Nr. 111. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,80 t, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für ble sechsgespaltene Kolonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., füt politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate füt die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. der Donnerstag, den 14. Mai 1903. 〃 " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Wernivrecher: Amt IV. Mr. 1984. bißchen Roheit und gewollter Jronie. Es genügt nicht", ruft er Nachdem Menger sowohl das Gerede vom„ Volkswohl", das der aus,„ einige von den älteren englischen und französischen Socialisten auf heutige Staat angeblich zum Zwecke habe, zurückgewiesen, wie auch Eine Staatslehre des Socialismus.*) gefundene ökonomische Lehrfäße in neuer Form zu wiederholen", und an die theokratische Staatslehre Stahls gründlich verspottet hat, nach einer andren Stelle citiert er den Fourieristen B resbane, der richtig in der Gott in den wichtigsten politischen Fragen die Ansichten der Der berühmte ehemalige Privatrechtslehrer der Universität Wien einer gelegentlichen Aeußerung die materialistische Geschichts- ostelbischen Grundbefizer teilt", behandelt er die Umgestaltungen, hat seine wie man sagt, nicht ganz freiwillige Befreiung von auffaffung vorausgeahnt hat. Man thut jedenfalls gut, solche die der staatsrechtliche Begriff der Souveränität in der Zukunft erder akademischen Lehrthätigkeit dazu benugt, ein Buch zu schreiben, Professorengrillen nicht allzu tragisch zu nehmen, sondern vielmehr leiden muß. Die vollständige Beseitigung der Monarchie erwartet das in mehr als einer Beziehung lebhaftes Interesse erwecken wird. in der gleichmütigen Ueberzeugung zu verharren, daß Mengers Re- er aber für die germanischen Länder vorläufig nicht, weil es diesen Wie man weiß, ist Anton Menger( den man nicht mit ari naissance des Utopismus, wenn sie einmal größere Geltung gewönne, zu sehr am revolutionären Temperamente fehle. Die Fragen der Menger, dem zünftigen Nationalökonomen und Verfechter einer alsbald von einer Renaissance des Margismus abgelöst gefeßgebenden und vollziehenden Gewalt behandelt er wesentlich in neuen Werttheorie verwechseln darf) nicht nur einer der werden würde. demokratischem Sinne. Der Wissenschaft prophezeit er ein Wort gründlichsten Kenner bie freieste Menger ist also, gleichviel aus welchen theoretischen Gründen, des Berliner Professors du Bois- Reymond geißelnd socialistischen Litteratur, sondern felbft auch überzeugter Socialist. Man weiß ferner, daß der dessen vollkommen gelviß, daß der Socialismus in absehbarer Zeit Entwicklung: Im Rahmen der neuen Gesellschaftsordnung wird Socialist Anton Menger in mannigfacher Beziehung ein Gegner der zum Siege gelangen wird. Da jedoch für ihn nicht das wirtschaft- sich niemals ein Gelehrter finden, der die hervorragendsten Vermargistischen Theorie ist. Zur Steuer der Gerechtigkeit aber muß liche Moment als das unbedingt primäre gilt, faßt er diesen Ge- treter der Wissenschaft als das geistige Leib- Garde- Regihinzugefügt werden, daß er keineswegs eine professorale Verwässerung danken so, daß an Stelle des„ individualistischen Machtstaates" der ment eines Mächtigen bezeichnen dürfte." Hört es, deutsche des Socialismus beabsichtigt, sondern zu den tapfersten Leuten volkstümliche Arbeitsstaat treten werde, in welchem zum erstenmal Professoren! gehört, die jemals auf einem deutschen Lehrstuhle gesessen haben. Hier die individuellen Intereffen der großen Volksmassen das Hauptziel Dem Gedanken einer gewaltthätigen, alle Verhältnisse in im Reiche hat er sich durch seine Kritik des neuen Bürgerlichen der staatlichen Thätigkeit bilden werden, während der individualistische furzer Zeit umgestaltenden socialen Revolution" zeigt sich Menger Gesetzbuches**) Verdienst und Ansehen erworben, seinen Kollegen ist Machtstaat in erster Linie immer darauf ausgehe, die Befizenden in abgeneigt, nicht etwa weil er ihre Berechtigung bestritte- dazu ist er er aber immer eine unangenehme Erscheinung geblieben. Sein ihrem Rechte zu schüßen. Der patriotische Militärstaat stellt die zu sehr historisch gebildeter Jurist sondern weil eine solche mögneues Buch wird an diesem Verhältnis wenig zu des Verfassers Macht fragen in den Vordergrund; Diplomatie, Heer, Flotte, Justiz liche Umwälzung den wirtschaftlichen Organismus auf lange Zeit in Gunsten ändern. Wirft er darin doch den deutschen Gelehrten vor, und Finanzen nehmen seine Aufmerksamkeit fast vollständig in An Unordnung brächte. Ein zeitweises Rebeneinanderbestehen der socia daß sie ihrer Forschung oft vor den Thoren der Mächtigen und spruch. Der fünftige Staat wird aber die Behandlung von wirt listischen und der privatrechtlichen Ordnung würde nicht zu vermeiden Reichen Halt gebieten", und daß ihre Staatsauffassung nicht minder schaftlichen und Kulturfragen als die wichtigste seiner Obliegen- fein. Dieser Gegensaz werde wohl zu heftigen Stämpfen führen, häufig„ kaum über einen mehr oder weniger verhüllten Staats- heiten betrachten. aber:" Gelingt es dem Socialismus in den entscheidenden Ländern absolutismus hinauskommt." Am interessantesten ist Menger, wenn er als Jurist zu uns zur richtigen Beit Staatsmänner von Einsicht und Mäßigung hervorMengers neues Buch beschäftigt sich, von gelegentlichen pole- spricht. Die Umgestaltung des Rechtszustandes, die nach seiner Auf- zubringen, so ist nicht ausgeschlossen, daß auch die wichtigste mischen Bemerkungen abgesehen, nicht mit der Kritik socialistischer fassung das Rückgrat der zukünftigen Ordnung bildet, das also Frage der Menschheit auf dem Wege einer ebenso organischen Entoder antisocialistischer Theorien. Daß sich die heutige Gesellschafts- was wir Unverbesserlichen mit Marg die Expropriation der Expro- widlung gelöst wird, wie die Verdrängung der Sklaverei durch die ordnung zu einer socialistischen umgestalten werde, ist nicht sein Be- priateure nennen, erscheint ihm durchaus nicht als etwas ungeheuer Sörigkeit oder die der Lehensordnung durch das freie Eigentum." weisthema, sondern seine sichere Voraussetzung. Die liches, das in der bisherigen Rechtsgeschichte seinesgleichen nicht Die Möglichkeit einer Revolution im engeren Sinne, einer gewaltStaatslehre" ist eine staatsrechtliche Theorie der kommenden fände. Nur in ihrem Ziele, nicht in ihren Mitteln ist die Sociali- samen geschichtlichen Auseinandersetzung zwischen Besigenden und Befitlosen wagt Menger nicht vollständig auszuschließen. neuen Gesellschaftsordnung, ein Versuch, ihre Organisations- fierung der Gesellschaft ein geschichtlich unerhörter Vorgang. formen vorauszubestimmen und die Wege ihrer Entwick Menger legt dar, daß der strenge römische Eigentumsbegriff lung ausfindig zu macheft. In diesem Sinne bedeutet schon in den letzten drei Jahrhunderten im Interesse der Befizenden Mengers Streben eine Renaissance des utopistischen erhebliche Einschränkungen erfahren habe. Auch für die Zukunft Socialismus, eine Renaissance freilich, die nicht blindlings unter handle es sich nur um eine Umbildung, nicht um die völlige BeAußerachtlassung alles Dazwischenliegenden, an die Vergangenheit seitigung des Eigentumsbegriffes. anknüpft, sondern sie doch in ihrer ersten Voraussetzung, mehr als sie brauchbare, benutzbare Sachen und Produktionsmittel. Das Eigen Auf dem Gebiete des Sachenrechts unterscheidet er: verfich es selbst gerne zugestehen möchte, auf den späteren kritischen tum aut verbrauchbaren Sachen wird durch die socialistische Um Entwicklungsstufen der socialistischen Lehrmeinung basiert. Alle bisherigen Rechtsordnungen sind nach Menger aus Macht- wälznug wenig berührt, während das Eigentum an benutzbaren Sachen verhältnissen entstanden. Diese Machtverhältnisse beruhten und Produktionsmitteln auf Gemeinden, Bezirke, Staaten oder aber nicht nur auf der wirtschaftlichen Ueberlegenheit, sondern auch bielleicht noch größere Gemeinschaften übertragen werden müßte. auf physischen und geistigen Gewaltverhältnissen. Mit einem ber als erste Form des Socialismus sieht Menger im wesentlichen den läßlichen Heer und einer guten Polizei fönne man Rechtsordnungen Gemeindesocialismus voraus, und zwar nimmt er an, daß aus begründen und durch Jahrhunderte aufrecht erhalten, die mit 8weckmäßigkeitsgründen zuerst nur die Großbetriebe zur Ablösung den wirtschaftlichen Verhältnissen im schroffsten Widerspruche ständen. gelangen würden. Den bisherigen Eigentümern und ihren zur Zeit Menger läßt sich dann auch nicht darauf ein, die bestehende der Enteignung schon geborenen Nachkommen wäre eine mäßige Wirtschaftsform in ihrem Verhältnis zur Rechtsordnung näher zu Rente zuzubilligen. beleuchten. Ihm genügt die Feststellung, daß alle bisherigen RechtsDas Recht der Eristenz und die Arbeitspflicht gelten ihm als ordnungen, auch die bestehende, immer den Zwed verfolgt haben, die Grundlagen des persönlichen Verhältnisses zum Staate. Sehr den Nugen der wenigen Mächtigen auf Kosten der breiten Bolts- hübsch fertigt er die diversen Eugen Richters mit ihrem Buchthaus massen zu fördern. Nun aber habe die Entwicklung zu einer Ver- und Kasernenstaate" ab, die nur mit den Augen der befizenden schiebung der Machtverhältnisse zu Gunsten der Klassen sehen und die Massen graulich machen wollen mit dem Verbreiten Voltsmassen geführt und diese Aenderung werde lust einer Freiheit, die sie nie besessen haben, die vielmehr immer auch zu einer Umgestaltung der Rechtsordmmg im socialistischen ein Vorrecht der Reichen gewefen ist. Sinne führen. Diese Verschiebung der Machtverhältnisse findet er in folgenden Thatsachen gegeben: Die Festigkeit der Rechtszustandes sei in den letzten zwei Jahrhunderten durch Revolutionen und Staatsstreiche start erschüttert worden. Die religiösen Ueberzeugungen der Massen würden durch die Erfahrungswissenschaft zurückgedrängt. Der internationale Charakter der socialen Bewegung verbürge ihr auch im Falle von örtlichen Niederlagen eine ununterbrochene Entwicklung. 23 er Heute gelte es, das ganze Gebiet des geistigen Lebens: die Philosophie, das Recht, die Moral, die Kunst und die Litteratur mit socialistischem Geifte zu erfüllen, und diese große Aufgabe werde das Proletariat viel sicherer von unzeitiger Gewaltthätigkeit zurückhalten, als der höchste Polizei- und Militärdruck. Denn nur die nehmertums tönnten die heutige Socialdemokratie als Vertreter des aristokratischen Militärstaates und des großen Untereine ihrer Natur nach extreme Revolutionspartei ansehen. Der geschichtlichen Betrachtung werde sie bloß als eine start nach links neigende Mittelpartei erscheinen, hinter der sich erst der Anarchismus als das eigentliche Gebiet der unversöhnlichen Revolution ausbreite.... Mengers Buch ist ein entschiedenes socialistisches Bekenntnis. Durch seine geschichtlichen Perspektiven und seine rechtswissenschaftlichen Auseinandersetzungen wird es immer ein interessantes Dokument des Geistes an einer großen Weltenwende bleiben. Jm Vordrängen der juristischen Materie liegt aber zugleich auch der große Fehler dieses Buches. Gegner des Socialismus mögen es darum vielleicht geringschäßig als juristische Zukunftsmusik" abthun wollen, aber auch Anhänger der neuen Lehre werden sich dem Bedenken nicht verschließen können, daß das Werden der künftigen Gesellschaft schließlich doch mehr sei als Sache der juristischen Konstruktion. Manches, was Menger mit großer Sicherheit voraussieht, wird doch schließlich von den uns heute unbekannten Besonderheiten abSo sehr das Obligationenrecht auch heute ein Instrument in hängen, unter denen sich der Eintritt der neuen wirtschaftlichen Wahlkampf. Sur Iuftigen Person will sich der Provinzial- Steuerbirektor a. D. der Hand der Herrschenden darstellt, so liegen auch auf diesem Ge- Ordnung vollziehen wird. Das Wort wirtschaftlich mag in diesem biete die Keime der notwendigen neuen Institutionen schon in den Busammenhange einem zu eifrigen Gegner des Geschichtsmaterialisbestehenden Rechtszuständen verborgen. Auch heute erfolgt ein Teil mus, wie es Menger ist, unangenehm in die Ohren flingen- aber der notwendigen wirtschaftlichen Thätigkeit auf Befehl, ein größerer bedingten und unbedingten, ganzen, halben und zehntel Anhängern freilich auf Grund vertragsmäßiger Verpflichtungen. Lettere herrschen jener arg befehbeten Theorie muß sich doch gleichmäßig die Erdort vor, wo die private Organisation der gesellschaftlichen Arbeit tenntnis aufdrängen, daß in der geflissentlichen Außerachtlassung noch vorhanden ist. Sie müßten durch die Anordnung ersetzt werden. wirtschaftsgeschichtlicher Notwendigkeiten der größte Fehler dieser bernen Staatsgewalt. Auch Justiz, Verwaltung, Heer und SteuerMenger vergleicht diesen Vorgang mit der Entstehung der mo- tapferen Neuen Staatslehre" liegt. wesen find bis tief in die die Neuzeit hinein Gegenstand Die Zusammendrängung der Arbeiter, das allgemeine Stimm Verträge gewesen. Die Schuldverhältrecht und noch mehr die allgemeine Wehrpflicht habe die privatrechtlicher nisse zwischen Einzelpersonen würden verschwinden und mur thatsächliche Macht der besiglosen Voltsklassen gesteigert. das Schwert führe, habe auch die Macht. solche zwischen Staat und Staatsbürger oder Staat und Staat ohning machen. Herr Löhning hat sich durch die Maßregelung, Die volkstümliche Bildung habe schließlich den Boltsmaffen die würden bestehen bleiben. Wenn der Lohnvertrag den Arbeiter fünftig die ihm widerfuhr, und durch den tüchtigen Kampf, den er gegen in eine dauernde rechtliche Beziehung zu den von ihm benugten den Minister führte, einen geachteten Namen errungen. Jest will Fähigkeit zur Aneignung der socialen Tyevcien verfchafft. Eine laufalgeschichtliche Erklärung dieser Thatsachen wird nicht Produktionsmitteln brächte, so wäre das nach Menger tein tieferer er bas alles daranseben, er will für die Freifinnige Boltspartei versucht. Menger unterläßt es, fie aus den Besonderheiten der Eingriff als etwa das Verbot der willkürlichen Vertreibung berandidieren im vierten Berliner Wahlkreise! Ein Druckfehler- Omen. Die, Voifische Zeitung" bom tapitalistischen Wirtschaftsform herzuleiten, und läßt sie geradejo als Bauern von ihren Gütern, welches der Staat im 17. und 18. Jahrvom Himmel herabgefallen erscheinen, wie das verläßliche Heer und hundert gegen die großen Grundbesitzer in Deutschland durch Mittwochabend schreibt ihren Lettartikel über„ Freifinn und Socialdie gute Polizei, mit deren Hilfe man nach seiner Ueberzeugung gesetzt hat. auch den Forderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse zu trogen dem Familienrecht der Zukunft, der Ehe, dem Verhältnisse In weiteren Kapiteln seines Werkes beschäftigt sich Menger mit demokratie". Er gipfelt in diesem freifinnigen Hoffnungsruf: Wir hoffen, daß bei den bevorstehenden Wahlen das freifinnige Bürgertum, insbesondere in Berlin, auch der SocialDer Socialismus erscheint ihm darum auch nicht als eine der Eltern zu den Kindern und dem besonderen Rechte der unbemokratie gegenüber erhöhte Lebenskraft zeigen und in einem ehelichen Kinder. Aus dieser kurzen Inhaltsangabe ergiebt sich entwicklungsgeschichtliche Notwendigkeit, fondern als Ausfluß eines von den sechs hiesigen Wahlkreisen siegreich bleiben wird. Die Machtwillens, der durch das geheimnisvolle Zusammentreffen besonders schon, daß Menger für die Beibehaltung der Ehe als RechtsLiberalen aller Schattierungen werden sich ihrer Pflicht erinnern institution eintritt. und ihre Schuldigkeit thun." günstiger Verhältnisse zu immer träftigerer Gestaltung ringt. Darum geht es mit Menger wie mit so vielen Kritikern des Geschichtsmaterialismus, daß er den ersten großzügigen Versuch, Geschichte im Sinne der modernen Erfahrungswissenschaft zu erklären, kurzer Hand als mißglückt betrachtet, ohne darum der Lösung des Rätsels um einen Schritt näher zu kommen. Ueberhaupt hat bei einem so ehrlichen Manne, wie Menger einer ist, seine Art, Marg wegwerfend zu behandeln, einen Stich ins Komische. Menger spricht von Marg immer wie vom Kollegen im Hörsaal nebenan mit einem *) Anton Menger. Neue Staatslehre. Jena. Gustav Fischer 1908. **) Das bürgerliche Recht und die besiglosen Boltstlassen. Tübingen. Lauppsche Buchhandlung. bermöchte. Strafrechts und des Prozesses. Sie werden besonders Es folgen Erörterungen über die aufünftige Gestaltung des interessant durch eine Kritik, des bestehenden Strafrechts, aus der hervorgeht, daß der heutige Staat das Eigentum strenger schützt als Leib und Leben. " aussichten ihrer Partei ruhig abzuwägen, so dürfte allerdings die Hätte die„ Voff. 8tg." die Absicht gehabt, die Berliner WahlHoffnung auf die Erhaltung eines Wahlkreises das höchste gewesen sein, wozu fie fich erheben fonnte. Sie ruft aber ihren Anhang zur Bethätigung erhöhter Lebenskraft" auf; da der Freides zweiten Buches, während sich das erste mit den allgemeinen Be- der„ Boff. 8tg." eine böse Voraussage beschert. Die Behandlung dieser engeren Rechtsfragen bildet den Inhalt finn jest zwei Berliner Kreise inne hat, so hat der Sezerirrtum Beber Nichts aber beweist die Berechtigung des Segerirrtums eindringgriffen von Staat und Recht beschäftigt hat. Das dritte Buch behandelt die„ Organisation des volkstümlichen Arbeitsstaates", das licher als gerade dieser Artikel selbst, den die„ Voffische Zeitung" vierte und legte den lleberga. g zum volkstümlichen Arbeitsstaat". gegen die Socialdemokratie richtet. Es ist wahrhaft unfäglich, was Einiges aus dem Inhalt der berden letzten Bücher ist schon vorhin die alten Herren von Staats- und gelehrten Sachen" über die in andrem Zusammenhange erwährt worden. Socialdemokratie mitzuteilen wissen. Mit solcher Befehdung der Socialdemokratie wird es allerdings kaum möglich, auch nur den einen Kreis dem Berliner Freisinn zu erhalten, in dem das liberale Geldkapital übermächtig waltet. * Sehr geehrter Herr! geradezu Bodenlos tiefen Abscheu vor Wahrheit eine Fülle erlogener Hauptmannschaft in der Verbotsbegründung der Reinsdorfer Geschichten auf. Zwei wollen wir als Muster erwähnen. Während Versammlung:... Der zur Abhaltung der Versammlung in Ausdes Socialistengefeges fanden einige brave Parteigenossen, von der sicht genommene Garten ist von einem öffentlichen Wege Polizei bei der Flugblattverbreitung verfolgt, in Sem nur leicht zu begrenzt und in unmittelbarer Nähe von bewohnten Gebäuden Nationalliberal- bündlerischer Wählerbetrug. gefrorenen Spandauer Schiffahrtskanal einen frühen Tod. Fischer gelegen, so daß mit Sicherheit zu erwarten steht, daß durch AnFür die nationalliberale Partei kandidiert im dritten hat die freche Stirn, zu behaupten, dieser Braven werde von der sammlung von Publikum auf der fraglichen Straße eine Störung Wahlkreise der Provinz Schleswig- Holstein( Schleswig- Eckernförde) Socialdemokratie nicht mehr gedacht, um ihre Hinterbliebenen be- des freien Verkehrs eintritt, ferner eine ausreichende Gewähr dafür Herr Matthen- Steinfeld. Der Provinzial- Vorsitzende fümmere sich niemand. Gleich danach erzählt er von unsrem Ge- nicht geboten ist, daß Minderjährige entfernt gehalten werden des Bundes der Landwirte, Graf Reventlow noffen Tischler Berndt ein rührend Stücklein, das also schließt: fönnen." Wulfshagen, hat aber an die Bundes- Vertrauensmänner im dritten Er kehrte der Partei der betrogenen Betrüger den Rücken, schleswig- Holsteinischen Wahlkreis folgendes höchst charakteristische wandte seine ganze Aufmerksamkeit und seine Kenntnisse seinem Eine andre ungesehliche Wahlbeeinflussung wird im Wahlkreise Rundschreiben erlassen, das der Zufall dem freisinnigen Wahlkomitee Handwerk zu und starb vor kurzem als wohlhabender, geachteter Sangerhausen geübt. Dort haben in vielen Ortschaften die Amtsin die Hände gespielt hat. Das Rundschreiben lautet: Tischlermeister. Gesagt sei noch, daß sein einziges Bestreben war, und Gemeindediener auf Anordnung der Amtsvorsteher Unterdie großmäuligen Socialdemokraten von seinem Betriebe fern schriften für den Wahlaufruf des freikonservativen Kandidaten zahalten." Scherre eingesammelt. Diesen Wahlaufruf, der jetzt als Hoffentlich wird sich bei unsrem leider seit langer Zeit schwer Flugblatt veröffentlicht wird, haben nicht weniger als zehn Geleidenden Genossen Berndt die alte Erfahrung erfüllen, daß meindevorsteher, zwei Bürgermeister und der kgl. Landrat von Totgesagte lange leben. Wenn die von Ehren- Fischer ihm an- Doltinchem in Sangerhausen in ihrer Eigenschaft als Beamte Ich ersuche Sie, in Gemäßheit eines Beschlusses der gedichtete Wohlhabenheit thatsächlich einträfe, nähme es der Genosse unterzeichnet. Vertrauensmänner- Versammlung, nach Möglichkeit für die Berndt auch nicht krumm. Mit derselben„ Offenheit" werden der Socialdemokratie Säle Kandidatur des Herrn Mattsen Steinfeld wirken zu Wie tief stehen die Parteien, die sich zum Wahlkampf eines abgetrieben. Am Sonnabend, den 10. d. M., fand im Dorfe wollen. Wenn auch der Umstand, daß Herr Mattsen sich der solchen Lügengemengsels aus dem Lager eines erst neulich von uns Wettelrode bei Sangerhausen zum erstenmal eine socialdemokratische nationalliberalen Partei anzuschließen beabsichtigt, an charakterisierten Menschen bedienen. Das Ordnungskartell läßt auch Versammlung statt. Tags darauf erklärte der Gemeinde= gesichts der Haltung dieser Partei uns zu gewissen Be- dies Machwerk in Tausenden von Exemplaren verbreiten. borsteher Focke dem Wirt in Gegenwart vieler Personen: denten Anlaß giebt, so spricht andrerseits für seine Vor einiger Zeit flagte einmal Fischer in einem Cirkular, wenn Sie haben den Socialdemokraten ihr Lokal gegeben, was Sie Kandidatur ſeine Zugehörigkeit zum einheimischen Bauernstande. ihn seine Gönner nicht beſſer unterſtüßten, gebe er das ganze damit gemacht haben, werden Sie ſchon erleben. Zwei Ferner sind wir zu der Annahme berechtigt, daß nicht Geschäft auf und töte keinen Socialdemokraten mehr. Für diese andre Wirte, die ihre Lokale zur Verfügung gestellt hatten, zogen nur seine persönlichen Eigenschaften, sondern auch seine Kenntnis Wahl hat man dem Menschen offenbar wieder einen Bettel hin- nach gewissen Belehrungen am Vorabend der Versammlungen ihre der landwirtschaftlichen Verhältnisse ihn in den Stand setzen geworfen. Ist die Wahl vorüber und hat sich gezeigt, daß der Einwilligung wieder zurück. werden, bei den bevorstehenden wirtschaftspolitischen Entscheidungen ganze schmuzige Schwindel nichts genügt, so läßt man ihn wieder ſeine Ueberzeugung über das Frattionsinteresse zu versinken. Der Patron verdient faſt Mitleid! stellen und sich feinem Fraftionszwang zu unterwerfen. Den Inhalt dieses Schreibens bitte ich als streng vertraulich Betrachten und das Schreiben entweder vernichten, oder so aufbewahren zu wollen, daß es Unberufenen nicht in die Hände fallen kann. V Bebel im Rheinland und Westfalen. Arbeit für die Wahlprüfungskommission! Politische Uebersicht. Diese Erwägung, für welche eine thatsächliche Begründung vorliegt, hat die Vertrauensmänner- Ver- Bebel wirkt seit voriger Woche in Rheinland und Westfalen. Berlin, den 13. Mai. sammlung zu dem Beschlusse veranlaßt, feinen besonderen Bundes- Der Unermüdliche vollbringt in der Wahlagitation Leistungen, die kandidaten aufzustellen, sondern für die Kandidatur des Herrn allen Jüngeren der Partei ein wunderbares Vorbild sein müssen. Militärbehörde ist nunmehr von den Bezirkskommandos die MaßzMilitärübung und Reichstagswahl. Auf Anordnung der obersten Mattsen einzutreten. Der Bund wird, aus naheliegenden Abend um Abend hält er Versammlungen ab in den arbeiterreichen nahme getroffen worden, daß die für die Zeit der Reichstags- HauptGründen, nicht öffentlich, sondern nur unter der Hand wirken und Induſtrieſtädten. Alle diese Versammlungen werden zu gewaltigen wahl und Stichwahl angesezt gewesenen Landwehr- und Reservebittet Sie, Ihren Einfluß nach Möglichkeit auszuüben, ohne dabei Demonstrationen für die Socialdemokratie. Die größten Säle ebungen auf einen andren Zeitpunkt verlegt wurden. Die in Frage das Interesse des Bundes der Landwirte besonders zu betonen. reichen nirgend zu, um die Zuströmenden zu fassen. Insbesondere kommenden Leute wurden von der Umänderung des Uebungstermines Vor allem bitte ich Sie, etwaigen Wünschen des Schleswiger das Ceutrum sieht dem Ergebnis dieser Versammlungen mit banger durch die Gemeindevorstände oder durch direkte Postschreiben in Wahlkomitees nach Möglichkeit zu entsprechen und besonders, wenn Sorge entgegen. von Schleswig aus die Sammlung von Geld zur BeKenntnis gesetzt. gründung eines Wahlfonds angeregt werden sollte, zu bedenken, daß ohne reichliche Geldmittel eine Wahl nicht gemacht werden tann. Ohne Zweifel liegt für den Bund der Landwirte eine große Entfagung darin, wenn er, trotz des verhältnismäßig guten Er folges bei der letzten Wahl, bei dieser Wahl sich ganz in den Hintergrund stellt. Die Gesamtverhältnisse des Wahlkreises und die wirtschaftspolitische Stellung des Herrn Mattsen rechtfertigen aber die diesmalige Entsagung. Unfre Unterstüßung gilt nicht dem Mitgliede der nationalliberalen Partei, sondern unsrem landwirtschaftlichen Berufsgenossen, von dem wir Grund haben, anzunehmen, daß seine wirtschaftspolitische Bethätigung uns befriedigen wird. Wulfshagen, den 28. April 1903. Der Provinzialvorsißende Reventlo w. Endlich ein schlichter Arbeiter". " " Am Montag sprach Bebel im heiligen Köln". Von dort wird uns berichtet: Wegen des zu erwartenden Andranges hatte das Wahl- Die Zollausbeutung der Kleinbauern. Das Rubowsche Buch über komitee 3000 Karten ausgegeber Diese waren innerhalb einiger das Interesse der Bauerngemeinde Schwessin behagt der„ KreuzStunden vollständig vergriffen. Der Andrang zur" Philharmonie", Beitung" ebenso wenig wie die Ertragsergebnisse des Gutes Quednau. dem zweitgrößten Saale der Stadt, war ungeheuer. Naturgemäß Was bedeuteten diese Leistungen eines Professors", der was nahm fich Bebel vorzugsweise das Centrum beim Schopf, und er allerdings die„ Kreuz- Zeitung" ihren Junkern mitzuteilen unterläßthat es in seiner zweistündigen Rede unbarmherzig zerzaust. Be- in wenigen Jahren aus einem mit Verlust arbeitenden Gute nicht sonders brandmarkte er den Mißbrauch, den das Centrum mit nur einen verdoppelten Rohertrag, sondern auch bereits einen Reinder Religion treibt, wobei es vielfach auf die Schriften Bebels ertrag durch rationellen Betrieb herausgewirtschaftet hat! Und was Bezug nimmt. Die Socialdemokratie kann und will keinem ihrer An- bedeute die Untersuchung, wie stark eine Bauerngemeinde durch Zölle gehörigen verwehren, seine religiöse oder nicht religiöse Anschauung zu belastet werde: propagieren; so sagte Bebel: Was wir aber am entschiedensten verurteilen, " Was denkt man mit solchen Beispielen zu erreichen? Selbst ist, daß das Centrum die Religion zu seinen parteipolitischen wenn es zuträfe, daß, was ja möglich ist, die Kleinbauern stellenZwecken mißbraucht, und die Vertreter der Kirche, die Geistlichen, sind weise fein besonderes Interesse an den Getreidezöllen haben, es, die am ärgsten Hezzen. Wir verlangen die absolut freie Be- was könnte das vom Standpunkte der Gesamtheit beweisen, thätigung des religiösen Glaubens. Keine Partei hat so ent- die eines besseren Schutzes dringend bedarf? Und was hilft es schieden den Kulturkampf verurteilt; wir haben allezeit dieser Gesamtheit, daß es auf einem Versuchsgut vielleicht gegen das Jesuitengeset gestimmt, obwohl das Centrum größere Erträge giebt, als sie im Durchschnitt vorkommen? Dieser Es ist der infamste Betrug, den die Bündler und National- immer soviel Stimmen gestellt hat, wie zur Fortdauer Durchschnitt ist unter allen Umständen maßgebend. Wird man sich liberalen gemeinsam an den Wählern verüben. Die Bündler haben des Socialistengesezes nötig waren. Wie aus einem Munde flang das nicht endlich einmal merken?" feine Aussicht, mit einer eignen Kandidatur etwas zu erreichen, also ein tausendstimmiges Pfui, als Bebel mitteilte, daß dem Wirt des Die Kreuz- Zeitung" ist auf einmal furchtbar wissenschaftlich. versichern sie sich eines Kandidaten, der unter nationalliberaler Saales 200 Mark geboten worden sind, wenn er den Saal zurück- Sie begnügt sich nicht mit„ Einzelbeispielen" womit das JunkerFlagge Wähler fangen soll und doch in Wahrheit bereit ist, selbst ziehe. Ist das der Kampf mit geistigen Waffen? Es ist ein Kampf tum sonst seine ganze Agitation bestreitet sondern sie verlangt über den Agrarismus der nationalliberalen Partei hinaus bündlerischen mit den schmutzigsten, hinterlistigsten Mitteln, den das Centrum gegen die Berücksichtigung des" Durchschnitts". Sehr richtig! Aber wer Boll- und Liebesgabenwucher zu betreiben. Die Deffentlichkeit darf die Socialdemokratie führt. hat verhindert, daß über diese Gesamtheit" Klarheit verbreitet nichts davon wissen, daß Herr Mattsen von vornherein dem Bündlerwurde. Die Junker und die verfippten Zollwucherer haben ja die tum versflavt ist, der Bund soll daher öffentlich nicht für ihn eingeforderte allgemeine Agrar- Enquete verhindert. treten. Um so eifriger aber sollen die Bundesleute unter der Hand" Aus Zwickau wird uns zu der dortigen Arbeiter- Ordnungs- Im übrigen gilt es nicht nachzuweisen, daß die Kleinbauern fein für den Nationalliberalen agitieren, wobei aber wiederum die Kandidatur", über die wir schon kurz berichtet haben, noch ge- besonderes Interesse" an den Zöllen haben das ist ohne weiteres agrarischen Zusagen, die Herr Mattsen gemacht hat, und„ das schrieben: selbstverständlich und folgt aus der bloßen Thatsache des kleinen Interesse des Bundes der Landwirte" an der Kandidatur verschwiegen Im 19. sächsischen Kreis Stollberg Schneeberg, der Besizes sondern daß sie genau so und mehr geschädigt werden werden soll! zit den Kreisen gehört, die für die Socialdemokratie sicherer Besitz durch die Zölle wie die Arbeiter. Auch das ist nicht wahr, daß es Es ist schwer zu entscheiden, wer in diesem widerwärtigen stand find bei der letzten Wahl wurden 13 730 socialdemokratische sich nur um Einzelbeispiele handelt. Hecht hat für ganz Spiele die schäbigste Rolle hat, die Bündler, welche unter Ableugnung und nur 9209 bürgerliche Stimmen abgegeben, konnten die Baden das Interesse an den Getreidezöllen" untersucht und ist zu ihrer eigensüchtigen Absichten für den Nationalliberalen agitieren, Kartellparteien trotz aller Bemühungen keinen Kandidaten auftreiben, dem gleichen Resultat gelangt wie Dr. Rubow in seiner Schrift über oder der Nationalliberale, der seinen eignen Parteigenossen ver- der Lust hatte, den unvermeidlichen Durchfall über sich ergehen zu die Bauerngemeinde Schweffin. schweigt, daß er den Bündlern verdingt ist. laffen. Wohl ein Dußend Herren wurden in Vorschlag gebracht, Der Papstgang Wilhelms II. hat lediglich die große Intimität In wie manchem andren Wahlkreise mag seitens der bürgerlichen lehnten aber die ihnen zugedachte zweifelhafte Ehre ab. Erst als Parteien dieselbe elende Unehrlichkeit gegenüber den Wählern geübt durchaus kein Angehöriger der befizenden Klasse zu haben war, kam bestätigt, die längst zwischen dem Kaiser und den edlen Herren der werden! Nicht immer kommt der Betrug so flar ans Licht wie in man auf mit der katholischen Kirche- trotz der Offenbarungen des guten Professors den schönen Gedanken, einen Arbeiter Delitzsch herrschen. dem Falle des edlen Grafen Reventlow, der das, was man sonst Kandidatur zu beglücken. Der Bergarbeiter Eduard Hänel in vorsichtig einander ins Ohr flüstert, ungeschickt dem Papier an- Delsnis im Erzgebirge, Borsitzender des„ königstreuen Knappen- Beziehungen. Die" Post" läßt sich allerlei„ Ergebnisse" aus Rom In protestantischen Kreisen ist man nicht unbesorgt über diese vereins", ist jetzt als Kandidat proklamiert worden. In der zu Aue abgehaltenen Vertrauensmänner Versammlung der Karteйparteien, die hauptsächlich von Fabrikanten, Bürgermeistern usw. beDie Hintermänner des Kronzeugen Korbmacher" Ernst Fischer sucht war und unter dem Vorsitz eines Professors tagte, wurde glauben mit ihrem wegen Körperverletzung, Widerstandes, Weser- Hänel vorgestellt, nachdem alle Bedenken der offenbar mißtrauischen ftecherei, Betruges, Urkundenfälschung und Hausfriedensbruch bestraften, Unternehmer durch die Erklärung beschwichtigt worden waren, daß tonservativen Eideshelfer und Socialistenvernichter nicht mehr offen nach allen Feststellungen an Hänel in Bezug auf Zu= in Compagnie gehen zu sollen. Das neueste Pamphlet hat Ehren- berlässigkeit, Reichs- und Königstreue" nichts auszusehen sei. Fischer" Jm Selbstverlag, Berlin, Wörtherstr. 5" erscheinen lassen. Es Diefer sonderbare Arbeiterkandidat versicherte dann, daß er im betitelt sich„ Ein offenes Wort an die Arbeiter zur Reichstage sich der deutschkonservativen Partei an ersten Reichstagswahl im XX. Jahrhundert." Auch schließen würde. Auch eine Art von Kandidatenrede hielt hänel. bei dieser von den„ Ordnungsparteien" in Masse verbreiteten Sudel- Dieselbe muß wohl aber manches zu wünschen übrig gelassen broschüre hat Frau Lüge Gevatter gestanden. Es riecht noch stärker haben, denn es wurden Bedenken Taut in Hinsicht der wie die alte Schmiererei nach Spizelfleisch. Schlagfertigkeit des Kandidaten bei Versammlungsdebatten. Die Ehren- Fischer bittet die Arbeiter, mun endlich mal von den Social Aufstellung erfolgte aber, da ein andrer Mann nicht zur Verfügung demokraten zu lassen, zehn Jahre lang mal" dem Ruf der staats- steht. In der Vertrauensmänner- Versammlung und in den Berichten erhaltenden Parteien, dem Ruf des Königs" zu folgen. Hilft das darüber wurde besonders hervorgehoben, daß das bescheidene dann nicht:„ Dann, liebe Arbeiter, hilft nur die Revolution". Auftreten Hänels ganz besonders angesprochen habe. Der Mann ist offenbar nur eine Marionette, die sich so bewegt, wie ein paar hochmögende Herren angeben. Wie man mit diesem Arbeiterkandidaten den Wahlkampf führen wird, sind wir neugierig zu sehen. Die Wähler werden von dem sonderbaren konservativen Kandidaten etwas sehen und hören wollen. vertraute. " Der Wahlkorbmacher. Zunächst beschwört Ehren- Fischer die Arbeiter vom Streik Abstand zu nehmen. Da heißt es: 0 " Ich höre Euch schon sagen, daß gerade der Streik die einzige Waffe sei, wodurch Ihr Euch Eure Lage verbessern wollt. Ja, das redet man Euch vor, aber wo in aller Welt habt Ihr etwas dadurch geschaffen? Ganz einfach, braucht Ihr Gewalt, setzt man Euch Gewalt entgegen, und wer am stärksten ist und die Mittel Aehnlich hat die herzoglich anhaltische Kreisdirektion in hat, ist und bleibt Sieger. Nun wendet aber nicht ein, daß Ihr Bernburg eine Versammlung auf dem städtischen Trockenplay in ja nach dieser Macht strebt und alle Arbeiter unter Eure Fahne Sandersleben, welche der Gemeinderat bereits genehmigt scharen wollt, damit Euch schließlich der Sieg zufallen muß. hatte, verboten. Das Verbot erfolgte auf Grund des§ 11,2 des Unsinn! Eine 5 000 000 starte Partei wie die socialdemokratische, anhaltischen Vereinsgesetzes, der besagt:" Die Genehmigung( zu kann überhaupt nicht mehr stärker werden." öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel) darf nur versagt Man sieht, der Mann lügt auch mal der Socialdemokratie etwas werden, wenn aus Abhaltung der Versammlung Gefahr für die Gutes an: 5 Millionen Socialdemokraten! öffentliche Sicherheit oder Ordnung zu befürchten ist." Die StreisNeben den bekannten Predigten der Drdnungsleute direktion„ befürchtet", Gründe braucht sie nicht anzugeben; das zieht sich dann ein unendliches Sammelsurium bon Das er staatsbürgerliche Versammlungsrecht ist beseitigt. trifft fundenen Geschichtchen hin die Auftraggeber verlangen natürlich stets nur die Arbeiter und Socialdemokraten, die andren das. So fabuliert der Mann davon, daß die Arbeiter Millionen Parteien haben die Säle zur Verfügung, die man unsrer Partei sammeln, aber mit verschränkten Armen zusehen müssen, wie durch Arglist und Gewalt verschließt. dafür die Führer und die vielen ungetreuen Kassierer ein schönes, melden: 1 Bischof Anzer in Schantung soll durch eine jüngere Kraft ersetzt werden, welcher die Aufgabe zufallen würde, die deutsche fatholische Mission in China kräftiger auszugestalten. Im Juli soll Erzbischof Fischer in Köln die Kardinalswürde erhalten. Während des Festmahls in der preußischen Gesandtschaft beglückwünschte ein Kardinal den Kaiser zu seinem Bibel- BabelSchreiben an den Admiral Hollmann. Der Kaiser betonte in der Unterhaltung bei Tisch, daß der religiöse Gedanke zur Regierung der Staaten unentbehrlich sei, und daß ohne Christentum die Gesellschaft ihrem Ruine entgegengehen würde." Dem Organ des Evangelischen Bundes, der„ Täglichen Rundschau", wird aus Rom geschrieben: " Nicht ins Reich der Kombinationen gehört die Nachricht, daß unsre Regierung sich der Kurie erboten hat, soweit als möglich den vertriebenen französischen Ordensgesellschaften Obdach zu gewähren. An Neugründungen französischer Klöster auf deutschem Boden braucht man dabei nicht sofort zu denken.& genügt, daß die einzelnen vertriebenen Mönche und Nonnen, speciell der beschaulichen Orden, deren Anwesenheit nicht so sehr auffällt in den deutschen Niederlassungen ihrer bezüglichen Drden Aufnahme finden. An der Kurie hat man sich fehr über dieses Zugeständnis gefreut, noch mehr aber über die Versicherung der Regierung, ihren ganzen Einfluß für die Aufhebung des§ 2 des Jesuitengesetzes aufzubieten. Die Leute, die da glauben, Preußen bestehe nicht mehr auf seinem Vorhaben, irren gewaltig." Wir werden also demnächst in Deutschland, Chartreuse" produzieren können. Auch die vorläufige Nicht- Aufhebung des Jesuitengeſetzes geschieht offenbar auf den besonderen Wunsch des Centrums, das in seinen Nöten eine Wahlparole haben möchte. Die Freifinnige Zeitung" erkennt allgemach, daß ihre Bekennt nisse zur Zollerhöhungsbereitschaft denn doch äußerst bedenkliche Wirkungen selbst in den eignen Anhängerkreisen haben müssen. Sie erflärt jest auf unsre gestrigen Feststellungen:" Selbstverständlich würden wir es mit Freuden begrüßen, wenn die bestehenden Handelszufriedenes Leben führen". Ehren- Fischer läßt Bebel als Bourgeois Die behördliche Bekämpfung der Socialdemokratie zeigt sich in beiträge für mehrere Jahre prolongiert werden." Darauf sei aber aufmarschieren, der in Küßnacht in der Schweiz auf befonderm Maße durch die vielfache Verhinderung von Ver- nichts weniger als mit Sicherheit zu rechnen" und bei Kündigung seiner Villa seine Millionen verzehrt". Mit Millionen sammlungen unter freiem Himmel. Da solche Versammlungen der Verträge trete entweder der alte autonome Tarif oder der neue schmeißt der arme Teufel um sich wie eine Lotteriereklame; unter durch das Wahlgesetz nicht besonders geschützt sind, so ist den Be- Tarif in Kraft je nach dem Willen der Regierung. Ihre frühere Ver= Millionen thut er's nicht. 5 Millionen Socialdemokraten! Die hörden, vornehmlich in Sachsen, jeder Grund recht, um Versamm dächtigungspolitik gegen die Socialdemokratie hatte aber die Freis. 3tg." Parteitasse hat Millionen! Bebel verfügt über Millionen! Schade, lungen unmöglich zu machen. Dabei leistet sich die Behörde oft auf der Annahme aufgebaut, als ob die Zolloppofition sich in der Lage daß diese Millionen nur in der Korbmacher- Phantasie existieren. die seltsamsten Widersprüche. So hat am vergangenen Sonntag die befände, entweder Handelsverträge mit höheren Zöllen bewilligen zu Diese Dann erzählt Fischer von Bauhandwerkern, Holzarbeitern, Amtshauptmannschaft 3 wickau zwei Versammlungsverbote ergehen müssen oder in einen vertragslosen Zustand zu treiben. Maschinenbauern usw., welche Wochenlöhne nicht unter 36 M. Haben lassen. Die Die eine Versammlung sollte auf einem Wiesen- Annahme bedeutete zugleich die Aufgabe jedes Versuches, und im Accord bis zu 80 M. fommen": wenn sie 60 m. verdienen, grundstücke in Hartmannsdorf bei eirchberg und die zweite eine Erhöhung der Getreidezölle in neuen Handelsverträgen auch geben sie höchstens 20 M. der Frau, 40 m. verjubeln sie bei dem auf einem Gartengrundstück in Reinsdorf bei Zwickau statt- nur zu bekämpfen, und damit ein selbstmörderisches Entgegenkommen Parteiwirt, da kostet ein Frühstück so viel wie eine kleine Beamten- finden. Während es in dem omtshauptmannschaftlichen Ver- an die Wucherparteien. Jetzt beginnt die Freisimmige Zeitung" familie den ganzen Tag braucht. Das sind Socialdemokraten!" So bote der Hartmannsdorfer Versammlung hieß, daß über den Unsinn, auf Grund dessen sie gegen uns einen plötzlichen Vorverdient offenbar auch der Parteiwirt Millionen! dies auch kein öffentlicher Weg nach dem Versammlungs- stoß unternahm, ein wenig zu korrigieren. Sie würde es mit Freude In diesem Tone geht es weiter. Hin und wieder streut er nach Grundstück führe und dieserhalb die betreffende Versammlung begrüßen, wenn die bestehenden Handelsverträge für mehrere Jahre berühmten Mustern einige falsche Citate hin und tischt mit einem auch mit zu verbieten sei", schreibt dieselbe Amts verlängert werden. Dann ist es aber die Aufgabe der Zoll erhöhungsgegner, eine Taftit einzuschlagen, die dieses Biel verfolgt!] fagen zu verleiten. Dem Pionier Franke, der über die Mißhand-| 30 Büge in ganz Victoria. Man erwartet, daß heute 50 Züge abs Die Freis. 3tg." aber befürwortete eine Taktik des Pessimismus, der lungen vernommen werden sollte, drohte Kisch, er werde keine gelassen werden können. Sechs Schnellzugs- Lokomotivführer haben alles verloren giebt, ehe der Kampf begonnen hat. Die Socialdemokratie frohe Stunde mehr in der Kaserne haben, wenn sich von den Ausständigen getrennt; die Regierung hat ihre Dienste führt den Wahlkampf so, daß die möglichen Folgen des neuen Boher die Wahrheit sage. Er( Kisch) werde dafür sorgen, daß wieder angenommen. In andren Staaten werden, wie verlautet, tarifs verhütet werden sollen. Wenn der gealterte Freifinn selbst ihn auch andre Unteroffiziere schwer schleifen. Auch andre Rekruten 50 Lokomotivführer eingestellt. nicht mehr Hoffnungen auf Erfolg zu haben wagt, so ist ließen sich durch die Brutalität Kischs einschüchtern. Der Pionier das noch kein Grund, die Socialdemokratie zu schmähen. Wäre der Persicke erklärt u. a., sie hätten bei der ersten Vernehmung nicht alles deutsche Liberalismus nicht allzu heillos verrottet, so gesagt, weil sie fürchteten, fie müßten nachher noch mehr schuften als wäre mit Sicherheit zu rechnen", daß die Regierung nach vorher. Während der Untersuchungshaft verfiel Kisch eine Zeitlang den Wahlen die agrarischen Bahnen aufgeben muß! So in geistige Störung. Nach dem Gutachten der Aerzte war Kisch zur Freisimmige Volkspartei andauernd durch Zeit der Begehung der That zwar geistig minderwertig, aber nicht Unfähigkeit zu unzweideutig fester Stellungnahme und durch Verrat unzurechnungsfähig. Unteroffizier Kisch wurde zu 1 Jahr 6 Monaten an der ernsten Bolloppofition den Zollwucher der agrarischen Gefängnis und zur Degradation verurteilt. Parteien. " aber errettet Daß der Rückzug, zu dem wir die Freifinnige Zeitung" ges trieben haben, unter reiichlichem Schimpfaufgebot erfolgt, bedarf bei den Gewohnheiten der Freisinnigen Zeitung" kaum besonderer Mitteilung. zutreten. Ausland. Oestreich- Ungarn. Wien, 13. Mai. Jm Eisenbahn- Ausschusse gab der EisenbahnEin Wunder! Die„ Freisinnige Beitung" muß schwer Minister Dr. Ritter v. Wittek eine Erklärung über die finanzielle erkrankt sein. Zum erstenmale in ihrer glorreichen Geschichte giebt Lage der Südbahn ab, wonach die Staatsverwaltung, welche den fie klipp und klar zu, daß eine von ihr ausgesprengte Verleumdung Interesse entgegenbringe, keinen Anlaß habe, dem Abschlusse des Bestrebungen zur Konsolidierung der Finanzlage der Südbahn reges über einen Socialdemokraten auf einem Irrtum" beruhe. Das schon von uns gekennzeichnete chippel- Citat habe sie der jüngsten Uebereinkommens der Prioritätenbesitzer oder der An" Magdeburgischen Zeitung" entnommen und nicht im Protokoll nach- schauung der Bahnverwaltung in der Währungsfrage entgegengeprüft, ob die Sache stimme. Jetzt bekennt fie, einer Fälschung zum der Staatsverwaltung würden durch dieses Uebereinkommen nicht Die rechtlichen Verhältnisse der Gesellschaft gegenüber Opfer gefallen zu sein. Man muß danach annehmen, daß auch der„ Socialisten- berührt. spiegel" durchweg aus der„ Magdeburgischen Zeitung" zusammengeklebt ist; denn er ist von A bis 3 in der Weise des SchippelCitats gefälscht. Und man darf wohl weiter vermuten, daß auch die ganze neuere Politik Eugen Richters" Tattit" nennt er's versehentlich aus dem erzreaktionären„ liberalen" Organ der Magdeburger Zuckerbarone übernommen ist. Das wäre allerdings des Nätsels Lösung! " Der Breslauer Erlaß gegen die Soldatenmißhandlungen, über den der Erbprinz von Meiningen gestürzt ist, soll nach der Schles. Morgenzeitung" zurückgenommen worden sein. Augenscheinlich gelten Erlasse gegen Soldatenmißhandlungen für gefährlicher als die Mißhandlungen selbst. Der Wählerliften- Wirrwarr, der durch den mißglückten Versuch, die Wähler mit Maiwahlen zu überrumpeln, angerichtet worden ist, hat in Gerresheim( bei Düsseldorf) den Erfolg gehabt, daß dort die Wählerlisten zweimal ausliegen. Partei- Nachrichten. Winke für die Reichstagswahlen. Von dieser für die Agitation und die Organisation des WahlKampfes notwendigen Broschüre ist jetzt die 4. Auflage, 61.- 80. Tausend, im Druck. Diejenigen Organisationen, die noch Bestellungen aufzugeben haben, wollen dies umgehend bewirken. Bestellungen sind zu richten an die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., Lindenstr. 69. Zum Bierkrieg in Leipzig nahm eine hauptsächlich von Ga ftwirten besuchte Versammlung dortselbst gegen wenige Stimmen eine Resolution an, in der der von den Brauereien veranlaßte BierAufhebung gefordert wird. Wenn die Brauereien den Bierkrieg nicht krieg als der Ruin des Gastwirtstandes bezeichnet und dessen baldige bis zum 18. Mai aufheben, wollen die versammelten Gastwirte ständig Weiter sollen die nur ringfreies Bier verzapfen. allen politischen Parteien dauernd gleichmäßig zur Verfügung stellen, Brauereien die Saalinhaber veranlaffen, daß die letzteren ihre Säle oder gleichmäßig verweigern. Schließlich sollen der Oberbürgermeister und der Amtshauptmann ersucht werden, die Vermittelung zwischen des ungarischen Ministerpräsidenten v. Szell im ungarischen Abgeord- zubahnen. Zu den Unruhen in Kroatien. Entgegen den offiziellen Erklärungen den streitenden Parteien zu übernehmen und eine Einigung annetenhause spitzt sich der durch die Mißregierung des magharischen Banus von Kroatien, des Grafen Khuen- Hedervary, geförderte Gegen- den Bürgerausschußwahlen in Bulach siegte in der dritten Klasse Wieder ein Gemeindewahlerfolg der badischen Genossen. faz zwischen den kroatischen Kleinbauern und ihren magyarischen die socialdemokratische Liste mit circa 90 Stimmen über die Liste Herren immer mehr zu. Wie das„ Bureau Herold" aus Agram der Ultramontanen, welche circa 40 Stimmen aufbrachten. In der meldet, wurden auf der Strecke Esseg- Fiume die Bahnwächter von zweiten und ersten Klasse behaupteten unsre Gegner das Feld. Bauern überfallen und die ungarischen Wappen und Schilder heruntergerissen. In Siffet wurde das Hotel„ Grand Kapital" voll- Socialdemokratische Wahlerfolge in der Schweiz. Bei den am ständig demoliert. In Bukar, Cirkvenice und Novi stürmte die Volks- letzten Sonntag im Kanton Luzern stattgefundenen Großratswahlen menge die Marine- Aemter und rissen gleichfalls die ungarischen wurden sechs Socialdemokraten gewählt, bier in der Stadt Luzern, Wappen herunter. In verschiedenen andren Orten sind ebenfalls zwei im benachbarten Industriedorfe Kriens, während bisher nur Unruhen ausgebrochen. ein Genosse in dieser Behörde saß. Der Erfolg ist einem Kom Schweiz. promiß mit den Liberalen zu verdanken.-In Chaurdefonds( Kanton Neuenburg) wurden 10 Socialdemokraten, 9 Liberale und 21 Radikale in den Großen Stadtrat gewählt. Bei Verschleppungspolitik der Reaktion. Zürich, 12. Mai.( Eig. Ber.) Der Bundesrat als Haupt der radikalen Partei und der radikalen Gerresheim ist der Weisung des preußischen Ministers so prompt Reaktion hat angesichts der durch das militaristische Panama verDer Parteitag der Socialdemokratie Dänemarks. nachgekommen, daß bereits vom 14. bis 21. April die Listen fix und ursachten Mißstimmung des Volkes die Abstimmung über das Am Sonnabend befaßte sich der Kongreß noch in einer Abendfertig auslagen. Am 18. Mai wird nun die Prozedur wiederholt Maultrattengefeß auf einen noch unbestimmten Termin im sizung mit einigen innern Fragen der Partei. Es wurde eine werden müssen. Herbst verschoben. Wir hoffen, daß die reaktionäre Verschleppungs- Resolution angenommen, worin den einzelnen Organisationen So weit wir bisher ermitteln konnten, ist überall durch die politik des Bundesrates die Verwerfung des frech- reaktionären empfohlen wird zu fordern, daß Personen, die in einem organisierten Oberpräsidenten in Ergänzung des Miniſtererlasses vom Wechselbalges auch in der Herbst- Voltsabstimmung nicht verhindern Beruf arbeiten, Mitglied ihrer Gewerkschaft sein müssen, wenn sie in 22. April d. J. der 17. Mai als Endtermin der Wahlberechtigung wird. Dann bedeutet aber die Verwerfung nicht nur eine Ver- einer socialdemokratischen Vereinigung aufgenommen werden wollen. angegeben worden. urteilung der Erzesse der Neaktion, sondern auch eine Verdammung Des weiteren fand noch eine lebhafte Debatte über die Alkoholder militaristischen Korruption und der volks- wie freiheitsfeindlichen frage statt, die zur Annahme folgender Resolution führte:„ Der Politik des Bundesrates. Kongreß erklärt, daß er es für wünschenswert ansieht, daß die Die Zahl der die Voltsabstimmung fordernden, von der social- Gesundheitslehre als ein besonderes Fach in den Lehrplan aller demokratischen Partei aufgebrachten Unterschriften beträgt 64 990. Schulen aufgenommen wird, namentlich mit Rücksicht auf die für die Spanien. Gesundheit schädlichen Genußmittel, darunter auch den Alkohol."— Es wurde beschlossen, daß der bisherige Hauptvorstand des socialdemokratischen Verbandes so lange in Amte bleiben soll, bis die Folkethingswahlen stattgefunden haben. Der nächste Parteitag foll 1906 in Kopenhagen stattfinden. Die Aenderung des Wahlreglements ist eine allzu nichtsnußige Einrichtung; wäre sie nicht eingeführt, so würde die Regierung von Mecklenburg Schwerin vor traurigem Mißgeschick bewahrt geblieben sein. D Diese Regierung veröffentlicht nämlich in Nr. 17 ihres Regierungsblattes die Bekanntmachung betreffend die Abänderung Die Senatswahlen, die ant vergangenen Sonntag statifanden, des Wahlreglements für den deutschen Reichstag. Darin haben folgendes Resultat ergeben: Von den 180 Senatoren, die von heißt es nun im§ 35:„ Sämtliche Verhandlungen, sowohl den Provinzialbehörden, den Akademien und Universitäten gewählt über die Wahlen in den Wahlbezirken, als über die werden, sind 130 Ministerielle und 50 gehören der Opposition an; Zusammenstellung der Ergebnisse, werden von dem Wahlkommissar von den letzteren zählen sich 40 zu den Liberalen, 2 sind Republikaner unverzüglich der zuständigen Behörde eingereicht, welche dieselben und 8 Unabhängige. Da die Regierung von den auf Lebenszeit erder Central- Verwaltungsbehörde zur weiteren Mitteilung an den nannten bezw. gewählten 180 Senatoren schon 120 befißt, so verfügt Reichstag des Norddeutschen Bundes vorzulegen hat." In sie über eine gewaltige Majorität. einer Anlage C bringt dies Regierungsblatt ferner ein Verzeichnis der Wahlkreise. Dortselbst sind nur die Staaten des ehemaligen Türkei. = Norddeutschen Bundes aufgezeichnet, während ganz Süddeutschland Konstantinopel, 12. Mai.( Meldung des„ Wiener K. K. Telegr.mit Elsaß Lothringen fehlt. Dagegen wird das einen Korresp.- Bureaus".) Die Nachricht, daß Graf Goluchowski die Abpreußischen Streis bildende Herzogtum Lauenburg noch als felb- ordnung des Exportvereins über die Zustände auf der Balkanständiger Staat Herzogtum Lauenburg" aufgeführt. halbinsel beruhigte und erklärte, daß ernste Verwickelungen nicht zu befürchten seien, hat in hiesigen Regierungs- und Handelsfreisen sehr befriedigt. Die Pforte erklärt die Zeitungsnachrichten, daß die türkische Bevölkerung in Uestüb triegsluftig und christenfeindlich gestimmt sei, für unzutreffend. In Mecklenburg- Schwerin ist man ja um mindestens einige Jahrzehnte hinter dem übrigen Deutschland zurück; das sollte wohl durch das Regierungsblatt bewiesen werden. Entfehliche Soldatenschinderei. Afien. einstimmig annahm, enthält eine gründliche Abrechnung mit der Das Wahlmanifest, das der dänische Parteitag am Sonnabend bürgerlichen Linken, die, nachdem sie vor zwei Jahren zur Macht gelangte, die Erwartungen, welche man ihrem Programm entsprechend an sie stellen mußte, in wesentlichen Punkten bitter enttäuscht hat; die, statt den Widerstand der Reaktion gegen demokratische Reformen zu brechen, Klassengeseze durchführte, welche gegen die Intereffen der großen Masse des Volkes gerichtet sind und nach einer Alliance mit den reaktionären Elementen im Landsthing strebte, um solche Gesetze durchzuführen. Die Socialdemokratie bedauert nicht", heißt es weiter, daß sie die Linke zur Macht und damit dem Parlamentarismus zum Siege verholfen hat. Wir waren vorbereitet darauf, daß wenn die Mehrheit gefiegt hatte, ein neuer Kampf um die Mehrheit beginnen würde, wenn wir vielleicht auch nicht erwarteten, daß das so schnell und so ernst kommen würde." Nach einer gründlichen Darlegung der Gegenfäße der beiden Parteien wird dann darauf hingewiesen, daß der Kongrez be= schlossen hat, in ungefähr der Hälfte aller Wahlkreise des Landes socialdemokratische Folkethingskandidaten aufzustellen und daß der Wahlkampf härter und umfassender als je zuvor werden wird.„ Die Losung für die bevorstehenden Folkethingswahlen," so schließt das Manifest, ist diese: Allgemeines fommumales Wahlrecht ohne Abschlag oder Kompromiß, durchgeführt, wenn notwendig, mit allen verfassungsmäßigen mitteln; Kampf gegen den Militarismus und Förderung socialer Reformen. Auf zur Wahl, alle Arbeiter in Stadt und Land, alle freisinnigen und demokratischen Mitbürger! Hoch die Socialdemokratie in Dänemark! Hoch der internationale Socialismus!" Die neue Redaktion des Avanti" trat, wie man uns aus Rom Aus Straßburg wird der Frankf. 3tg." vom 11. Mai beKonstantinopel, 12. Mai. Infolge mehrerer in Tanta zwischen richtet: Ein Aufsehen erregender Fall von Soldatenschinderei be- Kairo und Alexandrien vorgekommener Bestfälle hat der Sanitätsschäftigte das Dber- Striegsgerichts des 15. Armeecorps. rat für Herkünfte aus Alexandrien zweitägige Beobachtung und Der 22 Jahre alte aus Berlin gebürtige Unteroffizier Desinfektion angeordnet. Paul Kisch der 2. Compagnie des in Straßburg garnisonierenden 15. Pionierbataillons hatte sich wegen Mißhandlung und Miß- Die Mandschurei- Frage wird diesmal noch nicht zu einem brauchs der Dienstgewalt, wegen Abhaltung Untergebener vom offenen Konflikt zwischen Rußland und England führen. Da EngBeschwerdeführen und wegen Verleitung zum Meineid zu land sieht, daß es der Hilfe der Vereinigten Staaten nicht sicher ist, verantworten. Kisch war vom Oftober 1901 bis Mai 1902 bläst es zum Rückzug; während andrerseits auch Rußland es jetzt Korporalschaftsführer und mißhandelte täglich in und außer dem noch nicht zum Kampf kommen lassen möchte und seinen GeschäftsDienste, beim Ererzieren und in der Instruktionsstunde in geradezu träger in Beting zur Abgabe allerlei beruhigender Versicherungen barbarischer Weise. Er ohrfeigte fast sämtliche Rekruten täg- ermächtigt hat. Wie das„ Reutersche Bureau" aus Beting meldet lich, stieß sie in den Rücken sowie mit der Hand ins Gesicht,( siehe das Telegramm in gestriger Nummer), veröffentlichte dort bearbeitete sie mit der Klopfpeitsche, jagte sie bei Tag und bei Nacht der russische Geschäftsträger nach dem Empfang eines Telegramms, unter fünf Betten hin und her, oft 50 bis 100 mal des Abends, bis in welchem gemeldet wurde, daß von England, Japan und den Versie nicht mehr konnten. Ging es nicht rasch genug, so trattierte er einigten Staaten ein gemeinsames Vorgehen bezüglich der Mand- schreibt, mit der Nummer vom 11. d. M. in Thätigkeit. An der sie mit der Klopfpeitsche, warf sie zu Boden und gegen die schurei ins Auge gefaßt werde, eine offizielle Note, daß die ganze Spize trägt das Blatt eine Erklärung Ferris, in der der neue Stubenthür, würgte sie mit beiden Händen und stieß sie gegen Mandschurei dem fremden Handel offen stehe und daß Bässe nicht Chefredakteur den Parteisektionen für die für das Fortleben des die Wand. Beim Turnen stopfte er ihnen Lohe in den Mund, mehr erforderlich seien. wobei er die Rekruten auf die Erde legen ließ und ließ sie wie Hunde Avanti" gesandten Geldsummen dankt und verspricht, das CentralGeändert wird durch diese Note natürlich an der Sachlage Organ allen Meinungen innerhalb des Parteiprogramms mit gleicher das Sprungseil mit dem Mund von der Erde aufnehmen. Er zwang nichts. Bereitwilligkeit zu öffnen. Vor allem solle die Einheit der Partei die Rekruten, sich gegenseitig mit einer SchrubberAfrika. gewahrt bleiben; seine eignen Auffassungen, wie die Bissolatis bürste und Sand den Oberkörper abzureiben, bis In Marokko gewinnen die Aufständischen gegenüber den Truppen aus der früheren Redaktion mögen diskutierbar sein und sollen er wund wurde und die Leute längere Zeit Schmerzen litten. Er des Sultans stetig an Boden. Sie halten in Stärke von 8000 bis diskutiert werden. Aber alle ehrlichen Ueberzeugungen im Rahmen veranlaßte die Rekruten, sich gegenseitig zu verklopfen, 10 000 Mann Tetuan fest umschlossen. Die Verbindung zu Wasser des Socialismus haben Anspruch auf Achtung und werden im ließ sie fast täglich mit präsentiertem Gewehr in der Kniebeuge sitzen, und zu Lande ist abgeschnitten. Nur wenige spanische und jüdische„ Avanti" Achtung finden. Daß Ferri durchaus nicht die Absicht sowie in der Stube umherlaufen. Als ein Rekrut das Gewehr nicht Familien sind in der Stadt zurückgeblieben. Der Dampfer" Turki" hat, das Centralorgan zum Vertreter einer Fraktion zu machen, mehr halten konnte, schlug er ihn auf den Mund. Auch ließ er ist heute nachmittag mit 120 Mann Truppen von Tanger nach dafür bürgt die Liste seiner Redakteure, die Genossen beider Tendenzen einzelne Rekruten 50 mal 10 Minuten lang Schemel strecken, steďte Tetuan abgegangen. Die Lage ist sehr kritisch. Der Sultan ist umfaßt. einzelnen Pionieren das Gewehr durch die Beine, ließ sie hoch halten dabei, wie aus Tanger gemeldet wird, ungefähr 3000 Mann Polizeiliches, Gerichtliches ufw. und in der Stube herumtragen. Dem Pionier Kähne trat er ab- Kavallerie- und Infanterieverstärkungen nach Tetuan abzusenden. fichtlich auf den kranten, geschwollenen Fuß, so daß er 6-7 Wochen Zu 100 Mart Geldstrafe wurde Genosse Riem als RedakTanger, 13. Mai. Die Truppen des Sultans befinden sich teur der„ Sächsischen Arbeiterzeitung" vom Schöffengericht in Dresden ins Lazarett mußte. Auch ließ er ihn tros des kranken Fußes die auf dem Marsche nach Tazza. Sie haben in der Nähe von Fez die verurteilt, weil er den Polizeisergeanten Wäßemann in DortTreppe hinauf und herunterkriechen und dabei das Kommando auf! aufständischen Bergbewohner geschlagen, welche große Verluste er- mund beleidigt haben soll. Die Beleidigung wurde in einer Notiz nieder! erekutieren. Als Kähne nicht mehr springen wollte, rief Risch: litten. Der in Tanger angekommene englische Konsul in Tetuan gefunden, welche die Sächsische Arbeiterzeitung" aus unsrem Dort Spring, bis Du verreckst! Dem Rekruten Franke schlug er mit der erklärt die Lage für äußerst ernst. Ein französischer Dampfer habe munder Parteiblatt entnommen hatte und in der geschildert wurde, Faust ins Gesicht, daß die Oberlippe blutete und ein Bahn verlegt darauf verzichten müssen, in den Hafen einzulaufen. Zwei englische daß man in Dortmund einen Mann, der auf der Straße das Bein wurde. Auch andre Rekruten schlug er blutig. Den Pionier Kähne Dampfer sind wieder nach Tetuan abgegangen. fetzte er eines Tages auf den Tisch, ließ ihn mit seinem Ceuta, 13. Mai. Ein aus Tetuan hier eingetroffener Kurier gebrochen hatte, 14 Stunden lang als betrunken ohne ärztliche Hilfe Mantel umhüllen, pflanzte ihm die Müze ins Gesicht, sowie eine meldet, daß die Schlacht vor Tetuan unterbrochen worden sei, um legte selbst, der inzwischen leider im Krankenhause verstorben ist, im Polizeigewahrsam behalten hatte. Alle Zeugen, auch der BerPfeife in den Mund. Während Kähne auf dem Tisch saß, die Toten zu bestatten, deren Zahl etiva 300 betrage. Auf den bestätigten den Inhalt der Notiz, dagegen sagte ein„ Sachmußten die andren Rekruten seine Sachen puzen. Der Mauern der Stadt seien zahlreiche Köpfe getöteter Feinde zu sehen. Zweck dieser Uebung war, daß die andren auf Kähne geladen wurden verständiger" aus, es sei wahrscheinlich, daß der Sistierte erst und ihm das Fell bergerben sollten. Das Ende der Tisch- Episode in der Zelle das Bein gebrochen habe, die Polizei also seinen bestand darin, daß Kähne vom Tisch heruntergestoßen wurde. Als Hafenarbeiter- Streik in Valparaiso( Chile). Den Stauern Zustand vorher nicht bemerken konnte. Das Gericht hielt das, was Motiv für seine unmenschliche Quälerei gab Kisch an, er sei als der Pacific Steam Navigation Company", die sich im Ausstand dem Sachverständigen wahrscheinlich erschienen war, entgegen Rekrut ebenso behandelt worden und habe den befinden, haben sich die Ladearbeiter andrer Schiffahrtsgesellschaften den Zeugen für sicher und kam zu dem verurteilenden Erkenntnis. Refruten nur fo zugefeßt, wie ihm damals zugesetzt worden angeschlossen. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen den Aus- Erwähnenswert ist. daß in Dortmund, wo es ja viel leichter fei. Er habe keine Freude an den Quälereien. Budem sei ständigen und der Polizei, wobei die letztere mit Steinen beworfen war, oen Wahrheitsbeweis zu führen, Anklage nicht erhoben sein Compagniechef mit schlechtem Beispiel vorangegangen und habe murde. Die Polizei feuerte auf die Masse und tötete und verwundete worden ist. eines Tages einem Refruten mit seinem Säbel sehr stark auf den mehrere. Der Verkehr liegt gänzlich darnieder. Helm geschlagen. Der Vertreter der Anklage, Kriegsgerichsrat Santiago de Chile, 13. Mai. Die Ausständigen in Valparaijo Horn, versichert, die gegen den betreffenden Compagniechef aus haben die Baulichkeiten am Quai in Brand gesteckt, wobei 10 Perdiesem Anlaß eingeleitete Untersuchung habe in gewissem sonen das Leben einbüßten und 200 verwundet wurden. Die ReSinne ein negatives Resultat ergeben. Die Refruten gierung lehnt jede Verhandlung mit den Ausständigen ab, ist vielwären so eingeschüchtert, daß sie die unglaublichen Quälereien nicht mehr entschlossen, mit allen Mitteln die Ordnung wiederherzustellen. einmal anzuzeigen wagten. Endlich am 14. Mai v. J. gab Pionier Kähne, 6000 Soldaten find an verschiedene Punkte entsandt worden. der vom Unteroffizier Kisch auf den geschwollenen Fuß getreten Australien. worden und deshalb im Lazarett sich befand, diese unglaublichen Amerika. Zustände an. Aber isch gab sein Spiel noch nicht verloren. Er Der Eisenbahnerstreit in Victoria nimmt seinen Fortgang. Nach suchte die mißhandelten Rekruten einzuschüchtern und zu falschen Aus- telegraphischen Nachrichten aus Melbourne verkehrten gestern nur " 1 Aus Induftrie und Handel. Zur Lage des deutschen Arbeitsmarktes. Alljährlich wiederholt sich an den deutschen Arbeitsnachweisen im April die Erscheinung, daß mit dem fortschreitenden Frühjahr das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage nicht eine Abnahme, sondern im Gegenteil eine verschärfte Zunahme des Andranges der Arbeitsuchenden zeigt. An sich ist diese Erscheinung nicht beängstigender Natur. Während aber diese Steigerung in andren Jahren nur mäßig einsetzt, ist sie diesmal, wie die Arbeitsmarkt- Korrespondenz" berichtet, auffallend stark gewesen: Ausland. Es bom März zum April hat sich die Zahl der Arbeitsuchenden, die auf 1 Beratung erklärten die Arbeitgeber, biesen Vorschlag nicht 100 ausgebotene offene Stellen entfallen, von 124,6 auf 189,0 ver- annehmen zu können, worauf auch die Arbeitnehmer denselben abmehrt. Dabei darf nicht übersehen werden, daß diese Biffer, wenn lehnten. Nunmehr wird am Freitag vom Einigungsamt in dieser Wochen. Die Unternehmer drohten mit Entlassung aller Arbeiter Der Streit der Budapester Steinmetzen dauert bereits acht fie auch im Verhältnis zu den Vormonaten wie zu der günstigen Sache ein Schiedsspruch gefällt. Entwicklung der letzten Monate überhaupt auffallend hoch ist, und Abbruch der Verhandlungen, falls nicht bis zum 11. b. M. die immer noch niedriger als die entsprechende Ziffer im April Veränderungen nicht erfahren. Die Bewegung zur Durchführung des gegen 11 Stimmen für Fortsetzung des Streiks erklärt. Der Streit der Schuhmacher hat gegen die Vorwoche wesentliche Arbeit aufgenommen würde. Die Streikenden haben sich mit 400 vorigen Jahres ist, wo fie 153,7 betrug. In diesen Minimal- Lohntarifs kann wohl als abgeschlossen betrachtet werden, beiden Gegenüberstellungen kommen die einander noch kreuzenden da sich nur noch eine geringe Zahl Personen im Ausstand befinden. uns unser Londoner Korrespondent vom 9. Mai: Bei dem Streik ber Zum Maschinenbauer- Streit in Glasgow und Umgegend schreibt Einflüsse auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichem Ausdruck. So weit diesmal eine Verschlechterung zu beobachten ist, geht wieder mit ihren Arbeitern geeinigt und Lohnerhöhungen von 1 M. reduktion von 1 M. pro Woche, auf die sich die Unternehmer und Bwei Maßgeschäfte, die Firmen Neiß und Reinemann, haben sich 6000 Maschinenbauer am Clyde handelt es sich um eine Lohnfie übrigens nicht etwa auf eine Zunahme der Arbeitsuchenden, fondern auf eine bedeutende Abnahme der offenen Stellen zurüd. pro Paar bewilligt. Allmählich konzentriert sich der ganze Kampf auf die die Gewerkschaftsleitung nach langen Unterhandlungen geeinigt Ihre Zahl ist nicht nur geringer als im Vormonat, sondern auch noch nicht das geringste Entgegenkommen gezeigt, trotzdem von den Mr. Barnes, der Sekretär der Maschinenbauer, ist absolut gegen größeren Maßgeschäfte. Von seiten dieser Arbeitgeber wird hatten. Die Arbeiter wollten sich diesem Beschlusse nicht fügen. wesentlich niedriger als im vorigen April. Diese unregelmäßige Arbeitern bei Einreichung der Forderungen betont wurde, daß man den Streit und hat die Streit- Unterstützung verweigert. Allein Bewegung der Nachfrage dürfte daher rühren, daß die Besserung auf dem Wege der Verhandlungen beabsichtige, eine Verständigung die lokale Organisation zahlt vorläufig die Unterſtüßung aus. auf gewerblichem Gebiete die erwarteten Fortschritte noch nicht ge- herbeizuführen. Von dieser Hartnädigkeit werden die Arbeitgeber den wird allgemein angenommen, daß der Streit binnen wenigen Tagen macht hat. Die stärkeren Einstellungen zu Anfang des Jahres ge- größten Schaden haben. Die Beendigung der Bewegung zu Gunsten der beendet sein wird. Kommt es aber zu feiner Einigung, so steht nügen vollkommen zur Bewältigung der Arbeitsaufträge. Arbeiter ist nur eine Frage der Zeit und davon abhängig, in allem Anschein nach ein Prozeß nach dem Muster von Taff- Vale Umwandlung der 4 prozentigen württembergischen Saatsanleihe. wie weit die Arbeitgeber im stande sein werden, die Bestellungen bebor. Die Kammer der Abgeordneten nahm heute unter geringer Ab- aufzuschieben. Bei den Anforderungen, welche an die Ausführung änderung den Gefeßentwurf betreffend die Tilgung der Staatsschuld der Arbeit gestellt werden, ist die Thätigkeit von Arbeitswilligen fast Die Bäcker in Barcelona find in einen Ausstand getreten; fie und die Umwandlung der 4 prozentigen Staatsanleihe von 1891/92 ausgeschlossen, und aus den Reihen der Ausständigen selbst wird fich fordern die Sonntagsruhe. Die Bevölkerung ist ohne frisches Brot. in eine neue 32prozentige Schuld einstimmig an. Durch das Gesez niemand zum Streifbruch hergeben. Bei der verhältnismäßig ge- Die Militärbehörden haben den Civilbehörden das Anerbieten gewird an Stelle der bestehenden vertragsmäßigen Schuldentilgung die ringen Anzahl der Ausständigen ist die Organisation im stande, macht, die Militärbäder arbeiten zu lassen, falls der Ausstand angefeßliche Schuldeutilgung eingeführt und ihre Höhe auf drei Fünftel schon aus örtlichen Mitteln den Ausstand wochenlang aufrechterhalten dauern sollte. Prozent der im Anfang jeden Rechnungsjahres bestehenden bere zu können. Die Lohnkommission. zinslichen Staatsschuld festgesetzt. Außerdem wird bestimmt, daß von dem Ueberschuß des Staatshaushaltes zwei Fünftel zur Gewerbegericht zwischen dem Vertreter des Handels- und TransportDer Kutscherstreit in der Milchcentrale. Gestern fanden vor dem Schuldentilgung verwendet werden sollen. arbeiter Verbandes und dem Oberamtmann Ring- Düppel im Beisein des Direktors v. Schulz Einigungsverhandlungen statt, in deren Verlauf Herr Ring erklärte, daß er gegen die Zugehörigkeit der Kutscher zum Verbande nichts einzuwenden habe. Nach gegen feitiger Aussprache wurden schließlich folgende Vereinbarungen getroffen: Sämtliche Kutscher und Burschen sollen außer einem nach Bedarf wieder eingestellt werden. Eine Verminderung der Strafen und Strafgelder wurde zugesagt. Auch soll ein Arbeiterausschuß an erkannt werden, der die Wünsche und Beschwerden der Arbeiter bei der Geschäftsleitung zu vertreten hat. Von dem Vertreter der Organisation wurden diese Zugeständnisse unter Vorbehalt der ZuStimmung der Ausständigen mit der Maßgabe gutgeheißen, daß der entgültige Bescheid sowohl Herrn Ring als auch dem Gewerbegericht am kommenden Freitag zugestellt wird. Zum Konkurs der Firma J. H. Mohr u. Sohn weiß das„ Berliner Tageblatt" zu berichten, daß Mohr seiner Zeit bei der Umwandlung der Firma A. L. Mohr in Altona- Bahrenfeld in eine Attiengesellschaft eine Garantie für die Rentabilität dieser Gesellschaft übernommen hatte. Infolge des unter Führung der Margarinefirma van den Bergh erfolgten Zusammenschlusses der konkurrierenden Margarinefirmen war die Rentabilität der Gesellschaft, für deren Verkauf Mohr übrigens seiner Zeit 6 Millionen Mark erhalten hatte, nicht befriedigend, so daß die geleistete Garantie ihm große Summen fostete. Die russischen Eisenbahnen im Jahre 1902. Die Betriebsstrecke der russischen Eisenbahnen belief sich im Jahre 1902 auf 58 518 Werft gegen 52 673 Werst im vorhergehenden Jahre. Sie ist in den legten fünf Jahren um 12 404 Werft oder 30 Proz. verlängert worden, wovon auf die europäischen Bahnen 5238 Werft, auf die asiatischen Bahnen 4202 Werst, auf die Privateisenbahnen 1590 und auf die Lokalbahnen 1874 Werft entfallen. Im Jahre 1902 find auf diesen Bahnen 109 019 682 Personen befördert worden gegenüber 104 642 959 Personen im Jahre 1901. Der Güterverkehr betrug 7 663 706 000 Pub( 1901: 7349 694 000 Pud). Ein Müllerring ist in der Form einer großen Aftien- Gesellschaft im Kanton Zürich unter Zusammenschluß von neun Mühlen gegründet worden zum Zwecke der Vereinheitlichung der Betriebe und Saheriger Verminderung der Unkosten, des gemeinschaftlichen Einund Verkaufes". Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Lohnbewegung der Stuffateure. Die gestrige öffentliche Versammlung der Stuffateure erklärtte fich mit 545 gegen 32 Stimmen für die Anrufung des Einigunsamtes des Gewerbegerichts und bebingungslose Anerkennung des eventuell erfolgenden Schiedsspruchs durch beide Parteien, wozu sich die Vertreter der Arbeitgeber bekannt lich schon bei den Verhandlungen am Montag bereit erklärt haben. Der Vorfizende Krebs machte noch darauf aufmerksam, daß keiner der Streikenden die Arbeit wieder aufnimmt, bevor nicht die Ber: handlungen beendet oder der Schiedsspruch gefällt ist und der Streik vom Centralverbande für beendet erklärt wird. Achtung, Metallarbeiter! Die Iserlohner Fabrikanten suchen in allen Gegenden Arbeitswillige. Bei Fernhaltung des Zuzuges ist guter Ausgang des Kampfes absolut sicher. Ganz be fonders kommt es darauf an, Gießer und Schleifer fernzuhalten. Auch Dreher, Schloffer, Former, Nadelarbeiter werden gesucht, ebenso Modelltischler, Heizer. Wo Arbeiter angeworben sind, erbitten wir sofort Nachricht. Wenn Abfahrtszeit und Fahrtrichtung in Erfahrung gebracht werden kann, erbitten wir eventuell Drahtnachricht. Die Streifleitung. Sociales. hausen i. Thür. haben die Aerzte einen Erfolg erzielt. Auf Grund Im Streit zwischen Aerzten und Orts- Krankenkassen in Mühlwiederholter Beschwerden von Rassenmitgliedern wies die Aufsichtsbehörde die Kassen an, bis Dienstagmittag dem Beschlusse der Generalversammlung entsprechend mindestens sechs Aerzte anzustellen, widrigenfalls die Regierung die Anstellung weiterer Aerzte auf Grund des§ 56a des Krankenversicherungs- Gefeßes verfügen würde. Es gelang den Kassen nur, drei Aerzte Heranzuziehen, und die Regierung führte ihre Drohung aus. Wie die Korrespondenz des Aerzte- Verbandes mitteilt, übernehmen die früheren Aerzte wie zuvor die Behandlung der Kassentranten. Die geforderte Honorar Erhöhung soll vom 1. Juli ab eintreten. Die badische Socialpolitik scheint sich nach einer merkwürdigen Achtung: Sattler aller Branchen! Der Streit der Treibriemen 10 stündigen Arbeitszeit müssen die Arbeiter an dem Amtsgebäude Richtung hin zu entwickeln. Im Gegensatz zu der sonst üblichen Sattler bei E. Schulz, H. Diesner, Rüger u. Mallon, Kemmrich am Schloß zu Mannheim 11 Stunden täglich arbeiten. u. Co. dauert unverändert fort. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Die Leute glaubten, es handle sich dabei lebiglich um eine An Anstrengungen, welche die Unternehmer machen, um Arbeitskräfte zu ordnung des Poliers und wandten sich an diesen um Abhilfe. bekommen, werden von der Polizei in großem Maßstabe unterstützt. Dabei stellte sich heraus, daß die 11 stündige Arbeitszeit an dem Die Polizei verbietet den Streifenden einfach den Aufenthalt in der Staatsbau weder auf Veranlassung des Unternehmers, noch seines Straße, in welcher die Fabrik, wo gestreift wird, liegt. Wir haben Vertreters, sondern auf eine Anordnung der großherzoglichen gegen dieses Verbot Beschwerde beim Bolizeipräsidenten eingelegt. Bauleitung zurückzuführen ist. Entgegen den Bestrebungen Die Ortsverwaltung Berlin des deutschen Sattlerverbandes. aller einsichtigen Socialpolitiker, Hygieniker usw., welche eine Ver Achtung, Bauarbeiter! Da das Parkettgeschäft von H. Mittag fürzung der Arbeitszeit fordern, kommt also eine staatliche Beden zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern vereinbarten Tarif hörde her und weist einen Privatunternehmer an, die übliche Arbeitsnicht mehr bezahlt, ist die Firma für Parkettleger gesperrt. Die zeit zu verlängern. Firma hat bereits ihren Zwischenmeister Fischer nach Leipzig geschickt, um Arbeitswillige zu holen. Um eine Kontrolle zu haben, ersuchen wir die Bauarbeiter, uns die Bauten mitzuteilen, wo von außerhalb Parkettleger für die Firma Mittag beschäftigt sind. Bu schriften find zu richten an Paul Walter, Köpnickerstr. 157. Verfammlungen. D Eine Kartonarbeiter- und Arbeiterinnen Bersammlung tagte am Der Verband deutscher Steinseher- Innungen hält gegenwärtig in Montag im„ Englischen Garten" in der Alexanderstraße. Eugen Berlin seinen Verbandstag ab. Anläßlich desselben hat die gewerk- Brückner, der Vorsitzende der hiesigen Zahlstelle des Buchbinderschaftliche Arbeiterorganisation dieses Berufes, der Verband der Verbandes, schilderte die elenden Lohnverhältnisse in den KartonSteinsetzer, Pflasterer und Berufsgenossen Deutschlands zum zweiten fabriken, wies darauf hin, daß eine Kommission mit der Ausmal den Versuch gemacht, genannten Innungs- Verband genannten Innungs- Verband zu arbeitung eines Tarifentwurfs beschäftigt ist, allerdings eine schwierige einer Stellungnahme zum Abschluß tariflicher Verträge zu veranlassen. Aufgabe, zu deren Lösung die Mitarbeit vieler erfahrener Arbeiter mit dieser Sache abfinden werden. Lehnen sie ein Eingehen auf den die Organisation ist in legter Zeit in dieser Branche bedeutend geMan darf gespannt darauf sein, wie sich die Herren Innungsmeister und Arbeiterinnen der Branche erforderlich ist. Das Interesse für Antrag der Arbeiter ab, dann haben sie thatsächlich allein die im Gefolge eines Steinfegerstreits eintretenden Kalamitäten zu tragen. Andrerseits mag ihnen die Zustimmung auch Bauchgrimmen verursachen. Deutfches Reich. Zur drohenden Aussperrung an der Unterweser haben in den letzten Tagen die Gewerkschaftskartelle von Bremen, Bremerhaven und Vegesack Stellung genommen und beschlossen: Die Gewerkschaftskartelle weisen den Versuch des Arbeitgeberberbandes, die Differenzen einzelner Betriebe mit einzelnen Gewerkschaften auf die Gesamtarbeiterschaft auszudehnen, als völlig unmotiviert und unberechtigt zurück. Die Kartelle erklären sich mit der Haltung der bisher an den Differenzen beteiligten Gewerkschaften einverstanden, zumal diese fein Mittel unversucht gelassen haben, um einen frieblichen Austrag der Streitigkeiten zu ermöglichen. Sollte der Arbeitgeberverband seine Drohung verwirklichen und damit einen wirtschaftlichen Kampf mit unübersehbaren Folgen für das Erwerbsleben Bremens und der übrigen Unterweserorte heraufbeschwören, so trifft ihn allein die volle Verantwortung. Die organisierte Arbeiterschaft ist sich des Ernstes der Situation boll bewußt. Sie sieht der Entwicklung der Dinge in der nächsten Zeit mit Ruhe entgegen. In einem ettvaigen, ihr von den Arbeitgebern aufgezwungenen Kampfe wird sie die Interessen und die Ehre der organisierten Arbeiterschaft mit unbeugsamer Entschlossenheit zu wahren wissen." aber bereit, mit wachsen, so daß man erwarten kann, daß bald eine umfassende Thätigkeit für Verbesserung der Lohnverhältnisse möglich wird. In der Diskussion wurden mehrere Firmen genannt, die fich durch besonders schlechte Löhne und schändliche Ausbeutung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen auszeichnen. Daß man Arbeiterinnen, die bereits eine Lehrzeit durchgemacht haben, 7, 6, ja nur 5 M. Lohn pro Woche zahlt, ist gar keine Seltenheit, und bei einer Firma wurde einem jungen Manne, nachdem er drei Jahre gelernt hatte, ein Wochenlohn von 9 M. gezahlt. Um der Verschiedenheit der Preise für die einzelnen Arbeiten entgegen zu wirken, erklärte es die Versammlung in einer Reſolution für notwendig, tarifliche Abmachungen mit den Unternehmern zu treffen. H. Limberg, Iserlohn, Lerchenstr. 15. Die Luruspapier Arbeiter und Arbeiterinnen hatten sich am Dienstag sehr zahlreich in den Arminhallen versanimelt, um sich Der Streit der Militärschneider. In einer zahlreich besuchten mit den in ihrer Branche herrschenden Lohn- und ArbeitsVersammlung der Streifenden berichtete Ritter gestern nachmittag verhältnissen zu befassen. über den Stand der Lohnbewegung. Entsprechend dem Beschluß der Der Referent Draus wies Bersammlung vom Sonnabend find die einzelnen Kommissionen am namentlich auch darauf hin, daß die Arbeiterinnen in den Luruspapier Fabriken häufig als Lohnbrücker gegen die Männer ausMontag in den Geschäften vorstellig geworden. Die Antworten der gemußt werden, daß in der Kartenprägerei junge Mädchen oft zu Unternehmer lauteten dahingehend, daß sie eine bindende Erklärung Arbeiten verwandt werden, die für ihre Körperkonstitution zu schwer nicht abgeben könnten, sondern zuvor gemeinsam beraten wollten. und austrengend sind, oder auch an Maschinen gestellt werden, deren Durch gemeinsame Beschlußfaffung in ihrer Organisation haben sie Bedienung ganz besonders für jugendliche Arbeiterinnen mit großen somit ein Recht für sich in Anspruch genommen, das sie ihren Gefahren verknüpft ist. Was die Organisation in Bezug auf die Arbeitern beständig abstreiten. Die Antwort, die sie dann gaben, Röhne der Arbeiterinnen zu leisten vermag, zeigte sich deutlich in war die, daß sie nach wie vor an der Einführung des Prämiender eigentlichen Buchbinderei, wo die ungeübte Arbeiterin mit 9 M. systems festhalten und den Arbeitern nur bie Konzession pro Woche anfängt, nach sechs Monaten Thätigkeit im Beruf machen wollten, daß es versuchsweise auf ein Jahr ein geführt werde; man könne es wieder aufheben, wenn es sich 10,80 M. erhält und es nach 12 Jahren auf 14,60 m. bringt, nicht bewähre. Der Redner führte hierzu aus, daß sich dieses Berlin sucht den Aussperrungsbeschluß zu rechtfertigen als eine 10 W., nach jahrelanger Thätigkeit vielleicht 12 oder 18 M. gezahlt Die Unternehmerpreffe nicht nur an der Wefer, sondern auch in während in den Luruspapier- Fabriken geübten Arbeiterinnen 8, 9, die Arbeiter schwer schädigende System denn doch zu einer dauernden durch den Terrorismus ber focialdemokratischen Arbeiter werden. Der Redner sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß falls Einrichtung auswachsen würde und man aus dem Grunde auf feinen organisationen" verursachten Abwehrmaßregel. Wenn man hier der Tarif der Buchbinder nun von den Arbeitgebern gekündigt Fall dies Angebot annehmen könne. Die Versammlung bekundete von Terrorismus reden will, so sind es die Unternehmer, welche werden sollte und dann am 1. August abläuft, auch die Luxusdurch lebhafte Bravorufe ihr Einverständnis und nahm einstimmig ihn ausüben. Unfre Leser wissen, daß es sich an der Unterweser um papier- Branche so gut organisiert sein wird, daß hier tarifliche folgende Resolution an:" Die Versammelten erklären nach Stenntnis- verhältnismäßig unbedeutende Konflikte in zwei Betrieben handelt. Abmachungen möglich werden. Eine Resolution, durch die fich die nahme der Antworten der Arbeitgeber, daß sie keine Veranlassung Auf der Tecklenborgschen Werft wollen die Schiffszimmerer nicht, Anwesenden verpflichten, in diesem Sinne zu wirken, wurde einhaben, von dem in der letzten Versammlung eingenommenen Stand: wie die Werftleitung von ihnen verlangt, in Accord ar= stimmig angenommen. punkt gegen die Einführung des Prämienwesens abzugehen, und daß beiten, sie find Sodann befaßte sich die Versammlung mit sie an ihrem Beschluß, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, als das diese Angelegenheit zu verhandeln, und als in den Arbeiter- brüdereien erörtert wurden. Oft sucht man in den Luruspapierder Werftleitung über er fit ubenangelegenheiten, wobei verschiedene Lohns Prozentwesen beseitigt ist, nach wie vor festhalten." blättern vor Zuzug nach dieser Werft gewarnt wurde, Fabrifen Verluste, die durch schlechte Geschäftsführung entstanden Zur Lohnbewegung der Cementierer, Rabitzputzer und Spanner. erhielten sämtliche Arbeiter die Kündigung. Die Nieter des Bremer find, auf solche Weise auf die Arbeiter abzuwälzen. In Die am Mittwoch erfolgte Fortsetzung der Verhandlungen vor dem Vulkan find ausgesperrt, weil fie wegen ihres Accord- letter Beit ift es mehrmals bekannt geworden, daß Einigungsamte führten abermals zu keinem positiven Ergebnis. tarifs mit der Direktion unterhandeln wollen, wie es ihnen solche Meister, die sich eifrig bemühten, das Interesse ihrer Da zwischen den Parteien während der mehrstündigen Beratung eine beim Abschluß des Tarifs zugesagt wurde. Nun kommt der Unter- Chefs durch beständige Preisreduktionen zu wahren, andrerseits Verständigung nicht erzielt wurde, so machte das Einigungsamt nehmerverband und beschließt, sämtliche Arbeiter in den Werften und durch Unregelmäßigkeiten dem Geschäft schwere Verluste zufügten. folgende Vergleichsvorschläge: Der Lohnfaz für die verschiedenen Großbetrieben an der Unterweser auszusperren, wenn sich die Arbeiter Mehrere solcher Fälle wurden in der Versammlung besprochen. Die Gruppen solle betragen: für Rabigpußer 82% Pf.; für Maurer der der Tecklenborgschen Werft und des Vulkan nicht den von ihren Organisation widmet derartigen Vorkommnissen jetzt besondere Aufim Baugewerbe vertraglich festgesezte Lohnsas; für Cementierer, Unternehmern verlangten Arbeitsbedingungen fügen. Die vereinigten merksamkeit, da es unter den angegebenen Umständen auch im Flechter und Spanner 65 Pf., jedoch erhalten neu eingestellte Leute Unternehmer üben hier aus unbedeutenden Urfachen einen wahrhaft Interesse der Arbeiter liegt, wenn die Geschäftsinhaber vor Schädiinnerhalb der ersten vier Wochen nur 62% Pf.; für Einschaler entsetzlichen Terrorismus aus und die Arbeiter sind gezwungen, einen 55 Pf.; für Pußerträger, die einem Buzer Material tragen, 55 Pf., Kampf aufzunehmen, den sie nicht verschuldet haben. und für solche, die für zwei Pußer tragen, 65 Pf.; für Wasser- und Bauarbeiter- Aussperrung in Dresden. Die jetzt herrschende AusGementträger 47 Bf.; für geibte Bauarbeiter 45 Pf. und für un sperrungsepidemie hat auch die Dresdener Bauunternehmer ergriffen. Letzte Nachrichten und Depeschen. geiibte 42 f. lettere erhalten nach sechswöchiger Thätigkeit teit is made yn reben meiffe ebenfalls 45 Pf. Stundenlohn. Die Arbeitszeit soll wie im Ein Privattelegramm teilt uns mit: In Dresden sind sämtliche übrigen Baugewerbe geregelt werden, ebenso die Einrichtung der organisierte Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter, soweit sie bei Baubuden. Üle berstunden bis 9 Uhr abends werden mit einem Innungsmitgliedern beschäftigt sind, ausgesperrt. Aufschlag von 25 Proz., Nacht- und Sonntagsarbeit mit einem Es wird ersucht, den Zuzug fernzuhalten. solchen von 50 Proz. entschädigt. Betreffs der Regelung von FahrIn Leipzig streiken die Dachdecker. Nachdem die Arbeitgeber die geld- und Fahrzeitvergütung soll außer den bereits anerkannten Beftimmungen bei einer Fahrt von mehr als drei Kilometern die von den Gehilfen unterbreiteten Forderungen nicht anerkannt haben, Fahrzeit als Arbeitszeit ohne Lohnaufschlag bezahlt werden. Außer- find am Dienstag 94 Dachdecker in den Ausstand getreten, wovon bem einjährige Gültigkeit des Vertrages und Einsetzung einer vier Mann bereits abgereist sind. Zu den neuen Bedingungen arbeiten vier Gehilfen. gemischten Tariffommission. Die Forderungen der Arbeitgeber, die gungen bewahrt bleiben. Belagerungszustand in Valparaiso. Buenos- Aires, 13. Mai.( Meldung der Agence Habas".) In Valparaiso ist der Belagerungszustand proklamiert worden. Menge machte einen Angriff auf das Redaktionsgebärde des „ Mercurio", das durch Bewaffnete verteidigt wurde. Die Aus ständigen plünderten eine Reihe von Kaufläden und steckten dieBis felben in Brand. Patrouillen ziehen durch die Straßen. jezt find 40 Personen getötet und zahlreiche andre verwundet worden. Arbeiten nach freier Vereinbarung in Tagelohn oder Accord her- Die Klempner in Bremen ftreifen. Der Ausstand ist ein allgemeiner, stellen zu lassen, so wie Anerkennung des von den Arbeitgebern er- 250 Klempner find daran beteiligt. Die gestrige Notiz von einem Preßburg, 13. Mai.( B. H.) Sämtliche hiesigen Maurer, richteten Arbeitsnachweises sind in den Vorschlag des Einigungs- Klempnerstreit in Hannover beruht auf einem Irrtum. In Hannover Bimmerleute und Steinmetze sind wegen Lohndifferenzen in den amtes nicht aufgenommen worden. Nach nochmaliger getrennter ist kein Klempnerstreit. Ausstand getre Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& C. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Hr. III. 20. 1. Skiine iti.Amiirls" Kerlim lolbM Donnerstag, 14. Mai 1908. Prozeß gegen die Pommernbank. Neunter Tag. Die Beweisführung wendet sich heute den Terrain-Ankäufen der Jmmobilien-Verkehrsbank in Rixdorf zu. Die genannte Gesellschaft hatte im September 18S7 von dem Landwirt Niemetz ein Terrain in Rixdorf an der jetzigen Kranoldstratze in Größe von 7,8987 Hektar für 1 939 635 Mark gekaust. Im Oktober desselben Jahres wurde für die Pommernbank eine Amortisations-Hypothek von 1 971 999 Mark eingetragen, welche schon Ende 1897 als Pfand- brief-Unterlage benutzt wurde. Der Selbstkostenpreis des Grundstücks stellte sich in der Folge unter Einrechnung der Zinsen, Provisionen, der Aufwendungen für den Bau eines Hauses <169 999 M.» usw. auf rund 1999 999 M. Die Anklaae steht auf dem Standpunkt, daß ein Terrain in der angegebenen Größe nicht als ein Grundstück mit dauernden� Ertrage betrachtet werden könne, wenn auf demselben ein Haus, das ca. 169 999 M. wert sei, er- richtet werde. Die Errichtung dieses Hauses habe offenbar nur zu dem Zweck stattgefunden, um die Möglichkeit der Be- Nutzung der Hypothek als Pfandbriefunterlage zn gewinnen. Die Anklage steht auf dem Standpunkt, daß in der Beleihung eines Terrains, dessen Selbstkostenpreis zur Zeit der Beleihung sich auf 1 989 965 M. stellte, mit einer Summe von 1 971 999 M. eine grobe Untreue gegen die Pommernbank liege. Der Angeklagte Schultz rechtfertigt in längeren Darlegungen seine Beleihung des Grundstücks. Die hohe Differenz zwischen der ersten und der zweiten Taxe sei keineswegs erstaunlich, wenn man berücksichtige, daß inzwischen der neue Personenbahnhof an der Hermannstraße eröffnet worden sei. Dadurch sowie durch die Durch- legung einer bisherigen Sackgasse seien die Terrains bedeutend wert- voller geworden. Auf Antrag des Staatsanwalts Beeck läßt der Vorsitzende Landgerichts-Direktor H e i d r i ch eine Unterbrechung der Ver- Handlungen eintreten, bis der von der Staatsantvaltschast telephonisch geladene Direktor der reorganisierten Strelitz-Bank Regierungsrat Guttmann eintrifft. Nachdem Regierungsrat Guttmann erschienen ist, giebt der Angeklagte Kommerzienrat Schultz nochmals eine Darstellung seiner Geschäftsoperationen. Zeuge Regierungsrat Guttmann: Während der Sach- verständige der Mecklenburgisch-Strelitzschen Landesregierung eine zu hohe Bewertung vorgenommen habe, sei seines Erachtens die Ab- schätzung der Bankkommission mit 498 M. pro Onadratrute etwas zu niedrig. Von diesen von der Strelitzbank in Verwaltung und Verwertung übernommenen Terrains habe er bisher nur 14 Baustellen verkaufen können und er habe 539 M. pro Ouadratrute erzielt. Allerdings seien das nicht die schlechtesten Bau- stellen gewesen.— Vorsitzender: Und zu welchem Satz pro Ouadratrute haben die Angeklagten Bohl und Hanel die Baustellen bezw. Terrains abgeschätzt?— Zeuge: Das entzieht sich meiner Kenntnis.— Staatsanwalt: Das können wir ja sofort durch die Bücherrevisoren ausrechnen lassen.— Die letzteren stellen fest, daß nach der Taxe der Angeklagten die Ouadratrute mit 859 Mark bewertet worden sei.— Zeuge Guttmann: Für die übrigen Terrains war es bisher nicht möglich, Käufer zu acceptablen Preisen zu erlangen. Angeklagter Schultz: Herr Regierungsrat haben Sie Bank- taxe angenoinmen?— Zeuge: Nein, die Terrains sind ftei be- wertet worden, teils habe ich höhere, teils niedrigere Sätze angenommen. Verteidiger Rechtsanwalt Leonhard Friedmann: Was ver- stehen Sie unter freier Bewertung?— Zeuge: Eine positive Grundlage für die Bewertung von Grundstücken giebt es nicht, bei der Einstellung in die Bilanz mutz man ftagen, was für die Grund- stücke erreichbar sei. Auf eine Frage des Verteidigers Jusiizrat Wronker erklärt der Angeklagte Hanel weiter noch, daß er niemals Zukunstswerre angenommen habe. Justizrat Wronker: Um kein Mißverständnis auskommen zu lassen, bitte ich den Herrn Angeklagten sich darüber zu äußern, ob bei der Abschätzung von Spekulationsterrains die Taxen auch Spekulationstaxen waren, oder ob dieselben stets dem realen objektiven Wert entsprachen. Angekl. Hanel: Die Taxe entsprach stets dem von mir als thatsächlich vorhanden angenommenen Wert. Sachverständiger Bankdirektor Boerscoermeny ist der Meinung, daß gerade die erste Taxe von 1896 zu hoch gewesen sei. Die Angeklagten hätten damals Rohterrain auf 499 M. pro Ouadratrute geschätzt, und heute hören wir, daß jetzt für Netto- Bauland etwa 599 M. gezahlt werden, nachdem sechs Jahre ver- flössen sind, nachdem inzwischen in Rixdorf ungeheuere Wert- steigerungen eingetreten sind. Angekl.: H a n e l: Es dürfte dem Herrn Boerscoermeny schwer fallen, nach zehn Jahren zu sagen, wie die Situation damals war. Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich möchte den Antrag stellen, den Bürgermeister von Rixdorf zu laden. Herr Regierungs- rat Guttmann hat erklärt, daß der Preis von 599 M. nicht maß- gebend sei, weil inzwischen m Rixdorf eine Ueberspekulation das Geschäft herabgedrückt habe, während Herr Boerscoermeny im Gegenteil von einer inzwischen wohl eingetretenen Preissteigerung gesprochen hat. Justizrat Wronker beantragt auch noch die Ladung des Kreis- taxators Härtel aus Rixdorf als Sachverständigen. Das Gericht beschließt die Ladung des Oberbürgermeisters von Rixdorf zu morgen ftüh und ebenso die des Herrn Härtel. Der Schluß der Sitzung wurde mit der Besprechung der Einzel- taxierung und Beleihung der Parzellen des Rixdorfer TerrainS an der Kranold-Herthastraße ausgefüllt. Morgen, Donnerstag, ftüh 9 Uhr: nächste Sitzung. )Hiis der fraucnbewecfung. Ter socialdemokratische Wahlverein der Frauen Berlins und Umgegend hielt am 12. Mai im großen Saal von„Sanssouci", Kotbuserstraße, eine Versammlung ab. Genossin Martha Tietz referierte über: Das Frauen st im m recht. Sie führte unter anderm aus: Keine Zeit als die vor den Reichstagswahlen sei so ge- eignet, den Gegnern wieder einmal in Erinnerung zu bringen, daß die Frauen und Mädchen das Stimmrecht in allen öffentlichen An- gelegenheiten verlangten. Die Mehrheitsparteien sollten nicht wieder, wie anläßlich der Beratung des Gcwerbegerichts-Gesetzes, sagen dürfen, die Socialdemokraten verlangten mit dem Stimmrecht für die Frauen ein Recht, das die Frauen selber nicht wollten. Immer wieder werde der Forderung des Frauenstimmrcchts die alte Phrase entgegengehalten, die Frauen würden durch politische Bethätigung ihre Weiblichkeit einbüßen. An der Ausbeutung der Frauen und Mädchen in der Industrie habe man dagegen gar nichts auszusetzen. Thatsächlich habe die Entwicklung unsrer modernen Wirtschaftsweise die Frauen in Massen der Produktion, dem Handel und dem öffent- lichen Dienste(Eisenbahn, Telegraphie usw.) zugeführt, so daß ihre sociale Stellung eine vollständige Aenderung erfahren habe. Im krassesten Widerspruch dazu stehe die völlig unveränderte, fast mittel- alterliche Rechtlosigkeit der Frau im lieben Deutschland, das an- geblich an der Spitze der Kultur marschiere. Kein Wunder, daß namentlich die Frauen des Proletariats danach strebten, die un- würdigen Ketten zu zerbrechen. Das Märchen von der geistigen Minderwertigkeit der Frauen, mit dem man früher besonders krebsen ging, sei längst widerlegt, und doch sträubten sich die Re- gierung und die Mehrheitsparteien, den veränderten Verhältnissen auch nur durch eine langsame Vermehrung der Frauenrechte Rech- nung zu tragen. Die Vormundschaft des Mannes über die Frau sei ihr Princip. Allerdings mache man einen Unterschied: gefürsteten Frauen, die„Landesmütter" sind, überlasse man ruhigen Gewissens die Regierung eines ganzen Volkes. Rednerin erinnert an die Niederlande und kommt dann im weiteren Verlauf ihrer Aus- führungen auf die reaktionären Schönheiten unsres Vereins- und Versammlungsrechts zu sprechen, betont die Entrechtung der Frauen auch auf diesem Gebiete und hebt hervor, wie widersinnig die politische Rechtlosigkeit der Frauen sei unter den geschilderten Ver- Hältnissen und zu einer Zeit, wo Tausende und Abertausende von Frauen die eigentlichen Erhalterinnen ihrer Familienangehörigen wären, seien sie Witwen oder Geschiedene oder Frauen von Männern, welche ganz oder teilweise erwerbsunfähig seien. Nach einer kriti- scheu Beleuchtung des Zollwuchers, der militaristisch-marinistischen Mißwirtschaft und der Socialpolitik in Beziehung auf die Interessen der weiblichen Bürger, kommt Rcdnerin zu dem Schluß, daß die Frauen, besonders aber die proletarischen Frauen, zur Social- demokratie halten müßten, der einzigen Partei, die allem, was Menschenantlitz trägt, ohne Unterschied der Rasse und des Geschlechts, zu gleichem Recht verhelfen wolle. Durch kräftigste Agitation unter den Männern bei den bevorstehenden Reichstagswahlen die Macht der Socialdemokratic stärken, das heiße für die eigensten Interessen der Frauen eintreten, dafür, daß die Frauen einstmals als gleich- berechtigte Mitglieder der menschlichen Gesellschaft angesehen werden. (Lebhafter Beifall.)— Genosse R a n n o w und die Genossinnen Frau E i l e r t- Rixdorf und Frau W e n g e l s sprachen dann noch unter lebhafter Zustimmung über die Notwendigkeit, nicht nur Schundblätter aus dem Heim zu verbannen, sondern auch an allen Wahlarbeiten teilzunehmen und dem Wahlverein, der beinahe 609 Mitglieder zählte, noch mehr Mitglieder zuzuführen. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „In Erwägung, daß es keinen sichtbaren Grund giebt. ein mündig gewordenes menschliches Wesen von Bürgerrechten und -Freiheiten auszuschließen, wie das mit dem weiblichen Geschlecht geschieht, und daß die Frauen nicht gewillt sind, diesen Zustand der Entrechtung ferner zu ertragen; in fernerer Erwägung, daß die täglich sich schärfer zuspitzenden Gegensätze innerhalb der bürger- lichen Gesellschaft insbesondere auch die ungeheure Mehrheit der Frauen in immer schlimmere sociale und wirtschaftliche Verhältnisse versetzen, eine Hebung und Besserung dieser Verhältnisse aber ohne den Besitz politischer Rechte und Freiheiten unmöglich ist: so fordern die Frauen nachdrücklichst die gleichen bürgerlichen und politischen Rechte wie die Männer, insbesondere die Gewährung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts." Mit einem Hoch auf die Socialdemokratic schloß die Ver- sammlung._ Berband der Friseurgehtlfe« Deutschlands, Zw e i g v« r e i n Rixdorf. Donnerstag, den 14. Mal, abends 19 Uhr: Versammlung bei Thiel. Bergstr. 151/152. Allgemeine Kranken- nnd Tterbekaffe der Metallarbeiter. (E. H. 29, Hamburg.) Filiale Rummelsburg. Sonnabend, den 16. Mai, abends 81/, Uhr, bei Gust. Tempel, Boxhagen, Ecke der Bahnhofs- straße: Mitglieder-Versammlung. Warenhaus A.Wertheim Extra-Preise Leipzigerstr. 132/135(Versand-Abteilung): Ro8enthaleratr.27/29 u. 54.— Oranlenstr. 62/50 Alleinverkauf der S�hokoladenfabrikafe von Tobler$■ Co., Jfern, zu Originalpreisen. onaa Erbsen 18 pr. Grosse Erbsen 14 � Kleine Erbsen 12 � Grosse Linsen« 17 w. Mittel Linsen« 12 pf QrosseBohnen- 23 pf Kleine Bohnen pfundis pf Eierschnittnudeln leicht gefärbt Packet ca. 1 Pfund 35 Pk. ungefärbt, Packet ca. 1 Pfund 38 Pk. Maccaroni i Pfund 32 pt Backobst Mischung I Pfd. 42 Pk. Vonnerstag, Freitag, Sonnabend soweit der Vorrat reicht: Ringäpfel. pfd.35pf. Rangoon-Reis p« 15 Japan-Reis p« 18 pr. Java- Reis I pf