Nr. 117. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- BeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn art, für das übrige Ausland 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 21. Mai 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Genossen! Seht die Wählerlisten nach! Wer irrtümlicherweise nicht in der Wählerliste steht und es unterlässt, bis zum 25. Mai seine Eintragung zu veranlassen, geht seines Wahlrechts verlustig! Neben dem Brotwucher. Fünf Jahre. XIV.*) g tonvents auf ein Jahr verlängert werden. Die Fuseljunker aber, lischen Geistlichen nach allen Richtungen hin damit unzufrieden, überrumpelten den Reichstag knapp vor den durchgesprochen und schließlich abgeschlossen. Ferien mit dem Antrage, die Verlängerung solle gleich auf zwei In zweiter Lesung am 13. Mai war dieser Antrag angenommen Jahre ausgesprochen und die Steuer um 50 Proz. erhöht werden. worden. So wenig wie die Zuchthausvorlage ist auch der Agrariertarif eine einzelne meteorartige Erscheinung. Wie jene ist auch dieser von einem ganzen Schwarme typischer Begleiterscheinungen umgeben, Am Tage der dritten Lesung, den 15. Mai, hatte der fürsorgund erscheint so desto deutlicher als der Ausdruck eines ganzen liche Graf Ballestrem die Sitzung schon um 9 Uhr morgens Systems. Mehrmals haben die Agrarier in großen und erbitterten einberufen. Trotzdem gelang es nicht mehr, ein beschlußfähiges Kämpfen die wirtschaftlichen Interessen des Großgrundbesizes zur Haus beisammenzuhalten. Nach ausführlichen Erörterungen unsrer Geltung gebracht, ehe die Hauptentscheidung fiel. Das Fleisch beschau Gesez, das die verbündeten Re- Ausmarsche der Linken blieben mur 198 Mann im Saale zurück; Genossen Singer, Wurm und Stadthagen und nach dem gierungen dem Reichstage am 17. Februar 1899 vorlegten, beschäftigte eine Stimme fehlte zur Beschlußfähigkeit. Vergebens tam endlich fich gleichmäßig mit Schutzvorkehrungen gegen verdorbenes Fleisch als Hundertundneunundneunzigster Herr Stöder herangefeucht; des Inlandes wie des Auslandes. Für das Inland schrieb es die es war zu spät- das Liebesgaben- Gesetz war schon verschieden! Kontrolle der Hausschlachtungen vor; die Bestimmungen, die die aus- Nach einer düsteren Zeit der Prämienlosigkeit holten die ländische Fleischeinfuhr betrafen, waren allerdings so allgemein Schnapspatrioten das Versäumte nach. Im Jahre 1902 tam es abgefaßt, daß ebensowohl ihre loyalste Handhabung im Interesse dann thatsächlich zu einer Abänderung des Brennsteuer- Gesetzes im der Volksgesundheit wie ihre Verwendung zu allen möglichen Sinne der ostelbischen Agrarier. Da die Branntweinerzeugung im heimatspolitischen Chikanen möglich sei. Immerhin trat der Re- Inlande durch Kontingentierung, gegen das Ausland durch Bölle gierungsentwurf noch unter der Maste eines reinen Gesund geschützt ist, die erst im Jahre 1901 wieder erhöht worden, da zuheits- Gesezes auf. Sache des Reichstages wäre es gewefen, dem Prämien und Liebesgaben reichlich gewährt werden, ist der im Interesse der Krankheitsverhütung, aber auch nur in diesem Spiritusring thatsächlich Herr in seinem Hause. Das ist die HeimatsInteresse, das Gesetz umzuformen und auszugestalten. So wollten politik des Fusels, wie das Fleischbeschau- Gesetz die Heimatspolitik es auch die Socialdemokraten. Aber die agrarische Reichstags- der Trichine ist. mehrheit verwandelte ohne viel Zauberkünfte das Gesetz zur Förderung der Gefundheit in ein Gesetz zum Schuße der natio nalen Trichinen. Das Tollste aber vielleicht, was die reichsdeutsche Gesetzgebung in den letzten Jahren geleistet hat, ist für die Interessen der Buderfabrikanten geschehen. Ihnen zu Liebe wurde der Im Reichstage wurde das Volk darüber belehrt, daß eine be- technische Fortschritt zu Boden geschlagen und eine ganze Industrie sondere Kontrolle der Hausschlachtungen eine Beleidigung für die vater erwürgt. Am 11. Juni 1902 hat das agrarische Kartell im Reichstage ländischen Ochsen und Schweine bedeute, daß aber alles, was an ein Süßstoffgefeß angenommen, daß die Herstellung von SüßFleisch und Fleischwaren aus dem Auslande komme, höchst bedenklich stoff abhängig macht von der Ermächtigung der Regierung und die und gefährlich sei. Die Kommission schränkte darum die Kontrolle bisherigen Inhaber von Süßstofffabriken aus Reichsmitteln für die der Hausschlachtungen wesentlich ein und strich die obligatorische Entziehung oder Einschränkung dieser Ermächtigung entschädigt. Trichinenschau. Dagegen wollte sie die Einfuhr von eingepökeltem Nach diesem Gesetze ist verboten die gewerbliche Herstellung, die Fleisch( ausgenommen Schweineschinken, Speck und Därme), von Einfuhr, der Verkauf von Süßstoff und füßstoffhaltigen NahrungsBüchsenfleisch und Würsten sofort, vom 1. Januar 1904 ab überhaupt die Einfuhr von Fleisch verbieten! mitteln. Die fünstlichen Süßstoffe, insbesondere das am meisten vers Die Regierung wollte eine solche einschneidende Veränderung breitete Saccharin, sind nach allgemeinem Urteil der Sachverständigen unfrer Handelsbeziehungen zum Auslande nicht ohne weiteres auf burchaus unschädliche Genußmittel. Sie sind so unschädlich sich nehmen, und so kam es zu langwierigen Verhandlungen, in wie Thee oder Staffee, sicher aber unschädlicher als Kartoffelsprit. denen endlich die mittlere Linie des Fleischentziehungs- Gefeßes ge- Gegenüber dem Zucker haben sie allerdings den Nachteil, daß fie nur funden wurde. Die Einfuhr von Büchsenfleisch und Wurst wurde seinen Geschmad befizen, nicht aber seinen Nährwert. Sie find rundweg verboten, die übrige Fleischeinfuhr nur unter beschränkenden wertvoll für jene Wermsten, die sich den teueren Zucker nicht leisten Bedingungen gestattet, die zum 1. Januar 1904 neu zu regeln find. Diese gesetzlich notwendige Neuregelung wird von den Agrariern des nächsten Reichstages wieder zu einem neuen Borstoß benußt werden, um die Einfuhr von Fleisch nach Deutsch land überhaupt zu verbieten. Und das alles im Namen der Volksgesundheit! D können, und sie sind ferner eine unschäzbare Waffe in der Hand der Konsumenten, weil ihr bloßes Vorhandensein und die Möglichkeit ihres Gebrauches den Buder zur Konkurrenz zwingt und seinen Preis niedrig halten muß. Das Innere des Domes war von dem katholischen Priester gewählt worden, weil man dort gegen unbequeme Ueberraschungen sicher war. Dem Centrum mag bei seiner Heze gegen die angeblich atheistische Socialdemokratie, die Mitteilung dieser Thatsache äußerst unbequem fein, aber sie ist nichts desto weniger wahr, und wenn notwendig, fönnen wir deutlicher werden. Bei dieser Gelegenheit sei auch der Dank zum Abdruck gebracht, den der verstorbene Abg. Dr. Lieber bei Beratung des Centrumsantrages auf Aufhebung des Jesuitengesetzes am 25. Januar 1899 der socialdemokratischen Frattion abstattete, weil sie stets für Aufhebung dieses Geſetzes geſtimmt habe. über dem Jesuitengesetz dargelegt hatte, äußerte der Abg. Dr. Nachdem der Abg. Blos den Standpunkt unsrer Fraktion gegenLieber: Ich darf wohl mit dem legten Redner( Blos) beginnen und aus dem wesentlichen Inhalte seiner Erklärung den Anlaß nehmen, ihm wie seinen politischen Freunden meinen und meiner politischen Freunde Dant dafür auszusprechen, daß diese Herren, trok grundsäglicher Widersprüche, die uns himmelweit von einander scheiden, und trozdem, daß man wiederholt die Rückkehr der Jesuiten auch als ein Mittel zur Bekämpfung der Socialdemokratie bezeichnet hat, von Anfang an bis auf den heutigen Tag im Interesse der Freiheit und Gerechtigkeit uns einstimmig unterstützt haben." Wie reimt sich dieser Dank des Centrums an die socialdemokratische Fraktion mit den Behauptungen der München- Gladbacher Flugblattfabrik über die Socialdemokratie zusammen? die Socialdemokratie find, so sei weiter auf eine Aeußerung hinDa wir aber einmal am Citieren von Centrumsstimmen über gewiesen, welche das erste Centrumsblatt des Rheinlands, die Kölnische Volkszeitung" aus Anlaß der Verhandlungen der Generalversammlung des Evangelischen Bundes in Strefeld machte. Die betreffende Generalversammlung fand im Oktober 1897 statt und hierüber äußerte fich die„ Kölnische Volkszeitung" also: Die ganze katholische Presse hallt wider von Kundgebungen der Entrüstung über die gehässigen Angriffe und Beschimpfungen, in welche die Krefeld bersammelten Bündler, anstatt sich auf eine Verivahrung gegen die Kanisius- Encyklika zu beschränken, gegen den Katholicismus und gegen die Katholiken gerichtet haben. Diese Ausbrüche eines kaum mehr zu überbietenden Fanatismus machen einen um so widerwärtigeren Eindruck. Seit vielen Jahren haben wir aus dem Lager der Lintsliberalen nichts vernommen, was geeignet gewesen wäre, die Katholiken so zu erregen und zu empören, wie die jüngste Kundgebung des Evangelischen Bundes unter Leitung des LandesHauptmanns Grafen v. Winzingerode. Ganz von selbst drängt sich noch ein andrer Vergleich auf. Fast gleichzeitig mit dem Evangelischen Bunde war der socialdemokratische Parteitag versammelt. Die Socialdemokratie ist eine Partei des religiösen Nihilismus, des Atheismus, wie Bebel es seiner Zeit ausgesprochen hat; in gelegentlichen Wendungen haben auch in Hamburg wieder einzelne Redner ihren Unglauben an den Tag gelegt; aber bon Beschimpfungen der Katholiken und des Katholicismus, wie fie in Krefeld ungerügt passierten, ja den Beifall der Menge entfesselten, hat man in Hamburg nichts wahrgenommen." So spricht die Centrumspresse, wenn sie einmal ausnahmsweise Diese Freunde der Allerärmsten, diese Preiswächter auf dem Budermarkte sind von den Zucker- Agrariern des Reichstages als mißGanz wie beim großen Brotwucher- Gesetze hatte sich auch hier liebige Stonkurrenten durch ein brutales Berbot einfach totgeschlagen eine Gruppe der unverföhnlichen Agrarier von der Verständigung worden. Mit dem gleichen Recht könnte man die Textilindustrie verbieten, fern gehalten und mit Rein gestimmt, sobald die sichere Mehrheit für weil die Handweberei solider arbeitet, oder die Eisenbahnen, weil es sich den Kompromißantrag vorhanden war. Ehrlicher Makler war natürlich mit dem Poſtwagen gemütlicher fährt. Mit dem gleichen Rechte das Centrum. Herr Aichbichler, der bayrische Hopfentönig, mußte tönnte man auch Thee, Kaffee, Wein, Bier, Branntwein, Tabak und über die Socialdemokratie objektiv urteilt. des Alphabetes wegen schon damals seinen Namen in die Firma hundert andre Genuß- oder Lebensmittel verbieten, da es doch fezzen. Aus der Reihe der Gesundheitswächter, die für diese sicherlich flüger ist, Brot und Fleisch zu kaufen als diese schließlich hier lex Aichbichler in namentlicher Abstimmung ihr Votum abgaben nachdem Herr v. Kardorff die Debatte guillotiniert hatte, feien einige Lieblinge des Voltes in empfehlende Erinnerung gebracht Graf Arnim mit der Säuferphantasie, Bach em, der Wahrheitsapostel, Graf Ballestrem, der Hüter der Geschäftsordnung, sein Gegen dieses Gesetz des Widerfinns stimmten außer unfren Ge Gehilfe Büsing, Dasbach, das Geschäftsgenie, v. Frege, noffen, den Freifinnigen und den Volksparteilern nur 18 Nationalder nie blaß wird, der Kolonialfreund asse, der Parade- liberale und 18 Mitglieder des Centrums. Socialpolitiker und Wahlrechtsfeind size, der starke Mann Die Interessenwirtschaft der agrarischen Horde scheut nicht Recht v. Kröcher, die Herren Gröber, Sattler, Graf Dönhoff, und Gesetz, nicht Anstand und Sitte; sie scheut aber auch vor der Stropatiched, Fürst Herbert Bismard, Baffermann, bollkommensten Unsinnigkeit nicht zurück. Die andern mögen fich Paasche... Welch reicher Himmel, Stern bei Stern; wer nach Belieben und Temperament entrüften oder franklachen- fie tennt nicht ihre Namen?- Nicht agrarisch genug war das zählt die Bazen und wuchert weiter. Gesetz nur den antisemitischen Vertretern des fleinen Mannes, aus diesem Grunde finden wir Herrn Liebermann v. Sonnenberg, Herrn Raab und Konsorten unter den Gegnern des Entwurfes. Im großen ganzen war es also so ziemlich dieselbe Komödie wie britthalb Jahre später! Und am 27. Februar d. J. brachte die ultramontane„ Germania" in Berlin einen Artikel, in dem sie sich gegen die Aeußerungen doch entbehrlichen Dinge. Das Süßstoffverbot wäre darum un- des Grafen v. Bülow über Millerand und Jaurès wendete und sagte: säglich lächerlich als ein echter Schildaer Rathausbeschluß, wenn er Auch selbst im Vergleich mit den deutschen Socialdemokraten nicht ebenso unsäglich empörend wäre als brutales Interessengesetz, endlich erscheinen die französischen Socialistenführer wenigstens erlaffen zum Nugen einer fleinen Minderheit. nicht in allen Punkten als die„ ruhigeren und würdigeren" Leute. In der für die Beurteilung der französischen Socia listen durchaus nicht nebensächlichen Ordensfrage zum Beispiel nehmen die deutschen Socialisten eine unvergleichlich würdigere und vornehmere Saltung ein, als ihre mazzinistisch angehauchten französischen Gesinnungsgenossen. Ja sie legen speziell in dieser uns Katholiken befonders naheliegenden Frage bisher wenigstens fogar mehr Sinn für Recht und Gerechtigkeit, diesen vornehmsten" Grundlagen der Reiche und besonders gesitteter" Staatswesen an den Tag, als selbst die deutsche Reichs- und die preußische Staatsregierung." Wahlkampf. Centrum und Socialdemokratie. " " Also auch hier wird die höchste Anerkennung der objektiven Haltung der deutschen Socialdemokratie in Kirchenfragen ausgesprochen. Aber jetzt im Wahlkampf heißt es: Räuber und Mörder! * Soweit unfre Parteigenossen in den Wahlkämpfen mit dem Das Centrumsorgan die Augsburger Postzeitung", sucht die Centrum zu thun haben, empfehlen wir ihnen von den hier mit Ein Jahr nach dem Zustandekommen des Fleischwucher- Gesetzes Mitteilungen, die Genosse Bebel in mehreren seiner Versammlungen geteilten Thatsachen und Urteilen in Reden und Flugblättern den finden wir dieselbe Gesellschaft wieder beisammen und um das Wohl im Rheinland machte, daß der Bakt über das Zusammengehen von weitesten Gebrauch zu machen und die katholischen Arbeiter über die der landwirtschaftlichen Branntweinbrenner im höchsten Grade besorgt. Centrum und Socialdemokraten bei den letzten bayrischen Landtags. Doppelzüngigkeit des Centrums auch auf dem hier in Frage Es handelte sich um das Schicksal der Brennsteuer, einer wahlen in der Satristei eines berühmten Domes abgeschloffen fommenden Gebiet aufzuklären. Steuer, die nicht der Reichskasse zu gute kommt, sondern zu worden sei, in folgender Weise abzuschwächen: Liebesgaben verwendet wird. In Form von Prämien wird sie für die Ausfuhr von Spiritus nach dem Ausland und für die Denaturierung von Spiritus im Julande ausbezahlt. Da von den ostelbischen Kartoffelbrennern weniger an Brennsteuer gezahlt wird, als fie in Form von Prämien herausbekommen, stellt sich auch dieses Gesetz als Liebesgabengesetz für die Großgrundbefizer dar. Dieses Gesetz lief am 1. Oftober 1901 ab und sollte im Früh jahr desselben Jahres nach dem Mehrheitsbeschluß des Senioren*) Vergl. Nr. 118 des Vorwärts". Wer den betreffenden berühmten Dom kennt, weiß, daß man Die Freifinnigen in Wort und That. auf der Treppe und im Vorhof desselben nicht in der Kirche ist und, angesprochen, sehr wohl auch kurz ein weltliches Wort Eine Wählerversammlung für den fünften Wahlkreis war zum Der sprechen kann. Als das vor dem berühmten Dom geschah, war Montag nach dem Grand- Hotel Alexanderplatz einberufen. aber das Kompromiß schon vorher fertig; die zufällige Begegnung Andrang zu dieser Versammlung war ganz gewaltig; es geht also bor dem Dom änderte daran nichts mehr." auch ohne Eugen Richter! Der große Saal samt den NebenGenosse Bebel teilt uns mit, daß er dieser Darstellung der räumen war bis auf den letzten Plaz besetzt und trotzdem Augsburger Postzeitung" gegenüber seine Mitteilungen in alle Tische aus dem Saale entfernt wurden, erfolgte schon lange vollem Umfange aufrecht erhalte. Der Kuhhandel vor Begirn der Versammlung die polizeiliche Absperrung, so daß wurde im Innern des Domes durch einen Vertreter viele Hunderte, die zur angefegten Zeit erschienen, keinen Einlaß der Socialdemokratie und einen höheren tatho- lmehr finden konnten. ablehnte. " 1 V Rach Eröffnung der Versammlung verlas der Vorsitzende Ge-| Barlamentarismus beruht darauf", so fündet er entgegen als der Redner zum Schluß aufforderte, im Wahlkampf immer„ den nosse Wels den von uns bereits in der Sonnabendnummer ver- jeglicher parlamentarischen Auffassung, daß die Mehrheit Anstand der Persönlichkeit“ zu wahren. öffentlichten Brief Eugen Richters, in welchem derselbe die Ein- ihren Willen durchsetzen fann". Das wäre ja Nach dem Hauptredner des Tages stellte sich mit vielen ladung zu einer gegenseitigen Aussprache in unanständiger Form eine jammervolle Mehrheit", donnert er den Reichstagsschwänzern zu," Meine Herren!" und„ gewissermaßen" der Kandidat, Herr die sich zu einem Obstruktions- Feldzug gewinnen lassen. Das half: Liebenow vor. Da ihm der Fanatismus seiner Vorredner Die Entrüstung, die sich bei den ersten Sägen bemerkbar machte, von jetzt ab war eine zolltolle Mehrheit für die Abstimmungen und fehlte, der 64 Jahre alte Herr dagegen durch das Feuer der war bald geschwunden und in richtiger Würdigung dieses Mach- für alle Gewaltthaten vorhanden. werks wurden die weiteren Auslassungen Richters, daß man ihn anstatt Es hat also der Freifinn Ueberzeugung die stilistischen Mängel seiner Rede aufwog, hörten wie die Socialdemokraten ihre körperlichen ihn auch die Gegner sympathisch an. Herr Liebenow bekannte dazu benötige, für die socialdemokratische Versammlung ein Publikum und geistigen Kräfte gegen den Zolltarif aufzuwenden, offen, daß er an eine Wahl selbst nicht glaube, dagegen hofft er auf anzuloden, mit allgemeiner Heiterkeit aufgenommen. Genosse Wels hatte sie für das Zustandekommen des Zolltarifes bor den eine Stimmenzahl von 12, 15 oder 20 000. Den Arbeitern gegennoch darauf hingewiesen, daß die von unsren Genossen einberufenen Ver- Wahlen verwendet. Wenn ein Eugen Richter in der kindlichsten über wies er auf seine Thätigkeit in der Stadtverordneten- Versammſammlungen alle überfüllt und mehrmals polizeilich abgesperrt worden Weise davon spricht, er fürchte sich vor Bebel, Singer usw. nicht, lung hin. Meine Herren von der Socialdemokratie! Glauben Sie find, während derselbe Mann, der sich einbildet eine besondere Bug- Verdächtigungen gegen die Gegner des Bolltarifs der Wahrheit zu- nicht, daß Sie gewissermaßen die einzige Volkspartei sind. Meine kraft zu ſein, nur unter dem Ausschluß der Gegner und vor einem wider in Abwesenheit der Gegner ausstreut und eine Einladung, Herren! Ich bin Vorsitzender des Ausschusses für die Arbeitslöhne Kleinen Häuflein seiner Getreuen seine Weisheit zum besten giebt. Auge in Auge mit dem Gegner seine der Wahrheit widersprechenden in der Stadtverordneten- Versammlung gewesen und unsre Vorlage Der Referent Stadthagen hielt eine Generalabrechnung Behauptungen öffentlich zu verteidigen, in prahlerischen ist im Plenum angenommen worden, gewissermaßen sogar auf mit den Freifinnigen. In einer zweistündigen Rede, rohen Worten und mit genteinen Verdächtigungen ablehnt, Singern seine Veranlassung." Da aber Herr Liebenow weiter wiederholt durch stürmische Zustimmungskundgebungen unter- so hört selbst die Achtung, die man jedem ehrlichen Gegner gerne bekannte, schon als Junge 48 die freisinnigen und nicht brochen, kennzeichnete er das ganze Gebahren der Liberalen schenkt, auf. socialistische Ideen eingesogen zu haben, wird ihm" Singerns" namentlich in den letzten Jahren und erbrachte an der Hand eines Neben dem pathologischen Interesse an solchem Gebahren wirft Eintreten für eine unter seinem Vorsitze zu stande gekommene Vorsehr reichhaltigen Thatsachenmaterials den vollen Nachweis, daß die sich die Frage auf: was hat die Freifinnige Volkspartei zu diesem lage im sechsten Wahlkreise wenig nüßen. Worte der Liberalen mit ihren Thaten fortgesezt im schroffsten Volksverrat veranlaßt? Gewiß elender Mandatsschacher hatten Alsdann trat Herr Schöler noch einmal in Funktion, diesmal Widerspruch stehen. doch die Centrummsleute Nache bei den Wahlen für die Unterstützung bei als Vorsitzender. Woll freisinnigen Mannesmutes erklärte er aberDas Programm der Freifinnigen Volkspartei fordert, Gleich dem Feldzuge gegen die lex Heinze angekündigt und sind die Freisinns- mals, daß es keine Diskussion gebe. Uns mit den Gegnern in heit vor dem Geset" sowie Sicherung und weite- leute nur auf Krücken andrer Parteien in den Reichstag ge- eigner Versammlung herumzuschlagen, dazu geben wir uns nicht rung des Koalitionsrechtes". Wo immer sie den Ausschlag humpelt furzsichtige Eitelkeit und täppischer Hereinfall auf die her!" Da" Fragestellung" zugelassen werden sollte, bat Genosse zu geben hatten, haben sie gegen diefe Grundsäße gehandelt. So Einflüsterungen der Junker und Junkergenossen spielen hierbei eine röhn als langjähriger Beamter der Tischler- Krankenkasse, die wurde 1885 die Verlängerung des Socialistengefeßes Rolle. Aber in letzter Linie ist diese Schwenkung darauf zurückzu- Versammlung zu fragen, ob er nicht ein paar Worte über den annur mit Hilfe von 26 liberalen Stimunen beschlossen. Als 1896 neun führen, daß der Zolltarif ein Stück des Kampfes der geblichen socialistischen Terrorismus gegen seine Kollegen äußern von 19 Kommissionsmitgliedern für die Beseitigung der Kapitals herrschaft gegen die Arbeit darstellt, daß aber dürfe. Obgleich nun doch Herrn Schöler so Gelegenheit geboten Iandesgeseßlichen Gesinde Ordnungen stimmten, der Freisinn stets für das Kapital gegen die Arbeit eingetreten ist. war, über die Sache aus bester Quelle etwas zu erfahren, stimmten die beiden Freisinnigen dagegen. Am 11. März 1892 Mit der Aufforderung zum Kampf gegen Verleumdung, Lüge lehnte er eine solche Fragestellung entrüstet ab. Als schließlich Herr stimmten die Freifinnigen gegen Aufhebung der in den Einzel- und Niedertracht und für Wahrheit und Gerechtigkeit, und mit einem Schöler die Versammlung mit einem Hoch auf die freisinnige staaten gegen ländliche Arbeiter bestehenden Ausnahmegeseze. Für Appell, bis zum Tage der Wahl recht eifrig für unsern Kandidaten Partei schließen wollte und dabei seine Angriffe auf die Socialdas anhaltinische Ausnahmegesetz gegen ländliche Arbeiter Genossen Robert Schmidt zu wirken, schloß der Referent seinen demokratie wiederholte, verdarben ihm die anwesenden Arbeiter das es bedroht den Vertragsbruch ländlicher Arbeiter und deren Un mit brausendem Beifall aufgenommenen Vortrag. Concept dadurch, daß sie sich erhoben und ihrerseits in ein Hoch auf gehorsam mit Strafe und bedroht die Ausübung des Koalitions- In der hierauf folgenden Diskussion sprach zunächst ein Frei- die Socialdemokratie einstimmten. Das ist nun etwas, was Herrn rechts ländlicher Arbeiter mit Gefängnis bis zu einem Jahre sinniger, der seine jüdischen Glaubensgenossen aufforderte, unter den Schöler im Wahlkampf öfter vorkommen dürfte. Er bewies aber stimmte die anhaltinische Freisinnssäule Abgeordneter Jäger. Unter obwaltenden Umständen nicht für den freisimmigen, sondern für den abermals feine übergroße Nervosität, die ihn weder zum Redner vor dem 7. Juni 1902 bescheinigte gar der Geschäftsführende socialdemokratischen Kandidaten zu stimmen, und dann sprach ein Gegnern, noch zum Versammlungsleiter geeignet macht, indem er in Ausschuß der Freisinnigen Volkspartei" durch den Herr Dr. Goldstein, dessen Parteizugehörigkeit und das, einen wahren Wutparoxysmus ausbrach und hinter dem VorstandsAbg. Müller- Sagan, daß in dieser Abstimmung für Ungleichheit was er eigentlich wollte, troß seiner verhältnismäßig langen Rede tisch eine Art Cake Walk- Parodie ausführte. Die Arbeiter begeisterte bor dem Gesetz und gegen Koalitionsrecht kein Verstoß nicht festgestellt werden konnte. Genosse L. Liepmann, der recht dieser Anblick derart, daß sie nun abermals ein hoch, diesmal auf gegen das Programm liege. Redner erinnert an die Gegnerschaft wirkungsvoll für die Wahl von R. Schmidt plädierte und die Gegner den socialistischen Kandidaten Ledebour ausbrachten, worauf der Freifinnigen gegen das allgemeine direkte geheime Wah I recht sowie die falschen Freunde der Arbeiterschaft einer scharfen Kritik Herr Schöler wütend nach der Thür stürzte, wo man ihn mit in den Landtagen und Gemeinden, an die Entrechtung Tausender unterzog, bezeichnete ganz treffend die Rede des Doktors als eine dem gutmütigen Lachen der Ueberlegenheit empfing. Da kalte im Holsteinischen durch Heraufschrauben des Wahlrechts, durch Be- Sammlung gänzlich mißverstandener Citate. Duschen nicht zur Hand waren, versuchten seine freisinnigen Freunde, feitigung des kommunalen Wahlrechts der zu weniger als Von den Mitgliedern des freisinnigen Wahlkomitees- es den Zustand des Herrn durch eine Art Massagekur zu bessern, 1200 Mark Versteuerten, an die Betonung in der Berliner wurde behauptet, daß einige der Herren anwesend sind hatte sich indem sie ihm begütigend auf Schulter und Rücken flopften. Er Stadtverordneten Versammlung: ,, es sei ein ungerechter Bu- troz wiederholter Aufforderung feiner zum Wort gemeldet. Ein tam denn in der That noch einmal so weit zu sich, daß er sich stand, daß Leute, die nur 4 Mark bezahlen, das Recht Vorwurf kann diesen Herren aber daraus nicht gemacht werden, wieder auf die Bühne begeben konnte. Als wir den Saal verließen, hätten zu wählen", an das Bekenntnis des freisinnigen denn auch sie werden eingesehen haben, daß in dieser Versammlung hörten wir nur noch, wie er seine derjenigen der Arbeiter überlegene Abgeordneten Zwick, daß auch im Reich die Steuerkraft für den Freisim nichts mehr zu retten war. Nachdem der Vorsitzende Bildung bekundete:„ Eine solche Bande lüderlicher Gesellen!"( FreiEinfluß haben müsse. noch zur regen Beteiligung an den Wahlarbeiten und namentlich zur sinniger Beifall.) Sich überschreiend:„ Eine solche Bande lüderAuf dem Gebiete der Schule weist Redner auf den die gewerb- Einsicht in die Wählerlisten aufgefordert hatte er teilte u. a. mit, licher Gesellen!"( Tosender freisinniger Beifall.) Versammlung und liche Kinderarbeit beschönigenden Ausspruch des Abg. Baum- daß von 100 Wählern, für welche vom Wahlbureau die Einsicht Versammlungsleiter hatten ihren freisinnigen Heldenmut wiederbach hin: Die Kinder der Hohenzollern lernten ja übernommen wurde, circa zwanzig nicht eingetragen waren erfolgte gefunden! auch ein Handwerk, ferner auf die Lobpreifung der Aus der Schluß der imposanten Versammlung. Die demokratische Berliner Zeitung" faselt von einer ,, bersuchten beutung der Hütekinder durch den Abgeordneten Bräside. Für Sprengung" der Versammlung, die mißglückt sei. Daß ist natürlich unentgeltliche Lieferung der Lehrmittel trat Waldeck, Freifinniges Heldentum. Herr Liebenow hat es unternommen, Unsinn, denn die Scenen, welche als Sprengungsversuch bezeichnet dagegen der heutige Freisinn ein, weil das Verwirklichung eines im sechsten Wahlkreise die Fahne des Freisinns gegen die Social- werden, spielten sich am Schlusse der Versammlung ab, als Stückes Bukunftsstaats fei. Welch Riesenabstand überhaupt demokratie zu erheben. Alle Achtung! sagten wir uns. Viele andre unsre Genossen die Versammlung, welche eben vom Vorzwischen einem Waldeck und Ziegler und einem Eugen Richter zogen vor ihm aus, zu wagen den gewalt'gen Strauß, doch keinen sisenden geschlossen werden sollte, verließen. Herr und Zwick. Bei der Zuckersteuer Eintreten gegen fah man wiederkehren. Den fühnen Ritter foll man ehren! Mit Schöler scheint seine Wahnvorstellungen auch als Reporter bethätigt Bollfreiheit, gegen eine von der Kommiffion beschlossene Herab- solchen Gedanken gingen wir in die" Große Freifinnige Wähler- zu haben. fegung von 20 auf 12 M.: nur auf 14 M. wollen sie ermäßigen. versammlung", die vom Wahlverein der Freifinnigen Volkspartei für " " 1 würden. Baffermann in tausend Aengsten. " Durch die Haltung der Socialdemokratie ist die Annahme neuer Handelsverträge im neuen Reichstage zweifelhaft geworden. Wirken der Bund der Landwirte, ein Teil des Centrums und die Socialdemokratie zusammen, dann fallen die Handelsverträge im neuen Reichstage und der Reichstag muß aufgelöst werden, neuer politischer Wirrwarr entsteht. Und was entsteht, wenn keine neuen Handelsverträge zu stande kommen? Dann werden vielleicht die alten Handelsverträge nicht gekündigt. Vielleicht? Wer kann wissen, ob nicht Rußland oder Destreich mit Kündigung gegen uns vorgehen, ob nicht durch einen Ansturm im Reichstage selbst unfre Regierung zur Kündigung veranlaßt wird. Dann kommt eine vertragslose Zeit und mit ihr tritt auch ein die große Gefahr der Zollkriege, eine schwere Schädigung für unsre ganze Produktion einschließlich der Landwirtschaft. Wie soll aber die Industrie prosperieren, wenn sie sich nicht auf dauernde Verhältnisse einrichten kann? In unsrer Exportindustrie sind nach einer Berechnung Bebels 2-3 Millionen Arbeiter erwerbsthätig beschäftigt, dazu kommen die Familienangehörigen. Sie hängen vom Export ab. Was wird aus den Arbeitern, wenn die Absatzgebiete im Ausland durch Krisen und Zollkriege verloren gehen, wenn die Industrie ihre Produktion einschränken muß, wenn die Arbeiter auf die Straße geworfen werden und verelenden? Der Saß, daß der Reiche immer reicher, der Arme immer ärmer wird, ist zum alten Eisen geworfen, aber in der Politik, die heute die Socialdemokratie gegenüber den neuen Handelsverträgen vertritt, ist die Gefahr einer Verelendung der Massen durch diese Partei, die sich fälschlich eine Arbeiterpartei nennt, in den Vordergrund gerüdt." Jetzt haben wir Herrn Bassermann und die Seinen ganz wo Die Vorgänge beim 8olltarif bespricht sodann Redner in den sechsten Wahlkreis zu Dienstagabend nach den Germania- Sälen" sehr eingehender Weise an der Hand der Kommissionsverhandlungen, der berufen war. Der Saal war gefüllt, ohne wie in den ſocialstenographischen Berichte und vieler Artikel der Freifinnigen Zeitung". demokratischen Versammlungen eine beängstigende Enge zu bieten. Herr Bassermann, der Mannheimer Flüchtling, hat am Das Schlußergebnis des mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgten Der größte Teil der Anwesenden bestand aus Kleingewerbe- legten Montag in dem Wahlkreise seiner neuen Hoffnung, Karlsruhe, Sie liefert eine Bestätigung dessen, Thatsachenmaterials faßte Redner dahin zusammen: Bis gegen treibenden, Kaufleuten und Lehrern; einzelne Gruppen von Arbeitern seine Kandidatenrede gehalten. Ende Mai 1902 verteidigten die Freifinnigen, wenngleich mit fanden sich versprengt im Saale und namentlich im Hintergrunde. was in der nationalliberalen Wahlschrift gesagt ist. Der Gedanke " gewissenhaftem" Schwänzen in entscheidenden Kommissionssizungen, Polizei war nicht erschienen. macht ihn blaß, daß die Socialdemokratie im neuen Reichstage fo fehlten alle Freisinnigen bei der ersten Beratung über die Redakteur Schöler sprach 2 Stunden mit andauernd er- gegen Handelsverträge stimmen könnte, die für die Masse der Holzzölle und über den Quebrachozo II- dieselbe Tattit, hobener Stimme. Seine Kritik der modernen Steuergesetzgebung Bevölkerung eine Verschlechterung des bestehenden Zustandes bedeuten die die Socialdemokraten befolgten: der Tarif muß den wirkte so, trotz guter Durcharbeitung des Stoffes ermüdend, zumal Offenbar ist auch er mit dem nationalliberalen CentralWahlkampf beherrschen, gleichviel ob er in das die laute Stimme nicht über den Mangel an Temperament hinweg- bureau davon überzeugt, daß der neue Zolltarif, um dessen ZustandeJahr 1902 oder 1903 fällt; der Tarif muß Position täuschen konnte. Am letzten Ende empfahl er immer wieder die kommen er sich besondere Verdienste erworben hat, binnen drei für Position bekämpft werden und entweder infolge freisinnige Politik des Sparens; versprach er sich doch u. a. Wunder- Monaten zur Hungersnot und zur Revolution führen feiner eignen eignen Schwerkraft oder infolge eines Zusammen- dinge davon, wenn man in der Armee beispielsweise die Reserven im müßte. Daß die Socialdemokratie die Last dieser Verantwortung gehens von links und rechts fallen. Sobald die Vertagung des Herbst früher entlassen, die Rekruten später einziehen würde. unter allen Umständen durch eine neue rettende That" von seinen Reichstags über den Sommer 1902 stattfand, änderte sich die hatte es Herr Schöler für richtig erachtet, sich an die Regierungs- Schultern abwälzen müßte, galt ihm bisher als selbstverständlich. Taktik der nunmehr von Müller- Sagan geführten freisinnigen Boll- politit mit lautvarmem Spülwasser heranzumachen, so schlug Nun ist er wie aus den Wolfen gefallen und bekümmerten Herzens " Gegner". Von nun an suchten die Freisinnigen Schritt für Schritt bei der der Kritik seiner Gegner die Temperamentlosigkeit führt er aus: dem bereits Februar 1902 aufgetauchten v. Kardorffschen Plan die sofort in nervöse Ueberreizung um. Besonders der„ Vorwärts" Wege zu ebnen. Von da ab: in der Freis. 8tg." Anpöbelungen hat es ihm angethan. Bei der Kritik des freisinnigen Flugblattes, der Socialdemokraten und Freisinnigen Bereinigung. Und in der das im 6. Wahlkreis verbreitet wurde, soll er es unterlassen haben, Kommission? Bewußtes, und wenn das die Freisinnigen leugnen auf zwei Vorwürfe einzugehen, so auf den Vorwurf, daß die Socialwollen, nur dann täppisches Arbeiten für den Kompromiß demokratie durch ihre sogenannte Obstruktion bei den Zolltarifzwischen Großgrundbejizz und Verband der Industriellen. Debatten die reaktionäre Mehrheit zusammengeschweißt habe, und Bei den Gerbstoffzöllen treten die Freisinnigen für den des socialistischen Terrorismus in der Innungs- Krankenkasse der den Quebrachozoll der Regierung ein. In der ent- Tischler. Herr Schöler ist trotz seiner ausgewachsenen Nervosität scheidenden Sizung 30. am September er handelte es ein neugeborenes Kind! Hat denn erst das entsetzliche sich darum, die in der gesamten bündlerischen und in der konfer- Obstruktionsverbrechen der Socialdemokratie in seinem Flugblatt vativen Presse sowie in der Kommission angekündigte Drohung zu aufgedeckt oder hat er diese Richtersche Erfindung nicht aus der verwirklichen: die Eisenzölle herabzusetzen. Gelang dies, so Freisinnigen Zeitung" abgeschrieben? Seit einem halben Jahre war es mit der Zustimmung der schwarzen Industrie zum Tarif hat der„ Vorwärts" die Unsinnigleit dieses Vorwurfes dreimal wöchentvorbei, der v. Kardorffsche Plan endgültig beseitigt. Mit 10 gegen lich nachgewiesen, am Anfang dieses Jahres in langen, materialschweren 10 Stimmen wurde eine zweite Lesung der Eisenzölle abgelehnt. Artikeln und weil Herr Schöler die Sache dennoch unbesehen in sein Es fehlten von den drei freisinnigen Rom Flugblatt aufnimmit, solle der„ Vorwärts" zu einer abermaligen missionsmitgliedern zwei: Kopsch und 3 wid. Widerlegung des Unfinns verpflichtet sein! Und die Angelegenheit Die Freifinnige Zeitung" behauptet, Zwick habe an einer Mandel- mit der Tischler- Krankenkasse? Ja, aus welcher Quelle stammt denn entzündung gelitten, es sei fein Erfaz zu beschaffen ge- die ganze Angelegenheit? War nicht gerade der„ Vorwärts" da s wesen. Das ist unwahr: Ersatz konnte in einer halben Stunde erste Blatt, das die Darstellung der betroffenen Kassenbeamten, beschafft werden. freilich aber auch( was das freisinnige Flugblatt nicht thut) eine Von nun an arbeiteten die Freisinnigen eifrig für ein Zustande. Darstellung von der Gegenseite brachte? Daß sich die Kassenbeamten kommen des Kompromisses v. Kardorff im Plenum: in der Frei zunächst an den socialdemokratischen Vorwärts" wandten, ist jedensinnigen Zeitung" ebenso im Plenum am 16. Oktober traten sie das falls ein Beweis dafür, daß sie selbst an einen socialdemo gegen auf, daß mit dem Tarif in der Beratung begonnen kratischen Terrorismus nicht glauben. würde. Dann galt es die Agrarier, mit deren Hilfe Richter noch Die nervöse Erregtheit, in die sich Herr Schöler bei der im Mai den Zolltarif eventuell zu Fall bringen wollte, Stritit seiner Gegner hineinarbeitete, führte mehrfach zu Zwischenzum Schweigen zu bringen; am 29. Oktober stimmt Richter fällen. Schon bei der Kritik der konservativen Parteien im Anfang bem geschäftsordnungswidrigen Antrag zu, über die die Beratung rief er auf einen Zwischenruf, den wir nicht verstanden:" Was ist wir sie haben wollten! Daß das Inkrafttreten jenes Zolltarifs, für verzögernden Anträge der Ägrarier auf Ausdehnung der Mindest das da für ein Schwäßer?" Als er nun die Taktik der Social- deffen Zustandekommen die Nationalliberalen den letzten Rest ihres zölle zur Tagesordnung überzugehen. Am 12. November spricht Richter demokratie im Zollfampf kritisierte, warf er ihr unter anderm politischen Ansehens preisgegeben haben, zu einer Verelendung der Mut sie Kraft und für die Zulässigkeit der Beratung der lex Aichbichler, da die vor, daß der Muskelkraft Massen führen würde, haben wir das nicht schon vor einem halben, Mehrheit des Reichstages nicht durch eine Bestimmung der Ge- erblicke. Er provocierte dadurch den Zuruf: Dr. Barth! einem ganzen, vor zwei und vor drei Jahren gesagt? In seiner schäftsordnung, die zu Gunsten der Rechte der Minderheit geschaffen ist, Darauf Herr Schöler: Jch bin für Dr. Barth nicht verantwort Angst versteigt sich Herr Bassermann zu dem tindischen Unsinn, die sich die Hände binden lassen könne. Damit war jeder Verlich. Hier hielt es der Vorsigende für angebracht zu erklären: Es Socialdemokratie für die gefährliche handelspolitische Situation gewaltigung der Minderheit der Weg geebnet. ist Ihnen nachher Gelegenheit gegeben, an den Redner Fragen verantwortlich zu machen. Wer trägt aber an ihr schuld, wenn nicht Schöler höhnisch: Herr Bassermann selbst? Donnernder Beifall der Rechten lohnte ihren Handlanger. Die zu stellen!( Mehrfache Rufe: Diskussion! Aber gutmütig, wie wir nun einmal geartet sind, wollen wir dem " Freifinnige Zeitung" pöbelt nun von Mitte November ab offen die Das möchten Sie wohl!( Erregt:) Das ist die Freiheit der Social" Obstruktion" Richter verwechselt stets sachliche Opposition mit demokratie, daß fie fich in eine fremde Gesellschaft hinein in die Klemme geratenen Liberalismus den Ausweg aus allem Obstruktion besonders scharf an und behauptet, wie ja auch zuschleichen und dort die Verhandlungen zu stören sucht.( Unruhe.) Drangfal zeigen. Herr Bassermann sagt es selbst: die alten Handelsdie späteren Auslassungen des Herrn von Kröcher, des Redner, der es fertig bringt, ein Citat aus Bebels Frau" als verträge werden ungekündigt bleiben, wenn nicht ein Ansturm im Dr. Röfice( Kaiserslautern) und andrer Agrarier beweisen in einem verständigen Augenblick verfaßt" zu bezeichnen, geht Reichstage die Regierung zur Kündigung zwingt, oder wenn fie Guter Rat ist diesmal in Widerspruch mit der Wahrheit: die Zöllner hätten sich damals dann auf Bebels Forderung ein, keinen Kandidaten zu unter- nicht vom Auslande gekündigt werden. der nicht Am 22. November stüßen, Grund gegen jeden auf neuen nicht teuer, sondern sehr billig. geeinigt, geeinigt infolge der„ Obstruktion". Erstens einmal darf zu stande morgens findet thatsächlich eine durch die Freisinnsartikel mühsam Boйtarifs stimmt. fein Anhänger des Herrn Bassermann einem Feinde der begekommenen Handelsvertrag ermahnt die Socialdemokratie, nicht ,, in derselben stehenden Handelsverträge seine Stimme geben. 3 weitens muß zusammengeschweißte Einigung der v. Kardorff- Leute statt. Der An- Er Die Mehrheit bummelt tölpelhaften Weise" wie beim Zolltarif zu handeln. trag v. Kardorff wird eingebracht. Als das Ausland wissen, daß Deutschland nicht daran denke, sich jemals am 29. November, troh physischer Unterstüßung durch jemand:„ lex Heinze" ruft, brüllt er wütend:" Was wollen durch Jukraftsetzung des neuen Bolltarifs ins eigne Fleisch zu schneiden. denn mit Jezt Sie Beschlußunfähigkeit. solchen albernen Zwischenrufen?" Ju Darum müssen die Nationalliberalen des neuen Reichstags, wenn Freisinnsmannen, die Mehrheit zusammenzuputschen. Dieser Kampf gegen die Social es dergleichen noch geben sollte, mit den Socialdemokraten gemeinAm 1. Dezember flagt v. Kröcher, daß alle seine Macht nicht aus- demokratie fort. Uebrigens erhob sich im Saale auch Unruhe, als fam erklären: der neue Zolltarif sei ein unsinniges, selbstmörderisches reiche, die Fasanen- und Hafenjagdleute zum Erscheinen zu veran- Redner das konservative Flugblatt kritisierte; die freisinnige Be- Gesetz( siehe die Wahlschrift der nationalliberalen Partei) und obenassen. Da besteigt Eugen Richter die Reichstags- Tribüne als schneidung der Redefreiheit zwang auch die Anhänger dieser drein auf verfassungswidrigem Wege zu stande gekommen; er müsse inpeitscher der Mehrheit.„ Der Grundgedanke des Partei, sich durch Zurufe zu wehren. Es flang wie Selbstironie, darum sofort für null und nichtig erklärt werden. aber: die gilt e3, " Weise führte er den " nur in des Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, daß den NationalJammer! Der Wahlaufruf der konservativen Partei Sachfens ist er- 1er jetzt systematisch darauf hin, Handelsverträge mit liberalen die zweite dieser notwendigen Erkenntnisse noch kommen schienen. Er enthält zwei Säße, die in dem Wahlaufruf der dem Wahlaufruf dermaßvoll" höheren Zöllen zu stande zu bringen. Es ist wird. Für die erste ist es freilich zu spät. Denn wer unterstützt den konservativen Partei für das Reich nicht zu finden sind. Diese Säße viel verlangt, daß die Socialdemokraten in diese Falle gehen Ansturm" gegen den Fortbestand der alten Handelsverträge, vor dem lauten: fich Herr Bassermann so sehr fürchtet? Eben jener agrgrifche Die konservative Partei bekämpft den Ultramontanismus, der sollen; sie sind nicht so dumm, ihre allein mögliche Auffassung zu Ordnungsflüngel, dessen integrierenden Bestandteil die- National- das Deutsche Reich und unser engeres Vaterland feinen Zwecken verlassen, weil die Demokratie sie für dumme Kerle erklärt. Wäre das nicht die Erklärung für die neue freifinnig liberalen bilden. dienstbar machen möchte." Und: Die konservative Partei erachtet als vornehmste Aufgabe des kommenden Reichstages die Erstrebung demokratische Losung:„ Handelsverträge um jeden Preis", wollte günstiger Handelsverträge zum gleichmäßigen Schutze aller ein- man ernstlich Handelsverträge und zugleich keine Mehrbelastung heimischen Erwerbsstände." des Volkes, so wäre das Verhalten der bürgerlichen Linken schlechterdings Der erste Satz durfte gesagt werden, weil die Stimmen des unbegreiflich, eine unfaßbare Thorheit. Der Antrag Kardorff ist eine Centrums in Sachsen nicht sonderlich ins Gewicht fallen, der zweite ungefährliche Karikatur; er wird niemals in Kraft treten. Gerade Satz scheint der starken Handelsvertragsfreundlichen Strömung des durch ihn wird auf die Regierung ein zwingender Druck ausIndustriestaats Sachsen entgegen kommen zu wollen. Wie geübt, antiagrarische Handelsverträge zu schließen. Und die Handelsverträge aussehen sollen, die die Konservativen wollen, wird allerdings nicht gesagt. So sucht man sich vorbeizuschwindeln, nun kommt der Freisinn sich an, höhere Zölle zu bewilligen, als die Regierung wie es eben geht. jemals dem Reichstag wagen vorzulegen würde, die ganze Linke auf entschlossenem Widerstand gegen Wucherzölle beharrte; denn die Möglichkeit, daß die Regierung mit der Rechten Handelsverträge macht, ist überhaupt ausgeschlossen. Sie braucht Handelsverträge und wir können sie zwingen, uns, nicht der Rechten Konzessionen zu machen. Die Socialdemokratie hat jenen Zolltarif, für den die Nationalliberalen gearbeitet haben und den sie jetzt bekämpfen, immer bekämpft. Sie wird es weiter thun. Sie ist, in Ermangelung eines Besseren, immer für den Fortbestand der alten Handelsverträge eingetreten, die von den Nationalliberalen preisgegeben worden find, und auch jezt noch preisgegeben werden. Und sie wird auch weiterhin für ihn eintreten. Herr Bassermann aber sagt, die Socialdemokratie wolle die Verelendung der Massen! Der Arme! Es sei ihm das bißchen Schimpffreiheit, dessen sich nach altem Recht jeder zum Tode Verurteilte feinen Richtern gegenüber bedienen durfte, gerne gegönnt! " 1 * , Da kann man jetzt wohl wählen, wen man will?" sagte ein Kleinbauer eines Ortes bei Gardelegen wörtlich mit dem Ausdruck freudigen Staunens zu einem unfrer Parteigenossen, der ihm die neuen Bestimmungen zum Schuß des Wahlgeheimnisses klar gemacht hatte. Ei der Tausend, ja! und die Demokratie und bietet wenn Die Freifinnige Zeitung" regt sich über eine„ Erfindung" auf, die der Genosse Bebel in seiner Versammlung in Remscheid über den Abg. Fischbeck verbreitet haben soll; sie giebt an, nach der Remscheider Zeitung" habe Bebel behauptet, Fischbeck habe bei der Eine Antwort auf den Erlaß des Erbprinzen von Meiningen. Abstimmung über den Roheisenzoll in der Tariffommission gefehlt. Freifinnige Kampfesweise. Aus alle schreibt man uns bom Der Erlaß des Erbprinzen von Meiningen gegen die SoldatenDas hat Bebel nicht behauptet. Bebel führte vielmehr 19. Mai: Stürmisch verlief eine heute abend in dem großen Kaiser- mißhandlungen, der den Soldaten es zur Pflicht machen wollte, an, daß durch die Abwesenheit mehrerer Vertreter der freisinnigen faale abgehaltene, besonders von Socialdemokraten stark besuchte die Thaten ihrer Peiniger anzuzeigen, ist zurückgezogen. Der ErbVolkspartei der Antrag auf Vornahme einer zweiten Lesung der liberale Wählerversammlung. Nachdem der Reichstags- Abgeordnete Eisenzölle und dadurch die Ermäßigung des Roheisenzolls von 1 M. Wiemer- Berlin einen Vortrag gehalten und die Socialdemokratie prinz selbst hat den blauen Bogen erhalten. Nun veröffentlicht das Armee- Verordnungs- Blatt" eine Aenderung der„ Allerhöchsten Be auf 50 Pf. mit 10 gegen 10 Stimmen gefallen sei; diese Ver- heftig angegriffen hatte, meldeten sich mehrere Parteigenossen zum ftimmung" zu§ 151 Absatz 1 der Militär Strafgerichts- Ordnung Wort, die bei einer Redezeit von 10 Minuten von dem liberalen treter ſeien erst in der Kommission erschienen, als die Ab- Vorsitzenden bei jeder Bemerkung, die sie gegen den Freifinn vom 1. Dezember 1898. Diese Kabinettsorder lautet: stimmung eine erhebliche Zeit vorübergewesen sei. Der Angriff wagten, unterbrochen wurden. Als ein socialdemokratischer Redner von Bebels auf den Abgeordneten Fischbeck bezog sich nicht auf den Sünden Eugen Richters sprach, unterbrach ihn der Vordessen Thätigkeit bezw. Nichtthätigkeit bei der Frage des Roheisen- sigende ebenfalls und sagte, das ginge doch nicht, daß Zolls, sondern auf die Thatsache, daß zu jener Zeit als er( Bebel) man in eine liberale Versammlung tomme und Der Redner und der Abg. Fischbeck Mitglieder der Kommission gewesen, Fischbed ba immer nur den Freifinn angreife. mehrfach erschienen und zu den in seiner Nachbarschaft sigenden erklärte unter schallender Heiterkeit der Versammlung, daß man von Kommissionsmitgliedern geäußert: er sei außer stande sich an der einem Socialdemokraten doch wahrlich nicht verlangen könne, daß er für den Freisinn Propaganda machen solle. Obwohl eine Rede Debatte zu beteiligen, er habe sich für die Beratungen nicht vorzeit von 10 Minuten zugesichert worden war und noch zwei bereiten können. Bebel brachte diesen Vorgang daraufhin zur socialdemokratische Redner in die Rednerliste eingezeichnet waren, Sprache, daß der Abg. Kopsch in Versammlungen im Remscheider erteilte der Vorsitzende gegen 11 Uhr Herrn Wiemer plötzlich das Wahlkreis die Thätigkeit der socialdemokratischen Abgeordneten in Schlußwort, worauf die Socialdemokraten in demonstrativer Weise der Kommission und im Reichstag in niedrigster Weise verdächtigte. den Saal verließen und die Freisinnigen ohne Grund und Ursache nach der Polizei riefen. " Die Wiedereroberung des Wahlkreises Teltow- Beeskow- Charlottenburg hat sich die weiland Stummsche Post" ernstlich in den Kopf gesetzt. Nachdem sie die Zersplitterung der bürgerlichen Barteien lebhaft beklagt hat, erscheint ihr Eugen Richters geliebtes Bild als tröstender Hoffnungsfiern: " Bei der entschiedenen Haltung," schreibt sie, welche die freifinnige Boltspartei neuerdings gegen die Socialdemokratie ein genommen hat, ist zu erwarten, daß auch deren Anhänger Mann für Mann für den Konservativen stimmen werden." Nach Memel, Bayreuth, Birna ist wohl auch nichts andres zu erwarten. Des Herrn Richter sind die Brotwucherer und Scharfmacher sicher! Aber ob dieser selbst seiner freisinnigen Wähler ebenso sicher ist? Wer weiß, was dieser arme Teufel nach der Hauptwahl überhaupt noch zu geben hat! In die Werbekraft ihrer Jbeen seßen die meisten unsrer Gegner offenbar nur noch geringes Butrauen. Anders kann man es sich wohl nicht erklären, daß sie fast ohne Ausnahme die Socialdemokraten entweder von vornherein von ihren Versammlungen ausschließen oder ihnen, wenn sie wirklich zugelassen werden, entweder gar keine oder doch nur eine so furze Redezeit gewähren, daß die Möglichkeit eines prüfenden Eingehens auf den Vortrag völlig ausgeschlossen ist. Eine ganze Anzahl solcher Fälle von Nah und Fern haben wir bereits gemeldet und wir könnten täglich Spalten füllen mit der Aufzählung aller dieser Einzelfälle. Keine der bürgerlichen Parteien giebt darin der andern etwas nach. Nur einige Beispiele wieder. Die Wahlausschüsse der Kartellbrüder in den beiden Dresdener Wahlkreisen haben alle Socialdemokraten ein für allemal aus ihren Bersammlungen ausgeschlossen. Eine uns vorliegende Einladung zu einer Wählerversammlung der Kartellparteien in Apolda schließt ausdrücklich alle Socialdemokraten aus. In Ostpreußen wird es, wie wir aus verschiedenen Blättern der Gegend sehen, ebenso gemacht. In Finster walde war am Sonntag eine Socialdemokratie und Feuersgefahr. Eine von dem VertrauensIst bestimme: Der zweite Absatz meiner Bestimmung vom 28. Dezember 1899 zu§ 151 Abs. 1 der Militär StrafgerichtsDrdnung vom 1. Dezember 1898 erhält folgende Fassung:" Für die Anbringung von Strafanträgen und Strafanzeigen der Personen des Soldatenstandes vom Feldwebel usw. abwärts finden die Vorschriften der Beschwerde- Ordnung II vom 14. Juni 1894 Anwendung." des § 151 Abs. 1 der Militärstrafgerichts- Ordnung lautet: Anzeigen strafbarer Handlungen, sowie Anträge auf Strafverfolgung gegen Personen, welche der Militärstrafgerichtsbarkeit unterstehen, sind von Personen des Soldatenstandes des aktiven Heeres und der aktiven Marine auf dem Dienstwvege, von Militärs beamten bei der vorgesezten Dienstbehörde des Beschuldigten anzubringen. Die Bestimmungen über die Beschwerdeführung der Personen Soldatenstandes des Heeres vom Feldwebel abwärts, vom " Jedem Soldaten, welcher glaubt, daß ihm durch unwürdige mann zum Himmelfahrtstage für Hohenthurm in einer Scheune ein- 14. Juni 1894, besagen unter I, 1: berufene Versammlung wurde vom Amtsvorsteher mit folgender Be- Behandlung, durch Vorenthaltung geldwerter Gebührnisse oder aus gründung verboten: Die Abhaltung der Versammlung in Scheune Nr. 27 zu Schwerz wird wegen der damit verbundenen einem andren Grunde von Vorgesetzten oder Kameraden Unrecht zuFeuersgefahr hiermit polizeilich untersagt. Dem Herrn Amts- gefügt sei, ist es gestattet, sich zu beschweren." vorsteher kommit die Geschichte brenzlich vor. beiter sind in den Liſten der Stadt Offenbach als wahlrechtslose Armenunterstützung und Wahlrecht. Mehr als tausend ArAlmosenempfänger bezeichnet. Mit Recht vermutet unser dortiges Parteiblatt, daß hier ein Versehen vorliegen müsse. Das socialSemokratische Wahlkomitee wird die Gestrichenen benachrich tigen, damit sie einen eventuellen Irrtum forrigieren lassen können. Ein praktisches und nachahmenswertes Verhalten. Politifche Ueberficht. Berlin, den 20. Mai. Freifinnig- demokratische Zolltreiber. V Die Socialdemokratie ist entschlossen, eine weitere Belastung der Voltsmassen unter allen Umständen zu verhindern und sie läßt sich in dieser festen Absicht nicht durch das Geschrei derer verwirren, die neue Handelsverträge um jeden Preis wollen. " Damit ist ausdrücklich gesagt, daß der Soldat Strafthaten, die gegen ihn oder seine Kameraden von einem seiner Vorgesezten bermachen ist ihm nur gestattet" übt worden sind, nicht zur Anzeige bringen muß; diese Anzeige zu Ebenso ist es aber dem Soldaten gestattet", Mißhandlungen, die er von seinen Vorgesetzten erfährt, mit Stillschweigen zu quittieren. Db er von der einen oder der andern ,, Erlaubnis" Gebrauch machen will, hängt ganz von Zweckmäßigkeitsgründen ab. Die Kon struktion einer Anzeigepflicht für Soldatenschindereien wird damit auf das entschiedenste zurückgewiesen. Deutfches Reich. Suprema lex! Wie aus Metz gemeldet wird, führte der Kaiser bei Schluß der Kritik nach der Truppenübung am 18. etwa folgendes aus: Er verleihe dem Grafen Häfeler die Brillanten zum Schwarzen Adler- Drden, die höchste Auszeichnung, die er überhaupt vergeben könne. Er erwarte, daß der Name dieses Mannes, dieses ganzen Soldaten, im Corps nicht nur erhalten bleibe, sondern daß auch dessen Geist darin weiterlebe.„ Graf Häfeler," so schloß er ,,, berlangte viel von Nach dem Vorgang der Freisinnigen Zeitung" kommt nun auch Ihnen, aber uns allen ist klar: dieser Mann mutete sich selbst das Meiste die„ Frankfurter Zeitung" und belehrt uns gönnerhaft, diese unsre zu. Er gehört zu denjenigen Soldaten, denen der Wille ihres Königs selbstverständliche principielle Haltung sei ein tattischer Fehler aller- das höchste Gebot, die Anerkennung ihres Königs die höchste Ausersten Ranges". Die Frankfurter Demokraten- Diplomatie legt dar: zeichnung ist. In früheren Zeiten hat man an Heerführern, von deren Thaten " Indem die Socialdemokratie Handelsverträge auf Grund des neuen Zollgesetzes principiell ablehnt, schwächt sie die Stellung unter Umständen das Geschick des Reiches abhängt, die Selbständigkeit jener Bertragsfreunde, die neue leistungsfähige Verträge auf ihrer Entschließung als beste Charaktereigenschaft geschätzt. Die Kriegsgeschichte weiß sogar von Fällen zu erzählen, in denen FeldGrund ausreichender Konzessionen hergestellt sehen möchten. freifinnige Versammlung. Nachdem mun die Versuche, den Zolltarif zum Scheitern zu bringen, herren gegen den Willen ihres Königs gehandelt, und gefiegt haben. sich als vergeblich erwiesen haben, kommt für die vertragsfreund- Siehe den edlen Ritter Prinz Eugen, siehe sogar auch die militärischen lichen Richtungen alles darauf an, den angenommenen Führer des deutschen Freiheitskrieges von 1818 und die Kriegsführung Tarif durch Verträge möglichst abzumildern, den bon 1871. Druck der Minimalzölle zu erleichtern und den bürgerlichen Erwerb Die Gesundheitsrücksichten des Prinzen Mörder. Stetigkeit in der Handelspolitik zu durch sichern. Nur durch gute Handelsverträge tönnen wir dem Die neuesten Nachrichten aus Kolonialmörder- Paradies in deutschen Wirtschaftsleben die Stüße verleihen, die es unbedingt Hannover zeigen, daß man im Gefängnis des Prinzen Arenberg aber braucht... So wenig aber bei der Beratung des Bolltarifs auch auch in jeder Beziehung auf die zarte Gesundheit Sr. Erlaucht die nur versucht worden ist, eine Einigung herzustellen, ebensowenig peinlichste Rücksicht genommen hat. Der freisinnige Kandidat hatte unserm Genossen Schubert am Vormittag versichert, daß volle Redefreiheit gewährt werden sollte. Als aber dann Genosse Augustin im Auftrage unsres Kandidaten Schubert das Wort verlangte, sollte er sich mit zehn Minuten begnügen. Er verzichtete unter diesen Umständen auf das Wort. Zur Strafe dafür wird nunmehr Genosse Schubert den freisinnigen Kandidaten zu einer socialdemokratischen Versammlung einladen, wo er ungehindert reden darf. Ob er kommen wird, ist freilich zweifelhaft. Unfre Gegner fühlen sich eben geistg so vollkommen bankrott, daß sie sich nicht mehr getrauen, Arbeiter für sich zu gewinnen und daß fie ihre Behauptungen in Versammlungen feiner gründlichen Kritik mehr zu unterstellen wagen. Geistig kämpft nur die Socialdemokratie. Das Centrum im Cirkus Busch. Am 4. Juni will die Centrumspartei im Cirkus Busch eine große Paradevorstellung abhalten, in welcher zwei noch ungenannte„ tüchtige Redner" vorgeführt werden sollen. * " läßt der Aufmarsch der Parteien für die neuen Handelsverträge Der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" war von der Ge bisher eine einheitliche Richtung erkennen. Die Verantwortung fängnisverwaltung eine„ Berichtigung" gesandt worden, in der alle für das letztere fällt unbedingt der Socialdemokratie zu, die sich Angaben des Blattes als falsch hingestellt und bemerkt wurde, der auch hierbei allein von ihrem vermeintlichen Partei- Interesse leiten ließ. Durch diese Ankündigung wird die Regierung geradezu Prinz werde wie jeder andre Gefangene behandelt. gezwungen, Anschluß nach rechts zu suchen und Verträge nach dem Herzen der Agrarier zu machen." Wenn wirklich jeder andere Gefangene so behandelt werden follte wie der Prinz Mörder, so wird das Gerichtsgefängnis in Hannover bald einen starken Zuzug zu verzeichnen haben. Denn das genannte Blatt schreibt: Es wird dann noch auf den„ wichtigen Umstand" hingewiesen, daß die Kündigung der Verträge" auch seitens des Auslandes erfolgen „ Wir nehmen von dem, was wir gesagt haben, nicht nur Die Kriegervereine machen mobil! In den Berliner Vororten könnte. Die„ ernsten Politiker" der Frankfurter Demokratie rechnen nichts zurück, sondern fügen hinzu, daß Prinz Arenberg in stetem werden jetzt, so liest man in bürgerlichen Blättern, die Kriegervereine bereits mit dieser Zwangslage". Schließlich wird fälschlich beheimlichen Scheck- Verkehr mit einem Bankhause stand, daß er ferner häufig zusammenberufen. Dabei gelangen auch verschiedene Broschüren hauptet, das legten Sonntag in Berlin verbreitete socialdemokratische zur Verteilung u. a.:„ Die vaterländischen Aufgaben der Wahlflugblatt nehme bereits im Gegensatz zum Wahlaufruf der einen Mann zur eigenen Bedienung hatte und daß er sich so viel deutschen Kriegervereine bei den kommenden Fraktion- nicht mehr den Standpunkt ein, daß Handelsverträge Spirituosen verschaffen konnte, wie er wollte. Es ist recht beReichstags- Wahlen" und" Einige Thatsachen zur Beleuchtung auf Grund des Antrags Kardorff unbedingt zu verwerfen seien. zeichnend, daß er sich im Gefängnis Bier aus Extrakt selbst brauen der socialdemokratischen Lehren". Wir sind nicht so harmlos, in diesem unglaublichen demokratisch- fonnte. Der Prinz beschäftigte sich tagsüber mit Litteratur und Die bürgerliche Presse verzeichnet die Nachricht von der eifrigen fand abends Gesellschaft zum Kartenspielen. Daß es ihm auch Wahlthätigkeit der unpolitischen" Kriegervereine mit behaglichem freifinnigen Angebot, der Regierung höhere Bölle zu schenken, nur eine nicht an Frauenzimmern gefehlt hat, haben wir bereits mitgeteilt. Schmunzeln. Dieselben Blätter haben aber gleich, wenn ein Ge- taktische Eselei allerersten Ranges zu bewundern. Hinter dieser scheinbaren Das sind Thatsachen." werkschaftsblatt thatsächlich feststellt, daß nur die Socialdemokratie Dummheit steckt mehr: die ganze Zolltaftit Eugen Richters ging Was die dem Prinzen offenbar mit Rücksicht auf sein Herzdie Interessen der Gewerkschaften bertrete, ein fleines darauf aus, nicht nur den Tarif aus den Wahlen zu bringen, Denunziatiönchen bei der Hand. Natürlich: denn wenn ein armer fondern auch einen Zolltarif des Brotwuchers der mittleren Linie" leiden, seine geistige Erkrankung und seine kolonialen GepflogenTeufel einen Socialdemokraten wählt, handelt er sehr politisch", durchzusetzen. Die But Eugen Richters über die socialdemokratische heiten zur Verfügung gestellten„ Pfandweiber" anlangt, so war wenn er sich aber von der Agitation der Kriegervereine einfangen läßt, liefert er den Beweis einer höchst unpolitischen" Denkart." Obstruktion" beruht wesentlich auch darauf, daß wir ihm diesen es aufgefallen, daß der Prinz sich mit einem Aufseher duzte. Man sauberen Plan durch unsre„ täppische" Taktik durchkreuzt haben, forschte nach und kam dahinter, daß der Aufseher, wenn er NachtAlso...! und die Mehrheit bis zur Annahme eines Zollmonstrums verwirrten, dienst hatte, mit dem Prinzen Gelage feierte, wobei man sich„ Lieber „ Simpliciffimus- Stimmung" sogar bei den Konservativen! Der das heute selbst die nationalliberale Partei nicht mehr ernst nimmt. Schorse" und Lieber Prosper" nannte, woran auch einigemale eine Konservative Kandidat für den württembergischen Wahlkreis Der kapitalistischen Demokratie ist es das erklärt die Hinneigung zweifelhafte Dame teilnahm. Der Direktor veranlaßte sofort die EntDehringen- Gerabronn, Vogt, denkt über eine neue Vermehrung der zu höheren Zöllen ganz gleichgültig, ob die Massen stärker be- fernung des Beamten. Flotte nicht anders als der konservative Abgeordnete für Stendal lastet werden oder nicht. Die Abneigung gegen Lebensmittelzölle Neuerdings soll man nun den aus der höchsten Heinzegesellschaft Amtsrichter Himburg. Der„ Hohenloher Bote" berichtet von ihm: Für uferlose Flottenpläne, neue Kavallerie- Regimenter, pruntende war nur zur Schau getragen, aus agitatorischer Rücksicht. Wenn des Centrums gebürtigen Prinzen weniger freundlich behandeln. Da Uniformen, Liken und Franzen wird Vogt bei der traurigen Lage der die hinter dieser Presse stehenden Kapitalisten Handelsverträge, die wird es also höchste Zeit, daß er in eine den Handel, den Export leidlich begünstigen, erzielen, so ist es für sie Landwirtschaft wohl kaum zu haben sein. Aber wird er wirklich nicht zu haben sein! hat nicht auch Herr durchaus ohne Interesse, ob die Massen die Zeche bezahlen Hahn über die" gräßliche Flotte" gewimmert? hat nicht Herr müssen; zudem ist in der süddeutschen Demokratie, die sich auch auf b. Wangenheim schon im Jahre 1900 erklärt, daß diese Vorlage Großbauern stützt, ohnehin Neigung für Getreidezölle. für die Landwirtschaft den schwersten Nachteil bedeute? Und hat Eugen Richters ,, Taktik" aber ist noch durch eine andre Erwägung nicht gar Graf Arnim diese Vorlage als den Todesstoß" für die Landwirtschaft bezeichnet? Und doch haben sie für die bestimmt. Er will geradezu der Reichskasse höhere Zölle und damit gräßliche Flotte, den schweren Nachteil, den Todesstoß gestimmt höhere Einnahmen verschaffen, weil er voraussieht, daß sonst am Ende doch noch zu direkten Reichssteuern gegriffen wird, vor denen sein und für alle prunkenden Uniformen, Lizen und Franzen dazu. Besser ist besser! Herrn Vogts Gesinnungstüchtigkeit soll lieber Kapitalistenherzbergl. den„ Socialistenspiegel"- sich ängstigt. Aus diesem Grunde legte er sich so sehr ins Zeug für Erhöhung der nicht auf die Probe gestellt werden! Verbrauchsabgabe auf Zucker von 12 auf 14 Mart. Deshalb arbeitet Heilanstalt übergeführt wird! Die Nationalliberalen und die Zuchthaus- Vorlage. In seiner Karlsruher Rede, die wir an- andrer Stelle ausführlicher besprechen, führte Herr Bassermann u. a. auch folgendes aus: Die nationalliberale Partei habe in den Tagen, in denen die Zuchtshaus- Vorlage zu Grabe getragen wurde, in allen Fugen gekracht; er habe trotz lebhaften Widerspruches aus den Reihen der eignen Partei gegen diese Vorlage sofort Einspruch erhoben und sei trotz heftiger Anfechtungen bei seiner Meinung geblieben. Dazu bemerkt die konservative Kreuz- Zeitung": Siermit erfahren wir zwar, soweit die persönliche Stellung gediehen. Unter dem Freihandel felen große 2221,5 Millionen Mark auf städtische und 1546,5 Millionen Mark des Abg. Dr. Baffermann in Betracht kommt, nichts Neues. Sehr Landstriche der Bebauung entzogen und die eigne auf ländliche Hypotheken entfallen. Der Bilanzwert der Inhaberdes Landes tertboll aber ist die Offenheit, mit der er hier die Haltung seiner Nahrungsmittel- 2ieferung berpapiere betrug 1727,0 Millionen Mark. Bei öffentlichen Instituten Partei beleuchtet, und insbesondere zugesteht, daß in dieser eine ringert worden. Die früher in den ländlichen Be- und Korporationen sind 650,4 Millionen Mark, gegen Faustpfand starke Strömung für die Zuchthaus- Vorlage bestanden hat. Hier zirken erfolgte Bevölkerungszunahme habe aufgehört. Er sei( Lombard) nur 92,3 Millionen Mark angelegt. Verhälnismäßig bon will man in der Parteipresse nichts mehr wissen; hier stellt feiner von denen, welche denken, daß der Freihandel ein Teil wenig entwickelt ist bei den Sparkassen die Personalkreditgewährung, man sich vielmehr so, als ob die Nationalliberalen mit jener der Bergpredigt sei und als eine Bestimmung der göttlichen auf Schuldscheine ohne Bürgschaft waren nur 12,2 Millionen Mark, Borlage überhaupt nichts zu thun gehabt hätten und mit Recht Vorsehung aufgenommen werden müsse. Andrerseits fei auf solche mit Bürgschaft 143,7 Millionen Mark ausgeliehen; die das Hauptverdienst für ihre Beseitigung beanspruchen könnten. eine lange und eingehende Erwägung nötig, ehe Anlage in Wechseln betrug 89,1 Millionen Mark. Man ist insbesondere bestrebt, die Artikel der Kölnischen das Steuersystem geändert werde, unter welchem Hibernia, Bergwerks Gesellschaft, Hegne. Zeitung", die seiner Zeit mit Nachdruck die Einbringung der der ungeheure Handel Englands aufgerichtet ußer den 10 Millionen Mark Aktien zum Ankauf der Kure der Borlage verlangt hat, der Vergessenheit anheimfallen zu lassen, worden sei, oder ehe England Streit mit seinen Kunden anfange, Beche Blumenthal sollen noch 1600 Stück weitere Attien a 1000 M. dagegen die Konservativen als die einzigen darzustellen, die zu die ihm zwei Drittel und möglicherweise drei Viertel seines Handels( nominell) zur Ausgabe gelangen. Diese neuen Aitien, welche vom ihrer Annahme bereit waren, und ihnen auf diese Weise die Rolle schüfen, um sich einen Kunden zu verpflichten, der ihm das dritte 1. Januar 1903 an voll, gleich den alten Aktien, dividendenberechtigt des intellektuellen Urhebers zuzuweisen. Drittel oder das letzte Viertel liefere. Auf den von ihm be- find, sollen zur Verstärkung der Betriebsmittel dienen. Außerdem Die Rettungsversuche, die ein Flügel der Nationalliberalen sprochenen Vorschlag müsse die auswärtige Bolitik wesentlichen Ein- wird die Aufnahme einer neuen, auf den Bergwerksbesitz unter Büsings und Möllers Führung an der Zuchthaus- Vorlage fluß üben. Er sei keiner von denen, die es für nötig halten, daß Shamrod III/ IV hypothetarisch einzutragenden 4prozentigen Teil borgenommen haben, gehören ja der parlamentarischen Geschichte an häusliche Abmachungen zwischen den Kolonien und England der schuldverschreibungs- Anleihe im Betrage von 4500 000 m. bes und find im stenographischen Brotokoll des Reichstages nachzulesen. Meinung irgend einer außenstehenden Autorität zu unterbreiten antragt werden. Schließlich soll Beschluß gefaßt werden über ein Wozu also jetzt vor den Wählern verschämt thun? seien, doch möchte er auf der andern Seite nicht verhindern, daß sie Angebot des Bankhauses S. Bleichröder und der Berliner Handelsden Gegenstand der Meinung einer außenstehenden Autorität bilden. gesellschaft betreffend Uebernahme der neuen Aktien und SchuldDie Entlarvung der Zollwucherer. Aus Baden wird uns ge- England werde im Auslande nicht geliebt. Es habe stets Eifersucht verschreibungen. Das Aktienkapital der Bergwerks- Gesellschaft schrieben: Das bekannte„ Schweineglück" verläßt die Socialdemokratie und Feindschaft gegen England aus dem einen oder andern Grunde Hibernia wird nach dieser Transaktion 51 000 000 M. betragen. auch diesmal im Wahlkampf nicht. Das in einem Augenblick ver- bestanden. Aber England habe stets einen großen meintlichen Alleinseins zwei Gesinnungsgenossen gegenüber gemachte Schutz in der Freiheit seiner Märkte gehabt und übertraf auch im April wieder die der letzten Jahre. Ueber deutsche Die Auswanderung aus Deutschland nach überseeischen Ländern Geständnis des Centrumsabgeordneten Marbe zu Freiburg, die müsse daher sehr sorgfältig die Veränderung erwägen, welche in und fremde Häfen wanderten im ganzen 4980 Personen aus Deutschganze Bolltarifgeschichte nüze unsrer Landwirt- müsse daher sehr sorgfältig die Veränderung erwägen, welche in übertraf auch im April wieder die der letzten Jahre. Ueber deutsche schaft keinen Deut", ist schon erwähnt worden. Ebenso die feinen auswärtigen Beziehungen durch irgend einen gußeisernen und fremde Häfen wanderten im ganzen 4980 Personen aus DeutschDavon gingen über Bremen 2409( 1902 2035), über Hamburg Aeußerung Schülers. Ja, selbst ein badisches Centrumsblatt, der in Tarifzaun um das Reich herum geschaffen werden soll, den einige land aus gegen 4117 im April 1902 und 2329 im April 1901. Denter einzuführen vorschlügen. Ettlingen, vor den Thoren der Residenz, erscheinende, Landsmann", 1906( 1218) und über fremde Häfen, soweit bisher ermittelt, gesteht jetzt offen zu, daß unsre kleinen und mittleren Bauern von 665( 1902 endgültig 864). Seit Beginn des laufenden Jahres dem erhöhten Getreidezoll keinen Vorteil hätten. bis Ende April sind 11 250 Deutsche ausgewandert gegen 9621 und 5798 im gleichen Zeitraum der beiden Vorjahre. Von den Auswanderern gingen 5245( 1902 4141) über Bremen, 4311 ( 3290) über Samburg. An Angehörigen fremder Staaten find seit Beginn des laufenden Jahres bis Ende April 82 674( 1902 86 611) Auswanderer über deutsche Häfen befördert, darunter 49 831( 49 028) über Bremen und 32 843( 37 583) über Hamburg. Norwegen. Zu einem Strafgesetz gegen die organisierten Arbeiter ist das Gerade zu rechter Zeit, um dem Volke die verderblichen Wirkungen Gesetz über die registrierten Fachvereine geworden, das ursprünglich des Zollwuchers vor Augen zu führen, kommt noch ein Konflikt, nach der Regierungsvorlage den seit langem verlangten Schutz des der zwischen der Vereinigung der füddeutschen Handels- Roalitionsrechts gewähren sollte. Auf Antrag des konservativen mühlen und den Mehlhändlern um die drohende Professors Hagerup gab das Odelsthing dem ersten Paragraphen des Zolllast entstanden ist. Die erstere hatte dieser Tage ihren Entwurfs folgende Fassung: Kunden durch Cirkular mitgeteilt, daß sie, um schiveren Verlusten threr Mitglieder vorzubeugen, vom Tage des In durch Drohung damit versucht: Wer durch Zufügung von Verlusten oder Schädigungen oder trafttretens der neuen Getreidezölle an einen dem Mehrzoll 1. jemanden zu hindern, einen Fachverein zu bilden oder an entsprechenden Preisaufschlag auf das Mehl eintreten lassen der Bildung eines solchen teilzunehmen, müsse, der sich auch auf die abgeschlossenen, aber noch nicht 2. Einfluß zu üben auf jemandes Eintritt in einen registrierten abgerufenen Lieferungsmengen erstrecke. Dagegen erheben die Mehl- Fachverein oder seines Verbleibens als Mitglied in einen solchen, oder händler jetzt energischen Protest. Die Folge wird sein, daß die auf seine Teilnahme an einem solchen Verein, Bäcker höhere Mehlpreise zahlen müssen, und diese werden sich 3. einen Arbeitgeber zu hindern, Arbeiter andafür natürlich durch Erhöhung der Brotpreise an den großen Wassen zunehmen oder zu behalten, oder schadlos halten. unter anderm: " Der Verkehr der neuen Seehafen- Anlagen des preußischen Hafens zu Emden entwickelt sich stetig. Die ersten vier Monate des laufenden Jahres weisen wieder einen Verkehrsfortschritt in be= trächtlichem Umfange nach. In Emden angekommen sind im Januar bis April 1903 125 Seeschiffe mit 218 180 Tons; in der gleichen Zeit des Vorjahres waren es 104 Seeschiffe mit nur 111 345 Tons. Allein die Hamburg- Amerika- Linie löschte im Jahre 1903 in Emden 33 119 Tonnen Erz und Getreide( 6 Dampfer) gegen 3672 Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres, und belud 7 Dampfer mit 26 293 Tonnen Stückgütern und Coaks gegenüber 5272 Tonnen in der gleichen Zeit 1902. Der Baumwoll- Corner in Neto York dauert fort, doch scheint zwischen den beiden Haussegruppen nicht völlige Uebereinstimmung über den einzuhaltenden Weg zu bestehen; denn Sully ging gestern erneut mit Verkäufen vor. Brown wußte indes, indem er die Baiffiers zu Deckungen zwang, die durch die Sullyschen Verkäufe veranlaßten Kursrüdgänge größtenteils wieder auszugleichen.( In die gestrige Notiz hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Es muß natürlich in der sechsten Beile von oben nicht 11,85 Dollar, sondern 11,85 Cents[ per Pfund] heißen.) 4. jemanden zu zwingen, seine Arbeit aufzugeben, oder wer Religion ist Privatsache. Diesen einfachen und flaren Saz versucht, jemanden davon abzuhalten, Arbeit zu unfres Parteiprogramms versteht die Märkische Volkszeitung" noch suchen, oder wer hierbei mitwirkt, wird, soweit keine immer nicht. In einer Polemit gegen Genossen Bebel schreibt sie: strengere Strafbestimmung auf den Fall Anwendung findet, mit In seiner Kölner Rede, welche wir nach dem Berichte der Geldbußen oder mit haft bis zu einem Jahre be Rhein. 8tg."( Nr. 110 vom 14. Mai 1908) citieren, liest man straft. Die Einleitung sowie die Punkte 1 und 2 wurden vom OdelsDie Partei als solche hat ihre Anschaumg gegenüber der thing mit 50 gegen 35 Stimmen, die Punkte 3 und 4, also die von Frage der Religion in ihrem Programm niedergelegt. Da heißt Hagerup beantragten Strafbestimmungen gegen die um Verbesserung es: Religion ist Privatsache. Ja, aber Herr Bebel, warum ihrer Lage kämpfenden Arbeiter, mit 59 gegen 26 Stimmen anhalten Sie sich selbst nicht wie die gesamte Socialdemokratie an genommen. Hierfür stimmten zusammen mit den Konservativen dieses Progamm? Oder wie verträgt sich mit einem solchen und Moderaten 24 Liberale. Mit Recht erklärte der Demokrat Programmpunkt die weitere Aeußerung: Die Socialdemokratie& a st berg in der Debatte:" Der von Hagerup gemachte Vortann selbstverständlich keinem ihrer Anhänger verbieten, diejenige schlag ist der brutalite Angriff gegen die Arbeiter, Barletta- Loje. Die Auslosung der Barletta- Lose ist, wie schon Anschauung auf religiösem Gebiete zu propagandieren( verbreiten), der bis jetzt das Licht der Welt in diesem Lande die er selbst besitzt, und ist diese religiöse Anschauung eine religions- erblidt hat; es ist ein Versuch, ihnen die besten moralischen mehrmals, wiederum vom Gemeinderat wegen Mangels an Mitteln feindliche, so kann auch dagegen nichts eingewendet werden?" Waffen aus den Händen zu schlagen." Jedenfalls wird dieser suspendiert worden. Leider haben in den letzten Jahren auch manche Die„ Märkische Volkszeitung" fann aus ihrer Klerikalen Denkungs- fchändliche Angriff auf ihre Organisation die norwegischen Arbeiter fleinen Leute sich durch den niedrigen Kurs und die betriebene Reart nicht heraus. Der Feind einer politischen oder religiösen An- veranlassen, bei den bevorstehenden Storthingswahlen ihre Interessen flame verleiten lassen, das Zeugs zu kaufen. schauung sein, heißt doch bei uns Socialdemokraten noch nicht den Vertretern ihrer Ausbeuter anzuvertrauen. nicht sie gewaltsam unterdrücken wollen! Unser Pro- Eine Protest resolution gegen diese Beschlüsse, " gramm berbietet jebem Genoffen, Zwangsmaßregeln zu verlangen, die in die Mahnung austlingt, der norwegischen Arbeiterpartei, ber Letzte Nachrichten und Depefchen. die fich gegen irgend eine religiöse Auffassung richten. Wer sie verlangt, einzigen Partei, die Freiheit und Recht für alle will, die Stimme ist kein Socialdemokrat, sondern einfach ein Mucker oder ein Klerikaler. zu geben, wurde am 17. Mai, dem Verfassungstage, nach einem VorWürde die Socialdemokratie aber ihren Angehörigen verbieten, über trage des socialdemokratischen Parteivorſizenden Chr. H. Knudsen Religion ihre gegnerische Meinung zu äußern, so wäre sie von ca. 10 000 Männern und Frauen einstimmig angenommen. wiederum nicht mehr die Partei der Gedankenfreiheit, sondern eine * Ieritale Partet. Das will den Leuten nun einmal nicht in den Kopf. Dder vielmehr: ihnen ist unser Programmsay" Religion ist Privatsache" durch seine zwingende Logik so unbequem, daß sie an feiner flerikalen Berdrehung mit Gewalt festhalten müssen. Ausland. Frankreich. Deputiertenkammer. Das Haus fezte heute die Beratung der Interpellationen über die Stirchenpolitik der Regierung fort. Engerand, Nationalist, erinnert an die Ruhestörungen in der Kirche von Aubervilliers und verlangt, daß Frauen und Kinder zur Kirche gehen könnten, ohne Gefahr zu laufen, thätlich angegriffen zu werden. Er fordert von der Regierung Freiheit in der Ausübimg des Kultus.( Beifall rechts.) Redner führt aus, daß in dem Augenblick, wo Frankreich die Missionare verjage, der deutsche Kaiser sich bemühe, vom Vatikan das Protektorat über die Christen im Orient zu erhalten, und bemerkt, in dieser Angelegenheit gäben die deutschen Socialisten den französischen Socialisten das Beispiel des Patriotismus. ( Beifall rechts.)( Was haben denn die deutschen Socialdemokraten mit dem Protektorat über die Christen im Orient zu thun? Ned. des Vorwärts".) England. " Rußland. Der Kulturkampf in Frankreich. Paris, 20. Mai.( W. T. B.) Deputiertenkammer.( Fortfebung.) Groussau( lib.) wünscht, daß Combes sich bei den Verhandlungen mit dem Vatikan über die Ernennung der Bischöfe entgegenkommend zeige. Redner tabelt die Sperrung der Gehälter der Erschießung des Gouverneurs von Ufa. Erschießung des Gouverneurs von Ufa. Der bereits gestern Priester und Bischöfe; diese Gehälter seien eine nationale Schuld. gemeldete Anschlag auf den Gouverneur Bogdanowitsch wurde( Beifall rechts; Bewegung.) Dejeante( Soc.) twirft dem Priester während eines Spaziergangs desselben im Stadtparke, in dem sich des Stadtteils Belleville vor, er habe Vorsorge getroffen, daß über ( Widerspruch rechts; Bezahlreiche Personen aufhielten, verübt. Als der Gouverneur in eine die Socialisten hergefallen worden sei. De Baudry d'Asson( t.) erhebt gegen Combes den Seitenallee einbog, übergab ihm ein unbekannter Mann ein ver wegung links.) fiegeltes Batet; gleichzeitig feuerte eine andre Person zwei Revolver- Borwurf, er habe einen Bürgerkrieg entfesselt, und rügt seinen schüsse ab, die den Gouverneur in Rüden und Bruft trafen, worauf Despotismus. Montebello( Republikaner) wirft der Regierung vor, Der Tod fofort eintrat. Ein Wächter bemerkte das Verbrechen und sie habe den Ruheſtörern gestattet, in die Stirche von Aubervilliers einRegierung befolgt werde.( Beifall rechts und im Centrum.); wollte die Thäter ergreifen. Diese aber bedrohten ihn mit Revolvern zubringen und tabelt ferner die Politik des Hasses, welche von der in Slatoust blutig unterdrückte. Bogdanowitsch war es bekanntlich, der im März die Unruhen Mirman( Soc.) erklärt, es sei unrichtig, daß die Manifestanten in Vielleich handelt es sich denmach die Stirche eingedrungen seien, sie seien vor der Thür gewesen. ( Protestrufe auf der Rechten.) Türkei. und entkamen fo. um einen Racheatt. nur Ludre spricht von den Vorgängen in St. Nicolas bei Nanch und findet die Verurteilungen der Bürger, welche den Mönchen ihre Konstantinopel, 19. Mai.( Meldung des Wiener 1. 1. Telegr. Sympathien bewiesen, sehr streng. Ministerpräsident Combes erwidert, Korresp.- Bureaus.) Die Nachricht des„ Temps", daß das Sandschat feine Stirchenpolitik beruhe auf einer Iohalen Beachtung der Bundesrats Serres sich im Aufstande befinde und Kawala von Aufständischen Geseze. Das Concordat müsse sowohl von der Kirche wie vom Staate Wenn die Kirche dies nicht thue, werde der blockiert sei, ist falsch. Das Bandenunwesen ist, wie ilberall, so auch respektiert werden. ( Beifall). sie selbst treffen. Alsdann rechtim Sandschat Serres im Abnehmen begriffen. Der letzte Vorfall Bruch der Ministerpräsident ereignete sich im Wilajet Monastir, im Kreise Florina. Im Dorfe fertigt die Rundschreiben betreffend Celenic wurde ein Flurivächter auf dem Wege zum Bazar erschossen die der Schließung Kirchen der Prediger- Kongregationen. Die Rede Chamberlains in Birmingham wird von der englischen und ein Mohammedaner getötet und zwei verwundet. Dorthin ent- Combes bedauert, daß der Ausübung des Gottesdienstes SchwierigBresse noch immer lebhaft besprochen, meist zustimmend, wenn auch ſandte Gendarmerie führte einen mehrstündigen Kampf mit der teiten bereitet seien. Er habe Befehle zur Verhinderung von Ausvon der sieben Mann getötet wurden, während die schreitungen in den Kirchen gegeben. Aber die Prediger feien in der vielfach mit gewissen Einwänden gegen eine eigentliche Schutzzoll Bande, politit. Weniger einverstanden sind mit dem Inhalt der Rede, wie Gendarmerie einen Toten hatte. Der Major Abulkader und der Mißachtung der Gesetze mit schlechtem Beispiel vorangegangen. schon gestern gemeldet wurde, die Kolonien, befonders nicht die Justizinspektor Pascal wurden zur Einleitung der Untersuchung, dort( Stürmische Unterbrechungen rechts.) Er werde, schließt der Minister, wegen der Ernennung eines Bischofs teine Zugeständnisse machen. Er australischen. Meldungen aus Melbourne zufolge sprechen sich hin gesendet. die meisten australischen Zeitungen gegen die Auslassungen Konstantinopel, 19. Mai.( Meldung des Wiener f. 1. Telegr.- fehe nicht, daß irgend ein Ministerpräsident der gegenwärtigen Chamberlains aus. Der Premierminister von Südaustralien Korresp.- Bureaus.) Die Nachrichten über hier vorgenommene Ber- Mehrheit die zur Zeit befolgte Politit in der Kirchenrage werde Es wurden sechs desavouieren können. In beiden Kammern sei eine Mehrheit vorbemerkt, man müsse sorgfältig erwägen, ob Australien, wenn es dem haftungen von Bulgaren find übertrieben. Beispiele Kanadas folge, nicht mehr verliere, als es gewinne. Der bulgarische Unterthanen verhaftet. Hiervon wurden drei entlassen, handen, welche nicht vor den Ansprüchen des Klerus fapitulieren stellvertretende Premierminister von Queensland ist der Ansicht, daß einer dem Gericht überwiesen, zwei befinden sich noch in Unter- werde.( Beifall Isnts.) Combes wird lebhaft beglückwünscht. Ein der Verlust an Staatseinkünften, welcher aus dem Bevorzugungstarif fuchungshaft. Verdächtige bulgarische Macedonier wurden zwangs- Bertagungsantrag wird mit 388 gegen 228 Stimmen abgelehnt. erwächst, ein Hindernis der sofortigen Annahme der neuen Politik weise in die Heimat abgeschoben; in Untersuchung befinden sich noch bilden dürfte. Aften. etwa 40. Lord Rosebery ergriff gestern die Gelegenheit der Eröffnung einer neuen Handelskammer in Burnley, um seine Stellung zur Chinas Kriegsschuld. Nach Meldungen aus Washington ist das Rede Chamberlains zu präcifieren. Er führte aus, als alter und dortige Staatsdepartement benachrichtigt worden, daß England durch überzeugter Jmperialist würde er keinen Plan, der auf die Einheit seinen Geschäftsträger in Beting seine Bereitwilligkeit zu erkennen des Reiches abziele, berurteilen, ohne ihn geprüft zu haben. gegeben hat, China diefelben Bedingungen für die EntschädigungsEr hoffe, daß die Handelskammer die Vorteile und Nachteile zahlung zu gewähren, wie sie Amerika angenommen hat; nämlich eines solchen Planes taltblütig abwägen werde, ehe sie nach Zahlung auf der Silberbasis, mit dem Vorbehalt, daß im Falle irgend einer Richtung hin einen Weg einschlägt. Ein Fehler nicht rechtzeitiger Erfüllung der Verpflichtungen die Zahlung auf der Englands in seiner auswärtigen Politik sei seine Unfähigkeit, Goldbafis zu erfolgen habe. Aus Induftrie und Handel. Ob Der deutsch- kanadische Konflikt vorm Unterhaus. London, 20. Mai. Unterhaus. Black( Lib.) fragt an, ob zwischen dem Auswärtigen Amt und Deutschland ein Meinungsaustausch stattgefunden hätte betreffend das Vorgehen Deutschlands, welches auf kanadische Waren Differenzialzölle lege, und ob der betreffende Schriftwechsel irgend eine Anfündigung möglicher Vergeltungsmaßregeln von seiten Englands enthalte, wonach deutsche nach England eingeführte Waren mit besonderen Zöllen belegt werden würden. Unterstaatssekretär des Aeußern Cranborne antwortet auf die erstere Frage mit ja; weitere Erklärungen könne er aber gegenwärtig nicht abgeben. Rom, 20. Mai.( W. T. B.) Deputiertenkammer.( Fortsetzung.) Bei der Beratung des Kriegsbudgets bringen Ciccotti und andre Socialisten eine Tagesordnung ein, in welcher die Regierung aufgefordert wird, eine neue Heeresorganisation, die mehr der wirts chaftlichen Lage entspräche, einzuführen. Diese Tagesordnung wird in namentlicher Abstimmung mit 179 gegen 87 Stimmen abgelehnt. New York, 20. Mai.( W. T. B.) Einer Depesche aus Manila zufolge sind 2000 Häuser von Eingeborenen durch einen Brand zerstört. 8000 Menschen sind obdachlos. die charakteristischen Bestrebungen andrer Nationen nachfichtig Bestätigt sich die Meldung, dann wird schließlich auch Deutschzu beurteilen. Es wäre notwendig, unbeeinflußt von Partei- Leiden land nichts andres übrig bleiben, als sich mit der Zahlung der schaft und persönlichen Vorurteilen zu erwägen, ob irgend ein prat Kriegsentschädigung in Silber einverstanden zu erklären. Das Ertischer Plan für Gegenseitigkeitstarife mit den Kolonien möglich wäre, gebnis des glorreichen Nachefeldzuges wird ein immer kläglicheres.der die erwartete Wirkung, das Reich zu feftigen, hat. Weiter müßte erwogen werden, ob es möglich sei, das englische Volt zu bewegen, einem System zuzustimmen, das die Kolonien befriedigen würde. Wenn man die Sache vom imperialistischen Standpunkte betrachte, dürfe nicht vergessen werden, daß, wenn schon England bei dem Ueber die Kreditgewährung der preußischen Sparkaffen bringt gegenwärtigen Steuersystem nicht im stande sei, den Kolonien die Statist. Korresp." eine interessante Zusammenstellung. Tarifvorteile zu gewähren, England thatsächlich die ganze Laft der gleich die Sparkassen sich von den Kreditanstalten dadurch unterKosten der Reichs- Verteidigung trage, wofür dieses Jahr ungefähr scheiden, daß nicht wie bei diesen die Gewährung von Kredit der Schmentan, 20. Mai.( W. T. B.) Nach den nunmehr abMillionen Pfund Sterling aufgewendet worden feien. Beck und die Heranziehung von Einlagennur ein Mittel zur ErEhe der Tarif geändert werde, müsse man eine Form füllung dieses Zweckes ist, überwiegen gleichwohl die Sparkassen auch geschlossenen Ermittelungen sind bei dem Eisenbahnunglück drei der direkten Vertretung der Kolonien in der hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Kredit die meisten eigentlichen Bersonen getötet, neun schwer und dreizehn Personen leicht verlegt Reichsregierung, haben. Erhalte dies nicht für Kreditanstalten, da die verginsbaren Anlagen 6526,4 Millionen worden. Dreizehn Wagen sind zertrümmert. Maschine und Tender so undurchführbar, als manchmal angenommen werde. Nicht Mark betragen. Am bedeutendsten ist darunter die Anlage in haben sich tief in den Graben neben dem Bahndamm eingebohrt. alle Erwerbszweige feien unter dem Freihandel Sypotheken oder Grundschulden mit 3767,8 Millionen Mart, wobei Die Strede wird erst morgen mittag wieder frei sein. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Berlaa: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. 70 Nr. 117. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Nachrichten. Der Leipziger Bierkrieg ist nun in der That beendet und zwar auf Grund der Vereinbarungen, die wir schon gestern mitteilten. Unfre Leipziger Genossen können nun ihre volle Kraft auf die Wahlbewegung verwenden, ohne daß sie durch den Kampf nach einer andren Front in ihren Dispositionen beeinträchtigt werden. Die beteiligten Saalbefizer haben aber hoffentlich aus dem, wenn auch furzen, so doch energischen Kampfe gelernt, daß sich die Socialdemokratie nicht als minderen Rechts behandeln und einfach beiseite schieben läßt. 71 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. den bekannten Lokalen aus statt. Donnerstag, 21. Mai 1903. Drten; außerdem die Mitglieder des Vorstandes AII= Rigdorf. Die öffentliche Wählerliste liegt aus: Ertstraße mann und Friedemann- Hamburg, und vom Ausschuß im Schulgebäude und zwar im Hof in der Turnhalle. Genossen, Berlin vertreten. Nach den üblichen Begrüßungsreden und nötigen Gaßner- München. Die Generalfommission ist durch Knoll- vergewissert Euch ob Ihr eingetragen seid. Wahlen wird in die Verhandlung eingetreten. Von Schweden und spricht Genosse Friß zubeil über die bevorstehende ReichstagsWilmersdorf. Am Dienstag, den 26. Mai, abends 812 Uhr, Holland sind Begrüßungsschreiben eingegangen. Außerdem von wahl im„ Luisenpart", Wilhelmsaue 112. Gegner sind zu dieser einigen Mitgliedschaften. Den Bericht des Vorstandes giebt AI Imann- Hamburg: Da Versammlung gleichfalls eingeladen. Zahlreicher Besuch ist dringend nach hat der Verband gegenwärtig 4760 Mitglieder in 80 verschiedenen erwünscht. Die Handzettel- Verteilung findet am Sonntagmorgen von Verwaltungsstellen. Die wirtschaftliche Krise hat sich auch bei den Bäckerei- Arbeitern bemerkbar gemacht. Nach einer in 74 Städten Im Interesse der bevorstehenden Wahl ist rege Beteiligung borgenommenen Statistik waren 18 Prozent der vorhandenen Kollegen Pflicht eines jeden Genossen. arbeitslos. Die Fluktuation ist auch im Bäckerverband ganz un- Wilmersdorf. Die Sammelliste zur Reichstagswahl 1903 gewöhnlich stark. 33 Mitgliedschaften wurden neu gegründet, dagegen Nummer 19 397, auf der noch nichts gezeichnet war, ist verloren gingen 21 wieder ein. Trotzdem ist ein Fortschritt deutlich bemerkbar. gegangen. Es wird gebeten, dieselbe anzuhalten eventuell bei dem Auch die höheren Beiträge haben keinen Rüdgang, wie befürchtet Genossen Jacobsen, Wilhelms- Aue 21, abzugeben. Zu den Einigungsverhandlungen im Stuffateurstreit geht uns wurde, herbeigeführt. Von Streiks sind auch die Bäckerei- Arbeiter nachstehende Mitteilung zu nicht verschont geblieben, und von besonderer Bedeutung war da der Mar Flieg, Rheinstr. 21, Laden, zu jeder Tageszeit zur öffentFriedenau. Eine Abschrift der Wählerlisten liegt beim Genossen Der Redaktion erlaube ich mir ergebenst mitzuteilen, daß die Streit in Breslau; der geradezu ein Verzweiflungskampf gewesen. lichen Einsicht aus. Am Himmelfahrtstag und Sonntag, den 24. d. M., Notiz im Vorwärts" vom 19. d. M. über die Beendigung des Erfreulicherweise war dieser Kampf von Erfolg gekrönt. Der Vorstand lichen Einsicht aus. Am Himmelfahrtstag und Sonntag, den 24. d. M., Stuftateurstreits unrichtigkeiten enthält. Das Einigungsamt hat hat ferner die Lehrlingszüchterei einzuschränken gesucht durch öffentliche hindert sind selbst die Liste einzusehen, die folgenden Genossen Einbis nachmittags 4 Uhr. Auch nehmen für solche Wähler, die vernicht einen Schiedsspruch gefällt. Die Parteien haben sich Aufklärung 2c., wie er auch gegen die Mißstände in den Bäckereien hindert sind selbst die Liste einzusehen, die folgenden Genossen Einvielmehr verglichen. Das Einigungsamt hat auch nicht den Ver- nach Kräften gewirkt hat. Leider fehle es hier daran, daß sicht in die Listen: Paul Schmidt, Rönnebergstr. 14, Hof III; Leider fehle es hier daran, daß sarl Söseling, Ringstr. 4, H. part.; Mag Flieg, Rheintrag des Arbeitgeber- Verbandes mit der Freien Vereinigung" für die Kollegen zu wenig für Material, das doch genügend vorhanden straße 21, Laden; Hermann Bernfee, Kirchstr. 15, Hof II; ungültig erklärt. Die Führer der Freien Vereinigung haben in sei, sorgen. die Lösung des Tarifvertrages gwilligt, und hiernach war es Den Geschäfts- und Kaffenbericht giebt Friedemann- Ham. Otto Sille, Schmargendorferstr. 5, Hof II. möglich, zu dem Vergleich zu kommen. Der Vergleich ist dann von burg. Der Verband hatte in der Geschäftsperiode vom 1. Januar Groß- Lichterfelde- Lankwik. Morgen, Freitag, abends 8 Uhr, den Führern der Freien Vereinigung mit unterschrieben worden. 1901 bis 31. Dezember 1902 eine Gesamteinnahme von 123 724,72 findet in 2ank wih im Saale des Herrn Wolf, CalandrelliDer von den ursprünglichen Kontrahenten gelöste Tarifvertrag Mart, dagegen eine Gesamtausgabe von 98 537,65 M. Da blieb ein straße 27/29, eine öffentliche Wählerversammlung statt, in hatte natürlich nur Gültigkeit für die beiden Freien Vereinigungen". Ueberschuß von 25 187,07 M., dazu ein Bestand von 7 261,00 M. welcher Genosse Bubeil über: Die bevorstehenden Das Einigungsamt hat demgemäß ausgesprochen, daß für die Mit- Demnach hat der Verband ein Vermögen von 32 448,07 M. Durch Reichstagswahlen sprechen wird. Die Genossen werden erglieder der Centralorganisation der von Dritten geschlossene Tarif- Beseitigung der früheren Monats- und Quartalsbeiträge feien sucht, für den Besuch dieser Versammlung eifrig zu agitieren. bertrag nicht bindend sei. stabilere Kassenverhältnisse eingetreten. Welches Ergebnis die jetzt Ferner werden die Groß- Lichterfelder Genossen nochmals Ich bitte eine Berichtigung zu veranlassen. eingeführte Arbeitslosen- Unterstützung haben würde, müsse man erst darauf aufmerksam gemacht, daß morgen, Freitagabend, bei Richter, Chausseestraße 104, eine Versammlung stattfindet, v. Schulz. Ueber die Thätigkeit des Ausschusses berichtet Gaßner in welcher die Regelung der Wahlarbeiten vorgenommen werden soll. Neuer Streit von Adressenschreibern. Die Adressenschreiber der München: Der Ausschuß habe sich vornehmlich mit Beschwerden und Stralan. Die Wählerliste tann den ganzen Tag eingesehen Firma Mag Henning, Schönebergerstr. 24, legten am Dienstag die Ausschlußanträgen zu befassen gehabt. Eine Beit lang sei geradezu werden im Restaurant von Paul Schöpps, t- Stralau 17. Arbeit nieder, da eine geforderte Lohnerhöhung von 75 Pf. pro eine Ausschließungswut unter die Kollegen gefahren, wogegen habe Die Parteigenossen werden schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, 1000 Adreffen abgelehnt wurde. Ein Vermittelungsversuch, den der eingeschritten werden müssen. Der Ausschuß glaube, daß vom Vor- daß am Sonntag, den 31. Mai, nachmittags 1 uhr, in Central- Verband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutsch- stande aus dahin gestrebt würde, die Rechte des Ausschusses zu der Alten Taverne" eine öffentliche Wählerlands machte, schlug feht. Die Firma schreibt die Wahlcouverts für beschränken, wogegen er als Vorsitzender des Ausschusses entschieden versammlung stattfindet, zu der Genosse Arthur Stadt. die Freifinnige Boltspartei und zahlt ihren Schreibern für 1000 Adressen Verwahrung einlege. Die Diskussion den hagen das Referat übernommen hat und werden die Genossen er2 M. Bis jetzt hat die Firma für die 24 Ausständigen noch nicht sich am ersten Verhandlungstage nur auf interne Verbandsangelegen lucht, für dieselbe nach Kräften zu agitieren. heiten. Den größten Raum in der Debatte nahm eine Streitigkeit Friedrichshagen. Sonnabend, den 23. Mai, abends 9 Uhr, findet in der Hamburger Mitgliedschaft ein, die zur allgemeinen Zufrieden im Restaurant Giskeller", Friedrichstraße 97, eine Boltsheit erledigt wurde. Am zweiten Verhandlungstage wurde die versammlung statt, in welcher die Genoffin Frau Emma Diskussion über den Vorstands- und Kassenbericht zu Ende geführt. Ihrer- Pankow über Die Bedeutung der Reichstagswahlen für die Arbeitertlaffe" referieren wird. Unt Deutscher Metallarbeiter- Berband, Drtsverwaltung Berlin. Das Wahlfomitee. Gärtner und Gartenarbeiter. Die Vorgänge, welche sich in letzter Streitbewegung in Ungarn. Der Bäderstreit in Preßburg, der Nieder- Schöneweide. Am Sonnabend, den 23. d. Mits., abends Zeit in unfrem Berufe abgespielt haben, müssen jeden denkenden anfangs ein partieller war, ist jetzt ein allgemeiner. Die StadtKollegen zu der Erkenntnis bringen, daß es nur einer auf dem vertretung ersuchte die Militärbehörde um lleberlassung von Soldaten 812 Uhr, hält der socialdemokratische Wahlverein hierselbst seine Die Parteigenossen Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Organisation der Verpflegungsbranche. Dies Gesuch ist aber abgelehnt. Die ordnungsmäßige Vereinsversammlung ab. möglich ist, auch in unserm Beruf bessere Lohn- und Arbeits- Militärbehörde ist dagegen bereit, den Brotbedarf gegen Bezahlung werden ersucht, für den guten Besuch dieser Versammlung zu verhältnisse zu schaffen. agitieren. Gäste haben Zutritt. Auch finden neue Mitglieder Aufzu decken. nahme.. genügend Ersatz gefunden. Der Vorsitzende. Heizungsrohrleger! Die Firma Körting sucht in Berlin Monteure für Königsberg in Preußen ohne Landzulage. Alle Kollegen find verpflichtet, zu diesen Bedingungen, welche gegen unsern Tarif verstoßen, teine Arbeit bei der Firma Körting anzunehmen. Kollegen! Darum ergeht auch heute wieder der Ruf an Euch: organisiert Euch in einer auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Organisation, wie sie die Deutsche Gärtnervereinigung darstellt. Eine Einigung mit dem Allgemeinen deutschen Gärtnerverein giebt es nicht mehr. Wer es mit seiner Organisationspflicht ernst meint, trete zu uns über, er soll uns als Mitglied willkommen sein. Aufnahmen nimmt entgegen für Berlin und Vororte: Walt. Kwasnit, W. 62, Keithstr. 3. Die Versammlungen finden regelmäßig jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. bei Nichter, Neue Friedrich ftraße 22a, Eingang Panoramastraße, statt. abwarten. Husland. Der Bauarbeiter- Streit in Preßburg dauert fort. Aus der Frauenbewegung. " " zahlreiches Erscheinen ersucht Prozeß gegen die Pommernbank. Bierzehnter Tag. In der heutigen Sitzung werden die gegenseitigen Erörterungen • Erkner. Am Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 2 Uhr, findet in Woltersdorfer Schleuse eine Volksversamm= Tung statt. Tagesordnung: Die Reichstagswahl. Refe= Der Socialdemokratische Wahlverein der Frauen für den Wahl- rentin Frau Tiez. Um zahlreiches Erscheinen ersucht freis Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg hatte zu Dienstag, Der Einberufer. den 19. d. M., nach dem Volkshause zu Charlottenburg eine öffent- Parteigenossen! Die Wählerlisten liegen aus in Brodts Geliche Versammlung einberufen, in der in recht anschaulicher Weise sellschaftshaus, beim Gastwirt Julius Habel und beim die Genoffin Frau Gradnauer über die Frauen und die Genoffen Mag 3ernice, Königstraße 21. Es wird dringend ge= Reichstagswahlen referierte. Nach einem Rückblick auf die uns beten, die Listen einzusehen. selbständige und unfreie Stellung der Frauen in vergangenen Zeiten Deutsche Gärtnervereinigung, Ortsverwaltung Berlin. wies die Referentin überzeugend nach, daß nach der Lage des heutigen Das Streitpostenftehen von Schuhmanns Gnaden. Streifposten wirtschaftlichen und politischen Lebens die Frauen notwendigerweise dazu stehen ist eine erlaubte Handlung, darüber besteht kein Zweifel. Aber gedrängt werden, mitzuraten und mitzuthaten. Die Frauen haben die Ausübung dieses Rechts kann durch jeden Schutzmann unmöglich sich der Partei zuzuwenden, die für ihren Schutz und ihre Freiheit auf gemacht werden, sofern der Schußmann nur überzeugt ist, daß ökonomischen sowie auf politischem Gebiet jederzeit eintritt. Dies über die Lagen und die Behauptung des Staatsanivalts Beed, der Streifposten an der Selle, wo er sich aufhält, die sei mun einzig und allein von allen Parteien im deutschen Reichsöffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden könne. Zu tage die socialdemokratische. Mit einem Mahnwort, den Männern daß die Hanel und Bohlschen Taren vielfach erst abgegeben worden, folcher Ueberzeugung fommen aber Schuyleute fast immer, bei den kommenden Wahlen treu zur Seite zu stehen, schloß die nachdem die Hypotheken- Darlehne bereits hingegeben waren, noch selbst wenn sich Streifpoften in einsamen, vom Verkehr fast nicht Rednerin unter großem Beifall der zahlreich Erschienenen. In der eine Weile fortgesetzt. Dann wird Geh. Seehandlungsrat a. D. Dr. Schubart über berührten Straßen aufhalten. Wird so ein Streitposten vom Schuß- Diskussion erörterte noch Genossin Ottilie Baader die Frage, mann weggewiesen, und läßt er sich dann nochmals an dem ver- in welcher Weise die indirekten Steuern auf die Lebenshaltung des das Verhältnis der Angeklagten Schulz und Romeid zur Streligbotenen Ort sehen, so bietet die Straßenpolizei- Berordnung mit der arbeitenden Volkes einwirken. Am Schlusse ihrer recht beifällig auf- bant nach ihrem Ausscheiden aus dem Direktorium vernommen. bekannten Bestimmung, wonach den zum Schutz der Sicherheit 2c. er- genommenen Rede ermahnte sie zur Einsicht in die Wählerlisten. Die Anklage behauptet, daß die Strelißbant nur eine Unteranstalt lassenen Anordnungen eines Polizeibeamten unbedingt Folge zu leisten Die Vorsitzende Genossin Thiel- Tempelhof forderte die Anwesenden der Pommernbank gewesen und thatsächlich bis zuletzt von den beiden Angeklagten geleitet worden sei. Der Zeuge, ist, eine Handhabe zur Beeinträchtigung des Stoalitionsrechts zum Eintritt in den Frauen- Wahlverein auf. der im März 1898 in den Aufsichtsrat der Strelizbank ge= und zur Bestrafung des die Sicherheit, Ordnung und Leichtigkeit Friedrichsfelde. In einer von ca. 400 Personen, zum größten wählt worden ist, bestätigt, daß Schulz und Romeid 1897 des Verkehrs" hindernden Streifpostens. Diese Erfahrung hat jetzt Teil Frauen, besuchten Volksversammlung am 12. d. M. im Lokal aus dem Vorstande ausgeschieden seien; nach seiner Ansicht seien fie wieder der Metallarbeiter 3. gemacht, welcher beim vorjährigen Aus- von Bube referierte Genossin Ottilie Baader über: Wie kann sich aber nach wie vor die eigentlichen Leiter der Streligbank gewesen. stand der Rohrleger als Streifposten vor der Hermannschen Fabrik die Frau im bevorstehenden Reichstags- Wahlkampf bethätigen?" Die Auf Wunsch des Regierungskommissars, Regierungsrats Sellmer, fungierte. Das Landgericht hat ihn zu einer Geldstrafe verurteilt, Referentin legte besonders auseinander, wie die Frauen unter der feien sie zu allen Aufsichtsratssigungen zugezogen worden. Der weil er sich wieder auf dem Bürgersteig vor der Fabrik zeigte, nach heutigen Mißwirtschaft im Reiche besonders zu leiden hätten und thatsächliche Vorstand, die Herren Kellner und Hachmeister, haben dem ihn ein Schutzmann weggewiesen hatte, und das Kammergericht, forderte sie auf, die Zeit bis zum Wahltage zur regen Agitation in sich um das Geschäft nur sehr wenig gefümmert. Ueber die Leitung bei dem der Verurteilte Revision einlegte, hat die Verurteilung be- Freundes- und Bekanntenkreisen auszunüßen. Rauschender Beifall der Bank durch Schulz und Romeid habe gar kein Zweifel stätigt. lohnte die Vortragende. Nach Annahme einer Resolution, am 16. Juni geherrscht, weder bei den Treuhändern, noch bei dem Regierungsnur für die Wahl des Genossen Stadthagen einzutreten, schloß fommissar, noch bei den Mitgliedern des Aufsichtsrats. Die Aussperrung an der Unter- Weser ist beendet. Die Arbeiter der Vorsitzende Binseler die Versammlung mit einem begeistert Thatsächlich feien fie die spiritus rectores in der Strelitzbank auch der Tecklenborgschen Werft haben sich mit der Firma dahin geeinigt, aufgenommenen Hoch auf die alleinige Arbeiterpartei, die Social- nach ihrem Ausscheiden gewesen; die beratende Ansicht, die sie im daß sie Accordarbeiten übernehmen, der Preis aber in jedem Aufsichtsrat äußerten, sei für letzteren gewöhnlich ausschlaggebend einzelnen Falle vor Uebernahme der Arbeit mit den Arbeitern ver- Große Demonstration für das Frauen- Wahlrecht. Zum nor getvesen. Rechtsanwalt Chodziesner: Haben die Angeklagten ihren einbart wird. Durch dieses Abkommen sind die auf der Tecklenborg- wegischen Verfassungsfest am 17. Mai hatten die socialdemokratischen schen Werft bestehenden Differenzen beseitigt und der Grund der Frauen und die organisierten Arbeiter in Kristiania einen imposanten Einfluß ausgeübt auf Grund ihrer besonderen SachverständigenAussperrung ist damit geschwunden. Gleichzeitig hört auch die Aus- Demonstrationszug veranstaltet. Dem Zuge voran wurden zwei Qualität oder auf Grund andrer Gesichtspunkte? weiße Banner mit der Aufschrift: Allgemeines Wahlrecht Zenge: Das lag in dem ganzen Aufbau des Geschäfts. Auf sperrung der Arbeiter des„ Vulkan" auf, da dieselbe erfolgt war, auch für Frauen" getragen." Ihm folgten zunächst die prole- die Strelizbank sollten, wie dies ganz zulässig ist, die Geschäfte abweil bei Tecklenborg keine Einigung zu stande gekommen war. Die tarischen Frauenvereine mit etwa 800-1000 Teilnehmerinnen gewälzt werden, welche nach den preußischen Normativbeſtinnungen Daraus ergab sich ein geangedrohten Aussperrungen in den andren Betrieben sind demnach die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen beteiligten sich nicht an der die Pommernbank nicht machen konnte. gegenstandlos geworden. Am Freitag wird die Arbeit bei Tecklen Demonstration-, dann folgten die Gewerkschaften. Im ganzen wisses Zusammenwirken, der Einfluß der Angeklagten lag in der borg und beim„ Vulkan" wieder aufgenommen. Lediglich der weit- nahmen 82 Vereine am Zuge teil, der ca. 5000 Personen zählte. ganzen Organisation. gehenden Nachgiebigkeit der Arbeiter ist es zu danken, daß der Auf dem Sammelplatz hatten sich ungefähr 10 000 Menschen ein ihren Einfluß ausgeübt in Interesse der beiden Banken oder in Rechtsanwalt Chodziesner: Haben die Angeklagten diesen Konflikt beigelegt und ein folgenschwerer Kampf verhindert ist. gefunden, die nach einem Vortrage von Frau Margareta im Ström ein Gesuch an das Storthing um Einführung des all- ihrem Sonder-, in ihrem Privatinteresse?- Der Zeuge hat keinen Anhalt, um letzteres zu behaupten. Die Aussperrung in Iserlohn soll nach Mitteilungen bürgerlicher gemeinen Frauen- Wahlrechts beschlossen. Blätter beendet sein und den Fabrikanten nur noch 300-400 Arbeiter fehlen. Man telegraphiert uns aus Iserlohn, daß diese Nachricht unwahr ist. Der Zuzug von Arbeitswilligen ist ganz unbedeutend und ändert nichts an der Situation, die für die Ausgesperrten sehr günstig ist. Deutfches Reich. demokratie. Angell. Schulz: Er habe lediglich auf besonderen Wunsch des Regierungskommissars den Sizungen des Aufsichtsrats beigewohnt und feine Dienste so lange zur Verfügung gestellt, bis Berliner Partei- Angelegenheiten. Berr Bachmeister sich eingearbeitet haben würde. Die Verhandlung wendet sich sodann den allgemeinen Verhältnissen der Immobilien- Verkehrsbank zu, auf Grund deren die Anlage die Angeklagten Schulz und Romeid der Untreue gegen die Pommernbank in idealer Konkurrenz mit Betrug und Bilanzverschleierung beschuldigt. Einleitend zu diesem Thema bemerkt die Anklage, daß die Immobilien- Verkehrsbank bei ihrem geringen Kapital von 500 000 m. schließlich nicht weniger als 7578 000 m. Dritter Berliner Reichstags- Wahlkreis. Heut( Himmelfahrtstag) Der Straßburger Maurerstreit ist, nachdem er sieben Wochen Familienausflug nach dem Restaurant Pferdebucht bei Köpenick. währte, nunmehr beendet. Einen Erfolg haben die Streifenden nicht Treffpunkt daselbst früh 10 Uhr. Der Vorstand des Wahlvereins. errungen. Einigungsverhandlungen, die das Bürgermeisteramt noch in den letzten Tagen einleitete, hatten kein Resultat, obgleich die Aus- Achtung! Fünfter Wahlkreis! Am Sonntag, den 24. d. M., ständigen auf ihre Hauptforderung, Festlegung eines Mindestlohnes, früh 1/8 Uhr, findet eine Flugblattverbreitung statt. Die Pommern- Aftien und 6 174 000 M. Strelig- Aftien ihr Eigentum verzichteten und nur die zehnstündige Arbeitszeit sowie eine Lobn Genossen werden ersucht, sich recht zahlreich auf folgenden nannte und der ihr gehörige Grundbefiz von den genannten Banken erhöhung von 5 Broz. durchgeführt wissen wollten. Den Unter- Stellen einzufinden: Dinde, Winsstr. 12, Dennier, Meyerbeerstr. 7, mit über 50 000 000. beliehen war. m. nehmern war es gelungen, sich mit Arbeitswilligen zu versehen, die Kracker, Keibelstr. 40, Patt, Dragonerftr. 15, Renfer, Anguststr. 51, Polizei verhinderte jeden Verkehr zwischen diesen und den Streikenden, Wittchow, Kl. Hamburgerstr. 27( Ecke Elsasserstraße), Schliz, Luisen- flage, in welcher gesagt wird: Hatte die Immobilien- Verkehrsbank Der Angeklagte Schulz protestiert gegen eine Stelle der Anso daß eine Aufklärung der fremden Arbeiter unmöglich war. Unter straße 26. Der Vorstand. die Grundstücke um 2 350 000 M. überzahlt, so hatte sie fich damit diesen Umständen war auf Erfolg nicht mehr zu rechnen. 5. Wahlkreis. Dienstag, den 26. Mai, abends 8 Uhr, findet im ihr Todesurteil selbst gesprochen. Es handle sich, so führte der AnSchützenhause, Linienstr. 5, eine Versammlung des Social- geklagte Schulz aus, um die Terrains Schönhauser Allee I und II. Neunter Verbandstag der Bäckerei- Arbeiter Deutschlands. demokratischen Wahlvereins der Frauen Berlins Er bleibe dabei, daß diese Terrains sehr billig gekauft seien. Der Verbandstag wurde in Dresden ant 18. Mai und Umgegend statt, in welcher Genossin E. Ihrer referiert. Weiter behauptet die Anklage, daß die Beleihungen einer Anzahl eröffnet. Erschienen sind 25 Delegierte aus 22 verschiedenen( Näheres siehe in der Annonce am Dienstag.) Grundstücke zu den Erwerbspreisen und den späteren Aufwendungen fm schreiendsten Mißverhältnis stehen. Die hohen Beleihungen hätten| bei den Arbeitern, die er der Socialdemokratie abwendig machen| Schußmann brachte die Unglückliche zu ihrer eignen Sicherheit nach stattgefunden, um der Immobilien- Verkehrsbank die Erfüllung ihrer wollte, gründlich abgefallen. Die Staatsbürger- Zeitung" möchte der Wache des 4. Reviers. schweren Verpflichtungen gegen die Pommernbank und die Strelitz- ihrem Kandidaten weitere Niederlagen ersparen, deshalb lügt sie, bank äußerlich zu erleichtern. Sämtliche Grundstücke, welche von den er fei angepöbelt worden, um ihm einen Scheingrund zum Rückzug der Alexandrinenstraße 119/120 in der Schuh- Glasurwaren- Fabrik Ein größerer Fabrikbrand kam gestern abend gegen 8 Uhr in erworbenen Terrains zu Bauzwecken verkauft und auch bebaut worden zu geben! von Gebrüder kroner aus noch nicht ermittelter Ursache aus. feien, wären bis auf drei subhaftiert worden. Die fühle Witterung des Monat Mai ist, so unangenehm sie Schon vor einem Jahre wurde dieselbe Fabrik von einem Brande Angell. Schulz protestiert auch hier gegen die Richtigkeit der von den Großstädtern empfunden wird, den Landwirten außer betroffen. Diesmal kam das Feuer im Lagerraum auf dem zweiten Folgerungen der Anklagebehörde. Die Beleihungen seien nicht zu ordentlich willkommen, da sie der Insektenentwicklung recht hinderlich Hofe im Dachgeschoß aus und gewann sehr schnell an Ausdehnung, hohe gewesen, sondern hätten ganz den ſtatutarischen Vorschriften ist. Ganz besonders ist die Landplage des Mai, als welche die Maio daß die Feuerwehr mit mehreren Schlauchleitungen über auf dem entsprochen. Die Immobilien- Verkehrsbank habe sich ganz brillant täfer angesehen werden, wie im Vorjahre so auch in diesem Jahre Hofe errichtete mechanische Leitern hinweg vorgehen mußte. Es entwickelt. Sie habe in elf Jahren nur 49 Grundstücke zur fast völlig ausgeblieben, allerdings zum Leidwesen unsrer Kleinen, dauerte fast eine Stunde, bevor die Gefahr als beseitigt galt, doch Sicherung ihrer Forderungen erstehen müssen. Die Subhastationen bei denen die Maitäfer auf der„ Borse" einen ungewöhnlich hohen nahmen die Aufräumungsarbeiten noch lange Zeit in Anspruch. feien darauf zurückzuführen, daß Direktor Behnsen sich bei den Wert erreicht haben. Auch die übrigen Insekten können bei der Vernichtet wurde in der Hauptsache Verpackungsmaterial und ein Baugelderzahlungen auf Anweisungen an die Handwerker eingelassen fühlen Witterung nicht zur Entwicklung kommen, wodurch dem Obst Teil des Dachstuhles. Wenn auch der Fabrikbetrieb aufrechterhalten habe. Die Immobilienverkehrsbank habe nicht 50, sondern circa und Erdfrüchten eine gute Entwicklung gesichert ist. 100 Grundstücke zum Zwecke der Bebauung verkauft und diese seien die Obsternte durch starke Hagelschläge, die in den letzten Tagen und Erdfrüchten eine gute Entwicklung gesichert ist. Allerdings ist wird, so erleidet doch der Versand vorläufig eine große Stodung. Außerdem hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden über ein Der Rest der Sizung wird ausgefüllt mit dem ausführlichen fast in ganz Norddeutschland niedergingen, teilweise beeinträchtigt Dugend Allarmierungen zu verzeichnen. worden. Dagegen hat das Getreide gar nicht gelitten, es steht Gutachten des gerichtlichen Bücherrevisors Bachmann über die Vermögensverhältnisse und die Geschäftsführung der Immobilien- allenthalben vorzüglich und dürfte in diesem Jahre hoffentlich eine Bilanzen keine lebersicht über die Vermögensverhältnisse gewähren hoffentlich bewahrheiten. Verkehrsbank. Er sucht in längerem Vortrage nachzuweisen, daß die vorzügliche Ernte abgeben. Die alte Bauernregel:„ Ist der Mai fühl und naß, füllt's dem Bauern Scheun' und Faß", dürfte sich und verschiedene Buchungen zu beanstanden seien. Der Sach verständige legt dar, daß die Bilanzen nach seiner Ansicht vielfach anders hätten gruppiert werden müssen. alle bebaut worden. Nächste Sizung: Freitag 9 Uhr. Lokales. ,, Wichtigthuerei" bei der Wählerliften- Prüfung. Allemal, wenn Wahlen zum Reichstage bevorstehen, ergeht an die Wahlberechtigten der mahnende Nuf: Wahret Euer Wahlrecht; vergewisjert Euch, ob Ihr in der Wähler liste steht! Und allemal, wenn der Wahltag da ist, finden sich unter den zur Wahl Erscheinenden doch wieder eine ganze Menge, die erst jetzt zu ihrer Verwunderung und Ueberraschung erfahren, daß sie nicht in der Liste stehen, die nun ihr Wahlrecht ein büßen, weil sie die Mahnung nicht beherzigt haben. ordneten Hus den Nachbarorten. Von der Feuerwehr überfahren wurde Dienstagabend der 81jährige Arbeiter Hermann Friz aus der Gerichtstr. 16 an der Ecke der Bankstraße kam von einem Feuer und befand sich auf der Rückder Kolberger- und Gerichtsstraße. Der Dampfsprizenzug 16 aus fehr ins Depot. Frizz achtete auf das Klingeln nicht und lief unDie Ueberweisung von Schulkindern an die Nebenklassen für mittelbar vor den Tender des Löschzuges. Dem Führer war es nicht Schwachbefähigte, die an den Berliner Gemeindeschulen eingerichtet mehr möglich, rechtzeitig die Pferde zum Stehen zu bringen. Der sind, findet nicht immer den Beifall der Eltern der davon betroffenen Unglückliche wurde überfahren. Er wurde sofort von der Feuerwehr Kinder. Da vorläufig nur mit einer verhältnismäßig geringen Zahl in die Feuerwache gefahren und hier verbunden. Die erlittenen von Gemeindeschulen, mit noch nicht einem Fünftel der Gesamtzahl, Verlegungen sollen nicht schwer sein. Nebenklassen verbunden sind, so werden manche Kinder durch die Ueberweisung an eine solche Klasse gezwungen, einen erheblich längeren Schulweg als bisher zurückzulegen. Dieser Uebelstand Schöneberg. Der Schöneberger Stadtverordneten- Versammlung wird besonders dann als sehr unangenehm empfunden, wenn ein Kind, wie es bei Schwachbefähigten nicht selten vorkommt, auch lag am Montag bezüglich der Verschiebung der Dezernate und der körperlich von einer gewissen Unbeholfenheit ist. Gelegentlich setzen Förderung des Krankenhausbaues eine vom Magistrat gegebene geEltern der leberweisung ihres Kindes an eine Nebenklasse offenen bruckte Antwort vor, deren letzteren Teil wir bereits kurz skizziert widerstand entgegen. So hat sich ein Vater, der im Königsviertel haben. Obwohl die Deffentlichkeit in der Frage des neuen Kranken( Ließmannstraße) wohnt, geweigert, sein Kind bis nach der Gipsstraße hauses ein lebhaftes Interesse hatte, ging die Versammlung in die Schule zu schicken. Das Kind soll dort an dem Unterricht furzer Hand darüber hinweg und beschloß auf Antrag des einer Nebenklasse teilnehmen, aber der Vater erklärt, daß der Weg Stadtverordneten Lessig, diese magistratliche Antwort in für das Kind zu weit sei. nichtöffentlicher Sigung zu besprechen. Zur Beruhigung der BürgerWem das einmal passiert ist, der sorgt dafür, daß es ihm ein Ein angeblicher Millionär wurde gestern als Schwindler ver- schaft wird diese Art der Erledigung gewiß nicht beitragen. zweites Mal nicht passiert. Aber diejenigen, die sich durch ihre eigne haftet. Ein 28jähriger Barbier Paul Rettschlag war einmal auf Ueber die Zweckmäßigkeit der Entsendung von sechs Stadtvernatürlich nur Deputationsmitgliedern zur Städte= Nachlässigkeit um ihr Wahlrecht bringen, werden deshalb doch nicht einen Schwindlerkniff zurückgekommen, der früher beliebt, aber nun Ausstellung nach Dresden entwickelten sich recht verschiedene alle. Ihre Zahl wird nicht einmal geringer. Wenn die nächsten schon lange Zeit vergessen war. Der Trick ist etwas plump, 30g Anfichten. Werden doch für jeden Teilnehmer nicht weniger als Wahlen herankommen und der alte Ruf von neuem an die Wahl- aber doch noch wieder. Rettschlag schrieb sich selbst Briefe, die so 94 Mark gefordert. aussahen, als ob eine Bank oder dergleichen sie an ihn gerichtet darauf hingewiesen, daß bei Mit Recht wurde von verschiedenen Seiten berechtigten ergeht, schlagen wieder ebenso viele andre die Mahnung hätte, um ihm mitzuteilen, daß sein Vermögen durch Zuschlag von Ausstellungsort gewiß verschiedene Mitglieder vorhanden sein der kurzen Entfernung zum in den Wind, stehen wieder ebenso viele andre am Wahltage als die Zinsen und Zinseszinsen schon auf so und so viel- natürlich nicht Ausstellungsort gewiß verschiedene Mitglieder vorhanden ſein Hineingefallenen da. werden, die die Kosten einer solchen Vergnügungsreise ganz gut angewachsen sei. Durch Herumzeigen dieser Schrift aus eignen Mitteln bestreiten könnten und daß die für die Kommune Der Anblick, den solch ein nicht wahlberechtigter Wahlberechtigter stücke kam er in den Ruf eines millionenreichen Mannes, der un- daraus sich ergebenden Vorteile durch eine eventuelle Berichterstattung bietet, wenn er unverrichteter Sache den Wahltisch verlassen muß, geniert Schuhmacher und Schneider, kurz alle Handwerker, die er daraus sich ergebenden Vorteile durch eine eventuelle Berichterstattung wird vielen unsrer Leser von früheren Wahlen her in der Erinnerung brauchte, und nicht minder die Gastwirte anpumpen konnte. Auch recht minimale ſein würden. In einem Ausschuß soll indes diese fein. Die Klügeren fügen sich in ihr selber bereitetes Mißgeschic, ein Millionär kann ja mal für den Augenblick in Verlegenheit Sache weiter ge- regelt werden. Gelegentlich der Forderung von 312 M. zur Beschaffung von noch 26 Urnen zur Reichstagshalten den Mund und ziehen in stiller Beschämung ab. Andre werden kommen. Ein Gastwirt, bei dem der schwer reiche Mann schon einige wahl erklärte auf eine Anfrage über die vorgeschriebenen IsolierZeit verkehrte, traute ihm aber doch nicht und ließ ihn gestern feſtgrob, schimpfen über die Lüderlichkeit, mit der die Liſten nehmen. Nun stellte sich heraus, daß der vermeintliche Millionär räume der Oberbürgermeister, daß nach seiner Auffassung nur ein aufgestellt seien, und wollen schließlich gar den Wahlvorsteher dafür ein mittelloſer Barbier ist und schon viele Leute geprellt hat. Der isoliert ſtehender Tisch genüge, um den gesetzlichen Vorschriften zu verantwortlich machen, der selbstverständlich unschuldig ist. Ge- Schwindler wurde in Untersuchungshaft gesetzt. entsprechen. Die Magistratsforderung von 500 M. zum Besuche des Internationalen Feuerverhütungs- Kongresses in London wöhnlich müssen sie sich dann von dem Wahlvorsteher mehr oder Ein heftiger Zusammenstoß eines Straßenbahnwagens mit einem durch den Branddirektor Flöter foll ebenfalls in Müllwagen fand in der verflossenen Nacht an der Monumentenbrücke nichtöffentlicher Sigung behandelt werden. Es in Schöneberg statt. Zur genannten Zeit fuhr ein Müllwagen der hier noch persönliche Dinge mit berührt werden. Sweds Firma Knauer unmittelbar vor einem heransausenden Straßenbahn- Förderung des für das Westgelände zwischen der Erfurterwagen der Linie Schöneberg- Rigdorf auf das Geleife. Das letztere straße und der Straße R vorgesehenen Stadtparkes soll ein Gefährt fuhr mit solcher Gewalt auf den Lastwagen auf, daß die öffentliches Preisausschreiben erfolgen, wozu 3000 M. bewilligt Vorderplattform und Stirnwand des Kraftwagens eingedrückt wurde. werden. Für die Asphaltierung der Eisenacherstraße zwischen Der Fahrer des letzteren, Galewsky, erlitt hierbei Quetschungen der Grunewald- und Apostel Paulusstraße werden 23 000 m., desgleichen Beine und der in dem Straßenbahnwagen sigende Passagier Weier für Asphaltierung der Gothaerstraße zwischen Grünewald- und aus der Urbanstraße durch umherfliegende Glassplitter Verlegungen Apostel Paulusstraße 19 000 M. bewilligt, ferner zur Enteignung im Gesicht. einer eisenbahn- fiskalischen Barzelle an der Unterführung der Ringbahn in der Hauptstraße die Genehmigung erteilt. weniger deutlich sagen lassen, daß der Vorwurf der Lüderlich teit auf sie selber zurückfällt. zu wenig Eine Banik im Straßenbahnwagen verursachte am Freitagabend um 8 Uhr das Plazen der Bleisicherung vor dem Hause BrunnenStraße 20. Nach dem Knall schlug eine hohe Feuersäule aus dem Gestell empor. Die Fahrgäste verließen den Wagen in eiliger Flucht. Ein Mann aus der Invalidenstraße 163 wurde halb ohumächtig. Als die zu Hilfe gerufene Feuerwehr kam, war der Wagen schon weggefahren. tönnten ja Es ist in der That ein großer Leichtsinn, zu glauben, daß man fich unbedingt auf die Listen verlassen dürfe. Bei jeder Wahl, wie gefagt, zeigt sich aufs neue, daß die Listen lückenhaft find, daß daher jedem Wähler dringend geraten werden muß, rechtzeitig nachzusehen, ob er darin steht, oder andre für ihn nachsehen zu laffen, falls es ihm selber an der Zeit dazu fehlt. Auch diesmal hat bei der Einsichtnahme der Listen, die jetzt ausliegen und nur noch bis zum Montag eingesehen werden können, sich wieder herausgestellt, daß auf die Listen kein Verlaß ist, und am Ende darf man das in einer Großstadt wie Berlin auch kaum anders erwarten. bereits erfolgt und die Stadt in 33 Bezirke eingeteilt worden. Schöneberg. Die Wahlbezirks- Einteilung für Schöneberg ist Beispielsweise haben im fünften Wahlkreis auf dem Bureau Nach der Feststellung der Wählerlisten, in denen die April- Umzüge des Wahlkomitees, das die dankenswerte Einrichtung getroffen hat, mit berücksichtigt sind, im Gegensatz zu Rigdorf, beträgt die Anzahl für die Wähler des Kreises eine eigne Abschrift der Listen täglich bis der Wähler im ganzen 26 580. Der bisherige neunte Stadtbezirt, Abends 10 Uhr auszulegen, schon in den ersten Tagen an 30 Personen aus dem zum größten Teile der 21. Reichstags- Wahlbezirk gebildet die Entdeckung machen müssen, daß sie nicht in den Listen verEin schwieriges Rettungswerk vollbrachte gestern der Kaufmann ist, befigt die größte Zahl der eingeschriebenen Wähler, nämlich zeichnet sind. Und bei der Durchsicht der. Wählerliste in einem Kochmann aus Berlin, der sich zur Zeit in Woltersdorf in der 1264, dem als kleinster der 28. Wahlbezirk mit nur 241 Wählern einzigen Bezirk des Hasenheide- Viertels ergab sich, daß dort Sommerfrische befindet. Ein Berliner Ausflügler hatte auf dem gegenübersteht. Den thätigen Genossen steht somit eine ernste und 32 Wähler nicht in die Liste eingetragen waren! Kalfsee eine Fahrt in einem Ruderboote unternommen, welches ver- umfangreiche Arbeit bevor, deren Erfolg sich hoffentlich in der VerDarum wahret Euer Recht, Wähler, und seht die mutlich infolge einer Unvorsichtigkeit des Insassen tenterte. Der doppelung der auf unsern Kandidaten entfallenden Stimmen Listen nach! Beantragt die nachträgliche Einreihung, wenn Berunglückte, der des Schwimmens unkundig war, suchte sich durch zeigen wird. Plätschern mit den Händen über Wasser zu halten, was ihm auch Euer Name darin fehlt und sorgt auch dafür, daß die Angaben vorübergehend gelang. Trotzdem wäre er zweifellos ertrunken, wenn fasten die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts Wilmersdorf. In dem Hause Preußischestr. 5 wurde im Müllüber Wohnung und Beruf fehlerlos vermerkt find. Ein freifinniges der Vorgang nicht von Herrn K. beobachtet worden wäre. In einem aufgefunden. Das noch nicht 17 Jahre alte DienstBlatt, die„ Berliner Zeitung", macht sich luftig über die, Wichtig Ruderboote eilte er dem mit den Wellen Kämpfenden zu Hilfe und mädchen des Restaurateurs H. Arnold, Maria Jankowsky thuer", die bei der Einsichtnahme auch die geringsten Ab- es gelang ihm auch, noch rechtzeitig die Unfallstelle zu erreichen. aus Wartha in Schlesien, hatte sich seiner in der vorigen weichungen( z. B. Schulze" und„ Schulze"," Tischer" und" Tischler- Als der Kaufmann den Ertrinkenden erfaßte, Klammerte sich dieser Woche Mittwoch unbemerkt entledigt. Obwohl zur Zeit in meister") verbessern lassen. Es ist ja ein billiges Vergnügen, derartig an den Arm des Retters an, daß auch das zweite Boot zu der Restauration viel Arbeit ist wegen der in der Nähe stehenden Nur mit großer Mühe gelang es Herrn K., den Bauten, besorgte sie ihre Arbeit in gewohnter Weise. Erst die Entdiese Vorsicht zu verspotten. Aber am Wahltage pflegt mancher tentern drohte. der gutfreisinnigen Wahlvorsteher den„ Wichtigthuer" zu Berunglückteit zu sich ins Boot zu ziehen, der in einem Lokale in deckung der Leiche führte zu dem Verdacht, da die Bettwäsche darauf Woltersdorf Aufnahme und Hilfe fand. machen und jeden zurückzuweisen, dessen„ Nationale" nicht ganz deutende Spuren enthielt. Die Kriminalpolizei verhaftete am Montag genau ſtimmt. die J., welche bereits geständig ist. brochen. 0 Beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen ist gestern abend gegen 1/210 Uhr die besuchsweise sich Zehlendorf. Eine so stattliche Wählerversammlung wie bie Wie die Staatsbürger Zeitung" schwindelt. Unsre Partei- hierselbst aufhaltende Tochter des Bürgermeisters Sansdorf aus gestern, Mittwochabend, vom Konservativen und nationalen Wahlverein genossen, die am Montag die Versammlung in der Alhambra Heidelberg schwer zu Schaden gekommen. Die junge Dame, die einberufene hat Behlendorf bisher noch nicht gesehen. An 1000 Wähler ( vierter Wahlkreis) besuchten, mögen auf Grund eines Berichts, den den Wagen 2211 der Straßenbahnlinie 87 benutzt hatte, wollte diesen hatten sich eingefunden. Nach dem für eine so startbesuchte Versammlung die„ Staatsbürger Beitung" über diese Versammlung bringt, in der Hauptstraße am Lindenpark verlassen und sprang, ohne die auffallend dinnklingenden Kaiserhoch erklärte der Vorsitzende, daß beurteilen, was das Antisemitenblatt zusammenlügt, um eine social- Warnung des Schaffners zu beachten, von der Hinterplattform des nach dem Referat des konservativen Kandidaten Fris Hammer in demokratische Wählerversammlung als einen Böbelhaufen erscheinen in schneller Fahrt befindlichen Waggons. Fräulein S. stürzte und der Diskussion die Redezeit auf zehn Minuten beschränkt sei. Trotz zu lassen. Hier eine Probe der" jeistigen Arbeet" eines nationalen" fiel so unglücklich, daß sie einen Bruch des linken Backenknochens der eindringlichen Vorstellungen des Genossen Stöster, wenigstens Zeitungsschreibers: erlitt. Von der Unfallstation aus wurde die Verunglückte nach der unserm Kandidaten Zubeil unbeschränkte Redezeit zu gewähren, " Der nationale Kandidat des 4. Reichstags- Wahlkreises, Wohnung ihrer Verwandten in der Helmstraße in Schöneberg gebracht. blieb der konservative Herr bei seinem mutvollen Ausspruch. Nun Schriftsteller Wegner, sprach Montagabend in einer socialIn einer Droschte erschossen hat sich gestern abend gegen 10 Uhr forderte Genosse Köster die anwesenden Parteigenossen auf, den Saal demokratischen Versammlung in der Alhambra. ein 22 Jahre alter Schneidergeselle Thomas Syttnik, dessen Ver- zu verlassen. Und siehe da, über 800 Wähler verließen unter Das Benehmen der Versammlungsteilnehmer gegen den Redner übertraf so ziemlich alles bisher Dagewesene. Wegner hältnisse noch nicht weiter bekannt sind. Der junge Mann wohnte immer erneuten brausenden Hochrufen auf die Socialdemokratie und wurde permanent durch die alberusten, gehässigsten Zwischenrufe, or 1½½ Jahren einmal bei einem Gärtner in der Pestalozzistr. 104 Zubeil den Saal, während ganze 130 Männlein zurückblieben, Herrn zu Charlottenburg und meldete sich von dort nach Berlin ab, zog Hammers Weisheit zu hören. Alle aber, die den Saal verließen, wie:" Jetzt kommt det Theater"," Bist woll übergeschnappt", unter aber nicht in die angegebene Wohnung. Man weiß daher nicht, was beseelte nur der eine glühende Gedanke, am 16. Juni dem jämmerEinige mit Herrn Wegner erschienene nationale Wähler wurden er inzwischen getrieben und wo er sich aufgehalten hat. Gestern lichen Vorgehen der Gegner die gebührende Antwort zu geben. im Verlaufe des ganzen Abends in der unflätigsten Weise be- abend nahm er sich in Berlin eine Droschke zweiter Klasse, um nach Nowawes. Um den Reichstagswählern von Nowawes- Neuendorf schimpft und verhöhnt und mußten Worte wie:" Da figen ja die Charlottenburg zu fahren. Am großen Stern angekommen, hörte Gelegenheit zu geben, den konservativen Kandidaten unsres Kreises, konservativen Halunken, haut doch die Hunde mit' nem Knüppel in seinem Blute schwimmen. Auf Veranlassung eines Schumannes Wahlverein für vergangenen Montag eine öffentliche Wähler- Verseinen Fahrgast im Wagen raus, Spizbuben 2c." über sich ergehen lassen. Eugen Richter, so wohl mit seiner letzten Antwort auf den Versuch, ihn in eine bei der Ankunft aber war der Verwundete schon tot. nationalgesinnten Wähler eingeladen waren. Natürlich versäumten socialdemokratische Versammlung als Gast zu locken, recht gehabt Den Tod auf den Straßenbahnschienen suchte heute morgen um auch die Socialdemokraten nicht, sich den ollen ehrlichen Hammer, mit haben. Es ist mit der Ehre eines anständigen Menschen that 8 Uhr die 25 Jahre alte aus Schneidemühl gebürtige Ehefrau dem man hoffte, die Socialdemokratie in unfrem Kreise zu zersächlich nicht vereinbar, sich in derartige Versammlungen zu be- Johanna des Gasanstaltsarbeiters Briefe aus der Melanchthonstr. 26. schmettern, näher anzusehen und waren in einer Anzahl erschienen, geben." Seit vier Jahren verheiratet, verlor die Frau durch den Tod schon wie man sie nur bei außerordentlichen Anlässen in unsren VersammGegenüber dieser lügenhaften Darstellung sei einfach festgestellt, zwei Kinder im Alter von nur wenigen Wochen. Dann wurde sie lungen sieht. Der Vorsitzende, Lehrer Hecht aus Neuendorf, erklärte daß Herr Wegner seine Redereien ohne jede Störung zu Ende ge- vom Gelenkrheumatismus befallen, der sie drei Wochen an das nach Eröffnung der Versammlung, daß das Lokal für den betreffenden führt hat. Zwischenrufe, die aber einen durchaus parlamentarischen Strankenhaus fesselte. Als sie daraus vor vierzehn Tagen entlassen Abend vom konservativen Wahlverein gemietet sei und er das HausCharakter hatten, find wohl laut geworden, man hat stellenweise wurde, war sie sehr nervös. Ihr Mann ließ sie daher nicht gern recht habe und dasselbe ausüben werde, falls die Versammelten sich über Wegners Gewäsch gelacht, oder gegen allzu grobe An- ohne Aufsicht und bat heute morgen, als er nach der Gasanstalt in nicht seinen Anordnungen fügten; wem dies nicht passe, möge das rempelungen der Socialdemokratie protestiert, wie das in einer Ver- der Müllerstraße ging, eine Nachbarin, sie zu Bekannten in der Lokal verlassen. Hierauf hielt er eine längere Rede über die hervorsammlung, wo sich Gegner gegenüberstehen, nicht anders sein kann. Lüneburgerstraße zu bringen. Auf dem Wege dorthin entlief die ragenden" Eigenschaften Hammers, welcher in den Vororten Berlins Aeußerungen, wie sie die Staatsbürger- Beitung" anführt, haben Stranke ihrer Begleiterin und warf sich in der Straße Alt- Moabit in ein sehr bekannter und beliebter Mann sei. Wenn Herr Hammer wir nicht gehört. der Nähe der Werftstraße vor dem Straßenbahnwagen Nr. 306 der auch nicht konservativ sei, so habe der Reichs- Wahlverein Die Staatsbürger- Beitung" glaubt und hofft, daß Herrn Linie Charlottenburg- Stettiner Bahnhof. Obwohl der Fahrer und die konservative Partei ihn doch zu seinem Kandidaten erkoren, Wegner nun definitiv die Lust vergangen sein wird, sich in social- Nr. 118 im letzten Augenblick bremste was er nur konnte, geriet sie da er eine Person sei, auf die alle bürgerlichen Stimmen sich verdemokratischen Versammlungen anpöbeln zu lassen. doch unter die Plattform und den Wagen, so daß man diesen hoch einigen könnten, denn derselbe habe sich besonders als Verfechter der Herr Wegner ist nicht angepöbelt worden. Aber es ist ihm heben mußte, um sie zu befreien. Während jedermann glaubte, daß Bestrebungen des Mittelstandes sowie im Kampfe gegen die Spar-, in dieser Versammlung so gegangen, wie schon vorher in andren: fie tot oder mindestens schwer verwundet ſein werde, kam sie mit Konsum, Rabativereine und Warenhäuser einen Namen gemacht. Er ist dem Gegner, mit dem er sich messen wollte, unterlegen, und einer ganz unbedeutenden Quetschung an der Stirn davon. Ein Bezüglich der Aussichten für die Wahl erklärte der Vorsitzende, daß sehr wir auch seinem politischen Standpunkte fernstehen, dürfte fuhr er gleich mit ihm nach der Rettungswache in der Altonaerstraße, fammlung einberufen, zu welcher durch Briefe und Plakate alle " " diese für die konservative Partei( mit ihrein nicht ton| für 15 Bf. am Schalter forderte, hatte ein solches 3. Klasse erhalten.| Diocese der Bretagne ernannt, am Hofe der Tuilerien, an dem servativen Kandidaten. Der Berichterstatter) die besten seien, Ohne darauf zu achten, benutte er die 2. Klasse. Er wurde deshalb er schon wegen seiner Eigenschaft als Beichtvater der da der Kreis bereits fünfmal durch einen konservativen und erst zwei- wegen Uebertretung des§ 3 der genannten Polizeiverordnung, worin Kaiserin eine einflußreiche Stellung einnahm. In jener Zeit mal durch einen socialdemokratischen Abgeordneten vertreten war. jenes Verbot ausgesprochen ist, angeklagt und in zweiter Instanz vom war auch in seiner äußeren Erscheinung Monsignore Bauer eine Nachdem Redner mit einem Staiſerhoch seine Ausführungen geschlossen Landgericht I auch zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Landgericht modernisierte Auflage des Abbés und Monsignores des Hofes von hatte, bat Genosse Gruhl ums Wort zur Geschäftsordnung. Darauf nahm an, daß S. zum mindesten fahrlässig gehandelt habe; er hätte Versailles im 18. Jahrhundert. Er war der Elegant im Priesterrock, tourde ihm vom Vorsitzenden erklärt, daß es keine Geschäftsordnung sich die Fahrkarte ansehen müssen und wäre verpflichtet gewesen, auf das dunkle Haar stets wohlfrisiert und parfümiert, das ganze Wesen gebe und er ihm das Wort nicht erteile. Hierauf erklärte Genosse teinen Fall ohne ein Billet 2. Klasse die 2. Klasse zu benutzen. etwas geziert und geputzt. Auch den Monsignore Bauer stürzte Hoffmann, daß ein derartiges Verhalten vom Vorsitzenden völlig Der Straffenat des Kammergerichts gab der Revision des An- der Krieg von einer Höhe, die von vielen beneidet wurde. In ungerechtfertigt sei und sich nur dadurch erklären lasse, daß derselbe geklagten statt und sprach ihn frei. Begründend führte Präsident den Anfangsstadien der Krieges nahm er auch namhaften Annicht die geringste Ahnung vom Parlamentarismus habe; da diese Lindenberg aus: Die angezogene Bestimmung des§ 3 der Polizei- teil an der Leitung der von der Pariser Presse aufgestellten Versammlung eine öffentliche und keine Vereinsversammlung sei, verordnung vom 15. Februar 1902 sei rechts ungültig. Die Ambulanzen, doch kurz nach dem Friedensschlusse erregte die Nachhabe dieser darüber zu bestimmen, ob einem Redner das Wort erteilt Polizei dürfe allerdings den Verkehr auf öffentlichen Straßen, Wegen, richt, daß Bauer den geistlichen Stand verlassen habe, um Finanzwerden soll, und nicht der Einberufer. Diesen Einwendungen gegen- Pläßen usw. regeln. Aber das Polizeiverordnungsrecht sei beschränkt mann zu werden, das größte Aufsehen. Seither geriet er immermehr über blieb der Vorsitzende die Antwort schuldig und erteilte Herrn auf Gebiete, wo der öffentlichen Ordnung im Sinne des§ 10 11 17 in Vergeffenheit. Erst im Juni 1899 erinnerte sich seiner die große Hammer das Wort, ohne unsern Genossen Gruhl sprechen zu lassen. Allgemeinen Landrechts Gefahr drohe. Es wäre nicht einzusehen, Deffentlichkeit wieder, als die Nachricht bekannt wurde, daß er sich Dies veranlaßte Genossen Hoffmann, die Socialdemokraten aufzu wieso die öffentliche Ordnung im allgemeinen bedroht werde, wenn mit einer Sängerin, mit der er schon lange Beziehungen unterhielt, fordern, mit ihm den Saal zu verlassen, und unter Hochrufen auf die Leute in der 2. Klasse mit einem Billet 3. Klasse fahren, statt in der vermählt habe. Partei und den socialdemokratischen Kandidaten Zubeil verließ der dritten. Der Grund der Verordnung dürfte denn auch sein, die Kongrößte Teil der Versammlung das Lokal, welches sofort verschlossen trolle im Bahnbetriebe zu erleichtern. Das liege indessen außer= und erst wieder geöffnet wurde, als unsrerseits ein Gendarm veran= halb des Verordnungsrechts der Polizet, deshalb müsse die Gültig Briefkaften der Redaktion. laßt wurde, die Gesetze in derselben Weise zu handhaben, wie dies keit der Bestimmung verneint werden. In den Staatsbetrieben. in G. Wenden Sie sich an den Verband der Handels-, Transbei socialdemokratischen Versammlungen der Fall ist. Ohne gegen werde derselbe Zweck in ganz richtiger Weise durch Borschriften in port- und Verkehrsarbeiter( Abteilung Straßenbahner), Berlin, Engelden konservativen Kandidaten persönlich zu werden, müssen wir doch der Betriebsordnung erreicht, die für den Fall der llebertretung Ord- Ufer 15. erklären, daß er durch sein völlig passives Verhalten bei diesen Vor- nungsstrafen festsetze. gängen einen geradezu kläglichen Eindruck auf unsre Genossen gemacht hat. Nun, wir hoffen, daß auch die Wähler von NowawesNeuendorf am 16. Juni darauf verzichten werden, einem Manne ihre Stimme zu geben, der nicht einmal den Mut hat, seinen Gegnern durch Rede und Antwort entgegenzutreten. Der Tod eines Schulknaben. In Nowawes bei Potsdam ist der zehnjährige Sohn des Lackierers Schwerte unter Umständen gestorben, die zur gerichtlichen Beschlagnahme der Leiche und Anordnung einer Sektion Veranlassung gaben. In voriger Woche hatte der Knabe während des Turnunterrichts von dem Lehrer einen Schlag auf das Knie bekommen, der eine Anschwellung zur Folge hatte. Der Knabe mußte am Freitag in das Oberlin- Krankenhaus in Nowawes gebracht werden, wo. er nach zweitägigem Krantenlager verstarb. Durch die Sektion soll nun festgestellt werden, ob zwischen der Züchtigung, die der Knabe bei der Turnübung erhalten, und seinem Tode ein Zusammenhang besteht. " Verfammlungen. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 1hr. F. N. Nein. 1878. 1-3. Solche Verhandlung findet in der Regel unter vollem Ausschluß der Deffentlichkeit statt. 2. Die geringste Strafe besteht in sechs Die Militäreffekten- Sattler besprachen am Montag in einer Monaten, wenn nicht etwa nur ein Versuch vorliegt. Die Strafe ist nach 2. S. 2000. 1. Ja. öffentlichen Versammlung die Arbeitsverhältnisse in ihrer Branche eingetretener Rechtskraft des Urteils anzutreten. im allgemeinen und die bei der Firma Loh Söhne herrschenden 2. Sie müssen Ihre Forderung durch einen Rechtsanwalt beim Landgericht E., Reinickendorf. 1. Zustimmung der Waisenverwaltung im besonderen. Eine Einladung zu dieser Versammlung hatte die einklagen. ist erforderlich. 2. Nein. 3. Ja. R. H. 26. Das ist nicht strafbar. Firma ablehnend beantwortet, indem sie sich auf die völlige Zu- 5. B. Titel wie gefragt oder dergleichen dürfen Sie nicht führen, der friedenheit ihrer" Arbeiter berief. Hackelbusch als Referent freien Ausnutzung der Bahnheilkunde steht sonst nichts im Wege. schilderte mun, wie die meisten Arbeiten, für die ein halbwegs an- 3ft die Scheibe nicht bereits von dem andren Mieter ersetzt, so sind Sie nehmbarer Tariffaz vereinbart sei, einfach an Heimarbeiter zu erzahlungspflichtig. A. M. 55, E. J. 10. Wette. Klagen Sie schleunigst beim Amtsgericht Berlin II, heblich niedrigeren Löhnen vergeben werden. So beschäftigt die Firma W. K. 7. Verjährung tritt 2oh Söhne nur 12 Werkstätten-, dagegen aber 45 Heimarbeiter. Letztere Hallesches Ufer 29, auf Zahlung des Lohnes. Sabren ein auf 1. Es ist keine polizeiliche Gehalten nur sehr wenig zuſammen, weshalb fich einer immer billiger nehmigung, sondern lediglich eine Anmeldung erforderlich. 2. Nein. anbietet als der andre. Ja, sie lassen sich noch durch Zwischenmeister J. D. 43. 1. Die Urkunde ist von einem Notar oder einem Gericht ausbeuten, die für die Arbeiten auch nicht mehr bekommen wie auszustellen. 2. Zwischen 14 und 25 Mark werden als angemessen erachtet. Adlershof. In der letzten Gemeindevertreter- Sizung gab der andre Werkstattarbeiter, dafür aber den Heimarbeitern erheblich 3. Ja. 5. H. 20. 1. Der Revisor ist im Recht. 2. Nein, Unterschlagung Gemeindevorsteher bekannt, daß für die Schulverwaltung 5000 m. weniger zahlen, um an ihnen zu verdienen. Da ist es denn kein liegt in dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt keineswegs. außerordentliche Staatsbeihilfe widerruflich gewährt wurde. Durch Wunder, daß die Leute bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von Redlich 1000. 1. u. 2. Nein. 3. Erlaubnis hat der Vater nicht zu erdie Einverleibung des forstfiskalischen Geländes in den hiesigen 27 Pf. von morgeus 5 Uhr bis nachts 1 Uhr arbeiten, um einen teilen. Der Anspruch auf Rückerstattung des Geldes erlischt in einem Jahre Gemeindebezirk vergrößert sich das Gemeindegebiet um 541 Hektar, auskömmlichen Verdienst zu erzielen. Als ein besonders eifriger nach geschloffener Heirat. 4. Ja. – D.. 1. Ja. 2. Das iſt keine Armenauch kommen dadurch das Köpenicker Steuerhaus, das Restaurant Förderer dieses Heimarbeiter- Systems wurde der Meister Barz beunterſtügung. B. F. 1. Ja. 2. Der Inhaber ist zu verklagen. 3. Ja. " Ruhwald" und die Kanalbau- Baracken bei Alt- Glienicke mit ins- zeichnet. Bei früheren Gelegenheiten redeten sich die Fabrikanten ergehen oft erst nach einem halben Jahre. Wird der Reklamation stattG. 50. Sie müssen warten. Bescheide auf Steuerreklamationen hin gesamt 30 Einwohnern zur Gemeinde. Die Ausschreibung betreffs immer damit heraus, daß fie erklärten, die Heimarbeit nicht entbehren gegeben, dann wird die zu viel erhobene Steuer zurückgezahlt. Reinigung der Straßen, welche die Gemeinde übernommen hat, zu können, weil sie bei plötzlichen großen Bestellungen nicht genügend Arthur K. Nein: nach der bestehenden Rechtsprechung kann die Impfung ergab Offerten von 5000, 4100, 2700 und 1200 M. Die Straßen- neue Räume anlegen resp. mieten könnten, als sie für die dann des Kindes erzwungen werden.- B. Sch. 60. Nach fruchtlosem Sühne deputation beantragte, dem Fuhrherrn Kuhnert in Köpenick, welcher notwendig zu beschäftigenden Arbeiter gebrauchen müßten. Ihr versuch beim Amtsgericht wenden Sie sich unter Darlegung des Sach1200 M. geboten hatte, den Zuschlag zu erteilen. Von socialdemo- ganzes Verhalten zeigt indessen, daß sie die Heimarbeit nur um der verhalts( Angabe der Beweismittel und des Scheidungsgrundes) unter Beikratischer Seite wurde darauf hingewiesen, daß bei einem solch Lohudrückerei willen hegen und pflegen. Ja, fie suchen die Werkstatt- fügung des Scheins an das Landgericht mit dem Antrage, Ihnen das niedrigen Angebot mit Sicherheit anzunehmen wäre, daß die mit arbeiter förmlich in die Heimarbeit hineinzudrängen, indem sie dieder Reinigung beauftragten Arbeiter auch einen sehr niedrigen Lohn selben teilweise in miserablen, schlecht ventilierten und ebenso erhalten würden, weshalb sie beantragten, dem Gebot mit 2700 2. schlecht beleuchteten Stellern arbeiten lassen. Nachdem auch mehrere den Zuschlag zu erteilen, eventuell einen Zusatz in den Vertrag auf- anwesende Heimarbeiter für einen festeren Zusammenschluß zunehmen, daß der Unternehmer verpflichtet wird, mindestens den mit den Werkstattarbeitern eingetreten, wurde folgende Resolution ortsüblichen Tagelohn an die Arbeiter zu zahlen. Trotzdem sich kein angenommen:„ Die Versammlung, protestiert ganz entschieden gegen Mitglied der Gemeindevertretung gegen diesen Antrag aussprach, die systematische Züchtung der Heimarbeit durch den Meister Bark. wurde derselbe bei der Abstimmung mit Stimmengleichheit ab- Sie fordert die Direktion auf, der Heimarbeit dadurch Einhalt zu gelehnt. thun, daß sie nicht eher Arbeit aus dem Hause giebt, bis die leer= stehenden Räume besetzt sind." Ferner wurde beschlossen, daß am Dienstag bei den Firmen Cobau, Hoffmann und Loh Söhne je eine aus Werkstatt und Heimarbeitern bestehende Kommission vorstellig werde, um eine Lohnerhöhung für GendarmeriePackfachen von 5 M. auf 6,50 M. zu fordern. Friedrichsfelde. Trotz lebhafter Bemühungen ist es den Genossen bisher nicht gelungen, in den Ostbahndörfern von Biesdorf bis Dahlewizz einen Saal zu Versammlungen zu erhalten. Ueberall begegnen sie dem Hinweis, daß diejenigen Wirte, die es gewagt haben, den Saal zu Versammlungen herzugeben, unter polizeilicher Chikane zu leiden hätten. Und doch wäre es möglich, diese Wirte Metallarbeiter- Verband( Verwaltungsstelle Berlin). In der am zu zwingen, wenn die Arbeiter mehr Energie Montag in der„ Neuen Welt" abgehaltenen außerordentlichen Generalzeigten. Besonders sind es die nach Hunderten zählenden versammlung wurde in der Stichwahl Ficius mit 1287 Stimmen Kolonisten in Kaulsdorf und Mahlsdorf, die, obgleich Berliner, fich als Verbandsbeamter gewählt. Wuschick erhielt 778 Stimmen. draußen keinen Deut um Arbeiterbewegung fümmern, ja sogar den Hierauf gab Cohen eine Darstellung der Ursachen und des biswenigen Genossen auf dem Lande in den Rücken fallen, indem sie herigen Verlaufs der Aussperrung in Iserlohn. in Lokalen, die der politischen Arbeiterbewegung, verschlossen sind, sprechend den Vorschlägen der Vertrauensmänner- Konferenz wurde ihre Interessenversammlungen abhalten. Diefe Wirte erklären beschlossen, für den Monat Mai zwei Extrabeiträge a 30 Pf. zu er lächelnd:„ Wir machen unser Geschäft doch!" Dasselbe erklärt auch heben. Sollte bis zum 1. Juni die Aussperrung nicht beendet sein, der Besitzer der Waldschänke, Kupsch in Karlshorst. so wird derselbe Extrabeitrag auch für den Monat Juni erhoben. Ent Eigenartige Zustände bei der Wasserbauverwaltung der Regierung Für die beiden Monate würde das eine Unterſtüßungssumme von zu Potsdam wurden vor der Potsdamer Straffammer zur Sprache ie 18 000 m. ergeben. Bemerkt sei, daß der Beschluß einstimmig gebracht, vor welcher sich der Wasserbau- Inspektor Arthur Winter und unter allseitigen Bravorufen gefaßt wurde. Ferner verpflichten wegen thätlicher Beleidigung des akademisch gebildeten Technikers sich die Anwesenden, jeden Versuch der Fabrikanten, von Berlin aus Muzbauer zu verantworten hatte. In Abwesenheit des Königlichen Streitbrecher nach Iserlohn zu senden, mit allen zulässigen Mitteln Baurats Düsing führte Winter die Oberaufsicht in dem Bureau der zu verhindern. Winter am Wasserbauverwaltung, bei welcher Muzzbauer als Hilfsarbeiter Verband deutscher Gastwirtsgehilfen( Ortsverwaltung Berlin). thätig war. Als sich letzterer nun mit einem andren Beamten In der letzten Mitgliederversammlung gelangte folgende Resolution im Dezember etwas laut dienstlich unterhielt, rief ihm zur Annahme: Die Versammlung erklärt, daß sie nach wie vor den Mund befehlend zu, solle er seinen halten. Lohntarif für die Pfingstfeiertage aufrecht erhält. Sie erwartet, daß Muzbauer berbat und fich dies, nun verlangte Winter die Kollegenschaft in allen Arbeitsnachweisen von Berlin auf das nächsten Tage, daß derselbe Abbitte leiste, verweigerte energischte für die Durchführung desselben eintritt und entsprechend auch die Herausgabe einer Zeichnung. Mußbauer reichte nun bei den von den verschiedenen Berliner Fachbereinen im Mai 1900 gedem Baurat Düjing eine Beschwerde über Winter ein, welche der faßten Beschlüssen keine Aushilfe- Arbeit für Kellner unter 5 M. für Baurat am 11. Dezember v. J. durch persönliches Verhandeln mit den ersten und zweiten Feiertag und 3 M. für den dritten Pfingstbeiden Parteien erledigen wollte. Im Bureau ließ er sich von Mut- feiertag vermittelt wird. bauer den Sachverhalt vortragen, doch kam dieser nicht weit, denn Winter unterbrach ihn und schilderte nun dem Baurat den Sachberhalt in seinem Sinne. Darüber wurde nun Muzbauer aufgebracht und rief Winter zu:„ Das lügen Sie!" Dieser wurde darüber so erregt, daß er im Umsehen Mußbauer bei der Brust Schweres Eisenbahnunglück. Dirsch an, 20. Mai. Heute mittag packte und gewaltsam zur Thüre hinauswarf. Als Muzbauer entgleiste auf der Strecke Schmentau- Sturz ein aus 30 Wagen be zudem noch von der Wasserbau- Verwaltung entlassen wurde, strengte stehender Arbeitszug. Drei Personen wurden getötet, er gegen Winter die Priahtklage an. Das Schöffengericht erachtete neun schwer und zwanzig leicht verlegt. Unter den Winter zwar der thätlichen Beleidigung für schuldig, aber für straf- Getöteten befindet sich ein Chauffee- Aufseher, unter den Schwerfrei, weil Kompensation der Beleidigung vorliege( 1) Muzbauer verletzten ein Bahnmeister, die übrigen Toten bezw. Verletzten sind follte sämtliche Stoften, auch die des Winter, tragen. Er legte hier- Arbeiter. Ursache der Entgleisung ist eine Senfung infolge Untergegen Berufung ein und erzielte vor der Straflammer den Erfolg, spülens des Geleiſes. Ein sofort nach der Unfallstelle abgesandter daß Winter drei Viertel der Kosten auferlegt wurden, während Hilfszug brachte die Schwerverletzten nach Dirschau. Der MaterialMuzbauer ein Viertel zu tragen hat. Die Beleidigung Winters schaden ist bedeutend. wurde wiederum für kompensiert erachtet. Gerichts- Zeitung. Vermischtes. Grubenunglück. Bibao, 20. Mai. In einer hiesigen Grube erplodierte gestern eine Dynamitpatrone, wodurch ein Erdrutsch hervorgerufen wurde. Zahlreiche Arbeiter wurden verschüttet; die Zahl der Toten ist noch nicht bekannt. In dem mehrtägigen Prozeß gegen die schwarze Bande" ist Eine Stadt durch Feuer zerstört. Wie dem„ Morningleader" gestern nachmittag das Urteil verkündet worden. Der Gerichtshof hat auf Grund der Beweisaufnahme für erwiesen erachtet, daß die aus St. Jean( New Foundland) gemeldet wird, ist das Städtchen Angeklagten im gemeinsamen Zusammenwirken darauf ausgegangen Little Bay durch eine Feuersbrunst vollständig zerstört worden. find, die Lieferanten, die sie durch falsche Vorspiegelungen geneigt 500 Häuser, darunter sämtliche öffentlichen Gebäude, wurden gemacht hatten, mit ihnen in Verbindung zu treten, nicht zu bezahlen. ein Raub der Flammen. Sie haben nicht wie ehrliche Staufleute gehandelt, die Unglück gehabt M. 18. 7. Die Uebungszeit ist vorbei. Armenrecht zu bewilligen. Orts- Krankenkasse der Sattler und verwandten Gewerbe. Am 19. Mai verstarb unser Mitglied, der Sattler Bernhard Knuth. ( Werkstatt von Franz Pitter.) Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21.( Himmelfahrt), nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Simeons- Kirchhofes, Rigdorf, Mariendorfer Weg, aus statt. 274/1 J. A.: H. Werner. Verlag von Max Richter, Berlin SO. 36. Soeben erschien: Preis 1 Mark. ihre Verhütung, u. Beseitigung v. Berlin, Die Harnleiden, Behandlung Dr. med. Schaper, Königgrätzerstr. 27. Homöop. Arzt, spec. für Haut- u. Harnleiden. Frauenkrankheiten. Schleunige Räumung der Lagerbestände in Herren- Stoffen für Anzüge, Paletots, KinderVerband der Sattler. anzüge un. beabsichtigen Ortsverwaltung Berlin. Am 19. Mai 1903 verstarb unser Mitglied Bernhard Knuth. ( Werkstatt von Franz Pitter.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. Mai cr.( Himmelfahrt), nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des SimeonsKirchhofes, Rigdorf, Mariendorfer Weg, aus statt. 157/8 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Central- Verband deutscher Brauerei- Arbeiter Sektion Berlin II. Todes- Anzeige. Am 17. d. M. verstarb unser Stollege, der Flaschenkeller- Arbeiter Wilh. Laabs ( Böhm. Brauhaus) im Alter von 28 Jahren an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donners tag, den 21. 5. M., nachm. 5 Uhr, vom Trauerhause Landsberger Allee 49, nach dem AuferstehungsKirchhofe( Weißensee) statt. Um rege Beteiligung ersucht 1494b Der Vorstand. 15272* Koch& Seeland Tuchfabrik- Niederlage Berlin C., Rossstr. 2. südwestlicher Vorort, WochenAbzahlung. Barzelle 60 Rth. 300 Mart, nur mündlich, verkauft Hinsche, Wikmannstr.4.[ 10132* Land 2 Mark Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt. Fl. 50 Bf. und 1 M. Ebenso Schwaben, Russen, Franzosen, Blattläufe 2c. Schachtel 30, 60 f. u. 1 M. Zahlreiche Anerkennungen. 14642* 1000 Mark Belohnung able demjenigen, der mir einen Nichterfolg nachweist. 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M. haben, sondern wie Betrüger, die leichtgläubige Leute in der Pro- eine der interessantesten Persönlichkeiten des zweiten Kaiserreichs, vinz prellten. Das Urteil lautete: gegen Auguſt BI auroc auf Maria Bernhard Bauer, ehemaliger Monsignore und Beichtvater der 3 Jahre 6 Monate Gefängnis; gegen 2emke auf 3 Jahre Kaiserin Eugenie, 74 Jahre alt gestorben. Das Neue Wiener 3 Monate; gegen Bonus auf 2 Jahre; gegen Stattrop Tageblatt" teilt aus seinem Lebenslauf folgendes mit: In Dfen- Pest auf 2 Jahre 9 Monate; gegen Schmidt auf 1 Jahr als der Sohn einer reichen jüdischen Familie geboren, hatte Bauer 6 Monate; gegen Gottlieb, Blauro& und Raabe auf ie ein eine stürmische und bewegte Jugend, die ihn nach Unterbrechung seiner Jahr 3 Monate und gegen Nietisch auf 1 Jahr 9 Monate je drei Monate, Lemke und Bonus je sechs Monate Gefängnis auf führte. Er trat dann zum Katholicismus über und per Dutzend 3 Mk. und 3 Mk. 50 Pig. Ausflügler und Radfahrer Station Gefängnis nebst entsprechendem Ehrverlust. Den Angeklagten wurden Studien im Jahre 1848 nach Paris und unter die Truppen Cavaignacs vollendete die theologischen Studien In Frankreich, Deutschland Manschetten, Prima, garant. 4fach und in Wien erwarb er sich einen Ruf als ein ungewöhnlicher Dutzend 1.80 Mk., Ungültige Polizeivorschrift des Berliner Polizeipräsidenten. Die Kanzelredner, der in geiſtvoller und moderner Form die religiösen Oberhemden, Serviteurs, Krawatten, Polizeiverordnung vom 15. Februar 1902, betreffend die Hoch- und Gefühle ſeiner Zuhörer zu wecken wußte, und dieser Ruf war so in größter Auswahl, Trikotagen, Untergrundbahn Berlin, bedroht den mit Geldstrafe, der mit einer groß, daß Bauer 1866 die Einladung erhielt, a 13 astenprediger Strümpfe, Hosenträger, Handschuhe. Fahrkarte 3. Klasse einen Wagen der 2. Klasse der Hoch- und Unter- an den Hof Napoleons III. zu kommen. Seitdem blieb Bauer, Detailverkauf zu Engrospreisen. grundbahn benutzt. Ein Herr Kaz, der ein Billet 2. Klasse zum Abbé und später zum Monsignore als Ehrenkanonikus der Ernst Marcuse, Münzstr. 23. Waldstraße. Off. Streit", Boſtamt 70. 0 dicht am Bahnhof 16102 Kurfürstenpart- Stehbierhalle bon R. Hebold. Station Rahnsdorf, ist stelle spottb. 3. verk. in der Fichtenau, teilungshalber eine Baut ce Preise. Feste Preise. Feste Preise. Billigste, beste D. Perleberg Strohhüte Chausseestrasse 57 Teleph. Amt III 8418. Eckhaus Liesenstrasse. Gegründet 1867. Eigenes Geschäftshaus in grösstem Massstabe des Nordens für 1546L* Herren und+++ + Knaben Bekleidung Bedeutendste Auswahl in fertiger Garderobe vom billigsten bis zu den besten Genres in elegantester Ausführung für jede Grösse vorrätig am Lager. Steter Eingang von Stoff- Neuheiten des In- und Auslandes für Mass- Anfertigung. Dieselbe steht unter Leitung erster Kräfte. Geschäfts- Princip: feste Preise. Eigene Anfertigung. 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Mai 1903. = Im übrigen wird das Statut im wesentlichen nach den Vor- Gemenge von Verdrehungen, Fälschungen und wissentlichen Unterschlägen der Statutenberatungs- Kommission genehmigt. stellungen Eugen Nichterscher Methode gegen die socialdemokratische Damit sind die Arbeiten der Generalversammlung erledigt. Partei. Um mit Erfolg gegen die auch vom Freisin unterstützte Elias Amsterdam und Gray- London danken im Namen der Reaktion zu operieren, müsse die organisierte Arbeiterschaft alles auswärtigen Gäste für die freundliche Aufnahme, die sie gefunden, aufbieten, daß der 16. Juni ein Tag der Besiegelung unfres ProUm 2 Uhr wird die General- Versammlung von dem Vor- und drücken nochmals ihr hohes Interesse an der Entwicklung der gramms und unsrer Ziele werde. Der sechste Streis aber müsse be= ftzenden des Aufsichtsrats, Herrn Kaltofen, erster Geschäftsführer deutschen Großeinkaufs- Gesellschaft aus. weisen, daß er ein Brennpunkt der Socialdemokratie sei, der der des Konsumvereins in Dresden, eröffnet. Der Vorsitzende heißt die Es folgen weitere Dank und Schlußreden; der Vorsitzende Realtion Respekt und Achtung einzuflößen vermöge.( Stürmischer Anwesenden herzlich willkommen, besonders auch die ausländischen schließt die Verhandlungen mit dem Wunsche, daß die geleistete Beifall.) Gegner meldeten sich trotz Aufforderung nicht zum Wort, Ehrengäste aus England, der Schweiz, Belgien, Holland, Dänemark Arbeit der weiteren Entwicklung der Großeinkaufs- Gesellschaft förder- worauf die Versammlung mit einem brausenden Hoch auf die interund Destreich, die noch niemals so zahlreich erschienen sind, wie lich sei. nationale Socialdemokratie geschlossen wurde. dieses Mal. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wird Aßmann- Braunschweig zum Schriftführer gewählt. Der Revisionsbericht des Revisors Heins Bremen hatte Mängel in der Geschäfts- und Buchführung nicht zu rügen. Wahlverfammlungen. " " Er bes Die Ver Im Swinemünder Gesellschaftshause tagte am Dienstag eine dritte Versammlung für den sechsten Wahlkreis. Der Referent Waldeck Manasse unterzog das Verhalten der gegnerischen Mr. Pingstone, der Direktor der englischen Großeinkaufs- Eine Wählerversammlung für den dritten Wahlkreis tagte am Parteien einer vernichtenden Kritik und legte die Ziele der SocialGesellschaft, überbringt die Glückwünsche seiner Gesellschaft; dieselbe am Dienstag in den„ Arminhallen". Der Kandidat des Kreises, demokratie dar. Oft von Beifall unterbrochen, forderte der Redner zählt zur Zeit etwa 1200 Vereine mit ca. 1400 000 Mitgliedern, Genosse W. Heine, referierte. Der Vortrag, in dem der Redner auch zum Schluß die Anwesenden auf, thätig zu sein für die Befreiung die mit ihren Familien ca. 5 000 000 Seelen darstellen. Jahre 1902 erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 360 Millionen sinnigen und Antisemiten, einer treffenden Kritik unterzog, wurde schaft und dafür zu wirken, daß der Wahltag ein Siegestag der Im das Vorgehen der verschiedenen Parteien, namentlich der Frei- der Menschheit aus wirtschaftlicher, politischer und geistiger KnechtMark bei einem Kapital von 70 Millionen Mark. Auch der deutschen mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der Diskussion polemisierte Socialdemokratie werde. In der Diskussion, an der sich mehrere Gesellschaft möchte er raten, auf eine Erhöhung ihres Stamm- ein Herr Stresemann gegen Heine, indem er den Militarismus Redner beteiligten, wurde auch das Flugblatt der Freifinnigen einer tapitals bedacht zu sein. Eine starke Vermehrung unsrer und ihrer und die dadurch verursachte Belastung des arbeitenden Volkes als kritischen Betrachtung unterzogen. Nach einem kräftigen SchlußBetriebe bedeutet nach der Losung Cobdens und Brights aus unsrer notivendig zu rechtfertigen versuchte. alten Politikerschule Manchester Gewähr des Friedens: Handel ist genosse den Verlauf einer freisinnigen Versammlung im dritten sammlung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die SocialSodann schilderte ein Partei- tort des Referenten schloß der Vorsitzende die stark besuchte Verder Friedensstifter der Welt. Mr. Borth, Mitglied des englischen Genossenschaftsbundeswahlkreise, in der die Socialdemokratie und deren Kandidat in der demokratie. und Vertreter der schottischen Großeinkaufs- Gesellschaft, begrüßt die daß seitens der Partei in diese Versammlungen ein redegewandter in welcher Genoffe Albrecht Fülle- Berlin referierte. Er übte an ordinärsten Weise beschimpft worden sind. Dieser Genosse empfiehlt, Schöneiche. Hier tagte am Sonntag eine Volksversammlung, Entwicklung der deutschen Großzeinkaufs- Gesellschaft mit großer Freude. Parteigenosse delegiert wird, der im stande ist, diesem schamlosen den vom alten Reichstag dem arbeitenden Wolfe gegebenen Gesezen Offener Wunsch und Zweck der Genossenschaftsbewegung ist, durch Treiben entgegenzutreten und die groben Lügen, wie sie da skrupel- eine scharfe Stritit, zeigte, daß alle jene sogenannten socialen Geseze eine friedliche Revolution dem Volke seine verlorenen Rechte wieder- los gegen die Socialdemokratie angewandt werden, zu widerlegen. zugewinnen, die Kluft zwischen den ganz Armen und ganz Reichen dem arbeitenden Volke nicht das gebracht haben, was es erhoffte, und zu beseitigen, die widerstreitenden Interessen der verschiedenen Volts: Gegen diesen Vorschlag wandte sich unter lebhafter Zustimmung der fam zu dem Schluß, daß nur eine starke und mächtige Organisation zu beseitigen, die widerstreitenden Interessen der verschiedenen Volks- Versammlung der Vorsitzende Hoch mit dem Hinweis, daß unsren der ganzen arbeitenden Bevölkerung im stande sei, der herrschenden flaffen zu versöhnen und unter der Herrschaft der Gleichheit und des Genossen schon dadurch, daß nur Partei- Anhänger eingeladen lasse Respekt beizubringen und sie zu zwingen, der arbeitenden Be Friedens zu einigen.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sanfen, Vertreter der dänischen Großeinkaufs- Gesellschaft, und daß es demzufolge das beste ist, derartige gegnerische Bersamm Beifall.) In der Diskussion meldeten fich Gegner trok wiederwerden, gar keine Möglichkeit zur fachlichen Diskussion gegeben ist, völkerung eine menschenwürdige Gristenz zu gewähren.( Großer weist auf die großen Erfolge derselben hin; 1902 hatte sie beinahe lungen gänzlich zu meiden. 17 Millionen Kronen Umsatz und 650 000 Stronen Reingewinn, eine Inter- gehaltene In seinem Schlußwort betonte eine holter Aufforderung nicht zum Wort. Eine im Sinne des Referats Vervierfachung des Umfazes, eine Versechsfachung des Gewinnes in unter anderm, daß es dringend notwendig ist, alle Sträfte im Inter- gehaltene Resolution wurde einstimmig angenommen. sechs Jahren. Der hohe Gewinn stammt weder aus niedriger Ent- schwierigerer geworden sei dadurch, daß die Kluft zwischen Anti- statt, in der Genosse Stadthagen über die Reichstagswahlen sprach. Ent- esse der Socialdemokratie aufzubieten, indem der Wahlkampf ein Tegel. Am Freitag fand hier eine öffentliche Wählerversammlung lohnung der Angestellten und Arbeiter, noch aus hohen Waren- semiten und Freisinn keine so große mehr und die Koalition der Der Redner geißelte insbesondere die gerade in letzter Zeit besonders Dr. Munding überbringt die Grüße des Verbandes der Führer der Antisemiten entwidelt hat, perfett geworden ist. Mit leuchtete die Schädlichkeit des Bolltarifs und kritisierte das reaktionäre beiden Richtungen, nachdem sich Eugen Richter immer mehr zum fraß hervorgetretenen Mißstände unsres Militärsystems. schweizerischen Konsumbereine. Erener Wien begrüßt die Versammlung als Vertreter des begeistertem Hoch auf die Socialdemokratie und den Kandidaten Junkerregiment. Fort mit solchen unwürdigen Zuständen, auf zum Verbandes der Arbeiter- Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften Heine schloß die gut besuchte Versammlung. Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit, ohne Kampf kein Sieg, mit Destreichs und spricht für die zugesagte Unterstützung der GeEine Wählerversammlung für den vierten Wahlkreis fand am diesen Worten schloß Genosse Stadthagen unter stürmischem Beifall nossenschaftsbewegung in Destreich den Dank des Verbandes aus. Dienstag im Lokale Sanssouci" statt. Saal und Galerien waren der Versammelten. In der Diskussion nahm ein Christlichsocialer, Zum Geschäftsbericht erhält nunmehr das Wort der Geschäfts- voll besetzt. Der in Aussicht genommene Referent Pfannkuch war Herr Kluge, das Wort, um nicht etwa den Genoffen Stadthagen führer Herr Scherling: Der Umfaz im Jahre 1902 ist auf über verhindert, da er dieser Tage mehrere Versammlungen in seinem zu widerlegen, sondern auf ihn loszuschimpfen. 211/2 Millionen Mart gestiegen, gegen das Vorjahr um 61%, Millionen Wahlkreise Magdeburg abzuhalten hatte. An seiner Stelle hatte fammlung bewahrte noch immer die Ruhe, bis aber Worte Mart. Der Meingewinn beträgt 92 233 M. Das erscheint den Konsum- Litfin das Referat übernommen. Treffend schilderte der Redner ivie Gemeinheit"," Blödsinn"," was Herr Stadthagen sagt, glaubt bereinen, die nach dem Umsatz zu rechnen pflegen, gering; sezt man das Elend unsrer politischen und socialen Verhältnisse, tennzeichnete er selber nicht", die Erregung aufs höchste steigen ließ. Schon wollte ihn aber in Beziehung zum Betriebskapital, das nur 300 000 m. das Verhalten der bürgerlichen Parteien und schloß mit der Mahnung, der überwachende Beamte die Versammlung auflösen, als der Vorbetrug, so ist er sehr erheblich. Mit großer Begeisterung ist in Braun- eifrigst dafür zu wirken, daß der Kandidat der Socialdemokratie sigende ihm mit der Vertagung zuvorkam. Nach Wiedereröffnung schweig zwar die Erhöhung des Stammtapitals um 200 000 m. be- Paul Singer nicht nur wiedergewählt, sondern auch mit erdrückender der Versammlung ging Genosse Schulz scharf mit dem Herrn Kluge schlossen worden, aber mit der Einzahlung blieben die Vereine im Majorität wiedergewählt werde. Der Vortrag fand lebhaften ins Gericht, und in feinem Schlußwort beleuchtete Genosse StadtRückstand, so daß die Kapitalserhöhung nicht in das Firmenregister Beifall. Gegner meldeten sich trotz Aufforderung des Vorsitzenden hagen die edle Kampfesweise unsrer Gegner, die zu geistesarm unsre eingetragen werden konnte. Allerdings kann ich mit Freude feststellen, nicht zum Wort. Ideen zu widerlegen, sich in persönlichen Schimpfereien austoben und daß unsre energische Mahnung bereitwilliges Entgegenkommen gefunden, Sechster Wahlkreis. Die Wählerversammlung, die unfre Ge- so unfre Versammlungen vorzeitig auflösen lassen wollen. so daß in den letzten Tagen die 200 000 m. bedeutend überzeichnet nossen zum 19. Mai nach der Kronenbrauerei einberufen hatten, erIn Treptow tagte am 18. d. Mts. im Restaurant Ludwig eine find. Das Kapital reicht nunmehr aus für das Warengeschäft in freute sich eines noch zahlreicheren Besuches, als die vom letzten öffentliche Wählerversammlung, in der Genoffe 3 u beil eine fernige feinem jezigen Umfange, aber nicht für die zukünftige Entwicklung Freitag. Nur durch die Entfernung der Tische aus dem großen Saale Rede hielt. Zur Diskussion meldeten sich zwei Anhänger Eugen und zur Erfüllung des Verlangens nach Eigenproduktion. Ohne ge- war es möglich, den Erschienenen einigermaßen Platz zu schaffen. Richters, welche von mehreren Genossen und unserm Kandidaten nügendes Kapital find das Utopien, gegen welche die Geschäftsleitung Reichstags- Abgeordneter Ledebour, mit lebhaftem Beifall be- Bubeil heimgeleuchtet wurden. Die gut besuchte Versammlung ein Beto einlegen wird.( Bravo!) grüßt, verwies eingangs seines Referats darauf, daß Herr Rechts- endete mit der Annahme einer Resolution zu Gunsten der Socialanwalt Ulrich als gemeinsamer Kandidat der Konservativen und demokratie. Antisemiten die Hauptaufgabe der Konservativen, agrarische Inter- Friedenau. Am Montag fand eine öffentliche Versammlung Nach kurzer Diskussion, an der sich Liepmann- Mainz und essenpolitik zu treiben, wohlweislich verschweige, weil in einer im Gesellschaftshause" statt. In derselben sprach Genosse GrunPohl- Mühlheim beteiligen, werden die Jahresrechnungen ge- Millionenstadt damit sehr schlechte Geschäfte zu machen wären. Dafür wald über die Bedeutung der Reichstagswahlen, über die Thätigkeit nehmigt, die Geschäftsführer entlastet und die Verteilung des Rein- feien er und seine Freunde in Berlin mit beiden Beinen in die Mittel- unsrer Partei während der letzten Reichstagsfession und forderte gewinnes nach den Vorschlägen der Geschäftsführer beschlossen. standsretterei eingetreten, sogar mit Unterstüßung einer besonderen zum Schluß seiner zweistündigen Rede auf, am 16. Juni nur einem Inzwischen ist die Präsenzliste festgestellt. Von 182 ftimm- Mittelstands- Schußtruppe, die für Herrn Ulrich im sechsten Wahl- wahren Boltsvertreter die Stimme zu geben, damit die socialdemoberechtigten Vereinen sind 134 stimmführende Delegierte anwesend. freise die Kastanien aus dem Feuer holen solle. Auch die Freifinnigen fratische Partei, die Partei der Menschheit, zum Siege gelangt. Zum Revisor wird Heins- Bremen einstimmig wiedergewählt. bemühten sich um die Gunst des Mittelstandes, wenn auch nicht mit Reicher Beifall lohnte den Redner. In der Diskussion richtete Der Bericht der Schriftleitung wird entgegengenommen und die den Mitteln der Konservativ- Antisemiten, die u. a. ein künstliches Sunkel einen Appell an die Frauen, rege mitzuarbeiten an den ArUebergabe des Wochenberichts" an den Centralverband einstimmig Innungswesen beleben und die Warenhäuser durch die Gesetzgebung beiten der Partei, speciell zur bevorstehenden Reichstagswahl. beschlossen. Der Antrag des Aufsichtsrates und der Geschäftsführer, vernichten möchten. Der freisinnige Kandidat Herr Liebenoto ver Gegner meldeten sich froh Aufforderung nicht zum Wort. Selbst dem Kassierer Felig Storr Profura zu erteilen, wird einstimmig fuche, den Mittelstand graulich zu machen, indem er in seinem Flug der eifrige Nationale Reichswahlverbändler" Dr. Kleinecke hatte genehmigt. blatt sage, die Socialdemokratie wirke hin auf eine völlige Ver- es diesmal vorgezogen, einer persönlich an ihn gerichteten Einnichtung des Privateigentums und Zerstörung der freien Wirtschafts- ladung nicht Folge zu leisten. Einstimmig wurde eine Resolution thätigkeit des einzelnen Volksgenossen. Mit dem letteren meine er angenommen, worin die Versammlung verspricht, mit allen Kräften den Mittelstand. Es sei genau dasselbe, als wenn Ullrich direkt die dafür einzutreten, daß der Reistags- Kandidat der socialdemokratiAbsicht der Vernichtung des Mittelstandes den Socialdemokraten vor- fchen Partei, Genosse Zubeil, im ersten Wahlgange als Sieger herwerfe. Das sei aber einfach nicht wahr. Die Socialdemokratie vorgeht. wolle nicht den Mittelstand ruinieren und könne es auch gar nicht, Schöneberg. In einer sehr gut besuchten Wählerversammlung hätte gar keine Machtmittel dazu, selbst wenn sie es wollte. Wie sprach am Dienstag Dr. Bernstein. In fesselnder Weise gab der lägen denn die Dinge in Wirklichkeit? Mit Bezug auf den Mittel- Redner ein Bild von der Stellung Deutschlands und seiner Handelsstand trete die Socialdemokratie im Reichstage nur in Thätigkeit da politik zu der Weltpolitik und der daraus sich ergebenden wirtschaftdurch, daß sie alle Maßregeln ablehne, die geeignet seien, die wirt- lichen Verhältnisse der heimischen arbeitenden Bevölkerung. Wer schaftliche Entwicklung zu hemmen und zu stören. Sie lehne es ledig- es ehrlich meint mit dem Fortschritt auf allen Gebieten des geselllich principiell ab, leistungsfähige wirtschaftliche Betriebe deshalb in schaftlichen deffeln zu schlagen und zu ruinieren, um nicht lebensfähige am Leben hatcher eben, müſſe am 16. Juni ſeine Stimme abgeben für in unserm Kreise für den Genossen Fritz Die Socialdemokratie habe kein Interesse daran, Zubeil. Troß mehrmaliger Aufforderung fanden auch hier an leistungsfähige Betriebe zu Gunsten minder leistungsfähiger zu wesende Gegner nicht den Wut, den Ausführungen entgegenzutreten. ruinieren. Und weil die Socialdemokratie alles ablehne, was darauf Frau Meiling und Frau Selle forderten die zahlreich anhinauslaufe, in den Konkurrenztampf zwischen großen und kleinen wesenden Frauen auf, dem während der Wahlzeit für unsren Kreis Unternehmern einzugreifen, so sagten die Gegner, die Partei wolle gegründeten Wahlverein beizutreten und bei der Agitation und beden Mittelstand vernichten. Das sei entweder blühender Unsinn sonders am Wahltage auf dem Posten zu sein. oder eine perfide Entstellung. Redner habe in einer früheren VerMittenwalde. Am vergangenen Sonntag hielten unsre BarteiNunmehr wird in die Statutenberatung eingetreten. Geteilte sammlung auf die Interpellation des Mittelstandsretters Dietsch sich Meinungen bestehen über die beiden§§ 11 und 16, die miteinander in gleicher Weise wie jezt, wenn auch fürger, zur Mittelstandsfrage genoffen eine großartig verlaufene Versammlung auf dem Mühlenin Busammenhang stehen und deshalb vereint behandelt werden. geäußert und festgestellt, daß die kapitalistische Entwicklung, auf die berge ab. Hatte auch das schlechte Wetter manchen, namentlich von § 11 behandelt die Stammeinlagen der Gesellschafter; dieselben be- die Socialdemokratie absolut keinen Einfluß habe, die wie ein den umliegenden Dörfern, abgehalten, der Versammlung beizutragen je 500 M. für je 500 Mitglieder bis zu 3000 Mitgliedern. Naturprozeß wirke, einzig und allein verschulde, wenn der wohnen, so waren es doch über 400 Personen, die unter freiem Der Entwurf will diefe Grenze bis auf 10 000 Mitglieder hinauf- fleine Handwerker, der Kleine Händler schwer zu kämpfen habe. In Himmel hoch auf dem Berge den Worten unfres Kandidaten Zubei I setzen, ein Antrag Braunschweig will sie überhaupt be- diretter Entstellung feiner( Redners) Worte werde lauschten. Als zum Schluß seiner Rede Genosse Zubeil den bürgerfeitigen, ein Antrag Limbach will die Stammeinlage ver- iebt in einer durch die gesamte bürgerliche Presse Deutschlands lichen Mischmasch- Kandidaten Hammer vornahm und dessen angeb= doppeln, sie soll je 500 2. für je 250 Mitglieder betragen. gehenden Notiz, die vielleicht von Dietsch herrühre, behauptet, Lede- liche Vorzüge in das rechte Licht rückte, da wußte wohl jeder, wem Zur Diskussion Der Berichterstatter der Statutenberatungs- Kommission v. Elm bour und seine Partei wolle planmäßig den Mittelstand ruinieren. er am 16. Juni ſeine Stimme zu geben hat. empfiehlt namens der Kommission den Antrag Braunschweig zur Diese Lüge müsse entschieden zurückgewiesen werden. Auch die meldete sich trok mehrfacher Aufforderung und trotzdem Gegner anwaren, niemand. Hatten Gemeindebehörde, Polizei und Annahme, der Antrag Limbach gehe vorläufig zu weit, wenn er auch Konsumvereine, die die Gegner, besonders auch der Freifinn, fort- Gendarmerie ihr möglichstes gethan, um die Versammlung zu hinterwährend als socialdemokratisch denunzieren, seien keine socialdemo= für später durchaus ins Auge zu fassen sei. § 16 will das Stimmrecht anders regeln; gegenwärtig befigt fratischen Gründungen; sie würden nur gebilligt als Mittel, dem treiben, hatten sie uns alle Säle abgetrieben und auch gegen die Verfammlung unter freiem Himmel alle möglichen Chikanen hervorjeder Verein eine Stimme. Der Entwurf schlägt ein Stimmrecht weniger faufträftigen Publikum den Konsum zu erleichtern. nach dem Umsatz bei der Gesellschaft in der Weise vor: Jeder Redner geht noch näher ein auf die besprochenen Fragen, entwickelte gesucht, die Versammlung nahm trok alledem einen glänzenden Verlauf. Gesellschafter hat eine Stimme; die Zahl der Stimmen erhöht das Programm der Socialdemokratie, trat dem Militarismus und sich um eine, wenn die Warenentnahme den Betrag von 100 000. feinen Auswüchsen kritisch näher, widerlegte die freisinnigen Lügen übersteigt bis zu dem Betrage von 200 000 W.; für je weitere von der Stärkung der Reaktion durch die Socialdemokratie und schloß 400 000 Mark Warenentnahme erhält jeder Gesellschafter eine weitere unter stürmischem Beifall mit einem flammenden Aufruf, der Socialdemokratie im sechsten Wahlkreise mit einer glänzenden, demonstrativ Stimme. Der Berichterstatter v. Im führt aus, daß bei einem Stimm- wirkenden Stimmenzahl zum Siege zu verhelfen. Nach kurzer recht nach dem einfachen Mehrheitsprincip nach der Mitgliederzahl Debatte, an der sich nur Genossen beteiligten, trennte man sich mit in den Vereinen 41 größere Vereine mit 376 Stimmen 206 fleinere donnernden Hochs auf die Partei und den Kandidaten Ledebour. Jm Kolberger Salon, wo Victor Fränt! am Dienstag Swinemde. 761 mit 310 Stimmen majorisieren könnten; auch bei einem Stimmrecht nach dem Umsatz würden sie mit 118 Stimmen gegen 54 die fleineren referierte, war die Versammlung gut besucht. Redner ließ in seiner Hamburg 763 S 3bedeckt Berlin 763 23 3wollig majorisieren können. Daher ist die Kommission zu dem vorgeschlagenen eineinhalbstündigen Rede sämtliche bürgerliche Parteien Revue 1 wolfen! Modus gekommen. paffieren. Des längeren verteilte er bei der Centrumspartei, die rantj.a.m. 764 D München 764D 2wolten! es durch ihre Heuchelei verstanden hat, die Religion zu einer Dienerin Wien 765 Still wollig 7 der Politik zu degradieren und dem verblendeten Volte Steine anWetter- Prognose für Donnerstag, den 21. Mai 1903. statt Brot darbietet. Um mit den Freisinnigen eine gründliche AbZunächst vielfach heiter, am Tage wärmer bei mäßigen südlichen Winden; rechnung vorzunehmen, gab das Flugblatt für den Kandidaten der später wieder zunehmende Bewölkung, ohne erhebliche Niederschläge. selben passende Gelegenheit. Schon allein dieses erweise sich als ein Berliner Wetterbureau Die Beraang der Abänderung des Gesellschaftsvertrages und des Statuts wird auf morgen vertagt und noch die Ergänzungswahl für die ausscheidenden Aufsichtsrats- Mitglieder vorgenommen; das Resultat derselben wird in der morgigen Sizung mitgeteilt werden. Mit der Generalversammlung ist zum drittenmal eine Waren ausstellung verbunden, die in den Räumen des Voltshauses in geschmadvoller Weise untergebracht ist. Neben der GroßeinkaufsGesellschaft haben 129 Fabriken Waren verschiedener Art- die Ausstellung hat 12 Gruppen hergesandt. Dresden, 20. Mai 1903. 8 weiter Verhandlungstag. Sigung um 9 Uhr. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats saltof en eröffnet die Zunächst wird das Resultat der gestrigen Abstimmung für die Wahlen zum Aufsichtsrat bekannt gegeben. Abgegeben sind 131 Stimmzettel; gewählt find Aßmann- Braunschweig mit 121, Bo ste it- Hamburg mit 109, Serbert- Stettin mit 94, Nie mann Chemniz mit 92, Fischer- München- Sendlingen mit 79, Markus Barmen mit 74 Stimmen. = Landgraf Limbach zieht den Antrag auf Verdoppelung des Kapitals zurüd. § 16 wird in der alten Fassung, jeder Verein hat eine Stimme, angenommen; die Erhöhung des Kapitals nach§ 11 wird in der von Braunschweig beantragten Fassung einstimmig angenommen. zu erhalten. 1 " Witterungsübersicht vom 20. Mai 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm richtung Wind Windstärke Wetter 23 3wolfig Temp. n. T. 5°.= 4° R. Stationen Barometerftand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. 2 bedeckt 5 8 Haparanda 756 D 7 Petersburg 757 DGD 1 bedeckt 760 S 3wolfig 12 764 DND 9 Cort 6 Aberdeen 7 Paris 1 wolfen! 10 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 21. Mai. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Romeo und Julia. Freitag: Die Meistersinger von Nürnberg. Schauspielhaus. Der Geigenmacher von Cremona. Freitag: Die Räuber. Deutsches. Monna Vanna. Freitag: Einsame Menschen. Berliner. Alt- Heidelberg. Freitag: 100 000 Thaler. Leffing. Der blinde Passagier. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Residenz. Lustige Ehemänner. Vorher: Nach dem Balle. Freitag: Dieselbe Borstellung. Neues. Der g'rade Michl. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Westen. Dubarry. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Central. Madame Sherry. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Der Posaunen- Engel. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 8 Uhr: Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Heute, Donnerstag, Anf. 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Schauspiel in 4 Aufz. von H. Ibsen. Freitagabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Sonnabendabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Lustspiel in 3 Akten von D. Blumenthal und G. Kadelburg. Freitagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Sonnabendabend 8 Uhr: Der Probekandidat. Prater- Cheater Vereins- Kasino Kastanien- Allee 7-9. 12595 Josefine Delcliseur Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. erregt allabendl. Lachsalven als Berliner Bäckerjunge. Konzert und Ball. Anfang 42 Uhr. Eintritt 30 Bj., numer. Blak 50 Bi. Nächste Vorstellung Sonntag, den 23. Mai. Russische Vollständige Eröffnung Sonntag, den 31. Mai( 1. Feiertag). Montag, den 1. Juni( 2. Feiertag): Frühkonzert und Vorstellung. 14976 Zaretzki- Trio, Tanzer. 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