Nr. 124. Abonnements- Bedingungen: 3 Abonnements Preis pränumerando:. Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn z Mart, für das übrige Auslans& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Wahlkampf und die Aufgaben des kommenden Reichstags. I. Alle Welt weiß, daß die wichtigste unter den großen Aufgaben des neuen Reichstags die Erledigung der Handelsverträge sein wird. Alle Welt erwartete daher auch, daß der Wahlkampf sich vornehmlich um sie drehen werde. Die Zollfrage ist aber weder eine Frage des Zukunftsstaats, noch eine, in der auf der einen Seite ausschließlich das Proletariat interessiert ist. Die besitzenden Klassen selbst sind darüber aufs tiefste gespalten. Ein Sieg des Agrariertums be= droht nicht bloß das Proletariat, sondern die gesamte an der industriellen Entwidlung interessierte Bevölkerung in direttester Weise mit den schwersten Schädigungen, ganz abgesehen davon, daß er indirekt eine Gefahr für die Zukunft der ganzen Nation bildet, die heute in erster Linie vom Gedeihen der Industrie abhängt. So mußte man denn auch annehmen, der Wahlkampf werde einen Ansturm aller nichtagrarischen Elemente in der gleichen Richtung gegen den gemeinsamen Feind, das Agrariertum, entfesseln, der Liberalismus werde diesmal seine Gegnerschaft gegen die Socialdemokratie in den Hintergrund treten lassen, um desto kräftiger das gemeinsame Interesse der beiden an der Niederwerfung der Agrarier zu be= tonen. In Wirklichkeit ist es ganz anders gekommen. Die Haltung, die der Liberalismus, mit einer verschwindenden Ausnahme, im Reichstage bei den Bollfämpfen eingenommen, wiederholt er im Wahlkampfe in noch verstärktem Maße. Nicht gegen das Agrarier tum, gegen die Socialdemokratie richtet er die ganze Schärfe seiner Angriffe; ja noch mehr, er bemüht sich nicht bloß, in dem dazu am wenigsten geeigneten Moment das Wort von der reaktionären Masse wahr zu machen; der äußerste linke Flügel des Liberalismus übernimmt auch die Führung dieser Masse und liefert ihr ihre Waffen wenn man Nachttöpfe, und keine leeren, als Waffen ansehen darf. Dies Arsenal bürgerlicher Intelligenz wird fast nur von Freisinnigen gefüllt von Fränkel- Bürger bis zum Socialistenspiegel- Ritter von der traurigen Gestalt Eugen Richters. Dementsprechend muß auch unsre Abwehr vor allem auf das Zerschlagen der vom Freisinn gelieferten Waffen gerichtet sein wie es erst jüngst wieder in eindringlicher und überlegener Darstellung die Broschüre Eugen Richters Socialisten spiegel" besorgt. Jmmer größer wird die Erbitterung zwischen der bürgerlichen und der proletarischen Linken, und an Stelle des Traumes von einem Kartell der Linken tritt immer mehr die Wirklichkeit eines Kartells aller nichtsocialdemokratischen Parteien. Nicht das Agrariertum, sondern die Socialdemokratie ist das Centrum des Kampfes geworden. Für oder wider die Socialdemokratie lautet die einzige Wahlparole. Woher rührt diese Erscheinung? Der Freifimm redet sich aus auf den schlechten Ton, den die Socialdemokratie anschlage, und der ihn zwinge, sich den Herren Kröcher und Konsorten in die Arme zu werfen, deren Ton bekanntlich immer der beste ist. Sonnabend, den 30. Mai 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. daß sie erwarten könnte, den Ausfall an Kleinbürgern durch Zuzug über eine Art von Anwendung der katholischen Heilsmittel im Wahlaus Arbeiterkreisen in ihre Reihen decken zu können. Sie muß. fampfe berichtet hatten, über die wohl mancher wahrhaft gläubige mag sie wollen oder nicht, mit einer besonderen proletarischen Partei- Christ erschrocken gewesen sein mag. Es hat uns ein teuflisches Organisation rechnen; aber nun versucht sie, ob es nicht gelänge, Vergnügen gemacht, die Centrums- Christen so gotteslästerlich schimpfen sich diese Organisation als solche dienstbar zu machen. Deshalb zu hören über sich selber. Jetzt sind sie verstummt. Nachdem gehört heute zu ihren Lieblingsideen einmal die" Ma userung" lich citiert haben, wie ein katholisches Blatt dasjenige, was den wir in unsrer vorigen Nummer unter genauer Quellenangabe wörtDer Socialdemokratie, das heißt ihre Verwandlung in Herrschaften angeblich am heiligsten ist, das Blut Chrifti, ihre heilige eine Partei von Arbeitern mit einem bürgerlichen Reformprogramm, Messe, die Jungfrau Maria zu den allerweltlichsten Wahlgeschäften dann aber das Kartell der Linken, das heißt, die Unterverwertet, da ist der„ Germania" der Ton in der Kehle stecken geordnung der Socialdemokratie unter die Führung der bürger- blieben. Wir kennen uns in der Stufenfolge der himmlischen lichen Demokratie. Strafen und Gnadenmittel nicht so aus, aber wir waren der Meinung, daß wir noch nicht einmal die ganze Wahrheit gaben, als wir von einem Ablaß für 200 Tage sprachen; was die fromme Monika denen verspricht, die für Centrumswahlen wirken, ist ja wohl noch viel mehr, wie ein Ablaß und die Gotteslästerung- nach katholischen Begriffen ist noch viel schlimmer. Warum nun so schweigsam, Ihr Frommen? Das und nichts andres ist der Inhalt des Kartells der Linken, wie es die bürgerliche Demokratie anstrebt. Darum tritt sie dafür ein in Frankreich, wo sie stärker ist als die socialistischen Parteien und wo der ministerielle Flügel des Socialismus sich ihr programmatisch und taktisch anpaßt. Anders dagegen steht es in Deutschland. Hier ist die Socialdemokratie stärker geworden als die bürgerliche Demokratie, stärker Das Wort vom schlichten Manne spielt im Wortschatze der diesnicht bloß an Bahl, sondern auch an Ansehen, Kraft und an Weit- maligen Wahlagitation eine Hauptrolle; allenthalben feiert man den blic. Bei uns dominiert daher die Socialdemokratie, so oft die schlichten Mann. Sogar aufgestellt hat man wirkliche schlichte bürgerliche Demokratie mit ihr gegen einen gemeinsamen Gegner vereint vorgehen muß. Ein Kartell der Linken unter Führung der Socialdemokratie das ist aber ganz etwas andres als das, was die bürgerliche Demofratie erstrebt. Ein derartiges Kartell widerstrebt zu sehr dem bürgerlichen Herrenstandpunkt, dagegen bäumt sich das liberale Philisterium auf das entschiedenste auf, mit dem letzten Rest politischer Leidenschaft, der ihm geblieben. Auf eignen Füßen kann aber der Liberalismus nicht mehr stehen; verschmäht er es, sich links anzulehnen, muß er sich rechts anlehnen. Er hat nur die Wahl, entweder seine politischen Ideale, ja sogar die Interessen, die er vertritt, zu verraten, um dafür politische Hilfe von rechts zu erkaufen, oder seinen Idealen und Interessen treu zu bleiben und dann den Traum von der Mauserung der Socialdemokratie und ihrer Unterwerfung unter die liberale Führung weiterguträumen. Er hat die Wahl zwischen Richter und Barth, zwischen der Freisinnigen" und der Frankfurter Zeitung", Dieselbe Entwicklung, die in Frankreich den„ republikanischen Block" bildete, hat in Deutschland die jüngste Form der reaktionären Masse" hergestellt; und während sie in Frankreich die socialistischen Organisationen spaltete, hat sie in Deutschland die Gegenfäße zwischen den Fraktionen der bürgerlichen Demokratie vertieft. Nicht der schlechte Ton" der Socialdemokratie hat diese Ent wicklung herbeigeführt, auch nicht Richters bornierte Stichwahl Politik ist einzig daran schuld sie konnte nicht eine solche Kraft erlangen, daß der größte Teil der freisinnigen Politik sie mit Energie mitmachte, wenn sie nicht tiefere Ursachen hätte: und diese liegen in der Kraft und Ueberlegenheit der Socials demokratie, die namentlich in den Zollkämpfen so glänzend zu Tage trat. Das Wort von der reaktionären Masse ist falsch, wenn man darunter eine dauernde Erscheinung der bürgerlichen Gesellschaft versteht; aber es wird jedesmal wahr, so oft die Socialdemokratie Die Motivierung einer politischen Gegnerschaft mit der Ent- mit überwältigender Kraft auftritt, und die Erscheinung, die es be rüstung über den schlechten Ton des Gegners ist stets nur eine Auszeichnet, nimmt um so mehr dauernde Formen an, je mehr die rede; aber es ist die dümmste aller Ausreden, denn ein Politiker, dec überwältigende Kraft der Socialdemokratie aufhört, auch dem größten sein Handeln statt durch Rücksichten auf den Vorteil der eignen Partei, Optimisten unter ihren Gegnern den Eindruck einer vorübergehenden durch sentimentale Empfindungen über mehr oder weniger an Erscheinung zu machen. genehme Umgangsformen andrer Parteien bestimmen läßt, taugt zur Politik wie die Kuh zum Lautenschlagen. So dumm sind auch in der That bei keiner Partei ihre leitenden Politiker, und wenx frei sinnige Politiker die Schuld an der jetzigen Situation auf den angeblichen schlechten Ton der Socialdemokratie schieben, den bösen Nachbarn, der den friedliebenden Freifinn in seiner Ruhe kört, so stellen sie sich einfältiger als sie sind. Als in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in England die liberalen Freihändler im Kampf mit dem Agrarirtum um den Kornzoll lagen, wurde dieser sehr gestört durch de Char tisten, Socialisten, die damals noch dem Kornzoll thr geringe Bedeutung beimaßen und durchaus nicht gewillt waren, den Feldzug der Freihändler dagegen mitzumachen. Und damals, po alle politischen Kämpfe noch leidenschaftlicher und urwüchsige ausgefochten wurden, war der Ton noch ein viel schlechterer". Rit Revolution, mit Propaganda der That wurde gedroht und mitnter ein Anlauf dazu genommen. Trotzdem ließ sich der englische Liberalismus da durch in seinem Kampfe gegen die Landlords niet beirren, es fam ihm nie der Gedanke, sich mit ihnen zu vereinign und die Abwehr des Chartismus zum einzigen Inhalt seiner Boltit zu machen. Das durch, daß er das Agrariertum niederwarf, icht dadurch, daß er zu seinem Handlanger wurde, erwarb er jete Kraft, die ihm für lange Zeit die Vorherrschaft in England fichrte. moralischer Entrüstung, die den Brotwucherern so gut steht, hat man Männer, wenn auch nicht gerade viel. Mit dem Aufwand an dann sogar bewiesen, daß gerade die Socialdemokraten keine schlichten Männer sondern lauter große Herren sind. Erst vor wenigen Tagen ist die lange Liste der großen socialdemokratischen Herren durch die Presse gegangen. Kaum ist diese Nummer in der Versenkung verschwunden, so taucht das Gegenstück dazu auf. Der„ Reichsbote" schreibt in seiner Nr. 121: In den Großstädten sagen sich die staatserhaltend gesinnten Kreise, daß alle Mühe und Arbeit für den Ordnungskandidaten verloren ist und für irgend einen socialdemokratischen Cigarrenwickler oder Budiker als Voltsvertreter der Centralstelle deutscher Kultur zu stimmen, dazu kann sich ein ernsthafter, verständiger Mensch natürlich nicht entschließen. Also find die Socialdemokraten doch schlichte Männer? Warum aber nun wieder diese Abneigung gegen den schlichten Mann, den man gestern noch so gepriesen? Freisinniges. Der Kandidat der Freifinnigen im Wahlkreise Eschwege- Schmalkalden, Fabrikant Sen both aus München, hat eine ganz besondere Schlechtigkeit an der Socialdemokratie entdeckt: Sie will die Kaufkraft der Arbeiter nur heben, um sie besser Schröpfen zu können." Wenn irgendwo ein neuer Blödsinn gegen die Socialdemokratie auftaucht, so ist er sicher freifinnigen Ursprungs. " Freisinnige Hehe nach socialdemokratischem Muster" nennt die Konservative Korrespondenz" ein Flugblatt, das die Freifinnige Bolkspartei im Kreise Gumbinnen- Justerburg verbreitet. Darin heißt es: „ Die Freifinnigen wollen Handelsverträge schließen, die, ohne die Getreide, Vieh- und Holzzölle plötzlich ganz abzuschaffen, sie doch so ermäßigen oder mindestens nicht erhöhen, daß Handelsverträge überhaupt möglich werden." Die Konservative Korrespondenz" bemerkt dazu: „ Das ist ganz der Standpunkt, den die Socialdemokraten einnehmen, den aber der Führer der Freifinnigen Bolkspartei mit aller Entschiedenheit bekämpft. Hat denn die freifinnige Parteileitung auf ihre Mitglieder in Gumbinnen- Insterburg keinen Einfluß? Oder ist es diesen gestattet, nach Art der Franctireurs ein besonderes Fähnlein zu bilden?" Die.." hat recht. In Insterburg fämpfen die Freis Sie treiben finnigen mit socialdemokratischen Waffen. dort eine Politik, die die Frankfurter Beitung" als einen Fehler Als Anerkennung dieser überwältigenden straft unsrer Partei ersten Ranges bezeichnet und die Freifinnige Zeitung" als haben wir es anzusehen, daß sie zum Mittelpunkt des jezigen Wahl- handelsvertragsfeindlich verleumdet. Es scheint, als ob fampfes geworden ist, trotzdem ihn das Agcariertum zu bilden hätte, die Volkspartei den Ehrgeiz hat, vor ihrem Tode noch nationalliberal wenn man allein die wichtigſte unter den nächsten Aufgaben des oder auch antisemitisch zu werden und jedem zu überlassen, was er Reichstags in Betracht nimmt. Dieser Anerkennung froh wollen wir in den Wahlkampf ziehen: Biel Feind', viel Ehrl Wahlkampf. denken will. Ein erhebendes Schauspiel" nennt die„ Magdeb. Zeitung" eine Versammlung, die am Montag in Magdeburg stattfand, und in der alle bürgerlichen Parteien einschließlich der Freifinnigen Boltspartei einen gemeinsamen Kandidaten, den nationalliberalen Fabrikbefizer Arendt aufstellten. Die Breslauer Kaiserrede als konservatives Wahlflugblatt. Die des Antrages Kardorff zu stande kommen! Die 4191 „ Konservative Korrespondenz" teilt mit: Herr Arendt will Handelsverträgen zustimmen, die auf Grund Magdeburger Volksparteiler, die 1898 noch vorhanden waren, wollen also versuchen, dem Zollwucherer gegen den socialdemokratischen Bollfeind gleich im ersten Wahlgang zum Siege zu verhelfen. Wann wird Eugen Richter sich mit Kröcher nicht nur sachlich, sondern auch formell verschmelzen? Das wäre erst ein erhebendes Schauspiel und dem widerwärtigen Schwindel einer reaktionären Unternehmerflique, die sich freifinnig und volksparteilich nennt, endlich ein Ende! * Se. Majestät der Kaiser an die deutschen Arbeiter. Unter diesem Titel hat der Hauptverein der Deutschen Konservativen auf mehrfach geäußerte Wünsche einen Sonderabdrud des vollständigen Wortlauts der Ansprache Sr. Majestät des Kaisers an die Breslauer Arbeiter- Deputation Herstellen lassen. Zur Aufklärung der Arbeiterschaft über das Wesen der Socialdemokratie wird dieser Sonderabdruck, der sich zur Verbreitung in Fabriken und Arbeitsstätten eignet, gute Dienste thun. Wir bitten im Bedarfsfalle Bestellungen an das Bureau des Haust du meinen Ballestrem, hau' ich deinen Kardorff. Aus OberHauptvereins der Deutschen Konservativen, Berlin W. 9, Köthener- schlesien wird gemeldet, daß das Centrum in Dels- Wartenberg dem straße 3, zu richten. Der Preis ist für 100 Stück 75 Pf., für Herrn v. Kardorff einen eignen Kandidaten entgegenstellen wird in 500 Stiid 2,75 m., für 1000 Stid 4 M. bei portofreier Bu- der Person des Freiherrn v. Twickel- Ostrowine. Der Grund dafür sendung. ist in dem Umstande zu suchen, daß die Konservativen in Gleiwi Die jetzige Haltung des Freisinns ist um so sonderbarer, als Die Herren müssen sich schon mit ihrem monarchischem Gefühl dem Herrn v. Ballestrem einen eignen Kandidaten entgegengestellt gerade in den letzten Jahren von den leiten'en Parteien aller Länder die Idee eines Kartells der Linken brgerliche Demokratie und abfinden, ob es für einen Monarchisten schicklich ist, den Kaiser haben. Schließlich könnte auch die Frei Socialdemokratie aufs eifrigste prpagiert und in manchen als Wahlagitator zn benutzen. Um den Arbeitern die Ausübung des Wahlrechts zu erleichtern, Ländern, wie Frankreich und Italien, venigstens mit einem Teil finnige Bereinigung auf den Gedanken kommen, das Kaiserwort bom Brotwucher", oder von der konservativen Fronde, die er zer hat die Generaldirektion der bayrischen Staatsbahnen anWoher kommt der socialistischen Streitkräfte, verwirficht wurde. allen Stich- und Nachwahlen zu jeder Tageszeit benutzt werden Wir Antimonarchisten haben natürlich solche Strupel nicht. Uns iſt dürfen, während sie sonst in der Zeit zwischen 9 Uhr vormittags Die Ursachen für diesen Gegefaß sind mannigfaltige, abcr die Verbreitung der Breslauer Rede in jeder Hinsicht willkommen. und 4 Uhr nachmittags feine Geltung haben. Das ist eine sehr eine der wichtigsten dürfte folgende sin: Die bürgerliche Demokratie Mögen die Proletarier selbst entscheiden, ob der Kaiser recht hat, anerkennenswerte Maßregel, deren Nachahmung zu empfehlen ist. berliert allenthalben immer mehr 3oden in der Klasse, die bisher die Arbeiter hätten dank der Socialgesetzgebung eine gute und geihre Hauptstüße war, dem Kleinbügertum, das immer reaktionärer ficherte Eristenz bis ins Alter, oder die socialdemokratischen Lügner wird. Sie sieht sich daher immer mehr gezwungen, an jene Klasse und Hezzer, die das bestreiten! zu appellieren, die sie ehedem gringschäßig abgestoßen hatte, das Proletariat. Sie fängt daher at, socialreformerisch" zu werden. Aber das proletarische Klafenbevußtsein ist zu stark geworden, als es, daß in Deutschland gerade das Geenteil dessen eintritt, was infchmettern" werde oder die Kanalreden als Wahlflugblätter zu vergeordnet, daß die Arbeiterfahrkarten am 16. Juni wie ebenso bei Frankreich praktiziert wurde? breiten. Die stumm gewordene Germania"." Plumpe, niederträchtige, bodenlos freche, gemeine, ehrlose Wahllüge", so sprudelte es vor einigen Tagen aus der frommen Germania" gegen uns, weil wir " 1 Der Landrat mit dem Krückstock. Unfre Münsterischen Genossen hatten am vergangenen Sonntag ein Agitationserlebnis, das lebhaft an die Zeiten des Soldatenkönigs erinnert. Sie verbreiteten Die Kirchzeit war vorin der Kreisstadt Coesfeld Flugblätter. über, die Verteiler gingen von Haus zu Haus. Da hörte einer von fern rufen: He, Sie da, gehen Sie mir nicht in das Haus hinein, onft lasse ich Sie sofort verhaften!" Sich umdrehend, gewahrte der Eine der anmutigsten Formen des Lohnes für die geistige Arbeit| Also wahrhaftig, es kommt der„ K. K." nicht darauf an, ob Angerufene einen Herrn, der lebhaft mit einem Krückstocke in der und die Aufwendung von Unternehmerintelligenz ist zweifellos die Erde oder Ernte zu lesen ist. Der Socialdemokratie aber um so Luft herumfuchtelte. Gewohnt an solche Zwischenfälle und in dem aufsichtsrätliche Leitung von Aktiengesellschaften. Diese unter mehr. Die Ernte ist der Arbeitsertrag, die Erde das Produktionss Glauben, es sei der Eigentümer des Hauses, wandte sich unser Genosse der Wucht ihres leitenden Genies schier zusammenbrechenden geistigen mittel. Die Socialdemokratie efstrebt gerade deshalb die Verdem nächsten Hause zu. Da trat ihm der aufgeregte Herr mit dem Arbeiter müssen ein paarmal im Jahre zusammenkommen und sich geſellſchaftlichung der Produktionsmittel, um dem Arbeiter das Eigentum des Arbeitsertrages zu sichern. Die Socialdemokratie Verbiete Ihnen überhaupt das Bettelverteilen in den Häusern; für das Wohl der unter ihre Aufsicht gestellten Institute opfern. will, daß dem Bauern der Ertrag seiner Arbeit, die den ganzen Morgen laufen Sie schon hier herun!" Dafür beziehen sie Gehälter, die oft nach Zehntausenden rechnen. Ernte, gehöre, gehöre, darum gerade will sie die Stocke fuchtelnd in den Weg: " „ Erde" in " Sie haben hier gar nichts zu verbieten, gehen Sie mir aus dem Wege!" war die Antwort des Angeschrienen. Mit diesen Worten ging er dem nächsten Hause zu. Da sprang ihm der Herr mit dem Krückstock abermals in den Weg und schlug mit seinem Stocke wütend nach ihm. Unser Genosse fing den Stock mit der Hand auf und fing mun gleichfalls an, den sonderbaren Herrn hinüber entstand. Unterdes waren die andren Flugblattverteiler hinzugekommen und einen dieser bat der Geschlagene, Polizei zu holen. " Die Polizei bin ich selbst!" rief der Herr mit dem Krückstock. „ So? Da werden wir uns sofort beim Landrat beschweren." Andernach a. Rh., letzterer aus der bekannten Centrumsfamilie, die Die Konservative Korrespondenz" bemerkt noch:„ An den Der Landrat bin ich selber! Ich verbiete Ihnen das Verteilen auch ein Herrenhausmitglied stellt. Diese Herren bezogen 12, Proz. übrigen( 3) Citaten weiß aber der„ Vorwärts" gar nichts ausIhrer Dinger, ich will das nicht haben!" Unfre Genossen waren zwar nicht wenig erstaunt von dieser des Reingewinns als Entschädigung für ihre geistigen Anstrengungen. anfeßen und das ist die beste Bestätigung der angeblich gefälschten Citate". Diese Schlußfolgerung ist so unsinnig. Das Citat aus seltsamen Vorstellung des Herrn Landrats( Geh. Reg.- Rat v. Bönning- In der Blütezeit des Schwindels wurde dieser Reingewinn auf Engels können wir erst kontrollieren, wenn uns die„ Kons. Korresp. hausen), sie ließen sich jedoch nicht ins Bockshorn jagen und Millionen herausgerechnet. 1899 betrug er 1 171 724 M. Also haben die Quelle angiebt, und was die zwei berühmten Citate aus der führten mun erst eine gründliche Auseinandersezung mit dem die fünf Aufsichtsräte zusammen erhalten 146 465,50 M. oder pro„ Sächsischen Arbeiterzeitung" anbelangt, so ist es uns ganz gleichGesetzeshüter über die Nechte der Staatsbürger bei der Reichstags- Kopf 29 293,10 M. in einem Jahre. gültig, ob sie echt oder gefälscht sind. Denn die Socialdemokratie wahl herbei. Der Vorfall hatte natürlich Menschen angelockt; in Es läßt sich denken, daß diese kleine Entschädigung für die hat mit ihnen nicht das mindeste zu thun. Die Citate stammen aus großen Massen standen die Einwohner Coesfelds um die Gruppe vornehmen Herren kein angemessenes Entgelt für die Hirnstrapazen em Mai und Juli 1890. Damals aber befand sich die herum und amüsierten sich darüber, wie ihrem frückstockschwingenden so vornehmer Herren darstellt, einigemal im Jahre in dem Konferenz- Sächsische Arbeiterzeitung" vorübergehend in den Händen einer Landrat einmal die Wahrheit gesagt wurde. Diese Gelegenheit faal eines Berliner Bankpalastes zubringen zu müssen. So trugen ingendlichen Redaktion, die anarchistischen Neigungen huldigte. benutzten unsre Genossen natürlich auch, um ihre Flugblätter unter denn die beiden jetzt vor Gericht stehenden Direktoren Sorge, den Die Redaktion verwarf z. B. auch grundsätzlich jede parlamentarische Es wäre schade, wenn man nicht aus den ziemlich öden Prozeß- gesellschaftliches Eigentum überführen. Heute giebt es zahllose berichten der verkrachten Pommerschen Hypothekenbank eine überaus Bauern, denen zwar die Erde" gehört, während die Ernte den prächtige Aufsichtsratsperle herausfischte, in der sich das ganze Wesen Gläubigern des verschuldeten Grund und Bodens gehört. Das des fapitalistischen Unternehmergewinns krystallisiert. Fälschen von Erde in Ernte war kein harmloses Versehen, sondern Schappach- Berlin, Vorsitzender; Geh. Hofrat a. D. Linde- Neustrelit, historisch gewordene Kleinbauerntum zu expropriieren. Darüber find Dem Aufsichtsrat der Bank gehörten an: Banfier Albert die gemeine Absicht, die Anschauungen der Socialdemokratie in ihr Gegenteil zu verzerren. Uebrigens denkt auch niemand daran, das stellvertretender Vorsitzender; Juſtizrat A. Munckel( der inzwischen alle Socialisten einig. Denn die Bemerkung des„ Vorwärts" aus gestorbene Volksparteiler); Se. Durchlaucht Fürst zu Putbus auf dem Jahre 1891 bezog sich lediglich auf den freisinnigen WahlButbus( vom Börsenwizz Fürst Kaputbus genannt), Kammerherrschwindet, der die Aufteilung des Großgrundbesizes in neuen Freiherr A. von Solemacher- Autweiler auf Burg Namedy bei bäuerlichen Besiz versprach. " die Umstehenden zu verteilen. Schließlich gab der Landrat diesen Spruch von sich:„ Auf den Straßen dürfen Sie verteilen, aber so wie Sie in die Häufer gehen, Lasse ich Sie einstecken." Unfre Genossen werden hoffentlich die Landratsprügel nicht ruhig Himnehmen, sondern dafür sorgen, daß dem Herrn die Rechte und Pflichten eines Landrats klar gemacht werden. Politische Ueberficht. Berlin, den 29. Mai. Agrarkonservative Mäschen. Auf unsern Nachweis, daß schon im letzten Jahrzwölft unter dem Vertragszollsatz von 3,50 M. pro Doppelcentner die süd- und westdeutschen Staaten weit höhere Getreidepreise gehabt haben als Frankreich, hat die agrarische Presse bisher nicht geantwortet die auf den regelmäßigen amtlichen Preisnotierungen beruhende Preistabelle läßt sich, will man sich nicht der Lächerlichkeit aussetzen, nicht anfechten. Dagegen hat irgend einer der findigen Köpfe unter den Agrar- Sachverständigen jetzt ein neues Mittel erfunden, um zu beweisen, daß die Zollsätze des neuen Tarifs recht mäßige find. Durch die konservativen Blätter läuft nämlich seit einigen Tagen unter dem schönen Titel„ Die Gefräßigkeit der deutschen Agrarier" eine Notiz, in der behauptet wird, daß Deutschland keineswegs zu den Staaten gehöre, die den höchsten Getreidezoll haben. Treten die im neuen Zolltarif- Gesez festgesetzten Mindestzölle in Kraft, dann würde Deutschland in der Reihe der Agrarschußstaaten doch immer erst aufrücken bei Weizen von der 18. zur 13. Stelle T 1890 wurde die Redaktion durch die Dresdener Arbeiterschaft ge= nötigt, ihre Aemter niederzulegen. Ziehen wir die Bilanz: Von den fünf Citaten find zwei grob gefälscht, für zwei ist die Socialdemokratie nicht verantwortlich, selbst wenn sie echt sind, das fünfte können wir einstweilen nicht kontrollieren. Was für vernichtende Waffen führen unsre Feinde. Offiziöse Steuerwissenschaft. Es war vorauszusehen, daß die Politischen Nachrichten" auf unsern Artikel, der ihre Rechenkniffe aufdeckt, antworten würden, und zwar wieder nach bekanntem Rezept mit allerlei niedlichen Verdrehungen. Art läßt nun einmal nicht von Art, und eine gewisse Sorte des Offiziösentums nicht von den Praktiken galizischer Roßtäuscher. Armen die Arbeit so anziehend wie möglich zu gestalten. Wie das gemacht wurde, lehrt eben der Prozeß, in dem folgendes festgestellt wurde. Auf Antrag des Staatsanwalts Beeck werden die„ Sekreten Ausgaben zur Sprache gebracht, welche in einem besonderen Buche verzeichnet stehen.-Beisitzer Landgerichtsrat Paucksch verliest einige dieser Buchungen. Da heißt es unter anderm: 14. August 1897 für die Aufsichtrats- Sitzung 132,50 M., and für Cigarren zur Aufsichtsrats- Sizung 40 M. Februar 1898 für Revisionssitung 403 M., für Wein, Frühstück 161 M.; Frühstück bei der Revisionssizung am 10. Mai 96 M.; Diner für Aufsichtsrats- Situng und Generalversammlung 1359 M.; Nevisionsfrühstück 95,50 M.; 12 Billets erster Klasse zur Fahrt nach Neu- Strelitz 146 M.; Trinkgeld für das Zugpersonal 30 M. Bei einer Aufsichtsrats- Sigung verrauchten also die Herren zwei Direktoren und fünf Aufsichtsräte für 40 M. Cigarren, pro Kopf etwa 6 Mark; vielleicht sind aber auch Nichtraucher dargebucht, pro Kopf 23 M. unter. Für ein bescheidenes Revisions frühstück werden 162 M. dem wurden allerdings für diese eine Sigung noch 403 m. verbraucht. wie man sieht, sehr bescheiden; außerEin ausgewachsenes Diner foftete natürlich entsprechend mehr; es werden 1359 M. für ein solches Mittagsmahl in Rechnung gesetzt. vielleicht hat man auch ein paar intime Freunde des Hauses und gutgesinnte Aktionäre hinzugezogen, so daß ein Dutzend beisammen waren und das Couvert bloß 100 M. foſtete. Vier Einwände sind es, die das Blatt vornehmlich gegen unsre Berechnung der Steuerbelastung der deutschen und englischen Arbeiter erhebt. Erstens die Einkommensteuer sei zu hoch angesetzt, ziweitens die Verteuerung der Fleischpreise durch die Viehzölle sei völlig willhoch berechnet, und viertens die Biersteuer dürfe nur mit 74 Pf. fürlich gegriffen", drittens die Belastung des Arbeiterhaushalts durch den Zuckerzoll sei mit 40 Pf. pro Kilogramm um das Doppelte zu pro 100 Liter angesetzt werden. " Die Staats- Einkommensteuer einer Familie mit dem genannten Einkommen und drei Kindern beträgt," heißt es in der Entgegning, sofern die Kinder unter 14 Jahren sind, nicht 16, sondern 12 Mart". Ganz richtig, da aber, soweit aus den Angaben über den Und da die Aufsicht in so stark gefrühstückter" Stimmung voll- Familienstand zu ersehen ist, dieses Sofern" nicht zutrifft, bleibt es bei 16 M. zogen wurde, erklärt sich denn auch, daß der plumpe Schwindel von dieser Verbindung hohen Geburts- und noch höheren Geistesadels, Die Belastung der Fleischpreise durch die Viehzölle ist unter Zugrundelegung der von der Berliner Schlachthof- Verwaltung selbst von dem scharfen und geriebenen Juristen Munckel nicht ent- ermittelten durchschnittlichen Schlachtgewichte berechnet, und deckt wurde. Natürlich aber wäre die Welt untergegangen, wenn die wenn dieser Berechnung mit einigem Recht ein Vorwurf zu machen ist, Bank nicht solcher hervorragenden Aufsicht und geistigen Lenkung so ist es nicht der, daß sie zu hoch, sondern daß sie zu niedrig ist, da teilhaftig geworden wäre. Ohne den Fürsten Putbus und den der Einfluß der Grenzsperren und andrer sogenannter sanitärer" Kammerherrn v. Solemacher ihre Unternehmer- Intelligenz und ihre Maßregeln auf die Fleischpreise völlig unberüdsichtigt geUnd als nähere Erläuterung dieser Behauptung wird hinzu Risikoprämie von mehr als 20 000 M. wäre die Geschichte nicht geblieben ist. gefügt:„ Es würden ihm speciell von europäischen Ländern selbst gangen. Wir zweifeln auch nicht, daß diese Herren die kapitadann noch immer voranstehen: Frankreich, Spanien, Borlistische Gesellschaftsordnung für die beste aller Welten halten und tugal und dasselbe Italien, dessen Minister a. D. Luzzatti bis zum letzten Blutstropfen gegen den Umsturz kämpfen, der selbst uns einst die gefräßigste Rasse der Welt" schimpfte." Als wir diese Zeilen lajen, waren wir anfangs höchst über das heiligste nicht achtet: Die geistige Arbeit des Aufsichtsrats. " " . " Roggen Hafer Gerste 14. " " " 14. " " " 18. 6. 7. 14. " " " " " = " Deutfches Reich. Nordseite: Friedrich II., König von Preußen, lag mit 44 000 Mann im Lager zu Döberitz 12.- 14. September 1753." Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen, lag mit dem Gardecorps im Lager zu Döberitz 28.- 29. Mai 1903." Westseite:" Ihre Thaten bleiben unser Eigentum, ein Beispiel der Nacheiferung für alle Zeiten." Das„ Ihre" an der Westseite könnte mißverstanden werden, bezieht sich aber offenbar nur auf Friedrich II. und iein Heer. " N der deutsche Zoll für Zucker betrage nur 20 Pf. pro Kilogramm. Wie Auf derselben Höhe der Leistungsfähigkeit steht die Behauptung, ein flüchtiger Blick in den Zolltarif zeigt, beträgt der Eingangszoll 40 Pfennig pro Kilogramm. Die inländische Verbrauchsabgabe beläuft sich allerdings nur auf 20 Mark pro 100 Kilogramm, also 20 Pf. pro 1 Kilogramm; aber es handelt sich nicht darum, was die Regierung an Inlandssteuer erhält, sondern wie weit durch die Zollgesetzgebung der deutsche Zuckerpreis über den Weltmarktpreis hinaufgeschoben wird. Und daß thatsächlich die deutschen Zuckerpreise im Durchschnitt um den Zoll höher im Preise stehen, lehrt ein bloßer Blick auf die Kursnotierungen der internationalen Zudermärkte. Hamburg notierte z. B. gestern per Juni 16,60 m. pro 100 Kilogramm, also noch nicht 8%. Pfennig pro Pfund Rohzucker. Der Brausteuer- Ertrag pro 100 Liter beträgt allerdings, wie im Brausteuer- Gebiet nur 74 Bf.; da aber in diesem Betrag die Verwir selbst in dem betreffenden Leitartikel( Nr. 122) dargelegt haben, teuerung des Bieres durch die Getreide-, Malz-, Hopfen- und Zuckerzölle nicht enthalten ist, haben wir den Eingangszoll in Anrechnung gebracht. Nach der Wirtschaftstheorie der Politischen Nachrichten ist das unberechtigt, weil die Verteuerung dieser Materialien durch die Zölle ja nur höchstens eine minimale Einwirkung auf die Bierpreise haben könne. " Nebenbei benutzt das ehrenwerte Blatt den Bierkonsum des Arden Klasse gegen die Lebensansprüche der Arbeiter. beiters zu einer Aufstachelung der niedrigsten Instinkte der herrschenEs knüpft an die Ausgabe des Nürnberger Arbeiters für Bier folgenden Sermon: " Nicht ohne Interesse ist ferner die Thatsache, daß der„ Vorwärts" als Bierverbrauch der von ihm als Beispiel gewählten Arbeiterfamilie 720 Liter angiebt. Das macht einen Aufwand für Bierverbrauch im Jahre von etwa 200 m., oder nahezu den siebenten Teil des Gesamteinkommens der betreffenden Arbeiterfamilie. Diese kann mithin den vollen Arbeitsverdienst von mehr als 1/, Monaten für Biergenuß verwenden. In dieser Thatsache liegt ane treffende Kritik sowohl der immer noch in den socialdemokritischen Blättern spukenden Verelendungstheorie, als auch der gerede jetzt bei den Wahlen mit besonderem Nachdruck aufge= stellten Schauptung von der Ausbeutung durch die Arbeitgeber. Thatsäclich hat der Arbeiter nicht 200, sondern nur 179 M. rascht. Deutschland steht mit seinem neuen Mindestzollsatz für Weizen erst an 13ter, beim Roggen erst an 6ter Stelle? Wer sind denn diese agrarischen Jdealstaaten, die das neue Deutsche Reich preußischer Nation noch überbieten? In Europa haben aur vier Staaten: Friedrich II. und Wilhelm II. In Döberitz fiehe unfren Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, einen höheren Weizenzoll, gestrigen Artikel ist am Freitag ein Denkmal enthüllt worden. und nur ein Land, Portugal, einen höheren Roggenzoll. Auch Es zeigt folgende Inschriften: die größeren asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Wilhelm II. dem Andenken seines großen Ahnherrn, seiner Reiche und Kolonien: Britisch Ostindien, China, Japan, ruhmvollen Armee und ihrer heldenmütigen Tapferkeit". Ostseite: Friedrich II. der Große führte von diesen Feldern vor die nordamerikanische Union, Kanada, Brasilien, Aegypten, die Argentinien, Chile 2c. erheben teils gar feine, teils 150 Jahren sein Heer zu Kampf und Sieg". weit geringere Kornzölle als Deutschland-es können also nur die bankrotten Republikchen Mittelamerikas oder irgendwelche Kleinen halbwilden Staaten Asiens sein, in welchen die ostelbischen Junker ihre Zollwünsche verwirklicht finden. Und richtig, als wir uns an die wenig angenehme Arbeit machten, die Zolltarife dieser erotischen Operettenstaaten durchzusehen, fanden wir unsre Vermutung bestätigt. Die acht großen Kulturstaaten, deren Tarife außer denen der oben genannten vier europäischen Staaten noch höhere Weizenzölle aufweisen als der neue deutsche Zolltarif, sind: Ecuador, Eugen Richter und die China- Expedition. Die Freisinnige Columbien, San Salvador, Costa Rica, Honduras, Beitung" will es durchaus nicht wahr haben, daß sie es war, die im Gegensatz zu der socialdemokratischen Forderung Nicaragua, Megiko und schließlich Tonkin. gegen eine Die durch den finanziellen Bankrott veranlaßte Zollpolitik dieser Einberufung des Reichstags zur Zeit des Chinazuges war. Sie Socialisten Staaten ist es, zu der die Gefolgschaft der Wangenheim, Dertel, schreibt wieder den Entschuldigungszettel aus dem Kaniz u. Co. als zu ihrem Jdeal aufblickt und die sie gern als spiegel" ab, wonach sie ja in August auch die Einberufung verlangt hat. erotische Wirtschaftsblüte nach Deutschland übertragen möchte. Aber Im August war nichts mehr zu ändern und kein mäßigender selbst bei diesen Staaten stimmt die Rechnung nicht ganz. Das Einfluß mehr vom Reichstag auszuüben. Anfang Juli war wie Getreide, das von den ärmeren Klassen jener Länder verbraucht Graf Bülow im Reichstage richtig bemerkte, der psychologische wird, ist der Mais Weizen wird nur zu gewissen Augenblick", wo die Einberufung des Reichstages dringend wurde. Gebäcken verwendet und meist nur von den höheren Schichten Als Richter bei der Indemnitätsdebatte im Reichstage die Regekauft. Der Mais aber zahlt in einigen dieser Staaten gierung wegen ihres ungefeßlichen Verhaltens angriff, erwiderte für Bier aus egeben. Dann aber handelt es sich, wie in unsrem ArGraf Bülow, er wäre ja persönlich geneigt gewesen, den Reichstag tikel ausdrückich hervorgehoben wurde, um das Budget eines Arbeträchtlich niedrigere Zölle( in Meriko z. B. nur 75 Centavos pro Anfang Juli einzuberufen. Als er aber fah, daß die Freisinnige beiters in Nürnberg, wo das Bier Hauptnahrungs100 Kilogramm), in Honduras ist er sogar( ebenso wie Reis) Zeitung" fich gegen die Einberufung wandte, habe er Engen Richter mittel ist und den meisten sonstigen Bedürfnissen vorangeht. Wird nachgegeben. Alles lachte über die komische Niederlage des Führers doch in der Fatilie des betreffenden Arbeiters nur an den hohen Uebrigens kann man auch von Frankreich nicht behaupten, daß der Volkspartei. Festtagen Butter auf dem Brot gegessen, sonst stets trockenes Brot! es einen höheren Weizenzoll als Deutschland hat. Nach seinem Gefälschte Citate. Ganze fünf„ Citate" hatte die Konservative Tarif wird zwar der Weizen mit 7 Fr.( 5,60 M.) pro 100 Kilo- Korrespondenz" irgend einem alter Schmöker entnommen, um die der Zoll ist also um 10 Pf. höher, als der tausendfach in unzweideutiger Weise behandelte Stellung der Social Mindestzoll des neuen deutschen Tarifgesetzes; aber aller Weizen, demokratie zur Bauern und Handwerkerfrage zu verleumden. Zwei der aus den französisch- afrikanischen Befizungen in Frankreich ein- Citate konnten wir kontrollieren und es ergab sich, daß sie beide geht, ist, wie von den agrarischen Klopffechtern immer wieder unter- unverschämt gefälscht waren. schlagen wird, zollfrei und diese Einfuhr aus den Kolonien deckt Die Konservative Korrespondenz" entschließt sich nun nach in gewöhnlichen Erntejahren ungefähr neun Zehntel der Menge, die längerem Zögern unfren Nachweis zu erwähnen. Die Richtigstellung Frankreich zu seiner eigenen Erzeugung hinzukaufen muß. Für der Aeußerung E. Fischers auf dem Breslauer Parteitag wird damit Roggen, Hafer und Gerste sind aber nicht nur die französischen, beiseite geschoben, daß die Zuverlässigkeit des Protokolls bezweifelt wird. Ja, aus welchen Quellen schöpft denn die„ Konservative sondern auch die italienischen und spanischen Zölle niedriger als die Sorresp."? Erst wenn man das weiß, läßt sich über die größere oder neuen deutschen Mindestzölle nur Portugal hat unter allen geringere Zuverlässigkeit der Quellen reden. europäischen Staaten den zweifelhaften Vorzug, auch in dieser Beziehung noch Deutschland zu überragen. zollfrei. gramm verzollt Der Lohn jciftiger Arbeet. Was ist Unternehmergewinn? Eugen Richters Socialistenspiegel giebt darauf die altbewährte Antwort: Entschädigung für die Leitung des Betriebes, Risikoprämie oder auch die Belohnung dafür,„ daß entweder der Betreffende oder seine Eltern oder Verwandte das, was sie erworben, nicht selbst verzehrt, sondern aufgespart und nugbringend verwandt haben. Bei dem„ Vorwärts"-Citat, dessen Fälschung ins Gegenteil wir nachgewiesen haben, spielt das amtliche Organ der konservativen Partei den Dummen. In welchem Zusammenhang das Citat gebraucht war, verschweigt das Blatt noch immer. Dann aber meint es: Mit vieler Mühe hat das socialdemokratische Centralorgan darin den Fehler gefunden, daß gedruckt war, die Ernte gehört nicht den Bauern", während es heißen soll die Erde gehört nicht den Bauern". Alles andre war forrekt und genügt auch in dieser Fassung vollkommen für den Nachweis, daß die Socialdemokratie das Eigentumsrecht der Bauern an ihrer Scholle bekämpft. eben, wie es in Abeiterkreisen heißt, wie ein Offiziöjer! Das alles unerschlägt jedoch wohlweislich das Blatt; es lügt Daß ein Arbeiter aus Bier trinkt, ist natürlich überflüssig; daß ein Junker durch das Einteten für höhere Zölle sich eine Erhöhung seines jährlichen Einkommensum 5000 oder 10 000 Mark verschafft, unter allen Umständen berechigt. Ultramontane Terrorismug gegen einen Arzt. In der medizinischer Zeitschrift„ Medico" vom 27. Mai lesen wir folgende erbauliche Epitel: Zu der über Eber ardzell in Württemberg berhängten Sperre gehen uns folge de Mitteilungen zu:" In Eberhardzell bietet die Praxis für einen inzigen Arzt ein mäßiges Einkommen; mit ihr ist eine Orts- und Arrenarztstelle mit einem Firum von 1200 Mark verknüpft. Nach dem leben des früheren Arztes übernahm im Februar 1902 Dr. K. diese Stelle, und zwar durch Kauf des Anwesens des verstorbenen Vorgingers, nachdem das Schultheißenamt den Uebergang des bisherigen Bertragsverhältnisses auf ihn zuge= billigt hatte. Der vorgelegte Betrag wurde von Dr. K. am 2. März 1902 unterzeichnet. Kurz darau erlitt Dr. S. eine schwere Unterschenkelfraktur. Wenige Tage naa seiner Genesung wurde er amtlich vor das Schultheißenamt geladen und dort von dem Schultheiß und dem Pfarrer empfangen. Das Wert egriff der Pfarrer, nicht der Schultheiß, und führte aus, daß, venn der Dr. K. sich nicht ent Deftreich- Ungarn. Die kroatischen Reichsrats- und Landtags- Abgeordneten aus Frankreich. Die Die Abfchließen könne, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen und famt feiner, Lage sei verschieden von der Lage im Jahre 1846. Nicht eine civiliFamilie der Gemeinde ein erbauliches Beispiel zu geben, er seiner Kerte Nation außerEngland habe den Freihandel angenommen, kein Stellung als Orts- und Armenarzt enthoben werden müsse. Dr. K. Gemeinwesen zeige die mindeste Geneigtheit zu einer Abänderung Dalmatien, Istrien und Triest veröffentlichen in den Blättern ein Yegte gegen eine derartige Zumutung und Behandlung sehr energisch seiner Politik. England habe daher einem Zustande der Dinge ent- Manifest über die Vorfälle in Kroatien. Sie erklären darin, es Verwahrung ein, die Folge davon war eine Besprechung der Ange- gegenzusehen, bei dem mehr und mehr eine Mauer feindlicher Tarife stehe fest, daß in Kroatien und Slavonien starke Unzufriedenheit legenheit in einer Versammlung des Gesamt- Gemeindevorstandes, gegen es errichtet sein werde, wobei die auswärtigen Nationen ihre herrsche, die sich an vielen Orten in so heftigen Kundgebungen in welcher der Pfarrer L. den Arzt nicht nur wegen seines Verhaltens Befugnis zur Handhabung ihres Tarifs zum Nachteil Englands ge- Ruft machte, daß zur Niederhaltung der Unruhen die gesamte in kirchlicher Beziehung kritisierte, sondern auch seine berufliche brauchen und England immer weniger im stande sein werde, in civili- Wehrmacht im Lande nicht ausreichte, vielmehr Truppen aus Thätigkeit in seiner Privat- und amtsärztlichen Praris angriff und sierten Ländern Märkte für seine Waren zu finden.( Beifall bei den Destreich und Ungarn requiriert werden mußten. Solche Erregung herabsetzte. Als Ergebnis dieser Beratung wurde dem Dr. K. unter Ministeriellen.) England wird dann eine ungeheure Menge von könne nicht fünstlich erzeugt werden, sondern habe ihre Ursache in dem 29. Dezember 1902 folgendes Schriftstück übersandt:" Schult- Nahrungsmitteln und Rohstoffen einzuführen haben und durch seine der traurigen Lage des Landes. In Kroatien walte Willkür. heißenamt Eberhardzell: Betreff: Mangelhafte Behandlung der Ausfuhr bezahlen müssen, die unterzubringen es die größten Bresse werde unterdrückt. Der Steuerdruck sei unerträglich. Ein Kranken durch den Herrn Ortsarzt Dr. K. sowohl in Privatpraxis Schivierigkeiten finden wird. Diese Folge wird gegenwärtig durch Zehntel der Kroaten befinde fich jenseits des Oceans. Die nationalen als auch im Spital, auch Anstände bezüglich der sonstigen Führung. die Thatsache verhüllt, daß wir ein gewaltiges Anlagekapital im Aus- Rechte der Kroaten würden verlegt. Das Manifest drückt schließlich Da durch die Ihnen schon mündlich vorgestellte mangelhafte Erfüllung lande befizen und es für uns daher verhältnismäßig leicht ist, unfren die Ueberzeugung aus, die letzten Ereignisse würden die über das Ihrer Verpflichtungen und durch die außerdienstliche, nicht vorwurfs Nahrungsbedarf nicht lediglich durch die Ausfuhr unsrer Fabrikate, kroatische Bolt verbreiteten Vorurteile zersteuen und ihm die freie Führung der Fortbestand und die Rentabilität des Spitals in sondern auch durch Schuldzahlungen fremder Nationen zu decken. Sympathien der civilisierten Welt erringen. Frage gestellt ist, sehen sich die bürgerlichen Kollegien und die Orts- Wenn von irgend einem fremden Lande der Versuch gemacht ist, zu Armenbehörde zu folgenden Beschlüssen veranlaßt: 1. Dem Dr. N. erklären, wir seien so getrennt von unsren Kolonien, daß diese mit das Wartegeld mit 1200 M. bis 1. März 1903 fortzureichen, von da Recht als besondere Nationen behandelt werden dürfen, so werden ab aber dasselbe auf 600 m. herabzusetzen, falls bis dahin die Er- wir durch den Patriotismus der öffentlichen Meinung wie durch die Die Vermutung, daß der Brief Parayres an Pelletan eine grobe Die Angriffe des Figaro" auf den Marineminister Pelletan. füllung der Dienstpflichten des Arztes nicht eine andre Regelung der Rücksicht auf uns selbst und unsre Kolonien gezwungen sein, uns Fälschung sei, ist bereits durch die gestern abend spät aus Sache erfordert; 2. bis dahin die Fertigung eines Vertrages sowohl de m zu widerseßen und wenn nötig durch Ver Paris eingelaufenen Telegramme( siehe Lezte Nachrichten" in der als die Herbeiführung der Bestätigung des Dr. K. als Orts-, Armen- geltungsmaßnahmen im Stenerwesen zu wider gestrigen Nummer des" Vorwärts") bestätigt worden. und Spitalarzt zu unterlassen.( NB. Der Vertrag war am 2. März eten.( Beifall.) Sind die Kolonien mit Selbstverwaltung von fertigung, die Pelletan den Umtrieben der hinter dem„ Figaro" 1902 nur vom Arzt, nicht aber von den Gemeindekollegien unter den Vorteilen auszuschließen, die den unter vollständiger Kontrolle stehenden nationalistischen Clique zu teil werden ließ, war äußerst zeichnet, auch hatten diese es unterlassen, die Bestätigung der Ober- der Centralverwaltung stehenden Kolonien andrer Nationen gewährt wohlverdient; que au teil war be und wie behörde herbeizuführen); 3. dem Dr. K. aufzugeben, sich mit dem werden? Wir würden niemals unsre Zustimmung zu einer solchen der Kammermehrheit fand, dabei die Zustimmung nach R.Pfarramt spätestens bis 1. Januar 1903 hinsichtlich befriedigender Anschauung geben, aber es kann ihr fein hinreichender Widerstand den amtlich festgestellten Ziffern die Tagesordnung, welche die gegen zeigt die Thatsache, daß Regelung seiner und seiner Familie religiöser Angelegenheiten ins geleistet werden, wenn wir nicht zollpolitische Waffen zur Hand haben, Mitglieder der Regierung gerichtete Berleumdung mißbilligt, mit Benehmen zu sehen; 4. dem Dr. K. von diesen Beschlüssen sofort wodurch denjenigen, die das Reich in seinem Bestande zu Todern 329 gegen 3 Stimmen angenommen worden ist Kenntnis und Gelegenheit zur Aeußerung zu geben, welch' letztere suchen, ein entsprechender Widerstand geleistet werden kann. Der gemeldet wurde, mit 338 gegen 18 Stimmen. nicht, wie gestern bis zum 31. d. M. beim Schultheißenamt einlaufen muß. gez. R." ziveite Grund, eine solche Politik einzuschlagen, ist der, das Reich Hinsichtlich der Rentabilität des Spitals muß darauf hingewiesen enger zusammenzuschließen. Natürlich setzt der Figaro" munter seinen Verleumdungs( Beifall.) werden, daß die Statistik des Jahres 1901 1813 Verpflegungstage, ist nicht gewillt, einen Nahrungsmittelzoll anzunehmen, außer als antwortet er die gestrige Versicherung Pelletans, daß er Parahres Das Volt dieses Landes feldzug fort. Wie der„ Voffischen Zeitung" telegraphiert wird, be im Jahre 1902( dem ersten unter der Leitung des Dr. K.) 2854 Ver- einen Teil einer großen Politik, die es von Herzen auf sich nimmt, Erpressungsbrief nie bekommen hat, und daß er zweifellos auch pflegungstage aufweist. Da nun die geforderte Antwort nicht nach wenn wir durch das Mittel des Nahrungsmittelzolles die ganze zoll- nie geschrieben wurde, damit, daß er erklärt, der Brief ſei dem Wunsche der Gemeindebehörde ausgefallen ist und Dr. K. nicht politische und reichspolitische Stellung des Landes auf eine bessere am 26. September eingeschrieben aufgegeben und von einem in die Herabsetzung des Honorars einwilligte, so ist ihm am 1. Mai Grundlage stellen würden. Ist es sicher, daß die ar- Amtsdiener des Marineministeriums empfangen worden. die Stelle gekündigt, diese aber mit 1000 M. Gehalt unter Chiffre beitenden Klassen den Vorschlag ausgeschrieben worden. Nach dieser Vorgeschichte wird sich wohl so werden?( Beifall.) Ich weiß es nicht; aber wenn die Frage die Nummer 706. Ein ausgefragter Bruder Parahres meint, der ablehnen von diesem Unterbeamten unterschriebene Empfangsbestätigung trage leicht kein Arzt zur Uebernahme der Stelle bereit finden, zumal die nicht hier und in den Kolonien erörtert wird, wie können wir zu einem Brief sei sicher geschrieben worden, es sei indes möglich, daß er nie Praris in Eberhardzell mehr als einen Arzt nicht ernähren kann." Das ist ein Terrorismus, wie er im Buche oder vielmehr in der feiten zu, die durch die überlieferte Abneigung der Bevölkerung gegen September Parahre scharf überwacht und seine Beschlusse in der Angelegenheit kommen? Ich gebe die Schwierig an seine Bestimmung gelangt sei, da die Polizei im vorigen bürgerlichen Bresse, nicht zum mindestens in der Centrumspresse die Lebensmittelzölle geschaffen sind, und durch die traditionelle Vor- Briefe abgefangen habe. steht nur daß er nicht von socialdemokratischen Krankenkassen- liebe der Kolonien für Schutzölle. Wenn wir diese Schwierigkeiten vorständen, sondern vom Herrn Pfarrer und dem gut christlichen nicht überwinden können, können wir keinen Plan dieser Art aufGemeinderat geübt wird. Hoffentlich findet man dagegen die richtigen stellen. Entrüstungsworte. Wir werden nicht zögern, sie zu registrieren. f Es besteht kein Widerspruch zwischen meinen Ansichten und denen Chamberlains. Wenn selbst angenommen wird, daß Chamberlain seine eigne Politik dargelegt hat, so besteht doch kein Grund, ihn preiszugeben. Die in Rede stehende Frage ist keine solche, die das Haus in dieser oder der nächsten Tagung zu entscheiden haben wird. Die Frage wird überhaupt nicht von diesent Hause entschieden werden, es ist eine Frage der Steuerpolitik, die die sorgfältigste Prüfung erfordert. " er 1 Die neten landin gegen Edgar Combes und mittelbar gegen Die Verleumdung des ehemaligen Oberstaatsanwalts Abgeord dessen Vater, den Ministerpräsidenten, hat die Wirkung gehabt, die erschütterte Einigkeit des Blocks einstweilen wieder zu befestigen. Die Wut gegen Flandin, der mit eiserner Stirne und frechem Lächeln die empörten Verwahrungen Combes und die Entrüstungsschreie der Kammer über sich ergehen ließ, war derart, daß man zeitweilig besorgen mußte, der Verleumder werde in öffentlicher Sigung gelyncht werden, Combes rief ihm ins Gesicht:" Sie handeln wie der elendeste aller Strolche." Von der Linken rief man ihm zu:„ Lump! erbärmlicher Schurke nichtswürdiger Lügner 1" Norwegen. " Sociales. Wieder eine Freisinns- Unwahrheit! Uns wird geschrieben: Nach dem Bericht des„ Vorwärts" hat der freisinnige Landtags- Abgeordnete und Stadtverordnete Goldschmidt in einer Versammlung im dritten Wahlkreise behauptet, die socialdemokratische Stadtverordneten Fraktion habe durch einen Ausschußantrag es verschuldet, daß den städtischen Arbeitern nicht schon in diesem Jahre nach fünfjähriger Dienstzeit ein Urlaub gewährt werden konnte. Diese Behauptung Hugh Cecil( konservativ) spricht für ein Eintreten Großist gänzlich unwahr! Die Vorlage des Magistrats, bei deren Bes britanniens zu Gunsten Kanadas in dessen Zollkonflikt mit Deutschland. ratung der Antrag Dr. Nathan- Goldschmidt auf Gewährung von Darauf ergreift Minister Chamberlain, bon den Eine großartige Massendemonstration haben die Arbeiter Urlaub nach fünfjähriger Dienstzeit gestellt wurde, kam erst Ministeriellen mit anhaltendem Beifall begrüßt, das Wort und führt Kristianias am Dienstagabend gegen die vom Adelsthing beſchloſſenen am 2. April dieses Jahres in der Stadtverordneten- Versammlung aus: Die gegenwärtige Debatte ist vermutlich nur von Spähern der Strafbestimmungen gegen die Arbeiterorganisationen veranstaltet. Der zur Beratung. Ein Antrag auf Verweisung an einen Ausschuß war Oppositionsführer in Scene gesezt. Hugh Cecil ist bei seinen inter- Demonstrationszug zählte an 11 000-12000 Teilnehmer, darunter nicht allein von der socialdemokratischen Fraktion die Gewährung essanten und gemäßigten Darlegungen in demselben Frrtum wie alle gegen 1000 Frauen. An der Spitze des Zuges wurde eine große Fahne eines Urlaubs schon nach einem Jahr forderte, sondern gleichzeitig meine Vorredner mit Ausnahme von Balfour verfallen, nämlich daß mit der Aufschrift: Wir fordern ein Schuhgesez, kein auch von der„ alten Linfen" gestellt, die allein für sich nahezu die eine neue Politik geplant sei, welche mit einem Streiche eine gänzliche Buchthaus gejeg!" getragen. Es wurde beschlossen, an das Mehrheit der Versammlung bildet. Im übrigen war die und vollkommene Umkehrung von Englands gesamter Zollpolitik Lagthing das Ersuchen zu richten, den§ 1 so abzuändern, wie er Verweisung an einen Ausschuß direkt durch die Ge- herbeiführen solle. Mir ist durchaus nichts von einem vom Socialfomitee des Storthings vorgeschlagen war, oder andernfalls fchäftsordnung geboten, da sowohl der Antrag Dr. Nathan- solchen Vorschlage von meiner Seite oder von das ganze Fachvereinsgesetz abzulehnen, da es in der vom Odelsthing Goldschmidt, als der socialdemokratische Antrag iemand sonst bekannt; vielmehr ist meine Anregung viel ein- beschlossenen Form nur eine nene Waffe in der Hand der Arbeiteine Geldbewilligung in sich schloß. Nachdem gemäß geschränkterer Natur, sie ist auch von dem Lande bei verschiedenen geber gegen die organisierten Arbeiter bilden würde. Dieses dem Beschlusse der Versammlung ein Ausschuß eingefekt war, wurde Gelegenheiten während der letzten fünf oder sechs Jahre dargelegt Gesuch ist am Mittwoch dem Lagthingspräsidenten Horst überreicht von den socialdemokratischen Mitgliedern der Vorsitzende gebeten, worden. Es giebt nach unsrer Ansicht gewisse Abweichungen von der worden durch eine Deputation unter Führung des Vorsitzenden der den Ausschuß möglichst bald einzuberufen, damit schon in diesem Freihandels- Doktrin, welche unsre sorgfältige und unmittelbare Auf- Socialdemokratischen Vereinigung, H. Jensen. Der Lagthingspräsident Jahre eine Urlaubsbewilligung in größerem Maßstabe stattfinden merksamkeit erfordern. Die Oppositionellen wollen wissen, ob Balfour erklärt, daß das Gesuch mit größter Gewissenhaftigkeit geprüft Tönne. Das lehnte der Vorsitzende Herr Cassel- mit der Be- und ich in scharfem Gegensatz zu einander stehen. Sie haben eine werden solle. gründung ab, daß in diesem Jahre doch nichts mehr Antwort erhalten. Indessen will ich doch, damit kein Jrrtum bestehen zu machen sei. Als dann die Ausschußsigung stattfand, tann, meinerseits in dieser Sache sagen, daß ich mit jedem wurde von socialdemokratischer Seite wie der„ Vorwärts" bereits einzelnen Wort von Balfours Rede einber früher berichtet hat eine Resolution cingebracht, daß möglichst standen bin.( Beifall bei den Ministeriellen.) Und soviel ich Ueber die Einrichtung und den Betrieb von Anlagen zur Herstellung schon in diesem Jahre der Urlaub in dem vom Ausweiß, besteht darüber keinerlei Meinungsverschiedenheit im Princip von Bleifarben und andern Bleiprodukten schuß beschlossenen Umfanged. h. nach fünfjähriger zwischen uns. Dienstzeit gewährt werden sollte. Gegen diese Nesolution Chamberlain fährt fort: Jch will alles, was in meiner Macht biente fich Stadtrat Ramslau, indem er behauptete, daß steht, thun, um diese Frage in ihrer ganzen Tragweite vor das Volk die Urlaubsordnung unter allen Umständen vor zu bringen.( Beifall bei den Ministeriellen.) Ein Mitglied des dem 1. April aufgestellt sein müßte, und daß nachträgliche Hauses hat nach einem Plane gefragt. Wenn unter einem Plan ein Abänderungen unmöglich seien. Das genügte den anivesenden ins einzelne gehender Entwurf bezüglich eines neuen Tarifs oder Freisinnsmannen: alle stimmten sie gegen die focial einer neuen zollpolitischen Abmachung über Gegenseitigkeitsverträge Demokratische Resolution, alle, auch Herr verstanden wird, so fann im gegenwärtigen Augenblick nichts Der Goldschmidt, den das freilich nicht abhält, mit artiges vorgelegt werden. So lange wir den Kolonien nur fagen solchen unwahrheiten in freisinnigen Versammfönnen: was ihr vorschlagt, ist gegen Englands Steuersystem", fo Bezüglich der Arbeitsräume wird neben den bisherigen lungen hausieren zu gehen. Tange haben wir keine Waffen in Händen und können nicht den An- Vorschriften über die Ventilation verlangt, daß dieselben ebene, feſte griffen auf unsre Kolonien begegnen, die schon ernst sind und noch Fußböden und glatte, abwaschbare Wände haben müssen. Die FußFall Kalajew Nr. 2? Im April dieses Jahres ist an der weit ernster werden können. Lassen Sie mich hervorheben, daß ich böden müssen, wenn sie nicht infolge des Betriebes ständig feucht Myslowiger Grenzstation ein Lehrer Namens Hippolit Popowski aus bedauern würde, wenn irgend eine gehässige Bezugnahme auf Deutsch sind, täglich mindestens einmal feucht gereinigt, die Wände, welche Kamienice verhaftet worden. Man hatte bei ihm anscheinend an- land stattfinden sollte, aber ich bin genötigt, auf Deutschland Bezug keine waschbare Bekleidung oder keinen Delfarbenanstrich haben, läßlich der Zollrevision ein Paket der in Deutschland durch Be- zu nehmen, da Deutschland das einzige Land ist, welches in feind- mindestens einmal jährlich mit Kaltmilch gestrichen werden. fanntmachung des Reichskanzlers verbotenen national- demokratischen feligem Sinne Notiz von den Vorzugsbestimmungen seitens Kanadas Die Schmelztessel für Blei sind mit Abzugsvorrichtungen polnischen Monatsschrift Przeglad Wozechpolsk" und der genommen hat. Weder Frankreich noch Rußland, noch die Vereinigten zu überdecken. für die Schuljugend bestimmten" Tefa" gefunden. Staaten haben daran Anstoß genommen, Deutschland allein hat gegen Die Drydierkammern sind nicht nur wie bisher feucht zu wurde Kanada Strafmaßnahmen in der Höhe eines sehr beträchtlichen Zu- erhalten, sondern auch, bevor sie nach beendetem Oxydationsprozeß in das Myslowitzer Gefängnis eingeliefert und schlagszolles verfügt. Warum? Weil Kanada ganz freiwillig eng- betreten werden, ausreichend abzukühlen und zu durchlüften. Der dort bis jetzt festgehalten, trotzdem ihm trotzdem ihm keinerlei strafbare lischen Waren diese Vorzugsbehandlung gewährt hat. Diese Ange- Arbeitgeber hat einen mit den erlassenen VorHandlung nachgewiesen werden konnte. Schließlich wurde er der legenheit muß vor Verbreitung verbotener ausländischer Druckschriften angeklagt fommen gewiß, daß das Volf eine Antwort in unzweideutiger Form zu beauftragen, die bei der Entleerung der bag das Bolt englands kommen, und ich bin voll- fchriften vertrauten Meister oder Vorarbeiter und hatte sich deswegen am 27. Mai vor der Beuthener Straffammer erteilen wird. Die Opposition denkt, die Antwort werde verneinend Drydierkammer vorkommenden Arbeiten unauszu verantworten. Die Verhandlung endete mit der Freisprechung ausfallen, ich habe im allgemeinen gefunden, daß die andre Seite des Angeklagten, da die Blätter ihm abgenommen worden seien, ehe er zur Verbreitung schreiten konnte. Der Haftbefehl wurde zugleich aufgehoben. In dem Augenblick erhob fich der Staatsanwalt und teilte mit, Popowski müßte zurück gehalten werden, da er von dem Regierungspräsidenten den Auftrag erhalten habe, Popowski nicht zu entlassen, sondern der Benthener Polizeibehörde auszuliefern. " Popowski fehr geht. hat der Bundesrat unter dem Datum von 26. Mai 1903 neue Bes ſtimmungen erlassen, durch welche die bisher für Bleifarben- und Bleizuckerfabriken gültige Berordnung in verschärfter Form auf aſſe Anlagen ausgedehnt wird, in denen Bleifarben oder andve chemische Bleiprodukte oder bleihaltige Farbengemische hergestellt werden. Auf Bleihütten finden diese Bestimmungen feine Anwendung, ebensowenig leider auf andre Gewerbebetriebe( Malerei, Farbenhandlungen 2c.), in denen fertige Farben lediglich gemischt oder mit Del und Firniß angerieben werden. gesezt zu beaufsichtigen. Die dazu bestellte person ist für die Befolgung der Vorschriften verantwortlich. Die Bestimmung, welche Arbeiterinnen den Aufenthalt nur in solchen Räumen gestattet, wo sie mit bleihaltigem Staub und ebensolchen Gasen, Dämpfen und Stoffen nicht in Berührung kommen. ist bis zum 1. Juli 1913 verlängert. Bis zu eben diesem Zeit punkt ist es verboten, in Fabriken, welche der Herstellung von Bleis farben oder andren chemischen Bleiprodukten dienen, jugendliche Arbeiter zu beschäftigen oder auch nur den Aufenthalt zu gestatten. Ich habe nicht den geringsten Ziveifel, daß Vereinbarungen, durch welche uns die Kolonien soviel geben, als wir ihnen geben, mit allen Kolonien zu stande gebracht werden könnten. Die Regierung wünscht vom englischen Volfe zu wissen, was es verlangt und was es bereit ist zu geben, wenn eine Bevorzugung auf Gegenseitigkeit vereinbart werden soll. Wir könnten nicht nur empfangen, sondern müßten auch geben. Und unser Geben würde darin zu bestehen haben, daß Demgemäß wurde auch beschlossen. wir auf irgend ein wichtiges Erzeugnis der Kolonie einen Vorzug einBesteht etwa die Absicht, Popowski den russischen Behörden aus- räumen, sei es auf Rohmaterial, sei es auf Nahrungsmittel, sei es Der Magimal- Arbeitstag für Arbeiter, welche mit auf beide. zuliefern? Die Steuer müßte Verwendung finden für die sociale Bleiprodukten in Berührung kommen, ist von bisher zwölf auf acht Wie kommt man denn eigentlich dazu, einen gerichtlich freilicht werden können, wenn eine solche Politik verfolgt würde. Eine Gesetzgebung. Alterspensionen und andre Dinge würden verwirk- Stunden täglich herabgesetzt. Im übrigen bleiben die bisherigen für Bleizucker- und Bleis gesprochenen Mann noch weiter zu behalten, statt ihm die Freiheit folche Steuer brauchte nicht notwendig ein Schußzzoll zu sein, könnte farben- Fabriken bestehenden Bestimmungen in Kraft. zurückzugeben? aber gelegentlich als solcher dienen. Es war sodann die Rede davon, schärfungen der neuen Verordnung gelten für diese Anlagen vom Hat denn die Kritik, die am Fall Kalajew geübt wurde, gar nichts ob wir unsre Kolonien zu verteidigen hätten, was wir zum Beispiel 1. Juli 1903 ab. Für die neu betroffenen Betriebe müssen sämtgenugt? Einige oberschlesische Blätter melden, daß Popowski zu Deutschland zu sagen hätten. Wir haben der deutschen Regierung liche Bestimmungen bis zum 1. Juli 1904 durchgeführt sein. " nur" zur Grenze abgeschoben werden solle Vorstellungen über Vorstellungen in Bezug auf ihre Behandlung Am bedeutsamsten erscheint wohl in der neuen Verordnung die Das rechtfertigt nicht im geringsten die Verhaftung eines Kanadas ohne Erfolg gemacht. Und ich sehe auch nicht, wie die deutsche Herabsetzung der bisher zwölf stündigen Arbeitszeit auf eine a chtMannes, der keiner strafbaren Handlung schuldig oder verdächtig ist. Rache an Kanada nicht fühlen kann, ohne in gewissem Maße an den außerdem angeordnet, daß die Arbeit bei mehr als sechsstündiger Regierung etwas thun kann, ehe das deutsche Volk findet, daß es seine stündige. Für das Beschicken und Entleeren der Drydierkammern ist Es wird darüber Auskunft gegeben werden müssen, ob ein gesez- eignen Taschen zu leiden. Ich würde als Unterhändler nach Deutsch- Arbeitszeit mindestens durch drei einstündige Pausen zu unterbrechen licher Grund zur Verhaftung vorhanden war. land kommen und sprechen: Wenn ihr uns in diesem nicht ist. Bei fürzerer Dauer der Beschäftigung ist den Arbeitern nach je entgegentommen tönnt, fürchte ich, auf jenes zwei Stunden Arbeitszeit eine einstündige Pause zu gewähren. einen 3olllegen zu müssen.( Heiterkeit.) Dies würde Nächst der Beschäftigung mit dem weißen Phosphor und mit Die Frage der Zollpolitik im britischen Unterhause. notwendig Deutschlands ganzen Handelin einem Quecksilber wirkt wohl kaum eine andre auf den Körper der Arbeiter Im Unterhause kam es am Donnerstag zu einer interessanten bestimmten Artitel treffen. So würden wir die Sache so ruinös, wie die mit bleihaltigen Substanzen. Leider gestattet Auseinandersetzung zwischen Balfour und Chamberlain. Nachdem dem Verständnis der Deutschen am meisten nahe bringen. Es ist es die Technik heute noch nicht, wie beim Phosphor, einfach mit Dilte auf die Chamberlainsche Rede in Birmingham hingewiesen durchaus nötig, daß wir die Vollmacht haben, Zölle auf gewisse Ar- einem Verbot der gefährlichen Arbeitsmitter und Arbeitsund nach der Stellungnahme der Regierung zu den Vorzugszöllen tifel zu legen, wenn wir überall Vergeltungs- Maß methoden vorzugehen. Was die Verwendung bleihaltiger gefragt hatte, ergriff Premierminister Balfour das Wort zu einer regeln ergreifen sollen, wo unsre kolonien durch Farben anbelangt, so behaupten Sachkenner, daß man das Bleiweiß längeren Darlegung seines Standpunktes. Er erklärte, die jetzige tepreffalien fremder Mächte geschädigt werden. sehr gut durch das ungefährliche 8inkweiß ersetzen könne. Hier Ausland. = FUDS bleibt es bedauerlich, daß der Bundesrat, wenn ihm diese Frage für ein Zur Aussperrung in Bremen wird bürgerlichen Blättern tele- I die Abschaffung des überwuchernden Ueberstundenwesens handelte, direktes Verbot auch noch nicht genügend geklärt erschien, zu Gunsten graphiert, die ausständigen Klempner hätten ihre Forderungen ihre damals gegebene Zusage nicht gehalten hat, so derjenigen Betriebe, welche lediglich Farben mischen, eine Aus- zurückgezogen, soweit es sich um den Achtstundentag, die An- konnten die Arbeiter auch auf die jetzigen Versprechungen nahme zugelassen hat. Würden die sonst geltenden Bestimmungen auch auf erkennung des Arbeitsnachweises und die Freigabe des 1. Mai derfelben keinen Wert mehr legen. Sie waren sich einig, den diese Betriebe ausgedehnt werden, so würde zweifellos die daraus handelt. Darauf traten die Parteien in eine Vorbesprechung ein, Streit geschlossen weiterzuführen. Zu diesem Zwecke wurde dem erwachsende Unbequemlichkeit dieselben zwingen, sich nach einem über deren Ergebnis noch Beschluß zu fassen ist. Verlangen der beteiligten Hirsch- Dunckerschen, auch ihrerseits im Ersatz der bleihaltigen Farben umzusehen; es würde dadurch nicht Streiffomitee vertreten zu sein, selbstverständlich ohne weiteres entnur die Verwendung, sondern auch die Herstellung derselben einen burg bildete fürzlich den Gegenstand einer Verhandlung, die zwischen der Angst. Sie fürchteten außer den Stoften des Streiks sogar eine Der Formerstreit auf den Harzer Werken in Zorge und Blanken- sprochen. Nun aber bekamen es die Generalräte der Hirsche mit Rückgang erfahren haben. der Lohnkommission und der Direktion unter dem Vorsiz des Blanken- allgemeine Aussperrung der Metallarbeiter durch die Kühnemänner, Der Achtuhr- Ladenschluß soll in Prenzlau weitere Verbreitung burger Kreisdirektors und im Beisein des Gemeinderats von Borge wenigstens gaben sie vor, dieses zu fürchten, weil die Firma finden. Ein diesbezüglicher Antrag ist von Inhabern offener Verkaufs- stattfand. Zu einer Verſtändigung zwischen den Parteien kam es Mehlich Mitglied jenes berüchtigten Scharfmacher- Verbandes ist. Da stellen der Konfektions-, Manufaktur-, Tuch-, Woll- und Bußwaren- nicht, da die Direktion nichts bewilligen will. Die Verhandlungen kam es ihnen denn sehr gelegen, daß der Direktor der Fabrik seinen und ähnlichen Branchen gestellt worden, dem auch Interessenten der gestalteten sich zu einer lebhaften Auseinandersetzung zwischen den Vertrauten, einen Hirsch- Dunckerschen Vicemeister, der in seinem Hut, Pelz- und Filzwaren- Branchen sich angeschlossen haben. Zur Bertretern beider Parteien. Der Kreisdirektor, der, irregeführt durch Gewerkverein bereits in äußersten Mißkredit geraten war, zu ihnen Regelung der Angelegenheit, insbesondere zur Feststellung der die parteiische Berichterstattung von Unterbeamten, zu Beginn der schickte, um Verhandlungen einzuleiten. Die Generalräte schwammen erforderlichen Zweidrittelmehrheit ist seitens des Potsdamer Regierungs- Berhandlung gegen die Arbeiter eingenommen war, kam infolge der jegt in Wonne. Flugs eilte Herr Gleich auf zum Direktor der Fabrik. präsidenten der Bürgermeister Mertens zum Kommissar bestellt worden. gegenseitigen Aussprache zu einer andren Ansicht und sagte am Dieser machte ihm auch die vorerwähnten belanglosen Versprechungen. Dem Achtuhr- Ladenschluß unterliegen bereits die Papierwaren- und Schluß der erfolglosen Verhandlung zu den Arbeitern:" Bon heut Das genügte Herrn Gleichauf. Schnell trommelte er seine streifenden Nähmaschinenhandlungen. Bei den Material- und Kolonialwaren- ab werfe ich keinen Stein mehr auf Sie."- Die Former streiken Anhänger zusammen und ließ sie beschließen, am Montag, den geschäften, wovon allerdings die Specialgeschäfte und die kleinen weiter, Zuzug ist fernzuhalten. 25. Mai, die Arbeit wieder aufzunehmen ohne Rücksicht auf irgendKrämer leider noch eine unrühmliche Ausnahme machen, ist es schon welche andre Beschlüsse der übrigen Streifenden. Andern Tages in der Streifversammlung darüber zur Rede gestellt, gestanden die Hirsche ihren Verrat ein und wurden infolgedessen als bewußte Streitbrecher aus der Versammlung gewiesen. Doch nicht allein daß ste ant Montag die Arbeit wieder aufnahmen, schämten sich ihre Führer auch nicht, dem Fabrikanten andre, am hält in der Pfingstwoche seine sechste Generalversammlung in Streit nicht beteiligte Arbeiter als Arbeitswillige zuzu Meißen ab. Der Geschäftsbericht, den der Vorstand für die Jahre führen. Mit dieser schmählichen Handlungsweise, die sie in ihren 1901 und 1902 erstattet, ist soeben gedruckt erschienen. Der Bericht Flugblättern und Zeitungsartikeln wohlweislich verschweigen, haben sagt, daß das Jahr 1901 im Norden Deutschlands für den Beruf eine die Hirsch- Dunderschen Generalräte ihren Arbeitsnachweis einfach erhöhte Arbeitsgelegenheit gebracht hat. Die lebhaftere Bauthätigkeit zu einem Streifbrecher- Bureau und sich selbst in aller Form zu in Berlin brachte auch den Ofensezern reichlichere Arbeitsgelegen- Streifbrecher- Agenten degradiert. Sämtliche Teilnehmer der vier heit. Während in den Jahren 1899-1900 1500 Kollegen in Arbeit Metallarbeiter- Versammlungen gaben ihrer Entrüstung darüber unstanden, waren 1901-1902 deren 2500 beschäftigt. Die lebhaftere verblümten Ausdruck. Ihre Meinung war allgemein: Sollte dieser Thätigkeit in Berlin hatte zur Folge, daß auch in den Orten, welche Streit verloren gehen, so tragen lediglich die Hirsch- Dunckerschen Kachelmaterial nach Berlin liefern, volle Beschäftigung vorhanden die Schuld daran. Folgende Resolution wurde überall einstimmig Die versammelten Metallarbeiter nehmen Kenntnis von den lange freiwilliger Brauch, daß die Verkaufsstellen um 8% Uhr geschlossen werden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. -Branerei- Arbeiter. Wegen Differenzen in der fürstlich Fürstenbergschen Brauerei in Donaueschingen ist Zuzug von Brauerei- Arbeitern fernzuhalten. Der Centralverband der Töpfer die Organisation aus, und konnten auch durch zahlreiche Lohnmar. Die günstige Konjunktur übte einen fördernden Einfluß auf angenommen: Zum Tarifvertrag der Stuffateure. In einer stark besuchten Zum Tarifvertrag der Stuffateure. In einer stark befuchten Mitgliederversammlung des Centralverbandes der Stuffateure gab Sreb& am Donnerstag einige Aufklärungen über den Abschluß des Tarifvertrags, der thatsächlich durch einen Vergleich zu stande getommen sei und nicht, wie der Redner seiner Zeit irrtümlich berichtet habe, auf Grund eines Schiedsspruches. Uebrigens habe sich der Vertreter der Arbeitgeber in demselben Frrtum befunden. An dem Vertrag selbst und an seiner Gültigkeit werde dadurch selbstverständlich nichts geändert. Wenn nun die Berichtigung von Herrn v. Schulz im„ Vorwärts" weiter die Meinung ermeden könne, die Vertreter bewegungen die Arbeitsverhältnisse verbessert werden. Ungünstiger Vorgängen beim Streit der Kollegen der Firma Mehlich und erder Freien Vereinigung" feien ganz freiwillig von ihrem Vertrag war die Lage in Sachsen und Süddeutschland. In Sachsen hat sich flären: Die Handlungsweise der Hirsch- Dunderschen ist ein Berrat, zurüdgetreten, so müsse doch, führte der Redner weiter aus, konstatiert erst in: dritten Vierteljahre 1902 die Geschäftsthätigkeit einigermaßen wie er schlimmer und schändlicher nicht gedacht werden kann. Damit, werden, daß sie sich wohl durch die Verhältnisse dazu gezwungen gehoben. In Süddeutschland, besonders in München und Nürnberg, daß der Arbeitsnachweis dieser Organisation auch noch Arbeitskräfte sahen. Der Redner forderte sodann die Anwesenden auf, für strenge war die Strise sehr schwer. Die Organisation litt darunter in hohem nach Mehlich vermittelt, wird ihrem schamlosen Treiben die Krone Durchführung des Tarifs Sorge zu tragen. Die Diskussion ergab, Maße. daß die Versammlung mit den Ausführungen des Referenten eins aufgesetzt. Alles in allem zeigt die Organisation der Hirsch verstanden war. Weiter erklärte sich die Versammlung mit dem Ve- Arbeitsmarktes zu beobachten und danach, soweit es möglich ist, die brecher zuzuführen und bestrebt ist, eine Streifbrecher- Organisation Um die nach Ort und Zeit sehr verschiedenen Schwankungen des Dunckerschen, daß sie sich ehrlich bemüht, den Arbeitgebern Streifs schluß der Lohnkommiſſion, den Vorfißenden Strebs noch fernerhin zu Arbeitskräfte zu verteilen, hat der Verband regelmäßige Erhebungen zu werden, die jeder anständige Arbeiter meiden muß. besolden, bis die vorliegenden Arbeiten erledigt seien, einverstanden. über Arbeitslosigkeit und Arbeitsgelegenheit veranstaltet, die jedoch Nach Erledigung dieser Angelegenheit gingen die Referenten zu Sodann wurde beschlossen, den Extrabeitrag von 10 Proz. des Lohnes ihren Zweck noch nicht erfüllen, weil sich bisher noch nicht alle in einer nicht minder herben Kritik der gegen die Streikenden verübten auf 5 Proz. herabzusetzen. Außerdem wurden in geheimer Abstim- Frage kommenden Orte daran beteiligt haben. mung die Kandidaten zur Schlichtungskommission und ArbeitsPolizeimaßregeln über. Am Mittwoch erfolgten 16 vermittelungs- Kommission aufgestellt. Die Wahl selbst wird in einer und Arbeitszeit geht hervor, daß die Ofensetzer in 90 Orten eine Der Polizeihauptmann jenes Reviers hat den Sistierten auf der Aus einer vom Verbande veranstalteten Statistik über Lohnhöhe und am Donnerstag etwa 20 Siftierungen von Streifpoften. gemeinsamen Versammlung des Centralverbandes und der Freien 9-10ftündige, in 3 Orten eine 10-11stündige und in 22 Orten eine Bache in der Großen Hamburgerstraße eine Rede gehalten, in der er Bereinigung" nach dem Proportionalsystem erfolgen. In der Versammlung wurde auch die Wahl der Schlichtungs- 11-12stündige Arbeitszeit haben. Darüber hinaus gehen noch drei 11. a. sagte:" Ihre Führer sagen Ihnen zwar, sie hätten ein Recht, In der Versammlung wurde auch die Wahl der Schlichtungs- Orte mit 12-13 Stunden, während ein Ort mit 8% und zwei mit Streifposten zu stehen. Ich aber verbiete Ihnen das kommission vorgenommen. Zur Wahl standen 8 Kandidaten. Ab- 8 Stunden die niedrigste Arbeitszeit haben. Bei den Werkstuben- Streitposten stehen".Wie der Vorgesetzte, so natürlich gegeben wurden 315 Stimmzettel. Es erhielten Stimmen: Krebs Arbeitern ist die geringste Arbeitszeit 9 Stunden( in 4 Orten); am auch die Untergebenen. Den Ausständigen wird von fast 325, Jänide 312, Röſener 308, Scheck 266, Hante 230. Diese Fünf häufigsten kommt die 10-11stündige Arbeitszeit vor( in 102 Orten); allen Beamten, Lieutenants, Wachtmeistern, Wachtmeistern, Schußleuten und find gewählt. Außerdem erhielten Günther 182, Bleibaum 127, in 4 Orten wird 11-12 Stunden gearbeitet. Die Scheibentöpfer Geheimen" das Streitposten stehen ohne weiteres Blankenfeld 36 Stimmen. haben mit wenigen Ausnahmen eine 10-11stündige Arbeitszeit. verboten. In Ausübung ihrer gesetzlich gewährleisteten An die Arbeiter Berlins wendet sich der Centralverband der Die Stundenlöhne der Ofensezer bewegen sich in den meisten Rechte fümmern sich die Posten natürlich nicht um derartige völlig Barbiergehilfen mit dem Ersuchen, darauf zu achten, daß die Gehilfen Orten( 61) zwischen 30-40 f. 40-50 Pf. werden in 27 Orten, unberechtigte Verbote, und die Folge ist dann ihre Sistierung. Am mit einer gelben Kontrollkarte versehen sind, auf welcher die dritte 50-60 Pf. in 13 Orten, 60-70 Pf. in 8 Orten, über 70 Bf. in Mittwochmittag wurden zwei Streifposten nach dem Polizeipräsidium Nur in solchen Geschäften, wo die 3 Orten verdient. 6 Orte verzeichnen Stundenlöhne von 25-30 auf dem Alexanderplatz eingeliefert und mußten dort mit allerhand arbeitenden Gehilfen im Besize einer solchen Kontrollfarte sind, in 39 Orten 30-40 Bf., in 13 Orten 40-50 Pf. Stundenlohn. In dem 22 Schritt langen, 9 Schritt breiten und etwa 312 Meter in 47 Orten 20-30 Bf., 30-40 Bf., in 3 Orten 35-40 Pf. Stundenlohn. Die Scheibentöpfer haben in 14 Orten 20-30 Pf., in 8 Orten herrschen geordnete Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Es wird noch mals aufmerksam gemacht auf das Inserat in der Donnerstag nummer. Zu demselben sind noch folgende Geschäfte nachzutragen: Selzer, Hennigsdorferstr. 5; Reining, Schliemannstr. 27; Kröhne, Putbuserstr. 47a; Schulze, Forsterstr. 41. Achtung! Bergolder! In der Goldleistenfabrik von Müller ( Inhaber Babe), Fruchtstraße 63, haben sämtliche Kollegen sowie der Beleger die Arbeit niedergelegt wegen Maßregelung eines Kollegen. Zuzug ist streng fern zu halten. Der Vorstand der Filiale Berlin. Der Ausstand der Sortierer in der Lederfabrik E. Meyer, Prinzen- Allee, ist beendet; die Firma hat die Forderung anerkannt. Achtung! Herren- Maßschneider. In der geftrigen Notiz Betr. die Arbeitsniederlegung bei der Firma Chr. Ehlers ist uns ein Irrtum unterlaufen. Nicht die Kollegen in Kiel, wo sich das Haupts Firma in Differenzen geraten. Es ist deshalb nach letterem Drt der Zuzug fernzuhalten. geſchäft befindet, ſondern in Wilhelmshafen find mit dieſer Die Ortsverivaltung Berlin des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen. Deutfches Reich. Zur Beendigung des Konfliktes im Dresdener Baugewerbe wird uns zur Ergänzung der gestrigen Depeschen aus Dresden geschrieben: Generalversammlung( 1901) um 1657 vermehrt. Die Zahl der Mitglieder des Verbandes hat sich seit der vorigen Gegenwärtig hat der Verband in 148 Filialen 8644 Mitglieder und 420 Einzelmitglieder. Von den 9182 Mitgliedern sind 5127 Ofensetzer, 3093 Wertstuben- Arbeiter, 520 Scheibentöpfer, 220 Röhrenarbeiter, 242 Setzer und Werkstuben- Arbeiter. " hohen Arrestraume waren im Laufe der Nacht und des nächsten Morgens nicht weniger wie 85 Personen eingeliefert worden. In dieser Gesellschaft konnten die beiden Streikposten hausen, bis sie ohne protokollarische Vernehmung, obgleich sie solche gefordert hatten, nach 24stündiger Haft wieder entlassen wurden. Beide werden gegen den betreffenden Lieutenant, der ihre Einlieferung verfügte, Straf antrag wegen Freiheitsberaubung stellen. Das Vorgehen der Polizei dürfte überhaupt eine Menge gerichtlicher Verhandlungen nach fich Die Lohnfämpfe der beiden Jahre wurden zum Teil mit großer ziehen, denn es ist ausgeschlossen, daß sich ehrliche Arbeiter eine Ausdauer und Zähigkeit geführt. Es wurden 37 Streits ausgefochten. derartige Behandlung seitens der Polizeiorgane gefallen laffen. Mit vollem Erfolg endeten 28, welche 222 Wochen dauerten bei einer Donnernder Beifall durchtofte die Säle, als die Referenten die Beteiligung von 1442 Mitgliedernt. Diese Streits fofteten dem Ver- Anwesenden aufforderten, am 16. Juni den Hirsche züchtenden Freibande 47 712 M. Mit teilweiſem Erfolg schlossen 3 Streits ab, an finnigen wie auch der schneidigen Polizei die richtige Quittung für denen 70 Mitglieder beteiligt waren. insgesamt 10 Wochen, die Kosten 2200 W. Die Dauer derselben beträgt ihr Verhalten auszustellen. 6 Streits mit 117 Beteiligten und einer Dauer von 90 Wochen. Sie Erfolglos waren foſteten 13 770 wt.- In 59 Orten sind durch Verhandlungen ohne Letzte Nachrichten und Depefchen. Streit Verbesserungen erzielt worden. In den beiden Berichtsjahren hatte der Verband eine Einnahme von 254 947,03 M., eine Ausgabe von 186 350,07 M. Das ergiebt einen Ueberschuß von 68 596,96 M. Das Verbandsvermögen beläuft sich auf 90 363,78 m. Verfammlungen. Eine General Abrechnung mit den Hirsch Dunckerschen Gewerkvereinlern Handlungsgehilfen- Bewegung in Ungarn. haben heute hier wegen Erlangung der vollen Sonntagsruhe Budapest, 29. Mai.( B. H.) Die hiesigen Handlungsgehilfen bemonstriert und in die Läden der widerstrebenden Kaufleute Ammoniakpulver und Chlorfalt gestreut, um die Kunden zu verscheuchen. Die Polizei zerstreute die Demonftrauten. Explosion. Am Donnerstagnachmittag haben auf dem Rathause unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Verhandlungen des Komitees der Budapest, 29. Mai.( B. H.) Infolge einer Keffelerplosion wurde Ausgesperrten mit den Vertretern der Innungs- Baumeister stattheute früh das Kesselhaus der ungarischen Petroleum- Industries gefunden. Es ist beschlossen worden, die Aussperrung auf wurde am Donnerstag in vier, vom Deutschen Metall. Attiengesellschaft in die Luft gesprengt. Dem Eingreifen der Feuerzuheben. Die importierten Czechen und Italiener arbeiter Verband einberufenen, ungewöhnlich stark besuchten wehr gelang es den Brand zu lokalisieren und namentlich die in follen innerhalb 14 Tagen entlassen werden. Die Versammlungen vorgenommen. Es handelte sich um eine Besprechung der Nähe befindlichen neuen großen Petroleum- Reſervoirs zu Unternehmer verpflichten sich, einen Stundenlohn von 46 Pfennigen der bekannten Vorgänge bei dem Streit der Mehlichschen Arbeiter. retten. 1 Arbeiter wurde getötet, 2 tödlich und 1 sehr schwer verletzt. zu zahlen.( Die Forderung der Maurer und Zimmerer war bem Gewerkschaftshause sprach Wiesenthal, in den Andreasfälen fanntlich: Bertragliche Festlegung eines Mindestlohnes von 45 Pf.) awlowitsch, in den Arminiushallen Behrend und in den Eine unmittelbar nach den Vergleichsverhandlungen anberaumte Germaniajälen Cohen. Bergsturz. Macedonien. Versammlung der Bauhandwerker hat den Vergleichsbedingungen Die Versammlung in dem letztgenannten Etablissement gewann Bozen, 29. Mai.( B. H.) Durch einen Bergsturz im Ledrothal zugestimmt, auch die Unternehmer haben die Einigungsvorschläge noch dadurch ein erhöhtes Interesse, daß die Hirsch- Dunckerschen wurde ein Haus weggerissen. Die Straße ist verschüttet, der Verbedingungslos angenommen. Am Dienstag foll die Arbeit wieder Generalräte durch Veranstaltung einer Gegen- Demonstration im fehr unterbrochen. aufgenommen werden. Der Ansturm der Unternehmer gegen die fleinen Saale daselbst den Versuch machten, sich ihren Mitgliedern Drganisation der Arbeiter ist glänzend abgeschlagen. Die Menschenansammlungen, die am Mittwoch einen bedenklichen Charakter annahmen, waren am Donnerstag nicht von Bedeutung. Die Sächsische Arbeiterzeitung" hatte am Rachmittag in einem Aufruf an die Arbeiter aufgefordert, den Ansammlungen fernzubleiben und kaltes Blut zu bewahren. Die beruhigende Wirkung des Appells, der auch als Flugblatt berbreitet und an den Straßenecken mit Genehmigung der Polizei angeklebt wurde, war unverkennbar. " gegenüber von der auf ihnen lastenden Schuld zu reinigen. Es ist den Berichterstatter des Metallarbeiter- Verbandes aus ihrer öffent öftreichisch- ungarischen und der russischen Botschaft eine längere bezeichnend für das Schuldbewußtsein derer um Gleichauf, daß sie Konstantinopel, 29. Mai.( W. T. B.) Die Pforte hat der lichen" Versammlung unter Johlen und Schreien hinauswiesen. Da- schriftliche Mitteilung über die Durchführung der Reformen gegen ließ sich feiner ihrer offiziellen Vertreter, troß ausdrücklicher in den drei Wilajets zugehen lassen. Aus den näheren AnEinladung und Zusicherung freier Diskussion, in der fast zehnfach so gaben, die zweifellos auf dem jüngsten Gesamtbericht des General start besuchten Verbandsversammlung sehen. Zu erwähnen ist, daß inspektors Hilmi Pascha beruhen, ist zu entnehmen, daß bisher im Hofe dieses Etablissements und auf der Straße in nächster Nähe 722 nichtmohamedanische Gendarmen und 121 Polizisten angestellt desselben nicht weniger wie 24 Schuhleute postiert waren, um die worden sind. Fünfzehn namentlich aufgeführte Beamte wurden " Ordnung" aufrecht zu erhalten. Zu irgend welchen Zwischen wegen Unbrauchbarkeit oder wegen Vergehens teils abgesetzt, Die Aussperrung in Iserlohn steht noch auf dem alten Fleck. fällen ist es trotz des starken Polizei- Aufgebotes jedoch nicht ge- teils in Untersuchung gezogen. Bis Ende April wurden 2944 FeldNennenswerte Aenderungen sind nicht eingetreten. Die Leiter der kommen. wächter, darunter 1077 nicht muhammedanische, neu ernannt. Im rheinisch- westfälischen Gaue von 11 gewerkschaftlichen Centralverbänden Der Thatbestand, welcher in den einzelnen Versammlungen feft- Wilajet lestüb wurden 10, im Wilajet Monastir 8 neue Nahie erlassen einen Aufruf an die organisierten Arbeiter Rheinland- gestellt wurde, ist folgender: Die Arbeiter der Firma Mehlich oder Gemeindebezirke errichtet; in legterem wird die Errichtung Westfalens. Der Aufruf sagt: waren sich unter einander schon seit längerer Zeit schlüssig geworden, zweier weiteren vorbereitet. 270 Verhaftungen wegen gemeiner Der erbitterte Kampf um die Organisation, der den Iserlohner den Neunstundentag zum 1. Juni, eine kleine Lohnaufbesserung Vergehen wurden durchgeführt, wobei die Komitatschi nicht Arbeitern durch brutalen Unternehmerhochmut aufgezwungen ist, dauert für Lohnarbeiter, 25 Broz. Aufschlag für Ueberstunden und einen mitgerechnet sind. Die nach den Wilajets Uestüb, Saloniti mun schon sieben Wochen. Der Zusammenhalt der im Kampfe stehenden Fabrikausschuß zu fordern. Die Direktion lehnte die Forderungen ab. und Adrianopel gesandte Kommission zur Wiederzulassung der Kollegen ist erfreulich, die Ruhe geradezu großartig. Fremdenzuzug Am Mittwoch, den 20. Mai, war die beschlußfassende Versammlung, nach Bulgarien Verbannten soll in Thätigkeit sein. Die Mitteilung gelang es fast völlig fernzuhalten, so daß der Stand des Kampfes ob die Forderungen durch Eintritt in den Streit erkämpft werden der Pforte. besagt ferner, daß die Zweigstellen der Ottomanischen ein äußerst günstiger genannt werden kann. Doch find große Geld- sollten oder nicht. Weit über drei Viertel der in Frage kommenden Bank in den drei Wilajets ihre Thätigkeit begonnen haben. mittel erforderlich, um die Ausgesperrten über Wasser zu halten. Ift Arbeiter erklärten sich für den Streit. Darauf legten am Freitag, auch bis jetzt der Gelbeingang gut getvesen, so ist es doch notwendig, den 22. Mai, sämtliche 450 Arbeiter mit Einschluß der etwa daß auch für die Zukunft die finanziellen Zuwendungen in derselben 20 dort beschäftigten hirsch Dunderschen Kollegen Minifterverantwortlichkeit in Japan.. Weise erfolgen wie bisher. Bei der ungeheuren Bedeutung, die der die Arbeit nieder. Nur 4 oder 5 Unorganifierte blieben im Betriebe. Yokohama, 29. Mai.( W. T. B.) Mehrere Parteien des Ausgang des Kampfes in Iserlohn für die gewerkschaftliche Be- Diefes einmütige Borgehen blieb nicht ohne Eindruck auf die Fabrit- japanischen Parlaments faßten den Beschluß, die Regierung gemeinsam wegung Rheinland- Westfalens hat, ist es deshalb notwendig, mit leitung; fie machte einige geringfügige Zugeständnisse, u. a. stellte zu bekämpfen und die Einführung der Verantwortlichkeit der Minister Eifer die Sammlungen fortzusegen! Gebt durch fie die Einführung des Neunstundentages zum 1. Oktober in Aus- zu fordern. Dieses Vorgehen hängt mit Vorkommnissen in schnelle, reichliche Gaben einen schönen Beweis Eurer Solidarität! ficht. Da aber die Direktion bereits früher, als es sich um Beamtenkreisen zusammen. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 124. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Frauenarbeit in Baden im letzten Jahre. Die Frauenarbeit hat in dem diesjährigen Bericht der badischen Fabrikinspektion sehr eingehende Beachtung gefunden. Bemerkenswert ist hier zunächst eine Auskunft der ersten Assistentin über ihren Verkehr mit den Arbeiterinnen:" Während ich in der Fabrikinspektion war, haben sich Arbeiterinnen ohne vorherige Anregung überhaupt felten an mich gewandt. Dinge, welche nicht ebenso gut mit Männern hätten verhandelt werden können, wurden dabei von den Arbeiterinnen ihrerseits nicht berührt. Sobald ich aber Fragen an sie richtete, die speciell die Hygiene des weiblichen Organismus betrafen, waren sie gerne bereit, mir Auskunft zu geben und offenbar dankbar dafür, daß auf solche Dinge ein Augenmerk gerichtet wurde. Ich erinnere mich eines Falles, wo mir Weberinnen über die nachteiligen Folgen des anhaltenden Stehens während der Schwangerschaft berichteten und hinzufügten: So etwas fragen die Herren eben nicht.. Meines Erachtens liegt der Schwerpunkt der Wirksamkeit einer Frau im Gewerbe- Aufsichtsdienst nicht darin, daß sie bereit ist, Klagen entgegenzunehmen, sondern darin, daß sie herausfindet, too etta Schädigungen der Gesundheit der Frauen zu erwarten sind und dann fragt. Ich habe z. B. in sehr vielen Fällen mit einzelnen Arbeiterinnen über§ 137 Abs. 5 der Gewerbe- Ordnung gesprochen und sie auf die üblen Folgen aufmerksam gemacht, die eine verfrühte Wiederaufnahme der Arbeit( früher als 6 Wochen nach der Entbindung) nach sich zieht. Sobald die Arbeiterinnen sehen, daß die Beamtin sich für ihre Gesundheitsverhältnisse interessiert, reden sie auch darüber, was einem Manne gegenüber nicht immer der Fall ist." Diese Winke über die Thätigkeit der Assistentin sind sehr wertvoll, aber sie lassen sich nicht ohne weiteres für das wichtige Gebiet gesundheitlicher und andrer Schäden durch die Zustände oder Einrichtungen in der Fabrik verwenden. Hierüber bei einer Revision zu sprechen, wäre für die Arbeiterin sehr gewagt, da ein unvorsichtiges Wort genügen kann, sie brotlos zu machen. Auch wenn es ihr nicht an Vertrauen mangelt, wird sie in solchen Fällen den Verkehr durch eine Mittelsperson vorziehen. " Sonnabend, 30. Mai 1903. * * gangszeit als notwendig erachtet werden, so sind doch die übrigen werden, genau auf die am 1. Mai erschienene Lokallifte; verkehrt nur Ausnahmebestimmungen gewiß vom Uebel. Sind sie z. B. bei der in denjenigen Lokalen, welche auf der Liste verzeichnet stehen. so dürfte man doch nie die Saisonarbeit damit unterstüben, diese Nahrungsmittel- Industrie und ähnlichen hier und da unvermeidlich, Auf vielfachen Wunsch und Anfragen von Parteigenoffen aus bitterste Feindin der Gesundheit und des Familienlebens der Ar- geben wir nachstehendes zur Kenntnis und ersuchen dieses an der am beiter. Interessant ist die Mitteilung, daß in Mannheim der Zehn- 1. Mai d. J. erschienenen Lokalliste anzufügen. stundentag so gut wie durchgeführt sei. Wie anderwärts die gesetzlich Folgende Lokal- Inhaber haben sich bereit erklärt, der Arbeiteeverkürzte Arbeitszeit der Frau auch für den Mann den fürzeren schaft ihre Lotalitäten zu Versammlungen zc. zur Verfügung Arbeitstag gebracht hat, so erhalten die Mannheimer Arbeiterinnen zu stellen: den Zehnstundentag durch die von den organisierten Arbeitern er- Berlin, III. Wahlkreis: Berliner Klub- Haus, Ohmkämpfte Verkürzung der Arbeitszeit. Hier hat die Organisation selbst straße 2. errungen, was für die Schwachen gesetzlich gegeben werden muß. Für Lösung der letzteren Frage schlägt der Bericht vorläufige Festsetzung auf 4% vor; leider fehlen hier auch die Ausnahmen nicht. Ein früherer Schluß an Vorabenden der Sonn- und Feiertage soll erst in einigen Jahren wieder versucht werden. Daß den Arbeiterinnen mit all diesen Verbesserungen noch nicht viel geholfen wird, ist klar. Auch 10 Stunden Arbeit neben der Führung eines Hauswesens ist eine starke Bumutung für eine einzige Arbeitskraft das schwache Geschlecht muß doch noch viel Kraft zum Sinopfern haben. Um den so schwer Beladenen etwas Erleichterung zu schaffen, empfiehlt der Gewerbebeamte eine Verbesserung im Haushalt nur kurze Zeit anzutochen oder anzubraten und sie dann in der wohl die Kochkiste. Das Princip derselben ist, die Speisen verschlossenen Kiste, die mit Holzwolle oder Heu dicht ausgefüttert ist, gar werden zu lassen. Die badischen Frauenvereine unter dem Proteftorat der Großherzogin haben in ihren Haushaltschulen die Benußung der Kochkifte nach jeder Richtung hin erforscht. Danach be darf z. B. ein Braten 45 Minuten lang des Herdfeuers, Rindfleisch gleichfalls, Hülsenfrüchte 30 Minuten, Gerstensuppe 30, Reissuppe 5, Mehlsuppe 5, Maccaroni 10, aber Sauerkraut 45, Mohrrüben 45, Bohnen 30, Kohlrabi 20 Minuten usw. Kartoffeln allerdings nur 10 Minuten. Die Arbeit im Haushalt bleibt so ziemlich dieselbe, aber die Frau kann sich leichter vom Herde entfernen, falls sie vorher durch das lange Kochen den ganzen Vormittag zur Bereitung der Speisen brauchte, was wohl in den meisten Fällen nicht zutrifft. Eine Ersparnis an Kohlen dagegen tritt in manchen Fällen ein, wenn die Familie nicht des Winters die Küche ohnehin als Wohnzimmer benutzt oder das Zimmer als Küche. Im übrigen wird wohl in den meisten Arbeiterfamilien der Braten nicht häufig so groß sein, daß er mehrere Stunden zu seiner Herstellung braucht. Das goldene Zeitalter wird auch die Kochkiste der überbürdeten Frau nicht bringen; unter Umständen eine kleine Erleichterung. Soll sie in Wahrheit entlastet werden, so bedarf es dazu mehr als derartiger kleiner Mittelchen. Partei- Nachrichten. " " Berlin, IV. Wahlkreis( Dsten): E. Kienast, Warschauerstr. 26. Berlin, VI. Wahlkreis: Schneiders Gesellschaftshaus, Belforterstr. 15; Steuerhaus, Brenzlauer Allee 148. Johannisthal: Zum Lindenhof", Juh. Wille, Friedrichstraße 61; Fährent, Friedrichstr. 10. " " Rorbistrug bei Groß- Besten: Gasthof, Wwe. Peter Kacz maret. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstr. 3( Jnh. Schüße), Spandauer Berg: Restaurant ( Inh. 8ur Roßtrappe" Klabunde); Waldkater, am Tegeler Weg, soivie sämtliche Lokale am Spandauer Schiffahrtskanal sind frei. Klanezti als gesperrt zu betrachten. ( früher Hoffmann), sowie alle andren Lokale in Charlottenburg sind Schöneiche bei Friedrichshagen: Restaurant, 8um Roland". Hatenfelde bei Spandau: May Teßnows Boltsgarten" und in Joersfelde bei Tegelort: Restaurant Erust Döring sind frei. * " Nachstehende Lokale ersuchen wir aber von der Lokalliste zu streichen, da dieselben der Arbeiterschaft nicht mehr zu Versammlungen 2c. zur Verfügung stehen: Berlin, V. Wahlkreis: 3ur Hochschule", Luisenstr. 55. Rigdorf: Das Vereinshaus" am Richard- Play" sowie Göze, Richard- Plazz 15. " Lichtenberg: S ch to arz' Konzert- Garten. Hohen- Schönhausen: Schulzes Gasthof, Berlinerstraße; Fuß Gasthof, vis- a- vis den Kirchhöfen. Brieselang: Krause. Groß- Biethen: Achillers. Behlefanz: Schulze. Neumühle- Niederlehme: Benizorzinsky, Barlow, ParkRestaurant. " " Aus der Reihe der Uebertretungen von Schuhgesehen für Frauen und Kinder heben wir nur einige hervor, so besonders die Beschäftigung von Kindern in verbotenen Betrieben. In 4 Sägewerken halfen Stinder von 10-14 Jahren an schulfreien Nachmittagen beim Aufsehen von Brettern und dergleichen, was durch die Magen der Schulbehörden über Vernachlässigung der Schularbeiten zur Kenntnis der zuständigen Behörde gelangte. Die Eltern fetten dem Verbot diefer Kinderbeschäftigung einigen Widerstand entgegen, unter Hinweis Die Besucher der Heilstätten in Malchow und Blankenburg darauf, daß andre Kinder in der Landwirtschaft und ins ersuchen wir in Malchow das„ Wirtshaus zur Panke", in Blankenbesondere durch Dungtragen in den steilen Weinburg das Café Tiek" nur zu berücksichtigen und dort zu verkehren, da bergen weit mehr angestrengt würden." Diese schwäbischen Arbeiter wissen eben nicht, daß die Kinder in der Landwirtschaft jeder nur diese beiden Lokale auf der Lokalliste verzeichnet stehen. Ausbeutung preisgegeben werden müssen, damit die Herren Agrarier Parteipresse. Genoffe R. Hausschildt, der früher als weide eine öffentliche Volksversammlung für die Nieder- Schöneweide. Seit fünf Jahren hat in Nieder- Schönemöglichst billige Arbeitskräfte zur Verfügung haben. Die Ziegeleien geben hier wie überall ein böses Beispiel in unerlaubtem Mißbrauch Rebatteur in Magdeburg und an unfrem Mainzer Parteiblatt thätig arbeiterschaft nicht mehr stattfinden können, weil die findlicher und jugendlicher Arbeitskraft; ihre schlecht bezahlten Ar- war, und gegenwärtig den Bosten eines Arbeiterfefretärs in Würz otal befizer fich weigern, ihr 2 of al herzugeben. Sie beiter können es versuchen, den kargen Lohn durch überlange Mit- burg bekleidet, tritt am 1. Juli in die Redaktion des„ Offenbacher würden ja gern Vereinen und großen Gewerks arbeit der Kinder zu ergänzen. In fleineren Betrieben, besonders Abendblattes" ein. schaften zu Bergnügungen Raum gewähren. Doch wollen in Buchdruckereien und Schlossereien, blüht die Lehrlingszüchterei um Polizeiliches, Gerichtliches ufw. die Arbeiter öffentliche Versammlungen abhalten, so gewissenloser, da dehnbare Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung Wegen Beleidigung eines Fabrikanten wurde Genosse Rei ß- um sich über ihre wirtschaftliche fowie politische Bweifel aulaffen, ob diese Betriebe der Aufsicht unterstehen. Kinder- haus von dem Schöffengericht in Sonneberg zu einer Geld- Lage zu besprechen, so zucken die Herren Wirte Kinderhaus die und Frauenarbeit haben trop schlechten Geschäftsganges feine Ab- strafe von 500 Mart verurteilt. Genosse Reißhaus hatte den Achseln und geben ihrer Furcht vor der Behörde Ausnahme erlitten; die Zahl der weiblichen Arbeiter betrug im ganzen Agitationskalender Thüringer Landbote" für 1901 verlegt. In druck. Doch wunderbar ist es, daß die Lokalbefizer von 59 017; von denen 51 363 Erwachsene, 7365 Jugendliche und 289 demselben war eine Erzählung enthalten, wonach ein Arbeiter, der Adlershof und Johannisthal diefe Furcht nicht kennen und doch unter Kinder unter 14 Jahren. In den 2907 revidierten Anlagen arbeiten länger als 27 Jahre bei einem Fabrikanten Thalner gearbeitet hatte, derselben Behörde zu leiden haben. Es liegt hier an den Berliner 42 249, also mehr als der in revisionspflichtigen Betrieben Be- dessen Betrieb verlassen mußte und sich im Karpfenteiche desselben Ausflüglern, die zu wenig die Lokalliste zur Hand nehmen. Wir schäftigten. Sehr dringend wäre eine Ausdehnung der Revisionspflicht ertränkte. Diese Erzählung bezog der Fabrikant Bergner auf sich, find hier draußen zu gering an Bahl, um einen Druck auf die auf die Maßgeschäfte mit der überlangen Arbeitszeit der Konfektions- weil bei ihm ein solcher Fall vorgekommen war. Mit welcher In- Wirte ausüben zu können. Die Wirte fagen es uns ja direkt ins arbeiterinnen, welche sich um so wehrloser jeder Zumutung fügen brunft werden jetzt die Befizer des Agitationstalenders die Erzählung Gesicht: die Arbeiter von Berlin tommen doch zu uns". Parteimüffen, da sie leider der Organisation ganz fern stehen. Aber auch noch einmal lesen, nachdem sie durch die Gerichtsverhandlung er genossen, dieses muß aufhören, meidet strengstens die Lokale, die überall sonst, wo der Arbeitende abhängig ist von dem guten Willen fahren haben, daß dieselbe kein ausschließliches Phantasieprodukt nicht als frei auf der Lokalliste geführt sind. andrer, findet sich Gelegenheit, mit Umgebung des Gesetzes die ist, sondern daß was daran" ist. Reißhaus ist übrigens Meidet bei Eurem Pfingst ausflug besonders das Lokal Schwachen zu schädigen. So zahlen viele Kassen die Wöchnerinnen- wundersam das für einen Socialdemokraten! bisher noch un- von Hasselwerder, welches mitten im Drt liegt und für VersammUnterstübung nur für 4 Wochen, weshalb die armen Mütter nach Ab- bestraft; um so bemerkenswerter erscheint das hohe Strafmaß. lungen gut geeignet wäre. Beigt den Wirten, daß man die Arbeiters Tauf dieser Zeit, oft zur schweren Schädigung von Mutter und Kind, schaft auch hier braußen respektieren muß. gezivungen find, vorzeitig die Arbeit wieder aufzunehmen. Geradezu nadlof von der Breslauer Boltswacht zu zwei Monaten tolonie Grunewald find sämtliche Lokale für den persönlichen Wegen Beschimpfung religiöser Einrichtungen wurde Genosse Villenkolonie Grunewald und Schmargendorf. In der Villenunglaublich erscheint es, daß in zwei Fällen diese vierwöchentliche Unterstützung im ganzen 14 M. betrug. Merger aber ist noch der Gefängnis verurteilt. Die Beschimpfung wurde hauptsächlich Verkehr frei; dagegen sind die an der Grenze derselben auf grausame Wih, den sich der Leiter einer großen Fabrit einer armen gefunden in den Wendungen: Die Religion werde verzapft, für Schmargendorfer Gebiet liegenden Etablissements„ Café Bein" Arbeiterin gegenüber gestattete. Ihr Anspruch auf Wöchnerinnen- die Reichen werde durch die verkauften Meſſezettel eine Extra-( früher Wirtshaus„ Zum Schwan'),„ Waldhaus","" Waldpark" Unterstützung wurde zurückgewiesen, weil sie sich ihre Strankheitur ft gebraten und dadurch die Religion im Interesse weniger und" Franzensbader Garten" gesperrt." In Schmargendorf steht felbst zugezogen habe". Eine Beschwerde beim Bezirksamt chmählich gemißbraucht. An und für sich seien diese uns außer dem Verkehrslokal irtshaus Schmargendorf"( Inh. verhalf der Berhöhnten zu ihrem Recht. Der Bericht einer Kranken- Wendungen ja nicht beschimpfend, angewendet auf die Heilmittel der H. Leonhardt, Warnemünderstr. 6), noch das Restaurant kasse wies auf die große Schädlichkeit des Stehens für den weiblichen Kirche sei jedoch eine beschimpfende Herabsetzung vorhanden. Der Organismus hin, die sich unter den Arbeiterinnen zweier großer Richter führte aus: Mit dem Artikel feija weiter fein Sonntagsausflügler werden gebeten, hiervon ganz besonders Notiz Spinnereien und Webereien durch eine große Anzahl von Plattfüßen unheil angerichtet worden, dennoch fei auf zwei zu nehmen. Durch genügende Frequentierung der beiden vorund Fußverkrümmungen fund that; auch das frühe Abwelten vieler Monate Gefängnis gegen den bisher unbestraften Redakteur genannten Lokale und strengste Meidung der gesperrten WirtArbeiterinnen schreibt er dem Einwirken des beständigen Stehens im zu erkennen. schaften erweisen die Berliner Genoffen der Parteibewegung Entwicklungsalter zu. Besonders angreifend ist die Arbeit der am Drte, welche in der Lokalfrage mit schwierigen Verhältnissen Sammetschneiderinnen, die stehend und gehend mit vorgebeugtem zu rechnen hat, einen nicht zu unterschäßenden Dienst. Oberkörper arbeiten. War es hier nicht möglich, eine Besserung Die Lokalkommission. herbeizuführen, so gelang dies doch in einer Cellulosefabrik, wo die Arbeit nun im Sihen ausgeführt wird. Zweifellos könnte auch bei Der befangene Assessor. Im Auguft v. J. veröffentlichte der Erfter Wahlkreis. Am zweiten Pfingstfeiertag veranstalten die den Tertilbetrieben, manche gesundheitliche Verbesserung eingeführt sächsische„ Bollsfreund" eine Notiz, in der einer Meißener Baufirma Genossen des ersten Wahlkreises einen Dampfer- Ausflug werden, wenn die Herren dazu genötigt wären. Das Siben allein der Vorwurf der Preisdrüderei gemacht wurde. Die Firma nach Ziegenhals. Abfahrt 9% Uhr Stralauerbrücke 5. Billets thut es freilich nicht; wie wenig einwandsfrei dies unter Umständen Otto u. Schlosser in Meißen fühlte sich, obgleich sie gar nicht zum Preise von 1 Mark für Hin- und Rückfahrt sind in den befein kann, beweist eine große Tabakripperei:„ Die feuchten Tabat- in Betracht fam, beleidigt. In der Verhandlung vor dem Meißener tannten Zahlstellen erhältlich. bündel wurden auf die Bank, die den Arbeiterinnen zum Siz dient, Schöffengericht im Dezember wurde Genosse Riem als gebreitet und ein Brett darüber gelegt, auf das sich dann die Rippe- damaliger zeichnender Redakteur zu der nach Lage der Sache Karlshorst, Biesdorf, Saulsdorf 2c. zur Nachricht, daß Friedrichsfelde. Allen Genoffen von Friedrichsfelde, rinnen während der Arbeit setzen mußten. Im Laufe des Tages horrenden Strafe es war kurz nach der Essener Kaiser- am 4. Juni, abends 8 Uhr, im Lokal von Bube, Prinzen Allee 30 brang die Feuchtigkeit nach und nach in die Kleider und es wurde ver- Nede von drei Monaten Gefängnis verurteilt. In der schrift eine öffentliche Wählerversammlung stattfindet. Referent schiedentlich über Erkältungen geklagt. Die Fabrikinspektion beran- lichen Begründung dieses harten Urteils war Genosse Riem Genosse Arthur Stadthagen über: laßte, daß durch Verwendung von Tabakpressen die ungesunde, un vom Vorsitzenden Assessor und Hilfsrichter Notte in Meißen und ihre Gegner". Die Socialdemokratie ästhetische und unpassende Arbeitsweise in Fortfall tam." Man könnte ganz Am 2. Juni( 3. Feiertag), morgens 8 Uhr für die geradezu groteste Art dieses Betriebes auch noch deutlichere 93 unbefangen als ein Mann hingestellt, der als gewohnheits- findet von Losse, Luisenstraße 20, aus Handzettelverbreitung statt. mäßiger Ehrabschneider erscheine. Genosse Riem legte Die Karlshorster treffen sich bei A. Sabrowski, Trescow- Allee. Worte finden als unästhetisch. In mehreren Fällen wurde Klage über das Benehmen der Klage wurde aber vom Schöffengericht Meißen und auch vom Berufung ein und verklagte den Assessor wegen Beleidigung. Die Das socialdemokratische Wahlkomitee. Meister oder sonstigen Vorgesetzten geführt, welche die Arbeiterinnen Landgericht Dresden unter Berufung auf§ 193 zurückgewiesen. Wernsdorf. Montag, den 1. Juni( 2. Feiertag), nachmittags in unſittlicher Weiſe belästigten; einmal betraf die Klage sogar ein In der Berufungsinstanz wegen der angeblichen Beleidigung der 2 Uhr findet im Lokal des Herrn Wilhelm Ertner, oberhalb der Mädchen unter 16 Jahren. Für eine gerichtliche Klage fehlten die Baufirma Otto u. Schlosser tam ein Vergleich zu stande, ba die Schleuse des Oder Spreefanals gelegen, eine öffentliche Unterlagen, wie meist in solchen Fällen, und wenn auch Entlassungen Kläger sich überzeugten, daß fie in der inkriminierten Wählerversammlung statt. Reichstags- Abgeordneter Friz stattfanden, so ließ sich doch die Betriebsleitung nicht zur Anstellung Notiz nicht gemeint feien. Dafür flagte aber nun eine 3ubeit wird über die bevorstehenden Reichstagswahlen sprechen. weiblicher Aufsichtspersonen bewegen; dem einzigen Mittel, ähnlichen andre Baufirma, Niederträchtigkeiten einen Riegel vorzuschieben. Baufirma, Weber u. Becker, in Meißen wegen BeEin Sonderbericht über die Dauer der täglichen Arbeitszeit Meißen, in dem der unbefangene Affeffor Rotte wiederum In dem ersten Termin vor dem Schöffengericht der in Fabriken und den diesen gleichgestellten Anlagen beschäftigten den Vorsitz führen sollte, Arbeiterinnen" giebt Antwort auf die Fragen des Reichsamts des als befangen ab. sollte, lehnte Genosse Riem denselben Die Verhandlung wurde vertagt. In Innern über die Einführung des Zehnstundentages, der Mittags der vor einigen Tagen anderweit angesetzten Verhandlung führte Die ganze Gesellschaft der Ordnungsleute, der Konservativen pause bon 1 Stunden und des Arbeitsschlusses an Sonn- und ein andrer Richter den Vorsiz, da Assessor Notte sich nunmehr wie der Freisinnigen, schreit um die Wette über socialdemo Feiertagen zu einer früheren Stunde als 5% Uhr. Bunächst ergab doch als befangen erklärt hatte. Er wird wohl eine tratischen Versammlungsterrorismus, über wüste die Untersuchung der gegenwärtigen Arbeitszeit, daß schon jetzt in gesehen haben, daß feine Bezeichnung gewohnheitsmäßiger Ehr- Lärmscenen, die von Socialdemokraten in fremden Versammlungen 196 Betrieben mit 1118 Arbeiterinnen bis zu 9 Stunden, in 1170 abschneider sich nicht aufrecht erhalten ließ. In dieser Berhandlung aufgeführt würden, über frechen Mißbrauch des ihnen gewährten mit 19 004 Arbeiterinnen 9-10 Stunden, 766 mit 30 160 Arbeite- stellte sich heraus, daß Genosse Riem durch die falschen Behauptungen Gastrechts, und so weiter. Wie das„ Gastrecht" aussieht, das den rinnen 10-11 Stunden und darüber in 114 mit 650 Arbeiterinnen eines Innungsmeisters irregeführt worden ist. Es wurde beschäftigt sind; d. h. also, 39 Proz. der Arbeiterinnen in 60 Proz. ausdrücklich vom Vorsitzenden und vom Vertreter der Kläger ansocialdemokratischen Wählern in gegnerischen Versammlungen gewährt der Betriebe arbeiten 10 Stunden und weniger. Bei den Tabat erkannt, daß er in gutem Glauben gehandelt habe. Es wurde wird, konnte man am Donnerstag wieder einmal im sechsten fabriken mit elfstündiger Arbeitszeit steht diese jedoch zumeist nur auf ein Vergleich geschlossen und damit dieser seit bald einem Jahre Wahlkreise erfahren. dem Papier, da in den ländlichen Betrieben die Arbeiterinnen später schwebende, an Zwischenfällen reiche Prozeß- Bandwurm erledigt. tommen und früher gehen, wenn häusliche oder Feldarbeiten dringend erscheinen. Mit Berücksichtigung aller Einzelfälle kann man an= " Zu einem Monat Gefängnis wurde Genosse Günther bom Landgericht zu Dessau verurteilt, weil er durch einen Artikel im Voltsblatt für Anhalt" die Leopoldshaller Bergwerks- Verwaltung beleidigt haben soll. " Teidigung. Lokales. " Das Versammlungs- ,, Gastrecht" bei unfren Gegnern. " nehmen, daß bereits 50 Broz. aller Arbeiterinnen ben Behnstunden: Berliner Partei- Angelegenheiten. fratis en Partei durch Säulenanschlag ausdrücklich als„ Gäſte" tag befißen. Seine gefebliche Festlegung würde daher auch in Baden teinen Schwierigkeiten begegnen. Bedenklich erscheinen nur die Vors schläge für vermehrte Ausnahmetage Zur Lokalliste. von 60 auf 80 8. B. für die Pforzheimer Schmuckwaren- Industrie und damit eine erneute Barteigenossen! Bereine! Achtet bei Ausflügen und Partien, Versuchung zu allerlei Gesebesübertretungen. Mag auch eine Ueber- die während der Pfingstfeiertage und des Sommers unternommen Hier hatten die nationalen Parteien", die vereinigten Konservativen, Antisemiten und sonstigen Reaktionäre, eine Versammlung veranstaltet, zu der sie die Mitglieder der socialdemo eingeladen und, willkommen" geheißen hatten. Die Rolle, die die socialdemokratischen Gäste in solchen Versammlungen spielen dürfen, besteht gewöhnlich darin, daß sie an der Thür ihren Groschen für die magere Wahltasse der Gegner abladen, ihnen den spärlich " " Befekten Saal füllen helfen, sich dann den ganzen Abend hindurch| Arbeit, die doch wahrlich, auch nicht zu den leichtesten gehört. Zieht| Gesetzesunkenntnis eines Schuhmanns. Ein Genosse, der auf von den Rednern der Gegenpartei in der unglaublichsten man in Betracht, daß in den nördlichen Vororten Berlins, wo diese einem Bau in der Potsdamerstraße den gegen Eugen Richters Weise beschimpfen lassen müssen und hinterher, wenn Riefelfelder der Stadt Berlin liegen, die Lebens- und Genußmittel Wahlpamphlet gerichteten„ Anti- Socialistenspiegel" vertrieb, wurde sie durch diese Provokationen gereizt worden sind und entsprechend fast noch teurer sind als in Berlin selbst, so muß ohne weiteres zu von einem Schuhmann in der freundlichen Absicht notiert, dem Ver antworten, in der Freifinnigen Zeitung", in der Staatsbürger- gegeben werden, daß die Lage der landwirtschaftlichen Arbeiter in fäufer ein Strafmandat zuzusenden. Der aufmerksame Wächter der Zeitung" und anderen Blättern ähnlichen Schlages als Radau- Wirklichkeit keine beneidenswerte ist. Man braucht wirklich nicht nach Ordnung hat hierbei nur übersehen, daß während der Wahlzeit, brüder, Rowdys usw. geschildert werden. Auch am Dstelbien zu gehen, um ein objektives Bild von dem Elend der d. h. vom Tage der Ausschreibung der Wahlen ab bis zu deren Ers Donnerstag hatten sich eine Anzahl unsrer Genossen zu dieser Landbevölkerung zu gewinnen. Für unfre liberale Stadtverwaltung ledigung der§ 43 der Reichs- Gewerbe- Ordnung außer Kraft gesetzt Rolle hergegeben, und die Sache nahm denn auch wieder den müßte es eine Ehrenpflicht sein, diesen unhaltbaren Zustand so rasch ist und jedermann das Recht hat, alle Arten von Wahldruckschriften üblichen Verlauf. als möglich zu ändern, will sie nicht in einer Reihe mit den reak- überall, sowohl in geschlossenen Räumen, wie auch auf öffentlichen tionären Krautjunkern genannt werden. Wegent, Straßen, Plätzen sowohl gewerbsmäßig wie nicht gewerbs= mäßig zu verbreiten! Mit dem Strafmandat wird es also nichts werden. ein aus der er tur Wenn " In dem Dem Ertrinken nahe war gestern ein vierjähriger Knabe mit spielte, als er plötzlich ins Wasser fiel. Ein dreizehnjähriger Knabe Namen Chibils, der mit andren Knaben an der Schlesischen Brücke bethätigte sich dabei als Lebensretter, indem er rasch entſchloſſen hinzusprang, den Kleinen dem nassen Element entriß und ihn seinen Eltern zuführte. " " Diesmal wurden aber die Schimpfereien der„ nationalen" Redner auf die Socialdemokratie noch überboten durch die Behandlung, die der Versammlungs- Vorsitzende den eingeladenen Vom Züchtigungsrecht der Lehrmeister. Zu dieser Notiz in socialdemokratischen Gästen zu teil werden ließ. Der Mann, Straußbergerstr. 5, durch seinen Rechtsanwalt unter Berufung auf Nr. 121 dieses Blattes schickt uns der Bäckermeister Schubert, Arzt Dr. A. Seeliger Ein Unfall ereignete sich gestern nachmittag gegen 1/3 Uhr an der Schönhauser Allee,§ 11 des Preßgefeges eine Berichtigung folgenden Inhalts: Der Ecke der Dircksen- und Schicklerstraße. Dortselbst verließ der Kaufbenahm sich von Anfang an, als sei er nicht ein Vorsitzender, Meister habe den Lehrling, der wiederholt unehrlich und unsauber mann Fettgall, Dircksenstr. 5 wohnhaft, die Vorderplattform eines in sondern ein Vorgesetzter, als habe er es nicht mit Erwachsenen, gewesen sei, an dem fraglichen Sonntag auf Wunsch seines Vaters der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagens der Linie 78. fondern mit dummen Jungen zu thun. Nebenbei bemerkt: nicht nach Hause gehen lassen. Ferner habe er ihm nur eine selben Augenblicke fuhr der Reſtaurateur Peikert aus Rummelsburg dieser Seeliger ist, trotz seinem Namen, nicht etwa ein frecher einzige Ohrfeige gegeben, worauf der Lehrling schlafen ge- auf einem Zweirade dicht an dem Motorwagen vorbei und riz Jude", wie seine konservativ- antisemitischen Freunde sagen würden, gangen ist und am Sonntag das Haus des Meisters nicht Herrn F. nieder. Auch der Radler stürzte und geriet unter die wenn er nicht ihr Parteigenosse wäre, sondern ein urteutsch aus wieder verlassen hat. Am Montag ist der Junge dann entlaufen, Borderplattform des Anhängewagens vom Straßenbahnzuge. Er sehender und sich urteutsch benehmender Mann, mit dem zweifellos fein Vater hat ihn wieder zurückgeschickt, der Meister seine Aufnahme erlitt einen Bruch des rechten Oberschenkels und mehrere äußerliche auch eine strenge Ahnenprobe vorgenommen worden ist, ehe jedoch abgelehnt. Schließlich sei es unwahr, daß der Meister den Verlegungen, die seine Ueberführung nach dem Krankenhause vorgenommen worden ist, ehe Lehrling mit„ Füßen getreten", so daß diesem die Zähne geblutet Rummelsburg notwendig machten. er der Ehre, ein Führer ein Führer der nationalen" Parteien zu haben und sein Gesicht verschwollen war. Der Lehrling habe alssein, gewürdigt wurde. In der Versammlung antwortete dann ausdrücklich zugestanden, daß die ganze Darstellung im„ Vor- straße gemeldet. Auf dem Grundstück Nr. 45 wohnt im Seitenflügel Zwei Selbstmorde aus einem Hause werden aus der Schliemanner in ganz unnötig aufgeregter Weise selbst auf harmlose wärts" erfunden sei." Zwischenrufe mit Grobheiten, und wiederholt erlaubte er sich, der 28jährige Briefträger May Grundmann, dessen 26jährige Frau Dem gegenüber bemerken wir: Wohl hat der Vater des mit keiner Nachbarin ein Wort sprach. Nur ein einziges Mal äußerte einzelne feineswegs übermäßig junge Personen in beleidigen Lehrlings es in das Ermessen des Meisters gestellt, den sie, daß sie eine sorgenvolle Jugend gehabt habe. Nachdem ihr im der Absicht mit„ Sie junger Mann" oder„ Sie junger Mann von Jungen nach seinem Gutdünken nach Hause zu schicken. Dezember vorigen Jahres das einzige Kind, ein Knabe von drei 17 Jahren" anzuschnauzen. Einem Diskussionsredner aus dem Doch wenn der Junge„ unsauber" war, so hatte der Jahren, gestorben war, wurde sie noch schwermütiger. Als Grund„ Mittelstand" gestattete er, mit Bezug auf die socialdemokratischen Wechseln der Wäsche zu geben, und nichts andres hat der Junge in fam, fand er sie schwerkrank auf dein Sofa fizen. Sie hatte Lysol Meister geradezu die Pflicht, demselben die Erlaubnis zum mann vorgestern abend um 81 Uhr vom Postamt 58 nach Hause Wähler von„ Knüppelgarde" zu sprechen und ähnliche Beschimpfungen der elterlichen Wohnung besorgen wollen. Was die Unehrlichkeit des getrunken und starb unter großen Qualen gestern morgen um 7 Uhr. borzubringen. Als dann einer unsrer Genossen in begreiflicher Ent- Lehrlings anbetrifft, so hat dieser allerdings beim Einholen von Jm Quergebäude hatte die 48 Jahre alte, von ihrem rüstung, Gemeinheit!" rief, brüllte der Herr Doktor:" Der Pflaumen zweimal je 5 Pfennig für sich behalten, weil ihm Manne getrennt lebende Arbeiterfrau Niemeyer mit ihrem Zwischenrufer wird seinen Namen nennen; thut er das nicht, so macht der Meister nie einen heller Taschengeld aus eignem Antrieb 23 Jahre alten Sohn Ewald eine kleine Wohnung inne. Die er fich nach einem Erkenntnis des Reichsgerichts des gab. Die unterschlagene" Summe von 10 Pfennigen hat Frau ernährt sich durch Waschen und Zeitungsaustragen, während Hausfriedensbruchs schuldig, und wenn andre die Namensfeststellung der Meister wiedererhalten. Daß der Meister dem Lehrling ihr Sohn fünf Jahre lang eine gute Hausdienerstelle hatte. Diese zu hindern suchen, so begehen sie Aufruhr, der mit Zuchthaus be- Leuten vorreden, die es glauben. Noch heute hat der Junge eine vier Wochen an der Influenza gelegen hatte. Leichtere Beschäftigung eine einzige Ohrfeige gegeben haben will, mag er fonnte er nicht mehr ausfüllen, seitdem er im Dezember und Januar straft wird!" Herr Dr. Seeliger, der Gegner als" Gäste"" will- verfärbte Stelle unter dem linken Auge, auch find ihm noch mehrere konnte er trotz aller Bemühungen nicht finden, daher warf er sich, kommen" heißt, sie durch Beschimpfungen probocieren läßt und dann Zähne lose im Munde. Uebrigens war der Mißhandelte am Montag um seiner Mutter, mit der er in bitterster Armut lebte, nicht länger durch Drohung mit dem Strafrichter sie zum Schweigen zu bringen dieser Woche, also nach der empfangenen Brügel, in Begleitung zur Last zu fallen, vorgestern abend um 8½ Uhr auf dem Bahnhof sucht, imponierte durch dieses Verfahren seinen Parteifreunden ganz eines Zeugen selbst in unsrer Redaktion, wo wir seinen blutigen Schönhauser Allee vor einen Rangierzug, von dem zwei Räder ihm gewaltig. An einem uns benachbarten Tisch wurde sogar von vor- Mund und das verschwollene Gesicht persönlich in Augenschein über den Kopf und Schulter gingen, und wurde so schwer verwundet, nehmer Gesinnung" gesprochen, wie auch der Herr Doktor selber nahmen. Um einer einzigen Ohrfeige willen wäre er nicht fort- daß er gestern abend im Lazarus- Krankenhaus starb. einmal in die unruhige Versammlung hineinrief: Seien Sie doch gelaufen, umsoweniger als er schon wiederholt von dem Meister so vornehm wie wir!" geohrfeigt und geknufft worden ist. Uebrigens hat das Dienstmädchen Nachdem die Erregung sich gelegt und der Zwischenrufer dem tage gehört und hat sich entsetzt abgewandt, als sie nachher Schuberts das jämmerliche Schreien des Knaben an jenem Sonnkomischen Wichtigthuer seine Adreſſe gegeben hatte, ging das Ge- feine Verlegungen sah. Richtig ist jedoch, daß der Meister den Ge- age schimpfe weiter. Plötzlich entstand ein Tumult. Ein schmächtiger Jungen nicht mit Füßen getreten" hat. Letzteres ist in dem Mann lief, von einem andern mit Gefchrei verfolgt, zur Saalthür Bericht auch gar nicht behauptet worden. Lediglich infolge eines hinaus, kehrte dann, da sich ihm draußen ein Schußmann entgegen- Druckfehlers sind aus Fäusten"" Füße" geworden, was ja auch aus Matinee in der Neuen Welt". Von den Gesangvereinen warf, wieder um, durchquerte leichtfüßig den Saal und ent- dem Zusammenhang des Berichts deutlich genug hervorgeht. Am Norddeutsche Schleife" Berlin und Liederhalle". wischte seinem schreienden Verfolger samt Schußmann und Montag ist der Lehrling dann thatsächlich davongelaufen, nachdem Dresden ist eine Matinee am ersten Pfingstfeiertage im der ganzen auf ihn eindringenden Rotte. vorher beim Obermeister der Innung eine Beschwerde großen Saale der Neuen Welt" arrangiert. Die Dresdener Was war ge= schehen?! Einer unsrer Genossen hatte unter den anwesenden Social- gegen seinen Meister anzubringen versuchte. er von" Liederhalle"( 50 Mitglieder) ist einer der besser geschulten Vereine seinem Vater wieder zurückgeschickt wurde, demokraten Parteibons verkauft, war dabei auch an einen einer so ist das in des Dresdener Arbeiter- Sängerbundes, und dürfte es für unsre Hinsicht schließlich begreiflich, denn niemand Konservativen geraten, war von diesem ins Gesicht geschlagen worden seinen Knaben gerne aus der Lehre, selbst bei groben Verstößen des Leistungen dieses Vereins zu Gehör zu nehmen. Das Programm nimmt Berliner Sänger und Gesangsfreunde nicht uninteressant sein, die und hatte, wie behauptet wird, den Schlag mit einem Stoß vor Meisters. Im übrigen bestreitet der Lehrling, ausdrücklich zu- ist ein gewähltes. Da der Ueberschuß zu einem wohlthätigen die Brust erwidert." Gemeinheit, Frechheit!" brüllten die Kon- gestanden zu haben, daß die ganze Darstellung im Vorwärts" er- Swede beſtimmt ist, so ist der Besuch dieser Matinee den Genossen servativen, von der aussichtslosen Verfolgung zurückkehrend, aber funden sei, vielmehr behauptet er, daß sowohl auf ihn selbst, als doppelt zu empfehlen. Eröffnung vormittags 11 Uhr, Eintrittskarte tein Seeliger ließ ihren Namen feststellen. auch auf das Dienstmädchen von dem Meister eindringlichst eingeredet 25 Pfennige. Nach diesem Zwischenfall litt es unsre Genossen nicht lange bleibt also dabei: Der körperlich sehr unentwickelte Lehrling ift worden sei, die Sache zu Gunsten des Meisters darzustellen. Es Schloß Weißensee. Morgen, am ersten Pfingstfeiertag, wird im mehr in solchem Kreise. Sie verließen bald darauf gemeinsam den von dem Meister Schubert weit über die zulässige Art gezüchtigt Schloß Weißensee" Zum Sternecker" die erste große Theatersaison Saal, unter wildem Geheul der Konservativen. Auch der Vorsitzende worden. eröffnet. Das neuerbaute Sommertheater liegt direkt am großen freischte etwas hinter den Abziehenden her. Ein freisinniger„ Gast" stieg auf den Stuhl und half schimpfen:" Seht, so find die Social- bis auf einige Pflasterungsarbeiten beendet. Anfangs nächsten Herr Direktor Karl Koch hat ein außerordentlich reichhaltiges ProDie Umgestaltungsarbeiten für den Blücherplatz sind jetzt endlich herrlichen See und ist umgeben von den prächtigsten Parkanlagen. demokraten!" Als er aber nach wieder eingetretener Ruhe zu ernst- Monats wird der Platz wieder in vollem Umfange dem Verkehr gramm aufgestellt. Das Riesenprogramm, welches unter der Leitung hafter Diskussion übergehen wollte und dabei ein paar Worte gegen übergeben werden können. Durch drei große Inselperrons ist der des bekannten Komikers Franz Sobanski steht, hat nur Kräfte ersten die Konservativen wagte, flang's ihm entgegen:" Jude! Jude!" Fußgängerverkehr gesichert und gesonderte Fahrstraßen für die Ranges aufzuweisen. Auch konzertiert außer der Theaterkapelle noch Der Mann machte ein verdugtes Gesicht. Auch er weiß jetzt, was Richtungen Blücher, Bellealliancestraße und Hallesches Ufer in der das Musikcorps des 1. Dragoner- Regiments Nr. 2 aus Schwedt a. D. er zu erwarten hat, wenn er als„ Gast" in tonservativ- Breite der genannten Straßenzüge geschaffen worden. An der Ab- Diese Feſtvorstellung wird am zweiten und dritten Feiertag wiederantisemitische Versammlungen geht. grenzung des Fahrdammes von dem füdlichen Bürgersteige, der an holt. Ebenso ist am ersten und zweiten Feiertag großes Frühkonzert und Vorstellung. der Ecke der Bellealliance- und Blücherstraße einen halben Meter Ein Jdyll aus den ländlichen Betrieben der Stadt Berlin. tiefer liegt als die Fahrstraße, ist ein Eisengeländer errichtet worden, Wilmersdorf. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer welches nur an einer Stelle durchbrochen ist, hierdurch sind die Fuß- letzten Sigung die Errichtung von drei Lehrerstellen an den GeDie Hauptstadt des Deutschen Reiches ist bekanntlich einer der gänger gezwungen, nur in gerader Richtung den Fahrdamm zu meindeschulen zum 1. Oktober d. I., desgleichen die Gründung größten Arbeitgeber. Annähernd 12 000 Personen sind in ihren Be- freuzen. Die Geleiſe- Anlage der Straßenbahn wird nur wenig zweier technischer Lehrerinnenstellen daselbst, sowie die Gründung trieben beschäftigt. Häufig genug haben wir Gelegenheit genommen, verändert, auch bleibt das Geleise für den Einsatzverkehr der Wagen dreier Oberlehrerstellen und einer Vorschullehrerstelle am Reformauf die unzulänglichen Lohn- und Arbeitsverhältnisse der in städtischen der südlichen Vorortbahn resp. für die Linie Tempelhof- Mariendorf Realgymnasium. Ferner wurden die Mittel bewilligt für eine Betrieben beschäftigten Personen hinzuweisen, und hin und wieder erhalten. Bureau- Assistentenstelle vom 1. Mai d. J. ab. In der Wilhelmsdamit auch den Magistrat zur Abstellung dieser Mißstände mit Erfolg Zur Vermeidung von Bootsunfällen. Da gelegentlich der bevor- Aue 39/40 wird demnächst mit der Errichtung eines Kinderheims, das veranlaßt. Bleibt bei den industriellen Arbeitern der Stadt stehenden Pfingstfeiertage und den an diesen stattfindenden Massen- den Anforderungen der Neuzeit entsprechen soll, soll, begonnen Berlin trotzdem noch sehr vieles zu ergänzen übrig, so stehen die- ausflügen eine besonders starke Inanspruchnahme von Mietsbooten werden. Es wurden für 100 Kinder dazu 10.000 m. bewilligt. felben doch ungleich besser da, als die ländlichen Arbeiter der Berliner feitens der Ausflügler zu erwarten ist, haben die Behörden Veran- Im Ortsteil Halensee wurde zur Anlegung einer Straße von der laffung genommen, die Bootsverleiher auf die polizeilichen Be- Joachim Friedrichstraße bis Ringbahnstraße die Zustimmung erteilt. Rieselfelder. Bon Sonnenaufgang bis Untergang für ganz un- ftimmungen bezüglich der Abgabe von Mietsbooten erneut hin- Der Gemeindevertreter Direktor Wehmann wurde in das Kuratorium genügenden Lohn zu arbeiten, das ist das Los dieser Leute. Im Monat zuweisen. Ruder- und Segelboote dürfen nicht verliehen werden für höhere Schulen gewählt. Zur Neueinrichtung des SitzungsApril beginnt die Arbeitszeit des Morgens schon um 5% Uhr und an betrunkene Personen und an Kinder unter 16 Jahren. Ebenso faales, zu einer halbkreisförmigen Aufstellung der Plätze für 31 Perwährt bis 7 Uhr abends, während sie für Mai, Juni, sind auszuschließen solche Personen, die des Ruderns unkundig find. fonen wurden 1000 M. bewilligt. Eine bessere Regelung der Juli, August bis 7 Uhr ausgedehnt wird, um dann im Die Bootsverleiher haben darauf zu achten, daß der Mieter ordent- Verkehrswege unsres Ortes mit Berlin und Charlottenburg wurde Vom Genossen September um eine halbe Stunde verkürzt zu werden. In dieser lich zu rudern versteht, und sind verpflichtet, im entgegengesetzten auf Anregung der Verkehrsdeputation überwiesen. 13 resp. 14stündigen Arbeitszeit liegen Pausen für Frühstück 1/2, Fall das event. bereits abgestoßene Fahrzeug zurückzuholen. Werden Natusch wurde moniert, daß die im Princip schon bewilligten Mittag 1½ und Vesper 1 Stunde. Vom Oktober bis 15. No durch Außerachtlassung der obengenannten Bestimmungen Unglücks- erhöhten Löhne der Gemeinde- Arbeiter nicht zur endgültigen Beschlußbember wird von morgens 6 bis abends 6 Uhr gearbeitet bei fälle herbeigeführt, so sind die Bootsverleiher hierfür strafpflichtig faffung auf der Tagesordnung standen. Man entschuldigte sich haftbar zu machen. damit, daß die Nachbargemeinden noch ausständen. 1 Stunde Frühstück und 1½ Stunden Mittag; vom 16. November bis 15. Februar verringert sich die Arbeitszeit von früh 7 bis heimen Ober- Postrats Radte aus Görlitz heiratete mit 22 Jahren Selbstmord einer Konsulswitwe. Die Tochter Pauline des Ge3 Uhr nachmittags bei einer halbstündigen Frühstückszeit, und vom einen Großlaufmann Hylsdorf in Schweden, der später auch Konsul 16. Februar bis 31. März gilt wieder die Arbeitszeit von früh war. Nach dem Tode ihres Mannes zog sie vor vier Jahren nach 6 bis 6 abends Uhr mit 2 Stunde Frühstück und 11 Stunden Berlin zu ihrer Mutter, die unterdessen auch Witwe geworden war, Die Sittlichkeit im christlichen Gewande. Mittag. Die Arbeitszeit beträgt also im Sommer auf die Dauer und wohnte mit ihr zuletzt in der Lübeckerstraße Nr. 42. Schon seit von 2 Monaten 13½ und auf 4 Monate 14 Stunden einschließlich Jahresfrist zeigte die nun 52 Jahre alte Frau ein sehr aufgeregtes München, den 28. Mai. 21 Stunden Pausen, während sie im Winter drei Monate 8 und Wesen. Als am 27. März d. J. ihre 73jährige Mutter starb, wurde Die weitere Verhandlung gegen den Benefiziaten Schrauffdrei Monate 12 Stunden beträgt mit 1/2 Stunde resp. 2 Stunden fie tiefsinnig. Sie duldete seitdem keinen Dienstboten mehr um sich, steker von Odelshausen ergab noch, daß der geistliche Herr auch sondern nur noch eine Frau aus dem Hause, die ihr täglich einige durchaus kein Verächter der reiferen Weiblichkeit ist. So wurde er Pause. Der Lohn für die Gutsarbeiter beträgt im Sommer Stunden aufwartete. Diese überraschte sie am Sonntag vor drei Wochen einmal beobachtet, wie er einer Dorfschönen im Schweinestalt für Männer 1,80 m., für Frauen 1 M., im Winter für bei dem Versuche, sich durch Aufschneiden der Pulsader am linken den Hof machte. Durch eine andre Frauensperson, die ebenfalls Männer 1 M., für Frauen 80 Pf. Dazu kommt das sogen. Handgelenk zu töten, und entriß ihr noch rechtzeitig das Messer. Gegenstand seiner Zärtlichkeiten war, ließ er im Dorfe die Deputat, das neben freier Wohnung und 6 Ar Garten aus Nach einigen Tagen ärztlicher Behandlung war die Schnittwunde Gegenstand seiner Bärtlichkeiten war, ließ er im Dorfe die über sittliche Verirrungen völlig 60 Centnern Kartoffeln und 2 Centnern Stroh besteht; an Heu zum geheilt, nur eine kleine Narbe blieb zurück. Am Mittwoch vor acht ungeheuerlichsten Gerüchte eignen Bedarf 12-15 Centner, jedoch muß dieses von den Arbeitern Tagen äußerte Frau Hylsdorf zur Aufwartefrau, daß sie sich er- unbescholtener Bürger verbreiten. Gegen den Lehrer Lösch, den außer der Arbeitszeit selbst bereitet werden. In Anrechnung tränken möchte, weil sie sich so vereinsamt fühle. Als die Frau am er denunziert hatte, war er von besonderem Haß erfüllt, weil dieser kommt noch, daß einige in Vorwerken wohnende Arbeiter täglich Die Nachforschungen nach ihrem Verbleib hatten keinen Erfolg, bis an diesem Werke zu beteiligen, erwiderte Sch.:" An unsrem Volke nächsten Morgen wieder in ihre Wohnung fam, war sie verschwunden. eine Voltsbibliothet gründete. Auf das Ersuchen, sich 1 Stunden hin und zurück zur Arbeitsstätte zu gehen haben, man sie gestern bei Spandau als Leiche aus der Havel landete. ist nichts zu verbessern, wer lesen will, kaufe sich selbst ein Buch." wofür sie im Sommer 30 Pf., im Winter 15 Pf. erhalten. Also Eine Verwandte der Verstorbenen ist hierher gekommen, um die Be- Schließlich wäre er aber doch mit der Errichtung der Bibliothek einim Sommer für 15 respektive 15% Stunden 21 Silbergroschen, erdigung zu besorgen. verstanden gewesen, wenn der Lehrer die Hälfte Die sogenannten freien jedenfalls ein fürchterlicher Lohn! Eine eigenartige Scene verursachte gestern abend am Rosenthaler dazu gesammelten Gelder zum Kirchenbau hergegeben hätte. Arbeiter solche die keine Gutswohnung haben erhalten im Thor eine größere Menschenansammlung. Dortſelbſt beſtieg ein Herr Der Hilfslehrer Kleiner dagegen stand bei dem würdigen Sommer 2 M., im Winter 1,50 M. An Deputat 12 Ar einen in der Richtung Kreuzberg fahrenden Straßenbahnwagen. gedüngtes Kartoffelland, wofür sie 1,50 M. pro Ar bezahlen müssen. Plöglich eilte eine Frau quer über den Plaz, erfaßte den Arm des Geistlichen in Ungnade, weil er gegen dessen Willen sich mit der Heu zum eigenen Bedarf müssen sie sich außer der Arbeitszeit selbst auf der Hinterplattform stehen gebliebenen Mannes, riß ihn von Nichte des Bürgermeisters verlobte. Die weiteren Erhebungen erbeschaffen. Also 428,40 m. erhält ein Gutsarbeiter pro Jahr dem Waggon herunter und ohrfeigte ihn vor versammeltem gaben schließlich, daß die beiden Lehrer völlig ohne Grund von nebst Wohnung und 60 Centnern Kartoffeln, von denen beim Aus- Publikum nach allen Regeln der Kunst. Der gemaßregelte Gatte, ihrem Vorgesezten denunziert wurden, während dieser schon seit acht es handelte sich augenscheinlich um einen Familienzwist, ließ die Jahren im Verdachte steht, unfittliche Manipulationen mit Kindern suchen jedoch nur 54 Centner übrig bleiben, und wovon die Hälfte Grekution geduldig über sich ergehen und folgte dann ruhig der begangen zu haben. Sch. wurde wegen vier Verbrechen wider die noch als Futterkartoffeln zu betrachten sind, während der Frau, die ihn förmlich in eine Droschke hineinschleuderte. Unter dem Sittlichkeit, begangen an Schulkindern, zu zwei Jahren Gefreie Arbeiter mit 535,50 M. für 3529 Stunden entschädigt Beifallsgeschrei des Publikums fuhr dann das Ehepaar die Lothringer fängnis verurteilt. wird. 15% Pf. pro Stunde, ist der Lohn für eine straße entlang. Gerichts- Zeitung. der Etwas von der„ Ordnung" auf dem städtischen Schlachthofe Berlins. Eine für das Gebiet des Berliner Schlachthofes erlassene Polizeiverordnung vom 4. Oftober 1900 bestimmt, daß den Anordnungen der Aufsichtsbeamten Folge zu leiſten ſei und Zuwiderhandlungen bestraft würden. Nun ist weiter eine Instruktion erlassen worden, wonach es den Arbeitern verboten iſt, mehr als zwei Flaschen Bier in den Schlachthof einzuführen. Der Portier verweigerte des halb dem Hausdiener eines Restaurateurs, der zehn Flaschen Bier bei sich hatte, den Eintritt in den Schlachthof. Der Besteller des Bieres, der Schlächtergeselle Hönicke, der sich und einen Kollegen damit für den ganzen Tag versorgen wollte, es sollte in den Keller kam dazu und nahm das Bier trotz des Verbots ab. Er erhielt darauf eine Anklage wegen Uebertretung der genannten Polizei- Verordnung und der Instruktion. Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 4 M. und das Landgericht I zu Berlin wies seine Berufung mit der Begründung ab, daß die Polizeiverordnung vom 4. Oktober 1900 rechtsgültig sei, weil sie die Ordnung auf dem Viehhofe in zulässiger Weise regele und daß die Instruktion für den Schlachthof sich im Rahmen der Polizeiverordnung halte. Der Angeklagte legte Revision ein und bestritt die Gültigkeit der fraglichen Vorschrift und die Anwendbarkeit der Polizeiverordnung in seinem Falle. Das Kammergericht verwarf jedoch die Revision mit folgender Begründung: Die Aufrechterhaltung der Ordnung sei ein wichtiger Faktor auf dem Schlachthofe. Es sei wichtig, dafür zu sorgen, daß nicht zu große Quantitäten Alkohol eingeführt würden. Das Verbot sei berechtigt und die Polizeiverordnung von 4. Oktober 1900 anwendbar, da der Portier im Interesse der Ordnung auf dem Schlacht hofe die Uebertretung der Instruktion zu verhindern habe. Aus Induftrie und Handel. Die Stabeisen- Konvention der Berliner Eisenhändler hat sich aufgelöst, doch wird der„ Voss. Ztg.", wie sie berichtet, von zuständiger Seite bestätigt, daß schon nach wenigen Wochen die Händler zu neuen Verhandlungen zusammentreten werden, die Syndikatsidee mithin keineswegs abgethan ist. Hierzu sei auch umsoweniger Veranlassung, als die Eisenhändler in den verschiedenen Orten sich zusammenschließen und ein Zusammenschluß durch die allgemeine Marktlage gerechtfertigt erscheine. Bei Werkspreisen, die jetzt per Tonne 110 M. ab Oberhausen bezw. Dortmund für Flußeisen gelten, scheine ein Preis von 13,50 M. pro 100 Kilogramum, den die Konvention seit Monaten aufrecht erhalten habe und der schon zu einer Zeit bestand, als die Werke 100 m. und weniger forderten, unter Berücksichtigung der Frachten nicht den konjunkturellen Verhältnissen zu widersprechen. Aus der Frauenbewegung. Schöneberg. Die Frauen und Mädchen werden hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß am 3. Juni, abends 812 Uhr, bei Obst, Meiningerstr. 8, eine öffentliche Versammlung für den Frauen- Wahlverein Teltow- Beeskow stattfindet. Dr. Alberty wird einen Vortrag halten über:" Welches Interesse haben die Frauen am Ausfall der Reichstagswahlen?" Frauen und Mädchen! Es ist Eure Pflicht, dafür zu agitieren, daß unsre Versammlung gut besucht wird. Er füllen wir Frauen unsre Pflicht und helfen wir den Männern im Kampfe um das gleiche Recht für alle. Die Vertrauensperson. Schellfische in allen Grössen Verfammlungen. Dienstmädchens Blank gegen Zahlung von 120 M. angenommen, die Kleine aber sofort für 20 M. monatlich an eine Frau W. in Harburg Die Bauanschläger hatten am 25. d. Mts. eine gut besuchte in Pflege gegeben. Da diese Frau keine weitere Zahlung erhalten öffentliche Versammlung, welche Stellung zur Lohnfrage nehmen konnte, gab sie das Kind an die Wiese zurück. Dieses Kind der Blank sollte, weil der Meistertarif am 1. Juli d. J. abläuft. Da am Orte wurde nun für das Kind der Berkefeld, die in Wirklichkeit gar nicht zwei Vereinigungen bestehen, wurde die Lohnfrage zurückgestellt und geboren hatte, ausgegeben und nach Dr. Goldschmidt in London geerst erwogen, ob es nicht möglich wäre, sich wieder zu einem Bunde fandt. Die Hamburger Polizeibehörde hat sich mit der Londoner zusammenzuschließen. Bei dieser Gelegenheit gerieten die Kollegen Kriminalpolizei und auch mit der amerikanischen Polizei in Verbeider Richtungen oft hart aneinander. Schließlich gelang es den bindung gesezt, um Licht in die Angelegenheit zu bringen. Kollegen Loos und Eckert durch vortreffliche Referate die Gemüter zu beruhigen, so daß in eine sachliche Diskussion eingetreten werden wo auch die Angelegenheiten vom letzten Streit gestreift wurden, konnte. Nach der nun folgenden ruhigen gegenseitigen Aussprache, gelangte der Antrag vom Kollegen Plieth, daß die Vorstände beider Richtungen behufs der Lohn- und Zusammenschlußfrage in Verbindung treten sollen, gegen 7 Stimmen zur Annahme. Eingegangene Druckschriften. Beuthstr. 2) haben soeben das Juni- Heft ihres 9. Jahrganges erscheinen Die Socialistischen Monatshefte"( Administration: Berlin SW. 19 lassen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Paul Kampffmeyer: Neuer Wind in den Segeln der Socialdemokratie. Eduard Bernstein: Der neueste Jahresbericht des englischen Maschinenbauer- Verbandes und in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung: für unsre Bergarbeiterschaft. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 31. Mai, vormittags 10% Uhr, seine Moral. Wilhelm Düwell: Die Wurmkrankheit, eine ernste Gefahr ebendaselbst:" Festvortrag" des Herrn Waldeck Manasse. Gäste, Damen Reichstagswahlen. Frl. Jda Altmann:" Festvortrag". Montag, 1. Juni, vormittags 10%, Uhr, die Reichstagswahlen. und Herren, sehr willkommen. Vermischtes. nataAdele: Ein Dichter des jüdischen Proletariats... Robert Schmidt: Die Gewerkschaften und Heinrich Peus: Die Genossenschaften und die Henriette Fürth: Die Frauen und die Reichstagswahlen. Leonhard Levison: Zur Theorie der Krisen. Dr. Gustav Kühl: Edvard Munch. Dr. Friedrich Herz: Heinrich Driesmans' Rassentheorie. Politik von Richard Calwer. Wirtschaft von May Schippel. Socialistische Bewegung bon Simon Rabenstein. Gewerkschaftsbewegung von Ernst Deinhardt. Genossenschaftsbewegung von Gertrud David. Socialpolitik gon Paul Socialwissenschaften von Dr. Ch. Schitlowsky. Kampffmeyer. Sociale Kommunalpolitik von Dr. Hugo Lindemann. Dr. Alfred Blaschko und Dr. Willy Hellpach. Bücher von Sigmund Kaff, Revuen von P. Lozynskyj. Als künstlerische Beigabe bringt das Heft ein Selbstporträt von Der Preis des Heftes Edvard Munch( nach einer Lithographie). zu beziehen durch alle Buchbeträgt 50 Bf.; vierteljährlich 1,50 m. Nr. 7425), ferner direkt durch den Verlag der" Socialistischen Monatshefte", handlungen, Kolporteure und durch jede Postanstalt( Post- Zeitungskatalog Beuthstr. 2, Berlin SW. 19( Busendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Couvert). Probehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfügung. behörde auf die Spur gekommen. Die in der Wilhelminenstraße Einem schwunghaften Kinderhandel ist die Hamburger Polizeiwohnende Frau Elisabeth Wiese hat schon seit längerer Zeit neugeborene Kinder in Pflege genommen, über den Verbleib von einigen dieser Kostkinder aber keine Rechenschaft geben können. Die Behörde hat festgestellt, daß sich die Wiese in drei Fällen von armen Dienstmädchen 100, 120 und 200 m. hat zahlen lassen, und dafür deren neugeborene Kinder in Pflege genommen hat. Sie hatte es aber nur auf das Geld abgesehen, denn sie gab die Säuglinge gegen eine Gebühr von monatlich 20 M. sofort weiter in Pflege; die erste Rate hat fie auch bezahlt, sich dann aber nicht mehr um die kleinen Wesen ge= fümmert, so daß sich deren Pflege- Eltern, da sie kein Kostgeld mehr erhielten, schließlich an die Polizei wandten, die die Kinder dann den Müttern wieder übergab. In andern Fällen konnte man jedoch den Verbleib der Kostkinder nicht feststellen. Das eine Kind soll nach Ostpreußen geschafft sein, wo es spurlos verschwunden ist. Die Be hörde glaubt auch, daß sich die Wiese der Kindesunterschiebung schuldig gemacht hat. Vor einigen Tagen ging nämlich eine Notiz durch die Bresse, daß eine Amerikanerin ein Kind unterschoben habe, um da durch in den Besitz einer reichen Erbschaft zu gelangen. Hierbei soll auch die Wiese die Hand im Spiele gehabt haben. Sie hat zu ver schiedenen Müttern gesagt, sie sollten ihr nur die Kinder geben, sie fönne fie gut nach England verkaufen. Thatsächlich hat sie auch in Gemeinschaft mit ihrer unehelichen Tochter Berkefeld ein Kind in England unterschoben. Die Berkefeld diente in London bei einem Dr. Swinemde. 763 GD Goldschmidt, der ein intimes Verhältnis mit ihr unterhielt. Vor Hamburg 760 SSD 3halb bd. 19 Petersburg 770 Still einigen Monaten teilte sie dem Dr. G. mit, daß sie sich in gesegneten Berlin 762 SO Umständen befinde, und sie reiste dann auf Kosten ihres Dienstherrn Frank.a.M. 759 NO nach Hamburg zu ihrer Mutter. Hier will sie einem Mädchen das München 761 D Leben gegeben haben. Sie schrieb an Dr. Goldschmidt und dieser Wien sandte ihr 1000 m.; er wollte aber das Kind sehen und schickte deshalb eine. Wartefrau nach Hamburg, um Mutter und Kind nach und etwas Neigung zu Gewittern. London zu bringen. Nun hatte die Wiese gerade das Kind eines Deutscher Metallarbeiter- Verband. Bericht des Vorstandes an die Generalversammlung in Berlin 1903. Geschäftsperiode der Jahre 1901 und 1902, 84 Seiten, Baupolizei- Ordnung resp. zu einem deutschen Baugesek. Berlin W. 57 Rost, Otto. Vorschläge zu neuen Bestimmungen für eine Berliner Nich. Eckstein Nachf.( H. Krüger). 15-20 Pf. pro Pfd. Cabliau 16 Pf., im Anschnitt ohne Kopf Seelachs 18 P., im Anschnitt. Rotzungen, kleinere Reederei 18 99 99 99 45 25. 99 99 18 Pf., grosse 35 99 97 Witterungsübersicht vom 29. Mai 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm richtung Wind Windstärke Better 4 heiter 3 heiter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke 19 Haparanda 764 S 20 Cort Wetter Temp. n. C. 2wolkenl wolfen! 16 14 757 DND 3bedeckt 1 polfen! 19 Aberdeen 4wolfen! 16 Paris 757 SD 2wolfen 19 763 CD 2wolfen! 18 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 30. Mai 1903. Borwiegend heiter und sehr warm bei mäßigen südöstlichen Winden Berliner Wetterbureau. Seezungen Tarbutt. Heilbutt Alle Fischarten sind infolge Bratflunder grosser Fänge soeben in grossen Mengen eingetroffen. Die Grosse Schollen Mittel mannigfachen Zubereitungen sind aus dem Steinbutt. umfangreichen Seefisch- Kochbuch, das jeder Käufer gratis erhält, ersichtlich. Ein Versuch mit diesen äusserst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen. Ebenfalls in frischer Ware sind die nebenstehend verzeichneten Fische eingetroffen. Austernfisch Goldbarsch pro Pfd. • 20-25 Pf. 35-40 " " " do. 30-35 • 27 77 " 17 1,20-1,30 M. " 9 1,20-1,50 " 60-70 Pf. 99 " 60-65 22 " 30-35 " " 30-40 " " 17 99 2,50 M. 29 60-65 Pf. 99 99 99 Seelachs Schellfisch Roche Marinierte Seefische zu billigsten Preisen. 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E.CH- P.99 Die Gaunerei des Unbewussten" 99 Kann man betrogen werden, ohne es zu wissen? Zweifellos. Kann man aber auch betrügen, ohne es zu wissen? Schwerlich. Deshalb kann im Verkehre der einzelnen Personen von einem unbewussten Betruge niemals die Rede sein; sondern wer betrügt, wird jedenfalls auch immer wissen, dass er betrügt. Was aber zwischen den Einzelnen nicht möglich ist, ereignet sich im wirtschaftlichen Verkehr der Gesamtheit tagtäglich im allergrössten Massstabe, und doch gelangt der dabei angewendete Kniff den Betrügern genau so wenig zum Bewusstsein, wie den Betrogenen. Im gesamten wirtschaftlichen Zusammenwirken der Menschen giebt es also in der That eine„ Gaunerei des Unbewussten", wie Julius Hucke in seinem jüngst erschienenen Buche: ,, Das Geld- Problem und die sociale Frage. Eine gemeinverständliche Darlegung der im heutigen GeldGebrauche steckenden Ursachen des socialen Uebels." 5. Auflage. Geheftet 6 M. Verlag von Mitscher& Röstell, Berlin. 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Die Mittelstandsrettung sei das Schlagwort der Konfervativen, obwohl sich die zu Gunsten des Mittelstandes borgeschlagenen Gesetze als völlig unwirksam erwiesen hätten.- Die Freis finnigen holten die ältesten Ladenhüter hervor und riefen zum Kampf gegen den Umsturz. Nur mit den Krücken der andern Parteien seien sie in den Reichstag gekommen. Seit Jahrzehnten stimmten die Arbeiter bei den Stichwahlen für sie als dem kleineren Uebel, während nach der ganzen Praxis und den Aussprüchen des Herrn Wiemer in Nordhausen die Konservativen als das kleinere Uebel für die Frei finnigen in Betracht kämen. Diesmal aber würden sie ihr blaues Wunder erleben. Mit dem Anschwellen der Socialdemokratie schwinde auch der Gegensatz bei den bürgerlichen Parteien, deshalb müsse alle Anstrengung gemacht werden, den Kreis im ersten Wahlgange zu erobern. Donnernder Beifall folgte den Ausführungen Fischers. In der Diskussion trat ein Herr Geride auf, der vorgab, weder Freund noch Feind der Socialdemokratie zu sein. Er wünschte Aufhebung der Freizügigkeit, Einführung staatlicher Arbeitsnachweise und Pensionsberechtigung aller deutschen Arbeiter; im übrigen schien es ihm der Professor v. Wenckstern doch ein wenig angethan zu haben. Genosse Fischer zeigte in seinem Schlußwort, was man von Wenckstern erwarten dürfe. Die Freizügigkeit könne man nicht mehr abschaffen, ebenso wenig sei der staatliche Arbeitsnachweis ein Heilmittel für unfre Zeit. Es giebt keine andre Befreiung für die Arbeiter, als durch die Arbeiter selbst. Allseitiger Beifall folgte diesen Darlegungen und mit einem Hoch auf die Socialdemokratie schloß der Vorsitzende die Versammlung. Weise vor etwa 2000 Personen die wichtigsten socialen und politischen gebend ist für die Stellungnahme der Reichstagswähler. Bei seiner Kritik des Militarismus zu Wasser und zu Lande und bei der Entwicklung der principiellen Stellung der Socialdemokratie dazu betonte Redner unter jubelnder Zustimmung, daß die Völker nicht dazu da feien, bis an die Zähne bewaffnet sich wie wilde Tiere gegenüber zustehen und auf den Moment zu warten, wo man über einander herfalle. Die Erörterung des Zolltarifs, seines Zustandekommens und der Bedeutung guter Handelsverträge gab dem Redner Anlaß, mit der Freisinnigen Volkspartei als der Helfershelferin der Reaktionäre gründlich abzurechnen. Redner schloß mit einem flammenden Aufruf zum Kampfe, der in die Worte ausklang: Sorgen Sie dafür, daß am Abend des 16. Juni die befreiende Kunde in die Welt gehe: auch über dem fünften Berliner Wahlkreis weht sie wieder, die rote, die socialdemokratische Fahne.( Stürmischer Beifall.) Der socialdemokratische Kandidat Robert Schmidt, den die Verfammlung mit lebhaftem Beifall begrüßte, nahm darauf das Wort zu einer Ansprache, in der er die gegnerischen Parteien Revue passieren ließ und die Socialdemokratie als den Hort politischer Freiheit, wirtschaftlichen Wohlergehens und der Gerechtigkeit feierte. Die Hörer und Hörerinnen spendeten wiederholt auf das lebhafteste Beifall, der fich noch träftig steigerte, als Genosse Schmidt mit dem Wunsche schloß, daß auch im fünften Kreis wieder die Socialdemokratie siegend ihr Haupt erheben möge. Herr Flatau stellte gegenüber einer Behauptung der Freisinnigen Zeitung", die Socialdemokraten suchten im fünften Wahlkreis die Juden einzufangen, fest, daß er, auf den man sich dabei beziehe, gar kein Socialdemokratsei, mit der Partei keinerlei Fühlung habe, und daß er mur deshalb für den fecialdemokratischen Kandidaten in mehreren Versammlungen eingetreten fei, weil die Socialdemokratie allein seinen jüdischen Glaubensgenoffen eine wirkliche Wahrung ihrer staatsbürgerlichen Rechte garantiere. Genosse Singer erklärte in seinem Schlußwort u. a., daß die Socialdemokratie teine Politik des Stimmenfanges treibe. Die Entscheidung darüber, wie man stimmen wolle, überlasse sie jedem einzelnem. Wenn die Partei für die Rechte alles dessen, was Menschenantlig trägt, und somit auch für die Rechte der jüdischen Mitbürger eintrete, dann sei das nur ihre verdammt Pflicht. Einen Dank dafür beanspruche sie nicht. Nachdem der Vorsitzende Wels die Versammelten noch zu energischer Bethätigung bei den Wahlarbeiten angefeuert hatte, schloß die Versammlung mit brausenden Hochs auf die Partei und die Genossen Singer und Schmidt. " Eine Wählerversammlung für den vierten Wahlkreis tagte am Donnerstag im Lokal" Zur Drachenburg" vor dem Schlesischen Thor. in der Genosse Waldeck Manasse über:" Die" Elenden" und ihre Gegner bei den Reichstagswahlen" referierte. Der Redner besprach die hohen idealen Biele der Socialdemokratie, ihre kulturförder lichen Bestrebungen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete und geißelte, oftmals durch stürmische Zustimmungskundgebungen unterbrochen, das volksfeindliche, kulturwidrige Gebahren der verschiedenen Im Schmargendorfer Wahlverein hielt Rechtsanwalt Dr. Broh Parteien, vom Bunde der Landwirte angefangen bis zu Eugen einen Vortrag über das Reichstags- Wahlrecht. In der Diskussion Richter, dem Schrittmacher der Reaktion. Ein treffendes Bild ent- wurde die Frage erörtert, ob Strafgefangenen, die im Besik der bürgerrollte der Referent hierbei namentlich vom Centrum und gab schließlichen Ehrenrechte sind und unter denen sich viele wegen politischer lich der Ueberzeugung Ausdruck, daß sich der 16. Juni zu einem herr- Bergehen verurteilte Genossen befinden, auch Gelegenheit zur Wahl lichen Siegestage der„ Elenden", der Socialdemokratie, gegenüber gegeben werde. Der Referent glaubte die Frage verneinen zu der einzigen reaktionären Masse gestalten wird. Im Anschluß an den Vortrag sprach eine Genoffin, die die Berliner Parteigenossen müssen. Es wurde gewünscht, daß sich zutreffendenfalles die Partei mit der Sache beschäftige. Briffe, wies, gestützt auf Versammlungsaufforderte, insbesondere unter den in der Provinz wohnenden An- berichte im Kreisblatt, hin auf die Schwärmerei des konservativen verwandten mündlich und schriftlich für die Aufklärung über den Kandidaten Hammer für alle militärischen, marinistischen und ZollSocialismus Sorge zu tragen. Eine weitere Diskussion wurde nicht beliebt, da sich Gegner, die zu dieser Versammlung ebenfalls ein- die Schädlichkeit des Freihandels für die Arbeiter und tennzeichnete forderungen, widerlegte die Behauptungen des Herrn Hammer über geladen waren, nicht meldeten. Nachdem der Vorsitzende noch zur die Unzulänglichkeit der deutschen Socialreform, die Herr Hammer regen Thätigkeit im Interesse der Partei aufgefordert, trennte sich aber als" glorreiche" That Wilhelms I. verherrlicht. Der Appell, die Versammlung mit begeisterten Hochs auf die Socialdemokratie am 16. Juni Herrn Hammer niederzustimmen, fand auch bei den und den Referenten. zahlreichen Gästen Zustimmung. Neu aufgenommen wurden 7 MitEine imposante Wählerversammlung für den fünften Wahlkreis glieder. tagte am 28. Mai im großen Saale des Handwerkervereins. Genosse Singer, stürmisch begrüßt, besprach in populärer schlagfertiger Briefkaften der Redaktion. Offenbach. Ihr Telegramm wurde uns leider so verstümmelt mit geteilt, daß wir es nicht gebrauchen konnten. 23. 2. Einen Brei aus pulverisierter Magnesia und Benzin auf den Fleck auftragen und nach mehreren Stunden vorsichtig entfernen. Nötigenfalls wiederholen. M. M. 100. Waschungen mit Boragwasser mildern das Uebel. Alle scharfen Mittel, wie Sublimat u. dgl., wirken nur vors übergehend. Jugend 22. Der Schwindelbericht wurde zuerst von der „ Eberswalder Zeitung", einem freisinnigen Organ, in Kolportage ge nommen, der Urheber war ein biederer Eberswalder Polizeimann. Er legte die Organe der bürgerlichen Presse zu Dutzenden hinein. Es leben die Nachfolgenden! Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: Uhr. A. G. Wenn die letzte Ratenzahlung oder Anerkennung im Jahre 1902 erfolgte, so tritt mit Ablauf des Jahres 1904 in Ihrem Falle Verjährung ein. F. 5. 33. Sie müssen um Konzession für Ihre Person einkommen. Arthur F. Welchen Weg Sie einzuschlagen haben, ist Ihnen, wie Sie bestätigen, mitgeteilt. Haben Sie ihn nicht eingeschlagen, so ist jetzt M. 2. 47. Einer Verkäuferin, ob mit oder ohne Vorbildung ist gleich, steht eine sechswöchentliche im Klagewege nichts mehr zu machen. Kündigungsfrist zum Duartals ersten zu. Die Frist darf durch Vereinbarung in eine Monatsfrist( zum Ersten des Monats) umgewandelt werden. Otto 11. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja. 4. und 5. Sie sind berechtigt und moralisch verpflichtet, sich unter solchen Umständen an das Vormundschafts Ein Beispiel für solchen Antrag finden Sie S. 221 gericht zu wenden. Nummer 13 des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. O. B. 20. Sie müßten auf Herausgabe flagen: ob dem Mechaniker eine nochmalige Bergütung zu steht, hängt davon ab, ob in der That die zweite Arbeit durch seine Schuld veranlaßt ist. Ein Zurückbehaltungsrecht steht ihm zu. 100. Ja. H. Mücke, Germendorf. Sie hatten den 1., nicht den 1. April geschrieben. Steht die Sachlage so, wie Sie sie jest schildern, so ist rechts zeitig gekündigt. Sie könnten dann auf Ermission flagen. Die Kosten trägt der unterliegende Teil. Sie können gegen ihn eine Klage auf Schadensersaz beim Amtsgericht anstrengen. C. M. 1. Der Betreffende kann beim Vormundschaftsgericht beantragen, ihm einen Vormund zu bestellen oder ihn für großfährig A. K., M. S. 29, zu erklären, und dann auf Zahlung flagen. D. B. 25. Nein. B. J. 62. Wiederholen Sie Ihre Frage unter Hinzufügen, wann und wo Sie geheiratet haben und ob Sie durch Vertrag Arlt, Tegel. Pintschstr. 1. Ja. Gütergemeinschaft eingeführt haben. Ein Schuldschein hat auch, wenn er nicht gestempelt iſt, Gültigkeit. Cen tönnen. Die Höhe des Stempels richtet sich nach dem Objett. Der Stempel würde aber wegen Stempelhinterziehung strafrechtlich vorgegangen werden ist in den ersten vierzehn Tagen zu verwenden. Die Stempelung besorgt jeder Stempeldistributär.- N.2.100. Sie können sich an das Kammergericht wenden. F. K. 03. Nein. J. B. 100. Ja. Bittan G. S. Das Gewerbegericht ist im Recht. H. D. 100. Ja, es kann das gesamte Urteil 6. G. 4. Der Vater haftet für den Schaden. nach beiden Richtungen hin geändert, der Kläger also freigesprochen, Sie klagen und dann die Wäsche pfänden lassen. höher verurteilt werden. 2. W. 202. Sie fönnen nur auf Zahlung war in der Annahme erteilt, sie seien bei einem Rechtsanwalt beschäftigt. W. Wolf. Die Antwort Sind Sie im Bureau( Amtsbureau) eines Amtsanwalts beschäftigt, so liegt Dr. B. 192. Nur teilweise richtig, aber erledigt. die Sache anders. 2. M. 14, Moabit. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja. 4. 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Pfingstfeiertag): Grosses Früh- Konzert Die Jungfrau von Orleans. Karl Montagabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Im Garten täglich Konzert. OOLOGISCHER Urania. ZCARTEN Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Heute Sonnabendnachm. 5 Uhr: Schiller O.( Wallner- Theater.) Von der Zugspitze Gr. Militär- DoppelJm weißen Rößl. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Hedda Gabler. Thalia. Charleys Tante. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Notbrücke. Belle- Alliance. Die schöne Galathée. Bunter Teil. Erwachen. Des Löwen Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Casino. Unser Goldjunge. Beckers Geschichte 2c. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Pajsage: Theater. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum Waz mann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Sonnabend, Anfang 8 Uhr: Gastspiel des Frl. Aurelie Revy und Herrn Siegfried Adler, beide vom Theater des Westens: Die Fledermans. Operette in 3 Atten von Joh. Strauß. Pfingstfonntag und Pfingstmontag, nachm. 3 Uhr: Die Fledermans. Abends 7%, Uhr: Der Zigeuner: baron. zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Erna Koschel Josefine Delcliseur Cake Walk- Zaretzki Trio. Ganz Berlin zerbricht sich schon den vierten Monat den Kopf über AGA! die schwebende Jungfrau! 14 erstklassige Nummern. Konzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahr. d. Hälfte. Am 1. u. 2. Pfingst- Feiertag, morgens 6 Uhr: Grosses arrangiert von den Parteigenossen des 4. Wahlkreises( Süd- Ost) in folgenden Lokalen in Treptow: Joel( ,, Victoria- Garten"), Köpenicker Landstraße Nr. 21/22. Karl Ludwig ( Park- Restaurant), Köpenicker Landstraße 25/26. Anfang 4 Uhr. Eintrittspreis 20 Bf.- Kaffeekochen: 1 Liter 60 Pfennig, 2 Liter 35 Pfennig. 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Centralverband der Handlungs- Verband deutscher GastwirtsIn Sachen der Lohnbewegung der mit dem Rabisputz beschäftigten gehilfen u. Gehilfinnen Deutschl. Arbeiter von Berlin und Vororten ist vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts Berlin in der Sizung vom 15. Mai 1903, an welcher teilgenommen haben: 1. Gewerberichter v. Schulz als Vorsitzender, 2. Ingenieur Bernhard der} 3. Generalsekretär des Bundes der als Vertrauensmänner der ArbeitArbeitgeber- Verbände Nasse 4. Former Sörsteny geber, 5. Tischler Ahrens als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, Sigung der Vertrauensmänner. nach zuvor erfolgter Anrufung durch beide Teile ein Für Berlin S0. und Rixdorf um 7 Uhr Stalizerstraße Nr. 59, Berlin O. und Lichtenberg um 8 Uhr Blumenstraße Nr. 38, Berlin N. um 82 Uhr Brunnenstraße Nr. 96, Weissensee um 8 Uhr König- Chaussee Nr. 55. 146/7 Die Mitglieder werden gebeten, ihren Vertrauensmann zu ersuchen, Der Vorstand. pünktlich zu erscheinen. Achtung! Volksgarten Achtung! früher Weimanns Volksgarten, Badstrasse 56. Montag, den 1. Juni 1903( 2. Pfingstfeiertag): Grosses früb- Konzert, veranstaltet von den Gesangvereinen ,, Loreley". ,, Lied hoch"( Mitgl. d. A.-S.-B.) verbunden mit Grosser Specialitäten- Vorstellung. Anfang 5 Uhr. Entree: Vorverkauf 20 Pf., an der Kaffe 30 Pf. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Vergleich nachstehenden Wortlauts zwischen den Parteien abgeschlossen worden, welcher in Gemäßheit des§ 76 des Ortsstatuts für das Gewerbegericht der Stadt Berlin vom 25. Juli 1902 hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. zwischen dem Verband der Gips-, Cement- und Deckenbau- Geschäfte für Vertrag Berlin und Vororte und dem Centralverband der Maurer Deutschlands ( Zweigverein Berlin). § 1. Die Lohnfäße der verschiedenen Gruppen werden wie folgt festgesetzt: a) Rabigpuzer bis 30. September 1903: 80, vom 1. Oktober 1903: 822 Pf. pro Stunde; b) Maurer bis 31. März 1904: 67, vom 1. April 1904: 70 Pf. pro Stunde; c) Cementierer, Spanner und Flechter bis 31. Dezember 1903: 622 vom 1. Januar 1904: 65 Pf. pro Stunde; d) Einschaler 55 Pf. pro Stunde; e) Buzerträger bei einem Buzer 55, bei zwei Buzern 65 Pf. pro Stunde; f) Hilfsarbeiter bis 31. Dezember 1903: 45, bom 1. Januar 1904 ab 47% Pf. pro Stunde. Arbeitnehmer, welche bisher höhere Löhne als die vorstehenden bezogen, erhalten diese Löhne weiter. Jahreszeit §. 2. Arbeitseinteilung. AnFrühfang ſtüc Mittag Besper Feier- Tägl Arbeitsabend zeit 7 " Bom 1. März bis 30. Sept. 7 Uhr 8-9 12-1 4-426 Uhr 9 Std. 1. Dft. bis 15. Dft. 8-9 12-1 4-4252" 81/2 72" 9-9 12-1 72 9-9 12-1 8 9-9 12-12 65/15 " 16. Dft. bis 15. Nov. Das Komitee. Mente's Volksgarten Auch Eingang " " 16. Nov. bis 30. Nov. 1. Dez. bis 15. Jan. 16. Jan. bis 15. Febr. 79-92 12-1 5 42 7/2 7 8 " 812 " 16. Febr. bis 28. Febr. 7 8-9 12-1 4-45 " Wenn oder wo die Lichtverhältnisse ungünstige sind, ist es gestattet, in der Zeit vom 16. Oktober bis 15. Februar durch Vereinbarung die vorstehende Arbeitseinteilung zu ändern mit der Maßgabe, daß die für die Lichtenberg, Roederstr. 35/36 ansberger Chauffee) ieweilige Jahreszeit feſtgeſetzte Stundenzahl nicht überschritten werden darf. 1. Pfingstfeiertag: Doppel- Konzert. 2. Pfingstfeiertag: Hamburger Sänger und Konzert. 3. Pfingstfeiertag: Grosses Konzert. § 3. Auf jedem Bau muß, soweit angängig, eine verschließbare Bude oder ein verschließbarer Raum vorhanden sein. Uebelriechende und Staub verursachende Gegenstände dürfen nicht in der Bude gelagert werden. § 4. Für Ueberstunden bis 9 Uhr abends werden 25 Prozent, für Nachtarbeit, die der Tagesschicht folgt, und Sonntagsarbeit werden 50 Prozent Aufschlag gezahlt. § 5. a) Für Arbeitsstellen, welche nicht mit der Stadt- und Ringbahn sowie mit den Straßenbahnen.( 10 Pfennig- Tarif) zu erreichen sind, wird eine Vergütung des Fahrgeldes geleistet, und zwar wird das volle Fahrgeld III. Klasse bis zur 20 Bf.- 3one des Vororts- Tarifs vom nächstliegenden FEUERWERK an allen drei Feiertagen. Sauptbahnhof an vergütet. Am 2. und 3. Feiertag: Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 10 Pfg. 1448b* Kinder frei. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 16702* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfeft. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfefte. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Gr. Ball. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag, früh 5 Uhr: Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Brodts Gesellschafts- Haus. 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Feiertag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Pauls- Kirchhofs in der Seestraße aus statt." Die trauernden Hinterbliebenen. Grosse Dampfer- Extra- Fahrten. Am 1. Feiertag: I. Promenadenfahrt nach dem Müggelsee. Abfahrt früh Nach Neue Mühle und Woltersdorfer Schleuse. Ab52 Uhr. Fahrpreis hin und zurück 0,50 M. fahrt 9 Uhr. Fahrpreis hin und zurück 1,00 M. Am 2. Feiertag: Die Vergütung für Kost und Logis unterliegt für außerhalb Berlins II. beschäftigte Arbeiter der freien Vereinbarung. § 6. Der Lohn ist wöchentlich( Sonnabends) zu zahlen. Kündigung ist in jedem Falle gegenseitig ausgeschlossen. Arbeitsordnungen, welche den hier getroffenen Vereinbarungen entgegen lauten, find ungültig. § 7. Differenzen aus diesem Arbeitsverhältnis werden von einer hierzu eingefeßten Kommission geregelt. Dieselbe besteht aus sechs Arbeitgebern und sechs Arbeitnehmern. Den Borsiz führt ein Arbeitgeber. Die Namen diefer Kommissionsmitglieder sind bei Abschluß dieses Vertrages beiderseits bekannt zu geben. § 8. Beide Teile verpflichten sich, diese Arbeitsbedingungen für alle ins Gewerbe einschlagenden Arbeiten zur Durchführung zu bringen. § 9. Dieser Vertrag gilt bis zum 30. September 1904 und bleibt stets wieder für ein weiteres Jahr bestehen, wenn er nicht von einer der beiden bertragschließenden Parteien drei Monate vor Ablauf aufgekündigt wird. b. g. 1. gez. E. Bernhard. A. Körsten. 2. Nasse. Robert Ahrens. v. Schulz. Für die Arbeitgeber: gez. W. Geride. Emil Helm. Günther u. Sollwedel. Schade u. Barth. Schutzmarke. Für die Arbeitnehmer: gez. Karl Niele. Karl Panser. Wilhelm Fritsch. Karl Heidemann. August Seidel Jos. Gremmer's Wwe. I. Nach Teupitz. Abfahrt 7 Uhr. Fahrpreis hin und zurück II. Nach Neue Mühle und Woltersdorfer Schleuse. Ab2,00 M. fahrt 9 Uhr. Fahrpreis hin und zurück 1,00 M. Am 3. Feiertag: I. Nach Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt 9 Uhr. 16612* II. Nach Neue Mühle und Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt 2 Uhr. Fahrpreis hin und zurück 0,50 M. Abfahrt von der tralanerbrücke an der Waisenbrücke( Station ,, Kahnt& Hertzer"). Hermann Hertzer, Schlesischestrasse 10.( Tel. Amt 4. 6718. Louis Kahnt, Stralau, Tunnelstrasse 34.( Tel. Amt 7. 580.) Partei- Speditionen: Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwald er straße 30, b. part.- Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31 Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, Gr. Frankfurterstr. 133, Hof part. SO.: Paul Böhm, Laufiberplay 14/15 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Starl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger RosenVorstadt: Emil Stolkenburg, Wiesenstr. 41/42. thaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschke, Rügenerstr. 24 born part. links. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien Allee 95/96. Alt Glienicke: W. Pries, Rudowerstr. 68. 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