Nr. 115. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsBreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 art, für das übrige Ausland& Mark pro Monat. Erichelpt täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. Dienstag, den 19. Mai 1903. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. " andrer Parteien, eine Erleichterung für die breite Masse des Da ist natürlich für die dringendsten und unabweislichsten Eine Selbstentlarvung des Centrums. Volkes oder in der Lebenshaltung der Mannschaften, Unter- Bedürfnisse kein Geld vorhanden. Mit den verbündeten Reoffiziere usw. oder ähnliche Verbesserungen darstellen. Ebenso gierungen", sagt die Broschüre, sind alle Reichstags- Abgeord Die bekannten Centrums- Abgeordneten Müller- Fulda tonsequent ist die Stellung der Socialdemokratie zum neten, die sich der Mühe unterziehen, die Finanzlage des Reiches und Sittart haben im Verlage von J. P. Bachem zu Köln jetzigen System der stehenden Heere. Wir fordern das zu studieren, der Ansicht, daß Gehaltserhöhungen in größerem eine Broschüre erscheinen lassen:„ Der deutsche Reichstag von Wilizsystem, weil wir dasselbe für militärisch wirksamer, Umfange, ebenso die Erhöhung der Pensionen der sogenannten 1898-1903. Ein Bericht über die Thätigkeit der Centrums- demokratischer und billiger halten. Von einer Wehrlosmachung Friedensinvaliden", d. h. der großen Zahl der Feldwebel partei in der abgelaufenen Legislaturperiode." Die Broschüre des Vaterlandes zu reden, ist Humbug, niemand würde sich und Unteroffiziere, welche alljährlich als invalide" abgehen, wird in der Centrumspresse nachdrücklichst empfohlen. Wir energischer dagegen zu wehren wissen, daß Deutschland zum nur dann möglich wären, wenn zugleich neue Steuern bemüssen gestehen, es ist uns selten ein Machwerk zu Gesicht ge- Tummelplak fremder Heere gemacht würde, als eine focial willigt werden. Die Abgeordneten, welche zu solchen Mehrkommen, das von vorneherein sich in höherem Grade dazu demokratische Regierung. Selbst Moltke hat sich für das Miliz- ausgaben immer aufs neue hindrängen, würden also gleichverurteilt sah, dem Gegner alle Positionen in die Hände system ausgesprochen und bedeutende militärische Autoritäten zeitig die Verpflichtung haben, die zur Deckung derselben erzu spielen. Wenn die genannten beiden Abgeordneten in der stimmen mit ihm überein, wie ja auch die Erfahrungen der forderlichen neuen Steuern in Vorschlag zu bringen und für Absicht an ihre Aufgabe herangetreten wären, der letzten Zeit, z. B. noch der südafrikanische Krieg, immer mehr deren Bewilligung eine Mehrheit im Reichstage zu beCentrumspartei eine schwere Verlegenheit zu bereiten, sie die Berechtigung unsrer Forderung erweisen. Wenn die schaffen." Was Wunder, daß da die biederen Centrumskönnten nicht mit größerem Geschick zu Werke gegangen bürgerlichen Parteien von Milizen nichts wissen wollen, wenn leute, die mit ihren Fraktionsgenossen weidlich dazu sein. So rächen sich am Centrum die Frevel und Ver- sie mit dazu helfen, das Heer immer hermetischer nach mitgeholfen haben, aus den Steuerpfennigen des rätereien, die es systematisch an der Sache des Volkes be- außen abzuschließen, so geschieht es im Hinblick auf den Volkes Millionen und Abermillionen auf die Straße gangen hat. Die nackte Logit der Thatsachen liegt so offen- fog. inneren Feind", weil man, wie Moltke dies einmal zu werfen, anftatt das Vorhandene für wirkliche sichtlich zu Tage und spricht eine solch' unzweideutige Sprache, ausdrückte, die Waffen zwar schnell ausgeben, aber schwer Stulturaufgaben zu verwenden daß da diese biederen daß sie durch jedes Verdrehungsgestammel klar bernehmlich wiedernehmen kann. Dieser thatsächliche Sachverhalt ist auch Centrumsleute behaupten, die Socialdemokratie habe in den hindurchklingt und daß auch eine geschicktere Dialektik als die den beiden Centrums- Abgeordneten ganz und gar nicht unbe- letzten Jahren zu Gunsten keineswegs einwandfreier Militärder Abgeordneten Müller- Fulda und Sittard an der un- fannt, und es kennzeichnet den moralischen Bankrott einer und Marineforderungen, in der Höhe von vielen Millionen, möglichen Aufgabe, den Mohren weiß zu reden, scheitern müßte. Partei, wenn selbst Abgeordnete, die den Anspruch erheben, den Ausschlag gegeben"? Daneben leisten sich die beiden Da] werden an erster Stelle die Militär- und etwas zu gelten und ernst genommen zu werden, in der frommen Herren eine platte Gemeinheit, wenn sie von dem Marinevorlagen behandelt. Sowohl für die Militär- breiten Deffentlichkeit vor derartigen Agitationsmittelchen nicht Verhalten der Socialdemokratie den Preisüberforderungen borlage von 1898 wie für das Marinegesetz von 1900 wird zurückschrecken. gewisser patriotischer Lieferanten gegenüber das Folgende bezugestanden, daß man zwar zunächst eine Auflösung In geradezu klassischer Weise schildert die Broschüre die haupten:„ Wenn solche Sachen vom Centrum aufgeklärt des Reichstages erwartet habe, daß jedoch nichts destoweniger Inscenierung der China- Expedition. Im Herbst 1900 werden und auf seine Anträge hin seitens der Verwaltung eine Verständigung zroischen Bundesrat und Reichstag auf gab es eine neue Ueberraschung für den Reichstag" Abhilfe geschaffen oder zugesagt, pflegt die Socialdemokratie Grund der vom Centrum gemachten Gegenvorschläge" erzielt nämlich nach den kostspieligen Ueberraschungen der Militär- sich nachträglich der Sache zu bemächtigen und dieselbe in ihrer worden set. In betreff der Militärvorlage wird erwähnt, daß und Marinevorlagen. Diese China- Erpedition war zweifel- Presse so hinzustellen, als habe ihre Partei das Verdienst, fie an neuen Formationen 10 Bataillone, 80 Batterien und Los etwas über den Rahmen der Notwendigkeit diese Mißstände beseitigt zu haben, thatsächlich aber nehmen 17 Estadrons, sowie eine Erhöhung der Friedenspräsenz von und das Verhältnis der deutschen Interessen gegen die Vertreter der Socialdemokratie in der Budgetkommission, 16 265 Mann brachte. Als besonderes Verdienst des Centrums über denjenigen andrer Staaten hinaus insceniert worden; in welcher diese Angelegenheiten behandelt zu werden pflegen, wird der Abstrich von 7006 Mann mit einer jährlichen Kosten wie der spätere Verlauf gezeigt hat, war insbesondere die fost in der Regel eine indifferente Haltung ein." Diefe Worte ersparnis von 5 Millionen in Anspruch genommen. Die spielige Entsendung eines deutschen Panzerschiff- Geschwaders geben wir lediglich zur Kennzeichnung flerifaler Parteigrößen Thatsache, daß das Centrum sich dabei verbunden, die ab: völlig überflüssig gewesen, gleichwohl ist zuzugeben, daß es wieder, sie ernstlich zu widerlegen ist überflüssig. gestrichenen 7006 Mann später zu bewilligen, wird dabei auch anders hätte kommen können. Die Expedition erfolgte Diese Finanzlage, die in erster Linie, das wiederholen freilich unterschlagen. Gleichfalls unterschlagen, wiewohl die ohne Genehmigung des Reichstages, d. h. ohne daß derselbe wir, vom Centrum verschuldet ist, so sehr man sich jetzt beangebliche Ersparnis von 5 Millionen sorgfältig registriert vorher um eine solche angegangen worden wäre, wie es bei strebt zeigt, dieselbe der bösen Regierung auf die Kappe zu wird, ist die gewaltige Erhöhung des jährlichen Militäretats, strifter Befolgung der gesetzlichen Vorschriften hätte geschehen laden, giebt erst dem Zolltarif das richtige Relief. Wir können welche durch jene andren Bewilligungen hervorgerufen worden sollen, die verbündeten Regierungen suchten diesen Fehler hier nicht auf alle die empörenden Einzelheiten und die ist. Der gleiche plumpe Schwindel wiederholt sich bei der jedoch dadurch gut zu machen, daß sie nach dem Wieder rohen Gewaltakte zurückkommen, welche die Beratung jenes Flottenvorlage. Das Regierungsprogramm," sagt unsre beginn der Reichstags Session eine Vorlage einbrachten, in Gesetzes" zu einer Schande für das deutsche Parlament geBroschüre, enthielt Forderungen von einer solchen Höhe, wie welcher fie um Indemnität nachsuchten. Diese wurde denn auch macht haben, wir weisen nur darauf hin, daß die klerikale Broschüre man sie bis dahin kaum für möglich gehalten hatte," und an vom Reichstag bewilligt." Diese Worte bedürfen keines auch hier an Entstellung und Verdrehung das Menschenmögliche die ein biederer Centrumsabgeordneter seine Wähler so kurz Kommentars. Die Broschüre berechnet die Kosten der Er- leistet. Die Broschüre erinnert nochmals ausdrücklich daran, daß vor dem 16. Juni gar nicht zu erinnern wagt, gleichwohl" pedition auf mehr als 253 Million. Aber dessen ungeachtet die Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle auf Veranlassung wurde bewilligt, enthielt doch das Verständigungsprogramm ist das Centrum, das der Regierung die Indemnität samt des Centrums bei Annahme der Flottenvorlage seitens der eine Verminderung der Schiffsneubauten 2c. und dadurch eine einer Viertel Milliarde in den Schoß mirft, der unentwegte Regierungen zugesagt worden, glaubte jedoch den Zolltarif Ermäßigung der Gesamtkosten innerhalb 18 Jahren um rund Wahrer der Voltsinteressen". Es dringt nach drei Jahren vor Behauptungen, als sei er eine bloße Finanzoperation, in 390 Millionen Mark". Daneben werden noch fast 60 Millionen auf„ baldige Erledigung der ostasiatischen Expedition" und Schutz nehmen zu sollen. Die Herabjegung der eigentlichen Ersparnisse aufgerechnet, indem man den, an das Ausland streicht, um diesen Wünschen den nötigen Nachdruck zu geben", Finanzzölle auf Petroleum, Tabat, Staffee u. a. beweise,„ daß billiger als an Deutschland verkaufenden Panzerplatten- tapfer ganze drei Millionen! die Neuregelung des Tarifs weniger die Aufgabe hatte, Fabrikanten die Profite in etwas beschnitt. Daß aber So werden alle Steuerermäßigungen, Abstriche usw. als eine Vermehrung der Reichseinnahmen herbeizuführen, als die Gesamtkosten des Flottenschwindels dem ausschließliches Centrumsverdienst in Anspruch genommen und vielmehr die Basis für neue Handelsverträge zu schaffen, nach der Regierungsvorlage etwa viereinhalbtausend Millionen forgfältig gebucht, die Mehrlasten jedoch diplomatisch unter gleichzeitig aber der landwirtschaftlichen Produktion einen und in Wirklichkeit mehr als fünftausend Millionen aufbürden schlagen und verschwiegen. Freilich kann der Stand der höheren Schuß angedeihen zu lassen". Danach verfolgen sollten, davon steht in der ganzen Broschüre nicht ein einziges Wort. Reichsfinanzen nicht ganz übergangen werden und hier muß die also die Getreide- und Viehzölle Viehzölle eingestandenermaßen Trotzdem fühlen die beiden Centrumsgrößen das Be- Broschüre zugestehen, daß die Centrumsweisheit vollständig auch den Zweck, für das Reich neue Einnahmequellen dürfnis, sich auch mit der Haltung der Socialdemo Fiasko gemacht hat. Da heißt es: Die Militärvorlage von zu schaffen. So hat ja auch das Centrum das Inkraftfratie in Militär- und Marinefragen auseinanderzusehen. 1899, das Flottengesetz von 1900 brachten ganz erhebliche treten der famosen Witwen- und Waisenversorgung bis zum „ Eine Abschaffung des deutschen Heeres," heißt es in der Steigerungen der Ausgaben, und wenn auch für die Mehr Jahre 1910 hinausschieben müssen, eine Thatsache, welche felben, wie solche die Socialdemokraten theoretisch fordern, tosten des Flottengesetzes vorsichtigerweise auf Antrag des unsre Broschüre wiederum geflissentlich unterschlägt. Daß dafann von jedem unbefangen Denkenden nur als ein Unsinn Centrums eine besondere Deckung durch die Schaumweinsteuer und neben mit den großen Zahlen gerechnet wird, die der Arbeiterbezeichnet werden, so lange nicht eine allgemeine Abrüstung die Erhöhung der Lotterie- und Börsensteuer geschaffen worden klasse aus den staatlichen Versicherungsgesehen zugeflossen feien, aller europäischen Staaten gleichzeitig erfolgt und so war, so wuchsen doch die Ausgaben für sociale Zwecke, für versteht sich nach dem Gesagten von selbst. Die beiden lange insbesondere das republikanische Frankreich und Benfionen, für das Kolonialwesen und die Weltpolitit" Centrumsgrößen bekommen es sogar fertig, mit der Zahl von mit ihm berbündete Rußland große stehende derartig, daß es schließlich, als in den Jahren 1901 und 1902 4% Milliarden zu operieren, indem sie nicht nur die aufHeere an den deutschen Grenzen unterhalten. Auch ein wirtschaftlicher Niedergang eintrat, der große Einnahme- gehäuften Reserven, sondern sogar die von den Arbeitern selber die Socialdemokraten würden sich wahrscheinlich bedenken, Ausfälle zur Folge hatte, nicht mehr möglich war, das als direkte Beiträge zur Kranten, Invaliditäts- und UnfallDeutschland, wie in früheren Jahrhunderten, zum Tummelplatz Gleichgewicht im Reichs- Haushalt aufrecht zu erhalten." versicherung eingezahlten Summen als für die Arbeiter auffranzösischer Armeen werden zu lassen; so lange sie aber nur Der Löwenanteil der Mehrausgaben entfällt auf die Militär-, gebracht" ins Feld führen. Da unsre Broschüre sich bei dieser eine Minderheit im deutschen Reichstage bilden und die andern Marine- und Weltpolitik, die das Centrum durch seinen un statistischen Musterleistung auf eine unlängst erschienene Parteien für die Aufrechterhaltung der bestehenden Verhältzeitigen Bewilligungseifer hat züchten und großziehen helfen. socialpolitische" Schrift des Volksvereins für das katholische nisse und die notwendigen Verbesserungen sorgen lassen, Der damals bevorstehende und jetzt noch andauernde wirt Deutschland beruft, so werden wir Veranlassung nehmen, können sie sich den billigen Witz machen, am Schluß der schaftliche Niedergang ist von unsrer Seite mit größtem Nach darauf in anderm Zusammenhang zurückzukommen. Etatsberatung alles abzulehnen und phantastische Forderungen druck vorhergesagt worden, da schon beim Auftauchen der Wir haben aus dem Inhalt der Broschüre nur einiges zu stellen, von denen sie wissen, daß solche doch keine An- Flottenpläne von 1900 die deutlichsten Anzeichen für das Ende Wesentliche hervorheben können. Ihre besonderen Vorzüge nahme finden. Man weiß hinlänglich, daß dies nur wahl der Prosperitätsperiode vorhanden waren. Daß der Versuch, sind damit bei weitem nicht erschöpft und wir empfehlen sie taktische Manöver find, mit denen sie der großen Masse Sand die 4300 Millionen, welche der Bau der Flotte tosten wird, als fetten Centrums bissen unsren lachenden Agitatoren. in die Augen streuen wollen. Thatsächlich stimmten in den durch Schaumweinsteuern 2c. aufzubringen, ein plumper Jahren 1902 und 1903 die socialdemokratischen Abgeordneten Schwindel ist, haben wir wiederholt betont; jezt wird auch schon für einzelne Militärforderungen und gaben dabei derselbe auch bon unfren Centrumsgrößen in in feiner zuweilen den Ausschlag für Annahme derselben." wahren Gestalt entlarvt. Sie jammern, daß der Ueberschuß von das " Volke # 11 Wahlkampf. Die Gewerkschaften und die Reichstagswahl. Allerdings, dieses unsägliche Geflunker ist ein bewußtes 30 Millionen, den noch der Etat von 1898/99 aufwvies, sich Das Korrespondenzblatt" der Generalfommiffion der Gewerkwahltaktisches Manöver der allerperfideften, aber auch der im legten Gtatsjahre nach der Schäzung des Reichs- Schatz schaften Deutschlands unterzieht im Hinblick auf die Reichstagsallerkläglichsten Art. Die Socialdemokratie steht vor der amtes in ein Deficit von 34 Millionen verwandelt hat. Trotz wahlen die Reichspolitik der vergangenen 5 Jahre und die gegenThatsache, daß der Jahres- Etat regelmäßig von den bürger der erhöhten Matrikularumlagen der Bundesstaaten habe sich wärtige politische Situation einer Betrachtung, wobei selbstverständVordergrunde lichen Parteien angenommen wird. Sie würde ihre Pflicht das Anleihebedürfnis des Reiches folossal vermehrt. Unfre ich die besondern Arbeiterangelegenheiten im stehen. Nachdem die Haltung der Parteien zu den die verlegen, wollte sie im Bewußtsein, das Gesamtresultat der Broschüre giebt die folgende Anleihe Tabelle: organisierten Arbeiter speciell berührenden Fragen geprüft Militär- und Marine- Etatsberatung selber abzulehnen, in der und festgestellt ivorden, daß die Interessen der Arbeiter Specialberatung die Dinge gehen lassen wie sie gehen. Darum nur bon der focialdemokratischen Partei ernsthaft bertreten verhilft sie stets und in ganz selbstverständlicher Weise, wo worden sind, schließt der Artikel: dies nur angängig, Anträgen zur Annahme, die gegenüber weitergehenden Forderungen, sei es der Regierung, sei es 1899 69 019 100 mark 1900 1901 1902 77 438 629 79 981 541 113 200 439 " " " 1908 159 888 325 # " Selbstverständlich können die Gewerkschaften ihre Mitglieder nicht verpflichten unter allen Umständen nur einem Socialdemokraten hre Stimmen zu geben. Wie die Gewerkschaften ihre Mitglieder beim Eintritt nicht nach deren Parteistellung oder religiösem Glaubensbekenntnis fragen, so üben sie auch keinen Druck aus, um sie zur Stimmabgabe in einer gewissen Richtung zu zwingen. Sie haben ihre Pflicht erfüllt, wenn sie die rechtlichen und socialpolitischen Boraussetzungen ihres Wirkens, ihre Lebensinteressen und deren bisherige Vertretung darlegen und danach den Mitgliedern die Entscheidung selbst überlassen. Die Wähler zu sammeln und organisieren, sie politisch zu schulen und deren Abstimmung einheitlich zu lenken, kann nur Aufgabe der politischen Parteien sein, und das Vorhandensein einer äußerst rührigen Arbeiterpartei überhebt sie der Notwendigkeit politischer Propaganda. T ein zu weites Entgegenkommen gegenüber jedweder Stellungnahme| vorgekommen sind, die ein polizeiliches Einschreiten notwendig ge der Regierung im Vordergrunde stehen. Leider haben diese letteren macht haben. Rücksichten auch bei den letzten Reichstags- Verhandlungen innerhalb Hiernach liegt für mich keine Veranlassung vor, das von der der Partei einen größeren Einfluß geübt, als für die Interessen Polizeiverwaltung in Gefell erlassene Verbot wieder aufzuheben. Der Königliche Landrat. der Landwirtschaft zulässig war. Es ist deshalb nötig, auch gegenüber den bevorstehenden Wahlen die Landwirte ausdrücklich auf- Der Amtshauptmannschaft Auerbach im Königreich Sachsen zufordern, nur solche Kandidaten zu unterstüßen, welche genügt es sogar schon, daß vor fünf Jahren einmal das Publikum unterstützen, welche ben Zaun umlagert hat, um jetzt eine Versammlung zu verbieten. rückhaltlos für die Forderungen der Partei einzutreten nicht nur Sie entscheidet: versprechen, sondern nach ihrer politischen Vergangenheit und unAuerbach, den 8. Mai 1903. abhängigen Stellung auch die hinreichende Gewähr zur Erfüllung Auf Ihre durch den Gemeindevorstand zu Rempesgrün hier eindieses Versprechens bieten. gereichte Eingabe vom 7. d. M. ist Ihnen zu eröffnen, daß die königDesto mehr aber bleibt den gewerkschaftlich organisierten Obwohl in der Gesamtabstimmung über den Zolltarif dreißig liche Amtshauptmannschaft die Abhaltung der von Ihnen für Sonntag, Arbeitern die Pflicht, als Staatsbürger sich auch politisch zu be- Konservative für die Vorlage und mur dreizehn gegen sie stimmten, den 10. d. M. nach dem Gartengrundstück Nr. 54 in Rempesgrün einthätigen und im Anschluß an eine Partei dafür einzutreten, daß den werden alle, oder doch" fast" alle in Gnaden wieder aufgenommen. berufenen öffentlichen Volksversammlung hiermit untersagt. Das Verbot Interessen der Arbeiterklasse in der Reichsgesetzgebung mehr Die Komödie ist zu Ende. Montecchio und Capuleti fizen ab- hatte zu erfolgen, weil das bezeichnete, mit einem Staketzaun umgebene als bisher Geltung verschafft werde. Diese Pflicht liegt geschminkt bei der Versöhnungspulle und erwarten gemeinsam den Grundstück mit seiner Längsseite dicht an dem den Wirtschafsbefizern nicht allein den wahlfähigen Arbeitern sondern allen Raffenrapport der Wahlen. Hummel und Ungethüm gehörigen viel begangenen Wirtschaftsweg Arbeitern ohne Unterschied des Geschlechts und Alters, gelegen und bei dieser Sachlage eine Gewähr dafür nicht gegeben die sich ihres Arbeiter- Interesses bewußt sind, denn alle ist, daß nicht auch außerhalb des Zaunes stehende Minderjährige an müssen darauf hinwirken, daß die Gesetzgebung in der ihrem Wohle Der Verteidiger der Kardorff- Rotte. Die Freifinnige Zeitung" der Versammlung teilnehmen. Daß diese Gewähr thatsächlich nicht dienlichen Weise beeinflußt werde. Jedem ist die Möglichkeit der behauptet gegenüber einem Berliner Flugblatt, daß einzig und allein vorhanden ist, wird durch die Thatsache bestätigt, daß während einer politischen Organisation und der Mitwirkung in der Arbeiter die Socialdemokraten bei dem Zollkampf geschimpft haben. Den vor fünf Jahren in demselben Gartengrundstück abgehaltenen öffentbetwegung geboten und jeder muß sein Teil dazu beitragen, daß am tonservativ- klerikalen Schreigruß:" Juden runter", die Aufforderungen lichen Volksversammlung zahlreiches Publikum den Staketzaun umTage der Reichstagswahl Arbeitervertreter gewählt werden. Es ist Maul halten", das Plackesche Angebot von Ohrfeigen und ähnliche vielleicht überflüssig, zu sagen, daß ein gewerkschaftlich organi- eußerungen zollwucherischen Anstands hält Eugen Richter offenbar lagert hat. Königliche Amtshauptmannschaft. fierter Arbeiter, der sein Klasseninteresse wohl begriffen im Interesse der guten Sache für durchaus verständig. hat, Itur einem socialdemokratischen Vertreter Die„ Freifinnige Zeitung" behauptet ferner, daß die bürgerlichen Diese Uebereinstimmung des preußischen Landrats mit dem feine Stimme geben wird. Aber wir haben auch keinerlei Parteien nur einmal Eugen Richter Beifall gezollt hätten, damals fächsischen Amtshauptmann läßt vermuten, daß eine allgemeine Leere Ursache, diese felbstverständliche Feststellung zu scheiten, nach als er statt gegen Kröcher gegen Barth redete. Das ist erlogen. in dem großen Kasten eingetreten ist, der die alten Muster von polizeidem die bürgerlichen Barteien selbst am meisten dazu bei- Warum schämt sich Eugen Richter des redlich verdienten Beifalls lichen Gründen zum Verbot von Versamnilungen enthält und daß getragen haben, die Arbeiter mit der Socialdemokratie unlöslich seitens der Zollwucherparteien, der ihn von Anfang bis zu Ende irgend ein anschlägiger Kopf den Auftrag zur Aufstellung eines zu verbinden, so daß in der letztjährigen Session selbst der Staats- verfolgte? Schon bei der Aichbichlerei war er so stürmisch, daß ihn Normalschemas erhalten hat, nach dem in Zukunft gearbeitet fekretär Graf v. Bofadowsky als Thatsache zugestehen mußte, daß der Parlamentsbericht der Freifinnigen Zeitung" herausforrigierte. werden soll. diese Partei die Vertretung der Arbeiter bilde. Man könnte eben- Nur in dem Wahlhandbuch der konservativen Partei findet einzig und fogut die Sonne leugnen oder das Gesetz der Erhaltung der Energie allein Eugen Richter Gnade vor Kröchers Augen. in Zweifel stellen, wie diese einfache Thatsache aus dem Bereich der Wirklichkeit verschwinden lassen. Möge jeder deutsche Arbeiter daher die wenigen Wochen bis zum Wahltag benutzen, um für einen nachhaltigen Erfolg der Arbeiterbewegung zu wirken. Pflicht ist es, dafür zu sorgen, daß an diesem Tage nur zuverlässige Arbeitervertreter gewählt werden. Dringend notwendig ist es, zu verhindern, daß eine Reichstags- Mehrheit aus der Wahl hervorgeht, die, wie die früheren, dem Bolte neue Lasten und Steuern aufbürdet, seine Rechte mit Füßen tritt und ihm den notdürftigsten Schutz gegen Ausbeutung, gegen physische und sociale Not versagt. Jeder trete in die Reihen der Kämpfer ein, um nach besten Kräften beizutragen für den Sieg der Arbeitersache." " Barth und Richter. In einer Kieler Wahlversammlung hat der freisinnige Abg. Barth seine bekannten Ansichten dargelegt, daß der Liberalismus nicht die Socialdemokratie bekämpfen solle, die schon noch vernünftig" werden würde. Er wandte sich insbesondere gegen Eugen Richter: Eine solche große Volksbewegung dürfe man nicht unter fleinlichen Gesichtspunkten betrachten, brauche sie auch nicht mit dem kleinlichen Haß der politisch Depoffedierten( Zurückgedrängten) anzusehen. Was aber teilt die Freisinnige Ztg." aus Barths Rede mit? Nur den einen Satz: Kein größeres politisches Unglück" könnte es für die Arbeiterbevölkerung Deutschlands, auch für die socialdemokratische Arbeiterbevölkerung geben, so äußerte Abg. Barth Rentier Zittermeier will siegen. Die Bossische Zeitung" be- in einer Versammlung in Kiel am vorigen Freitag, als wenn es der schäftigt sich mit unsrer Besprechung des Liebenowschen Flugblattes socialdemokratischen Agitation gelänge, den liberalen Damm, und verspricht am Schlusse ihrer Notiz, daß der sterbende Freifinn der gegenwärtig den Hauptanprall der Reaktionäre aushält, zu am 16. Juni in Berlin dem Antisemitismus und der Neaktion wie untergraben. Die Socialdemokratie für sich allein würde ganz der Socialdemokratie eine gründliche Niederlage bereiten werde. unfähig sein, die Reaktion zurückzuhalten und aus eigner Kraft etivas In derselben Notiz wird auch das am Sonntag verbreitete social- zu erreichen." demokratische Flugblatt behandelt. Da beschwert sich die„ Vossische So baut sich der politisch Depossedierte" ein Reich neuer Zeitung" über den darin gegen die Freifinnigen enthaltenen Vorwurf Macht! der Heuchelei und fragt:„ Haben die Waldeck, Ziegler, Virchow, Schulze- Delitzsch, Bürgers nur Freiheitsliebe geheuchelt? Ist der alte Langerhans nur ein Heuchler?" ' Daß es einmal freiheitliebende Männer im Bürgertum gegeben hat, die auch für die Freiheit mutig gestritten haben, das zu leugnen fällt uns gar nicht ein; aber das war einmal! Was sich heute noch freifinnig nennt, das hat von Freisinn nichts mehr wie den Namen, das wird keiner Reaktion mehr eine Niederlage bereiten, weil ihm entweder die Kraft zu kämpfen oder das Interesse an der Freiheit fehlt. Der Freiheit und dem Fortschritt hat es dagegen schon NiederTagen genug bereitet und wird ihnen noch mehr bereiten. Aber darum wird es der Socialdemokratie erst recht keine Niederlagen bereiten. " Beeger. 4 Wahlpostkarten zur Benachrichtigung der Wähler über die erfolgte Eintragung in die Wählerliste und mit Angabe des Wahllokals, in welchem der Kartenempfänger sein Wahlrecht auszuüben hat, ge langen auf Beschluß der städtischen Kollegien auch in Würzburg zur Ausgabe. * Bom Wahlkampf in Sachsen. Aus Sachsen wird uns geschrieben: Die diesjährige Wahlbewegung weist einige Verschiedenheiten von der früherer Jahre auf. Zwar glaubte die verrottete Reaktion durch das Kartell einer Intellektisierung des Kampfes überhoben zu fein, aber die immer vorwärts treibende Socialdemokratie ist ihren Gegnern längst voraus geeilt und bietet den Wählern eine gediegene geistige Kost, die darum den Kartellbrei immer weniger schmackhaft finden. Nun mühen sich einzelne Kartellfandidaten im Schweiße ihres Angesichts ab, der socialdemokratischen Agitation die Stirn zu bieten, zeigen aber durch ihr Auftreten mur, wie weit die Kartellparteien hinter der Socialdemokratie zurückgeblieben sind. Schon daß sie den Kampf mit geistigen Waffen" wieder einmal aufnehmen, bestätigt, daß der Einfluß des amtlichen Wahlapparates zurückgeht und die aus der socialistengesetzlichen Zeit übertommene Brutalität die Massen nicht mehr einschüchtert. Nun Landräte als Wahlmacher. Am Freitag hat der Freis. 3tg." predigen sie Anstand und wollen mit uns diskutieren. Ergötzlich zufolge der Landratsamts- Verweser v. Jordan in Glogau auf und annehmbar! Also ,, heraus mit Eurem Flederwisch!" Indes, einer konservativen Vertrauensmänner- Versammlung präsidiert die Macher des Kartells bleiben noch fürsichtig hinter der Front, und dort die Kandidatur des Bündlers Quehl empfohlen. Nachdem die bedauernswerten Kandidaten fechten meist allein gegen die sein Vorschlag acceptiert worden war, brachte der Herr Landratsamts- reisige Socialdemokratie. Hoffentlich kriegen wir Kartellgenerale Verweser ein dreifaches Hoch auf den bündlerischen Kandidaten aus. auch noch vor die Klinge! Die landrätlichen Corpsstudenten halten wacker gegen die regierenden ministeriellen„ Bullenmelker" in Berlin zusammen. Das rheinische und badische Centrum veröffentlicht noch besondere Wahlaufrufe. Der rheinische richtet sich gegen den Bund der Landwirte, der badische gegen Nationalliberale und Socialdemokraten. Die Einrichtung von solchen Specialaufrufen beweist, daß das Centrum sich in schwieriger Lage befindet. Wie Von der begeisterten Stimmung, die in den Volksmassen für die Reichstagswahl herrscht, konnte Genosse Singer erfreuliche Erfahrungen sammeln auf einer Agitationstour durch Thüringen, Centrumslogik. Abg. Trimborn erstattete am Sonntag in Nordbayern und das sächsische Voigtland. Die Versamm- Köln in einer Centrumswählerversammlung Bericht über die parlalungen des Genossen Singer waren allenthalben dermaßen überfüllt, mentarische Thätigkeit der Centrumsfraktion des Reichstages. wie es seit langem nicht beobachtet worden ist und die jubelnde Zu- sehr den ultramontanen Herren die große Anklagerede im Magen stimmung, die den Ausführungen des Redners überall von den Zu- liegt, die Genosse Bebel dieser Tage im heiligen Köln gehalten hat, hörern zu teil wurde, läßt uns hoffen, daß das arbeitende Bolt zeigte deren öftere Erwähnung in der Versammlung. am 16. Juni eine vernichtende Abrechnung mit seinen Bedrückern Dabei entwickelte Herr Trimborn eine erstaunliche Logik in der und Ausbeutern halten wird. Alle Nachrichten über die bisherigen Verteidigung seiner widerspruchsvollen Haltung zu den Viehzöllen. Ergebnisse der Agitation lassen erkennen, daß die Socialdemokratie Er ist nämlich im Kölner Stadtrat gegen die Viehsperren und im im Volle wieder gewaltig an Boden gewonnen hat und daß die Reichstage für die Erhöhung der Vieh- und Fleischzölle eingetreten eleuden Lügen und Verdrehungen, mit denen jetzt im Wahlkampfe und das hatte ihm Bebel vorgehalten. Darauf erwiderte Trimborn jetzt: gegen uns gearbeitet wird, selbst von den unerfahrensten Leuten richtig erkannt werden. Die Socialdemokratie wird die siegende Partei sein. Bündlerische Wahlcensuren. Das Kleine Wahl- ABC des Bundes der Landwirte" das soeben erschienen ist, lehrt nicht nur das agrarische ABC, sondern teilt auch agrarische Noten aus. 11 " Bei niedrigen Viehzöllen bestehe bei den Verwaltungsbehörden die Neigung, obwohl die Sperren lediglich aus sanitären Gründen verhängt werden sollen, die Viehsperren so lange als möglich auf recht zu erhalten. Bei höheren Zöllen werde diese Neigung abgeschwächt. Wer für einen höheren Viehzoll forge, wirke für die mögliche Einschränkung der Viehsperren. Das heißt natürlich den Teufel mit Beelzebub austreiben. Wenn Herr Trimborn das in einer socialdemokratischen Versammlung agte, dann würde man ihm sofort erwidern, daß man ja nur nötig sperren niemals als Ersatzmittel für mangelnde Viehzölle angewendet habe, den Verwaltungsbehörden klar zu machen, daß fanitäre Vieh werden dürfen. Keine Partei wäre zu solcher Beeinflussung der Behörden auf dem politisch- parlamentarischen Wege mehr in der Lage wie das ausschlaggebende Centrum. Versammlung gänzlich aus. Das ist auch ein zu heilles Thema für Ueber die Socialpolitik schwieg sich Herr Trimborn in seiner einen Centrumsmann. Eine weitere Verschiedenheit des jezigen Wahlkampfes, die sehr zu unsren Gunsten spricht, ist schon mehrfach hervorgehoben worden. Die Häusler und Kleinbauern auf dem platten Lande sonst durch den Druck bon oben sehr verschüchtert überlassen, ja bieten uns oftmals ihre Grundstücke zur Abhaltung von Versammlungen an und liefern damit ein prächtiges Gegenstüd zu der von unsren Gegnern beliebten Saalabtreibung, resp. Saalverweigerung, die sogar noch in einer Stadt wie Leipzig praktiziert wird. Diese Bereitwilligkeit und Unerschrockenheit fleiner Bauern verblüfft die Gegner. Behördliche Verbote von Versammlungen unter freiem Himmel gießen nur noch Del ins Feuer. Außerdem aber hat die Socialdemokratie einen gewaltigen Vorsprung vor ihren Gegnern in der Organisation des Wahlkampfes. Sie ist längst fertig und war zuerst auf dem Plan. Der Kandidatenmangel bei unfren Gegnern drückt obendrein deren Stimmung fief herab. Kapazitäten stellen sich wegen des zu befürchtenden Durchfalls ihnen nicht zur Verfügung. Es sind reine Angstkandidaten und manche stellen sich nur zur Verfügung, damit die Blamage der Kandidatenlosigkeit verdeckt wird. So fämpft nun ein sonderbares Gemisch von Kartellkandidaten gegen die Socialdemokratie an: Hier ein Antisemit, dort ein Konfervativer, Nationalliberaler oder ein Wilder"( Hoensbroech), und alle nur in dem verzweifelten Gedanken, die Socialdemokratie nicht zu viel neue Wahlkreise erobern zu lassen. Von Programm ist bei ihnen nicht die Rede. Nationalliberale müssen anerkennen und unterstützen, was bündlerische Agrarier und zünftlerische Rückwärtsler berlangen, sonst werden ihre Kartellbrüder auffässig. Himmel ist das ein Bund! Kartellwähler. Diese Umstände machen sich die freisinnigen Parteien zu nube, Zuerst kommt die Socialdemokratie. Sie wird mit einer " Fünf" nach Hause geschickt, und ihr wird nachgesagt, sie wolle die glauben aus der Kartellverwirrung- welcher Widerspruch liegt in Bauern durch schlechte Handelsverträge von ihren Höfen vertreiben, Vorteil ziehen zu können und stellen eigne Kandidaten auf. Können Bauern durch schlechte Handelsverträge von ihren Höfen vertreiben, dem Wort, aber es ist die richtige Bezeichnung für die Situation weil sie allen ihr Eigentum wegnehmen wollten. Es folgt der Freisinu. Armer Eugen Richter! Trotz der sie den Kartellparteien Stimmen abjagen, mun gut; der SocialSind einzelne ihrer großen Verdienste, die er sich nachweislich für die Sache des Brotdemokratie machen sie keine Beschwerden. Redner übermütig, werden sie bald gedämpft. Ultramontane Kanzolles erworben hat, wird auch er gewogen und zu leicht befunden. Von den Bauernvereinen wird gesagt, daß jüdische Kommerzienräte hier gezählten Stimmen didaten werden nur zu dem Zwecke in Sachsen aufgestellt, damit die den befürchteten Stimmenausfall an ihrer Spike ständen. in andren Centrumskreisen, wo die Socialdemokratie sicher Auch mit den Nationalsocialen steht es faul; das fatholische Arbeiterwähler dem Centrum abtrünnig macht, Centrum erhält eine Rüge wegen schlechten Betragens, weil es Uugesetzliche Wahlbeeinflussung. Für den Wahlaufruf des kon verdecken sollen. Diese fleine Absplitterung resp. Stimmentziehung in seiner Preffe den Bund der Landwirte in der gehässigsten Weise" servativen Jacobsfötter wurden nicht nur auf Anordnung einer vom Kartell kann immerhin auch als ein Beweis gelten, daß das bekämpfe. Auch wird ihm vorgeworfen, daß es nicht für den Antrag Ranik gestimmt habe und daß es beim Zollwucher auf die mittlere ganzen Anzahl von Gemeindevorständen durch die Ortspolizisten Centrum die Kartellsache verloren giebt. Unterschriften gesammelt, es unterschrieben diesen Wahlaufruf, der Die Kartellpresse weist eine Verschiedenheit gegen früher nicht Linie gefallen sei. Wenn sich jedoch ein Centrumskandidat auf das jetzt als Flugblatt verbreitet wird, in amtlicher Eigenschaft nicht auf, jie ligt und hezt drauf los im alten Stil. Aber die Angst Bundesprogramm verpflichte, könne man ruhig für ihn stimmen. Dagegen wird den Nationalliberalen der Krieg angekündigt, weniger als 3 Bürgermeister, 7 Amtsvorsteher und vor socialdemokratischen Siegen spricht aus ihren Beschwörungen der aber die Feindschaft gilt nur der Partei; ihre einzelnen Mitglieder 55 Ortsschulzen oder Gemeindevorsteher. Dagegen verhält sich die Regierung diesmal noch recht still. Die find, sofern sie reuig sind, beffer als zehn Gerechte. Der Bund der Landwirte," heißt es wörtlich, muß daher Das neue Wahlreglement, nach welchem die Wahlhandlung bis Vorgänge am Hofe verurteilen sie zu einem diskreten Verhalten in ( weil sie gegen agrarische Verbesserungen" des Antrags Kardorff 7 Uhr dauert, ist am 30. April im Reichs- Anzeiger" publiziert der Oeffentlichkeit, aber hinter den Coulissen zieht sie selbstverständlich gestimmt hat. D. Red.) die nationalliberale Partei jetzt als eine worden. Am 5. Mai hat der bayrische Bezirksamtmann in Berchtes- ihre Fäden. Doch das nützt alles nichts, ihre Thaten stehen auf der offene Gegnerin der landwirtschaftlichen Zuteressen bekämpfen und gaden amtlich bekannt gemacht, daß die Wahlhandlung um 6 Uhr Abrechnung für den 16. Jumi; es ist zu viel, was man dem sächsischen seine Mitglieder werden nur ausnahmsweise, und bei sehr bündiger geschlossen wird. Wenn den Regierungen an dem Zustandekommen Volfe zu bieten gewagt hat. Nach dem 16. Juni wird sie sich mit Verpflichtung auf die Bundesforderungen einem nationalliberalen gefeglicher Wahlen liegt, dann werden sie die Unterbehörden durch der Republik Hamburg trösten müssen, die auch eine Mehrheit socialKandidaten ihre Stimme geben können. besonderen Erlaß auf die Aenderungen des Wahlreglements auf demokratischer Wähler aufzuweisen hat. Die antisemitische deutschfociale Reformpartei merksam machen müssen. Die Bekanntmachung des Bezirksamtmanns erhält das allerbeste Zeugnis. An ihr ist füglich nichts aus- von Berchtesgaden, die nach der Publizierung des neuen Reglements zusetzen; sie besteht allerdings nur noch aus angestellten Geheim- erfolgte, ist direkt ungefeglich. agenten des Bundes. Der freitonservativen Partei sei man nicht unbei Ausübung des Versammlungsrechtes gerochen. So gab der Die Sünden der Väter werden auch an den Reichstagswählern Sächsische Polizei- Fürsorge. freundlich, aber ihr jüngstes Verhalten im Reichstage mahne zur Vorsicht.( Es ist merkwürdig, ein wieviel milderer Zon gegen die Landrat des Kreises Ziegenrück folgenden Bescheid auf eine Be- Immer neue Blüten treibt die Einmischung der Polizei in die eigentliche Kardorff- Partei angeschlagen wird als gegen die national- fchwerde: parteipolitische Thätigkeit der Socialdemokratie. Diesmal hat die liberalen Sündenböcke!) Man müsse sich ihre Kandidaten genau Burg Ranis, den 11. Mai 1903. Polizei in Nonneburg, Sachsen- Altenburg, den Vogel abgeschossen. ansehen. Der von Ihnen im Auftrage des socialdemokratischen Wahl- Zu einer Voltsversammlung am 14. Mai, in der Genosse GeyerSo ist die Spannung aufs höchste gesteigert, wenn die deutsch- komitees unterm 5. d. M. eingereichten Beschwerde gegen die Ver- Leipzig vor starkem Besuch über die Reichstagswahl sprach, hatte die konservative Partei schließlich als letzte an die Reihe kommt. Die fügung der Polizeiverwaltung zu Gefell vom 4. d. M., durch städtische Behörde eine Tellersammlung zur Deckung der Aussöhnung ist vollkommen, das zerschnittene Tischtuch wieder zufreiem Aussöhnung ist vollkommen, das zerschnittene Tischtuch wieder zu welche die Abhaltung einer öffentlichen Wählerversammlung unter Tageskosten unter den Bedingungen genehmigt, daß erstens der fammengenäht. Der Agrarierbund giebt seinem zweiten Ich folgenden freiem Himmel auf der Barthſchen Wiese in Gefell verboten worden Ertrag im Beisein des überwachenden Beamten Wahlfegen mit auf den Weg: ist, kann feine Folge gegeben werden. festgestellt werde, und zweitens ihr der Nachweis über Die deutschkonservative Partei steht ganz auf dem Boden des werden, daß es bei einer unter freiem Himmel stattfindenden VerWie die Verhältnisse in der Stadt Gefell liegen, muß befürchtet die Verwendung des Geldes erbracht werde. Der Vorsitzende der Versammlung acceptierte diese Bedingungen, Bundesprogramms, Kandidaturen derselben werden daher vom sammlung unter den einander gegenüberstehenden Parteien zu ließ während des Vortrages die Sammlung vornehmen und nach Bunde fast immer unterstützt werden können, wenn bei denselben Reibereien und Ausschreitungen kommen wird, zumals bereits bei Schluß der Versammlung sollte das Ergebnis der Sammlung festnicht persönliche, ehrgeizige Bestrebungen und Rücksichten, oder aber der letzten Reichstagswahl im Jahre 1898 folche Zusammenstöße gestellt werden. Das Bureau der Versammlung begann die KupferSo kann die Socialdemokratie den Kampf guten Mutes weiter führen, obgleich noch eine Forcierung der kartellbrüderlichen Agitation in den nächsten Wochen zu erivarten ist. Die Sache steht gut für uns. denn auch tapfer zählen, aber inzwischen traten noch eine große und gemein sei. Sie renommiert dabei, daß sie ein„ Gefühl des und Niceľmünzen zu fcheiden, um den Betrag dann leichter zu er-| unwiderleglich nachgewiesen, daß die Höhe des Brotgetreides weder| Richter nicht. Uns übrigens auch nicht; es ist uns sehr wider mitteln. Das dauerte dem Ueberwachenden zu lange, er griff unter von der Zollhöhe noch von der Preishöhe des Getreides entscheidend wärtig, uns mit dem Manne beschäftigen zu müssen, aber als Typus ſtürmischem Heiterkeitsausbruch der Anwesenden in die Münzen und beeinflußt wird, daß vielmehr gestiegene Löhne der Bäckereiarbeiter, der neuen Bourgeoisie muß er nun einmal beachtet werden.. wollte dem Bureau das Zählen Tehren. Man ließ ihn die verteuernden Wirkungen des Zwischenhandels in Mehl und die Die ,, Breslauer Zeitung" aber findet, daß der„ Vortvärts" roh Anzahl Personen, die noch nichts gezahlt hatten, an den Tisch heran durch Bodenſpekulation enorm gesteigerten Ladenmieten die wahren Gkels und der Verachtung" aufzuwenden fähig sei, und sie fügt mit und opferten Obolus auf Obolus, so daß das Zählen und die Heiter- Ursachen sind für die im Verhältnis zum Getreidepreiſe unverhältnis- milder Freundlichkeit zu: feit kein Ende nehmen wollte. Darüber nicht erbaut, schrieb der mäßig hohen Brotpreise." Beamte, der weiteren Gaben nicht mehr achtend, den von ihm ermittelten Betrag auf und verließ unter der nicht zu bezwingenden Heiterkeit der zahlreich Zurückgebliebenen zornigen Blicks den Saal. So bringt die fürsorgliche Polizei ihre Beamten in Verlegenheit. Politische Ueberficht. Berlin, den 18. Mai. Deutsche und französische Getreidepreise. Jetzt weiß man wenigstens, warum die Manteuffet, Leveßow, Arnim und Genossen gegen die Bäckereiverordnung Sturm gelaufen sind. Es galt ja den Kampf gegen die Bäckergesellen, die Volksausbeuter und Brotwucherer! man Wer in so gewissenloser und schmutziger Weise wider besseres Wissen einen wenn auch entschiedenen, so doch stets ehrlichen und offen heraustretenden Gegner beschimpft, der schändet die gesamte Journalistik. Er ist das, was man einen moralischen Lumpen nennt. Baffiert so etwas in irgend einem Winkelblatt, so kann man achselzuckend darüber hinweggehen, ist aber die Redaktion des Centralorgans einer großen Partei in so schmutzigen Händen, dann muß das polititche Folgen haben." Soweit, sogut! aber, wenn der Zwischenhandel auch mit an will der Schuld trägt, warum die proletarische Konsumvereins- Bewegung, die auf die Ausschaltung Die„ Breslauer Zeitung" versichert dann noch: es liege des Zwischenhandels hinarbeitet, durch Steuern erdrosseln? Und ihr daran, daß der politische Kampfplatz von solchem Gewarum tobt man gegen die Forderungen des Gemeindesocialismus, findet", von diesen schuldigen Hallunken" gesäubert werde. der die Errichtung städtischer Bäckereien verlangt? Wir glauben es dem Manne, der durchaus würdig wäre, ein Pfälzisches Schulelend. Daß eine Gemeinde noch dafür bestraft werden kann, daß sie hohe Löhne an ihre Lehrer bezahlt, sollte man nicht für möglich halten, und doch hat sich dieses Unmöglichscheinende In Frankreich haben in letzter Zeit die Weizenpreise eine der artige Höhe erreicht, daß aus den unbemittelten Volksschichten lebUnd wenn schließlich„ die durch Bodenspekulation enorm Raplansblatt zu redigieren, aufs Wort, daß ihm an der Beseitigung hafte Klagen über die steigenden Brotpreise ertönen und am 14. d. M. gesteigerten Ladenmieten" mit auf die Anklagebank gesetzt werden, der Hallunken liegt, die der schmutzigen Ansicht sind, daß ein ehrlich, die Deputierten der Stadt Paris in einer Zusammenkunft beschlossen so sei doch die bescheidene Anfrage gestattet, wer denn in den aber dumm fälschender litterarischer Agitator des Kapitalismus, haben, bei dem Ackerbauminiſter anzufragen, ob sich nicht in An- Gemeindekollegien die Bodenspekulation und das Hausagriertum be- wie der Verfasser des" Socialiſtenſpiegel", kein Anrecht auf„ Ehre“ habe. Die Berliner Zeitung" denkt naturgemäß über Fälschungen betracht des gegenwärtigen hohen Preisstandes eine zeitweilige Auf- tämpft? Eben die Partei, die die Konservativen zum„ Objekt der anders wie ein Socialdemokrat und deshalb hält sie den für einen hebung des Eingangszolles auf Weizen empfehle. Weißer Weizen Gesetzgebung" machen wollen, die Socialdemokratie. Hallunken, der dies edle Handwerk entlarvt. Der Ankläger muß notierte in Paris während der letzten Tage, sofort lieferbar, über Von den Profiten der Bäckereibesizer ist in der agrarischen halt den Unwillen der Ertappten ertragen; wir finden ihn menschlich 25 Frank( 25,10-25,20 Frank) pro 100 Kilogramm, für Kalkulation der Agrarier kein Wort zu lesen. Früher haben die durchaus begreiflich. Juni- Juli ungefähr 1 Fr. niedriger; es stellt sich also zur Zeit der Agrarier gelegentlich auch gegen die Bäckermeister den Vorwurf erPreis pro 100 Kilogramm auf etwas über 20 M., pro Tonne auf hoben, daß sie das Brot verteuern. Das hat aber böses Blut über 200 M. Das ist sicherlich ein hoher Preis, höher als zur Zeit gemacht. Der Mittelstand soll ja gerettet werden und die Bäckerin Westdeutschland, denn in Mannheim wird der rheinische und innung hat gesunde Fäuste. Wenn nun noch die Zwischenhändler in Ludwigshafen zugetragen. pfälzische Weizen mit 17,25, der amerikanische mit 17,50 bis 18 M. und die Hausagrarier zu Worte kommen, wird's schließlich niemand notiert. Aber der Preis, den die französische Bevölkerung als eine gewesen sein. Wenigstens keiner von den Herren, die einen guten unerträgliche Last empfindet und dessen Herabdrückung sie fordert, Rock tragen. das ist der Preis, den selbst die gemäßigteren Agrarier vom Schlage der Dade als normalen Durchschnittspreis für Deutschland verlangen, der Majoratsherr Hungert! und der thatsächlich sich während des letzten Jahrzwölfts in den meisten süd- und westdeutschen Gegenden nicht nur zeitweilig des Bundesrats gefunden. im Frühsommer, wenn bekanntlich fast regelmäßig die Preise steigen, ſondern als Durchschnittspreis ganzer Jahre behauptet hat. So ſtand z. B. nach amtlicher Ermittelung der Durchschnittspreis für Weizen in Bayern während drei von den letzten zwölf Jahren über 20 M. pro 100 Kilogramm, in Baden während vier Jahren, in Hessen während drei Jahren. = Der Bädergeselle ist das Karnice!! Er mästet sich, während Die Krankenversicherungs- Novelle hat am 18. Mai die Zustimmung Damit hat sich der Bundesrat auf den von uns von anfang an vertretenen Standpunkt gestellt, daß der Druckfehler, der niemals der Beschlußfassung des Reichstages zu Grunde gelegen hat, auch nicht als Reichstagsbeschluß anzusehen ist, daß vielmehr der Reichstag im vorliegenden Falle lediglich dem Beschlusse der Kommission zugestimmt hat. Der Stadtrat hatte unlängst beschlossen, um einer Ueberfüllung der Schulklassen beim Beginn des neuen Schuljahres( 1. Mai) vorzubeugen, sieben neue Schulstellen zu errichten. Doch der Stadtrat hatte die Rechnung ohne die Regierung gemacht. Diese versagte die Genehmigung zur Berufung der erwählten Lehrer, weil diese bis auf einen auf dem Lande beschäftigt find und durch deren Weggang auf dem Lande Lehrermangel entstehe. Der Lehrermangel auf dem Lande besteht aber nur infolge der erbärmlichen Bezahlung der Lehrer und daß diese nach den Städten streben, wo sie eine ganz andre geſellſchaftliche Stellung einnehmen als wie auf dem Lande, ist nur natürlich. Gerade in der so reichen Vorderpfalz, in der unmittelbaren Nähe von Ludwigshafen, giebt es reiche Landgemeinden. Die nur ganz niedere Umlagen oder auch gar keine erheben und für Lehrer und Schule keinen Pfennig mehr aufwenden als sie gesetzlicherweise müssen. Und zu Gunsten dieser Landgemeinden wird eine große Stadt, die jährlich 552 000 M. für ihr Schulwesen ausgiebt, gezwungen, ihre Proletarierkinder in überAusland. Oestreich- Ungarn. Gemeinde- und Elektricitäts- Gesellschaften.-st- Wien, 16. Mai. Zum deutsch- kanadischen Zollkonflikt. Die kanadische Regierung hat Dieser Vergleich zeigt schon, welchen Anspruch auf Wert die die Ausführungsbestimmungen zur Tarifnovelle veröffentlicht, durch immer wieder auftauchende Behauptung der Wortführer der oft- welche den Waren deutscher Herkunft Zuschlagszölle auferlegt elbischen Edelsten der Nation hat, in Frankreich seien die Getreide- werden. Nach dem Abdruck der betreffenden Verordnungen in füllten Schulklassen unterrichten zu lassen. preise weit höher als in Deutschland, wie denn auch Frankreich was der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" haben alle zolldie Socialdemokratie wohlweislich verschweige weit höhere Korn- pflichtigen Waren, die in Deutschland hergestellt sind, bei zölle habe als Deutschland. In Wirklichkeit gilt das nur vom ihrem Eingang in Kanada außer dem Zollfaz des allgemeinen ZollWeizenzoll, der in Frankreich 7 Frant 5,60 Mart pro 100 Stilo- tarifs noch 33 Broz. Zuschlag zu zahlen. Denselben Zuschlagszoll gramm beträgt, während der Mindestzoll für Weizen im neuen tragen Artikel, die zwar von einem andren Lande als von Deutschland eingeführt werden, deren Hauptwert aber in Deutschland deutschen Zolltarif bekanntlich auf 5,50 Mart festgesetzt ist; die erzeugt worden ist. Auch für aus England eingeführte Waren, die( Eig. Ber.) In den Straßen Wiens wird seit einigen Tagen ein seltsames franzöfifchen Zölle für andre Getreide- Arten( Roggen, Mais, Hafer) aus in Deutschland hergestellten Roh- oder Halbstoffen fabriziert Schauspiel aufgeführt: so oft Arbeiter irgendwo erscheinen und sich find weit niedriger. Aber dieser hohe französische Weizenzoll kommt sind, gilt diese Bestimmung, falls nicht der Wert dieser Roh- oder mit Arbeiten an den Straßen zu schaffen machen, eilt rasch die nur zum kleinsten Teil zur Wirkung, da nämlich Getreide aus den Halbstoffe weniger als 50 Proz. des Wertes des eingeführten fertigen Feuerwehr herbei, und fordert sie im Namen des hochweisen franzöſiſch- afrikaniſchen Besitzungen zollfrei in Frankreich eingeführt Produkts beträgt. Zum Zwede der Durchführung der Bestimmungen Magistrats der Stadt auf, die Arbeit ungefäumt einzustellen, werden kann und der Export dieser Kolonie nach Frankreich wird angeordnet, daß fünftig allen Fakturen über Waren, die aus widrigenfalls die Männer der Feuerwehr Gewalt gebrauchen würden. fast den ganzen Bedarf( 96 Proz.) deckt, den Frankreich in gewöhn- nichtdeutschen Ländern in Kanada eingehen, eine Exporterklärung bei- Gewöhnlich protestiert der Beamte, der die Arbeiten leitet und zieht lichen Erntejahren zuzukaufen genötigt ist. gefügt werden muß, in welcher der nichtdeutsche Ursprung der betr. sodann ab. Manchmal wird der Angriff der Feuerwehrleute abgeschlagen und die Erdarbeit kann vollendet werden... Das ist Erzeugnisse bestätigt wird. im Augenblick der Stand des Kampfes zwischen der Wiener Stadtgemeinde und den drei privaten Elettricitäts. Gesellschaften. Wie sich aus der amtlichen Statistik flar ergiebt, haben denn auch in den Jahren 1890/1900( der neue französische Zolltarif datiert feit 1892) die Weizenpreise in Frankreich zwar im ganzen etwas höher gestanden als in Preußen, nicht aber höher als in den füddeutschen Staaten, wie die nachstehende Zusammenstellung der amtlich ermittelten Durchschnittspreise für Weizen( gute Mittelware) zeigt. Es tofteten im Großhandel 100 Kilogramm( Doppelcentner): Preußen Bayern Baden Frankreich Niederlande England M. M. M. M. M. M. 1890: 19,2 21,7 21,3 14,9 1891: 22,2 1892: 18,9 20,0 16,5 23,5 23,1 21,5 15,4 17,3 20,4 20,1 19,3 11,7 14,2 1893: 15,2 16,7 17,4 17,0 10,3 12,3 1894: 1895: 14,0 13,5 14,2 14,9 15,5 10,1 10,7 15,1 15,4 14,8 10,9 10,8 1896: 15,3 16,7 16,8 15,2 12,5 12,3 1897: 16,5 18,9 18,8 19,7 16,6 14,2 1898: 18,6 19,9 20,9 21,0 12,4 15,9 1899: 15,5 17,0 17,5 15,8 11,7 12,1 markt als Mittelqualität gilt. 12,9 12,7 Ausgenommen vom Zuschlagszoll sind deutsche Güter, die vor dem 16. April d. J. von einer Firma, Körperschaft oder Person in Kanada gekauft worden sind und die vor dem 30. Juni 1903 in Kanada eingeführt werden, falls der Einkauf vor dem erstgenannten Beitpunkt durch zuverlässige Belege nachgewiesen werden kann. Die deutschen Gegenmaßnahmen gegen diese Verfügungen werden nicht lange auf sich warten lassen. Das verschleierte Endziel. Zu den firen Ideen Eugen Richters gehört auch die ewige Wiederholung, daß die Socialdemokratie ihr Endziel verschleiere. Dabei lebt Herr Eugen Richter litterarisch davon, daß er in einer Schrift nach der andern aus socialdemokratischen - allerdings gefälschten Beweisstellen darthut, wie der socia listische Zukunftsstaat aussieht. Wie kann er entschleiern, wenn wir verschleiern! Die Gemeinde hat ein städtisches Elektricitätswerk für Beleuchtung und Kraftübertragung errichtet und will sich natürlich dessen Entwicklung und Prosperität sichern. Deswegen zeigt sie wenig Neigung, den Ausdehnungsgelüften der drei privaten Gesellschaften Vorschub zu leisten und legt ihnen alle möglichen Schwierigkeiten bei Legung neuer Kabeln und neuer Anschlüsse an alte Kabeln in den Weg. Das ist um so leichter, als das Besizrecht der Ge meinde an den Straßen keinem Zweifel unterliegt und auf den Straßen fein Geleise gelegt, in das Erdinnere kein Rohr oder Draht versenkt werden darf ohne Zustimmung und Vereinbarung mit der Gemeinde. Wohl haben die drei in Wien bestehenden privaten Elektricitätsgesellschaften mit der Gemeinde Wier Neuerdings soll wieder ein Königsberger Flugblatt die Wähler einen Vertrag geschlossen, der sie gegen Zahlung einer bestimmter über die Endziele getäuscht" haben, weil es programmgemäß er- Gebühr und Beteiligung an dem Reinertrag der Gesellschaft be klärte, die Socialdemokratie werde lediglich das kapitalistische rechtigt, in den Straßen die notwendigen Leitungen zu legen Brivateigentum" vergesellschaften. Die Freifinnige Zeitung" fragt Aber die Gemeinde ist berechtigt, auch für bloße Abzweigungen höchst ergötzlich: Welches Eigenthum ist denn nicht kapitalistisch?" einer Leitung, für die Hausanschlüsse, wenn sie es für nötig findet" 1900: 15,0 16,6 17,1 15,1 Vielleicht erkundigt sich Eugen Richter mal bei dem Brieffaften die Vorlage von Plänen zu fordern, und der Vertrag sett für dieser Vergleicht man die Jahresdurchschnittspreise Frankreichs mit onkel August Scherls, wenn er's durchaus nicht über sich gewinnt, Fall ausdrücklich fest, daß in keinem Fall vor erteilter Bewilligung denen der drei deutschen Staaten, so ergiebt sich, daß in Bayern ein nationalökonomisches Buch zu lesen. Der Fall beweist übrigens, mit der Herstellung begonnen werden darf". Zweifellos ist dies und Baden der Weizen durchweg höher im Preise gestanden hat, als daß die Klage über die mangelhafte Vorbildung der Juristen schon Bestimmung nur aus bautechnischen Gründen aufgenommer damals berechtigt war, als Herr Gugen Richter Assessor wurde. worden, aber in dem Konkurrenzkrieg zwischen der Gemeinde und in Frankreich. Selbst die ermittelten Preise für Preußen bleiben nur Weiter beharrt Eugen Richter darauf, daß die Sparkassenbücher den Privatbetrieben erweist sie sich als das sichere Mittel, die Gesellwenig hinter den französischen Notierungen zurück. Dabei kommt durchaus konfisziert werden müßten; wenn dies nicht geschähe, so schaften an der Erweiterung ihres Geschäftsbetriebes zu hindern. aber noch ein Faktor in Betracht, der das Resultat weiter zu Un- wäre überhaupt der schöne Plan der Vergesellschaftung von vornherein Die verschiedenen Phasen dieses Krieges sind nicht ohne Nußes gunsten Deutschlands verschiebt. Die der Berechnung zu Grunde undurchführbar".Eugen Richter meint nämlich, die 6Milliarden preußischer zu lesen. Die Gemeinde hatte zuerst den Fehler gemacht, den Gesellgelegten Mittelqualitäten sind nicht überall gleichwertig; sie sind in Sparkassen- Einlagen zumeist Bettelpfennige unter 60 und 150 M. schaften eine allgemeine Verpflichtung auferlegen zu wollen: inden Preußen, besonders in dessen östlichen Provinzen, geringer als in feien durchaus unentbehrlich für die" Konfiskation"; die sechs sie sie durch den Magistrat anwies, jeder Anzeige ohne Ausbeizulegen. Da sie dazu zweifellos nich manchen Landesteilen Frankreichs, vor allem aber schlechter, als der Milliarden sind eine Lumperei gegen das preußische Gesamt- nahme Pläne vermögen, das allein an Werten über 6000. 70 Milliarden be- berechtigt war weil sie eben zu der Forderung nur englische und amerikanische Weizen, der auf dem englischen Getreide- trägt. So lange man mit einem Sparkassenbuch von 20 M. nicht in einem bestimmten Falle befugt ist, was freilich nicht ausdie Macht erhält, einen einzigen Arbeiter auszubeuten, geschweige schließt, daß sie es in allen Fällen für nötig finden" kann so denn 1000 oder 50 000, so lange muß uns schon Eugen Richter ge- ignorierten die Gesellschaften die Weisung und führten die Anschlüsse statten, daß wir dies Sparkassenbuch für kein„ kapitalistisches" Eigen- auch weiterhin gegen die laufende schriftliche Anzeige durch. Die tum halten und nicht„ konfiszieren." Gemeinde rief hierauf die Gerichte an; sie erhob gegen die GesellDie socialdemokratische Gegenschrift gegen den Socialistenspiegel" Straßenkörpers gestört worden ist, wurde aber mit der Klage bei schaften die Klage, daß sie von ihnen in dem ruhigen Besize ihres begrüßt die Freisinnige geitung" mit folgender Notiz: " Der Socialistenspiegel" wirkt offenbar der Agitation der allen Gerichten abgewiesen. Daraufhin trat der Magistrat in Aftion. Socialdemokratie aufs schärfste entgegen. Anfangs suchte die Der Wiener Magistrat iſt eine Behörde mit mannigfachen KompeSocialdemokratie die Broschüre totzuschweigen. Davon ist sie jetzt tenzen: für die Angelegenheiten des sogenannten übertragenen zurückgekommen und kündigt eine besondere Wahlschrift gegen den Gemeinden überträgt, richtiger zuschiebt die politische Behörde Wirkungskreises- die Angelegenheiten, die der Staat den " Socialistenspiegel" an. Dabei wird schon vorschußweise im„ Voriv." Schon unter dem bisherigen Zoll von 3,50 M. pro 100 Kilo- derjenige, der„ die Sudelei der Broschüre verfaßt habe, als Spiegel- erster Instanz, und zweitens die Behörde der Gemeinde, des behördliche Organ fechter der Reaktion, elender Fälscher, liederlicher Citatenkleber und Gemeinde. Als solcher hat er die Befugnisse der Lokalpolizei autonomen Wirkungskreises der gramm hatte also Süd- und Südwestdeutschland beträchtlich höhere beschränkter Tropf" bezeichnet". Weizenpreise als Frankreich; und zugleich stand der französische und ist berechtigt, allgemeine" Anordnungen und Verbote zu er Ein litterarischer Landsknecht des Kapitalismus ist nie verRoggenpreis im letzten Jahrzehnt durchweg um 20-30 Broz, legen. Er weiß Rat und Hilfe auch für die diskretesten Fälle. lassen. Als nun die Gemeinde in den Besitzstörungsprozessen abder Gerstenpreis um 10-15 Proz., der Haferpreis um 5-10 Proz. Ignoriert die Socialdemokratie das alberne Gewäsch der frei- gewiesen worden war, trat der Magistrat in Aktion und erließ einfach eine Kundmachung", worin er, als Lokalpolizei, den Gesellniedriger. Sobald der neue Zolltarif in Kraft tritt, werden diese sinnigen Broschürenfabrikation, ſo ſchreit man:" Sie wissen gar nichts schaften auftrug, sich bei Strafe jedes eigenmächtigen Eingriffes in Preisunterschiede sich natürlich noch erweitern. Es mag dem Junker zu sagen, gar nichts zu widerlegen, alles ist pure Wahrheit und tum und seinen professoralen Helfern unbequem sein, daß ihre schönen Weisheit, was wir Spiegelfechter gesagt". Entschließt sich die Social- den Straßenkörper der Stadt zu enthalten. Daß der Magistrat hier Versuche, den Nachweis zu liefern, der Zoll verteuere nicht das demokratie denn doch, dem Unfug ein Ende zu bereiten, so ruft der einen Mißbrauch begeht, ist zweifellos, denn seine Gewalt als Interessen der Gemeinde durchzusetzen, und Getreide, durch die amtliche Preisstatistik so gründlich widerlegt Freifinns- Barnum entzückt:" Seht, ſeht, wie gefährlich wir sind, otalpolizei darf nicht benutzt werden, um privatrechtliche jetzt versuchen sie uns sogar zu widerlegen." werden; aber trotz allen Schwindels bleibt es dabei, daß Deutsch- Eugen Richter ist für die Sparsamkeit! Auch mit dem Geist drei Erwerbsgesellschaften sind nicht Verbote allgemeiner Natur. Obwohl nuit die land infolge seiner reaktionären Zollpolitik schon heute das Land hält er Haus! Mit dem einen Kniff fristet er schon 19 Jahr Magistrat, wenn er als Lokalpolizei auftritt,„ die erforderliche staatliche Polizei verpflichtet ist, der höchsten Getreidepreise ist. gänge der Freisinnigen Zeitung". kann er da seinen politischen Erben einst hinterlassen! Und bei hilfe zu leisten", so lehnte doch, wohl angesichts der Bedenklichkeit Und nun ereignete Berichtigung. Im Leitartikel der Sonntagsnummer ist der alledem verschmäht er so gründlich und energisch jede Anleihe bei ienes Verbots, die Polizei die Intervention ob. Schluß des ersten Abschnitts durch Verstellung des Sates ver- der Socialdemokratie, daß er lieber verhungert als nur ein Wort sich das für einen Rechtsstaat wirklich Merkwürdige: sowohl die stümmelt. Er muß richtig heißen:„ Niemand aber trug das Märchen von dem wiederzugeben, was ein Socialdemokrat geschrieben. Von Gesellschaften als der Magistrat griffen zur Selbsthilfe. Die Gesellschaften fümmern sich nicht um das behördliche Verbot mit solcher überzeugten Eindringlichkeit und so komischer Blattheit einem langen Artikel des„ Vorwärts" existiert für die Freisinnige und graben lustig weiter, und die Gemeinde vergißt dabei, daß es vor, wie Herr Eugen Richter: Alle Einkommen und Vermögen Zeitung" nichts wie eine Fußnote. Offenbar fühlte sich der würden, so hat er unzählige Male beschworen, nach socialistischer Redakteur von der Aehnlichkeit seines Porträts unwiderstehlich in Wien eine f. f. Polizei giebt und schickt ihre Feuerwehrleute aus, Polizei zu spielen! Und Statthalterei und Ministerium des Innern Auffassung in gleiche Portionen verteilt, und da dann so rechnete angezogen! sehen gemächlich zu! Vorläufig ist in dem lustigen Krieg" ein er eine lächerlich geringe Summe auf den einzelnen entfiele, sei Wir Hallunken! Die„ Breslauer Zeitung", die ruhmreiche Ent- gewisser Stillstand eingetreten die Gemeinde verlangt nämlich der Unsinn des Socialismus bewiesen." deckerin des schlichten Mannes aus der Werkstatt als voltsparteilichen die Vorlegung der Pläne und die Gesellschaften wollen abwarten, Die wahren Brotwucherer sind die Bäckergesellen.„ Es ist", so Wahlkandidaten, knallt wieder einmal die Redaktion des Vor- wie und wann sie sie erledigt aber der Schlußaft ist noch keinesschreibt das eben erschienene agrarische kleine Wahl- ABC, längst wärts" über den Haufen. Ihr gefällt unser Kampf gegen Eugen! wegs ausgespielt. Zugleich liefert die obige Tabelle einen wertvollen Beitrag zur Beantwortung der Frage, ob das Aus- oder das Jnland den Getreidezoll bezahlt. Im Jahre 1894 trat bekanntlich der deutsch russische Handelsvertrag in Kraft, durch den der Weizenzoll auf 3,50 M. ermäßigt wurde. Berechnet man nun, um welchen Betrag von da ab bis zum Schluß des Jahres 1900 der Doppelcentner Weizen in Preußen höher im Preise gestanden hat, als in Holland und in England, so erhält man zwischen Preußen und Holland eine Durchschnitts- Differenz von 3,10 M., zwischen Preußen und England von 2,90 M. " " das Verbote wider dem Magyaren und Kroaten. Wien, 16. Mai.( Eig. Ber.) In Kroatien] England. " Verfammlungen. ift die Stimmung wie am Vorabende einer Revolution. In einem Klaffengegensäte. London, 16. Mai.( Eig. Ber.) Die tiefe Bezirk wurde schon das Standrecht verhängt; Zeitungskonfiskationen Wandlung, die sich in den Ansichten Englands über das Verhältnis Die Steinseher hielten am Freitagabend bei Nümann eine vom Berhaftungen, Auflösungen von Versammlungen und Vereinen find zwischen Stapital und Arbeit vollzieht, beginnt jetzt flareren Aus- Gesellenausschuß einberufene Versammlung ab, die sich eines ungean der Tagesordnung. Das„ Königreich" Kroatien steht zu Ungarn brud zu finden. Bei der Beratung des Entwurfs über gewerbliche mein starken Besuches zu erfreuen hatte. Zu den Differenzen bei in einem besonderen Verhältnis. Gegenüber Destreich ist Ungarn Streitigkeiten sagte der Premierminister Mr. Balfour: In der Firma O. Baumann teilte der Gesellenausschuß mit, daß der und Kroatien eine Einheit, und der berühmte Ausgleich wird also den letzten dreißig Jahren haben sich die Organisations Firmeninhaber sowohl die wegen angeblich zu geringer Leistung Entfür alle Länder der Krone des heiligen Stephan" das ist keine formen von Kapital und Arbeit bedeutend verändert. Es lassenen als auch diejenigen wieder eingestellt habe, welche sich mit Redeflostel, sondern eine staatsrechtliche Bezeichnung! geschlossen. entstanden machtvolle Verbindungen auf beiden Seiten, wie man sie den Entlassenen solidarisch erklärt hatten. Weiter hat derselbe die Auch darüber hinaus giebt es zwischen Ungarn und Kroatien gemeinsame in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts gar nicht kannte. Erklärung abgegeben, daß er keine Weifung gegeben habe, bestimmte Angelegenheiten, die auf dem Reichstage in Budapest entschieden machtvolle Sträfte, antagonistische Interessen, Klaffengegenfäße" Arbeitsquanten zu verlangen, auch hat Herr Baumann dem bes und beschlossen werden; deshalb entsendet der kroatische Landtag aus Balfour verbesserte sich sofort und fügte hinzu:„ Nein, sie werden in treffenden Polier im Beisein eines Gesellenausschuß- Mitgliedes und feiner Mitte in das ungarische Abgeordnetenhaus vierzig Mitglieder, einen feindlichen Gegensatz gebracht". Am selben Abend hielt er eine aller Arbeiter eine Rüge wegen der unanständigen Behandlung der die jedoch nur in den beiden Ländergebieten gemeinsamen An- Rede beim Jahresfest des Instituts der Stahl- und Eisenproduzenten Arbeiter erteilt und endlich sich dafür verbürgt, daß der betreffende gelegenheiten mitstimmen können. Was nicht gemeinsam ist, gehört und erklärte:... Der Interessenkonflikt zwischen Unternehmer und Bolier die heutige Versammlung befuchen müsse. Von der Forderung Or Die Gerechtſame des autonomen froatischen Land arbeitet eine reale, thatsächliche Grundlage." Uber, auch, in der Entlassung des poliers bat herr Baumann aus geſchäftlichen tages, dem auch der Banus, die Spitze der autonomen Ver- dieser Rede folgte ein Nachsatz, der den Vordersatz einigermaßen Rücksichten für ihn absehen zu wollen, da er sein Ehrenwort dafür waltung, verantwortlich ist. Daß aus diesem wunderlichen Ver- abschwächte. verpfänden wolle, daß irgend welche Maßregelungen derjenigen Arhältnis Friktionen entspringen müssen, ist mir zu erklärlich. Selbstredend jubiliert die kapitalistische Presse Londons über die beiter, die an der Sache beteiligt waren oder sich fernerhin an dem Ungarn treibt es an, Kroatien als Provinz zu behandeln, in Niederlage der Eisenbahnerin Victoria. Die„ Times" senden bei der Firma beliebten raffinierten Antreibesystem nicht mehr beAgram träumt man von der Errichtung des illyrischen König- Mr. Irvine, dem Premierminister Victorias, ihre herzlichsten Glück- teiligen würden, nicht stattfinden sollen. reiches, das Kroatien, Dalmatien und die Offupationsländer wünsche zu seiner Weisheit und seinem Mute"; gleichzeitig fprechen sie die Die Versammlung erklärte sich nach langer Debatte mit diesen umfassen und zu Ungarn und zu Destreich als dritter selbständiger Hoffnung aus,„ daß sich auch auswärts Staatsmänner finden möchten, Abmachungen des Gesellenausschusses einverstanden; dieselbe erklärte Staat treten soll. Nach dem grundsätzlichen Uebereinkommen vom die in ähnlichen Lagen ähnlich handeln würden". Bei dieser Gelegen- aber weiter, daß man in künftigen ähnlichen Fällen stets die EntJahre 1868 sollte Kroatien wirklich ein ziemlich unabhängiges Land heit sei hier die Ansicht der socialdemokratischen„ Justice" üben den lassung solcher Poliere fordern würde, die sich in solcher Weise die fein, aber da der gegenwärtige Banus, der Graf Khuen- Heder- Streit mitgeteilt. Der Artikel wurde noch vor dem Eintreffen der Ausbeutung der Arbeiter noch besonders angelegen sein laffen würden. vary, ganz im Banne der ungarischen Regierung steht, so werden letzten Nachrichten aus Victoria veröffentlicht. Er sagte:„ Man darf Aber auch das Verhalten des Firmeninhabers wurde in das gehörige die autonomen Rechte Kroatiens so soll im kroatischen Gebiet die wohl fragen, ob die Arbeiter in Victoria nicht besser gethan hätten, Licht gestellt, der seine getreuesten Werkzeuge und Helfer in dem Amtssprache auch der gemeinsamen Behörden die kroatische sein, ihre Verbindung mit der Trades Hall aufrechtzuerhalten und die Augenblick rücksichtslos bloßstellte, wo es sich um eine Schmälerung wogegen die Regierung auf der ungarischen Staatsbahn nur ungarische Maßregelung ihrer Führer in der politischen Agitation mit aller seines Profits handelte. Aufschriften gestattet, was von Zeit zu Zeit zu Krawallen führt Kraft auszunuzen." Bon ganz besonderem Interesse waren aber die von Knoll mißachtet und verfümmert. Dazu fommt noch die finanzielle Aus Wellington( Neuseeland) bringen die" Times" heute gemachten weiteren Mitteilungen in der Sache. Derselbe führte Misere des Landes: Ungarn läßt sich nämlich zu den gemeinsamen folgende Kabeldepesche:" Beträchtliche Unzufriedenheit herrscht hier aus, man habe in weitesten Unternehmerkreisen über die Sperrung Angelegenheiten- den allgemein gemeinsamen" zwischen Destreich über das( von der Regierung erlassene) Verbot gegen die aktive der Firma Baumann die ungetrübteste Schadenfreude empfunden. und Ungarn von Kroatien eine zu große Quote zahlen und Teilnahme der Staatsarbeiter an der politischen Bewegung. Es Von dem Inhaber einer großen Firma im Norden sei es bekannt, schenkt ihm dann,„ mit Rücksicht auf die Erneuerung des brüderlichen wird an das Parlament petitioniert, das Verbot zurückzuziehen." daß derselbe einigen Polieren ein ansehnliches Trinkgeld gegeben Verhältnisses", wie es in dem Uebereinkommen heißt, einen Bruch- Neuseeland galt bis jetzt als das demokratisch und socialpolitisch am habe mit der Weisung, dafür zu sorgen, daß morgen die Sperre teil zurück, was aber nicht geeignet ist, das Gefühl der Dankbarkeit, meisten fortgeschrittene Land der Welt. über die Firma Baumann verhängt werde". Andre Unternehmer sondern nur der Zurücksetzung zu erwecken. Das schlimmste ist haben ebenfalls direkt und indirekt dazu aufgefordert. Und warum freilich die Mißwirtschaft des gegenwärtigen Banus, eines ebenso das? Die Sache hat folgenden Grund: Gleich nach dem Steinunfähigen als verkommenen Menschen, dessen Regierung zu einer fezer- Streit 1899 haben die Steinfegermeister Berlins und UmKette von Getvaltakten und Lumpereien ward. Unter der Aſche fladerte die Empörung immer, aber die Unruhen in Macedonien haben gegend einen Ring geschlossen und eine Erhöhung der Pflasterpreise bereinbart, die teilweise 100 bis 200 Proz. über die früheren Preise rückwirkend eine wahrhaft revolutionäre Stimmung erzeugt, die sich hinausging, trotzdem die durch die Lohnerhöhung erfolgte Verteuerung in Bauernunruhen, in heftigen Flugschriften, kurz mit dem ganzen allenfalls vielleicht 30 Proz. betragen habe. Neben den offiziell ge Apparat der Verschwörertaktik äußert. In Kroatien ist mun eine Judenverfolgungen. Wie uns aus Rußland geschrieben wird, forderten Preisen hätten dann aber die Steinfegermeister noch bes ganze Armee zusammengezogen und die Ruhe ist nur mit Gewalt hat die blutige Heze in Kischinew alle Ortschaften, wo Juden stimmte Grundpreise vereinbart und sei der diese überschießende Bezu erhalten. Der alte Haß zwischen Ungarn und Stroaten der wohnen, in die größte Aufregung gebracht. Aus Kiew wird be- trag unter alle Steinfegermeister, je nach der Größe des Betriebes die letzteren im Revolutionsjahre zu Helfern der Wiener Reaktion richtet, daß die Stadt einen Eindruck mache, als ob eine feindliche und der Dauer ihrer Mitgliedschaft in der Innung, gleichmäßig vermachte ist wieder lebendig geworden und so mag Europa Invasion zu erwarten wäre. Auch dort werden Krawalle erwartet. teilt worden. Auf diese Weise habe allein eine einzige Firma, die staunend sehen, wie dieses Destreich- Ungarn, das am Balkan Ordnung Gerüchte über Vorbereitungen, wie sie in Rischinew der Hetze voran- event. namhaft gemacht werden könnte, im vorigen Jahre den Betrag machen will, in den eignen Grenzen vor der Gefahr des Aufruhrs gegangen find, tauchten auf und jetzt wird über den bevorstehenden von 24 000 m. erhalten. Hieran könne man ermessen, welche unge= steht. Strawall als über eine unabweisbare Thatsache gesprochen. Die heuren Summen alle Firmen eingefact haben müssen, ohne dafür auch Frankreich. reicheren Juden liefen selbstverständlich gleich zu den Behörden, sie nur einen Stein zu sehen! Da fei es denn freilich auch kein Wunder gehaben aber eine wenig befriedigende Antwort erhalten. Der wesen, daß die Behörden so wenig Arbeit herausgegeben und daß Gendarmeriechef General Nowigti hat ihnen zu verstehen gegeben, infolgedessen die Arbeitslosigkeit im Berliner Steinfegergewerbe seit daß er nur dann für ihre Sicherheit garantiere, wenn sie dafür auch zwei Jahren eine so ungeheuer große gewesen sei. Und nun sei es freilich aus purem Egoismus ihrerseits sorgen, daß keine Maidemonstration in Kiew stattfindet. Herr Baumann gewesen, der Aus den Stadtvierteln, wo die jüdische Bevölkerung wohnt, findet diesen Ring als erster durchbrochen und nun allerdings die Arbeiten ein massenhafter Wegzug statt. Die reicheren Juden siedeln in die zu Preisen übernommen habe, bei denen die Arbeiter aufs ärgste ausHotels über, die ärmeren suchen Schutz in den nächsten Dörfern. gepreßt werden müßten, wenn der in den Unternehmerkreisen des Die Streikenden( es sind Borsten- Arbeiterinnen) Die jüdischen Pfandhäuser nehmen teine Sachen mehr entgegen. Steinfegergewerbes als üblich geltende Profitfah herauskommen foll. waren obdachlos geworden und mußten in Hausfluren über- Es haben sich kleinere Gruppen gebildet, die bei einem Krawall die Wenn wir uns als Arbeiter nun auch gegen solche maßlose Ausnachten. Der städtische Arzt soll über das Vorgehen der jüdische Bevölkerung schützen wollen, doch die Polizei hat sie ver- beutung zu wehren haben, so haben wir doch auch andrerseits teine Polizei empört gewesen sein, aber die Untersuchung führte er boten und die angeschafften Waffen tonfisciert. Ursache, aus den von den übrigen Unternehmern gewünschten Gründen die Firma länger zu sperren, da unsrerseits schon darüber doch aus. gewacht werden würde, daß die Arbeiter für die Kosten des Nonkurrenzkampfes zwischen Herrn Baumann und den übrigen Firmen nicht mehr in der Weise herangezogen werden können, wie sich Herr Baumann das vielleicht gedacht hat. Diese Ausführungen entfeffelten in der starken Versammlung einen Sturm der Entrüftung. -G Bolizeiflandale. Paris, 16. Mai.( Eig. Ber.) Zwei Polizeiffandale erregen seit Kurzem die gesamte Deffentlichkeit. In der Stadt Rennes hat die Polizei fünf streikende Arbeiterinnen, Frauen und Mädchen, berhaftet und einer sanitären" törperlichen Untersuchung unter worfen, wie dies mit öffentlichen Dirnen geschieht! „ Grund": " Schweden. Abtretung Wismarsan Mecklenburg. Die erste wie die zweite Rammer haben am Sonnabend den Antrag, betreffend die Abtretung ismars, angenommen. Rußland. Türkei. Seit der Unthat ist schon einige Zeit verstrichen. Man hört noch nichts von einem fühnenden Eingreifen der Regierung. Viel Kampf bei Djakowa. Türkischerseits wird über das Gefecht, leicht geschieht dies jetzt, nachdem das Centralkomitee der Liga der welches am 13. Mai bei Debabat, 10 Stilometer nordwestlich von Menschenrechte", in dem früher auch Ministerpräsident Combes saß, Djałowa, stattfand, noch berichtet: Das Truppenlager Marschall sich mit einem Protest an die Regierung gewendet hatte. Mit der Annahme einer Resolution, in der sich die Versamm Uebrigens fönnen die vergewaltigten Hennefer Arbeiterinnen bon mac Ruschdi Paschas wurde aus großer Entfernung beschossen, worauf die Truppen borgingen und den Albanesen einen Verlust von Glück sagen, daß fast gleichzeitig ein zweiter Polizeiffandal ungefähr 120 Toten und Verivundeten beibrachten. Hierauf zer- lung mit der erfolgten Regelung der Angelegenheit einverstanden in Paris selbst vorgekommen ist, der so einen Teil der Pariser Auf- störten die Truppen in sieben Dörfern der Umgebung die Häuser erklärte und die nichtorganisierten Steinsetzer auf ihre Organisationsmerksamkeit und Empörung auch ihnen zu Gute kommen ließ. Der oppofitioneller Albanesen, welche unter Führung Hassan Slatus pflicht hingewiesen wurden, wurde die Versammlung geschlossen. hiesige Skandal war nämlich viel geeigneter, die große Deffent- stehen. Die Wohnsitze der Christen wurden geschont. Der Einzug lichkeit aufzuregen, da es sich hier nicht um Streifende handelte. der türkischen Truppen in Jpet ist erfolgt. Die Opfer der Polizeiwillkür sind hier die Schwester und die Konstantinopel, 17. Mai. Nach amtlichen Erhebungen befinden Braut eines Redakteurs der„ Lanterne" und dieſer Re: fich von ben Opfern der Vorfälle in Monastir berzeit noch 13 fcher Letzte Nachrichten und Depeschen. dakteur " Bulgarien. selbst. Die beiden Mädchen wurden auf der verwundete Christen im Spital und 11 leicht verwundete im Ge Straße bon der berüchtigten Sittenpolizei" verhaftet und fängnis. Die Mehrzahl sind Griechen. Alle waren, als sie verin der üblichen Weise mißhandelt unter dem Vorwand, sich als wundet bezw. arretiert wurden, unbewaffnet. Drei verwundete aufdringliche Dirnen benommen zu haben! Der Redakteur, der Mohammedaner wurden erwiesenermaßen im Tumult von ihren ihnen zur Hilfe herbeigeeilt war, wurde ebenfalls ins Polizeirevier eignen Glaubensgenossen verletzt. geschleppt und dort, wie üblich, durchgeprügelt( passé à tabac). Die„ Sittenpolizei", die die Prostituierten zu überwachen hat, besteht selbstverständlich aus„ Nicht- Gentlemen". Sie wird aus dem Ministerkrisis. Fürst Ferdinand nahm die Demission des Kabinetts Abhub der polizeilichen Elemente rekrutiert und benutzt ihre dis- Danew an und betraute den General der Reserve Petrow mit der fretionäre Gewalt über die Prostituierten zu deren finanzieller und Bildung des neuen Kabinetts. fleischlicher Ausbeutung. Das ist seit langem bekannt. Davon muß auch Aus gut unterrichteten Kreisen in Sofia wird bestätigt, daß die der Polizeipräfekt Lépine wissen. Und die neueste Ausschreitung seiner Ministerkrisis durch einen Geheimerlaß des Fürsten hervorgerufen Untergebenen war besonders krasser Natur. Trotz alledem aber wurde, der sich auf den Minister Radew bezog. Der Fürst beabscheute er nicht davor zurück, die Schuldigen zu decken". Er verließ sichtigt, ein Koalitions- Kabinett zu bilden. Sawow dürfte Minister sich einfach auf ihre chnisch- lügnerischen Aussagen, die bekräftigt bleiben und der Deputierte Bobschew neu in das Kabinett einwurden durch die erzwungenen Aussagen einer eingeschüchterten treten. Dirne... Erst ein paar Tage später gab der Präfekt seine„ musterhaften", mit vielen Medaillen geschmückten Beamten preis. Er mußte sie des Amtes entheben, nachdem die Untersuchung die Falschheit ihrer Aussagen und die durch sie erfolgte Anwerbung jener Falschzeugin ergeben hatte. Rumänien. Der Kolonialrat. Berlin, 18. Mai.( W. T. B.) In seiner Nachmittagssigung bes schäftigte sich der Kolonialrat mit dem Etat für das füdwestafrikanische Schußgebiet. Geh. Reg.- Rat Simon regte die Frage an, ob nicht die Eingebornen allgemein zu einer Besteuerung in irgend welcher Form heranzuziehen seien und machte gegen die neue Zollverordnung eingelne Bedenken geltend. Der Vorsitzende erklärte, daß die Verhältnisse in Deusch- Südwestafrika für eine Besteuerung der Eingeborenen noch nicht reif seien und daß insbesondere der Um sehung der Besteuerung in eine Arbeitsleistung die geringe Zahl und die geringe Seßhaftigkeit der Bevölkerung im Wege stehe. Die Zollverordnung sei auf das eingehendste geprüft und bringe erhebliche Verbesserungen. Von den zuständigen Referenten der Kolonialabteilung wurden über diese Fragen noch weitere Aufschlüsse ge= geben, worauf Herr Wörmann bemerkte, daß die Zollerhöhungen seiner Ueberzeugung nach dem südwestafrikanischen Handel feinen Eintrag bringen würden. Auf eine Anfrage erklärte der Vorfißende, In Bukarest hat, wie uns von dort geschrieben wird, der daß die Stolonialverwaltung eine Verbesserung der Bahnstrece Finanzminister Costinescu in einer dieser Tage gehaltenen Rede die Swakopmund- Karibib im Auge behält, diese Aufgabe zur Zeit Beschuldigung zu entkräften versucht, daß Sturdza 1887 Rententitel jedoch nicht für dringend hält; die neue Otabibahn werde dem Schutzim Betrage von 408 000 Fr. auf betrügerische Weise habe auslosen gebiete neue Vorteile bringen. Dr. Scharlach machte über die gelassen. Es ist sehr interessant, mit welcher Sophiſtik er diese Ver- plante Otavibahn eingehende Mitteilungen. Die Bahn solle in teidigung führt. Jene Rententitel feien nämlich nicht ausgeloft, längstens 2%, Jahren fertig sein und eröffne für die Weiterentwicklung sondern bei der Ziehung nur als ausgelost in das Biehungsprotokoll des Schutzgebietes die besten Aussichten. Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg regte die Entsendung vermerkt worden, das sei also bei Leibe nicht eine betrügerische Auslosung, sondern nur eine etwas außergewöhnliche Amortisation!! eines bergmännischen Sachverständigen an, während Geh. Bergrat 1901 in Schmeisser die Entsendung eines Geologen befürwortete. Demgegen Selbstverständlich habe auch der brave Pallade seiner Eigenschaft als Finanzminister keine Kenntnis bon über legte der Vorsitzende dar, daß die bergmännischen Fundstätten den damals zu Gunsten des Staates vorgenommenen Betrügereien im Schußgebiete durchaus nicht mehr unbekannt, zu ihrer Erforschung bei der Rentenauslosung gehabt; diese Betrügereien feien vielmehr vielmehr seit einer Reihe von Jahren bedeutende Mittel von privater von Pictorian, dem damaligen Chef der öffentlichen Schuld, aus Seite aufgewandt seien. eigner Initiative und ohne Eigennus veranlaßt worden. Merkwürdig Die Mandschurei. ist nur, daß als Costinescu dieses Geständnis Pictorians- im Beling, 18. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) China September vorigen Jahres empfing, er später denselben noch für " Genug!" Sofort fielen mehrere würdig befand, ihn zum Generalsekretär im Finanzministerium macht den amerikanischen und japanischen Vertretern die Mitteilung, avancieren zu lassen, von welcher Stelle Pictorian zwar jetzt es sei wegen des Widerspruchs Rußlands unmöglich, die Deffnung dafür aber mit dem noch besser von Städten der Mandschurei als Bestimmung in die Handelsdotierten Bosten eines Direktors der Depositentasse entschädigt verträge aufzunehmen. Die Vereinigten Staaten schlagen vor, und auch vor gerichtlicher Verfolgung durch Ministerratsbeschluß Mukden, Charbier und einen fleinen Hafen an der Mündung des geschützt wurde. Ungläubige Thomasse wollen hierin eine Belohnung Valuflusses zu öffnen. Pictorians dafür erblicken, daß er die Schuld Pallades so bereit willig auf sich nimmt. Auf die Klage der Opfer werden die beiden Polizisten gericht lich verfolgt, zunächst wegen willkürlicher Verhaftung und Gewaltthätigkeit. Der Pariser Gemeinderat hat einstimmig ein scharfes Zadelsbotum gegen den Präfekten und eine Resolution zu Gunsten einer gründlichen Reform der„ Sittenpolizei" votiert. Aber der Präfett bleibt und mit ihm wie ohne ihn die Willkür der Polizei, die in der Bourgeoisrepublik einen Staat im Staate bildet. Klerikale Tumulte in Paris. Am Sonntagnachmittag kam es in einer Kirche des Bezirks Belleville zu einer Schlägerei, bei der ettva zehn Personen Verlegungen davontrugen. In dem Augenblic, wo der Geistliche seine Predigt begann, erscholl aus einer Gruppe von Antiklerikalen, die unmittelbar unter der Kanzel Play genommen hatten, der Ruf: haftungen vor. flerifal gesinnte junge Leute mit Stockhieben und Faustschlägen über die Antiklerikalen her. Das Handgemenge wurde schnell allgemein. demissionieren mußte, Es wurde mit Stühlen geworfen. Die Polizei griff ein und trennte die Kämpfenden. Sie führte etwa 50 Personen, die an der Ausschreitung teilgenommen hatten, hinaus und nahm etwa fünf VerAuch am Ausgange der Kirche Notre Dame de Plaisance, wo Großen Unwillen hat das Vorgehen der Polizei hervorgerufen, ein ehemaliges Mitglied einer aufgehobenen Kongregation eine Predigt gehalten hatte, kam es am Abend zu Tumulten. Beim welche Studenten, die nach einer in Sachen der Unterdrückung einer Verlassen der Stirche schlossen sich die Teilnehmer des Gottesdienstes in Hermannstadt erscheinenden rumänischen Zeitung abgehaltenen zu einem Zuge zusammen und durchzogen das Stadtviertel, wobei Protestversammlung in die Liga Nationala gehen wollten, von dem sie die Marseillaise sangen und Hochrufe auf die Freiheit und die Wege dahin abdrängten und den Studenten, als dieselben friedlich Priester ausbrachten. In der Avenue du Maine kam es zu einem einen andren Weg einschlugen, mit gezückter Waffe nacheilten und Busammenstoß mit Antiflerifalen, welche mißhandelt und zum Rüd- fie von hinten angriffen, so daß viele Verwundungen stattfanden.-Adlerorden verliehen. Graf Haefeler bleibt Chef des zweiten Brandenzuge gezwungen wurden. Weiterhin fanden wieder Schlägereien statt. In der Rue de la Gaité schritt die Polizei ein und nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Bei den Ruhestörungen wurden mehrere Personen verletzt. Marseille, 17. Mai. Etwa 5000 Personen zogen heute vor die hiesige Präfeftur, um dort eine Adresse niederzulegen, in welcher Trennung von Kirche und Staat gefordert wird. Afrika. Aufstand in Marokko. Einem Telegramm aus Melilla zufolge griffen die Truppen des Sultans Tazza an und nahmen es im Sturm. Vorher hatten sie die Umgegend des Ortes geplündert und in Brand gesteckt. Zahlreiche Personen büßten hierbei das Leben ein. Effeg, 18. Mai.( W. T. B.) Wegen der jüngsten Broder Erseinem Amte suspendiert. eignisse wurde der Broder Bürgermeister Maras zeitweilig von Mets, 18. Mai.( W. T. B.) Durch allerhöchste Kabinettsorder von heute werden dem Generaloberst Grafen Haefeler unter Stellung zur Disposition die Brillanten zum Schwarzen burgischen Ulanen- Regiments Nr. 11. Madrid, 18. Mai.( B. H.) Die Bevölkerung von Barcelona, Salamanka und Gijon hat die Gendarmerie boykottiert, weil sie anläßlich der Teßten Unruhen 24 Personen erschossen hat. In den meisten Caféhäusern und Geschäften werden die Gendarmen nicht mehr bedient. Um der Gefahr von Anfällen zu entgehen, sind sie genötigt, oft in Civil auszugehen. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 115. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 19. Mai 1903. Genossen, nehmt Einsicht in die Wählerlisten! Die Wählerlisten liegen nun noch bis zum Sonntag, den 25. Mai, aus. Spätestens bis zu diesem Tage sind auch Beschwerden wegen Nichteintragung schriftlich bei dem Berliner Magistrat oder in einer der unten folgenden achtzehn Auslage stellen vor den dazu ernannten Kommissarien zu Protokoll zu geben! Zur Begründung der beantragten Nachtragung in die Wählerliste ist abgesehen von sonst etwa erforderlichen Urkunden entweder der Wietskontrakt, die lette Steuerquittung oder die polizeilich bescheinigte Anmeldung für die zur Eintragung angegebene Wohnung vorzulegen. Zu welchem Stadtbezirk jeder Wähler gehört, ersieht er aus seiner Steuerquittung! Die Auslegung aller Listen erfolgt in dem städtischen Wahlbureau, Poststraße 16- II Treppen und gleichzeitig gesondert in den nachstehend bezeichneten Räumlichkeiten: Für den ersten Wahlkreis, umfassend die Stadtbezirke: 1 bis 20, 283 und 284 und von Stadtbez. 144: Kleine Kur straße 9, Niederwallstr. 24 und 25, Spittelmarkt 14 und 14a; mit Ausschluß von Alexanderstr. 18( Stadtbez. 3), Kleine Präsidentenstraße 6 und 7 und Neue Promenade 9 und 10( Stadtbez. 5); ferner scheiden aus: Kurfürsten- Platz, der nordwestliche Teil des Tiergartens, begrenzt im Süden von der Charlottenburger Chaussee und im Westen vom Spreewege, Belten- Allee( Stadtbez. 283), Bellevue- Ufer, der nördlich der Charlottenburger Chaussee zwischen dem Großen Stern und der neuen Weichbild- Grenze belegene Teil des Tiergartens einschl. Schloß und Park Bellevue( Stadtbez. 284), welche für den Wahlkreis„ Teltow- Beeskow- Storkow" zu wählen Haben, in der Turnhalle der 21./24. Gemeindeschule, Hinter der Garnisonkirche 2. Wem es durchaus an Zeit mangelt, die Listen selbst einzusehen, für den sind folgende Personen bereit, dies zu thun: Emil Günther, Bischofstr. 12; Aug. Hahn, Stralauerstr. 48; Hans Boß, Klosterstr. 101; Koch, Neue Friedrichstr. 20; Georg Weihnacht, Grünstr. 21; Wilhelm Neyen, Surstr. 25; Jacob Ege, Roßstr. 23; Gustav Glaue, Krausenstr. 18; Fritz Bollien, Französischestr. 6; Menzel, Dorotheenstr. 69; Otto Wolff, Mauerstr. 50; Gustav Radtke, Flensburgerstr. 24; Julius Wagner, Curhavenerstr. 4; Jul. Moses, Brücken- Allee 4, pt. r. Für den zweiten Wahlkreis, umfassend die Stadtbezirke: 21 bis 78 und 114 bis 117; mit Ausschluß: des südöstlichen Teiles des Tiergartens, begrenzt im Norden von der Charlotten= burger Chaussee, im Westen von der Hofjägerallee, einschließlich dieser Allee und der Chaussee, des Gärtnergrundstücks an der Großen Quer- und Bellebue- Allee( Stadtbezirk 33), Berlinerstraße 152( fistalisches Grundstück an der Charlottenburger Chauffee, Schweizerhaus, Tiergartenförsterei, Tiergartenufer, des südwestlichen Teils des Tiergartens, begrenzt im Norden von der Charlottenburger Chaussee, mit Einschluß derselben, und im Osten von der Hofjäger- Allee, diese ausgeschlossen, Stadtbahnbogen 488 bis 506( Stadtbez. 34), Garten- Ufer, Hippodrom und Wasserwerke im Tiergarten, Lützow- Ufer 39, Schleusenmeisterhaus des Zoologischen Gartens, Stadtbahnbogen 507-530( Stadtbez. 35), welche für den Wahlkreis„ Teltow- Beeskow- Storkow" zu wählen haben, und zwar: a) für die Stadtбez. 21-30 und 50-78 in der Turnhalle der 131./169. Gemeindeschule, Tempelhofer Ufer 2; b) für die Stadtbez. 31-49 und für den zum Wahlkreise Teltow- Beeskow- Storkow gehörigen, aus den Teilen der Stadtbez. 33, 34, 35, 283 und 284 gebildeten Wahlbez. 724 in der Turnhalle der 99. Gemeindeschule, Steinmehstraße 79; c) für die Stadtbez. 74-780 und 114-117 in der Turnhalle der 83./93. Gemeindeschule, Dieffenbachstr. 60/61. Zur Einsichtnahme für behinderte Wähler sind bereit: Ostar Kumte, Bülowstr. 59; Jul. Fischer, Boechstr. 7; Patschte, Gräfeſtr. 31; Ferd. Ewald, Schönleinstr. 6; Baul Scholz, Barutherstr. 22, Ede Boffenerstr. 1; Frit Preuß, Belleallianceftr. 74a; Borgfeld, Arndtstr. 35; Heinrich Schröder, Streuzbergstr. 15; Otto Antrid, Steinmetstr. 60; E. Lindemann, Moritstr. 9; Frit Rechtbach, Hagelsbergerstr. 23; Friz Ohnesorge, Markgrafenstr. 102; Emil Seidel, Mittenwalderstr. 16; Joh. Thomsen, Gneisenaustraße, Ecke Mittenwalderstraße; Karl Werner, Hagelsbergerstr. 2; Richard Augustin, Lindenstr. 69; Hugo Lehmann, Friedrichstr. 16; W. Schulz, Wafferthorstraße 14; Sak, Hornstr. 2; Wilhelm Bruns, Wilhelmstr. 146; Hermann Bartel, Hasenheide 58; Federhart, Boppstr. 4; Schülfe, Bärwaldstr. 1; Rieburg, Urbanstraße 68; D. Merfmann, Grimmstr. 3; Schaller, Gräfeftr. 4; Gutschmidt, Kottbuser Damm 8; Adolf Ridert, Steinmetzstr. 35; Otto Böttcher, Steinmegstr. 29; E. Homuth, Lüßowstr. 51; Otto Bethte, Lützowstr. 7; A. Ullrich, Lützowstr. 107/8; F. Schulz, Corneliusstr. 4; Klose, Blumenthalstr. 5; H. Kretschmer, Yorfstr. 49; Herm. Fiebeltow, Yorkstr. 37; Schulz, Bülowstr. 21; Domschte, Kurfürsten- und Frobenstraßen- Ede. Für den dritten Wahlkreis, umfaffend die Stadtbezirke: 79 bis 82, 87, 118 bis 144, mit Ausschluß von Oranienstraße 31-41 und 168-175( Stadtbez. 81), Brigerstr. 25, Kottbuserstr. 7 und 8( Stadtbez. 87), Kleine Kurstr. 9, Niederwallstraße 24 und 25 und Spittelmarkt 14 und 14a( Stadtbezirk 144) in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 38. Zur Einsichtnahme für behinderte Wähler sind bereit: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40 ( Kottbuser Thor); Herm. Schnieber, Admiralstr. 21; Max Schönemann, Staligerstr. 7; Karl Schneider, Oranienstr. 171; Franz Krüger, Naunynstr. 54; Martin Mescha, Adalbertstr. 24 ( Ecke Engel- Ufer); Franz Richter, Franzstr. 1; Max Beyer, Köpnickerstr. 55a; Heinrich Wörner, Annenstr. 26; Jakob Lenz, Alte Jakobstr. 69; Ernst Lier, Alte Jakobstr. 119; Gustav Ladewig, Kommandantenstraße 65; Adolf Flick, Simeonstr. 23; Emil Götte, Brandenburgstr. 18; Wilhelm Börner, Ritterstr. 15; E. Hahn, Sebastianstr. 2; Gustav Manzey, Dresdenerstr. 18. Für den vierten Wahlkreis, umfassend die Stadtbezirke Für den Südosten: W. Mertens, Cubrhstr. 34; W. Erbe, Cuvrystr. 25; F. Gonell, Faldensteinstr. 5; . Tolksdorf, Görlizerstr. 58; A. Bachmann, Eisenbahnstr. 36a; Gräfe, Laufizerplaz 13; Schütze, Reichenbergerstr. 96a; W. Frchland, Grünauerstr. 3; Schück, Manteuffelstr. 74; Richter, Mariannenstr. 41; Wählisch, Adalbertstr. 4; Grundmann, Naunynstr. 78; Göcke, Wrangelstr. 126; Lucatis, Reichenbergerstr. 138; Becker, Köpenickerstr. 191. Für den fünften Wahlkreis, umfassend die Stadtbezirke 192 und 193B, mit Ausschluß der vorstehend genannten zum vierten Wahlkreise gehörigen Teile derfelben, ferner 194 bis 217, 279 bis 282 mit Ausschluß von Alexander- Ufer, Friedrich Karl- Ufer von der Kronprinzen- bis zur Alsenbrücke und Invalidenstr. 80 bis 83( Stadtbez. 282); von 5: Kleine Präsidentenstr. 6 und 7 und Neue Promenade 9 und 10; von 183: Landwehrstr. 1 in der Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, Gipsstr. 23a. Zur Einsichtnahme für behinderte Wähler sind bereit: Flanz, Christburgerstr. 29; Rücker, Christburgerstr. 31; Reimann, Greifswalderstr. 220; Krämer, Greifswalderstr. 196; Wendland, Marienburgerstr. 32; Kotte, Marienburgerstr. 3/4; Schild, Immanuelkirchstr. 12/13; Wollée, Immanuelkirchstr. 37; Dimce, Winsstr. 56; Rausch, Winsstr. 12; Dierbach, Heinersdorferstr. 6; Schrolle, Landwehrstr. 3; Dennier, Meyerbeerstr. 7; Stühler, Landsbergerstr. 35: Knötsch, Hirtenstr. 10; 83 bis 86, 88 bis 113, 145 bis 191, ferner von 3: Alexanderstr. 18, von 81: Dranienſtr. 31-41 und 166-175, bon 87: Brizerstr. 25, Rottbuserstr. 7 und 8, von 192 und 193B: Arnswalder Plaz, Bözowstraße von Straße 2 bis Elbingerstraße, Elbingerstraße von Greifswalderstraße bis Kniprodestraße ausschl. der Eckgrundstücke an der Greifswalderstraße( Nr. 70 und 71), Friedebergerstr. 1-8 und 11-18, Platz C, Straßen 3, 8, 10 und 11, sowie Straßen 2, 4, 7, 9, 12, 13 und 14 ausschl. der Edgrundstücke derselben an der Greifswalderstraße und der Straße 15 von Greifswalderstraße bis Kniprodestraße ausschl. der Eckgrundstücke an der Greifswalderstraße, Straße 38, sämtlich Abt. XIII1 d. Beb.-B., Woldenbergerstr. 2-31; dagegen mit Ausschluß von Landwehrstr. 1( Stadtbez. 183); ferner fcheiden aus: Baltenplatz östlicher Teil, Hübnerstr. 1-6 und 9-15, Thaerstr. 14a- 24, Weidenweg 35-47 und 50-62( Stadt bezirk 180A und D), Petersburgerstr. 5-10 und 82-85, Rigaerstraße 1-10 und 130-138, Thaerstr. 9-14( Stadtbezirk 180B), Eldenaerstr. 12, Frankfurter Allee 65-68, Liebigstraße, Mirbachstraße 1, Petersburgerstr. 1, Rigaerstr. 11-12 und 128-129, Weidenweg 48 und 49( Stadtbez. 180 C), Dolzigerstraße 2-50, Frankfurter Allee 1-64, Gabelsbergerstraße, Mirbachstr. 15-77, Proskauerstr. 1-2 und 40, Rigaerstraße 25-115, SamariterPlaz, Samariterſtraße 1-20 und 23-42, Schreinerstraße 2-70, Waßmann, Linienstr. 29; Straßen 66 A und 67 A ausschließlich der Eckgrundstücke an der Waldburg, Stoblaufstr. 15; Eldenaerstraße, Straße 66 B und 67( sämtlich Abteilung XIII 2 Kracker, Keibelstr. 40; des Bebauungs- Planes)( Stadtbezirk 181 A und C), Dolziger- Frik, Lothringerstr. 68; straße 1 und 51, Eldenaerstraße ausschließlich Nr. 12, Fordenbedplazz, Hübnerstr. 7 und 8, Landsberger Allee von Hausburgstraße bis Ringbahn, Mirbachstr. 2-14 und 78, Proskauerstr. 3-39, Rigaerstr. 13-24 und 116-127, Samariterſtr. 21 und 22, Schreinerstraße 1 und 71-72, Edgrundstücke der Straßen 66 A und 67 A ( Abt. XIII d. Beb.-Pl.) an der Eldenaerstraße, Thaerstr. 25-28, Zellestraße( Stadtbezirk 181 B), welche für den Wahlkreis„ NiederBarnim" zu wählen haben, und zwar: a) für die Stadtbez. 83, 84 und 95 bis 109 in der Turnhalle der 115./170. Genseindeschule, Stalizerstraße 55/56; b) für die Stadtbez. 85, 86, 88 bis 94 und 110 bis 118 B einschließlich der zum 81. und 87. Stadtbez. gehörenden Grundstücke: Dranienstr. 31-41 und 166-175, Brigerstr. 25, Rottbuserftraße 7 und 8, welche hier dem 86. beztv. 88. Stadtbez. zugeteilt sind, in der Turnhalle der 145./151. Gemeindeschule, Reichenbergerstr. 131/132; c) für die Stadtbez. 145 bis 159, 162 bis 165 und 182-188 einschließlich des zum 3. Stadtbez. gehörenden Grundstückes Alexanderstr. 18, welches hier dem Stadtbez. 148 zugeteilt ist, in der Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Straußbergerstr. 9; d) für die Stadtbez. 160, 161 und 166 bis 176 in der Turnhalle der 138./158. Gemeindeschule, Mühlenstr. 50; e) für die Stadtbez. 177 bis 1810 und 189 bis 191 einschl. der zu den Stadtbez. 192 und 198B gehörenden Teile, welche hier den Stadtbez. 190A/ 191 bezi. 189 A zugeteilt sind und zwar: Albrecht, Grenadierstr. 12; Wolter, Mulackstr. 29/30; Drescher, Linienstr. 218; Thiel, Linienſtr. 52; Batt, Dragonerstr. 15; Renfer, Auguststr. 51; Jäckel, Oranienburgerstr. 91; Wittchow, Kl. Hamburgerstr. 27, Eingang Elsasserstraße; Emil Wiese, Luisenstr. 20; Schlik, Luisenstr. 26; Jersyn, Charitéftr. 3; Brühning, Philippstr 1; sowie das ständige Wahlbureau des V. Berliner Wahlkreises im Restaurant Günzel, I. Eing. Rosenthalerstr. 57, II Cing. Gormannstr. 28. Für den sechsten Wahlkreis, umfassend die Stadtbezirke 218 bis 278, 285 bis 326 und von 282: Alexander- Ufer, Friedrich Karl- Ufer von der Kronprinzen bis zur Alsenbrücke und Invalidenftr. 80-88, und zwar: a) für die Stadtbez. 218 bis 226 und 237 bis 250 in der Turnhalle der 110./174. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 166a; b) für die Stadtbez. 227 bis 236 und 251 bis 258 in der Turnhalle der 132./142. Gemeindeschule, Demminerstr. 27; c) für die Stadtbez. 259 bis 278 in der Turnhalle der 17. Gemeindeschule, Ackerstr. 67; d) für die Stadtbez. 285 bis 287 und 298 bis 304 einschl. der zum 282. Stadtbezirk gehörenden Grundstücke des Alexander Ufers, Friedrich Karl Ufer 1-6 und Invalidenstraße 80-83, welche hier dem Stadtbezirk 285 zugeteilt sind, in der Turnhalle der 113./128. Gemeindeschule, Turmstr. 86; e) für die Stadtbez. 288 bis 297 in der Turnhalle der 82./90. Gemeindeschule, Turmstr. 75; f) für die Stadtbez. 305 bis 326 B in der Turnhalle der 118./127. Gemeindeschule, Bankstr. 8. Zur Einsichtnahme für behinderte Wähler sind bereit: Moabit: C. Jäger, Swinemünderstr. 21; 2. Rosin, Ruppinerstr. 42; Greth, Wattstr. 1. Joh. Pfarr, Butligstr. 10; Karl Anders, Salzwedelerstr. 8; Refselring, Schwedterstr. 227; 2. Bertels, Ruppinerstr. 49; E. Better, Bredowstr. 11; Geisler, Veteranenstr. 4; Reinh. Streit, Kirchstr. 23; Märker, Bergstr. 10; von Stadtbez. 192: Plaz C, Straßen 10 und 11 von Karl Fischer, Waldstr. 8; Korf, Elisabethkirchstr. 18; Dewitz, Sickingenstr. 43; Ringbahn bis Straße 15, Straßen 12, 13 und 14, sowie Otto Fischer, Beusselstr. 66; Giente, Brunnenstraße 51( Ecke Straße 15 von Greifswalderstraße bis Kniprodestraße, Karl May, Rostockerstr. 18; Bernauerstraße); ausschl. der Eckgrundstücke an der Greifswalderstraße, Mag Faber, Stephanstr. 11; Straße 38 und von Stadtbez. 193 B: Arnswalderplatz, W. Grunwald, Alt- Moabit 46. Bözowstraße von Straße 2 bis Elbingerstraße, Elbingerstraße von Greifswalderstraße bis Kniprodestraße, ausschl. der Eckgrundstücke an der Greifswalderstraße( Nr. 70 und 71), Friedebergerstraße 1-8 und 11-18, Straße 3, Straßen 2 und 4 ausschl. der Edgrundstücke derselben an der Greifswalderstraße, Straßen 7 und 9 ausschl. der Ecgrundstücke an der Greifswalderstraße, Straße 8, Straße 11 von Straße 9 bis Ringbahn, sämtlich Abteilung XIII des Beb.- Planes, Woldenbergerstr. 2-31, sowie für die zum Wahlkreise Nieder- Barnim gehörigen, aus den Teilen der Stadtbez. 180A bis 181C gebildeten Wahlbezirke: Nr. 360, 361, 364, 366, 367, 369, 370, 372 und 373 in der Turnhalle der 81./109. Gemeindeschule, Tilsiterstr. 4/5. Zur Einsichtnahme für behinderte Wähler sind bereit für den Osten: K. Ulm, Stralauer Allee 36, 1. Thielfe, Pallisadenstr. 52; Barbiergeschäft; K. Strauß, Bödikerstr. 6; E. Werner, Stralauer Allee 17b; S. Wolff, Caprivistr. 15; P. Litfin, Warschauerstr. 61; Blorger, Rigaerstr. 127, Henze, Petersburgerstr. 41; Rott, Straßmannstr. 23; D. Franke, Zorndorferstr. 8; D. Blume, Gubenerstr. 6; Wasewitz, Friedrichsbergerstr. 19; Schulze, Blumenstr. 38; Risch, Koppenstr. 13; Butschke, Krautstr. 36; D. Schulze, Weberstr. 40a; Haseloff, Landsbergerstr. 8; Spaet, Weinstr. 28; Waschinsky, Grüner Weg 6; Merkowski, Andreasstr. 26; Gorn, Markusstr. 23. Wedding: Jul. Krause, Müllerstr. 7a; W. Mattner, Müllerstr. 162a; Aug. Doye, Müllerstr. 32a; 3. Fride, Magstr. 13b; Ad. Heckert, Neinickendorferstr. 35; B. Kröhn, Reinickendorferstr. 23; Aug. Plath, Reinickendorferstr. 60c; H. Tauschel, Wiesenstr. 29; Oskar Kleinan, Gerichtstr. 4; Karl Fahrow, Ravenéstr. 6. Oranienburger Borstadt: 3. Abendroth, Ackerstr. 104; E. Dieke, Ackerstr. 123; Hilgenfeld, Bergstr. 62; J. Kaiser, Pflugstr. 6; Bialucha, Boyenstr. 40; A. Seidel, Hochstr. 38; Czechowski, Gartenstr. 40, Cigarr.Geschäft; S. Joseph, Tieckstr. 34; Reichenbach, Kielerstr. 1. Rosenthaler Vorstadt: D. Bachgänger, Swinemünderstraße 34; F. Döring, Ruppinerstr. 21; Gesundbrunnen: Abendroth, Badstr. 42/43; Regeler, Prinzen- Allee 14; K. Brad, Stettinerstr. 17; G. Löhrig, Pantstr. 32d; H. Raschte, Rügenerstr. 24; Mollenhauer, Swinemünderstr. 95; G. Brüschke, Hussitenstr. 21; Rollfinger, Graunstr. 26; A. Bärsch, Drontheimerstr. 1c; G. Hermann, Putbuserstr. 45; Knoblich, Soldinerstr. 96; Braat, Stettinerstr. 17. Schönhauser Borstadt: Gobin, Prenzlauer Allee 232; Lamprecht, Wörtherstr. 39; Kiesel, Weißenburgerstr. 53; Mars, Kastanien- Allee 95/96; Steding, Weinbergsweg 15b; Roberling, Schliemannstr. 38; Horst, Lychenerstr. 18; Ramlow, Schönhauser Allee 185; Stein, Stargarderstr. 79; Schwarz, Schliemannstr. 42; Grobler, Dunderstr. 83; Hartig, Prenzlauer Allee 43; Binner, Tresdowstr. 30; Fiedler, Saarbrüderstr. 6; Bijeste, Chorinerstr. 55. Erfülle jeder seine Pflicht und überzenge fich, ob sein Recht gewahrt und er eingetragen ist. Wer nicht in den Wählerlisten steht, besitzt kein Wahlrecht! Erster Genossenschaststag des Gesamt- Verbandes der deutschen Konsumvereine. Dresden. 17. Mai 1903. Gegen 699 Vertreter deutscher Genossenschaften traten heute Im großen Saale des„Trianon" zusammen. Der Saal ist reich und geschmackvoll dekoriert. Bezeichnend für das Arbeiten der Genossen- schaften ist der Spruch, der unter anderm an den Wänden an- gebracht ist:„ftlcttre nur Schritt für Schritt bergan; Wer mit Mühe den Gipfel gewann. Hat die Welt zu Füßen liegen." Die Vorgänge, welche zu dem Zusammenschluß der Konsum- dereine geführt haben, dürften noch in aller Erinnerung sein: der brutale Vergewaltigungsversuch gegen 93 Konsumvereine auf dem Allgemeinen Genossenschaftstage in Kreuznach im August vorigen Jahres. Die dort Ausgeschlossenen und die Vertreter zahlreicher andrer Vereine, welche sich mit ihnen solidarisch erklärten, ernannten sofort eine Kommission zur Vorbereitung eines neuen Verbandes, der nunmehr ins Leben getreten ist. Der Vorsitzende jener Kom- Mission, zugleich Vorsitzender des Sächsischen Verbandes, Herr R a d e st o ck- Dresden, eröffnete die Versammlung um IV. Uhr. Auf seinen Vorschlag wurde die Vorbereitungs-Kommission auch mit der Leitung des Genossenschaftstages betraut, dessen Bureau demnach besteht aus den Herren: R a d e st o ck- Dresden, B a r tch- München, A ß m a n n- Braunschweig als Vorsitzende und den Herren: Schmidgen- Harburg, Bringmann- Elberfeld als Schriftführer. Nachdem der Vorsitzende die Erschienenen mit warmen Worten begrüßt hat, teilt er mit, daß die sächsische Regierung auf die er- gangene Einladung hin mit ihrer Vertretung den Assessor Dr. Adolf betraut hat. dagegen ist aus dem Reichsamt des Innern die Antivort eingegangen, daß die Lage der Dienstgeschäfte dem Staatssekretär nicht gestatte, der Einladung Folge zu geben oder einen Vertreter zu entsenden. Der Oberbürgermeister von Dresden hat lediglich ein Dankschreiben für die Einladung gesandt. Sehr zahlreich sind die Genossenschaften des Auslandes der- treten; England. Dänemark. Holland, Italien, die Schweiz. Oest- reich haben Abgesandte geschickt, die von dem Vorsitzenden herzlich willkommen geheißen werden. Mehrere derselben, G r e y- England, B u f f o l i- Italien, Hansen- Kopenhagen u. a., überbringen von ihren Auftraggebern die herzlichsten Glückwünsche für das Ge- deihen der deutschen Genossenschaften; eine Bemerkung des dänischen Redners, welche sich gegen den Kornzoll richtet— es ist ein Glück für Dänemark, daß wir freigesinnte Landwirte haben, die nicht wie die deutschen wollen, daß ihren Mitbürgern dre Lebensmittel künstlich verteuert werden—, erweckt den impulsiven, stürmischen Beifall der Versammlung. Mit großem Beifall wird auch S chu l tz k i- Berlin begrüßt, welcher L8 999 organisierte Handels- und Transportarbeiter ver- tritt, welche dem Gedanken der genossenschaftlichen Organisation besondere Sympathie entgegenbringen. Von Konsumvereins-Verbänden sind auf der Tagung sieben vertreten(der brandenburgische, mitteldeutsche, nordwestdeutsche, 'rheinisch-westfälische, sächsische, süddeutsche, thüringische), denen 685 Vereine angehören; von diesen haben 499 statistische Daten eingesandt. Danach haben sie 439 583 Mitglieder, die in 1165 Ver- kaufsstellen bei einem Umsatz von 193 455 615 M. einen Rein- gewinn von 11 889 123 M. erzielten. Nach der Begrüßung und den Erwiderungen der Gäste erhielt das Wort Herr K a u f f m a n n- Hamburg, der Redakteur des „Wochenberichts" der Grotzeinkaufs-Gcsellschaft. zu einem Rc- ferat über den Stand der K u n s u m g e n o s s e n sch af t s- Bewegung Deutschlands. Redner giebt einen Uebcrblick über die Entwicklung der Genossenschaftsbewegung, die ihren Ur- sprung in England gehabt hat. Die moderne Periode beginnt mit der Gründung des Vereins in Rochdale Ende 1343 durch 28 arme Weber, die als„die redlichen Pioniere von Rochdale" bekannt sind. In den Aufgaben und Zielen, welche sie sich setzten, finden wir bereits sämtliche Aufgaben, die auch die modernen Konsumvereine ins Auge fassen. Sehr bald traten englische Konsumvereine auch zu gemein- samem Einkauf zusammen und gründeten die britische Großeinkaufs- Gesellschaft, die sich gewaltig entwickelt hat. Die deutsche Konsum- genosscnschafts-Bewcgung ist mit der englischen wesensgleich; aller- dings wurde sie in den sechziger Jahren nicht von den Arbeitern, sondern von dem liberalen Bürgertum getragen. Aber seit den achtziger Jahren und nach dem Fall des Socialistengesetzes traten die Arbeiter in stärkerem Maße den Konsumvereinen, deren Borteil sie erkannten, bei; zur richtigen Würdigung der Konsumvereine trug auch dw 1899 erfolgte Gründung der Genossenschaft„Produktion" in Hamburg bei. Mit der Entwicklung der Konsumgenossenschaften traten in dem Allgemeinen Verband seit zehn Jahren Bestrebungen zur Trennung der Kredit- und Konsumgenossenschaften hervor. Der Anwalt bekämpfte sie damals, indem er ausführte, die Konkurrenz der Konsumvereine gegen die kleinhändlerischen Mitglieder der Kreditvereine würde außerhalb des Verbandes eine viel schärfere werden. Das reine Konsumenten-Jnteresse mutzte im Verbände immer in der Minderheit bleiben; die Konsumvereine sollten darin gehalten werden, um ihre Entwicklung zu hemmen. Als sie trotz- dem gediehen, kam es zu dem schimpflichen Tage von Kreuznach. dessen Folge die hier bevorstehende Gründung des Gesamtverbandes der Konsumgenossenschaften ist. Hoffentlich entwickelt er sich wirk- lich zu einem Gesamtverband aller Vereine, deren es etwa 2999 mit 999 999 bis 1 Million Mitglieder und einem Umsatz von 299 bis 259 Millionen Mark giebt. Redner geht des weiteren auf die Uebcrlegenhcit des Konsumvereins über den kleinhändlerischen Be- trieb ein und weist die kleinhändlerische Verelendungstheorie, wonach die ausgeschalteten Zwischenhändler auf den Arbeitsmarkt drücken, zurück; weil die Lebenshaltung der Arbeiter durch die Genossenschaft steigt, entsteht vielmehr eine erweiterte Nachfrage auf dem Arbeits- markt. Während die Arbeiter von ihrer Feindschaft gegen Maschinen längst zurückgekommen sind, wollen die Krämer die arbeitsparende Maschine Konsumverein zerschlagen, und es giebt Behörden und Professoren, welche es an nationalökonomischer Ein- ficht auch nicht weiter gebracht haben. Redner schließt mit dem Wunsche, daß auf den Frühling, in welchen, die deutsche Konsum- genossenschafts-Bewegung stehe, ein fruchtbarer Sommer und ein fegenschwerer Herbst folgen mögen.(Stürmischer Beifall.) Der Vorsitzende teilt mit, daß 7 Verbände, 392 Konsum- vereine mit 621 Delegierten und die Großcinkaufs-Gesellschaft ver- treten sind. Dann werden die Verhandlungen auf Montagvormittag um 9 Uhr vertagt._ partci-JVachncbten. Polnische Parteilitteratur zur Wahlagitation. Im Verlage des Posener Parteiblattes«Gazeta Lndowa" ist soeben in polnischer Sprache„Der Katechismus des polnischen Arbeiters" erschienen, eine fteie, zweckentsprechende Bearbeitung der „Socialdem akratischen Antworten auf jesuitische Fragen". Die kleine Schrift eignet sich vorzüglich zur Massen- Verbreitung unter der polnischen Arbeiterschaft in allen Wahlkreisen. 599 Exemplare kosten 29 Mark, 1999 Exemplare 39 Mark usw. Be- stellungen können an die Expedition der„Gazeta Ludowa", Posen, Breitestraße 21, gerichtet werden. Außerdem werden als polnisches Wahlagitations- Material empfohlen: Die kommenden Reichstagswahlen, Bebels Rede auf dem Mllu- chener Parteitag. Bezugsbedingungen wie oben. Die„Gazeta Ludowa", die der Wahlagitation angepaßt ist und bei größerer Abnahme zum Selbstkostenpreis abgegeben wird. Das polnische Wahlflugblatt, herausgegeben vom deutschen Partei- vorstand. Bestellungen sind an denselben zu richten. fiolizeiKdtte, Gerichtliches ufw. — Eine Glanzleistung polizeilicher Genialität vollbrachte nach dem„Bolrswillen" zu Hannover in einer dortigen Wahlvereins- Versammlung der überwachende Polizeikommissar. Die Leistung stellt alles bisher Dagewesene weit in den Schatten; Sachsens Polizeigewaltige, die bisher in Bezug auf Originalität von Polizei- kunststückchen einzig dastanden, sind den Capriolen des betreffenden Kommissars noch lange nicht gewachsen. Als z. B. der Vorsitzende sich auf wenige Minuten entfernte und dem Schriftführer die Leitung der Versanimlung übertrug, erkannte die Polizeiweisheit des Kom- missars darin emen Verstoß gegen das Vereinsgesetz und fragte, wo der Vorsitzende sei, der müsse da sitzen bleiben!! Einige Minuten später hatte die Versammlung dem Redner stürmisch Bravo zugerufen. Der Kommissar sah diesen Beifall als Unruhe an. Nach Erwiderung des Vorfitzenden auf diese kuriose Auffassung meinte der Kommffsar, jeder Bravorufer s ei ein selbständiger Redner und der Vorsitzende müsse event. Namen, Stand und Wohnung dieses„selbständigen Redners" angeben. Die Redner hätten sich zum Wort zu meldenll— In Hannover ist eine Schutzmannsschule errichtet.— Sollte das der erste Erfolg dieser Neu-Einrichtung sein? Sociales. Die Arbeitszeit im Fleischergewerbe. Der Verband der Fleischer- gesellen hat die Absicht, eine Bundesrats- Verordnung über den M a x i m a l- A r b e i t s t a g für das Fleischergewerbe, ähnlich wie sie für das Bäckergewerbe besteht, zu veranlassen. In Berlin wird außerdem zur Zeit von den Fleischergesellen eine Enquete ver- anstaltct, um die Aufhebung der Werkstätten und Schlafräume in den Kellern durchzusetzen. Das gesamte Material soll der Regierung zugängig gemacht werden. Die„All- gemeine Fleischerzeitung" glaubt dadurch den Profit bedroht und schreibt: „Wir glauben aufs bestimmteste, daß der Herr Reichskanzler auf diese Angelegenheit nicht eingehen wird, denn angesichts der durch die von Reichs wegen veranstalteten Erhebungen festgestellten Thatsache, daß die Arbeitszeiten von über 12 Stunden(nach Ab- zug der Pausen) nur in einem Fünftel(im Winter) bis einem Drittel(im Sommer) der Fleischereibetriebe vorkommen, Haupt- sächlich in Berlin, Nordost- und Mitteldeutschland in den Groß betrieben, die nur saisonweise arbeiten, bezw. Wurst- fabrikation und dabei Ladengeschäfte betreiben und gezwungen find, auf meist weit entfernt gelegenen öffentlichen Schlachthöfen zu schlachten ist kein Grund zu einem gesetzgeberischen Einschreiten vorhanden, besonders deshalb nicht, weil einerseits die im Fleischer- gewcrbe angestellten Hilfskräfte fast ausschließlich aus jungen, kräftigen und gesunden Personen bestehen, die durch eine außer- ordentlich reichliche, kräftige und ausgezeichnete Verpflegung bei familiärer Behandlung im Hause des Meisters und zum weitaus größten Teil in der Hoffnung auf baldige Selb- ständigkeit befähigt sind, ohne Beschwerde ein volles Maß Arbeit zu verrichten, zumal die Lohnverhälti.isse günstig sind, kleinere und größere Urlaube stets ohne Lohnabzug bewilligt werden, die Arbeit in frischer Luft sich überwiegend unter denkbar gesundesten Bedingungen vollzieht und ein Weg zur Arbeitsstatt gänzlich wegfällt, was bei andren Arbeitern die durch gewerb- thättge Beschäftigung thatsächlich in Anspruch genommene Zeit wesentlich erhöht, die Arbeiter erschlafft und in Verbindung mit karger Selbstverpflegung, ungünstigen Wohnungsverhältnissen und andren Fährlichkeiten ihr Los bei weitem weniger beneidens- wert erscheinen läßt, andrerseits die schwierige wirtschaftliche Lage des Fleischergewerbes (geringe Ertragsfähigkeit bei großer Konkurrenz, ungünstige Vieh- währschafts-Verhältnisse) der durch unberechenbaren Bedarf ständig und meist plötzlich herbeigeführte Wechsel des Arbeitspensums und das rasche Verderben der Waren eine Schablonisierung der Arbeit nicht zulassen." Wenn in der That der Unfug der überlangen Arbeitszeit nur in einem geringfügigen Teil der Schlächtereien und noch dazu in den Großbettieben herrscht, liegt erst recht keine Ver- anlassung vor, die Ausbciitungsfreiheit gerade dieser Unternehmer zu konservieren. Es ist in der That eine sonderbare Handwerksrettung, wenn man den Großbettieben erlauben will, nicht nur ihre wirtschaftliche Ueberlcgenheit der kleineren Konkurrenz gegen- über ins Treffen zu führen, sondern außerdem auch noch Schmutz- konkurrenz durch übermäßige Ausbeutung der von ihnen beschäftigten Arbeitskräfte zu üben. Diese Großbetriebe sind es übrigens schwer- lich, für welche die Klagen über die„schwierige wirtschaftliche Lage" des Fleischergewerbes berechtigt sind, abgesehen davon, daß die ver- hungerten Schlächtermeister womöglich noch rarer sind als ihre in gleicher Lage befindlichen Kollegen vom Backtrog. Und wie es mit den Wohnungs- und Werfftätten-Verhälttnssen der Schlächtergesellen steht, zeigt ja ihre Forderung der Befeitigung von Keller-Schlaf- stätten und-Werkstellcn. Gegen die Ruhezeit im Gastwirtsgewerbe, wie sie durch die zahme Bundesratsverorduung festgelegt ist, wird von einem nicht geringen Teil der Prinzipalität ebenio Sturm gelaufen, lvie von den notleidenden dicken Bäckermeistern gegen die mit vielen Aus- nahmebestimmungen durchlöcherte Bäckereiverordnung. Hier wie dort verlangt man zur„Auftechterhalttmg des pattiarchalischcn Verhält- nisses" unbeschränkte Ausbeutungsftelheit. Bei der Bäckereiverordnung wurde zunächst die Rechtsgültigkeit derselben bezweifelt, womit man allerdings nicht durchgedrungen ist. Die Herren im Gastwirtsgewerbe operieren daher anders, indem fie als„Realpolitiker" die nicht ganz geschickte Fassung der Verordnung zum Angriffspunkt ausersehen haben, um derselben ein Schnippchen zu schlagen. In der Verordnung heißt es, daß den Gehilfen und Gehilfinnen eine bestimmte Ruhe- pause gewährt werden muß. Den Ausdruck„gewähren" verstehen nun einzelne Prinzipale dahin, daß sie ihren Angestellten die Ruhe- pausen zu gewähren haben, das ist zur Verfügung stellen, und daß es sie nichts weiter angehe, ob die Angestellten auch thatsächlich von den Ruhepausen Gebrauch machen. Das Oberlandesgericht Breslau hat am 18. November 1992 eine Entscheidung getroffen, die in diesem Sinne gehalten ist, die aber seitens des Vertreters der Reichsregierung im Reichstage als der Tendenz der Ver- ordnung widersprechend bezeichnet worden ist. Einen andern Stand- Punkt als das Breslauer Gericht hat nach dem„Hamburger Echo" der Strafsenat des Hanseatischen Oberlandes- g e r i ch t s eingenommen:„Die Verordnung wolle im öffentlichen Interesse die mit übermäßiger Arbeitszeit in gewissen Bettieben verbundenen gesundheitsschädlichen Gefahren bekämpfen durch gesetzliche Einschränkung der Arbeitszeit. Dieser Zweck würde durch jene mißbräuchliche Auslegung des Wortes„gewähren" un- erreichbar bleiben. Dieselben Gründe, die unter dem früheren Rechts- zustande zu den jetzt vom Gesetz bekämpften gesundheiffchädlichen Ge- fahren geführt haben, insbesondere die Abhängigkeit der Einkünfte der Gastwirtsangestellten von der in diesem Gewerbe herrschenden Sitte des Trinkgeldgebens und die durch das Verhältnis von An- gebot zur Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt beeinflußte Neigung der Angestellten, sich den Bedingungen der Arbeitgeber zu fügen, würden unverändert bestehen bleiben. Daß der Gesetz- gcber eine derartig unwirksame Bestimmung habe tteffen wollen, dürfe jedenfalls so lange nicht angenommen werden, als der Wortlaut des Gesetzes eine solche Auslegung nicht als eine zwingende erscheinen lasse. Daß durch das Gesetz aller- dings auch erwachsene Arbeiter gegen ihren Willen gezwungen werden können, von gebotenen Erwerbsgelegenheiten keinen Gebrauch zu machen, bilde keinen Gegengrund. Die gleiche Konsequenz ergebe sich aus den Bestimmungen der Sonntagsruhe. Die Frage ihrer inneren Berechtigung greife in das Gebiet der socialpolittschen Er- wägungen des Gesetzgebers hinüber, deren Zweckmäßigkeit nachzu- prüfen nicht Aufgabe der Gerichte sei." Ens der Frauenbewegung. Eine von über 200 Frauen besuchte öffentliche Franenversamm- lung fand am Dienstag, den 12. Mai, im„Kaiserhof" zu Köpenick statt. Auch Männer hatten sich der Versammlung sehr zahlreich eingefunden. Frau Anna Gradnauer sprach über das Thema „Die Frau im Wahlkampf". Der Vortrag wurde mit großem Bei- fall aufgenommen. Die rege Diskussion verlief völlig im Sinne der Referentm. Auf Vorschlag des Genossen W o i k wurde Frau T i n i u s, Elisabethstr. 2, als Ortsvertrauensperson gewählt. Ferner machte die Vorsitzende Frau Thiel bekannt, daß für den Kreis Teltow-Beeskow- Storkow-Charlottenburg ein socialdemokrattscher„Frauen-Wahlverein" besteht und forderte die anwesenden Frauen auf, dem Verein beizu- treten, um den Männern im Wahlkampf zur Seite zu stehen. Zur Aufnahme neuer Mitglieder haben sich bereit erklärt: Die Ver- trauensperson Frau T i n i u s. Elisabethstr. 2, und Frau Ku h r i n, Wilhelmsir. 76. Nach einer Aufforderung, den„Vorwärts" und die „Gleichheit" zu abonnieren, wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale, völkerbefteiende Socialdemo- kratie geschloffen. Soeialdemokratischer Wahlverein der Frauen für Teltow-Beeskow- Storkow- Charlottenbnrg. Dienstag, den 19. Mai 1993, abends 8>/z Uhr: Oeffentliche Versammlung im Volkshause. Charlottenburg. Rosinenstr. 3. Tagesordnung: Vortrag der Genossin Gradnauer über:„Die Frauen und die Reichstagswahlen" und Diskussion.— Gäste, Männer und Frauen, willkommen. Der Vorstand. Lichtenberg. Am Dienstag, den 19. d. M., abends S1/« Uhr, findet eine Frauenversammlung im Kronprinzengarten, Frankfurter Chaussee 86(H. Gürsch) statt. Frau Thiel wird einen Vorttag halten über:„Die Reichstagswahl und das Frauen-Sttmmrecht." Ena Industrie und Kandel. lieber die Lage des rheinisch-westfälischen Eisenmarktes heißt es im Situationsbericht der„Industrie": Das Roheisengeschäft bleibt ein recht flottes und bis Ende des dritten Jahresviertels sind die Hochöfen gut besetzt, wenigstens in Rheinland und Westfalen. Die Siegerländcr Hütten können noch neue Aufträge gebrauchen. Und obwohl unlängst die be- kannte Nachricht von niedrigeren Roheisenpreisen aus Amerika kam. gehen doch noch immer Anfragen von drüben ein. Inzwischen sind auch mehrfach neue Abschlüsse zu stände gekommen. Der Ausgleich zwischen Erzeugung und Nachfrage ist also offenbar noch nicht einge- tteten und der Bedarf besteht bisher fort. Aber wie lange noch? Das ist die große Frage, über die sich die deutschen Roheisenleute genug den Kopf zerbrechen, denn von ihrer befriedigenden Lösung hängt viel ab. Der Verkehr und Absatz in Halbzeug hält sich auf der bis- herigen Höhe, und die Werke sind stark angespannt thätig, einzelne für nächstes Jahresviertel bereits bis zur vollen Leistungsfähigkeit. Ins Ausland gehen noch immer große Posten, wofür jetzt etwas bessere Preise erzielt werden. Auf dem Walzeisenmarkt hält der stärkere Frühjahr?- bedarf zwar im allgemeinen an, doch hört man von manchen Seiten klagen, daß es in jüngster Zeit ruhiger geworden sei. Die Nachfrage trete weniger dringend auf und der Eingang neuer Bestellungen lasse etwas nach. Man wird abzuwarten haben, ob man dieser Erscheinung eine tiefere Bedeutung beizumeffen hat oder ob es sich um eine zeit- weilige vorübergehende Stockung handelt, wie sie auch in den besten Zeitläuften vorkommt. Im S t a b e i s e n g e s ch ä f t ist es auch etwas stiller. Speci- fikationen gehen schwacher ein und die Werke sind sehr ungleich besetzt. Die großen Stahlwerke arbeiten mit flottem Betrieb, während die reinen Walzwerke, welche den damaligen Preissturz nicht mitmachen konnten, denselben noch immer eingeschränkt haben und zufrieden sind, hierfür Arbeit zu 119— 112 M. zu finden. In Schweiß- ft a b e i s e n ist der Verbrauch so zurückgegangen, daß die Walzwerke in Handelseisen sowohl Fluß- wie Schweißstabeisen liefern müssen. wenn sie ihre Straßen betreiben wollen. In Bandeisen will man eine leichte Abschwächung des Bedarfs bemerken, doch sind die Werke durchweg in befriedigender Thätigkeit. In Trägereisen besteht ein reger Verkehr und die Händler geben flotte Specifikationen, fo daß die Trägerwerke gut besetzt sind. Allerdings ist jetzt auch die Hauptbedarfszeit für Baueisen, und der Verbrauch ist in diesem Jahre stärker als in den beiden letzten Jahren. Vom englischen Eisenmarkt. t�indon. 16. Mai. Nach der heute ausgegebenen„Labour Gazette" zeigte der Arbeitsmarkt im Monat April nur ganz unbedeutende Aenderungen gegen die letzten Monate. Dagegen weist er einen Niedergang im Vergleich mit April 1992 auf. In den berichtenden 226 Trades-Unions mit einer Mitgliedschaft von 552 991 waren 22 665(4,1 Proz.) außer Arbeit, gegen 4,3 Proz. im vorigen Monat und gegen 3,9 Proz. im April 1992. Die Arbeitslosigkeit in den letzten zehn Jahren be- ttug durchschnittlich 4,1 Proz. An gewerblichen Streitig» leiten waren 19 361 Arbeiter beteiligt, gegen 19 665 im vorigen Monat und 8236 im April 1992. Im Laufe des Berichtsmonats wurden 23 Streiks beendigt, die 4715 Arbeiter betrafen. Davon nahmen 6 mit 1473 Personen einen günstigen Verlauf für die Ar- beiter, 11 mit 1931 Personen endigten zu Gunsten der Arbeitgeber. der Rest schloß durch Kompromisse ab. Von Lohnänderungen wurden 24 799 Arbeiter hetroffen, davon erhielten 359 eine Lohn- ausbefserung, 24 359 eine Lohnherabsetzung. Aladwerlammlurigen. Im zweiten Wahlkreise fand am Freitagabend eine sehr gut be- suchte Wählerversammlung in der Dcnnewitzstratze bei Zielke statt, in welcher Genosse R. Fischer über:„Die Stellung der gegnerischen Parteien zur Socialdcmokratie und Arbeiterklassenbewegung" unter großem Beifall sprach. Die Gastwirtsgehilfen und die Reichstagswahl. In einer Ver- sammlung von Gastwirtsgehilfen, die am Freitag stattfand, sprach Genosse Leo Schmidt über die bevorstehenden Reichstagswahlen. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die Ver- sammelten erkennen an, daß die Interessen der erwerbsthättgen Be- völkerung nur von der Socialdcmokratie wirksam vertteten werden und sie verpflichten sich deshalb, bei den bevorstehenden Wahlen mit aller Energie und gemeinsam mit der übrigen organisierten Arbeiter- schaft, dafür zu wirken, daß die Kandidaten der Socialdemokratte als Sieger hervorgehen. Im weiteren verpflichten sich die Versammelten, soweit dies noch nicht geschehen ist, sich der politischen Organisation anzuschließen und für die Verbreitung der Arbeiterpresse Sorge zu ttagen._ Sociale Rechtspflege. Nichtaushiindigung der Jnvalidenkarte bei Auflösung des Arbeits- Verhältnisses begründet einen Schadensersatzanspruch. Der Stein- drucker C. hatte erst vier Tage nach Lösung seines Arbeitsverhältnisses von dem Druckereibesitzer Schloß seine Jnvalidenkarte erhalten, ob- wohl er sich genügend darum bemüht hatte. Er klagte deshalb gegen Schloß beim Gcwcrbegericht auf 29 Mark Enffchädigung und machte geltend, er habe ohne die Karte andre Arbeit nicht erhalten können. Der Vertreter des Beklagten wandte dagegen ein, daß sich die Arbeit- geber des graphischen Gewerbes von der Einstellung eines Arbeiters nicht dadurch abhaltenließen, daß nichtdieJnvalidenkarte gleichzurStelle sei. Im übrigen habe Kläger auch schon deshalb keinen Eutschädigungs» anspruch, weil er in der fraglichen Zeit noch bei Schloß hätte arbeiten können.— Der Kläger erwiderte darauf, daß ihm Beklagter nach Ablauf der Kündigungsfrist, also als die Lösung des Arbeits» vcrhältniffes perfekt war, gesagt habe, er könnte noch ein paar Tage bleiben und sich inzwischen nach andrer Arbeit umtun. Kläger habe aber ohne eine Kündigungsftist nicht länger bleiben mögen und so sei die Lösung des bereits 14 Tage früher gekündigten Arbeits- verhältnisses erfolgt.— Die Kammer VlU des Gewerbegerichts, unter Vorsitz des Herrn le Vieseur, verurteilt� den Beklagten. dem Kläger wegen verspäteter Aushändigung der Jnvalidenkarte die geforderte Enffchädigung zu zahlen. 15531.* Gelegenheits- Partie Gardinen abgepasste Fenster, weiss und crême Shawllänge pro M. 250 3 Mtr. Fstr. Shawllänge pro M. 235 3,20 Mtr. Fstr. BLUTARMEN..KRANKEN FEURIG SÜSSER KRAFT ROTHWEIN ärztlich empfohlen D. Flasche 1.50 und 2 Mark. 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M., nachmittags 5 Uhr, vom MännerSiechenhaus, Schönhauser Allee 59, aus nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der PappelAllee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/1 Der Vorstand. Allen Freunden, Kollegen und Bekannten die tieftraurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Cigarrenmacher Adolf Köppen nach kurzem aber schwerem Leiden am Sonnabend, den 16. Mai, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Gethsemane- Gemeinde in Nieder14596 Schönhausen aus statt. Um stilles Beileid bittet Auguste Köppen. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Am 16. Mai verstarb nach kurzen, schweren Leiden unser langjähriges, treues Mitglied, d. Cigarrenarbeiter Adolf Köppen im 45. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, 20. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Friedhofs der Gethsemane- Gemeinde in NiederSchönhausen aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Allen Genossen und Kollegen zur Kenntnis, daß meine liebe Frau Elisabeth Herzlieb geb. Füge nach langen schweren Leiden am 17. d. Mts., früh 2% Uhr, ber14386 storben ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Der trauernde Gatte H. Herzlieb. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. d. Mits., vorm. 1212 Uhr, von der Leichenhalle des ElisabethKirchhofs aus statt. Danksagung. Sage hiermit allen Freunden und Bekannten, sowie dem Verbande der ErdBau, Grb und gewerblichen Hilfs. am Oranienburger Thor.arbeiter Deutschlands, Zahlst. Mariendorf und Umgegend, für die rege Bebilligst. Grosse Reparatur- Werkstatt. Sämtliche Zubehörteile zu konkurrenzlosen Preisen. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabakfabrik. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer in Cigarren, Cigaretten, Rauch-, Kau- und Schnupftabaken. Amt 7. 1851. Auf allerbequemste Art Achtung! Gewerkschaften 3652* Teilzahlung!!! ( wöchentlich 1 Mart) Herren-, Damen- u. 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In den Cigarren- Spezialgeschäften erhältlich: ASSIM- CIGARETTEN teiligung bei dem Begräbnis meines * lieben Mannes Wilhelm Röwer meinen besten Dank. 14465 Witwe Anna Röwer nebst Sohn. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Asphalteurs Franz Marg, sage ich allen, besonders seinen Kollegen von der Firma Wigankow und der Freien Vereinigung meinen herzlichsten Dank. 14346 Die tiefbetrübte Witwe Frau Marg nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unfres guten Vaters und Schwiegervaters Heinrich Giessel fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Parteigenossen des 554. Bezirks des sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreises und dem Ge jangverein Nordwacht unfren herz1566L lichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen Wwe. Louise Giessel. -10 Stück 30 Pf. mit wertvollen Coupons Georg A. Jasmatzi Akt.- Ges. 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Referent: Genosse Wilhelm Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Pfannkuch. 2. Diskussion. V. Kreis! Das Wahlkomitee. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr: 214/8 2 grosse öffentl. Wähler- Versammlungen bei Leydecker, Sophienstr. 34, und im Schützenhaus, Linienste. 5. Tages- Ordnung: 1. Der Aufmarsch der Parteien zur Reichstags- Wahl. Referenten: Reichstags- Abgeordneter Wolfgang Heine, Stadturrordneter Dr. Friedeberg. 2. Diskussion. Wähler aller Parteien sind eingeladen. Der Vorstand. Specialfarten der näheren Umgebung Berlins. Bernau- Biesenthal, Lanke, Liepnikund Wandlik- See 1,00 M. Buckow am Schermüßel- See( Mär fische Schweiz) nebst Führer 0,75 M. Cöpenick Friedrichshagen, Woltersdorf Ertner Schmödwik Königswusterhausen- Mittenwalde = 0,75 M. Eberswalde, Freienwalde- Dderberg stock, Kloster Chorin 1,25 M. 1,00 M. III. Wahlkreis. Dienstag, den 19. Mai, abends 8 Uhr, im großen Saale der " Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Wähler- Versammlung Tages- Drdnung: 1. Die Wichtigkeit der bevorstehenden Reichstagswahl". 212/4 Referent: Rechtsanwalt Wolfgang Heine, Kandidat für den dritten Wahlkreis. 2. Diskussion. Rege Beteiligung von Wählern aller Parteien erwartet Das Wahlkomitee. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Eberswalde, Jagdschloß Hubertus- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Freienwalde und nächste Umgebung Mittwoch, den 20. Mai, abends 81 Uhr, im Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15, Saal 4: 2 Versammlung 1,00 m. der Gürtler, sowie aller in Gürtlereien beschäft. nebst Führer 1,00 M. Freienwalde, Briezen, Oderberg 1,00 m. Grunewald und westliche Vororte Berlins Potsdam, Stadtplan mit nächster Umgebung nebst Tourenverzeichnis 0,75 M. Potsdam und Werder 1,00 M. Spreewald m. praktischem Touristenführer Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen. Zages Ordnung: 1. Ist es möglich, in unsrer Branche zum Herbst Forderungen zu 0,75. ſtellen? Referent: Kollege Cohen. 2. Diskussion. Strausberg und der Bun Mittwoch, den 20. Mai, abends 8½ Uhr, im Lokal von Nümann, Tegel Heiligensee, felbe. Brunnenstraße 188: Versammlung der chirurgischen Branche. Tages- Ordnung: 1,00 M. Schulzendorf, Hermsdorf, Haselhorst und Hacken0,75 M. Ferner empfehlen als sehr praktisch: Taschenatlas von Berlin und Umgebung, enthaltend 21 Karten und Pläne mit Führer, leichthandliches Format 2,00 Wanderbuch für die Mark Brandenburg. 3 Bände. Zufammen 5,00 M. Nähere umfaßt die Gegend von 1. Vortrag des Ingenieurs P. M. Grempe über:" Die Technik im Botsdam, Spanda u Oranienburg, Verkehrswesen". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 117/4 Königswusterhausen.. 1,50 M II. Teil: Westliche Hälfte der Umgebung Berlins bis Brandenburg a. H., Stendal, Tangermünde, Neu- Nuppin, Neu- Strelik 1,50 M. III. Teil: Deftliche Hälfte der Umgebung Berlins 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim über:" Natur- Erkenntnis und Weltfortschritt". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 20. Mai, abends 81% Uhr, im Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15, Saal 7: Versammlung der Elektromonteure. Das ständige Wahlbureau des Kreises befindet sich Rosenthalerstraße 57, zweiter Eingang Gormannstraße 28. Jede Auskunft die Wahl betr. wird dort erteilt. Auch kann dies, umjert ble gebung Ber Wählerliste eingesehen werden. VI. Wahlkreis. Dienstag, den 19. Mai, abends 8 Uhr: find his Gibersodine, 3 Volks- Versammlungen in folgenden Lokalen: 1. In der ,, Kronen- Brauerei", Alt- Moabit 47/49. Referent: Der Kandidat des Kreises Genosse G. Ledebour. 2. Bei Bernhard Raabe, Colbergerstrasse 23. Referent: Rechtsanwalt Genosse Victor Tränkl. 3. Jm ,, Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünderstraße 42. Referent: Genosse Waldeck Manasse. Tages- Ordnung in allen Bersammlungen: 1. Die Reichstags- Wahlen. 2 Freie Diskussion. erwarten Alle Wähler sind hierzu freundlichst eingeladen. Zahlreichen Besuch der Genossen und Genossinnen 247/18 Die Vertrauensleute. Achtung, Töpfer! Dienstag, den 19. Mai, abds. 6 1hr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal 1): Vertrauensmänner- Versammlung. Jeder Bau muß vertreten sein! Freitag, den 22. Mai, abends 6 Uhr: 195/15 Grosse öffentliche Versammlung Frankfurt a. D., Schwedt, Küstrin, Lübben, Spreewald, Muskau 2,00 M. Diese Wanderbücher bieten prachtvolle Schilderungen der Mark, viele detaillierte Karten und Pläne und find so dem Wanderer ein zuverlässiger Führer und Berater. Carl Schmidt. Büsten- Fabrik, BERLIN W., Taubenstr. 23, empfiehlt seine weltberühmten Tages- Ordnung: " Mittwoch, den 20. Mai, abends 812 Uhr, im Gewerkschaftshause", Engel- Ulfer 15, Saal 1: Konferenz der Vertrauenslente des Südens. Tages- Ordnung: 1. Verwaltungsbericht. 2. Neuwahl des Bezirksleiters. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Verband der Portefeuiller und LedergalanterieArbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8%, Uhr, bei Graumann, Naunynstraße 27: Außerordentliche Generalversammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Victor Fränkl: Aus der Geschichte des Jesuitismus“. 2. Diskussion. 3. Beratung über die in der legten Generalversammlung vertagten Anträge zum Verbands109/5 tag. 4. Verbandsangelegenheiten und Diverses. Kollegen! Es liegt in Eurem Interesse, diese Versammlung recht zahlreich zu besuchen, denn es werden Fragen von höchster Wichtigkeit behandelt, darum benutt Euer Recht, an dieser Beratung teilzunehmen. Die Ortsverwaltung. Stoffbüsten Central- Verband der Maurer Deutschlands für jede Körperform. Sektion der Rabitzputzer. Figur wie nebensteh. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen", von 7 Mk. bis 50 Mk. Unentbehrlich zur Anfertigung der Kostüme. V Katalog gratis und franco. Man hüte sich vor wertlosen Nachahmungen. 408L* Flundern frisch aus dem Rauch 60 Stück franco incl. 3 M. Fischerei- Exp. P. Napp, Swinemünde Nr. 102.[ 140/1 Honig! Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Aufgaben der Gewerkschaften zu den bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Das pünktliche Erscheinen aller Kollegen erwartet 252/15 Der Vorstand. Fachverein der Tischler Berlins u. Umgegend. Dienstag, den 19. Mai 1903, abends 8 Uhr, bei Zöls, Röpnickerstr. 137: Außerordentl. Mitgliederversammlung. Unverfälscht. Deutscher Bienenhonig, best. Qualit. 4,30 M. franco. Garant. Rücknahme. Nordloh, Bahnhof 186/6 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Vorsitzenden der Geschäftskommission Gen. Henrichsen. Mitgliedsbuch legitimiert. aller zum Organifations- Gebiet gehörenden Kollegen. Tages- Ordnung: 1. Die Anschuldigungen des Innungsvorstandes gegen Mitglieder des verf. die 10 Pfund dose zu 7,00 M., 5 Bid. 2. Erledigung verschiedener Anträge des Borstandes. 3. Verschiedenes. Gesellen- Ausschusses. 2. Gewerkschaftliches. Sämtliche Arbeitgeber sind hiermit zu dieser Versammlung eingeladen. Der Innungsvorstand wird schriftlich aufgefordert zu erscheinen. Der Vorstand der Filiale Berlin. C R Fordern Sie Dänischen Anker- Kautabak feinste Marke, 5 u. 10 Pf. Schleifen u. Rollen. Echt nur, wenn in jedem Stück d. Anker- Zettel liegt. Amt 7, 3861. Der Innungsvorstand E. Reil, Auguftfehn, Dibenbg. Achtung! Der Vorstand. Dienstag, den 19. Mai 1903, abends 8, Uhr, im„ Luisenstädtischen Jakobstr. 37: Wilhelmsberg, Hohen- Schönhausen Oeffentliche Wähler- Versammlung. und Umgegend. Zages Drdnung: 1. Wie stellen sich die Anarchisten und freiheitlichen Socialisten zu Mittwoch, den 20. Mai 1903, abends 81 Uhr, im Lokale von Kuhle den bevorstehenden Reichstagswahlen? Referent: Herr Paul Pawlowitsch. ( Baradies- Garten), Berlinerstraße 14: 2. Diskussion. 1445b Der Einberufer. Paul Frauböse, Kopenhagenerstr. 74, Duergeb. IV. Geffentliche Wähler- Versammlung. Central- Krankenkasse der Maurer( Grundstein zur Niederlage: Carl Röcker, Grüner Wegs. Hauptniederlage: Nordhäuser Kautabake, Schnupftabake D Rauchtabake. 2. Freie Aussprache Das beste Metall- Putzmittel idulards ist und bleibt Amor Metall- Putz- Glanz haben in Dosen a 10 Pf. Achtung auf Schutzmarke Amor". 992L* Ueberall zu Zages Drdnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen und nnfre Gegner. Referent: Der Reichstags- Kandidat des Kreises Arthur Stadthagen. Rixdorf! 222/10 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. Mittwoch, den 20. Mai, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Thiel, Bergstraße 151-152: Mitglieder- Versammlung. 3.- D.: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten und VerEinigkeit), Zahlstelle Charlottenburg. Donnerstag, den 21. Mai, nachmittags 4%, Uhr, im Volkshaus, Rosinenstr. 3: Mitglieder- Versammlung mit Frauen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. Referent Dr. Alberth. 2. Abrechnung bom 1. Quartal 1903. 3. Sassenangelegenheit. 14176 Das Erscheinen aller Mitglieder ist notwendig. Die Ortsverwaltung. Achtung! Fliesenleger. Umständehalber kann die 56/2 schiedenes. Der Wichtigkeit wegen ist ein zahlreiches Erscheinen notwendig. öffentliche Versammlung der Fliesenleger Berlins 82/8 Achtung! Der Vorstand. Rixdorf! Dienstag, den 19. Mai 1903, abends 8 Uhr: Achtung! nicht am Mittwoch stattfinden, sondern am Freitag, den 22. Mai, bei Patt, Dragonerstr, 15, abends 81%, Uhr. Der Einberufer. Wilh. Schulz, Fliesenleger. Wo machen wir unsern Ausflug hin? Geffentliche Metallarbeiter Versammlung E. Dörings Restaurant, für Rixdorf im Lokale des Herrn Gröpler, Bergstraße 147. Lages Ordnung: Joersfelde- Tegelort bei Tegel. Direkt an der Havel und am Walde. Circa 1000 Personen fassend. Den Berliner Parteigenoffen und Ausflüglern bestens empfohlen. Vereinen bei vorheriger Anmeldung Ermässigung der Preise. Telephonanschluß Amt Tegel Nr. 21. 1. Die Reichstagswahlen und die Metallarbeiter, die das Tischtuch zerschneiden." Referent: Genosse Dr. Alberty. 2. Disund Lager kompletter[* tussion. Fabrik Wohnungs- Einrichtungen Kollegen Nixdorfs! Erscheint in Anbetracht der wichtigen Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, am Kottbuser Tagesordnung vollzählig in dieser Versammlung. Der Einberufer. Verantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. MöbelThor. 117/5 13155 Nr. 115. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Vom dummen Anjust. Die Anzahl der konservativen Traktätchen, die die königliche Hofbuchhandlung E. S. Mittler u. Sohn zur Belehrung der einfachen Wähler aus dem Volke" massenhaft in die deutschen Gaue hinaussendet, schwillt mehr und mehr an. Qualitativ lassen diese Werkchen konservativer Geistesarbeit allerdings vieles zu wünschen übrig. Ihr anonymer Herausgeber betreibt sein Geschäft anscheinend nach dem industriellen Grundsatz, daß die Quantität die Qualität ersehen muß. Meist ist es nichts als ein feichter Abspülicht agrarischer Nationalökonomie, angepaßt dem Verständnis ländlichtonservativer Wähler, der darin feilgeboten wird; langweilige Wiederholungen der bekannten Oertel- flapperschen Betveise", daß der Zoll nicht die Preise steigert, daß, wenn der Bauer Geld hat, er mehr Industriewaren taufen tann, also auch der IndustrieArbeiter ein Interesse an hohen Getreidepreisen hat usw. Nur vereinzelt findet sich unter den Schriften ein Geistesprodukt, das wegen seiner besonders original- blödsinnigen Darstellung Anspruch auf einige Beachtung hat. Zu diesen gehört die Broschüre:„ Warum muß auch der Industrie- Arbeiter für Agrarzölle stimmen? Gespräch zwischen dem Fabrikarbeiter August und dem Kleinbauernsohn Wilhelm." Dienstag, 19. Mai 1903. Berliner Partei- Angelegenbeiten. haben, bis die sämtlichen projektierten 500 Häuser auf diesem man auf eine Bauperiode von mindestens 20 Jahren zu rechnen Wollantschen Terrain gebaut sein werden. Erster Wahlkreis. Heute Dienstag, den 19. Mai, abends 8 Uhr spricht Genosse Arons in einer Wählerversammlung des ersten schneller vor sich gehen dürfte, wenn man die bisherige Entwicklung Der Zeuge glaubt, daß die Bau- Entwicklung doch wohl etwas Kreises bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Bankows berücksichtige. Zweiter Wahlkreis. Heute Dienstag, finden zwei Wähler- Ver- Der Angeklagte Hanel bemerkt, daß ihn die Errichtung des fammlungen statt: eine bei Gründer, Schwerinstr. 13, in welcher Güterbahnhofs, der Bau des dritten und vierten Vorortgeleises, der Genosse Bernhard, und die andre bei Habel, Bergmann- Bau des Amtsgerichts und viele andre Umstände zu einer höheren straße, in der Genosse Dr. Bernstein über: Der Wahlkampf Bewertung des Terrains um 14 Millionen Mark in seiner zweiten und die Parteien" referieren werden. Ferner spricht Reichstags- Ab- Tage gegenüber der früheren Abschätzung bewogen hätten. Staatsanwalt Beed: Das scheint mir denn doch Zukunftsgeordneter Kunert am Mittwoch im ofjäger- Balast", Die Gemeinde Pankow hat das gesamte Terrain asenheide 52/53. Selbstverständlich findet in allen Versamm musik zu sein. lungen freie Diskussion statt. Die Parteigenoffen werden zu zahl mit 10 Millionen Mark eingeschäßt, so daß die von Herrn Hanel reichem Besuch eingeladen. borgenommene Bewertung von 21 Millionen Mark doch nichts weiter als einen Zukunftswert bedeuten dürfte " " Dritter Wahlkreis. Achtung, Parteigenoffen! Heute Dienstag, den 19. Mai, abends 8 Uhr, spricht unser Kandidat Wolfgang Heine im großen Saale der Armin hallen über„ Die Wichtigkeit der bevorstehenden Reichstagswahl". Außerdem Distuffion. Für regen Besuch der Versammlung zu agitieren, ist Pflicht jedes Parteigenoffen. Das Wahlkomitee. Tagen für die Einzelgrundstücke zu rechtfertigen. In längeren Darlegungen sucht der Angeklagte Hanel seine spekulationen fortgesetzt. Es dreht sich hierbei immer wieder um Am Nachmittage wird die Erörterung der Rigdorfer TerrainDieselben Verhältnisse. Da diese Dinge noch erhebliche Zeit die Verhandlungen ausfüllen werden, ohne daß irgend welche neue Achtung! Dritter Berliner Reichstags- Wahlkreis! Donnerstag, Gesichtspunkte über die bereits seit 14 Tagen nach allen Richtungen 21. Wai( Himmelfahrtstag): Familien- Ausflug nach dem Restaurant hin beleuchtete Tarmethode der Angeklagten Bohl und Hanel zu erwarten sind so werden wir erst wieder mit der Berichterstattung Pferdebucht" bei Köpeniď. fortfahren, wenn die Beweisaufnahme in ein neues Stadium von allgemeinem Interesse eingetreten sein wird. " Fabritarbeiter August verdiente zwar einen Wochenlohn von 30 bis 40 M., hat aber über lleberfluß von Verstand nicht zu flagen. Pfiffiger ist Wilhelm; er argumentiert, als wäre er Redakteur der " Deutschen Tageszeitung"; allerdings hat er diese tiefe Wissenschaft Schöneberg. Heute, Dienstagabend, findet bei Obst eine nicht aus sich selbst, sondern vom Sohn seines Nachbarn, einem Wählerversammlung statt. Eduard Bernstein spricht Professor der Volkswirtschaft, anscheinend Adolf v. Wenckstern. über:„ Die Socialdemokratie und die Reichstagswahlen." Die nächste Wahlvereinsversammlung findet daher am Dienstag, den 26. Mai statt. Der Vorstand. Lokales. Eine Flugblattverbreitung August ist für Industriezölle, aber nicht für Agrarzölle, felbst nicht mal für die vernünftigen" des neuen Zolltarifs. Wilhelm sticht ihm den Star. Zunächst erzählt er dem August, daß früher in den siebziger Jahren, vor dem Zoll, der Roggen ja noch teurer G. Ledebour im„ Wirtshaus Schmargendorf", Warnemünder hat am Sonntag in Berlin und den beiden angrenzenden LandSchmargendorf. Am Mittwochabend 8 Uhr referiert Genosse gewesen sei wie jetzt; dann wäre der Zoll gekommen, zuerst 1, dann 3, dann 5, dann 3%, M.; der Roggenpreis wäre aber nicht straße 6, in öffentlicher Wähler- Versammlung für freisen Nieder- Barnim und Teltow- Beeskow stattgefunden. In einer höher, sondern niedriger geworden, folglich trüge Rußland den Schmargendorf, Grunewald und Dahlem über das Thema: Auf Auflage von 900 000 trugen unsre Genossen die Blätter von Wohnung höher, sondern niedriger geworden, folglich trüge Rußland den zur Reichstagswahl". Bahlreicher Besuch wird erwartet. Die zu Wohnung, von Haus zu Haus. In Berlin hatten die stärkeren Kreise ganzen Zoll. August ist, wie gesagt, nicht allzureichlich mit Verstandeskräften Wählerlisten für Schmargendorf liegen wochentäglich im Rathause, den schwächeren eine Anzahl Kräfte zur Bewältigung dieser Riesenzu Wohnung, von Haus zu Haus. In Berlin hatten die stärkeren Kreise Bimmer 3, von 81-3 Uhr und am Himmelfahrtstag und Sonntag gesegnet. Er würde sonst den Wilhelm darauf hingewiesen haben, von 10-12 Uhr aus. Abschriften der Wählerlisten sind zu jeder arbeit zur Verfügung gestellt, so daß Berlin in kurzer Zeit mit daß, seitdem der Kreis der getreidebauenden Länder sich erweitert, der Anbau sich ausgedehnt hat, daß diese Länder geringere Pro- Tageszeit im Wirtshaus Schmargendorf" und im Restaurant Agitationsmaterial belegt war. Außerdem waren noch eine Anzahl Berliner Genossen in einigen Landkreisen, die die Agitation nicht duktionskosten haben und dadurch auf dem Weltmarkt der Preis Sanssouci" einzusehen. fallen mußte. So gefcheit aber ist August nicht, er giebt einfach Grunewald. Die Wählerlisten tönnen wochentäglich von 8 bis felbst besorgen fönnen, thätig. die Richtigkeit der Wilhelmschen Folgerung zu und wagt nur 8 Uhr sowie am Himmelfahrtstag von 8-9 und von 11-1 Uhr im schüchtern einzuwenden, wenn der Zoll aufgehoben werde, dann Amtshause, Wernerstr. 3, eingesehen werden. Wer die Liste nicht würde doch auch in Deutschland durch die ausländische Konkurrenz selber einsehen kann, gebe seine Adresse bei Herrn Gastwirt Silpert der Preis herabgedrückt. Nein, erklärt Wilhelm, dann würden ein- in Halensee, Kurfürstendamm 126, ab. fach die Russen mehr verdienen und August glaubt's. Preise hat, was nüßt er dann den Landwirten?" " 3 Nowawes- Neuendorf. Mittwoch, 20. Mai, abends 1/29 Uhr, im Indes manchmal findet auch ein blindes Huhn eine Erbse, und selbst August hat manchmal fluge Einfälle. Er fragt Wilhelm: Bernhardtschen Lokal, Priesterstraße: Deffentliche Voltsversammlung. Stadtv. Dr. Silber " Wenn der Zoll nun aber gar keinen Einfluß auf die deutschenstein- Rigdorf über:„ Wen senden wir als Vertreter unfres Streifes Eben erst hat Wilhelm aus dem Rückgang der Getreidepreise in den Reichstag?" Die Genossen werden ersucht, für den Besuch belviesen, daß der Boll niemals den Getreidepreis steigert. Was dieser Versammlung fräftig zu agitieren. soll er jetzt antworten? Aber er steht auf der stolzen Höhe fon- Rigdorf. Heute Dienstag, den 19. Mai, finden zwei fervativer Agrartheoretik. Er beweist also flugs, daß der Zoll doch wählerversammlungen statt: bei Mauer, Hermannstr. 20, den Getreidepreis steigert. Seine Beweisführung ist folgende: „ Es braucht ja nicht immer so zu kommen, daß der ganze Zoll den Russen usw. vom Preise abgezogen werden kann. Es kann auch ein Teil des Bolles vom Inlande getragen werden. In Jahren, wo ein großer Ueberfluß an Getreide ist, macht sich die Sache ungefähr so: der Ausländer läßt sich nicht den ganzen Zoll mit 3% M. vom Preise abziehen, sondern nur den kleineren Teil davon, sagen wir 1% M., d. h. er be= tommt nicht 10, sondern 12 M. Die andren 2 M. muß der Inländer tragen, d. h. er muß 15% statt 13 M. zahlen." Referent Dr. Silberstein, und bei Thiel, Bergstr. 151/152, Referent Gen. Böske. Tagesordnung in beiden Versammlungen: Die bevorstehende Reichstagswahl. Orte zur Agitation zugewiesen waren, tonnte man in den ersten Diejenigen Genossen, denen auf dem Lande entfernt gelegenere Orte zur Agitation zugewiesen waren, konnte man in den ersten Morgenstunden per Bahn oder zu Fuß ihrem Wirkungskreise zueilen sehen; andre wieder waren, um ja rechtzeitig zur Stelle u " fein, bereits am Sonnabendabend, ihre Nachtruhe zum Teil opfernd, nach ihrem Verbreitungsbezirk abgedampft. Von einzelnen Fällen abgesehen, fanden unsre Genossen überall gute Aufnahme. Es klappte" mit einem Wort wieder einmal vortrefflich. Die wochen- und jahrelange Organisationsthätigkeit hatte vermocht, daß am Sonntag in Berlin und Umgegend gering gerechnet mindestens 10 000 Genoffen auf den Beinen waren. Ungenannt und ungekannt, nicht Wind und Wetter scheuend, übten sie ihre GEhrenpflicht im Dienste der Partei aus. Schon längst hat dieser Opfermut unfrer Genossen den Neid des Bürgertums erregt. Der Bourgeois muß sich die Leute kaufen, er öffnet höchstens den Beutel, Treptow- Baumschulenweg. Morgen Mittwoch, abends 81/2 Uhr, um einen Betrag zum Wahlfonds zu zeichnen, der häufig noch recht gering in Adermanns Restaurant regelmäßige Wahlvereinsausfällt, wie die Bettelcirkulare der bürgerlichen Parteien zur Genüge be= versammlung. Tagesordnung: 1. Die Pflichten der Partei weisen. Er giebt das Geld zur Förderung des nackten Klassenintereffes und genossen während der Wahlbewegung. 2. Vereinsangelegenheiten möchte am liebsten auch gleich klingende Erfolge sehen. Anders der und Verschiedenes. Arbeiter. Lediglich aus Jdealismus vollbringt er Riesenleistungen im Dienste seiner Sache. Das hat der Sonntag wieder bewiesen. wir zweifeln feinen Augenblick daran, daß dieselben Genossen, die am Sonntag so pflichtgemäß zur Stelle waren, auch in den nächsten Wochen, wenn die Partei ruft, wieder in Reih und Glied treten, und daß auch diejenigen, die bisher noch fehlten, die Reihen füllen und somit diese agitatorische Thätigkeit erleichtern helfen. Je intensiver, desto schneller kann die Arbeit erledigt werden, desto mehr Kräfte sich in den Dienst unsrer großen Sache stellen, desto sicherer ist aber auch der Sieg! Lichtenberg. Heute, Dienstagabend, findet in dem Lokale von Gürsch, Kronprinzen- Garten, Frankfurter Chaussee 86, eine öffenttliche Frauenversammlung statt, in der Genossin Tie über das Thema:" Das Frauenstimmrecht und die Reichstagswahl" sprechen wird. Genossen und Genossinnen, sorgt für zahlreichen Besuch! findet eine Wählerversammlung im Paradiesgarten Hohen- Schönhausen. Am Mittwoch, den 20. Mai, abends 812 Uhr, ( Stuhle) in Hohen- Schönhausen, Berlinerstraße, dicht an Wilhelmsberg, statt. Reichstags- Kandidat Stadthagen wird einen Vortrag halten über: hat der Großgrundbesitz Borteil von der Zollerhöhung?" Der Kanbibat der Nationalen", Herr Ringel, und der Landrat v. Tresckow sind eingeladen. " " Wenn August nun nicht von Mittler u. Sohn in einer Jdiotenanstalt erzogen worden wäre, so würde er Wilhelm anworten: Das ist ja eine teuflische Einrichtung, dieser Zoll. Du sagst, in Jahren, wo fein großer Ueberfluß an Getreide ist, da wirtt der Zoll, da verteuert er das inländische Getreide. Aber in solchen Jahren schlechter Ernte ist der Preis ohnehin hoch; der Boll steigert also gerade den Preis in Jahren der Teuerung, während er in Beiten niedriger Preise wirkungslos bleibt. Der Zoll hat nach Deiner Darstellung mithin gerade die umgekehrte Wirkung, wie er vernünftigerweise haben sollte: Er steigert den hohen Freistellen in den städtischen Heimstätten für Genesende. Der Boll und läßt die niedrigen Preise unberührt. Er wirkt Stadtgemeinde Berlin ist im Jahre 1892 von Herrn Dr. jur. Schlösser auf eine Verschärfung der Not in jeder Hinsicht!" Mittlers August aber spricht nicht so, sondern er ist sofort von Wilhelm Blak über- Rummelsburg. Heute Dienstag, den 19. Mai, abends 81%, Uhr, ein Betrag von 100 000 M. zur Begründung einer Stiftung unter zeugt; nur kann er noch nicht so recht fassen, warum die Arbeiter den öffentliche Wählerversammlung im Café Bellevue. dem Namen:„ August Emilie Schlösser Stiftung" überLandwirt aus ihrer Tasche unterstüßen und einen Teil" der Agrar- Tagesordnung: 1. Vortrag der Genoffin Frau Ihrer: Die wiesen worden. Zived dieser Stiftung ist, aus den Zinserträgnissen bevorstehenden Reichstagswahlen." zölle tragen sollen. des Kapitals bedürftigen Personen beiderlei Geschlechts ohne An2. Diskussion. fehung der Religion Freistellen in den städtischen Heimstätten Auch dieses Bedenken weiß jedoch Wilhelm zu zerstreuen. Er Pflicht eines jeden Einwohners ist es, in dieser Versammlung zu für Genesende zu beschaffen. Personen, die auf diese Stiftung behauptet schlankweg: Die Getreidepreis- Steigerung bedeutet noch erscheinen. Besonders die Frauen sollten es sich nicht nehmen keineswegs eine entsprechende Erhöhung des Brotpreises; die lassen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Gegner find hierdurch Differenz würde unterwegs bei den Müllern und Bäckern hängen besonders eingeladen. Freie Aussprache und freie Diskussion wird bleiben, und wenn wirklich beim Fortfall der Zölle August ein jedermann zugesichert. paar Pfennige" spare, so mache das bei einem Wochenlohn von Wahlverein Tegel. Am Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, 30 bis 40 M. doch nur recht wenig aus. Erhielten aber die Land- im Lokale des Herrn Julius Klippenstein( Seeschlößchen): Mitglieder- Die Heimstätten haben den Zweck, Personen, die eine Krankheit wirte die Zölle nicht, dann könnten sie auch keine Industriewaren versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Schulz überstanden haben, auf einige Wochen zur Pflege und Wiederlaufen. Außerdem aber würden sicherlich ein paar Millionen über die Entwicklung des Socialismus bis Laffalle. 2. Diskussion. herstellung ihrer Erwerbsfähigleit aufzunehmen. Der Aufenthalt Bauern in die Städte ziehen, dort sich nach Arbeit umsehen und 3. Vereinsangelegenheit und Verschiedenes. Unter anderm Verlegung daselbst ist also nur vorübergehend. Bare Geldunterstützungen auf die Löhne drücken. Auguſt würde also fünftig keine 30 bis des Diskutierabends auf den Dienstag; Abrechnung der Billets vom werden aus der Stiftung nicht gewährt. 40 M. mehr pro Woche verdienen. Stiftungsfest; Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste, Männer wie Frauen, haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. reflektieren, haben ihr Gesuch an das Aureau der städtischen Heimstätten für Genesende, hier, Neue Friedrichstr. 9-10, 2 Treppen, anzubringen. Den Gesuchen ist ein ärztliches Bttest über den Gesundheitszustand des Bewerbers beizubringen. Formulare hierzu werden von dem Bureau kostenfrei verabfolgt. Das leuchtet dem Auguft ein. Er ist bekehrt. Er wird Die städtischen Fluß-, Bade- und Schwimm- Anstalten find wieder fünftig feinen Zollgegner mehr wählen, sondern nur noch einen eröffnet worden und zwar: a) für männliche Personen die acht Agrarschutzöllner aus den Reihen der Limburg- Stirum, der Kanige Anstalten: an der Cuvrystraße; hinter dem Hause Mühlenstr. 50; oder Jhenplize. Köpenick. Heute, Dienstagabend 8 Uhr, hält der Social- an der Schillingsbrücke; an der Waisenbrücke; im Werderschen Die Belehrung geht also recht flott von statten, wenigstens in demokratische Wahlverein im Lokale des Herrn Seidel, Mühlengraben an der Jungfernbrüde; an der Ebertsbrüde; an ber der Broschüre. Im wirklichen Leben dürfte sie etwas schwerer vor Grünauerstraße, feine Vereinsversammlung ab, in welcher Genoffe Moabiterbrücke und im Nordhafen. b) für weibliche Perfonen die fich gehen- schon aus dem einfachen Grunde, weil nur recht wenige Ströbel Berlin über„ Gegnerische Wahllügen" referieren wird. sieben Anstalten: an der Cuvrystraße; hinter dem Grundstüd Mühlenschon aus dem einfachen Grunde, weil nur recht wenige socialdemokratische Induftrie- Arbeiter mit jener überreichen Dosis Die Parteigenossen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erstraße 50; an der Schillingsbrüde; an der Waisenbride; an der Einfältigkeit und Leichtgläubigkeit ausgestattet sind, wie der scheinen; auch haben Frauen als Gäste Zutritt. Phantasie- Auguft. Prozeß gegen die Pommernbank. 3wölfter Tag. Ebertsbrücke; im Nordhafen und an der Leffingbrücke. Die Schwimm- Anstalt an der Schillingsbrücke, welche früher bon beiden Geschlechtern abwechselnd benutzt wurde, ist von jetzt ab nur Vielleicht würde ein oder der andre dieser Arbeiter sogar auf noch für männliche Personen bestimmt. Kinder unter zehn Jahren den Einfall kommen, sich noch einige der andren bei Mittler u. Sohn werden in allen Anstalten nur in Begleitung Erivachsener zugelassen erschienenen Zolltraftätlein anzusehen, und dann würde die Sache Heikel; denn diese erbaulichen Schriftchen sind derart„ jeistig Ein Einbruch in einer Uhren- und Goldwarenhandlung hat schon jearbeetet", daß sie einander selbst widerlegen. Wenn z. B. in Zu der heutigen Sizung war als Bankfachverständiger Bank wieder den Spizbuben eine ansehnliche Beute gebracht. In dem der obigen Broschüre, Seite 5, behauptet wird, daß die Aufhebung direktor Geheimrat Hecht erschienen. In der Beweisführung wird Hause Charlottenstr. 63, an der Ecke der Kronenstraße, besteht seit der Zölle teinen Preisfall des Getreides zur Folge haben noch einmal auf die Bankower Terrainverhältnisse zurüdgegriffen. vielen Jahren das Geschäft von A. Boelcke, das seinen Eingang für würde, daß vielmehr dann die Russen und Amerikaner nur den Wie in der vorigen Sitzung Oberbürgermeister Boddien über die die Kundschaft von der Charlottenstraße hat und einen zweiten für Boll, den sie heute angeblich bezahlen müssen, sparen würden, so Rirdorfer Verhältnisse Auskunft geben mußte, so wird heute der das Geschäftspersonal vom Hausflur. Diese Flurthür stand gestern, heißt es in einer andren Broschüre( Die Wahlparole: Ortsvorsteher von Pankow, Gottschald, über die bauliche Ent Sonntagmorgen, auf und vor ihr lag ein Handtuch, das dem GeschäftsSchuh der deutschen Arbeit in Stadt und Land"), Seite 10: widlung feiner Gemeinde vernommen. Der Bau eines neuen inhaber gehört. Ein Friseur im Hause, dem das auffiel, klopfte an, Die Getreidezölle bedeuten also gegen frühere Zeiten teine Amtsgerichts in Pankow habe so bekundet der Beuge, in erhielt aber keine Antwort. Er benachrichtigte nun den Verkäufer Belastung der Käufer. Die Bevölkerung würde nur ohne die der dortigen Gegend die hochgespanntesten Erwartungen erweckt. und dieser sah bald daß der Laden erbrochen und ausBölle infolge noch stärkeren Preisfalles vielleicht Gs habe ein förmliches Rennen nach Baupläßen stattgefunden, geplündert war. Die Diebe hatten von der Flurthür, die mit etwas billigeres Brot haben." und dementsprechend sei auch eine Breissteigerung eingetreten. einem starken Eisenblech und guten Schlössern versehen war, Hier wird also direkt zugegeben, daß ohne den Zoll der Ge- Die Entwicklung Bankows sei eine dauernd günstige, die Einwohner- diese mit einem Stemmeisen abgebrochen und sie unter die Treppe treibepreis ein niedrigerer wäre. Und noch deutlicher heißt es zahl betrage bei einer jährlichen Vermehrung von 1600-2000 gelegt. Da die Thür innen feine Klinke hat, so legten sie das HandSeite 11: Köpfen gegenwärtig etwa 24 000. Bankow werde als Wohnort start tuch auf die Schwelle und flemmten sie so fest, daß kein Lichtstrahl Wenn die Getreidezölle bisher nicht im stande gewesen sind, von Professoren, Großlaufleuten, Fabrikanten bevorzugt, und es mehr durch den Spalt dringen konnte. Da an der Straße die die frühere Höhe der Getreidepreise wiederherzustellen, so haben sie herrsche erhebliche Nachfrage nach größeren Wohnungen von Jalousien auch fest geschlossen waren, jo fonnten fie nun ohne Gedoch vermocht, einen noch weiteren Preissturz auf 4-6 8immern. In den günstiger gelegenen Gegenden zahle man fahr die Gastrone anzünden und bei Licht alles, was fie Mitnehmensauhalten, wie er in den zollfreien Ländern, z. B. in England, für derartige Wohnungen 1000-2000 Mart, im Durchschnitt rechne ivertes im Schaufenster und auf den Ausstellbrettern fanden, als eingetreten ift." man in Bankow für ein Bimmer auf 250 Mark Mietsertrag. gute Beute einpacken. Für 9000. Uhren und Schmucksachen fielen Auf derartige Widersprüche stößt man bald hier, bald dort Staatsanwalt Beed meint, daß die Bauverhältnisse für das ihnen in die Hände. Als sie den Laden und das Haus wieder verbeim Lesen der Schriftchen. Fast scheint es, als ständen die Ver- hier in Frage stehende Terrain auf dem früheren Wollantschen Gut ließen, drehten sie nicht einmal das Gaslicht ab und das Handtuch faffer fener Trattätchen selbst nur bedenklich wenig über dem doch wohl nicht so besonders günstig zu liegen scheinen. Nach der ließen sie liegen. Eine Spur der Thäter ist noch nicht gefunden. wjeistigen Niveau" ihres einfältigen Augusts. Ansicht des jetzigen Direktors der Immobilien- Verkehrsbank dürfte Daß sie zu der Bande, die durch die Decken einzubringen pflegt, gehören, ist nicht wahrscheinlich, denn im Gegensatz zu dieser, die stets eine sorgfältige Auswahl trifft, nahmen sie auch unechte Sachen mit. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Im Endlauf dieses Rennens, 5000 Meter, siegte Walter Engelmann aus Leipzig in 7 Min. 33 Set. und erhielt den Ehrenpreis im Werte von 80 M. Im Kleinen goldenen Rad von Friedenau", Dauer- Rennen über eine Stunde mit Motor- Schrittmachern, errang den ersten Preis, beVier Personen auf dem Müggelsee ertrunken. stehend aus einer goldenen Medaille und 500 m. bar, Henry Cornet Der Stuffateurftreit ist beendet. Nach den resultatlos verlaufenen Gestern Sonntagmittag kenterte auf dem Müggelsee die braune aus Paris, der 66 Stilometer 310 Mieter zurücklegte; den zweiten Einigungsverhandlungen vom Montag voriger Woche hatten die Segeljacht Bandit II des Fabrikanten C. Hipp aus Zeuthen. H. Hatte Breis, 300 M., erhielt Bruno Demke- Berlin, der ebenfalls Streifenden nummehr das Einigungsamt um Fällung eines SchiedsSonntag früh in seinem Segelboot von Zeuthen in Begleitung seiner ganz vorzüglich fuhr; den dritten Preis, 200 M., Bruno Salzmann- spruchs ersucht. Am Sonnabend wurde über die Angelegenheit vor achtzehn Jahre alten Schwester und zweier Freunde eine Segel- Heidelberg; und den vierten Preis, 100 M., Karl Käser- Basel. Nun dem Einigungsamte endgültig verhandelt. partie nach Rahnsdorf unternommen. Als sich das Boot zwischen begann der Clou des Tages, das mit großer Spannung erwartete Nach zwölfstündiger Verhandlung verkündete das Einigungsamt den Berliner Wasserwerken und der königlichen Försterei etwa drei- Rennen um das„ Große goldene Rad von Friedenau". Klassisches seinen Schiedsspruch. Demnach ist der zwischen den Ünterhundert Meter vom Ufer auf dem See befand, überraschte es mittags Thaddäus Nobl aus München, der Sieger des goldenen Rades 1902, ungültig.( Lettere hatten sich, nachdem ihre Führer telephonisch Rennen über 100 kilometer mit Motor- Schrittmachern. Hier übernahm nehmern und den Mußvereinlern geschlossene Vertrag fernerhin gegen 1 Uhr ein Gewitterſturm, welcher das Boot umwarf und gleich die Führung, und kam auch, wie es vorauszusehen war, als herbeigerufen waren, mit der ungültigkeitserklärung einverstanden fämtliche Infassen ins Wasser stürzten. Hilferufe wurden nicht ver- erster durchs Ziel. Er fuhr wirklich großartig, mit ungemeiner erklärt.) Das Schiedsgericht begründete diese Maßregel folgendernommen, trotzdem es auf dem See, auf welchem gerade die Frühjahrs- Eleganz und Sicherheit wechselte er seine Schrittmacher. Endloser maßen: Es könne den Mitgliedern der Freien Vereinigung der regatta stattfand, von Dampfern und Booten aller Art wimmelte. Jubel begleitete ihn auch während des Rennens und als er nachher Stuffateure" zwar nicht verwehrt werden, eine eigne Organisation Von der Rettungsstation am Rahnsdorfer Müggelgemünde und von mit einem Lorbeerkranz geschmückt nochmals die Bahn umfuhr. 3 bilden, die außerhalb des Centralverbandes steht, doch sei es den am Ufer stehenden Personen wurde das Kentern des Bootes Auch Alfred Görnemann aus Berlin, der zweiter wurde, bot eine nicht angängig, daß die Arbeitgeber mit dieser Gruppe einen für die gesehen und sogleich Marm geschlagen, worauf der Tourendampfer der Thaddäus Robl- München in 1 St. 27 M. 48/10 S. erhielt die 3 ustimmung der Gehilfenmehrheit erforderlich und ausgezeichnete Leistung. Das Resultat war folgendes: erster: ganze Gehilfenschaft gültigen Tarif abschließen. Vielmehr sei hierzu Sterngesellschaft an die Unfallstelle eilte, wo außer einigen das goldene Rad( eine goldene Medaille im Werte von diese werde zweifellos von den Mitgliedern des Centralschwimmenden Kleidungsstücken der Ertrunkenen nichts mehr zu sehen 500 Mart und 2000 Mark in bar; zweiter: Alfred berbandes repräsentiert. Die Arbeitszeit für Bauwar. Rettungsversuche waren ohne Erfolg. Da sich in der Nähe Görnemann- Berlin minus 2630 Meter in 1' St. 30 M. 0,43 S., und Werkstattarbeiter beträgt 8 Stunden täglich. die Berliner Wasserwerke befinden, ist von diesen dort der Grund erhielt 1200 M. in bar, dritter Jimmy Michael Aberaman, minus Als Minimallohn erhalten die Bauarbeiter pro Tag 7 M., die der Müggel tief ausgebaggert. Das auf dem Wasser treibende Boot 3380 Meter in 1 St. 30 M. 5210 S., erhielt 800 m. in bar; Gießer 4,50 M. bis zum 1. Mai 1904, von da ab 4,75 M., wurde von dem Dampfer ins Schlepptau genommen und nach der vierter Emil Bonhours- Paris, der öfter Pech mit seinen Schritte die Former, Zieher und Modellarbeiter bis 1. Mai 1904 5 M. und Bootswerft des Herrn Hermann Schulze in Friedrichshagen gebracht. machern hatte, sonst aber auch ausgezeichnet fuhr, minus 8120 Meter von da ab 5,25 M. Ueberstunden bis 9 Uhr abends werden mit Die Ertrunkenen müssen durch den zwei Meter hohen Wellenschlag in 1 St. 36 Min. 023 S.; und fünfter schließlich Friz Ryser- Bern 25 Proz. und Nachtarbeit mit 50 Proz. Zuschlag vergütet. Bei Besogleich von ihrem Boot fortgetrieben sein, da sie sich sonst an dem drängt stand die Menge und überschüttete ihre Lieblinge mit Bei- Anläßlich patriotischer Feſtlichkeiten, Empfänge fürstlicher Personen 2c. mit 8760 Meter. Die Tribünen waren überfüllt, Kopf an Kopf ge- fprechung dieses Punktes meinte der Arbeitgeber Dammrich: ſelben hätten feſthalten können, bis ihnen Hilfe gebracht wurde. Die fall. Auch auf den Dächern der umliegenden Häuser standen große müßten die Arbeiter so viel Patriotismus besitzen, um Ueberstunden Mengen von Menschen, welche das Schauspiel gratis genossen. ohne Zuschlagszahlung(!?) zu machen. Innerhalb sechs Wochen ist ein paritätischer Arbeitsnachweis zu errichten, dessen Kuratorium aus Ermäßigte Eintrittskarten zur Ausstellung der Secession können Arbeitgebern und 5 Arbeitnehmern gebildet wird; leztere wählen 65 Jahre alte Schlosserfrau Auguste Haß, geb. Fredrich, aus der Herder durch die Vorstände der Organisationen im Bureau des Gewerk- ihre Vertreter durch Proportionalwahl. Die Regelung beruflicher Herder- schaftshauses in Empfang genommen werden. Der Preis beträgt Differenzen unterliegt einer gemischten Schlichtungskommiſſion. straße 15 zu Charlottenburg das Leben genommen. Frau Haß Pf. heiratete vor 15 Jahren ihren 20 Jahre jüngeren Mann und lebte 25 f. statt 1 M. Diese Eintrittskarten sind sowohl Sonntags als Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. Außerdem enthalten der mit ihm in kinderloser glücklicher Ehe. Nach und nach aber bildete auch wochentags gültig. umfangreiche Accordtarif wie auch die allgemeinen Bestimmungen sie sich ein, daß sie für ihn zu alt sei und daß sie ihm zur Last Ein angeblicher Mordversuch beschäftigt seit einigen Tagen die eine Reihe mehr oder minder ins Gewicht fallender Verbesserungen. falle. Um ihm die Möglichkeit zu verschaffen, eine jüngere Frau zu Kriminalpolizei. In einer Bijouteriewarenfabrik in der Dranien- Der Tarif tritt sofort in Kraft und hat Gültigkeit bis zum nehmen, machte sie schon seit einer Reihe von Jahren wiederholte straße sind außer zwei Männern vier Mädchen beschäftigt, unter Versuche, sich aus der Welt zu schaffen. Einmal wollte sie sich mit diesen eine 19 Jahre alte Arbeiterin 2., die bei ihrer Mutter im Die am Sonntag in der Brauerei Königstadt" abgehaltene, Kohlendunst, ein andres Mal mit Leuchtgas vergiften. Dann ver- Südosten der Stadt wohnt. Fräulein 2. schmeckte am Dienstag- stark besuchte Versammlung der Streitenden erklärte fich suchte sie, sich in der Badewanne zu ertränken, einmal auch, nachmittag die Milch, die sie in der Fabrik zum Vesperbrot genaß, nach reger gegenseitiger Aussprache mit den im Schiedsspruch niedersich zu erhängen. Jedesmal wurde sie von ihrem Manne bei auffallend bitter. Nach dem Genuß stellte sich auch ein Unwohlsein gelegten Bestimmungen einverstanden. Zur Annahme gelangte dem Versuch überrascht und gerettet. Vorgestern, Sonnabendnach- ein, das aber nicht gefährlich war und auch weiter keine nachteiligen folgende Resolution: Die Versammlung erblickt in dem durch Schiedsmittag fam sie zu einer Nachbarin, um sich mit ihr etwas zu erzählen Folgen hatte. Diese Erscheinung wiederholte sich im Lauf spruch zum Abschluß gekommenen Tarifvertrag auf zwei Jahre die und ließ dann ihren Korridorschlüssel bei ihr für den Fall, daß sie der Woche noch zweimal; das eine Mal hatte wieder die Milch, genügende Gewähr, um mit Hilfe der Organiſation geregelte und den andren einmal vergäße". Abends kam ein junger Mann, das andre Mal der Kakao diesen eignen Geschmack. Auf eine An- verbesserte Arbeitsbedingungen im Stuffateurberuf hochzuhalten und um ein möbliertes Zimmer zu mieten, fand aber feinen Einlaß. zeige, die das Mädchen nun erstattete, wurde der Rest des Getränkes durchzuführen. Sie erwartet von allen am Streit beteiligten Als nun die Nachbarin mit dem zurückgelassenen Schlüssel öffnete, chemisch untersucht. Dabei ergab sich, daß er Cyankali enthielt, aber Kollegen, daß das einmal geschlossene Band unter ihnen nicht wieder fand man Frau Haß als Leiche an der Küchenthür hängen. In nur in einer Menge, von der ein Mensch nicht sterben kann, aber es gelockert wird und daß jeder der Organisation treu bleibt. Sie einem hinterlassenen Briefe schrieb sie ihrem Mann, daß sie sterben gelang noch nicht, festzustellen, wie und durch wen das Gift in die beschließt weiter, in allen Betrieben am Montag, den müsse, weil sie ihm nicht länger zur Last fallen wolle und machte Getränke gekommen ist. Die Ermittelungen werden noch fortgesetzt. 18. Mai 7 Uhr früh die Arbeit zu den neuen Be ihm eine Frau namhaft, an die er sich wenden möge, um sich bald Das Mädchen befindet sich wohl und arbeitet weiter. dingungen wieder aufzunehmen. wieder zu verheiraten. Auch Nummer und Aufbewahrungsort eines Sparkassenbuches, das sie heimlich besaß, teilte sie ihm mit und bat Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Eine Ehetragödie. Aus Liebe zu ihrem Manne hat sich die ihn, der Aufbewahrerin für ihre Mühe zehn Mark zu geben. Als Haß um 3 Uhr nachts heimkehrte, fand er seine Wohnung verschlossen und versiegelt. Die Polizei hatte die Leiche seiner Frau bereits nach dem Schauhause abgeholt. Ein unheilbares Leiden hat den 26 Jahre alten Kaufmann Breslauer aus Warschau, der in einem Pensionat in der Kleiststraße wohnte, in den Tod getrieben. Breslauer war der Sohn sehr vermögender Eltern. Er hielt sich schon längere Zeit hier auf und nahm die Hilfe verschiedener Nervenärzte u. a. auch den Profeffor Mendel in Anspruch. Am Sonnabendnachmittag war er ungewöhn lich aufgeräumt und heiter, bis er plöglich wieder sehr heftige Kopf schmerzen bekam und auf sein Zimmer ging. Hier fand man ihn nach einigen Stunden erhängt auf. Ein Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Gellende Hilferufe verursachten Sonntag früh, kurz vor 1 Uhr, am Charlottenburger Bahnhof eine große Aufregung. Als Beamte und Privatleute, die über den Stuttgarter Plaz tamen, ihnen nachgingen, fanden sie am westlichen Ausgang des Bahnhofes zwischen den Schienen der Stadtbahn den 24 Jahre alten Kohlenarbeiter Karl Schwarz aus der Knobelsdorffstr. 20 schwer verletzt daliegen. Beide Unterschenkel waren ihm vollständig abgefahren, auch am Geficht war der Aermste schwer verlegt. Schwarz sollte nachts auf dem Bahnhof in dem Kohlenschuppen, der in der Nähe des Liebenfees liegt, zur Aushilfe arbeiten. Er benutzte daher den westlichen Aufgang, um von dort mit einem Leerzug nach dem Schuppen zu fahren. Wie er unter die Räder gekommen ist, weiß man nicht, da der Verunglückte selbst noch nicht vernehmungsfähig ist. Die Beine mußten ihm gestern unter dem Knie abgenommen werden. Der Unglückliche dachte in seinem Jammergeschrei nur an seine junge Frau, die er erst vor kurzem heirathete. Er liegt im Krankenhause zu Charlottenburg sehr schwer Danieder. 15. Mai 1905. Ueber die Lohnbewegung der Treibriemen- Sattler wurde am Feuerbericht. Sonntagnachmittag wurde ein großes Löschaufgebot Somtag in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der nach dem Kottbuser Ufer 44a gerufen, weil hier beim Kochen von Branche beraten. An dem Stand der Bewegung hat sich wenig geChemikalien eine Explosion erfolgt war. Glücklicherweise konnte ändert. Die Firma Diesener hat fürzlich eine private us jedoch die Gefahr bald beseitigt werden, so daß größerer Schaden sprache mit den Ausständigen herbeigeführt, stellte aber hierbei d- s nicht entstanden ist. Zur selben Zeit gingen in der Dorotheenstr. 91 unverschämte Verlangen, die Arbeiter sollten aus der Diganiſation Kleidungsstücke und Möbel in einer Wohnung in Flammen auf, austreten, dem natürlich nicht entsprochen werden konnte. In während in der Dreysestraße Decken und Wäscheſtücke durch Feuer Zeitungsannoncen suchen die Unternehmer nun ebenfalls nach un beschädigt wurden. Wehr gerufen, weil hier ein Wasserrohr geplant war und auch um einen Kampf für die Organisationsfreiheit. Streitbrecher sind Nach der Brunnenstraße 154 wurde die organisierten Arbeitern. Es handelt sich bei diesem Streik jest ulju dadurch der Keller förmlich unter Wasser gesetzt war. fahr konnte bald beseitigt werden. In der Eisenbahnstraße 4 waren günstig für die Ausständigen. Die Polizei hat sich bei diesem Die Ge- bis jetzt nur wenige vorhanden. Die Lage ist also feineswegs unin einem Keller Kisten, allerlei altes Gerümpel und Verpackungs- Streit wieder als Hüterin der Interessen des Unternehmertums material in Brand geraten, dessen Ablöschung längere Zeit in An bewährt. Seitens des 79. Polizeireviers ist den Ausständigen der spruch nahm. Gardinen und Kleidungsstücke brannten kurz darauf Aufenthalt im Straßenzuge von der Schlesischen Brücke bis zu.. in der Reinickendorferstraße in einer Wohnung. Außerdem hatte die Schlesischen Thor gänzlich verboten worden. Wehr in der Zwischenzeit noch von der Molkenstraße 2, Flemming begründeter Sistierungen und Fortweisungen wurden in der VerMehrere Fälle unstraße 14, von dem Kottbuser Ufer 61 und noch von einigen andren fammlung erwähnt. Gegen folche unverantwortliche Beschränkung Stellen Alarmierungen zu verzeichnen. In allen diesen Fällen der persönlichen Freiheit wurde von Weyher als Vertreter der handelte es sich aber um ganz unbedeutende Anlässe. Organisation telegraphisch Beschwerde beim Polizeipräsidenten erhoben. Dieser hat jedoch in einem Schreiben vom Sonnabend die Beschwerde abgelehnt und erklärt, daß das Verfahren des 79. Bolizeireviers nach§ 132 der Straßenpolizei- Ordnung und seiner duslegung durch die Judikatur gerechtfertigt sei. Der Redner sprach sich im übrigen für Fortsetzung des Streits aus, und dementsprechens beschloß auch die Versammlung in geheimer Abstimmung mit 48. gegen 2 Stimmen. Hus den Nachbarorten. Treptow Baumschulenweg. Endlich ist auch für unseren Ort bekannt gemacht, daß die Reichstags- Wählerlisten acht Tage lang, und zwar vom 18. Mai bis 25. Mai d. J. an den Wochentagen von bormittags 9 bis nachmittags 3 Uhr und am Himmelfahrtstage und Sonntag von 12 bis 5 Uhr nachmittags im hiesigen Gemeinde- Achtung, Metallarbeiter! In der Carwin- Maschinenfabrik streiten hause, Neue Krug- Allee Nr. 5, Zimmer 6 ausliegen. Ver- die Dreher. Weil nun ohne Dreher der Betrieb nicht aufrechtfäume kein Wahlberechtigter die Listen einzusehen! Wahl- erhalten werden kann, sind heute sämtliche Arbeiter( Schlosser usw.) berechtigt ist jeder Deutsche männlichen Geschlechts, welcher entlassen. Wie sehr die Firma in der Klemme sitzt, beweist spätestens am 16. Juni 1878 geboren ist. Für diejenigen, welche folgender Ukas, der am Sonnabend in der Fabrik angeschlagen verhindert sind, selber die Listen einzusehen, find folgende Genossen wurde:„ Wir geben hiermit bekannt, daß, falls bis Montag, bereit die Liste einzusehen: 1. Henke, Lohmühlenstraße 25 v. II; den 18. Mai, nicht genügend geeignete Dreher eingestellt sind, Einen plötzlichen Tod fand am Sonnabend der erste Pfarrer der 2. Wiese, Kiefholzstr. 21; 3. Sühr, Neue Krug- Allee 62, 1. Garten wir den Betrieb von Montagmittag bis auf weiteres einstellen. St. Johannes- Gemeinde Superintendent a. D. Giehlen. Der ein haus I; 4. Strohne, Behringstr. 7 b. I: 5. Hackbarth, Ernststr. 1 part.; Gleichzeitig fündigen wir den sämtlichen Arbeitern, welche 8- bis undsechzigjährige Herr befand sich am Sonnabendabend in seiner 6. Karow, Kiefholzstr. 257 part.; 7. Road, Baumschulenstr. 36 part. 14tägige Kündigung haben. Für den Fall, daß während dieser Frist Wohnung Alt- Moabit 25 im Kreise seiner Familie und plauderte der Betrieb aufgenommen wird, nehmen wir die Kündigung zurüd. lebhaft. Plöglich sprang er auf und brach im nächsten Augenblick Steglit. Der Sammelkandidat unfres Kreises, Malermeister Wer damit nicht einverstanden ist, kann sofort Lohn und Papiere leblos zusammen. Ein sofort hinzugerufener Arzt vermochte nur den Hammer, entwickelte am Sonnabend in öffentlicher Versammlung, erhalten." Die Firma wird nun versuchen, in Berlin und auch infolge Gehirnschlag eingetretenen Tod festzustellen. Herr Super- zu der die Konservativen ihre Anhänger durch schriftliche Ein- außerhalb Erfaz für die streitenden Dreher zu bekommen. Wir intendent Giehlen, welcher in seiner Gemeinde außerordentlich beliebt ladungen zusammengetrommelt hatten, sein" Programm", aus ersuchen deshalb, den Zuzug nach dieser Fabrik streng fernzuhalten. war, bekleidete die Pfarre bereits seit 16 Jahren. Er hinterläßt welchem nicht viel zu entnehmen war, wenn man sich nicht gerade Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. außer feiner Frau zwölf zum Teil noch unerwachsene Kinder. In einem Anfall von Verfolgungswahn nahm sich heute, Montag morgen, der 46 Jahre alte Tischler Emil Kussin aus der Lands bergerstraße 123 das Leben. Der Mann war schon länger leidend, bekam heute morgen wieder einen heftigen Anfall und stürzte fich aus dem Küchenfenster auf den Hof hinab, wo er mit schweren inneren und äußeren Verlegungen tot liegen blieb. Die Leiche wurde von der Revierpolizei beschlagnahmt. für die persönlichen Angelegenheiten des Malermeisters inters effiert. Die Socialdemokratie Fämpfte er außer mit zusammens hanglofen Citaten mit trollierbaren Zeitungsnachrichten, abend abgehaltenen Versammlung der Streikenden wurde mit 89 Der Streit der Militärschneider ist beendet. In der am Sonnunter welchen die Notiz der„ Deutschen Tageszeitung" über die in der Sonntagsnummer des Vorwärts" erwähnte Rede unsres am Montag, den 18. Mai, die Arbeit wieder aufzunehmen. Bezüg gegen 73 Stimmen bei zahlreichen Stimmenthaltungen beschlossen, Genossen Ledebour nicht fehlte. Von hiesigen Genossen war eine lich des Prozentewesens erklärte die Versammlung, auf den Vorschlag Anzahl anwesend, sie hielten es jedoch nicht für angebracht, auf der Arbeitgeber probeweise eingehen zu wollen, doch behält sie sich dieses Gerede zu antworten. Ein gewisser Fenchel( oder ähn vor, spätestens zum 1. April 1904 eine anderweitige Regelung der licher. Name) von außerhalb unternahm es, die Socialdemokratie Angelegenheit herbeizuführen. Der negative Verlauf des Streifs ift Anscheinend Selbstmord verübt hat das aus Herzberg( Mark) mit möglichstem Ungeschick zu verteidigen. Wir möchten hierzu lediglich auf die Thätigkeit der Arbeitswilligen" zurückzuführen, die stammende siebzehnjährige Dienstmädchen Emma Richter, die bei bemerken, daß wir eine derartige unerbetene Hilfe mindestens über- sowohl hier im„ Warenhaus für Armee und Marine" als auch auseinem Kaufmann in der Brunnenstraße Nr. 100 in Stellung war. flüssig finden. Die N. entfernte sich in der Nacht vom Montag, den 11., zum Am letzten Freitag hat nun doch unsre Gemeinde- Ver- es die Mehrheit der Streifenden für zwecklos, die noch auf lange wärts den Arbeitgebern zu Diensten standen. Angesichts dessen hielt Dienstag, den 12. Mai, heimlich unter Mitnahme ihrer Briefschaften tretung die Polizeiverordnung betreffend das Verbot Zeit ausreichenden Mittel der Streiffasse noch länger in Anund eines Ansichtskarten- Albums, während sie die übrigen Sachen des Straßenhandels für eine Reihe von Straßen an- spruch zu nehmen und den neunwöchigen Ausstand noch weiter zu zurückließ. Die polizeilichen Nachforschungen nach dem Verbleib des genommen. Die Verordnung war vom Amtsvorsteher aus" ber- führen. Mädchens waren bisher vergeblich, und es wird angenommen, daß kehrspolizeilichen Gründen" vorgelegt worden, nachdem vor längerer die R. vermutlich aus Liebesgram sich das Leben genommen hat. Beit der Haus- und Grundbefizer- Verein um Beseitigung des Die Metallschläger haben am Montag die Arbeit nieder. Straßenhandels petitioniert hatte. Daß mittlerweile auch zwei gelegt. Sie fordern die neunstündige Arbeitszeit, einen 25proDas goldene Rad von Friedenau. Wenngleich es gestern in den von gut besuchten Volksversammlungen einstimmig angenommene zentigen Zuschlag für Ueberstunden und eine anderweitige Regulierung ersten Nachmittagsstunden in Strömen vom Himmel goß und wohl Refolutionen gegen das Verbot eingegangen waren, hatte des Accordtarifs. In Betracht kommen für diese Branche nur zwei so mancher von den unzähligen Tausenden, die nach Friedenau bei der bürgerlichen Mehrheit wenig Gewicht, zumal sich zu Firmen, die sich den Forderungen der Arbeiter gegenüber bisher pilgerten, um dem großen sportlichen Ereignis beizuwohnen, besorgt den Hausbesitzern auch noch einige ansässige Geschäftsleute gefelt allerdings ablehnend verhalten haben. Das Streben der Metallzum Himmel blickten, an dem sich immer wieder schwarze Wolfen zusammenballten, so hatte doch Jupiter Pluvius ein Einsehen. hatten, welche aus Konkurrenzrüdsichten das Verbot wünschten. Daß schläger geht dahin, über ganz Deutschland eine einheitliche Regelung Gegen 4 Uhr Klärte fich der Himmel auf, die Sonne brach durch die der Amtsvorsteher nochmals betonte, daß für ihn nur Verkehrs- der Lohn- und Arbeitsbedingungen herbeizuführen. Wollen und das schönste Better hielt während des ganzen Rennens besonders, da er zugegeben hat, daß augenblidlich zwar noch rücksichten maßgebend gewesen seien, kann uns nicht imponieren, vor. Es wurden im ganzen nur drei Rennen gefahren: Nieder- teine besonderen Mißstände vorhanden seien, dieselben aber rad= Hauptfahren für Herrenfahrer, das kleine goldene Rad " zweifellos sich in der Zukunft einstellen dürften!" von Friedenau und das große goldene Rad von Friedenau." Sorge um die Zukunft gerade in dieser Frage, wo es sich Im Niederrad- Hauptfahren für Herrenfahrer, 4 Vorläufe über 2000 um einen Wunsch der Hausbesiger handelt, ist rührend. Meter je, kamen im ersten Vorlauf Willy Todewald- Berlin als erster letzteren werden denn auch die einzigen sein, welche einen Vorteil in 3 Minuten 54 Sekunden, Karl Barta- Berlin als zweiter, Frig von dem Verbot haben; mit Rücksicht auf die beseitigte Konkurrenz Fichtner- Berlin als dritter durchs Ziel. Im 2. Vorlauf erster Mar Göze- Berlin in 3 Min. 4 Set., zweiter N. B. Carlsen Odensee, dritter wird sich bald Gelegenheit finden, die Ladenmieten in den vom Ver Göze- Berlin in 3 Min. 4 Set., zweiter N. P. Carlsen Odensee, dritter Otto Küpferling- Berlin. Im 3. Vorlauf erster Andr. Hansen- Berlin bot betroffenen Straßen zu erhöhen; dann werden hoffentlich auch Otto Küpferling- Berlin. Jm 3. Vorlauf erster Andr. Hansen- Berlin die betreffenden Geschäftsleute einsehen, wer der Blamierte iſt. in 3 Min. 26 Set., zweiter J. Andemars- Genf, dritter Mar KadagiesBerlin. Jm 4. Vorlauf erster Walter Engelmann- Leipzig in 3 Min. 35 Set., zweiter Arthur Tezlaff- Berlin, drifter Bruno Schreiber- Berlin. allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft sind durch Vergleich mit der Die Lohndifferenzen der Arbeiter im Kabelwerk Oberspree" der Direktion beigelegt. Am Montag ist die Arbeit wieder aufgenommen eingestellt sind, erhalten nach einem Monat 33 Bf. pro Stunde. Die worden. Hilfsarbeiter, welche mit einem Stundenlohn von 30 Pf. Sämtliche Maschinenführer, die mindestens ein Jahr im Betriebe sind, erhalten eine Lohnerhöhung von 3 Pf. pro Stunde bis zur Höchstgrenze von 40 Pf. Die Löhne derjenigen Arbeiter, die länger führer sind, sollen von Zeit zu Zeit revidiert und aufgebeſſert als drei Jahre im Betriebe beschäftigt, aber noch nicht Maschinenwerden. Es wird ein ständiger Arbeiterausschuß gewählt, der, wenn Wünsche der Arbeiter vorliegen, mit der Direktion zu verhandeln hat. " Zu einer Die den Streit der Kutscher und Burschen der Milchcentrale be- daß der„ Vulkan" zu Gunsten der Tecklenborgschen Werft, die bereits| dessen Aufforderung in den oberen Raum gegangen waren, too treffende Notiz in der Sonntagsnummer des Vorwärts" enthält, ausgesperrt hatte, ebenfalls die Arbeiter aussperren werde. Diese ihnen gegen 3 M. Vermittelungsgebühr Arbeit nachgewiesen worden wie uns vom Verband der Handels- und Transportarbeiter ge- Kunde mußte umsomehr überraschen, als die mit der„ Vulkan" ivar. In Uebereinstimmung mit dem Staatsanwalt war der Ges schrieben wird, eine Unrichtigkeit insofern, als in derselben gefagt Direktion geführten Verhandlungen einen günstigen Verlauf zu Rechtsgültigkeit beizumeſſen fei. richtshof der Meinung, daß dem angefochtenen Ministerialerlaß volle wird, die Kutscher und Burschen hätten, soweit diese noch nicht andre Derselbe stelle nur eine BeNun, es ist anders gekommen, als Arbeit gefunden haben, die Arbeit wieder aufgenommen; nehmen schienen. schränkung, nicht aber eine gänzliche Aufhebung der im§ 1 der Ges lezteres ist nicht der Fall. die Friedensfreunde erwartet haben. Die Aussperrung beim werbe- Ordnung gewährleisteten Gewerbefreiheit dar. Auf Grund des Zugeständnisses des Herrn Oberamtmann Ring, Vulfan" ist zur Thatsache geworden und weitere Aussperrungen stehen solchen Beschränkung sei der Minister durch§ 38 der Gewerbewonach sich derselbe verpflichtet hat, die Kutscher und Burschen nach bevor. Und das alles, weil in zwei Betrieben ganz untergeordnete Ordnung ermächtigt. Außerdem erachtete der Gerichtshof für erund nach wieder einzustellen, haben sich bereits 30 Kutscher zur Konflikte mit einem Teil der Arbeiter bestanden, die bei einigem wiesen, daß die Gastwirtschaft und die Stellenvermittelung eng Wiederaufnahme der Arbeit gemeldet. Leider war bis heute noch guten Willen der betreffenden Unternehmer längst beseitigt wären. miteinander verquickt feien, wenn auch beide räumlich von einander niemand eingestellt, vielmehr soll denselben, falls Bedarf vorliegt, Die Betriebe, welche jetzt in unerhört frivoler Weise Tausende von Schankwirtschaft Gäste zuzuführen und dem Wirte Gelegenheit zu getrennt wären. Die Stellenvermittelung solle dazu dienen, der geschrieben werden. Von den Burschen sind bis jetzt zwölf wieder eingestellt. Arbeitern auf die Straße gesezt haben oder noch sehen wollen, Schankwirtschaft Gäste zuzuführen und dem Wirte Gelegenheit zu geben, an den Arbeitsuchenden doppelt zu verdienen. Dies sei nach haben nicht die geringste Ursache zu solchem Gewaltakt. dem Ministerialerlasse nicht zulässig. Die Arbeiter der Bettmöbelfabrik von Schulz, Hasenheide, hielten Nach alledem scheint es zweifellos, daß das vereinigte am Montag abermals eine Versammlung ab, um weitere Maß- Unternehmertum an der Unterweser den Kampf gegen die Arbeiternahmen wegen der mit den Drahtspinnern und 2adierern organisation in großem Maßstabe beginnen will. Die Vernichtung ausgebrochenen Differenzen zu besprechen. Bisher sind die eingeleiteten Verhandlungen resultatlos geblieben, da der Chef des Koalitionsrechts, die dem„ Norddeutschen Lloyd" trotz der Annicht mit dem Vertreter des Metallarbeiter- Verbandes sondern wendung brutalster Mittel nicht gelungen ist, soll jetzt mit vereinten nur mit feinen" Leuten verhandeln will. Beschlossen Kräften betrieben werden. Eine andre Erklärung giebt es für das wurde, eine Kommission aus den Reihen der Streifenden Vorgehen der Unternehmer nicht. Wollen die Unternehmer den Verzu wählen, die am heutigen Dienstag bei dem Betriebschef vorstellig nichtungskampf gegen die organisierten Arbeiter führen, so werden zu werden hat. Um den Verhandlungen etwas mehr Nachdruck zu ver- sich diese wehren, und thatkräftige Hilfe ihrer Klassengenossen in ganz leihen, wird sich am Mittwoch eine weitere Versammlung darüberschlüssig Deutschland wird ihnen nicht fehlen. werden, ob für den gesamten Betrieb die neunstündige Arbeitszeit verbunden mit einer zehnprozentigen Lohnerhöhung zu fordern ist, falls die Firma bis Freitagmorgen den Tarif der Drahtspinner. nicht unterschrieben hat. Natürlich nimmt sich auch die Polizei dieser Firma wieder mit ganz besonderer Wärme an. Vor der Fabrik stehen fast mehr Polizisten, uniformierte wie geheime, als Streitposten oder neugierige Passanten. In Adlershof bei Lukke befinden sich die Tischler, Maschinenarbeiter, Maler und Plazarbeiter( ca. 120) im Ausstand, da die Maßregelung von acht Ausschußmitgliedern nicht zurückgenommen wurde. Es werden hauptsächlich Küchenmöbel und Kehlleisten her gestellt. Zuzug fernhalten. Deutfches Reich. Aussperrung an der Unterweser. Laffans Depeschenbureau meldet: Das Strafmaß wurde indessen auf 5 M. ermäßigt. scheidung der 20. Civilkammer, die in den„ Bl. f. Rechtspfl." mitFür Vermieter möblierter Zimmer von Wichtigkeit ist eine Entgeteilt wird. Einem Mieter war bei Gelegenheit der Berlängerung bes Mietsvertrages vom Hauswirte unter Erhöhung des Mietszinses das Recht eingeräumt, ein Zimmer seiner Wohnung abzuvermieten. Durch einen Brief seines Hauswirtes wurde ihm aber verboten, einen Bettel an dem Hause anzubringen, durch welchen die Vermietung eines Borderfront des Hauses angebrachte Mietszettel wurde auch vom Portier möblierten Zimmers den Passanten angezeigt werden sollte, der an der des Hauses entfernt. Der Mieter beantragte darauf bei dem AmtsNoch eine Aussperrungsnachricht kommt aus Bremen Mit Rückgericht den Erlaß einer einstweiligen Verfügung, durch die dem Eigensicht auf den Streit der Klempner beschloß der Arbeitgeberverband, tümer aufgegeben werden sollte, die Anbringung des Mietszettels die Sperre über sämtliche hiesige Bauarbeiter zu verhängen, falls an der Außenfront des Hauses zu dulden. Das Amtsgericht lehnte die zwischen ihnen und den einzelnen Gesellenausschüssen gepflogenen den Antrag ab, das Landgericht hielt aber die Beschwerde für gerechtfertigt und hat die einstweilige Verfügung erlassen. Das Verhandlungen resultatlos verlaufen sollten. Landgericht hat unter anderm folgendes ausgeführt: Nachdem der die Erlaubnis Eigentümer dem Mieter erteilt hatte, mußte er ihm auch gestatten, dies zur öffentlichen zur Aftervermietung Kenntnis etwaiger die Straße passierender Mietslustiger durch Anbringung eines Mietszettels an der Vorderfront des Hauses ge= mietung möblierter Zimmer in Berlin fast ausschließlich durch statten, und zwar umsomehr, als es gerichtskundig ist, daß die VerAnbringung von Wietszetteln am Eingange des Hauses in einer den Baffanten in die Augen fallenden Weise angekündigt wird. Der auf das Anbringen von Schildern bezügliche§ 10 des Mietsvertrages kann auf Mietszettel nicht Anvendung finden, da Schilder und Mietszettel völlig verschieden von einander sind. Das Aussperrungsfieber greift mit rasender Gewalt um sich. Die Differenzen im Tischlergewerbe zu Frankfurt a. M. find beigelegt, damit sind auch die von den Arbeitgebern angedrohten Gegenmaßregeln hinfällig geworden. wesentlichen Erfolg erzielt. Durch Verhandlungen mit der Innung Die Schuhmacher in Jena haben mit ihrer Lohnbewegung einen wurde eine Verkürzung der Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden ver einbart, der Stundenlohn steigt bei Zeitarbeit von 25 auf 30 P., die Accordsätze sind durchschnittlich um 15 Prozent erhöht, einzelne Arbeiten um 30 Prozent. Die Sonntagsarbeit wird eingeschränkt. Gerichts- Zeitung. Bremen, 18. Mai. Der Bremer„ Vulkan" in Vegesack sperrte heute vormittag 9 Uhr 2000 Arbeiter aus. Die Aussperrung der Von der Kanzel ins Gefängnis. Halle a. S., 16. Mai. SchiffArbeiter auf den Werften von Rickmers und Seebeck steht für Schluß bruch gelitten hat der Kandidat der Theologie Franz Mehner dieser Woche bevor. Von den Aussperrungen der beiden letztEine für das Stellenvermittelungswesen wichtige Entscheidung von hier, der heute wegen Rückfallbetruges in mehreren Fällen vor genannten Werften würden etwa 4000 Arbeiter betroffen werden. ivurde am Montag vom Schöffengericht gefällt. Im Hause Mulack- der Strafkammer angeklagt war. Der Angeklagte, ein dem Trunke Die Norddeutsche Armaturen- Fabrik des„ Norddeutschen Lloyd" und straße 13 betreibt der Gastwirt Joseph Gerecht neben seiner Gast- ergebener Mann, hatte in München, Leipzig und Delitzsch kleine Zechivirtschaft auch gewerbsmäßig eine Stellenvermittelung für Schlächter- prellereien begangen und dadurch Hotelbefizer, Gastwirte und die„ Aktiengesellschaft Wefer" nehmen eine abwartende Stellung gefellen. Das letztere Gewerbe war ihm auf Grund eines Ministerial- auch einen Arbeiter Bornack in Delitzsch geschädigt. Schon als ein, doch ist die Aussperrung ihrer Arbeiter bestimmt erlasses vont 19. August 1902 von der Polizei untersagt worden. Schüler, so verteidigte er sich, habe er den Zech auch gegen Schluß dieser Woche zu erwarten. Im ganzen Der Erlaß begründet das Verbot damit, daß die Arbeitsuchenden gel agen studentischer Verbindungen beigewohnt, würden von den Aussperrungen der Werften an der Unterweser davor bewahrt werden sollen, in dem Lokal erst eine Zeche machen und dabei große Neigung zum Trunke gehabt. 12 000 Arbeiter betroffen werden. zu müssen, bevor sie Arbeit nachgewiesen erhalten. Gerecht achtete Später, nachdem er in der Umgebung von Halle bei Predigten 2c. Der ebenso rücksichtslose wie unbegründete Gewaltatt der Unter- des Verbots nicht und zog sich darauf einen Strafbefehl in Höhe von franke Pastoren vertreten, hätten sich nach dem übermäßigen Genuß nehmer an der Unterweser ist also vollendet, soweit er die Arbeiter 30 M. zu, gegen den er richterliche Entscheidung beantragte. Jm von Alkohol Anzeichen des Deliriums bemerkbar gemacht. Schließdes„ Vulkan" und die der Tecklenborgschen Werft betrifft. Auch andre Termin machte der Angeklagte geltend, daß der Ministerialerlaß auf lich habe er sich aufgerafft und sich in der Anstalt des Pastors heilen lassen. Dann habe er ihn nicht anwendbar sei. Beide von ihm betriebene Gewerbe feien Bodelschwingh bei dem Großbetriebe werden mit der gleichen Gewaltthat gegen die bei räumlich getrennt, fein Restaurationslokal befinde sich im unteren Verein" Rotes Kreuz" in Hamburg Unterkommen gefunden. ihnen beschäftigten Arbeiter vorgehen. Die Hoffnung, daß der ge- Stockwerk, der Arbeitsnachweis dagegen im oberen. Die Stellen Seine Nüchternheit sei aber dort auf eine sehr harte waltige Kampf vermieden werden könne, hat sich nicht erfüllt. Bergebens vermittelung erfolge immer Sonntags von 12 bis 2 Uhr. Ferner Probe gestellt worden; in Sälen, in denen nur war es, daß die Arbeiter bis auf den letzten Augenblick sich redlich sei der Ministerialerlaß überhaupt nicht rechtsgültig. Der§ 1 der Trunkenbolde und dergl. Menschen verkehrten, habe er predigen bemüht haben, die Veranlassung der angedrohten Aussperrung aus Gewerbe- Ordnung gebe jedem Staatsbürger das Recht, ein Gewerbe müssen. Diese Leute habe er als früherer Trinker dem Wege zu räumen und den Kampf dadurch zu vermeiden. Dies sei für ihn zu In auszuüben, welches er ivolle. Der Ministerialerlaß bedeute daher zur Mäßigfeit ermahnen sollen. ihrer Friedensliebe, in dem Bewußtsein, den Unternehmern bis zur einen Eingriff in die gesetzlich gewährleistete Gewerbefreiheit. Der viel gewesen. Er habe wieder mit gemacht, und sei dann wieder in äußersten Grenze des Möglichen entgegengekommen zu sein,§ 38 der Gewerbe- Ordnung räume dem Minister nur die Befugnis fein altes Laster zurüdverfallen. Der Staatsanwalt beantragte gegeir ein, nötigenfalls einschränkende Bestimmungen zu erlassen, nicht aber, den bedauernswerten, anscheinend willensschwachen Mann neun glaubten die Arbeiter noch am Sonnabend an eine befriedigende die Ausübung eines Gewerbes gänzlich zu verbieten. Demnach sei Meon at Gefängnis. Das Urteil lautete auf sechs Monate Lösung des Konflikts. Verhandlungen wurden bis zur der gegen ihn gerichtete Strafbefehl zu Unrecht erlassen worden. solcher Strafe. legten Stunde geführt. Aber während man jeden Augen- Der Gerichtshof gelangte zu einem verurteilenden Erkenntnis, blick die Nachricht erwartete, die Differenzen seien beseitigt, nachdem festgestellt war, daß zwei Schlächtergesellen erst im Lokal. der Friede geschlossen, traf am Sonnabendabend die Nachricht ein, des Angeklagten ein Glas Bier getrunken hatten und dann auf Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 19. Mai. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Die Jungfrau von Drleans. Deutsches. Monna Banna. Berliner. 100 000 Thaler. Leffing. Geschlossen. Neues. Der g'rade Michl. Residenz. Luftige Chemänner. Vorher: Nach dem Balle. Westen. Dubarry. Central. Madame Sherry. Thalia. Der Posaunenengel. Anfang 8 Uhr: 0 Schiller O.( Wallner Theater.) Jm weißen Rößl. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Hedda Gabler. Belle Alliance. Die Lebendigtote. Hierauf: System Aubert. Carl Weik. Jlse Römer. Casino. Unser Goldjunge. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Buntes. Der Freischütz. Kleines. Nachtafyl Trianon. Die Notbrüde. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage- Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Ostseeküste. Stern Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Täglich, abends 71/2 Uhr: Madame Sherry. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküste. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anfang: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Lustspiel in 3 Arten von D. Blumenthal und G. Kadelburg. Mittwoch abend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Donnerstagabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Schauspiel in 4 Aufz. von H. Ibsen. Mittwoch abend 8 Uhr: Die guten Freunde. Donnerstagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Am Wetter- Prognose für Dienstag, den 19. Mai 1903. Beitweise heiter, jedoch noch fühl und unbeständig mit geringeren Niederschlägen und ziemlich frischen nordwestlichen Winden. Belle- Alliance- Theater. Die Lebendigtote. Dramolett in 1 Att v. A. v. Hegedüs. Hierauf: System Aubert. Morgen:' Weanerin. Hierauf: System Aubert. Im Sommergarten von 6 Uhr ab: Doppel- Konzert. Specialit. I. Ranges. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. 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