regeln, sondern es Stadtverordnete Singer antwortete ihm darauf:" Für die, welche selbst hat man eine allgemeine Fassung gewählt, ob muß im Einkommenstergeset selbst versucht werden, diesen Schuß frieren!" wohl fich die Anwendung der vorgeschlagenen Vorschrift des Wahlrechts zu garantiren. Es heißt die Gemüthlichkeit über- Freilich nach der Ansicht der Bourgeoisie friert ein ordentlediglich auf die Rheinprovinz beschränkt, auf alle andern Ge- treiben, wenn man ein Einkommensteuer- Gesetz annimmt, ohne licher Mensch überhaupt nicht. Ein ordentlicher Mensch hat einen meindeverfassungs- Gesetze sich nicht erstreckt. Warum dieses Ver- sich genau zu vergewissern, daß das Wahlrecht unverkürzt bleibt. warmen Ofen, einen warmen Rock und vor allen Dingen etwas steckenspielen? Warum nicht einfach die Abänderung des§ 5( Beifall links.) Warmesim Magen. Wer das nicht hat, der ist eben kein ordentlicher der rheinischen Städteordnung beantragen? Ich vermuthe, man Abg. Windthorst: Es muß nothwendig Vorsorge getroffen Mensch, sondern ein Arbeitsloser, ein Obdachloser,- ein Vagabund. wollte nicht flar hervortreten lassen, daß es fich nur um ein werden, daß das Kommunal- Wahlrecht in seinem bisherigen Um- Das„ Kl. Journal" erzählte in den kalten Tagen des Dezember Provinzialgesetz handele.( Widerspruch im Zentrum.) Ein er fange aufrecht erhalten bleibt; ich trete deshalb dem Antrage und mit frechem 3ynismus, daß Obdachlose gefunden worden seien, höhter Zensus bestand 1886 in 67 Städten der Rheinproving, dem Vorschlage auf Rommissionsberathung bei. welche ihre mollige Schlafstelle" auf den offenen Holzplätzen also etwa in der Hälfte aller Städte, davon hatten 6 Städte Abg. v. Eynern glaubt darauf hinweisen zu sollen, daß selbst bei der stärksten Rälte nicht aufgegeben hätten, und andere einen Zensus von 18, 59 von 12, 2 von 9 M. Da sich die 1886 gerade mit Rücksicht auf die Gemeindefreiheit von der Re- bürgerliche Blätter berichteten mit größter Gelassenheit, daß die Wirkung einer Herabfegung absolut nicht übersehen läßt, müssen gierung der Antrag befämpft worden ist, während heute der talten Tage den Gefängnissen wieder zahlreiche Gäste zugeführt" die Gemeinden, sowie die Bezirke regierungen und der Provinzial- Minifter die entgegengesetzte Meinung vertrete. hätten. Daß ein fri render und hungernder Mensch schließlich Landtag gehört werden. Das Staatsministerium ist also zur Minister Herrfurth: Die Regierung hat allerdings den ein Schaufenster einschlägt, um im Gefängniß ein Obdach zu Ausgleichung der Ungleichheiten, welche die Ausführung des neuen Antrag 1886 befämpft, weil sie es nicht für richtig hielt, einen finden, erscheint der Bourgeoisie in ihrer Frivolität sogar als eine Einkommensteuergesetzes mit sich bringen wird, bereit; über das einzelnen Punkt aus dem Gebiete der Gemeindeverfaffung willkommene Erleichterung der Thätigkeit der Polizei. Der fromme Weitergehende des Antrags, was ihr ebenfalls feineswegs un- herauszunehmen und besonders zu regeln; besonders zu regeln; sie hat ihn Reichsbote" verkündete jubelnd, daß das Bagabundenthum durch sympathisch ist, hält sie eine gründliche Prüfung für unabweislich. aber nicht bekämpft mit dem Hinweis auf die Gemeindefreiheit. Die Kälte sehr in die Enge getrieben worden sei, und eine überAbg. Bachem( Mülheim): Die erste und direkteste Ver- Insofern ist zwischen den damaligen Aeußerungen der Reierung raschend große Zahl sich in den legten Tagen auf der Polizei anlassung zur Einbringung unseres Antrages haben die Ver- und meinen heutigen Bemerkungen tein Unterschied. gemeldet und unter Angabe der verschiedensten, zum Theil sichthältnisse der Rheinproving gegeben. Welcher vernünftige Grund Abg. Plek( Mühlheim, 3.) polemifirt gegen den Abg. Eynern lich erfundenen Gesetzesübertretungen um Verhaftung gebeten kann denn noch geltend gemacht werden, um die in der Rhein- und spricht sich ebenfalls gegen die Anhörung des Provinzial- habe. Für Herrn Meyer 1 wird diese Art der Selbsthilfe" proving noch bestehende Anomalie, daß der Zensus für die Ge- Landtages aus. das Herz im Leibe muß jedem„ Freifinnigen" lachen, wenn er meindewahl- Berechtigung bis auf 36 M. hinaufgeschraubt werden Damit schließt die Diskussion. Der Antrag wird an die das Wort hört, ein Grund mehr gewesen sein, um das Vorfann, nicht endlich zu beseitigen? Bei der Berathung der rhei Ginkommensteuergesetz- Kommission überwiesen. handensein eines Bedürfnisses zu bestreiten. nischen Städte- Ordnung von 1856 haben sich die sämmtlichen Der Antrag des Abg. v. Bülow( Wandsbeck) auf Annahme Vertreter der Rheinproving fräftig gegen diese Bestimmung ge- eines Gesezentwurfs, betreffend die Giltigkeit der Jagd wehrt, aber leider erfolglos. Diese Anomalie ist im Laufe der scheine im ganzen preußischen Staatsgebiete, wird ohne erheb Jahre immer drückender, immer ungerechter geworden; viele liche Debatte mit der vom Regierungskommissar Geh. Rath Tausende von Wählern sind dadurch vom Gemeindewahlrecht in Humperdinck empjohlenen Modifikation, wonach von der den rheinischen Städten ausgeschlossen, und dieser Ausschluß ist Bezugnahme auf Helgoland abgesehen und die Ausdehnung auf geschehen, obwohl die öffentlichen Lasten im Laufe derselben Jahre den Kreis Herzogthum Lauenburg beschränkt wird, in zweiter fich ganz bedeutend vermehrt haben und zu den hohen Sägen noch ein Lesung angenommen. viel größerer Betrag an indirekten Steuern hinzutritt. Thatsächlich Abg. Landrath Riesch befürwortet darauf einen von ihm einfängt in Köln das Wahlrecht erst an bei Denjenigen, welche mindestens gebrachten Gesezentwurf, durch welchen die in der Kreisordnung für 45 M. Steuern zahlen. Dazu kommt nun die Wirkung des Hessen- Nassau statuirten Befugnisse der Städte, frei über die Art neuen Steuertarifs, der gegen die Vorlage noch erhöht worden der Aufbringung ihrer Antheile an den Kreisaufgaben zu beist. In welchem Maße durch diese Tarife die Wahlberechtigung schließen, auf die Landgemeinden übertragen werden sollen. Ein nach oben verschoben ist, hat man zur Genüge aus der Probe- großer Theil der dortigen Landgemeinden unterscheide sich eigent veranlagung für Köln gesehen; die Wahlberechtigung der unteren lich nur dem Namen nach von Städten. Außerdem sei es un und mittleren Klassen wird ganz erheblich beeinträchtigt; denn gerecht, daß gut fituirte Landgemeinden, welche mit Ueberschüssen zur ersten Klaffe werden statt 683 nach dem neuen Zarise nur wirthschaften, diese nicht zur Deckung der Kreisabgaben verivenden 395 Personen gehören.( Hört, hört! im Zentrum.) Schon jezt dür..n. fängt die Wahlberechtigung der zweiten Klasse erst bei einem Minister Herrfurth erklärt, daß ihm Wünsche der betreffen Steuerfage von 163 M. an; die Einkommen von 5000 M. fallen den Gemeinden in der Richtung des Antrages bisher nicht entjezt schon in die dritte Klasse; nach der Verschiebung durch den gegengetreten feien. Die Frage dürfe nicht für eine Provinz neuen Tarif werden alle Regierungsräthe, der Polizeipräsident, allein betrachtet werden. Gegenwärtig bestehe eine große Ber furz fast alle höheren Beamten, in die dritte Klasse rutschen. schiedenartigkeit in den verschiedenen Theilen der Monarchie beIst das der Gedante, den man bei der Konstruktion des züglich dieses Punttes. Die Regierung sei auf Abhilfe bedacht, Dreitlassen- Wahlsystems hatte, wenn man überhaupt einen Ge- diese müsse aber generell erjolgen. danken dabei gehabt hat?( Heiterkeit.) Die Verschiebung des Dreitlaffen- Wahlsystems bat jich immer mehr zu Gunsten des Besitzes verschoben; man fann diese üble Verschiebung nicht noch mehr potenziren wollen. Das würde aber unzweifelhaft geschehen, wenn der neue Steuertarif ohne Aenderung der das Wahlrecht berührenden Vorschriften in Kraft tritt. Auch würde das Gefek dadurch mit einem Odium behajtet, welches wir ihm nicht wünschen; es wird ohnehin nicht populär sein. Mit der Verweisung an eine Kommission bin ich einverstanden, aber in dem Sinne, daß die Entscheidung fo rechtzeitig erfolge, daß wir Die Kommission des Reichstags zur Vorberathung des Entsie bei unserer definitiven Entschließung über das Einkommen- wurfs eines Gesezes, betreffend die Abänderung des Gesetzes über Steuer- Gefeß mit berücksichtigen tönnen.( Beifall im Zentrum.) die Besteuerung des Branntweins, vom 24. Juni Minister Herrfurth: Ich wiederhole die Erklärung, daß die 1887, bejteht aus den Abgg.: Dr. Barth, Brömel, Dr. Buhl, Regierung bereit ist, die durch das neue Gesetz entstehenden Un- Dillinger, Schriftführer, Gamp, Stellvertreter des Vorsitzenden, gleichheiten sofort auszugleichen, und zwar meine ich, daß dazu Dr. Giese, Gröber, Schriftführer, Hug, Kersting, Graf v. Kleist schon die Herabsetzung um eine Steuerstuse genügt. Ich hebe aber Schmenzin, Dr. v. Komierowski, Dr. Lieber, Menzer, Schrift nochmals hervor, daß der Antrag darüber hinausgeht und habe führer, Graf v. Mirbach, Münch, Dr. Orterer, Vorsitzender, Poll, hinsichtlich dieses weitergehenden Inhalts des Antrages die vor- Dr. Simonis, Stolle, Szmula, Wurm. herige Befragung der Betheiligten für nothwendig erklärt. Abg. v. Zeblitz: Ich bin mit den Antragstellern bereit, die von ihnen befürchtete Verschiebung des Kommunalwahlrechts auf dem Wege des Antrages zu beseitigen, glaube aber mit dem Minister, daß der Antrag über diesen Zweck hinausgeht und deshalb gründlicher kommissarischer Berathung bedar. " " Um zu zeigen, daß sein Herz noch nicht ganz verhärtet sei, verwies Hérr Meyer I- troh Ableugnung des Bedürfnisses! die Antragsteller auf den Weg der Privatwohlthätigkeit, welche viel mehr zu leisten vermöge. Nun besteht in Berlin ein Verein, der sich zwar nicht die Einrichtung von Wärmestuben, aber doch die Unterstützung von Frierenden zur Aufgabe gemacht hat, nämlich die Deutsche Gesellschaft zur Versorgung von verschämten Armen mit freiem Brennmaterial." Aus dem 111. Jahresbericht ersehen wir, daß im Winter 1889-90 3113 Familien vom Verein unterstützt worden sind. Daß damit aber noch keineswegs dem genügt worden ist, beweist die vorhandenen Bedürfniß im Oktober 1890 veröffentlichte Bitte um Unterstützungen, in welcher es heißt: Wird dagegen das wirkliche Bedürfniß ins Auge gefaßt, so bleibt, wie schon seit einer I ängeren Reihe von Jahren, die Thatsache bestehen, daß wiederum eine große Anzahl von Armen, denen die Gesellschaft statutenmäßig ihre Fürsorge zuzuwenden hat, wegen unzureichender Mittel hat unberücksichtigt bleiben müssen." Und das geschieht in einem Verein, welcher bereits seit 1779 besteht und gut fundirt ist! Zweifellos hat in diesem Winter, welcher der härteste in den legten 10 Jahren ist, die Zahl der Bedürftigen außerordentlich zugenommen, sodaß wahrscheinlich noch viel mehr als sonst haben unberücksichtigt bleiben müssen. Daß es dem Verein ge glückt sein sollte, seinen Mitgliedern und sonstigen Beitrag Der Antragsteller zieht nach dieser Erklärung seinen spendern diesmal höhere Summen abzujagen, glauben wir faum, Antrag zurück. da die in den Beitragslisten aufgeführten Ziffern im Vergleich Schluß 3/4 Uhr. Nächste Sihung Mittwoch 11 Uhr. zu den in ander derartigen Vereinen gezahlten Beiträgen schon ( 3weite Lesung des Einkommensteuer- Gesetzes.) hoch genannt werden müssen. In dem Jahresbericht wird sogar Parlamentarisches. Kommunales. darüber geklagt, daß sich die Reihen der alten Freunde, nament lich durch den Tod immer mehr lichten, ohne daß sich für die Ausgeschiedenen in entsprechendem Maße Ersatz findet." Zum Schluß heißt es:„ Sollten die Unterstüßungen einmal aus bleiben oder sich wesentlich vermindern, und unsere laufenden Einnahmen sich nicht erhöhen, so würden wir der traurigen Nothwendigkeit gegenüberstehen, unsere Wirksamkeit selbst gegen das bisherige Maß einschränken zu müssen, wenngleich die Anforderungen an unsere Gesellschaft stetig zunehmen." Das ist deutlich genug, und es läßt sich danach ermeffen, was herauskommen würde, wenn nach dem Vorschlage des Herrn Meyer I., den wir übrigens nicht unter den Beitragszeichnern finden, die Einrichtung von Wärmestuben der Privatwohlthätigkeit überlassen würde. Fürs erste wird es selbst dazu nicht kommen. Die Frierenden werden sich nach wie vor mit improvisirten Wärmestuben begnügen müssen, d. h. sie werden sich in den Volks taffeehäusern, in den Vorhallen der Bahnhöfe herumdrücken müssen, bis man sie hinausweist. Die Kunstsammlungen und öffentlichen Bibliotheken find dem schlecht gekleideten Arbeiter ja Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten ohnedies verschlossen und bleiben für stellungslose Kaufleute und Abg. v. Nauchhaupt: Auch die Konservativen bieten zu der Verfammlung am Donnerstag, den 12. Februar d. J., Nach- unbemittelte Studenten reservirt. Wem diese Wärmestuben" noch von den Antragstellern gewünschten anderweitigen Regelung die mittags 5 Uhr. Trei Naturalisationsgesuche. Borlage, betr. nicht genügen, den verweist die warmherzige" Bourgeoisie auf Sund; der§ 9 des Gesetzes von 1873 muß aufrecht erhalten die Verleihung von Raten des Friedrichs- Gewerbehipendiums. Die leicht zu erlangende Unterkunft in den Gefängnissen, deren werden; es würde sich vielleicht empfehlen, denselben mit der ge- Desgl., betr. die Aufnahme einer Person in das Nikolaus- Bürger Benutzung ja vorläufig noch unentgeltlich ist. wünschten Abänderung in das neue Einkommensteuer- Gesetz auf- Hospital. Berichterstattung, betr. eine Petition um Erlaß der Armen- Preßkohlen sind, wie bereits vor längerer Zeit von zunehmen. Miethssteuer bei Miethen bis zu 300 M. mindestens für das Abg. Richter: Ich bedauere lebhaft, daß der Antrag sich Bierteljahr Januar März d. J. Vorlage, betr. die im Viertel- den hiesigen Zeitungen mitgetheilt wurde, von einer größeren bloß auf die Rheinproving erstreckt, für diese beabsichtigt er das jahr Oktober- Tezember 1890 an die elektrischen Leitungen der hiesigen Hüttenfirma zur Verfügung der Armen- Verwaltung ge Ueberwuchern des plutokratischen Elements zu verhindern; in Attiengesellschaft Berliner Elektrizitätswerte außerhalb des Verstellt worden. Die Vertheilung erfolgte in der Weise, daß die allen übrigen Provinzen soll dieser Nachtheil bestehen bleiben, tragsgebietes angeschlo, enen Grundstücke. Decl., betr. den Vorsteher der Armenkommiffion den Bedürftigen einen gedruckten und auch für die Rheinproving selbst schaft der Antrag weitaus Verlauf der in der Jostypraße belegenen Restfläche des Grund- Bettel übergeben, mit dem diese nach dem Kohlenplage des Schleft= nicht die genügende Abhilfe. Für die Dritteltheilung in den stücks Prenzlauerstr. 59, 60.De. gl., betr. den Verkauf der Baus schen Bahnvofes sich zu begeben hatten, wo ihnen die Kohlen St.dten find nicht blos maßgebend die Staatssteuern, sondern lichkeiten auf dem zum Reichstags- Ufer erworbenen Straßen- angewiefen wurden. Das Verfahren hierbei wird von verschiedenen auch die Gemeindesteuern, Kreis- und Provinzialabgaben. Da- laude Dorotheenstr. 31 zum Abbruch.- Desgl., betr. die Festsegung übereinstimmeno geschildert, so daß wir an der Richtigkeit dieser nach ist die Fassung des Antrages nicht zutreffend gewählt. Nach des Feuersozietäts- Veitrags für das Geschäftsjahr 1. Oft. 1889/90. Schilderungen feinen 8weifel haben und eine solche Schilderung dem neuen Steuertarif verändert sich die Gemeindeeinkommen- Desgl., betr. die Errichtung sog. Urania- Säulen. Desgl. möchten wir doch der Deffentlichkeit nicht vorenthalten, denn sie steuer noch viel mehr, als die Staatseinkommensteuer, denn in betr. die Ferien der höheren Lehranstalten pro 1891. Desgl., zeigt recht te tl ch, was die manchmal so laut auspofaunte Wohlden Gemeinden wird noch nach dem Tarif von 1873, für den betr. das Feuer- Soz etäts- Reglement der Stadt Berlin.- Lesgl., thätigkeit, die ja in der besten Absicht erfolgt sein mag, für Staat nach i em Tarif von 1883 die Steuer erhoben, was für betr. die Festsetzung des Etats und des Gebührentarifs für die Folgen hat. Eine arme in der Urbanstraße wohnende Wittwe hatte eine fämmtliche Klaffensteuerstufen einen Unterschied von drei Monats- Untersuchung des von außerhalb eingeführten frischen Fleisches. raten macht; hiernach ist die Verschiebung thatsächlich viel größer Desgl., betr. den Verkauf der Baulichkeiten auf dem enteigneten folche Preßkohlen Anweisung von ihrem Armen- Kommissionsfür das Gemeindewahlrecht, als für die Wahlen zum Abgeord- Theile des Grundstücks Ami Oberbaum 1/2 zum Abbruch, sowie vorsteher mit dem üblichen wohlwollenden Lächeln erhalten. Die alte Frau netenhause. Bei allen diesen Erörterungen wird die Rück- die Verausgabung der für das betr. Grundstück zu zahlenden 200 Preßkohlen waren ihr angewiesen. fonnte De gl., betr. die Aufnahme einer zwischen selbst den weiten Weg von wirkung des neuen Tarifs auf den Gemeindehaushalt noch viel Entschädigungen. der Urbanstraße zu wenig beachtet, die Kommission hat sich sehr leicht darüber der Grimm und Gräfestraße neu anzulegenden Verbindungs- nach dem Schlesischen Güterbahnhof nicht machen und ein arbeitshinweggefeht.( Sehr richtig! links.) Der Finanzminister hat straße 2a in die Abtheilung 11 des Bebauungsplanes. Desgl., lofer Nachbar, der sich erst ein kleines Fuhrwerk besorgen mußte, zwar gesagt, er werde den Gemeinden durch Mini erial- betr. die Erwerbung des Straßenlandes vor dem Grundstück erbot sich, die Kohlen zu holen. Am Sonnabend ging er nach reffript gestatten, sich da herauszuhelfen; aber was nügt en Invalidenstr. 40/41. Desgl., tetr. die Aufnahme der von den dem Bahnhof, wartete dort von früh 8 Uhr bis Nachmittag folches Verjahren, welches schließlich nur für die Dauer der Cohnheim'schen Erben auf ihrem zwischen der Bremer und 4 Uhr, um schließlich den Bescheid zu erhalten:" Heute giebt es Amtethätigkeit eines Finanzministers maßgebend sein würde und Wilhelmshavenerstraße belegenen Terrain projektirten Straßen in feine Rohlen mehr!" Am Montag gings wieder nach dem Bahnvon dem Nachfolger desselben in das Gegentheil verkehrt werden den Bebauungsplan. Des gl., betr. die Auflösung der gemischten hof: auf dem Wege dorthin sah man ganze Schaaren von Leuten, tann. Diese schieren Bedenken werden durch den Antrag für Deputation für die äußere Ausschmückung des Berlinischen die sämmtlich schon am Sonnabend vergeblich dort gewesen waren. mich nicht geniilbert; ebenso geht es allen übrigen Vertretern, Rathhauses. Desgl., betr. den Verkauf eines Trennstücks des Vor dem ersten Eingang zum Bahnhof stand der Portier, neben die nicht der Rheinproving angehören. Das Zentrum macht sich Gemeinde- Grundstücks Rottbuser User 4.- esgl., betr. die ihm ein Schutzmann, um mit jener Liebenswürdigkeit, die manche hier einer großen Jukonsequenz schuldig. Bei der Landgemeinde- Ueberlaffung des Festsaales im Berlinischen Rathhause zu einer Beamten auszeichnet, die armen Leute, die sich etwa durch diesen Ordnung hat is in der Kommission für die Erhöhung des Zenfus Gedenkfeier für Rudolf Löwenstein, sowie für Heinrich Schlie- Gingang verirrien, hinauszuweisen. Kohlen gab's nämlich nur durch Drtsstatus mitgewirft; hier verfolgt es die entgegengesezte mann. Desgl., betr. Die Theilung des Bezirks ber 203. Armen- in dem zweiten Eingange des Bahnhofes, aber nicht nach der Richtung. Wer die Geschichte der Städte- Drdnung von 1856 Rommiffion. Berichterstattung betr. Die Wahl eines Vertreters Anweisung, sondern nur die Hälfte der angewiesenen Stück fennt, weiß, daß man damals die Rheinproving für ihre liberale sur Versammlung der brandenburgischen landwirthschaftlichen hl. Die Wittwe erhielt also, nachdem der Weg von Gesinnung bestrafen wollte.( Sehr richtig! links und im Zentrum). Berufsgenossenschaft.- Berichterstattung über ein Naturalisations etwa zwei Stunden zwei Mal gemacht zwei Mal gemacht war und nachSo ist auch die Bestimmung wegen des erhöhten Bensus in gesuch. Zwei Unterstüßungsfachen. Vorlage, betr. die Wahl dem ersten Tage acht Stunden vergeblich ge diese absichtlich möglichst schlecht gemachte Städteordnung hinein- von je vier bürgerlichen Mitgliedern und vier Stellvertretern für wartet war, einhundert Prestohlen! gekommen. Nach den Kommissionsbeschlüssen verwantelt sich die neugebildeten Ersagkommiffionen 5 und 6.- Desgl., betr. Welche Wohlthat für die beglückten Armen! Angenommen diese übrigens schon von selbst der ortsstatutarische Sah von 18 M. in die Wahl eines Ersahmannes zur Unterkommission 11 der Ein- 100 Prestohlen haben einen Werth von 70 Pennigen, wenn man einen solchen von 12, der von 12 in einen Satz von 9 M. Dar- fchäßungs- Kommission für die klassifizirte Einkommensteuer.sie im Hause hat, so müffen die Armen, welche dieser Wohlthat über hinaus wollen Sie den Satz auf 6 M. herunterbringen. Auch Desgl., betr. die Neuwahl von drei stimmfähigen Bürgern für theilhaftig werden sollen, dafür 12 Stunden thätig sein. HunDamit würde die Rheinproving noch schlechter gestellt sein das Kuratorium der Stiftung der Berliner Gewerbe- Ausstellung derte von Leuten haben die Kohlenspende in Empfang genommen. als alle anderen Provinzen, denn hier muß nach dem Gesetz im Jahre 1879. Det gl., betr. die Zahlung eines Gnaden: Man tann darnach berechnen, zu welchen Arbeitslöhnen der Nothüberall der Zenfus an einen Satz von 4 M. anknüpfen.( Wider- Quartalsgehalts.- Desgl., betr. den Ablauf der Wahlzeit eines stand in Berlin drängt, auch wenn er polizeilich nicht erwiesen spruch im Zentrum.) Gründlicher paralyfiren würde man diese Bürgerdeputirten bei der Schuldeputation, nachtheilige Wirkung, wenn man die Bestimmung der Städteordnung von 1876 in das Gesetz aufnimmt, wonach Jeder wahlberechtigt sein sollte, der überhaupt Klaffensteuer zahle. Damit Tokales. am worden werden könnte. Bejammernswerthe Bilder des Elends fah man bei dieser Gelegenheit. Ein armer Schuhmacher aus dem Norden der Stadt, der auch vergeblich auf den Empfang von Kohlen ge würde ein wirksamer Schutz des Wahlrechts gegeben sein. Wenn gewartet hatte und ohne Kohlen mit seinem kleinen Wagen heims verlangt wird, daß man eine städtische Steuer zahlen muß, um tehrte, brach in der Gegend der Schwedterstraße ohnmächtig zu wahlberechtigt zu sein in der Kommune, so gilt das schon heute Für die, welche frieren! Das Thermometer fällt langsam, sammen und mußte zur Charitee geschafft werden. Den Leuten, nicht mehr unbedingt. Ferner muß die Dritteltheilung stattfinden aber beständig, troß der geistreichen Wige" des" freisinnigen" die ihn aufhoben, erzählte er sonderbare Geschichten über die nach Maßgabe der Einkommensteuer allein, wie es 1876 die Ne Stadtv. Meyer I, und es scheint, als ob wir einer neuen Rälte- Art, wie es bei der Verabfolgung der Kohlen zugegangen e Es wird vielfach gesagt, auf den Maskenbällen lerne man erst den wahren Charafter der Leute kennen und in diesem Sage liegt ganz gewiß ein großer Theil Wahrheit. Seine volle Wahrheit aber fonnten vor einigen Tagen die Bewohner von Reinidendorf kennen lernen, an einem Ball, den die dortige„ gute Gesellschaft" veranstaltete. Herr Zimmerer Frit Schäfer, Liebenwalderstraße Nr. 4 wohnhaft, ersucht uns um die Mittheilung, daß er mit dem in Nr. 33 unseres Blattes erwähnten Zimmererpolier nicht identisch ist. fei. Er behauptete, daß Leute, die in den Anweisungszettel| wurde vorgestern Mittag bereits getrübt, und zwar grausam getrübt.| Dresdener Vogelwiese als Rellnerin engagiren zu lassen. Geldstücke gewickelt hätten und junge Frauenspersonen, die Die Künstlerin mag erstaunt gewesen sein, als plöglich um jene Sie beharrte um so mehr auf diesen Plan, als sie wieder einmal sich Liebenswürdigkeiten von den mit der Vertheilung der Beit in ihrer Wohnung im Hotel Bellevue ein Rechtsanwalt mit in der Tasche ihres Bräutigams einen Brief von der Mutter des Rohlen beauftragten Männer gefallen ließen, sehr schnell Rohlen einem„ Arrestbefehl im Namen des Königs" auf der Bildfläche Angeklagten vorgefunden hatte. Der Angeklagte war aufs erhielten. Ob diese Angabe des alten Mannes etwa nur von erschien, um 8000 M. in Beschlag zu legen. Die Sache verhält Aeußerste betrübt; er ging hin und kaufte sich einen Revolver, einem Fieberwahn eingegeben war, oder ob sie auf Wahrheit sich folgendermaßen: Frau Patti hatte am 16. Septbr. 1890 einen den er vorschriftsmäßig laden ließ und in seine Rocktasche steckte. beruht, ist natürlich schwer zu ermitteln, Aber was will unter Kontrakt mit der Verpflichtung unterschrieben, in Petersburg und Als er wieder zu Hause angelangt war, fand er das Mädchen solchen Umständen die Wohlthat der Kohlenvertheilung bedeuten? Moskau in 12 Konzerten und Opernvorstellungen für 16 000 m. beim Kofferpacken vor. Er fragte dasselbe, ob es sich mit ihm Für die armen Empfänger verliert sie so gut wie jeden Werth, pro Vorstellung aufzutreten. Später ist die Künstlerin anderen auf ewig verbinden wolle und als diese Frage verneint wurde, wenn man die Vertheilung nicht von vornherein so einrichtet, Sinnes geworden- vielleicht, daß ihr die 16000 m. pro Borstellung frachte plötzlich ein Schuß und das Mädchen lief mit lautem Aufdaß eine bequeme Aushändigung an die Armen möglich ist. Den nicht pattimäßig erschienen genug, sie war trotz zahlloser schrei zur Küche hinaus, um das aus ihrer linken Hand hervoreinzigen moralischen und vielleicht auch materiellen Nußen hat Depeschen, die gewechselt wurden, und trotz der Sicherheit, welche quellende Blut abzuwaschen. Es stellte sich heraus, daß ihr eine der Wohlthäter", dessen Namen im Buche der Wohlthaten Rothschild in London für die richtige Auszahlung des kontrakt- Revolverfugel in die Hand gedrungen und dort stecken geblieben obenan glänzt; er schenkte eine Million Prestohlen! Daß das mäßig festgesetzten Honorars übernommen hatte, nicht zu bewegen, war. Das Mädchen, welches nur drei Tage gänzlich arbeitsElend in Berlin so groß ist, daß dieses bedeutende Kohlen- das Land der Moskowiter, wo sie mit wahrhaft heißer Sehnsucht unfähig war, opferte ihren Schmerz auf dem Altar der Liebe, quantum so wenig wie Nichts für die Empfänger bedeutet, dafür erwartet wurde, zu betreten. Dem russischen Konsortium, welches verzieh dem Angeklagten und es hätte nach der ganzen Geschichte tann der Wohlthäter nicht. den Kontrakt mit der Künstlerin geschlossen, waren bereits be- wahrscheinlich kein Hahn gekräht, wenn nicht ein sonderbarer Zudeutende Kosten erwachsen, zumal dasselbe nichts unversucht ge- fall mitgespielt hätte. Eines Tages saß das verwundete MädDie Zeit der Maskenbälle ist da! Jeder, der in der lassen, um die Patti anderen Sinnes zu machen und der Peters- chen auf einer Bank im Thiergarten und als sie ihre verbundene heutigen traurigen Zeit noch die Mittel besitzt und entbehren burger und Moskauer Gesellschaft den gehofften Genuß zu ver- Hand betrachtete, tamen ihr unwillkürlich die Thränen in den fann, die ein buntes Mastenhabit zu entleihen erfordert, steckt schaffen. Bei der Anwesenheit der Künstlerin in Berlin wurde Augen. Neben ihr saß ein freundlicher alter Herr, welcher sich feine förperliche Figur in diese Hülle, um den Bersuch zu machen, nun beschlossen, mit gerichtlichen Schritten gegen die Diva vor theilnahmsvoll nach dem Kummer des Mädchens erkundigte und auf einige Stunden das Elend zu vergeffen, das ihn tagtäglich zugehen. Vorläufig hat man gestern den schleunigen Arrest auf um die Geschichte von der unglücklichen Liebe und dem umgiebt. Wer will es dem thatendurstigen Jüngling, der sonst jene 8000 M. Tegen lassen als Schadloshaltung für die gehabten Revolverschuß in allen Einzelnheiten ausgetischt erhielt. Da er irgend einem ehrsamen Handwerk oder der Arbeit in irgend einer Rosten. In Kurzem wird der bezügliche Prozeß das hiesige Ge- hob sich der alte Herr, stellte sich als Kriminalbeamter vor und Fabrik obliebt, denn verübeln, wenn er in dem Gewand eines richt beschäftigen. Außerdem verlangt das Konsortium noch das forderte das Mädchen auf, ihm zur Wache zu folgen. Damit Rinaldo Rinaldini die Empfindungen seines selbstlosen Prinzipals hübsche Sümmchen von 80 000 m. als Schadenersak. So ist war das Schicksal des Angeklagten besiegelt. Es ivar gerade die zu sudiren sucht? Oder wer wollte es der jungen Schneiderin Frau Batti vorläufig um 8000 M. ärmer von Berlin abgereist. Beit, wo man emsig in Sachen des Wende'schen Mordes übel nehmen, wenn sie, die für kärglichen Lohn für Tänzerinnen Man sieht, daß die Launen einer Künstlerin zuweilen etwas tost- recherchirte und jeden Menschen, der eine Rohheit begangen, für und Rünstlerinnen arbeiten muß, nun einmal Qust empfindet, spieliger Natur sind. den muthmaßlichen Mörder der Wende ansah. Auch der Ansich selbst als Künstlerin zu versuchen, sei es auch nur für die getlagte wurde unter diesem Verdachte gefänglich eingezogen, furzen Stunden eines Mastenvergnügens. Wir erhalten folgendes Schreiben: Zur Berichtigung nach drei Tagen aber wieder entlassen. Ein besonderes Glück für auf den Artikel Rowdies- Zimmerergesellen in Nr. 33 des ihn war es noch, daß er nicht wegen versuchten Mordes Vorwärts" ersuchen wir Sie gütigst Folgendes aufzunehmen: oder versuchten Totschlages, sondern nur wegen schwerer Wir bekamen am Sonnabend, den 31. Januar in John's Rörperverlegung unter Anklage gestellt wurde. Er versicherte Restaurant unseren Lohn und 2 Faß Bier von unserem Meister. dem Gerichtshofe unter Thränen, daß er dem Mädchen nur einen Als einige unserer Kameraden das Lokal verließen, wurden sie Schreck habe einjagen wollen; der Staatsanwalt glaubte ihm von den Kornträgern überfallen und mit Knüppeln und Messern dies aber nicht, sondern beantragte 9 Monate Gefängniß. Die gute Gesellschaft von Reinickendorf wollte natürlich etwas traktirt. Wir eilten darauf aus dem Lokal und es ging uns Rechtsanwalt Morris plaidirte auf Einstellung des Verfahrens, ganz Besonderes zur Darstellung bringen und so wurde denn ebenso. Daß wir uns vertheidigt haben, ist wohl unsere Pflicht. da er es für durchaus glaublich hielt, daß dem Angeklagten, der zum Vergnügen" und zur„ Erholung" der guten Leute eine Mögen die Kornträger in Zukunft andere Arbeiter in Ruhe mit Schußwaffen nicht Bescheid weiß, ohne Absicht ein Schuß Benne zur Darstellung gebracht. Die vornehinsten Leute des lassen. Dieses der Wahrheit gemäß. Die Zimmerer von losgegangen sei. Der Gerichtshof war anderer Ansicht und verOrtes erschienen in der bedenklichsten Strolch- Garderobe, da sah Bimmermeister Schäffer's Play. urtheilte den Angeklagten zu 6 Monaten Gefängniß. man schäbige Hüte, zerrissene Röcke und Westen und Hosen, durch Thränenden Auges wankte der Jüngling zum Saale hinaus; welche der Wind pfiff. Das Lokal war entsprechend ausgestattet; wehklagend folgte ihm das Mädchen und draußen fielen sich an Wänden, Thüren und Fenstern hingen Lumpen, auch die beide in die Arme, um den gemeinsamen Schmerz gemeinsam ausStrohpenne mitten im Saale fehlte nicht. Eine Hauptgröße des zuweinen. Festes war ein Mediziner und Menschenfreund. Die Leute er zählen von ihm, er sei einst zu einem Reinickendorfer, dessen Eine Diebes und Hehlergesellschaft von nenn Per Kind frank war, gerufen worden, habe dort die Thür geöffnet, daß kein Lokal zu Volksversammlungen zu haben ist. Es weigern Landgerichts 1 bis zur Abendstunde. Steglitz. Die Lokalkommission für Steglitz theilt uns mit, fonen beschäftigte am Sonnabend die zweite Straffammer des Des Bandendiebstahls einen Blick auf das Kind geworfen und gesagt:" Tem Kindlein tann ich nicht mehr helsen; für meine Bemühung bekomme 2. Zur Krone, Albrechtstraße; 3. Raiserhallen, Albrechtstraße, dicht helm Topp beschuldigt und geständig. Die beiden Angeklagten sich immer noch folgende Wirthe: 1. Albrechtshof, Albrechtstraße; waren der Maler Michael Baltuttis und Arbeiter" Wilich drei Mark."-Besagter Mediziner entlocte einem verstimmten Leierkasten die schauerlichsten Töne. am Bahnhof; 4. Heinrich's Salon, Albrechtstraße. Zu gewerf haben mit außerordentlicher Frechheit gestohlen und im Herbst 1889 während Arion durch seine Musik wilde Thiere zähmte, schaftlichen Bersammlungen stehen uns folgende Säle zur Vereinen hohen Grad von Unsicherheit auf den Straßen Berlins macyte der Doktor die Strolde damit so wild, als ob die Gäue fügung: 1. Restaurant zur Börse, Schloßstr. 66a; 2. Restaurant hervorgerufen. Sie hatten es hauptsächlich auf solche Geschäftsin sie gefahren wären. Sie strampelten und hampelten umher Arbeiterblätter liegen in folgenden Lokalen aus: Schütz, Schloß- damit Waaren zu den Kunden zu bringen. Wenn ein Haus, Hildebrand, Schloßstr. 81; 3. Café Harmonie, Flensburgerstr. 10. wagen abgesehen, welche von Hausdienern benutzt werden, um und schnitten Grimassen. Ein Fabrikant H. sah aus wie der Teufel vom Bloatsberg, zwar frist er nicht, wie dieser, die Straße 8; Sörig, Schloßstr. 11; Schellhase( Neufamm), Schildhorn- diener einen solchen Wagen für wenige Minuten unbeaufsichtigt schönsten Braten von Jungfrauen und Kindern, wie es im Liede und Fichtestraßen Ecke; zur Börse, Schloßstr. 66a; Guthke, auf der Straße stehen ließ, so war derfelbe verschwunden, wenn heißt, so graufam ist er nicht; er saugt dieselben nur aus. Er Albrechtstr. 108; Busse, Teichstr. 38; Schober, Teichstr. 11. Alle er nach Ablieferung eines Packets wieder hinaustrat. In beschäftigt nämlich in seiner Fabrit Rinder, welche eben aus der Fragen in Betreff der Lokalfrage sind zu richten an W. Wüften- mindestens fünfundzwanzig Fällen haben die Angeklagten Schule entlassen sind. Diese müssen 14 Tage umsonst arbeiten, hagen, Fichtestr. 70. derartige Diebstähle begangen und einzelnen der Bejtohlenen dann bekommen fie 3 M. pro Woche. Davon gehen aber so und einen folossalen Schaden zugefügt. Sammet und Seidenso viel Strafgelder für Zuspätekommen und sonstige Verstöße Borwärts" in folgenden Wirthschaften ausliegt: 1. Schmidt, schiedensten Art stelen den Dieben in die Hände. Die leeren Die Köpenicker Lokalkommission giebt bekannt, daß der waaren, Trikots und andere Stoffe, Nahrungsmittel der vergegen die Fabrikordnung ab. Damit die jungen Leute infolge Grünauerstr.; 2. Lange, Grünauerstr.; 3. Gabriel, Grünauerstr.; Wagen wurden zumeist in entlegenen Straßen aufgefunden. Bu der großen Verdienste nicht auf Abwege gerathen, bekommen sie 4. Janke, Berlinerstr.; 5. Markan, Grünftr.; 6. Purrmann, nächst wandten sich die Diebe an die unverehelichte Händlerin des Sonnabends Acends-ja, ja, rathe einmal, lieber Leser, doch Grünstr.; 7. Troppens, Rosenstr.; 8. Stuy, Schloßstr.; 9. Held, Marie Erhardt, eine bereits mehrfach wegen gewerbswir wollen es lieber sagen, denn es ist schwer zu rathen und staune- eine höre Müggelheimerstr.; 10. Zauchert, Müggelheimerjir.; 11. Fielib, mäßiger Hehlerei, zuletzt mit sechs Jahren Zuchthaus, vorStöderpredigt. Der Herr Fabrikant, der Alten- Markt; 12. Dalbriz, Goldener Hirsch. Zu Versammlungen bestrafte Person. Diese brachte die gestohlenen Waaren zum als Strolch mit auf dem Ball war, übt auch praktisches Christen steht uns nur ein Bokal unentgeltlich zur Verfügung bei Kautsch, größten Theile bei den Schneidermeister Pertuhn'schen Ghethum. Am Sonntag Vormittag müssen die Kinder regelmäßig Grünstr. Wir bitten die Genoffen, genau auf diese Liste zu leuten unter. arbeiten, haben also feine Zeit, nach der Kirche zu gehen, und da achten. Bei etwaigen Partien machen wir darauf aufmerksam, Partiewaaren- Händler Adolf Pommer haben von den Dieben Auch der Schneider Julius Stern und der Zeit Geld ist, so ist der um die Frömmigkeit seiner Arbeiter sehr daß auf dem Wege nach Friedrichshagen nur zwei Lokale den besorgte Herr auf den Gedanken gekommen, die Predigt gedruckt Arbeitern zur Verfügung stehen, Goldener Hirsch und Tabbert, Preisen gekauft wiederholt größere Waarenposten git auffallend billigen zu vertheilen. Hirschgarten. Ferner machen wir die Berliner Genossen noch sonen deshalb wegen gewerbsmäßiger Hehlerei unter Anund standen die letztgenannten fünf Per,, Bet' und arbeit ruft die Welt; aufmerksam, daß bei etwaigen Herrenpartien die Zigarrenhändler flage. Auf Ungering, Grünauerstr. 4, Hoffmann, Grünstr. und Runze, die Arbeiter" Ludwig rend einfache Hehlerei lautete die Anklage gegen Alle Vortheile gelten. Einige anwesende Schulmeister singen, voll Müggelheimerstraße, zu berücksichtigen sind. Albert Einfinger, welche nur in je einem Falle Abnehmer der gestohlenen GegenArbeiter" Ludwig Arend und Gustav Schulze, des füßen Weines, welchen die besserfituirten Ballfirolche bezahlt Grünauerstr. 71, I. Joh. Rautmann, Grünauerstr. 4. haben, Lieder, welche gar keine Aehnlichkeit mit Chorälen und stände gewesen waren. Die umfangreiche Beweisaufnahme entPsalmen haben. rollte ein trübes Bild von dem gemeingefährlichen Treiben der Polizeibericht. Am 9. d. M. Vormittags wurde im WohnEin Mitglied der gefeßgebenden Körperschast Reinickendorfs, zimmer eines Mädchens in der Mittenwalderstraße die Leiche Angeklagten, welche trotz ihres hartnäckigen Leugnens vom Geder Dorpater Y., Mitglied der Gemeindevertretung, ist erschöpft eines am 2. d. M. von ihr geborenen Kindes in einer auf dem richtshofe im vollsten Umfange für überführt erachtet wurden. von den Anstrengungen, welche seine Lehrlinge bei Tage hatten, Ofen stehenden Kiste aufgefunden. Die Mutter wurde verhaftet. Die Strafen mußten hoch ausfallen, es wurden verurtheilt: Die auf der Strohpenne selig eingeschlafen und träumt von einer Zu derselben Zeit wurde in der Spree, nahe der Cuvrystraße, Angeklagten Baltuttis und Topp zu je acht Jahren Ihnen, meine Herren, so ruft er im Schlafe, die Straßen in geschwemmt. großen Rede, welche er im Toriparlament halten will. Ich sage die Zeiche eines unbekannten, etwa 30 Jahre alten Mannes an- 3 uch thaus, Marie Erhardt zu sechs Jahren, Schneider Nachmittags gerieth der Maschinist Stache in erfuhn zu vier, Stern und Pommer zu je 21/2 und Reinickendorf find schlechter als die Straßen in einem hinter der Fabrit für Gasanſtalts- Bedarfsartikel von Brüggemann, die Ehefrau Berkuhn zu anderthalb Jahren ZuchtProverſchen Dorf und die neu angepflanzten Bäume in der Ridersporferstr. 48, als et fich überzeugen wollte, ob bus eolben: baus. Die Angeklagten Schulze und Arend wurden Provinzstraße werden diesen Gommer wieder feine Blätter be- lager wann gelaufen ſei, mit dem linken Arm zwiſchen den einem Jahre drei Monaten, beziehungsweise zu Bravo riefen alle Ballstrolche und der kleingehaune Kolben und den Führungszylinder und wurde hierbei so bedeutend Holz- und Kohlenhändler brach trachend mit seinem Stuhl zu verlegt, daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain ge- 5000 m. auf freiem Fuße befunden hatte, erbot sich, die geflagte Bommer, der sich bisher gegen eine Kaution von fammen. Zu derselben Zeit stieß an der Ecke Um andern Tag war in Reinickendorf große Nachfrage nach der Schüßen- und Markgrafenstraße eine Droschte mit einem Summe zu verdoppeln, wenn man von seiner sofortigen Inhaftmit Brettern beladenen Arbeitswagen zusammen, wobei eine nahme Abstand nehmen wolle; der Gerichtshof lehnte dies Ana in der Droschke sitzende Frau anscheinend schwere innere Vererbieten aber ab und verfügte die Verhaftung auch dieses Verlegungen erfitt. Nachmittags fiel der Arbeiter Schröder auf urtheilten. fommen. fauren Häringen. Bete kurz, denn Zeit ist Geld!" Aber bracht werden mußte. fort eintrat. Abends fanden zivet kleinere Brände statt. Gerichts- Beifung. neun " Der Anklagten, der dadurch verhindert wurde, weitere Schritte auf der Bahn des Verbrechens zu thun. Der Staatsanwalt beantragte bei der Frivolität, die der Angeklagte an den Tag gelegt, cine Gefängnißstrafe von einem Jahre und zwei Jahre Ehrverlust. Der Gerichtshof berücksichtigte die bisherige Unbefcholtenheit des Angeklagten, sowie den Umstand, daß der Schaden von dessen Verwandten gedeckt worden ist und beließ es bei einer Gefäng= nißstrafe von sechs Monaten. So amüsiren sich die Gebildeten von Reinickendorf. Wir erhalten folgendes Schreiben: In einer Lokalnotiz dem Neubau Friedenstr. 84 infolge eines Fehltritts von einer Ein Opfer des Börsenspiels stand gestern in der Person der Berl. 3tg." vom 26. Januar d. J. wird von einer etwa 11/2 Meter hohen Rüstung herab und erlitt so schwere des 27 jährigen Kaufmanns Alexander Weise vor der dritten größeren Anzahl von Restaurateuren folgendes berichtet: Bei innere Verlegungen, daß er bewußtlos liegen blieb und bei der Straftammer des Landgerichts I. Der Angeklagte war bei der ihnen erschienen zwei Reisende einer Ungarwein- Handlung, die Ueberführung nach dem Krankenhause am Friedrichshain ver- Bant für Handel und Industrie mit einem zwar fleinen aber her ein Geschäft betreibt. Die Neisenden machten den Vorschlag, starb. In der Bier'schen Brauerei, Stralauerstr. 8/6, gerieth austömmlichen Gehalt angestellt. Die Sucht, möglichst schnell die ihrer nehmen sollten. Auf den Einwand der Letzteren, daß sie für zu derselben Zeit der Maurer Kurth mit den Kleidern in das reich zu werden, bewog ihn, auf eigene Hand Börsenspekulationen Getriebe einer Maschine, wurde von der Welle mehrere Male zu unternehmen. Der Versuch fiel zu seinen Ungunsten aus, anUngarwein keinen Absatz haben würden, bemerkten die Reisenden, herumgeschleudert und dabei so schwer verletzt, daß der Tod so statt einen Gewinn einzuftreichen, hatte Weise mehrere daß es hierauf gar nicht ankäme; der Hauptzweck L..ge darin, in Nachmittags wurde eine Frau vor dem Hause Tausend Mark Differenzen zu zahlen. Der Mittellose wurde dem Stadttheil eine Niederlage zu errichten. Die Weine würden Brunnenstr. 124 A von einem Wagen überfahren und erlitt so zum Diebe, er entwendete feinem Chef zwei griechische Werthtoftenfrei zugestellt werden, für den verkauften Theil sollte bedeutende Quetschungen an den Beinen und an der Hüfte, so papiere, verjilberte dieselben und beglich dann seine Börsenschuld. Die entsprechende Provision gezahlt werden. Eine Anzahl von Restaurateuren ging auf diesen Vorschlag ein und unterschrieb daß sie nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte. That wurde bald entdeckt, vielleicht zum Glück für den Angeeinen Bettel mit ihrem Namen, ohne dessen Inhalt näher zu prafen; die Reisenden hielten diesen Zettel gewöhnlich verdeckt. Nach einiger Zeit e.hielten die Restaurateure größere Poften Wein mittelst Fracht zugefiellt, bis zu 500 M. Werthangabe. Die Fracht ist auch in den meisten Fällen bezahlt worden; im Weigerungsfalle legte man den Betroffenen den unterschriebenen Beitel vor, Eine nuglückliche Liebesgeschichte, welche das Kapitel der der die Berkaufseinwilligung enthielt und der verschiedene ver- fenfationellen Blutthaten beinahe um einen neuen Fall bereichert anlaßte, einem etwaigen Prozesse aus dem Wege zu gehen. Die hätte, lag der Anklage wegen Körperverlegung zu Grunde, welche Reisenden, von denen der eine verhaftet, der andere spurlos ver den Buchhalter Martin Fricke gestern vor die zweite Straf- Höchst bedenkliche Schiebungen traten in einer Verhand schwunden ist, haben diesen Schwindel ins Werk gesezt, um hohe fammer des Landgerichts I führte. Der 22 jährige harmlos aus lung zu Tage, welche gestern vor der 111. Strafkammer des LandProvision zu bekommen. Der Bericht sagt, daß die Firma un schuldig sei. Hierzu diene folgendes zur Aufklärung: Die Firma schauende Jüngling, welcher durchaus nicht den Eindruck eines gerichts 1. stattfand. Auf der Anklagebank befanden sich der schrieb mir und verschiedenen Anderen:„ Nachdem wir in Betreff blutdürftigen Wütherichs macht, liebte eine 28 jährige Kellnerin, Stellmacher Bernhard Schröder, der frühere Kaufmann, Ihrer Angelegenheit unsere Reisenden genau befragt haben, müssen Fr. Marie K.; er theilte mit ihr eine Wohnung und hatte jezige Rechtskonsulent Osta Werth und der Zigarrenmacher Ihrer Angelegenheit unsere Reisenden genau befragt haben, müssen ich mit ihr in aller Form verlobt, dieses große Greigniß Eduard Schulze. Die Angeklagten bewohnten gemeinschaftlich wir Ihnen mittheilen, daß wir Ihrem Wunsche, die Waare zurück- auch dem verehrten Publikum durch eine Verlobungs- Anzeige ein Haus in der Triststraße. Schröder war in Vermögensverfall zunehmen, nicht entsprechen können 2c. Schon aus diesen Worten bekannt gegeben. Aber ach, die Eltern des Jünglings gerathen und wurde arg von den Gerichtsdienern bedrängt. Mit sieht man, daß die Firma im Einverständniß gehandelt hat. Um eine Verbindung mit einer Kellnerin nicht Hilfe des zweiten Angeklagten wurden eine Menge Schriftstücke andere zu warnen und vor Verlusten zu bewahren, sah ich mich veranlaßt, diese Zeilen zu veröffentlichen und bitte alle Restau- sugeben und die Mutter beschwor den Sohn brieflich wiederholt, angefertigt und sonstige Manipulationen gemacht, um den rateure, die in gleicher Weise geschädigt sind, mir dies mittheilen von seiner unseligen Leidenschaft abzulassen und in bas elterliche Gläubigern ein Schnippchen zu schlagen. Zunächst trat Schröder zu wollen, um bei etwaiger Klage Material in Händen zu haben. freu; er setzte sich auch darüber hinweg, daß seine Braut es vertrag gemacht, wonach der dritte Angeklagte das Geschäft von Saus zurückzukehren. Der Angeklagte aber blieb dem Mädchen seine Stellmacherei an seine Ehefrau ab. Dann wurde ein KaufJ. Gnadt, Restaurateur, Brunnenstr. 38. liebte, ihn möglichst eifersüchtig zu machen und lebte der Hoffnung, der Frau Schröder für 900 M. erstanden hatte. Das Geld foll Aus dem Erdenwallen einer„ bescheidenen" Künstlerin. daß es ihm doch noch gelingen werde, das Mädchen zu bestimmen, der Ehemann Schröder vorher dem Angeklagten Schulze, der Ubelina Patti, welche vorgestern nach Paris bezw. Nizza abgereift von dem Berufe der Kellnerin Abstand zu nehmen. Er hatte mit völlig mittellos war und mit Frau und acht Kindern eine Stube ist, war es nicht beschieben, Berlin in rofiger Laune zu verlassen. Den bezüglichen Borstellungen aber durchaus kein Glück und im und Küche bewohnte, ausgehändigt haben, damit dieser die Kaufbei dem Scheinkaufe auch Dor Beugen war ließ der Beifall vorvorgestern in der Philharmonie nichts zu Juli v. J. fam es zwischen dem Bärchen zu ernstlichen Er- fumme wollten wünschen übrig, aber die Grinnerung an die geernteten Triumphe Brterungen, weil das Mädchen die Absicht bekundete, sich für die zählen konnte. In ähnlicher Weise sollen die ungeklagten es mit einem Fuhrwerke gemacht haben, welches der so daß es von Gold faft erstickt wurde. Aber Spanien erging es Die Filiale 3( Oft) der Maler, Lackirer, Mn. Ehefrau Schröder abgepfändet worden war. Schulze hatte wie jenem König Midas, beffen Berührung alles in Gold verstreicher 2c. hielt am 3. d. M. ihre Mitgliederversammlung ab. früher ein Pferd nebst Wagen- wie die Anklage behauptet wandelte: es mußte bei all' seinem Reichthum verhungern, weil Kollege J. Hohlwegler hielt einen Vortrag über den Ursprung ebenfalls zum Schein von der Frau Schröder gekauft und das es den Werth der Arbeit nicht kannte. Anders England und der Familie, des Staates und des Eigenthums. Hierauf macht Fuhrwerk ihr dann wieder laut Miethsvertrag zur Benugung Holland! Die Bewohner dieser beiden Länder kannten den Werth der Bevollmächtigte den Beschluß der kombinirten Vorstands überlassen. Als das Pferd gepfändet wurde, gaben die Anges eines Gegenstandes, in welchen menschliche Arbeit hineingearbeitet ſigung bekannt, daß, wenn sein Mitglied der Berliner Filialen flagten Schröder und Werth eine eidesstattliche Versicherung ist, ganz genau; sie besiedelten die neu entdeckten Länder und stirbt, demselben ein Kranz, gemeinsam von sämmtlichen Filialen, dahin ab, daß dasselbe identisch sei mit demjenigen, welches dem schufen dauernden Reichthum durch Arbeit. Jetzt wurde der verehrt wird. Ferner wurde noch bekannt gemacht, daß die Angeklagten Schulze gehörte und bewirkten dadurch, daß das Handel den großen Städten Deutschlands entrissen und nach den Stiftungsfeste der Filialen Berlins von jetzt ab nicht mehr gePferd wieder freigegeben werden mußte. Diese eidesstattliche Hafenplägen der Engländer und Holländer verlegt, und das Mittel- feiert werden, sondern es wird nur ein gemeinsames Vergnügen Versicherung soll falsch sein und die Angeklagten sollen gewußt meer, bisher der Träger des Welthandels, sant zu einem beden- gefeiert und zwar jedes Jahr im Monate Juli. haben, daß jenes Pferd bereits vor der Pfändung gegen ein tungslosen Binnensee herab. Hinzu kam noch, daß besonders den anderes umgetauscht war. Der Staatsanwalt hielt die Ange- Engländern durch die Reformation die Reichseinheit gegeben Der Verein zur Wahrung der Interessen der Zink flagten auf Grund der Beweisaufnahme für überführt, er beantragte wurde, Deutschland hingegen die Zerrissenheit, an deren unheil- gießer und Stürzer Berlins und Umgegend hielt feine Mitgegen Schröder und Werth je ein Jahr, gegen Schulze neun vollen Folgen es heute noch tranti. gliederversammlung am Dienstag, den 3. Februar, ab. Die ArMonate Gefängniß. Da Werth bereits acht Monate in Wie die Entdeckung von Amerika den Handel vollständig in beits- Niederlegung bei Eckstein tam zur Sprache, jedoch hat die Untersuchungshaft gefeffen, so stellte er anheim, bei diesem andere Bahnen lenkte, so rief die Erfindung der Dampfmaschinen Sache für unsere Vereinigung weiter fein Interesse. Es wurde Angeklagten sechs Monate abzurechnen. Das Urtheil lautete eine vollständige Umwandelung des Gewerbebetriebes hervor: aber beschlossen, die am 4. Februar tagende Metallarbeiter- Vergegen Schröder auf neun, gegen Werth auf sechs und gegen Die Kleinindustrie wurde verdrängt, und an ihre Stelle trat die sammlung zu besuchen, wo der Kollege Walter der Allgemeinheit Schulze auf vier Monate Gefängniß. Die Strafe des Großindustrie. Den Hauptentwickelungsprozeß hat die Groß- Rechenschaft über sein Weiterarbeiten daselbst geben wird. Als Angeklagten Werth wurde als verbüßt angesehen. industrie seit den fünfziger Jahren durchgemacht, und die stetig Vergnügungs- Romiteemitglied wurde der Kollege Jost als Erfortschreitende Entwickelung hat besonders in der letzten Zeit fagmann gewählt. Nach Regelung einzelner Unterſtüßungs- Angroßartige Dimensionen angenommen. Die Kleinproduktion liegt gelegenheiten aus Anlaß der jetzt herrschenden Arbeitslosigkeit im Sterben; der Kapitalismus hat ihr den Todesstoß versetzt, und wurde die Vorstandssigung zu Sonntag, den 8. Februar, anbedas Kind des obsiegenden Kapitalismus ist das Proletariat. In raumt. dem Gehilfen der früheren Kleinproduzenten konnte man wenigftens Vereinigung der Maler, Hacktrer, Anfreicher und verandter Genoch die schwache Hoffnung erwecken, es sei möglich, es durch rufsgenossen, Filiale Berlin 5 Nord. Deffentliche Mitglieder- VersammFleiß und Sparsamkeit ebenfalls zu einem fleinen Betriebe zu straße 38. Tagesordnung: 1. Vortrag über Alters- und Invalidenversorgung. Tung am Mittwoch, den 11. Februar, Abends 8% Uhr, bet Gnadt, Brunnenbringen. Würde aber heute Jemand einem in einem großen 2. Stellungnahme in Betreff Abhaltung von Lese- Abenden. 3. Filialangelegen Etablissement beschäftigten Arbeiter sagen, er sei im Stande, sich beiten. 4. Verschiedenes und Fragetaften. Unsere Mitglieder- Versammlungen durch seiner Hände Arbeit ein eben solches Etablissement au er- finden von jest ab jeden Mittwoch im Monat in obengenanntem Lokale ſtatt. werben, so wäre das Thorheit. Hierauf gründet sich der schroffe Klaffengegensatz, und aus dem Klassengegensatz ist die sozialistische Bewegung hervorgegangen. Soziale Uebersicht. Ueber die Verhältnisse der Patentschloß- Fabrik von Herrn Hugo Steinke, Admiralstr. 18d, gehen uns Klagen zu. Die Affordverhältnisse sollen bei der genannten Firma so gestellt sein, daß ein tüchtiger Schloffer bei 16stündiger Arbeitszeit nur 2 m. verdient, ein schwächerer dagegen in 14 Tag 1 M. verdient hat. Als die Arbeiter nun nach fertig gestellter Arbeit sich durch den Meister an den Ingenieur um Verbesserung der Preise wendeten, wurde ihnen die Antwort zu Theil, daß es nicht mehr gebe. Fragt man uns nun: Was will die Sozialdemokratie? so Thalheim im Erzgebirge. Seit vergangenen Montag, den fönnen wir antworten: Die Sozialdemokratie will genau das 2. Februar, befanden sich im hiesigen Ort die Wirker, Wirkerinnen Gegentheil von all dem, was man ihr in die Schuhe schiebt! und Näherinnen im Streit. Trotz aller Bemühungen der Arbeiter, Man sagt, die Sozialdemokratie beabsichtige, eine Theilung des infolge der angekündigten Zohnreduktion eine Verständigung mit Eigenthums herbeizuführen. Nur ein Thor tann das behaupten! den Unternehmern zu erzielen, wenigstens insofern, als daß an- Denn wenn die Sozialdemokratie thatsächlich eine Theilung angesichts der schlechten Geschäftsperiode die Arbeitszeit verkürzt strebte, so würden sie das Proletariat nicht aufheben, sondern würde, ohne daß eine Lohnreduktion eintreten solle, sind dieselben verallgemeinern. Nicht in dem Besitz, sondern in der Arbeit liegt infolge der Hartnäckigkeit der Unternehmer erfolglos geblieben. der ganze Werth. Wenn wir aber einmal zusehen, wer denn In der Erwägung, daß es Fabrikanten giebt, welche eine Lohn- in Wirklichkeit theilt, so ist es der Kapitalist, der Arbeit reduktion nicht habe eintreten lassen und ferner, daß bei den er- geber, der den durch deu Arbeiter erarbeiteten Werth theilt und höhten Lebensmittelpreisen und dem hierorts hohen Miethszins zwar so, daß der eigentliche Erzeuger der Werthe am Hunger eine Lohnreduktion von 15-20 pt. einen Lohnausfall von 5 bis tuche nagen muß. Man sagt ferner, wir wollten die Familie 7 M. in 14 Tagen ausmacht und daß wir dann als Menschen aufheben. Nein! nicht wir, sondern die heutige Gesellschaft hebt nicht mehr zu leben im Stande sind, sahen wir Arbeiter die Familie auf. Die Gesellschaft ist es, welche den Mann zwingt, ( 410, darunter 180 Familienvätern mit 270 Kindern und unver- sich morgens in aller Frühe von seinem Weibe, seinem schlumHeirathete 230) gezwungen, die Arbeit in 11 Betrieben ein- mernden Kinde loszureißen, und wenn der Vater dann abends todtmüde von der Arbeit nach Hause kommt, dann schläft sein zustellen. Kind; er muß darauf verzichten, es in seine Arme zu nehmen, es zu füssen, ans Herz zu drücken und wahre Vaterfreude zu empfinden. Jeden Vorwurf, den man uns zu machen versucht, tönnen wir zurückgeben und sagen:" Was Ihr uns vorwerft, das ist einzig und allein Euere Sünde." Wir wollen die Menschen frei machen, frei von dem Gold, ohne welches heute nichts mehr erlangt werden kann. Wie manche Talente, die sich unter einer fundigen Leitung herrlich entfalten würden, müssen zur Arbeit, in die Tretmühle gehen, weil sie nicht die Geldmittel zur Ausbildung Wir appelliren an das Solidaritätsgefühl aller Arbeiter und befizen. Deshalb ist unser Ziel: Wir wollen den Klassenunterbitten uns in unserem gerechten Kampfe nach Kräften zu unterschied beseitigen, indem wir die Klasse der Besitzenden und Nichtstüßen. Vor allem bitten wir zuzug streng fernzuhalten. befizenden aufheben, für jeden gleiche Bedingungen einführen und Briefe und Anfragen sind zu richten an Ernst Scherzer, jedem eine menschenwürdige Existenz schaffen! Wir wollen die Thalheim in Erzgeb Nr. 112. Alle arbeiterfreundlichen Zeitungen Klassenherrschaft beseitigen, durch welche die oberen Zehntausend werden um Abdruck gebeten. das arbeitende Wolf in ihrer Gewalt haben! Denn fein Mensch hat das Recht, andere für sich arbeiten zu lassen und Werkzeuge zu besitzen, durch welche er sich zum Herrn und seine Mitmenschen zu Stlaven macht; wer aber die Arbeitswerkzeuge be= fist, ist auch Besitzer des Arbeitens! In einer am Donnerstag, den 5. Februar, abgehaltenen öffentlichen Arbeiterversammlung, zu welcher auch die Fabrikanten geladen, aber nicht erschienen waren, wurden von den Streifenden folgende Resolutionen einstimmig angenommen: Die heute im Gasthof zum Zwönigthal tagende öffentliche Arbeiterversammlung beiderlei Geschlechts beschließt an der Forderung der Verkürzung der Arbeitszeit ohne jede Lohnreduktion festzuhalten und, da die Unternehmer jede Verständigung zurückweisen, den Streit unter allen Umständen fortzuführen. Versammlungen. Weißensee. Am Montag, den 9. Februar hielt der Arbeiter- BildungsVerein zu Weißensee eine öffentliche Versammlung ab, in welcher der Reichstagsabgeordnete Liebknecht einen Vortrag über„ Die Sozialdemokratie und der Reichstag" hielt. Der Redner sprach etwa folgendes: Der Rapitalist sagt, er sei der Wohlthäter der Arbeiter, die ohne ihn hungern müssen; und die Sache ist gerade umgekehrt. Der Kapitalist müßte Hunger leiden, wenn er den Arbeiter nicht hätte. Von selbst vermehrt sich das Geld nicht: es wächst nur durch ein Mittel, und das ist der Schweiß des Arbeiters, mit welchem es befeuchtet werden muß. Dann hect es und bringt Junge. Hier seht nun die Sozialdemokratie ein. Sie fordert mit aller Macht die sozialistische Produktionsweise, Abschaffung der Lohnarbeit und Enteignung der Besitzer der Arbeitswerkzeuge, so daß ein jeder den vollen Ertrag seiner Arbeit selbst genießen fann. Das erstrebt die Sozialdemokratie. Gäste stets Verband der Schneider und Schneiderinnen. Versammlung am ordnung: 1. Prüfung der Fachschulen. 2. Wahl eines Vergnügungskomitees. Die jüngeren Kollegen, welche gewillt sind, am nächsten Kursus theilzunehmen, werden ersucht, sich in dieser Versammlung zu melden. Mittwoch, den 11. Februar, Abends 8 Uhr, Beuthstraße 22, 1 Tr. TagesTheater- Herein Blumenlese"( Vors. G. Kleift). Sigung 9 Uhr Abends im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Gäste willkommen. Sonntag, den 15. Februar, Abends 6 Uhr, Damenabend im Dresdener Garten. Damen und Herren herzlich willkommen. Freie Vereinigung der Gärtner und verwandter Berufsgenossen. Mittwoch, den 11. Februar cr., Abends 9 Uhr, Versammlung in Feuerstein's Salon, Alte Jakobjtraße 75. Bortrag des Herrn Peus über„ Ernährung der Pflanzen". Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Tischler u. f. w. Dertliche Berwaltungsstelle Berlin B. Mitglieder- Bersammlung am Donnerstag, den 12. Februar, Abends 8% Uhr, im Saale Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1890. 2. Vortrag des Herrn Dr. Grosser über: Epidemische Krankheiten. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht. Große öffentliche Versammlung aller Handlungsgehilfen und -Gehilfinnen am Donnerstag, den 12. Februar, Abends 8% Uhr, in Joel's Salon, Andreasstr. 21. Tagesordnung: Welche Wege haben die HandlungsGesangverein„ Liederluft". Mastenball am 21. Februar, Abends 9 Uhr, in Krösche's Gesellschaftshaus( früher Möwes), Fichteftr. 29. Achtung, mastenball abhält, der den Arbeiter- Sängerbund nicht angehört. Durch die da ein Verein, Liederlust" am 14. Februar( 8 Tage zuvor) in demselben Lokale Gründung des Arbeiter- Sängerbundes theilte sich obiger Verein in zwei Vereine. Billets a 50 Pf. sind zu haben bei Märtens, Oranienstraße 3, v. 3£ r.; Breubel, Reichenbergerstraße 153, vorn 4 Tr.; Friedrich Kortum, Manteuffelgehilfen zur Berbesserung ihrer Lage einzuschlagen? straße 70, vorn 4 Tr. Achtung! In Bezug auf die Annonze am Sonntag, den 8. Februar: Der Gesangverein Liederlust"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes), hält feinen Wiener Mastenball am 21. Februar, Abends 9 Uhr, in Krösche's Gesellschaftshaus( früher Mowe's), Fichtestraße 29, ab, bitte ich Freunde und Genossen darauf zu achten, daß ein Verein Liederluft" am 14. Februar in demselben Lotale Maskenball abhält, der dem Arbeiter- Sängerbund nicht anBerein in zwei Vereine. Billets zu 50 Pf. sind zu haben bet Robert Märtens, gehört. Durch die Gründung des Arbeiter- Sängerbundes theilte sich obiger Oranienstraße 3, v. 3£ r.; Robert Brendel, Reichenbergerstr. 153, v. 4 Tr.; Frig Kortum, Manteuffelfir. 70, v. 4 Tr. " Hämmerle, Bülowstr. 59, part. Arbeiter GesangGesangverein Arbeiter Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs am Mittwoch. Borwärts", Abends 8% Uhr, Sigung im Lotale des Herrn köhn, Naunynſtr. 83. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Nord", Abends 8½ Uhr, bet Raabe, Ruppinerstr. 46. Gleichheit". Emansipation", Abends 8% Uhr bei Wagner, Neue Königstr. 89. Gäfte Abends 8 Uhr, bei Hilgenfeld, Bergstraße 60. Gäfte haben Zutritt. willkommen.-kultur", Abends 8% Uhr bei Steuer, Weinstr. 22. Gleichheit", 8% Uhr bei schönemann, Stalizerstr. 7. Gäste willtommen " Freie Denter", 9 Uhr bei Haust, Böthstraße 12. Gäfte i tommen. Arbeiter- Sänger- Sund Berlins und Umgegend. Mittwoch, Abends, 9 Uhr, Uebungsstunde( Aufn. von Mitgl.). Gesangverein Freya",( Gem. Männer Gefangverein hilaritas", Shor) bei Zemter, Münzstraße 11.Hochstr. 32 a bet Wilte." Flöterscher Gesangverein", Landsbergerstr. 31 bet Musold. Arbeiter- Gesangverein ,, Vorwärts", Schönhauser Allee 28 bet Nürnberg. Gesangverein„ tedesfreiheit", Blumenftr. 38 bet Hente. verein Deutsche Eiche", Blumenftr. 46 bei Went. Gesangverein der Steinmeßen", Johannisstr. 21 bei Müller.- Gefang verein" Echo", Bantom bet Borchardt, Schulzefir. 27. Lerche", Abends 9 Uhr bei Simmermann, Brunnenstr. 119. Genossen! Häufig schon haben unsere Gegner behauptet, die gefangverein, Fretheit", Uebungsstunde von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Männergesangverein Morgenroth", heutige Arbeiterbewegung entbehre jeder tieferen Grundlage und Wrangelfir. 147 bet W. Schmidt.- Verein Steinfeger- Sängerchor", sei nicht durch die Mißstände in der Gesellschaft, sondern durch Schwedterstr. 17 bet Wolter. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Frisch eine Handvoll von Verbrechern und Verschwörern künstlich her auf", Abends 8-10% Uhr bei Haller, Naunynftr. 70. Gefangverein vorgerufen worden. Das Widersinnige dieser Behauptung springt Die Geschichte unserer Partei ist noch eine sehr kurze. Aber Baufebeutel", Abends 9 Uhr bet Poppe, Lindenstr. 106. Gefangverein aber schon bei einer oberflächlichen Betrachtung sofort ins Auge. feit den 60 er Jahren sind wir die am stärksten entwickelte Sozial- offnung", Moabit, Abends 9 Uhr bei Jiges, Wilsnackerstr. 63. Denn niemals würde es eine Bande von Verschwörern dahin ge- demokratie der Welt geworden, und seit dem 20. Februar des Männergesangverein" Gangestreue", Abends 9-11 Uhr bei Luther, Brüderstr. 26. Gefangverein Alpenrose",( Sem. Chor) 8-10 Uhr, bracht haben, ihre Lehren über die ganze gebildete Welt zu verbreiten. Jahres 1890 sind wir auch die stärkste Partei des Deutschen Alexanderstr. 37, Ede Kaiserstraße, 1 Tr. Bitherklub Alpenveilchen", Und doch finden wir thatsächlich überall dieselbe Bewegung, dasselbe Reiches und stehen mächtig und gefürchtet da. Durch die Abends 8½ Uhr Kaiserstraße 25b, Ecke Alexanderstraße. Gäste willkommen. Ringen nach Gleichberechtigung aller Menschen; wohin wir blicken größere Anzahl von Mitgliedern ist der sozialdemokratischen Tambourverein" Echo"( Bergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr bei Hüttrich, mögen, überall tritt uns der Kampf des Kapitals mit der Arbeit, Frattion aber auch eine ungleich schwierigere Aufgabe zugefallen. des Herrn mit dem Knechte entgegen. Und in allen Zeiten finden Denn einerseits muß fie energisch für das Wohl des Volkes einwir den Gegensatz zwischen Herren und Knechten in mehr oder treten und andererseits gleichzeitig der Verwirklichung unserer weniger veränderter Form wieder. Im grauen Alterthum, zu Ideale zuftreben. Die Taktik der Fraktion ist während ihrer den Zeiten der Griechen und Römer, setzte der Herr den Fuß auf langjährigen Parlamentsthätigkeit stets diefelbe geblieben: nie- Stewald, Dresdenerfir. 38.- Geselliger Klub Proletariat" bei Lorenz, den Nacken des Sklaven, im Mittelalter spannte der Gutsherr mals hat sie unerreichbares angestrebt, Erreichbares dagegen stets Stoppenjir. 43. Geselliger Klub Soffnung" bei Feige, Markusstr. 31. Bergnügungsverein, Pon um"," Abends 8% ühr bei Schröder, Stegliterden leibeigenen Bauer vor den Pflug, und heute treibt das Kapital mit allen ihr zu Gebote stehenden Mittel durchzusehen gesucht. ftraße 18. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, wilkommen. Berein der den Lohnftlaven in die Fabriken. Zwar ist der Mensch heute Sie hat die Aufhebung der Getreidezölle und des Bieheinfuhr- Soldiner", Abends 8½ Uhr bei Wutke, Friedrichsbergerstraße 24. auf dem Papier frei, frei nach Recht und nach Gesez gleich- Verbotes verlangt, welche den Arbeiter geschädigt, den Groß- Berein Kreuzfibel". Sizung mit Damen bet Doberstein, Mariannen31.- Berein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", berechtigt. In Wirklichkeit aber ist die Staverei ärger und un- grundbesitzer aber fett gemacht haben, ist jedoch dem Kartell der Abends& Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmftr. 105. Rauchklub Norderträglicher denn je. Die heutige Stlaverei besteht auf dem Boden vereinigten Krautjunker und Rohlenlords unterlegen. stern" in Friedrichsberg. Nauchklub Vultan", Abends 9 Uhr bet Der bürgerlichen Gesellschaft, und soll sie abgeschafft werden, so Orientalischer Rauchflub, Abends 9 Uhr, bei Hart Augenblicklich tobt wieder der Kampf der Parteien, um das Ahmer, Gräfefir. 82. mann, Manteuffelstraße 71. Gäste willkommen.- Rauchtlub Frisch gewagt", kann das nur dann geschehen, wenn die heutige Gesellschaft von Arbeiterschutz- Gesetz, welches die sozialdemokratische Partei bereits Abends von 9-11 Uhr, Posenerstr. 5 bet Rockendorf. Grund aus umgestaltet wird. Und in dieser Erkenntniß wurzelt vor dem Jahre 1878 angestrebt hat. In dem Gesezentwurf, der die Sache der Sozialdemokratie. den Stempel der Rapitalsmacht an sich trägt, sind dem Arbeiter Gollnowstr. 9. Lübeck'scher Zurnverein: I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis 10 Uhr im Turnfaale des„ Königstädt. Gymnaf.", Elisabethstr. 57-58. 11 Uhr. Zurnlotal: Mühlenstr. 49-50. Berliner Turngenossenschaft. 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis Pollack- Klub ustige Brüder", Abends 8%-10% Uhr im Restaurant " Sprechlaal. " Die Rebaftion stellt die Benugung des Sprech faals, soweit Maum dafür absu Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifizirt zu werden. Wir wissen, daß in der Urzeit ein Eigenthum in unferem winzig fleine Bugeständnisse gemacht; aber diese sind erkauft durch Sinne nicht bestanden hat. Das Land, der Grund und Boden, die weitgehendsten Bugeständnisse an die Kapitalisten. Unsere gehörte wie die Luft einem Jeden, und wer leben wollte, der Frattion hat ftets gefagt: Der beste, wirksamste mußte auch arbeiten. Eine Ausbeutung der Arbeit bestand das Arbeiterschutz ist die Gewährung des vollen, freien mals nicht und konnte auch nicht bestehen, weil die Arbeit Allen Roalitionsrechtes, und ohne Zweifel werden sich die Kämpfe der gemeinsam, jeder Mensch Arbeiter war und sich die noth- kommenden Jahrzehnte auf diesem Gebiete hauptsächlich um das wendigen Arbeitswerkzeuge selber verfertigte. Als dann aber mit Koalitionsrecht drehen, wie dieses 30 Jahre hindurch in England Auf das Eingesandt des Herrn Jastrau vom 6. d. M. er der Zeit die Arbeitswerkzeuge immer fünstlicher wurden und für der Fall war. widern Unterzeichnete als Zeugen, so ungern sie den Raum des den Einzelnen infolge der schwierigen Herstellung bald kaum noch Die sozialdemokratische Fraktion vertritt in der Militärfrage Vorwärts" in dieser Angelegenheit in Anspruch nehmen, folgenzu erlangen waren, da gewannen Einzelne vermöge ihrer besseren unentivegt den Standpunkt, daß der ständig wachsende Militaris- bes: Das Eingesandt des Genossen Stachow in Sachen Jastrau Werkzeuge ein Uebergewicht über ihre Mitmenschen, ein Ueber- mus den Staat auf die Dauer in einer geradezu unerträglichen vom 4. d. M. ist dem Sinne nach vollständig richtig. Betreffs gewicht, welches sich in einem nach Jahrtausenden zählenden Weise belasten wird. Wir müssen mit aller Macht dahin streben, der Unterschrift Jastrau's beruhte die Annahme Stachow's auf Entwickelungsprozeß zu seiner jebigen Form herausgebildet hat daß eine allgemeine Abrüstung zu Stande kommnt; denn wie einem Irrthum. Zur Sache selbst gab Jastrau seine Zus und nunmehr so weit gekommen ist, daß kein Mensch mehr im Deutschland, so seufzen auch die anderen Länder unter dem Druck ſtimmung. Wir ersuchen die Genossen, über diese Angelegen Standè ist, sich Arbeitswerkzeuge zu verschaffen oder was das- des Militarismus. Wir rufen es den anderen Parteien stets zu: heit zur Tagesordnung überzugehen. selbe ist, Rapital für sich selber zu erarbeiten, son- Was habt Ihr durch Eure Armeen erreicht? Ist das deutsche Dern nur noch für andere, fremde Menschen, die der Bolt durch dieselben etwa gebildeter, oder gar reicher geworden? Zufall in den Besitz der Arbeitswerkzeuge gesezt hat. Wir können und darauf vermag uns Niemand zu antworten. diefen Entwickelungszwang so recht genau an der Geschichte des So vertritt die sozialdemokratische Reichstags- Fraktion voll und Mittelalters verfolgen. Im Mittelalter organisirte man zuerst ganz das Interesse des Volkes, und es ist deshalb an dem Bolt, Kommunalwähler- Versammlung erkläre ich hiermit, daß ich alles, die Arbeit und schuf Zünste und Innungen; man suchte einem durch die Abgabe seiner Stimmen für sozialdemokratische Kandijeden Arbeit zu verschaffen und die Produktion sowohl für die daten die Fraktion und die Partei zu stärken.( Stürmischer was ich gegen Gründel ausgesagt habe, aufrecht erhalte und die Produzenten wie für die Konsumenten gleich günstig zu gestalten. Beifall.) ganze Angelegenheit den Vertrauensmännern eventuell dem Parteis Durch das infolge der zunehmenden Wohlhabenheit der Meister Nachdem verschiedene Redner im Sinne des Referenten ge- vorstand unterbreiten werde. Ferner erkläre ich die Ausführungen immer steigende Uebergewicht derselben, die die Gesellen herab- sprochen hatten, gelangte solgende Resolution einstimmig zur An- des Posamentiers Fritz Hoffmann( ich sei aus dem Fachverein zudrücken und zu Bürgern zweiter Klasse zu machen strebten, nahme: ausgestoßen) für eine Uuwahrheit; ich werde denselben wegen entstand nun allmälig ein schroffer Gegensatz zwischen Meister nnd Geselle Kapital und Arbeit und im 14. Jahrhundert Referenten in allen Punkten voll und ganz einverstanden und Skalitzerstr. 20. Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des öffentlicher Beleidigung gerichtlich belangen. Carl Nöhden, tobte zwischen beiden ein wilder Kampf. Da fam erklärt es für die Pflicht eines jeden Genossen, so viel in seinen die Entdeckung Ameritas, und mit einem Schlage erlitt räften steht, für die Verbreitung der Idee des Sozialismus zu der ganze Handel eine voſtändige Umgestaltung. Jenem wirken und dem Arbeiter Bildungsverein als Mitglied beizu ungeheuren Reich Spanier, in dem die Sonne treten. der nicht unterging, fielen zuerst die Früchte der neu erschlossenen Unter Berschiedenem" wurden noch einige Angelegenheiten Länder in den Schooß. Schiffe, bis an den Rand mit Gold und besprochen und darauf die außerordentlich zahlreich besuchte VerEdelmetall gefüllt, schwammen von Amerika nach Spaniens Häfen, I fammlung geschloffen. Friedrichshagen, den 8. Februar 1891. Carl Leid. H. Sonnenburg. E. Marten 3. * Als Antwort auf den Bericht vom 8. b. M. aus der Briefhaffen der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. Briefich G. S. 105. Nur wegen Raummangels zurückgestellt. Erscheint in den nächsten Tagen. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. bo 31 10 รา 2 D d δ ST L d C 11 11