Nr. 113. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Naing and the 20. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Finanzkrach. Fünf Jahre. XIII.*) Sonnabend, den 16. Mai 1903. Krüppelsteuer begeistert hat, keinen Augenblick befinnen würde, für die Anstellung einiger katholischer Professoren die Tabak- und Biersteuern zu bewilligen, weiß jedermann, der die Geschichte dieser Partei auch nur einigermaßen kennt. danom nating sisprain Die Geschichte der deutschen Reichsfinanzen bon 1898-1903 ist Welcher Verlaß ist auf die Festigkeit, die das Centrum in finanzdie Geschichte von zwei großen Blamagen. Der Held der einen ist politischen Fragen befundet, ist bei einer andren Gelegenheit klar beder regierende Reichs- Schazsekretär Freiherr v. Thielmann, der wiesen worden. Schon im Jahre 1902 hatte der schwimmende Reichsder zweiten ist die regierende Partei des Reiches, das Centrum. Schatzsekretär eine Zuschußanleihe von 35 Millionen verlangt, die In Nebenrollen waren auch die übrigen bürgerlichen Parteien be- aber nicht bewilligt, sondern durch ein Finanzkunststück der Budgetteiligt. Es ist übrigens noch sehr wohlwollend und gutmütig aus- tommission in ein später zu deckendes Deficit verwandelt wurde. gedrückt, wenn man von Blamagen spricht und damit die ehrliche In der Reichstagssigung vom 7. März 1902, anläßlich der zweiten Absicht der beiden Hauptschuldigen anerkennt. Und wir fönnen Lesung des Etats, sagte der Berichterstatter der Budgetkommission, nichts dawider haben, wenn unsre Leser nicht von Irrtümern, sondern der Centrums- Abgeordnete Sped( derselbe, der sich neulich von bewußten Frreführungen des Reichstags wie des über einen zu geringen Zoll auf Gebet- Rosenkränze bitter beklagt hat), nach dem stenographischen Bericht des Reichstages wörtlich folgendes: Volfes reden wollen. " Herr v. Thielmann ist als Nachfolger des Grafen Posadowsky in das Reichs- Schazamt berufen worden. Die erste Aufgabe, die ihm, als er von Amerika frisch herübergeschwommen war, zufiel, war die finanzpolitische Begründung der Flottenvorlage. Er erklärte auch dem Reichstage sehr aufrichtig, seine Aufgabe" sei es, zu beweisen, daß die Finanzlage des Reiches günstig genug sei, um den Lurus des großen Flottenbaues zu gestatten. Herr v. Thielmann that damals sehr stolz mit der wohlgefüllten Reichskasse. Meine Herren, wir schwimmen im Gelde!" hieß es damals. Jezt schwimmt der Herr Staatssekretär freilich auch, aber nicht im Gelde sondern in einem Meer der Verlegenheiten. Aber auch schon zur Zeit, da Herr von Thielmann feinen berühmten Ausspruch that, schwamm" das Reich bereits munter der dritten Schuldmilliarde zu. Jm Jahre 1898 wurden immerhin noch dreiunddreißig Millionen aus der Reichskasse an die Einzelstaaten ausbezahlt. Aber schon im nächsten Jahre begann die akute Krise, in der wir uns heute noch befinden. Die Einzelstaaten mußten im Jahre 1899 13 Millionen, 1900 20 Millionen, 1901 15 Millionen und 1902 25 Millionen Zuschuß leisten. Obwohl sich die Klopfgeister des Bankrotts an allen Ecken und Enden bemerkbar machten, war der Reichs- Schatzmeister noch im Jahre 1900 leichtsinnig genug, dem Reichstage die Bewilligung des neuen Flottengesetzes anzuraten. Als die marinefreudigen Parteien ihm die Einführung neuer Steuern in Aussicht stellten, da sprach er das zweite berühmte Wort seines Lebens: er wisse nicht, was er mit dem vielen Gelde anfangen solle. Im Jahre 1901, also genau ein Jahr darauf, gestand er der Budgetkommiffion offen seine Schwulitäten. Und jetzt erklärte er: er wisse nicht, wie er die Löcher stopfen solle; die Löcher natürlich, die die wachsenden Kosten des Heeres und der Marine in den Reichsbeutel gerissen hatten. der Um Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Landwirtschaft- Allgemeine und liberale Interessen. Ein Anhang bringt Statistisches. Die Ausführungen über die mangelnde Wahlparole sind von einer entzüdenden Ratlofigkeit. Da wird geklagt: Weder ist den Parteien ein bestimmtes Ziel ihrer Bethätigung von leitender Stelle anderswoher als aus sich selbst schöpfen können." Also wird es für gewiesen, noch sollen sie das Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit uns, die wir auf dem Boden des nationalliberalen Parteiprogramms stehen, im Wahlkampfe wesentlich darauf ankommen, daß wir die Mitarbeit der Partei seit den Wahlen von 1898 erläutern und rechtfertigen; daß wir zu den dürftigenkapitelüberschriften, als welche die offiziösen Verlautbarungen lediglich anzusehen sind, einen greifbaren Inhalt liefern." Aus der staatsmännischen Verquollenheit ins Deutsche übersetzt, heiß das: Wir Nationalliberalen haben die heit ins Deutsche übersetzt, heiß das: Wir Nationalliberalen haben die Aufgabe, die Absichten der Regierung, die wir nicht kennen, zu aufgabe, die Absichten der Regierung, die wir nicht kennen, zu hnen, zu billigen und auszuführen. Eine neue Spielart des Parteiwesens die Regierungspartei a priori! a Die Polemit gegen die Socialdemokratie schöpft aus dem altDann wurde noch die Frage der Zuschußanleihe in der Rich bewährten allparteiischen Märchenbrunnen der Albernheit und des tung eingehend erörtert, daß diefelbe ein Präcedenzfall für später fei, Schwindels." Ja, man läßt sich Hunnenbriefe fabrizieren, um nur daß insbesondere die Bolksvertretung, wenn sie einmal den be- ja das eigne Nest derart beschmugen zu können, daß sich alle Welt denklichen Weg beschritten hätte, ordentliche Ausgaben boll Ekel davon abwendet." Für nationalliberale Patrioten, die durch außerordentliche Deckungsmittel auszugleichen, mit derartigen frechen Lügen hausieren, ist selbst das Nest noch später gegen höhere Anforderungen, insbesondere des Heeres und Unter der socialpolitischen Kapitelüberschrift wird die jetzt so nicht schmußig genug. der Marine keinen Rückhalt mehr haben würde. Es wurde ins- beliebte 1000- Ellen- Methode angewandt: Durch die Länge der befondere hervorgehoben, daß man mit der Zuschußanleihe sich Lifte von Socialgefegen soll ein Begriff von ihrer Großartigkeit ge auf einen schiefen Weg begeben würde, von dem es fein Zurüd geben werden. Das Verfahren ist August Scherl abgelauscht, der mehr gäbe. Es wurde aber auch für die Streichung der Zuschuß die geistige Bedeutung seines Lokal- Anzeigers" dadurch zu beweisen anleihe geltend gemacht, daß durch die Genehmigung einer liebt, daß er zeigt, wie oft er den Erdball mit einer Sonntags= solchen Anleihe die bisher beobachteten Grundsäße des Nummer umfpannen kann. Wähler, die Socialpolitik des Etats berlassen würden, und es wurde schließlich darauf Deutschen Reiches ist so unvergleichlich, so gewaltig, so ohne Konfurrenz, daß man mit dem von ihr verbrauchten Papier sämtliche hingewiesen, daß man mit der Zuschußanleihe eine Bump- nationalliberale Ueberzeugungen von oben bis unten vollständig wirtschaft einrichten würde, deren Ende nicht abzusehen sei. Nun wurde im Jahre 1908 dem Reichs- Schatzsekretär seine Buschußanleihe von derselben Mehrheit, die sie im Vorjahre mit einem solchen Aufwande von sittlicher Entrüstung abgelehnt hatte, bewilligt und zwar in mehr als der doppelten Höhe, als sie im Jahre 1902 gefordert worden war. Berichterstatter war diesmal wieder Centrums- Speck. Die Reichstagsmehrheit, insbesonders das Centrum sind demnach geständig: hi Einen bedenklichen Weg beschritten zu haben, all Gegen höhere Anforderungen des Heeres und der Marine feinen Rückhalt mehr zu befizen, Sich auf einen schiefen Weg begeben und die bisher beobachteten Grundsäße des Etats verlassen zu haben, schließlich: Eine Bumpwirtschaft eingerichtet zu haben, deren Ende nicht abzusehen sei. einwideln fann." Zu den hervorragenden Fortschritten der Social politit werden natürlich auch Verordnungen gebucht wie die: Die zulässigen Ausnahmen von der Sonntagsruhe". " Der Antrag Kardorff wird kazenjämmerlich nur als ein Ber handlungs tarif" angesehen; es sei schlechterdings keine Ausficht, in den Genuß der Sätze des neuen Verhandlungstarifs zu kommen. Der Verhandlungstarif" ist der Antrag Kardorff, den man also jest preisgiebt, nachdem man ihn unter Rechtsbrüchen und Gewalt thaten ins Dajein geprügelt hat! Der Zollwucher der mittleren Linie" wird gleichwohl verteidigt. Indeffen, die Nationalliberalen tönnen offenbar auch anders! Sie warten nur ab, wie der Hase der Regierung läuft. Zum Schluß wird ein wenig gegen das Centrum aufgemudt, das den eingeschlafenen Kulturkämpfern doch zu sehr regierende Partei ist. Der brave Liberalismus träumt eben immer noch selbst von der Regierungsfähigkeit! Dieses Geständnis ist jedoch nicht vollständig. Die Verfassung Der Ritualmord- Bruhn, der Ahlwardts Nachfolger im Wahlkreise schreibt vor, daß das Deficit des Reichshaushalts durch Zuschüsse der Friedeberg- Arnswalde werden will und zugleich im fünften Berliner Jim Jahre 1902 fagte er im Reichstage wörtlich:" Ich kann Ginzelstaaten zu decken sei, und sie schreibt weiter vor, daß die Auf- Wahlkreise kandidiert, war am Dienstag in Arnswalde, um dort die zugleich sagen, meine Herren, wenn der wirtschaftliche Niedergang nahme einer Anleihe nur in Fällen eines außerordentlichen Bewunderbarsten Mordgeschichten zu erzählen. Dem unglücklichen anhält und der Rückgang der Einnahmen sich weiter fortsett, so dürfnisses im Wege der Reichsgesetzgebung erfolgen könne. Indem Manne geht es wie dem Bückler: nirgends hat er Ruhe vor den werden Sie nicht umhin können, neue Einnahmequellen zu be- Regierungen und Reichstagsmehrheit das Deficit des ordentlichen Juden. Selbst seine Seher stehen in jüdischem Solde." Wenn er willigen... und da stehen in erster Linie Bier und Tabak." Etats durch eine Anleihe decken, die vom Reiche verzinst und eventuell durch seinen Segersaal gehe, erzählte er, so sehen ihn fämtliche Ter Etat für 1903 brachte dann einen verfaffungswidrigen getilgt werden soll, begehen sie einen rechtswidrigen Einbruch in die Arbeiter mit wildrollenden Augen an, als ob sie im Begriffe wären, Buso spump von 95 Millionen! Diese furzgefaßte Finanzchronik Bermögensrechte der Reichs- Stenerzahler. Entgegen den Ilaren Be- einen Ritualmord an ihm zu begehen. Dann erzählte er, daß die Juden Marr und Lassalle ein Judengten fünf Jahre genügt dazu, zu beweisen, mit welcher ſtimmungen der Verfassung werden die Lasten des Deficits von den reich errichten wollten und daß sie teilen wollten. Natürlich wären oder mit welcher Aufrichtigkeit im Deutschen Reiche diretten Steuerzahlern der Einzelstaaten auf die indirekten des Rothschild, Bleichröder und alle jüdischen Kapitalisten in dem Judenregie wird. Reiches, von den Reichen auf die Armen geladen. reiche verdammt, mit Bruhn und all den christlichen Hungerleidern as Centrum, das mit Hurra für die größere Flotte stimmte, Kein plöglich ausgebrochener Notstand kann den sehr bedenklichen" zu teilen, die jetzt von den jüdischen Arbeitern ausgebeutet werden. heh bemüht, die Rolle des Weiseren zu spielen. Es hatte dem Umfall des Centrums und seiner Spießgefellen beschönigen. Denn Die jüdischen Arbeiter in Berlin verdienen nämlich jetzt wöchentlich Schatzsekretär zur neuen Flottenvorlage, obwohl er nicht wußte, schon im Jahre 1902 erklärte der Reichs- Schatzmeister mit großer bis 50 M. und beuten mit diesem Gelde, das sie Sonnabends und was er mit dem vielen Gelde anfangen sollte, ein neues Steuer Offenheit, wenn sich die Zuschußanleihe in diesem Jahre noch ver- Wenn Bertheim, Tietz und Jandorf Versammlungen machen, un Sonntags verfaufen, die kleinen christlichen Gewerbetreibenden aus. bou uet aufgedrängt. Die Reichs- Stempelabgaben wurden vermeiden laffe, im nächsten Jahre werde sie unvermeidlich sein. Diese gegen Warenhaussteuern zu protestieren, sei eine jüdischfocialerhöht, höhere 3ölle und eine Schaumivein- Unvermeidlichkeit" war natürlich eine grobe Unwahrheit. Denn ent- demokratische Schuztruppe anwesend, die jeden Gerechten hinausSteuer wurden eingeführt. Diese neuen Abgaben sollten weder hätten die Einzelstaaten durch Steuerauflagen das Deficit decken werfe, sobald er es wagt, für die kleinen Leute einzutreten usw. usw. ar geblich 57 Millionen einbringen, die Stempelsteuer allein tönnen, oder es hätte die Deckung durch neue Reichssteuern erfolgen Der focialdemokratische Kandidat des Kreises, Genosse Kiesel, 46 Millionen. Die Stempelsteuern aber brachten nicht 46, sondern können. Hätte der Reichstag beispielsweise die Erbschafts- unternahm den Versuch, die Versammlung auf ein etwas höheres Icum 16 Millionen; die Einnahmen besonders aus der Börsen- steuer, ähnlich wie sie in England besteht, bei uns eingeführt, so Niveau zu bringen und ein vernünftiges Wort über politische Ansteuer gingen sogar um 4 Millionen zurück; die Schiffahrtsabgabe hätte der doppelte Betrag dessen aufgebracht werden können, was gelegenheiten zu reden. Der Vorsitzende der Versammlung war aber brachte statt der erwarteten 2 Millionen weniger als 800,000 Mart! jetzt durch die Zuschußanleihe gepumpt werden soll. Der Reichstag worden, daß er Kiesel das Wort entzog, als dieser vom Zolltarif reden durch die wirren Faseleien des Herrn Bruhn ebenso unheilbar frant geDiese falschen Schätzungen mochten auf Irrtum beruhen und hatte aber andre Dinge zu thun, er mußte für den Zollraub die wollte. Was hat auch der Zolltarif mit dem Ritualmord zu thun; stellen der Regierungsfähigkeit der regierenden Partei kein glänzendes Verfassung brechen, und so kam es denn auf einen Verfassungsbruch sicher ebensowenig wie dieser mit der Reichstagswahl und wie der Beugnis aus. Ein ungeheuerlich dreister demagogischer mehr oder weniger nicht mehr an. Verstand mit einer antisemitischen Versammlung. Ein großer Teil Schwindel aber war der sogenannte Dedungsparagraph, der auf Der Weg der letzten fünf Jahre geht von einem schwindlerischen der Versammlung war allerdings mit dem Vorsitzenden nicht einBetreiben des Centrums in das erste Flottengesetz aufgenommen Finanzprozentum zum offenen Reichsfinanz- Krach. Trotz dem be- verstanden und sprach von Feigheit der Antisemiten. Wir möchten und von diesem auch in das zweite Flottengesetz übertragen wurde. rühmten Dedungs Paragraphen stehen neue indirekte Steuern in das nicht unterschreiben. Feigheit oder Mut sind Eigenschaften, von Der Dedungsparagraph lautet: Sicht. Die nächsten Wahlen sollen zeigen, ob das Volk immer und denen man nur bei zurechnungsfähigen Menschen reden kann. immer wieder die Zeche bezahlen will, die die Herren gemacht haben. Unser Brogramm lautet klar und einfach: mehrt und Soweit die Summe der fortdauernden und einmaligen Ausgaben der Marineverwaltung in einem Etatsjahr den Betrag von 117 525 494 M. übersteigt und die dem Reiche zufließe den eignen Einnahmen zur Dedung des Mehrbedarfs nicht ausreichen, darf der Mehrbetrag nicht durch Erhöhung oder Vermehrung der indirekten, den Massenverbrauch belastenden Reichssteuern gedeckt werden. Die gefeßliche Bestimmung ist vollkommen finnlos. Sie schreibt ben künftigen Reichstagen vor, welche Geseze sie machen dürfen und Für die Besteuerung des Reichtums. Gegen die Besteuerung der Armut! Für Steuern auf das große Einkommen, die Erbschaft, das Vermögen! Gegen Liebesgabenbergendung und Militärverschwendung! Gegen die Biersteuer, die Tabaksteuer, die Wehrftener. Es gilt, den Verbrauch der Massen vor neuen Abgaben zu be Wahlkampf. Engens Heldenftüd. Herr Eugen Richter teilt in seiner Freifinnigen Zeitung" mit großem Stolz mit, daß er auf eine Einladung des socialdemokratischen Wahlvereins im fünften Berliner Wahlkreis, in einer Verfammlung zu erscheinen, folgende wahrhaft großartige Antwort erteilt habe: Die groben persönlichen Beschimpfungen und frechen Verleumdungen, mit denen ich fortgesetzt in der socialdemokratischen Presse und von socialdemokratischen Rednern in Versammlungen überschüttet werde, gebieten mir zur Wahrung meiner Ehre, jeden persönlichen Verkehr mit Socialdemokraten, wo es nur irgend möglich ist, zu vermeiden. Uebrigens kann ich in dem dreisten Versuch, mich vor eine socialdemokratische Versammlung zu laden, nur die auch bei ähnlichen Vorladumgen politischer Gegner obwaltende Abficht erkennen, für die socialdemokratische Bersammlung ein Publikum anzuloden, das ohne die Erwartung meines Erscheinens die Versammlung mit seiner Anwesenheit nicht beehren würde." welche nicht. Nun wäre es sehr schön, wenn man dem künftigen wahren, große Industrien vor der Zerstörung, Krüppel und Kranke Reichstage verbieten würde eine Erhöhung oder Vermehrung bor einer Sondersteuer zu bewahren! Vernunft und Recht stehen der indirekten, den Massenverbrauch belastenden Reichssteuern" gegen Unsinn und Gewalt. vorzunehmen. Ein solches Berbot zu erlassen ist aber nicht der Reichstag berufen, dessen Beschlüsse durch neue Beschlüsse wieder aufgehoben werden können, sondern allein das Volk ist dazu berufen, und dieses Volk kann sein Verbot nicht anders wirksam machen, als dadurch, daß es unerbittliche grundsätzliche Gegner der Verbrauchs ist nun auch erschienen. Sie betitelt sich„ Zum Wahlkampf" und steuern, also Socialdemokraten zum Reichstag entsendet. behandelt folgende Kapitel: Wahlparole Auswärtige Intereffen Herr Eugen Richter ist allmählich so bescheiden in seinen AnDaß sich das Centrum, das sich ja neuerdings wirklich auch für die und Machtstellung des Reiches Kolonialpolitik- Die Social- sprüchen geworden, daß er trotz des Bollverrats und trotz der demokratie immer gegen das Ansehen und auswärtige Interessen gewerbsmäßigen litterarischen Fälschungen seiner Agitationsschriften *) Vergl. Nr. 110 des Vorwärts". des Reichs Socialpolitik- Mittelstandspolitik Zolltarif und immer noch glaubt, daß er eine Ehre zu wahren habe. Der VorDie nationalliberale Wahlkampffchrift " V " Isand der Ehre" ist allerdings seit jeher das bequemste Mittel, hielt in einer mehr als 2 stündigen Rede eine gründliche Ab- jeinem Spandauer Pauli- Wisch z. B. wird gegen die Arbeitervertreter". um einer Bloßstellung der Schande zu entschlüpfen. Die Social- rechnung mit dem Centrum im allgemeinen und dem Vertreter die nicht Arbeiter find, protestiert, und man verlangt„ Männer des werkdemokraten haben Eugen Richter nicht eingeladen, weil sie irgend ein des Wahlkreises, Bachem, im besonderen. Sehr oft von tägigen Lebens",„ einen schlichten Mann aus der Werkstatt, einen HandInteresse daran haben, wie er über seine Ehre denkt, sondern weil sie Beifall unterbrochen, gab er das Sündenregister des werksmeister mit offenent Sinn". Die werktägigen" Herren, die ihm Gelegenheit geben wollten, sich, in einem Rest von Mitleid, vor Centrums und zerpflückte die Wahlflugblätter dieser Partei, auf den schlichten Mann schwören, sind ein Herr v. Tiedemann, ein einer Deffentlichkeit zu rechtfertigen, die er in seinen Ver- welche in der Wahlflugblatt Fabrit in M.- Gladbach, der Rittergutsbesitzer, ein Major a. D., ein freiherrlicher Notar, zwei fammlungen unter Zuhilfenahme des Hausfriedensbruchs- Baragraphen Centralstelle des katholischen Volksvereins hergestellt werden. bürgerliche Rechtsanwalte und ein Pastor. angstvoll auszuschließen bestrebt ist. Herr Richter aber beschäftigt Stürmische Heiterkeit erregten die Ausführungen Bebels über den Man wird jetzt alle Verehrer des schlichten Mannes mur auf sich, wie man sieht, gegenwärtig nicht mit politischen Fragen, sondern Suhhandel" unfrer bayrischen Genossen mit dem Centrum bei den den Artikel der Deutschen Tageszeitung" gegen den schlichten mit der Wahrung seiner Ehre, die um so empfindlicher wird, je bayrischen Landtagswahlen; diese Politik habe das Centrum ge- Mann hinzuweisen brauchen. mehr sie sich verflüchtigt; er baut an den Luftschlössern eines trieben mit denen, die sie nun wieder als„ Religionsfeinde" aufs gealterten Tenors, der sich immer noch einbildet, er brauche muur zu äußerste schmähen. Bebel schilderte dann noch an mehreren Kaiser und Kirche. In Anwesenheit des Kaisers wurde am fingen und alles bräche sich die Hälse um ein Billet. drastischen Beispielen, wie das Centrum nur aus dem Grunde Donnerstag in Mez das neue Christus- Portal der katholiEin wirkliches trauriges Ende, so hinter Schloß und Riegel ver- den Ruf erschallen lasse:„ Die Religion ist in Gefahr!", weil schen Kathedrale eingeweiht. Bischof Benzler feierte den Kaiser. leumden zu müssen. Und obendrein ist der Ehrenanfall nicht einmal das Maß seiner Sünden in wirtschaftlicher und politischer Be- Als Legat des Papstes war Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp aus Driginal, sondern eine plumpe Nachahmung Bismarckischen Ver- ziehung zum Ueberlaufen voll ist. Eine Resolution, welche sich Breslau erschienen. Der Vorgang verlief nach den offiziösen Befahrens, der den Reichstag zu verlassen pflegte, wenn Richter zu gegen das volksverräterische Treiben der Centrumspartei erklärte, richten äußerst glanzvoll. reden begann, um jeden„ persönlichen Verkehr" mit diesem wurde einstimmig angenommen. " Thersites" zu vermeiden. Wie kann man so elend zu Grunde gehen wollen! Der Stichwahl- Termin. Wie dem amtlichen Dresd. Journal" mitgeteilt wird, sind die für die Reichstagswahl bestellten Wahlkommissare von dem sächsischen Ministerium des Innern angewiesen worden, etwa nötig werdende engere Wahlen auf Donnerstag, den 25. Juni d. J., anzuberaumen. Der 25. Juni wird jedenfalls für das ganze Reich der Stichwahltag sein. 80.108 Wie der„ Voss. 3tg." aus Metz gemeldet wird, verteilte nach Der Verlauf dieser Versammlung bereitet der Centrumspresse dem Diner bei dem Bezirkspräsidenten von Lothringen der Kaiser böse Kopfschmerzen. Durch Lügen und Verleumidungen sucht sie den an die Anwesenden Medaillen. Die Medaillen sind aus Bronze Erfolg der Versammlung zu schmälern. Vergeblich! hergestellt und haben einen Durchmesser von beinahe 7 Centimeter. Sie zeigen auf der einen Seite das Profilbild des Kaisers Sachsen Sachsen. Eine jetzt vorliegende, wohl vollständige Liste der mit den Adlerhelm der Garde on Corps und der Suſchrift: sächsischen Kandidaturen weist für die 23 Wahlkreise die Zahl 66 auf„ Guilelmus II., Imperator Rex"( Wilhelm II., Kaiser und König), gegen 75 bei der vorigen Wahl. Die Verminderung ist eingetreten auf der andren Seite befindet sich das Bild der Meter Kathedrale durch die Kartellierung zwischen Konservativen, Antisemiten und mit dem neuen Portal. Nationalliberalen in den meisten Wahlkreisen. Infolge einer größeren Ein Minister des Kaisers. Konservative Blätter hatten jüngst Anzahl bloßer Zählkandidaturen des Freisinns, der Nationalsocialen den preußischen Minister des Innern v. Hammerstein an und des Centrums übersteigt die Gesamtzahl der Kandidaten doch Warum das Centrum Arbeitervereine gründet. In Dylofen, noch erheblich das Doppelte der Wahlkreiszahl. gegriffen, und man hat das Ende dieser Ministerschaft prophezeit. So gleichgültig es nun ist, ob Herr v. Hammerstein Minister bleibt einem kleinen Orte des Kreises Oppeln, verteilte fürzlich ein Partei- Im Freiberger Wahlkreise, dem Dertel- Kreise, wo genosse, der seit einiger Zeit in einer dortigen Fabrik thätig ist, Geheimrat Dr. Lufensty( wild- nationalliberal) die Kandidatur wieder oder seinen Abschied erhält, so find die Bemerkungen, welche die socialdemokratische Wahlflugblätter. Das ist dort noch nicht das niedergelegt hatte, ist nunmehr Generalsekretär Dr. Kunze- Dresden" Preußische Korrespondenz" zu der Angelegenheit macht, deshalb nicht uninteressant, weil sie andeuten, wie der Ministergewesen und darum gerieten die Centrumsherren, voran die Geist- also durchaus nicht entschließen, ohne weiteres für Dr. Dertel zu Korrespondenz" plaudert, daß Freiherr v. Hammerstein den Straß aufgestellt worden. Die Freiberger Nationalliberalen fönnen sich präsident in den Befiz seiner Gehilfen gelangt. Die„ Provinzials lichen, in eine gewaltige Aufregung. In einer Zusammenkunft unter stinmen; im ganzen übrigen Sachsen sind sie zum Eintreten für burger Kaisertagen beigewohnt hat und auch in Metz während des Leitung der Geistlichen, die sich mit den Mitteln zur Abwehr der handelsvertragsfeindlichste Agrarier bereit! Wenigstens die nationalsocialdemokratischen Agitation beschäftigte, war der wichtigste Vorschlag, liberalen Parteileitungen; ob auch alle ihre Wähler? sofort einen Arbeiterverein zu gründen. Solange hatten sich die Klerifalen Herrschaften nicht um das Wohl der Arbeiter" gekümmert; da ihnen aber die Socialdemokratie auf den Pelz rückt und sie fürchten müssen, ihre Arbeitergefolgschaft zu verlieren, sofort entsteht die Sorge um das Wohl der Arbeiter. Sie ist nichts weiter wie die Sorge um die Erhaltung der Arbeiterstimmen für die Centrumspartei. " Politifche Ueberlicht. Berlin, den 15. Mai. Gegen den schlichten Mann aus der Werkstatt. Durch alle Wahlagitations- Blätter der bürgerlichen Parteien wird diesmal mit besonderer Hartnäckigkeit die Theorie von dem schlichten Mann aus der Werkstatt verbreitet. Auch Eugen Richters Socialistenspiegel" arbeitet mit diesem Trid. Es wird da ausgeführt, daß es ja gar keine Arbeiter feien, welche im Reichstage das Proletariat vertreten, sondern fremde Elemente", Akademiker und Millionäre. Aufenthalts des Kaisers anwesend war. Sie schreibt dann weiter: Der Minister hat seiner Zeit als Meßer Bezirkspräsident Urville für den Kaiser angekauft und längere Zeit die Bewirtschaftung für ihn beaufsichtigt. Noch heute bespricht der Monarch Meliorationen usw., die auf den Terrains der Herrschaft vorgenommen werden sollen, mit Vorliebe mit dem Minister des Innern... Herr v. Hammerstein ist der Mann des Kaisers, der ihm, als Herr v. Rheinbaben ins Finanzministerium übersiedelte, persön lich in dessen Amt berief und den Reichskanzler, der noch auf der Suche nach einem geeigneten Remplazanten( Ersatzmann) war, telegraphisch hiervon unterrichtete." Grof Bülow ist sicherlich seelensfroh, daß ihm die schwierige Ministersuche also erleichtert wird.— Gegen die socialdemokratische Gefahr wurden übrigens in Dyloken noch andre Mittel angewandt. In Kirche und Schule wurde gegen die Flugschriften gewettert und ihre sofortige Verbrennung angeordnet. Auch die Macht des Veichtvaters mußte zur Bekämpfung der Socialdemokraten dienen und zwar in diesem Falle in ganz besonders abscheulicher Weise. Als Die Gesundheitsbesorgnis für Prinz- Mörder. Aus ärztlichen nämlich der Fabrikant, bei dem der socialdemokratische Schriftenverteiler beschäftigt ist, Der Zweck dieser Einflüsterungen ist sehr durchsichtig, wenn sie Streifen wird uns geschrieben: Anläßlich der Mitteilungen über die bor einigen Tagen zur Beichte war, erklärte der Beichtvater, er auch kaum bei den unaufgeklärtesten und rückständigsten Arbeitern zarte Rücksicht, welche von seiten der Gefängnisverwaltung auf die Man weiß ſehr Gesundheit des prinzlichen Mörders Prosper v. Arenberg könne ihm keine Absolution erteilen, weil er einen Socialdemokraten irgend welchen Eindruck machen werden. in seiner Fabrik beschäftige. So wird also die Religion dazu benutzt, beruht wesentlich gerade darauf, daß es genug Männer in die Gefangenen drohenden Gesundheitsschädigungen geurteilt haben. genau die Stärke der Partei, ihr Einfluß im Reichstag genommen wurde, ist es wohl am Plaze, daran zu ers innern, wie sonst die höchsten Behörden in Preußen über socialdemokratische Arbeiter um ihre Stellung zu bringen. Wenn der Partei giebt, die ihre ganze Kraft und Zeit nur der wir solchen schändlichen Mißbrauch der Religion zu politischer Ver- Bartei und ihrer Thätigkeit auf allen Gebieten zur Verfügung stellen unterm 20. Januar 1853 erließ der Medizinalminister an die KreisHetzung bekämpfen, dann lügt die Centrumspresse das zu einer Befönnen. Schon Vismard haßte die„ Berufsparlamentarier", weil er phyfici eine noch heute in Kraft befindliche Verfügung, kämpfung der Religion um. wußte, daß diese ein gefährlicherer Feind seines Absolutismus wären, in welcher es heißt: Da über die Unzuverlässigkeit ärztlicher Atteste vorzugsweise als die politischen Dilettanten, die nur gelegentlich, nur nebenin solchen Fällen geklagt worden ist, in denen es auf die ärztliche amtlich, nur oberflächlich in die Politik hineinröchen. Darum jetzt Prüfung der Statthaftigkeit der Bollstreckung einer Freiheitsstrafe auch die Heze gegen die focialdemokratischen Berufsagitatoren und oder Schuldhaft anfam, und auch ich mehrfach wahr. Berufsparlamentarier. Man möchte lieber gutgesinnte Männer genommen habe, daß in aus der Werkstatt", die in der Regel zwölf Stunden für ihren solchen Fällen die betreffenden bei politischen Gala- VorMedizinalbeamten sich von einem unzulässigen Mitleid leiten stellungen mal lassen oder sich auf den Standpunkt cines Hausarztes wo sie dann die stumme Staffage bilden. Der Staat, die herrschenden Klassen stellen, welcher seinem in Freiheit befindlichen Patienten die stellen zahllose Leute an, deren ausschließliche Thätigkeit die angeniessenste Lebensordnung vorzuschreiben hat, so veranlasse ich Politik ist. Der Arbeiterschaft aber möchte man den Kopf abdie königlichen Regierungen. die Medizinalbeamten vor der schlagen, indem man ihr einredet, es genüge, wenn ab und zu ein gleichen Mißgriffen zu warnen. Nicht selten ist in solchen Fällen schlichter Mann" von den Erfahrungen in seiner Werkstatt erzählt. Darum hat man den„ reinen Arbeiterkandidaten" erfunden, und die, Deutsche Tageszeitung" erwirbt sich das Verdienst, offen die Motive der plöglichen Vorliebe für den schlichten Mann zu verraten. Herr Dertel schreibt: Dem Hezkaplan dient allerdings zur Entschuldigung, daß er streng nach der Anweisung des klerikalen Arbeiterkatechismus handelt, nach welchem es eine schwere Sünde ist, socialdemokratische Arbeiter zu beschäftigen. * Das neue Wahlreglement hat sich als ein Prüfstein erwiesen für die Unbehilflichkeit des bureaukratischen Beamtenapparates. Mehr fach fonnten wir Verfügungen von Landräten zur Reichstagswahl nach andern Blättern mitteilen, die das Ende der Wahlhandlung noch nach dem alten Wahlreglement auf 6 Uhr angaben. Heute liegt uns das Ortelsburger Kreisblatt" vom 24. April vor mit einer Bekanntmachung des Landrats von Ortelsburg( Regierungsbezirk Gumbinnen), die besonders charakteristisch in dieser Hinsicht ist. Das Ende der Wahlhandlung ist in der Bekanntmachung gleichfalls auf 6 Uhr angegeben. Datiert ist die Bekanntmachung vom 23. April. Nun ist allerdings das neue Wahlreglement mit dem Datum des 28. April erst im Reichs- Anzeiger" vom 30. April bekannt gemacht, es war daher noch nicht in Kraft, als der Landrat von Ortelsburg seine Bekanntmachung zu den Reichstagswahlen erließ. Aber der Reichstag hat dem Bundesratsbeschlusse bereits am 21. April zugestimmt und der Inhalt des neuen Reglements ist schon längst vorher bekannt getvesen. Jedermann, der sich um öffentliche Angelegenheiten fümmert, wußte spätestens am 22. April, daß das neue Wahlreglement beschlossen sei und die Wahlhandlung diesmal bis 7 Ühr dauern werde. Ein berantwortlicher Staatsbeamter, der Ausführung des Wahlgesetzes amtlich mitzuwirken hat, sollte wohl auch zu den Personen gerechnet werden können, die am 22. April Kenntnis hatten von der seit Monaten besprochenen Aenderung des Wahlreglements. Daß ein Landrat noch am 23. April eine amtliche Bekanntmachung erlassen kann, die keinerlei Kenntnis der beschlossenen Aenderungen verrät, das läßt auf eine bedenkliche Hilflosigkeit oder eine Unbekümmertheit schließen, die vieles erklärlich macht. Das Amt eines Landrats ist am Ende doch noch etwas ver= antwortungsreicher wie das eines Unteroffiziers, der nur auf Kommando handeln darf. an der Der Reichstags- Kandidat für Kassel, Karl Thiel, kommt erst nächsten Sonntag, nach laugen sieben Monaten, wieder in die Freiheit, so daß er bisher nicht agitatorisch wirken fonnte. Für seine Kandidatur sprach am Mittwochabend Genosse ScheidemannOffenbach in einer von mehr als 3000 Personen besuchten Versammlung, die einen wahrhaft impofanten Verlauf nahm. Ein nationalsocialer Oberlehrer Sandrock suchte Stimmung zu machen für großzügige Weltpolitik und führte als nachahmenswertes Beispiel das Verhalten Rußlands in der Mandschurei an! Unter umaufhörlichen Beifallskundgebungen schickte Genosse Scheidemann den nationalsocialen lleberpolitiker gründlich heim. Die Stimmung ist eine vorzügliche in Kassel und wenn die Parteigenossen ihre Pflicht und Schuldigkeit thun, dann ist der Kreis für uns zu erobern. Die Benachrichtigung der Wähler über ihre erfolgte Eintragung in die Wählerliste, die in München als ein praktisches Mittel zu möglichster Vervollständigung der Listen geübt wird, hat auch in Deffau Anklang gefunden. Der dortige Gemeinderat hat beschlossen, dieses Verfahren nachzuahmen. Ausbeuter fronden, Reichstag erscheinen, und Es läßt sich gar nicht lengnen, daß die Socialdemo fratie im Reichstage eine Rolle spielt, die über ihre eigentliche Bedeutung und ihre parlamentarische Stärke weit hinausgeht. Das kommt daher, daß die meisten socialdemokratischen Abgeordneten während der Tagung bis zu einem gewissen Grade Berufsparlamentarier sind. Sie beschäftigen fich fast ausschließlich oder doch hauptsächlich mit den parlamentarischen Aufgaben, sie bekommen ihre bestinumten Ressorts angewiesen, fic studieren infolgedessen die Materialien, die in ihr Ressort gehören, mit großem Fleiße und Eifer. Daher kommit's, daß die meisten socialdemokratischen Redner trotz aller Mängel und trotz aller unzureichenden Klarheit doch den Stoff ziemlich beherrschen. Sie haben oft das Material fritillos und ungeschickt zusammengetragen; aber sie machen doch den Eindruck einer gewissen Sachkenntnis und Beherrschung des Stoffs. Wenn derartige, auf einem verhältnismäßig fleißigen Studium beruhende Ausführungen durch ein paar nonchalante Redensarten abgethan werden, so kann das feinen guten Eindruck machen. " angenommen worden, daß schon die Wahrscheinlichkeit einer Verschlimmerung des Zustandes des Arrestanten... ein ge nügender Grund sei, die einstweilige Aussetzung der Strafvollstreckung als notwendig zu bezeichnen. Dies ist eine ganz unrichtige Annahme. Eine Freiheitsstrafe wird fast in allen Fällen einen deprimierenden Eindruck auf die Gemütsstimmung und, bei nicht besonders fräftiger und bei nicht volltommen gesunder Körperbeschaffenheit, auch auf das leibliche Befinden des Patienten ausüben, mithin schon vorhandene Deshalb kann Krankheitszustände fast jedesmal verschlimmern. • aber die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe... nicht ausgesetzt... werden... Eine andre Auffassung gefährdet den Ernst der Strafe und lähmt den Arm der Gerechtigkeit..." Man wird zugeben müssen, daß dieser Ministerialerlaß von unzulässigem Mitleid" allerdings völlig frei ist. Damit vergleiche man dann die zarte Besorgnis vor einer gesundheitlicher Schä digung des Prinz- Mörders durch eine vollständige Erhung der„ Standpunkt eines Hausarztes" maßgebend, welcher le des Tabaks". Hier scheint im Gegensatz zu dem Ministgus rlaß Freiheit befindlichen Patienten die angemessenste Lebericht vorzuschreiben hat". in t D elle nz 3 Die„ Hannov. Allg. 8tg." teilt soeben mit, daß die m Die Socialdemokratie kann parlamentarisch nur bekämpft und Erlaubnis zur Ueberführung des Prinzen nach einer Heilant fi besiegt werden, wenn die andren Parteien, insbesondere diejenigen, in Hannover eingetroffen sein soll. Wahrscheinlich werde eich welche den Kampf gegen sie zu führen sich verpflichtet halten, eine in der nächsten Zeit einer Heilanstalt überwiesen werden. genügende Zahl von Männern haben, die den Socialdemokraten nicht nur an Schlagfertigkeit und Redegabe, sondern auch an Der Staat das sind wir! sagt das Junkertum. Die„ euzSachkenntnis und Studium des Materials gewachsen sind. Solche Zeitung" erklärt zur Kandidatur Löhning für die Freifinnige Sachkenntnis bringt kaum ein Parlamentarier mit. Sie läßt sich Volkspartei: auch nicht erwerben, wenn man die parlamentarische Arbeit nebenbei betreibt. Dazu gehört vielmehr das, was man Berufsparlamentariertum nennt. Deshalb halten wir es für dringend geboten, daß man die Schen vor einer etwaigen Förderung des Berufsparlamentariertums aufgebe und sich mit seiner Notwendigkeit abfinde. Das ist nicht nur notwendig, um den Kampf gegen die Socialdemokratie mit einem gewissen Erfolg zu führen, sondern auch im Interesse der Gesetzgebungsarbeit selbst. Auch bei dieser Arbeit ist schließlich der überlegen, der mitten in der Sache steht, sie volltommen beherrscht und über die größte Kenntnis verfügt. Verbesserungsanträge zu Gefeßentwürfen, Initiativanträge, Gesetzgebungsvorschläge lassen sich nicht aus den Aermeln schütteln, sondern müssen recht gründlich vorbereitet, gestüßt, durchdacht und formuliert werden, wenn man sich damit nicht blamieren, sondern Erfolg erzielen will. Mancher gute gesetzgeberische Gedanke, der vielleicht hätte durchgeführt werden können, ist nicht in die That umgesetzt worden, weil die Parlamentarier, die ihn hegten, nicht Beit zu haben glaubten, ihn zu formulieren, zu begründen, zu bertreten." Als die Nachricht, Herr Löhning wolle sich in einem Berler Wahlkreise als Kandidat der Freisinnigen Volkspartei& f= stellen lassen, vor einigen Tagen zuerst auftauchte, tam sie uns so unwahrscheinlich vor, daß wir Anstand nahmen, sie ohne nähere Prüfung weiter zu geben. Inzwischen hat sie nun ihre volle Bestätigung gefunden, und die Regierung damit nachträglich eine Rechtfertigung ihres Vor gebens gegen den ehemaligen Bofener Provinzial- Steuerdirektor erhalten, wie sie überzeugender nicht gedacht werden kann. Herrn Löhnings späteres, allen preußischen Bean entraditionen direkt widersprechendes Auftreten bewies, daß die gierung gar nicht nötig gehabt hat, der Heiratsaffaire irgend wel en entscheidenden Einfluß auf ihre Entschließung einzuräumen. Angesichts seiner jezigen Reichstags- Kandidatur muß nun aber auch der letzte 3 weifel schwinden, daß nicht eine für ein hohes Staatsamt in den Ostarfen geeignete Persönlichkeit gewesen ist." Selten ist die freche Anmaßung, daß nur konservative Junker und Leute, die zum fonservativen Junkerdienst uneingeschränkt bereit " Eine Wählerversammlung in Boizenburg( Mecklenburg) war Sonntag, den 19. April, abends 11 Uhr, aufgelöst worden mit der Begründung, daß nach einer Verordnung über die Sonntagsruhe an Dem Dr. Dertel wird es, wie man sieht, sehr schwer, der sind, das Anrecht auf Beamtenstellen haben, in so brutaler Offenheit Sonntagen um 11 Uhr Feierabend sein müsse. Auf eine Beschwerde parlamentarischen Thätigkeit der Socialdemokratie diese Anerkennung zum Ausdruck gekommen. Nicht Verdienst und Fähigkeit entscheiden beim Ministerium erklärte dieses die Auflösung für berechtigt, weil zu zollen. Aber er der einer der geschickteren und gescheiteren in der preußischen Beamtenhierarchie, sondern die Gesinnungss eine Versammlung eine geräuschvolle Veranstaltung sei. Unser Barlamentarier ist wird zu seiner Offenherzigkeit durch die Er- tüchtigkeit". Ein Mann, dessen politische Anschauungen die„ Kreuzmecklenburgisches Parteiblatt macht darauf aufmerksam, daß das fabrumg gedrängt, daß schon jetzt die Socialdemokratie, auch rein Beitungs"-Junker nicht belieben, darf nicht in der Finanzverwaltung Ober- Landesgericht in Rostock entschieden habe, eine Versammlung sei parlamentarisch, keine irgendwie ebenbürtige Gegner mehr findet beschäftigt bleiben, mag er auch viele Jahre sein Amt tadellos gean sich keine geräuschvolle Veranstaltung. und daß dieses Verhältnis sich immer mehr zu Ungunsten führt haben. der bürgerlichen Parteien verschiebt, je mehr auf der kon- Wenn andrerseits das Berl. Tagebl." sagt, daß wir eine In Bachems Wahlkreis. Aus Krefeld wird uns geschrieben: fervativen Seite nur die Fasanenjäger und die Sonntagsparlamentariere e" gegen die Kandidatur Löhning begonnen „ Bolt" vertreten Bor circa 4000 Menschen sprach am 13. Mai Genosse Bebel in der das wie Herr hätten, fonservative Führer wie und dies zurück. so weisen wir Wir haben lediglich hiesigen Stadthalle. Eine derartige Versammlung hat Krefeld noch b. Normann auf die sachkundigsten socialdemokratischen Angriffe nur die Absicht ausgesprochen, daß es der öffentlichen Rolle, die Herr nicht gesehen, der größte Saal der Stadt war mit seinen großen einen mühsamen Kriegervereins- Toast vorzubringen vermögen. Da Löhning gespielt hat, nicht entspricht, wenn er sich gerade im vierten Galerien überfüllt und trotzdem man korridore und ein großes Dertel nicht so dumm ist, zu glauben, daß die Socialdemokratie Berliner Wahlkreise, dem unantastbaren Besitz der Socialdemokratie, Stück des Gartens hatte befeßen lassen, ehe das Lokal poli- solchen schlichten Männern, wie etwa Herr v. Normann einer ist, um den ein wirklicher Kampf seitens des Freisinns gar nicht geführt zeilich abgesperrt wurde, stand noch eine ungeheure Menschenmenge ihre Sache anvertrauen werden, so rät er nun seinen Freunden, den werden kann, aufstellen läßt. Nur aus diesem Grunde erklärten wir, daß sich Herr Löhning in eine lächerliche Rolle begiebt. Würde er. auf der Straße. Diese Leute hielten fast sämtlich aus bis zum Socialdemokraten nachzueifern. Schluß der Versammlung, in der geheimen Hoffnung, doch noch Zu- Freilich die Flugblatt- Schmierer hoffen noch immer, daß die eine ernsthafte Kandidatur für die Freisimmige Volkspartei über-> tritt zu erhalten. Bebel, bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt, Socialdemokraten freiwillig parlamentarisch abdanken möchten. In nehmen, wir hätten dagegen natürlich nichts einzuwenden. Militarismus und Geisteskrankheit. Die Magdeburger| Greulich hielt am Grabe eine furze Ansprache, in der er dem| gehörigen Hütten gegen den Monat März um annähernd 6000 Tonnen Boltsstimme" berichtet: Ein trübes Bild entrollte sich am Mittwoch Danke der ganzen schweizerischen Arbeiterschaft für das Wirken zurückgegangen, doch ist dabei zu berücksichtigen, daß der Monat März vor den Schranken des hiesigen Oberkriegsgerichts. Angeklagt ist Dr. Schulers Ausdruck gab. Er schloß mit den Worten: Wie mit rund 312 000 Tonnen die höchste Erzeugungsziffer seit Bestehen der Arbeitssoldat 1. Klasse, Wolt, wegen Beharrens im Un- noch heute die englischen Arbeiter, die Enkel und Urenkel der das des Synditats aufzuweisen hatte und daß der April infolge der Feier gehorsam in drei Fällen. Als Verteidiger fungiert Rechtsanwalt Dr. maligen, mit Ehrfurcht die Namen der ersten Fabrikinspektoren, tage einige Arbeitstage weniger hatte als der März. Dagegen hat der Eberhardt. Als Sachverständiger ist Dr. Demohn von der eines Leonhard Forner, eines Vater, eines Saunders nennen, so April mit ungefähr 246 000 Tonnen den höchsten Selbstverbrauch Jrrenanstalt Nietleben, wo sich der Angeklagte se ch 3 werden auch unsre Kinder und Kindestinder, wenn die Arbeiterschutz- der Werke seit Bestehen des Synditats aufzuweisen gehabt, und da Wochen zur Beobachtung feines Geistes zustandes Gesetzgebung weiter ausgebaut sein wird, mit Hochachtung noch den auch der Versand sehr lebhaft blieb, so haben die Vorräte bei den befunden hat, anwesend. Der Angeklagte, der weniger durch sein Namen des ersten eidgenössischen Fabrikinspektors nennen: Dr. Hütten abermals abgenommen. Die Nachfrage ist auch im laufenden Monat, und zwar sowohl im Julande wie im Auslande, lebhaft Aeußeres als wie durch sein Gebaren den Eindruck eines Idioten Fridolin Schuler. macht, meldete sich eines Tages beim Antreten frank. Der be= geblieben, so daß die zur Zeit vorliegenden Aufträge den Hütten handelnde Arzt erklärte ihn aber für gesund. W. verlangte darauf, Paris, 14. Mai. Die Deputierten der Stadt Paris nahmen in Beschäftigung auf acht Monate hinaus sichern. vor den Oberstabsarzt geführt zu werden. Bom dienstthuenden einer heute nachmittag abgehaltenen Zusammenkunft gegenüber dem Sergeanten wurde W. darauf hingewiesen, daß das nicht angängig Steigen der Brotpreise Stellung und beschlossen, am Sonnabend eine sei. Als W. trotzdem dabei beharrte und sich weigerte, zur Arbeit Abordnung zu dem Ackerbauminister Mougeot zu entfenden, um ihn zu gehen, wurde er in Arrest geführt. Als die Arrestthür aufge= schlossen wurde, weigerte sich W. trok mehrfacher Befehle, hinein zu fragen, ob die Lage nicht ein zeitweise gänzliches oder teilweises zugehen und mußte mit Gewalt hineingebracht werden. Vorher hatte Aufheben des auf ausländischem Getreide liegenden Eingangszolles W. sich als Graf Roon benannt und seine Unschuld beteuert. Italien. erfordere. Frankreich. Die Zunahme der Belegschaft im Steinkohlen- Bergban. Soweit die Bewegung der Belegschaftsziffern einen Maßstab für die Beurteilung der Geschäftslage abgiebt, wäre der Tiefpunkt der Krise, wenigstens in den Steinkohlen- Distrikten, als überwunden anzusehen. Arbeiterzahl ist sowohl im Saarbeden wie auch im Ruhrgebiet während des I. Quartals 1903 erheblich gestiegen. Es wurden Steinfohlen- Arbeiter beschäftigt im I. Quartal 1902 II. IV. I. Ruhrgebiet 245 969 1902 239 769 1902 1903 249 649 253 356 Saargebiet u. Wurmbecken 55 189 55 021 56 686 57 223 Wegen Beharrens im Ungehorsam wurde W. zu 10 Monaten Im Gefängnis ermordet? Rom, den 12. Mai.( Eig. Ber.) Gefängnis und Versehung in die ziveite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. Gegen dieses Urteil hat W. Berufung eingelegt. Das Einer der armen Teufel, die die hochweise Polizei zu Ehren der eigentümliche Verhalten des W. machte seine Beobachtung notwendig. römischen Königs- und Kaiserbesuche verhaftet hat, ein gewisser wurde am Angeli, 5. dieses Monats tot in Das Gutachten des Stabsarztes Dr. Koch geht dahin, daß der An- de geflagte als besonders intelligent nicht angesehen werden könnte. Er feiner Zelle im römischen Gefängnis Regina Coeli auffei geistig zurückgeblieben, aber zurechnungs- gefunden. Die Gefängnisärzte bestanden auf einer Obduktion, Der Arbeiterzuwachs ist im Ruhrbecken sehr beträchtlich; es fähig. Auf die Frage des Verhandlungsleiters nach seinem Namen deren Resultat glücklich seit gestern bekannt ist. Der Körper des erwiderte W.:" Das wissen Sie besser als ich!" Verhandlungs- Toten, eines jungen fräftigen Mannes, zeigt zahlreiche Spuren waren im ersten Quartal d. 3. 7387 Leute mehr beschäftigt als im leiter: Jch frage Sie nochmals!" Angeklagter:" Ich thue das, äußerer Mißhandlungen; ein starker Blutaustritt in das Unter- gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Entwicklung geht aber in was andre wollen, überhaupt nicht." Verhandlungsleiter:„ Als hautzellgewebe am Halse hat die Aerzte veranlaßt, als Todes- den einzelnen Bezirken nicht gleichmäßig vor sich. Es stellte der Soldat müssen Sie das thun." Angeklagter:„ Ich bin kein Soldat, ursache Er würgung anzugeben, um so mehr, als keinerlei frank- Bezirk Oberhausen allein 2560 Arbeiter mehr ein, der Dortmunder ich bin gar nichts mehr, ich bin auch kein Verbrecher." Ueber den hafte Veränderung an der Leiche nachgewiesen werden konnte. Bekannt Bezirk 2260, der Wattenscheider 1081. Dagegen verloren wieder Vorgang vor der Arrestzelle befragt, schweigt der Angeklagte zu- wurden folgende Thatsachen: Der Unglückliche wurde am 1. Mai( also zu Gelsenkirchen 792, West- Essen 443, Ost- Recklinghausen 375 Arbeiter. nächst. Auf weiteres Befragen ruft W. laut:„ Machen Sie mit Ehren des deutschen Kaisers) als„ Anarchist" verhaftet. Da er sich Am auffallendsten ist der Rückgang der Gelsenkirchener Belegschaften, mir, was Sie wollen!" sehr unruhig zeigte, wurde ihm die Zwangsjacke angezogen obwohl es sich hier um das nördliche( neue) Kohlenbecken handelt. fünf volle Tage auf seinem Leibe gelaffen. In Der Schwerpunkt des Bergbaus wird immer mehr nach Nordosten Die Frage des Verhandlungsleiters an den Sachverständigen, und ob er den Angeklagten für verhandlungsfähig hält, verneint der- diesen fünf Tagen foll er keine Nahrung auf- und Norden verschoben. Die Zahl der Zechen ist um drei zurückfelbe. Während der weiteren Verhandlung macht der Angeklagte genommen haben, da er außer stande war, ein Glied gegangen; der Verlust entfällt auf das südliche Ruhrbecken, wo noch einen stumpfsinnigen Eindruck. In seinem Gesicht ist ein fort zu rühren und von den Gefängniswärtern keiner Zeit hatte, mehr Betriebseinstellungen bevorstehen. zu füttern. daß die ist nicht ausgeschlossen, Als der Verteidiger ihn währendes fonvulsivisches Zuden bemerkbar. Allgemeine Berliner Omnibus- Gesellschaft. In der außerordents Anstalt macht, die Briefe zu verlesen, die der Angeklagte an feine wahnsinnigen Anstrengungen des Gefangenen, sich aus der lichen Generalversammlung, die gestern stattfand, wurde beschlossen, Eltern geschrieben hat, schlägt dieser mit der Faust auf die Brüstung, unerträglichen Lage in der Zwangsjade zu befreien, feinen die Zahl der Aufsichtsrats- Mitglieder um 3 auf 9 zu erhöhen und Jedenfalls ist er beginnt heftig zu weinen und ruft laut: Die Briefe find Tod durch Erwürgen herbeigeführt haben. dann Bankier Karl Neuburger, Generaldirektor Falk( bisher Vormir unterschlagen!" Der Verteidiger beantragt Einstellung ein Opfer derartig infamer Grausamkeit geworden, daß es für die sitzender des Aufsichtsrats der Neuen Berliner Omnibus- Gesellschaft) des Verfahrens, da eine Besserung des Zustandes des Angeklagten moralische Wertung der That gleich bleibt, ob die Gefängnis- und Direktor Wilhelm Schreiber neu in den Aufsichtsrat gewählt. doch nicht zu erhoffen sei. aufseher den ihnen Anvertrauten, nicht unter Anklage stehenden Allgemeinen Berliner Omnibus- Gesellschaft und der Neuen Berliner fündet folgenden Beschluß: Der Zustand des Angeklagten ist nicht haben, bis er sich selbst erwürgte. Der Eindruck in der ganzen Omnibus- Gesellschaft einstimmig zur Annahme. Das Gericht zicht sich hierauf zur Beratung zurück und ver- Gefangenen, höchst eigenhändig erwürgt oder ihn so lange gemartert Darauf gelangte nach furzer Debatte der neue Vertrag zwischen der derartig, daß er der Verhandlung nicht zu folgen vermöchte. Um Stadt ist ungeheuer. Vor drei Jahren hat sich in demselben GeNeues Gebände für die Handelskammer. Wie der„ Berliner ein weiteres Bild über den Zustand des Angeklagten zu gewinnen, fängnis ein ähnlicher Fall zugetragen, dessen Opfer der Anarchist Börsencourier" erfährt, hat die Handelskammer das Grundstück an der Ecke der Universitäts- und Dorotheenstraße zum Preise von 1 Millionen Mark erworben, um auf diesem Terrain für die Zwecke der Stammer ein Gebäude errichten zu lassen. Die Kosten des Grundstückserwerbs und des Baues werden durch eine Anleihe aufgebracht " werden die noch vorhandenen Briefe zur Verlesung gebracht. In Frezzi war. einigen derselben kommt neben allerhand fonfusem Zeug der Gedanke nach Erlösung durch den Tod zum Ausdruck. Die Briefe schließen fast alle mit dem Passus: Euer unglücklicher Sohn Franz Wolf. Aus der verlesenen Aussage der Mutter des Angeklagten geht hervor, daß W. wegen feines idiotischen Lachens aus der Lehre genommen werden mußte. Im Laufe der Jahre haben sich die geistigen Fähigkeiten immer mehr verschlechtert. Der Vater des Angeklagten war gesund und kein Trinker, während der Großvater ein Trinker' und geistesgestört gewesen ist, auch an Tobsuchtsanfällen gelitten hat. Danach scheint erbliche Belastung vorzuliegen. E2 England. London, 14. Mai. Bei der Ersazwahl für den verstorbenen Landwirtschaftsminister Hanbury im Wahlkreise Preston wurde der konservative Kerr mit 8639 Stinunen gewählt. Der Arbeiterkandidat Hodge erhielt 6490 Stimmen. Dänemark. 25 von Die Neuwahlen zum Folkething find durch königlichen Erlaß auf den 16. Juni angesezt worden. Die Dänen wählen also diesmal mit uns zu gleicher Zeit. Rußland. werden. Handelskammer. Ihr Mandat niedergelegt haben die in der dritten Abteilung gewählten zwölf Mitglieder der Berliner Handelstanimer. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgege... Das Gesetz über die Ablösung der Zehnten wurde vom Folkething mit 81 gegen 22 Stimmen in der von der Mehrheit der Liberalen vorgeschlagenen Form angenommen. Dagegen stimmten Der Sachverständige, der den W. behandelt hat, ist der außer den Socialdemokraten fünf Liberale und vier Konservative. Meinung, daß ein Mensch wie der Angeklagte unfähig ist, den Das neue Gesetz gewährte den Zehntenempfängern das 25fache des Pflichten des Soldatenstandes gerecht zu werden. Es sei sehr natür- Jahresertrages der Zehnten als Ablösungssumme, wovon 18/ Zur Lohnbewegung der Gementierer, Nabispuser und-Spanner lich, daß Leute mit den geringen geistigen Eigenschaften, wie sie un- den Zehntenpflichtigen, 7/25 bom Staat als Zuschuß aufgebracht zweifelhaft bei W. vorhanden sind, mit den strengen Vorschriften der werden. Im Laufe der Ablösungsjahre wächst die Summe, die der ist zu berichten, daß es gestern, noch bevor das Einigungsamt einen militärischen Disciplin in Konflikt kommen müßten. W. wurde Staat hiermit 2. wurde Staat hiermit den Großgrundbesitzern schenkt, auf ungefähr Schiedsspruch fällte, zu einer Einigung zwischen den Vertretern trotzdem mehrfach bestraft, das hat ihn noch mehr verbittert. Der 40 Mill. Kronen an. Unfre Parteigenossen waren dafür, die Ablösungs- der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gefonmmen ist. Vorbehaltlich der Angeklagte kann überhaupt keine Soldaten oder Offiziere sehen, ohne fumme auf das 21fache zu erniedrigen, stimmten später auch für Zustimmung der beiderseitigen Versammlungen ist zwischen dem fofort in Erregung zu geraten. Eine Simulation ist aus einen von konservativer Seite gestellten Antrag auf das 23fache, wo- Centralverband der Maurer, dem die genannten Branchen als geschlossen. W. wird, bleibt er beim Militär, täglich und durch dem Staate immer noch etwa 19 Millionen erspart geblieben Sektion angehören, und dem Verband der Gips, Cement- und stündlich mit der Disciplin kollidieren. Auf die Frage des Sach- wären. Aber die Mehrheit der Liberalen war den Großgrundbefizern io Deckenbaugeschäfte ein Vertrag abgeschlossen, der sich bis auf die berſtändigen an den Angeklagten, ob er ihn kenne, erwidert derselbe: entgegenkommend, daß sie nichts von der Ablösungssumme ablassen Lohnfäße im wesentlichen mit dem bereits gegebenen Vorschlage des Einigungsamtes, deckt. Betreffs der Lohnfäße sind folgende " Ich möchte weinen, ich möchte schreien!" Der Gutachter wird hierauf wollte. Aenderungen angenommen. Es erhalten: die Nabigpuzer bis zum bereidigt. 30. September 5. J. einen Stundenlohn von 80 Pf., von da ab 82% Pf.; die Spanner, Cementierer und Flechter bis zum 31. De zember d. J. 622 Pf. und von da ab 65 Pf.; die Einschaler 55 Pf.; die Pußerträger 55 und 65 Pf. und die Hilfsarbeiter bis Ueber die Lage in Kischinew ist, wie„ Laffans Bureau" tele: zum 31. Dezember d. J. 45 Pf. und von da ab 47, Pf. Maurer graphisch aus New York meldet, dort gestern der erste authentische werden nach dem für das Baugewerbe geltenden Lohntarif bezahlt. Bericht des Hilfskomitees in Kischinem eingetroffen. Danach wurden Wer von den Arbeitern bereits höhere Löhne als die jetzt ver50 Personen getötet, 85 liegen hoffnungslos darnieder, 400 wurden einbarten hatte, behält dieselben. Arbeitsordnungen, die diesen Verschwer verletzt, zu Krüppeln gemacht oder vergewaltigt. Der an einbarungen zuwiderlaufen, sind ungültig. Der Vertrag gilt bis zum gerichtete Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Rubel. Die 30. September 1904. Gesellschaft vom Roten Kreuz in Stifchinew leistet weitgehende Hilfe. Achtung, Metallarbeiter! Kollegen! Die Fabrikanten in Iserlohn Sie verteilt an die Geplünderten täglich 2500 Mahlzeiten. Unter sind in Verlegenheit und bemühen sich nun in Berlin, um durch den Verletzten befinden sich 40 Christen, welche versuchten, die Berliner Arbeitswillige aus der Verlegenheit geholfen zu werden. Juden gegen die Wut ihrer Angreifer zu schüßen. Die Mehrheit in der Ritterstraße ist ein Werbebureau errichtet. Wir erwarten der christlichen Bevölkerung ist inzivischen zum Bewußtsein ihrer auf das bestimmteste, daß sich niemand zu solchem Judasdienst her Thaten gekommen und beteiligt sich, von Gewissensbissen getrieben, giebt, Weist jedes Angebot, nach Iserlohn zu fahren, zurück. Nur an den Sammlungen. mit reichlichen Spenden Ergouverneur venn wir den Kollegen in Iserlohn die weitgehendste Unterſtügung Konstantinowitsch spendete 10 000 Rubel. Selbst in der antisemiti- und zwar in jeder Beziehung zu teil werden lassen, wird es möglich schen russischen Presse kommt jetzt Bedauern über das Vorgefallene fein, die proßzigen Unternehmer von ihrem Dünkel zu furieren. Kollegen, forgt dafür, daß der letzte unsrer Stollegen unterrichtet wird über die Vorkommnisse in Iserlohn und sorgt allesamt dafür, daß der Zuzug ferngehalten wird. Das Kriegsgericht entscheidet: Der Angeklagte ist wohl schwach finnig, aber verhandlungsfähig. Es soll aber noch einmal ein Gutachten des Generalstabsarztes der Armee eingeholt werden, und zivar darüber, ob W. in der Zeit, da er das Vergehen der Gehorsamsverweigerung begangen hat, zurechnungsfähig gewesen ist oder nicht. Es liegt hier unzweifelhaft wiederum einer der höchft bedauerlichen Fälle vor, daß zum Militärdienst junge Leute herangezogen werden, deren Geisteszustand sie davon befreien müßte. Solche Leute pflegen dann im Dienst mindertüchtig zu sein und haben befonders schwere Tage. Sie werden gehänselt und geschlagen, sie werden immer mehr verbittert und in ihrer geistigen Verfassung herabgedrückt. Bei irgend einer Gelegenheit verstoßen sie dann gegen die Disciplin und kommen min ins Gefängnis mit seinen Schreden. Ihr Sinn umnachtet sich immer mehr; fie enden in der Frrenanstalt, während fie bei geeigneter Behandlung und bei recht zeitiger Entlassung aus dem Dienst eine menschliche Existenz hätten führen dürfen. Die Militärbehörden müssen sorgfältiger darauf achten, daß zum Ausdrud.geistig schwache Leute nicht in den Heeresdienst aufgenommen oder, wenn sie es find, gehörig erkannt und entlassen werden. Die zahlreichen Verhandlungen vor den Kriegsgerichten gegen Soldaten, deren Unzurechnungsfähigkeit sich allzu spät herausstellt, zeigen die Dringlichkeit dieser Aufgabe. Ausland. Oestreich- Ungarn. Ueber die Unruhen in Kroatien versendet das„ Ungarische Afrika. Algier, 14. Mai. Ein Telegramm aus Beni Unif meldet: Eine 30 Mann starfe Bande aus Figig hat gestern in der Nähe von Duveyrier 47 Kamele geraubt, welche zu einem gestern früh nach Süden aufgebrochenen militärischen Transport gehörten. In Beni Unif geht das Gerücht, daß bei Beschir, südlich von Taghit, eine zahlreiche Bande zusammengezogen sei, welche dem nächsten Militärtransport den Weg verlegen wolle. Amerika. Australien. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Metallarbeiter! Im Kabelwerk Oberspree der Allge= meinen Elektricitäts- Gesellschaft haben am Dienstag, den 12. Mai, annähernd 200 Arbeiter des Bleikabel- Saales wegen Lohnforde rungen die Arbeit niedergelegt. Die Direktion hat in fchroffer Weise die Einigungsverhandlungen mit der Kommission der Ansständigen auf Erhöhung des Stundenlohnes der Hilfsarbeiter von 30 auf 35 Pf. und der Maschinenführer von 35 auf 40 Pf. als Minimallohn abgelehnt. Hierauf traten die Arbeiter in den Ausstand. Eine am Donnerstag abgehaltene, von annähernd 3000 Arbeitern des gesamten Wertes besuchte Versammlung erklärte in einer Refolution den Streit für berechtigt und sagte ihre materielle Unterstüßung zu. Zuzug ist fernzuhalten. Metallarbeiter- Gewerkschaft. Für die ausgesperrten Schuhmacher in Pirmasens gingen bei der folgende Bei Berliner Gewerkschaftskommission träge ein: Lefe- und Distutierflub„ Süd- Ost" 50,- Verband der Gastwirts gehilfen 30,- Verband der Vergolder, Zahlstelle Burg 30,-. Verband Verband der Bergolder, Filiale Berlin 50,-. Schuhmacherwerkstatt Jägerstr. 14 10,50. Fensterreinigungs- Institut Emensia" 5, Berband der Hutmacher, Berlin 50,-. Arbeiter von Ehrich u. Gräb 3,55. Bergolder- Hauptkasse 100,-. Verband der Maler, Berlin 50,-. Berband der Bildhauer, Berlin 50, ber Steinfeger, Filiale Berlin, aus dem Streitfonds 300, Telegr.- Korrespondenz- Bureau" folgende abschwächende Meldung: Ein Breßtnebelungs- Gefeß.( Laffan- Meldung.) Der Gouverneur Die auswärts verbreiteten Nachrichten von einem Aufruhr in von Pennsylvanien hat ein von der Staatslegislatur angenommenes Kroatien und Slavonien sowie über stattgefundene Hinrichtungen Gesetz genehmigt, das allen Zeitungen und Zeitschriften die Veröffentfind erfunden. Wahr ist, daß in Brod und zwei oder drei Ort- lichung von Karikaturen verbietet. Das Gesetz schreibt fernter vor, schaften des flachen Landes Demonstrationen vorgelommen sind, daß auf allen Ausgaben der Zeitungen der Name des Verlegers, des wobei ungarische Aufschriften an den Eisenbahn- Stationen und un- Direktors und des Redalteurs angegeben sein muß, und verordnet die garische Fahnen herabgerissen wurden. Verwundungen kamen dabei forgfältige Prüfung aller Nachrichten und kritischen Artikel vor dem aber nirgends vor. Bei Erscheinen der Gendarmerie oder einer Druck, für Zuwiderhandlungen wird Geldstrafe von 500 bis 1000 schwachen Abteilung Militär ergriffen die Demonstranten die Flucht, Dollar festgesetzt. In der Presse wird das Gefeß allgemein heftig und es lag kein Anlaß vor, von der Waffe Gebrauch zu machen. bekämpft. Die Blätter behaupten, die Staatslegislatur habe das Im Kreuzer Bezirk, wo auf dem flachen Lande, wie erwähnt, in Gesetz angenommen, um sich an der Preise für die Anklagen zu zwei oder drei Ortschaften Zusammenrottungen stattfanden und der rächen, daß unter den Mitgliedern der gesetzgebenden Körperschaften Gutsherr bedroht wurde, ist das Standrecht verkündet worden. Es Bestechlichkeit und Korruption weit verbreitet seien. sind vier oder fünf Verhaftungen, wie bereits gemeldet, vorgenommen worden. Die Nachrichten über standrechtliche Beendigung des Eisenbahner- Streits. Der Premierminister teilte urteilungen find erfunden. Hente liegt eine Meldung über eine in der gefeßgebenden Versammlung mit, er habe gestern nachmittag ungarfeindliche Kundgebung in Buccari vor. Als eine Abteilung Militär erschien, flüchtete die Menge; mehrere Verhaftungen wurden vom Vorsitzenden der Lokomotivführer- Vereinigung einen Brief erEs soll angeblich ein Wächterhaus der Eisenbahn halten, in dem unter bedingungsloser Unterwerfung der Ausstand zerstört und der Telegraph beschädigt worden sein. Diese Nachricht für beendet erklärt wird. ist jedoch mit Vorsicht aufzunehmen, da ähnliche Meldungen aus Kroatien in der letzten Zeit jedesmal für unrichtig erklärt worden Aus Industrie und Handel. Rheinisch Westfälisches Kohlensyndikat. Im Monat April stellte fich die Förderung auf 4 191 870 Tonnen oder arbeitstäglich Beerdigung des schweizerischen Fabrikinspektors Dr. Schuler. 174 661 Tonnen gegen 4 248 806 Tonnen oder 168 270 Commen Zürich, 14. Mai.( Eig. Ber.) Der Beerdigung des Dr. Schuler in Mollis wohnten als Vertreter der socialdemokratischen Arbeiter- reip. 3915 364 Tonnen oder 155 835 Tonnen in den Jahren 1902 schaft die Genossen Arbeiterfekretär Greulich und National- und 1901. Die Förderung ist gegen die Beteiligung um 17,65 Proz Gestern teilten wir mit, daß eine den Frieden in Aussicht rat Brandt bei, und die Arbeiter Union Zürich zurückgeblieben. Auf dem rheinisch- westfälischen Roheisenmarkt ist nach der Köln. stellende Vereinbarung zwischen der Leitung der Tedlenborgschen hatte einen Stranz auf dem Grabe niederlegen lassen, dessen Schleife die Inschrift trug: Die Arbeiter- Union Zürich in dank- Zeitung" die Thätigkeit auch im April eine recht lebhafte gewesen. Werft und der Vertretung der Arbeiter zu stande gekommen war. barer Erinnerung an den unvergeßlichen Fabrikinspektor Dr. Schuler." 18war ist die Roheisenerzeugung bei den zum Düsseldorfer Syndikat| Nach den heute vorliegenden Nachrichten will aber der Arbeitgeberborgenommen. sind. Schweiz. = Berein der Droichtenfuischer, Berlin 50,- Verband der Mühlenarbeiter, Berlin 15,-. Buchdruderei- Hilfsarbeiter, Filiale Berlin II 50,- Personal der Buchdruckerei D. Walter, Stommandantenstr. 5,-. Ortsverein der Charlottenburger Buchdrucker 10,--. Summe 859,05. Wir sind gern bereit, weitere Beiträge zur Unterstützung der 6000 Ausgesperrten entgegenzunehmen. Gelder, welche durch die Post eingesandt werden, sind an A. Körsten, Gewerkschaftsbureau, Engel- Ufer 15, zu senden. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Deutfches Reich. Kein Frieden an der Unterweser. V " Verband von Frieden nichts wissen, er hat vielmehr feinen Einfluß wirken und für die Zukunft jedem Friede, Freude und Glück sichern, I verlassen, sondern sind auf unsre eigne Straft angewiesen, und durch dahin geltend gemacht, daß die Tecklenborgsche Werft die Aus auf daß des Philosophen Fichtes Wort in Erfüllung gehe: ein wahr diese schon so oft erprobte Kraft erhoffen wir, wenn jeder Arbeiter sperrung zur Thatsache machte und am haftes Reich des Rechts, begründet auf der Gleichheit alles dessen, und Bürger seine volle Schuldigkeit thut, den vollen Sieg, Donnerstagabend 1600 Arbeiter auf die Straße fette. was Menschenantlig trägt.( Stürmischer Beifall.) In der Dis( Stürmischer Beifall.) In der Dis-( Stürmischer Beifall.) Gegner, die besonders eingeladen waren, Ueber die mit dem Werftdirektor gepflogenen Friedens- Ver- fussion sprach zunächst der nationalsociale Herr Hagener, der meldeten sich nicht zum Wort. Nachdem in der Diskussion einige handlungen berichtete der Vorsitzende des Werftarbeiter Verbandes, für Socialreform, Erbschaftssteuer, Beseitigung der indirekten Genossen das feige Verhalten der Gegner gebührend gekennzeichnet Genosse Dellerich, in einer Versammlung der betreffenden Arbeiter: Steuern, im übrigen aber für Aufrechterhaltung des Bestehenden hatten, forderte Frau Liedtke die anwesenden Frauen und Mädchen Die Arbeitervertreter erklärten sich bereit, für Aufhebung der eintrat. Die Arbeiter sollten zu den Nationalsocialen kommen, weil zum Eintritt in den Frauen- Wahlverein auf, zugleich bekannt gebend, Warnung vor Zuzug einzutreten, nachdem der Direktor versichert sie ebenso social seien wie die Socialdemokraten, dabei aber auch daß am Dienstag, den 19. d. M., eine Frauenversammlung, die hatte, daß die Werft nicht beabsichtigte, Ersatzkräfte für die bes national. Der Herr hatte lediglich einen Heiterfeitserfolg. Ge- Stellung zu den Wahlen nehmen wird, stattfindet. fchäftigten Arbeiter heranzuziehen, und bezüglich der Accordarbeit, nosse Oppel betonte, daß auch die Socialdemokratie national sei, Das Central- Wahlkomitee für die Provinz Brandenburg hatte die der springende Punkt des Konflikts ist, meinte der Direktor, daß in dem Sinne, daß sie jedem den Aufenthalt im Vaterlande auch an- zum Donnerstag eine Versammlung für alle Arbeiter, welche in sich ein Einvernehmen über die Einzelheiten des Accordsystems genehm machen wolle. Er erinnert daran, daß die Führer der Berlin beschäftigt, aber in einem der 20 Reichstags- Wahlkreise der zweifellos herbeiführen lasse. Man nahm also mit Recht an, daß die Nationalsocialen in Leipzig im Jahre 1898 ihre Anhänger bei der Provinz Brandenburg ihren ständigen Wohnsiz haben, nach der Direktion mit den Arbeitern über die Accordsäße usw. verhandeln Stichwahl verpflichtet haben, nicht den Socialdemokraten zu wählen, Königsbank" einberufen. Genosse M. Kiesel sprach über die be= ipolle. Unter dieser selbstverständlichen Voraussetzung erklärte sich sondern den alldeutschen Professor Haffe, von dem sie wußten, daß vorstehende Reichstagswahl und unsre Aufgaben vor und am Tage die Versammlung bereit, die Sperre aufzuheben. Der Friede schien er ein Gegner des allgemeinen gleichen geheimen und direkten Wahl- der Wahl. Er verwies darauf, daß die Gegner besonders auf dent somit gesichert. Zu gleicher Zeit befaßte fich aber auch der Arbeit- rechts sei. Wenn man dies und das klägliche, rückgratlose und anti- Lande mit den unsaubersten Mitteln gegen uns tämpfen und sich geber- Verband mit der Beratung der Einigungsgrundlage, und dieser fociale Verhalten des Freisinns bedenke, dann gebe es am 16. Juni nicht scheuen, mit den infamsten Lügen gegen die Socialdemokratie fcheint die Werftleitung zur Fortsetzung des Kampfes durch Beschluß nur eine Losung im ersten Wahlkreis: Dr. Leo Arons.( Lebhafte zu operieren. So wird u. a. die Sudelfchrift des Ehren"-Fischer gezwungen zu haben, denn als der Arbeiterausschuß am Donnerstag Zustimmung.) Darauf sprach der nichtfraktionelle" Freifinnige und ähnliches Machwerk, von dem auch die Gegner wissen, daß der früh der Werftleitung den Versammlungsbeschluß mitteilte, wurde Rosenbacher, dem das Verhalten der Freisimmigen Vereinigung ihm erklärt, die Firma werde wegen der Accordarbeit nicht mit und Socialdemokratie anläßlich des Bolltarifs gefallen hat, der aber den Arbeitern verhandeln, sondern die Arbeiter glaubt, daß das Verhalten Eugen Richters und seiner Leute aus gehätten ohne weiteres die von der Firma aufgewiffen Gründen erklärt werden könne und nicht als fläglich verstellten Arbeitsbedingungen anzuerkennen. worfen werden brauche. Er träumte dann von einer großen Koalition Damit waren natürlich die Friedensaussichten völlig vernichtet, denn der Linken, die zu stande käme, wenn die Socialdemokratie sich gleich die Arbeiter konnten nicht darauf eingehen, sich von den Beamten dem Freisinn mehr auf den Boden der thatsächlichen Verhältnisse der Werft einfach vorschreiben zu lassen, unter welchen Bedingungen stellen wollte. Herr Sagener meinte, die Nationalsocialen fie zu arbeiten haben. würden nie mehr Leute a la Hasse wählen. Nachdem Genosse Obwohl die Arbeiter an dem vorliegenden Konflikt keine Schuld Renner gegen den Vorredner gesprochen, gab der Referent in tragen, haben sie alles gethan, um die Differenzen zu beseitigen. seinem Schlußwort dem nationalsocialen wie dem freisinnigen Herrn Sie haben die Hand zum Frieden geboten, der Unternehmer- Berband die gebührende Antwort. Vor allem rüdte er den Freifinn noch einaber will den Kampf gegen die Arbeiterorganisation. Willenlos mal in das rechte Licht und stellte in Aussicht, daß er nach allem Ansollen sich die Arbeiter den vom Unternehmer vorgeschriebenen Be- fchein bald aufgehen werde in den nationalliberal fonservativen dingungen fügen. Die Arbeiter, die nun durch die Aussperrung dafür Klüngel. Wer es ernst meine mit der Demokratie und dem socialen bestraft werden, daß ein Teil von ihnen sein selbstverständliches Recht Fortschritt, müsse für die Wahl des Dr. Leo Arons eintreten.( Rebder Mitbestimmung nicht preisgeben will, werden den aufgezwungenen hafter anhaltender Beifall.) Kampf zu führen wissen. Wieder eine Aussperrung. " " P Inhalt eitel Lug und Trug ist, in Taufenden Gremplaren auf dem Rande verbreitet, um die Bevölkerung vor der Socialdemokratie graulich zu machen. Obwohl sie damit nur bei den rückständigsten Arbeitern Erfolg erwarten können, muß diesem Treiben doch ents schieden entgegengewirkt werden. In erster Linie ist dafür zu sorgen, daß alle wahlfähigen Bewohner des Ortes in die Wählerliſten eingetragen werden, und ist es die Aufgabe der in Berlin beschäftigten Genoffen, daß fie schon am kommenden Sonntag und am Feiertag in der nächsten Woche in ihrem Heimatsorte in diesem Sinne thätig find. Dann muß bis zur Wahl eine rege und planmäßige Agitation unter den Landarbeitern, Schiffern, Ziegelei- Arbeitern usw. entfaltet werden, um die Bevölkerung über ihre Rechte und über die Beftrebungen der Socialdemokratie in jeder Weise aufzuklären. Am Tage der Wahl selbst muß jeder Parteigenosse den ganzen Tag in seinem Heimatsorte anwesend sein, um nicht nur seine Stimme ab= zugeben, sondern um die Wahlarbeiten zu besorgen und die Kontrolle zu üben. Alle Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen sollen dem Centrals Dritter Wahlkreis. Eine stark besuchte Wahlversammlung wurde Wahlkomitee unterbreitet werden, damit von diesem die entsprechenden am Donnerstag im Märkischen Hof", Admiralstraße, abgehalten. Maßnahmen getroffen werden können. Dem mit lebhaftem Beifall In Thüringen bereitet sich ein Kampf vor, der jedenfalls einen Das Referat hielt Genosse Stadthagen. In zweistündiger aufgenommenen Vortrage folgte eine längere Diskussion, aus der zu gewaltigen Umfang annehmen wird, es droht nämlich Tausenden Rede beleuchtete er die Schäden des Militarismus und Marinismus entnehmen war, daß unter den Genossen in der Proving ein recht von Porzellanarbeitern die Anssperrung. Mit dem Ein sowie den immer noch geltenden Zidzadkurs der äußeren und inneren guter Geist und frohe Stampfesstimmung herrscht. Die bisherige setzen der Striſis beeilten fich die im Verband der keramischen Politit. Ausführlich behandelte er dann das Verhalten der Frei- Agitation, Flugblattverbreitung usw. ging flott von statten, und wie Industrie organisierten thüringischen Borzellan- Industriellen fast auf finnigen Volkspartei während der Beratungen der Zolltarifvorlage berichtet wurde. haben unsre Genossen trotz der Widerwärtigkeiten, der ganzen Linie mit Lohnreduktionen vorzugehen. Teilweise gelang und führte dabei den Nachtveis, daß die Volkspartei abfichtlich die ihnen von den Gutsbesitzern, dem Unternehmertum und der es ben gut organisierten Arbeitern, die Reduktionen sowohl als auf das 3 standekommen des Bolltarifs hingearbeitet habe, obgleich Bolizei bereitet werden, unter der Landbevölkerung überall eine gute auch vorgekommene Maßregelungen abzuwehren und das führte sie sich in der Abstimmung gegen die Vorlage erklärte. Vor einer Aufnahme gefunden. Von einigen Rednern wurde gewünscht, daß im vorigen Jahre zu dem Beschluß, die organisierten Arbeiter Partei, die um elenden Mandatsschachers willen ihre Grundfäße während der Wahlzeit die Fackel" in größerem Umfange erscheint, nach und nach zu entlassen und dafür nur noch Unorganisierte berrät, tönne ein politisch denkfähiger Mensch deshalb auch keine um das Lesebedürfnis besser befriedigen zu können und daß auch im einzustellen. Dieser Blan kam aber vorzeitig in die Deffentlichkeit Achtung mehr haben und naturgemäß auch keinen Standidaten der übrigen für die verschiedenen Orte mehr Material zur Agitation zur und nun verlegte sich die Unternehmer- Organisation ganz dreift auf selben wählen. Die Grundfaklofigkeit dieser Partei mache auch ihre Verfügung gestellt wird. Alle Redner erachteten es für selbstverständ das Ableugnen. Man stellte nun Organisierte nach Möglichkeit nicht und lasse auch mit Bestimmtheit erwarten, daß sie gemeinsam mit den vor dem 16. Juni nach seinent Heimatsorte fährt, um am Tage der innere Gegnerschaft gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter erklärlich lich, daß jeder Parteigenoffe, der in Berlin beschäftigt ist, am Abend mehr ein und wartete auf eine günstige Gelegenheit, die man jet andern reaktionärer Parteien an der Beseitigung des Wahlrechts Wahl dort thätig zu sein, unbekümmert darum, daß dadurch ein Ars gefunden zu haben glaubt. In Eisenberg( Sachsen- Meiningen) mitarbeiten wird. Auf die Mittelstandsretterei der Konservativen beitstag verloren geht. Einstimmig wurde schließlich eine Resolution wurde den Arbeitern einer Firma mitgeteilt, daß eine Lohns übergehend, bedauert Redner die lindliche Naivetät, mit der die Hand- beschlossen, in der die Versammelten versprechen, am Tage der Wahl reduktion stattfinden werde. Die Arbeiter erklärten sich damit nicht werker und sonstigen Mittelstandspersonen den konservativen und ihre ganze Kraft im Heimatsorte zur Verfügung zu stellen, um den bei ihrem Verbandsvorstand die Verhängung der Sperre. Diele ein wenig Nachdenken müßten fich diese Leute eigentlich von felbft helfen. Ferner wurde dem Central- Wahlfomitee anheimgegeben, einverstanden, sondern reichten ihre Kündigung ein und beantragten antisemitischen Demogogen zum großen Teil noch nachlaufen. Bei bon der Socialdemokratie aufgestellten Kandidaten zum Siege zu bers wurde auch verhängt und nun wurden die Arbeiter zu einzuberufen und um einen recht einer Besprechung eingeladen. Sie erstaunten nicht wenig, als sie sagen: Wer für solche exorbitanten Zölle stimmt, wie wir sie schon starten Besuch zu erzielen, durch Verbreitung von Handzetteln für bemerkten, daß hierzu die beiden bedeutendsten Borzellan- Industriellen heute haben und wie sie im neuen Zolltarif vorgesehen sind, der nüßt dieselbe zu agitieren. Thüringens sich ebenfalls eingefunden hatten. Als die Arbeiter nicht dem Mittelstande, sondern arbeitet direkt auf seinen Ruin hin, denn die Zölle kommen naturgemäß nur Großindustriellen und Birkenwerder. Eine gut besuchte Wählerversammlung, in welcher wollen, erklärte man ihnen ganz furz: Wenn die Sperre den Mittelstand einfach an die Wand drücken, trotz ihrer auf Stimmen Paradiesgarten statt. darauf bestanden, zu den herabgesetzten Löhnen nicht arbeiten zu Großagrariern zu gute, die infolge ihres Uebergewichts an Rapital auch die Frauen zahlreich erschienen waren, fand am 11. Mai im Genoffe Stadthagen sprach über die bis Freitag, den 12. Mai, nicht aufgehoben ist, dann werden jede Woche in den sämtlichen thürin- fang berechneten mittelstandsretterischen Redensarten. Für die Ar- bevorstehenden Reichstagswahlen. Im Laufe feines Vortrages erbeiter aber könne es nur nach wie vor heißen: die Grundursache alles fuchte er die Frauen, sich an den Wahlarbeiten zu beteiligen. Wenn gifchen Borzellanfabriken zehn Prozent der Glends liegt in dem Privateigentum an Produktionsmitteln, deshalb: diefelben auch fein Wahlrecht haben, so haben sie doch das Agitationsorganisierten Arbeiter entlassen und zwar fo- Nieder mit der Stapitalsherrschaft! Auf zu Stampf und Sieg!( Lebrecht. Stürmischer Beifall lohnte den Redner. Trotz Aufforderung lange, bis der legte Berbändler auf der Straße hafter Beifall.) Da sich Gegner nicht zum Worte meldeten und auch meldete sich kein Gegner zum Wort. liegt. Damit ist bewiesen, daß es sich im Vorjahre lediglich um die Genoffen feine Diskussion beliebten, so nahm die Versammlung die Ablengnung eines thatsächlich bestehenden Planes gehandelt hat. eine Resolution an, laut der sich die Anwesenden verpflichteten, mit Die thüringischen Porzellan- Industriellen sind nationalliberal bis in die Knochen, fie gehören der Partei an, welche jetzt verspricht, das Energie für die Wiederwahl des Genossen Wolfgang Heine Koalitionsrecht zu wahren. Wie sehr das ernst gemeint sein kann, das betweist dieses brutale Vorgehen. Wie die Dinge nun einmal iegen, dürfte die Aussperrung auch thatsächlich zur Ausführung gelangen. Die Aussperrung in Birmasens ist beendet. So berichten bürger: liche Blätter. Uns ist eine derartige Nachricht der Streitleitung noch nicht zugegangen. Die Wiederaufnahme der Arbeit in den Pirmasenser Schuhfabriken für Montag, 18. Mai, wurde, nach den ehten Nachrichten der Zeitschrift„ Schuh und Leder", von der am 14. Mai tagenden Versammlung der ausgesperrten Arbeiter eintimmig befchloffen. Dem Beschluß lag die Erwägung zu Grunde, aß 1. fich die Zahl der vorläufig beschäftigungslos werdenden Arpeiter um 100 reduciere, 2. durch eine längere Fortsetzung des Kampfes eine Reducierung dieser Zahl nicht erreicht werden würde, 3. der Fabrikantenverein die Arbeiterorganisationen anerkennt, die chwarzen Listen fallen läßt und Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit sowie Errichtung von Schiedsgerichten in Aussicht stellt. Die Aussperrung im Dresdener Baugewerbe scheint feine große Ausdehnung anzunehmen. Bis jetzt wurden 451 Maurer und 250 Bimmerer als ausgesperrt verzeichnet. Die Situation wird von den Arbeitern als günstig bezeichnet. Wenn es gelingt, den Zuzug fernguhalten, wird der Tarif bald durchgesetzt werden. einzutreten. versammlung war von nahezu 300 Wählern besucht. Die 1½ stündigen Königs- Wusterhausen. Die letzten Sonntag einberufene Wähler. Ausführungen des Genoffen Dr. Alberth fanden allseitige Bu stimmung. Nach einer lebhaften Diskussion forderte Eberhardt die anwesenden Männer und Frauen auf, alles einzusetzen, damit am 16. Juni Friz Zubeil im ersten Wahlgang den Sieg erringe. Markgrafpieste. Vorige Woche fand eine vorzüglich besuchte Wählerversammlung statt. Das Referat des Genoffen Dr. Alberty fand die volle Zustimmung der Versammlung. Man beschloß, mit allen Kräften für die Wahl des bisherigen Vertreters des Streifes Frizz Zubeil im ersten Wahlgange einzutreten. in Anspruch mit den Worten: Wir wollen, daß jede ehrlie Letzte Nachrichten und Depefchen. Balfour über Schutzölle. Sechster Wahlkreis. Die öffentliche Versammlung, die am Donnerstag in Fröbels Allerlei Theater" tagte, war sehr stark besucht. Der große Saal war, trotzdem man die Tische entfernt hatte, schon längere Zeit vor Beginn der Versammlung bis auf den lebten Platz gefüllt und wurde un 49 Uhr polizeilich abgesperrt. Auch die Frauen waren zahlreich erschienen. Der Kandidat des sechsten Kreises, Genosse Ledebour, der über:" Die Socialdemokratie und ihre Gegner" sprach, nahm zunächst Bezug auf ein hier neuer- Buch. Am Sonntag, den 10. Mai, sprach hier der Genosse dings verbreitetes konservatives Flugblatt und geißelte das Verfahren Stadthagen in einer öffentlichen Wählerversammlung. Seine Ausdieser Partei, mit dem Christentum zu politischen Zwecken Miß- führungen fanden bei den Versammelten, unter denen sich mehrere brauch zu treiben. Als der Kandidat von vaterländischer, christ Bandarbeiter befanden, lebhaften Beifall. Gegner hatten sich nicht licher, deutscher Gesinnung" wird der antisemitische Rechtsanwalt eingefunden. Mit der Aufforderung, der socialdemokratischen Organi Ulrich angepriesen. Man hütet sich aber wohl, in dem Flugblatt fation beizutreten, schloß der Vorsitzende die Versammlung. auf irgend welche bestimmten politischen Fragen einzugehen, und nimmt heuchlerischerweise eine socialdemokratische Forderung für sich Arbeit Schutz gegen jegliche Ausbeutung finde." Wie es ftellt ist, das wies der Redner treffend an den Thaten dieser Partei mit dem konservativen Schutz ehrlicher Arbeit gegen Ausbeutung beLondon, 15. Mai.( W. T. B.) In der Ansprache, welche Ministernach. Bekanntlich ist dem sechsten Wahlkreise jetzt auch ein freis präsident Balfour an die Abordnung richtete, die um Beibehaltung des finniger Kandidat in der Person des Stadtverordneten& iebenow Getreidezolles bat, führte er aus, der Getreidezoll sei eine Kriegserstanden. Da dieser Herr noch nicht in öffentlicher Versammlung steuer gewesen und wäre ohne den Krieg nicht vorgeschlagen worden. vor die Wählerschaft getreten ist, konnte der Redner ihn nur nach feiner Parteistellung und dem Verhalten seiner Parteifreunde be- Schutzölle tönnten in England nicht aus zufälligen Anlässen eingeführt urteilen. Wichtiges Material hierzu bot die Offenbarung freisinniger werden, sondern nur auf Verlangen des ganzen britischen Bolles. Er lönne Mannesseelen, wie sie nach dem Vorwärts"-Bericht jüngst im Be- nicht sagen, daß das gegenwärtige System notwendig ein dauerndes zirksverein im zweiten Wahlkreise erfolgte; ferner das Auftreten sein müsse; er könne sich wohl denken, daß der Fall eintrete, Eugen Richters im fünften Streis, ivo biefer es feinen Ge- daß das Land sage, es dürfe nicht länger zur Zielscheibe für treuen gegenüber für nötig erachtete, die nahezu kindisch klingende andre Länder gemacht werden, die unter andern Bedingungen Versicherung abzugeben, daß er, der Bismard entgegengetreten sei, leben. Er glaube, daß in Zukunft eine allgemeine Freihandelsfich weder vor Singer noch Stadthagen fürchte. Der Redner legte politik herrschen werde; gegenwärtig herrsche aber in allen Streits in Ungarn. In Budapest find 1100 Bäderei- Arbeiter bar, wie diese Partei in der Hoffnung, in dem Kampfe des Bürger- civilisierten Ländern das Schutzoll- System, außer in England, das em Ausstand, während 700 Gehilfen noch arbeiten. Die Streifenden tums gegen die Socialdemokratie einmal die führende Stellung zu verlangen eine 20prozentige Lohnerhöhung. In etwa 120 Bäckereien übernehmen, alle ihre demokratischen Principien preisgiebt und da davon nach vielen Richtungen hin großen Gewinn habe. twurde in den letzten Tagen nicht gebacken. Die Streitbewegung durch die Socialdemokratie nötigt, allein mit ganzer Kraft den Kampf in Breßburg nimmt in startem Maße zu; es streifen die Gießer, um den Parlamentarismus und die demokratischen Freiheiten zu Mainz, 15. Mai.( B. H.) Heute vormittag stand der Redakteur Eisendreher, Schlosser, Kesselschmiede und die Bauarbeiter. In führen, was dann die Gegner veranlaßt, von einem Verschleiern Adelung von der„ Mainzer Volkszeitung" wegen MajestätsbeleidiDebenburg, Stuhlweißenburg und Kaschau streiten des Endziels" zu reden oder, wie die Bossische Zeitung", von Zu- gung vor der Straffammer. Die Beleidigung wurde in zwei die Bäckergehilfen; in letterer Stadt auch die Maurer. sammenrollung der socialdemokratischen Fahne". Scharf betonte der Artikeln gefunden, in denen der Angeklagte die Effener Kaiserrede 200 Rohlenträger in Stockholm haben die Arbeit eingestellt, um beutung ein Ende machen will und gerade in diesem Endziel ihre beantragte drei Monate Gefängnis; die Urteilsverkündigung wurde Redner demgegenüber, daß unsre Partei thatsächlich aller Aus- und eine Ansprache des Kronprinzen besprach. Der Staatsanwalt bie ausgesperrten Hafenarbeiter im Kampfe zu unterstützen. größte Stärke findet. Der Redner schloß mit dem Hinweis, daß es vorläufig ausgesetzt. Die Stuffatenre in Planen sind in den allgemeinen Ausstand Jetreten. Sie fordern neunstündige Arbeitszeit und Löhne von 4,50 bis 5,50 M. pro Tag. Die Hamburger Fensterpuker erfuchen um Fernhaltung des Buzugs, weil die Unternehmer versuchen, die Errungenschaften der Lohnbewegung rückgängig zu machen. Husland. Wablverfammlungen. " 1 " im sechsten Wahlkreise hauptsächlich darauf ankommt, durch Aufrüttelung der Indifferenten und Trägen für ein Anschwellen der Stuttgart, 15. Mai.( W. T. B.) Die Kammer der Abgeordneten Wählerzahl unsrer Partei zu forgen, weil erst die Masse der Partei- nahm heute mit 68 gegen 11 Stimmen das Einkommensteuergeset Eine Wählerversammlung für den ersten Reichstags- Wahlkreis genossen, die hinter dem Mandat stehen, die eigentliche Macht bilden. und nach kurzer Beratung einstimmig den Gesetzentwurf über die war zum 14. Mai nach Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraße, ein Gegner verlangten troß der Aufforderung des Vorfizenden Mars Kapitalftener an. berufen worden. Der Saal erwies fich als viel zu klein, dem An- nicht das Wort. Von den Genoffen, die zur Diskussion sprachen, Wien, 15. Mai.( W. T. V.) Der Stadtrat hat die Beschwerden drange gerecht zu werden; Hunderte fanden keinen Einlaß mehr. wandten fich Barnid und Schubert besondere an die Hand- der Allgemeinen Oestreichischen und der Wiener Elektricitäts- GesellAn Stelle des angekündigten Referenten Dr. L. Arons, der durch lungsgehilfen, sie darauf hinweisend, daß auch ihre Intereffen nur schaft gegen das Magistratsdekret vom 8. Mai abgewiesen, durch ivelches den Gesellschaften jegliche Vornahme von Arbeiten im einen Todesfall in der Familie verhindert war, sprach der Genosse durch die Socialdemokratie konsequent vertreten werden. Rabenstein. Er legte die Widersprüche der fapitalistischen Produktionsweise bloß, that die bekannten Lügen ab, daß die Social Wählerversammlung im großen Saale des Voltshauses statt, die fich Destreifchen Elektricitäts- Gesellschaft um Bewilligung der Herstellung Charlottenburg. Am Donnerstag fand wieder eine öffentliche Straßenkörper der Gemeinde Wien ohne besondere ortspolizeiliche Bewilligung verboten wird. Dem Ansuchen der Allgemeinen demokratie auf socialpolitischem Gebiete gar nichts geleistet habe, und eines recht guten Besuches erfreute. Stadtverordneter Paul Hirsch Destreischen Elektricitäts- Gesellschaft um Bewilligung der Herstellung wies nach, daß die bürgerlichen Parteien stets versagt hätten, sowie referierte über das Thema:" Der Wahlkampf und die politischen zweier Hausanschlüsse wurde stattgegeben. es sich um ernstliche durchgreifende Reformen handelte. Daran Parteien". Redner betonte besonders, daß uns bei den kommenden Lenkoran( Gouvernement Batu), 15. Mai.( W. T. B.) In einem schloß er eine treffende Kritik der bürgerlichen Parteien, namentlich Reichstagswahlen große Dinge bevorständen, so daß, wolle man ver- nahen Walde geriet gestern eine Patrouille der Grenzwache in einen des Freisinns. Redner entwickelte dann das Programm der Social- hindern, daß die Reaktion stolzer als wie je ihr Haupt erhebe, alle von persischen Räubern gelegten Hinterhalt. Ein Rittmeister und zwei demokratie und schloß: Die Socialdemokratie erkläre Krieg der Ge- Hebel in Bewegung zu sehen seien, um den 16. Juni als allgemeinen untere Militärs wurden getötet. Abends plünderten die Räuber die walt, der Ausbeutung, Lüge und moralischen Korruption, die uns Siegestag der deutschen Socialdemokratie zu feiern. Wir können 7 Werft von hier liegende Ortschaft Wermoul aus. Im Laufe des überall begrüße; sie wolle Luft und Licht schaffen, heute schon bessernd uns auf keine der andern Parteien, mögen sie heißen wie sie wollen, Aprils wurden 8 Soldaten und ein Offizier von Räubern getötet. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 113. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Auf zur Flugblatt- Verbreitung! auch ausüben kann. V Sonnabend, 16. Mai 1903. hinderten ihn Krankheit und Geschäfte, in der Bewegung aktiv thätig In dem französischen Archiv für Kriminal- Anthropologie ver zu sein, doch unterstützte er die Partei noch finanziell. In öffentlicht ein Ungenannter einige Zahlen über die politischen Ver Lüdenscheid ist ein alter, braver Parteigenosse, Franz Käse brecher Rußlands in den Jahren von 1883-1890, die neuesten, berg, einem entsetzlichen Unfall zum Opfer gefallen. Er stand bei die ihm als offizielle zugänglich waren. Danach gab es in dieser Am Sonntag findet in Berlin und den Vororten die Verbreitung der Firma Brauckmann u. Rahmede als Lackierer in Arbeit. Am Beit in den vier Gouvernements Mostau, St. Petersburg, Warschau eines Flugblattes statt, in dem auf die Bedeutung der Wahl und die Dienstagnachmittag gegen 6 Uhr, als K. den Lacierofen eben geheizt und Charkow, also in den Provinzen, die sich um die beiden HauptPflicht jedes Wählers hingewiesen wird, sich durch Einsichtnahme in die hatte, erfolgte eine Explosion des Ofens, die die Thüren des Ofens städte gruppieren, sowie in Polen und der bedeutendsten Proving Pflicht jedes Wählers hingewieſen wird, ſich durch Einsichtnahme in die aus den Angeln riß, gußeiserne Fenster wie Strohhalme knickte, eine Südrußlands, 4307 politische Verbrecher, ungerechnet diejenigen, Wählerliste davon zu überzeugen, ob er das ihm zustehende Wahlrecht Menge Fensterscheiben zertrümmerte und an den Wänden erheblichen die nicht angeklagt waren, sondern als politisch verdächtig auf Schaden anrichtete. Als die übrigen Arbeiter erschreckt zusammen- administrativem Wege einfach verschickt wurden. In ihren gesamten Es ist die Pflicht aller mit der Parteizugehörigkeit es ernst liefen, fanden sie den Genossen. mit den Füßen nach oben, von Verhältnissen unterscheiden sich diese Verbrecher" durchaus von nehmenden Genossen, sich an der Flugblait- Verbreitung zu beteiligen! einer der schweren Ofentüren bedeckt, tot vor. Auf welche Ursache den gemeinen Verbrechern. Diese stehen meist in vorgerüdterem Keine Wohnung in Berlin und den Vororten darf unbelegt bleiben! die Explosion zurückzuführen ist, steht noch nicht fest. Alter und sind überwiegend verheiratet, bei den politischen Vera Die Orte, an denen sich die Genossen zur Entgegennahme des Aus der socialdemokratischen Partei in Basel. Auläßlich des brechern überwiegen die Unverheirateten und Jugendlichen, mehr Materials einzufinden haben, sind für Berlin die folgenden: jüngsten Maurerstreits in Basel war, wie auch in diesem Blatte be- als drei Viertel aller sind noch nicht 30 Jahre alt, 845, d. i. fast Erster Wahlkreis: Hahn, Stralauerstr. 48; Weihnacht, Grün- richtet worden, von der Regierung gegen die Streifenden Militär genau der fünfte Teil, hat das 21. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt. Die gemeinen Verbrecher rekrutieren sich vorwiegend vom straße 21; Glaue, Krausenstr. 18; Meusel, Dorotheenstr. 69; Frant, aufgeboten worden und hatte für dieſe außergewöhnliche Maßnahme Lande, die politischen aus den Städten, die privilegierten Stände Charlottenstr. 60; Wulf, Mauerstr. 50; Radtte, Flensburgerstr. 24. auch das socialdemokratische Mitglied der Regierung, unser Genosse( Abel, Geistlichkeit und hochangesehene Bürger) liefern genau die Zweiter Wahlkreis: Diejenigen, welchen noch nicht Wullschleger gestimmt. Darüber gab es in den dortigen bestimmte Bezirke oder Häufer zugeteilt find. Barteitreifen große Erregung und in der jüngst abgehaltenen Hälfte aller politischen Verbrecher, während sie nur 4 Proz. zu I den gewöhnlichen beitragen. treffen fich früh 18 Uhr in folgenden Lokalen: Fischer, Boechstr. 7; Barteiversammlung kam die Affaire zur Sprache. Genosse Diesen Verhältnissen entspricht auch der auffallende Unterschied ,, Basler Vorwärts" in Ewald, Schönleinstr. 6; Patschte, Gräfestr. 31; Lindemann, Morig- 23ullschleger legte nach dem in der Bildung: Unter 1000 gewöhnlichen Verbrechern können straße 9; Ohnesorge, Markgrafenstr. 102; Augustin, Lindenstr. 69; einstündiger Rede seinen Standpunkt dar und wies darauf 632 überhaupt nicht lesen und schreiben, 350 verstehen weiter nichts Lehmann, Friedrichstr. 16; P. Scholz, Boffenerstr. 1; Seidel, hin, daß seine damalige Handlungsweise sowohl mit der Amtspflicht als gerade lesen und schreiben, und 18 haben einen weiter gehenden Mittenwalderstr. 16; Thomsen, Gneisenaustr. 30; Borgfeld, Arndt- als Regierungsrat wie mit seiner privaten politischen Ueberzeugung Unterricht genossen. Von 1000 politischen Verbrechern dagegen straße 35; Preuß, Bellealliancestr. 74; K. Werrer, Hagelsbergerstr. 2; vereinbar gewesen sei. Mit 62 gegen 55 Stimmen wurde sodann können nur 69 nicht lesen und schreiben, 134 haben nur dieses ge= Rechtback, Hagelsbergerstr. 23; Kumke, Bülowstr. 59. Uebergang zur Tagesordnung beschlossen, während ein Antrag auf lernt, und 797 haben einen weiter gehenden Unterricht empfangen, Dritter Wahlkreis. Um 8 Uhr bei Schnieber, Admiralstr. 21; Erteilung eines Tadels mur 25 Stimmen erhielt. Der Basler Krüger, Naunynstr. 54; Schäfer, Alte Jatobfix. 187; Zacharotosty, Bort." erschöpft seinen Bericht über die betreffenden Verhandlungen fast die Hälfte dovon, 315, ist sogar auf Universitäten, meist in Brandenburgstr. 49; Stramm, Ritterstr. 123; Wendt, Alexandrinen in diesen wenigen Zeilen. Die Wichtigkeit der Sache, die weit über Moskau und St. Petersburg, sowie auf der landwirtschaftlichen ſtraße 39; Schneider, Sebastianstr. 7( Keller); Lenz, Alte Jakob- Basel hinaus Bedeutung hat, hätte die Mitteilung der wichtigsten Hochschule in Moskau, vorgebildet worden. Man sieht, mit dem gemeinen Verbrechen ist es in Rußland, straße 69; Tauschke, Brückenstr. 2; Peutert, Melchiorstr. 30; Ladetig, Partien aus der Rede des Genossen Wullschleger als notwendig wie überall, es entspringt dem dumpfen Stumpfsinn, der mit der Unwissenheit verbunden ist, es offenbart sich in ihm die Macht der Finsternis, und es muß in dem Grade verschwinden, wie Kultur, Gefittung und Bildung fortschreiten. Aber in dem unglücklichen Rußland, das unter der Knute der Zarenſchergen seufzt, entflammt die höhere Bildung die Gemüter zur Empörung gegen die unwürdigen Zustände des Landes. Kommandantenstr. 65. Fünfter Wahlkreis. Um 19 Uhr pünktlich bei Dimte, Winsstraße 56; Ludwig, Landwehrstr. 11; Snößics, Hirtenstr. 10; Batt, Dragonerftr. 15; Renfer, Auguſtſtr. 51; Witichow, Kel. Hamburgerstraße 27, Ecke Elsasserstraße; Schliz, Luisenstr. 26. Sechster Wahlkreis. Die Mitglieder werben ersucht, sich pünktlich 8 Uhr in den von ihren Bezirksführern bezeichneten Lokalen einzufinden. Alle andern Genossen und Genoffinnen bitten wir, fich zu derselben Zeit nach folgenden Lokalen zu begeben: Hoppe, Acerstraße 21; Pfarr, Butligstr. 10; Kaiser, Pflugstr. 6; Krause, für die Vororite: Müllerstr. 7a. Charlottenburg. Früh 7 Uhr bei Baade, Neringstraße: Pasche, Potsdamerstr. 44; Mäller, Rosinenstr. 3; Gimpel, Osnabrüder straße 4; Dörre, Wallstr. 90; Batsch, Sees enheimerstr. 11; Fischer, Pestalozzistr. 84; Röttger, Leibnizstr. 3; Stolzenburg, Luther Straße 10. Wilmersdorf. Morgens 7 Uhr in folgenden Lokalen: 3., 4. und 5. Bezirk: Witte. 1. und 2. Bezirk: Aug. Natebusch, Uhlandſtraße 71. 6. Bezirk: W. Rudloff, Brauchsalstr. 14. 7. Bezirk: B. Hilpert, Kurfürstendamm 126. Schöneberg. Früh 8 Uhr bei Ständer, Hohenstaufenstraße. 79; Schilling, Kyffhäuserstr. 16; Krüger, Gaunewaldstr. 110; Obst, Meiningerstr. 8; Döring, Merseburgerstr. 7; Horlemann, Kaiser Friedrichstr. 8; Reimer, Hohenfriedbergstr. 26; Hoffmann, Cherusterstraße 16; Donath, Frizz Reuterstr. 3; Moll, Sponholzstr. 34. Lichtenberg. Die Genoffen werden ersucht, sich um 8 Uhr früh in den Bezirkslokalen einzufinden. erscheinen lassen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Eine merkwürdige Majestätsbeleidigungsklage ist gegen den verantwortlichen Redakteur der Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" in Kiel, den Genossen Rindfleisch, erhoben. Es handelt sich um einen Artikel„ Ein entkleideter König“, zu dem die GeschäftsDer Staatsanwalt hat in dem Artikel eine Beleidigung aller gebarungen des Königs Leopold von Belgien Anlaß gegeben haben. Könige gefunden und folgert, da zu allen Königen auch der König von Preußen gehört, daß auch dieser beleidigt sei. Hus der frauenbewegung. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend hielt am Mittwoch, den 13. ds. Mts., seine regelmäßige Vereins- Eine sonderbare Auflage wegen Polizeibeleidigung schwebt bersammlung in Obsts Festsälen ab. Herr Dr. Röder hielt einen zur Zeit in alle gegen die Genossen Krüger und Emmer. sehr lehrreichen Vortrag über:„ Die Wirbelsäulen- Krümmungen der Diese hatten in ihrer Eigenschaft als Stadtverordnete es für nötig seinder und ihre Verhütung". Reicher Beifall lohnte den Redner. gehalten, in der Stadtverordneten- Versammlung mitzuteilen, daß Es folgte eine rege Diskussion. Darauf machte die Vorsitzende bePolizei- Sergeanten Beschwerden über über widersprechende Dienst- fannt, daß am 2. Pfingstfeiertag ein Ausflug nach Eichlamp beinstruktionen ihrer Vorgesetzten bei ihnen angebracht hätten. In der schlossen ist und daß sich diejenigen, die daran teilnehmen wollen, Sache sind 216 Polizeibeamte vernommen, die alle unter ihrem um 1-1 Uhr mittags an der Apostel Baulus- Kirche in Schöneberg Gide in Albrede stellten, mit socialdemokratischen Stadtverordneten in versammeln mögen. Ferner wurde bekannt gegeben, daß wegen Berkehr getreten zu sein. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt deshalb unsre Genossen, durch ihre Behauptung die Polizeibeamten be- Renovierung des Lokals das Stiftungsfest vom Juli auf Sonnabend, den 8. August, verlegt werden mußte. leidigt zu haben und hat beantragt, das Hauptverfahren gegen diefelben zu eröffnen. Sociales. Berliner Partei- Angelegenheiten. Wilmersdorf. Die hiesige Wählerliste liegt vom Montag, den 18. Mai bis inklusive 25. Mai, von 8-3 Uhr im Rathause, Bimmer 20, sowie in allen Polizeirevieren der einzelnen Ortsteile zur Einsicht aus. Steglik. Die Wählerlisten liegen vom 18. bis 25. d. M. im NatDie Juvaliden Versicherungspflicht von Lehrerinnen, die an städtischen Schulen aushilfsweise beschäftigt waren, hat nach bei Tempel und Hennig; 2. Bezirk bei Burgenger; 3. Bezirk bei Specialfall verneint. Der von andrer Seite geteilten Auffassung, hause, Bimmer Nr. 15, wochentäglich von 9 Uhr vormittags bis Rummelsburg- Borhagen. Am 7 1hr pünktlich im 1. Bezirk der Berliner Korrespondenz" das Reichs- Versicherungsamt in einem Jage; 4. Bezirk bei Schröder; 5. Bezirk bei Adamm. daß die in Rede stehenden Lehrerinnen lediglich zur Ausbildung für Steglit. Bormittags 7 Uhr findet die Flugblatt- den Beruf als städtische Lehrerinnen beschäftigt würden und deshalb 2 Uhr nachmittags aus. Am Himmelfahrtstage, sowie am Sonntag, berteilung statt. Da an demselben Tage eine Agitationstour von der Versicherungspflicht befreit feien, konnte das Amt allerdings den 24. d. M., in der Zeit von 11%, bis 12%, Uhr vormittags. aufs Land stattfindet, ist es unbedingt notwendig, daß ein jeder nicht beitreten. Indessen ist die Befreiung von der Versicherungs- Zehlendorf. Die Genossen werden auf die am Mittwoch, den Genosse seine Pflicht und Schuldigkeit that. Treffpunkt in folgenden pflicht aus einem andren Gesichtspunkte begründet. Nach einer 20. Mai, im Kaiserhof stattfindende Wählerversammlung Lotalen: 1. Bezirk: Schellhafe, Ahornstr. 15a. 2. Bezirk: Wolf, Auskunft des Magistrats werden seit vielen Jahren grundsätzlich aufmerksam gemacht. Dieselbe wird seitens der Konservativen und Schildhornstr. 96. 3. Bezirk: Leek, Flora- und Düntherstraße- Ede. fast ausnahmslos nur solche Lehrerinnen angestellt, welche des Nationalen Reichswahlvereins einberufen. Referent: Herr 4. Bezirk: Krüger, Heesestr. 1. 5. Bezirk: Kramer, Martsteinstr. 1. bereits mehrere Jahre aushilfsweise beschäftigt waren. Die Hammer. Gegner sind geladen, auch ist in der Bekanntmachung 6. Bezirk: Kratofil, Potsdamerstr. 7. einmal beschäftigt gewesenen Lehrerinnen haben die Aussicht, der Wunsch ausgedrückt, daß auch der bisherige Bertreter Genosse Weißensee. Die Genossen werden auf die am Sonntag statt- immer wieder zu Vertretungen herangezogen zu werden, ohne Zubeil erscheinen möge. Da es eine interessante Versammlung sein findende Flugblatt- Verbreitung aufmerksam gemacht. Die freilich aus einer derartigen, wenn auch vielleicht langjährigen Be- wird, erwartet rege Beteiligung Der Vorstand. Genossen, welche sich an der Verbreitung auf dem Lande beteiligen fchäftigung einen rechtlichen Anspruch auf spätere feste Anstellung zu Parteigenossen von Tempelhof, sehet die Wählerlisten nach! wollen, treffen sich morgens 7 Uhr bei Schmuz, König- Chauffee 38. erwerben. Thatsächlich sind jedoch mit wenigen Ausnahmen, die eine Dieselben liegen vom Montag, den 18. Mai, acht Tage im GemeindeHauptsächlich machen wir auf die Verkreitung im Drte aufmerksam, gewisse Zeit hindurch aushilfsweise beschäftigt gewesenen Lehrerinnen bureau, Dorfstr. 17, Bimmer 7, in den wochentäglichen Dienſtſtunden diese findet um 8 Uhr von folgenden Stellen aus ftatt: I. Abteilung fämtlich zur endgültigen Anstellung im städtischen Schuldienste gelangt. zu jedermanns Einsicht aus. Am Himmelfahrtstage und an dem Helmte, Heinersdorfer Weg 38; II. Abteilung: Stolle, Lehderstr. 28; Wo dies nicht geschehen, ist der Grund dafür in inzwischen ein- darauffolgenden Sonntag liegen die Listen von 8-9 vormittags und III. Abteilung: Schnung, König- Chauffee 38; IV. Abteilung: Gart, getretenen Hindernissen( Tod, Verheiratung. Wahl eines andern Lebens- mittags von 11-1 Uhr aus. Für den Ortsteil Hafenheide liegt die Liste König- Chaussee 55; V. Abteilung: Sorrer, Straßburgftr. 56. berufes, unter Umständen auch vorgerücktes Lebensalter der Be- im Gemeinde- Zweigbureau, Hasenheide 98 aus. werberinnen) zu suchen. Hiernach haben die genannten Lehrerinnen zwar feine Aussicht auf eine bestimmte Stelle, wohl aber haben sie im gewöhnlichen Gange der Dinge die sichere Aussicht, daß sie nach Ablauf eines hinsichtlich seines Umfanges von den jeweiligen Verhältnissen abhängigen Zeitraumes feft angestellt und damit pensionsberechtigt werden. Ihre Beschäftigung als Hilfskraft wird ihnen auch bei Bemessung des Ruhegehalts und der Alterszulagen anberechnet. Die Zeit vom Beginn ihrer Verwendung im Schuldienſte bis zur festen Anstellung ist daher als der allgemein übliche Uebers gang zu einer mit Pensionsberechtigung ausgestatteten Anstellung anzusehen, und es kann deshalb während dieser Uebergangszeit eine Anwartschaft auf Pension im Sinne des§ 5 Abs. 1 des Invalidenversicherungs- Gesezes als gewährleistet gelten. Treptow- Baumschulenweg. Treffpantt für Treptow 71% Uhr im Restaurant Bock, Kiefholzstr. 6 rmd Neue Strug- Allee 62; für Baumschulenweg 8 Uhr im Restaurant Staffeld, BaumschulenStraße 84. Zehlendorf. Treffpunkt früh 7 Uhr bei Giese. Schmargendorf. Da der zu be legende Bezirk sehr groß ist, fordern wir die Genossen dringend auf, fich besonders zahlreich und pünktlich um 7 Uhr früh im Wirtshaus Schmargendorf einzufinden. Ober Schöneweide. Treffpunkt früh 7 Uhr bei Kaufholt, Wilhelminenhofftr. 18. Königs- Wusterhausen. Treffpunkt früh 18 Uhr am Bahnhof. Partei- Nachrichten. Genoffe Bebel bittet uns, über einen Mißbrauch seines Namens die nachstehende Erklärung aufzunehmen: = Das Eingreifen des Erfurter Regierungspräsidenten in den Streit zwischen den Orts Krantenlaffen und Aerzten in Mühlhausen i Thür. ist auf Anweisung des Handelsministers Möller erfolgt, der unterm 6. Mai folgende Verfügung an den Regierungspräsidenten gerichtet hat: Folgende Genossen sind bereit, die Listen für die einzusehen, denen es an Zeit mangelt: May Schmidt, Klempnermeister, Berlinerstraße 46, Gustav Keßler, Ringbahnstr. 58. Treptow- Baumschulenweg. Am Montag, den 18. Mai, abends 8 Uhr, findet im Restaurant Ludwig, Röpnider Landstraße 25, eine öffentliche Wähler- Bersammlung statt. Der Kandidat des Kreises, Genosse Zubeil, referiert über die bevorstehende Reichstagswahl. Lichtenberg. Die Wählerlisten liegen vom 18. bis 25. Mai an ben Wochentagen von 8 Uhr früh bis 8 1hr nachmittags und am Himmelfahrtstage fowie Sonntag, den 24. Mai, von 9 bis 2 Uhr im Rathaus, Dorfstraße 1, großer Sizungssaal, au jedermanns Einsicht aus. Einsprüche gegen die Listen sind dort zu Protokoll zu geben. Abschriften der Wählerlisten liegen für Lichtenberg zur Einsicht während des ganzen Tages aus, bezw. haben die Nachbenannten übernommen, einzusehen: Wie ich aus Anzeigen in der Parteipresse ersche, empfiehlt die Lichtenberg. Finger, Dorfstr. 111; Krause, Wilhelmsberg; Firma F. W. Sam u. Co., Foche bei Solingen, fog. Bebel- Uhrketten " Dem Zustande, daß 7000 Mitglieder der fünf Drts- Kranken- Reimann, Röderstr. 6; Schulz, Prinzen- Allee 6; Schmidt, Frankund verspricht, den Reinertrag, welcher durch Verkauf dieser Ketten tassen in Mühlhausen i. Th., die zur Zeit mit den bisherigen Kassen- furter Chaussee 84; Lange, Wartenbergstr. 67; Bastian, Hagen- und ärzten in Streit liegen, in Krankheitsfällen nur auf einen approbierten Gudrunstraßen- Ece; Zimmermann, Rummelsburgerstr. 48; Hentschke, bis zum 1. Auguft cr. erzielt werde, mir zur freien Verfügung für Arzt angewiesen find, muß unverzüglich ein Ende zu machen versucht Pfarrstr. 42; 3ipter, Frankfurter Allee 181; Schilling, Mainzerstr. 5; wohlthätige Zwede im Interesse der Arbeiterschaft stellen zu wollen. werben, da die erkrankten Versicherten nach§ 20 in Verbindung mit Butterbüse, Friedrich Karlstr. 11; Struſemart, Blumenthalstr. 45; Ich erkläre, daß ich diesem Unternehmen boll-$ 6 des Strantenversicherungs- Gesezes einen unbedingten Anspruch Gorgas, Scharrnweberstr. 3; Günzel, Gürtelſtr. 28. ständig fremd gegenüberstehe und meine Zustimmung auf ausreichende ärztliche Fürsorge haben. Bei der Weigerung aller Hohen- Schönhausen. August Günther, Berlinerstraße. berweigert haben würde, falls die Firma, wie sie verpflichtet bisher beteiligten Merzte, unter den augenblidlichen Berhältnissen In dem Berliner Ortsteil, der zum Reichstags- Wahlwar, bei mir angefragt hätte. den Mitgliedern dieser Kaffen, abgesehen von Fällen dringender freise Nieder- Barnim gehört, liegen die Listen in folgenden Lokalen Elberfeld, den 14. Mai 1903. A. Bebel. Gefahr, ärztliche Hilfe zu gewähren, wird sich das erwähnte Ziel aus: Stadtbezirk 180a: Pörschel, Petersburgerstr. 81; Stadtbezirk weder auf Grund des§ 45 Abs. 1, noch auf dem in§ 56a be- 180b, 180c, 181b: Plöger, Rigaerstr. 127; Stadtbezirt 181a: Weitere badische Gemeinden ehlfiege. Bei der Bürgerausschuß zeichneten Weg erreichen laffen; denn die Anwendung beider Be Porscheng, Frankfurter Allee 50; Stadtbezirk 1810: Kiese, Samariterwahl auf der Rheinau stimmen von 193 Wahlberechtigten 157, ftimmungen segt voraus, daß der Kaffe oder der höheren Verwaltungs- straße 34. das ist 81 Proz., ab. Auf die socialdemokratische Liste entfielen da- behörde Aerzte zur Verfügung stehen, die zur Gewährung der Folgende Berliner Stadtteile, die bis 1878 zu Lichtenberg ge von 101, auf die der vereinigten Bürgerlichen 44-52 Stimmen, ärztlichen Hilfe bereit sind. Dagegen liegen die Voraussetzungen hörten, wählen bei der Reichstagswahl nicht zum Wahlkreise 4 Stimmen waren zersplittert. In Heddesheim fiegte in der des§ 45 Absatz 5 vor, da die Vorstände thatsächlich ihrer Berlin IV, sondern zum Wahlkreise Nieder- Barnim: III. Wählerklasse die socialdemokratische Lifte mit 94 gegen 93 Stimmen. Verpflichtung, den Mitgliedern der Kaffe ärztliche Hilfe bereit zu Thaerstr. 9-28, Baltenplay, östlicher Teil, Hübenerstr. 1-15, WeidenIn Villingen stellten die Nationalliberalen, Demokraten und stellen, nicht nachkommen. Ich ersuche Sie daher, die Aufsichtsweg 35-62, Petersburgerstr. 1, 5-10, 82-85, Nigaerstraße, Socialisten eine gemeinsame Liste fir die Klasse der Niederstbestenerten auf, behörde sofort anzuweisen, bei den fünf in Rede stehenden Orts Eldenaerstraße, Frankfurter Allee 1-68, Liebigstraße, Mirbachstraße, um den seit langen Jahren maßgebend geweſenen Einfluß des Krankenkaffen die Befugnisse und Obliegenheiten des Kassenvorstandes Broskauerstr. 1-90, Dolzigerstraße, Samariterplatz, Schreinerstraße, Centrums in der Stadtverwaltung zu brechen. Die Wählerschaft selbst oder durch einen von ihr zu bestellenden Vertreter wahrzu Straßen 66A, 66B, 67 A, 67B, Samariterſtraße, Fordenbed- Play, entschied gegen das lettere, und auch in der Klasse der Mittel- nehmen. Die Aufsichtsbehörde oder ihre Kommisfare haben alles Gabelsbergerstraße, Bellestraße, Landsberger Allee von Hausburgbesteuerten unterlagen die Klertalen. Da ein Sieg des Centrums aufzubieten, um für die Mitglieder eine ausreichende ärztliche Fürstraße bis Ringbahn. in der noch ausstehenden Wahl zur ersten Wählerklasse ausgefchloffen forge zu beschaffen und dieserhalb mit den bisherigen Aerzten sofort Für die Wähler, die nicht verzeichnet sind und ihren Einspruch ist, so wird der Billinger Bürgerausschuß fünftig 37 Nationalliberale, in Verhandlung einzutreten." nicht persönlich anbringen können, wird der Vertrauensmann, Genoffe 16 Angehörige des Centrums, 4 Socialdemokraten und Seifel, Kronprinzenstr. 50, das Notwendige übernehmen. 11 Demofraten umfaffen. Sehe also jeder die Wählerliste ein. Das Wahlkomitee. Friedrichshagen. Für diejenigen Arbeiter und Parteigenoffen, die verhindert sind, die Reichstags- Wählerlisten einzusehen, sind die Genossen Bellmann, Friedrichstr. 98, Hof links, und Gust a v Pastor, Friedrichstr. 103, zwei Treppen, bereit, die Einsicht zu übernehmen. Das Wahlfomitee. Totenlifte der Partei. Jn Achim wurde einer von der alten Garbe zu Grabe getragen, der Cigarrenhändler Gottlieb Schwarze. Der Berstorbene, welcher 56 Jahre alt geworden ist, gehörte seit 30 Jahren der Socialdemokratie an, der er besonders in der schweren Zeit des Socialistengeseges seine Dienste widmete. In den letzten Jahren Bon der russischen Kriminalstatistikt dringt nicht allzuviel in die D. Ceffentlichkeit, speciell über die politischen Verbrecher bewahrt das Justizministerium geheimnisvolles Stillschweigen, die betreffenden Zahlen werden nicht fortlaufend publiziert, und der Presse ist jede Erörterung dieser heillen Dinge untersagt. Man muß daher schon zufrieden sein, wenn ab und zu einige einigermaßen authentische zahlen bekannt werden. Weißensee. Montag, den 13. Mai, abends 8 Uhr, im Vereinshaus, Charlottenburger st rahe ISO, öffent- liehe Wählerversammlung. Genosse Georg Ledebour spricht über das Thema:„Um was kämpfen wir?" Hierzu laden wir sämtliche Wähler, auch diejenigen, die ani Donnerstag hinter geschlossenen Thüren getagt haben, ein. Die Frauen werden ganz besonders auf diese Versammlung aufmerksam gemacht. Rummelsburg-Boxhagen. Die Wählerlisten liegen vom l8. bis einschließlich den 25. d. M. im Einwohner-Meldeamt, Türrschmidt- straße 26, pari, links, an Wochentagen von 8—3 Uhr, am Hinunel- fahrtstag und am Sonntag, den 24., von 9—1 Uhr, ferner bei Tempel, Alt-Boxhagen S6, und bei John, Prinz Albertstr. 5 a, aus. Der Vertrauensmann. Adlershof. Die Wahlvereins-Versammlung findet des Himmelfahrtstages wegen am Montag, den 18. d. Mts., abends 8l/z Uhr, bei F e ch n e r. Oppenstr. 66, statt. Genosse Maß hält einen Vortrag über:„Die politischen Parteien und diebevorstehende Reichstagswahl".— Die Genossen werden nochmals darauf hin- gewiesen, daß die Wählerlisten vom 18. bis 25. Mai im Gemeindebureau in den Geschäftsstunden zur Einsicht aufliegen. Versäume niemand nachzusehen, ob sein Name darin enthalten ist. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Bekanntmachung des Gemeindevorstands, die Listen liegen bis zum 27. Mai aus, auf einen Irrtum beruht und nach dem 25. Mai die öffent- liche Einsichtnahme nicht mehr gestattet wird. Für diejenigen Genossen, denen es an Zeit fehlt, selber nachzusehen, haben sich die Genossen H. Hildebrandt, Selchowstr. 14 und Verkaufs- stelle des Konsums, Hackenbergstraße, B. Löwenthal, Hackenbergstr. 3, L. Stemmwedel, Friedenstr. 1, und G. Tempel, Kronprinzenstr. 47, bereit erklärt, die Listen einzusehen. Legitimation ist mitzubringen. Königs-Wusterhausen. Der Wahlverein lält diesen Sonntag, nachinittags 4 Uhr, im Restaurant Hermann B ellereu. Neue Mühle, seine Mitglieder-Versammlung ab. Die Mit- glieder werden ersucht, recht pünftlich und zahlreich zu erscheinen. durch unzutreffende Beurteilung und fortgesetzte falsche BehandlunZ für immer verpfuscht zu werden! Wenn in dem jetzt vorliegenden Fall einmal eine Ausnahme gemacht und die Umschulung gewahrt worden ist, so hat man offenbar nur eine Angelegenheit, die man selber als skandalös empfand, auf gute Manier ans der Welt schaffen wollen. Ter Bater will die Sache keineswegs als schon erledigt gelten lassen._ Ncbcrfahrcn wurde an der Kreuzung Friedrichstraße und Unter den Linden heute mittag gegen Vjl Uhr ein junger Mann durch einen königlichen Wagen, der mit großer Geschwindigkeit über die Kreuzung fuhr. Das Publikum konnte nur mit Mühe von mehreren Schutzleuten verhindert werden, dem Kutscher zu Leibe zu gehen. Zum'Glück waren die Verletzungen des Ueberfahrenen anscheinend keine allzu schweren, immerhin wurde der Verunglückte per Droschke nach der nächsten Unfallstation gebracht. L-oKales. Wenn Lehrer irren. Wenn Lehrer irren, haben nicht nur die Schüler zu schweigen, sondern auch die Eltern. Das ist eine alte Schulmeisterregel, ohne die mancher sich für die Schule eine Wahrung ihrer Autorität nicht zu denken vermag. Es giebt Lehrer, die es anders wünschen, und gerade sie pflegen auf Schulkinder und Eltern den stärksten Einfluß auszuüben. Wie die Schulbehörden über die Stellung der Familie zur irrenden Schule denken, ist nicht ganz klar. Meist wird an- genommen, daß auch sie es mit der alten, schlechten Schulmeister- rege! halten. Der folgende Fall möge zeigen, wie weit diese An- nähme zutrifft. Bei einem Ehepaar, das zwei Töchter die 197. Gemeindeschule (Danzigerstratze) besuchen ließ, hatte sich im Laufe der Zeit die Ileberzeugung befestigt, daß ihre Kinder falsch behandelt würden. Das ältere Mädchen mutzte, ohne die Schule zu wechseln, in den vier untersten Klassen sieben Jahre zubringen. Da inzwischen die Klassenstufen von sechs auf sieben und später von sieben auf acht vermehrt wurden, wodurch eine zweimalige Umnummerierung der Klassen nötig wurde, so kamen die Eltern zu der allerdings irrigen Ansicht, daß das Kind zu einer Klasse sogar vier Jahre gebraucht habe. In seinem Unmut versah der Vater wiederholt die Ccnsuren mit Bemerkungen, die zweifellos ungehörig waren und das Ver- hältnis zwischen Schule und Haus nicht besserten. Im Oktober 1962 wandte er sich wegen der Michacliscensur mit einer Beschwerde an die Schuldeputation. Er beantragte Nachprüfung des.Kindes und erwartete nachträgliche Versetzung. Noch ehe diese Sache völlig er- ledigt war, kam ihm Ende November das zweite Mädchen mit der Nachricht nach Hause, es sei wegen eines Loches im Kleide vom Lehrer mit dem Stock geschlagen worden. Jetzt beschloß der Vater, Umschulung seiner Kinder zu fordern. Vorläufig verbot er noch an demselben Tage beiden Mädchen, die 197. Schule weiter zu be- suchen. Dieser Schritt war selbstverständlich unzulässig und ver- kehrt. Es entsprach nur den geltenden Bestimmungen, wenn der Mann, der übrigens sofort die Schuldcputation von seinem Schritt in Kenntnis gesetzt und Umschulung gefordert und zugleich sich beim Provinzial-Schulkollegium beschwert hatte, mit Strafmandaten wegen Schulversäumnis seiner Kinder bedacht und schließlich auch verurteilt wurde. Doch hiermit sind Irrtum und Unrecht der Eltern erschöpft. Die weitere Entwicklung der Sache zeigt, daß von andrer Seite mindestens ebenso viel des Irrtums und Unrechts begangen worden ist. Der Vater hatte, wie erwähnt, im Oktober Nachprüfung be- antragt. Schulinspektor Stubbe lud ihn vor und riet zunächst, die Lehrerin des älteren Mädchens wegen der Censurvermcrke um Eni schuldigung zu bitten, was dann auch geschah. Seinerseits erklärte sich Herr Stnbbe bereit, das Mädchen nachzuprüfen. Auch das ge- schah, und Herr Stubbe bekannte, das Mädchen habe befriedigende Kenntnisse und gehöre nicht in die(nach neuester Nummerierung) fünfte Klasse, in der es wieder sitzen geblieben war. Die be- friedigenden Kenntnisse wurden auch in einem Schreiben der Schul- dcputation vom 13. November bestätigt. Trotzdem wurde das Kino nicht nachträglich der ihm zukommenden Klasse überwiesen. Dem Vater wurde, wie er versichert, von Herrn Stubbe bemerkt, wenn er das thäte, dann könnten noch dreißig andre kommen und das- selbe verlangen, da werde der Vater wohl begreifen, daß das nicht gehe. Herr St. stellte in Aussicht, daß dafür dem Mädchen Gc- legenheit gegeben werden solle, die beiden folgenden Klassen in je einem Halbjahr durchzumachen. Auch das erwähnte Schul- deputations-Schreiben verweist auf diesen Ausweg, mit dem aber der Vater begreiflicherweise nicht einverstanden war. Es kam dann der Vorfall mit dem zweiten Kinde und die eigen- mächtige Fernhaltung der Kinder von der Schule sowie der Um- schulungsantrag. Die nächste Folge waren Strafverfügungen, Widerspruch und Verurteilung. Inzwischen waren aber der Rektor der 197. Schule, Herr Trettin, sowie der Lehrer mit der losen Hand von der Schuldcputation gerüffelt worden, und vor allem waren beide Kinder von Januar ab einer andren Schule, der 228., über- wiesen worden. Das ältere Kind wurde freilich auch hier wieder in Klasse 6 gesteckt, und dem Vater wurde durch Schreiben der Schuldeputation vom 7. Februar erneut versichert, daß das Kind zweimal nach je einem Halbjahr versetzt werden könne. Ostern ist es nun zunächst nach Klasse 4 gekommen und hat folgende Ccnsur erhalten, der wir zur Vergleichung die Michaeliscensur in Klammern beifügen: Nummer: zwei(vier). Betragen: gut(gut): Aufmerksamkeit: stets rege(nicht immer genügend); häuslicher Fleiß: gut(nicht immer genügend); Religion: genügend(genügend!; Deutsch: gut (genügend, Diktat mangelhaft); Rechnen: sehr gut(mangelhaft); Geschichte: gut(mangelhaft): Geographie: gut(mangelhaft); Naturkunde: genügend(genügend): Schreiben: jetzt genügend(gc- nügend); Zeichnen: genügend(genügend); Singen: gut(gut!; Turnen: gut(gut); Handarbeit: genügend(genügend). Sie ver- säumte 0(22) Stunden, kam 3(1) mal zu spät, erhielt 0(0) Lobe, 1(0) Tadel, 2(3) mal Nachbleiben. Wir wollen nicht an dem guten Glauben derjenigen zweifeln. die die Michaeliscensur ausgestellt haben. Aber wenn Lehrer so irren, wie es hier geschehen zu sein scheint, dann begreift man es. daß den Eltern die Galle überläuft. Man sieht, wie bedenklich der Grundsatz ist. daß die Eltern keine Umschulung zu verlangen haben. wenn sie zu der Ileberzeugung kommen, daß ihr Kind durch den Lehrer nicht gefördert, sondern gehemmt wird. Dieser Grundsatz wurde vor ein paar Jahren vom damaligen Stadtschulrat verteidigt, als der socialdemokratische Stadtverordnete Stadthagen die eigenartige Erziehungsmethode eines Lehrers geißelte. Die Eltern müfien es dulden, daß man ihr Kind lediglich wegen Platzmangels umschult und von einem tüchtigen Lehrer trennt; sie sollen andrerseits auch nichts dagegen thun dürfen, daß man ihr Kind in den Unterricht eines ungeeigneten Lehrers hincinzwingt, bei dem es in Gefahr ist, Einen schaurigen Fang machte gestern der langjährige Vorsitzende des Anglerklubs„Unterspree", ein alter Seefahrer Gottlieb Wagen sejl, am Nonnendainm bei der Feilcnhanerei. An der Grundangel hatte er die Leiche eines Mannes. Er ließ sie wieder fallen, eine Stunde später aber wurde sie geborgen, als ein Schiffer sie mit dem Anker aufwand. Nach Papieren, die man in den Taschen fand, ist der Ertrunkene ein 41 Jahre alter Schlächter Georg Koch, der am 6. d. M. aus dem Strafgefängnis zu Tegel entlassen wurde. Koch hatte dort schon wiederholt Strafen verbüßt, zuletzt eine Zusatzswafe von 28 Tagen. Auf einem Zettel gab er an, daß Lebensüberdruß und Arbeitslosigkeit wegen kranker Hände ihn in den Tod getrieben hätten.„Schwamm drüber" waren die letzten Worte seiner Er- klärung. Die Leiche wurde nach dem Charlottenburger Schauhause gebracht. Mit Biorphium vergiftet hat sich eine Frau Dr. phil. Klara Kroeck, geb. Pcesecka, die aus Kosten stammt und vor 5 oder 6 Jahren als Witwe ans der Provinz nach Berlin kam. Hier ging es der 6t>jäHrigen Frau sehr schlecht. In der letzten Zeit mutzte sie alle Augenblicke die Wohnung wechseln, da sie keine Miete bezahlen konnte. Nachdem sie ein paar Monate in der Sttelitzerstr. 62 ge wohnt hatte, nahm ein Bewohner des Hauses Veteranenstr. 8 sie aus Barmherzigkeit am t. d. M. auf 14 Tage bei sich auf. Dann mietete sie sich in der Elisabethttrchstr. 17 im ersten Stock im Hofe ein kleines leeres Zimmerchen bei dem Bierverleger Herder. Dieser ließ sie gestern vormittag einziehen, während seine Frau nicht zu Hause war und er selbst in seinem Keller zu thun hatte. Als er kurz vor 11 Uhr in seine. Wohnung hinaufkam, nachdem er eben noch die Mietfrau unten gesehen hatte, lag sie bewußtlos auf dem Fußboden. Ein Arzt, den er rief, stellte fest, daß der Tod bereits eingetreten lvar, und zwar infolge von Vergiftung. Als Leiche wiedergefunden wurde der 19 Jahre alte Metall- drücker Adolf Miritzsch, der bei seinen Eltern in der Forsterstraße wohnte und seit acht Tagen vermißt wurde. Der junge Mann ginc am Donnerstag vor acht Tagen abends um 8V2 Uhr mit zwe- Freunden spazieren und trank unterwegs mehr als er vertragen konnte. Um 11 Uhr trennte er sich von seine» Begleitern. Eine Stunde später sah ihn noch ein Bekannter die Liegnitzerstraße hin unter nach dem Kottbuser Ufer zu gehen. Dort landete man ihn gestern vor dem Hause Nr. 31 als Leiche aus dem Landwehrkanal. Miritzsch ist wahrscheinlich in der Trunkenheit ins Wasser gefallen und nicht mehr im stände gewesen, um Hilfe zu rufen. Die Handlungsgehilfen treten nunmehr auch in die Reichstags Wahlbewegung ein.„Wie wählen wir" lautet das Thema einer öffentlichen Versammlung, die am Montag, den 18. Mai, abends 8'/z Uhr bei Buggcnhagen, Moritzplatz, stattfindet und in welcher Genosse Georg Bernhard und RechtSanlvalt Wolfgang Heine sprechen werden. Ein großer Dachstuhlbrand kam gestern abend 9 Uhr in der Jerusalemerstr. 7 aus nicht ernnttelter Ursache zum Ausbruch und beschäftigte die Wehr fast zwei Stllnden. Als der erste Löschzug aus der Lindenstraße eintraf, hatte da? Feuer schon eine große"Aus- dehmmg erlangt. Das auf dem Boden aufgespeicherte Gerllmpel bot den Flammsn reiche Nahrung. Die Wehr setzte dann auch sofort mehrere Schlauchleitungen in Thätigkeit und griff das Feuer von mehreren Seiten aus an. Trotzdem dauerte. es doch bald zwei Stunden, bevor die Flammen erstickt waren. Ein großer Teil des Dachsttihles ist vernichtet. Die Auftäumungsarbeiten nahmen dann noch längere Zeit in Anspruch. Feucrbcricht. In der Nacht zum Freitag wurde die Wehr nach dem Potsdamer Güterbahnhof gerufen, weil hier kurz nach Mitter nacht in einer Wärterbude durch eine Gasexplosion ein Stubenbrand entstanden war. Es gelang, das Feuer, das in der Hauptsache den Fußboden beschädigte, bald zu ersticken. Bei den vergeblichen Versuchen, die Flammen zu ersticken, zog sich eine Person leichte Brandwunden zu. Donnerstag gegen Abend hatten in der Bredowstratze 42 Kleidungsstücke und Betten in einem Schlaf- zintmer Feuer gefangen, während in der Fliederstraße 6 die Verpackung eines Klosetts in Brand geraten war. Zur selben Zeit hatte die Wehr in der Grunewaldstr. 197 einen großen Wohnungsbrand zu beseitigen. In der Veteranenstr. 8 mußte vor- her in einer Küche ein Brand abgelöscht werden, der im wesentlichen Küchenmöbel und Wäschestücke betchädigte. Außerdem hatte die Wehr noch in den letzten 24 Stunden an einigen andern Stellen ganz un- bedeutende Brände zu beseitigen. Hua den Nachbarorten. Die Rixborfrr Stadtverordneten-Bersammlung nahm in ihrer letzten Sitzung auch zu der Polizeiverordnung Stellung, welche auch für die Sommermonate eine Beleuchtung der Flure und Treppen vorsieht. Die Versammlung stimmte der neuen Vorschrift, daß auch in der bisher freigelassenen Zeit vom 13. Mai bis 3. August Treppen und Flure, und zwar von 9 Uhr ab, zu beleuchteit sind, mit der Maßgabe zu. daß der Magistrat den Polizeipräsidenten veranlassen möge, zu bestimmen, die Beleuchtung habe stets bis mindestens 19 Uhr abends zu dauern.— Die dritte Vorschulklasse des Kaiser Friedrich- Realgymnasiums soll wegen Ueberfüllung ge- teilt werden.— Die Vorlage über den Erweiterungsbau de§ Rathauses, über die wir das wesentlichste bereits mitgeteilt haben, wurde nochmals an die Baudepntation zurück- verwiesen.— Dem Erlaß eines Ortsstatuts, durch das die Zahl der Stadtverordneten bis zum 1. Januar 1997 auf 48 festgesetzt wird, wurde vom Stadtv. Conrad lSoc.) namens der Socialdemokraten widersprochen. Die Fraktion könne nicht dafür stimmen, weil Rix- dorf nach der Städte-Ordnung jetzt auf 69 Stadtverordnete Anspruch habe und man dies Recht einer vermehrten Verttetung der Rixdorfcr Bevölkerung nicht länger vorenthalten sollte. Wennauch derRathaussaal für mehr als 49 Stadtverordnete Platz nicht biete, so bestände doch die Möglichkeit, die Sitzungen in andren Räumen abzuhalten. (Aula des Gymnasiums. Der Berichterstatter.) Stadtv. Hesse ist ebenfalls der Meinung, daß man die Aula des Gymnasiums benutzen und schon jetzt die Stadtverordneten vermehren könne. Von andrer Seite, so auch vom Bürgermeister Voigt, wurde dem aus Zweck- mäßigkeitsgründen entgegengetreten. Die Mehrheit billigte das Ortsstatut mit einem Zusatz, daß bis zum 1. Januar 1997 auch die bisherige Zahl der unbesoldeten Stadträte(8) beibehalten werde.— Der vom„Vorwärts" schon mit- geteilte Nachtrag zur Kirchhofs-Gebührenordmmg. der die Ccment- Hügel tteffen soll, veranlaßte eine längere Debatte, in der die social- demokratische Fraktion durch ihren Redner, Stadtv. Conrad, sich egen die Vorlage erkälte. Durch eine Besteuerung solcher Grab- ügel werde weder ihre Dauerhaftigkeit gestärkt, noch der Äesthetik gedient. Wenn solche Hügel den Kirchhof verunzierten oder sonst ungeeignet seien, dann solle man sie lieber ver- bieten. Die Mehrheit beschloß jedoch, eine Gebühr von 2, 4 und 6 M., je nach dem Alter deS Verstorbenen. nicht nur für Cementhügel, sondern für alle andren, als Erdhügel einzu- führe».— Die Verhandlung eiiles Antrages, die Besoldung der Angestellten der städtischen Krankenanstalt zu erhöhen, Ivodurch der Anstalt ein ständigeres und zuverlässiges Personal gesichert werde« soll, wurde sonderbarerweise durch Mehrheitsbeschluß gegen den Protest der Socialdemokraten einer geheimen Sitzung vorbehalten. Die vorgeschlagenen Lohnerhöhungen wurden beschlossen. Schöuebcrg. Ueber den Stand der Krankenhaus« Angelegenheit wird uns geschrieben: Warum der Begmn des genannten Baues, dessen Ausführung schon seit Jahresftist von der gesamten Einwohnerschaft sehnlichst erwartet wird, sich so lange ver- zögert hat. darüber giebt jetzt eine„Erklärung" des Stadtbaurats Egeling nach einer vom Stadtverordneten- Kollegium gestellten An- frage Auskunft. Den generellen Entwurf hatte die Hochbau- Deputation vom 24. September v. I. bis 7. Dezember erledigt, den die Stadtverordneten- Versammlung bekanntlich am 22. Dezember genehmigte.(Er sollte ein Weihnachtsgeschenk für die Bürgerschaft sein!> Die Krankenhausanlage besteht aus insgesamt 39 Einzel- bauten, von denen 19 Bauten in der ersten Bauperiode er- richtet werden sollen. Die Entwürfe werden ans 59 Blatt Zeichnungen zur Herstellung gelangen. Durch die vorherige Klarstellung aller Einzelheiten in den Fundamenten usw. wird die Möglichkeit geschaffen, die Vollend ungdesKrankenhaus es bis zum 1. April 1995 zu bewirken. Im Hinblick darauf, daß es wünschenswert ist. noch vor den Ferien mit dem Bau zu beginnen, ist der Magistrat dem Beschlüsse der Hochbau-Deputation voin 21. April d. I. beigetreten, nach welchem der Entwurf des Verwaltungsgebäudes nebst Massenberechimng und Kostenanschlag derart zu beschleunigen ist, daß die Genehmigung der Stadt- verordneten-Versammlung und die Grundsteinlegung noch vor den Ferien erfolgen kann. Eine diesbezügliche Vorlage würde der letzteren demnach in kürzester Zeit zugehen.— Somit steht zu erwarten— wenn kein Hindernis eintritt— daß damit endlich die letzte Phase der Vorarbeiten vorüber ist und der baldige Angriff des Baues erfolgen wird. Schönelierg. Nach unsrem neuen Kanal isationS» Projekt sollen die Regenwässer der Stadt bekanntlich nach dem Landwehrkanal abgeführt iverden. Diese Leitung soll durch die Luther- und Motzstraße über den Nollendorfplatz und durch die Maatzenstraße über den Lützowplatz zum Lützow-Ufer geführt werden. Dieser Plan hatte auch bereits die landespolizeiliche Genehmigung erhalten. Die Stadt Berlin hat nun gegen die Durchquerung der Kurfürstenstraße Protest eingelegt mit der Begründung, daß der Landwehrkanal durch die Regenwasser-Zuleitung von Schöneberg und den westlichen Vororten her zu sehr verunreinigt werde, und für Berlin die Anlage weiterer Notauslässe dort erheblich erschwert werde. Wenn Schöneberg, wie Berlin erfordert, nur einen Teil der Kanalisatton dorthin führt und den Kanal durch Charlotten- burger Gebiet direkt zur Spree führt, so würden sich dadurch die Anlagekosten um etwa 2>/z Millionen Mark erhöhen. Es ist des- halb, wie das„Schöneb.'Tagebl." erfahren haben will, seitens Schönebergs das Enteignungsverfahren gegen Berlin beanttagt worden. Auf diese Weise freilich wird die längst erwartete und auch notwendige Ausführung des neuen KanalisattonSprojekts für unsren Ort wieder in weite Ferne gerückt. Die hiesige Orts-Krankenkasse. ivelche seit dem 6. Oktober 1992, dem Tage der erfolgten Selbständigkeit nach dem Ausscheiden der ihr bis- zuletzt zugehörigen Gemeinde Friedenau. auf den Stadtkreis Schönebcrg beschrankt ist, hatte trotzdem noch einen Mitgliederstand von 11 469 Personen, nachdem 1339 Mitglieder der Friedenauer Kasse überwiesen worden sind. Seit dem Bestehen der Kasse(1884) hat kein Jahr so große und einschneidende Acnde- rungen hervorgebracht, wie daS Jahr 1992. Bekanntlich ist mit der Erhöhung der'Beiträge auch eine ganz bedeutende Erhöhung der Leistungen eingetreten. Britz. In der am 8. Mai abgehaltenen Gemeindevertreter- Sitzung teilte der Vorsitzende den Beschluß des Bezirksausschusses mit bezüglich der Sttecke des Teltow-Kanals von der Chausseestraße bis zur Tempelhofer Grenze. Derselbe lehnt die Klage-Anträge auf Errichtung einer öffentlichen Lösch- und Ladestelle ab und erklärt, eine Brücke von 19 Meter Breite im Zuge vom Tempelhofer Wege sei den örtlichen Bedürfnissen entsprechend. Die Gemeinde lehnte es ab, aus eignen Mitteln Beiträge zu leisten, um die Brücke breiter herzustellen. Um eine öffentliche Lösch- und Ladestelle zu erlangen, welche ftir den Ort günstigen liegt, wurde beschlossen, die weiteren Ver- Handlungen abzuwarten und eventuell einen Beitrag aus Gcmeindemitteln zu bewilligen. Gleichfalls abgelehnt wurde der Antrag der Teltow- kanal-Baugesellschaft, ein Gemeindegrundstiick von 69 Ar 69 Ouadrat- ineter an letztere zu überlassen, um damit einen Rixdorfer Besitzer zu entschädigen, dessen Gelände zum Kanalbau gebraucht wird, während das Gemeindegruitistück nicht vom Kanal berührt wird. Recht interessante Aufschlüsse über die Kassenführnng zeitigte ein Antrag auf Entpfändung eines Grundstückes, auf welches ein Kanon von 3 Thlr. 21 Sgr. vom Jahre 1845 zu Gunsten der früheren Gemeindeschulzen resp. derKasse eingetragen ist. Es wurde beschlossen, den restierendcn Kanon vom Jahre 1876 an einzufordern und den Kanon mit dem 25fachen Betrage kapitalisiert einzuziehen oder auf deni Restgrundstück in alter Hohe einzutragen.— Die Errichtung eines Wohnhauses in der Nähe des Kreis-Krankenhauses wurde nicht ge- nehmigt. ES sollen zunächst die Terrainbesitzer Körner u. Cie. die Sttaße 75 zwischen Ring-Chaussee und Nenbritzerstraße an die Ge- nieinde mit vorschriftsmäßiger Einzäunung auflassen und die Straße 75, an welcher das Haus zu liegen kommt, nach den Polizei- lichen Vorschriften ausbauen. Prozetz gegen die Pommernbank. Elfter Verhandlungstag. Nachdem die gestrige Sitzung mit einer Besichtigung der Rix- dorfer Spckulationsterrains ausgefüllt worden war, wurde heute die Besprechung der Einzelverhältnisse der in Frage stehenden acht Grundstücke auf Rixdorfcr Gelände fortgeführt. Das in der An- klageschrift als Terrain Rixdorf III aufgeführte Grundstück zwischen Herrmann- und Kirchhofstraße war 1395 von der Immobilien- Vcrkehrsbank für 559 999 M. erworben worden. Die Angeklagten Bohl und Hancl haben das Terrain im November 1896 auf 1 799 149- M. abgeschätzt und im Oktober 1899 nach Trennung in 64 Parzellen auf 3 918 959 M. Die Banktommission der Strelitzbank hat das Terrain auf 1 982 259 M. geschätzt. Der Angeklagte Kommerzienrat Schultz giebt dazu folgende Sachdarlegung: Das Grundstück war enorm billig erworben, weil ich das Terrain in einem traurigen Zustande befand. Es hatte Kieslager enthalten, so daß da? ganze Terrain aus teilweise bis zu 29 Meter tiefen Gruben bestand. Direktor Behnsen hatte nun in irgend einer Fachzeitschrift gelesen, daß von einem Professor einer Hochschule ein ähnliches Terrain durch künstliches Wieder- herstellen von festem Grund und Boden so anbaufähig gemacht worden war, daß aus diesem neuen Fundament eine Kirche gebaut werden konnte. Behnsen wollte nun dieses Fundamcntieruugs- verfahren hier bei diesem Terrain zur Anwendung bringen. Die Gemeindeverwaltung war mit dem Vorschlage der Immobilien- Verkehrsbank einverstanden und gestattete, falls die Fundamentterung in der gleichen Weise wie bei dem angeführten Kirchenbau durch- geführt werden würde, die spätere Bebauung. Nachdem die Funda- mente hergestellt, die Straßen genehmigt waren usw., erfolgte die Bewertung durch Bohl und.Hancl im November 1896 mit 1 799 149 M. Ter kolossale Mehrwert gegen den Ankaufspreis erklärte sich also auf diese ganz natürliche Weise. Seit 1896 hat ich zudem der Wert der ganzen Gegend enorm gehoben, denn es war inzwischen der Bahnhof Hcnnannstraße. gerade gegenüber diesem Terrain, eröffnet worden. Jnfolgedeffen stellte sich die nach den Grundsätzen des königlichen Kammergcrichts von Bohl und Hancl öwic von Kamps. Hacrtel u. a. 1899 und 1991 hergestellte Taxe auf 3,7 bis 3.9 Millionen Mark. Die staatliche Revisionskommission habe den Wert auf 2 757 479 M. abgeschätzt, ein Satz, der nach den übereinstimmenden Gutachten der gerichtlichen Sachverständigen viel zu niedrig sei.— Auch der Angeklagte H a n e l legt in ein- gehender Begründung dar. welche Umstände den großen Unterschied zwischen den beiden Taxen rechtfertige». Bei der letzten Taxe habe es sich um 64 völlig banfcrtige selbständige Baustellen gehandelt. Den Schluß der Sibung bildet die Erörterung des Wertes der einzelnen zum Rigdorfer Komplex gehörigen Grundstücke. Angetlagter Schult beruft sich in jedem einzelnen Fall für die Richtigkeit der bei der Beleihung angenommenen Werte auf die für ihn durchaus maßgebenden Taren des Kreistagators Haertel und andrer einwandsfreier Sachverständiger. Direktor Guttmann von der Strelitzbank giebt Auskunft über die neuerdings angestellten, bielfach vergeblich gebliebenen Bemühungen, einzelne Grundstücke des Riydorfer Terrains zu verkaufen. Nächste Sizung: Montag 9 Uhr. Gerichts- Zeitung. Eine moderne Pythia vor Gericht. " " abends Uhr, bei Merkowski, Andreasstr. 26. Vermischtes. Gäste, Damen ,, Rückerts Damen und Oberbürgermeister Bobbin giebt im Zusammenhang eine| mit Geldgeschäften befaßt und dadurch sei der Herr Baron jedenfalls Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 17. Mai, vormittags 88%, Uhr, Darstellung der Entwicklung der Bauthätigkeit in Rigdorf im all- an ihre Adresse gekommen. Das Aussehen des Herrn von Sanden in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Freireligiöse gemeinen und in der Gegend des Bahnhofs Hermannstraße jenseits beschreibt die Angeklagte jedoch sehr verschieden, so daß man sich Professor Dr. Albert Gehrke:„ Rousseau und Schiller". Borlesung. Um 10 Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn der Ringbahn im besonderen. Er bestätigt, daß man seiner Zeit fein rechtes Bild von ihm machen kann. Thatsächlich haben denn und Herren, sehr willkommen. Montag, den 18. Mai, abends 82 Uhr, infolge der Bahnhofsanlagen, Straßenfreilegungen usw. eine auch, wie der Vorsitzende mitteilt, alle Nachforschungen nach im großen Saale des Central- Klubhauses, Am Königsgraben 14a: Begünstigere Entwicklung des Terrains hätte erwarten können. In dem mysteriösen Baron ein negatives Resultat gehabt, schließende Versammlung. Wichtige Tagesordnung. der Zeit von 1899 bis 1900 sei die Bauthätigkeit überhaupt zurück- da die Angeklagte stets andre Beschreibungen seiner Person In der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula gegangen und dann habe sie sich nach ganz andren Gebieten der gab, wenn bei einer Person eine gewisse Aehnlichkeit der Friedrich- Werderschen Ober- Realschule, hält am Sonntag, vormittags Rigdorfer Gemarkung hingezogen. mit ihm konstatiert werden konnte. Die Angeklagte erzählt dann 10 Uhr, Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über: Der Gerichtshof geht dann mit dem Kreistagator aertel weiter, daß der„ Herr Baron" trotz seiner 65 Jahre noch sehr lebens- Weisheit des Brahmanen. IV. Der Leib ein Tempel." Herren haben freien Zutritt. die einzelnen von ihm aufgestellten Taren durch. Auf Befragen lustig gewesen sei und öfter Heiratsgedanken geäußert habe, weshalb Allgemeine Kranken: und Sterbekasse der Metallarbeiter. des Staatsanwalts Beed giebt der Zeuge zu, daß er im Auftrage sie auf die Idee gekommen sei, ihrer weiblichen Kundschaft die Unter-( E. H. 29, Hamburg.) Mitglieder Versammlungen finden statt: Für der Banken( Immobilien- Verkehrsbant, Pommernbank usw.) auch stüßung des Herrn Baron" zu empfehlen. Mit malitiösem Lächeln Filiale I: Sonntag, den 17. Mai, vormittags 10 Uhr, in Habels Brauerei, Bauanschläge und Abschätzungen gegen entsprechende Honorierung schildert sie darauf, wie alle Damen, selbst bis in die Bergmannstr. 5/7. Filiale III: Sonnabend, den 16. Mai, abends 9 Uhr, hergestellt habe. Der Sachverständige giebt dann eine eingehende höchsten Kreise hinauf, fofort dazu bereit gewefen bei Bergener, Reichenbergerſtr. 157. Filiale IV: Sonnabend, den 16. Mai, jeien und ihr Beträge bis zu 10000 M. zur Verben 17. Mai, vormittags 10 Uhr, bei Fischer, Waldſtr. 8. Filiale IX: Sonntag, Rechtfertigung seiner Tarmethode. Filiale Nixdorf: fügung gestellt hätten, nachdem sie ihnen vorher aus den Sonnabend, den 16. Mai, abends 8%, Uhr, Stirchhofstr. 41, bei Kutschera. Linien ihrer Hände geweissagt hatte, daß der Herr Baron" sicher sie und keine andre heiraten werde. Letzteres bestreitet Frau Plauer; die Zeugenvermehmung ergab jedoch, daß sie den Baron nicht weniger als 22 Damen versprochen" hatte. Sogar eine Näherin und eine Masseuse deponierten, daß sie fest daran fest daran geglaubt hätten, dereinst Rabeneltern. Aus Bamberg wird berichtet: Die Hausdieners mit dem„ Herrn Baron" auf dessen Schloß wohnen zu können. Von Eheleute May und Auguste Schuegraf, die sich im November 1902 besonderem Interesse waren die Aussagen der Geheimen Baurätin verheirateten, hatten ihr außerehelich geborenes Kind ursprünglich in Schurig und deren Tochter, einer Gesanglehrerin in Chemniz. Pflege gegeben, es später aber zu sich genommen. Seit einiger Zeit Die erstere hat der Angeklagten 300 M., die letztere sogar ihr ganzes hörte man von dem Kinde nichts mehr. Am Sonntagmittag Vermögen im Betrage von 4000 M. geopfert, damit Fräulein entfernte sich das Ehepaar kurz nach dem Essen. Die Wohnung Schurig Frau Baronin werden sollte. Das Fräulein mußte fast war verschlossen. Abends gegen 8 Uhr hörten nun die Hausleute täglich Liebesbriefe an ihren Schatz" nach Dresden senden, die dann lautes Wimmern und Stöhnen aus der Wohnung und verständigten von der Angeklagten in Empfang genommen und mit verstellter die Polizei. Die Thüre wurde durch einen Schloffer geöffnet, und Handschrift in den glühendsten Worten erwidert wurden. Ab und da fand man das Kind, abgemagert bis zum Stelett, sterbend. Dresden, den 14. Mai. Aerztliche Hilfe zu kündigte Frau Blauer dem Fräulein auch den Besuch des„ Herrn Einige elende Lumpen bildeten sein Lager. Das wissenschaftliche" Wahrsagen. Die Baron" an und diese sagte ihre Stunden ab und ließ sich tadellos war vergeblich. inzwischen eingetroffene Kommission Die Leiche wurde ins Frau Blauer, die jetzt im 53. Lebensjahre steht, ist eine frisieren, um den hohen" Besuch würdig empfangen zu können. fonstatierte Tod durch Verwahrlosung. mittelgroße, nicht unschöne Person mit scharfblickenden braunen Augen, Aber nicht nur gebildete und und besitzende Damen narrte die Leichenhaus gebracht und die sofortige Vorführung der Eheleute gebogener Nase und tiefschwarzem, straffem Haupthaar. Mit ihrer Angeklagte auf diese Weise, auch arme Stickerinnen, Konfettioneusen Schuegraf zum Verhör angeordnet. Erst gegen 12 Uhr konnte man tiefbraunen Gefichtsfarbe macht sie den Eindruck einer Zigeunerin. und Fabrikarbeiterinnen aus den Dresdener Vororten mußten ihre ihrer habhaft werden und unter ungeheuerem Menschenandrang Sie ist in Zschopau im sächsischen Erzgebirge geboren, hat sich dann kleinen Ersparnisse zur Unterſtüßung des Herrn Baron" hergeben, wurde das Paar zum Rathaus gebracht. Der Schuhmann hatte Alle Zeugen und Mühe, die Festgenommenen vor Mißhandlung zu schützen. Um lange Zeit im Auslande aufgehalten und wohnte zuletzt in dem selbst wenn sie darüber zu Bettlerinnen wurden. Dresdener Vorort Pieschen, wo sie das Gewerbe einer Wahrsagerin Beuginnen haben niemals den Baron" gesehen, au dessen 5 Uhr nachmittags fand die Obduktion der Leiche statt. Zur Konund Kartenschlägerin betrieb, während sie nach ihrer heutigen Angabe Gristenz die Angeklagte mit zäher Energie bis zuletzt festhielt. Un- frontation wurde das Ehepaar auf den Friedhof geführt. Die Sektion Die vorgeführten Cheeinen Apfelsinen- und Hausierhandel betrieben und nur nebenbei erklärlich erscheint es, wo die Summe von 25 000 M. geblieben ist, ergab Tod durch Verwahrlosung. auf besondere Aufforderung hin die Wahrsagekunst in wissenschaft- da die Angeklagte sehr einfach gelebt hat. Sie selbst giebt dazu an, leute wurden nach der Sektion sofort in haft genommen. Schwarze Pocken in Schlesien. Breslau, 15. Mai. Der licher" Weise ausgeübt haben will. Dieses wissenschaftliche" Wahr- daß der Baron nach und nach 11 000 m. erhalten habe und daß sie Staatsanwalt B. G.-A." meldet aus Slupna einen neuen Fall von schwarzen fagen, so giebt sie an, habe mit dem heute namentlich in Berlin, von dem Rest frühere Darlehen zurückgezahlt habe. Wien, Leipzig und Hamburg betriebenen gewerbsmäßigen Wahr- Dr. Klosch führte in seinem Plaidoyer aus, daß, selbst wenn der Pocken. Der Erkrankte ist der dortige Hauptlehrer. Die Schule ift fagen nicht das geringste zu thun. Vielmehr bafiere es auf gewiffen große Unbekannte" Baron von Sanden existiere und er der An- sofort geschlossen worden. Die Angehörigen des Erkrankten sowie hiromantischen" Lehren, die ihr eine alte Zigeunerin bei ihrem geklagten 480 000 m. für die Beschaffung der notwendigen Subsistenz- die beiden andern an der Schule amtierenden Lehrer wurden sofort Aufenthalt in Rufftsch- Bolen bekannt gegeben habe und die ein mittel in Aussicht gestellt habe, immer noch Kreditbetrug vorliege. geimpft. eingehendes Studium der menschlichen Hand erforderten. Sie habe allein die wechselnden Angaben der Angeklagten über ihn zeigten daher auch alle bei den gewerbsmäßigen Wahrsagerinnen üblichen deutlich, daß der„ Herr Baron" nur in der Phantasie derselben Hilfsmittel verschmäht und nur aus den Linien der mensch- existiere. lichen Hand die Zukunft der betreffenden Person vorausgesagt. Ihre Kundschaft habe sich aus allen Kreisen der Bevölkerung zu Die Entscheidung des Gerichtshofes lautet dahin, daß die Ansammengesetzt und ihre Bezahlung sei demgemäß sehr verschieden geklagte wegen versuchten und Rückfallbetruges zu 8 Jahren Zuchthaus, 2. W. 3725. Will ein Witmer oder eine Witwe wieder heiraten, so gewesen. In der Hauptsache habe sie weibliche Kundschaft gehabt, 1500 Mart Geldstrafe bezw. 150 Tagen haft sowie gebrauchen sie außer ihrer Geburtsurkunde die alte Heiratsurkunde und den die in den meisten Fällen über Heiraten, Erbschaften, Krankheiten 2c. 3 um Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Totenschein betr. den früheren Gatten. Leben minderjährige Kinder, so ift die Zukunft erfahren wollten. Das Gewerbe scheint offenbar sehr Dauer von 10 Jahren verurteilt worden sei. Die überdies ein Auseinandersetzungsschein erforderlich. Der Auseinandersehungseinträglich gewesen zu sein, denn der Mann der Angeklagten hat in- 150 Tage Haft wurden ihr auf die erlittene Untersuchungshaft an- schein wird vom Amtsgericht erteilt. Ein Beispiel für einen solchen finden zwischen, wie der Vorsitzende aus den Akten konstatiert, feinen Beruf gerechnet. In der Begründung dieses Urteils, das von den Damen Sie in den öffentlichen Resehallen auf S. 224 Nr. 19 des dem„ Arbeiterrecht" als Spinnmeister an den Nagel gehängt und ist erst nach der Ver- im Zuschauerraum mit einem lauten Entsebensschrei aufgenommen einhalten, so richtet sie einen Antrag auf Befreiung von der Wartezeit an Will die Witwe die zehnmonatliche Wartezeit nicht beigefügten Führers. Haftung seiner Frau wieder fester Arbeit als Handelsmann nach- wurde, wird ausgeführt, daß die Angeklagte bewußt unwahre das Gericht. Ein Beispiel hierfür findet sich im angeführten Buch S. 224 gegangen. Ebenso haben die Kinder der Angeklagten in den letzten Angaben über ihre Verhältnisse und Beziehungen gemacht habe. Nr. 18: P. K. Das Gericht würde wohl den Beweis, daß Ihr UeberJahren sehr gut gelebt. Es wird dann zur Erörterung der Frau Auch habe sie den Damen ihrer Kundschaft bewußt etwas Un- zieher durch Funken der Elektrischen geschädigt ist, durch die Aussage Ihrer Plauer zur Laft gelegten 23 Betrugsfälle geschritten. wahres vorgespiegelt, als sie ihnen in Aussicht stellte, der angeb- Frau für erwiesen erachten. Troßdem ist es zweifelhaft, ob die Elektrische Aussichtsliche Baron von Sanden werde sie auf die ihm gegebenen Dar- zum Ersatz der Sach beschädigung verurteilt werden würde. Suchen Sie das Armenrecht nach. Bekanntlich soll die Angeklagte ihrer Kundschaft vorgespiegelt lehen hin ehelichen. Diese Angabe habe aber in allen Fällen los erscheint die Klage keineswegs. die Betreffenden zur Hergabe der in Frage kommenden Summen haben, sie stehe mit einem Herrn v. Sanden oder b. Santen bewogen. Es könne sein, daß der Baron existiere, bezw. daß die in Verbindung, der eine große Erbschaft zu erwarten habe und Angeklagte das Opfer eines internationalen Gauners geworden sei. dann zu heiraten beabsichtige, wobei er die ihn während seiner Ebenso wahrscheinlich sei es aber auch, daß die Angeklagte als eine Wartezeit unterstützenden Damen in erster Linie berücksichtigen würde. Daraufhin hat die Angeklagte dann nach und nach 25 779 Mark von habe. Auffällig fei allerdings der unaufgeklärt gebliebene Verbleib Stationen geriebene Person diesen Mann frei nach ihrer Phantasie erfunden ihren Opfern zur Weitergabe an den Herrn Baron" erhalten. Frau des Geldes. Straffchärfend sei die Blanmäßigkeit und Frechheit der Blauer giebt hierzu an: Ende 1898 sei sie hier in Dresden mit Angeklagten gewesen, die sich nicht gescheut habe, zahlreiche Personen einem schönen eleganten Herrn, offenbar einem hohen Offizier nicht nur für das ganze Leben unglücklich zu machen, fondern die Swinemde. 767 SW in Civil, bekannt geworden, der sich v. Sanden genannt auch einzelne Existenzen total vernichtet habe. Bei der Bemessung Hamburg 767 28 habe und sich„ Herr Baron" titulieren ließ. Er habe ihr der einzelnen Straftaten wurden für den Fall der Chemnißer Berlin 769 28 erzählt, daß er einen mehrfachen Millionär in Berlin zum Gesanglehrerin allein drei Jahre Zuchthaus ausgeworfen. Die Frantf.a. M. 770 Adoptivvater habe und daß er nach dessen Tode das ganze Angeklagte nahm das Urteil anscheinend ruhig entgegen und er- München Vermögen erben solle. Da er sich aber momentan in knappen Ver- flärte mit lauter und fester Stimme, daß sie die Strafe sogleich Wien hältnissen befinde, müsse sie ihm ca. 30 000 m. als Darlehn besorgen antreten wolle. und er werde ihr dafür seiner Zeit 480 000 m. als Entschädigung für ihre Mühewaltung zahlen. Sie habe sich nämlich nebenbei auch Unserm Genossen Fritz Schröder nebst Gattin die herzlichsten Glüdwünsche zur filbernen Hochzeitsenden Die Genossen des 640. Bezirks. 15432 Der geheimnisvolle Baron. Verband d. an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftig. Arbeiter Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 12. d. M., verschied unser Mitglied Richard Kaschny an der Proletarierkrankheit. 75/16 Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 17. b. M., nachmittags 22 Uhr, von der Zeichenhalle des Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Karl Kämpfert sage ich allen Freunden und Bekannten, besonders dem Berein ehemaliger 21er, den Stollegen der Firma 305. Chr. dem Gesangverein Humanität" und Joh. Schulze u. Sohn meinen innigsten Dant. Franziska Kämpfert. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Berufsfollegen meines verstorbenen Mannes sage ich hiermit für die bewiesene Teilnahme beim Begräbnis meines lieben Mannes herzlichsten Dant. 13706 WW. Elisabeth Gusfeldt. Rigdorfer Gemeinde Friedhofes, Allg. Kranken- und Sterbe# Mariendorfer Weg, statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Sattler und verwandten Gewerbe. Mittwoch, den 13. Mai, verstarb unser Mitglied, der Sattler Vietor Wrzesinski ( Wagenfabrik von L. Rühe). Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 43 Uhr von der Leichenhalle des neuen MichaelKirchhofes, Brik, Mariendorfer Weg, aus statt. 273/19 J. A.: H. Werner. Für 50 Pfg. liefert gegen Eins. d. Betrages 1 Stempel- Medaillon vernickelt, mit Name u. Ort vergoldet 40 Pf. mehr. Stempelfabrik u. Graviranstalt FranzKrüger, BerlinC.Stralauerstr.40.B Dr. Simmel, Prinzenkaffe der Metallarbeiter ( E. H. 29, Hamburg) Filiale Berlin 9. Sonntag, den 17. Mai, vorm. 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Fischer, Waldstraße 8. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom März/ April. 2. Abrechnung vom Maskenball. 3. Neuwahl der Ortsverwaltung. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1357b Die Ortsverwaltung. der Bekanntmachung Orts- Krankenkaffe der Gelb- u. Ziungießer hier. Wir bringen hiermit die vom Bezirksausschuß genehmigte XIII. Ab= änderung zu unsrem Statut zur gefälligen Stenntnis: Artikel I. Absatz 3 des§ 36 des Statuts wird gestrichen. Artikel II. Diese Abänderung fritt mit dem Str. 41. Tage der statutenmäßigen BekanntSpecialarzt für[ 98/ 14* machung in Straft. Haut- und Harnleiden. Berlin, den 16. Mai 1903. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4 i 13636 Der Vorstand. " Das Urteil. Einladung zur außerordentlichen General: Versammlung der gewählten Vertreter der Orts- Krankenkaffe für den Gemeindebezirk Lichtenberg zum Sonnabend, den 23. Mai, abends 8, Uhr, im Schwarzen Adler" hierselbst, Frankfurter Chauffee 120, im Zimmer rechts vom Haupt- Eingang. Tages- Ordnung: 1. Die Anstellungs- Berträge der Sassenbeamten und Beschlußfassung darüber. 2. Berichterstattung über die Ausführung des General- BerjammlungsBefchlufſes vom 18. April d. J., die Pensionierung des Herrn Kauffmann betreffend und die Beschlußfaffung darüber. 3. Verschiedenes. Lichtenberg, den 15. Mai 1903. Der Vorstand der Orts Krankenkasse. P. Levyn, H. Meyer, Borjizender. Schriftführer. = U. BLUTARMEN KRANKEN ärztlich empfohlen FEURIG SÜSSER KRAFT- ROTHWEIN p. Flasche 1.50 und 2 Mark. Santa Lucia steht unter ständiger Kontrolle des Gerichtschemikers Dr. C. Bischoff.[ 1030L* P atent J. Grünberg, N.Boyenstr.44 " Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet taglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Witterungsübersicht vom 15. Mai 1903, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Wind richtung 771 SD Windstärke Wetter Temp. n. C. 5°.4° R. Stationen Barometers| Windrichtung Windstärke Wetter 3wolfig 14 Haparanda 753 D heiter 3bededt 11 Petersburg 753 Still 2wolfig 14 Cort 1bededt 10 Aberdeen 1 heiter 764 S 4 heiter Temp. n. C. 5° C. 4° R. 46811 9 2 heiter 11 Paris 771 SSD 1mollig 11 771 D 1wolfen! 13 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 16. Mai 1903. Mild, jedoch vielfach wollig, bei mäßigen südwestlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Dampfer Vereinen, Robert Tismer, zu in jeder Größe stehen den geehrten Gesellschaften usw. Wollen Sie sich elegant und coulanten Preisen zur Verfügung binig kleiden, so kaufen Sie bei J. Grünberg, N. Boyenstr. 44. 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Rosa Poppe auss Blicke auf den Fortschritt in den Terten der Konzertlieder zu werfen. machen. Eine Melodie" flang gut, vielleicht weil sie das unge- gewählt war, mag für selbständige Hörer von historischem Wert Sie bereichern fich und insbesondere: sie werden sozusagen intimer. zwungenst Weibliche war. gewesen sein. Das also war wohl die Vortragsweise von Anno Die Gedichte, die vorgestern( Donnerstag) den im Berliner Der Berliner Tonkünstler- Verein" schloß damit seine dies- weiß Gott wann! Nicht etwa ein künstlicher Schein, der eine wahre Tonkünstler Verein" vorgetragenen Liedern zu Grunde jährigen Abende ab; es ist uns eine Freude, bei dieser Gelegenheit Kunst vortäuscht, sondern schlecht und recht und ganz ehrlich das Lagen, waren vorwiegend innerliche Stimmungsbilder Daß von dem in mannigfachem Sinn des Wortes gut berufsgenossenschaft intelligenzlose Gewimmer eines jammernden Bathos. starkem Temperament; unter den neueren von ihnen glänzten lichen Wirken dieser Vereinigung noch ausdrücklich unsre Anerkennung sich in diesem Stil" eine technische und geistige Größe vor allem mehrere Texte Gustav Falkes. Die zwei Komponisten, sagen zu können. Zweifelhafter stehen wir, wie schon mehrmals an entfalten läßt, wissen wir; nur erfuhren wir es just die sie vertont haben, trafen ihren Sinn getreulich und mit Wärme, gedeutet, den„ Jugend- Konzerten" gegenüber. Das 11. und nicht hier. Wenn die Jungfrau von Orleans in ihrem ersten wenn auch ohne viel eigne musikalische Produktivität im Erregen der diesmal wohl lette von ihnen, am neulichen Mittwochnachmittag in Monolog die Stimme wiedergiebt, die aus des Baumes Zweigen Stimmung und im Schaffen von Tonbildern. Eduard Behm& der vollbesuchten Philharmonie gegeben, zeigte wieder, wie sehr man zu ihr spricht, so mag die Recitatorin sich ganz wohl erlauben, dieſe Kompofitionen zeigten uns diesen Künstler wieder als einen, der vieles Einzelne von diesen Veranstaltungen schätzen kann, auch wenn fremden Worte ohne ein Abheben des Tones in der eignen Stimm Echtes giebt; zumal ſeine stunst, mit wenigen Zönen viel zu fagen, man nicht das Ganze gut heißt, und wenn man manche Konsequenzen lage zu geben. Wenn sie aber einmal fich zu einem solchen Abverdient ein hingebendes Hören; und die Komposition von Falkes ihrer Anlage und unsrer gegenwärtigen Konzertweise überhaupt mit heben entschließt und tiefstimmig ansetzt:" Geh" hin!" usw., dann „ Der Alte" hätte eine Wiederholung verdient. Karl Kämpf, in Kauf nimmt. Unter diesen Konsequenzen treten zweie besonders soll sie auch bis zum Schluß( und Deinen König krönen!") dabei von dem wir im Januar eine gutgemachte Violinsonate gehört scharf hervor: einerseits die Mischung des Dargebotenen( von einem bleiben und nicht nach kurzem vergessen, in welchem Tonfall haben, ist in seinen Liedervertonungen von diesmal üppiger als Mozartschen Trio bis zu Dramenmonologen) und andrerseits sie steht. Behm; ein lebhaftes Temperament und eine eingehende Charakteristik die Leidenschaft der fleinen Hörer für den den Klatschlärm. Wenigstens hatten wir in den letzten Tagen nichts mit unserm entschädigen für die geringere Erfindung. Sehr dankenswert war Anfangs hielten sie belehrt durch eine Weisung des Opernhaus zu thun! Wir hörten nur mehrmals, daß zwei die Zuziehung des Harmoniums zur Begleitung bei zwei Liedern; Programms, zurück; bald aber zeigte sich die Lärmsucht bekannte Repertoire- Opern neu einstudiert werden sollen, und daß eines," Todeslust", das wieder einmal den alten Eichendorff so start, daß nicht nur die Liedernachspiele, sondern manch- das Haus umgebaut, vielleicht durch ein neues ersetzt werden soll. in seiner romantischen Farbenpracht zeigte, wurde mit Recht mal auch die Schlüsse des Gesanges felber in diesem Geprassel Bei der die maschinelle Arbeit äußerst erschwerenden Niedrigkeit des da capo gesungen. Zwischen diesen beiden Gruppen gab untergingen. Herr Direktor M. Baftte versteht es, manche treff- Bühnen- Oberraumes, bei den zum Teil recht ungünstigen Verhältnissen es ein älteres Streichquartett von Hugo Raun, welchem lichste Künstlerpersönlichkeit für sein Unternehmen zu gewinnen. Drei des Zuschauerraumes und bei der Dedigkeit des Aeußeren ist es wohl Komponisten wir im vorigen Herbst ein paar abwartende Worte Instrumentalisten spielten ein Klaviertrio von Mozart vielleicht in höchste Zeit, an einen wirklichen Neubau zu denken; dieſer müßte gewidmet haben ein an Interessantem gedrängt reiches, für ein Wirklichkeit feiner, als der für solche Musik zu große Raum be- dann aber auch in der That auf dem Niveau der gegenwärtigen Quartett doch wohl an einfachen Zügen zu wenig reiches und zu merken ließ. Frau Lula Mysz Gmeiner bedarf zu ihrem Theaterbaukunst stehen. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 16. Mai. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Till Eulenspiegel. Schauspielhaus. König Heinrich VI. Neues Operntheater. Geschlossen. Deutsches. Nora. Berliner. Alt- Heidelberg. Lessing. Der blinde Baffagier. Nenes. Der grade Michl. Residenz. Lustige Ehemänner. Nach dem Balle. Westen. 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Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Josefine Delcliseur erregt allabendl. Lachsalven als Berliner Bäckerjunge. Lola Loyd Cake Walk. Oscar Klein ( Tyll Eulenspiegel). Ganz Berlin zerbricht sich schon den vierten Monat den Kopf über AGA! die schwebende Jungfrau! 14 neue erstklassige Nummern. Castans Panoptikum. Friedrichstr. 165, mit seinen unzähligen Sehenswürdigkeiten! Neu! Princess Bohatcio, die Kolossal- Indierin aus Singapore. mit Neu! Carlo Riego seiner ausgezeichneten Wiener Konzert- Kapelle. Pythia, die hellseh. Dame, Anthropos, der künstliche Mensch als Portraitzeichner. Cléo Otero, die Sandmalerin. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Schauspiel in 4 Aufz. von H. Ibsen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Sonntagabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Montagabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Lustspiel in 3 Aften von D. Blumenthal und G. Kadelburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Metropol Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 125. Male: Edit Neuestes! Sonntagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Montagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. 8 765 Allerneuestes! Neues Programm. Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzendes Ballett. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Zum 11. Male: Lebende Bilder. Mile. Lorraines, Sam Elton, Komischer Excentric. Carlotte Kara, Oreolische Sängerin. Pantzer Brothers, Akrobaten. Damen- Mäntel- Fabrik Edelweiss" Köpenickerstr. 114, III. Einzelverkauf bon 14852* Saccos Paletots Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit Umhängen bie Lederhose Herkules tragen. Kostümen. zu Fabrikpreifen. Borzeiger dieses erhält 5 Prozent Rabatt. Nathan Wand, 129 Staliterftr. 129. 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Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Kiesel über: Sociale Thatsachen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste, auch Damen, willkommen. Zahlreichen Besuch erwartet 247/19 Modelleure, Der Vorstand. Montag, den 18. Mai 1903, abends 8 Uhr: Oeffentl. Wähler- Versammlung zu in der Alhambra, Wallner- Theaterstr. 15. Tages- Ordnung: Vortrag des Arbeitersekretärs Genossen Robert Schmidt: Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. 202 Gew.- Ger. 03. Bekanntmachung. In der Streitfache der LeitergerüftBauarbeiter ist auf Grund der Vorschläge in der Sigung vom 27. April 1903, an welcher teilgenommen haben: 1. Gewerberichter von Schulz, als Vorsitzender, 2. Kaufmann Huff, 3. Malermeister Kruse, als Vertrauensmänner der Arbeitgeber; 4. Former Körsten, 5. Hausdiener Dertel, als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin nach zuvor er 1. Welche wirtschaftlichen und politischen Interessen hat das deutsche Volk folgter Anrufung durch beide Teile Gipsbildhauer, Antrager. wahren? 2. Diskuffon. Montag, den 18. Mai, abends 8, Uhr: Oeffentliche Versammlung im Königshof, Bülowstr. 37/40. Tages- Ordnung: 1. Die Interessenkämpfe der Gegenwart. 2. Der Streik der Stuffateure. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Die Kommission. 20/6 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 16. Mai 1903, abends 8, Uhr, bei Dieke, Ackerstr. 123: Konferenz der Vertrauensleute des Nordens. Sonntag, den 17. Mai 1903, vormittags 10 Uhr, bei Wetzel, Wrangelstr. 136: Morgensprache der Schraubendreher. Die gegnerischen Kandidaten sind besonders eingeladen. Das Wahlkomitee. Um zahlreiches Erscheinen ersucht V. Wahlkreis. 214/7 ein Vergleich nachstehenden Wortlauts zwischen den Parteien abgeschlossen worden, welcher in Gemäßheit des§ 70 des Gewerbegerichts- Gesetzes hiermit öffentlich befannt gemacht wird: 1. Nr. 1 des Tarifs, welcher in der heutigen Verhandlung zur Grundlage gedient hat, wird angenommen. Montag, den 18. Mai, abends 8% Uhr, im Grand- Hotel, Alexanderplatz: 2. Nr. 2 wird ebenfalls von den Oeffentliche Wähler- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Liberalen in Wort und That.- 2. Diskussion. Referent: Reichstags- Abgeordneter Arthur Stadthagen. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. NB. Die Abgeordneten Eugen Richter und Dr. Zwick find zu dieser Versammlung brieflich eingeladen. 217/ 6* Das ständige Wahlbureau des Kreises befindet sich: Rosenthalerstr. 57, 2. Eingang: Gormann: ftrafte 28 im Restaurant Günzel. Jede auf die Wahl bezügliche Auskunft wird dort gern erteilt. Stukkateure! Parteien acceptiert. 3. Nr. 3 des Tarifs wird mit folgendem Zusab angenommen:„ Wäh rend starken Regens, bei Schneefällen und überhaupt bei Unwetter ist die Arbeit eventuell auszusehen. Für die Zeit, während welcher infolge der Naturereignisse ausgesetzt wird, ist Lohn nicht zu zahlen. Der Kolonnenführer bezw. Polier hat vom Ausseben der Arbeit dem Arbeitgeber baldmöglichst Kenntnis zu geben." 4. Nr. 4 des Tarifs wird mit Busätzen bezw. Ab folgenden änderungen angenommen: a) Die Anfänger haben eine sogenannte Karenzzeit nicht von vier, sondern von 5 Wochen durchzumachen. b) Als bollwertige Rüftarbeiter sind solche zu betrachten, die den Nachweis führen, daß sie in den Wochen hintereinander als Gerüstbauer beschäftigt waren. Sonntag, den 17. Mai 1908, vormittags 10 Uhr, Sonntag, den 17. Mai, vormittags 11 Uhr, im großen Saale der Brauerei Königstadt, legten 12 Monaten wenigstens 5 volle bei Sachse, Lindowerstr. 26: Versammlung der Feilenarbeiter. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet 117/2 Die Ortsverwaltung. Verband der Möbelpolierer. Wenn die Mitglieder sich wollen bei Krankheit vor Nachteilen Schönhauser Allee, vor dem Schönhauser Thor: Oeffentliche Versammlung der Filiale Berlin. and 65 Bf. Zages- Ordnung: 1. Unser Streik vor dem Einigsamt und wie lauten jetzt unfre Arbeitsbedingungen? 2. Unfre weitere Taktik. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist bewahren, müssen fie bei jedem Wechsel der Beschäftigung sich bei der Ehrenpflicht und sind Fahrverbindungen vorhanden nach allen Richtungen bis Rosenthaler, Schönhauser und Krankenkasse als freiwilliges Mitglied binnen einer Woche melden, auch dann, wenn für diese Woche bezahlt ist. 141/12 Prenzlauer Thor, Stadtbahn bis Alexanderplatz oder Börse, überall je 10 Minuten Weg. Die Streiffommission. Die Kollegen, welche zum Montag zur Werkstellen- Sitzung 175/7 eingeladen sind, werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Die Versammlung fällt aus! Am 2. Pfingstfeiertag, Gr. Frankfurterstr. 117: Früb- Konzert. Die Mitglieder, welche an der Gesangsaufführung mitwirken wollen, werden gebeten, am Montag, den 18. d. M., abends 8 Uhr, Andreasstr. 26, zur Uebungsstunde zu erscheinen. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Treibriemen- Sattler! Sonntag, den 17. Mai, vormittags 10 Uhr, im„ Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15, Saal 5: Die Ortsverwaltung. Deuticher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. c) Hilfspoliere erhalten, wenn ihre Leitung und Aufsicht nicht über acht Tage dauert, einen Stundenlohn von Werden sie über die genannte Zeit als Hilfspoliere weiter beschäftigt, so ist die Differenz von 5 Pf. pro Stunde für die erste Woche nachzuzahlen. Im übrigen ist mit Beginn der zweiten Woche ein Stundenlohn von 70 Pf. zu gewähren. Alte Voliere, welche vorübergehend als Gerüstbauer thätig sind, erhalten, sobald sie als Poliere beschäftigt werden, einen Stundenlohn von 70 Bf. 5. Nr. 5, 6 und 7 des Tarifvertrages werden von den Parteien an genommen, jedoch sind in Nr. 7 des Tarifvertrages an Stelle der Worte ,, von der Betriebsstelle" die Worte Fernsprecher Amt VII, 353. von dem Lagerplay" zu sehen. Montag, den 18. Mai, abends 8½ Uhr: General- Versammlung im Saale der Neuen Welt, Hasenheide 108/114. 6. Nr. 8 des Tarifvertrages wird angenommen. 7. Nr. 9 des Tarifvertrages, Sab 1, wird folgendermaßen geändert: Für Fahrgeld ist jedem Arbeiter für jeden Arbeitstag eine Vergütung von 10 Pf. zu zahlen, sobald er sich von seiner Wohnung direkt zur Arbeitsstelle( nicht Lagerplak), welche sich Tagesordnung: 1. Stichwahl betreffend Wahl eines Bureaubeamten. innerhalb der Berliner WeichbildMitglieder- Versammlung. 2. unterstützung der Ausgesperrten in Iserlohn. Tages- Ordnung: 1. Der Stand der Lohnbewegung und unsre weitere Stellung nahme. 2. Berschiedenes. 157/7 Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend notwendig. Die Branchen- Leitung. J. A.: Karl Weyher. Centralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands( Ortsverwaltung Berlin und Umgegend). Sonntag, den 17. d. M., nachmittags 5 1hr: Versammlung bei Voigt, Ritterstr. 75. Tages- Ordnung: Achtung! Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Achtung! Arbeiter- Baugenossenschaft„ Paradies zu Berlin E. G. m. b. H. 99 grenze befindet. begiebt." Die Anfangsworte für Fahrgeld" usw. bis zu vergüten" von Nr. 9 des Tarifes fallen somit weg, dagegen bleiben von Sat 1 bestehen die Worte ,, außerdem ist das" usw. bis„ benutt werden kann". Die beiden legten Säße von Nr. 9 des Tarifvertrages werden von den Parteien aufrechterhalten. 8. Nr. 10, 11, 12 und 13 des Tarifvertrages behalten fernere Gültigkeit, zu Nr. 10 wird nur noch bemerkt, daß unter„ Meldung" die Meldung des Ar beiters im Comptoir zu verstehen ist. 127/4 9. In Nr. 14 des Tarifs wird der zweite Sak, beginnend mit den " Das Recht der Arbeitnehmer" bis zu den Worten nicht eingeschränkt werden" gelöscht. Im übrigen nehmen die Parteien den sonstigen Inhalt der Nr. 14 unver ändert an; jedoch wird bemerkt, dag bei Kutschern die Woche zu 7 Wie ftellt sich die Berliner Bahlstelle aur Gründung einer Stranten Sonntag, den 24. Mai 1903, vormittags 9 Uhr, bei Borten: Zuschußtasse seitens des Centralverbandes. Referent der Gauvorsitzende von Gau III, Sollege Wilstorf. Wahl einer Beschwerdekommission, eines Mitgliedes des Vergnügungskomitees und eines Delegierten zur Gaukonferenz. Berschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Die Ortsverwaltung. 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Die genannte Kommission, welche unter dem Vorsitz eines Un parteiischen zu tagen hat, ist auch be. 47 rufen, vor Ablauf des Tarifvertrages 70 " " Schweinefchmalz, gar. rein, hochf. 60 " " Speifefett, auch sehr beliebt Vorderfchinken, gut geräuchert, 53 W " 6-10 Bfd. schwer 75 " " Margarine, gute Qualität " " hochf. m. Süßrahm verarb. 60 " " Kaffee, reinschmeck. gelbl.Santos 55 " " 65 " " 65 " " 80 " 85 " 100" " " " Diese Sorte fein geröstet Kaffee, feiner blauer Santos Diese Sorte fein geröstet Guatemala- Kaffee, fräftige hochfeinschmeckende blaue Marke Diese Sorte mit anderen edlen Mart.gut gemischt u.fein ger. Java Liberia, extra großer gelb. hocharomat. Kaffee, à Bid. 85, 90,100 Diese Sort. fein ger., à " 90, 100, 115 Cacao, gar. rein, sehr ausgiebig, Bid. 135 Bersandt geschieht p. Bost od. Bahn gegen Nachn., von 30 Pfd. jende franco p. Bahn. Wilh. Lüdeking, Vlotho i.Westf. " " einen neuen Vertragsentwurf für die Barteien vorzubereiten. Falls der Entwurf nicht von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern angenommen, also eine Einigung über einen neuen Bertrag nicht herbeigeführt wird, soll ebenfalls von beiden Seiten die Anrufung des Einigungsamtes erfolgen müssen, und zwar innerhalb 14 Tagen nach Ablehnung des Entwurfs. Die Schlichtungs- Kommission foll auch Unklarheiten, die sich aus diesem Vergleich ergeben, und Streitigkeiten über Bunkte, die in diesem Vergleich nicht berücksichtigt find, prüfen und eventuell entscheiden. Auch hier soll, Kinderwagen, falls sich die Parteien bei dem BePuppen-, Sport-, Kasten-, fcheide der Schlichtungs- Kommision Leiter- u. Ziegen nicht beruhigen, das Einigungsamt Bettstell., f. Er- als lezte Instanz fungieren. bockwagen, eis. wachsene und gez. W. Arndt, Firma Arndt u. Co. Franz Hieke. Eduard Scheider. Kinder aussergewöhnlich bill, auch Theilzahlung. Krankenwagen auch leihweise. Musterbücher gratis, franco. A. W. Schulz, Berlin N., Brunnenstr. 95, Bahnhof Gesundbrunnen. 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Flachbrad verboten. 103 27 33 206 476 528[ 500] 661 751 905[ 500] 68 105 26 62 281[ 500] 429 523 99 863 2048 304 33 497 678 777 839 3448 531 4085 154 90 99 342 449 503 24 600 948 83 5150 256 357 90 421 542 735 40 6000 215 27 385 412 505 632 922 54[ 3000] 7142 48[ 3000] 78 340[ 3000] 447 98 723 927 59 82 8065 112 98 426 509 647 938 62[ 500] 82 9048 53 270[ 3000] 74[ 3000] 78 343[ 3000] 95 506 25 87 660 64 707( 500] 40 114041 97 118 296 302[ 1000 419 45 546 63 641 51 734 848 65 905[ 10001 20 115132 637 875 970 116071 110 40 91 210 19 30 62 452 502[ 3000] 676 [ 3000] 925 59[ 500] 117048 170 854 947 61 118008 147 394 455 86 545[ 500] 70 78 612 28 96 876 956 62 67 119050 73 297 320 690 771 827 46 902 120008 197 363 486[ 500] 565[ 500] 641 774 981 121102 283 379 444 570 648 938 122027 326 97 449 555 59 677 708 42 841 46 123060 T5001 119 27 497 666 854[ 5001 97 124185 354 68 421 97 578 673 709 87 815[ 5001 125089[ 5001 101 326[ 1000] 81[ 500] 405 589 126089 216 325 40 83 442 622 43 706 93 819 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198241 44 52 355[ 30001 551 756 66 885[ 5001 938 199243 491 529 53 934 200126 277 427 79 675 798 864 995 201043 68 133 337 47 420 728 953 202472 90 768 890 203117 ( 500] 498 541 681 774 860 906 204042 102 3 95 1500] 375 600 79 903 205052 215 366 438 568 15001 90 640 701 206002 11 33 114 273 344 479 707 73 5001 893 912[ 3000] 17 22 31 207038 69 183 638 58 65 208263 365 508 707 831 45 948[ 10001 209365 84 410 557 76 77 943 49 77 210008 150 85 270 481 503 49 607 53[ 500] 754 76 81 211085 428 54 517 980 212014 78 93 100 39 84 210 331 78 473 644 828 213046 177 234 89[ 30001 464 593 670 759 894 929 214186[ 1000] 220 366 614 95 803 215064 117 97 247 85 544 925 44 86 216023 157 393 98 521 67 679 84 86 95 976 217110 88 502 10 43 690 15001 779 219371 697 812 63[ 500] 78 936 220057 88 236 340 95[ 1000] 531 643 756 943 221384 511[ 1000] 75 651 70 78 95 721 859 222161 360( 500] 491 595[ 10001 871 901 223035 216 81 83 625 81 82 702 844 224004 37 96 277 78 82 675 81 798 829 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn 3 75 000.. 1 gu 50 000 ML, 1 3 30 000 r., 1 zu 15 000 2 1 3 10 000 W., 2 au 5000 M., 59 zu 3000 m, 74 au 1000 M., 140 zu 500 Mt. 19 Biehung 4. Klasse 208. Kgl. Preuß. Rotterie.| 111022 48 264 321 490 528 651 703 877 112051 89 Biehung vom 15. ai 1903, nachmittags. Nur bie Gewinne uber 232 t. find den betreffenden Bummeru in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachbend verboten. 42 46 119 698 813 21 919[ 10001 79 89 1039 115 308 22[ 30001 681 809[ 30001 956 2139 300 53 481 587 752 979 3059 62 64 160 72 287 401 14 702 960 4148 306 415 613 825 961 5066 108 203 21 68 610 16 708 93 94 879 960 6709 7076 150 366 444 713 825 8011 42 282 470 575 86 658 772 9012 70 76 256 339 94 97 499 505 613 880 10002 5 36 162 414 35 578 666 757 823 900 11071 205 21 343 65 85 446 608 978 89 95 99 12223 44 85 396 619 753 95 13039 76[ 5001 294 310 39 454 668 834 35 978 14333 88 628 31 68 809 82 940 98 15000 50 85 204 86 366 91 408 176 16058[ 10001 63 84 101 26 225 73 338 533 850 17029 128 263 419 748 84 826 3000] 19008 23 78 110 78 347 531 45 45 609 736 C6 818 78 20225 301 32 617 705 97 21045 436 74 76 618 66 890 940 99 22031 106 459 593 10001 819[ 500] 90 908 10001 63 23088 151 339 42 79[ 5001 870 24128 74 92 417 52 79 688 786 818 37 91 25257 316 422 33 509 745 829 41 95 26035 88 110 238 62 68 84 391 401 53 559 651 746 1750001 48 865 82 86 995 27027[ 500] 74 131 607 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