Nr. 108. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3.30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Aoresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Schutz der ehrlichen Arbeit". An die Thür des fleinen Mannes flopfen jetzt die großen Herren. Fünf Jahre lang haben sie Soldaten, Kanonen und Panzerschiffe bewilligt, haben sie agrarische Liebesgesetze und Zölle beschlossen, alles Dinge, die den kleinen Mann mindestens ebenso hart treffen wie den Proletarier. Jetzt aber soll mit der Rettung des fleinen Mannes ernstlich begonnen werden. Sonntag, den 10. Mai 1903. stammt nicht von heute, sie hat sich auch im Reichstage wiederholt bethätigt. So besigen wir ein Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, eines zur Beschränkung des Haufierhandels, ein drittes, das die Errichtung von Zwangsinnungen hauptsächlich in das freie Ermessen der kleinen Leute selbst stellt. Was zur Rettung des Kleingewerbes im Sinne der Mittelstandsretter noch fehlt, das ist die allgemeine Einführung der Umsatzsteuer und des Befähigungsnachweises. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. mehr als deutlich klar. Beschränkungen der Erwerbsmöglichkeiten, Kleinliche Vorschriften, die den ehrlichen einfachen Mann zur Berzweiflung bringen können, sind an der Tagesordnung; heute ist das Bäckergewerbe, das Gastwirtsgewerbe an der Reihe, morgen wird ein andrer Beruf mit einer Gesezmacherei beglückt, deren Vorteile in keinem Verhältnisse stehen zu der Verbitterung, die durch sie erzeugt wird. Dort, wo der Staat seine Machtmittel zweckmäßig entfalten sollte, beim Submissionsunwesen, bei der Gefängnisarbeit, bei unlauterem Wettbewerb, bei dem Unfug der Konsum, Rabatt- und Beamten- Vereine 2c., bersagt er. Die Wahlen bieten die einzige Möglichkeit, Wandel zu schaffen. Nach dem Eingeständnis der Mittelstandsretter selbst hat aber weder die Beschränkung des Hausierhandels, noch das Gesetz gegen „ Wir dringen darauf", heißt es in einem konservativ- antisemiti ben unlauteren Wettbewerb, noch auch die fakultative Einführung von Um sich gegen den„ ungezügelten Kapitalismus" schützen zu schen Wahlaufruf, der unter anderm auch im sechsten Wahlkreise Zwangsinnungen den Verfall des Handwerks und des Kleinhandels können, verlangen die„ einfachen, ehrlichen Männer" selbst die zügelBerlins verbreitet wird, daß im neugewählten deutschen Reichstage aufzuhalten vermocht. Keines dieser Gesetze entspricht der loseste Ausbeutungsfreiheit gegenüber ihren Arbeitern. Die Beeine kraftvolle mittelstandspolitik getrieben werde... Forderung, daß der Schwache vor dem Starken geschützt werden ſtimmungen, die zum Schuße der Bäcker- und Gastwirtsgehilfen Darum werden wir auch stets dafür eintreten, daß der schädliche solle. Die Beschränkung des Hausierhandels wendet sich nicht gegen getroffen worden sind, erscheinen als drohende Schreckgespenster; und jüdische Einfluß auf unser Geschäfts- und Erwerbsleben in seine die stärksten, sondern gegen die schwächsten und kleinsten unter den um die profitlüsternen Arbeiterfeinde noch graulicher zu machen, wird Schranken verwiesen, daß dem volksausbeuterischen Treiben einer Handeltreibenden. Auch durch Geseze gegen den unlauteren Wett- ihnen das Märchen von der bevorstehenden Einführung einer Arbeitsprofitgierigen Börse Einhalt geboten werde. Wir werden weiter bewerb tann man das natürliche Uebergewicht, das der Starke über losen- Versicherung erzählt. hin der Ausbreitung des Bazarwesens entgegentreten, wie wir dafür dem Schwachen befißt, ebensowenig vermindern, wie man etwa durch So haben sich die vereinigten Innungsmeister das Verdienst forgen wollen, daß dem deutschen Handwerk neben der die Genfer Konvention der Kleineren Armee den Sieg zu garantieren erworben, in diesem Wahlkampfe das wahre Gesicht der MittelstandsIndustrie ein Platz gesichert bleibe." bermöchte. Die Zwangsinnungen sind schließlich keine Fessel für die rettung enthüllt zu haben. Und wenn die nationalen Parteien" Ein Wahlaufruf der„ nationalen Parteien" für den dritten großen Unternehmer, sondern für die kleinen Meister selbst, und ihre von der Socialdemokratie fernerhin behaupten, daß sie sich zu Berliner Wahlkreis fordert, daß die sociale Gesetzgebung auch den Spize haben sie bisher nicht nach oben gegen den Kapitalismus, Gunsten des Großkapitals und zu Ungunsten der ehrlichen Arbeit" fleinen und mittleren Gewerbetreibenden zu gute kommt und erklärt, sondern nach unten gegen die Arbeiter gekehrt. entschieden habe, so werden die Arbeiter wissen, wie„ ehrlich" die daß die Socialdemokratie und der Freifinn im Reichstage Nicht weniger schwindelhaft ist die Forderung des Befähigungs- Arbeit ist, die damit gemeint ist. Sie ist der„ jeistigen Arbeet" des zu Gunsten der Börse, des Großkapitals, der Waren nachweises. In einzelnen antisemitischen Programmen kann man Herrn Schirp von dem Bottlenberg aufs engste verwandt. häuser, des unlauteren Wettbewerbes und zu sogar lesen, daß die Naturheilkunde der Schulmedizin gefeßlich gleichDer Wahlaufruf der Innungsmeister deckt das Spiel der„ konUngunsten der ehrlichen Arbeit gesprochen und gestimmt haben", gestellt werden solle. Ein besonderer Befähigungsnachweis wird fervativen Socialpolitik" rücksichtslos auf. Die scharfmacherische und daß jeder, der den unheilvollen Einfluß des internatio- also nicht für erforderlich erachtet für einen Beruf, in dessen Hand Politik, die er vertritt, ist keineswegs im Interesse des gesamten nalen Großkapitals brechen will", dem Herrn Dr. Willy das menschliche Leben gestellt ist und dessen Leistungen nicht von Mittelstandes" gelegen, er zerbläst die Phrase von der Solidarität Hahn seine Stimme geben müsse. Dem Kleinen Mann, der infolge jedem beurteilt werden können; es soll aber notwendig sein bei des Mittelstandes in eitel Dunst. Die„ nationalgesinnten Mittelstandsparteien" des fünften Ber- Gewerben, deren Leistungen minder gefährliche sind und von jedem der grausamen wirtschaftlichen Entwicklung vor dem Ruin steht, der liner Wahlkreises, die keinen Geringeren als den ritualmordgläubigen Kunden annähernd eingeschätzt werden können. Aber wenn man den felbst noch einmal vielleicht den Gang zur Fabrik wird antreten Staatsbürger" Bruhn als Kandidaten präsentieren, wenden sich Befähigungsnachweis als das nimmt, was er wirklich sein soll, als müssen, dessen Kinder aber mit Sicherheit der Proletarisierung bergleich von vornherein an Lie Gewerbetreibenden, Handwerker, ein Mittel gegen die Ueberfüllung der Gewerbe, und eine Chikane fallen ihm wird der letzte Lichtblick in die Zukunft genommen, Kaufleute und Händler", denen sie namentlich die Konsum für den Unternehmer, so erfüllt er auch diesen Zweck durchaus nicht. wenn die Arbeiterschaft vom Kartell der großen und kleinen Ausvereine als„ Auswüchse des großkapitalistischen Betriebes und der Bei den Untersuchungen über die Lage der Handwerker, die der beuter überwältigt wird, und ebensowenig entspricht es dem Interunehrlichen undeutschen jüdischen Geschäftspraktiken" vorhalten. Des Verein für Socialpolitik" vor einigen Jahren veranstaltete, kehrten effe des Kleinhändlers, der von Arbeiterkundschaft lebt, wenn die aus Destreich trotz des Befähigungsnachweises die Klagen immer Kauftraft seiner Kunden gewaltsam herabgedrückt wird. Ihnen allen „ Die Socialdemokratie will jedes selbständige Unternehmen be- wieder, die einzelnen Gewerbe seien sämtlich stark überfüllt. Und ist mit den Rezepten des konservativen Scharfmachertums nicht gedient. seitigen; sie erstrebt die Proletarisierung aller Berufsstände. Die wer glaubte ernstlich die Entwicklung der Fabriken dadurch aufhalten Helft nur dafür sorgen, daß dem Arbeiter Schutz seiner ehrlichen Socialdemokratie will dem Handwerker, dem Gewerbetreibenden, zu können, daß man ihren Firmenträgern die Erbringung eines Be- Arbeit gewährt wird, daß sich niemand mehr zu fürchten oder zu dem Kaufmann, dem Händler nicht die Existenz sichern helfen, sondern fähigungsnachweises auferlegte? schämen braucht, wenn er in den Arbeiterstand eintritt! Denn es ruinieren, damit die aus ihren Berufen Vertriebenen, die Die einzige Forderung der Mittelstandsretter, die nicht von gibt nur eine Möglichkeit, den Mittelstand aus der Gefahr der Prolemit Recht unzufrieden sind, sich dahin wenden, wo sich alle Unzu- vornherein leere Windbeutelei ist, ist das Verlangen nach einer tarisierung zu retten, daß nämlich die Proletarisierung selbst aufhört friedenen zusammenfinden: in der( soll wohl heißen zu der") Umsatzsteuer. Denn das ist die einzige mittelstandsretterische Toll- eine Gefahr zu sein. Verschüttet die Abgründe des menschlichen Elends, Socialdemokratie. Die socialistischen Abgeordneten, die angeblich heit, in der doch wenigstens Methode stedt. und niemand wird fürchten müssen, in sie zu versinken. gegen das Kapital fämpfen, bekämpfen alle Gesetze, die das Handwerk, das Kleingewerbe schützen sollen." " weiteren wird erklärt: " Schließlich werden die Männer des Kleinhandels" aufgefordert, für den„ Mann aus ihren Reihen", den Verleger Bruhn einzutreten. Wie bescheiden, daß sich Herr Bruhn, trotz der großen Geschäfte, die er in Konig gemacht hat, noch als ein Kleinhändler des Antisemitismus fühlt! Wie in der Stadt, so auf dem Lande. Der„ Ostdeutsche Verband der Reformpartei", der sich anläßlich der Wahlen gleichfalls in empfehlende Erinnerung bringt, verlangt:" Förderung des Handwerks standes, der kleinen Gewerbetreibenden und des Klein- Kaufmanns, einheitliche Organisation des Handwerks in Innungen, Einfüh rung des Befähigungsnachweises, Bekämpfung der Großwarenhäuser und Ramschbazare, damit die ehrliche deutsche Arbeit wieder zur Geltung kommt." " Wahlkampf. Kronzenge Fischer. Die Vorteile des centralisierten, kapitalistisch oder genossenschaftlich organisierten Handels sollen dadurch aufgehalten werden, daß man ihn durch hohe Steuern dazu zwingt, ebenso unwirtschaftlich zu arbeiten wie der decentralisierte Kleinhandel, und ebenso hohe, wenn nicht noch höhere Preise zu fordern wie dieser. Durch die scheinen unsre Gegner in richtiger Einschätzung ihrer eignen geistigen An die Wirkung ihrer geistigen Bekämpfung der Socialdemokratie tonsequente Durchführung dieses Princips würde unsre Wirtschafts- Fähigkeiten selbst am wenigsten zu glauben, denn je näher der Wahlordnung thatsächlich auf den Kopf gestellt werden, denn die Preiſe termin heranrückt, je mehr verschwinden von der Bildfläche jene würden dann nicht mehr von dem bestimmt, der am billigsten, Broschüren und politischen Traftätchen, in denen wenigstens versucht fondern von dem, der am teuersten produziert. Auf diesem Wege wird, irgendwelche wissenschaftlichen Gründe gegen die Grundkönnte man sogar nicht nur den Kleinhandel, sondern auch das ganze anschauungen und Forderungen der Socialdemokratie geltend zu Handwerk retten. Man müßte z. B. nur die Nadelfabrikation mit machen; desto mehr treten an die Stelle sachlicher Ausführungen die einer so hohen Produktionssteuer belegen, daß die handwerksmäßige Herstellung von Nadeln mit ihr wieder in erfolgreichen Wettbewerb treten könnte. " gemeinsten Verdächtigungen und Verleumdungen eine stinkende Flut erlogener, gehäffiger Anschuldigungen, an die ihre Erfinder selbst nicht glauben, von deren Weiterverbreitung sie sich aber einen lähmenden Einfluß auf den Wahlkampf der Arbeiter versprechen. Es ist desNatürlich hat aber kein Mensch den Mut, die vollständige Durch halb auch nicht weiter verwunderlich, daß man die Broschüren des Die Deutschsociale Partei verlangt u. a.:" Schaffung zeitgemäßer führung einer Maßregel zu verlangen, die eine ungeheuere Ver- ollen ehrlichen Storbmachers Fischer", die schon im vorigen Wahlobligatorischer Inrungen für das Handwerk mit Befähigungsnach geudung der Arbeitskraft und eine ebenso große Verminderung der fampfe eine Rolle gespielt haben, wieder ausgegraben und neuaufweis" und„ Beseitigung der zügellofen Gewerbefreiheit". Güterproduktion beztvedt. Mit ein bischen Umsatzsteuer wird aber gelegt hat nur der Verbreitungskreis ist diesmal ein andrer. In In der That, wenn sich alle, die Grund zur Unzufriedenheit allen geschadet und feinem genügt. Der Konsument muß teurer Berlin, wo manche Arbeiter noch aus früherer Zeit den Fischer haben, wie einer dieser mittelstandsretterischen Aufrufe fagt, in der bezahlen, findet aber beim Einkauf im großen Warenlager immer fennen, ziehen die Broschüren nicht mehr, man verteilt sie daher jetzt in den rheinischen und westfälischen Industriebezirken, zum Socialdemokratie zusammenfinden, so haben die Angehörigen des so- noch mannigfachen Vorteil. Teil unter Mithilfe der Fabrikanten, die bei den Lohnzahlungen genannten Mittelstandes bis dahin keinen weiten Weg mehr zurück- Nachdem so die tapferen Bekämpfer der großkapitalistischen Entzugleich ihren Arbeitern zur Belehrung und Erbauung ein Exemplar zulegen. Die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse hat einen wicklung in dem Kampfe gegen die Windmühlen einen gedeckten der Fischer- Fintschen Dichtungen verabfolgen. Verlauf genommen, von dem der kleine Mann wohl sagen darf, er Rückzug angetreten haben nicht ohne sich über die Social- Vornehmlich ist es die Broschüre: Der Wert der Socialdemo gefalle ihm nicht. Schritt für Schritt hat der moderne Groß- demokratie weidlich entrüstet zu haben, die sie hierbei nicht unter- tratie für die Arbeiterschaft; Erlebnisse eines in der Partei thätig kapitalismus den goldenen Boden des Handwerks für sich erobert, stüze nahmen sie feindliche Stellung gegen das Lager des gewesenen Genossen", die, wie wir aus uns zugegangenen Briefen und einer nach dem andern sind vordem blühende Zweige des Klein- Proletariats. Der„ Vorstand des Central- Ausschusses vereinigter ersehen, in jenen Gegenden verbreitet wird. Ein Machwerk, das die betriebes vom Sturme der wirtschaftlichen Revolution geknickt worden. Innungsverbände Deutschlands" veröffentlicht zu den Wahlen einen Selbst wo noch scheinbare Selbständigkeit besteht, ist sie oft nur die Aufruf, in dem es heißt: Verschleierung einer Abhängigkeit, die schlimmer noch ist als jenes Verhältnis der Unfreiheit, in dem sich der Arbeiter gegenüber dem Kapitalisten befindet. Die Antisemiten sagen nun, die Juden und die schlechten Gesetze seien daran schuld. Bir finden aber genau dieselben Verhältnisse in Ländern, in denen die Juden gar keine, oder eine sehr geringfügige Rolle spielen, oder wo die gesetzgeberischen Ideale der Mittelstandsretter verwirklicht sind. In Destreich bestehen sowohl die obligatorischen Zwangsinnungen wie der Befähigungsnachweis, nichtsdestoweniger ist der Zustand des Handwerks dort nicht weniger trostlos als in Deutschland. Aber auch in Deutschland haben die Mittelstandsretter einen wesentlichen Teil ihres Programms bereits durchgesetzt, merkwürdigerweise, ohne auf nemenswerten Widerstand von feiten des Großtapitalismus zu stoßen. Während die Socialdemokraten in allen ihren socialpolitischen Forderungen, die sie im Interesse des gesamten arbeitenden Volkes erheben, von den Vertretern des großen Stapitals bekämpft und um ihretwillen blutig berfolgt werden, marschieren die großen auch die jüdischen Kapitalisten Schulter an Schulter mit den mittelstandsretterischen„ Bekämpfern des internationalen Kapitalismus" in die Wahlschlacht. Diese Solidarität " bas lediglich selbstgefällige Lügen und Klatschereien bietet, in welchen einerseits verschiedene bekanntere Berliner Genossen als Geschäftssocialisten denunziert, andrerseits aber die socialdemokratischen Arbeiter als in den Kneipen umherliegende, gröhlende„ Laufejungen" hingestellt werden, deren ganze Kenntnis vom Socialismus in wüsten revolutionären Kraftausdrücken besteht. Was fordert der Handwerker? Schuk seiner ehrlichen Arbeit gegen die Uebermacht eines un gezügelten Kapitalismus und Schuß gegen den von gewissenlosen Hetzern aufgeftachelten blinden Gleichheitsfanatismus, die in dem Handwerkerstand instinktiv ihren gefährlichsten Gegner sehen. Diesen Lügen und Klatschereien gegenüber ist jede sachliche Schut endlich gegen die socialpolitischen Experimente der Herren Widerlegung unmöglich; es bleibt nur der Nachweis der Verlogenheit vom grünen Tisch. Nachdem jahrzehntelang Arbeiterschutzgesetze und des moralischen Wertes des Herrn Ernst Fischer und seines mit heißem Bemühen beraten und durchgeführt sind, Schußgeseze, litterarischen Compagnons, des früheren Redakteurs Fink von der deren Kosten zum allergrößten Teil den Handwerker aufs schwerste" Post". bedrücken, sollte es da nicht an der Zeit sein, die kaiserliche Bot- Ernst Philipp Fischer ist am 2. August 1865 zu Ebersdorf bei schaft Kaiser Wilhelms I. auch in Bezug auf den Handwerkerstand Sonnefeld in Sachsen- Koburg- Gotha geboren. Mit 20 Jahren bezu erfüllen? Soll es allgemein dahin kommen, wie es heute hauptet er von seinem Schwager und seiner Schwester nach Berlin schon in vielen Berufen traurige Wahrheit ist, daß der arme gelockt zu sein. Thatsache ist dagegen, wie aus uns vorliegenden Handwerksmeister gepfändet und an den Bettelstab gebracht wird, Briefen ersichtlich ist, daß sein Schwager, der hier damals in Berlin weil er den Verpflichtungen, welche die Socialgefeßgebung ihm als Korbmacher thätig war und schon einen älteren Bruder des auferlegt, nicht nachkommen kann? Heißt das den Geist der Ernst Fischer bei sich wohnen hatte, dem letzteren abriet, nach Berlin Socialgesetzgebung richtig erfassen? Gewiß nicht! Hier verlangt die ein zu kommen. Fischer kam trotzdem und erhielt dann auch bei seinem fachste Menschenpflicht ein Einschreiten der Staatsgewalt zu Gunsten Schwager Wohnung. Ebensowenig ist wahr, daß, wie Fischer erdes Handwerkerstandes. Aber nicht genug damit. Neuerdings geht zählt, auch sein sechzigjähriger, fast blinder Vater mit nach Perlin man damit um, eine allgemeine Arbeitslosen- Versicherung einzurichten, übersiedelte. In Wirklichkeit hat der alte Mann nie Berlin gederen Hauptlasten wiederum der kleine Handwerker zu tragen sehen. hätte. Während Vater Staat nichts für ihn gethan hat, macht er Kaum in Berlin, wurde Ernst Fischer schon( am 30. Deauf der andren Seite dem Handwerker seine Nachtwächterrolle zember 1885) mit zwei Monaten Gefängnis wegen Körperverlegung * und Angriff auf einen Beamten in Ausübung seines Amtes bestraft. I dem vertritt, was hier Major Strosser als die konservative Auf- ganze 541 Stimmen, neben 9125 elsässischen und 4350 socialdemo Er hat dann wiederholt versucht, die socialdemokratische Partei als fassung ausgegeben hat. Hat Dr. Wegner doch bekanntlich flipp fratischen, und das war Fürst Bismarck, als Reichsmelkende Kuh zu benützen. Seine Versuche sind jedoch höflich, aber und klar ausgesprochen, daß die zugehörigkeit zur jüdi- fanzler a. D. in der amtlichen Wahlstatistik aufgeführt. Wenn ſolch' bestimmt zurückgewiesen worden. Im Jahre 1890 wurde Fischer fchen Konfession völlig unvereinbar sei mit ein zugkräftiger Kandidat gegen Elsässer und Socialdemokraten nicht von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, den Schlächtermeister deutschnationaler Gesinnung, hat er doch diejenigen aufzukommen vermochte, wer soll da den Mut finden, sich auslachen Hagedorn mittels eines Messers vorsätzlich und in Ge- jüdischen Staatsbürger, die trotzdem ehrliche Deutsche zu ſein be- zu lachen! meinschaft mit andern förperlich mißhandelt zu haben. haupten, als Lügner bezeichnet! Es ist eben unglaublich, wie Dieser Anklage lag feineswegs, wie Fischer jetzt behauptet, bielgestaltig der Konservatismus ist: zu der von Wencksterit ent- Eine nationalliberale Erklärung. Zu dem Streite um die das Eintreten für einen andern, sondern folgender Sachverhalt zu deckten Species des„ städtischen" Konservativen ist durch die Tier- nationalliberale Sonderkandidatur gegen Bertel im Freiberger WahlGrunde: Fischer befand sich am 3. November morgens gegen 612 Uhr gartenhof- Versammlung mun auch die seltsame Gattung des philo- kreise( Sachsen) liegt folgende Erklärung vor: mit mehreren Bekannten auf dem Heimwege von einem Tanzkränzchen. femitischen Konservatismus hinzugekommen. Und das Zur Vermeidung von weiteren Mißverständnissen, wie sie durch In der Belforterstraße in Berlin versuchte Fischer den Hund wagt von" Stimmenfang" zu sprechen! eine liberale Sonderkandidatur im neunten sächsischen Reichstagseines Nachbarn des Schlächtermeisters Hagedorn wegzunehmen. Wahlkreise hervorgerufen sind, erklärt der unterzeichnete Vorstand: Hagedorn machte ihm deshalb Vorwürfe. Darauf ver= Antisemitische Wahrheitsliebe! Das Blatt, welches sich täglich 1. daß die Nationalliberalen in Freiberg, welche bisher dem setzte Fischer dem Schlächtermeister Hagedorn sofort einen Stich in jüdischen Lügen", jüdischem Schwindel" und Landesverein für das Königreich Sachſen angehört haben, vor Abmit dem Messer. Dieser Stich traf die linke Seite des Hinterkopfes jüdischen Frechheiten" erbricht, die„ Staatsbürger- Zeitung" schluß des Kartells aus diesem ausgetreten sind, und daß hiervon und verursachte eine bluttende Wunde. Hieran schloß sich eine bringt in der Freitag- Abend- Nummer einen Bericht über die Wähler- die konservative Parteileitung verständigt worden ist; Prügelei, bei der auch die Begleiter des Fischer gegen Hagedorn versammlung am Donnerstag im Elysium", den wir zur Kenn 2. daß schon vor Abschluß des Kartells unter den Vertrag eingriffen und bei der Hagedorn noch zwei weitere Stiche, einen zeichnung christlich- germanischer Biederkeit und Ehrlichkeit mitteilen schließenden volles Einverständnis darüber geherrscht hat, daß das auf den Kopf, einen auf die Oberfläche der rechten Hand erhielt. wollen. Der Bericht lautet: Kartell nur für die den Parteiorganisationen angehörigen Mitglieder Ob diese beiden Stichwunden ebenfalls von Fischer zugefügt waren, Geltung haben könne, und daß demgemäß das Verhalten aus den ließ sich aus dem Ermittelungsverfahren nicht mit Sicherheit ents Organisationen Ausgeschiedener den Vorwurf eines Verstoßes gegen nehmen. die Kartellabmachungen nicht begründe; Hauptverhandlungstermin vor der Straffammer wurde zunächst auf den 27. Februar, dann auf den 27. März 1890 anberaumit. In letzterem wurde die zweifellose Schuld Fischers festgestellt und Fischer mit Rücksicht auf seine an den Tag gelegte Roheit und auf seine Vorbestrafung zu der Strafe von einem Jahr Gefängnis verurteilt. Wegen Aussichtslosigkeit lehnte der Verteidiger, der damalige Rechtsanwalt Stadthagen, die Einlegung eines Rechtsmittels ab. Das ist der Sachverhalt, wie ihn die Akten J. I. D. 1902 de 89 des Landgerichts Berlin I aufweisen. Diese Atten ergeben weiter, daß dieser Prozeß nicht das geringste mit der Socialdemokratie zu thun hatte, daß insbesondere die Fink- Fischersche Behauptung, Fischer sei in diesen Akten als Agitator der gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie" bezeichnet, eine faustbide unwahrheit ist. Die Gebühren und Auslagen blieb Fischer bis heute seinem Verteidiger schuldig. Gestern abend fand eine socialdemokratische Versammlung im„ Elysium" in der Landsberger Alice statt. Nachdem der socialdemokratische Referent während einer Stunde die bekannten Angriffe auf die Konservativen und die Rechte und seine Verherrlichung des Parteiprogramms vorgebracht hatte, trat ihm der Schrift steller Wegner in einstündiger Rede wirksamst entgegen. Der Erfolg ivar, daß mindestens die Hälfte der Versammelten ihm am Schlusse feiner Ausführungen lebhaften Beifall zollte. Der socialdemokratische Referent ergriff noch einmal das Wort und erging sich u. a. in persönlichen Angriffen auf den Kandidaten Wegner, der sich natürlicherweise sofort wieder zum Wort meldete. Es hatte aber ein Socialdemokrat inzwischen den Antrag auf Schluß der Debatte gestellt. Bei der Abstimmung über den Antrag war nach unsrer Schäßzung die Stimmenzahl hüben und drüben gleich. Der Leiter der Versammlung aber erklärte den Antrag auf Schluß der Diskussion für angenommen, so daß sich Schriftsteller Wegner darauf beschränken mußte, den Wählern zu versprechen, ihnen die Widerlegung jener Angriffe in einer nächsten Versammlung zu geben, um dort auch seine Aufklärungsarbeit fortzusetzen." " 3. daß der Abschluß des Kartells den nationalliberalen Landesverein und folglich auch dessen Mitglieder verpflichtet, die Aufstellung einer Gegenkandidatur weder zu betreiben noch zu unterstützen; 4. daß die Mitwirkung einiger Mitglieder des Dresdener nationalliberalen„ deutschen Reichsvereins" bei der Proklamation der Kandidatur Lusensky zu Freiberg am 25. April d. J. auf einer irrtümlichen Auffassung des Kartellvertrages beruht; 5. daß endlich die in der Presse gegen die Person unsres Herrn Borfißenden gerichteten Angriffe, durch welche ihm ein angeblicher Widerspruch zwischen einem nicht für die Veröffentlichung bestimmten Privatbrief und einer von ihm mitunterzeichneten offiziellen Erflärung zum Vorwurf gemacht worden ist, fachlich unbegründet und tief bedauerlich sind. Leipzig, den 8. Mai 1903. Der Vorstand des nationalliberalen Landesvereins für das Königreich Sachsen. Dr. Gensel. Gontard. Rehwoldt." Es geht aus der Erklärung hervor, daß in Sachsen mur liberal handeln kann, wer aus der liberalen Partei austritt. Die freisinnig- volksparteiliche Polizeiverwaltung in Tilsit versagte Kurze Zeit, nachdem Fischer die Strafe, welche er wegen Messer- Die Teilnehmer der Versammlung sind in der Lage, die dummstecherei erhalten hat, abgesessen und das Gefängnis verlassen hatte, dreiste Art, in der hier geschwindelt wird, zu würdigen. Wie Gestarb sein Bruder, der, während der Messerheld in Blößensee saß, nosse Hoffmann in der Versammlung voraussagte, ist es gekommen: dessen Familie nach Kräften unterstützt hatte, im Krankenhause. man hat den höhnisch- ironischen Beifall, welchen am Schluß seiner Nede Fischer hatte nun nichts Eiligeres zu thun, als das Sterbegeld von die Versammlung unter stürmischer Heiterfeit dem Herrn Wegner zollte, der Orts- Krankenkasse der Korbmacher, deren Mitglied der Ver- in lebhaften Beifall mindestens der Hälfte der die Genehmigung zu einer socialdemokratischen Wählerversammlung storbene war, zu erheben. Anstatt aber für die Beerdigung zu Versammlung" umgedichtet; das wirkt um fo glaub- unter freiem Himmel. Die Freisinnige 3tg.", die sonst so tapfer forgen, unterschlug Fischer das Geld, und erfolgte dann die Be- hafter, wenit mant zugleich die überwältigende Majorität, schmähen kann über Einmischung der Polizei in die Wahlagitation, erdigung auf Kosten der städtischen Armenkasse. welche Herrn Wegners Judenverspeisung in zweiter sollte doch ihren polizeilichen Parteigenossen einmal gründlich sagen, Außer den obigen Strafen hat Fischer noch eine mehr Auflage nicht haben wollte,„ in hüben und drüben was davon zu halten ist. So viel Zeit wird ihr doch wohl die wöchentliche Gefängnisstrafe wegen Betruges gleich" fälscht und den Vorsitzenden des Schwindels Socialistenbekämpfung noch lassen. er hatte einen Kinderwagen gekauft und zu bezahlen vergessen, aber bezichtigt, den man selber treibt. Auf gleicher Höhe der Wahrheitsverkauft sowie eine Strafe wegen Betruges und Ur- liebe„ teutscher Männer" steht die Behauptung, der Referent crging kundenfälschung erlitten, weil er sich auf einer gefälschten Quittung sich u. a. in persönlichen Angriffen auf den Kandidaten Wegner". unberechtigterweise hatte Geld auszahlen lassen; ferner wurde er wegen Genosse Hoffmann beschränkte sich darauf, die Ausführungen Hausfriedensbruchs mit Gefängnis bestraft. Wegners gebührend zu kritisieren. An der„ Persönlichkeit" des Herrn hatte er nicht das mindeste Intereſſe. Seine Verwandten und Freunde verstand er vortrefflich an zupumpen, und als einst sein Schwager ihn mahnte, ihm doch die schuldigen 45 M. zurückzugeben, erhielt er von Ehren- Fischer folgende Briefliche Antwort: Weißt du Lump noch, daß du mir armen Menschen vor dem Palais des Kaisers senden wolltest, um dort eine Dynamit- Bombe zu werfen? Mir armen Menschen wolltest du zum Werkzeug deiner anarchistischen Pläne benutzen. In Brandenburg a. H. haft du Lump deine Wohnung zu geheimen socialdemokratischen Versammlungen hergegeben, dich Lump bringe ich auf das Zuchthaus." = Herr Wegner hatte wörtlich ausgeführt: Die Socialdemokratie in Berlin hätte keine Freude am Wahlcouvert und Klosettgesetz, weil fie bisher eine ganze Reihe Wähler nur durch Drohungen gezwungen hatte, für die Socialdemokratie zu stimmen. Daraufhin erklärte Genosse Hoffmann: Der Herr Wegner habe hier in öffentlicher Versammlung die Socialdemokratie eines Verbrechens beschuldigt, welches das Gesetz mit schwerer Strafe bedroht. Der Herr wird dafür den Beweis zu erbringen haben oder er muß es sich gefallen lassen, öffentlich als gemeiner Verleumder und Ehrabschneider gebrandmarkt zu werden. Dieses wegen Widerstandes, Messerstecherei, Betruges, Urkundenfälschung und Hausfriedensbruchs bestrafte Individuum, das ist der Ehrenmann, der den socialdemokratischen Führern ihr Wohl- War das persönlich, so hatte es der Herr reichlich verdient, wie leben und den socialdemokratischen Arbeitern ihre Roheit und der stürmische Beifall der Versammlung bewies. Und eine solche ihr wüstes Betragen vorhält, und dessen schriftstellerisches Niederlage ist bei der Staatsb. 8tg. ein großer Er Machwert von den Parteien, die so gern über die rohe folg". Freilich die Antisemiteriche siegen sich seit jeher zu Tode! Kampfesweise der Socialdemokratie klagen, mit perfidem Lächeln als Wahlmittel benutzt wird. Und nicht viel höher als Herr Fischer, steht sein litterarischer Compagnon, der ehemolige" Post"-Redakteur und Sekretär der freifonservativen Partei, Herr Fink, der, wie im Reichstage nachgewiesen worden ist, in Amerika Checks und Wechsel gefälscht hat. Ein edler Menschenschlag! * Zu einem Liebeswerben um die jüdischen Stimmen " " Der Kandidat der vereinigten Liberalen in München II, der Apotheker und Magistratsrat Schenk, versicherte in seiner Kandidatenrede, er werde voll und ganz" für den Zolltarif eintreten. Wie sich die liberale Opposition zu diesem Herrn stellt, ist noch nicht bekannt, da die Aufstellung für München I, bei der es zum Krach und zur Entfernung der 48 Opponenten kam, vorausging. " Politifche Ueberlicht. Berlin, den 9. Mai. Druckfehler in der Krankenkassen- Novelle. Dem„ Lokal- Anzeiger" wird geschrieben: ,, Auf Antrag der Komunission hat der Reichstag im§ 21 einen neuen Absatz 2a beschlossen, wonach neben freier Kur und Ver pflegung in einem Krankenhause, falls der Untergebrachte Angehörige hat, deren Unterhalt aus seinem Arbeitsverdienst bestritten wurde, ein Krankengeld bis zur Höhe des durchschnittlichen Tagelohns bewilligt werden kann. Diese Bestimmung fällt ganz aus dem Rahmen unsrer Arbeiterversicherungs- Geseze, in denen sonst höchstens die Hälfte des Tagelohnes bewilligt wird. In der That lautete denn auch nach Seite 22 des vom Abg. Hofmann Dillenburg erstatteten Kommissionsberichtes der in der Kommission ein gebrachte und angenommene Antrag dahin, daß ein Krankengeld bis zur Hälfte des durchschnittlichen Tagelohnes bewilligt werden fann. In der Zusammenstellung der Kommissionsbeschlüsse ist daraus allerdings ,, bis zur Höhe usw." geworden, und dieser fatale Druckfehler ist dann in die endgültigen Beschlüsse des Reichstages übergegangen. Wäre der Reichstag noch versammelt, dann ließe sich dieser Fehler leicht verbessern, was nunmehr ausgeschlossen ist. Man darf deshalb sehr gespannt darauf sein, ob und in welcher Fassung die Novelle zum Krankenversicherungs- Gesetz zur Veröffentlichung gelangen wird." 3. Beratung am 30. April, 302. Sigung, wo ohne Verlesung des Wortlautes der einzelnen Paragraphen beschlossen wurde auf Grund in Nr. 975 der Drucksachen". Nr. 975 der Drucksachen giebt aber der Zusammenstellung der in zweiter Beratung gefaßten Beschlüsse den Wortlaut gleichfalls nicht, sondern fagt mur:„ in zweiter Beunverändert nach den Daran ist richtig, daß in der Zusammenstellung der Beschlüsse der XXII. Kommission im§ 21 Abs. 2a steht:„ bis zur Für die Aufstellung der Wählerlisten wird in München ein gestaltete sich die Diskussion in einer Berliner konservativen Höhe des durchschnittlichen Tagelohnes". Dieser Bersammlung im ersten Wahlkreis, die am Freitag im praktisches Verfahren angewandt. Jeder Wähler, der in die Liste Druckfehler steht aber nur in der als Anlage zur Drucksache Nr. 936 „ Tiergartenhof" stattfand. Schon die Referate der beiden Redner, aufgenommen worden ist, erhält per Postkarte eine amtliche Benach veröffentlichten Zusammenstellung der Kommissionsbeschlüsse. In dem des Majors Stroffer und des Kandidaten Generalmajor richtigung über seine Eintragung mit Angabe des Bezirks und feiner Bartels, die sich polemisch fast ausschließlich mit der Social- Nummer in der Liste. Mit der Versendung dieser Karten wird eigentlichen Kommissionsbericht steht ganz richtig wie die Kommission demokratie beschäftigten, ließen jene antisemitische Würze vollständig bereits am 12. Mai, 6 Tage vor der Auslegung der Listen, be- beschlossen hat. Die socialdemokratischen Mitglieder der Kommission vermissen, durch die die konservativen Redner und Kandidaten in gonnen. Jeder, der diese Karte erhält, hat damit die Gewißheit, hatten beantragt„ bis zu dreiviertel", das Centrum beantragte„ bis andren Berliner Wahlkreisen den Gaumen der Deutsch- Nationalen" daß er in der Liste steht und kann sich das Nachsehen ersparen; wer zur Hälfte"; so wurde beschlossen und nur der Druckfehlerteufel zu fizeln lieben. Im ersten Wahlkreis wäre diese Taktik zu gefähr sie nicht bekommt, kann mit ziemlicher Gewißheit annehmen, daß er machte aus dem Worte Hälfte" das Wort„ Höhe". Im Plenum des Reichstags hat sich die Sache jedoch so ablich, weshalb man mit vorsichtigem Schweigen über die heille Frage nicht in der Liste steht und sofort die nötigen Schritte unternehmen, gespielt, daß der Präsident die einzelnen Paragraphen nicht mehr Außerdem kann der Wähler hinwegzugleiten versuchte. Aber der konservative Clown, der berüchtigte um seine Nachtragung zu veranlassen. berlesen hat; er hat nur Ziffer so und so" der KommissionsNepräsentant des„ jeistig arbeetenden" Junkers, der Lotteriekollefteur die Starte zur Stimmabgabe mitbringen und durch Angabe seiner beschlüsse" aufgerufen und deren Aunahme konstatiert. So in der von dem Bottlenberg- Schirp provocierte gleichwohl mit Liſtennummer das Wahlgeschäft beschleunigen helfen. zweiten Lesung in der 296. Sigung am 25. April 1903( Stenogramm gewohntem Ungeschick durch einige radau- antisemitische Wendungen eine Judendebatte. Vergebens ſuchte der Vorsitzende dies Schicksal unverändert geblieben und ich würde auch og 21, Fischart, der freifinnige Volkslügner, der auch unter dem S. 9054 A) deshalb find die Beschlüsse der Kommission bis jetzt dadurch abzuwenden, daß er die Interpellation eines halbidiotischen Namen Heinrich Bürger agiert, im Standesregister aber Heinrich widerspricht, annehmen, daß die Ziffer VIII( enthält den§ 21, Red, deutsch- nationalen Jünglings, wie der Kandidat sich zur Judenfrage Fränkel heißt, läßt seine Sudelbroschüre jetzt als geheimes Aften- widerspricht, annehmen, daß die Ziffer VIII( enthält den§ 21, Red, d.„ V.") nach den Beschlüssen der Kommission an stelle, als ungehörig und überflüffig zurückwies. Die Bottlenberg- mehrere Broschüren fabriziert, die als angebliche Anleitungen an stüd" aufwärmen. Bekanntlich hat Fränkel- Fischart eine oder Schirpschen Provokationen hatten einige anwesende liberale Juden mehrere Broschüren fabriziert, die als angebliche Anleitungen an genommen ist. Da niemand widerspricht, ist dies der Fall." Der Beratung und Beschlußfaffung lag aber als Kommissions Mit einem Bathes, das die anfänglichen socialdemokratische Redner einige Wagenladungen voll Albernheiten beschlüsse nicht bloß die Drucksache zu 936", sondern auch die zu tief gekränkt. Berultungsversuche eines Teils der Versammlung schließlich zusammenträgt, berechnet auf die unwissendste, rückständigste Be Drucksache„ 936" zu Grunde. Ebenso war der Hergang in der doch verstummen völkerung, die noch niemals mit Socialdemokraten zu thun gehabt ließ, versicherten die beiden jüdischen Redner, daß sie trotz ihres jüdischen Religionsbekenntnisses hat. Jeder, der die Socialdemokratie kennt, und jeder, der nur über ebenso nationalgesinnte Deutsche seien, wie nur einer der konservativen ein bescheidenes Maß von Wissen und Urteilsfähigkeit verfügt, sieht Herren. Der eine der Herren ging in der Befundung seiner natio- nach den ersten Worten, daß es sich um dumme Lügen handelt und nalen Gesinnung sogar so weit, daß er auf Zwischenrufe erklärte, daß niemals Socialdemokraten derartiges Zeug gefagt oder gedaß er die Herren Singer und Stadthagen gern preisgebe". Der schrieben haben. Jetzt lesen wir in verschiedenen Provinzblättern andere Herr, der den liberalen Standpunkt gar nicht übel vertrat, unter Berufung auf den Märkischen Sprecher": erklärte dagegen, daß ein liberaler Jude, vor die Alternative gestellt, einen antisemitisch Konservativen oder einen Socialdemokraten zu wählen, denn doch einem Socialdemokraten als dem kleineren lebel den Borzug geben müsse. Die Herren Konservativen fühlten sich ziemlich begossen. Ohne Zweifel wünschten sie den täppischen Lotterietolletteur, der ihnen die Suppe eingebrockt, dahin, wo der Pfeffer wächst. Da erstand ihnen ein rettender Engel in Gestalt eines konservativen Juden. Dieser Herr, der sich als alter Konservativer vorstellte, reklamierte in der verbindlichsten Form alle wirklich deutsch empfindenden und geschäftlich anständigen Juden für die konservative Partei. Nichts liege dem Konservatismus ferner, als konfessioneller oder Rassenhaß. Die Staatsbürger semitischer Abfunft brauchten nur zu wollen, um von den Konservativen brüderlich in die Arme geschlossen zu werden. Diese Auffassung machte denn auch Major Strosser vollständig zu der eignen. Die Konservativen dächten gar nicht daran, jemanden wegen seines Glaubensbekenntnisses Der Inhalt dieses angeblich vertraulichen Schriftstückes ist als Staatsbürger zweiter Klasse zu behandeln. Das Bekenntnis zur mosaischen Religion sei absolut fein Hindernis, nichts weiter wie ein Abdrud aus der Fischart- Sudelei. Es ist eine zur konservativen Partei zu gehören. Ebensowenig widerwärtige Arbeit, über solche findischen Faseleien, die aber doch hätten die Konservativen gegen gewiffe Berufsstände etwas einzuwenden. von einer ausgewachsenen Bosheit diftiert sind, ein ernsthaftes Wort Auch ein Bankier könne ganz selbstverständlich ein hochanständiger zu schreiben, aber was hilft es! Giebt es doch leider noch Leute nationaler, tonservativer Mann sein. Wie wenig antisemitisch die genug, die, sei es aus Harmlosigkeit, sei es aus Unwissenheit, Konservativen feien, betveise ja schon die Thatsache, daß ein Roth folchen blutigen Quatsch für bare Münze nehmen. schild als konservativer Kandidat anfgestellt gewesen sei! Die Konservativen bekämpften ausschließlich wirtschaftliche Aus- Neber vollständigen Mangel an bürgerlichen Kandidaten im Wahlwüchse. Sturz: mit lockenderen Sirenentönen ist von Konservativen freise Diedenhofen- Bolchen( Elsaß) flagt die Nordd. Allgem. 8tg." kaum jemals um die Wahlstinmen jüdischer Wähler gebuhlt worden. Keine der bürgerlichen Parteien habe einen Kandidaten aufzutreiben Es war die reine Versöhnungsfeier. Schade nur, daß der konser vermocht und so müßten fie fich gemeinsam mit dem bisherigen vative Kandidat des vierten Berliner Wahlkreises, Herr Dr. Wegner, elsässischen Vertreter des Kreises behelfen. Begreiflich ist dies also anfahren? Herr v. Hammerstein ist gewiß kein Genie, aber in jeder seiner Versammlungen genau das Gegenteil von übrigens; bekam doch der konservative Kandidat im Jahre 1898 seinen preußischen Kollegen ist er durchaus geistig ebenbürtig. ratung angenommen den Beschlüssen der XXII. Kommission". " Von Zeit zu Zeit brüsten sich die socialdemokratischen Der Reichstag hat also nicht den Druckfehler beschlossen, sondern Blätter damit, daß ihnen die Schriftstücke zugehen, die ihrem Inhalte nach gegen die Umsturzbestrebungen gerichtet sind oder nur, was die Kommission wirklich beschlossen hat und was in Nr. 936 der Drucksachen berichtet ist. vertrauliche Anweisungen zu ihrer Bekämpfung enthalten. Aber auch andren Leuten fliegt wohl einmal so ein Papier auf den Tisch, und seine indiskrete Benuhung wird um so weniger einem Bedenken unterliegen können, als ja die Socialdemokratie selbst Das Schrift niemals Anstand nimmt, dergleichen zu verwerten. stück, das wir im Sinne haben, kommt gerade zur rechten Zeit und kann den Führern der nichtsocialdemokratischen Parteien und den lokalen Wahlkomitees wichtige Fingerzeige geben. Es soll daher im folgenden gleichfalls abgedruckt werden, wobei nur noch bemerkt sei, daß das Schreiben von einer Centralstelle ausgeht und an die örtlichen Führer im ganzen Reiche gerichtet ist; es Vertraulich! Berlin, den 1. April 1903." Iautet: Reichskanzler Rheinbaben. In einer Coulissenplauderei deutet die Rhein.- Westf. 3tg." an, daß der preußische Finanzminister Rheinbaben ausersehen sei, den Grafen Bülow zu ersetzen. Seine Amerikareise habe er unternommen, weil der Kaiser eine große Meinung von Leuten habe, die sich in der neuen Welt ungesehen. Die deutsche Bourgeoisie wird gewiß auch einen Rheinbaben als Reichskanzler vertragen. Indessen wenn er auch an Bülows Stelle rücken sollte, in die Geschichte wird er lediglich als der Mann eingehen, der einen hohen Beamten gemaßregelt hat, weil er die Tochter eines Feldwebels heiratete. Es müßte denn sein, daß der Kanzler Rheinbaben diese That noch überbietet! Gegen den preußischen Polizeiminister Hammerstein läuft das Organ des Grafen Limburg- Stirum, die Schlesische Ztg.", Sturm. Indem es beklagt, daß zwei Gesetze seines Refforts gescheitert sind, schreibt das Blatt: Die beiden oben genannten wichtigen Specialgefege find gefallen infolge ihrer mangelhaften Vertretung durch den Minister des Innern. Und hierfür wiederum giebt es für den, der den Verhandlungen mit Ruhe und Sachkenntnis gefolgt ist, vor allem einen Grund: eine mangelhafte Kenntnis der preußischen Verhältnisse und der parlamentarischen Formen." Was hat der Aermiste ausgefressen, daß ihn die Corpsbrüder Prinz Mörder. Der Prinz Arenberg, der solche Scheusäligkeiten In Königshütte, D.-S., erschien eines Tages ein betrunkener Gasthöfe jeden Ranges, Ladengeschäfte jeder Art, Banten, Privat Begangen, daß er vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt wurde, Bolizist in einer Wirtschaft, belästigte die Gäste und verhaftete einen fliniken, Photographie- Ateliers usw. dienen den mannigfaltigen wird im Gefängnis in einer Weise behandelt, daß die geltenden Bergpraktikanten, der an einem Tische schlief. Als ihn ein Berg- Bedürfnissen der Pilgerscharen und machen durchweg glänzende GeStrafvollzugs- Vorschriften für ihn völlig aufgehoben sind. Die arbeiter darüber zur Rede stellte, verhaftete er auch diesen. Er schäfte. Ihre Besizer würden wahrscheinlich die Schließung der „ Kölnische Zeitung" hatte behauptet, daß eine Bevorzugung des brachte beide zur Wache, beschimpfte fie und sperrte sie 6 Stunden Grottenkirche gelaffen mit ansehen, wenn dies nicht auch das Prinzen absolut ausgeschlossen sei, er werde ebenso behandelt wie ein. Die Folge war- je 9 M. Geldstrafe für jeden der beiden Versiegen des Pilgerstromes nach sich ziehen würde. grundlos Eingesperrten wegen Ruheſtörung. wenn die Wallfahrer wegbleiben, dann hört die Sache auf, jeder andre zu langjähriger Freiheitsstrafe verurteilte Straf gefangene. In Wahrheit lebt der Prinz Mörder wie in einem Hotel. Die Hannoversche Allg. 8tg." schreibt darüber: " Allein Diesen braven Polizeimann ereilte allerdings jetzt sein Schicksal. scherzhaft zu sein, und da ihnen dieses Unheil droht, thaten In der auf die Strafmandate folgenden Gerichtsverhandlung beschwor die Geschäftsleute von Lourdes sich zusammen und hetzten er nämlich, daß er sie mitten in der Nacht auf der Straße wegen fämtliche Senatoren und Abgeordneten ihres Departements Herrn Ruhestörung verhaftet habe. Es wurde ihm jedoch die Unwahrheit Combes auf den Leib. Sie stellten ihm vor, daß die Wunder„ Der Prinz ist meist nicht in seiner Zelle eingeschlossen, seiner beschivorenen Aussage nachgewiesen, und vor einigen Tagen grotte der Anlaß eines Handelsverkehrs sei, der sich auf viele sondern kann sich häufig auf dem Flur des ersten Stockes des wurde er vom Schwurgericht in Beuthen wegen Meineids zu der Millionen belaufe, und daß ihre Schließung zahlreiche Geschäftsleute zu Grunde richten würde, von denen die meisten gute Verwaltungsflügels, wo seine Zelle liegt, frei bewegen. Sehr allerdings milden Strafe von einem Jahre Gefängnis verurteilt. zu Grunde richten würde, Republikaner und nicht wenige auch gesinnungsoft ist er im fast gegenüberliegenden Aufseherzimmer zu finden, Die Meerrettigbauern der Gegend zwischen Nürnberg und Forch fräftige Freidenter seien. War es dieser Grund oder die seine Priſe nehmend. Der Prinz führt stets guten Tabak, der für heim fühlen sich durch den östreichischen Zolltarif in ihrer Eristenz Rücksicht auf den Erwerb der weltlichen Bewohner von Lourdes, andere Gefangene nicht erhältlich, bei sich. An dem gemeinsamen bedroht. Der Wert des aus jener Gegend nach Destreich eingeführten jedenfalls hat Herr Combes ein Einsehen gehabt und der Abordnung Spaziergang der andern Gefangenen, die im Verwaltungs- Meerrettigs( oder Kreens) beträgt jährlich etwa eine halbe Million aus dem Hochpyrenäen- Departement beruhigende Zusagen gemacht. gebäude interniert sind, nimmt der Prinz nicht Teil, trotzdem Mark. Durch den Zoll, wie ihn der östreichische Tarifentwurf vor- Die Grotte bleibt geöffnet, das heilkräftige Tauchbad dies alles nur Gefangene sind, die zum erstenmal bestraft sind und sieht, würde das Produkt um ca. 70 Proz. verteuert werden, und den bresthaften Gläubigen zugänglich. Die Gasthof und Ladengute Bildung genossen haben. Der Prinz geht jeden Mittag im dadurch würde der ganze Export lahm gelegt. 724 Produzenten, befizer können fortfahren, Geld zu verdienen. Um die Kultur Garten des nach der Alten Celler Heerstraße zu gelegenen Kranken- fast ausschließlich Kleingrundbefizer, haben durch die Ober- wird nur dort getämpft, wo die Geschäftsinterhofes, seine Cigarre oder Cigarette rauchend, allein auf und ab. fränkische Handelskammer an die bayerische Regierung das Gefuchessen der Bevölkerung es gestatten. Vor diesen Intergerichtet, es möge beim Abschluß eines Handels essen macht der Kulturfampf Halt. Sie bleiben heilig, wenn Kirchen, Das Bettlager ist beinahe dasselbe wie bei den andern Gefangenen, nur mit dem Unterschied, daß der Prinz eigne Decken bertrages mit Destreich dahin gewirkt werden, daß der Meerrettig Kapellen und Klöster es nicht mehr sind." bei der Einfuhr nach Destreich nicht als feines Tafelgemüse, wofür Algier, 8. Mai. Ein französischer Lebensmittelzug unter hat; auch iſt das Bett tagsüber, wie bei andern pro 100 Kilogramm 20 Kronen zu entrichten sind, sondern als ge- militärischer Bedeckung ist gestern nacht 25 Kilometer von Taghit, Gefangenen, nicht an die Wand geschlossen. Was nun die wöhnliches Gemüse, das zollfrei eingeführt werden darf, be- 100 Kilometer südlich von der Dase Figig, von 600 Reitern und Beköstigung anbelangt, spricht ja hier der Arzt sehr viel mit, so handelt wird. 900 Mann Fußtruppen, die zu den Stämmen der Uladscherir, der daß der Prinz nur sehr selten gezwungen ist, die Hauskost zu Benegil und der Beraber gehörten, aufgehoben worden. Taghit effen. Doch auch hier tritt der Prinz wieder hervor, währenddem liegt im Susfana- Thale an dem Wege, auf dem die Zufuhren nach jeder andre Gefangene einen Blechnapf und Blechlöffel hat, erhält gli gebracht werden. der Prinz außer seinem Extra- Eskessel von Blech Porzellanteller, Messer und Gabel." Fehlt nur noch, daß man dem Prinzen einige schwarze Bestien" zur freien Verfügung stellt! Nun soll ja der Prinz glücklich irrfinnig sein. Aber das recht fertigt nicht die Ausnahmebehandlung im Gefängnis. Weder Porzellanteller noch eigene Schlafdecken, noch gute Cigarren find Heilmittel gegen Jrrsinn. Es kommen in Gefängnisse leider nicht selten Geistestrante, aber diese Krankheit ist gewöhnlich, bevor sie zur Ueberführung des Leidenden in eine Heilanstalt Anlaß giebt, Grund für eine schlechtere Behandlung. In Magdeburg wurde einmal Anfangs der 90er Jahre ein nachher Freis gesprochener, in Untersuchungshaft befindlicher socialdemokratischer Breß verbrecher mit wundschenernden Handschellen geschlossen, weil ihm ein Stück Wurst ins Gefängnis geschmuggelt war. In Hannover wird einem besonders bestialischen Mörder das Gefängnis in einen Luftkurort verwandelt. Arenbergs freilich sind eine herrschende Familie in der regierenden Partei! Die Bom Socialistenspiegelder, wie jetzt nicht mehr zu bezweifeln, aus Eugen Richters Haupt entsprossen ist- behauptet die Freisinnige Zeitung", daß der Vorwärts" nicht im stande gewesen, auch nur eine einzige unrichtigkeit in dem„ Socialistenspiegel" in Betreff der Socialdemokratie nachzuweisen." " neuen Der Vorgang ist geeignet, den Kleinbauern zu zeigen, daß man nicht hinüberschießen darf, wenn man nicht wünscht, daß wieder herübergeschossen wird. Vor einiger Zeit forderten nämlich diese selben Bauern, daß der nach Deutschland eingeführte Meerrettig mit hohem Zoll belegt werde. bemerkt: England. Zu Chamberlains Rede zur Transvaal- Anleihe, deren Juhalt Sympathien für die bestialischen Judenmeheleien in Rischinew schon in vorletzter Nummer des„ Vorwärts" in ihren Hauptzügen äußert die Kreuz- Zeitung" Das Organ mit dem Kreuz an mitgeteilt worden ist, erhalten wir von unsrem Londoner Kors der Stirn erkennt aus unsren Mitteilungen den Zusammen- respondenten noch folgende Ausführungen: hang des internationalen Judentums mit den Umsturzparteien" und London, 7. Mai. Der Haupterfolg der südafrikanischen Reife Mr. Chamberlains bestand, wie seiner Zeit mitgeteilt wurde, Während die früheren russischen Tumulte die wohlwollendste in der Belastung der eroberten Republiken mit zwei AnBeurteilung des socialdemokratischen Organs fanden, ja oft als leihen von insgesamt 65 Millionen Pfund Sterling. Eine die natürliche Reaktion des Volkswillens gegen die Geivalt" hin- Anleihe von 35 Millionen Pfund Sterling zum Zwecke der gestellt wurden, werden die Ausschreitungen gegen die Juden mit wirtschaftlichen Entwicklung Transvaals wird von England sicherden schärfsten Worten gegeißelt. Diejenigen, welche die Juden in gestellt. Die andre Anleihe von 30 Millionen soll in drei Raten als Rischinew angriffen, sie mißhandelten und töteten, heißen jetzt Räuber Kriegsbeitrag an England gezahlt werden. Zur Sicherstellung der und Verbrecher, aber die gleichen Uebelthäter wurden bei früheren ersten Anleihe mußte die Zustimmung des Parlaments eingeholt Gelegenheiten als Freiheitshelden und Idealisten gepriesen. Ja werden. Dies war der Zweck der gestrigen Rede Chamberlains im das Blatt spricht dieses Mal sogar sein Befremden darüber aus, Unterhause. Er wurde vollständig erreicht, was bei der großen und daß die Polizei die Semiten nicht geschützt habe und daß das ungeteilten Popularität des Redners vorauszusehen war. Die Militär nicht rechtzeitig eingeschritten sei. Im Interesse der Juden 35 Millionen sollen in folgender Weise verwendet werden: An muß also nach der Auffassung des„ Vorwärts" der Staat von seinen England für gewährte Unterstützungen, Vorschüsse und Auslagen Machtmitteln Gebrauch machen, in allen andern Fällen aber, in nach dem Kriege sechs Millionen; als Entschädigung an die denen es sich um die Wahrung der Ordnung handelt, müssen Loyalisten von Natal und Kapkolonie für die ihnen von den Boeren die Tumultuanten unter allen Umständen geschont werden. verursachten Schäden 2 Millionen; Verstaatlichung der EisenNiemand wird die Greuel in Kischinem zu beschönigen suchen, aber bahnen, Einlösung von Staatsschulden 2c. 25,5 Millionen; Einsie finden doch eine teilweise Erklärung im Hinblick auf die strupel- richtung von Bewässerungswerken und Vornahme von andren Arlofe Ausbeutung und Auswucherung, der die chriftliche Bevölke- beiten zum Besten des Ackerbanes 9,5 Millionen. Der Schuldenrung Südrußlands durch die Juden seit Jahren ausgefegt ist. Die dienst Zinsen und Amortisation) wird sich jährlich auf 1,4 Millionen Stimmung gegen die legteren ist derart erregt, daß es nur eines gerings belaufen. Der Vorwärts" ist allerdings nicht im stande, die unrichtigkeiten fügigen Anlasses bedarf, um Gewaltthätigkeiten hervorzurufen, die bei Türkei. des Socialistenspiegels nachzuweisen. Mit einer einzigen" Uneiner ungezügelten Masse wie in Kischinem leicht zu Mord und richtigkeit anzufangen, lohnt sich nicht. Und auch nur einen Teil Plünderung führen. Der tiefere Grund dieses bedauerlichen ErDie Spannung zwischen der Pforte und Bulgarien hat in den der gröbsten Fälschungen, Verdrehungen, Albernheiten des Machwerks eignisses wird vom Vorwärts" sorgfältig verschwiegen. Er ber- letzten Tagen infolge der Massenverhaftungen bulgarischer Staatsnachzuweisen, dazu reicht das Papier des„ Vorwärts" und die Geduld Der Ministerträgt sich nicht mit den Interessen der Partei und muß um so bürger in Macedonien bedenklich zugenommen. unsrer Leser nicht aus. Denn der Socialistenspiegel ist von A bis Z mehr verhüllt werden, als Juden bekanntlich die Führer und An- präsident Danew lenkt, wie der Frankf. 3tg." gemeldet wird, in eine große Lüge und Verleumdung von der unerreichbaren ſtifter der Umsturzbewegung in Rußland sind und an den meisten einer Cirkularnote an die Großmächte deren Aufmerksamkeit auf die Borniertheit ganz abgesehen. Wir haben im Anfang dieses Jahres politischen Tumulten beteiligt waren." Maffenverfolgungen der Bulgaren in Macedonien. Er weist dabei in einer Reihe von Artikeln die Obstruktionslügen der Freisinnigen Die Kreuz- Zeitung" entschleiert mit diesem Erguß ihrer Seele auf die Gefahr hin, daß durch die Verfolgungen die Bevölkerung in Zeitung" bis in den letzten Schlupfwinkel verfolgt. Der ganze Schwindel ist im" Socialistenspiegel" fie auf eine Stufe mit Mord und Raub. Es gehört die ganze durch ihren Vertreter in Sofia dem Ministerpräsidenten erklären, daß Es hat aber geheimste Schönheit. Die Notwehr gegen Mord und Raub stellt die Arme extremer Elemente getrieben werden könnte. nichts genügt. Die Pforte läßt inzwischen zum Rückzuge blafen. Sie ließ wieder aufgenommen worden. Schamlosigkeit des Hammerstein- Organs dazu, um den Kampf der Ein Socialistenspiegel kann auf einer Seite mehr zusammen- todesmutigen russischen Revolutionäre, die gegen eine Welt von Greueln der durch die Saloniker Ereignisse geschaffene Zwischenfall als gefälschen als der„ Vorwärts" in einem Monatsbande richtig zu stellen und Barbarei ringen, zu vergleichen mit den wilden Tieren, welche schlossen zu betrachten sei. die Behörden Väterchens auf die Juden gehetzt haben, um Saloniki, 8. Mai.( Meldung der„ Agence Havas".) Durch die Der Entwurf eines Gesetzes über den Versicherungsvertrag ist das arme, unwissende, rohe Volt von der revolutionierenden Er- am Mittwochabend in Monastir von Bulgaren in die Moschee gedurch das Reichs- Justizamt verschiedenen wirtschaftlichen Vereini- kenntnis feiner Lage und seiner Interessen abzulenten. Die„ Kreuz- worfenen Bomben wurden nach amtlicher Feststellung 11 Personen gungen zur Begutachtung übersandt worden. Der Gesezentwurf Beitung" ist ebenbürtig jenes einzigen Blattes, das in Kischinet er- getötet und 19 verwundet. In Uestüb sollen Revolutionäre aus umfaßt 184 Paragraphen. Er zerfällt in fünf Abschnitte. Der scheint, der Zeitung" Bessarabez", welche, unter Duldung und Sofia eingetroffen sein. Die Konsulate in Uestüb werden von erste behandelt die Vorschriften für sämtliche Versicherungs- Leitumg der Polizeibehörde, die furchtbaren Mezeleien vorbereitete Truppen bewacht. Afien. zweige. In ihm umfaßt der erste Titel die allgemeinen und inscenierte. Vorschriften, der Ziveite Anzeige der Gefahrumstände, Welche Abgründe brutaler Gesinnung enthüllen sich in diesen Die Wiederbesehung Nintschwangs durch die Russen läßt erkennen, Gefahrerhöhung, der dritte die Prämie, der vierte vierte den wenigen Zeilen des ritterlichen Organs für christlichen Brot daß fie feineswegs gewillt sind, dem Drängen Englands, Japans Versicherungsfall, der fünfte die Versicherungsagenten. Versicherungsagenten. Der wucher! und der Vereinigten Staaten nachzugeben und die Mandschurei zu zweite Abschnitt bezieht sich auf die Schadenversicherung und zerfällt in Titel über Vorschriften für die gesamte Schadenversicherung, Feuer- Gustav Müller vom Küraffier- Regiment Nr. 7 in Halberstadt Widerstand und haben, wie das„ Reuterſche Bureau" meldet, mehrere Gezwiebelt, daß er am Leben verzagte, hatte der Unteroffizier räumen. Sie treffen vielmehr alle Anstalten für einen hartnäckigen 14 000 Mann russischer versicherung, Hagelversicherung, Biehversicherung, Transportversiche seinen Untergebenen, den Küraffier Reich, der infolge der Schuriegelei große Geſchütze nach Nutſchwang gebracht. rung, Haftpflichtversicherung. Der dritte Abschnitt enthält die Vor- am 26. Februar in der Kaserne zur Waffe griff, um seinem Truppen stehen zwischen der Mündung des Liaofluffes und Port ſchriften über Lebensversicherung, der vierte über Unfallversicherung eben ein Ende zu machen. Nach einem heftigen Knall wurde Arthur. Ferner ist eine große Truppenabteilung zur Wiederbefezung und der fünfte die Schlußvorschriften. Der Vorlage ist zunächst der am genannten Tage der Rekruten- Offizier Graf zu Dohna auf Reichs bie Russen auf den Hügeln in der Nähe von Liaojang Befestigungen, von Tien- tschwantai entsandt worden. Dem Vernehmen nach erbauen Entwurf eines Einführungsgesetzes beigegeben, der sechs Artikel um- Stube gerufen, und man fand St., der sich mit einer Plakpatrone faßt. Des weiteren ist ihr ein Gesezentwurf über Abänderung der in die linke Brust geschossen hatte, blutend am Boden liegen. Die welche die Straße von dort nach dem Jalufluſſe beherrschen. Vorschriften des Handels Gesetzbuchs über die Seeversicherung bei Verlegung war aber nicht lebensgefährlich, da die Playpatrone daß sich eine ruffenfeindliche Bewegung in der Mandschurei bemerkMotiviert werden diese Maßnahmen von russischer Seite damit, gefügt.erst die dicken Kleidungsstücke zu durchdringen hatte. Reich verspürte bar mache. aber in der Verhandlung noch Schmerzen und war bis dahin noch wenig Glauben, das Vorgehen Rußlands wird dort als Antwort In Peking schenkt man jedoch diesen Versicherungen nicht wieder geheilt. Die nach dem Selbstmordversuch Reichs an bermag. " Der Landrat als Bilderhändler. In der Göttinger Zeitung" vom 7. Mai 1903 ist zu lesen: Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Nr. 5398 I. Göttingen, den 2. Mai 1903. Der Kommerzienrat Georg Bürenstein in Berlin hat von dem Professor Hans Fechner Porträts Ihrer Majestäten des Kaisers und Königs sowie der Kaiserin und Königin malen und in seiner Kunstanstalt vervielfältigen laffen. Die Bilder sind durch ihre gute Ausführung und ihren wohl feilen Preis als Zimmerschmud besonders geeignet. Der Preis eines Bildes ohne Rahmen beträgt 1 Mark. gestellten Ermittelungen ergaben, daß der Unteroffizier Müller, von auf die Proteste der Mächte und als Erklärung Rußlands gedeutet, Beruf ein Landwirt, in skandalöser Weise mit seinen Unter- daß es bereit sei, für die Aufrechterhaltung seines Besizes der gebenen umgesprungen war. Reich beschwvor, daß bei dem Mandschurei zu kämpfen. Es ist bezeichnend, daß das russische Heer Boltigieren alle Rekruten ohne Ausnahme wichse gerade zu der Zeit die strategisch wichtigen Posten wieder besetzt hat, bekommen hätten. Reich, der besonders start chikaniert als die von Europa kommenden Verstärkungen der Flotte den Golf worden war, hatte zeitweise 8 Tage lang blaue gleden gebon Petſchili erreicht hatten. Seit einiger Zeit einlaufenden Melhabt. Mitte Februar, nachts 12 hr, bekam R. Auftrag anzutreten Dungen zufolge, die noch nicht beſtätigt werden konnten, errichtet und seine Sachen zu zeigen. Am andren Morgen mußte er auf Rußland große Lager von Proviant und Kriegsvorräten. Bekannt einem Bein stehen, auf einem Bein Kniebeuge machen, im Salle den ist, daß es viele Pferde aufgekauft hat. Alle Nachrichten weisen auf Flankierbanni strecken und schließlich Laufschritt machen bis er umfiel. statt sie zu vermindern. Die hiesigen Diplomaten haben gestern die Absicht hin, die Streitkräfte in der Mandschurei zu verstärken, Den Reich sagte er:„ Ich werde Dich zwiebeln, daß Du am Leben ver- über eine Meldung beraten, nach welcher Rußland ein großes Gebiet Je ein Eremplar der Porträts kann in meinem Bureau ein- zagst", und auf der Mannschaftsstube renommierte er noch damit, daß am Liaoflusse gegenüber von Nitschwang besetzt habe, das die Endgesehen werden. er den Reich„ ordentlich geschliffen" habe. Die Verhandlung vor station der Shanhai- wan- Eisenbahn beherrsche. Auf Ansuchen bin ich auch zur Vermittelung zweds gemein- dem Kriegsgericht in Halle, die von früh 9 bis nachts 1/12 Uhr schaftlicher Bestellung durch die Kreisinsassen gern bereit. dauerte, ergab, daß, wie fich der Verhandlungsführer ganz richtig amtliche Nachrichten eingegangen, welche die Meldung von der VerWashington, 8. Mai. Bei dem Staatsdepartement sind heute ausdrüdte, eine große Anzahl Zeugen zu Gunsten des Unteroffiziers stärkung der russischen Garnison in Niutschwang bestätigen. Staats wurden gegen den Soldatenpeiniger 3 Monat Gefängnis und um seine Genehmigung zu einer gemeinschaftlichen Aktion der Veroffenbar gelogen haben. Diese Leute blieben unvereidigt. Beantragt sekretär Hay hat, dem Vernehmen nach, den Präsidenten Roosevelt Degradation. Erkannt wurde aber nur auf 30 Tage mittleren um seine Genehmigung zu einer gemeinschaftlichen Aktion der VerArrest und von der Degradation wurde Abstand genommen. einigten Staaten mit England und Japan gegen das russische Vorgehen in Niutschwang ersucht. Der Landrat. J. V.: Meyer, Kreissekretär. Ließe sich dieses Bildergeschäft nicht in nüßlicher Weise mit der Bahlagitation in Verbindung bringen? Wer eine Serie Hüllescher Flugschriften in Wochenheften kauft 100 Sefte a 1 Pf.-, bekommt ein Bild als Prämie. Damit würde sich der Landrat um Litteratur, Kunst, Patriotismus und Agrariertum gleichzeitig verdient machen. Man wird unsern Vorschlag hoffentlich in wohlwollende Erwägung ziehen. Ausland. Frankreich. Der Heilschwindel- Großbetrieb von Lourdes. Auftralien. Eisenbahnen und Regierung in Victoria. London, 7. Mai.( Eig. Ber.) Das Proletariat der australischen Kolonie Victoria steht am Polizeithaten. Bekanntlich er- Vorabend eines schweren Kampfes. Die Regierung forderte dort Es ist zwar etwas recht Alltägliches im Reiche der Gottes- und streckte sich der Runderlaß des Ministerpräsidenten Combes, durch die Eisenbahner auf, ihre Verbindung mit der Trades Hall( GewerbePolizeifurcht, daß gemeine Civilisten bestraft werden, wenn ein den die Schließung aller nicht im Sinne des Konkordats behördlich halle) zu lösen. Die Trades Hall ist die gewerkschaftliche und poli braver Polizist eine Pflichtverletzung begeht oder gar eine Amts- genehmigten Ordens- und Privatkapellen angeordnet wurde, auch fische Leitung der australischen Arbeiter, die wie neulich an dieser überschreitung. Aber von Zeit zu Zeit regt man sich doch noch auf die Grotte von Lourdes; doch erfolgte später eine Gegenordre, Stelle gezeigt wurde- zivar nicht Socialisten sind, aber strikt auf darüber auf. So erfahren wir heut gleich zwei Fälle aus dem durch welche Lourdes von der Verfügung ausgenommen wurde. Die dem Boden des Klassenkampfes stehen. Die Eisenbahnen Süden und aus dem Osten des Reiches zum Beweise für die herr- Gründe, welche die Regierung zu dieser Zurücknahme bestimmten, schildert Victorias find alle verstaatlicht und beschäftigen rund 12 000 Arliche Reichseinheit. der Pariser Korrespondent der„ Voji. 3tg. in einer launigen Bufchrift, beiter. Selbstredend find die Arbeiter organisiert, was die Vor dem Landgericht München I standen drei Burschen unter die zugleich treffend den Charakter des heutigen„ Kulturkampfes" in Regierung eines freien Landes wohl nicht verhindern kann, der Anklage, eine Kellnerin überfallen und mißhandelt zu haben. Frankreich illustriert: aber in Tezter Beit schlossen fie sich der allgemeinen Polizei war nicht zu sehen gewesen. Als sie blutüberströmt laut um Hilfe rief, fam endlich ein Polizist hinzu und fonstatierte Ruhe störung. Er machte Anzeige gegen die Kellnerin und diese mußte 6 M. Strafe bezahlen. Als in der Verhandlung der Präsident den " Schutzmann" fragte, wie er eine solche Anzeige erstatten könne, blieb er pie Antwort schuldig. „ Aber ein großer, weltberühmter Wallfahrtsort ist nicht bloß politischen Arbeiterbewegung an. Und es ist thatsächlich dieser Aneine Stätte frommer Andacht, er ist auch ein Siz sehr bedeutender schluß, der dem Kapitale nicht behagt. Nach dem Muster der weltlicher Interessen. Es wird da nicht nur gebetet, sondern auch preußischen und holländischen Regierung erklärt Mr. Irwine, der des Leibes Notdurft und jede Schwäche des Fleisches befriedigt, Premierminister und Generalanwalt Victorias, daß der Eisenbahnfurz, um es rund heraus zu sagen: es wird auch sehr viel Geld verkehr vor Arbeiterkämpfen geschüßt sein müsse. Dies könne aber verdient. Um die Grotte ist eine ganze Stadt entstanden. Zahlreiche nur geschehen, wenn die Eisenbahner außerhalb der Arbeiter bewegung ftänden. Mr. Irvine forderte deshalb die Railway| König festzustellen und diese Differenzen durch gegenseitiges EntServants Union( die Gewerkschaft der Bahnangestellten) auf, fofort gegenkommen zu beseitigen. aus der Trades Hall auszutreten. Wird dieser Aufforderung bis Der Fabrikantenverein wollte aber diese Verständigung nicht, nächsten Dienstag, den 12. Mai, feine Folge gegeben, so werden die er verlangte von den Arbeitern nach wie vor: Aufhebung der Sperre Gewerkschaftsführer gemaßregelt. Es handelt sich vorläufig um die über die beiden Fabriken; die erlassenen Kündigungen sollen aber Entlassung von 41 Bahnangestellten. Allein es ist zweifellos, daß aufrecht erhalten bleiben. die Maßregelung mit einem Generalstreit der Eisenbahner und vielleicht auch der organisierten Arbeiter Victorias überhaupt beantwortet wird. Nächste Woche fällt die Entscheidung. Inzwischen ist bereits, wie nachstehendes Telegramm zeigt, der Ausbruch des Streits erfolgt: Die Cigarettenarbeiter der Cigarettenfabrik„ Garbaty" sind wegen unberechtigter Abzüge und weil sie die Abstellung verschiedener Mißstände fordern, in den Streit eingetreten. Angebotene Verhandlungen wurden von seiten der Fabrikleitung abgelehnt. Achtung, Bürsten- und Pinselmacher! Etwaige Differenzen im Lohn- und Arbeitsverhältnis sind entweder auf dem Arbeitsnachweis aller Branchen, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, 3immer Nr. 11, oder bei dem Obmann der Bürstenmacher- Kommission, Franz Bauer, Swinemünderstr. 49, zu melden. Die Werkstatt- Kontroll- Kommission des Holzarbeiter- Verbandes. Schließlich wurde auch bei den Firmen Paque und König eine Einigung mit den Arbeitern erzielt, trotzdem haben aber die 69 Fabrikanten, die den Fabrikantenverein bilden, am 18. April die gekündigten Personen, mehr als 6000 an der Zahl, entlassen. Es ist klar: Die Fabrikanten haben es auf die Zertrümmerung der GeMelbourne, 9. Mai. Der Eisenbahnverkehr nach dem Innern wertschaftsorganisation, insbesondere auf die Vernichtung des Ver- Neber die Lohnbewegung der Straßenbahn- Werkstättenarbeiter ist jetzt vollständig eingestellt. In Ballarat, Bendigo und andren eins deutscher Schuhmacher", abgesehen. brachte die„ Berliner Morgenpost" gestern eine völlig irreführende Verkehrscentren ist die Einstellung von Lokomotivführern unmöglich. Genossen! Da aller Wahrscheinlichkeit nach die Aussperrung Notiz. Was sie dort als Zugeständnisse" der Direktion bezeichnet, Der Eisenbahnverkehr nach den Vororten hat so gut wie ganz auf- noch länger andauern wird und für die Dauer derselben große Unter- find in Wirklichkeit die Forderungen der Arbeiter. Hätte die gehört, da nur neun Lokomotivführer eingestellt werden konnten. Der stüßungsmittel notwendig sind, so appellieren wir an Borortberfehr wird mittels Straßenbahnwagen und andren Fahr- Solidaritätsgefühl, appellieren wir an Gure Opferwilligkeit, uns jämtliche Forderungen der Arbeiter bewilligt, und niemand würde Euer Direktion schon solche Zugeständnisse gemacht, dann wären damit auch zeugen aufrechterhalten. Man trifft Vorkehrungen, um die Küsten- in diesem Kampfe mit materiellen Mitteln zu unterstützen. Leider mehr den Eintritt in den Streik befürworten. Die" Morgenpost" post durch Dampfer und die Inlandpost durch Stellwagen zu be- reichen unsre eignen Mittel nicht aus, um jede Woche circa 30 000 beklagt sich darüber, daß ihrem Berichterstatter zu der letzten Verfördern, da die Lokomotivschuppen von den Ausständigen umlagert Mark zahlen zu können, das ist der Grund, weshalb wir an Sie ſammlung der Werkstättenarbeiter der Zutritt verweigert wurde. werden, um Arbeitswillige fernzuhalten. Sogar die wenigen in mit der Bitte heranzutreten, uns mit materiellen Mitteln zur Seite Die Verbandsleitung der Metallarbeiter ersucht uns, mitzuteilen, Betrieb befindlichen Zügen werden von Leuten geführt, die nicht stehen. Der ganze Kampf, der uns aufgezwungen wurde, dreht sich daß die Arbeiter selbstverständlich die Ceffentlichkeit nicht zu fürchten erfahren genug sind, um die Maschinen vorschriftsmäßig zu be- ausschließlich um Sein oder Nichtsein unsrer Organisation in haben. Die angeblich objektiven Berichte der„ Morgenpost" entPirmasens. halten vielfach grobe Unrichtigkeiten und sind nur zu häufig gänzlich entstellt, wie der vorliegende Fall zeigt. Da aber den Arbeitern daran liegt, daß über ihre Angelegenheiten wahrheitsgemäß berichtet wird, so könne man ihnen nicht verdenken, solchen Leuten den Zutritt zu versagen, die durch unzutreffende Berichte die Oeffent Berichte bringen, würden niemals aus den Versammlungen entlichkeit irreführen. Mitarbeiter von Blättern, die wahrheitsgemäße fernt werden. dienen. Partei- Nachrichten. Wir sind der Ueberzeugung, daß die Arbeiter allerorts an der Erhaltung und Weiterentwicklung bereits bestehender GewerkschaftsOrganisationen auf das lebhafteste interessiert sind, gleichviel für In den Bierkrieg zu Leipzig hat nun auch die Militärbehörde welchen Beruf die betreffende Gewerkschaft gegründet ist. Von dieser eingegriffen. Nach einer in einer Versammlung der Saalbesizer für den uns aufgezwungenen Kampf einen namhaften Betrag aus Ueberzeugung ausgehend, unterbreiten wir Ihnen die Bitte, uns angenommenen Resolution äußerte sich der General v. Rabenhorst einer Abordnung des Vereins der Saalinhaber und des Ihrem event. Kassenbestand zu überweisen, oder Sammlungen zu Brauereivereins gegenüber:" Es werde auf Befehl des Herrn Höchst- Gunsten der ausgesperrten Schuhmacher in Pirmasens zu vertommandierenden hier über jeden Saal, der zu einer social- anſtalten. demokratischen Wahlversammlung hergegeben Genossen! Wir hoffen, mit vorstehender Bitte uns nicht verwerde, das Militärverbot verhängt, und zwar dauernd und nicht gebens an Euch zu wenden, wir rechnen auf Eure Beihilfe in diesem bloß auf einzelne Tage. Früher habe man beabsichtigt, großen uns aufgezwungenen Kampfe. das Militärverbot in milderer Form zu handhaben, durch den Bierboykott sei man aber zu jener strengeren Maßnahme gekommen. Er habe sich herausgestellt, daß es sich bei letterem nicht um die Befriedigung eines Bedürfnisses, sondern um eine Machtfrage handle." Herr v. Rabenhorst hätte den Bierkrieg lieber nicht zu einer Machtfrage stempeln sollen, denn es dürfte einen schlechten Eindruck auf alle dem Militarismus blind vertrauenden sächsischen BliemchenGaffee Gonsumenten inachen, wenn am Ende des Bierkrieges die Socialdemokratie den Sieg über Militär und Brautapital zusammen dabonträgt. genug. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission beschloß in seiner letzten Sitzung, die Gewerkschaften sowie die Arbeiter Berlins und Umgegend zu bitten, die im außergewöhnlichen Kampfe stehenden Schuhmacher zu unterstützen. Alle gesammelten Gelder sind an A. Körsten, GewerkschaftsBureau, Engel- Ufer 15, einzusenden und werden öffentlich quittiert Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. werden. Kollegen! Es hat die Arbeit so lange zu ruhen, bis die Verhandlungen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. Be denkt, daß es einer maßgebenden Regelung in unfrem. Beruf bedarf. Das Heranschaffen sämtlichen Materials, die 8stündige Arbeitszeit, auch den Werkstattskollegen, und Regelung der Arbeitsvermittelung für Berlin. Diese drei Punkte müssen das Ziel unfres Kampfes ſein. Wir sind der Meinung, daß man von dem Besuch von Versammlungen, zu denen die Presse Zutritt hat, kein Blatt ausschließen soll. Wenn eine Redaktion leichtfertig genug ist, sich von Berichterstattern bedienen zu lassen, die aus Unwissenheit oder sonstigen Gründen Unzutreffendes berichten, so schadet sich ein solches Blatt selbst. Den Arbeitern muß es genügen, derartige Entstellungen anzunageln, und jeden, der sich über Arbeiterangelegenheiten zutreffend unterrichten will, auf die Arbeiterpresse zu verweisen. Deutfches Reich. Der Streik der Möbeltischler in Luckenwalde dauert nun seit neun Wochen unverändert fort. Eine Verhandlung des Gauvorstehers mit den Arbeitgebern führte zu keinem Resultat. Die 3ahl der Streifenden beträgt noch 19 von 76, die übrigen sind abgereist. Zuzug ist auch ferner streng fernzuhalten. Die Maurer in Forst fordern in der Hauptsache die Erhöhung des Stundenlohnes von 35 auf 40 Pf. Die Unternehmer lehnten die Forderung ab. Die Maurer, die deshalb zum Streit entschlossen sind, beschlossen in ihrer letzten Versammlung, zunächst das Gewerbegericht als Einigungsamt anzurufen, und wenn möglich, einen forporativen Arbeitsvertrag zu stande zu bringen. Maßregelung von Spinnerei- Arbeitern und-Arbeiterinnen. Bei der Firma Gebrüder Uhlig in Leitelshain bei Crimmitschau wurden am Freitag circa 200 Arbeiter und Arbeiterinnen ohne Kündigung entlassen. Der Arbeiterausschuß verlangte die Zurücknahme der Kündigung von vier teils zum Arbeiterausschuß gehörigen Arbeitern und Arbeiterinnen sowie eine viertelstündige Frühstückspause. Das ist der Grund der Maßregelung. Die Der Zimmererstreit in Reichenbach i. V. ist beendet. Streifenden erzielten eine Erhöhung des Stundenlohnes um 3 Pf. Die geforderte Verkürzung der Arbeitszeit konnte nicht erreicht werden. Stuffateure! Unser seit vier Wochen geführter Kampf ist mit dem heutigen Tage in ein neues Stadium getreten. Es hat sich die Vereinigung der Meister zu Verhandlungen vor dem Einigungsamt Uebrigens fühlen sich nicht alle Gastwirtevereinigungen in bereit erklärt. Jest gilt es, die so lange geübte Einigkeit doppelt Leipzig als Schleppenträger des Brauereivereins. So appelliert der Hochzuhalten, und so geschlossen, wie wir in den Kampf gingen, haben Ostvorstädtische Gastwirteverein im Interesse aller Gastwirte von wir denselben eventuell zu beschließen. Die Unternehmer versuchen Leipzig und Umgegend, welche in den Arbeitern zum Teil mit allen Mitteln, unsre so günstige Position zu hintertreiben und ihre treue Kundschaft besitzen, alt den Gemeinsinn meinen, daß schon die zu führenden Verhandlungen genügen, um die und das Solidaritätsgefühl aller Kollegen, welche Saal- Arbeit nun wieder in Angriff zu nehmen. inhaber sind, ihre Säle während der Wahlbcivegung sämtlichen Dem ist aber nicht so. politischen Parteien gleichmäßig zur Verfügung zu stellen, oder, wenn dieses infolge Eingreifens der Regierung Burch das Militärverbot nicht durchgängig ausführbar sein sollte, die den Socialdemokraten verweigerten Säle ohne Ausnahme zu Wahlversammlungen zu verweigern. Uns geht, offen gestanden, diese letztere Forderung nicht weit Während der Wahlbewegung haben ja allerdings alle Parteien• ein Bedürfnis nach Versammlungs- Einige Mitglieder der Meistervereinigung versuchen jetzt, durch lofalen; anders aber, wenn erst die Wahl vorüber ist. Dann Hergabe ihrer Unterschrift vorzeitig für sich Arbeitskräfte zu sichern. legen sich die Spießer wieder fünf Jahre aufs Ohr oder Es ist dies ein Vorgehen, welches wir selbst angesichts der Verhandfannegießern im besten Falle hinter dem Biertisch; betroffen wird lungen nicht gutheißen fönnen. Die Lohnkommission ist sich daher außerhalb der Wahlzeit von der allgemeinen Saalverweigerung mur einig geworden, daß weitere jetzt einlaufende Unterschriften von Ver- Der Bauarbeiterstreit in Straßburg, der mun schon sechs Wochen die organisierte Arbeiterschaft. Abgesehen davon können doch die einigungsmeistern keine Berücksichtigung finden können, bis die dauert, hat in den letzten Tagen eine verschärfte Form angenommen. Wirte dem Civil publikum nicht entgelten lassen, daß sie von den Verhandlungen auch offiziell von dem Borstand der Meister- Ver- Die Unternehmer lassen Streifbrecher von außerhalb kommen, und Militär behörden gedrückt werden. Da hilft nur eins: Wenn einigung als abgeschlossen gelten. wenn so ein Trupp eintrifft, teist die Polizei in starker Zahl zunt irgendwo über einen Gastwirt der Militärboykott verhängt wird, dann Schutz der Arbeitswilligen und der Unternehmerinteressen herbei. haben alle andern Gastwirte ob Saalinhaber oder nicht ihre Hierdurch werden natürlich sowohl streikende Arbeiter wie andre Solidarität mit dem Betroffenen dadurch zu bekunden, daß sie es abLeute herangelockt, und da die Schutzleute gegen diese mit belehnen, Militärpersonen, gleichviel welcher Charge, etwas zu vertannter Schneidigkeit vorgehen, so kann es nicht ausbleiben, daß abreichen. Daß nicht von militärischer Seite Gegenmaßregeln gehier und da kleine Neibereien zwischen Polizei und Publikum vortroffen werden können, davor schützt sie das Budgetbewilligungsrecht gliederversammlung der Gementierer und Berufsgenossen Stellung. Zur Lohnbewegung der Rabisputer nahm am Freitag eine Mit- fommen, und daß aus solchen Anlässen Verhaftungen vorgenommen werden. Solche an sich unbedeutenden, durch das polizeiliche VorDer Leipziger Brauereiverein hat übrigens bereits sobiel Bier Nieke berichtete, daß zur Zeit ungefähr 160 Rabißpußer und gehen erklärliche Zwischenfälle werden durch die bürgerliche Breffe übrig, daß er gedroht hat, dasselbe nach Eilenburg für 10 m. 80 Spanner teils ausgesperrt sind, teils im Streif stehen. Von gewaltig übertrieben und gegen die Streifenden ausgenutzt, obwohl pro Hektoliter zu liefern, wenn nicht die dortigen Brauereien die den Cementierern ist nur eine geringe Anzahl von der Aussperrung die Streifleitung ebenso wie unfre Parteipresse fortgesezt vor AusLieferung nach Leipzig einstellen. Wir fürchten, daß der Preis von betroffen. Nachdem nun die Unternehmer das Einigungsamt an- fchreitungen warnt. Die Unternehmer haben beschlossen, falls sich 10 m. für Leipziger Bier faum noch der jetzigen Marktlage entspricht. gerufen haben, sollen am Montag die Verhandlungen stattfinden. die Lage des Streiks nicht ändert, eine allgemeine Aussperrung vors Die Eilenburger Biertrinker dürften es ablehnen, Leipziger Bier zu Einigung mit den Rabikpußern wird nur dann erfolgen, wenn auch Unternehmer veranstaltet werden. Hierzu werden alle drei Gruppen ihre Vertreter entsenden. Eine zunehmen. Also auch in Straßburg soll eine Machtprobe seitens der trinken, selbst wenn sie es geschenkt bekämen. die Spanner und Cementierer in das Vertragsverhältnis mit den Unternehmern aufgenommen werden. Nach längerer Diskussion unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten eine Besprechung Zur Aussperrung der Bauarbeiter in Bromberg. Kürzlich fand beauftragte die Versammlung den Vorstand der Cementierer mit der Der zehnte Kongreß der dänischen Socialdemokratie wurde am Vertretung der Gruppe vor dan Einigungsamt und beschloß ein zwischen Vertretern der Unternehmer und der Arbeiter ſtatt. Gine den Geschäftsführer des socialdemokratischen Verbandes Ratmann stimmig, daß ein Vertrag nur unter der Bedingung geschlossen Vorbedingung einer fünfjährigen Bindung der Lohnfäße festhielten, P. Knudsen eröffnet. Anwesend waren bei der Eröffnung des werden soll, daß die im ersten, im Januar eingereichten Tarif gewährend die Arbeitnehmer sich nur auf ein Jahr verpflichten wollten. Kongresses 171 Delegierte, darunter 44 aus Kopenhagen. Als Leiter der Flechter, 55 Pf. für Einschaler und 45 Pf. für Hilfsarbeiter erfüllt stellten Forderungen von 65 Pf. Stundenlohn für Cementierer und Verhandlungen wurden Redakteur Marott aus Odense und Landsthings- werden. Ferner wurde einstimmig eine Resolution angenommen, mann K. K. Andersen aus Kopenhagen gewählt. Die anwesenden Delegierten repräsentieren 108 Vereine mit zusammen 21 703 Mitgliedern. wodurch sich die Cementierer verpflichten, keine Rabizpuh- oder 4. Knudsen erstattete Bericht über die Thätigkeit der Partei und der Spannarbeit auf den gesperrten Bauten zu verrichten und im Reichstags Fraktion. Der Bericht wurde einstimmig gutgeheißen. übrigen solche Arbeiten nur zu den tarifmäßigen Bedingungen aus Im Anschluß daran wurde eine Resolution angenommen, wodurch zuführen. des Reichstags. Der Parteitag der Socialdemokratie Dänemarks. Donnerstagvormittag im Versammlungsgebäude zu Aarhus durch der geschäftsführende Ausschuß des Verbandes beauftragt wird, von neuem Schritte zu thun, um eine populäre wissenschaftliche Zeitschrift zu gründen. Gewerkschaftliches. Die aber unter neuen Bedingungen arbeitenden Kollegen werden ersucht, angesichts der Verhandlungen doppelt ihren Verpflichtungen nachzukommen und weiter wie bisher 10 Proz. ihres Arbeitsverdienstes der Streiffasse einzuverleiben. Die Streitkommission. Einigung fam jedoch nicht zu stande, weil die Arbeitgeber an der Husland. In Budapest sind sämtliche Bau steinmeßen, 450 an der Bahl, seit dem 23. März im Streit. Die bisherigen Verhandlungen ergaben kein genügendes Resultat. Bis jetzt fand sich noch kein einziger Streifbrecher. Der Zusammenhalt ist musterhaft, die Streifenden sind willens, so lange auszuharren, bis ihre Forderungen bewilligt werden. Das Streiffomitee ersucht alle Kollegen, die Solidarität zu bethätigen und den Zuzug fernzuhalten. Tarifbruch der Landschaftsgärtnerei- Unternehmer Berlins und der Vororte. Der Vorstand des Allgemeinen deutschen Gärtnervereins schreibt uns: Die organisierten Landschaftsgärtnerei- Gehilfen Die Lohnbewegung der Bäcker in Kristiania ist zu Gunsten der Berlins und der Vororte hatten am 31. März d. J. nach zehntägigem Arbeiter beendet. Alle Bäckereien bis auf drei haben den neuen Ausstande mit der Organisation der Landschaftsgärtnerei- Unter- Tarif anerkannt. Diese drei Geschäfte sollen num boykottiert werden. nehmer vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts einen Tarifvertrag abgeschlossen, wonach die Gehilfenlöhne auf 50 Pf. 4 pro Stunde feſtgeſetzt wurden. Die Bedingungen, bis zum 1. Wai Letzte Nachrichten und Depeschen. noch atvei größere Stonkurrenzfirmen, die der Arbeitgeber- Organifation nicht angehörten, ebenfalls für den Vertrag zu gewinnen, wurde von seiten der Gehilfenschaft erfüllt, und hatte nunmehr der Von Wilddieben erschossen. Trier, 9. Mai.( B. H.) In der vergangenen Nacht wurde in nur Berlin und Umgegend. Achtung! Gewerkschaften, Arbeiter Berlins und Umgegend! Werte Genossen! Die Schuhmacher in Pirmasens befinden sich jetzt in der dritten Woche im Ausstande, und zur Zeit, wo wir dies schreiben, ist noch nicht abzusehen, wann und wie der Ausstand Vertrag bis zum 1. April 1904 Rechtsgültigkeit. Es stellten sich Jünkerath im Hochwald der Förster Jung von Wilddieben erschossen. beendigt werden wird. Ueber die Ursachen des Ausstandes selbst nun noch zwei Differenzpunkte ein. Die Gehilfen beantragten, da Die Leiche wurde heute vormittag gefunden und wies fieben Schußhaben die Arbeiterzeitungen ziemlich eingehend berichtet, so daß wir seit Inkrafttreten des neuen Tarifs eine größere Zahl von Gehilfen wunden auf. nicht nötig haben, hier an dieser Stelle noch einmal alles auseinander nominell als Arbeiter angestellt und bezahlt und trotzdem mit den zu sehen. Zur Orientierung diene nur folgendes: Die Arbeiter gleichen Arbeiten beschäftigt worden waren, wie die Gehilfen mit Die Besetzung von Niutschwang. ( Zwicker) in den Schuhfabriken von Emil Paque und Philipp König Gehilfenlöhnen, eine Regelung der Frage vorzunehmen, was GeDie Arbeitgeber wiederum Peking, 9. Mai.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Der hatten wegen einer Lohnreduktion Ende März die Arbeit eingestellt hilfen- und was Arbeiterarbeiten sind. resp. gekündigt. Dieser einen Lohnreduktion waren aber mehrere beschwerten sich, daß eine Anzahl von Mitgliedern der Gehilfen- Beamte in Niutschwang, welcher gestern die Nachricht betreffend andre Lohnreduktionen vorangegangen, welche die Arbeiter sich ge- organisation bei Privaten( bei Staat, bei Gemeinden, Schloß-, die militärischen Bewegungen der Russen übersandte, telegraphiert fallen ließen; um diesen fortgesetzten Lohnherabsehungen entgegen- Villenbefizern) im Tarifgebiete zu niedrigeren Lohnfäßen arbeite, heute, die Besetzung der Forts an der Mündung des Liaoflusses Die Russen seien eine vorübergehende gewesen. zutreten, wurde schließlich zu dem Mittel der Arbeitseinstellung ge- als der Vertrag verlange. Zur Klärung beziv. Beilegung dieser schritten und zu gleicher Zeit über die beiden obigen Schuhfabriken Differenzen sollte nun am 13. Mai vor dem Gewerbegericht eine wieder abgezogen. Infolgedessen besteht hier die Neigung, den Ernst seitens der Zwicker die Sperre verhängt. Der Verein der Schuh- Schlichtungskommissions- Sigung stattfinden. Diesen Verhand der Lage in Zweifel zu ziehen, wenngleich die Angelegenheit noch fabrikanten von Pirmasens faßte hierauf am 2. April den Beschluß, lungen, zu welchen beide Teile sich im Vertrage mitverpflichtet hatten, als unaufgeklärt betrachtet wird, denn der Urheber des Berichtes gilt feinen sämtlichen Arbeitern und Arbeiterinnen zu fündigen. entzog sich aber die Arbeitgeber- Organisation damit, daß sie am allgemein als einer der fähigsten und bestunterrichteten fremden BeZur Begründung dieses Beschlusses wurde angeführt: Daß die 4. Mai einstimmig den Beschluß faßte, fünftighin nur noch solche amten in China. Arbeiter unberechtigte Forderungen aufgestellt und zu Unrecht über Gehilfen zu beschäftigen, welche ein Schriftstück des Inhalts unters Der Eisenbahner- Ausstand in Melbourne. zwei Fabriken die Sperre verhängt hätten, deshalb müsse sich der zeichnen: Ich erkläre mich damit einverstanden, daß fortan mein Melbourne, 9. Mai.( W. T. B.) Hier sind verschiedere Berichte Fabrikantenverein gegen solche Maßnahmen schützen. Lohn der freien Vereinbarung unterliegt und halte den Mindest= Die Kündigungen wurden dann auch am Sonnabend, den lohn des Wergleichs vom 31. März 1903 nicht mehr für mag- bon Eisenbahnlinien eingegangen, bei welchen infolge falscher Weichen4. April, an circa 6000 Personen ausgehändigt. Alle Versuche, gebend. Da die Arbeit jetzt nicht mehr so dringend ist, wie vor stellung Zugentgleisungen vorgekommen sind. Die Expreßzüge nach die Differenzen in den erwähnten Fabriken beizulegen, scheiterten einem Monat, so unterzeichneten denn auch in der That viele Ge- Sidney und Adelaide erlitten Verspätungen um mehrere Stunden. an dem hartnäckigen Widerstande des Fabrikantenvereins. Die hilfen diese Aberkennung ihrer Rechte. Weiter teilte die Arbeitgeber: Die englische Post ist zur See nach Adelaide gefandt worden. Arbeiter gingen soweit, daß sie sich bereit erklärten: Die Sperren Organisation den Gehilfenvertretern mit, daß sie zur angesetzten London 9. Mai. werben noch vor Ostern aufgehoben und die Ansständigen treten zu Verhandlung der Schlichtungskommission keinen Vertreter entfenden Das„ Reuterfche Bureau" erfährt aus den alten Bedingungen, d. h. zu reduzierten Arbeitslöhnen, in ihr werde. Damit dokumentierte die Arbeitgeberschaft ihren Tarifbruch Washington, es feien Anzeichen dafür vorhanden, daß das Staatsaltes Arbeitsverhältnis wieder ein, wenn der Fabrikantenverein die in vollem Umfange. Die Gehilfenschaft unterbreitet diese That departement jede Aktion in der Mandschurei- AngelegenKündigungen zurücknimmt und mit den Arbeitern in Verhandlungen fache der Oeffentlichkeit und überläßt es jedem Gerechtdenkenden, heit solange verschieben werde, bis die Thatsachen vollständig eintritt, um die Ursachen der Differenzen bei den Herren Vaque und sich sein Urteil über die Sache im übrigen selbst zu bilden. flargestellt seien. " M Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdrudevei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 108. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Partei- Angelegenheiten. Zur Lokal- Lifte! Barfien, die während des Sommers unternommen Arbeiter! Parteigenoffen! Vereine! Achtet bei Ausflügen und werden, genau auf die Lokal- Lifte; verkehrt nur in denjenigen Lokalen, welche auf der Liste verzeichnet stehen! Die Rache des Lotterickollekteurs. tiefschmerzlich empfunden haben, daß wir uns unlängst die Feſtdie er gegen die " " 1 Sonntag, 10. Mai 1903. " stunden in der Hauptverkehrs- Kontrolle, am Leipziger Platz 14, bor Der Freiherr von dem Bottlenberg- Schirp muß es genommen werden. Vom 15. Mai ab wird die Streckenbezeichnung Ringbahn" der stellung gestatteten, daß er seine Erfahrungen über das Anstrengende mit der Linie 17( Schöneberg- Moabit) zu einem„ Außenring", die Linie 1 in Stadtring" umgeändert. Die Linie 2 wird gemeinsam der„ jeistigen Arbeet" in dem in der That ungemein aufreibenden Linie 30( Müllerstraße- Winterfeldtplatz) mit Linie 18( PotsdamerBerufe eines Lotteriekollekteurs gesammelt hat. Offenbar hat er straße- Moabit) zu Linie 3 Großer Ring" umgewandelt. Die wochenlang schwarzen Racheplänen nachgehangen, denn in einer beiden jetzigen Linien 12 und 13( Plößensee-, resp. Moabit- Görgestern abend im Tiergartenhof abgehaltenen konservativen Ver- lizer Bahnhof) werden zur Linie 12 vereinigt. Eine neue Linie 18 sammlung hat er sich durch die Entlarbung eines Socialdemokraten wird von Moabit( Bremerstraße via Opernplatz- Ritterstraße) nach Die Gewerkschaften, Bereine, Klubs 2c., welche nach Potsdam, bitter gerächt. Als dem rachebrütenden Lotteriekollekteur trotz des Schlesische Bride geleitet. Die weiteren Aenderungen, über welche Nedlitz und Umgegend Partien veranstalten oder abgeschlossen haben, angestrengtesten Nachdenkens absolut nichts einfallen wollte was wir bereits berichteten, feien hier kurz wiederholt. Die beiden werden ersucht, den Tag und das Lokal umgehend an das Mitglied denen, die ihn kennen, nicht unglaublich scheinen wird-, auch nicht Linien Dalldorf- respektive Scharrnweberstraße- Briz werden bis die fleinste Bosheit zum Rathaus des letzteren Vororts, die Linie Seestraße- Brig der Lokalkommission, Genossen R. Godglück, Kanal 45 in Potsdam, Socialdemokratie, Holte bis zur Triftstraße dortselbst durchgeführt. Die Linie Müllerstraßemitzuteilen. Diejenigen aber, welche nach der Oberspree bis Grünau er aus seinem Schrank eine dickleibige Flasche herbei, durch Winterfeldtplatz wird bis zur Hohenstaufenstraße, die Linie Partien unternehmen, ersuchen wir, davon den Genossen seine versagenden Lebensgeister anzufeuern fuchte. Schlesischer Bahnhof- Müllerstraße bis zur Seestraße, die Strede Denn als B. Meinholz, Wilhelminenhofstr. 34 in Ober- Schöneweide, Und siehe da, es half. er, angestrengt jeiftig Victoria Luise- Platz- Kastanien- Allee zunächst bis zum Ningbahnhof in Kenntnis zu sehen. arbeetend, gedankenvoll auf die Flasche sah, durchzuckte plößlich Schönhauser- Allee, später bis zur Kaiser Friedrichstraße in Bantow ein Genieblik feine durchgeistigten Züge. Stand da nicht deutlich verlängert. Die Linie Schöneberg- Prenzlauer- Allee wird unter Gleichzeitig ersuchen wir die Parteigenossen, das Nachstehende auf dem Etikett der Flasche:" Wurms Magendoktor"?" Wurms Nummerbezeichnung 60 refp. 61 bis Weißenfee( Schloß) resp. Neuzur Kenntnis zu nehmen und der am 1. Mai erschienenen 2okal agendoktor"! Das genügte ja! Was wollte er denn mehr? Weißensee( Anton- Play) durchgeführt und hierselbst eine Einſeglinie zur Kenntnis zu nehmen und der am 1. Mai erschienenen 2okals Gehörte denn nicht zu der socialdemokratischen Fraktion ein Ab- die Verlängerung der Linie 78( Wilmersdorf- Königsbergerstraße) 73( Prenzlauer- Allee- Behrenstraße) eingeschaltet. Erwähnt sei noch Liste anzufügen: Folgende Lokal- Inhaber haben sich bereit erklärt, der Arbeiter- geordneter namens Wurm? Und war dieser Wurm nicht Chemiker? bis zur Frankfurter- Allee( Ringbahnhof) und der Linie Behrenschaft ihre Lokalitäten zu Versammlungen 2c. zur Verfügung war, kein Zweifel, der Erfinder, der Fabrikant dieses Schnapses! Linien 82, 89, 90 werden folgenden Ringbetrieb: Nollendorf- PlayUnd dieser Wurm, dieser rote Wurm, dieser rote Jude Wurm, der straße- Bergmannstraße bis Tempelhof( Friedrich Karlstraße). ,, Triumph, die Nache gelingt!" schmetterte der Herr Lotteriekollefteur Victoria Luise- Play- Bahnhof Zoologischer Garten- KurfürstenBerlin, III. Wahlkreis: Berliner Klub- Haus, Ohm- frei nach Weber. Und so ergriff er denn als erster Diskussionsredner Straße- Nollendorf- Platz resp. umgekehrt an ihrer westlichen Endstelle Straße 2. Berlin, IV. Wahlkreis( Often): E. Kiena st, Warschauerstr. 26. Wurm, den verruchten Erzeuger des„ Magendoktor"," für den durch in der gestrigen Versammlung das Wort und übergab den Juden erhalten. Ein trauriges Ende hat der Wurst- May" genommen, eine beBerlin, VI. Wahlkreis: Schneiders Gesellschafts- die bekannten Wagen Reklame gemacht wird", der öffentlichen Ver- tannte Straßenfigur vom Schönhauser Thor. Der 43 Jahre alte haus, Belforterstr. 15; Steuerhaus, Prenzlauer Allee 148. Johannisthal: 3um Lindenhof". Inh. Wille, Friedrich- Individuum geben, als einen Socialdemokraten, der durch Schnaps- Unglück, daß ihm auf dem Bau ein Stein auf den Kopf fiel. SeitJohannisthal:" 3um Lindenhof", Juh. Wille, Friedrich- achtung aller anständigen Menschen. Denn kann es ein verächtlicheres May Prenzlau war früher Maurer. Vor acht Jahren hatte er das fabrikation den branntweinbrennenden Junkern, diesen armen Charlottenburg: Voltshaus, Rofinenstraße 3( Inh. Schüße), Strohdachflickenden, Konkurrenz macht? Die Entlarvung des Herrn Spandauer Berg: Restaurant" Zur Roßtrappe"( Inh. Lotteriekollekteurs wäre denn auch wahrhaft zerschmetternd, wenn Klabunde); Waldkater, am Tegeler Weg, sowie sämtliche nicht die Indicien gegen Wurm ein kleines Loch hätten: Der Lokale am Spandauer Schiffahrtskanal sind frei. Sel anesti ( früher Hoffmann), sowie alle andren Lokale in Charlottenburg find Reichstags- Abgeordnete Emanuel Wurm iſt nämlich mit dem Wurm, ( früher Hoffmann), sowie alle andren Lokale in Charlottenburg find deffen„ Magendoftor" unsern Freiherrn von dem Bottlenberg- Schirp so illuminiert hat, zufällig nicht identisch! zu stellen: straße 61; Fährenk, Friedrichstr. 10. als gesperrt zu betrachten. Hakenfelde bei Spandau: Mag Teknows Voltsgarten und in Joersfelde bei Tegel: Restaurant Eruft Döring sind frei. " Göze, Richard Play 15, ferner in Lichtenberg: Schwarz' Konzert Garten stehen der Arbeiterschaft zu Versammlungen usw. nicht zur Verfügung. Die Lokalkommission. Die dem arbeitsunfähig, schlug er sich kümmerlich durch das Leben, indem von abends 10 bis morgens 6 Uhr heiße Wiener" feilbot.„ Wurster jede Nacht an der Ecke der Alten Schönhauser und Linienstraße Mag" hatte viel zu leiden. Ununterbrochen neckte man ihn, nur um ihn schimpfen zu hören. Daß seine Erregbarkeit auf Krankheit zurückzuführen sei, daran dachte niemand. Oft mußte die Polizei einschreiten, aber sie ließ ihn immer wieder gewähren, da sie sein Schicksal fannte. In der vorletzten Nacht aber ging es nicht mehr. Wurst- May" bedrohte eine Frau, mit der er um 10 Pf. in Streit geriet, mit dem Brotmesser. Darum wurde er auf die Revierwache und von dort nach Dalldorf gebracht, da ihn der Bezirksphyſikus als unheilbar geisteskrant erkannte. Um dem Herrn Lotteriekollekteur diese immerhin bittere Enttäuschung etwas zu verfüßen, möchten wir ihn auf eine andre Fährte Rigdorf: Das Vereinshaus" am Richard- Plaz, sowie lenken. Wenn wir nicht irren, haben wir einmal von einem gewissen Wurm gehört, der zwar kein Schnapsfabrikant, aber ein ganz gemeiner Kuppler und Kabalemacher gewesen sein soll. Und zwar soll ein Im Dienste tödlich verunglückt ist gestern vormittag der 60 Jahre gewisser Schiller( vielleicht der Besitzer des Café Schiller am alte Vorarbeiter Karl Hoffmann aus der Fürstenwalderstr. 21. HoffGendarmenmarkt?) diefen pp. Wurm näher gekannt haben. Sollten direktion Berlin war, hatte gestern vormittag am Schlesischen Bahnhof mann, der seit 36 Jahren Streckenvorarbeiter bei der Eisenbahndieser Wurm und der Reichstags- Abgeordnete gleichen Namens nicht in der Nähe der Andreasstraße auf der Stadt- und Ringbahn für Zweiter Wahlkreis. Donnerstag, den 15. d. M., findet im Lokal etwa dieselbe Person sein? Wir glauben, Herr Lotteriekollekteur, die Auswechselung eines Geleises Messungen vorzunehmen. Etwa Wilhelm- Theater", Friedrichstr. 236, eine öffentliche Wähler Sie können in der nächsten konservativen Versammlung ganz getrost dreißig Schritte von ihm entfernt arbeitete seine Kolonne. Als beim verfamlung statt. Genosse Albrecht Fülle referiert über: behaupten, daß der socialdemokratische Jude Wurm, wie ein Herannahen des Südringzuges Nr. 2047, der kurz vor 934 Uhr von der Die Parteien im Wahlkampfe". Gegner werden mittels Säulenanschlags eingeladen. Es ist Pflicht der Parteigenoffinnen gewisser Herr Schiller jederzeit zu bezeugen bereit sein dürfte", sich Jannowigbrücke herkam, das Warnungszeichen gegeben wurde, hatte und Genossen für regen Besuch zu agitieren. Die Vertrauensleute. ehedem der schändlichsten Verbrechen, der Kuppelei u. f. w. schuldig gemacht hat. Wir sind überzeugt, der jüdische Abgeordnete wird Wir sind überzeugt, der jüdische Abgeordnete wird Dritter Wahlkreis! Achtung, Parteigenossen! In der nächsten Woche finden zwei Wählerversammlungen statt, und zwar am Mitt- nicht den Mut haben, Sie wegen dieser Bezichtigung vor deutschen woch, den 18. Mai, in der Ressource, Kommandantenstr. 57, Richtern zu verklagen! und am Donnerstag, den 14. Mai, abends 8 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstraße 18c. In der ersten spricht der Abg. Genosse Molkenbuhr und in der zweiten Abg. Genosse Stadthagen über:„ Die bevorstehenden Reichstagswahlen und unsre Gegner" Außerdem Diskussion. Wir ersuchen die Genossen, für regen Besuch zu agitieren. Die Vertrauensleute. Der Wahlverein für den vierten Berliner Reichstags- Wahlkreis ( Often) hält am Dienstag, den 12. Mai, abends 81% Uhr, Gr. Frankfurterstr. 117, eine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Georg Davidsohn über die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 6. Wahlkreis, Schönhauser Vorstadt. Am Donnerstag, den 14. Mai, findet bei Buhlmann, Schönhauser Allee, eine Volksbersammlung statt. Aus diesem Grunde wird in unsrer Vorstadt der Zahlabend am Dienstag, den 12. d. M., abgehalten. Der Vorstand. Bankow. Dienstag, den 12. Mai, findet die regelmäßige Mitgliederversammlung statt. Auf der Tagesordnung steht: Vortrag des Genoffen May Kiesel- Berlin über die bevorstehenden Reichstagswahlen, Sassenbericht und Vereinsangelegenheiten. Recht zahlreiche Beteiligung ertvartet Der Vorstand. er sich dicht am Geleise gebüdt, um messen zu fönnen. Ob er nun in dieser Stellung das Beichen überhörte oder sich weit genug vom Geleise entfernt wähnte, läßt sich nicht mehr feststellen. Blöglich lag er regungslos und aus Kopfwunden blutend neben den Schienen. Der Cylinder der Maschine hatte ihn am Kopfe getroffen und auf die Seite gestoßen, so daß er umfiel und bewußtlos liegen blieb. wenigen Minuten erlag. Der Bahnarzt, der bald nach dem Unfall Die Verlegungen am Kopfe waren so schwer, daß er ihnen nach erschien, konnte ihm nicht mehr helfen. Der Verunglückte, dessen Leiche In Ihrer Nummer v. 7. Mai 1903 brachten Sie einen Artikel: beschlagnahmt wurde, lebte in finderloser Ehe. Socialaristokratische Don Quichote3", in dem Sie ,, Wegen der schweren Anschuldigung des versuchten Gattenmordes." mir in gehässigen, teilweise persönlichen Ausdrücken den ganz un- Bu der obigen Notiz in unsrer gestrigen Nummer erhalten wir folgende gerechtfertigten Vorwurf machen, ich habe in einer Verfamm- Buschrift: lung am Dienstag Abend versucht das Proletariat von den Ich hatte nicht die Absicht, meine Frau zu erschießen. Da ich Fesseln der Partei loszulösen, hinauf zur geistigen Freiheit. zur Zeit zwei Geschäfte in einem Hause befize und meine Ehefrau Von mir wurde ausdrücklich betont: durch diese doppelte schwere Arbeit etwas nervös geworden ist, zeigte sie in der legten Zeit ein etwas aufgeregtes Wesen. Als ich in der Nacht zum Dienstag meinen Radfahrer- Revolver unter das Kopfkissen legen wollte, war sie dadurch aufgeschreckt und war der Ansicht, ich wollte sie erschießen. Am andern Tage wurde ich von der Polizei verhaftet, wohin sie sich in ihrer Angst gewendet hatte. Nach der Vernehmung auf der Polizeidirektion fonnte die Sache nicht recht aufgeflärt werden, worauf ich am andern Tage in Untersuchungshaft genommen wurde, doch schon am Freitag, nachdem sich die Sache doch endlich aufgeklärt hatte, wieder aus der Haft entlassen worden bin und das Verfahren eingestellt worden ist. lung am Dienstag das Profetariat zu sich hinaufziehen" wollten, Einer jener socialaristokratischen" Herren, die in der Versamm fendet uns einen Brief, den wir zur Erheiterung unsrer Leser unverändert und ungekürzt wiedergeben. Hier ist er: „ Die Socialdemokratie ist diejenige Partei die unseren Jdealen am Nächsten kommt darüber hinaus giebt es aber noch ein Ziel an dem wir Alle mithelfen sollten die Durch geistigung der Massen" Social- Aristokratie. Dies der einfache Thatbestand. Daß Sie mich in einem Atemzug,( ich bin nebenbei gefagt 30. Jahr) unreifer Mensch"," Giger!" 2c. nennen, mir gleich gültig, dies drückt mir auch nicht die Feder in die Hand, es war mehr ein unsägliches Mitleid über die Verwilderung, mit der Sie, ideale Bestrebungen zu erwürgen versuchen. Ich habe absolut Nichts mit einer Wochenschrift Kampf" zu thun, und muß ich den Vorwurf irgend welcher materiellen Interessen entrüftet zurückweisen. Adolf Lebenstein. -Die ganze Sache stellt sich also sehr harmlos heraus. Ich habe Rummelsburg. Am Dienstag, den 19. Mai, abends 8 Uhr, stets mit meiner Ehefrau in den glücklichsten und petuniär günstigsten Verhältnissen gelebt, sie nie durch Worten oder Thaten bedroht, was öffentliche Wählerversammlung im Café Bellevue. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genoffin Frau Ihrer: Die Selbstüberhebung, die das eigne Jch immer und überall in den Rigdorf, Weserstr. 204. Dieser Brief kennzeichnet seinen Verfasser. Mit jener maßlofen ein jeder, der mich näher kennt, bezeugen muß. Willy Dietrichs, bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. Bilicht eines jeden Einwohners ist es, in dieser Versammlung zu Levenstein die ironischen Bemerkungen, welche wir zur Kennzeichnung Kutschers Felgenhauer, welcher sich gestern gegen 18 Uhr abends Mittelpunkt des allgemeinen Intereffes stellen möchte, bezieht Herr Tödlicher Straßenbahn- Unfall. Der 31/ 2jährige Sohn Paul des erscheinen. Besonders die Frauen sollten es sich nicht nehmen einer seiner Art ganzen Kategorie laffen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Gegner sind hierdurch gebrauchten, auf feine auf der Straße befand, versuchte allein vor dem Hause Grimm sehr gleichgültige Persönlichkeit. besonders eingeladen. Freie Aussprache und freie Diskussion wird eigne uns Möglich, daß straße 21 den Fahrdamm zu überschreiten. Der Kleine geriet hierbei Herr Levenstein den Satz, den er in seinem Briefe anführt, gegen den Motorwagen 1935 eines vorbeisausenden Zuges der jedermann zugesichert. im Laufe feiner unflaren Rede gebraucht hat. Das beweist aber Straßenbahnlinie 30 und wurde umgestoßen. Zwar gelang es dem Rigdorf. Am Dienstag, den 19. Mai, abends 81, Uhr, findet nichts gegen unser Urteil über jene Versammlung und die Referenten, Fahrer, der sofort Gegenstrom gab, den Zug auf so furze Distanz im Lokale des Herrn Maue, Variété- Theater, eine öffentliche welche dort auftraten. Als Einberufer und Leiter der Versammlung zum Stehen zu bringen, daß der Körper des Kindes vor dem SchutzWählerversammlung statt, in der Genosse Dr. Silberfungierten Redakteur, Druder und Verleger der Zeitschrift„ Kampf" rahmen liegen blieb, doch hatte der Kleine, jedenfalls infolge des stein über„ Die Reichstagswahl und unsre Gegner" sprechen wird. Ein Heft dieser Schrift das einzige, welches wir je in Händen Sturzes, schwere innere Verletzungen erlitten, die seinen fast augenZahreichen Besuch, auch der Frauen, erwartet Der Einberufer. hatten haben wir aus der Versammlung mitgebracht. Darin blicklichen Tod herbeiführten. Die Leiche wurde seitens der StaatsSchmargendorf. Dienstagabend 81%, Uhr hält der Wahlverein finden wir eine höchst geistreiche, mit vielen Gedankenstrichen ge- anwaltschaft mit Beschlag belegt. Adolf Lebenstein, der trotzdem behauptet im Saal des Gastwirts Löhnhardt, Warnemünderstr. 6, eine Ver- fpidte Stizze" von ſammlung ab, in der Genosse Stübling über" Die Reichstags: wahl" referiert. Gäste find willkommen. Für Frauen ist ein Segment eingerichtet. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Lokales. Zur Auslegung der Wählerlisten. er habe mit der genannten Zeitschrift nichts zu tun. Bom Balton gestürzt. Ein tödlicher Unglücksfall ereignete fich Den Vorwurf, wir wollten ideale Bestrebungen erwürgen, fönnen nur am Donnerstagabend gegen 6 Uhr in der Birkenstraße. In dem Leute erheben, die über unsre Haltung und über die Bestrebungen Hause Nr. 32 bewohnt im vierten Stock der Ober- Postassistent Starizz unsrer Partei völlig im Untlaren find. Wir haben nicht nötig, be- eine Wohnung. Als die Frau desselben fortging, um Besorgungen sonders hervorzuheben, daß die Socialdemokratie und ihre Drgane zu machen, ging das fünfjährige Söhnchen Joachim auf den Ballon, ideale Bestrebungen, die auf die geistige Hebung der Arbeiterklasse um der Mutter nachzusehen. Er muß wohl mun das Gleichgewicht gerichtet sind, unterstützen und fördern, auch wenn dieselben verloren haben, denn in dem Augenblick, als die Frau zur Hausnicht unmittelbar mit der Parteibewegung zusammenhängen. thür heranstrat, stürzte ihr Söhnchen aus der großen Höhe herab Wenn aber konfuse Köpfe, geistig völlig unreife Leute und blieb der Mutter mit zerschelltem Kopfe vor den Füßen liegen. Folgende Stadtteile, die bis 1878 zu Lichtenberg gehörten, man das Beispiel zeigt, mit dreißig Ein aus der Wilhelmshavenerstraße herbeigeholter Arzt konnte nur unreif sein fich in dünkel noch den Tod feststellen. Die Frau, in ihre Wohnung zurückgebracht, wählen bei der Reichstagswahl nicht zum Wahlkreise Berlin IV, bafter Selbstüberhebung berufen fühlen, eine Aufklärungsarbeit zu fonnte nur mit Aufbietung von Gewalt daran gehindert werden, sich sondern zum Wahlkreise Nieder- Barnim: Thaerstr. 9-28, Baltenplatz, östlicher Teil, Hübenerstr. 1-15, Weidenweg 35-62, Socialdemokratie einen hervorragenden Anteil hat, so kann uns das beginnen, die längst in vollem Gange ist und an der gerade die ihrem Söhnchen nachzustürzen. Petersburgerstr. 1, 5-10, 82-85, Rigaerstraße, Eldenaerstraße, Frant- nur zum Spott reizen. Von Gehässigkeit wissen wir uns gänzlich furter Allee 1-68, Liebigstraße, Mirbachstraße, Proskauerstr. 1-90, frei. Ein so harmloser Mann wie Herr Levenstein wäre der letzte, Dolzigerstraße, Samariterplatz, Schreinerstraße, Straßen 66A, 66B, der unfren Haß erregen fönnte. Er ist doch nur eine komische Figur, 67A, 67B, Samariterſtraße, Fordenbed- Plaz, Gabelsbergerstraße, die sich selber der Lächerlichkeit überantwortet. Bellestraße, Landsberger Allee von Hausburgstraße bis Ringbahn. tann auch, wie recht noch Selbstmord im Friedrichshain. Im Friedrichshain erschoß fich Sonnabendvormittag ein junger Mann Namens Karl Nette aus Hannover, der sich ohne Wohnung in Berlin aufhielt. Arbeiter hörten gegen 9 Uhr einen Schuß fallen und fanden den Lebensmüden in der Nähe des Froschteiches mit einer Wunde in der Brust Für die Abonnenten der Großen Berliner Straßenbahn ist für Patronen enthielt. Der Schwerverletzte wurde nach dem benacham Boden liegen, neben ihm den Revolver, der noch fünf scharfe Folgende Stadtteile, die früher zum Kreise Teltow gehörten, diesen Monat eine wichtige Ausnahmebestimmung ge- barten Krankenhause am Friedrichshain gebracht, wo er noch während jetzt zu der Stadtgemeinde Berlin gehören, wählen bei der Reichs- troffen worden. Am 15. Mai tritt, wie bereits mitgeteilt wurde, der Aufnahme starb. Aus hinterlassenen Mitteilungen geht hervor, tagswahl nicht für Berlin I oder II, sondern für den der Sommerfahrplan in fraft, welcher wichtige Veränderungen, resp. daß ihn die vermutete Untreue seiner Braut, die in der GeorgenKreis Teltow: Bellevue- Ufer, Bark und Schloß Bellevue, Verlängerungen von Linien bringt. Die Betriebsverwaltung hat be= Berlinerstr. 152, Garten- Ulfer, das Gärtnergrundstück an der Großen schlossen, die Umwandlung der Zeitkarten für die verlängerten Linien irchstraße wohnt, in den Tod trieb. Er konnte seinen Liebesgram nicht überwinden. Quer- und Bellevue- Allee, Hippodrom und Wasserwerke im Tier- nicht erst am 1. Juni, sondern, wenn es beantragt Aus Furcht vor Strafe hat sich die neun Jahre alte Gemeindegarten, Kurfürstendamm 9, Kurfürstenplay, Lügow- Ufer 39, der wird, vom Tage des Infrafttretens des Fahrplans Tiergarten, Tiergarten Försterei, Schweizerhaus und Schleusen- an borzunehmen. Da die beiden Linien 18 und 30 beispiels- schülerin Franziska Fallersta aus der Wohnung ihrer Tante in der Tiergarten, Tiergarten Försterei, Schweizerhaus und Schleusen- weise zu einem Ning zusammengeschlossen werden, so können die Kleinen Frankfurterstr. 10, bei der sie erzogen wurde, heimlich entmeisterhaus, die Stadtbahnbogen 488 bis 530, Tiergarten- Ufer, Abonnenten derselben am Tage des Beginnens des Sommerfahrplans fernt. Sie goß an vergangenen Dienstag den Kaffee, den sie Belten- Allee und der Zoologische Garten. die neue Linienführung in ihre Zeitfarten eintragen laffen. Die trinken sollte, zum Fenster hinaus mud beschmutzte damit zwei Umwandlung der Karten kann jedoch nur au den üblichen Dienst- Damen, die vorübergingen, die Kleider. As man ihr darauf mit M einer Anzeige bei der Tante drohte, lief sie weg und kam nicht deutschen Absatzgebietes- je nach der Relation, während die Exportwieder. Die Vermißte ist 1,20 Meter groß, hat hellblondes Haar preise Erlöse von etiva 100 bis 115 M. ab Werk erlassen."( Beund braune Augen und trägt einen dunkelblauen Rock, schwarze richt vom oberschlesischen Walzeisenmarkt.) Strümpfe und Spangenschuhe. Vermischtes. Wolfenbrüche im Riefengebirge. " Die mit Hilfe des Grobblech- Syndikats im Inlande erzielten Hirschberg i. S ch L., 9. Mai. In vergangener Nacht find Deutscher Arbeiter- Abstinentenbund( Sit Berlin). Laut Beschluß überschüssige Produktion gleichsam à tout prix ins Ausland abzu brii che niedergegangen. Im Laufe der Nacht traten die Gebirgshohen Preise für Sesselbleche gestatten den Verbandswerken, ihre gegen 1 1hr im ganzen Riesengebirge gewaltige Wolkender Konferenz der abstinenten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutsch stoßen. Tands, die am 13. und 14. April d. J. in Bremen tagte, haben sich Der deutsche Maschinenbau muß diese Rechnung bezahlen." flüsse über die Üfer. Die an den Flüssen gelegenen Dörfer und die sämtliche Arbeiter- Abstinenzvereine Deutschlands zu einer Central( Bericht vom rheinisch- westfälischen Eisenmarkt.) Stadt Hirschberg wurden teilweise während der Nacht unter Wasser Organisation zusammengeschlossen, welche obigen Namen führt. Anfang 1900 gezwungen wurden, zu 185 M. pro Tonne abzu- Seit heute früh 6 Uhr fällt das Wasser wieder, nur der Bober ift Während die Käufer von Walzdraht seitens des Syndikats gesetzt. Viele Wohnungen mußten geräumt werden. Die Arbeiter- Abstinenten hoffen durch diese Organisation eine nach schließen, wurde von großen Werken schon im Herbst 1900 Draht noch im Steigen. Die Eisenbahnbrücke über den Bober bei Ruhbank haltigere Propaganda gegen den Volksfeind Alkohol inmitten der flassenbewußten Arbeiterschaft führen zu können. Alle left thzu 105 M. ins Ausland verkauft; im Inlande stand der Drahtpreis ist gesperrt und für Züge nicht passierbar. Der Verkehr wird durch betreffenden Anfragen sind zu richten an den Vorsitzenden Miethke, in England zu Preisen verkauft, welche zum Teil auf ersteren Walzim Juni 1901 auf 135 M., Webedrähte wurden an die Konkurrenz Umsteigen aufrecht erhalten. Berlin NW. 87, Rostockerstr. 14. Alle Geldsendungen wolle man an drahtpreisen basierten. den Kassirer W. Giehm, Berlin SO. 33, Wrangelstr. 46, adressieren. Draht nahezu um die Hälfte des Einfuhrzolles billiger als wir Die englischen Fabrikanten hatten also den Im Zoologischen Garten beträgt der Eintrittspreis am heutigen deutschen."( Bericht des Neuwalzwerkes Bösperde.) Sonntag nur 50 Pf.; Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälfte. Am Nachmittage konzertieren von 4 Uhr ab drei Militärkapellen in Uniform. " Die Walfisch- Ausstellung" auf dem Arenaterrain am Elefantenhause ist dem Publikum heute zum letztenmal geöffnet, und zwar von 10 Uhr vormittags bis zur beginnenden Abenddämmerung. Aus den Nachbarorten. das Waldenburg( Schlesien), 9. Mai.( Amtliche Meldung.) Infolge gegangenen Wolkenbruchs ist auf der zweigleisigen Eisenbahnstrecke eines gestern abend in der Nähe vom Bahnhof Ruhbank niederzwischen Ruhbank und Wittgendorf eine gewölbte Bahnunterführung Personenverkehr wird Verband oberschlesischer Stahlgußwerke. Der„ General- Anzeiger" eingestürzt und der Bahndamm ausgespült. meldet: Ju einer vorgestern in Gleiwitz stattgehabten Versammlung an der Unfallstelle durch Umsteigen aufrecht erhalten. Güterverkehr muß umgeleitet werden. von Vertretern jämtlicher oberschlesischen Stahlformguzwerke wurde die Bildung eines Verbandes beschlossen. Die Vorarbeiten dafür wurden sofort begonnen; die Angliederung an die bereits im Westen bestehende Vereinigung der Stahlformgußwerke ist in Ausficht genommen. Gerichts- Zeitung. brüchen bei Boltenhain zeigt die Wütende Neiße seit 1 Uhr nachts Jauer, 9. Mai. Nach starkem Gewitterregen und Wolkenstarkes Hochwasser, welches in Jauer und Umgegend vielen Schaden an Straßen und Gärten anrichtete. Viele Häuser stehen unter Wasser und mußten nachts geräumt werden. Der gestern abend hier von Bolfenhain fällige Zug ist ausgeblieben; das Wasser ist seit 5 Uhr früh im Fallen begriffen. und sie mit den rührenden Begleitschreiben dann, weiter vertrieb. Was ihr wollt. Dienstag: Sakuntala. Mädchen für einen Hundelohn anfertigen ließ Königliches Schauspielhaus. Sonntag: Jm bunten Rod. Montag: Mittwoch: König Lear. Donners Lichtenberg. Zur Ergänzung des Berichts vom Dienstag über den tödlichen Unfall auf dem Rangierbahnhof in Lichtenberg ist noch Breslau, 9. Mai. Wie die„ Schlesische Zeitung" aus Liegnig hinzuzufügen, daß dieser Fall der erste auf dem neuerbauten Bahn hof, welcher dem kommenden Stadtbahnverkehr als Rangierbahnhof Wegen Beamtenbeleidigung, begangen durch die Presse, hatte meldet, hat die Kazbach dort die Umgebung des Schützenhauses und die Militärbaracken überschwemmt. Feuerwehr und Militär find dienen soll, gewesen ist; weitere werden aber unausbleiblich folgen, sich gestern der Redakteur der Deutschen Warte", Hans denn die ganze Rangieranlage ist so unpraktisch angelegt, daß Unglüdsfälle b. Januszkiewicz, vor der vierten Straftammer zu verant requiriert. Das Wasser steigt noch immer. Der Regen hält an. unausbleiblich sind. Die Geleise befinden sich so eng zusammen, worten. Die Beweisaufnahme ergab folgenden Thatbestand: In und sind an den neu erbauten Schuppen und kleinen Gebäuden so der Nr. 29 vom 18. Januar d. J. hatte der„ Berliner Lokal- AnEin Konkurrent des Riesen Machnow. Ein Riesenknabe soll dem dicht vorübergeführt, daß sie beim Ausproben und Abfahren mit dem geiger" einen Artikel gebracht mit der Ueberschrift: Moderne Wege- nächst durch Berliner medizinische Sachverständige untersucht werden. Profil nicht vorüber kamen, so daß von den Gesimsen und leber- lagerer". Dieser Artikel war auf Veranlassung des früheren Polizei- Es handelt sich um einen Sprößling des Bäckermeisters Redmers zu ständen etwas abgehauen werden mußte; verschiedene Weichenköpfe präsidenten v. Windheim von dem Kriminalinspektor I att Drievers bei Leer. Der Knabe hat alle Anlagen, den Riesen wurden weggerissen und das Profil ganz verbogen. Die Einfahrten verfaßt und zwecks Warnung vor Ringneppern, Kautionsschwindlern Machnow bei weitem zu schlagen. Erst anderthalb Jahre alt, hat zu dem Schuppen sind so schmal und niedrig, daß ein Wagen und sonstigen unlauteren Elementen in die Presse lanciert. Gleich er bereits eine Größe von einem Meter drei Centimeter und verfügt geradezu knapp durchgeht. Nun denke man sich zeitig wurde darin geschildert, wie eine Familie mit„ altem Namen" über einen Brustumfang von 90 Centimetern. Da der„ Kleine" ein Rangieren auf einem so schlecht angelegten Bahnhof! Der Rangierer eine Art feine Bettelei betrieb, indem die Frau an wohlhabende Gewicht von 76 Pfd. aufweist, kann man der Mutter nicht verübeln, muß sich zwischen den hin- und herfahrenden Zügen bewegen oder Standesgenossen Stickereien sandte mit der dringenden Bitte, die daß sie ihr kleinstes nicht mehr tragen will. Die Sprache des auf dem Trittbrett sich aufhalten und ist dadurch stets der Gefahr selben zu kaufen. Der Sendung war ein Begleitschreiben beigefügt, abnormen Kindes ist verhältnismäßig gut gebildet, der Appetit iſt ausgesetzt, entiveder das diese für eine Adelsfamilie etwas ungewöhnliche Art des Brot mitunter ungeheuerlich zu nennen. von einem entgegenkommenden Buge erwerbes auf die bedrängte finanzielle Lage derselben zurückführte. oder von einem Weichenkopf oder Laternenpfahl unter die Einer Anzahl Familien aber, die alle gleichlautende Briefe und gleiche Räder gerissen, oder aber an den Gebäuden zerquetscht zu Stickereisendungen erhalten hatten, kam dieses Geschäftsgebahren werden. Und alles dieses, alle diese Opfer verschuldet Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. das Sparsystem, denn Land war noch genug vorhanden, um die ein wenig verdächtig vor, weshalb sie eine polizeiliche Untersuchung Anlagen weiter ausdehnen zu können. Jezt nach der Fertigstellung tifel heraus, daß die Frau v. Köller geb. v. Quibow, so ist der fantutte. Donnerstag: Die Walküre. Freitag: Die weiße Dame. Der Königliches Opernhaus. Sonntag: Till Eulenspiegel. Montag: veranlaßten. Und nun stellte es sich nach dem polizeioffiziösen Ar- Lohengrin. Dienstag: Feuersnot. Der Zauberknabe. Mittwoch: Cosi schiebt immer einer der ausführenden Persönlichkeiten die Schuld auf die andre. Wo bleibt hier eine fachkundige baupolizeiliche Ab- ame der adeligen Stickerin, das Geschäft seit Jahren ganz kauf- Bauberknabe. Sonnabend: Till Eulenspiegel. Sonntag: Undine. Montag: nahme? Denn unmöglich kann diese Anlage, wenn auf das Leben männisch betrieb, daß sie die Arbeiten von jungen Romeo und Julia. von Menschen Rücksicht genommen wird, bestehen bleiben. Hier wäre angebracht, daß man nicht auf Festen und in Reden für die Arbeiter und Beamten sorgt, sondern daß der Herr Eisenbahnminister und seine Herren Näte In einem Jahre soll ihr das Geschäft 8000 M. Reineinnahme ein- tag: Die Schloßherrin. Freitag: Das große Licht. Sonnabend: König und Direktoren sich persönlich einmal überzeugten und sich selbst ein gebracht haben. Kaum war dieser Artikel des Kriminalinipettors Heinrich VI. Sonntag: König Heinrich VI. Montag: Ein Sommernachtsmal zwischen den rangierenden Zügen bewegen würden, wir glauben gelinde Revolution. Jedermann dort ahnte, auf wen der Artikel ge- Sonntag, 17. Mai: Die Fledermaus. traum. erschienen, so gab es in der sogenannten guten Gesellschaft" eine Neues tgl. Opern- Theater. Sonntag, 10. Mai: König Laurin. nicht, daß einer von den Herren als Rangierer dazwischen arbeiten würde. münzt war und es hieß allgemein, die Familie v. Köller müsse aus Der Lichtenberger neue Bahnhof ſchließt sich dem alten als Todes- Bahn- der Gesellschaft entfernt werden, sie schände den ganzen Adel. In Sonntagabend: Die Here. Montag: Die Here. Dienstag: Diabler. hof würdig an. In der ganzen Umgegend sind auf keinem Bahnhof dieſer kritischen Zeit erſtand der Familie v. Köller ein Fürkämpfer Mittwoch: Die Here. Donnerstag: Hedda Gabler. Freita eres un der foviel Unglücksfälle vorgekommen, als hier in Lichtenberg. Deshalb Gabler, Am 25. Januar der wäre es notwendig, wenn hier der Herr Minister für das Wohl dieses Jahres veröffentlichte er in der Deutschen Warte" einen Liebe Wellen. Sonntagabend: Hedda Gabler. Montag: Hedda Gabler. und die Gesundheit der Arbeiter und Beamten durch die That Gegenartikel, worin er die Ehre der öffentlich bloßgestellten Familie v. Köller zu wahren suchte und sich gleichzeitig bitter darüber be- Probekandidat. schwerte, daß die Beamten der Polizei sich nicht scheuten, gut staatserhalten de Elemente so an den Pranger zu stellen. In dem Artikel befinden sich einige ziemlich kräftige Ausdrücke, wegen derer dann die Anklage erhoben wurde. Der Angeklagte bestritt die Absicht der Beleidigung und bezeichnete die Darstellung in dem Klattschen Artikel als nicht zutreffend. Er beantragte sodann die Vertagung der Sache, um die v. Stöllersche Familie zur Führung des Wahrheitsbeweises zum nächsten Termin als Zeugen laden zu lassen. Ferner wandte er sich gegen die Vernehmung des schon jetzt als Beuge geladenen Kriminalinspektors v. Kracht, weil gegen den felben ein Verfahren wegen Meineids schwebe und dessen Glaubwürdigkeit daher erschüttert sei. Er habe um so mehr Be denken gegen Herrn v. Kracht, als dieser die v. Köllersche Familie schon seit längerer Zeit in äußerst gehäffiger Weise verfolge. Auf eine Anfrage des Präsidenten, Landgerichtsrats Braun, erwiderte leitet seien, so wenn er nicht irre wegen Meineids und Ver v. Stracht, es sei richtig, daß gegen ihn mehrere Verfahren eingege hens und Verbrechens im Amte. Die ganze Geschichte rührt von den Spiritisten her," meinte der Zeuge leichthin. Nach längerer Beratung wurde dem Antrage des Angeklagten auf Ladung der v. Köllerschen Familie stattgegeben und der Termin vertagt. etwas forgte. Nieder- Schöneweide. Viel Unglück konnte durch eine schon oft gerügte Leichtfertigkeit mancher Kutscher, unerwachsene Kinder auf einem unbeaufsichtigten Fuhriverk verbeiben zu lassen, am Freitag, abend hier angerichtet werden. Vor einer Gastwirtschaft in der Nähe der Bahngeleise hielt ein zweispänniger Möbelwagen, auf welchem zwei kleine Mädchen faßen, als, vermutlich durch Heran nahen eines Zuges, die Pferde scheuten und durchgingen. Ein Glück war es, daß das Fuhrwerk bald einen Baum anrannte, was mit solcher Gewalt geschah, daß der Wagen demoliert wurde, der hintere Teil mit den Kindern stehen blieb und die Pferde nur mit dem Vorderteil davonrasten. Zahlreichen Bassanten gelang es nicht, fie aufzuhalten, bis schließlich eines stürzte. Die Kutscher wurden polizeilich festgestellt und haben nun jedenfalls eine Ahndung ihrer Leichtfertigkeit zu gewärtigen. Kunike, Schönwalderstr. 80 eine öffentliche Wählerversammlung statt, für Spandau. Am Montagabend 8 Uhr findet hierſelbſt, im Saale von welche der Genosse Georg Ledebour das Referat übernommen hat. Zur gleichen Stunde giebt Herr Pauli unter dem Beistand des Herrn v. Zedliz- Neukirch, im„ roten"(!) Adler eine seiner bekannten Vorstellungen und zwar, wie es sich für Vorstellungen der artiger Natur gebührt, unter Ausschluß der Deffentlichkeit. Schiller Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag: Heimat. nachmittag: Wilhelm Tell. Sonntagabend: Hedda Gabler. Montag: Der Schiller Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Im weißen Rößl. Dienstag: Hedda Gabler. Mittwoch: Jugendfreunde. nachmittag: Romeo und Julia. Sonntagabend: Im weißen Rößl. Montag: Sm weißen Rößl. Sonntags Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Es lebe das Leben. Sonntags Donnerstag: Fuhrmann Henschel. Freitag: Monna Vanna. Sonnabend: abend: Die Wildente. Montag, Dienstag und Mittwoch: Monna Banna. Nora. Sonntagnachmittag: Rosenmontag. Sonntagabend: Monna Banna. Montag: Monna Vanna. Nenes Theater. Bis Donnerstag allabendlich: Belleas und Melisande. vom Freitag ab: Der grade Micht.( Gaſtſpiel Hansi Niese). Sonntag, ben 10. Mai, nachmittags: Die Kreuzelschreiber. Berliner Theater. Sonntagnachmittag: Ueber unsre Straft. I. Teil. Sonntagabend: 100 000 Thaler. Montag: Alt- Heidelberg. Dienstag und Freitag: 100 000 Thaler. Donnerstag: Alt Heidelberg. Mittwoch: 100 000 Thaler. Sonnabend: Alt- Heidelberg. Sonntagnachmitag: Ueber unsre Kraft. II. Teil. Sonntagabend: 100 000 Thaler. Theater des Westens. Allabendlich: Dubarry. Sonntag, den 10. Mai, nachmittags: Der Troubadour. Sonntag, den 17. Mai, nachmittags: Martha. Thalia- Theater. Allabendlich: Auf eignen Füßen. Nur Montag: Der Posaunen- Engel. Sonntag, den 10. und 17. Mai, nachmittags: Charleys Tante. ab: Lustige Chemänner und Nach dem Balle. Residenz- Theater. Bis Mittwoch allabendlich: Lutti. Vom Donnerstag Leffing- Theater. Sonntag: Der blinde Paffagier. Montag: Der blinde Passagier. Dienstag: Dämmerung. Mittwoch und Donnerstag: Der blinde Passagier. Freitag: Dämmerung. Sonnabend und Sonntag: Der blinde Bassagier. Es darf wohl erwartet werden, daß die Parteigenossen unter Eine Standalgeschichte aus Berlin W stand gestern vor der ersten den Staatsarbeitern diesmal Herrn Pauli sich selbst über Straffammer am Landgericht II an. In der Mozstraße hatte eine Lassen und dagegen für einen glänzenden Besuch der Frau Schall ein Absteigequartier für die Berliner Lebewvelt eta- Kleines Theater. Allabendlich: Nachtasyl. Sonntag, den 10. Mai, Ledebour- Versammlung sorgen. bliert. Unsere Parteigenossen stehen schon wieder vor einer Ersatzwahl und Nachbarn nahmen Anstoß an dem Getriebe und machten die Sie hatte immer feine Ware" auf Lager. Hausgenossen nachmittags: Einakter. Trianon- Theater. Allabendlich: Die Notbrüde. für die III, Abteilung der Stadtverordneten- Versammlung, und zwar Bolizei aufmerksam, welche die Einstellung des Betriebes herbei- 10. und 17. Mai, nachmittags: Die Fledermaus. Central Theater. Allabendlich: Madame Sherrh. Sonntag, den ist dieselbe durch den Fortzug des socialdemokratischen Stadtführte. Gegen Frau Schall wurde Anklage wegen Kuppelei erhoben, verordneten Radke nötig geworden. Die Ersatzwahl ist vom Magistrat und da sie auch ihre eignen Töchter vertuppelt hatte, so lautete die Gefindeball. Sonntag, den 10. Mai, nachmittags: Emilia Galotti. Belle- Alliance Theater. Allabendlich: System Aubert. Vor dem für den 27. Mai ausgeschrieben! Dieses Jahr trägt für Spandau Anklage sogar auf schwere Kuppelei, auf welches Delift Zuchthaus- Buntes Theater. Sonntagnachmittag: Martha. Sonntagabend: ganz besonders den Charakter eines Wahljahres, denn nach dieser strafe steht. In der Sache selbst gaben schon 5 oder 6 Termine statt- Der Zigeunerbaron. Montag: Der Waffenschmied. Dienstag: Der Freischüß. Ersazwahl ist die Reichstags- und Landtagswahl, das gefunden, die jedesmal durch die Angeschuldigte vereitelt wurden. Mittwoch: Der Postillon von Lonjumeau. Donnerstag: Undimet Freitag: zwischen die Gewerbegerichtswahl, und endlich im Herbſt Sie glänzte stets durch Abwesenheit und entschuldigte sich unter Bei- Figaros Hochzeit. Sonnabend: Der Freischüß. Sonntagnachmittag: Der die regelmäßige Stadtverordneten- Ergänzungswahl vorzunehmen! fügung ärztlicher Atteste durch Krankheit. In der letzten Verhand- Waffenschmied. Sonntagabend: Sigaros Sochzeit Wenigstens kommen die Spardauer Arbeiter hierbei nicht aus der Uebung. lung beschloß der Gerichtshof, die Angeklagte durch einen Gerichtsarzt auf ihre Verhandlungsfähigkeit untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung hat stattgefunden und hat ergeben, daß die VerhandAus Induftrie und Handel. Tungsfähigkeit in keiner Weise beeinträchtigt ist. Trotzdem war die Angeklagte gestern wieder nicht erschienen. Die 26 geladenen und, erschienenen Zeugen mußten wieder entlassen werden. Unter den= Kartellpragis. Einige recht anschauliche Beispiele für den selben fiel eine Anzahl junger Damen durch ihre elegante Erscheinung Unterschied zwischen den Inlands- und Exportpreisen deutscher auf, das waren die Opfer der Angeklagten. Einzelne Zeugen Kartelle bietet Prof. Diezel in seiner„ Socialpolitik und Handels- baten um kommissarische Vernehmung, weil es für sie mit großen politit"( S. 27-29). Umständen und Opfern verknüpft sei, die Termine wahrzunehmen. Im Einverständnis mit dem Zuckerkartell verkaufte Anfang Während der Gerichtshof noch über diese Gesuche verhandelte, traf 1901 eine Kölner Raffinerie Würfelzucker in Säcken nach der die Nachricht ein, daß die Angeklagte eine Luftveränderung für nüßSchweiz für 29% Fr. p. 100 kilo. Der Kartellpreis in Deutſchlich gehalten habe und nach Holland verduftet ist. Die Sache wurde Handeln, wie der Auslieferungsvertrag mit Holland lautet, und dann, daher auf unbestimmte Zeit vertagt. Es wird sich nun zunächst darum ob man die Angeklagte kriegen wird. land für Würfelzucker in Kisten war 31,95 M. p. 50 Kilo unter Berücksichtigung der Differenz in der Verpackung gleich 62 M. p. 100 Kilo; hiervon gingen ab 20 M. für Steuer und 3,55 M. Exportprämie, so daß also das Kartell von dem nationalen Konsumenten einen Preis von 38,45 M. verlangte, von dem Schweizer Kunden nur 23,75 M.(= 29,5 Fr.)". " Apollo Theater. Allabendlich: Die Liebesinsel. Metropol Theater. Allabendlich: Neuestes! Allerneuestes! Casino Theater. Allabendlich: Unser Goldjunge. Sonntagnachmittag: Frißchen und Lieschen. Unteroffizier Lehmann. Urania- Theater, Taubenstr. 48/49. Allabendlich: Das Land Ttrol. Eingegangene Druckschriften. lichen General Versammlung der Bäcker und Berufsgenossen Bericht des Vorstandes und Ausschusses zur Neunten ordent: Deutschlands vom 18. bis 23. Mai 1903 im„ Voltshaus", Dresden. Verlag Fr. Meyer, Hamburg- Eilbed. Die genossenschaftliche Brotproduktion. Zusammengestellt nach Umfragen unter den Arbeitern der Konsum- und Genossenschafts- Bäckereien. 1903. Erläutert von Kurt v. Rohrscheidt. 97 Seiten. Preis 1 M. Berlin 1903. Berlag Fr. Meyer, Hamburg- Gilbed. Reichsgesek, betr. Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben v. 30. März Franz Bahlen, Mohrenstr. 13/14. 1902. 44 Seiten. Frankfurt a. M., Münzgaffe 20. Geschäftsbericht der Allgem. Orts- Krankenkasse zu Frankfurt a. M. für Die Gnosis. Jahrg. 1, Nr. 8. Halbmonatschrift. Vierteljährl. 2,80 M., Einzelnummer 50 Pi. Wien 1903. Manzschert. t. Hofverlag. Dr. Magnus Hirschfeld. Der urnische Mensch. 193 Seiten. Preis Finnländische Rundschau. Herausgegeben von Ernst Brausewetter. 1902. 4. Duartalsheft. Leipzig. Dunder u. Humblot. Frik Wüst. Kritik der modernen militärischen Ansbildung. 27 Seiten. Breis 50 Bi. Berlin- Stegliz 1903. Hans Priebe u. Co. Geschäftsbericht der Orts- Krankenkasse der Stadt Schöneberg für das Jahr 1902. 23 Seiten. Bücherverzeichnis der öffentlichen Bibliothek und Lesehalle, Alexandrinenftraße 26. 670 Seiten. Berlin im März 1903. Hugo Heimann. Babel- Bibel. Preis 10 Bf. Selbstverlag. Dr. Kramer, Georg. Magdeburg, Leffingftr. 69. 1903, Dr. Kramer, Georg. Warum glauben wir nicht? 8 Seiten. MagdeSaarbrücken, 9. Mai.( D. B. H.) Vor dem hiesigen Schöffengericht stand gestern eine Angelegenheit zur Verhandlung, welche In einem Bericht vom oberschlesischen Eisenblech- und Draht- feiner Zeit fast in ter gesamten deutschen Presse großes Aufsehen markt hieß es vor einiger Zeit:„ Man notiert Grundpreise ab Werk erregte. Am 13. Januar d. J. brachte der Pfälzische Kurier" in für Thomas- Flußeisenbleche 140 M. p. T., Siemens- Martinbleche Neustadt a. Haardt die Nachricht, daß der Bürgermeister von 4 M. Leipzig. Mar Spohr. 140 bis 145 m., Kesselbleche prima Qualität 160 bis 180 M." St. Johann, Dr. Neff, sich mit einem Rittmeister duelliert habe, daß für den Export bewegen sich die Grundpreise zwischen 100 und Dr. Neff bei dem Zweikampf verwundet, seine Frau aber mit dem 125 M. p. Z. ab Werk man notiert Walzdraht zu 135 bis Rittmeister entflohen sei. Diese Nachricht wurde von der" Frant145 M. p.., gezogenen Flußeisendraht zu 147 bis 150, ge- furter Zeitung" und durch diese fast von der gesamten Preise aufzogenen Stahldraht zu 170 bis 175, Drahtstifte zu 205 bis genommen. Dieselbe stellte sich als eine schwere Ehrenkränkung des 210 für den Export 10 bis 20 m. je nach der Relation Bürgermeisters dar, da sich die Sache als eine Verleumdung erwies. billiger. Der Pfälzische Kurier" wurde verklagt, und der verantwortliche Einige Wochen später: Die Verbandsnotierungen lauten Redakteur gab gestern vor Gericht zu, daß er von seinem St. Jo 140 M. für gewöhnliche Handelsqualitätsbleche in Flußeisen pro hanner Korrespondenten schmählich betrogen worden sei und sich die Tonne, bei Frachtgrundlage Eſſen, Siegen, Dillingen, Königs- ganze Affaire als erlogen herausgestellt habe. Da es Dr. Neff vor burg 1903. Selbstverlag. Dritte Auflage. Laurahütte; die Erportpreise für gewöhnliche Handelsqualität 115 allem darauf ankam, den Urheber der Berleumdung zu entlarben, bis 125 M. ab Wert" Mit russischen Abnehmern sind in so nahm er von einer Verurteilung des Pfälz. Kurier" Abstand, letzterer Zeit größere Objekte an Grob- und Mittelblechen zum Ab- wogegen sich der verantwortliche Redakteur bereit erklärte, 1000 m. schluß gelangt auf Basis von 115 bis 120 M. p. T. Grundpreis Buße zu zahlen und die sämtlichen bisher entstandenen Kosten zu franco Landesgrenze unverzollt." tragen, seinen Gewährsmann( ein Beamter) zu nennen und eine Die Preislage hielt sich im hiesigen Rebier auf 140 bis den Thatsachen entsprechende Erklärung in einer Anzahl Blätter zu 150 M. Francopreis franco Waggon Empfangsstation des veröffentlichen. " " " Briefkaften der Redaktion. 5. M. 812. 1. Dr. Granier, Wallstr. 3/4. Meldungen vormittags 9 Uhr. 2. Erhalten Sie dort Auskunft. 3. 30 M. für den Kursus, ohne Ausgaben für Bücher und sonstige Lehrmittel. Zuerst ist aber polizeiliches Führungsattest beizubringen. Juriftifcher Teil. Witterungsübersicht vom 9. Mai 1903, morgens 8 1hr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter 360 D09 ziehenden die Meldepflicht auf und bedrohen Zuwiderhandlungen mit 1 bis| 2. Ja. M. 2. 72. Sie sind zur Reparatur des Stuhles auf Ihre Die juristische Sprechstunde findet taglich mit Ausnahme des Sonnabends 60 Mart. 2. Nein. A. W. 100. Verjährung liegt nicht vor, wenn Kosten verpflichtet.- 23. 35. Der Pfandleiher ist im Recht. Die Gesezes Son 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. etwa vereinbart war, die Ware solle bis zur völligen Bezahlung Eigentum vorschrift lautet: Bis zum Ablauf von drei Wochen nach der Fälligkeit des Dar des Verkäufers bleiben; sonst liegt Verjährung vor. 2. Sch. 4. 1. Am lehns erfolgt die Einlösung des Pfandes nur gegen Rückgabe des Pfandscheins. Schluß der Legislaturperiode wiesen unter Zurechnung der Hospitanten die einzelnen Fraktionen folgende Stärke auf: Deutschkonservative 51, Reichspartei 20, Deutschsociale Reformpartei 10, Centrum 105, Bolen 14, Nationalliberale 53, Freifinnige Vereinigung 15, Deutschfreisinnige Volkspartei 26, Deutsche Volkspartei 7, Socialdemokraten 58 Mitglieder. Wilde gab es 34. Erledigt waren vier Mandate: durch Tod: Knörcke( frs. Vp.), Mundel ( frs. Vp.), Freiherr v. Heereman( C.), durch Niederlegung des zu Unrecht erlangten Mandats: v. Oldenburg( f.). 2. Die Strafe fann nach§ 81 .- V.- G. nicht 200, sondern höchstens 20 Mark betragen. Außerdem hat der Arbeitgeber alle Krankenkosten zu ersehen. Der Erkrankte hat auch, menn Krankenkasse, der er durch Gesez angehört. er nicht angemeldet war, Anspruch auf die Leistungen aus der Swinemde. 756 ND Auskunft über Sicherheit und dergleichen von Privatunternehmungen ab. 3. Wir lehnen grundsätzlich Hamburg Berlin Sie sind aber, wenn Sie bei Leistung Ihrer Unterschrift volljährig( über München B. 39. Strafbar machen Sie sich durch Nichtannahme des Buches nicht. Frank.a.M. 756 7 heiter 21 Jahre) waren, zur Zahlung verpflichtet. 3u duzenden Malen Wien 5 Regen haben wir vor solchen Unterschriften gewarnt, durch Wetter- Prognose für Sonntag, den 10. Mai 1903. die Abnahme eines wertlosen Gegenstandes und Ziemlich fühl, zunächst meist trübe und regnerisch bei frischen nördlichen tatenzahlung versprochen wird. 2. Die Nichtannahme eines Winden; später langsam aufflarend. an Sie gerichteten Briefes schafft Ihnen keinen Vorteil.- P. S. 1. und A. Rose. Soweit ersichtlich, find Sie infolge Ihrer Vereinbarungen mit dem Hauswirt selbst als Mieter zu erachten. Daher ist Ihre erste Frage zu bejahen, die zweite zu Berneinen. Lautet Ihre Vereinbarung anders, so find beide Fragen zu verneinen. R. V. 67. Die Leistung eines Offenbarungseides hat mit dem Wahlrecht nichts zu schaffen, auch wer ihn geleistet hat, ist wahlberechtigt. F. S. 4, Charlottenburg. Nein. F. K. 102. Sie sind im Recht: ein Bäckerei- Hausdiener ist kein Dienstbote, sondern ein Gewerbegehilfe. From. 333. Ein Paß ist in Ihrem Falle nicht notwendig, aber zweckmäßig. J. E. 111. Soweit aus Ihrer Darstellung ersichtlich ist, sind Sie nicht zur Nachzahlung verpflichtet; bielmehr ist Ihrer Reflamation stattzugeben: das eriveist die Zustellung des Bescheides und der Mangel einer andern Antwort. Legen Sie eventuell Beschwerde ein.- K. R. 57. Auch wenn in einem Mietsvertrage die Klausel steht, Mieter müsse sich alle für notwendig oder zweckmäßig er achteten baulichen Veränderungen gefallen lassen, so ist der Vermieter doch feineswegs im Recht, Ihnen einen Teil der Mietsräume zu entziehen oder Sie in der Benutzung irgend eines Teils der Mietswohnung dauernd zu beschränken. Er hat also keinerlei Recht, Ihre Stube zu ändern. Klagen Sie auf Beseitigung der Störung Ihres Mietsrechts und auf Schadensersaz. M. K. 1. Die polizeiliche Meldepflicht wird durch örtliche Polizeiverordnungen geregelt. In der Regel legen diese dem Wirt und dem ZuGenossen Otto Fischer 12375 Central- Kranken- u. Sterbezu ſeinem morgenden Geburtstage Kaffe d. deutsch. Wagenbauer ein dreimal donnerndes ,, Hoch!", dargebracht von seinen Stammgästen W. M. P. W. H. W. E. A. A. G. E. R. R. B. H. K. F. B. F. F. R. K. O, F. B. T. Todes- Anzeige. Nach langem, schwerem Leiden verschied am 8. Mai cr. meine liebe Frau 1250b Mathilde Fuhrmann geb. Kotlowski im 49. Lebensjahre. Um stilles Beileid bittet tiefbetrübt H. Fuhrmann, Admiralstr. 18. Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. Mai, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Todesanzeige. Am 6. d. M. starb plötzlich unerwartet unfer langjähriger Kollege Emil Brusendorf. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. d. M., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofs( Rixdorf) aus statt. Die Kollegen der Pianofortefabrik L. Schmidt. 12526 Für die bei dem plößlichen Hinfcheiden meines lieben Mannes, des Metalldrechslers Richard Ludwig, erwiesene Teilnahme sagen allen Bee fannten, ganz besonders den Herren Borgesetzten und Kollegen der Firma David Grove in Charlottenburg innigsten Dank. Frau Anna Ludwig nebst Kindern. 1268b Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Tischlers Gottlob Tir, sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen der Bautischlerei des Herrn Trost, den Mitgliedern des 3. Wahlkreises sowie des Holzarbeiter- Verbandes meinen herzlichsten Dank. 12756 Im Auftrage der trauernden Hinterbliebenen: Frau Auguste Tig. Invaliden- Unterstützungskasse der Steindrucker und Lithographen. ( Berlin, Bezirk III). Mitglieder- Versammlung Mittwoch, den 13. Mai, abends 82 Uhr, Pasewalkerstraße 3. Tages Ordnung: Vorschläge der Delegierten zur Gene ral- Bersammlung. 253/1 Die Ortsverwaltung. Von der Reise zurück Dr. M. 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Die Herren Bertreter werden hierzu er gebenst eingeladen. 12356 66 ..Edelweiss" 95 Einzelverkauf von 14852* Saccos Paletots Umhängen Kostümen c Tagesordnung: 1.Jahresbericht pro Köpenickerstr. 114, III. 1902 unter Abnahme der Jahresrechnung. 2. Neuwahlen für den Borstand. 3. Wahl des Ausschusses zur Brüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 4. Antrag des Vorstandes auf Abänderung des§ 4 des Statuts. 5. Desgleichen§ 5 des Statuts( Erhöhung der Beiträge). 6. Verschiedenes. Der Borstand. J. A.: A. Schüz, Vors. Orts- Krankenkasse der Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerbe zu Berlin. Fortsetzung der am 6. Mai d.J. vertagten Ordentlichen General- Versammlung sämtlicher Vertreter am Mittwoch, den 13. Mai, abends präc. 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal VII. Tages- Ordnung. 1. Antrag des Borstandes auf Abänderung des§ 14 des Statuts. 2. Bericht der Kommission zur Regelung der Beamtengehälter. 3. Bericht und Neuwahl der BeschwerdeKommiffion. 12336 4. Verschiedenes. Berlin, den 28. April 1903. Der Vorstand. J. A.: Erh. Schlenker, Vorsitzender. Central- Kranken- u. Sterbekaffe der Tischler a. andrer gewerblicher Arbeiter. Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 3 ( Hamburg) Berlin G. Mitglieder- Versammlung am Dienstag, den 12. Mai 1903, abends 8 Uhr in Wolffs Festfälen, Fruchtstr. 36a. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1903. 2. Festlegung der Gehälter für das nächste Verwaltungsjahr. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Die Sprechstunden des Bevoll mächtigten und Kaffierers fallen an diesem Abend aus. Beiträge werden in der Versammlung vom Raffierer entgegengenommen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht 184/7 Die Ortsverwaltung, wwwwww Der zu Fabrifpreisen. Borzeiger dieses erhält 5 Prozent Rabatt. 183. Brunnenstraße 183. Rohtabak. Bekannt beste Qualitäten. * Wienert Nachf. L. Lehmann, Rosenthalerstr. 23. 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Rund, Marsilius- Strasse 23 II, Amt VII, 1924. 12912* Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inserat enteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Mr. 108. 20. Jahrgang. The Sociales. 2. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 10. Mai 1903. Abwälzung von Ordnungsstrafen. Ein Arbeitgeber hatte in seine nachweisen, daß er in Bestimmungen nach dem Muster des§ 153 2922013 Arbeitsordnung die Bestimmung aufgenommen, nach welcher die unsrer Gewerbe- Ordnung einen durchaus zulässigen Schuh der ArDas Brotokoll des zweiten allgemeinen Deutschen Kranken- Arbeiter sich verpflichteten, für alle durch ihre Schuld erwachsenden beitswilligen sieht, selbst wenn Strafen bis zu 4 Jahren Gefängnis fassen- Kongresses, welcher am 15. und 16. März 1903 in Berlin Strafen aufzukommen. Als mun ein Bäckerhausbursche während der zulässig feien. Unter stürmischem Beifall schloß er mit einem Appell getagt hat, ist nun erschienen. Dasselbe umfaßt 203 Oftabseiten Sonntagsruhezeit Brötchen ausgetragen hatte, wofür sein Arbeitgeber an die Wähler, dafür zu sorgen, daß auch im fünften Wahlkreise in solider Ausstattung. Es ist recht übersichtlich zusammengestellt eine Strafverfügung über 15 M. erhielt, glaubte der letztere be- wieder die Socialdemokratie siegend ihr Haupt erheke. und bringt neben dem stenographischen Auszug der Verhandlung die rechtigt zu fein, diese Strafe auf den Brotausträger abzuwälzen. Regierungsvorlage zur Abänderung der Novelle, wie sie dem Reichs- Das Frankfurter Gewerbegericht hat indessen entschieden, daß die Vereinsversammlung in Tempelhof bei Adel sprach Bartels über Mariendorf und Umgegend. In der am 5. Mai stattgefundenen tage zur Beratung vorgelegen hat. 128 Abänderungsanträge, fragliche Bestimmung der Arbeitsordnung gegen die guten Sitten laufe die Reichstagswahlen. Der Redner forderte die Genoffen auf, am welche von den verschiedensten Krankenkassen oder deren Vereini- und deshalb gemäß§ 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches nichtig sei. 16. Juni alle die Säumigen aufzurütteln, um mit den Gegnern Abgungen für die Abänderung der Novelle eingegangen sind, befinden Das Gesetz sehe den Arbeitgeber als den Schuldigen an und nicht sich im Wortlaut dem Protokoll beigefügt, ebenso eine Liste der den Arbeiter; sei der Arbeiter der allein Schuldige, so trete eben rechnung zu halten. Ferner wurde um recht rege Beteiligung zur großen Zahl von Delegierten und Krankenkassen, welche auf diesem eine Bestrafung des Arbeitgebers nicht ein. Die Strafe werde nach Agitationstour und Flugblattverbreitung am 17. Mai aufgefordert. Die Vereinsbibliothek befindet sich jetzt bei Genossen May Schmidt, Kongreß vertreten waren. Ueber den Kongreß selbst haben wir dem Verschulden und den Vorstrafen des Arbeitgebers bemessen, feiner Beit ausführlich berichtet. Wir können dieses Protokoll jedem ganz unabhängig von einem Verschulden des Arbeiters, und schon Klempnermeister, Tempelhof, Berlinerstr. 47. Socialpolitiker sowie jedem, der sich mit Krankenkassen- Angelegen- deshalb liege in einer Abwälzung auf den Arbeiter eine Unsittlichkeit. heiten beschäftigt, nur empfehlen. Dies zeige sich besonders deutlich im vorliegenden Falle, in dem die Arbeitgeber schon öfter wegen Uebertretung der Sonntagsruhe beStrafe unstreitig nur deshalb auf 15 M. bemessen sei, weil der Puter. In der Mitgliederversammlung der Sektion der Buzer straft worden war. Zu wünschen ist, daß andre Gerichte in des Centralverbandes der Maurer am 6. Mai teilte der Vorfizende gleichem Sinne entscheiden. Die Arbeitgeber würden in der That mit, daß am 2. Mai circa 200 Kollegen wegen der Maifeier ausstoßes gegen Arbeiterschutz- Bestimmungen gegen sie erlaffenen follen wie im Vorjahre die Gemaßregelten- Unterstügung erhalten, des Verantwortlichkeitsgefühl verlieren, wenn sie die wegen Ver- gesperrt waren. Diese und die am 2. Mai arbeitslos gewesenen Strafen auf die Arbeiter abwälzen könnten. Bemerkenswert ist, daß und ist dieselbe bis Mittwoch, den 13. Mai, abends 8 Uhr, im eine solche Bestimmung überhaupt in eine Arbeitsordnung auf- Bureau abzuholen. Da die Aussperrung nur einen Tag dauerte, genommen werden konnte. Die Orts- Krankenkassen zu Mühlhausen i. Thür. waren in der Heranziehung fremder Aerzte erfolgreich. Einer derselben, Dr. Schwarz aus Düsseldorf, praktiziert bereits für die Orts- Krankenfaffen; weitere Aerzte werben erwartet. Die von den Aerzten auf Grund der Kampftage" liquidierten Beträge sind von den Kassen noch nicht ausgezahlt worden, vielmehr haben die Kassen den Aerzten angeboten, ihnen ihre Leistungen nach den Mindestsäzen der preußis schen Gebührenordnung zu honorieren. zusehen. Aus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß die Vereinsversammlung am Montag, den 11. Mai, ausfällt. Die nächste Versammlung findet statt am 25. Mai und wird Frl. Adele Schreiber über:„ Kinderwelt und Prostitution" referieren. Wir bitten dies zu beachten. Der Vorstand. Verfammlungen. Das In ihrem Streit mit der Textil- Krankenkaffe zu Gera sind die wird angenommen, daß viele Kollegen darauf verzichten. Aerzte unterlegen. Die Generalversammlung erklärte sich mit dem Geld soll dann nebst weiteren 500 Mark dem Wahlfonds überwiesen Können Arbeiterfekretäre Vertretungsgebühren erhalten? werden. Das Resulat der am 28. April stattgefundenen Vorgehen des Vorstandes einverstanden. Die Kaffe hat acht neue Ueber diese Frage hat das bayerische Landes- Versicherungsamt am Bautenkontrolle tvar Aerzte auf fünf Jahre angestellt; es wird die staatliche Minimal- 29. April eine Entscheidung von principieller Bedeutung gefällt. Die 1943 Kollegen, davon waren im Centralverband organisiert 1476. folgendes: Auf 180 Bauten arbeiteten tage bezahlt; pro Jahr sind 34 000 m. Arzthonorar ausgeworfen. bayerische Baugewerks- Berufsgenossenschaft hatte einem Arbeiter die Den Hilfsarbeiter( Träger) hatten noch mit im Accord 379, ohne Nachdem man mit der freien Arztwahl gebrochen habe, komme die Rente gekürzt, wogegen dieser Berufung zum Schiedsgericht einlegte. Träger im Accord arbeiteten 1564 Kollegen. Bemerkt wurde noch, Kaffe mit zehn Aerzten aus. Die zwei noch unbejezten Stellen Er ließ sich in der Verhandlung durch den Arbeitersekretär Genossen daß auf vielen Bauten Verbandskasten mit Inhalt unbekannte Dinge sollen für einen weiteren Specialarzt und für eine Aerztin re- Mühlbauer vertreten und erzielte ein Urteil zu seinen Gunsten. find. Zum Schluß erfolgte noch der Bericht vom Verbandstag serviert bleiben. Die sämtlichen ausscheidenden Vorstandsmitglieder Die Berufsgenossenschaft wurde verurteilt, die bisherige Rente weiter burch Neumann und Dähne. Nachdem die Kollegen vor Arbeitwurden wiedergewählt, ebenso der Vorsitzende, Fabrikant Arno zu zahlen und dem Berufungskläger außerdem die Vertretungskosten annehmen in Swinemünde, Lübben und Forst i. d. 2. gewarnt Luboldt, der dringend ersucht hatte, von seiner Wiederwahl ab- für den Arbeitersekretär im Betrage von 3 M. zu ersetzen. waren, erfolgte Schluß der Versammlung. Gegen diese Entscheidung im Kostenpunkt legte die Berufsgenossenschaft Rekurs ein und zwar mit folgender Begründung: Der Centralverband der Handels-, Transport- und Verkehrs1. hätte der Verlegte eine Vertretung gar nicht nötig gehabt; arbeiter hielt am Mittwoch eine Generalversammlung bei Cohn, 2. feien ihm keine Kosten entstanden, da Mühlbauer ihn unentgeltlich Beuthstraße, ab, in welcher der Bericht vom Verbandstage in Hambertrat, und 3. seien auch dem Arbeiterfekretär keine Kosten ent- burg erstattet wurde. Nach einer langen, sehr lebhaften Diskussion standen, da er festen Gehalt beziehe. In der Verhandlung vor dem wurde schließlich gegen wenige Stimmen eine Resolution angeLandes- Versicherungsamt führte dagegen Sekretär Mühlbauer aus: nommen, in der sich die Versammlung mit den in Hamburg gefaßten 1. Der Verlegte fonnte nicht wissen, daß die Berufsgenossenschaft Beschlüssen einverstanden erklärt und den Delegierten ihr volles Verihre eignen Bescheide selbst für so schlecht begründet hält, daß fie trauen ausspricht. Hierauf wurden die Ergänzungswahlen zum eine fachkundige Vertretung der Gegner für unnötig erachtet. Die Hauptvorstande vorgenommen und Straube, Lantau, Leh= Ein neues Arbeiterinnenschutz- Gesetz in der Schweiz. Den zahl- unhaltbare Begründung eines großen Teile dieser Bescheide wird mann als Beifizer, Streitner und A. Meyer als Revisoren reichen Schweizer Kantonen mit besonderen Arbeiterinnenschuß- Gefeßen übrigens erwiesen durch die Thatsache, daß von allen im letzten gewählt. Die Erledigung der übrigen Punkte der Tagesordnung will nun auch der französisch schweizerische Kanton Jahre durch das Arbeitersekretariat gegen die Baugewerks- Berufs- wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt. Waadt folgen, der auf socialem Gebiete noch sehr rückständig und genossenschaft vertretenen Berufungen nicht weniger als 69 Prozent Der Centralverband der Töpfer hielt am 5. Mai im großen fast ausschließlich von einem plutokratisch- manchesterlichen Geiste zu Gunsten der Verlegten entschieden wurden. Darin ist auch Saale des Gewerkschaftshauses eine gut besuchte Versammlung ab, regiert wird. Jetzt nun hat die Regierung dem Großen Rate( Land- die Notwendigkeit einer fachkundigen Vertretung der betr. Arbeiter in der zunächst die Wahl von 10 Delegierten zum Verbandstage vor tage) einen Gesezentwurf vorgelegt, durch den alle gewerblichen begründet. 2. Der hier in Betracht kommende Berufungskläger war genommen wurde. Durch den Vorsitzenden wurde bezüglich der MaiBetriebe, in denen Arbeiterinnen beschäftigt sind und die nicht dem nicht Mitglied einer bei dem Münchener Gewerkschaftskartell in feier mitgeteilt, daß 1406 Stontrollmarken verabfolgt find. Hierauf eidgenössischen Fabrikgesetz unterstehen, ferner Verkaufstäden, Wirt- torporierten Gewerkschaft und hatte deshalb keinen statutengemäßen wurde auf die Verhandlungen der letzten Jnnungsversammlung hinschaften, Pensionen, Bureaus 2c. Arbeiterschutz- Bestimmungen unter Anspruch auf unentgeltliche Hilfe. Er war damals vielmehr noch gewiesen und vor allem der Beschluß:„ die Innungs- Krankenkasse stellt werden. Der Entwurf überträgt dem Staatsrat( der Regierung) Mitglied des christlichen Maurer- Verbandes und hat nachweisbar aufzulösen" einer derben Kritik unterzogen. Nachdem man bor nicht den Erlaß von hygienischen und sonstigen Schutzvorschriften. Kinder 3 Mark für die Vertretung bezahlt. 3. Die Gebühren sind feine allzu langer Zeit uns dieselbe aufgezwungen hat, wodurch die frühere unter 14 Jahren dürfen nicht anhaltend" in Gewerben beschäftigt Privateinnahme der Sekretäre, sondern fließen in die Sekretariats- Orts- Strautenfaffe in ihrer Leistungsfähigkeit behindert wurde, will werden, welche Kautschutbestimmung hoffentlich durch das strikte Verfasse. Sie sind nie so hoch, daß dadurch auch nur ein wesentlicher man dieselbe verschwinden laffen in dem Augenblid, wo sie einigerbot ersetzt wird. Frauen dürfen erst 6 Wochen nach ihrer Nieder- Teil der durch den Zeitverlust entstehenden Ausgaben gedeckt würde. maßen leistungsfähig ist und durch die Bemühungen unsrer Dele kunft die Arbeit in den geschützten Betrieben wieder aufnehmen. Die Da die vielen, ganz ungerechtfertigten Rentenminderungen der Bau- gierten Verbesserungen eingeführt werden sollen. Durch eins wöchentliche Arbeitszeit in den Werkstätten 2c. beträgt 65 Stunden gewerks- Berufsgenossenschaft die Arbeitslast des Sekretariats un- stimmige Annahme einer Resolution wird der Gesellenausschuß be( in andren Gesetzen 59), die Mittagspause muß mindestens 1 Stunde gemein vermehren, ist es nur billig, wenn dieses bei erfolgreicher auftragt, bei der Behörde Protest gegen die Beschlüsse der JnnungsMühlbauer versammlung zu erheben. währen, die zusammenhängende tägliche Ruhezeit wenigstens neun Vertretung wenigstens einigermaßen entschädigt wird. Hierauf erstattete Huhn Bericht über Stunden während der Zeit von 8 ühr abends bis 6 Uhr morgens. beantragte Abweisung des Rekurses und Zubilligung einer weiteren die Versammlung des Wahlvereins für den sechsten Wahlkreis, welche In Läden, Bureaus und dergleichen darf bis 9 Uhr abends ge- Vertretungsgebühr von drei Mark für den neuen Termin. den Ausschluß des Töpfers Friese aus dem Wahlverein wieder rückarbeitet werden; für jede Mahlzeit ist eine Stunde freizugeben. In Das Richterfollegium entschied diesem Antrage entsprechend. gängig gemacht hat. Huhn führte aus, er fei in jener Versammlung Hotels, Pensionen Pensionen und Wirtschaften hat das Personal An- In der Urteilsbegründung wird ausgeführt: Nach der kaiserl. Ver- tros rechtzeitiger Meldung nicht mehr zum Wort gekommen. Durch spruch auf 12 Stunden Ruhe während je 24 Stunden und ordnung vom 29. Oktober 1900 sind die bei den Amtsgerichten zu Schluß der Diskussion sei ihm die Möglichkeit genommen, die von zwar müssen 9 Stunden davon zusammenhängen. Nach 9 Uhr gelassenen Personen auch zur Vertretung der Verletzten vor den Straffer und Friese gemachten Ausführungen zu widerlegen. abends dürfen Mädchen unter 18 Jahren, wenn Als ein derartiger Vertreter ist der Eine von Huhn empfohlene Resolution wurde angenommen. In derfie Schiedsgerichten berechtigt. nicht zur Familie des Wirtes gehören, zur Bedienung Arbeitersekretär zu betrachten. Dazu kommt, daß es von jeher hier selben erklärt die Versammlung des Töpferverbandes, daß von der Gäste nicht verwendet werden. Von den 52 zu gewährenden Praxis gewesen ist, daß der Verletzte sich einen Vertreter nehmen Strasser und Friese in der Versammlung des Wahlvereins unwahre jährlichen Frei- Tagen müssen 17 Sonntage sein. Die Bezahlung hat darf, der auch entschädigt wird, wenn es sich nicht um eine ganz frivole Beschuldigungen gegen den Verband der Töpfer erhoben seien. Es längstens alle 14 Tage und in gefeßlichen Münzsorten zu erfolgen Sache handelt. Das war aber hier nicht der Fall. Endlich ist es wird bedauert, daß der Vorsitzende der Wahlvereins- Versammlung und zwar am Vorabend eines Arbeitstages, also nicht am Sonnabend. zweifellos, daß die ganze Organisation des Arbeiter- Sekretariats dies zugelassen habe und daß keines der anwesenden Mitglieder des Lohnabzüge und Bußen sind nur statthaft, insofern sie in den behörd- den Sekretären gestattet, für Nichtorganisierte Gebühren zu erheben. Berbandes zum Wort gekommen sei, um die bezeichneten Ausführungen lich genehmigten Arbeitsordnungen vorgesehen sind. Die Bußen sind Aus diesem Grunde war Mühlbauer auch für die gegenwärtige zu berichtigen. Nachdem O. Bläsing als Revisor gewählt und einzutragen und zu Gunsten der Arbeiterinnen zu verwenden. Der Sache eine Vertretungsgebühr zuzusprechen. einige Mißstände, die im Arbeitsnachweis hervorgetreten, besprochen Unternehmer wird verpflichtet, den Arbeiterinnen beim Arbeitsaustritt waren, erfolgte Schluß der Versammlung. ein Zeugnis über die Art der Arbeit und die Dauer der DienstLeistung auszustellen. Der Entwurf steht weit hinter mehreren der bestehenden kantonalen Arbeiterinnenschutz- Geseßen, namentlich dem Züricher zurück und sollte er daher vom Großen Rat bedeutend verbessert werden. Sociale Rechtspflege. Der Glasbruchschaden. Dem Packer S., der in dem Geschäft eines Herrn Meyer viel mit Glasdekorationen zu thun hatte, waren öfter Lohnabzüge wegen Glasbruchs gemacht worden. Der Arbeits geber hatte S. bestimmt, zivei Drittel des vorkommenden Bruchschadens zu tragen. S. wollte es eigentlich nicht, hatte sich aber schließlich gefügt und auch ein paarmal die Abzüge ruhig über sich ergehen lassen. Als es zur Lösung des Arbeitsverhältnisses fam, zog Meher von dem 22,50 M. betragenden Wochenlohn wieder 10,95 m. ab. Für S. protestierte jetzt jedoch sein Bruder gegen den Abzug. Durch Klage beim Gewerbegericht verlangte dann S. die abgezogenen Beträge in Höhe von insgesamt 28,50 M. Vom Vertreter des Be flagten wurde jeder Vergleich abgelehnt. Das Gewerbegericht unter dem Vorsiz des Gewerberichters Dr. Meier verurteilte den Beklagten zur Zahlung der 10,95 M., welche bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses einbehalten worden waren. Mit der Mehrforderung wurde Kläger abgewiesen.. Begründend wurde ausgeführt: Zweifellos feien vom Beklagten die geringen Erfahrungen des Klägers miß braucht worden. Er sei nicht verpflichtet gewesen, in der unglaublichen Höhe von zwei Drittel den Bruchschaden zu tragen. Das um gekehrte Verhältnis wäre eher richtig geweſen. Zweifellos hätte der Kläger schon lange Anlaß gehabt, aufs schärfste Einspruch zu erheben und lieber seine Stellung aufzugeben. Da er aber die Abzüge, abgesehen vom letztenmal, ruhig hingenommen habe, fönne er jene Beträge jetzt nicht nachträglich zurückfordern. Sie seien verfallen. Anders sei es jedoch mit den 10,95 M. von der letzten Woche. Da habe er von dem Recht, gegen den Abzug Widerstand zu leisten, Gebrauch gemacht; das Gericht könne ihm deshalb diesen Betrag zusprechen. habe. Wablverfammlungen. = Die Deutsche Metallarbeiter Gewerkschaft( Verwaltungsstelle Berlin) hielt am 4. Mai ihre Generalversammlung für das erste Quartal 1903 ab. Nach dem vom Kassierer erstatteten Kassenbericht hatten zum 8. Mai eine Voltsversammlung nach dem großen Saale 2382,00 m., hierzu den Bestand vom vierten Quartal( 539,61 M.), Die Genossen des fünften Berliner Reichstags- Wahlkreifes betrug die Gesamt- Einnahme 2925,15 M., die Gesamt- Ausgabe des Handwerkervereins einberufen, die sich eines überaus zahlreichen also Geamt- Bestand 1082,76 M. Wiesner giebt darauf den Ver= Besuches erfreute. Das Thema der Verhandlungen boten die Reichs waltungsbericht und giebt die Firmen, bei denen Differenzen statttagswahlen. Für den als Referenten angekündigten, aber dringend gefunden haben, bekannt. Maßregelungs- Unterstüßung erhielten Bernstein ein. Er erörterte die Fragen der Schuzzollpolitik und verhinderten Genossen Dr. Arons sprang der Genoffe Eduard 10 Mitglieder, Rechtsschutz 2. An Streitunterſtüßung wurden der Handelsverträge, um nachzuweisen, daß unsre Schutzöllnerei niederlegt, wird an feine Stelle A. Dannenberger gewählt, als Bei1513,55 M. gezahlt. Da der bisherige Bevollmächtigte Wiesner und Landwirtschaft ihre Rente zu sichern, während die große Masse feier ausgesperrten Mitgliedern wird auf Beschluß der Versammlung nur darauf hinauslaufe, einer fleinen Zahl von Reichen in Industrie fiber zum Hauptvorstande H. Landmann. Den infolge der Maides Volkes schwer darunter leide und der Mittelstand entweder keinen die übliche Unterstüßung gezahlt. Ueber die Lohnbewegung der ArVorteil oder, und das zum großen Teil, ebenfalls nur Schaden davon beiter der Großen Berliner Straßenbahn berichtet Wiesner. In der bindung stehe, ein Mittel, die Völker zu verheßen. Hierauf kommt stüßung zugesichert. Ferner wird beschlossen, dem ersten BevollAndrerseits wäre die Schutzöllnerei und was damit in Ver- Diskussion wird die Bewegung gutgeheißen und materielle UnterRedner auf die ewigen Kriegsrüstungen zu sprechen, die schon rein mächtigten eine Entschädigung von 20 M. zu zahlen( bisher 10 M.), materiell die Förderung der Kulturaufgaben hinderten. Von den vom 1. Mai ab einen Ertrabeitrag von 10 Bf. zu erheben, welcher Schwärmern des Militarismus werde nun immer eingeworfen, eine durch Marke quitiert wird; wer diesen Beitrag nicht leistet, geht seiner Unmasse Arbeiter hätten infolge der Rüstungen Verdienst und Brot. statutarischen Rechte verlustig. Im Ortsstatut wird statt§ 7 Abs. c Wenn man Verdienst schaffen wolle, dann brauche man indessen nicht Rechte Millionen für fulturwidrige Zwede ausgeben; wenn nun das Not:" 14 Tage" 6 Wochen geſetzt. wendigste für die Errichtung guter, den Anforderungen der Hygiene Wilmersdorf. Am Mittwoch tagte in Wittes Boltsgarten eine entsprechender Volkswohnungen geschähe, dann würde hierdurch gut besuchte Versammlung des socialdemokratischen Wahlvereins, in schon für Hunderttausende von Arbeitern Arbeit in Masse geschaffen der Genosse Täterom über die bevorstehende Reichstagswahl refewerden.( Lebhafter Beifall.) Redner betonte dann die immer rierte. Großer Beifall lohnte den Redner. Darauf gab der Kassierer größer werdende Bedeutung der Arbeiterklasse in der menschlichen den Kassenbericht vom zweiten Quartal. Einnahme für die CentralGesellschaft und führte unter anderm aus, daß die Freisinnige Bartei faffe 124,30 M., für den Ort 65,20 M., Ausgabe am Orte 121,65 schon deshalb kein Recht mehr habe, fich demokratisch zu nennen und die Führung der Demokratie zu beanspruchen, weil sie nicht bei allem, was fie thue, die Wirkung auf die großen Massen, auf die Arbeiterklasse berücksichtige. In der Diskussion sprach nur Herr Flatow, der nicht Socialdemokrat ist, aber alle seine jüdischen Stammesgenossen auffordert, auch die freifinnigen, im fünften Wahlfreise nur für den Socialdemokraten zu stimmen. Maßgebend ist für ihn, daß nur die Socialdemokratie auch den zu Bürgern zweiter Selbstverschuldeter Schaden. Die Arbeiterin G. forderte von der Klasse degradierten Juden das gleiche staatsbürgerliche Recht sichern Firma Bud eine Lohnentschädigung von 32 Mart, indem sie vor wolle und daß Herr Bruhn von der„ Staatsbürger- Zeitung", der dem Gewerbegericht geltend machte, sie sei ohne gefeßlichen Grund am liebsten jeden Juden totschläge, als Kandidat der Antisemiten und ohne Innehaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist plößlich ent- feine Gefimmgsgenoffen instruiert hat, bei einer Stichwahl zwischen lassen worden und habe auch ihre Invalidenkarte nicht recht- Socialdemokratie und Freifinn für den Freifinn zu stimmen. Einer zeitig ausgehändigt erhalten. Das Gewerbegericht erachtete folchen Waffenbrüderschaft müßte jeder freisinnige Jude von vorn auf Grund der Beweiserhebung für festgestellt, daß der herein vorbeugen. Der socialdemokratische Kandidat Robert Klägerin anläßlich eines Streites am Tage der Entlassung Schmidt, von der Versammlung auf das lebhafteste begrüßt, hielt gefagt worden ist, wenn sie ruhig sei, könne fie die vierzehn Tage hierauf eine Ansprache. Mit fräftigen Worten that er die Freisinns abarbeiten. Wegen dieses Umstandes nahm der Gerichtshof an, daß helden Dr. Zwick und Richter ab, indem er besonders ihre socialdie Klägerin, weil sie trotz der Möglichkeit dazu die 14 Tage nicht politische Stellung unter die fritische Lupe nahm. Bezüglich des abgearbeitet" hat, den ihr erwachsenen Schaden selber verschuldet Kandidaten Zwick erinnerte er daran, wie diefer anläßlich der Kinderhätte. Der Vorjiyende riet deshalb zur Klagerücknahme, welchem schutz- Novelle den Segen der Kinderarbeit in bestimmter Menge geRate die Klägerin schließlich folgte. rühmt habe. Und von Eugen dem Großen" konnte er authentisch " Mart, Einnahme für Liſten usw. 225,47 M., an den Streis abgeführt 166 M. Der Kassierer wurde entlastet. Der Stuffateur . Markscheffel wurde wegen Streifbruchs aus dem Wahlverein ausgeschlossen. Die Parteigenossen, die sich am 16. Juni dem Vorstande zur Verfügung stellen wollen, werden ersucht, sich bei demfelben zu melden. H Socialdemokratischer Agitations- Verein für den Reichstags: Wahlkreis Züllichan- Schwiebus- Kroffen Sommerfeld. Dienstag, den 12. Mai, abends 8 Uhr: Bersammlung bei Grosser, Dirksenstr. 39, vorn 1 Treppe( früher an der Stadtbahn). An die Barteigenossen aus dem ahlkreise richten wir die Bitte, sich auch dem für ihren heimatlichen Wahlfreis bestehenden Verein anzuschließen, um bei der Reichstagswahl die Agitation unterstüßen zu können. Der Borstand. Allgemeine Familien Sterbekasse zu Berlin. Heute Bahltag bei Dieke, Uderstr. 123, von 3-6 Uhr. Arbeiter Samariterkolonne( gegründet 1888). Montag, ben 11. Mai, abends 9 Uhr, in der Centrale, Dresdenerstr. 45: II. Lehrabend des Sommerkursus. Vortrag über Physiologie. Neue Teilnehmer tömnen noch eintreten. Gäste willkommen. Heute nachm. Ausflug nach Friedrichs. felde. Treffpunkt 3 Uhr bei Bube, Prinzen- Allee 30. Verein für Gesundheitspflege des Volkes Moabit. Montag, den 11. Mai, abends 8 Uhr, im Restaurant Fischer, NW., Waldstraße 8: Vortrag:" Der Hypnotismus in der Heilkunde und Erziehung" mit Demonstration. Gäste willkommen. = Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 10. Mai. Freie Volksbühne. MetropolTheater. Im Hinterhause. 5. und 6. Abteilung. Anfang 28 Uhr. Leffing Theater. 8. und 9. Abteilung: Johannisfeuer. Anfang 23/4 Uhr. Anfang 7, Uhr: Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Heimat. Wilhelm Tell. Das Land Tirol. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Schauspiel in 5 Aufz. v. Fr. 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Bewerbungen sind bis zum 18. Mai nur schriftlich im Kaffenlokal, Klosterstraße 65/67, einzureichen. und Rückporto wird nicht gewünscht. 1. Die Socialdemokratie und die Reichstags- Wahlen. Die Beifügung von Driginalatteſten Referent: Reichstags- Abgeordneter Kunert. 2. Diskussion. 212/ 3* 217/ 5* Die Vertrauenslente. Socialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( 0.). Versammlung Dienstag, den 12. Mai, abends 8%, Uhr, Gr. Frankfurterstr. 117. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Georg Davidsohn über: Die bevor stehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 243/3 Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Versammlung Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Wähler des VI. Kreises! Dienstag, den 12. Mai, abends 8% Uhr: Volks- Versammlung bei Benfel, Invalidenftrafse 1a. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten G. Ledebour: Auf zur Reichstagswahl. 2 Diskussion. 219/ 11* Bu recht zahlreichem Besuche ladet ein Der Vertrauensmann. Rabikputer, Spanner und Cementierer. Montag, den 11. Mai, abends 8%, Uhr, im grossen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Kombinierte Mitglieder- Versammlung. Dienstag, d. 12. Mai, abends 8, Uhr, im ,, Kösliner 252/12 Hof", Köslinerstr. 8. 274/14 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Rechtsanwalt Victor Fränk! über: Bor der Schlacht". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste auch Damen willkommen. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Wilhelmsruh. Zages- Ordnung: Bekanntgabe des Resultats der Verhandlungen vor dem Einigungsamt. Der Vorstand. Bauarbeiter! Bauberufe! Freigemeindliche Predigervakanz! Die Stelle des Predigers an der freien religiösen( evang.- fathol.) Gemeinde zu Königsberg( Ostpreußen) ist baldmöglichst neu zu beseßen. Gefällige Anfragen bezüglich der näheren Bedingungen werden bis Mitte Juni cr. erbeten an den der= zeitigen Vorsteher 130/ 2* Dr. J. Rupp, Königsberg( Preußen), Border- Roßgarten 55. Ausverkaufspreise. Jezt nach beendeter Engrossaison ver faufe, um mit noch reichhaltigem Früh jahrslager zu räumen, am Sonne tag, Montag, Dienstag und Mittwoch täg lich bis ab. 9 Uhr folgende Konfektion zu enorm billigen Breisen, und zwar: Schwarze u. farbige Baletots v. M. 7,50. Eleg. schw. Paletots a. Seidenf. v. M. 16. Schwarze Capes, Kammgarn und Tüll, v. M. 12,00. Kostüme in engl. Stoffen v. M. 9,00. Kinder- u. Badj.- Baletots v. M. 6,00. Reise, Staub- und Regen- Baletots von M. 11,00. Heinrich Rackwitz, 12776 Die Meifter- Vereinigung scheut nicht die verwerflichsten Mittel und hatte genau nach unsrem Muster nachgeahmte ArbeitsberechtigungsKarten angefertigt. Wir fordern Euch nunmehr doppelt auf, jeden arbeitenden Mittwoch, den 13. Mai 1903, abends 8, Uhr, im Lokale des Stuffateur in üblicher Weise an seine Pflicht zu erinnern und nach der Niederwallstrasse 28/29, 1 Treppe, Berechtigungskarte des Central- Verbandes der Stukkateure Deutschlands Nähe Spittelmarkt. Wählerversammlung. u fragen. Jeder mit roter Karte Legitimierte aber benutzt eine NachHerrn Deutschmann, Ede Niederstraße: Tages Drdnung: Engros- Lager, Beſten Nordhänſer ahmung, da wir sofort eine meergrüne Arbeitsberechtigungs- Karte aus- Liter von 50 Bf. an, garantiert reines Die Streiffommission. 1. Socialdemokratie und Reichstagswahlen. Referent: Reichstags- gestellt haben. Abgeordneter A. Stadthagen. 2. Freie Diskussion. 222/7 Das Wahlkomitee. Die Gegner werden ganz besonders hierzu eingeladen. Achtung! Achtung! Luxuspapier- Branche 175/4 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Getreideprodukt. ff. Liqueure.[ 11732* Martin Berndt, Ritter- u. Prinzenst.- Ede. Steinarbeiter! Dienstag, den 12. Mai, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27 c: 84 Montag, den 11. Mai 1903, abends 8½ Uhr, bei Herrn Raabe, Mitglieder- Versammlung. Kolbergerstraße 23: Dienstag, den 12. Mai, abends 8, Uhr in den„ Arminhallen", Bezirks- Versammlung für Wedding und Gesundbrunnen. Kommandanten Straße 20: Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen endel über Moral und 2. Freiheitsbefreiung. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. VerOeffentliche Versammlung fiebenes. Tages- Ordnung: 1. Die Behandlung und die Arbeitsverhältnisse bei der Firma C. Schilling. 172/16 Unterstützungsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen, besonders der Kollegen von Schilling, ersucht Der Vorstand. aller in Luxuspapierfabriken heschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Vertrauensmänner- Verfammlung für Friedrichsberg Achtung Bauarbeiter! Tages- Ordnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der in Luruspapierfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. 2. Werkstuben- Angelegenheiten und Verschiedenes. Wir ersuchen alle Kollegen und Kolleginnen, in dieser Verfammlung vollzählig zu erscheinen. 24/2 Die Vertrauenspersonen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, den 12. Mai 1903, abends 8%, Uhr: Versammlung der Gürtler findet am Montag, den 11. Mai 1903, abends 8, Uhr, im Lokale des Herrn Lutterbüfe statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Hierzu sind besonders geladen die Kollegen aus den Werkstätten: Bosewerk, Frankfurter Chauffee 121; Klukas, Rummelsburgerstr. 73; Stlopsch, Kreuzigerstr. 9; Seelisch, Rigaerstr. 95/97. Achtung, Kammmacher! Montag, den 11. Mai 1903, abends 8%, Uhr, im Lokale von Mattes, Koppenstraße Nr. 41: Kommissions- Sizung. Pünktliches Erscheinen ist erforderlich. 81/20 Der Obmann. Dienstag, den 12. Mai, abends 8 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstraße 19/20: Oeffentliche Versammlung aller an fugino- Wänden beschäftigten Hilfsarbeiter. Tages- Ordnung: Wie können wir unsre Lohn- und Arbeitsverhältnisse verbessern? Diskussion. 34/14 Wir ersuchen sämtliche Banarbeiter, Maurer, Puzer, Zimmerer usw., die Hilfsarbeiter auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Der Einberufer. Osk. Böttcher. Achtung! Stukkateure! Montag, den 11. Mai, vormittags 10 Uhr: bei Franke, Sebastianstr. 39: fowie aller in der Selendtungsbranche beschäftigten Achtung! Karton- Branche. Achtung! Oeffentliche Versammlung der streikenden Stukkateure Arbeiter und Arbeiterinnen im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, großer Saal. Tages- Ordnung: Ist es möglich, in unsrer Branche zum Herbst Forderungen zu stellen? Referent: Cohen. Dienstag, den 12. Mai 1903, abends 8 Uhr: Versammlung 116/6 Morgen Montag, 11. Mai, abends 81%, Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 270: Große öffentliche Versammlung aller in Kartonfabriken beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: aller in der Draht- Industrie beschäftigten Arbeiter diesem Jahre zu erwarten? Berlins und der Umgegend im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal 5. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Buse. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. NB. Jeder Kollege ist verpflichtet, sein Mitgliedsbuch zum Abstempeln mitzubringen. Die Ortsverwaltung. Socialdemokratischer Wahlverein 1. Was haben die Karton Arbeiter und Arbeiterinnen in 2. Werkstubenangelegenheiten und Verschiedenes. 24/3 Das vollzählige Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ist dringend notwendig. Der Vertrauensmann. Verband der Schneider u. Schneiderinnen Deutschlands. Filiale Berlin. der Frauen Berlins und Umgegend. Mitglieder- Versammlung Dienstag, den 12. Mai, abends 8%, Uhr: Versammlung T in Sanssouci, Kottbuserstraße 4a. Dienstag, den 12. Mai, abends 8, Uhr, in den Armin Hallen, Kommandantenstr. 20. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Leo Arons über: Gewerkschaften und Volksvertretung. 2. Abrechnung vom burg. 4. Ausschluß von 4 Mitgliedern. Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Genoffin Martha Tietz über das I. Quartal. 3. Wahl einer Agitationskommission für die Provinz BrandenFrauen- Stimmrecht. 2. Diskussion. 162/18 Die Mitglieder aller Branchen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Mittwoch, den 13. Mai, abends 8, Uhr: F Versammlung bei Zühlke, Dennewißstraße 13. Tages- Ordnung: 1. Bortrag der Genoffin A. Fahrenwald Hamburg über: Die Frauen und die Reichstagswahlen. 2. Diskussion. In beiden Versammlungen Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willtommen. Der Vorstand. 12796 Central- Verband der Steinarbeiter Deutschlands. Marmorarbeiter! Dienstag, den 12. Mai, abends 8 Uhr, im Englischen Garten ( Hoffmann), Alexanderstraße 27 c: Zages Ordnung: 1. Bericht über den Stand unsrer Bewegung. 2. Verschiedenes. Die Kontrolle der Streikenden findet nur im Versammlungslokal statt, von 9 Uhr an. Die Streiffommission. Kassenbote. Bum 1. Juni er. soll die Stelle eines Staffenboten besezt werden. Raution erforderlich in Höhe von 500,00 Mart. Gehalt 1500,00 Mart bis 2400,00 Mart. Feste Anstellung nach probeweiser Beschäftigung. Vollkommene förperliche Gesundheit erforderlich. 273/17 Schriftliche Bewerbungen bis zum 18. Mai sind bei dem Unterzeichneten einzureichen. Persönliche Vorstellung verbeten. Allgemeine Orts- Krankenkaffe für Rixdorf. Emil Wutzky, Borsitzender, Nixdorf, Thomasstraße 4, 3 Tr. CENTRAL" Central- Fahrräder an Güte und Billigkeit unerreicht! komplett mit 1jähriger Garantie M. 58, 65, 70, 75 etc.; mit Doppel- Glockenlager M. 85, 90, 95, 100 etc. Nene Motor- Zweiräder von M. 250 an. Motor- Decken ,, Harburg- Wien" Mark 9,50, desgl. Schläuche Mark 3,50. 1177L* Rixdorf- Berlin SO., Sämtliche Fahrrad- Zubehörteile an Billigkeit unübertroffen. Bitte verlangen Sie meine Preisliste. Paul Daedrich, Berg- Strasse 186-137. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt VII, 353. 116/15 Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 2 Uhr: Versammlung Außerordentl. Mitgliederversammlung. sämtlicher bei der Großen Berliner Straßenbahn beschäft. Metall- u. Hilfsarbeiter Tages- Ordnung: im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 4. 1. Unfre gegenwärtige Lage. 2. Gewerkschaftliches, KrankenzuschußTages Ordnung: 1. Nehmen wir die von der Direktion bisher erzielten und die vom Aufsichtsrat bis Sonntag zu faffe usw. 172/15 erwartenden Zugeständnisse an? Referent: Karl Wiesenthal. 2. Disfuffion. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, pünktlich zu erscheinen. Da es nun gilt, endgültig über unsre Lohnbewegung bezw. Streit Beschluß zu fassen, so erwarten wir das Erscheinen aller Kollegen! Der Vorstand. Die Versammlung ist polizeilich gemeldet. Auf zur Bersammlung I Die Ortsverwaltung. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 108. 20. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Weltgefchichte Produktionsgefchichte. Litterarische Rundschau. Max Schippel, 8u derproduktion und Zuderprämien bis zur Brüsseler Konvention 1902. Eine wirt schaftsgeschichtliche und handelspolitische Darstellung. Verlag von J. H. W. Diez Nachf. in Stuttgart. 419 Seiten, broschiert 6 M., gebunden 7,50 M. Das neueste Werk unsres Genossen ist eine ebenso erfreuliche tie bedeutsame Erscheinung: der wohlgelungene Versuch, die Geschichte eines Industriezweiges im Zusammenhang mit der gesamten Wirtschaftsgeschichte darzustellen. Freilich giebt es neben der Zuckerindustrie keine zweite, die ein so geradezu klassisches Beispiel für dieses Aufeinanderwirken politischer und wirtschaftlicher Kräfte liefert. Aber es ist Schippels Verdienst, dies auf Grund außerordentlich umfaffender Quellenangaben nachgewiesen zu haben, wie überhaupt - das sei hier gleich vorweg bemerktes zum größten Teil Neuland ist, das Schippel durchpflügt; bisher war nur die Rolle der Edelmetalle, der Wolle und Baumwolle im Gange der Weltgeschichte betrachtet worden. " Sonntag, 10. Mai 1903. nahm, wurde sie ihm so färglich und so verzopft bureaukratisch zu| Industrie. Für sie ist so thatsächlich kennzeichnend, was Schippel teil, daß er an den Kollisionen mit den sparsamen Rechnungsräten zum Unterschied vom kolonialen Zuckerrohrbau hervorhebt, daß sich der Regierung sich aufrieb. Die Schulden erdrückten ihn, und als eine die Rübenzuckerfabrikation, von ihrem ersten Ursprunge ab, durch Feuersbrunst seine ersten größeren Fabrikationsanlagen zerstörte, eine unvergleichlich höhere Verbindung und Durchdringung von verstand Preußen nicht, zu helfen; nach Jena war es ja auch wirk- Wissenschaft und Praxis auszeichnet als die starre, auf einem innerlich zu arm dazu. Achard wendete sich nun in zahlreichen Schriften lich wenig entwicklungsfähigen Kulturleben ruhende Plantagenan alle europäischen Staaten und forderte sie auf, die Zucker- produktion." Die pflanzliche Grundlage der europäischen Pros fabrikation aus Rüben einzuführen, nicht nur aus geschäftlichen, buktion, die übe, ist mit der Zeit ein vollkommen andres Wesen sondern auch aus menschlichen Gründen: er erinnert an die geworden, reicher an Zucker, mit reinerem, von unangenehm armen Sklaven, die der Zuckerproduktion in andern Weltteilen schmeckenden Bestandteilen freierem Saft. Im Jahre 1836 hatte geopfert werden! Von dieser Befreiung unsrer schwarzen Brüder die Rübe durchschnittlich 5,6 Prozent Buder, jezt 14,4 Prozent! Afrikas", wie sie ein Schüler Achards, Freiherr v. Koppy, nennt, Anfänglich glaubte man, daß nur die sächsischen und die wird nun in der Folgezeit zwar sehr viel gesprochen, aber ohne Er- angrenzenden mitteldeutschen Landstriche für den Rübenbau durch folg, denn die Wirtschaftsgeschichte wird bekanntlich nicht durch Rück- Boden und Klima geeignet sind, heute weiß man, daß fast alle landfichten auf die Humanität, sondern nur auf den Profit beeinflußt, wirtschaftlich nutzbaren Böden, vom schwersten Ton- bis zum leichten wenngleich es zu den alten Gepflogenheiten gehört, die bis in unsre Sandboden, bei entsprechender Düngung gute Rübenernten liefern Tage hineinreicht, den kapitalistischen Eigennut mit dem Mantel der können. Durch Anlage von Feldbahnen und Kleinbahnen verbilligte Bruderliebe zu verhüllen. man die Transportkosten und ermöglichte dadurch, die Rüben nicht 營 * # " Künstliche Die Rübenzuderproduktion hätte sich vielleicht überhaupt nicht nur aus der nächsten Nähe der Fabrit, sondern von weiter Entfernung Schippels fesselnd geschriebene Darstellung führt uns zunächst oder erst Jahrzehnte später bei dem allgemeinen Fortschritt der her zu beziehen. Damit war auch die großkapitalistische in die Urheimat der seit den Zeiten der Sage schon sehnlichst be- chemischen Industrie entwickelt, wenn jest nicht politische Er- Eufwidlung vorbereitet. Achards fühnste Hoffnungen hatten in gehrten Süßigkeit: nach Indien, dessen Zuckerrohr in den eignisse maßgebenden Einfluß ausgeübt hätten. Als die Seeschlacht der Anlage einer Fabrik gegipfelt, die täglich 35 Doppelcentner tropischen, feuchten Tiefebenen des Ganges feinen natürlichen von Trafalgar Frankreichs Flotte zerstört und damit Napoleons Hoff- Rüben verarbeiten fönne heute verbrancht die Kruschwitzer Fabrik Kulturboden besaß. Als Leckerei, nicht minder aber als nungen auf eine Landung an Englands Küsten, blieb ihm nur die täglich 13 000 Doppelcentner. Heilmittel hochgeschätzt, galt der eingekochte Saft des Zuckerrohrs eine Angriffswaffe gegen seinen gewaltigen Gegner: die Lahmlegung im Altertum als große Kostbarkeit. Nach den Persern sind die des Kolonialhandels. Und indem er die Kontinentalsperre Schippel legt ferner dar, wie die Zuckerrübe auch für die LandAraber auch auf diesem Gebiete wie auf so vielen andern die Kultur- verhängte, um Englands Schiffe vom Festlande Europas fernzuhalten, wirtschaft die größten Umwälzungen brachte, indem sie zu einer träger; fie verbreiteten Ende des ersten Jahrtausends n.. Chr. den schafft er für die Produktion des Zucers auf fontinentalem Boden sorgfameren und intensiveren Bestellung und Bearbeitung des Bodens Anbau des Zuckerrohrs. Zur Zeit der Kreuzzüge übertrifft Aegypten die erste Notwendigkeit: hohe Preise. Hier wirkte also die Politik und zur Tieffultur zwang. Der Boden wird dadurch von Unkraut alle Mittelmeerländer, die sich inzwischen dem Anbau des Zuckerrohrs auf die Produktion ein! reiner, mehr aufgeschlossen und ertragfähiger; die Notwendigkeit starker zugewandt, an Zuckerreichtum, doch bleibt der Genuß des Zuckers Bisher waren die Produktionskosten sowohl beim Anbau der Düngung und der Anivendung von fünftlichen Düngemitteln kommt noch immer ein Lurus, von dem eine Urkunde jener Zeit sagt, daß Runkelrübe wie bei der Gewinnung des Zuckers aus ihr weit den Nachfrüchten zu gute, auch Rübenblätter und Köpfe wie der er dem eigentlichen Volke so gut wie unbekannt sei. Und so blieb höhere als die beim Anbau und bei der Verarbeitung des Zucker- Schlamm der Fabriken liefern wertvollen Dünger. So ist die Landes auch im Mittelalter. In der ersten Kreuzfahrerzeit wird Buder rohrs. Mit der bewundernswerten Energie, die nicht nur Napoleon selbst wirtschaft der eigentlichen Rübengegenden wohl die höchstentwickelte mehrfach als wertvoller Siegespreis neben Gold, Silber, Purpur besaß, sondern die er auch bei seinen Werkzeugen zu wecken geworden, die wir in Deutschland tennen; vielleicht sucht sie in der und kostbaren Stoffen erwähnt. Menschenalter danach bestach man wußte, rief er in Frankreich auf Grund der Achardschen ganzen Welt ihres gleichen. Wir finden hier die ausgebreitetste An in Frankreich feile Richter noch mit Zuderwert, und im Altprager Arbeiten eine Zuckerindustrie ins Leben, deren Aufschwung und staat- wendung von Maschinen die Viehzucht ist die intensivste, mit der Stadtrecht hieß es kurz und bindig: Zuckermehl gehört ins Herren- liche wie wissenschaftliche Förderung ein kennzeichnendes Bild des englischen fann sie wohl den Vergleich aushalten. haus." damaligen Kulturunterschieds zwischen Frankreich und Preußen liefert. Düngemittel werden trotz der starken Viehhaltung massenhaft verDie Kreuzzüge brachten sowohl die Verbreitung des Zucker- Hochinteressant sind die sich oft zu fühnem Pathos steigernden Auf- wendet; die Ernten an Getreide, an Kartoffeln, an Futtergewächsen genusses als auch die Heranziehung des europäischen Kapitals zur rufe der französischen Gelehrten wie der Staatsmänner, in denen sie übertreffen bei weitem den Durchschnitt in Deutschland. Es bilden Buderproduktion. In hochinteressanten Schilderungen liefert Schippel zur Errichtung von Rübenzuckerfabriken auffordern, als eine sich so die weitverzweigtesten Wirtschaftsbeziehungen in diesen hier ein Bild der Sittengeschichte jener Epoche. Als die Neuzeit an- lächerlich- erhabene Sprechweise", wie Schippel sie nennt, fann ich Distrikten heraus; von dem sich selbst genügenden" Bauer ist keine bricht, als im Osten des Mittelmeeres die historisch denkwürdigsten sie aber keineswegs bezeichnen. Hat sich doch thatsächlich Wort für Spur mehr zu entdecken." Kulturgebiete dauernd dem Verfall und der Vergessenheit Wort bewahrheitet, was damals die einsichtsvollsten Chemiker überantwortet worden, während sie im Westen Europas prophezeiten, und Schippel felber spricht sich wiederholt bewundernd Auch die dunkle Kehrseite dieser glänzenden Entwicklung jüngere Völker an die Spitze des menschheitlichen Fortschreitens ruft", über den immenſen, ungeahnten Aufschwung der neuen Produktion schildert Schippel eingehend die ländlichen Arbeitsspielt, wie Schippel nun darlegt, die Zuderproduktion dabei Frankreichs aus. Allerdings das Jahr 1814 ließ die so mühsam verhältnisse in den 8uderrüben Gegenden, die vielleicht eine noch viel maßgebendere, jedenfalls eine viel errichteten Rübenzuckerfabriken zusammenbrechen mit der Auf- durch jene neue Produktion ebenso verschlechtert wurden, wie der Annachhaltigere Rolle als alles Gold und Silber, das so oft die west hebung der Kontinentalsperre fiel der Zuckerpreis um zwei Drittel; bau des Zuckerrohrs die Plantagenfflaberei entstehen ließ. Ihr europäischen Entdecker und Eroberer mit unwiderstehlicher Anziehungs- die Mehrzahl der Betriebe es waren 213 mit 8 Millionen Pfund europäisches, speciell deutsches Seitenstück ist die Sachsenfraft in ruhelosen Sturm und Drang fortlockt." Nicht allein die Zuderausbeute vorhanden mußte eingestellt werden. gängerei. Der Zuckerrübenbau bedarf zeitweise einer außerordent Herrschaft der Türken über das Mittelmeer verdrängt von dessen lichen Vermehrung seiner Arbeitskräfte. Das Behacken, Verziehen, Gestaden die Zuckerproduktion, indem es den Seehandel Italiens Und nun begann jene Epoche der Rübenzuckerfabrikation, deren Behäufeln, Einernten( Ausroden) beansprucht ruckweise solche Mengen Tahmlegte, sondern auch die nun anhebenden Kolonialeroberungen Abschluß erst in diesen Tagen, durch die Brüffeler Konvention, von Handarbeit, wie sie aus einer ländlich dünnbevölkerten Umschufen für die mittelalterlichen Zucker- Erzeugungsstätten einen neuen, erfolgte: Die staatliche Subventionierung der gebung selten herauszuholen sind. Dazu weckt die Rübenzuckerunüberwindlichen Wettbewerb. Portugiesen und Spanier breiteten Rübenzuder- Fabrikanten auf Kosten der Zucker- Produktion, mit ihrer Steigerung des Bodenwertes und ihren auf den der westafrikanischen Küste vorgelagerten Inseln die Zucker- tonsumenten und die Steigerung der Rübenzuder höheren Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit der Landwirte, auch rohr- Plantagen aus; die Kanarien und Madeira, die Kapverdischen preise durch Bölle auf den aus Zuckerrohr. In noch jederzeit das Streben, den alten ständigen Arbeitern die Inseln und die im Meerbusen von Guinea ſehen Zuckerrohrwälder Frankreich erweckte diese neue Methode anfänglich zwei entgegen bisher eingeräumten 2andparzellen unter den Füßen wegentstehen und ganze Zuckerflotten in ihren Häfen hin- und herwandern. gesetzte Interessen; besaß es doch selbst Kolonien, die hervorragend zunehmen und die Gutsbezirke auch weiter noch mit Doch nur wenige Jahrzehnte und eine neue Welt wird zum größten an der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr beteiligt waren, wie andrer eingesprengtem und angrenzendem Kleinbauern- Land aballer Konkurrenten der bisherigen Produktionsgebiete. Columbus nimmt feits die Rübenzuckerindustrie im europäischen Frankreich weite zurunden. „ Die Landarbeiter wurden grund= 1493 von den kanarischen Inseln Zuckerrohr nach den Antillen Interessentenkreise hinter sich hatte. Da aber die Neger- Revolutionen in besiglos, die Naturalbezüge zum reinen Gelblohn." Zuckerrohr, aber auch Bluthunde, denn dem Zuckerrohr folgte den französischen Kolonien 1848 die Sklavenbefreiung brachten, so So macht sich die Heranziehung von Wanderarbeitern bald überall wie ein dunkler, drohender Schatten die Sklaverei daß die Zuckerrohrverarbeitung erschwert und verteuert wurde, trat immer mehr notwendig. Zuerst zog man sie aus dem und der grausamste Handel in schwarzem Menschenfleisch, das man in Frankreich von jetzt ab die Rübenzuckerproduktion in die erste Eichsfeldischen nach Sachsen und Mitteldeutschland; bald auf den amerikanischen Märkten holte". war diese Bezugsquelle erschöpft und nun holte man die Bewohner der Landsberger Gegend, die fog. Warthebrücher, dann die von Schlesien, Westpreußen, Posen, Pommern mit Hilfe von Agenten und Unteragenten, Butreibern, öffentlichen Werbetagen im Wirtshaus oder in der Gemeindeftube, mit Massenkontrakten und Massentransporten. Auch ausländische Arbeiter russische, galizische, czechische, skandinavische wurden und werden hinzugeholt. An 75 000 Personen waren es bereits 1890. Es ist schade, daß Schippel gerade dieses Kapitel nicht noch ein* Linie. In Deutschland waren es die Interessen der Staatskaffe, die sich der So wanderte die einst asiatische, ostindische Pflanze von Europa, einheimischen Zuckerfabrikation entgegenstellten. Der ausländische Zucker wohin sie die Araber gebracht, nach Amerika, nach Westindien, wo sie war mit Zoll belegt, der inländische steuerfrei- jede Steigerung eine allen bisherigen Umfang weit überragende Ausbreitung fand. der Rübenzucker- Fabrikation führte zu einer Minderung der StaatsUnd gleichzeitig wird die Sklavenarbeit, die zwar schon in den west- einnahmen. Da von 1886 bis 1842 die Zahl der Fabriken von 21 afrikanischen Kolonien Portugals ihre ersten Reime getrieben hatte, auf 136, der erzeugte Rübenzucker von 25 346 auf 256 043 Centner nun durch die Kolonisierung Ameritas zu einer socialen Institution steigt, ermäßigt Breußen den Einfuhrzoll auf holländischen Kolonialvon überwältigendem Einfluß auf die neue Westwelt so zuder von 11 auf 512 Thaler, um dadurch die Zuckerpreise zu ergut wie auf das alte Europa: die Geburtsstunde niedrigen und so den Rübenzucker konkurrenzunfähiger zu machen. gehender behandelt, da es doch für die volkwirtschaftliche Bedeutung schlägt für den großen tapitalistischen Plan- Und wieder erfolgt hier eine interessante Wechselwirkung von der Rübenzucker- Industrie von größter Bedeutung ist. Allerdings hat tagen Betrieb mit Sklavenarbeit, der wiederum Politik und Produktion: dieser holländische Vertrag von 1839 ver- er in der von ihm bereits 1891 publizierten Broschüre: eine unablässige Zufuhr bon Schiffsladungen schwarzen anlaßt, daß die erste Interessentenorganisation von Industriellen„ Die deutsche Zuderindustrie und ihre SubMenschenfleisches zur unentbehrlichen Boraussetzung feiner Er- entsteht, die Zuckerfabrikanten organisieren einen Kongreßund ventionierten"( Verlag der Berliner Arbeiterbibliothek, haltung und Erweiterung, die Verwilderung und Entvölkerung bereits 1841 änderte Preußen den Vertrag in den Vertrag in einer für III. Serie, 3. Heft) die miserable Lage der Landarbeiter und des nahe gegenüberliegenden Westafrila zur unausbleiblichen Folge die Rübenzucker Jndustriellen günstigen Weise ab, indem es ebenso der in den Zuderfabriken beschäftigten, Arbeiter gehatte. Das Zu derrohr viel weniger der Edelmetall- Bergbau den Zoll auf Lumpenzuder erhöhte.( So hieß nach dem schildert, aber diese Broschüre ist jetzt kaum noch im Buchhandel. und der Tabat, und viel später erst die Baumwolle wird auf englischen lump, Klumpen, der ungereinigte Solonialzuder.) Auch würden die Berichte der Gewerbe- Aufsichtsbeamten manche Klumpen, diese Weise ausschlaggebend für die gesellschaftliche Gleichzeitig aber wurde, um die Staatskasse für den Ausfall Ergänzung und Verschärfung jener Schilderungen von 1891 ermög Struttur und Entwidlung großer Teile 3 weier an 3olleinnahmen zu entschädigen, den sie durch Steigerung des ein- licht haben. Auch das Verhalten der Zuckerindustriellen gegenüber Riefenkontinente." Ganz abgesehen von den unmenschlichen. heimischen und Minderung des kolonialen Zuckers erlitt, eine der Arbeiterschuß- Novelle von 1890, speciell der Beseitigung der Greueln, die mit der Sklaverei verknüpft sind, wirkten fie auch Steuer auf Rübenzu der eingeführt; von 1844 ab betrug fie Nachtarbeit der Frauen, die erst 1898 eintrat, hätten eine entsprechende verwildernd und verrohend auf die Sklavenhalter zurüd:" Das einen Thaler auf den Centner. Damit war gleichzeitig der erste Kritik verdient. herrschgierige Pflanzertum, gewohnt, seinen Fuß auf den Nacken Schritt zu dem später so verhängnisvoll gewordenen indirekten blind gehorchender Unterthanen zu sehen, wurde eine schwer zu Prämiensystem gethan! Man erhob nämlich die Steuer von Glänzend flar und eingehend ist dafür die Schilderung, ble jetzt erschütternde feste Säule der alten aristokratischen Verfassung und den zum Verbrauch gelangten Rüben und zwar nach dem Maß- Schippel von den seit Ende der siebziger Jahre hereinbrechenden aller Brivilegienwirtschaft auch im Heimatsstaat." Welche Wechsel- stabe, daß man annahn, es feien 20 Centner Rüben zu einem Kämpfen des einen Rübenlandes gegen das andre giebt; sie fallen wirkung zwischen Produktion und Politik! Centner Rohzucker erforderlich; mithin galt pro Centner Rüben ein zusammen mit der Aera der Agrarzölle wie mit einem erneuten Mit der wachsenden Ergiebigkeit der neuen Anpflanzungen wächst Steuersatz von 1 Silbergroschen. Das war natürlich ein Anfporn Aufschwung der staatlichen Subvention der Zuckerindustriellen, die der europäische Zuckerkonsum; er bleibt zwar noch ein Lurus, aber für die Technik, weniger als 20 Centner Rüben für einen Gentner schließlich zu einem internationalen Wettrennen in der staatlichen ein Zurus breiterer, allerdings vorwiegend städtischer Volksmassen, Zucker zu verbrauchen und dies wurde teils dadurch erzielt, daß die Produktionsverringerung führen. Die Agrarkrifis, die Ende der zumal von der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts an, wo Kaffee, Maschinen und Apparate vervollkommnet wurden, mit denen man den fiebziger Jahre überall anhebt, veranlaßt, daß fast alle Länder, Thee und Schokolade sich in Europa einbürgern. Auch die An- Zucker aus den Rüben gewann, teils dadurch, daß man den Zuckergehalt selbst die Getreide exportierenden, deren Druck durch die stärkere sprüche an die Güte und Reinheit des Produktes steigern sich, die der Rüben durch verbesserte Kultur zu steigern sich bemühte. Beides Pflege der Rübenzucker- Produktion zu lindern suchen. Deutschland Raffination( Reinigung) des Zuckers wird vervollkommnet und ein gelang in einer für die Technik wie die Landwirtschaft gleich hoch- und Destreich, Frankreich und Belgien, Holland, Italien, Skandinavien, felbständiges, in den europäischen Städten fich ansiedelndes Sonder- bedeutsamen und ruhmreichen Weise. Bereits 1850 genügten anstatt Spanien, Rußland und die Balkanstaaten, selbst die amerikanische gewerbe entsteht, das den unreinen Rohzuder veredelt. So sieht zu 20 Centner Rüben deren 15- und wie wir hier gleich hinzufügen Union scheuen sogar vor schweren Opfern nicht mehr zurüd, um die Beginn des neunzehnten Jahrhunderts Europa eine ansehnliche wollen- heute genügen weniger als sieben! Sehr interessant ist, Zuckerrüben- Industrie großzuziehen. Das Zuckerrohr deckt heute nur heimische Zuderindustrie, die kolonialen Rohzucker raffiniert. daß 1850 die preußische Regierung infolge der Mindereinnahmen noch 33 Proz. des Weltkonjums, der Rübenzucker 67 Proz. aus der Zuckersteuer zu der später von ihr Jahrzehntelang vergessenen Im Kampf auf dem Weltmarkt war es das Prämiensystem, Runkelrübe. " Zu dieser Zeit beginnt wieder eine neue und zwar die für die Einsicht kam, daß die Preissteigerung des Buders dem das versteckte wie das offene, durch das ein Staat den andren zu Gegenwart bedeutsamite Epoche in der Zuckerindustrie: Chemiter tonfumenten„ bollen Grund zur Klage" giebt, sobald überflügeln suchte. Vom Jahre 1875 ab beginnt der Zuckererport entdecken, daß auch das Rohmaterial auf europäischem jene Erhöhung dazu dient, eine geringe Anzahl von aus Deutschland rapid zu steigen, von einer halben Million Doppelcentner Boden gewonnen werden kann, und zwar nicht wie bisher in heißen Staatsangehörigen zu bereichern, sobald er alfo bis 634 Millionen im Jahre 1884- gleichzeitig aber litt die NeichsSumpfgegenden, sondern in trockenen, fühlen Landstrichen, allerdings in die Lage lommt, an einzelne Unternehmer eine tasse infolge der stetig steigenden indirekten Ausfuhrprämien an der aber nicht mehr aus dem schilfigen Zuderrohr, sondern aus der Steuer zu bezahlen." galoppierenden Schwindsucht; sie hatten anfangs der siebziger Jahre Sehr weise und im Zeitalter der agrarischen Schutzzöllnerei 3 Millionen Mark betragen, Mitte der siebziger Jahre 79, 1882 Es war ein Berliner Chemiker, der Direktor der Akademie der zu Gunsten des Großgrundbesitzes doppelt und dreifach beachtens stiegen sie auf 96 und 1885 auf 128 Millionen Mart; der StaatsWissenschaften, Andreas Sigismund Marggraf, der 1747 zuerst tvert! fasse blieben 1875 63,4 Millionen Mark übrig, 1885 aber nur noch auf die füßen Säfte verschiedener Rübenarten als Quelle der Zucker39,4 und 1888 gar nur 14,7 Millionen Mart! getvinmung hinwies, ohne damit aber auch dessen Konkurrenzfähigkeit Nun Staat und Rübenzuder- Industrielle schlossen bald Frieden; gegenüber dem Zuckerrohr proklamieren zu wollen. Diesen kühnen die Zeche aber mußte der soeben von der preußischen Regierung so Nicht das Interesse der Konsumenten, sondern das des Fiskus Schritt that erst sein Schüler Achard, der hierfür freilich weniger heiß beklagte Konsument bezahlen und das recht gründlich war es, das Regierung und Reichstag schließlich zu einer Minderung füßen Lohn, als vielmehr Gram und Sorgen und wirtschaftliches Die Rübenzuderfabrikation wurde von den europäischen Staaten der Exportprämien, aber auch zu einer Erhöhung der Zuckersteuer Mißgeschick erntete. Sein Unglück war vor allem, daß er ein Preuße nicht nur nicht mehr bekämpft und gehemmt, um die Bolleinnahmen veranlaßte. Destreich Ungarn hatte übrigens dieselbe berwar Beder Friedrich Wilhelm III., noch dessen Minister hatten aus dem Kolonialzuder zu retten, sondern sie wurde zum Mittel- derbliche Bahn eingeschlagen verderblich auch für die Zuckergenug Verständnis für die Wichtigkeit der Achardschen Versuche, und punkt der staatlichen Fürsorge, wobei der Staat sowohl seine Taschen industrie selbst, die dadurch zur Ueberproduktion gereizt, schließlich als er sein Vermögen dabei geopfert und Staatshilfe in Anspruch füllte als auch die der Unternehmer der mun mächtig emporblühenden| Ende der achtziger Jahre in eine Welttrifis hineingetrieben wurde, * # = " 1 . " 1 die fchon früher gekommen wäre, wenn sich nicht in England seit wollten Schutz gegen die Schleuderkonkurrenz des Auslandes, erzeugten im Interesse einer gefunden Weiterentwickelung, die durch die Ab der Aufhebung der Zuckerabgaben( 1879) und in den Vereinigten doch 1901 bereits drei Rübenstaaten( Kalifornien, Utah und Kolorado) schaffung der Prämien allein noch keineswegs garantiert ist. Die Staaten von Amerika infolge ihrer rapiden Bevölkerungszunahme mehr Zucker, als ihre eigne Bevölkerung verzehrt; neuerdings ist Hoffnungen, die England auf Westindien jetzt, dessen wirtschaftlichen der Konsum außerordentlich gejoben hätte. Aber die Prämien- noch Michigan dazu gekommen. Aber auch der Anbau von Zucker- Verfall es durch die Beseitigung der Zuckerprämien hintanhalten wirtschaft Deutschlands und Destreichs steigerte die Produktion rohr nahm in den Südstaaten einen enormen Aufschwung, gleich will, sind wohlbegründet, und seine Berücksichtigung Indiens, dessen immer höher als den Konsum, obwohl ihr Buder zeitig auch seine technische Verarbeitung, die dort keineswegs mehr fo Buderrohr mit dem importierten Rübenzucker Deutschlands, vor schließlich selbst den französischen Markt überflutete. Damals be- primitiv ist, wie an den Hauptsitzen des westindischen Zuckerrohrs, allem aber Destreichs zu kämpfen hatte, erwies sich als zwingende gannen die ersten Anläufe Englands, durch internationale Verein- in Kuba, Haiti usw. Troßdem ist allerdings die Gesamt- Notwendigkeit. barungen die Prämien abzuschaffen, denn die Zuckerplantagen seiner produktion der Vereinigten Staaten an Rohr- wie Rübenzucker So war der Boden für eine internationale Verständigung auf Kolonien waren selbstverständlich gegenüber diesem unlauteren Wett- gering, etwa eine halbe Million Tonnen, gegenüber den 21/2 Millionen Beseitigung der Prämien gegeben, wenngleich die verschiedenartigsten bewerb der Rübe ganz wertlos und litten enorm. In Frankreich Tonnen, die sie jährlich verbrauchen. In den letzten Jahren Interessen das gleiche Ziel erstrebten. Die europäischen Rübenzuckerherrschte aber damals die hochschußzöllnerische Richtung Melines, sie tamen nun die Schußgebiete" noch hinzu: erst Hawaii, dann Länder wurden durch die Prämien ausgesaugt, da ihre Steigerung schuf eine dem deutschen System ähnliche, aber noch schlimmer ver- Portorico, die Philippinen, Kuba. Die spanische Mißwirtschaft hat bald hier bald dort zu einer Finanzgefahr für den Staat wie einer hüllte Prämiierung des Rübenzuckers unter gleichzeitiger Erhöhung dort den Anbau wie die Verarbeitung des Zuckerrohrs wenig ent- Verbrauchseinschränkung oder mindestens Verbrauchsstockung im Indes Schutzzolles gegen fremde Einfuhr. Aehnlich hielten Holland falten lassen; der amerikanische Geschäftsgeist wird hier ganz be- lande führte; die außereuropäischen Zuckerrohr- Gebiete und ihre Beund Belgien nun erst recht an ihren Prämien fest und eine erste deutende Erfolge erzielen, da die Natur namentlich Kuba mit üppigster schützer waren es fatt, sich durch die Prämien konkurrenzunfähig internationale Zuckerkonferenz zu London 1887 verläuft völlig Fruchtbarkeit ausgestattet hat. Bringt doch dort das Rohr auf sehr machen zu lassen. Daß die Rübenagrarier sich diesen ergebnislos; der Kampf der Rübenländer um den Weltmarkt wird gutem Boden zehn bis elf Ernten hervor! Schippel hält trozdem die Eingriff in ihr Recht auf Zuschuß" gefallen lassen mit der noch verschärfteren Waffe der Prämien weitergeführt. Aussichten der Rohrzucker- Produktion nicht für so glänzende, als seitens wollten, war gegenüber dem energischen Vorgehen Englands und Da tritt in Deutschland ein Umschlag ein; unter Caprivi wird ihrer Freunde erwartet und ihrer Gegner, der Rübenzucker- Amerikas ohne Einfluß. Die Brüsseler Konferenz von 1902 brachte an Stelle der Rübensteuer( Materialsteuer) mit ihrer indirekten Produzenten, gefürchtet wird. Schippel meint, hier spreche nur die es zu Wege, daß vom 1. September dieses Jahres ab die PrämienPrämie eine Verbrauchsabgabe für den Inlandzucker ein- Agitation derer, die die europäische Konkurrenz durch Schutzölle mißwirtschaft, der Gebrauch einer der vergiftetsten und gefährlichsten geführt und eine offene Exportprämie, die vom 31. Juli 1895 ab fernhalten wollen und sich in übertriebener Weise gegen die Kon- Waffen des Konkurrenzkampfes unter den Völkern für ein wichtiges ganz in Wegfall kommen soll. Da aber zur selben Zeit ein er- furrenz der Annektionsgebiete wenden: der amerikanischen Farmer, Produktionsgebiet und für einen nicht unbeträchtlichen Staatenfreis neutes Sinken der Getreidepreise einsetzte, das zu einer Steigerung die gegen das in Hawaii, Kuba, Portorico und den Philippinen im wesentlichen zu bestehen aufhören wird." des Rübenbaues trieb, trat auch auf dem Zuckermarkte bald eine wirtschaftende amerikanische Großkapital Front machen. Wenn diese Betrachten wir zum Schluß den Stand dieser so gewaltig geKrisis ein, die Preise für Rohzucker fanken von 40,5 M., die 1885 Gebiete noch nicht den Vereinigten Staaten einverleibt find, so nur wordenen Industrie. Rübenzucker produzierte im Jahre 1900 Deutschfür den Doppelcentner gezahlt wurden, auf 19,9 M. im Jahre 1895. deshalb, um dem Rohrzucker nicht zollfreien Eingang gewähren zu land 2182, Frankreich 1040, Destreich 995, Belgien 303, Niederlande Caprivi stürzt; sein Nachfolger Hohenlohe läßt nicht nur nicht die müssen. 160, Ungarn 159 Millionen Kilogramm. Die Weltproduktion, die Prämien aufhören, sondern 1896 noch steigern freilich ohne etwas Schippels Tarierung der Zukunft der westindischen Rohrzucker- im Jahre 1853 1 277 000 Tonnen Rohrzucker und 204 Tonnen Rübenandres zu erreichen, als was bei all' folchen Schrauben ohne Ende Industrie stimmt ja mit der überein, die ihr der deutsche Reichs- zucker betragen hatte, war bis zum Jahre 1901 auf 385 000 Tonnen erreicht wird so ja auch beim Militarismus: die andern Staaten schazsekretär Freiherr v. Thielmann zu teil werden ließ und Rohrzucker und 6 860 000 Tonnen Rübenzucker gestiegen, insgesamt machten die Prämienſteigerung nach und bald hatte Deutschland da dieser lange Jahre als deutscher Botschafter in den Vereinigten von 1481 000 auf 10 710 000 Tonnen, also um mehr als das keinen Vorsprung mehr. Das wahnivißige Wettrennen hätte von Staaten thätig war, tann er gewiß als gut informiert gelten. Trotz- siebenfache, die Rübenzuckerproduktion allein um mehr als das neuem begonnen, wenn jetzt nicht eine Gegenströmung von dem bin ich der Ansicht, daß die technische Vollendung der Verarbeitung dreinnddreißigfache. Der Zuckerkonsum betrug im Jahre 1900 pro einer Seite her eingesetzt hätte, die scheinbar mit dieser Prämierung des Zuckerrohrs doch noch einer so großen Entwicklung fähig ist, daß trok Kopf in England 44,52 Kilogramm, in Deutschland nur 13,65; des Exports hätte zufrieden sein können, da sie ja den Einfuhr der von Schippel am Schlusse seines Buches ausführlich hervorgehobenen würde er in Deutschland die gleiche Höhe wie in England erreichen, ländern billigen Zuder lieferte. Nachteile des Anbaus von Zuckerrohr gegenüber den der Rübe das es würde nichts mehr zu exportieren brauchen. erstere immer stärker als Konkurrent der letzteren auftreten wird. Das Kapitel des Schippelschen Buches: Die Gegen Gewiß hat Schippel recht, wenn er auf die rückständige Art des strömungen der Einfuhrländer" gehört zu dessen inter- Arbeitsvertrages in den Zuckerrohrgebieten, diese nur wenig ber- Schippel begrenzt seine Darstellung mit den hier sfizzierten essantesten Teilen und hellt wirtschaftliche und politische Vorgänge hüllte Sklaverei, als Hemmaschuh der Produktionsentwicklung hin- Kapiteln wie gesagt: in klarer, übersichtlicher Zusammenstellung auf, die bisher zu den dunkelsten Gebieten der Steuerpolitik ge- weist. Aber man darf auch nicht unterschäzen, daß die Maschinen und auf Grund reichen Quellenmaterials. Hätte er auch noch Gehörten. auch beim Ernten und Transportieren des Zuckerrohrs bedeutsame schichte und Wirken des Zucker kartells mit in den Kreis seiner BeDie letzte Prämienerhöhung vollzog Frankreich, und zwar am Aenderungen in der der Art des zut verwendenden Menschen- trachtungen gezogen, ferner den Melassezollfrieg, wie überhaupt die 7. April 1897. Und vom 24. Juni desselben Jahres ab erhoben die materials hervorbringen, intelligente Arbeitskräfte Stelle Bedeutung der Melasse für die Zuckerproduktion und den ZuckerVereinigten Staaten für allen Zucker aus Prämienländern einen der stumpfsinnigen Halbsklaven fezzen und damit den markt, dann wäre das grandiose Bild, das er entwirft, besonders Zuschlagszolt gleich dem Nettobetrag der vergüteten Prämie". Produktionsprozeß regulieren und sichern werden, daß ferner die so für den Politiker noch lehrreicher gewesen. Damit war hier die kostspielige Ausfuhrjubvention völlig illuforisch| außerordentlich günstige Gelegenheit zu billigstem Bodenerwerb in Aber auch so bietet es eine Fülle von Thatsachen und eine gemacht und England, der zweite große Abfaymarkt für den den durch die Kriege und Revolutionen halbverwüsteten Annektions- o fichtvolle Darstellung und Erläuterung derselben, daß für Export, drohte mit gleichen Maßnahmen. gebieten dem amerikanischen Großkapital willkommene Gelegenheit die Politiker aller Parteien wie für die Kreise der Industriellen zur Kraftentfaltung gab. Gerade diese von Schippel, wie ich nicht minder wie für die Arbeiter Schippels Buch vortreffliche Bemeine, etwas unterschätzte Konkurrenzfähigkeit der Zuckerrohr- lehrung bietet und den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen und Länder muß ernsthaft bei der Weiterentwicklung der politischen Zuständen in oft überraschender Deutlichkeit zeigt; ja es Rübenzucker- Industrie in Betracht gezogen werden. Diese kann mit als ein Baustein zum Gebäude der materialistischen Geschichtshat eben Grenzen und daran sie rechtzeitig zu auffassung begrüßt werden. " * an Die Ursachen zu diesem Vorgehen der Einfuhrländer waren ver schiedene. In den Vereinigten Staaten hatten sich zwei Buder industrien entwickelt: eine Rübenzucker produktion in dem nördlichen und mittleren Landgürtel von Ocean zu Ocean, und eine Rohr zu der produktion in der den merikanischen Golf um lagernden Staatenzone, mit dem Schwerpunkt in Lousiana. Beide Gebiete erinnern und jene eher enger wie weiter erscheinen zu lassen, liegt nur In wenig Tagen Versuche Dein Glück mit 1 Mark! Ziehung! Genehmigt durch Erlass des Herrn Ministers des Innern vom 30. Oktober 1902 für die ganze preussische Monarchie. Schon am 19. Mai 1903 grosse Gewinn- Ziehung Fabr Sie nicht GROSSE LOOS gesefin? CH Woll'n Sie's nicht für Eine Mark eriteh'n? Jch, der Waifenknabe, bringe diefe Gabe, Denn ich werde in Stettin Das große Loos bald zieh'n, 26. 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W, 28 30 000 r., 6 au 15 000 r., 8 au 10 000 t., 18 u 5000 m., 391 au 3000 9, 492 au 1000 W, 954 zu 500 m. * Berlin: Stettin: Bellealliancestr. 98. Filialen: Hohenzollernstr. 3. Chausseestr. 54. Magazinstr. 2. Mass- Anzüge 24 und 30 Mark Radfahrer- Anzüge 24 und 30 Mark Unter Garantie des Gutsitzens liefere ich von prima modernen Stoffresten die elegantesten Mass- Anzüge auf Rosshaar gearbeitet, mit Anprobe, zu obigen Preisen. Ich warne vor solchen sogenannten Resterhandlungen, die durch Nachahmung meiner Anzeigen den Schein erwecken wollen, als würden sie auch das bieten, was ich meinen geehrten Kunden biete. Sonnenschein Engros- Resterhaus, Bellealliancestr. 98, 1 Tr. Chausseestr. 54, 1 Tr. Franz Gutschmidt, Berlin S. 59, Kottbuser Damm No. 8. +120 Cigarren, Cigaretten- en gros Vertreter der Cigarettenfabrik Charivari. Annahmestelle für Kleine Anzeigen im Vorwärts". " 14. 8ichung 4. Klasse 208. Kgl. Preuß. Lotterie. 535 715 802 42 926 113062 96 293 843 114307 65 Biehung vom 9. ai 1903, nachmittags. Rur bie Gewinne über 232 Mt. find den betrefenben Summern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. 157 276[ 3000] 393 408 88 523 39 847 76 91 1193 256 330 62[ 500) 87 452 546 074 774 829 2122 23 41 265 500 474 542 864 969 75 3041 449 75 81 506 615 [ 500] 724[ 500] 46 73 89 4009 63 195 396[ 3000] 434 594 644 751 851[ 30001 984 5043 416 63 527 991 6115[ 500] 44 363 64 407 675 740 50 56 93 836 89 7049 85 345 409 57 505 614[ 500] 39 42 830 83 8012 182 289 512 41 768 822 9134 241 57 420 638 742 47 67 78 844 10270 72 376 672 836 955 11014 260[ 10 000] 379 528 47 58 90 12126 333 508 94 766 80 806[ 1000] 90 13035 134 1500] 302 38 55 411 69 557 644 744 14004 73 105 68[ 500] 470 613 72[ 1000] 15136 298 300 5 403 731[ 1000] 833 61[ 500] 85 951 16263 97 317 99 532 40 41 80 603 75 875 926 17122 702 18146 88 346 501 53 749 993 19028 95 523 36 689 795 97 816 947 20061 110 487 803 4 73 912 73 21147 50 72 263 396 433[ 3000] 612 44 22018[ 3000] 187 215 89 422 641 797 500] 99 823[ 3000] 37 49 79 966 68 23011 101 7 234 75 582 24015 41 60 121 363 488 541 669 [ 500] 84 759 872 94 944 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202316 469 727 855 203021 93 126 31 420 740( 500] 52 56 57 922 204199 [ 1000] 210 10001 52 308 91 607 801 3 50( 1000] 977 205031 137 63 93[ 10001 565 654 71 763 885 913 32 206167 252 550 94 647 706 59 207072 171 76 252 373 406 534 612 67 754 62 808 972 208178 449 548 744 914 209187 291 307 442 644 732 210092 119 1500] 330 510 662 77 91 730 91 211071 332 41[ 500] 50 458 585 86 726 823 40 212121 50 90 224 42 309 79 519 708 12 57 820 973 213098 198 227 1500] 419[ 3000] 588 664 715 43 842 214356 82 463 85 715 22 914[ 5001 215069 93 406 598 756 920 216104 8 272 83 314 444 88 539 601 738 68 869 946 74 89[ 500] 217108 429 53 85 605 61 96 770[ 3000] 815 26 218061 128 333 62 495 735 803[ 500] 925 56 219032 128 93 [ 5001 264 515 88[ 500] 649 822 27 929 220129 70 463 74[ 500] 515 48 671 774 905[ 1000] 65 221216 368 402 66 623 81 731 84 222033 206 99 311[ 500] 436 517 677 890 223004 91 206 466 551 61 81 85 754[ 500] 845 64 928 224073 560 70 72 601 68 749 873 93 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn zu 500 000 1 AL 130 000 r., 1 zu 75 000 Mt. 1 zu 50 000 ME, 30 000., 6 zu 15 000 m., 7 zu 10 000 W., 18 au 5000 358 zu 3000 it., 450 zu 1000 Mt., 864 zu 500 Mi. Verantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druk und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 108. 20. Jahrgang. 4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ein Bücherverzeichnis. Sonntag, 10. Mai 1903. Ueber die Richtung, in der die Ergänzungen vor sich gingen, einem staunensiverten Aufwand gesammelt und nach einzelnen Begiebt das Vorwort des an die 700 Seiten starken Bücherverzeichnisses rufen geordnet. Außer dem allgemeinen Teil enthält der Katalog Kunde: hier die Rubriken Baugewerbe und Bauwissenschaft, Bergbau und Die Berufsstatistik der Leser ergab bald, daß die Bibliothek Süttenwesen, Eisenbahnen, Schiffahrt, Maschinenbau, Buchgewerbe, in der That zum überwiegenden Teil von gewerblichen Arbeitern Chemische Industrie in weiter Ausdehnung, Elektrotechnik, Telebenutzt wird. Als daher vor Jahresfrist mit der erstmaligen Ver- graphie, Fernsprechwesen, Handel und Verkehrswesen, Holz- und vollständigung der Bücherbestände begonnen wurde, war es ge- Schnitzstoffverarbeitung, Thonwaren, Steingut-, Glasindustrie, boten, in erster Reihe diejenigen Fächer auszugestalten, denen Künstlerbetriebe, Kunstgewerbe, Landwirtschaft, Gärtnerei, Hauswirtgewerbliche Arbeiter besonderes Interesse entgegenbringen. Natur- schaft, Waffenindustrie, Uhrmacherkunst, Eisenindustrie, die ver= wissenschaft, Geschichte, Volkswirtschaft, Gewerbekunde sind aus schiedenen Zweige der Nahrungs- und Genußmittel- Industrie, Photodiesem Grunde neben der schönen Litteratur reicher ausgestattet, graphie, Spinnerei, Weberei, Färberei, Wäscherei, Papier- und Lederals die andern Wissenszweige. industrie, Herstellung fünstlicher Blumen, Bekleidungskunst ust. Es giebt wohl feinen Berufsalveig, dessen Angehörigen in diesem technischen Teil nicht reiche Belehrung geboten würde. Als vor nunmehr bald vier Jahren unser Parteigenosse Stadtverordneter Heimann die von ihm im Hause Alexandrinenstraße 26 errichtete Bibliothek und Lesehalle der öffentlichen Benubung übergab, da mochten sich nicht zum wenigsten in des Stifters Seele selber manche Zweifel an der Aufnahme des Werkes regen. Bis dahin waren nur staatliche und städtische Institute dieser Art bekannt gewesen; als einziges privates Unternnehmen konnte am Ende die Lesehalle der Gesellschaft für Ethische Kultur in Betracht kommen. Es ist in dem engen Rahmen dieser Besprechung auch nicht entDie große königliche Bibliothek umfaßte selbstverständlich alles, was fernt möglich, ein Bild von der Vielseitigkeit der öffentlichen Bibliothek irgendwie auf dem weiten Felde der Litteratur ins Kraut schoß; sie zu geben, geschweige denn die Sorgfalt und das Geschick zu veran blieb aber, wenn auch nicht rechtlich, so doch in Wirklichkeit eine Geschaulichen, mit der die Arbeit der Zusammenstellung jetzt zu einem lehrten- und Litteraten- Bibliothek und kam damals wie heute für die vorläufigen Abschluß gebracht ist. breiten Volksschichten nicht in Betracht. Die städtischen Volks- Das weite Gebiet der Volkswirtschaft und der Socialwissen Bibliotheken aber litten noch sehr an dem Unglück zopfiger Be- schaften hat, wie schon im Vorwort angedeutet worden, besonders schränkung und ängstlicher Rücksichtnahme und bargen eine Menge ver- liebevolle Pflege gefunden. Wir finden die Rubrik Frauenfrage alteten Wustes, von dem sie sich erst allmählich befreit haben. Da und Frauenbewegung mit so ziemlich allen für die Gegenmachte Herr Heimann seine neue Bibliothek unter man kann wohl wart in Betracht kommenden Werken ausgestattet; Kleine packende Gefagen unerhört liberalen Bedingungen der Deffentlichkeit zugänglich. Legenheitsbroschüren sind hier neben den größeren Arbeiten von Lily Wer ein Buch leihen will, trägt Namen, Beruf und Wohnung in eine Braun, Adele Gerhard usw. aufgestellt; und damit jeder das Seine Liste ein und erhält dann als völlig Fremder das Gewünschte ausge- oder vielmehr jede das Ihre finde, fehlt es neben den eigentlichen liefert. Das war nur scheinbar ein Wagestück; in Wirklichkeit ist Stampffchriften nicht an anthropologischen oder nüchtern rechtswissendurch diese Liberalität die Binsenwahrheit demonstriert, daß die schaftlichen Werken, wie ferner neben Bebels weltbekanntem Buch Menschheit nicht aus Spizbuben besteht. Staum nennenswert sind die auch Frau Lina Morgensterns Werke vertreten sind. Ueberhaupt muß Fälle, in denen das Vertrauen mißbraucht worden ist; und die Zu der Bibliothek nachgerühmt werden, daß sie, wie es sich für ein auf bersicht, daß die Leser das ihnen anvertraute Gut mit Achtung und wissenschaftlichen Wert Anspruch machendes Institut gebührt, alle Schonung behandeln würden, hat sich auf das beste bewährt. Richtungen zu Worte kommen läßt. Die Zweifel bargen sich vielmehr in der Frage, ob die Berliner Arbeiterschaft, für die die Bibliothek hauptsächlich bestimmt war, überhaupt den gebührenden Gebrauch von ihr machen, ob die Zusammen setzung des Bücherbestandes dem Bildungsgrade und dem Geschmack der Personen, auf die man als Leser rechnete, im großen ganzen entsprechen werde. Aber auch in diesem Punkte wurden bald alle Befürchtungen hinfällig. Dem neuen Unternehmen tam der Umstand zu gute, daß es gleich in stattlichem Umfange ins Leben trat, so daß jeder fand, was er brauchte; und ferner trat zu Tage, daß die wissen schaftliche Höhe der Bibliothek, geschaffen allerdings unter dem Beistande von Männern, die einigermaßen ihr Publikum kannten, nicht im geringsten beeinträchtigt zu werden brauchte. Von Monat zu Monat wuchs der Zuspruch, und bald fanden sowohl die AusleihBibliothek wie die Lesehalle eine Frequenz, wie sie bis dahin im öffentlichen Leihbibliothetswesen nicht erhört worden war. Freilich wuchsen damit auch die Sorgen um die Instandhaltung; die Ansprüche steigerten sich naturgemäß und machten eben wegen der von vorn herein vortrefflichen Ausstattung Ergänzungen notwendig, deren Umfang sich bei der Gründung gar nicht hatten übersehen lassen. Aber was geschehen mußte, geschah; mit einer Sorgfalt, die nur durch die Liebe zum eignen Kinde erklärlich wird, wurde die Bibliothek in der letzten Zeit vervollständigt; und der weit über 16 000 Bände aufweisende Satalog*), der soeben in einer sehr übersichtlichen *) Bücherverzeichnis der Oeffentlichen Bibliothek und Lesehalle, Berlin, Alexandrinenstr. 26. Abgeschlossen im März 1903, Berlin, Hugo Heimann. 1903. Anordnung herausgegeben worden ist, preist nicht allein die Mühen und die Umsicht derer, die den Bücherschatz zusammengestellt haben, sondern stellt auch dem Geschmack und dem Bildungsstreben seines Publikums ein ehrendes Zeugnis aus. So weist die ebenfalls ansehnliche Rubrik. Geschichte des Judentums und Antisemitism u 3" neben der Sammlung jüdischer Voltssagen" Sippurin" und Kohuts Geschichte der Juden auch Ahlwardts längst vergessene Judenflinten Broschüren auf; ja sogar der alte Marr fehlt nicht, den Liebknecht in den achtziger Jahren mit dem derben aber wohl zutreffenden Epigramm„ komplett verrückt" abthat. Daß unter den Socialwissenschaften die Arbeiterfrage im engeren Sinne besonders sorgfältig behandelt ist, versteht sich in dieser Bibliothek von selbst. Die eingehenden Arbeiten der ReichstagsKommission für Arbeiterstatistik sind vollzählig beisammen, des gleichen die Berichte des schweizerischen Arbeitersekretariats, und ebenso die von Gewerkschaftsleitern oder sonst im Auftrage von Gewerkschaften herausgegebenen Denkschriften. Nicht weniger als 23 Berufe sind hier im einzelnen mit verschiedenen Broschüren auf gezählt, die zwar meist nur als Gelegenheitsarbeiten zum Frommen der Berufsangehörigen verfaßt sind, aber dennoch für den Volkswirtschaftler einen hohen Wert haben. Eine Freude ist es, das Verzeichnis. ,, Socialismus und Socialdemokratie" durchzusehen. Daß alle nach 1890 erschienenen Schriften von nur irgendwie in Betracht kommendem Wert angesammelt sind, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Aber auch die unter dem Socialistengeset erschienenen Broschüren sind in recht stattlicher Zusammenstellung vorhanden, ja selbst seltene Kampfschriften aus den siebziger Jahren finden wir. Mehrings elegante Abfertigung des Professors Treitschte, Mosts Kleinbürger, Braces Steuerbroschüre, wer kennt diese Schriften heute noch anders als vom Hörensagen? Eine Besonderheit dieser Bibliothek, die in dieser Art wohl kaum ihresgleichen haben dürfte, bildet die Rubrik, Gewerbekunde Hier find Werke, die sonst in Fachbibliotheken vergraben liegen, mit Daß die Bibliothek auch die Gebiete pflegt, die abseits von des Tages Lasten liegen, zeigt die Rubrik Spiel und Sport. Ballspiele, Bergsteigen, Billardspiel, Fechtkunst. Radfahren, Turnen usw. finden hier gebührende Berücksichtigung. Wir haben aus dem Inhalt des Katalogs nur einzelnes und auch dies nur andeutungsweise erwähnen können. Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften, Philosophie, Religionswissenschaften, Kunst und Kunstgeschichte, Litteraturgeschichte finden ihre Würdigung, und ganz selbstverständlich ist auch die schöne Litteratur des In- und Auslandes von Aischylos bis Maeterlinc reichhaltig vertreten. Wir erwähnen ferner, daß die Bibliothek eine ganz vortreffliche Sammlung von Jugendschriften birgt, der es gewiß nicht an Zuspruch fehlt. Bemerkt sei noch, daß von den begehrtesten Werken der meisten Wissengebiete zwei Eremplare vorhanden sind. Die Bücher der Oeffentlichen Bibliothek und Lesehalle werden, wie schon hervorgehoben, ohne jegliche Bürgschaft verabsolgt; daß der Leser für den Zustand des ihm übergebenen Buches verantwortlich bleibt, versteht sich. Die Lesefrist für ein Buch dauert 14 Tage, doch kann das Buch dem Entlehner auch länger überlassen werden, wenn es anderweitig nicht verlangt wird. Wie bekannt, ist mit der Ausleihbibliothek, die wir hier ge= würdigt haben, auch eine Lesehalle verbunden, die an Wochentagen von 5 bis 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr geöffnet ist. Hier liegen gegenwärtig 93 politische Zeitungen aus, darunter 28 Berliner sowie nicht weniger als 351 Zeitschriften aller Wissenszweige und Richtungen. So ist in der Oeffentlichen Bibliothek und Lesehalle ein Werk geschaffen, dem von privater Seite, soweit unsre Kenntnis reicht wohl in ganz Deutschland nichts Aehnliches zur Seite zu stellen i A. Die hohe Bedeutung, den immenſen Wert eines solchen Unternehmens weiß nur der zu schäßen, der in den engen Verhältnissen frühe cer Beiten aufgewachsen ist, der die Schwierigkeit, den Wissensdurst zu befriedigen, am eignen Leibe" schmerzlich genug erfahren hat. Das ist anders geworden seitdem, wenigstens in der Großstadt. reichlichen Lohn findet die gute That, wenn vor allem das heranwachsende Geschlecht sie würdigt, wenn dessen Streben in de a Erfolgen späterer Tage von neuem das Dichterwort zur Wahrheit gemacht hat: Auf guten Boden fiel die Saat! " 1 Eingegangene Druckschriften. Und Volksbuchhandlung Wien VI, Gumpendorferstraße 18, Karl Marr Porträt, gemalt von Otto Friedrich, Blattgröße 0: 75 Centimeter, Bildgröße 41: 46 Centimeter. Preis 6 Kronen oder M. Graf von Hoensbroech. Deutschland. Monatsschrift für die gesamte Kultur. Nr. 8. Preis vierteljährlich 6 M., einzeln 2,50 M. Berlin 1903. T. A. Schwetschte und Sohn. BAER SOHN Unter Preis! Englische Regenmäntel 15 M. Chausseestrasse 24a- 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 zwischen Invalidenstr. u. Schiller- Theater N. zwischen Jannowitzbrücke u. Köpenickerstr. Ecke Koppenstrasse( am Bürger- Hospital Special- Haus grössten Massstabes. Grüne Herren- Joppen 85 P. Schwarze Lüster- Jackets 225 Gestreifte Lüster-Jackets 325. 1,80 Schüler- Joppen- Anzüge von M. an Pf. Knaben- Wasch- Anzüge von 90 Knaben- Wasch- Blusen 50 45, 36, 27, 21, 18, 15, neue Stoffe 33, 8 M. 21 M. 30, 27, Frühjahr- Paletots Raglan- Paletots Moderne, elegante Frühjahr- Anzüge 50, 45, 40, 36, = 30, 27, 24 24, 21, 18 65, 45, an von Pf. an 24, 21, 18, 15, 12, 10 6 M. 75 Loden- Havelocks Radfahrer- Anzüge.. 27, 24, 21, 18, 15, 12 6 M. .. Radfahrer- Hosen 15 M. Schwarze Gehrock- Anzüge 40, 30, 33 27 M. 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