Nr. 123. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslanb Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel. zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate füt die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Religion ist Privatsache. Es gehört nicht zu den Annehmlichkeiten, sich mit einem Blatte vom Schlage der hiesigen Germania" des näheren abgeben zu müssen. Aber die zarte Aufmerksamkeit, die sie unfren Artikeln„ Klerikale Ablenkungen"( Nr. 104 d. Bl.) und „ Schwarze Wahllügen"( Nr. 107 d. BI.) widmet, nötigen uns zu einigen Worten der Abwehr, so sehr wir das auch im Interesse unsrer Leser bedauern. ist principiell religionsfeindlich. " " Freitag, den 29. Mai 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Wahlkampf. Jammerfreisinn. breitet worden ist, findet den Mut zu schreiben: Ein freifinniges Flugblatt, das im zweiten Streise jetzt verbreitet worden ist, findet den Mut zu schreiben: Wenn man nicht drei Tage oder eine Woche, fondern neunzehn Monate lang einen offenen Obstruktionsfeldzug in Scene setzt, wird das wirklich eine so jammervolle Mehrheit sein, die ruhig stillhält, die auf solche Provokationen nicht mit Gegenmaßregeln antwortet?( Lebhafter Beifall rechts, in der Mitte und bei den Nationalliberalen.) Die Freisinnigen sollen doch nicht glauben, daß jemand ihre ist, für die sie gegebenen Falles also auch den Besuch be- Mächte für die bezüglichen Gebiete zulässig erachten, auch in stimmter Schulen obligatorisch machen kann. Wenn unser unsren Schutzgebieten gilt." Parteiprogramm von einer Erteilung des Religionsunterrichts Das dürfte genügen. Es bleibt nur noch die Thatsache in den öffentlichen Lehranstalten nichts wissen will, so ist das zu konstatieren, daß die„ Germania" aus unsren sämtlichen vom Standpunkt einer Trennung von Kirche und Staat nur Artikeln lediglich religiöse Momente herausgreift, daß sie aber konsequent. Und diese Forderung einer Trennung von Kirche den Kernpuntt unsrer Ausführungen, wonach das socialistische und Staat, das haben wir bereits in unserm Artikel in Gesellschaftseigentum feinen Widerspruch zur reinen katholischen Nr. 107 nachgewiesen, ist während des Kulturkampfes von Eigenthumstheorie enthält, diese lettere vielmehr auf das den Klerikalen selber erhoben worden. Wir haben drei Aussprüche erstere unter den modernen Verhältnissen hindrängt, bisher Windhorsts vom 25. November 1871, 17. Januar 1873 und 8. Mai geflissentlich umgangen hat. In den beiden Artikeln hatten wir das plumpe Schwindel- 1874 angeführt. Daß die„ Germania" es fertig bekommt, manöver aufgedeckt, mit dem in Ermangelung einer zugkräftigen diese drei Auslassungen in eine einzige vom 25. November 1871 Wahlparole das Centrum gegenwärtig bei seinen Wählern für umzuredigieren, um behaupten zu können, Windthorst sei, einen neuen Kulturkampf Stimmung zu machen sucht, der nachdem der Stulturkampf eingeleitet gewesen, auf den Geseitens der angeblich religionsfeindlichen Socialdemokratie danken der Trennung von Kirche und Staat zumal nach durch Verhebung der Volksmassen seit langem in Scene gefeßt amerikanischem Muster nicht mehr zurückgekommen, wollen wir Bedenkt, daß die Agrarier und die ihnen verbündeten städtischen werde. Unfren streng sachlichen Ausführungen weiß die nicht weiter unterstreichen. Desgleichen übergehen wir den Konservativen es gewesen sind, die noch in den letzten Monaten ., Germania" nur ihre alte Fälscherpraris entgegenzusehen, charakteristischen Widerspruch des Blattes, wonach die Lage das deutsche Volt mit dem ungeheuerlichen Zolltarif beglückt und die unsinnigen Ausgeburten ihrer eignen Phantasie dem des Klerifalismus in Amerika zwar eine drangfalierte ist, ihm damit das tägliche Brot verfeuert haben. Bedenkt, welcher Socialismus anzuhängen. Der Refrain aller Beweisführungen zwanzig Zeilen vorher aber zugegeben wird, die Kirche habe Mittel sich hierbei diese nämliche Partei bes aber bleibt: der Materialismus ist principiell die Welt- dort ihre Kräfte zur reichsten Entfaltung zu bringen vermocht. dient hat, um die Minorität im Reichstage zu vergewaltigen. anschauung der Socialdemokratie und das Erfurter Programm Die„ Germania" exemplificiert dann auch auf das Vorgehen weise der Führer dieser nämlichen freifinnigen Partei, Eugen Bedenkt aber auch, so fügen wir hinzu, in welcher standalösen der französischen Regierung gegen die Kongregationen und die Zum Beweise der ersteren Behauptung bezieht sich die Haltung unsrer französischen Parteigenossen. Die Germania" Minderheit. Bedenkt, daß Eugen Richter in der Sitzung des ReichsRichter, die Mehrheit scharf gemacht hat zur Vergewaltigung der Germania" auf die Schriften von Stern, Dieggen, Douai u. f. f., sieht also nicht, daß gerade aus der Thatsache, daß tages am 1. Dezember sagte: sowie insbesondere auf den Einfluß, den Feuerbach auf Mary ein Kultus- Budget noch in Frankreich besteht, die und Engels ausgeübt habe. Auch der„ Germania" sollte es Regierung die Möglichkeit ihres Vorgehens gegen nachgerade klar geworden sein, daß der Programmsak den französischen Klerus schöpft, daß, wäre die ,, Religion ist Privatsache" mit der freien Diskussion religiöser volle Trennung von Kirche und Staat, wie das unsre wie überhaupt wissenschaftlicher Probleme gar nichts zu thun hat. französischen Genossen beantragt haben, durchgeführt, das VorEr stellt sich dar als das Princip weitestgehender Toleranz, gehen der französischen Regierung zu den Unmöglichkeiten der Nichteinmischung des Staates in geistliche Dinge, eine gehören würde. Windthorst hat die mittelalterliche Welt- und Klage über die Bergewaltigung der Minderheit ernst nimmt. Es ist Duldung, die Klerifalen und Antiklerikalen in gleicher Weise Machtstellung der Päpste wiederholt aus der Zustimmung der übrigens ziemlich dumm von den Freisinuigen, gerade mit diesem und mit gleichem Recht zugestanden wird. Gerade mit dem Zeit, dem Zeitgeist, erklärt. Diese Zustimmung der Zeit Steine nach den Konservativen zu werfen. In der konservativen Sage Religion ist Privatsache" lehnt die Partei jede Ver- besteht eben heute nicht nur nicht mehr, sie ist in ihr Gegen- Versammlung, die am Mittwochabend im Hofiäger stattfand, hat sich antwortung für Privatansichten auf diesem Gebiet ganz aus- teil umgeschlagen. Das ist eine nackte historische Thatsache auch Herr v. Wendstern bereits mit der freisinnigen Phrase be drücklich ab. Was aber das Verhältnis der Feuerbachschen und diese erfordert selbst vom klerikalen Standpunkt aus, daß schäftigt und es den Herren unter die Nase gerieben, daß sie doch Philosophie zur materialistischen Geschichtsauffassung angeht, Kirche und Staat getrennt werden müssen. gerade in diesem Punkte den Konservativen die wirksamste Hilfe ge= so ist es von Engels in seinem bekannten Schriftchen Das ist auch der Grund gewesen, warum Windthorst leistet haben. über Feuerbach in der unzweideutigsten Weise klar- diese Forderung, wiewohl sie von seinem Standpunkt aus gegen parlamentarische Staatsstreiche wären uns gewiß sehr willkommen, Ernsthafte Mitkämpfer in dem Kampfe gegen den Brotwucher und gestellt worden. Es ist unerfindlich, wie die Germania" nichts Wünschenswertes darstellt, niemals preisgegeben hat, aber in den Richterschen können wir solche ernsthafte Stämpfer nicht gerade diese Schrift zum Beweise ihrer Behauptung warum er immer wieder darauf zurückgekommen ist. So erblicken. Ihre jüngste Vergangenheit ist fündenbefleckt und was wir anziehen kann, besäßen wir nicht die Erklärung in fagte er um zu den früheren noch einige weitere Beleg- in Zukunft von ihnen zu erivarten haben, das zeigen die freifinnigen jener bürgerlichen Journalistenpraxis, die aus materiellen stellen zu geben:„ Durch die Kirchenfreiheit wird die Frei- Ankündigungen über das Verhalten zu den Handelsverträgen gleichGründen sich dazu hergiebt, gegen Dinge zu schreiben, die sie heit des Individuums, die Gewissensfreiheit, in teiner Weise falls sehr deutlich. Eugen Richter würde die Mehrheit für jammeraus eben jenen materiellen Gründen zu kennen gar nicht den beeinträchtigt; dieselbe würde nur dann beeinträchtigt, wenn boll erffären, die sich von den Redensarten der freisinnigen Flugblätter schrecken ließe. Mut hat. Die materialistische Geschichtsauffassung geht in die Kirchen oder eine Stirche sich anmaßen wollte, durch erster Linie aus von der Hegelschen Dialettit. Diese legt die äußeren Zwang jemanden innerhalb ihrer Grenzen zu ein Flugblatt für den freisinnigen Kandidaten verbreitet worden. Im dritten Berliner Wahlkreise ist gleichfalls Wahrheit nicht in eine Sammlung fertiger dogmatischer Säge, erhalten und dann einen Druck auf ihn auszuüben." Dies schenkt sich die blamable Erinnerung an die Vergewaltigung sondern in den Prozeß des Erkennens, in die geschichtliche( Preuß. Abgeordnetenhaus, 18. März 1873.) Wenn die Herren der Minderheit unter Führung Eugen Richters, tritt aber für Entwicklung der Wissenschaft selber. Unter Hegels An- aber absolut nicht glauben, daß dieser modus vivendi noch zu andelsverträge um jeden Preis ein; nur langhängern kehrten die einen die Hegelsche Dialektik gegen finden sei... dann freilich bleibt nichts anders übrig, als fristig müssen sie sein, alles andre ist Nebenfache. Man wird also Staat und Christentum, Feuerbach jedoch gegen. die den Weg zu suchen, dem Herr v. Minnigerode angewiesen hat, auch Handelsverträge mit höheren Zöllen nehmen. durchaus ideologische Grundidee Hegels- selber um den Weg der vollen Trennung der Kirche vom Staat. Lohukürzungen der Arbeiter, die nicht notwendig sind, gegen diese den Materialismus auszuspielen. Danach( Sehr richtig!) Meine Herren! Ich weiß sehr wohl, daß die wollen die Freisinnigen des dritten Kreises nicht haben. Wie gütig! Welche Lohnkürzungen find denn notwendig? Bilden sich denn die cristiert außer der Natur und den Menschen nichts, und die Ausführung dieses Sazes nicht so leicht ist, wie man es bei Freisinnigen wirklich ein, sie könnten Arbeiter födern mit dem Verhöheren Wesen, von unsrer religiösen Phantasie erschaffen, dem Ausspruch dieser Worte findet, aber ausführbar ist er, sprechen, daß sie nur die nicht notwendigen Lohntürzungen nicht find nur die phantastische Rückspiegelung unsres eignen weil er ausgeführt existiert. Es existiert diese Trennung in wünschen? Wesens". Mary und Engels gehen von andrer Grundlage Amerika und in einem ganz guten Verhältnis. Was da aus- Ein merkwürdiges Verbrechen entdeckt das Flugblatt an den aus. Engels verwahrt sich ausdrücklich gegen die Philister- geführt ist, muß auch hier ausgeführt werden können. Ein Socialdemokraten. Die Stelle ist wieder so ganz freisinnig, daß meinung, die unter Materialismus Fressen, Saufen, Augen- großer Schritt ist geschehen durch die Civilehe- Gesetzgebung." fie wörtlich abgedruckt sei: lust, Fleischeslust und hoffärtiges Wesen, Geldgier, Geiz,( D. R. 23. April 1874.) Jch wiederhole, ich habe die UeberHabsucht, Profitmacherei und Börsenschwindel, kurz alle die zeugung, daß wenn man in Ruhe und Ernst weiter in dieser schmierigen Laster" versteht, denen der Philister selbst im Art arbeiten will, man zu irgend welchem Austrag kommen kann, stillen fröhne, eine Auffassung vom Wesen des Materialismus, fei es auf dem Wege.. des Zusammengehens von Staat die ja auch unsren recht materiellen Klerikalen nicht sehr fern und Kirche den ich vorziehen würde, weil ich ihn für allein liegt. Den Materialismus, wie er und Mary ihn verstanden forrett halte sei es auf dem... Wege der Trennung wissen wollten, definiert er in folgenden Worten:" Die der Kirche vom Staat, von dem ich nicht sage, daß er ein Trennung von der Hegelschen Philosophie erfolgte auch hier durch normaler Zustand ist, von dem ich aber behaupte, daß wir, die Rückkehr zum naturalistischen Standpunkt. Das heißt, wie heute die Dinge geworden sind, wohl nur noch auf ihm ästhetischen Theejungfern so peinlichen„ Lärmscenen" ein großes Berman entschloß sich, die wirkliche Welt Natur und Ge- zur Beendigung des Streites gelangen können."( Pr. Abg. dienst um das Wahlrecht erworben. Wenn man einen heimlichen Gezur ästhetischen Theejungfern so peinlichen Lärmscenen" ein großes Verschichte so aufzufassen, wie sie sich selbst einem jeden giebt, 18. Dezember 1877.) Aehnliche Aeußerungen ließen sich in Feind der Volksrechte veranlaßt, seine feindlichen Pläne offen auss der ohne vorgefaßte idealistische Schrullen an sie herantritt; größerer Zahl anführen. Wie weit Windthorst aber gegebenen zusprechen, so ist das doch sehr nüßlich. Das Volk wird ja dadurch man entschloß sich, jede idealistische Schrulle unbarmherzig Falles entschlossen war, die Bewegungsfreiheit der Kirche von gerade aufmerksam, daß die Gefahr wirklich besteht, der Feind hat zum Opfer zu bringen, die sich mit den in ihrem Zusammen- der staatlichen Aufsicht loszulösen, das erhellt aus dem seine gedeckte Stellung verlassen. In Wahrheit ist das eben freihang, und in keinem phantastischen, aufgefaßten Thatsachen Umstande, daß er zur Zeit für die Schutzgebiete sinniger Stohl. Die Konservativen haben es seit Jahren offen ausge nicht in Einklang bringen ließ. Und weiter heißt Materia- der Zulassung des Mohaminedanismus unbedingt Mohaminedanismus unbedingt das sprochen und bei jeder Gelegenheit bewiesen, daß sie Feinde des belismus überhaupt nichts." Der Ausdruck Materialismus" erklärt Wort redete, um für die eigne Kirche Freiheit zu erwirken. stehenden Reichstags- Wahlrechts sind. Die Freifinnigen wissen gegen die Socialdemokratie nichts Ernsthaftes einzuwenden, und da für fie sich also in erster Linie aus dem Gegensatz gegen Hegel, der So fagte er am 18. Januar 1890 im Reichstage:" Daneben bei dem Kampfe um den Zolltarif nicht die Interessen der Arbeiterdie ganze Welt als Entwicklung aus der Idee aufgefaßt hatte, mache ich darauf aufmerksam, daß in den betreffenden Säßen lasse, sondern reine Kapitaliſtenintereffen maßgebend waren und und damit ist auch der Einfluß Feuerbachs auf Mary und der Kongo- Afte das wichtige Princip der freien Religionsübung ihre Haltung bestimmten, so müssen sie zur Verteidigung ihrer Engels im allgemeinen gekennzeichnet. Die materialistische und Religionsfreiheit voll und ganz enthalten ist und, wie Haltung, zur Verschleierung ihrer wirklichen Absichten ihrem Eugen Thatsache aber, die auf dem Gebiete der Geschichte den Ent- nun einmal die Dinge in der Welt sich gestaltet haben, wird Richter das lächerliche Geschwäb nachreden, daß die Socialdemokraten wicklungsprozeß zur Geltung bringt, ist der wirtschaftliche es gar nicht anders möglich sein, in Deutschland den Frieden eigentlich schuld seien, wenn die Konservativen das Wahlrecht bes drohen. Klassenkampf. Das ist das ganze Geheimnis des socialistischen herzustellen unter den Konfeffionen, als wenn man auch hier Materialismus", der also mit metaphysischen Fragen an und dieses Princip festhält und dem Staate jede Einwirkung ipiegel". Die Socialdemokraten wollen ein allgemeines Zuchthaus Im übrigen arbeitet das Flugblatt mit dem„ Socialistenfür sich gar nichts und noch weniger principiell etwas zu entzieht, wie dies in England, wie dies in Amerika der Fall einführen aber sie verheimlichen es; die Socialdemokraten wollen thun hat. ist. Und dann sage ich den verehrten Herren: Sehen Sie das Familienglück zerstören aber sie verheimlichen es; die Socials Die Germania" findet sodann, daß das Erfurter Pro- doch in die Gebiete derjenigen Kolonialmächte, die vorzugs- demokraten wollen den freien Willen aufheben aber sie verheimgramm eine Gegnerschaft gleichfalls grundsätzlicher Art gegen weise die Verhältnisse kennen und tragen... sehen Sie ins- lichen es. Sie Religion enthalte. Insbesondere hat es ihr der Satz von besondere nach Indien! Wird denn in Indien irgend etwas Schließlich wollen die Freifinnigen im dritten Kreise auch den der Weltlichkeit der Schule angethan. Sie übersieht an dem heidnischen Kultus von England gehindert? Oder Mittelstand schüßen, den die Socialdemokraten offen verhöhnen. Das dabei, daß jede und insbesondere die heutige Ge- hindert England dort, daß die indischen Anschauungen ist eigentlich unlauterer Wettbewerb gegen die Antisemiten. ſellſchaft in ihrem materiellen Bestande von einer in religiösen Dingen propagandiert propagandiert werden? Mit Johann Jacoby und Engen Richter. Jm Brieffasten ihrer ftets fich steigernden Menge bon Kenntnissen und nichten. Aber es läßt zu, daß Konfeffionen Nr. 123 schreibt die Freis. 3tg.":" I. Berliner Wahlkreis. Johann Fähigkeiten abhängt, die dem kommenden Geschlecht zu ver- dort erscheinen... Jch will gar nichts andres thun durch Jacoby hat niemals Wähler dieses Bezirks, wie Herr Leo Arons mitteln doch wohl das natürlichste Recht einer jeden Gesellschaft meinen Antrag, als herbeiführen, daß das, was alle diefe behauptete, als Abgeordneter vertreten." Wir stellen demgegenüber " " Die Unfre Gegner von rechts und links stürmen gegen die mühsam errungenen Freiheiten des deutschen Volkes. Das Selbstbestimmungsrecht, das sich in dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht ausdrückt, steht in großer Gefahr. Konservativer wollen es schon lange beseitigt wissen und die Socialdemokraten haben ihnen durch die Lärmscenen im Reichstage, welche den Parlamentarismus aufs höchste schädigten, den Vorwand gegeben, offen auszusprechen, daß das geheime und allgemeine Wahlrecht abgeschafft werden müſſe. Wenn das alles richtig wäre, dann hätten wir uns durch die den * Wer nicht am Wahltage unsren Kandidaten wählt, den 1 erkommnniciere ich, der soll nur nicht mehr zu mir in den Beichtstuhl kommen, der ist nicht wert, ein katholischer Christ zu sein. fest, daß der 1.- 5. Stadtbezirt, jenter Teil des ersten Berliner 15 wegfallen, die bei der legten Wahl in der Stichwahl lediglich Reichstags Wahlkreises, für den die Versammlung einberufen durch socialdemokratische Beihilfe für die Freisinnige Volkspartei war, in der Genosse Arons seine Behauptung" aufstellte, zum erzielt worden sind. zweiten Berliner Landtags- Wahlbezirk gehört. Einer Der Kaplan Rügenberger an Liebfrauenkirche in Dortder beiden Abgeordneten dieses Bezirks aber war von 1863 bis 1870 mind machte die Erteilung der Absolution einem Arbeiter gegen- Eugen Richters und des Dr. Müller- Sagan zollfreundliche Parole: Solche bindenden und unzweideutigen Verpflichtungen, gegen Johann Jacoby. Die falsche Briefkastennotiz der Freis. 3tg." erklärt über von dem Versprechen abhängig, in Zukunft weder die„ Arbeiter- Handelsverträge um jeden Preis" zu stimmen, wären allerdings sich wohl dadurch, daß Herr Eugen Richter einen unbequemen Fragesteller beschwichtigen wollte. Für Eugen Nichier verbinden Zeitung" noch sonstige ſocialdemokratische Schriften zu lesen, da das zwingende Vorbedingung. Mit dem Gerede, auf möglichst niedrige sich mit dem Namen des großen Demokraten Johann Jacoby recht Todsünde sei. In Hombruch wurde ein Arbeiter in der Beichte Zollfäße hinzuwirken, ist es natürlich nicht gethan. Denn bei den unliebsame Erinnerungen. Als Jacoby bei den Landtagswahlen beim Kaplan Hillebrand einem politischen Verhör unterworfen; Handelsverträgen, wenn sie einmal vorgelegt sind, läßt sich nichts 1870 von den Berliner Fortschrittsgrößen abgesägt werden sollte, fand der Geistliche sagte dem Beichtenden, daß er ihm die Abfolution mehr einwirken; sie können nur angenommen oder abgelehnt, aber fich Herr Eugen Richter bereit, statt feiner, d. h. gegen ihn zu nicht erteilen könnte, wenn er der socialdemokratischen Partei an- nicht geändert werden. kandidieren. Wie ehrliche Fortschrittler hierüber dachten, beweist ein gehöre. In der Mai- Andacht in Soest am 24. Mai wurde von " Brief Franz Zieglers, mit dessen Namen sich heute noch ein freisiniger Verein schmückt, vom 4. Dezember 1870. Franz Ziegler wurde die Kandidatur gegen Jacoby bei der Nachwahl angeboten, die notwendig wurde, weil der doppelt gewählte Eugen Richter das Mandat für Hagen annahm; Ziegler erklärte ablehnen zu müssen. Meine Ehre gebietet Dies. Ich würde anmaßend und nicht ehrenhaft zugleich handeln, wenn ich an einer Stelle Deputierter werden wollte, von der dieser große Bürger( Jacoby) zurückgewiesen ist.... Einen größeren Sieg hat die Reaktion nie gefeiert als die Entfernung Jacobys; und diesen Sieg hat unsre Partei derselben in den Schoß geworfen. Daran mag ich kein Teil haben Dem Fragesteller der Freis. 3tg." empfehlen wir die Lektüre von William Spindlers Allerlei Gereimtes und Ungereimtes"( Berlin, der Kanzel zum Besuche der Centrumsversammlung aufgefordert, die bald nach der Andacht stattfand. Kein Katholik dürfe in der Versammlung fehlen. Da für uns die Religion Privatsache und die Centrumsreligion nicht unsre Religion ist, so kann es uns natürlich gleich sein, wenn es die Centrumschriften für angemessen halten, durch solchen Gebrauch die Leute über den wahren Charakter ihrer Religion aufzu flären, aber die Centrumspresse soll doch nicht uns der Gotteslästerung beschuldigen, die wir weiter nichts thun, als der Deffentlichkeit die Bräuche der Centrumsreligion mitzuteilen. Nach dem mecklenburgischen Muster, das dieser Tage in der Staude 1873, Seite 307-327. Hier wird er von einem wirklichen„ Deutschen Tageszeitung" empfohlen wurde, handeln die„ Liberalen" Berliner Demokraten hören, welche Erfahrungen den 69 jährigen im 3. Hamburgischen Wahlkreise in ihren Versammlungen. Jacoby dazu führten, endlich öffentlich und in aller Form zur Ihr Kandidat Sieverts fagte nach dem„ Hamburger Echo" in Socialdemokratie überzutreten, indem er 1874 für die Social- einer Versammlung am Dienstag in Harveſtehude: demokratie in Leipzig- Land zum Reichstag kandidierte. Auch Eugen Richter ist sich treu geblieben. * Unechten Lippentriller hat der Großdeftillateur der Freifinnigen Volkspartei Mag Schulz in einer Berliner Versammlung des zweiten Wahlkreises verkauft. Nach einem Bericht der„ Vossischen Zeitung" äußerte er nämlich: „ Meine Herren! Von einer freien Diskussion hätte doch nur die Socialdemokratie Vorteil. Die Socialdemokraten würde man doch nicht belehren, während die Gefahr vorhanden ist, daß unter den der Socialdemokratie noch Fernstehenden neue Mitglieder für diese Partei gewonnen werden. Und dazu, meine Herren, wollen wir doch die Hand nicht bieten!" Beeskow aber verläßt jede seiner Versammlungen mit dem stolzen Meister Hämmerlein aus Zehlendorf im Wahlkreise TeltowBewußtsein, die Socialdemokratie unterliege ihm überall fläglich, weil sie ihm keine Redner entgegenzustellen hat, die seiner Bedeutung entsprechen. Gerade die Socialdemokraten feien es, welche in diesem Wahlkampfe die Freifinnige Volkspartei mit den allerverwerflichsten Mitteln bekämpfen und es mit der Wahrheit am wenigsten genau nahmen. Sie hatten gar kein Interesse an dem Zustandekommen von Handelsverträgen, an geordneten Verhältnissen, denn mur auf dem Boden der Unzufriedenheit wachse und blühe ihr Weizen. Die Socialdemokratie treits lediglich Parteipolitik. Die Freifinnige daß man die Leute zu Unterschriften unter die Wahlaufrufe nötigt, Die alte beliebte Sitte, das Wahlgeheimnis dadurch aufzuheben, Bolkspartei appelliere an die Intelligenz und den Idealismus der wird von den Konservativen auch diesmal wieder gepflegt. Und Wähler, die eignen Jutereffen dem Allgemeinwohle unterzuordnen, wie gewöhnlich scheut man auch diesmal wieder nicht davor zurück, wie es das Programm der Freifinnigen Volkspartei verlange." Vor wenigen Wochen war die Intelligenz des berühmten Erzeugers des Lippentriller- Schnapses durch den„ Socialistenspiegel" noch nicht so verdorben. Damals schenkte er noch echt en Lippentriller. Es war am 18. März d. J., dem Gedenktag der Revolution, als Herr Max Schulz im preußischen Abgeordnetenhause als angeblicher Vertreter der Gastwirtsintereffen jene Rede gegen die Verfrommungsanträge des Grafen Douglas hielt, in der er sich kühn zu dem Grundsatz bekannte, daß das persönliche Intereffe allen fittlichen Einflüsterungen vorangehe. May Schulz sagte nach dem amtlichen Stenogramm: " Gefühlsduselei wäre es thatsächlich von den Gastwirten, wenn sie sich diesen Gefahren gegenüber verschließen wollten, wenn sie in der Weise heucheln wollten, daß sie die ethische Seite dieser Fragen über ihr Existenzinteresse stellen wollten, wenn sie thatsächlich so uneigennüßig sein sollten, daß sie ihre wirtschaftliche Existenz beiseite legen lediglich aus der Liebe zum Volke, aus der Liebe zum Wohlergehen des Vaterlandes. Meine Herren, das hat noch niemand, am allerwenigsten die Anhänger der rechten Seite des Hauses bewiesen, denen die persönlichen Interessen stets höher standen als die Interessen der Allgemeinheit und des Gemeinwohles.( Große Unruhe und Lachen rechts.) Jawohl, meine Herren, und deshalb muß vor einer derartigen Gefühlsdufelei gewarnt werden, und muß man sich den Bund der Landwirte zum Muster nehmen.( Sehr richtig! links.) Der Herr Minister Möller hat es ja ausdrücklich betont: auch die Kaufleute sollten sich in der Weise des Bundes der Landwirte zusammenInteressen Beachtung finden." Namen von Leuten unter die Aufrufe zu setzen, die gar nicht darum gefragt wurden und die dann sehr unangenehm davon berührt sind, sich auf solche Weise öffentlich bloßgestellt zu sehen. So liegen uns die Schreiber bitter darüber beklagen, daß ihre Namen ohne ihr aus dem Wahlkreise Nieder- Barnim zwei Zuschriften vor, worin sich wissen und gegen ihren Willen unter den konservativen Wahlaufruf gekommen sind. Da sich die Schreiber jedoch in abhängigen Stellungen befinden, so dürfen sie nicht einmal wagen, öffentlich gegen den Mißbrauch ihrer Namen zu protestieren. Wir sind überzeugt, daß noch mehr solcher Fälle von Urkundenfälschung vorgekommen sind, die Mißbrauchten wagen es nur nicht, irgend wem etwas davon zu sagen, aus Furcht, es könnte ihnen zum Nachteil ausschlagen. " * Der Fall Arenberg. Die, Norddeutsche Allgemeine Beitung" ergreift endlich das Wort, um die Affaire des Prinzen Mörder in ihrer Weise aufzuklären". Sie schreibt: " Prinz Prosper von Arenberg, der in Hannover eine Gefängnisstrafe von 15 Jahreu verbüßt, ist durch Beschluß des Amtsgerichts daselbst vom 20. März d. J. auf Grund der übereinstimmenden Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen, der Professoren Mendel und Pelman, des Stabsarztes Dr. Lübbert und des Gerichts- und Gefängnisarztes Dr. Schwabe, wegen Geistesschwäche entmündigt worden. Schon lange Zeit vorher ist für den Prinzen Arenberg bei dem zuständigen Reichs- Militärgericht ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens eingebracht worden, der auf die Behauptung gestützt ist, daß der Prinz bereits bei Begehung der That, wegen der er verurteilt worden ist, geisteskrank gewesen sei. Der Autrag hat zu einer umfangs reichen Beweisaufnahme geführt; das Verfahren ist noch nicht ab. geschlossen. Endlich ist von der Gefängnisdirektion in Hannover unter dem 8. April d. J. der Antrag gestellt worden, die Strafvollstreckung gegen den Prinzen v. Arenberg wegen Geisteskrankheit zu unterbrechen, nachdem der inzwischen als Vormund verpflichtete Sachwalter des Prinzen sich bereit erklärt hatte, die Ueberführung des Prinzen in die öffentliche Jrrenanstalt Uchtspringe sofort zu veranlassen. Die Ueberführung in die Maison de santé ist in den ganzen bisherigen Verhandlungen überhaupt nicht in Frage gekommen. Ueber den Antrag auf Strafunterbrechung steht die Entscheidung der Justizverwaltung gemeinschaftlich mit dem Reichskanzler Oberkommando der Schußtruppen zu. Diefe Entscheidung ist zur Zeit noch nicht getroffen. Die ferner in der Tagespresse verbreiteten Gerüchte über die vorschriftswidrige Bevorzugung des Prinzen Arenberg im Gefängnisse sind alsbald zum Gegenstand einer eingehenden amtlichen Untersuchung gemacht worden. Hierbei hat sich bisher ergeben, daß ohne Wissen der Gefängnisverwaltung Verfehlungen mehrerer Unterbeamten gegen die Gefängnisordnung vorgekommen sind, welche durch Einleitung der Disciplinaruntersuchung gegen die schuldigen Beamten ihre völlige Aufflärung und Ahndung finden werden. Der größere und erheblichere Teil der erhobenen Vorwürfe ist bisher nicht bestätigt worden. Die eingeleitete Unters suchung wird aber auch in dieser Hinsicht die erforderliche Klarheit schaffen." Freifinniges. Der Arme Teufel" aus der Oberlausitz teilt Am 3. Mai hatten wir zuerst das Gerücht erwähnt, der Prinz folgende Aeußerungen des Rektors Kopsch aus dem Wahlkampfe in Liegnig mit: Arenberg sei aus dem Gefängnis entlassen. Die Mitteilung war " Ich kenne überhaupt kein Proletariat, teinen vierten Stand! uns schon längere Zeit vorher zugegangen. Die offiziöse Presse Beides ist von den Socialdemokraten nur erfunden worden, um schwieg zu unsrer Mitteilung. Man wollte offenbar die heimlich gehezzen zu können."" Ich bin ein eifriger Turner und habe in plante leberführung des Prinzen in eine Heilanstalt nicht stören“. den Turnvereinen mit den Arbeitern gerade so gut verkehrt, wie Erst die Enthüllungen eines Hannoverschen Blattes über den mit den anständigen Turnbrüdern!"„ Wer die GesindeOrdnungen beseitigen will, nimmt damit dem Gesinde auch sehr sensationellen Strafvollzug, den man dem Prinzen angedeihen ließ, viel Gutes weg." machte eine weitere Vertuschung unmöglich. gelehriger Schüler der " Herr Kopsch ist als ein ganz besonders Freifinnigen Zeitung" bekannt. Drei Versammlungen an einem Abend hatte Genosse Bebel in Meerane in Sachsen. # Die Ausstellung der„ Nordd. Allg. 8tg." flärt nichts welter auf, als was man schon wußte. Auffällig ist nur die Langsamkeit des Verfahrens. Schon lange Zeit" vor dem 20. März d. J. ist von wem? " scharen. Nun scharen sich die Gastwirte zusammen. Vom Bund überfüllt waren, tagten gleichzeitig mit verschiedenen Referenten ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt worden; der Landwirte, dem„ Schreibunde", haben sie gelernt, wie sie zu Bebel hielt in der einen zunächst einen zweistündigen Vortrag, der agitieren haben, wie sie sich zu benehmen haben, damit ihre mit braufendem Beifall aufgenommen wurde, und besuchte dann auf konnten wohl mit gutem Gewissen geistige Erkrankung feststellen, da Am 20. März wurde der Prinz entmündigt. Die Sachverständigen Wunsch der Genossen auch noch die beiden andren, in jeder eine Herr v. Bedlig diente mit folgender, diesmal schlagender Antwort: längere Ansprache haltend. Unter den Arbeitern der ganzen Stadt ja der Prinz im Gefängnis atuten Alkoholvergiftungen fröhnte. " Im übrigen habe ich niemals eine glänzendere Rede für den herrschte eine frohe Begeisterung. Am 8. März wurde der Antrag auf Unterbrechung dieses verBund der Landwirte und seine Bestrebungen gehört, als der Herr gnügten Strafvollzuges gestellt; auch darüber ist noch nichts entVorredner sie uns vorgetragen hat. Alle die Argumente, welche Der Kandidat des sächsischen Brotwucherkartells im Wahlkreise schieden. Vielleicht erklärt sich die Langsamkeit des Verer für die Gastwirte in Anspruch nimmt, sprechen schlagend für Auerbach( 22. sächsischer), der Erjesuit Hoensbroech, verbreitet ein fahrens dadurch, daß die bereits feststehenden Entscheidungen durch die Thätigkeit des Bundes der Landwirte. Gie enthalten die mit seinem Namen unterzeichnetes Flugblatt, worin er ſtrupellos die Enthüllungen der Presse unliebsam unterbrochen wurden. vollkommene und begründete Rechtfertigung unsrer Schutzzoll- alles verspricht, was die Leute wünschen. Er verspricht einzutreten Die sonderbaren Gefängniszustände in Hannover werden von politik, aller der Maßregeln, die wir für die Erhaltung für Verminderung der Steuern und für eine starke Flotte, hütet sich unsres Mittelstandes in Stadt und Land ergreifen wollen. Der aber zu sagen, wo die starke Flotte bei verminderten Steuern her- der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" bestätigt; nur soll nicht Unterschied zwischen uns und den Herren drüben( links) ist kommen soll. Den Arbeitern verspricht er„ Hebung" ebenso wie dem alles wahr sein. Das offiziöse Blatt wird schon deutlicher werden der, daß, während wir im allgemeinen den Schutz der Arbeit im Mittelstande und der Landwirtschaft und verspricht auch der Industrie müssen. So leicht ist dieser Standal nicht los zu werden. ganzen pflegen, während wir im allgemeinen den Mittelstand langfristige Handelsverträge; von den Zöllen redet er allerdings Surchweg erhalten wollen, die Herren auf der Linken mit ihren nicht. Der Kandidat der sächsischen Wahlrechtsräuber verspricht, für Maßnahmen durchweg gegen die Erhaltung des Mittelstandes, politische Freiheit und für das gleiche, geheime, direkte allgemeine namentlich des bäuerlichen Mittelstandes sind, und daß sie die Wahlrecht einzutreten. Der Kandidat der sächsischen Konservativen, die in schamlosester Weise das Versammlungsrecht und Arbeit nur ſchüßen wollen, soweit es in ihrem Intereſſe, im Intereſſe Koalitionsrecht der Arbeiter bekämpfen, verspricht einzutreten für das ihrer eigenen Politik liegt." Am 18. März 1903 verachtete und verhöhnte Herr May Schulz Vereins-, Versammlungs- und Koalitionsrecht aller Stände, einUnd der Mann bekämpft die noch die Gefühlsduselei und Heuchelei, bloß aus Liebe zum Volke geschloffen des Arbeiterstandes". die eignen Interessen den ethischen Rücksichten unterzuordnen. Da- Jesuiten! mals bekannte er sich noch ehrlich zu dem echt freisinnigen Wort, daß jeder sich selbst der Nächste sei. Juzwischen hat der Unselige den Centrumsscheiterhaufen für die Socialdemokratie. Im Kreise Socialistenspiegel" gelesen und nun schwärmt er lippentrillernd von Ratibor versuchten katholische Bauern am letzten Sonntag einen der Vertretung des Allgemeinwohls dieser Gefühlsdnselei und Heuchelei. Ja, er begnügt sich nicht damit, seine Ueberzeugung zu verraten, sondern er verleumdet noch obendrein die Partei, die allein das allgemeine Volts- und Kulturinteresse vertritt und zu vertreten im stande ist, weil die Erlösung des Proletariats zugleich die Befreiung der Menschheit ist. Max, bleib beim ersten Lippentriller! Die Bräuche der Centrumsreligion. Die„ Germania" fährt fort, gotteslästerlich gegen uns zu wüten wegen der Mitteilung, daß für die Agitation zu Gunsten des Centrums Ablaß versprochen wird. Wir wollen ihr mun, nachdem sie sich oft genug überschlagen hat, sagen, wer Gotteslästerung treibt. Monika, Zeitschrift für katholische Mütter und Hausfrauen" schreibt unter dem Titel:„ Reichstagswahlen": Wenn jede liebe Leserin für den Sieg des Centrums eine Heilige Messe lesen läßt, so giebt das eine unabsehbare Zahl Und in jeder dieser heiligen Messen opfert sich Christus selbst durch die Hände des Priesters dem himmlischen Bater auf für den Sieg seiner Kirche. Uus aber, die wir ein ihm sehr wohlgefälliges Werk thun, schenkt er sein kostbares Blut für unser und der unsrigen Heil. Fügen wir, wenn wir eifrig sein wollen, noch den täglichen Rosenkranz hinzu und Gott wird uns durch Seinen vielgeliebten Sohn und dessen hochgebenedeite Mutter zum Sieg verhelfen! Es werden also die Leute aufgefordert, Messe lesen zu lassen für den Wahlfieg der klerikalen Brotwucherpartei, d. h. es wird zum Mißbrauch der heiligsten Handlung des katholischen Ritus zu politischen Zwecken aufgefordert und denen, die das thun, wird Erlösung durch das kostbare Blut Christi versprochen. Und bei der Gelegenheit noch einige andre Stückchen. Am vergangenen Sonntag ( 24. Mai) sagte der Ortspfarrer in Thannheim( Württemberg) in seiner Predigt auf der Kanzel: das Wagen mit socialdemokratischen Flugblättern in Brand zu stecken. Mit Mühe wurden sie von unsren Genossen und einem hinzukommenden Gendarmi daran verhindert. Jezt bieten fie für gesammelte socialdemokratische Flugblätter 5 Pf. per 10 Stück, um sie zu verbrennen. Der Wahltag ein Feiertag. Der Verband der Maurer in Breslau beschloß in einer Versammlung einstimmig, am Wahltage von mittag an die Arbeit ruhen zu lassen. Das hat besonders für die Landkreise um Breslau Wert, in denen ein großer Teil der Breslauer Maurer wohnt. Politische Uebersicht. Berlin, den 28. Mai. Die volksparteiliche Zollparole. Zu unsrer gestrigen Erinnerung, daß die Socialdemokratie durch ihren Münchener Beschluß gebunden sei, feinen bürgerlichen Kandidaten in der Stichwahl zu unterstützen, der für höhere Bölle stimmt, schreibt die freisinnige Volts- 3eitung": Hüffener hat gegen das Urteil des Kriegsgerichts Berufung eingelegt. Die Angelegenheit wird also nochmal erörtert werden. Hüffener hegt offenbar immer noch die Hoffnung, daß das Gericht anerkennen wird, er habe nur so gehandelt, wie es ſeine harte, harte Soldatenpflicht befahl. Straßendemonstrationen und zahlreiche Verhaftungen werden aus Dresden gemeldet. Die dortigen Bauunternehmer haben wie unsre Leser wissen als Ersatz für die von ihnen ausgesperrten Maurer Arbeitswillige aus Böhmen herangezogen, denen, beiläufig bemerkt, ein höherer Lohn zugesagt ist als der, den die Ausgesperrten forderten. Am Dienstag tamen 140 czechische Maurer in Dresden an. Sie wurden vom Bahnhof durch die Stadt nach Bei dieser Gelegen den betreffenden Arbeitsstellen geführt. heit sammelten sich in den Straßen und vor den Bauten, wo die Arbeitswilligen untergebracht wurden, zahlreiche Menschen an, die ihrer Entrüstung gegen die Bauunternehmer in Rufen des Untvillens Luft machten. Wie die Sächsische Arbeiterzeitung" mitteilt, gehörten die Demonstranten nicht zu den Ausgesperrten. Vers treter der Ausgesperrten bemühten sich vielmehr, die erbitterte Menschenmenge zur Ruhe zu mahnen. Natürlich war auch die Polizei zur Stelle, und es soll auch zu einzelnen Verhaftungen ge fommen sein. Wo die Vertreter der Ausgesperrten mit den czechischen Maurern in Verbindung treten und mit ihnen reden konnten, dagelang es fast immer, die Leute, welche unter der Vorspiegelung, es fehle an Arbeitskräften, man nach Dresden gelockt hatte, zur Rückkehr zu bes wegen. Am Mittwoch setzten sich die Straßenscenen fort. Darüber wird uns aus Dresden, den 28. Mai geschrieben: Der von den Inungsbaumeistern veranlaßte Import czechischer und italienischer Bauhandwerker, die die. ausgesperrten Maurer und Zimmerer ersehen sollen, hat unter der Bevölkerung eine große Erbitterung gegen die BauOb die neuzuwählenden freisinnigen Abgeordneten bereit sind, herren wachgerufen. Die beiden Bauten, auf denen die Impor= Handelsverträge mit den hohen Zollsägen, gegen die die freifinnige tierten beschäftigt sind, wurden von einer zahlreichen Menschenmasse Volkspartei- Fraktion gestimmt hat, anzunehmen, erscheint uns umstanden, die erregt gegen die Unternehmer protestierte. Als die Polizei noch nicht ausgemacht, wenn auch nach den Erklärungen die betreffenden Straßen absperrte, wozu 500-600 Gendarmen aufeinzelner Personen aus dem freisinnigen Lager mit dieser Möglich- geboten wurden, sammelte sich in den umliegenden Straßen vor den keit gerechnet werden muß. Um diese Unbestimmtheit zu beseitigen, Schußmannstetten eine nach vielen Tausenden zählende erregte Menge wäre es gut, wenn sich die freisinnigen Kandidaten in ihren Wahl- an, die durch Johlen, Pfeifen, Hochrufen uſtv. demonstrierte. Am reden über diese Frage näher erklärten. Die Angelegenheit ist stärksten war die Ansammlung an der Luisenstraße, wo etwa 6000 Menschen an den verschiedenen abgesperrten Stellen standen. Auf wichtig genug, um jedem von den Kandidaten aus den Wählerkreiſen dem nicht abgesperrten Teil der Straße flutete eine zahllose Menge vorgelegt zu werden. Sollte es zu einer generellen Anwendung auf und ab. In Friedrichstadt war die ganze Schäferstraße, eine der des Münchener Beschlusses seitens der Socialdemokratie nach Maß- Hauptverkehrsadern gesperrt. Hier war der Andrang nicht ganz so gabe der Erklärungen der freisinnigen Kandidaten kommen, so start, es mögen aber inmmerhin 2-3000 Personen gleichzeitig am Blahwürden unter Umständen von den 28 freisinnigen Mandaten allein gewesen sein. Ein Menschenstrom wogte auf und ab, zahl reiche Mengen tamen und gingen. = Die Polizei beschränkte sich| in stoln zwischen der centrumstreuen und der extrem agrarischen| Wahl eines Kandidaten verhandelt worden ist, der in Mélun anfangs in der Hauptsache darauf, den Verkehr aufrecht zu erhalten, Richtung Friede geschlossen worden. Der Führer der ersteren gegenüber Frédéric Humbert gefiegt hatte. Pelletan habe das Geld fie nahm aber zahlreiche Verhaftungen solcher Personen vor, die sich Richtung, Landtags- Abg. Graf Anton v. Spee, ist seiner Zeit infolge erhalten, um gegen die Gültigkeitserklärung der Wahl zu sprechen, irgendivie bemerkbar machten. Wie viele Personen am Mittwoch des Streites vom Präsidium des rund 50 000 Mitglieder zählenden und thatsächlich habe er denn auch für Humbert gestritten und dessen abend verhaftet worden sind, ist noch nicht festgestellt; der grüne Vereins zurückgetreten. An seine Stelle wurde am Mittwoch Frei- Gegner vorgeworfen, er habe alle Mittel der Korruption angewandt, Wagen fuhr aber unausgesetzt ab und zu. Am Dienstag find herr Klemens bon Loe Bergerhausen gewählt. Mit allseitigem um seine Wahl durchzusehen. 32 Personen festgenommen worden. Einverständnis wurde beschlossen, den Vereinskommissar Schreiner, Man wird weiteres abwarten müssen; es ist in letzter Zeit so den Führer der agrarischen Richtung und Redakteur der katholisch- vielfach mit gefälschten Briefen in Frankreich operiert worden, daß agrarischen„ Rheinischen Volksstimme", in seiner Eigenschaft als Ver- auch diesmal eine Fälschung nicht ausgeschlossen erscheint. eins- Kommissar mit einem Drittel feines 4900 m. betragenden Belgien. Gehalts zu pensionieren, obwohl er noch nicht pensionsberechtigt ist. V England. Nachts gegen 11 Uhr schienen die Polizisten Order erhalten zu haben, schärfer vorzugehen, denn sie machten plöglich den Versuch die Massen zu vertreiben. Dabei zogen die zahlreichen berittenen Gendarmen blank, fuchtelten mit der Waffe unter die Menge und schlugen mit der flachen Klinge zu. Die Masse johlte Der Streit im Rheinischen Bauernverein ist nun bei- Infubordination in der Armee. In Löwen kam es bei den und pfiff und stimmte das Löbtauer Zuchthauslied an. Kurz vor gelegt; der Streit zwischen der gemäßigten und der extremagrarischen dortigen Garden des zweiten Aufgebots zu direkten Widersetzlich12 Uhr famen plötzlich drei grüne Wagen" an, die auf der Königs- Richtung im rheinischen Centrum aber tobt weiter. Die feiten. Die Reservisten waren unzufrieden, daß sie eine längere Zeit brückerstraße hielten, wo der Andrang am ärgsten war. Jetzt griffen Extremen wühlen weiter und stellen dem Centrum ihre agrarischen als üblich unter den Waffen gehalten werden; sie behaupten, daß die Polizisten den ersten besten aus der Masse heraus und Sonderkandidaturen entgegen, sofern die„ Pensionierung" das ungefeßlich sei. Als sich der Oberst zeigte, wurden Proteste laut, steckten ihn in einen der Wagen, bis die Gefährte Schreiners nicht Wandel schafft. die schließlich in Bischen und Pfeifen übergingen, so daß nichts übrig überfüllt abfuhren. Die Massen waren inzwischen die Straßen entlang gedrängt worden und verliefen sich später. Döberis. Wie verlautet, beabsichtigt der Kaiser, für die Teil- blieb, als die Mannschaften wenigstens vorläufig zu entlassen. Die Ansammlungen sind in erster Linie durch die polizeilichen Abnehmer an der Döberiger Denkmalsenthüllung eine Denkmünze sperrungen verursacht worden. Hätte die Polizei nicht zu dieſer zu stiften. Maßnahme gegriffen, hätten sich vielleicht einige hundert Personen Das hat Friedrich II. nicht gethan! in den Straßen aufgehalten, zu einem solchen Auflaufe wäre es aber sicher nicht gekommen. Wie man hört, ist in der Kaserne Militär in Bereitschaft gehalten und auch je eine Compagnie Infanterie nach den Stadtgegenden abgegangen, wo die Ansammlung stattfand. Eingegriffen hat das Militär jedoch bisher noch nicht; auch Dazu kündigt sie weitere Enthüllungen an. Demnach scheint der an der Absperrung hat es sich nicht beteiligt. Die ausländischen Lorenz den moralischen Anfall von gestern doch nur fingiert zu Bauhandwerker find bis auf etwa 40 Italiener wieder abgeschoben haben, um das schöne Wort von dem Ehrenzeugnis anbringen zu worden. Von den 104 Czechen, die am Dienstagmorgen an- können, und es scheint, daß wir mm in der That alles zu befürchten gekommen sind, ist auch nicht ein Mann mehr da. Den Unter- haben. Daran sind jedenfalls die Dresdener schuld, die um ihre nehmern, die 1000 Maurer und Zimmerer brutal auf die Straße lumpigen 300 Mark so viel Lärm gemacht haben. Uns graufet warfen, weil sie einige Pfennige mehr Lohn verlangten, kostet der vor dem Kommenden! Transport ausländischer Arbeiter schon Tausende von Mark. Anvon Erbitterung ergriffen wird. Sehr schön gesagt finden wir es, was die" Post" heute zu der Geheimorganisationsgeschichte schreibt: Vielleicht dämmert bereits der Tag der Abrechnung zwischen Staat und Obergenossen." gesichts dieſer Thatsachen ist es kein Wunder, wenn die Bevölkerung jetzt wieder ausführlich lesen, die Socialdemokratie„ beabsichtige" die Freie Liebe. In allen patriotischen Wahlflugblättern kann man christliche Ehe aufzuheben und die freie Liebe einzuführen. In Berlin ist dieser Tage der Major Reisch von einer ehemaligen Geliebten, die er abgehalftert hatte, erstochen worden. Die volksparteilichen Angriffe gegen das Versammlungsrecht. Wir haben gestern nachgewiesen, daß der Artikel der„ Freifinnigen Zeitung" über den socialdemokratischen Versammlungsterrorismus von einem beauftragten Faulpelz oder einem Satiriker, der in dem Blatte sitzt, einfach aus den verschiedenen Kapiteln des Socialistenspiegels" zusammengeflickt worden ist, der längst vor der Wahlbewegung fertig war. Im Unterhaus kam heute der Zollkonflikt Deutschlands mit Kanada zur Sprache. Black richtete an die Regierung die Anfrage, ob Deutschland der einzige Staat sei, der mit der Differenzierung oder der Androhung einer Differenzierung der Zölle gegen Kanada vorgehen wolle infolge der Bevorzugung, die Kanada Unterstaatssekretär des dem britischen Handel gewährt habe. Aeußern Cranborne erwiderte:" Ja, soweit wir wissen." Das Haus nahm hierauf mit 142 gegen 82 Stimmen die erste Lesung des Gefeßentwurfes an, welcher die Brüsseler Zuckerkonvention in Kraft ſetzt. Das Gesetz ermächtigt die Regierung unter anderm, die Einfuhr von Prämienzucker zu untersagen. Türkei. Die Stimmung der türkischen Bevölkerung im Wilajet Monastir dorther ziemlich beunruhigend. Einige diplomatische Stellen haben die Pforte auf die Gefahren ist nach Konsularberichten von aufmerksam gemacht und ihr freundschaftliche Ratschläge erteilt. Besonders die Massenverhaftungen von Bulgaren scheinen in vielen Orten nicht gerechtfertigt oder unüberlegt zu sein. Die Ausnahmemaßregeln gegen die Bulgaren scheinen durch den Uebereifer untergeordneter Organe unnötigerweise zu weit zu gehen und auch auf Unbeteiligte ausgedehnt zu werden. Amerika. Die republikanische Konvention son Pennsylvanien systems aus. hloß, die Man hätte nun in der vaterländisch, christlich und germanischen Presse Bußpredigten über die freie und noch dazu brutale Liebe von Männern erwarten sollen, die sogar den vornehmsten Rock getragen, ganz fromme Blätter hätten vielleicht auch in der That die Buße für die schwere Sünde sehen sollen. Nichts von dem. Man malte lieber das vor Eifersucht wahnsinnig gewordene Weib als ein Diese Entlarvung freifinniger Wahlhetze hält aber die reat- verruchtes Scheufal. Offenbar folgte diese fittliche Preffe gauz naib Wiederaufstellung Roosevelts zum Präsidentschaftskandidaten und tionäre Preſſe nicht ab, wie beim Zollverrat diesen Angriffen auf ihrem dunklen Instinkte, daß die freie Liebe von Majoren und sprach sich gegen jede Aenderung des gegenwärtigen Tarifdas Versammlungsrecht zuzujubeln. Sie unterschlägt die Thatsache, sonstigen staatserhaltenden Persönlichkeiten vor so lebensgefährlichen daß es sich um aufgewärmten Stohl handelt und bekennt freimütig, Konsequenzen geschützt werden müsse. Hier und da erhob sich ein Solche daß ihr Eugen wieder einmal ganz aus dem Herzen gesprochen feuilletonistisches Mitleid für die Mörderin aus Liebe. habe. Gefühlsduselei wurde einem Humoristen des„ Tag" zu toll und er Eine unnötige Reminiscenz. Wie Kröcher im Reichstag schon die Konsequenzen aus Richters scherzte grimmig: Haltung zog, so jetzt auch die Kreuz- Beitung", die wörtlich Du lieber Himmel, wollten alle entlassenen Wirtschafterinnen, Bon fachkundiger Seite wird uns geschrieben: schreibt: die, mit dem Tageblatt" zu reden, begründete Eifersucht" hegen, In Döberiz giebt es ein gewaltiges militärisches Schauspiel ihre Rechte solcherweise geltend machen, das Tiergarten- Viertel zum Andenken an die großen Manöver, die Friedrich II. vor wäre mit Leichen übersät, und die Polizei müßte vor der Börse 150 Jahren dort draußen abhielt. Mußte man wirkli, die Er die Mörderinnenansammlung zerstreuen, um die Straßen für den innerung an jene Manöver heraufbeschwören? Zwischen den Verkehr freizuhalten." In Döberitz. " Die Freifinnige Zeitung" hält sich hier in anerkennenswerterweise an das Beispiel, das der Abg. Richter in der Obstruktionsperiode gegeben und durch das er bekundet hat, daß er an politischer Einsicht den Führern der Freisinnigen Vereinigung weit überlegen ist. Wir können nur wünschen, Der Mann muß es wissen. Es scheint danach, als ob die preußischen Friedensübungen in der Zeit vor dem fiebenjährigen daß die Erkenntnis, die den obigen Sätzen zum Ausdrucke Socialdemokratie verdammt wenig Ehen zu zerstören übrig behalten Krieg und den heutigen, ist ein Unterschied wie zwischen Tag und kommt, dauernd anhält. Vielleicht kommt die Freifinnige wird; und die freie Liebe vollends wird sie auch niemanden mehr Nacht! Zeitung" dann zu der weiteren Erkenntnis, daß der Mißbrauch lehren können. des Koalitionsrechtes zur Ausübung irgend einer Art von Zwang gegen die Arbeitswilligen ebenso eine Bedrohung der persönlichen Freiheit, wie nach ihrer zutreffenden Auffassung das Verhalten der Socialdemokraten in freisinnigen Versammlungen eine Bedrohung des Verfassungsrechtes bedeutet." Das ist vollständig logisch. Für Richter ist jede ihm unbequeme Anwendung des Versammlungsrechtes ein Mißbrauch, also ist auch jede für den Kapitalisten fatale Anwendung des Koalitionsrechtes ein Mißbrauch; und die freisinnigen Wahlredner haben ja auch herzbrechend genug über die Auswüchse des Koalitionsrechtes geklagt. Der Paragraph vom Hausfriedensbruch genügt Richter vorläufig noch zur Bekämpfung des Vereinsrechtes. Gegen den Koalitions- Terrorismus wird er aber nun wohl mit der Kreuz- Zeitung" Zuchthausvorlagen fordern müssen. " Auch die Deutsche Tageszeitung" ist von den Angriffen der " Freisinnigen Zeitung" auf das Versammlungsrecht hochgradig entzüdt, umso mehr, als sie aus redaktioneller Dummheit neulich mal die Wahrheit sagte, indem sie gestand, daß die Socialdemokraten sich zwar sehr anständig in gegnerischen Versammlungen benähmen, dennoch aber ferngehalten werden müßten, weil ihre Darlegungen zu verführerisch wären. Heute thut sie mit folgender Zustimmung zu Eugen Richter Buße: " er Friedrich II. sah damals in den Manövern keine militärischen Das schreckliche Reichskind. Der Sohn des alten Hohenlohe, Theatervorstellungen, zu denen man Gäste aus allen Himmelsden die Journalistentribüne des Reichstages als das„ Reichsfind" richtungen einlud, sondern er erblickte in ihnen die beste Schule für taufte, macht sich wieder durch seinen Liberalismus" bemerkbar. den Krieg." Wohlunterrichtete Augenzeugen," schreibt Bronsart In Hagenau soll er dem„ Elsässer" zufolge geäußert haben:" Die von Schellendorff in seinem Wert„ Der Dienst des Generalstabes", Regierung müsse leider mit dem Centrum gehen. Gern thue sie es die gerade nicht zu den unbedingten Lobrednern des Königs ge= nicht. Der jetzige Kanzler würde auf dem politischen Schachbrett Hören, versichern, daß seit die Welt Waffen getragen, nichts Schöneres sicher lieber mit einer großen liberalen Partei operieren." Dann hat das Reichsfind noch geäußert: und mehr dem Kriege Aehnliches gesehen worden, als Ein Kompromiß mit den Klerikalen sei unmöglich. Das sei diese Uebungen." Zuschauer duldete Friedrich II. überfein Kompromiß mehr, bei dem der eine Teil alles, der andre haupt nicht, lud also auch keine Gäste ein, selbst nichts gewinnt, bei dem der eine wesentliche Teile seiner politischen preußischen Offizieren, die nicht dienstlich anwesend waren, Ueberzeugung preisgeben müsse. Man solle sich doch nicht durch war der Zutritt zum Manöverfeld verboten. Heute verden Hinweis auf das„ Endziel" der Socialdemokratie über die sucht man allerdings auch diese historische" Absperrung biel näher drohenden Ziele des Klerikalismus indem man allen ungeladenen Civilpersonen täuschen lassen. Kandidaturen seien heute nötig, die wirt nachzuahmen, Friedrich II. wußte wohl, lich liberal seien, nicht angetränkelt von Kompromissen. streng den Zutritt verwehrt. Wolle der Liberalismus ausdrücken dürfen, diese, wenn uns so die Führerrolle übernehmen, so solle er sich nicht auf Kompromisse einlassen mit Einsamkeit für seine Truppenübungen wählte. Nicht wegen der einer Partei, die ihm im Grunde der Seele feindlich gegenüber- Prügel, die auf die Soldaten herabfausten, denn damals wurden steht. Der Liberalismus müsse selbständig den Kampf gegen die die Mannschaften auch auf offener Straße ungeniert geschlagen, Socialdemokratie führen, nicht im Bunde mit reaktionären sondern weil zu einer wirklich kriegsgemäßen Ausbildung die EinParteien. Sonst komme es dahin, daß die Socialdemokratie die famkeit oder besser gesagt ungeniertheit gehört. Harmlose Führung der liberalen Elemente übernehme und sich nur noch wieder warum er wir " extreme Parteien gegenüber stehen, was ernste Bedenken erwecke." Civilisten als Zuschauer machen weiter nichts aus, aber die offiziellen Der gute Prinz gehört zu den„ Liberalen" nach dem Herzen Gäste und die sie begleitenden fremden Offiziere sind hinderlich. Lädt Barths, Delbrücks und des Admirals a. D. Hoffmann, der neulich man Gäste ein, so muß bei der Uebung alles klappen. Bei über den reaktionären Liberalismus klagte. einer wirklich kriegsgemäßen Ausbildung wird und arbeitet. Es wird " Die Freifinnige Zeitung" hat mit diesen Ausführungen volltommen Recht. Aber man muß ihrer Partei, die heute so be= weglich über die Socialdemokratie flagt, denn doch vorhalten, daß fie außerordentlich spät zu dieser Erkenntnis gelangt ist und sich niemals gescheut hat, die Socialdemokratie gegen die bürgerlichen Parteien zu unterstüßen... Der Freif. 8tg." geben wir auf die Graf Bülow aber wird nun durch die„ Norddeutsche Allgemeine fann aber nicht alles glatt gehen. Hier muß eben auch experin.entiert Frage, wie lange die andren Parteien sich diesen socialdemokratischen Beitung" feierlich erklären lassen müssen, daß der Prinz Hohenlohe werden, d. h. man muß taktische Schachzüge probieren, von denen Unfug noch gefallen lassen würden, die Frage zurück: Wie lange nicht etwa von ihm über seine wahren Herzensneigungen informiert durchaus nicht sicher ist, ob sie gelingen. Mißglücken sie, dann giebt hat die bürgerliche Demokratie ihre Wähler zu einem Bunde mit worden sei. Sonst wird der moderne Graf schleunigst eine Sühne- es natürlich Verwirrungen, es können ganze Regimenter abgefangen Sem politischen Rowdytum gezwungen? und hoffen, daß jetzt die Wallfahrt zum Centrum unternehmen müssen. werden usw. Solche Zwischenfälle wird aber niemand vor ausFreunde des Herrn Richter, da sie selbst unter der Singerschen Gefälschte Citate. Die Konservative Korrespondenz" arbeitete wärtigen fachkundigen Zuschauern riskieren. Bet kriegsmäßigen Rotte ชน leiden haben, etwas wie Reue über manche in ihrer vorlegten Nummer mit gefälschten Citaten, die social- Manövern sollen ferner auch die unvorhergesehenen Vorkommnisse, Thaten in ihrer politischen Vergangenheit empfinden werden, demokratische Anschauungen über die Bauern- und Handwerker- die im Kriege so manchmal eine große Rolle spielen, z. B. Nichteine Neue, die allerdings zu spät kommt, denn diese Partei wird sich nicht mehr lange über die Socialdemokratie zu be- frage verleumden sollten. Wir stellen zur Charakterisierung kon- eintreffen einer wichtigen Meldung, eines wichtigen Befehls, Mißservativen Anstandes fest, daß, trotzdem wir die Fälschung nachschweren haben, da sie binnen kurzem von ihr gänzlich aufgesogen gewiesen haben, die„ Konservative Korrespondenz" nicht widerruft verständnis einer Anordnung, in Anwendung kommen. werden wird. Unsern Anhängern aber empfehlen wir, socialdemo fratische Ausschreitungen in ihren Versammlungen mit der größten und daß die von ihr gespeiste Presse ruhig weiter mit den Fälschungen 38. B. eine Meldung über das Herannahen einer feindlichen Marschkolonne an den Führer inhibiert, damit dieser es lernt, sich auch Entschlossenheit sofort im Reime zu erstiden und unnachsichtlich bei in unerwartete schwierige Situationen zu finden. Einen solchen Verjeder Störung vom Hausrecht Gebrauch zu machen." Diese Betrachtungen über politisches Rowdytum wirken in dem such kann man vor fremden Gästen aber wieder nicht wagen, da er vielleicht ein fürchterliches Durcheinander veranlaßt. Der ungeheure Munde der Cirkus Busch- Männer und der oft empfohlenen Dresch flegeltatik besonders drollig. Eugen Richter hat sie aber redlich Schaden, den die militärischen Zuschauer anrichten, ist täglich verdient. ja auch auf den gewöhnlichen Egerzierpläßen zu beobachten. Wie gerne würden Hauptleute und Bataillonsfommandeure, die selbständig denken, manchmal von der Schablone abweichen. Aber auf dem Ererzierplak reitet der Herr Oberst, vielleicht sogar der Herr General herum und so läßt man alles, was nicht klappen könnte, bleiben. Ein älterer Hauptmann sagte einmal sehr richtig zum Schreiber dieses: „ Einer der Hauptgründe, warum wir keine friegsmäßige Ausbildung haben, besteht darin, daß bei uns eigentlich immer Beichtigung ist. Wir können nichts unternehmen, ohne daß uns nicht ein Vorgesetzter zuschaut und dreinredet. Dabei verliert man die Selbständigkeit, die Lust zur Sache, man haspelt sein Reglement herunter und damit ist es gut." Freilich, nur wer wie die Socialdemokratie die Sache der Wahrheit verficht, bedarf nicht der Fälschungen, ohne die unsre Gegner nicht leben können. Ausland. Oestreich- Ungarn. Als dritte im 3 llwucherbunde gesellt sich schließlich die katholische „ Germania" hilfebringend Eugen Richter. Sie beschäftigt sich Im ungarischen Abgeordnetenhause legte der Finanzminister um zur Theorie die Praxis zu bringen eifrig mit der Fabrikation heute die Investitionsvorlage in einer Gesamthöhe von 266 Millionen von socialdemokratischen Versammlungsstörungen, von denen kein Kronen vor, von denen 70 Millionen für die Erweiterung des EisenWort wahr ist. Frankreich. Wie im Kleinen ist es auch im Großen. Manöver in Gegenbahnnetzes der ungarischen Staatsbahnen und 60 Millionen für die So behauptet die„ Germania": Die Berliner konservative Ver- Hafenbahn in Fiume, Erweiterungen der Bahngebäude, der Donaufammlung im Böhmischen Brauhause, wo Singer in der Diskussion brücken sowie für Anschaffung von Lokomotiven und andre Insprach, sei durch die Socialdemokraten gesprengt worden. In Wahr- bestitionen verwendet werden sollen. Ferner sollen verschiedene heit besteht die Sprengung darin, daß die Parteigenossen, welche sich Bauten in der Hauptstadt und der Provinz vorgenommen werden. mit der Wegnerschen Weisheit die Zeit nicht stehlen lassen wollten, Für das Jahr 1903 werden von diesen Investitionen insgesamt den Saal verließen. Noch unverschämter schwindelt die„ Germania" 30 Millionen in Anspruch genommen. über die Antisemiten- Versammlung in Feuersteins Festsälen. Hier wird die Thatsache, daß die Kolonne des Dreschgrafen zwei den Anregungen Nene Intriguen. Der Figaro", der seit längerer Zeit ihres Helden gänzlich unbeteiligt und neutral sich verhaltende zu Stellung gegen den Marineminister Pelletan gewart auswärtiger Gäste, wozu wir auch die fremden Militärattachés hörer hinaus prügelten als socialdemokratische Roheit nommen und unter anderm behauptet hatte, daß der ehemalige rechnen, taugen aus den vorhin erwähnten Gründen nichts. Ja sie dargestellt. So faßt ja wohl auch die„ Germania" die fromme Sekretär der Frau Humbert, Parahre, der als Mitschuldiger ver- sind sogar direkt schädlich, denn dadurch, daß bei ihnen alles wie am Rezerverbrennung als eine Roheit der Seßer auf. haftet, jedoch nach einiger Zeit wieder freigelassen worden war, Merkwürdig ist nur, daß die" Freisinnige Zeitung", die sonst Belletan schriftlich um seine Verwendung beim Juſtizminister ge- Schnürchen gehen soll und schöne Bilder" die Hauptsache sind, gealles bringt, diese herzhaften Zustimmungen ihrer Tattit unterschlägt! beten hätte, veröffentlicht heute das betreffende Schreiben Parahres. wöhnen die Truppen sich Dinge an, die sie im Felde unter furchtSchämt sie sich des Lobes? Dazu ist sie sicher zu abgebrüht. In diesem Schreiben, vom 25. September 1902 datiert, heißt es: baren Verlusten wieder abstreifen müssen. Schon der Befehls- und " Da ich Ihnen unbekannt bin, kann ich kein andres Recht geltend Aufklärungsdienst, wie er sich durch diese Uebungen eingebürgert Centrum und Bauern. Das Centrum ist zwar durchaus anti- machen, als meine vollständige Verschwiegenheit in Bezug auf die hat, ist im Kriege unbrauchbar. Eine Partei weiß von der andren materialistisch. Aber in seinen irdischen Beziehungen schwört es doch beträchtliche Summe, die ich Ihrem Sekretär im Hause der Frau so ziemlich alles, während man im Krieg den Gegner niemals vollauf die gröbste Materie. Es kauft seine Feinde gegen bar Humbert übergeben habe für Ihre Intervention in der Sitzung vom kommen durchschauen kann. Das gefährlichste und auch aufreibendste Wir haben gestern schon erwähnt, daß der Freiherr v. Loe 23. Dezember 1889 anläßlich der Debatte über die Wahl des Gegen- für die Führer ist im Kriege die Unsicherheit, in der sie sich befinden. die Leitung der rheinischen Bauernvereine übernommen hat, die in kandidaten Humberts. Das Ausgabenbuch, in dem die Uebergabe Gefahr standen, ins Lager der Landwirtschaftsbündler abzuschwenken. der erwähnten Summe sowie der Anlaß hierfür verzeichnet ist, ist weiß man aber, wie es bei den Friedensübungen und vor allem Darüber wird uns aus Köln geschrieben: niemand vor Augen gekommen, ich allein kenne seine Eristenz." bei den Brunkmanövern der Fall ist, genau, wo der Gegner steht Im Rheinischen Bauernverein ist am Mittwoch in einer von Zur Erläuterung fügt der Figaro" hinzu, daß in der er- und wie stark er ist, dann ist das Kriegführen überhaupt keine Kunst 2000 Borstands- und Ausschußmitgliedern besuchten Generalversammlung wähnten Sitzung vom 23. Dezember 1889 über die Gültigkeit der mehr. Jeder Dugendoffizier bringt es unter solchen Verhältnissen aus! " " 1 fertig. Ferner sind noch die taftischen Eigentümlichkeiten" zu er- Zur Angelegenheit der Behauptungen der Allgemeinen Fleischerwähnen, die sich durch Prunkmanöver herausbilden. Ein Jnfanterie- zeitung" über die sturm sieht hübsch aus und darum wird er gemacht, mag auch der werden. 22 364 Ausfuhr Ausfuhrüberschuß Einfuhr 1902 1903 20 723 16 523 22 439 22 658 82 343 in Tonnen 1902 282 807 1903 208 604 303 077 277 071 1902 260 443 194 566 1903 282 354 260 548 238 972 321 308 221 510 298 839 237 827 968 210 1 221 217 319 761 210 208 297 198 886 727 1 138 874 Aus Induftrie und Dandel. Abgabe von Fleisch aus der Abdeckerei Boerenkrieg bewiesen haben, daß ein derartiger Appell ans als Nahrungsmittel für Menschen liegt der Versamm Beirats, die am Mittwoch in Essen stattfand, wurde der Richtpreis Rheinisch- westfälisches Kohlensyndikat. In der Sigung des Bajonett fast ausnahmslos kläglich scheitert. Ach und erst lung auf Ersuchen des Magistrats der ergangene Bescheid des Polizei- für Coatsfohlen für das zweite Halbjahr 1903 wie bisher auf eine Kavallerie- Attacke! 30, ja 40 und 50 Schwadronen präsidenten nebst dem Ergebnis der Ermittelungen vor, die von 9,50 M. festgesetzt. Ein Antrag auf Aenderung von Verrechnungs sausen heran, der eine Teil blau, der andre rot, der diesem in der Sache angestellt worden sind. Wir haben darüber be- preisen wurde nach kurzer Besprechung abgelehnt. dritte weiß, der vierte grün kostümiert. Ein Faschings- reits alles Nähere berichtet. aufzug zu Pferde. Das Ganze giebt ein famoses Bild. Leider aber 18. Februar hat nach drei Monaten eine Beantwortung gefunden, vom Statistischen Amte herausgegebenen Monatlichen Nachweiſe" Stadtv. Gericke( Fr. Fr.): Die dringliche Anfrage vom Die Eisenausfuhr aus Deutschland ist, wie das letzte Heft der nur für Momentphotographen und für Leute, die ein militärisches welche nach keiner Nichtung zufrieden stellen kann. Im Gegenteil, zeigt, in den vier ersten Monaten des laufenden Jahres eine noch Ballett gern sehen. Für den Ernstfall bilden aber solche Theater- durch die Aeußerung des Polizeipräsidiums ist den Mitteilungen bedeutendere gewesen als im selben Zeitraum des Vorjahres. Es proben eine schwere Gefahr. Man glaube nur nicht, daß eine Armee der Allgemeinen Fleischer- Zeitung" noch mehr innere Wahr- lassen sich nämlich die Einfuhr- und Ausfuhrziffern für Eisen und Dinge, die sie jahrzehntelang getrieben hat, über Nacht abschüttelt, scheinlichkeit verliehen worden. Der Magistrat erklärt, er Eisenwaren wie folgt berechnen: wenn der Mobilmachungsbefehl eintrifft. Sie wird es anfangs genau tonne nichts thun; das Polizeipräsidium sagt, ja, wenn so machen, wie sie es im Frieden geübt hat und bei der heutigen sonder einer solches Fleisch kauft, so kann das wohl passieren, und da baren Friedensausbildung, bei der ja der äußere Schein so viel gilt, werden gegen ist nicht viel zu machen. Zugesagt ist bloß, daß dieses Fleisch Hekatomben von unnüßen Menschenopfern fallen müssen. Es läßt sich zufünftig in fleinere Stücke geschnitten werden soll, damit es noch Januar unschwer vorstellen, daß, wenn Deutschland in einen Krieg verwickelt intensiver gekocht werden kann. Das ist alles, und das genügt nicht. Februar 14 038 wird, unfre Gegner mit dem vom deutschen Heere gepflegten Drauf Riesengeld und hier ist trotzdem keine Sicherheit für die Bevölkerung. April Die Hygienischen Einrichtungen Berlins am Schlachthof fosten uns ein März 17 462 gängertum genau rechnen werden und die feindlichen Jufanterie- und Das kann nicht so fortbestehen, wir sind verpflichtet, Wandel zu 27 619 Artillerie- Offiziere werden sich ganz besonders auf die zu erwartenden schaffen. Die kleine Nachbarstadt Spandau verbrennt das konfiscierte Buf. 81 483 deutschen Kavallerie- Attacken freuen. Fleisch, ebenso wird es in Frankfurt a. M. ungenießbar gemacht durch Die Ziffern zeigen, wie die Köln. 3tg." bemerkt, daß der diesHätte Friedrich II. in der Zeit zwischen dem zweiten schlesischen Begießen mit Petroleum 2c. 2c. Soll unser Magistrat nicht jährige Ausfuhr- Ueberschuß den vorjährigen abermals, und zwar für Krieg und dem siebenjährigen Krieg so unzeitgemäße Manöver ab- Aehnliches machen können, um solchen Unfug zu beseitigen? Die die vier Monate um nicht weniger als 252 147 t übertrifft. Wenn gehalten, wie sie jest in Preußen beliebt find, so wäre er in kurzem Sache hat Eile und wird hoffentlich noch vor den Ferien erledigt daher kürzlich mitgeteilt werden konnte, daß die deutsche Roheisenzermalmt worden. So aber übte er nur für den Krieg, und Erzeugung in den Monaten Januar bis April 1903 mit 3 184 419 t darum hatte er auch, als es zum Losschlagen fam, ein Instrument, eine solche Antwort nicht aufnehmen. Wenn gesagt wird, es sprechenden Zeitraum des Vorjahres, so ist nicht zu übersehen, da Stadtv. Wallach( A. 2.): Stillschweigend können wir in der That um nicht weniger als 576 136 t größer war als in dem entmit dem er selbst bedeutend stärkere Gegner besiegen konnte. Nach wäre nicht bewiesen, daß Restaurateure das Hundefutter der größte Teil dieser Mehrerzeugung durch die wesentlich dem siebenjährigen Krieg änderten die Verhältnisse sich allerdings kaufen und es ihren Gästen vorsehen, so ist das richtig; aber wenn größere Ausfuhr weggenommen wurde. Von der auch. Friedrich II. gestattete ausländischen Offizieren und vornehmen jemand für 30 Pf. ein Mittagessen, bestehend aus Brühsuppe und Frage, об die Eisenausfuhr in dem bisherigen Umfange Persönlichkeiten den Zutritt zu den Uebungsfeldern, an die Stelle Ninderfilet mit Sahnensauce geben kann, so läßt sich doch wirklich aufrecht erhalten werden tann, wird daher auch die des Kriegsgemäßen traten allmählich schöne Bilder", und unter bei den heutigen Fleischpreisen nur annehmen, daß hier ein weitere Entwicklung der Dinge am inländischen Markt Friedrichs Nachfolgern ging es dann flott hinein nach Jena. Im solcher Unfug begangen worden ist. Beim geringsten Verstoß sehr wesentlich abhängen. Beim geringsten Verstoß sehr wesentlich abhängen. Denn obwohl auch der inländische unstreitig sehr wesentlich gestiegen ist, unterliegt Jahre 1753 aber, als Friedrich II. bei Spandau 49 Bataillone und gegen die Bauordnung schreitet die Polizei sofort rücksichtslos ein, Bedarf 61 Eskadrons 12 Tage lang zusammengezogen hatte, da kam es nicht auf es doch kaum einem Zweifel, daß der inländische Markt hier lehnt sie fühl jedes Einschreiten ab! Stadtv. Paul( N. 2.) ist ebenfalls in keiner Weise von der Ant- für sich allein die gewaltig gesteigerte Erzeugung " schöne Bilder", sondern darauf vor, daß vollkommen friegs- wort des Polizeipräsidenten befriedigt und wird auch für die Nieder- unsrer Eisenindustrie auf die Dauer nicht aufgemäß operiert wurde. Und darum ist es nicht recht begreiflich, fetzung eines Ausschusses stimmen. nehmen kann. Im einzelnen sind an den oben berechneten warum man jetzt die Erinnernng an diese im Sinne der Kriegsgeschichte Stadtv. Dr. Freudenberg: Bisher war der Glaube verbreitet, Ausfuhrüberschüssen u. a. beteiligt Roheisen mit 137 432 t( i. V. glorreiche Militärperiode heraufbeschwört. Und es find wahrlich längst daß die Polizei den Grundsatz habe, jeden für einen Verbrecher zu 50 378 t), Eisenbahnschienen mit 146 416 t( 87 628 t), Ed- und nicht mehr bloß die socialdemokratischen Nörgler, denen das umfich halten, bis er das Gegenteil nachgewiefen habe. In dem vorliegenden Winkeleisen mit 128 958 t( 110 781 t), Luppeneisen, Robichienen und greifende Militärgigerltum unsres stehenden Heeres eine Quelle Falle fieht sich die Sache anders an: Die Polizei geht von einem Knüppel mit 241 133 t( 155 758 t). Bei allen diesen wie bei einer wachsenden Mißvergnügens und drückender Sorge ist! wahrhaft rührenden Optimismus aus, sie meint, gerade der niedrige Reihe andrer Eisenwaren hat die Ausfuhr somit start zugenommen. Preis von 10 Pf. spreche dafür, daß dieses Hundefutter zu menschlicher Dagegen find bei einer Anzahl andrer Artikel, so z. B. bei EisenNahrung nicht verwendet wird. Uns will das Gegenteil viel wahrschein- draht, Drahtstiften, Bestandteilen von Eisenbahnwagen usw., auch licher vorkommen. Dazu hat ja auch ein hiesiges, für seine Aeußerungen mäßige Rückgänge in der Ausfuhr zu verzeichnen. doch auch verantwortliches Organ specificierte Mitteilungen in dieser Richtung gemacht. Sonst ist man von der Staatsverwaltung ganz Insolvenz. Die hiesige alte, fast 100 Jahre bestehende Weinandre Maßregeln gewohnt; sie führt an der Grenze die rigorosesten großhandlung Mundt u. Co. hat, wie der Confectionair" erfährt, Biebsperren angeblich im sanitären Interesse durch und hier läßt sie ein Moratorium nachgesucht. In der von 60 Gläubigern besuchten sich über die nachgewiesenen Schädigungen in ganz Bersammlung, in welcher die Hauptgläubiger vertreten waren, wurde sonderbar lauwarmer Weise aus. Der Hinweis auf den einstimmig ein Interims- Moratorium von 14 Tagen bewilligt und Vertrag mit dem Pächter, der die Polizei binde, ist um ein Ausschuß von 3 Mitgliedern zur Prüfung des Geschäftsstandes so wunderbarer, δα es sich um Die Aftiven können dasselbe Polizeipräsidium gewählt. Die Passiven betragen 250 000 m. handelt, welches sich nicht einen Augenblick genierte, in den Vertrag erst nach genauer Prüfung festgestellt werden. Es liegen bereits der Stadt mit der Straßenbahn- Gesellschaft einzugreifen, obwohl da Offerten für den Ankauf der Firma vor. nicht die Spur von einem hygienischen Interesse, sondern bloß das nackteste Geldintereffe vorlag.( Unruhe.) Die Tuberkulose ist nach dem Bescheide für die Polizeibehörde feine Seuche, während man sonst allgemein der Meinung ist, daß diese Seuche zu den gefährWeise einverstanden erklären und stimmen auch unsrerseits dem Antrage auf Ausschußberatung zu.( Beifall.) Kommunales. Stadtverordneten- Bersammlung. 17. Sigung vom Donnerstag, den 28. Mai, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung mit einem ehrenden, von der Versammlung stehend angehörten Nachruf für den verstorbenen Stadtv. Salge. Sodann wird die Einführung des neuen unbefoldeten Stadtrats Venzky durch den Bürgermeister Rei de( an Stelle des nach Petersburg gereisten Oberbürgermeisters) vollzogen. Die Ansprache des Bürgermeisters betont u. a. mit Schärfe die Gefahren, welche ein Gemeinwesen läuft, in dessen Verwaltung das bureaukratische Element die Oberhand gewinne. Die Versammlung nimmt die Ansprache des Bürgernieisters mit lebhaftem Beifall auf, ebenso die Worte, welche alsdann der Vorsteher an den Eingeführten richtet. lichsten gehört. Mit dem Writgeteilten können wir uns in feiner Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Angelegenheit geht an einen Ausschuß von 15 Personen. Es folgt hierauf unter Vorsitz des Bürgermeisters Reide eine Die speciellen Entwürfe zu mehreren Gebäuden der gemeinschaftliche Sigung beider städtischer Körperschaften dritten Irrenanstalt in Buch beantragt behufs Auslosung von 1 beziv. 2 Mitgliedern und 1 bezw. 2 Stell- Stadty. Cremer( A. 2.) in einen Ausschuß zu verweisen. Er bebertretern der ersten und zweiten Abteilung des Bezirksanstandet insbesondere, daß die beiden Werkstättengebäude nur einausschusses zu Berlin. Die Neuwahl wird durch eine ge- stöckig errichtet werden sollen. mischte Deputation vorbereitet. In die Tagesordnung eintretend, wählt die Versammlung zu nächst in den Petitionsausschuß den Stadtv. Nelke, in die De putation für die städtische Frrenpflege den Stadtv. Dr. Kuhl mann, in das Kuratorium der Neuter- Stiftung den Stadtv. Maas. Die Differenzen im Dresdener Baugewerbe find beigelegt. Oberbürgermeister soeben den Stadtverordneten mitteilte, hat der Dresden, 28. Mai.( Privat- Depesche des„ Vorwärts".) Wie der at infolge der Streitunruhen vermittelt. Die Arbeitgeber haben eine kleine Lohnaufbefferung bewilligt und ist somit eine Einigung erzielt. Die Tarifgemeinschaft soll angebahnt werden. Wolffs Telegraphen- Bureau bringt folgende Meldung: Dresden, 28. Mai. Durch Vermittelung des Oberbürgermeisters Beutler wurde heute abend der Streit zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Baugewerbe beigelegt. Stadtbaurat Hoffmann: Das ist bei unsren Frrenanstalten immer so gehalten worden und die Irrenhaus- Deputation hat es auch diesmal so verlangt. Es arbeiten in diesen Gebäuden eben nicht geistig gesunde, sondern irre Menschen, die auch durch diese Art des Baues geschützt werden müssen. Die Entwürfe haben bereits Ein weiteres Privat- Telegramm besagt, daß die Sperre aufneun Stationen passiert, und wenn Sie jetzt die Grundlage ändern, gehoben ist. Die importierten Ausländer sollen wieder entlassen so muß sich unbedingt die Ausführung verzögern. werden. Eine Bauarbeiter Versammlung hat den Vergleichsvorschlägen ihre Zustimmung erteilt. " Französische Deputiertenkammer. Den Magistratsvorschlag, wonach eine feitens der Stadt von den Richardschen Erben an der Cadinerstraße angekaufte Parzelle von 418 Quadratmeter, deren Auflassung noch nicht erfolgt ist, gegen Stimme des Antragstellers abgelehnt und die Vorlage genehmigt. Die Verweisung an einen Ausschuß wird darauf gegen die eine Abfindung von 6000 m. den früheren Eigentümern belassen Der Vertrag der Stadt mit dem Verein Vittoria haus werden soll, hat der niedergesezte Ausschuß abgelehnt, da er das für Krankenpflege" soll in einigen Punkten geändert werden. Angebot für zu niedrig erachtet. Die Versammlung beschließt in Im Falle der Erkrankung während der Ausbildungszeit sollen gleichem Sinne, obwohl sich Stadtsyndikus Weise lebhaft für die die Schülerinnen auf die Dauer von 18 Wochen freie ärztliche Be Vorlage verivendet. Paris, 28. Mai.( W. T. B.) Gauthier( Nationalist) bringt Auf Grund der Annahme des Antrages 2an dan betr. die handlung, Medikamente und Pflege erhalten, ebenso die Pflege= Landau rinnen und die in der Heimstätten- und Waisenhaus einen Antrag betreffend eine allgemeine Amnestie ein und verlangt felbständigere Stellung der Oberärzte an den chirurgischen Verwaltung thätigen Victoria- Schwestern. Bei der Beurlaubung für den Antrag die Dringlichkeit. Die Rückkehr der Verbannten werde Abteilungen der städtischen Krankenhäuser hat der Magistrat die der Pflegerinnen soll die Vergütung während des Urlaubs Beruhigung herbeiführen. Ministerpräsident Combes bekämpft die bezügliche Instruktion von 1894 einer Revision unterworfen und 1. die längstens jedoch für einen Monat mit der Maßgabe fortgezahlt Dringlichkeit des Antrages, der, wenn er angenommen würde, der Bestimmung, daß die Oberärzte der chirurgischen Abteilungen den werden, daß innerhalb eines Etatsjahres für jede etatsmäßige Stelle bereits bestehenden Agitation neue Kräfte zuführen würde. ärztlichen Direktoren derselben unterstellt sein sollen, gestrichen, 2. statt unter feinen Umständen mehr als ein Monat lang Urlaubsvergittung( Beifall auf der Linken.) Hierauf wird die Dringlichkeit der Bestimmung, wonach der Abteilungsdirektor befugt ist, den geleistet wird. mit 388 gegen 151 Stimmen abgelehnt und der Antrag Oberärzten Stranke zur selbständigen Behandlung zu überlassen, Stadtv. Louis Sachs( A. 2.) beantragt, statt für jede etats- selbst einer Kommission überwiesen einen Zusatz folgenden Wortlauts zu setzen beschlossen:„ Außerdem mäßige Stelle" zu sagen für jede bejezte etatsmäßige Stelle". Ganzy( Socialist) richtet an Pelletan wegen des im„ Figarro" ist ihnen etiva ein Drittel der Kranken zur selbständigen verantwort Stadtv. Freudenberg( Soc.): Wir beantragen Ausschußberatung. veröffentlichten Briefes des Sekretärs der Familie Humbert Barahre lichen Behandlung zu überweisen. Wir haben Bedenken dagegen, daß in einem Augenblick, wo die eine Anfrage. In dem Augenblick, als Pelletan die Redner= Stadtv. Caffel( A. 2.) verkennt nicht, daß in dem Vorgehen des Krankenunterstützung von Reichswegen auf 26 Wochen ausgedehnt tribüne besteigt, verläßt Ministerpräsident Combes seine Bank Magistrats eine Konzession an die Forderungen des Antrages wird, die Stadt Berlin ihre Verpflichtungen gegenüber ihren und wendet sich lebhaft gegen den Nationalisten Flandin, Landau bezw. der Versammlung und überhaupt ein Fortschritt in Angestellten auf 13 Wochen beschränkt. Wir stehen auch sonst zu wegen einer Beschuldigung, die dieser gegen seinen Sohn ge= der Richtung der Reform enthalten ist, beantragt aber gleichwohl unsern Krankenpflege- Schwestern in einem eigenartigen Verhältnis, fchleudert habe. Die ganze Linke, die sich erhoben hat, spendet Ausschußberatung, um den Versuch zu machen, noch weitere Souzeffionen insofern, als die Stadt nur durch einen Zwischenmeister mit ihnen dem Minister Präsidenten Beifall. Es herrscht lebhafte Bezu erreichen. verkehrt. Wir wollen auch diesen Angestellten die Vergünstigungen wegung. Nachdem die Ruhe wiederhergestellt, protestiert Belletan des bekannten Gemeindebeschlusses betr. die Gewährung von Ruhe- gegen die wider ihn vorgebrachte ungeheuerliche Verleumdung und gehalt zuivenden, und die Frage, ob nicht durch den Vertrag mit dem führt aus, daß er nie in seinem Leben weder direkt noch indirekt Victoriahaufe diese Fürsorge geschaffen werden kann, auch im Aus- einen Centime von irgend einer Seite gefordert oder erhalten habe. schuß prüfen lassen. ( Beifall auf der Linken.) Der angebliche Brief sei ihm niemals zugegangen. Wenn er seine Stimme hätte verkaufen wollen, so würde er sich nicht an die Humberts gewendet haben. Er könne nur wiederholen, daß er in den 20 Jahren, seit er sich mit der Politik beschäftige, niemals einen Sou verdient habe. Die gegen ihn gerichtete Verleumdung sei dumm.( Fast von allen Bänken des Hauses wird dem Minister Beifall gespendet.), Der Zwischenfall ist hiermit geschlossen. Stadtv. Freudenberg( Soc.): Es ist bei der früheren Debatte über den Antrag recht triegerisch hergegangen. Gegenüber den damaligen Fanfaren der Freunde des Vorredners flangen feine heutigen Ausführungen fast wie eine Chamade. Ich sehe keine Kongeffion und feinen Fortschritt in der angestrebten Reform in der uns Stadtv. Louis Sachs( A. 2.): Die Notwendigkeit eines Ausgewordenen Magistratsvorlage. Was uns geboten wird, ist keine schusses kann ich nicht einsehen. Der Vertrag ist ganz klar und verSteform, keine Verbesserung, sondern läßt im wesentlich den bestehenden ständlich; wir haben soviel Ausschüsse, daß wir vor Ausschüssen gar Zustand unverändert, fan ihn im günstigsten Falle noch verschlechtern. nicht mehr zur Arbeit kommen.( Hört! hört!) Ich empfehle den Dem Direktor die Art der Verteilung des Materials überlassen heißt dem Vertrag mit meinem Amendement zur Annahme. Direktor die Möglichkeit geben, die ihm weniger angenehmen Fälle, ab- Stadtv. Freudenberg: Wenn Herr Sachs den Vertrag genau zuwimmeln". Den bedeutungsvollsten Teil der chirurgischen Ab- tennt, so sind ich und wir fast alle nicht in dieser Lage. Herr Sachs teilung wird sich der Direktor nach wie vor vorbehalten, und damit schlägt ja selbst eine Abänderung vor, und das spricht wiederum für ist natürlich keine Verbesserung gegeben. Es geht nicht anders, als Ausschußprüfung. Auch der Borschlag des Herrn Sachs ist undaß die Organisation so gestaltet wird, wie es auf den inneren Ab- durchführbar. teilungen bereits der Fall ist. Im übrigen stimmen wir natürlich dem Antrage des Vorredners zu.( Beifall.) 0 Rabier( Socialist) fragt an, wie es mit der Anschuldigung gewisser Blätter stehe, welche behaupten, daß ein Verein gegen Zahlung von 25 000 Fr. genehmigt worden sei und daß die nationalistischen Unter Ablehnung des Antrages Freudenberg wird die Vorlage Deputierten Flandin und Grosjean über die Angelegenheit genau mit dem Amendement Sachs angenommen. Bescheid wüßten. Flandin erklärt, falls der Ministerpräsident die Vorsteher Dr. Langerhans führt an, daß bei den Beratungen Eine weitere Vorlage des Magistrats betreffend die für den Angelegenheit vor das Schwurgericht bringen sollte, werde er zwar der Krankenhaus Deputation über die Organisation des Virchow- Verkauf städtischer Kämmereigrundstüde geltenden nicht als Ankläger, wohl aber als Zeuge auftreten können. Krankenhauses beschlossen sei, für jede Abteilung noch einen diri- Grundsäße geht auf Antrag aberland an einen Ausschuß, Ministerpräsident Combes erwidert, er habe Flandin ersucht, ihn gierenden Arzt anzustellen. Diesem Beschlusse werde sich, weil es dem auch ein Antrag Wallach überwiesen wird, die Revisions- über die Angelegenheit zu interpellieren, dieser habe es jedoch abeinmal nicht anders gehe, der Magistrat fügen müssen. Auch aus bedürftigkeit der für den Ankauf geltenden Grundsätze gleichsfalls in gelehnt. Ein Senator des Bezirks St. Germain, fährt Combes diesem Grunde empfehle es sich, die heutige Magistratsvorlage nicht Erwägung zu ziehen. fort, und ein andres Mitglied jenes Vereins seien zu ihm ge= einfach zur Kenntnis zu nehmen. Mit der Einfegung einer gemischten Deputation zur kommen und hätten ihn gefragt, ob es möglich sei, au gestatten, daß Stadtv. Gaffel: Alles, was Kollege Freudenberg an der Vor- Beratung der Frage, in welcher Weise die drohenden Ausfälle im Verein gespielt werde. Er habe geantwortet, daß die erſte Gelage bemängelt hat, wird auch von mir bemängelt. Wir nehmen im Stadthaushalts- Etats durch Vermehrung der Ein- nehmigung dazu genüge. Combes protestiert heftig gegen diese heute auch keinen andren Standpunkt zur Sache ein als gegenüber nahmen gedeckt werden können, hat sich der Magistrat ein- neue, auf seinen Sohn gemünzte Berleumdung, der sich keiner Sem ursprünglichen Antrag Landau. Die Vorlage erfüllt nicht alles, verstanden erklärt. was wir wünschen, aber sie macht uns doch ein Zugeständnis; die Ausschußberatung soll ermöglichen, noch andre Zugeständnisse zu erreichen. Heute provokatorisch vorzugehen, liegt für mich nicht der mindeste Grund vor; so lange es geht, soll man die Sachen auch im Interesse der Selbstverwaltung ruhig behandeln.( Zustimmung.) Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Schluß 48 Uhr. tadelnswerten Handlung schuldig gemacht habe, vielmehr der Republik treu ergeben sei.( Beifall.) Hierauf bringen Etienne ( Republikaner), Sarrien( radikal) und Jaurès( Socialist) eine Tagesordnung ein, in welcher die gegen Mitglieder der Regierung geführte Verleumdungskampagne gemißbilligt wird. Diese von Combes angenommene Tagesordnung wird vom Hause mit 338 gegen 18 Stimmen genehmigt und die Situng geschlossen. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag rwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt.. Nr. 123. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Nachrichten. Totenliste der Partei. In Halle hat der Schneider Paul Bürger im Alter von 52 Jahren nach langem, schwerem Leiden die Augen geschlossen. Seine gewerkschaftliche Organisation verliert in ihm ein emsiges Mitglied und die Partei einen treuen Mitkämpfer. Genoffe Julius Bahlteich wird im Juni in der Schweiz Socialdemokratie und über die wirtschaftliche Entwicklung Ameritas eine agitationstour ausführen und über die Geſchichte der deutschen Vorträge halten. Freitag, 29. Mai 1903. Husland. nädigen Standpunktes der Arbeitgeber ist die Organisation der Die beiden verflossenen Jahre sind so sagt der Vorstand am Arbeiter, der Verein deutscher Schuhmacher, gewillt, den Kampf mit Schluß des Berichts. für die Organisation der Glasarbeiter sehr aller Energie zur Durchführung zu bringen. Laut Beschluß der trübe gewesen. Der Vorstand hofft, daß durch energische und ernste Versammlung wird vom Donnerstag ab die Streit Arbeit das Verlorene bald wieder eingeholt wird. Wir wünschen, kontrolle nur von der Streitkommission in dem daß sich diese Hoffnung erfülle. Streitbureau, Schützenstr. 18/19 bei Wieprecht, ausgeübt. Jeder Ausständige hat sich täglich zweimal zur Kontrolle zu stellen. Ebenfalls foll Der Zimmererstreik in Zürich ist durch eine formelle Verein δας Mitmachen bon Arbeiten seitens Aus- barung der Arbeiter mit den Unternehmern resultatlos beendet ständiger für Geschäfte, die sich nicht im Streit worden. Und das, trotzdem Organisation, Disziplin und Solidarität Erlaubnis abhängig sein. befinden, der Lohnkommission gemeldet werden und von deren der Streifenden durchaus befriedigend und nur 9 Mann von den 181 Streifenden abtrünnig geworden waren. Der Grund der be= dauerlichen Erfolglosigkeit für die Arbeiter liegt einmal in dem Zuzug von Streifbrechern von auswärts und sodann in der arbeiterfeindlichen Prozigkeit der Unternehmer. Sociales. Der Auskunftsbeirat der Central- Auskunftsstelle für Auswanderer Im Ausstande befinden sich gegenwärtig noch 285 Personen. Socialismus in Neu- Seeland. In Wellington wurde fürzlich eine socialistische Partei- Organisation gegründet und eine Versamm Gebr. Raabe, Usedomstr. 31, sind beigelegt. Achtung! Tischler. Die Differenzen der Tischler bei der Firma lung stellte socialistische Kandidaten für den Gemeinderat auf. Die ihm vom Gewerbegericht zugesprochene. Summe für Kontrattbruch Herr Raabe zieht die Kandidaten haben für ein socialistisches Munizipalprogramm einzu nicht ein. Die Ortsverwaltung. treten, in welchem u. a. die Erbauung von Wohnhäusern auf Kosten der Kommune verlangt wird. Ferner wird gefordert die Errichtung In der Dreherei der Firma Pintsch in Fürstenwalde herrscht von Erfrischungs- und Erholungsräumen als der erste Schritt zur schon seit zehn Monaten eine 12-14 stündige Arbeitszeit. Vor gänzlichen Uebernahme von Nahrungsmittellieferung seitens der Ge- mehreren Wochen wurden die Dreher bei der Betriebsleitung vormeinde, Uebernahme der Transportmittel der Stadt, eigene Her- stellig und wurde ihnen nach Verlauf von 14 Tagen, wenn die hielt dieser Tage in Berlin eine Sigung ab. Nach dem der Verstellung von Gas, elektrischem Licht usw. Diese Versammlung, die neuen Drehbänke aufgestellt sein würden, eine zehnstündige Arbeits- fammlung vorlegten Jahres- Geschäftsbericht der von der Deutschen sehr stark von Gewerkschaftern besucht war, sprach sich auch gegen verflossen war, glaubten die Dreher rechtzeitig nach Hause gehen zu bis 31. März 1903 durch die Stelle 4557 schriftliche Eingänge und zeit in Aussicht gestellt. Am Montag vor 14 Tagen, als die Frist Central- Auskunftsstelle für Auswanderer kamen vom 1. April 1902 Kolonialgesellschaft errichteten und aus Reichsmitteln subventionierten das viel gerühmte Gesez betreffend das Einigungs- und Schiedsgerichtsverfahren aus. dürfen, hatten sich aber getäuscht, denn trotzdem sie eine Ueberstunde 734 mündliche Anfragen zur Erledigung, im ganzen 5291 Nummern. gemacht hatten statt zwei, wurden ihnen 50 Pf. abgezogen. Nach Genoffe Zander in Frankfurt a. M. schickt uns die folgende einer weiteren Frist von acht Tagen sollte die ueberarbeitszeit ein Im ganzen haben 25 bis 30000 Menschen durch die CentralErklärung: Auf die in der Sache Göring kontra Zander in Nummer 89 des nach Hause gehen wollten, wurden sie mit Gewalt daran ge gebiete, und von diesen ging die ganz überwiegende Mehrzahl von Ende haben, aber weit gefehlt. Als am Mittwochabend die Dreher Auskunftsstelle Belehrung erhalten. Ueber die Hälfte der eingegangenen Anfragen, nämlich 3117, betraf die deutschen SchutzVorwärts" veröffentlichte Zuschrift, die dem Vorwärts" von be hindert, indem der Ausgang versperrt wurde. freundeter Seite zuging, erkläre ich: Die Erklärung stellt die That- Fünf Mann hatten das Glück, die Freiheit zu gewinnen, mußten Personen aus, die abfolut ungeeignet zur Auswande= sachen direkt auf den Kopf. Unrichtig ist es erstens, daß in dem zur aber am Donnerstag früh erleben, daß sie nicht in die Fabrit ein- ung waren, da sie nicht einmal das erforderliche Anflage stehenden Eingesandt für den Dr. Göring wenig schmeichel- gelassen wurden. Wahrscheinlich steht eine größere Aussperrung afrika( 760), während Deutsch- Dstafrita mit 319 folgte. Im außerReisegeld besaßen. Am meisten gefragt war Deutsch- Südwesthafte rechtliche Schlußfolgerungen gezogen wurden", es war ihm bevor. Zuzug ist streng fernzuhalten. vielmehr in dem Eingesandt direkt Betrug, Erpressung und Mißdeutschen Ausland zeigte Britisch- Südafrika die größte Anziehungsbrauch der richterlichen Autorität vorgeworfen. Unwahr ist zweitens, fraft; 414 Anfragen bezogen sich anf dieses. Was die Anfragen daß ich in dem gegen mich eingeleiteten Strafverfahren bei dem anbetrifft, Die Tischlermeister in Posen, die durch den Ausstand der Ge- Herkünfte der den so steht Vergleich den Gewährsmann preisgegeben hätte. Der Gewährsmann fellen, der nun schon mehrere Wochen andauert, in arge Verlegenheit preußischen Provinzen Brandenburg mit 1003 an erster Stelle; war vielmehr bei der Verhandlung mit meinem Rechtsbeistand, geraten, nichts destoweniger aber keinerlei Zugeständnisse machen die Rheinprovinz folgt mit 334, während Pommern, Westvon dem der Vorschlag zu einem Vergleich ausging, zugegen wollen, haben sich in ihrer Not, wie uns aus Krakau gemeldet wird, preußen, Ostpreußen und Posen den Schluß machen. Das Königund erklärte sich bestimmt damit einverstanden, als er erfuhr, daß er nach dort gewandt, um sich Ersatz zu schaffen. Es ist ihnen auch reich Sachsen stellte 428 Anfragen, Bayern 418, Baden 145 und nach Lage des Prozesses selbst eine empfindliche Strafe zu erwarten thatsächlich gelungen, in Krakau Gesellen anzuwerben, denen sie Württemberg 100. Aus dem Ausland gingen 255 Briefe ein. Unter hätte. Wenn der Einsender bei der Formulierung der betreffenden natürlich die größten Versprechungen gemacht haben, auch wurde den verschiedenen Berufsklaffen waren die Handlungsgehilfen Vergleichserklärung vor Gericht am andren Tage nicht erschien, so ihnen bereits Vorschuß gezahlt, wofür sie sich kontraktlich zur mit 980 Anfragen am zahlreichsten vertreten; 863 Handwerker, trägt er selbst die Schuld; ich hatte ihn ausdrücklich darum gebeten Annahme der Arbeit verpflichten mußten. Die angeworbenen Gesellen 618 Landwirte und Gärtner, 214 Techniker folgten. Den Kaufleuten und er hatte es mir auch versprochen, um, wenn es zur Verhand- sollen in den nächsten Tagen von einer Delegation der Posener mußte fast ausnahmslos der Nat gegeben werden, nicht ohne festes lung kommen sollte, als Zeuge aufzutreten. Wenn ich noch bemerke, Meister abgeholt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Unter- Engagement auszuwandern, und gleichzeitig wurden sie auf die zweckdaß der Gewährsmann während des Prozesses eine Haltung ein- nehmer, wie dies bereits früher geschehen, versichern werden, Ge- mäßigsten Wege, zu einem Engagement zu gelangen, hingewiesen. nahm, die mir und meinen Redaktionskollegen einfach unverständlich fellen, die von dem Posener Streik Kenntnis haben und ihren Alle Auskünfte der Central- Auskunftsstelle werden unentgeltlich erteilt. erschien, so dürfte nunmehr auch die Redaktion des Vorwärts" mein Kollegen nicht in den Rücken fallen wollen, nach anderen Drten zu Die Geschäftsräume befinden sich Berlin W. 9, Schellingstr. 4, II. Verhalten begreiflich finden. Wir halten bei dieser Sachlage die in locken und sie von dort aus alsdann nach Posen zu schaffen. Unser Der Kampf gegen die Wurmkrankheit wird vom Allgemeinen der ersten Notiz des" Vorwärts" enthaltene Würdigung des Falles Krakauer Bruderorgan warnt vor Zuzug von Tischlergesellen nach Snappschaftsverein mit mehr als eigentümlichen Mitteln geführt. Um Deutschland. unter den Arbeitern Aufklärung über die Krankheit, ihre Ursachen, Mit socialem Parteigruß: für vollkommen zutreffend. " Wilhelm 8ander. Unser Gewährsmann bemerkt hierzu folgendes: Meine Zuschrift in Nr. 89 halte ich Wort für Wort aufrecht. 1. Das streitige Eingefandt" der Boltsstimme" hat vor Veröffentlichung meiner Zuschrift zwei Redakteuren des Vorwärts" vorgelegen, die meine Auslegung umbedenklich gebilligt haben. " 21 " Deutsches Reich. unter Der Bauarbeiter Ausstand in Straßburg, der nunmehr auch ihre Folgen und ihre Bekämpfung zu schaffen, hatten sich die Verseitens der Zimmerer beendet ist, hat Anlaß zu zahlreichen Anklagen treter der Arbeiter an die Knappschaftsärzte um Vorträge gewandt und Verurteilungen gegeben. Fünfzehn Jahre Gefängnis verhängte und von diesen auch freundliches und verständnisvolles Entgegendie Straffammer vorige Woche über eine Anzahl ausständiger Maurer fommen gefunden. Jetzt veröffentlicht die Bergarbeiter- Zeitung" und Zimmerleute, die Arbeitswilligen mit Drohungen oder Thätlich folgendes überraschende, vertrauliche Rundschreiben an die Kassenfeiten zu Leibe gegangen sein sollen. Zwei Maurer erhielten wegen ärzte: Bedrohung resp. Thätlichkeiten je 6 Monate, drei andre je 1 Monat. Der Verband der Glasarbeiter 2. Der Gewährsmann der Volksstimme" hat sich wegen der von einem Anwalt befürchteten hohen Bestrafung des Genossen Zander mit dem Abschluß eines Vergleichs einverstanden erklärt, den Göring bereits im Princip gebilligt hatte, selbstverständlich hält seine Generalversammlung zu Pfingsten in Dresden ab. unter der Voraussetzung, daß eine angemessene Formu Der Bericht, welchen der Vorstand dem Verbandstage vorlegt, bietet Tierung gewählt werde. Er hat nicht versprochen, im Termine leider kein erfreuliches Bild. Die Glasarbeiter- Organisation hat zu erscheinen, hätte übrigens auch, wenn erschienen, bei den Vergleichs- immer noch unter den schweren Folgen des ungünstig verlaufenen Verhandlungen nichts zu suchen gehabt. Generalstreits im Jahre 1901 zu leiden. Gleich nachdem der Streit beendet war, ließen die Unternehmer die Arbeiter den Uebermut des Siegers in brutalster Weise fühlen. Fast überall machten sie den Austritt aus dem Verband zur Bedingung der Wiedereinstellung nach beendetem Streit. Wohl blieb ein Teil der Arbeiter der Organisation treu, aber diese wurden von den Spizeln der Unternehmer ausfindig gemacht und rücksichtslos entlassen. Der berüchtigte Arbeitsnachweis in Hamburg setzte die Entlassenen auf die schwarze Liste, und fast nie gelang es ihnen, in einem zum Ringe der Fabrikanten gehörenden Betriebe wieder Arbeit zu erhalten. Der wirtschaftliche Niedergang, der gerade zu jener Zeit sich bemerkbar machte, kam den Unternehmern bei der Niederwerfung der Arbeiterorganisation sehr zu statten. " 3. Ein Redaktionstollege Banders übersandte die erste Notiz des Vorwärts" dem Gewährsmann und legte eine Richtigstellung im„ Vorwärts" nahe. Derselbe Redaktionskollege hat aus seiner nach drücklichen Mißbilligung der vergleichsweisen Berichtigung" keinen Hehr gemacht. Nicht nur uns ist danach die Haltung" Banders im entscheidenden Augenblick unverständlich" gewesen. 4. Den legten Saß seiner Erklärung" hat Genoffe Zander offensichtlich nicht in seiner vollen Tragweite erfaßt; nur darum fehe ich mich in der Lage, bei der Abwehr diejenigen Grenzen innezuhalten, die mir die Rücksicht, auf die Partei dringend wünschenswert erscheinen läßt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Bochum, 22. Mai 1908. 4. Nachtrag zur Geschäfts- Anweisung. Rundschreiben 34, An die Herren Knappschaftsärzte. Vertraulich. In der letzten Zeit sind häufig Knappschaftsärzte in ganz harmloser Form um einen belehrenden Vortrag über Wurmkrankheit angegangen worden. Nachträglich stellte sich dann heraus, daß diese Nummer der Tagesordnung mur Lockmittel war, um einen besseren Saal und einen größeren Zuspruch zu bekommen. An die kurze Erörterung der Wurmfrage. schloß sich dann eine längere Versammlung zu andren Zweden. Unter diesen Umständen legen wir den Herren nahe, solchen Aufforderungen gegenüber vorsichtig zu sein und wenn Sie reden wollen, die polizeiliche Erlaubnis auf ihren Namen zu erbitten; dann können Sie wenigstens die Versammlung schließen, wenn das vorgeschobene Thema genügend erörtert ist. Für den Vorstand des Allgemeinen Knappschafts- Vereins Die Verwaltung. D. Hoffmann Gerstein. Unter denen, welche die Situation gegen die organisierten Glasarbeiter zum Vorteil der Unternehmer ausnutzten, steht die„ Aktiengesellschaft für Glasindustrie vorm. Fr. Siemens" in Dresden obenan. Diese Firma faufte die Glashütten in Wirges, Osterwald, GerDadurch wird es für die Zukunft unmöglich gemacht werden, daß Die Schloffer beabsichtigen, demnächst in eine allgemeine traudenhütte und Usch an. In diesen Orten hatte der Verband die Arbeiter in ihren Versammlungen Vorträge von sachverständiger Lohnbewegung einzutreten. In einer öffentlichen Versammlung der Glasarbeiter Glasarbeiter starke Mitgliedschaften. Durch das Durch das Auf- Seite über die Wurmkrankheit hören. Einmal kann man den Aerzten, am Mittwoch wählten sie eine fünfgliedrige Kommission, die mit treten der„ neuen Herren" sind dieselben jedoch arg be- welche sich bereit erklären, über dieses Thema vor den Bergder Innung und der Freien Vereinigung der Meister in Unter- drängt und geschädigt worden. Sogleich, nachdem die Firma arbeitern zu reden, garnicht zumuten, auch noch das Arrangement der handlungen treten soll zipecks Durchführung der neunstündigen die Betriebe in den genannten Orten übernommen hatte, wurden Versammlung selbst zu übernehmen, und dann sind die Bergarbeiter Arbeitszeit, Festsetzung eines Minimallohnes und zeitgemäßer die Arbeiter durch Verschlechterung der Arbeitsbedingungen sowie feine unmündigen Kinder mehr und werden es sich nicht nehmen Regelung der Arbeitsvermittelung. Den direkten Anlaß zu diesem durch Schikanierungen mancherlei Art auf das schwerste bedrängt. lassen, im Anschluß an den sachverständigen medizinischen Vorgehen gaben die jüngst geführten Streits bei den Firmen In Wirges drohte aus diesen Ursachen ein Streit auszubrechen, der Vortrag in die unumgängliche Erörterung der zu treffenden socialSchulz Hafenheide, Förster u. Schulze und besonders jedoch, obwohl der Vorstand ihn für berechtigt hielt, unterblieb, weil politischen Maßnahmen einzutreten. Wer will es den Bergder Streit bei der Firna Frese, Thürschloßfabrit, Ruheplay- die Lage, in der sich die Organisation zu jener Zeit befand, einen leuten verargen, daß fie die Ablehnung der Resolution Sachse straße. Lettgenannte Firma hatte sich schon seit längerer wirksamen Widerstand unmöglich machte. Schweigend mußten die scharf kritisierten und dagegen protestierten, daß der KnappschaftsZeit bei den Schloffern dadurch in Mißkredit gebracht, daß Arbeiter das Unrecht ertragen. Die Flaschenmacher in Wirges hätten, taffe oder gar den Arbeitern persönlich die Kosten zur Bekämpfung sie häufig verheiratete Kollegen bon auswärts für sich um den unerträglichen Zuständen zu entrinnen, gern ihr der Wurmfrankheit auferlegt werden sollen? engagierte und diese dann um geringfügiger Ursachen willen wieder Bündel geschnürt, um sich anderswo Arbeit zu fuchen, entließ, wodurch eine Anzahl Familien in arge Bedrängnis gerieten. aber das wußte die Direktion dadurch zu verhindern, daß sie durch Als kürzlich wieder zwei Kollegen ohne jeden stichhaltigen Grund ent- den Arbeitsnachweis sämtliche Betriebe des Fabrikantenringes für die lafsen wurden, forderten die übrigen deren Wiedereinstellung, und Arbeiter aus Wirges sperren ließ. Später wurde noch die Festtagsals diese abgelehnt wurde, legten alle gemeinsam die Arbeit nieder. arbeit eingeführt und die tägliche Arbeitszeit um 20 Minuten berNun sind von dem Innungsvorstande, der auch gleichzeitig Vorstand längert. Alle diese Bedrückungen mußten sich die Arbeiter ruhig geder Freien Vereinigung ist, schwarze Listen herausgegeben, in denen fallen lassen, da ihre Organisation zur Zeit wehrlos war. Wie die Firma den Schlossermeistern die Namen sämtlicher bei der Firma Frese in in Wirges gegen die Arbeiter vorging, ist aus der Thatsache zu den Ausstand getretener Gefellen mitgeteilt wurden, in der Absicht, ersehen, daß sie vom 20. Januar 1902, wo sie den Betrieb überdiesen keine Arbeit zu geben. Ja in einer Meisterversammlung ist nahm, bis zum 1. Mai 1903 133 Arbeiter entließ, während sogar der Gedanke einer allgemeinen Aussperrung ventiliert worden. Diese Maßnahmen der Meister haben bei den Schlossern eine begreifliche Erregung hervorgerufen, weshalb sie nun ihrerseits entprechende Gegenmaßregeln zu treffen gedenken. Achtung, Maßschneider! Bei der Firma Chr. Ehlers in Kiel find Differenzen ausgebrochen, welche Veranlassung waren, daß fämt liche Stollegen die Arbeit niederlegten. Die Kieler Kollegen ersuchen um Fernhaltung des Zuzuges, da die dortigen Unternehmer nach Pfingsten weitere Maßnahmen gegen die Arbeiter planen. 85 Arbeiter, der unerträglichen Bedrückung müde, der Fabrik den Rücken tehrten. Wie in Wirges, so ging die Firma auch in Osterwald, Usch und Gertraudenhütte vor. Fügen wir noch hinzu, daß auch die in den Dresdener Betrieben beschäftigten Arbeiter oft genug Ursache zur Klage über rücksichtslose Behandlung und schlechte organisierten Glasarbeiter in der genannten Firma ihren erbittertsten Arbeitsverhältnisse hatten, so wird man begreifen, daß die Gegner, ihren schlimmsten Feind erblicken. Krankenkassen der Provinz Schlesien in ihrer Generalversammlung Zur freien Arztwahl hat die Freie Vereinigung der Drtsvom 24. Mai folgende Resolution angenommen: " Die Generalversammlung ist der Ansicht, daß die Regelung des Verhältnisses zu den Aerzten und insbesondere die Honorierung der Aerzte Sache der freien Entschließung der einzelnen Kassen bleiben muß. Sie spricht sich daher entschieden dagegen aus, daß die sogenannte freie Arztwahl allen Kassen ausnahmslos aufgezwungen werde und erwartet, daß die Freie Vereinigung der Orts- Krankenkassen der Provinz Schlesien den dahingehenden Bestrebungen der Aerzteschaft wachsamen und energischen Widerstand leisten werde." viel zu einseitig gegen die freie Arztwahl wendet. Das Jdeal einer Wir haben die Empfindung, daß diese Resolution ihre Spige Strantentasse ist zweifellos eine solche, die den Versicherten möglichst Interesse sich zu leisten pflegt; dazu gehört unbestreitbar auch die das bietet, was der besigende Kranke im wohlverstandenen eignen un läßt zur Zeit die Lage vieler Kaffen die freie Arztwahl allerHeranziehung des Arztes, dem er das meiste Vertrauen schenkt. dings nicht zu. Alle diese Umstände haben begreiflicherweise eine erhebliche Schwächung des Verbandes zur Folge gehabt. Während das Die Ortsverwaltung Berlin 1. Quartal 1901 mit einem Mitgliederbestande von 8452 abschloß, Das ist aber doch wahrhaftig kein Grund, der des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen. waren am Ende des 4. Quartals 1902 nur noch 5095 Mitglieder gitation für diese wichtige sociale Forderung in den Weg zu treten, Die ausständigen Schuhmacher hielten am Mittwochnachmittag vorhanden. Das Verbandsvermögen, welches sich am Schluß des fondern einer, durch Konzentration des Kaffenwesens die Staffen eine stark besuchte Versammlung ab, in welcher die Lohnkommission 1. Quartals 1901 auf 39 890 m. belief, befrug Ende 1902 nur noch gefeggeberische Maßnahmen zu bringen, durch welche eventuell unter leistungsfähiger zu machen und, wenn dies nicht möglich ist, auf Bericht über den Stand der Lohnbewegung erstattete. Wie aus den 12 266 M. Berichten hervorging, hat sich die Situation nicht wesentlich geändert. Der Bericht der Hauptkasse umfaßt die beiden Jahre 1901 und Aufwendung öffentlicher Mittel die Lage der Kassen gehoben wird. Die Arbeitgeber- Vereinigung hält an ihrem ablehnenden Standpunkt 1902. In diesen wurden eingenommen 195 287,79 M., ausgegeben Verfehlte Mittelstandsretterei. Der Deutsche Uhrmacherbund fest. Wie durch die Diskussion aus den Reihen der Ausständigen 193 417,55 m., so daß die Hauptkasse mit einem Bestand von will nach Zeitungsmeldungen Erkennungszeichen für Uhren aller Art hervorging, ist die Stimmung derselben eine durchaus zuversichtliche. 1870,24 M. abschloß. Von den Ausgaben sind folgende Posten einführen. Es soll durch dieselben den Uhrmachern Gelegenheit geGroße Heiterkeit erregten die Mitteilungen einiger Ausständiger hervorzuheben: Für Arbeitslosen- Unterstützung 47 014 W., für Rechts- geben werden, von jeder Uhr festzustellen, ob dieselbe von einem über das Liebeswerben der Arbeitgeber um Arbeitswillige. Mit fchuß 4770 M., Agitation 7355 M., Bibliothek 980 m., außerordentliche Uhrmacher oder einem Warenhause oder Versandgeschäft gekauft iſt. dem Nahen der Reisezeit muß die Lage für die Arbeitgeber Unterstützung 2848 M., Fachpresse 31 538 M.( hierin ist die Bezahlung Vermutlich sollen oder wollen die Uhrmacher dann die Reparatur immer kritischer werden; es ist dieses die eigentliche eines alten Schuldcontos in Höhe von 8217 m. inbegriffen.) Ver- der aus einer der beiden lettgenannten Quellen bezogenen Uhren Hochkonjunktur in den besseren Maßgeschäften, welche fich waltung 16 137 M., Zuschüsse bei Streits 67 202 M.( davon entfaller ablehnen. Das wird zweifellos nur den Erfolg haben, daß die bis Mitte Juli hinzieht. Angesichts des bis jetzt bewiesenen hart- auf den Generalstreik 48 431 M.). Warenhäuser und Versandgeschäfte selbst zur Errichtung von Reparaturwerkstätten übergehen, wie sie heute ja begreiflicherweise gewerblichen Betrieben die Wände und Fußböden der Arbeitsräume auf vorhandene Anlagen zur Tuberkulose Rücksicht genommen werden. schon photographische Ateliers befizen und Konfektion in eignen Werk- von sanitär einwandfreier Beschaffenheit sein. In allen Den Lehrherren und Vorständen von gewerblichen Unternehmungen stätten herstellen lassen. Betrieben mit Staubentwicklung ist die Be- wird empfohlen, neu eintretende Lehrlinge und jugendliche nügung der Werkstätte als Schlafraum unter Arbeiter von zweifelhaftem Gesundheitszustande vor Eintritt in Zur Bekämpfung der Tuberkulose hat der Statthalter von sagt. Die Benüßung von Lokalen, die tagsüber vielen Menschen die Arbeit ärztlich untersuchen zu lassen, und zwar im Niederöstreich, Graf Kielmanns egg, einen Erlaß heraus- zum vorübergehenden oder dauernden Aufenthalt dienen, als Schlaf- Interesse der Mitarbeiter sowie im eignen Interesse der betreffenden gegeben. Derselbe enthält Vorschriften über die Anzeigepflicht stätten, ist untersagt, sofern nicht für ausgiebige Reinigung und Hilfsarbeiter zum Zwecke einer rechtzeitigen Entdeckung einer tubervon Tuberkulosefällen, über Desinfektion, über periodische Lüftung dieser Lokale vor Benutzung derselben zum Schlafen vor- fulösen Disposition oder Erkrankung. Zu Tuberkulose disponierte Wohnungsrevisionen( namentlich von Massenquartieren) gesorgt ist. Die Beschäftigung von Hilfsarbeitern Individuen sollen von Arbeiten und Berufen ferngehalten und die Beschäftigung von tuberkulösen Personen in der Nahrungs- aller Altersklassen im Kleingewerbe, wie Schuster, Schneider, Näherinnen werden, in denen erfahrungsgemäß Tuberkulose häufig auftritt. mittelbranche. Ueber die Maßnahmen zur Verhütung der Infektion und dergleichen, in Wohnräumen, die von Tuberkulosen bewohnt in Gewerbebetrieben heißt es: In den Fabriken und werden, die laut ärztlicher Feststellung im infektiösen Krankheitsstadium Gewerbebetrieben mit bedeutenderer oder bedenklicher sich befinden, ist unzulässig. Die Verordnung enthält weiter Staubentwicklung ist für die Beseitigung des Staubes vor- Vorschriften über die Beseitigung des Staubes und Kehrichts zusorgen. In diesen Betrieben müssen die Arbeiter eigne Arbeits- und ein Spuckverbot für alle öffentlichen und privaten Lokale, kleider benüßen, zur Aufbewahrung der Straßenkleider sind ge- in denen ein größerer Verkehr stattfindet. Wichtig ist die Empfeh schlossene Schränke beizustellen und die Betriebsräume find lung, in Wohnungen und Werkstätten, die nur aus ein bis zwei regelmäßig mehrmals wöchentlich auf feuchtem Wege gründlich zu Räumen bestehen, die Wände bei jedem Wechsel der Be reinigen. Ferner müssen in solchen, sowie überhaupt in allen wohner mit Kalk zu tünchen. Auch bei der Berufswahl soll Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 29. Mai. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Erster Abend: Rheingold. Das Schauspielhaus. König Heinrich der Sechste. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. 100 000 Thaler. Lessing. Der blinde Passagier. Residenz. Lustige Ehemänner. Vorher: Nach dem Balle. Neues. Der Herr Gemeinderat. Westen. Dubarry. Central. Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Jm weißen Rößl. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Jugendfreunde. Thalia. Charleys Tante. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Notbrücke. Belle- Alliance. System Aubert. Hierauf: Abergläubisch. Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Cajino. Unser Goldjunge. Beckers Geschichte 2c. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Passage Theater. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Aus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Am Dienstag, den 2. Juni( 3. Pfingstfeiertag), findet ein Ausflug nach Schönholz statt. Treffpunkt bis 3 Uhr im Lokal des Herrn Schiller. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Im weissen Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitagabend 8 Uhr: Jugendfreunde. Von der Zugspitze uitspiel in 3 aften von D. Blumenthal Lustspiel in 4 Aufzügen von 2. Fulda. zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. und G. Kadelburg. Sonnabendabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Sonntagnachmittag 3Uhr: Romeo und Julia. Sonntagabend 8 Uhr: Der Probekandidat. Am Sonnabendabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Heimat. Sonntagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Im Garten täglich Konzert. Am Anfang: Wochentags 5 Uhr. Königsthor. Schweizer- Garten. Friedrichshain. Ende 11 Uhr. Erna Koschel Josefine Delcliseur Cake Walk Zaretzki Trio. 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Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei dem Begräbnis meines lieben Mannes sage hiermit allen Bers wandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Verein selbständiger Kohlenhändler West- Südwest" meinen +120 innigsten Dant. Wwe. E. Fechner und Kinder. Köpenick. Friedrich Augustin Grünstrasse 53, empfiehlt sein Restaurant für Vereine und Gewerkschaften. Für gute Speisen und Getränke wird bestens Sorge getragen. Vorzüglicher Mittagstisch. Berliner Felix Scheuer U Ik- Trio. Stralsunderstr. 1. ff. Kalbleder aus einem Stück mit Goldtasche Mk. 1,45. Album: und Lederwaren- Fabrik Oskar Gundau, Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstrasse. Gr. Lager aller Arten Lederwaren u. Schmucksachen zu bill. Preisen. Landspeck 67 55 65 Mageren und fetten.. a Pfd. 70 bei 5 Pfd Hall. Zwiebelleberwurst Braunschw. Leberwurst Feine Leberwurst Thüringer Rotwurst Fleischwurst Mettivurst u. Polnische Schlackwurst, halbhart Salami- u.Schlackw., prima, Landschint. i. ganz. u. halb. 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Centralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Sonntag, den 31. Mai, 1. Pfingstfeiertag: Grosses Früh- Konzert in der Brauerei Friedrichshain am Königsthor. Die Konzertmusik wird von der 30 Mann starken Kapelle des ,, Neuen Konzert- Orchesters" ( Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker) unter Leitung des Herrn Rud. Tietz ausgeführt. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Riefensaale statt. Kassenöffnung 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Den geehrten Damen steht die Kaffeeküche zur Verfügung. 1 Liter 0,80 Mart, 2 Liter 0,40 Mart. Billet 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Kinder frei. Programm am Eingang gratis. Billets a 20 Pf. sind zu haben im Bureau, Gewerkschaftshaus, Engel- Uljer 15, II, Zimmer 16, und in allen Zahlstellen. 68/2 Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung Berlin I. Empfehle Freunden und Bekannten meine vorzügliche Achtung, Maurer, Zimmerer und Banarbeiter! Für das Baugewerbe resp. das Maurer- und Zimmerergewerbe Berlins finden heute Freitag, den 29. Mai, die Wahlen zum Gesellen- Ausschuß sowie zum Innungs- Schiedsgericht statt. Im verflossenen Jahre haben sich unsre Organisationen zum erstenmal mit gutem Erfolg an den Wahlen zum Innungs- Schiedsgericht beteiligt. Wir halten es für dringend notwendig, daß wir uns auch hinfort an den Wahlen beteiligen, damit unsre Organisationen ihre Stimmen auch in diesen hochwichtigen, weil staatlich anerkannten Institutionen zum Wohle unsrer Berufsgenossen erheben können. Wahlberechtigt find alle diejenigen, welche das 25. Lebensjahr vollendet, bei einem Mitgliede der Junung beschäftigt sind und sich im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Wir fordern alle wahlberechtigten Maurer und Zimmerer auf, am Freitag, den 29. Mai, abends 6½, Uhr, im Lokal Köpnickerstr. 96/97 zu erscheinen, um dort ihr Wahlrecht zum Gesellen- Ausschuß auszuüben. Abends 29 Uhr präcise beginnt der Wahlakt zum Junungs- Schiedsgericht, woran auch die Bauarbeiter teilnehmen. Als Legitimation für den Eintritt in das Wahllokal und für die Ausübung des Wahlrechts dient das Drts- Krankenkassenbuch mit dem Stempel des Arbeitgebers oder für Mitglieder der freien Hilfskasse eine Be scheinigung vom Arbeitgeber, daß der Betreffende bei einem Innungsmitglied in Arbeit steht. Wir ersuchen die Mitglieder, sich rechtzeitig diese Legitimationen ausstellen zu lassen. 137/13 Die Berliner Vorstände der Verbands- Organisationen der Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter. Panser. Witt. Böttcher. Vorwärts- Buchhandlung SW., Lindenstrasse 69. Für H. Tischler- Verein zu Berlin, E. 5. 89. Sonnabend, den 30. Mai 1903, abends 812 Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Tages Ordnung: Vereinsangelegenheiten. Bezahlung der Beiträge. Ausgabe der Billets zur Dampferpartie am Sonntag, den 5. Juli, nach Hessenwinkel. [ 198/18] Der Vorstand. Radfahrer! Verband der Sattler. Radfahrerpläne von Berlin mit Angabe der Art des Straßenpflasters, der für Radfahrer verbotenen Straßen 2c... 50 Pf. und weiterer Umgebung( bon Ortsverwaltung Berlín. Radfahrerkarten von Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß sich das Bureau ab freitag, den 29. Mai cr., im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Zimmer22, befindet. Joachimsthal bis Jüterbog, von Genthin bis Frankfurt a. D.) auf Leinwand aufgezogen, in Karton 1,75 M. Radfahrerkarten von Deutschland und angrenzenden Ländern, mit Angabe der Beschaffenheit der Wege, Entfernungen der einzelnen Drte unter sich, Höhe über dem Meere, Steigungen 2c., fleinem Führer, aufgezogen, in Fernsprecher Amt VII Nr. 1959. Bezüglich der nächsten Branchen- Versammlungen ersuchen wir das Inserat in der Sonntag: Nummer des„ Vorwärts zu be achten. [ 157/11] Die Ortsverwaltung. Achtung! Achtung! Stralau und Umgegend. Karton, jede Sektion 1,50 M. Sonntag, den 31. Mai, nachm. 1 1hr, in der Alten Taverne, 1678L* 1675L* Damenuhren Goldwaren und Restauration: grosser Frühstücks- und Mittags- Tisch, sowie wohlgepflegte Biere in bekannter Güte. Eigne Schlächterei im Hause. Telephon Amt III Nr. 812. Hermann Bolze, Rodenberg- Strafse 7, 16622* hinterm Schönhauser Ring- Bahnhof. Wollhüte von 1,80 an bis 3,50. Haarhüte Wiener Qualität, 5,00. Cylinderhüte Form 1903, b. 7-12,00. Chapeaux Claques 8,50-10,50. Strohhüte Nur elegante Formen, weit billigere Preise wie in Bazaren und Ladengeschäften. Hut- Engros- Geschäft Alvin Sussmann, Holzmarktstr. 38, parterre rechts. Schmöckwitz, Restaurant Seddinsee. Land 2 Mark, südwestlicher Vorort, WochenAbzahlung. Barzelle 60 th. 300 Mart, nur mündlich, verkauft Allen Freunden, Bekannten, Gesellschaften und Vereinen ein fröhliches Hinsche, Wikmannstr.4.[ 10132* Pfingstfest. Bemerke, daß ich für diesen Sommer noch einige Sonnabende und Sonntage frei habe. 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Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 1678K* 1536* neun. 16576 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Schriftliche Arbeit wird gesucht bon einem jungen Manne, welcher auch mit der doppelten Buchführung vertraut ist. Offerten werden erbeten unter B. 4 an die Expedition dieser Beitung. Stellenangebote. Folgende Firmen find gesperrt: R. Keller, Königsbergerstr. 4. Ad. Hoch, Andreasstr. 32. M. Räbiger, Grüner Weg 20. Belder u. Plathen, Frankfurter Allee 117. Aug. Heinemann, Schulstr. 71. Th. Becker, Dranienftr. 189. Achtung! Die Pianofabrit ,, Erolka", Köpnickerstr. 36, ist gesperrt. Zuzug streng fernzuhalten. Fachverein 141/ 10* der Musikinstrumentenarbeiter. Zuzug nach der Telephon 16686 Wertstatt Seibt, senghofftr. 7, ift streng fernzuhalten von Tischlern, Maschinenarbeitern 81/ 18* und Möbelpolierern. Die Kommission aller Beteiligten. Steinmetzen verlangt Schober, Achtung Parkettbodenleger! 16635 Mr. 123. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Prozeß gegen die Pommernbank. 1& Lokales. " = Freitag, 29. Mai 1903. der Freifinn 1899 in Pirna einem Antisemiten, 1900 in Forchheim Kulmbach einem zollwucherfreundlichen In der gestrigen Verhandlung wurde über die Verhältnisse in Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Nationalliberalen und 1901 in Memel Heydetrug und die Vorgänge bei der Streligbank sowie über die Beziehungen In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten bekam man zum einem agrarischen Konservativen in allen Fällen der Pommernbank und der Angeklagten Schultz und Romeick zu der erstenmal Herrn Bürgermeister Reide zu hören. Herr Reide gegen die Socialdemokratie bei der Stichwahl zum Siege ver Strelitzbank fortgesetzt. Es werden zunächst noch zahlreiche Zeugen vernommen, auf hatte in Vertretung des Oberbürgermeisters Stirschner die Ein- holfen! Als es sich darum handelte, entweder für einen 3011die Staatsanwal Beed zurückgreift, um die Behauptung der An- führung eines neuen Stadtrates, des Herrn Venzky, wucherer oder für den entschiedensten Gegner des flage zu beweisen, daß auch nach dem Ausscheiden der Angeklagten vorzunehmen. Seine Rede war bemerkenswert durch die Schärfe, mit Bollwuchers zu stimmen, hat man in allen diesen Fällen skrupellos für diese die thatsächliche Leitung der Bank vollständig in der Hand be- der er auf die Gefahren des Bureaukratismus hinwies. den Zollwucher gestimmt, für Leute, die in der Weihnachtswoche des hielten und der Direktor Hachmeister und Prokurist Dreymann, die Leider hat man aber solche Gelegenheitsreden niemals so ernst zu vorigen Jahres dem unerhörten Zollwuchertarif zur Annahme verder Bank- und Hypotheken- Abteilung in Berlin vorstanden, zu bloßen nehmen, wie sie klingen. Es wird noch viel Wasser die Spree halfen! So bekämpft in Wirklichkeit der Freifinn den ZollStrohmännern herabgedrückt worden seien. Angeklagter Schultz soll hinablaufen", bis der Berliner Magistrat die Rede des Bürger- wucher! nach wie vor in der Hypotheken- Abteilung alle Dispositionen ge- meisters von Berlin beherzigen und den Bureaukratismus aus seiner troffen und alle Verhandlungen geführt haben. Ebenso wenig Verlaß ist auf den Freisinn, sofern er sich als Er soll auch die Korrespondenz indirekt geleitet und Hachmeister soll die Briefe Verwaltung verbannen wird. Bekämpfer des alles überwuchernden Militarismus und unterschrieben haben, da er glaubte, daß eine Weigerung seinerseits Die Sigung war diesmal von etwas längerer Dauer; dreimal marinismus aufspielt. Das„ Notwendige" pflegt auch der seine Absetzung zur Folge haben würde. Von dem Angeklagten fam es zu Erörterungen über Fragen des Gesundheitswesens. Freifinn zu bewilligen. Wie weit die Bewilligungsfreudigkeit Romeid behauptet die Anklage, er sei derjenige gewesen, der über Für den ärztlichen Dienst in den chirurgischen Ab- des Freisinns geht, beweist die' Thatsache, daß am 6. März das von der Strelitzbank mit Aktien der Pommernbank betriebene teilungen der städtischen Krantenhäuser hat die 1901 der volksparteiliche Abgeordnete Eickhoff als Vertreter seiner Börsengeschäft bestimmte. Ferner habe er, als 1899 das Attien Stadtverordneten Versammlung eine Neuregelung gefordert. Partei die Erklärung abgab, daß sie den Etat für Kiautschou tapital auf 12 000 000 m. erhöht wurde, diese Sache selbst be- Der Magistrat hat diesen Wunsch damit abthun zu können geglaubt, be willige. Bewilligt man aber den Kolonialetat, so ist man Die Angeklagten Schulz und Nomeid bestreiten wiederholt daß er die Stellung der Oberärzte etwas selbständiger" als bisher auch verantwortlich für die Marineforderungen und Marine die Richtigkeit dieser Behauptungen. Stadtv. Cassel, den die„ Alte Linke" an Stelle bewilligungen, die unsre, famose Weltpolitik" erfordert. Und be Der als Zeuge vernommene Direktor Hach me ist er schildert ihres Sachverständigen, des Arztes Dr. Landau, als Redner vor- fanntlich war es ja auch Herr Eugen Richter, der während des den Geschäftsgang bei der Strelikbank so, daß er nur formell der schickte, war nicht ganz mit dem Vorschlag des Magistrats zufrieden, China- Abenteuers am 4. Juli 1900 die socialdemo Direktor bei der Bank gewesen sei, während alle maßgebenden An- aber er sah darin doch einen wesentlichen Fortschritt. Unser Genosse ratische Forderung bekämpfte, den Reichstag schleunigst ordnungen von den Angeklagten Schulz und Romeid getroffen Stadtv. Dr. Freudenberg, der zum erstenmal nach seiner Genesung das einzuberufen, damit dieser gegen die kostspielige weltpolitische Erworden seien. Er sei natürlich in gewissem Umfange selbständig Wort ergriff, hob klar und scharf die Mängel hervor, die noch tursion Protest einlegen könne! Wer aber derartig dem Militarisgewesen, bei der ganzen Sachlage habe er aber gar nicht anders bestehen bleiben, und wies besonders darauf hin, daß der mus und der Weltpolitik Vorschub leistet, der trägt auch die Ver gekonnt, als sich der Direktive der beiden Angeklagten unterzuordnen. Direktor nach dem Plan des Magistrats das Recht haben soll, sich antwortung für die indirekten Steuern, für den Der Zeuge hat ein festes Gehalt von 12 000 M. erhalten und unter die schwierigen( soll wohl heißen: interessanten) Fälle vorzubehalten 30 IIwucher, durch den die Kosten dafür aufgebracht werden! Hinzurechnung der Tantieme etwa 25 000 M. Jahreseinkünfte und dem selbständigen" Oberarzt den Rest zuzuweisen. Die Vor- Sagt doch das freisinnige Flugblatt selbst sehr richtig: lage wurde schließlich einem Ausschuß überwiesen. arbeitet. gehabt. Die Angeklagten Schulz und Romeick widersprechen nochmals eingehend den Bekundungen des Zeugen und den Schlußfolgerungen des Staatsanwalts. Staatsanwalt Beed: Der ganze Streitpunkt erledigt sich doch durch die Beantwortung der einfachen Frage: Hat sich irgend etwas in der Geschäftsführung geändert, seitdem die Angeklagten Schulz und Romeid ausgeschieden waren? Beuge: Nein. machen will. = " Denn hat sich erst eine Mehrheit für die weitere Ausgabesteigerung gefunden, so findet sich alsbald auch eine Mehrheit im Reichstage zusammen für die entsprechende Einnahme steigerung in der gedachten( zollwucherischen) Richtung." Und gerade deshalb darf kein einsichtiger Wähler dem Freifinn, dem Herrn Kämpf seine Stimme geben! ob denn jemals Als Hauptpunkt stand auf der Tagesordnung die Anfrage wegen der beim Verkauf des Abdeckerfleisches vorge tommenen Mißbräuche, die im Februar von Stadtverordneten aller Fraktionen gestellt worden war, aber erst jetzt beantwortet wurde. Das Schreiben, das das Polizeipräsidium hierzu an den Die Rechtsanwalte Chodziesner und Dr. Werthauer Wir Socialdemokraten wenden uns nicht gleich dem Freisimm, der Magistrat gerichtet hat, befriedigt niemand in der Verhalten dem Zeugen vor, daß doch eine Reihe eigner Reußerungen sammlung. Alle Redner forderten, daß eine größere Sicherheit gegen Miß- sich doch sonst damit brüstet, die Interessen der Allgemeinheit zu und Thatsachen unbedingt dafür sprechen, daß er nicht bloß formeller, bräuche und Gesundheitsschädigung geschaffen werde, die am besten durch wir doch noch an die Gastwirte richten, vertreten, an einzelne Berufsgruppen. Aber die Frage möchten sondern thatsächlicher Direktor war.- Rechtsanwalt Chod Vernichtung des Fleisches zu erreichen sei. Von socialdemokratischer Seite ziesner: Für ein Gehalt von 25 000 M. wird man doch wohl sprach Dr. Freudenberg, der mit beißendem Spott auseinander- der Freisinn etwas Ernstliches gegen das skandalöſe nicht bloß formell Direktor sein, sondern auch prüfend und leitend setzte, wie optimistisch sich die sonst so mißtrauische Polizei hier mit System unternommen hat, durch das gewisse Stellen die Wirte in thätig sein. Das ist doch beinahe ein Ministergehalt! einemmale zeigt, um wieviel weitherziger sie denkt als die der freien Ausübung ihres Gewerbes zu verhindern Die Verteidiger halten dem Zeugen weiter vor, daß er doch eine Regierung, die die Grenzen wegen angeblicher Seuchengefahr gegen pflegen. Mochte man in Tausenden, Zehntausenden von Fällen den Reihe von Terrainbesichtigungs- Berichten unterzeichnet habe und fremdes Bich absperrt. Auch diese Angelegenheit wurde einem Aus- irten, die ihre Lokale auch der Millionen von Anhängern fragen ihn, ob er denn diese Terrainbesichtigungen nicht vorgenommen habe? zählenden Arbeiterpartei zu Versammlungen zur Verfügung zu stellen Der Zeuge erklärt, daß er in verschiedenen Fällen auch die Terrains besichtigt habe, bleibt aber dabei, daß die beiden Anherzens gern bereit waren, die denkbarsten Chikanen zufügen, mochte geklagten die eigentliche Leitung der Bant auch nach 1897 gehabt man sie vor die peinliche Wahl stellen, entweder von Behörden, riegervereinen 2c. oder der um ihr verfassungsmäßiges Bürgerrecht fämpfenden Arbeiterklasse boykottiert und in ihrem Erwerb auf das empfindlichste geschädigt zu werden der Freifinn hat sich der Wirte niemals ernstlich angenommen! haben. Justizrat ronter: Der Zeuge vertritt fast leidenschaft lich seine Unselbständigkeit. Thatsächlich hatte er doch beispielsweise eine große Selbständigkeit bewiesen, als er junge Leute als Reisende hinausschickte, die nach Ansicht des Herrn Schultz zu jung waren. Zeuge a ch meist er erklärt, daß es dabei im wesentlichen um einen jungen Mann handelte, der von Romeid empfohlen worden war. Sie bekunden nur, daß sie ihre Anweisungen durch Hachmeister erschuß überwiesen. D Später führte noch eine Vorlage über das Verhältnis der Bictoria Schwestern Zur Stadtgemeinde zu einer Auseinandersetzung, in der Genosse Freudenberg im Gegensak zu dem Freisinnigen Louis Sachs eine gerechtere Regelung dieses Verhältnisses forderte. Dem Wunsch, auch hierüber noch in einem Ausschuß zu verhandeln, wurde von der Mehrheit der Verfammlung nicht zugestimmt. Für Gaft- und Schankwirte" " " Nach alledem kann es für einfichtige Wirte gar nicht zweifelhaft sein, wie sie in ihrem eigensten Juteresse am 16. Juni zu wählen haben! Im Kuratorium für Obdachlose und Arbeitshans tam in der Straßenbahnverkehr zu Pfingsten. Am 1. und 2. Pfingstfeiertage werden auf der Linie Behrenstraße Treptow nachstehende straße, von früh 480 Uhr an, ab Behrenstraße von 500 Uhr an in Extrazüge eingeschaltet werden: ab Hollmannstraße, Ecke LindenAbständen von 10 Minuten. Die gerichtsärztliche Deffnung der Leiche des erstochenen Majors a. D. Das Für und Wider über dieses Thema geht noch eine Weile Berliner Wahlkreise von den Freisinnigen vertrieben wird. betitelt sich ein Wahlflugblatt, das gegenwärtig im ersten weiter und es werden noch einige Angestellte der Bank vernommen. Das an die Gast- und Schankwirte sich wendende Flugblatt schließt gestrigen Sigung unter andrem zur Sprache, daß den im Obdach halten haben, aber aus dem ganzen Getriebe entnehmen mußten, mit der Aufforderung: wählt freisinnig! währt und trop hierauf bezüglicher Beschwerden am andern Tage daß die beiden Angeklagten die entscheidenden Kämpf!" sich dieser Vorgang wiederholt habe. Der Inspektor war eben der Anordnungen trafen. Der Zeuge Registrator Scholz Das Flugblatt schildert zunächst die Gefahren, die den deutschen Meinung, daß die Wurst genießbar sei. Ein Stück von dieser Sorte folgert dies aus dem Umstande, daß er als Angestellter der Strelit Konsumenten durch die neuen Handelsverträge drohen, falls denselben fonnten unfre Genossen auf den Tisch des Hauses niederlegen. Die Mitbant einmal wegen einer von ihm über eine Tantiemenfrage ge- der 3o IIwuchertarif zu Grunde gelegt werde. Brot und Fleisch, glieder des Kuratoriums mißbilligten einmütig das Verhalten machte Aeußerung von Herrn Kommerzienrat Schulz starke Bor- Federvieh und Fische, Eier, Butter, Käse usw. drohe durch den Zoll- des Inspektors. Im weiteren führte Herr Professor Behrend würfe erhalten und dieser ihm mit hinauswerfen Buchertarif empfindlich verteuert zu werden. Deshalb wählt Beschwerde darüber, daß die Wärterinnen im Obdach denselben gedroht habe. Auf Antrag des Staatsanwalts Beed werden einige Schrift- freifinnig!" Dazu erhebe die Bierschlange drohend ihr Haupt, schlechten Kaffee bekämen, wie die im Obdach untergebrachten stüde zur Berlesung gebracht, die sich auf die im Jahre 1899 statt- drohe eine Erhöhung der Brausteuer. Aber auch der Tabat geschlechtskranken Mädchen, und daß trotz wiederholter Beschwerden feine Abhilfe zu erlangen sei. gefundene Erhöhung des Attienkapitals auf 12 000 000 m. be- werde bei den Finanzkalamitäten des Reiches bluten müssen. Wer Kuratoriums waren hierüber erstaunt und vertraten die Ansicht, daß Fast alle Mitglieder des ziehen. Es soll daraus bewiesen werden, daß der Angeklagte wolle, daß eine solche Verteuerung von Bier und Tabak nicht ein- die Kranken doch ebenso gut wie die Wärterinnen verpflegt werden Romeid die bezüglichen Schriftstücke eigenhändig durchgearbeitet und trete, müsse Stämpf wählen. Die Freisinnigen würden alles auf- müßten. Andrerseits sind es doch sonderbare Zustände in einer Konferenzen in dieser Angelegenheit abgehalten habe. An- bieten, um die Notwendigkeit der Einführung dieser neuen indirekten Verwaltung, wo der Hausvater mehr zu bestimmen hat als der feit für Sachmeister gethan und die eigentlichen Verhandlungen rung der Militär- und Marine Ausgaben Einhalt 34 Jahre im städtischen Dienst stehenden Backgehilfen die horrende geklagter Romeid erklärt, daß er dies nur aus Gefällig Steuern dadurch zu verhüten, daß der fortgesetten Steige ärztliche Leiter der Station, in diesem Falle Professor Behrend. Zu verzeichnen wäre noch die Großthat, nach welcher einem nicht geführt habe. Auf Antrag des Staatsanwalts Beed werden ferner noch die gethan werde. Darum Wählt freisinnig! Wählt Kämpf!" Summe von 25 M. als Jubiläumsgabe zugebilligt wurde. Setreten Ausgaben" zur Sprache gebracht, welche in Die Gefahren, die das freisinnige Flugblatt den Gast- und einem besonderen Buche verzeichnet stehen. Beisiger Landgerichts- Schankwirten vorführt, sind in der That vorhanden, sie sind eher rat Pau dich verliest einige dieser Buchungen. Da heißt es unter noch zu blaß als zu schwarz geschildert. Nichtsdestoweniger ist es anderm: 14. August 1897 für die Aufsichtsrats- Sizung 132,50 M.. eine dreiste Spekulation auf die Einsichtslosigkeit der Gast- und für Cigarren zur Aufsichtsrats- Sigung 40 M. Februar 1898 Schankwirte, ihnen zuzumuten, fich in einer solch kritischen Situation für Revisionssizung 403 M., für Wein, Frühstück 161 M.; Früh dem Richterschen Freisinn als Schutzpatron anzuvertrauen. stück bei der Revisionsjibung am 10. Mai 96 M.; Diner für Auf- wie wenig der Freifinn gewillt und befähigt ist, die Gefahr des Reisch hat vorgestern nachmittag im Beisein der Kriminalkommiffare Frühstück 95,50 M.; 12 Billets erster Klasse zur Fahrt nach Neu- Zollwuchers, der Bier- und der Tabakverteuerung abzuwehren, dafür Bessin und Dr. Grünberg und der verhafteten Marie Gleditsch stattStrelitz 146 M.; Trinkgeld für das Zugpersonal 30 M. nur einige Beweise. gefunden. Während sich diese früher so auffallend ruhig zeigte, Landgerichtsrat Baudsch glaubt, daß die Generalversamm- Der Brot und Fleischwucher, der nach der Absicht unsrer machte sie vorgestern den Eindruck einer förperlich und geistig volllungen dann doch in sehr üppiger Weise abgehalten worden zu fein reaktionären Parteien bei den abzuschließenden Handelsverträgen auf ständig gebrochenen Frau, der man den frankhaften Zustand auf dem scheinen. Er wünscht Auskunft, ob ein solcher Modus üblich sei. ein Jahrzehnt hinaus festgelegt werden soll, schädigt die Gast- ersten Augenblick ansieht. Das Ergebnis der Leichenöffnung war, Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Wenn diese Dinge zum Gegen- und Schankwirte nicht nur schwer als Konsumenten, sondern vor daß der Erstochene an Verblutung in der Bauchhöhle gestorben ist. stand der Verhandlung gemacht werden sollen, müsse er beantragen, allen Dingen auch in ihrem Erwerb. Nicht nur dadurch, daß er daß festgestellt werde, wie hoch die Dinerkosten bei den General- ihre Einfäufe verteuert und ihnen bei einer Herauffezung der Preise Frau des Arbeiters Schulz aus der Immanuelfirchstr. 37. Schon am Zum zweitenmal verschwunden ist die fünfundfünfzig Jahre alte bersammlungen andrer Banken sich stellen. Auf Befragen erklärt Regierungsrat Guttmann, der Absatzschwierigkeiten bereitet, sondern auch dadurch, daß er die 5. d. M. hatte sich, wie seiner Zeit gemeldet, Frau Sch. mit ihren jezige Direktor der Streligbank: Er könne aus seinen Erfahrungen Hauptmasse ihrer Gäste, die Arbeiter, Kleingewerbetreibenden und beiden Töchtern im Alter von 10 und 12 Jahren heimlich entfernt. bei der Deutschen Grundkreditbank nur sagen, daß dort jeder Teil- fleinen Beamten, infolge der Besteuerung der notwendigen Auf Grund der Veröffentlichung durch die Zeitungen erhielt Herr nehmer der Generalversammlungs- Diners selbst bezahlt habe. Lebens- und Verbrauchsmittel zu einer Einschränkung derjenigen welchem ihm eine Frau mitteilte, daß die Gesuchten sich dortselbst in Schulz am vergangenen Sonntag ein Telegramm aus Dresden, in Geh. Rat Hecht: Es sei durchaus Usus, daß die Aufsichtsräte Genuß mittel zwingt, die sie in den Wirtschaften zu konsumieren welchem ihm eine Frau mitteilte, daß die Gesuchten sich dortſelbſt in Genußmittel einem Privatlogis aufhielten. Herr Sch. fuhr noch am Sonntag bei solcher Gelegenheit zahlen, was sie verzehren, und nicht auf pflegten. Wie eine Berringerung der Einnahmen der breiten nach Dresden und holte seine Familie zurüd. Kosten der Bant an solchen Diners teilnehmen. Kaum hatte Frau Volksmassen auf die Einnahmen der Wirte wirkt, das haben ja Sch. die Wohnmg betreten, als sie plötzlich die Treppen hinabeilte Zu der Frage, wer die eigentlichen Leiter der Strelizbank ge- die letzten Krisenjahre zur Genüge bewiesen. Und eine solche und fortlief. Der Gatte und mehrere Hausbewohner eilten der wesen, wünscht Geh. Rat echt noch zu wissen, wer die auswärtigen Berringerung der Einnahme durch Verminderung der Kauftraft des Flüchtenden nach, ohne daß es ihnen gelang, dieselbe einzuholen. Pfandbriefs- Verkaufsstellen organisiert habe? Angeklagter Romeid: Als er in die Strelißbant eintrat, habe er diese Geldes läge ja im Falle des Zollwuchers vor! Nun verspricht aller- Seit dieser Zeit ist Frau Sch. wieder verschwunden. Was sie zu Organisation nach dem bewährten Muster der Pommernbank vor dings der Freifinn in feinem Flugblatt die schärfste Bekämpfung des dem eigenartigen Verhalten veranlaßt hat, ist unbekannt. Die genommen. Geh. Nat echt: Wer hat die Stursregulierung der Bollwuchers. Die Thaten des Richterschen Freisinns, dem Herr mutet, daß die Frau von einem Anfall plötzlicher Geistesstörung geGatten lebten bisher in bestem Einvernehmen und es wird berBfandbriefe besorgt? Angeflagter Romeid: So lange ich stämpf angehört, beweisen aber das ftritte Gegenteil at troffen ist. Direktor war, habe ich es gethan, später Hachmeister, der meinen doch gerade der Nichtersche Freifinn durch seine meuchlerische BeRat darüber einholte. deaza tämpfung der Zollobstruktion der Socialdemokratie und des der in der Maschinenfabrik von Lachmann in der Alexandrinenstraße In das Getriebe einer Maschine geriet der Arbeiter Kaufmann, Barthschen Freisinns und seine moralische Unterstützung der die beschäftigt ist. Jufolge noch nicht aufgeklärter Umstände geriet S. Berliner Partei- Angelegenheiten. batalſten Gewaltmittel anwendenden Zollwucher- Mehrheit die Ane mit dem rechten Arm in das Getriebe einer Streismaschine, wobei nahme des Zollwucher- Tarifs mitverschuldet! Aus Dank ihm das Fleisch des Armes bis zum Knochen aufgerissen und die Zweiter Wahlkreis. Das Central Wahlbureau für den barkeit für diese Schrittmacherdienste, die der Nichtersche Freifinn den Venen durchschnitten wurden. K. mußte, nachdem ihm ein Notzweiten Wahlkreis befindet sich bis 15. Juni im Restaurant Paul Scholz, SW. 3offener- und Barutherstraßen- Bollwucherern geleistet hat, wollen deshalb ja auch die Konservativen verband angelegt worden, nach dem Strankhaus am Urban geschafft Ecke. leber alle die Wahl betreffenden Angelegenheiten wird das in Berlin den Freifinn in der Stichwahl unterstützen! Umsonst werden. selbst Auskunft erteilt. Das Wahlkomitee. aber leisten doch die Konservctiven dem Freifinn keine derartigen Durch ein Glasdach gebrochen ist in der vergangenen Nacht der Gegendienste! 18 jährige Hausdiener Wilhelm Nickel, der seit drei Wochen im Café Sechter Wahlkreis. Die Genossen veranstalten am 1. Feiertag im Berliner Prater, Kastanien- Allee 7/9, und am 2. Feiertag Richtung mit der Bekämpfung der beutegierigen Agrarier gewesen ist, durch das Fenster auf das anderthalb Stock hoch liegende flache Wie wenig ernst es aber dem Freisinn der Richter- Kämpfschen Keck in der Passage beschäftigt ist. Der junge Mann war gestern abend angetrunken und kletterte um 12 1hr aus seiner Schlafftube in Ballschmieders Festsälen, Badstr. 16, großes FrühKonzert, verbunden mit sämtlichen Specialitäten der Lokale. Um hat ja auch die Stichwahl- Tattit der Freifinnigen Bollspartei be- Glasdach über dem Hofe, um durch dieses in den Billardsaal hineinzahlreiche Beteiligung ersucht Das Komitee. wiesen. Trotz der furchtbaren Gefahr der Auszusehen. Die Warnungen seines Arbeits- und Zimmergenossen Siehe Annonce vom Donnerstag. plünderung des Bolles durch den Zollwucher hat schlug er in den Wind, da so startes Glas nicht breche. Im selben Herr in seinem Hause bleiben. 1 Unverkennbar Ver= „ Warum soll die arbeitende Klasse ihre Stimme bei den Wahlen der Socialdemokratie geben"? schiedene Genossen erklärten sich bereit, am Tage der Wahl im Kreise Die Diskussion war eine rege. thätig zu sein. Vermischtes. Elf Schulkinder ertrunken. Augenblick brach aber schon eine Scheibe, und der Leichtsinnige stürzte welcher Mittel sich hierbei diese nämliche Partei bedient hat, um die Aufgaben des zu wählenden Reichstages. Die Stellung unsrer auf die steinerne Küchentreppe unten am Hof hinab und zog sich Minorität im Reichstage zu vergewaltigen." Alles hätte er, meint Gegner im Kreise hierzu wurde gebührend kritisiert. Der konservative außer inneren Verlegungen einen schweren Schädelbruch zu. Ein Redner, vom Freifinn erivartet, nicht aber den Mut, mit solchen Aufruf des Malermeisters Hammer wurde vom Genossen Zubeil in Arzt der Unfallstation in der Kronenstraße ließ ihn nach der Charité Säßen in den Wahlkampf einzugreifen. Das sei doch unerhört, daß allen Punkten widerlegt. Mit einem Appell an die Wähler, am bringen. An dem Aufkommen des Verunglückten, der noch bewußtlos dieselbe Partei, durch deren alleinige Schuld die Majorität die 16. Juni ihr heiligstes Recht auszunüßen, schloß Zubeil seinen mit daniederliegt, wird gezweifelt. Minorität erst hat vergewaltigen können, sich jetzt als Gegnerin jener stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrag. Troh wiederholter Bewußtlos aufgefunden wurde gestern nachmittag um 5 Uhr in Vorfälle und gar als ein Opfer der Majorität hinſtelle. Auch als Aufforderung meldete sich kein Gegner zum Wort. Die Anwesenden Bewußtlos aufgefunden wurde gestern nachmittag um 5 Uhr in Hüterin des Koalitionsrechts werde die Freisinnige Volkspartei in verpflichteten sich, einmütig am 16. Juni für die Wahl Zubeils einder Fürstenbergerstraße der 12jährige Gemeindeschüler Frizz Müller dem Flugblatt hingestellt. Wie stehe denn die Partei dazu? Erst zutreten. Mit einem Hoch auf Zubeil wurde die imposante Veraus der Schwedterstr. 229. Da sein Vater verwitwet ist und in einer Fabrit arbeitet, während eine erwachsene Tochter ihm die vor vierzehn Tagen habe der alte Langerhans, als er für die Kandi- sammlung geschloffen. datur Kreitling eintrat, ausgeführt, soweit dürfe die Arbeiterschaft Wirtschaft führt, so bleibt der Junge viel sich selbst überlassen. In Eine gut besuchte Versammlung des socialdemokratischen Aginicht gehen, den Arbeitgeber zu zwingen, ihm unliebsame Arbeiter tationsvereins für den Reichstags- Wahlkreis Züllichau- Schwiebusder Schulferienzeit führt er einen blinden Handelsmann aus der wieder einzustellen; unbedingt müßte der Fabrikant das Recht haben, Strossen- Sommerfeld fand am Dienstag bei Grosser, Dirksenstr. 39, Fürstenbergerstr. 9 durch die Schankwirtschaften. Gestern nachmittag Störenfriede aus der Fabrik zu beseitigen, und der Arbeitgeber müßte statt. Genosse Braun hielt einen einstündigen Vortrag über: war er von 12 bis 1 Uhr bei seiner Schwester zu Hause. Dann Ja, wer gelte nicht heute als ging er weg. Als er um 43/4 Uhr zu dem Handelsmann fam, um Störenfried; seien es nicht gerade die Vertrauenspersonen der Arihn abzuholen, klagte er, daß ihm schlecht sei, und ging wieder aufbeiter? Und wie vertrage sich das„ Herr im Hause" mit dem freien die Straße hinab. Hier brach er plöglich zusammen. Ein Kauf Vertragsverhältnis zwischen dem Käufer und Verkäufer der Arbeitsmann Davidsohn trug ihn nach der Rettungswache in der Kastanien- kraft! Jedenfalls ließen die Worte des in der Freisinnigen VoltsAllee, die ihn ins Bewußtsein zurückrief und mit einem Lückschen partei ergrauten Herrn Langerhans über den Terrorismus streikender Rettungswagen nach der Charité bringen ließ. Der nie vorher Arbeiter und die Klagen, die Herr Kreitling ohne Beweis in derselben trant gewesene Knabe führt jetzt wirre Reden. Die Polizei forscht Versammlung vorbrachte, den Rückschluß zu, daß die Koalitionsfreiheit nach, was mit ihm geschehen sein mag, und sucht zunächst festzu- bei dieser Partei nicht gerade gut aufgehoben sei. stellen, wo er sich in der Zeit, von 1 bis 434 Uhr aufgehalten hat. fei die Entwicklung des freifinnigen Bürgertums zur Reaktion bei Neustadt a. M.( Provinz Posen) gemeldet. Beim Uebersetzen Eine schwere Bootskatastrophe wird aus der Ortschaft Dembno Bon einem Straßenbahuwagen umgefahren wurde vorgestern hinüber; je mehr die Arbeiterklasse erstarke, je mehr gleite der Frei- bei Neustadt a. W.( Provinz Posen) gemeldet. Beim Uebersetzen abend um 94 Uhr der Schuhmachermeister Richard Holz aus der sinn auf die breite Fläche der Reaktion. Unter lebhaftem Beifall über die Warthe tenterte ein Kahn, in dem sich etwa 40 Schulkinder Zionskirchstraße Nr. 30, als er von einem Kundenbesuch am Zions- fchloß Genosse Fischer mit einem begeisternden Mahnruf, schon im befanden. Elf der Kinder ertranken. Auch der Fährmann, der in firchplatz mit dem Zweirad nach Hause zurückkehren wollte und am ersten Wahlgange der Socialdemokratie zum Siege zu verhelfen. grenzenlosem Unbedacht ein defektes Boot benutzt hatte, tam ums der Ecke der Kastanienallee und der Zionskirchstraße den Wagen Es entspann sich eine kurze Debatte, an der sich die Genossen Leben. Ein Telegramm berichtet dem„ Tag" nachstehende Einzelheiten: überfah, der vom Weinbergsweg kam. Er brach sich den rechten P. Scholz, Kuschke, Poppe, Kuchenbecker und Hensel im Sinne des Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich in unmittelbarer Nähe von Dembno Arm und erhielt auf der Rettungswache in der Kastanienallee die Referats beteiligten, während ein Herr Fenske so geistreich war, klipp zugetragen. Etwa 40 Kinder im Alter von 13 bis 14 Jahren aus erste Hilfe. und fler ohne nähere Ausführung zu erklären, der große Beifall, der verschiedenen Ortschaften, u. a. aus Pienczkowo, Wittowo und was sie thun. Fischer erhielt, beweise, daß die meisten Anivesenden nicht wüßten, Mit einem brausenden Hoch auf Richard Fischer Orzechowo hatten in Dembno dem katholischen Beichtunterricht beiging die Versammlung auseinander. gewohnt. Um darauf wieder nach Hause gelangen zu können, mußten sie über die Warthe übergesezt werden. Trotz der zahlreichen Bassagiere nahm der Fährmann einen Kahn, der schadhaft war, und dessen Leck er nur mit Werg verstopft hatte. As sich das Fahrzeug schon auf dem Fluß befand, löfte sich sich das Werg, Wasser strömte ein, und das Boot begann zu sinken. Die Kinder gerieten in Todesangst und drängten sich instinktiv nach dem hinteren Ende des Kahnes, um dem Lande möglichst nahe zu sein. Das Boot kenterte nun und elf Kinder fanden den Tod in den Fluten, die andren fonnten fich mit Mühe und Not ant das Ufer retten. Auch der Fährmann hat seine grenzenlose Unvorsichtigfeit mit dem Leben bezahlt. Herzergreifende Scenen spielten sich zu Von einem Militärwegen überfahren wurde gestern morgen um 7 Uhr der Arbeiter Karl Nadroche aus der Waßmannstr. 34. Er geriet an der Ecke der Gertraudten- und Breitestraße unter einen Wagen des 1. Garde Dragoner- Regiments, erlitt mehrere Rippenbrüche und wurde mit einer Droschke nach der Charité gebracht. Vergiftet wurde das 21 Jahre alte Dienstmädchen Anna Stiller, aus Potsdam gebürtig, in der Wohnung seiner Herrschaft in der Uhlandstraße aufgefunden. Als heute morgen die Herrschaft von einer Reise zurückfehrte, fand sie die Wohnung verschlossen vor und mußte deshalb die Polizei holen, welche dann die Wohnung gewaltsam öffnete. Halb angekleidet fand man die St. in ihrem Bette vor. Die Leiche wurde dann beschlagnahmt. Db Selbstmord oder ein Verbrechen vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden. Für den dritten Wahlkreis waren zum Mittwoch zwei Wähler bersammlungen einberufen. Im großen Saale des Gewerkschaftshauses hielt zunächst der Kandidat des Kreises, der bisherige ertreter W. Heine, eine wirkungsvolle Ansprache, in der er, von lebhaften Beifallskundgebungen wiederholt unterbrochen, mit dem Hinweis auf die politischen, wirtschaftlichen und idealen Ziele der organisierten Arbeiterschaft das Gebahren ihrer Gegrer von rechts und links ciner herben Critik unterzog und Sic Versammelten aufforderte, mit allem Nachdruck für die Socialdemokratie z wirken. Hierauf referierte Reichstags- Abgeordneter Fr. 3ubeil. In Unbedachte Aeußerungen. Der unter dieser Stichmarke gebrachte ocistündigez Rede behandelte der Referent die politischen Zustände, Unbedachte Aeußerungen. Der unter dieser Stichmarke gebrachte die Brottucherpolitik und ihre verderblichen Wirkungen; scharf geißelte gleicher Zeit auf dem gegenüberliegenden Ufer ab. Dort standen Gerichtsbericht in Nr. 121 d. Bl. veranlaßt den Schlosser Stadeler t: hoff, uns mitzuteilen, daß der Schankwirt R. sich in seiner Beweiser f: Weltmachtspolitik und Sie ungehcure Jelastung des Volkes die Mütter der verunglückten Kinder, die ihre Lieblinge erwarten durch de Militarismus und Marinismus, für die noch immer führung auf ganz andre Vorfälle bezogen habe als jene, die zwischen größere, unerschwingliche Opfer gefordert werden sollen. Demcegen- und nach Hause geleiten wollten. Als die Katastrophe geschah, diesem und St. seiner Zeit vertraulich besprochen worden sind. Auf über verwies er auf die völlig unzulängliche Sociclgesetgebung und mußten die armen Frauen von besonnenen Leuten mit Gewalt die Veröffentlichung dieser Mitteilung legt St. Gewicht, weil seiner führte hierbei aus, daß der Kaiser von seinen Stäten weht sehr schlecht davon zurückgehalten werden, sich ihren Kindern in den Fluß nachAuffassung nach der Bericht die Deutung zulasse, als trüge er eine unterrichtet war, als er behauptete, daß in Deutschland Eirichtungen zustürzen.- Dembno, zu dessen Parochie die oben erwähnten Ortindirekte Schuld an der Verurteilung des R. An eine derartige Deutung des Berichts hatte der Berichterstatter allerdings nicht geschaffen sind, durch die den Arbeiter eine gesicherte Gristenz bis schaften gehören, liegt am linken Ufer der Warthe zwischen den Deutung des Berichts hatte der Berichterstatter allerdings nicht in das späteste Alter zu teil wirt. An der Hand eine reichhaltigen Eisenbahnstationen Neustadt a. M. und Bogorcelicze. Den Verkehr gedacht. Materials wies der Redner nach, wie wenig im Verhältnis zu den über die Warthe bei Dembno vermittelte früher ein Brahm, dessen Junkern und ihrem Anhang im Interesse der Arbeiter, die ihr Leben und ihre Gesundheit im Dienste des Kapitals opfern müssen, geschehen Betrieb aber schon seit langer Zeit eingestellt ist, so daß Personen ist. In seinen weiteren Ausführungen kennzeichnete Zubeil in iezt nur auf Kleinen Rähnen übergesezt werden. treffender Weise die reaktionären, volksfeindlichen Pläne der herrschenden Klassen, die Stellung der verschiedenen Parteien, die eine einzige reaktionäre Masse bilden, zu dem Wahlrecht und dem Koalitionsrecht und gab sodann der Ueberzeugung Ausdrud, daß am 16. Juni ein Tischtuch allerdings zerschnitten wird, aber in der Weise, daß die Socialdemokratie als die alleinige Vertreterin der Volksrechte und des kulturellen Fortschritts auf der ganzen Linie als Siegerin hervorgeht und daß auch im dritten Wahlkreise der Kandidat der Socialdemokratie, Genosse W. Heine, schon in der Hauptwahl mit großer Stimmenzahl wiedergewählt wird. Brausender Beifall folgte dem Vortrage. Eine Diskussion wurde nicht beliebt, da sich Gegner nicht meldeten. Gerichts- Zeitung. die zu Die Sittlichkeit der besseren Kreise Eine rohe Mißhandlung mit dem Säbel hatte sich der vom Amte wurde in München wieder einmal gerichtlich beleuchtet. Am 26. Mai wurde gegen eine Buchbindersfrau verhandelt, die 13-15jährige suspendierte Schuhmann Paul Schmidt in Köln zu schulden kommen Blumenmädchen an bessere Herren verkuppelte. Auf die Vernehmung lassen. Am Abend des 21. Februar befanden sich drei Fabritarbeiter aus Kalk, darunter der 26jährige Johann Fechter von Deuz aus auf des Hauptbenußers des Kupplerneftes, eines pensionierten königlichen dem Heimwege. Die Leute unterhielten sich über ihre Arbeit. Am Beamten, verzichtete auf sein Bitten das Gericht freundlichst, Mülheimer Thor trat plöglich der Schuhmann Schmidt, der nach den weil der Mann verheiratet und Familienvater ist. Die Beugenaussagen betrunken gewesen sein muß, auf einen der Arbeiter, zu Supplerin erhielt vier Monate Gefängnis. Am nächsten Tage Joseph Widlartschiff, au und sagte: Was habt Ihr über die Schutzzierte das Bänkt ein geistlicher Herr, der sich als Teute geschimpft?"" Wir haben nicht über Schußleute gesprochen", Opfer seiner Schamhaftigkeit aufspielen möchte. Der Beneficiat und erklärte ihm der Arbeiter, wir haben über unsre Arbeit gesprochen". Der Beamte ging darauf gegen den Arbeiter vor und Lokal- Schulinspektor Joseph Schrauffstetter in Odelshausen bei Dachau, soll ihm den Hut vom Kopf geschlagen haben. Die drei Leute, die ein heftiger Centrumsmann, will von einem Nachbarn gehört haben, In der Wählerversammlung für den dritten Kreis, die am feine Händel mit einem Schußmann haben wollten, ergriffen die daß die Schullehrer einige schulpflichtige Mädchen wiederholt auf Mittwoch im Märkischen of tagte, sprach zunächst Genosse Flucht, verfolgt von dem Schußmann, der einen mißglückten Sprung den Schoß genommen und betastet haben. Um zu ermitteln, was an Robert Schmidt. Den lächerlichen Vorwurf, die Socialdemo- auf einen herannahenden elektrischen Wagen that und einige Schritte der Sache richtig sei, habe er die betreffenden Kinder zu sich fratie verschleiere ihr Programm, widerlegend, erklärte der Redner, weit geschleift wurde. Der Beamte zog feinen Säbel und rief dem Da es für ihn zu genant daß hier in Wirklichkeit der Unterschied vorliegt, daß die Social- auf dem Perron stehenden Grenzaufseher Theodor Lutas, der damals in die Wohnung kommen lassen. gewesen sei, harmlosen Kinder direkt befragen, demokratie ihr Programm, von dem sich jedermann Kenntnis ver- Unteroffizier des 53. Regiments war, zu, er wäre gestochen worden be- schaffen kann, zur Richtschnur ihres Handelns macht und streng be- und er solle ihm beistehen. Der Unteroffizier sprang vom Wagen und habe er sie auf den Schoßz genommen und sie folgt, wogegen ihre Gegner in Flugblättern und Wahlreden dem verfolgte den Fechter, der am Kirchhofe in die Wipperfürtherstraße fragt, ob es der Lehrer so gemacht habe, wobei er dann Bolte alles Mögliche versprechen, sogar gleiches Recht für alle ver- hineinlief. Der Unteroffizier bekundete: der Flüchtling blieb auf meinen immer die betreffenden Körperteile des Kindes berührt habe. künden, aber dann ganz anders handeln. Für diese Behauptung Buruf stehen, ich nahm ihm den Stod ab: er war ruhig und gab den Anders habe er Kinder von 8-9 Jahren nicht ausfragen können. brachte der Redner eine ganze Reihe von Beweisen bei und ging be- Stock freiwillig. Auf einmal kam der Schuhmann herangestürmt; Er erstattete gegen die beiden Lehrer Kleiner und Lösch Anzeige fonders auch auf die angebliche Rettung des Mittelstandes ein, womit ohne jede Veranlassung schlug er den Mann mit dem bei der vorgesetzten Behörde, worauf Lösch verhaftet wurde. Sehr die Konservativen und ihr Kandidat, Rechtsanwalt Hahn, die Klein- Säbel über den Kopf, er versetzte ihm wohl acht bis zehn Hiebe. bald kam es jedoch auf, wie die Sache eigentlich war und alsbald gewerbetreibenden zu bethören suchen. Der Redner schloß mit einem Borsigender:" Hat Fechter den Schngmann geschlagen?" Beuge: erfolgte die Verhaftung des geistlichen Herrn, der bei seiner Fest- warmen Appell für die Wiederwahl des bisherigen Vertreters, des" Nein, es ist gar nichts geschehen, ich hatte dem Manne ja den Stod nahme bezeichnenderweise den Gendarmen fragte, wann solche Rechtsanwalts Heine, der bewiesen habe, daß er im wahren Sinne abgenommen. Ich hatte den Eindruck, daß der Schuhmann betrunken Da sich trok der Aufforderung war. des Wortes ein Volfsvertreter ist. Der mißhandelte Zeuge Johann Fechter, der den Ueberfall Sachen verjähren. Bemerkt muß noch werden, daß der Herr des Vorsitzenden kein Gegner meldete, nahm Wolfgang Heine wie der Unteroffizier schilderte, sekte noch hinzu:„ Bei der Glätte Beneficiat auf die beiden Lehrer sehr erbost war, weil sie dem selbst das Wort, beleuchtete verschiedene Vorwürfe und Schmähungen kam ich zu Fall; als ich auf dem Boden lag, schlug der liberalen Bayrischen Lehrerverein angehören. Die Verhandlung dauert und schilderte in gedankenreichen Ausführungen die hohen Kultur- Schußmann noch mit dem Säbel auf mich ein." Der noch fort. aufgaben und Ziele der Socialdemokratie. Er wies darauf hin, mit Schwerverlette wurde von der Wachtstube sofort ins Hospital gewelcher Energie und Besonnenheit unsre Abgeordneten bei den Zoll- fchafft, in dem er mehrere Wochen zubringen mußte; er hatte vier tarifverhandlungen nicht nur die Interessen der Arbeiter, sondern Siebwunden am Kopfe, ferner Verlegungen an beiden Armen, im auch der Kleinbürger vertreten haben, ja sich sogar genötigt sahen, Gesichte und an den Fingern. Der Staatsanwalt beantragte ein auch noch für die Interessen der industriellen Kapitalisten mit einzu Jahr Gefängnis. Das Gericht erkannte auf neun Monate Eine Wählerversammlung für den zweiten Reichstags- Wahlkreis treten. Gegenüber einem Vorwurf Eugen Richters, der Redner habe Gefängnis. füllte am 27. Mai den großen Saal des Königshof", Bülowstraße, in einer früheren Versammlung von einem Bündnis der Freisinnigen bis auf den letzten Plak. Reichstags- Abgeordneter Richard mit den Konservativen gesprochen, das gar nicht bestehe, bemerkte Fischer sprach über: Die Parteien und die Reichstagswahlen". dieser, daß ein solches Bündnis, wenn auch nicht verbrieft und beRedner würdigte die Wahlversprechungen der gegnerischen Parteien, siegelt, doch thatsächlich vorhanden sei, wie unter anderm die Stichindem er deren Thaten, namentlich aus der letzten Vergangenheit, wahlen in Memel und Elbing bewiesen haben. Zum Schluß forderte tritisch beleuchtete und ihnen in wirksamster Weise die Bemühungen er die Parteigenossen auf, doch nicht den Gegnern durch Besuch ihrer der Socialdemokratie um Volkswohlfahrt und Volksfreiheit entgegen Versammlungen und dort durch an sich ja durchaus erlaubte Zwischenhielt. Bei Erörterung des Verräterdienstes, den die Freisinnige rufe Anlaß zur Wiederholung des dummen Geredes vom Terrorismus Volkspartei in den letzten großen Interessenkämpfen unter Aufgabe unsrer Partei zu geben. Anders liege die Sache selbstverständlich. Swinemde. 766 ND 765 DND des Liberalismus den reaktionären Parteien geleistet hat, kam Redner wenn einzelne Parteigenossen persönlich eingeladen würden. Dieser Hamburg 764 ND auch auf ein ganz neues Flugblatt, der Freisinnigen Volkspartei zu Aufforderung schloß sich der Vorsitzende Genosse Hoch an, der im Berlin Frankf.a.M. 760 D sprechen, worin Herr Kreitling für die Wahl im zweiten Wahlkreise übrigen zu eifriger Agitation anfpornte. München 761 D empfohlen wird. Darin heißt es nach einer Empfehlung der bisherigen Wien Handelspolitik unter anderm:" Bedenkt, daß die Agrarier und die Wilmersdorf. Am Dienstag tagte im Luisenpark" die erste städtischen Konservativen es gewesen sind, die noch in den letzten von unsren Genossen einberufene Wählerversammlung. Vor weit Monaten das deutsche Volk mit dem ungeheuerlichen Zolltarif be- über 500 Personen referierte Genosse 3ubeil über:" Die bevorglückt und ihm damit das tägliche Brot verteuert haben. Bedenkt, stehende Reichstagswahl". In 2stündiger Rede beleuchtete er die Wahlverfammlungen. Schellfische in allen Grössen 15-20 Pf. pro Pfd. ohne Kopf Cabliau 16 Pf., im Anschnitt 18.: 99 99 25, 99 99 99 Rotzungen, kleinere 18 Pf., grosse 35 99 99 99 Seelachs 18 Pf., im Anschnitt. 95 Witterungsübersicht vom 28. Mai 1903, morgens. 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Better Temp. 1. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. 11. E. 5° C. 4° R. 2wolfen! 14 764 N 758 ND 3 wolfig 16 2bedeckt 14 2ivoltig 11 Haparanda 767 S 3bededt 12 Petersburg 3 heiter 16 Cort 3 heiter 18 Aberdeen 4 halb bd. 14 Baris 762 ND 1wolfen! 16 Wetter- Prognose für Freitag, den 29. Mai 1903. Warm und ziemlich schwül bei mäßigen südöstlichen Winden, aut nehmender Bewölkung und Gewitterneigung. Alle Fischarten sind infolge grosser Fänge soeben in grossen Mengen eingetroffen. Die mannigfachen Znbereitungen sind aus dem umfangreichen Seefisch- Kochbuch, das jeder Käufer gratis erhält, ersichtlich. Ein Versuch mit diesen äusserst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen. Ebenfalls in frischer Ware sind die nebenstehend verzeichneten Fische eingetroffen. Bratflunder Grosse Schollen Mittel Steinbutt. Seezungen Tarbutt. Heilbutt Berliner Wetterbureau. • 20-25 pro Pfd. Pf. 35-40 • " 9 " " do. • " 99 30-35 " " 1,20-1,30 M. " " 1,20-1,50 " 99 60-70 Pf. 60-65 99 " 99 Austernfisch 30-35 " " 99 Goldbarsch " 99 30-40 Lebende Hummer 99 " 2,50 M. Geräucherte Flundern 60-65 99 " 9 Pf. 99 99 Seelachs Schellfisch Roche 39 50 " " 30 ,, ช " 50-60 99 19 17 19 Marinierte Seefische zu billigsten Preisen. Generalvertreter Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" Johs. Skorczyk. Haupt- Filiale: Bahnhof Börse, Bogen 9-10. III. Prinzenstr. 30 II. Lüneburgerstr., Ecke Paulstr. Stadtbahnbogen 388-89. ( am Moritzplatz). IV. Madaistr. 22 ( im Schlesischen Bahnhof). Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.