Nr. 126. Abonnements- Bedingungen: 1 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z Mart, für das übrige Auslans a Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Der Wahlkampf und die Anfgaben des kommenden Reichstags. II.( Schluß.) Bei dem Kampfe gegen das Agrariertum handelt es sich um ein Lebensinteresse nicht nur des Proletariats und der Nation, sondern auch der Bourgeoisie und des Liberalismus selbst. Und doch giebt der letztere lieber dieses Interesse preis, als daß er der Socialdemokratie einen Erfolg gönnte. Mittwoch, den 3. Juni 1903. nur das Produft eines sehr beschränkten Kreises und wurde ohne Sommissionsberatung begraben. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. fann, nie des Glaubens sein kann, daß Singer oder Bernstein als Präsident an Stelle unfres verehrten Hohenzollerntaisers diesen Heute befinden wir uns wieder in einer Krisenzeit. Der An- Schutz dem Auslande gegenüber je gewähren wird. Wir zählen schein, als wäre sie bereits überwunden, als bedeutete die augen Schnapsflasche und sechs Kinder besitzen, obgleich sie kaum das nicht zu den unzufriedenen Elementen, die nur eine blidliche geringfügige Besserung bereits den Anfang zu einem er- v a hlfähige Alter haben, die aber begehren, was ein neuten Aufstieg, ist höchst trügerisch. Noch steht die Krise aus, die solider Arbeiter sich in vielen Jahren, in viel späterem Alter erst in Amerika auf die Prosperität ebenso notwendig folgen erworben, und geschüßt wissen will, allerdings nicht durch Zubeil, muß, wie sie hier folgen mußte, und die dort ebenso denn sein Geschäft ist der Schnapsverkauf." viel schwerer werden muß, als der Aufschwung größer Das Cirkular redet zwar auch von soliden Arbeitern, aber was war. Ob die augenblickliche Börsenpanik in New York und der darunter verstanden wird, geht aus der Wendung hervor, daß die Rückgang der Eisenpreise schon die volle Krise einleiten oder nur Besizer der Schnapsflasche und der sechs Kinder das begehren, was Sind aber die bürgerlichen Oppositionsparteien schon so unsichere Vorboten find, das leise Grollen, das das heraufziehende Unwetter die soliden Arbeiter erworben haben. Die„ soliden Arbeiter", das Kantonisten in einer Sache, bei der ihre dringendsten Interessen in ankündigt, ist schwer zu entscheiden. Aber kommen muß die Krise sind die Leute, die in der glücklichen Lage sind, das zu sparen, was andre für sie erwerben, die Unternehmer nämlich. Der solide Frage kommen, dann fann man sich leicht vorstellen, welches ihre auf jeden Fall, und selbst wenn der„ Boom" die augenblickliche Arbeiter, den wir kennen, der hat nichts, was jemand begehren Haltung in Angelegenheiten sein wird, bei denen es sich nicht Panit überwinden, ja selbst wenn eine ungewöhnlich günstige Gente tönnte. oder nur wenig um das bürgerliche, vielmehr vornehmlich um ihn noch über den Herbst hinausschleppen sollte, so ist doch sicher Der Schnapsverkauf, den Zubeil angeblich ausüben soll, gilt das proletarische oder das allgemeine Volks interesse handelt. Der das Fortbestehen des Aufschwungs in Amerika nur noch nach übrigens den Konservativen, sobald er von einem konservativen kommende Reichstag wird aber natürlich nicht ausschließlich mit Monaten, nicht mehr nach Jahren zu zählen. Die amerikanische Herri betrieben wird, für nicht viel unedler wie die einträgliche Bollsachen beschäftigt sein. Krise muß aber die Weltkrise aufs äußerste verschärfen; ist doch die Schnapsbrennerei, die von den konservativen Junkern mit so viel Das Militärquinquennat wird 1904 zu Ende gehen, neue amerikanische Prosperität allein es gewesen, die sie bisher milderte Fleiß betrieben wird. Militärlasten stehen in sicherer Aussicht, vor dem Militarismus aber und die leichte Besserung der letzten Monate verursachte. Socialdemokratie und freier Bürgerstand. Wer ist schuld an liegen alle Parteien auf dem Bauch. Sie sind alle militär- Mit der Verschärfung der Krise haben wir auch eine Ver- der Blüte Bremens? Antwort: Herr Frese von der Freisinnigen fromm geworden, die Freifinnige Volkspartei nicht aus- schärfung der Klassenfämpfe, vermehrte Anfeindungen der Arbeiter- Bereinigung, der die Hansastadt bisher im Reichstag vertreten hat. Es ist bezeichnend, daß Eugen Richter in seinem organisationen und ihrer rechtlichen Grundlagen zu erwarten. In einem sehr spaßhaften Flugblatt werden die freisinnigen Verdienste " Socialistenspiegel" das Eintreten der Socialdemokratie für Diesmal aber dürfen die Arbeiter dabei auf niemand um Bremens Blüte" wie folgt dargestellt: genommen. • das Milizsystem zu ihren Todsünden rechnet. Er thut dies nicht, gedrängt von überwältigenden Argumenten zu Gunsten der stehenden Heere. Im Gegenteil, er ist in höchster Verlegenheit, wie er deren Notwendigkeit begründen soll; er möchte gern nachweisen, daß das Milizsystem ebenso teuer ist, wie das stehende Heer als ob es nicht auch in diesem Falle, wegen des Fortfalls der Lasten der Tangen Dienstzeit, billiger, vor allem aber demokratischer wäre-; aber um seinen Nachweis zu führen, rechnet er die schweizerische„ Ersaz steuer derjenigen, welche vom persönlichen Militärdienst befreit sind", zu den Kosten des Milizsystems! Der große Finanzmann rechnet eine Steuer, also eine Einnahme, zu den Ausgaben des Budgets! Seinen größten Schwachfinn bietet der Freifinn auf, um den Militarismus gegen die Socialdemokratie zu verteidigen! " Wie könnte man von ihm erwarten, er werde im Verein mit ber Socialdemokratie dem Militarismus energisch entgegentreten! Wer aber A sagt, muß auch B sagen, wer nicht die Courage hat, dem Moloch neue Opfer abzuschlagen, muß ihm auch diese Opfer zuführen. Unsre bürgerliche Oppofition wird sich aber hüten, sie dem Besitz zu entnehmen. Werden neue Steuern notwendig, dann wird auch der Freisinn sich entschieden gegen eine Erhöhung der direkten Steuern wehren und für eine neue direkte Steuer eintreten. rechnen, als auf sich selbst und ihre Partei, die Socialdemokratie. Von der bürgerlichen Demokratie, die aus Haß gegen die Socialdemokratie heute ihr eignes Programm schon dort mit Füßen tritt, wo sie dadurch die bürgerlichen Interessen gefährdet, fann unmöglich eine energische Verfechtung demokratischer Freiheiten, die vornehmlich dem Proletariat zu gute kommen, erwartet werden. Die Beispiele, die der Verfasser von„ Eugen Richters Socialistenspiegel" über die Haltung des Freisinns gegenüber dem Koalitionsrecht und dem Kieler Kommunalwahlrecht giebt, reden eine deutliche Sprache und bestätigen, was allgemeine Erwägungen nabe legten. Handelt es sich bei dem heutigen Wahlkampfe mehr als je allein um die Socialdemokratie, gegen die alle bürgerlichen Parteien in weit höherem Maße zusammenstehen, als sie es früher gethan, so wird auch im kommenden Reichstage die Socialdemokratie mehr als je allein stehen, wo es die Wahrung der Freiheiten und Rechte der Voltsmassen gilt, werden sich auf die Seite der Vergewaltiger des Volkes immer mehr selbst die demokratischen bürgerlichen Parteien schlagen. Um so dringender ist es notwendig, nicht bloß möglichst viele Stimmen zu gewinnen, sondern auch möglichst viele socialdemofratische Abgeordnete in den Reichstag zu entsenden. Die Wahl eines Auch dieser Wolfsverrat spiegelt sich bereits im„ Socialisten- focialdemokratischen Abgeordneten ist nicht mehr bloß spiegel" wieder in dem Vorwurf, der dort gegen die Socialdemokratie Demonstration, sondern auch eine praktische That; die Socialdemo erhoben wird: Sie stimmt nicht für Vermehrung oder Er- fratie allein repräsentiert heute im Reichstage die entschiedene Verhöhung der Verbrauchsabgaben, sondern verweist( zur tretung der Volksrechte, die entschiedene Oppofition gegen jede Deckung der Kosten von Verbesserungen der Beamtenbesoldungen) Neaktion. Nicht nur auf die Zahl unsrer Stimmen, auch auf die darauf, daß man ja Einkommensteuern und Vermögens- Zahl unsrer Mandate kommt es diesmal an. steuern im Reiche einführen könne." Weniger als je dürfen wir diesmal auf die Stichwahlen hoffen, Das ist nach Eugen Richter nicht etwas Löbliches und Not- angesichts der reaktionären Masse, die geschlossener als bei jeder wendiges; es wird als ein Beweis der verwerflichkeit der früheren Wahl gegen uns auftritt. Schon im ersten Wahlgange Socialdemokratie angeführt. Mit Recht erklärt der Kritiker in müssen alle Kräfte aufgeboten werden; wir müssen trachten, schon „ Eugen Richters Socialistenspiegel":" Damit ist Eugen Richter bis im ersten Ansturm zu erobern, was zu erobern ist. Nichts wäre zur Verleugnung eines der ältesten und festesten freisinnigen verderblicher, als eine berfrühte Siegeszuversicht, die glaubt, den Grundsäße fortgeschritten, in dem die Partei sich bisher mit der Sieg schon in der Tasche zu haben und die auf den bekannten Socialdemokratie berührte, bis zur Ablehnung direkter Vorschußlorbeeren ruht, bevor sie geerntet sind. Reichssteuern... Es ist bisher nicht beachtet worden, daß gemäß Gewiß, wir dürfen auf einen großen Sieg rechnen. Wir müssen dieser Entwicklung der Freifinnigen Volkspartei sie die in ihrem aber auch einen großen Sieg erringen, sollen wir die Kraft haben, Eisenacher Programm( 1894) enthaltene Forderung progressiver Be- alle die großen Aufgaben zu lösen und uns in den großen Stürmen steuerung von Einkommen und Erbschaften aus dem jetzt geltenden zu behaupten, die in den nächsten Jahren unser harren. Programm gestrichen hat." Sie wird daher die Kosten ihres bevorstehenden Umfalls in der Militärfrage durch indirekte Steuern aufzubringen suchen. Handelsverträge auf Grund der Minimalzölle, die hohe Erträge abwerfen, müssen ihr daher willkommen sein. Aber auch der Brotwucher wird nicht genügen, den unersättlichen Appetit Molochs zu stillen. Nun werden eher Tabak und Bier herhalten müssen, als daß der Freifinn die stärkeren Schultern belastet. Bom Centrum ist natürlich nichts Besseres zu erwarten. Und der Marinefanatismus derer um Barth aber ist bekannt. Die gleiche Treulosigkeit, wie in der Militär- und Steuerfrage darf man der bürgerlichen Opposition bei der Frage der Erhaltung jener Rechte zutrauen, deren das Proletariat bedarf, um sich ökonomisch und politisch geltend machen zu können, vor allem des st oalitions rechts und des Wahlrechts. Wahlkampf. Internationale Sympathiekundgebung. Wir erhalten folgendes Telegramm: Der Parteitag der holländischen socialdemokratischen Partei, gehalten in Enschede, wünscht der deutschen Schwesterpartei alles Glück in dem bevorstehenden schweren Kampfe und spricht die Erwartung aus, daß der Sieg der deutschen Arbeiterklasse für die Sache des internationalen Proletariats von großer Bedeutung sein wird. Hoch die deutsche, hoch die internationale Socialdemokratie. Der Parteisekretär. van Kuykhof. Der Bater hat vielleicht alles versoffen. Jenes brutale Wort, womit seiner Zeit der Junker Arnim wahre konservative Gesinnung unvorsichtig der Deffentlichkeit verriet, werden die Arbeiter nicht wieder vergessen. Was man auch versucht hat, es zu entschuldigen, es wieder gut zu machen; weß das Herz voll ist, deß geht der Mund flasche zusammengehören. Deffentlich wird das nicht gleich wieder ein Konservativer sagen; wenn sie unter sich sind, machen sie jedoch gar kein Hehl daraus, daß ihnen der Junker Arnim aus der Seele gesprochen hat. Diese Rechte find in Zeiten einer wirtschaftlichen Krisis immer am ehesten bedroht, weil da die Klassengegensätze sich schroffer zuspizzen. Den deutlichsten Beweis liefert England. Jene Auffassung über. Es ist konservative Dentart, daß Arbeiter und Schnapsdes Koalitionsrechtes, die den englischen Gewerkschaften ihre rasche Entwicklung ermöglichte, erstand in der Epoche, wo der Freihandel und die industrielle Ueberlegenheit den glänzenden Aufschwung Englands ermöglichten. Seitdem seine Konkurrenten, Deutschland und Amerika, es überholen und ihm schwere Konkurrenz auf dem Weltmarkt bereiten, erneut sich die Feindseligkeit gegen die Gewerkschaften und das Streben, das Koalitionsrecht einzuengen. " * Nächst dem Gedeihen unsres gesamten deutschen Vaterlandes giebt es für uns keine wichi gere Aufgabe als die Förderung der Blüte Bremens!! Von ihr hängt unser aller Wohlfahrt ab. Handel und Industrie, Schiffahrt und Landwirtschaft müssen gedeihen, wenn der einzelne vorwäris kommen will! Unser Banier ist der freie Verkehr; es gilt, davon so viel zu retten, wie unter den heutigen widrigen Zeitläuften möglich ist. Wenn Handel und Verkehr blühen, so hat nicht nur der Kaufmum und Reeder seinen guten Verdienst, vielmehr erstreckt sich die Bohlfahrt auf alle: Die Industrie verdient, kann zahlreichen. fann zahlreichen, Arbeitern Beschäftigung gewähren und ferner Bremen den Ruhm sichern, den höchsten ortsüblichen Tagelohn in ganz Deutschland zu zahlen. Der Ladenbefizer erfreut sich des Zuspruchs durch hiefige und fremde Kundschaft. Der Fremdenverkehr ist lebhaft, die Fuhrwerke haben zu thun. Das Handwerk erfreut sich zahlungsfähigen Rundschaft. Die Gehälter der Handlungsgehilfen richten sich nach dem Gedeihen des Handels. Die Landwirtschu unfres Gebietes spürt es, wenn auch nicht am Preise des Getreides das ja hier wenig gebaut wird so an der Verkäuflichkeit aller andern Erzeugnisse. Die Staatseinnahmen Bremens wachsen, so daß unsre Finanzen nicht auf neue Steuern angewiesen sind, sondern die Möglichkeit der Gehaltsverbesserung für unsre Beamten zulassen. Die Blüte Bremens ist die Vorbedingung für alles! Der Schluß des Aufrufes lautet: einer -ft Wähler des Reichstagswahlkreises Bremen: Gebt nicht der Socialdemokratie noch weiteren Einfluß über unsren Wahlkreis. Jeder ihrer Fortschritte bedeutet eine Schädigung aller, ganz besonders des von ihr selbst so heiß umworbenen Mittelstandes. Jeder ihrer Fortschritte beschwört zugleich die Gefahr einer Reaktion herauf, in welcher als großes Hauptopfer das allgemeine Stimmrecht fallen wird, in dessen Sturz alle andren Bolksfreiheiten verwickelt werden. Verteidigen wir bie Wohlfahrt des Gesamtvaterlandes und zugleich die Blüte Bremens! Davon hängt es ab, ob es uns wohl ergeht oder nicht, uns allen, seien wir Handwerker oder Gelehrte, Kaufleute oder Lohnarbeiter, Landwirte, Beamte oder Industrielle oder was sonst. Die Tante Boß ist ganz begeistert von dieser, jeistigen Arbeet". Sie bemerkt tieffinnig: Schärfer und genauer ist wohl selten zum Ausdruck gebracht worden, was den Bürgerstand einer großen Handelsstadt von der Socialdemokratie scheidet." Wenn der Unterschied durch den Flugblatt Blat gekennzeichnet ist, so bestünden die Differenzen zwischen Bürgerstand und Socialdemokratie lediglich in dem Unterschied zwischen Unsinn und Verstand. Die famose freisinnige Taktit, dadurch den freien Verkehr zu retten, daß man ihn preisgiebt, ist ebenbürtig der prachtvollen Losung: Nur teine Opposition, das stärkt die Reaktion! Darum hat vermutlich der Freisinn Stück für Stück die Interessen eines wirklichen liberalen Bürgertums ge opfert, aus lauter Furcht vor der Möglichkeit eines Sieges und der daraus folgenden Reaktion. Der Freifinn hält es ganz überflüssigerweise für notwendig, zu erklären, daß er kein Löwe sei, sondern nur ein ganz harmlofer Handwerker: Ihr, Fräulein, deren Herz fürchtet die kleinste Maus, Die in monströser Gestalt thut auf dem Boden schweben, Mögt igo zweifelsohn' erzittern und erbeben, Wenn Löwe, rauh von Wut, läßt sein Gebrüll heraus. So wisset denn, daß ich Hans Schnock der Schreiner bin, Kein böser Löw' fürwahr, noch eines Löwen Weib; Denn täm' ich als ein Löw' und hätte Harm im Sinn, So dau'rte, meiner Treu', mich mein gesunder Leib. Das Publikum dieses Shakespearischen Löwengastspiels ist recht erbaut von dieser häßlichen Bestie. Einen rechten Fuchs an Herzhaftigkeit" nennt es fie und eine Gans an Klugheit". Aber kein Zweifel, wenn der Löwe nur Schnock der Schreiner ist, keine Flinte wird auf ihn zielen. Der Löwe braucht nur aufzuhören, Löwe zu sein und selbst die Reaktion" verbietet ihm nicht das Brillen, womit nicht gesagt sein soll, daß der Freifinn jemals etwas andres gewesen wäre als Schnod der Schreiner in der Löwenhaut! So lesen wir in einem an konservative Vertrauensmänner gerichteten, nicht für die Deffentlichkeit bestimmten Cirkular: " Wir wollen nicht durch einen Gastwirt Zubeil vertreten sein. Kommen noch mehr Socialisten in den Reichstag, so wird jede Der Freifinn als Lehrer des Versammlungssprengens. Es ist Etwas Aehnliches können wir in Deutschland beobachten. Das nationale Wehr- und Thatkraft unmöglich, wir gehen der Anarchie, eine bekannte Erscheinung, daß in allen Vorwürfen, die von den Socialistengesetz, das sich gegen die gesamte Arbeiterbewegung dem Bürgerkriege entgegen. Aus dem Elend des Arbeiter- und Freisinnigen gegen die Socialdemokratie erhoben werden, nur ihr richtet und die gewerkschaftliche fast noch mehr schädigte als die Mittelstandes ziehen aber die Juden, die Führer der Socialdemo- eignes Wesen sich widerspiegelt. Auch die Räubergeschichten von dem fratie, den Nußen. Sie wollen alle Herren werden, die ganze focialdemokratischen Versammlungsterrorismus, in denen die Freipolitische, kam zu stande in einer Zeit der Kerise. Der nächsten germanische Rasse wird zu Judenknechten. Die Aussicht giebt uns finnige Beitung" jest schwelgt, find lediglich Erinnerungen an fortKrisis entstammte das Umsturzgesetz( 1894), das nur an der Gier des Bie Socialdemokratie. Wir müssen eintreten für nationale Ent- schrittliche Heldenthaten. In dieser Hinsicht ist die folgende Zuschrift Centrums scheiterte, welches das Gesetz allzusehr seinen Privat- wicklung des Voltslebens nach modernen Grundsäßen, hauptsächlich lehrreich, die uns aus Königsberg i. Pr. zugeht: bedürfnissen angepaßt hatte. Das Buchthausgeset dagegen, das in durch Schaffung eines starten Mittelstandes, der auch der nationalen In Ihrer Nr. 125 weisen Sie darauf hin, daß das Sprengen der Zeit der Prosperität das Licht der Welt erblickte( 1899), war Wehrkräfte, des Schutzes von Handel und Industrie nicht entbehren von Versammlungen in früheren Jahren das Lieblingsmetier ber Fortschrittler gewefen, so lange sie noch mächtig waren. Das trifft, anzumelden und mußten dann in die Wählerliste aufgenommen Auch unfre schlesischen Genossen sind auf die östreichische auch auf Königsberg zu. Auch hier sind sie es, die das Ver- werden. Der falsche Bescheid der Versicherungsanstalt fann aber Gastfreundschaft angewiesen, wenn sie Wählerversammlungen sammlungssprengen in das politische Leben eingeführt haben. In leicht die Wirkung gehabt haben, daß die Wähler der Anstalt ihn für veranstalten wollen. Da die Centrumsherren unsrer Partei im Streife der Wahlbewegung des Jahres 1867 wurde in dem bis dahin un- eine autoritative Erklärung gehalten und sich dabei beruhigt haben. Statibor alle Lokale abtreiben, veranstalteten die Genossen am bestritten fortschrittlichen Königsberg durch die Konservativen der Die Leitung einer Versicherungsanstalt sollte vorsichtiger sein mit lekten Sonntag zwei Wählerversammlungen jenseits der Grenze, die General Vogel von Faldenstein als Reichstagskandidat aufgestellt undgebungen in Dingen, die außerhalb ihres Wirkungsfreises eine in Przybos bei Mährisch- Ostrau, die andre in der Tropund auch durchgebracht. Zur Bekämpfung dieser Wahl wurden von liegen. pauer Vorstadt Katharein. In der ersten Versammlung waren dem Führer der Fortschrittspartei, Dr. Dieter, die vier Männer, etwa 150 preußische Wähler erschienen, in der zweiten, weil der Weg welchen der größte Anhang unter den Arbeitern Königsbergs zu Aus dem Wahlkreise Ruppin- Templin gehen uns lebhafte Klagen zur Grenze viel weiter war, etwa 40. Der Kandidat des Kreises, getraut wurde, aufgefordert, die von den Konservativen angesetzten zu über äußerst mangelhafte Aufstellung der Wählerlisten. Nament- Genosse Löbe, hielt eine Ansprache, welche durch östreichische Genossen Versammlungen zu besuchen, dort Bureauwahl zu verlangen, in lich die zahlreich im Kreise vorhandenen Ziegelei- Arbeiter, die ihren in die czechische Sprache übersetzt wurde. Der Verlauf der VersammWeigerungsfall die Versammlungen zu sprengen und sie im Inter- festen Wohnsitz außerhalb ihres Arbeitsortes haben, sind hiervon be- lungen bewies, daß es auch in den schwärzesten Winkeln Oberesse der Fortschrittspartei auszumuzen. Dieser Plan gelang auch. troffen worden. Man verweigerte ihnen die Aufnahme mit der Be- fchlesiens zu tagen beginnt, wo vor fünf Jahren noch keine Rede war In dem Gasthause auf der Plantage wurde Maurermeister Karl gründung, daß sie nur vorübergehend anwesend seien und daher am von socialistischer Agitation. Die Bearbeitung der Gegend ist ja sehr Schmidt, der Vater des Genossen Dr. Conrad Schmidt, auf dem Aufenthaltsorte nicht wählen dürften. In Zehdenick setzte allerdings erschwert durch die Sprachverschiedenheiten, doch hat unsre Partei Haberberg in Wilhelmshöhe der damalige Kaufmann, jetzt ein Parteigenosse, der sich der Leute angenommen hatte, gegen 100 zum großen Aerger des Centrums Flugblätter in drei Sprachen unser alter Veteran Mar Herbig, in der Herberge auf dem Nachtragungen durch; andernorts aber blieben Hunderte unberückLöbenichtschen Berge der Gärtner Sigismuund Ender zu Vor- sichtigt. In vielen Ortschaften haben die Amtsvorsteher die Durchsicht fizenden gewählt, dann die ersten beiden Versammlungen sofort, der Wählerlisten am Himmelfahrtstage verweigert; es sei Festtag die dritte nach einem Vortrage des Lehrers Eduard Sack, jetzt Re- und da wollten sie Ruhe haben. dakteur der Frankfurter Zeitung", geschlossen und insgesamt nach Man hat allerdings auch allen Grund dazu, schwierig zu werden; der Bürger- Refsource gezogen, wo gleichzeitig eine von fortschrittlicher fangen doch auch die Arbeiter in den kleinsten Dörfern des Kreises Seite einberufene Versammlung tagte. an, selbständig zu denken, und der Ordnungskandidat, der bisherige Vertreter des Streises, Justizrat Dietrich, mußte es schon oft genug zu seinem Schmerz erfahren, daß das Gift, wie er kürzlich zu dem ihn begleitenden Oberförster seufzend sagte, schon in die Dörfer gedrungen ist. In den Kreisblättern wird deshalb auch eifrig zum Sammeln geblasen, was hoffentlich auch anfeuernd auf die Arbeiter wirken wird. " Wenn es also ebenso wahr wäre, wie es erlogen ist, daß heut zutage Königsberger Arbeiter bürgerliche Versammlungen zu sprengen versuchten, die Nachkommen jener Fortschrittler hätten ant wenigsten Recht, sich darüber zu beklagen. Würden doch die Arbeiter nur nach fortschrittlicher Lehre arbeiten. Die Königsberger Genossen find aber glücklicherweise auch in dieser Hinsicht den Fortschrittstraditionen entwachsen. Von Kröcher bis Barth. Im Wahlkreise Sora u Forst haben am Sonnabend Konservative, Reichsparteiler, Freisinnige der Volkspartei und der Vereinigung Wahlaufrufe zu Gunsten des rechts- nationalliberalen Kommerzienrats Bahn- Sorau erlassen, der etwa auf dem Standpunkt des Leiters des Centralverbandes der Industriellen, Herrn Bueck, steht. Nur der Bund der Landwirte steht abseits. Die verschiedenen bürgerlichen Parteien find so einig, daß sie in thren getrennt erschienenen Aufrufen den anscheinend im Wahlkampf hinderlichen Kommerzienrattitel verschweigen. Es ist recht charakteristisch, daß jezt die 5241 freifinnig vereinigten" Männer gleich in der Hauptwahl einem nationalliberalen Hochschutzöllner ihre Stimme geben und die zollfeindliche und handelsvertragsfreundliche Socialdemokratie bekämpfen. Auch in der Bollpolitik vertritt allein noch die Socialdemokratie wirklich freisinnige Forderungen. Genossen polnisch, deutsch und czechisch verbreitet. Pfingsten sprach Genosse Daszinati in einem galiziſchen Grenzorte in einer preußischen Wählerversammlung für den oberschlesischen Industriebezirk. Ein näherer Bericht über den Verlauf der Versammlung liegt nicht vor. Man stelle sich einmal das Gegenteil vor: Oestreichische Socialdemokraten versuchten, auf reichsdeutschem Gebiete eine Versamm lung zur Wahl abzuhalten; hei, wie würde ihnen unsre pflichteifrige Polizei Beine machen! Politische Ueberlicht. Berlin, den 2. Juni Die Der Wahltag ein Feiertag. Die Stettiner Maurer haben bes Die deutsche Socialdemokratie in englischer Beleuchtung. schlossen, am ganzen Tage der Wahl die Arbeit ruhen zu lassen. Den London, 29. Mai.( Eig. Ber.) Beschluß faßten zugleich auch die Bauarbeiter. Die Töpfer haben Durch ihren parteipolitischen Takt und tiefen socialpolitischen dasselbe beschlossen. In der Stettiner Arbeiterschaft haben diese Ernst hat die deutsche Socialdemokratie sich die Achtung der ganzen Beschlüsse freudigen Wiederhall gefunden. In der Tischler- Verfamm- Kulturivelt erworben. Und die Achtung für ihre Führer übertrug lung wurde angeregt, am Wahltage so viel als möglich die Arbeit sich auf den Socialismus selbst und bis zu einem gewissen Grade ruhen zu lassen; die allgemeine Arbeitsruhe werde leider nicht mög- auf Deutschland. Wenn man im Auslande vom Socialismus spricht, lich sein. In dem Beschluß, die Arbeit am Wahltage ruhen zu lassen, denkt man unwillkürlich an Deutschland. Sie gehören zusammen, drückt sich die Erkenntnis von der hohen Wichtigkeit der Wahl aus. fie bilden eine Gedankenverknüpfung wie Griechenland und Kunst, Mittelalter und Christentum, England und Liberalismus. Der Ruf Eine unglücklich verlaufene Krieger- Wahlversammlung. Am der deutschen Socialdemokratie ist ein zugkräftiges Propagandamitteľ 1898 erhielt in der Hauptwahl der Konservative 5988, die Nachmittag des zweiten Pfingstfeiertages waren die Kriegervereinler der internationalen Socialdemokratie. In Streitfragen ausländischer Freifinnige Vereinigung 5241, der Socialdemokrat 8863 Stimmen. der Gegen nach Lanke bei Bernau zu einer Versammlung Socialisten genügt es oft, auf das Beispiel der deutschen Genossen In der Stichwahl fiegte der Socialdemokrat mit 10 513 Stimmen zusammengetrommelt worden. Dazu hatten sich auch eine Anzahl hinzuweisen, um die entstandenen Zweifel zu beseitigen. über den Konservativen, der 10 101 Stimmen erhielt. Parteigenoffen eingefunden. Die Krieger waren geführt von den bürgerlichen Klassen Westeuropas und Amerikas sehen in der deutschen Amtsvorstehern Seeger aus Berpenschleuse und Springer. Auf Socialdemokratie erstens den überraschenden Beweis, daß Deutschunsch der Mehrheit der Anwesenden wurde vor Beginn des Vor- land nicht nur gelehrte Schulmeister und gute Soldaten hat, sondern trages Bureauwahl vorgenommen und die fiel zum Schrecken der auch politischen Geist und große Parlamentarier; ferner, daß es sich Macher Gunsten zu der bon unsern Vor- in der deutschen Politik sowohl um nationale Interessen wie um geschlagenen aus. Das versetzte die Herren in solchen Zorn, ideale Menschheitsziele handelt. Es ist deshalb nur die trockenste daß sie zu lärmen, Hoch zu rufen und Lieder zu singen begannen, Wahrheit, wenn in der britischen und amerikanischen Presse gesagt worauf unsre Parteigenoffen mit einem Hoch auf die Socialdemo- wird, daß die ganze Kulturwelt gegenwärtig ihren Blick auf die deutschen Wahlen richtet und am fratie antworteten. Die Versammlung wurde schließlich aufgelöst. Die Versammlung wird übrigens noch ein Nachspiel haben. 16. Juni im Geiste in Deutschland sein wird. Und im Von dem Vorsitzenden wurde der Amtsvorsteher Seeger vergeblich Mittelpunkte dieses weltumfassenden Interesses steht die deutsche aufgefordert, den Saal zu verlassen. Es wird deshalb gegen ihn, Socialdemokratie, die politische Vertretung der deutschen Arbeiter. sowie gegen eine Anzahl Forstbeamte, die bewaffnet in den Saal Die Urteile des Auslandes über den deutschen Socialismus eingedrungen waren, Strafantrag gestellt werden. leiden an zwei Grundfehlern. Die organisierten Arbeiter überfchätzen ein wenig die Stärke der socialistischer Bewegung Deutschlands, da sie die Hindernisse nicht genügend fennen, die einer socialpolitischen und freiheitlichen Ausgestaltung Deutschlands entgegens stehen. Sie sehen nur die Stimmenzahl; sie blicken nur auf die Statistik, die aber oft irreführt, wenn man sie für mehr als ein bescheidenes Hilfsmittel hält. Das Urteil der bürgerlichen Klassen kann schon aus dem einfachen Grunde nicht ganz objektiv sein, da es sich um den Socialismus, um eine Auffassung handelt, die ihre vitalsten Interessen angreift. Trotz alledem spricht die bürgerliche Presse und Litteratur des Auslandes mit hoher Achtung vom deutschen Socialismus. Der telegraphische Meldedienst bei den Wahlen. In Bezug auf die Beförderung der telegraphischen Meldungen über die Ergebnisse der Reichstagswahl hat das Reichs- Postamt an die Telegraphen- Anstalten eine Verfügung gerichtet. Hierna werden von den Wahlkommissarien die Wahlresultate dem Reisamt des Innern usw. telegraphisch gemeldet werden. Sämtliche Telegraphenanstalten, welche bei der Beförderung von Wahlteler cammen beteiligt sind, müssen sowohl am Tage der Wahlen als Such am Tage der Ermittelung des endgültigen Wahlergebnisses bis 10 Uhr abends, erforderlichenfalles länger bis zur erfolgten Abtelègraphierung der Wahltelegramme in Dienst bleiben. Wo kann man wählen? Ueber die Wr Chlberechtigung solcher Wähler, die sich nicht fort während an ihr Cem eigentlichen Wohnsize aufhalten, herrscht trog mehrfacher Entscheidungen der Wahlprüfungs- Kommission noch viel fache Unflo rheit. So versendet der Magistrat von 3 ehdenick, wo biele Biegelei Arbeiter den Sommer über beschäftigt sind, die ihren festen Wohnsitz in einem andern Orte haben, folgendes gedruckte Cirkar an Reklamanten: Magistrat. Zehdenick, den 29. Mai 1903. Tagebuch Nr. I 1166. Bevor wir über Ihren Einspruch gegen die Richtigkeit der Reichstags- Wählerliste entscheiden, wollen Sie uns ime behördliche Bescheinigung beibringen, daß Sie in dem Orte, von welchem Sie hierher gekommen sind, in der dortigen Wählerliste für 1903 nicht eingetragen sind. Diese Bescheinigung kann durch die Vorlegung der polizeilichen Abmeldebescheinigung ersetzt werden. Sie sind nur durch Ihren Ziegelmeister angemeldet, haben aber weder Abmeldebescheinigung noch Steuerüberweisung vorgelegt, so daß wir annehmen müssen, daß Sie hier nur als vorübergehend arbeitend aufhältlich find, Ihren Wohnsiz aber wo anders noch besigen. Außerdem können wir ohne jegliche Legitimation eines Wählers Einträge nicht vornehmen. Haben Sie bis zum 4. Juni d. J. dieser Mitteilung nicht Rechnung getragen, dann wird über Ihren Einspruch nach Lage der Sache entschieden. Der Magistrat. Mann. Ebenso liegt es bei den in Heilstätten untergebrachten Patienten. Da berichtet unser Saalfelder Parteiblatt, daß der Gemeindevorstand in Berka an der Ilm, wo sich die Heilanstalt der thüringischen Versicherungsanstalt befindet, den 125 wahlberechtigten Patienten dieser Anstalt die Eintragung in die Wählerliste verweigert habe. Ueberflüssigerweise hat man die thüringische Versicherungsgesellschaft davon benachrichtigt und überflüssigerweise hat diese darauf geantwortet: des Lokals, Die Krieger wollen muun ihr Mißgeschick dem unschuldigen Wirt Herrn Stockmann, Restaurant Waldschloß, entgelten laffen. Sie fündigten ihm den Boykott an; dafür werden die Parteigenossen das Lokal umsomehr bei ihren Ausflügen berücksichtigen. Landwirte über den Wert der Zölle. Die Müllerei-, Bäckereiund Lagerhaus- Genossenschaft in Bärenhede( Müglikthal, Königreich Sachsen), die von Landwirten gegründet worden ist, sagt in ihrem letzten Jahresbericht: " Die Vorteile eines ausgebreiteten und gut organisierten landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens übertreffen zweifellos selbst die geforderten extremsten Zollsätze um ein Vielfaches." Bündlerschwindler. Für den Diederich Hahn, der wieder in seinem bisherigen Wahlkreise, dem 19. hannoverschen, kandidiert, hat der Bund ein Flugblatt herausgegeben, das ebenso groß im Schwindel wie an Umfang ist. Für den Schwinkel einige Beispiele. So heißt es an einer Stelle: " Während unter dem Fürsten Bismarck der Wert unsrer Einfuhr und Ausfuhr noch balancierte, hat heute unser jährlicher Einfuhrüberschuß bereits die schwindelnde Höhe von 1200 Millionen Mark erreicht." ... An erster Stelle verdient das Urteil der ,, Encyclopaedia Britannica" unsre Aufmerksamkeit. In der soeben erschienenen zehnten Auflage dieses bedeutendsten aller Nachschlagewerke wird bom wissenschaftlichen Socialismus und feinen deutschen Vertretern gesagt:" Deutschland ist die Geburtsstätte des wissenschaftlichen Socialismus.... Die Erfahrung eines halben Jahrhunderts scheint gezeigt zu haben, daß der wissenschaftliche Socialismus dem Fortfchritte förderlich war. Die alte Furcht vor dem Socialismus als vor einer unbekannten bösen Macht, wich der Vertrautheit mit ihm und die Vertrautheit erzeugte eine Achtung für ihn. Er hat dazu beigetragen, daß das ernste Studium wirtDas ist in der That schwindelnd. Es soll damit bewiesen werden, schaftlicher und socialer Fragen allgemeiner wurde. Er daß die Handelsverträge vom Uebel sind. Nun datieren die Handels- hat die politische Dekonomie nicht getötet, sondern sie in gefunder verträge von 1892, Bismard mußte März 1890 gehen. Die Einfuhr Weise belebt... Er trug dazu bei, die Herrscher zu erinnern, daß begann schon 1888 die Ausfuhr zu übersteigen, 1889 betrug der Stegierungen auf Ansichten beruhen und daß die socialdemokratische Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr im Gesamthandel schon fast Revolution mur vermieden werden könne, wenn die Regierungen 800 Millionen Mart, und unter der Herrschaft der Handelsverträge demokratisch werden.. Seitdem die deutschen Socialdemokraten ist gerade unsre Ausfuhr am stärksten gestiegen. Es betrug ferner im Jahre 1890 die Bewegungsfreiheit wieder gewonnen haben, in Specialhandel, ohne Edelmetalle, der Einfuhrüberschuß 1165 Wil- wurde die Disciplin der Partei gestärkt. Ihr Centralorgan lionen Mark im Jahre 1892 und nur 664 Millionen Mark im Jahre Vorwärts" ist mit bemerkenswertem Geschick geleitet. Ihre 1902, und noch in feinem Jahre der ganzen Handelsvertragsperiode Agitation ist so friedlich wie die der englischen Trades Unionisten ist der Einfuhrüberschuß so gering gewesen wie 1902. and Genossenschaftler. Sie haben sich bemüht, Anhänger zu werben durch ihr Eintreten für alle unterdrückten Arbeiter Die Zustände und Aussichten des deutschen Arbeiters nähern sich rasch denjenigen des englischen Arbeiters seit der Abschaffung der Kornzölle im Jahre 1846. Die deutschen Kornzölle müssen ebenfalls abgeschafft werden. Im Jahre 1902 hat die deutsche Socialdemokratie mit aller Macht für eine solche Abschaffung gewirkt." Und da die Bündlerschwindler einmal mit Ein- und AusfuhrAn den Ziegelei- Arbeiter Herrn... zahlen handeln und zugleich behaupten, daß gerade ihr Kampf gegen Aus dem Schriftstück geht hervor, daß die Leute angemeldet die Handelsvertragspolitik und für Wucherzölle den Arbeitern Arbeit sind; mehr ist gar nicht erforderlich. Insbesondere ist die Abmeldung schaffe, so sei doch auf die Entwicklung unsrer Ein- und Ausfuhr in aus dem Orte nicht nötig, an dem der Arbeiter den Winter hindurch Fabrikaten hingewiesen. Wir hatten schon 1892 einen Ueberwohnt und wo er vielleicht seine Familie hat. Die Wahlprüfungs- schuß der Fabrikatausfuhr über die Einfuhr um 1093 Millionen Kommission hat sogar entschieden, daß Wähler, die die Woche hin- Mark; 1900 aber betrug dieser Ueberschuß 1782 Millionen Mark. In der laufenden Nummer des Nineteenth Century" durch außerhalb ihres Wohnortes arbeiten und nur Sonntags nach Das ist also gerade, was den Arbeitern Arbeit schafft, und nicht die befindet sich ein längerer Artikel über die socialdemokratische Partei dem Wohnorte zurückkehren, am Beschäftigungsorte wählen wucherische Absperrpolitik. Deutschlands, von der u. a. gesagt wird:" Die Partei war und dürfen. Es ist also den Arbeitern in Zehdenick und allen, die in Diederich Hahn will, wenn die zielbewußte Heimatspolitik ge- ist im wesentlichen eine Arbeiterpartei; sie hat ihren wahrhaft gleicher Lage sind, dringend zu raten, den Bescheid des Magistrats sichert erscheint", das heißt aus dem bündlerischen Jargon ins Ge- demokratischen Charakter bewahrt. Sie darf stolz sein nicht nur fofort anzufechten und auf die Entscheidungen der Wahlprüfungs- meindeutsche übertragen, wenn genügend wucherische Bölle bewilligt auf ihre sittliche und numerische Macht, auf ihre Disciplin Kommission zu verweisen. sind, auch für eine Flotten- und Weltpolitik eintreten, deren Folgen und Reinheit, sondern auch auf die großartige politische einige Zeilen vorher in dem Blatte wie folgt geschildert sind: Tüchtigkeit ihrer Führer und auf die lebhafte Unters Eine künstliche, treibhausartige Entwicklung einzelner Zweige stüßung, die die Führer von den Parteimitgliedern erhalten. Wähder Großindustrie, Bildung von Riesenvermögen auf der einen, rend alle andern Parteien aus Mangel an Disciplin oder infolge Berarmung und ständiger Rückgang des Mittelstandes, fort- der Apathie ihrer Anhänger nach und nach abbröckeln oder in Verfall schreitende Proletarisierung des deutschen Volkes auf der andern geraten, ist die socialdemokratische Partei seit ihrer Gründung start Seite, das sind die Folgen der Caprivischen Weltpolitit gewesen!" und einheitlich geblieben, trop aller großen Schwierigkeiten, die ihr Dann nämlich wenn die Zölle auf die Volksnahrungsmittel be- in den Weg gelegt wurden. Sie ist ohne Zweifel die einheitlichste willigt sind, will er die Kosten für die von ihm zu gestattende Welt- und bestgeleitete Partei in Deutschland; sie ist thatsächlich die In der Freiheit der Wahl soll und darf niemand beschränkt und Flottenpolitik in der Hauptsache den daran interessierten Streifen einzige Partei, die vom englischen Standpunkte als eine Partei bewerden. Jeder Wahlberechtigte fann nur in dem Wahlbezirk des Großkapitals und der Exportindustrie auferlegen. Und er nennt trachtet werden darf. Ebenso giebt es in Deutschland kein Blatt, wählen, in dem er seinen Wohnsiz hat(§ 7 des Reichs- Wahl- es eine gerechte Verteilung dieser Lasten, daß sie gedeckt werden das fähiger und zweckentsprechender geleitet wäre, als gesezes). Der Aufenthalt in einer Heilanstalt begründet keinen durch Sonderbesteuerung auf ausländische Biere, ausländischen der Vorwärts". Die liberalen Parteien Deutschlands Wohnsiz in der Gemeinde, in welcher die Heilstätte liegt. Die Champagner und Liqueure und durch Erhöhung der Stempelabgaben geraten in in Verfall, da sie sich bemühen, nur jenen Pfleglinge der Sophien- Heilstätte können also in Berka a. Ilm für Börsen- und Emissionsgeschäfte". Aus diesen Posten nimmt aber Liberalismus zu vertreten, der von der Regierung gebilligt nicht wählen, schon aus dem Grunde nicht, weil sie dort nicht auf- in Wirklichkeit das Reich noch nicht den zehnten Teil der wird. Deshalb wird die Socialdemokratie wie Gift vom Libe genommen werden können. Sie können deshalb nur in der Ge- Summen ein, die für Militär- und Marinezwecke verbraucht werden, ralismus gemieden. Die Folge ist, daß sich die liberalen Elemente meinde wählen, in der sie beziehungsweise ihre Familien wohnhaft und da unsre ganze Einfuhr an Bier, Champagner und Liqueur im unter den Arbeitern und Kleinbürgern vom behördlich approbierten sind. Es besteht kein äußeres Bedenken, demjenigen, der in seiner Jahre 1900 nur 35 Millionen Mark erreichte, so wird davon nie- Liberalismus abwandten, um sich der Socialdemokratie anzuschließen... Heimatsgemeinde wählen will, dieses zu gestatten, falls der Pfleg- mals eine nennenswerte Zolleinnahme erzielt werden können. Die liberalen Parteiführer Deutschlands verharren blind und starrling nach der Ansicht des Arztes dasselbe ohne Schädigung seiner Diese Proben des Bündlerschwindels, die sich noch stark ver- sinnig bei ihrer alten Taktik und thun nichts zur Förderung ihrer Gefundheit auszuführen vermag und falls er die Reisekosten aus mehren ließen, mögen zur Kennzeichnung genügen. Dagegen noch Sache. Es ist nun so weit gekommen, daß sich auch wohlhabende eignen Mitteln deckt. Fehlen diese beiden oder jedoch eine dieser etwas andres. Die Bündler scheinen für eine Verbesserung des liberale Bürger von den liberalen Parteien abzuwenden beginnen, Voraussetzungen, so kann die Reise nicht gestattet werden. Andern- Reichstags- Wahlrechts eintreten zu wollen. Ihr Blatt beginnt falls treten die Folgen ein, welche derjenige zu gewärtigen hat, nämlich: welcher ohne oder gegen die Erlaubnis des Arztes die Kur unterbricht. Weimar, den 20. Mai 1903. Der Vorstand der thüringer Versicherungsanstalt. Elle." Der Bescheid ist erstens überflüssig; die Versicherungsanstalt hat nicht darüber zu entscheiden, wer wählen darf und wo ein Wähler wählen darf. Daß jemand durch seinen Aufenthalt in einer Heilanstalt, soweit fein Gesundheitszustand nicht hindernd im Wege steht, in der Freiheit der Wahl nicht beschränkt werden kann, ist so selbstverständlich, daß wirklich nicht erst ausgesprochen zu werden brauchte. Zweitens ist der Bescheit falsch. Die Patienten hätten das Recht gehabt, sich in Berta, wo sie sich für längere Zeit aufhalten, Nur wenige Wochen trennen uns von dem 16. Juni, dem Tage, an welchem nach der Verfassung jedem volljährigen deutschen Manne nicht nur das Recht zusteht, sondern auch die moralische Pflicht obliegt, durch den Gang an die Wahlurne bestimmend auf die Zusammensetzung des Reichstages und damii auf die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung unsres Vaterlandes einzuwirken." Da zur Zeit leider nicht jeder volljährige, sondern nur jeder 25jährige deutsche Mann zum Reichstage wählen kann, so haben wir wohl darauf zu rechnen, daß die Bündler im nächsten Reichstage eine Herabsetzung des Wahlalters auf 21 Jahre beantragen werden " da sie die servile Haltung dieser Parteien nicht mehr ertragen fönnen. Sie schließen sich der Socialdemokratie an, von der sie Reformen erwarten, denn sie sehen, daß diese Partei die stärkste im Lande ist und wenigstens das Verdienst hat, aufrichtig und standhaft zu sein.... Soweit man sehen kann, muß die Socialdemokratie im Laufe der Zeit, vielleicht schon bei den nächsten Wahlen, die herrschende Partei im Parlamente werden. Denn es ist nicht wahrscheinlich, daß es der Regierung gelingen wird, die Socialdemokratie zu spalten und zu schwächen, wie es Bismarck mit den Liberalen that; der Grund für diese Annahme ist sehr einfach: Bülow ist nicht Bismarck und die Socialdemokraten find nicht Liberale." Der Verfasser schließt dann seinen Artikel mit Mutmaßungen über die Zukunft Deutschlands, die aber nur müßige Spekulationen sind. Es lohnt sicki wohl, die Eindrücke eines gebildeten Ausländers über aktuelle Vorgänge kennen zu lernen, aber in allem andern thnt man besser, sich ans das Urteil der Inländer zu verlassen. Sie kennen die Wirlenden Kräfte, die die Zukunft erzeugen, viel gründ- licher als der gebildetste Ausländer. Aehnliche Ansichten über die deutsche Socialdemokratie trifft man in der ganzen bürgerlichen Presse Englands und der Ver- einigten Staaten von Amerika. Sie entspringen meistens der Ueber- zeugung, daß der Aufschwung der Socialdemokratie zum großen Teile der Unfähigkeit und Mattherzigkeit der liberalen Führer zu verdanken sei, obwohl zugegeben wird, daß die socialdemokratischen Führer jedem Parlamente zur Zierde gereichen würde.— Zum Zollkonflikt mit Kanada. Die„Nordd. Allg. Ztg." bringt an der Spitze ihrer letzten Nummer eine offiziöse Auslassung über das zollpolitische Verhältnis des Deutschen Reiches zu Kanada. Es werden die Bestimmungen des Zolltarif-Gesetzes vom 15. Juli 1879 über die Gewährung der Meistbegünstigung definiert und dann ein geschichtlicher Ueberblick über das Handelsverhältnis Deutschlands zu England und Kanada gegeben. Dann heißt es weiter: .Wie aus dieser geschichtlichen Entwicklung unzweifelhaft hervor- geht, und wie in den Motiven zu dem Gesetze von: 11. Mai 1893 besonders dargelegt worden ist, handelte es sich ausschließlich darum, den thatsächlichen Znstand, welcher unter der Herrschaft des Handels- Vertrags vom 39. Mai 1865 bestanden hatte, insoweit aufrecht zu erhalten, als dies von den bisherigen Kontrahenten gewünscht und ermöglicht wurde. Diese Voraussetzung traf aber für Kanada nicht zu. Denn in Kanada war schon während der Daner des deutsch- englischen Handelsvertrages vom 39. Mai 1865 unterm 23. April 1897 ein Gesetz in Kraft getreten, das der Einfuhr des britischen Mutter- landes und britischer Kolonien von diesem Tage ab um 12V, Proz. und vom 1. Juli 1898 ab um 25 Proz. ermäßigte Zollsätze zu- sicherte. So lange der Handelsvertrag noch dauerte, mußte diese Vergünsfigung auch der deutschen Einfuhr zu gute kommen, sie wurde� ihr aber nach Ablauf des Vertrages am 1. August 1898 entzogen. Die Vorzugsbehandlung ist später mit Wirkung vom 1. Juli 1999 ab ans 33Vz Proz. erhöht worden. Nachdem durch den Ablauf des Handelsvertrags die deutsche Meistbegünstigung in Kanada in Wegfall gekommen war, sind den deutschen Herkllnsten auch nicht mehr die Vergünstigungen zu teil geworden, welche Frank- reich auf Grund eines Sonderabkommens vom 6. Februar 1893 in Kanada genießt. Deutschland war also auf dem kanadischen Markte gegenüber Großbritannien und Frankreich differenziert, mit deren Erzeugnissen die deutsche Ware bisher in gleichem Wettbewerbe ge- standen hatte. Auf die kanadische Einfuhr mußten hiernach die durch§ 1 des Zolltarif-Gesetzes vom 15. Juli 1879, vorgeschriebenen autonomen Zollsätze ohne weiteres angewandt werden. Von der weiter gehenden gesetzlichen Befugnis, Straf- oder Zuschlagszölle aufzulegeu, hat die deutsche Regierung gegenüber Kanada bisher überhaupt nicht Ge- brauch gemacht; keine kanadische Ware hat in der Zeit von 1898 bis jetzt einen Zollsatz über den autonomen Tarif jemals bezahlt." Die Darstellung entspricht den Thatsachen. Nachdem Kanada durch die Gewährung von Vorzugszöllen an England Deutschland ungünstiger gestellt hatte als das englische Mutterland, war die deutsche Regierung nach der deutschen Zollgesetzgebung nicht nur be- rechtigt, sondern geradezu verpflichtet, Kanada gegenüber den autonomen Zolltarif zur Anwendung zu bringen.— Militärische WahlrcchtSbcraiibuug. Noch immer gehen uns Nach- richten zu, wonach Rescrve-Uebnngen in der Wahlzeit stattfinden. So werden Reservisten im Rheinland fiir den 29. Juni einberufen, gehen also fiir die Stichwahl des Wahlrechtes verlustig. Auch im Wahl- kreise Halbcrstadt-Oschersleben-Wernigerode sollen verschiedene Per- ssnen am 29. Juni einrücken. Hat denn die Civilregierung wirklich keine Macht, dem Vorgehen der Militärbehörden Einhalt zu gebieten?— Durch rohe und gemeine Mißhandlungen zur Fahnenflucht ge- trieben war der Kürassier Hinze von der 1. Schwadron dcS Kürassierregiments in Halberstadt. Der Angeklagte, der sich vor dem Kriegsgericht der 8. Division zu verantworten hatte, erklärte mit Thränen in den Augen, daß er gern Soldat geworden sei, mit Lust und Liebe seinen allerdings strengen Dienst gethan habe, aber die Schuriegeleien seitens des Gefreiten Habermann und mehrerer Kameraden des dritten Jahrganges nicht mehr habe er- tragen können. Obwohl der Befehl Seiner Majestät, Unter- gebene nicht zu mißhandeln, bekannt ist, sei er. H., doch in der n i e�d e r t r ä ch t i g st e n Weise behandelt worden. Ohrfeigen habe er und andre Kameraden erhalten, daß sie manchmal nicht ge- wüßt hätten, wie sie dazu kamen. Mit Fußtritten und Reitstöcken sei er als Rekrut traktiert worden, bis er am 15. April vorigen Jahres seiner Truppe den Rücken gekehrt habe. Den Beschwerdeweg habe er gescheut, weil er be- fürchtet habe, dann noch mehr Schläge zu bekommen. Der Gefreite habe gesagt: Beschwert Ihr Euch, dann schlage ich Euch halb tot. Ein Kamerad, der sich beschwert habe, sei später als geistesgestört bezeichnet worden. Zwei Kürassiere bestätigten des Angeklagten Angaben: sie erzählten auch, daß sie einmal infolge der Mißhandlungen alle drei gewei'nt hätten. Der Angeklagte habe infolge der Hiebe manchmal blaue Flecke und Schmerzen gehabt. Obwohl das Gericht a u s r ü ck l i ch an- erkannte, daß der Angeklagte in gemcin-r und roher Weise mißhandelt worden ist, lautete das Urteil auf sieben Monate Gefängnis und Nebenstrafen. Mißbrauch der Mitgliederlisten. Wir haben seiner Zeit mitgeteilt, daß Genosse S t u s ch e als Gauvorsteher des Holzarbeiter-Vcrbandes an den Minister des Innern eine Beschwerde gerichtet hat, worin er sich darüber be- klagte, daß die Polizeiverwaltung von Kol mar in Posen einem dortigen Unternehmer die Mitgliederliste der in Kolmar begründeten Zahlstelle des Holzarbeiter-Verbandes über- mittelt habe. Der Unternehmer benutzte die ihm gewordene Kenntnis in der Weise, daß er allen Arbeitern, die ans der Liste standen, kündigte, mit dem Hinzufiigen: Wer innerhalb der vierzehntägigen Kündigungsfrist seinen Anstritt aus dem Verband erkläre, könne weiterarbeiten. Stusche erblickte mit Recht in der Uebergabe der Mitgliederliste an eine Privatperson seitens der Polizei einen Bruch der Amtsverschwiegenheit, wodurch ein Erfolg des Koalitions- rechts der Arbeiter stark beeinträchtigt worden sei. Nachdem der Landrat die Beschwerde Stusches zurückgewiesen hatte, da er in der Handlungsweise der Polizeiverwaltung von Kolmar eine Verletzung der Pflicht zur Amtsverschwiegenheit nicht fand, legte Stusche weitere Beschwerde ein, welche den gewünschten Erfolg hatte. Der Regierungspräsident in Bromberg hat an Stusche den folgenden Bescheid gerichtet: Ich habe Ihre Beschwerde gegen die ablveisende Verfügung des Herrn Landrats in Kolmar i. P. als begründet anerkannt und entsprechende Verfiignng erlassen. Dagegen wurde die Strafanzeige Stusches gegen den Unternehmer wegen Erpressung abgewiesen. Unter- Berufung auf die bekannten gegen Arbeiter ergangenen Urteile deS Reichsgerichts, wonach mehrfach Arbeiter, die'nnter Androhung der Ar- beitSniederlegung vom Arbeitgeber höhere Löhne forderten, wegen Er- Pressung verurteilt sind, deducierte Stusche: Die Entlassung der ge- samten Arbeiter, die dem Holzarbeiter-Verbande angehörten, in Ver- bindung mit der Mitteilung, sie würden wieder eingestellt werden, wenn sie aus dem Verbände ausicheiden, stellte die Ankündigung eines Uebels dar. DaS Uebel sei aber von dem Unternehnrer nur angekündigt, um sich einen Vermögensvorteil, auf den er keinen Anspruch hatte, zu ver- schaffen, nämlich um in Zukunft vor höheren Lohnforderungen und dem Verlangen günstigerer Arbeitsbedingungen, deren Erreichung der Zweck des Holzarbeiter-Verbandes ist, der organisierten und deshalb mit stärkerem Nachdruck auftretenden Arbeiter geschützt zu fein. Dieser Strafantrag Stusches ist zurückgewiesen. Der Justizminister als letzte Instanz lehnte ein Einschreiten ab, da der Austritt der Arbeiter aus dem Holzarbeiter-Verbande, welcher durch die Kündigung erreicht werden sollte, für den Unter- nehmer einen Vermögensvorteil nicht darstellte. Er übte namentlich aus die Höhe der Löhne an sich einen Einfluß weder unmittelbar noch mittelbar ans. Wir werden uns diese Entscheidung recht wohl merken, sie wird gegenüber Anklagen, in denen ihr Koalitionsrecht ausübende Arbeiter lvegen Erpressung angeklagt werden, das wirksamste Verteidigungs- mittel bieten.— Lorenzens Selbstverklärnng. Der interessante Berater der„Post" beginnt bereits, seine Selbstbiographie zu schreiben; er erzählt in seiner Korrespondenz die kurze aber ablvechselungsreiche Geschichte seiner Laufbahn vom Pri- maner bis zur antisocialdemokratischen Korrespondenz, wobei er den Weihrauch nicht spart. Es scheint auch in der That ein dringendes Bedürfnis zur Aufzeichnung der reichen Erlebnisse des schämigen Herrn vorzuliegen, der sich in den Kopf gesetzt hat, unsre Geheim- organisation— nicht verraten zu wollen; hat er doch einige der inter- essantesten Episoden seiner Geschichte unter— lassen mitzuteilen. Eine Ergänzung nach dieser Richtung scheint uns recht wünschenswert. So erzählt Lorenz, wie er sich in Leipzig in einer geschickt arrangierten Theatervorstellung von der Socialdemokratie losgesagt hat und ver- gißt den Beifall nicht zu erwähnen, den er von den Nationalsocialen erhielt. Von dieser Lossagung gleitet er ganz sacht und ohne Aufent- halt zu den„Preußischen Jahrbüchern" und zur„Kreuz-Zeitung" hinüber. Dazwischen liegt aber doch noch die bemerkenswerte national- sociale Station. Herr Lorenz hat keinen so unmotivierten Sprung von der Socialdemokratie zur„Kreuz-Zeitung" gemacht, sondern sich ganz planmäßig entwickelt. Mitte September 1896 hatten nämlich die Nationalsocialen ihr Hauptorgan„Die Hilfe" gegründet und vier Wochen danach wurde Lorenz Nationalsocialer. Die National- socialen ftcuten sich natürlich über den Bekehrten, was Wunder, das; der Herr Professor eine Ansprache an ihn hielt, von der er gewiß nie- mals geglaubt hätte, daß sie einst dem Inspirator der„Post" zur Selbstbeweihräucherung dienen würde. Aber achl Mit der„Hilfe" konnte sich Lorenz leider nicht so reich verheiraten, wie es seine alten Beziehungen zur„Sächsischen Arbcitcr-Zeitung" wünschenswert er- scheinen ließen. Im Jahre 1999 verschwand er sacht aus der national- socialen Partei, um in der„Kreuz-Zeitung" aufzutauchen. Herr Lorenz behauptet in seiner Selbstbespiegelung, sich gern auf die Stimmen seiner Gegner zu berufen und erwähnt mit dieser Begründung einen Artikel der„Frankfurter Zeitung" aus dem Mai 1999, von dem er bescheiden sagt, es werde darin als ein Verlust für die Demokratie bezeichnet, daß Max Lorenz sie verlassen habe. Wir können den Artikel nicht nachprüfen und ihn zu citiercn hütet sich Lorenz. Dagegen möchten wir zur weiteren Ergänzung die„Frank- furter Zeitung" vom 39. Oktober 1896 citieren, die da also schrieb: „Wir meinen, daß an Herrn Lorenz die Socialdemokratie nichts verloren und der nationale Socialismus nicht viel gewonnen hat, wes- halb es nach unsrer Ansicht ganz ungerechtfertigt ist, dem neuesten Jünger Naumanns zu einer Art Berühmtheit zu verhelfen." Wir glaubten, daß diese kleinen Züge in dem Lorenzbilde nicht fehlen sollten._ Eine Korrespoudenz gegen das allgemeine Wahlrecht soll herausgegeben werden. Es würden schon Gelder für die Gründung ge- sammelt. So berichtet ein Provinzialblatt, das weder verrät, wer sammelt, noch wer zeichnet. Wir möchten empfehlen, noch vor den ReichstagSwahlen die Sammlung öffentlich vorzunehmen.— Was ein Junker nicht verstehen kann. Die reaktionäre Presse aller Länder verbreitet seit jeher über den Kommune-Aufftand von 1871 die wüstesten Mordgeschichten. Weist man- nun darauf hin. wie diese„Räuber und Mörder" in Wahrheit gewesen sind, so paßt das dem Preßgesinde erst recht nicht. Am Pfingstsonntag erfteut die„Kreuz-Zeitung" ihre Leser mit folgender Mißbilligung der Kommunarden-Taktik: „Die Kapitalgewaltigen haben es immer verstanden, ihr „Schäfchen ins Trockne zu bringen". Mitten in Blut, Brand und Mord ist die Bank von Frankreich während des Kommune-Aufstandes in Paris ungeschädigt geblieben. Dieses Beispiel spricht ganze Bände und erklärt es hinlänglich, daß sich die Börse vor dem Ilmsturz einstweilen nicht sonderlich fürchtet. Innerlich sympathisch lann die„rote Internationale" der„goldenen" bei alledem so wenig sein, wie der Räuber dem Reisenden, der ihm ein Lösegeld zahlt, sympathisch ist." In einen Junkerschädel geht es schlechterdings nicht hinein, daß Revolutionäre Plünderungen abwehrten, statt in erster Linie Beute zu machen. Wir können uns nun vorstellen, lvas die Agrarier thnn werden, wenn sie im Falle vernünftiger Handelsverträge zum revolutionären Dreschflegel greifen sollten: Ihr erster Weg wird zur Reichsbank sein...— Neue Fälschungen der„Konservativen Korrespondenz". Nachdem wir der Kons. Korresp." nachgewiesen, daß ihre fünf Citate über das Verhältnis der Socialdemokratie zur Bauern- und Handwerker- ftage entweder grob gefälscht oder von keinem anerkannten Social- demokraten herrühren, bringt sie neue„Aeußerungcn" und damit neue Fälschungen. So soll Bebel in München auf dem letzten Parteitage gesagt haben: „Es giebt keinen egoistischeren, keinen rücksichtsloseren, keinen brutaleren und auch keinen bornierteren Menschenschlag als die bäuerliche Klasse, gleichviel welcher Gegend." In Wirklichkeit hat Bebel gesagt: „Es bewahrheitet sich hier wieder einmal, daß es keine egoistischere, rücksichtslosere, brutalere, aber auch keine borniertere Klasse giebt, als unsre Agrarier." Die„K. K." verübt diese Fälschung auch nicht etwa im guten Glauben; denn das gefälschte Citat ist längst und wiederholt richtig gestellt worden. Dem Wortlaut nach richtig mitgeteilt ist— ausnahmsweise— eine Aeußerung von Kautsky, der auf dem Breslauer Parteitag ge- sagt hat: „Die Socialdemokratie habe' keinen Grund, fiir die Erhaltung des Bauernstandes einzutreten," denn das könne nur geschehen, indem die Bauern in ihrem Besitze befestigt werden, also indem die Socialdemokratie ganz entgegengesetzt verfiihre als sonst. Gefälscht aber ist wieder der Sinn. Die„Kons. Korresp." saugt sich nämlich folgende Erklärung dazu aus den Fingern: Das heißt also, die Socialdemokratie. die jeden Besitz ent- eignen wolle, könne bei den kleineren Landwirten keine Ausnahme machen. Kautsky aber sprach von dem Elend der Kleinbauern und fiigte dann diesen Satz Hinz»:„Wir müssen zu dem ver- zweifelnden Bauern gehen und ihm anknüpfend an seine Lage nach- weisen, daß sie keine vorübergehende ist, sondern natuniotwendig aus der kapitalistischen Produktionsweise entspringt, und daß ihm nur die Verwandlung der Gesellschaft in eine socialistische helfen könne." Unser Parteigenosse legte also dar. daß der„Besitz" dieser Klein- banern ihr Elend sei, und daß man sie nicht in ihrem Elende be- festigen dürfe, indem man dessen Quelle erhält. Im übrigen denkt kein Socialdemokrat an eine Expropriation des bäuerlichen Besitzes; nur der Großgrundbesitz wird vergesellschaftet werden und wir zweifeln nicht daran, daß dann die Kleinbauern fteiwillig sich der Last ihres Scheinbesitzes entledigen und in den landwirtschaftlichen Genossenschaften mitarbeiten werden.— Prozeß Hüssener. Wie uns eine Privatdepesche ans Kiel meldet, hat nunmehr auch der Gerichtsherr im Prozeß Hüssener Berufung gegen das Urteil erster Instanz eingelegt.— Der Jahresbericht der hessischen Gcwcrbe-Jnspektioncn fiir 1992 i ist jetzt erschienen und zwar in einem um die Hälfte vermehrten Umfang gegenüber dem Bericht für 1991. Der Bericht umfaßt 254 Seiten einschließlich 84 Seiten Tabellen. Der Bericht ist wie der des Vorjahres wieder in summarischer Weise zusammengestellt, d. h. die 5 Inspektionen berichten nicht je gesondert, sondern die Wahrnehmungen derselben sind zusammengefaßt unter den Rubriken: 1. Allgemeines. 2. Jugendliche Arbeiter, Arbeiterinnen und Arbeiter im allgemeinen. 3. Schutz der Arbeiter vor Gefahren. 4. Wirt- schafts- und sittliche Zustände der Arbeiterbevölkerung; WohlfahrtS- eiurichtungen; Verschiedenes. Als Anfang ist dem Bericht eine Ab- Handlung über die handwerksmäßige Ausbildung von Lehrlingen in Fabriken, sowie in Werkstätten, welche Bestandteile fabrikmäßiger Betriebe sind, beigegeben. Auf interessante Einzelheiten des Berichts kommen wir demnächst noch zurück.— Htidland. Chnmberlnin und die englischen Arbeiter. Schon das erste Telegramm der Chamberlainschen Unterhansrede zeigte, daß Chamberlain in echt demagogischer Weise versucht hat, auch die englischen Arbeiter für seine zollpolitischen Pläne ein- zufangen, indem er ihnen verhieß, daß die Erträge der Nahrungs- mittel-Zölle dazu dienen sollten, ihnen, wenn sie nicht mehr arbeiten könnten, eine Alterspension ans Staatsmitteln zu gewähren. Die betreffende Stelle des Telegramms war jedoch sehr kurz gehalten und ließ erkennen, daß für„Chamberlains Auffassung wichtige Aeuherungen fortgelassen sein mußten. Das wird durch die Parlamentsberichte der großen englischen Blätter be- stätigt, nach denen sich der Kolonialminister folgendermaßen äußerte: „Ich bin bereit, in die Hütte der Arbeiter zu treten und zu sagen: „Diese Politik wird Euch wöchentlich so und so viel mehr kosten, als Ihr bisher für Eure Speisen zahltet. Ihr werdet für Euer Brot, für Euer Fleisch usw. so viel mehr bezahlen müssen. Ich werde eine Tabelle ausstellen, aus der die Preiserhöhung genau ersichtlich ist und aus der ferner zu ersehen ist, welche Lohnerhöhung nötig ist zur Zahlung der Preiserhöhung... Wenn ich nachweisen kann, daß ich für das, was ich verlange, mehr zurückgebe, so werde ich immerhin noch Gelegenheit haben, den Sieg davonzutragen. Zunächst würde ein solcher Zoll auf ausländische Lebensmittel eine große Einnahme gewähren. Da wir diese Ein- nahmen augenblicklich zu keinen bestimmten Zwecken brauchen, würden wir sie für neue Ausgaben verwenden können. Es wird als fest- stehend angenommen, daß drei Viertel der Steuern auf Waren von der arbeitenden Klasse und nur ein Viertel von der wohlhabenden Klasse gezahlt werden. Die arbeitenden Klassen haben deshalb von Rechts wegen einen Anspruch auf jeden Penny von drei Vierteln der Einnahme. Ich würde aber darüber hinausgehen und den Arbeitern auch das letzte Viertel geben. Jetzt wird das Haus einsehen, aus welchem Grunde ich neulich sagen konnte, daß die Alters- Pensionen bei einem solchen Plane durchfiihrbar würden. Ich würde den arbeitenden Klassen erzählen, daß sie außer dem, was sie selbst bezahlen, auch noch das bekommen, was die reicheren Klassen be- zahlen. Ich gebe zu, daß diese Steuer einen teilweise schütz- zöllnerischen Charakter trägt, und ich gebe ferner zu, daß sie in gewissem Umfange dazu beitragen wird, den Ackerbau in diesem Lande zu ermuntern, was aber kein ungemischtes Uebel sein würde. Es ist außerordentlich gefährlich, daß wir für unsren Lebensmittel- bedarf auf fremde Länder angewiesen sein sollen." Bei den intelligenteren Arbeitern ist dieser Versuch, die Arbeiter zu ködern, jedoch schmählich mißlungen. Eine ganze Anzahl von Trades-Unions und hervorragenden Arbeiterführern haben sich bereits gegen Chamberlains Projekt erklärt, darunter der Sekretär der Vereinigung der Bahnbeamten, Bell, der Sekretär der Bereinigten Maschinenbauer, der Generalsekretär der Gewerkschafts-Föderation Mitchell, die Parlamentsmitglieder Will. Crooks, W. Steadman, Seebrown, Rowntrel. Uebrigens muß anerkannt werden, daß Chamberlain weit offen- herziger ist wie die deutschen Schutzzöllner. Während diese durch die kuriosesten Rechenkünste den Arbeiter darüber hinwegzutäuschen suchen, daß er die Hauptlast der Zölle trägt, giebt der englische Kolonialminister offen zu, daß drei Viertel der Steuern und Zölle auf Waren von der arbeitenden Klasse getragen werden, und folgert daraus, daß sie auf diese drei Viertel einen berechfigten An- spruch hat.—_ Oestreich-Ungarn. Die Borgänge in Kroatien,-st- Wien, 39. Mai. fEig. Ber.) Nachdem es den Abgeordneten aus Dalmafien, den östreichischcn Kroaten, nicht gelungen ist, die Audienz beim Kaiser zu erhalten, wenden sie sich mit ihren Klagen und Beschwerden an die Oeffent- lichkeit: ein Manifest soll die europässche Kultnrwelt darüber unterrichten, welches Unrecht die kroatische Bevölkerung durch die ungarischen Machthaber zu erdulden hat. Wir ftirchten aber, die europäische Kultnrwelt wird für diese Beschwerden, so berechtigt sie sein mögen, blutwenig Interesse aufbringen. Die Beschwerden sind politischer, finanzieller und nationaler Art. Gewiß ist es wahr, was das Manifest sagt: in Kroatien waltet unter der Maske des Kon- stitntionaliSmuS die nackte Willkür. Aber solche Unbill erleiden viele Völker, und sie müssen eben aus eigner Kraft sie beheben. Wenn die Kroaten darüber klagen, daß kaum drei Prozent der Bevölkerung das Wahlrecht besitzen, so unterscheidet sich Kroatien da wenig von Ungarn, dessen Reichstag noch mehr ein Besitztum einer kleinen Koterie ist, als der kroatische Landtag. Daß die politischen Delikte nicht der Judikatur der Schwurgerichte unter- liegen, daß ist auch in kulturell entwickelteren Staaten der Fall. Und was gar die Klage betrifft, daß Kroatien durch das bestehende Uebcreinkommen vom Jahre 1863— die Verfassung Kroatiens— von Ungarn finanziell benachteiligt werde, so ist das ebensowenig eine europäische Angelegenheit, wie das Gezänke um die Quote zwischen Oestreich und Ungarn. Ebenso wenig wird es außerhalb Agrams jemand aufregen, daß auf der ungarischen Staatsbahn statt kroatischer ungarische Aufschriften stehen, daß die Amtsgebäude bei festlichen Gelegenheiten nicht allein die kroatische, sondern auch die ungarische Fahne aufstecken— was dem Vertrage zwischen beiden Staaten nickit entsprechen soll. Das alles sind für die Kroaten sehr wichtige Dinge, aber für die übrige Welt stehen sie lange nicht an erster Stelle. Und wenn sich das Manifest ans die Unruhen als Argument beruft so übersieht es, daß sie nicht bloß eine Anklage gegen das herrschende System in Kroatien sind, das zu solchen Ausbrüchen der Unzufriedenheit geführt hat, sondern auch als Rechtfertigung der gcwaltthätigen Abwehr- maßregeln verwendet werden können. Wenn es so gewesen ist, wie die Kroaten selbst erzählen, daß„Tclegraphensäulen gewaltsam gefällt, die Drähte zerschnitten. Eisenbahnschienen herausgerissen, Beamte durch die Bevölkerung festgehalten, die Gendarmerie entwaffnet, AmtSgebäude beschädigt wurden, daß förm- liche Kämpfe mit der bewaffneten Macht in den Dörfern und in den Straßen der Hauptstadt Agram stattfanden", so wird mancher ein» wenden, daß die Vorkehrungen der kroatischen Landesregierung doch nicht eigentlich ohne Grund geschehen sind. ■; Wenn nun auch das Manifest aus dem Geiste der Neber- schätzuug seiner Angelegenheiten für die europässche Welt— ein Geist, dem insbesondere die kleinen Nationen zu verfallen Pflegen— ensstanden ist, so macht es ob seiner ruhigen und verständlichen Sprache dennoch einen ernsten Eindruck. Ins-' besondere deshalb, weil es sich von dem bramarbasierenden Chauvinismus, der aus den Kundgebungen der östreichischen Slaven so oft ertönt, freihält und die Sympathien der deutschen und der italienischen Zeitungen dankend anerkannt. Wenn es die Hoffnung ausspricht, das kroatische Volk,„das sich um die Civilisation so hoch verdient gemacht hat, das mit dem Blute seiner best.en Söhne die Kultur vor wiederholten Anstürmen des Barbarismus beschützte, werde Fragen. Ausland. nunmehr besser erkannt und gerechter beurteilt" und es werde trachten, Norwegen. sich die Sympathien der civilisierten Welt auch weiterhin zu bewahren Das Strafgesetz gegen die organisiertet, Arbeiter ist vom Lag- Streits und Lohnbewegungen in Schweden. Zwecks Beilegung als stärksten Verbündeten zur Erreichung des nationalen Ideals", so thing verworfen worden. Zunächst wurde am Freitag nach längerer des langwierigen Streits der Hafenarbeiter in Stodwird man den Hoffnungen des kleinen, an die Grenzen Europas Generaldebatte mit 19 gegen 9 Stimmen beschlossen, das ganze Gesek holm haben sich die Unternehmer bereit erklärt zu verhandeln, gestellten Volkes gerne beistimmen. Und man wird ihm auch gerne zurückzustellen. Sodann wurde, wie es im Lagthing üblich ist, in die nachdem vorher die aus Sympathie mitstreikenden Arbeiter, wie wünschen, daß es sich sein Recht gegenüber der magharischen Macht- Specialberatung eingetreten. Der erste Paragraph des Fachvereins- Rohlenträger, Fuhrleute usw., auf gemeinsamen Beschluß der gier erkämpfe wein man auch zu mehr als zu dieser platonischen Gesetzes wurde in der vom Socialfomitee vorgeschlagenen Fassung Streifenden die Arbeit wieder aufgenommen hatten. Kommt keine Erklärung keine Verpflichtung und feine Möglichkeit besitzt. Auch also ohne die im Odelsthing beschlossenen Strafbestimmungen Einigung zu stande, so wollen auch diese am 2. Juni die Arbeit berechtigte nationale Beschwerden sind nicht immer internationale mit 15 gegen 12 Stimmen gutgeheißen. Im übrigen wurde zum wieder niederlegen. Die Maler Stockholms fordern LohnIn Kroatien selbst scheint allmählich Ruhe einzukehren und die die resp. deren Leiter durch Drohung oder andre unerlaubte Mittel perrung. Gesetz noch ein Zusatz angenommen, wonach solche Gewerkschaften, erhöhung; die Arbeitgeber drohen mit einer allgemeinen AusDie Möbeltischler Stockholms haben ebenBudapester Regierung könnte also, ohne an ihrem eingebildeten Arbeitgeber hindern, Arbeiter einzustellen oder zwingen, Arbeiter falls Lohnforderungen an die Unternehmer eingereicht.- Die Prestige Schaden zu leiden, daran gehen, die notwendige Sanierung zu entlassen, oder jemand zwingen, seine Arbeit aufzugeben bezw. chwedischen Handschuhmacher befinden sich in einer Lohndurchzuführen. Beginnen muß sie natürlich mit der Entfernung des abhalten, Arbeit zu suchen, aus dem Register der Gewerkschaften ge- bewegung und sind in Lund bereits in den Streit getreten. unfähigen Grafen Khuen- Hedervary. strichen werden und dadurch also des gesetzlichen Koalitionsschußes Die Stellmacher in Malmö haben Forderungen auf Lohnverlustig gehen würden. Darauf wurde beschlossen, das Gesetz an Göteborg wird gewarnt, weil die Arbeitgeber den im Februar erhöhung gestellt. Vor Zuzug von Buchbindern nach das Odelsthing zurückzusenden. abgeschlossenen Vertrag gebrochen haben. Die Stuttateure und Gipser in Malmö haben Differenzen mit den Arbeitgebern. sie ersuchen deshalb, den Zuzug fernzuhalten. Budapest, 2. Juni. Anläßlich einer Zusammenkunft slovenischer Lehrer kam es hier gestern zu Ausschreitungen. Die zum Bahnhof entsandte Polizei gab, als der Voltshaufe stetig anwuchs, Marm schüsse ab, um Hilfe herbeizurufen. Die Menge verstand die Schüsse falsch und griff die Polizei an; dann zog sie vor die Universität, wo sie von der Polizei und Gendarmerie zerstreut wurde. Hierauf verteilte sie sich und verübte Ausschreitungen in der Stadt, bis Militär zugezogen wurde, welches die Straßen absperrte und die Ruhe wieder herstellte. Etwa 50 Personen wurden verhaftet. Türkei. Die Unruhen in Macedonien nehmen trotz aller türkischen Gegenversicherungen ihren Fortgang. Jm Vilajet Adrianopel fand am 26. Mai in der Nähe des Dorfes Kowtschas ein hartnäckiger Kampf zwischen 3 Banden und einer türkischen Abteilung statt. Die ersteren ließen 8, lettere 5 Tote zurück. Eine andre Bande überraschte in den letzten Tagen eine türkische Abteilung bei Kadifoej und tötete 5 Personen. Im Dorfe Sarakina entführte eine Bande den griechischen Notabeln Nico Albantis und kreuzigte ihn, da das Lösegeld von 300 Pfund nicht rechtzeitig gezahlt wurde. Sociales. Der Berliner Arbeitsmarkt zeigte nach der ArbeitsnachweisStatistit des Centralvereins für Arbeitsnachweis im Monat April Schweiz. dieselbe Tendenz, wie der Arbeitsmarkt des Reiches nach dem„ ReichsKriegsgericht und Streit. Basel, 29. Mai.( Eig. Ber.) Wie Arbeitsblatt". Der Bericht des Centralvereins für Arbeitsnachweis im Oktober 1902 bei dem gegen den Generalstreit gerichteten Militärmeldet direkt eine rückläufige Bewegung im Vergleich zu den aufgebot in Genf mehr als 300 Mann sich nicht stellten, so haben sich borangegangenen günstigeren Monate Februar und März. Das Bulgarien. auch bei dem Maurerstreit in Basel 9 Mann nicht eingefunden, jedoch Arbeitsangebot stieg bei den angeschlossenen Arbeitsnachweisen ganz brachten 8 davon Entschuldigungen vor, so daß sie mit gelinden Die Stuptschina- Wahlen, die am Montag stattfanden, haben, wie beträchtlich, auf 100 offene Stellen meldeten sich 147 männliche Disciplinarstrafen davonkamen und nur ein Genosse vor das Kriegs- nach den getroffenen Maßnahmen nicht anders zu erwarten war, der bezw. 110 weibliche Arbeitnehmer, ein Ergebnis, welches nicht nur gericht gestellt wurde. Er erschien jedoch nicht, sondern flüchtete ins Regierung einen großen Sieg" verschafft. Unter den in die zurückbleibt hinter dem Monat März, sondern auch gegen die Ausland, so daß in seiner Abwesenheit gegen ihn verhandelt wurde. Stuptschina gewählten 130 Abgeordneten befinden sich 71 Liberale, gleiche Zeit des Vorjahres fich merklich vers In der Untersuchung hatte der Betreffende seine Weigerung, dem 30 Radikale und 29 Neutrale und ehematige Fortschrittler. Sämtlich ich I echtert hat. Mit diesem Resultat stimmt auch der MarkenAufgebot Folge zu leisten, damit begründet, daß seine politische Ueber- regierungsfreundlich. Von den 216 870 Wählern haben insgesamt erlös der Landes- Versicherungsanstalt Berlin überein, der gegen das zeugung als Socialdemokrat ihm verboten habe, gegen seine streifenden 183 905 gestimmt und zwar auf die Listen der Regierung 182 583 Vorjahr von 1480 000 auf 640 000 m. gefallen ist, ein Beweis Genossen, die um bessere Eristenzbedingungen lämpften, zu mar- und auf die Listen der Opposition 1322. Bei den letzten Wahlen dafür, daß mit dem Nachlassen der Geschäftsthätigkeit auf dem fchieren, außerdem habe er das Militäraufgebot für unnötig erachtet. im Jahre 1901 unter dem radikalen Ministerium Wujitsch haben von Arbeitsmarkte sofort die Einnahmen aus dem Markenverkauf Demgegenüber erklärte vor dem Kriegsgericht der Ankläger, Haupt- 207 773 Wählern 134 400 auf die Listen der damaligen Regierung heruntergehen. Dieser Rückgang in Berlin machte sich in der Bemann Burkhardt, daß das Militäraufgebot nicht gegen die Streifenden gestimmt. Die Regierungslisten erhielten also in diesem Jahre wegung der Mitgliederzahl der Berliner Krankenkassen noch nicht gerichtet gewesen sei, sondern nur der Aufrechterhaltung der Ruhe 48 183 Stimmen mehr als im Jahre 1901. und Ordnung" gedient habe. Der Genosse wurde zu 4 Monaten Gefängnis und einjähriger Einstellung im Aktivbürgerrecht verurteilt. " Frankreich. Der Deputierte Flandrin, der bekanntlich den Sohn des MinisterParis, 31. Mai. Eine antiflerifale Kundgebung, die heute nachmittag auf der Place de la République veranstaltet werden sollte, scheiterte infolge der bon der Polizei getroffenen 5 000 10 000 Partei- Nachrichten. " 5, 30 000 " 22,50 40 000 " 40, 50 000 " " 100, 125, " 150, " Hus Induftrie und Handel. mertlich; die Zunahme der Kassenmitglieder ist zwar nicht so start wie in den Vormonaten, aber sie betrug immerhin noch am Schluß des Monats bei den Männern 1,6 und bei den Frauen 1,1 Prozent, im Vormonat 2,7 bezw. 4,0 Prozent. Und gerade bei dem Gewerbe, bei welchem besonders über ein Nachlassen des geklagt wird, bei dem Baugewerbe, hat " Der Korbmacher Fischer im Lichte der Wahrheit." Die unter Stellenangebots geklagt wird, präsidenten Combes beschuldigt hatte, einem vornehmen Klub gegen diesem Titel von der Buchhandlung Vorwärts herausgegebene fich bei den Kassen die Mitgliedschaft sogar um 9,2 Prozent vermehrt. In einer Anzahl von Branchen kann man ein Trinkgeld von 25 000 Frank eine Spielerlaubnis ausgewirkt Broschüre ist in erster Auflage vergriffen. Die 2. Auflage befindet sich wegen der Streits und Aussperrungen ein flares Bild von zu haben, tritt, nachdem die Deputiertenkammer ihn als Verleumder sich im Drud. Diejenigen Kreise, welche noch Bestellungen für diese der wirklichen Sachlage nicht machen. Wie richtig wir jedoch urbehandelt hat, jetzt den Rückzug an. Nach Meldung der„ Agence Havas" Broschüre aufzugeben haben, werden daher gebeten dies umgehend teilten, als wir feiner Zeit vor allzu optimistischen Schlüssen aus der erklärte er in den Wandelgängen des Palais Bourbon gegenüber dem zu thun. Der Preis ist: Besserung in der Papierbranche warnten und diese auf die SaisonDeputierten Rabier, er habe niemals beabsichtigt, die vollkommene 500 Exemplare 3,- Mart 20 000 Exemplare 70,- Mart arbeit zurückführten, lehren jetzt die Thatsachen. Die ArbeitsEhrenhaftigkeit Edgard Combes' anzuzweifeln, und sprach sein Be1000 gelegenheit im Buchbindergewerbe ließ viel zu wünschen übrig, es dauern darüber aus, daß die Kammer ihm nicht Zeit gelassen habe, wurden 140-160 Arbeitslose gemeldet. Wenn auch am Anfang des in vollständigeren Ausführungen die Person Edgar Combes' zu entMonats die weiblichen Arbeitskräfte etwas knapp waren, so find Lasten. Flandrin fügte hinzu, er sei bereit, diese Erklärung dem nach Fertigstellung der Kataloge für die Warenhäuser eine größere Ministerpräsidenten gegenüber zu wiederholen. Anzahl Arbeiterinnen arbeitslos; auch im Tapezierergewerbe flaut die Thätigkeit gegen den Vormonat erheblich ab, so daß von 400 Arbeitsuchenden nur 200 untergebracht werden konnten. Von circa 450 arbeitsuchenden Buchdruckern konnte nur 180 Beschäftigung nachgewiesen werden, ebenso flau ist es auch bei den Steindruckern und Lithographen, dagegen wird von den Hilfsarbeitern im Buchdruckgewerbe ziemlich günstig für männliches wie weibliches Personal gemeldet. Ein flotter Geschäftsgang herrschte in der beträgt 61 497 464 Fr.; hierauf sind am 1. Januar bereits Sleider- und Wäschekonfektion. Derselbe dürfte jedoch jetzt nach 22 535 211 r. a conto gezahlt worden. Durch die Verteilung des den Feiertagen ebenfalls vorbei sein. Die Lage im Baugewerbe Restes wird die Dividende pro Aktie auf 109,16 Fr. gebracht, so ist im allgemeinen sehr flau und dürfte anf den Mangel an Baudaß einschließlich der 25 Fr. Zinsen sich das Brutto- Erträgnis pro material, sowie auf die hoch geschraubten Preise für Mauersteine Attie auf 134,16 Fr. und das Netto- Erträgnis auf 125 Fr. stellt. zurückzuführen sein. Infolge der hohen Steinpreise werden neue Der Bericht stellt fest, daß im Gegensatz zum Jahre 1901 die Bauten möglichst zurück gehalten, außerdem ist die BauVerkehrszunahme hauptsächlich auf der Rückfracht, und zwar infolge thätigkeit in der Provinz noch geringer und deshalb der starker Sendungen indischer Waren, beruhte, während die ausgehende Zuzug erheblicher. Die Zahl der Arbeitslosen ist merklich geFracht sehr wenig zunahm; nur englische Kohle wurde stärker durch stiegen. Die Maurer melden 688 Arbeitslose, die Zimmerer den Kanal ausgeführt. Das laufende Jahr weise befriedigende Er- ca. 1000, die Steinfeger 50 Proz., die Bauarbeiter 1800. Aber auch gebnisse auf; von der bis 25. Mai festgestellten Mindereinnahme von den Malern, Glasern und Steinarbeitern wird Flaue gemeldet. von 3 400 000 Fr. feien 2 340 000 Fr. auf Gebührenermäßigung Nur von den Rabitzspannern und Buzern wird günstig berichtet. und nur 1 060 000 Fr. auf Verkehrsrückgang zurückzuführen. Die Nachfrage nach ungelernten männlichen Arbeitern im CentralArbeitsnachweis hat sich gegen das Vorjahr um rund 300 Personen gehoben, doch ist gegen den Bormonat ein Rüdgang bon offenen Stellen zu verzeichnen. Dieselbe Erscheinung trat auch bei der weiblichen Abteilung zu Tage. Maßnahmen; hingegen kam es bei der Arbeitsbörse in Suezkanal- Gesellschaft. Der Geschäftsbericht, welcher der am der Nähe dieses Plates dieses Plates, in welcher französische Socialisten 9. Juni zusammentretenden Generalversammlung der Suezkanaleine Versammlung abhielten und ein Vertreter des Genter Gesellschaft vorgelegt werden wird, weist einen Einnahme- Ueberschuß Blattes Booruit" eine Rede hielt, zu Ruheftörungen. Anarchisten von 62 738 440 Fr. auf. Der zur Verteilung gelangende Gewinn drangen in den Saal und störten die Versammlung. Vor dem Gebäude kam es zu einer Schlägerei, bei der mehrere Personen, unter ihnen ein Polizist, verletzt wurden. Auch wurden verschiedene Personen verhaftet, u. a. der Gemeinderat Fribourg. Baris, 1. Juni. Bei den Ruhestörungen auf der Place de la Népublique wurden ungefähr 30 Personen verhaftet, von denen 15 in Haft behalten wurden. Der ebenfalls verhaftete Gemeinderat Fribourg ist wieder in Freiheit gesezt worden. Ein marokkanischer Ueberfall. Der französische Generalgouverneur von Algerien, Jonnart, befindet sich zur Zeit auf einer Inspektionsreise an der maroffanischen Grenze. Diese Gelegenheit ist von den an der Grenze bei Figig wohnenden Marokkanern zu einem leberfall benutzt worden. Nach der offiziösen französischen Darstellung Die Standard Dil Co. hat ihre Dividende für das zweite hatte Jonnart vor seinem Aufbruch nach Figig eine Unterredung Viertel d. J. auf 7 Dollars per Attie festgesetzt, oder um 3 Dollars mit dem Amel( Oberhaupt) von Figig, der ihn seiner freundschaft niedriger als in dem entsprechenden Quartal des Vorjahres. Die lichen Gesinnung versicherte. Jonnart erwiderte, er bedauere, diesmalige Dividendenerklärung erfordert die Auszahlung von daß diese Gesinnung feine greifbaren Resultate zeitige, man 7 000 000 Dollars. Jm letzten Jahre verteilte die Standard Bil Co. dürfe fich deshalb nicht wundern, wenn die franzöfifche Ne- an ihre Attionäre 45 000 000 Dollars in Geſtalt von Dividenden, in Letzte Nachrichten und Depeschen. gierung fich gezwungen sehe, an der Grenze unter Achtung der den beiden vorhergehenden Jahren waren es je 48 000 000 Dollars. Integrität Maroffos einen Ueberwachungsdienst einzurichten. Der Ueber die Verkaufsbedingungen des Walzdraht- Syndikats weiß Unruhen in Kroatien. Amel bemerkte hierauf, daß es unter den gegenwärtigen Verhältnissen Agram, 2. Juni.( W. T. B.) pier tam es gestern, nachdem nicht möglich sei, Figig zum Gehorsam zu zwingen, und daß die die Köln. 3tg." folgendes zu berichten: Die Walzdraht- Abnehmer bereits Sonntagabend Ruhestörungen das Einschreiten von Polizei marottanische Regierung bereit sei, die französischen Interessen zu verpflichten sich, so lange sie Walzdraht von der Verkaufsstelle des und Militär notwendig gemacht hatten, wiederum zu größeren Ruhefördern. Der Gouverneur begab sich dann bis etwa 600 Meter an Verbandes deutscher Draht- Walzwerke beziehen und verarbeiten, störungen. Die Ruhestörer begaben sich mittags in fleineren die Stadt, deren Mauern dicht mit Menschen besetzt waren, heran mindestens aber für die Dauer von drei Monaten vom Tage des letzten Gruppen zum neuen Palais der Staatsbahn, zum ungarischen und betrachtete dieselbe kurze Zeit. Als er dann wieder in Be- Bezuges, ihren Bedarf an Walzdraht aller Art nur von denjenigen Sasino, zu den Häusern der Sektionschefs Pabics und Krajcsovics gleitung des Amel zurückkehrte und kaum 300 Meter zurückgelegt Werken zu entnehmen, welche dem Verbande deutscher Draht- Walz- und des Abgeordneten Pliderics, zum Nationalfafino und zur Rehatte, wurde von Figig aus heftiges Gewehrfeuer abgegeben. werke angehören, auch bei Bedarf in gezogenem Eisen und Stahldraht daktion der" Agramer Zeitung" und zerschlugen die Fensterscheiben. Die Schüßeneskorte erwiderte die Schüffe, und das gegenseitige folchen nur von Drahtziehereien zu beziehen, welche ausschließlich Die Polizei und zwei Compagnien Militär säuberten die Straßen. Feuern hielt an, bis der Generalgouverneur nach Dichennan Eddar Verbands- Walzdraht verarbeiten. Die Walzdraht- Abnehmer haben Da man eine Wiederholung der Vorfälle befürchtete, wurde die gezurüdgelehrt war. Nach einer Depesche aus Beni- Unif find bei auch dafür Sorge zu tragen, daß das von ihnen bezogene Walzdraht famte Garnison aufgeboten und die Straßenfreuzungen besetzt. dem Ueberfall 56 Maroflaner gefallen und ungefähr 20 verwundet Material weder als Walzdraht, noch als gezogener Draht zur Her- Starke Patrouillen durchzogen die Straßen. Abends 7 Uhr begann worden. Unter den Gefallenen befindet sich der Sohn eines Scheits, stellung von Drahtstiften im inländischen Wettbewerb gegen den eine große Menge halbwüchfiger Burschen die Briefkasten zu zer= der noch am Vormittag dem Generalgouverneur seine Ergebenheit Berband deutscher Drahſtift- Fabrikanten oder im Wettbewerb gegen schlagen; sie eröffneten mit mitgebrachten Steinen ein wahres Bomversichert und den Wunsch ausgesprochen hatte, gute Beziehungen den Verband deutscher Feder- Stahlwerke in Hagen i. W. bezw. gegen bardement gegen das Haus, in welchem sich die Redaktion der mit ihm zu unterhalten. den Verband deutscher Schirmstahl- Fabrikanten in Altena i. W. Ver- Agramer Zeitung" befindet, zertrümmerten die Scheiben und verAin Sefra( Algerien), 1. Juni. Zwei Compagnien der Fremden- wendung findet, so daß bei Weiterveräußerung des, bezogenen suchten das Thor einzurennen. Als dies nicht gelang, 30g der Haufe legion, die von den Bewohnern von Figig angegriffen worden waren, Bei wiffentlicher oder fahrlässiger Zuwiderhandlung gegen diese denen die Fenster eingeworfen wurden, vorüber, die Gaslaternen ausMaterials die entsprechenden Vorbeugungsmaßregeln zu treffen sind. an den Wohnungen der Abgeordneten Gavranics und Silovics, find mit 17 Verwundeten nach Beni Unif zurückgekehrt. Die Marokkaner, welche den Angriff auf den Generalgouverneur Verbindlichkeiten verwirken die Walzdraht- Abnehmer alle ihnen vom löschend und unter Schmährufen gegen die Polizei zum Jellachich ausgeführt hatten, haben sich unter großen Verlusten nach Figig Verbande deutscher Draht- Walzwerke zugebilligten Preisvergüsti- Plaße. Das Militär wurde mit der Räumung des Plages be= gungen( Preisvorzug und Ausfuhrvergünstigung) auf alle vom Ver- traut; es wurde, was im Verlaufe der Ausschreitungen bisher nicht bande bezogenen Walzdraht- Mengen. borgekommen war, mit Steinen beworfen. Den vereinten energischen Bemühungen des Militärs und der Polizei gelang es endlich, die Ruhe wiederherzustellen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Drei Personen, darunter ein Bachmann, sind schwer verletzt. zurückgezogen. Generalgouverneur Jonnart ist hier eingetroffen. Italien. Ferris Kampf gegen die Marineverwaltung. Genua, den 1. Juni.( Drahtbericht.) Unter freiem Himmel fand hier heute nachmittag eine große von mindestens 2000 Personen besuchte Volksversammlung statt, in der Genosse Ferri über die Herabjegung der Heeres- und Marine- Ausgaben referierte. Er griff besonders die Marineverwaltung an. Nach Schluß der Versammlung fand eine große Straßendemonstration statt. Dänemark. Gewerkschaftliches. Deutfches Reich. " Zum marokkanischen Neberfall. Die Bauunternehmer in Dresden zeigen trotz des Beschlusses, die Sperre aufzuheben, noch keine Neigung, ihre Verfolgungswut gegen Algier, 2. Juni.( W. T. B.) Zwei Bataillone der Fremdendie Drganisation zu zügeln. Am Dienstag früh sind nur etwa die legion gehen, das eine von Saida, das andre von Mascara, nach Hälfte der Maurer wieder eingestellt worden und bei den Zimmerern Beni- Unif ab. Das aktive Vorgehen derselben wird am 8. oder ist der Prozentsatz noch geringer. Einige größere Unternehmer haben 9. Juni beginnen. Nach Berichten der Leute aus fur war der heute früh statt Bauhandwerker einzustellen noch eine Anzahl ent- Ueberfall ein geplantes Wert. 500 Räuber befanden sich schon Liberale Pleite. Der liberale Wählerverein von Kopenhagen lassen. Die Kommission der Bauarbeiter ist bemüht, alles im Guten an den beiden Abdachungen der Schlucht von Zenaga, als der Generals hatte sich an den konservativen Arbeiter- und Wählerverein mit dem zu regeln; es ist aber fraglich, ob das möglich ist, da einige Unter- Gouverneur Jonnart, General O'Connor, der Amel und das Gefolge fie auf dem Hinweg passierten. Zur Zeit sind 300 Mann in Benis Ersuchen gewandt, ein antisocialistisches Wahlfartell einzugehen, das nehmer sehr provozierend auftreten. Unif und Dschennan- Eddar zusammengezogen. General- Gouverneur fich hauptsächlich gegen die Kandidatur unsres Parteigenossen Eisenbahner Verband. Am ersten Pfingstfeiertag tagte in Jonnart ist heute in Perregaur eingetroffen. Borgbjerg richten sollte. Trotzdem nun, wie" Danebrog", Halle a. S. eine von dem Agitationstomitee für Minister Albertis Organ, schreibt, die Liberalen bei den Verhand- Mitteldeutschland des Verbandes der Eisenbahner Mainz, 2. Juni.( W. T. B.) Jn Kempen erlitt der 17 Jahre lungen große Verträglichkeit und Geduld bewiesen, lehnten die Kon- Deutschlands( Siz Hamburg) einberufene Konferenz. alte Kilian, der in erhigtem Zustande im offenen Rhein badete, einen servativen das Angebot ab. Die Blamage der Liberalen ist um so Vertreten waren fast sämtliche größeren Städte Mitteldeutschlands. Herzschlag und ging unter. Sein gerade aus der Kommunion größer, als auch der Redakteur des vor kurzem noch ziemlich radi- Aehnliche Konferenzen fanden erst fürzlich, unabhängig von der fommender Bruder, der ihn mit den Wellen kämpfen sah, sprang falen Organs" Politiken", Dr. Edv. Brandes, der Bruder des Verbandsleitung, für Berlin und Umgegend in Berlin, und für ihm nach, wurde jedoch von dem andren erfaßt und in die Tiefe geLitteraturhistorikers, zu den liberalen Zwischenhändlern gehörte und Südwestdeutschland in Frankfurt a. M. statt. Die Bewegung zogen. Beide ertranken. sogar der Hauptvorstand des liberalen Vereins, der noch am 11. Mai unter den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern nimmt ständig zu Bozen, 2. Juni.( W. T. B.) Gewitter mit Hagelschlag und einstimmig beschlossen hat, im 5. und im 8. Wahlkreise liberale Kandi- und mit Hilfe der Agitationskomitees wird es möglich sein, auch in Muhrbrüchen haben im Eisadthal, Etschthal und Nonsthal großen daten aufzustellen, seine Zustimmung zu dem Bittgang bei den Kon- Drten Gruppen zu errichten, wo eine Verbindung mit den Berufs- Schaden angerichtet. Die Saaten find zerstört. Eine Anzahl servativen gegeben hatte. follegen bisher nicht bestand. Menschen wurden getötet bezw. verlegt. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Puchdruckerei u Berlagsanstalt Baur Finger& Co., Berlin SW. Sierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 126. 20. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. 25 000 Wurmkranke. Eine amtliche Verteidigung der schuldigen Unternehmer. schaften kein Wort der Verteidigung findet. " an Erkrankten " . V Mittwody, 3. Juni 1903. fann. Es folgt nunmehr die Diskussion über die Berichte. garantierten- das Resultat gab dem Minister Veranlassung, seine Zur Zeitung der Generalversammlung werden gewählt: CohenBefriedigung darüber auszudrücken, daß wohl selten in so zielbewußter Berlin, Haat Dresden und Freisinger- München als Vorund energischer Weise die Bekämpfung einer neuen Krankheit sigende; Hirth- Chemnitz, Jäder- Düsseldorf, Brandesaufgenommen worden sei, als gegenüber der Wurmsenche in West- Magdeburg, Leber- Jena, Horn und Heinemann- Berlin falen! als Schriftführer; Riemann und Krause Chemnitz als RednerBur weiteren Würdigung der angeführten Thatsachen und der Listenführer. Hierauf wird die erste Sigung geschlossen. Gerade als sei es ihre ureigenste Aufgabe, die Intereffen des Unternehmerverteidigung durch die ministerielle Korrespondenz heben Berlin, 2. Juni. Unternehmertums zu vertreten, bemüht die ministerielle Berliner wir nachfolgend noch die Hauptmomente der Geschichte der WurmErster Verhandlungstag. Korrespondenz" sich, die Grubenherren von dem im Artikel des krankheit im rheinisch- westfälischen Industriegebiet hervor: ,, Vorwärts" vom 27. Mai cr. 25 000 Wurmkranke", erhobenen VorIm Jahre 1897 trat Herr Dr. Lenholt mit seiner mehrfach Gotthusen Riel beantragt mit den Hinweis auf das brutale würfe zu reinigen, während sie, was ja eigentlich eigentümlich be- erwähnten Schrift über den Gesundheitszustand der Ruhr- Bergleute an Vorgehen der Unternehmer an der Unterweser, Iserlohn 2c., von den rühren müßte, den Vorwürfen gegenüber den gesetzgebenden Körper- die Deffentlichkeit. Er wies auf die drohenden Gefahren hin und männlichen Mitgliedern bis zum 1. Juli einen doppelten Beitrag zu forderte energische Abwehrmaßregeln. In der Sigung des Sonder- erheben. Dieser Antrag wird von der Generalversammlung einMan kann aber zunächst überzeugt sein, daß die ministerielle ausschusses zur Bekämpfung der Wurmkrankheit am 23. September stimmig angenommen.( Lebhafter Beifall.) Korrespondenz mit uns der Meinung ist, daß die Mehrheitsparteien 1902 fonstatierte er sodann, daß er seit Erscheinen seines Buches Es werden hierauf die Wahlen der Kommissionen vorgenommen. im Reichstag und Landtag die Interessen der Bergarbeiter mit feine Gelegenheit versäumt habe, in Aerzteversammlungen und bei! Sodann berichtet Schlicke über die Thätigkeit des Füßen traten. Immerhin schon ein wertvolles Eingeständnis, Untersuchung der Rechenbelegschaften in Gegenwart der Zechen- Borstandes.- Der Geschäftsbericht liegt den Delegierten gewas nicht unbemerkt bleiben wird. Dafür hat die amtliche beamten die Bedeutung der bösartigen Krankheit zu erörtern. druckt vor und ist von uns in der Sonntagsnummer bereits beKorrespondenz für Unternehmerinteressen" mit der Verteidigung der Wie in derselben Sitzung von dem Bergassessor Lütchen bestätigt sprochen worden. Der Referent führt an, daß die Erfolge der Kohlenmagnaten gründlich ins Blaue geschossen. Es heißt da mit wurde, sei noch jetzt die Untersuchung vor Anlegung von Berg- Stämpfe in der Berichtszeit nicht sehr große waren. Die Position Bezug auf die vom Handelsminister einberufene Konferenz, welche arbeitern mangelhaft und nachlässig. Dabei handelte es sich um des Verbandes war keine besonders günstige, hinzu kommt, daß berBezug auf die vom Handelsminister einberufene Konferenz, welche Arbeiter, die aus den wurmverseuchten ungarischen schiedene Bewegungen nicht genügend vorbereitet waren. Durch am 4. April 1903 in Berlin tagte: berlorene Streits werden die Unternehmer veranlaßt, veranlaßt, den Es haben nahezu(!) alle auf Bekämpfung der Wurmkrankheit Gruben herübergeholt worden waren! In seiner Schrift forderte Dr. Lenholt Erlaß von Berg- Arbeitern abzielenden Vorschläge und Anträge die Zustimmung der Verweitere Kämpfe Bei Kämpfe aufzudrängen. der Insammlung, insbesondere der Werkbefizer gefunden. So der Vorschlag, polizei- Verordnungen die Verordnungen kamen fast drei Jahre fcenierung eines Streits müssen im stillen und im Einmit dem Vorstande alle Vorbereitungen ge= durch polizeiche Verordnungen und Anordnungen die Werkbefizer später befolgt werden sie teilweise heute noch nicht. Auf Grund vernehmen werden, wie es auch bon den Unternehmern zu verpflichten, auf ihre Kosten schleunigst eine wiederholte mifro- bon ihm angestellter Untersuchungen und Experimente empfahl troffen stopische Untersuchung ihrer Belegschaften vornehmen zu lassen, Dr. Lenholt in der Sitzung vom 23. September 1902 Des- geschieht, die bei einer ihnen geeignet erscheinenden Zeit plöglich der Vorschlag, durch eine besondere Bergpolizei- Verordnung den infektion der Gruben mit Stallmilch das Gegenargument der aber gut vorbereitet den Kampf beginnen. Der Kleinkrieg der Werkbefizern die Annahme von Arbeitern zu untersagen, bevor Werksvertreter war der Kostenpunkt. Und die Konferenz in Berlin einzelnen Branchen, müsse möglichst aufhören und namentlich die diese als wurmfrei erkannt sind, der Vorschlag, für die hiernach am 4. April 1903 beschloß weitere Versuche anzustellen. Streifs wegen Maßregelungen einzelner Personen. Gewiß soll erforderlichen Untersuchungen zahlreiche Untersuchungsstationen ein- In der Sigung des Sonderausschusses kam es zu scharfen versucht werden, daß die Gemaßregelten wieder eingestellt werden, zurichten, der Vorschlag, die bereits seit Jahren angeordneten vor- Auseinandersetzungen zwischen dem Arzte und den Werksvertretern, wenn dies aber aussichtslos erscheint, so vergiebt sich der Verband bengenden Maßregeln auf den einzelnen Gruben( Aufstellung, das Resultat war Abordnung einer Kommission nach Ungarn durchaus nichts, wenn in andrer Weise für die Gemaßregelten einReinhaltung, Desinfektion von Aborten unter und über Tage, Ein- zur Erforschung der Wurmkrankheit. Dr. Lenholt hatte sechs getreten wird. Unter anderm empfiehlt der Redner auch bei Sperren richtung von Bädern, Verhütung von Schlammansammlungen usw.) Jahre lang vergeblich gemahnt und gefordert, studiert und experi- recht vorsichtig vorzugehen, die schließlich zu kämpfen führen, die in der jetzigen Sachlage entsprechend zu verschärfen, schließlich der mentiert. Von dem Ergebnis der Untersuchungs- und Studien- gar keinem Verhältnis zu dem Streikobjekt stehen. Vorschlag, weitere eingehende Versuche mit der Desinfektion der reise, an welcher Dr. Zenholt nicht teilnahm, hat man bis heute Für den Ausschuß berichtet R. Weißig Frankfurt a. M. Dem Gruben und Versuche mit der unter besonderen Vorsichtsmaßregeln nichts gehört. In einer Sigung des Sonderausschusses, März Bericht, der den Delegierten ebenfalls gedruckt vorlag, ist zu entzu gestattenden zeitweiligen Einstellung der Berieselung auf ein 1903, wurde konstatiert, daß bereits 20 000 Bergarbeiter von der nehmen, daß der Ausschuß mit Vorstand verschiedene Sigungen Wurmfrankheit befallen waren, die Konferenz am 4. Apri 1903 abhält, um unter andern entsprechend den Beschlüssen der vorigen zelnen Gruben zu machen." Durch die Hervorkehrung des Punktes, daß die Konferenz noch beschließt, erst noch abzuwarten, welchen Verlauf die Seuche nehme, Generalversammlung gemeinsam die Zeitungsfrage zu regeln und In einer Sigung des Vereins für bergbauliche Interessen, Mai 1903, um die Aufstellung der Gehaltsskala für die Beamten nötig hatte, polizeiliche Verordnungen zu beantragen, durch welche Der Ausschuß hatte sich auch mit dem Andie Unternehmer verpflichtet werden, mikroskopische Untersuchungen wird konstatiert, daß die Zahl der Wurmkranken auf bereits 25 000 vorzunehmen. ihrer Belegschaften vornehmen zu lassen, tonstatiert man, daß die angeschwollen ist. Zur Beruhigung ängstlicher Gemüter teilt man trag der Ortsverwaltung Berlin zu befassen, der verlangt, Werksbesitzer das Selbstverständliche nicht freiwillig thaten, daß es aber gleichzeitig mit, der Verein habe eine Kommission nach Belgien daß das ausgeschlossene Mitglied Litfin wieder aufgenommen wird. Der Hauptvorstand hatte den Antrag abgelehnt. Vom Ausihnen nicht in den Sinn kam, das durch ihre Gleichgültigkeit herauf- entsandt zur Erforschung der Wurmkrankheit. Trotz alledem ist die ministerielle Korrespondenz" der Ansicht, schuß wurden die Gründe des Vorstandes zwar nicht anerkannt, aber beschworene Unheil auch nur in etwas wieder gut zu machen. Sechs Jahre man sei aus dem Stadium der Erwägungen und Untersuchungen die Beschwerde aus formellen Gründen abgewiesen, da der Auslang predigte der maßgebende Arzt: Seid vorsichtig, trefft Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche; es blieb heraus. schluß Litfins in einer Generalversammlung der Berliner VerwalWenn es die„ Korrespondenz" für notwendig hielt, durch die Ver- tungsstelle erfolgt ist und eine solche Versammlung nur über die nußlos. Als die Gefahr ins Riesengroße gewachsen war, muß erst noch man die Polizei In der Sache des appellieren, damit teidigung der Unternehmer die allgemeine Aufmerksamkeit noch einmal wiederaufnahme beschließen wenigstens die Heilung der etwas energisch in ausdrücklich auf die Frage der Wurmkrankheit zu lenken, so können Redakteurs Scherm, der beschuldigt wird, den Verband haben, daß er neben seinem Gedie Hand genommen wird. Dabei dient aber die Maßregel nicht wir ihr dafür nur dankbar sein; es ist nur notwendig, unsrerseits auch dadurch geschädigt zu einmal voll ihrem Zweck, weil es nur eine halbe Maßregel ist. Es noch einmal zu konstatieren, daß an der Entwicklung der Dinge die halt eine wöchentliche Entschädigung von 10 M. von den Druckern wird immer nur ein Teil der Belegschaften untersucht, es bleiben Unternehmer und die Mehrheitsparteien im Parlament, vorwiegend der Zeitung erhalten, die mit seinem Einverständnis dem Verband immer Kranke in der Grube; wenn die ganze Belegschaft untersucht Nationalliberale und Centrum die Schuld trageu, jene Parteien, in andrer Form angerechnet worden sind, konnte eine Einigung in ist, können die zuerst Untersuchten und gesund Befundenen, oder die welche nun den Arbeitern sich präsentieren als Vertreter ihrer der gemeinschaftlichen Sizung nicht erfolgen, und deshalb wurde Die Arbeiter selbst werden am 16. Juni durch Wahl beschlossen, die ganze Angelegenheit der Generalversammlung zu als frank Ermittelten und nach der Kur wieder Eingestellten, längst Interessen. wieder infiziert sein. Ist das eine energische Bekämpfung der von wirklichen Arbeitervertretern dafür sorgen, daß man nun endlich überweisen. Der Referent empfiehlt, die Beschwerdekommission mit bösartigen Wurmkrankheit, welche eine geradezu unheimliche Aus- aus dem Stadium der Untersuchungen und Erwägungen, heraus der weiteren Prüfung der Sache zu betrauen. Er beantragt ferner kommt und daß man ihnen nicht die Kosten aufbürdet für die namens des Ausschusses, dem Kassierer Werner, dessen Kassenbreitung gefunden hat? Die Arbeiter fordern energische Be- führung eine mustergültige genannt werden müsse, die Decharge zu Weiter! Die Korrespondenz stellt fest, daß die Konferenz auch Nachlässigkeitsmüden andrer. einer Bergpolizei- Verordnung zustimmte, durch welche die Annahme kämpfung der Seuche, ohne Rücksicht auf die Kosten und Zahlung erteilen. von Arbeitern von der Vorlage eines polizeilichen Gesundheitsattestes des vollen Lohnes an die von der Wurmkrankheit Befallenen. Die abhängig gemacht wird. Die Korrespondenz glaubt es weiter fich often haben die Unternehmer zu tragen, welche an dem Unheil Cohen Berlin und Vorhölzer- Hannover erklären ebenso nicht versagen zu können, zu bemerken, die vorstehende Maßregel schuld find. wie der Referent Schlicke, daß möglichst vermieden werden müsse, finde im Vorwärts" heftigen Widerstand". Der hier bekundete über die einzuschlagende Taktik bei den Kämpfen vor dem Forum Eifer ist beinahe so ungewöhnlich wie das Ungeschick in Verschleierung der breiten Deffentlichkeit zu beraten. Von beiden Rednern wird der Thatsachen. Nicht die Maßregel als solche fand Widerstand im das Vorgehen der Polizeibehörden gegenüber den Arbeitern heftig „ Vorwärts", sondern die Art der Ausführung der an sich vernünftigen fritifiert und angeführt, daß man schließlich keine Veranlassung mehr Vorschrift. Die Verschulder der Seuche wollen die Kosten der ärzthabe, der einen Behörde auf Verlangen wertvolles Material zur lichen Untersuchung den Arbeitern aufbürden, was im Effekt Verfügung zu stellen, während die Behörde eines andern dem Verbot des Arbeitswechsels gleichkommt. Was die Berlin, 1. Juni 1903. Refforts die Arbeiter bei der Ausübung ihrer gefeßlich Junter gegen die Landarbeiter erstreben, Aufhebung der Am 2. Pfingstfeiertage, nachmittags, traten die Delegierten des gewährleisteten Rechte mit allen Mitteln zu hindern versucht Freizügigkeit, das erreichen die Kohlenbarone durch eine Metallarbeiter Verbandes im Gewerkschaftshause zusammen. Der und sie wie Verbrecher behandelt. Das Material, das die -Wohlfahrtsmaßregel. Das zu verteidigen brachte noch kein aus Saal ist sehr geschmackvoll dekoriert; auf dem rot drapierten Podium Behörde von den Gewerkschaften erhält, erfordert nicht nur eine gesprochenes Unternehmerorgan fertig, diese Arbeiterfreundlichkeit" find zwischen frischen Blattpflanzen rechts und links die Büsten von riesige Arbeit, sondern es werden den Organisationen auch noch blieb der ministeriellen Korrespondenz vorbehalten. Der Vorschlag, Marg und Laffalle, in der Mitte die der Freiheit aufgestellt. Dem tausende Mart von Portokosten verursacht, und es wäre zu mindestens die Verordnungen betreffend Aufstellung von Abortkübeln usw. zu Podium gegenüber befindet sich auf rotem Grunde die goldene zu verlangen, daß die Zusendung portofrei geschehen kann oder von verschärfen, ist ja eine nette Illustration zu der im Reichstag auf Inschrift: Die Arbeit ist der Fels, auf dem die Kirche der Zukunft der betreffenden Behörde die Kosten ersetzt werden. Die weitere gestellten Behauptung, das Menschenmögliche zur Bekämpfung der erbaut wird. Diskussion handelt über taktische Fragen, über Auslegung der Seuche sei gethan. Drei Jahre nach der Veröffentlichung des Namens der Berliner Verwaltungsstelle hieß Pä hold die statutarischen Bestimmungen, über Entscheidungen des Vorstandes Dr. Lenholt sind die erwähnten Vorschriften erlassen, 21 Jahre Delegierten herzlich willkommen. Er gab sodann ein geschichtliches oder des Ausschusses. Verschiedene Beschwerden beztv. Anträge, die später wurde durch die bekannte Erhebung des Bergarbeiterverbandes Bild von der Entwicklung und den Kämpfen der Metallarbeiter vom Vorstande und dem Ausschuß abgelehnt wurden, werden der unzweideutig konstatiert, daß den Verordnungen erst teilweise ent- Organisation in Berlin und verwies darauf, daß vor 6 Jahren zur Generalversammlung zur anderweitigen Entscheidung unterbreitet. sprochen worden sei und eine jetzt beendete neue Erhebung, die selben Zeit die Verschmelzung des Berliner mit dem Deutschen Ju der Nachmittags- Sizung, die Freisinger- München Demnächst veröffentlicht wird, beweist, daß es auch heute noch nicht Metallarbeiter- Verband stattfand. Aber während am 1. Januar 1897 leitet, wird die Generaldiskussion über die Berichte des Vorstandes viel besser geworden ist. Wirklich eine sehr energische Bekämpfung die Drganisation hier nur 8400 Mitglieder zählte, ist die Mitglieder- und des Ausschusses fortgesetzt. Pawlowitsch Berlin empfiehlt, der Wurmseuche. zahl bis zum Schluß des Jahres 1902 auf 30 600, bis gegenwärtig die Bekanntmachungen der Orte, von denen der Zuzug fernzuhalten Die Forderung der Arbeiter, Einstellung bon Arbeiter auf ca. 35 000 gestiegen. ist, wie sie in der Metallarbeiter- Zeitung" veröffentlicht werden, auch fontrolleuren, würde den Verordnungen erft praktischen Wert ver- Hierauf wird vom Verbandsvorsitzenden Schlicke die General wöchentlich in Plakatform zu drucken und an die Verivaltungsstellen leihen man hat sie rundweg abgelehnt! Ebenso die Forde versammlung eröffnet. Er begrüßte die Delegierten und aus zu senden, damit dieselben in den Verkehrslokalen ausgehängt werden. rung, die Verordnungen auch in polnischer Sprache auszuhängen. ländischen Gäste namens des Vorstandes und wies darauf hin, daß Der Redner bringt sodann seine Nichtbestätigung als VerwaltungsEs sind aber gerade die Gruben am stärksten infi- das foalierte Unternehmertum während der schlechten Konjunktur, die beamter zur Sprache und sucht nachzuweisen, daß das Verhalten des ziert, die einen sehr hohen Prozentsaz pol- sich besonders in der Metallindustrie bemerkbar machte, alles versucht Vorstandes gänzlich unberechtigt war. Dem gegenüber präcifiert nischer Arbeiter aufweisen. Es bedarf wirklich nicht großer hat, die organisierte Arbeiterschaft zum Weißbluten zu Schlicke den Standpunkt des Vorstandes zu dieser Frage, die bereits Der Vorstand Einsicht, um zu erkennen, daß gerade die abgelehnten Forderungen von bringen. Das ist ihm infolge der Stärke der Organiſation die Nürnberger Generalversammlung beschäftigt hat. Es nur die ministerielle Korrespondenz nicht gelungen. ist zu erwarten, daß bald ein habe die Bestätigung abgelehnt, vornehmlich deshalb, weil Pawlowitsch größter Bedeutung sind n eintritt Geschäftsgang hat dafür kein Verständnis, es genügt ihr, wenn Verordnungen auf flotterer es gilt nunmehr einer politischen Richtung angehört, die sich principiell gegen die dem Papiere stehen. wieder, die Waffen genau zu prüfen, ob sie scharf und gut genug Verbandsorganisation wendet, demzufolge teine Gewähr geboten Die Einstellung der Berieselung beschwört neue Gefahren herauf, find, um mit denselben die bevorstehenden Kämpfe führen zu können. habe, die Interessen der Organisation zu wahren, und er übrigens ohne Gewähr für Ausrottung des Burmes zu geben, weil die übrigen Ernst ist die Zeit, umſomehr wird es Aufgabe der Generalversamm auch später noch die Verbandsinstitutionen in andren Zeitschriften Maßregeln, Aushebung aller Wurmkranken und gründliche Des- lung sein, Maßnahmen zu beraten, die dazu angethan find, den Mit- bekämpft hat, und der Vorstand habe auch jetzt noch keine infektion, fehlen. gliedern des Verbandes und allen in der Metallindustrie beschäftigten Veranlassung, seine Meinung zu ändern. Zu dieser Sache spricht noch der Redakteur Scherm, gegen den von Patlowitsch Arbeitern eine bessere Eristenz zu schaffen. Dißmann Hansen Kopenhagen überbringt die Grüße der dänischen und der Vorwurf der Unobjektivität erhoben wurde. empfiehlt den Antrag von Barmen- Elberfeld, den VII. Agitationsauch der schwedischen und norwegischen Kollegen. Beer- Wien übermittelt die Grüße der östreichischen Metall- bezirk in zwei Bezirke zu teilen und für jeden Bezirk einen Gauarbeiter und wünscht den Verhandlungen besten Erfolg. Seinen leiter anzustellen, da dadurch eine beffere Agitation in diesem ermöglicht weiteren Ausführungen war zu entnehmen, daß trotz aller Schwierig- großen Induſtriebezirk von Rheinland- Westfalen feiten, mit der die ganze Arbeiterbewegung in Destreich zu fämpfen werde. Lederer- Altenburg, vertritt ebenso wie Cohen- Berlin hat, und trotz aller Drangfalierungen und Verfolgungen die Organi- den Standpunkt, daß nach der in Nürnberg beschlossenen Resolution fation tüchtig vorwärts schreitet. die Mai- Ausgesperrten schon nach 26 wöchentlicher Mitgliedschaft, so Von den Metallarbeitern der Schweiz ist ein Begrüßungs- wie dies bei der Streifunterstützung der Fall ist, unterstützt werden. telegramm eingegangen. Reichel teilt mit, daß der Vorstand die Trennung des VII. Bezirks, Nach dem Bericht der Mandatsprüfungs- Kommission sind wie die Verhältnisse dort liegen, nicht für zweckmäßig erachtet, aber mit der 149 Delegierte antesend. Der Hauptvorstand ist durch Schlicke, Anstellung eines zweiten Beamten einverstanden ist. GotthusenWerner und Reichelt, der Ausschuß durch Weißig und Kiel befürwortet, um den weniger schreibgewandten Kollegen Siegel, die Redaktion durch Scherm und die General- das Aufstellen von Unterstüßungsgesuchen zu erleichtern, den kommission der Gewerkschaften Deutschlands durch Cohen ver- Drtsverwaltungen entsprechend vorgedruckte Formulare ferner treten. Ferner find die Bezirksleiter Boß, Spiegel, Rohr zuhändigen, daß Maßnahmen getroffen werden, eine bessere Führung des Central Arbeitsnachweises ta d, Schlegel, Erler und Fritsch und als Vertreter der um dänischen Metallarbeiter Hansen Kopenhagen, für die östreichischen der Feilenarbeiter zu veranlassen. Von Sauer Karlsruhe wird 4. Die Frage, ob ebent. bei einzelnen Grubenabteilungen der Metallarbeiter Beer und Domec- Wien anwesend. gewünscht, daß wenigstens dem Generalversammlungs- Protokall der Betrieb einzustellen sei, soll erst noch erwogen werden. Die Tagesordnung lautet: Berichte des Vorstandes und des Bericht über die Thätigkeit der Bezirksleiter angefügt wird. 5. Man wolle erst abwarten, welchen Verlauf die Seuche Ausschusses und Beratung etwaiger Anträge zum Verbandsorgan. Birtelbach- Frankfurt a. M. empfiehlt, in jedem Industrieeine Verwaltungsstelle zu gestatten, und daß nimmt, ehe man der Frage betr. Beschäftigung erkrankt gewesener Erweiterung des Unterstützungswesens. Tarifverträge und Tarif- bezirke mur daß die im gemeinschaften. Statutenberatung. Bericht vom 4. Gewerkschafts- dahin gewirkt wird, Arbeiter näher trete. Bezirk beschäftigten Also abwarten, erivägen, prüfen nachdem das Vorhandensein fongreß in Stuttgart und Stellungnahme zur Versicherung der Metallarbeiter dieser Verwaltungsstelle angehören müssen. JungeSer Seuche seit sechs Jahren bekannt ist, und dazu Ablehnung der Verbandsbeamten. Regelung sonstiger Verbandsangelegenheiten Hamburg vertritt gleichfalls den Standpunkt, daß die Organisation einheitlicher gestalte. und die verschiedenen Sektionen und kleinen Maßnahmen, welche eine Befolgung bestehender Vorschriften und Anträge. " " Und, die Korrespondenz wird ironisch", sie moquiert sich besonders über die Bemerkung des Vorwärts", man sei aus dem Stadium der Untersuchungen und Erwägungen noch nicht herausgekommen, konstatiert dann selbst, man habe einem Vorschlage zugestimmt, weitere Versuche mit Desinfektion der Gruben und Einstellung der Berieselung zu gestatten. Das gehört doch wohl noch in das Stadium der Untersuchungen, oder sind das energische Maßregeln zur Bekämpfung der Seuche?-Wie sehr tief man noch in diesem Stadium steckt, dafür folgende Thatsachen. Die erwähnte Konferenz hatte folgende Resultate: 1. Der Minister stellte in Aussicht, durch die Bergbehörde die Frage prüfen zu lassen, ob es angängig sei, die Beschäftigung fremdsprachiger Arbeiter, welche die deutsche Sprache nicht in Schrift und Druck lesen können, zu verbieten. 2. Die Frage der Berieselung mit Sumpfwasser und Beseitigung der Schlammansammlungen soll das Oberbergamt erst noch näher prüfen. 3. Betreffend die Desinfektion der Gruben sollen erst noch Versuche angestellt werden. Sechste Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. P Vorversammlung. und = aus= Verwaltungsstellen in einen Bezirk verschmolzen werden. Nonne- m a ch e r- Tönnisheide schildert die in Westfalen herrschenden Mißstände, daß die Arbeiter gezwungen sind, sich das notwendige und sehr kostspielige Werkzeug selbst anzuschaffen, und ersucht, dem Antrag von Barmen-Elberfeld zuzustimmen, wonach eine energische Agitation entfaltet werden soll, um diesen Mißstand zu beseitigen.— Im weiteren Verlauf der Diskussion, in der noch Wernthaler-Augs- bürg, B e cker-Gera, Weißig, Kraus e- Chemnitz und Schneider- Mannheim zumWorte kamen, wurde beantragt, die Mittel zu bewilligen, nm für die polnisch sprechenden Mitglieder das in Posen erscheinende polnische Gewerkschaftsblatt„Oswiata" zu beschaffen, ferner daß der Vorstand verpflichtet wird, mehr als bisher die Bestrebungen der Bauarbciterschutz- Kommission zu unterstützen, und außerdem, daß in der„Metallarbeiter- Zeitung" öfters auf den Wert der Ar- beiterpresse hingewiesen wird. Eine Konftre� der Former nnd Gießerei-Arbeiter tagte, am 1. und 2. Pfingstfeiertage im Gewerkschaftshause zu Berlin. Anwesend waren 45 Delegierte aus 35 Orten, der Hauptvorstand des Metallarbeiter-Berbandes, die Bezirksleiter und ein Vertreter der organisierten Former aus Wien.— Die Konferenz war von der Agitationskommission der Former und Berufsgenossen Berlins und Umgegend einberufen und hatte zum Zweck, eine intensivere nnd planmäßigere Agitation unter den Formern und Gießerei-Arbeitern herbeizuführen und ferner Matznahmen zu beschließen, welche es er- möglichen, bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. Am ersten Tage wurde in der Hauptsache über die Agitation beraten. Der Referent A. K ö r st e n und fast alle Delegierten gaben der Meinung Ausdruck, daß in Bezug auf die Agitation weit mehr als bisher geschehen muß und daß der Hauptvorstand verpflichtet ist, alle diesbezüglichen Unternehmungen zu unterstützen. Um die speciellen Berufsinteressen der Former und Gießerei-Arbeiter besser wahren zu können, wurde die Wahl einer besonderen Agitations- kommission für das Deutsche Reich, die Gründung eines frei- willigen Fonds und auch die Einrichtung von besonderen Sektionen der Former innerhalb des Metallarbeiter-Verbandes empfohlen. Vom Hauptvorstande und einigen Delegierten bezw. Bezirksleitern wurde hiervon abgeraten, mit dem Hinweis, daß die vorhandenen Ein- richtungcn völlig ausreichen, um für jede Berufsgruppe eine erfolg- reiche Agitation entfalten zu können. Schließlich gelangte ein st immig eine Resolution zur Annahme, in der die Konferenz die Erwartung ausspricht, daß zur Wahrung der speciellen Berufsinteressen der Former und Gießerei-Arbeiter in allen Bezirken des deutschen Metallarbeiter- Verbandes Agitationskommissionen gegründet und diese den Bezirks- leitern zur Betreibung einer wirksamen Agitatioir zur Seite gestellt werden. In allen Orten, in denen die Sammlung von freiwilligen Fonds möglich ist, wird die Gründung derselben den einzelnen Kommissionen empfohlen. Hierauf referierte Z c r n i ck e- Berlin über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse und die Maßregeln zur Beseiiigung der Miß- stände. Gestiitzt durch ein umfangreiches Thatsachenmaterial schilderte der Redner die vielfachen Schäden, die das Accordsystem mit der Entwicklung der Großindustrie und deren Begleiterscheinungen hervorgerufen hat. Er befürwortete sodann Erhebungen über die derzeitigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse vorzunehmen, und zwar nicht nur über die jArbeitszeit sund den Lohn, sondern über alle wesentlich in Betracht kommenden Fragen, namentlich über die üblichen Abzüge in den Gießereien und die Bezahlung des sogenannten Ausschusses. Auf der Basis dieses Materials soll dann eine spätere Konferenz über weitere Maßnahmen beschließen und eine Lohn- bewegung der Former und Gießereiarbeiter vorbereitet werden. Die hierauf folgende Debatte bewegte sich vollkommen im Sinne des Referats. Von den Delegierten, die sich sämtlich an der Dis- kussion beteiligten, wurden sehr arge Uebelstände, die fast in allen Orten gleichartig iir Erscheinung treten, zur Sprache gebracht. Folgende Resolution, für die sich auch der Hanptvorstand ausgesprochen hat. gelangte einstimmig zur Annahme: „In Erwägung, daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen im Formergewerbe jeder festen Grundlage entbehren und somit der willkürlichen Festsetzung derselben seitens der Betriebsleitungen, Gießereibesitzer und Werkmeister ausgesetzt sind; in fernerer Er- wägung, daß die Regelung der Ausschußftage in unserm Berufe zur unbedingten Notwendigkeit geworden ist, beschließt die zu Pfingsten im Gewerkschaftshause zu Berlin tagende Vorkonferenz der Former und Berufsgenossen Deutschlands: Eine Enquete über die zur Zeit bestehenden Lohn- und Arbeits- Verhältnisse und zwar über Lohn, Accordarbeit, Verdienst, Arbeits- zeit, Tarif und Ausschuß, Abzüge in den Eisen- und Metallgießereien Deutschlands vorzunehmen, um auf Grundlage dieser Erhebungen eine allgemeine Lohn- resp. Tarifbewegung vorzubereiten. Die Konferenz beauftragt die Agitationskommission der Former Berlins, sich zum Zwecke der Durchführung der Enquete mit dem Vorstand in Verbindung zu setzen, um dieselbe sobald als möglich ül die Wege zu leiten." Dem Vorstande und der Kommission wurde weiter anHeim- gegeben, die Erhebungen auch auf die sanitären Einrichtungen und auf das Lehrlingswesen auszudehnen. Der Antrag bezüglich des Lehrlingsunwesens, wie die Bezeichnung lautete, war in der Haupt- fache veranlaßt durch den Ilmstand, daß von den Jnnungshelden, besonders in den Berliner Gelbgießereien, ganz unverhältnismäßig viel Lehrlinge eingestellt und in der schlimmsten Weise ausgebeutet werden. 6. Generalversammlung der Glasarbeiter Dentschlands. Dresden, den 30. Mai. Aus 47 Orten sind 66 Delegierte entsandt. Außerdem vom Ausschuß P e s ch e l- Deuben; von der Pretzkommission Fischer- Fürth; vom Hauptvorstand Girbig, Halwatz und Hamann- Berlin. Bei den Begrüßungsreden legte Horn der Generalversammlung einen Gummischlauch vor, der bei der Firma Grützner u. Winter in Deuben bei Dresden gegen die dortigen Arbeiter in Anwendung gekommen ist, was auf die allgemeine Lage der Glasarbeiter ein deutliches Schlaglicht werfe. Nach erfolgter Bureauwahl nahm der Verbands- Vorsitzende Girbig das Wort zum Vorstandsbericht. Daraus ging hervor, daß infolge des vergangenen Generalstreiks der Verband in eine äußerst schwierige Lage gekommen ist. Das Unter- nehmertum hat den Glasarbeitern das Koalitionsrecht fast ganz illusorisch gemacht. Auch die Agitation sei heute sehr erschwert, da die Kollegen gegen das Unternehmertum noch unter- würfiger geworden seien. In seinen weiteren Ausführungen weist Girbig energisch die schäbigen Angriffe zurück, die das Scharfmacher- blatt„Die Glashütte" zur Zeit des Generalstreiks gegen die Leiter des Verbandes geführt habe. Ueber den Mitgliederstand sich ver- breitend, stellt Redner fest, daß in letzter Zeit erfteulicherweise wieder ein merklicher Aufschwung zu verzeichnen sei. Den Geschäftsbericht giebt H a m a n n- Berlin. Der Verband habe mit den erheblichen Schulden aus dein letzten General- streik noch längere Zeit zu schaffen. Sei das Kassenergebnis auch nicht allzu rosig, so brauche man doch nicht für die Zukunft besorgt sein. Infolge der herrschenden Krise sei durch die Arbeitslosen- Unterstützung die Verbandskasse ebenfalls sehr in Anspruch ge- nommen. Erfreulich sei die größere Stabilität im Eingang der Verbandsbeiträge der Mitglieder. Dresden, den 1. Juni. Es find verschiedene Begrüßungstelegramme eingegangen: darunter eins von den belgischen Kollegen.— Auf Wunsch ergänzt der Verbandsvorsitzende Girbig noch in einigen Punkten den Vorstandsbericht und wünscht einen Beschluß der Generalversammlung gegen die Verleumdungen des Unternehmerorgans„Die Glashütte", die dieses Blatt bezüglich des Generalstreiks gegen die Leiter des Verbandes ausgestreut hat. Danach wird der Bericht des Vorstandes zur Diskussion gestellt. Die Delegierten von Fürth verteidigen die Haltung der dortigen Kollegen während ihres örtlichen Streiks. Bei Wochenlöhnen von 6—6 M. haben die Unternehmer noch Abzüge gemacht. Dagegen mußte etwas geschehen.— In der weiteren Debatte wird der Generalstreik mit dem, was er gelehrt, lebhaft besprochen. Dazu wird folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die heute am 1. Juni stattgefundene Sitzung ist bezüglich des Generalstreiks zu der Ueberzeugung gekommen, daß absichtliche Schuld niemand zuzuschreiben ist, und bedauert lebhaft den Fehler des Genossen Roske, Rednktenr der„Holzarbeiter- Zeitung". Die Delegierten verpflichten sich, mit aller Kraft die Fehler wieder gut zu machen, die bei dem Generalstreik gemacht worden sind." Nach Schluß der Debatte nimmt der Vertreter der General- kommission S a b b a t h- Berlin das Wort zu der Erklärung, daß die Generalkommission nicht mit dem Artikel Nöskes in Verbindung gestanden hahe. Die Generalkommission habe Röske keinerlei Material zur Verfügung gestellt. Redner bedauert auch das Er- scheinen des Artikels während des Streiks.— In ihren Schlußworten gehen Girbig und Hamann nochmals auf die wichtigsten Punkte ein und erklärt Girbig, daß der Vorstand nach Lage der Dinge nicht anders habe in der Fürther Angelegenheit handeln können. Die nun folgenden Berichte des Ausschusses und der Preß- kommission enthalten nichts, was zu einer Diskussion Veranlassung geben konnte. Doch protestiert P e s ch e l- Deuben im Namen des Ausschusses gegen die Verleumdung der Verbandsleitung durch die „Glashütte". Der Vorstand habe in ehrenhafter Weise seine Pflicht erfüllt. Nur an diese Erklärung knüpft sich eine kurze Debatte und wird zu dieser Sache folgende Resolution einstimmig an- genommen: „Die sechste Generalversammlung der Glasarbeiter spricht dem Vorstand sowie den Leitern der Fachpresse nach abgegebenen Ab- rechnungen ihr größtes Vertrauen ans trotz aller Verleumdungen der „Glashütte". Danach wird Punkt 6 der Tagesordnung:„Die Erhöhung der Beiträge und Regelung der Arbeitslosen- Unterstützung" verhandelt. Dazu referiert Girbig- Berlin. Er führt aus, daß eine durchgehende Erhöhung der Beiträge in den einzelnen Beitragsklassen unbedingt nötig sei. Trotz der traurigen Lage der Kollegen müsse man zu höheren Beiträgen kommen. Es würde sonst niemals möglich sein, eine Besserung der Lage der Glasarbeiter herbeizuführen. Gerade weil das Unternehmertum die Schwäche deS Verbandes in finanzieller Beziehung kenne, sei es zu keinen Unter- Handlungen bereit. Das sei von maßgebender Stelle selbst erklärt worden. Redner empfiehlt die Vorlage des Vorstandes. Danach soll der wöchentliche Beitrag bei einem jährlichen Einkommen bis 700 M. 30 Pf., bis 1000 M. 40 Pf. und über 1000 M. 50 Pf. betragen.— Zur Vorberatung aller zu diesem Punkt gestellten An- träge ist eine Kommission eingesetzt worden. Dieselbe empfiehlt ebenfalls den Vorschlag des Vorstandes. Doch soll außerdem der bisherige 20 Pf.-Beitrag beibehalten werden für die weiblichen und jungen unter 16 Jahre alten Kollegen. In der nun folgenden Diskussion sind sämtliche Redner von der Notwendigkeit höherer Beiträge an sich überzeugt. Die Delegierten die sich trotzdem dagegen aussprechen, begründen ihre Stellung mit der überaus traurigen Lage der Kollegen in ihren Bezirken. Hierbei werden über die Lage der Glasarbeiter in Schlesien, Thüringen, Süddeutschland und Rheinland die trübsten Bilder entrollt. Durchschnittliche Wochenlöhne für Familienväter von 6—6 M. seien dort an der Tagesordnung. Es geht folgender Vernrittelungsvorschlag ein: der Mindestbeitrag soll 25 Pf. pro Woche betragen für weibliche und jugendliche Kollegen und für solche, deren durchschnittlicher Jahresverdienst nicht über 600 M. hinausgeht. iL Gkneralverslmmltlng des Nerblmdes devtschkl Kergarbeiter. Zwickau, 1. Juni 1903. In der eigentlichen Geburtsstadt der modernen Bergarbeiter- Bewegung begann heute die 14. Generalversammlung des Ver- bandes deutscher Bergarbeiter. K r a n e r heißt die Delegierten im Namen des Zwickauer Kartells und der Zwickaucr organisierten Ar- beiter willkommen. Redakteur H. Gold st ein- Zwickau hält darauf eine längere Begrüßungsrede. H. Sachse heißt den von Oestrcich erschienenen Kameraden Ebert willkommen. Sodann er- folgt die Wahl des Bureaus. Gewählt werden H. S a ch s e als erster Vorsitzender und P. Meis- Gelsenkirchen als zweiter Vorfitzender. Nachdem übermittelt Ebert-Oestreich die besten Grüße der östreichischen Kameraden. Nach längerer Geschäftsordnungs-Debatte macht der Vorsitzende den Vorschlag, zur Prüfung der Anträge zur Arbeits- losen-Versicherung, Krankenzuschuh-Kasse und Statutenänderung eine zwölfgliedrige Kommission zu wählen, dieselbe soll dann der Versammlung die Vorschläge unterbreiten, welche sie zu entwerfen hat. Der Vorschlag wird angenommen. Den Bericht des Vorstandes giebt sodann der Re- ferent H. Sachse. In der Nachmittagssitzung wird der Bericht der Mandats- prüfungs-Kommission erstattet. Anwesend sind 90 Delegierte mit 92 Mandaten, 3 Vorstandsmitglieder und 2 Mitglieder der Kontroll- kommission. Redakteur Umbreit-Berlin wohnt im Auftrage der Geireralkommission den Verhandlungen als Delegierter bei. In der weiteren Verhandlung folgen die Beratungen über die Anträge be- treffend Vorstand und Organisation. Nach längerer Diskussion werden folgende Anträge angenommen: 1. Der Vorstand hat Schritte zu thun, um Vortragskurse einzurichten. 2. Für das Saargebiet und Lothringen wird ein ständiger Agitator aus Verbandsmitteln an- gestellt. Im Magdeburg-Harzer Becken ist ein Rechtsschutz-Bureau zu errichten. Rechtsschutz für den Bezirk Hamm ist 1 oder 2 Tage jeder Woche in Kamen zu erteilen. Der Antrag:„Die Verbands- boten sind in einer Jnvalidenkasse zu versichern; die Hälfte des Bei- träges zahlt die Verbandskasse", wurde dem Vorstande zur Be- rücksichtigung überwiesen. Weiter wird der Antrag, ncuanzustellende Beamten möglichst aus den Reihen der gemaßregelten Mitglieder zu nehmen, angenommen. Ein Antrag, die Einteilung der Bezirke bei den Dclegiertenwahlen den Vertrauensleuten zu überlassen, wird angenommen. Wieder aufgenommen mit der Begründung, daß bei der Abstimmung ein Irrtum vorgelegen habe, werden die Anträge Essen und Braunschweig, Errichtung von Rechtsbureaus daselbst. Fast einstimmig wurden diese Anträge dem Vorstande zur Be- rücksichtigung überwiesen. Damit steht fest, daß in Essen ein Rechts- bureau errichtet wird. Hiermit hat Punkt 2 der Tagesordnung seine Erledigung gefunden. Den Kassenbericht gab hierauf der Hauptkassierer Johann Meier- Bochum. Referent ist im großen und ganzen mit den Kassenverhältnissen und den Ortsverwaltungen zufrieden; es hat sich im letzten Jahre vieles gebessert. Allerdings sind auch Rückstände an Beiträgen vorhanden; die Schuld tragen nach Ansicht des Redners. 'die schlechten Erwerbsverhältnisse und der besonders im Ruhrrcvier herrschende Lokalmangel, aber vor andren Gewerkschaften braucht sich der Bergarbeiter-Berband nicht zu schämen. Der Referent er- klärt zum Schluß seinen Rücktritt von der Kassenführung, und zwar, weil seine Gesundheit stark gelitten habe.— Der Kassierer des Zwickauer Zweigbureaus, Zimmermann, giebt hierauf einen kurzen Kassenbericht über den Wirkungskreis dieses Bureaus, welches keine Thätigkcit über das Königreich Sachsen, Mitteldeutschland und die Nieder-Lausitz erstreckt.— Zum Punkt Kassenverwaltung sind 5 Anträge gestellt, von denen nur 2 zur Debatte kommen. Der Vorsitzende Sachse begründet besonders den Antrag des Vor- tandes. Anlauf eines Hausgrund st ücks für den Verband. Der Kauf sei unter sehr günstigen Bedingungen ab- geschlossen worden. Der Vorstand habe mit dem Erwerb nur einen Beschluß der vorjährigen Generalversammlung in Essen ausgeführt. Redner empfiehlt die Annahme des Antrages. Der Delegierte Auf der Straße- Essen spricht über die Resolution des Vorstandes, welchelautet:„Zahlstellen, welche nicht weiter als eineStunde vomSitze eines Gewerkschaftskartells entfernt liegen, können sich dem be- treffenden Kartell anschließen. Da die Bergarbeiter bei den Gewerbe- gerichtett, Orts-Krankenkassen, dem Herbergswesen usw. nicht beteiligt sind, soll der Verbandsvorftand die Kartellbeiträge in der Regel nur in Höhe der Hälfte der von andren Berufen gezahlten Beiträge be- willigen. Die Kartellbeiträge sollten in der Regel 10 Pf. pro Quartal nicht übersteigen. Das Vertretungsrecht im Kartell sollen unsre Mitglieder entsprechend ihrer Kopfzahl und ihrer Beitragshöhe verlangen." Redner geht zunächst auf die Angriffe des„Berg- knappen" gegen den Verband ein und erklärt, daß er nach Einsicht der Kassenverhältnissc zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß die An- grisfe des„Bergknappen" nicht auf Wahrheit beruhen und daß die im Jahresbericht des Verbandes angegebene Mitgliederzahl richtig sei, während der„Bergknappe" dem Verbände eine viel zu geringe Mitgliederzahl zuschreibe. Auch der Uebertritt vieler Gewerkvereins- Mitglieder zum Verbände bestätigt sich.— Einstimmig wird die Re- solution des Vorstandes angenommen und der Ankauf eines Haus- grundstückes beschlossen. Den Bericht der Kontrollkommission giebt Götze- Oberhausen. Redner hat mit seinen Kollegen bei den vor- genommenen Kassenrevisionen, die selbst manchmal unvermutet vor- genommen worden sind, alles in Ordnung gefunden.— Auf Antrag wird hierauf dem Vorstande und der Gesamtverwaltung Decharge erteilt. Redakteur der„Bergarbeiter-Zeitung" H u 6 referiert über Punkt 6 der Tagesordnung: Die Presse. Er erörtert kurz die verschiedenen Klagen über Zurückweisung oder Kürzung der Berichte und rechtfertigt die Haltung der Redaktion. In Bezug auf die An- griffe gegen die Zeitung seitens des„Bergknappen" und vieler geistes- verwandter Blätter sage er nur, daß die Zeitung auf dem richtigen Wege sei, sonst würde von den Gegnern nicht so auf die Redaktion geschimpft. Die„Bergarbeiter-Zeitung" werde aber stets trotz aller Anfeindungen unentwegt weiter kämpfen für Wahrheit, Freiheit und Recht._ Internationaler Sergarbeiter-Kongreß. Brüssel, den 1. Juni 190S. Dieses Jahr haben sich die Delegierten der Bergarbeiter Europas in der belgischen Hauptstadt zusamniengefunden. Die deutschen Bergarbeiter haben 9 Delegierte, sämtlich aus dem Ruhrgebiet, entsandt. Mehr zu senden erlaubte die gegenwärtige Situation in Deutschland fReichstagswahl, Verbandskongreß) nicht. Die Franzosen sind 6, die Belgier 14, die Engländer 46 Mann stark vertreten. Dann war außerdem noch als Vertreter der östreichischen Bergarbeiter Z c i n g r anwesend. Die gesamten 77 Delegierten repräsentieren insgesamt 7 271 600 Arbeiter. Der Kongreß tagt im Zfeison du peuple. Nach Erledigung der üblichen Formalitäten eröffnet der internationale Sekretär Picard- England den Kongreß. In einer kurzen Ansprache läßt er die Be- gebenheiten des letzten Jahres Revue passieren. Die Internationale der Bergarbeiterschaft, sagt er, steigt auf- wärts. Davon ist dieser Kongreß als auch das abgelaufene Be- richtsjahr der beste Beweis. Trotzdem die deutschen Kameraden selbst ihre Generalversammlung in Zwickau haben, trotzdem die auf- geklärte Arbeiterschaft Deutschlands gegenwärtig in einem der schwersten Kämpfe engagiert ist, der die Gegenwart aller Kräfte erheischt, sind die deutschen Bergarbeiter relativ stark vertreten. Unter ihnen befindet sich ein alter Kämpe, der uns allen bekannte und von uns allen geachtete Kamerad Schröder. fBeifall.) Auch die belgische Organisation hat im letzten Jahre gehörige Fortschritte gemacht. Unsre französischen Brüder haben die Folgen des vorjährigen Generalstreiks überwunden und das Resultat ihres letzten Kongresses läßt zu den besten Hoff- nungen berechtigen. In andrer Beziehung sind freudige Mitteilungen zu machen. Bekanntlich sind bis jetzt unsre vielen Bemühungen, die amerikanischen Bergarbeiter in die internationale Phalanx zu ziehen, erfolglos gewesen. Jetzt winkt auch dieser Erfolg. Der Präsident der United Miners Federation teilt mir mit, daß ihr Statut leider die Sendung einer Delegation zum Kongreß nicht erlaube. Es werde aber sein eifrigstes Bestreben sein, daß ihr nächster Kongreß den Anschluß an die Internationale der Minenre vollziehe.(Beifall.) Dann schickt uns das i n t e r- nationale Komitee der Socialdemokratie ein sehr sympathisches Schreiben, das uns besten Erfolg wünscht.(Langer Beifall.) Auch ist soeben ein Glückwunsch-Telegramm von der Generalversammlung des deutschen B.e rgarbeiter« Verbandes eingetroffen.(Beifall.) Alle diese Schreiben beweisen, daß unsre internationale Ver- einigung feste Gestalt angenommen hat. Der wichtigste Punkt unsrer Tagesordnung ist wohl die Wurm- k r a n k h e i t. Diese Seuche, die die Minenbevölkerung Deutschlands, Frankreichs und Belgiens verheert, muß hier gründlich diskutiert und für deren Bekämpfung praktische Ratschläge und Fingerzeige gegeben werden. Mögen die Verhandlungen in vollster Einigkeit und Brüder- lichkeit schnell von statten gehen. Die deutschen Delegierten müssen so bald als möglich wieder in ihre Heimat zurück, um ihren wähl- kämpfenden Brüdern helfen zu können. Gerade der jetzige Wahl- kämpf wird nicht nur von der Arbeiterklasse im allgemeinen, sondern auch im besonderen von der englischen mit großem Interesse verfolgt. Undwir englischen Bergarbeiter wünschen dringend, daß unfre deutschen Kollegen nur richtigen Arbeitervertretern ihre Stimme geben. Der 16. Juni muß ein Sieg für das gesamte arbeitende Volk werden. Brausender Beifall.) C a v r o t(Belgien): Alle von einem Gedanken beseelt, ist langes Reden nicht am Platze. Ich bin glücklich. Sie in unserm dlaison du Peuple willkommen zu heißen. Möge dieser Kongreß ein wichtiger Markstein auf dem Wege zur Befteiung der Arbeiter sein.(Beifall.) Schröder(Deutschland, mit stürmischen Ovationen em- pfangen): Wir sind mit großer Freude in diese Stadt, in dieses Haus eingetreten. Wissen wir doch. daß wir uns auf historischem Boden der Revolution befinden, daß wir in einer Arbeitercitadelle tagen. Belgien, welches von den reaktionären Staatsmännern zu einem neutralen, zu einem Pufferstaat gemacht wurde, dient heute den Delegierten des arbeitenden Volkes zum Stelldichein. Hier unter den Falten der roten Fahnen wurde schon manche Volks- freundliche That beschlossen und ausgeführt.— Leider sind wir diesmal schwächer vertreten als in Düsseldorf. Aber unsre gleich- zeitig stattfindende Generalversammlung, bezw. der innere Ausbau unsres Verbandes beansprucht die besten Kräfte, dann verlangt die Wahlagitation den besten Mann. Trotz der schwachen Zahl der Erschienenen wird der Kongreß den allseitigen Erwartungen ent- sprechen. Die 52 000 in dem deutschen Verband vereinigten Berg- arbeitcr richten erwartungsvoll ihre Blicke auf diesen Saal und ihre heißesten Glückwünsche begleiten unsre Arbeit, deren höchster Zweck ist: die solide internationale Vereinigung der Ausgebeuteten der Mine.(Lauter Beifall.) C o t t e(Frankreich) will nach einer solch auten Rede nicht viel sprechen. Er dankt fiir den freundlichen Empfang und hofft, daß die französischen Bergarbeiter den deutschen in ihren Fortschritten nachfahren. Arbeiten wir hier praktisch an der vollständigen Emancipation der arbeitenden Klassen. Mars, der Sekretär der socialdemokratischer Partei Belgiens, heißt die Delegierten willkommen. Als Präsident für den ersten Tag wird C a v r o t(Belgien) ernannt. Die Absendung eines Sympathie-Telegramms an die Generalversammlung des deutschen Bergarbeiter- Verbandes wird auf Antrag der englischen Delegierten unter Beifall beschlossen. Die NachmittagSsitzung wird mit der Diskussion über die gesetzliche Einführung des Achtstundentages eröffnet. Der englische Delegierte B r a i s begründet die vorliegende Resolution. Die Versuche, den achtstündigen Arbeitstag gesetzlich fest- zulegen, seien bekanntlich in England gescheitert. Dies hat uns, sagt der Redner, zu der Ueberzeugung gebracht, daß wir mehr denn bisher selbständig Abgeordnete haben und unsere Forderungen unabhängig von den bürgerlichen Parteien und mit letzter Energie berfechten müssen. Wahlverfammlungen. gemeinen Bemerkungen schreibt fie: Betrachten wir die Sache geschäftlich. Ich kenne das Geschäft genau, da mein Vater zu Die deutsche Delegation läßt erklären, daß sie dem Köpenid. Am 27. Mai tagte in Scheers Wilhelmsgarten" eine Haufe ein Geschäftsmann war. Ich mußte notwendigerweise eine Verlangen nach gesetzlicher Festlegung des Achtstundentages zu öffentliche Wählerversammlung. Genosse Bernhard referierte und Geschäftsfrau werden, da mein Gatte weder die Neigung noch den stimmt. Leider hätten aber die englischen Bergarbeiter- Abgeordneten erreichte mit seinen Ausführungen brausenden Beifall. Von den nötigen Verstand hat, seine Geschäfte selbst zu erledigen. Mein Gatte eine diesbezügliche Bill zu Fall gebracht. Sie hoffe und wünsche, anwesenden Gegnern meldete sich ein Freisinnsmann zum Wort, um brachte mir einen Titel, den ich aus persönlichen Gründen weder verachtete daß die Engländer nicht nur auf diesen Kongressen durch Beschlüsse, für Eugen Richter eine Lanze zu brechen und nach dem Zukunfts- noch wünschte. Ich meinerseits war reich genug, um ihn und ein Heer vo sondern auch in ihrem Lande durch wirksame Aktionen dieser alten staat zu fragen. Dieser Herr wurde von dem Genossen Bernhard Verwandten und Schmaroßern vor Bankrottgerichten, GrafschaftsForderung zum Siege verhelfen. internationale Socialdemokratie. Cotte( Frankreich) tadelt gleichfalls jenes Verhalten der engli- belehrt. Hierauf schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die gerichten und was am schlimmsten und gefürchtet sten ist, enthalten. schen Arbeitervertreter im Parlament. Er wünsche, daß den vielen Beschlüssen endlich eine That folge. Es müsse von der internationalen Föderation der Bergarbeiter allen Parlamenten der Welt ein Ultimatum zugestellt werden, das die Einführung des Achtstundentages verlangt; und die nationalen Bergarbeiter- Organisationen müßten erklären, daß die Arbeiter von einem bestimmten Zeitpunkt an nach achtstündiger Arbeit die Grube verlassen. Diesem Antrage Cottes gegenüber erklärte die deutsche Delegation: Dessen Annahme zieht für uns Folgen nach sich, deren Größe und Gefahr uns bestimmen, der Abstimmung uns zu Die englische Delegation gab eine ähnliche Erklärung ab. 3eingr( Destreich) sagt: Der Achtstundentag darf nicht eher von der Tagesordnung der internationalen Kongresse verschwinden, bis er in allen Ländern realisiert ist. Der gewaltige Kampf der östreichischen Bergarbeiter im Jahre 1900 hat, wenn auch noch nicht den Acht, so doch den Neunstundentag gebracht. Durch das Gesetz ist doch wenigstens einmal auf Gesetzespapier flar gesagt, wann für uns der Arbeitstag eigentlich beginnt und aufhört: Er dauert von dem Moment der Einfahrt bis zum Moment der Ausfahrt. Die Versuche der Unternehmer, das Gefeß zu umgehen und wirkungslos zu machen, sind kläglich gescheitert. Das höchste Gericht hat zu unsern Gunsten entschieden. Die Verhältnisse in Destreich haben bis zur Evidenz gezeigt, daß wir ohne eine fräftige, klassenbewußte Vertretung im Parlament nichts Dauerndes erreichen können, Darum wünschen wir auch von unsern englischen Kameraden eine klassenbewußte Politik.( Beifall.) Hierauf wird die vorliegende Resolution, die die gesetzliche Einführung des achtstündigen Arbeitstages für den Bergbau verlangt, einstimmig angenommen. An die Krankenkaffenmitglieder Berlins und der Vororte. Wir machen hierdurch bekannt, daß auch die Adalbert- Apotheke, SO., Adalbertstr. 16( C. Reich) nunmehr mit uns einen Vertrag abgeschlossen hat, auf Grund dessen sie den Krankenkassen 20 Proz. Rezepturabatt und die andern Vergünstigungen gewährt. Es stehen daher nunmehr 6 Vertragsapotheken zur Verfügung: Norden: Prinzen- Apotheke, Prinzen- Allee 69, Luisen- Apotheke, Rügenerstr. 21. Süden: Westen: Apotheke zum goldenen Adler, Alexandrinenftr. 41. Pelikan- Apotheke, Leipzigerstr. 93. Südosten: Adalbert- Apotheke, Adalbertstr. 16. Schöneberg: Sedan- Apotheke, Sedauftr. 3. Verfammlungen. bor ehrlicher Arbeit zu retten. Ich nahm Besitz von einem Gut, das sogar in seinem verfallenen Zustande schön, malerisch und romantisch war. Ich daran bezahlte die Schulden, die hingen wie wie Muscheln an einem Schiff. Ich kaufte die verpfändeten Bilder zurück. Ich ließ Arbeiterwohnungen auf dem Gute errichten; ich brachte mit meinem verachteten wählten in ihrer Versammlung am 27. Mai den Kollegen König ich zeigte ihnen, daß sie menschliche Wesen waren, ein Recht zu Die Einsetzer, welche im Holzarbeiter- Verband organisiert sind, amerikanischen Geld das Lächeln auf die Gesichter der Leute zurück, zum 2. Schriftführer. Der Obmann gab bekannt, daß er sich wegen leben und in Gottes Luft zu atmen hatten, so gut wie jene, die des Einsehens der Fenster mit der Kommission der Maurer in Ver- seit vielen Jahren ihre Pflichten gegen die ihnen untergebenen vergeschlagen, nochmals mit dem Verein der Maurerpoliere in Ver- Mann bekam Geld: es war ein anglo- amerikanischer Vertrag. Und bindung gesetzt, aber nicht viel dabei erzielt habe. Es wurde vor- nachlässigt hatten. Kurz und gut: Ich bekam einen Titel, mein bindung zu treten. Einstimmig wurde beschlossen: Die centralHandel das beste Geschäft machte: organisierten Einsetzer Berlins und Umgegend verpflichten sich am nun wollen wir eine Bilanz aufstellen und sehen, wer bei dem Mein Gatté gab: Ich gab: Tage der Reichstagswahl die Arbeit vollständig ruhen zu lassen, um Eine Pairswürde, Ein Vermögen, ihre Kräfte der Wahl zur Verfügung zu stellen. Einen schlechten Ruf, Gute Gesundheit, Ein belastetes Gut, Gutes Aussehen, Anrüchige Freunde, Neues Wohlergehen, Glück Endlose Schulden, Einen zerstörten Körper, Einen guten Charakter. ." Zu dem Bericht in Nr. 124: Eine General- Abrechnung mit den Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereinlern", sendet uns der Einberufer der Gewerkvereins- Versammlung nachstehende Berichtigung: Es ist unwahr, daß der Berichterstatter des Metallarbeiter- Verbandes unter Johlen und Schreien hinausgewiesen worden ist. Ein solcher Berichterstatter ist nicht gesehen worden, konnte daher auch nicht hinausgewiesen werden, weil eben keiner anwesend war. Dagegen wurde Muß ich noch hinzufügen, daß diese Bilanz beweist, daß die Herrn Köhler, Mitglied des Deutſchen Metallarbeiter- Verbandes, Engländer das Beste bei dem Kontrakt bekommen haben? Wären eine Redezeit von einer halben Stunde bereitwilligst gewährt, die Amerikanerinnen nicht gewesen, so wäre ein großer Teil während die Redezeit der Gewerkvereinler bereits auf 10 Minuten der großen englischen Güter der britischen Aristokratie verloren. festgesetzt war. Herr Köhler hat jedoch die halbstündige Redezeit ist nicht dieser ganze Kreuzzug gegen die Amerikanerinnen auf nicht voll ausgenutzt, sondern in ruhiger, fachlicher Weise nur wenige fleinliche Eifersüchteleien Eurer eignen Frauen zurückzuführen, Minuten gesprochen ohne in irgend einer Weise durch Johlen und die im Bewußtsein ihrer Inferiorität teine Mittel unversucht Schreien gehindert worden zu sein. Ausgewiesen wurde aus der lassen, um uns zu verhöhnen, unser Leben so unbehaglich wie ganzen Versammlung überhaupt niemand. möglich zu machen und uns, wenn sie es irgend thun können, zu Gust. Hartmann, stellv. Generalsekretär. zeigen, wie sehr sie uns überlegen sind? Wir Amerikanerinnen mit Verband der Friseurgehilfen Deutschlands, Zweigverein unfrem nicht durch lächerliche Traditionen getrübten Geist haben die Berlin. Mittwoch, den 3. Juni, abends 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung Stellung Eurer Frauen in der Gesellschaft und im Hause geändert. bei Günzel, Rosenthalerstr. 57. Centralverband der Konditoren und verwandter Berufe. Es ist nicht wahr, daß wir unsre Männer beherrschen, es sei denn, Heute abend 8 Uhr im Verbandslokal, Linienstr. 96: Mitglieder daß sie sich nicht selbst beherrschen können. Es wäre zum Beispiel eine schöne Sache gewesen, wenn ich mit meinem Gelde meinem Versammlung. Gäste willkommen. Gatten erlaubt hätte, es in Saus und Braus auszugeben. Dazu habe ich nicht geheiratet.. an Bord " Vermischtes. Eingegangene Druckfchriften. -O Vereinsrecht der Frauen. Sociale Frauenbewegung. Verschiedenes. Bon der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Von der deutschen Südpolar- Expedition liegen folgende Nach-( Stuttgart, Dict' Verlag), ist uns soeben die Nr. 12 des 13. Jahrganges richten vor: Lourenço Marques, 1. Juni. Der Kapitän zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: In den Frauenarbeit in der Geraer Textilindustrie. Von Franz Christder norwegischen Bark Garcia" übergab dem hiesigen deutschen Kampf! Aus der Bewegung. Gegen die Besteuerung des Hungers. Konsul ein An deutsches Konsulat Delagoabay" adressiertes wößen. Von Philipp Langmann.( Fortseßung.) Feuilleton: Ein Streber. Schreiben der füdlich von Mauritius getroffenen deutschen Südpolar- Notizenteil: Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Gesundheitsschädliche Im Interesse der Krankenkassen- Mitglieder liegt es, im Bedarfs- Expedition. Das Schreiben lautet: Deutsche Südpolar- Expedition Folgen gewerblicher Frauenarbeit. Frauenstimmrecht. „ Gauß" ist nach glücklicher Ueberwinterung vor neu ge- Gesetzgebung. falle entweder direkt oder durch Vermittelung der Rezept- Sammel- fundenem Land unter 66 Grad 2. Breite und 89 Grad 48 östlicher Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer stellen thunlichst diese Apotheken in Anspruch zu nehmen, welche Länge auf dem Wege nach Durban. Alle wohl. Auf hoher See 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste Rezepte ohne fofortige Barzahlung auf Kredit Indischer Ocean, 12. Mai 1903. von Drygalsk. Berlin, für 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne anfertigen. Auch für den Familienbedarf bitten wir diese 2. Juni. Ueber die deutsche Südpolar- Expedition liegt folgende Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Apotheken zu bevorzugen, denn sie allein haben bisher den berechtigten weitere telegraphische Nachricht vor: Expedition nach Kapstadt Forderungen der Arbeiterschaft Entgegenkommen bewiesen. Das Netz der Rezept- Sammelstellen wird demnächst eine fahrend, Durban angelaufen. Alle wohl. Berichte abgesandt. abermalige Erweiterung, insbesondere im Osten und Südosten er- Adresse Kapstadt. Schiff, vortrefflich bewährt. von Drygalski. fahren; eine diesbezügliche Bekanntmachung bleibt vorbehalten. Centraltommiffion der Krankenkassen Berlins und der Vororte. Aus der Frauenbewegung. Wetterkatastrophen in Amerika. " Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das Sonder35. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Zur Wahltaktik der Bourgeoisie. Klasseninteresse interesse Gemeininteresse. Bon Karl Kautsky. 2. Freiheit und Gerechtigfeit. 3. Klasse und Gesellschaft. Der Funktionswechsel des Schutzolles, Eine Tendenz der modernen Handelspolitik. Von Rudolf Hilferding. neue Aera der deutschen Konsumgenossenschaften. Von Herm. Fleißner. Dresden. Die Erziehung durch die Stadt. Von Emil Bandervelde ( La Hulpe). Litterarische Rundschau: Adolf v. Wendstern, Einführung in die Bollswirtschaftslehre. Anton Menger, Neue Staatslehre. Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchs handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Gleichzeitig weisen wir nochmals darauf hin, daß wir jede Apotheke zur Kaffenlieferung zulassen, welche den Krankenkassen die Große Ueberschwemmungen haben in den letzten Tagen bekannten Vergünstigungen: 20 Proz. Rezepturrabatt usiv. gewährt. Sanjas in den Vereinigten Staaten heimgesucht. Die Ursache Denjenigen Apothekenbefizern, welchen an der Kaffenkundschaft ge- dieser Ueberschwemmungen sind heftige Regengüsse gewesen, die auch legen ist, können wir nur empfehlen, von diesem Auerbieten baldigst über die Staaten Missouri und Nebraska hingegangen find. Viele Gebrauch zu machen, ehe sie durch die bevorstehende endgültige Re- Menschen sind in den Fluten umgekommen. Am schwersten wurde die gelung des Krankenkassen- Arzneibezugs von der Lieferung für lange Stadt North- Topeka betroffen, die zeitweise durch die UeberZeit ausgeschlossen werden! schwemmung ganz vom Festlande abgeschnitten ward; viele Baulichkeiten im nordöstlichsten Teile der Stadt find weggerissen worden. Im ganzen östlichen Kansas sind Boote aufgebracht und Der Wahre Jacob" hat soeben die 12. Nummer feines 20. Jahrschleunigst nach Topeka entsandt worden, um die Rettungsarbeiten ganges erscheinen lassen. Die Serie der Wahlbilder" wird in derselben aufzunehmen, da man nur mit Booten zu den Ueberlebenden ge- durch das farbige Bild„ Die Stallknechte der Reaktion" fortgesetzt. Das langen kann. In Nord- Topeka find 87 Personen seit Freitag in andre farbige Bild„ Der Militarismus als Schüber unsres Heims" zeigt einem Getreidespeicher eingeschlossen. Es ist Aussicht vorhanden, drastisch, welche zerstörende Wirkung dieser angebliche Beschüßer in Wahrheit Ueber die Wohnungsverhältnisse der Berliner Arbeiterinnen der Bau nicht einstürzt. Von den auf unser Heim ausübt. Ein weiteres Vollbild zeigt die Führer der bürgerentnehmen wir der Veröffentlichung aus dem Jahresbericht der sie zu retten, wenn der Stadt haben bereits 7000 die lichen Parteien als„ Anreißer" vor einer Schaubude, in der„ das größte preußischen Gewerbe- Inspektion im Reichs- Arbeitsblatt" folgende 10 000 Einwohnern Stadt verlassen. Neben den Gefahren der Wassersnot wurden undertier der Neuzeit: der schlichte Mann aus der Werkstatt" zu sehen interessante Einzelheiten: nennen wir Freifinn"," Der Bauer am Leitfeil"," Der nationalliberale Von 933 Arbeiterinnen wohnten 542 bei den Eltern und sie zeitweilig noch durch Feuer bedrängt. Zum Glück ist durch ist, der alles glaubt, was ihm versprochen wird. Von weiteren Illustrationen 57 bei andren Verwandten, bei solchen also zusammen 64,2 Proz.; starke Regengüsse das Feuer, da wegen der Ueberschwemmung Kandidat"," Professor Gründlich und Freiherr v." Quassow",„ Jungfer in Schlafstelle wohnten 201 oder 21,5 Proz., ein eignes Sprigen und dergleichen Geräte gar nicht anzuwenden gewesen Germania und der Jesuit als ihr Schak"," Ausgesperrt",„ Eine Etiketten3 immer hielten sich 131 oder 14 Proz., in einem Arbeiterinnen- wären, später gelöscht worden, bevor es größeren Umfang annahm. frage"," Im Gefängnis" und„ Ein Liebesroman in vier Bildern". Der heim wohnte nur 1 Person, eine außerdem anderweitig. Hierbei Im übrigen ist, wie unter dem 1. Juni aus Kanses City( Missouri) tertliche Teil der Nummer bringt die Gedichte" Jeremiade eines konserfonnte noch zahlenmäßig festgestellt werden, daß die schlechter ge- gedrahtet wird, eine Besserung der Lage nicht eingetreten. Die einzige bativen Grundbesizers"," Auf zur Wahl!"" In letter Stunde“,„ Hieronymus studenten", Vor und nach der Wahl"," Das Echo", ,, Agrarier- Wahllohnten Arbeiterinnen mehr bei den Eltern wohnen. Sobald der Eisenbahnverbindung, die bestehen geblieben ist, ist die nach dem Süd- Jobs als Reichstagskandidat";" Der Beitungstönig"," Die Herren Corps. Lohn zur eignen Lebenshaltung ausreichte, zogen viele Arbeiterinnen osten, doch ist das Geschäft durch die Anhäufung des Güterverkehrs zum versammlung", Sorso im Berliner Tiergarten",„ Das Ende vom Liebe", von den Eltern fort, weil die Mutter verstorben und eine Stief: Stillstand gekommen. Von den Eisenbahnen sind am meisten durch sowie außer zahlreichen kleineren Beiträgen in Poefte und Prosa noch das mutter oder Wirtschafterin ins Haus gekommen war, weil zu viel die Ueberschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen worden die Feuilleton: Hausarbeit zu verrichten oder die Behandlung zu streng Atchison, Topeca and Santa Fé, Union Pacific, Missouri Pacific, Nummer ist 10 Bi. Der Southern Pacific, Wabash, Chicago Rock Island, Chicago Burlington" Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Centralftelle für Arbeitswar, oder weil sie ihren ganzen Verdienst abgeben sollten. Schlafraum war unter 845 Angaben 758 mal ein Zimmer, and Quinch und die Chicago and Nordwestern. Die Union markt- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Verlag von G. Reimer.) 82 mal eine Küche, 2 mal eine Bodenkammer und 3 mal ein Pacific- Eisenbahnbrücke über den Kansas ist Die als Organ des" Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende andrer Raum. In einzelnen Fällen wurden ganz ungeeignete Ge- eingestürzt. Siebenundzwanzig Personen sollen dabei ertrunken Zeitschrift enthält in Nr. 17 des 6. Jahrganges unter anderm: Die ThätigDie Fernsprech= und Telegraphendrähte find mit feit der Arbeitsnachweise für ländliche Arbeitsvermittelung. Von Rat Tasse, ein Lichtloser korridor, selbst ein solcher sein. Allgemeines: Infernationaler Arbeitsmarkt. Kellerraum zum Schlafen benutzt; die Küchen sind niemals Ausnahme der nach dem Osten führenden Linien nach jeder Nichtung schreibende Monatsberichte des Städtischen Statistischen Amts in Königsberg i. Pr. Situationsberichte aus einzelnen Gewerben: Tertilgewerbe einwandfreie Schlafräume. Die Zustände sind jedoch viel schlimmer, hin zerstört. Um die jenseits des Kansas ansässigen Einwohner der als die obigen Zahlen vermuten lassen. Unmittelbare Fragen nach Stadt ist man fortgesezt in großer Sorge, doch konnte bis jetzt trok( Erneutes Ansteigen in Sachsen und Rheinland Westfalen. Konkurrenz der Beschaffenheit des Schlafraumes hatten kein Ergebnis, sie wurden angestrengtester Bemühungen eine Verbindung mit jenem Stadtteil italienischer Arbeiter in Süddeutschland); Nahrungs- und Genußmittel gar nicht oder nur mit Widerstreben beantwortet: nur in einzelnen nicht hergestellt werden. Tausende wurden durch einen Unterstüßungs-( Erzeugungseinschränkungen in der Cigarrenindustrie.„ Bahlmachen“. VerFällen wurde über ganz unzulässige Zustände in früheren Schlaf- ausschuß gespeist. An die Polizei ist der Befehl ergangen, jeden drängung der Männerarbeit). stellen geflagt, während man die gegenwärtige meist als gut Plünderer niederzuschießen. Nach bisher unbestätigten Nachrichten aus Kansas City sind dort ( 66 Proz. der Angaben) oder ausreichend 32 Proz. der Angaben) 200 Personen ertrunken. Flüchtlinge, die einen höher gelegenen paritätische Arbeitsnachweise. im Mai. bezeichnete. Ein Urteil über die traurigen Zustände in dieser Hin Stadtteil, genannt die Bluffs, erreichten, berichten, 50 Belgier seien Mitteilungen aus deutschen Arbeitsnachweis- Verbänden: Beteiligung des sicht gaben aber die Ermittelungen über die Be sehung der Räume. Von 832 Arbeiterinnen benutzten nur bei dem Versuch, zu den Bluffs zu gelangen, ertrunken. Ein Deltant, der Verbandes deutscher Arbeitsnachweise an der Deutschen Städte- Ausstellung 169( 20,3 Pro 3.) einen Raum allein, 193( 23,2 Proz.) fortgeschwemmt wurde, zerstörte vier Brücken, auf denen sich viele Per- in Dresden. einen solchen mit einer Person zusammen und 470( 56,5 Proz.) jonen befanden, die die Fluten beobachteten. Das Kriegsdepartement entmit mehreren Personen. In einer Gewerbe- Inspektion, welche fendet eine große Pontonbrücke, um die Verbindungen mit Kansas 384 Arbeiterinnen befragt hat, wurden folgende ungünstigen Bahlen Cith wieder zu eröffnen, ferner eine Anzahl Boote, Lebensmittel usw. gefunden. Wenn die Eltern der Arbeiterin eine Stube und Küche Im Kai- Thale, das 200 Meilen oberhalb von Kansas City überbewohnten, so wurden diese Räume in 44 Fällen schwemmt ist, sind 50 Menschen ertrunken. bon 5 bis 6 Personen( einschließlich Schlafburschen) be= In einem andren Teile der Vereinigten Staaten wütete am nu hst. Wohnungen von zwei Stuben und Küche wurden in zweiten Pfingsttage ein Wirbelsturm; so in Gainsville( Georgia). 34 Fällen von 6 bis 7 Personen und in 23 von 7 bis 11 Personen Einige Häuser wurden vollständig auseinandergerissen, nut. Wohnungen von zwei Stuben und Küche wurden in andre wurden vom Sturme eine Strecke weit fortgeweht. Dächer, Küche in 32 Fällen mit 4 bis 5, in 8 Fällen mit 6 bis 8 Personen, die zusammengehalten hatten, segelten wie Blätter in der Luft. und Wohnungen mit zwei Stuben und Küche in 15 Fällen mit 5 Viele Menschen wurden emporgewirbelt und große Strecken über und in 10 Fällen mit 6 bis 10 Personen; auch hier waren Schlaf- Häuser und Bäume fortgetragen. Man nimmt an, daß 200 Menschen burschen vorhanden. Die Mädchen müssen oft mit dem Vater und umgekommen find. In einigen Baumwollmühlen, die vom Sturme Bruder in einem Zimmer schlafen; 5 teilten das Bett mit einem eingerissen waren, sind achtzig Angestellte ums Leben andren Mädchen. Diese lezte Zahl ist sicher zu niedrig, da dieser gekommen. Uebelstand häufig vorkommt; er wird jedoch nicht gern erwähnt. Die Schlafstellen, für welche eine Polizeiverordnung besteht, sind, wie die Zahlen zeigen, etwas weniger ungünstig, als die Wohnräume bei den Eltern. Wir glauben wohl sicher annehmen zu können, daß darin auch ein Haupt grund für das Fortziehen von den Eltern liegt. Merkwürdigerweise scheint dieser von den Arbeiterinnen nicht erwähnt zu sein; man hat auch offenbar vergessen, sie darum zu fragen. die Dr. Naumann. Oberschlesien. Bebel vor Gericht". Der Preis der zwölf Seiten starken BeSituationsberichte aus Plägen und Ländern: Statistisches Monatsmaterial: Internationale Streit statistik. Börsenkurse. Haushaltskosten. Konsum: Lebensmittelpreise Berwaltung der Arbeitsnachweise: Gewerkschaften und Berliner Gesindevermietungs- Comptoir. Aus " Das Gewerbegericht", Monatsschrift des Verbandes Deutscher GeHerausgeber Dr. Jastrow( Privatdocent, Stadtrat), werbegerichte. Charlottenburg- Berlin, Dr. Flesch( Stadtrat), Frankfurt a. M.( Verlag von Georg Reimer in Berlin). Die Zeitschrift enthält in Nr. 9 des 8. Jahr ganges außer der Rechtsprechung in deutschen Gewerbe- und Berufungsgerichten( München, Karlsruhe i. B., Leipzig, Charlottenburg, Frankfurt a. M., Hamburg, Hildesheim, Frankfurt a. M., Stuttgart, Hamburg), andren Gerichten( Amtsgericht Caftrop, Landgericht Potsdam) u. a.: Zum jehnjährigen Bestehen des Verbandes Deutscher Gewerbegerichte. Jahresberichten fleinerer Gewerbegerichte. Von Stadtrat Dr. K. Flesch. Einigungsämter. Einigungsämter in Hamburg, München, Mannheim 1902. Gutachten und Anträge. Antrag des Gewerbegerichts Augsburg betr. Recht des Arbeitsvertrages. Kaufmannsgerichte. Erfahrungen des Gewerbegerichts Stiel bei praktischer Anwendung des Arbeiterrechts. Amtliche Allgemeines. Königliche Gewerbegerichte und Arbeitsnachweis. Verbandsangelegenheiten. deutsche Gewerbegerichts- Statistik für 1901. Beteiligung des Verbandes an der Deutschen Städte- Ausstellung in Dresden. Drtsausschuß zum Verbandstage. Ein schlechtes Geschäft. Eine furiose Fehde ist in den Spalten Reichstags- Wahlgefek nebst Wahlreglement in der Fassung vom eines Londoner Blattes entbrannt. Ein Beobachter" hatte heftige 28. April 1903. 90 Seiten. Preis 60 Pf. München 1903. Oskar Bed. 326 Seiten. Preis Angriffe gegen Ludwig Woltmann, Politische Anthropologie. die reichen amerikanischen Erbinnen gerichtet, die immer zahlreicher nach Europa tämen und in alte sch. 6 M., geb. 7 M. Thüringische Verlagsanstalt Eisenach und Leipzig. 1903. Schwabe, Hermann. Handelspolitik. 42 Seiten. Luxemburg 1903. Eine streitbare Millionärstochter, Drud von Th. Schroell. Familien eindringen. einen englischen Pair geheiratet hat, hält nun in Ernst Freiherr von Wrangel. Mit den Boeren gegen Albion. einem geharnischten Artikel mit dem" Beobachter" eine gründ- 99 Seiten. Berlag Cajar Schmidt, Zürich. liche Abrechnung, in der sie zeigt, daß sie bei dem Handel Kohn, Dr. Th. Rectus- Briefe an den Olmüßer Erzbischof. Prets ein sehr schlechtes Geschäft gemacht hat. Nach einigen all 30 Pf. Brünn 1903. Verlag A. Pisa. II. Wahlkreis. Atung Arbeitervertreter- Verein. tung! Die Mitgliederversammlung findet in diesem Monat nicht statt. Den Kollegen zur nochmaligen Kenntnis, daß die Vereinsversammlungen laut Statut 53/7 Freitag, 5. d. M., abds. 8 Uhr, in der Berliner Bockbrauerei( Tempelhoferberg): jeden Donnerstag nach dem Erften eines jeden Monats stattfinden; die nächste findet daher ordnungsgemäß am 2. Juli cr. statt. Der Vorstand. F. Pieschel, Borsigender, Gartenstr. 51. Wähler- Versammlung. Kranken- Unterstützungsbund der Schneider. Tages Drdnung: 1.„ Die Reichstagswahlen und die bürgerlichen Parteien". Referent: Genosse Auguft Bebel. Die Gegner sind durch Säulenanschlag geladen. 2. Freie Diskussion. Um recht zahlreichen Besuch ersucht Das Wahlkomitee. III. Wahlkreis! 210/8 Donnerstag, den 4. d. M., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal V): Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom I. Quartal. 2. Statutenberatung zu der_am 26. Juli d. J. in Nürnberg stattfindenden General- Versammlung. 3. Rassen Angelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Die Ortsverwaltung. 17376 Wählerversammlungen Achtung, Buchdrucker! Da ich meinen Leuten einige Tage Ferien gewähre, so wollen Sie etwaige fleine Verzögerungen der Lieferungen berücksichtigen. 17426 1. Mittwoch, d. 3. Juni, abends 8 Uhr, im Luisenftädt. Konzerthaus, Alte Jakobftr. 37. Paul Sauer, Berliner Buchdruckwalzen- Gießanſtalt und Tages- Ordnung: 1. Die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: ReichstagsAbgeordneter Wolfgang Heine. 2. Diskussion. 2. Donnerstag, d. 4. Juni, abends 8 Uhr, in der Ressource, Kommandantenftr. 57. Tages- Drönung: 1. Die 10. mnd 11. Legislaturperiode des deutſchen Reichstags. Referent: Vorwärts- Buchhandlung Reichstags- Abgeordneter Fritz Kunert. 2. Diskussion. SW., Lindenstrasse 69. Walzenmasse- Fabrik. BLUTARMEN. KRANKEN FEURIG SÜSSER 3. Donnerstag, d. 4. Juni, abends 8 Uhr, im fürstenhof, Köpnickerstr. 137/138. Tages- Ordnung: Die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: Dr. Paul Unentbehrlich für Ausflügler! KRAFT ROTHWEIN Bernstein. 2. Diskussion. 4. Freitag, den 5. Juni, abends 8 Uhr, im Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. Tages- Ordnung: Die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: ReichstagsAbgeordneter Dr. Südekum( Nürnberg). 2. Diskussion. 5. Freitag, den 5. Juni, abends 8 Uhr, in Dobersteins Gesellschaftshaus, Prinzenftr. 94. Tages- Ordnung: Die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: Dr. Curt Freudenberg. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch von Wählern aller Parteien erwartet Das Wahlkomitee. 212/ 6* 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis Dienstag, den 4. Juni, abends 8 Uhr: Oeffentl. Specialfarten Bernau- Biesenthal, Lante, Liepnitder näheren Umgebung Berlins. und Wandliß- See 1,00 M. Buckow am Schermüßel- See( Mär Göpenick Friedrichshagen, Bol tische Schweiz) nebst Führer 0,75 M. tersdorf Ertner- Schmödwit- Königswusterhausen- Mittenwalde ärztlich empfohlen P. Flasche 1.50 und 2 Mark Santa Lucia steht unter ständiger Kontrolle des Gerichtschemikers Dr. C. Bischoff.[ 1568L* Eberswalde, Freienwalde- Oberberg Für 30 Für 30 Mark 1,25 M. Eberswalde, Jagdschloß Hubertusstock, Kloster Chorin 1,00 m. Freienwalde und nächste Umgebung nebst Führer 1,00 m Freienwalde, Wriezen, Oderberg 1,00 m. Grunewald und westliche Vororte Berlins. Wähler- Versammlung in im Lokale ,, Urania", Wrangelstraße Nr. 11. Tages- Ordnung: 1. Wodurch fiegen wir? Referentin: Frau Dr. Lily Braun. 2. Diskussion. erwartet 214/ 13* Alle Wähler sind hierzu freundlichst eingeladen. Zahlreichen Besuch der Genossen und Genofsinnen Das Wahlkomitee. Fünfter Kreis! Freitag, 5. Juni, abends 8 Uhr, bei Lipps, Brauerei Friedrichshain: Oeffentl. Wähler- Versammlung. Tagesordnung: reinwollenen Anzug nach Maß. Tadellofer Sig, feinste Zuthaten. Wer felbft Stoff giebt, fertige eleganten Anzug 15082* für 18 Mark. Garantie: gute Buthaten. Schneidermeister, 1,00. B. Goldstein, Münzstr. 25, 1 Treppe. Potsdam, Stadtplan mit nächster Umgebung nebst Tourenverzeichnis 0,75 M. Botsdam und Werder 1,00 M. M • • . Spreewald m. praktischem Touristenführer 0,75 M. Strausberg und der Blumenthal 1,00 M. Tegel Heiligensee, Schulzendorf, Hermsdorf, Haselhorst und Hadenfelde.. 0,75 M, Ferner empfehlen als sehr praktisch: Taschenatlas von Berlin und Um gebung, enthaltend 21 Starten und Pläne mit Führer, leichthandliches Format. 2,00 M. Wanderbuch für die Mark Brandenburg. 3 Bände. Bus sammen 5,00 M. I. Teil: Nähere Umgebung Ber lins, umfaßt die Gegend von Potsdam, Spandau Dranienburg, 1,50 M gebung Berlins bis Branden burg a. H., Stendal, Tangermünde, II. 1. Lüge und Verleumdung als Mittel unsrer 1. Teil: Weftliche Hälfte der UmGegner im Wahlkampf. Referenten: Stadtverordneter Dr. Karl Liebknecht und der Kandidat des Kreises Robert Schmidt. 2. Diskussion. Wähler aller Parteien sind eingeladen. 217/18 Der Vorstand. Wähler des 6. Kreises! Donnerstag, den 4. Juni, abends 8% Uhr: Volks- Versammlung in Weimanns Volksgarten, Badstraße 55-56. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kandidaten des Kreises Genossen Ledebour über: Der Wahlkampf und unsre Gegner. 2. Freie Diskussion. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein 219/18 Der Vertrauensmann. Socialdemokratischer Wahlverein der Frauen Berlins u. Umg. Donnerstag, d. 4. Juni, abds. 8%, Uhr, in d. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47: Versammlung. B 17405* Zages- Ordnung: 1. Bortrag der Genoffin Klara Zetkin Stuttgart über: Frauenbefreiung und Socialismus“. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Männer und Frauen als Gäste sind willkommen. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung, Vereine! Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Juni, Juli, Auguſt( auch im Herbst) noch Sonnabende zu Theater, Bällen und Sommerfesten frei unter ganz günstigen Bedingungen frei. 17132* Mittwoch, den 3. Juni cr., abends 8% Uhr, im Gewerkschafts- F. Scholz Festsäle und Garten hause, Engel- Ufer 15( Saal V): Vertrauensmänner- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht der Kommission und Bertrauensmänner. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. 82/19 NB. In dieser Versammlung müssen die Fragebogen der GewerkschaftsKommission wieder abgegeben werden. Jede Werkstatt muß vertreten fein. Die Werkstattkontroll- Kommission. Neues Lokal Seebad und Restaurant ,, Müggel- Werder" Gr. Frankfurterstr. 74. Auch steht mein Saal zu Ber fammlungen zur Verfügung. Jeden Sonntag Großer Ball. Anfang 4 Uhr. In Ltr..- Fl. empfehle: Cognac 1,25-10,35, Rum 1,00-5,60. Nordhäuser 0,45-1,35, Liqueure, Eiercognac, Citronenund Himbeersaft, H Jdyllisch im Müggelsee gelegen, Rahnsdorfer Mühle, Station Rahnsdorf. Rundfahrten auf dem Müggelsee per Dampfer von Friedrichshagen Brauerei Port- u. Ungarweine gut u.billigst. Ausschant und Wilhelmsbad nach Müggel Berder Rübezahl= 20 B. Carl Schindler, Liqueurfabrik. 16532 9 55. Dampfer jeder Größe, Sommerwohnungen, möbl. Zimmer, Pension.[ 16532* Neu- Ruppin, Neu- Strelik 1,50 m III. Teil: Deftliche Hälfte der Um: gebung Berlins bis Eberswalde, Frankfurt a. D., Schwedt, Küstrin, Lübben, Spreewald, Muskau 2,00. Diese Wanderbücher bieten pracht volle Schilderungen der Mark, viele detaillierte Karten und Pläne und sind so dem Wanderer ein zuverlässiger Führer und Berater. Erlaube mir zum Quartalswechsel auf meine seit vielen Jahren bestehende Möbel und Bolfterwaren- Fabrik ganz er gebenst hinzuweisen. Das jahre longe Renommee, welches ich bei dem laufenden Publikum jeit meinem mehrjährigen Bestehen genieße, bürgt für solide und Sauerhafte Ausführung meiner Waren. Ein leiner Versuch wird Sie bon meiner allseitig an erkannten Leistungs fähigkeit überzeugen. Möbel und Polsterwaren- Fabrik von 12342* R. Rosien Tapezierer u. Dekorateur 26 Schwedterstr.26 an der Kastanien- Allee. teppdecken fauft man am preiswertesten nur direkt in der Fabrit, 72 WallMillionen von Lehrbüchern der Methode Gaspey- Otto- Sauer zur Erlernung modern. Sprachen sind in allen Ländern verbreitet. Beste Methode f.Schulen u.z.Selbstunterricht( hierfür Schlüssel). Yon deutschen Ausgaben sind erschienen: arabisch, chines., dän., engl., franz., italien., neugriech., niederl., poln., portugies., russ., schwed., span., türk., ungar. Preise 3.60-10 Mk. Prospekte auch über d. Ausgaben f. Araber, Armenier, Engländer, Franzosen, Italiener, Niederländer, Polen, Portugiesen, Ramänen, Russen, Spanier auf Verl. gratis. Bei Einführ. i. Schulen Lehrerexempl. gratis, an Privatsprachlehrer z. halben Preis. Alle Bücher solid gebunden. Julius Groos Verlag, Heidelberg, Paris, London. . 70, 5, 65 " " 14452* Nach langen, schweren, geduldig ertragenen Leiden entschlief am Sonntag, den 31. Mai, 11 Uhr bormittags, sanft meine innigst geliebte Frau, die gute Mutter meines Sohnes Anna Assmann, geb. Blank, im Alter von 39 Jahren. Dies zeigt tief betrübt an Gustav Assmann, 17352 Stegliz- Berlin, Bahnstr. 6 pt. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. Juni, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Steglizer Friedhofes, Bergstraße, aus statt. Todes- Anzeige. Allen Bekannten, Kollegen und Genossen zur Nachricht, daß der Buzer [ 17456 August Otto Kastanien- Allee 6, nach langem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mitte woch, den 3. Juni, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes NiederSchönhausen, aus ftatt. D Die trauernde Witwe nebst Kindern. Gebrüder Otto. Unterstützungs- Verein der Bierabzieher Berlins u. Umg. Am Sonntag, den 31. Mai, verschied unser Kollege Wilhelm Fischer im 53. Lebensjahre. am Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Juni, nachmittags 52 Uhr, von der Leichen halle des alten Thomas- Friedhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 17346 Der Vorstand. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme und Kranzspenden bei dem Begräbnis meiner lieben Frau fage hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten meinen innigsten Dant. 1744b A. Mahrenholz. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung unsres lieben Bruders und Schwagers, des Schloffers Anton Dinter sagen wir allen Freunden und Betannten, besonders seinen beiden Herren Chefs, den Genossen des 6. Wahlkreises sowie seinen Kollegen der Firma Gebrüder Stäudtlein unfren herzlichsten Dank. 17305 Die trauernden Hinterbliebenen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meiner lieben Frau, unsrer herzensguten Mutter Minna Grützke geb. Hohmuth, fagen wir allen Verwandten und Bekannten mit tiefbewegtem Herzen unsren innigsten Dank. Hermann Grützke, nebst Kindern. 17346 Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme und die Blumenspenden bei der Beerdigung unfres a Pfd. 115 Pf. 17366 Speck, mager, a Pfd. 70, bei 5Pf. 65 Pf. lieben Sohnes und Bruders Willy fetter, Delikatesschinken, ohne Knochen, und Bekannten unsren tiefstgefühlten fagen wir allen Verwandten, Freunden a Pfd. 95 Pf. Nollschinken. Dant. J. Kullak und Frau nebst Bruder. Landschinken Zwiebelleberwurst Von der Reise zurück eine Leberwurft Pomm. Landleberw. Thür. Notwurst " 95 " 55 " 85 " " 90 55 65 " 90 " Fleischwurst Bomm. Landrotwurft Salami u. Schlackw., weiche, 95 Weftf. Schlackwurst a Pfd. 125 Thür. 145 Lindenstr. 10. E. Klähn, Oranienstr. 154. Unverfälscht. Deutscher vers. die 10 Pfunddose zu 7,00 M., 5 Pfd. 4,30 M. franco. Garant. Rücknahme. Nordloh, Bahnhof Honig! Bienenhonig, best. Qualit. E. Reil, quitfehn, Oldenbg. Schleunige Räumung der Lagerbestände in Herren- Stoffen für Anzüge, Paletots, Kinderanzüge usw. beabsichtigen 15272* Koch& Seeland Tuchfabrik- Niederlage 1678L* Berlin C., Rossstr. 2. Damenuhren and Goldwaren zum halben Preise im Ausverkauf des Uhrmacher Barth'schen Konkurslagers, Chausseestr. 21. Die bestsitzenden 14362 17476 Dr. Joseph Löwenstein Kleine Frankfurterstr. 5. 17122* Portièren Specialität!( ca. 200 Genre) Einzelne Garnituren spottbill. ca. 600 Illustr. Special- Katalog gratis u. franco. Teppich Emil Lefevre, Specialhaus Oranienstrasse 158 Berlin S. Wichtig für Lotterie- Spieler! Intereffante VergleichsStatistik sämtlicher StaatsLotterien, amtlich festgestellt. Zu beziehen gegen Einsendung von 10 Pf.- Marke durch 16012* Max Lippold, Mainz. 4. Flundern ff. 60 Stüď friſch aus dem Rauch 3 M. franto infl., ff. neue Ia MatjesHeringe ,, Postdose 3,50 M. franto. Fischerei- Erp. Ernst Napp Nachf., Swinemünde No. 102.[ 140/ 1* Marquisen, traße 72, wo auch alte Bruchbänder und Leibbinden Betterrouleaux, Selte, Jalousien Steppdecken aufgearbeitet werden. B. Strohmandel, Berlin 14. Illustrierter Preiskatalog gratis. liefert A. Reiche, Bandagist, Seydelstraße 15. Lieferant für alle Strankenkassen. fertigen gut und dauerhaft zu denkbar 16062* Stawinski& Schulz, Berlin NO., Höchstestr. 29. billigsten Preisen Berantwortl. Nedakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 126. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Zur Börsenfrage. Berlin, den 2. Juni 1903. Amerikanischer Eisenmarkt. Die Entwickelung der amerikanischen Eiſenindustrie.- Englische und deutsche Eisenausfuhr nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Gegenwärtige Situation der deutschen Eisenindustrie. Mittwoch, 3. Juni 1903. die in den ersten vier Monaten dieses Jahres 1 221 217 Tonnen schaffen, auf denen allein eine gesunde Sitts gegen 968 210 Tonnen im Vorjahre betragen hat, die Einfuhr ab. lichkeit gedeihen kann. Luftmord. Einen schrillen Mißklang in die Feiertagsstimmung des Pfingstfestes gab die Kunde von einem abscheulichen Mord, welcher bereits vor acht Tagen verübt sein muß, aber erst am ersten Feiertage entdeckt wurde. Das tgl. Polizei- Präsidium erläßt hierüber folgende Bekanntmachung: so erhält man für die Monate Januar bis Ende April einen Aus- Doch gerade das ist es, was die Kirche und ihre Gefolgschaft fuhrüberschuß von 1 138 874 Tonnen; es sind also, da für den gleichen nicht will. Im Kampfe gegen die Unfittlichkeit giebt es keinen Zeitraum des letzten Jahres dieser Ueberschuß nur 886 727 Tonnen andren Weg; aber von all den würdigen Herren, die auf den Synoden betragen hat, 252 147 Tonnen Eisen und Eisenwaren mehr aus Deutschland ausgeführt worden, als in den vier ersten Monaten des über Prostitution deklamieren, geht ihn feiner mit tein Ortho Jahres 1902. Und da nun weiter die Mehrerzeugung von Januar dorer und kein Liberaler, kein offener Mucker und kein verkappter. bis April in diesem Jahre gegenüber dem Vorjahre rund 576 000 Die Börsenberichte haben während der ganzen vergangenen Tonnen betragen hat, so ergiebt sich klar und deutlich, wenn man Woche ,, matte Tendenz" gemeldet, und thatsächlich vollzog sich der das Verhältnis vom Roheisen zum Fertigeisen und Stahl berückgeringe geschäftliche Verkehr in so schleppender, träger Weise, wie sichtigt, daß von dieser Mehrlieferung, die der Eisenindustrie ihre sonst kaum in der Hochsaison des August, wenn die großen bessere Beschäftigung verschafft hat, nur die kleinere Hälfte vom Spekulanten in Heringsdorf und Misdroh Erholung von deutschen Inlandsmarkt aufgenommen worden ist, die größere Hälfte ihren Anstrengungen fuchen und der fleinen Spekulation aber in das Ausland exportiert wurde. gnädigst das Feld überlassen. Es fehlte fast gänzlich an der Diese einfache Berechnung zeigt, wie sehr die jeßige bessere Lage Lust, irgend welche Spekulationswerte zu kaufen, so daß fast jedes der rheinisch- westfälischen Eiſenindustrie davon abhängig ist, daß ihr Angebot einen Kursrückgang zur Folge hatte; und würde nicht noch der Export in seinem derzeitigen Umfange erhalten bleibt; und zwar die Masse des Publikums so vertrauensvoll an seinem Besiz an kommt dabei keineswegs nur der direkte Export nach den Vereinigten Industriepapieren festhalten, die Stagnation könnte leicht in eine Staaten in Betracht. Auch die Aufnahmefähigkeit Englands und Deroute umschlagen, denn die Börse ist in Wirklichkeit weit haltloser, Belgiens für deutsches Eisen( bezw. Stahl) erleidet sofort eine starke als der Kursfall zeigt, und die großen Banten thun nichts, die Herabsehung, wenn ihnen die Möglichkeit einer Abstoßung ihrer Situation zu stügen. Sie überlassen mit einer gewissen Genug- Ueberschüsse nach drüben genommen wird. Die Frage, wie weit die thuung den Markt sich selbst; vielleicht wäre es manchem der Abflauung auf dem amerikanischen Markt reicht und ob es sich nur großen Bankinstitute sogar ganz recht, wenn der Börsengeschäfts- um eine zeitweilige Erschlaffung der Nachfrage oder den Beginn freis noch weiter eingeengt würde. einer langwierigen Depression handelt, hat deshalb auch für das deutsche Wirtschaftsleben die größte Bedeutung. Tat. Eintausend Mark Belohnung: Die Schülerin Lina Olga Hoffmann, am 31. Dezember 1889 in Bröchwitz bei Meißen geboren, welche in Berlin, Neue Hochstr. 26 bei ihrem Vormund, dem Schlosser Richard Annowski wohnte, ist am 30. Mai d. J., abends 9 Uhr, bei Haselhorst am Spree- Ufer als Leiche gelandet. Am dem Mädchen ist ein Lustmord verübt. Das rechte Bein der auch sonst verstümmelten Leiche fehlte, ebenso der graue, mit schwarzem Sammetband besetzte Oberrock. Lina H. war 1,35 Meter groß, hatte damnkelblondes Haar, braune Augen, kleine Nase und Ohren. Sie war mittelstark und sprach sächsischen Dialekt. Sie trug feine Kopfbedeckung, ein graues Kleid mit schwarzem Sammetband besetzt, Halbschuhe und blaue Strümpfe. Hemd Beinkleider, von denen rechte Als Gründe für die Stagnation werden teils der Geldmangel, teils die Vorgänge auf der Balkanhalbinsel und in Kroatien genannt, selbst die letzten Mag daß sie alle zur ist zweifellos die ungeklärte Lage des amerikanischen Eisenmarktes. So widersprechend die Berichte von dort sind und so abweichend die An die Gewerkschaften und Vereine! Wir ersuchen die Genossen, Das Mädchen hat am 23. Mai vormittags 10 Uhr die Wohnung des Preisherabsetzungen in den Vereinigten Staaten beurteilt werden, sich mit dem Einberufen von Versammlungen bis zur Erledigung Vormundes verlassen und wird seitdem vermißt. Auf die Ergreifung rechnet man doch in den vorsichtigeren Spekulations- der Wahlen auf das notwendigste Maß zu beschränken und soweit des Thäters ist obengenannte Belohnung gesetzt. Sachdienliche Anfreisen, wenn auch nicht mit einer eigentlichen Eisen- nicht wirtschaftliche Kämpfe in Betracht kommen die Versamm- zeigen, insbesondere über den Verbleib des Mädchens, werden auf krise, so doch mit einer gewissen Ermattung der dortigen lungen lieber ausfallen zu lassen, um uns dadurch eine intensive jedem Polizeirevier, sowie von der Kriminalpolizei am Alexanderplatz Konsumtion, die in Anbetracht der in den letzten beiden Jahren und Wahlagitation zu ermöglichen. entgegengenommen. selbst heute noch betriebenen Steigerung der Leistungsfähigkeit der amerikanischen Eisen- und Stahlproduktion zu fast völliger Verdrängung der deutschen und englischen Einfuhr vom amerikanischen Markt führen könne. ja bi te e geſtimmung beitragen; die eigentliche Ursache aber Berliner Partei- Angelegenheiten. Schwarze Sabie wälfte fehlt, waren weiß und L. H. gezeichnet. Die Vertrauensleute Berlins und der Vororte. Der Polizeipräsident. bon Borries. Zweiter Wahlkreis. Am Freitag, den 5. Juni, abends 8 Uhr, findet in der Berliner Bodbrauerei, Tempelhofer Berg, Lina Hoffmann ist das fünfte Kind des Porzellanarbeiters H., Und mit diesem Ergebnis ist, wenn nicht der noch immer in eine große Wählerversammlung statt. Genosse August Beber der in Bröchwitz auch etwas Landwirtschaft betrieb. Ihre älteren weitester Ausdehnung betriebene Eisenbahnbau drüben über die referiert über:" Die Reichstagswahlen und die bürgerlichen Parteien." Geschwister sind tot, nur eine jüngere Schwester lebt noch. Ihr jezige Stockung vorläufig nochmals hinweghilft, thatsächlich Die Gegner werden durch Säulenanschlag geladen. Recht zahlreichen Vater starb vor vier Jahren, dem die Mutter 1½ Jahre später in ganz sicher zu rechnen. Weit mehr noch als in den Besuch erwartet Das Wahlkomitee. den Tod folgte. Der Schlosser Annowski, der seit fünf Jahren in Jahren 1897 bis 1900 in Deutschland, find während der Letzten Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika die Eisen- den 3. Juni, Donnerstag, den 4. Juni, und Freitag, den Schwarzkopfffchen Fabrik als Verarbeiter beschäftigt ist, nahm Dritter Wahlkreis. Achtung! Parteigenoffen! Am Mittwoch, dem Hause Neue Hochstr. 26 am Hochplatz wohnt und in der und Stahlwerke mit einer Schnelligkeit erweitert und ausgebaut 5. Juni, abends 8 Uhr, finden 1. im Luisenstädtischen Konzerthaus, Lina H. an Kindesstatt an. Seine Frau war die Schwester der worden, als sei nicht nur eine weitere Steigerung des Bedarfs im Alte Jakobstr. 37, Referent Genosse Wolfgang Heine; Mutter des vertaisten Mädchens. Die jüngere Schwester blieb in bisherigen Umfang, sondern in stetig steigender Progression zu er- 2. in der Ressource, Kommandantenstr. 57, Referent Meißen bei der Großmutter. Lina war ein stilles, bescheidenes und warten. In 1900 wurden in der Union erst 13 789 242 Tonnen Genosse Friz Sunert; 3. im Fürstenhof, Köpenicker- braves Kind; es besuchte die 2. Klasse der 56. Gemeindeschule in der ( a 1016 Kilogramm) Roheisen produziert, im letzten Jahre( 1902) straße 137/138, Referent Genosse Dr. Paul Bernstein; 4. im bereits 17 821 307 Tonnen, in zwei Jahren eine Steigerung von Dresdener Casino, Dresdenerstr. 96, Referent Genosse Hochstraße und war sowohl bei den Lehrern, wie bei den Mitüber 4 Millionen Zonnen. Und eine ähnliche Zunahme, zeigt die Dr. Si de tum- Nürnberg; 5. bei Doberstein, Prinzen- Schülerinnen beliebt. Ohne Erlaubnis ihrer Verwandten verließ das Stahlproduktion. Sieht man von Tiegelstahl und einigen ganz straße 94, Referent Genosse Dr. Curt Freudenberg, Mädchen nie die Wohnung und verblieb, wenn es auf der nebensächlichen Specialforten ab( in 1902 insgesamt ca. 125 000 2ählerversammlungen statt. Die vorstehend genannten Referenten Straße spielte, zumeist auf dem Hochplatz. Am Sonntag, Tonnen), so ergiebt sich für die letzten fünf Jahre folgende Produktions- werden über die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahlen den 23. v. Mts., forderte Frau Annowski ihre Nichte auf, Leistung: sprechen. Außerdem Diskussion. Unser Kandidat Wolfgang Heine nach der Straße hinunter zu gehen und dort zu spielen. wird in sämtlichen Versammlungen anwesend sein. Die Kleine that dies und ist seit dieser Zeit nicht mehr gesehen worden. Herr A. nahm zunächst an, daß das Kind, von Sehnsucht getrieben, vielleicht nach Meißen gewandert sei; er schrieb deswegen an die Großmutter und erhielt die Antwort, daß Rina dort nicht angekommen und wahrscheinlich von einem Strolch verschleppt worden sei. Am ersten Pfingstfeiertage abends gegen Uhr badeten mehrere Knaben in der alten Spree an den Liezower Jahr Bessemerstahl Flammherdstahl 1898 6 609 017 Tonnen 2 230 292 Tonnen 1899 7 586 354 2947 316 " " 1900 6 684 770 3 398 135 " " 1901 8.713 302 4 656 309 D 1902 5 687 729 9 306 471 Es ist Pflicht der Parteigenossen, für guten Besuch dieser Versammlungen zu agitieren. Das Wahlkomitee. Handlungsgehilfen. Freitag, 5. Juni, abends 8 Uhr, findet in der Viktoria Brauerei, Lübow str. 111/112, eine öffentliche Bersammlung statt, in der Genosse Georg Bernhard über das Thema:„ Wie wählen wir“ sprechen wird. Auf zahlreichen Besuch rechnet Lokales. Im Kampfe gegen die Unfittlichkeit Der Einberufer. in einer Chefs Es hat also die Stahlproduktion sich in zwei Jahren von 10 auf 15 Millionen Tonnen vermehrt oder um ca. 50 Proz. Zum Vergleich 8 dieser kolossalen Entwicklung sei nur erwähnt, daß in 1900 die gesamte Wiesen bei Haselhorst. Plötzlich bemerkten sie im Wasser die Leiche Stahlproduktion Großbritanniens sich nur auf rund 5050 000 Zonnen Zehlendorf. Die für heute, Mittwoch, angesagte Wähler- eines Kindes treibend und liefen schreiend dem Ufer zu. Ausbelief, daß also die nordamerikanische Union in zwei Jahren ihre versammlung im Kaiserhof findet nicht statt, da der Wirt infolge flüglern gelang es bald darauf, die Leiche zu landen. Diese befand Erzeugung um das gesamte Jahresprodukt Großbritanniens ge- der Beeinflussungen durch den Amtsvorsteher sein Lokal zurüd- fich in einem geradezu entsetzlichen Zustand. Das rechte Bein steigert hat. Und doch hat die Ausdehnung der amerikanischen gezogen hat. fehlte bis zum Gelenk und war der Unterleib Produktion noch immer kein Ende, erst in den letzten Monaten ist wieder mit der Erweiterung und der Neuanlage mehrerer Hochofen, geradezu bestialischen, hier nicht wiederzugebenden Weise verStahl- und Walzwerke begonnen worden. Nach den Berechnungen stümmelt. Von Messerstichen herrührende Verlegungen am amerikanischer Fachzeitungen kann, wenn sich die Möglichkeit bietet, Halse deuteten darauf hin, daß die Kleine ermordet die im Laufe des Jahres 1903 fertig werdenden Anlagen in gleicher worden sei. Die noch in der Nacht verständigte Berliner Weise auszunußen wie die alten, die Roheisen- Produktion bequem behaupten die Diener der Kirche an erster Stelle zu stehen, in Kriminalpolizei entsandte des unter Leitung auf 19,3 Millionen Tonnen, die Gesamt- Stahlerzeugung auf Wirklichkeit kommen gerade sie hierbei zu allerlebt in Betracht. felben, Geheimen Rats Dieterici, mehrere Kommissare nach dem der= 16,2 Millionen Tonnen gesteigert werden; d. h. die Vereinigten Gewiß, die Poſtoren werden nicht müde, gegen das, was sie unter Fundort, wohin auch der Vormund, Herr Annowski, der das VerStaaten werden Ende 1903 im stande sein, die Hälfte des Unſittlichkeit verstehen, in ihren Kirchen und Betsälen zu predigen, schwinden des Kindes seiner Zeit gemeldet hatte, citiert wurde. Er gesamten Weltkonsums an Eisen und Stahl zu in ihren Blättchen und Traktätchen zu schreiben. Aber sie wissen erkannte in der Leiche diejenige seines Mündels. Die sofort anLiefern. es selber, daß sie bisher nichts erreicht haben, und bei einiger Daß bei diesen Fortschritten Uncle Sam, sobald die bisherige Einsicht in den Zusammenhang der Dinge müßten sie auch erkennen, gestellten Ermittelungen haben auch nicht den geringsten Anhalt, der Konsumsteigerung aufhört oder merklich nachläßt, in die Lage kommt, zur Verhaftung des Thäters führen könnte, ergeben. Auffälligerseinen Bedarf völlig selbst zu decken und auch seine Nachbarländer zu daß sie auf diesem Gebiete gar nichts erreichen können. versorgen, ergiebt sich von selbst. Schon aber der bloße Fortfall In Berlin haben sich die Kirchengemeinden in ihren Einzel- wird angenommen, daß die Kleine nach der von der Wohnung ihres In Berlin haben sich die Kirchengemeinden in ihren Einzel- weise hat niemand das Kind am vorlegten Sonntag gefehen. Es oder eine starke Verminderung des bisherigen deutschen und vertretungen wie auf den Kreis synoden mit der Unsittlichkeits- Wormundes etwa eine halbe Stunde entfernten Jungfernheide verenglischen Eisen- beziehungsweise Stahl- Exports nach den Vereinigten frage seit einer Reihe von Jahren, aber immer erfolglos beschäftigt. Vormundes etwa eine halbe Stunde entfernten Jungfernheide verStaaten, würde die Eiſenindustrie dieser beiden Länder in eine Auch in diesem Jahre haben die Synoden, die in den letzten Tagen schleppt worden ist, wo die That geschehen sein dürfte. pretäre Lage bringen. Man braucht sich nur die statistischen Einfuhr- eine nach der andren zusammengetreten sind, wieder das alte Klage- die Kriminalpolizei die Kinder der benachbarten Familien des Im Lauf des gestrigen Nachmittags und Abends wurden durch ziffern Amerikas während der letzten Zeit und die entsprechenden lied angeſtimmt. Im vorigen Jahre hatten sie den Minister des Ausfuhrziffern Englands und Deutschlands anzusehen, um darüber ins Klare zu kommen. Als Beispiel sei hier nur erwähnt, daß vom Innern, den Berliner Stadtausschuß und die Polizei um ihre Mit- Schloffers A. vernommen zwecks Feststellung, ob die Ermordete Die diesbezüglichen ErJanuar bis Ende April dieses Jahres von Middlesbrough wirkung gebeten, aber zu ihrem großen Kummer haben sie eine Fremden gegenüber zugänglich war. 64 506 Tonnen englisches Roheisen nach Amerika verschifft Antwort bisher nicht erhalten. Daß sie das Heil von Polizei- hebungen haben jedoch ergeben, daß die Kleine Unbekannten gegenworden find gegen nur 14 886 Tonnen im gleichen Zeit- bestimmungen erwarten, ist nicht zu verwundern. Im Kampf über sich scheu und zurückhaltend zeigte. Ein Mädchen wollte die raum des Vorjahres- die Gesamtverschiffungen von Middles- gegen sociale Mißstände gelten der herrschenden Klasse der Pastor Hoffmann am 24. Mai abends gegen 10 Uhr in der Neuen Hochbrough nach allen andern Ländern der Welt betrugen 113 022 Tonnen. und der Schuhmann als die wichtigsten Vorkämpfer; wenn die nicht straße gesehen haben, giebt aber zu, daß fie sich auch getäuscht haben Hierzu kommen aber noch die Verschiffungen von Liverpool, New- Hand in Hand gehen, dann ist die Sache nicht richtig. Die Kreis- tönne. So viel ist sicher, daß der Fundort mit dem Thatort nicht castle on Tyne, West- Hartleport, Glasgow und Hull, welche die fynode Berlin II hat die Anträge der„ Sittlichkeitskommission", identisch ist. Das Verbrechen wurde entweder in einer Wohnung obige Summe statistische Ziffern fehlen bisher noch übertreffen dürften, denn nach amerikanischer Eingangsstatistit darunter solche, die die Polizei zum Kampfe gegen die schlechten oder in der Jungfernheide, die sich bis Haselhorst ausdehnt, verübt famen allein im März aus diesen legtgenannten Häfen 23 364 Tonnen Litteratur- und Kunsterzeugnisse" aufrufen, die Anwendung der und dann der Körper des Kindes nach der alten Spree geschleppt. " Kirchenzucht" gegen die Unfittlichkeit empfehlen, die Förderung der Infolge des Anschlages an den Säulen hatten sich noch gestern und Roheisen an. Hört dieser Export Englands nach den Vereinigten Staaten Jünglingsvereine als notwendig bezeichnen, ohne weitere Debatte am heutigen Tage verschiedene Personen bei der Polizei gemeldet, auf, wird dadurch der englischen Eisenindustrie ein schwerer Schlag angenommen. Es geschah das auf Antrag eines der eifrigsten doch lieferten deren Angaben auch nicht den geringsten Anhalt, der Ablaßgebiet erlangt hat, nur allzu erklärlich, daß vor 14 Tagen, als der Orthodorie und des Mudertums aufspielt. Auf der Kreis Dienstag, nachmittags von 2 Uhr an, in der Leichenhalle von Haselversetzt. Es ist bei dieser Bedeutung, welche das nordamerikanische kirchlich Liberalen, der sich sonst als erbittertsten Gegner zur Ermittelung des Mörders führen könnte. Die Obduktion der Leiche der Lina Hoffmann wurde gestern, die ungünstigen Meldungen über die amerikanische Marktlage rasch synode Berlin Kölln- Stadt war es der Sittlichkeits- Horst durch den Kreisarzt Medizinalrat Dr. Jänide, und den pratt. auf einander folgten und nur geringe Aufträge von drüben einliefen, Specialist Hofprediger Stöcker, der den Polizeikampf gegen die horst durch den Kreisarzt Medizinalrat Dr. Jänide, und den praft. auf dem englischen Roheisenmarkte fast eine Art Apoplegie eintrat. Arzt Dr. Venediger ausgeführt. Während noch in der voraufgegangenen Woche Cleveländer Gießerei- Unfittlichkeit mit besonderem Gifer empfahl. Der Liberale aus Gerichtsassessor Dr. Stern, als Retognoscenten erschienen der Ontel und Vormund des Mädchens, der Monteur Annowski und dessen Roheisen und schottische Warrants ihre Preise pro Tonne um 3 bis Berlin II wird ihm gerührt in die Arme sinken. 7 Bence erhöht hatten, trat nun in manchen Distrikten ein Rückgang Daß die Synoden auch wieder über den zunehmenden Einfluß Bruder. Das Protokoll über die Leichenöffnung mit allen Einzelder Notierungen für Roheisen ein, und auf dem Markte für fertiges der Socialdemokratie jammern, haben wir schon bei Be- heiten wird alsbald der Staatsanwaltschaft vom Landgericht II zuEisen und Stahl zeigte sich starte Herabminderung der Kauflust. sprechung der Verhandlungen der Kreissynode Berlin I gezeigt. gestellt werden. Dr. Stern erteilte nach seiner Feststellung sofort Auf die neueren Nachrichten über die amerikanische Nachfrage ist zwar auch auf den andren Synoden haben mehrere Synodalen ihrem Haß die Erlaubnis zur Beerdigung, so daß die Leiche noch gestern nachdiese Stockung des englischen Marktes wieder geivichen; sie läßt aber deutlich erkennen, was bevorsteht, wenn England die Möglichkeit ge ernsthaft um eine Bekämpung der Unsittlichkeit zu thun ist, sollten einem Lustmord. Der Mörder streckte das vergewaltigte Opfer gegen die Socialdemokratie Luft gemacht. Wenn es den Herren mittag zur Ueberführung nach Berlin eingefargt werden konnte. Das Ergebnis der Leichenöffnung beseitigt jeden Zweifel an nommen wird, seine Ueberschüsse drüben abzusehen. Und ein ähnlicher Rückschlag stände, falls sie ihre Erporte nach fie eigentlich die Socialdemokratie als ihre beste Bundes durch einen Schlag auf den Kopf nieder und durchstach ihm, als es den Vereinigten Staaten einstellen müßte, der deutschen Eisenindustrie genoffin in diesem Kampf betrachten. Für den Feldzug gegen betäubt war, die Hauptader an der rechten Halsseite. Dieser Stidh bevor. In den meisten Berichten über die Lage der rheinisch- west- Vergnügungslokale, in denen die Zimperlichkeit keine Stätte findet, und andre Verlegungen im Gesicht, die bereits erwähnt wurden, fälischen Eisenindustrie wird zwar mit einer gewissen Genugthuung gegen Litteratur- und Kunsterzeugnisse, die nicht auf Prüde Rücksicht rühren von einem spißen, dolchartigen Messer her. Das rechte Bein auf die Zunahme des deutschen Inlandsbedarfs hingewiesen, und ganz nehmen, können wir uns allerdings nicht begeistern; aber die Pro ist funstgerecht ausgeschnitten worden. Zur Auslösung aus dem atveifellos läßt sich eine solche konstatieren; aber andrerseits darf sie stitution hat feinen entschiedeneren Gegner als die Social- Sugelgelenk bediente fich der Mörder entweder eines starken Messers auch nicht überschätzt werden. In der Hauptsache ist es doch der ver- demokratie. Wir kämpfen nur mit andren Waffen als die Kirche oder eines Beiles. Auch das Becken ist zum Teil zertrümmert. Die stärkte Erport, der seit einigen Monaten die deutsche Eiſenindustrie und die von ihr um Hilfe angegangene Polizei. Erfolg erwarten Berstümmelung des Körpers wurde erst vorgenommen, nachdem der Tod durch Sie erinnert an belebt. Man braucht, um dies zu erkennen, nur die vom Verein Verblutung eingetreten war. Gymnasiasten deutscher Eisen- und Stahlindustrieller ermittelten Produktionsziffern wir weder von Predigten und salbungsvollen Ermahnungen, noch die Ermordung des Ernst Winter in Konig, in Bezug auf die Blutleere des Körpers. Das mit den vom Statistischen Amt veröffentlichten Ausfuhrziffern zu von Schußmannsjagden auf Prostituierte. Die Socialdemokratie auch vergleichen. Zieht man von der Ausfuhr an Eisen und Eisenwaren, will erst mal die wirtschaftlichen Grundlagen rechte Hosenbein, Grundlagen rechte Hosenbein, das über die verstümmelten Teile gelegt D 0 erheblich = Die Staatsanwaltschaft vertrat wurde, ist nur da blutig, wo es unmittelbar auf den Wunden auf übrigens nur durch die Zulassung der erhöhten Fahrgeschwindigkeiten wurde besonders am Kopfe schwer verletzt. Der Verunglückte, lag. Es ist kein Blut mehr durchgefickert, so daß die Schürze, die in den sogenannten Verkehrsstraßen an den Sonn- und Feiertagen der auch ein Auge verlor, wurde von der Rettungswache 3 nach der über das Hosenbein gelegt wurde, wie wir schon mitteilten, sauber möglich. Charité gebracht. blieb. Erst nach der Ausblutung wurde die Leiche eingewickelt und ins Wasser geworfen. Für einen Kampf mit dem Kinde giebt der Befund keinen einzigen Anhalt. Bemerkenswert ist, daß außer dem Rock auch beide Schuhe und Strümpfe fehlen. Das fehlende rechte Bein glaubt man in der Höhe des Fürstenbrunner Weges in der Spree treiben gesehen zu haben. Spandauer und Berliner Beamte fuchen jetzt noch einmal beide Ufer ab. Die Ermittelungen gehen nach drei Richtungen in Bezug auf den Thatort. Man rechnet damit, daß das Mädchen in Berlin getötet worden sein kann. Die Möglichkeit, daß die hier ins Wasser geworfene Leiche nach dem Fundort getrieben worden, ist nicht ausgeschlossen, wenn auch zwischen Berlin und dem Fundort eine Schleuse liegt. Möglich ist auch, daß die Leiche auf einem Kahn stromabwärts geschafft worden ist. Ferner denkt man daran, daß der Thatort selbst ein Kahn gewesen sein kann, was allerdings wenig wahrscheinlich ist. Endlich kommt als Thatort irgend eine Stelle in der Jungfernheide, vielleicht die schon erwähnte auf der Uferböschung, in Betracht. Nach allen drei Richtungen werden die weitgehendsten Nachforschungen angestellt. Eine Sistierung, die gestern, Dienstagmorgen, auf Grund von Angaben eines einwandfreien Zeugen vorgenommen wurde, konnte nicht aufrecht erhalten werden. Der Verdächtigte wies alsbald sein Alibi zweifelfrei nach. Ermittelungen werden jetzt nach solchen Leuten angestellt, mit denen die Ermordete bekannt geworden sein kann. Hierbei kommt in Betracht, daß sie oft für ihre Tante Gänge machte, um Geld für gelieferte Blusen einzuziehen. Auf einem solcher Gänge mag sie einen Mann kennen gelernt haben, dem sie dann am Sonntag vor acht Tagen, als die Tante sie gescholten hatte, ihr Herz ausschüttete und folgte. Bolizeiliche Schießerei. Ein schwarzes Blatt in der Berliner Selbstmord- Chronik. Der Mit Morphium vergiftet hat sich der 49 Jahre alte Fleischbeschauer Ernst Evers aus der Büschingstraße 16. Der Mann litt an Atemnot und war außerdem augenkrank. Er fürchtete daher wohl schon länger, daß er an einer Nachprüfung, die jetzt stattgefunden hat, nicht werde teilnehmen können, besorgte sich als ges lernter Heilgehilfe einen Giftschein und tötete sich mit Morphium, das er darauf erhielt. Eine Banit auf einem Dampfer. Ein Privatdampfer, Einen entsetzlichen Tod durch Verbrennen fand am Pfingstder den Verkehr zwischen Berlin und Neue Mühle vermittelt, fuhr heiligabend die 16 Jahre alte Arbeiterin Meta Zielfe, die bei ihren am ersten Feiertag, auf der Rückfahrt begriffen und mit Fahrgästen Eltern in der Bankstraße Nr. 42 wohnte. Zu einer gründlichen überfüllt, etwa 800 Meter von Neue Mühle fest. Das Schiff konnte Reinigung wusch sie sich einmal Kopf und Haar mit Spiritus. Als infolge eines Defekts an der Maschine weder vor noch rückwärts, sie dann dem Feuer in der Kochmaschine zu nahe kam, entzündete außerdem sollten, wie von den Passagieren verschiedentlich behauptet sich das nasse, spiritusgetränkte Haar und von diesem aus verbreitete schnell, daß die Aermste bald am wurde, mehr Personen aufgenommen worden sein, als zulässig war. sich die Flamme so schnell, Die Aufregung war besonders unter den weiblichen Fahrgästen groß, ganzen Körper lichterloh brannte, bevor ihr giffe gebracht Der Vater der Unglücklichen, deren Angstmehrere Damien wollten um jeden Preis das Schiff verlassen. Ein werden konnte. Schiffer, der vorbeifuhr, erbot sich, einen Teil der Passagiere mitzu- und Schmerzensschreie das Haus erfüllten, versuchte das Feuer noch nehmen, berlangte aber für die„ Rettung der Schiffbrüchigen" zu ersticken, bevor es unheilbaren Schaden angeſtiftet hatte, es war 20 Mart. Da der Kapitän davon nichts wissen wollte und die aber nicht mehr möglich, obwohl sich der Mann ohne Rücksicht auf Fahrgäste fich inzwischen über die Sachlage unterrichtet und beruhigt seine eigne Person seiner Tochter annahm und sich bedeutende Brandhatten, blieben alle auf dem Dampfer. Es dauerte an dreiviertel wunden an den Händen zuzog. Das Mädchen verbrannte sich am Fahrt nach Berlin, allerdings in recht langsamem Tempo, fortsetzen wurde in hoffnungslosem Zustande nach der Charité gebracht. Hier Stunden, bis der Dampfer wieder flott gemacht werden und die Kopf und am ganzen Oberkörper bis auf den Unterleib hinab und konnte. Sowohl der Kapitän wie der Besizer des Privatdampfers starb es schon bald nach der Einlieferung. bekamen nicht gerade Schmeicheleien seitens der Festgefahrenen zu Kindesmorde. Die 23 Jahre alte Dienstmagd Anna Fischer, die hören. in der Gartenstr. 2 in Stellung war, gab am ersten Feiertag morgens, als die Dienstherrschaft sie wecken wollte, an, daß sie plöglich erkrankt Monat Mai 1903 wird in der Geschichte Berlins zu trauriger Be- sei und nicht aufstehen könne, wollte aber nicht sagen, was ihr fehlte. Man rühmtheit gelangen. Die Zahl der Selbstmorde, die der verflossene sagte ihr nun auf den Kopf zn, daß sie geboren habe, sie wies das Wonnemonat" aufweist, steht in der Chronik der Reichs- Hauptstadt aber weit von sich. Dennoch war diese Vermutung richtig. Denn bisher ohne Beispiel da. Nicht weniger als 61 Personen haben im als man die Mädchenstube nun auf das genaueste untersuchte, fand vorigen Monat durch Selbstmord geendet. Von diesen waren man im Ofen die Leiche eines neugeborenen Knaben, der am Halse 33 Männer und 28 Frauen. 25 der männlichen Lebensmüden hatten Anzeige von der Revierpolizei beschlagnahmt und nach dem SchauZeichen der Erdrosselung hatte. Die Leiche des Kindes wurde auf das 25. Lebensjahr bereits überschritten, 8 waren weniger als 25 Jahre alt und davon 4 unmündig. Von den weiblichen Personen hause gebracht, die Mutter verhaftet und vorläufig als PolizeiDie Leiche eines neugeborenen waren 12 über, 16 unter 25 Jahre alt, eine davon war ein Kind im gefangene der Charité zugeführt. Wir sind in der Lage, einen etwas merkwürdigen Vorfall, der Alter von 13 Jahren! Von den Selbstmördern töteten sich: 15 wegen träger auf dem Bürgersteige vor dem Hause Blumeshof 7. Sie war Mädchens fanden an demselben Morgen ein Pförtner und ein Briefvon beteiligter Seite bis jetzt aus irgend welchen Gründen tot Riebesgram, 14 wegen Nahrungssorgen, 10 wegen unheilbarer in gelbes Backpapier und einen grau- grünen Unterrock eingewickelt. geschwiegen wurde, der Deffentlichkeit zu übermitteln. Am 16. Mai Krankheit, 3 wegen Geistesstörung, 8 aus verschiedenen, zum feierte eine kleine Gesellschaft in der Waltherschen Restauration, Teil geringfügigen Gründen und 11 aus unbekannter Ursache. Zu Die Mutter dieses Kindes ist noch nicht ermittelt. Mühlenstr. 72a, einen Geburtstag. Als um 2 Uhr nachts die Ge- den Lebensmüden aus Liebesgram stellte das weibliche Geschlecht fellschaft das Lokal verließ, kam von der gegenüberliegenden Seite das größere Kontingent, zu denen aus Nahrungssorgen jedoch das der Straße eine Gestalt heran, mit derbem Stock bewaffnet, den Hut männliche. 22 der Selbstmörder töteten sich mit der Schußwaffe, tief ins Genick gedrückt, und wollte in das. Lokal hinein. Der Wirt, 15 ertränkten fich, 6 griffen zum Strick, 5 zum Giftbecher, 5 suchten in der Meining einen Nachtschwärmer vor sich zu haben, verwehrte den Tod auf den Eisenbahnschienen, 3, darunter das erwähnte Kind, ihm jedoch höflich den Eintritt mit dem Hinweis darauf, daß er an stürzten sich aus dem Fenster, 2 töteten sich mit dem Messer, 2 mit Gäste nicht mehr schenken dürfe. Der Fremde meinte darauf, es Gas und ein Mann mit Kohlendunst. Bemerkenswert ist, daß sich feien doch soeben noch Gäste aus dem Lokal gekommen. Uebrigens unter den aufgezählten männlichen Personen auch zwei Soldaten Fener im Gebäude des Carl Weiß- Theaters. Menschenleben sei er Kriminalbeamter und wolle feststellen, wer dort noch befinden, ein Unteroffizier, der sich aus Furcht vor Strafe mit dem standen auf dem Spiele bei einem Brande, der in letter Nacht in so lange gefneipt habe, denn der Wirt habe nur bis 12 Uhr Dienstgewehr erschoß, und ein Dragoner, der sich erhängte, weil er der Großen Frankfurterstraße 132 im Seitenflügel des Konzession. Hierauf forderte der Wirt die Vorzeigung der zu früh geheiratet hatte. Legitimationsmarke, die der Beamte jedoch verweigerte. Carl Weiß- Theaters wütete. Als furz vor 1 Uhr die letzten Gäste Durch den Vorgang aufmerksam gemacht, brangen nun auch Christliche Charitas. Am Sonntagabend gegen 9½ Uhr bot den Garten verlassen hatten und nur noch der Direktor mit seiner die Mitglieder der Geburtstagsgesellschaft in den Beamten, seine sich den Passanten der Urbanstraße ein recht trauriger Anblick. Eine Frau und den Angestellten am Büffett im Garten sich aufhielten, Erkennungsmarke vorzuzeigen, was dieser abermals ablehnte mit hochschwangere Frau, welche im Urban- Krankenhause um Aufnahme bemerkte ein heimkehrender Kellner, daß Flammen unter dem Dache der Bemerkung, er sei Kriminalbeamter, das müsse jedem genügen. bat und von dort an das dem Krankenhause gegenüber liegende unmittelbar über der Direktorwohnung emporloderten. Während Ein Wort holte nun das andre. Die Geburtstagsleute, ärgerlich Wöchnerinnenheim" verwiesen wurde, erhielt auch in diesem Institut die Feuerwehr berbeigerufen wurde, machte man sich daran, die darüber, daß ihnen von jemand Scherereien bereitet würden, der sich feine Aufnahme. Auf der Straße angekommen, fiel die Frau plöt- bereits im Schlafe liegende Tochter des Direktors herabzuholen, als Kriminalbeamter ausgab und dabei hartnäckig die Legitimation lich vor dem Gartenzaun des„ Heims" um und schon nach wenigen vergaß aber dabei die unmittelbar neben der Direktorwohnung verweigerte, forderten nun ihrerseits energisch den Mann auf, mit Minuten hörte man den kleinen Weltbürger mit fräftiger Stimme wohnende alte Frau Hart zu wecken. Erst als der erste Löschzug zur Wache zu kommen, um seine Personalien feststellen zu lassen, schreien. Die Pflegerinnen des Wöchnerinnenheims sahen diesem aus der Memelerstraße antam und der Offizier sich nach etwa gewobei er auch wohl berührt sein mag. Hierdurch mag sich der Be- Elend mit ruhigem Gemüt hinter ihren Fenstern zu, ohne sich doch fährdeten Personen erkundigte, gedachte man der alten Frau. Nun amte vielleicht bedroht gefühlt haben. Er zog plöglich seinen wenigstens jetzt, nachdem die Geburt auf öffentlicher Straße erfolgt hieß es:" Menschenleben in Gefahr!" und während in fieberhafter Revolver und feuerte zweimal auf die Leute. Eine Kugel ver- war, der Aermſten anzunehmen. Erst nach längerer Zeit, als die Eile die mechanische Leiter hochgewunden wurde, stürmten Feuerletzte den bei der Ostbahn beschäftigten Arbeiter Leineweber Empörung des Publikums groß wurde, und auf das energische wehrmänner die Treppen empor, zertrümmerten die Eingangsthür an der linken Schläfe, die andre ging dem Feuerversicherungs- Drängen des hinzugeholten Schuhmanns fanden Mutter und Kind und trugen die im tiefsten Schlafe liegende alte Frau aus ihrer total berqualmten Wohnung ins Freie. Das Feuer hatte seinen Agenten Korge durch ein Ohr und streifte außerdem noch dessen Hals. endlich die erste Hilfe in diesem menschenfreundlichen Institut. Herd in Bodenverschlägen, die teilweise mit wertvollen Sachent anJezt packten die Begleiter des Getroffenen den schießlustigen Beamten In ein Haus hineingefahren ist gestern mittag gegen 12 Uhr gefüllt waren. In einem dieser Verschläge befand sich neben wertund drangen darauf, daß er mit ihnen nach der Wache am Stralauer- ein Kraftwagen der Südlichen Berliner Vorortbahn. Am Buschkrug vollen Gemälden die gesamte Reisegarderobe der Direktorfamilie, platz ging. Hier stellte es sich dann heraus, daß der Revolvermann in Briz sprang in der dort befindlichen Kurve der Motorwagen Nr. 11 während andre Kammern mit der Garderobe der Dienstboten thatsächlich ein Kriminalbeamter war. Merkwürdig, während des der Südlichen Vorortsbahnlinie aus dem Geleise und fuhr quer über und mit verschiedenem Hausrat angefüllt waren. Dampfsprizen ganzen Vorfalles hatte sich kein uniformierter Schußmann sehen die Straße hinweg, durch das eigne Schwergewicht getrieben, gegen traten in Thätigkeit und und schickten große Wassermassen in Tassen, selbst durch die Schießerei war kein solcher angelockt worden. das Steuerhaus an der Rudower Chaussee. Der Anprall erfolgte die Flammen, deren Ablöschimg über eine Stunde in Und dabei wurden an jenem Abend doch gar nicht einmal Arbeiter mit solcher Gewalt, daß die Laterne und das Mauerwerk des Steuer- Anspruch nahm. Außer den Bodenkammern ist ein Teil des Dachversammlungen abgehalten, wo die Schußleute als lleberwachende" hauses beschädigt wurden. Von dem Motorwagen wurde die Schuß- stuhles vernichtet. Der verursachte Schaden ist ganz bedeutend, da thätig zu sein hatten. Wie schon bemerkt, ist von der ganzen An- weste zerdrückt und das Dach zertrümmert. Der Fahrer des Wagens auch das unter der Direktorwohnung liegende Konfektionslager gelegenheit bislang nichts in die Deffentlichkeit gedrungen. Die erlitt Verlegungen am Unterleib, ein Fahrgast, Richard Jockisch, von Kleber durch Wasserschaden sehr stark in Mitleidenschaft Beteiligten sind zwar zu Protokoll vernommen worden, auch Rigdorf, Bergstr. 81 wohnhaft, eine Quetschung der linken Hand. Die gezogen ist. Der Cigarrenhändler Jer, der für verschiedene hat einer von ihnen Strafantrag gegen den Beamten gestellt, Straße war etwa 34 Stunde lang gesperrt. Vereine edle Tauben züchtet, verlor bei dem Brande gegen 100 Stück doch weiß niemand, was aus der Geschichte geworden ist. Eine derartig geheimnisvolle Behandlung jenes Vorfalls berührt um so eigenartiger, als der Kriminalbeamte seinen Vorgesetzten gegenüber doch behauptet hat, er sei ohne weiteres angegriffen, geschlagen und getreten worden und habe nur in der Notwehr zum Revolver gegriffen, welche Darstellung von den übrigen Beteiligten, alles Leute in reiferem Alter, bei der Vernehmung einhellig als gänzlich unzutreffend bezeichnet worden ist. Hätte sich der Beamte rechtzeitig legitimiert, so wäre es jedenfalls nicht zu einem derartigen Auf tritt gekommen. Glücklicherweise waren die Wunden der durch die Schüsse Verletzten nicht lebensgefährlich. Wie leicht aber hätte es bei dieser völlig ummötigen Schießerei Tote geben können. In den Händen eines in dieser Weise vorgehenden Beamten ist der Revolver denn doch ein zu gefährliches Spielzeug. Einen tödlichen Verlauf nahm ein Straßenbahnunfall, welcher dieser Tiere. Vor etwa fünf Jahren wurde derselbe Dachstuhl von am Montagabend gegen 10 Uhr in der Frankfurter Allee, am Frank- einem Feuer heimgesucht und auch damals erstickte dem Taubenfurter Thor sich ereignete. Zur genannten Zeit wollte eine bisher züchter seine ganze Zucht. Wäre das Feuer eine Stunde früher noch nicht refognoscierte, etiva 60 Jahre alte Dame, den Fahrdamm ausgekommen, würde unter den Tausenden von Gästen eine Banit überschreiten. Sie lief etwa 3 Meter vor einem in voller Fahrt unvermeidlich gewesen sein. Anderseits wäre die Direktorsfamilie befindlichen Straßenbahnwagen Nr. 1468 der Linie 71 über das mit den Angestellten der größten Gefahr ausgesetzt gewesen, wenn Geleis, wurde umgestoßen und geriet unter die Vorderplattform. sie bereits im Schlafe gelegen hätten. Dem Fahrer gelang es zwar, den Wagen auf eine Entfernung von 4 Metern zum Stehen zu bringen, doch hatte die Frau, die in besinnungslosem Zustande unter dem Wagen hervorgezogen wurde, einen Schädelbruch erlitten. Sie wurde nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht, woselbst der Tod der Verunglückten 4 Stunden ſpäter eintrat. gesammelte Geld, welches der Genosse in der Westentasche trug, wurde ihm dagegen belassen. Die Entlassung erfolgte erst nach drei Stunden, so lange dauerte die Feststellung der Personalien. Besondere Festnagelung verdient die Aeußerung des Lokalinhabers,„ er bulde Socialdemokraten in seinem Lokal überhaupt nicht", und bitten wir hauptsächlich auch unsre Berliner Parteigenossen, die Sonntagsausflüge nach Steglitz unternehmen, den Inhaber des Schloßparks Friedenau Steglit. Von welchen freundlichen Gefinnungen manche Gastwirte in unsern Vororten der Socialdemokratie gegenüber beseelt sind, dafür bietet das folgende Vorkommnis einen hübschen Beleg. Ein Friedenauer Parteigenosse besuchte am zweiten Pfingstfeiertag den Schloßpark in Steglig und benutzte diese Gelegenheit zur Einsammlung von Geldern für den Wahlfonds. Hierbei Ein zweiter ernſter Unfall ereignete sich gestern nachmittag gegen wurde er vom Wirt des Lokals abgefaßt und unter Drohungen und 14 Uhr in Tempelhof. Der Militärfrankenwärter Sarder vom Schimpfereien zum Lokal hinausspediert und einem auf der Straße Statistisches vom Pfingstverkehr. 1115 000 Personen wurden am Garnisonlazarett in Tempelhof versuchte, an der Ecke der Park- und befindlichen Polizeibeamten übergeben. Letterer beförderte den Gezweiten Pfingstfeiertag durch die Große Berliner Straßenbahn be- Berlinerstraße daselbst die Hinterplattform des in voller Fahrt in noffen seiner verbrecherischen Handlung wegen zur Polizeiwache, wo fördert und 100 400 M. eingenommen, die höchsten Zahlen, welche der Richtung nach Berlin sich befindenden Motorwagens 1847 der ihm ein Betrag von 107 Mark, der nebenbei bemerkt, persön die genannte Gesellschaft bisher zu verzeichnen hatte. Am ersten Linie 96 zu besteigen. Er glitt ab, wurde von der Borderplattform liches Eigentum des Verhafteten war, trok Protestes abPfingstfeiertag wurden„ nur“ 1000 000 Personen befördert, die des Anhängewagens gefaßt und zur Seite geschleudert. Sarder genommen wurde mit dem Bemerken, man könne ja nicht wissen, 96 500 wr. Fahrgeld entrichteten. Den gewaltigsten Verkehr hatte der erlitt schwere Verlegungen am Kopf sowie auch innere Verlegungen ob er das Geld nicht gestohlen habe". Das auf die Liste bereits Grunewald aufzuweisen. In 250 Waggons der Großen Berliner und und wurde in bewußtlosem Zustande mittels einer Droschte nach dem der Charlottenburger Straßenbahn sowie der Westlichen Vorortbahn Garnisonlazarett geschafft. wurden rund 14 Million durch 4 Eingangspunkte über Charlottenburg, Wilmersdorf, Halensee und Stegliz befördert. Die gleiche Anzahl von In Erstickungsgefahr schwebten am zweiten Pfingstabend in der Ausflüglern hatte die Stadt-, Ring- und Vorortbahn durch Hin- und Elisabethstr. 66 drei Kinder der Familie Gast row. Im Dachboden Rückbeförderung aufzuweisen. Zu Fuß, per Kremser und auf andren war auf nicht ermittelte Weise Feuer ausgekommen, und der niederGefährten mögen schätzungsweise etwa 60 000 Personen den Grune- gedrückte Rauch hüllte in wenigen Minuten den Hof vollständig ein wald aufgesucht haben, so daß über 300 000 Erholungsbedürftige und drang auch in die Wohnungen. Merkwürdigerweise blickte Frau mit ihrem Besuch ferner nicht zu belästigen. Die Sammelliste „ die Lunge Berlins" bevölkerten. Den zweitstärksten Verkehr hatte Gastrow sorglos durchs Fenster, ohne die Gefahr für ihre in einem Nr. 19 362 für den Wahlkreis Teltow- Beeskow- Storkow, welche der Treptow aufzuweisen. Dorthin wurden durch die Wagen der Großen Nebenziminer befindlichen kleinen Kinder zu ahnen. Von der Berliner Straßenbahn in Zugabständen zu 25 Sekunden 75 000, Waßmannstr. 34 aus wurde ihr wiederholt zugerufen, ihre Kinder verhaftete Genosse auf dem Tische liegen gelassen und von einem andern Herrn in Verwahrung genommen worden war, bitten wir durch die städtische Straßenbahn 18 000, durch die Dampfer- in Sicherheit zu bringen; sie schien aber die Warnungsrufe nicht an H. Bernsee, Friedenau, Kirchstraße 15, abzuliefern. Gesellschaft Stern" etwa die Hälfte ihrer fämtlichen zu hören. Da eilte der Tischler Steppuhn aus der WaßmannFahrgäste, 15 000, und schließlich durch die Stadtbahn traße 34 um die Straßenede herum, stürmte die Treppen empor 13 000 Personen geschafft. Sehr stark entwickelt war ja und holte die drei Kinder, von denen das jüngst erst 34 Jahr alt auch der Fußgängerverkehr, der in Verbindung mit dem ist, aus dem schon total verqualmten Zimmer herab. Die alarmierte Fuhrverkehr 80 000 Personen dem beliebten Vorort zuführte, so daß Feuerwehr hatte dann längere Zeit zu thun, um den Brand ab- Ludwig Fuldas Schauspiel Das verlorene Paradies" ein„ aufin Treptow resp. der dazu gehörigen Anlagen und Eierhäuschen zulöschen. Ein Teil des Dachstuhls ist vernichtet. Branddirektor reizendes" oder ein„ harmloses" Stück? Der Arbeiterfekretär Genosse 200 000 Personen weilten. Die Notwendigkeit der Erhaltung der Giersberg war selbst furze Zeit am Brandplage. Gogowski in Posen wollte in einer vom Gewerkschaftskartell zu verSchönholzer Heide betweist die Thatsache, daß nicht weniger als 200 Im Hotel erschossen hat sich ein junger Mann, dessen Persönlich- anstaltenden Versammlung im vorigen Sommer durch den bekannten Straßenbahnwagen 100 000 Personen nach Schönholz resp. Nieder- feit noch nicht feststeht. Der Fremde ließ sich in einem Hotel der Recitator Walkotte aus Stegliz Ludwig Fuldas Schauſpiel„ Das ver=" Schönhausen beförderten. Auch hier dürften insgesamt über 150 000 Dorotheenstadt am Heiligabend ein Hofzimmer geben, schrieb sich als lorene Paradies" vortragen lassen. Der Polizeipräsident von Poſen Personen Erholung gesucht und gefunden haben. Für den Verkehr Stanislaus v. Drlewski, Korrespondent, 1878 in Posen geboren, in verbot aber den öffentlichen Vortrag des Stüdes zur Zeit", wie er nach Tegel waren 120 Straßenbahnwagen erforderlich. Die Pietät die Lifte ein und ging dann angeblich zur Ruhe. Am ersten Feier- sich ausdrückte." Zur Zeit" streiften nämlich die Zimmerer und der Berliner beweist die Thatsache, daß nach Rirdorf, wohin noch tage kam er nicht wieder zum Vorschein. Als er auch auf wieder- Maurer Posens, und der Herr meinte, die Streikenden könnten durch fonen, nach Weißensee 90000 Personen befördert wurden. Nach Friedrichs- Zimmer öffnen ließ und den Fremden als Leiche im Bett liegen beim Bezirksausschuß zu Posen auf Aufhebung jener Verbots- Verbesondere Einsatzwagen nach den Friedhöfen führten, 81 000 Per- holtes Klopfen nicht antwortete, holte man die Polizei, die das das Schauspiel, in dem auch ein Streik vorkommt, zu fürchterlichem aufgereizt werden.- Gogowski flagte gegen den Polizeipräsidenten felde herrschte ein gweiundeinhalb Minuten- Verkehr. 75 Straßen- fand. Ein Arzt stellte fest, daß er sich in das Herz geschossen hatte fügung. Der Bezirksausschuß wies die Klage ab und führte unter bahnwagen, welche den Verkehr nach Tempelhof vermittelten, wurden und schon längere Zeit vor dem Auffinden der Leiche gestorben war. anderm aus: Es sei unstreitig, daß, als die öffentliche Vorlesung bon 60 000 Fahrgästen benutzt. Die beiden neuen Ringbahnlinien Db der Name richtig ist und wo der junge Selbstmörder zuletzt des Stüdes stattfinden sollte, in Bosen ein bedeutender Maurer- und Schönhausen Dauerfahrer" aufzuweisen, welche die ganze zwei bis wohnte, muß noch untersucht werden. Zimmererstreit herrschte und daß das Publikum, vor dem der Vortrag zweiunddreiviertel Meilen lange Strecke für je zehn Pfennig ab- Durch Ueberfahren schwer verwundet wurde am ersten Feiertage stattfinden sollte, im wesentlichen aus streikenden Arbeitern bestanden fuhren. Die Große Berliner Straßenbahn, die in den Zeiten des der 7 Jahre alte Sohn Karl des Postillons Heinke aus der Borsig- hätte. Bedenke man ferner, daß die Streikenden sich selbstverständHauptverkehrs bis zu 100 000 Personen pro Stunde beförderte, straße 29. Heinte war mit seiner Familie im Paradiesgarten an der lich in einer gewissen Erregung befanden, daß die Hauptgefahr, die hatte mit den mit ihr vereinten Gesellschaften 2500 Wagen in Betrieb. Schönhauser Allee gewesen. Auf dem Heimwege über den Weinbergs- ihnen drohte, der Zuzug fremder Arbeiter gewesen sei, der thatsächlich Nur 52 Motorwaggons wurden als Rettungs- und Reservewagen weg ging der kleine Baul den leeren Sportwagen schiebend einige stattfand, daß der Erfolg des Streiks ganz von der Einigkeit der auf den Bahnhöfen zurückgehalten. Die Anhängewagen rollten Schritte vor den Eltern und den beiden Brüdern voraus. Als er an Streifenden sowie davon abhing, daß auch auswärtige Arbeiter sich sämtlich und von dem aus 7000 Mann bestehenden Fahrpersonal der Ecke der Brunnen- und Lothringerstraße an einem Straßenbahn- auf deren Seite stellten und sich von den Arbeitgebern nicht anwerben hatten nur 7 Schaffner und 9 Fahrer, und zwar besonderer Umstände wagen vorüberging, übersah er eine Droschte, die mit zwei Fahr- ließen: so müsse man zugeben, daß das zu verlesende Stück sehr ge= wegen, freien Tag. Die Bewältigung dieses riesigen Verkehrs war gästen von der Elsasserstraße her tam, geriet unter deren Räder und eignet geresen sei, die Erregung der Streikenden zu steigern, und Gerichts- Zeitung. " baß die Besorgnis nicht unbegründet gewesen sei, es möchten von den Das Ober Verwaltungsgericht gab der Be| 3. G. war 1884 Stadtverordneler, ist nachher nicht wieder aufgestellt; in Buhörern gegen einzelne zur Versöhnung geneigte polnische Ar- rufung statt und setzte die Verbotsberfügung außer der von Ihnen mitgeteilten Weise ist er nicht, sicher 84 bis 89 micht bestraft. der von Shnen mitgeteilten ilt a benefab gegen jemand, bet aus beiter, die zur Uebernahme der Arbeit bereit gewesen, Gewalt- Kraft: Der Senat habe die Ueberzeugung erlangt, daß es sich Thikane die Arbeitsgelegenheit unterbindet, ist nicht ganz aussichtslos. Zuatte vorgenomen werden. Denn das Stück stelle in sehr wirksamer um ein ganz harmloses Stück" handele, in dessen Vortrag ständig ist nicht das Gewerbegericht, sondern das Amts- oder Landgericht. Weise den Verlauf eines eben durch die Einigkeit und den Corpsgeist eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit selbst Sie sollten in Ihrem Fall das Armenrecht erwirken und dann lagen. der Arbeiter fiegreichen Streits dar, wobei auf die Arbeiter fast aus- dann nicht gefunden werden könnte, wenn zu erwarten gewesen schließlich das Licht, auf die höheren Klassen und deren Egoismus, wäre, daß die Streikenden die Hörer abgegeben Genußsucht und Trägheit tiefer Schatten falle. Ob der Verfasser hätten. Das Verbot sei nicht gerechtfertigt. bei der Abfassung des Stückes eine aufreizende Tendenz hatte und ob Der Kläger es kannte und den Vortrag veranstaltete, um die Erregung der Hörer zu steigern, sei unerheblich; für den Polizeipräsidenten habe es genügen müssen, daß der Vortrag einen solchen Erfolg befürchten ließ. Sei dies aber, wie dargelegt, der Fall, so sei der Beklagte nach § 10 II 17 Allgemeinen Landrechts( Polizeiklausel) befugt gewesen, Den Vortrag wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu verhindern. Briefkaften der Redaktion. Tischtuch. 3. a) Ja. b) Ja. 4. Ja. 1. Er kann nur einen Kreis vertreten. 2. Nein Eisenbahn. Nürnberg- Fürth 1835( 7. Dezember), Leipzig- Dresden 1837( 14. April), Braunschweig- Wolfenbüttel 1838( 1. Dezember), Behlendorf- Potsdam 1838( 22. September). Im übrigen scheinen die Angaben des Zeitungsausschnittes der Wahrheit zu entsprechen. Stuhlarbeiter 2648. 1. Sie müssen sich an den Vorstand der Berufsgenossenschaft mit dem Antrage auf Rente wenden. Der Rentenberechnung wird der Jahresarbeitsverdienst der Beschäftigung zu Grunde gelegt, bei der Sie verunglückten. Ueber die Berechnung siehe Nachtrag zum„ Arbeiter recht" Seite 43. 2. Wenn Ihnen bis 15 Broz. Rente bewilligt wird, kann durch Vereinbarung zwischen Ihnen und der Berufsgenossenschaft die Rente durch Kapitalabfindung ersetzt werden. 3. Das hängt von dem Grade Ihrer Erwerbsunfähigkeit ab; die Rente wird etwa 10 M. monatlich betragen. 4. Das läßt sich nicht mitteilen. P. N. 1. Redakteure rechnen in der Regel nicht zu den versicherungspflichtigen Arbeitern, ebenso Berichterstatter. Sie sind nur dann versicherungspflichtig, wenn ihre Thätigkeit z. B. nur im Ausschneiden oder Sammeln besteht, ohne daß selbständige geistige Leistungen dabei in Frage kommen. 2. 5 M. 50 Pf. Nein: dazu gehöri eine Bibliothek. Witterungsübersicht vom 2. Juni 1903, morgens 8 1hr. Forchheim. Ueber die Zollfreiheit der„ Leckerbissen" bringen wir in diesen Tagen eine ausführliche Darlegung. Natürlich hat kein Socialdemokrat jemals den Champagner als Boltsgetränk" bezeichnet. Vielmehr wurde nur von unsrer Seite auf die bekannte Thatsache hingewiesen, daß in Süddeutschland aus Dbst ein ganz billiger Schaumwein hergestellt werde, der dort massenhaft getrunken und zum" Bolfsgetränk" geworden Stationen sei. Dieser Champagner", der wenige Pfennige kostet, hat natürlich mit dem Champagner, der mehr Mark foftet als jener Groschen nichts Juristischer Teil. Gogowski legte gegen dieses Urteil beim Ober- Verwaltungsgericht Berufung ein. Rechtsanwalt Dr. H. Heinemann vertrat ihn vor dem ersten Senat und betonte zunächst u. a., daß es sich im vorliegenden Falle um eine Ausübung des durch Verfassung und Gesetz gewährleisteten Versammlungsrechts handelte. Es sei daher überhaupt nur zu prüfen, ob das Verbot nach den Bestimmungen der Verfassung und des Vereinsrechts begründet sei. Danach wäre aber Höchstens unter gewissen Voraussetzungen, die das Vereinsgesetz ein polizeiliches Recht zur eventuellen Auflösung der Ver- zu thun. fanımlung gegeben gewesen. Vorbeugende Maßregeln wären nicht zulässig, wenn erlaubte Handlungen, wie die Ausübung des Verfammlungsrechts, dadurch verhindert würden. Im übrigen sei der Inhalt des Stückes vom Vorderrichter ganz falsch angegeben worden. Sociale Fragen im engeren Sinne würden darin nicht erörtert und der den Arbeitern günstige Ausgang des Streiks werde gar nicht durch den Corpsgeist, sondern vielmehr durch die Tochter des Fabrikanten erzielt. nenne Inserate Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 3. Juni Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Götterdämmerung. Schauspielhaus. Faust. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Oberon. Lessing. Fausts Verdammung. Residenz. Lustige Ehemänner. Vorher: Nach dem Balle. Neues. Der Herr Gemeinderat. Westen. 100 000 Thaler. Central. Der Zigeunerbaron. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Die Here. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Heimat. Thalia. Hofgunst. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Notbrüde. Belle- Alliance. Die schöne Galathée. Bunter Teil. Erwachen. Des Löwen Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Paffage Theater. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspige zum WakStern mann. Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central Theater Mittwoch, den 3. Juni, Anf. 712 Uhr: Gastspiel der Frau Schuster- Wirth und Siegfried Adler vom Theater des Westens: Die Fledermaus. Operette in 3 Akten v. Johann Strauß. Donnerstag und Freitag: Der Zigeunerbaron. Residenz- Theater Direktion: Sigmund Lautenburg. Anfang 72 Uhr. Lustige Ehemänner. Schwant in 3 Aften von A. Mars und Albert Barré. Deutsch v. Schönau. Vorher: Nach dem Balle. Schwank in 1 Akt nach d. Spanischen des M. Carrion von M. Loebel. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Belle- Alliance- Theater. Die schöne Galathée. Bunter Teil: Des Löwen Erwachen. Else Eichbaum- Deutloff a. G. Im prachtvoll renovierten Sommergarten abends 8 Uhr: Grosse Specialitäten- Vorstellung. Künstler I.Ranges. Von 6 1hr ab: Garten- Konzert. Bei eintretender Dunkelheit: PhänoSonnabend: Operetten- Gastspiel: Die Fledermaus. menale Beleuchtung. 3 Uhr: Kinderfest. Barometer stand mm Wind756 SD 758 S28 richtung Windstärke Wetter n. T. 5° C. 4° R. Temp. Stationen Barometer ſtand mm Winds richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. .= 4º R. 12 Swinemde. 756 SS 1heiter 22 Haparanda 753 SS2 4bedeckt 1ivoltig Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Hamburg 755 W 22 Petersburg 758 1 wolfen! 20 Berlin 1 wolfen! 21 Cort 767 N 3 heiter von 7 bis 9½½ Uhr abends statt. Geöffnet: hr. 1 wolten! 19 Aberdeen 2. M. 38. Der Betreffende muß bei dem Amtsgericht auf Rügen Frankf.a.M. 755 GD 4 heiter 17 Paris 758 MND 1 wolfen! 18 15 hervorheben, daß die Unterstützte nicht Ihre Tochter ist. 1Dunst Knappe. 1. In Wien je 2 bis 6 Jahren. 2. Republik. 3. Das ist das Frankfurter Wappen: Wetter- Prognose für Mittwoch, den 3. Juni 1903. Frankfurt war früher ein selbständiges Staatswesen. Lehnert. 1. Leider Kühler, veränderlich, vielfach wolkig mit Gewitterregen und ziemlich ist dagegen nichts zu machen. 2. 13. Hannoverscher Wahlbezirk Goslar. frischen nördlichen Winden. gegen den Besitzer klagen. S. K. 101. Sie erhalten Nachricht; müssen München 757 SD für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends& Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich nachm. 5 Uhr: Militär- Doppel- Konzert. Entree 1 Mk., ab 6 Uhr 50 Pf., Kinder unt. 10 Jahr. d. Hälfte. In der Arena: Elefantenmutter mit saugendem Baby, Shetland- Pony mit Fohlen. Sonnabend, 6. Juni: Erster Elitetag! 5 Kapellen, beng. u. elektrische Beleuchtung. Entree bis 11 Uhr 1 Mk. Castans Panoptikum Friedrichstr. 165. Ein spiritistisches Neu! Rätsel, Enthüllungen über Anna Rothe. Neu! Der Gummimensch! Neu! Die Illusion ,, Auferstehung". Neu! Karl Forschneritsch gen. Paganini redivivus, mit seiner Wiener Elitekapelle, grosse Promenaden- Konzerte. Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Carla Lingen in ihrem Repertoire. Erna Koschel. Josefine Delcliseur. Ganz Berlin zerbricht sich schon den fünften Monat den Kopf über AGA! die schwebende Jungfrau! 14 erstklassige Nummern. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 143. Male: Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzendes Ballett. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter: Straße 132. Abends 8 Uhr: Apollo- Theater Das Geheimnis des roten Hauses Englische Sensationskomödie Täglich: Mit kolossalem Beifall: in 6 Bildern von Mrs. Hungerfield. Die Liebes- Insel. Im 3. Akt: Die lebenden Briefmarken. Grosses Post- Ballett. Ferner: Neue glänzend. Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Im 6. Bilde: Der sensationelle Wassersturz. Sonntagnachmittag 3 Uhr( Parkett 60 Pf.): Der Glöckner Im Garten: von Notre- Dame. Neue Specialitäten, Theater, Konzert. The Liepelts, Turmseilläufer 52 Uhr. Neues Theater Schiffbauerdamm 4a- 5. Anfang 8 Uhr: Gastspiel Hansi Niese. Der Herr Gemeinderat. Sonnabend, den 6. Juni, zum erstenmal: ,, Arche Noah". Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Die Hexe. Schiller- Theater N. ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Heimat. Die Expedition. 9300 Bernhard Rose- Theater Vorwärts- Buchhandlung Badstr. 58. Badstr. 58. Täglich: Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. rauerspiel in 5 Aufz. v. A. Fitger. Schauspiel in 4 Atten von Hermann!!! Berlin auf Stelzen!!! Donnerstagabend 8 Uhr: vom Zum erstenmal: Nach Jahr und Tag. Der grüne Kakadu.- Abschied Regiment. Ein Heiratsantrag. Freitagabend 8 Uhr: Nach Jahr und Tag. Der grüne Kakadu.- Abschied vom Regiment. Heiratsantrag. Ein Sudermann. Donnerstagabend 8 Uhr: Der ledige Hof. Freitagabend 8 Uhr: Die Hexe. Im Garten täglich Konzert. Hasenheide Neue Welt. Arnold Scholz 108 114 Mittwoch, den 3. Juni 1903: Erstes grosses Kinder- Freudenfest verbunden mit Gratisverlofung. Hauptgewinn für Knaben I filb. Remontoir- Uhr. Bonbonregen. 17362 Hauptgewinn für Mädchen 1 filb. Damen- Uhr. Kinder- Fackelpolonaise. Gala- Specialitäten- Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Kaffeeküche. Am Königsthor. Riesenprogramm. 3 Kegelbahnen. Entree 15 Pf. Alpen- Rutschbahn. Morgen Donnerstag: Erster Elitetag. Schweizer- Garten. Täglich Theater- Vorstellung. 14 Lustspiel- und Possen- Novitäten. Am Friedrichshain, Neues Artisten- Programm. Jeden Abend 102 Uhr: Das Allerweltsgenie. Große Posse mit Gesang und Tanz in 2 Bildern. Sensations- Buileste mit neuer Ausstattung mit Willi Agoston und Klara Antonie. Anfang des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 4 Uhr. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ece Aleranderstr. Bei günst. Witterung im Garten. Anthropos, der künstliche Mensch. Paul Ybbs, Musik. Imitation. R. Schauß, Geschw. Wendt, Marion. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. WIGTARTEN 8 765 SW., Lindenstrasse 69. Für Radfahrer! Radfahrerpläne von Berlin mit Angabe der Art des Straßenpflasters, der für Radfahrer berbotenen Straßen 2c. 50 Pf. Radfahrerkarten von Berlin und weiterer Umgebung( von Joachimsthal bis Jüterbog, von Genthin bis Frankfurt a. D.) auf Leinwand aufgezogen, in Karton 1,75 M. Radfahrerkarten von Deutschland und angrenzenden Ländern, mit Angabe der Beschaffenheit der Wege, Entfernungen der einzelnen Drte unter sich, Höhe über dem Meere, Steigungen 2c., fleinem Führer, aufgezogen, in Karton, jede Sektion 1,50 M. Neues Programm. Ostbahn- Park. Agnes Säther, norweg. Soubrette. Miss Votana, Schulreiterin. Ellmanns Alpen- Gesangs- u. TanzQuintett. Jim und Jam, komische Akrobaten. Die Biseras, weibl. Trompetercorps. Urbani u. Sohn, akrobat. Produktion. Pia Carozzi, Harfen- Virtuosin. Diana, amerik. Spiegeltänzerin. Adele Moraw, Soubrette. Charles Baron in seiner Scene:„ Im Löwenkäfig". Täglich: Ball. Boltsbeluftigungen. Anfang 5 Uhr. Entree 30 93f. Allison- Truppe, ikarische Spiele. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. -Jeden Mittwoch: Die beliebten Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Ausstellung für Gärungsgewerbe Berlin N., Seestrasse, Institut für Gärungsgewerbe, mit besonderer Berücksichtigung der Kartoffel- Verwertung und der Verwendung des Spiritus zu technischen Zwecken. Spirituskocher, Spirituslampen, Spiritusmotoren. Vom Freitag, den 29. Mai, bis Sonntag, den 7. Juni. Geöffnet täglich von vormittags 9 bis abends 8 Uhr. Täglich von 5 bis 6 Uhr populärer Vortrag im gr. Hörsaal der Ausstellung. Eintrittspreis: 0,50 M. Sonn- und Festtags: 0,30 M. Restaurant Wilhelmsbad Friedrichshagen Seestrasse 45. Direkt am Müggelsee gelegen. Dampferstation. Pferdebahn- Haltestelle. Grosser schattiger Garten mit Sommerbühne 17272* auch an Vereine Sonntags zu vergeben. Anerkannt beste Küche. Familien können Kaffee fochen von 2-5 Uhr. Um geneigten Zuspruch bitten L. Kutscher und H. Rau. Charlottenburg. F. Kunstmann Wallstr. 1. Uhrmacher und Goldarbeiter. Franz Beyer, Berlin N., Chauseestrasse 103, empfiehlt 14672* Maitrank, Himbeersaft, sämtliche Arten Weine, Liqueure, Cognac, Rum etc. Preise. Reparaturen zu Engrospreisen. schnell, billigst. Grosses Lager, billige * , Der Schönheitspreis Ballet- Divert. Biograph. Etablissement Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Buggenhagenzäglid: Das Bild der Mutter. am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Sanssouci. Ab Pfingsten täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang: Sonntags Konz. 5 Uhr, Borstell. 7 Uhr. Wochentags: Konz. 6 Uhr, Borstell. 8 Uhr. Sonnt., Mont. u. Donnerst. nach der Soiree: Tanz. Reichshallen. Bolksstück mit Gesang und Tanz in 3 Aften von A. Seelen ut. D. Richter. Konzert und Ball. Auftreten erstflasfiger Attraktionen. U. a.: Ada Marcell, Schröder u. Denter, Relampagos Troupe; Overgard. Ein fideles Gefängnis Große Pantomime, Mokaschly Troupe. Anf. 4 Uhr. Eintr. 30 Pf., num. Pl. 50 f. Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferant f. Drts- u.Hilfs- Krankenkaffen. Berlin C., 10732* 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elastischen Belotten, angenehm und weich am Körper. Stettiner Sänger Tuchstoffe In der Klemme. Paletotstoffe 1441L* Cheviots, Reste Humoreste von Mehſel spottbillig. Molkenmarkt 12-13 Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Baustellen i. Erkner, Peter Brunnenstrasse 16. Theater u. Specialitäten- Vorstellung. Anfang 6 Uhr. Entree 30 Pf. Tuchlager Carl Engel ,,, Ecke zur Rippe". Credit. Monatlich 10 Markliefere Anzüge, Paletots nach Maß. Ber Kaffe allerbilligste Preise. Wer selbst Stoff hat v. 20 M. an. Schneidermstr., J. Tomporowski, Prinzenstr 55. Land 2 Mark südwestlicher Vorort, WochenAbzahlung. Barzelle 60 th. Verfallene Pfänder! Goldsachen wie Brillanten jeder Art, 84 Pf., gold. u. filb. Damen- wie Herren Neu- Zittau 50 Bf., Dabendorf m. BauUhren, Stetten, Ringe, sauber u. schön, Konsens 72 Pf., bei Grünau 143 Pf. spottbillig verk. Pfandleihe, Prinzen- vert. unt. reellen Zahlungsbedingungen Kaffeeküche von 3 Uhr ab geöffnet 300 Mark, nur mündlich, verkauft straße 28,1, Ede Ritterstraße. 16742*| Schulz, Rigdorf, Renaustr. 12/13, v. III. Abends 9%, Uhr: Das Gänsegrethel Hinsche, Wißmannstr.4.[ 10132* Centralverband der Civilmusiker Deutschlands Ortsverwaltung Berlin Restaurant Pfeffer, Rosenthaler- Strasse 57. Telephon Amt III 1296. In der Nr. 119 des Vorwärts" annoncierte sich abermals der von Herrn G. Schonert gegründete Fachberein der Civilmusiker" mit einer uns betreffenden ganz unqualifizierbaren Anmerkung, die vollständig auf Unwahrheit beruht. Unwahr ist die Gründung des Fachvereins in öffentlicher Musikerversammlung. Nach Herrn Otto Krüger, Mitbegründer des FachFordern Sie Dänischen C R Anker- Kautabak feinste Marke, 5 u. 10 Pf. Schleifen u. Rollen. Echt nur, wenn in jedem Stück d. Anker- Zettel liegt. Amt 7, 3861. Partei- Speditionen: Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder straße 30, b. part.- Dritter Wahlkreis: St. Fris, Prinzenstr. 31 Hof rechts part.- Vierter Wahlkreis O.: Robert engels, Gr. Frankfurterstr. 133, Hof part.- SO.: Paul Böhm, Laufiperplaz 14/15 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Salzwedelerstr. 8, im Laden.- Wedding und Oranienburger Rosen1 Niederlage: Carl Röcker, Grüner Wegs. thaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost Hauptniederlage: Nordhäuser Kautabake, vereins, bestand derselbe schon vor dieſer angeblichen Gründung. Ser Schnupftabake G. Schonert, Borsitzender des Fachbereins, bestätigte dieses durch sein Schweigen. Daß die Kennzeichnung des Fachvereins durch uns in Nr. 103 des„ Borwärts", von der wir kein Wort zurüdnehmen, gesessen hat, ist damit bewiesen, daß der Vorstand des Fachvereins nicht im stande war, nur eine von uns angeführte Thatsache zu widerlegen, dafür jedoch mehr persönliche Gehässigkeit und falsche Behauptungen zu Tage förderte. Der Ausspruch des Herrn G. Schonert in der öffentlichen Winkelversammlung, den Musikern gehe die Politik des Reichstages nichts an", welcher ganz richtig auch von einer großen Zahl unsrer Kollegen so aufgefaßt wurde, hätte mindestens widerlegt werden müssen, wenn nicht der Indifferentismus auf dem Fachverein sizen bleiben soll. Herr G. Schonert ging aber noch weiter, er erklärte, eine Riesenreklame machen zu wollen, um Geschäfte heranzuschaffen, für die Regelung der Arbeitsvermittlung von Organisationswegen sei er nicht, er wolle als Annehmer und Leiter von Geschäften freie Hand haben bei der Bestellung der Kollegen. Bei einem solchen Programm würde in dem besagten Fachberein anstatt geregelte Arbeitsvermittlung ohne Ansehen der Person nach Leistungsfähigkeit, ein Cliquenwesen entstehen. Nur die den Geschäftsannehmern( Musiker- Arbeitgeber im Fachverein) genehmen Personen würden Arbeit von denselben erhalten, die übrigen Mitglieder, welche durch ihren Beitrag zur Bestreitung der Reklame mit beitragen oder Kritik üben, gingen leer aus. Der Indifferentismus gewinnt dabei an Raum und der Borstand des Fachvereins sowie dessen Gründer machen sich schon durch die Gründung eines solchen auf scheingewerkschaftlicher Basis ruhenden Fachbereins" nicht nur der Erhaltung und Verbreitung des Indifferentismus schuldig, sondern handeln durch ihre Duertreibereien gegen den auf modern gewerkschaftlichem Boden stehenden Centralverband der Civilmusiker innerhalb Der Musikerbewegung geradezu unverantwortlich; anstatt Solidarität zu pflegen, treiben sie aus fleinlichen Interessen einen Seil in die Bewegung und wirken zersekend. Zu berichtigen wäre noch, daß die Behauptung des Herrn G. Schonert, Kollege Hoch hätte gesagt, eine gewerkschaftliche Organifation sei feine Drganisation", einfach ihres blühenden Blödsinns wegen pure Erfindung ist. Der Vorftand 50/4 Rauchtabake. Rudowerstr. 68. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Seit dem 18. d. Mts. hat die Firma The American Trading Co., Meyers& Co., bezw. Herr Emil Meyers in Berlin, markts/ 10, die Vertretung unsrer Gesellschaft nicht mehr. SpittelWir bitten höflichst, hiervon Kenntnis zu nehmen und unsre Fabrikate ( blau fester „ Meyers Putz- Cream" and flüssiger Form „ Meyers Küchenputz" Electro- Silicon" und fortan bei uns direkt oder bei unsrem in Berlin weilenden Herrn H. Scharnhorst, Charlottenstr. 94, parterre, zu bestellen. Wir garantieren prompteste, beste Ausführung aller Aufträge in gleichmässiger, unübertroffener Qualität. The American Supply Co. BremenMeyers& Co. G. m. b. H.] Hemelingen. Berlin SO. 16, der Ortsverwaltung Berlin des Centralverbandes H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. der Civilmufiker Deutfchlands. Hâkim1466L* Cigaretten sind nach dem einstimmigen Urteil aller Sachverständigen die feinsten 2 Pf.- Cigaretten! Höchste Leistung! Station Rahnsdorf, ist| Fichtenau, teilungshalber eine Bau- Dr. Simmel, Prinzen stelle spottb. z. berk. in der Waldstraße. Dff.„ Streit", Postamt 70. Jedes Wort: 5. Specialarzt für [ 5/ 16* Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. parterre. ** Nähmaschinen, 12 Mart. Restauration, Baugeschäft, billig zu verkaufen Charlottenburg, Besta+133 Iozzistraße 22. Schlofferei verkauft frankheitshalber Weitling, Nieder- Schönhausen, Eichenstraße 2. 17295 Gardinenhaus Große Frankfurter ftraße 9, parterre. + 37* Herren- Garderobe nach Maß, saubere Arbeit, großes Stofflager, Baletot 30 Mart, Anzug 30 Mart. Hose von 5 Mart an. Sauft beim Handwerker, laffet den Handwerker verdienen. Teilzahlung gestattet. F Dörge, Dresdenerstraße 109. Knabenanzüge, Baletots, Mädchenfleider, Jacketts. Hoffmann, Veteranenstraße 14. * Stoffe zur Kinder Konfettion, Sammet, Plüsche in großer Auswahl. Hoffmann, Veteranenstraße 14. 93/ 11* Tabakfabrik. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer in Cigarren, Cigaretten, Rauch-, Kau- und Schnupftabaken. Amt 7. 1851. 5½ Pfund Brot 50 Pf. 2 Köpenick. 630L* Backware Friedrich Augustin D 6 Stück für 10 Pf. Albrechts Bäckereien: Wrangelstraße 9, Krautstraße 19, Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Markthalle Püdlerstr., Stand 222/23. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. Grünstrasse 53, empfiehlt fein Restaurant für Vereine und Gewerkschaften. Für gute Speisen und Getränke wird bestens Sorge getragen. Vorzüglicher Mittagstisch. und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschte, Rügenerstr. 24 born part. links.- Schönhauser Vorstadt: Rari Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: W. Pries, Deutsch- WilmersSesenheimerstr. 1, Ecke Goethestraße, vorn I. dorf: W. Nickel, Uhlandstr. 108, part. FriedrichsbergFriedrichsfelde- Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Otto Seitel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I.- Grünau: Hermann Steinid, Jägerstr. 16. Rixdorf: Ostermann, Schöneberg: Prinz Handjerystraße 7, im Laden. Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, Laden. Richard FürI, Edisonstraße 4, born 2 Treppen. NiederSchöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismardstr. 7. Adlershof: Gustav Hize, Hackenbergstraße 8. Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29. Friedenau- Steglitz: 5. Bernsee, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: Q. Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Schellhase, Ahornstr. 15 a.-Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Neu- Weissensee: Joseph Rein, Friedrichstr. 38, Ede Streustraße. Rummelsburg: Forgbert, Ober- Schöneweide: Prinz Albertstr. 5a. Pankow: R. Kummert, Floraſtr. 43. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Carl Schmidt, Büsten- Fabrik, BERLIN W., Blutarme, Schwächliche und Genesende trinken Taubenstr. 23, Santa Rosa empfiehlt seine weltberühmten Stoffbüsten für jede Körperform. Figur wie nobensteh. von 7 Mk. bis 50 Mk. Unentbehrlich zur Anfertigung der Kostüme. franco. Man hüte sich vor wertlosen Nachahmungen. 408L* Katalog gratis und Dahlwitz, westl. Vorort, an Potsd. Bahn, feurig süsser Rotwein a Fl. 1,40 u. 1,90 Mk. oder 1613L* Afrikanischen Blutwein kräftiger, herber Rotwein a Fl. 1,25 Mk. Käuflich in allen durch Plakate kenntlich gemachten Niederlagen von Hermann Meyer& Co., Wattstrasse 11/12. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, ur Mariannen- Straße 2. vert. direkt am Bahnhof unsre Bauſtellen in jeder Größe: Brohur 2,25 M. Bequeme Teilzahl. Näheres Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenFürstenwalde u. Hirschberg, Arrangements, Bouquets, Guirlanden 16032 Friedrichstr. 131d. usw. werden fein u. preiswert geliefert. Matrapas Kleine Anzeigen. Franke, + 45* Feinste Cigarette! Ueberall käuflich. SULIMA DRESDEN. Jährliche Production 190 Millionen. Anzeigen für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstr. 69. bis 4 Uhr angenommen. Zuzug nach der Telephon von Pianino, 100,00, Turmstraße 7, Hochvornehme Herrenanzüge, Vereinszimmer Lenz, Alte Jakob-| Lebensstellung! Gut beleumundete 16975* Sommerpaletots, Beinkleider, feinsten straße 69. 1606 Herren aus allen Berufskreisen, die Maßstoffen herrührend, verkauft tägvergeben. sich dem Versicherungsfache widmen Werkstatt Seibt, Benghofftr. 7, Langschiffchen, Vereinszimmer zu wollen und auf feste Anstellung per ist streng fernzuhalten Wheeler- Wilson 8 Mart, lich Deutsches Versandhaus, Jäger Potsdamer Stangenbier. 17326* Borndorferstraße 8. 20. Juni oder 1. Juli reflektieren, Tischlern, Maschinenarbeitern Bellmann, Gollnowstraße 26 nahe der Straße 63, 1 Treppe. wollen ausführlichen Lebenslauf unter 1595* Hobelbänke, Küchenspinde um Nechtskonsulent Petsch, Brunnen- P. 332 Gerstmanns Annoncenbureau, und Möbelpolierern. 81/ 18* Landsbergerstraße. Dietik, Motzstraße 97( Humboldthain). Gerichts- Alexanderplatz 1, einreichen. 123/6 Die Kommission aller Beteiligten. 1000 neue Rähmaschinen gebe auf zugshalber billig. 17386 flagen, Eingabengesuche, Staterteilung, Abzahlung, ohne Anzahlung. Langstraße 76. Raffierer. Männer und Frauen, Halbrenner, tadellos, Glocken- Unfallsachen. + 104* schiffchen, hocharmig, Wheeler Wilson, für Abzahlungsgeschäfte tönnen viel Achtung Parkettbodenleger! fomplett, mit allen Apparaten, feine lager, Rollentette, Waldstraße 36, Rechtsbureau. Langjährige Er Geld verdienen. Näheres mündlich Folgende Bauten der Firma Mittag +87 folge! Fabisch, Grüner Weg vierund- durch Weißpflod, Dunderstraße 2 find gesperrt: Geisbergstraße Bau Ausstattung, drei Jahre reelle Garantie. born IV rechts. Für die Güte meiner Nähmaschinen Dringend verkauft Dame Plüsch- neunzig( Andreasplak), Gerichts: abends 6-8. 5/17 Snopp; Sächsische und Brandensprechen Tausende meiner Kunden. garnitur, Bettstellen, Spinde, Taschen- beistand, Eingabengesuche, Rats Baumeister Lieferant hoher Behörden. Ernst fofa 48, Trumeau, noch neu. Händler erteilung. Geübte Bestenarbeiterinnen finden burgischestraßen- Ede, 17425* Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe verbeten. Friedrichstraße 131 d, born dauernde Beschäftigung bei Berger, Sohen. Die Ortsverwaltung.[ 82/2 der Landsbergerstraße. Alte Maschinen IV. lints. Aquarienfreunde Moabits finden Herrenwesten Fabrik, Heiligegeist 123/7 Anschluß im Verein" Elodea" Freistraße 13/14. nehme in Zahlung. 1592* +41 Restauration, Laufgegend, Brot- tags nach dem 1. und 15. des Monats Knopfloch- Berrieglerinnen im Hause Mark Brauereihilfe. im Restaurant Fischer, Baldstraße 8. 1000 Reichenbergerstraße 133, Gäste willkommen. Freitag, 5. Juni, berlangt Berger, Heiligegeiſtstr. 13/14. 17466 Gratisverteilung von Pflanzen und Junge Mädchen, nicht unter 16 für„ Kleine Anzeigen". +87 Jahre für leichte Handarbeit verlangt Osten: Fischen. Berger, Heiligegeiſtſtraße 13/14. Wengels, Gr. Frankfurterstr. 138, H. Fantasiefedern. Tüchtige Ar- Gustav Vogel, Koppenstr. 85. beiterinnen außer dem Hause finden K. Karklinnis, Holzmarktstr. 48a. dauernde Beschäftigung. Freystadt, Sommandantenstraße 14. 17005*. Neul, Barnimstr. 42. Lehrmädchen mit guten Schulzeugnissen zur Putfedern- Fabrikation, Anfangsgehalt 15 Mart, sucht Freh stadt, Kommandantenstraße 14. Gaskocherhaus! Einlochgastocher stelle, 1,00, Bweilochgastocher 3,00, Drei- Bruffag, lochgastocher, Gasbratöfen 7,00, Gas- linker Seitenflügel II. bügelapparate, Gasplätteisen, GasIhren, Gastronen, spottbillig! Woh- Billigste Bezugsquelle für Weine und Liqueure und Spirituosen lauer, Wallnertheaterstraße 32. 13786 Reinickendorferstraße 18e, Steller.+77 Eiserne Müllfästen, Gartentische, Stühle, Pumpen, Sauger, Rohr, Laternen Müllenhoffstraße 16 und 19. Abessynierpumpen, Sauger, Rohre, sehr billig. Schröder, Hochstraße 43. = + 87* Verschiedenes. Den gegen den Schankwirt Ries erhobenen Vorwurf, er sei ein Denunziant, nehme ich als unbegründet mit Bedauern zurück. Julius Kupsch. 17336 Vermietungen. Zimmer. Zimmer vermietet Muskauer+10 ftraße 20, parterre rechts. Eine leere Stube. Frau Petersen, Streligerstraße 21, Hof III. 9 * Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile. +105 Achtung! Dresdenerstraße 96, vorn IV, möbliertes Zimmer, 10 Mart. 17396 Achtung! Drechsler! Zuzug nach der Werkstatt Voeltzkow, Ritterstraße 15, ist fernzuhalten. 82/ 4* Annahme- Stellen Nordosten: Norden: H. Raschke, Rügenerstr. 24. Karl Mars, Kastanien- Allee 95/96. E. Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. 2. Dechand, Ruheplasstr. 24. H. Vogel, Demminerstr. 32. A. Tick, Invalidenstr. 124. Nordwesten: Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. Südwesten: H. Werner, Mittenwalderstr. 30. . Schröder, Kreuzbergstr. 15. Süden: St. Fritz, Brinzenstr. 31. F. Gutschmidt, Kottbuser Damm 8. Südosten: Paul Böhm, Laufizer Platz 14/15. Martin Mescha, Adalbertstr. 24. P. Horsch, Engel- Ufer 15. Charlottenburg: Krawattenstoffe große Auswahl, Wallnertheaterstraße 30. 16558* Weiche Herrenhüte, gute Qualität, Laubenbau! Gebrauchte und neue Die Hausmädchenschule in Berlin Stück 95 Pfennige. Beffere Sachen Kanthölzer, Bretter, Latten, Leiften, bildet Töchter in einem drei auch enorm billig. Hutfabrit, Comptoir Thüren, Fenster, Dachpappe, Teer, biermonatlichen Lehrkursus zu befferen Kaiserstraße 25A, früher Barnim- billig Kottbuserdamm 22. 10715 Hausmädchen, Jungfern und Stützen straße 4 und 5. Sonntags geöffnet.* Vorjährige elegante Herrenhosen aus und besorgt jeder Schülerin nach Teppiche!( fehlerhafte) in allen aus feinsten Stoffen 9 bis 12 Mart. beendigtem Kurfus Stellen in guten Größen für die Hälfte des Wertes Bis Pfingsten täglicher Verkauf. Herrschaftshäusern. Prospekte gratis. im Teppichlager Brünn, Hadescher Versandhaus Germania, Unter den Auch finden stellensuchende Fräulein Markt 4, Bahnhof Börse. 90/ 19* Linden 21, II. 1536 und Mädchen durch unsern bewährten Steppdecken, spottbillig, Fabrif Steppdecken billigst Fabrik Große Stellennachweis von 11-2 und 5-7 Weinstraße 20. + 96* Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* täglich Stellung als Kinderfräulein, beffere Hausmädchen, Kindermädchen, Pianino, gut erhalten, sofort ber- Restaurations Einrichtung mit Stügen, Köchinnen 2c. Frau Erna fäuflich Nitterstraße 120, I. 108/ 16* Pianino, fast neu, billig zu verkaufen Grauenhorst, Borsteherin und Stellen Krankenfahrstühle für Zimmer eventuell Geschäftskauf, Binzendorf vermittlerin für weibliches Personal, Schlafstellen. und Straße täuflich und leihweise in straße 3, Lofal. Wilhelmstraße 10. 16679* allen Preislagen. Kopp, Elsaffer= Nähmaschinen! Zahle bis zehn Unfallfachen.Rechtsbureau Pubger, Möblierte Schlafstelle, 11 Mart ftraße 95. Mart, tver Teilzahlung Näh- Stegligerstraße fünfundsechzig.[ 1623* bei Witwe Bäcker, Bionskirchstraße 47, Teppiche mit Farbenfehlern Fabril- maschine kauft oder nachweist. Ale Patentanwalt Dammann, Dra- parterre. niederlage Große Frankfurterstraße 9, Systeme. Starte erbeten. Borchert, nienstraße 57, Morigplak, bis abends parterre. + 37* Schreinerstraße 60, Ecke Samariter16576 17316 Fahrräder, Teilzahlungen, 125 straße. Kunststopferei von Frau Kokosky, Mark, Invalidenstraße 148, StalizerMilchgeschäft, nahe Centrum, Steinmetzstraße 48, Duergebäude hochstraße 40. 1601St verkäuflich. Näheres Tabatarbeiter parterre. Wringmaschinen auf Abzahlung, Genossenschaft, Holzmarktstraße 48a Fahrradgesuch, auch defekt, Nag+146 laff, Schönhauser Allee 163a. ohne Anzahlung, Bellmann, Gollnowa( Karklinnis). straße 26, nahe der LandsbergerWir gehen doch zu Schlesinger, Mittagstisch, vorzüglich, ftraße. mag man uns noch so viel Bettel in Bier fünfzig Pfennig; große AusZwei Mark vierteldugend Damen- die Hand drücken oder noch so große wahl. Abendtisch zu kleinen Preisen. hemden, Herrenhemden 3,00, Barchend- Annoncen machen, wenn wir einen Gutgepflegte Biere. Vereinszimmer, hemden, Normalwäsche, Ausstattungen Anzug brauchen, gehen wir nach 30 bis 50 Personen, auch zu ZahlDie Pianofabrik ,, Erolka", Wilh. Bäumler, Martin Lutherstr.51. sowie eleganteste Reisemuster spott- Turmstraße 85, ir kaufen gut, wir stelle passend. Heinrich Hoppe, AckerNebenverdienst, lohnender, jeder Köpnickerstr. 36, ist gesperrt. billig. Wäschefabrik Salomonsky, taufen dort reell. 1679* ftraße 21( neben der Markthalle). St* bis 10 Mart verdienen, täglich, reelle Zuzug streng fernzuhalten. J. Rein, Friedrichstr. 38. Dirksenstraße 21, Nähe Polizeipräs Schankgeschäft, Omnibushalte- Vereinszimmer. Lier, Alte Jakob- Bare. Offerten unter D. 4 an die Fachverein 141/ 10* Julius Schillert, Königchauffee 93a fidium. 122/11 ftelle, bertauft billig Stendalerstr. 14.| straße 119. 1607* Expedition des Vorwärts". 17436* der Musikinstrumentenarbeiter. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 1594* neun. 91/ 1* mit +64 Möblierte alleinige Schlafstelle fofort zu vermieten. Dtto, Sellers straße 12, born, rechter Aufgang II. Freundliche Schlafstelle Wollinerstraße 46, born 2 Treppen geradezu. Arbeitsmarkt. Stellenangebote. HolzbearbeitungsmaschinenArbeiter! 75/ 14* Folgende Firmen sind gesperrt: R. Keller, Königsbergerstr. 4. Ad. Hoch, Andreasstr. 32. M. Räbiger, Grüner Weg 20. Belder u. Plathen, Frankfurter Allee 117. Aug. Heinemann, Schulstr. 71. Th. Becker, Dranienstr. 189. Achtung! G. Scharnberg, Sesenheimerstr. 1 Friedenau: H. Bernsee, Kirchstr. 15. Friedrichsberg: O. Seifel, Kronprinzenstr. 50. Pankow: Kummert, Floraftr. 48. Rixdorf: G. Oftermann, Prinz Handjerhftr. 7. C. Reteran, Hermannstr. 50. Schöneberg: Weissensee: