Nr. 120. Abonnements- Bedingungen: $ Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsfg. 6 nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8208. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Insecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Wahlsituation in Ostpreußen. weht seit 1890 das rote Banner. Dienstag, den 26. Mai 1903. land Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. d. h. nach wohlvorbereiteten Plänen jeden Ort und jedes Haus mit Wählermassen, die hinter den Abgeordneten einer Partei stehen, nur Flugblättern und Stimmzetteln zu versorgen. Was da zu leisten dann einigen Aufschluß geben, wenn die Wahlkreise ungefähr ist, kann nur der ganz ermessen, der oftpreußische Landagitation aus gleich stark bevölkert wären. Das ist nun aber leider in DeutschKönigsberg, 22. Mai.( Eig. Ber.) der Pragis kennt. Aber auch die weiteren Kreise sollen nicht un- völkerungszahl unsrer Reichstags- Wahlkreise sind ja bekannt; hat doch Die gewaltigen Unterschiede in der Begar nicht der Fall. Ostpreußen umfaßt außer Stadt Königsberg noch 16 vorwiegend berührt bleiben, auch sie werden planmäßig bearbeitet. ländliche Wahlkreise. Da die Industrie hier fast gar nicht vertreten ist, gehörten diese Kreise bisher zu den sichersten Domänen der machen, daß die Abneigung gegen die Konservativen in den letzten Schaumburg- Lippe. Bei unsrer Agitation konnten wir bisher noch die Erfahrung der größte, Berlin 6, etwa 14 mal so viel Einwohner wie der kleinste, Konservativen. Sie brachten es bei der letzten Wahl im Jahre 1898 fünf Jahren auf dem Lande wesentlich zugenommen hat. berfallen, Da ist der Kartograph H. Wiechel*) auf den originalen Gedanken ein Kartenbild zu zeichnen, das, ausgehend von noch auf insgesamt 120 000 Stimmen, 13 Kreise werden von ihnen im Insbesondere auch die Zolltarifdebatten haben dort, wo den natürlichen Grenzen der Wahlkreise und Landesbezirke, Reichstage vertreten. 2 Kreise, Braunsberg- Heilsberg und Allenstein- Zeitungen, ganz gleich welcher Richtung, hingelangt sind, nicht diese Grenzen der Volksmenge entsprechend verschiebt, die Nößel, wo vorwiegend katholische Bauern wohnen, gehören zum festen gerade freundliche Gesinnungen für die Konservativen erzeugt, ja es hat Einwohnerzahl also eine Fläche zu veranschaulichen. Besinstand des Centrums. Und den Kreis Tilsit- Niederung hat die Frei- fich, auch in Kreisen, die die Konservativen bisher auch zu ihrer Ge- Die Beranschaulichung der verschiedenen Einwohnerzahlen der Wahlfinnige Volkspartei bei der letzten Wahl in der Stichwahl gegen den folgschaft rechnen durften, geradezu ein Haß gegen das hat man auch bisher schon gemacht. Die bisherigen Darfreise durch verschieden große Flächen ist allerdings nicht das Neue; Konservativen behauptet. Ueber der Provinzialhauptstadt Königsberg die agrarischen Großgrundbesizer herausstellungen dieser Art waren jedoch rein schematisch, ohne Zusammens gebildet. Daß die Landarbeiter nicht gerade von den hang mit der örtlichen Verteilung der Bewohner, ohne ZusammenBei den Wahlen in Ostpreußen spielt der behördliche Apparat freundlichsten Gefühlen für die Konservativen beseelt sind, darf hang mit dem gewohnten Kartenbilde. Das Neue an dem Wiechelnoch immer eine ausschlaggebende Rolle. In den meisten Kreisen wohl nicht besonders hervorgehoben werden. Soweit sie nicht durch schen Verfahren ist, daß er seine Flächendarstellung in dem Rahmen hat der Kandidat des Landrats schon vor der Wahl das Mandat jahrelange Ausbeutung und Knechtung jedes selbständigen Denkens des Bildes zu geben versucht, unter dem wir die Karte von DeutschSelbstverständlich bleibt in der Tasche. Nun hat sich ja das bei der letzten Wahl in entwöhnt sind oder durch brutalen Druck noch niedergehalten werden, land kennen. das Bild nicht das einigen Kreisen bereits recht wesentlich geändert. Der behörd- strömen sie in Schaaren unsrer Partei zu. Und das bietet uns die besten Gleiche. Der fleine rote Kreis, den Berlin auf den Karten üblichen darstellt, liche Apparat funktionierte zwar nach wie vor, aber nicht mehr Aussichten, denn in Ostpreußen ist, von einzelnen Streifen, wo noch der den beiden benachbarten socialdemokratischen Streifen drängt er die und dehnt sich gewaltig mit mit dem sicheren Erfolge, wie es die Konservativen gewöhnt Seleingrundbesitz überwiegend vertreten ist, abgesehen, das Land- übrigen Teile der Provinz Brandenburg zu schmalen Streifen zuwaren. Weite Wählerkreise hatten über ihre Aufgabe bei der Wahl proletariat vorherrschend. Aber auch die kleinen Befizer und ins- sammen, zugleich schieben sich diese Gebiete weit nach der Ostsee nachgedacht und hatten einen andren als den behördlich empfohlenen besondere auch die Fischer bringen uns mehr und mehr ihre Sympathie vor, Pommern und Mecklenburg beiseite schiebend. Das ist der Weg eingeschlagen. Der Kandidat des Landrats galt nicht mehr entgegen. Zweck der Darstellung. Sie soll die Bedeutung der Volkszahl, nach überall als der richtige Mann. Dieser Umstand hat dazu beiGanz besonders werden ja zwei rein ländliche Kreise, Parteien betrachtet, im Zusammenhang mit ihrer örtlichen Ver getragen, daß diesmal die Wahlbewegung in der Provinz, insbesondere abiau- Wehlau und Königsberg- Land- Fischhausen teilung veranschaulichen und giebt dabei zugleich ein anschauliches in den Kreisen, wo die Konservativen ihren Besitzstand gefährdet von den Gegnern als durch die Socialdemokratie gefährdet erachtet. gleichheit der Vertretung der Parteien, das noch verstärkt wird durch Bild von der Ungleichheit der Wahlkreise und damit von der Unsehen, bereits stark eingesetzt hat. Natürlich thun unsre Genossen auch alles, um diese Befürchtungen das auf demselben Blatte nebengestellte Kartenbild, gezeichnet nach Die Freifinnigen, die nach ihrer Haltung im Zolltariffampfe zu rechtfertigen. Besonders erfreulich ist es, zu sehen, mit welchem dem alten Verfahren mit strenger Festhaltung der wirklichen Grenzen. glauben, besonderen Anspruch auf Stimmen aus den rückständigen Eifer unsre Genossen auf dem Lande unter den größten Der Karte ist ein Begleitwort von Dr. H. Hand beigegeben Streifen Ostpreußens zu haben und die besonders auch auf eine Opfern, unter Chikanen und Drangfalierungen die Agitation fördern. nebst statistischen Daten und dieses Begleitwort plädiert für Be besonders rüdsichtsvolle Behandlung feiten Natürlich wehren sich auch hier die Gegner am verzweifeltsten. In feitigung der Ungleichheit mit den Worten Dr. Sydows im der Konservativen rechnen, sind bereits recht rührig bei Königsberg- Land, wo auf Wunsch des Kaisers der Fürst Thürmer": der Arbeit. Sie reisen im Lande umher und verbreiten die Mär, Dohna- Schlobitten kandidiert, wird seit Wochen von ihnen mit bei der Abgabe der Stimme verlangt, gilt auch für die Forderung Dieselbe Begründung, die die Sicherung des Wahlgeheimnisses die Socialdemokraten haben die Annahme der Zollvorlage ber- Hochdruck gearbeitet. In den Herrenstuben der Dorfkrüge erscheint der Neueinteilung der Wahlkreise. Erkennt die Regierung, wie dies schuldet. Ihr Haupteinwand gegen die Socialdemokratie ist aber der edle Fürst in eigner Person und sagt den Versammelten durch die Sicherung des Wahlgeheimnisses geschieht, die Thatsache die angeblich so gehässige Kampfesweise der Partei, die ihre sein nicht gerade inhaltreiches politisches Glaubensbekenntnis her. an, daß der Reichstag die Vertretung des Gesamtwillens fein solle energischte Bekämpfung jedem staatserhaltenden Manne zur Pflicht Anfangs legte man ja noch Gewicht darauf, auch die Arbeiter zu und daß in Berücksichtigung dessen jedem einzelnen die Sicherheit mache. Welch ein Zeichen der Schwäche! diesen Versammlungen einzuladen. Da diese wenig Lust zeigten, gewährleistet werden müsse, seinem Willen unbeeinflußt Ausdruck " Die konserbatiben haben denn auch mit ihrer Anerkennung den Fürst zu hören, versprach man ihnen Freibier, Schnaps geben zu können, so ist die logische Konsequenz, daß fie dem ebenso wie bei den Zollverhandlungen, auch bereits hier im Wahl- und Cigarren. Doch man erlebte auch dann keine Freude an Willensausdruck eines jeden auch das gleiche Gewicht geben muß, tampfe nicht gegeizt. Der konservative Bolksfreund" schrieb ihnen. Um diese Versammlungen von Elementen zu säubern, die da sie sich sonst mit der vorher anerkannten Thatsache in Widerkürzlich über die freisinnige Boltspartei:" Die guten Ab- der Durchlaucht vielleicht widersprechen könnten, wurden zu Beginn spruch setzt. fichten der Partei und die große Begabung mancher ihrer der Versammlung diejenigen, die nicht absolut staatserhaltend Also zur Wahlsicherung die Wahlgleichheit!" V Zur Richtigstellung werden wir um Aufnahme folgender Zeilen ersucht: Berlin, 25. Mai 03. Führer es sei hier nur der Name Eugen Richters genannt- ist und königstreu Königstreu seien, ersucht, die Versammlung zu ber= bedingungslos anzuerkennen. lassen. Doch o Graus, da marschierten ihnen auf einDas Centrum darf besondere Anstrengungen nicht machen, um mal, Freibier, Schnaps und Cigarren im Stiche lassend, die einen festen Besitzstand in den beiden obengenannten Kreisen zu be- Landarbeiter heraus, gradenwegs nach der großen Vorderstube des Jn Nr. 120 der Freisinnigen Zeitung" werde ich als„ Märchenhaupten. Dort dürfte es wohl auf Jahre hinaus noch festsitzen. In zwei Streifen im Süden der Provinz werden die Konservativen Struges, wo sie dann meist den zufällig" dort anwesenden erzähler" bezeichnet, weil ich nach einem Bericht des„ Vorwärts" in In zwei Kreisen im Süden der Provinz werden die Konservativen socialdemokratischen Kandidaten trafen. Während die Herren einer Versammlung im fünften Wahlkreise gesagt hätte, die Freivon der Masurischen Volkspartei beunruhigt. Insbe- fich dann hinten darüber unterhielten, wie man die sinnigen hätten sich bei Beratung des von den Socialdemokraten fondere im Wahlkreis Sensburg Drtelsburg hatte es diese Socialdemokratie vernichten könnte, besprachen vorn die Land- ausgearbeiteten Gefeßentwurfes betreffend die Verantwortlichkeit des Partei bei der vorigen Wahl bereits auf etwa 6000 Stimmen gegen arbeiter mit ihrem Standidaten, wie man am 16. Juni die Konser- Reichstanzlers in eisiges Schweigen gehüllt, während doch eine solche ca. 7300 tonfervative Stimmen gebracht. Vielleicht gelingt es ihr vativen aus dem Felde schlagen könne. Darauf hat man dann die Verhandlung im Reichstage nie stattgefunden hat. Beim Nachsehen diesmal, den Konservativen aus dem Felde zu schlagen. des Berichtes des Vorwärts" finde ich, daß er in der That diese Die Konservativen hatten sich in den meisten Kreisen mit den Landarbeiter nicht mehr eingeladen und schließlich das Abhalten der Angabe enthält. Ich habe jetzt wichtigeres zu thun, als Versammlungsberichte Bündlern erst wegen der Kandidatenfrage auseinanderzusetzen. Jns- In diesem Kreise hat man auch noch einen ganz besonders durchzuschnüffeln, und deshalb ist mir diese Stelle entgangen. Aber besondere jenen neun Herren, die für den Antrag Kardorff gestimmt gemeinen Trick zur Anwendung gebracht. Man hat in allen Orten hätte ich sie auch gelesen, so würde ich sie schwerlich berichtigt haben, hatten, wurde einiger Widerstand entgegengesetzt. Selbst der brave durch einflußreiche Leute, Besizer, Ortsvorsteher zc. Listen herumgehen denn ich hätte selbst von der Freisinnigen Zeitung" erwartet, daß Herr v. Massow, der doch die schöne Rede von dem auf Jummi- lassen, mit der Aufforderung, diejenigen, die sich verpflichten wollen sie den Satz als das erkennen würde, was er ist, ein Mißschuhen in den Reichstag jondelnden Genossen Singer gehalten hat, für den Fürst Dohna zu stimmen, sollen unterschreiben. Drohungen Freifinnige Zeitung", wenn sie es nicht meiner Ehrlichkeit zutrauen verständnis des Berichterstatters. Soviel hätte die fand wenig Gnade vor den Landbündlern seines Streifes. Sie und Versprechungen sind dabei natürlich auch nicht gespart, wollte, doch meinem Verſtande zutrauen können, daß ich nicht von ſetzten feiner Kandidatur den energischten Widerstand ent- wenn Wähler sich weigerten, ihre Unterschrift herzugeben. Man einer Reichstags- Verhandlung sprechen würde, von der mir in jedem gegen. Für diese Gegnerschaft soll aber nicht nur seine Haltung im rechnet darauf, daß auch die Leute, die durch Rücksicht auf ihre Augenblick nachgewiesen werden könnte, daß sie nie stattgefunden hat. Zolltariftampfe, sondern auch sein, bei der obenerwähnten Rede Stellung unterschrieben haben, sich am 16. verpflichtet fühlen werden, In Wahrheit habe ich ausdrücklich betont, daß es zu einer Verhandbetviefenes, hervorragendes Interlekt maßgebend gewesen sein. Ein ihrer Unterschrift gemäß für den Fürst zu stimmen. Und das nennt verkanntes Genie! Es wurde ihm ein rein bündlerischer Kandidat man in Ostpreußen geheime Wahl. gegenüber gestellt. Doch ist diese Kandidatur, weil der Kreis durch Nun mögen sie in ihrer verzweifelten Gegenwehr noch so undie Socialdemokratie gefährdet erscheint, wieder zurückgezogen anständige Mittel anwenden, damit werden sie das siegreiche worden und Herr v. Massow behauptet allein das Feld. Vordringen der Socialdemokratie nicht verhindern. Die socialUeberhaupt haben die Bündler überall zurüdsteden bemokratische Partei hat es in Ostpreußen von 23 336 Stimmen müssen. Sie haben das wohl auch in der Erkenntnis gethan, daß im Jahre 1893 auf 45 644 Stimmen im Jahre 1898 gebracht. ihre Sonderkandidaten gegen die konservativen Kandidaten, die Prophezeien ist mißlich. Doch das eine kann hier unbedenklich ausnatürlich die Unterstützung der Landräte für sich haben, wenig hätten gesprochen werden: Unter Anspannung aller Kräfte führen auch die ausrichten können. Auch der in der Nachwahl im Wahlkreise Memel Heyde rug gewählte littauisch- konservative Bündler Mattschull ist abgehalftert worden. Die Deutschkonservativen haben diesmal auf ein Zusammengehen mit den Littauern verzichtet, sie haben einen eignen Kandidaten aufgestellt. Das hatte natürlich zur Folge, daß die Littauer ebenfalls ihren eignen Kandidaten nominierten. Nachdem die Konservativen nun die Klippen der Kandidatenlung unsrers Antrags im Reichstage nicht gekommen wäre, aber ich habe gesagt, daß bei diesem von der Socialdemokratie ausgegangenen Gefeßzentwürfe die freifinnige Preise sich in eisiges Schweigen gehüllt hätte, und das ist richtig. Daß die Ministerverantwortlichkeit ein Programmpunkt der Freiigen ist, weiß ich, es macht aber dies Verhalten der freifinnigen Ebenso unnötig und nicht durch einen Irrtum des Berichts Presse nur um so schlimmer. erstatters entschuldbar sind die Angriffe der„ Freif. 8tg." wegen meiner Aeußerung über die Stellung der Parteien zum Majestäts. ostpreußischen Genossen, gleich den Genossen in den übrigen Teilen beleidigungs- Paragraphen. Ich habe gesagt und halte des Reiches, den Kampf in der Hoffnung, am 16. Juni 1903 von es aufrecht, daß allein die völlige Aufhebung der Sonderber konservativen Beste Ostpreußens ein weiteres Stüd in Trümmer bestimmungen, wie die Socialdemokratie sie beantragt, den Grundzu legen. Wahlkampf. fäßen einer freimütigen Kritit entspricht, während die freisinnigen Anträge Halbheiten sind. Endlich ist es meine Ueberzeugung, die ich ausgesprochen habe und von der ich nicht abgehe, daß die Freifinnigen darauf spekulieren, etliche Berliner Wahlkreise mit Hilfe der Konservativen und Antisemiten zu gewinnen. Nun bin ich neugierig, ob die Freis. 3tg." hiervon Notiz frage umschifft haben, find sie mit Volldampf in die Wahl- encher o et un Bewußtsein gekommen fein. Die Stimmen- nehmen wird. Wie rot Deutschland ist, das wird bisher noch den wenigsten Wolfgang Heine. agitation gezogen. Sie betreiben dieselbe diesmal viel leb- Menschen so recht zum hafter als früher; feit Wochen schon ist der ganze behördliche Schauungswert; deshalb wählen die Statistiker allerlei Hilfsmittel Beeskow ist jetzt ein Flugblatt berbreitet worden, das so gut wie zahlen, die darüber Auskunft geben, haben sehr geringen An- Für den Kartellkandidaten Hammer im Wahlkreise TeltowApparat, als da sind: Landrat, Amtsvorsteher, Gemeindevorsteher, zur Veranschaulichung der Zahlenwerte, z. B. sind in der jüngsten Amtsdiener, Pfarrer, Lehrer usw. in Bewegung. Mit voller Heftig- Beit mehrfach Bilder mit menschlichen Figuren, deren Größe nach der inhaltlos ist, wenn man nicht etwa einige geschwollene Redensarten keit richtet sich ihr Kampf insbesondere gegen die Socialdemokratie, Barteiſtärke abgestuft sind, veröffentlicht worden. Ein beliebtes als Inhalt betrachten will. Was soll man sich aber denken unter einem Sage wie dieser: deren Vordringen fie selbst in den entlegenſten Kreifen fürchten. Hilfsmittel ist auch die Streisteilung, wobei die Stärke der Parteien Das hat die ostpreußischen Genossen vor eine Riesen- durch verschiedenfarbige Kreisausschnitte von verschiedener Winkelaufgabe gestellt. Von den Wahlkreisen Memel- Heydekrug, größe dargestellt wird. Diese Bilder haben jedoch den Nachteil, daß Tilsit- Niederung und Ragnit- Pillfallen abgesehen, über die örtliche Verbreitung der Parteien nicht den geringsten Auffie ganz außer Zusammenhang bleiben mit der Landkarte, daß sie müssen die sämtlichen übrigen Streise von Königsberg aus bearbeitet schluß geben. Um diese zu veranschaulichen, wählt man das farbige werden. Die Königsberger Wahlleitung hat sich nun das Ziel startenbild. Die Grenzen der Landesteile oder Wahlkreise werden gestedt, neben der ehrenvollen Behauptung der Provinzial- richtig in die Starte eingezeichnet und an der entsprechenden Stelle Hauptstadt, noch fünf weitere Wablkreise intensiv zu bearbeiten, mit der Parteifarbe versehen. Ein solches Bild könnte aber über die Gotha. Justus Nerthes. 1 m. Art Wer dem Deutschen Reiche den Ruhm seiner geistigen Kraft und Disciplin, um den uns die ganze Welt beneidet, erhalten will, der wähle Fritz Hammer!" Soll damit vielleicht gemeint sein, daß Friz Hammer so eine Geistesgröße ist, die zu Deutschlands Ruhm in den Reichstag *) Kartogramm zur Reichstagswahl. Dr. Hand und H. Wiechel. geschickt werden muß, auf daß sie leuchte bis weit über Deutschlands Im 6. sächsischen Reichstags- Wahlkreise ist jetzt in der Person Grenzen und das Ausland erkenne, welche Größe bisher unbekannt des antisemitischen Rechtsanwalts Hans Kohlmann aus Dresden in Zehlendorf bei Berlin gelebt hat? Der brave Hammer! Der der 10. Kartellfandidat aufgestellt worden. Hoffentlich bleibt er bis Sazz wird ihm sicher so imponieren, daß er in seiner nächsten Ver- zum 16. Juni gesund; dann kommt der Durchfall so wie so. sammlung erklären wird, er vertrete den Ruhm der Kraft der Die aus einem ultramontanen Dresdener Blatte stammende Disciplin des Deutschen Reiches gegen das Ausland. Nachricht, Pastor Reichel beabsichtige von der Kandidatur in DresdenAltstadt zurückzutreten, wird im„ Dresdener Anzeiger" als Erfindung bezeichnet. Inhaltreicher wie das Flugblatt ist der Anhang dazu, der die üblichen Unterschriften enthält. Aus einer großen Anzahl der Orte des Kreises haben die Gemeinde- und Amtsvorsteher den Aufruf zur Wahl Hammers unterschrieben, damit ihre amtliche Autorität in den Dienst der Parteipolitik stellend. Bei Groß- Lichterfelde fiel uns die Länge der Unterschriftenliste auf. Neugierig studierten wir. Merkwürdig! Der Name war doch schon einmal da? Noch einer! Richtig! Genaueres Zusehen ergab, daß eine ganze Anzahl Unterschriften doppelt vorhanden ist. Vielleicht eine Uebung im Plural- Stimmrecht! * Wo ist man wahlberechtigt? Nach mehrfachen Entscheidungen der Wahlprüfungskommission können Personen, die an einem Drte außerhalb ihres ständigen Wohnsizes mit der Absicht längeren Verweilens Aufenthalt nehmen, an diesem Orte ihre Eintragung in die Wählerlisten fordern und dort wählen. Diese Auffassung trifft zweifellos auch auf die Patienten einer Heilstätte zu. Darauf gestützt, haben die wahlfähigen Patienten der Heilstätte Beelitz, etwa 114 Personen, ihre Aufnahme in die Wählerliste in Beelig beantragt. Der Bürgermeister hat die Eintragung abgelehnt, worauf die Abgewiesenen die Entscheidung des Landrats von Belzig angerufen haben. Von diesem ist noch keine Entscheidung ergangen. Politische Ueberficht. Berlin, den 25. Mai. Die Verleugnung der Verlengnung. Merkwürdig, daß gerade der Lorenz sich so dumm stellt. Bar er in Königsberg, in Dresden, in Leipzig doch Vertrauensmann der socialdemokratischen Partei und der fragt uns nach der socialdemo kratischen Geheimorganisation. Im übrigen: falls wirklich kein strebender Staatsanwalt bisher die Enthüllungen des Lorenz in der" Post" gelesen haben sollte, fo wende man doch einige Dreiermarken dran und schicke die ganze Serie an einen solchen. Es wird ja wohl noch etwelche geben, die findiger sind wie der, der den Verbindungsprozeß gegen unsre hiesigen Organisationen in den Jahren 1895 bis 1897 leitete. Hielte man unser Zeugnis gegen das Bestehen einer socialdemokratischen Geheimverschwörung für einen ausreichenden Beweis? Sie ruft laut: Haltet den Dieb! und beschuldigt den Die Partei der Fälschungen. Sich selbst übertrifft die FreiIn ihrer offiziellen Wahlschrift hat die nationalliberale Partei finnige Zeitung" in dem Versuch, unser unentrinnbaren Feststellung ihr eignes Wert, den neuen Zolltarif, für den sie mit 48 gegen zu entrinnen, daß die Freisinnige Volkspartei schon im Februar 1902 1 Stimme eintrat, verleugnet und erklärt, daß dieses von ihr selbst ihre Bereitwilligkeit ausgesprochen hat, höhere Getreidezölle zu geschaffene Gesetz nicht drei Monate lang vom deutschen Volke bewilligen. ertragen werden könnte. Wir haben diese Thatsache mit Citaten aus der offiziellen Wahlschrift des Centralbureaus der nationalliberalen Partei belegt: Num erhalten wir aus Hessen diese eilige Zuschrift eines dortigen Genossen: Senden Sie mir sofort ein Original des nationalliberalen Wahlaufrufes. Graf Oriola bestreitet mir die Richtigkeit des Vorwärts"-Abdruckes. " " „ Borwärts", daß er noch frecher als bisher gefälscht habe. Worin besteht unsre Fälschung? Weil wir den hier gar nicht zur Sache gehörigen, ganz gleichgültigen Umstand außer Acht gelassen hätten, daß jener Artikel vom 1. Februar 1902 sich mit dem Fall der Nichtannahme des Zolltarifs beschäftigt. Wir hätten allerdings diesen Umstand erwähnen können, um das Ein nationalliberaler Kandidat verleugnet also die offizielle Verhalten der Freisinnigen als noch schofler nachzuweisen. Eugen Wahlschrift der eignen Partei. Richter ist wenn er Wert auf diese Ergänzung legt also Wir werden uns die Ehre geben, dem Herrn Grafen ein unter allen Umständen längst bereit, der Regierung höhere Zölle zu Exemplar der nationalliberalen Wahlschrift zuzusenden. Er wird sich dann zu seinem Schrecken davon überzeugen müssen, daß die bewilligen. Wenn die Zollvorlage scheitert oder zurückgezogen wird, Citate des Vorwärts" bis auf jeden Beistrich richtig gewesen sind.schenkt er ganz ohne Not höhere Zölle. Wird die Zollvorlage in der Gestalt des Antrages Kardorff angenommen, so bewilligt er fie erst recht. Seine jezige Bereitwilligkeit begründete er wenigstens auf die durch die Annahme des Antrages Kardorff hervorgerufene wangslage. Jetzt legt er Wert darauf, daß wir feststellen, wie er auch beim Scheitern des Zolltarifs bereit gewesen wäre das gleiche zu thun. ganz ohne Not finnige Zeitung" jetzt zürut, weil wir ihre Schande nicht traß genug Es liegt wahrlich Verbrecherhumor darin, wenn uns die„ Freidargestellt haben. Militärische Wahlrechts- Beraubung. Ungeschlichkeiten aus dem Wahlkampfe sind wieder eine ganze Anzahl zu melden. So wurde ein Parteigenosse im Amte LütgenDortmund bei der Verbreitung von Wahlflugschriften fistiert und ihm die Schriften abgenommen mit der Begründung, daß er ohne Hausierschein keine Schriften verteilen dürfe. Er beschwerte sich beim Amtmann, wurde aber mit der Beschwerde abgewiesen; Die offiziöse Bekanntmachung, daß die Einziehung der Reservisten auch der Amtmann erklärte, ohne Hauſierschein dürften keine Schriften zur Zeit der Reichstagswahlen rückgängig gemacht werden würde, verteilt werden. Dieser Herr Amtmann heißt Westermann und erweist sich nunmehr als Trug. ist gegenwärtig nationalliberaler Reichstagskandidat für Hamm- Soest! Der Gastwirt Wiedemann in Wiemelhausen soll 20 M. Polizeistrafe bezahlen, weil er die Ankündigung zu einer bei ihm geplanten Wählerversammlung in das Fenster seiner Wirtschaft gehängt hat. Aus verschiedenen Orten kommen uns jetzt Nachrichten, daß die recht zu entziehen. Aus Stettin berichteten wir das bereits in der Militärbehörden sich erdreisten, deutschen Staatsbürgern ihr WahlSonntags- Nummer. Im Brandenburger Bezirk sind Landwehr- Uebungen für den 19. Juni, im Erfurter auf den 18. Juni angesezt. Im Pots= damer Bezirk werden Reservisten vom 2. bis 16. Juni nach Ditpreußen gefchickt. Der Ortsschulze in Großwenden( Nordhausen) ließ eine Anzahl angesehener Personen des Ortes, Schöppen 2c. zufantmentommen und legte ihnen den Wahlaufruf des Herrn Franke zur Unterschrift vor. Vielleicht sind die Berliner Anweisungen bisher ebensowenig zu Der Herr Schulze eröffnete, daß der Herr den Ohren der Provinzial- Stommandierenden vorgedrungen, wie das Landrat es wünsche und daß man deshalb doch nur unter- neue Wahlreglement zu den Landräten. zeichnen solle. Wenn nur einige Herren unterschrieben, genüge Inzwischen wird es hohe Zeit, das wahrhaft„ staatsfeindliche" Sache der Gesetzgebung sein, dem Unfug durch rechtlich zwingende Vorgehen der Militärbehörden noch zu korrigieren. Es wird dann Regelung ein für alle Mal ein Ende zu machen. es ja 2c. 2c. Beim Ortsvorsteher Große- Leege in Kump( Dortmund) wollten am 19. Mai mehrere Personen die Wählerliste nachsehen. Es war jedoch mur ein 18jähriges Mädchen anwesend und dieses erklärte, der Ortsvorsteher sei abwesend, von der Liste wisse es nichts, die Leute sollten doch am 25. mal wiederkommen. Das Verfahren der Militärbehörden ist um so unentschuldbarer, als den Beamten die Ausübung des Wahlrechts diesmal erDer Landrat von Wittlage, Prinz v. Schönaich- Carolath, Beschluß des Staatsministeriums entsprechend, die Reffortminister erleichtert werden soll. Wie der„ Reichs- Anzeiger" meldet, find, einem macht unter dem Datum des 4. Mai in Nr. 528 vom 9. Mai des sucht worden, durch geeignete Anordnungen dafür Sorge zu tragen, amtlichen Kreisblattes für Osnabrück bekannt, daß die Wahlhandlung daß bei den Reichstagswahlen den Beamten ihres Ressorts die Ausum 6 Uhr geschlossen werde. Dabei ist das neue Wahlreglement übung des Wahlrechts an den Tagen der Haupt-, Stich- und Nachbereits am 30. April publiziert worden. wahlen möglichst erleichtert werde. Sonntag, den 24. Mai, sollte in Sydowsaue bei Podejuch ( Stettin) eine Wählerversammlung stattfinden, in der Genossin Jda Altmann sprechen sollte. Der überwachende Beamte, Gendarm Peters, löste die Versammlung sofort nach der Eröffnung mit der Begründung auf, daß Frauen in politischen Versammlungen nicht sprechen dürften. Dabei berief er sich auch noch auf seine Instruktion. Der abwesende Amtsvorsteher. In Hegermühle( bei Ebers walde) ist der Amtsvorsteher seit dem Donnerstag nicht auffindbar. Infolgedeffen konnte am Sonntag eine Versammlung unter freiem Himmel nicht stattfinden, weil es nicht möglich war, das in einem eingeschriebenen Brief ihm geschickte Genehmigungsgesuch zuzustellen. In Hegermühle darf also vorläufig nichts fich ereignen, was in die Obliegenheiten des Amtsvorstehers fällt; nicht das kleinste Verbrechen zum Erempel, da die Polizei- Obrigkeit nicht anwesend ist. Deutfches Reich. Krankenkassen- Mitglieder gehören auf die Hintertreppe. Die Socialdemokratie hat stets die Ansicht vertreten und bewiesen, daß in einer Klassengesellschaft auch das Recht, und im besonderen das bürgerliche Recht, nur Klassenrecht ist und sein kann; indessen gehört schon eine gewisse Urteilsfähigkeit und geistige Un befangenheit dazu, der theoretischen Beweisführung zu folgen und die Richtigkeit des Sages zu erfassen. Beispiele aus dem Leben wirken anschaulicher und machen auch auf den einfachsten Menschen Eindruck. Ein solches Beispiel entnehmen wir der„ NationalBeitung": Mit dieser Tollkühnheit, die ganze und volle" Schande zu vernehmen, steht dann allerdings die Feigheit in argem Widerspruch, daß sie keine Silbe aus unsrem Citat mitzuteilen wagt. Ihre Leser dürfen nicht erfahren, daß sie bereits am 1. Februar 1902 ganz unzweideutig sich für höhere Zölle erklärt hat. Auf den Frege gekommen ist die Freifinnige 3tg.", die folgende Notiz bringt: Halbwüchsige, nicht wahlberechtigte Burschen, so wird von fast überall her berichtet, bilden jetzt ein Hauptkontingent der Socialdemokraten in den Versammlungen, insbesondere auch unter den Ruhestörern, welche sich in freisinnigen Versammlungen einfinden." dahin, das femme Bartei sich unverschämter und gemeiner benimmt, Die Nachrichten, die uns von fast überall her" zugehen, lauten dahin, daß keine Partei sich unverschämter und gemeiner benimmt, als die Sendboten Eugen Richters, der Müller- Sagan und Kopsch. = Gefälschte Früchte. Aus einer uralten Blechbüchse setzt die Konservative Korrespondenz" wieder dem Kreisblatt Publikum einige Lesefrüchte vor, um zu beweisen, daß die Socialdemokraten Bauern und Handwerker ruinieren wollen. Die erste Frucht ist aus dem Vorwärts" vom 6. Dezember 1891 entnommen und sieht in der konservativen Servierung so aus: ,, Uns fann es nicht in den Sinn kommen, den PrivateigentumsBestrebungen der Bauern auf Grund und Boden irgendwie förderlich zu sein. Die Ernte gehört nicht den Bauern, sondern allen Menschen; privates Eigentum an Grund und Boden ist niemand zuzubilligen." Es kostete uns einige Mühe, die Lesefrucht im Vorwärts" zu entdeden; wir glaubten schon, es handle sich um eines der gänzlich für Wahlzwecke erfundenen Citate. Wie wir aber genauer musterten, bemerkten wir doch in einem versteckten Winkel der damaligen Nummer einige Zeilen, die den Anlaß zu dem Citat gegeben haben; es handelt sich diesmal bloß um eine Fälschung des Wortlauts und Sinnes, nicht um eine bloße Erfindung. Der Mietsvertrag über eine Wohnung in Berlin W. wurde durch mündlich abgeschlossenen Nachtragsvertrag dahin ergänzt, daß dem Mieter für ein Mitglied seiner Familie, einen jungen Arzt, der Der Vorwärts" polemisterte damals gegen freisinnige ,, BauernIn die böhmischen Wälder muß der deutsche Wähler fliehen, um sich hier niederlassen wollte, die Anbringung eines Arztschildes fängerei". Freifinnige Landagitatoren versprachen den Bauern die fich über seine Rechte und feine Intereffen aufzuklären. Solch ein am Gitter des Vorgartens und die Ausübung der ärztlichen Zerschlagung des Groß grundbefizes und die Schaffung neuen Bild von deutscher Freiheit entrollt eine Zuschrift, die wir aus dem Praxis gestattet wurde. Nach einigen Monaten erhielt der bäuerliches Besizes. Dagegen bemerkte der Vorwärts": 23. sächsischen Wahlkreise erhalten: Arzt eine Stellung als Kassenarzt bei einer Betriebs" Zur Zeit weilt unser Kandidat, Genosse Gerisch, in unsrem Krankenkasse. Nun verlangte der Hauswirt die Beseitigung Kreise, um sich den Wählern, die ihn schon einmal bei der Nachwahl des Arztschildes und die Aufgabe der Kassenpragis und im Jahre 1894 in den Reichstag geschickt haben, vorzustellen. Leider verwies, als dem Verlangen nicht entsprochen wurde, die stehen uns infolge des bekannten Druces von oben nur wenig Kassenkranken und andre Patienten niederen Standes auf die HinterSäle zur Verfügung, während die Versammlungen unter freiem treppe, eine steile, für Kranke kaum benutzbare Wendeltreppe. Der Himmel, in denen Genosse Gerisch sprechen sollte, bis auf jezt Mieter sah darin eine Störung in dem Gebrauch der gemieteten eine Ausnahme von der Behörde verboten wurden. Die Gründe Wohnung, fündigte diese außerkontraktlich und verließ, nachdem er sind immer die gleichen: In der Nähe des in Aussicht genommenen die Miete für den Rest des Vertrages unter Vorbehalt bezahlt hatte, Grundstücks befindliche Wege, Minderjährige, die sich irgendwo ver- die Wohnung. Seine Klage wurde in beiden Instanzen, vom steckt halten und zuhören könnten, und dann die in allen Verboten Landgericht wie bom Kammergericht, rechtsfräftig ab= wiederkehrende Befürchtung, daß bei der beliebten Persönlichkeit des gewiesen. Reichstags Kandidaten Gerisch ein sehr starker Andrang zur Versammlung zu erwarten sei. # ,, Ebensowenig wie es uns einfallen könnte, den Proletar der Städte zum Hausbesizer zu machen oder solchen Wünschen Vorschub zu leisten, ebensowenig fann es uns in den Sinn kommen, den Privateigentums- Bestrebungen der Bauern auf Grund und Boden irgendwie förderlich zu sein. Die Erde gehört nicht den Bauern, sondern allen Menschen; privates Eigentum an Grund und Boden ist niemand zuzubilligen. Das Privateigentum an Grund und Boden nützt auch dem Bauern in der Zeit der Geldwirtschaft nichts mehr, wenn er Klein- oder mittlerer Besizer iſt. Er bleibt Sklave des Kapitals, dessen rücksichtslosester politischer Ausdruck die Freifinnige Partei ist." Der Vorwärts" wandte sich also mit jenen Bemerkungen gegen den freisinnigen Wahlschwindel, durch Aufteilung des junkerlichen Befizes neues bäuerliches Eigentum zu schaffen und führte demgegenüber die socialistische Programmforderung der Ueberführung des Großgrundbesizes in Gemeinbesitz an. Beide Richter nahmen übereinstimmend an( der zweite Richter, indem er allerdings den Fall für zweifelhaft erklärte), durch den Am vergangenen Sonntagvormittag sollte Genosse Gerisch Nachtragsvertrag sei die ärztliche Pragis nur in einem Umfang gein Erlbach, einem größeren Industrie- Orte circa eine Stunde stattet worden, wie er unter normalen Verhältnissen vorauszusehen von der böhmischen Grenze entfernt, sprechen. Die Versamunlung gewesen wäre. Solche lägen hier nicht vor. Denn durch die Kassen- Die Konservative Korrespondenz" löst den Sah nicht nur aus wurde, wie üblich, verboten. Auf dem in Aussicht genommenen sehr franken sei diese Praris in einer Weise vergrößert, wie sie der Ver- dem Zusammenhang, sondern fälscht, der besseren Wirkung wegen, großen und günstig gelegenen Grundstücke hatte sich eine große Zahl mieter nicht habe voraussehen können. Dieser sei daher nicht verpflichtet Erde in Ernte, um den Bauern einzureden, die Socialdemokratie Besucher eingefunden, die die Bekanntgabe des Verbotes mit Aeuße- gewesen, die Benutzung der Vordertreppe seines hochherrschaft beanspruche den Ertrag ihrer Arbeit, die Ernte. In Wirklichkeit find rungen des Unwillens aufnahmen. Plöglich kam in die Menge eine lichen" Hauses durch Personen geringen Standes zu dulden. alle socialdemokratischen Schriftsteller der Meinung, daß zwar nicht impulsive Bewegung. Den Genossen Gerisch an der Spige, strebte Wenn er diesen den Zutritt über die Vordertreppe versagte, so habe neues bäuerliches Eigentum zu schaffen sei, daß aber das bestehende alles in der Richtung auf die östreichische Grenze davon. Unterwegs er dem Mieter den vertragsmäßigen Gebrauch der Wohnung nicht fleinbäuerliche Besigtum von dem fiegreichen Proletariat den Bauern wuchs der Zug beständig an. Die Hausindustriellen, die am Wege, entzogen. Es müsse angenommen werden, daß ein in einem überlassen bleibt. Den Raub der Ernte predigt nicht die Socialden der Zug nahm, wohnten und am Sonntag ihr bißchen Land- hochherrschaftlichen Haus wohnender Arzt nur Patienten höherer demokratie, sondern das Junkertum, das von der Ernte des Arbeiters wirtschaft bestellten, warfen Sensen, Hacken und sonstige Werkzeuge Stände empfange. Durch Ausübung der Kassenpraxis werde das seinen Zehnten in Gestalt von Zöllen und Liebesgaben eintreibt. fort und schlossen sich an, so daß der Zug schließlich wie eine endlose hochherrschaftliche Haus seines bisherigen Charakters entkleidet. Bei Die zweite Lefefrucht, die wir im Augenblick nachprüfen können, Schlange durch das Thal zog. der socialen Stellung des Mieters( eines höheren Beamten) habe ist die folgende:" Genosse Fischer" soll auf dem Breslauer Parteitape der Vermieter nicht voraussetzen können, daß einer seiner Angehörigen gesagt haben: eine Kassenarzistellung einnehme und daß er einen Teil seiner Wohnung Kassenfraufen zugänglich mache. Sei dies gleichwohl geschehen, so sei die Wohnung vertragswidrig benutzt und der Hauswirt habe mit Recht diese vertragswidrige Benutzung untersagt." Der Klassencharakter des rechtsfräftigen Urteils liegt darin, daß die Entwertung des hochherrschaftlichen Hauses nicht in der Ausübung der ärztlichen Praris überhaupt, sondern in der ärztlichen Behandlung von Kassenmitgliedern und Arbeitern gesehen wird und daß ein Arzt sich erniedrigt, wenn er Kassenpragis annimmt und arme Leute behandelt. An der mit Hurra begrüßten Grenze wurde Halt gemacht und erst das Ganze gesammelt. Dann ging es tief hinein in den schattigen hochstämmigen Tannenwald. Eine weite Bostenkette wurde gezogen, dann lagerten sich die Teilnehmer im weichem Woose, während Genosse Gerisch einen großen Felsblock bestieg und von dort aus in flammender Rede die unerhörten Zustände geißelte, die deutsche Wähler zwingen, sich zur Ausübung eines verfassungsmäßig gewährleisteten Rechtes in die böhmischen Wälder zu flüchten. In seiner anderthalbstündigen Rede schenkte Genojie Gerisch der Reaktion in Deutschland nichts. Der Schluß war hochdramatisch. Alle Teilnehmer erhoben sich. um mit zu geloben, ihre Kraft im Wahlkampfe für die Sache des arbeitenden Volkes einzusetzen. Darauf kehrte die Masse in einzelnen Trupps und auf verschiedenen Wegen und Stegen in die sächsisch- deutsche Freiheit zurück. Die sächsische Gendarmerie war dem Zuge gefolgt, hielt sich jedoch während der Nede des Genossen Gerisch, der sich auf einem Terrain befand, auf dem sie nig tau feggen hatte, in respektvoller Entfernung. Die Erinnerung an diese einzigartige Versammlung wird noch lange im oberen Vogtlande fortleben." Originell ist es auf alle Fälle, daß ein Mann deswegen nicht zum Volte reden darf, weil er sehr beliebt ist. Die Socialdemokratie kann den Bauer erst gewinnen, wenn er von seinem Eigentum losgelöst, durch Juden bankrott gemacht ist." Der teuflische Plan ist klar! Die Socialdemokratie hezt die Juden auf die Bauern, um sie erst zum Bankrott und dann zur Bartei zu treiben. In Wirklichkeit hat Edmund Fischer in Breslau indem er sich gegen das Agrarprogramm wandte gesagt: " Es wird immer so gethan, als ob Proletarisierung und Berelendung dasselbe sei. Das ist nicht wahr. Wenn wir sagen, daß wir den Bauer erst gewinnen können, wenn er proletarisiert ist, so meinen wir gar nicht, daß er verelendet, sondern daß er von seinem Eigentum losgelöst sein muß." Hier fühlt und sieht jedermann: solch ein Urteil ist nur möglich in einer von Klassen zerspaltenen Gesellschaft, wo eine reiche Klasse sich als eine bessere Sorte Mensch betrachtet und mit Verachtung auf die Klasse der Armen herabblickt. Diese armen Leute dürfen zwar Fischer vertrat also lediglich die Anschauung, daß das Kleinfür die Reichen arbeiten und ihnen Profit schaffen, sie dürfen für sie banerntum durch die wirtschaftliche Entwicklung proletarisiert wird Soldat werden, um ihren Reichtum zu beschüßen, aber- ja nicht und daß es erst dann zur Socialdemokratie kommen wird. Es ist über die herrschaftliche Vordertreppe heraufkommen. Man könnte an übrigens bekannt, daß auch dieser Meinung auf dem Parteitag lebsolchen armen Teufel anstreichen! Das Urteil wird manchem ein haft widersprochen wurde. Licht aufsteden über den Wert einer Gesellschaftsordnung, in der so Man fälsche weiter! etwas Recht heißt! Uebung macht den Meister auch im Bilderhandel, das beweisen Die Geheimbundsartikel der„ Post" werden immer länger. die preußischen Landräte im Dienste der Firma Bürenstein. Noch Ein Ablaß von 200 Tagen wird in Krefeld dem ver- Die Notiz in der letzten Nummer unsres Blattes findet sie nichts- feiner der Herren Landräte, die bis jetzt die Büstensteinschen Bilder sprochen, der bis zum 16. Juni drei Vaterunser betet für eine fagend, und doch schreibt sie einen spaltenlangen Artikel darüber, angepriesen haben, hat eine solche Reklamenotiz zu stande gebracht gefegnete" Reichstagswahl oder einen Beitrag zu den Kosten der und noch längere Artikel schreibt ihr Inspirator May Lorenz. Der wie der Landrat von Marienburg in Westpreußen, der im anttlichen Reichstagswahl giebt. Das ist eine sehr notwendige Maßregel. ist wütend, daß diese Geheimbundsgeschichte sogar den meisten Teile des Kreisblattes bekannt macht: Wer das Centrum unterſtüßt, der versündigt sich so schwer an dem bürgerlichen Blättern zu dumm ist. Teshalb fordert er alle die allgemeinen Wohle, daß er die Sündenvergebung sehr nötig hat. ,, nationale Sache vertretenden Organe und Politiker" auf, den Fall zum mindesten der Deffentlichkeit zu unterbreiten". * " Marienburg, den 9. V. 1903. Der Kommerzienrat Georg Bügenstein zu Berlin hat von dem Professor Hans Fechner Porträts Ihrer Majestäten des Kaisers sowie der Kaiserin malen und in seiner Kunstanstalt vervielfältigen lassen. Diese farbigen Reproduktionen, welche im Bilde 53 Centimeter Hoch und 40 Centimeter breit sind und von denen je 1 Exemplar beim Landratsamt zur Einsicht ausliegt, haben den lebhaften Beifall Sr. Majestät gefunden. Allerhöchst dieselben würden eine möglichst weite Verbreitung der Bilder gern haben, da diese durch ihre gute Ausführung und ihren wohlfeilen Preis als Zimmerschmuck, ist. NA Fortschritte in Transvaal. erivarten, wenn nicht unsre Justiz aufs schwerste kompromittiert werden soll. Wenn solche Dinge vorkommen, dann sind alle London, 23. Mai.( Eig. Ber.) Am 31. d. Mts. wird ein Kämpfe gegen die Socialdemokratie und andre revolutionäre Jahr abgelaufen sein, seitdem der Friedensvertrag in Vereenigung Tendenzen vergeblich. abgeschlossen wurde. Die Fortschritte, die in dieser Zeit in TransDer gute„ Reichsbote" mag sich beruhigen: Es sind schon weit, vaal gemacht wurden, find beträchtlich. Die Einfuhrzölle wurden weit schlimmere Dinge passiert. herabgesetzt und der Handel nahm einen Aufschwung. Es wurden namentlich auch für Diensträume, besonders geeignet sind und einen Prozeß steht Dienstag vor der Straffammer gegen den Reichstags- Städte entworfen. Die Erziehung nimmt ungestörten Fortgang; Halle a. S., 25. Mai( Eig. Ber.) Ein Majestätsbeleidigungs- 865 Meilen Straßen angelegt und Wasserleitungspläne für zwanzig vorzüglichen Ersatz für die in Stadt und Land zahlreich vor Abgeordneten Genossen Adolf Thiele zur Verhandlung an. vor- Prozeß Die 277 Schulen wurden gebaut oder in Angriff genommen, aber noch handenen minderwertigen Bildnisse ihrer Majestät bieten. Die Abgeordneten Genossen Adolf Thiele zur Verhandlung an. Verteidigung hat der bekannte Rechtsanwalt Harmening übernommen. mehr sind nötig. Gegenwärtig besuchen 22 000 Knaben und Ortspolizeis und Gemeindebehörden des Kreiſes ersuche Es handelt sich um den am 3. August 1900 unter Heiteres veröffent- Mädchen die Schule. Gemäß den Bestimmungen des Friedensich daher, die Beschaffung dieser Porträtbildnisse in Erwägung zu ziehen, auch die Ortsbewohner in geeigneter Weise auf die- ichten Wiß, der dem„ Süddeutschen Postillon" entnommer worden vertrages werden auch Vorbereitungen getroffen für den Unterricht felben aufmerksam zu machen und auf deren Bezug im Intereſſe mit einem Ingenieur über verschüttete Bergleute ein Gespräch und Leuten besucht. Schließlich wird die Errichtung einer Universität Ein als Menschenfreund bezeichneter Bergwerksdirektor führt der holländischen Sprache. Das Lehrerseminar wird von 80 jungen der Verbilligung für den einzelnen Abnehmer durch gemeinschaftliche setzt, nachdem er in Erfahrung gebracht hat, daß alle Verschütteten erwogen. Bestellung hinzuwirken. Der Preis beträgt 1,00 M. für das Bild. tot find, auf jeden, der lebend aus dem Schacht befördert wird, einen Die obige Firma ist auch bereit, passende Rahmen zu außer Preis von 100 M. In dieser Notiz wird eine Anspielung auf den Die Londoner Schulvorlage. London, 22. Mai.( Eig. Ber.)] ordentlich billigen Preisen zu liefern. Die billigsten Das Unterhaus war diese Woche fast vollständig mit der Kommissionswürden sich mit Glas auf 1,50 M. und die besseren auf 2,50 Kaiser erblickt. bis 3,50 m. stellen. Daß der Genosse Thiele bei Veröffentlichung dieser Notiz an beratung der Schulvorlage beschäftigt. Die Regierung hat eine eine Majestätsbeleidigung gar nicht gedacht hat, kann auch daraus Reihe von Verbesserungsvorschlägen gemacht, die dem Grafschaftsentnommen werden, daß etwa 6 Wochen nach der Verrate eine Mehrheit in der Schulverwaltung geben. Wie bekannt, die Notiz enthalten war, frei in der Expedition liegend, beschlag- gierungsvorlagen vom ganzen Unterhause vorgenommen, und nicht öffentlichung noch 105 Exemplare des„ Volksblatts", in dem werden in England die Kommissionsberatungen aller wichtigen Renahmt wurden. Wegen derselben Notiz ist schon der Genosse Levy wie in Deutschland, wo die Kommission immer nur einen kleinen von der„ Erfurter Tribüne" zu einem Jahre und ein Redakteur von Bruchteil des Reichstags bildet. der„ Magdeburger Volksstimme" zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Sache Thiele mußte wegen seiner Immunität als Abgeordneter hinausgeschoben werden. Bestellungen werden im Amtszimmer des Kreisfetretärs entgegengenommen. Wenn wieder einmal Kanal- oder andre Rebellen gestürzt werden, so dürfte mancher von ihnen als junger Mann bei Wertheim oder Tietz durch diesen Bilderhandel sehr gut empfohlen sein. Uebrigens sei auch hier nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Bilder unter der Hand auch für 50 Pf. verkauft werden, so daß jeder Geld hinauswirft, der 1 M. bezahlt. Wer ist schuld? Ein sächsischer Kriegsveteran hatte an die Königin- Witwe Starola anläßlich der Flucht der Kronprinzessin ein Beileidsschreiben gcrichtet, worauf er diese Antwort erhielt: Dresden, 5. Januar. " Ihr Brief, lieber B., hat mich sehr gefreut, weil er so richtig vernünftige Ansichten enthält. Würden nur alle Menschen so denken, aber leider geschieht von socialdemokratischer Seite alles, nm die Menschen konfus zu machen und irre zu Iciten. Man muß glauben und hoffen, daß meine arme Nichte verblendet war und doch nicht ganz zurechnungsfähig war, ols sie den hellagenswerten Schritt gethan. Sonst hätte sie ja nicht die lieben, begobten Kinder verlassen können. Ihr Mann Irug sie auf den Händen, und jetzt wird er so verleumdet und die Cache so hingestellt. ols habe sie fliehen müssen. Es ist zu abscheulich und es liegt mir daran, Ihnen, lieber V., alles zu sagen. Wir sind alle tief betrübt und es waren traurige Festtage. Hoffentlich wird es mit Ihrer Gesundheit besser gehen. Dies als lleine Weihnachtsgabe. Gott mit Ihnen und den Ihren. Herzlichen Gruß Karola. Sollte darin der Vorwurf enthalten sein, daß die Kronprinzessin Puise durch die Socialdemokratie fonfus gemacht und verblendet und so durch uns zur Flucht veranlaßt worden sein, so möchten wir das das ganz ernstlich beziveifeln. Karl V. im Berliner Dom. Weiter schweben gegen Genossen Thiele noch Prozesse wegen Beleidigung eines Pastors, wegen Beleidigung des Ober- Inspektors Weydemann und wegen Uebertretungen des Preß- und Vereinsgesetzes. Ausland. Oestreich- Ungarn. Türkei. Im Vilajet Monastir fand in der Nacht von Mittivoch zu Donnerstag bei Mogila ein Kampf statt zwischen türkischen Truppen und einer 13 Mann starken bulgarischen Bande. Letztere wurde vollständig vernichtet. Außerdem wurden 4 Dorfbewohner, welche fich der Bande angeschlossen hatten, und zwei Frauen aus dem Dorfe getötet. 14 Häuser wurden durch Geschützfeuer zerstört. Die Truppen hatten drei Tote und mehrere Verwundete. Das Geschüßfeuer berursachte in Monastir einige Beunruhigung. Konstantinopel, 24. Mai. Nach Konsularmeldungen sollen einige Hundert Bulgaren aus den drei Vilajets nach Tripolis in Afrika verbannt werden. Nach türkischen Angaben erfolgen auch Verbannungen nach weit entfernten Kleinasiatischen Gebieten. Amerika. Santo Domingo. 24. Mai. Die Aufständischen haben nach einem erbitterten Gefecht, in dem sie besiegt wurden, das Arsenal von Santiago in die Luft gesprengt. Unter den Toten befindet sich General Dionisio Frias. Die Zahl der Verletzten ist groß. Das Kanonenboot" Colon", welches sich auf der Fahrt nach Samana befand, um den Präsidentschaftskandidaten Deschamps aufzunehmen, ist bei Bunta Espada verloren gegangen. Die Situation in Baden. Die Unruhen in Kroatien.-st- Wien, 24. Mai.( Eig. Ber.) Die Dinge in Kroatien nehmen eine immer ernstere Gestalt an. So groß das Aufgebot der bewaffneten Macht ist, es ist unvermögend, der Bewegung der Bauern Herr zu werden. In Agram, der Hauptstadt, herrscht wohl ziemlich Ruhe; seit der seltsamen Jellachich Feier marsch nach Ungarn organisierte der Feier jenes Bans, der im Revolutionsjahre den Ein- ist keine Demonstration mehr vorgekommen. Dafür rotten sich die Bauern zusammen, reißen die Schienen der verhaßten Staatsbahn auf, und selbst die Flinten der Gendarmen jagen sie nicht in die Flucht. Gestern ist über drei neue Bezirke das Standrecht verhängt worden- jene fürchterliche Justiz, wonach einer in zwölf Stunden verhaftet, abgeurteilt und gehenkt werden kann- und auch die offiziellen Depeschen geben nun zu, daß Menschen getötet worden sind. Graf Khuen- Hedervary ist heute in Wien angekommen, um dem Kaiser Bericht zu erstatten, der über die Vorkommnisse in Kroatien natürlich sehr verstimmt ist. Die Sache hat auch ihre politisch sehr ernste Seite, Aus Mannheim wird uns geschrieben: Die hervorstechendste weil die östreichischen Kroaten von dem Feuer allmählich ergriffen Signatur des diesmaligen Wahlaufmarsches der bürgerlichen Parteien Nordd. Allgemeine werden und sehr energisch eine Intervention der Krone begehren. ist eine Verzettelung der Kräfte, wie sie früher faum einmal zu Beitung" sucht alle guien protestantischen Gemüter durch folgende Im östreichischen Abgeordnetenhause hat der dalmatinische Abgeordnete beobachten war. Es ist dies in erster Linie auf den Streit um die ungewöhnliche Veröffentlichung eines kaiserlichen Scherzwortes zu Bianchini bereits zwei Debatten provociert, und wenn es Herrn v. Koerber Bollvorlage zurückzuführen, dessen schroffe Interessengegensätze auch beruhigen: Die falsche Behauptung, daß im hiesigen Dom neben den bisher auch gelungen ist, formell jede Einmischung in die ungarische bei uns in Baden eine Zerseyung aller jener Parteigruppen herbeiStandbildern Luthers und Melanchthons auch ein Standbild Karls V. Selbständigkeit hintanzuhalten, so seht ihn der gestrige Massenbesuch führte, die bisher unter Hintansetzung der socialwirtschaftlich trennenden aufgestellt werden solle, hatte in kirchlichen und politischen Blättern der kroatischen Abgeordneten doch einigermaßen in Verlegenheit. Es Momente zum Zwecke der Erreichung gemeinsamer politischer des Reichsrates und Ziele zusammengegangen waren. Schon im Laufe des vorigen zu erregten Verwahrungen im Namen des evangelischen Bewußt- find nämlich sämtliche kroatische Abgeordnete des dalmatinischen Landtages mit Deputationen der Städte Sommers hatte die Demokratie dem bisher taktisch verfeins Anlaß gegeben. So hatten z. B. die Reformierte Kirchen- Dalmatiens in Wien und streben eine Audienz beim Kaiser bindeten Centrum den Fehdehandschuh hingeworfen, als zeitung" und nach ihr die„ Tägliche Rundschau" bemerkt:„ Warum im Aber der Kaiser von Destreich kann sich doch nicht dieses ant. Zollstreit aller Welt feine agrarisch- reaktionäre das? Aber freilich, auf viele Fragen erhält man heuer in Deutsch in Angelegenheiten mischen, die nur den König von Ungarn an- Fraze enthüllte, und auch von dem ihnen politisch land keinen andren Bescheid als höchstens den sonderbaren: gehen; er kann eine östreichische Deputation in ungarischen Fragen nächsten stehenden Freisin n Richterscher Couleur sind die DemoWir sind in der Lage, einen Bescheid mitzuteilen, der in seiner lassen haben, am allerwenigsten jetzt, wo das Verhältnis zwischen Gefolgschaft des Nationalliberalismus, in Baden von nicht empfangen. Das würden sich die Ungarn niemals gefallen traten im Laufe der letzten Monate merklich abgerückt. Ironie nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig läßt. Seine ben ritterlichen Magyaren und ihrem König recht gespannt ist. jeher ein buntes Gemisch aller möglichen wirtschaftlichen Intereffen, Majestät der Kaiser und König hat nämlich zu einem Zeitungs- Andrerseits gehören die Kroaten seit jeher zu den treuesten Stützen bröckelte unter dem zerfeßenden Einfluß der Zollhändler stark nach ausschnitt über jene Gewissensfrage" an den Rand bemerkt der Habsburger und sie abzuweisen, fällt der Krone nicht leicht. der agrarbündlerischen Seite hin ab, der Rest verzehrt sich in dem „ Außer ihm( Karl V.) sollen noch Diocletian, Nero, Torquemada Daß das jetzige Regiment in Kroatien nicht aufrecht zu halten öden Gezänt um Klöster und Jesuiten. Sonservative und und Alba aufgestellt werden. Auch Lucifer selbst ist in Vorschlag ist, darüber wird man sich in Budapest ebenso klar sein wie in der Antisemiten endlich sind, in dem Bund der Landwirte aufgebracht, man weiß bloß nicht recht, ob er an der Kanzel oder an Hofburg. Aber den unfähigen Banus jetzt wegzujagen, würde einer gehend, als selbständige Barteirichtungen vom Wahlkampfplaz der Kaiserloge angebracht werden soll!" Nachgiebigkeit gegenüber den kroatischen Aspirationen gleichkommen, gänzlich verschwunden, so daß als einzige Parteien, die Auf der Siegesallee, wurde kant als„ Nebenfigur" Friedrich und dazu mögen sich die hochmütigen Herren in Budapest nicht ver- die Wirren der letzten Wochen ungeschwächt überstanden haben, und Wilhelms II. angebracht. Am Metzer Domportal trägt der Prophet stehen. Also wird lieber das Standrecht verhängt und weiter ge- heute wohl organisiert und discipliniert des Entscheidungskampfes Daniel, einschließlich des Bartes, die Züge Wilhelms II., das schossen. harren, nur die Socialdemokraten und das Centrum find zwei Denkmäler unsrer Zeit, die uns viel unglaublicher übrig blieben. anmuten als ein Karl V. oder Diocletian oder Lucifer am Berliner Dom. Warum? Darum." Ein deutsches Nationalfest wollte der Berliner Schminkenfabrikant und Kommerzienrat Leichner arrangieren, dessen feenhafte Abendessen einen großen Ruf bei den eingeladenen Journalisten genießen. Zu diesem Behufe gründete er ein Wagner- Dentmal- Komitee, das Gelder sammelte. Im September soll mum das Berliner Richard Wagner- Denkmal unter großem Selimbim fast eine Woche lang eingeweiht werden. zu können. ant Die Laibach, 25. Mai. In den späten Abendstunden kam es gestern Die Verzettelung der bürgerlichen Streitkräfte spiegelt sich in hier an verschiedenen Orten zu größeren Ruheſtörungen. Starke der großen Zahl der Wahlbewerber wieder, die in einzelnen Kreisen nsammlungen, darunter viele halbwüchsige Burschen, zogen johlend die stattliche Höhe von fünf, im Residenzkreise Karlsruhe- Bruchsal fahrt des Abgeordneten Ferri eine zahlreiche Menschenmenge an, finnige, Demokraten, Kleritale und Landwirtsbündler suchen in durch die Stadt. Am Südbahnhof sammelte sich anläßlich der Ab- sogar von sechs Kandidaten erreicht hat. Nationalliberale, Freiwelche Pereatrufe auf den Banus ausbrachte. Eine nach Hunderten legterem der Socialdemokratie den Sieg streitig zu machen, und zählende Gruppe nahm vor dem" Deutschen Kasino" Aufstellung, weniger als drei Kandidaten sind überhaupt in feinem einzigen fang zunächst ein slavisches Lied und brach sodann in Bereatrufe auf Streise zu finden. So verspricht denn der Wahlkampf ein recht heißer, den Banus und Hochrufe auf Kroatien aus. Plößlich wurden aus der die Wahlbeteiligung eine ungewöhnlich rege zu werden. Menge mehrere Schüsse abgefeuert. Eine Spiegelscheibe des KasinoIndessen gab es da merkwürdigerweise noch einige Musiker, und Caféhauses wurde zertrümmert und die Kugeln schlugen in die gegen am weitesten fortgeschrittenen Streife Mannheim, KarlsDas meiste Interesse nehmen dabei naturgemäß die drei politisch zwar gerade die ältesten Freunde Wagners, welche die Beteiligung überliegende Wand des um diese Zeit gut besuchten Lokals ein. Gleich- ruhe an dem Leichnerschen Schminkenfest schroff ablehnten. Der Kommerzien zeitig wurden Steine gegen das Kasino geschleudert und fast alle und Pforzheim in Anspruch, die während der rat ließ sich solche Inbotmäßigkeit natürlich nicht gefallen und sagte gegen die Sternallee gelegenen Fenster des Caféhauses eingeworfen. Während die Nationalliberalen die Hoffnung auf einen Wahllegten Legislaturperiode sämtlich socialistisch vertreten waren. den frechen Künstlern seine diesmal ungeschminkte Meinung. Auch die Fenster im Gebäude der Marschen Handelsschule und des fieg in Mannheim längst aufgegeben haben, glauben sie die Darauf allgemeiner Aufstand. Die namhaftesten Musiker zogen Palais Auersperg wurden durch Steinwürfe zertrümmert. Da die sieg in Mannheim längst aufgegeben haben, glauben sie die sich von dem Spektakel zurüd, die Wagner- Vereine verweigerten Polizeiwache sich als unzulänglich erwies, wurde eine Abpatrouil Streise Karlsruhe und Pforzheim der Socialdemokratie entreißen ihre Mitwirkung. Das Nationalfest wird vermutlich sich auf etliche Tierung durch Gendarmerie und Militär vorgenommen, worauf Ruhe auch nach Ansicht ihrer Gegner, große Fortschritte gemacht hat, wäre Da unsre Partei jedoch allenthalben im Lande, Hoflieferanten, höhere Herschaften und die journalistischen Tischgäste eintrat. Leichners beschränken. ein Erfolg über sie in den genannten beiden Kreisen mur möglich, Zu alledem kommt jetzt noch eine diplomatische Verwickelung. Italien. wenn das über je etwa 4000 Stimmen verfügende Zentrum in den zu Zur Denkmalsweihe hatte, wie die Münchener Zeitung" erzählt, Die Korruption im Marineministerium. In der Kammerfizung erivartenden Stichwahlen für die nationalliberalen Kandidaten einPrinz Ludwig Ferdinand von Bayern infolge direkten am Freitag erhob der socialistische Deputierte Ferri wuchtige Anklagen träte. Dies zu ermöglichen und die Wogen nach Möglichkeit zu Angebotes durch das Centralkomitee das Protektorat angenommen gegen den Marineminister Bettolo. Der jezige Marineminister war glätten, die der Streit um Klöster und Jesuiten während der letzten und seine Teilnahme in Berlin zugesagt. Hinterher wird in schon früher Hinterher wird in schon früher im Jahre 1899 einmal im Ministerium und Monate im Lande geschlagen, ist augenblicklich das heiße Streben preußischen Amtsblättern publiziert, daß der König von Preußen schloß damals mit der Gesellschaft Stahlwerke von Terni einen Ver- der Leute um Bassermann. Gerade dieser Politiker, dessen einen andren prinzlichen Protettor und zwar einen Sohn trag ab, wonach dieser Gesellschaft Marinelieferungen im Betrage Sein als Parlamentarier bei den bevorstehenden Wahlen in Frage des Prinzen Abrecht von Preußen, des Statthalters von Braunschweig, von über 20 Millionen zugesprochen wurden. Die Aktien dieser Ge- steht, fetzt alles daran, sich die Stichwahlhilfe der Schwarzen zu für dies Amt auserwählt habe. Die, Münchener Post" ergänzt diese sellschaft, die 1898 auf 425 standen, stiegen infolgedessen bis auf sichern. Ist Bassermann schon auf dem Wege einer offenkundigen Mitteilung dahin: Der Prinz Ludwig Ferdinand war vom Komitee 1550 Fr. Jeßt, seitdem Bettolo wieder im Ministerium ist, sind die Täuschung seiner fulturkämpferischen Karlsruher Parteigenossen zu als einziges Mitglied eines regierenden Hauses zum Ehren- Aktien bis auf 1840 Fr. gestiegen. Die Terni- Gesellschaft hat sich seiner Kandidatur gekommen, indem er in ihnen den Glauben ers präsidenten" gewählt worden. Als nun das Programm der dermaßen vergrößert, daß sie die Eiseniverke und die Werft in Savona weckte, als unterziehe er seine bisherige Stellung zur Jesuitenfrage Eröffnungsfeier erst dem Prinzen und dann dem Staiser vorgelegt und die italienischen Stahlwerke in Sestri anfaufen konnte. Ferri einer Revision und trete in der Zukunft der Milderung des Jesuiten swurde, bestimmte der Kaiser, daß der musikalische Prinz Friedrich stellte ferner fest, daß die Regierung während der letzten 20 Jahre gefeßes entgegen, so gefällt er sich jetzt in einer Umschmeichelung des Heinrich von Preußen das Protektorat des Komitees übernehmen über 50 Millionen Frank mehr für die Flotte ausgegeben hat, als Centrums, die für den stolzen Politiker" und weiland„ kommenden solle. Diese Bestimmung ward dem bayrischen Prinzen durch ein das Parlament bewilligt hatte. Der Minister suchte sich gegen die Mann" geradezu beschämend ist. Anschreiben mitgeteilt, in dem zu lesen stand: um ihm eine Angriffe Ferris zu verteidigen, indem er behauptete, die Panzerbessere Freude zu machen, habe der Kaiser diese Ernennung platten seien im Auslande teurer als in Italien. Um nicht von der verfügt. ausländischen Konkurrenz abhängig zu sein, wäre es nötig gewesen, die heimische Industrie zu unterstüßen. Die Sizung schloß mit einer scharfen Auseinandersetzung zwischen Kammerpräsidenten Ferri und Herr Leichner arbeitet offenbar unter sicherer Deckung an seinem Fettschminke- Nationalfest. Bettolo. England. " Diese auch im Pforzheimer Kreise befolgte Taktik verdirbt aber das Wahlkonzept der Nationalliberalen des Oberlandes vollständig. Dort ringen die letzteren mit dem Centrum um die Siegespalme, und die Entscheidung liegt bei der Socialdemokratie. Unter diesen Umständen haben sich die Bassermannschen Gesinnungsathleten zwei streng geschiedene Stampfesmethoden zurechtgelegt: im Zum Fall des Prinzen Mörder bemerkt die„ Tägl. Rundschau": Unterland wüstes Loshauen auf die Socialdemokratie und zärtlichste Derlei ist in deutschen Landen doch schlechterdings unmöglich. Schonung des Centrums, im Oberland dagegen erbitterter Kampf Wenn es aber nicht wahr ist, warum schreitet der öffentliche An- Zum Alterspensions- Gesek, über dessen Beratung im Unter- gegen die„ rünsche Geistesknechtschaft in deutschen Landen" und tläger nicht ein? Weshalb waltet er nicht seines Amtes? Hier hause wir schon in letter Nummer berichteten, erhalten wir von wohlwollende Respektierung der Socialdemokratie als„ unentbehrsteht, scheint uns, mehr auf dem Spiel, als der Familienschmerz unserm Londoner Korrespondenten noch folgende ergänzende Mit- lichen Faktors unsrer politischen und socialen Entwicklung". Dabei der Arenberge. Wir wollen nicht, daß unsrem Volke die Ueber- teilung: trägt sich das allezeit geschäftsgewandte Centrum mit dem schnöden zeugung erschüttert werde, daß es im Staate Preußen nur ein London, 23. Mai. Beide Häuser des britischen Parlaments Hintergedanken, die brünstig um seine Gunst flehenden NationalRecht giebt, ein und dasselbe für alle. beschäftigten sich gestern mit Gefeßentivürfen über Alterspensionen. liberalen in Karlsruhe und Pforzheim aus der Stichwahl mit der Der Entwurf des Unterhauses ermächtigt die Armenverwaltungen, Socialdemokratie zu verdrängen und ihnen zur Blamage ihrer totalen den würdigen Armen im Alter von 65 Jahren eine Wochenpension Gesinnungsverlotterung auch noch die des schmählichsten Wahldurch von 5 bis 7 Schilling zu gewähren. Irgend welche Rechtsunfähigkeit falls zu fügen. Es rechnet dabei auf die Mithilfe des Bundes zieht die Pension nicht nach sich. Die Kosten werden auf 7 Millionen der Landwirte, die fast ausschließlich in den protestantis Die Hann. Allg. 3tg." hat geradezu den Staatsanwalt zur Pfund Sterling( 140 Millionen Mark) jährlich berechnet, davon schen Bauerndistrikten des Landes Fuß gefaßt haben, in denen die Anklage gegen sie provoziert. Warum aber geschicht das nicht, soll eine Hälfte aus der Staatskasse, die andre aus Lokalsteuern Nationallibralen seither ihre festeste Stübe hatten. Jm Karlsruher warum läßt man diese Nachrichten, die gerade jetzt vor den Wahlen fließen. Nach andren Berechnungen werden sich die Kosten auf wie im Pforzheimer Bezirk hat der Bund eigne Kandidaten aufgc= der Socialdemokratie Wasser auf ihre Mühlen liefern, durch die Presse 10 bis 15 Millionen Pfund Sterling belaufen. Die Bill wurde stellt, und die Thatsache, daß es ihm vor 5 Jahren gelang, den bis laufen, ohne daß sie durch die Gerichte als unwahr erwiesen unter allgemeiner Zustimmung in zweiter Lesung angenommen und dahin stets nationalliberal- konservativ bertretenen 13. Kreis durch werden. Denn das letztere muß man auf das bestimmtestel in die Kommission geschickt. einen Handstreich zu nehmen, zeigt, daß Ueberraschungen nicht ausDas nationale Blatt sollte doch wissen, daß der preußische Justizminister der gegenteiligen Ansicht ist: daß zweierlei Recht notwendig sei. Aehnlich jammert der, Reichsbote": " geschlossen sind. So wie die Verhältnisse heute liegen, dürften die| nein, diese Leute schämten sich auch nicht, durch lleberweisung sonstiger| Se a hl- Dresden, Heshold- Berlin und Lantes- Stuttgart badischen Nationalliberalen eher geschwächt als gestärkt aus dem Arbeitskräfte dem Unternehmer noch weitere Freundschaftsdienste zu gewählt für den Fall, daß der Kongreß in Deutschland stattfindet. Wahlkampfe hervorgehen; denn von ihren bisherigen 3( bon ins- erweisen und die Streifenden zu schädigen. Ein Streifposten erhielt Als Ersayleute werden Freitag- Leipzig und Meppin Altona gesamt 14) badischen Sihen sind die von Lörrach Müllheim von einem Schlosser eine Postkarte, auf der folgendes zu lesen ist: gewählt. und Heidelberg Mosbach stark gefährdet, während kaum Damit ist die Tagesordnung erledigt. anzunehmen ist, daß sie in der Lage sein werden, dem Centrum oder der Socialdemokratie einen Kreis zu entreißen. Unfre Partei sieht dem 16. Juni mit Zuversicht entgegen. Dreesbachs Mandat in Mannheim ist auf alle Fälle gesichert und wird aller Voraussicht nach schon im ersten Wahlgang behauptet. Hält unser Stimmenzuwachs, woran nicht zu zweifeln ist, im selben Verhältnis an, wie zwischen 1893 und 1898, so tommen wir auf rund 20 000 Stimmen, und haben damit die absolute Mehrheit der Abstimmenden für uns. Sollten wir jedoch wider Erivarten in die Stichwahl gedrängt werden, dann dürfte unser Vorsprung so groß sein, daß er, selbst wenn die demokratische Stichwahlhilfe versagen sollte, nicht mehr einzuholen ist. Weniger günstig, wenn auch keineswegs schlecht, stehen unsre Wahlchancen in Karlsruhe und Pforzheim, wo Adolf Geck und Redakteur Eichhorn Mannheim kandidieren. Die Vielheit der bürgerlichen Kandidaturen wird dort zu starker Wahlbeteiligung unsrer Gegner führen, die unfren Sieg im ersten Wahlgange taum möglich erscheinen läßt. In der Stich wahlen können wir mit einiger Sicherheit nur auf die demokratische Hilfe rechnen, die uns einige 2000 Stimmen bringen dürfte. Stehen wir gegen die Nationalliberalen, was das wahrscheinlichste, so entscheidet das Maß der Selbstüberwindung, mit der die Massen der Centrumswähler die ihnen im neuen Kulturkampf" der letzten Monate von nationallibertler Seite zugefügte Unbill hinunterzuschlucken vermögen. Vorerst glauben wir unfren Parteigenossen im Reiche die Rettung der beiden Mandate mit gutem Gewissen versprechen und insbesondere dem Häuptling der Zollräuber, Ernst Baffermann, die wohlverdiente Niederlage bereiten zu können. Daß unsre Stimmenzahl auch in den übrigen Teilen des Landes erheblich steigen und von insgesamt rund 50 000 auf mindestens 65 000 anwachsen wird, steht außer Zweifel. Die industriedurchsetzten Bezirke an der Bergstraße, auf dem Schwarzwald, in den Thälern nach der Schweizer Grenze zu usw. werden uns erfreulichen Zuwachs bringen, und es ist angesichts der starken Zersplitterung der bürgerlichen Parteien nicht ausgeschlossen, daß es uns beispiels weise im Heidelbergei Kreise gelingt, in eine, wenn vorerst auch noch kaum Erfolg versprechende Stichtvahl zu kommen. Alles in allem: der 16. Juni wird auch für die badische Socialdemokratie ein Ehrentag werden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zum Tarifvertrag der Bauarbeiter. Berlin, 25. 5. 03. Herrn A. Mehlich, Sophienstr. 21. Der Schlosser V., wohnhaft Schivedterstraße Nr..., Ihnen durch das Central- Arbeitsnachweise Bureau des Verbandes der deutschen Gewerkvereine zur Einstellung auf Schlosserarbeiten hierdurch zugewiesen. G. Klavon. ( Stempel des Gewerkvereins.) Klavon, der die Karte unterzeichnet hat, ist Mitglied des Generalrats und war auch am Sonnabend in der Verfammlung der Streikenden. Eine nette Arbeiter- Organisation, deren Leiter sich mit der Vermittelung von Streitbrechern befaffen. Schamgefühl scheint man im Bureau der deutschen Gewerkvereine nicht zu kennen. In der Lederfabrik von Emanuel Mayer forderten die Sortierer, daß ihre Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden herabgesetzt werde, eine Forderung, die umsomehr berechtigt ist, als die übrigen Arbeiter des Betriebes, von denen die Sortierer nur einen kleinen Teil bilden, die zehnstündige Arbeitszeit bereits haben. Da Herr Maher die Forderung der Sortierer gar nicht beantwortete, so legten 9 von ihnen die Arbeit nieder, während 2 in Arbeit blieben. Die Ausständigen find zum Teil im Verbande der Handschuhmacher, zum Teil im Hirsch- Dunderschen Gewerkverein organisiert. Deutfches Reich. worden. Die Unternehmer haben ihren Beschluß ausgeführt. Der Die Aussperrung der Bremer Bauarbeiter ist zur Thatsache geKlempnerstreit, der nach dem Willen der Unternehmer durch die Aussperrung beendet werden soll, dauert unverändert fort. Nun verlangen die Unternehmer, daß die Maurer, Zimmerer und andre Bauarbeiter dem Selempnerstreit ein Ende machen. Wie sie das anfangen sollen, bleibt ein von den Arbeitern andrer Berufe nicht beeinflussen, sie würden aber Geheimnis der Unternehmer. Die Klempner lassen sich nun einmal zweifellos bereit sein, mit ihren eignen Arbeitgebern sich über ihre Forderungen zu verständigen. Anstatt die Klempnermeister zum Verhandeln zu veranlassen, wenden die Unternehmer ein beispiellos frivoles Mittel an, um die Arbeitnehmer im Klempnerberuf zur Forderungen der Klempner gerechtfertigt sind. Die Arbeiter sollen Unterwerfung zu zwingen. Dabei wird nicht erst gefragt, ob die eben einfach niedergezwungen werden. Husland. 600 Arbeiterinnen der östreichischen Jutefabrik in Neupest find der Arbeiterinnen suchte beim Handelsminister die Unterstützung der wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. Eine Deputation Regierung nach. Wenn die Forderungen der Arbeiterinnen nicht schließen. bewilligt werden, wollen auch die Arbeiter sich dem Streik anZum Glasarbeiterstreit im Jsergebirge. Die Arbeiter auf Massenartikel haben ihre Forderungen durchgesetzt und die Arbeit wieder aufgenommen. Die Schleifer auf Specialartikel streiken weiter. Aus Induftrie und Handel. Bom amerikanischen Eisenmarkt. Wie der„ Voss. 8tg." telegraphisch aus New York gemeldet wird, bleibt der Roheisenmarkt unregelmäßig. Die Bestrebungen, die zunehmende Erzeugung unterzubringen, drücken auf Gießerei- Eisen, wogegen Bessemer ziemlich unberührt bleibt. Der Schienenmarkt ist fest, andre Fertigartikel ebenfalls lebhaft, besonders Baueisen, Baustahl und Bahnmaterial. Nur einzelne Zweige wie Platten verspüren die Wirkung der wachsenden Konfurrenz. Weißblech liegt sehr lebhaft und fest. Die Notierungen zeigen entsprechend dem obigen Tendenzbericht nur für Gießereiaus Philadelphia vom 21. d. M., Lieferung an atlantischer Küste eisen II eine Abschwächung um 50 Cts., indem sie auf 19% Doll. bis 20 Doll, gegen 20-20 Doll. vor einer Woche lauten. Buddelund Stabeisen sowie die Stahlsorten notieren unverändert. Auch auf dem englischen Eisenmarkt beginnt, wie die Fachreits einen abschwächenden Einfluß auszuüben. Mit Ausnahme des zeitschrift" Ironmonger" ausführt, die amerikanische Marktlage beSchienenmarktes ist kein einziger Zweig der Eiſenindustrie vorhanden, in welchem eine zufriedenstellende Beschäftigung herrscht. Die ausgegebenen Ordres beziehen sich nur auf kleine Mengen, und es handelt sich dabei ausnahmslos um die Befriedigung des laufenden Fertigeifens und Stahls. Bedarfs und zwar gilt dies sowohl bezüglich des Noheisens wie des . Gesamtumsaz. 1900 1901 1902 688 435 572 064 1 260 499 116 371 1 262 759 196 871 Tausend Rubel 729 815 825 277 532 944 527 095 1 352 372 298 182 Rußlands Außenhandel im Jahre 1902. Nach der soeben vom Aussperrung im Baugewerbe in Mainz. Nachdem die Mainzer russischen Zolldepartement veröffentlichten Statistit belief sich der Maurer bereits seit vier Wochen ausgesperrt sind, haben die Unter- Gesamtumsatz des auswärtigen Handels Rußlands über die nehmer dem ersten Gewaltstreich einen zweiten folgen lassen und be- europäische, die Schwarzmeer- und die kaukasische Grenze mit Einschlossen, am Sonnabend die Zimmerer, soweit sie dem Verbande schluß des Wertes des Warenaustausches mit Finland im Jahre 1902 angehören, auszusperren. Schon im vergangenen Herbst auf rund 1 352 372 000 Rubel. Diese Summe verteilt sich auf AusDie im Stundenlohn beschäftigten centralorganisierten Bau- einer Erhöhung des verhandelten die Zimmerer mit ihren Arbeitgebern wegen fuhr und Einfuhr wie folgt( die entsprechenden Werte für 1901 und Stundenlohnes von 43 auf 45 f. 1900 find zum Vergleich beigefügt): arbeiter befaßten sich am Sonntag in einer im Gewerkschaftshause für dieses Jahr und auf 48 f. vom 1. April 1904 abgehaltenen Mitgliederversammlung mit dem neuen Tarifvertrag, ab. Die Arbeitgeber ließen bei den Verhandlungen durchder am 15. Mai in Kraft getreten ist. Der Referent Karl Heide blicken, daß sie einer geringen Lohnerhöhung nicht abgeneigt Ausfuhr. mann wies darauf hin, daß ein Teil der Unternehmer am feien, aber sie fönnten nichts bewilligen, denn der Unternehmer- Einfuhr Sonnabend noch nicht den tarifmäßigen Lohn gezahlt hat. Der verband für das Baugewerbe habe beschlossen, jede Forderung einer Stedner warnte die betreffenden Arbeiter jedoch vor einer Arbeits- Rohnerhöhung der Maurer und der Zimmerer zurückzutveisen. Die Ausfuhrüberschuß niederlegung; es genüge vorläufig, wenn sie Protest bei der Lohn- Bimmermeister verlangten nun, daß der alte Tarif bis Ende 1905 Hiernach ist die stetige Zunahme des Handelsumsages, welche zahlung einlegten, die Organisation werde dann dafür sorgen, daß gelten solle, die Gesellen stimmten dem nicht zu und weil eine von 1901 auf 1902 7,1 Proz. betrug, nur auf das Anwachsen der sie zu ihrem Rechte kämen; und er selbst perde am Montag jofort Einigung über die Tariffrage nicht erzielt wurde, ist die Aussperrung Ausfuhr( im Jahre 1902 betrug dasselbe 13 Proz.) zurückzuführen, beim Verband der Baugeschäfte vorstellig werden und eine Sigung beschlossen. Es handelt sich also auch hier, wie bei den Aus- während die Einfuhr von Jahr zu Jahr abnimmt( im Vergleich zu der Schlichtungskommission veranlassen. Die Unternehmerorgani sperrungen andern Orts nur darum, die Arbeiterorganisation an der 1901 um 1,1 Broz.). und zwar ist es nicht die Ausfuhr von Rohfation hätte übrigens ihre Mitglieder durch ein Rundschreiben mitbestimmung der Arbeitsbedingungen zu hindern. stoffen für industrielle Swede, von Halb- und Fertigfabrikaten, die aufgefordert, den Tarif genau innezuhalten, und damit zu zugenommen hat, sondern die Ausfuhr von Lebensmitteln erkennen gegeben, daß es ihr ernst mit der Sache sei. wie uns von nicht weil Rußland davon zu viel erzeugt hat, sondern Wie im Lauf der Diskussion fonstatiert wurde, hatte ungefähr weil die zunehmende Verarmung der Bauernschaft diese ein Drittel der Anwesenden am Sonnabend den tarifmäßigen Lohn zwingt, ihre eignen Bedürfnisse immer mehr einzuschränken nicht erhalten. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Reund so viel, wie irgend möglich ist, bon ihren Produkten solution an: au verkaufen. Deutlich geht das aus folgender Zusammenstellung hervor, welche die Beteiligung der Hauptwarengruppen an der Ausfuhr veranschaulicht: Die Steinsetzer und Rammer in Sorau haben bort telegraphiert wird bis auf 2 Mann die Arbeit nieder gelegt. Sie forderten eine Lohnerhöhung, welche ihnen verweigert wurde. Die Reiseeffekten- Sattler in Stuttgart stehen im Streit. Die Situation ist äußerst günstig und steht zu hoffen, daß in Kürze die Angelegenheit beigelegt ist. 64 Mann kommen in Betracht. Wir ersuchen deshalb die Sattler aller Branchen, Stuttgart strengstens zu meiden und den Zuzug fernzuhalten. Der Verband der Sattler. is In der Sizung am 22. Mai erfolgte die Beratung und AbStimmung über die zum Statut gestellten Anträge. Stimmung über die zum Statut gestellten Anträge. Danach wurde über das Verhältnis der organisierten BäckereiArbeiter zu den Konsum- und Produktivgenossenschaften beraten. zu diesem Zwecke haben 32 Konsumbereine 38 Vertreter entsandt, Sie vom Vorsitzenden herzlich begrüßt werden. Lebensmittel. Rohmaterialen und Halbfabrikate Vieh Fabrikate. Jm ganzen 1900 1901 526 189 258 267 1902 Tausend Rubel 881 174 430 955 269 806 256 697 17.902 20224 19 553 21 939 729 815 688 485 Die ruffische Ausfuhr ging vornehmlich nach folgenden Ländern: " In Erwägung, daß, troßdem der abgeschlossene Tarifvertrag in Kraft getreten ist, ein Teil der Firmen, und hauptsächlich die größten, den Tarif nicht innehalten, sich vielmehr auf den Standpunkt stellen, fie twüßten noch nichts davon, ersucht die Versammlung die Leitungen beider Organisationen( Arbeitgeber wie Arbeitnehmer) dahin zu wirken, daß der Tarifvertrag sofort von beiden Seiten genau innegehalten wird. Sollte es troydem nicht geschehen, so ist Die Leitung der Arbeiterorganisation verpflichtet, andre Schritte zu Neunter Verbandstag der Bäcker Deutschlands. unternehmen, um unsre Rechte zur Geltung zu bringen." Die Versammlung der Accordarbeiter fand in Cohns Saal statt. Hier sprach Böttcher. Er ermahnte die Anwesenden, auf die strikte Innehaltung des Tarifs Bedacht zu nehmen und vor allem auf volle tarifmäßige Entlohnung zu achten. Jezt sei es Sache der Arbeiter selbst, die frühere üble Gewohnheit des gegen seitigen Unterbietens endgültig zu beseitigen. Nach einer regen Zu diesem Punkte waren vier Referenten bestellt. AllmannDiskussion wurde folgende Resolution angenommen: Die Accordarbeiter verpflichten sich zur stritten Innehaltung des Tarifvertrages. Hamburg sprach über die Bedeutung der Backwaren- Produktion durch Freitag- Leipzig Sie erhoffen eine weitere Vervollkommnung desselben durch all- Konsumvereine und Genossenschaftsbäckereien. mähliche Erhöhung der Grundpreise für Accordarbeit, da die heutigen behandelte die technischen und sanitären Einrichtungen dieser Betriebe. Ueber die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Bäcker Preise als eine angemessene Entlohnung für das Tragen von Stalk und Steinen nicht anzusehen find. Ferner verpflichten sich die Ver- in Konsumvereinen und Genossenschaftsbäckereien referierte KahlDresden. Er führt aus, daß auch über die Lohn- und Arbeitsfammelten, energisch für den Ausbau der Organisation zu wirken.bedingungen In beiden Versammlungen erfolgte die Wahl einer Schlichtungs- bedingungen eine Verständigung nötig sei, die sehr zu einem befonumiffion. Gewählt wurden: Heidemann, Heinemann, Zmuda, Arbeitszeit sei schon sehr viel gethan worden. friedigenden Verhältnis beitragen würde. Für die Regelung der teiligt Die Arbeitslöhne Gräber und Dräger. hließen ließen jedoch manches zu wünschen übrig; die leidige DividendenRedner befürwortet die Einsetzung einer jagd sei daran schuld. Tariffommission, die alle schwebenden, zu unangenehmen Zuständen Als Unterlage zu solchen Tarifführenden Fragen erledigen solle. vereinbarungen könne dienen: achtstündige Arbeitszeit für größere Betriebe, 21 M. Minimallohn für kleinere und mittlere Orte, und 24 M. für Großstädte. Für Ueberstunden ein Zuschlag von 25 Proz. und fährlich eine Woche Ferien. Ve= Bestimmungsländer Deutschland Großbritannien Niederlande 21558 19 263 825 277 1900 1901 Tausend Rubel 1902 • 187 635 145 576 178 856 203 596 156 751 188 775 69 304 84 689 103 013 57 450 61 222 55 158 26 260 30 217 35 701 36 790 37 751 48885 • 23 353 21 188 28434 18 261 21 329 15 338 18 278 25 893 27 836 Frankreich. Destreich- Ungarn Italien. Belgien Türkei Dänemark. Dagegen waren an der Einfuhr in Rußland hauptsächlich be 1900 1901 1902 Tausend Rubel Deutschland. Großbritannien Frankreich Bestreich- Ungarn Belgien Italien Schweiz Türkei. Niederlande mit 216 727 208 823 202 886 127 088 102 913 99 307 t n 31 273 27566 26 284 " 26 964 24 858 23 506 " 9.086 8878 6.963 " 8928 10 224 9 213 " 6175 5781 6 688 • " 7 234 7198 6510 " 8822 8 545 11 337 Der Handelsverkehr mit Deutschland ist also der weitaus bedeutendste. Unruhen in China. Beting, 25. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Das chinesische Auswärtige Amt hat die Nachricht erhalten, daß der Aufstand in Hünnan nicht ernst sei, die Behörden seien vollkommen im stande, die Bewegung zu unterdrücken. Auf der französischen Gesandtschft wird diese Auffassung geteilt. Stullateure. Es gilt nach unsrem fiegreich beendeten Streit, an welchem mit wenigen Ausnahmen fast alle Kollegen Berlins und der Vororte teilgenommen haben, die so gefestigte Organisation aus zubauen, um auch das im Kampfe Errungene überall durchzuführen. Es wird zu diesem Zwecke in der allernächsten Zeit eine allgemeine Bauten und Werkstellen- Kontrolle seitens der Organisation fest zustellen haben, ob auch das Errungene eingehalten wird. Die Zeit Der vierte Referent,& antes- Stuttgart wünscht, daß die der vorbereitenden Einrichtungen ist jetzt vorüber. Ueberall muß Genossenschaften die Arbeiter vom Arbeitsnachweis des Verbandes den Kollegen sämtliches Material bis in das Stockwerk der Befestigung geliefert werden. In allen Werkstellen ist die 81% stündige nehmen sollen. Bedauerlich sei, wenn statt dessen Vereine in InnungsArbeitszeit von 7-5 Uhr einzuhalten. Wo irgendwie versucht organen Arbeitskräfte suchten, wie das oft geschehen sei. In einem weiteren Referat bespricht noch rezschmarwird, diese Bestimmungen zu umgehen, da ist im Augenblick jedem Stollegen zu raten, daß er das so schlechte Arbeitsverhältnis aufgiebt Hamburg die Unfallverhütungsvorschriften in diesen Betrieben. und durch Vermittelung unsres Nachweises dort in Arbeit tritt, wo zunächst die anwesenden Genossenschaftsvertreter. Auf Vorschlag des Vorfizenden äußern sich in der Distuffion Letzte Nachrichten und Depeschen. alle Bedingungen des Tarifes erfüllt werden. Man einigte sich auf folgende Resolution: Die heute anAuf allen Bauten und Arbeitsplätzen muß eine wöchentliche wesenden Vertreter der Genossenschaften erachten tarifliche Vereingegenseitige Organisationskontrolle unter den Kollegen stattfinden und muß ein Stollege als Baudeputierter die Verpflichtung über- barungen mit dem Bäckerverband als notwendig und erklären, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß solche zu stande kommen." nehmen, um die Durchführung unsrer Beschlüsse zu fördern. fonders sind die Sammlungen für unsern Streitfonds zu betreiben. Nach der nunmehr folgenden lebhaften Debatte der Delegierten Jeder Kollege muß als Ehrenpflicht empfinden, die gefaßten Be- des Verbandstages wurde ein Antrag angenommen, der dahin geht, die Regelung der ganzen Angelegenheit dem Vorstand zu überschlüsse innezuhalten. Zur leichteren Durchführung und da es auch tragen. jetzt die Verhältnisse erlauben, wird in der am Donnerstag, den Am 23. Mai, dem letzten Verhandlungstage, wurde über die 28. Mai, stattfindenden außerordentlichen Mitgliederversammlung die Agitation in den Gauen beraten. Im Lauf der Debatte wurde Lohnkommission den Kollegen einen Antrag unterbreiten, daß für mehrfach angeregt, eine Verschmelzung mit dem Verbande der diese Woche und bis auf weiteres mur 5 Proz. des Arbeits- Konditoren herbeizuführen. Einstimmig wurde hierzu beschlossen, verdienstes an den Streiffonds abzuführen sind. Da neben Verhandlungen mit dem Verband der Konditoren einzuleiten. andern wichtigen Punkten( siehe Annonce) auch der neue Tarif gegen Ein Antrag, den in die Centralkaffe abzuliefernden Beitrag auf Borzeigung des Mitgliedsbuches zur Verteilung gelangen wird, ift 35 Pf. zu normieren, und den einzelnen Mitgliedschaften 5 Pf. zur das Erscheinen aller Kollegen in dieser Versammlung notwendig. Bestreitung der örtlichen Ausgaben zu belassen, wurde angenommen. Die Lohnkommission. Die Gehälter der Verbandsbeamten wurden in folgender Weise Zum Streit der Metallarbeiter bei der Firma Mehlich. Entgegen festgesetzt: Das Gehalt des Vorsitzenden beträgt vom 1. Juli an ihrer Bekanntgabe vom Sonnabend hat die Firma ihre Fabrit nicht 180 M. monatlich, des Kassierers 165 M. Die Gaubeamten sollen 30 m. geschlossen, sondern sucht den Betrieb durch Arbeitswillige" aufrecht wöchentlich, die jetzt angestellten drei Gaubeamten sollen vom 1. Juli an Lohnbewegung der Klempner in Frankfurt a. M. zu erhalten. Diese Absicht würde sich bei der geringen Zahl der 33 M. bekommen. Das Gehalt soll jedoch um 1 M. steigen bis 35 M. Frankfurt a. M., 25. Mai.( B. H.) berfügbaren„ Arbeitswilligen" einfach als unmöglich erweisen, wenn Der Siz des Verbandes bleibt in Hamburg. Als Siz des AusDie Klempner und der Fabrikleitung nicht von dem Hirsch Dunderschen schusses wird München beibehalten. Als erster Vorsigender wird Installateure beschlossen in einer öffentlichen Versammlung mit Gewerkverein thatkräftige Hilfe gebracht würde. Nicht genug Allmann, als Kassierer Friedemann einstimmig wieder- 204 von 211 abgegebenen Stimmen, die Arbeit bei den Innungsdamit, daß die bisher im Betrieb beschäftigten Mitglieder des gewählt. unbesoldet Als zweiter Vorsitzender wurde meistern niederzulegen. Sie fordern die Einführung eines neunGewertvereins am Montag früh mit Wissen und auf Empfehlung er es schmar wiedergewählt. Als Delegierte zum internationalen einhalbstündigen Arbeitszeit, ferner die Festsetzung eines Minimalihrer Organisationsleiter die Arbeit wieder aufgenommen haben Kongreß werden außer dem Vorbandsvorstand Gaßner München, Arbeitslohnes. Verantwort. Nedakteur: Carl Zeid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Der englische Vorschlag, nach welchem die chinesische Entschädigungszahlung während eines bestimmten Zeitraumes auf der Silberbasis erfolgen soll, hat nicht die Billigung der andern Regierungen, welche darüber befragt wurden, gefunden. Vom Prinzen Mörder. " Hannover, 25. Mai.( B. H.) ( B. H.) Die Hann. Allg. 3tg." teilt führung des Prinzen Arenberg in die" Maison de santé" zu Schönemit, daß die bereits in allen Hauptpunkten vorbereitete Ueberberg infolge der Mitteilungen der„ Hann. Allg. 3tg." plöblich umgestoßen fei. Prinz Arenberg bleibe in Hannover im Gerichtsgefängnis, bis die ganze Angelegenheit aufgeklärt sei. Nr. 120. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ein Jubiläum der deutschen Socialdemokratie. Dienstag, 26. Mai 1903. wissenschaftlichen Säge haben nicht gehindert, daß die Thatsachen ihren geistlichkeit benachteiligt werde. Das hieß so viel als die eigentlichen Weg gegangen sind, so haben wir Konsumvereine erhalten und ausgebaut Kerntruppen der katholischen Kirche zu Marodeuren derselben zu und auch Produktivgenossenschaften werden kommen und ausgebaut, stempeln. Die beiden antiklerikalen Regierungen verwechselten den wenn erst das Solidaritätsgefühl der Arbeiter voll erstarkt ist. Die formal- gesetzlichen Boden des Konkordats, welches allerdings keine Leipzig, 24. Mai. Wissenschaft muß sich beugen, wenn sie geirrt hat, vor der Macht der Kongregationen kennt und anerkennt, mit den thatsächlichen historischen Die hochgehenden Wogen des Wahlkampfes laffen im allgemeinen Thatsachen. Das Princip der Selbsthilfe in diesem Sinne ist nicht Grundlagen des Katholicismus, deffen Machtbedürfnis nicht durch jezt keine Zeit Festlichkeiten zu begehen. Jede Fiber ist angespannt, abfolut zu verwerfen. Praktische Politik, erzieherisch wirken, mit die offizielle, konkordatsmäßig gebundene Weltgeistlichkeit, sondern um dem Volke, der Socialdemokratie, den Sieg bei der Wahl zu arbeiten. Wir müssen der Welt erst zeigen, daß wir etwas leisten durch die frei wachsende Ordensgeistlichkeit befriedigt wird. Mag sichern. Würdevoller als durch diesen unablässigen Kampf fann können und dann wird man uns glauben. Nicht alle ein oder fünf sein, daß die Ausspielung der einen Geistlichkeit gegen die andre auf kaum das Gedenken der Begründung des Allgemeinen deutschen Jahre einmal thätig sein, sondern stets thätig sein, die viele gewiffe Rivalitäten innerhalb der Gesamtkirche berechnet war oder Arbeitervereins gefeiert werden. Trotz des Wahlkampfes und wohl Kleinarbeit mit verrichten, dann wird uns die Welt mit ganz andern auch nur auf die Beruhigung der schüchternen Elemente des antiauch wegen des Wahlkampfes hatten sich die Genossen der Geburts- Augen ansehen. Es ist nicht möglich, irgend einen Organismus flerifalen Lagers. Jedenfalls hat sich die Berechnung als total falsch stätte der deutschen Socialdemokratie es sich nicht nehmen lassen, mit Treibhaushize zu entwickeln, sondern das Volk muß mühselig erwiesen. Die intime Solidarität zwischen den beiden Teilen des die vierzigjährige Wiederkehr des Gründungstages würdig zu bes zur Organisation erzogen werden, dann wird der Erfolg Klerus trat je weiter je offener und energischer zu Tage, am offensten gehen. Am Sonnabendabend hatten sich reichlich 2000 Parteigenoffen ein stetiger sein. Wir haben in den vierzig Jahren eine und energischsten in den verflossenen Ferien. in dem neueroberten Sanssoucie eingefunden und am Sonntag friedliche Entwicklung gehabt. Ich weiß eine Zeit, als ein gewisser sprach Bebel in der großen Festhalle über: Die Entwicklung und Mann darauf wartete, die Flinte schießen und den Säbel hauen zu die Kämpfe der deutschen Socialdemokratie. machen. Er dürftete danach, er erklärte die sociale Frage als eine An der Abendfeier nahmen teil eine Abordnung der social- militärische Situation. Die Socialdemokratie hat sich der Situation demokratischen Reichstagsfraktion, Delegationen des sächsischen Central- gewachsen gezeigt. Nur in der Ruhe und im Abwarten liegt unsre komitees, der Wahlfomitees der Orte Chemiz, Glauchau, Neichen- Macht. Wir dürfen nicht verzagen und feig werden. Wir müssen bach. Wurzen und Zwickau. Neben einigen Telegrammen war auch Kompromisse mit der Jdee und den Thatsachen schließen, das ganze Leben ein Begrüßungsschreiben der polnischen Socialisten und Studenten ist ein Kompromiß und das politische Leben kann ihn nicht entbehren. eingegangen. Von den Mitbegründern des Allgemeinen Deutschen Die Socialisten haben auf allen Gebieten zu streben, daß fie an Arbeitervereins waren Vahlteich- New York, Peter Ullrich Macht und Ansehen gewinnen. Das ist in den 40 Jahren geschehen, und Röthing- Leipzig anwesend. Selbstverständlich fehlte der obgleich man uns ausgelacht und uns Narren gescholten hat. Nicht „ rote Postmeister" Motteler nicht. Von den Reichstags sprungweise hat sich die Partei entwickelt, sondern mit unerschöpflicher Abgeordneten waren Seyfert Zwickau und Geyer- Leipzig er- Kraft, mit immer neuer Wiedergeburt geworden aus dem Volke, schienen. Die andren waren durch die Wahl in Anspruch genommen. wie aus sich selbst. Wie die große Bewegung geboren ist Die Feier wurde durch das Neue Leipziger Musikorchester und aus dem Volfe, so soll sie getragen werden durch das den unermüdlichen und wohlgeschulten Thonberger Sängern eröffnet, Volt, durch die Thatkraft, durch die Solidarität. So werden deren Vorträge und Darbietungen dem Geiste des Tages entsprachen. wir weiter schreiten, niemals zurück. Wir werden uns bewaffnen Alsdann nahm Vahlteich, stürmisch begrüßt, das Wort und führte mit allen Waffen der Kultur, mit den Geisteswaffen kämpfen, das etwa folgendes aus: Volk geistig revolutionieren, daß eine neue Welt in Glanz und Herrlichkeit erstehe.( Stürmischer Beifall.) Im weiteren Verlauf des Abends sprachen noch Röthing und Motteler, der namentlich auf die unermüdliche Arbeit der ParteiEr widmete der roten genossen und die rote Feldpost hinwies. Wahlfeldpost ein Lied und sprach die Siegeshoffnung für die Stadt Leipzig aus. Würdiger könnte die 40 jährige Wiedergeburt der Partei nicht gekrönt werden. " Schon vor der Beratung der Kongregationen- Gefuche hatten die Erzbischöfe und Bischöfe unter Mißachtung des Konkordats eine kollektive Petition für die bedrohten Mönche veranstaltet. Während der Ferien traten- von wenigen Ausnahmen abgesehen fämtliche offizielle Würdenträger der vom Staate befoldeten Kirche gar mit geharnischten Protesten hervor gegen die Durchführung des gefeßlichen Beschlusses betreffend die Auflösung der Kongregationen. Und es tam zu bösen Auftritten. Die erwähnten zwei Regierungsmaßregeln gaber der offiziellen Kirche die Gelegenheit, sich vielfach durch die That der Regierung zu widersetzen. Mehrere Bischöfe mit dem Pariser Erzbischof an der Spike weigerten sich, die Schließung der Klosterkapellen vorzunehmen; andre troßten außerdem der Einmischung der Regierung in den Predigerdienst und betrauten ostentativ mit dem Predigeramt bekannte tampfluftige Mitglieder der aufges lösten Kongregationen. Den Bischöfen folgten die einfachen Priester, besonders in Paris. Was that nun die Regierung gegenüber der Auflehnung der Bischöfe? Gar nichts! Denn die sonst übliche Verklagung derselben beim Staatsrat wegen Mißbrauchs" erschien ihr mit Recht als eine Er lehne es ab, in Deutschland agitatorisch thätig zu sein. Der lächerliche Formalität. Die Procedur endet nämlich stets nur damit, heutige Tag sei fein agitatorischer, sondern der Feier eines großen daß der Staatsrat feierlich den" Mißbrauch" konstatiert und damit historischen Ereignisses gewidmet. Ein Ereignis, scheinbar klein, aber Punktum. Die Regierung kann ferner die Gehaltssperre verhängen, aber sie hat davon wiederum mit Recht doch von großer welthistorischer Bedeutung, wenn man, wie ein Abstand genommen, Seher, in die Zukunft bliden tönne. Die 40 Jahre der Vergangen weil die Gehaltssperre dem Bischof neben dem Märtyrer- Ruhm heit umfassen eine solche Fülle von Opfern und erhebenden Momenten, einen bedeutenden materiellen Vorteil zu bringen pflegt: die zu seinen daß wir heute aufjauchzend frohlocken fönnen: Wir haben Gunsten veranstaltete Geldsammlung übersteigt doppelt und mehrfach es herrlich weit gebracht. Was uns damals entgegenstand, Am Sonntag fand noch eine Massenversammlung, die nach der den Betrag des gesperrten Gehalts. Endlich kann die Regierung war gewaltig an Macht, und es war ein schweres, ge- Festhalle in Stötteris bei Leipzig einberufen worden war, statt. gefeßlich zu persönlichen Strafen greifen, die von Gefängnis bis zur wagtes Beginnen, gegenüber der alten Ordnung von einer neuen Genosse Bebel sprach hier über die Entwicklung und die Kämpfe Berbannung aus dem Vaterlande gehen. Aber diese von Napoleon I. Ordnung zu reden. Ich freue mich deshalb doppelt, daß es mir der deutschen Socialdemokratie. Durch die Kraft feiner Rede, durch geschmiedeten Waffen find für die heutige Zeit unbrauchbar. gelungen ist, treu dem Princip in alter Straft mich zu erhalten. Die feine lebhafte Schilderung der deutschen Parteigeschichte wurde die Die auffässige Haltung des weltlichen Klerus hat so wider die ungebrochene Treue und der Opfermut der Parteigenossen läßt uns vieltausendköpfige Versammlung wiederholt zu stürmischem Beifall Absichten der Regierung den Kampf auf den Boden des Konkordats hoffnungsfroh in die Zukunft schauen. Ich gehe auf die Stämpfe hingerissen. Genosse Bebel sprach von den ersten Anfängen der hinübergespielt. Die Kündigung des Konkordats, das die Regierung von damals nicht ein, sondern greife aus dem damaligen Partei, er schilderte das ständige Wachstum derselben und thatsächlich entwaffnet, die Trennung zwischen Kirche Milien eine Frage heraus, die Frage der Taktik. Lassalle gedachte besonders eingehend des Kampfes, den die Re- und Staat wurde auf einmal zu einer aktuellen Frage. Diese behauptete, daß er jeden Satz, den er spreche und schreibe, gierenden und Herrschenden fortgefeßt gegen die Socialdemokratie Wendung war der Regierung ebenso unerwünscht, wie sie der Vorhut der Welt verkünde ausgerüstet mit der ganzen Wissenschaft geführt haben, ohne ihren Zweck, die Unterdrückung der des antiklerikalen Lagers erwünscht war. Es kennzeichnet wieder des Jahrhunderts. Aber was ist von allen seinen Lehren übrig Bartei, auch nur im entferntesten zu erreichen. Mit einem Hinweis einmal den lendenlahmen Zustand des französischen Parteiweſens, geblieben? Und doch gab es in jener Zeit Anhänger Lassalles, die auf den 16. Juni, an welchem Tage die deutsche Socialdemokratie daß sich der aktuell gewordenen Frage nicht irgend eine Partei befich hätten den Schädel einschlagen lassen für die Richtigkeit jedes das beste Zeugnis von ihrer Entwicklung ablegen werde, schloß der mächtigt hat, sondern einzelne Zeitungen, und zwar besonders der Sazes von Laffalle. Die Thatsachen haben alles überholt. Der Redner seine Ausführungen. Der Arbeiter- Sängerbund", der die um die neue Zeitung Aftion" gruppierte Freidenker- Verband". ganze Streit um Grundsäße erscheint uns heute als überflüssig, der Versammlung mit brausendem Gesang eingeleitet hatte, beendete Dieser Verband setzte eine umfassende Agitation im ganzen Lande Sen Vorwärtsgang gehemmt und gelähmt hat. Es gilt an den auch die Versammlung in der gleichen Weise. Die Jubelfeier der ins Wert für die Trennung der Kirche vom Staat. Daneben beranThatsachen sich zu halten, die Armee unsrer Kämpfer so zu organi deutschen Socialdemokratie ist am Sonntag von der Leipziger staltete die Zeitung Lanterne" von sich aus eine Boltspetition für fieren und zu schulen, daß sie für den Kampf reif wird. Der Kampf Arbeiterschaft zu einer gewaltigen Demonstration und zu einer nach die gleiche Forderung. Und es lag bereits ein fertiger und vollmuß immer mit den Thatsachen übereinstimmen. Das habt Ihr drücklichen Kundgebung gestaltet worden. ständiger Gefeßentwurf auf Trennung zwischen Kirche und Staat Deutsche gethan, das hat Euch die Ueberinacht gegeben über die vor, ausgearbeitet vom jaurèsistischen Abgeordneten de Pressensé und Socialisten aller Länder, so daß die deutschen Socialisten an der unterzeichnet von seinen Fraktionsgenossen sowie von zahlreichen Linksradikalen. Spize aller Socialisten marschieren. Um die Bewegung noch rascher in Fluß zu bringen, glaubten die Freidenker von der„ Aktion" mit dem ehemaligen Abbé Charbonnal die an der Spize ein neues Kampfmittel anvenden zu sollen Störung des Kirchendienstes im Namen des Gesezes überall dort, to, trotz der Regierungsverordnung, Mitglieder der aufgelösten Es braucht kein Wort Kongregationen als Prediger auftraten. Französische Kulturkampf- Nöte. Der Streit der Theoretifer wird langweilig, wenn er That Paris, 23. Mai.( Eig. Ber.) fachen nicht berücksichtigt, und schöne Parlamentsreden sind nicht so Wie das ganze verflossene Jahr waren die parlamentarischen wertvoll, wie die unermüdliche Organisationsarbeit. Man sollte das Osterferien vom Stulturkampf- Lärm erfüllt. Gerede von der Revolution lassen und die neue Zeit verstehen. Ein Die Auflösung der nicht genehmigten 54 Männerkongregationen neues System muß eingehalten werden, um dem Volte die Er war nichts als die direkte Vollstreckung des neulichen Kammer- Be oberung der Rechte und Freiheiten zu ermöglichen. Neue Wege schlusses. Daneben aber hat die Regierung von sich aus zwei weitere müffen gewandelt werden. Wie die Belle auf Belle baut und erſt die Blute et micklung Maßregeln verfügt, die mit jenem Beſchluß nur indirekt zuſammen- darüber verloren zu werden, daß dieses Vorgehen der„ Attions" entsteht dann hängen und deren formale Berechtigung sich aus dem altehrwürdigen Freidenker ebenso unstatthaft wie gesezwidrig ist. Sie meinten da: die Frucht reift, so müssen auch wir den Kampf leiten. Darin Konkordat herleitet. Diese Maßregeln sind: das Verbot an die Mit- durch die Unhaltbarkeit des Konkordats handgreiflich zu demonstrieren, haben wir im Allgemeinen deutschen Arbeiterverein geirrt. Dem glieder der aufgelösten Stongregationen, das kirchliche Predigeramt während fie lediglich den Merikalen eine erwünschte Gelegenheit Schlagwort Schulze- Delißsch von der Selbsthilfe feßte Lassalle auszuüben, und die Schließung der behördlich nicht genehmigten gaben, über eine grobe Verlegung der Religionsfreiheit zu flagen, die Forderung der Produktionsgenossenschaften mit Staatskredit, Klosterkapellen. Damit griff die Regierung immittelbar in den nachdem die freiwilligen Gesezeswächter von den Kirchenbesuchern mit dem bekannten 100 Millionen Thaler- Kredit entgegen. Lassalle Kirchendienst ein.c und besonders von der freiwilligen flerikalen Schutzgarde im Bunde glaubte die Arbeiter seien nur groß als Produzenten und nicht auch Seit dem Beginn des Kampfes gegen die Kongregationen be- mit den offiziellen polizeilichen Gefeheswächtern mit blutigen Köpfen Konfumenten, das Konsumvereinswesen sei deshalb zu veriverfen. Hauptete die Regierung- wie das Stabinett Waldeck- Rousseau so heimgeschickt waren. Andrerseits haben die paar gewaltthätigen Aufdaß jener Kampf auch im Interesse tritte in und vor den Kirchen die Aufmerksamkeit von dem wochenLassalle hat sich selbst später widerlegt. Der Arbeiter ist groß auch das Kabinett Combes als Konsument und wir irrten, als wir das Gegenteil glaubten. Diese des weltlichen Klerus liege, der von der überwuchernden Ordens- langen gewaltthätigen Widerstand der Klöster gegen die öffentliche Prozesse griff rasend um sich. In einem Monate wurden fünfhundert Jahre Gefängnis wegen Beleidigung des Kaisers verhängt. Am schlimmsten wütete die berüchtigte fiebente Deputation des Berliner Stadtgerichts, die am 28. Juni 22%, Jahre Gefängnis wegen Majestätsbeleidigung verhängte. Reichstagswahlen vor fünfundzwanzig Jahren. I. Was ist ein geschichtliches Ereignis? Auf den gegenwärtig regierenden deutschen Kaiser haben befanntlich zwei Frrfinnige zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten recht harmlose Anschläge unternommen. Wer erinnert sich noch genau an die Personalien der Attentäter, an das Datum und an die näheren Umstände ihrer Thaten? Eine zweite Woche bricht an, geht zu Ende und am letzten Tage derselben vierzehn Tage nach meinem Antrage erscheint der Medizinalrat Wolff. Nach einer sehr sorgfältigen Untersuchung geht Herr Wolff, nachdem er sich sehr bedenklich über meinen Zu stand ausgesprochen hat. Seit jener Untersuchung find wiederum bolle acht Tage verflossen, ich bin nach wie vor im unflaren über Die gesamte bürgerliche Presse mit geringen Ausnahmen vermein Schicksal, die 7. Deputation hat seitdem drei Sizungen ge- breitete auf Bismarcks Befehl die Lüge, daß Hödel und Nobiling halten und ich nun ich habe heute nachmittag in der Spazier- Socialdemokraten und die ganze socialdemokratische Partei eine stunde Blut gefpien, nach meinen bisherigen Erfahrungen ein Partei der Königsmörder sei. Das sittliche Gewissen der Nation," Borbote starter, in furzer Zeit darauf folgender Lungenblutungen. das bei der grausamen Hinmordung des armen Dentler ruhig geDaß ich jetzt eine Zungenblutung vom Schlage der beiden erlebten schlafen hatte, war plötzlich erwacht. Hatte es sich diesmal doch überstehen würde, halte ich einfach für unmöglich. nicht um einen armen kranken Arbeiter, sondern um einen König Aber diese systematische Totfolterung eines rechtlichen braven gehandelt. Unter diesen Umständen sah das socialistische Central- Wahlbureau Mannes, durch die berüchtigte Kammer der Majestätsprozesse, der qualvolle Tod unsres armen Dentler war kein geschichtliches in Hamburg ein, daß es sich diesmal nicht sowohl um einen Greignis". Und er verdient schon darum nicht als eine geschichtliche Eroberungskrieg, sondern um einen Verteidigungskampf handeln Am 13. Juni veröffentlichten Geib und Derossi in Besonderheit für sich allein beurteilt zu werden, weil er feineswegs müßte. vereinzelt dasteht. Selbst wenn die Socialdemokratie für alle Thaten seinem Namen einen Aufruf, der die Konzentrierung aller Sträfte wirklich verantwortlich wäre, die ihr ihre Gegner auf das Schuldconto auf bestimmte Wahlkreise ankündigte. Als solche wurden einige schreiben wollen wie leicht würden selbst dann die persönlichen Tage später genannt: Berlin IV und VI, Hamburg I und II, Glückstadt und Kiel in Schleswig- Holstein, Leiden wiegen, die sie verursacht, wie schwer jene, die sie erlitten hat. Altona, Die Attentate von 1878, harmlose Zwischenfälle für sich ge- Elberfeld- Barmen und Solingen im Rheinlande, Hanau und Noch weniger aber als an die unbeträchtlichen Zufälle, die von den nommen, sind aber deshalb geschichtliche Ereignisse geworden, weil Offenbach im Maingau, Gotha und Neuß ä. 2. in den mittelWeiland und Selma Schnapke verursacht worden sind, erinnert man sich ihre Folgen eine neue Aera in der Geschichte der deutschen Social- deutschen Kleinstaaten, Breslau I und II, Reichenbachheute eines sehr ernsthaften politischen Mordes, der im Jahre 1878 demokratie eingeleitet und gleich unmittelbar einen der denkwürdigsten Neurode und Waldenburg in Schlesien, schließlich Auerbachfurze Zeit vor den Attentaten verübt worden ist, mit diesen aber und ruhmvollsten Wahlkämpfe verursacht haben, die von den deutschen Reichenbach, Borna, Chemnitz, Dresden- Altstadt, Freiburg, Glauchaufeineswegs in irgend einem ursächlichen Zusammenhange steht. Am Arbeitern geführt worden sind. Meerane, Leipzig- Land, Mittweida, Stolberg- Schneeberg, Bichopau Von den 24. April 1878 starb der verantwortliche Redakteur der Berliner Nach dem Attentate Hödels hatte Bismarck dem Reichstage ein und Zwickau- Crimmitschau in der Hochburg Sachsen. Freien Presse", der wackere Paul Dentler als Gefangener in Socialistengesetz vorgelegt, das mit großer Mehrheit verworfen 397 Wahlkreisen des Reiches waren es also mur 29, auf die die der Charité. Vor feiner Ueberführung dahin schrieb er, der seit wurde. Partei ihr Hauptaugenmert richtete. dem 18. Januar als Schwerkranker wegen angeblicher Majestäts- Am 2. Juni schoß Dr. Nobiling seine Schrotbüchse auf den beleidigung in Untersuchungshaft gehalten worden war, an seine Kaiser ab. Am 11. desselben Monats genehmigte der Bundesrat auf Redaktionskollegen: Antrag Preußens die Auflösung des Reichstages. Die Neuwahlen - und wurden auf den 30. Juli angefeßt. Vor fünfundzwanzig Jahren sind auf den damals regierenden deutschen Kaiser zwei ähnliche Anschläge unternommen worden, deren traurige Helden, Hödel und Nobiling, faum weit über dem geistigen Niveau der Weiland und Selma Schnapte gestanden haben mögen, und deren Erfolge genau den Erfolgen der beiden späteren Attentate" entsprechen: eines mißglückte vollständig, weil es weder ernst gemeint, noch mit Bedacht unternommen wurde, während das ziveite zu einer feineswegs lebensgefährlichen Beschädigung des Opfers führte. Und doch haben sich die Attentate von 1878 unauslöschlich in die Erinnerung des deutschen Volkes eingebrannt! " so oder so An der Spitze der Mordspatrioten marschierte das fortschrittliche Berliner Tagebl."." Daß das Pferd und der Hund viel empfänglicher für Humanität sei, als die unteren Regionen der menschlichen GesellIch glaube, ich stehe vor dem letzten Aft fchaft", tonnte man in der Nummer des Tageblatt" vom 19. Juni daher ist es gut, einmal die Vorgänge, die sich seit meiner Ver- Der Wahlkampf begann. Bismards Plan ging dahin, die 1878 lefen. Die Socialistenheze war diesen Fortschreitern mir und sie war ihnen nicht energisch Haftung abgespielt haben, zu refapitulieren: An Tage meiner Socialdemokratie womöglich aufzureiben, die mächtige national zu spät gekommen, und fie Es müsse, so hieß es in einem tonfusen Artikel, Verhaftung wird von den Freunden unter Einreichung eines liberale Partei an die Wand zu drücken und eine echtfärbig genug. dem fich die Lakaiendemut überschlug, die PrügelAttestes meine Entlassung aus Gesundheitsrücksichten beantragt. reaktionäre Mehrheit zu stande zu bringen, die all seinen despotischen in werden, tvenn es auch nicht Der Anstaltsarzt... tann mit mir nicht ins flare tommen und Plänen gehorsam wäre. Die nationalliberale Partei aber sah ein, strafe wieder eingeführt behält sich sein Urteil vor, um mich einige Tage" zu beobachten. daß es mm Zeit geworden sei, mit den Wölfen zu heulen, wenn nötig sei, fich an die Form zu klammern." Schließlich wurde der Die Beobachtung" bestand darin, daß Herr Dr. Lewin in der man von ihnen nicht gefressen werden wollte, und übernahm in der Todesstrafe ein Loblied gesungen und nebenbei die Beseitigung des folgenden Woche zweimal in meine Zelle fam, mich fragte, wie Attentatshezze die Führung. In der Fortschrittspartei richterte es allgemeinen Wahlrechts verlangt. mir's ging und verschwand. Aus den einigen Tagen sind sieben schon damals. Ein Heer von Feinden stand ringsum. Material, Herr Dertel, Material! Und die liberale„ Tribüne" schrieb am Tage darauf, das Wochen geworden! Nachdem der Sterbende in erschütternder Weise die einzelnen Bismarck handelte es sich ja gerade darum, seine Annahme im deutsche Bürgertum würde auf die Provokationen der Arbeiterschaft Stadien seines Kampfes um die Freiheit geschildert hat es war neuen Reichstage zu sichern so brach doch eine furchtbare eine Antwort wissen: Sie lautet: Hinans mit der Socialdemokratie Kaution in jeder Höhe angeboten worden, fährt er verzweifelt Socialistenverfolgung aus. Aus Gründen, die heute kaum wo aus dem Reichstage. Die liberale Partei wird diese Antwort nicht fort: anders mehr als in Sachsen möglich find, wurden Versammlungen erteilen durch Phrasen und Rodomontaden, sondern durch die That, Mein Zustand verschlimmert sich jeden Tag, nach Verlauf einer verboten, die Redakteure der Parteipreffe wanderten zum großen durch ihre einmütige Beteiligung an den Wahlen, nicht durch SplitterWoche erinnere ich( an den Antrag auf Entlassung) vergebens. Teil ins Gefängnis, und die Seuche der Majestätsbeleidigungsrichterei mit andern Parteien, sondern durch Einigkeit und War auch das Socialistengesez noch nicht angenommen für Macht gänzlich abgelenkt- ein neuer unverhoffter Gewinn für die Alerifalen. Dies die Situation, in welcher die Deputiertenkammer ihre Sommersession eröffnete. Die zweitägige Debatte über die verschiedenen klerikalen und antiklerikalen Interpellationen war ein getreuer Ausdruck der verfahrenen Situation. Die Regierung kann weder zurück noch vorwärts. Hart vor der Kündigung des Konkordats angelangt, wagte sie diesen Schritt um so weniger, als er ganz außerhalb ihrer Pläne wie ihres Programms lag. Sie kann also nicht vorwärts, ungeachtet des Drängens ihrer linksstehenden Truppen. Sie kann aber auch nicht zurück, will sie nicht ihre Existenzberechtigung verlieren. Und doch murrt der rechte Flügel ihrer Mehrheit immer energischer. Ihn hat schon die konsequente Durchführung des Kongregations- Gefeßes arg verschnupft und nun gar erst die darüber hinausgehenden, obwohl konkordatsmäßig gesetzlichen Eingriffe in den Kirchendienst. Die von den antiklerikalen Heißspornen veranlaßten Auftritte in den Kirchen haben ihn bollens gruselig gemacht und mehr denn je seine Anhänglichkeit an das Konkordat befestigt, in welchem er die einzige Garantie des religiösen Friedens sieht. Der rechte Flügel der Regierungsmehrheit, die Demokratische Union", an deren Svizze der Vicepräsident Etienne steht, ist zwar numerisch recht schwach. Aber er hat für sich die ganze Trägheitskraft in und außerhalb der Regierung, die Angst und Scheu der weiten Kreise der nicht direkt klerikalen Bourgeoisie, die immer deutlicher sich hervorragende Opposition des Präsidenten Loubet gegen das Kabinett Combes und schließlich eine unverhältnismäßig starke Vertretung im Kabinett selbst. Zu den Schwierigkeiten der Kirchenpolitischen Situation gesellen sich natürlich die üblichen parlamentarischen Intriguen der ministerfähigen Streber aus allen bürgerlichen Parteien des Regierungslagers. Diesen Elementen ist jede Gelegenheit gut genug, um zu einem Portefeuille zu gelangen. So kam es, daß die Regierung in der letzten Debatte nahe daran war, zwischen dem rechten und dem linken Flügel ihrer Mehrheit erdrückt zu werden. Sie verdankt ihre Rettung eigentlich den ministeriellen Socialisten, wie der Abg. Rouanet ausdrücklich konstatierte unter Hervorhebung des„ Loyalismus“ seiner Fraktion. Die jaurèsistische Fraktion hat nämlich die widerspenstigen Linksradikalen dazu gebracht, für die Vertrauensformel Etienne zu stimmen, die kein Wort von der Trennung zwischen Kirche und Staat enthält, dafür aber die Sicherung der freien Ausübung des Kirchendienstes verlangt. Ferner hat die Kammer, wenn auch nur mit 30 Stimmen Mehrheit, selbst einen platonischen Dringlichkeitsantrag auf Trennung zwischen Kirche und Staat abgelehnt, wobei der Regierungs- Bloc" feinen rechten Flügel an das flerifal- melinistische Lager verlor. Das unter solchen Bedingungen errungene Vertrauensvotum ist für die Regierung ein Pyrrhussieg. Die Entwicklung des Kulturkampfes ist ihr über den Kopf gewachsen. Selbst auf seinem Entstehungsboden, auf dem Boden des Antiflerifalismus, zeigt der Bloc" Zerbrödelungs- Tendenzen. Er erweist sich allzu heterogen selbst für die konsequente, wirklich demokratische Durchführung seiner antiklerikalen Politik. Sociales. Internes aus einer königlich preußischen Zwangserziehungs- Anstalt. Selten nur dringt aus den Mauern der Erziehungsanstalten, welche einen allerdings nur sehr kleinen- Teil unsrer sittlich gefährdeten Jugend umschließen, etwas an die Oeffentlichkeit. Um so dankensiverter ist die vollkommen objektive Schilderung, welche der Direktor des Schulheims zu Falstad bei Drontheim in Norwegen, J. Chr. Hagen, in der Zeitschrift für Kinderforschung"( zweites Heft) von der königlich preußischen Erziehungsanstalt in Wabern bei Staffel veröffentlicht, in der er sich Studien halber einige Zeit aufhielt. Echon äußerlich macht diese Erziehungsanstalt vollkommen den Gindruck eines Gefängnisses oder Zuchthauses: beinahe alle Fenster sind mit Eisengittern verwahrt und außerdem fest verriegelt, hohe Mauern und Eisenstakete schließen das Gebäude von der Außenwelt ab. Hier sind zur Zeit etwa 180 Knaben vom 11. bis 18. Lebensjahre untergebracht, deren ganzes Dasein mit peinlichster Präcision militärisch geregelt ist, für deren Aufrecht erhaltung mehrere Aufseher" mit unnachfichtlicher Strenge forgen, während drei Lehrer den Knaben in drei Abteilungen die Kenntnisse einer ländlichen Volksschule vermitteln. Die Knaben von 12 bis 14 Jahren erhalten täglich drei Stunden Unterricht(!). die 14 bis 16jährigen 4 Stunden wöchentlich und die 16 bis 18jährigen zwei Stunden wöchentlich. Von dieser sehr knapp bemessenen Unterrichtszeit entfällt natürlich ein sehr großer Teil auf den Religionsunterricht. Turn- und Handfertigkeits- Unterricht fehlen dagegen im Lehrplan gänzlich. Dafür werden die Knaben in ihrer schulfreien " Geschlossenheit aller staatsfreundlichen Stimmen, und dadurch wird sie siegen." So sicher also verließ sich das deutsche Bürgertum auf Staatsanwalt und Polizei, daß es die völlige Entfernung der Socialdemokratie aus dem Reichstage mit siegessicherer Miene prophezeite! Wie die Großen, so die Kleinen. In den Lüneburger Anzeigen" brüllte z. B. ein tollgewordener reichstreuer Professor, ganz im Stile des Grafen Pückler: = Zeit mit schwerster förperlicher Arbeit bis zur Erschöpfung über 10-12 M. 26,1 Proz, über 12-15 M. 27,6 Proz. über 15 bis beschäftigt. Das zu der Anstalt gehörige Ackerland wird nicht um- 20 M. 11,1 Proz., über 20-30 M. 1,1 Proz. Die meisten Löhne gepflügt, sondern von den Knaben mit Hacke und Spaten bearbeitet. liegen also zwischen 8 und 15 M.( 75,7 Proz.) Die höchsten Zahlen Hagen erivähnt ausdrücklich, daß zum Transport des Düngers se ch 3 erreichen die Plätterinnen mit 12,68 W., die Arbeiterinnen der Knaben mit Schulterzugriemen einem Wagen Maschinenindustrie mit 12,11 M. und unter ihnen die der Pianovorgespannt wurden, während vier andre den mechanik- Fabriken mit 13,15 M., ferner die Textilindustrie mit Wagen schieben mußten. Ebenso wurden Eisenbahngüter 12,02 m., die Druckereien mit 12,27 M., die Cigarettenabgeholt. Es schien schwer zu sein," sagt Hagen wörtlich, und arbeiterinnen mit 13,37 M. und die Maschinennäherinnen für dieses Schleppen der vornüber gebogenen, in den Riemen anliegenden besser bezahlte Arbeit mit 11,92 M. Bei den beiden lehteren Knaben, die ihren Wagen durch die Straßen der Stadt fuhren, Gruppen ist jedoch der nicht zu trennende Lohn für die machte einen nicht ganz angenehmen Eindruck". Außer dieser übliche Hausarbeit inbegriffen. Einzelne Mäntelſtepperinnen Pferde- Arbeit" hatten die Knaben noch Gartenarbeiten zu machen, machen die nicht auf der Maschine zu leistende Arbeit( Ausschneiden 2c.) Vieh zu hüten und in den Schmiede-, Schloffer- und Tischler- Werk zu Hause, und die Cigarettenarbeiterinnen kleben die Hülſen in einstätten der Anstalt alles, was dort gebraucht wurde, anzufertigen oder bis dreistündiger täglicher und auch Sonntagsarbeit; sie verdienen zu reparieren. Außer den Sonntagen und einer halben damit 1-3 M. in der Woche. Ebenso kommen 1-2 M. des VerStunde an jedem Wochentage hatten sie feinerlei freie dienstes in der Papierverarbeitung vielfach auf Hausarbeit. Die Zeit zu Spiel, Lektüre u. dergl. Die Beköstigung in Wabern scheint niedrigsten Löhne erhalten die Arbeiterinnen der Seifeninduſtrie die in preußischen Gefängnissen übliche zu sein. Die Portionen er mit 7,1 M. Es werden in solchen schlecht zahlenden Betriebsarten schienen Hagen klein. meist junge Arbeiterinnen eingestellt, welche bei den Eltern wohnen und von diesen unterstützt werden. Zu erwähnen ist noch der wesentliche Einfluß, welchen das Alter der Arbeiterinnen auf ihren Verdienst ausübt. Mit ihm nehmen im allgemeinen Uebung und Fleiß zu, und es ist deshalb in jeder Gruppe der Arbeiterinnen der Verdienst recht verschieden. Die Häufigkeit der Hausarbeit wurde in den Gewerben, in welchen sie üblich ist, wie folgt ermittelt. Von 132 Arbeiterinnen der Luruspapierfabrikation gaben 18 an, Hausarbeit zu leisten, von 21 Cigarettenarbeiterinnen 20, von 171 Näherinnen für schwerere Arbeit 54, von 182 andren Näherinnen 97. Welchen Einfluß übt nun der Aufenthalt in dieser Anstalt mit ihrem Drill, ihrer Ueberanstrengung, ihrem Zuchthausgeist auf die ihr zur Erziehung übergebenen Zöglinge? Niemals hörte Hagen Lachen unter ihnen. Aller jugendlicher Frohsinn schien in ihnen erstorben. An schweren Vergehen kamen Einbruchsversuche, Ausreißen, Gewaltthaten gegen die Aufseher, Verweigerung zu arbeiten öfters vor. Harte Strafen, wie Prügel, Kerker, Isolation und daneben das Tragen einer besonders auffallenden Kleidung waren die Gegen maßregeln der Anstalt. Die meisten Knaben waren stumpf und in dolent. Onanie war sehr verbreitet unter ihnen und auch Fälle von Sodomiterei waren entdeckt worden. Einige Zeit vor Hagens Ankunft hatte ein Knabe Selbstmord aus Furcht vor Strafe be- Socialdemokratischer Wahlverein der Frauen Berlins und gangen. Wenn Arbeitsschen und Faulenzerei unter ihnen häufig zu umgegend. Heute, abends 8 Uhr, Versammlung im Schüßenfinden waren, so meinen wir, ist dies kein Wunder bei der sinnlosen haus, Linien- Straße Nr. 5. Tagesordnung: Vortrag der GeBergendung der jugendlichen Arbeitskraft, die zum Princip dieser nossin Frau Emma Ihrer. Diskussion und Aufnahme neuer und ähnlicher Anstalten zu gehören scheint und die den Widerstand Mitglieder. Frauen und Mädchen Berlins! Agitiert eifrig für geradezu herausfordert. Gewiß ist es eine außerordentlich schwere den Besuch dieser Versammlung und für den Beitritt in den FrauenAufgabe, aus diesen aus dem Schmuz und Schlamm aufgelesenen Wahlverein. Es gilt, das Recht, welches uns das preußische VereinsKindern und jungen Leuten brauchbare Menschen zu machen. Aber gesetz für die kurze Zeit der Wahlbewegung giebt, voll auszunuzen gäbe es eine lohnendere? Nur ist der Weg, auf dem die königlich und zu beweisen, daß wir socialdemokratischen Frauen reif sind für preußischen Erziehungsanstalten vorgehen, der denkbar verkehrteste. die politische Gleichberechtigung mit den Männern. Der Vorstand. Die Instruktionsparagraphen der preußischen ZwangserziehungsAnstalten atmen noch den Geist vergangener Jahrhunderte; sie wissen nichts von Psychiatrie und Pädagogik. Psychische Anomalien und Entartungserscheinungen, die so oft die Ursachen des jugendlichen Verbrechertums sind, existieren für sie nicht. Für sie ist die ultima ratio ihrer Pseudo- Erziehung die Rute und der Karzer; der Lehrer, der den Knaben ein Erzieher sein könnte, spielt eine Nebenrolle, während der Wächter oder Aufseher mit der Polizeimüße als Antreiber und Angeber von früh bis spät nicht von ihrer Seite weicht. Ob die Zöglinge ihre Aufgaben gut oder schlecht ausführen, ist ganz gleich. Ein Lob zu erringen, ist für sie fast unmöglich. Für das Anstaltspersonal sind und bleiben sie so will es die Regierungsinstruktion Verwahrloste und Verbrecher. Wäre es nach all dem ein Wunder, wenn sie einmal entlassen sich an der Gesellschaft für all die Unbill rächten, die man ihnen zugefügt, nachdem diese selbe Gesellschaft sie ins Unglück hineingestoßen und der Verwahrlosung überliefert? Partei- Nachrichten. Ober- Schöneweide. Der hiesige Bildungsverein für Frauen und Mädchen hielt am letzten Montag seine Mitgliederversammlung ab. Da Herr Dr. Roeder verhindert war, den zugesagten Vortrag zu halten, wurde aus dem Dr. Simons schen Buche„ Die Kinderernährung" eine Vorlesung gehalten, der sich eine rege Diskussion anschloß. Die nächste Versammlung findet der Feiertage wegen am 15. Juni statt und wird zu dieser Versammlung Herr Dr. Roeder bestimmt erscheinen. Wahlverfammlungen. Lantwis. Am 22. Mai fand hierselbst im Restaurant Wolff, Calandrellistraße, eine Wählerversammlung statt, in welcher der Kandidat des Kreises, Genosse 3ubeil, in mit lebhaftem Beifall totaufgenommener Rede die Reichstagswahl behandelte. Herr Hammer, konservativer Gegenkandidat, hatte die schriftliche Einladung dahin beantwortet, daß er nicht einsehe, warum er durch sein Erscheinen die Versammlung interessant machen solle. Die im Sinne des Referats gehaltene Resolution fand einstimmige Annahme. Der Korbmacher Fischer im Lichte der Wahrheit. Friedrichshagen. Hier tagte am 23. Mai eine start besuchte In dem jezigen Kampfe greifen die liberalen und konservativen Volksversammlung, in welcher die Genoffin Ihrer über die ReichsParteien, die sich unfähig fühlen, die Anschauungen und Forderungen tagswahlen referierte. Die Rednerin schilderte unsre elenden politis der Socialdemokratie mit stichhaltigen Gründen zu widerlegen, zu den schen und socialen Verhältnisse, zeigte, mit welch' schmutzigen Mitteln niederträchtigen Mitteln der Verleumdung und Lüge, um den Kampf unsre Gegner den Wahlkampf führen und forderte die Anwesenden der Arbeiterklasse zu lähmen. So haben sie keine Bedenken getragen, auf, dieser Sippschaft am 16. Juni die gebührende Antwort zu er= die verlogene Broschüre des Korbmachers Fischer verbreiten zu lassen. teilen.( Stürmischer Beifall.) Gegner meldeten fich trotz AufUnser Parteiverlag, Buchhandlung Vorwärts, hat nun unter obigem forderung nicht zum Wort. Eine Resolution im Sinne des Referats Titel eine Broschüre herausgegeben, in der der Verfasser untersucht, wurde einstimmig angenommen. welcher Wert den Verleumdungen Fischers beizulegen ist, und vor Woltersdorf. Am Sonntag fand in Riek- Werder eine gut be= allem, auf welche moralische Wertschätzung dieser Kronzeuge der suchte Wählerversammlung statt, in der Frau Tie über die bes herrschenden Parteien Anspruch hat. Der Einzelpreis ist 5 Pf. Jn vorstehende Reichstagswahl sprach. Nachdem das mit lebhaftem Partien bezogen: Beifall aufgenommene Referat beendet war, wurde zur Diskussion 1000 Exemplare Trotzdem Gegner anwesend waren, meldete sich aufgefordert. niemand zum Wort. Nach einem wirksamen Schlußwort der Genossin Tieh wurde die Versammlung, welche zur Hälfte von Frauen besucht war, mit einem Hoch auf die Socialdemokratie und den Ges nossen Arthur Stadthagen geschlossen. 5 000 10 000 20 000 " 4 • " 1 40 000 50 000 " 5,-. 30 000 Exemplare. 22,50 40, • . " 100,- m. 125, 150, " . " 70, Bestellungen sind zu richten: Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., in Lindenstr. 69. Aus der Frauenbewegung. Die Arbeits- und Lebensverhältnisse der unverheirateten Fabrikarbeiterinnen in Berlin. Verfammlungen. Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt ant 18. Mai feine Mitgliederversammlung ab. Die Agitationstommission gab einen Bericht über die Firma Eroifa. Drei Kollegen, die sich des Streifbruchs schuldig gemacht, wurden aus dem Verein eins stimmig ausgeschlossen. Der Vorsitzende gab noch zum Schluß be= fannt, daß in diesem Jahre wegen der Maifeier nur wenige Kollegen ausgesperrt worden sind. " Bei Gelegenheit der Erhebungen über die Dauer der täglichen Arbeitszeit der in Fabriken beschäftigten Arbeiterinnen ist seitens der Gewerbe- Inspektion für Berlin der Versuch gemacht worden, auch in die Lebenshaltung der Arbeiterinnen einen Einblick Die Rohrer hielten am Sonntag eine öffentliche Versammlung Bürger! haut mit geballter Faust das nichts zu gewinnen und sich eine Vorstellung davon zu verschaffen, wie die würdige, beutegierige socialdemokratische Gesindel und opfert Arbeiterinnen das verdiente Geld verwenden, wie sie wohnen, wie ab. Diefelbe wählte eine Lohnkommission von fünf Mitgliedern, elenden phrasenhaften Hämmlingen nicht Eure Existenz, Eure fie fich ernähren, was noch zu ihrem Ausgabe- Etat gehört, wie sie welche den Firmeninhabern schnellstens den alten Lohntarif vom Familie, Eure Sitte und Religion. Weg mit den jämmerlichen ihre arbeitsfreie Zeit verbringen. Das erforderliche Material wurde 1. April 1900 mit einigen Abänderungen zur Anerkennung vorBarlamentsschwägern, welche die pöbelhafte Menschen von den Assistentinnen gesammelt. Die Erhebungen erstreckten sich legen und in einer einzuberufenden Versammlung den Mitgliedern bestie mit Sammetpfoten zu zähmen glauben. Ihren doftrinären nur auf unverheiratete Fabritarbeiterinnen, deren richt erstatten soll. Phrafen opfern solche Schwaz Jammerhelden noch Kaiser und 939 befragt wurden. Die Ergebnisse, die in dem diesjährigen Berichte Köpenick. Am 19. Mai hielt der socialdemokratische WahlReich und machen uns zu Spott und Schanden vor den andren des Berliner Gewerbe- Aufsichtsbeamten mitgeteilt werden, werden verein eine Versammlung ab. Genosse H. Ströbel- Berlin hielt Nationen." zur Hauptsache in der soeben erschienenen Nr. 2 des Reichs- einen Vortrag über gegnerische Wahllügen. Neu aufgenommen Wie die That aussah, sollte auch bald die Masse der Arbeiter Arbeitsblattes" wiedergegeben. ale wurden 19 Mitglieder. Betreffs unfres Stiftungsfestes teilte der erfahren. Die durchweg freisinnige Stadtverwaltung von Nürnberg Um ein Durchschnittsbild der Berliner Verhältnisse zu erhalten, Borsigende mit, daß der Ortsvorsteher von Oberschöneweide uns die drohte jedem Arbeiter, der eine socialistische Versammlung besuchen wurden alle Betriebsarten berücksichtigt, in denen Arbeiterinnen in Erlaubnis, am Sonnabend, den 18. Juli, unser Vergnügen in wollte, mit unverzüglicher Entlassung. Aehnlich gingen fortschrittliche bemerkensiverter Zahl beschäftigt werden. Zu diesem Zwecke sind„ Sadowa" feiern zu können, nicht erteilt hat mit der Begründung, Fabrikanten vor, namentlich in Sachsen. Die bürgerliche Presse die Gewerbe in 13 Gruppen geteilt und in jeder derselben möglichst es sei nicht angängig wochentags öffentliche Tanzmusik ab= forderte die Arbeitgeber stürmisch zu einem solchen Vorgehen auf, gleichartige Arbeiterinnen aufgenommen worden. Ihre Zahl beträgt zuhalten, einem Sonntag stände nichts entgegen". Da es für uns ja das„ Leipziger Tageblatt" verlangte sogar von den Gastwirten, in jeder Gruppe etwa 1,5 Proz. der insgesamt beschäftigten. Das auch nicht angangig ist das Stiftungsfest an einem Somtag zu daß sie den Socialdemokraten nichts verabreichen sollten. Herr Bau- Durchschnittsalter der befragten Arbeiterinnen betrug 22,6 Jahre. begehen, so überwies die Versammlung die Angelegenheit einem meister ehlich, dieser im Dienste ergraute Arbeiterfeind, hatte Von den festgestellten Verhältnissen dürfte unsre Lefer am Komitee von 10 Mitgliedern. Ferner kam die äußerst mangelhafte also in hochamtlichen Kreisen zahlreiche Gesinnungsgenossen, als er meisten interessieren die Bezahlung der Arbeiterinnen und die Dauer Aufstellung der Wählerlisten zur Sprache. Den Köpenicker Genossen Mitte Juni 1878 im Verbande deutscher Baugewerksmeister folgendem der Arbeitszeit. wird es daher zur Pflicht gemacht die Listen einzusehen und zu Antrage zur Annahme verhalf: Die durchschnittliche Arbeitszeit betrug 9,5 und forrigieren, damit sie sich nicht durch eigne Nachlässigkeit ihr Wahl1. Fortan teine socialdemokratischen Arbeiter mehr einzustellen, schwankte in den Gruppen zwischen 9 und 10 Stunden. Sie ist am recht verscherzen. 2. alle diejenigen Arbeiter, welche Mitglieder socialdemokratischer längsten in den Schokoladen- und Seifenfabriken, in der Textil Adlershof. Der hiesige Wahlverein hielt am 18. Mai eine MitVereine sind, fofort zu entlassen, 3. das Lesen socialdemokratischer industrie und in den Lumpensortierereien; hoch ist sie auch bei den gliederversammlung ab. Nach Erledigung verschiedener VereinsBlätter in Werkstatt und auf Werkplätzen strengstens zu ver- Maschinennäherinnen und in den Maschinenfabriken, am niedrigsten angelegenheiten, unter welchen besonders eine regere Beteiligung der dagegen in der Metallverarbeitung und in den Druckereien. In der Luruspapier und in der Cigarettenfabrikation und bei Mitglieder bei Flugblattverbreitungen getvünscht und zur EinsichtAm 23. Juni 1878, einem Sonntag, erschien der Wahlaufruf den Handnäherinnen erhöht sich die in der Durchschnitts- nahme der Wählerliste aufgefordert wurde, hielt Genosse Maz des socialistischen Central- Wahlfomitees. Auf alle Angriffe, alle Ver- höhe liegende Arbeitszeit durch die zeitweise erhebliche Ueber- und einen beifällig aufgenommenen Vortrag über„ Die politischeit leumbungen, allen verfrühten Siegesjubel der Realtion antwortete er Hausarbeit. 71, bis 8 Stunden arbeiten nur 3,2 Proz. aller Ar- Parteien und die bevorstehende Reichstagswahl". mit würdevoller Ruhe: beiterinnen, über 8 bis 9 Stunden 37,2 Proz. über 9 bis 10 Stunden Französisch- Buchholz. Am Dienstag fand in Kähnes Lokal die Mitgliederversammlung des Allerorts und von allen voltsfeindlichen Parteien ist die 47,7 Broz. und über 10 bis 11 Stunden 11,9 Proz. Rechnet man regelmäßige Socialdemokratischen Lofung ausgegeben: Nieder mit der Socialdemokratie, nieder mit zu dieser Arbeitsdauer die üblichen Pausen von durchschnittlich Vereins statt, welche gut besucht war. Kiesel Berlin hielt einen der Arbeiterbewegung, nieder mit den Rechten des arbeitenden 1, Stunden, so gelangt man zu der gewöhnlichen Arbeitszeit, die Vortrag über die gegnerische Broschüre" Sociale Thatsachen". Der Volkes. um 7 oder 8 Uhr früh beginnt und um 6 oder 7 Uhr abends Redner widerlegte Punkt für Punkt die in der erwähnten Schrift Db Konservative, Nationalliberale oder Fortschrittler dieser schließt. Der Weg zur Fabrik und der Heimweg machen das Maß angeführten unwahrheiten und Uebertreibungen, was um so mehr Ob Barole stimmen sie sämtlich zu. einer reichlichen Tagesleistnug voll. nötig ist, als dieselbe in großen Mengen auf dem flachen Lande, Was bleibt nun zu thun? Gestützt auf das Parteiprogramm Der durchschnittliche Wochenlohn betrug 11,36 M.; also auch in unserm Kreis zur bevorstehenden Wahl verbreitet werden und getreu unfrer alten Taktik, halten wir fest an dem Grundsage: er wurde derart ermittelt, daß man in der überwiegenden Mehrzahl foll. Durch ihren Beifall bekundete die Versammlung ihr EinverEiner für alle, alle für einen. der Fälle den Jahresverdienst aus den Lohnlisten entnahm und ihn ständnis mit dem Redner. bieten. Auch Herr Fehlisch nannte sich damals liberal! Viele Hunde find des Hasen Tod, hatten die Bismärder wohl gedacht. Aber diese politischen Sonntagsjäger befanden sich in einem schwerwiegenden Irrtum. Mit den Hunden hatte es wohl feine Richtigkeit. Aber es war fein Haje, sondern ein junger Löwe, auf dessen Fährte sie gestoßen waren. auf 52 Wochen verteilte, wobei der Ausfall durch Krankheit, Feier- Centralverband der Konditoren und verwandter Berufe. tage, Pausen der Saison und wegbleiben von der Arbeit aus Heute, Dienstag, den 26. Mai, in den Arminhallen, Kommandantenſtr. 20: andren Gründen Berücksichtigung fand. Der Verdienst einer vollen Beffentliche Bersammlung. Tagesordnung: Werden die Konditoren ihren Arbeitswoche wird daher etwas höher sein. Unter 6 M. erhielten Reistungen entsprechend bezahlt und wie stellen sich die Kollegen zu unfrem 4,3 Proz. der Arbeiterinnen, 6-8 M. 7,8 Proz., über 8-10 M. 22 roz., i Lohntarif? Referent: Kollege Pigusch. Inserate Für den Jühalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 26. Mai. Anjang 7, Uhr: Opernhaus. Die Entführung aus dem Serail. Schauspielhaus. König Heinrich der Bierte.( II. Teil.) Deutsches. Monna Banna. 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Im Sommer Garten: Täglich: Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Anjang 5%, Uhr. U Neues Sonntag( 1. Feiertag): Programm. Am 2. Feiertag: Große Früh- Vorstellung. Anfang 5 Uhr. und G. Kadelburg. Mittwoch abend 8 Uhr: Hedda Gabler. Donnerstagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Am Mittwoch abend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Donnerstagabend 8 Uhr: Die guten Freunde. Im Garten täglich Konzert. 29-32. Königsthor. Schweizer- Garten, AmFriedrichshain Pfingsten: Beginn der Hauptsaison. Neues Artisten- u. Theater- Ensemble. Von Pfingsten ab: Täglich Vorstellung. Am 1. und 2. Feiertag: Früh- Konzert mit Vorstellung. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Drchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser: Saal: Tanz. Sanssouci. P Ab Pfingsten täglich im Garten: Hoffmanns Grosse Gelegenheits- Partie. Damen- Leder- Haus-) schuhe Herren- Leder- Hausschuhe. rot braun pro Paar 2,15 M. ſchwarz 2,70 M. 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Ballett und ,, Biograph". Reichshallen. Kann man betrogen werden, ohne es zu wissen? Zweifellos. Kann man aber auch betrügen, ohne es zu wissen? Schwerlich. Deshalb kann im Verkehre der einzelnen Personen von einem unbewussten Betruge niemals die Rede sein; sondern wer betrügt, wird jedenfalls auch immer wissen, dass er betrügt. Was aber zwischen den Einzelnen nicht möglich ist, ereignet sich im wirtschaftlichen Verkehr der Gesamtheit tagtäglich im allergrössten Massstabe, und doch gelangt der dabei angewendete Kniff den Betrügern genau so wenig zum Bewusstsein, wie den Betrogenen. Im gesamten wirtschaftlichen Zusammenwirken der Menschen giebt es also in I der That eine, Gaunerei des Unbewussten, wie Julius Hucke in seinem jüngst erschienenen Buche: ,, Das Geld- Problem und die sociale Frage. Eine gemeinverständliche Darlegung der im heutigen GeldGebrauche steckenden Ursachen des socialen Uebels." 5. Auflage. Geheftet 6 M. Verlag von Mitscher& Röstell, Berlin. 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I, meinen tiefgefühlten Dank. Berlin, 25. Mai 1903. Heidenfeldstr. 5. Wwe. Marie Sissenich, nebst Kindern. 140/6 Nach auswärts per Nachnahme. Sped, mager, a Pfd. 70, bei 5Pf. 65 Pf. Gardinen- Special- Haus Emil Lefèvre Oranienstr. 158, Berlin Am Gardinen- Katalog mit ca. 450 Abbildungen gratis und franco. " 65 " fetter, 70, Delikateßschinken, ohne Knochen, 14452* a Pfd. 95 Pf. Rollschinken. . a Pfd. 115 Pf. Landschinken 95 Zwiebelleberwurft 55 . 85 90 " 55 " 65 Feine Leberwurst Pomm. Landleberw. Thür. Notwurst " Fleischwurst Pomm. Landrotwurst, 90 Salami u. Schlackw., weiche, 95 Westf. Schlackwurst a Pfd. 125 Thür. 145 Oranienstr. 154. E. Klähn, Lindenstr. 10. Voranzeige! Arbeiter- Radfahrerbund ,, Solidarität“. Gau 9, Bezirk 11.( Potsdam- Spandau- Osthavelland.) Sonntag, den 5. Juli, nachmittags von 3 Uhr ab, in Tessmers Volfsgarten, Hakenfelde bei Spandau: Bezirks- Fest. 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Freie Diskussion. 214/10 Alle Wähler sind hierzu freundlichst eingeladen. Zahlreichen Besuch der Genossen und Genossinnen Das Wahlkomitee. V. Kreis! Donnerstag, den 28. Mai, abends S, Uhr: Gr. öffentl. Wähler- Verfammlung im grofsen Saale des Dandwerker- Vereins, Sophienstraße 15. Zages Ordnung: 1. Die Reichstags- Wahl. Socialdemokratischer Wahlverein der Frauen Berlins u. Umg. Dienstag, den 26. Mai, abends 8% 1hr, im Schützenhause, Linienstraße Nr. 5: Versammlung. 16135 Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Emma Ihrer über:" Die Frauen und die Reichstagswahlen". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Männer und Frauen als Gäste find willkommen. Der Vorstand. Vorwärts- Buchhandlung SW., Lindenstrasse 69. Unentbehrlich für Ausflügler! Specialfarten der näheren Umgebung Berlins. Bernau- Biesenthal, Lanke, Liepnisund Wandlib- See 1,00 M. Buckow am Schermützel- See( Mär 0,75 M. Central- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer,( E. H. Nr. 2 Hamburg.) Oertliche Verwaltung Berlin. Dienstag, den 26. Mai, abends 8, Uhr: Mitglieder- Versammlung 259/4 im Gewerkschaftshanje, Engel- lfer 15( großer Saal). Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Anträge zur Außerordentlichen Generalversammlung und Wahl der Delegierten. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Textilarbeiter- Verband Deutschlands. Berlin III.( Dekateure.), Göpenid Friedrichshagen, Bol- Dienstag, den 26. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaufe, tersdorf Erfner Schmöcwiß Königswusterhausen- Mittenwalde 0,75 M. Eberswalde, Freienwalde- Oderberg Engel- User 15, Saal 3: Versammlung. Tages Ordnung: 1,25 M. 1. Bortrag des Genossen Waldeck Manasse über„ Die moderne Eberswalde, Jagdschloß Hubertus- Arbeiterbewegung und die Reichstagswahlen". 2. Diskussion. 3. Verstock, Kloster Chorin 1,00 M. schiedenes. Freienwalde und nächste Umgebung Gäste, Damen und Herren willkommen. Pünktliches Erscheinen erwartet nebst Führer 1,00. 197/2 Freienwalde, Briezen, Oderberg 1,00 M. 1,00 M. Grunewald und westliche Vororte Berlins Potsdam, Stadtplan mit nächster 0,75 M. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Umgebung nebst Tourenverzeichnis Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Spreewald m. praktischem Touristen- Achtung! Referenten: Reichstags- Abgeordneter Paul Singer und der Kandidat Hermsdorf, Haselhorst und Hadendes Kreises Robert Schmidt. 2. Diskussion. Wähler aller Parteien sind eingeladen. Der Vorstand. 6. Wahlkreis! 245/ 8* Dienstag, den 26. Mai, abends 8 Uhr: 3 öffentliche Versammlungen. 1. Moabiter Kasino, Wilsnackerstraße 63. Referent: Genosse Grunwald. ( Einberufen vom Socialdemokatischen Wahlverein des 6. Kreises. Gäste freundlichst eingeladen.) 2. Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstraße 13. Referent: Stadtverordneter Genosse Wilh. Pfannkuch. 3. Fröbels Allerlei Theater, Schönhauser Allee 148. Referent: Rechtsanwalt Genosse Victor Fränkl. Tages- Ordnung: 1. Die Reichstagswahlen. 219/16 2. Freie Diskussion. Um zahlreichen Besuch seitens der Wähler ersuchen Stukkateure. Donnerstag, den 28. Mai, abends 8 Uhr, in Frankes Festfälen, Sebastianstraße Nr. 39: Die Einberufer. Engros. Reellste Fabrikate. Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher: Amt VII, 353. Achtung! Schlosser! Mittwoch, den 27. Mai 1903, abends 8%, Uhr: Allgemeine Schlosser- Versammlung bei Buggenhagen, Oranienstr. 147, am Morisplay. Lages Ordnung: Potsdam und Werder 1,00 M. führer 0,75 M. Strausberg und der Blumenthal 1,00 M. Tegel Heiligensee, Schulzendorf, felde. 0,75 M, Ferner empfehlen als sehr praktisch: Taschenatlas von Berlin und Umgebung, enthaltend 21 Karten und Pläne mit Führer, leichthandliches Format. 2,00 M. Wanderbuch für die Mark Brandenburg. 3 Bände. Zusammen 5,00 m. I. Teil: Nähere Imgebung Berlins, umfaßt die Gegend von sammlung. Potsdam, Spandau Oranienburg, Königswusterhausen 1,50 M II. Teil: Westliche Hälfte der Um gebung Berlins bis Brandenburg a. H., Stendal, Tangermünde, Neu- Ruppin, Neu- Strelit 1,50 M. 1. Der Streik bei der Firma Schulz, Hasenheide, und der Schloßfabrik von Freese, das Verhalten der Schlosser- Innung und der Freien Vereinigung der Berliner Schlossermeister. 2. Bericht über die eingegangenen Fragebogen. 3. Wahl einer Kommission, welche mit den Berliner Schloffermeistern in Verhandlungen treten kann. Kollegen! Da die Schlossermeister in der legten Zeit schwarze Listen ausgegeben haben, ist es Pflicht der Berliner Schloffer, dazu Stellung zu nehmen. Darum erscheint Mann für Mann in der oben genannten VerMittwoch, den 27. Mai 1903, abends 8%, Uhr: Versammlung der Gold- und Silber- Arbeiter und Berufsg. im Restaurant" Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. Tages- Ordnung: III. Teil: Deftliche Hälfte der Um 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. gebung Berlins bis Eberswalde, Frankfurt a. D., Schwedt, Küstrin, Lübben, Spreewald, Mustau 2,00 M. Diese Wanderbücher bieten pracht volle Schilderungen der Mart, viele detaillierte Karten und und find so dem anderer ein zuverläſßiger Führer Charlottenburg. Recht zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Mittwoch, den 27. Mai 1903, abends 8%, Uhr: Konferenz der Vertrauensleute für den Westen im Lokale von Kumke, Bülowstr. 59. 117/7 Neues Lokal Seehad und Restaurant ,, Müggel- Werder" Idyllisch im Müggelsee gelegen, Rahnsdorfer Mühle, Station Rahnsdorf. Rundfahrten auf dem Müggelsee per Dampfer von Friedrichshagen BrauereiAusschant und Wilhelmsbad nach Müggel Werder Rübezahl 20 Pf. Dampfer jeder Größe, Sommerwohnungen, möbl. Zimmer, Pension.[ 16532* F. Kunstmann Herren- Moden Wallstr. 1. Uhrmacher und Goldarbeiter. Grosses Lager, billige Preise.-Reparaturen schnell, billigst.* Telephon Amt 1, No. 502. Cigarren. elegante Ausführung geringe Teilzahlung J. Kurzberg, Neue Königstr, 47 direkt am Alexanderplatz. Konkurrenzlos billig. Export. Ausserordentl. Mitgliederversammlung der Filiale Berlin. Billigste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Tages- Ordnung: 1. Wie ist unser Streit beendet und was haben wir jetzt zu thun? 2. Umänderung unsres Beschlusses über die zu zahlende Extrasteuer. 3. Auf stellung unsrer Kandidatenliste zur Schlichtungs- eventl. ArbeitsvermittlungsKommission. 4. Verschiedenes. Die neuen Tarife werden gegen Abstempelung im Mitgliedsbuch an die Mitglieder verteilt, daher kein Eintritt ohne Mitgliedsbuch! Die Ortsverwaltung. Verband der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands Filiale Berlin. Mittwoch, den 27. Mai, abends 8, Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Leo Arons über: Gewerkschaften und Volksvertretung". 2. Diskussion. 3. AusDie Mits schluß von Mitgliedern. 4. Mitteilungen der Ortsverwaltung. glieder aller Branchen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 162/19 Die Ortsverwaltung. Kein Laden. 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Keine der bisherigen großen Wettfahrten hatte eine solche Unglücksliste aufzuweisen wie bereits der heutige erste Tag dieser neuen Wettfahrt. Marcel Renault, der Sieger in der Fahrt Paris- Wien, ist bei Couhé Pérac mit seinem Wagen in den Chauffeegraben geflogen. Er wurde schwer verletzt und liegt im Sterben. Lorraine Barrow, der einen de Dietrich Wagen fuhr, wollte bei dem Dorfe Arveyres einem Hunde aus weichen, der über die Straße lief. Der Wagen flog gegen einen Baum und schleuderte die Insassen hinaus. Der Mechaniker ist tot, Lorraine Barrow liegt mit zerbrochenen Gliedern in einem Hause des Dorfes. Der Fahrer Stead und sein Mechaniker gerieten ganz nahe dieser Stelle in den Graben. Beide sind ums Leben gekommen. Der Mechaniker des Baron de Caters wurde aus dem Wagen geworfen und im Gesicht schwer verletzt. Bei Angoulème verunglückte der Wagen Tourands. Tourand wurde schwer verletzt und fein Mechaniker getötet. Zwei Zuschauer, die an der Unfallſtelle sich befanden, wurden gleichfalls getötet. Bei Bonneval stürzte ein Automobil beim Baffieren eines Eisenbahn- Ueberganges um. Der Wagen fing Feuer, der Chauffeur starb infolge von Brandwunden. Ein andrer Wagen tötete bei Ablis durch Ueberfahren eine Frau. Außerdem find, soweit bisher gemeldet, die Automobilen Werners, Fourniers, Vanderbilts, Rivierres und des Barons Forest schwer beschädigt. Dies die Bilanz des ersten Tages. n Lokales. Du sollst nicht prügeln!" " " " Dienstag, 26. Mai 1903. Auf dem in Bankow in der Kreuzstraße 15 belegenen Bau des Maurermeisters Malingriaug wird in geradezu fträflichem Leichtsinn mit Menschenleben gespielt. Am Vorderhaus nach der Kreuzstraße belegen, arbeiten Dachdecker und Klempner ohne jede Schuhrüstung, aber auch den in den Unfallverhütungs- Borschriften bor handenen Bestimmungen, daß Gurt und Leine in genügender Anzahl und guter Beschaffenheit auf dem Bau vorhanden sein müssen und benutzt werden sollen wenn keine Schußrüftung vorhanden ift wird nicht Rechnung getragen. Frei wie der Vogel in der Luft, so schweben die Klempner auf dem schmalen Sims daher, um Der Lehrer hat seinen Schulkindern gegenüber das 8 üch ihre gefahr volle Arbeit zu verrichten. Wie dieselbe verrichtet tigungsrecht. Er wird es trotz aller gewichtigen Bedenken, die wird und welche Gefahr bei Sturmwetter, wie wir es vor kurzem dagegen vorgebracht worden sind, voraussichtlich noch lange behalten, in Berlin und Umgegend gehabt, entstehen kann, beweist, daß die aber das enthebt uns nicht der Pflicht, immer von neuem auf die Klempner die Zinktafeln nur ineinanderſchieben können, von einer lempner die Zinktafeln nur ineinanderschieben können, von einer Gefahren dieses traurigen Rechtes hinzuweisen. Gerade in der Klempner nicht vom Dach aus hinüberlangen können. Dadurch Befestigung über den Sims hinüber kann keine Rede sein, da die letzten Zeit sind wieder verschiedene Büchtigungsfälle vorgekommen, fönnen die Tafeln vom Sturm losgerissen und auf die Straße die auch die Freunde des Rechtes der Züchtigung nachdenklich hinuntergeschleudert werden. Auf die Frage des Kontrolleurs, wie stimmen könnten und auch sie veranlassen sollten, fortan sich selber sie nur in solch leichtsinniger Weise ihr Leben aufs Spiel jezen das Gebot zu setzen:„ Du sollst nicht prügeln!" fönnen, wurde demselben erwidert, daß man zu wiederholten Malen Da ist als neuester der Fall aus Nowawes, über den wir bei dem Polier vorstellig geworden ist, aber stets schroff zurückam Donnerstag und am Sonnabend berichtet haben. Es ist schwer, gewiesen sei. Außerdem scheint der Bauleiter nicht zu wissen, daß bei den Mitteilungen, die uns darüber gemacht werden, ruhig zu fein müssen. Die Maurer find gegenwärtig am Balkon beschäftigt, es Polizeivorschrift ist, daß am Bau Schußdächer vorhanden bleiben; aber wir glauben, daß durch eine leidenschaftslose unter ihnen liegt der Eingang, aber ein Schutzdach ist über demErörterung schließlich doch der Sache am meisten genutzt wird. selben nicht vorhanden. Ebenso wenig sind die Aufrichter für den Die Untersuchung wird ja ergeben, ob der rasche Tod des Jungen Bauzaun, welche schon stehen, abgedeckt, noch mit einem Schutzin ursächlichen Zusammenhang zu bringen ist mit einem Schlage, dach versehen, so daß für jeden, der das Trottoir betritt, die Geden der Junge von seinem Turnlehrer erhalten hat. Wir hoffen und fahr besteht, von einem herabfallenden Ziegelstein 2c. betroffen zu werden. wünschen, daß ein solcher Zusammenhang nicht besteht, doch können Obgleich diese Zustände schon der Berufsgenossenschaft, wie auch dem wir uns nicht der Befürchtung erwehren, daß auch bei einem gl. Oberpräsidenten gemeldet find, wurden am 23. d. Mts. bei günstigen Ergebnis einer Untersuchung etwas hängen erst wieder ein Unglück geschehen, ehe Abhilfe geschaffen wird. der Nachkontrolle dieselben noch vorgefunden. Es scheint, als muß bleiben" wird. Auf dem Bau Kreuzstr. 21 wäre das Einschreiten der PolizeiEs giebt Lehrer, die von ihrem Züchtigungsrecht selten oder nie behörde in sanitärer Beziehung dringend geboten, dort dient als mals Gebrauch machen: der eine deshalb, weil er es dank seiner Abort eine Grube in den Gebüschen gelegen; ein geradezu ekelhafter Spätere Nachrichten ergänzen diese Verlustliste", verursacht pädagogischen Tüchtigkeit nicht nötig hat; der andre, weil er als ein- Gestant entwickelt sich hier und daneben stehen Wohnhäuser. Für durch die verbrecherische Sensationsgier reicher Tagediebe, wie folgt: fichtsvoller Erzieher erkennt, daß Prügel auch dann, wenn sie ihm die Bewohner der Nebenhäuser eine angenehme Erscheinung. Wie man Marcell Renault, der Sieger der Wettfahrt Paris- Wien, als ein fleineres llebel erscheinen, doch immer ein lebel bleiben; der uns erklärte, wird die Geschichte" vergraben und ist als Wachstum für liegt auſcheinend in Agonie, er hat einen Schädelbruch, auch beide dritte, weil er als vorsichtiger Mann daran denkt, wie leicht ein Schlag die anzulegenden Gärten" dann ausgezeichnet.- Gewiß nicht übel. Beine find gebrochen. Er ist mit seinem Automobil gegen einen unglüdlich ablaufen kann, und wie leicht andrerseits ein thatsächlich Bermißt wird seit dem 7. d. M. die 55jährige Arbeiterfrau Ama Baum geflogen, als er seinen Konkurrenten Thery überholen wollte. harmloser Schlag lediglich infolge zeitlichen Zusammentreffens als Schulz geb. Gregor aus der Immanueltirchstraße Nr. 37 mit ihren Der Fahrer 2orraine Barrow, der einen Dietrich- Ursache der Erkrankung und des Todes eines Kindes erscheinen kann. 18 und 10 Jahre alten Töchtern Frieda und Anna. Schulz, ein sehr Wagen lenkte, liegt in Libourne, ihm ist der Brustkasten ein Mindestens aus dem letzten Grunde sollte eigentlich jeder Lehrer so fleißiger und ordentlicher Mann, hatte Veranlassung, seiner Frau gebrüdt und ein Schenkel zermalmt. Sein Zustand gilt flug sein, auf das Prügelrecht zu verzichten, wenn er das nicht schon nachlässigte. Obwohl das in aller Ruhe und Milde geschah, verließ Vorwürfe zu machen, weil sie die Wirtschaft und die Kinder vers als ziemlich hoffnungslos. Lorraines Mechaniker ist, wie bereits aus pädagogischen Gründen thun will. gemeldet, tot. seine Frau am folgenden Tage, während er auf seiner Arbeitsstelle " Du sollst nicht prügeln!" Wir können uns ta um etwas war, mit den beiden Kindern die Wohnung und ließ seitdem nichts Tot find ferner folgende Personen: Wettfahrer Porter, dessen Entsetzlicheres denten als die Vernichtung eines mehr von sich hören. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib der Automobil zwei Kilometer von Bonneval umstürzte. Porter lag jungen Menschenlebens durch einen blind darauf Vermißten waren bisher erfolglos. Festgestellt ist, daß die Frau unter dem Wagen. Der Automobilist, der sich nicht bewegen konnte, los prügelnden Lehrer. Die Erregung, die bei der Nachricht 30 Mart und ein Sparkassenbuch mitgenommen und auf dieses verbrannte. Ferner Wettfahrer Stead, der mit einem Dietrich von einem solchen Vorkommnis sich weiter Streise der Bevölkerung 100 Mart an demselben Tage, an dem sie die Wohnung verließ, abWagen die andren Automobile überholen wollte und dabei kollidierte; bemächtigt, ist durchaus begreiflich, und die Lehrerschaft hat keinen gehoben hat. tot liegen blieb der von dem Automobil des Wettfahrers Anlaß, gleich über„ Lehrerhezze" zu schreien, wenn die Presse Das Verschwinden zweier Liebespaare bildet augenblicklich im Tourands herabgeschleuderte und schwer verletzte Mechaniker; dieser Erregung Ausdruck giebt. Entsetzlich ist ein solches läden und den Kneipen das Tagesgespräch. In Berlin W. handelt Entsetzlich ist ein solches Westen und im Norden der Stadt, besonders in den Kaufmannsdann eine Frau, die bei Ablis die Chaussee überschritt und von Vorkommnis für die beklagenswerten Eltern, entseßlich auch es sich um die schöne, etwa 40 Jahre alte Gattin eines Regierungs einem Automobil ergriffen und zermalmt wurde. für den strafwürdigen Lehrer. Aber selbst der bloße Verdacht, daß rats a. D. und einen Baron mit italienischem Namen, in Berlin N. Sodann tamen zwei Soldaten und ein Kind, der Tod eines Schulkindes auf eine von einem Lehrer erlittene um einen„ Pianisten", einen Mann von 42 Jahren, und ein zwanzigs nach andern Meldungen ein Soldat und ein Kind um. Büchtigung zurückzuführen sei, hat in der Regel recht schwer wiegende jähriges Mädchen, das auf den Tanzböden im Norden Berlins Die Soldaten wollten bei Barbezieur das Kind von der Chauffee Folgen; denn auch bei einem günstigen Ergebnis der Untersuchung und in Reinickendorf als die schwarze Käthe" sehr bekannt ist. zurückhalten und wurden dabei selbst von dem Automobil Tourands pflegt, wie gesagt, etwas hängen zu bleiben“. Selten wird den Der Baron verkehrte in der Familie des Regierungsrats feit ergriffen. Bei diesem Unfall tam auch der schon erwähnte Mechaniker Eltern der sie niederdrückende Gedanke, daß ihr Kind das Opfer zwei Jahren. Schon seit mehreren Tagen ist es ein offenes Tourands um, während Tourand selbst schwer verletzt wurde. einer rohen Mißhandlung geworden sei, ganz genommen; und selten Geheimnis, daß die Frau Regierungsrat heimlich ihr Haus und Schwere Verlegungen erlitt auch der Wettfahrer Georges erscheint der Lehrer von dem ihn nicht minder niederdrückenden Ver- ihre Familie verließ und daß zu gleicher Zeit der Baron sein Richard, der umstürzte und mehrere Rippen zerbrach. dacht, daß er den Tod des Kindes durch rücksichtslose Handhabung scheinlich ist die bethörte Frau, die feit ungefähr 20 Jahren verJunggesellenquartier aufgab und Berlin den Rücken wandte. WahrDaß vor der Abfahrt von Versailles zwei Velozipedisten des ihm zugestandenen Züchtigungsrechtes verschuldet habe, ganz heiratet ist, dem edlen Herrn in feine Heimat gefolgt. Der Pianist überfahren worden sind, habe ich schon gemeldet. befreit. in Berlin N. ist seit neun Jahren Ehemann und Vater eines acht Nachdem diese ungeheuerliche Verlustliste, auf der als Opfer Wie in Nowawes, so hat in Charlottenburg sich vor jährigen Sohnes. Den Tag über verwaltete er ein Cigarrengeschäft, nicht nur die Herren Automobil besitzer selbst, sondern auch ihre kurzem ein ganz ähnlicher Fall ereignet, der bisher nicht in die und abends spielte er in verschiedenen Tanzfälen. Hier war er der Automobil führer und mehrere ganz unbeteiligte figurieren, be- Offentlichkeit gelangt ist. Hier ist der Tod eines Schulkindes, das Abgott aller lebenslustigen Tänzerinnen, besonders aber der kannt wurde, haben sowohl die französische wie die die Gemeindeschule in der Behringstraße besuchte, in Verbindung ge- schwarzen Käthe", eines jener Mädchen, an denen nichts mehr zu spanische Regierung die Fortsetzung der Wettfahrt der bracht worden mit einem Stoß, den das Kind von einer Lehrerin sehr spät nach Hause kam, am nächsten Morgen für ihn den Cigarren verderben ist. Vor einigen Tagen bat er seine Frau, als er abends Tollwütigen inhibiert, die Toten werden durch diese nach erhalten haben soll. Der Vater hatte die Untersuchung vertrauens- Taben aufzumachen, da er sehr müde sei und gern etwas länger trägliche Maßregel nicht wieder ins Leben zurückgerufen. voll in die Hände des Rektors legen zu sollen gemeint, aber dieser schlafen möchte. Die Frau entsprach seinem Wunsche und blieb den Die Schreckensfahrt Paris- Madrid ist auch ein Bild unsrer hat ihn abgewiesen. Leider hat der Bater dann darauf verzichtet, ganzen Tag im Laden. Diese Zeit benutzte der Treulose, um mit " göttlichen Weltordnung". Der Automobilsport ist eine kostspielige die Wiederausgrabung der Leiche zu beantragen. Die Gerüchte, die der schwarzen Käthe" durchzubrennen. In seiner Ladentasse fehlten Liebhaberei, an der sich nur reiche Leute ergötzen können. Die über die Todesursache verbreitet worden sind, haben dadurch noch nach den bisherigen Feststellungen 240 M. Zahlreiche Geschäftsleute Renn- Automobile vollends können nur von den Angehörigen der mehr Nahrung erhalten, daß andre Schulkinder die Mitteilung nach hat der Mann mehr oder weniger start angepumpt. oberen Zehntausende erstanden werden. Für diese Leute, deren Hause brachten, der Rektor habe verboten, von der Sache zu sprechen. Drei Fahrradunfälle werden vom gestrigen Sonntag gemeldet. Lebenszwed darin besteht, den Mehrwert Hunderttausender darbender Sollte der Rektor nicht eingesehen haben, daß eine zweifelsfreie, voll- Auf der Köpnicker- Landstraße, in der Nähe des Schlesischen Busches, Proletarier, die ihre Gesundheit für sie riskieren müssen, in mög ständige Klarstellung der Angelegenheit ebenso sehr im Interesse der geriet der neunzehnjährige Tischler G., der anscheinend noch nicht lichst blödsinniger Weise zu vergeuden, ist der Automobil- Rennsport Schule lag, wie sie mit Rücksicht auf die schmerzgebeugten Eltern fahren konnte, durch eigene Schuld vor einen zweispännigen Breat. so recht ein gefundenes Fressen. Dieser lebensgefährliche Sport, der geboten war? G. wurde von der Deichselstange im Rücken getroffen und von nicht nur das eigne Leben, das ja auch wir nicht allzuhoch einschätzen,„ Du sollst nicht prügeln!" Wie zuweilen geprügelt wird, davon und mußte nach der Unfallstation am Mariannen- Ufer gebracht feiner Maschine hinuntergeschleudert. Er erlitt innere Verlegungen gefährdet, ist etwas, was ihre im Chambre separée abgeftumpften wissen verschiedene Eltern zu erzählen. Die kürzlich von uns ver- werden. Der zweite Unfall ereignete sich auf der Köpenicker- Chaussee, Nerven noch einmal aufzupeitschen vermag. Und während die öffentlichte Betrachtung über die irrenden Lehrer hat uns Zufchriften hinter Rummelsburg. Der Laufbursche Schulte fuhr mit folcher Polizei sonst jeden Droschkenkutscher oder harmlosen Radfahrer gebracht, die durchaus zustimmen und noch manche andre Erfahrung Gewalt gegen einen auf der Chaussee liegenden Stein, daß das Rad thunlichst zur Bestrafung bringt, der in der Dämmerung ohne Laterne aus dem Schulleben hinzufügen. In einer dieser Zuschriften wird umschlug und Sch. über die Lentstange hinweg zu Boden fiel. Er fährt, duldet sie ruhig, daß die reichen Müßiggänger durch ihre toll- geklagt, daß ein Lehrer Richter an der 125. Gemeindeschule trug eine starkblutende Kopfwunde davon. An der Ecke der Kronenhäuslerische Fahrerei die Landstraßen unsicher machen und die Leiber( Andreasstraße) im Turnunterricht einen Jungen mit einem Strid, und Mauerstraße fuhr ein Tourist aus Frankfurt a. D. gegen eine harmloser Passanten zermalmen! an dem sich ein kleiner Ring befand, gegen den Hüftknochen ge- Unfall Schuld trug, tam mit leichten Kontufionen davon, während aus der Mauerstraße tommende Droschke. Der Radler, der an dem schlagen habe. Wenn das zutrifft, dann war das auch so einer von seine Maschine vollständig zertrümmert wurde. ienen Schlägen, bei denen Eltern und Lehrer dem Zufall danken fönnen, daß die Sache nicht unglücklich abgelaufen ist. An derselben ertrant am Sonnabend ein junger Mann, der mit zwei Freunden Zwei neue Bootsunfälle. Beim Kahnfahren auf dem Wannsee Schule hat Lehrer Haberland denselben Jungen so geprügelt, daß in einem Mietsboot den Wannsee treuzte. Das kleine Fahrzeug diefer auf Grund ärztlichen Atteftes mehrere Tage die Schule ver- geriet in unmittelbare Nähe eines Sterndampfers und wurde durch fäumen mußte. den Wellenschlag umgeworfen. Zweien der Verunglückten gelang es, Zweiter Wahlkreis. Heute, Dienstag, finden zwei öffent Solche Lehrer follten unweigerlich von der Schule und sich am Boot festzuklammern und so lange zu halten, bis ihnen vom liche Wählerversammlungen statt: für Südwest bei im Wiederholungsfalle überhaupt aus dem Dampfer aus, der sofort stoppte, Hilfe zu teil wurde. Der dritte Sigenstod, Gneisenaustr. 68( Referent Genosse Albrecht Fülle); Schuldienst entfernt werden. Die Rüdjicht nicht bloß auf Insasse jedoch war bereits untergegangen. Seine Leiche konnte noch für den Süden im„ ofiägerpala st", Hafenheide 52/53 die Gesundheit der Kinder, sondern auch auf das Ansehen der Schule licheren Verlauf nahm, ereignete sich vorgestern nachmittag auf dem nicht gelandet werden. Der zweite Unfall, der jedoch einen glüda ( Referent Robert Schmidt). Zahlreicher Beteiligung sieht entgegen gebietet das. Die prügelnden Lehrer sind es, die das Verhältnis Langensee vor den Augen Hunderter von Ausflüglern. Mit einem Das Wahlkomitee. zwischen Schule und Haus zu einem so unerquicklichen machen. Boote fuhren ein Herr und eine Dame. Dem ersteren war der Bierter Wahlkreis. Heute, Dienstagabend 8 Uhr, findet in der Hut ins Wasser gefallen und er beugte sich über Bord, um die KopfUrania", Wrangelstr. 11, eine öffentliche Wähler- Ver- Der Magistrat ist dem Beschluß der Stadtverordneten- Ver- über Bord neigte, so schlug das Boot um und beide In fammlung statt. Das Referat hat der Genosse H. Schulzsammlung vom 12. März d. J.: mit ihr in gemischter faffen stürzten ins Wasser. Den Mitgliedern eines Ruderklubs, die Der Magistrat ist dem Beschluß der Stadtverordneten Ver- bedeckung zu ergreifen. Da auch die Dame unvorsichtigerweise sich Borsigwalde übernommen. Regen Besuch erwartet Deputation über die Frage zu beraten, in welcher mit zwei Booten sich in unmittelbarer Nähe befanden, gelang es die Weise die drohenden Ausgaben im Stadthaus Berunglückten zu retten und das gekenterte Boot wieder flott zu halts Etat durch Vermehrung der Einnahmen gebedt werden können", beigetreten. Er hat beschlossen, zu vollsten Folgen nach sich ziehen konnte, wurde nur durch die Aufmachen. Ein dritter Unglücksfall, welcher leicht die verhängniss ber einzusetzenden gemischten Deputation 5 Mitglieder zu entsenden merksamkeit des Führers eines Dampfers verhindert. Drei junge und ersucht die Versammlung, ebenfalls durch 10 Mitglieder zu Burschen im Alter von 17-19 Jahren fuhren in einem Mietsboot beschicken. auf der Oberspree und wollten furz vor einem Schleppdampfer die Bauarbeiterschut! Auf dem Neubau Lippehnerstraße 18/19, Fahrstraße desselben treuzen. Sie fuhren, ohne die WarnungsMaurermeister Beufert, verunglückten Montagnachmittag zivei signale des Kapitäns zu beachten, weiter, und so schien es fast un Schöneberg. Heute Dienstagabend bei Obst, Meiningerstr. 8: Maurer, welche mit der Aufführung der Grundmauer beschäftigt vermeidlich, daß das Boot von dem Kiel des Dampfers zertrümmert Versammlung des Wahlvereins. Auf der Tagesordnung steht ein nicht abgesteift war, nachgab und die beiden Maurer unter sich Stapitäns, der den Dampfer schnell seitlich steuerte, wurde das Un waren, dadurch, daß das Erdreich, welches an dieser Stelle gar werden mußte. Nur durch ein geschicktes Manöver seitens des Bortrag des Genoffen Georg Davidsohn:" Die wichtig begrub. Nach ca. 10 Minuten gelang es, die Verschütteten zu beglück verhindert, wenngleich es nicht vermieden werden konnte, daß teit der bevorstehenden Reichstags- Wahlen." Pflicht aller Mitglieder ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Eberstr. 9, gab noch Lebenszeichen von sich und wurde zu einem leichtfertigen Burschen, die am jenseitigen Ufer landeten, wurden dort freien. Der eine derselben, der 24jährige Maurer Willy Mauste, das Boot einen Stoß erhielt und leicht beschädigt wurde. Die Der Schmargendorfer Wahlverein hält heute Dienstagabend benachbarten Arzt geschafft, während der andre, der vollständig be- von einem Gendarmen, der den Vorfall mit angesehen, in Empfang 8 Uhr im Restaurant Sanssouci eine Versammlung mit einem wußtlos war, von einem zufällig hinzugekommenen Arzt nach dem genommen und ihre Personalien festgestellt. Sie werden jedenfalls Vortrag des Rechtsanwalts Herrn Dr. Broh ab. Nach dem Vor- städtischen Krankenhause am Friedrichshain geschot wurde. noch ein Strafmandat zu erwarten haben. Berliner Partei- Angelegenbeiten. Erster Wahlkreis. Dienstag, den 26. d. Mts., abends 8 Uhr, Wählerversammlung für das Hansaviertel in den Spreehallen, Kirchstr. 27. Referent: Dr. Leo Arons. Das Wahlfomitee. Die Lifte Nr. 12 040 ist verloren gegangen. Gezeichnet waren darauf 2,50 M. Der Finder wird gebeten, dieselbe bei Fa hrow, Ravené str. 6, abzugeben. 16 Ober- Schöneweide. Morgen Mittwochabend 8%, Uhr findet bei Kaufholt, Wilhelminenhofstr. 18, eine Versammlung des Wahlvereins statt. Pflicht aller Genossen ist es, dort zu erscheinen, Neue Mitglieder werden aufgenommen. " " und Mord aus Eifersucht. Eine Bluttat ist am gestrigen Nachmittag im Westen der Stadt " Sociale Rechtspflege. Er R. Hatte Aus den Nachbarorten. der nächsten Sigung der Gemeindevertretung zur Sprache kommt. berübt worden, welcher ein Offizier zum Opfer gefallen ist. In dem bauung eines Geschäftshauses für das hierselbst zu errichtende recht entzogen wird. Im übrigen zeigen dieſe Fälle, daß es hohe Neu- Weißensee. Zu dem mit dem Justizfistus wegen der Er- Sie wird verlangen, daß derartigen Pädagogen" das BüchtigungsHauſe Steinmetzſtr. 40 a wohnte in der 2. Etage der Rentier Amts- Amtsgericht nebst Gefängnis abgeschlossenen Vertrage ist Zeit ist, auch in den Volksschulen das körperliche Züchtigungsrecht gerichtsrat a. D. Pudor, ein älterer Herr, welchem das 43 jährige ein Nachtrag vereinbart, in welchem die ursprünglich auf 25 Jahre der Lehrer ganz zu beseitigen; denn was für höhere Schulen recht Fräulein Hernhudt seit längerer Zeit die Wirtschaft führte. Ein Ver- festgelegte Mietszeit auf 30 Jahre verlängert ist. Der Nachtrag ver- ist, muß auch für Volksschulen billig ſein. wandter des P.'schen Hauses ist der 56 jährige Major a. D. August pflichtet die Gemeinde ferner, die im Laufe der Mietszeit erforderlich Reisch, welcher mit seiner Mutter in dem Hause Frobenstr. 37 werdenden Erweiterungen dieser Baulichkeiten auf dem zur Verwohnt. Der Major stand zu der Wirtschafterin Fräulein H. in fügung gestellten Grundstück auf Erfordern auszuführen und solche freundschaftlichen Beziehungen und die Dame verkehrte wiederum unter den alten Bedingungen dem Fiskus zu vermieten. Auch räumt die Gemeinde dem Fiskus das Recht ein, das Grundstück auch bei der Mutter des Offiziers. In früheren Jahren stand Herr R. nebst Gebäuden käuflich zu erwerben. Der Kaufpreis soll dem von in Posen in Garnison und daselbst führte ihm die jetzt 37 Jahre alte den gerichtlichen Taratoren zu ermittelnden Taywert des Grund und kein Betriebsunfall, sondern eine Gewerbekrankheit habe die ErMarie Gleditsch die Wirtschaft. Allem Anschein nach lot der Major Bodens und der Gebäude zur Zeit des Ankaufs gleichkommen, werbsunfähigkeit des Schlossers N. beschränkt, so behauptet die zu diesem Mädchen in Beziehung gestanden, die er, als er seinen jedoch höchstens für den Grund und Boden 22000 Mark betragen Nordöstliche Eisen- und Stahl- Berufsgenossenschaft. Der MaschinenAbschied nahm und nach Berlin verzog, abbrach. Am Sonntag und für die Gebäude den Betrag der von der Gemeinde schlosser St. hatte sich beim Reinigen eines Radreifens am bormittag besuchte Fräulein Hernhudt die Frau Rentiere Reisch, thatsächlich aufgewendeten Baukosten erreichen. Für den Justiz 17. Juli vorigen Jahres den rechten Daumen gestoßen. Er beachtete eine ist sodann als sie sich gegen Vormerkung zur Erhaltung des diesen Vorfall nicht, sondern übte seine Beschäftigung weiter 12 Uhr entfernte, trat ihr eine fistus fremde Dame auf dem Hausflur entgegen und erhob, ohne ein Wort Rechtes auf Auflassung des Grundstückes in das Grundbuch ein- aus. Am andern Tage waren die Schmerzen im rechten Daumen getragen. Zwecks Beschaffung von Baugeldern wurde beschlossen, so empfindlich geworden, daß R. sehr darunter zu leiden hatte. zu sprechen, die Hand zum Schlage gegen die Ueberraschte. Als diese durch eine Anleihe bei der Nieder- Barnimer Kreis- Sparkasse machte nun seinen Mitarbeitern von dem Vorfall Mitteilung, dagegen die H. um Hilfe schrie und Bewohner des Hauses Frobenstr. 37 von zunächst 150 000 M. zu decken. Der gesamte Bau ist auf seinem Meister erst nach 4 oder 5 Tagen, arbeitete aber auch dann hinzukamen, entfloh die Unbekannte. Frl. H. legte diesem Attentats- 511 000 m. veranschlagt und soll im Jahre 1904 fertig gestellt noch bis zum 28. Juli weiter. Dann mußte R. ärztliche Hilfe in versuche wenig Gewicht bei. Sie erzählte, nach der Reischschen Wohnung werden. Mit dem Bau ist bereits begonnen worden. Die Anspruch nehmen, da sich am Daumen ein Geschwür gebildet hatte. zurückkehrend, dies der Mutter des Majors, welche recht ängstlich war, Steuerkraft des Ortes hat wie folgt zugenommen: Im Jahre Der Kassenarzt machte einen Schnitt, um den gebildeten Eiter zu weil sie selbst vor einigen Tagen einen anonymen Brief erhalten, 1900 betrug das Einkommensteuersoll 72 129 W., 1901 95 943., entfernen. Darauf wurde N. dem prakt. Arzt Herrn Dr. W. L. überin welchem die unbekannte Briefschreiberin mitteilte, daß sie den Major 1902 102 275 M., das Gewerbesteuersoll von 1900 14 432 m., 1901 wiesen; inzwischen war der Eiterherd so weit vorgeschritten, daß eine 15 828 M., 1902 18 517 M. Der Wert des gesamten Grund- und Entfernung eines Teils des Knochens notwendig war. und seine Geliebte umbringen, dann aber sich selbst töten werde. Gebäudebesitzes, nach welchem die Gemeinde- Grundsteuer erhoben lange Wochen in ärztlicher Behandlung gestanden und war durch die Die alte Frau warnte auch am Montagmorgen ihren Sohn, doch wird, betrug für das Jahr 1900 45 843 000 m., 1901 46 135 000 M., Entfernung des Knochens im Daumen fast so gut wie des Daumens ja nicht auszugehen, weil sie Schlimmes ahne. Der Offizier legte 1902 48 497 000 M. und wird für 1903 auf 51 546 000 m. geschägt. beraubt und dadurch in seinem Beruf als Maschinenschlosser schwer jedoch diesen Warnungen wenig Gewicht bei und besuchte am gestrigen geschädigt. R. stellte nun an die Nordöstliche Eisen- und StahlMontagnachmittag, wie er dies fast täglich that, seinen Freund P. Friedrichsfelde. Vollständig totgeschlagen wurde die Social- Berufsgenossenschaft Rentenentschädigungsansprüche, da hier ein in der Steinmetzstraße. Gegen 145 Uhr verabschiedete er sich und demokratie in einer am 22. d. M. von nationalen Männern ein- Unfall vorliege. Die Berufsgenossenschaft lehnte eine Entschädigung Fräulein H. begleitete ihn vor die Flurthür, daselbst noch wenige berufenen Versammlung durch den Geh. Regierungsrat Professor mit der Motivierung ab, daß einmal der Unfall nicht erwiesen Sekunden mit ihm plaudernd. In diesem Augenblick rief Dr. Paasche, genannt der heilige Paasche". Erschienen waren fast sei, indem die Mitarbeiter des N. aus eigner Wahrnehmung eine Frau, welche auf dem Podest der ersten Etage stand, hinauf: sämtliche Gemeindebeamte bis hinauf zum Vorsteher, Prediger, viele nichts wüßten, andrerseits handele es sich nicht um einen BetriebsLehrer, Bauern sowie Zünftler, Kriegervereinler und circa unfall die Erkrankung des Fingers bilde kein plöbliches, „ Hab' ich dich endlich, du verdorbenes Pastormädel; tomm' doch 10 Gutsarbeiter unter Führung des Hofinspektors.( Letztere zeitlich begrenztes Ereignis im Sinne des Unfallherunter!" Der Major, der die Ruferin an der Stimme erkannt erhielten auf Rechnung ihres Führers je drei Glas Bier.) versicherungs- Gesetzes- vielmehr habe man es mit einer haben mußte, bat Fräulein H. zurückzubleiben und begab Jm ganzen waren von dem Ordnungsbrei circa 50 Personen Gewerbekrankheit zu thun, daher sei ein Anlaß zur Rentenfich nach der ersten Etage hinab. Die in diesem Stocks versammelt. Nach einer Ansprache des Vorfißenden Oberlehrer entschädigung nicht gegeben. Hiergegen legte R. beim Schiedsgericht wohnende Frau Gerichtsvollzieher Fechner hatte den Rantopf und dem üblichen Kaiserhoch begann der heilige Paasche für Arbeiterversicherung Berufung ein und führte begründend Lärm gleichfalls gehört. Sie öffnete die Thür und heraus- fein Referat über„ Die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses aller aus, daß der Stoß des Daumens gegen den Radreifen das tretend sah sie nun, wie der Major auf die Fremde bürgerlichen Parteien zur Bekämpfung der socialdemokratischen Kandi- plöbliche Ereignis" im Sinne des Unfallversicherungsdatur und zur Unterstützung des Ordnungskandidaten A. Ringel- Gesetzes darstelle. Selbst wenn die Eitererreger bereits vorhanden waren, Losging und sie begütigend am Arm faßte. Im nächsten Augen- Bankow". Herr Paasche glaubte wohl nur Leser des Berliner bilde der Stoß das auslösende Moment. Daß keine Zeugen für den blick aber hatte die Unbekannte den Major, der ein stattlicher, Lokal- Anzeiger" oder der„ Morgenpost" vor sich zu haben. Er lobte über Unfall vorhanden seien, die aus eigner Wahrnehmung etwas bekunden großer Mann war, gefaßt und es begann ein stummes Ringen. alle Maßen das Zustandekommen des Bolltarifs als großes nationales fönnen, spreche jedenfalls nicht gegen den Unfall. Das liege einfach Dann erscholl ein dumpfer Wehlaut, die Frau trat einen Schritt Werk, ohne den der deutsche Arbeiter bald brotics wäre, zerrte Schippels daran, wie und wo die Arbeit verrichtet werden müsse. Das Schiedszurück und wickelte ein etwa 25 Centimeter langes, blut- angebliche Aeußerungen über den reinen Konsumentenstandpunkt und gericht holte ein Gutachten des Herrn Dr. L. darüber ein, ob die beflecktes Messer in ein Zeitungspapier. Der Major tehrte um Bebels Hamburger Rede im Herbst v. J. herbei, kritisierte die Ab- Erkrankung des Daumens mit dem fraglichen Unfall in ursächlichem und stieg mühsam die Treppenstufen zur zweiten Etage empor. Stimmungen der socialdemokratischen Reichstagsfraition bei den Busammenhang stehe und inwieweit der Kläger als erwerbsbeschränkt Vor der Pudorschen Thür brach der Getroffene zusammen, während fogenannten Arbeiterschutz- Gesetzen usw. Zum Schluß veriüudete er: zu erachten sei. Der Sachverständige erstattete fein Gutachten dahinein Blutstrahl aus seinem Leib hervorbrach. Fräulein H. fing" Die focialdemokratischen Führer haben bisher noch nicht das gehend, daß mit ausreichender Wahrscheinlichkeit als erwiesen angeringste für den Arbeiter gethan, also fort mit ihnen." Auch zusehen sei, daß die Erkrankung des Daumens auf den fraglichen den Major in den Armen auf und der Verwundete, der von der Eugen Richter erhielt seine gerechte Strafe: er wurde von Unfall zurückgeführt werden muß, und daz R. bis zum Thäterin in den Magen gestochen worden war, verschied nach wenigen Herrn Baasche schrecklich gelobt ob feiner Unterstützung beim Zoll- 15. November 1902 als völlig erwerbsunfähig zu betrachten Minuten. Der hinzugerufene Arzt Dr. Robinson konnte nur noch tarif- Kampf. In der Diskussion meldete sich auch ein Genosse. war, da die Narbe noch nicht fest war und durch Gebrauch der Vom 16. November konstatieren, daß der Magen von einem spitzen Instrument durch- Großmütig wollte man ihm fünf Minuten Redezeit gewähren. Als rechten Hand nicht beschädigt werden dürfte. stochen worden war. Die Thäterin wurde, da Frau Fechner dies als nicht ausreichend zurückgewiesen wurde, beschloß man durch bis zum 1. Februar sei R. mit einer Uebergangsrente von 50 Proz. an dem Zustand der rechten Hand dem Verwundeten gleichfalls zu Hilfe geeilt war, nicht verfolgt. Abstimmung( vorher war laut Ankündigung des Vorsitzenden eine behufs Angewöhnung Gemessenen Schrittes, von Hausbewohnern gesehen, trat sie auf die Geschäftsordnung nicht vorhanden!) Socialdemokraten das und vom 1. Februar 1903 ab mit einer Rente von 25 Broz. Wort überhaupt nicht zu erteilen. Die Genossen ver- der Vollrente als erwerbsbeschränkt zu betrachten. Das SchiedsStraße hinaus und ging nach der Göbenstraße zu. Die Kriminalließen hierauf den Saal. Herr Paasche leistete sich noch den Spaß, gericht schloß sich dem ärztlichen Gutachten an und verurteilte die polizei, welche sofort zur Stelle war, hat auf Grund der Personalzu sagen: " Seht Ihr, so machen es die Herren Socialdemokraten beklagte Berufsgenossenschaft, dem Verlegten die Rente in der vorbeschreibung der Thäterin, welche von mittlerer Statur ist, dunkles immer. Erst verlangen sie das Wort zur Geschäftsordnung, um die angeführten Weise zu zahlen. Erwähnt sei noch, daß der Unfall nicht Haar und blasses Gesicht hat, die Verfolgung der Mörderin Versammlung zu verzögern, wird's ihnen nicht gewährt, so sagen gemeldet war, nur als R. aus der Behandlung entlassen wurde und aufgenommen. ДБ es gelingt, diefelbe dieselbe noch lebend zu sie, sie sind mundtot gemacht." Der Allerweltskandidat Anton Ringel bei seinem Arbeitgeber anfragte, ob derselbe den Unfall gemeldet habe, mit der Bemerkung abgewiesen wurde, er( der Arbeitgeber) ergreifen, ist zweifelhaft, da die Gleditsch ja in dem Briefe war weder zu sehen, noch zu hören. wisse nichts von einem Unfall und jetzt melde er auch nichts. Uebergedroht hat, sich selbst das Leben zu nehmen. Gegen 5 Uhr erschien Haupt beweist der Vorfall wieder, daß der Arbeiter die geringste der Erste Staatsanwalt des Landgerichts I in Begleitung einer GeVerlegung fofort seinem Arbeitgeber melden soll und muß, sollen richtskommission, welche den Thatbestand aufnahm und Fräulein ihm nicht später Scherereien entstehen. Hernhudt sowie die hinzugerufene Mutter des Majors einem längeren Verhör unterzog. Sodann wurde die Leiche des Ermordeten nach dem Schauhaufe übergeführt, Beim Baden ertrunken ist vorgestern nachmittag ein Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht bestimmt feststeht. Es ist ein etwa 40 Jahre alter beschäftigungsloser Arbeiter, der sich mit mehreren Schicksalsgenossen in der Stralauer Allee aufzuhalten pflegt. Der Mann nahm vorgestern nachmittag am Grundstück Stralauer Allee Nr. 1 ein Bad, ging plötzlich unter und war bereits eine Leiche als seine Begleiter ihn wieder herauszogen. Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Die andren Leute glauben, daß er Joseph Neugebauer heiße, wissen aber sonst auch nichts weiter von ihm. Im Friedrichshain erschoß sich gestern, Sonntagmittag, der 28 Jahre alte Handlungsgehilfe Kurt Rohrbeck, der bis zum 1. Mai in der Petersburgerstr. 73 wohnte. Der junge Mann stammte aus Königsberg i. Br., wo sein verstorbener Vater Kaufmann war. Er sollte erst Apotheker werden, gab aber die Lehre auf und widmete fich dem Kaufmannsberufe. Seine Stellung wechselte er sehr häufig. Die letzte gab er Anfang April auf, weil er, wie er feiner Wirtin erklärte, nicht mit Juden zusammen arbeiten wollte. Nachdem er einen Monat ohne Beschäftigung gewesen war, gab er seine Wohnung auf, da er zwei Mark Miete schuldig geblieben war. Seine Wirtsleute waren gern bereit, ihn weiter wohnen zu lassen, er ließ sich aber nicht zureden und nahm Abschied mit dem Bemerken, daß es mit ihm aus sei. Von Berlin fuhr er mun nach Stettin, wo er bei einer verheirateten Schwester die beste Aufnahme fand. Am Sonnabend kehrte er nach Berlin zurüä, um sich gestern mittag im Friedrichshain in der Nähe der Langenbeckstraße eine Revolverfugel in die rechte Schläfe zu schießen. Auf dem Wege nach dem Krankenhaus am Hain starb er in der Droschke. Wilmersdorf. Endlich hat unsre Gemeindevertretung durch den in der Stichwahl der ersten Klasse gewählten Direktor Haberland seine volle Zahl von 24 Vertretern erreicht. Jedoch schied der Gegner bei der Wahl aus. Zu erwähnen wäre noch, daß Direktor Haberland zu gleicher Zeit Berliner Stadtverordneter ist. der Arbeiter nicht vertreten hat! Wahllokalen sind! Gewählt wird in folgenden Lokalen: Anfangsbuchstabe A bis H wählt bei Müggenburg, Fischerstraße 9 bezw. Lindenufer 21, J bis R in der Palme", Ritterstr. 12, " S bis Z bei Irich, Havelstr. 20. Vorwärts! Zur Wahl und zum Siege! " Gerichts- Zeitung. Spandau. Achtung, Kommunalwähler der III. Abteilung! Morgen, Mittwoch, den 27. Mai, in der Zeit von 7-1 und 5-7 1hr findet die Ersakwahl eines Stadtverordneten( an Stelle unfres fortgezogenen Genossen Radke) statt. Seitens unfrer Partei Polizei und Streifposten. Vor dem Schöffengericht in Moabit kandidiert der Töpfer Karl Linz. Die Gegner haben in letter hatten sich gestern wieder zwei angebliche Streitfünder, die Schloffer Stunde den unvermeidlichen liberalen Arbeiter des Feuerwerks- Oldenroth und Neumann, wegen„ Verkehrsbehinderung" zu Laboratoriums, Döhring, als Kandidaten aufgestellt. Herr Döhring verantworten. Dieses Vergehens sollten sie sich im März d. J. als steht ja bei der Spandauer Arbeiterschaft noch im„ besten Andenken" Streikposten anläßlich der von der Firma Goede, Chausseestraße, wegen der Art, wie er während seiner früheren Thätigkeit als Stadtverordneter der dritten Abteilung die kommunalen Interessen vorgenommenen Aussperrung schuldig gemacht haben, indem sie den Aufforderungen der Polizeibeamten, weiter zu gehen, nicht nachParteigenossen! Laßt Euch durch allzugroße Siegeszuversicht gekommen waren. Beide sind damals sistiert worden. Außerdem nicht abhalten, morgen allesamt Eure Schuldigkeit erhielten sie das übliche Strafmandat von je 30 M., gegen welches zu thun, und zwar mehr denn zuvor! Es gilt nicht nur, fie durch Rechtsanwalt Dr. Heinemann auf gerichts bas uns gehörige Mandat würdig zu behaupten, sondern auch eine liche Entscheidung angetragen hatten. Wie schon in so vielen derart glänzende Majorität zu erzielen, daß damit gleichsam ein Fällen, so ergab auch hier wieder die Beweisaufnahme, daß die Reichstagswahl am die Leute lediglich deshalb Maßstab unsres Erfolges für sistiert worden waren, weil sie 16. Juni gegeben wird! Vor allem ersuchen wir alle wahlberechtigten Bauhandwerker 2c., die in Berlin und Vororten arbeiten, Streifposten gestanden hatten. Den Verkehr hätten sie nicht mehr pfahl. Der gegen Dldenroth als Zeuge vernommene Polizeidafür Sorge zu tragen, daß dieselben rechtzeitig in ihren behindert wie ein am Trottoir gepflanzter Baum oder ein Laternenlieutenant Maurer gab selbst zu, daß er den Angeklagten nicht nur nicht fortgewiesen, sondern ihn im Gegenteil direkt zu sich herangewinkt hatte, worauf er ihn einfach als Streitposten sistieren ließ. Nach kurzer Verhandlung wurden beide Angeklagte fostenlos freigesprochen, auch die Kosten der Verteidigung wurden der Staatstaffe auferlegt.-Man muß sagen: Bei der Goedeschen Nowawes. Noch ist der Fall nicht Klargestellt bezüglich des Aussperrung hat die Polizei mit ihrem schneidigen Vorgehen gegen Todes des Knaben Schwericke, und schon wieder wird uns Mit- die Streitposten gerade keine Lorbeeren geerntet. Bis jetzt ist gegen teilung gemacht von einer unerhörten Ueberschreitung fieben der damals fiftierten Streifpoften gerichtlich verhandelt Durch einen Sturz von der Treppe ist am Sonnabend der des Züchtigungsrechtes eines Lehrers gegenüber worden und alle fieben wurden freigesprochen. Trotzdem aber 34 Jahre alte Arbeiter Robert Senefelder aus der Bankoter einem Schulfnaben. Am Dienstag voriger Woche hatte der 11 jährige behandeln die Polizei- Organe ausständige Arbeiter nach wie vor als Allee 73 zu Reinickendorf lebensgefährlich verunglückt. Der Mann wohnt im Erdgeschoß am Hofe. Rechts neben seiner Thür, die Sohn des Malers Büttner hierselbst während des Schulunterrichts Verbrecher. geradezu liegt, befindet sich die Thür zum Keller, in den eine das Malheur, daß, als er einen kleinen Kasten mit einer GlasEin ganzer Gerichtshof abgelehnt. Eine Anklage wegen Befteinerne Treppe von zehn Stufen hinabführt. Als nun Senefelder scheibe von einem Platz zum andren tragen sollte, ihm derselbe aus abends um 8 Uhr nach Hause fam, verwechselte er im Halbbunkel, den Fingern glitt und zu Boden fiel; wodurch die Glasscheibe im schimpfung der jüdischen Religion sollte gestern die III. Straftammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsrats Busch beobwohl er ganz nüchtern war, die beiden Thüren, stürzte topfüber Höchstwerte von 20 Pf. zerbrach. Dies erregte den Lehrer Quast schäftigen. Die Anklage richtete sich gegen den Schriftsteller Paul die Treppe hinunter und blieb bewußtlos im Keller liegen. Der dermaßen, daß er mit einem Stock das Gefäß des Jungen in einer och Rigdorf, den Rechtsanwalt Ed. ing ft- Charlottenburg und Verunglückte wurde mit einem Lückschen Rettungswagen nach Weise bearbeitete, daß noch heute die Spuren der Mißhandlung den Buchdruckereibefizer Ambrofius panischte. Es handelt sich der königlichen Klinik gebracht, wo man einen schweren Schädelbruch deutlich zu erkennen find. Der Vater des Knaben ging um eine vom Angeklagten Stoch herausgegebene Broschüre Der hierauf mit letterem zum Amtsvorsteher, welcher leider Ritualmord, eine religiös- geschichtliche Studie", für deren Inhalt die Hause war. Die anwesende Gattin Gattin desselben, beiden ersten Angeklagten verantwortlich gemacht werden, während dem Ein Revolverattentat aus verschmähter Liebe beging am Sonnabend- nicht zu abend im Hause Markgrafenftr. 83 die 31 Jahre alte Lehrerin v. Lüh- welcher der Vater seinen Sohn vorstellte, gab ihrem Entsetzen da- letzten Angeklagten eine Preßübertretung zur Laft fällt, weil er mann. Sie hatte sich mit einem unternehmungsluftigen jungen Mann, durch Ausdruck, indem sie die Hände über dem Kopf zusammenschlug auf der von ihm gedruckten Broschüre den Namen des Druckers nicht angegeben hatte. Vor Eintritt in die Verhandlung überreichte der einem Hausdiener, in ein Liebesverhältnis eingelaffen, das von und bemerkte:„ Das ist ja himmelschreiend!" Ein recht merkwürdiges Angell. Koch ein Ablehnungsgesuch, durch welches er den ganzen diefem nur als flüchtige Unterhaltung aufgefaßt worden war, aber Verhalten legte der Chefarzt des Oberlin- Krankenhauses, Dr. Kammler, Gerichtshof wegen Befangenheit ablehnte. Er begründete den Antrag von dem vereinsamten alternden Mädchen sehr tragisch genommen in diesem Falle an den Tag, indem er dem Vater des Jungen, als damit, daß nach ihm gewordenen Mitteilungen die Regierung eine worden war. Als die Lehrerin entdecken mußte, daß der Hausdiener er ein Attest wünschte, erklärte, er möchte mit der Geschichte nichts große Abrechnung mit den Antisemiten plane. Aus den Urteilssprüchen, fie verschmähte, unternahm sie nach einer Unterhaltung, in er der sie von ihrem treulofen Liebhaber brüst zurückgewiesen worden zu thun haben, da er noch mit der Geschichte des Lehrers die neuerdings in gleichartigen Fällen ergangen seien, schöpfe er den Berund ihm das Attest nicht ausstellte. dacht, daßfämtliche Berliner Richter befangen seien war, ein Attentat, das glücklicherweise so glüdlich ablief, daß der Pohl zu thun habe, Hausdiener völlig unverlegt blieb. Wie gemeldet wird, dürfte das In der am Mittwoch stattgehabten Sigung des Vereins der und beantrage, die Verhandlung an einem Gericht außerhalb Berling stattfinden zu lassen. Angeflagter Jüngst schloß sich diesem Vereine fam der Fall zur Sprache. Dort Berfahren wegen des Revolverattentates eingestellt werden, da laut vereinigten Ablehnungsantrage nicht an. Der Gerichtshof beschloß, einen Bea der anwesende Rektor Ritter, daß ihm während schluß über das Ablehnungsgesuch herbeizuführen und die Verärztlichem Ausspruch das bedauernswerte Mädchen temporär erklärte geistes gestört ist und daher einem Sanatorium überwiesen seiner mehr als 30jährigen Amtszeit ein derartiger Fall von Miß- handlung gegen die beiden ersten Angeklagten zu vertagen. Gegen handlung noch nicht vorgekommen sei. Jedenfalls wird die social- Banischte wurde verhandelt und wegen der Uebertretung auf eine demokratische Fraktion dafür sorgen, daß auch diese Angelegenheit in Strafe von 10 M. gegen ihn erkannt, feststellte. werden wird. = " Eingegangene Druckfchriften. astodnosta Juriftifcher Teil. C. N. ( Seite 10 Pf.) auf Antrag vom Gericht. P. 62. Das Gesuch ist bei Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diek' Berlag) ist soeben das Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends B. 200. 1. Unerhebliche Körperfehler. 2. Nach dem Gesez ja, nach dem Landgericht, das Ihre Scheidung ausgesprochen hat, einzureichen. 34. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. fatholischer Anschauung nein. B. B. 10. Ja. mir hervor: Am vierzigsten Geburtstag. Wirtschaftliche und politische F. Sch. 17. 1. Nein. Unwissender 75. Die internationale Uebereinkunft zum Schuße der 2. Es Wandlungen in der Schweiz. Von Otto Lang( Zürich). II. ist möglich, daß das Gericht in bejahendem Sinne ent Social für die Landwirtschaft üblichen Bögel vom 19. März 1902 schreibt u. a. fcheidet. Paul B. Die Vereinbarung ist ungültig, weil sie die politik und Verwaltungswissenschaft. Von Adolf Braun. Klasseninteresse vor, daß durch die Geseze der einzelnen Staaten u. a. der Verkauf und das mindestens monatliche Kündigungsfrist umgeht. C. D. E. Nein. Sonderinteresse Gemeinintereffe. Von Karl Kautsky. 1. Partei und Feilbieten der nüßlichen Bögel zu ihnen zählt die Nachtigall in der A. 2. 38. Nein. Klaffe. Socialpolitische Umschau." Von Emanuel Wurm. Bejagt der Mietsvertrag nicht Europäischer Zeit vom 1. März bis 15. September verboten werden soll. Ein deutsches das Gegenteil, Imperialismus in Südamerika. Von German Avé- Lallemant( San Luis, Reichsgesek, das folches Berbot enthält, ist nicht ergangen, ebenso wenig ein des Mieters zerbrochenen Scheibe verpflichtet. 23. 23. so ist der Wirt zum Erfaz der ohne Verschulden Nein. Argentinien). Litterarische Rundschau: Paul Louis, Histoire de socia preußisches. Darüber, ob Polizeiverordnungen das Recht haben, den Berlisme français. Dr. Emil Kün, Socialhistorische Beiträge zur Landarbeiter- lauj zu verbieten, beſteht Streit, ta en bas palten eines alte oder äffere 9. 72. 1. 3ur Reisige ohne Rüdsicht darauf hl ist der 25 Jahre frage in Ungarn. Enrico Ferri, La Questione Meridionale. Von Vogels nur verbieten, wenn dieses im Vertrage vereinbart ist. 2. Eine wahlberechtigt, ob er Steuern zu zahlen hat oder Dr. Robert Michels Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch sie besteht längst nicht mehr. Nachtigallensteuer hat vor länger als hundert Jahren für Berlin bestanden; ob er mit Steuern im Rückstande ist. 2. Charlottenburg, 2. R. 34. 1. Die Beschäftigungszeit Magistratsbureau. Josef. 1. Sa. 2. Nein.-O. H. W. 50. Sie handlungen, Boftanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro jugendlicher( noch nicht 16 Jahre alter) Arbeiter ist für Fabriken wie folgt müßten Klage auf Zahlung gegen Herausgabe der Platte erheben. Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Bostanstalten ist die geregelt: Die Marimal- Arbeitszeit beträgt 10 Stunden; werden die jugend- A. P. 40. Sonntag, den. 31. Mai. G. G. 78. 1. und 2. Nein. " Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post lichen Arbeiter im ganzen mehr als 8 Stunden lang oder am Vor- oder Die gesetzliche Vorschrift über die Verpflichtung zur Unterſtügung hilfsnur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Nachmittage ununterbrochen mehr als 4 Stunden beschäftigt, so muß ihnen bedürftiger Eltern geht dahin, daß die Kinder verpflichtet sind, soweit zu Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. eine einständige Mittags, und ie eine halbstündige Bor- und Nachmittags, unterſtüken, als das sind bei apertiffichtigung feiner fonſtigen. Bepfitie) Berpflich pause gewährt werden; beträgt die Arbeitszeit nur 6 Stunden, so ist ihnen tungen im stande ist, ohne Gefährdung seines( und eine halbstündige Pause zu gewähren; beträgt die Arbeitszeit 8 Stunden, standesmäßigen Unterhalts" den Unterhalt den Eltern zu gewähren. von denen höchstens je 4 auf die Vor- und Nachmittagsarbeit fallen, fo muß ihnen nur eine einstündige Mittagspause gewährt werden. 2. Dieselben Borschriften finden auf Werkstätten Anwendung, in denen durch Dampf, Wind, Geschäftsbericht der Drts- Krankenkasse für die in den Geschäfts- Elektricität oder sonstige elementare Straft bewegte Triebwerke nicht bloß vorüberbetrieben der Anwalte, Notare und Gerichtsvollzieher, der Krankenkassen, gehend zur Verwendung kommen, ferner auf die Kleider- und Wäschefabrikation. Berufsgenossenschaften und Versicherungsanstalten beschäftigten Personen zu jährliche Mietszahlung stattfindet, so ist innerhalb der ersten brei Tage zum Germendorf, H. Mücke. Sie haben zu spät gekündigt. Da viertel- Stationen Berlin für das Jahr 1902. 38 Seiten. Neues Land. Von D. Sverdrup. Lieferung 6-11. Preis pro Liefe- Quartalsschluß zu tündigen, nun also bis am 3. Juli zum 1. Oftober. rung 50 Pf. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig 1903. Frankl. Sie müssen sich an die Polizeibehörde wenden. .- W. 17. Die Bericht des Landesausschusses der deutschen und öftreich- ungarischen Berjährungsfrist für Gerichtskosten beträgt in Pausen vier Jahre: von Swinemde. 768 N Socialdemokraten über seine Thätigkeit im Jahre 1902. 39 Seiten. Zürich... 100. 1. Die Kosten werden von Fall zu Fall vereinbart. 2. Nein. Berlin jeder Pfändung, Teilzahlung, Mahnung ab läuft die Frist von neuem. Hamburg 769 NO 1903. Kirsten u. Zeisberg. 768 C. 94. 1. und 2. Nein. M. T. 88. Die Frau fann auf Ehescheidung Frankf.a.M. 767 N flagen. Nach erfolgter Scheidung werden auf ihren Antrag beide bestraft; München 769 Still die Beschränkung des Strafantrags auf nur einen von beiden ist unwirksam. Wien A. T. Der Mahnzettel macht Kosten. Ueber die Kosten im einzelnen muß die Aufforderung Auskunft geben. B. B. 99. Das ist möglich. Die Lebensmittel und die indirekten Steuern. Wer fie zahlt und wem sie nüßen. Preis 10 Pf. Berlin 1903. Wen soll der Arbeiter wählen? Ein Wahlaufruf an die Arbeiter in Stadt und Land. Von Richard Calwer. Preis 10 Bf. Berlin 1903. Beides zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts, Berlin, Lindenstr. 69. Briefkaften der Redaktion. Wette D. F. 1. S. hat seiner Zeit allerdings große Sympathie für diese Bewegung bekuudet. 2. Das genannte Blatt wurde in der letzten Zeit feines Bestehens von der genannten Gruppe als Sprachrohr benutt. C. F. Nein. WIN Z Witterungsübersicht vom 25. Mai 1903, morgens 8 Ihr. Barometerstand mm Wind, richtung Windstärke Better 3 heiter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Nosioo Barometer ſtand mm Winds richtung 11 Haparanda 775 Still 1 halb bd. 14 Petersburg 769 DND 2wolfenl 15 Cork 771 NM 2wolfen! 17 Aberdeen halb bd. 14 Paris 1woltig 14 Windstärke Wetter Temp. n. T. wolfen! 11 1 moltig 15 2wolfen! 11 767 NND 2wolfen! 13 5º C.= 4° R. 764 Wetter- Prognose für Dienstag, den 26. Mai 1903. Etwas fühler bei frischen nördlichen Winden und zunehmender Bewöl 7. D. 9. 1. Ja. 2. Nein. F. S. Maler. Eine Wiederaufnahme fung; feine oder unerhebliche Niederschläge. wäre nicht möglich. Abschrift des Urteils erhalten Sie auf Ihre Kosten Berliner Wetterbureau. Waarenhaus Hermann Tietz TU 20602 Leipzigerstrasse 46-49- Krausenstrasse 46-4919bU.12.H 952 588018 Vorzugspreise .INO.1ansins10 für die Xsdstue- 192db soweit der Vorrath reicht. Pfingstwoche Lebensmittel. negnutoim Gemüse- Conserven Stangen- Spargel Extra 28/80 Stück 150 1/2 Dose p. Dose, Früchte- Conserven Stangen- Spargel Pr. 32/36 Stück 140 75 Pf. Melange- Früchte p. Dose, 40/48 Stück Stangen- Spargel Pr. P. Dose, 1065 Pf. mit Kopf Brech- Spargel Riesen mit Kopf Brech- Spargel Extra mit Kopf Brech- Spargel mittel mit Kopf .. 135 73 Pf. 120A 120 80 45 Pf. Feine junge Schoten 78 • sauer, Kirschen ohne Steine schwarz, Kirschen mit Steine mit Birnen weiss und rot Dunstobst ohne Zucker, im eigenen Saft per 周二 01 aius he Fisch- Conserven 1// Dose Nordseekrabben Dose 60, Dose 33 Pf. 1, ⁰⁰ 00 55 Pf. Appetit Sild % Dose 50,% Dose 33 Pf. 1,0 60 PE Neunaugen. Glas Wachsbohnen( Salatbohnen goldgelb) 38 25 Pf. Pflaumen, Heidelbeeren, Kirschenabi kleine Pilze 1 Dose Pf. 85 48 Pf. 80 Pf. 53 PL 1128 Kronenhummer Sardellen Anchovis 1/11093 Sardinen in Oel 0 ½ 60, per Dose な Fr. Sardinen( Diplomat) 145 1/2 Dose Pfefferlinge 45 PL. Marmeladenen Topfen 55 PL. Neue Matjes- Heringe Feinster Deutscher Schinkenspeck| Landschinken( Dauerschinken) Stück ca. 1 Pfund Pfd. 75 Pf. von 10-15 Pfund per Pfund 105 Delicatess- Cassler Pid. 85P Braunschw. Rothworst 60 Pf. Pf. 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Das giebts nicht mehr, wenn man seine Anzüge aus der Centrale für Herren- und Knabenbekleidung, Turmstraße 85, entnimmt, dort wird nichts vor geschlagen, nichts abgelaffen, aber sehr billig und reell verkauft. 1676* Es ist doch ein Unterschied, ob man seinen Anzug bei Schlesinger fauft oder dort, wo ge- handelt wird. Ich habe 2 Mart mehr bezahlt bei Schlesinger als mein Better dort, wo er 10 Mart abhandelte. Jener ist schon lange hin und mein Anzug trägt fich brillant. 1678K 631 L* Antwort Auf die an uns mündlich und schriftlich so zahlreich gerichteten Anfragen, ob wir noch die so beliebt gewordenen Jackett- Anzüge ,, Imperial" und ,, Favorit" auf Lager haben, erwidern wir hierdurch allen denjenigen, denen diese vornehmen Anzüge von Käufern derselben empfohlen wurden, und welche die Beweise unfrer höchsten Leistungsfähigkeit bringen sollen, daß wir als Schluß- Serie abermals fertiggestellt haben: Marke Favorit Marke, Imperial 2500 Stück. 1800 Stück. 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