Nr. 136. Abonnements- Bedingungen: M Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslans& Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Wahlschluß um 7 Uhr! Wähler, geht zeitig zur Wahl! Wer um 7 Uhr seine Stimme noch nicht abgegeben hat, darf überhaupt nicht wählen! Die Annahme, daß jeder wählen darf, der bis 7 Uhr im Wahllokale erscheint, ist falsch. Niemand darf nach 7 Uhr wählen! Wer sein Wahlrecht nicht einbüßen will, wer nicht will, daß infolge großen Andranges in der letzten Stunde andre ihr Wahlrecht einbüßen, der gehe so zeitig wie möglich zur Wahl! Keine Stimme darf durch Bummelei verloren gehen! Wähler, geht zeitig zur Wahl! Denk und arbeit'! Ueber den elenden Sperlingsflug der bürgerlichen Wahlmache erhebt sich dem Adler gleich der Gedanke des Socialismus. Es ist das einzig Klare in einer Welt voll Verworrenheit, das einzig Große einer niedrigen Zeit, der einzige Wille, der gegen die Trägheit kämpft, die einzige Hoffnung, die über die Sorgen des Heute triumphiert und dem Leben von Millionen Inhalt verleiht. Sonntag, den 14. Juni 1903. Maffen aus träger Bedürfnislosigkeit zu allen Forderungen der Kultur aufreizen. Wir bekämpfen alle Vorrechte der Geburt und des Besitzes. Wir sind grundsägliche Gegner der Monarchie, der Adels- wie der Bourgeoisherrschaft. Das alles sind wir. Aber was sind wir nicht? Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. Wahlkampf.e Am 16. Juni wird gewählt! Die Wahl beginnt um 10 Uhr vormittags und dauert bis 7 hr abends. Wer um 7 Uhr noch nicht abgestimmt hat, darf überhaupt nicht wählen, auch wenn er vorher schon im Wahllokal war. Wer es irgendwie ermöglichen kann, gehe schon vormittags zur Wahl. Abends ist erfahrungsgemäß der Andrang zum Wahllokal Wer deshalb sein Wahlrecht nicht durch Bummelei verWir sind keine Verschwörer, die im Verborgenen tagen. Wir sind auch keine Räuber und Mörder. Nichts ist uns so verhaßt, nichts erscheint uns so plump und menschenunwürdig wie die Anwendung der Gewalt, jener Gewalt, die die herrschenden Klassen alle Jahr hunderte geübt haben. So lange die menschliche Geschichte wie bis- fehr stark. lange haben wir wenig recht, uns über unsre Vorfahren der Steinher eine Geschichte des Mordes und der Vergewaltigung bleibt, so lieren will, gehe beizeiten zur Wahl. zeit erhaben zu fühlen. Wir wollen den Mord abschaffen und unsre Gegner sagen, wir predigten den Mord. Wir wollen das Eigentum, das bisher nur formaljuristisch ein Recht aller, in Wirklichkeit aber ein Vorrecht weniger ist, zum wirklichen Rechte aller erheben und sie sagen, wir wollten das Eigentum zerstören. Wir wollen alle offenen und verhüllten Formen der Geldliebe beseitigen, und unsre Gegner sagen, wir wollten die allgemeine Prostitution einführen. Und obgleich sie mit ihren plumpen Verdächtigungen und kopflosen Phantasien immer den gleichen Wißerfolg erzielen, werden sie doch niemals müde, das alte Spiel, wenn es verloren ist, von vorne zu beginnen. Woher diese klägliche Verwirrung? Es empfiehlt sich für jeden Wähler, eine Legitimation einzustecken ( Einwohnerschein, Steuerquittung oder Mietsvertrag). Stimmzettel mit dem Namen des socialdemokratischen Kandidaten find zwar an jedem Wahllokale zu haben, der vorsichtige Wähler nimmt aber seinen Stimmzettel schon von zu Hause mit. Der Stimmzettel muß von weißem, mittelstartem Schreibpapier sein, darf keinerlei Kennzeichen tragen und nichts weiter enthalten, wie die genaue Bezeichnung des Kandidaten. Der Stimmzettel muß ungefähr 9 zu 12 Centimeter groß sein. Man kann sich seinen Stimmzettel selber schreiben. Gültig find auch Stimmzettel, auf denen ein Name durchgestrichen und ein andrer darunter geschrieben ist. Der Kandidat muß aber so genau bezeichnet sein, daß jeder Zweifel über seine Person ausgeschlossen ist. Es genügt also z. B. Niemand wird leugnen, daß die besitzenden Klassen mehr all- nicht Schmidt", sondern man muß schreiben: Arbeitersekretär gemeine Bildung in sich aufgespeichert haben als die besiglosen. Robert Schmidt in Berlin Aber keinem Denkenden kann es entgehen, daß die politische In welchem Wahlkreise man wohnt und in welchem Wahllokale Bildung der Arbeiterklasse die aller andren Klassen turmhoch über- man zu wählen hat, ist im Vorwärts" Nr. 125( Pfingstnummer). ragt, ja, daß die Arbeiterklasse die eigentliche Klasse der bekannt gemacht. Außerdem bekommt jeder Wähler noch von unsrer Politiker ist, wie der Adel die eigentliche Klasse der Krieger und Partei eine besondere Mitteilung darüber. Wem sie aus Versehen das Bürgertum die eigentliche Klasse der Geschäftsleute vorstellt. nicht zugehen sollte, der bemühe sich bei dem Nachbar darum. Jede dieser Klassen hat der Trieb der Selbsterhaltung zu dem ge= macht, was sie ist. Jetzt aber sollen die Socialisten begonnen haben, sich des Politisch denken heißt aber für die Arbeiter socialdemo Socialismus zu schämen. Die einzige politische Bewegung, die nicht tratisch denken. Die Herrschaft der besitzenden Klassen baut wahllos ins Jrre geht, sondern einem wirklichen großen und fich auf den plumpsten Voraussetzungen auf, sie ist unmöglich ohne gewaltigen Ziele zustrebt, soll nichts Giligeres zu thun haben als ihr die vollkommenste Unwissenheit der beherrschten Massen. Wie auch? Ziel zu verschleiern. Die freimütigen Bekenner und Verkünder einer Jene Junker und Kapitalisten, die den Staat regieren, und ihn bis neuen Weltanschauung, die ihre Ueberzeugung bloß in dem letzten zum Erwachen des proletarischen Klassenbewußtseins sogar ohne jede Jahrfünft mit dreihundert Jahren Gefängnis büßen mußten, sollen Kontrolle regiert haben, sollen Wesen ohne Fleischeslust sein, die das jezt als geheimnisvolle Helden von Kriminalromanen durch das Ganze umeigennützig zum Wohle der Gesamtheit verwalten? Unfre Land ziehen, nur darum bemüht, ihre schwarzen Pläne hinter einer Gegner behaupten, wir verkennten die Natur der Menschen! Aber möglichst tadellosen Hemdbrust zu verbergen. So hört man es in wenn sie sagen, daß die Menschen keine Engel seien, so müssen sie allen bürgerlichen Wahlversammlungen, liest man es in allen bürger- aus diesem allgemeinen Urteil sich selber ausnehmen, wenn ihre Verlichen Wahlflugblättern: die Socialdemokraten verteidigung der bestehenden Gesellschaftsordnung nicht elend zusammenschleiern ihr Programm! brechen soll. Das Wahlgeheimnis ist durch das neue Wahlverfahren vollständig gesichert. Niemand braucht mehr zu fürchten, daß seine Abstimmung kontrolliert werden kann. Es wird nicht mehr der bloße Stimmzettel abgegeben; dieser muß vielmehr in ein Couvert gesteckt werden. Das Couvert, das amtlich abgestempelt sein muß, erhält der Wähler erst im Wahllokale von einem Beauftragten des Wahlvorstehers. Jedes andre Couvert ist unzulässig. Den Stimmzettel muß der Wähler aber schon von draußen mitbringen. Mit dem Couvert begiebt sich der Wähler in den Nebenraum oder an den Rebentisch, wo eine Vorrichtung angebracht ist( Vorhang oder Aufbau oder eine abgeschlossene Wahlzelle) und dort muß er seinen Bettel( aber nur einen!), geschützt vor jeder Beobachtung, in das Coubert stecken. Dann erst fann er abstimmen, indem er das den Stimmzettel enthaltende Couvert dem Wahlvorsteher übergiebt. Jede andre Art der Abstimmung ist gesetzlich Unfre bürgerlichen Gegner werden dessen nicht gewahr, welche Die Politik der Arbeiterklasse erhebt erst die menschliche Wirt- verboten. Die Couverts sind vollständig undurchsichtig, so daß grenzenlose Verhöhnung sie damit an sich selbst verüben. Unser schaft zum Bewußtsein ihrer selbst. Die Wissenschaft vom Bolts- es von außen auf keine Weise zu bemerken ist, welcher Zettel in dem Programm, unser Ziel, das war die Fahne, die wir durch alle Wahl- wohlstande kann erst von ihr angewendet werden. Heute steht noch Couvert steckt. tämpfe von Sieg zu Sieg getragen haben. Ihre Programmlosigkeit, die Masse der Menschen den gesellschaftlichen Kräften so ratlos gegen- Es hat daher jetzt kein Wähler mehr die Entschuldigung, daß er ihre plumpe Demagogie, die das eigne Klasseninteresse mit dem über, wie der Urmensch den Kräften der Natur hilflos gegenüberstand. aus Furcht vor Schaden nicht socialdemokratisch wählen kann, Phantasiekostüm eines angeblichen Gemeinwohls notdürftig deckt, Aber dem Zeitalter der Technik folgt das Zeitalter der Politit, wie Furchtlos tann jeder Wähler den socialdemokratischen Zettel abgeben. ihre fatte Selbstzufriedenheit hat bei jeder Wahl mehr und mehr der bürgerlichen Herrschaft die Befreiung des Proletariats folgt. Wähler, die aus irgend einem Grunde von der Wahl zurückden verdienten Lohn gefunden. Jetzt aber sollen wir ihnen die Die bürgerliche Welt hat das wirtschaftliche Einzelbewußtsein gewiesen werden, wollen sich sofort bei dem socialdemokratischen große Kunst abgegudt haben, wie man Schlachten verliert und gewedt und in seiner freien Entfaltung ihr eigentliches Wahltontrolleur melden, der die Zurückweisung notieren wird. uns um deren Nachahmung eifrig bemühen. Wir sind zwar nicht so Ideal gefunden. Der politische Geist der Arbeiterklasse hat das christlich, unsre Feinde zu lieben, aber doch menschlich genug, um wirtschaftliche Einzelbewußtsein mit dem Hammer der Solidarität * Rebellion im Freifinn. Das Eine imposante Wählerversammlung für den uns ber kläglichkeit zu schämen, in die wir diese Ebenbilder Gottes zum wirtschaftlichen Gesamtbewußtsein zusammengeschmiedet. eft bedeutet die Geburt einer neuen Welt, den Anfang wirklicher Weltwirtschaft, Menschheitswirtschaft. bersinken sehen. Längst hat die Wissenschaft, so schwer fie auch an die staatlichen Katheder angeschmiedet sein mag, die Lehrmeinung aufgeben müssen, daß unsre bestehende Gesellschaftsordnung etwas Ewiges und Unberänderliches sei. Und es giebt keine dem menschlichen Vorstellungsvermögen erreichbare Neuordnung der Dinge als jene, die sich im Zeichen des Socialismus vorbereitet. Die eigentliche Theorie des Kapitalismus, die Manchesterlehre die doch immer noch ein System von anerkennenswerter logischer Geschlossenheit war hat keinen Platz mehr in der lebendigen Welt; über agrarische und mittelstandsretterische Flickschusterei lacht jeder, der in der Politik kein urteilsloser Dilettant ist. Darum ist der Gedanke der Arbeiterklasse, das heißt der Gedante des Socialismus, der größte und gewaltigste, den der menschliche Geist hervorgebracht hat. Darum ist seine rührige Handlangerin die Demokratie die unentbehrliche Helferin seiner Thaten geworden und untrennbar mit ihm verbunden. fünften Wahlkreis tagte am 12. Juni bei Leydecker in der er Sophienstraße. Der socialdemokratische Kandidat Robert Schmidt demokratie zu den großen politischen und socialen Fragen der Zeit, sprach vor etwa 1000 Personen über die Stellung der Socialwobei er die Gegner einer schneidenden Stritit unterzog und sich boller Satire über die für eine eventuelle Stichwahl in Aussicht stehende Verbrüderung von Freisinn und Antisemiten ausließ. Redner stellte im Laufe seines Vortrages fest, daß es eine Lüge Wenn ein Techniker rohen Wilden verspräche, er wolle Waffer fei, wenn jetzt auf Blataten an den Säulen behauptet werde, er hätte am 29. April gesagt, aus Felsen schlagen, auf dem Dampfe reiten und mit dem Blizze pfeife auf die Stimmen der Gewerbetreibenden. Das entspräche absolut schreiben, so würde ihnen nur die Wahl bleiben, ob sie ihn als nicht seinem Standpunkt. Er wolle nur nicht durch Phantasten oder als verruchten Herenmeister betrachten wollen. unerfüllbare Versprechungen um ihre Stimmen buhlen. Eines von beiden muß die bürgerliche Gesellschaft notwendig auch Unter stürmischem Beifall schloß er mit der Aufforderung an die Vor unfren Augen vollzieht sich zudem eine allmähliche Um in dem flaffenbewußten proletarischen Politiker erblicken, so lange Versammelten, dafür zu sorgen, daß wirkliche Demokraten in den wertung des Kapitalismus. Das Kartellwesen hat den Kommunis- fie aus ihren eignen Augen schaut. Reichstag fämen, daß die Reaktion überrannt werde und die Socialmus des Mammons begründet, das Genossenschaftswesen und der Aber Singen vertreibt die Angst, und um die Angst zu ver- demokratie im ersten Wahlgang auch im fünften Kreise siege. tommnnale Socialismus liefern mit jedem ihrer Fortschritte deutliche treiben, ward auch das Lied vom verschleierten Propheten" oder Herr Kaufmann Adolf Färber, bisher als einer der eifrigsten Beweise für die Entbehrlichkeit einer Wirtschaftsform, die ungeheuren von der zusammengerollten Fahne" erfunden. Sie fürchten das Vertreter der Freifinnigen Boltspartei befannt, Massen Elend, Unfreiheit und quälende Ungewißheit des Erwerbs Urteil des Volkes, sie möchten sich einreden, daß jene, die uns nahm hierauf das Wort zu einer gründlichen Absage an Eugen Richter und die mit ihm an einem Strange ziehenden freisinnigen Führer. bereitet. Schließlich haben die Wetter des wirtschaftlichen Nieder- wählen, nicht wollen, was wir wollen. Sie berufen sich Eugen Richters Verhalten während der Zolldebatten im Reichstage ganges die legte Blüte des Kapitalismus berhagelt und die an- auf die Angehörigen aller Bevölkerungsschichten, die eine und beim Bruch der Geschäftsordnung, den Redner als Verbrechen gefochtene Krisentheorie zur fühlbaren Krisenpraris verwandelt. dumpfe Unzufriedenheit unser Heerlager treibt. Aber am Volte bezeichnet, verurteilte er auf das schärfste, während er Das enorme Steigen des Reichtums in den bevorrechteten diese„ Mitläufer" haben alle Forderungen haben alle Forderungen an die heutige das Verhalten der Socialdemokratie als sie ehrend voll billigte. Er Klassen, von dem die Statistik zu erzählen weiß, überholt mit Riesen Gesellschaft zu steben sei es in politischer oder in wirt- habe namens vieler, sehr vieler Mitglieder der Freifinnigen Volks schritten den mühsamen Schutz proletarischer Lebenshaltung, für den schaftlicher Beziehung, die diese nicht erfüllen kann, ohne sich selbst partei die Mitteilung zu machen, daß sie bei dieser Wahl die wirtschaftliche Organisation der Arbeiterklasse mit zähem Eifer den Hals abzuschneiden. Wer drum am 16. Juni socialdemokratisch socialdemokratisch wählen würden, nicht weil sie Socialdemokraten ficht. Was um alles in der Welt soll uns veranlassen, Grundsätze wählt, der will auch, was wir wollen. Denn wir wollen die bürger- geworden seien, sondern um den Führern der Freifinnigen Volkspartei zu zeigen, daß sie überlebte Männer wären, daß die Freizu verschleiern, denen das Leben jeden Tag hundert neue Beweise liche Politik dazu zwingen, den Bankrott anzumelden, dem fiefinnige Bolkspartei nur gedeihen könne, wenn Eugen Richter die und hundert neue Beugen schafft?! geistig und sittlich längst verfallen ist. Arbeit niederlege. Bei der letzten Wahl habe er Robert Schmidt Darum wissen wir auch, daß der Kampf vom 16. Juni nichts energisch bekämpft, heute trete er frant und frei für seine Wahl ein. andres ist als eine Schlacht des großen Klaffenkrieges, der nicht Er hätte auch in die freisinnige Bersammlung gehen können; da er so stehen wir keineswegs an, ihnen nochmals zu erklären: Ja, wir anders enden fann, als mit dem Siege des Proletariats, dem aber wids Kandidatur nicht unterstütze, was in der Einladung gefind Revolutionäre, die die bevorstehende Umwälzung wirt- Triumphe der Socialdemokratie. Wir brauchen keine Vorschuß- fordert werde, so hätte er fürchten müssen, hinausgeworfen zu schaftlicher und politischer Formen als eine innere Notwendigkeit Lorbeeren, und haben ebenso wenig Lust, auf errungenen auszuruhen. werden.( Großer Beifall.) Der liberale Dottor Falkenstein, der in der Nede der Gesellschaft betrachten, die planmäßig und mit stolzem Bewußt Der Tag nach dem Kampfe wird uns dabei finden, einen neuen Robert Schmidts viel Liberales gefunden hat, und, wie er meint, sein der neuen Zeit als Geburtshelfer dienen wollen. Sie mögen vorzubereiten, indes der Gegner erschöpft sein hölzernes Schwert in Sie mögen vorzubereiten, indes der Gegner erschöpft sein hölzernes Schwert in wenig Socialdemokratisches, suchte dann so ungeschickt Wennt aber unsre bürgerlichen Gegner meinen, wir hätten in der Entschleierung unsrer Ziele bisher nicht den nötigen Eifer bewiesen, als uns auch I m stürzler nennen, obwohl wir wissen, daß nichts die Scheide steckt. möglich die Socialdemokratie zu bekämpfen und den Socialisstürzt, was nicht morsch und faul ist. Und auch Hezer sind wir, Es giebt kein Ende als den vollen Sieg, es mus zu widerlegen, wobei er allerlei Persönliches berührte. Die ganze Art die die herrschenden Klassen von ihren Faulbetten scheuchen und die giebt kein Rasten vor dem Ziell seines Auftretens beunruhigte zeitweilig die Versammlung. Als nach etwa 25 Minuten der Vorsitzende ihn, Bebel und der Züricher See. In einem Centrumsblatte, dem| Chaussee. Da brach die Jugend den Bann, fie stürmte in energisch aufforderte, sich etwas mehr an das Vortragsthema zu ,, Euskirchner Voltsblatte, Eifeler Zeitung", lesen wir den Bericht über das Anivesen, die älteren kamen hinterdrein, alle Räume füllten sich halten, sich einer größeren Knappheit zu befleißigen und nicht immer eine in Euskirchen abgehaltene Centrumsversammlung. Danach und Gendarmen und Bauermeister hatten ihr Spiel verspielt; fie minutenlang nach jeder kleinen Unterbrechung zu warten, gab der hat der Vorsitzende der Versammlung, Pfarrer Bohlen, den Zu- mußten folgen. Und sie bekamen jetzt etwas zu hören, was sie noch Herr wütend das Weiterreden auf. hörern etwas über Bebels Villa vorgelogen. Er erzählte nämlich, nicht gehört hatten. Es war eine äußerst wirksame Versammlung Herr Leo Flatau meinte, Herr Färber habe nur aus Bebel habe jegt einen Teil des Züricher Sees und trotzdem auch alle Ortsgrößen erschienen waren und ihnen angesprochen, was jeder echte bürgerliche Demokrat fühle, und trat zuschütten lassen, um auf Kosten der deutschen Arbeiter seinen geboten wurde, jetzt einmal Auge in Auge mit einem Socialdemo dann gleich Färber für Schmidts Wahl ein, wobei er seinen be- feenhaft eingerichteten Park zu vergrößern. Wir wiederholen: Der fraten die alten Märchen vorzutragen, durch die sie bisher die Arbeiter fannten Standpunkt vertrat, daß im fünften Wahlkreis jeder seiner Herr Pfarrer hat gelogen. Bebel hat uns selbst versichert, daß er und kleinen Besizer geschreckt hatten, wagte feiner zu mucksen. Die jüdischen Glaubensgenossen den Socialdemokraten wählen müsse. Den ganzen Züricher See habe zuschütten lassen. Bei der Masse der Zuhörer jubelte dem Redner begeistert zu. Herr Lazarussohn, Angehöriger Angehöriger der freisinnigen Gelegenheit wollen wir, damit uns nicht wieder ein Pfarrer vorPartei, trat Flatau entgegen, indem er unter anderm sagte, werfen kann, wir unterdrückten unbequeme Thatsachen, zugleich mitauch der Freifinn sei für die Rechte der Juden eingetreten. teilen, daß Bebel, der ja bekanntlich Atheist ist, sich häufig einen Redner bedankte sich dafür, daß er habe sprechen Pfaffen verschafft, in seiner Villa eigenhändig schlachtet und dann dürfen, und bedauerte es, daß denSocialdemokraten braten läßt, um ihn zu verspeisen. in freisinnigen Versammlungen Redefreiheit nicht zugestanden werde. Genosse Bauer und Genosse Robert Schmidt in seinem Schlußwort widerlegten die „ Widerlegung der Socialdemokratie" durch Herrn Falkenstein gründlichst. Schmidt betonte ihm gegenüber, daß die Socialdemokratie allerdings die alten Forderungen der Demokratie verfechten müsse, nachdem sie die freisinnige Partei verraten habe. Der Vorsitzende Wels richtete einen flammenden Aufruf an die Versammlung, die wenigen Tage bis zur Wahl kräftig auszunuzen und dem Volksmann Robert Schmidt den Sieg zu sichern, und schloß dann die Versammlung mit einem Hoch auf die Socialdemokratie, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Unter Hochrufen auf Robert Schmidt trennte man sich. Sind die Wahlcouverts zuzukleben? Auf diese Frage ist einem Fragesteller folgende ministerielle Antwort zugegangen:" Da die amtlichen Wahlcouverts nicht gummiert worden sind, sind sie auch nicht zum Zukleben eingerichtet. Jedem Wähler steht indessen frei, das Wahlcouvert durch eine Mundoblate, Klebepapier oder sonstwie zu schließen, ohne daß der Stimmzettel seine Gültigkeit verliert. Es ist jedoch im Interesse einer beschleunigten Auszählung der Stimmzettel liegend, daß die Wahlcouverts nicht verschlossen werden." Im Wandel der Zeiten. So ist Bebel. Die Wahrheit über alles! Gemeindevorstand in Heegermühle( Oberbarnim). Erst hatte er Eine schwere Wahl ist die diesmalige Wahl anscheinend für den die Wahlschlußzeit auf 8 Uhr festgesetzt. Man scheint ihm nun flar gemacht zu haben, daß das falsch sei. Darauf mußte er sich hinsetzen und eine neue Bekanntmachung schreiben. Die Wahlzeit hat immer nicht. In der Bekanntmachung der„ Eberswalder Zeitung" er num richtig rausgekriegt. Aber in Ordnung ist die Geschichte noch vom 13. Juni( Nr. 136) heißt es: Im Wahlkreise Königsberg N.-M. wird, so schreibt man uns, seitens der Konservativen mit den bewährten Mitteln der amtlichen Beeinflussung und Unterdrückung der Gegner gearbeitet. in Königsberg N.-M. für den Kandidaten v. Saldern ins Zeug Landrat v. d. Osten hat sich in öffentlicher Wählerversammlung Empfang zu nehmen". „ Die gestempelten Umschläge sind vor dem Wahllokal in gelegt, seinem Beispiel sind eine Reihe eihe von Das ist natürlich auch falsch und auch darauf ist der Gemeindegefolgt. von Amtsvorstehern vorstand noch gekommen. So macht er denn nochmals besonders Die konservativen Versammlungen werden durch die bekannt, daß die gestempelten Umschläge am Eingang zum NebenGemeindediener ausgeklingelt und durch dieselben dabei die konservativen Flugblätter verbreitet. Die Säle werden den Social- ist, daß die falsche Bekanntmachung und die Berichtigung in der raume in Empfang zu nehmen sind. Das Lustigste an der Geschichte demokraten abgetrieben, die unter freiem Himmel, die in den be- gleichen Nummer 136 der„ Eberswalder Zeitung" friedlich beisammen nachbarten Kreiſen erlaubt werden, werden ausnahmslos verboten, stehen. meist ohne jede Begründung. Die nach Zehden zu Sonntag, den 14. einberufene Versammlung wurde von der Polizeiverwaltung durch folgendes Schreiben ver boten. Die von Ihnen mittels Schreiben vom 8. d. M. angezeigte öffent liche Versammlung am Sonntag, den 14. Juni d. J. nachmittags 3 Uhr auf dem Grundstück des Eigentümers Eduard Scheele aus Eichberg hierselbst kann nicht genehmigt werden, weil mit Rücksicht auf die nahe bevorstehende Reichstagswahl Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu befürchten ist. Die obige Versammlung wird somit ausdrücklich verboten. Das ist doch mal noch ein origineller Grund: Eine ReichstagsWählerversammlung verboten aus Rücksicht auf die nahe bevor stehenden Reichstagswahlen. Die Polizei hat Phantasie. Seltsam: taum 20, 25 Jahre sind es, da wurden die socialDie Konservativen fordern Ausnahmegesetze. politischen Einrichtungen, die heute bestehen, die Arbeiterversicherung vor allem, von allen bürgerlichen Parteien auf das heftigste be- für berechtigt und nötig solchen gegenüber, die durch ihre feindWir halten Ausnahmebehandlung und Ausnahmegeseze kämpft; von der einen Seite als Mittel bezeichnet, die Anmaßung liche Haltung gegenüber dem Bestehenden sich in eine Aus und Begehrlichkeit der Massen noch mehr aufzustacheln, von der andern als Anfang des Socialismus verschrieen. Heut kann man nahmestellung begeben." fein Flugblatt, keine Wahlschrift irgend einer bürgerlichen Partei in die Hand nehmen, worin diese sich nicht das Verdienst zuschriebe, die gepriesene Socialpolitik ganz allein veranlaßt zu haben. Und wiederum kann man keine Wahlschrift bürgerlicher Parteien in die Hand nehmen, worin nicht von der uferlosen Socialpolitit, von den maßlosen, Industrie, Landwirtschaft, Nationalvermögen und Nationalwohlstand vernichtenden socialpolitischen Forderungen der Socialdemokratie zu lesen wäre, die ganz und gar unerfüllbar find. So lesen wir auch in dem vom Vorstande der Deutschen fonservativen Partei herausgegebenen Wahlbüchlein zur Reichstagswahl 1903" unter„ Arbeiterfürsorge" auf den Seiten 87-93 einen Lobgesang auf die bestehenden Gesetze und Vorschriften zum Schutze der Arbeiter und das alles hätten die Arbeiter den Konservativen zu verdanken. Auf den folgenden Seiten aber, 94 bis 96, werden unter der Ueberschrift:„ Das socialpolitische Wettrennen" die socialpolitischen Forderungen der Socialdemotratie aufgezählt. Das Kapitel schließt: " Die konservative Partei erachtet es daher solchen unerreichbaren Zielen gegenüber nicht für angebracht, dafür etwa aus wahltaktischen Gründen einzutreten." ,, Wir treten darum ein für ein besonderes Vereinsgeseh im Sinne eines Schutzgesetzes gegen den Umsturz." " Im Anschluß an das Socialistengeset trafen 1896 die fonservativen Parteien eine Vereinbarung, wonach gegen Vereine und Versammlungen eingeschritten werden soll, wenn in ihnen socialdemokratische, socialistische, kommunistische oder anarchistische Umsturzbestrebungen in einer die Sicherheit des Staates gefährdenden Weise zu Tage treten. Infolge der allwerden aber stets für einen neuen Versuch zu haben gemeinen politischen Lage blieb der Vorschlag erfolglos. Wir fein." ,, Ebenso wie solche Ausnahmegesetze, halten wir auch Abwehrgesetze gegenüber dem Kontraktbruche und der Verhebung dazu für nötig." Auch ein Gemeindevorstand hat seine Dual von der Wahl. Auch der Landrat des Kreises Ziegenrüd lebt noch immer in dem alten Wahlreglement. Er macht bekannt, daß die Wahlhandlung um 6 Uhr geschlossen wird. Man hätte es der Firma Bürenstein übertragen sollen, die Verwaltungsbehörden für die Ausführung des Wahlreglements mit demselben Geschick in Trab zu bringen, wie für den Vertrieb ihrer Deldruckbilder. übertragen foffer. Reichstagswahl Gottesdienst! Der„ Oberbahr. Gebirgsbote", ein unverfälschtes Centrumsblatt, giebt in seiner Nummer vom 9. Juni die amtliche Gottesdienst- Ordnung bekannt und zwar für die Pfarrei O berwarngau: Dienstag St. Benno, 1/6 Uhr: Beichte der Feiertagsschülerinnen, 7 Uhr: Bittgang nach Allerhl., Hochamt, Herz- Jesu- Andacht. Von 10 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends Reichstagswahl. Nachmittags 1 Uhr: hl. Rosenkranz." Gottesdienst, Christenlehre, 1 Uhr: Ablaßandacht. Von 10 йhr Pfarrei Osterwarngau: Dienstag: Fest des hl. Benno, 3/48 Uhr: Non, 8 Uhr: Festmorgens bis 7 Uhr abends Reichstagswahl". Eisenbahner, wählt socialdemokratisch! Budde will es! preußischen Abgeordnetenhauses am 24. Februar 1903: Der Eisenbahnminister Budde sagte in der Sigung des " Die Bediensteten können wählen, wie sie wollen, auch Socialdemokraten, dagegen habe ich gar nichts". „ Der Kern der Wahlnus“. Im Verlage von J. P. Bachem zu Köln ist unter diesem Titel eine Agitationsbroschüre erschienen, die, von dem weiland demokratischten der demokratischen Centrumsjournalisten, dem Verfasser Natgeber für die Konservativen im Deutschen Reiche, Seite 71. Centrumsradikalen heute gelandet sind. Zunächst begrüßen wir das Von der Landagitation. der in der Centrumspresse weit verbreiteten„ Unpolitischen Zeits läufe", geschrieben und schwarz auf weiß aufzeigt, wo die einstigen Centrum als die geborene Partei der Verständigung, der mittleren Linie. Was die Verständigungspolitik dem Volke kostet, wird freilich flüglich verschwiegen und nur betont, wie das Centrum bahnAus dem elften hannöverschen Kreise( Einbeck- Osterode), in dem brechend die Schonung der schwächeren Schultern" durchgesetzt hat, unser Genosse Adolf Hoffmann kandidiert, gehen uns eine Anzahl eine Thätigkeit, die sich bekanntlich durch die Ablehnung der direkten Mitteilungen über Versammlungserlebnisse zu, aus denen die That- Besteuerung der Vermögen von mehr als 6000 M., durch die ErGemach! Wenn eines dieser unerreichbaren" Ziele erreicht sein fache als ganz charakteristisch hervorsticht, daß, während die Gast- höhung der indirekten Steuern auf nahezu 900 Millionen jährlich wird, dann werden wir in den fünftigen Flugblättern und Wahl- wirte aus Furcht vor der Polizei uns ihre Lokale verweigern, und die Vermehrung der Marinelasten auf insgesamt circa schriften sowohl der Konservativen wie andrer bürgerlicher Parteien kleine Besizer ihre Scheunen oder Wohnungen 5 Milliarden, um von allem andren zu schweigen, rühmlichst auslesen können, daß ausgerechnet gerade fie diejenigen sind, denen die zu Versammlungen hergeben. Diese Erfahrung machen gezeichnet hat. Des weiteren erfahren wir, wie in den letzten Jahren Arbeiter die unvergleichlichen Wohlthaten" jener Gesetze zu ver- übrigens unsre Genossen auch anderwärts. In auffällig häufigen auf die industrielle Flut zwar wieder eine Ebbe gefolgt ist, wie aber danken haben und daß nur die scheusäligen Socialdemokraten, weil Fällen wird das z. B. in den letzten Wochen aus Sachsen jetzt alle Anzeichen darauf hindeuten, daß es wieder aufwärts geht", berichtet und ebenso aus Ostpreußen. Es ist das ein mit andren Worten, daß der Höhepunkt der Krise überwunden sei. fie zufriedene Arbeiter nicht brauchen können, alles daran gesetzt erfreuliches Anzeichen dafür, daß das Gruseligmachen vor uns immer Es fümmert dabei den frommen Herrn nicht, daß alle bis jetzt ers haben, die Reformen zu verhindern. mehr dazu führt, daß die Leute endlich einmal die so viel ver- schienenen offiziellen Berichte, die der preußischen Fabrikinspektoren Es wird die Zeit kommen, da wird niemand anders das lästerten Socialdemokraten selber hören wollen. Und das steht fest: nicht ausgeschlossen, das gerade Gegenteil besagen, so daß kein Versocialpolitische Programm der Socialdemokratie durchgeführt zu Ließe man uns überall zum Volke reden und übten die Machthaber nünftiger mehr im Zweifel sein kann, wie wir nicht am Ende, sondern haben behaupten, wie die Herren Konservativen, Nationalliberalen, nicht einen ungeheueren Terrorismus auf die Massen, um sie an der erst in den Anfängen einer Krise stehen, wie sie schwerer DeutschFreifinnigen oder was sonst an ihrer Statt sich staatserhaltend zu ihrer Ueberzeugung entsprechenden Abstimmung zu verhindern: die land in den letzten vier Dezennien nicht durchgemacht hat. Wie nennen belieben wird. Zahl unsrer Wähler wäre ganz erheblich größer, als sie jetzt Sohn auf den gefunden Menschenverstand aber klingt es, wenn in ist und am 16. Juni werden wird. Wo wir selber ungehindert der Broschüre behauptet wird, die Arbeiterschaft verdanke dem Schußzum Volke reden dürfen, da haben wir auch die Massen zoll, insbesondere den Brotzöllen, die" Socialreform", die Kranken-, fofort gewonnen; die Argumente unfrer Gegner verfangen Unfall- und Invaliditätsversicherung, die Verkürzung der ArbeitsDes Freisinns Winter." nicht gegen unsre klaren Ziele. Diese Erfahrung machen zeit, die Beschränkung der Kinder- und Frauenarbeit u. s. f. Dabei Im zweiten Wahlkreise waren am Freitag frei- unfre Redner in der jezigen Wahlagitation auf" Neuland" wieder wird berechnet, daß die durch den neuesten Brotwucher in Aussicht sinnige Wähler versammelt, um von ihrem Kandidaten allenthalben; auch die vorliegenden Berichte aus dem Einbecker Kreise stehende Mehrbelastung einer fünfköpfigen Arbeiterfamilie jährlich Kreitling einen Vortrag über die bevorstehenden Reichstags bestätigen das wieder. höchstens 15 M. betragen werde. Zu diesem Resultat kommt der wahlen zu hören und nachher eine Fragebeantwortung" entgegen- Freilich mit der Hergabe eines bäuerlichen Grundstückes zu Verfasser durch eine Rechenmethode, die man lächerlich nennen könnte, zunehmen. Der Vortrag wurde von der Versammlung ohne Wider- einer Versammlung ist die Versammlung noch lange nicht gesichert. wenn sie nicht so unsäglich traurig wäre. Dieser fünfköpfigen spruch aufgenommen. Auch Kreitlings Ansichten über die Arbeiter- Eine anzagi der erwähnten Berichte schildern drastisch, welche Ein- Arbeiterfamilie wird nämlich gnädigst gestattet, 900 Kilogramm Gefrage riefen teine Aeußerung des Mißfallens hervor, nicht einmal flüffe auf den herzhaften Befißer einzuwirken beginnen, sobald be treide im Jahre zu verzehren, sofern dasselbe zum niedersten Saze feine Erklärung, daß man die sociale Fürsorge Deutschlands für tannt wird, was er gewagt hat. Da tritt der Ortsvorsteher im verzollt wird. im verzollt wird. Sie darf sich dabei vorwiegend von Roggen nähren, die Arbeiterklasse feineswegs gering nennen dürfe, sofern man hannöverschen Bauermeister geheißen- und der Pfarrer in Thätigkeit, sie mag aber auch gern etwas Weizen verbrauchen". Kartoffeln, Deutschland an Frankreich messe, oder seine Versicherung, und wenn der Bauer unzugänglich bleibt, dann wird die Frau oder Gemüse und vor allem Fleisch bringt unser ehrenwverter, frommer daß er die Lebenshaltung der deutschen Arbeiter gar nicht so schlecht die Mutter bearbeitet und ihnen die Hölle heiß gemacht. In zwei flerifaler Herr gar nicht erst in Anschlag; wo täme er sonst mit finden könne, wenn er die deutschen Arbeiter mit den italienischen Fällen, wo alles nuglos blieb, in dagsen und Immensen, seinen famosen 15 M. hin, und was braucht ein Arbeiter und seine vergleiche. Statt der angekündigten Fragebeantwortung gab's dann verfiel man auf das Mittel, für die Versammlungszeit eine Feuer- Familie auch den Lurus von Fleisch, Gemüse Kartoffeln, Gewürzen, eine regelrechte Diskussion. Sie war dadurch interessant, daß wehr- llebung anzusetzen, zu der die ganze" waffenfähige" Mann- Obst, Malz, Pflanzen, Bier usw.? Sind da bei Waffer und Brot in ihr die freisinnige Opposition zu Worte kam, und sie schaft bei Geldstrafe erscheinen mußte, so daß die Versammlungen jene famosen 15 M. im Grunde nicht eine herrliche Einrichtung, stach von dem Vortrag Streitlings, der die Freifinnige Volkspartei in wegen Mangel an Zuhörern unterbleiben mußten. In Odagien wie sie herrlicher selbst die beste Centrumsphantasie nicht ersinnen unerschüttertem Optimismus die Partei der Zukunft" genannt hatte, hatte man fogar Sprizenübung mit scharfer Munition" gerade vor fann? Das ist eine Belastung, aber 1. sie ist nicht gerade erdrückend, durch den elegischen Ton ab, auf den sie gestimmt war. dem Versammlungshause veranstaltet. Genosse Hoffmann und der so daß man von Brotwucher" wirklich nicht sprechen kann, und " 3 " Der erste Redner bezeichnete sich als einen der wenigen Einberufer aus Einbeck waren jedoch dem ihnen so liebenswürdig 2. ist sie keine fruchtlose Steuer, sondern eine nüßliche Anlage. Man Sandwerker und Arbeiter, die dem Freifinn treu zugedachten Wasserstrahl vorsichtig aus dem Wege ge- tann sie bezeichnen als eine Versicherungsprämie gegen Lohndruck geblieben sind". Er versprach, wieder für Kreitling zu stimmen, gangen. Trotzdem fand fand Genosse Hoffmann am Abend in und Arbeitslosigkeit, weil... ohne diesen Beitrag die Landwirtschaft tadelte aber die Haltung der Freifinnigen Volkspartei zur 8o1Iber Schenke Gelegenheit, mit den Einwohnern zu reden ruiniert, die Industrie gelähmt, der Arbeitsmarkt überfüllt, der tariffrage und wies unter lebhaftem Beifall, dem von andrer und trotz dieser Mittel, die ja neben der terroristischen Seite eines Arbeitsverdienst geschmälert oder ganz gefährdet würde. Seite starter Widerspruch entgegengesezt wurde, auf die richtigere gewissen Humors nicht entbehren, fanden zahlreich Versammlungen Unmittelbar dahinter steht dann ein Milliardenkapitel. Ganze Tattit der socialdemokratischen Fraktion hin. Die Entwicklung des statt in Orten, deren Einwohner noch nie einen Socialdemakraten Milliarden sind seit 1885 bis Ende 1902 für die versicherten Freisinns verglich er mit den vier Jahreszeiten. Die vierziger Jahre hatten reden hören. Arbeiter aufgewendet worden, von denen Reich und Unternehmer jeien der Frühling gewesen, die sechziger der Sommer, inzwischen Besonders humoristisch gestaltete sich der Anfang einer Ver- sogar 2 Milliarden aufgebracht haben. Daß aber auch diese Beträge aber sei es längst Herbst geworden, und schon beginne des Frei- sammlung in Mackensee. Die Versammlung war um 7 Uhr an- im letzten Ende genommen sind aus dem Mehrwert, den die Arbeiter finns winter. Ein andrer Redner, ein unverdächtig freifinniger gefeßt, aber außer Vater und Tochter des Eigentümers war bis erzeugen und der ihnen von Rechts wegen auch nach christlicher AufMann, klagte über den massenhaften Abfall der bis 18 Uhr noch niemand erschienen. Als jedoch der Einberufer einen fassung gebührt denn da heißt es doch, daß der Wert der Arbeit herigen Anhänger des Freisinns. Hinter die Mehrzahl derjenigen, Blid nach der in der Nähe des Anwesens vorüberführenden Chaussee folge den sie aber rechtswidrig den Unternehmern zuschanzen die in den Listen noch als Freifinnige geführt würden, müsse man warf, tlärte sich sein Gesicht auf. Der Eingang zu dem müssen, das ficht unfren frommen Centrumsmann natürlich nicht an. ein großes Fragezeichen sezen. Für die Wahlagitation, zumal für Grundstücke war blockiert von zwei Gendarmen und dem Seit 1885 wurden bis 1900, um ein einziges Beispiel anzuführen, die Arbeit am Wahltage, feien nicht einmal genug Helfer Bauermeister und hinter ihnen, etliche zwanzig Schritte ent- freilich insgesamt 592 740 000 M. an Entschädigungsgeldern nach zu beschaffen. Ein dritter Redner, der bei den Freisimmigen ein fernt, standen die männlichen Einwohner des Dorfes Kopf an Kopf. dem Unfallversicherungs- Gefeße gezahlt, aber für 90 333 Todesfälle, Bertrauensamt bekleidet, gestand, daß auch die Wahlgelder Niemand wagte die Blokade zu brechen. Die Zeit verging, das für 30 566 dauernd und völlig erwerbsunfähig Gewordene, für nur spärlich geflossen seien. Dabei müsse man die Hilfskräfte Blockadegeschwader wich nicht von seinem Posten. Zwei beherzte Ar- 477 447 teilweise und dauernd erwerbsunfähig und für 317 619 fast sämtlich bezahlen, während die socialdemokratischen Wähler sich beiter hatten sich inzwischen seitlich vorbeigewagt, ohne beschossen vorübergehend erwerbsunfähig Gewordene. Die Verlegungen, die in der Regel ohne Anspruch auf Entschädigung zur Hilfe bereit worden zu sein, doch das Beispiel wirkte nicht auf die andren. Vier in 13 Wochen geheilt wurden, sowie die Fälle, wo die Seeberufswahlfähige Zuhörer! Nun, beginnen wir". Der Einberufer ist genossenschaften fein Sterbegeld zahlten, weil der Betreffende über Herr Kreitling mußte schließlich in die allgemeine Klage höflich genug, dem Gendarm mitzuteilen, daß die Versammlung jest Bord fiel und nicht beerdigt werden konnte, sind da nicht mitangeführt. einstimmen. In seinem Schlußwort gab auch er zu, daß eine beginnen werde und daß das feindliche Blockadegeschwader im Hafen Und nun berechne man, wieviel die" Millionen" auf Kopf und Tag große Lauheit unter den freisinnigen Wählern herrsche, doch gute Ankerplätze finden würde. Lächelnd erwiderte man ihm: ausmachen! schlug er sich rasch auf den Mund und erklärte, er wolle nicht in Fangen Sie nur an, wir bleiben hier". Natürlich muß auch das Obstruktionsmärchen a la Freisinnige öffentlicher Versammlung Bekenntnisse ablegen, die morgen Und man fing an. Genosse Hoffmann hat eine kräftige Zeitung" herhalten. Wir verlieren darüber kein Wort. Nur die im Vorwärts" stehen". Ein beredtes Schweigen! Stimme und redete zum Entfeßen der Gendarmen über charakteristische Bemerkung des Verfassers der Broschüre sei erwähnt, ihre Köpfe hinweg zu der Wählerversammlung auf der wonach die standalöse Vergewaltigung der Majorität bei der Bes erklären. " ratung des Zolltarifes von vornherein in der Absicht der Mehrheit| dahin gerichteten Antrag nicht gestellt, um das Kompromiß zwischen Tag, nachdem die letztere in keinem Zweifel mehr sein konnte, daß Großgrundbesitz und Großindustrie nicht zu stören. Keineswegs die Minderheit auf einer sachlichen Behandlung der Vorlage be- haben sie aber die Hoffnung aufgegeben, im nächsten Reichstage mit stehen würde. Da heißt es:" Ob hier ein Groschen Zoll mehr Hilfe des Centrums auch einen Wollzoll durchzusetzen. oder dort ein Groschen Zoll weniger steht, ist jetzt Nebensache. Die Hauptsache ist, daß nicht die Noten und ihre freisinnigen Schlepp- schweigen sich jetzt, mit wenig Ausnahmen, über den Wollträger die Herrschaft im deutschen Reichstage und über die ganze 30ll aus, damit Textilinduſtrielle ihnen Mandatskaftanien aus Reichsgesetzgebung an sich rissen." Und das, weil die Rechnung dem Wahlfeuer holen. In agrarischen Kreisen wird im stillen Bebels( in Hamburg) nach der Lage der Geschäftsordnung richtig recht eifrig für einen Wollzoll agitiert. Wer an die Campagne für war", weil man aber einem Jungen, der Fenster einwirft, doch den Quebrachozoll zurückdenkt, dem die Regierung nach wohl die Steine aus der Hand nehmen darf". mehrfachem Sträuben schließlich zustimmte, wiewohl sie zugab, er vernichte geradezu den Export der Lederindustrie schädige die zahlreichen Händen Beschäftigung bietende Industrie, wird die Möglichkeit nicht leugnen können, daß auch ein Wollzoll gutgeheißen werden wird, falls es nicht gelingt, den Reichstag so zu gestalten, daß er den Zolltarif und jede Verschlechterung der Handelsverträge zurückweist. " So bewährt sich die Centrumsdemokratie, wie es sich um die unverbrüchlichsten Eristenzrechte der breiten Massen handelt. Der Verfasser der Broschüre aber gehört zu denen, die es wissen können! Wir treten ein für eine Vermehrung der indirekten Steuern. Die indirekten Steuern haben sich stets auch besonders ergiebig erwiesen( Erhöhung der Tabaksteuer, des Tabakzolles, der Branntweinsteuer usw.)" Ratgeber für die Konservativen im Deutschen Reiche. Herausgegeben im Auftrage der Leitung der konservativen Partei. Politische Ueberlicht. Seite 96. Berlin, den 13. Juni. Die Konservativen und das Wahlrecht. In dem neuesten Ratgeber für die Konser bativen im Deutschen Reich e", herausgegeben im Auftrage der Leitung der konservativen Partei, werden die ,, Grundanschauungen des deutschen Konservatismus und seine Stellung zu den bedeutendsten Einzelfragen der gegenwärtigen Reichs- Gesetzgebung und Staatspolitit" zusammengestellt. Hinsichtlich des Wahlrechts lauten diese Grundanschauungen ( Seite 50, 51, 52): Hinsichtlich des wichtigsten verfassungsmäßigen Rechtes des Volkes, seine Vertreter zu wählen, verwerfen wir alle grundsätzliche Gleichmacherei." . Deutfches Reich. und Die chnische Schwärmerei für militärischen Meuchelmord, die die bürgerliche Presse bei den Nachrichten aus Belgrad zur Schau trug, macht jetzt einer vorsichtigeren Behandlung Platz. Es scheint, als ob erst unsre Betrachtungen die Presse belehrt haben, daß man doch sich ein wenig entrüsten müsse. Immerhin verdient festgehalten zu werden, daß die, Rhein. Westfälische Zeitung", die sofort nach Ausnahmegesetzen gegen die Socialdemokratie schreit, wenn ein Wahnsinniger gegen einen Monarchen einen Strohhalm zückt, am 11. Juni 1903 über die furchtbare Königsschlacht in Serbien munter schrieb: " " Auf dem Dache sitt-! Jm, Socialistenspiegel" war eine ber logene Darstellung über die Kaviar- und Austernzölle und Herr Eugen Richter berief sich für die Wahrheit seiner Phantasien auf das „ Ehrenwort" der Kommissionsmitglieder. Wir erfundigten uns nach den Namen der Abgeordneten, die bereit seien, Lügen mit ihrem Ehrenvort zu bekräftigen. Darauf antwortet die Freisinnige Beitung" wörtlich das Folgende: Ein neuer Schwindel des Vorwärts". Wir lesen im Vorwärts" Richter hütet sich, die Namen der bürgerlichen Abgeordneten zu veröffentlichen, die dem Verfasser der ersten Auflage des Socialistenspiegels" ihr„ Ehrenwort" für mindestens zwölf nachgewiesene fauftdicke Univahrheiten verpfändet haben sollen. Das ist Wort für Wort blanke Erfindung. Es sind überhaupt feine Univahrheiten weder der ersten noch der zweiten Auflage des Socialistenspiegels" nachgewiesen worden, weder von Abgeordneten, noch von sonst jemandem. " Der Verfasser dieser Notiz ist wirklich krank. Wir wollten ja nur wissen, wer dem Verfasser des Socialistenspiegels" eine Fälschung nachgewiesen habe. Und nun erzählt er etwas vom " Socialistenspiegel", dem feine Unwahrheit nachgewiesen sei. " Es ist in der vier Drudbogen starken socialdemokratischen Broschüre Eugen Richters Socialistenspiegel"( Verlag der Buchhandlung Vorwärts) unwiderleglich nachgewiesen, daß es kaum eine einzige Zeile in dem Machwerk der Aktiengesellschaft Fortschritt giebt, die keine Lüge, keine Fälschung, teine Verleumdung enthält. Allerdings hat Eugen Richter bis zu diesem Augenblick nicht den Versuch gemacht, sich gegenüber den Nachweisen der Gegenschrift, die den Verfasser der freisinnigen Broschüre als litterarisch ehrlos darthun, zu rechtfertigen. Die Freis. 3tg." hat sich begnügt, wie sie es seit 19 Jahren thut, die Schimpfwörter" zu sammeln, den Inhalt hat sie totgeschwiegen. Schon aus Gründen der öffentlichen Moral wird es eine erlösende That sein, der Richterei bei den Wahlen für alle Zeiten das Handwerk zu legen. " Die Konservativen find Gegner der selbständigen Gewerkschaftsorganisationen. Heute mir, morgen dir. Den Serbeit waren die Obrenowitsch heute recht, morgen sind ihnen die Karageorgewitsch billig. Da das neue Herrscherhaus früher viele Sympathien hatte, und da die Obrenowitsch jetzt ihr Prestige durch die ärgerniserregende Heirat Alexanders völlig ruiniert hatten, kann man erwarten, daß Serbien unter dem neuen Herrscherhaus ein ruhiges Leben Man hatte konservativerseits gehofft, die Arbeiter durch genießen können wird. Von Angestammtheit" und Anregung freier Vereinsbildung zu einer von der socialdemo Gottesgnadentum" ist hier nicht die Rede, es handelt kratischen Führung unabhängigen Gewerkschaftsbewegung leiten sich allein darum, wie der neue Fürst herrschen wird. Nach seinen zu können. Nach vielen Erfahrungen hat aber die Bewegung Papieren wird kein Serbe den neuen König fragen." eine Richtung angenommen, die oft mehr schadet als nützt. Wie lange muß eine Fürstenfamilie angestammt sein, bis Jedenfalls wird bei weiterer gesetzlicher Regelung mehr als von Gottes Gnaden" wird? Der König von Preußen ist be bisher im Sinne der kaiserlichen Socialpolitik darauf zu sehen kanntlich erst seit 1866 in Hessen, Nassau und Hannover, angestammt", sein, daß dem Bedürfnis der Arbeiter nach Zusammenschluß und erst seit 1871 dem Reiche angestammt. ,, Hinsichtlich des Wahlrechts treten wir auf dem Boden der Reichsverfassung ein für die allgemeine direkte geheime sie Wahl, obwohl wir dieses Wahlrecht nicht für gerecht halten und die Gefahren nicht verkennen, die in demselben liegen." " " Ratgebr für die Konservativen im Deutschen Reiche. Herausgegeben im Auftrage der Leitung der konservativen Partei. Seite 83. Die Revolver- ,, Germania". Der vielfach in Fehden mit der Socialdemokratie verunglückte mehr durch solche Organisationen entgegengekommen werde, Die allgemeine direkte geheime Wahl ist konservativer Militär- Schriftsteller v. Boguslawski will den militärischen Charakter in denen beide interessierten Teile, die Arbeitgeber und die Auffassung gemäß nicht gerecht, denn sie berücksichtigt weder Truppen". Nun schlimmer als das russische Militär ist das serbische berührenden Fragen zusammenfinden." des serbischen Umsturzes leugnen. Das seien undisciplinierte Arbeiter, sich zur Behandlung der die gemeinsamen Interessen die natürliche Gliederung des Volkes nach Ständen und Be- ficher nicht. Und die Russen waren doch für unsre preußischen Offiziere rufen, noch den großen Unterschied, der sowohl zwischen den in China„ reizende Kameraden". Leistungen der Einzelnen für die Gesamtheit, als auch in ihrer Thatsächlich ist die serbische Revolution echt militärisch. Das Bildung und socialen Stellung besteht." beweist schon allein die Berufung auf die„ Ehre der Armee", die " In der großen Zeit der Reichsgründung dachte niemand durch die Heirat Alexanders mit Frau Draga geschändet sein sollte. daran, daß dieses Recht einst eine Handhabe werden könnte Auch die Grausamkeit entspricht ganz militärischen Anschauungen, für vaterlandsfeindliche und umstürzlerische Verhegungen. denen Schneidigkeit die höchste Tugend ist. Nur fest um sich hauen Hätte man geahnt, wie hierdurch der Verführung des leicht- und kein Bardon geben!" Als ganz besonders gefährlich eriveisen die serbischen Vorgläubigen Volkes Thür und Thor geöffnet wird, wie immer gänge die Institution einer militärischen Gerichtsbar mehr der bessere Teil der Nation dadurch von der thätigen keit. Dadurch wird den Führern erfolgreicher Militärrevolutionen Beteiligung an der Volksvertretung zurückgedrängt würde, von vornherein Straflosigkeit gewährleistet. Die civile Gerichts man hätte wohl kaum mit diesem Wahlgesetz die Brand- barkeit hat ja nichts zu thun, und die Armee wird natürlich nicht fackel an das Gebäude des neuen Reiches gelegt." Mörder verurteilen, die sie selber angestiftet hat. Die Einrichtung „ Wir suchen deshalb aufklärend einzutreten dafür, daß eines besonderen Militärrechtes ist geradezu eine Prämie für dieses Wahlrecht nicht grundsätzlich das beste iſt." Militärrevolutionen! „ Ein Gegengewicht bildet die Verlängerung der Legislatur oder Entschuldigung der Regenten, Präsidenten- und Ministermorde Herr v. Boguslawski schreibt auch von einer„ Verteidigung perioden, ebenso auch die unveränderte Zusammensetzung der( unter den Königsmorden auch den der Kaiserin Elisabeth) in der Wahlkreise. Während die Wahlkreise der großen Städte mit socialdemokratischen Presse". ihrer unruhigen Bevölkerung ungeheuer anschtvellen, behalten Herr v. Boguslawski sollte nicht eine so grobe unwahrheit die ländlichen Kreise mit ihrer der Verhegung( foll heißen schreiben. Wann hätten wir jemals die Ermordung der Königin Aufklärung. Red. d. V.) weniger zugänglichen Bevölkerung Elisabeth, des Königs Humbert, des Präsidenten Carnot„ vereinen größeren Einfluß auf die Wahl, als ihnen bei teidigt oder entschuldigt"? Wenn wir von Thaten Wahn= bloßer allgemeiner Stimmenzählung zufäme. Wir sind inniger sprachen, so ist das weder eine Entschuldigung noch daher gegen die von der Socialdemokratie erstrebte Neu- eine Verteidigung, sondern vielmehr die Ausscheidung solcher Thaten aus dem Bereich vernünftiger Menschen. einteilung der Wahlkreise." " der Die Socialdemokratie ist die Partei der Arbeiter. Diese Thatsache wird auch von der Regierung anerkannt. In Sitzung des Reichstages vom 23. Januar 1902 sagte der Staatssekretär des Innern, Graf Pofadowsky: Ich verdenke es den Vertretern der Socialdemokratie nicht, wenn sie hier in diesem hohen Hause die Rechte der Arbeiter vertreten; ich betrachte die Socialdemokratie als eine Arbeiterpartei Ich bin also der Ansicht, die Socialdemokratie wahrt ihr gutes Recht, wenn sie hier für die Rechte der Arbeiter eintritt. · Die Arbeiter wahren ihr gutes Recht einzig und allein dadurch, Die Abneigung der Konservativen gegen die geheime Wahl ist offen ausgesprochen in dem„ Wahlbüchlein zur Reichstagswahl 1903", herausgegeben vom Vorstande der deutschen konservativen Partei. Dort ist Seite 39 zu lesen: Die geheime Wahl ist bekanntlich gegen den Wunsch und Willen des Fürsten Bismarck in den Verfassungsentwurf von der Linken hineingebracht worden; ein Anlaß, die geheime Wahl noch besonders zu sichern", lag also für die verbündeten Regierungen wohl nicht vor. Staatssekretär Graf Posadowsky aber ging sogar soweit, diese angebliche Sicherung für eine ſittliche und ethische Pflicht zu erklären. Welch schweren Vorwurf er mit diesen Worten den verbündeten Regierungen, die bisher eine die bisher eine derartige sitt daß sie socialdemokratisch wählen. liche und ethische Pflicht nicht anzuerkennen vermochten, gemacht hat, wird er wohl aus den entsprechenden Bemerkungen namentlich in socialdemokratischen Blättern Truppenübungsplatz in Döberik erfochten. Der Telegraph berichtet Eine siegreiche Kavallerie- Attade hat Wilhelm II. auf dem erkannt haben. Was die neuen Bestimmungen selbst über den Sieg wie folgt: betrifft, so sollen fortan amtliche Couverts einUm 7 Uhr erschien der Kaiser, in der Uniform der Leibgeführt werden, in die die Wahlzettel an besonderen Garde- Husaren, auf einem Schimmel, rift die Fronten ab und bot Zischen gelegt werden sollen, an denen eine Vorrichtung an jedem Regiment Guten Morgen. Er übernahm sodann das Komgebracht ist, durch die verhindert werden soll, daß die Wähler bei diesem geheimnisvollen Akt gesehen werden. Das ist aber in der Hauptsache eine Erschwerung bei der Ausübung des Wahlrechtes, ein unangenehmer und lächerlicher 3wang für freie Männer, die sich nicht schenen, ihrer politischen Meinung offen Ausdruck zu verleihen." Das Ideal der Konservativen ist das preußische Dreitlassen- Wahlsystent mit seiner öffentlichen Abstimmung, von dem es in dem„ Ratgeber" Seite 53 heißt: „ Ein nicht durch vorgefaßte Meinung eingenommenes Urteil wird anerkennen müssen, daß dieser Wahlordnung mehr Gerechtigkeitsgefühl zu Grunde liegt, als der des allgemeinen gleichen Stimmrechts, bei welchem weder die Urteilsbefähigung noch die Leistungen für die Allgemeinheit berück sichtigt werden." „ Die von der Socialdemokratie geforderte Koalitionsfreiheit, insofern sie einen Zusammenschluß der auf Umsturz gerichteten Bestrebungen gegen das bestehende Recht will, kann von diesem Rechte weder gewährt noch geschützt werden." Ratgeber für die Konservativen im Deutschen Reiche. Heraus gegeben im Auftrage der Leitung der konservativen Partei. Seite 113. mando über die Garde- Kavallerie- Division und eperzierte dieselbe zunächst längere Zeit im ganzen. Etwa um 8 Uhr begann eine größere Gefechtsübung. Der Kaiser führte auch hierbei die Division und ging gegen einen von Often her anrückenden Feind vor, welchen das Regiment Alexander, die Fürstenwalder Ulanen und einige Batterien Artillerie markierten. Die reitenden Batterien des Kaisers avancierten zunächst, und eröffneten alsbald das Feuer; die Kavallerie- Regimenter zogen sich im weiten Bogen nach Süden zu durch das bewaldete und hügelige Gelände des Plakes, um erst etwa um 10 Uhr in nördlicher Richtung hervorzubrechen. Der Feind war seinerseits von der Ostseite des Plates her vorgegangen und hatte dann auf dem Hasenheide- Berg Stellung genommen, mit der Front gegen Süden. Unter lebhaftestem Artilleriefeuer von beiden Seiten und unter dem taktmäßigen Gefnatter der Maschinengewehre unternahm hier der Kaiser mit seiner Division eine große Attacke, der sich die markierenden Schwadronen der Fürstenwalder Ulanen vergeblich entgegenwarfen. Um 10 Uhr folgte Kritik und bald darauf Parademarsch aller beteiligten Truppenteile vor dem Kaiser. Die Kavallerie und Artillerie gingen im Galopp vorüber. Die Schule neben dem Stalle. Jm„ Lokal- Anzeiger" ist zu lesen: Es stellt sich jetzt heraus, daß die Germania" mit ihren Enthüllungen" über den Vorivärts"-Betrieb nichts wie schmutziges Wahlmanöver im Stile des Korbmachers Fischer beabsichtigt hat. Darum versteht sie sich im Gegensatz zu anständigen katholischen Blättern von der Kölnischen Volkszeitung" noch immer nicht zu einem ehrlichen Widerruf. Im Gegenteil, fie fezt nach Erpresserweise ihr Handwerk fort. Vor den Wahlen muß weiter gelogen werden. Die„ Germania" hat bis zur Stunde weder unsre noch ihre Lohnlisten veröffentlicht. Sie hat, wie wir nachgewiesen haben, ihre paar Lohnzahlen für einige bestgestellte Arbeiter angegeben und diese einrechnete. geflissentlich gefälscht, indem sie die Ueberstunden in den festen Lohn Heute, nachdem sie sich am heiligen Fronleichnamsfeste gestärkt, bringt das fromune Organ folgende weitere Verleumdungen: " der " " Inzwischen sind uns, wie wir vorgestern in unsren Brieffasten- Notizen bereits andeuteten, aus socialdemokratischen Kreisen verschiedene Zuschriften zugegangen, welche den„ Musterbetrieb" in der Vorwärts"-Druckerei in ein so scharfes Bliglicht stellen, daß die Socialdemokraten im ganzen Reiche erstaunt sein würden, wenn sie danach die Wahrheit über diese Praxis der Socialdemokratie bei ihrem Centralorgan" erfahren müßten. Es handelt sich dabei nicht um Löhne, wobei die Socialdemokratie mit ihrem Vorwärts" hinter andren Druckereien zurücksteht, sondern auch um die Behandlung der Angestellten. In allen seinen Erwiderungen hat der Vorwärts" eine principielle Erörterung über das bedeutsame sociale Thema der Nachtarbeit in der Vorwärts"-Druckerei geflissentlich vermieden. Und nun erst die Nachtarbeit Worwärts" Austräge= rinnen und deren Kinder. Der Vorwärts" benutzt befanntlich zu seiner Verbreitung in Berlin seit einigen die Jahren nicht mehr allgemeinen Zeitungsspeditionen, sondern hat seine eigne socialdemokratische Zeitungsspedition. Wenn diese„ Vorwärts"-Austrägerinnen einmal in einer socialdemokratischen Versammlung die Segnungen" des socialdemokratischen Musterbetriebes" beim Borwärts" schildern könnten und so schildern würden, wie das in einem acht Seiten langen Briefe an die„ Germania" geschehen ist. Es ist doch sehr bezeichnend, daß die Genossen" bei den gegenwärtigen Erörterungen über den„ Musterbetrieb" der„ Vorwärts"-Druckerei einerseits die Flucht in die Deffentlichkeit zu machen sich bemühen, andrerseits aber aus Furcht vor dem Terrorismus der Socialdemokratie nicht wagen, vor der vollen Deffentlichkeit mit ihrem Namen aufzutreten." Ganz die Methode eines Revolverjournalisten, der mit dunklen Andeutungen arbeitet. Keine einzige Thatsache wird mitgeteilt, nur ein jesuitisches Andenten fürchterlicher Geheimnisse. Heraus mit Eurem Materialwir fürchten nichts. " " " Die„ Austrägerin" der" Germania" freilich kann überhaupt nicht aus dem„ Borwärts"-Betrieb stammen. Denn erstens hat die Leitung des Vorwärts" überhaupt nichts mit den Austrägerinnen zu thun; diese werden vielmehr von den Berliner Parteigenossen angestellt und unterstehen ihrer Kontrolle. Zweitens ist es den Austrägerinnen streng verboten, Kinder zu beschäftigen; und jede wird entlassen, die es dennoch thut. Und drittens haben die Austrägerinnen des Vorwärts" die weitaus besten wirtschaftlichen Bedingungen in der ganzen Berliner Zeitungs- Spedition. Der acht Seiten lange Brief ist also eine Mystifitation oder eine Erfindung der Germania". Wenn die„ Germania" schließlich behauptet, daß allen in festem Wochenlohn in der Germania"-Druckerei beschäftigten Angestellten und Arbeitern keinerlei Lohnabzug für gefeßliche und katholische Feiertage gemacht werde, so mag das für die katholischen Feiertage zutreffen; denn an diesen wurde in der„ Germania"-Druckerei gearbeitet. Wenn man arbeiten läßt, kam man doch wohl nicht gut Lohnabzüge machen. Nur am legten Fronleichnahmsfest wurde ge=.. feiert, vermutlich aus Furcht vor dem Vorwärts". Es ist in der That skandalös, daß eine große Partei wie das Centrum als Centralorgan ein Blatt aushält, das moralisch auf der Stufe eines Revolverblattes steht! ,, Deutschlands größte Zeit" unter dem Hammer. Verschiedene Baseler Blätter bringen folgendes Inserat: „ Gerichtliche Gant. Freitag, den 12. Juni 1903, nachmittags 3 Uhr, wird im Saale des Civilgerichts, Bäumleingasse 3, gegen Barzahlung versteigert: Die Urkunde betr. Ernennung des Generalfeldmarschalls von Manteuffel zum Statthalter von Elsaß- Lothringen." " Der Landwirtschaftsminister v. Podbielski ist in Begleitung mehrerer Ministerialkommissare aus seinem Ressort, worunter sich auch der Dezernent für Gestütsangelegenheiten Oberregierungsrat Die Einführung eines Wollzolls Schilling befindet, in Trakehnen eingetroffen. Da der Minister berlangen die Konservativen und ein Teil des Centrums. Der neue außerdem noch von zwei vortragenden Räten im Kultus Zolltarif läßt ebenso wie der bestehende dies inbesondere für unsre ministerium begleitet ist, so wird angenommen, daß es sich neben einer Revision des königl. Hauptgestüts auch um eine eingehende Textil- Industrie so notwendige Rohprodukt frei. Auch die Regierung Prüfung auf dem Gebiete des Schulwesens in Trakehnen handelt. ist zur Zeit, wie früher gegen Quebrachozölle, gegen einen Im Anschluß hieran wird der Landwirtschaftsminister, wie wir Wollzoll. In der Zolltarif- Kommission erklärten die Konservativen bereits erwähnten, das Landgestüt Insterburg und das Zuchtgestüt Graf v. Kanig, v. Wangenheim und Dr. Hahn die Ein- Georgenburg- Zwion besichtigen." führung eines Wollzolls als dringend erforderlich und behielten Ist es nicht eigentlich eine Geringschäzung der Hengste, daß man sich trotz der großen Kriegsdotation in schwierigen Verhältnissen. fich einen Antrag auf Einführung eines Wollzolls in der neben der Sorge um ihr Wohl außerdem auch noch Gedanken für Sein Nachlaß auch die vertraulichen Briefe- ist wiederholt Sigung vom 19. Juni ausdrücklich vor. Sie haben dann einen die Volksschule hat? versteigert worden! So endigt der Ruhm! Herr v. Manteuffel, der Paladin, befand worden. Ausland. Der Rücktritt des italienischen Ministeriums. Oestreich- Ungarn. Frankreich. Verbot öffentlicher religiöser Umzüge. Die Regierung hat den Pfarrern der Pariser Kirchen untersagt, die alljährlich am Sonntag nach Frohnleichnam stattfindenden Prozeffionen außerhalb der Kirche abzuhalten. Begründet wird dieses Verbot mit dem Gesetz von 1901, wonach in allen Städten, in denen sich Gotteshäuser Andersgläubiger befinden, religiöse Ceremonien außerhalb der Gotteshäuser nicht abgehalten werden dürfen. Den eigentlichen Anlaß zu dieser Maßnahme boten jedoch Befürchtungen, daß die Prozessionen diesmal feindselige Kundgebungen seitens der Antiflerikalen hervorrufen All " aufzuhalten, wurde jedoch durch die Schüsse eines Lieutenants nieder-| Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt und polizeilich ab gestreckt. In diesem Augenblicke ging infolge absichtlicher Störung gesperrt. Mit größter Spannung folgten die Versammelten dem Die Anklagen der äußersten Linten gegen den Marineminister tappten im Dunkeln über die Stiegen zu den Privatdepartements des Der Redner mit dem Aufruf, daß jeder, der die geistige, politische das elektrische Licht im ganzen Hause aus. Die 30 Verschworenen gehaltreichen Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Stadthagen. haben, obwohl sie mit einem„ Erfolg" des Kabinetts endigten, zum Königs, wo sie Kerzen fanden und anzündeten, worauf die Suche und wirtschaftliche Hebung unsres Volkes will, mit aller Straft für Sturze der Regierung geführt. begann. Die Räume wurden vielmals vergeblich durchsucht. Die Ver- die Socialdemokratie wirken solle, daß unser Kandidat Richard In der Kammer teilte Ministerpräsident Zanardelli dem Hause schworenen glaubten, das Königspaar sei bereits entflohen. In dem Fischer im ersten Wahlgang gewählt werde. Besonders forderte mit, daß das Ministerium dem Könige sein Entlassungsgesuch ein- Verbindungsgang zwischen dem alten und neuen Palais wurde in der Redner die Frauen auf, ihren Einfluß in dieser Richtung gereicht habe. Der König habe sich die Entscheidung vorbehalten. einem Kämmerchen der Kammerdiener der Königin entdeckt und ge- geltend zu machen.( Langanhaltender Beifall und Bravorufe,) Das Ministerium bleibe in seiner Stellung, um die Aufrecht- zwungen, das Versteck zu verraten, worauf er niedergeschoffen Gegner verlangten trotz Aufforderung nicht das Wort. erhaltung der Ruhe und den regelmäßigen Geschäftsgang zu sichern. Führung zu der versperrten Thür des alten Palais, welche den freises, lang vorbereitet, wurde gestern abend in der„ Boc wurde. Naumowitsch und Maschin übernahmen nun die Eine große Revue der Ordnungsparteien" des 1. und 2. Wahl Arthieben widerstand. Die Verschworenen benutzten nun Dynamit, wobei Naumowitsch und Kapitän Milikowitsch den brauerei" in Scene gefeßt. Beinahe die Hälfte der An Das Attentat auf den Kaiser Franz Joseph stellt sich als ein Tod fanden, Maschin entdeckte endlich in einer Maueröffnung dem„ jeistigen Arbeeter" Schirp bis hinab zu dem„ Herrn" Arbeiter wesenden waren unsre Parteigenossen. Alle Größen, von recht harmloser Angriffsversuch heraus. Der sogenannte„ Attentäter", einen fleinen Knopf, welcher das Versteck des Königs öffnete. der als schwachsinnig bekannte frühere Buchhalter Jakob Reich, hatte Mischitsch rief dem König zu:„ Erkläre Deine Resignation!" Reinhardt, waren zusammengetrommelt. Drei Redner traten hintereinander auf, der mur einen gewöhnlichen Spazierstock bei sich; die Meldung, Der König erwiderte:„ Wir kommen nur auf Ehrenwort mit, General Bartels, der Arbeiter daß der Angriff mit einem Dolch erfolgt sei, beruht auf Erfindung. Dir wird nicht verhandelt!" Der König weigerte sich, von der den Schwindel, daß uns nichts geschieht." und der Gemeine" bon Mehrere riefen:„ Vorwärts! mit Reinhardt Wend stern. Reich ist noch gestern abend auf Grund eines polizeiärztlichen Dir wird nicht verhandelt!" Der König weigerte sich, von der die Verdrehungen und Fälschungen zu Gutachtens der Niederösterreichischen Landes- Frrenanstalt übergeben bebenden Draga zu weichen. und wurde in die Mitte des Gemaches bringen, welche die drei über die Socialdemokratie zuſammengezerrt. Da er auf den Zuruf:„ Dante ab!" nichts erwiderte, traten geredet, und sie zu widerlegen, lohnt nicht. Der General watete bis Kapitän Anjelfowitsch, Lazarewitsch, Dimitrjewitsch, Radivojewitsch an die Knöchel im Blute der„ vaterlandslosen Socialdemokratie". und Troipkowitsch vor und gaben die ersten Schüsse ab. Die andren die die Pariser Kommune nach Bebel" nur als ein„ schwaches Vorfeuerten nach. Alexander wurde von den Kugeln förmlich durch- spiel" betrachtet. Der„ Gemeine" Herr von Wenckstern, der als löchert und sank tot zu Boden. Hierauf wurde die vor Schreck halb- besondere Empfehlung hervorhob, daß er von der Pieke auf als tote Draga ergriffen und dicht an der Maueröffnung von einer Salve Soldat gedient, war bedeutend friedliebender. Dem Arbeiter von Revolverschüssen niedergestreckt.". Reinhardt war die Rolle des Gewerkschaftsfreundes gegenüber Dann stürzte sich die vertierte Schar auf den Leichnam der der bösen Socialdemokratie zugeteilt. Er hat seinen Freund", Frau Draga und des Königs, der von 27 Kugeln durchbohrt war, den Kandidaten des zweiten Kreises, befragt, und dieser und zerfetzte beide mit ihren Dolchen. Nach einigen Angaben soll hat ihm mitgeteilt, daß er für die kleinen Milchhändler( gegen Ring?) man die Körper auch noch mit den Füßen bearbeitet haben. Dann und für die Droschkenkutscher eintreten wolle. Nachdem die Referenten wurden die Leichen einfach aus dem Fenster geworfen. Lehteres geendet, trat Herr v. Schirp auf, hielt eine schmetternde Rede gegen wird zwar von dem Gewährsmann des" Fremdenblatts" bestritten, die Socialdemokratie. Diskussion folle nicht stattfinden, weil die Ungarischen Telegr.- Korresp.- Bureau" aus Belgrad gemeldet: Es( Durch Zwischenrufe.) von verschiedenen andren Seiten aber bestätigt, so wird z. B. dem anwesenden Socialdemokraten das Gastrecht mißbraucht hätten. Sodann wurden im Ramsch gut ein ist Thatsache, daß die Leichen des Königs und der Königin auf die Dußend Hochs ausgebracht; einer brachte immer eins auf Straße geworfen wurden. Der russische Gesandte Tscharikow, der aus; außer auf die Kandidaten, gegen fünf Uhr früh durch das Gerücht von der Katastrophe auf die Vorsitzenden usw. wurden die deutschen Frauen und alles Mögliche Straße gelodt worden war. erwirkte die Bergung der Leichen ins angehocht, dazu gesungen. Unfre Barteigenossen antworteten mit Innere des Konats. Ueber die Ursache der barbarischen Handlungs- Hochs auf Fischer und die Partei. Die Demonstration und Gegenweise äußerte einer der bei dem Mordanschlage Beteiligten, daß demonstration wurde bis auf die Straße hinaus fortgesetzt. Die zweite Lesung des Finanzgesetzes hat gestern( Freitag) im und heranrückenden siebenten Infanterie- Regiments zum Bewußt- finnige intelligente und steuerkräftige" Bürgertum des ersten man durch den Anblick der Leichen den Soldaten des alarmierten Der Freifinn und das allgemeine gleiche Wahlrecht. Das freienglischen Unterhause begonnen. Von den Reden haben nur die des fein bringen wollte, daß die That geschehen und ein Kampf nutz- Wahlkreises hat sich am Sonnabendabend noch einmal von Herrn Konservativen Gibson Bowles und des Schazkanzler Ritchie los fei. einige Bedeutung. Gibson Bowles beschuldigt die Regierung in Eugen Richter und seinen getreuen Schildknappen über die Sachen des Kornzolles der Unentschlossenheit. Jm vorigen Jahre habe sie Ziele der Socialdemokratie belehren" lassen. Die zu diesem Zweck den Freihandel dem Finanzzoll geopfert, in diesem Jahre opfere sie haber alles vor, um in der zum Montag einberufenen Stupfchtina zu verlaufen pflegen, wenn Richter spricht. Nachdem der Mord vollzogen, bereiten jetzt die jetzigen Macht- einberufene Versammlung verlief, wie freisinnige Versammlungen immer die Finanzzölle dem Freihandel. Im nächsten Jahre werde sie, wie die Wahl des von ihnen empfohlenen Peter Karageorgewitsch durch nicht, von den Wählern durfte niemand muckfen. Diskussion gab's Vor Richter er es auffasse, den Freihandel für Vorzugstarife aufopfern und zuseßen. Dem„ Ungarischen Telegraphen- Korrespondenz- Bureau" wird sprachen der Freisinns- Kandidat Kämpf und Stadtverordneter im darauffolgenden Jahre die Vorzugstarife wieder zu Gunsten des darüber aus Belgrad gemeldet: In der am Sonntag stattfindenden Cassel. Schutzzoll- Systems aufgeben. Wenn Chamberlains Politik die Sigung der Stupichtina wird zuerst über die Regierungsform abgestimmt werteste, daß er in ruhiger, langsamer, wohl überlegter An Herrn Kämpfs Vortrag war das BemerkensNahrungsmittel des Volkes besteuern soll, so werden er und feine werden; hierauf wird eventuell die Proklamierung eines der Kandidaten Rede und mit klarer deutlicher, weithin vernehmbarer Stimme hinFreunde die Angelegenheit vom Standpunkt einer für Lebensmittel zum Könige erfolgen. In den letzten Tagen hat sich namentlich in den wies auf den Einfluß in Gesetzgebung und Verwaltung", der Bollfreiheit eintretenden Torypartei erörtern. Schazkanzler Ritchie erklärte, er werde seinen ganzen Einfluß macht. Als Wortführer der republikanischen Strömung im Kabinett feiner Intelligenz und nach seiner Steuerkraft." gebildeten Kreisen eine starke republikanische Strömung geltend ge- dem freisinnigen Bürgertum gebührt nach seiner Zahl, aufwenden, um die Ausgaben niedrig zu halten. Er hoffe, Eng- wird der Justizminister Schiwkowitsch bezeichnet. Jedoch wird die fönnten. Paris, 18. Juni. Die vorgestern gewählte Kommission zur Prüfung der Anträge über Kündigung des Konkordats und die Trennung von Kirche und Staat hat mit 17 gegen 16 Stimmen eine Resolution des Socialisten Vaillant angenommen, die sich im Princip für die Kündigung des Konkordats und die Trennung von Kirche und Staat ausspricht. England. land werde mit Deutschland immer in Be= ziehungen guten Einbernehmens und enger Freund fchaft stehen, aber die Thatsache dürfe nicht unbeachtet gelassen werden, daß die deutsche Flotte ebenso wie die der Vereinigten Staaten erst in jüngster Zeit entstanden sei. Die Eristenz Großbritanniens hänge von seiner Flotte ab. England dürfe die Flotte nicht unter ein Maß sinten lassen, welches notwendig sei, um die Herrschaft zur See zu sichern. Er meine, daß, da ein großer Teil der Marine- Ausgaben durch den Schutz der Kolonien entständen, England größere Beiträge von ihnen empfangen sollte. dauere, daß Kanada nichts beisteuere. Er sei nicht ohne Hoffnung, daß, wenn der Zustand der Dinge in Südafrika mehr geregelt sei, England vielleicht einen größeren Beitrag als gegenwärtig er halten werde. Er beDie serbische Offiziers- Revolution. Der Telegraph fpeit eine stetig wachsende Fülle von Mitteilungen und Nachrichten über das furchtbare Belgrader Drama aus, aber noch immer läßt sich nur mit halber Sicherheit feststellen, wie sich die Vorgänge in der Schreckensnacht abgespielt haben. Das ist erklärlich, denn sehr vieles, was jetzt geschäftig in die Welt hinaustelegraphiert wird, ist nichts als Mutmaßung und Kombination. Was sich im Königsschloß zugetragen hat, darüber können nur jene Edelsten im vornehmsten Rock berichten, die an der Meuterei beteiligt waren, und diese haben, soweit sie nicht völlig vertiert vertiert sind, angesichts der Roheit und viehischen Brutalität, mit der die Abschlachtung vollzogen wurde, ein Interesse daran, die Vorgänge abzuschwächen und die Motive, die sie zur That bestimmten, in möglichst günstigem Licht erscheinen zu lassen. Und dasselbe Interesse daran, die Deffentlichkeit zu täuschen, haben die jetzigen Machthaber und ihre Freunde. Um sich zu entlasten und den Mord begreiflicher erscheinen zu lassen, suchen sie offensichtlich die zweifellos oft tyrannischen Handlungen des Ermordeten mit allerlei erfundenen grausigen Zuthaten aufzupuzen und Frau Draga als die niedrigste aller serbischen Dirnen hinzustellen. Der König ist tot; es lebe der König! T die auswärtigen Beziehungen erschweren dürfte, die republikanische Erwägung, daß die Wahl der republikanischen Regierungsform Strömung beeinträchtigen. Somit wird wahrscheinlich die Prokla mierung eines Königs erfolgen. Das Gerücht von Unruhen und Erhebungen im Innern des Landes und von einem Pronunciamento des Nischer Armeecorps sind unbegründet. . K. Telegr.- Korresp.- Bureaus aus Belgrad: Aehnlich meldet der Belgrader Specialforrespondent des Wiener vollkommen Die Nacht ist ruhig verlaufen. Während der Nacht durch Kavallerie zogen Die Stimmung der Bevölkerung ist vollkommen ruhig. Es zeigt sich und Infanterie Patrouillen die Stadt. nur für König Alexander Teilnahme. Das Hauptinteresse wendet sich der Tagung der Montag hier zusammentretenden Stupschtina zu. Die Mehrheit der Stadtbevölkerung hält die Wahl Peter Kara georgewitschs für sicher. Man spricht aber auch von der Möglichkeit Ser Abgabe von Stimmen für den Prinzen Mirko von Montenegro. Es sind auch vereinzelte republikanische Strömungen wahrnehmbar. In die allgemeine Freude über das Gelingen des Staatsstreiches mischt sich eine Beklommenheit und eine gewisse Besorgnis über die kommenden innerpolitischen Ereignisse, insbesondere auch über eine für möglich gehaltene fremde Einmischung. den andern " den bei Bethge, Chausseestr. 39. Daselbst referierte Genosse Auguſtin. Brit. Eine gutbesuchte Wählerversammlung tagte am Freitag Die Versammelten spendeten dem Redner lebhaften Beifall. Dann nahm Genosse Zubeil das Wort und forderte die Versammelten auf, den 16. Juni zu einem Tage der Abrechnung zu gestalten. Langanhaltender Beifall folgte den Worten Zubeils. Nachdem noch befannt gegeben war, daß am 16. Juni eine Versammlung bei Güldner, Rudowerstr. 66, zur Verkündigung des Wahlresultats stattfinden auf die Socialdemokratie geschlossen. Die Marseillaise singend, verwird, wurde die imposante Versammlung mit einem dreifachen Hoch ließen die Anwesenden langsam den Saal. Thomas stattgefundene Wählerversammlung war von ca. 400 Personen, Reinickendorf- West. Die am Freitagabend im Saale der Witwe darunter zahlreiche Frauen, besucht. Genosse Dr. Alberth kritisierte das Verhalten der gegnerischen, besonders der vereinigten nationalgesinnten Parteien im Wahltampfe. Er richtete einen dringenden Appell an die Wähler, am 16. Juni ihre Pflicht zu thun, um dem Kandidaten der Socialdemokratie zum Siege zu verhelfen. Reicher Beifall belohnte den Vortragenden. Gegner meldeten sich trok mehrfacher Aufforderung nicht zum Wort. Nachdem eine dem Referat entsprechende Resolution einstimmig angenommen war, schloß der Vorsitzende mit einem Hoch auf die Socialdemokratie. Um sich aber für alle Fälle beim Militär den nötigen Rückhalt zu sichern, werden inzwischen von der neuen provisorischen Regierung die nicht recht zuverlässigen Truppenkommandeure durch andre ersetzt. Die" Grostenovine" veröffentlicht einen Erlaß des Friedrichshagen. Am 11. d. M. fand im Restaurant„ Eisfeller" Kriegsministers bezüglich Ernennung mehrerer neuer, unter Ent- eine von mindestens 500 Personen besuchte Versammlung statt, in hebung der betreffenden bisherigen Truppenkommandanten. Die welcher der Reichstags- Kandidat des Nieder- Barnimer Kreises, Stadtvertretung macht durch Maueranschlag die Bevölkerung auf Stadthagen, ein mehr als zweistündiges Referat erstattete. DasGesetzesartikel 34 aufmerksam, wonach fünf Tage vor dem Zusammen- selbe wurde mehrfach durch braufenden Beifall unterbrochen. Der tritt und während der Sessionsdauer der Skupſchtina Versammlungen konservative Gegenkandidat, Herr Ringel, obwohl freundlichst eingeinnerhalb des Tagungsortes sowie dessen Umgebung im Umkreise laden unter Zusicherung vollster Redefreiheit, hatte brieflich unter von 20 Kilometer untersagt sind, und fordert zur Wahrung der nichtssagenden Ausreden abgelehnt, zu erscheinen. Von den vielen Ordnung und Befolgung dieses Gesetzes auf. anwesenden Gegnern erhob sich nur einer, um wenige kurze Ausführungen zu machen. Derselbe wurde vom Referenten widerlegt. Unter dreifachem Hoch auf die socialdemokratische Partei wurde die Versammlung geschlossen. Die neue Dynaftic. Inzwischen bereitet sich der neue König von Gottesgnaden" auf feinen Regierungsantritt vor und läßt sich vorläufig interviewen. Einem Korrespondenten der römischen„ Tribuna" erklärte er, die Dynastie, die er vertrete, sei eine wahre Voltsdynastie, Dennoch läßt sich aus dem Wuſt der widerstreitenden Nach- und habe von jeher kein andres Ziel als die Verteidigung richten jetzt deutlich erkennen, daß die Revolte nicht von den sogen. der Volfsrechte verfolgt; deshalb werde er die unaustilgbaren AnRadikalen ausgegangen ist, wenn auch einzelne von diesen an der rechte seiner Söhne auf den Thron an niemand, wer es auch sei, Verschwörung beteiligt sind und andre sie begünstigt haben mögen, abtreten. sondern bom Offiziercorps, und zwar nicht bon den Aber auch andre Angehörige des neuen Königshauses präparieren unteren Offizieren, sondern von den Devisions- und Re- fich auf ihre Würde. So wird dem„ Berliner Tageblatt" aus Paris giments- Kommandeuren. Und nicht irgendwelche hehren Ziele, berichtet: nicht der Wunsch, dem Vaterlande den Weg zu einer Ein Mitarbeiter des" Temps" hat heute nacht der Siegesbesseren Zukunft zu öffnen und dem feier Arsène Karageorgiewitsch in der in der Rue Helder belegenen Volk gequälten Bar beigewohnt. Er erzählt darüber folgendes: Prinz Arsène zu nügen, waren die Triebfedern, die fie zur Hinweg Karageorgiewitsch wohnte gestern wie täglich den Rennen bei. Er schaffung des letzten Obrenowitsch schreiten ließen, sondern ist ein großer Spieler, und jedesmal, wenn er seine Pension erdas Gefühl der verletzten Eitelkeit und der Rache, das hält, beeilt er sich, sein Glück im Spiel zu probieren. Gestern Gefühl, bei Frau Draga und dem von ihr beherrschten König nicht abend erwarteten ihn seine Freunde, Spieler mit dem Monocle im jene Anerkennung und Begünstigung zu finden, die andre erfuhren Auge und brillantenbehängte Weiber in der Bar. Arfènes Geund auf die auch sie Anspruch zu haben glaubten. liebte, die Barwirtin, thronte auf hohem Sessel und empfing im der Gäste. Die Bar war mit fleinen Fähnchen in den serbischen Namen ihres noch abwesenden prinzlichen Freundes die Huldigungen Farben geschmückt. Die Eintretenden begrüßten die Wirtin mit den Worten:" Bon jour, princesse!" In später Stunde kam der Prinz sehr aufgeregt mit aufgezwirbeltem Schnurrbart. Seine Freunde sprangen auf und riefen:" Vive Karageorgiewitsch, vive la Serbie!" Nachdem diese Ovationen in Empfang genommen waren, zog sich der Prinz mit einigen intimeren Freunden und Freundinnen in ein Nebenzimmer zurück, woher nach einiger Beit die von einer weiblichen Stimme geschrieenen Worten famen: " Arsène, ich trinke auf Deine 35 Millionen!" Als eigentliche Leiter der Verschwörung erscheinen der Oberst Mischitsch, der Kommandeur der Drina- Division, und der Oberst Maschin, ein Schwager der Königin, der von früherher mit dieſer persönlich verfeindet war. Sie warben unter den höheren Offizieren eine Anzahl weiterer sich zurückgesezt fühlender Verschwörer, darunter den Oberstlieutnant Naumowitsch, den Flügeladjutanten des Königs, und von dieser Blüte des Offiziercorps wurde dann, nachdem man sich der stillen Zustimmung eines Teils der Mannschaften verfichert hatte, die That ausgeführt, die der Belgrader Korrespondent des Wiener " Fremdenblatt" nach zuverlässiger Darstellung, anscheinend von seiten eines der Beteiligten, folgendermaßen schildert: Die amtliche Mitteilung von dem Regierungswechsel " Die Verschworenen warteten bis 1 Uhr nachts in der Offiziers- ist mittlerweile vom Kabinett Afwakumowitsch den fremden Mächten messe in Kalidagdan und gingen dann in kleinen Abteilungen vor zugegangen. Dem„ Lokal- Anzeiger" wird darüber aus Belgrad geden Konat. Als dort ein Bataillon des 6. Regiments erschien, öffnete meldet: Sämtliche Großmächte und die übrigen Staaten, außer der mitverschworene Adjutant des Königs Panajodowitsch die Rußland, haben die Mitteilung von der letzten Umwälzung in Eisenthür des Hofgartens. Hofgendarmen verweigerten den Ver- Serbien offiziell zur Kenntnis genommen und sie als eine innere schworenen den Eintritt. Es kam zu einem Zusammenstoß, Angelegenheit Serbiens bezeichnet. wobei Schüsse gewechselt wurden. Auf beiden Seiten tamen Verlegungen vor. Die Hofwache wurde entwaffnet, worauf die Verschworenen, von Naumowitsch geführt, das im Hochparterre gelegene Dienstzimmer öffneten. An der Treppe zum Adlershof. Am 9. Juni fand in Wöllsteins Austgarten" eine Wählerversammlung statt, in welcher Genossin Emma Ihrer das legte konservative Flugblatt sowie die Broschüre von Bürger( Fränkel) einer treffenden Kritik unterzog. Die Ausführungen der Referentin fanden wiederholt reichen Beifall. Zur Diskussion meldete sich troß Anwesenden auf, bis zur Wahl und namentlich am Tage der Wahl sich dem socialdemokratischen Wahlfomitee zur Verfügung zu stellen. Nachdem Genossin Thiel auch die anwesenden Frauen zur regen Unterstützung der Wahlarbeiten aufgefordert hatte, wurde Fran Büttner zur weiblichen Vertrauensperson gewählt. Hierauf schloß der Vorfigende die namentlich von Frauen zahlreich besuchte Ver= fammlung mit einem Hoch auf einen durchschlagenden Erfolg bei den Wahlen. Köpenick. Am 10. Juni tagte im Stadttheater eine an tausend Personen zählende öffentliche Wählerversammlung, zu welcher auch die Gegner eingeladen waren. Genosse Fri 8ubeil hielt einen zweistündigen Vortrag, in welchem er be kritisierte. Bubeil schloß seine Rede mit einem flammenden Appell sonders das blödsinnige Geschreibsel der nationalen Parteien an die Anwesenden, dafür Sorge zu tragen, daß der 16. Juni ein Sieges- und Ehrentag der Socialdemokratie werde. In stürmischem Beifall that sich die Zustimmung der Versammlung kund. Von den anwesenden Gegnern meldete sich niemand zum Wort. Letzte Nachrichten und Depefchen. Bauarbeiter- Aussperrung in Hannove Hannover, 13. Juni.( W. T. B.) Sämtliche Arbeiter im Baugewerbe, etiva 3000 an der Bahl, find heute, nachdem die ausständigen Zimmerer die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, ausgesperrt worden. Das Baugewerkenamt hat auch diejenigen Meister, die die Forderungen der Ausständigen bereits bewilligt hatten, zu der Aussperrung veranlaßt und die Zahlung der von ihnen zu entrichtenden Konventionalstrafen übernommen. Jena, 13. Juni.( Privat- Telegramm.) Doktor Max Schasler, Eine imposante Wählerversammlung für den zweiten Wahlkreis der bekannte Aesthetiker, ein alter Achtundvierziger, ist heute 84 Jahre ersten Stock versuchte Generaladjutant Petrowitsch die Verschworenen tagte gestern abend im„ Wilhelm Theater" in der Friedrichstraße. I alt gestorben. Wahlverfammlungen. -rantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt m* i Dtiiqk in, jinirtr frdiin MbMift»-»»>->« Mc smÄemImWki KaMdM fir KM mi> die WdMmse ftd: t. Ki'vis s privstSoeevt s. v. vr. I�eo Arons, Berlin. 2. Kreis: Buchhändler Richard Fischer, Berlin. 3. Kreis: Rechtsanwalt Wolf sang Meine, Berlin. 4. Kreis: Stadtverordneter Paul Singer, Berlin. 5. Kreis: Arbeitersekretär Robert Schmidt, Berlin. 6. Kreis: Schriftsteller Georg Ledebour, Halensee. Niederbarnim: Stadtverordneter Arthur Stadthagen, Berlin. Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenburg: Stadtverordneter Fritz Zubeil, Berlin. Der Wahltag m Feiertag. Der Wahltag ist ein so wichtiger Tag im Leben des Staatsbürgers, daß er als ein Feiertag betrachtet werden sollte. Wir erheben seit je die Forderung, daß in Würdigung dessen die Wahl am Sonntag vorgenommen werde. Muclerei und wahltaktische Erwägungen der herrschenden Parteien haben sich bisher diesem Verlangen widersetzt. Mögen daher die Arbeiter wenigstens versuchen, in friedlicher Verständigung mit den Unternehmern wenigstens einen Teil des Tages zum Feiertage zu machen. Wir richten an alle Arbeiterwähler das Ersuchen, mit den Unternehmern in Unterhandlungen zu treten, daß am Wahltage von Mittag an die Arbeit voll- ständig ruhe. partei-f�ackrickten. Oberschlesische Justiz. Vor der bekannten Beutyener Strafkammer stand am 12. d. M. der frühere verantwortliche Redakteur der„Gazeta Robowicza", Genosse Thcod. Lukaszczyk, aus Donib bei Kattowitz. Er soll durch einen Artikel des Blattes vom 8. April d. F. verschiedene Klassen der Bevölkerung gegen, einander zu Gewaltthätigkeiten aufgereizt haben. Der Artikel erschien nach der entsetzlichen Grubenkatastrophe auf der fiskalischen„Königin Luise-Grube" in Zabrze, bei welcher über 20 Bergleute ihr Leben gelassen haben. In einem Aufruf, den der Artikel enthielt, waren die allgemeinen Ursachen der Grubenkatastrophen besprochen worden. Es war hingewiesen auf die langen Arbeitszeiten, die schlechte Er- nährung, die Uebermüdung der oberschlesischen Bergleute, weiter auf die Vernachlässigung der gebotenen Sicherheitsmaßregeln, den Mangel einer kräftigen Arbeiterorganisation und einer Grubenkontrolle durch die Vertrauensleute der Bergarbeiter. Unter Hinweis auf die be- kannte Katastrophe von 1896 auf der„Kleophas-Grube" bei Katto- Witz, die 102 Leben vernichtete, wurden die Bergleute der„Luise- Grube* aufgefordert:„Verlangt eine strenge Untersuchung des vor- stehenden Unfalls. Zur Untersuchung müssen Arbeitcrdelegierte zu- gezogen werden. Verlangt Arbeiterkontrolleure, welche von den Be- lcgschaften gewählt werden und von der Verwaltung unabhängig sind.* Der Artikel schloß mit den Worten:„Nieder mit'dem Kapitalismus! Hoch der Socialismusl" Die Anklagebehörde muhte zugeben, daß der Artikel weder eine direkte Aufforderung zu Gewalt- thätigkesten, noch eine direkte Bezeichnung der„besitzenden Klassen" enthalte. Der Artikel sei aber— nach Meinung der Anklagebehörde und der Urteilsbegründung— geeignet, die in den oberschlesischen Arbeiterkr eisen vorhandene Er- bitterung gegen die besitzenden Klassen ins maß- lose zu steigern, damit sei aber die Möglichkeit gegeben, daß es bei dem gering st en Anlaß zu Gewaltthätig- keilen kommen könnte. Der Artikel spreche zlvnr nur vom „kapitalistischen Spstem" und von dem„Kapitalismus"— es sei aber selbstverständlich, daß die Kapitalisten k l a s s e gemeint sei. Das war der Grundton der Begründung, welche ausreichend erschien, um unfern Genossen Lukaszczyk zu drei Monaten Gefängnis zu verurteilen. Als die„Gazeta Robotnicza" im Juni 1901 von Berlin nach Kattowitz verlegt wurde, da wußten die polnischen Genossen nur zu genau, daß die Redakteure mehr Zeit hinter den Gefängnismauern als in der Redaktion zubringen würden. Die Thatsachen haben aber alle Befürchtungen weit übertroffen. Seit kaum zwei Jahren hatten die Angehörigen des polnischen Parteiblattes 14 Strafprozesse» zwei sind in der Schwebe. Verhängt wurden 63 Monate Gefängnis, außerdem waren unsre Genossen 19 Monate in Untersuchungshaft. 730 Mark Geldstrafe vervollständigen das Bild. Besonders beliebt waren die ,.Aufreizungs"prozesse, zweimal wurde vergeblich versucht, polnische Parteigenossen wegen Meineids ins Zuchthaus zu bringen. Genützt hat es freilich nichts. Der Einfluß der polnischen Social- demokratie in Oberschlesien wächst in rapider Weise. polweUlestes» OerichtUchee uh». — Eine Episode aus der Geschichte der Danziger Lokal- abtrcibungeu. In einer socialdemokratischen Versammlung im Lokal der Frau Berger zu Dmizig, wo die klassenbewußten Arbeiter der Stadt ihr letztes Domizil zur Abhaltung von Versammlungen, Zahl- abenden usw. gefunden hatten, kritisierte Bartels das dienstliche Ver- halten des überwachenden Polizeikommissars bei früheren Gelegen- hellen. Ter Herr Kommissar Sachsze ersuchte den Vorstand, Bartels das Wort zu entziehen. Bartels verzichtete unter Protest darauf, sich weiter mit der Person des Polizeikommissars zu beschäftigen. Die Versammelten verlangten, er solle weiter sprechen, und es kam zu lebhaften Sccnen. Die Versammlung wurde aufgelöst. Der Mann der Wirtin wurde später wegen Widerslandes gegen die Staatsgewalt zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt.— Bereits wenige Tage nach jener Versammlung aber bedachte der Danziger Polizeipräsident die Gastwirtin Frau Berger mit ganz horrenden Verfügungen. Die Polizeistunde wurde auf 8 Uhr abends herabgesetzt. Diese Festsetzung wurde leider rechtskräftig. Weiter wurde der Frau „wegen der im Lokal vorgekommenen Ausschreitungen" die fernereBenutzungdesLokalszuVersammlungs- zwecken verboten: ebenso wurden die Kassenabende der Gewerkschaften usw. im Lokal bis auf weiteres untersagt. Die Polizei stützte sich ans K 10 II 17 Allgemeinen Landrechts, ivonach die Polizei das Publikum gegen ihm drohende Gefahren schützen soll.— Frau Berger wehrte sich im Verwaltungs- streit-Verfahren. Der Regierungspräsident wies ihre Beschwerde mit folgender Begründung ab: Die angestellten amtlichen Er- Mittelungen hätten ergeben, daß weder der zu Versammlungszwecken benutzte Rauui seiner Beschaffenheit nach den überwachenden Beamten ausreichende Garantien für die Möglichkeit der Aufrechterhaltung von Ruhe und Sicherheit und Ordnung in erregten Versammlungen biete, noch andrerseits die Frau Berger bei Gelegenheit der fraglichen „Ausschreitung" diese zu verhindern im stände oder gewillt gewesen sei.— Nachdem der Oberpräsident die weitere Beschwerde ebenfalls zurückgewiesen hatte, klagte Frau B. beim Obec-Verwaltungsgericht, vor dem sie am 12. Juni der Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht vertrat. Unter anderm verwies er auf das bekannte Vorgehen der Danziger Polizei gegen das Vereins- und Versammlungsrecht der Arbeiter. Man treibe systematisch die Lokale ab und suche den Ar- beitern und ihren Vereinen das Leben so sauer wie möglich zu machen. Im vorliegenden Falle, Ivo man sogar die Zahlabende unmöglich machen wolle, handele es sich auch nur um einen Teil dieses gesetzlich ganz ungerechtfertigten Kampfes. Der amtlichen Darstellung des Herrn Sachsze sei kein Glauben zu schenken. In der betreffenden Versammlung habe der Herr Kommissar in ganz u n- motivierter Weise den Revolver gezogen und die sich ent- fernenden Leute bedroht. Bei den verschiedensten Gelegenheiten habe er sich als furchtbar aufgeregter M'nsch gezeigt, der außer stände sei, socialdemokratische Angelegenheiten mit Ruhe zu betrachten. — Das Ober-Verwaltungsgericht gab der Klage statt und hob das Verbot der Benutzung des Lokals zu Versamm- l u n g e n(und Zahlabenden) a u f. Das Verbot könne nicht auf Z 10 II 17 Allgemein'» Landrechts gestützt werden, weil hier die Be- stimmuigen der Verfassung und des Vereinsgesetzes maßgebend seien. Danach sei es aber nicht zuläfsig, die Benutzung eines Lokals zu Versammlungen zu verbieten wegen der Befürchtung von Ausschreitungen der Vcrsammlungsbesucher. � SewerksebaMickes. Kerlin unck Umgegend. Achtung! Tapezierer. In Liverpool und Birkenhead(England) befinden sich die Berufskollegen im Streik. Die dortigen Unter- nehmer suchen in deutschen Zeitungen Gehilfen. Wir ersuchen, den Zuzug fernzuhalten. Die Verbandsleitung. Bereinigung der Maler. Am Wahltage, Dienstag, 16. Juni, bleibt unser Bureau, Engel-Ufer 15, geschlossen. Die Ortsverwaltung. Ter Ausstand der Schuhmacher dauert noch unverändert fort. Wie sich alle Kämpfe, in welchen die Arbeitgeber als Organisation bestimmend mit eingreifen, zu Machtfragen auswachsen, selbst wenn es sich um die allerbescheidenstcn Lohnforderungen handelt, so hat sich auch die Lohnbewegung der Maßschuhmacher zu einem Kampfe um die Macht ausgestaltet. Bereits sechs Wochen währt dieser Kampf. Er wird von beiden Seiten mit der größten Hartnäckigkeit geführt, und der Schai.u, den die Arbellgeber bereits durch den Kampf erlitten haben, hält gar keinen Vergleich aus mit den Mehr- aufwendungen, welche ihnen durch Erfüllung der Lohnforderungen erwachsen wären. Die Arbeitgeber wollen die Arbeiter, welche seit dem Jahre 1888 die zur Zeit äußerst niedrigen Lohnsätze schritt- weise aufgebessert haben, ein für allemal zurückwerfen; während andrerseits die Arbeiter, in der festen Ueberzeugung, daß die nicht durch Streikbrecher ersetzt werden können, gesonnen sind, den Kampf mit aller Strenge durchzuführen. Die Haltung der Aus- ständigen ist durchaus geschlossen; das bewies wieder ei.:e am Freitag stattgefundene Versammlung derselben, in welcher eine Resolution, die sich für entschiedenes Festhalten an den Forderungen aussprach, einstimmig und mit lebhafter Begeisterung angenommen wurde. Im Laufe der letzten Woche sind von feiten der Organisation wieder vermittelnde Schritte unternommen worden. Hierbei wurde den Arbeitern nahegelegt, da n-ach Ansicht der Arbeitgeber auf Grund der eingereichten Tarife Verhandlungen unmöglich seien, prozentuale Lohnerhöhungen zu fordern. Um eine Verständigung zu ermöglichen, wurde dem Vorschlage entsprochen, doch hat bis heute eine Stellung- nähme der Arbeitgeber noch nicht stattgefunden. Die Arbeitgeber sind bemüht, Streikbrecherarbeit zu erhalten, und in diesem Be- streben sind die erstklassigen Maßgeschöfte selbst davor nicht zurück- geschreckt, Maßarbeit auf mechanischem Wege herstellen zu lassen. Bei der notwendigen Weiterführung des Kanipfes wird die Organi- sation den Ausständigen nach wie vor mit ihren Mitteln treu zur Seite stehen. Im Ausstande befinden sich zur Zeit 222 Personen, nur Arbeiter der besseren Maßgeschäfte und der Kern der organisierten Schoßschuhmacher. Die Lohnkommission. Mit der Bewegung für den Neunstundentag befaßte sich am 10. d. M. eine von etwa bOO Personen besuchte öffentliche Kürschner- Versammlung. Der Referent Regge führte aus: In Anbetracht der guten Konjunktur in der Pelz- sowohl wie in der Mützenbranche habe der Verband der Kürschner Berlins und Umgegend am 26. März beschlossen, den Neunstundentag in ganz Berlin zur Durchführung zu bringen, nachdem vor 10 Jahren die Oy-stündige Arbeitszeit durchgeführt wurde. Weiter werde verlangt, daß die Ueberstunden, da sie vor der Hand nicht ganz abzuschaffen sind, mit 50 Proz. Lohn- aufschlag vergütet werden. Sollte es vorkommen, daß in einem Ge- schüft nach 10 Uhr abends gearbeitet wird, so sind dafür 100 Proz. Zuschlag zu bezahlen. Sonntagsarbeit muß vollständig fortfallen. Arbeiter und Arbeiterinnen dürfen nach Feierabend keine Arbeit mit nach Hause nehmen. Ferner werde verlangt, um den alljährlichen Zwistigkeiten aus dem Wege zu gehen: Freigabe des 1. Mai als Feier- tag. Von feiten des Vorstandes des Verbandes wurde der Vorschlag gemacht, die Forderungen nicht gleich an einem Tage an die Fabrikanten und Hausindustricllcn zu richten, sondern partiell vor- zugehen, je nachdem die Geschäftslage in den einzelnen Betrieben ist. Ein Teil der größeren Fabrikanten habe die Forderungen schon vom 1. Mai ab eingeführt und durch Unterschrift anerkannt. Von der Berliner Kürschner-Jnnung und dem Verein der Pelzwaren- Fabrikanten ist dem Vorstande ein Sehreiben zugegangen, welches die bekannten Phrasen dieser Herren, jedoch keine Zustimmung enthält. Eine Resolution, welche den Vorschlägen des Vorstandes zustimmt und welche zugleich als Richtschnur in der ganzen Bewegung dienen soll, wurde gegen eine Stimme angenommen. Deirtlcbes Reich. Die Ofensetzer in Dresden und Umgegend haben nunmehr die Stücke, welche sie in Arbeit hatten, fertiggestellt und deshalb nach einem früher gefaßten Beschluß die Arbeit niedergelegt. Sie wird erst wieder ausgenonimen, wenn die Tarifstreitigkeiten, welche zwischen Arbeitern und Arbeitgebern schweben, erledigt sind. Abgesehen von wenigen Arbeitswilligen ist der Ausstand allgemein. Die Stukkateure und Gipser in Stuttgart befinden sich in einer Lohnbewegung. Sie haben den Arbeitgebern Forderungen unter- breitet, und von deren Antwort wird es abhängen, ob ein Streik notwendig ist. Die Maurer und Zimmerer in Elmshorn wollen am Montag in den Streik eintreten, falls ihre Forderung: 10 stündige Arbeitszeit und 50 Pf. Stundenlohn bis dahin nicht bewilligt wird. Eine Anklage wegen Aufruhr ist gegen eine Anzahl Textilarbeiter in Colmar im Elsaß erhoben worden. Anlaß dazu boten die Straßenvorgänge während des Streiks in der Weberei von Kiener. Bekanntlich ist damals die Polizei in sehr rigoroser Weise gegen die Streikenden vorgegangen. Bei der gerichtlichen Verhandlung, die am 11. d. M. stattfand, komrte jedoch keinem der Angeklagten die Be- teiligung an einer Zusammenrottung nachgewiesen werden. S i e wurden sämtlich freigesprochen. Hnstand. Der vierte östrcichische GcwcrkschaftS-Kongreß. Am vierten Verhandlungstage referierte der Abg. Dr. Ellenbogen über den autonomen Zolltarif und die Gewerkschaften. In der Diskussion nimmt u. a. der Vertreter einer landwirtschaftlichen Arbeiterorganisation das Wort; er erklärt sich gegen den Zoll und zerstört das Märchen der„Lentenot", das auch in Oestreich von den Junkern kolportiert wird. Es gelangt eine Resolution zur Annahme, in der folgende Gesichtspunkte aufgestellt sind: Im Interesse der Arbeiterschaft liegt ein freier ungehinderter Handelsverkehr zwischen allen Produktionsländern. Diese Entwicklung wird durch die Zollpolitik gehindert, besonders gefährlich ist der autonome Zoll- tarif(gemeint ist der zur Zeit zur Verhandlung stehende östreich- ungarische Zolltarif. Redaktion.) Durch die enormen Agrarzölle wird die Lebenshaltung der Arbeiter weiter herabgedrückt. In gleicher Weise spricht sich die Resolution gegen die Industrie- und Finanzzölle aus. Der Kongreß beschließt, eine energrsche Agitation gegen die Zollpolitik der Regierung zu entfalten. Hierauf spricht Beer-Wien über die Konsum- und Wirtschasts- Genossenschaften. Ans seinem Referat erfahren wir u. a., daß in Oestreich zur Zeit ca. 700 Konsumvereine bestehen, von denen schon im Vorjahre 60 dem Verband der Arbeiter- Konsumvereine angehörten. Von diesen letzteren haben 51(laut Bericht) einen Stand von inSgesanit 43 380 Mitgliedern. Sie er« zielten im Vorjahre einen Umsatz von 10,4 Millionen Kronen, eine Dividende von 430 000 Kr. Der Referent unterbreitete eine Reso« lution, durch welche sich der Gewerkschaftskongreß für die Konsum- vereins-Bewegnng ausspricht und die geWerk) chaftliche Organisation auffordert, eifrig auf die Stärkung und Ausbreitung der Konsum- vereine hinzuwirken. Gleichzeitig warnt der Kongreß jedoch vor Unterschätzung der Schwierigkeiten bei Gründung von Konsum- vereinen. Lokales. Am Dienstag, de» 16. Juni, also am Wahltage, findet die juristische Sprechstunde unsrcs Blattes nicht statt! „Vcrjudetc" Nationale. In der konservativen Wahlagitation spielte auch diesmal das antisemitische Moment seine Rolle. Das alte läppische Antisemiten-Schauernmrlein, daß hinter der roten Internationale die goldene Internationale stehe, daß die Socialdemokratie, günstigsten Falles unbewußt, im Grunde eine Erfindung und ein Instrument der berühniten allknos israölite sei, wurde auch bei dem diesmaligen Wahlkampf hie und da in mehr oder minder abgeschwächter Form aufgetischt. Man weiß: als in unsrer Partei- quittung die ersten stattlichen Einzelbciträge gebucht wurden, entlarvten sofort die„Staatsbürger Zeitung" und„Germania" diese frei- giebigen Spender als Börsenjuden, die der Socialdemokratte damit ihren Dank für ihre der goldenen Internationale geleisteten Dienste abstatteten. Und diese geistreiche Entdeckung wurde dann sofort von den konservativen Rednern nachgelallt, so z. B. von dem famosen Herrn Hammer, dem konservativen Kandidaten für Teltow-Beeskow. Und auch fernerhin würzten die„nationalen" Kandidaten in Berlin — nicht nur die beiden erklärten Antisemiten Bruhn und Ulrich— ihre rednerischen Wassersuppen mit einem Schuß Antisemitismus. So z. B. der konservative Kandidat des vierten Kreises, Dr. Wegner, der bekanntlich den Genossen Singer'einen„Lügner" nannte, falls er be- Haupte, die Interessen deutscher Wähler ehrlich vertreten zu können. Soweit wäre ja die Sache ganz in der Ordnung. Die positiven Ergüsse„nationaler" Kandidaten wären in ihrer Schwärmerei für Mordspatriotismus und eine chimärische Mittelstandspolitik, von der selbst die Oertel und Jacobskötter nichts wissen wollen, auch zu sterbenslangweilig,— wenn sie nicht durch wüstes Schimpfen auf Juden und Socialdemokraten ein wenig belebt würden. Das Eigen- artige und Humoristische an der diesjährigen„nationalen" Wahl- campagne ist aber nicht das Schimpfen auf die„verjudete" Social- demokratie, fondern die— Berjudung unsrer sich doch so radau-antisemitisch gebärdenden„Nationalen"! Das Attribut„verjudet" wird von unfern Nationalen bekanntlich nicht nur der Socialdemokratie, sondern auch, ja sogar erst recht, dem Freisinn beigelegt. Nichtsdestoweniger wurde in Berlin in zahl- reichen konservativen Versammlungen das Eintreten für den„der- judeten" Freisinn im Falle einer Stichwahl offiziell empfohlen I Und das, trotzdem für einen der freisinnigen Kandidaten, den Stadtrat Kämpf, nach seinen Wahlreden für den neuen Reichstag keine wichtigere Aufgabe zu existieren schien, als die Aufh ebung des Verbots des Getreideterminhandels! Aber alle „jüdische und börseanische Verseuchung" des Freisinns vermochte unsre Nationalen nicht vor einem Eintreten für den Freisinn abzuschrecken! Selbst Herr Bruhn, der Impresario des Dreschgrafen Pückler, be- kannte sich ja, wie wir schon gestern hervorhoben, als Schrittmacher des Freisinns I Aber nicht genug damit, daß sich allem antisemitischen Maul- Heldentum zum Trotz das bourgeoise Solidaritätsgefühl der „Nationalen" als stärker erwies, als der Konkurrenzneid gegen das geldmächtige Judentum— auch die Agitation der Nationalen selbst stand stellenweise direkt unter dem Zeichen des Philosemitismus! Im ersten Wahlkreise berief sich der konservative Kandidat, General- major v. Bartels, darauf, daß die Konservativen ja selbst einmal einen Juden, und gar einen Rothschild, ins Parlament entsandt hätten I Wenn die Konservativen einen Angehörigen der mächtigsten Börsendhnastie in Europa ins Parlament schicken, so ist das ganz in der Ordnung; wenn aber die Socialdemokratie keinen Anstoß daran nimmt, daß ein langjähriger verdienter Parteigenosse zufällig durch Heirat mit der Zweiglinie einer be- kannten Bankiersfamilie verwandt ist, so ist das ein Zeichen der Verjudung der Socialdemokratie! Nun, es mag ja ein Unglück sein, Schwiegersohn eines Millionärs zu sein; eine Schande, die den Aus- schlutz aus der Partei nach sich ziehen müßte, ist es jedenfalls nicht. Aber wir sprachen ja von der Verjudung unsrer„Nationalen". Nicht genug, daß man sich stolz auf den toten Parteigenossen Rothschild berief, man präsentierte auch einen lebenden Juden als kon- servativen Parteimann und Agitator, den Rechts- anwalt Morris. Und dieser Herr figurierte nicht nur als konservativer Agitator und Referent im ersten Wahlkreise, sondern er trat auch im vierten Wahlkreise als Referent für den famosen Dr. Wegner ein! Für denselben Dr. Wegner, der sich im Böhmischen Brauhaus wenige Tage zuvor durch den Rassen.- Antisemiten Dr. Böckel hatte empfehlen lassen! Die Herren Nationalen werden steilich sagen: Ja, unser Herr Morris ist— Rothschild war es nicht!— getauft. Na, Herr Böckel hat über die Wirkung einer solchen Taufe jedenfalls seine eignen Gedanken. Etwa dieselben, die seiner Zeit Börne hatte, der, selbst ein Jude und ein Mann von Geist, Heine einmal ftagte, ob er denn glaube, daß man durch Begießen mit Wasser Läuse in Flöhe verwandeln könne. Der Witz ging natürlich nicht gegen die Juden überhaupt, sondern gegen Renegaten vom Schlage der Arthur Bern- stein und Morris... Wir Socialdemokraten find weder Anti- noch Philosemiten. Wir beurteilen wie jeden Menschen auch den Juden lediglich nach seinem persönlichen Wert. Deshalb ist uns jeder ehrenhaste Jude, der sich als überzeugter Socialdemokrat ausweist, willkommen. Daß wir deshalb Freunde der von den Juden beherrschten Börse sein sollten, ist eine geradezn idiotische Folgerung. Als Feinde des Kapitalismus schlechthin kann es keine geschworeneren Feinde auch des Börsenkapitals geben, als die Socialdemokratie. Aber wir führen einen Klassenkampf, einen Kampf gegen Institutionen, kemen Kampf gegen Personen oder Rassen. Wir sind deshalb auch die geschworensten Feinde aller Ausnahmegesetze gegen die Juden. Unsre Stellung zur Judenfrage ist die denkbar klarste und ehr- lichste. Nicht so die der„Nationalen", die heute demagogisch gegen die Juden Hetzen, um sie morgen hündisch zu umschmeicheln. Der doppel- züngige, klägliche Dr. Wegner, der sich heute von einem Dr. Böckel, morgen von einem Rechtsanwalt Morris gleich einem Mühlendamm- Artikel anreißen läßt, ist der typische Vertreter unsrer korrupten und verlogenen„Nationalen"!__ Die Schule im Kampfe gegen die Socialdemokratie. Eine Wahlagitation ist eigentlich eine verteufelt ernste Sache— wer in den letzten Monaten und Wochen an der Agitation zu den Reichstagswahlen mitgearbeitet hat, wird das ohne weiteres unterschreiben— aber unsre lieben Gegner sorgen doch immer wieder dafür, daß es auch an erheiternden Beigaben nicht fehlt. Das folgende, drollige Stücklein, das uns aus einer Schule gemeldet wird, ist wohl ebenfalls ein Produkt des jetzt herrschenden Agitationsfiebers und es möge daher von unsren Lesern entsprechend gewürdigt werden. Der Volks schullehrer soll, so will's die Regierung, an dem Kampfe gegen die Socialdemokratie teilnehmen. In Berlin soll er in diesem Kampfe, so will es der Freisinn, sich zu Gunsten der freisinnigen Partei bethätigen. Die Berliner Volksschullehrer thun denn auch in dieser Beziehung das Ihre, und die Eugen Richter, Zwick, Cassel, Kreitling usw. können mit ihnen zufrieden sein. Auch ein Lehrer E i ch h o f. der draußen auf dem Wedding in der 166. Gemeindeschule(Ruheplatzstraße) an- gestellt ist, wollte das Seine thun. Und da er sich besann, daß wo- möglich auch die Schule selber dem Kampf gegen die Socialdemokratie dienstbar gemacht werden soll, so hielt er am letzten Mittwoch den dreizehnjährigen Jungen der ersten Klasse einen Vortrag über den Unterschied zwischen Socialdemokratie und Freisinn. In der Geschichtsstunde war'S, da kam er im Anschluß an die Schilderung der Thaten eines der Hohenzollern plötzlich auf die Socialdemokratie und die augenblickliche Wahlagitation zu sprechen. „Wessen Vater war denn gestern abend in der Ver- sammlung?" ftagte er die Jungen. Sofort stand fast die ganze Klasse auf.„Ja. wo denn, im Eiskeller oder im Feldschlößchen?"— „Im Feldschlößchen!" antworteten die meisten. Das war fteilich gar nicht nach Herrn Eichhofs Geschmack.„Da, wo Ledebour ge- sprachen hat—?!" ftagte er.—„Jawohl." Und nun ging die Pauke los. Die Socialdemoftaten können nur schimpfen, eiferte Herr Eichhof, besonders auf den Freisinn. In ihren Flugblättern stehen zahlreiche Unwahrheiten. Sie rühmen sich, daß sie in der Zolltarifdebatte am entschiedensten aufgetreten seien, und nennen die Führer des Freisinns„Verräter", aber sie thun den Freisinnigen unrecht. Gegen Andersdenkende zeigen sie sich gewaltthätig, einen nicht-socialdemokratischen Arbeiter haben sie mal angespuckt, und so weiter. Wir würden es nicht glauben, daß ein Lehrer in der Unterrichts- stunde, die ja wohl zu andern wichtigeren Dingen bestimmt ist, seine Schüler mit solchen Erzählungen unterhält, aber es wird uns von den verschiedensten Seiten bestätigt. Herr Eichhof steht in einem Lebensalter, das ihm gestattet, jetzt zum ersteninal an der Wahl teilzunehmen; da mag der Agitationseifer des ftischbackenen Wählers manches entschuldigen. Als Lehrer sollte er aber auch in diesem Alter bereits wissen, daß er andres und Besseres zu thun hat als die guten Beziehungen zwischen Schule und Haus zu stören, indem er derartige — wir wollen uns milde ausdrücken— Spielereien treibt. Wie kommt der Herr dazu, in dieser Weise vor seinen Schülern eine Partei herabzusetzen, von der er weiß, daß ihr die meisten der Väter seiner Schüler angehören? Kennt er nicht das Gebot:„Du sollst Vater und Mutter ehren", das er im Religionsunterricht zu predigen hat? Die Jungen haben übrigens den Vortrag ihres Lehrers mehr von der spaßhaften Seite aufgenommen, wiewohl es durchaus ernst gemeint war. Einzelne versuchten, Herrn Eichhof zu opponieren, und einer erklärte dreist, er werde am andren Tage nial ein Flug- blatt mitbringen. Herrn Eichhof wurde die Sache denn doch wohl etwas peinlich, und er brach rasch ab. Er dürfte gemerkt haben, wie sehr er d i e Achtung vor demLehrer untergraben hat. In den Kreisen der Eltern hat sein Austreten Verwunderung und Entrüstung hervorgerufen, aber am Ende haben diesmal doch die Jungen das Richtige getroffen, indem sie die antisocialdemokratische Standpauke komisch fanden. Eine Mutter ftagte uns:„Kommt denn danach eine Strafe?"—„I wo", erwiderten wir ihr,„aber wohl auch kein Orden. Höchstens, daß dieser und jener dem braven Lehrer dankbar die Hand drückt." Sie wollt' es nicht glauben. Durch einen Sturz vom Gerüst tödlich verunglückt ist gestern nachmittag ein Maler Paul Sigismund auf dem Grundstück Grüner Weg 120. Der Mann stand hier beim Streichen des Seitenflügels auf dem Gerüst in der Höhe des vierten Stockes und stürzte infolge eines Schwindelanfallcs oder eines Fehltrittes plötzlich auf das Asphaltpflaster des Hofes hinab, wo er mit schweren Kopfverletzungen und gebrochenen Beineu liegen blieb. Arbcitsgenossen trugen den Verunglückten nach der nahe gelegenen Unfallstntion. Von dort sollte er mit einem Wagen nach dem Krankenhause am Friedrichshain ge- bracht werden. Er starb aber schon unterwegs an den Folgen eines Schädelbruches und seine Leiche wurde dem Schauhause zugeführt. Eine erschütternde Scene spielte sich gestern, Sonnabendmorgen um 6>/z Uhr, am Schönhauser Thor ab. Ein Mann von etwa 50 Jahren kam in eine Schankwirtschaft und verlangte eine„kleine Weiße". Da er taumelte, so hielt ihn die Wirtin für betrunken, während er thatsächlich unwohl war, und verweigerte ihm jedes Ge- tränk mit der Begründung, daß er ohnehin genug getrunken habe. Mit den Worten:„Nicht einmal für sein Geld bekommt man etwas!" wankte er wieder hinaus. Kaum hatte er die Straße wieder be- treten, da brach er bewußtlos zusammen. Der nächste Schutzmanns- Posten vom 50. Revier nahm sich des Kranken an und brachte ihn mit einer Droschke nach der Unfallstation in der Schönhauser Allee 31. Hier konnte aber der Arzt nur noch feststellen, daß unterdessen schon der Tod eingetreten war. Die Leiche wurde nach dem Schanhause gebracht. Der Mann ist noch unbekannt; nach einigen Notizen, die man bei ihm fand, scheint er Emil Kaiser zu heißen und Handels- mann gewesen zu sein. Selbstmord oder Unfall? Die 69 Jahre alte Kaufmannswitwe Rentnerin Auguste Mendt aus der Urbanstr. 184 wurde vorgestern morgen an Leuchtgas erstickt in ihrem Schlafziinmer tot aufgefunden. Als ihre beiden Söhne morgens um 6 Uhr aufwachten, den Gas- geruch wahrnahmen und die Fenster im Schlafzimmer der Mutter auftissen, war es schon zu spät. Die betagte Frau, die vor zwei Jahren zwei Söhne durch den Tod verlor und mit großer Liebe an einer bei ihr wohnenden elfjährigen Enkelin hing, litt in der letzten Zeit wiederholt an Schwindelanfällen, so daß sie vor vierzehn Tagen schon einmal aus dem Bett fiel. Wahrscheinlich hat sie in- folge eines solchen Anfalls den Gashahn nicht mehr schließen können. Der Abschluß einer Liebestragödie. Das Verschwinden eines Liebespaares, des 21jährigen Droguisten Alfred Heinrich und der 17jährigen Anna Pflug hat nunmehr eine schreckliche Aufklärung ge- funden. Das junge Paar hat thatsächlich Doppelselbstmord verübt und die Leichen wurden gestern im Grunewald, in einer Schlucht, zwischen Kaiser Wilhelm-Turm und Havel, unmittelbar am Wasser, von zwei Waldarbeitern aufgefunden. Heinrich, der bei seinen Eltern, Culmstt..18, wohnte, hatte sich vor einiger Zeit mit der 17jährigen Aizga Pflug, Bautzenerstraße 5 wohnhaft, verlobt. Anfänglich hatten die Eltern der jungen Leute gegen diese Verbindung nichts einzuwenden, jedoch wurden nachträglich dem jungen Paare aus konfessionellen Gründen, seitens der Mutter des Mädchens. Schwierigkeiten entgegengesetzt. Am Sonnabend, den 6. Juni, holte Heinrich seine Braut aus deren Wohnung ab und seit diesem Tage wurden dann beide vermißt. Der Droguist teilte in einer Postkarte seinem Vater mit, daß er mit seiner Geliebten gemeinsam in den Tod gehen wolle, und es wurde auch festgestellt, daß sich Heinrich einen Gistschein verschafft hatte. Die Hoffnung der Eltern, daß die jungeif Leute vielleicht nur mit dem Selbstmorde gedroht hätten und wieder lebend zum Vorschein kommen würden, hat nunmehr eine schreckliche Enttäuschung gefunden. Die Leichen des Liebespaares wurden an der obengenannten Stelle des Grunewaldes, innerhalb des Jagens 140, dicht neben- einander liegend, aufgeftinden. Neben den Toten lagen zwei leere Weinflaschen, die zweifellos das tödliche Gift enthalten haben. Die Gesichtszüge der Leichen waren schrecklich verzerrt und der Ver- wesungsprozeß ziemlich weit vorgeschritten. Der Doppel-Selbstmord dürfte nach dem Befund schon vor ca. 8 Tagen erfolgt sein. Der von der furchtbaren Entdeckung sofort verständigte Amtsvorsteher von Grunewald benachrichttgte die hiesige Berliner Polizei von der Auffindung der Leichen, die noch am gestrigen Spätabend von den An- gehörigen rekognosciert und dann nach dem Selbstmörder- Kirchhof in Schildhorn übergeführt wurden. Gegen die Selbstentzündung von Prcßkohlen-Stapeln empfiehlt das Polizeipräsidium folgende Vorkehrungsmaßregel: Mehrfache in letzter Zeit vorgekommene Fälle von Selbst- entzündungen selbst kleinerer Haufen Preßkohlen lassen es dringend geboten erscheinen, daß die Prcßkohlen-Stapel auf je zwei Meter Länge Ventilationskanäle in ihrer ganzen Tiefe und Höhe erhalten. Diele Kanäle lassen sich leicht dadurch herstellen, daß zwei Preß- kohlen mit 6 Centimeter Zwischenraum als Läufer und über die- selben gleichfalls zwei Preßkohlen mit demselben Zwischenraum als Binder, und in der gleichen Weise durch den ganzen Stapel flach hingelegt werden, und zwar dergestalt, daß dadurch nicht nur ein senkrechter Lustkanal, sondern auch zwei sich kreuzende horizontale Kanäle gebildet werden. Die durch letztere stattfindende Lust- erneuerung erscheint geeignet, Selbstentzündungen der Preßkohlen zu hindern. Der Stand der Pest-Erkrankungen ist heute unverändert. Bei allen Isolierten haben Untersuchungen des Rachenschleims statt- gefunden, außer bei Marggraf sind aber bisher Pestbakterien nicht gefunden worden. Die Bazillen, die der Schleim des Wärters enthielt, waren stark lebend und lebensfähig. Eine Ratte und ein Meerschweinchen, die damit infiziert wurden, verendeten nach kurzer Zeit. Nach dem Ergebnis der Untersuchung muß Marggraf mit den Batterien stark behaftet gewesen sein und sie müssen bei ihm einen guten Nährboden gefunden haben. Wenn trotzdem sein Allgemein- befinden jetzt gut ist, so wird man das ohne Zweifel der Serum- behandlung zuschreiben müssen. Einen Selbstmordversuch machte am Freitagabend um 8 Uhr ei» Droschkenkutscher. Nach der Angabe eines Augenzeuge» stürzte sich der Mann über das Geländer der im Zuge der Grünauer» Sttaße liegenden Hobrecht-Brücke in den L a n d w e h r k a n a l. Da der Vorgang von Passanten bemertt worden war, so gelang es mit Hilfe eines in der Nähe liegenden Schiffers, den Kutscher zu retten. Nach der Ursache seines verzweifelten Schrittes gefragt. erklärte er, daß er wegen der vielen Polizei st rasen mit seiner Familie Not leide und unter diesen Umständen den Tod vorziehe. Er wurde in seiner eignen Droschke, die er auf der Brücke hatte stehen lassen, von einem Steinkutscher nach seiner Wohnung gefahren. Sein Name wurde nicht ermittelt, da Polizei nicht zur Stelle war. Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt. Die ständige Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt wird vom 18. d. M. an für das Publikum geöffnet sein. Als Besuchszeit ist vorläufig für die Wochentage mit Aus- nähme des Montags, an loelchem die Ausstellung geschlossen bleibt, die Zeit von 8 bis 11 Uhr vormittags, außerdem für jeden Dienstag und Donnerstag die Zeit von 6 bis 9 Uhr abends und für die Sonntage die Zeit von 1 bis 6 Uhr nachmittags festgesetzt. Arbeiter-Bildungsschule. Wegen der am Dienstag, den 16. Juni stattfindenden Reichstagswahl fällt a« Montag der Unterricht in Nationalökonomie und am Dienstag in Geschichte aus._ Huö clen Nachbarorten. Neu-Weißeusee. Als erster Punkt der Tagesordnung der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde über die Einführung einer allgemeinen Sttaßenreinigung verhandelt. Bekanntlich war vom Amtsausschuß die Polizeiverordnung, wonach die Sttaßenreinigung den Grundbesitzern oblag, aufgehoben, da ein Kammergerichts- Entscheid die Herren Grundbesitzer davon befteite, indem eine Observanz verneint wurde. Nichts war natürlicher, als daß von nun ab die Sttaßen in Dreck und Speck liegen blieben, bis ein ge» harnischter Artikel im„Vorwärts" die Zustände änderte, indem der Gemeindevorsteher, welcher kurz vor einem Urlaub stand und daher keine Sitzung mehr einberufen wollte, der Kommission für die Kanalisarionswerke die Ermächtigung gab, Vorkehrungen zu tteffen. die Straßen, soweit dieselben bebaut sind, auf Genieindekosten zu reinigen. Hiergegen wandte sich unser Genosse Taubmann. Derselbe berief sich auf den§ 103 der Landgemeinde-Ordnung, wo- nach die Ueberwachung der Gemeindeverwaltung der Gemeinde- Vertretung obliegt und protestierte gegen die Matznahmen des Gemeindevorstehers. Er beanttagte ferner, ein Ortsstawt zu erlassen, lvonach die Haus- und Grundbesitzer einen Teil zu den Kosten der Reinigung beizutragen hätten, da diesen doch die bis dahin bestehende Pflicht und die damit verbundenen Kosten abgenommen wurden. Jedoch stieß er hier in ein Wespennest, großes Gejammer entstand bei den sowieso schon hoch belasteten und notleidenden Hausbesitzern. Welche endlich zufrieden sind, von dieser üblen Last befteit zu sein. Da nun allgemein behauptet wurde, daß nach dem Kommunal- abgabengesetz einem solchen Ortsstatut die Genehmigung versagt wird, wurde von unsrer Seite beantragt, hierüber ein. Gutachten einzuholen, was gegen die Stimmen unsrer Genossen abgelehnt wurde. Die weitere Vornahme der Sttaßenreinigung ging an eine Kommission, der u. a. die Genossen Kasielke und Schumann an- gehören. Einem in der Diskussion gestellten Anttag, die Sttaßen zweimal in der Woche zu reinigen, konnte nicht stattgegeben werden, da es der Gemeindesäckel nicht gestattet. Die uns besuchenden Berliner brauchen sich daher nicht zu wundern, wenn ihnen die Papier- und sonsttgen Abfälle bei windigem Wetter nur so um die Ohren sausen. Die— armen— Hausbesitzer haben die Schuld daran. Ober-Schöncweide. Zwischen Katholiken und Evange- l i s ch e n ist hier ein Streit um die Schäflein, als da sind— Schul- kinder— entbrannt. Es ist nämlich in letzter Zeit des öfteren vor- gekommen, daß man evangelisch getaufte Kinder, nachdem sie schon jahrelang an dem evangelischen Religionsunterricht teil- genommen hatten, ohne weiteres diesem entzogen, und kurzerhand dem katholischen einverleibt hat, mit der Mottvierung, daß einer der Eltern der katholischen Kirche angehöre. Merk- würdigerweise hat sich die Schulbehörde im Orte nicht gerührt. Erst des energischen Einspruches der Eltern bedurfte es, daß Wandel ge- schaffen wurde.— Auf welche Weise die U n t e r s ch r i f t e n für ein von den staatserhaltenden Parteien des Niederbarnimer Kreises verbreitetes Wahlflugblatt zu stände gekomnien sein mögen, mag folgendes beweisen. Mehrere hiesige Einwohner sind ganz überrascht, ihre Namen dort zu finden, leiten es aber daraus her, daß sie vor Jahren auf einer staatserhaltenden Sammelliste einen Bettag zeichneten; sie wollen Einspruch dagegen erheben.— Viel Furcht vor ungerufenen Gästen scheint man hier zu haben, daß man eine Versammlung staatserhaltender Wähler an einem Wochentage, nachmittags 3 Uhr, hinter verschlossenen Thüren abgehalten hat. Wird allerdings nichts nützen, die Socialdemokratie ist in Ober- Schöneweide Trumpf! Zehlendorf. Ueber den Terrorismus der Social- demokratie wird so viel geschimpft, daß fich aber der Drucker des hiesigen„Anzeigers" weigert, aus Furcht vor Nachteilen, eine Annonce des Genossen Köster aufzunehmen, worin er nur sagt, Herr Hammer hat gegen ihn Anschuldigungen erhoben und er wird ihm Gelegenheit geben, dieselben vor Gericht zu beweisen, wie nennt man denn eine solche Unparteilichkeit? Ja, Bauer, das ist etwas andres.— A u ch die hiesige Eisenbahnverwaltung will was für Hammer thun. sie läßt daher unter alle Beamte und Arbeiter die Broschüre von H. Bürger(Sociale Thatsachen) verbreiten. Hoffentlich wissen die schlecht bezahlten Arbeiter besser, von wem ihre Interessen mit Füßen getteten werden.— Herr Hammer spricht am Montag(vor der Wahl) in Teltow hinter verschlossenen Thüren. Social- demoftaten, heißt es in der Versammlungs- Ankündigung, haben keinen Zutritt. Ist es denn jetzt mit der ernstlich ob- j e k t i v c n Bekämpfung vorbei? Hat denn der biedere Kunstmaler- meister schon jetzt alle Hoffnung aufgegeben? In Alt-Landsberg hat sich nach dem„Niederbarnimer Kreisblatt" die Polizei als fürsorgliche Hüterin der dorttgen Kleingewerbe- treibenden erwiesen. Und das kam so: Ein Herr aus Neuenhagen hatte zu Montag das Lindenbergsche Lokal zu einer Wähler- Versammlung der Kleingewerbetreibenden gemietet und hier- für dem Wirt fünf Mark für Saalmiete enttichtet. Als Referent war der Reichstags- Kandidat Anton Ringel- Pankow eingeladen.„Bei der Anmeldung der Versammlung", schreibt das„Niederbarnimer Kreisblatt",„kamen der Polizei über den mittleren Charakter der Versammlung Bedenken und eine Erkundigung in Neuenhagen ergab, daß der Einberufer ein ausgekochter„Soci" ist." Da nicht an- zunehmen war, daß Herr Sch. seine Gesinnung plötzlich geändert habe, so lag die Vermutung nahe, daß die Socialdemottaten unter falscher Flagge in den Hafen von Alt-Landsberg zu segeln be- absichtigen. Herr Lindenbera hat dem Mieter die ö M. Saal- miete zurückgegeben und öffentlich erklärt, daß bei ihm am Montag keine Versammlung stattfindet." Wie wir hören, denkt der Einberufer gar nicht daran, auf den Verttag zu verzichten, und es wird abzuwarten sein, wie sich der Saalinhaber am Montag verhalten wird. Interessant bleibt aber, wie ganz offenkundig die Polizei, in den Wahlkampf eingreift, wie sie von Bedenken über den mittleren Charatter der Versammlung ergriffen wird und Erkundi- gungen über den Einberufer einzieht, die dann Entziehung des Lokals zur Folge haben._ Maklverlammwngen. Die Parteigenossen des ersten Wahlkreises hatten zum Freitag eine Versammlung für die Wähler des Hansa-Viertels nach dem„Ticrgartenhof" einberufen. Die Versammlung war außer- ordentlich stark besucht, wie es m dieser Gegend kaum erwartet werden konnte. Beide in Verbindung stehende Säle waren bis auf fasin show actasi Briefkaften der Redaktion. Dobrilugk. Achten Sie am Wahltage auf solche Vorgänge und stellen Sie alles genau feft, auch gleich Zeugen dafür. Dritter Wahlkreis. Eine gutbesuchte Wählerversammlung Weißensee. Hier sprach Genoffe Stadthagen über bas ben letzten Platz besetzt, viele mußten sich mit einem Stehplatz be- fand am Freitag im großen Saale des Geiverkschaftshauses statt. Thema:" Die letzten Tage vor der Schlacht und mit welchen Mitteln gnügen, viele fonnten überhaupt keinen Einlaß finden und nahmen Bunächst hielt der Kandidat Wolfgang Heine eine Ansprache, arbeiten die Gegner"? Der Kandidat der Ordnungsparteien war an den Thüren und Fenstern Aufstellung, um den Verhandlungen in der er nachwies, daß jeder, dem eine friedliche kulturelle Ent- schriftlich eingeladen, aber nicht erschienen. Er hatte brieflich mitfolgen zu können. Die große Mehrzahl der Versammlungsbesucher wicklung unsres Vaterlandes am Herzen liegt, sich in diesem Wahl- geteilt, daß er keine Veranlassung habe, an der Versammlung teilfette sich aus Angehörigen der bürgerlichen Kreise zusammen, kampfe auf die Seite der Socialdemokratie stellen muß, die statt zunehmen. Trotzdem Gegner anwesend waren und ihnen volle Redewährend die Handarbeiter in der Minderheit waren. Unser Partei- der Freisinnigen, welche jede Fühlung mit der Volksseele verloren freiheit garantiert wurde, meldete sich niemand zum Wort. Eine programm, das auch in dieser Versammlung am Eingange jedem haben, auch berufen sind, die bürgerlichen Freiheiten zu ver- Resolution wurde einstimmig angenommen, welche besagt. Die an= Besucher gedruckt eingehändigt worden war trotzdem behaupten teidigen, ja, erst ins Leben zu rufen. Der Redner schloß seine mit wesenden Wähler verpflichten sich, dafür zu sorgen, daß am 16. Juni unsre„ wahrheitsliebenden" Gegner, daß die Socialdemokratie ihre brausendem Beifall aufgenommenen Ausführungen mit dem Hinweis niemand der Urne fernbleibt und daß der Kandidat der Arbeiterwahren Ziele berbirgt und mit verhüllter Fahne kämpft, wurde darauf, daß es notwendig ist, daß jeder Parteigenosse in der Wahl- partei, Genosse Arthur Stadthagen, mit großer Majorität gewählt bor Beginn der Verhandlung eifrig studiert und diskutiert. Das agitation in vollstem Maße seine Pflicht erfüllt und alles aufbietet, wird. Mit einem Hoch auf die Socialdemokratie und den Genossen Referat hatte Georg Bernhard übernommen, der ebenso wie um den Wunsch der Gegner, eine Stichwahl herbeizuführen, zu ver- Stadthagen wurde die von ca. 700 Personen besuchte Versammlung der Kandidat für den ersten Wahlkreis, Genosse Arons, in großen eiteln. Sodann sprach Genosse Pfannkuch, der besonders geschlossen. Zügen die gegenwärtigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und die freisinnige Kampfesweise gebührend beleuchtete und in einem politischen Zustände kritisch beleuchtete sowie auf das reaktionäre, interessanten historischen Rückblick zeigte, wie schon die frühere volksfeindliche Vorgehen der bürgerlichen Parteien auf den ver- Fortschrittspartei in den Revolutions- und Reaktionsjahren beschiedensten Gebieten hinwies und dem gegenüber die hohen, freiheit wiesen hat, wie wenig das liberale Bürgertum im stande ist, die lichen und wahrhaft kulturellen Bestrebungen der Socialdemokratie demokratischen Freiheiten zu verteidigen. Der Redner_schloß mit eingehend erläuterte. Die Ausführungen der beiden Redner der Aufforderung, daß jeder dazu beitragen möge, der Socialdemowurden mehrmals durch stürmische Zustimmungskundgebungen fratie zum Siege zu verhelfen. Der Vortrag fand stürmischen unterbrochen und nur selten machte sich bei der herben Kritik, die Beifall. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. unsre Genossen an den bürgerlichen Parteien übten, ein ganz vereinzelter Widerspruch bemerkbar. In der Diskussion versuchte ein freisinniger Herr für seine Partei Propaganda zu machen, aber twie er ſelbſt betonte, konnte seine lange Verteidigungsrede für den Freifinn nichts mehr retten. Alle übrigen Diskussionsredner, darunter zwei Herren, die erklärten, daß sie bisher nicht zur socialdemokratischen Partei gehörten, plädierten in längeren Ausführungen mit dem Hinweis auf das reaktionäre Verhalten der bürgerlichen Parteien auf den verschiedensten Gebieten für die Wahl des focialdemokratischen Kandidaten. Nachdem noch der Vorsitzende Oppel zur regen Bethätigung im Interesse der Socialdemokratie aufgefordert hatte, erfolgte mit einem stürmischen Hoch auf den socialdemokratischen Kandidaten Dr. L. Arons der Schluß der imposanten und zweifellos erfolgreichen Versammlung, die trotz der drückenden Temperatur, die in den Sälen herrschte, über drei Stunden getagt hat. Eine zweite Versammlung für den dritten Wahlkreis fand am Freitag in dem Frankeschen Lokale, Sebastianstr. 39, statt. Das Referat hatte Dr. Alfred Bernstein übernommen. In klaren Worten schilderte der Redner die herrschende Politik und beleuchtete die Stellung der Parteien zu derselben. Der Redner schloß mit den begeistert aufgenommenen Worten: Auf zum Kampfe am 16. Juni, zum Siege für die Socialdemokratie. Der inzwischen erschienene Kandidat des Kreises, Wolfgong Heine, nahm hierauf das Wort zu einer Ansprache an die Versammelten. Er erläuterte in eindrucksvoller Weise das Wesen der socialdemokratischen Bewegung. Diese Partei sei nicht bloß die Partei der Armen, der Unterdrückten, sondern sie habe gewissermaßen alle die hohen, gemeinsamen Ziele gebildeter Menschen in sich verkörpert, die im Interesse einer hohen, geistigen und sittlichen Kultur erstrebt werden müssen. Reicher Beifall wurde dem Redner zu teil. In der Diskussion meldete sich kein, Gegner zum Wort. Der Vorsitzende ermahnte zur regen Wahl beteiligung. Mit einem lebhaften Hoch auf Heine trennten sich die Versammelten. D. D. Zwei Wettende. Vertagen Sie den Austrag Ihrer Wette, bis wir so weit sein werden. Inzwischen lassen Sie sich von unsrer Buchhandlung ein Verzeichnis der socialistischen Litteratur vorlegen und studieren Sie fleißig die socialistischen Programmschriften. Sie werden dann wohl solche Wetten unterlassen. Zwei Wettende, A. M. Unfre Gemeindeschulen hatten bis 1900 das 6 Klassen- System, d. H. es bestanden 6 aufsteigende Klassenstufen, doch waren die einzelnen Stufen meist doppelt, dreifach usw. vorhanden, so daß viele Schulen 15, 20 und mehr Klassen hatten. Michaelis 1900 kam das 7 Klaffen- System, Michaelis 1902 das 8 Klaffen- System. Unter dem 6 Klassen- System bestand schon seit einer Reihe von Jahren an manchen Schulen noch eine besondere Oberklasse, so daß man schon damals von einem teilweisen 7 Selassen- System sprechen konnte. Die Annahme, daß bereits 1873 bis 1881 das 8 Klaffen- System bestanden habe, ist irrig. V. F. 100. Elisabeth- Stift, Pankow, Schönholzerstr. 4. Vorsteherin wohnt im Hause. Pflege von Geburt bis zum sechsten Lebensjahre. Pflegegeld monatlich 9 Mart. Einige Freistellen. 9. 3. Nein. Eine Versammlung der in der Stickereibranche beschäftigten Personen tagte am 10. Juni in den„ Arminhallen". Nachdem einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt waren, hielt Kollege Brillwig ein beifällig aufgenommenes Referat über„ Den 16. Juni in au und unfre Pflicht", in welchem der Redner an der Hand statistischen sei, welche voll und ganz für die Arbeiterinteressen eintritt und Demnach jeder denkende Arbeiter am 16. Juni nur einem Social demokraten seine Stimme geben könne. An der Diskussion beteiligten sich die Kollegen Massuthe und Scheich im Sinne des Referenten. noxalil Juriftifcher Teil. 23. K. 49. Bor 30 Jahren. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. A. B. Gegen eine Veranlagung zur Gevoerbesteuer fann nur dann mit Aussicht auf Erfolg reklamiert werden, wenn weder das Anlagekapital 3000 M. noch das Einkommen 1500 M. übersteigt. N. Sch., Oestreich. Nur Deutsche sind wahlberechtigt. Sind Sie dennoch in der Liste ein getragen, so fönnen Sie wählen. Die Naturalisation von Ausländern( NichtDeutschen) erfolgt durch die Regierungspräsidenten( in Berlin Polizeis präsident), kostet 50 M. und hängt vom Ermessen der Behörde ab. Gin Recht auf Naturalisation hat im Gegensatz zu Deutschen kein Ausländer. E. S. 60. Die Betreffenden find Ausländer, können Deutschland besuchen befürchten.- 9. S. 100. Ja. und haben, falls nicht etwa ein Strajurteil gegen sie vorliegt, hier nichts E. R. 25. 1. In der Regel ja. 2., 3., 4. Ja. J. 2. Nein. Friedenau 100, S. 2. 100. Rein. Ein Mißtrauender. Sie önnen den Bettel gefaltet oder glatt einſteden. Zwei Streitende. Zu unzähligen Malen haben wir bor dergleichen unüberlegten Unterschriften gewarnt: steht nicht das Gegenteil in den Kassenstatuten, so ist der Unters zeichner gebunden und kann nicht zurücktreten, ohne die in den Statuten festgesette Kündigungsfrist einzuhalten. 2. Y. 1. Leider nicht. 2. Ja. 3. 16. Sie tönnten nur Zahlungsbefehl beim Amtsgericht einreichen oder ebenda selbst klagen. Ein andres Mittel gäbe es nicht.- A. S. Falls nicht Ihr dem Wortlaut nach uns nicht bekannter Mietsvertrag wie die meisten Berliner Verträge die Pflicht des Vermieters zur Instandhaltung 2c. der Wohnung dem Mieter aufbürdet, hat der Wirt durch Zufall zerbrochene Scheiben zc. 3. J. Ft. Der Betreffend J. R. Der Betreffende soll ausdrücklich wiederholen, daß Sweiter Wahlkreis. Eine ungewöhnlich stark besuchte Verfammlung wurde am Freitagabend in der Bockbrauerei am Tempelhofer Berge abgehalten. Der geräumige Saal war bis auf den letten Platz gefüllt. Genosse Paul Singer, bei seinem Eintritt in das Lokal durch stürmische Hochrufe begrüßt, hielt das Referat. Eingangs seiner Ausführungen kennzeichnete er auch hier die unfuch pics chamen, in tren Flugblätter eine ber 17 Jahren, boit aussprechlich schäbige, persönliche Kampfesweise der Antisemiten, die dem damaligen Socius Singers gethane schimpfliche Aeußerung auch jekt wieder gegen ihn selbst wie auch gegen die Partei in verleumderischer Weise zu fruftifizieren. Der immense Beifall der Anwesenden beties, wie jene schamlosen Verdächtigungen des antisemitischen Lügengesindels vom Volke gewürdigt werden. Redner ging dann ausführlich auf die hauptsächlichsten gesezgeberischen Maßnahmen des verflossenen Reichstags sowie die dabei entfaltete Boghagen- Rummelsburg. Zu einer imposanten Dentonstration Thätigkeit der verschiedenen Parteien ein, kritisierte ferner die Wahl- gestaltete sich eine Versammlung, die am Mittwoch im Café Bellevue taktit der Gegner und schloß mit einem wuchtigen Appell an die stattfand. Lange vor Beginn mußten Tische und Stühle entfernt Zuhörer, die wenigen Tage bis zum Wahltermin intensiv durch werden, um der anströmenden Menge Raum zu schaffen. Ettva Kleinagitation auszunuzen, um gleich im ersten Wahlgange den Sieg 800 Personen( biele mußten umkehren) lauschten den treffenden zu ersetzen. Wwv. Kluge. Es kann Zahlung verlangt werden. an die alte rote sabe der Cocialdemokratie zu beften.( mere, den Beifaltadthagenation, it behet Die Belemelten anhaltender Beifall.) Gegner sich nicht zum Wort. Bemerkt sei, daß auch hier wieder die fürsorgliche Polizei ein beträchtliches Aufgebot von Schutzleuten zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung" zusammengezogen hatte. Natürlich fanden die Ordnungshüter keinerlei Anlaß zum Einschreiten. Den Genossen Singer aber begleitete eine nach Hunderten zählende Menge bis zur Haltestelle der Straßenbahn, ihm bei seiner Abfahrt lebhafte Obationen bereitend. -K. 2. 3. 1. Ja. 2. v. Richthofen. er austritt und ablehnt, für die Zukunft etwas zu zahlen. Er ist dann nicht G. S. 109. Legen Sie den betreffenden Fall zur Zahlung verpflichtet. schriftlich oder in der Sprechstunde dar. Die Beantwortung Ihrer allgemeinen Erbrechtsfragen ist unmöglich: Sie müssen mitteilen, wann der Todesfall eintrat und wo der erste Wohnsitz nach Eheschluß genommen ist. 2. M. 50. Eine solche Notiz hat im" Vorwärts" nicht gestanden brausendem Beifall. Eine Resolution, in welcher die Versammelten 3. Excellenz. ihren Abscheu bekunden vor den gemeinen Befudelungen unsres Genossen Stadthagen seitens der Gegner und sich berpflichten, für ein gewaltiges Anschwellen der socialistischen Stimmen am 16. Juni zu forgen, fand einstimmige Annahme. Ein Zwischenruf und darauf baldiges Verduften war das einzige Lebenszeichen der Gegner. Mit einem Hoch auf die Socialdemokratie, dem noch ein solches auf den Kandidaten aus der Versammlung folgte, erreichte diese ihr Ende. Warenhaus A.Wertheim mden uaintno nodod matilda oiladass and diodasd maltid via misl 981 Leipzigerstr. 132/135( Versand- Abtellung). Rosenthalerstr. 27/29.- Oranienstr. 52/55 16d mit bis debisi illo mi jod Extra- Preise 100 19792111 Montag, Dienstag, Mittwoch lord dopoledi sid innosed. tarbimi el neodbe Damenwäsche Taghemden vorderschluss mit Spitze 1.40 Mk. Taghemden Achselschluss mit Spitze 1.90 Mk. 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Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 136. 20. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Auf die Schanzen! Am Dienstag ist Wahltag. Genossen, macht diesen Tag zu einem Siegestag für ganz Berlin! Die Gegner werden ihren ganzen Schleppapparat aufbieten, alle Minen springen laffen. Sorgt auch Ihr, Genossen dafür, daß den die Wahlarbeit leitenden Genossen genügend Mannschaften zur Verfügung stehen, um alle Machenschaften der Gegner zu Schanden zu machen! Kein Genosse, der sich frei machen kann, darf am Wahltage müßig bleiben! Alle diejenigen, welche sich an den notwendigen Arbeiten beteiligen können, wollen sich morgens 7 Uhr, soweit sie noch nicht bestimmte Weisungen erhalten haben, in unten bezeichneten Lokalen einfinden. etwaigen Scherereien vorzubeugen. = Sonntag, 14. Juni 1903. play; 2. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15; 3. in der den Wahlbureaus: für Treptow im Restaurant M. Ko pp, ElsenRessource, Kommandantenstr. 57; 4. in den Arminhallen, straße 97/98( Ece Kiefholzstraße); für Baumschulenweg bei Kommandantenstr. 20, und 5. im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Staffeldt, Baumschulenſtr. 84. Das Wahlkomitee. Die Genossen Dr. Freudenberg, Dr. Friedeberg, Dr.8adet, Ober Schöneweide. Das Wahlbureau des socialdemokratischen Georg Bernhard, und Dr. Paul Bernstein sprechen über: Wahlkomitees befindet sich am Wahltage, den 16. Juni cr., von Heine in jeder Versammlung eine Ansprache halten. Es ist Pflicht Kaufholt, Wilhelminenhofstr. 18, und sind alle Behinderungen bei AusAuf zur Reichstagswahl. Außerdem wird unser Kandidat Wolfgang morgens 7 Uhr bis abends 9 Uhr ununterbrochen im Lokale von der Genossen, für regen Besuch dieser Versammlungen zu agitieren. übung des Wahlrechts, Ungefeglichkeiten 2c. sofort dorthin zu be richten, um rechtzeitig weiteres veranlassen zu können. Alle Genossen, Die am Wahltage frei sind und bei der Wahlarbeit helfen wollen, besonders Radfahrer, wollen sich dort morgens 7 Uhr einfinden. Das Wahlkomitee. Fünfter Kreis. Sonntag früh 1/8 Uhr Flugblattverbreitung. Die Genossen mögen sich zahlreich und pünktlich einfinden bei Dimte, Winsstr. 56. Belter, Neue Königstr. 60. Knößsch, Hirtenstr. 10. Patt, Dragonerstr. 15. Wirth, Auguststr. 51. Wittchow, Kel. Hamburgerstr. 27, Ede Elsasserstraße. Schliz, Luisenstr. 26. Das Wahlkomitee. = Das socialdemokratische Wahlkomitee. Nieder Schöneweide. Am Montag, den 15. cr., abends 8 Uhr, findet im Sommersaal des Lokales Waldhaus, Berlinerstr. 10a, Diejenigen Genossen, welche in den Provinzkreisen ihre Prater, Kastanien- Allee 7/9, und in Fröbels Allerlei- Theater, Schön- die erste Wählerversammlung ist, die man hier abhält, und uns beSechfter Wahlkreis. Heute mittag 12 Uhr im Berliner eine öffentliche Wählerversammlung statt. Da dieses Thätigkeit ausüben wollen, haben sich mit genügender Legiti- hauser Allee 148, finden zwei öffentliche Wählerversammlungen und kanntlich kein Lokal zur Verfügung steht, so ersuchen wir die Genossen mation( Militärpapiere, Steuerzettel) zu versehen, um möglichst am Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr, finden sieben öffentliche von Nieder- Schöneweide, in derselben zahlreich und pünktlich zu Wählerversammlungen statt: 1. Stronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49: erscheinen. Beschwerden über Berstöße gegen das Wahlrecht, sowie alle 2. Moabiter Kafino, Wilsnaderstr. 63; 3. Feldschlößchen, Müller- Adlershof. Montagabend 8 Uhr: Deffentliche Wähler Anfragen, sind in einem der nachbenannten Bureaus anzubringen. straße 142; 4. Gisteller, Chausseestr. 88; 5. Bernh. Raabe, Kolberger- bersammlung bei Wöllstein. Referent: Genosse Dupont. Erster Wahlkreis. Central- Wahlbureaus Weihnacht, Grün- ftraße 23; 6. Ballschmieders Salon, Badstr. 16; 7. Hensels Salon, Bahlreiches Erscheinen aller Wähler, auch der Gegner, erwartet straße 21.( Tel.- Amt I, 1787.) Wahlbezirk 1: Günther, Bischof- Invalidenstr. 1a, in welchen die Genossen Pfannkuch, Waldeck Das socialdemokratische Wahlkomitee. straße 12. Wahlbezirke 2, 4, 5: Hahn, Stralauerstr. 48. Manasse, Vogtherr- Stettin, Friz Wilte, Georg Lede Alt- Rahnsdorf, Neu- Rahnsdorf und Umgegend. Die zu heute, bezirk 3: Hönow, Barochialstr. 36. Wahlbezirk 6: Bu B, Kloster- bour, Paul John, Dr. Alberty, Ströbel noch ein letztes Sonntag, den 14. Juni, nachmittags 2 Uhr in Rahnsdorfer Mühle bezirk 3: Hönow, Barochialstr. 36. Wahlbezirk 6: Buß, Kloſter Wort vor dem Kampfe an die Wähler richten. Zahlreichen Besuch im Saale der Frau Anna Klemm einberufene Reichstags= ftraße 101. Wahlbezirk 7: Kirchner, Heiligegeiststraße 40. Wahlbezirk 8: Scheps, Breitestr. 24. Wahlbezirk 9: Beyer, erwarten Die Vertrauensleute. Wähler Versammlung findet bestimmt statt, trotz eines vom Fischerstr. 25. Wahlbezirk 10: Kopischke, Grünstr. 20. Wahl- Achtung, Arbeiter- Radfahrer! Diejenigen Genossen, welche am Amtsvorsteher Rottmeier, Oberförsterei Köpenick, an Frau Klemm bezirk 11: Knapppe, Kl. Kurstr. 11/12. Wahlbezirk 12: Gü, Tage der Wahl nicht den ganzen Tag thätig sein können, haben sich ergangenen Verbots, bei einer Eye tutibstrafe von 60 M. Niederwallstr. 33. Wahlbezirke 13, 14, 15, 16: Die Versamm Menzel, abends bis spätestens 6 Uhr Lindenstr. 69, 2. of, einzu ihr Lokal zu der Versammlung nicht herzugeben. Dorotheenſtr. 69. Wahlbezirk 17: Wolf, Mauerstr. 50. Wahl- finden. Der Unterzeichnete richtet das dringende Ersuchen an alle lung ist rechtzeitig angemeldet und vom Amtsvorsteher ordnungsbezirke 18, 19: Frank, Charlottenstr. 60. Wahlbezirke 20, 21: Arbeiter- Radfahrer, fich an der Abendarbeit so zahlreich wie möglich mäßig bescheinigt. Ein Recht, die Hergabe des Lokals zur BerGlaue, Strausenstr. 18. Wahlbezirk 23: Schwart, Stronenstr. 71. zu beteiligen. F. Stöckel, Vertrauensmann für Berlin, sammlung zu verbieten, steht dem Amtsvorsteher nicht zu. Frau Wahlbezirke 609, 610, 611, 613: Radtke, Flensburgerstr. 24. Rottbuser Ufer 57. Klemm ist auch gewillt, trotz des Verbots das Lokal herzugeben. Wahlbezirke 612, 614: Kunert, Händelstr. 15. Wahlbezirk 608: Charlottenburg. Montag, den 15. Juni, abends 8½ Uhr, im Protest ein gegen das Verbot, das sich gegen Euch richtet, Arbeiter, Reichstagswähler! Legt energischen Volkshause, Rosinenstr. 3: Wähler- Bersammlung. TagesZweiter Wahlkreis. Central- Wahlbureau bei Rich. Augustin, Ordnung: Die bevorstehende Reichstagswahl. Referent: Stadt- und besucht die verbotene Versammlung bis auf den letzten Mann! Lindenstraße 69; Unter Wahlbureaus: SW. bei Paul verordneter C. Baafe. Freie Diskussion. Gegner sehr willScholz, Boffenerstr. 1 Ecke Barutherstr. 22; W. bei star tommen. Am Dienstag, den 16. Juni, abends 9 Uhr: Resultat- werden aufgefordert, sich am Wahltag im Wahlbureau im WirtsSchmargendorf. Genossen, die am Wahltage mitarbeiten wollen, Kumte, Bülowstr. 59; Friedrichstadt bei Frig Ohnesorge, Verkündung in beiden Sälen des Volkshauses. Markgrafenstr. 102; S. bei Julius Fischer, Boechstr. 7. haus Schmargendorf einzufinden. Die Wahlrefultate werden in der Ober- Barnim. Sämtliche in Berlin und Umgegend arbeitenden Versammlung am Wahltag abends 9 Uhr im gleichen Lokal verDritter Wahlkreis. Das Central- Wahlbureau, in welchem sich Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter des Wahlkreises Ober- Barnim kündet. alle Genossen einzufinden haben, welche noch nicht für eine be- werden hiermit aufgefordert, am Wahltage sich in ihre Heimatsstimmte Stelle festgelegt sind, befindet sich in Dietrichs Festorte zu begeben und dort ihre Stimme abzugeben; nur dann ist es sälen", Dresdenerstr. 116, vorn parterre. Telephon- Amt IV möglich, unsern Kandidaten Bruns im ersten Wahlgange zum Siege zu verhelfen. Hoppe, Kronprinzen- Ufer 29.. Nr. 5174. " Unter Wahlbureaus befinden sich bei Schnieber, Admiralstraße 21; Krüger, Naunynstr. 54; Nowad, Alte Jakobstr. 6; Bararowsky, Brandenburgstr. 49; Stramm, Ritterstraße 123; Wendt, Alexandrinenftr. 39; Stallweit, Dresdenerstr. 45; Ferd. Aßmus, Prinzenstr. 59; Tauschke, Brüdenstr. 2; Peutert, Melchiorstr. 30; Ladewig, Kommandantenstr. 65. Bierter Wahlkreis. Die Central- Wahlbureaus für den vierten Wahlkreis( Osten) sind: Zorndorferstr. 8 bei Franke, Amt VII, Nr. 2278. Andreasstr. 26 bei Merkowski, Amt VII, Nr. 945 ( Nebenanschluß). Fünfter Kreis! Das Central- Wahlbureau des Kreises befindet fich: 1. Eingang Rosenthalerstr. 57, Hof parterre; 2. Eingang Gormannstr. 28. Fernsprecher Amt III, 1296. Unterbureaus im Kreise befinden sich auf folgenden Stellen: Dimte, Winsstr. 56. Belter, Neue Königstr. 60. Knößsch, Hirtenstraße 10, Ede Amalienstraße. Hummel, Sophienstr. 5. Wittchow, Kl. Hamburgerstr. 27, Ede Elsasserstraße. Schliz, Luisenstr. 26. Hilfskräfte wollen sich von früh 8 Uhr ab vornehmlich im Gentralburean zur Verfügung stellen. Sechster Wahlkreis! Die Wahlbureaus befinden sich am 16. Juni in folgenden Lokalen: Moabit: Karl Fischer, Waldstr. 8( Telephon Amt II 660); Joh. Pfarr, Putligstr. 10. Wedding und Oranienburger Vorstadt: H. Tauschel, Wiesenstr. 29( Telephon Amt II 1238); E. Dieke, Ackerstr. 123 ( Telephon Amt III 5114). Das Wahlkomitee. Steglit. Montag, den 15. d. Mts ,, abends 8 Uhr, findet bei Schelhaſe, Ahornstraße 15a, eine öffentliche Versammlung statt. Genoffe Redakteur Sy do to spricht über:„ Die bevorstehende Sydow Reichstagswahl". Schellhase, Ahornstraße 15a. Genossen, welche am Tage der Wahl Das Bureau des Wahlkomitees befindet sich im Restaurant mitzuarbeiten wünschen, bitten wir, sich daselbst zu melden. Ebenda wird auch das Wahlresultat am Abend der Wahl verkündet. Das Komitee. Pankow. Heute Sonntag nach der Flugblattverbreitung Treffpunkt aller jener Genossen, welche am Wahltage helfen wollen, um 11 Uhr vormittags bei Rochdi, zweds Verteilung in die einzelnen Bezirke. Am Wahltage Treffpunkt im selben Lokal morgens 8 Uhr, diejenigen, welche nach außerhalb fahren, Treff punft morgens 7 Uhr bei Böhlicke, Wollantstr. 100( Nordbahn). Groß Lichterfelde. Morgen, Montag, den 15. Juni, Verkündigung des Wahlresultats in der Versammlung bei Rocydi abends 8 Uhr, findet im Richterschen Saal, abends 9 Uhr. Chausseestr. 104, eine öffentliche Wähler- VerWahlverein Tegel. Parteigenossen, welche am Tage der Wahl sammlung statt. Referent: Genosse Dr. Silberstein. sich dem socialdemokratischen Wahlkomitee zur Verfügung stellen Wähler aller Parteien find willkommen. Die Parteigenossen werden wollen, werden ersucht, sich im Lokale des Herrn Ernst Rentner, ersucht, kräftig für diese Versammlung zu agitieren. Berlinerstr. 87, früh 6 Uhr einzufinden, auch diejenigen, die erst Das Wahlkomitee. später Zeit haben. Dortselbst ist den Tag über das Verkehrslokal Nowawes- Neuendorf. Montag, den 15. Juni, abends 129 Uhr, für Tegel. Alle Anfragen um Auskunft sind dorthin zu richten. im Bernhardtschen Lokal, Priesterstraße: Deffentliche Das WahIresultat wird, wenn möglich, am Abend im Lokale Wählerversammlung. Tagesordnung: 1. Ein ernstes Wort des Herrn Paul Krause, Berlinerstr. 92, bekannt gegeben. Partei- in legter Stunde. Referent: Schriftsteller Paul Hirsch- Charlottengenoffen, erscheint alle möglichst früh zur Wahl, damit Störung ver- burg. 2. Freie Diskussion. Dienstag, den 16. Juni, abends mieden wird und jeder sein Wahlrecht ausüben kann. 91 Uhr, im felben Lokal: Volksversammlung. TagesDie Diskutierabende des Wahlvereins finden jetzt Diens- ordnung: Verkündigung des Wahlresultats. Der Einberufer. tags statt im Lokale des Herrn Paul Krause, Berlinerstr. 92, abends Punkt 1/29 Uhr. Am Mittwoch, den 17. d. Mts., abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Julius Klippenstein( Seeschlößchen"). Tagesordnung: Die Reichstagswahl; Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Aus Industrie und Handel. Der amerikanische Eisenmarkt hat nach dem telegraphischen Situationsbericht des Ironmonger" aus Philadelphia sich wenig verändert. Die Aussichten seien, statt besser, eher noch ungünstiger Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen: Borsigwalde. Sonntag, den 14. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, geworden. Die Umfäße seien äußerst gering und bei größeren AbBergmann, Brunnenstr. 79( Telephon Amt III 2572); Bachgänger, wählerbersammlung bei Wa age. Referent Tate row- schlüssen würden niedrigere Preise acceptiert. Die Steel Corporation Swinemünderstr. 34; Löhrig, Pantstr. 32d.( Telephon Amt II 1515.) Berlin. Die Genossen, die im Bezirk Waidmannslust am Tage biete ihr möglichstes auf, um zu Käufen anzuregen und die Preise Schönhauser Vorstadt: Ramlow, Schönhauser Allee 135 der 2a hl helfen wollen, werden ersucht, Dienstagmorgen 7 Uhr aufrecht zu erhalten; der Bedarf sei jedoch absolut unzureichend. ( Telephon Amt III 5294); Wernau, Schwedterstr. 23. fich bei Müller( Bergschloß), Waidmannslust, einzufinden. Rheinisch westfälisches Kohlensyndikat. Wie die RheinischDas Central- Wahlbureau des sechsten Streises befindet sich bei H. Tauschel, Wiesenstr. 29( Telephon Amt II 1238). # Rigdorf. Montag, den 15. Juni, finden abends 81, Uhr, drei Westfälische Zeitung" meldet, wurde in der heutigen Beiratsfizung Volksversammlungen statt: Knesebeckstr. 113 bei Münzer, Berg- des Kohlensyndikats beschlossen, der Rechenbefizer- Versammlung zu straße 147 bei Gröpler und Bergstr. 151 bei Thiel. Die Ge- empfehlen, für das dritte Quartal 1903 eine Förderungseinschränkung noffen werden ersucht, für zahlreichen Besuch zu agitieren. Genosse von 18 Proz. anzuordnen. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde die Die übrigen Referenten werden in der Versammlung bekanntgegeben. Berliner Partei- Angelegenheiten. Zubeil wird in allen drei Versammlungen Ansprachen halten. Umlage für das dritte Duartal wie bisher auf 6 Bros. feſtgeſetzt. Wahlberichterstattung. Direktor Hudel teilte mit, daß die allgemeine Lage als durchaus be Das Wahlkomitee. friedigend zu bezeichnen sei. Achtung, Radfahrer! Diejenigen Genossen, welche sich gemeldet Die anschließende Zechenbefizer Versammlung genehmigte die Wir haben umfassende Vorbereitungen getroffen, um die haben, um am Tage der Wahl im Kreise Teltow- Beeskow thätig zu Förderungseinschränkung. Der Vorstand erstattete darauf Bericht. sein, werden ersucht, sich zur näheren Information am Montagabend Die Förderung betrug im Mai 4 191 870 Tonnen gegen 4 435 587 Leser so schnell wie möglich über die Ergebnisse der Reichstags- 7 Uhr im Lokal von Thiel, Nigdorf, Bergstr. 151, einzufinden. Tonnen im April. Arbeitstäglich stieg die Förderung gegen Mai wahlen zu unterrichten, insbesondere aus den Landesteilen, Der Vertrauensmann. 1902 um 13 873 Tonnen gegen April 1902 um 18 826 Tonnen oder die unser vornehmstes Kampffeld bilden. Wir möchten aber sammlungen statt, bei Obst, Meiningerstr. 8, und im Slub- von Kohlen, Coals und Brifetts betrug im Mai d. 3. 16 401 DoppelSchöneberg. Montagabend finden zwei wähler- Ver- um 8,48 Prozent bezw. 12,08 Prozent. Der arbeitstägliche Versand besonders darauf anfmerksam machen, daß wir telephonische haus, Hauptstr. 5/6. Referenten: 2. Bartels und Simon Waggons. Referenten: 2. Bartels und Simon Waggons. Er stieg demnach im Mai d. J. gegen Mai v. J. um Mitteilungen über Wahlergebnisse weder entgegennehmen noch agenstein. Wähler aller Parteien sind eingeladen. 1295 Doppelwaggons oder 8,57 Prozent. erteilen werden. Wir bitten also, die Benutzung des Telephons ( Tunnel), Telephon Französischer Außenhandel. Nach der Zollstatistik betrug die für diesen Zweck sowohl bei der Hauptwahl als auch bei der Einfuhr in den ersten fünf Monaten 2004 809 000 Fr. gegen Stichwahl zu unterlassen. 1892 893 000 r. im gleichen Zeitraum des Vorjahres, die Ausfuhr 1746 086 000 r. gegen 1 751 071 000 Fr. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. der Wahl bei Obst, Meiningerstr. 8 Das Central- Wahlbureau unsres Ortes befindet sich am Tage Amt IX, Nr. 7049. Die Parteigenossen, die am Wahltage von morgens an mit thätig sein wollen, werden ersucht, fich früh 8 Uhr bei Obst einzufinden; wer in der Lage ist, von mittags an helfen Erster Wahlkreis. Die heutige Flugblatt- Verbreitung findet von zu können, finde fich ebendafelbst ein. Diejenigen Parteigenossen, Hahn, Stralauerstr. 48, Weihnacht, Grünstr. 21, Glaue, Krausen- bie erst in den späteren Nachmittagsstunden sich zur Verfügung ftraße 18, Menzel, Dorotheenstr. 69, Frant, Charlottenstr. 60, Wolf, stellen, treffen sich in den Bezirkslokalen ihres Wahlbezirkes. Es Mauerstr. 50, und Radtke, Flensburgerstr. 24, aus statt. Wir er wird eine zahlreiche Beteiligung, besonders auch der Radfahrer, erwartet. Die Verkündigung des Wahlresultats erfolgt im Obst schen suchen die Genossen, sich recht zahlreich morgens 8 Uhr einzufinden. Das Wahlkomitee. Erster Wahlkreis. Auf, zur Reichstagswahl ist das Mariendorf und Umgegend. Am Sonntag, den 14. Juni, nach- Der größte Anteil dieser Steigerung, die sich insgesamt auf Thema der am Montag, den 15. cr., im Feenpalast statt mittags 4 Uhr findet im Lokale von Dietmann( früher Teutschbein), 95,5 Millionen Rubel beläuft, entfällt auf Getreide, dessen Export findenden Wählerversammlung. Referent: Dr. Leo Aron 3. Marienfelde- Großbeeren, eine Wahlvereinsversammlung statt. Die fich im Vergleich zum Vorjahr folgendermaßen gestaltet hat: ( Siehe heutiges Inserat.) Tagesordnung ist folgende: 1. Vortrag über die bevorstehenden Lokale. Der auswärtige Handel Rußlands im letzten Jahre. Nach dem Bericht des deutschen Generalkonsulats in Petersburg erreichte die gesamte Ausfuhr Rußlands über die europäische Grenze im Jahre 1902 einen Wert von 825,3 Millionen Rubel gegen 729,8 Millionen Rubel im Jahre 1901. Menge in Millionen Wert in Millionen Pud Rubel 1902 1901 1902 1901 Weizen 185,8 138,5 162,2 122,7 Roggen Gerste Hafer Mais 98,2 82,7 69,9 56,0 104,1 77,6 64,1 47,9 63,3 . 80,3 49,8 58,5 68,4 29,7 41,9 17,2 Kleie 29,9 32,4 14,9 16,4. Die Mehrausfuhr an Getreide betrug hiernach 108,5 Millionen Bud im Werte von 84,1 Millionen Rubel. Zweiter Kreis. Versammlungen finden am Montag, Reichstagswahlen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Aufnahme neuer den 15. d. Mts., abends 8 Uhr statt bei Kliem, Hasenheide 13/15; Mitglieder. Gäste, auch Frauen, sind hierzu eingeladen. Um recht Der Vorstand. Berliner Bodbrauerei, Tempelhofer Berg, und 8ührte, zahlreichen Besuch wird gebeten. Dennewigstraße 13. Referenten sind: Stadtv. R. Augustin( bei Mariendorf und Umgegend. Am Dienstag, den 16. Juni, Kliem), Stadtv. Dr. Alfred Bernstein( bei Zühlfe) und Genosse abends 9 Uhr, finden in Tempelhof bei Adel, Germaniaſtr. 20; Albrecht Fülle( Berliner Bodbrauerei). Tagesordnung: Die in Mariendorf bei Hermann Reichardt, Feldstraße, Ecke Ring Das Wahlkomitee. Chauffee, und in Marienfelde bei Dietmann( früher Teutschbein), Reichstagswahl. In allen drei Dritter Wahlkreis. Achtung, Parteigenossen! Heute Sonntag, den Großbeerenstraße, Vereinsversammlungen statt. 14. Juni, früh 8 Uhr, findet eine Flugblattverbreitung statt. Die Lokalen findet die Verkündigung des Wahlresultats Genossen werden ersucht, sich rege daran zu beteiligen und an den statt. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. felben Stellen einzufinden, an denen sie schon bei früheren Ver Treptow Baumschulenweg. Morgen Montag, abends 8 Uhr, Die russische Einfuhr über die europäische Grenze bewertete breitungen geholfen haben. Diejenigen, welche bisher noch nicht findet bei Ackermann, Baumschulenstr. 78, eine öffentliche sich auf 527,1 Millionen Rubel, wies daher gegen das Vorjahr, wo geholfen haben, mögen sich an den nachstehend verzeichneten Stellen Versammlung statt. Referent: Schriftsteller E. Fuchs- Behlen- fie dem Werte nach 532,9 Millionen Rubel betrug, eine Abnahme einfinden: Schnieber, Admiralstr. 21; Krüger, Naunhnstr. 54; dorf. Da dies vor dem Entscheidungstage die letzte Versammlung um 5,8 Millionen Rubel auf. Flick, Simeonstr. 23; Zacharowsky, Brandenburgstr. 49; Stramm, ist, werden wir Gelegenheit nehmen, noch einmal das Gebahren der Ein Rückgang der Einfuhr hat sich in erster Linie bei SteinRitterstr. 123; Wendt, Alexandrinenstr. 39; Schneider, Sebastian Gegner in ihren Flugblättern einer öffentlichen Stritit zu unterziehen. fohlen und Coats herausgestellt; während hiervon 1901 283 Millionen straße 7( Seller); Ferd. Aßmus, Prinzenstr. 59; Tauschte, Brücken- Es ist daher Pflicht aller Arbeiter und Parteigenossen, Mann für Bud eingingen, stellte sich der Import 1902 nur auf 200,9 millionen straße 2; Beutert, Melchiorstr. 30; Ladewig, Kommandantenstr. 65. Mann zu erscheinen und ihre Bekannten und Hausgenossen mit- Bud. Die Einfuhr von Maschinen aus Gußeisen, Eisen und Stahl Das Wahlkomitee. zubringen. ist von 4,4 Millionen Bud im Werte von 39,6 Millionen Rubel Dritter Wahlkreis. Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr, finden Ferner machen wir noch einmal darauf aufmerksam, daß die auf 3,8 Millionen Pud im Werte von 32,3 Millionen Rubel zurück5 Wählerversammlungen statt: 1. bei Buggenhagen, Morig- jenigen, welche am Wahltaa helfen wollen, sich zu melden haben in gegangen. V Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Margarete. Montag: Geschlossen. Dienstag: Evangelimann. Slavische Brautwerbung. Mittwoch: Die Meisterfinger von Nürnberg. Königliches Schauspielhaus. Sonntag: Die Braut von Messina. Montag: Geschlossen. Dienstag: Das große Licht. Mittwoch: Die Jour nalisten. Neues tgl. Opern- Theater. Sonntag, 14. Juni: Giroflé Girofla. Montag, 15. Juni: Geschlossen. Dienstag, 16. Juni: Die Fledermaus. Mittwoch, 17. Juni: Die Geisha. Donnerstag, 18. Juni: Madame Sherry. Freitag, 19. Juni: Der Zigeunerbaron. Sonnabend, 20. Juni: Der Klavier stimmer. Sonntag, 21. Juni: Der Klavierstimmer. Montag, 22. Juni: Giroflé Girofla. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag: Die Jungfrau von Orleans. Sonntagabend: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Montag: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüne Kakadu. Dienstag: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüne Kakadu. Mittwoch: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüne Kakadu. Donnerstag: Im weißen Rößl. Freitag: Im weißen Rößl. Sonnabend: Berlin, wie es meint und lacht. Sonntagnachmittag: Der Probekandidat. Sonntagabend: Im weißeu Rößl. Montag: Berlin, wie es weint und lacht. Banna. Mittwoch: Die Weber. Donnerstag: Monna Banna. Freitag: arme Heinrich. Sonntagabend: Monna Banna. Monna Vanna. Sonnabend: Es lebe das Leben. Sonntagnachmittag: Der Berliner Theater. Sonntag: Der Troubadour( Bötel a. G.). MonMittwoch: Oberon. Donnerstag: Martha( Bötel). Freitag: Der Haidetag: Der Wildschütz. Dienstag: Postillon von Lonjumeau( Bötel a. G.). schacht. Sonnabend: Unbestimmt. Sonntag: Unbestimmt. handensein solcher befriedigen, nun weiß ich aber bestimmt, daß ich keine Würmer habe. Meinem Magen ist die Kur sehr gut be tommen. Hans Freiherr v. Wangenheim, Stargard, Pomm. = 1 Allgemeine Familien Sterbekasse zu Berlin. Heute Zahltag bei Dieke, Alderstr. 123, von 3-6 Uhr. Neues Theater. Sonntag: Arche Noah( Hansi Niese). Montag: Arche Arbeiter Samariterkolonne. Morgen, Montagabend 9 Uhr, LehrNoah( Hansi Niese). Dienstag: Die Geliebte. Hierauf: Daisy. Mittwoch: stunde in der Filiale bei Daje, Brunnenstr. 154: Vortrag des Herrn Die Geliebe. Die Geliebte. Daisy. Sounabend: Arche Noah( Hansi Niese). Sonntag: praktische Uebungen. Neue Teilnehmer können noch eintreten. Gäste will Daisy. Donnerstag: Arche Noah( Hanse Niese). Freitag: Dr. Hirsch über Verlegungen, Wundbehandlung, Blutstillung. Nachher Die Geliebte. Daisy. kommen. Die Mitglieder der dienstthuenden Abteilung werden ersucht, zu Sonntag: Alt- Heidelberg. Montag: erscheinen zwecks Verteilung zu den am Dienstag stattfindenden BoltsDonnerstag: Alt- Heidelberg. 100 000 Thaler. Dienstag: Alt- Heidelberg. Mittwoch: 100 000 Thaler. versammlungen. Alt- Heidelberg. Sonntag: 100 000 Thaler. Freitag: 100 000 Thaler. Sonnabend: Balle. Theater des Westens. Residenz- Theater. Allabendlich: Lustige Ehemänner und Nach dem Kleines Theater. Allabendlich: Nachtasyl Central- Theater. Allabendlich: Pick und Pocket. Urania- Theater, Taubenstr. 48/49. Allabendlich: Von der Zugspike zum Wagmann. Vermischtes. Schiller- Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntagnachmittag: Heimat. Sonntagabend: Jm weißen Rößl. Montag: Berlin, wie es weint und lacht. Dienstag: Berlin, wie es weint und lacht. Mittwoch: Karlchen Mießnick ist adelig geworden und nennt sich jet Berlin, wie es weint und lacht. Donnerstag: Don Gil. Freitag: Don v. Wangenheim. In dem Prospekt eines Bandwurm- Doktors Gil. Sonnabend: Die guten Freunde. Sonntagnachmittag: Der Pfarrer von Kirchfeld. lesen wir: Sonntagabend: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Montag: Die guten Freunde. Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Die versunkene Glocke. Sonntagabend: Monna Banna. Montag: Rosenmontag. Dienstag: Monna Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 14. Juni. Freie Volksbühne. Berliner Theater. 2. Dper( blaue Marken) 234 Uhr. Die lustigen Weiber. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Margarete. Schauspielhaus. Die Braut von Messina, oder: Die feindlichen Brüder. Neues Operntheater. Giroflé Giroflà. Montag bleiben die föniglichen Theater und die Billetkassen geschlossen. Deutsches. Monna Banna. Rachmittags 22 Uhr: Die berfunkene Glocke. Montag: Rosenmontag. Residenz. Lustige Chemänner. Vorher: Nach dem Balle. Montag: Dieselbe Vorstellung. Westen. Alt- Heidelberg. Montag: 100 000 Thaler. Central. Bick und Pocket. Montag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 8 Uhr: G Schiller O.( Wallner Theater.) -OOOOO Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüne Katadu. Rachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau bon Orleans. Montag: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. grüne Kakadu. Der Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Jm weißen Rößl. Nachmittags 3 Uhr: Heimat. Montag: Berlin, wie es weint und lacht. Berliner. Der Troubadour. Montag: Der Wildschük. Neues. Arche Noah Montag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Hofgunft. Montag: Der Hüttenbesizer. Kleines. Nachtasyl. Montag: Dieselbe Borstellung. Belle- Alliance. Artemis Colonna. Tanzidyllen. Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Nachmittags 3 Uhr: Der Liebe Gebot. Montag: Das Geheimnis des roten Hauses. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Baffage Theater. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Witterungsübersicht vom 13. Juni 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Swinemde. 758 23 Hamburg 760 NW Berlin 759 WNW Frankf.a.M. 760 N München Wien Better 36ededt 2bededt Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer ſtand mm Wind 15 Haparanda 766 3 12 Petersburg 3halb bd. 15 Cork 4 bedeckt 14 Aberdeen 765 richtung T Windstärke Wetter 2 heiter Temp. n. E. 5° C. 4° R. 829 5 wolfig 12 764 NND 3wolfig 10 759 NW 3 bedeckt 14 Paris 757 N 2Regen 15 Wetter- Prognose für Sonntag, den 14. Juni 1903. Ziemlich fühl, vorherrschend wolkig mit etwas Regen und mäßigen Berliner Wetterbureau. Ihr Mittel habe ich vor 8 Tagen benutzt und ist es mir aus gezeichnet bekommen, trotzdem ich keine Würmer zur Welt gebracht habe. Ich wollte freilich auch nur meine Neugier auf das Vor- nordwestlichen Winden. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Die Expedition. Urania. Belle- Alliance- Theater. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Artemis Colonna. Tanzidyllen. Konzert Jm herrlichen Sommergarten: Specialitäten Vorstellung, und das neue Juni- Programm. Sternwarte Kleines Theater. Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Carla Lingen in ihrem Repertoire. Erna Koschel. Josefine Deleliseur. Ganz Berlin zerbricht sich schon den fünften Monat den Kopf über AGA! die schwebende Jungfrau! 14 erstklassige Nummern. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonntagnachmittag 3Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Sonntagabend 8 Uhr: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüne Kakadu. Montagabend 8 Uhr: Nach Jahr und Tag.. schied vom Regiment. Der grüne Kakadu. Dienstagabend 8 Uhr: AbSchiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Heimat. Sonntagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Montagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Berlin, wie es weint und lacht. Dienstagabend 8 Uhr: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Berlin, wie es weint und Regiment. Der grüne Kakadu. Am lacht. Neue Welt. Hasenheide 108/14. A. Scholz. Sonntag, den 14. Juni: Grosse SpecialitätenVorstellung. Militär- Musik. Kapellmeister Berth. Bothe., Im neuen Festsaal: Gr. Metropol- Theater. Konigsthor. Schweizer- Garten. Friedrichshain. W. Familien- Ball. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 154. Male: Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzendes Ballett. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Castans Panoptikum Carl Weiss- Theater. Friedrichstr. 165. Neu!! Aktuell!! Zum Drama Neu!! im serbischen Königspalast: König Alexander Königin Draga portraitgetreu, lebensgross. + JOOLOGISCHER CARTEN Heute Große Frankfurter: Straße 132. Nachmittags 3 Uhr. Parkett 60 Pf. Der Liebe Gebot. Abends 8 Uhr: Das Geheimnis des roten Hauses. Im Garten: Gr. Stonzert, Theater und Specialitäten Borstellung. Anfang 7 Uhr. Morgen: Das Geheimnis des roten Hauses. Prater- Cheater Kastanien- Ace 7-9. Direktion: M. Kalbo. 14 Lustspiel- und Possen- Novitäten. Neues Artisten- Programm. Jeden Abend 10%, Uhr: Das Allerweltsgenie. Große Bosse mit Gesang und Tanz in 2 Bildern. Täglich: Ball. Volksbeluftigungen. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. 1 Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Wirtshaus اوو 66 Schloss Woltersdorf" Neu erbaut! Neu erbaut! vis- a- vis der Schleuse. Bahnstation Erkner. Auf wundervoller Fußpromenade in 15 Minuten zu erreichen, ohne Dampfer oder Uebersehen. 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Um 10% Uhr: Sehen! Staunen! Schwant in 8 Atten von 8. Marg und Beliebter Guntovift. Eugenia Wermke, Die Katakomben von Paris Vorher: Nach dem Balle. Schwant in 1 Aft nach d. Spanischen des M. Carrion von M. Loebel. Meisterschafts- Athletin vom Wintergarten. Brothers Shadow, moderne Gladiatoren vom Cirkus Busch. Willy Agoston in Morgen und folgende Lage: Die!!! Berlin auf Stelzen!!! selbe Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Apollo- Theater Diez Specialitäten- Theater Täglich: Mit kolossalem Beifall: Die Liebes- Insel. Im 3. Akt: Die lebenden Briefmarken. Grosses Post- Ballett. Vorher: Neue glänzend. Specialitäten. Dazu die erstklassigen Specialität. Im Prachtfaal: Gr. Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Achtung, Vereine! Diez' Specialitäten- Theater noch Gonnabende zu Theater, Bällen Landsberger Allee 76-77 Obschön!( Ringb.- St.). Ob Regen! Täglich das unerreichte Juni- Programm! Robert u. Bertram. Clown Dolly. Friz Brand. Cate- Walt. Boccaccio- Trio 2c. Sonnabend, Sonntag u. 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M. stattfindende Reichstagswahl wird sich in wesentlich andren Formen als früher vollziehen. Nach den neueren Bestimmungen hat jeder Wähler seinen Stimmzettel in einem amtlichen Umschlage dem Wahlvorstande zu überreichen. Das Hineinstecken des Stimmzettels in den Umschlag muß so geschehen, daß der Wähler dabei von dritten Personen nicht beobachtet werden kann. Zu diesem Zwecke wird in jedem Wahllokale ein Isolierraum( Wahlzelle) hergerichtet, in welchen sich jeder Wähler begeben muß, bevor er an den Wahltisch tritt. Die Aushändigung der Umschläge erfolgt einzeln am Eingange zu der Wahlzelle. Der Wahlvorsteher darf niemanden zur Stimmabgabe zulassen, welcher nicht vorher in der Wahlzelle gewesen ist. Damit die Wahlen einen ordnungsmäßigen Berlauf nehmen, ist dringend geboten die Beachtung der folgenden Ordnungs- Vorschriften. 1. Die zur Stimmabgabe ers scheinenden Wähler nehmen einzeln hintereinander nach der Zeitfolge ihres Eintreffens Aufstellung und rüden so allmählich zu der Wahlzelle heran. Bei größerem Andrange ist es wünschenswert, daß das hintere Ende find sofort alle Wanzen nebst Brut dieser Wählerkette möglichst weit vor nach Gebrauch von ,, Furedo 1", dem Eingange zum eigentlichen Wahlges. geschützt. F. 0,50, 1,00, 1,50, raum gebildet wird, damit ein Ge3,00 und 5 Mr. Berstäuber 30 Bf.; dränge an dem Eingange vermieden absolut sichere Radikal- und denjenigen Wählern, welche ihre Stimme bereits abgegeben haben, das gegen Schwaben, Motten, Flöhe 2c. Back 0,50 Berlassen des Wahlraumes nicht er bis 3 M., nur allein beim Erfinder schwert wird. und Fabrikanten Chemiker Paul 2. Eine Ueberfüllung des WahlSünderhauf, Berlin, Gr. Frank- raumes, durch welche das ordnungsfurterstr. 89. Nirgends weiter. Berlin mäßige Herantreten der Wähler zur frei Haus. Wahlzelle oder das Verlassen des Lokals erschwert werden könnte, muß insbesondere in der Zeit von 6 bis 7 1hr. vermieden werden. Es empfiehlt sich daher, daß im allgemeinen jeder Wähler, welcher seine Stimme abgegeben hat, den Wahlraum sogleich wieder verläßt, sofern nicht ausreichend Platz zu weiterem Aufenthalt vorhanden ist. 18032 Verlag v, Max Richter, Berlin SO. 36. Soeben erschien: Preis i Mark ( auch d. alle Buchhandig, erhältlich). Die Harnleiden, ihre Verhütung, Behandlung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, Berlin, Königgrätzerstr. 27. Homöop. Arst, spec. für Haut- u. Harnleiden, Frauenkrankheiten. Marienburger ferde- Lotterie. Ziehung: 18. Juni er. 3384 Gewinne i. W. v. Mk. 88000 Lose à 1 M. 11 Stück 10 M. ( Porto u. Liste 20 Pfg.) Oscar Bräuer& Co.Nachf, G. m. b. H. Bank- Geschäft, Berlin W., Friedrichstr.181. Filialen: NW., Wilsnackerstrasse 63. 0.. Andreasstrasse 40 a. 0.. Oranienstrasse 177. Unterricht Englisch. 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Da nach Vorschrift des Wahlreglements die Abstimmung pünktlich um 7 Uhr für geschlossen zu erklären ist, auch wenn sich noch Wähler im Wahllokale befinden, welche ihre Stimme noch nicht abgegeben haben, so wird dringend empfohlen, möglichst frühzeitig, spätestens aber zwischen 6 und 7 Uhr im Wahllokale zu er= scheinen. Wir haben das Vertrauen zu den Wählern, daß sie diese Ordnungs- Vorschriften auf das genaueste befolgen und solche einen elde etwa aus lin tenntnis hiergegen verstoßen, auf den Inhalt dieser Vorschriften Berlin, den 12. Juni 1903. aufmerksam machen. Magistrat hiesiger königlichen HauptBUS Airſoner. und Residenzstadt. ( Dion), bierfißig, Automobil elegant, umstän fäuflich dehalb. sofort verRitterstr. 120. I L Bauarbeiter Berlins u. Umgend. Roh- Tabak, Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß am Dienstag, den 16. Juni, der Neichstagswahl wegen das Bureau geschlossen bleibt. 39/3 Die Verbandsleitung: J. A.: Karl Heidemann. 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Juli 1903 dem regelmäßigen Werkehr doch mehr als wahrscheinlich, daß Rußland sich recht bald zur Aufübergeben worden ist) während der zweiten Hälfte des Jahres nahme einer neuen Anleihe auf dem deutschen Markt gezwungen hinzu( 9 Millionen Rubel), so ergiebt sich als allgemeines Resultat sehen wird und weshalb sollte man durch voreilige Aufklärung des Betriebes der Eisenbahnen im Jahre 1903 ein Ueberschuß der des Publikums der dankbaren hohen Finanz das Geschäft erschweren? Ausgaben über die Einfünfte, welcher die ungeheure Tat. nunt Berliner Börse. Finanzminister Witte.- Eine neue Denkschrift Butmis.-Summe von 60 Millionen Rubel beträgt. Im Jahre Gerichts- Zeitung. Das Protokoll der Plenarsizung des russischen Reichsrats vom 30. Dezember 1902. Das Deficit des russischen Staatseisenbahnbetriebes. der Staatsausgaben.- Steuerbelastung des russischen Voltes.- Ungenügende Einnahmen der lokalen Selbstverwaltungen. " Als am letzten russischen Neujahrstage Herr Witte mit den üblichen Versicherungen über Rußlands zunehmenden Wohlstand feinen unterthänigsten" Budgetbericht für das Jahr 1903 erstattete, ist schon an dieser Stelle( Nr. 14 des Vorwärts") auf die eigen artige Bilanzierungskunst des russischen Finanzministers hingewiesen worden, der in Bezug auf die Fähigkeit, finanzielle Ausfälle in den Jahresrechnungen als Einnahmen erscheinen zu lassen, es getrost mit den Direktoren der während der letzten Jahre in Deutschland berkrachten Hypothekenbanken aufnehmen tann. Vornehmlich wurde an der Hand einer Kritik des Finanzberichts durch den russischen National ökonomen Butmi hervorgehoben, daß, während Herr Witte für das Jahr 1900 als Ergebnis der Beteiligung des Staates am Eisenbahnbetriebe einen eingewinn" herausgerechnet hat, sich nach der Zusammenstellung der Reichskontrolle das recht ansehnliche Deficit von 81,6 Millionen für das betreffende Jahr ergiebt. Herr Witte hatte eben einfach, um dieſes Deficit rechnerisch verschwinden zu lassen, einen Teil der notwendigen Kosten der Instandhaltung, das heißt der Ausgaben für Reparaturen, Erneuerung unbrauchbar et, einen als neue Kapitalsanlagen angesehen und sie dem entsprechend auch nicht in die Betriebskosten mit hineingerechnet, fondern als„ Ausgaben auf Kapitalconto" buchen lassen. Ungefähr dasselbe, als wenn jemand einen getragenen Stock zum Ausbessern nach dem Schneider schickt und erklärt, nun sei der Rock nicht nur das wert, was er ursprünglich neu gekostet habe, sondern noch fünf Mark mehr, da der Schneider diesen Betrag für das Ausfliden er halten habe. wird." gewordener Geleise und Bauten, nicht als Reparaturen, sondern Einnahme für Betrieben in Anspruch ge- Wunderlich sich erregt nieder. 3 " 1904 wird sich der Zuschuß für die lettere Linie verdoppeln, und Anwachsen im Jahre 1905, sobald die Eisenbahnen Siedley- Bologoje und Orenburg- Taschtent dem regelmäßigen Verkehr übergeben worden sind, Fingierte Taufen. werden neue Zuschüsse seitens des Fiskus für diese Linien- und " Leuschner gegen Wunderlich!" hört man auf dem Korridor die zwar ca. 8,2 Millionen Rubel für die erste und 7,3 Millionen Rubel Riesenstimme des Gerichtsdieners erdröhnen. Einen Augenblick Der Geschäftsverkehr an der Börse hielt sich auch in für die zweite, im ganzen 15,5 Millionen Rubel nötig sein. Es herrscht feierliche Stille im Sigungsfaale des Schöffengerichtsdieser Woche in engen Grenzen. An einzelnen Anregungen dürfte demnach das Deficit im Betrieb der Eisen- dann öffnet sich mit Vehemenz die Thür und herein rauscht, im fehlte es jedoch nicht, und der Schluß der Woche zeigte bahnen nach zwei Jahren die Höhe von 84,5 Millionen Sonntagsstaat, mit vor Erregung hochgerötetem Geficht, eine statteine recht hoffnungsfrohe Stimmung. Die erste Unterbrechung Rubel erreichen." liche Frau in mittleren Jahren. Wie sie sich mit energisch blizenden der Monotonie brachte am Dienstag der Quartalsausweis Von hohem Interesse ist auch der im Aftenstück enthaltene Ber- Augen in der Anklagebant postiert, herrscht sie ihren hinter ihr einder im Ritie der bereinigten Königs- und Laurahütte, der nicht nur Anlaß zu gleich der Finanzlage von 1898 mit dem voraussichtlichen Ergebnis tretenden Ehegatten an:" Da, seh' Der hin und paß uff, wat jesprochen verschiedenen Deckungs-, sondern auch zu Käufen in andren Eisen- des laufenden Jahres. Natürlich werden auch bei dieſer finanziellen ihn hockt sich ein bereits ergrautes, zierliches Figürchen männlichen werten gab. Die Wirkung war aber nicht nachhaltig genug, um Gegenüberstellung einige das Resultat beeinträchtigende Bilanzierungs- ihn hockt sich ein bereits ergrautes, zierliches Figürchen männlichen die Besorgnisse, die durch die Lage des amerikanischen Eisenmarktes fünfte angebracht. Es werden nämlich sowohl für 1893 wie für Geschlechts und wirft Blicke wahrhaft tödlicher Angst auf die Angee dos ejultat beeinträchtigende Bilanzierungsund die Schwäche der New- Yorker Börse geweckt wurden, zurückzudrängen. 1908 die Ausgaben für den verstaatlichten Getränkeverkauf und für lagte. Vorsitzender: Sie sind die Restaurateursfrau Wunderlich, Dazu tamen am Donnerstag die Meldungen über den Mord des den Staatseisenbahnbetrieb, sowie ferner die Bewilligungen zum 42 Jahre alt und unbestraft?" Angeklagte:" Jawoll, Herr ferbischen Königspaares in Belgrad, die zunächst die Befürchtung er- Eriverb von Betriebsmaterialien für die vorhandenen Staatseisenbahnen Jerichtshof." Sie werden beschuldigt, den als Zeugen erschienenen regten, daß die Wirren auf der Baltanhalbinsel noch gesteigert und außer Betracht gelassen: eine die ordentlichen Ausgaben des Jahres Schneider Leuschner derartig ins Gesicht geschlagen zu haben, daß 2. vielleicht sogar ein Eingreifen Destreichs und Rußlands zur Folge 1903 um etwa 530 mill. Rubel erleichternde Rechnungsweise. Dennoch mit dem Kopfe gegen die Tischecke schlug und infolgedessen acht Tage haben könnten. Der Kurs der serbischen Rente gab infolge dessen heißt es im Protokoll:„ Bei dieser Berechnung würden die ordent- frank lag. Stimmt das?" Angekl.: Vollkommen. Vori.: um 134 Proz. nach und ebenso erlitten die Aktien derjenigen Kredit- lichen Ausgaben nach dem Budget für 1893 die Summe von Nun, haben Sie dazu nichts anzuführen, thut Ihnen Ihr Jähzorn institute, die finanzielle Interessen in Serbien haben, speciell Kredit- 946 Millionen Rubel betragen, während sie nach dem Budget für nicht leid?" Angefl.:" Im Jejenteil, id freie mir drieber. Aber aftien und Handelsanteile, eine Einbuße. Noch am Donnerstag 1903, das heißt nach elf Jahren, 1348,5 Millionen Rubel betragen, anzuführen hab' ick' ne janze Masse. Jck wollte Ihnen man erst ausbrach sich indes eine optimistischere Auffassung der Sachlage Bahn, und würden demnach den Etat von 1903 doch um die un- reden lassen. Kann ich nu anfangen?" Vors.:" Ja, aber fassen und als geſtern die offiziöſen Aeußerungen der Wiener wie der Peters- geheute Summe von 402,5 Millionen Rubel bezw. um Sie sich kurz."-" Det thut die nie," murmelt der Ehemann auf der burger Bresse erkennen ließen, daß ein Eingreifen der Mächte nicht 42,5 Broz. übertreffen. Demnach beträgt nach den Voranschlägen Beugenbant, ein eisiger Blick seiner besseren Hälfte gebietet ihm jedoch zu befürchten steht, und zugleich die Kursbewegungen der Wiener die jährliche Zunahme der Ausgaben durchschnittlich Schweigen. Angefl.: 3 möchte von vornherein bemerken, dat „ c Börse zeigten, daß man in den dortigen Finanzkreisen den Belgrader circa 4 Proz. pro Jahr. Dagegen beginnt beginnt die id fchiver jereigt worden bin. Mein Mann trinkt nämlich jerne Vorgängen nur geringe Bedeutung beimißt, waren bald alle Befürch- Zunahme der ordentlichen Staatseinnahmen, ebenfalls von den eenen über'n Durscht, und wenn er Jelejenheet und Verführung hat, tungen zerstreut, zumal auch die New Yorker und Londoner Berichte eine Erträgen des Betriebs der Eisenbahnen und des Getränkemonopols denn rückt er mich, obgleich id uffpasse wie een Luchs, aus und läßt feste Tendenz der dortigen Börsen meldeten. Heute herrschte sogar abgesehen, während der letzten Jahre fich merklich zu verzögern und mir mit det Jeschäft alleene. Wat der Zeuje Leuschner is, det war zeitweise eine gewisse frohe Stimmung in der Burgstraße, da nach den Berichten der Staatskontrolle beträgt sie während des letzten eene Weile sein bester Freund. Seit ich ihn aber eene jefeuert habe, gestern in New York die Kurse erneut angezogen haben, und dieser Quinquenniums( 1897 bis 1901) bloß 3,2 Pro3. jährlich. Es kommt er Jott sei Dank nich mehr. In die kritische Zeit kriejte nu Umstand hier zu mehrfachen Dedungs- und Meinungsfäufen in fann die Zusammenstellung dieser Ziffern im Zusammenhang mit mein Oller auffallend ville Toofeinladungen. Mindestens alle acht Hütten- und Kohlenwerten führte. dem Deficit der Eisenbahnwirtschaft, das sich Dage toofte een juter oller Bekannter, den ick in mein janzet Leben herausgestellt hat und progressiv anwächst, wirklich nicht jesehn hatte, und mein Oller mußte unweijerlich mit bei die zu ernsten Bedenten Anlaß geben, die durch das übermäßige Wachstum Toofe sind. Da die Toofinladungen schwarz uff weiß antamen, der Staatsausgaben bedingt werden, wenn demselben keine Schranken fonnte id nischt dajejen thun, objleich mich die Sache schonst lange nich gefegt werden." jeheuer vorkam. Genes Dages tooft nu ooch wieder een juter Freind, Diese schöne Deficitwirtschaft, besonders der Eisenbahnen, er der Musikus Bliemte, den id aber kenne. Andern Morjen treffe id scheint denn auch selbst dem Reichsrat zu bunt. Gegen Schluß des ihm zufällig in die Markthalle und iratuliere ihm. Der sieht mir Protokolls erklärt er, indem er auf die verschiedene Auffassung des erst eene Weile janz verwundert an, denn kommt er mich mächtig Finanz- und des Kriegsministers betreffs der Erträge der jrob, weil seine Frau seit sechs Wochen dot is. Ich denke, ich soll uff fogenannten strategischen Bahnen Bezug nimmt: Es ist dem' n Rüden fallen. Jleichzeitig jing et mich wie een Blitz durch dem Reichsrat in der Allgemeinen Versammlung unmöglich, seine Stoppe, det ick systemathisch betrojen würde. Wat et nu vor eenen definitive Meinung in Bezug auf diese Differenz auszusprechen, da Ufftritt jab, als ich nach Hause kam, und uff welcher Weise ich meinen die dazu nötigen Anhaltspunkte nicht zur Verfügung stehen. Ollen dat Jeständnis rausjepreßt habe, det die villen Toofen Nur findet der Reichsrat, daß in dem oben erwähnten Journal des Schwindel waren, und det Leuschner der Anstifter und Verfasser von Departements für Staatsökonomie( Nr. 303), ganz abgesehen von die Anzeijen jewesen is, dadrieber lassen Sie mir schweijen, Herr dem Bau mehrerer, feinen Gewinn bringender Linien auch einige Präsident.-andre Ursachen des Gintens des Reinertrages der Staatseijenbahnet am nächsten Dage die jeriebene Schneiberſeele um gofale trat, baie hervorgehoben worden sind, und zwar unter anderm der ich ihn eene jefeuert, dat er Kobols schoß. Umstand, daß ein immer So, nu erwart' id mein Teil der Brutto- Urteel, een Been wird's woll nich kosten." Damit läßt Frau Zeuge Leuschner giebt zu, daß er nommen wird und die Thatsache, daß Eisenbahntarife für die die Einladungen mit verstellter Handschrift geschrieben und sie in berdirekte Verbindung mit entfernten Grenzgebieten und in dem schiedenen Stadtteilen zur Bost gegeben habe, um seinem Freunde inneren Verkehr, insbesondre im Interesse der Landwirtschaft ermäßigt Wunderlich manchmal einen freien Tag zu verschaffen. Das Urteil wurden." lautet auf 15 M. Geldstrafe. Det schad' nischt," meint Frau Den Reichsrat scheint es danach zu befremden, daß die Wunderlich, so ville is mer die Badfeife wert." Und ihrem Mann Betriebskosten im Verhältnis zu den Brutto Einnahmen stetig einen gebieterischen Wink gebend, rauscht sie, dem folgsamen Eheherrn wachsen uns durchaus gar nicht. Dieses Mißverhältnis" ist voran, wieder hinaus. eine ganz selbstverständliche Folge der Witteschen Buchungsmethode. Und als dann Ende Februar dieses Jahres die Londoner Die Buchung eines großen Teils der Betriebskosten als neue Von den berechtigten Interessen einer Zeitung. Leipzig. " Finanz- Chronik" in der irrigen Ansicht, es handle sich um etwas Kapitalanlagen läßt sich wohl eine Zeitlang, nicht aber dauernd 9. Juni. Daß Redakteuren gelegentlich auch einmal der Schuß des ganz Neues, eine Uebersetzung der Butmischen Kritit des Witteschen durchführen, soll sich nicht ein stetig wachsendes Miß- 193 zu gute kommt, beweist der nachfolgende Fall. In die HerFinanzberichts für 1902 brachte, find nochmals die Witteschen Sanden- verhältnis zwischen dem rechnerisch im staatlichen Eisenbahn- berge des Gastwirts W. in Königshütte tam eines Tages der Künste im Vorwärts"( Nr. 56) gekennzeichnet worden, indem den Betriebe investierten Kapital und der in den Einnahmen sofort nach der Polizei, damit B. ins Krankenhaus gebracht werden franke Tischlergeselle B. und jammerte laut. Der Wirt sandte Angaben der Witteschen Berichte die Daten der russischen Reichs- zum Ausdruck kommenden Rentabilität ergeben. kontrolle und offiziellen Statistik gegenübergestellt wurden, nach verwaltung sieht sich daher gezwungen, wieder die meisten Betriebs- fönne, es erschien aber niemand. Erst am Abend kam der Polizeiwelchen sich z. B. für die Jahre 1892 bis 1902 eine Vergrößerung fosten auch als Betriebskosten zu buchen. Dadurch aber ergiebt sich, sergeant S., um amtliche Nachforschungen anzustellen. Er meinte der Staatsschuld um 3005 Millionen, des staatlichen Eisenbahn- wie es im Protokoll heißt, natürlich alsbald der Umstand, daß ein aber, es werde wohl nicht so schlimm sein, da B. ja noch auf dem Vermögens um ca. 1258 Millionen Rubel ergiebt, während Witte immer größerer Teil der Brutto- Einnahme für Betriebskosten in Stuble fiben könne. Dann ging er weg, ohne irgend etwas zu verdie Vermehrung der Staatsschuld nur um 1748 Millionen, des Eisen- Anspruch genommen wird". anlassen. Der Kranke blieb auf seinem Stuhle fizen und faß auch bahn- Vermögens aber um 2601 Millionen Rubel beziffert. Trotzdem glaubt der Reichsrat, daß die Finanzlage im ganzen" noch am andren Morgen darauf, aber als Reiche. Ein HandwerksJezt sind zwei neue Publikationen erschienen, welche die russische nicht ungünstig ist, da„ die Lage der Reichsrentei wesentlich bursche John, der dies alles mit beobachtet hatte, ging nun in Finanzlage noch weit ungünstiger erscheinen lassen. Eine neue nicht durch die Bilanz der ordentlichen Einnahmen und Ausgaben die Redaktion der Königshütter Beitung" und erzählte alles dem im Drud veröffentlichte Denkschrift des Nationalökonomen Georg charakterisiert wird, und da nach dem neuerdings vom Reichsrat be- antvesenden Tagesschriftsteller Scholz, dem er wiederholt die b. Butmi über den im Januar dieses Jahres erschienenen neuesten stätigten Budget die ersteren die letzteren um 16,6 Millionen Rubel Wahrheit seiner Angaben versicherte. Scholz machte daraus einen Witteschen Reichs- Budgetbericht, von der eine mit der Schreib- übertreffen". Gin recht seltsamer Trost, denn wie es späterhin heißt, war Artikel und veröffentlichte ihn in der genannten Zeitung, die von maschine hergestellte Kopie dem Petersburger Korrespondenten der es nur unter der Bedingung, daß die anläßlich der dem Buchdruckereibefiber Ploch verantwortlich redigiert wird. GeLondoner Finanz- Chronik" in die Hände gefallen ist und von Ereignisse im fernen Often provisorisch eingeführten mäß den Angaben Johns hatte Scholz in dem Artikel erwähnt, der diesem Blatt in deutscher Uebersehung publiziert wird. Ferner das Pro- Steuern beibehalten worden sind, möglich, ein Deficit Polizeisergeant S. habe gesagt:" Der wird wohl heute noch nicht tokoll der Plenarsizung des russischen Reichsrats vom 30. Dezember in dem Etat der ordentlichen Einnahmen und Aus- trepieren. Durch den Artikel, insbesondere aber durch diesen Sah, 1902, das in der in Stuttgart( Verlag von J. H. W. Diez Nachf.) gaben für 1903 zu vermeiden". Würden die 39 Millionen fühlte sich der Polizeisergeant S. beleidigt, weshalb er gegen Ploch, erscheinenden russischen Zeitschrift Ostwo boshdenje" zum Rubel einbringenden Boll- und Steuerzuschläge, die vor ungefähr Scholz und John Strafantrag stellte. Das Landgericht Beuthen bdruck gelangt und außerdem vom Herausgeber in einer drei Jahren zur Deckung der aus dem Rachefeldzuge nach Beting( Oberschlesien) hat am 6. Februar alle drei Angeklagten freis als Broschüre erscheinenden deutschen Ueberfeßung veröffentlicht wird. entstandenen Kosten eingeführt wurden, wieder aufgehoben, hätte gesprochen. Es hat als festgestellt angesehen, daß S. den unwürdigen ( ebenfalls im Diegschen Verlag, Breis 50 Pf.) fich nach eigner Wittescher Aufstellung schon jetzt ein Deficit von fast Ausdruck trepieren" nicht angewendet hat, aber doch dem John ge= Sowohl die erste als die zweite Schrift liefern interessante Bei- 23 Millionen Rubel ergeben. glaubt, daß er davon überzeugt war, S. habe von kropieren geträge zur Erkennung der Witteschen Finanzpolitik; die größere Be- Budem aber kommt in Betracht, daß die Steuerkraft des russischen sprochen. John hat nun, wie das Urteil ausführt, in Wahrnehmung deutung hat aber doch die letztgenannte Publikation. Denn während Boltes auf äußerste angespannt ist. Selbst Witte giebt in dem Pro- berechtigter Interessen gehandelt, als er die Veröffentlichung des die Butmische Denkschrift neben der Aufdeckung verschiedener andrer tokoll zu, daß die Belastung der Bevölkerung durch Vorfalles herbeiführte. Er kam als Handwerksbursche dazu, wie Bilanzberschleierungstünste nur den allerdings recht interessanten direkte und indirette Steuern gegenwärtig die ein andrer Handwerksbursche infolge Nichteingreifens der Polizei Nachweis liefert, daß die letzte Berliner russische Anleihe zur Deckung äußerste Grenze ihrer Intensität erreicht habe". ohne Krankenpflege bleiben und sterben mußte. Es lag in seinem des Deficits im Budget für das Jahr 1908 und die Pariser Sowohl was die Staats- als die Gemeinde- und Landschaftssteuern eigensten Interesse, wenn er den Vorfall veröffentlichte, um durch Anleihe zur Dedung der außerordentlichen Ausgaben für das anbelangt; und doch sehen die Städte und Landschaften Herbeiführung einer Untersuchung der Wiederholung des Vorfalles Jahr 1902 unumgänglich nötig waren, zeigt das Protokoll sich vielfach außer stande, aus ihren Einkünften auch vorzubeugen. Er hätte ganz dasselbe erleiden können wie der der Plenarsizung des Reichsrats, daß Witte sich über die Unrichtigkeit nur die allernotwendigsten, allernotwendigsten, dringendsten Totalen dringendsten lokalen Ausgaben Tischlergeselle B. Eine Absicht der Beleidigung ergiebt sich weder feiner öffentlichen Angaben selbst durchaus nicht im Zweifel befindet, zu bestreiten, so daß an den Staat die unabweisbare Forderung aus der Form noch den begleitenden Umständen. Die beiden Mitalso wider eignes besseres Wissen bloße Spiegelfechterei treibt. herantritt, einige feiner Einfünfte an die lokalen Gemeinschaften angeklagten waren von der Wahrheit der Angaben überzeugt und Einige Beispiele, die zugleich die russische Finanzlage treffender abzugeben, wenn diese fernerhin auch nur halbwegs ihren Aufgaben fonnten es auch den Umständen nach sein. Auch ihnen steht der charakterisieren, als lange Kritiken es könnten, mögen dies bestätigen. gerecht werden sollen. Das Protokoll besagt darüber: Schutz des§ 193 zur Seite. Dabei wird nicht verkannt, daß der Im Finanzbericht für 1900 rechnet, wie schon vorhin erwähnt Außerdem drängt die Untersuchung der Finanzen der Städte Presse ein allgemeines Recht, öffentliche Mißstände in einer die Ehre wurde, Witte noch für jenes Jahr einen kleinen Reingewin" aus und Landschaften dem Minister des Innern und dem Finanz- andrer verlegenden Weise zu rügen, nicht zusteht. Aber die An= dem staatlichen Eisenbahnbetrieb heraus, allerdings unter Buhilfe- minister die Ueberzeugung auf, daß die Kräftigung der gelegenheit ging auch die Angeklagten Scholz und Bloch nahe an, Daß sie Saftiget a fie als Bürger von Königshütte in die Lage for the an, nahme von Buchungskünften, die, wenn er sie in einem Privat- Ressourcen, betriebe anwenden wollte, ihn in diese fonderbaren Rechnungs- Anteilnahme derselben an der Besteuerung der bleiben. Auch von ihnen gilt, daß die Absicht der Beleidigung sich methoden mit in Kauf nimmt, ergiebt sich, wie Witte im Protokoll Objekte, welche die Quellen der Staatseinnahmen weder aus der Form, noch aus den Umständen ergiebt. Gegen zugesteht, für 1900 ein Deficit im Eisenbahn- Etat von 2,6 millionen bilden, und auch durch die Uebernahme durch den Staatsfiskus das Urteil hatte der Staatsanwalt Revision eingelegt. Rubel. Es heißt nämlich nach einem Hinweis auf die relativ einiger Ausgaben, die jetzt aus lokalen Quellen bestritten werden, führte aus, das Landgericht erkenne stillschweigend an, daß keiner günstige Gestaltung der russischen Eisenbahn- Einnahmen während der als zeitgemäß zu erwägen wäre." data der Angeklagten zu dem verstorbenen B. in nahen Beziehungen Jahre 1895/99 im Protokoll: Einerseits ein immer mehr anschwellendes Deficit, andrerseits gestanden habe. Demnach sei den Angeklagten zu unrecht der Schutz Als einige Strecken der sibirischen Eisenbahn dem regelmäßigen eine Verringerung der Einnahmen infolge der Ueberlaffung bis- des§. 193 zu teil geworden. Würden die Anschauungen des LandVerkehr übergeben wurden, begann der Reingewinn zu finden, doch heriger Staatseinfünfte an die lokalen Selbstverwaltungen! Der gerichts in Bezug auf den§ 193 allgemein Billigung finden, so warfen die Eisenbahnen im ganzen noch 1898 einen Gewinn von Herausgeber der Ostwo bosch denje" hat thatsächlich nicht würden z. B. alle grundlosen Berichte über unberechtigte Ver 8,8 Millionen Rubel ab. 1899 ist dieser Gewim bis auf unrecht, wenn er aus dem veröffentlichten Aftenstück die Folgerung haftungen usw. straflos bleiben. Das Reichsgericht verwarf 1,2 Millionen Rubel gefallen. Von 1900 an beginnt dagegen zieht: Rußland ist finansiell nicht im stande, einen jedoch heute die Revision als unbegründet, da ein Rechtsirrtum in die dritte der obenerwähnten Perioden, welche sich wiederum großen Krieg zu führen. den Ausführungen des Landgerichts nicht zu finden sei. durch rasch zunehmende Zuschüsse des Fiskus charakterisiert. Recht charakteristisch ist das Verhalten der deutschen Finanz1900 betrugen sie nur 2,6 Millionen Rubel, 1901 und Börsenpresse gegenüber der Veröffentlichung des Protokolls. erreichten sie nach den vorläufigen Feststellungen der Reichskontrolle Nur einige wenige Blätter, darunter die„ Vossische Zeitung" und der schon 32,9 millionen Rubel. Im laufenden Jahre dagegen Hamb. Korrefp.", haben bisher Notiz von ihr genommen. Das Verwird der Berlust der Reichsrentei auf dem Gebiete des Eisenbahn- fahren, die Zahlenangaben zu bezweifeln, das oft gegenüber den Kritiken wesens circa 45 Millionen Rubel und im nächsten Jahre( 1908) nicht ruffischer Nationalökonomen an der Witteschen Finanzwirtschaft beweniger als 51 Millionen Rubel betragen. Schlägt man num zu folgt worden ist, versagt in diesem Fall, denn für die Nichtigkeit dieser Summe den Zuschuß für den Betrieb der oftchinesischen bürgt hier Herr Witte in persona also schweigt man. Ist es " " " " Die Finanzbringen würden. Aber selbst wenn mijion mit den Strafgefeßen verwaltungs- Organe verfügen, durch eine gewisse bei einem Unfall auf der Straße usw. ohne polizeiliche Hilfe zu " Er Die Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit erklärte gestern die Straffammer des Landgerichts zu München als schwere Körperberlegung". Der Postgehilfe Nagel bewog ein unbescholtenes Mädchen zu intimem Verkehr, obgleich er wußte, daß er von einer Geschlechtskrankheit noch nicht geheilt war. Das Mädchen erkrankte denn auch schwer. Auf den gestellten Strafantrag hin ver= urteilte das Gericht den gewissenlosen Menschen zu einer Strafe von fünf Monaten Gefängnis. Dritter Wahlkreis. I. Wahlkreis.Dritter Am Montag, den 15. Juni 1903, abends 8½ Uhr, spricht im Feen- Palast, über: Burgstraße, Ecke Wolfgangstraße, Dr. Leo Arons 46 Auf, zur Reichstagswahl! 2. Diskussion. 208/5 Bahlreiches Erscheinen erwartet Das Wahlkomitee. 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Wählerversammlungen: Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr: 1. In Kliems Festsälen, Hasenheide 13/15. Referent: Stadtb. R. Augustin. 2. Bei Zühlfe, Dennewigstr. 13. Referent: Stadto. Dr. Alfred Bernstein. 3. In der Berliner Bockbrauerei", Tempelhofer Berg. Referent: Albrecht Fülle. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die Reichstagswahlen und die bürgerlichen Parteien". Dienstag, den 16 Juni, abends 9 Uhr: 1. Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. 2. Zühlke, Dennewigstraße 13. 3. Hofjäger- Palast, Hasenheide 52/53. Tagesordnung in allen Versammlungen: the 6 2001 Fünf Wähler- Versammlungen Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr, 1. bei Buggenhagen, Morikplak 2. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15 3. in der Ressource, Kommandantenstr. 57 4. in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20 5. im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Tagesordnung: Auf zur Reichstagswahl! Referenten find die Genossen Dr. Freudenberg, Dr. Friedeberg, Dr. Zadek, Georg Bernhard, Außer den Referenten wird auch der Dr. Paul Bernstein. eine Ansprache halten. Verkündigung des Wahl- Resultats. 1 3 201 Recht zahlreichen Besuch erwartet [ 210/ 12*] Rixdorf. Montag, den 15. Juni 1903, abends 8 Uhr: Das Wahlkomitee. Drei Volksversammlungen 232/13 380 nk dnd Kandidat Wolfgang Heine Rege Beteiligung der Wähler des dritten Kreises erwartet Das Wahlkomitee. 212/ 11* 4. Wahlkreis! Montag, 8% Uhr abends Drei grosse Idioer ald # 396 21s in den Lokalen von Gröpler, Bergstraße 147, Thiel, Bergstraße 152, Münzer, Knesebeckstraße 113. Tages- Ordnung in allen Bersammlungen: Der letzte Appell an die Wähler. Unser Kandidat Stadtverordneter Fritz Zubeil wird in allen Versammlungen eine Ansprache halten. Zahlreichen Besuch erwartet Das Wahlkomitee. und 11001958 stra oidos Wählerversammlungen. Referent: Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer 1. Retter, Koppenstraße 29. Genofe Paul Etfin. Berlins und Umgegend. Das Bureau bleibt am 16. Juni wegen der stattfindenden Reichstagswahl 2 geschlossen. Der Vorstand. Die Mitglieder haben sich in den Abendsprachen mit dem Aufruf des Vorstandes im Vorw." bom 5. Juni sowie in der Nr. 24 der Einigkeit" einverstanden erklärt, und ersuchen wir, denselben auf jedem Bau zur Durchführung zu bringen. [ 129/12] Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin u. Umgegend. D. D. ( Eingeschriebene Hilfskasse No. 118.) Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß am Dienstag, den 16. Juni, das Kaffenlokal für den ganzen Tag geschlossen ist. Der Vorstand. Verloren wurde von einem Genoffen eine Tasche mit zwei Verbandsbüchern, einem Wahlvereinsbuch und einer Sammelliste zit den Reichstagswahlen Nr. 731, worauf bereits 3,50 M. gezeichnet waren. Der ehrliche Finder wird gebeten, bei Paul Lippert, Steinmetzſtr. 53, abzugeben. Bilanzer Möbelfabrik, Eiche" eingetr. Genossensch. m. beschr. Haftpfl. für das Geschäftsjahr 1902. A. Activa. Waren- Conto Kassa- Conto. . Bank- Conto. Inventar- Conto nach Abschreibung von 10 Proz. Debitoren- Conto B. Passiva. Kreditoren- Conto. Accepten- Conto Genossenschafts- AnteilConto Darlehns- Conto Lohn- Conto. Neferbefonds- Conto. Gewinn Gewinn- u. Verlust- Conto. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Am Dienstag, den 16. Juni, bleibt unser Bureau geschlossen. wir ersuchen alle Kollegen, welche an diesem Tage nicht arbeiten, daß sie fich den Wahlkomitees zu Wahlarbeiten zur Verfügung stellen. 24/7 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. 23 187,29 Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. 3 305,50 1 919,20 6 374, 17 244,15 52 030,14 9 062,24 • 4 010,63 750, 33 104, 425,51 Achtung! 117/19 Fernsprecher: Amt VII, 353. Achtung! Am Dienstag, den 16. Juni, bleibt das Bureau den ganzen Tag geschlossen. Die Ortsverwaltung. 2. Grosse Frankfurterstr. 117. nurut Referent: Genosse G. Reuter. 3. Elysium, Landsberger Allee. Referent: Genoffe Stadtverordneter Heymann. Tages- Ordnung: Am Cage vor der Wahl." 214/200 0 2001 Das Wahlkomitee. J. A.: Paul Schneider, Blumenstr. 48. 6. Wahlkreis. Sonntag, den 14. Juni cr., mittags 12 Abr: dod 2 öffentliche Wähler- Verfammlungen. Verband der Sattler. 1. Berliner Prater, Kaftanien- Alee 7/9. Ortsverwaltung Berlin. Referent: Stadtverordneter Wilhelm Pfannkuch. Manasse. Bureau: Gewerkschaftshaus, Engel- Ulfer 15, Bimmer 22.- Fernſpr. VII, 1959. 2. Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Allee 148. Referent: Waldeck Montag, den 15. Juni, abends 8 Abr: Mittwoch, den 17. Juni 1903, abends 8, Uhr, 260,- in Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20( gr. Saal): 4417,76 441720 Mitglieder- Versammlung. 7 öffentliche Wähler- Versammlungen. 52 030,14 Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 3. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Im Laufe des Geschäftsjahres 1902 4. Verschiedenes. find 2 Genossen beigetreten, ausgeschieden 2. Es gehörten am Schluß des Geschäftsjahres 1902 der Genossenschaft 25 Genossen mit einem Geschäftsguthaben von 750 Mark sowie einer Gesamthaftsumme von 750 Mart an. 137/14 Die Ortsverwaltung. 1. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Referent: Stadto. Voigtherr- Stettin. Am 16. Juni bleibt das Bureau gefchlossen. 2. Moabiter Kasino, Wilsnackerstraße 63. Referent: Stadto. Fritz Wilke. Achtung! Die Dampfer- Partie Es haben fich das findet am Sonntag, den 19. Juli, nach Müggelheim 3. Feldschlößchen, Müllerstraße Nr. 142. Referent: Der Standidat des Kreiſes Georg Geschäftsguthaben sowie die Haft- ftatt. summe weder vermehrt noch vermindert. Berlin, 14. Juni 1903. 1955b Möbelfabrik ,, Eiche", eingetragene Genossenschaft mit bes schränkter Haftpflicht. Der Vorstand. A. Langisch. H. Schramm. Lucas' Fussboden- Glanzlack sofort trocken, blitzblank, unverwüstlich. Pfd. 50 Pf. Küchenmöb.- Lackfarbe pro Pfd. 75 Pf. zu haben in den meisten Droguenhandlg. Georg Lucas, Farbenfabrik, SW. Bernburgerstr. 8. Tel.: 6a, 12079.[ 17572* Gaskocher, Berliner Gaskocherhaus am Alexanderplatz, Das Bergnügungs- Komitee. Fliesenleger. Ledebour. Georg Ledebour. 4. Eisfeller, Chaufferstraße 88. Referent: Redakteur P. John. Ansprache des Genossen 5. Bernhard Raabe, Kolbergerstraße 23. Referent: Dr. Alberty. 6. Ballschmieders Salon, Badstraße 16. Referent: Rebatteur Ströbel. Freitag, den 19. d. M., abends 8 Uhr, bei Patt, Dragonerstr. 15: 7. Henfels Salon, Invalidenstraße 1a. Referent: Waldeck Manasse. Oeffentliche Versammlung der Fliesenleger Berlins u. Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Delegierten von der zweiten Konferenz der Fliesenleger Deutschlands. 2. Diskussion. 3. Die Mißstände in unfrem Beruf, speciell bei den Firmen Schmalisch& Below und bei Perino. 4. Gewerkschaftliches. 287/10 Der Einberufer: Wilh. Schulz. 4. u. 5. Wahlkreis. Montag, 15. Juni, abends 8, Uhr, im Saale des Hrn. Brochnow ( früher Nieft), Weberstr. 17: od Große öffentliche Wähler- Versammlung. Tages- Ordnung: Georgenkirchpl.14, g.Statharinenſt.8. Sparsamstes u.billigst.Fabrikat. abten. Referent Herr 0. Witzke Berlin. 2. Disfuffion. 1933b 1. Wie stellen sich die Anarchisten zu den bevorstehenden ReichstagsDer Einberufer: P. Eckardt. Tages Ordnung: 1. Ein letztes Wort vor dem Kampf. 2. greie Diskuffion. 1980$ 1661 Die Gegner find hierdurch eingeladen. Um zahlreichen Besuch der Genossen und Genossinnen bitten sid mad 248/ 7* Si wadad Die Vertrauensleute. Schöneberg! chor t roud Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr: allato Zwei öffentl. Wählerverfammlungen ad the 1. Bei Obst, Meiningerstr. 8. Referent:£. Bartels. 2. Jm Klubhaus, Hauptftr. 5/6. Referent: Simon Katzenstein. 000 203/8 Tagesordnung in beiden Bersammlungen:" Die bevorstehenden Reichstagswahlen". Bähler aller Parteien sind eingeladen. Bahlreichen Besuch erwartet Das socialdem. Wahlfomitse. kasid igid nihijas de taping Fünfter Kreis. Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr: 3 öffentliche Wählerversammlungen Tagesordnung: Vor der Entscheidung. 1. Tonhalle, Friedrichstraße 112. Schützenhaus, Linienstraße 5. Leydecker, Sophienstraße 34. 2. Diskussion. August Bebel. Referenten: Robert Schmidt. 19: lid mono x Wähler aller Parteien sind eingeladen. Georg Davidsohn. Fünfter Kreis. Dienstag, den 16. Juni, abends 8½ Uhr: Verkündigung der Wahlresultate. Brauerei Friedrichshain( früher Lipps). Grand Hotel Alexanderplatz( gr. Saal). Schützenhaus, Linienstraße 5. Leydecker, Sophienstraße 34. Zahlreiches Erscheinen erwartet uspio Tonhalle, Friedrichstraße 112. 217/ 11* rollada Das Wahlkomitee. IV. Wahlkreis. 0021 shap allaboM onsblo gellateauet. W LA. oljeti Montag, den 15. Juni cr., abends 8 Uhr: Drei Wähler- Versammlungen Zur Drachenburg, Vor dem Schlesischen Thor 1-2. in den Lokalen: Synodo og Urania, awnemed Wrangel- Strasse 10-11. nied so zBM Referenten: Die Genoffen Karl Wermuth, julitent 28dbal Tagesordnung JohnüreeD in allen drei Versammlungen: 1. Paul Singer, pleaßim „ Vor der Schlacht." Rege Beteiligung von Wählern aller Parteien erwartet Centralverband d. Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau u. Arbeitsnachweis:„ Gewerkschaftshaus", Engel- llfer 15, II, Zimmer 16. Telephon: Amt VII, Nr. 3348. Bekanntmachung. Allen Mitgliedern zur Kenntnisnahme, daß laut Beschluß der erweiterten Ortsverwaltung am Dienstag, den 16. Juni, unser Bureau geschlossen bleibt. 68/13 Die Ortsverwaltung. Das im Subhastationstermin erworbene 00 iod Beyer'sche Gartenetablissement, #SA Neue Mühle l 20doaindo mit großen Sälen, Veranden, Fremdenzimmern 2c. ist unter günstigen Bedingungen an einen solventen, tüchtigen Wirt zur sofortigen Uebernahme zu vertaufen. Ni 19536* Schlossbrauerei lois Königs- Wulterbaufen. Restaurant Neuer Krug ( Bahnstation Neu- Rahnsdorf) Wilhelmshagen , zwischen Müggel- und Dämerib- See, herrlich am Wasser gelegen, ist das romantischte Lokal an der Oberspree. Halte mein Lokal( bis 2000 Personen fassend) für Bereine und Fabriken bestens empfohlen. Fr. Domning, 10542 John Rudolf Fink Beusselstrasse 36, nahe Wieleistrasse. 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Der socialdemokratische Frauen- Wahlverein hielt am Freitag abend eine Versammlung in der„ Königsbank", Frankfurterstraße, ab, die sehr stark besucht war. Frau Dr. Wally 3eppler sprach über die Frage: Warum müssen die Frauen das Stimmrecht erringen? In fesselnder Weise erörterte die Rednerin die geschichtlichen und wirtschaftlichen Momente, welche wirksam gewesen und noch sind, die Daseinsbedingungen der Frau von Grund aus umzugestalten. Die Frau gehe immer mehr der Versorgung innerhalb der Familie verlustig und werde so dahin gedrängt, sich mit öffentlichen Angelegenheiten zu beschäftigen und ihre Stenntnisse über die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu erweitern. Hierauf setzt die Referentin auseinander, wie für die bürgerliche Frau nur der Mann der Gegner ist, der in dem Vordringen derselben eine gefährliche Konkurrenz erblickt, während der Proletarier in der Frau seine Kampfesgenoffin erblicken muß, die ihm im politischen und gewerkschaftlichen Kampfe zur Seite steht. Die hohen. Ideale der Socialdemokratie seien unerreichbar, wenn eine ganze Hälfte der Menschheit, die Frauen, indifferent beiseite steht. Nachdem Frau 3eppler dem vielfach erhobenen Einwand entgegengetreten ist, die Gewährung des Stimmrechts an die Frauen fei verfrüht, behandelt sie die Gebiete, auf welchen die Frauen besonders befähigt sind, ein Urteil abgeben zu können, wie Kindererziehung, Heimarbeit, Arbeiterinnenschutz, Kinderarbeit, Schutz der unehelichen Kinder und Mütter, Prostitution usw. Rednerin kommt zu dem Schluß, daß aus diesen Gründen es notwendig sei, daß die Frau selbst das Stimmrecht erlange. So lange dies nicht erreicht, müssen die Frauen die Männer in ihrem Kampfe unterstützen, wozu jetzt im Wahlkampfe besondere Gelegenheit vorhanden sei. mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine Diskussion nicht. Frau Wengels machte darauf aufmerksam, daß dies die " Sonntag, 14. Juni 1903. letzte Versammlung vor den Wahlen sei, und daß, falls in Berlin und Umgegend Stichwahlen nicht stattfinden, der Frauen- Wahlverein am 16. Juni sich auflösen müsse. Im Herbst bei den Landtags= wahlen und später bei den Stadtverordeten- Wahlen würde der Verein von neuem erstehen. So lange wir nicht Wählerinnen sein fönnen, wollen wir doch wühlerinnen" sein". Der Verein sei in den sieben Wochen bis auf 900 Mitglieder gekommen, und könne man mit dieser Demonstration zufrieden sein. Als Revisorin wird Frau Bratow gewählt. Die Schlußabrechnung des Vereins wird später im Vorwärts" gegeben werden. " Eingegangene Druckschriften. burg i. E. 1903. Straßburger Volksdruckerei, Finkmattstaden 2. Die Reichstagswahlen in Elsaß- Lothringen. Preis 10 Pf. StraßBleivergiftungen im Malergewerbe und die Notwendigkeit eines gefeßlichen Verbots von Bleiweiß- Verwendung. 48 Seiten. Fr. Meyer, Hamburg 23, Friedenstr. 4. 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