Nr. 100. Abonnements- Bedingungen: W Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin", Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 30. April 1903. Auf zur Maifeier! Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Der Maifeier folgt die Wahlschlacht! Die Armee. Fünf Jahre. IX.*) So viele Mühe umsonst! Die Armee ist auch in den letzten fünf Jahren wieder unsre beste Agitatorin gewesen. Nirgends tritt der Klassenunterschied in so brutaler Weise zu Tage wie in ihr. Der Offiziersstand ist wohl von einem fächsischen Gerichtshof in einem Urteilsspruche für den ersten Stand erklärt worden, dadurch ward nicht verhindert, daß eine fast ununterbrochene Reihe von militärischen Standalaffairen fortdauernd die Deffentlichkeit beschäftigte. Politifche Ueberlicht. Reichstag. Berlin, den 29. April. Daß der letzte Reichstag, wie die meisten seiner Vorgänger, dem Wolfe auch eine ganze Schachtel voll neuer Soldaten geschenkt hat, Es hatte am Mittwoch den Anschein, als hätten sich die konserwird niemand leicht wundernehmen, der seine Zusammensetzung und feine sonstigen Thaten kennt. Erst im Jahre 1893 war unter Den Reigen eröffnete der Falschspieler- Prozeß des Klubs der bativen Interpellanten eines Befferen besonnen, als verzichteten sie schweren Kämpfen eine Erhöhung der Präsenzstärke um 70 100 Stöpfe armlosen. Als ein bürgerliches Blatt Berlins die Vorgänge darauf, noch kurz vor Schluß der Session sich mit der Regierung durchgesetzt worden, ein Jahr später wurden 144 Millionen Mark in diesem Klub der Edelsten und Besten erörterte, lief der Graf falls willigten sie zunächst ohne weiteres in den Vorschlag des Handelsverträge herumzustreiten. Jedenfür zum Centrums ein, die Interpellation hinter die zweite Lesung der die Regierung schon wieder da, um dem neuen Reichstag eine neue b. Meerscheidt- hüllessem, um ihm zu eröffnen, daß dieje strankenkassen- Novelle zurückzustellen, schließlich aber kam es doch Rechnung zu präsentieren. Die Vorlage forderte abermals wie die von 1893 die Bindung des Reichstags auf fünf Jahre hinaus ( Quinquennat), fie forderte ferner die Verstärkung der Artillerie um Veröffentlichungen auf irgend eine Weise unterdrückt werden müßten, da sonst 200 Offiziere und überhaupt fast die ganze„ bor- anders. Der Kampf um den Knebelungsparagraphen 42 wurde zu nehme" Gesellschaft Berlins unheilbar kompromittiert würden. Gnde geführt. Mit großer Verbe griff Moltenbuhr das Centrum ant, Die Trinksitten der Liebesmahle führten das nicht nur in den bedenklichen Regierungsvorschlag gewilligt, zu den pein 80 Batterien, der Kavallerie um 17 neue Schwadronen. Duellmord von Mörchingen bietet sondern aus seinen Reihen in Herrn Savigny noch einen besonders Insgesamt sollte die Friedenspräsenzstärke um 24 000 Mann lichsten Excessen, der Duellmord typisches Beispiel Beispiel dafür. Eine Reihe gefährlichen Verschlechterungskünstler gestellt hat. Seine Gründe bon andern vermehrt werden. Die außerordentlichen Ausgaben, die aus dieser ein typisches Vorlage erwuchsen, betrugen die Kleinigkeit von 185 Millionen Mart; Duellmorden schließt sich ihnen an; die bekanntesten Fälle, aber schienen nicht ohne Eindruck auf diejenigen Mitglieder der Centrumspartei zu bleiben, die sich keine Verbesserung um 27,3 Millionen Mark sollten die fortdauernden Ausgaben des durchaus nicht die einzigen find die bon Straßburg, Inster ihrer Wahlaussichten bei den katholischen Arbeitern versprechen, Etats werden. burg und Jena. Erich v. Reichs- burg b. wenn sie aus ganz nichtigen Gründen einen socialen Fortschritt, wie tage auf die Enthüllungen, die sie insgeheim in der Kommiſſion nach einem Trunkenheitserceſſe nach Brüſewizer Art. Da es knapp ihn die Ausfüllung der Lücke zwischen Kranken- und Invalidenmachen werbe- ein nicht mehr ungewöhnliches Taschenspieler- ohne Tobschlag abging, wurde er zu einer Freiheitsstrafe von versicherungs- Gesetz immerhin darstellt, mit reaktionären Maßnahmen stückchen; aber es nährt noch immer seinen Mann. Wenn der Kriegs- 2 Monaten verurteilt. Der Rittmeister Graf Stolberg berquicken, die der politischen Chikane Thor und Thür öffnen. Jedenbescheiden nach dem Wieviel, nie nach dem Wozu oder Warum wurde für diesen Mord an einem Untergebenen zu 3½ Jahren Ausnahmegesetz gegen die Socialdemokratie beabsichtigt sei, auch fragen. Würde die Diplomatie nicht nach mit allen Rinkerlitzchen der Geheimthuerei behangen sein, so würde bon Beispielen nur ein einziges anzuführen, die Soldaten Puls mit der Novelle verfolgt würden. Aber diese Erklärungen konnten die Deffentlichkeit oft mit Staunen erfahren, was alles als Argument und hoh zu sieben und acht Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie selbstverständlich für uns ebenso wenig genügen, wie eine kleine mit radfahrenden Offizieren in Civil in einen Raufhandel geraten Verbesserung der Bestimmungen des angefochtenen Paragraphen, die Die teilweise Deffentlichkeit des militärgerichtlichen Verfahrens, Kaffenvorständen gegenüber soll danach nicht obligatorisch, sondern nur Herr Lenzmann vorschlug. Die Abfegungsbefugnis der Behörden den für die Verstärkung des Militarismus dienen muß. Der Reichstag schluckte alles. Nur 7006 Mann wollte das Centrum feinen Wählern zuliebe herunterhandeln. Die Stimmung der Centrums stimmen. waren. 31 falls verwahrte sich Herr Trimborn heftig dagegen, daß hier ein eintraten. wähler, namentlich der bayrischen, war und ist antimilitaristisch. In die durch die unzureichende Reform der Militär- Strafprozeßordnung fakultativ sein. Wieder fand sich ein Volksparteiler, Herr Bech- Coburg, der ihnen leben die gefunden Ueberlieferungen der Reichensperger herbeigeführt wurde, deckte eine ungeheuere Menge von Miß mit der Rechten und dem Centrum in dem Bemühen, die Arbeiterund Malindrodt noch fort, während die Gewählten alle Künste handlungen auf, die die Soldaten von Offizieren und Unter- mit der Rechten und dem Centrum in dem Bemühen, die ArbeiterUnter- Klasse zu tnebeln, Hand in Hand ging. Er trennte sich auch bei der der Demagogie aufbieten müssen, um ihre unfromme Militär- offizieren erleiden mußten. Mißhandlungen in achtzig, neunzig, frömmigkeit den Massen gegenüber zu verschleiern. Der Schluß war, Hundert Fällen sind durchaus keine Seltenheiten; was eine fanniba- Abstimmung von seinen übrigen Parteigenossen, die mit uns zuwie gewöhnlich, daß das Centrum zwischen zweiter und dritter lische Phantasie kaum ersinnen kann, ist an deutschen Vaterlands- fammen für die Beseitigung der veratorischen Bestimmungen des§ 42 Lesung umfiel. Es wurden sämtliche Forderungen der Regierung verteidigern verübt worden. Unfre Fraktion war entschlossen, ihrem entschiedenen Widerstand Aus den Zeiten des verfallenden römischen Reiches, mit denen die bewilligt, bis auf die erwähnten 7006 Mann, aber in einer ResoIution wurde nachträglich noch erklärt, daß die Regierung auch die unfren so viele Aehnlichkeit haben, ist auch die bestialische Grau- gegen die Kautschud- Bestimmungen des Paragraphen durch eine gestrichenen Mannschaften später bekommen könne, sobald fie famkeit auf einzelne unsrer militärischen Vorgesetzten" übergegangen. namentliche Abstimmung auf das deutlichste Ausdruck zu geben. Die wolle. Vierzehn bayrischen Centrumsabgeordneten wurde es im Eine blutrünſtige Phantasie, die vor den entsetzlichsten Bildern namentliche Abstimmung fand statt und ergab, wie vorauszusehen war, die Beschlußunfähigkeit des Hauses. Für die Aufrechterhaltung Interesse der Mandatserhaltung gestattet, gegen die Vorlage zu nicht zurückschreckt, tobt sich mitunter in militariſtiſchen Reden des§ 42 stimmten 95, dagegen 51 Abgeordnete, während sich ein aus, und Sunnengreuet im eignen Lager find keine Seltenheit. Abgeordneter der Stimme enthielt. Durch die Taktik unsrer Der neue Reichstag muß fich aber ernstlich auch auf eine Wie sehr es den Urteilen, die über Soldatenmißhandler gefällt werden, Fraktion ist der Verabschiedung der Krankenkaffen Novelle in dieser neue Militärvorlage gefaßt machen. Einerseits wollen die an der nötigen Schärfe fehlt, ist bekannt. Form ein Block in den Weg gestellt worden, der nur Der Prozeß von Gumbinnen sette dem Ganzen die Gerüchte nicht verstummen, daß auf den Kruppschen Werken eine neue patriotische Aktion zur Verbesserung der Massenmord- Krone auf. In ihm kam das ganze Verhältnis zwischen den Herren durch verständiges Entgegenkommen der Freunde der Vorlage beseitigt werden kann. Maschinen im Gange sei, andrerseits hat die und den Sklaven der Armee zu furchtbar ausdrucksvoller Prägung. Regierung beim Reichstag noch die Erhöhung der Präsenzstärke um 7006 Die Beseitigung eines Soldatenschinders durch verbrecherische Mittel, erste Sigung zum Auffliegen gebracht. Eine neue Sigung, die die der Kavallerie macht sich bei der bekannten Vorliebe, die man hartnädigen und furchtbaren Verfolgungen, denen zwei Unschuldige, heutzutage für schneidige Reiterangriffe hegt, immer lauter geltend. Marten und Sidel, im Interesse der alleinseligmachenden DisWie wenig militaristische Neigungen allen Spiegelfechtereien der ciplin ausgesetzt waren, die Eigenmacht der Gerichtsherren, der veroffiziösen Breffe zum Troge in den Massen vorhanden sind, das fehlte Spruch einer militärgerichtlichen Instanz- das alles hat bor bewies allerdings schon der Ausgang der Reichstagswahl vom nicht zu langer Zeit alle Gemüter im deutschen Volke so tief erregt, Jahre 1893. Damals waren für die Parteien, die sich der strittigen daß bei der bloßen Erwähnung des Falles alle aufregenden Er Militärvorlage widersetzten, 4,4 Millionen Stimmen, für die An- innerungen sofort wieder lebendig werden. hänger der Vorlage aber nur 3,2 Millionen Stimmen abgegeben worden. Durch die ungerechte Wahlkreiseinteilung wurde freilich " * Die Sizung Die Feststellung der Beschlußunfähigkeit des Hauses hatte die dreihundertste, mußte anberaumt werden. Auf die Feier dieses Jubiläums war man für heute offenbar nicht gerüstet gewesen. Dbwohl der Beginn der neuen Sigung hinausgezögert wurde, traf der obligate Blumenstrauß doch eine Viertelstunde zu spät ein, so daß Graf Ballestrem um eine Dankesrede gebracht war. war ganz mit der Besprechung der Interpellation ausgefüllt, auf die die Nechte den Diktaten des Bundes der Landwirte gehorsam nun doch nicht verzichtete. Wie zu erwarten stand, lehnte Graf Posadowsky im Auftrage des Reichskanzlers Die Socialdemokratie will das Vaterland durchaus nicht wehrlos jede Auskunft über die Frage ab, wann die Regierung die die Volts mehrheit zur Reichstags minderheit. Das Volt machen. Darum tritt sie für die allgemeine Bewaffnung des Volkes bestehenden Handelsverträge zu fündigen gedenke. Die Erklärung wird darum diesmal diesmal lauter noch als vor zehn Jahren und für ein großes freies Voltsheer ein. So unbrauchbar ein flang sehr entschieden und Graf Posadowsky unterstrich sie noch dadem Militärfanatismus sein Halt!" zurufen müssen, wenn es solches Volksheer auch sicherlich zur Ausführung imperialistischer durch besonders, daß er alsbald mit seinen Kommissaren das Haus fich wirklich vor neuen Abgaben an Gut und Blut bewahren will. Eroberungspläne wäre, so wenig man von ihm erwarten dürfte, verließ. Gegen die Besprechung stimmten mit der Linken auch die Zu welchen Zwecken übrigens der oberste Striegsherr das Heer in daß es im Dienste der herrschenden Klassen die eignen Brüder be- Mehrzahl der Nationalliberalen. Die große Aktion der Konservativen, erster Linie erkoren hält, wurde neuerdings durch die berühmte kämpfen würde, so unüberwindbar wäre ein solches Heer, wenn es die am nächsten Freitag im Herrenhause durch eine Anfrage des Alexandriner- Rede vom Jahre 1901 bewiesen, in der der Kaiser die nationale Freiheit gegen die Angriffe eines tyrannischen Grafen v. Mirbach ein mehr humoristisches Nachspiel finden wird, feine Soldaten zur Hilfeleistung gegen das Bolt aufforderte, wenn Eroberers verteidigen sollte. verlief höchst fläglich. Der zur Begründung der Interpellation aus Das Kastenwesen des Kriegerstandes aber mit seiner Ein- ersehene Graf Limburg- Stirum legte eine beneidenswerte politische In diesem Sinne wird auch das Heer thatsächlich jahraus schachtelung der vornehmen" Gesellschaft in den Offiziersstand und Unfähigkeit an den Tag. Die Ungeschicklichkeit, mit der er für den jahrein bearbeitet. Ein im Vorwärts" veröffentlichter und später des gewöhnlichen Voltes in den gemeinen" Soldatenstand, Bollfrieg eintrat, suchte Graf Kaniß nachher vergebens wieder gut im Reichstag ausführlich erörterter Erlaß schärfte ein, daß bei dieses Kastenwesen, das seine Grundsätze auf Kinder und Kindestinder zu machen. Herr Dr. Barth verstand die günstige Situation sehr gut eventuellen Straßenaufläufen nicht zuerst in die Luft, sondern sofort überträgt, und die Tochter eines Feldivebels nicht für voll halten will, auszunuzen. Er unterstrich mit besonderer Bosheit die Thatsache, daß in die Menschenleiber geschossen werden sollte. Schriften, die die dieses Kastenwesen, das sich täglich durch die tollsten Possen lächerlich das Bollfartell zwischen Regierung und Agrariern aller Schattierungen Soldaten über das Wesen der Socialdemokratie„ aufklären", wurden und durch blutige rTagödien abscheulich macht, und das da immer am Schlusse dieser Session so offenkundig in die Brüche gegangen massenhaft im Heere verbreitet. Wehe dem, der ihren Inhalt zu nach neuen äußeren Machtmitteln lüftern ist, weil es fich der ist. Unsere Partei hatte keinen Anlaß, in die Verhandlungen einzufritisieren wagte! Man ging so weit, Soldaten unter Eid nach ihrer Ohnmacht seiner inneren Gespaltenheit bewußt ist ihm gilt der greifen, die ein temperamentvolles Gepräge durch einen ganz unpolitischen Gesinnung zu fragen und sie zu bestrafen, wenn sie sagten, Kampf, den die Socialdemokratie führt, folange sie lebt, und den sie motivierten persönlichen Angriff des Centrums- Agrariers Herold gegen sie seien im Civil Socialdemokraten! Als selbstverständlich gilt in auch in diesem Wahlkampfe mit Nachdruck zu führen bereit ist. Die die Linke erhielt. der Armee, die sich angeblich von aller Politik fernhält, die Agitation wachsende„ Präsenzstärke" der Socialdemokratie ist ein besserer Morgen geht die zweite Beratung der Krankenkassen- Novelle für die Kriegervereine, deren Vorstand sich bekanntlich auch nicht Schutz aller freien und friedlichen Kultur als hunderttausend neue weiter. Es ist begründete Aussicht vorhanden, daß die Thätigkeit scheute, die That des Epileptikers Weiland in Bremen als Waffe Soldaten, als Maschinengewehre und Rohrrücklauf- Kanonen. dieses Reichstags morgen ihren Abschluß findet. gegen die Socialdemokratie zu benutzen. es sich wieder einmal, unbotmäßig" benehmen sollte. " *) Vergl. Nr. 95 des Vorwärts". " Landtag. unsern Landesvätern mit Liebenswürdigkeiten überschüttet, mit Kampfe gegen ihre Gegner auf das nachdrücklichste zu unterstützen Monarchen geheime Agitatoren der Republik sind und der unvermeid- stehenden Wahlkampf fich zu beteiligen."- Der Vorsitzende, Kaplan Freundschaftsbeweisen überhäuft. Es scheint, als ob selbst die und opferwillig an der Agitations- und Werbearbeit im bebor lich in ihnen herrschenden größten Schreier". Dr. Pieper( M.- Gladbach) teilte den Delegierten mit: Es sei von Das Abgeordnetenhaus erledigte am Mittwoch einige fleine Vorlagen in dritter Lesung und trat dem Beschluß der Unterrichtskommission über den Antrag des Abg. Frhrn. Besonders nett ist's in dem Flugblatt, daß gutmütig auch an einer Reihe von Wahlkreisen Rheinlands und Westfalens die Anfrage v. Zedlitz( frt.) betr. die Umwandlung der Gestütsschulen einen unsrer größten Erfolge erinnert wird, an die Kritit der an den Centralvorstand ergangen, man Arbeiter als für das Hauptgestüt Trakehnen in öffentliche Volksschulen bei. weltpolitischen Abenteuer, in der wir anfangs allein standen, die Reichstagskandidaten empfehlen könne; leider aber sei man Der ursprüngliche Antrag Zedlik forderte die Regierung auf, aber jegt von allen geteilt wird, insgeheim selbst von der heute nicht in der Lage, mit solchen zu dienen, weil man jetzt die Gestütsschulen in Trakehnen baldigst in öffentliche Volfs- Regierung. Auch Graf Bülow will nichts mehr von der noch keine geeigneten Leute zur Verfügung habe; schulen umzuwandeln. Dieser Antrag ging der Kommission Sühneprinzen- Politik wissen. Sogar für Venezuela wird geschwärmt aber infolge der Einführung der Unterrichtsturse werde man in zu weit, sie begnügte sich mit dem lendenlahmen Beschluß, died unsre Kritik als vaterlandslos gerügt, da doch„ unsre Stammes- einigen Jahren eine Anzahl passender Kandidaten empfehlen können. Regierung zu ersuchen, in Erwägung zu ziehen, ob die Um- acht zu begeisterten Judenschüßern geworden; denn eben las man Berlin muß man mit der Entsendung des schlichten Mannes aus der genossen beraubt" worden seien. Die Konservativen sind da über Vorläufig müssen sich die katholischen Arbeiter also gedulden und in wandlung der Gestütsschulen sich empfiehlt, insbesondre auch, noch in antisemitischen Drganen gegen die Venezuela- Politit: Soll Werkstatt noch einige Jahre warten. Was jagen denn die katholischen ob sie event. ohne Verschlechterung der gegenwärtigen Lage deutsches Pulver verbrannt werden? Soll zur Rettung jüdischen Gewerkschaftsführer Westdeutschlands zu dieser geringen Einschätzung der Schulinteressenten und der Lehrpersonen durchgeführt Kapitals deutsches Blut fließen?" Die Hülleschen Patrioten bejahen ihrer Intelligenz? Die Herren haben dem Centrum bei der Verteidigung werden kann und über das Resultat der Erwägungen dem die Frage unbedingt und fluchen den Socialdemokraten, die sie ver- seiner Brotwucherpolitik treue Dienste geleistet, und nun werden ste Abgeordnetenhause in der nächsten Session Mitteilung zu neinen. Daß von der„ Erfindung" der Hunnenbriefe die Rede ist, als unfähig hingestellt, im Reichstag als schlichte Männer aus der Abgeordnetenhause in der nächsten Seſſion Mitteilung zu über die der angebotene Wahrheitsbeweis von den Gerichten erschreckt Werkstatt Statisten abzugeben. machen. Die Wahrheit ist die erstens Im übrigen beriet das Haus nur Petitionen, abgelehnt wurde, nimmt nicht weiter Wunder. fürchtet sich das Centrum, seinem Bürger, Bauern und kleinen Dafür werden aber die Socialdemokraten, wenn sie zur Macht Beamtentum Arbeiter als Reichstagskandidaten zu präsentieren; u. a. die betreffend Verlegung des Wahlorts für den Landtags- gelangen, rauben, morden, brandstiften, Kunstwerte zerstören, zweitens darf es nicht wagen, den Arbeitern die christlichen Wahlkreis Teltow Beeskow Storfow Charlottenburg. Petition wurde der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. und die beſt Schlußeffelt! Wir Socialdemokraten sind ja zwar der katholischen Arbeiter zu sehr verhaßt gemacht haben. Diese Schredensſcenen aller Art anfſtiften, kurz, wie die Hunnen hauſen Gewerlſchaftsführer night wagen, den Arbeitern die chriftlichen als Kandidaten aufzustellen, weil sich diese bestehende Gesellschaft abschlachten". Knechte der ultramontanen Brotwucherpolitik bei einem großen Teil Die nächste Sigung findet erst am Freitag statt. Das ist Das Herrenhaus beriet nur Petitionen, zum Teil solche, vaterlandslos", aber so verächtlich denken wir doch nicht über das die auch das Abgeordnetenhaus in den letzten Tagen be- deutsche Volt, so schänden wir das Deutsche Reich nicht vor dem Der Abg. Dr. Wiemer hat mehreren unsrer Parteigenossen im schäftigt haben, zum Teil solche ohne Allgemeininteresse. Auslande, daß wir, wie die patriotische Firma Hülle selig Nachf., Reichstage gegenüber erklärt, daß er die auch im Vorwärts" wiederAm Donnerstag stehen kleinere Vorlagen und der Gesetz Jahre 1898 fast zweiundeinviertel Millionen wahlfähiger Deutscher Heußerung für die Freisimmige Volkspartei sei die Socialdemokratie falten Blutes die Behauptung aussprechen würden: daß bereits im gegebene, angeblich in einer Altenburger Versammlung gemachte entwurf über die Ausbildung der Verwaltungsauf ein Programm des Mordes, Raubes und des Kretinismus nicht das kleinere Uebel" nicht gemacht, sondern nur gesagt habe, beamten auf der Tagesordnung. obendrein eingeschworen waren! daß die Freifinnige Volkspartei in jedem einzelnen Falle bei Stichwahlen zu prüfen haben werde, welche Partei von ihr als das fleinere Uebel zu betrachten sei. Am Freitag will das Haus hohe Politik treiben; es wird dann einen Antrag des Grafen Mirbach beraten, der den Ministerpräsidenten auffordert, im Bundesrat dafür einzutreten, daß eine Ründigung der bestehenden Handelsverträge und der kündbaren Meistbegünstigungs- Verträge alsbald erfolgt. Wahlvorbereitungen. Hülle selig Nachf. " * Liberaler Wirrwarr. Das liberale Bürgertum bietet einen gar trübseligen Anblick. Der holde Traum von der geeinten großen liberalen Partei" ist zerronnen und die Wirklichkeit zeigt den Kampf aller Liberalen gegen alle Liberalen. Und das jetzt kurz vor den Wahlen! " * " Frrungen" bei Aufstellung der Wählerlisten scheinen in Dorts mund vorgekommen zu sein. Dortige Blätter berichten, es feien ihnen Mitteilungen darüber zugegangen, daß an behördlichen Stellen In einigen freisimmigen Blättern war die Weise erklungen: Seid die Meinung bestehe, man müsse zwei Jahre im Orte wohnen, um einig! Es wird auch bekannt, daß vor längerer Zeit schon aus den in die Liste aufgenommen werden zu können. Weiter ist aus dem Reihen der Parlamentarier von der Süddeutschen Volkspartei und Bericht über eine Versammlung des dortigen Demokraschen der Freisinnigen Vereinigung der Vorschlag gekommen war, daß alle Vereins zu ersehen, daß man diejenigen von der Aufnahme Freijinnigen und bürgerlichen Demokraten eine gemeinsame Aktion in die Wählerliste die feine Der Pastor Hülle, der berühmteste Traftätchen- Fabrikant gegen den Ulmſturz, hat den Wahlkampf von 1903 nicht mehr erlebt. Aber seine Firma, die sich hocharistokratischer und wenigstens früher dieser Vorschläge nicht die berüchtigte Phrase gelten lassen vom„ Kampf die Behörden noch rechtzeitig auf die Unzuverlässigkeit dieses auch recht zweifelhafter Gönner erfreute, ist deshalb nicht erloschen. nach zwei Fronten" und sie wollten nicht die Socialistentöterei Verfahrens mit allem Nachdruck hingewiesen werden und daß die Es wird immer noch in anstrengendster Weise geistig gearbeitet. als Hauptsächliche Wahlaufgabe ansehen. Aber das Unternehmen scheiterte Fehler ausgebessert werden und zwar von Amts wegen. Wie es Nach dem Tode Hülles scheint sich die Schriftenvertriebsanstalt" mit völlig und zwar, wie die Volks- Zeitung" offenbar durchaus zu- nämlich aus einer Notiz unsres Dortmunder Parteiblattes den dem Verfasser des„ Scharfrichter Krauts" und ähnlicher Erzeugnisse treffend schildert, an der Freisinnigen Volkspartei, in der man sich Anschein gewinnt, sollen sich dort die Wahlberechtigten zur Aufnahme der Kunst in Verbindung gesezt zu haben, und der Mann hat, in die Vernichtung der Socialdemokratie und die Abkanzelung alles in die Wählerlisten melden und sich dazu erst noch einen Aufnahmenachdem er seine Phantasie durch die Lektüre dreschgräflicher Reden dessen, was nicht voll und ganz und unentwegt zu dem kleinen schein von der Polizeibehörde verschaffen. Die Listen find blutig gepeitscht, wahrhafte Schaudergemälde von den Umstürzlern Katechismus der Gruppe Richter- Kopsch schwörte, von vornherein zu aber von Amts wegen richtig und vollständig aufzustellen ohne gepinselt. sehr verbissen, als daß man das löbliche Werk der Socialistenfresserei im Buthun der Wähler und wenn dabei ungefeßlich verfahren wird Berlin wurde neuerdings mit zweien dieser Kolportage- Romane in Sinne des anonymen" Socialistenspiegels" plöglich mit Halbdampf und infolgedessen 19ähler gesetzwidrig von der Ausübung Flugblattform behelligt. Allerdings hat sich der Verfasser die Sache hätte betreiben mögen." An der politischen Kurzsichtigkeit des Wahlrechts ausgeschlossen werden, so wird das die Ungültigkeit insofern allzu leicht gemacht, als er seine„ Motive" durchweg der derer um Richter und an der Neigung der Freifinnigen der Wahl zur Folge haben. alten Hülleschen Hausapotheke entnahm. gegen die Reaktion betreiben mögen. Allerdings wollten die Urheber eigne aushalten habensgefotoffen haben soll, Es dringend zu raten, daß " das andre: Wählt keinen Socialdemokraten". In Nr. 1 wird der Socialdemokratie die„ Maske" abgerissen und unser wahres Gesicht" gezeigt. Unser wahres Gesicht" ist mehr als scheusälig. Niemals haben wir zu Gunsten des eriverbsthätigen Volkes irgend etwas zu stande gebracht!" Wir haben höchstens genörgelt und unerfüllbare Forderungen aufgestellt. Wenn die Socialdemokraten aber beweisen sollten, daß es ihnen ernst mit der Volksfreundlichkeit sei, dann versagten die Socialdemokraten stets". Der Phantast denkt offenbar an die Zuchthausvorlage, die wir zu Tode genörgelt haben. Volkspartei, lieber Anschluß nach rechts zu nehmen, scheiterte Das eine Flugblatt betitelt sich:„ Das wahre Gesicht", die einheitliche Aktion des freisinnign Liberalismus. Die Kompromißschmerzen haben die„ Liberalen" in Posen. Von den " Freis. Ztg." des Herrn Richter versucht natürlich, alle Schuld von 15 Wahlkreisen der Provinz Posen ist nur einer„ liberal", das heißt es sei nebenbei darauf gewiesensich abzuwälzen. Aber es durch ein Mitglied der Freifinnigen Vereinigung vertreten. Es ist charakterisiert den Richterschen Wahlkampf schon durchaus, daß er der Wahlkreis Czarni tau- Filehne, wo der Schuldirektor Ernst eingeleitet wurde durch die Entstellungen und Unsinnigkeiten des 1898 in der Stichwahl mit Hilfe der Polen gegen den Konservativen Socialistenspiegel". Wir haben Socialistenspiegel". Einen Centrumsspiegel, einen Spiegel der gewählt wurde. Dieses Mandat wünschen nun die Freifinnigen Reaktionsparteien in die Wahlbewegung zu werfen, hat Herr aller Schattierungen" oder„ Liberalen", wie sie sich dort selbst Richter nicht für nötig erachtet! nennen, unter der Parole Deutsche gegen Polen" zu erhalten, beSo ist denn auch jüngst auf dem Parteitag der Badischen Volks- dürfen aber dazu natürlich der Konservativen. Diesen jedoch ist jede partei in Bruchsal lebhafte Klage gegen die Freiſinnige Volkspartei Spur liberaler Selbstlosigkeit fremd und man kann es ihnen nicht geführt worden und die drei linksliberalen Gruppen Freifinnige verdenken; bieten doch die Liberalen aller Schattierungen das abDann wird von den Socialdemokraten enthüllt, daß es ihnen Bereinigung, Freifinnige Volkspartei und Süddeutsche Partei schreckendste Beispiel dafür, wohin die Selbstlosigkeit in der Politik gleichgültig sei, ob Biehseuchen eingeschleppt werden oder nicht, ihnen polemisteren wider einander mit einem Ingrimun, an dem die führt. Ueberdies waren die Konservativen auch in diesem Kreise ist es egal, ob die Menschen frankes Fleisch essen. der Verfasser an die socialdemokratische Mehrheit im Beitung" ist der Zwist soweit gediehen, daß die Anhänger ihrer Partei sinnigen in der ganzen Provinz Posen selbstlos zu Gunsten der preußischen Abgeordnetenhaus, die es verhinderte, daß Vieh und sich kaum bewegen lassen wollen, für Kandidaten der Freifinnigen Konservativen auf eigne Kandidaten verzichteten und nur auf ihr Fleisch in den städtischen Schlachthöfen noch einmal untersucht wird. Vereinigung in solchen Kreisen einzutreten, in denen die Freifinnige bisheriges Mandat Anspruch machen, denken die Konservativen Socialdemokraten sind auch augenscheinlich die Genossen Graf Kanit Volkspartei keine eigne Kandidatur hat. gar nicht daran, in Czarnifau- Filehne den Freisinnigen Wahlhilfe und Wangenheim, die Hätte das, was an den liberalen Jdealen dauernd und wertvoll zu leisten. Darüber jammert nun ein liberales Blatt in Bofen gegen den Widerspruch der sich fälschlich Socialdemokraten nennenden Bebel und Singer ist, nicht bei der Socialdemokratie Zuflucht gefunden, es gewaltig und sucht die Freisinnigen scharf zu machen zu ſelbſtändiger es im Reichstag durchsetzten, daß Hausschlachtungen nicht wäre traurig darum bestellt! Politik. Was wohl vergeblich sein wird. der gesundheitlichen Prüfung unterliegen. Und endlich ist auch bermutlich der Centrumstaplan Gerstenberger so Der Feind" der Nationalliberalen. ein gesundheitsfeindlicher Socialdemokrat, der eben im Reichstag auf Wir haben seiner Zeit den geheimen Kartellplan der dem Wege der Interpellation wünschte, daß zu Fleischbeschauern nationalliberalen Parteileitung veröffentlicht, in dem die NationalLeute genommen werden, die nichts von der Sache verständen. liberalen mit Konservativen und Centrum zusammen, bei gelegentWeiter wird dann erzählt, daß der deutsche Landwirt kaum noch licher Hinzuziehung auch des Freisinns, die Welt unter sich verteilten die Futterkosten für seine Schweine" erzielt. Wieder sind es die und die Socialdemokratie vernichteten. Socialdemokraten" Kanig, Wangenheim, Dertel und die übrigen Aus dem Geiste dieses heftig abgeleugneten Kartellplanes ist Konservativen, Klerifalen und Nationalliberalen gewesen, die gegen nun ein nationalliberales Flugblatt geboren, das wir den Widerspruch der Bebel und Singer für die bernur aus einem Jubelartikel der, Kreuz- Zeitung" kennen. Ein teuernden Futterzölle stimmten, welche allein es be- Eremplar des schönen Dokuments ſelbſt zu erlangen, war uns wirken könnten, daß trotz der stetig und stark steigenden unmöglich. Das Bureau der nationalliberalen Partei verweigerte Schweinepreise die eben erschienene Statistik der Viehzählung be- uns die Auslieferung, vermutlich weil sich die Angestellten des weist die große Zunahme des Verkaufswertes der auch zahlen- Bureaus schämten. mäßig ungeheuer gewachsenen Viehproduktion- der kleine Landwirt minderen Nugen hat. Es folgt die Handwerker- Vernichtung". Die Socialdemokraten haben die zu Gunsten der Handwerker bestimmten Geseze abgelehnt. Selbstverständlich; denn sie sind eitel Schwindel. Die Handwerker unterliegen der Uebermacht des Großkapitals, und das unter der Herrschaft der konservativ- klerikalen Mehrheit. Wenn die SocialSemokratie selbst twollte, könnte sie den„ Mittelstand" gar nicht ruinieren, da sie ja noch nie die politische Macht gehabt hat. Der„ Ruin" hat Und in sich unter der Herrschaft der Mittelstandsretter vollzogen. Berlin kandidiert als Mittelstandsretter der Schwiegersohn des toten Warenhausbefizers Rudolf Herzog, der mehr noch wie die Tiez und Wertheim für den Niedergang des Mittelstandes gewirkt hat, da die Firma ein riesenhaftes Versandgeschäft betreibt und dadurch auch den fleinen Geschäftsleuten in den abgelegensten Orten eine tödliche Konfurrenz bereitet. Es genügt, die folgenden Schlußfäße des nationalliberalen Flug blattes, das den Titel führt: Die Socialdemokratie ist der Feind" der Kreuz- Zeitung" zu entnehmen. " Die vaterländisch gesinnten Wähler insge samt mögen sich gesagt sein lassen, was es bedeutet, wenn die Socialdemokratie in dem Wahne bestärkt wird, daß ihre Zeit näher und näher komme. In demselben Maße wächst die Unsicherheit aller Verhältnisse im Inneren. Dann hat es eines Tages ein Ende damit, daß wir uns über klerikal oder national, konservativ oder liberal, über Zollschutz oder Freihandel, Zunft oder Gewerbefreiheit unterhalten und streiten. Denn wenn die Socialdemokratie erst einmal glaubt, das Heft an sich reißen zu können, wird sie es auch versuchen, der Herr im Hause zu werden. Dann sind über Nacht die inneren Unruhen da. Und jede einzelne Stimme tann das Maß der socialistischen Zukunftserwartungen voll machen. Hie Kaiser und Reich, socialer Frieden und sociale Reform-, hie Singer und Zukunftsstaat, innere Erschütterungen und Arbeiterelend! Die Socialdemokratie strebt vor allem nach der politischen Macht. Was sonst in der Welt vorgeht, wird lediglich danach bewertet, ob es dem Machtbestreben dienlich ist oder nicht. Wir sollten vor allem cinig sein, die politische Macht uns nicht entreißen zu lassen. Was sonst an Meinungsverschiedenheiten bei uns besteht, sollte nur so weit sich entwickeln dürfen, daß es der obersten Pflicht der Staatserhaltung nicht zum Schaden Schließlich wird das wahre Gesicht" noch durch die Breslauer Kaiserrede beleuchtet, die von der guten und gesicherten Eristenz Das ist das Ende der vielbeschrieenen großen, liberalen Sammder Arbeiter" sprach.„ Kein braver Deutscher läßt seinen Kaiser im lung" gegen die junkerlich- agrarische Reaktion und eine Bestätigung Stich!" So endigt Flugblatt Nr. I. Es ist die konservative Fußnote der socialdemokratischen Auffassung, daß es im Grunde doch nur vergessen: Aber wenn es keinen 7,50 Mart- 3oll giebt, dann lassen eine reaktionäre Masse giebt. Alles ist den Liberalen gleichgültig, die Baterländischen die" Throne frachen"! Zollwucher und Klerikalismus, Zünftlerei und Junterherrschaft Toller noch ist Flugblatt II. Hier wird verraten, daß die wenn sie nur den Profit gegen das Proletariat retten! Socialdemokraten, wenn sie ans Ruder kommen, Haus, Hof, Feld, Es folgt eine Abschrift aus Eugen Richters Socialistenspiegel": Die Reichstags- Abgeordneten sind keine Arbeitervertreter, sondern Redakteure, Schriftsteller, Unternehmer. Gewiß die rechten Vertreter der Arbeiter sind Professoren wie Herr v. Wenckstern und Generalmajore wie der Schwiegersohn Rudolf Herzogs. Was sollen die Arbeiter mit Proletariern, die, durch das Vertrauen ihrer Genossen berufen, statt für die kapitalistischen Unternehmer weiter zu fronden, mit der Feder die Sache des Volles verfechten! werden kann." 發 Wenn die Freisinnigen das Mandat in Czarnikau- Filehne verTieren, so haben sie das reichlich verdient durch ihre jetzige Haltung. Sie haben das Mandat 1898 nur als Oppositionspartei mit polnischer Hilfe erlangt und jetzt wollen sie es sich erhalten durch ein Kompromiß mit ihren damaligen Gegnern unter Bekämpfung der Polen, denen sie es verdanken. Eine solche liberale Politik verdient wirklich Fußtritte von allen Seiten. Auf der Insel Rügen, zum Kreise Rügen- Franzburg- Stralsund gehörig, dürften wir diesmal mit recht erfreulichen Resultaten zu rechnen haben. Zu zwei Wählerversammlungen, in denen am Sonntag in Bergen und Garb unser Genosse Storch- Stettin sprach, waren Landarbeiter, Bauern und Handwerker stundenweit herbeigeeilt. Sie spendeten dem socialdemokratischen Hezer" lebhaften Beifall und eine stattliche Anzahl derselben ließ sich sofort in den socialdemokratischen Wahlverein aufnehmen. Kommt es in diesem Kreise diesmal zur Stichwahl, was leicht möglich ist, dann sitzt der Agrarier nicht mehr fest auf seinem Sessel. * Politik in der Kirche. Wie unser Königsberger Parteiblatt be=. richtet, werden in Danzig, Stadt und Landkreis, seit Wochen in den Vorräumen der katholischen Kirchen politische Flugblätter verteilt. Der Königsberger Volkszeitung" haben mehrere dieser Flugblätter, die sich mit der Socialdemokratie beschäftigen, borgelegen. Wenn die Centrumsleute die Verteilung ihrer Flugblätter in der Kirche nicht als eine Belästigung der Kirchenbesucher ansehen, so werden sie sich auch nicht beschweren können, wenn die socialdemokratischen Antworten wenigstens an der Kirche den Kirchenbesuchern eingehändigt werden. Eine socialdemokratische Versammlung in einer Hochburg des Centrums hielt auf einer Agitationtour in Westfalen unser Genosse Adolf Hoffmann kürzlich in Lippstadt, achter Wahlkreis des Regierungsbezirks Arnsberg( Lippstadt- Brilon), ab. Dieser Streis hat noch niemals anders wie ultramontan geivählt. Socialdemokratische Stimmen werden dort erst seit 1890 abgegeben, und zwar ganze 259 im Jahre 1898. Auch für andre Parteien werden dort so gut wie gar feine Stimmen abgegeben. Seit kurzer Zeit hat sich jedoch auch dort die Arbeiterbewegung gehoben, und jüngst gelang es den Parteigenossen, sich in Lippstadt cinen Saal zu sichern. Bisher fanden darin nur zwei Versammlungen der ebenfalls wachsenden freien Gewerkschaften statt; die Redner wurden jedoch von den unter Führung der Kapläne erschienenen katholischen Gesellen niedergebrült. Für die erste socialdemokratische Versammlung hatten die Stapläne ihre Truppen wieder mobil gemacht, da aber auch die in den freien Gewerkschaften organisierten Arbeiter zahlreich erschienen waren, Vieh, Handwerkszeug, Maschinen, Geräte, Rotgroschen und Ersparnisse Auf dem Delegiertentag der katholischen Arbeitervereine der Erz- war der große Saal um 8 Uhr schon nebst allen Nebenräumen auf Nimmerwiedersehen wegnehmen. Das Endziel der Social- diocese Köln, der die Regierungsbezirke Aachen, Düsseldorf, Köln überfüllt. demokratie ist augenscheinlich die Einrichtung eines großen Trödel- und das westfälische Industrie- und Kohlengebiet umfaßte, wurde Wider alles Erwarten durfte Genosse Hoffmann ungestört geschäftes. Ferner werden wir natürlich Ehe und Familie beseitigen, auch die Opposition der katholischen Arbeiter in Sachen des Zoll- sprechen. Er schenkte dem Centrum nichts und Gelegenheit, gründlich nach dem Vorbild hoher und höchster Herrschaften, chekonsens- tarifs erwähnt. Arbeitersekretär Giesberts wies darauf hin, daß die mit den schwarzen Herren ins Gericht zu gehen, war ihm reichlich pflichtiger Offiziere und prostitutionstonfumierender und prostitutions- Centrumspartei im Rheinland eine steigend schwierige geboten. Arbeitet doch die ultramontane Presse der Gegend mit den erzeugender Kapitalisten, welche den Arbeiterinnen Hungerlöhne Stellung habe; Unterlassungsfünden ven vor 20-30 Jahren allerabgebrauchtesten Kalauern gegen die Socialdemokratie. zahlen. Auch rotten wir die Neligion aus und„ betrachten Gott würden dem Centrum heute noch vorgeworfen. Obwohl die katholi- Stürmische Heiterkeit entfesselte der Redner, als er, veranlaßt durch als das größte llebel in der Welt“.„ Statt der Könige, fchen Arbeitervereine feine politischen Vereine sein wollen, nahm der die Behauptung dortiger Centrumsblätter, Stadthagen wohne in die als Landesväter für uns sorgen und sich mühen, denen Delegiertentag einstimmig eine Resolution worin es Berlin wie ein Fürst, Stadthagens Junggesellenwohnung schilderte. wir nahezu alles verdanken, was wir haben, sollen die größten für die unbedingte Pflicht aller katholischen Arbeiter er Niemand wagte den Redner zu unterbrechen, als er die volksSchreier herrschen, die nur an sich selbst denken." Merkwürdig, klärt wird, für die Centrumspartei als die zuverlässigste verräterische Politik des Centrums mit äßender Echärfe geißelte, und in der freien Republik der Vereinigten Staaten herrschen ja bereits und kräftigste Förderin einer christlichen Socialreform mit als er schloß, erhob sich ein Beifallssturm, den die Centrumsleute feit jeher die„ größten Schreier", und trotzdem werden sie von aller Energie einzutreten und dieselbe in ihrem schweren nicht zu stören wagten, ant, Nach dem Vortrage wurde freie Diskussion angeboten, und da| licher Redakteur genannt ist, doch als solcher gemäß§ 20 Absatz 21 jantfeit fein einziger der gewerbsmäßigen Mittelstandsretter glaubt fich niemand meldete, ließ der Vorsitzende auf Hoffmanns Wunsch des Preßgesetzes anzusehen. und nur den Zweck haben, die kleinen Gewerbetreibenden an der " Der Reichsanwalt erachtete die Revision insoweit für begründet. " cine Pause von zehn Minuten eintreten, um den Gegnern Zeit zur Zu der Revision der beiden Angeklagten wurde diese Ansicht Wahrnehmung ihrer wirklichen Interessen zu hindern. Sammlung zu geben. Als sich auch danach niemand meldete, nahm als rechtsirrtümlich bezeichnet. Hoffmann das Schlußwort und nun wurde die Versammlung erst Krankenkassen- Novelle. Die namentliche Abstimmung, welche die dramatisch. Hoffmann zog nämlich aus dem Schweigen den Schluß. Er vertrat die Ansicht, daß verantwortlicher Redakteur derjenige sei, socialdemokratische Fraktion im Reichstage zu§ 42 der Krankendaß er alle anwesenden Gegner des Centrums befehrt habe. Da welcher auf dem Blatte als solcher genannt ist, da sich wohl niemand fassen- Novelle gestellt hat, zwingt, wie es scheint, die bürgerlichen sprang Professor Hesselbart auf und bat ums Wort. Hoffmann finden werde, der als verantwortlich zeichne, ohne vorher genau Parteien, da sie ein beschlußfähiges Haus nicht mehr zu ſtande bringen, trat ihm bereitwillig das Wort ab. Der Herr Professor sagte, er geprüft zu haben, was veröffentlicht wird. zum Verzicht einiger der bedenklichsten Bestimmungen der Krankenkassenwolle nur zeigen, daß er den Mut habe und nicht bekehrt wäre, er Das Reichsgericht erkannte jedoch auf Verwerfung der Novelle. Das Zentrum will, so verlautet, die Zusicherung machen, daß könne heute nichts gegen die Socialdemokratie sagen, weil der Revisionen. Der 2. Straffenat billigte also die Ansicht, daß als in dem Passus, wonach ein Vorstandsmitglied, Rechnungs- oder Referent von dem, was er an derselben bekämpfe, nichts vorgebracht verantwortlicher Redakteur der vom Verleger bestellte Leiter des Kassenführer durch die Aufsichtsbehörde seines Amtes enthoben habe, er solle nur erst diese schrecklichen Ziele nennen, dann wolle Blattes anzusehen ist, auch wenn er nicht als verantwortlicher Re- werden kann, wenn Thatsachen bezüglich einer dieser Personen beder Professor schon dazu etwas sagen. Als dem Herrn Genosse dakteur auf dem Blatte genannt ist. In der Begründung des Urteils fannt werden, welche sich als grobe Pflichtverletzung darstellen, Hoffmann klar machte, daß diese schrecklichen" Ziele nur in wurde noch besonders betont, daß die Nennung auf der einzelnen hinter Thatsachen" der Zusatz gemacht werde:„ in Bezug auf die der Phantasie der Gegner lebten, blieb der Herr Professor trotzdem Zeitungsnummer und der Nachweis, daß der Benannte die Re- Kassenführung". Ferner soll es bereit sein, den auf Antrag des dabei, Herr Hoffmann solle erst was Schreckliches nennen, daktionsthätigkeit auch wirklich in Bezug auf die bestimmte Nummer Centrums- Abgeordneten v. Savigny von der Kommission ange= dann wolle er es widerlegen. Ein schallendes Gelächter war die des Blattes, in der sich der Artikel strafbaren Inhalts befand, aus- nommenen Zusatz zu streichen, wonach die Kasse eine Dienstordnung Quittung darauf; Genosse Hoffmann nahm zum zweitenmal das geübt habe, keine für den Begriff des verantwortlichen Redakteurs für die Kassenbeamten zu beschließen hat, welche der Genehmigung Schlußwort. Dabei meldete sich ein katholischer Arbeiter zum Wort. wesentlichen Momente bilden. Die Vermutung des§ 20 Abs. 2 des der Aufsichtsbehörde unterliegt. Statt dieser Bestimmung bringt das Genosse Hoffmann trat abermals zurück und der Arbeiter kam nun Breßgesetzes richte sich nur gegen den wirklichen, von zuständiger Centrum eine Resolution, in der die Erfüllung des in ihr liegenden dent Herrn Professor dadurch zu Hilfe, daß er die Centrumslügen Seite berufenen verantwortlichen Redakteur. Wunsches von dem zukünftigen Gefeßentwurf zur gründlichen gegen die Socialdemokratie aus einem Flugblatt, welches unter der Reform des Krankenversicherungs- Gesezes" erwartet wird. Auf diese Ueberschrift:„ Der neue Kulturkampf der Social: Weise kann das Centrum annehmen, die Novelle durch das beschlußdemokratie" dort verteilt worden ist, vorlas, Lügen, die zum unfähige Haus durchzubringen. Teil schon im Referat widerlegt waren, aber unserm Redner GeTegenheit gaben, die Wahrheitsliebe" des Centrums im dritten Schlußwort unter jubelndem Beifall der Versammlung und tiefer Schweigsamkeit der Centrumshelden in das rechte Licht zu rücken. Dem Appell an die Versammlung, am 16. Juni nur dem Kandidaten folgte stürmische Zustimmung, und ein dreifaches Hoch auf die völker der Socialdemokratie, Genossen Sigelfof, ihre Stimme zu geben, befreiende Socialdemokratie schloß die Versammlung, bei welcher das Centrum, schlechte Geschäfte" gemacht hat. " % Eine lächerliche Wahlfinte verbreitete die Kölnische Volkszeitung" indem sie behauptete, unsre Parteigenossen in Wiesbaden beabsichtigten, dem Centrum im ersten Wahlgange 1000 Stimmen zuzuwenden, um mit ihm als dem weniger gefährlichen Gegner in die Stichwahl zu kommen. Das socialdemokratische Wahlkomitee in Wiesbaden erklärt in nachdrücklichster Weise, daß solche Absicht niemals bestanden hat. * Die Lorenz- Korrespondenz betreibt die Socialdemokratiebefehdung in staunenswertem Tiefsinn. Der Herr beehrt uns nicht durch zu fendung seiner gewerblichen Erzeugnisse; da aber die Leser nicht um ein nicht geringes Bergnügen gebracht werden sollen, so citieren wir den Lorenz gern aus andren Zeitungen. Die„ Volks- 3tg." teilt aus einem Aufsatz über Vaterlandsliebe und allgemeines Wahlrecht folgende Köstlichkeit mit: " Durch dieses Urteil wenn die Begründung durch den Bericht wiedergegeben ist wird die Institution des verantwortlichen Redakteurs überhaupt aufgehoben; denn es wird nur selten in der großen Die um 7 Mitglieder verstärkte Geschäftsordnungs- Kommission Presse vorkommen, daß der verantwortliche Redakteur der„ wahre", des Reichstages trat heute vormittag zusammen, um über den Ander wirkliche", der„ leitende" Redakteur ist. Der verantwortliche trag Dr. Sattler( natl.) zu verhandeln:" Alle Anfragen der Redakteur ist in der Regel nicht mehr strafbar, und es wäre zivec- Rechnungskommission zur weiteren Aufflärung der in den UeberRedakteurs dieser unter Berufung auf die Reichsgerichts- Entscheidung Die Kommission beschloß jedoch, in eine Beratung des Anmäßig, wenn bei der nächsten Anklage eines verantwortlichen ſichten und Rechnungen der Reichsausgaben und-Einnahmen ge= gebenen Erläuterungen sind an den Herrn Reichskanzler zu richten." feine Strafbarkeit bestreitet und den Prozeß zur reichsgerichtlichen trags wegen seiner großen materiellen Bedeutung nicht einzus Entscheidung der Frage bringen würde. treten, sondern die Entscheidung dem neuen Reichstage Schon nach der bisherigen Spruch- Prayis genügte die bloße Be- zu überlassen. nennung als verantwortlicher Redakteur nicht; es wurde verlangt, Im Zeitalter der Orden. Eine Korrespondenz berichtet:„ Die daß er nicht bloß Sigredakteur" sei, sondern auch die Thätigkeit Reisen des Kaisers ins Ausland zum Besuch fremder Fürstlichkeiten eines verantwortlichen Redakteurs ausübe, d. H. den Inhalt der find bekanntlich mit mehr oder weniger zahlreichen Ordensverleihungen Zeitung nach seiner juristischen Seite prüft und ändert. Jegt genügt verknüpft, und in vielen Fällen liebt es der Monarch, hohen Persön auch die Ausübung der Thätigkeit eines verantwortlichen Re- lichkeiten die Auszeichnung selbst zu überreichen. Im allgemeinen dakteurs nicht mehr; er muß auch der„ wirkliche“,„ wahre", der ist schon vor der Ankunft des Kaisers bestimmt, wem das Glück ,, leitende" Redakteur sein. Freilich scheint es, als ob das ReichsUm aber auch für alle Fälle" gerüstet einer Deforierung erblüht. gericht auch den benannten verantwortlichen Redakteur nicht für aller Art beschwerte Kisten. Die Bewachung dieser wertvollen Gepäckzu sein, befinden sich im Gepäck des Kaisers stets einige mit Orden straflos erklärt hat. So gäbe es also zwei verantwortliche Redakteure, stücke wird vom kaiserlichen Hofmarschallamt besonders erprobten einen, der die Thätigkeit des verantwortlichen Redakteurs ausübt, Beamten übertragen. Auch gelegentlich der bevorstehenden Reise des und einen, der das Blatt leitet und wirklich" verantwortlich ist. Kaisers nach Italien werden in dem kaiserlichen Gepäck jene OrdenDazu kommt dann noch die Strafbarkeit des Thäters( Verfassers) und der diversen Mitthäter. Kurz, jede an einer Zeitung angestellte Person ist strafbar als„ wirklicher" verantwortlicher Redakteur, als verantwortlicher Redakteur, als Verfasser oder wenigstens doch als Mitthäter und Verbreiter. behälter nicht fehlen. Während die höheren Orden darin verhältnismäßig gering an Zahl vertreten find, haben die für Unterbeamten, " Die Menschen werden bei der Reichstagswahl alle darum einArbeiter 2c. zu vergebenden Orden eine mehrhundertfache Auflage. ander gleichgesetzt, weil sie alle von derselben, gleichstarken Liebe zum Durch die Beifügung von Orden mit Brillanten, die nicht immer gemeinsamen Vaterlande erfüllt sein sollen. Um fein Vaterland zu zur Verleihung gelangen brauchen, erhält dieser Ordensschatz einen lieben, braucht man weder reich noch hochgestefft zu sein. Man sehr hohen Wert, der fast bis an eine halbe Million Mark reicht. liebt sein Vaterland, weil diese Liebe jedem gufen Menschen anIndessen, zwei verantwortliche Redakteure kann es nicht geben. Beiläufig bemerkt wird der Reichtum des Kaisers an in- und ausgeboren ist, so wie man seine Eltern liebt. Auch die Eltern Will man den„ leitenden" Redakteur als wirklich verantwortlichen ländischen Orden in Bezug auf Gold- und Silbergehalt, sowie liebt man, ohne Rücksicht auf Reichtum oder hohe Stellung. Alle Redakteur fassen, so ist der als verantwortlich benannte Redakteur Brillanten und sonstigen Edelsteinen auf über eine Million Mark Eltern werden von ihren Kindern geliebt. So sollen und können eben nicht mehr verantwortlich. Das Gericht wird also fünftig die geschäßt. Die Orden des Kaisers werden in besonderen Tresors auch dem Vaterland alle seine Söhne in gleicher Liebe zugethan Aufgabe haben, den„ wirklichen", wahren",„ leitenden" verantwort aufbewahrt und durch einen Geheimen Hofrat verwaltet. fein. Wie nun die Eltern in der Regel keinem ihrer Kinder den lichen Redakteur zu ermitteln ein Geschäft das vielfach nicht Die Wiederaufhebung des englischen Kornzolles. Als im vorigen Vorzug geben, so umfaßt auch das Vaterland alle seine Söhne in ganz leicht ist; denn es giebt auch demokratische Redaktionen, in Jahre die englische Regierung zur Deckung der Kosten, die der gleicher Liebe. Und der stärkste und edelste Ausdruck dieser Liebe denen niemand„ leitet". Hat man aber den„ leitenden" Redakteur Boerenkrieg erforderte, dem Parlament einen Kornzoll von 3 Pence Die Socialdemokraten sind entartete Söhne des Vater- festgestellt, der in der Regel eben nur leitet und sich um den Krims-( 25 Pf.) pro Centner vorschlug und dieses den Antrag annahm, ging landes. Sie vergelten die Liebe mit Haß. Das Reichstagsframs des Blattes nicht fümmert, dann kann er auch wegen eines ein Jubel durch die deutsche agrarische Presse. Da könne man sehen, Und weiter: Wer hieß es, daß auch das freihändlerische England wieder in agrarWahlrecht sollte der festeste Kitt sein, der das Gebäude des Reichs Inserates angeklagt und verurteilt werden. durch die aufopferungsvolle Liebe aller Deutschen für alle Zeiten find die eigentlichen Leiter" offiziöser Blätter? Zweifellos doch der schutzöllnerische Bahnen einzulenten willens sei; und Graf Stanig verkündete mit Genugthuung in der Zolltarif- Kommission, Eng zusammenhält. Die Socialdemokratie aber benutzt das Reichstags- Chef des Preßbureaus oder noch wirklicher" der Minister. Also land habe nummehr auch den ersten Schritt zur Abwendung Wahlrecht, als ob es ein Sprengstoff wäre, um das Reich zu wird man fünftig etwa bei Beleidigungen von Socialdemokraten den vom Freihandel gethan. Zivar betrug der englische Zoll zerstören. Wenn man bedenkt, welches der wahre Sinn und Minister als den wahren" verantwortlichen Redakteur zur nur 50 Pf. pro Doppelcentner Weizen, während der bestehende Grund des Reichstags- Wahlrechtes ist, und dann überlegt, wie Verantwortung ziehen können. deutsche Vertragszoll 3,50 W. beträgt und der von den Agrariern die Socialdemokraten davon Gebrauch machen, dann muß man Bismard hat einmal geäußert:„ Ich kann aus einem tüchtigen als viel zu niedrig verschriebene Mindestzoll sich auf 5,50 M. stellt, doch fragen: Kann es ein größeres Unrecht und einen abscheu- Redakteur leichter einen Staatssekretär des Aeußern oder des Innern also auf das Elffache des englischen Zolles. Aber, so argumentierten licheren Unfug geben?" Die nichtſocialdemokratische, Volks- Zeitung" höhnt das lächerliche machen, als aus einem Dutzend Geheimräten einen gewandten die edlen oftelbischen Junker, indem sie von ihrer eignen UneigenGeschreibsel: Köstlich, nicht wahr? Also das Vaterland liebt alle leitenden Redakteur. Ich gebe Ihnen gleich einen Leiterwagen müßigkeit auf die der englischen Grundbefizer schlossen, mit dem Essen werde schon der Appetit kommen dem 50 Pfennig- Zoll werde bald mit gleicher Liebe. Und das allgemeine und gleiche Wahlrecht ist voll von diesen Geheimräten, Juristen, Theologen oder auch Philologen in England der 1 Mart- und 2 Mart- Boll folgen. der Ausdruck dieser Liebe. Wenn das wahr ist, wie liebt denn dann mit lauter ersten Noten in die Lehre, und Sie können aus ihnen In diese schöne Hoffnung hat das Vorgehen der englischen 3. B. das preußische Vaterland feine artigen Kinder, wenn dieses nicht viel mehr als einen Schneider machen, der mit der Schere Regierung bittere Wermutstropfen gegossen. Kaum ist der Krieg Baterland drei nach dem Geldbeutel abgestufte Arten von Liebe für irgend ein geistloses Blatt zusammenstellt. Das Zeug zum Redakteur, vorbei und die Etatsüberschläge lassen erkennen, daß auf einen die Landeskinder hat? Oder ist das Dreiklassen- Wahlsystem dadurch der selber denkt, schafft und schreibt mit Schwung und Kraft, muß Einnahmelleberschuß im nächsten Jahr. zu rechnen ist, so tritt auch der Ausdruck der unterschiedslosen Liebe des Vaterlandes, daß es schon der Schazkanzler, Mr. Ritchie, mit dem Antrag hervor, den dem einen das Hundert- und Tausendfache dessen giebt, was dem man mitbringen." andern gegeben wird? Kornzoll wieder abzuschaffen. Ein einfältiges Land, dieses Großbritannien; in Preußen Deutschland könnte so etwas nicht vorkommen! " Trotzdem sollte man es versuchen, die Verfasser der neuesten Und, um wieder von dem Deutschen Reiche zu sprechen, wo ist Reichsgerichts- Entscheidung für ein Jahr in irgend einer Redaktion die allgemeine Wahlrechts- Liebe gewesen bei dem Ausnahmegesetz unterzubringen, damit sie wenigstens die Verhältnisse kennen lernen, gegen die Socialdemokratie; wo ist die Liebe gewesen bei dem Zucht über die sie entscheiden".hausgesetz? Indessen, es lohnt sich nicht, auf den Unsinn von den„ entarteten Söhnen", auf das Geschimpfe über den„ abscheulichen Unfug" einzugehen. Das Groteskkomische dieser Art von Socialistenvernichtung fie schreibt: bedarf keiner besonderen Beleuchtung. Nur um zu zeigen, mit wie wenig irn die scharfmacherische Ordnungsstüßigkeit eine weltgeschichtliche Bewegung wie die socialdemokratische abthun zu können meint, haben wir von der neuesten Monstreleistung der Staatserhaltenden" Notiz genommen. Die Socialdemokratie hat ein Schweineglüd." er, . Deutsches Reich. Der verantwortliche Redakteur. Jetzt hat nun das Reichsgericht eine Entscheidung über den Begriff des verantwortlichen Redakteurs gefällt, die nicht nur eine fast unbegreifliche Unkenntnis der Preßverhältnisse verrät, sondern auch den Begriff des verantwortlichen Redakteurs heillos verwirrt und die Rechtssicherheit jedes an einer Zeitung beschäftigten Mitarbeiters bedroht. Centrum und Mittelstand. -Der Kampf um Korum. Der Privatjekretär Dasbachs, der stud. jur. Ejler erklärt in einer, allerdings auslegungsfähigen Erklärung, die Nachricht der Köln. 3tg.", er sei Verfasser der KulturkampfArtikel gegen Storum für unwahr. Die Frankf. 8tg." wird ja leicht in der Lage sein, die Richtigfeit dieser Erklärung zu bestätigen. Herr Richter erfreut sich nun jeglichen Tag des Beifalls der äußersten Reaktion. Selbst seine Vergangenheit findet jetzt Gnade vor ihr. Die„ Post" erzählt aus der Geschichte der liberalen Parteien, die sie auf antisemitische Gesichtspunkte hin beurteilt; nachdem sie von der Secession aus der nationalliberalen Partei und der Vereinigung der Secessionisten mit der Partei Nichters gesprochen, besingt sie den troßigen deutschen Oppofitionsmann Richter" also: Die Germania" hat wieder einmal eine Entdeckung gemacht; Mit wünschenswerter und rückhaltloser Offenheit wird im Schuhmacher- Fachblatt vom 26. April die Stellung der Socialdemokratie zum Mittel- und im besonderen zum Handwerkerſtand dargelegt. Das Schuhmacher- Fachblatt erscheint in Gotha und wird von dem socialdemokratischen Abgeordneten Bock heraus gegeben. Es heißt dort in einem Artikel über„ Die Gewert chaften und die Konsumgenossenschaften":" Uns als Arbeiter kann der Untergang des sogenannten Mittelstandes gleich gültig sein, im Gegenteil, je eher er verschwindet, desto Besser ist es, denn derselbe ist der größte Hemmschuh in ökonomischer, socialer, gewerkschaftlicher und politischer Bewegung, überall tritt er uns hindernd in den Weg, und darum können wir dessen Untergang nicht früh genug herbeiwünschen." Ein jedes Wort der Kritik würde dieses unverbliimte Bekenntnis socialdemokratischer Mittelstandsfreundlichkeit" abschwächen. Die Handwerker werden hoffentlich bei den Wahlen den socialdemo- des kratischen Volkszerstörern die gebührende Antwort erteilen. Zunächst sei doch festgestellt, daß dieser Artikel in dem Gewerf Beiden Teilen blühte bekanntlich nur Enttäuschung, den Secessionisten aber besonders auch deshalb, weil Eugen Nichter, ein Führer von Charakter und Willensstärke, wohl jedes harte Wort gegen das Judentum vermied, aber doch teineswegs geneigt war, ihm die allein maßgebende Rolle in der neu zusammengeschweißten freifinnigen Partei einzuräumen." Man glaubt Herrn Richter also auch bereits als Schwurzeugen Antisemitismus anrufen zu dürfen! Das Reichsgericht arbeitet seit geraumer Zeit daran, das ohnehin reaktionäre Breßrecht durch Auslegungen noch reaktionärer zu ge stalten. Ihm verdanken wir die Auslegung des§ 193 dahin, daß berechtigte" Interessen des Redakteurs nur solche seien, die seine persönlichen Interessen sind oder mit deren Vertretung er formell beauftragt ist. So genießt ein Redakteur, der sein Blatt mißbraucht, Die mit so viel Frechheit abgeleugnete Wahltermins- Mogelei um seinen persönlichen Vorteil zu finden, den Schutz des§ 193, schaftsblatte teine Redaktionsäußerung, sondern eine vom Einsender wird nun auch durch eine Verhandlung in der Essener Stadtwährend wenn er felbstlos aus idealen Motiven persönlich unterzeichnete Meinungsäußerung ist. Wäre schon für die verordneten Versammlung bestätigt. Während der Beröffentliche Interessen vertritt, schutzlos bleibt. Dieses Urteil wirft Meinung der Redaktion eines Gewerkschaftsblattes die Social liner Magistrat der bedrängten Regierung seine diplomatischen also als Prämie auf den Eigennutz und als Bestrafung des demokratie nicht verantwortlich zu machen, so noch weniger für die Dienste leistete und der Dezernent gegenüber der Interpellation Idealismus. Aeußerungen eines Einzelnen, der ganz gelegentlich einen Artikel unsrer Genossen eine völlig orakelhafte Antwort gabim amtlichen veröffentlicht. Die Stellung der Socialdemokratie zu der sogenannten Mittel- Stenogramm ist die„ Erklärung" des Dezernenten absolut unverstandsfrage ist bekannt. Die Socialdemokratie hat niemals den ständlich hat man in Essen ziemlich reinen Wein eingeschänkt. demagogischen Schwindel mitgemacht, den kleinen Gewerbetreibenden Dem Essener„ Beobachter" entnehmen wir den folgenden Bericht: goldene Verge zu versprechen und damit ihren Blick von den wirklichen Ursachen ihrer Not und den Mitteln zur Besserung abzulenken. Wir haben stets ohne Verschleierung darauf hingewiesen, daß das Großlapital es ist, die großen Industrie- und Handelsunternehmungen, die Das Landgericht Thorn hat am 16. Dezember v. J. den ver- Riesenbazare und Riesenfabriken, die Aktienunternehmungen, antwortlichen Redakteur der„ Gazeta Torunska", Wojciechowski, durch die der kleine Gewerbetreibende erdrückt und seines Eigentums sowie den Chefredakteur jenes Blattes, Brejski, wegen Be- beraubt wird und daß Steuergesetze, Innungen, Vefähigungsleidigung zu Gefängnis verurteilt. Inkriminiert waren zwei Artikel nachweis und dergleichen dagegen gar nichts helfen können. Niemals in verschiedenen Nummern jenes Blattes, welche beide von W. als aber hat die Socialdemokratie die Vernichtung des Mittelstandes berantwortlichem Redakteur gezeichnet waren. Das Gericht hat fest- gepredigt oder etwas gethan, was die Vernichtung des Mittelstandes gestellt, daß durch jene Artikel preußische Richter und ein Schul- herbeiführen könnte. Wohl aber hat sie den vom Centrum beInspektor beleidigt worden sind. Das Landgericht hat W. als Vertriebenen Brot und Fleischwucher, der den kleinen Gewerbetreibenden fasser des zweiten Artikels und als Veröffentlicher des ersten ebenso bedrückt wie den Arbeiter, mit allen Mitteln bekämpft und verurteilt, Br. dagegen als wahren" Redakteur. Brejsti sei, sie ist stets eingetreten für alle Maßregeln zum Schuße der politischen so heißt es im Urteil, vom Verleger und Eigentümer der Zeitung Freiheiten, die auch dem kleinen Gewerbetreibenden dienen, sich gegen zum verantwortlichen Redakteur( das heißt verantwortlich polizeiliche Bedrückungen zu wehren und ihre Rechte als Staatsdem Verleger gegenüber) bestellt worden und habe diese bürger wahrzunehmen. Stellung auch während der Beit der Vernichtet wird der Mittelstand mur von den politischen Freunden Veröffentlichung Aus Leipzig wird uns darüber geschrieben: der beiden Artikel bekleidet. Dieser Angeklagte sei deshalb, des Centrums; das Centrum aber macht den kleinen Gewerbeobwohl er auf keiner der beiden Nummern als verantwort- treibenden blauen Dunst vor mit Schußmaßregeln, an deren WirkDie Vorlage betrifft Bewilligung der Kosten für die Reichstagswahl. Der Referent, Beigeordneter Brandi, führt aus: Durch Erlaß des Herrn Ministers des Innerit vom 22. März d. J. war angeordnet worden, die Aufstellung der Wählerlisten für die Reichstagswahl so zu beschleunigen, daß sie spätestens bis Ostern zur Auslegung fertig würden. Um die umfangreiche Arbeit in so furzer Zeit fertig zu stellen, mußten Ueberstunden in solchem Umfange gemacht werden, daß eine Vergütung für die Beamten in mäßigem Umfange als angemessen erscheint. Inzwischen ist durch kaiserliche Verordnung der 16. Juni als Wahltag bestimmt worden. Die Auslegung der Wählerlisten hat am 18. Mai d. J. zu beginnen. Infolgedessen sind zahlreiche Nachträge zu den Listen infolge Ab- und Zuzuges wahlberechtigter Personen notivendig. Für die Vollständigkeit und Zuverlässigkeit der auf diese Weise hergestellten Listen kann bei dem starken Mit Wechsel der Bevölkerung keine Gewähr übernommen werden. Rücksicht hierauf erscheint es zweckmäßig, der Anregung verschiedener Herren Stadtverordneten entsprechend eine besondere Auf der Aufnahme muß in kürzester Frist zum Teil durch außer ordentliche Hilfskräfte verarbeitet werden. Belgien. nahme aller wahlberechtigten Personen zu ver- jeingeschlagen werden. Ungefähr 1000 Personen waren aus allen 4 412 077 02.( 8 778 728 7.). Davon gehen ab für Geschäftsanstalten und auf Grund dieser Aufnahme, deren Ergebnis mit Richtungen herbeigeeilt und veranstalteten eine Kundgebung für die unkosten 1 113 672 M., Zinsen 254 722 M., Verluste 59 570 M., Abdem Material des Einwohner- Meldeamts verglichen werden soll, Mönche. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung war eine Anzahl schreibungen 999 742 w., so daß ein Reingewinn von 1 852 014 m. eine neue Wählerliste aufzustellen. Durch diese Zettelaufnahme, Truppen herangezogen, irgend ein ernsterer Zwischenfall ist nicht verbleibt, der folgende Verwendung findet: Tantiemen an den Aufsichtsrat 80 427 M., 18 Proz. Dividende auf 9 Millionen Mark welche am 24. April stattfinden soll, entstehen gleichfalls besondere vorgekommen. alte Aftien und 4 Proz. auf eine Million neue Aktien 1 660 000 M., Kosten a) für Formulare, b) für lleberstunden. Dies Ergebnis Gratifikation an die Beamten 15 000 M., Dotierung der Beamtenund der Arbeiter- Pensionskaffe 30,000 M., zu Gunsten der Arbeiter 30 000 M. Ferner als Vortrag auf neue Rechnung bleiben 37 486 M. Die Zuweisung von 30 000 M. an die Beamten- und ArbeiterPensionskasse und von weiteren 30 000 M. für Arbeiterzwecke nimmt sich recht schön aus, wenn diese Aufwendungen auch der Gesellschaft bei ihren hohen Gewinnen und Dividenden feine sonderlichen Einbußen auferlegen. Wer jedoch daraus schließen wollte, daß zwischen der Direktion und der Arbeiterschaft ein gutes Verhältnis existiert, ihren Arbeitern, und es findet ein beständiger Arbeiterwechſel ſtatt. würde fehr gehen. Die Firma hat fortwährend Streitigkeiten mit Beigeordneter Brandi bemerkt noch, daß durch die Verfügung des Ministers, die Wählerlisten bis Ostern( Hals über Kopf) fertig zu stellen, 3000 Ueberstunden zur Bewältigung dieser Arbeit gemacht werden mußten. Diese Ueberstunden müssen doch vergütet werden. Kurz nach Ostern kam die Nachricht, daß die Reichstagswahl erst im Juni stattfinde. Würde nicht vorher der fürzere Termin bestimmt gewesen, hätte die Aufstellung der Wählerlisten in aller Ruhe gemacht werden können. In Essen sind also unter Aufwendung von 3000 Ueberstunden die inzwischen wieder unbrauchbar gewordenen Wählerlisten bereits vor Ostern fertig gestellt worden. Um fie fertig zu stellen, mußte doch der Wahltag angegeben werden. Vermutlich hat man auch in Effen nach Gutdünken" den 17. Mai als Endpunkt der Wahlberechtigung angenommen. Daß man darüber nicht sprach, beweist schon allein die Nichtigkeit unsrer Vermutung. Bei der Gelegenheit sei bemerkt, daß in Berlin die früher angefertigten Wählerlisten nicht wie der Dezernent erklärte nur revidiert, sondern völlig neue ausgearbeitet werden. Die Order der„ Ne vision" bestand nur während der Tage der Interpellation und wurde nach überstandenem Schrecken zu Gunsten der Neubearbeitung zurückgezogen. Der Berliner Magistrat ist nicht ohne diplomatisches Talent, wenn er einen sensationellen Vorgang möglichst harmlos erscheinen lassen will. Die Essener„ Reaktionäre" zeigten übrigens für die Kosten der Affaire ein lebhafteres Interesse als der Berliner KommunalFreifinn. Der internationale statistische Kongreß findet vom 21.- 25. September in Berlin statt. Der Verein für Socialpolitit hält seine Generalversammlung vom 11.- 17. September ab, und zwar in Hamburg. Monarchismus aus diplomatischer Klugheit. Zur Maifeier. Die Stadtverwaltung von Jrelles( Vorstadt von Brüssel), in der die Liberalen und Socialisten die Mehrheit halben Tag Urlaub zu gewähren. Auch werden die Schulen am bilden, hat beschlossen, den städtischen Arbeitern am 1. Mai einen Nachmittag geschlossen sein. Schweden. Keine Einigungsämter. Die Erste Kammer hat mit 76 gegen 59 Stimmen den von der Zweiten Kammer angenommenen Gesetz Arbeitsstreitigkeiten betreffend abgelehnt. Der Beschluß ist kennentivurf der Regierung, die Austellung von Vergleichsmännern für zeichnend für die Rückständigkeit, die das schwedische Herrenhaus focialen Fragen gegenüber auszeichnet. Amerika. Verfammlungen. Das Venezuela- Abkommen. Aus Washington meldet vom In der Wähler- Versammlung für den dritten Wahlkreis, die am 28. April das Reuterſche Bureau: Die verbündeten Mächte haben Dienstag bei Buggenhagen amt Morigplatz tagte, stellte sich welches die Frage der vorzugsweisen Behandlung der Verbündeten Kandidat des Wahlkreises vor und betonte dabei, daß er als sich mit den Bedingungen des Protokolls einverstanden erklärt, durch der Reichstags- Abgeordnete Wolfgang Heine wiederum als Das Abkommen soll am 4. Mai unterzeichnet werden. seitens Venezuelas dem Haager Schiedsgericht unterbreitet wird. Abgeordneter nach seiner eignen freien Ueberzeugung gehandelt habe und auch in Zukunft handeln werde, daß aber jeder, der ihm seine Aus dem Haag wird zu dieser Angelegenheit gemeldet: Die Stimme gäbe, sich auch klar sein solle, daß er sie einem SocialKönigin hat zu Schiedsrichtern in der Kommission zur Prüfung der demokraten gäbe, einem Manne, der in der Socialdemokratie Ansprüche der Gläubiger Venezuelas auf Wunsch Amerikas und diejenige Partei erblickt, die am besten die Sache des Volkes Venezuelas den früheren Gouverneur von Curaçao, Barge, und auf vertritt. In einem mehr als zweistündigen gehaltreichen VorWunsch Frankreichs und Belgiens den ehemaligen Präsidenten des trage äußerte sich der Redner über die hauptsächlichsten Fragen der obersten Gerichtshofes in Niederländisch- Indien, Filz, ernannt. äußeren und inneren Politik, wandte sich scharf gegen das Junkertum, kritisierte die gegnerischen Parteien und wies zum Schluß auf die idealen Ziele der Socialdemokratie hin, die unser Volk start, frei und glücklich machen will. Gegner meldeten sich trotz der Aufforderung des Vorsitzenden nicht zum Wort. Die sehr zahlreich be suchte Versammlung nahm eine Resolution an, worin sich die Anwesenden verpflichten, mit aller Kraft dahin zu wirken, daß am 16. Juni unser Kandidat Wolfgang Heine wiedergewählt wird. Aus Induftrie und Dandel. in der Klage der Kommerz- und Diskontobank gegen die Reichsbank. Zu den vielen Prozessen, die der Leipziger Baufkrach bisher zur Folge gehabt hat, gehört auch eine Klage der hiesigen Sommerz- und Diskontobank gegen die Konkursverwaltung der Leipziger Bank und die Reichsbant auf Herausgabe von 81 000 M. nebst Zinsen vom Juni Der Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Htelt 1901. Diese Summe hatte nämlich, wie das„ Leipziger Tageblatt" am Sonntag eine kombinierte Mitgliederversammlung aller in einer Mitteilung der jüngst gefällten Reichsgerichts- Entscheidung zum Lohngebiet Berlin gehörigen Zahlstellen ab, Zur Dresdener Empfangskomödie liegt wieder ein prächtiges berichtet, die Reichsbank auf einen sogenannten roten Check der D. Böttcher über die Verhandlungen und Beschlüsse des Aftenstück vor. Neben den Beamten waren auch allerlei patriotische Klägerin am 25. Juni 1901 der Leipziger Bank auf ihr Giroconto zweiten Arbeiterschuß- Kongresses berichtete. Die Versammlung Vereine mobil gemacht worden und natürlich durften die Gesang- gutgeschrieben. Die Klägerin machte nun geltend, daß die Reichs- erklärte sich mit dem Verhalten ihrer Delegierten einverstanden. vereine nicht fehlen. Wie sich die Sache im sächsischen Elbgau- bank nicht mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns gehandelt Ueber den Stand der Verhandlungen mit den Unternehmern berichtete Sängerbunde abspielt, enthüllt folgendes Schriftstück, das der Presse habe, indem die Reichsbank zur Zeit der Aufschreibung schon selbst einemann. Danach sind in der letzten Sigung mit den Vertretern mitgeteilt wird. der Leipziger Bank ihr Conto gesperrt hatte. Das Landgericht Berlin der Unternehmer- Organisation verschiedene Differenzpunkte ausSächsischer Elbgau- Sängerbund. 1903. Rundschreiben C. hatte die Klageansprüche für berechtigt angesehen und demgemäß er geglichen worden, so daß es sich eigentlich nur noch um einen, Gruppe Dresden. Dringlich! kannt, weil der Vorwurf für berechtigt angesehen wurde, daß die Liebe Herren Sangesbrüder! Reichsbank der Leipziger Bank das Conto schon gesperrt hatte, als allerdings sehr wesentlichen Punkt, und zwar betrifft derfelbe die Die Freie VerObwohl in der Sigung der Herren Vereinsvorstände am die Uebertragung stattfand. Gegen dieses Urteil hatte die Reichsbant Transportweite für die Accordträger, handelt. einigung der Bauarbeiter hat inzwischen den Vorschlägen 15. April durch das Ergebnis der Abstimmung- 22 für, 25 gegen mit Erfolg Berufung beim Stammergericht in Berlin eingelegt. Das der Unternehmer zugestimmt und sich bereit erklärt, den eine offizielle Beteiligung der Gruppe Dresden unsres Bundes ab- Urteil wurde aufgehoben und die Klage abgewiesen. Der Berufungs- Tarifvertrag auf dieser Grundlage abzuschließen. In der gelehnt worden ist, glaubt der ergebenft unterzeichnete Bundesausschuß richter ging von der Ansicht aus, daß die Reichsbank verpflichtet war, Hierauf wurde folgenden Diskussion der Verhalten nach erfolgter Rücksprache mit dem Vorsitzenden des Festausschusses, die angeordnete Gutschreibung vorzunehmen. Die Klägerin hatte Freien Vereinigung", die von Anfang an höhere Forde= Herrn Dr. Nowack, und mit Rücksicht darauf, daß die beiden andren gegen dieses Urteil das Rechtsmittel der Revision beim Reichsgericht Sängerbünde Dresdens thatsächlich an der Ovation fich ebenso be- ergriffen und machte gelfend, daß die Reichsbank an jenem Lagerungen als der Verband stellte, lebhaft kritisiert und außerdem verschiedene Bestimmungen des Tarifs bemängelt. Im teiligen wie die Turnerschaft und die Militärvereine, unsrer sehr ge- schon um 9 Uhr erklärt hatte, daß sie der Leipziger Bank keine Ver- übrigen sprachen sich alle Rebner für Tarifvereinbarungen aus ehrten Sängerschaft dringend ans Herz legen zu müssen, einzig und fügung über das Giro mehr lasse. Unter diesen Umständen sei es und die meisten befürworteten, um endlich einigermaßen geregelte Lohnallein im Interesse unfres Bundes(!) und aus diplomatischer Klug- mit Treu und Glauben nicht vereinbar, daß die Bank dann noch und Arbeitsverhältnisse zu schaffen und in Rücksicht darauf, daß der heit sich dennoch gesanglich an der Ovation zu beteiligen und einen solchen Auftrag ausführte. Die Vertreter der Beklagten stüßten Vertrag zunächst nur auf die Dauer von 11 Monaten abgeschlossen wenigstens die beiden Proben am 27. April und 1. Mai im Aus- sich darauf, daß mit Recht vom Berufungsrichter angenommen sei, werden soll, den gemachten Vorschlägen zuzustimmen. Der Lohnstellungspalast zu besuchen.( Bundeshefte! Die andren Noten daß das Geschäft mit der Eintragung auf das Giroconto beendet kommission wurde schließlich ohne gebundenes Mandat Vollmacht gewerden geliefert.) war. Die Schnelligkeit des Giroverkehrs würde darunter leiden, wenn die Beklagte erft überlegen wolle, ob sie den Auftrag aus geben, am Dienstag die weiteren Vereinbarungen zu erledigen. Hierauf wurden Rob. Heinemann, Fr. Quade, führen soll. D. Schmidt, E. Heinemann und E. Noad in den Verbandsausschuß gewählt. Vertrauen Sie wir bitten recht herzlich der wohlmeinenden Einsicht des Ausschusses und lassen Sie denselben nicht im Stich! Zweihundert Sänger werden sich doch treu zum Bunde finden! Eine Erläuterung der oben erwähnten Aussprache zwischen Herrn Dr. Nowack und dem Bundesvorsitzenden wird später gegeben. Dresden, 25. April 1903. Mit herzlichem Grüß Gott!" Der Bundes- Ausschuß. Gebauer. Die Helligkeit der Sachsen leuchtet weithin durch die Lande; nur aus diplomatischer Klugheit werden fie fingen„ Den König fegne Gott". Bis auf die Knochen diplomatisch! Ausland. Frankreich. Auf eine beim Reichsgericht von der Kommerz- und Diskontobank eingelegte Revision hat jetzt dessen erster Civilsenat das Urteil des Kammergerichts bestätigt, da kein Rechtsirrtum in diesem Urteil zu erkennen sei. Die Kosten wurden der Kommerz- und Diskontobank auferlegt. das Letzte Nachrichten und Depeschen. Abgeordnetenhaus in Ungarn. Sodann wurde nach einem Referat von K. Heidemann über die Bedeutung des 1. Mai, einstimmig eine ausführlich motivierte Refolution beschlossen, nach welcher der 1. Mai durch völlige Arbeitsruhe gefeiert werden soll. Außerdem wurde beDie Lage der Kleineisen- Industrie des Solinger Bezirks, aus schlossen, auf die Unterstützung für den 2. Mai, an dem die Unternehmer dem noch bis vor kurzem lebhafte Klagen über mangelnden Absatz sämtliche Arbeiter aussperren wollen, zu verzichten und erst vom ertönten, ist nach der„ Rhein.- Westf. 3tg." zur Zeit eine ziemlich 4. Mai ab, falls Maßregelungen vorgenommen werden, die übliche günstige. Selbst die Waffen- Industrie, die in den letzten Jahren an Unterstützung zu bezahlen. Die Maiversammlung wird in der Brauerei meisten unter der Ungunst der Verhältnisse zu leiden hatte, hat nicht Friedrichshain stattfinden und werden an die Feiernden Marken verunbedeutende ausländische Aufträge in Seitengewehren vornehmlich ausgabt.- Nach kurzer Diskussion wurde der Lohntommiffion aufgegeben, „, Türken" zu erledigen, wenn auch von einer andauernd guten noch eine weitere Summe an die Parteitasse zur Reichstagswahl abzuBeschäftigung noch nicht die Rede sein kann. Regelmäßiger sind die führen. Sodann wurde über die Lohnbewegung der Rabitspanner Trennung von Staat und Kirche. Der Deputierte Pressensé hat Bestellungen und Abrufe in den Exportzweigen der hiesigen Messer- und die der Stuffateure berichtet und aufgefordert, die Berufsgenossen im Namen der parlamentarischen socialistischen Gruppe einen Gesez- waren- Industrie, die bekanntlich stark zwei Drittel ihrer Erzeugung insbesondere auch dadurch zu unterstützen, daß die Arbeitenden nach entwurf eingebracht, der eine vollständige Trennung von Staat und ins Ausland schickt. Die Taschen und Federmesser, die Scheren der Arbeitsberechtigungs- Starte befragt werden. Kirche vorfieht. Derselbe ist von 56 Deputierten 27 Socialisten und die Rasiermesser- Branche, die hauptsächlich für den Erport und 29 Radifalsocialisten unterzeichnet; unter den ersteren be- arbeiten, sind gut beschäftigt. Die Preise haben allerdings ihren finden sich Jaurès und Millerand. In der Begründung des Ent- früheren Stand noch nicht wieder erlangt. Daß auch der Inlandswurfs wird gesagt, daß, um den Einfluß der Kirche im Staatsleben markt für die hiesige Industrie sich gebessert hat, geht daraus hervor, endgültig zu brechen, es nur ein Mittel gebe, das einer vollständigen daß die Tafelmesser- und Gabelbranche, deren Hauptabsatzgebiet das Trennung beider. Es verletze die persönliche Freiheit eines Staats- Inland ist, bedeutend besser beschäftigt find als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Budapest, 29. April.( W. T. B.) Jm Verlaufe der Debatte bürgers, wenn er gezivungen würde, durch Steuer zur Unterhaltung über die Indemnitäts- Vorlage weist der Aderbauminister Daranyi irgend eines Kultus beizutragen. Mit dem ausländischen Kaiser Wilhelm-( Nord- Ostsee-) Kanal. Während des Vierteljahres auf die schweren Folgen hin, die sich aus der Obstruktion Chef einer Kirche, deren Mitglieder französische Staats- vom 1. Januar bis 31. März 1903 haben 5727 Schiffe( gegen ergeben würden. Er zählt die wichtigen Fragen seines angehörige find, über Kultusangelegenheiten verhandeln, ihm 3949 Schiffe in demselben Vierteljahr 1902) mit einem Rettoraum- Refforts auf, deren Erledigung durch die Obstruktion gegenüber petuniäre oder andre Verbindlichkeiten eingehen, heiße gehalt von 808 023 Registertons( 1902: 665 209 Registertons) den vereitelt wird. Die Opposition unterbricht den Minister wiederholt einen Teil der Souveränität des Staates aufgeben. Kaiser Wilhelm- Kanal benutzt und, nach Abzug des auf die Kanal- mit dem Zuruf: Wir votieren alles, falls Sie die RekrutenerhöhungsDer ausführlich begründete Gefeßentwurf umfaßt 48 Artikel abgabe in Anrechnung zu bringenden Elblotsgeldes, an Gebühren vorlage zurückziehen. Daranyi berweist darauf, daß auswärtige Staaten Durch das Gesetz soll die Freiheit der Meinung, des Wissens und 404 132 2.( 4902: 341 360 M.) entrichtet. Jm Rechnungsjahr 1902 schon Verhandlungen zum Abschluß von Handelsverträgen begonnen der Religionsübung vor jedem Zwange geschüßt werden. Niemand haben 32 010 Schiffe( gegen 30 161 Schiffe in 1901) mit einem Retto- hätten, nur mit Destreich- Ungarn werde nicht verhandelt, weil die Obdarf gezwungen werden, an Religions- und Kultusübungen teil- raumgehalt von 4 573 834 Registertons( 1901: 4 285 301 Registertons) struktion die Erledigung des Zolltarifs verhindere. Der Minister bemerkt zunehmen, einer Religionsgemeinschaft beizutreten, Religions- den Kanal benutzt und, nach Abzug des Elblotsgeldes, an Gebühren schließlich, daß die fieberhafte Aufregung, die mit allen möglichen unterricht zu nehmen oder solchen zu erteilen. Es soll ferner 2 217 482.( 1901: 2 113 526 20.) entrichtet. Mitteln genährt werde, dem Drganismus der Nation unheilbaren niemand zur Unterhaltung religiöser Gesellschaften und EinDer Berliner Spar- und Bauverein( E. G. m. b. H.) hielt am Schaden zufüge. richtungen herangezogen werden können. Ein weiterer Artikel bestimmt: Niemand kann gezwungen werden, weder positiv noch Sonntag, den 26. April, seine 11. ordentliche Generalversammlung Ausstand der städtischen Arbeiter in Triest. Die ab, die von fast 500 Genossen besucht war. Der Geschäftsbericht negativ seiner religiösen Meinmg Ausdruck zu geben. Triest, 29. April.( B. H.) Die Arbeiter der hiesigen städtischen Scheidung von Staat und Kirche soll durch folgende Bestimmungen giebt einen Ueberblick über die Verhandlungen, die der Berein in Wafferleitung sind heute in den Ausstand getreten, weil ihnen die herbeigeführt werden: Die Republik unterſtügt, bezahlt, dem bekannten Konflikt mit der Gemeinde Tempelhof betreffs Befubventioniert in Zukunft teinen Kultus, privilegiert keinen derselben, bauung seines dortigen Grundstücks gepflogen hat. Es geht daraus Sonn- und Feiertage von der Direktion nicht als Arbeitstage anDer Bevölkerung wurde mitgeteilt, daß bormischt sich in feinerlei Gewissensfragen und stellt der Kirche und hervor, daß nunmehr eine günstige Entscheidung in dieser Angeihren Dienern zur Ausübung ihres Kultus bez. zur Wohnung miets- legenheit in naher Aussicht steht. Weit nicht geringerer Befriedigung läufig teine Wassermangel- Gefahr vorliege, da die Reservoirs ge füllt seien. freie Räume nicht mehr zur Verfügung. Ferner wird bestimmt, daß wurde von der Versammlung die Mitteilung des Vorstandes aufdie Kirchen und sonstigen kirchlichen Gebäude den Kommunen ge- genommen, daß der Verein aus der König Friedrich- Stiftung der hören und verbleiben. Jedoch ist es den Religionsgesellschaften über- Stadt Berlin ein Darlehen in Höhe von einer halben Million Mark lassen, den Nachweis zu führen, daß diese Gebäude lediglich aus den erwarten könne. Dem Berein gehören über 2500 Genossen an, Mitteln der Kirche bez. burch freiwillige Gaben ohne Subvention barunter 1809 Arbeiter. In den sechs Häusern der Genossenschaft des Staates oder der Kommunen entstanden sind und darum der wohnen 1389 Personen. Die sechs Grundstücke habeu einen Buchbetr. Religionsgesellschaft gehören. Weitere Bestimmungen regeln wert von 2 096 455 M.; an Mieten gingen darauf ein rund 115 700 M.; nach Abzug der Verwaltungskosten blieb ein Reinertrag Kanada erklärt, um Zweifel über das Inkrafttreten der neuen BeLondon, 29. April.( W. T. B.) Der hiesige Oberkommissar flir die Verhältnisse auf den Friedhöfen, das Begräbniswesen usw. von fast 90 000 M. Das Geschäftsguthaben Conto belief sich auf stimmungen des kanadischen Zolltarifs betreffend Marseille, 29. April. Die Kundgebungen vor dem Kapuzinerkloster rund 172 000 M., das Spareinlagen- Conto auf über 388 000 2. Waren zu beseitigen: In Kanada dürfen bis 30. Juni ohne jegten sich gestern abend fort. Etwa 10 000 Personen hatten vor Diese legte giffer bedeutet gegenüber der vorjährigen eine Zunahme dem Kloster Aufstellung genommen; es wurden abwechselnd Rufe von über 114 000 W. Die Generalversammlung beschloß wie bis- Buschlagsteuer Waren eingeführt werden, welche in Deutschland von gegen die Kongregationen und Hochrufe auf die Republit aus- her eine 3prozentige Dividende zu verteilen. Die Haftſumme fanadischen Importeuren thatsächlich bis einschließlich 16. April gegebracht. 500 Gendarmen find mit der Aufrechterhaltung der Ordnung fämtlicher Mitglieder betrug am Ende des Jahres 1902 784 500 W., fauft wurden, so daß die Bestellung an diesem Tage in den Händen beauftragt. Die Lage wird bedenklich, da die Arbeiter anfcheinend was eine Steigerung von 12 600 m. gegenüber dem Vorjahr be- der deutschen Exporteure war. M. einen Angriff auf das Kloster planen. Während der Nacht wurde deutet. Ein Antrag auf Aenderung wichtiger Punkte des Statuts das Kloster von Freunden der Mönche verproviantiert man schaffte wurde seitens der Genossen abgelehnt, so daß das bisherige Statut Lebensmittel und Bettzeug in das Kloster, da zahlreiche Anhänger in Kraft bleibt. der Mönche die Nacht dort zubrachten. Die Auslieferung Narbenkötters. London, 39. April.( W. T. B.) Der Richter des Bow- StreetPolizeigerichts hat heute die Auslieferung des aus Berlin gegeflüchteten Kurpfuschers Nardentötter verfügt. London, 29. April.( W. T. B.) Eine Depesche des Reuterschen Bureaus aus Yokohama meldet, Rußland habe amtlich die Zuridziehung seiner Truppen aus der Provinz Schinting angekündigt. Das japanesische Ministerium des Aenßern veröffentlicht Aktiengesellschaft für Glasindustrie vorm. Friedrich Siemens in auch ein Telegramm, welches besage, das Rußland die Proving Saint Laurent du Port( Dep. Jfère), 29. April. Die Ans- Dresden. Nach dem Rechenschaftsbericht betrug der Gesamts vollständig geräumt hat, ohne indes Einzelheiten anzugeben. weisung der Mönche aus dem Kloster der Grande Chartreuse ist umsatz im vergangenen Geschäftsjahr nach Abzug der Frachten und London, 29. April.( W. T. B.) Das Unterhaus nahm die heute früh durchgeführt worden. Die Mönche befanden sich in der Bölle 11 378 000 M.( im voraufgegangenen Jahr 11 302 000 207.), zweite Lesung der Vorlage betreffend das Unterrichtswesen Kapelle und, um zu ihnen zu gelangen, mußten sechs Thüren der Bruttogewinn mit Gewinnvortrag und Agio auf fremde Baluten in London mit 300 gegen 163 Stimmen an. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsblatt Nr. 100. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 299. Sigung. Mittwoch, den 29. April 1903, vormittags 11 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky, Frhr. von Thielmann. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation Limburg- Stirum( L.) und v. Normann( t.):" Ist der Herr Reichstanzler bereit, Auskunft zu geben, wann die bestehenden Handelsverträge seitens des Deutschen Reiches gekündigt werden sollen?" Zur Geschäftsordnung erhält das Wort dagegen haben. Tommt. Abg. Lenzmann( frs. Bp.): Donnerstag, 30. April 1903. 20 Minuten nachmittags. Am Bundesratstisch: Graf Posadowsky. Präsident Graf Ballestrem: Ich eröffne die dreihundertste Sigung. Leistungen um höchstens 1 bis höchstens 2 Millionen erhöht werden 300. Sigung. Mittwoch, den 29. April 1908, 2 Uhr fönnen. Sie haben jede, auch die kleinste Ausdehmung der Selbstbertvaltung abgelehnt, dagegen sind Sie stets bereit gewesen, Berschlechterungen der allerschlimmsten Art, die die Krankenversiche rimg fohädigen müssen, in das Gesez aufzunehmen. Wenn als Ziel dieser Politik der seiner Zeit von Herrn Hoffmann in seinen Artikeln angedeutete Zwed erreicht wird, daß in den Krankenkassen ein foll, fo werden die Verwaltungskosten weit höher werden als jetzt; Beamter als Vorsitzender und ein Beamter als Kassenführer sitzen sie werden zu der Höhe der Verwaltungskosten bei der Unfallversicherung steigen. Sie( zum Centrum) haben durch Ihre früheren Beschlüsse bereits dafür gesorgt, daß die Versicherten die Gelder für diefe Militäranwärter, die dann im Vorstand ſizen, aufbringen müssen.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten. Unruhe im Centrum.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Auf der Tagesordnung steht zunächst die folgende Interpellation der Abgg. Graf Limburg- Stirum( f.) und Gen.: Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft zu geben, wann die bestehenden Handelsverträge seitens des Deutschen Reiches gekündigt werden sollen?" " = Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt auf die Frage des Präsidenten, ob und wann der Reichskanzler bereit sei, die Interpellation zu beantworten: Ganz abgesehen von den staatsrechtlichen Abg. Trimborn( C.): Ich möchte auf meine geftrige Anregung Bedenken, die in dieser Tagung des hohen Hauses wiederholt einzurückkommen und beantrage, zunächst die Krankenkassen- Novelle gehend erörtert worden sind, kann der Reichsfanzler zur Zeit aus iveiter zu beraten und erst dann zur Interpellation überzugehen. Der Zwed diefer Bestimmung ist lediglich der, eine geordnete bringenden sachlichen Gründen, die besonders die landwirtschaftlichen Ich habe mich inzwischen überzeugt, daß feitens der Vertretung des Kaffenführung zu sichern. Die serantenfassen sind öffentliche Ein- Interessen nahe berühren, keine Auskunft darüber geben, wann die Reichskanzlers dem kein Hindernis entgegensteht. richtungen, und selbst die Herren von der Socialdemokratie werden bestehenden Handelsverträge durch neue ersetzt oder gekündigt werden. nur für den Fall anschließen, daß auch die Interpellanten nichts taun, Vorstandsmitglieder wegen grober Pflichtverletzung von ablehnen. Präsident Graf Balleſtrem: Ich könnte mich diesem Antrage zugeben, daß die Möglichkeit und Notwendigkeit vorhanden sein Der Reichskanzler muß deshalb die Beantwortung der Interpellation Nach dieser Erklärung verläßt Graf Posadowsky mit seinen ihrem Posten zu entfernen. Der Unterschied in der Auffassung ist Abg. v. Normann( f.): Da wir wissen, daß der Wunsch des nur der: Was wird man unter grober Pflichtverletzung ver- Kommissaren den Saal. Abg. Trimborn sich mit dem der großen Mehrheit des Hauses deckt, stehen? Es sind doch zahlreiche Fälle vorgekommen und werden Auf Antrag des Abg. v. Normann( f.), für den die Rechte fo find wir bereit, seinem Antrage nicht zu widersprechen, aber unter noch vorkommen, wo wegen grober Pflichtverletzung sofort ein und das Centrum stimmt, erfolgt Besprechung der Interpellation. der Voraussetzung, daß die Interpellation zwischen der zweiten Mitglied entfernt werden muß. Ich glaube aber, daß da ein zweiAbg. Graf Limburg- Stirum( f.): und dritten Beratung der Krankenkassen- Novelle an die Reihe faches Beschwerdeverfahren gegen solche Maßnahmen möglich ist, Man hat unfre landwirtschaftlichen Interessen bisher schwer da von denen eine Justanz kollegialisch zu entscheiden hat, wo öffentlich durch geschädigt, daß man Politik und Handelspolitik nicht vonAbg. Dr. Barth( frf. Vg.): Dann könnte es ja wieder so entschieden wird, wo das Für und Wider vollkommen erörtert wird, einander zu trennen verstand.( Sehr richtig! rechts.) Nach den Verkommen wie heute.( Unruhe rechts.) Je früher wir mit der Inter- ivo der Beteiligte seine Gründe anführen kann, wo Zeugen verpellation fertig werden, um so mehr Zeit wird sein für die aus- nommen werden können, damit die beste Gewähr dafür geboten ist, sprechungen der Regierung mußten wir erwarten, daß die bestehenden giebige Verhandlung über die Krankenkassen- Novelle. Wenn aber daß diese Bestimmung nicht zu den befürchteten Zwecken verwendet richtig! rechts.) Es muß einen außerordentlich üblen Eindruck Die Interpellanten selbst teinen Wert darauf legen, daß die Inter- wird, die das Gesetz das wiederhole ich nicht beabsichtigt. Ich pellation heute bran kommen soll, will ich natürlich nicht wider fann im Jntereffe der Sache nur dringend raten, diese Bestimmung Zeitpunkt der Sündigung der Verträge Auskunft zu geben. Wir vor dem Lande machen, wenn der Reichskanzler es ablehnt, über den sprechen. nicht zu streichen. Mit dem Antrage Lenzmann könnte sich die brauchen es uns nicht gefallen zu lassen, daß uns andre Staaten Präsident Graf Ballestrem: Ich halte es für selbstverständlich, Regierung einverstanden erklären. daß die Interpellation zwischen der zweiten und dritten Lesung des schlecht behandeln. Das gilt besonders von Amerika, dessen BrüsAbg. Trimborn( C.): Krankenkassen- Gesetzes kommt. Wenigstens ich werde es so vorfierungen wir mit Romplimenten erwidern.( Sehr richtig! rechts.) schlagen. Ein Widerspruch gegen den Vorschlag des Abg. Trimborn irgend ein Ausnahmegeses, insbesondere gegen die Socialdemokratie ziehungen aufrecht zu erhalten, aber freundschaftliche Beziehungen Wir können in keiner Weise anerkennen, daß es fich hier um Man spricht immer von der Notwendigkeit, die freundschaftlichen Beerhebt sich nicht. Das Haus tritt demnach zunächst in die Fortsetzung der zweiten handelt.( Widerspruch des Abg. Röside- Dessau.) Jawohl, Herr können da nicht in Betracht kommen, wo es sich um die wichtigsten Lesung der Novelle zum Krankenkassen- Gesetz ein. Die Beratung Röfice, nach ruhiger objektiver Erwägung sind wir dieser Ansicht. wirtschaftlichen Interessen des Landes handelt. Seit dem Jnkraftüber 42( Befugnisse der Aufsichtsbehörden wegen der Einem solchen Ausnahmegefez gegen irgend eine Partei würden treten der Caprivischen Handelsverträge ist ein wirtschaftliches Glend Amtsenthebung von Kassenvorstandsmitgliedern) und die dazu wir auch niemals unsre Zustimmung geben.( Lachen bei den über das Deutsche Reich gekommen, darüber sind sich alle Parteien vorliegenden Anträge wird weitergeführt. Socialdemokraten.) Es handelt sich hier darum, gemeines Recht für des Hauses einig.( Widerspruch links. Abg. Rösickes Dessau: alle zu schaffen.( Abg. Stadthagen: Sehr gemeines Recht! Heiterkeit.) Nanu? alle Parteien? Heiterkeit.) Wir dürfen nicht darauf warten, Wir sind principiell der Ansicht, daß, wer öffentliche Gelder ver- bis die andern Länder die Handelsverträge fündigen. Am besten Herr v. Savigny behauptete gestern, Herr Stadthagen habe sich waltet, es sich gefallen laffen muß, bei grober Pflichtverletzung dienen wir dem Frieden, wenn wir uns zum Kriege rüsten.( Während großer Uebertreibungen schuldig gemacht. Das braucht Herr eventuell je nach Lage des Falles auch durch die Behörde von seinem dieser Rede wird dem Präsidenten Grafen Ballestrem ein v. Savigny von mir nicht zu befürchten, aber auch ich muß mich Bosten entfernt zu werden. Dazu kommt, daß es sich hier lediglich Blumenstrauß zur Feier der 300. Sigung nachträglich überreicht.) gegen die Verschlechterungen, die die Komniiffion in diesem Para- um Arbeitergroschen handelt. Wir dürfen aber gerade im Interesse Ich kann es nicht für richtig anerkennen und nicht verstehen, daß die graphen in das Gesez gebracht hat, entschieden sträuben. Wir der Arbeiter hier am allerwenigsten von diesem Princip abgehen. Regierung die Beantwortung dieser Interpellation abgelehnt hat. müssen alle Geseze verhüten, bei denen ein politischer Mißbrauch( Buruf des Abg. Herzfeld: Die Arbeiter wollen es gar nicht!( Lebhafte Zustimmung rechts.) Das Land wird daraus schließen, auch nur möglich ist. Es liegt auf der flachen Hand, Nuf im Centrum: Nicht die Arbeiter, sondern die Socialdemokraten!) daß die Regierung dem Auslande gegenüber nicht die nötige daß in diesem Paragraphen ein flagranter Eingriff in die Im Rücksicht darauf, daß allerdings der Begriff der groben Pflicht Energie anwendet.( Lebhafter Beifall rechts. Große Unruhe links.) Selbstverwaltung der Krantentassen enthalten ist.( Sehr richtig! links.) verlegung" etwas Dehnbares ist, begrüßen wir den Antrag Lenz- Abg. Dr. Barth( frs. Vg. mit lauten Aharufen rechts Geheimrat Hoffmann hat durch eine Reihe von Fällen zu beweisen mann, wonach die Amtsentsetzung nicht obligatorisch, sondern empfangen): Wir können den Interpellanten nur sehr dankbar sein, daß gesucht, daß man der Generalversammlung nicht die Regelung der fakultativ ist. fie noch die legte Gelegenheit in diesem Reichstage benugt haben, Verwaltungsgeschäfte überlassen darf. Es ist aber schon darauf hinHerr Lenzmann hat gemeint, der Begriff der Vermögens- um sich vor dem Lande recht gründlich zu kompromittieren.( Sehr gewiesen, daß diese Fälle eine verfluchte Aehnlichkeit mit den seiner beschränkung könnte dahin interpretiert werden, daß es auch als gut! links.) Es ist ihnen das auch in einer ganz überraschenden Zeit in der Denkschrift zur Zuchthausvorlage angeführten Fällen solche gift, wenn nur ein einzelnes Bermögensobjekt z. B. gepfändet Weise gelungen. Sie haben offenbar der Regierung mit der Interhaben. Es handelt sich um gewiß bedauerliche Mißgriffe, die aber worden ist. Ich muß ausdrücklich feststellen, daß es in der pellation feine Gefälligkeit erweisen wollen; dieselbe Partei, die sich nicht im geringsten einen derartigen Eingriff in die Selbstverwaltung Kommiffion niemand eingefallen ist, die betreffende Bestimmung in vor den Wählern immer als die eigentliche Stüße der Regierung begründen können. Ich mache kein Hehl daraus, daß mir die diesem Sinne zu interpretieren. Hier soll nur die Rede sein von und des Reiches bezeichnet, bringt hier eine Situation die Stegierungsvorlage immerhin noch besser gefallen hat als die auf Beschränkungen des gesamten Vermögens, wobei nur die beiden zulvege, ca der Regierung unmöglich macht, überAntrag des Abg. Dr. Spahn in der Kommission formulierte Fassung. Fälle des Konkurses oder der Vormundschaft in Betracht kommen. haupt noch eine Antwort zu erteilen.( Sehr richtig! links.) Die Bestimmung, daß seines Amtes entsetzt wird, wer der bürgerHerr Molkenbuhr hat von einer principiellen Wandlung in den Daraus geht wohl zur Genüge hervor, daß die Agrarier und leberlichen Ehrenrechte für verlustig erklärt worden ist, ist noch am Anschauungen des Centrums gesprochen. Man könnte viel eher von agrarier feineswegs besondere Stüßen der auswärtigen Politik der tvenigsten bedenklich, weil damit immer eine mindestens Bmonatliche einer Wandlung in den Anschauungen der Socialdemokraten sprechen. Regierung sind, sondern im Gegenteil bei den HandelsvertragsGefängnisstrafe verbunden ist. Um so bedenklicher sind die übrigen als es sich um die Beamten der Berufsgenossenschaften handelte, verhandlungen die denkbar größten Schwierigkeiten machen wollen. Bestimmungen des Kommissionsantrages. Es ist vorgekommen, daß haben Sie( zu den Socialdemokraten) darauf gedrungen, daß solche( Lebhafte Zustimmung links.) Da es sich hier um so ausgezeichnete Gerichte auf Gefängnis statt auf Festung erkannt haben, nur um den Ver- Vorschriften für die Anstellung dieser Beamten erlassen würden, die Patrioten handelt alle die Herren auf der Rechten find ja berufsurteilten die Ausübung derartiger Vertrauensämter unmöglich zu machen. das Reichs- Versicherungsamt zu bestätigen habe. Was Sie bei mäßige Patrioten( Heiterkeit und Beifall links; Unruhe rechts)- so Bei dem Antrage v. Savigny auf Schaffung einer Dienstordnung diesen Selbstverwaltungsorganen( Abg. Stadthagen: Das sind sie muß hier einmal drastisch konstatiert werden, was das für Freunde der für die Kassenbeamten hat sich der Antragsteller gestützt auf eine nicht!) wollten, müssen Sie auch hier wollen! Ob es sich um Regierung sind. Der Reichskanzler kann sich für diese Freunde bedanken. Petition des Verbandes der Kassenbeamten. Jegt hat das Organ Selbstverwaltungsorgane der Unternehmer oder der Arbeiter handelt, Graf Limburg meinte, das ganze. Land erwarte die Kündigung der dieses Verbandes, die„ Volkswirtschaftliche Zeitschrift für praktische muß gleich sein. Was dem einen recht ist, ist dem andern billig! Arbeiterversicherung", ausdrücklich erklärt, daß die Interpretation, die( Beifall im Centrum.) Herr v. Savigny dieser Betitition gegeben hat, vollständig falsch ist. Herr v. Savigny darf sich also auf diese Betition nicht mehr berufen. Der Kommissionsbeschluß darf unter feinen Umständen mit der Maßgabe Annahme finden, daß der Betreffende seines Amtes enthoben werden muß. Ich beantrage daher in Abfaz 4 und 5 statt„ so ist zu entheben" zu sagen:„ so kann der Betreffende usw. feines Amtes enthoben werden." mur = Abg. Molkenbuhr( Soc.): Abg. Frhr. v. Richthofen( l.): Der Antrag Lenzmann ist geeignet, einen Teil der Bedenken, die ich gestern gegen den Paragraphen äußerte, zu beseitigen, ich werde deshalb für den Antrag stimmen. Abg. Bedh- Koburg: Ich kann einen wirklichen Eingriff in die Selbstverwaltung der Kaffen in dem§ 42 nicht erblicken, es handelt sich im wesentlichen um Kontrollbestimmungen, die berechtigt sind, da Malversationen vorgekommen find. Im übrigen nimmt Redner den Nürnberger Magistrat gegen die Angriffe des Abg. Stadthagen in Schny. Abg. Röfice- Dessau( frf. Vg.) erkennen die Handelsverträge. Was versteht der Herr Graf unter dem„ ganzen Land"?( Zuruf links: Sich selbst! Heiterkeit.) Wenn er nur dasjenige Land meint, wo die Agrarier noch den maßgebenden Ginfluß haben, so mag er recht haben. Aber das Deutsche Reich besteht doch nicht nur aus Junkern. Das deutsche Volk würde eine Reichsregierung, die eine so frivole Mißachtung der wesentlichsten fie gäbe, wie Interessen des Reiches zu kündigung der Handelsverträge bedeuten würde, gar nicht begreifen. Die Kündigung der Handelsverträge ohne Aussicht auf neue müßte zu den schlimmsten handelspolitischen Neibereien führen, wir würden Zollfriege mit Rußland, Destreich und Italien bekommen, die die Man hat diesen Paragraphen so gestaltet, weil man ihn politisch ganze deutsche Volkswirtschaft ins Ingetvisse stellen müßten. Welcher gegen die Socialdemokratie ausnutzen will, das ist zweifellos. will mit Rücksicht auf die vorgerüdte Zeit( Große Heiterfeit), ich meine, geradezu unerhörte Leichtsinn würde zu einer solchen Bollpolitik geThatsache ist ja, daß eine große Anzahl von Socialdemokraten die vorgerüdie Zeit der Seffion, fich nur auf die kurze Bemertung hören!( Sehr richtig! links.) Dieje Zumutung, Zollfriege vom in der Verwaltung von Krankenkassen sigen, aber ebensowenig läßt beschränken, daß seine Bedenken gegen den§ 42 nicht widerlegt worden Baume zu brechen, ist geradezu beleidigend für die Regierung! fich leugnen, daß die bisherige Verwaltung durchaus im Interesse feien. Der Antrag Lenzmann bringt eine gewisse Wilderung, aber dieje( Sehr richtig! links.) Schon der gegenwärtige Bollfrieg mit Sanada, der Kassen gearbeitet hat. Sie ist von allen Verwaltungen der Milderung reicht nicht aus. Der§ 42 stellt einen starken Eingriff in der von der kanadischen Regierung ganz im Stile des Grafen Versicherungs Gesetzgebung die billigste, ohne daß neunensiverte die Selbstverwaltung dar. Besonders bedenklich ist die auf Betreiben Limburg provoziert worden ist, schädigt uns empfindlich. Solche 1nregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Bei den ganzen 20 000& affen des Abg. v. Savigny aufgenommene Beftimmung über die Dienst- und Verhältnisse wollen die Juterpellanten zur allgemeinen Regel machen! Iounte Herr Geheimrat Hoffmann trotz eifrigster Nachforschung Anstellungsverhältnisse der Kassenbeamten. Wenn nicht Nebenabsichten Mit dieser Interpellation haben die Agrarier ihr Herz enthüllt, und desganze 14 Fälle bon Unregelmäßigkeiten aufiveisen, mit diesem Antrag verfolgt werden, so wird diese Bestimmung doch jeden halb war es fehr erwünscht, daß die Interpellation auch zur Besprechung und darunter waren Fälle, die man nicht einmal als falls überflüffige Scherereien für die Aufsichtsbehörden mit sich bringen. gelangte. Wenn ein Zollfrieg ausbrechen sollte, den Sie( nach rechts) herbeiUnregelmäßigkeiten bezeichnen fann. So ist die Gewährung Jch stelle fest, daß aus dem Hause, von Herrn v. Savigny abgesehen, nie- lehnen( Widerspruch rechts) Graf Limburg hat ja ausdrücklich einter etwas verlängerten Ausgehezeit durch den Vorstand gar nichts mand für diese Bestimmung eingetreten ist. Auch die Regierung hat ge- hervorgehoben, daß es eine politische Feigheit sei, wenn das Deutsche besonders Seltenes, als Unregelmäßigkeit wurde diese Erlaubnis erst schwiegen, vermutlich aus Hochachtung vor dem Centrum, das, wie Reich sich vor einem Zollkrieg fürchte ein solcher Zollkrieg würde hingestellt, als es sich dabei um streitende Tabalarbeiter handelte. Graf Ballestrem jüngst gefagt hat, die Achse ist, um die sich alles eine schwere Schädigung der Industrie, des Handels, aber auch der In 20 Jahren hat man hier etwa 40-50 Fälle von Unter- dreht.( Heiterfeit.) Bir haben diese Hochschätzung vor dem Landwirtschaft bedeuten.( Lachen rechts.) Darüber, daß die gegenschlagungen feststellen können. Allein im Jahre 1900 aber Centrum nicht und hoffen, daß es uns wenigstens in der dritten wärtigen Handelsverträge unsrer gesamten Volkswirtschaft großen find 910 Unterschlagungen von Beamten fonstatiert worden. Lesung gelingen wird, diese Bestimmung zu beseitigen.( Bravo! Nußen gebracht haben, ist ja überhaupt nur eine Stimme ( Sört! hört! links.) Es ist auch nicht ( Widerspruch rechts.) der Es ist auch nicht im geringsten be- lints.) die noch in denjenigen, wiesen worden, daß die wenigen Unterschlagungen von Personen Abg. v. Savigny( C.) verzichtet aufs Wort. Lage find, sich ein unbefangenes Urteil über die Dinge berübt worden sind, die auf Grund des§ 42 von dem Amt eines Abg. Schwarze Lippstadt( C.) wird als Redner aufgerufen, ist zu bewahren. Für die Herren vom Bunde der Landwirte freilich ist Kassenbeamten vorher hätten entfernt werden können. Auch bei den aber nicht anwesend. es ja seit einer Reihe von Jahren ich möchte fast sagen zum Berufsgenossenschaften, deren Zahl etwas über 60 beträgt, find politischen Geschäft geworden, die Handelsverträge als schädlich hinzahlreiche Unterschlagungen vorgekommen. Mit der Bestimmung zustellen. Sie( nach rechts) beklagen sich ja stets über den Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft. Es muß aber auch Ihnen von der groben Pflichtverlegung" kann man die politisch mißliebigen der Kassenvorstandsmitglieder jederzeit aus ihrem Amte entfernen. Zunächst werden die Anträge der Socialdemokraten und des bekannt sein, daß noch niemals die Auswanderung so toloffal zurückDie Centrumsmitglieder haben in der Kommission die Bestim Abg. Röside auf Beseitigung der groben Pflichtberlegung" als gegangen ist wie in der Zeit der Handelsverträge, und die Ausmungen der Regierungsvorlage noch verschärft. Heute stellt das Grund zur Amtsenthebung gegen die Stimmen der Linten a bwanderer rekrutieren sich zum größten Teil aus den östlichen BeCentrum Anträge, wie wir sie vor 10 Jahren von Herrn v. Stumm gelehnt.( Abg. Bech- Koburg( frj. Vp.) stimmt mit der Mehr- zirken. Graf Caprivi hat mit Recht gesagt: entweder müssen wir gewohnt waren!( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Heit.) Auch die weiteren Anträge der Socialdemokraten zu diesem Waren oder Menschen exportieren. Wenn es nach Ihnen ginge, Die Forderung des in der Stommiffion angenommenen Antrages Paragraphen werden gegen die Stimmen der Socialdemokraten müßten toir Menschen in Unmassen exportieren.( Sehr richtig! links.) v. Savigny, daß die Kassen eine Dienstordnung über die Rechts- abgelehnt. Einstimmig angenommen wird der Antrag Wir wollen aber Waren exportieren. V Damit schließt die Diskussion. Die Gesamtabstimmung über den§ 42 foll auf Antrag Socialdemokraten namentlich sein. unter und Anstellungsverhältnisse der Kassenbeamten zu beschließen und Lenzmann, der die Amtsenthebung fakultativ macht. Gleich- Was würden denn die Interpellanten erreichen, wenn wirklich der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorzulegen haben, tann leicht falls angenommen wird ein Antrag Savigny, wonach die die Verträge gekündigt würden? Glauben Sie etwa, daß die Nedazu führen, daß die Aufsichtsbehörde nur solche Dienstordnungen Dienstordnung der Genehmigung nicht der Aufsichtsbehörde, sondern gierung den Zolltarif in Kraft segen könnte, den Sie furz vor genehmigt, nach denen nur civilversorgungsberechtigte Personen in der höheren Berwaltungsbehörde unterliegt. Weihnachten durchgepeitscht haben? Das war ja gerade Ihr Fehler, den Vorständen der Krankenkassen angestellt werden dürfen. Wir In der nunmehr folgenden namentlichen Abstimmung stimmen daß Sie einen Bolltarif beschlossen haben, der fo absurd ist, daß hatten es für unmöglich gehalten, die Verschlechterungen der Ne- für den§ 42 95 Abgeordnete, dagegen 51, einer enthält sich der ihn die Regierung gar nicht in Straft feßen fann.( Sehr wahr! links.) gierungsvorlage noch weiter zu verschlechtern. Das Centrum aber Stimme. Gerade die Uebertreibungen des Tarifs, seine Absurdität hat dieses Kunststück wirklich fertig gebracht.( Sehr richtig! bei den Das Haus ist somit beschlußunfähig. schützt uns glücklicherweise vor seinem Jukrafttreten, das ist das beste Socialdemokraten. Große Unruhe im Centrum.) Präs. Graf Ballestrem beraumt die nächste Sigung an auf nach an ihm.( Heiterkeit.) Die Herren vom Bundesrat, die wir ja als durchaus Sie( zum Centrum) haben bisher alle von uns vorgeschlagenen mittags 2 Uhr mit folgender Tagesordnung: 1. Interpellation des vernünftige Menschen kennen( Heiterkeit), werden diesen Tarif ficher Verbesserungen abgelehnt, trotzdem diese bei den erhöhten Beiträgen Abg. Graf Limburg Stirum über die Kündigung der nicht in Kraft feßen. Es würde also an Stelle der jezigen Verträge sehr wohl hätten ausgeführt werden können. Sie haben zugestimmt, Sandelsverträge. 2. Rest der Strankenkassen- Novelle. der alte Generalzolltarif treten, mit dem Ihnen( nach rechts) aber wenig gedient wäre. Weil er Ihnen zu schwächlich erschien, darum haben sie ja gerade den Droh- Tarif beschlossen. Was diesen Drohdaß z. B. die Beiträge für die Gemeindeversicherung um fechs Schluß 1% Uhr. Millionen erhöht werden, während nach Ihren Beschlüssen die 發 " Bolltarif betrifft, so halte ich es eines großen Reiches nicht für I politik auf ihre Rechnung fomumen sollen, ist auch unfre Drei Wochen Gefängnis bestätigt erhielt Genosse Günther würdig, eine Handelspolitik zu treiben und anzukündigen, die Meinung, es fragt sich nur, ob Deutschland bei vont Volfsblatt für Anhalt" in Dessau. Er sollte den Koms auf die Methode des Handelns herauskommt, wie sie früher in den den jezigen Verträgen auch wirklich auf feine Rech missionsrat Grau I beleidigt haben, wofür das Schöffengericht auf jetzt abgerissenen Mühlen üblich war. Man darf nicht nur das eigne mung gekommen ist und ob nicht vielmehr den Vorteil obige Strafe erfannte. Günther legte Berufung ein, aber die Interesse im Auge haben, sondern muß auch das wohlverstandene davon die andern Vertragsländer und noch viel mehr die Straffammer bestätigte das Urteil, da es hohe Zeit" sei, den AnInteresse desjenigen, mit dem man Geschäfte macht, berücksichtigen. jenigen Länder gehabt haben, die überhaupt keine Verträge ab geflagten, der sich nicht zu bessern" scheine, mit einer empfindlichen ( Lachen rechts.) Ihr Lachen ist sehr bezeichnend: Sie kennen über- geschlossen haben.( Sehr richtig! rechts.) Soweit ich unterrichtet Strafe zu bedenken. haupt nur einen Handel, bei dem man den andern übers Ohr haut. bin, liegt es überhaupt nicht in der Absicht der Regierung, die ( Sehr wahr! links, Unruhe rechts.) Das beste, was man den laufenden Verträge zu fündigen, sondern sie will versuchen, noch in Montag vor dem Schöffengericht in Meißen: der Genosse Riem - Zwei Redakteure des Sächsischen Volksfreund" standen am Caprivischen Handelsverträgen nachsagen kann, ist, daß sie nicht auf diesem Jahre Verträge zu stande zu bringen, die dann am 1. Januar und der Genosse Nitzsche. Die Verhandlung gegen den Genossen einem solch niedrigen moralischen Niveau stehen, auf das Sie 1904 in Straft treten sollen. Jedes weitere Jahr des Bestehens Riem konnte nicht zu Ende geführt werden, da derselbe den Vor( nach rechts) unfre ganze Handelspolitik bringen wollen. der jetzigen Tarife kostet der deutschen Landwirtschaft ungezählte figenden, Hilfsrichter Rofte, als befangen ablehnte, weil derselbe ( Sehr richtig! links.) Kein Handelsvertrag fann auf die Millionen. Es wäre deshalb sehr wünschenswert gewesen, wenn wir ihn in einem früheren Urteil als gewohnheitsmäßigen Ehr Dauer bestehen, wenn der eme nur den andren über vor Schluß des Reichstages von der Regierung eine Auskunft über abschneider" bezeichnet hatte. tölpelt, es muß vielmehr jede der Parteien begreifen, daß sie ihre Absichten erhalten hätten.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Genosse Nitzsche, gegen dessen ein Interesse an den Verträgen hat. Das Deutsche Reich sollte sich Nach einer Auseinandersetzung zwischen den Abgeordneten Barth, Geldstrafe event. 50 Tagen Haft verdonnert, weil er einem Fabrikanten Verurteilung ein solches Hindernis nicht vorlag, wurde zu 500 M. dafür bedanken eine armselige elende Krämerpolitik zu treiben. Herold und Gothein über politische und private Moral schließt vorgeworfen hatte, er verschlechtere durch Lohnabzüge die Lage seiner ( Lebhaftes Bravo! links, starkes Zischen rechts, ernentes Bravo! die Besprechung, und das Haus vertagt sich. links und wiederholtes Zischen rechts. Ruf rechts:„ Pfui!") Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr( Weiterberatung der Rechtsanwalts, daß eine angesehene Firma in Meißen ihrem RechtsSehr interessant war die Bemerkung des Klägerischen Krankenkassen NoveIIe). anwalt gleich Blanko- Vollmacht zur Klage- Erhebung gegen den bösen Schluß 5 Uhr. " Boltsfreund" gegeben habe, sobald etwas gegen sie darin stehe. Abg. Herold( C.): " Partei- Nachrichten. Arbeiter. Sociales. Zur Frage der grundsäßlichen Ausdehnung der UnfallversicherungsIch will nur kurz den Standpunkt meiner Freunde darlegen und deswegen auch nicht näher auf die Rede des Vorredners eingehen. Aber eine Bemerkung kann ich mir nicht versagen: Herr Dr. Barth ist überaus vielseitig. Vor Weihnachten ging er Hand in Hand mit der Socialdemokratie, jest geht er wieder mit der Regierung.( HeiterEine Wahlkreis- Konferenz für den 13. hannoverschen Wahlfreis keit rechts und im Centrum.) Auch was die von ihm betonte Moral fand am Sonntag in Lauterberg statt. Die Organisation in pflicht auf die Kleinbetriebe bringt eine neue Entscheidung des Reichswiesen, daß darüber in seiner Partei auch andre Anschauungen wurden 4150 Exemplare verbreitet; von guter Wirkung war auch die das Kataster der Berufsgenossenschaft ergangen. In den regelmäßigen im Handel betrifft, so haben doch die Prozesse der letzten Zeit be- Streise hat erhebliche Fortschritte gemacht. Bom„ Volkskalender" Versicherungsamts wertvolles Material. Diefelbe ist auf Beschwerde einer kleinen Möbeltischlerei gegen ihre Eintragung in herrschen.( Großer Lärm links. Lebhafte Rufe: Pfui! Was für Verteilung der Broschüre„ Die Kaiserreden". Der„ Volkswille" hat Betriebsstätten der Branche werden zwar keine Maschinen mit Prozesse? Was haben Prozesse mit unsrer Partei zu thun?( Glocke an den meisten größeren Orten eine befriedigende Abonnentenzahl elementarer Kraft verwendet, welche die Unfallversicherungspflicht des Präsidenten.) Präsident Graf Ballestrem: Ich bitte um Ruhe. Der Redner statten, von Zeit zu Zeit eine Broschüre an die Mitglieder des Arbeiten vor, die sich ohne solche Maschinen nicht ausführen lassen, erreicht. Beschlossen wurde, sofern es die Kassenverhältnisse ge- der Betriebe begründen würden, jedoch kommen im Gewerbe auch fann nicht weiter sprechen.( Ruf im Centrumn: Maul halten. Er- Wahlvereins zu verteilen. Für die Reichstagswahl läßt sich als insbesondre das Schneiden der Hölzer. neuter Lärm links. Rufe: Wir lassen uns nicht verleumden. Welche sicher nur voraussagen, daß eine Stichwahl zwischen Socialdemokrat fremden Maschinenbetrieben besorgt und die Angestellten des Dies wird daher in Prozesse?) und Nationalliberalen stattfinden wird; doch erscheint es nicht aus Kleinbetriebes legen dabei Hand an. Kleinbetrieb und Großbetrieb Abg. Herold( C.) fortfahrend: Prozesse der letzten Zeit, in die geschlossen, daß wir in dieser Stichwahl den Sieg davontragen. Anhänger Ihrer Partei verwickelt waren und die jeder kennt. beztv. elementarer Maschinenbetrieb arbeiten somit ineinander und ( Großer Lärm links. Rufe: Neue Verleumdungen. Was haben Die Herren Brauereibefizer in Leipzig, welche den Arbeitern sind nicht von einander zu trennen. Jufolge dessen hat das ReichsProzesse mit unsrer Partei zu thun. Runter von der Tribüne. Leb- ihre Säle verbieten und dann darüber jammern, daß dieselben in Versicherungsamt den Kleinbetrieb in seinem ganzen Umhafte Protestrufe rechts.)( Glocke des Präsidenten.) richtiger Auffassung der Sachlage das ihnen vorenthaltene Bier auch fange für versicherungspflichtig erklärt. in andern Wirtschaften nicht trinken mögen, wollen auch die Mai= feier der Arbeiterschaft Leipzigs vereiteln. Ob das Erperiment gelingen und für wen es von Schaden sein wird, dürfte sich bald Präsident Graf Ballestrem: Sie können ja antworten, der Redner muß aber aussprechen dürfen oder wollen Sie hier die Redefreiheit illusorisch machen. Nachdem nur einigermaßen die Ruhe wieder hergestellt, fährt des Hauses denkt.( Beifall im Centrum.) ausweisen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die Entscheidung ist von besonderer Bedeutung für das umfangreiche Gewerbe der kleinen Möbeltischlerei, die dadurch grundsäglich der Unfallversicherung unterstellt wird, hat aber noch darüber hinaus Interesse, weil sie zeigt, daß bei dem Miteinanderarbeiten und Durcheinanderschieben des Groß- und Kleinbetriebes, wie es die vom andern nicht mehr durchführbar ist. Abg. Herold fort: Wir sind der Meinung, daß ein vertrags- Totenliste der Partei. In Kost heim starb plötzlich am HerzLoser Zuſtand möglichst zu vermeiden ist und halten es nicht für schlag der Parteigenosse Karl Zöller. Wenngleich derselbe fein fapitalistische Wirtschaft mit sich bringt, eine Trennung des einen angezeigt, famtliche Handelsverträge auf einmal zu kündigen. Aber im öffentlichen Leben hervortretender Genosse war, so wußten doch die Handelsvertragsverhandlungen müssen möglichst beschleunigt Freunde und Kollegen den unermüdlichen, in der Kleinarbeit thätigen Die Kaffenärzte in Mühlhausen haben jeßt nach Mitteilungen werden, da die jetzigen Verhältnisse Deutschlands zu den Vertrags- Agitator der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterbewegung sehr der dortigen Blätter ihre Praxis für die in Frage kommenden Kaffen ſtaaten nicht günstig reguliert sind, weder für die Landwirtschaft noch wohl zu schätzen. Lange Jahre war er Kassierer des Metallarbeiter überhaupt niedergelegt. Sie wollen Mitglieder derselben nur dann für die Judustrie. Wenn der Vorredner auf die jetzigen Handels- Verbandes. In Ettlingen in Baden begruben die Partei- behandeln, wenn große Gefahr im Verzuge ist. Das erscheint uns verträge ein so großes Loblied gesungen hat, so befindet er sich genoffen ihr ältestes Parteimitglied, den Genossen Franz Kast im allerdings, bei aller Anerkennung der Mäßigung, welche die Aerzte damit übrigens in Widerspruch mit der Regierung, denn diese hat Alter von 76 Jahren. Genosse kast war in den 80er Jahren, wo in einem gewissen Stadium des Streites wahrten, ein recht die Reformbedürftigkeit der jetzigen Verträge ausdrücklich anerkannt. er als Bertrauensmann thätig war, der eigentliche Gründer der bedenklicher Stitt. Um festzustellen, ob wirklich Gefahr Sollten bei den Verhandlungen mit dem Ausland die Anforderungen an Parteibewegung in Ettlingen. Er war auch 1888 in dem bekannten im Verzuge ist oder nicht, muß doch der Arzt zunächst den uns zu hoch gestellt werden, so sind auch wir allerdings für rücksichtslose Elberfelder Prozeß angeklagt. Von 1890-1902 war Kast auch Kranken aufsuchen; denn unmöglich kann er in seinem Urteil Kündigung, denn wir haben ja in dem neuen Zolltarif eine aus Gemeinderat. In Dortmund starb im Alter von 82 Jahren darüber sich auf die doch recht unzuverlässigen Angaben eines Laien gezeichnete Waffe für die Erlangung günstiger Handelsverträge. Sie treue Gattin unsres alten unvergeßlichen Karl Wilhelm stüßen. Soll er hernach, wenn der Fall nach seiner Meinung leicht Wir meinen also, allzu große Aengstlichkeit ist nicht von Nöten. Tölcke. Nur wer die Opfer kennt, welche auch die Frauen unsrer liegt, den Erkrankten wieder seinem Schicksal überlassen? Das wäre Vor allem liegt uns daran, daß die Regierung in Bezug auf die in der Bewegung thätigen, von den Gegnern und Behörden ver- nicht nur ein moralisch nicht zu rechtfertigendes Verhalten, sondern nicht durch Minimalzölle gebundenen wirtschaftlichen Produkte zu folgten Genossen bringen müssen, wird die Verdienste der Toten voll es käme auch in Frage, ob gegen einen Arzt, der so handelt, nicht große Nachgiebigkeit zeigt. Wir haben ja eine entsprechende zu würdigen wissen. der§ 221 des Strafgefeßbuches in Anwendung gebracht werden Resolution gestellt, und wenn dieselbe auch nicht zur Abstimmung fann. Es ist das gute Recht der Kassenärzte, zur Erzwingung befferer gekommen ist, weil es an einem beschlußfähigen Hause fehlte, so Anstellungsbedingungen ihren Vertrag mit den Kassen zu lösen; es weiß doch die Regierung durch die Unterschriften, wie die Mehrheit Die für den Regierungsbezirk Düsseldorf im Jahre 1853 erlassene hinaus erwächst ihnen die Standespflicht, selbst leicht Er-Flugblattverbreitung am Sonntag und Verfrommungsverordnung. ist ihr gutes Recht, den Zuzug andrer Aerzte fernzuhalten. Darüber Abg. Dr. Paasche( natl.): Meine politischen Freunde haben in Polizeiverordnung über die äußere Heilighaltung der Sonn- und frankte nicht hilflos zu lassen, sondern dieselben wenn auch zu ihrer großen Mehrheit gegen die Besprechung der Interpellation Feiertage beſtimmt gleich den überall im Königreich Preußen er den in der Privatpraris üblichen hohen Tagen zu behandeln. Es gestimmt. Der bisherige Verlauf der Debatte hat ihnen recht lassenen Verfrommungsverordnungen, daß öffentlich bemerkbare ist auch taktisch falsch von den Aerzten, die Behandlung der Kaffengegeben. Es ist sehr überflüssig, daß jetzt am Schluß der Session Arbeiten an Sonn- und Feiertagen verboten find. Gegen dies angehörigen völlig abzulehnen; sie schädigen auf diese Weise dic noch die Gegensätze so hart aufeinander plagen. Herr Dr. Barth Verbot sollten sich die Parteigenossen Dirksen und Kolb dadurch unschuldigen Kranken und schonen dabei den Kassenschrank der von hat aber in die Rede des Herrn Grafen Limburg- Stirum mehr vergangen haben, daß sie eines Sonntagsvormittags im September ihnen bekämpften Institute. hineingelegt als darin enthalten war. Graf Limburg ist nicht für 1902 in Kettwig bei Werden socialdemokratische Flugblätter verEin Bevölkerungsrüdgang findet in einer großen Anzahl kleinerer die sofortige Kündigung der Verträge eingetreten, ohne daß vorher breiteten. Sie gingen von Haus zu Haus und gaben die Blätter Landgemeinden in Sachsen statt. Unter den 2564 kleinen Gemeinden nene Verträge abgeschlossen würden.( Rufe links: Doch! nur in den Häusern ab. Sogar dem Gendarm wurde die befinden sich nicht weniger als 1207, deren Bevölkerungsziffer feit doch!) Danu teile ich die Ansicht des Grafen Limburg bgabe eines Flugblattes auf öffentlicher Straße verweigert. 1890 gesunken ist. Der Gesamtrüdgang erstreckt sich auf über nicht. Wir brauchen neue imd bessere Das Amtsgericht Werden und das Landgericht Essen verurteilten die 315 000 Personen. Den Hauptanteil an diesen Gemeinden stellen Handelsverträge Der neue Zolltarif ist geschaffen, um neue günstige Handelsverträge Angeklagten zu Geldstrafen, nachdem sie noch festgestellt hatten, daß die landwirtschaftlichen. zu ermöglichen. Wir haben die Zollsätze erhöht, weil andre Nationen der eine Angeklagte die Blätter in der Rocktasche, jedoch sichtbar, Um die Auswüchse des Submissionswesens zu beseitigen hatte der mit diesem Beispiel vorangegangen sind. Wir wünschen, daß trug, während der andre sie in der Hand hielt. Begründend wurde Stadtrat von Ludwigshafen seiner Zeit nach Mannheimer Handelsverträge zu stande kommen und daß wir recht bald über ausgeführt, das Thun der Angeklagten sei einerseits geeignet genette Verträge an Stelle der alten beschließen können.( Beifall bei wefen, die Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen und andrer- Wuster das sogenannte Mittelpreis- Berfahren bei Anseits das religiöse Gefühl des Publikums zu verlegen und die geboten bis zu 4000 M. eingeführt. Im ersten Jahre wurden dabei Abg. v. Kardorff( Rp.): Das ganze Land ist sehr darüber be- Feiertagsheiligung zu stören. Wer am Fenster stand, habe das 7077, im zweiten 2858 M. gegenüber dem niedrigsten Angebot zuunruhigt, daß wir noch nichts von der Kündigung der Handels- Treiben der Angeklagten übersehen und die Flugblätter wahr gesetzt. Während man aber in Mannheim das Mittelpreis- Verfahren verträge gehört haben, und es wird durch die freisinnige Presse nehmen können. Unbedenklich wäre eine öffentlich bemerkbare Arbeit vieder abschaffte, beschloß der Ludwigshafener Stadtrat, dasselbe beizubehalten. Wenn das Verfahren auch kein Allheilmittel fortgesetzt in seiner Unruhe bestärkt. Dr. Barth rühmte die weise" anzunehmen. Regierung, die unsre Interpellation nicht beantwortet habe. Aber Die Angeklagten legten Revision ein, die durch Rechtsanwalt gegen die vielen Schäden des Submissionswesens sei, wäre es doch dieselbe Regierung ist nach der Ansicht des Dr. Barth so unabsehbar Dr. H. Heinemann gerechtfertigt wurde. Es wurde bestritten, geeignet, so manche Auswüchse zu beseitigen. Nicht allein die Arbeit ist gegen früher zufriedenstellender ausgefallen, es haben auch unter thöricht gewesen, einen solchen„ absurden“ Zolltarif dem Reichstage daß es sich überhaupt um eine Arbeit handele und daß die eigent den neuen Bedingungen mehr Firmen die Arbeit erhalten, die früher vorzulegen!( Sehr gut! rechts.) Es ist bedauerlich, daß die Ne- liche Thätigkeit der Angeklagten öffentlich bemerkbar gewesen sei. Sie in den Händen einiger weniger Unternehmer blieb, welche oft zum gierung über die Frage der Handelsverträge bisher noch gar kein hätten doch die Blätter nur innerhalb der Häufer verteilt. Zeichen dem Lande gegenüber gegeben hat. Diese Haltung der ReDer Straffenat des Kammergerichts gab der Revision statt, hob Schaden der Stadt lediglich ihrer niedrigen Angebote wegen den gierung dient nicht dazu, die staatserhaltenden Parteien zu stüßen die Vorentscheidung auf und verwies die Sache zu nochmaliger Vorzug erhielten. ( Große Unruhe und Lachen links), diejenigen Parteien, auf die fich Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurüd. Der die deutsche Regierung immer gestützt hat und immer stüßen wird. Präsident führte aus: In dem bloßen Gehen auf der ( Beifall rechts.) Straße mit Flugblättern in der Tasche oder Abg. Richter( frs. Bp.): Herr v. Kardorff hat von staatserhaltenden Arbeit noch nicht zu sehen; sie könne aber darin gefunden Böcklin". Troß der unerträglichen Temperatur, die durch Ueberin der Hand sei an sich eine öffentlich bemerkbare Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hielt am Montag Herr Dr. Mag Osborn einen Vortrag über etwas erhalten( Sehr gut! links.), die Liebesgaben und Subventionen werden, wenn ein gewisses Quantum von Anstrengung dabei in die füllung des Saales entstanden war, lauschte die Menge mit ges Parteien gesprochen. Er meint wohl die Parteien, die vom Staate die durch leber Wir haben nicht minder den Wunsch, möglichst bald zu sicheren inter- Erscheinung trete, es sich um bestellte Arbeit handele und die ganze spanntem Interesse den Worten des Referenten. In feiner, trajts Schwierigkeiten bei den Für eine solche reichten die Feſtſtellungen des Aber wer hat denn die Thätigkeit nicht bloß aus Bassion, aus Liebhaberei unternommen voller Weise führte der Vortragende die Anwesenden hinein in die In dem Maße, wie sich die Säße des Zolltarifs über die heutigen Vorderrichters nicht aus. Die Sache müsse deshalb in die Borinstanz der Referent das gewaltige Schaffen des Meisters. Alles stand unter Säße erhöht haben, sind auch die Schwierigkeiten gewachsen, um dem Banne desselben und war weit der Alltagswelt entrückt. Daß von der hohen Leiter, auf die man sich verstiegen hat, wieder auf Die Genehmigung zum Mai- Festzug ist auch in Dort bei der Erklärung der Bilder von der tiefen Sprache des Künstlers den Boden herunter zu kommen.( Sehr richtig! links.) Herr mund versagt worden; der Festzug wurde sogar ausdrücklich ver- nichts verloren ging, das dankten die Hörer der feinsinnigen Vortragsv. Kardorff meinte, daß die Regierung die konservativen Parteien schlecht boten. Ebenso ist in Pirna das bekannte Verbot aller öffentlichen weise des Herrn Dr. Osborn. behandelt habe. Damit meinen Sie wohl die Sicherung des Wahl- Auf- und Umzüge sowie aller An- und Versammlungen auf Straßen geheimnisses? Haben Sie denn solche Furcht davor, daß Sie gleich und Plähen oder sonst im Freien am 1. Mai wie immer prompt erauf den Verlust von 30 ostelbischen Mandaten rechnen?( Lachen folgt." Solche Verbote, die natürlich immer nur die social= rechts.) Herr Herold hat gegen die Freisinnigen gewisse allgemeine demokratische Arbeiterschaft betreffen, find uns in diesem Jahre Beschuldigungen erhoben mit dem Hinweis auf Prozesse, bei denen als Agitationsmaterial besonders willkommen. Parteiangehörige beteiligt gewesen seien. Ich weiß nicht, daß irgend den Nationalliberalen.) nationalen Handelsbeziehungen zu kommen. zurückverwiesen werden. Hus der Frauenbewegung. empfehlenswert; es gehört zu den oberflächlichsten kapitaliſtiſchen Erzeugnissen. Briefkaften der Redaktion. " Görlik". Das betreffende Lehrbuch der Nationalökonomie ist nicht Zur Einführung in das Studium eignet sich besonders: Karl Stautsky, Der Herr Polizeipräsident von Magdeburg hatte gegen den Marg ökonomische Lehren", gebunden 2 Mart, später: Karl Marr," Zur jemand, der in unsrer Partei als ein Führer oder Vertrauensmann Borsigenden des Arbeiter- Sängerbundes dortselbst ein Strafmandat tritit der politischen Dekonomie", gebunden 4 Mart. Beide Bücher sind bei in der Deffentlichkeit bekannt ist, in einem der vorgekommenen Prozesse über 20 m. losgelassen, weil die Arbeitersänger am Grabe der Genoffin des Borwärts" bezogen werden, aber auch durch jede Buchhandlung in Görlit J. H. W. Diez, Stuttgart, erschienen und können durch die Buchhandlung verwickelt gewesen wäre. Solche allgemeine Verdächtigungen, solche Nitsch zur Verschönerung der Feier ein Lied gesungen hatten. Das Beleidigungen der Privatehre, zumal ohne Nennung von Namen, Schöffengericht sprach den Empfänger des Mandats nicht nur frei, Intereffen eintretendes nationalliberales Breßorgan. In Nr. 97 Freifinn. Die, Coburgerzeitung" ist ein auch für bündlerische sollte man unterlassen!( Lebhafte Zustimmung links.) Das Inter- sondern erkannte auch auf lebernahme sämtlicher Kosten der hiesigen Freis. 3tg." wird effanteste an den Verhandlungen ist, daß die Legislaturperiode noch auf die Staatskasse und Ersatz der dem Angeklagten er zu nennen allerdings ohne den Namen der Zeitung auf dieses Blatt Bezug genommen und dasselbe ausdrücklich kurz vor den Wahlen abschließt mit einem scharfen Zusammenstoß wachsenen notwendigen Auslagen!- Grund: Der Herr Bolizei- als freisinniges Organ bezeichnet. Ein merkwürdiger Freiſinn! Das zwischen der Rechten und der Regierung. Möge die Regierung kommt vom blindwütigen Eifer. R. K., Großschweidnik. ersten daraus die Lehre ziehen, daß sie bei den Wahlen ihren Beamten präsident hat ſelbſt am 29. Ditober 1898 eine Polizeiverordnung Einführung in die fraglichen Gebiete dürften fich am besten für Sie eignen apparat nicht den Bündlern zur Verfügung stellt und denen, die erlassen, in der der Gesang am Grabe gestattet wird, wenn der drei Bändchen der in Leipzig erscheinenden Sammlung Göschen:„ Psychologie den Leichenzug begleitende Geistliche einer anerkannten Religions- und Logit" von Th. Elsenhants," Deutsche Grammatit" von Otto Lyon und ihnen unterthan find.( Unruhe rechts, Beifall links.) Abg. Graf Kanit(.): Ich kann nur wiederholen, daß es dem gemeinschaft seine Zustimmung giebt. Diese aber hatte Prediger Indogermanische Sprachwissenschaft" von Rudolf Meringer. Breis 0,80. Dr. Kramer von der Freireligiösen Gemeinde gegeben. Daß das Stüd. 2. B. 13. München: Central- Verband der Handlungs. Wunsche der großen Mehrheit des Hauses entspricht, daß die jetzigen Handelsverträge möglichst bald ihrem Ende entgegengehen. Die Polizeibeamte dieſe oder jene Gesezesbestimmungen nicht kennen, ist gehilfen und Gehilfinnen Deutschlands. Siz Hamburg. Bezirk München. ja an sich recht bedauerlich, kommt jedoch so häufig vor, daß man Bevollmächtigter: Herm. Maas, Glodenbach 25 II. Zusammenkünfte jeden Handelsverträge sind lediglich unter dem Druck einer Tenerung zu sich darüber nicht mehr verwundert; aber ein Polizeipräsident, der Donnerstagabend im„ Haderbräu", endlingerstraße.- Wissensdurftiger. stande gekommen, auch der Vertreter des Centrums hat später erklärt, seine Partei hätte den Verträgen nicht zugestimmt, wenn es sich an feine eignen Verordnungen nicht erinnert, ist mindestens Buttkammer u. Mühlbrecht, Berlin. Preis nicht hoch. Näheres erfahren Sie C. St. Der Grundstein zum Reichstagsgebäude wurde im die Schädigung der Landwirtschaft vorausgesehen hätte. Weiter möchte originell! Jahre 1884 gelegt; der Schlußstein am 5. Dezember 1894. Erste Sigung Guten englischen Unterricht zu den von Ihnen ge ich Herrn Barth fragen, wo wir jemals das Verlangen nach einem Eine Anklage wegen Nötigung, versuchter Erpressung usw. 6. Dezember 1894. Zollkrieg ausgesprochen haben? Wir wissen ganz genau, daß die ist gegen den Arbeiterfekretär Limbers in Iserlohn erhoben wünschten Bedingungen würde Ihr Sohn durch Frau G. Swienth- Liebknecht, Schöneberg, Sedanstr. 57 III. haben können. Zur Erledigung Ihres Industrie schwer unter einem Zollfriege leiden würde, und da die worden. Diese Verbrechen soll er als Verfasser mehrerer Flug- legten Wunsches wenden Sie sich an ein Musit- Konservatorium mit Interessen von Industrie und Landwirtschaft solidarisch sind, auch die blätter begangen haben. Auch der Drucker derselben ist wegen Bei- civilen Breisen.- Fahrstuhl. Das erfahren Sie am besten durch jemand, Landwirtschaft. Daß beide Teile bei der Handelsvertragshilfe angeklagt. der in diesem Berufe praktisch thätig ist. M. W. 100. 1. und 2. Ja im Berlag. Witterungsübersicht vom 29. April 1903, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm richtung Wind Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° E.= 4° R. .. 24. Wenden Sie fich an den Mandolinenflub Bella Sorent", I um Schuß gegen Mißbrauch des Erziehungsrechts wenden. 2. Sie sind wohl- Rob. Buchmann, 21 D, B. B. 10., N. 100: Nein. D. 3. 2. Bei Quibowstr. 131. D. R. 22. 1.- 3. Rein. Johannsen. Fragen Sie berechtigt, wenn Ihre Kinder vor dem 16. Krankenhausaufnahme gefunden haben. monatsweise gemieteten Wohnungen ist bis am 15. zum Ersten zu kün in einem größeren Strohhutgeschäft nach.- Tr., Bernauerstr. 1.- 3. Uns J. B. 100. Leider steht Ihrer Frau ein entsprechendes Recht nicht zu. digen. 2. S. 3. 1. Nein. 2. Nein. 3. Wenn Gehalt gezahlt wird: Ja. unbekannt. M. R. 1880. 1. Wir fönnen kein Urteil über das betreffende 2. 50. Sie sind zur Zahlung nicht verpflichtet, wenn der Arzt für 2. G. 28. Ja. O. 2. Sie sind nicht zur Zahlung verpflichtet, die Sprach- Heilinstitut abgeben. 2. Beschaffen Sie sich dazu ein Reisehandbuch. Ihr Kind ein Rezept verschrieb, das nicht angefertigt werden darf. Armendirektion nicht zur Pfändung berechtigt. Frage 11. Die Pfändung Brinzen- Allee 60. Nach der Volkszählung von 1900 hatte Breslau Ch. E. W. 1. Ja. 2. Nein. M. M., Langestraße. Unerhebliche ist nach dem Gesch zulässig. A. 2. In einigen Gegenden ja. 422 738, Dresden 396 147 Einwohner, das wirtschaftliche Weichbild von Groß- Körperfehler. R. 44. Leider steht Ihnen kein Anspruch zu. Dresden hat eine Einwohnerzahl von 484 970. 5. O. 50. Fragen Sie M. M. 22. Nach der Gesinde- Ordnung ist die Frau im Recht. Ein deswegen unter Berujung auf uns an bei Herrn Baumann, Lindenstr. 43 I, Sachfe. Der Anspruch ist längst verjährt. A. R. 62. Sie können auf er wird Ihnen vielleicht den gewünschten Nachweis geben können. Beseitigung des Mißstandes oder auf Aufhebung des Mietsvertrages 2. W. 88. 1. Wenden Sie sich an die Redaktion der„ Ethischen Kultur", und Entschädigung flagen. 5. S. 100. Die Verjährungsfrist Kommandantenstraße 14. 2. Gehört zum IV. Reichtags- Wahlkreis. beträgt bei Schadensersatzansprüchen wegen Körperverlegungen drei Jahre. Stationen H. W. 52. Die Fragestellung ist unklar. Wir bitten um Ihren Besuch. Fideler Ehemann. 1. Ja. 2. Die Klage ist durch einen Rechtsanwalt beim Landgericht des Bezirks anzustellen, in dem der Ehemani wohnt. Juriftifcher Teil. 3. Der Betreffende soll das Armenrecht erwirken. Die Kosten betrügen etwa 200 M. 4. Durch Anfrage auf der Polizei. 5. Nein. 6. Ja. Swinemde. 756SSD Motorwerkstatt. Wenn Sie die Räume als Werkstatträume gemietet Hamburg 755DSO 7562 haben und diese sich als nach polizeilichen Vorschristen dazu untauglich er- Berlin weisen, so ist der Wirt schadensersatzverpflichtet und muß Sie vom Vertrag Frankf.a.M. 755 F. 100. Sie sind zur Fortnahme des Kindes nicht be- München entbinden. rechtigt. W. Pankow.§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches.- K. 2. 1. Wien Der Betreffende könnte Klagen. Die Klagekosten dürften 20 M. erreichen. 100... 1. und 2. Ja.- 10. Bersuchen Sie es mit einer schleunigen Eingabe, wiewohl die Reklamationsfrist seit dem Januar vergangenen Neigung zu Gewittern. Jahres verstrichen ist. F. 100. Eine solche Anzeige wäre zwecklos. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. F. F. 3. In 30 Jahren seit Rechtskraft des Urteils, oder Bornahme einer Sch. Ein Grund Pfändung u. dgl. verjährt eine ausgeklagte Forderung. gegen eine Heirat liegt in der Zurückstellung nicht. 5. 5. 20, Nacht: wächter 12. Nein. E. 5. 3652. Wenden Sie sich direkt an das Eisenbahnregiment. V. Feeger. Wenn die Wohnung gesundheitsgefährlich ist, so können Sie vom Mietsvertrag zurücktreten. M. M. 88, H. W. 52, V. S. 1. und 2. Ja. – Achtjähriger Abonnent. 1. Nein: das Mädchen soll sich eventuell an das Vormundschaftsgericht mit dem Antrage Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 30. April. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Fra Diavolo. Schauspielhaus. Die Schloßherrin. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Alt- Heidelberg. Lessing. Der blinde Passagier. Neues. Pelleas und Melisande. Residenz. Lutti. Westen. La Traviata. Central. Chinesische Flitterwochen. Thalia. Der Posaunenengel. Anfang 8 Uhr: D Schiller O.( Wallner- Theater.) Die guten Freunde. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Der ledige Hof. Belle Alliance. Maria Magdalene. Carl Weiß. Jugendstürme. Buntes. Eglantine und Lyfiart. D'Beanerin. Freigesprochen. Quifen. Cameliendame. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Notbrüde. Casino. Elternlos. Frischen und Lieschen. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Der Gesindeball. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. 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Zur Erklärung des Herrn Paul Sauer, Walzengiek- Auftalt. In Nr. 96 des„ Borwärts" fühlt sich Herr Sauer veranlagt, um weiteren Unwahrheiten vorzubeugen", eine von Unrichtigkeiten firogende Erklärung abzugeben, ohne uns auch nur eine einzige unwahrheit nachzuweisen. Wir erklären hierzu: Es ist univahr, daß Herr Sauer nach wie vor organisierte Arbeiter beschäftigt. Die dort beschäftigten Arbeitswilligen, welche unfrem Verbande angehörten, wurden infolge ihres unsolidarischen Verhaltens von der am 19. April stattgefundenen Generalversammlung einstimmig ausgeschlossen. ( Siehe Nr. 9 der" Solidarität".) Das Gleiche wird inzwischen mit den im Hausdiener- Verein Organisierten geschehen sein. Es ist ferner unwahr, wenn Herr Sauer behauptet, die Entlassung habe nicht plötzlich stattgefunden. Jedoch ist es wahr, daß dem plößlich Entlassenen der Lohn für vierzehn Tage im voraus gezahlt wurde. Ferner ist unwehr, daß Herr Sauer am 12. Februar schriftlich über den Entlassenen Beschwerde führte, es bezog sich diese Beschwerde auf die Arbeiter im allgemeinen. Wir erklären ferner: Es ist unwahr, daß fich der Entlassene die größten Ungehörigkeiten zu Schulden fommen ließ. Derselbe war als Vertrauensmann verpflichtet, darauf zu achten, daß die Mißstände, welche dort betreffs der Arbeitszeit herrschen( trok zehnstündiger Arbeitszeit fast täglich 20 bis 30 Minuten Heberarbeit ohne Entschädigung), abgeschafft werden. Die Löhne von 30 und 25 Mark beziehen sich auf den ersten und zweiten Gießer. Ersterer versieht gleichzeitig die Meisterstelle. Die übrigen Arbeiter werden bedeutend niedriger entlohnt. Da die Arbeitszeit eine zehnstündige ist, find die Löhne im Gegensatz zu unsren in Drudereien beschäftigten Mitgliedern minimale zu nennen. Der „ auständige Weihnachten", das Steckenpferd des Herrn Sauer, wird den Arbeitern fast täglich und bei jeder Laut Beschluß unsrer Versammlungen wird der erste Mai durch Arbeitsruhe gefeiert und müssen Gelegenheit vorgehalten, so daß es dieselben längst bereuten, die minimale Gratifikation angenommen zu haben. alle Kameraden an der vormittags 10 Uhr stattfindenden teilnehmen. 257/8 Versammlung im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11-13 Zur Kontrolle werden am Saal- Eingange Mai- Marken verabsolgt. Maßregelungen müssen am 2. Mai dem Bureau mündlich mitgeteilt werden. Sonntag, den 3. Mai, vormittags 10 Uhr: Versammlung in Cohus Festsälen, Beuthstr. 20. Tages Ordnung: Berichterstattung über die Situation der Aussperrung. Der Vorstand. bietet nur allein die Umgebung von Ferner ist unwahr, daß der Borstand einer andren Organisation dort war und eine Maßregelung nicht feststellen konnte. Der Vorstand der Hausdiener, Packer und Geschäftsfutscher Berlins und Umgegend ermächtigt uns mitzuteilen, daß ein Mitglied ihres Vorstandes unbefugterweise und ohne beide Teile zu hören, also nur auf die Aussage des Arbeitgebers hin die Erklärung abgab. Der Vorstand oben genannter Vereinigung bedauert den Missgriff eines feiner Mitglieder lebhaft und wird die nötigen Schritte hierzu einleiten. Daß Herr Sauer seinen Kunden gegenüber Berpflichtungen hat, wollen wir gern anerkennen, nur hat dieses mit der Entlassung nichts zu thun, da uns Herr Sauer vordem mehrmals persönlich versicherte, daß der Entlassene ein tüchtiger und fleißiger Arbeiter ist. Die Entlassung geschah nur, weil derselbe als Vertrauensmann und Vorstandsmitglied die Interessen seiner Kollegen vertreten hat. Herr Sauer selbst erklärte, der betreffende Arbeiter wiegelt mir zu viel. Deshalb wurde die Sperre verhängt, deshalb wurde die Maßregelung anerkannt und kein vernünftiger Arbeiter wird die Maßregelung bezweifeln. Die Beurteilung der dort beschäftigten Arbeiter, welche den Mut hatten als Verbandsmitglieder zit wir noch, daß der als organisierter Hausdiener unterzeichnete Willh Spremberg unorganisiert ist. Bei eventuell zu vergebenden Aufträgen wird die Berliner Buchdruderschaft wissen, was sie zu thun hat. Nur die alten Eichen rauschen. Den Laubwald in seiner größten Bracht zu ſehen, zeichnen, trosdem ihnen ihr Ausschluß bekannt war, überlassen wir der Arbeiterschaft ſelbſt. Bemerken möchten Restaurant Pferdebucht bei Köpenick. Halte mein Lokal( 10 000 Personen fassend) für Vereine und Gesellschaften zu Landpartien bestens empfohlen. Bestellungen werden schon jetzt entgegen genommen.- Es ladet zu Ausflügen ein Wilhelm Brüsewitz. 13712* Mein Schankgeschäft habe eröffnet. Regen Besuch der Parteigenossen erivartet Karl Schmidt, Prinzen Allee Nr. 84. 10176* Brah. Tafel- Sardellen, feinste Ware, garantiert reinschmeckend, Reinickendorf! Freitag, den 1. Mai 1903, abends 8 Uhr, im Lokale von Abraham, Schönholz: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Referent: Genoffe Hetschold. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vertrauensmann. Nachmittags 4 Uhr: 223/3 Gemütliches Beisammensein 6 in der„ Tanue", Nordbahnstraße. Prinzenversende das 10- Bid.- Faß franco Bost Besten Nordhäuser| Dr. Simmel, en nachnahme 7,50 M. Max Brotzen, Greifswald a. d. Ditsee.[ 105/ 18* 36/3 Holzarbeiter! Der Vorstand. J. A.: Emil Jaedicke, 1. Vorsitzender. Nach dem Beschluß der Vertrauensmänner- Versammlung soll der 1. Mai wie alljährlch durch Arbeitsruhe gefeiert werden. Es findet deshalb am 1. Mai, vormittags 10 Uhr, eine Versammlung aller Holzarbeiter in der Neuen Welt" statt mit der Tagesordnung: Der 1. Mai. Referent: Genosse August Bebel. 81/11 Die Ortsverwaltung. Gesellschaftshaus Friedenau. Str. 41. Für Mai Ausflügler bestens empfohlen. Angenehmer AufSpecialarzt für[ 108/ 11* enthalt. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. BeHaut- und Harnleiden. queme Fahrverbindung. Zu regem Besuch ladet freundlichst ein Martin Berndt, Ritter- u.Prinzenst.- Ede. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4 13762 Malchin, Rheinstraße 14. Liter von 50 Pf. an, garantiert reines Getreideproduft. ff. Liqueure.[ 11732* 5. Ziehung 4. Klaffe 208. Kgl. Preuß. Lotterie. 397 604( 3000] 37 816 22 112073 503 601 13 739 Siehung vom 29. April 1903, vormittags. Nur die Gewinne über 232. find den betreffenden Nummern in Klauern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdrud verboten. 397 410 511 59 956 70 1247 325 524 737 51 834 906 2153 91 246 59 372 467 683 3185 352 91 433 604 761 865 931 49 4.008 66 171 78 340 498 99 504 38 45 686 89 721 925[ 10001 55 76 5238 412 531 38 52 57 790 6020 61 85 317 94 463 69 592 91 642 731 7000 18 42 209 14 337 81 401[ 500] 80 96 610 83 800 8388 571 760 9181 82 242 362 409 514 789 951[ 500] 10109 60 287 316 425[ 5001 524 57 786 865 78 11061 112 230 530 747 53 805 69 75 12099 225 376 79 455 689 718 807 79[ 3000] 960 13069 154 293[ 3000] 93 392 438 53 613 860 81 910 14049 76[ 500] 317 37 403 30 602 93 791 96 15155 436 95 632 45 750 58 130001 857 500] 60 16021 370 96 98 663 703 29 47 1000 899 17041 81 199 259 333 83 426 38 512 72[ 50 000 84 89 95 650 95( 500) 776 812 52 929 18022 168 286 99 [ 500] 382 402 570 73 664 19018 91 336 465 518 53 606 78 801 20114 397 478 564 80 81[ 500] 733 67 95 818 60 21133 85 623 768 885 905 22003 69 102 285 627 30 924 51 23013 102 253 389 429 37 698 739 853[ 1000 24033 136 48 319 44 513 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2., 29 8 10 000 2,67 8 5000.923 zu 3000 A, 1428 au 1000., 2319 au 500. 5. Biehung 4. Klaffe 208. Rgl. Preuß. Lotterie. Biegung vom 29. April 1903, xamittags. Nur die Gewinne fiber 232 t. sind den betreffenden Summern in Rtammern beigefügt ( Chne Gewähr.) Nachdrud verboten. 210 439 010 709 976 77 1077 145 150001 235 1500] 37 76 380 11000 407 66 130001 589 625 29 50 91 761 78 859 996 2262[ 3000) 359 601 778 85 801[ 1000] 53 3206 43 43 13000] 341 708 4055 186 299 313 536 15001 916 64 110001 5038 232 13000] 95 480 508 9 71 651 65 730 867 6006 27 168 349 584 611 66 741 11000] 914 26[ 500] 7050 78 135 322 443 51 603 942 8032 50 205 307 407 86 724 926 2019 77 371 79 435 540 887 10167 612 63 83 841 945 11015 75 15001 124 348 415 679 922 49 63 90 12052 330 93 481 578 614 855 93 13016 68 193 305 17 524 45 50 628[ 30001 876 917 37 14127 62 242 331 52 449 85 821 15006 102 35 61 217 538 67 912 16168 325 787 97 802 55. 57 987 17006 3000] 65 98 177 316 421 615 777 801 33 969 18101 3000] 50 256 94 354 641 750 813 53 916 60 19009 90 141 50 59 84 308 490 513 705 825( 1000) 20022 393 481 509 003 762 869 92 952 21067 209 65 316 418 638 71 756 900 22212 401 16 20 13000 689 23046 66 96 182 228 478 651 731 911 24052 73 86 195 291 95 614 60[ 3000] 708 31 65 25025 170 320 44 99 40s 56 901 45 26008 22 110001 165 364 471 74 644 747 27640 53 93 143 533 40 737 56 858 96 990 28026 132 477[ 3000] 656 62 743 955 20102 272 479[ 1000] 587 619 15001 766 877 936 30106 93 379 430 624 94 943 31024 517 600 39 91 73 44 922 32369 85 33003 323 47 422 82[ 3000] 516 607 9 792 884 964 34065 66 120 212 358 64[ 500] 88 513 19 43 1500] 090 866 72 904 5092 256 81 504 626 66 724 95 850 61 912 65 38054 61 411 27 36 89 598 673 703 835 915 37010 116 75 349 89 403 95 516 893 38073 373 86 551 721 89 801 3 14 50 39135 82 316 765 809 40027 81 130 36 380 92 436 729 944 41075 132 79 94 255 307[ 500] 4038 52 215 15001 367 442 560 43047 188 373 13000] 407 17 23 40 686 816 28 948 44028 116 81 336 75 475 732 52 858 79 45216 79 130001 81 535 622[ 1000] 33 800 27 89 46086 836 761 80 86 47065 271 336 39 772 81 895 902 94[ 3000] 48020 57 109 288 317 26 465 542 89 608 770 49285 358 432 55 611 50162 302 17 493 555 691 31025 85 137 53 390 457 52 684 783 905 52102 18 66 225 69 503 44 889 994 53115 37 273 326 68 448 991 54287 350 464 501 94 627 64 781 96 815 55 985 55132 40 208 383 431 52[ 5001 62 892 56112 49 279 397[ 1000] 408 581 732 981 57032 41 86 343 491 572 701 27( 30001 44[ 10001 57 85 817 26 58101 280 90 432 51 607 17 728 99 935 96 59046 92 185 231 3 403 24 583 828 13000] 44[ 1000] 915 60230 37 41 431 590 909 47 61013 367 456 553 607 15 717 62 811 18 69 62053 72 432 40 15001 642[ 5001 810( 500) 74 95 943 80 63050 108 478 829 921 64119 29 99 537 981 3502) 62 96 169[ 30001 759 66007 82 300 58 487 519 89 645 67044 193 [ 1000] 260[ 30001 387 622 855 78[ 500] 924 68071 133 225 30 77 332 416 33 512£ 35 69034[ 500] 58 59 114 53 331 45 89 408 515 45 C02 51 10001 878 70023 175 267 202 12 29 60 423 559 71 721 CO[ 500] 827 68 95 71131 97 202 82 329 525 C58 86 747 854 72166 628 771 992 73035 83 93 190 15001 314 651 850 933 50 10001 74 74008 24 53 75 117 80[ 1000] 405 40 10001 548 79 726 75250 63 388 437 598 616 755 897 980 76086 248 323 677 739 861 992 77069 174 221 405 CS8 966 10001 74 78059[ 1000], 163 680 823 79021 138 75 86 210 15001 429 523 42 751 887 80305 10( 500) 16 452 78 21 547 110001 81348 ( 5001 481 88 521[ 5001 86 930 42 89 82059 117 89 266 330 430 548 63 82 663 742 83237 582 87 764 973 84086 111 338 46 564 656 793 810 21 922[ 500] 85070 80 117 95 130001 257 319 34 87 515 17 31 39 56 653 979 86043 52 324[ 5001 9) 402 501 C31 78 96 744 87027 89 178 83 215 20 62 85 650 838 918 23 88186 473 577 614 765 876 901 89042 183[ 500] 446 81 15001 540 51 683 93 767 78 865 901[ 10001 90149 71 263 85 15001 383 477 636 56 762 824 45 901 26 58 91218 49 324 70 599[ 30001 609 77 92 819 ( 5001 61 940 92141 298 400 11 522[ 5001 31 94 000 6 12 827 38 93271 85 357 409 54 06 598 778 94107 42 207 425 520 66 640 50 943 95147 53 210 301 4 400 17 604 40 825 60 905 96061 490 550 627 45 825 52 97131 441 130001 517 627 57 831 93 98010 136 264 95 315 617 71 981 98126 63 213 672 733 920 100007 78[ 3000] 300 47 29 498 522 24 98 615[ 500] 60 754 50 60 874 77 101091 168 72 287[ 15 000] 424 617 775 842 62 970 102025 220 451 533 36 631 811 40 56 83 967 89 103179 92 520[ 3000] 673 88 721.97 807 55 70 81 104004 296 130001 329 15001 33 494 596 692 806 08 918 52 305214 511 025 740[ 1000] 873 106055 405 36 40 511[ 0001 000 10 107044 01 202 370 430 31 42 502 85 002 705 39 027 71 72 108053 102 6 235 457 560 634 51 68 728 109001 218 580 606 710 22 905 110904 21 76 83 199 372 502 711 81 656 925 87 93 111023 107 205 42 474 516 50 60 755 50 915 46 Orts- Krankenkaffe d. Nadler und Siebmacher zu Berlin. Bekanntmachung. Sonnabend, 9. Mai 1903, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engel Ufer Nr. 15, Saal 7: Ausserordentliche = General- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Beschlußfassung über die Anord. nung des Herrn Oberpräsidenten über die Herabsetzung der Kaffenleistungen auf das gefeßliche Mindestmaß. 2. Abs anderung der§§ 13, 20 und 30 des Statuts. Berlin, im Mai 1903. 273/13 Der Vorstand. Rob. Schmidt, Borsitzender. 112013 132 489 530 655 965 86 113051 59[ 3000] 121[ 500] 446 647 703 809 67 903 21 114003 130[ 500 475 115086 366 474 502 668 723 863 903 87 89 116247 440[ 5000] 77 217000 195 279 416 97 118140 493 648 727 119315 458 588 713 806 25 907 26 120058 129 32 293 410 533 605 70 78 926 121085 214 49 87 214 70 431 688 740 61[ 5001 77 877 122193 009 12 74 30031 20 123000 320 786 87 819 124259 61 451 86 90 617 42 156 125000 32 98 639 94 715 126170 403 62 76 508 611 708 933 127031 112[ 5001 67 387 455 82 562[ 10001 625 722 37 007 82 128041 300 466 81 615 89 707 130001 35 943 129144 221 331 611 64 87 717 69 130107 241 328 68 410 530 73 711 17 822[ 1000] 99 972 131199[ 5001 206 47 51 317 50 76 458 542[ 1000) 830 95 15001 86 132137 206 93 98 316 499 1500] 526 810 977 133019 51 127 283 313 673 704 058 134115 59 99 261 1000] 81[ 10001 336 496 542 59 677 823 26 986[ 5001 135023 218 83 94 15001 302 15001 14 412 150001 520 640 41 714 15 814 130001 136115 24 61 203 60 342 46 552 63S 69 788 S17 903 137260 538 669 836 910 138217 06 314 525 737 89[ 1000] 824 64 92 944 139117 42 51 419 588 695 736 800 93 965 140118 53 95( 500) 304 11 624 65 710 14 801 903 141426 556 613 843 928 48 142082 299 326 455 510, 747 143062[ 10001 411 622 54 82 721 873 918 5 144087 88 100 53 51 396 466 632 86 974 145047 172 90 220 399 522 600 4 40 84S 146117 23 387 459 559 613 57 750 814 24 201 147010 247 314 448 51 644 83 950 96 148051 63 80 136 242 423[ 1000] 844 89 997 149331 83 497 538[ 5001 46 91 718 31 55[ 5001 808 934 150122( 10001 307 575 678 757 959 151102 71 224 440 520 26 623 25 364 152074 240 448 598 860 977 98 1589223 40 536 915 78 154145( 1000) 252 60 422 60 507[ 10001 35 798 830 933 56 155044 123 50 216[ 1000 320 515 19 31 65 15001 682 901 156004 20 288 369 465 634 741 43[ 150001 931 157099 144 488 628 42 66 984 158064 156 275 338 448 507 903 159239 79 805 940 160157 564 793 161003 SO 119 21 44 339 452 531 609 798 847 67 182166 210 465 78 539 613 68 850 964 92 103107 22 32 540 36 681 801 30 56 925 29 41 164004 162 276 441 697 757 62 937 49 165014 123 61 248 346 01 424 500 799 843 974 93 166030 119 22 206 37 483 078 932 167039 100 437 525 875 168063 136 77 319 418 629 846 989 169347 486 544 696 746 843 976 170090 267 342 618 33 40 852 930 171013 32 33 627 739 928 48 72[ 500) 172066 99 448 509 653 862 3000] 85 913 178282 351 74 500 627 731 35 51 81 95 5001 990 15001 174114 284 08 339 483 579 693[ 509) 175039 52 58 222 368 81 437 SI 667 760 820 176954 257 GO 811 49 177057 114[ 500] 17 221 451 66 557 703 871 978 178258 309[ 10001 80 62S 35 91 730 821 40 46 179415 40( 10001 98 520 25 670 76[ 3000] 819 21[ 1000] 51 910 180394 113 351 443 550 603[ 500] 701 924 45 98. 182344 053 182018 193 251 362 539 625 71 808 16 6 987 183030 10001 75 241 46 49 471[ 3000] 620 776 184209[ 5001 38 438 511 77 15001 645 705 841[ 3000] 185044 170 91 228 30 30 33 75 530 065 736[ 500] 54 59[ 5001 900 61 186135 67 233 346 526 668 759 908 [ 1000] 187009 43 124 272 480 807 902 36 91 188000 51 145 79 322 51 588 006 22 77 189111 97 446 595 639 [ 1000] 44 93 876 969 190119 356 569 762 75 936 928 191023 64 119 85 338 581 760 870 88 192117 257 75 93 395 573 671 700 74 827 60 986 193012 29[ 3000] 74 81 86 318 33 53 432 560 636 755 971 194135[ 1000] 52 325 61 68 546 712 994 195208 329 51 611 53 807 196119 22 45 232 74 300 75 455 752 850 197161 298 346 52 78 492 714 810 913 17 198078 334 58 523 60 91 679 864 90 912 20 129689 788 818 31 920 37 200205 45 317 595 670 201024 349 486 637 81 877 935 50 202007 330 457 79 578( 3000] 03 651 54 891 203083 100 562 911 204046 47 109 59 324 427 502 608 918 78 205041 140 50 350 607 37 97 858 73 94 911 206064[ 500] 209 502 56 610 65 900 85 98 207062 298 344 434 538 637 15001 776 78 829 20804 57 119 20 87 243 394 520 756 820 20000 251 671 929 42 76 210039 100 235 336 401 6 604 56 732 82 015( 500) 38 211028 79 281 481 97 639[ 500] 706 939 56 212183 301 448 527 52 600 704 30001 914 71 213300 1500) 409 25 545 616 956 214074 223 43 67[ 1000] 459 81 615 1000] 33 727 858 89 215038 223 450 719 817 35 210115 248 315 545 71 647 785 217067 227[ 503] 78 513 63 637 753 854 55 939 78 218015 89 131 483 587 608 18 717 22 64 84 841 908 49 219041 1: 0 374 473 55 014 702 972 872( 3000) 256 99 1928 220000 122[ 3000] 256 90 432 504 41[ 1000] 785 819 48 901 221185 228 41 452 504 632 821 63 88 952 05[ 3000] 81 222235 42 47 341[ 3000] 98 432 628 81 222021 09 403 566 95 762 875 077 224312 627 782 Jus Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn au 209 003 Mart, 2.6 200 2 3 150 000 0 2 3 10 000 1,2 34 75100 Wit, 1 a 300 9 7 31 31 000 91., 16 au 500 ., 20 8 10 000 M, 61 gut 5000 14.886 au 3000, 1184 au 1000, 2258 au 500. Berantwortl. Redakteur: Carl Zeid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: To. Glatte in Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlansanitalt Gaul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 100. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 30. April 1903. Eine Mörderfamilie. Elbing, den 28. April. ständigen nach wie vor abgelehnt. Der Vorschlag Nitters wurde I wollen, falls die Arbeit nicht sogleich wieder aufgenommen wird, ihre nach längerer Debatte gegen mehrere Stimmen angenommen. Der Betriebe für die Streifenden auf längere Zeit sperren. Streit dauert fort, bis ein annehmbares Resultat vorliegt und die Organisation darüber Beschluß gefaßt hat. Der dänische Gewerkschaftskongreß. Die jährliche General- VerEin sensationelles Nachspiel zu dem Ende vorigen Jahres vor fammlung des Verbandes der dänischen Getverkschaften tagte am dem hiesigen Schwurgericht verhandelten Konradswalder Mordprozeß bewegung eingetreten. Ihre Forderungen sind: Verkürzung Der Thätigkeitsbericht, den der provisorische Vorsitzende C. M. Olsen Die Rabizputer sind vor einigen Tagen in eine Rohn 24. und 25. April zu Kopenhagen. Anwesend waren 400 Delegierte. beschäftigte am Sonnabend die Strafkammer des hiesigen Land- der Arbeitszeit von 9 auf 8% Stunden und Erhöhung des Stunden erstattete, wurde einstimmig gutgeheißen. Bezüglich des Kampfes gerichts. Im Stuhmer Kreise, der die polnische Sprachinsel West- lohnes von 80 auf 90 Pf. Die Ursache dieses Vorgehens liegt haupt- um das Koalitionsrecht der Hafenarbeiter wurde preußens umfaßt, wohnten bis Mitte vorigen Jahres in der Nähe sächlich in dem Verhalten der Unternehmer gegen die Rabizspanner. eine Resolution angenommen, worin die Art, wie der dänische der deutschen Ordensfeste Marienburg, und zwar in den Ortschaften Reitere waren fürzlich an ihre Arbeitgeber herangetreten, um mit Arbeidsmanns- Verband gegen die Errichtung von Hafenzünften" in Braunswalde und Konradswalde, zwei Familien( polnischer diesen ein regelrechtes Vertragsverhältnis herbeizuführen, ähnlich den verschiedenen Städten kämpft, als zivedmäßig anerkannt und der Nationalität) Kaminski, von denen namentlich die in Konradswalde wie es bei den Maurern und Zimmerern besteht. Das Bestreben Verband aufgefordert wird, in gleicher Weise weiter zu arbeiten. residierende jüngere Linie" der Schrecken der dortigen Gegend war. Ihr Oberhaupt, der Besizer Michael Kaminski, ist inzwischen im ging auch dahin, noch die Rabizpußer und Cementierer in den Ver- Des weiteren wurde ein Beschluß gefaßt, wonach kein Mitglied in mehr Zuchthause zu Graudenz hingerichtet worden. In demselben Zucht- trag mit einzubeziehen. Die Unternehmer lehnten den angebotenen als einer dem Berbande angeschlossenen Organisation sein kann und hause verbüßen jetzt der jüngere Bruder des Hingerichteten, der Befreie Hand behalten wollten, mit andern Worten: Sie behalten sich werdenden Uebertritt aus einer in eine andre Gewerkschaft aufgestellt Vertrag jedoch mit der Motivierung ab, daß sie bei der Lohnfestsetzung worin bestimmte Regeln für den durch Berufswechsel notwendig fizer Johann Kaminski, und der Knecht Anton Wiechowski des Erst- vor, die Löhne zu einem ihnen günstigen Zeitpunkt beliebig zu werden. Der Thätigkeit der Arbeitervertreter im Reichstage und in genannten die ihnen wegen Beihilfe zum Morde zuerkannte Zucht- reduzieren. Daraufhin stellten die Spanner die Forderung auf den kommunalen Körperschaften für Gewährung von zu hausstrafe von 15 bezw. 11 Jahren. Alle drei Genannten waren 60 Pf. Stundenlohn. Ihnen folgten jetzt die Rabizpußer mit den schüssen für die Arbeitslosentassen wurde von der beschuldigt, am 6. Februar v. J. die Ehefrau Juſtine Reimer in oben angegebenen Forderungen, weil sie sich sagen: Wenn die Unter- Generalversammlung Anerkennung gezollt und die Arbeiter in ihrer Konradswalde ermordet zu haben. Die That gelangte in der Weise nehmer keinen festen Vertrag wollen, sondern der freien Vereinbarung Eigenschaft als golfethings- und Gemeindewähler aufgefordert, von zur Ausführung, daß während Michael Kaminski in der Kneipe saß den Vorzug geben, dann ist es ein gutes Recht der Arbeiter, die ihren politischen Vertretern die Förderung dieser wichtigen Sache zu und sich auf diese Weise ein Alibi zu beschaffen suchte, sein Bruder und sein Knecht die Frau, welche mitten in der beleuchteten Wohn- günstige Konjunktur nach Möglichkeit auszunuzen, um dadurch später verlangen. Schließlich wurde noch eine Resolution angenommen, stube stand, von der Dorfstraße aus durch das Fenster mit einer alten zu erwartende Abzüge von vornherein weit zu machen. In der Ver- die den geschäftsführenden Ausschuß verpflichtet, auf eine Verbesserung Jagdflinte erschossen. Den Anlaß zu der That gab einzig und allein fammlung am Dienstag wurde Niecke zum Leiter des Streits er- des Herbergswesen hinzuwirken. Die Statuten des Verbandes der der Umstand, daß Michael Kaminski der Ermordeten einmal aus nannt. Derselbe teilte mit, daß die neuen Forderungen bislang von Gewerkschaften wurden dahin abgeändert, daß in Zukunft die ordentSchabernack ein paar Kühe vergiftet hatte und nun die Rache der 7. Firmen bewilligt sind. Beschlossen wurde, bei jeder der übrigen liche Generalversammlung nur alle zwei Jahre stattfinden soll, woFirmen die Forderungen einzeln zu stellen und dort, wo keine Eini- gegen die Repräsentantschaft auf 120 Mitglieder erweitert wurde. werden sich bei dieser Lohnbewegung gegenseitig unterstützen. Wegen C. M. Olsen, als Sekretär J. Vald. Olsen und als Kassierer gung erfolgt, die Sperre zu verhängen. Rabizpußer und-Spanner Als Vorsitzender des Verbandes der Gewerkschaften wurde Nichtbewilligung der Forderungen sind bis jetzt gesperrt die Firmen: E. Svendsen gewählt. Liebig, Guitter ut. Soltredel, Schmidt u. Weimar und Neugebauer u. Schybilski. Frau fürchtete. " Rohrleger und Helfer! Sämtliche Rohrleger und Helfer der Firma Bechemu. Post, Stegligerstr. 4, haben am Mittwoch die Arbeit niedergelegt, weil der Tarif nicht innegehalten wurde. Zuzug nach dem Comptoir sowie nach allen Bauten der genannten Firma ist fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Stuffateure. Die Streiffontrolle wird für Freitag, den 1. Mai, von 9 Uhr an in unsrer Maifest- Versammlung, Sanssouci", Kottbuferstr. 4a, ausgeführt. " = Von einem Hafenarbeiter- Streit in Montreal( Kanada) bringt W. T. B." diese Meldung: Montreal, 29. April. Die hiesigen Hafenarbeiter sind gestern in den Ausstand getreten. Am Nachmittag verjagten die Ausständigen die nicht der Arbeiterunion angehörigen Arbeiter, welche beim Löschen der Dampfer„ Carriganhead" und Alexandrian" beschäftigt waren. Dann zündeten sie die Ladung des der„ Leyland- Linie" gehörigen Dampfers" Alexandrian" an, die jedoch durch Matrofen gerettet wurde. Während der Nacht waren 600 Mann Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung zur Stelle. Nachrichten des offiziösen Storrespondenzbureaus über angebliche Ausschreitungen streitender Arbeiter sind, wie die Erfahrung lehrt, immer mit Mißtrauen aufzunehmen. Berliner Partei- Angelegenheiten. Der Anstifter sollte der hingerichtete Michael Kaminski gewesen fein. Diese Lesart erivies sich jedoch in der jezigen Verhandlung, in welcher der Vater der beiden Mörder und zugleich das Haupt der ,, älteren" Linie, der 67jährige Altfizer Michael Kaminski, unter der Anklage der Verleitung zum Morde und ein entfernter Verwandter der beiden Familien, der Arbeiter Franz Kaminski aus Marienburg, tvegen Unterlassung einer Anzeige dieses Verbrechens auf der AnHagebant faßen, als nicht ganz zutreffend. Denn nach den Angaben des Angeklagten Franz Kaminski war der mitangeklagte Vater Kaminski die Seele des ganzen Mordplanes, und zwar sollte ursprünglich er, Franz Kaminsti, denselben zur Ausführung bringen. Als Franz K. Bedenken gegen den geplanten Mord der Frau Reimer äußerte und den Vorschlag machte, das Haus des Weichenstellers Vertrauensmänner- Sigung im Princip dafür, daß, Die Müllfutscher erklärten sich in einer am Dienstag abgehaltenen Reimer in Brand zu stecken, machte der Alte Einwendungen, indem falls es zwischen der Wirtschaftsgenossenschaft und ihren Kutschern er sagte:" Die Brandstiftung wollen wir nicht ausführen, weil sonst nicht bald zu einer Einigung kommt, den Streifenden event. durch die Kühe umkommen können. Für den Prozeß ist es auch gleichgültig. cinen allgemeinen Ausstand zur Anerkennung ihrer be= Das Weib muß aus der Welt." Inzwischen hatte der junge( hin- rechtigten Forderungen zu verhelfen. gerichtete) Michael Kaminski aus einem Nebenzimmer einen Revolver nebst Patronen geholt und übergab Franz K. die Schußwaffe, nachdem Zum Streik der Milchkutscher ist zu berichten, daß im Gegensah er ihn in ihren Gebrauch eingeweiht hatte. Der Mann der Reimer," zu den Behauptungen der Centrale die Beteiligung der Burschen am so erklärte der Alte, geht morgens bald nach 4 Uhr längs der Eisen- Streit weiter schreitet. Am Mittwoch früh 7 Uhr meldeten sich ersucht, bei der diesjährigen Maifeier nur solche Lokale in der Nähe Die Parteigenossen und-Genoffinnen des II. Wahlkreises werden bahnstrecke. Sie müssen sich morgen früh, wenn der Weichensteller 114 Burschen zur Kontrolle. Die Verhandlungen vor dem Einigungs- der Bockbrauerei zu berücksichtigen, welche Abonnenten des„ Vorwärts" Neimer die Strede abläuft, auf dem Reimerschen Gehöft einfinden amt des Gewerbegerichts wurden seitens der Ausständigen angebahnt. und in deren Näumen Platate zur Maifeier angebracht sind. und der Frau ein paar Schüsse in den Kopf geben. Mein Sohn Infolgedessen hat zwischen den Vertretern des Verbandes und Herrn Die Vertreuensleute. Michael wird nach Danzig fahren, wogegen Johann und ich uns in Ring- Düppel sowie dem zweiten Vorsitzenden der Centrale eine Braunswalde Zeugen besorgen werden, daß wir zur Zeit des Mordes längere Berhandlung stattgefunden, die insofern nicht ganz ergebnis: Central- Bahlkomitee für den Wahlkreis Nieder- Barnim hat sich nunReichstags- Wahlkreis Nieder- Barnim. Das socialdemokratische nicht am Thatorte gewesen sind." Der junge Michael Staminski( der los verlaufen ist, als Herr Ring das Versprechen abgab, daß er noch Hingerichtete) zog nunmehr das Portemonnaie und gab Franz St. vorher mit dem Direktor des Gewerbegerichts, Herrn v. Schulz, eine mehr konstituiert und den Genossen Freiwaldt- Pankow zum 6 Mark Vorschuß, den er auf Ersuchen seines Vaters auf 10 Mart Rücksprache halten wolle und sodann dem Verbande weitere Mit- Obmann gewählt. Sämtliche Korrespondenzen und sonstige Miterhöhte. Mit den Worten:„ Na, morgen oder spätestens Dienstag teilung machen würde. teilungen find zu richten an Georg Freiwaldt, Bankow, wird das Werk vollbracht!" ging N. von dannen. Unterwegs famen Floraftr. 36.( Telephon- Amt Pankow Nr. 82. Dreßler.) ihm jedoch Bedenken und so reiste er schließlich nach Marienburg J. A. des Central- Wahlkomitees: G. Freiwaldt. zurüd, wo er die Mordwaffe und die Patronen in die Nogat warf. Die Parteigenoffen an der Ostbahn werden ersucht, sich an der am Als er am Mittwoch seinen Auftrag noch nicht ausgeführt hatte, kam 1. Mai stattfindenden Maifeier so zahlreich wie möglich zu beder alte Michael Kaminsti nach Marienburg. Franz K. entschuldigte Russisches aus Freienwalde a. D. Daß die Polizei bei jedem teiligen. Dieselbe findet in Bruchmühle bei Fredersdorf an der sich mit der Angabe, daß ihm die Mordwaffe, die er in der Erde Streit mit großem Eifer die Interessen der Unternehmer schützt, den Ostbahn statt. Anfang nachmittags 3 Uhr. Festrede abends vergraben hatte, entwendet worden sei. Du kannſt trotzdem kommen," ſtreifenden Arbeitern alle nur denkbaren Schwierigkeiten macht, ist 7 Uhr. Referent: Genosse Morig Lothar Berlin. Genossen, erklärte der Alte,„ ich werde Dir schon eine Schußwaffe beforgen". hinlänglich bekannt. Was aber die Polizei in Freienwalde aus An- da dieses die erste Maifeier ist, welche wir in dem einzigen Franz St. lehnte jedoch ab, den Mord oder die Brandstiftung auszu- laß des Zieglerstreits für angebracht hält, dürfte selbst in Breußen uns zur Verfügung stehenden Lokale abhalten, so ist es Pflicht der führen. Der Alte mußte num unverrichteter Dinge nach Hause zurüd- vereinzelt dastehen. Man schreibt uns aus Freienwalde: Am Genossen, dieselbe unter allen Umständen zu besuchen. fehren. Ohne mit seinem Vater Rücksprache genommen zu haben, Sonnabend, den 25. d. Ma, kamen hier 13 polnische Arbeiter an, die führte dann der jetzt im Zuchthause sisende Johann Kaminski am in den Ziegeleien als Streifbrecher Verwendung finden sollten. Die Friedenau. Die hiesigen Genossen begehen die Maifeier im Lokal nächsten Tage die Mordthat aus. Franz Kaminski erhielt erst spätes Angekommenen wurden durch die Streifenden von der Sachlage unter- des Socialdemokratischen Wahlvereins Zur grünen Linde"( Wilhelm durch die Zeitungen von dem Morde Kenntnis. Er habe deshalb erst richtet und wollten nun unter keinen Umständen die Arbeit antreten, Grube), Kaiser- Allee, Ecke Stubenrauchstraße. Es wird eine Festrede nach der am 30. März d. J. erfolgten Zustellung der Klage ein Ge- sondern sogleich wieder abreisen. Als die Polen in den Eisenbahnzug über„ Die Bedeutung des ersten Mai" gehalten. Weiter wird Konzert, ständnis abgelegt, weil er gefürchtet habe, von der Familie Kaminsti einsteigen wollten, kamen zwei Polizeibeamte und Gesang, humoristische Vorträge und Tanz geboten. Das Entree beals der Mörder hingestellt zu werden. Dem alten Kaminski habe er trieben diefelben vom Bahnhof. Dann wurden die Ar- trägt 20 Pf.; Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Bf. nach. auch versichert, daß er ihm die 10 M. zurückgeben werde, sobald es beiter unter polizeilichem Geleit nach dem Nat- Parteigenossen! Nehmt regen Anteil an der Feier des Achtstundensein Verdienst gestattete. In abfälligem Tone habe ihm der Alte ausgeführt, dort von 6 bis 8 Uhr in Verwahrung gehalten tages und agitiert auch noch recht fleißig für weiteren Besuch. darauf erklärt: Also so find Sie gesonnen." Nachdem habe er den und dann von dem Arbeitgeber nach seinem Werke gefahren. Der Der Wilmersdorf. Sonntag, den 3. Mai, findet eine Flugblattalten Kaminski nicht mehr gesprochen. Die Vernehmung des alten wagen wurde von der Polizei begleitet, eine große Menschenmenge verteilung statt. Die Barteigenofsinnen und Genossen werden ersucht, Michael Kaminski bestätigte die Angabe des Angeklagten, worauf sammelte sich anläßlich dieses Ereignisses an, um dem ungewohnten sich in folgenden Lokalen einzufinden: August Natusch, 11hlandstr. 70, Franz Kaminsti freigesprochen, der alte Kaminski jedoch wegen Ver- Aufzuge zuzuschauen. Emil Witte, Berlinerstr. 40, Wilh. Rudloff, Bruchsalstr. 14, Paul leitung zum Morde zu dem höchsten zulässigen Strafmaß von fünf Nach dieser Darstellung haben also die Beamten die polnischen Hilpert, Kurfürstendamm 126. Jahren Gefängnis verurteilt wurde mit der Begründung, daß er die Arbeiter gegen deren Willen nicht nur an der Abreise gehindert, Seele des ganzen Mordplanes gewesen sei und es ihm ein leichtes halb, um sie den Unternehmern, bei denen die Polen gar nicht arbeiten sondern auch in" Gewahrsam" genommen, und zwar lediglich des gewesen wäre, feine Söhne von den Verbrechen abzuhalten. Damit ist aber die Strafliste der Mörderfamilie noch nicht er- wollten, zuzuführen. Wenn diese Darstellung zutreffend ist, dann fchöpft, denn neuerdings ist auch gegen die Schweiter des hingerichteten haben die Beamten die wirklich weitgehenden Befugnisse, welche der göhnhardt, Warnemünderstr. 6, abgehalten. Die öffentliche Die Maifeier in Schmargendorf wird im Saal des Gastwirts. Michael Kaminski, die gegenwärtig mit ihrem Manne in Scheidung Polizei in Preußen zustehen, weit überschritten. Die Beamten haben öhnhardt, Warnemünderstr. 6, abgehalten. liegende Schneiderin Pauline Dobrowski, geborene Kaminsli, aus sich die Richtigkeit der Darstellung vorausgesetzt der Frei- Fest- Versammlung mit einem Vortrage des Genossen E. BrücknerDanzig eine Anklage wegen Beihilfe zu dem vorerwähnten Morde heitsberaubung schuldig und dadurch strafbar ge- Berlin beginnt un 7 Uhr. Nachher gemütliches Beiſammenſein mit erhoben worden, und ferner schwebt gegen die Frau des Hinge- macht. Daß die Streifleitung Anzeige erstattet und so eine Be- Tanz, zu dem Eintrittskarten beim Vorstand zu haben sind. richteten sowie gegen seine jezt im 17. Lebensjahre stehende, wegen strafung der Schuldigen herbeiführt, ist schon deshalb notwendig, Beteiligung wird erwartet. wissentlich falscher Anschuldigung vorbestrafte uneheliche Tochter damit den Beamten einmal recht verständlich eingeschärft wird, wo Anna Ezivion eine Untersuchung wegen Sindesmordes. Schließlich ihre Befugnisse aufhören und die unantastbare Freiheit der Staatsist dann noch gegen eine weitere Schwester des Hingerichteten eine bürger anfängt. Untersuchung wegen Mordes, und zwar ebenfalls wegen Kindesmordes, eingeleitet. Das angeblich ermordete Kind der genannten Anna Czivion war außerdem die Frucht eines verbotenen Verhält nisses des damals 13jährigen Mädchens mit ihrem Stiefvater, der deswegen kurz vor seiner Hinrichtung zu eineinhalbjähriger Bucht hausstrafe verurteit worden war. " Sotveit der nüchterne Bericht des Gerichtsreporters. Dies grauenhafte Silenbirs, das die kühnsten Sittenschilderungen naturalistischer Sichter übertrifft, verdiente wohl, vom Sociologen und Kriminaloga einer Untersuchung auf seine Ursachen hin unter worfen zu werfen. Dazu gehörte natürlich die genaueste Kenntnis aller Umstände Immerhin kann denen gegenüber, die so gern die Großstadt als die Brutstätte des Verbrechens darzustellen suchen, darauf verwiſen werden, daß solche Bilder tiefster menschlicher Vertommenheit nur ganz selten in den Gerichtsfälen der Großstädte entrollt werder: Diese Verbrecherfamilie lebte am Lande, in der Atmosphäre patiarchalischen Konservatismus und strenger Religiosität. Nach der ntfehlichen Leidensgeschichte der Armenhäuslerin, über die wir gesten berichteten, heute wieder ein neues grauenhaftes Sittenbild vom Landel Das heuchlerische Geschwäß von den großstädtischen Lasterhelen sollte angesichts dieser bernichtenden Beugnisse endlich verstummen! Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutfches Reich. den Streifenden gehören etwa 100 der christlichen Organisation, die 400 Tischler in Bosen befinden sich feit Montag im Streit. Von übrigen dem Holzarbeiter Verbande an. Die Ausständigen verlangen nur eine geringe Lohnaufbefferung, doch wurden die den Unternehmern sellen zum Streit gezwungen waren. Die Situation ist für sie eine zur Anerkennung vorgelegten Tarife nicht anerkannt, so daß die Gesehr günstige; schon am Dienstag haben 19 Unternehmer die Forderungen bewilligt und dürfte, da mit den maßgebenden großen Firmen Einigungsverhandlungen fchiveben, der Streit bald beendigt sein. 3uzug ist jedoch streng fernzuhalten. " Die Hafenarbeiter in Danzig streifen bereits seit dem 15. April, weil die liberalen" Reeder den Tarif, der drei Jahre bestanden hat, fündigten und vor dem von den Arbeitern angerufenen Einigungsamt erklärten, sie würden überhaupt nie mehr auf einen neuen Tarif eingehen, sondern sich die Freiheit sichern, die einzelnen Arbeiter nach der jeweiligen Leistung zu entlohnen. Der Streit der Steinsetzer und Berufsgenossen in Lübeck ist mit einem teilweisen Erfolg für die Arbeiter beendet worden. Alle drei Stategorien( Steinseher, Rammer und Hilfsarbeiter) erhalten zivei Pfennige Lohnzulage pro Stunde, außerdem ist für Ueberlandarbeit Fahrgeldentschädigung zugestanden. Die Organisation ist als Verfretung der Arbeiterschaft anerkannt und mit dieser auch der Tarif auf die Dauer eines Jahres abgeschlossen worden. Die Glaser in Stuttgart streifen, weil die Meister die aufgestellten Forderungen nicht bewilligen wollen. Diese sind: 9% stündige Arbeitszeit, 10 Broz. Lohnerhöhung, Mindestlohn im ersten Gesellenjahre 35 Pf., bis zum 21. Lebensjahre 40 Pf., darüber 44 Pf. für die Stunde usw. Von 136 in Betracht kommenden Gesellen sind 117 in den Streit getreten. Einige Geschäftsinhaber haben bereits bewilligt. Der Streit der Militärschneider. Gestern vormittag hatten sich di Streifenden wiederum so zahlreich wie zu Beginn des nun in die febente Woche dauernden Streits in den„ Arminhallen" versammelt in dem Stand der Lohubetvegung hat sich im wesentlichen nichts geändert. Um nun eine Brücke zur Verständigung mit den Unternehmern zu bauen, machte Ritter im Namen der Ortsverwaltung und der Kommission der Militärschneider den Vorschlag, das Ge werbegericht als Einigungsamt anzurufen. Nachdem das Resultat Die Glasarbeiter des Jfergebirges( Böhmen) stehen wieder hiervon vorliegt, soll über die weiteren Maßnahmen beraten werden. einmal im Streit, um eine geringe Aufbesserung ihrer Löhne durch Abmachungen mit einzelnen Firmen zu treffen, wird von den Auszufezen. Die Fabrikanten verweigern jedes Entgegenkommen und Husland. Die Samme- Lifte Nr. 18 794 zur Reichstagswahl 1903 ist verbeten, dieselbe bei Giebler, Pfalzburgerstr. 67, abzugeben. loren gegangen. Gezeichnet waren 5,80 M. Der Finder wird geRege Weißensee. Die Parteigenossen veranstalten ihre diesjährige Maifeier im Schloß Weißenfee. Die Genossen, welche den Tag durch Arbeitsruhe feiern, find verpflichtet, die Versammlung am Vormittag im Schloß zu besuchen. Näheres im Juserat der heutigen Nummer. Lehmann am Stolp und um 6 Uhr nachmittags in Fangschleuse Erkuer. Am Sonntag, den 3. Mai, nachmittags 2 Uhr, findet bei bei Schulz eine Volksversammlung statt, in der Reichstags- AbReichstagswahl" sprechen wird. Um zahlreichen Besuch ersucht geordneter Arthur Stadthagen über„ Socialdemokratie und Der Einberufer. Lokalen statt: N. Abel, Tempelhof. Germaniaftr. 20; Marien Mariendorf und Umgegend. Die Maifeier findet in folgenden dorf bei Hermann Reicherdt, Feldstraße, Ecke, Ring- Chaussee; Marienfelde bei Dietmann( früher Teutschbein), Großbeerenstraße. Von nachmittags 3 Uhr ab genütliches Beisammensein. Den Damen steht die Kaffeeküche von 3 Uhr ab zur Verfügung. Abends 8 Uhr finden Versammlungen statt. Um recht rege Beteiligung an der Feier wird gebeten. Der Vorstand des socialdemokratischen Wahlvereins. Die Maifeier in Teltow verspricht in diesem Jahre glänzend zn verden. Eingeleitet durch einen Vormittags- Kommers im Derzschen Lokal( Zehlendorferstraße) findet die eigentliche Feier in dem neu ge vorbenen Parteilofal Schweizerhaus Seehof bei Teltow ( C. Belling)" statt. sich ein populäres Stonzert der gesamten Stadtkapelle an. Tanz. Nachmittags 1/3 Uhr Bollsversammlung; dem schließt Schauturnen, Kinderbetuftigungen, humoristische Vorträge werden dazu beitragen, den Tag würdig zu begehen. Parteigenossen, welche Ausflüge machen, find uns herzlich willkommen. In Zehlendorf findet am 1. Mai. vormittags 10 Uhr, Alfenstraße 86, Anglersruh( Juhaber Bellrich), eine Gewerkschaftsbersammlung sämtlicher Gewerkschaften statt. Das Referat hält Genoffe Fu ch 8. Bon nachmittags 4 Uhr ab Zusammenfunft mit Familien daselbst. von Lau, Bismardstraße 10, öffentliche Maiversammlung. Adlershof. Freitag, den 1. Mai, vormittags 91%, 11hr, iin Lokale Tagesordnung: Der 1. Mai und seine Bedeutung für die Arbeiter und Tanz. Grünau. Am Freitag, den 1. Mai, abends 8, Uhr, findet bei Duchauffour, Köpniderstr. 79, eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen statt. Genosse Georg Bernhard spricht über: Die Bedeutung des 1. Mai. Bezirk Waidmannslust. Am 1. Mai abends 8 Uhr, bei A. Kuhn, Waidmannslust: Volts- Versammlung. Tagesordnung: Bedeutung des 1. Mai. Am 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, bei H. Koll, Dalldorf: Volfs Versammlung. Referentin: Frau Emma Jhrer. Die am 2. Mai fällige Wahlvereins- Versammlung fällt aus. Es ist Pflicht der Genossen, für guten Besuch bei der Versammlungen fräftig zu agitieren. Die fchaft. Referent: Julius Sildebrand. Ferner veranstaltet der| Hause, Bellevueftraße, zu entfernen, wurde abgelehut. Der Friedrichs- 1 Ein schwarzer Radfahrer in Friedenau. Gestern hat im Sport Wahlverein nachmittags von 3 bis 7 Uhr in Wöllsteins Lustgarten hain wird in diesem Jahre durch Aufstellung weiterer 18 Bogen- park Friedenau ein Schwarzer, der Neger Vendredi, welcher in ein Garten- Freifonzert und von 7 Uhr ab im Saal eine Abendfeier, lampen in seinem jetzt noch dunklen Teile erleuchtet werden. Frankreich feit Jahren Distanzfahrten und Dauerrennen mit bestehend aus Festrede, Konzert, turnerischen Aufführungen, Gesang Die Benutzung der Krankenhäuser Berlins durch auswärts wechselnden Erfolgen bestritten hat, sein Training hinter Motorin der Benuzung der Vorort- Krankenhäuser durch wohnende Kranke, meist durch Vorort- Bewohner, hat ihr Gegenstüd führung aufgenommen. Der Neger dürfte an einem der nächsten Rennen im Sportpark Friedenau teilnehmen. Berliner Einwohner. das Verhältnis, das in diesem Punkte zwischen Berlin und CharEin lehrreiches Beispiel hierfür ist Aus den Nachbarorten. lottenburg besteht. Die städtischen Krankenhäuser Berlins nahmen, nach dem neuesten Bericht der städtischen KrankenhausSaal- Abtreiberei durch einen städtischen Rieselgut- Administrator. Deputation, im Etatsjahre 1901/02 aus Charlottenburg 240 Strante auf. Seit September vorigen Jahres stellt der Gastwirt Balde in Andrerseits gewährte das städtische Krankenhaus von Charlottenburg in Großbeeren der Arbeiterschaft seinen Saal zur Verfügung. Indemselben Jahre, nach dem Verwaltungsbericht des Charlottenburger zwischen hat jedoch Herr Balde sein Wort gebrochen und seinen Magistrats, 203 Berlinern Aufnahme. Hierbei ist zu beachten, daß Entschluß, seinen Saal der Arbeiterschaft zu Versammlungen nicht viel öfter Berlin für Charlottenburger als Charlottenburg für mehr herzugeben, im„ Teltoider Kreisblatt" veröffentlicht. Berliner der Beschäftigungsort ist, nach dem Ergebnis der letzten Volkszählung das eine 13 512 mal, das andre mur 5643 mal. Be- Arbeiter- Radfahrer Berlins und Umgegend, welche sich als sehr wertmerkenswert ist auch, daß in Charlottenburg seit drei Jahren die volle Bundes- und Kampfgenossen bei allen Wahlen bewährt haben, Krankenaufnahmen aus Berlin im Steigen sind; im Jahre 1899/1900 erhielten von der Saalverweigerung Baldes Kenntnis und machten gegen sind seit vier Jahren die Krankenaufnahmen hatten erst 166 Berliner dort Aufnahme gefunden. In Berlin da- am 26. April bei einem Ausfluge nach Marienfelde, wo sich Charlottenburg im Sinfen; im Jahre 1898/99 ganz per Zufall etivas über 250 Arbeiter= Radler waren noch und -Radlerinnen zusammenfanden, den Versuch, den Wirt 309 Charlottenburger aufgenommen worden. Die Gesamtzahl der Aufnahmen auswärtiger Kranken ist übrigens in der Charlotten- eines Beſſeren zu belehren und den Saal zurück zu erobern. burger Anstalt verhältnismäßig noch größer als in den Berliner Fünf bewährte Genossen, darunter auch ein Stadtverordneter, Anstalten. Im Jahre 1901/02 hatte Charlottenburg unter 4402 Auf- radelten dem langen Zuge in schnellem Tempo vorauf, um in nahmen 459 von außerhalb( 101, Proz.), Berlin dagegen unter ruhiger Weise mit dem Wirt zu verhandeln. Herr Balde blieb 30 788 Aufnahmen 2582 von außerhalb( rund 8 Proz.) Doch haben jedoch bei seinem Entschluß, weil er, wie er sagte,' dem Herrn Amtssich auch in Charlottenburg die auswärtigen Kranken in den letzten vorsteher Giese, welcher als städtischer Riefelguts- Administrator ein Jahren ähnlich wie in Berlin vermindert. Im Jahre 1898/99 zum Berliner städtischer Beamter ist, sein Wort gegeben habe, feinen Beispiel waren die Aufnahmen von außerhalb in Berlin noch Saal zu Arbeiterversammlungen nicht mehr zur Verfügung zu stellen. 11 Proz., in Charlottenburg noch 12 Proz. aller Aufnahmen Darauf aufmerksam gemacht, daß er doch auch der Arbeiterschaft gewefen. sein Wort sogar schriftlich gegeben habe, seinen Saal herzugeben, V Friedrichsfelde. Allen Genossen und Gewerkschaftlern zur Kenntnis, daß am 1. Mai, vormittags 10 Uhr, im Lokal von Bube eine Volts Versammlung stattfindet. Referent: H. Schubert. Nachmittags von 3 Uhr an: Allgemeine MaiGenosse feier, bestehend in Konzert, Theater und Tanz. Maimarke in der Versammlung. Ober- Schöneweide. Die Maifeier ist auch in diesem Jahre verboten worden. Deshalb findet abends 7 Uhr in Wilhelminenhof eine öffentliche Versammlung statt, in der Genosse Emil Girbig referiert. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein. Die Genossen, welche die Arbeit ruhen lassen, gehen nach Köpenick zur Vormittagsversammlung. Lokales. Die am 2. Mai erscheinende Extra- Nummmer unfres Blattes wird nachmittags von 4 Uhr ab an die Spediteure ausgegeben. Städtische Socialpolitik. Die sociale Fürsorge der städtischen Verwaltung für die in den Betrieben der Stadt beschäftigten Arbeiter gerät doch recht oft ganz erheblich in die Brüche. So ist jetzt auf den Rieselgütern eine Frage aktuell geworden, die sich ganz natürlich entwickelt hat, bei der man aber nicht recht weiß, wo ein noch aus. aus fo wenn Die Betriebs- Krankenkasse der Straßenbahner faßte in ihrer rückte er, sichtlich verlegen, mit der Sprache heraus und erklärte, daß Generalversammlung am Dienstag folgende Hauptbeschlüsse: 1 Zum ihm der Herr Amtsvorsteher sogar damit bedroht habe, ihm 1. Oktober d. J. sämtlichen Vertrauensärzten zu kündigen und freie feine Konzession bis auf 10 Uhr zu beschneiden, Arztwahl einzuführen. 2. Den Anschluß an die Centralkommission noch ferner Arbeiterversammlungen bei ihm stattfänden. Inder Krankenkassen zu vollziehen und damit an dem Apotheken- zwischen war der lange Radlerzug eingetroffen und vor dem Boykott teilzunehmen. gefaßt, dagegen erklärte sich allerdings der Betriebsvertreter Richter, gute Geschäft, das er allein durch die Arbeiter- Radfahrer machen Von den Delegierten wurden diese Beschlüsse einstimmig Lokal abgesessen, unsern Bescheid abwartend. Herr Balde, auf das welcher 70 Stimmen, also ein Drittel der abzugebenden Stimmen würde, aufmerksam gemacht, erklärte, nach den Stahlroßreitern zahl repräsentierte. Bekanntlich bewies die Betriebsleitung schon schmunzelnd, daß die Arbeiter als Gäste ihm herzlich willkommen bei der kürzlich stattgefundenen neuen Delegiertenwahl, daß sie den seien. Sein dem Amtsvorsteher gegebenes Wort müsse er indes Es befinden sich da auf einzelnen Gütern, namentlich den älteren, längst erstrebten Neuerungen auf diesem Gebiet nur geringe Sym- halten. eine Anzahl Gutsarme, d. h. alte Arbeiter, die weil arbeitsunfähig, pathie entgegegenbringt, um so wohlthuender berührt die feſte ein schmales Gnadenbrot von der Stadt erhalten. Als sie noch Haltung der Delegierten. Letztere zeigte sich außerdem noch darin, Für diese Freundlichkeit bedankten wir uns; ohne einen Tropfen arbeitsfähig waren, erhielten sie neben dem Lohn das sogenannte daß die Delegierten einer freundlichen Einladung des Herrn Richter, Bier getrunken zu haben, radelten wir nach Teltow- Seehof, wo uns Deputat( freie Wohnung, Kartoffeln, Milch, Gartenland 2c.). Das an einem am felben Abend stattfindenden Feste des sogenannten der Wirt vom Schweizerhaus, Herr Karl Belling, welcher seinen Deputat, namentlich freie Wohnung, ist ihnen zumeist geblieben. Gleich nach Schluß der Versammlung fand dann noch eine Nachfizung hat, aufs freundlichste bewirtete und ein einträgliches Geschäft machte. Aschervereins teilzunehmen, überhaupt keine Beachtung schenkten. Saal aus freiem Antriebe der Arbeiterschaft zur Verfügung gestellt Aber auf diese Weise sind nun die für die thätigen Arbeiter vor- statt, in welcher sich die Delegierten im Beisein des Verbands- Dies der Arbeiterschaft zur Kenntnis. gesehenen Wohnungen knapp geworden. Anstatt nun neue Wohnungen vertreters über verschiedene Angelegenheiten unterhielten. zu bauen, sinnt man darüber nach, wie man wohl diese alten Leute flache ₫ 9036 nur um eine Volksschule handle. Eine militärische Heldenthat fündet ein Nachrichtenbureau Friedenau. Die letzte Gemeindebertreter Sigung aus dem Gutsbezirk abschieben könnte. Soweit es sich um Personen folgendermaßen:" Als gestern die Franzer zur Ablösung mit wählte zunächst den Geh. Kanzleirat omuth zum Schöffen und handelt, die auf Grund des neuen Ortsstatuts von 1901 ein Ruhe- flingendem Spiel die Schloßbrücke passiert hatten, wollten zwei erteilte die Genehmigung zur Erhöhung der Hundesteuer auf gehalt beziehen, glaubt die Verwaltung sehr leicht in der Lage zu Burschen der Milch- Centrale noch schnell vor der Truppe ihr auf der 20 M. Den nächsten Punkt, die Nachbewilligung von 60 000. für sein, dieselben aus dem Gutsbezirk auszuweisen, obwohl gerade die Lustgartenfeite Haltendes Gefährt erreichen. Einem derselben gelang Nachfeier zu der fürzlich stattgehabten Einweihung des Gebäudes. den Gymnasialbau, bezeichnete der Vorsteher treffend als eine schlechte Festsetzung des Ruhegeldes auf Grund der im Gutsbezirke be- es, der zweite versuchte auf den Zuruf seines Kollegen Den Gemeindevertretern blieb nichts übrig als in den ſauren Apfel stehenden Verhältnisse( Wert der Wohnungsmiete 2c.) er= noch gleich hinter dem führenden Offizier hindurch zu beißen. Weiter genehmigte die Versammlung das vorgelegte folgte, so daß diese Leute, wenn sie aus Osdorf, wo zu huschen; ein Schuhmann hatte sich schon vergeblich bemüht, Projekt zu einem Volksschulgebäude auf dem 698 Quadratdie Angelegenheit zur Zeit am brennendsten ist, abgeschoben seiner habhaft zu werden, fast war der Junge durch, da padte meter großen Grundstück zwischen Gozler- und Rheingaustraße. Das werden und nach dem benachbarten Groß- Lichterfelde ziehen, ganz ihn die eiserne Faust des linken Flügelmannes. Einen Grundstück ist groß genug, um das Schulhaus späterhin so auszubauen, erheblich höhere Kosten für Wohnungsmiete aufwenden müssen. Wie Augenblick schwebte der kleine blaubejadte Bengel in der daß es 74 Klassen aufnehmen, also ca. 3500 Schülern Unterkunft bieten man die übrigen aber, in Osdorf sind es zur Zeit ca. 17, die durch Luft und gleichzeitig trafen ihn ein paar feste, kann, was die Höchstzahl sein dürfte, die bei vollständiger Bebauung Gemeindebeschluß Anspruch auf freie Wohnung haben, Ios werden Säbelhiebe des Offiziers über den Rücken, ein Rud von empfohlene Bau soll 24 Klassen enthalten, welche mit den schon unsres Vorortes in Betracht kommt. Der zunächst zur Ausführung will, ist rätselhaft. Den Unterstützungswohnsiz haben die Ersteren der Hand des Grenadiers und er flog in die des rechten Flügel- bestehenden 24 zusammen voraussichtlich bis 1910 ausreichen werden. sowohl als auch die Legteren im Gutsbezirk. Sollte es nun wirklich mannes und von dieser in die weit geöffneten Arme der heiligen Der Gemeindevertreter Schremmer wünschte die Klassenzimmer durch Ueberredung gelingen, die Leute zu veranlassen, nach einem Hermandad, die dann für seine weitere Expedierung so groß zu bauen, daß sie bis 70 Schüler faffen könnten. Auf andern Ort zu ziehen, so kann sehr leicht, ja es ist doch fast mit sorgte. Humpelnd, heulend, sich den Rücken reibend den Einwand, daß das im Interesse des Lehrerfolges nicht angängig Sicherheit anzunehmen, der Fall eintreten, daß die Leute der öffent- und dabei laut versichernd, er würde nie wieder„ mang die Soldaten sei und die Klassen des Gymnasiums ja auch nur 30-50 Schüler lichen Armenpflege anheimfallen. würdig wäre, wenn solche Zustände eintreten sollten, bedarf keiner Wilhelm- Brücke seiner harrte, um dort unter dem Hohngelächter punkt der oftelbischen Junker! Daß es der Stadt Berlin nicht gehen", eilte er später zu seinem Milchwagen, der auf der Kaiser aufwiesen, meinte der bildungsfreundliche Herr, daß es sich hier ja Das ist auch der StandErläuterung. Es muß übrigens einmal auch an dieser Stelle ausgesprochen empfangen zu werden." seiner Kollegen und den Flüchen seines Kutschers nicht gerade sanft punkt der oftelbischen Junker! Groß- Lichterfelde. Der von den zunächst beteiligten Interwerden, daß, wenn die in städtischen Betrieben beschäftigten An diesem Akte von Militärjustiz Kritik üben, hieße in diesem essenten, den Bodenspekulanten und Bau- Unternehmern einerseits Arbeiter nicht zu ihrem Recht kommen, dies in vielen Fällen an Falle wirklich den für sich selbst sprechenden Sachverhalt ab- und den hiesigen Billenbefizern andrerseits geführte Kampf um die der Gleichgültigkeit, wenn nicht gar Böswilligkeit der Herren Beamten schwächen! Bau- Ordnung hat nun in einer jüngst stattgefundenen Versammlung liegt. So haben z. B. die Stadtverordneten- Versammlung und der durch fast einstimmige Annahme einer Resolution zu Gunsten der Magistrat beschlossen, daß dem Arbeiter im Erkrankungsfalle in der Schlimme Folgen hat die gerade vor einem Jahr erfolgte Ver- landhausmäßigen Bebauung vorläufig fein Ende erreicht. Als bemerkenswert und die Zustände in unsrer Gemeinde kenn haftung ihres Ehemannes für die Frau des Erfinders Hermann Ganswindt gehabt. Die Verhaftung wurde damals in Gegenwart zeichnend muß eine Behauptung des Rechnungsrates Gebauer in der Frau Ganswindt und ihrer sieben unmündigen Kinder vor- jener Versammlung bezeichnet werden, daß der Amtsvorsteher durch die genommen, und nicht nur dem Verhafteten, sondern auch seiner aus Villenbefizern bestehende Majorität der Baukommission sich habe In der Kanalisations- Deputation tam die Sache kürzlich zur Frau wurden fast alle Geldmittel beschlagnahmt, das Ganswindtsche verleiten lassen, in ungefeglicher Weise einem Baumeister die BauSprache. Wer nach überstandener Krankheit nicht wieder in den Etablissement versiegelt. Frau Ganswindt bekam eine so nachhaltige genehmigung zu verweigern. Nach den bisher gemachten Erfahrungen Betrieb eintritt, bekommt überhaupt nichts! Die Differenz wird nicht Nervenerschütterung, daß sie seitdem fortgesetzt an beängstigenden bei allen andern Anlässen weit geringfügigerer Natur mußte man etwa jede Woche mit dem Krankengeld ausgezahlt, sondern erst, Träumen litt, in denen sie wähnt, daß sie und ihre Kinder von der annehmen, daß der Gemeinde- und Amtsvorsteher in der Gemeindewenn die Krankheit überstanden ist. Daß der erkrankte Arbeiter das Polizei getötet würden. Am 17. April, am Jahrestage der Ver- vertreter- Sigung vom Montag zu dieser Behauptung Stellung Geld während der Krankheit am notwendigsten, nämlich zur Wieder- haftung, erschütterte die Erinnerung an die Verhaftung fie so sehr, nehmen und fich rechtfertigen werde. Geld während der Krankheit am notwendigsten, nämlich zur Wieder- daß sie vorzeitig niederkam. Nach der Entbindung stellten sich als alle Erwartung nicht geschehen und es ist an der RichtigHerstellung seiner Gesundheit braucht, dieser Gedanke scheint den bald Fieberphantasien ein, die sich alle auf die erschütternden Erleb- feit jener Behauptung wohl nicht mehr zu zweifeln. Herren gar nicht zu kommen. Meldet sich der Arbeiter gesund und nisse beziehen. Die Kranke, jetzt Mutter von acht Kindern, die im Das neu zu errichtende Amtsgerichtsgebäude soll zum 1. April 1905 tritt er wieder in Arbeit, so erhält er die Differenz auch noch nicht 37. Lebensjahre steht, bisher nie frant war und von zwei Special- bezogen und in feinem Aeußeren dem örtlichen Charakter entetwa ohne weiteres, sondern er muß erst ein Bittgesuch einreichen, ärzten behandelt wird, liegt fast hoffnungslos danieder. sprechend ausgeführt werden. Die für Errichtung eines eigenen Physik- Lehrzimmers notwendig werdender Kosten von ca. 600 M. wurden bewilligt. Beitrages von 100 m. hatte ein eigenartiges Ergebnis. Während Ein Antrag der Verkehrsvereinigung um Bewilligung eines Schöffe Lange den vollkommen zutreffenden Etandpunkt vertrat, daß man sich doch an die Grundstüdspekulanten, de in erster Linie durch die geschaffenen Verkehrserleichterungen und Versesseringen Millionen ergatterit, wenden möge, konnten einige andre Geneindevertreter nicht umhin nach Art der amerikanischen Auktion sich gegenseitig in der Erhöhung dieses verlangten Zuſchuſſes zu überbieen. Die Verkehrsvereinigung erhält statt der verlamten 100-150 m. Regel mindestens 6 Wochen die Differenz zwischen Krankengeld und Arbeitslohn ausgezahlt wird. Was haben nun die Herren Beamten aus diesem wohlmeinenden Beschluß gemacht? abhängig ist. Mit andern Worten: Wer bei Vorgesezten nicht gut gut angeschrieben ist, bekommt dessen Bewilligung von der guten Führung des Arbeiters Durch das Blasen einer Kreissäge tödlich verunglückt ist heute seinem morgen der 35 Jahre alte Arbeiter Karl Engel aus der Faldensteinnichts. straße 28, der in der Baumaterialienhandlung der Gebrüder Kretschmar So wird die von den Gemeindebehörden beschlossene Wohlthat auf dem Bößewschen Grundstück in der Greifswalderstr. 186/87 bedurch untergeordnete Organe für die Arbeiter zur Zuchtrute gemacht! fchäftigt war. Als Engel ein neues Stück Rundholz zum Zerschneiden Daß die Differenz nicht allwöchentlich an die erkrankten Arbeiter anlegte, sprang die Kreissäge in drei Teile, die mit großer Wucht ausgezahlt wird, wird von den Beamten auf betriebstechnische Gründe auseinanderflogen. Ein Stück traf ihn an der Stirn und spaltete ihm zurückgeführt. Ob die Herren Verständnis dafür hätten, wenn man den Kopf, so daß aus der klaffenden Wunde das Gehirn heraustrat; ihnen ihr pränumerando zu zahlendes Gehalt während der der Unglückliche war ſofort tot und seine Leiche wurde nach Aufnahme des Thatbestandes nach dem Schauhause gebracht. Er hinterläßt seine Frau mit drei Kindern. Krankheit nicht auszahlen würde? Unfre Genossen, welche in den einzelnen Verwaltungsdeputationen fizen, werden gut thun, ein wachfames Auge auf diese Dinge zu richten. Das ist nun wider Gerichts- Zeitung. Pommersche Hypothekenbank. frau Henriette Donnerdich aus der Reichenbergerstr. 84 geworden. Ein Opfer des Straßenverkehrs ist die 52 Jahre alte ArbeiterAuf dem Heimwege von ihrer Arbeitsstelle geriet sie vor einigen Die juristische Sprechstunde fällt am 1. Mai des Arbeiter- Feier- wich, unter einen Omnibus, von dem ein Vorderrad ihr über die Tagen, als sie am Kottbuser Thor eine. Straßenbahnwagen ausDer Zusammenbruch der Pommerschen Shtothekentages wegen aus. Brust ging und sie so schwer verletzte, daß sie jetzt im Krankenhaus Aktienbank wird wahrscheinlich die 7. Straffamme: des LandBark- Deputation. Die Mitglieder der Park- Deputation unter am Urban starb. gerichts I vom 1. Mai ab mehrere Wochen lang beschäfigen. Die Anwesenheit des Oberbürgermeisters nahmen fürzlich am Denkmal Friedrichs d. Gr. eine angelegte Probehecke in Augenschein. Wie witwe Jda Ritter geb. Becker aus der Mezerstr. 14, die seit dem wird behauptet, daß die Verhältnisse der Bank von Anfang an nicht Als Leiche wiedergefunden wurde die 48 Jahre alte Arbeiter mit einem Grundkapital von 800 000 Thaler gegründet, und zwar Pommersche Hypotheken- Aktienbank wurde im April 1867 in Köslin bekannt, bilden die Linden nach ihrer Umgestaltung das Schmerzens- 3. d. M. verschwunden war. Frau Ritter war seit dem Tode ihres sonderlich gut gewesen seien. Im Jahre 1876 erhielt die lank das kind der städtischen Behörden, die angelegten Rasenstreifen hinderten Mannes, der vor zwei Jahren starb, schwermütig, doch schien sich Recht, den 15fachen Betrag des Grundkapitals an Hypothekenbriefen das Publikum nicht, beim Passieren des Kaisers über dieselben ihr Leiden in der legten Zeit gebessert zu haben. Während ihre auszugeben, ihr Geschäftsgang war aber so schlecht, daß je von hinwegzustürmen und rücksichtslos die jungen Gräser niederzutreten. beiden erwachsenen Söhne am 3. d. M. auf ihrer Arbeitsstelle diesem Recht nur in geringem Umfange Gebrauch machen onnte. Dieses rücksichtslose Vordrängen diefer Sorte von Publikum veranlaßte den Polizeipräsidenten, die Rasenstreifen durch Waschleinen waren, verließ sie die Wohnung und kehrte nicht wieder zurüd. Mehrere Jahre hindurch konnte sie keine Dividende zahlen. Im ihre Leiche am Plan- Ulfer aus die von lung der Aktionäre beschloffene Zusammenlegung der Aktien on 3 Millionen auf 2 400 000 M. Der daraus sich ergebende Nebr schuß von 600 000 M. wurde als Special- Reservefonds gebuct. Im Mai 1888 fand im Auftrage des Landwirtschaftliche Ministeriums eine außerordentliche Revision statt. Dann wurde di Beschaffung neuen Kapitals, die Bildung einer Immobilienbank" und die Verlegung des Hauptgeschäfts nach Berlin in Betracht ge= zogen. Durch Konvertierung der Pfandbriefe wurde eine Binsersparnis von jährlich 70 000 M. ermöglicht, und darauf in Höhe ausgegeben, wofür in gleicher Höhe Pfandbriefe aus dem Verkehr abzusperren, so daß die Linden in dem jeßigen Zustande einem großen dem Landwehrkanal. Trodenplage gleichen. Um diesen lächerlichen Zustand zu beseitigen, " beauftragte die Barkdeputation den Gartendirektor Mächtig, probeweise Polizeilich beschlagnahmt wurden die Leichen der 38 Jahre alten eine niedrige lebende Hecke anzulegen. Nach der Besichtigung wurde Ehefrau Auguste des Straßenbahnschaffners Zühlsdorf geb. Net einstimmig beschlossen, in der Straße Unter den Linden in ihrer bach vom Luisen- Ufer 55 und des 76jährigen Arbeiters Friedrich ganzen Länge an beiden Außenseiten der Rasenstreifen eine lebende Müller aus der Weberstr. 13. Frau Bühlsdorf, die morgens noch Hede von ungefähr 60 Centimeter Höhe und 80-100 Centimeter gefund gewesen war, wurde von ihrem Manne bei der Heimkehr Breite anzulegen, um so das Durchbrechen des Publikums zu ver- vom Dienste schwerkrank angetroffen und starb gleich darauf unter hindern. Die Arbeiten sollen unverzüglich in Angriff genommen den Händen der Aerzte. Müller flagte nur wenige Minuten über werden. Im weitern wurde beschlossen, die Kosten für die Pflasterung Stopfschmerzen, verlangte ein Glas Waffer, fiel damit, nachdem er der Wege auf dem Wörtherplaze im nächstjährigen Etat einzustellen. es kaum an die Lippen gesetzt hatte, um und verschied auf der von 933 600 M. auf dem Immobilienbefit fundierte Schuldscheine Das Verlangen des Herrn Gerson, zwei Bäume vor seinem Stelle. " inf Verfammlungen. über die " gezogen wurden. Die Aftionäre hatten außerdem Zuzahlungen in gehe. Mit diesen Einwänden hatte der Revisionsfläger jedoch kein| geheure Stimmenzahl den Beweis zu erbringen, daß die deutsche Höhe von 1077 973 M. zu leisten. Glück, und somit hat nun auch die letzte Justanz bestätigt, daß der Arbeiterschaft gar nicht daran denkt, das Tischtuch zwischen sich und Der jekt angeklagte Kommerzienrat Johann Wilhelm Schult fönigl. bayrische Oberamisrichter Reischel sein Dienstmädchen in der Socialdemokratie zu zerschneiden. ift anfangs 1890, etwa 1 Jahr nach dem Direktionsantritt des menschenunwürdiger Weise" behandelte. jekt angeklagten Karl Friedrich Ato me id Direktor der Bant geIm Anschluß an den Vortrag, der wiederholt durch stürmische worden. Im Jahre 1890 wurde unter ihrer Acgide die ImmobilienZustimmungskundgebungen unterbrochen wurde, wendete sich Genossin elle Frau Meich namentlich ant die mit Verkehrsbank gegründet sowie die Niederlassung in Röslin aufFrauen der Aufs gegeben und der Sitz der Gesellschaft nach Berlin verlegt. Ter Sie forderung, gerade jetzt für ihre Interessen einzutreten. Zweck der neugegründeten Immobilien- Verkehrsbank war, der verwies darauf, daß die Frauen, die völlig rechtlos sind, die unter Pommernbank unverwendbare Grundstücke abzunehmen, zu dem Dienstag bei Keller, Koppenstraße, stattfand, wurde seitens unsrer von den bürgerlichen Parteien nichts zu erwarten haben. Sie Bierter Wahlkreis. Durch eine Riesenversammlung, die am den schlechten Verhältnissen ebenso sehr wie die Männer leiden, felben Zweck wurde bald darauf die Gesellschaft m. b. H. Schumacher Barteigenossen im vierten Berliner Reichstags- Wahlkreise die eigent- erinnerte daran, daß Millionen erwerbsthätige Frauen und Mädchen 1. Co." gegründet. Im Jahre 1897 wurde in der Behrenstraße an der liche Wahlbewegung eingeleitet. Der große Saal, aus dem die von dem Unternehmertum in der schlimmsten Weise und noch mehr Ede der Markgrafenstraße ein neues Direktionsgebäude mit einem Tische infolge des folossalen Andranges entfernt werden mußten, als die Männer ausgebentet werden und Kostenaufwande von 2 641 000 m. errichtet. Der Verwaltungs- und die umfangreiche Galerie waren bis die notwendigsten aufwand der Bank betrug im Jahre 1900 rund 750 000 M. Schulz und Romeid sind, ehe sie Direktoren der Pommernbank Kandidat Der Reichstags= Abgeordnete den legten Winkel Schutzmaßregeln, wie sie von der Socialdemokratie gefordert, gefüllt. und socialdemokratische von den bürgerlichen Parteien und der Regierung abgelehnt würden. wurden, jahrelang bei der Preußischen Hypothekenbank thätig ge- lautem des Kreises, Genosse Paul Singer, mit Die Rednerin fordert schließlich die Frauen auf, sich dem Frauenwesen. Sie haben die Sandensche Schule durchgemacht und wie pointenreichen Vortrage Beifall begrüßt, sprach in Wahlverein anzuschließen, um, einem zweistündigen obwohl derselbe infolge der der Kommerzienrat Sanden auch ihrerseits eine Reihe von Tochter- wahl und die gegnerischen Parteien. Einleitend bat er, zu ent- funden, daß die Frauen den festen Willen haben, mit allem Nachbevorstehende Reichstags- reaktionären Gesetzgebung nur einige Monate bestehen wird, zu begesellschaften gegründet, um umfangreiche Terrainspekulationen, den schuldigen, wenn er bis zur Wahl nicht wieder im Kreise sprechen druck für ihre politischen Rechte einzutreten, im übrigen aber An- und Verkauf von Aktien usw. zu ermöglichen. So wurden außer der Immobilien- Verkehrsbank und Schumacher u. Co. noch die unsre Partei werde, denn er wolle hinausgehen ins Land, um dort für dafür zu sorgen, daß am 16. Juni ein Reichstag gewählt wird, der Medlenburg- Strelitzsche Hypothekenbank, die Immobilien- Erwerbs- hätten. zu wirken, 100 wir feinen gefestigten Si dem Grundsatz huldigt: Gleiches Recht für alle! ( Lebhafte Zustimmung.) Dann folgte, Schlag auf gesellschaft und die Vereinigung für Grunderwerb begründet. Der Schlag, cine vernichtende Kritit der konservativen Partei, die noch eine kurze Diskussion im Sinne des Referats. Den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte Siz der Strelikbank war in Neustrelitz und eine Zweigniederlassung dem anwesenden Schriffteller Wegner als Kandidaten im Kreise in Berlin. Gegner hatten sich trotz wiederholter Aufforderung nicht zum Die Zulaſſung der Aftien und Pfandbriefe der Strelik aufgestellt hat und in ihrem Flugblatt die Socialdemokratie sowie Wort gemeldet. Nachdem der Vorsitzende Mars noch ersucht hatte, bank zum Handel an der Berliner Börse begegnete großen Schwierig Singer als Vertreter des internationalen Kapitals in hinlänglich be- eine recht rege Thätigkeit zu entfalten, erfolgte der Schluß der feiten, fie wurde erst im Beschwerdewege durchgesezt. Jahre 1897 von der Pommernbank beantragte weitere Zulassung Förderer des Volkswohls empfiehlt. Die im kannter dummer Weise verunglimpft und Wegner als wahrhaften imposanten Versammlung mit begeisterten Hochs auf die völkervon 50 Millionen 4prozentiger Pfandbriefe der Streligbank wurde wies unter häufigen stürmischen Beifallsbezeugungen der VerRedner hob hervor und befreiende Socialdemokratie und den Kandidaten Genossen Ledebour. Berliner Naturheilverein II. Heute abend 8%, Uhr, Böhmisches vom deltesten- Kollegium abgelehnt. Daraufhin sollen Schulz und sammlung im einzelnen nach, daß die konservative Partei stets Brauhaus, Landsberger Allee 11: Großer Vortrag von Frl. M. Stube über: Romeid ihren gesamten Aftienbesitz von über 4000 000 2. zum in erster Reihe stand, wenn es die wirtschaftliche Ausbeutung Die moderne Geißel des Menschengeschlechts oder das nervöse Jahrhundert. Surse von 140 Proz. an die Immobilien- Verkehrsbant verkauft und die politische Entrechtung und Knechtung der großen haben, welche die dazu erforderlichen Mittel gegen Hinterlegung Voltsmafien galt. einer entsprechenden Anzahl Hypotheken wieder von der Pommern und an die Zuchthausvorlage. Es erscheine ihm als der Gipfel der Redner erinnert u. a. an die Umsturzvorlage bank erhielt. Sämtliche Tochtergesellschaften waren in dem Pracht- Unverfrorenheit, daß die Partei in ihrem Wahlflugblatt für den gebäude der Pommernbant untergebracht und wurden von den vierten Wahlkreis behaupte, sie sei für den Ausbau der deutschen der wikige Bursche es verstanden, dem Maigedanken des Proletariats in Die Mainummer des„ Südd. Postillon" liegt uns vor. Wieder hat Direktoren Schulz und Romeick vollständig beherrscht. Sie sollen Volksrechte.( Stürmischer Beifall.) Auch über die Freisinnsmannen, Wort und Bild trefflich gerecht zu werden. Auf der Titelseite bekränzt ein ungeſehmäßig mit dem Gelde der Pommernbank sehr umfangreiche namentlich über Eugen Richter und seine Getreuen, die in dem Arbeiter den Kopf der Kolossalstatue der Freiheit, die sich vom hellen Hinter Terminspekulationen für eigne Rechnung betrieben und Pfandbriefe großen parlamentarischen Kampfe um die Volkswohlfahrt den Brot- grunde in düsterer Bronze gewaltig abhebt, mit den weißen Blumenkindern ausgegeben haben, für welche die vorgeschriebene Dedung nicht vor- wucherern eine Stüße boten, fagte Redner manch treffendes Wort, handen war. Ferner sollen sie Hypotheken auf ertraglose Grund- indem stücke oder noch im Bau begriffene Häuser als Pfandbrief- Deckung Liberalismus und Socialismus betonte. Dann verbreitete er sich Schlußzeichnung der edlen Königstreue des deutschen Ordnungsbürgers ein er besonders auch die principiellen Gegensäße zwischen Weise auf der Junenseite ein Bild der Wahlzukunft entwirft, während die An den heiligen Hammurabi wendet sich der Zeichner, der in lustiger aufgeführt und diese Unterlagen in den Bilanzen falsch angegeben in populärer Darstellung über die Bedeutung von Handelsverträgen, stimmungsvolles Denkmal sett. haben. Das Aktienkapital der Pommernbank ist im Laufe der Zeit die uns nicht vom Ausland abschließen, und führte weiter aus, daß auf 15 Millionen Mark erhöht worden. Krieg und Frieden- eine Walpurgis- Phantasie, Proletariers Maigefang, Sie soll schon 1897 in der neue Reichstag außer über diese hochwichtige Angelegenheit ein prächtiges, fangliches Mailied wären aus dem fertlichen Inhalte hervor Vermögensverfall gewesen, dieser Zustand aber durch allerlei künft auch noch über manches andre zu befinden haben werde, was die zuheben. Alles in allem bietet die Mainummer des" Südd. Postillon" Tiche Mittel verdeckt worden sein. Insbesondere wurden Grundstücke Freiheit und Wohlfahrt des Volkes angehe. wieder einen beredten Beweis für die unerschöpfliche Fülle von Anregungen, weit über ihren Wert beliehen, Geld zur zweiten Stelle gegeben Moloch des Militarismus und Marinismus, an die Aufgaben der An dem nimmersatten die Wiz und frohe Zeichenkunst aus dem Maifestgedanken zu schöpfen sowie Gasthöfe und ländliche Grundstücke beliehen. Der Zusammen- Socialreform, an die auf Vernichtung des Koalitionsrechts abverstehen. bruch des ganzen fünstlichen Gebäudes erfolgte beim Zusammenbruch zielenden Bestrebungen der Scharfmacher müsse bei der Wahl gedacht der Sanden- Banken. Im Frühjahr 1901 fand ein riesiger Rückfluß werden und nicht zulegt an die Propagierung der socialistischen Ideen von Pfandbriefen der Pommernbank statt; der Kurs mußte schließ- und an die Gefahren, die unzweifelhaft dem allgemeinen, gleichen und lich gestrichen werden und die von der Behörde vorgenommene Re- geheimen Wahlrecht drohen, das noch auszudehnen wir bestrebt seien. vision brachte dann die faulen Zustände, dis an der Pommernbank Redner schloß mit einem flammenden Appell zum Eintritt in den herrschten, zu Tage. Die künstlich gehaltenen Kurse, welche kurz Wahlkampf, der zu führen sei, als wäre der vierte Kreis zum ersten vor dem Zusammenbruch noch 144 Proz. notierten, wurden völlig mal zu erobern. Er gehe in den Kampf draußen im Lande mit wertlos. Hohenzollern, sondern auch als Hauptstadt der Socioldemokratie dem Wunsche, am 16. Juni Berlin nicht nur als Hauptstadt der wiederzusehen und im vierten Wahlkreise von einem Siege mit einer Stimmenzahl zu hören wie nie zuvor.( Donnernder, lang anhaltender Applaus.) Schulz und Romeid haben sich nun wegen Betruges, Untreue, Bilanzverschleierung, Verlegung des Aktiengesetzes und des Hypothekenbant- Gesetzes auf Grund der§§ 263, 73, 74, 47 und 49d des Strafgesetzbuches und der§§ 249, 249b Nr. 1 des alten, der§§ 312 und 314 Nr. 1 des neuen Handelsgesetzbuches zu verantworten. Neben ihnen haben infolge der von ihnen für die Pommernbant abgegebenen Tagen auch der königl.Baurat Hermann Bohl- Gr.- Lichterfelde und der Stadtbauinspektor a. D. Arnold Hanel in Köln- Lindenthal wegen Beihilfe zur Untreue auf der Anklagebant Blak zu nehmen. Die Verhandlung findet unter Vorsiz des Landgerichts- Direktors Heidrich im großen Schwurgerichtssaale statt. Die Anklage wird durch den Staatsanwalt Beed und Assessor Dr. Müller vertreten werden, als Sachverständige fungieren Bankdirektor Boeszoermeny und die gerichtlichen Bücherrevisoren Reuter, Ohme, Bachmann, Kruse und Huschke. Die Verteidigung wird von dem Justiz rat Wronker, Rechtsanwalt Leonh. Friedmann, Justizrat Dr. Sello und Rechtsanwalt Dr. Werthauer geführt. 28. April. " -Gäste haben Zutritt. des Maien. Eingegangene Druckschriften. Vermischtes. über 30 Leichen von Verunglückten, welche die See ans Ufer ges Opfer der See und des Sturmes. Am Strande bei Horst sind schleudert hat, aufgefunden worden. Die Nationalität und die Namen der Verunglückten konnten nicht festgestellt werden, da jegliche Anhaltspunkte fehlen. Höchstwahrscheinlich werden die Leichen in Horst bestattet werden. 43 Minuten morgens hier fälligen Schnellzuges Nr. 39, HeidelbergFrankfurt a. M., 29. April. Die Maschine des um 7 Uhr Frankfurt a. M., ist heute auf der über den Main führenden EisenDer konservative Kandidat Herr Wegner nahm das bahnbrücke entgleist. Der Zug konnte erst am andern Ende der Wort, un allerlei zu reden von seiner Liebe zu den Hohen- Brücke zum Stehen gebracht werden. In die Holzverkleidung der zollern, die Preußen- Deutschland zu einem großen Staate gemacht Brücke wurden metergroße Löcher gerissen; der Bohlenbelag fiel zum hätten, von der Notwendigkeit einer großen Flotte, vom Volfe Juda, Teil in den Fluß. Die Passagiere verließen den Zug auf der Brücke. das immer noch die Unterjochung dergleichen mehr. Er behauptete, für manche Socialreform zu sein der Welt anstrebe, und Der Materialschaden ist unbedeutend. und schloß mit einem Hoch auf den deutschen Arbeiterstand, der ihn wählen möge. Heiterkeitserfolg, der stark mit Elementen grausamen Hohns durch Damit sicherte sich der Herr einen stürmischen jetzt war. Die Versammlung hatte ihn, abgeschen von einigen selbstverständlichen, schnell vorübergehenden Protestfundgebungen mit anerkennenstverter Ruhe zugehört. fie besungenen Notlage der Landwirtschaft legte eine am Freitag, den Eine ländliche Hochzeit. Ein beredtes Zeugnis von der so viel warden allda verzehrt: 7 Schweine, 3 Kälber, 1 Rind, das nötige 24. April, in Groß- Hehlen bei Celle abgehaltene Hochzeit ab. E2 Federvieh, 180 Kuchen und 50 Luffen. worden. „ Hier starb ein armer Diätar, Er hungerte 47 Jahr. Als ihn begruben die Geschwister, Wurden aufgebessert die Minister." " Der verschwundene Sohn des Polizeipräsidenten. Das Elternaus einem A- B- C- Büchlein für konservative Wanderredner geschöpften Zeit in gleicher Eigenschaft nach Stettin versezt worden ist. Für den Genossen Singer war es natürlich leicht, die zumeist haus heimlich verlassen hat der 13 Jahre alte Sohn Jesko des früheren Kieler Polizeipräsidenten v. Buttkamer, welcher vor einiger Weisheiten des Gegenkandidaten abzuthun. Unter andern bemerkte nabe war bereits einmal und zwar im Dezember vorigen Jahres Der Die Presse und der Paragraph vom groben Unfug. Leipzig, er, daß der Marinismus in Deutschland nicht etwa aus der Not- von Hause geflüchtet, doch konnte er damals in Breslau angehalten Der Kaufmann Kästner hatte im Jahre 1878 einen wendigkeit des Schutzes überseeischer Interessen geboren sei, sondern und zurückgeführt werden. Auf die Ermittelung des jugendlichen Geldbrief mit angeblich 25 000 M. von auswärts an seine Frau aus dem Wunsche, auch auf dem Wasser eine starke Macht zu Abenteurers, der den Eindruck eines 16- bis 17jährigen macht, ist in Leipzig geschickt und dann von der Post Schadensersak ver- bilden, und weil man sich gern den Admiral des Atlantischen seitens der Angehörigen eine Belohnung von 300 M. ausgefekt langt, obwohl der Brief überhaupt kein Geld enthalten hatte. Er Oceans nennen möchte. Herr Wegner werde wohl mit wurde 1879 wegen Betrugsversuches verurteilt. Erwähnt mag feinem Liebesgirren um die Stimmen der Arbeiter im 4. Wahlkreis fein noch werden, daß K. im Jahre 1891 von der„ Victoria" 13 000 m. Glück haben. Er ähnele kaum dem Rattenfänger; Humor der Entbehrenden. Die Neue b. Landeszeitung" frischt als Versicherungssumme für einen Unfall erhalten hat und daß er die Flöte, die er geblasen, werde keinen Arbeiter hinter ihn her nachfolgendes Geschichtchen wieder auf. Als vor ungefähr 11 Jahren später noch einmal angab, verunglückt zu sein. Im vorigen Jahre ziehen. Ein Konservativer als Socialreformer fei übrigens eine ein magerer Eisenbahndiätar im 47. Lebensjahre starb, widmeten schrieb er nun einen anonymen Brief an den Vorwärts", in welchem grotesk komische Figur.( Stürmischer Beifall.) ihm dazumal vermutlich seine Kollegen einen Vers an der Wand der Anonymus angab, er habe damals das Geld aus dem Briefe Das Wahlkomitee bilden außer den Vertrauensleuten die Genossen des Amtslokales, wo er in der Nähe gesessen hatte. Der Vers gestohlen und es bei Börsenspekulationen verloren. Jetzt bereue Bader, Biese, Lefebre, Blume, Mann( Osten) und Freh- lautete: er die That; er bitte, den Herrn Kästner zu ermitteln und ihm den land, Erbe, Weise, P. Hoffmann und Jaed( Südost). beigelegten Rest der Summe zu übermitteln. Falls dies nicht möglich Mit einem dreimaligen Hoch auf die Socialdemokratie und sei, bitte er, das Geld der Parteikasse zu übergeben. Der Brief Singer trennte man sich. wurde vom Vorwärts" abgedruckt und an die Staatsanwaltschaft Im was fämpfen wir bei der Wahl? lautete das Thema, über abgeliefert. Es stellte sich nun bald heraus, daß Kästner selbst der das der Reichstags- Abgeordnete Ledebour in einer auch von 65 M. Natürlich wurde diese Inschrift, nachdem sie ein höherer Diese ehemaligen Diätare hatten einen Anfangsgehalt von Absender des Briefes war und die Absicht hatte, sich dadurch zu Frauen sehr start besuchten Volksversammlung für den sechsten Beamter entdeckt hatte, eiligst übertüncht. rehabilitieren, um seinen Prozeß gegen die Victoria" vor dem Wahlkreis referierte, die am Dienstag in der Brauerei Königstadt Ein guter Rat. In einem Eisenbahnwagen auf der Strecke nach Kammergericht günstig zu beeinflussen. Das Landgericht I in tagte. Der Referent wies nach, daß es sich bei dieser Wahl nicht W. entstand zwischen zwei alten Damen ein Streit um das Deffnen Berlin hat nun am 1. November v. J. Kästner wegen groben nur um die materielle Wohlfahrt des deutschen Volkes, sondern des Fensters. Die eine behauptete, sie würde den Tod davon haben, Unfugs zu sechs Wochen Haft verurteilt. Es wurde dabei ausgeführt, der Angeklagte sei sich wohl bewußt gewesen, daß die Ver- auch um die Erhaltung und die sehr notwendige Erweiterung wenn der Kondukteur das Fenster aufmache; die andre erklärte, jie öffentlichung des Briefes eine große Beunruhigung der Be- Voltsstaat, in dem die Souveränität des Voltes zur Geltung schlossen bleibe. Der von beiden Teilen als Schiedsrichter angerufene der politischen Rechte handelt. Denn Deutschland ist kein werde vom Schlage getroffen, wenn das Fenster noch länger gevölkerung wegen der Erschütterung des Vertrauens in die Justiz kommt, sondern ein Staat, der noch vollständig von Beamten Kondukteur wußte sich weder zu raten, noch zu helfen, als ein mite bewirken werde. Thatsächlich sei der Brief durch viele Blätter ge- beherrscht und regiert wird. Der Referent beleuchtete die Wahl- fahrender Passagier auf einen rettenden Gedanken kam. gangen. Auf die Revision des Angeklagten hob das Reichswie agitation, gericht heute das Urteil auf und sprach den Angeklagten frei. So hat der Allgemeine Verein der Handels- und Gewerbe- die eine; nachher machen Sie es wieder zu, dann stirbt die andre; Machen von den Gegnern betrieben wird. Sie das Fenster nur auf, Herr Kondukteur," sagte er; dann stirbt In der Begründung wurde ausgeführt, zur Anwendung des§ 360 11 treibenden mit dem Kandidaten der konservativ antisemitischen auf diese Weise bekommen wir endlich Ruhe." Str.-G.-V. genüge es nicht, daß die Nachricht geeignet war, die Mischmaschpartei Herrn Ulrich an der Spize in einer VereinsRuhe des Publikums zu gefährden. Der Begriff des groben Unfugs Versammlung zu den Wahlen Stellung genommen und hierzu die regenloses. Wetter eingetreten ist, hat sich gestern eine SturmOrfan in Sebastopol. Während bei uns endlich einmal wärmeres, sebe voraus eine grob ungebührliche Handlung, durch welche das Kandidaten eingeladen, um sie auf die Forderungen des Vereins zu tatastrophe in Sebastopol abgespielt. Wie gemeldet wird, brach dort Bublifum in seiner unbestimmten Allgemeinheit belästigt wird der verpflichten. gestalt, daß in dieser Belästigung und Gefährdung zugleich eine wendungen gegen diefe Forderungen nicht zugelassen werden, hatte, plöglich ein starker Orkan aus, der die Dächer von Häusern Obwohl von vornherein feststand, daß EinWerlegung oder Gefährdung des äußeren Besandes der öffentlichen brachte es der Vorsitzende des Vereins doch fertig, den ſocial- hatte, plötzlich ein starker Orkan aus, der die Dächer von Häusern nicht zugelassen werden, gestern, nachdem noch morgens warmes, fonniges Wetter geherrscht Ordnung zur Erscheinung kommt. Nicht jede Belästigung des demokratischen Kandidatender nebenbei zur Zeit gar nicht in Berlin Anzahl von Personen befand, wurde ins Meer entführt; zur Rettung abriß und Bäumte entwurzelte. Eine Barkasse, auf der sich eine Publikums auch durch die Presse falle unter den§ 360 11. war Taß durch die Handlung des Angeklagten der äußere Bestand der lichsten Weise herabzuwürdigen. Die Forderungen des Vereins der weil er der Einladung nicht gefolgt ist, in der ungebühr- Anzahl von Personen befand, wurde ins Meer entführt; zur Rettung der letzteren ging ein Torpedoboot in See. öffentlichen Ordnung verletzt oder gefährdet worden sei, könne aus Gewerbetreibenden laufen lediglich darauf hinaus, den Konsum Erdbeben. Prag, 29. April. In Asch und Umgebung wurden dem Urteil der Vorinstanz nicht entnommen werden. genossenschaften und den Rabatt- und Sparvereinen das Lebens- in den letzten Tagen mehrere Erdstöße wahrgenommen, darunter Der gefühlvolle Oberamtsrichter. Dem Oberamtsrichter M. Reischel licht auszublajen. Nachdem der Redner darauf hingewiesen, daß er gestern nachmittag ein sehr heftiger. in Hollfeld, jetzt in Naila, war seiner Zeit von den" Bamberger selbstverständlich jederzeit gerne bereit sei, in einer Volksversammlung, Pferdescinderei aus Langeweile. Wie sehr sich die Offiziere der N. N." vorgeworfen worden, er und seine Frau hätten ihr Dienst aber nicht in einer Versammlung, wo dem Gegner das Wort nicht chinesischen Besatztruppen langweilen, beweist die Meldung, daß die mädchen menschenunwürdig behandelt, als diese bei ihnen ein Kind gestattet werde, sich mit seinem Gegenkandidaten Herrn Ulrich aus thörichte, zwecklose Pferdeschinderei der Distanzritte nun auch am gebar usw. Reischel hatte den verantwortlichen Redakteur Start einanderzusetzen, gab er seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Beiho eingeführt worden ist. Bei dem Distanzritt handelte es sich Schmidt in Bamberg wegen Beleidigung verklagt. Das Schöffen- Freisinnige Volkspartei bisher noch keinen Kandidaten im um möglichst schnelle Zurücklegung des 126 Kilometer weiten Weges gericht verurteilte Sch. zu 150 M. Geldstrafe, während das Land- sechsten Wahlkreise aufgestellt hat. zu wün zwischen Tientsin und Peking. Dieser Weg ist jetzt in 71%, Stunden gericht Bamberg auf erhobene Berufung hin ein freisprechendes Ur- fchen, daß dies bald geschieht und diese Partei nicht wieder zurückgelegt worden. Die deutschen noch in Tientsin befindlichen teil fällte. Dagegen legte Rt. Revision beim Obersten Landesgericht wie bei der letzten Nachwahl, überhaupt auf eine Kandidatur Offiziere haben diesen Fernritt veranstaltet, zu dem nur ein. Dieses verhandelte am 25. April über die Sache und kam zu in diesem Kreise verzichtet. Der Referent wies durch die Vorgänge chinesische Ponies verwendet werden durften, und an ciner Verwerfung der Revision, da die ziveite Instanz das Gefeß auf auf den verschiedensten Gebieten nach, daß die Freifinnige Bolts- dem 19 deutsche, 6 franzöfifche, 6 japanische Offiziere und die festgestellten Thatsachen, die der Nachprüfung durch die Revisions partei längst alle ihre Ideale vergessen, auf ihre früheren Forderungen 7 deutsche, englische und belgische Nichtmilitärs aus Tientsin teilinstanz entzogen sind, richtig angewendet habe. Der Revisionstläger verzichtet und immer mehr reaktionären und volfsfeindlichen Be- nahmen. Als die vier ersten tomen Nicht militär 3 an, der hatte sich auf den Zwiespalt stützen wollen, der unter den Gerichten strebungen huldige, so daß die Socialdemokratic auch noch verpflichtet ist, fünfte war ein deutscher Offizier. Die Sieger hatten unterwegs nur und darüber herrscht, ob ein Wahrheitsbeweis als erbracht auch dann für die ehemaligen Forderungen der bürgerlichen Demokratie ein 3 wei bis dreimal eine halbe bis eine Minute lang anzusehen ist, wenn Nebensachen sich anders verhalten, als behauptet zutreten. In seinen weiteren Ausführungen unterzog der tefe gehalten und ihre Pferde etwas getränkt, während die deutschen wurde, wenn also der Wahrheitsbeweis nur zum Teil gelungen ist. rent den Militarismus zu Wasser und zu Lande mit seinen materielle: Offiziere, die 10-15 Minuten Pause gemacht hatten, um etwas zu Ferner war behauptet, durch Einstreuung einzelner subjektiver Ur- und fittlichen Schäden für das Volk einer eingehenden Kritik uno füttern, diesen Zeitverlust nicht hatten wieder einbringen können. teile und Bemerkungen habe Redakteur Schmidt einen Mangel an schließlich forderte er die Versammelten auf, in jeder Weise im Vier Pferde gingen ein auf dem Ritt, bei zweien wurde Objellivität bewiesen, aus dem die Absicht der Beleidigung herpor- Interesse der Partei zu wirken, um am 16. Juni durch eine uns der Ritt aufgegeben. Es wäre nur Freitag, den 1. Mai 1903 Schloß Weißensee: Köpenick! Mai- Feier der Parteigenoffen Weißenfees. Die Zahlfelle Köpenick des Deutſchen Maurer- Verbandes Vormittags 10 Uhr: Versammlung der Gewerkschaften. Von nachmittags 4 1hr ab: Grosses Garten- Konzert. Gesangsaufführungen vom Gesangverein Freie Sänger Weißensee". Festrede. In beiden Sälen: Tanz. Herren, die darau teilnehmen, zahlen 30 Pfennig nach. Entree 20 Bf. Kaffeeküche von 3 1hr an geöffnet.( Liter 60 Bf.) Zahlreichen Besuch erwartet 1039b Das Komitee. Socialdemokratischer Wahlverein Rixdorf,| Orts- Krankenkaffe Freitag, den 1. Mai 1903: Mai- Feier in der Vereinsbrauerei, Hermannstr. 214-219 und in Hermann Thieles Festsälen, Bergstr. 151-152. Auftreten der Gesellschaft Strzlewicz. Gesang und turnerische Aufführungen. für die in den Geschäftsbetrieben der Anwälte, Notare und Gerichtsvollzieher, der Krankenkassen, Berufs Genossenschaften und Versicherungsanstalten beschäftigten Personen zu Berlin. 0 Grosses Konzert. genommenen Wahlen find für un Die im November v. Js. vorgültig erklärt worden. Es finden nun Die Wahlen der Delegierten für das Jahr 1903 an den nachstehend bezeichneten Tagen und Orten statt. A. Für Arbeitnehmer: Anfang des Konzerts 4 Uhr. Die Vorstellung findet bei günstiger Witterung in der Vereinsbrauerei statt. In beiden Lokalen: Grosser Ball. 232/10 1. Mittwoch, den 13. Mai er, Entree 20 Pf. im Reftanrant Miegel, StralauerHerren zahlen 30 Pf. nach. Köpenick.- Maifeier 1903. Freitag, den 1. Mai, vormittags 9%, Uhr, im Hotel„ Kaiserhof", Grünstraße 35: Oeffentliche Versammlung für Frauen und Männer. Referent: Genosse Fritz Zubeil. Nachmittags= Feier in Scheers ,, Wilhelmsgarten" und ,, Hotel Kaiserhof". Bokal- und Justrumental: Konzert. Komische Vorträge. Lebende Bilder. Festrede. Tanz. 202/16 Unter gütiger Mitwirkung der Arbeiter- Gesangvereine und des ArbeiterRadfahrer- Vereins Borwärts". Aufang des Konzerts in Scheers ,, Wilhelmsgarten" nachmittags 2 Uhr, im Hotel ,, Kaiserhof" nachmittags 5%, Uhr. Die Kaffeektiche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Eintritt inkl. Tanz 30 Pfg. Die Einlaßkarten haben für beide Lokale Gültigkeit. Das Komitee. Wilmersdorf. straße 57, veranstaltet am 1. Mai, nachmittags 1 Uhr, vom Restaurant" Wilhelmsgarten" durch Köpenick nach dem " Müggelschlos einen Festzug mit Musik und ladet hierdurch die Genossen ein, an demselben zahlreich teilzunehmen. 137/9 J. A.: Franz Hilliges, Achtung! Achtung! Cementierer. Zur Maifeier ersuchen wir die Kollegen Berlins und der VorNümann, Brunnenstr. 188, pünktlich zu erscheinen, da Mailarten außer in orte am 1. Mai, vormittags 82 Uhr, in der Versammlung bei der Versammlung nicht ausgegeben werden. Etwaige Gemaßregelte bitten wir, sich in ihrem eignen Jnteresse am 2. Mai im Bureau zu melden. von 8-9 Uhr abends: Abt. Kranten. Achtung! tassen( Wahl von 14 Vertretern). 2. Freitag, den 15. Mai cr., abends, im Restaurant Arminhallen, Kommandantenstr. 20, Der Vorstand. 10356 Achtung! Bauarbeiter! Nochmals weisen wir darauf hin, daß die Versammlung am bon 6-7 Uhr: Abt. Berufsgenossen- 1. Mai in der Brauerei Friedrichshain vormals Lipps, Am Friedrichsschaften( Wahl von 23 Vertretern); hain, vormittags 10 Uhr, stattfindet, zu der einen regen Besuch erbon 7-8 Uhr: Abt. Bersicherungsanstalten( Wahl von 106 Ber- ivartet tretern); von 8-9 Uhr: Abt. Anwälte, Notare ( Wahl von 91 Bertretern); bon 9-9 Uhr: Abt. Gerichtsvollzieher( Wahl von 5 Bertretern). B. Für Arbeitgeber: Donnerstag, den 14. Mai cr., abends, im Kaffenlokal, Stralauerstraße 56, vorn I rechts, von 7-7, Uhr: Abt. Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Ber ficherungsanstalten( Wahl von 65 Vertretern); von 7-8 Uhr: Abt. Anwälte, Notare und Gerichtsvollzieher ( Wahl von 48 Bertretern). Am 1. Mai, vorm. 10 Uhr, in Wittes Volksgarten, Bahlberechtigt und wählbar find Berliner Straße Nr. 40: Versammlung sämtlicher Gewerkschaften am Ort. Referent: L. Bartels. Bor und während der Versammlung findet die Mai- Abstempelung statt. der Wilmersdorfer Abends: Mai- Feier Parteigenoffen. 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