Nr. 110. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 ẞfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Ein heiteres Zwischenspiel. Fünf Jahre. XII.*) Märchen vom Kaninchenstaat, wo bist du?- und wo bleibt die artige Geschichte von den Socialdemokraten, die alles teilen wollen? In welcher Kathedrale ruhen die Gebeine der heiligen Sparagnes? Alle die frommen Legenden, die man der Maffe mit so vielem Eifer vortrug, sind ausgestorben, seitdem auch die letzte Kuhmagd von Stallupönen sie nicht mehr glauben will. „ Die Arbeiter sind die modernen Barbaren. Sie werden alle Tempel der Schönheit zertrümmern, alle Dürer und Raffael der Zukunft zu Erdarbeiten kommandieren und die Kunstschätze der Vergangenheit als Straßenpflaster oder als Heizmaterial verwenden." Und so rief man Dichter, Künstler, Gelehrte zum Kampfe gegen diese revolutionären Vandalen auf. " Mittwoch, den 13. Mai 1903. Wer Schriften, Abbildungen oder Darstellungen, welche, ohne unzüchtig zu sein, das Schamgefühl gröblich verlegen, einer Person unter 16 Jahren gegen Entgelt überläßt oder anbietet, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 600 Mart bestraft. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfprecher: Amt IV. Nr. 1984. Bald Umstand, daß sich im Reichstage doch eine kompakte Majorität gegen schienenen Herren Dr. Langerhans und Kreitling. das Genie zusammenfand, und daß es erst in einem erbitterten parla- redete sich der Vorsitzende derartig in Eifer, daß es felbft Eine unwillkürliche Ermentarischen Kampfe gelang, die unzüchtige Ueberreiztheit des seinen Freunden schwül dabei wurde. bürgerlichen Schamgefühls in ihre Schranken zu weisen. schütterung des Zwergfelles rief es hervor, als er unter hampelmannIn diesem Kampfe hatte die Socialdemokratie die Führung artigen Bewegungen den Landtags- Abgeordneten, jezigen und übernommen. Sie trieb„ rein mechanische, blind täppische Obstruktion", feierte:„ Meine Herren, dieser Mann ist der Mann, der von uns allen früheren Reichstags- Kandidaten Kreitling mit folgenden Worten wie Herr Eugen Richter heute sagen würde, indem sie das als wirklicher Freisinnsmann bezeichnet werden muß; ein Freisinns schamhafte Scheusal mit einer Masse von Abänderungsanträgen ver- mann, ein Fortschrittsmann vom Scheitel bis zur Sohle." Hierauf hüllte, namentliche Abstimmungen beantragte und der Rechten die nahm der fast 83jährige Dr. Langerhans das Wort. Sorge um die Beschlußfähigkeit des Hauses überließ. Ein schwarzes Nach einigen gewürzten Ausführungen über Junker und Gewimmel unbekannter Gestalten war rasch zusammengetrommelt Pfaffen beschäftigte er sich hauptsächlich mit der Socialdemokratie. worden, weder Gescheitelte noch Geschorene wollten es versäumen, demokratie sei größtenteils auf die schlechten Gesetze zurückzuführen, Unter anderm meinte er, das rapide Wachstum der Socialdabei gewesen zu sein, wo der Kunst der Hals gebrochen wurde. die viele Bürger unzufrieden gemacht haben und sie dadurch der Schließlich wurden sie mürbe. Herr Richter feiner ver- Socialdemokratie in die Arme getrieben hätten, ohne daß fie innerfloffenen Ehre sei diese Anerkennung gerne gewährt hatte bei der lich Socialisten sind. Vielleicht würde dieser Ueberlauf bei der dies,, rein mechanischen und blind täppischen Obstruktion" tapfer mit- jährigen Wahl noch schärfer in die Erscheinung treten wie früher, Aber im Mai des Jahres 1900 schrieb der konservative Professor geholfen, und als gar auch Herr Bassermann mit den Seinen deshalb werde Kreitling sehr schwer um die Eroberung dieses Kreises Hans Delbrück in seinen Preußischen Jahrbüchern": drohte, zu jener Kampfesweise überzugehen, die er später als den kämpfen müssen, jedenfalls bedeutend schwerer als bei der 98 er Wahl, Einen glänzenden Feldzug hat jetzt die Socialdemokratie mit Ruin des Barlamentarismus erfand, war kein Halten mehr. Vom wo sein mühsam errungenes Mandat obendrein noch zu Gunsten der der lex Heinze geführt. Auch wir haben uns ja gegen dieses ganzen Heuchlergesetz blieb nichts übrig als die lächerliche Be- socialdemokratischen Partei kassiert wurde. Es sei tief bedauerlich, Gesetz erklärt und könnten uns ja insofern auch der reinen Sieges: ftimmung: daß die Arbeiter, die früher die stärkste Stütze der Fortschrittspartei freude hingeben. Wenn wir dennoch die ganze Aktion fachlich nicht gewesen seien, nach und nach fast völlig von dieser Partei abgefallen find. Verdammen könne er sie deswegen nicht, denn bloß als einen Sieg, sondern in gewisser Richtung als eine Niederdas Bürgertum habe es rechtzeitig versäumt, etwas für die Tage ansehen, so liegt diese Niederlage in der Thatsache, daß wir Arbeiter zu thun, für die sich im wesentlichen nichts gebessert diesen Sieg der Socialdemokratie verdanken und die deutsche habe. Redner erinnerte dann an die längst vergangenen Zeiten, Bildung wie der deutsche Liberalismus sich nicht aus eigner Kraft haben behaupten können. Die allgemeine Erregung der litterarischen wo die Fortschrittspartei einmal ein wirklich politischer Machtfattor und künstlerischen Kreise in Deutschland gab den unentbehrlichen Der geistreiche Begriff der gröblichen aber nicht unzüchtigen gewesen ist. Der Bergleich zwischen einst und jetzt versetzte den Greis Untergrund ab, aber den Sieg verlieh erst die Entschlossenheit Verletzung des Schamgefühls blieb also zum ewigen Andenken er- förmlich in eine elegische Stimmung und seine Ausführungen Klangen und taktische Geschicklichkeit der socialdemokratischen Frattion. halten. Dagegen waren Dichtung und Kunst vor dem Gefängnis fast, als wären sie eine Grabrede für den Freifium. Bis dahin hatte Kunst, Wissenschaft und Bildung haben sich in Deutschland gerettet worden und eine Blamage, die sonst auf die ganze reichs- fich der Vortrag des Redners auf einer getvissen politischen und unter die Fittiche der Socialdemokratie flüchten müssen! Jeder deutsche Gesetzgebung gefallen wäre, blieb gerechterweise auf ihre geistigen Höhe gehalten. Doch mit einemmal wurde dies anders, Gedanke, mit Scharfmacherei und Umsturzbewegung der Social- Urheber beschränkt. als er das toalitionsrecht der Arbeiter berührte. Streits demokratie etwas anhaben zu wollen, muß jetzt schwinden. An brutalen Versuchen, das Recht der Minderheit zu beugen, schaft nicht gehen, den Arbeitgeber durch einen Streik zu müßten allerdings gestattet sein, doch soweit dürfe die Arbeiter Wir sind so weit, diese Partei schon gar nicht mehr entbehren zu hat es damals auch schon nicht gefehlt. Und schon damals war die zwingen, ihm unliebsame Arbeiter wieder einzustellen. Welche Wendung! Kunst und Litteratur geraten in Gefahr, den Rollenverteilung die gleiche: Herr Spahn mußte Mauer stehen Arbeitgeber muß unbedingt das Recht haben, Störenfriede Bestimmungen eines Buhältergefeges unterstellt zu werden, und flüchten und Herr Gröber brach ein. Wenn es gleichwohl damals nicht aus seinem Betriebe zu entfernen, er müsse beschäftigen können, wer sich in den Burgfrieden der modernen Bandalen. Die aber, Tartuffe zum äußersten kam, so erklärt sich das daraus, daß es sich damals ihm angenehm ist. Deshalb habe auch der Eisenbahnminister recht, nur um etwas handelte, was die Herren von drüben, die idealen wenn er fage, das Koalitionsrecht wolle er feinem Arbeiter nehmen, und Banausen, welche die deutsche Bildung mit den entehrendsten Güter der Nation" zu nennen pflegen, also um das Problem echter doch sein Personal wolle er sich selbst aussuchen. Es sei einfach Zumutungen bedrohten, das sind eben die Herren, die die deutsche oder falscher Sittlichkeit, während später im Zollkampfe der Geld- Terrorismus, wenn die Arbeiter fich dem Arbeitgeber gegenüber ein Bumutungen bedrohten, das sind eben die Herren, die die deutsche Intelligenz zu feilen Verteidigungscadres gegen die Angriffe der kunst- beutel in Frage stand. Was die Rechte nicht that für ihre Ideale, anmaßten; der Arbeitgeber müsse Herr in seinem Hause bleiben. Wenn Mitbestimmungsrecht betreffs Einstellung und Entlassung von Kollegen feindlichen Empörerrotte formieren wollten. Von den Glaubensfäßen der das hat sie später für ihr Geschäft gethan. das so weiter gehe, dann dränge sich die Socialdemokratie bald in die heiligen Ordnung ist damit wieder einer gefallen, und es stellt sich das hat sie später für ihr Geschäft gethan. Damals hatte für Herrn Bassermann Herr v. Kardorff die Produktionsverhältnisse ein, deren gänzliche Umänderung fie ja bekanntherans, daß das gerade Gegenteil von ihm die Wahrheit ist. Der Kampf um die lex Heinze ist aber auch schon darum be- Rolle des Jeremias übernommen, und gar beweglich flagte er über lich erstrebe, und das sei das Ende der ganzen Gesellschaftsordnung. den Niedergang des Parlamentarismus. Herr Liebermann Dahin aber dürfe es nicht kommen, deshalb sei die Hauptaufgabe fonders interessant, weil er seinem Gegenstande nach aus dem v. Nahmen des Klassenkampfes herausfällt. Keiner von beiden Seiten. Sonnenberg begeisterte sich bei dieser Gelegenheit sogar für den in diesem Wahlkampfe: Rücksichtsloser Kampf gegen die SocialdemoStaatsstreich, indem er sagte: Bedenken Sie, meine Herren," sagte der Redner, wenn tönnen. bertrat in ihm die wirtschaftlichen Intereffen einer bestimmten Gesellschaftsklasse; es waren also nur Gegensätze der Weltanschauung, der geistigen Verfassung und des Bildungszustandes, die hier aneinanderprallten. Eine Dummheit, die zu einem bestimmten Zwecke gemacht wird, mag den Kreisen, denen fie dienen sollte, des guten Willens wegen immer entschuldbar erscheinen; hier aber war die Dummheit absolut und Zwed für sich selbst. fratie. Der Es muß dadurch der Wunsch nach einer Form der Volts- noch 50 bis 60 Socialdemokraten mehr gewählt werden, dann kommt bertretung erzeugt werden, deren Arbeit nicht solchen Zwischen- es zur Revolution, und dann werden die armen Menschen alle totfällen ausgefeßt ist. Man fann dabei vollkommen dahingestellt geschossen, das wäre doch schrecklich." laffen, wie diese Form beschaffen sein soll. Es war als wenn diese Redewendungen die ganze Versammlung Und indem Herr Kropatiched einem Redner der Linken aus dem Konzept gebracht hätten. Nichts mehr von hohen politischen Gesichtspunkten, nichts mehr von programmatischen Grörterungen Maul halten!" zurief, gab er einen Vorgeschmack des guten Tones, nein, die ganze mun folgende Besprechung fant einfach auf das den er bei späteren Kämpfen so reichlich bekundet hat. Geistesniveau einer Hirsch- Dunckerschen Branchenversammlung herab, Wenn die Klassengesinnung des konservativ- antisemitisch- Klerikalen Half alles nichts! Die Zuhälter der Polizei hielten es damals in der über die Berechtigung von Streits oder die Ziveckmäßigkeit Reuschheitskartells dennoch im langwierigen Streite um das Zuhälter noch nicht für angebracht, sich zu demaskieren. Ohne den schändlichsten von Tarifverträgen debattiert wird. Herr Kreitling er gesetz zum Durchbruche kam, so geschah das nicht durch seine Thaten, Gewaltstreich war die entschlossene Minderheit nicht unterzukriegen, zählte Schauermärchen über den Terrorismus der Arbeiter. sondern durch seine Unterlaffungen. Der ursprüngliche Entwurf des und die lex Heinze fiel. Nur eine hohe Säule zeigt von ge- gebern gesagt: Ach ich muß ja mitstreiten, sonst schlägt man mich Gute brave Arbeiter hätten schon häufig zu ihren ArbeitCentrums hatte nämlich nicht nur die Künstler bedroht, die fich schwundener Bracht.. unterständen, einen Menschen ohne Kleider zu malen, sondern auch fot. Die Arbeiter müßten in sich gehen, denn sie und die ArbeitDie Kunst steht über den Parteien, hieß es vordem. Die Kunst geber gehören zusammen. Bei Differenzen sollten sie Schiedsgerichte gegen die Arbeitgeber, die ihre wirtschaftliche Uebermacht zu weiß heute, wie sie sich zu den Parteien verhalten muß, wenn anrufen, denn kein Arbeitgeber würde sich weigern, mit den Arbeitern unfittlichen Handlungen an ihren Untergebenen benügten. Die Re- fie ihnen nicht unter die Füße geraten und zertrampelt werden will. zu verhandeln.( Herr Streitling muß offenbar jahrelang geschlafen gierung erhob dagegen Einspruch, und die Stillen vom Lande unter- und sie weiß heute, wo die modernen Vandalen stehen, und daß die haben, sonst hätte er jedenfalls schon einmal etwas von den bewarfen sich. Das ungeschriebene Recht der ersten Nacht, das die deutschen Arbeiter diese Vandalen nicht sind. Und wenn sie's rüchtigten Kühnemännern" gehört, die jede Verhandlung mit den besitzenden Klassen gegenüber den Frauen der befiẞlofen alle Zeit wären nochmals und dreimal, sie sind es nicht so wäre der Vertrauensleuten der Arbeiter ohne weiteres ablehnen, obwohl für sich in Anspruch genommen hatten, sollte von Centrums Gnaden medicäischen Venus tausendmal besser, daß sie ehrliche, rohe Kraft die Arbeiter dazu stets bereit sind.) Doch wenn auch die Arbeiter unangetaftet werden. Mit desto größerem Feuereifer wandte sich nun zerschlüge, als daß eine heuchlerische Keuschheitskommiffion ihren schüre doch die Socialdemokratie immer mitunter für gütliche Beilegung von Differenzen seien, so wieder den Streit, die heilige Wut der Frommen gegen die Darsteller des menschlichen nachten Marmorleib auf Schamlosigkeiten prüfte und in den Schmutzweil sie ein Interesse daran habe, Haß und Unfrieden Leibes und der menschlichen Liebe: ihrer Gemeinheit herabzöge. zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu säen. Natürlich lautete Am 12. März des Jahres 1900 erschien das also gereinigte Frei die Arbeit und frei das Wort! Frei die Kunst und frei der Schlußrefrain dann: Kampf gegen die Socialdemokratie, von Scham- und Schandgesetz vor dem Reichstage. Mit Gefängnis das Lied! Indem die Partei der Arbeiter unter dieser Parole in allen die wir rechts stehen bis zur Freisinnigen bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 600 m. sollte be- Reihen trat, ist sie die Schützerin aller bestehenden Kultur, die Boltspartei". straft werden,„ wer Schriften, Abbildungen oder Dar- Pflegerin aller kommenden geworden. Es ist nicht mehr bloß eine Ganz derselben Ansicht war der Vorsitzende Stahl. Auch er stellungen, welche, ohne unzüchtig zu sein, das Schamgefühl Klassenfrage, es ist eine Bildungs- und Kulturfrage, zu welcher wußte aus eigner Erfahrung" Furchtbares über den Terrorismus gröblich verlegen, 1. zu geschäftlichen Zweden an öffentlichen Straßen, Partei sich die deutsche Geistesarbeit bekennen will. der Arbeiter zu erzählen und meinte: Wenn ein Arbeiter mur vernünftig wirtschaftet, dann hat er absolut keinen Anlaß zum Bläzen oder andren Orten, die dem öffentlichen Verkehr dienen, in Klagen." Im übrigen verlangte er, falls Streitling gewählt werde, Aergernis erregender Weise ausstellt oder anschlägt, 2. einer Person folle sich dieser ebenfalls energisch gegen das zu schnelle Tempo unter 16 Jahren gegen Entgelt überläßt oder anbietet." Mit Gein der Socialreform wenden. Unter Berufung auf die unerhört fängnis bis zu einem Jahre oder 1000 M. Geldstrafe wurde bedroht, hohe" Belastung der Arbeitgeber durch das Unfallversicherungs- Gesetz ,, wer innerhalb öffentlicher Schaustellungen, Aufführungen oder Vorrief er aus: Wer sorgt für uns, wenn wir invalide werden, trägen von Gesangs- und sonstigen Unterhaltungsstüden öffentlich Am Montagabend hatte sich ein freisinniger Bezirksverein des niemand; die Arbeiter aber erhalten alles". Offenbar hatte dieser ein ergernis giebt durch eine Handlung, welche, ohne unzüchtig zu tarte von 62 Mann im Restaurant Bellealliancestr. 22 zu einer der ihm gespendete Beifall bewies. Es war echt Stummscher Geist ateiten Berliner Reichstags- Wahlkreises in der Herr den meisten der Anwesenden aus der Seele gesprochen, was Stärte sein, das Schamgefühl gröblich verlegt." Bon Prariteles bis Klinger haben die Künstler auf das Scham- einzig in ihrer Art, denn hier offenbarten die edlen Freisinnsseelen Wahlversammlung zusammengefunden. Die Versammlung war in die Versammlung eingezogen. Ein Vorstandsmitglied Namens Matthes schien denn auch zu gefühl der Gutgekleideten teine Rücksicht genommen. Somer und mit wahrhaft verblüffender Offenheit ihre tiefinnerste Abneigung gegen merken, daß seine Gesinnungsgenossen gar zu offen ihre arbeiterdie Verfasser des alten Testaments haben ohne unzüchtig zu sein, bas Koalitionsrecht der Arbeiter. Bebor fie jedoch ihrem gepreßten feindlichen Gedanken ausgesprochen hatten. Er suchte deshalb zu bremsen, das Schamgefühl gröblich verlegt, und die Modernen haben ihnen Herzen in dieser Hinsicht Luft machten, produzierten sie sich zunächst indem er bemerkte, es sei doch möglich, daß von den Aeußerungen in ihrem strafwürdigen Beginnen ruchlos nachgeeifert. Deffen nach einer andren Richtung hin. Es ist ja bekannt, daß sich des geehrten Vorrebners etwas nach außen dringe und das könnte schämten sich die Arenberg, Gröber, Spahn, Karborff, Dertel und freisimmige Versammlungen sehr unvorteilhaft von socialdemokratischen unter Umständen doch recht unangenehme Folgen für den Freifinn des Liebermann v. Sonnenberg, dem Schußmann und dem Staats- unterscheiden. Bei uns der Massenandrang von Männern und Frauen, zweiten Wahlkreises haben; jedenfalls würden die Socialdemokraten anwalt sollte Gelegenheit gegeben werden, gegen den Unfug ein- lebhafte Unterhaltung vor dem Vortrag, frische zuversichtliche nicht zögern, derartige Aussprüche gegen die Freifinnigen ausKampfesstimmung. Bei jenen spärliches Einzelerscheinen honnetter zunutzen. auschreiten. Bürgersmänner, steife förmliche Begrüßungen, unzählige Bücklinge. Also lediglich die Besorgnis, daß diesen Herrschaften durch eine Nur hin und wieder wechseln Tischnachbarn ein paar Worte mit Tölpelhaftigkeit die arbeiterfreundliche Waste vom Gesicht gerissen einander. Es ist als traue einer dem andern nicht über den Weg. werden könnte, veranlaßte diesen Redner zu einigen mißbilligenden Die ganze Atmosphäre in solchem Konventikel ist schwül und gedrückt. Bemerkungen. Dafür wurde er dann auch mit Schlußrufen Endlich besteigt der Vorsitzende das Podium, hier war es ein trattiert. Herr Stahl. Seine einleitenden Worte bestanden in einer Der Vollständigkeit halber sei noch angeführt, daß auch einigen pathetischen Begrüßung und Beweihräucherung der zum Vortrag er- Hirsch- Dunderschen Gewerkvereinlern der Tabat ihrer Geistesgrößen Das Zuchthausgefes gegen die Kunst hatte tein viel befferes Schicksal als das Zuchthausgesetz gegen die Arbeit. Daß es aber die Arbeiter bisher besser verstanden hatten, ihre Rechte und Freiheiten zu vertreten als die Dichter und die Künstler, das bewies der *) Vergl. Nr. 106 des Vorwärts". " Wahlkampf. Die Kinder der Sparagnes. zu ftart war. Sie versuchten zu opponieren, fanden jedoch keinen Antlang. Als der Vorsitzende dann die Debatte schloß, schienen sämtliche Anwesenden von dem Verlauf nicht besonders erbaut zu sein. Sie mochten einsehen, daß sie ihre Karten zu offen aufgedeckt hatten. Die Arbeiterschaft aber weiß längst, was sie von dem Freisinn zu ertvarten hat. Wer sich in so erzreaktionärer Weise über das Koalitionsrecht zu äußern vermag, der giebt schließlich auch freudig, wenn der Profit zu leiden droht, seine Zustimmung zur Beseitigung des Wahlrechts. " * Die schimpfenden Konservativen. Natürlich ist die ganze Geschichte eitel Schwindel. Kunert setzte viel- Jun 17. sächsischen Wahlkreise, Glauchau- Meerane, fandidiert für mehr in sehr ausführlicher Entgegnung gegenüber dem Stadtverordneten- die Ordnungsparteien" der Regierungsrat Dr. Rumpelt- Dresden. vorsteher Herrn Graßmann, der sich als liberaler Mann gegen Während, so wird uns aus dem Kreise geschrieben, bei der vorigen den Freifinn erklärte und den Ausführungen Kunerts in nahezu Wahl die Ordnungs" leute stets hinter verschlossenen Thüren tagten, allen Punkten zustimmte, der aber in der Diskussion die Möglichkeit haben sie jetzt den Mut gefunden, öffentliche Wählerversammlungen einer fundamentalen Abänderung der herrschenden Gesellschafts- abzuhalten. Sie verfahren dabei nach dem Muster des Grafen ordnung und der bestehenden Produktionsart für mindestens tausend Hoensbroech im 22. Kreise, indem sie nur Wähler des Kreises zuJahre bezweifelte, diese Möglichkeit, ja die unaufhaltsame Notwendig- lassen. Sie benußen also die Krankheit unsres Kandidaten und bisfeit derartiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aenderungen und herigen Vertreters Auer, um zwar öffentlich" zu tagen, aber Umwälzungen auseinander. fremden Rednern doch auszuweichen! In dieser Entgegnung bemerkte Kunert, daß die Wahlen von 1898 bereits gezeigt hätten, daß der vierte Teil der Reichstagswähler Die Zersplitterung der Liberalen in München, über die von der Im rat- und hilflosen Zickzackkurs wird in der Agitation zu für die Socialdemokratie votiere. Die diesjährige Wahl aber werde liberalen Presse noch kein Wort berichtet wurde, ist nunmehr soweit den Reichstagswahlen von unsren Berliner Gegnern gesteuert. Bald dieser Partei eine Vermehrung ihrer Mandate um etwa ein Dugend gediehen, daß in einer Ausschußfizung des Freifinnigen Vereins umschmeicheln sie den Arbeiter mit heuchlerisch- freundlichen Worten, und eine Abrundung ihrer Stimmenzahl von 21/10 auf 21 Millionen beschlossen wurde, im Verein mit den Nationalsocialen und Demobald wieder schleudern sie wütend ihm die gröbsten Schmähungen bringen usw. Man wüßte, daß das Reichs- Stimmrecht gefährdet sei; kraten eigne Kandidaturen aufzustellen und zwar jind in Aussicht ins Gesicht. wenn das allgemeine Wahlrecht falle, breche damit nicht die Social- genommen für München I der Vergoldergeschäfts- Inhaber Konrad Ein regelrechtes Schimpfkonzert wurde am Montag von den demokratie zusammen, sondern sie werde auch ohne dieses Recht Barth und fir München II der demokratische RechtsKonservativen des vierten Berliner Wahlkreises ihren Siegesmarsch fortsetzen: das Volk geistig revolutionieren und anwalt Dr. Henrich. Als Grund für dieses Vorgehen wurde nach in einer nach der Frankfurterstraße einberufenen Versammlung ver- die überwältigende Majorität in demselben erobern. Sollte in dem„ Bayr. Kur." angegeben: 1. Die brutale Vergewaltigung der linksanstaltet. Die Gegner sind hiermit eingeladen", stand mit großen kommender Zeit einer solchen Majorität sich eine verschwindende, liberalen Gruppen in die Versammlung vom 7. Mai; 2. es sei unBuchstaben auf den merkwürdigerweise roten Zetteln, die an den polizeilich- büreaukratisch organisierte Minderheit in den Weg stellen, möglich, die Kandidaten einer Partei zu unterstügen, die den KulturAnschlagsäulen prangten. Aber der Vorsitzende begrüßte bei Er- so würde man sie auf die eine oder andre Art, jedenfalls mit kampf in München herausbeschworen und eine Störung des konöffnung der Versammlung die erschienenen Nichtkonservativen gleich leichter Mühe beseitigen. fessionellen Friedens in die Bevölkerung getragen hat; 3. es sei mit den Sorten:„ Glauben Sie nicht, daß wir annehmen, Sie übereine Unmöglichkeit, die Partei in den Sattel heben zu helfen, die zeugen zu fönnen. Wir haben hier eine Bersammlung nationaler Agrarier und lieberagrarier. Herr Gamp zählt zu den eifrigsten in der letzten Reichstagssession sich eine unerhörte Senebelung des Wähler und wollen nur diese in ihrer Ueberzeugung befestigen." Es Förderern des Zollwuchers aller Art. Dennoch sind die extremen Rechtes der freien freien Meinungsäußerung im Reichstage selbst war offenbar in dieser Versammlung von vornherein darauf abgesehen, Agrarier seines Wahlkreises Deutsch- Krone nicht mit ihm zufrieden, hat zu Schulden kommen lassen; 4. man fönne nicht für die Socialdemokraten zu beschimpfen. weil er sich nicht feierlich zur Erfüllung der bündlerischen Diktate eine Partei stimmen, die so inkonsequent ist, im ersten Zur Unterstützung ihres Kandidaten Schriftsteller Wegner, für die Fragen der Handelsverträge verpflichten will. Die Bündler Münchener Wahlkreise einen Zollgegner und im zweiten einen ausder vor acht Tagen selbst manchem seiner Parteigenossen zu dürftig stellen ihm daher eine besondere Kandidatur v. Hartmann- Hoffstädt gesprochenen Agrarier zur Wahl zu stellen; 5. nachdem somit die gesprochen hatte, war diesmal ein Schriftsteller Schmidt heran- entgegen. nationalliberale Bartet des Bertrauens eines wirklich gezogen worden, aber dieser Unglückliche spielte eine womöglich noch liberalen Bürgertums nicht mehr würdig erachtet werden fläglichere Rolle. Herr Schmidt und nach ihm Herr Wegner Der Bund der Landwirte gegen Stöcker. Jm Kreise Siegen tann, müsse es eine Kandidatur geben, die zwischen Centrum und sprachen nur gegen die Socialdemokratie; den Freisinn erwähnten sie haben die Bündler beschlossen, die Kandidatur Stöckers nicht zu Socialdemokratie steht. mit feinem Wort. Bei den in der Versammlung anwesenden unterstützen. Nach diesem Beschluß kann über das Schicksal des Wahlkreises Socialdemokraten ernteten sie mit dem„ sachlichen" Teil ihrer AusMünchen I faum mehr ein Zweifel bestehen. Während sich übrigens führungen einen Heiterfeitserfolg Wahlaufruf der Hakatisten. Auch die" Kaninchenjäger" haben diese Vorgänge abspielen, hat die als offiziöses Dementier- Organ durch ihre Schimpfereien riefen sie tumultuarische Auftritte hervor. Schmidt wider- nun ihren Wahlaufruf veröffentlicht. Es wird darin erklärt, daß hinreichend berüchtigte Allgemeine Zeitung" noch die Dreistigkeit, holte die blödsinnige Lüge, die Socialdemokratie billigt ein Deutscher, der bei den Wahlen seine Stimme nicht für den von einer immer mehr sich befestigenden Einmütigkeit der den Meineid, im Vorwärts" habe es gestanden, und Wegner deutschen Wahlbewerber abgiebt, es nicht verdient, den Ehrennamen Münchener Liberalen" zu reden, worüber deren Gegner außer sich keifte, die Socialdemokraten seien„ vaterlandslose Gesellen", feien eines Deutschen zu tragen." In Beuthen steht der deutsche vor Empörung" seien! Elende", mit vollem Recht sei„ aus hohem Munde" dieses Wort Socialdemokrat Dr. Winter polnischen Mitbewerbern gegenüber. gefallen, und so weiter. Wir glauben, daß aber auch die größten Polenfresser in diesem alle auf den„ Ehrennamen eines Deutschen" verzichten werden. Diese Polenheter gehören zu den widerwärtigsten Erscheinungen des Wahlkampfes; eine gründliche Niederlage wäre ihnen zu wünschen! " egnern Es sollte sich eigentlich von selber verstehen, daß Socialdemokraten sich mit solchen Ge nicht länger in Versammlungen herumschlagen. Fürst Dohna und die Landarbeiter. * feiner Aeußerung von 1891 zu verteidigen. Der Dasbachsche AlarmDer polnische Katolik“ versucht den Grafen Ballestrem wegen ruf, die oberschlesischen Preßverhältnisse in Ordnung zu bringen, ist offenbar vom Katolit" beherzigt worden! Kandidatur aufgestellt: den Landgerichtsdirektor Schrader. Gegen Ballestrem haben auch die nicht- fleritalen Deutschen eine Die Standidatur fällt nicht ins Gewicht. " " Politische Ueberlicht. Brotwucher Freifinu. # " V " Berlin, den 12. Mai. Wir haben gestern den schamlosen Versuch der Freifinnigen Jm Ballestremschen Wahlkreise bereiten die Polen dem Präsidenten Zeitung", den socialdemokratischen Kampf gegen höhere LebensmittelIm Wahlkreise Königsberg- Fischhausen, in dem des Zollwuchers ernste Schwierigkeiten. In Gleiwik hielt deshalb zölle zu verdächtigen, zurückgewiesen und die Vorschubleistung der unfre Partei gute Aussichten hat gegenüber dem Fürsten Dohna, Graf Ballestrem eine übrigens völlig inhaltlose Ansprache, in der er Freifinnigen Volkspartei für höhere Brotzölle und ungünstige dem Special Kandidaten des deutschen Kaisers, fein Wort gegen die Polen sagte, aber dafür hundertmal erklärte, Handelsverträge aufgedeckt. Die Freifinnige Zeitung“ sucht jetzt tam es am Sonntag im Orte Schaaken zu einer dem Fürsten daß er ein Centrumsmann sei. und seinem hochfeudalen Gefolge recht unangenehmen zwischenfall. ihre Haltung zu verteidigen, indem sie erklärt, eine Bereitschaft ihrer Zwar hatte man zunächst die Versammlung gehörig gesäubert. Agitatoren in Oberschlesien aufs Maul schlagen müsse". Damals Frage, weil infolge des neuen 3olltarif Gefezes 1891 äußerte Graf Ballestrem, daß man die großpolnischen Partei zur Erhöhung der Getreidezölle komme gar nicht in Bevor der Fürst das Wort erhielt, forderte der Leiter der Versamm waren sie ihm noch nicht gefährlich. Nachdem aber die großlung alle diejenigen, die nicht auf dem Boden absoluter Königstrene polnischen Agitatoren ihm auf den Leib gerückt sind und nicht über die Getreidezölle bereits weit über den gegenstehen, auf, den Saal zu verlassen. Die anwesenden Inftlente und Lust haben, bei den Wahlen jenes Wort ihrerseits gegen seinen wärtigen Stand hinaus erhöht sind und diese Arbeiter der umliegenden Güter verließen hierauf bis auf einzelne urheber zu bethätigen, giebt es plöglich in Oberschlesien nur noch Erhöhung so weit eintreten muß, wie Handels. Ausnahmen ruhig den Saal. Ein Gleiches thaten einige Genossen berträge nicht wieder eine Ermäßigung herbeiaus Königsberg, die sich, von einer Agitationstour zurückgekehrt, hier liebe Centrumsleute und gar keine schlimmen Bolen! eingefunden hatten, darunter auch unser Reichstagskandidat Braun. führen". Man war nun unter sich und„ vernichtete den inneren Feind". Dann Das ist die selbstverräterische Ausflucht des bei der That überaber nahm das Wort ein Oberförster, dessen Name leider nicht raschten Diebsgesellen. Der gesamte Artikel der„ Freis. 8tg." über festzustellen war. Dieser führte aus:„ Die Stühnheit der Socialdemokratie übersteige alle Grenzen. Agitatoren derselben dringen " Socialdemokratie und Handelsverträge" hatte den Zwed, den Kampf der Socialdemokratie gegen Handelsverträge mit 8onsogar in die Wohnungen königlicher Beamten und geben hier Flug erhöhungen auf Grund des neuen Zolltarifs zu verunglimpfen. blätter ab. Er müsse aber eines sagen, und er bitte, dies ihm Diese Schmähung des socialdemokratischen Kampfes bedeutete zu nicht übel zu nehmen: Wenn die Socialdemokratie auch Der schlichte Mann aus der Centrumswerkstatt, der polnische gleich die dann offen ausgesprochene Ankündigung, daß die Freisinnige hier in diesem Kreise immer größer ihre Straft entfaltet, Centrums- Bergarbeiter Krolit, spielt in diesem Wahlkampfe die Rolle Volkspartei bereit sei zu Handelsverträgen mit erhöhten Kornzöllen. fo liegt es auch daran, daß vieles von seiten der des ewigen Juden. Nuhelos muß er von Wahlkreis zu Wahlkreis Nun versucht die Freis. 3tg." ihre Zollerhöhungsbereitschaft umBesizer geschieht, tv a s den Lehren dieser irren. Kaum ist er irgendwo aufgestellt, schon wird er abgeschoben. zuhegen in die Absicht, eine Ermäßigung der Kornzölle herbeiPartei Eingang verschafft. Man wirft den Socialdemokraten vor, sie wollen die Religion abschaffen; wie sieht es zuletzt kandidiert" er in Beuthen- Tarnowitz für das Centrum. Aber auch in Beuthen protestieren die höheren" Centrumskreise gegen zuführen, eine Ermäßigung nämlich gegenüber den Zollfäßen des aber in der That auf dem Lande in den meisten Fällen mit der den schlichten Mann, zumal er ein Pole ist. Am 7. Mai beriet das neuen Wuchertarifs. Die" Freiſinnige Zeitung" leiſttet die Religion aus? Das Bibelwort: sechs Tage sollst Du arbeiten, am Wahlkomitee über die schwierige Frage, ob man trotzdem an der wahrhaft erstaunliche Zumutung an die liberalen Leser, daß die fiebenten Tage ruhen, kann der Justmann, der Landarbeiter das Kandidatur festhalten solle. Erhöhung der Getreidezölle bereits vollendet sei und halten? Nehmen Sie meinetwegen an, meine Herren, ich spreche hier im direkten Auftrage von Personen, ich kann nicht anders, beschlossen, von dem Kandidaten Krolik eine Erklärung zu verlangen, Handelsverträgen in Frage komme. Es wurde, wie man der Kölnischen Volkszeitung" berichtet, numnehr nur noch eine teilweise Wiederermäßigung in den ich halte es für meine Pflicht, Ihnen dieses zu sagen, auch wenn in der er sich als treuer preußischer Unterthan und als Gegner der neue Zolltarif noch nicht in Kraft gesezt und kann es erst werden In Wahrheit ist natürlich der ich nicht Ihren Beifall finde. Was die Socialdemokratie nationalpolnischen Bestrebungen bezeichnen müsse, denn nur unter durch besondere kaiserliche Verordnung. über die Lebensstellung der ländlichen Be- dieser Bedingung dürfe an der Kandidatur Krolik festgehalten Das, was die„ Freifinnige bölkerung sagt, da liegt etwas Wahres darin. Man ist zu werden. Ferner mußte der Redakteur des„ Katolit", Napiralsti, die Beitung" aber als den wirklichen Zustand vorspiegelt, ist das Vermir gekommen und hat geklagt: Mein Herr giebt mir am Werktag Erklärung abgeben, sich nicht nur passiv zu der Kandidatur des Grafen langen der extremsten Agrarier gewesen; diese forderten kein Gespann, mein Feld zu bearbeiten, das muß ich am Sonntag Ballestrem zu verhalten, sondern für dieselbe nach Sträften einzutreten. Die Kündigung der Handelsverträge und die Inkraftsetzung des thun. Weiter klagt man mir: Frei Holz soll ich haben, bekomme Da offenbar die Stimmung der Versammlung der Mehrheit nach neuen Tarifes bor aber feines. Da bittet dann ein solcher Instmann die Forstbeamten, für die Aufrechterhaltung der Kandidatur Krolik war, so die Abschluß neuer Verträge, aber selbst sich im Walde Raff- und Leseholz fuchen zu können, und wann geschieht wurde von einer Abstimmung über die Kandidatur Krolik abgesehen, deren Verwirklichung die Freis. 3tg." vortäuscht, um ihre Neigung agrarische Regierung lehnte solche Forderungen ab, dies? Wieder am Sonntag, da der Mann mit seiner Familie am Wochen so daß daran festgehalten werden wird." tag für den Besitzer zu arbeiten hat.( Fürst Dohna ruft: Es ist doch aber zum Bündnis mit den Zollwucherparteien zu beschönigen. verboten, im Walde Holz zu suchen!) Der Förster fährt fort: Aller- Gr bekennt sich als Pole aber auch als Bürger des preußischen Krolit hat die ihm offenbar dittierte Erklärung bereits abgegeben. Die neue Ausflucht der Freis. 8tg." läßt ihre Brotwucherdings ist es verboten, aber die Beamten ſehen in den meisten Fällen Staates, dessen Verfassung er als Grundlage seiner Thätigkeit an- neigungen aber noch weit bedenklicher erscheinen als der darüber hinweg und glauben den Befizern damit keinen schlechten erkennt; er verurteilt auch alle staatsfeindlichen Bestrebungen". gestrige Artikel des Blattes. Der ertappte Dieb, der sich rausreden Dienst zu thun. Andre sagen wieder: So wie der Fürst jetzt thut, Das rheinische Centrumsblatt rät" dringend, bei Strolit zu bleiben. will, giebt viel mehr zu, als dessen er beschuldigt wurde. Die ist er in Wirklichkeit gar nicht. So meinte jemand ungeschminkt: Es sieht aber gar nicht so aus, als ob der arme Bergmann in Ausflucht der Freis. 3tg." enthält das Zugeständnis, daß die Der Fürst ist der beste Bruder auch nicht!" Ich fürchte, so schließt Beuthen endlich zu sich kommen will. Die Reichen im Geiste Christi Freisinnige der Forstmann, an solchen Uebelständen wird die Socialdemokratie können sich eben doch keinen Arbeiter als„ ihren" Vertreter denken! zöllen" des neuen Tarifs endgültig abgefunden hat, Volkspartei sich sogar mit den„ Mindest= die Hebel anfeßen und Erfolge erzielen. daß sie bereit ist, für Handelsverträge, die diese Mindestzölle zuJm Wahlkreise Dresden- Land- Tharandt( 6. sächsischer) müssen die Lassen, einzutreten! Kartellbrüder schon wieder auf Kandidatensuche gehen. Der Die Freis. 8tg." wiederholt bei all' diesen Selbstbezichtigungen zulegt daselbst aufgestellte Standidat, Herr Weigert, es war nochmals den tollen Unsinn, daß die socialdemokratische Parole Es ist unglaublich, welche Unsumme von Schwindel in dieser der siebente in der Reihe derer, die das Opfer bringen sollten die Agrarier ermutige, im Vertrauen auf die Unterstützung der Wahlzeit durch die kapitalistische Presse geleistet wird. Und ein hat jezt auch wieder niedergelegt. Er war Gemeindevorstand in Socialdemokratie alle Handelsverträge zu verwerfen, bei denen neue Schwindel, der irgendwo auftaucht, sofort wird er prüfungslos von Löbtau bei Dresden und ist jüngst zum Gemeindevorsteher in Tegel Magimalsäge für Getreide unter den Säßen des neuen Zolltarifs den Kumpanen aufgegriffen und weiter verbreitet. Die Presse erwählt worden; er bemußte die Gelegenheit, um sich von der Durchbleiben". As wäre es nicht das denkbar erfreulichste Ergebnis, der freisinnigen Volkspartei thut sich in diesen Künsten be- falls- Kandidatur zu drücken. wenn Handelsverträge mit hohen Kornzöllen dadurch zu Falle sonders hervor. Die Eberswalder Zeitung" schwindelt und kommen, daß die Agrarier, denen diese Zölle nicht hoch genug sind, mit die Freisinnige Zeitung" lügt es nach, daß der Abgeordnete Freifinniges. Auch im zweiten sächsischen WahlKunert in einer Eberswalder Wähler- Versammlung wörtlich treise verhalten sich die Freisinnigen- freilich unter Anführung den Zollgegnern stimmen. Die Folge wäre, daß die jeßigen gesagt habe:" Jeder vierte Mann im Reiche sei schon heute Berliner Richterianer- ebenso ungebührlich gegen die Social Handelsverträge weiter laufen müssen. Dagegen Socialdemokrat." Die diesjährige Wahl wird sicher den Beweis demokratie wie im ersten Kreise, worüber wir berichtet haben. Die bereitet in Wirklichkeit die freifinnige Bereitschaft zur Kornzollbringen, daß im Deutschen Reiche der Socialdemokratie angehört. Sächsische Arbeiter- Zeitung" teilt mit: In einer freisinnigen Ver- erhöhung den Agrariern die Wege. Das Lob, das Herr Richter seit Wir stehen aber nicht damit stille, wir bekommen noch einen sammlung, die am Sonntag in Ebersbach tagte und von 800 Personen, Monaten von den agrarischen Parteien erntet, wird jetzt noch lauter zweiten Mann und wenn dies bei oberirdischer Arbeit fast alles Socialdemokraten, besucht war, sprach der Reichstags- Ab- erschallen! nicht gelingt, wird es unterirdisch versucht werden. geordnete Fischbeck. Er griff die Socialdemokraten heftig an und versuchte Beim Rest, der sich dann nicht aufklären läßt, werden sich Mittel nach dem Muster Eugen Richters vor dem Zukunftsstaate graulich zu finden, ihn einfach in die Luft zu sprengen." machen. Einige Arbeiter ließ man, wahrscheinlich um den Schein Die Haltung der socialdemokratischen Reichstagsfraktion zur Derartiger freisinniger Schwindel ist natürlich ganz zum Gefallen der Redefreiheit zu wahren, reden; als aber der Kandidat des Krankenkassen- Novelle findet in einem Artikel von Dr. G. Sydow der reaktionärsten Scharfmacher. Die Post" münzt sofort die Kreises, Genosse Sindermann, sich zum Wort meldete, wurde in der letzten Nummer der„ Socialen Pragis" eine Beurteilung, die unsinnige Fälschung aus: ihm dasselbe auf Anordnung des Herrn Fischbeck ver- das lebhafte Entzücken der Centrumspresse hervorruft. In dem Wie wenig sich übrigens die Socialdemokratie gemaufert hat, weigert. Alle Gegenvorstellungen Sindermanns waren berdavon zeugte erst eben wieder eine Rede des„ Genossen“ Kunert geblich, obwohl die Versammlung durch lebhafte Zurufe zu er- Artikel werden die Abänderungen des Gesetzes durch die Novelle bein einer socialdemokratischen Versammlung in Eberswalde. Dort kennen gab, daß sie Sindermann zu hören wünsche. Als Sinder- sprochen und auch die Art ihres Zustandekommens berührt und dabei hat dieser Fraktionsgenosse der Singer, Bebel usw. nach der mann Herrn Fischbeck unter Hinweis auf die erregte Versammlung fagt der Verfasser: „ Eberswalder Zeitung" renommierend ausgerufen, jeder vierte Mann bemerkte, er( Fischbeck) werde auch nicht mehr reden können, sei heute schon Genosse", bei den Wahlen aber würde sich zeigen, wenn man die Redefreiheit in dieser Weise handhabe, da ſetzte daß die Hälfte aller Reichsdeutschen zu den Genossen" zähle. Herr Fischbeck seiner Handlungsweise die Krone auf, indem er Damit aber stehe man nicht still, man arbeite weiter. Gelinge es unserm Genossen erregt zurief:„ Das ist Erpressung, wir nicht oberirdisch, dann werde es unterirdisch besorgt. Bei können Sie hinter Schloß und Riegel bringen." Als dem Reste, der sich dann nicht aufklären lasse, würden Mittel ge- Sindermann die Freisinnsthat gebührend festnagelte, versuchte Herr funden, ihn einfach in die Luft zu sprengen, wenn der Fischbeck einzulenken, indem er bemerkte, so sei das nicht gemeint. Butunftsstaat Wirklichkeit würde. Ist das auch wenig geschickt und Er wird diese Aeußerung aber vergeblich von sich abzuschütteln so ausgedrückt, wie es dem Niveau des„ Genossen" Kunert ent- suchen. Im übrigen traf ein, was Sindermann vorher gesagt hatte: spricht, so zeigt es doch, von welchen Aussichten die„ Genossen" die Versammlung wurde durch die Wortverweigerung so unruhig, träumen und mit welchen Zukunftshoffnungen sie die Untergenossen daß sie geschlossen werden mußte, ohne daß der Freisinnsheld Fischbeck bei der Fahne zu halten suchen." fein Schlußwort losgeworden wäre. " Der Fürst mußte darauf flein beigeben, daß allerdings ,, manches" faut aussehe bei der Arbeiterbehandlung auf dem Lande. Einfach in die Luft sprengen!" " H " * Ans Sachfen. 90 " Die Krankenkassen- Novelle und die Parteien. „ Es muß aber hier festgestellt werden, daß dieser neue Fortschritt in der Versicherungsgesetzgebung lediglich dem Conto der bürgerlichen Parteien zuzuschreiben ist. Die Socialdemokratie, auf deren Drängen die Abänderung der Verwaltungsbestimmungen erfolgte, stimmte gegen das Gesetz im ganzen. Wäre nicht in den übrigen Parteien eine geschlossene Mehrheit für das Gesetz vorhanden gewesen, so hätte sie diese Verantwortung( für ein Scheitern der Novelle) wohl kaum auf sich genommen. So aber bot sich die günstige Gelegenheit, die Verbesserungen der Novelle zu erhalten, sich aber gleichzeitig den Wählern gegenüber mit dem Mantel der Unbeugsamkeit schmücken und gegen die angeblich unaufrichtige sociale Reformthätigkeit der Regierung und f>er nicht focinlbcmofvatifchen Parteien Hadem zu können. Das ist nicht Wirken für die Arbeiter, sondern Agitation für Parteizwecke." Die Frage der Abstimmung über ein solches Gesetz, das zwar in einigen Beziehungen einen Fortschritt, in andern aber eine Ver- schlechternng bedeutet, ist eine Frage der politischen Taktik, über die wir uns mit Herrn Dr. Sydow nicht auseinanderzusetzen für nötig halten; wie sehr die Urteile da auseinandergehen können, zeigt die »Frankfurter Zeitung", die unsrer Reichstags-Fraktion den Vorwurf machte, sie habe durch ihr Verhalten zu dem'Gesetze die Demokratie verraten, um materieller Vorteile willen das Selbstbestimmungsrecht der Arbeiter aufs Spiel gesetzt. In solchen Fällen muß man die Leute reden lassen. Wir haben die Interessen der Arbeiter vertreten, von denen wir unser Mandat haben, und können denen das Urteil über unser Handeln getrost überlassen. Wenn also Herr Dr. Sydow die Abstimmung unsrer Fraktion für falsch hält, so ist das ganz seine Sache. Wenn er aber den Anspruch erhebt, eine objektive Würdigung der Entstehung des Ge- setzcs zu geben, so müssen wir dem sehr entschieden entgegentreten. Er sagt, daß dieser neue Fortschritt in der Versicherungsgesetzgebung lediglich dem Conto der bürgerlichen Parteien zuzuschreiben sei. Das ist eine Verkennung der Situation und eine Verkennung der wirkenden Kräfte, die eine arge Kurzsichtigkeit verrät. Der Herr scheint bei der Ent- stehung eines solchen Gesetzes nichts weiter zu sehen, wie die Einbringung der Vorlage durch die Regierung und die Abstimmung darüber durch den Reichstag. In Wirklichkeit ist dies aber doch nur der Schlußakt einer Kette von Aktionen, die sich lange vorher geltend machten und die im Falle der Socialgesetzgebung lediglich auf das Conto der Arbeiterbewegung und ihrer parlamentari- schen Vertretung durch die Socialdemokratie zu setzen sind. Selbst wenn Dr. Sydow nur der Thätigkeit der socialdemo- kratischen Fraktion bei den Beratungen über die Novelle gerecht werden wollte, könnte er nicht sagen, daß sie lediglich dem Conto der bürgerlichen Parteien zuzuschreiben sei. Wenn er ein Urteil über die Wirksanikeit der Parteien bei dem Zustandekommen der Novelle abgeben will, dann darf er sich nicht lediglich an die Schlußabstimnmng halten, sondem er muß prüfen und darlegen, was die einzelnen Parteien'zu den Einzel- Vorschriften des Gesetzes geleistet haben. Da er die Einzelvorschrifteu in ihrer Bedeutung und Entstehung würdigt, so hatte er dazu reich- lich Gelegenheit. Daß dies nicht in seinem Plane gelegen hätte, kann er nicht sagen, denn er erwähnt z. B. ausdrücklich den Abg. R ö s i ck e- Dessau und auch den Abg. T r i m b o r n, diesen aber merkwürdigerweise nur bei dem Antrage, aus den Worten »grobe Pflichtverletzung" die Worte„grobe Verletzung der Amts- Pflicht in Bezug auf die Kassenführung" zu machen; ein Antrag, der gar keiner Tugend, sondern nur einer drängenden Not des Centrums entsprungen ist. Daß dem Dr. Sydow die Thätigkeit der Socialdemokratie bei der Kraukcnkassen-Novelle unbe- kaimt geblieben wäre, ist nach dem Inhalt seines Artikels nicht an- zunehmen. Sein Urteil darüber, Ivem der Fortschritt zu danken sei, ist deshalb nicht als ein objektives, im Gegenteil als ein sehr ein- fettiges anzusehen. Die»Märkische Volkszeitung" benutzt diese billige Gelegenheit, lnn den erblindenden Glorienschein des Ceutrums wieder kräftig zu putzen. Wie billig das Herr Dr. Sydow dem Centrum macht, geht noch aus folgendem hervor. Er bespricht die Bedeutung der GcsetzeS- änderung, durch die der Ausschluß der Geschlechtskranken von der Krankenunterstntznng unmöglich gemacht wird. Bei der Gelegenheit bedauert er es sehr, daß nicht auch der Ausschluß der Trunksüchtigen von der Krankenunterstiitzuilg beseitigt worden ist, und er bespricht auch die socialpolitische Bedeutung der entsprechenden Vorschriften. Nun sind gerade die Socialdemokraten für Beseitigung dieser Ausnahmebestimmung des Gesetzes sehr entschieden eingetreten, das Ccntrnm aber hat sich entschieden für Beibehaltung des AnSnahmercchtcs erklärt und dem Centrnm ist dessen Erhaltung zu danken. Davon sagt aber Herr Dr. Sydow nichts. Warum verschweigt er diese Thatsache, die doch für die Beurteilung der Thätigkeit der Parteien wichtig ist? So gicbt der Herr Dr. Sydow ein einseitiges und damit falsches Bild von der Entstehung des Gesetzes und der Wirksamkeit der Par- teien; gestützt auf diese falsche Darstellung giebt er selbst ein falsches Urteil über die Parteien ab, schmückt Parteieti, die sich schon bei mehr als einer Gelegenheit als erbitterte Gegner socialpolitischer Reformen erwiesen haben, mit der Glorie der Arbeiterfrenndlichkeit, und giebt Gelegenheit, daß sich solche offenen Gegner oder halbe Freunde der Socialreform ans ihn als angeblich objektiven Beurteiler berufen und mit der Berufung auf ihn Wahlschwindel treiben können.— veutlcdes Reich. Aus der volkspartrilichen Fälscherwcrkstatt. Nach dem Vorbild der elendesten Rcptilienpresse aus der Welfenfondszeit wird jetzt die »Freisinnige Zeitung" und ihre Broschürenausgaben(»Socialisten- spieael") hergestellt: Jeder Satz eine Lüge, jedes Citat eine Fälschung. Die„Freisinnige Zeitung" schloß am Montagabend ihren gestern von uns gewürdigten Handelsvertrags-Arsikel mit einer Aeußcrung Schippels. Die socialdemokratische Handelsvertragstaktik sei„drastisch zum Ausdruck gekommen in den Worten des Abg. Schippel auf dem Stuttgarter Parteitag": „Sitzt der Freihandel auf dem Regierungskarren, wird gegen den Freihandel losgelegt, sitzt der Schutzzoll auf dem Regierungs- karren, gegen den Schutzzoll. Die Hauptsache ist, daß ordentlich losgelegt wird. Was man im Augenblick will, braucht man ja nicht zu sagen, man erstrebt eben die große Zukunftsweltwirt- schast." Es wird sogar noch die Seite des Protokolls jangezogen, um ja die ehrliche Richtigkeit des Citats zu verbürgen. Also hat Schippel wirklich, wie man annehmen muß, die handelspolitische Taktik der Socialdemokratie auf dem Stuttgarter Parteitag in dieser Weise gekennzeichnet? Nein, nur eine Büberei der„Freisinnigen Zeitung" hat das Citat in diesen Zusammenhang gebracht. Schippels Worte stellen nämlich kein Urteil über die zollpolisische Taktik der Partei dar, sondern sind die erläuternde Umschreibung einer Zeitungsp-lemik aus dem Jahre 1879. Schippels gab in Stuttgart eine historische Uebersicht über die handelspolitischen Auffassungen. Dabei erwähnte er auch den Streit zwischen dem industrieschutzzölluerisch angehauchten Parteigenossen Mar Käufer und der Brüsseler„Laterne" aus dem Jahre 1879. 'Die„Laterne" schrieb damals:„Schutzzollpfaffen auf der einen Seite, Freihandelsprediger auf der andern.... Ich behaupte, daß sie beide— Klasjeninteressen verfolgen, nur halte ich eS für unsre Pflicht, gerade den CharlatanismuS derjenigen von beiden zu ent- larve», die jeweilig auf dem Regierungskarren sitzen und uns ihr volksbeglückcndcs Mittel applizieren wollen." Diese Sätze inter- pretierte Schippel dann durch den Satz, den die„Freisinnige Zeitung" jetzt als eine Meinung Schippels über die Taktik der Socialdemo- kratic in der zollpolitischen Frage ausgiebt. Die Schamlosigkeit der Fälschung ist ungeheuerlich. Aber die fteisinnige„Volks-Zeitung" hat wohl recht: Derartige Dinge sind nur noch pathologisch zu erklären.— Zu dem„Druckfehler" in der Novelle zum Ärankett-Bersichcrungs- Gesetz meint„Der Tag", es komme lediglich darauf an, was in der „Zusammenstellung der Beschlüsse des Reichstags dritter Lesung Nr. 978 der Drucksachen stehe. Dies sei allein maßgebend dafür, was der Reichs- tag beschlossen habe, denn er habe den Inhalt dieser Zusammen- stellnng in der Gesamtabstimmung gutgeheißen und darin befinde sich der Druckfehler, der somit als Beschluß des Reichstages zu gelten habe. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, was im Stenogramm der 392. Sitzung vom 39. April Seite 9299 v steht: Präsident: Hiermit ist die dritte Lesung des Gesetzes beendet. Zur Gesamtabstimmung können wir erst schreiten, wenn die Zusammenstellung der Beschlüsse dritter Lesung verteilt ist. Ich höre eben, daß es wegen technischer Schwierigkeiten unmöglich ist, diese Zusammenstellung jetzt fertiggestellt zu verteilen. Wenn niemand widerspricht, ist es auch möglich, jetzt schon die Gesamt- abstimmung vorzunehmen. Ich frage daher, ob jemand wider- spricht.— Das ist nicht der Fall, wir können daher die Gesamt- abstimmung vornehmen. So ist die Abstimmung denn auch vor sich gegangen und das Gesetz beschlossen worden. Es besteht also die Thatsache, daß die fehlerhafte Zusammenstellung(Drucksache Nr. 978) dem Reichstage gar nicht vorgelegen hat bei der Schlußabstimmung. Allerdings hat ihm in der Einzelberatung schon die fehlerhafte Zu- sammenstellung der Kommissionsbeschlüsse vorgelegen, es hat ihm aber auch gleichzeitig die richttge Darstellung der Kommissionsbeschlüsse vorgelegen. Es haben also dem Reichstage zwei verschiedene Lesarten der Kommissionsbeschlüsse zu gleicher Zeit vorgelegen und ein Unterschied ist nur darin zu finden, daß der richtige Beschluß in dem Hauptdruckstück und der falsche in der Anlage dazu vorgelegen hat. Wie nebensächlich die in der Anlage enthaltene Zusammenstellung ist, geht daraus hervor, daß der Reichs- tag, wie hier und auch schon früher oftmals, abstimmen konnte, bevor die Zusammenstellung vorlag. Es bleibt also dabei, daß der Reichstag den Fehler nicht be- schloffen hat. Wenn jedoch der Bundesrat glaubt, das Gesetz dieser Sache wegen auf die lange Bank schieben zu sollen, wie es bereits angedeutet wird, so sind wir daran wenig interessiert.— Ein Ricsenbazar für patriotische Kunst. Dieser Tage machten wir auf eine amtliche Bekanntmachung des Landrats von Göttingen aufmerksam, worin die von der hiesigen Firma Büxenstein in den Handel gebrachten neuen Kaiserbilder aus- geboten werden und der Landrat sich bereit erklärt, eine Bilder- agentur zu übernehmen. Aehnliche amtliche Bekanntmachungen ivurden, wie wir unterdes aus der Presse ersehen haben, auch von andren Landräten erlassen. Wie es zugeht, daß die preußischen Landräte eine so allgemeine Neigung entwickeln, als Bilder- komnnssiouäre der Firma Büxenstein zu arbeiten, wurde uns klar, als uns heute das folgende Schreiben zuging: Georg Büxenstein& Comp. Kunstanstalt Berlin, den 8. April 1993. Berlin SW. 48, Friedrichstr. 249/241. Hochgeehrter Herr Landrat! Die Verfügung des Königlichen Ministeriums des Innern vom 6. d. Mts., Nr. Ia 528 wird Ihnen durch den Herrn Regierungs- Präsidenten zugegangen sein. Mit Bezug auf diese Präsidial- Verfügung, welcher voraussichtlich ebenfalls das inliegende Rund- schreiben unsrer Firma beiliegen wird, bitten wir EuerHochwohlgeboren ganz ergebenst, in etwa zu erlassenden Bekanntmachungen, soweit solche für das Publikum bestimmt sind, die in unserm Rundschreiben erwähnten Vorzugspreise für die Angehörigen der Armee und Marine solvie für die Beamten nicht zu nennen, sondern den Beamten diese Vorzugspreise hochgeneigtcst auf dem Dienstwege bekannt zu geben. Danach den allerhöch st en Intentionen unsrerseits be- absichtigt ist, in der Tagespresse das große Publikum auf diese Bildnisse besonders aufmerksam zu machen, so würde man diesen Kreisen ein unangenehmes Empfinden verursachen, wenn sie erführen, daß sie einen bis um 59 Proz. höheren Preis bezahlen müßten wie die Beamten. Im Interesse der Verbreitung der Bildnisse müssen wir dies möglichst zu vermeiden suchen und bitten wir Euer Hochwohlgeboren daher ganz ergebenst, soweit öffentliche Blätter, also auch die.Kreis- blätter, zu amtlichen Publikationen benutzt werden, in diesen ledig- lich den für das Publikum bestimmten Preis von 1 M. pro Bild zu nennen. Sollten Euer Hochwohlgeboren zur Verbreitung an die unter« geordneten Dienststellen von unsrem Rundschreiben, von welchem wir uns 1 Exeniplar beizufügen erlauben, noch weitere Exemplare wünschen, so bitten wir uns dies geneigtest wissen zu lassen, dieselben stehen in beliebiger Zahl zur Verfügung. Die Erfüllung unsrer ganz ergebenen Bitte erhoffend, zeichnen ehrerbietigst Georg Büxenstein u. Comp. Es handelt sich also um eine gewaltige Staatsaktion, bei der die Firma Bürenstein nur gewissermaßen den Sitzredakteur macht. Die preußische Staatsregierung hat zur Pflege des Pattiotismus einen Kaiserbilder-Bazar eröffnet und stellt den gesamten Beamtenapparat des preußischen Staates in den Dienst dieses Handels- geschäfts. Damit wirkt die preußische Staatsregierung vor- bildlich auf dem Gebiete der Organisatton des Handels; ein so umfangreiches, wohlorganisiertes Handelsunternehmen mit einigen Dutzend Generalagenturen(Regierungspräsidenten), gegen 999 Hanptagenturen(Landräten), und mehreren Tausend Filialen (die untergeordneten Dienststellen) hat Deutschland noch nicht gesehen. Die Kleinhändler der patriottschen Kunst und die armen Bilder- reisenden werden aber mit Recht erbittert sein über diesen un- lauteren Wettbewerb, der ihnen hier gemacht wird von ein.r Regierung, die sonst den Mittelstand schützen zu wollen vorgiebt gegen die Konkurrenz der Großbazare. Dem auf die Bilder reflektierenden Publikum möchten wir übrigens dringend anraten, unter Berufung auf das vorstehend ab- gedruckte Rundschreiben die Ueberlassung eines Bildes für 59 Pf. zu fordern. Wir vermögen nicht einzusehen, weshalb sich das große Publikmn seinen Pattiotismus mehr wie 59 Pf. kosten lassen soll, wenn es die Beamten dafür haben können. Könnte nicht übrigens eine auf die Pflege des Patriotismus be- sonders eingeschworene Partei diese vor den Wahlen so günstige Gelegenheit benützen, und der Bilderfirma Hammerstein-Büxenstein einige Wagenladungen voll zur Grattsverteilung abnchnicn?— Ein Junker, der den agrarischen Hochschutzzöllnern Anschauungs- Unterricht erteilen will, ist Freiherr v. Rechenberg. Nach seiner in der„Fürstenkorrespondenz" niedergelegten Auffassung krankt die deutsche Landwittschaft an der R ü ck st ä n d i g k e i t ihrer Technik und an der Abneigung der Agrarier gegen die wissen- schaftliche Belehrung. Herr v. R. macht deswegen den Vorschlag, man müffe den deutschen Agrariern auf dem Gebiete des Körner- baues eine höhere Stufe der Bewirtschaftung vor Augen führen durch Errichtung von st a a t l i ch e n M u st e r w i r t- s ch a f t e n. Er denkt sich dieselben in einer Verbreitung über ganz Deutschland, Ivo man fiskalische Domänen unter Leitung von tüchtigen Betriebsbeamten im Getreidebau bewirtschaftet, Geräte und Maschinen nach den neueste» Systemen verwendet und insbesondere den lünstlichen Dünger, der heute aus großer Unkenntnis vergeudet und sogar nachteilig angewendet wird, wirtschaftlich lohnend aus- nutzen lernt. Durch eine offene Buchführung müsse der mathe- malische Nachweis für jedermann erbracht werden, daß mit ge- ringeren Betriebskosten auf derselben Agrar- fläche eine nach Güte und Menge wesentlich er- höhte Produktion erzielt wird. Freiherr v. Rechenberg schätzt den Gewinn, den die deutsche Landwirtschaft aus der ihr so beizubringenden Vervollkommnung erzielt, auf 599 Millionen jährlich. Heute sei den Bauern die schlechteste Saatfrucht noch gerade gut genug; sie sähen nicht, daß auch hier eine Art Zuchtwahl vor- zunehmen ist, um beim Getreidebau kräftige, gesunde, Widerstands» und leistungsfähigere Arten zu erzielen. Auf diese Weise könnte die deutsche Laudioirtschaft mehr und mehr das Land vom Getreide» Import unabhängig macheu. Die von Freiherrn v. Nechenberg empfohlenen staatlichen Musterwirtschaften würden durch den er- höhten Ertrag die Kosten für ihre moderne Ausstattung als Lehr- anstalten selbst bestreiten.— Der„Simplicissimus" hat doch Recht. Die„Münchener Post" bringt diese gute Erinnerung: Als seiner Zeit bekannt wurde, daß Prinz Rrenberg einen Schwarzen auf bestialische Weise ermordet hatte, brachte der„Simplicissimus" eine wie folgt beschaffene Illustration. In einer düsteren nächtlichen Tropenlandschaft kniete vorn der Prinz neben seinem getöteten Opfer und vor dieser Gruppe standen drei Hexen.„Wärst Du ein Arbeite r." sprach die Erste, „kämst Du ins Zuchthaus."„Wärst Du ein Bürgerlicher", meinte die Zweite,„kämst Du ins Gefängnis."„Wärst Du e i n Adeliger," sprach endlich die Dritte,„kämst Du auf Festung." „Doch weil ich ein Prinz bin," antwortet nun Arenberg,„begebe ich mich in eine Heilanstalt." Das alles war natürlich in den Augen der Gutgesinnten eine schmähliche Hetzerei. Jetzt aber wird die Kanaille darauf vorbereitet, daß der Prinz»demnächst in eine Heilanstalt übergeführt wird."— Die Verabschiedung des Erbprinzen von Sachsen-Mciningen fährt fort, die Presse zu beschäftigen. Es ist kein Zweifel, daß dieser kommandierende General des sechsten Armeecorps in der schroMen Weise entlassen worden ist. Der Schwager des Kaisers hat den „blauen Brief" wie irgend ein Haupttnann zugeschickt erhalten. Es sei, so wird erzählt, von dem General die Zurücknahme seines Er- laffes gegen die Soldatenmißhandlungen verlangt worden. Andrer» seits werden Familienzwistigkeiten als Motiv angegeben. Wenn erst die Unzufriedenheit unter den kommandierenden Generalen anfängt— was soll dann werden?— Prinz Mörder. Der„Hannov. Courier' versucht eine Ab- schwächung der Schilderungen, die über das fidele Kerkerleben des Kolonialverbrechers gegeben worden sind. Bcstättgt wird, daß sich der Prinz frei im Flur des Verlvalwngsgebäudcs bewegen konnte— wegen eines Herzleidens; der neue Direktor habe das jedoch ver» boten. Bisher sind sicher noch auf niemand solche Gesundhcits- rncksichten genommen worden, auf socialdemokratische Redakteure wenigstens nicht. Alle Gefangenen werden nach längerer Haft siech; das ist aber sonst niemals ein Grund, ihnen fteie Bewegung zu verschaffen. Aber auch der„neue Direktor" entwickelt noch eine seltene Humanität:„Der Gefangene darf seine Zelle nur während der Reinigung derselben verlassen und sich während dieser Zeit(etwa zehn Minuten) im Auffeherzimmer aufhalten." Andre Gefangene, die nicht gemordet haben und keine Prinzen sind, müssen ihre Zelle selber reinigen. Seine Hoheit darf, während für ihn die Zelle gereinigt wird, das Lokal verlassen! Aber das kommt noch schöner:„Da der Prinz Arenberg früher ein sehr starker Raucher war, fürchtete man ärztlicherseits eine gesundheitliche S'ch ä d i g u n g durch eine voll- stjä n d i g e E n t z i e h u n g des Tabaks, es werden ihm deshalb täglich zwei Cigarren verabfolgt, die er auf den Erholungsgängen im Gefängnishof rauchen darf; in der Zelle wird das Rauchen nicht ge- duldet. Auch Schnupftabak und Kautabak hat der Gefangene er- halten, aber in nur ganz geringer Menge, die jährlich eine Dose Schnupftabak und eine Rolle Kautabak nicht übersteigt." Es müssen sehr viele Raucher, Alkoholiker, Morphinisten ins Ge- sängnis wandern. Nock niemals aber hat man auf solche Neigungen Rücksicht genonime». Die„Entziehungskur" wird stets grausam- radikal durchgeführt. Daß der Prinz über eigne Schlafdecken verfügt, wir nicht geleugnet, daß er mit Messer und Gabel speisen darf— de Schreiber dieser Zeilen hat seiner Zeit im Gefängnis so lange mi dem Löffel essen müssen, daß er den Gebrauch von Messer und Gabel fast verlernt hatte— wird ausdrücklich bestätigt. Nach alledem wird man wohl die Konsequenz ziehen müssen und zur Schonung der zarten Gesundheit des teils herzleidenden, teils irrsinnigen Mörders ihn der völligen Freiheit wiedergeben. Mslanck. Abkommen zwischen Deutschland und Venezuela. Ueber die schiedsrichterlichen Entscheidungen gewisser die Bezahlung der deutschen Reklamationen betreffender Fragen ist zwischen dem deutschen Ge- sandten Freiherrn Speck von Sternburg als Vertreter der deutschen Regierung und Herrn Herbert W. Bowen als Bevollmächtigten der venezolanischen Regierung folgendes Abkommen in Washington ab- geschlossen worden: Es soll die Frage, ob Deutschland, Großbritannien und Italien auf eine bevorrechtigte oder gesonderte Behandlung bei Bezahlung ihrer Neklamationen gegen Venezuela Anspruch haben, dem Haager Schiedsgericht zur endgültigen Entscheidung unterbreitet werden. Das Schiedsgericht soll entscheiden, wie die von Venezuela zur Ver- fügung gestellten 39 Prozent der Zolleinkünfte von La Guayra und Puerto Cabello zwischen den Blockademächten einerseits und den übrigen Gläubigermächten andrerseits zu verteilen sind. Diese Entscheidung soll endgülttg sein. Wird den Blockademächten eine bevorrechtigte oder gesonderte Behandlung nicht gewährt, sosoll das Schiedsgericht entscheiden, wie die bezeichneten Einkünfte unter alle Gläubigermächte zu verteilen sind. In diesem Falle soll das Schiedsgericht neben der Bezahlung der Reklamationen aus den dreißig Prozent alle einer Gläubigermacht zu gute kommenden Vor- rechte oder Pfandrechte an Einkünften in Betracht ziehen und dem- gemäß die Frage der Verteilung so entscheiden, daß keine Macht eine bevorrechtigte Behandlung erlangt; seine Entscheidung soll end- gülttg sein. Der Kaiser von Rußland soll gebeten werden, aus den Haager Schiedsrichtern drei zu ernennen, um in diesem Falle das Schieds- gericht zu bilden; keiner derselben darf Unterthan oder Bürger einer der Signatar- oder Gläubigermächte sein. Das Schiedsgericht soll am 1. September 1003 zusammentreten und seine Entscheidung von da an binnen 6 Monaten abgeben. Das Verfahren soll in englischer Sprache geführt werden, doch können mit Genehmigung des Schiedsgerichts Ausführungen auch in andrer Sprache gemacht werden. Das Ver- fahren wird, soweit nicht das Abkommen anders bestimmt, durch die Haager Konvention geregelt. Auch über die Kostenfrage des Schiedsgerichts entscheidet das Schiedsgericht. Jede Nation, die Reklamationen gegen Venezuela hat, kann sich dem durch dieses Abkonimen vorgesehenen Schiedsverfahren als Partei anschließen. Wie der„Reichs-Anzeigcr" zu dem Abkommen bemerkt, werden die Interessenten möglichst bald die ihre Schadensersatz- Ansprüche betreffenden Eingaben unmittelbar an den kaiserlichen Gesandten in Caracas zu richten haben. Dabei werden die einzelnen Ansprüche genau zu begründen, auch die erforderlichen Beweisstücke beizu- fügen sein.— Oestreich-Ungarn. Interpellation betreffend die Wiener Stndentenunruhen. Der Minister für Kultus und Unterricht Dr. Ritter v. Härtel beantwortete heute im Abgeordnctcnhause die eingebrachten Interpellationen bett. die Studentennnruhcn an der Technischen Hochschule und an der Universität und erklärte, er könne nur dem zustimmen, daß die Tumulte, wie sie in der letzten Zeit stattgefunden haben, eine ebenso beschämende wie ttaurige Erscheinung seien, welche das Ansehen der Hochschulen im Auslände untergrabe. Falsch und unge- rechtfertigt sei es jedoch, den Tadel, welchen die Excedenten mit Recht verdienen, auf die gesamte Sttidentenschaft auszudehnen. Er zivciflc nicht, daß wenn von andrer Seite keine Anregung in die Studentenschaft getragen werde, Beruhigung der Gemüter ein- treten werde.„Sollte sich diese Hoffnung nicht erfülle», so werde ich," fährt der Minister fort,„nicht anstehen, so schwer es mir und gerade mir wird, zu den äußersten Maßregeln zu greifen." Die Ausführungen des Ministers wurden wiederholt von feiten der Cchristlichsocialen durch lebhafte Proteste unterbrochen. Italien. Neue Eisenbahnvereinigungen in den Vereinigten Staaten. Der stübung ihrer Kollegen in Deutschland, als dieselben den Zuzug nach Die Mekeleien von Galatina vor der Kammer. Die Kammer Verwaltungsrat der Chicago Rock Jsland and Pacific- Bahn hat den Posen streng fernhalten. berhandelte in ihrer Sigung vom Sonnabend über eine Interpellation Ankauf der St. Louis and St. Francisco- Bahn genehmigt. Die betr. die Vorgänge in Galatina. Dort war es, wie wir seiner Zeit Chicago Rock Island and Pacific- Bahn wird 20 Millionen Dollars In der Faßfabrik von Reichenbach in Lüneburg ist ein Streit mitgeteilt, zwischen arbeitslosen Landarbeitern und den Gendarmen neue Aftien und 18 Millionen Dollars Bonds ausgeben. 29 Millionen ausgebrochen, weil der Fabrikant den Zahltag auf den Dienstag zu Zusammenstößen gekommen. Am Morgen waren die Arbeitslosen Dollars Kapita der Chicago Rock Island and Pacific- Bahn sollen verlegen will, die Arbeiter aber dagegen sind. An dem Ausstand vor das Rathaus gezogen, um Arbeit zu verlangen. Dabei waren gegen 31 Millionen Dollars Kapital der St. Louis and St. Francisco- find etwa 160 Arbeiter, meist Böttcher beteiligt. nicht von den Arbeitslosen, sondern von der radauluſtigen Jugend 60 neue 5proz. Chicago Rod Jsland and Pacific- Bonds und 60 ge- sperrung ist nicht ausgeführt worden, und zwar, wie es heißt, auf Bahn umgetauscht werden. Morgan und Company wird zu Pari Zum Straßburger Bauarbeiterstreit. Die beschlossene Auseinige Fenster eingeworfen worden. Darauf requirierte man Gendarmen und Truppen aus den Nachbarstädten. Am Nachmittag wöhnliche Aktien derselben Bahn für je 100 gewöhnliche Aktien der Anraten der Polizeibehörde, welche erklärt haben soll, daß sie für war Volksfest, und man verbot die Musik. Es fam St. Louis and St. Francisco- Bahn liefern. Das Eigentum jeder den Fall der Aussperrung nicht in der Lage sei, die Ordnung aufReibereien, und die bewaffnete Macht schoß auf die Menge, der beiden Bahnen wird unabhängig von einander verwaltet werden. rechtzuerhalten. eine Anzahl Personen wurde zu Boden gestreckt, zwei zu Die Ausbeute der in der Witwatersrand Minenkammer verdavon getötet. Der Unter- Staatssekretär Rouchetta spricht sein tretenen Goldminen betrug im Monat April 1903 218 900 Unzen fand, Bedauern über die Vorgänge aus, aber verteidigt im übrigen die Gold in ungefährem Werte von 929 830 Pfund Sterling, die der Haltung der Truppen. Ohne die absoluteste Notwendigkeit würden Außendistrikte 8971 Unzen Gold in ungefährem Werte von 38 106 die Polizei und die Truppen niemals Blut bergießen. Fronischer Pfund Sterling. Beifall und Widerspruch wird dem Staatssekretär zur Antwort. Der 208 456 Unzen Gold, die der Außendiftritte auf 9009 Unzen Gold. Die Ausbeute im Monat März belief sich auf Republikaner Vallone und der socialistische Deputierte Todeschini, die nachher das Wort ergriffen, bezeichneten die Antwort des Unterstaatssekretärs für vollkommen ungenügend. Es kam zu einigen heftigen Auftritten zwischen der Linken und der Rechten. Ein greifbares Resultat hatte die Debatte nicht. England. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Bei der Gewerbegerichtswahl in Nürnberg, die am Montag statt7800 Stimmen, das sind 4700 Stimmen mehr wie bei der vorigen erhielten die Kandidaten der freien Gewerkschaften Wahl. Die Hirsch- Dunderschen, die sich an der freiwilligen UeberGewerkschaften bekanntlich nicht genügen ließen, wollten durch ein laffung eines Beisigers und eines Stellvertreters seitens der freien hinterliftiges Wahlmanöver zum Ziel kommen. Sie hatten im letzten Augenblick eine eigne" Liste aufgestellt, die neben vielen Namen von bekannten Mitgliedern freier Gewerkschaften einige Hirsch- Dundersche Kandidaten enthielt. Dies plumpe auf Täuschung der Wähler berechnete Manöver verfehlte seinen Zweck. Die Hirsch- Dunderschen erhielten nur 460 Stimmen. Das frühere Entgegenkommen der immer verscherzt. " Husland. Die Straßenbahn- Werkstättenarbeiter haben von dem Eintritt in Unterhaus. Bei der Beratung des Postetats am Montag erklärte einen Streif Abst and genommen. In der gestrigen Versamm- freien Gewerkschaften haben die Wahlschwindler nun natürlich für Austen Chamberlain, er habe es stets vorgezogen, englische Post- lung teilte Wiesenthal zunächst mit, daß die Direktion abgelehnt fendungen, wenn irgend möglich, auch durch englische Schiffe be- habe, zu den von den Arbeitern nachgesuchten Verhandlungen fördern zu lassen; wenn jedoch die fibirische Bahn eine regelmäßige vor dem Einigungsamt zu erscheinen. Bei der alsdann vor- Bauarbeiterausstand in New York.„ Daily Telegraph" meldet Beförderung gestatte, die bedeutend schneller sei als die Beförderung genommenen Auszählung ergab es sich, daß wie am Sonntag, aus New York: Durch Ausstände und Aussperrungen, welche gegen auf dem Seewege, so würde er gezwungen sein, diefen Weg zu so auch diesmal wieder ein beträchtlicher Teil der in Frage 100 000 Arbeiter umfassen, ist die Bauthätigkeit ins Stocken geraten. wählen. Die Regierung stände gegenwärtig mit den in Betracht kommenden Arbeiter fehlte. Weil damit offensichtlich bewiesen war, Thatsächlich feiern fast alle Zimmerleute, Erdarbeiter, Fuhrleute und kommenden Behörden darüber in Unterhandlung, unter welchen Be- daß die fehlenden Arbeiter mit den geringen Zugeständnissen der Ziegelstreicher. In Brooklyn hat die Polizei infolge von Ausdingungen der transsibirische Eisenbahndienst zur Beförderung der Direktion zufrieden sind und sich aller Wahrscheinlichkeit nach an schreitungen ausständiger Grobschmiede eingegriffen. englischen Bost nach Peking und Ostasien benutzt werden könne; bis einem Streit nicht beteiligen würden, so beschloß die Versammlung jezt sei es jedoch noch nicht möglich gewesen, zu einem Abschluß zu auf Anraten der Organisationsvertreter, die Lohnbewegung als be= gelangen. endet zu erklären. Wie noch mitgeteilt wurde, sind den Arbeitern Afien. der Charlottenburger Werkstätten überhaupt keine Bugeständnisse ge= macht worden. werden müsse. Wahlverfammlungen. Grünau. Am Sonnabend tagte hier eine Volksversammlung, China fträubt sich bekanntlich die Kriegsentschädigung an die welche sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen hatte. In derMächte, wie diese mit Ausnahme der Vereinigten Staaten von Die Gürtler waren gestern abend im Gewerkschaftshause zu- felben sprach Genosse Zubeil über die bevorstehenden ReichstagsUmerika fordern, in Gold zu entrichten. Es will, da dieses bei dem fammengekommen, um die Vorbereitungen für eine Lohnbewegung wahlen. Am Schlusse seines Vortrages wurde dem Redner reicher heutigen niedrigen Preise des Silbers weit vorteilhafter iſt, unbe- zu besprechen. Die Versammlung mußte jedoch wegen vollständiger Beifall zu teil. Gegner meldeten sich troz mehrmaliger Aufforderung dingt in Silber zahlen. Die" Times" melden aus Shanghai: Ueberfüllung des Saales vertagt werden, nur ungefähr die Hälfte nicht zum Wort. Eine Resolution, in der sich die Versammelten ver= Der Vicekönig von Nanking und der Laotai von Shanghai der Erschienenen konnte Plak finden, obwohl Tische und Stühle aus pflichteten, am Tage der Wahl nur dem socialdemokratischen Kanhaben den amerikanischen Kriegsentschädigungsbond unter dem Saale entfernt waren. didaten ihre Stimmen zu geben, wurde angenommen. zeichnet, aber der Bantierkommission 13 Bonds zurüc Für das Dachdeckergewerbe ist gestern vor dem Einigungsamt gegeben, welche von Vertretern andrer Mächte eingereicht sind, des Gewerbegerichts ein neuer Lohntarif abgeschlossen worden. socialdemokratische Wählerversammlung statt. Zoffen. Am Sonntag fand hierselbst die erste, gut besuchte hauptsächlich aus dem Grunde, weil, wenn die Zahlung in Gold Vertragschließende Parteien waren der Centralverband der Dach referierte über: Die bevorstehenden Reichstagswahlen". Redner Genosse Zubeil erfolgen solle, der Kurs vom 1. April 1901 zu Grunde gelegt beder( Bahlstelle Berlin), sowie der Christliche Dachdecker- Verband als ermahnte am Schlusse seines Referates speciell die anwesenden Dach- referierte Am 1. April 1901 war nämlich der Kursstand des Silbers ein Arbeitnehmer und die Freie Innung des Dach-, Schiefer- und Frauen und Mädchen, die Männer für unsre Sache zu begeistern. weit höherer. Ziegeldeckergetverbes. Die Hauptbestimmungen des Tarifes find: Gerade jetzt würden die Arbeiter seitens der Arbeitgeber bei einem Afrika. Neunstündige Arbeitszeit resp. acht- und siebenstündige je nach der gemeinsamen Schoppen Bier zu födern versucht. Mit der AufJahreszeit. Der Lohn beträgt bis zum 1. Juli d. J. 65 Pf., von da forderung, thatfräftig und opferwillig die Flugblattverbreitung ab bis zum 31. März 1904 671/2 Pf. und vom 1. April 1904 bis 1. April zu besorgen, schloß der Referent seine mit stürmischem Beifall auf1905 70 Bf. pro Stunde. Ueberstunden sind nur in dringenden Fällen genommenen Ausführungen. Im weiteren wurde bekanntgegeben, zulässig und werden mit 15 Pf. Aufschlag vergütet. Für Nacht- daß die Genossen Hermann Schwitzky, Stirchstr. 19 I, Hermann arbeit ist pro Stunde 1 M. zu zahlen. Auswärts arbeitende Ge- Kotte, Stieg 10, und Franz Stakemann, Auf der Breite, für die hilfen, die einen gefeßlichen Grund zur Entlassung geben, erhalten Wähler, welche feine Zeit haben, die Wählerlisten einsehen werden fein Rückfahrgeld. Im übrigen sind für Fahrgeldvergütung sowie Quartierzufchuß der auswärts Arbeitenden bestimmte Normen geschaffen. Die Parteien versprechen gegenseitig, nur tariftreue Gehilfen zu beschäftigen und andrerseits nur bei tariftrenen Unternehmern zu arbeiten. Hierdurch soll erreicht werden, daß auch die Der Centralverband der Zimmerer( Bahlstelle Berlin und Umg.) der Innung nicht angehörigen Arbeitgeber den Tarif anerkennen. Delegierten- Versammlung ab. Den Kassenbericht vom 1. Duartal 1903 hielt am Sonntag im Gewerkschaftshause seine regelmäßige Alle vorkommenden Differenzen unterliegen der Schlichtung einer zu gleichen Teilen aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern gebildeten gab ell sow. An Einnahmen waren erzielt 54 767,28 M., denen Tariftommiffion. Erfolgt hier keine Einigung, so entscheidet das beträgt somit 44 896,87 M. Nach der einstimmigen Entlastung des Innungs- Schiedsgericht und als letzte Instanz das Einigungsamt. Raffierers wurde eine vom Vorstande für die Zahlstelle ausgearbeitete eine Ausgabe von 9870,46 m. gegenüberstand. Der Kaffenbestand The dieses gesprochen, darf kein Streit oder Aussperrung erfolgen. Geschäftsordnung nach einigen unwesentlichen Kenderungen ans Der Tarif hat Gültigkeit für Berlin und die Vororte und läuft vom genommen. Hierauf erfolgte die Wahl der Ausschußmitglieder bes 18. Mai d. J. bis zum 1. April 1905. Gesamtverbandes. Gewählt wurden Kube, Schröder, Weiß, C. Schulz, Tappert, Licht und Weißmantel. In die Achtzehnerkommission wurden gewählt als ständige Mitglieder: Kube, Stnüpfer, Witt, Neimann und Gustmann, und als Stellvertreter: Heinrich, Bergemann, Rose Zu den Unruhen in Marokko. Nach Meldungen aus' Ceuta haben die Aufständischen Angestellte der englischen und französischen Bost festgenommen und den französischen und den englischen Konsul auffordern lassen, sich des weiteren Briefverkehrs mit Tanger zu enthalten. Das Schicksal der spanischen Bost ist noch unbekannt. Tanger, 12. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Hier find Meldungen eingegangen, wonach Tetuan von den umliegenden Stämmen, welche alle Gärten niedergebrannt haben, eingeschlossen sei. Es herrsche große Panik in der Stadt. Der Vertreter des Sultans für auswärtige Angelegenheiten in Tanger Torres sende Truppen und Munition auf dem Seewege. Amerika. Roosevelt hielt gestern in Watsonville wieder mal eine feiner Roosevelt hielt gestern in Watsonville wieder mal eine feiner weltpolitischen Reden. Er sprach von der vorherrschenden Stellung, welche die Vereinigten Staaten im Stillen Ocean befäßen. In Zufunft würden sie eine unendlich viel bedeutendere Stellung ein nehmen. Im Laufe des jezigen Jahrhunderts müsse der Stille Ocean unter amerikanischen Einfluß kommen. Dadurch werde zweifellos der Nation ein großes Maß von Verantwortlichkeit aufgebürdet. Eine Ration fönne aber nicht groß sein, ohne den Preis für ihre Größe zu zahlen. Auftralien. Aus Induftrie und Handel. Verfammlungen. Achtung, Steinfeger! Die Differenzen bei der Firma D. Baumann auf dem Bau Hohen- Neuendorf bei Oranienburg sind noch nicht erledigt. Der Firmeninhaber hat im Gegenteil erflärt, daß er sich Lehrlinge borgen" und mit diesen die Arbeit fertigstellen will. Die und Wolter. Versammlung am Freitag wird sich angesichts dieser Sachlage mit der Frage zu beschäftigen haben, ob nicht sämtliche Bauten der ge- Mitgliederversammlung ab. nannten Firma zu sperren sind. Brit. Der Wahlverein hielt am 8. Mai seine regelmäßige Händel hielt einen Vortrag über: „ Gegnerische Broschüren zur Reichstagswahl". Aufgenommen wurden 16 neue Mitglieder. Ferner wurde bekanntgegeben, daß nachstehend benannte Genossen die Wählerliste einsehen für diejenigen, welche keine Zeit dazu haben: Frizz Weniger, Werderstr. 27, August Nierich, Werderstr. 33 im Laden, August Ringe, Chausseestr. 38 im Cigarrenladen. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands, 8weigberein bei Biermann, Emdenerstr. 51. Berlin. Donnerstag, den 14. Mai, abends 10 Uhr: Wanderversammlung Zum Eisenbahnerstreit in Victoria wird der„ Daily Mail" aus Melbourne gemeldet: Fast alle Lokomotivführer und Heizer der Staatsbahnen von Victoria haben die Arbeit eingestellt. Sehr wenige pensionierte Leute haben das Angebot der Regierung, für Achtung, Rammer! Bei der Firma Ditrich auf dem Bau doppelten Lohn während des Streifs zu arbeiten, angenommen. Hedemann- und Wilhelmstraße, Polier Steil, ist ein Rammer in un Der Versuch, den Vorortverkehr zu unterhalten, ist fast gescheitert. gerechtfertigter Weise gemaßregelt worden, ein andrer Kollege hat Die Regierung giebt an, daß von 90 000 Personen, welche die fich mit dem Gemaßregelten solidarisch erklärt; daher ist der Bau Vorortzüge täglich benutzen, 15 000 am Sonnabend befördert worden für die Rammer bis auf weiteres gesperrt. feien. Die Streifenden werden aus allen Teilen Australiens mit Die Lohntommission. Geld unterstützt. Klempner. Die Ortsverwaltung des Metallarbeiter- Verbandes ersucht, den Zuzug von Klempnern nach Hannover fernzuhalten, Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen weil sich die dortigen Kollegen im Streit befinden. Deutschlands, Bezirk Berlin. Mittwochabend 9 Uhr: Sigung in ben Neue Reichsanleihe. Der aus der diesjährigen Begebung von heide drohen die Differenzen wegen der streifenden Drahtspinner Drahtspinner und Aufbinder. Bei der Firma Schulz Hasen-" Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Gäste sind willkommen. breiprozentiger Reichsanleihe der Reichs- Hauptlaſſe noch zuſtehende einen größeren Umfang anzunehmen. Am Montag ſtellter bort Letzte Nachrichten und Depeschen. Restbetrag ist an sie bereits jetzt zwei Wochen vor dem auf den weitere zwölf Mann die Arbeit ein, weil sie aus andren Abteilungen 26. d. M. festgefeßten Endtermin- vollständig bezahlt worden. des Betriebes herausgenommen wurden und Streifarbeit verrichten Auch hat die Lieferung aller Stücke der begebenen Reichsanleihe follten. Am Donnerstagabend findet eine Versammlung fämtlicher London, 12. Mai.( W. T. B.) Die vorgestrige Meldung des nunmehr stattgefunden, so daß demnächst im Umtausch gegen diese im Betrieb beschäftigter Arbeiter statt, die eventuell über einen„ Reuterschen Bureaus" über die Bestimmungen der kanadischen Zolldie Einziehung der ausgegebenen Interimsscheine vor sich gehen wird. Gesamtausstand Beschluß fassen wird. berwaltung bezüglich deutscher Waren ist wie folgt richtig zu stellen: Hinsichtlich der Waren, welche in Deutschland bis hter, ist in Konkurs geraten. Nachdem der in Hamburg- Altona Achtung! Bretterträger, Brettschneider! Die Kollegen der Firma 16. April einschließlich gekauft und vor dem 30. Juni( nicht, fehr bekannte Herr J. H. Mohr, der als bescheidener kleiner Butter- Schiffer u. Sohn, Charlottenburg, Leibnizstraße, haben am Dienstag wie irrtümlich gemeldet,„ vor dem 13. Juni") ohne Zuschlagssteuer händler angefangen hatte, seine ausgedehnte Margarinefabrit in die Arbeit niedergelegt wegen Nichtanerkennung des alten Tarifs. in Kanada eingeführt werden sollen, müssen die Exporteure der Barenfeld bei Altona in eine Aftiengesellschaft( unter der Firma Da zwischen der Firma und der Lohnkommission durchaus keine Faktura eine Erklärung beifügen, daß Ordre für diese Waren bis A. L. Mohr) hatte umwandeln lassen, wurde er zunächst Direktor der Einigung zu erzielen ist, werden sämtliche Kollegen ersucht, den Platz zum 16. April angenommen worden ist. neuen Gesellschaft, schied dann aber aus und begründete vor strikte zu meiden und nicht um Arbeit anzufragen. einigen Jahren in Berlin die Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht J. H. Mohr u. Sohn, die, wie schon oben gesagt Die Margarinefabrik J. H. Mohr u. Sohn, Ges. m. b. H., = Deutfches Reich. Die Lohnkommission. Deutschland und Kanada. Rußland in China. zum Bering, 12, Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Der wurde, sich jetzt zur Konkursanmeldung gezwungen sieht. Mohr galt Die Aussperrung in Pirmasens. Eine Privatdepesche aus Pir- hiesige russische Geschäftsträger hat beruhigende Erklärungen abfrüher als ein sehr reicher Mann, dessen Vermögen auf 12 bis masens meldet uns, daß die Arbeiter neuerdings wieder Einigungs- gegeben. Nach dem Empfange eines Telegramms, in welchem 15 Millionen Mart geschäzt wurde. Für den Wahlkreis Ottensen vorschläge gemacht haben, die aber von den Fabrikanten abgelehnt einigten Staaten gemeldet wurde, daß von England, Japan und den VerPinneberg, der jetzt socialdemokratisch vertreten ist, saß er eine Beit wurden. Die Fabrikanten wollen eine Auslese unter den Aus- Mandschurei ins Auge gefaßt werde, veröffentlichte der russische ein gemeinsames Vorgehen bezüglich der Lang im Reichstage, spielte dort aber eine sehr untergeordnete Rolle. Eine gleiche Bedeutung wie das Barenfelder Geschäft hat das gesperrten halten, und 400 Arbeiter nicht wieder einstellen. Eine am Geschäftsträger eine offizielle Note, daß die ganze Mandschurei dem Berliner nie erlangt. Dienstag abgehaltene Versammlung von 4000 organisierten Ar- fremden Handel offen stehe und das Bässe nicht länger erforderlich A. Niebecksche Montanwerte, Aftien Gesellschaft, beitern lehnte dieses Anfinnen einstimmig ab. Die Aussperrung feien. Salle. In der gestern abgehaltenen Sigung des Aufsichtsrates dauert also unverändert fort. Es ergiebt sich, daß ursprünglich 500 Mann russischer Truppen der A. Riebeckschen Montanwerke Aftien Gesellschaft legte der in Ratschwang gestanden haben, die an dem für die Räumung festTischlerstreit in Bofen. Seit 14 Tagen befinden sich in Bofen gefesten Termin zurückgezogen wurden, daß aber eine TruppenVorstand der Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung für sämtliche Bau- und Möbeltischler im Ausstande. Auf dreimaliges abteilung von gleicher Stärke später dorthin zurückgekehrt ist. Die das Geschäftsjahr 1902/03 vor. Der Bruttogewinn beträgt nach Ersuchen der Gesellenkommission an die Meister, eine gemeinschaft- wieder in den Liauforts eingezogenen Truppen waren eine Abteilung, Abzug die Geschäftstoften 2 734 560 M. gegen 2 628 551 M. im Vor- liche Kommissionssizung anzuberaumen, um die gestellten Forde die nach einer im Süden der Halbinsel liegenden Station marschierte jahre. Für Abschreibungen sollen 955 763 M.( im Vorjahr 955 445 rungen zu beraten, erfolgte stets eine ablehnende Antwort. Mark) verwendet werden. Ferner wurde befchloffen, der zum 28. Juni Forderungen der Bautischler sind folgende: 9% stündige Arbeitszeit, von der Wiederbefeßung der Forts entstanden sein. Die und die Forts als Ruhepunkte benutte. Daraus soll das Gerücht nach Halle einzuberufenden Hauptversammlung die Verteilung einer 40 Pf. Stundenlohn und ein dementsprechend erhöhter Accordtarif. Dividende von 12 Prozent( gegen 12 Prozent im Vorjahre) vor- Die Möbeltischler verlangen die 10stündige Arbeitszeit, 32 Pf. sprechung mit dem amerikanischen Gesandten Conger in Peking einDer amerikanische Ronjul aus Niutschivang ist zu einer Bezuschlagen und auf neue Rechnung den Betrag von 78 458 M. bor- Stundenlohn und Festlegung der Accordpreise. Es befinden sich getroffen. zutragen. rund 280 Bautischler mit 275 Kindern im Ausstande. Die BauDer Bericht des Washingtoner Ackerbau- Bureaus beziffert den tischler sind sämtlich im Deutschen Holzarbeiter- Vecbande organisiert. Stand des Winterweizens mit 92,6 Proz. gegen 76,4 Proz. am Die Möbeltischler, deren Gesamtzahl auf 220 zu schägen ist, ge- bäude in Brod wurde von einer Rotte Bauern angegriffen, die die Budapest, 12. Mai.( W. T. B.) Das Eisenbahnstations- Ge 1. Mai des Vorjahres und den Stand des Winterroggens mit hören zum größten Teil dem christlichen Verbande an. Die Meister ungarischen Inschrifttafeln herabreißen wollten. Bei Erscheinen 93,8 Proz. gegen 83,4 Proz. Der Anbau von Winterweizen, beträgt nehmen durchweg eine schroff ablehnende Haltung ein. Wie es ihnen des Militäre zerstreute sich die Menge. In Siffet wurden der nach Abzug der aufgegebenen Flächen 33 107 000 Acres gegen um eine Einigung zu thun ist, ersieht man daraus, daß die Kom- Advokat Superina und der Buchdrucker Dindal wegen Anstiftung 27 103 000 Acres im Vorjahr. Der New Yorker Statistiker Brown missionsmitglieder der Möbel- Tischlermeister für ihre eigne antisemitischer Ausschreitungen verhaftet. In einigen Ortschaften schäßt den Ertrag an winterweizen auf 546 265 000 Bushels gegen Eizung eine Entschädigung von 6 W. pro Tag verlangen, während des Belovarer Komitatats wurden Verhaftungen wegen Verbreitung 341498 000 Bushels im Vorjahre. Das Ackerbau- Bureau fügt hinzu, dieselben den Gesellen einen Stundenlohn von 32 Pf. absprechen. aufrührischer Aufrufe vorgenommen. Die Behörde hat zahlreiche daß Weizen durch die plöglich eingetretene Kälte keinen merkbaren Die um solch minimale und gerechte Forderungen lämpfenden Bau- in Basel gedruckte über Laibach nach Kroatien geschmuggelte Aufrufe Schaden erlitten habe. und Möbeltischler Posens bitten insofern um die moralische Unter- anarchistischen Inhalts beschlagnahmit. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 110. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 13. Mai 1903. Nur ein einziger Besizer verkauft regelmäßig 40-60 Centner Von einer Einschränkung der Lieferungen ist also in diesem Die Zollausbeutung der Kleinbauern. Getreide, und zwar Roggen. Er besitzt 37 Hektar Fläche, darunter Briefe keine Rede. Die Schultheiß- Brauerei übt eine„ wohlwollende 24 Hektar Ackerland und 6 Hektar Wiesen. Auch dieser Besizer Neutralität", wie dies in der Diplomatensprache heißt, dem Leipziger Wenn die herrschenden Klassen irgend eine notwendige, fich würde, wie er selbst eingesteht, seinen Viehstand vergrößern und sein Brauereiverein gegenüber aus. Wenn dieses Wohlwollen nicht so weit unabweislich aufdrängende gesetzgeberische Handlung hintertreiben torn verfüttern, wenn er es nötig hätte. Um mehr Vieh halten zu kontingentiert und ihnen so eine Erweiterung ihres Geschäftsbetriebes geht, daß die Brauerei ihre bisherigen Leipziger Abnehmer vollen, dann veranstalten sie Erhebungen. Wenn sie aber irgend fönnen, müßte er bauen und einen Dienstboten mehr einstellen. Er unmöglich macht, darf man füglich dagegen nichts einwenden. Man eine Prellerei des Volkes zu Gunsten einzelner Interessenten durch will bequem leben, und da macht der Verkauf des Getreides kann die Brauerei nicht mit Gewalt zwingen, neue Abnehmer für führen, dann hintertreibt man die notwendigen Erhebungen. Daß weniger Scherereien die Fleischpreise eine unerhörte Höhe erreicht hatten und zwar triebe, als die Verwertung im eignen Be- ihre Produkte zu suchen. Es ist Sache der Leipziger Arbeiter, event. triebe, wenn es auch so weniger einbringt. Außer diesem durch Uebung der Enthaltsamkeit ihre Sache zum Siege zu führen. wesentlich infolge der„ sanitären" Maßnahmen- nie war ein Wirt verkauft feiner regelmäßig Korn. Schwindel frecher-, dazu bedurfte es keiner Untersuchung, das Nur bei dringendem Anders, wenn die Schultheiß- Brauerei Schritte unternimmt, welche fühlte jeder, das sah jeder. Ursache und Wirkungen waren gleicher- Geldbedarf verkaufen andre Besizer dann und wann einige als direkt gegen die Arbeiterschaft gerichtet angesehen werden müssen. Centner Roggen oder Hafer. Aus den Angaben aller Land- Dann muß auch die Arbeiterschaft an andren Orten den Leipzigern maßen flare Thatsachen. Wie die Massen aber ungeberdig wurden, wirte beziffert sich der durchschnittliche jährliche Verkauf an Körnern die Solidarität üben, welche die Schultheiß- Brauerei ihren Leipziger verschüttete man die Erregung in einer überaus gründlichen Untersuchung, die erst ein Ende hatte, als das Parlament geschlossen und auf 150 bis höchstens 200 Centner. Das macht im Höchstfalle bei Berufsgenossen gegenüber nicht vermissen lassen will. einem Preise von 6 M. pro Centner eine Einnahme von 1200 m., die Fleischpreise ein wenig gesunken waren. So brauchte man im Berhältnis zur Fläche uno au den sonstigen Einnahmen Persilla enite im zu nichts zu thun, so durften die viehzüchtenden Großgrundbesitzer den Landwirte eine ganz geringfügige Summe. Von andren Ackerbauone Sociales. Hunger der Massen ungestört bewuchern. Das Verfahren auf Einleitung der Fürsorge- Erziehung betrifft Umgekehrt wurde beim Zolltarif verfahren. Hier mußten die nahmen einiger Betriebe eine nennenswerte Rolle. Alle andren Gesetz über die Fürsorge- Erziehung Minderjähriger könnnen in FürProdukten spielt nur die Eßkartoffel für den Verkauf und die Ein- eine wichtige Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts. Nach dem Umgekehrt wurde beim Zolltarif verfahren. Hier mußten die Produkten spielt nur die Eßkartoffel für den Verkauf und die Einwirklichen Verhältnisse der Landwirtschaft im Dunkeln bleiben. Vor Aderbau- Produkte werden in der eignen Wirtschaft von Menschen sorge- Erziehung nur Bersonen unter 18 Jahren gegeben werden, allem galt es, die Thatsache aus der Welt zu schweigen, daß gerade und Vieh konsumiert. die Kleinbauern durch die Zölle bedrängt würden; denn der Schutz während die Fürsorge- Erziehung, einmal eingeleitet, bis zur VollDer menschliche Getreidekonsum wird von der Reichsstatistik auf jährigkeit währt. Ein westpreußisches Amtsgericht hatte nun die der Kleinbauern war ja die groteske Lüge, durch die man dem 180 Kilogramm pro Kopf und Jahr berechnet. Rubow findet diesen Fürsorge- Erziehung eines jungen Mädchens beschlossen, als es noch feudalen Raubzug eine demokratische Entschuldigung zu geben be- Satz für Schweffin zu niedrig; er rechnet über mehr als 200 Kilo- nicht 18 Jahre alt war; der Beschluß, der angefochten werden kann, müht war. Darum wurde das Verlangen nach einer Enquete unter gramm. Der Gesamtkörnerverbrauch der Gemeinde( Menschen, Aus- wurde aber erst rechtskräftig, nachdem das Mädchen bereits das 18. Lebensden nichtigsten Vorwänden verweigert. Man„ schützte“ durch un- saat, Vieh) beziffert sich auf 18 495 Centner, die Körnerernte ergiebt jahr vollendet hatte. Die zur Ausführung des Beschusses berufene geheure Zölle die Landwirtschaft, ohne ihre Verhältnisse zu kennen. 14 260 Centner, bleibt ein Bukaufsbedarf von 4235 Centner. Behörde, der Provinzialausschuß, lehnte deshalb die Ausführung ab, Statt der wissenschaftlich gewonnenen Zahlen mußte das Geschrei Rubow weist auf einen Beschluß des Deutschen Landwirtschaftsrats tomme es auf die Rechtskraft des amtsgerichtlichen Beschlusses an. indem er geltend machte, für die Einleitung der Fürsorge- Erziehung der Junker genügen, und der ihnen willfährigen Regierung und Parteien. hin, der erklärt, daß eine Verfütterung von Brotgetreide unter normalen Sabe am Tage, wo der Beschluß rechtsträftig wurde, die Person Inzwischen sind wertvolle wissenschaftliche Untersuchungen erschienen, Breis- und Marktverhältnissen weder notwendig noch wirtschaftlich das 18. Lebensjahr bereits vollendet gehabt, dann könne die Person die das agrarische Lügengewebe von dem kleinbäuerlichen Interesse an den lohnend sei. Dazu bemerkt Rubow( S. 58): Agrarzöllen gründlich und endgültig zerstören. Hechts Veröffentlichung nicht mehr unter Fürsorge- Erziehung gestellt werden. Der Oberpräsident „ Dieser Beschluß zeigt, wie sehr bis in die höchste Organisation beanstandete das ablehnende Verhalten des Provinzialausschusses, wohöchste Drgan über die badische Landwirtschaft haben wir seiner Zeit gewürdigt. des Reichs hinauf die landwirtschaftlichen Vertretungen von dem durch die Angelegenheit vor das Ober- Verwaltungsgericht tam.- Dieses Er bewies auf Grund amtlicher Zahlen unwiderleglich, daß die große Interesse des tornbauenden Großgrundbesitzes beherrscht werden, billigte zwar aus einem formellen Grunde nicht die Beanstandung Bahl der Kleinbauern durch die Zölle in gleichem, teils in noch höherem wie weit der weiterverarbeitende Kleingrundbefit hintenanfteht. des Oberpräsidenten zu, daß für die Zulässigkeit der Fürsorgedes Oberpräsidenten, stimmte in der Sache selbst aber der Auffassung Maße benachteiligt werden als Arbeiter, Handwerker, Kaufleute, Beamte. Es ist eine Binsenwahrheit, daß die Verfütterung nicht Erziehung maßgebend sei der Tag der Beschlußfassung des Kürzlich ist nun in der Sammlung„ Volkswirtschaftlicher Zeitlohnend ist, wenn sie künstlich unlohnend gemacht wird Amtsgerichts und nicht der Tag der Rechtskraft des Beschlusses. fragen" eine Schrift von Dr. W. Rubow erschienen: Die durch die Zollbelastung des Getreides. Denn daß dies, d. h. die Be- Es genüge in Bezug auf die zeitliche Zulässigkeit der Unterstellung hinterpommersche Landgemeinde Schwessin, die fürwortung des Zolls, die Absicht der Erhebung und des Be- unter Fürsorge- Erziehung, daß der Beschluß vor der Vollendung Lage ihrer Landwirte und ihr Interesse an den schlusses war, ist kein Zweifel. Wenn der Deutsche Landwirt- des 18. Lebensjahres gefaßt werde, wie das hier geschehen sei. Getreidezöllen."( Berlin, Verlag von 2. Simion, Preis schaftsrat mehr bei kleinen Viehzüchtern und-Mästern Umfrage 1 M.). Dr. Rubow ist der Sohn eines Schwessiner Kleinbauern. halten würde, so würde er zur Antwort bekommen, daß bei den Die Kinderschuh- Gesetzgebung in Nordamerika ,, Es war nicht Haß gegen die Landwirte, sondern Zuneigung gegen heutigen Viehpreisen die Kornverfütterung lohnend ist, selbst wenn ist in den einzelnen Staaten sehr verschieden entwickelt; neben sehr den Bauernstand, dem ich noch durch verwandtschaftliche und freundder Roggenpreis durch den 7,50 Mart- 3oll um 1,50 Mart pro fortgeschrittenen Schutzgesehen findet man andre Staaten, namentlich schaftliche Beziehungen verbunden bin, die mir die Feder in die Hand Centner gesteigert würde." die südlichen, wo die Kinderausbeutung auf das schamloseste be= drückte. Weil ich die neueste Zollpolitik für meine engste Heimat für verDer wirkliche Körnerzukauf in Schweffin ist noch größer als trieben wird. Unter den ersteren ist der Staat Oregon zu zählen. derblich hielt, entschloß ich mich, ihre Verhältnisse darzustellen." wer den Zoll trage, aus dem Wege zu gehen, daß der deutsche leichtere Beschäftigung in der obigen Berechnung. Rubow nimmt dann, um dem Streit, Dort ist die Arbeit der Kinder unter 14 Jahren in Fabriken, Werkstätten und Lagerhäusern durchaus berboten. Soweit Boll den Weltmarktpreis des Getreides um ein Zehntel des Zoll- gestattet ist, darf dieselbe nicht während bon Kindern( zu Botengängen 2c.) betrages drückt; so ermäßigt sich die Bollbelastung des Doppel- ausgeübt werden. der Schulzeiten Die Arbeitszeit dieser Jugendlichen darf centners von 3,50 M. auf 3,15 M. im Inlande, des Centners von nicht länger als zehn Stunden täglich und nicht mehr 1,75 auf 1,57 M. Die Gemeinde Schwefsin trägt also in dem denn 6 Tage wöchentlich betragen. Ferner ist vorgeschrieben eine Butauf von 4235 Gentner Getreide und Getreideprodukte eine Last halbe Stunde Mittagszeit. Personen, die nicht schreiben und leſen von 6649 M., die nur durch den Zoll verursacht wird. Bei der Er- fönnen, dürfen nicht beschäftigt werden. Die mit der Fabrikinspektion höhung des Bolles auf den vom Reichstage beschlossenen Mindest: Arbeiterinnen für die betr. Arbeit zu schwächlich erscheinen, die Beibetrauten Beamten können, wenn ihnen die jungen Arbeiter und satz von 5 M. pro Doppelcentner würde die Belastung sich bringung eines ärztlichen Atteftes verlangen. An Strafen sind vorauf 9529 M. stellen, wenn ebenfalls 10 Proz. des Zolls für den gesehen für den ersten Uebertretungsfall 40-100, für den zweiten Druck auf den Auslandspreis vom Zollbetrag abgezogen werden. 100-200 m., für den dritten und jeden weiteren 10-30 Tage GeDie Mindestsätze des neuen Zolltarifs bedeuten also, wenn sie jemals fängnis. Auch die Eltern und Erzieher machen sich, wenn sie ihre in Kraft treten, eine Mehrbelastung von 2880 M. für die Gemeinde. Pfleglinge gegen die Bestimmungen des Gesetzes beschäftigen lassen, Damit könnte sie bis auf 20 m. ihre Kommunalsteuer ohne die strafbar. Schullasten bezahlen. Schon heute macht die Bollast beinahe das Gineinhalbfache der gesamten direkten Steuern( 4604 M.), die die Gemeinde für öffentliche Zwecke aufzubringen hat, aus. " Rubow weist nun auf Grund genauer Einzelaufnahmen nach, daß einmal in seiner Heimat von einer eigentlichen Notlage keine Rede sei, sondern daß durch die Getreidezölle die Kleinbauern nicht gefördert, sondern stark geschädigt werden. Schweffin liegt im Regierungsbezirk Köslin. Der Boden ist wir citieren im Nachfolgenden auszugsweise die Schrift- in der Hauptsache nur mittlerer und geringer, zum großen Teil sogar ganz schwacher Qualität. Die 1585 Hettare umfassende Feldmark Schweffins ist in folgender Weise unter die Grundbesitzer verteilt. Es entfallen auf die Größenklassen... Befizungen: Bis 1 ha-1 ha 1-2 ha 2-3 ha 3-4 ha 4-5 ha 6 10 15 35 16 22 5-10 ha 10-15 ha 15-20 ha 20-30 ha über 30 ha 21 4 7 3 66 Bon den drei Befizungen über 30 Hektar umfaßt eine 37 Heftar, eine 54 Hektar und die größte 162 Hektar, wovon 114 Heftar Waldboden, zum Teil sogar unangeschont, sind, so daß auch der größte Besitzer nur über 48 Hektar landwirtschaftlicher Fläche verfügt. Es sind also durchweg Zwerg- und Kleinbauern. Parzellenbetriebe bis zu 2 Hektar find Nebenbetriebe von in andern Hauptberufen Thätigen. Betriebe von 2 bis 5 Hektar beschäftigen die ganze Familie in der Regel noch nicht ausreichend. Auf schlechtem Boden geht die Grenze noch weiter hinaus. Die als mittelbäuerliche bezeichneten Betriebe von 5 bis 20 Hektar kommen ge= wöhnlich ohne fremde Arbeitskräfte aus. Dienstboten können aber auch in Wirtschaften von 15 bis 20 Hektar nur schwer entbehrt werden, so lange die Kinder nicht erwachsen sind. In den wenigen noch größeren Wirtschaften sind 2 bis 3 Dienstboten die Regel, die größte hält deren sechs. Das sind Zahlen und Thatsachen, die keine von den Wanderrednern des Bundes der Landwirte hergeleierte Phrase, keine Behauptung der Wangenheim, Herold, Heim zu erschüttern vermag. Hätten wir für ganz Deutschland eine gründliche Untersuchung der agrarischen Verhältnisse, teine Regierung würde mehr wagen, unter Berufung auf die Kleinbauern Bucherzölle zu verlangen. Partei- Nachrichten. Aus der Frauenbewegung. Polizei und Frauen- Wahlverein. Von mehreren Seiten wird uns die Mitteilung, daß in den Wohnungen von Mitgliedern des Frauen- Wahlvereins Herren er schienen, welche sich als Beamte bom Polizeipräsidium ausgaben. Dieselben fragten an, ob die betreffende Frau dem Wahlverein angehöre, wo sie geboren wäre 2c. Welchen Zweck diese polizeilichen Recherchen haben sollten, ist uns nicht bekannt. Da viele Frauen durch diese Belästigungen sich beunruhigt fühlen, hat man an uns die Anfrage gerichtet, ob denn die Mitglieder des Vereins verpflichtet seien, auf dergestalt gestellte Anfragen Auskunft Die Lebensmittelzölle und die indirekten Steuern. Wer fie zu geben. Das ist nicht der Fall. Die Polizeibehörde hat zahlt und wem sie nügen. Eine neue Agitationsbroschür sich wegen jeder Auskunft über den Verein und seine Mitglieder an Bon der Anbaufläche sind 295 Hektar mit Winterroggen, gelangt soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts zur Aus- den Vorstand desselben zu wenden; an diesen mögen unsre 155 mit Hafer, 108 mit Kartoffeln, 65 mit Klee, 25 mit Kohl- gabe, in welcher der Nachweis von der die Lebensmittel verteuernden Genofsinnen etwa bei ihnen vorsprechende Beamte oder Leute, die Wirkung der Bölle und indirekten Steuern erbracht wird. Der Ver- fich dafür ausgeben, verweisen. rüben bestellt. Sehr stark und in ständigem Wachsen begriffen ist die Vieh- faffer zeigt, wie jede Erhöhung der Zölle auf die notwendigsten G.haltung: brauchsartikel eine Verschlechterung der Lebenslage des arbeitenden Schöneberg. Der Verein für Frauen und Mädchen für Schöne Volkes nach sich ziehen muß, wie die indirekten Steuern also kultur- berg und Umgegend hält heute Mittwoch seine regelmäßige Mitfeindlich sind, und deshalb von jedem Volksfreunde bekämpft werden gliederversammlung im Lokal von Obst, Meiningerstr. 8, ab. Herr müssen. Die arbeitende Bevölkerung muß aber um so mehr gegen diese Dr. Röder spricht über die Ursachen der Wirbelsäulekrümmung der Kinder und ihre Verhütung. Die Frauen und Mütter Schönebergs Steuerpolitik ankämpfen, als die durch indirekte Steuern aufgebrachten werden ersucht, recht zahlreich in dieser Versammlung zu erscheinen. Mittel zum überwiegendsten Teile der Erhaltung von Heer und Marine Gäste, Herren sowie Damen, haben Zutritt. Der Vorstand. geopfert werden, also fulturwidrigen steden dienen müssen. Die Stückzahl betrug bei: Pferden Rindvieh 1883 125 531 Schafen 208 1900 177 1902 177 659 665 175 211 Schweinen 690 1289 1453 Die vor 20 Jahren schon recht starke Viehhaltung hat sich also inzwischen noch wieder sehr bedeutend gehoben, bei den Pferden um 41,6 Proz., beim Nindvieh um 25,2 Proz. und bei den Schweinen gar um 110,2 Proz. " Zu alledem kommt aber noch hinzu, daß die Zölle dem Schuhe Eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung tagte Sonntag, den Frauen- Wahlverein Teltow Beeskow- Storkow Charlottenburg. der Landwirtschaft" dienen. Die Broschüre zeigt, wie die eintretende 10. Mai, in Rigdorf. Genoffe Hennig behandelte das Thema: Preiserhöhung nicht den kleinen Grundbesitzern, wohl aber den Die Entwicklung der Socialdemokratie". Der Referent schilderte Interessant sind die Angaben über die steigenden Grund- reichen Latifundienbefizern zu gute kommt und ihnen auf Kosten der anschaulich die Vorgänge in der Arbeiterbewegung vom Jahre 1848 stüdspreise. 1811 zahlte der erste Erwerber des Vorwerks übrigen Bevölkerung ein Schmarogerleben garantiert. Die leicht bis in die neueste Beit. Die Diskussion gestaltete sich sehr lebhaft. Schweffin 1600 Morgen mit Gebäude-15 828 Thaler. verständliche Darstellung des behandelten Gegenstandes macht die Die Redner und Rednerinnen zeigten an praktischen Beispielen, daß Der Nachfolger verkaufte in den Jahren 1835 bis 55 1428 Morgen Schrift für die Wahlagitation in Stadt und Land besonders geeignet. fie es begriffen haben, was es heißt, mitzuarbeiten im Interesse der für 36 610 Thaler, eine Preissteigerung des Bodens auf das 21% fache. Der Einzelpreis ist 10 Pf. Die Agitationsausgabe, die aber Partei. Unter Verschiedenes wurde mitgeteilt, daß die nächste Ver 1857 wurde das Reftgut etwa 160 Morgen für ungefähr die nicht an Buchhändler, Kolporteure 2c. geliefert wird, foftet: ſammlung Sonntag, den 24. Mai, abends 6 Uhr, bei Hollbach, Hermannstr. 126, stattfindet. Mitglieder werden in der Versammlung, gleiche Summe verkauft, wie 1811 das ganze zehnfach größere Gut foftete. 500 Exemplare M. 15,-; 1000 Exemplare M. 25,-; 5000 Erem bei Frau Mohr, Wißmannstr. 10, und Frau Jeeye, SteinmezIn der zweiten Hälfte des Jahrhunderts find dann die Preise plare M. 100,-. straße 120, aufgenommen. weiter gestiegen. Von einem Rüdgang ist bis heute nichts bemerkt Bestellungen sind zu richten an die Buchhandlung Vorwärts, worden. Im Gegenteil, fie haben eine beinahe ungesunde Höhe erreicht. Berlin SW., Lindenstr. 69. " Weibliche Gemeindebeamte. Wie man uns aus Baden schreibt, ist nunmehr in der Stadtgemeinde Offenburg das neue OrtsDie Barlöhne sind seit 20 Jahren um 50-60 Proz. gestiegen. Die Schultheiß- Brauerei und der Kampf um die Versammlungs- statut durchgeführt, welches in zwei Verwaltungszweigen eine MitDer ortsübliche Tagelohn beträgt aber immer noch nur 1,60 m. für fäle in Leipzig. Herr Direktor Röfice stellt uns eine Abschrift des wirkung des weiblichen Geschlechtes ermöglicht. Die AnMänner, 1,20 M. für Frauen. Der Tagesverdienst im Walde beträgt Briefes, der von der Schultheiß- Brauerei an den Brauereiverein in regung ging aus von der socialdemokratischen Vertretung auf dem bei harter Arbeit nur 1 M. Rubow hebt hervor, daß die Ver- Leipzig gerichtet wurde, zur Verfügung. Der wesentliche Teil des Rathause; die Regierung hatte in lepter Instanz nichts gegen das Princip einzuwenden, demzufolge die Frauenvertretung in den ficherungs- Gesetzgebung, über die sich die Agrarier so bitter beklagen, Briefes lautet: Gelegentlich der in einigen Zeitungen erfolgten Bekanntgabe beiden Kommissionen der Armen verwaltung und der städtischen neben der Barlohnsteigerung gar nicht ins Gewicht fällt, diese " Belastung" beträgt nur 11-15 Broz. der Barlohnsteigerung. von Brauereien, welche sich der dortigen socialdemokratischen Schul aufficht zulässig ist. Nur wurde bestimmt, daß die Zahl der Partei zur Lieferung von Bier an Stelle der boykottierten Männer im überwiegenden Verhältnis zu jener der Frauen stehen Brauereien angeboten haben, ist zwar unsre Firma nicht muß. In der Schulkommission befindet sich, gewählt von den mit aufgeführt, es ist aber doch die Bemerkung hinzu Lehrerinnen, Fräulein Dusberger, eine Hauptlehrerin der Volksgefügt, daß den am Boykott beteiligten Arbeitern auch die schule; im Armenrat fizen sieben Frauen, barunter als Angehörige Biere der Schultheiß- Brauerei zur Verfügung stehen. Hieraus der socialdemokratischen Partei Frau Marie Ged, die Gattin des fönnten uneingeweihte die Ansicht gewinnen, daß auch wir zu den Abgeordneten G.; es find alle politischen Richtungen und alle Brauereien gehören, welche aus dem gegen Ihren Verein geführten Konfessionen unter den Rathausdamen vertreten. Im Stadtrat Kampf für sich Nußen zu ziehen bemüht find. Das ist unrichtig. ist unsre Partei durch die Genossen Monsch und Fritsche Wir bedienen zwar unsre bisherige Kundschaft( ein früherer Berliner), im Stadtverordneten- Vorstand durch Ad. Geck in gewohnter Weise, werden uns aber hierauf und im Bürgerausschuß durch 15 Stadtverordnete vertreten. Unser beschränken und feinesfalls unfren dortigen Berufsgenossen Stadtrat Monsch ist von allen„ Priestern der Gemeinde" am meisten durch direkte oder indirekte Lieferung an deren Kundschaft in den in Anspruch genommen, da er außer den Sigungen des Stadtrates Rüden fallen." noch in 10 Kommissionen zu funktionieren hat. Nach der Veranlagung für 1902/3 waren unter den Landwirten in Schweffin 63 Cenfiten, die zur Einkommen oder Ergänzungssteuer eingeschätzt waren, die also entweder ein Einkommen von über 900 M. oder ein Vermögen von mehr als 6000 M. hatten. 19 Landwirte sind zu einem Einkommen von über 900 M. eingeschätzt. Von den 63 eingeschätzten Landwirten haben 13 ein Kapitalvermögen von zusammen 48 600 M. angegeben. Das Grundvermögen( Wert des eignen Besitzes einschließlich des Betriebskapitals) aller Cenfiten ift zu 866 040 M. eingeschätzt. Schulden haben sie 211 601 M., 23,1 Proz. des Gesamtvermögens. Wie steht es nun um das Interesse an den Getreidezöllen? Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 13. Mai. Anfang 7, Uhr: für die nächste Uummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Opernhaus. Cosi fan tutte.( So Anfang: machen es Alle.) Schauspielhaus. König Lear. Neues Operntheater. Geschlossen. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. 100 000 Thaler. Sonntags 3 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. geffing. Der blinde Baffagier. Josefine Delcliseur Neues. Pelleas und Melisande. Residenz. Lutti. Westen. Dubarry. Central. Madame Sherry. Thalia. Auf eignen Füßen. Anfang 8 Uhr: 9 Schiller O.( Wallner Theater.) Die Here. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Jugendfreunde. Belle Alliance. Freigesprochen. Hierauf: System Aubert. 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Roland u.Pierre Morgand Sonntagnachmittag 3 Uhr: b. fleinen Preisen: Winterschlaf. Am 16. Mai cr.: Eröffnung d. prachtv. Sommergartens- Künstler I. Ranges. Apollo- Theater. Nach dem Konzert: Grosser Familien- Ball. Kaffeeküche. 2 Ball- Orchester. 1510L 3 Kegelbahnen. Russische Rutschbahn. Avis! Donnerstag, den 21. Mai( Himmelfahrtstag): Gala- Specialitäten- Vorstellung. Brauerei Friedrichshain früher Lipps( Oekonom: E. Niemann), am Königsthor. Grösster Konzertsaal und Garten Berlins. Heute Mittwoch und nur noch einige Tage: Populäres Konzert von Johann Strauss Kaiserlich und Königlich Oestreichischer Hofball- Musikdirektor mit seiner gesamten Kapelle aus Wien. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf., Reserv. Platz 1 M. Bernhard Rose- Theater Die Liebesinsel. Bernhard Rose- Theater Zum Die 8. Male: Berliner Ausstattungs- Burleske in 3 Akten von Benno Jacobson. Musik von C. Stix. Badstraße 58. Mittwoch, den 13. Mai 1903: Auf fremder Erde" Im 3. 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Das jahre longe Renommee, welches ich bei dem laufenden Publikum jeit meinem mehrjährigen Bestehen genieße, bürgt für solide und Sauerhafte Ausführung meiner Ein leiner Versuch wird Sie bon meiner allseitig an erkannten Leistungsfähigkeit überWaren. zeugen. Möbelund Polsterwaren- Fabrik von 12342* R. Rosien Tapezierer u. Dekorateur 26 Schwedterstr.26 an der Kastanien- Allee. Achtung! Vereine! Juni, Juli, August sind noch mehrere Sonnabende zu Theater, Bällen und Sommerfesten frei unter ganz günstigen Bedingungen. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch wachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Brunnenstr. 41, aus nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der PappelAllee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/16 Der Vorstand. Am Sonntag früh verstarb plözlich unser Parteigenosse Fritz Lietzke. In ihm verlieren wir einen der bravsten und begeistertsten Ge nossen. Trot schwerer Leiden hat er lange Jahre stets in den vordersten Reihen in unserem großem Kampfe gestanden und in voller Hingebung emsig unfre Ideen propagiert. So werden wir ihm ein Vorbild für viele bewahren. ein ehrendes Andenken Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 13. Mai, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Brunnenstr. 41, aus statt. 219/14 Die Vertrauensleute des 6. Kreises. Nach langem schweren Leiden verschied am 10. Mai cr. mein lieber Mann Karl Kämpfert im 42. Lebensjahre. Um stilles Beileid bittet tief betrübt die trauernde Witwe Franziska Kämpfert geb. Krüger. Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 26 Uhr vom Trauerhause Sidingenstr. 6 aus ſtatt. 15172 F. Scholz' Festsäle und Garten, Männer- Gesangverein Große Frankfurterstraße 74. Auch steht mein Saal zu Versammlungen zur Verfügung. Jeden Sonntag: Großer Ball. Anfang 4 Uhr. [ 13622* Für 30 Mark reinwollenen Anzug nach Maß. Tadelloser Sig, feinste Buthaten. 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Rege Beteiligung erwartet 116/19 3 Die Ortsverwaltung. lumen- und 1057 Kranzbinderei Richard Engelke, Reichenberger- Strasse 164, Ecke Mariannenstr. Specialität: Vereinskränze. amtlich geprüft. Masseur Specialarzt für[ 98/ 14* Paul Liere, und Hellgehilfe, jetzt: Haut- und Harnleiden. Alte Schönhauserstr. 16, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4 1 Treppe, 4-6 Uhr täglich. 88/ 8* Zucht- und Legehühner gerkauft Otto Pich, Berlin, Zionskirchplatz 8.[ 14072*] Hüte! Herrenhüte von 1,50 au Knabenhüte„, 0,75, " Größtes Lager in Strohhüten von den einfachsten bis zu den feinsten Genres. Schirme zu außergewöhnlich billigen Preisen. Mützen. Krawatten. 7812* Otto Gerholdt, Dresdenerstr. 2 9 Ede Stalizerstraße. II. Wahlkreis. Moabit! Wähler des 6. Kreises! Moabit! Freitag, den 15. Mai, abends 8 Uhr, im Wilhelm- Theater, Friedrichstr. 236: Oeffentliche Wählerversammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Albrecht Fülle über:" Die Parteien im Wahlkampfe". 2. Diskussion. Die Gegner werden durch Säulenanschlag eingeladen. Recht regen Besuch erwarten 210/ 4* Die Vertrauensleute. III. Wahlkreis. Zwei Wähler- Versammlungen: Mittwoch, den 13. Mai, abends 8 Uhr, in der ,, Ressource", Kommandantenstrasse No. 57. Referent: Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr. Donnerstag, den 14. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal ,, Märkischer Hof", Admiralstrasse 18c. Referent: Reichstags- Abgeordneter Stadthagen. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Die bevorstehenden Reichstags- Wahlen und unsre Gegner. 2. Diskussion. Rege Beteiligung erwarten 212/ 3* Freitag, den 15. Mai, abends 8% Uhr: Volks- Versammlung in der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. 219/3 Tages- Ordnung: 1. Was hat das arbeitende Volk von den Reichstagswahlen zu erwarten? Referent: Reichstags- Abgeordneter Wolfgang Heine. 2. Diskussion. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Vertrauensmann. Charlottenburg. ogierhäuser Pensionate, Hôtels sollten bei grösseren NeuAnschaffungen nicht verabsäumen, meine Offerte u. Preise zu vergleichen, da stets Ungewöhnliches zu bieten im stande bin. 1454L* Donnerstag, den 7. Mai 1903, abends 8½ Uhr, im„ Volkshaus“, Roſinenſtraße Nr. 3: Katalog( 100 Seiten stark) und Wähler- Versammlung. Tages- Ordnung: Der Wahlkampf und die politischen Parteien. Referent: Stadtverordneter Hirsch. Gegner sind hiermit eingeladen. 202/19 Das socialdemokratische Wahlfomitee. Oeffentliche Versammlung Die Vertrauensleute. für alle Arbeiter, welche in Berlin beschäftigt, aber in einem der 20 Reichstags= Socialdemokr. Wahlverein Rixdorf. Heute, Mittwoch, den 13. Mai 1903, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Klemke, Bergstr. 136/137: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht betreffend die Spediteurwahl. 2. Vortrag. 3. Diskussion. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 232/11 Der Vorstand. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Morgen Donnerstag, den 14. Mai, abends 8, Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Ausserordentliche General- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Beschlußfassung über die Vergebung der Drudarbeiten. 2. Der paritätische Arbeitsnachweis. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Fortsetzung der Diskussion über:„ Die Verschmelzung des CentralKrankenkaffe mit dem Verbande". 5. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. 24/4 Socialdemokratischer Wahlverein der Frauen Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 13. Mai, abends 8%, ihr: Versammlung bei Zühlke, Dennewitzstraße 13. Tages- Ordnung: Wahlkreise der Provinz Brandenburg ihren ständigen Wohnsik haben Donnerstag, den 14. Mai 1903, abends 8% Uhr, im Lokale Königsbank, Große Frankfurterstr. 117. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl und unfre Aufgaben vor und am Tage der Wahl. Referent: Genosse Mar Kiesel. 2. Diskussion. Die zur Besprechung gelangenden Angelegenheiten sind derart von Wichtigkeit, daß ein Massenbesuch dieser 286/13 Versammlung dringend erforderlich ist. Eine Ehrenpflicht ist es daher für Euch, Genossen aus der Provinz, dafür zu sorgen. Central- Wahlkomitee für die Provinz Brandenburg. J. A.: Carl Dimmick. Ausverkauf! Die ganzen Lagerbestände in Herren- Stoffen für Anzüge, Paletots und Kinderanzüge sollen sofort geräumt werden. Tuchfabrik- Niederlage Koch& Seeland Berlin C., Rossstr. 2. 15122 Schmöckwitz Gasthaus zur Palme ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer) Telephon: Inhaber: Hermann Peter. Grünau No. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich am Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Kegelbahnen, große Kaffeküche. Säle, Hallen, großer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. J. A. Partenheimer, Kaiser Wilhelmstr. 75-110 Pf.| fr. Schweineschinken 55-60 Pf. Nollschinken Hinterschinken fetter Spect magerer Speck Schlackwurft, Salami 90-100 Karbonade Schweinebauch " 65-68 70-75 " " 1 Rückenfett 75 " Liesen. " " " f. Leber, Zungenwurst 75 Jagdwurst u. Braunschw. 75 Rinderbraten. Oberschale 19 a. 70 " 50 " 55 " 55 " 65 65 " " 12806 Rotwurstu. Zwiebelwurst 48 Verkauf von 5 Pfd. an.[ 13152* Bortrag der Genoffin Agnes Fahrenwald( Samburg) über: Die Frauen und die Reichstagswahlen. Diskussion. Aufnahme neuer Mitglieder Gäste willkommen. Der Vorstand. Rabitzputzer, Spanner und Cementierer Mittwoch, den 13. d. M., abends 8, Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20: K Kombinierte Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 252/13 Bekanntgabe des Resultats über die Verhandlungen vor dem Einigungsamt. Der Vorstand. Fritz Leisegang, Chausseestrasse 123, am Dranienburger Thor. Brennabor- u. Möwe- Räder billigst. Grosse Reparatur- Werkstatt. 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Nur die Gewinne über 232 M. find den betreffenden Nummern in flammern beigefügt ( Ohne Gewähr.) Nachdrud verboten. 178 736 64 825 931 35 51 1017 339 440 634 48 732 2011 130 288 369[ 3000] 651 57 75 957 3119 77[ 500] 93 240 499 631 715 807 24 97 973 81 94 4050 56 118 ( 30001 50 280 464 559 67 636 707 987 5071 130 263 380 493 502[ 1000] 87 88 640[ 3000] 876 905 6 33 6142 [ 1000] 429 691 784 7024 137 361 677[ 1000] 707 835 958 99 8004 158 78 306 478[ 1000] 579 9164 76 581 630 68 726 76 825 48 64 95 11009 10168 343 478 558 93 649 748 949 58 [ 500] 31 89[ 3000] 90 146 99[ 500] 277 351 760 819 12041 60 144 203 33 65 81 649 852 956[ 500] 13097 254 478 91[ 1000] 558 642 78 788 946 14054 113 222 90 314 515 3000] 849[ 5001 943 15143 306 36 45 641 760 827 914 92 16300[ 30001 40 516 804 928 93 17174 287 339 85 403 41 503 7 837 975 18117 60 220 26 35 378 411 34 540[ 500] 45 56 59 652 72 772 857 19273 368 510 879 928 53 68 20284 416 583 607 79 739 76[ 500] 78 914 25 95 21322 51 89 498 629 72 22128[ 30001 51 99 342 454 581 767 883 996 23052 73 144 253 78 319 411 56 792 969 24-639 44[ 3000] 90 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au 8000 Wi 330 au 1000 rt, 642 zu 500 Mt. co.ziehung& Maffe 208. Kgl. Preuß. Lotterie.| 59 66 80 337 130001 50 51 608 93 804 112341 419 Biebung vom 12. Mai 1903, admittage. Nur die Gewinne über 232 Mt. find den betreffenden Nummern ir lammern beigefügt. ( Of Gewähr.) 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90 620 26 86 202039 67 146 94[ 5001 202 11 428 82 655 763[ 3000] 88 894 922 203121 206 821 44 944 204012 183 214 57 385 425 624 712 49 85 874 205070 253 552 660 96 813 35 974 206042 256 350 633 722 918 19 78 207025 73 261[ 3000] 415[ 500] 208032 94 164 333 50[ 500] 93 481 516 875 209007[ 500] 186 325 476 525 31 44 71 96 601 16 18 210078 159 204 83 331 75 665 729 36[ 5001 84 956 [ 1000] 81 211184 381 416 23 64[ 500] 65 696 731 858 919 53 77 212063 82 104 77 88 335 713 60 804[ 1000] 8 67 908 59 213000 228 81 357 598 702 854 95 214050 61 94 99 112 235 81 313 86 570 630 704 831 82[ 1000] 215095 201 481 552 605 750 845 61 90 995 216054 305 58 592 804 32 944[ 500] 217068 101 254 85 396 477 533 46 48 96 613 20 804 10 20[ 500] 905 94 218335 404 219091 93 105 302 401[ 5001 8 507 92 604 700 28 220022[ 500] 33 120 248 328 629 80 98 750 71 898 935 221021 170 294 440 63 650[ 500] 705 852 914 96 222335 475[ 500] 544 692 727 82 95[ 1000] 223033 38 187 265 374 533 49 772 958 224058 174 299 351 581[ 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Die Ortsverwaltung.[ 82/ 2* Berantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 5 1592* 99/11 Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Farbigmacher auf elsene Leisten. Schröder, Kaiserstraße 38. Eine tüchtige Belegerin verlangt Joers, Stalizerstraße 28. Farbigmacherinnen, eingeübt auf 13076 Achtung! Köpnickerstr. 36, ist gesperrt. Die Pianofabrit ,, Eroika", Zuzug ftreng fernzuhalten. Fachverein 141/ 10* der Musikinstrumentenarbeiter. Zuzug nach der Telephon Werkstatt Seibt, zeughofftr. 7, ist streng fernzuhalten von Tischlern, Maschinenarbeitern 81/ 18* und Möbelpolierern. Die Kommission aller Beteiligten. Nr. 110. 20. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Prozeß gegen die Pommernbank. Achter Tag. Mittwoch, 13. Mai 1903. letzten und vorlegten Wahlen in die Listen aufgenommen waren und Redner, schon allzu politisch werdend, meinte, daß der Reichstag als zum Teil heute noch in derselben Wohnung wohnen wie damals. Volksvertretung zu geringe Rechte besitze, da die verbündeten ReVersäume daher kein Wahlberechtigter, die Listen einzusehen. gierungen vom Reichstag gefaßte Beschlüsse jederzeit ablehnen In der heutigen Sizung wird zunächst Direktor Tanzen von Die Listen liegen auch am Himmelfahrtstage sowie am nachfolgenden könnten, glaubte ihn ein andrer Redner, der sich als Anhänger der Berliner Hypothekenbank, der Rechtsnachfolgerin der Pommern- Sonntag auf. Für diejenigen Wahlberechtigten, die verhindert sind, des Ridertschen Freisinns zu erkennen gab, dadurch bank, über den Wert des Terrains Schönhauser Allee, Süd, ver- selber die Listen einzusehen, sind nommen. Er bekundet, daß für ein Eckgrundstück dieses Terrains der unwidersprochen!- eines Besseren belehren zu müssen, im zweiten Wahlkreise Berliner Hypothekenbank ein Angebot von 735 M. pro Quadratrute nachstehende Genossen bereit, die Listen einzusehen. Diese Wahl- Maß von Rechten klagen, da er ja doch dieselben Kompetenzen habe daß er erklärte, der Reichstag könne unmöglich über ein zu geringes gemacht, dieses Angebot vom Aufsichtsrat aber abgelehnt worden sei, berechtigten mögen sich also melden bei den Restaurateuren Dstar wie der Bundesrat und auch jeden Antrag der verbündeten Reund Bohl lauteten seiner Beit auf 900-1100 m. pro Quadratrute, die straße 31; Ferd. Ewald, Schönleinstr. 6; Paul Scholz, Barutherstr. 22, gierungen verwerfen könne. du Reser 1250 M. haben will. Die Tage der Angeklagten Hanel Kumte, Bülowstr. 59; Jul. Fischer, Boechstr. 7; Patschke, Gräfe- wie der Bundesrat und auch jeden Antrag der verbündeten ReAls ob nicht der springende Punkt Schäzung der staatlichen Revisionskommission hat nur einen Wert Ecke Bossenerstr. 1; Frizz Preuß, Bellealliancestr. 74a; Borgfeld, Arndt- gerade der wäre, daß der Vertretung der Volks gesamtheit, dem von 400 M. pro Quadratrute angenommen. Hierauf wird die Entwicklungsgeschichte des Terrains Bankowo II Otto Antrid, Steinmetzstr. 60; bei den Restaurateuren E. Lindemann, ein gleichberechtigter Faktor gegenübersteht! straße 35; in den Cigarrengeschäften von Heinr. Schröder, Kreuzbergstr. 15; Reichstag, in dem Bundesrat, der Vertretung der Regierungen, ( Wollant) verhandelt. Die Immobilien- Verkehrsbank hatte dies Moritstr. 9; Frizz Rechtbach, Hagelsbergerstr. 23; Frizz Ohnesorge, Terrain in der Subhastation am 1. April 1898 erstanden, nachdem Markgrafenstr. 102; Emil Seidel, Mittenwalderstr. 16; Joh. Thomsen, auch noch so bescheidene Thätigkeit wir gerne gelten lassen. Warum Wir sind durchaus keine Gegner ethischer Cirkel, deren wenn fie vorher den Anteil der Frau von Zollikofer- Altenklingen-14 Gneisenaustraße, Ecke Mittenwalderstraße; an den Grundstücken für den Preis von 500 000 M. erworben hatte. bergerstr. 2; Karl Werner, Hagels follten wir harmlosen und oft durchaus wohlmeinenden Leuten das Richard Augustin, Lindenstr. 69; Fried. Lehmann, Fried. Lehmann, Die jetzige Größe beträgt 140 316 Quadratmeter netto Bauland für Lindenstraße, Industriegebäude; W. Schulz, Wasserthorstraße 14; Bergnügen verfümmern, im engen und engsten Streis ein geistiges Fabritanlagen, 300 540 Quadratmeter netto Bauland für Wohn- Wilhelm Bruns, Wilhelmstraße 146; W. Schulz, Wasserthorstraße 14; Specialgebiet zu beadern? Zurückweisung verdienen dieſe Leute erſt Häuser, zusammen Hermann Bartel, Hasen also 440 856 Quadratmeter, welche der heide 58; Federhart, Boppstr. 4; Pommernbank verpfändet find. Schülfe, Bärwaldstraße 1; dann, wenn sie sich anmaßen, einer Partei, wie die Socialdemokratie, Fernere 11 047 Quadratmeter stieburg, Urbanstraße 69; D. Mertmann, Grimmstraße 3; Schaller, deren Aufklärungs- und Aufrüttelungsarbeit universell das gesamte find für Amtsgericht und Schule abgetreten, 143 802 Gräfeftr. 4; Gutschmidt, Kottbuser Damm 8; Quadratmeter sind der Streligbank verpfändet. Adolf Ridert, Wolfsleben umfaßt, Engherzigkeit und Einseitigkeit vorzuwerfen. Der Staufpreis Steinmegstr. 35; Otto Böttcher, Steinmetzstr. 29; E. Homuth, Die Gesellschaft für ethische Kultur thut das nicht, sie hat in an betrug 2 692 602 M. Es liegen drei Tagen der Angeklagten Hanel Lützowstr. 51; Otto Bethke, Lützowstr. 7; A. Uürich, Lützow- erkennenswerter Selbsterkenntnis ihres Wirkungsbereiches niemals und Bohl vor: eine Tage von 1898 läuft auf die Summe von straße 107/8; F. Schulz, Corneliusstr. 4; Klose, Blumenthalstr. 5; den Spott herausgefordert. Wenn wir ihrer letzten Versammlung 6 065 620 M., eine Tage von 1899 auf die Summe von 6 332 500 M. 5. Krezschmer, Yorfstr. 49; Herm. Fiebelkow, Yorkſtr. 37; Schulz, gleichwohl einige fritische Bemerkungen widmeten, so geschah das hinaus. Nach der Berlegung der Terrains in einzelne Blocks im Bülowstr. 21; Domschte, Kurfürsten- und Frobenstraßen- Ecke. Oftober 1900 für diejenigen 11 Blocks, deren Hypotheken als Pfandbrief- Unterlage benutzt wurden, eine Tage von 15 585 318 m., für die übrigen 4 Blocks von 5485 342 M. abgegeben worden. Die staatliche Kommission hat eine„ Beleihungsgrenze" für die Pfandbriefhypotheken angenommen. zu einem zu Lokales. einerseits deshalb, um die Unfruchtbarkeit auch der bestgemeinten ethischen Propaganda aufzuweisen, die sich allzu ängstlich aus der rauhen Wirklichkeit der Dinge flüchtet, und andrerseits, um zu zeigen, daß die Socialdemokratie auch die ethische Seite politischer Probleme durchaus nicht ignoriert. Das kommt davon! Die Versammlung des socialdemokratischen Frauen- Wahlvereins findet heute, 13. Mai, bei Zühlke, Dennewitzstraße 13, statt. Referentin: Genoffin Fahrenwald- Hamburg. Angell. Schultz giebt über die etwas verwidelte Entwicklung Bahlstellen aufgenommen werden: Für den Norden bei Frau e yl, Mitglieder können in den Versammlungen wie in den nachstehenden des ganzen Beleihungsgeschäfts vom Gute Bollant folgende Dar- Lothringerstr. 67; Frau A. Mesh, Lychenerstr. 3, born IV; Frau stellung: Die Bollantsche Gutsbesigung, ca. 500 Morgen groß, war Seeger, Kolbergerstr. 26, Laden, und Frau Bauschte Beit mehr und mehr der Brauch eingebürgert, den Ausführungen im Besize mehrerer Erben, die sich auf dem Wege der freiwilligen Rostockerstr. 43, Seitenfl. II. In den Wählerversammlungen hat sich in der letzten Subhastation auseinandersetzen wollten. Die Mitbesizerin, Frau Für den Osten bei Frau Tiez, Lieutenant v. Zollikofer- Altenklingen, wollte sich gern ihres Anteiles Blumenstr. 63, born I, und Frau Wengels, Große Frankfurter der Gegner ironischen Beifall zu spenden. Unfre Genossen entäußern. Die Immobilien- Berkehrsbank taufte diesen Anteil straße 133. Für den Südosten bei Frau Roßta, Wiener- thun das nicht nur in den Versammlungen andrer Parteien, denen Für den Süden bei Frau Schols, sie als Gäste beiwohnen zu sollen glauben, sondern üben denselben im Verhältnis zum Werte des Objekts äußerst straße 29 im Laden. geringen Preis. Derjenige Teil der ganzen Besitzung, den neisenaustr. 50, Hof IV; Frau Kulite, Prinzenstr. 102 III, und Brauch auch in unsren eignen Versammlungen, wenn hier in der Der Vorstand. Diskussion ein Gegner der Socialdemokratie feinen abweichenden die Immobilien- Verkehrsbank später erstand, sei vom gericht Srl. Ba a der, Belleallianceftr. 95, Hof III. Standpunkt darlegt. Die Sache erscheint auf den ersten Blick als ein lichen Sachverständigen seiner Zeit auf ca. 10 Millionen Mark Fünfter Wahlkreis. Heute, Mittwochabend 8 Uhr, spricht Genoffe harmloser Spaß, sie ist aber doch nicht so ganz unbedenklich. bewertet worden. Die Pommernbant hatte der Immobilien- Verkehrs- Kunert im Schweizergarten am Neuen Königsthor über die Reichstags- In einem Falle hat dieser müßige Sport sogar recht bedauerliche bank zugesagt, den betr. Teil der Befizung, auf welcher auch die zur wahlen. Für zahlreichen Besuch der Versammlung ist zu agitieren. Folgen gehabt: er hat bei einem unsrer Gegner zum Ausbruch von vollständigen Gutsbewirtschaftung erforderlichen Baulichkeiten vorDie Vertrauensleute. Größenwahn geführt. handen waren, erst stellig innerhalb der statutenmäßigen Grenze Rigdorf. Heute, Mittwoch, abends 8 Uhr, findet im Deutschen zu beleihen, falls die Immobilien- Verkehrsbank ihn erstehen sollte. Wirtshaus, Bergstr. 136/137, die Mitglieder Versammlung servativen des vierten Wahlkreises unfrem Genossen Singer Es handelt sich um den Schriftsteller Wegner, den die NonDiese Zusicherung habe durchaus im Interesse der Pommernbank ge- des Socialdemokratischen Wahlvereins statt. Regen gegenübergestellt haben. Der beklagenswerte Mann hatte es sich in Legen, denn die Immobilien- Verkehrsbant, als Hypotheken- Besuch erwartet Der Vorstand. seinen armen Kopf gesetzt, daß er dem deutschen Arbeiter Schuldnerin der Bommernbank, berbesserte ihr Vermögen. Die Immobilien- Verkehrsbank habe dann in der Treptow Baumschulenweg. Heute, Mittwoch, abends 81%, Uhr, helfen müsse, das Tischtuch zwischen der Arbeiterschaft und Subhastation den fraglichen Teil dem Spottpreise von hält der Wahlverein im Restaurant Dreßler, vormals Weber, der Socialdemokratie zu zerschneiden. Er war in die Wähler- Ver2 692 602 Mark erstanden. Die Pommernbant habe mun Kiefholzstr. 6, feinen regelmäßigen Zahlabend ab. Außer Aufnahme sammlungen der Socialdemokraten gegangen, um den Arbeitern ihrer Zusage gemäß die Befizung der Immobilien- Verkehrsbant neuer Mitglieder findet eine Besprechung über die Flugblatt- das Messer zu reichen, mit dem sie den bewußten Schnitt durch das Tischtuch machen sollten, und war so am letzten Donnerstag auch lichen Sachverständigen mit 3 600 000 m. beliehen. Die erststellige derjenigen, welche in Berlin und Rirdorf organisiert sind, ist er gekommen, die im„ Elysium" stattfand. Hier hatte man ihn zur ersten Stelle auf Grund der vorläufigen Tage der gericht- Verbreitungen statt. Das Erscheinen aller Genossen, auch Tischtuch machen sollten, und war so am letzten Donnerstag auch in eine socialdemokratische Versammlung des vierten Wahlkreises Hypothet der Pommernbank habe innerhalb 60 Proz. des von den forderlich. eine Stunde lang reden lassen und ihn dann mit Beifall überSachverständigen ermittelten Wertes gelegen. Ober Schöneweide. Heute, Mittwoch, abends 81, Uhr, findet schüttet. Ueber die Beschaffenheit der Besitzung der Immobilien- Verkehrs- bei Kaufholt, Wilhelminenhofstr. 18, die Versammlung des verulken Jeder Verständige sah, daß man schnöde ihn nur wollte, aber Herr Wegner sah das nicht. Er bant zu Anfang 1898 müsse er folgendes sagen: Die Immobilien Wahlvereins statt. Reger Besuch, auch der Frauen, wird ge- nahm den Beifall ernst und begann, an den Erfolg Verkehrsbank hatte den Teil eines Gutes, ca. 200 Morgen groß, wünscht. Neue Mitglieder werden aufgenommen. seiner Miffionsarbeit zu glauben. Die Staatsbürger- Beitung" mit vollständiger Gutswirtschaft und Wirtschaftsgebäuden versehen, war so gewiffenlos, ihn in seinem Größenwahn zu bestätigenerstanden, von dem aus der übrige, von den Erben erstandene Teil des Gutes vom Bächter mitbewirtschaftet wurde. mindestens die Hälfte der Versammlung, so berichtete fie, habe ihm Das Gut war lebhaften Beifall gezollt und mun haben wir die Geschichte. noch bis 1910 verpachtet, der Frau des Pächters, Frau Witwe Schwarze, stand lebenslängliches Nußnießungsrecht am WohnDie Wahlpflicht eine fittliche Pflicht. hause und auch am Park zu. Der Teil der Besitzung an der Unfre fritischen Glossen über den Ethik- Sport jener seltsamen Berlinerstraße, der vor dem Park und Wohnhaus lag, war aber von Käuze, die sich um das den Namen„ Kampf" tragende LitteraturGroßen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft blättlein und die Herren Lebenstein und Senna Hoy geschart haben, vom Pächter auf Jahre abgepachtet worden. Gin Zugang war auch dort nicht möglich, ein Bebauungsplan sei haben uns außer dem Schreiben des Herrn Levenstein noch mehrere noch nicht aufgestellt gewesen, der Bächter hielt noch ganz voluminöfe Briefe eingetragen, in denen so nachdrucjam Sturm vergnügt Jagd auf der Befizung ab. Mit unendlichen Mühen und gegen unsre ethische Verstocktheit gelaufen wird, daß wir wirklich in Anstrengungen, teilweise erst nach Durchführung eines gegen die uns gingen und feierlichst Besserung gelobten. Wir fanden uns bei Pferdebahn- Gesellschaft bis zum Reichsgericht gegangenen Räumungs- einer gründlichen Inspektion unsres politisch verkalften Seelen- vollkommen davon überzeugt, daß er die Mehrheit der Wähler des prozesses sei es gelungen, alle Schwierigkeiten zu überwinden und organismus moralisch so verwahrlost, daß wir uns schleunigst einer vierten Wahlkreises auf seiner Seite hat. Diejenigen, die etwa das Terrain baureif zu machen. Ebenso sei es der Immobilien- ethischen Massagekur unterziehen zu sollen glaubten. Und da es sich doch noch zur Socialdemokratie halten, erklärte er für„ Elende". Verkehrsbank nach unsäglichen Anstrengungen gelungen, die aller gerade traf, daß die Gesellschaft für ethische Kultur gestern abend im mit stolzem Blick versicherte er, es werde ihm gelingen, in höchste Genehmigung des Bebauungsplanes für diesen Teil von Pankow( östlich der Berlinerstraße von der Kaiser Friedrich- Bürgerſaale des Rathauses eine Erörterung des Themas„ Ist die Teil- diesem Wahlkreise Herrn Singer zu entthronen". straße bis zum Bahndamm) herauszubekommen. Die Immobilien- nahme an politischen Wahlen eine sittliche Pflicht" veranstaltete, machten mit einem herzlosen Hohngelächter- dieselben Leute, die ihn im Die anwesenden Socialdemokraten antworteten Herrn Wegner Verkehrsbank habe sich sodann die Errichtung des Amtsgerichtsgebäudes wir sofort den Anfang. Zu unsrer Zerknirschung müssen wir aber zu-" Elysium" durch ihren unüberlegten Beifallsult erst in seinen Wahn auf ihrer Besitzung gesichert, sie habe mit der Gemeinde ein Ab- gestehen, daß dieser ernste Versuch noch nicht bei uns an hineingetrieben haben! Der Bedauernswerte wird sich nun daran tommen wegen Errichtung eines größeren Schulgebäudes getroffen. geschlagen hat. berauschen, daß man ihm mit einem Jubelschrei gedankt habe Nachdem alle diese den Wert des Terrains steigernden Ereignisse ein- Auch wir der Ethik baren Nichts- als- Politiker pflegen in unfren und die Staatsbürger- Beitung" wird es ihm bestätigen. getreten waren, fei eine neue Wertschätzung durch die Sachverständigen Agitationsreden das Thema der Wahlpflicht zu streifen. Der Wähler, Bohl und Hanel vorgenommen und der Wert der Besitzung, wie sie der fein Wahlrecht nicht auch ausübe, mache sich einer PflichtTag und stand, zusammen auf 21 070 666 M. festgestellt worden. verletzung schuldig. Als Glied des staatlichen Organismus, von dahingeschieden. Seit vielen Jahren thätig, gehörte er zu jenen, die, Erst nach diesem Ergebnis habe die Pommernbank eine Nach dessen Ausgestaltung das Wohl und Wehe der ganzen Gesellschaft teine Mühe und Arbeit scheuend, in der so aufreibenden und doch beleihung offeriert. Der Angeklagte fetzt als Resultat der ganzen Transaktion aus- abhänge, liege ihm die Nächsten- und Menschenpflicht ob, durch sein für die Partei so wichtigen Kleinarbeit vollständig aufgingen. In einander: Die Pommernbank habe er st stellige Hypotheken im Mitthaten möglichst gerechte und vernunftgemäße Zustände mitfchaffen zäher Ausdauer stand er auf seinem Posten. Obwohl seit Jahren Betrage von 8 770 000 M. erworben, die innerhalb 60 Prozent des zu helfen. Ganz falsch sei es, das politische Mitwirken des Einzelnen leidend, war er nicht zu bewegen, auf diese organisatorische von den Sachverständigen ermittelten Wertes lagen, sie hatte da als belanglos anzusehen, da die Gesellschaft ja doch nichts andres und agitatorische Thätigkeit zu verzichten und sich beiseite zu stellen. gegen für die volle Valuta nach Abzug der entstandenen als die Summe der Einzelnen sei, die Gesetzgebung also das Er- Ein Braver weniger! Die Genossen des sechsten Wahlkreises werden Kosten zweitstellige, nicht unterlagsfähige Hypotheken, die gebnis des Zusammenwirkens der individuellen Kräfte. Und dann feiner Thätigkeit ehrend gedenken. Die Beerdigung findet heute nach den Tagen der Sachverständigen über 60 Proz. des ermittelten Grundstückswertes eingetragen waren, verkauft und hatte auf diese Pflegen wir an zahlreichen Specialbeispielen nachzuweisen, wie voll- Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Brunnenstraße 41, Weise eine großartige Werbefferung ihres Hypothekenbestandes vor- ständig das Schicksal jedes Einzelnen durch die Gestaltung des aus nach dem Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde statt. genommen. Die Schätzung der staatlichen Revisionskommission be- Staatslebens, seiner socialen und politischen Faktoren, beherrscht und züglich des Resthauptgrundstücks( durchschnittlich 200 M. pro Quadrat bestimmt wird. rute) jei absolut falsch. Nach- berlegung Am Montag ist in einer von den Konservativen des vierten Wahlkreises einberufenen Versammlung( über deren Verlauf wir an andrer Stelle berichten) die Krankheit zum Ausbruch gekommen. Herr Wegner beklagte sich bitter, daß ihm der Vorwärts", der die Darstellung der Staatsbürger- Beitung" als Schwindel zu brandmarken versucht habe, den Ruhm nicht gönnen wolle, socialdemofratische Arbeiter zu einem Beifallssturm hingeriffen zu haben. Er gewesen sei. Leider unterliegt es keinem Zweifel, daß der Mann blieb dabei, daß der Beifall, den er im„ Elysium" gefunden, echt in diesem Punkte wirklich glaubt, was er fagt. Er ist jetzt " Ein rühriger Parteigenosse ist in dem Restaurateur Frizz Liepke 349 weibliche), geschieden 24( 14 männZur Mortalitätsstatistik. Jm Monat März dieses Jahres find in Berlin 2797 Personen( 1463 männliche, 1334 weibliche) gestorben. Was thaten nun die Ethiker am gestrigen Abend? Auf die Darunter befanden sich 156 Totgeborene. 689 Kinder starben im Angell. Han el verteidigt auch hier die Richtigkeit der von ihm konkreten Verhältnisse des socialen und politischen Lebens gingen fie ersten Lebensjahre; zwei verstorbene Frauen hatten ein Alter von abgegebenen Taren. Gegen die ursprüngliche Tare bezüglich des absichtlich nicht ein. Die Frage, wie man wählen solle, schieden sie über 95 Jahren erreicht. Durch Selbstmord endeten 64 Personen. Rohterrains könne niemand etwas einwenden; die Gemeinde habe sorgsam aus der Diskussion aus, da man die Frage ja nicht Unverheiratet waren von den Verstorbenen 1407( 747 männliche, bei der Steuereinschätzung 35 Proz. höher geschätzt als er. Die toloffale Steigerung der Zare für das Jahr 1900 erläutert der An- politisch, sondern nur ethisch behandeln wollte. Die unausbleibliche 660 weibliche), verheiratet 899( 550 männliche, 349 weibliche), bergeflagte an der Hand der vom Angeklagten Schulz angeführten Folge davon war, daß man sich in lauter wefenlosen Abstraktionen, liche, 10 weibliche) Personen. einzelnen Ereignisse, die die Steigerung des Wertes zur natur- auf deutsch: in allgemeinen Redensarten bewegen mußte. Die notwendigen Folge haben mußten. moralische Pflicht versuchte man durch allerhand juristische und Die Konsumgenossenschafts- Bewegung in Berlin zeigt einen anAngell. Bohl schließt sich diesen Darlegungen in jeder Be- philosophische Subtilitäten nachzuweisen, um dann schließlich doch dauernd erfreulichen Aufschwung. Die am 1. Juli 1902 zur Sonfumziehung an und behauptet gleichfalls, daß die Tagen vollkommen als wichtigstes ethisches Princip die Binsenwahrheit zu proklamieren, Vereine haben in den ersten 10 Monaten, also bis zum 30. April, Genossenschaft Berlin und Umgegend, e. G. m. b. H." verschmolzenen richtig seien. daß der Staatsbürger als Glied der Gesellschaft ebensosehr an deren einen Umfag von ca. 700 000 M. erzielt, also durchschnittlich einen Staatsant. Be ed ist entgegengesetzter Meinung. Um zu be- Gedeihen mitzuarbeiten verpflichtet sei, wie er als Glied der Familie Monatsumfaß von 70 000 M. Der April ist hieran mit einem weisen, daß die Angeklagten Bohl und Hanel unzuverlässig in ihren für deren Wohlergehen zu sorgen habe. Die ohne Zweifel sehr gut Umsatz von 80 000 m. beteiligt. Zaren gewesen, tommt der Staatsanwalt nochmals auf die BeAuch der Konsumverein Charleihung des Gutes Kantern zurück. Nach dem Wortlaute des gemeinten Grörterungen boten schließlich dem kritischen Verstande lottenburg, welcher sich der Vereinigung bisher noch nicht angeschlossen die Tage enthaltenden Schriftstücks soll die letztere„ auf Grund der ebensowenig, wie dem Gefühl, das sich durch klügelndes Spintifieren hat, hatte im April in seinen drei Verkaufsstellen 11 460 M. Besichtigung" stattgefunden haben, während sich herausgestellt habe, nun einmal nicht erwärmen läßt. An die Referate der Herren gegenüber 9855 M. im April des vorigen Jahres zu verzeichnen. daß keiner von ihnen in Kankern war. Prof. Bruno Meyer und Dr. Rudolf Benzig schloß sich Ein Eisenbahn- Kuriosum. Heutzutage muß ein jeder, der die Der Rest der Sigung wird mit Verlesung von Geschäftsberichten eine Diskussion, die vollends bewies, welch verzweifelt geringen Eisenbahn benugen will, seine Augen offen halten, denn nur dann der Immobilien- Verkehrsbank ausgefüllt. Nutzen eine solch ethische Diskussion, die nur ja nicht materiell, fann er billig, ja außerordentlich billig reisen. Vor einigen tonkret und politisch zu werden trachtet, zu bringen vermag. In der Tagen fam ein Herr in eine sehr unangenehme Lage, als er bom moralischen Pflicht, das Wahlrecht auszuüben, Stettiner Bahnhof abfahren wollte. Er wollte, weil er einen ziemlich Berliner Partei- Angelegenheiten.finite man überein lieber bie Art der Ausübung des Wahl- umfangreichen Stoffer bei sich hatte- ein folches Monſtrum konnte Die Einsichtnahme der Wählerlisten, die vom 18. Mai bis 25. Mai bewerkstelligt werden kann, ist in diesem Jahre notwendiger als je. Wie sich aus Abschriften ergiebt, fehlen die Namen von sehr bekannten Genossen, die bei den rechts äußerte dann aber- unwidersprochen- ein Diser weder in die„ Elektrische", noch in einen Vorortzug mitnehmen nach dem Gesundbrunnen„ reisen", aber zu seinem Schrecken hatte fussionsredner die naive Ansicht, daß es bei einer Stichwahl die er auch noch sein Portemonnaie vergessen und nach längerem Suchen Ethit" gebiete, für den Sch to a cheren einzutreten, um das fand er in seiner Westentasche- einen Sechser!... Schwächer Da riet ihm ethische" Recht der Minorität zu schützen. Und als ein andrer ein Kriminalbeamter: Gehen Sie doch einmal nach dem " Die Dokumente des Socialismus erscheinen monatlich einmal und sind durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Colporteure zum Preise bon 2,25 m. pro Quartal zu beziehen. Das einzelne Heft kostet 75 Pf. Nr. 2206 eingetragen, jedoch ist bei der Post nur Quartal- Abonnement In der Zeitungspreisliste der Postanstalten sind die„ Dokumente" unter zulässig. Stettiner Hauptbahnhof, dort bekommen Sie ja schon, Progression die Miete mit dem Alter des Kindes oder gar bei einer ein Billet für--- 5 Pf. Und in der That erhielt der Ge- gelegentlichen Wiedereinkehr von Freund Adebar steigen würde. rettete ein solches. An diese Geschichte schließt sich aber wieder ein Bei den schon ins Ungeheuerliche gestiegenen Mietspreisen für kleine weiteres Eisenbahn- Kuriosum an; denn von jetzt ab braucht man ja Wohnungen auch noch eine Extrasteuer auf jedes Kind zu verlangen, am Stettiner Bahnhof auch keine Bahnsteigfarten mehr für 10 Pf., das ist der Gipfel der Unverschämtheit. sondern nur Fahrkarten nach dem Gesundbrunnen für 5 Pf. zu lösen, Bei dem Rathaus- Neubau in Charlottenburg stürzte heute mittag wenn man den Bahnsteig betreten will. Denn es kann ja niemand Mary oder Lassalle? Eine Entscheidung von grundlegender Bedeutung gezwungen werden mitzufahren. Ja, schlau muß man sein, wenn aus der Höhe des 3. Stockes ein 3000 Kilogramm schwerer Sand- für die Arbeiterpolitik der Gegenwart. 53 Seiten. Berlag R. Dülfer, Görlig man billig reisen will. Hneppe, Ferd. Ist Alkohol nur ein Gift? Preis 20 Pf. steinblock infolge Zerreißens des Flaschenzuges herab. Er zer- 1903. Wegen Falschmünzerei ist nun auch noch der ständige Reisegefährte von dem am Bau Beschäftigten wurde zum Glück niemand verlegt. II. Soll man bei der Arbeit Alkohol genießen? 30 Seiten. trümmerte im Fallen zwei Balken und durchschlug das Kellergewölbe; Fränkel, Karl, Professor. Mäßigkeit oder Enthaltsamkeit? Preis 1 M. Grotjahn, Alfred, Dr. med. I. Alkohol und Arbeitsstätte. 94 Seiten. des Gelhaus verhaftet worden, ein wegen Münzverbrechens ebenfalls Flade, Erich, schon vorbestrafter Schuhmacher Bernhard Kaiser. Gelhaus, der aus In eine entsetzliche Lage geriet der Milchhändler Schivandt aus Dr. med. Erfüllen Gesellschaft und Staat ihre Pflicht Trunksüchtigen gegen Gonser, J. Verein und Wirtshaus. 10 Pf. einer achtbaren und wohlhabenden Familie stammt, besuchte ein Rahnsdorf, der mit seinem Fuhrwerk in Berlin gewesen war. Auf über? Preis 25 Pf. Elektrotechnikum, wandte sich aber nach Vollendung seines Studiums der Rückfahrt nach seinem Wohnort begriffen, glitt Sch., bald nach auch für die deutsche Armee eine Alkoholfrage? Preis 10 Pf. Strähler, E. Giebt Alkohol Strast? Preis 15 Pf. Warnm giebt es statt Berufsarbeiten der Falschmünzerei zu. Bei der Verbüßung dem er den Vorort Friedrichshagen passiert hatte, jedenfalls infolge Potthof, Heinz, Dr. Die Bekämpfung der Trinksitten an deutschen Hochfeiner ersten Strafe führte er sich so gut, daß er Kalfaktor wurde. einer unvorsichtigen Bewegung vom Wagen und wurde überfahren. Schulen. Preis 10 Pf. Stubbe, Christian. Der deutsche Verein gegen Nun hatte er Gelegenheit, seine Mitgefangenen näher kennen zu Die Pferde gingen weiter, während der Milchhändler, dem der linke den Mißbrauch geistiger Getränke.( E. V.) Preis 1,50 M., geb. 2,- M. lernen und auf ihre Fähigkeiten und Anlagen zu prüfen. Während Unterschenkel zermalmt worden war, auf der Fahrstraße liegen blieb. Sämtlich zu beziehen im Mäßigkeits- Verlag, Fasanenstr. 72. er faß, erbte er 4000 M. Daher hatte nach Der Unglückliche rief längere Zeit vergeblich um Hilfe. Erst nach es er feiner Entlassung nicht nötig, sich sofort nach einem Erwerb ettpa einer halben Stunde wurde er von vorüberkommenden Radlern umzusehen, und verwandte mun Gerichts- Zeitung. Eine Polizeimißhandlung? Weltall und Menschheit. Lieferung 31 und 32. Preis pro Lieferung 60 Pf. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin- Stuttgart. Laurent, Dr. Die Prostitution in Indien. Deutsch bearbeitet von G. Montanus, Dr. med. Eine kulturhistorische Studie. Freiburg i. Br. und Leipzig, Fr. Paul Lorenz. 1903. 60 Pf. Laurent- Montanus, Dr. med. Prostitution und Entartung. Ein Beitrag zur Lehre von der geborenen Prostitution. Freiburg i. Br. und Leipzig, Fr. Paul Lorenz. 1903. 1,20 m. Vermischtes. Briefkaften der Redaktion. Juristischer Teil. Die juristische Sprechstunde findet taglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Unwissend 22. 1. Ja. 2. 3weds Berringerung der Ausbeutung und Erleichterung der Durchführung eines Rechtsstreites des Arbeiters. H. B. H. Ja. M. M. 26. Lassen Sie sich oder einen Dritten vom Gericht zum Pfleger Ihrer geisteskranken Frau bestellen: dann genügt die Zustimmung des Pflegers. A. B. Das Betreten des Grundstücks zweds die erste Zeit darauf, fich aufgefunden, welche aus Friedrichshagen ein Fuhrwerk sowie ärztliche nach denjenigen seiner ehemaligen Mitgefangenen zu erkundigen, Hilfe herbeiholten. die er als brauchbar erkannt hatte. So brachte er nach einem vorher gefaßten Plan seine Bande, die dann besonders eine große Menge preußischer Zinsscheine fälschte, nach und nach zusammen. Dem Lache ist er wahrscheinlich beim Entweichen aus der Frrenanstalt behilflich gewesen. Mit Kaiser bereiste Gelhaus zunächst die Ein aus der Vogelperspektive beobachtetes Abenteuer auf Gegend von Brandenburg, Magdeburg, Braunschweig und Hildes- der Polizeiwa che lag einer Anklage wegen Körperverletzung zu heim. Damals traute er sich aber noch nicht so recht, die falschen Grunde, die den Schuhmann Wilh. Heiber vom 14. Polizeirevier Was in einem städtischen Krankenhause passieren kann! In der Scheine auszugeben, und als ihm daher in Hildesheim das Reise- gestern vor die vierte Strafkammer des Landgerichts I führte. Am„ Berg. Arbeiterstimme" lesen wir: Erst kürzlich wurde die Aufgeld ausging, schrieb er an Lache nach Berlin um ein paar" blauer 19. Mai v. J. in aller Frühe war ein gewisser Gustav Krause in merksamkeit der Deffentlichkeit in unliebsamer Weise auf das städtische Lappen." Lache war im stande, dieser Bitte sofort zu entsprechen. start angetrunkenem Zustande auf die Polizeiwache des Krankenhaus in Solingen gelenkt, als die Leiche des Schleifers Die Bande hatte immer so viel Geld in der Kasse, daß sie jeden 14. Reviers gebracht worden. Er mußte in die Zelle gesteckt Schlechtendahl in der Leichenkammer des Krankenhauses liegen ges Augenblick ihren Mitgliedern da oder dort aushelfen fonnte, um sie werden und verunreinigte dort den Fußboden, so daß er lassen und der für dieselbe bestimmte Sarg leer nach Wald gefahren nicht in Verlegenheit zu bringen und sie vor einer Unvorsichtigkeit angehalten werden mußte, die Verunreinigung wieder zu beseitigen. und auf dem dortigen Friedhof feierlich beerdigt worden war. Der zu bewahren. Der Wache gegenüber liegt die Centralmarkthalle, auf deren Dach tragikomische Vorfall wurde von gewiffer Seite damit entschuldigt, Einen Zusammenstoß auf der Straßenbahn gab es heute vor- an jenem Morgen mehrere Maler und Arbeiter mit Reparatur- daß derartiges allenthalben passieren könne. Irgend welcher Schluß mittag an der Ecke der Koch- und Markgrafenstraße. Der von der Arbeiten beschäftigt waren. Sie konnten von ihrem Standpunkt auf etwaigen Mangel an Sorgfalt und Aufmerksamkeit gegenüber Wilhelmstraße herkommende Straßenbahnwagen Nr. 2352 der Linie 93 aus in die Räume der Polizeiwache hinein sehen und die Vorgänge den in der Leichenhalle des Krankenhauses aufgebahrten Leichen sei ( Amtsgericht Charlottenburg- Görlizer Bahnhof), der schon an der sowohl in der Wachtstube, als auch in der Zelle überblicken. aus dem einzelnen Falle nicht zu ziehen. Die Deffentlichkeit bes Friedrichstraße beinahe einen Eiswagen umgerannt hätte und erst Plötzlich rief der Arbeiter Martin Winzer:" Da drüben auf der ruhigte sich denn auch bald wieder. Jezt hat sich in der Leichenhalle zehn Schritte hinter der Haltestelle zum Stehen kam, faßte an der Polizeiwache wird jemand von einem Schuhmann geschlagen!", der des Krankenhauses aber ein Vorkommnis abgespielt, das die Gemüter Markgrafenstraße einen leeren Steinwagen des Fuhrherrn Kaczorowski Ruf lockte die auf dem Dache beschäftigten Maler Otto Stolz, derjenigen Schichten der Bevölkerung, welche das Krankenhaus zu aus der Liebenwalderstr. 8 in der Mitte und warf ihn herum, ohne Franz Stolz und den Arbeiter Julius Reimann herbei und frequentieren gezwungen find, wohl etwas nachhaltiger in Erregung ihn zu beschädigen. Der Kutscher flog auf den Damm, zerschlug sich alle vier behaupteten nun ziemlich übereinstimmend folgendes: Sie zu versezzen geeignet sein dürfte. Am Montag ist im beide Hände und wurde durch einen Huftritt eines seiner Pferde auch hätten gesehen, daß vor dem in der Zelle befindlichen Krause, der Krankenhauſe der 51 jährige Erdarbeiter Andreas Penquitt an der rechten Körperseite verlegt. Den verunglückten Rutscher trifft wahrscheinlich mit der Säuberung des Fußbodens beschäftigt war, aus der Katternbergerstraße verstorben und dann in die nach übereinstimmenden Aussagen von Augenzeugen keine Schuld. der angeklagte Schußmann stand und Arm- und Handbewegungen Leichenhalle geschafft worden, von wo er heute morgen 91 Uhr Der Führer des Straßenbahnwagens soll nicht geläutet haben. Der machte, die nach ihrer Ansicht nur den Schluß zuließen, daß Krause beerdigt worden ist. Kurz vorher erschien die Frau des Verstorbenen Unfall ist aber wohl besonders daraus entstanden, daß die Bremse gepufft und geschlagen wurde. Sie behaupteten auch, gesehen zu haben, bei dem socialdemokratischen Stadtverordneten Forkert, machte diesem nur mangelhaft wirkte. daß letzterer ein feuerrotes Gesicht hatte, und haben die Ueberzeugung die Mitteilung, daß die Leiche ihres Mannes von Ratten oder Zwei schwere Unfälle haben sich, wie nachträglich bekannt wird, Polizeiwache hinübergegangen, haben Mitteilung von ihren Wahr auf, sich durch persönliche Inaugenscheinnahme der Leiche von der gehabt, daß das Gesicht blutbefleckt war. Sie sind darauf zur Mäusen angefressen worden sei, und forderte den Genossen Forkert in der letzten Zeit bei den llebungen des 2. Bataillons des Eisenbahn- nehmungen gemacht und um den Namen des Arrestanten gebeten, Richtigkeit ihrer Behauptung zu überzeugen. Genosse Forkert setzte die Regiments Nr. 2 mit der Schultzschen Brücke auf dem EisenbahnUebungsplatz Nr. 1 dicht bei Tempelhof zugetragen. Am Donnerstag hatten sie sich bereits notiert. da sie Beschwerde führen wollten. Die Nummer des Angeklagten Redaktion der Bergischen Arbeiterstimme" von dem Vorfall in vor acht Tagen fiel bei dem nassen Wetter der Pionier Reiß von der hatten sie sich bereits notiert. Sie haben eine Anzeige nicht weiter Kenntnis und ersuchte den Redakteur Dittmann, ihn zu begleiten. 6. Compagnie aus einer Höhe von 12 Meter herab, schlug mit dem erstattet, dagegen hat der Reviervorstand Polizeilieutenant Wolfs- Als die beiden vor dem Krankenhause antamen, hatten sich die Frau heim eine solche gemacht, weil, wie er gestern aussagte, die ganze Sache des Verstorbenen und eine Anzahl andrer Leidtragender dort bereits Kopfe gegen eine eiserne Stüße und war sofort tot. Am vergangenen Sonnabend stürzte der Lieutenant Günzel von der auf ihn den Eindruck der Unsicherheit machte. Er hat den Krause kommen eingefunden. Eine Schwester öffnete die Thür zu dem Vorraum der gangenen Sonnabend stürzte der Lieutenant Günzel von der laffen und dieser hat ihm erklärt, daß er nicht geschlagen Leichenhalle, wo der geschlossene Sarg stand. Auf Verlangen der 7. Compagnie 11 Meter hoch ab, ebenfalls von einem durch den Regen schlüpfrig gewordenen Balfen. Er wurde mit schweren inneren worden sei; Krause hat nach der Bekundung dieses Zeugen auch Anverwandten des Verstorbenen wurde der Sarg vom Tischler nochRegen schlüpfrig gewordenen Balfen. Er wurde mit schweren inneren feinerlei Verlegung gezeigt. Dasselbe bekündete Polizeilieutenant mals geöffnet, und nun bot sich ein Anblick dar, der die Behauptung Verletzungen nach Tempelhof ins Lazarett gebracht. Kirchner. Dieser hat den Angeklagten vernommen und bei diesem der Frau vollkommen bestätigte: Die Leiche war von Ratten oder Ein schweres Verbrechen ist gestern, Montagnachmittag, um eine Straßwunde an der Hand wahrgenommen, die auch ärztlich Mäusen mehrfach angefressen. An der linken Hand, wo der Daumen 4 Uhr an einem siebenjährigen Mädchen in Rirdorf verübt worden. attestiert worden ist. Bei dieser Vernehmung hat der Angeklagte am Handgelenk fizzt, war ein pfenniggroßes, rundes Loch so tief Die 9 und 13 Jahre alten Knaben Willy und Otto Weber spielten erklärt, daß Krause, als er den Fußboden reinigen follte, ausgenagt, daß die Sehnen und Knochen bloßlagen. Vom rechten mit der siebenjährigen Tochter Helene des Arbeiters Krüger aus der ihn mit dem Fuß nach dem Unterleib gestoßen und ihm Auge bis zum rechten Ohr war eine fingerbreite Rinne bis auf den Richardstraße Nr. 47 am Wiesengraben in der Nähe der Canner die Kragwunde beigebracht habe, so daß er gezwungen gewesen Knochen ausgefressen, in der rechten Wange waren 5 bis 6 HaselnußChaussee. Beim Blumensuchen kamen die Kinder auseinander. sei, ihn durch einen Schlag auf die hand von sich abzuwehren. große, runde Löcher ausgenagt und das rechte Ohr stark angefressen, Plötzlich hörten die Knaben das Mädchen schreien und sahen nun Von den Beobachtern aus der Vogelperspektive gaben die drei der Ohrlappen war gänzlich verschwunden. Der zur Rede gestellte einen Mann nach der Chaussee zu davonlaufen. Frauen, die in der zuletzt genannten ihre Wahrnehmung gestern in dem oben mitgeteilten Assistenzarzt meinte, sowas könne ganz leicht passieren und sei nicht Nähe beschäftigt waren, verfolgten den Flüchtigen, es gelang aber Sinne kund. Der Hauptzeuge Winzer, der die behauptete Miß zu verhindern! nicht, ihn einzuholen oder sonstwie seine Festnahme zu bewerkstelligen. handlung zuerst gesehen und die andern herbeigerufen hatte, ist Die Gespielin der beiden Knaben fand man in einer Blutlache liegen. nicht mehr aufzufinden. Von ihm lag nur eine uneidliche gerichtliche Der Mensch, den man weglaufen sah, hatte sie hinterrücks überfallen und Vernehmung vor. Auch der angeblich mißhandelte Krause ihr den Geschlechtsteil mit einem Messer etwa drei Centimeter weit auf ist nicht auffindbar. Auch er ist uneidlich gerichtlich ver= geschnitten. Ob er das Kind auch sonst noch vergewaltigt hat, läßt nommen worden und hat ausgefagt: Richtig sei es, daß er sich noch nicht sagen, da die Kleine, die alsbald ärztliche Hilfe erhielt, auf der Wache gestoßen und geschlagen worden sei, doch ini Fieber liegt und nicht vernehmungsfähig ist. Der entkommene könne er nicht sagen, von wem. Er habe die Belle verunreinigt Unhold machte nach übereinstimmender Beschreibung seinem Aeußern gehabt und als er den Fußboden reinigen sollte, habe er dabei nach den Eindruck eines Schlossers oder Rohrlegers. Er ist etwa Stöße und Büffe ins Gesicht erhalten. Er sei über die 27 bis 30 Jahre alt und 1,75 Meter groß, hat dunkelblondes Haar Schläge nicht im geringsten empört gewesen(!) und wolle auch hinüberschaffens der bestellten Ware ist der Bauherr zu verbieten nicht und blonden nach oben gedrehten Schnurrbart, ein volles rundes gar feinen Strafantrag stellen." Der Staatsanwalt war der berechtigt. Teilen Sie ihm mit, daß Sie ihn zu dem Berbot nicht für Gesicht mit rötlichblauem Schimmer, an einer Wange eine Barze Ansicht, daß man über die Bekundungen der drei Belastungs- befugt erachten und von ihm ihm vollen Schadensersatz verlangen würden, oder Narbe und schwarze rußige Hände und trug einen braunen zeugen nicht hinwegkomme. Er nehme an, daß der Angeklagte, wenn er das Hinüberschaffen der bestellten Ware hindern würde. Streit steifen Hut, einen braunen schwarzkarierten Jackettanzug, ein bunt- gereizt durch das Verhalten des Krause, sich zu einer gering- frage. 1. Ihre Forderung geht in den Konkurs. 2. Sie wählen dort, wo gestreiftes wollenes Hemd und frischgeputzte Stiefel. Angaben, die fügigen Ueberschreitung seiner Amtsbefugnisse habe hinreißen lassen. Sie zur Zeit der Auslegung der Wählerliste gewohnt haben und eingetragen zur Ermittelung des Verbrechers führen können, nimmt die Rirdorfer Er beantragte, diese mit 50 M. Geldstrafe zu ahnden. Bu find. B. 30. 1. Es wird schwerlich mehr zu erreichen sein. Eventuell Kriminalpolizei und jedes Revier entgegen. einer ganz andern Würdigung der Beweisaufnahme fam Justizrat müßte innerhalb eines Jahres geflagt werden. 2. Sie sind wahlberechtigt, wenn Sie in der Wählerliste stehen. der die Freisprechung beantragte. Die ganze Rente ist ohne Rücksicht auf Ihren Verdienst Ihnen zu zahlen. Traurige Familienverhältnisse haben den 51 Jahre alten Polizei- ronter, 3. Ja. die Zeugen Heidelberg 2. Sie sind am Siz Ihres Aufenthalts wahlberechtigt, wachtmeister a. D. Friedrich Langanti in den Tod getrieben. Der Sache sei lange nicht genügend aufgeklärt, da von ihrem Beobachtungspunkte aus doch nicht ganz sichere müssen sich aber dort vor dem 25. Mai polizeilich anmelden. Mann war seit 22 Jahren verheiratet und Vater von zwei Söhnen Wahrnehmungen machen O. M. 5. zumal der Körper des Wenden Sie sich an das Vormundschaftsgericht mit dem Ersuchen um Ausim Alter von 19 und 21 Jahren. Zwischen ihm und Frau und Wahrnehmungen machen konnten, Krause durch H. B. Neueiborn. Soweit ersichtlich, kann der Weg nicht fort den Körper des Angeklagten verdeckt gewesen tunft. Kindern gab es beständig Streit, der öfter auch in Thätlichkeit aus- sei und sie nur des letzteren Armbewegungen gesehen hätten. genommen werden. 5. K. 12. Unterbreiten Sie den Sachverhalt der artete. Diese Verhältnisse veranlaßten ihn, seinen Abschied zu Außerdem sei die Behauptung des Angeklagten nicht widerlegt, daß weil er Ihre Frau durch die Behauptung, er könne heilen, und durch die Staatsanwaltschaft und verlangen Sie Rückzahlung von dem Kurpfuscher, nehmen, obgleich er sehr am Dienste hing. Seit dem 1. Januar ihn Krause angegriffen habe, sie werde vielmehr durch das ärztliche Behandlung betrogen hat. betrieb er in dem Hause Wilhelm Stolzestraße 12 ein Cigarren Attest wahrscheinlich gemacht und wenn ein solcher Angriff erfolgt aussichtslos. Albert S. Eine Klage gegen den Wirt wäre geschäft, das aber schlecht ging. Der Zwist in der Familie war noch sei, habe der Angeklagte das Recht gehabt, sich seiner Haut zu gegen die Unterzeichner der Quittung zu. C. K. Ein Anspruch auf Rückzahlung steht Ihnen nur stärker als vorher, bis am 15. April Frau Langanki mit ihren Söhnen A. D. P. 1. Ja. 2. Nein. . Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und P. S. Eine Beleidigungsklage wäre nicht aussichtslos. ihren Mann verließ und nach der Heidenfeldstraße 3 zog. Bis zum erkannte auf Freisprechung des Angeklagten. W. W. Für gestohlene Sachen ist der Schlafvater nur dann erfaßpflichtig, wenn ihn ein 1. d. M. betrieb der Mann sein Geschäft allein weiter, dann gab er es Verschulden trifft. Ob ein Verschulden vorliegt, ist unter Würdigung aller auf und hatte mun teine eigne Wohnung mehr, sondern fand Umstände von Fall zu Fall zu entscheiden. F. E. 7., M. H. Rigdorf. bald hier bald dort bei Bekannten Unterkommen. Nachdem man Nein. W. Lone 100. 1. Sie fönnten nur auf Beseitigung des Lärms ihn heute morgen um 6 Uhr noch in einer Gastwirtschaft in der - A. F. Sie müssen gegen den Wirt klagen. 2. Sie sind wahlberechtigt. Landsberger Allee gesehen hatte, fand man ihn eine Stunde später Notar oder vor Gericht einen Vertrag schließen. W. W. Nein. 2. P. 100. Rein: Sie müßten ein eigenhändiges Testament aufim Friedrichshain in der Nähe der Langenbeckstraße als Leiche an sezen. einem Baume hängen. in dem dem Arbeiterrecht" beigefügten Führer.- Alter Abonnent 100. Ja. Beispiele für solches finden Sie in den öffentlichen Lesehallen R. R. 16. Etwa 5 M. können Sie von dem vereinbarten Preis ab ziehen. unter Vorlegung des Trau- und Geburtsscheines bei der Behörde, die die Andre. Beantragen Sie die Berichtigung der Invalidenkarte Starte ausgestellt hat. entsagt, so beerbt er weder dessen Schulden noch dessen habe. Ob er aus A. 500. Hat der Enkel rechtsgültig der Erbschaft eignem Recht den andern beerbt, ergiebt Ihre Darstellung nicht. Bauschke 96. Ja. Wiederholung des Offenbarungseides kann von fünf zu fünf Jahren begehrt werden. A. F. Soweit ersichtlich, ist weder Von den Dokumenten des Socialismus, herausgegeben von Veröffentlichung noch Einhaltung einer Frist erforderlich. Beides kann bon der Polizeibehörde verlangt werden. R. M. 100. Ed. Bernstein, Verlag J. H. W. Diek Nachfolger in Stuttgart, ist soeben aber das 5. Seit jus III. Bandes erschienen. Aus dem Inhalt nennen wir: Sechs bis zwanzig Mark werden als angemessen vom Gericht erachtet. I. Kritische Bibliographie des Socialismus. 1. In deutscher Sprache. Bulletin des internationalen Arbeitsamtes. Band 1 Nr. 11/12( November bis Dezember). Verhandlungsbericht der zweiten Generalversammlung des Komitees der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz, abgehalten zu Köln am 26. und 27. September 1902. Handbuch für Berlin SO., Köpnickerstr. 72. socialdemokratische Wähler. Der Reichstag 1898 bis 1903. Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der deutschen Maschinenindustrie am Ausgang des Hus den Nachbarorten. 19. Jahrhunderts. Von Dr. H. Beck, Ingenieur. Die Frauen und die Der Socialismus und das öffentliche Leben. Friedenau. Es ist bekannt, daß vielen unsrer Hauspafchas schon Politit. Von Lily Braun. Die deutschen Eisenzölle von 1879 bis 1900. Von immer Mieter mit Kindern ein Greuel gewesen sind, und besonders Von A. A. Issaieff. Bevölkerungsbewegung, Kapitalbildung und periodische in den letzten Jahren bei der herrschenden Wohnungsknappheit schon Wirtschaftskrisen. Von Professor Dr.. Pohle. Die Kartellfrage in das Vorhandensein von nur zwei Kindern genügte, um eine ab- Theorie und Praris. Von F. v. Rottenburg. Die Bolksschule, wie sie ist. lehnende Antwort zu erhalten. Neuerdings scheinen diese Herren Bon Otto Rühle. 2. In französischer Sprache. Halévy, Elie: Thomas doch zu der Einsicht gekommen zu sein, daß es unmöglich ist, nur Hodgskin. Jaurès, Jean: La Convention. I. Fagnot, F: Le Swinemde. 756 SS 758 N 3. In englischer Sprache. Fabian Society: Hamburg finderlose Mieter zu erhalten, und sie suchen nun wenigstens aus Syndicalisme anglais. Berlin 757 SW So passierte The Education Act 1902.- Hutchins, B. L., und A. Harrison: A History dieser Thatsache petuniären Vorteil zu ziehen. II. Aus der Geschichte des Socialismus. Frankf.a.M. 757 SD 1 wolfig 9 Aberdeen Mietsluftigen, als of Factory Legislation. er auf eine es dieser Tage einem Zur Geschichte der München 758 GD Blanqui im Jahre 1834. Von A. Thomas( Paris). 4 wolfig 9 Paris 757 NNW 2wolfig 10 er ein Kind diesbezügliche Frage zugeben mußte, daß Wien 760 Still Dunst 11 im Alter von einem Jahre habe, daß der„ Kinderfreund" socialistischen Agrartheorien. 3. Der„ Neue Socialdemokrat" und die Agrarfrage. III. Urkunden des Socialismus. Urkunden bezüglich des GeneralWetter- Prognose für Mittwoch, den 13. Mai 1903. bemerkte, daß sich in diesem Fall der Mietspreis um 10 M. jährlich streits der holländischen Arbeiterverbände. IV. Der Socialismus in den Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, aber noch veränderlich mit leichten erhöhe! Leider versäumte der Mieter, sich zu erkundigen, in welcher Beitschriften.- V. Notizen. Regenfällen und schwachen südwestlichen Winden. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Bon einem Steinwagen überfahren wurde vorgestern an der Ecke der Garten- und Ackerstraße eine Frau, die im Begriffe war, den Damm zu überschreiten. Sie war sofort tot. Der Kutscher, den anscheinend keine Schuld trifft, wurde festgestellt. Die Ueberfahrene ist nach einigen Ausweispapieren, die man bei ihr fand, eine Bettlerin Auguste Ney geb. Kuzner, die wahrscheinlich keine Wohnung hatte. Die unausrottbare Unfitte, ein schlecht brennendes Feuer mit Petroleum anfachen zu wollen, hat dem Lehrling des Bäckermeisters Hassenstein in Wilhelmshagen schweren Schaden gebracht. Als er Petroleum in den Backofen goß, schlug eine große Flamme sofort zurück und verbrannte ihn am Gesicht und am Oberkörper so schwer, daß er nach der Heilanstalt gebracht werden mußte. An dem Aufkommen des Verunglückten wird gezweifelt. wehren. Eingegangene Druckfchriften. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 32. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Potemkinsche Dörfer. Gloffen zum Kongreß von Bordeaux. Von B. Kritschewsky. Die Genfer Arbeitskammer. Ein Beitrag zur Frage Die Wurmkrankheit im Ruhrdes Arbeitsnachweises. Von Jean Sigg. Kohlenbecken. Von Otto Hué. Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Poft nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Frit Kestner. 1876, alter Abonnent. Die Briefkaften der Expedition. Broschat, Grottan i. B. Die gewünschte Adresse ist D. Grundmann, Witterungsübersicht vom 12. Mai 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter 1wollig 2moltig 1 bedeckt Temp. n. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke 10 Haparanda 753 GG 8 Petersburg 755D 10 Cort 762 N Wetter 2wolfig 1 bedeckt Temp. n. T. 3 4 4 wolfig 10