Nr. 137. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das übrige Ausland& Mark pro Monat Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Aoresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Dienstag, den 16. Juni 1903. Wähl rot! Aluf, auf, mein Volk! Der grofse Tag| Abrechnung balt'! Die Quittung gieb| Die Menschheit hält den Atem an, Des Strafgerichts erscheint: Dein Urteil wirk' wie Wetterschlag, Zerfchmettre Deinen Feind! Der Arbeit Bataillone Anstürmen unbewehrt Kein Blitzen der Kanone, In keiner Fauft ein Schwert: Doch Itark wird felbft der Schwache Im Mallenaufgebot! Auf, auf, mein Volk, erwache! Ermanne Dich! Wähl rot! Für jeden Volksverrat, Blickt heissen Aug's zu Dir Dass man ins бungerjoch Dich trieb, Trag, Volk, den Völkern all voran Dein Recht mit Füssen trat. Was da in Deinem Herzen An heil'gem Zorn gebrannt Die ganze Glut der Schmerzen Schicht' auf zu Einem Brand: Am Schlachtentag entfache Ihn, dafs er leuchtend loht! Erwache, Volk, erwache! Ermanne Dich! Wähl rot! Die Zukunft liegt in Deiner Hand, Micht auf dem Ocean. Dein rotes Schlachtpanier! Tritt vor in blitzendem Grimme Zur heerfchau Reih' an Reib': Ein Donner Deine Stimme, Ein Dreimillionenſchrei! So bahn' am Tag der Rache Den Weg Dir aus der Mot Erwache, Volk, erwache! Ermanne Dich! Wähl rot! Auch Du, mein Landvolk Entlad im Urnenkrug! Zum Bruderbund Schreit' Land an Land Warum fo hundedemutvoll? Die Völkerfriedensbahn. Du darbst und follit Dich brüsten Mit blut'ger Kriegesehr'? Zur Rüfte geh das Rüften! Genug für Heer und Meer! Des Volkes Willen mache Zum obersten Gebot! Erwache, Volk, erwache! Ermanne Dich! Wähl rot! Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Zeig', dass Du lieb haft grenzenlos Dein deutsches Vaterland Ob auch der fremden Brüder Cos Dich stets als Bruder fand. Zeig', dafs der deutschen Männer Gewalt'ges Arbeitsheer Steifnackige Bekenner Der Ueberzeugungsehr', Die für die höchste Sache Der Menschheit gehn zum Tod.= Drum, deutsches Volk, erwache! Ermanne Dich! Wähl rot! allen Groll| Tritt an, mein Volk, am grossen Tag Bis auf den letzten Mann! Zeig' was Dein Opfermut vermag, Was fefter Wille kann! Komm', fag': un iſt's genug! Trägit ſtumm die schwerfte Bürde? Cäfst hudeln Dich als Knecht? Weilst Du, was Menschenwürde? Weilst Du, was Menfchenrecht? Hauf't unter Deinem Dache Nicht allertieffte Пot? Auf, Landvolk, auf! Erwache! Ermanne Dich! Wähl rot! Nichts fefl'le Deine Sohle, Stürm' jubelnd Burg auf Burg! Vorwärts! fei die Parole, Dein Siegesfturmruf: Durch! Führ' Deine beil'ge Sache Vorwärts durch Kampf zum Sieg! Erwache, Volk, erwache! Ermann' Dich, wähle, fieg'! Wahlschluß um 7 Uhr! Wähler, geht zeitig zur Wahl! Wer um 7 Uhr seine Stimme noch nicht abgegeben hat, darf überhaupt nicht wählen! Die Annahme, daß jeder wählen darf, der bis 7 Uhr im Wahllokale erscheint, ist falsch. Niemand darf nach 7 Uhr wählen! Wer sein Wahlrecht nicht einbüßen will, wer nicht will, daß infolge großen Andranges in der letzten Stunde andre ihr Wahlrecht einbüßen, der gehe so zeitig wie möglich zur Wahl! Keine Stimme darf durch Bummelei verloren Wähler, geht zeitig zur Wahl! gehen! Volkstag! Neid und Haß, sondern die Bewunderung und den Stolz des Proletariats aller Nationen erregt. feit des bürgerlichen Wahlkampfes erklärt sich daraus, daß es Interessenvertretungen des immobilen und mobilen Kapitals find, dessen Träger eine kleine Minderheit der Bevölkerung bilden und also für die Erringung von Mandaten nicht genügen. So berhüllt jede bürgerliche Partei ihre wirklichen Ziele. Nicht mit demagogischen Strohbränden hat die deutsche Socialdemokratie ein Feuer in den Massen entzündet, das zuerst wild und weit fraß, um ebenso jäh zu erlöschen. Um jeden Kopf, um jede Seele haben wir in der mühseligen Arbeit von Jahr- Der Junker sagt nicht: Ich will die politische und materielle zehnten ernst, streng und wahrhaftig gerungen, bis sie sich Alleinherrschaft im Staat, das ganze Volt soll mir fronden, der uns ergeben, erst Tausende, dann Hunderttausende und jetzt Millionen. Staat ist dazu da, mir einen standesgemäßen Unterhalt zu verschaffen. Es lag uns niemals etwas an Mitläufern, die mit täuschenden Nein, er entdeckt sein warmes Herz für den Bruder Bauer, den seine Lockungen leicht zu gewinnen find, sondern nur an Mittämpfern, Politit ausbeutet, und begeistert sich für den Wetter Krämer vom " " die stark genug sind, die ganze gewaltige, schwache Herzen vielleicht Mittelstand, den er hinters Licht führt. erschreckende Wahrheit des Socialismus zu erfassen und die opfernde Das Centrum sagt nicht: Ich muß der Kirche die Schäflein Arbeit für ihn zum höchsten, zum eigentlichen Inhalt ihres Lebens sichern, der Staat muß der Hierarchie unterthan sein, welche die zu erheben. Wir haben zäh und furchtlos gerungen mit einer stärkste Organisation zur Erhaltung des Bestehenden ist. Nein, es leberzahl von mächtigen Feinden: der stumpfen Gleichgültigkeit, dient dem Allgemeinwohl" und dem Ausgleich der Gegensätze". dem blöden Unverständnis, dem lauernden Mißtrauen, der schmutzigen So läßt es jeden aus der Wunderquelle seiner Gaben trinken: Es Verleumdung, dem wilden Haß, der fanatischen Verblendung und nimmt allen unbemerkt Goldstücke und schenkt ihnen laut protend der rohen Gewalt. Und heute schreiten wir unüberwindlich in Pfennige! Die Bauern werden so den klerikalen Majoratsherren, unübersehbaren Reihen unfren Weg, und unsre Feinde sind, so die Arbeiter den katholischen Unternehmern ausgeliefert. Die liberalen Parteien endlich, die nationalen und die freizahlreich, tückisch und brutal sie sind, doch nur Marodeure in dem großen Menschheitstampf, in dem die politischen Wahlaktionen sinnigen, bekennen nicht, daß sie die Loslösung des Kapitals von nicht deshalb eine so große Bedeutung beanspruchen, weil sie einen allen Fesseln der Staatsgewalt, der Arbeiterwehr und der Konkurrenz Haufen von Papierzetteln und ein paar Hundert Abgeordnete au- anstreben, sondern sie umbuhlen den kleinen Mann der Städte, für sammenbringen, sondern weil in jedem socialistischen Stimmzettel den das Wort Freiheit noch fein leerer Schall ist. eine große und fruchtbare Bildungsarbeit, eine Fülle von geistiger und Darum müssen alle Parteien lügen, und daher die bis zum sittlicher Erziehung, von politischer Einsicht und Entschlossenheit steckt. Etel jämmerliche Gemeinheit des bürgerlichen Wahlgezänts. Es Der socialdemokratische Stimmzettel findet darin seine Geltung, daß ist besonders bezeichnend für die diesmaligen Wahlen, daß sich die er den Wertschein für erfolgreich und zielsicher geleistete Arbeit dar bürgerliche Intelligenz vollständig zurückgezogen hat. Die stellt. Die unzähligen Hirne, die Tag für Tag für die große Sache des deutsche Wissenschaft steht stumm abseits. Die bürgerlichen Kandidaten An diesem Dienstag wird nach Tangen fünf Jahren Prüfung proletarischen Befreiungskampfes dachten und schufen, die Tausende sind durchweg schlichte, sehr schlichte Männer"," jeistije Arbeeter" abgehalten über die Kultur des Deutschen Reiches, über die Klarheit von tapferen Herzen, die um seinetwillen Qualen jeder Art auf niederster Qualität, zumeist Neulinge ohne Ruf und Geltung, Leute, der Köpfe, die Reife und Fülle des Wissens, die Kraft seines Willens. sich nahmen, die unendliche Menge der Hände, die hilfreich und ent- die sich etwa freifinnig nennen und als parlamentarischen BefähigungsAlle Statistik über die Verhältnisse des Deutschen Reiches giebt nur sagend, ohn' Ermüden, mitthaten sie sind es, die in den Stimm- nachweis Stallburschen Zeugnisse von ihrem vorgesezten Offizier Es ist ein großer Jammer über die Trägheit Bilder von Einzelerscheinungen. Die Wahlzahlen messen die Kultur zetteln den Ertrag ihrer Arbeit, die Vergeltung ihrer Mühen wägen erbringen. selbst, sie schätzen den politischen Befähigungsnachweis der Massen, dürfen. der bürgerlichen Intelligenz. Aber diese Indolenz ist noch nicht Das allgemeine Wahlrecht, das das Proletariat erzieht und das fie erhellen das Maß politischer Bildung und die moralische Straft schlechteste Zeichen. stehende Welcher geistig höher politischer Energie. Der Wahltag ist die Heerschau und die Sammlung hebt, erniedrigt von Jahr zu Jahr mehr unsre Feinde. Die und unabhängige Mann, welcher Jdealist soll nur ein Wort aller Elemente, die fähig sind, die neue Welt des Socialismus loszu- Socialdemokratie aber braucht nicht anders zu erscheinen, wie sie ist, berlieren für die elende Geschäftsbalgerei der Agenten der verLösen aus den Klammern der kapitalistisch- feudal- bürgerlichen Ordnung. nicht anders zu reden, wie sie denkt, sie allein, der alle Schwindler schiedenen bürgerlichen Erwerbsgesellschaften, die den Reichstag zu Die revolutionäre Bourgeoisie Frankreichs erkannte ihren höchsten vorwerfen, daß sie ihr Programm verschleiere, vermag dem all- ihrer Börse machen. In der erstickenden Unfreiheit unsrer inneren Stolz darin, die Freiheit der ganzen Welt zu votieren. So fann gemeinen Wahlrecht offen ins Gesicht zu troßen und ihre letzten Verhältnisse aber dürfen sie ihre Sympathie für die aufrichtende man sagen, daß die deutsche Socialdemokratie für die Erlösung der Gedanken auszusprechen. Weil die Socialdemokratie die Inter- Bewegung des Proletariats nicht offen verkünden und so überlassen und im ganzen Menschheit wählt. Die Ziffern, die das Erstarken der essen des Proletariats Proletariat die höchsten die Besten der bürgerlichen Intelligenz verdrossen und unthätig deutschen Socialdemokratie finden, weden und festigen in den Interessen des Volkes und der Menschheit vertritt, der Menschheit vertritt, darum den Wahlkampf dem Geschrei der Händler. Millionen der Leidenden aller Völker und aller Sprachen die Hoff- braucht sie fich nicht vor der Zahl zu fürchten, darum buhlt nung des endlichen Sieges. Die Summe der socialistischen Stimmen sie nicht um die Stimmen derer, die sie betrügen und verraten will. ist der Inbegriff der deutschen nationalen Kulturebre die nicht den Die grenzenlose Verlogenheit, die geistige Niedrigkeit und Armselig = Nur in einem sind die bürgerlichen Parteien echt, in ihrem a ß gegen die Socialdemokratie. Die Massen von ihr fernzuhalten, das ist ihr glühendstes Bestreben, und sie schrecken vor -O morgen, übermorgen, Auch dann werden wir umgestalten, aber wir abends. Heute wird gewählt! Die Wahl beginnt um 10 Uhr vormittags und dauert bis 7 Uhr Teiner Nichtsmußigkeit zurüd, um die Wähler mit dem roten Gespenst Niemals sagen sie wir antworten: in ihre Hürde zu treiben. Die ganze bürgerliche Wahlagitation sobald das Proletariat. den Sieg erringt. wurde bestritten mit den alberusten Schmähungen der nicht mit cinent Schlage die Welt Socialdemokratie. Man gab nicht selbst ein positives Pro- haben den sicheren Weg, der zum Ziele führt. Eive revolutionäre Es empfiehlt sich für jeden Wähler, eine Legitimation einzustecken gramm, sondern erfand berlogene Schreckprogramme Wir der Partei fennt keine Unmöglichkeit. wollen aus dem( Einwohnerschein, Steuerquittung oder Mietsvertrag). monged Socialdemokratie. Innerlich den Massen fremd und sie hochmütig anarchischen Zuchthaus des Gegenwartsstaates in die Gesellschaft Stimmzettel mit dem Namen des socialdemokratischen Kandidaten verachtend, glaubte man mit der Spekulation auf die niedrigsten der Arbeit, die auch ihr letztes Glied schirmt und erhält. Bir sind zwar an jedem Wahllokale zu haben, der vorsichtige Wähler Instinkte am weitesten zu konumen. Deshalb hezte man in erster wissen, daß es eine Gesellschaftsform geben kann, in der Not und nimmt aber seinen Stimmzettel schon von zu Hause mit. Linie gegen die Führer, die faulen, prassenden, die jüdischen Millionäre, Elend zum Gespenstermärchen aus der grauen Vorzeit wird. Der Stimmzettel muß von weißem, mittelstarkem Schreibpapier die Ausbeuter der Dummheit. Und hierzu that man das halbe unsre Feinde aber, ob sie nun konservativ, antisemitisch oder frei- sein, darf keinerlei Kennzeichen tragen und nichts weiter enthalten, Dußend von„ Argumenten", die seit 30 Jahren die bürgerliche sinnig sich nennen, wollen immer mehr Not und Elend auf die wie die genaue Bezeichnung des Kandidaten. Der Stimmzettel muß Intelligenz in ödem Einerlei immer wiederholt: Zuchthausstaat, Massen häufen, damit sie ja die Hoffnung verlernen und sich in ungefähr 9 zu 12 Centimeter groß sein. Vaterlandslosigkeit, Ruin des Mittelstandes, Terrorismus, Zerstörung den dumpfen, selbstmörderischen Glauben ergeben, daß Not und Man kann sich seinen Stimmzettel selber schreiben. Gültig find der Familie und Religion. Dann kam diesmal als neue beliebte, Glend ein unabänderliches Schicksal der Millionen von Sklaven auch Stimmzettel, auf denen ein Name durchgestrichen und ein andrer allerdings auch besonders dumme Marke: die Socialdemokratie als seien, die nur den einen Zweck haben, am Glanze der darunter geschrieben ist. Feindin des Arbeiterschutzes. Herrschenden zu weben. die Regierung die im zwanzigsten Jahrhundert, das dem Socialismus Stimmzettel abgegeben; amtlich abgestempelt sein muß, ,, Lieber mit Kröcher als mit Barth!" rief der freisinnige Volksparteiler Fisch beck, der Freund Eugen Richters, im Reichstage anfangs Dezember v. J., als der Junker v. Kröcher den Staatsstreich, Ausnahmegesetze und Beseitigung des Wahlrechts gefordert hatte. werden. Das Couvert, das Der Kandidat muß aber so genau bezeichnet sein, daß jeder Aber nicht nur aus innerem Drang, sondern auch aus äußerem Wahltag ist Gerichtstag! Wahltag ist Boltstag. An dem Zweifel über seine Person ausgeschlossen ist. Es genügt also z. B. Zwang wurde die einige, alle Parteien umfassende Socialistentöterei einen Tage hält die Nation die Wage ihres Schicksals in der Hand! nicht„ Schmidt", sondern man muß schreiben: Arbeitersekretär der Hauptlärm des übrigens von den herrschenden Klassen mit Erfüllet den Tag! Führt die Socialdemokratie Robert Schmidt in Berlin. müder Verdrossenheit geführten Wahlkampfes. Die Regierung hatte zum Siege, ihr alle, die ihr mühselig seid und beladen und zu- Das Wahlgeheimnis ist durch das neue Wahlverfahren vollund beladen und zudiesmal keine Wahlparole gespendet, trotz allen Flehens. Sie über- gleich starken Geistes und tapferen Herzens! ständig gesichert. Niemand braucht mehr zu fürchten, daß seine Abließ die um die Beute hadernden Parteien sich selber. Allerdings Wahltag Boltstag! Es ist die erste deutsche Wahl ſtimmung kontrolliert werden kann. Es wird nicht mehr der bloße nur scheinbar. Denn fest steht, daß dieser muß vielmehr in ein Couvert geſtedt Agitation gegen die Socialdemokratie und die Polen amt- gehört! lich durch Verbreitung von Flugschriften gefördert hat. Audrerseits arbeiteten die Regierungsorgane im Lande nach wie vor gegen die Berliner Centrale im Sinne der versippten agrarischen Junkerschaft. Aber öffentlich hat die Regierung keine Wahlparole ausgegeben. Dennoch wäre es verfehlt, anzunehmen, daß die Regierung diese Neutralität aus einem gewissen Anstandsgefühl für die Pflicht der Unparteilichkeit geübt hätte. Graf Bülow fonnte feine Wahlparole ausgeben. Denn das ist die Eigentümlichkeit der politischen Situation in Deutschland. Die Socialdemokratie ist auch die Trägerin der wirtschaftlichen Entwicklung, auf der das Schiff der Regierung allein zu schwimmen vermag. Mit dem agrarischen Junkertum geschichtlich und familiär durch tausend Bande verbunden, muß sie doch, will sie das Reich nicht zerstören, den naturnotwendigen Zug zum Industriestaat Rechnung tragen, wenn auch wider Willen. In solcher Zwangslage muß die Regierung schweigen. Ihr wäre eine Schwächung der agrarischen Reaktion nicht unlieb, aber fie darf es wagen, so revolutionäre Ge= Danten öffentlich zu befunden. Freilich möchte sie sich Der Worte sind genug gewechselt! Wochen lieber auf eine bürgerliche Macht stützen können und es ist lang, monatelang ist in der Preſſe, in Versammlungen, in Flug ihr außerordentlich fatal, daß gerade das Programm der Social- blättern und im mündlichen Meinungsaustausch auf die Wahl demokratie in der Richtung der wirtschaftlichen Entwicklung liegt, der und ihre Bedeutung hingewiesen worden nun, Wähler, erhält der Wähler erst im Wahllokale von einem Beauftragten des Wahlvorstehers. Jedes andre Couvert ist unzulässig. Den Stimmzettel muß der Wähler aber schon von draußen mitbringen. Mit dem Couvert begiebt sich der Wähler in den Nebenraum oder an den Nebentisch, wo eine Vorrichtung angebracht ist( Vorhang oder Aufbau oder eine abgeschlossene Wahlzelle) und dort muß er seinen Zettel( aber nur einen!), geschützt vor jeder Beobachtung, in das Convert stecken. Dann erst faun er abstimmen, indem er das den Stimmzettel enthaltende Couvert dem Wahlvorsteher übergiebt. Jede andre Art der Abstimmung ist gesetzlich sndblaskil sidste guides von außen auf keine Weise zu bemerken ist, welcher Zettel in dem verboten. Die Couverts sind vollständig undurchsichtig, so daß Die Freisinnige Volkspartei geht also lieber mit der äußersten Reaktion als mit ihren eignen liberalen Parteigenossen, der Freisinnigen Vereinigung. dog mahalle Wahlkampf. 29 Wahltag! Pflicht! chic Couvert steckt. Es hat daher jetzt kein Wähler mehr die Entschuldigung, daß er aus Furcht vor Schaden nicht socialdemokratisch wählen kann, Furchtlos kann jeder Wähler den socialdemokratischen Zettel abgeben. Wähler, die aus irgend einem Grunde von der Wahl zurückgewiesen werden, wollen sich sofort bei dem socialdemokratischen Wahlkontrolleur melden, der die Zurückweisung notieren wird. Internationale Solidarität.[ 19 auch die verstockteste Regierung auf die Dauer sich nicht zu wider- thu u Dee nicht, was vom Wähler verlangt wird: ein den deutschen Parteigenossen namens der socialistischen Partei Italiens Rechte. mant Bon dem kommenden Reichstag ist das schlimmste zu erwarten, wenn die Socialdemokratie nicht alle ihre Kraft einsetzt, um die eine reaktionäre Masse zu bändigen. es Der Freifinn Gegner des Wahlrechts. Im ersten Berliner Wahlkreis wies am 13. Juni der freisinnige Kandidat Kämpf auf den Einfluß in Geſetzgebung und Verwaltung hin, der„ dem freifinnigen Bürgertum gebührt nach seiner Zahl, seiner Intelligenz und nach seiner Steuerkraft". Wer den Einfluß auf die Gesetzgebung nach der Steuerkraft bemessen will, ist principiell Gegner des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts. setzen. Die Redaktion des„ Avanti", unterzeichnet Enrico Ferri, giebt sezen vermag. Indessen die Socialdemokratie ist doch mun einmal Viel die einzige starke Wehr gegen die reaktionäre Flut, sie ist auch die kurzer Gang nach dem nahe gelegenen Wahllokal, eine wenig telegraphisch die besten Wünsche mit auf den Weg für einen siegeinzige Partei, mit der eine intelligente und weitsichtige zeitraubende Stimmzettel- Abgabe- das ist alles. Ein klein reichen Ausgang des Wahlkampfes. und bie Dinge treiben, Bisagen länger als sonst wird's ja diesmal dauern. Das bißchen weil man ratlos ist, weil man nicht wünschen darf, wozu man sich öffentlich bekennt, und nicht bekennen darf, neue Wahlverfahren, das uns endlich die seit langem darf, was man insgeheim wünscht. geforderte Sicherung des Wahlgeheimnisses bringt, ist immer Der letzte Reichstag, ein Zerrbild der Voltsmeinung wegen der hin etwas umständlicher als das alte. Die Zelle, in der der imgeheuerlichen Ungleichheit des verfassungsmäßig doch gleichen Wähler unbeobachtet seinen mitgebrachten Stimmzettel dem Wahlrechts, zeigte das volksfeindlichste Gepräge. In der blinden vom Wahlvorsteher ihm eingehändigten Couvert anvertrauen Bollwut riß die Klerikal konservativ liberale Bande den letzten kann„ Klosett" ist sie spöttisch genannt worden, wird - Schamfezzen ab. Auch der Vertrauensseligste weiß jetzt, daß dieser voraussichtlich eine weniger rasche Abwickelung des Wahlaktes Mehrheit kein Volksrecht heilig ist: Sie sind bereit zu jeder gestatten. Schandthat und jedem Gewaltstreich, wenn es die Interessen ihrer Um so mehr Grund haben die Wähler, so zeitig zur Herrschaft und ihres materiellen Egoismus erfordern. Wahlrecht Einer ungehörigen Wahlrechtsbeschränkung gegenüber den In und Koalitionsrecht sind ihnen mur papierne Wische, die sie zerreißen, Wahl zu kommen, wie es irgend möglich ist. Wer ohne fassen der Heilstätte Gütergo machte sich der leitende Arzt wenn sie ihnen lästig sind. Nur die Socialdemokratie ist eine zu- Not bis zum Abend zögert, der darf sich nachher nicht ihm ein Gesuch um Gewährung eines Urlaubs von 12 Stunden dieser Anstalt schuldig. Von 21 wahlberechtigten Pfleglingen wurde verlässige Bürgin der bestehenden und eine tapfere Eroberin neuer wundern, wenn ihm eine lange Geduldprobe zugemutet wird. unterbreitet, damit sie in ihren Wohnorten wählen gehen könnten. Unter Umständen kann er trotz allen Wartens sogar das Der Herr Doktor gab den summarischen Bescheid: Wer fahren will, Wählen völlig verpassen; denn wer bis 7 Uhr nicht heran- braucht nicht wieder in die Anstalt zu kommen. gekommen ist, darf nicht mehr wählen gleichgültig, ob eines Pfleglings den Urlaub verweigert, so läßt sich dagegen nichts Wenn der Arzt im Einzelfalle in Rücksicht auf die Gesundheit er sich im Wahllokal befindet oder nicht. Wer zeitig zur Wahl einwenden. Der hier erteilte Bescheid läßt aber solche Gründe nicht Das bedeutsame Wert der Handelsverträge steht im geht, erweist nicht nur sich selber, sondern auch andern einen erkennen; man hat die Empfindung, als ob die Pfleglinge mehr als Vordergrunde. Die Socialdemokratie erstrebt die Fortsetzung Dienst Eine solche Art, kranken Arbeitern der bisherigen Handelsvertragspolitik, sofern sie nicht ihre fönnen. Er nimmt ihnen nicht den Platz weg und sichert leicht geeignet, die ganze Heilstätte in ein ungünstiges Licht zu denen, die wirklich erst in letzter Stunde kommen Refruten betrachtet würden. gegenüberzutreten, kann wenig Sympathien erwecken und ist nur zu Verbesserung zu erreichen bermag. Die Gefahr besteht nicht darin, daß etwa Handelsverträge Hahn- Wangen- ihnen so die Möglichkeit, noch heranzukommen. heimscher Art zur Annahme gelangen, sondern Handels- Es giebt freilich Leute, die durchaus gemahnt berträge auf jener mittleren Linie, in denen den um die Beute sein wollen." Ich komme schon noch zurecht", denken hadernden Parteien gleichmäßige Anteile zugesprochen werden, und sie, und wenn der„ Schlepper" ihnen auf die Bude rückt, das Proletariat die Zeche bezahlt. Wir wollen Handelsverträge zu dann werden sie gar noch grob:" Herrgott, es ist ja noch Gunsten, nicht auf Kosten der Proletarier! Und wir wissen, daß wir lange nicht sieben!" Ein pflichttrener, ein socialdemo in diefer Forderung ganz allein auf uns angewiesen find. Die Taktik der tratischer Wähler wird es, wenn er kann, überhaupt bürgerlichen Linken, die auf eine Erhöhung der Lebensmittelzölle hinarbeitet, ist weitaus gefährlicher als die Landwirtsbündler, diese Utopisten nicht zu einer Mahnung tommen laffen. Der der Agrarreaktion; denn der Verräter ist gefährlicher als der Dienst der Schlepper und auch aller andern, die am Wahltag in den Wahlbureaus thätig sind, ist mühsam genug, und ihre Militarismus und Marinismus schauen gierig in die Wahlurnen. Arbeitskraft ist zu wertvoll, als daß sie vergeudet werden darf. Der Reichstag wird unbedingt gewaltigen Savallerie- Attaden Was es heißt, am Wahltage an der Agitation mit ausgesetzt werden- Kavallerie ist das Modernste und kostspieligen zuarbeiten, das ahnt der Außenstehende nicht. Den Sieg Schiffsmanövern. Die Socialdemokratie allein steht noch vorzubereiten, wie es in den Monaten und Wochen aufrecht gegen diesen inneren Feind der Kultur. vor der Wahl durch rastlose Agitation in Wort und Schrift Die troftlosen Finanzverhältnisse machen neue Steuern zur Not- geschieht, dazu gehört viel Fleiß und Geduld; aber am Tage wendigkeit. Daß Bier und Tabak„ bluten" werden, weiß man Daß Bier und Tabak„ bluten" werden, weiß man längst. Dengegenüber wird es eine der wichtigsten und der Wahl den Entscheidungskampf zu führen und in wuchtigem dringendsten Aufgaben der Socialdemokratie sein, endlich Ansturm den Sieg zu erringen, das erfordert eine den Anfang mit direkten Reichsstenern auf die großen Einkommen, Arbeitsleistung, eine Hingabe an die Sache und eine OpferVermögen und Erbschaften zu machen. Damit wird nicht nur eine freudigkeit, die nicht genug gerühmt werden kann. gerechte Besteuerung angebahnt, sondern auch der planlosen Die Genossen, die heute den Kampf der Arbeiterklasse Pumpwirtschaft für unproduktive Swede eine fräftige Bremse an- gegen die bürgerliche Gesellschaft, den Kampf der Social- er Massen auf die Barrikade kommandieren, schrie er:„ Sie wollen gelegt. demokratie gegen die ihr feindlichen Parteien zum Siege Eine Revision des Strafrechts steht bevor. Es droht Gefahr, daß sie zur reaktionären Unterdrückung der freien Meinungs- u lenten bemüht sind, wollen nicht gerühmt sein; sie von einer Ver- wissen, daß sie nur ihre Pflicht thun. Aber eines veräußerung mißbraucht wird; schon redet man von einer Verwissen, daß sie nur ihre Pflicht thun. schärfung der Beleidigungs- Paragraphen. Es ist leicht möglich, die langen sie von Dir, Wähler, als Dank: thu' auch Du Deine ganze felige Umsturzvorlage in das Strafgesetzbuch hineinzuarbeiten Pflicht! ind so mit einem Schlage alle Agitation und Aufklärungsarbeit zu unterdrücken. Wiederum ist es nur die Socialdemokratie, die gegen solche Gelüste einen unüberwindlichen Widerstand zu setzen im stande ist. Feind! Stillstand der Socialreform! Das ist die Losung der[ bürgerlichen Parteien. Der Kapitalist, der jetzt ganze 5 Pfennige pro Kopf und Tag von seinem dem Arbeiter abgepreßten Mehrwert zahlen muß, will nicht weitere,& a sten" tragen. Die Socialdemokratie aber will die durchgreifende Weiterentwicklung der Socialreform auf allen Gebieten. Eine starte Socialdemokratie ist endlich notwendig gegen die sonderbaren absolutistischen Rückfälle, denen das Reich in wachsendem Maße ausgesetzt ist. Sie erstrebt Ordnung der Wirtschaft, Freiheit des Geistes, Entfesselung der überreichen Produktionskräfte der modernen Kultur zur gemeinsamen Nutzung aller, die arbeiten! Junker und Bourgeois Konservative und Freifinnige, sie sind die Feinde des Volfes, die Zerstörer der vorwärts drängenden Kultur. Das ist ihrer Weisheit letzter Schluß: der Hohn über die Verheißung der Socialdemokratie, daß sie Not und Elend aus der Welt schaffen wird. Niemals werde das geschehen, so weissagen sie, weil sie Not und Elend als Grundlage ihres Ferrendaseins braucher ,, Den Gothein schenke ich Ihnen." Jm Wahlkreis Sorau unterstützen die Freisinnigen gleich in der Hauptwahl einen nationalliberalen Agrarier. Der freisinnige Abgeordnete Gothein erklärte darauf in einer Verfammlung zu Wolgast: " Ich mißbillige es aufs schärfste, daß die Freisimnigen in Sorau- Forst für einen Mann wie Bahn, den ich kenne, im ersten Wahlgange stimmen wollen. Ein wirklich freisinniger Mann kann diesem Herrn nicht seine Stimme geben." Darauf hat am Sonntag, den 14. Juni, abends der freifinnige Führer in Sorau wütend erklärt: Den Herrn Gothein schenke ich Ihnen( den Socialdemokraten). Ob Herr Gothein oder Herr Klees( Socialdemokrat) etwas sagt, das bleibt sich nach Gotheins Verhalten beim Zolltarif gleich. Herr Gothein ist 1898 gegen meinen Willen aufgestellt worden und ich hatte es für das größte Unglück angesehen, wenn Herr Gothein im Kreise Sorau gewählt worden wäre." Die Freijinnigen schenken also den Socialdemokraten jeden, der wirklich freisinnig zu sein wagt! Eugen Richters Wahlschlußwort. Einen bejammernswürdigen Abschluß fand die freisinnige WahlSonntagmittag, in der man zur Unterstützung der Kandidatur Jäger agitation in Berlin durch eine Versammlung bei Buggenhagen am Herrn Eugen Richter höchstselbst herangezogen hatte. Die hilflosen Arrangeure hatten vertraulich schon für 11 Uhr eingeladen und öffentlich den Anfang auf 12 1hr gefeßt, um ganz unter sich zu sein. Man hatte aber falsch gerechnet. Die Teilnahmlosigkeit der Freifinnigen brachte es zu Wege, daß noch um 1/12 Uhr der Saal noch halbleer war, so daß die später erschienenen Socialdemokraten zumeist wohl Kaufleute noch bequemen Platz fanden. Ganz füllte sich der Saal überhaupt nicht. Zeitung" nennt das eine überfüllte Versammlung und phantaftert Auf der Galerie hätte man tanzen können. Die Freifinnige von polizeilicher Absperrung; Polizei war erst am Schluß zu sehen. Zuerst sprach der Kandidat Herr Jäger mit der anständigen geistigen Bedeutung eines kriegervereinlichen Sedanredners in Treuenbriegen. Alles verhielt sich mäuschenstill. Dann kam Eugen Richter, begrüßt durch eine Klaque von etwa drei Dugend unentwegt freifimiger Hände. Auch er sprach unter vollständiger Ruhe. Blöglich tam ein harmloser Zwischenruf: 30lltarif!" Nichts weiter. Rein Schimpfwort, ein vereinzelter niemand störender Ruf. Das ge= Das erregen. Mit wildem Zorn und mit einem Bathos, als wollte nügte aber, um einen Wutanfall des armen alten Mannes zu wohl die Kandidatur Jäger mit solchem Zwischenruf unterstützen. Sie haben sich hier nur eingeschlichen. Sie sollten sich schämen!" und nun log er kunterbunt über die Socialdemokratie das albernste fachte und war wieder ruhig. Das paste aber dem Manne nicht. Beug zusammen, er improviſierte sogar neue Ausgaben ſeines Socialistenspiegels", dessen Fälschungen er durch neue Lesarten bereicherte. Er ging offenbar darauf aus, die anwesenden Socialdemokraten zu Die Man sich denn auch wirklich für Parteigenoſſen ſchämten den Freisinn ob dieses erbarmungswürdigen Schauspiels. Es gab belehrende Zwischenrufe, häufig von einem überlegenen Humor, die schwarz- weiß- rot- wie die Urteutschen dekorierten Ordner packten von Zeit zu Zeit einen Zwischenrufer und setzten ihn unsanft an die Luft. So gab es naturgemäß einige unruhige Augenblicke; nur Herr Eugen Richter ercedierte! Am Schluß noch einige Nufe: Diskussion! Diskussion! Der taprige Versammlungsleiter aber schloß Hals über Kopf mit einem Hoch auf den Kandidaten. Unfre Parteigenossen ließen Heine hoch leben und sangen im Hinausgehen sehr schön und eindrudsvoll die Marseillaise. Damit bekam die Versammlung mit unsrer Hilfe doch noch etwas Würde und Wucht. Die Freifinnige Zeitung" leidet an Wahnvorstellungen. Sie redet von beabsichtigten, aber mißglückten Sprengversuchen. Die Socialdemokraten hatten sich ganz zufällig zusammengefunden und fannten großenteils einander gar nicht. Vermntlich aber hatte es Engen Richter selbst auf eine Sprengung abgesehen, um nicht seine Rede zu Ende halten zu müssen. Die ewige Wiederholung abgestandener Lügen muß ihm doch schließlich selber zuwider werden. Nun ist er wütend, daß er sein Ziel nicht erreicht hat und daß er zu Ende reden mußte! Eugen Richter der Verräter der Zollgegner. Wenn man nicht drei Tage oder eine Woche, fondern 19 Monate lang einen offenen Obstruktionsfeldzug in Scene sett, wird das wirklich eine so jammervolle Mehrheit sein, die ruhig stillhält, die auf solche Provokationen nicht mit Gegenmaßregeln antwortet?( Lebhafter Beifall rechts, in der Mitte und bei den Nationalliberalen.)" So sprach Eugen Richter am 1. Dezember 1902 zum An= trag Kardorff, der den frechsten Umsturz von Geschäftsordnung und Verfassung bedeutete, nachdem der Junker v. Kröcher seine Staatsstreichrede gehalten! Beifall rechts, im Centrum und bei den Nationalliberalen! Politische Agitation im Heere. Die Socialistentöter- Firma Bürger-( Fränkel)-Münch zeichnet sich durch eine anerkennenswerte Geschäftsgewandtheit aus; sie war dreist genug, die Verteilung ihrer Broschüre" Sociale Thatsachen" selbst unter den Soldaten zu fordern. Welchen Erfolg die Versuche politischer Agitation im Heere gehabt haben, konnten wir allerdings noch nicht in Erfahrung bringen. Wohl aber können wir den Lesern das Cirkular mitteilen, daß den geschäftlichen Fertigkeiten der Herren Münch und Fränkel alle Ehre macht. Es lautet: Der Nutzen des Arbeiterausschusses. In der kgl. Eisenbahn- Hauptwerkstelle Tempelhof ist am Montag früh die Bürgersche Lügenbroschüre durch den Arbeiterausschuß an die Arbeiter verteilt worden. Daß den Eisenbahnarbeitern das Koalitionsrecht verweigert wird, steht in der Broschüre ja nicht drin, dafür bringen wir ihnen diese Thatsache noch einmal in Erinnerung. Hoffentlich werden die Eisenbahner durch socialdemokratische Abstimmung beweisen, daß sie auch auf das Koalitionsrecht Anspruch erheben. * " " lächerlich machen" und dem Verlieren des Vertrauens". Es liegt also Majestätsbeleidigung vor. Das Mindestmaß von 2 Monaten, welches das Gesetz vorsieht, mußte überschritten werden, denn es ist für Beleidigungen durch die Presse zu wenig. Deshalb durfte auch nicht auf Festungshaft, die ja eine recht leichte Strafart darstellt, erkannt werden. Anfang der 80er Jahre studierte der serbische Thronprätendent Peter Karageorgewitsch an der hiesigen Universität und war ein eifriger Besucher der socialistischen Parteiversammlungen, in welchen er vielfach unter dem Namen„ der rote Peter" oder ,, der rote Prinz" bekannt war. Damals existierte noch eine fleinere Verbindung socialistischer Parteiführer unter dem Namen Mohrenklub". Neben hervorragenden schweizer Genossen waren auch die heute noch lebenden deutschen Führer v. Vollmar, Richard Fischer und Kautsky Mitglieder, und in den Sizungen dieses Klubs war ein Karageorgewitsch ein häufiger Gast. " Thronfähige Socialdemokratie. Der neue König von Serbien, Beter Karageorgewitsch, soll, so hat die Frankfurter Mit dem Wahl- Hirtenbriefe Kopps beschäftigten sich am Sonntag Beitung" herausgebracht, Socialdemokrat sein oder doch gewesen die polnischen Socialisten in einer Wählerversammlung in Berlin. sein. Es ist sehr schmeichelhaft, daß uns die Frankfurter Zeitung" Der polenfeindliche Hirtenbrief wurde als flärendes Ereignis be- bereits für fähig hält, von Gottes Gnaden zu werden, leider aber zeichnet, dem es gelingen werde, was jahrelange Agitation nicht hat sie sich ein Märchen aufbinden lassen, wenn sie aus Zürich vermocht habe, Polen und Centrum zu trennen. In ein schwieriges berichtet: Dilemma fämen dabei die polnischen Geistlichen. Die AusBewegung, besonders in Oberschlesien, führen. lassungen Kopps dürften zu einer Erstarkung der polnischen weise habe die preußische Polenpolitik zu einem Anwachsen Erfreulicher des Radikalismus und zur Niederlage der Hofpartei geführt. Die polnischen Arbeiter sollten ihrer doppelten Bedrückung durch Stimmenabgabe für die Socialdemokratie entgegenarbeiten, da auch die polnischen Demokraten in politischer Beziehung, wie sich beim Zolltarif gezeigt habe, unzuverlässig seien. Vollends wäre es verfehlt, in Berlin und Umgegend die aussichtslose Kandidatur Chrzanowski zu unterstützen. Nicht nur durch ihre Stimmenabgabe, sondern auch Die Notwendigkeit der Bekämpfung der socialdemokratischen Wahn- durch eifrige Agitation zu Gunsten der Socialdemokratie müßten vorstellungen ist neuerdings immer deutlicher hervorgetreten und von die polnischen Arbeiter ihre Gefimmung bekunden. Zum Schluß wurde allerhöchster Stelle allen Vaterlandsfreunden eindringlich ans Herz der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es bei der Reichstagswahl ge= gelegt worden. Vielfach hat sich aber gezeigt, daß ein großer Teil lingen werde, den ersten polnischen Socialisten Morawski in Kattowig Ser Arbeiter, Kleinbauern, Kleingewerbetreibenden und selbst Unter- ins Parlament zu bringen. beamten im Alter der Wahlmündigkeit, in die erwähnter thörichten Jbeen bereits verbissen, also der Belehrung nicht mehr zugänglich ist. Andrerseits ermangeln die jungen Menschen von noch nicht zwanzig Jahren des Ernstes und der geistigen Reife, die zur verständigen Ueberlegung der gegen die socialdemokratischen Lehren sprechenden Gründe notwendig sind. So ergiebt sich die Zweckmäßigkeit einer entsprechenden Einwirkung auf die demnächstigen Wähler während ihrer Militärzeit, in der sie ohnehin unter dem Einfluß der militärischen Manneszucht zur Aufnahme gesunder Grundsätze auch nach andrer Richtung hin wohl vorbereitet sind. Hochgeehrte Herren! Dem geehrten Offiziercorps beehre ich mich deshalb in der Anlage je einen Probe- Abzug der drei verschiedenen Ausgaben der Bürgerschen Schrift gegen die Socialdemokratie ergebenst zu überreichen. Die Rundschreiben, die zur Empfehlung der Massenberbreitung dieser Broschüren ergangen find, tragen die Unterschriften der umseitig aufgeführten Herren. Der Deutsche Kriegerbund hat bereits 450 000 Exemplare bezogen und den Bezug mehrerer hunderttausend weiterer Gremplare angekündigt. Jm ganzen ist binnen Jahresfrist über eine Million Exemplare der Bürgerschen Broschüre verbreitet worden- ein Erfolg, wie ihn noch nie eine Schrift erzielt hat, und ein schlagender Beweis der Brauchbarkeit des Bürgerschen Büchleins zur Aufklärung des Volkes über die Unwahrheit der landläufigen socialistischen Behauptungen. Dem geehrten Offiziercorps gestatte ich mir die Berabfolgung je eines Gremplares der jeweils geeignet erscheinenden Ausgabe an fämtliche Unteroffiziere und Mannschaften sehr ergebenst vorzuschlagen. Zu diesem Zwecke würde ich bereit sein, bei Bezug der dafür das Exemplar der großen Ausgabe für 5 Pfennig " " " mittleren Kleinen " 4 " " " 3 . " zu liefern. Ich habe die Ehre zu zeichnen in größter Hochachtung sehr ergebenst Richard Münch, Stadtverordneter. Wir werden demnächst denselben Stellen auch die im Verlage der Vorwärtsbuchhandlung erschienene Gegenschrift zur Verbreitung empfehlen. Das ist schon deswegen nötig, um den Schwindel des Herrn Bürger aufzudecken, der in einem Anhang zu den neuen Auflagen seiner Schrift dreift und frech behauptet, wir hätten noch nicht den Verfuch gemacht, ihn zu widerlegen. Richter und Schweinburg. Die Freifinnige Zeitung", die nie eine Richtigstellung eines Gegners abdruckt, beeilt sich, eine Schweinburgiade abzudrucken, die eine feststehende Thatsache ableugnet. Es steht bekanntlich fest und wir haben es erst in unsrer legten Nummer wörtlich nach dem Stenogramm wiedergegeben, daß Posadowsky im Reichstage am 23. Januar 1902 gesagt hat, er betrachte die Socialdemokratie als die Vertreterin der Arbeiterinteressen. Schweinburg behauptete am Sonnabendabend, er wisse aus bester Quelle," daß das durchaus falsch sei. Diese dreiste Fälschung, das amtlich von jedem Redner selbst korrigierte und damit in aller Form bestätigte Reichstags- Stenogramm ableugnen zu wollen, druckt die Freisinnige eiligst ab; wieder ein Beweis dafür, daß der Richterfreifinn nur noch in der Schweinburg- Atmosphäre gedeihen kann. " Ein Serbe verkehrte damals allerdings in unsern Parteitreisen. Er hörte aber, wenn wir nicht irren, auf den in Serbien sehr gebräuchlichen Namen Reodorowitsch. Die regierenden Häupter Europas brauchen also den neuen Better nicht wegen socialdemokratischer Gesinnung in Verruf zu " erklären. wie einen Socialdemokraten, der gegen Ausnahmegefeße ist. Die hat arbeiten lassen, mit folgendem einfältigen Jesuitentniff zu entEin Jesuitenkniff. Der katholische Musterbetrieb der„ Germania" Lieber einen Kulturkämpfer, der für Jesuitenausweisung eintritt, versucht unsre letzte Feststellung, daß sie an katholischen Feiertagen Wahlkreise außerordentlich unerwünscht sein, wenn infolge der Zähl- schäftigten Arbeitern Germania" meint, es müsse den Katholiken im Lippeschen rinnen. Am 9. Juni hatten wir mitgeteilt, daß aushilfsweise bekandidatur des Centrums eine Stichwahl zwischen einem Social- gemacht würden. Am Sonntag schrieben wir auf eine Entgegnung die katholischen Feiertage Abzüge demokraten und einem Kulturkämpfer nötig würde. Sie hat deshalb der Germania", daß den in festem Wochenlohn ständig angestellten den Wunsch, daß die Katholiken lieber gleich im ersten Wahlgange Arbeitern keine Abzüge gemacht worden seien, das sei begreiflich, für den Kulturkämpfer stimmen. denn die hätten an den katholischen Feiertagen gearbeitet. Ein Reichstags- Kandidat als Wahlkommissar in dem Kreise, in einreden, damit hätten wir uns selbst widersprochen, indem wir Die fromme Germania" will nun ihren dümmsten Lesern dem er kandidiert, das ist zwar gesetzlich doch dürfte es der Gipfel der politischen Taktlosigkeit sein. Das ist haupteten, leider nicht verboten, einmal von Abzügen für die Feiertage sprachen und dann beim Herzogtum Braunschweig zu verzeichnen. Dort ist der Kreises sei an den Feiertagen gearbeitet worden. direttor Natürlich haben wir uns nicht widersprochen, sondern und Reichstags Kandidat Langerfeldt als Wahl die„ Germania" hat den Widerspruch nur jesuitisch ausgeheckt, um fommissar ernannt worden und könnte so, wenn würde, in die Lage kommen, sich selbst als Abgeordneten zu hüllen. Also, paß' auf, verehrte„ Germania": Die Arbeiter, die er gewählt die unangenehme Entlarvung ihrer Feiertagsheiligung zu verproklamieren. Bekanntlich gehört es auch zu den Geschäften des an den Feiertagen nicht arbeiteten, wurden mit Lohnabzügen bedacht, Wahlkommissars, die Stimmzettel durchzusehen, um etwaige Bedenken und die Arbeiter, die feine Lohnabzüge erlitten, mußten an den zu beseitigen, die gegen einzelne Wahlakte erhoben werden. Solche Feiertagen arbeiten! So ist die christliche Moral in jeder Hinsicht Aufgabe sollte man doch auf keinen Fall dem beteiligten Kandidaten gewahrt worden. übertragen. M wird geschrieben: Sonntag, den 7. Juni, nachmittags, sollte in Die Politik am Hochaltar. Aus dem Wahlkreise Straubing Haggn bei Neukirchen, der Nachbarsgemeinde von Englmar, wo der Centrumskandidat Echinger seinen Wohnsiz hat, eine bauernbündlerische Versammlung stattfinden. Die Versammlung konnte erst Tags zuvor bekannt gemacht werden. Der Besizer stellte das Lokal bereitwilligst zur Verfügung: doch der amtierende Geistliche von Neukirchen verkündete am Sonntagmorgen vom Hochaltare aus, daß die Versammlung nicht stattfinde, sie sei verboten worden. Die Leute gingen von der Kirche weg nach Hause. Ein Soldat, der sich wehrt, freigesprochen. Koblenzer Zeitung" berichtet, am 10. Juni gegen den Musketier Das Ober- Kriegsgericht in Koblenz verhandelte, wie die tos von der 4. Compagnie des Infanterie- Regiments Nr. 30 in Saarlouis. Klos war von Kriegsgericht der 16. Division wegen hätlichen Angriffs auf einen Vorgesezten zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er legte Be= ein, weil er sich in ufung Notwehr befunden habe. Wie in der erneuten Beweisaufnahme vor dem Ober- Kriegsgericht festgestellt wurde, war los mit Reinigen der Stube beschäftigt, als der Unteroffizier Weber hinzufam, ihm einen Gemeine Berleumdung. In den bürgerlichen Blättern wird be- Interoffiziers fest, dennoch schlug der Unteroffizier fortwährend auf Tritt ins Gesäß gab und ihn schlug. Klos hielt die Arme des hauptet, in Ellefeld bei Falkenstein hätten Socialdemokraten an dem Wagen des Grafen Hoensbroech die Schrauben vor den ihn ein. 11m weiteren Mißhandlungen vorzubeugen, hielt Klos Rädern entfernen wollen. Es wäre ihnen aber der Wagen seinem Beiniger einen Fuß. Beide fielen zur Erde, Klos hielt dem eines Herrn Graf gezeigt worden und an dessen Wagen seien die Weber die Nase zu, und num erst ließ Weber von Klos ab, doch Schrauben auch thatsächlich gelöst worden. Es hieß weiter, man habe gab er ihm nach dem Aufstehen von der Erde noch einen die Thäter nicht gefaßt. Trotzdem behaupten die Blätter ganz frech, viele Tritte und Schläge bekommen, so daß er fürchtete, sein daß es sich um einen neuen Beitrag zur socialdemokratischen Kampfesweise handle. Als diese Nachricht zur Kenntnis des social- Gehör verloren zu haben und nach seiner Entlassung vom Militär demokratischen Wahlkomitees in Reichenbach tam, fragte der Ver- nicht mehr arbeitsfähig zu sein. Er habe diese Misztrauensmann Franz Martin bei der Behörde in Ellefeld an, ob handlungen gemeldet. Der Sergeant Krebs habe aber gesagt, er diese Meldung auf Wahrheit beruhe. Die Behörde antwortete per folle es nicht weiter melden, das bißchen Schläge habe nichts zu Telegramm am Donnerstag mittag, ihr sei von einem solchen Vorfall nichts bekannt!" Das Oberkriegsgericht erkannte auf Freisprechung, weil Notwehr vorliege.Uns erwartet das Zuchthaus sagte der für die Freisinnigen kandidierende Bankdirektor, meinte aber bloß den socialdemokratischen Zukunftsstaat! Politische Ueberlicht. Berlin, den 15. Juni. Majestätsbeleidigung. " Tritt vor den Bauch. bedeuten. er habe als Rekrut so Husland. Oestreich- Ungarn. Die ungarische Ministerkrisis. Es ist noch immer nicht sicher, ob Herr v. Szell geht. Wie verlautet, soll bei seiner Anwesenheit am Sonntag in Wien eine Verständigung zivischen ihm und v. Koerber nicht zu stande gekommen sein, da dieser auf baldigste Durchführung der Rekrutierung drängt, während v. Szell irgend welche bestimmte Zufagen nicht geben will. Nach einer telegraphischen Meldung des„ Bureau Daß die Socialdemokratie die Vertreterin der Arbeiterinteressen " Herold" ist die Demission des ungarischen Ministerpräsidenten mit ist, hat bekanntlich Graf Posadowsky zugestehen müssen. Sicherheit in den nächsten Tagen zu erwarten. Es heißt in der Dieses Zugeständnis ist der Scharfmacherpreffe natürlich im höchsten Grade unbequem und Mitteilung: Als Betveis dafür, daß das Ministerium Szell schon in den sie sucht nach allen mögIn Kiel wurde der verantwortliche Redakteur der Schleswig- allernächsten Tagen seine Demiffion geben wird, wird die Thatsache an lichen Ausreden. Die„ Konservative Korrespondenz" gräbt zu holsteinischen Volkszeitung", Genosse Rindfleisch, wegen Beleidigung gesehen, daß von Szell in der gestrigen einstündigen Audienz beim Kaiser dem Zwecke den Posadowskyschen Wahlbrief von 1898 aus, worin des deutschen Kaisers zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Es feinerlei Garantie für die rechtzeitige Erledigung der Wehrvor der Socialdemokratie gewarnt wird. Das beweist natürlich sei hier zur Kennzeichnung des Urteils einiges aus den Ausführungen vorlage hat geben können, weshalb der Kaiser v. Szell in Kenntnis Erstens hat Posadowsky die fragliche Aeußerung des Staatsanwalts wiedergegeben. Dieser sagte: Der Angeklagte feßte, daß er entschlossen sei, einige hervorragende ungarische erst 1902 gethan, also vier Jahre nach seinem Wahl hat sicher gewußt, daß dieser Geburtstag( Wilhelms I. am Tage der Parlamentarier zu sich zu bescheiden, um deren Ansichten und Vorbriefe und dann behauptet auch kein Mensch, daß er die Aeußerung Veröffentlichung des Artikels) gefeiert werden sollte. Er hätte schläge zu hören. v. Szell nominierte hierauf dem Kaiser den aus Liebe zur Socialdemokratie gethan habe. Er hat einfach der darum besser gethan, den Artikel einen oder mehrere Tage liegen zu Präsidenten des Magnatenhauses, den Präsidenten des AbgeordnetenWahrheit die Ehre gegeben und deshalb ist es auch Unsinn, wenn die lassen und ihn dann erst zu veröffentlichen. Der Artikel beschäftigt hauses Grafen Apponyi, sowie die Grafen Julius Andrassy und „.." behauptet, wir krebsten mit der Behauptung, Posadowsky stehe sich allerdings nur mit einer Person, der des Königs von Belgien, Szapary. Die Parlamentarier werden heute in Wien eintreffen uns nahe. Es ist uns nie eingefallen, mit der Behauptung zu krebsen, aber er enthält in Absatz 1 und 2 Beleidigungen gegen alle Könige und vom Kaiser in Audienz empfangen werden. der Zwölftausendmarkgraf stehe uns nahe. Wir bedanken uns für und aus Absatz 2 ergiebt sich, daß besonders der König von Preußen folche Freundschaft. Das fann uns aber nicht hindern, diese Aeußerung über das thatsächliche Verhältnis der Socialdemokratie zu den Arbeitern festzuhalten, die umso schwerer wiegt, weil sie aus dem Munde eines so heftigen Gegners der Socialdemokratie stammt. gar nichts. * Rote Mäuse sieht Richter schon an den Wänden hinauflaufen. Er behauptet heute in seinem Blatte, in Altenbörde, wo er zu einer Versammlung war, hätte ihn jemand mit Gas in die Luft sprengen wollen. Er kann sich mit Bruhn zusammenthun, der die Augen seiner Setzer ritualmordmäßig rollen sieht, wenn er durch seinen Segersaal geht. Jude eine gemeine Verleumdung. Herrn W. K. in Liebenwerda. Aus dem oben mitgeteilten Lebenslauf des Herrn Dr. Bernstein ersehen Sie, daß es eine von gegnerischer Seite wissentlich verbreitete Lüge ist, daß der liberale Kandidat Jude sei. Dr. B. ist von Geburt an christlicher Konfession( evangelisch). Den besten Beweis für die Böswilligkeit jenes Gerüchts ersehen Sie daraus, daß Herr Dr. B. Mitglied der Kirchenvertretung in der evangelischen Trinitatis Gemeinde in Charlottenburg ist. Jeder, der nur einigermaßen in derartigen Fragen bewandert ist, weiß, daß Dr. B. dort sogar eine führende Stellung in der liberalen firchlichen Bewegung einnimmt. Man merkt bei derartigen Ausstreuungen, die doch nur wider besseres Wisser erfolgen können, wie gefährlich unsern Gegnern die Persönlichkeit unsres Kandidaten erscheint, dessen Ansehen und Beliebtheit von Versammlung zu Versammlung steigt, sonst würden sie nicht zu solchen gemeinen Berleumdungen ihre Zuflucht nehmen." So schrieb ein Wahlflugblatt, das den freisinnigen Volksparteiler Dr. Bernstein empfahl, obwohl er ein Sohn des verdienten jüdischen Begründers und Herausgebers der Berliner Volts- Zeitung" ist. Frankreich. sich diese Aeußerung zuziehen kann. Es ist beleidigend, wenn die Wien, 15. Juni. Wie die„ Neue Freie Presse" meldet, wird in Könige als Handlanger" und" Strohmänner" der kapitalistischen Wiener politischen Kreisen die Berufung des Unterrichtsministers im Gesellschaft hingestellt werden. Der Angeklagte behauptet, daß er Kabinett Weferle Grafen Albin Csakh zur Bildung eines neuen nur die Säße einer wissenschaftlichen Lehre vorgeführt habe. Damit ungarischen Kabinetts für wahrscheinlich gehalten. würde Strafmilderung oder Strafaufhebung nach§ 193 in Frage und ganz besonders mußte Wilhelm II. getroffen werden. Straffommen. Die Aeußerungen sind für mich als Beleidigungen erwiesen mildernd wäre, wenn der Angeklagte nicht an Wilhelm II. gedacht hat, aber der Leser hat sicher an ihn gedacht. Unser Monarch ragt, wie befannt, oft auf den verschiedensten Gebieten weit hervor, so hat er lebhaftes Interesse für Dichtkunst, Technik ust. Hier wird nun gesagt, ein solcher König mache sich dadurch lächerlich und verliere das Vertrauen, darin liegt eine Beleidigung und daß der König von Preußen gemeint ist, ergiebt sich aus dem Tage der Veröffentlichung. Vorher wäre der Artikel möglich gewesen, aber an diesem Tage hätte der Artikel liegen bleiben müssen, da er an ihm das patriotische Gefühl vieler Leute besonders verletze. In der Urteilsbegründung heißt es: Lille, 14. Juni.( B. H.) Das Schwurgericht verurteilte den Prior der Redemptoristen wegen Verletzung der Staatsgefeße zu 3 Tagen Gefängnis und 100 Fr. und sechs andre Mönche zu 1 Tag Gefängnis und 50 Fr. Geldbuße. Beim Verlassen des Gerichtsgebäudes wurden den Verurteilten große Dvationen bereitet. Aus den Fenstern wurden Blumen geworfen und es wurden Rufe gegen die Regierung laut. Gendarmerie mußte die Kundgeber auseinandertreiben. Schlägereien zwischen Klerikalen und Antiklerikalen. In Frankreich haben während der letzten Tage wieder verschiedene Zusammenstöße zwischen der flerital- nationalistischen Gefolgschaft und Antis flerifalen stattgefunden. Ohne Zwischenfall ist die Feier des Fron Der Artikel enthält Majestätsbeleidigung. Der Eingang läßt leichnams- Festes in Paris abgelaufen. Dagegen fam es in Nantes, das erkennen. Die herabseßende Schilderung der Könige von heute Havre und Dünkirchen aus Anlaß der Prozessionen zu Schlägereien. kann sich jeder König anziehen. Ebenso hat ja das Landgericht in n Nantes wurde ein 71jähriger Redakteur Namens Gaulalle so einer früheren Sache, in der ein Redakteur die Offiziere als be- durch Stockhiebe zugerichtet, daß er tot auf dem Plaze blieb. waffnete Rowdies" bezeichnete, erklärt, daß sich jeder Offizier das Ferner erlitt der Präsident des Freidenkervereins, Lejeune, inanziehen könne und deshalb Beleidigung vorhanden sei. Ebenso folge von Stockhieben einen Schädelbruch, sodaß er wenige fönne sich auch Wilhelm II. die Behauptung des Artikels zuziehen. Stunden darauf verstarb. Sehr viele andre Personen wurden mehr Die Ausdrücke„ Handlanger der herrschenden Klassen" und" Stroh- oder minder schwer verletzt. 7 bis 8000 Nationalisten begaben sich, mann" find an und für sich eine Darlegung der Nichtachtung. Es nachdem sie die Antiklerikalen vertrieben hatten, zur Präfettur, um tommt hinzu, daß zu erkennen ist, daß Wilhelm II. gemeint sein soll. den Präfekten zu zwingen, daß er das Verbot der öffentlichen AbUnser König hat das Bedürfnis, sich vor anderen Monarchen hervor- haltung der Fronleichnams- Prozession zurückziehe. Sie rissen an zuthun, auf ihn zielt darum der Vorwurf des Artikels. Bekannt ist, der Präfektur das Gitter nieder und versuchten in das Gebäude eindaß Kaiser Wilhelm II. sich auf verschiedenen Gebieten hervorzu- zubringen. Gendarmerie und Dragoner trieben die Ruhestörer austhun gesucht hat. Welche Bedeutung er dabei erreicht hat, ist dahin- einander, die aus Pflastersteinen und Balfen bereits eine Art gestellt. Besonders auf Wilhelm II. zielt die Stelle von dem Redner. Barrikade errichtet hatten; zahlreiche Ruhestörer wurden in Haft geWilhelm II. werde ja vielfach vorgeworfen, daß er in seinen Reden nommen. Ein Rittmeister der Gendarmerie wurde durch Stockhiebe zu weit gehe und daraus ergiebt sich der Zusammenhang mit deut im Gesicht schwer verletzt. Italien. Jovanowitsch und des bisherigen Präsidenten des Raffationshofes| Auch Gegner fanden in unfren Versammlungen die Diskussions Ministerkrisis. Dem,& racassa" und dem„ Messaggero" von Belgrad und Gendarmerie- Kominandanten von Schabat Tanasije freiheit, die nicht uns und wenn wir nicht sehr irren zufolge soll der König Banardelli ersucht haben, die Bildung des Nicolitsch, welcher gelegentlich des vorjährigen Putsches dekoriert nicht einmal ihnen in bürgerlichen Versammlungen zusteht. So neuen Kabinetts zu übernehmen. Zanardelli hat sich Bedenkzeit wurde. sprachen Liberale in der Tonhalle, Konservative bei Bühlte. Es ausgebeten. Ersteres Blatt meint, man hege das Vertrauen, daß Belgrad, 14. Juni. Vorgestern erschoß sich der Generalstabs- handelte sich um politisch recht unerfahrene Herren, mit denen die Krise rasch ihrer Lösung entgegengehe. Giolitti habe erklärt, er Oberstlieutenant Milislaw Ziwanowitsch. Den Blättern zufolge ist unsre Referenten kein schweres Spiel hatten. werde als Deputierter das neue Rabinett fräftig unterstützen. die Ursache seine mißliche materielle Lage. Es verlautet jedoch, die Wenn der Dienstag hält, was der Montag versprach, dann wird Bettolo will lagen. Die„ Tribuna" meldet, der Marineminister Biwanowitsch mit einer Ankündigung des Komplotts gefunden die Ehre wahren und mehren, die sie sich im Kampfe um die Be wahre Ursache sei, daß in den Papieren des Königs ein Brief die Hauptstadt der deutschen Socialdemokratie" Bettolo werde morgen bei Gericht gegen den sozialistischen Abgeordneten Ferri und gegen das socialistische Blatt, Avanti" freiung der Arbeiterklasse in heldenhaften und opferreichen Kämpfen wegen der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen die Klage einreichen. errungen hat. Avanti" erklärt sich befriedigt und meint, es sei dasselbe, ob durch Den Gerichtshof oder eine Marine- Untersuchungs- Kommission Klarheit geschaffen werde. England. Im Somalilande schreitet der Mullah zu neuen Angriffen. Nach einer dem englischen Striegsamt aus Bohotle zugegangenen Meldung führte der Mullah einen Flantenmarsch aus in der Absicht, zu plündern und die Verbindung zwischen Bohotle und Berbera zu zerstören. Er habe bereits die Telegraphendrähte durchgeschnitten. Alle Boften werden verstärkt. Nach Gerüchten von Eingeborenen sei Oberst Cobbe in Galadi umzingelt, und General Manning sei es unmöglich, zu seiner Unterstützung abzugehen. Rußland. Die Gewaltherrschaft in Finnland. Das Aufgebot der Wehrpflichtigen ist in Finnland, wie Stockholms„ Socialdemokraten" von dort berichtet wird, in diesem Jahre etwas besser ausgefallen, als im vorigen, indem 70 bis 80 Prozent zur Musterung erschienen. Die Zwangsmaßregeln des Generalgouverneurs zur Durchführung der verfassungswidrigen Wehrpflichtordnung haben also doch wohl Erfolg gehabt. Uebrigens wird jetzt ganz im Geiste der russischen Regierung überall spioniert, Leute werden unter Polizei- Aufsicht geftellt, ins Gefängnis geworfen ohne vorhergehende Untersuchung, Ausweisungen, Verabschiedung von Beamten, Haussuchungen und Chikanierungen aller Art find an der Tagesordnung. Unser Parteigenoffe Tainio wurde vor wenigen Wochen ohne vorherige Untersuchung und festgehalten. Er wurde dann wieder freigelassen, erhält aber seitdem ohne Urteil ins Bezirksgefängnis von Abo gebracht und dort 8 Tage oft Bolizeibesuch. Mehrere andre Parteigenossen wurden unter Polizei- Aufsicht gestellt, manche wurden veranlaßt auszuwandern. Dazu sah sich auch der Redakteur des schwedisch- finnländischen ParteiOrgans, Arbetet" in Helsingfors, G. Rosenquist, genötigt, der sich zur Zeit in Stockholm aufhält. Die Censur der Druckschriften wird mit großer Strenge geHandhabt. Sie erstreckt sich auf die Buchhandlungen, die Buchauktionen, Bibliotheken, Zollstationen und Druckereien. Bulgarien. Vor wurde. Regiment führen und in die leitenden Stellen überall ihre ergebenen Aber während einerseits die neuen Machthaber ein strenges Anhänger hineinbringen, suchen fie andrerseits für sich das Volk zu gewinnen, indem sie den politischen Gefangenen die Gefängnisthüre öffnen: Belgrad, 14. Juni. Gestern begnadigte die Regierung alle wegen politischer Preßdelikte bestraften Personen und ordnete deren Freilassung an. Offiziers- Vandalismus. Aus Induftrie und Handel. Abschägung des wahrscheinlichen Ernte- Ertrages in Ungarn. Nach dem Saatenstandsbericht des ungarischen Ackerbauministers wird der zu erwartende Weizenertrag auf 38,8 Millionen Metercentner geschätzt. Der vorjährige Ertrag bezifferte sich auf 46,5 Millionen Metercentner. Der Ertrag des Roggens wird auf 11,7 gegen 13,6 Millionen worden sind, wird nach und nach Genaueres bekannt. Ein Journalist, Ueber die Brutalität, mit der die Morde im Konak ausgeführt des Hafers auf 10,8 Metercentner, der der Gerste auf 12 gegen 13,5 und der Ertrag gegen 12 Millionen Metercenter im der trotz strenger Bewachung unter Führung eines Offiziers in den Stonat mittlerer Stand zu verzeichnen. Hier und da kommt Roſt vor. Vorjahre geschätzt. Für Brotgetreide und Futterartikel ist ein gelangt, entwirft, wie der„ Voffischen Zeitung" aus Wien berichtet wird, ein anschauliches Bild des Bandalismus, mit Günstigeres warmes Wetter könnte den Stand verbessern. Mais ist dem die Offiziere in den Königsgemächern gehauft haben. Durch allgemein zurückgeblieben; zum großen Teil war ein Neuanbau notwobei eine kostbare Sèvresvase, ein Geschenk des Präsidenten gehens von Regen gebessert; die Behackung ist im Zuge. Kartoffeln das Sprengen der Thür wurde auch der Thürstock herausgerissen, Qualität leidlich. Der Zuckerrübenstand hat sich infolge des Niederwendig. Die Rapsernte ist beendet. Das Ergebnis ist schwach, die Die Studdede ist herabgefallen, Teppiche, entwickeln sich gut. Loubet, zerbrach. Gobelins voller Blut, Vorhänge, Bettzeug, Laten, Sessel, alles ist zerstochen oder von Säbelhieben zerschnitten, Spiegel sind zer- Neue russische Anleihe. Im letzten Wirtschaftlichen Wochentrümmert. An war eine Brust abgeschnitten, der Unterleib auf- Finanzlage darauf hingewiesen, daß die russische Regierung sich der Leiche der Königin Draga bericht" des Vorwärts" wurde nach der Schilderung der russischen Spuren von Fußtritten. geschlitt. Ihre Reiche zeigte 45 Wunden und schon in allernächster Zeit zur Aufnahme einer neuen Anleihe gezwungen sehen werde. Dies Ereignis scheint noch schneller eintreten zu sollen, wie man erwarten durfte. Nach einer telegraphischen Meldung aus London hat Rußland, wie dem„ Standard“ aus gruppe eine neue Anleihe aufgenommen, deren erster Teil im Betrage Brüssel depeschiert wird, bei einer französisch- belgischen Bankier von 150 Millionen Frank Ende d. M. in Paris, Brüssel, Amsterdam und Genf ausgegeben und größtenteils für den Bau von Eisenbahnen in der Mandschurei Verwendung finden wird. Zu diesem Bild viehischer Roheit paßt trefflich folgende telegraphische Nachricht aus Belgrad: vom 8. Infanterie- Regiment aus Kränkung darüber, daß er vom Gestern abend erschoß sich der Lieutenant Lazar Jowanowitsch Ausführung des Komplotts vom 11. d. M. teilzunehmen. Offiziercorps des Regiments für unwürdig gehalten war, an der Was geschieht mit den Mördern? Vermutlich gar nichts. Unmittelbar nach Verübung der That, Bergwerksgesellschaft Hibernia. In der außerordentlichen Generalnoch an demselben Vormittag, wurde nach einem Belgrader Bericht versammlung, die am Sonnabend in Düsseldorf stattfand, wurde nach der Bossischen Zeitung" ein offizielles Rundschreiben des Ministers der Rheinisch- Westf. 3tg." mitgeteilt, daß in der am Freitag abdes" Aeußern an das Ausland versendet, das mit den Worten gehaltenen Generalversammlung der Zeche„ General Blumenthal" begann: Anläßlich eines Familientoufliftes, der nachträglich die Inhaber von insgesamt 812 Sture ihr Einim Königshause ausgebrochen war, wurde das Militär zu Hilfe gerufen, verständnis mit der Fusion erklärt hätten. Den noch auss und bei dem Handgemenge, das hierbei entstand, stehenden Gewerken soll der nachträgliche Beitritt unter gleichen find König und Königin umgekommen. Bedingungen bis zum 23. d. M. offen stehen. Die Versammlung " Vor der Schlacht. In Sofia hat ein neuer Zusammenstoß zwischen den Socialisten und den sogenannten bulgarischen Patrioten stattgefunden. Die Diese Fassung war mit gutem Grunde gewählt worden. Da- genehmigte hierauf ohne Diskussion einstimmig sämtliche Anträge " Frkf. 3tg." meldet darüber: Heute( d. h. Sonntag) sollte eine von nach hat sich eben nur ein unglücklicher Zufall ereignet, für den des Vorstandes und des Aufsichtsrats: Es wird danach das Aktiendem opportunistischen Abgeordneten Satosow einberufene Verſamm- indem es dem Rufe niemand verantwortlich gemacht werden kann. Das Militär hat, fapital von 39 400 000. auf 51 000 000 M. erhöht durch Ausgabe Tung stattfinden. Die Socialisten besetzten frühzeitig das Versamm- indem es dem Rufe nach Hilfeleistung folgte, feine Pflicht von a) 10 000 Aktien, die für drei Viertel des Geschäftsjahres 1903 Tungslokal und stellten sich den eindringenden Nationalisten ent- gethan, und wessen Kugeln die fatale Richtung nahmen, daß sie und für das ganze Geschäftsjahr 1904 bis zu 4 Proz. Jahresgegen. Lettere blodierten das Gebäude und bombardierten es mit gerade König und Königin trafen, läßt sich nicht ermitteln und wird dividende vom 1. Januar 1905 ab aber die volle Dividende gleich den Steinen. Die Socialisten antworteten durch Revolverfeuer. felbstverständlich durch eine formelle gerichtliche Untersuchung auch alten Aftien zu beanspruchen haben, zum Zwecke des Erwerbs der dem Versammlungslokal entspann sich ein erbitterter Stampf. Die nicht ermittelt werden. Kuren der Gewerkschaft Blumenthal" zu Redlinghausen und b) 1600 Polizei sprengte die Kämpfenden auseinander. Stück, welche vom 1. Januar 1903 an voll gleich den alten Aktien Zwei Personen wurden schwer, sechs leicht verwundet. dividendenberechtigt sind, zum Zwecke der Verstärkung der BetriebsVereinzelte Zusammenstöße zwischen Socialisten und Macedoniern wiederholten sich auch mittel. Die Maximal- Mitgliederzahl des Aufsichtsrats wird von Später noch. zwölf auf vierzehnt erhöht. Des weiteren wird eine neue auf den Bergwerksbesitz Shamrock III und IV hypothekarisch einzutragende Aus 25 Herden schlug gestern abend in Berlin die lichte Flamme 4prozentige zum Nennwerte rückzahlbare Anleihe von 4500 000 m. der Begeisterung empor. Ist es auch im Augenblicke nicht möglich, aufgenommen. Die neue Anleihe ist vom Jahre 1910 ab innerhalb Panamakanal. Wie dem" Standard" aus New York gemeldet jene Wählermassen auch nur annähernd abzuschätzen, die sich am Abend 25 Jahren zu tilgen. Die Generalversammlung ermächtigt weiter den wird, empfing Präsident Roosevelt am Sonnabend einen Vertreter vor dem Entscheidungstage alle noch um die Fahne der Partei zu Vorstand, das Angebot des Bankhauses S. Bleichröder und der der Panamalanal- Gesellschaft. Der Präsident hält an der Ansicht scharen das Bedürfnis empfanden, ist es auch noch weniger möglich. Berliner Handelsgesellschaft in Berlin betr. Uebernahme, Ausgabe fest, daß Columbien kein Recht habe, den Vertrag zu verwerfen. Die Zahl jener zu bestimmen, die Einlaß suchten, ohne ihn zu finden Wenn es dieses thäte und die Vereinigten Staaten genötigt würden, soviel ist doch klar geworden, daß ein erheblicher Teil der Berliner Wähler- zunehmen. Die genannten Bankhäuser zeichnen die sämtlichen neuen und Begebung der neuen Aktien und Teilschuldverschreibungen anstatt des Panamafanals den Nicaraguatanal zu bauen, dann würde schaft gestern gezeigt hat, daß er nicht nur für den 16. Juni, nicht Aftien zum Nennwerte und zahlen sie fofort zuzüglich 4 Proz. Stüddie Regierung der Vereinigten Staaten nie und nimmer zugeben, nur mit seiner Stimme, sondern mit Kopf und Herz, mit zinsen vom 1. Januar 1903 von 1600 000 m. und von weiteren daß der Bau des Panamakanals von andern Mächten ausgeführt allem seinem Simmen und Trachten der Sache der Freiheit, 10 000 000 m. vom 1. April 1908 ab mit 25 Proz. ein. werde. Es ist hier die Nachricht eingegangen, daß Panama willens unsrer Sache angehört. Wer diese Massen sah, die die sei, sich von Columbien zu trennen und als unabhängige Republik weiten Säle anfüllten, wem jene donnernden Rufe noch Oberschlesische Roheisenproduktion. Nach der soeben veröffent mit den Vereinigten Staaten den Vertrag abzuschließen. Amerika. Zur Lage in Serbien. ergab zu im Dhre wiederhallen, mit denen zehntausende der Socialdemokratie zugejubelt haben, der weiß wahrhaftig, daß es dieser Partei am heutigen Tage an Wahlagitatoren nicht fehlen wird. lichten Statistik der oberschlesischen Hochöfen belief sich in den ersten fünf Monaten dieses Jahres die Roheisenproduktion auf 311 641 Tonnen gegen 270 856 Tonnen im selben Zeitraum des Vorjahres. Davon waren 33 741 Tonnen Gießereiroheisen, 18 108 Tonnen Bessemerroheisen, 97 218 Tommen Thomasroheisen, 22 009 Tonnen Stahl und Spiegeleisen und 140 540 Tonnen Buddelroheisen. Sociales. Letzte Nachrichten und Depefchen. " Am Vorabend des Wahltages hat man es auch deutlich gefühlt: nicht nur an fühlen Verstandeskräften, nicht allein durch Vollzug der Königswahl. die Kunst der Rede und die zwingende Macht ihrer Gründe ist die Die Stuptschina, die serbische Nationalversammlung, hat ge- deutsche Arbeiterschaft ihren bürgerlichen Gegnern hundertfältig übergesprochen und, wie der Telegraph aus Belgrad meldet, Beter legen- nein, bei ihr allein glimmt noch der Funke der Begeisterung, Karageorgewitsch einstimmig zum König gewählt. in ihr allein ist Farbe, Leben, Kraft und Schönheit. Wäre unfre Nachdem noch gestern, am Sonntagnachmittag, ein Ministerrat statt- Bartei so. Klein wie sie heute groß ist, würde sie in dieser Wahl auf Der Centralverband von Orts- Krankenkaffen im Deutschen Reiche, gefunden hatte und in diesem nach einer Meldung des Wiener zu bescheidene Erfolge rechnen als sie große erhofft, so müßte doch welcher in den Jahren 1900 in Nürnberg, 1901 in Stuttgart und st. I. Telegr. Korresp.- Bureaus sechs Minister sich für Peter Kara- jeder, der sie beim Werke gesehen hat- wie am Abend des 1902 in Hamburg tagte, wird mitte September dieses Jahres seine georgewitsch und nur einer für die Schaffung einer republikanischen 15. Juni fühlen, daß in ihr alle Seime einer besseren, stärkeren, Hauptversammlung in Breslau abhalten. Der Breslauer Magistrat Verfassung erklärt hatten, traten am Sonntagabend auch noch die lebensfreudigeren Zukunft geborgen sind. hat im Hinblick auf die umfassende Thätigkeit, welche der CentralSenatoren und die Abgeordneten der Stuptschina zu einer Konferenz Die begeisterte Stimmung der Versammlungsteilnehmer schlug verband zum Wohle der von ihm vertretenen Orts- Krankenkassen zusammen und einigten sich dahin, heute, am Montag, die Verfassung vom naturgemäß da ihre stärksten Wellen, wo sich unsre Partei in einer und so zum Besten der einzelnen Mitglieder derselben ausübt, beJahre 1888 wieder in Kraft zu sehen, Peter Karageorgewitsch ein- Angriffsstellung befindet, wo sie richt nur ihren alten Besitz ver- schlossen, wie bei ähnlichen Anlässen einen Betrag von 1000 m. zur stimmig zum König zu wählen und sodann eine Deputation teidigt, sondern auch neuen zu erobern sucht. Verfügung zu stellen. entsenden, um ihm den Beschluß der Nationalversammlung mit fünften Wahlkreise, in der Bebe I sprach, zu einer geradezu überSo gestaltete sich die Versammlung, die in der Tonhalle im zuteilen. Demnach war schon am Sonntag die Entscheidung gefallen und wältigenden Kundgebung. Schon anderthalb Stimden vor ihrem die Wahl vollzog sich denn auch heute ohne irgend welche Wider- Beginn war der Saal gefüllt und es dauerte nicht mehr lange, bis Der neue König von Serbien. sprüche oder Störungen rein geschäftsmäßig. Um 11 Uhr eröffnete die polizeiliche Absperrung vorgenommen werden mußte. Ein BeifallsGenf, 15. Juni.( W. T. B.) Peter Karageorgewitsch erklärte der Senatspräsident Welimirowitsch die Sigung und hielt eine sturm begrüßte den Referenten; mit angehaltenem Atem folgte die einem Wertreter der Schweizerischen Depeschen- Agentur", daß et längere Ansprache, in der er die Wahl Peter Karageorgewitsch Versammlung den großzügigen Darstellungen des gefeierten Mannes die Krone annehmen und den Namen Peter 1. führen werde. Er zum König empfahl.( Begeisterte Ziviorufe.) Die hierauf und ein Orkan des Beifalls brach los, als Bebel schließlich die sei tief gerührt von dem Beweis des Zutrauens, obschon die fofort borgenommene namentliche Abstimmung die Hoffnung aussprach, Berlin V werde künftig von einem Social- Nachricht nicht mehr unerwartet gekommen sei. Er werde an das einstimmige Wahl Peter Karageorgewitsch'. Der Juſtizminiſter demokraten vertreten werden. So hell und willensstart ist niemals in serbische Volk eine Proklamation richten, in welcher er dem Volke teilte alsbald das Wahlergebnis der vor dem Balajt harrenden bürgerlicher Kunde ein Hurra auf die gewiſſen höchsten Güter dafür danken werde, daß es die Traditionen seiner Vorfahren Boltsmenge mit, welche die Ankündigung mit freudiger Zustimmung erklungen, wie der Hochruf der vaterlandslosen Gesellen auf die wieder aufnehmen wolle. Er felber werde, treu diesen aufnahm. Von der Artillerie wurden 101 Kanonenschüsse abgegeben deutsche Socialdemokratie erklang. Am Ausgange des Saales harrte Traditionen, sich besonders von dem Andenken an seinen berehrten eine tausendköpfige Menge des Redners, dem Schußleute wie man Vater leiten lassen. Er gebe sein Wort, daß er alles, was sich in den Mit dieser Wahl erledigen sich die Nachrichten über eine angeblich gestehen muß, im vollberechtigten Verkehrsinteresse im vollberechtigten Verkehrsinteresse behilflich legten vierzig Jahren zugetragen habe, vergessen und gegen keinen republikanische Strömung, die in den letzten Tagen verbreitet wurden. waren, den stürmischen Ovationen zu entgehen. seiner Widersacher einen Auch die beiden andern Versammlungen des fünften Wahlkreises, die Rechte sämtlicher Beamten und Angestellten respektieren und die Groll bewahren werde. Er werde Mag sein, daß in einzelnen akademischen Streifen eine republikanische bei Leydecker, wo Genosse Davidsohn, und im Schüßenhaus, felben bitten, sich genau an das Gesetz zu halten und die normale Strömung vorhanden ist; aber das Militär oder richtiger wo der Kandidat Robert Schmidt sprach, waren übermäßig start Beschäftigung wieder aufzunehmen. Der neue König wird wahrdie Offizierspartei ist gut monarchisch borausgesetzt, daß der König ihren Willen vollführt und damit besucht und von begeisterter Stimmung erfüllt. Im ersten Wahlkreise war die Versammlung im Feenpalast, wo Donnerstagabend über Wien nach Belgrad abreifen. Seine Wohnung scheinlich in Begleitung seines schweizerischen Personals am von vornherein die Wahl zu Gunsten des Prinzen Karageorgowitsch entschieden; wenn sich auch in den letzten Tagen die Offizierspartei der Kandidat Dr. Leo Arons sprach, polizeilich abgesperrt. Sie wird von radfahrenden Polizisten bewacht. Das im Hause auszurückgehalten hat, hat sie doch vollständig das Heft in Händen mochte von mehr als 2000 Personen besucht gewesen sein. Stürmische gelegte Glückwunsch- Register füllt sich mit Namen. und die Minister sind durchaus von ihrem Diftat abhängig. Kundgebungen für die Socialdemokratie und Dr. Arons bildeten Belgrad, 15. Juni.( W. T. B.) Auf die Depesche der auch hier den Schluß der Versammlung. Fürsten Peter Karageorgewitsch Regierung, mit welcher Ministerpräsident Anvakumowitsch dem notifizierte, traf heute abend folgende Antwort des die vollzogene Königswahl Königs ein. Die glänzenden Beweise der Ergebenheit meines teurent Volfes, meines teuren Heeres und der patriotischen Regierung haben mich tief gerührt. Aus der Tiefe meiner serbischen Seele danke ich der Vorsehung, die es mir beschieden hat, aus Gottes Gnaden und durch des Volkes Willen den Thron meiner ruhmreichen Ahnen zu besteigen. Sie, Herr Ministerpräsident, und Ihre Genossen in der Regierung bitte ich, meine fönigliche Anerkennung mit der Versicherung meines besonderen Wohlwollens entgegenzunehmen. Peter. und in der Stadt herrscht alsbald lebhaftes Treiben. Militärdiktatur. war neuen Der zweite Streis hatte drei Versammlungen veranstaltet, in der Die Thatsache, daß die Offizierspartei thatsächlich die Lage Bockbrauerei, bei Zühlte und im Hofjäger- Palast. Wo der Kandidat völlig beherrscht, wird fast durch sämtliche Telegramme bestätigt, die Richard Fischer erschien, wurde er mit stürmischer Begeisterung aus Belgrad einlaufen. Alle öffentlichen Gebäude sind militärisch begrüßt. bewacht und der Aufzug der Wachen erfolgt mit aufgepflanztem Im dritten Kreise gab es mehrere gutbesuchte Versammlungen, Bajonett; doch ist die Infanterie, die bisher vor dem Schloß auf in denen der Kandidat Wolfgang Heine überall begeistert auf der Michaelstraße lagerte, in die Kasernen zurückgezogen worden. genommene Ansprachen hielt. Welcher Art die Lage in Belgrad ist, zeigen folgende Depeschen: Sechs Versammlungen fanden im vierten Wahlkreise statt. Der Belgrad, 14. Juni.( B. H.) Hier herrscht eine förmliche Schreckens- stärkste Andrang herrschte naturgemäß in der Versammlung, in der herrschaft. Alle Leute, welche im Verdacht stehen, mit der Aenderung Singer als Referent angekündigt war. Eine plögliche Erkrankung der Dinge nicht einverstanden zu sein, werden entweder verhaftet hinderte den Kandidaten leider, am Vorabend der Wahl nochmals oder polizeilich überwacht. Weiter soll das Ministerium beschlossen zu seinen Wählern zu sprechen. Sie kennen ihn freilich gut genug haben, noch vor Zusammentritt der Skuptschina alle Studenten Gleichfalls sechs Versammlungen wurden im sechsten Wahlkreis und deren Führer zu internieren, weil befürchtet wird, daß dieselben abgehalten; in einigen sprach edebour als Kandidat. Der vor der Stuptschina demonstrieren werden. Kreis hatte schon am Sonntag zwei Versammlungen abgehalten Belgrad, 14. Juni. Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung und so bewiesen, daß wir nicht nur erobern, sondern auch Gewonnenes des Majors Naumowitsch zum Gendarmerie- Kommandanten von zu bewahren verstehen und auf seine Mehrung bedacht sind. Belgrad, Dimitri Radowitschs zum Präsidenten des Rasfationshofes; Nicht minder erhebend gestalteten sich die Versammlungen in ferner die Pensionierung des bisherigen Gendarmerie- Kommandanten den Berliner Vororten, wo Genosse zubeil im Kampfe steht. Berantworth. dakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt ! Grubenunglück. Wattenscheid, 15. Juni.(. T. B.) Auf der hiesigen Beche Holland" stürzten heute, wie die Wattenscheider Zeitung" meldet, infolge Seilbruchs ein Maschinensteiger, ein Elektrotechniker und ein Schlosser mit dem Arbeitstübel ab, indem sie sich von der sechsten zur fiebenten Sohle begeben wollten. Die Berunglüdten gerieten in einen Sumpf und erstickten. Zwei Leichen sind bereits geborgen. Nr. 137. 20. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 16. Juni 1903. Die socialdemokratischen Kandidaten für Berlin und die Nachbarkreise find: 1. Kreis: Privatdocent a. D. Dr. Leo Arons, Berlin. 2. Kreis: 4. Kreis: Stadtverordneter Paul Singer, Berlin. 5. Kreis: Buchhändler Richard Fischer, Berlin. Arbeitersekretär Robert Schmidt, Berlin. 3. Kreis: 6. Kreis: Rechtsanwalt Wolfgang Heine, Berlin. Schriftsteller Georg Ledebour, Halensee. Niederbarnim: Stadtverordneter Arthur Stadthagen, Berlin. Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg: Stadtverordneter Fritz Zubeil, Berlin. Auf die Schanzen! Heute Dienstag ist Wahltag. Genossen, macht diesen Tag zu einem Siegestag für ganz Berlin! Die Gegner werden ihren ganzen Schleppapparat aufbieten, alle Minen springen lassen. Sorgt auch Ihr, Genossen dafür, daß den die Wahlarbeit leitenden Genossen genügend Mannschaften zur Verfügung stehen, um alle Machenschaften der Gegner zu Schanden zu machen! Kein Genosse, der sich frei machen kann, darf am Wahltage müßig bleiben! Alle diejenigen, welche sich an den notwendigen Arbeiten beteiligen können, wollen sich morgens 7½½ Uhr, soweit sie noch nicht bestimmte Weisungen erhalten haben, in unten bezeichneten Lokalen eiufinden. für diesen Zweck sowohl bei der Hauptwahl als auch bei der zu und bitte in einem zu Herzen gehenden Briefe, die Stickereien Stichwahl zu unterlassen. abzukaufen oder zurückzusenden. In dem Briefe werde von den vielen schlaflosen Nächten geredet, die die Anfertigerin die Tochter Reichstags- Wahlkreis Nieder- Barnim. Das ständige Wahlbureau eines vermögenslosen Offiziers, deren Ehemann ein Offizier sei, der des Kreises befindet sich bei Tempel, Nummelsburg, Alt- Borhagen 56. infolge eines chronischen Leidens erwerbsunfähig sei habe aufTelephon: Amt Rummelsburg Nr. 78. Dasselbe ist geöffnet heute, Feuilleton sei dies Versandgeschäft ein überaus einträgliches, es sei wenden müssen, um sich und ihre Familie durchzubringen. Nach dem am Wahltage, den ganzen Tag. Das Central- Wahlkomitee fordert Feuilleton sei dies Versandgeschäft ein überaus einträgliches, es sei alle Genossen, welche in Berlin arbeiten und im eine Bettelei in höherem Stil und darauf berechnet, daß die fomitee ihres Wohnortes zur Verfügung zu stellen. Diejenigen follten, auch beipacten. Schließlich wären solche übereinstimmenden Nieder- Barnimer Kreise wohnen, auf, sich dem Wahl- bie Stickereien zurücksandten, aber das Geld, was sie kosten gerührten Adressaten der angeblich darbenden Standesgenossin Genossen, welche sich den ganzen Tag zur Verfügung stellen, werden ersucht, sich heute früh 7 ühr in dem betreffenden Wahlbureau ihres Briefe so massenhaft verschickt worden, daß Beschwerden an die Wohnortes einzufinden. Es ist unbedingt notwendig, sich mit Polizei gelangten und diese der Sache näher treten mußte.- Gegen Legitimationspapieren zu versehen. dieses Feuilleton veröffentlichte Herr v. Januskiewicz- Reinfels Radfahrer, welche sich in ihren Ortschaften nicht verpflichtet in der Deutschen Warte" einen fulminanten Artikel, der gegen Herrn Matt so wisie doch jeder Eingeweihte, wer gemeint sei.( Herr Lieutenant energisch zu Felde zog. Wenn dieser auch den Namen nicht genannt, Das Central- Wahlkomitee. a. D. und Majoratsherr v. Köller und dessen Ehefrau geb. v. Quizow. Diejenigen Genossen, welche in den Provinztreifen ihre Thätigkeit ausüben wollen, haben sich mit genügen der Legiti-| zu stellen. mation( Militärpapiere, Steuerzettel) zu versehen, um möglichst etwaigen Scherereien vorzubeugen. " Das Wahlkomitee. Der haben, werden ersucht, sich dem Central- Wahlkomitee zur Verfügung Lichtenberg. Die Genossen, die gewillt find am Wahltage zu Der Berichterstatter.) Was Herr Klatt vorbringe, sei alten Aften enthelfen und noch nicht vorgemerkt sind, finden sich morgens nommen und entstellt. Die verleumdeten Personen betrieben ein ganz Beschwerden über Verstöße gegen das Wahlrecht, sowie alle 7 Uhr in Glashalle bei Höflich, Frankfurter reguläres kaufmännisches Geschäft, ein Kriminalinspektor sollte es Anfragen, sind in einem der nachbenannten Bureaus anzubringen. Chaussee 120 ein, daselbst ist das örtliche Wahlkomitee versammelt. nicht wagen dürfen, ein hochachtbares Ehepaar, das sich in ehrsamem Erster Wahlkreis. Central- Wahlbureau bei Weihnacht, GrünAbends 92 Uhr findet zur Bekanntgabe der Resultate eine Ver- Geschäftsbetriebe mühe, sich durch die Welt zu bringen, mit Schwindstraße 21.( Tel.- Amt I, 1787.) Wahlbezirk 1: Günther, Bischof- sammlung bei Höflich statt. lern und Betrügern auf eine Stufe zu stellen. Das sei gefährlich straße 12. Wahlbezirke 2, 4, 5: Hahn, Stralauerstr. 48. Wahl- Rigdorf. Heute, Dienstag, den 16. Juni, abends 82 Uhr: Elementen zählen, mit Gewalt in die Reihen der Unzufriedenen. und social zerseßend und treibe Leute, die zu den staatserhaltenden bezirt 3: Hönow, Barochialstr. 36. Wahlbezirk 6: Buß, Kloster- vier große Bersammlungen bei Gröpler, Bergstr. 147, Thiel, Berg Beamten der Polizei sollte es nicht gestattet sein, sich durch öffentliche Straße 101. Wahlbezirk 7: Kirchner, Heiligegeiftstraße 40. straße 152, Münzer, Knesebeckstr. 113 und Geickhaus, Karlsgarten Berichterstattung einen Nebenverdienst zu verschaffen, Herrn Klatts Wahlbezirk 8: Scheps, Breitestr. 24. Wahlbezirk 9: Beyer, straße 8. Fischerstr. 25. Wahlbezirk 10: Kopischte, Grünstr. 20. Wahl- In allen Versammlungen Verkündigung der Wahlresultate. Vorgehen sei verwerflich, er verdiente von seiner vorgesetzten Be bezirk 11: nappe, l. Surstr. 11/12. Wahlbezirk 12: Güz, hörde eine starke Rüge, denn er stoße eine achtbare Familie einfach Niederwallstr. 33. Wahlbezirke 13, 14, 15, 16: Menzel, ins Unglück; er habe mit seinem Artikel die größte WegeDorotheenstr. 69. Wahlbezirk 17: Wolf, Mauerstr. 50. Wahl- Dienstag, den 16. d. Mts., in Wittes Boltsgarten eine Daraufhin ist vom Polizeipräsidenten v. Borries der Strafantrag Wilmersdorf. Zunächst den Genossen zur Nachricht, daß am lagerei begangen, die einem moralischen Mord ähnlich sehe 2c.bezirke 18, 19: rant, Charlottenstr. 60. Wahlbezirke 20, 21: öffentliche Versammlung stattfindet, in welcher das Wahl- für den beleidigten Kriminalinspektor Klatt gestellt worden. Glaue, Krausenstr. 18. Wahlbezirk 22: Bollten, Französische resultat bekannt gegeben wird. straße 6. Wahlbezirk 28: Schwart, Kronenstr. 71. WahlAngeklagte erachtete dies nicht für zulässig, da es sich hier nur Diejenigen Genossen, die sich den ganzen Tag zur Verum den Schriftsteller D. Klatt handle. Er sei durch dessen Artikel bezirke 609, 610, 611, 613: Radtke, Flensburgerstr. 24. Wahl- fügung stellen, wollen sich morgens 7 Uhr bei Witte einfinden; aufs höchste erregt worden, da er das Ehepaar v. Köller persönlich bezirle 612, 614: Kunert, Händelstr. 15. Wahlbezirk 608: daselbst auch diejenigen, die erst am Nachmittag frei sind. Eine fenne und wisse, daß diese einen regulären Geschäftsbetrieb auf solidefter Schütte, Kronprinzen- Ufer 12. recht zahlreiche Beteiligung erwünscht. Der Vorstand. Zweiter Wahlkreis. Central- Wahlbureau bei Rich. Augustin, Basis haben und ihre Offertenbriefe feineswegs auf Bettelei zugeschnitten Lindenstr. 69; Unter- Wahlbureaus: SW bei Paul Scholz, Ober- Schöneweide. Heute abends 9 Uhr: Deffentliche Versamm- seien. Er glaube auch berechtigte Interessen wahrgenommen zu haben, da Boffenerstr. 1, Ede Barutherstr. 22; W. bei Dstar Kumte, Bülow- lung im Wilhelminenhof. Tagesordnung: Verkündigung der Wahl das Ehepaar v. Köller zu einer Kunstgenossenschaft gehöre, deren straße 59; Friedrichstadt bei Friz Ohnesorge, Markgrafenstr. 102; refultate. Das Wahlbureau befindet sich bei Kaufholt, Wilhelminen- erster Vorsitzender er sei. Er behaupte, daß Herr Klatt aus den S. bei Julius Fischer, Boechstr. 7. hofstraße 18. Das socialdemokratische Wahlkomitee. Aften über ein altes Verfahren, welches seiner Zeit mit Einstellung Dritter Wahlkreis. Das Central- Wahlbureau, in welchem sich endete, seine schweren Beschuldigungen hergenommen und dies halte Johannisthal. Die Versammlung des socialdemos er für gänzlich unzulässig. Die beleidigende Absicht habe ihm gefehlt, alle Genossen einzufinden haben, welche noch nicht für eine be- tratischen Wahlvereins findet Dienstag, den 16. Juni, seine starken Ausdrücke feien nur der Widerhall der starken Ausstimmte Stelle festgelegt sind, befindet sich in Dietrichs Fest abends 9 Uhr, im Lokal der Witwe E. Rau, Partstr. 12/13, statt. brüde, die Herr Klatt angewendet habe. Der Vorsitzende legt dem fälen", Dresdenerstr. 116, vorn parterre. Telephon: Amt IV 1. Berkündigung der Wahlergebnisse. 2. Vereinsangelegenheiten. Nr. 5174. Das Wahlbureau befindet sich beim Genossen H. Mertins, würde, in eine Beweisaufnahme nicht einzutreten, da es sich ja nur Angeklagten nahe, ob es nicht im Interesse seiner Schüßlinge liegen Roonstr. 2. Genossen, die helfen wollen, können sich dort einfinden. um formale Beleidigungen handle, der Angeklagte bestand aber auf Um 11 Uhr gehen die zweiten Erfagmänner nach den Ortschaften ab. Beweisaufnahme! Köpenid. Dienstag, den 16. Juni, abends 7 Uhr, findet im Der als Zeuge vernommene Kriminalinspektor Klatt erklärte 2okal des Herrn Seidel, Grünauerstraße, eine Bolts- Ber- auf Befragen, daß er den Artikel geschrieben habe, um das Publikum sammlung statt, Kin welcher das Wahl- Resultat bekannt ge- in defsen eigenstem Interesse aufzuklären. Die von ihm angegebenen Thatsachen seien durchaus richtig, denn viele Jahre hindurch seien geben wird. bei der Kriminalpolizei Beschwerden über das Treiben der v. Köllerschen Eheleute eingegangen. Er kenne das letztere aus den Atten und den Mitteilungen des Kriminalkommissars v. Kracht, der seit Tangen Jahren mit ihm gemeinsam in der Abteilung fitzt, die die verschiedenen Arten des Schwindels zu bearbeiten habe. Einer alten Sünde wegen hatte sich dieser Tage Genoffe Unter Hinweis auf die Ergebnisse der Atten stellte der Vors Fünfter Kreis! Das Central- Wahlbureau des Streises befindet Herbert vor der Straffammer in Stettin zu verantworten. Er fizende durch Befragen des Zeugen fest, daß die Mutter der sich: 1. Eingang Rosenthalerstraße 57, Hof parterre; 2. Eingang soll sich einer Gendarmenbeleidigung schuldig gemacht haben durch Frau v. Köller, die Frau Majorin v. Quizon, unter Unterſtüßung Gormannstraße 28. Fernsprecher: Amt III, Nr. 1296. eine am 15. November 1900 im Stettiner Boltsboten" erschienene ihrer damals noch unverheirateten Tochter lange Zeit von Bettels Unterbureaus im Kreise befinden sich auf folgenden Stellen: Notiz über Vorgänge in Eving bei Dortmund. Auf einem Tanzsaal briefen gelebt hat, die größtenteils die Tochter geschrieben hatte. In Dimte, Winsstr. 56. Belter, Neue Königstr. 60. Snözich, Hirten- war es zu Streitigkeiten gekommen; die Polizeisergeanten und folge von Beschwerden, die an die Polizei gelangten und das Vorstraße 10, Ede Amalienstraße. Hummel, Sophienſtr. 5. Wittchow, boten und der Saal mit Waffengewalt geräumt wurde. Nach der gegen Herrn v. Stöller und seine jezige Frau, damalige Fräul. Adele Gendarmen wollen bedrängt gewesen sein, worauf Feierabend ge- liegen eines Schwindels vermuteten, sei seiner Zeit ein Verfahren Kl. Hamburgerstr. 27, Ede Elsasserstraße. Schliz, Luisenstr. 26. Hilfskräfte wollen fich von früh 8 Uhr ab vornehmlich im Behauptung der zahlreich vernommenen Zeugen sollen die Beamten b. Quigowo eingeleitet worden; beide wurden verhaftet, das Ver Centralbureau zur Verfügung stellen. Schroff und brutal vorgegangen sein. Die Beamten sind natürlich fahren wurde aber schließlich eingestellt, weil damals Sechster Wahlkreis! Die Wahlbureaus befinden sich am 16. Juni andrer Meinung; doch hatte ein Gendarm zugegeben, daß er sehr 1892 ein Sachverständiger erklärte, daß der Wert der Stickereien dem in folgenden Lokalen: aufgeregt gewesen, und daß es möglich sei, daß auch ein Unschuldiger dafür gezahlten Preise entsprachen und weil man danach annahm, Moabit: Karl Fischer, Waldstr. 8( Telephon Amt II 660); hielt folgende Nede:„ Ich beantrage eine Gefängnisstrafe von einem Verfolgung gesetzt worden, haben sie das Versandgeschäft fortgesetzt einen Hieb bekommen habe. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft daß das Publikum nicht geschädigt worden sei. Nachdem beide außer Joh. Pfarr, Putligstr. 10. Wedding und Oranienburger Vorstadt: H. Tauschel, Monat und Publikationsbefugnis für die Beleidigten." Sprachs und und es sind bis ins Jahr 1901 Beschwerden aus dem Bublifum an Wiesenstr. 29( Telephon Amt II 1238); E. Dieke, Aderstr. 123 letzte sich. Der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt Dr. Hirschfeld, die Polizei gekommen, die der Angelegenheit aber feine weitere Folge ( Telephon Amt III 5114). gab ein Bild der Vorgänge, nach welchen eine so hohe Strafe nicht gegeben hat. Aus den im Jahre 1892 beschlagnahmten Büchern hat Rosenthaler Borstadt und Gesundbrunnen: gerechtfertigt erscheine. Er beantragte Freisprechung eventuell sei nur sich ergeben, daß das Stiderei- Versandgeschäft in 1% Jahren Bergmann, Brunnenstr. 79( Telephon Amt III 2572); Bachgänger, eine Geldstrafe am Plaze. Der Gerichtshof erkannte auf eine Geld- 18 000. brutto eingenommen hatte und 2000 Batete verschickt Swinemünderstr. 34; Löhrig, Pantstr. 32d.( Telephon Amt II 1515.) strafe von 100 m. eventuell 10 Tagen Gefängnis. Außer Herbert worden find. Nach Einstellung des Verfahrens sei das Fräulein Schönhauser Vorstadt: Ramlow, Schönhauser Allee 135 dürften sich in der nächsten Zeit noch eine ganze Reihe von Reichs( Telephon Amt III 5294); Wernau, Schwedterstr. 23. tags- Abgeordneten wegen alter Sünden dem Richter stellen müssen, Das Central- Wahlbureau des sechsten Streises befindet sich bei H. Tauschel, Wiesenstr. 29( Telephon Amt II 1238). Unter Wahlbureaus befinden sich bei Schnieber, Admiral straße 21; Krüger, Naunynstr. 54; Nowad, Alte Jakobstr. 6; Zacharowsky, Brandenburgstr. 49; Stramm, Ritterstraße 123; Wendt, Alexandrinenstr. 39; Kallweit, Dresdenerstr. 45; Ferd. Aßmus, Prinzenstr. 59; Tauschte, Brückenstr. 2; Beutert, Melchiorstr. 30; Ladewig, Kommandantenstr. 65. Vierter Wahlkreis. Die Central- Wahlbureaus für den vierten Wahlkreis( Often) sind: Borndorferstr. 8 bei Franke, Amt VII, Nr. 2278. Andreasstr. 26 bei Merkowski, Amt VII, Nr. 945 ( Nebenanschluß). Das Central Bureau für den 4. Wahlkreis Südost befindet sich am Tage der Wahl Staligerstr. 94 b bei Dalg, in der Nähe des Laufizer Plages. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1903. Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. " Gerichts- Zeitung. Berliner Partei- Angelegenheiten. inspettor tatt im Lokal- Anz." veröffentlichtes Feuilleton bildete Arbeit Wahlberichterstattung. der im Jahre Er b. Quißom mit den unter Beihilfe des Herrn v. Köller versandten Briefen etwas vorsichtiger geworden. Er habe den Fall in seinem Artikel erwähnt, weil es sich nach seiner Meinung um einen besonders eklatanten Fall von Unverfrorenheit gehandelt habe. Von der„ jämmerlichen Lage", von welcher die Briefe sprachen, fei gar feine Rede gewesen. Der Angeklagte behauptete, Moderne Wegelagerer." Ein unter diesem Titel vom Kriminal- daß nicht Feuilleton Artikel als eine polizeiliche zum Zwede der Aufklärung des Publikums zu den Ausgangspunkt einer Anklage wegen Beleidigung, die den betrachten sei, sondern als eine Privatarbeit des Herrn Klatt. Redakteur Hans b. Janustiewicz gestern vor die 4. Straf- wollte wissen, ob der Zeuge nicht für diesen Artikel ein Honorar von tammer des Landgerichts I führte. In dem Feuilleton hatte Herr 40 M. erhalten habe. Der Vorsitzende schnitt diese Frage aber ab. Wir haben umfassende Vorbereitungen getroffen, um die Klatt ausgeführt, daß, wenn auch das Faustrecht nicht mehr existiere, Er laffe abfolut nicht zu, daß bei Beleidigungsanlagen der AnLeser so schnell wie möglich über die Ergebnisse der Reichstags- doch die Zunft der Wegelagerer, Gauner und Beutelabschneider geklagte versuche, den Beleidigten in die Rolle des Angeklagten zu wahlen zu unterrichten, insbesondere aus den Landesteilen, nicht ausgestorben sei. Als moderne Wegelagerer behandelte er die drängen. Der Angeklagte behauptete ferner, daß sich die Verhält wahlen zu unterrichten, insbesondere aus den Landesteilen, Ringnepper, Kautions-, Heirats, spanische Schatz- Schwindler, die nisse in dem Versandgeschäft in lezter Beit völlig geändert haben, die die unser vornehmstes Kampffeld bilden. Wir möchten aber Schlittenfahrer und die Wohlthätigkeitsschwindler. Für die letztere Offertenbriefe enthalten feinerlei Stellen, die auf Bettelei gedeutet besonders darauf aufmerksam machen, daß wir telephonische Kategorie teilte er ohne Namensnennung einen typischen Fall mit. werden können.- Zeuge Klatt: Er habe hiervon keine Kenntnis. Die Mitteilungen über Wahlergebnisse weder entgegennehmen noch zur Weihnachtszeit an wohlhabende, besonders adlige Familien in polizei von Zeit zu Zeit an Zeitungen gegebenen kurzen Notizen Mitteilungen über Wahlergebnisse weder entgegennehmen noch Danach wende sich eine Frau aus altaðliger Familie besonders gern Form des Feuilletons habe er gewählt, weil die von der Kriminalerteilen werden. Wir bitten also, die Benukung des Telephons ber Brovinz, schicke ihnen Handarbeiten. vor allen Dingen Stickereien nicht genügend vom Publikum beachtet werden.- Der alsdann bernommene Kriminalfommissar b. Kracht bestätigt auf Befragen, schäftigt. Auf Vorhalt des Vorsitzenden mußte sie zögernd zugeben, Jim Artikel des Angeklagten vorhandenen formalen Beleidigungen. daß die verwitwete Majorin v. Quigow lange Zeit von Betteleien daß sie nicht nur selbstgestickte oder durch ihre Stickerinnen angefertigte Diese seien so stark, daß er 200 Mart Geldstrafe eventuell gelebt und die Tochter Beihilfe geleistet habe und daß die Frau Waren an den Mann brachte, sondern auch solche, die sie fertig in 20 Tage Gefängnis beantrage.- Der Angeklagte erklärte es Majorin v. Quizzow sich auch mit Beschaffung von Darlehnen an Geschäften gekauft hatte. Richtig sei es, daß in den ersten 14 Jahren von seinem Standpunkte aus für unzulässig, daß ein Kriminalbeamter Offiziere beschäftigt habe. Sie sei dabei mehrfach mit dem Gesetz eine Brutto- Einnahme von 18 400 M. erzielt worden sei, die Un- auf Grund seiner Kenntnis aus alten Aften bezahlte Zeitungsartikel in Stollision geraten, wenn es zur Verhandlung kommen sollte, habe fosten seien aber sehr groß gewesen. Sie erläuterte dies auf Be- veröffentliche und darin Leute bloßstelle, bei denen die behaupteten fie immer ihre Zuderkrankheit vorgeschützt, und es sei nicht möglich fragen dahin, daß sie drei bis vier Stiderinnen zu Thatsachen nicht mehr zutrafen. Nach seiner persönlichen Kenntnis gewesen, sie vor Gericht zu bringen. Im übrigen bestätigte der einem Lohnsab von 1,50 bis 2 Mart pro Tag beder Dinge bestreite er, daß das Köllerfche Ehepaar etwas Zeuge, daß über die Ausbeutung der Wohlthätigkeit durch schäftige. Sie betreibe das Geschäft auch jetzt noch, die Jahres- andres betreibe, als ein ganz legales, reguläres Geschäft. Er Frl. v. Quikow beztv. Frau v. Köller fortwährend Anzeigen einnahme betrage aber jetzt nur noch ca. 6000 M. Sie fei seit 1897 bestreite auch die Zulässigkeit eines Strafantrages seitens des bei der Polizei eingelaufen feien und als f. 3. Haussuchung ab- verheiratet. Ihr Mann, der sie in ihrem Geschäft unterstütze, habe Bolizeipräsidenten v. Borries, da Herr Klatt nicht in seiner amtgehalten wurde, sich ergeben habe, daß eine außerordentlich sorg- aus seinem Majorat keine Einnahme, beziehe aber Einfünfte in Höhe lichen Eigenschaft, sondern als Feuilletonist angegriffen sei. Schließlich fältige Buchführung über die Erfolge des Versandgeschäfts vorhanden von 2500 M. aus einem Nebengute. Was sie in ihren Offertenbriefen nehme er den Schutz des§ 193 in Anspruch. Der Gerichtshof war. Den sorgfältigen Buchungen feien auch noch interessante Be- geschrieben, entspreche der Wahrheit. Sie gab auch zu, lange Zeit erfannte an, daß der Angeklagte in gutem Glauben an die Richtigmerkungen beigefügt gewesen, wie z. B. Sehr nette Antwort, 20 M. für ihre Mutter die Bettelbriefe geschrieben zu haben. Der feit seiner Behauptungen gehandelt, aber schwere Beleidigungen ausund Ware zurückgesandt", oder„ Bahlt, schickt aber nicht zurück", oder Vorsitzende verlas noch einen Brief des Herrn v. Nöller an das da- gestoßen habe. Der Polizeipräsident sei zum Strafantrag berechtigt, Sehr grober Brief, schickt alles zurück" u. dergl. m. Nachdem das malige Frl. v. Quißow, um zu beweisen, daß ihre Lage keineswegs da der Artikel des Angeklagten wiederholt auf die Eigenschaft des Verfahren aus den erwähnten Gründen eingestellt worden, sei das eine so jämmerliche gewesen sein könne, wie es in den Briefen hieß. Herrn Klatt als Kriminalinspektor Bezug nahm. Der Schutz des Stickerei- Unternehmen mit ungeschwächten Kräften, aber mit neuen Der Brief sprudelte von Lebenslust und Lebensgenuß über. Ferner§193 fei dem Angeklagten nicht zuzubilligen, überdies ergebe fich Nuancen ausgestattet weiter gegangen. Nach dem Inhalte brachte der Vorsitzende zur Sprache, daß den Leuten, die die die Absicht der Beleidigung auch aus der Form des Artikels. der Briefe und der ganzen Art der Versendung der Stickereien, Stickereien nicht gebrauchen konnten, auch Thee- Offerten gemacht Das Urteil lautete auf 150 M. Geldstrafe eventuell 15 Tage sei es ihm nicht zweifelhaft gewesen, daß das Publikum aus- wurden und den Offerten Bettel beilagen, in welchen es hieß: Gefängnis und Publikationsbefugnis für den Beleidigten. gebeutet worden und es den Unternehmern des Versandgeschäfts gar Das Weihnachtsfest, auf welches ich so große Hoffnungen gesezt, nicht auf die Abnahme der Ware, sondern auf das Spenden von hat mir nur wenig Freude gebracht, ich würde deshalb dankbar Geld angekommen sei. Auf Wunsch des Angeklagten wurde auch sein, wenn 2C. 2c." Der zum Schluß vernommene Herr Explosion auf einem englischen Kreuzer. Malaga, 15. Juni. Auf noch das v. Köllersche Ehepaar vernommen. Frau Adele v. Köller b. Köller behauptete, daß die Einnahmen größtenteils durch die dem englischen Kreuzer„ Good Hope", der in der Nähe der Meerenge geb. v. Quigow gab auf Vorhalt des Vorsitzenden zu, daß sie das Unkosten absorbiert wurden und daß in den letzten Jahren auf seine von Gibraltar lebungen vornahm, explodierte ein Torpedo im Geschäft mit dem Versenden von Stickereien seit dem Jahre 1891 Anordnung aus den Briefen alles weggeblieben sei, was irgendwie Lancierrohr. Dabei wurden vier Matrosen getötet und zwanzig ganz kaufmännisch betrieben und sorgsam Buch geführt habe. Es mißdeutet werden könnte. Der Staatsanwalt meinte, es verwundet. Nach Ausschiffung der Toten und Verwundeten setzte habe sich keineswegs um Betteleien gehandelt, sie habe vielmehr oft komme hier gar nicht darauf an, ob die Thatsachen in dem Artikel der Kreuzer seine Uebungen fort. Die Ursache der Explosion ist unNächte hindurch gearbeitet und auch noch mehrere Stickerinnen be- des Herrn Klatt richtig oder falsch dargestellt seien, sondern auf die bekannt. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 16. Juni. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Der Evangelimann. Slavische Brautwerbung. Schauspielhaus. Das große Licht. Neues Operntheater. Die Fledermaus. Deutsches. Monna Banna. Residenz. Luftige Ehemänner. Borher: Nach dem Balle. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Nach Jahr und Tag. Abschied bom Regiment. Der grüne Kakadu. Vermischtes. 08 für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüne Kakadu. Mittwoch abend 8 Uhr: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüne Kakadu. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmiſtädtiſches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Mittwoch abend 8 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Don Gil. Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Am Apollo- Theater Konigsthor. Schweizer- Garten. Friedrichshain. Täglich: Mit kolossalem Beifall: Die Liebes- Insel. Im 3. Akt: Die lebenden Briefmarken. Grosses Post- Ballett. Vorher: : Neue glänzend. Specialitäten Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Carl Weiss- Theater. Theater.) Berlin, wie es weint und lacht. Weften. Alt- Heidelberg. Central. Pick und Pocket. Berliner. Der Postillon von Lonjumeau. Neues Die Geliebte. Hierauf: Daisy. Thalia. Hofgunft. Kleines. Nachtasyl. Belle- Alliance. Artemis Colonna. Zanzidyllen. Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Passage Theater. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum WakStern mann. Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Heute und folgende Tage, Anf. 8 Uhr: Pick und Pocket. Schwant mit Gesang und Tanz in 3 Aufzügen. Emil Sondermann. Mer Sommer. Mizzi Birkner. Marie Forescu. Residenz- Theater Direktion: Sigmund Lautenburg. Anfang 7 Uhr. Lustige Ehemänner. Schwank in 3 Aften von A. Mars und Albert Barré. Deutsch v. Schönau. Vorher: Nach dem Balle. Schwant in 1 Att nach d. Spanischen von M. Loebel. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Neues Theater Schiffbauerdamm 4a- 5. Zum erstenmal: Große Frankfurter Straße 132. Das Geheimnis des roten Hauses. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr. Parkett 60 Pf. Die Waise aus Lowood. Im Garten: Konzert, Theater und Specialitäten Vorstellung. Anfang 5, Uhr. Castans Panoptikum Friedrichstr. 165. Aktuell!! Neu!! Neu!! Zum Drama im serbischen Königspalast: König Alexander* Königin Draga* portraitgetreu, lebensgross. Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Carla Lingen in ihrem Repertoire. Oskar Saldow, Humorist. Erna Koschel. Josefine Deleliseur. Ganz Berlin zerbricht sich schon den fünften Monat den Kopf über AGA! die schwebende Jungfrau! 14 erstklassige Nummern. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen. Badstr. 58. Neues Programm. 11. 2.: Fred Dewey, Jongleur. Gebr. Vero, Afrobaten. Lucie Claire, Serpentin- und Flammentänzerin sowie Die Geliebte. in ihrem Luftballett„ Die Silbernige". Hierauf: Daisy. Anfang 8 Uhr: Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 156. Male: Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzendes Ballett. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. !!! Berlin auf Stelzen!!! mit Willy Agoston und Klara Antonis. Anfang 4 Uhr. Fröbels Allerlei- Theater früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute, sowie täglich: Der erfolgreiche, brillante RiesenJuni Spielplan. Konzert, Theater u. Specialitäten. 8 Uhr: Das große Volfsstüď: Zur rechten Stunde. 10 Uhr: Die verkehrte Welt. Täglich: 10% Uhr: Molly Verch. 10%, Uhr: Die Katakomben v. Paris. Im Riesensaal: Gr. Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Sperrsit 50 Bf. Täglich Theater- Vorstellung. 14 Lustspiel- und Possen- Novitäten. Neues Artisten- Programm. Jeden Abend 10%, Uhr: Das Allerweltsgenie. Große Boffe mit Gesang und Tanz in 2 Bildern. Gastspiel Belle- Alliance- Theater. Artemis Colonna. Tanzidyllen. Jm herrlichen Sommergarten: Specialitäten Vorstellung, Konzert und das neue Juni- Programm. 11 875 Agnes Säther, norweg. Soubrette. Miss Votana, Schulreiterin. Ellmanns Alpen- Gesangs- u. TanzQuintett. Jim und Jam, komische Akrobaten. Die Biseras, weibl. Trompetercorps. Täglich: Ball. Volksbelustigungen. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Urbani u. Sohn, akrobat. Produktion. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Regelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Stralau. Alte Taverne. Inhaber: Christian Schröder. Jeden Dienstag: Kinder- fest. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. OOLOGISCHER Z CARTEN Täglich nachmittags 5 Uhr: Militär- Doppel- Konzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahr. d. Hälfte. In der Arena: Elefantenmutter mit saugendem Baby, Shetland- Pony mit Zwergfohlen. Pia Carozzi, Harfen- Virtuosin. Diana, amerik. Spiegeltänzerin. Adele Moraw, Soubrette. Charles Baron in seiner Scene:„ Im Löwenkäfig". Allison- Truppe, ikarische Spiele. Die 4 Scandias, Gymnastiker. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Drchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Sanssouci. Prater- Cheater Täglich im Garten: Hoffmanns Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Norddeutsche Sänger.aglich: Das Bild der Mutter. Die Expedition. Socialdemokrat. Wahlverein . d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ( Osten.) Stadtbezirk 178. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 13. d. M. starb nach langen, schweren Leiden unser langjähriges Mitglied, der Möbelpolierer Emil Liesegang. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. 5. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 243/6 Der Vorstand. Verband der Möbelpolierer. Am 14. d. m. verstarb unser Kollege 146/10 Paul Liesegang im Alter von 53 Jahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. d. M., nachmittags 5 Uhr, auf dem Berliner GemeindeFriedhof in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, ferner dem Gesangberein " Nordwacht" für den schönen Gesang, für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung unsres lieben Baters, Groß- und Schwiegervaters Ludwig Stolkenburg sagen wir unsren herz1826 lichten Dant Die trauernden Hinterbliebenen. Anfang: Sonntags Volksstück mit Gesang und Tanz in Konz. 5 Uhr, Borſtell. 7 Uhr. 3 Aften von A. Seelen u. D. Richter. Kranz- und Blumenbinderei Wochentags: Konz. 6 Uhr, Borstell. 8 Uhr. Sonnt., Mont. u. Donnerst. nach der Soiree: Tanz. Reichshallen. Konzert und Ball. Auftreten erstKlasfiger Attraktionen. U. a.: Ada Marcell, Schröder u. Denter, Relampagos Troupe; Overgard. Ein fideles Gefängnis Große Pantomime, Mokaschly Troupe. Anf.4 Uhr. Eintr. 30 Bf., num. Pl. 503f. von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert. Stettiner Sänger. W. Noacks Theater. Bruch- Pollmann In der Klemme. Humoreske von Mehsel Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Täglich: empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fotie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Gr. Theater- Vorstellung. Lieferant. Drts- u.Silfs- Strankenlaffen. Anfang: Sonntags 5 Uhr. Wochentags 6 Uhr. Entree: 30 Pf. Sonntag, Dienstag u. Donnerstag: Ball. Bei schlecht. Wetter: Vorstell. Im Saale. 196 Friedrichstrasse 196 nahe der Leipziger Strasse Permanente AUSSTELLUNG I der Gegenstände, die für JASMATZI- COUPONS Besichtigung erbeten. erhältlich sind. GEORG A. JASMATZI AKT GES. Grösste deutsche Cigarettenfabrik. Berlin C., 10732* 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elastis schen Belotten, angenehm und weich am Störper. Flundern ff. 60 Stüd friſch aus dem Rauch 3 M. franto infl., ff. neue Ia MatjesHeringe ,, Postdose 2,90 m. franko. Fischerei- Exp. Ernst Napp Nachf., Swinemünde No. 102.[ 140/ 1* Diez' Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 Ob schön!( Ringb.- St.). Db Regen! Täglich das unerreichte Juni- Programm! Robert u. Bertram. Clown Dolly. Friz Brand. Cafe- Walt. Boccaccio- Trio 2c. Sonnabend, Sonntag u. Montag Tanz Berliner Fellx Scheuer U Ik- Trio. Stralsunderstr. 1. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Meranderstr. Bei günst. Bitterung im Garten. Anthropos, der fünstliche Mensch. Paul Ybbs, Musik. Imitation. R. Schauß, Geschw. Wendt, Marion. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Verkündung der Wahlresultate shebell peland beute abend 9 Uhr in folgenden Lokalen: Jodois offo Dräsel, Neue Friedrichstr. 35. Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Berliner Bockbrauerei, Tempelhoferberg. Hofjägerpalast, Hasenheide 52/53. Zühlke, Dennewißstr. 13. Buggenhagen, Morizplak. Ressource, Kommandantenstr. 57. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Märkischer Hof, Admiralstr. 18 c. Franke, Sebastianstr. 39. Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. Voigt, Ritterstr. 75. | 1. Wahlkreis. Brauerei Friedrichshain( früher Lipps) Schützenhaus, Linienstr. 5. Leydecker, Sophienstr. 34. Grand Hotel Alexanderplatz( großer Saal) 2. Wahlkreis. Tonhalle, Friedrichstr. 112. 5. Wahlkreis. 237202 219220 Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Alleels? 3. Wahlkreis. Nr. 148. Berliner Prater, Kastanien- Allee, 7-9. Wernaus Festfäle, Schwedterstr. 23. Weimanns Volksgarten, Badstr. 56. Hübner, Swinemünderstr. 42. MavisanoDaase, Brunnenstr. 154. Drachenburg, Vor dem Schlesischen Thor. isla Urania, Wrangelstr. 11. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. 4. Wahlkreis Graumanns Festfäle, Naunynſtr. 27.( Südost.) Süd- Ost, Waldemarstr. 75. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11. Brochnow, Weberstr. 17. Keller, Koppenstr. 29. Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 116. Bur 18202 Hensel, Invalidenstr. 1a.e Fritz Wilke, Brunnenstr. 188. Eisfeller, Chausseestr. 88.8% Bernh. Raabe, Kolbergerstr. 23. Feldschlößchen, Müllerstr. 142. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47-49. Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. naggelug 31 Zahlreichen Besuch erwartens 4. Wahlkreis ( Osten). dez 1908 209/6 Roten Wahlwarte" Deutscher Holzarbeiter- Verband. Schwedter- Str. 23. Zahlstelle Berlin. Heute am Wahltage für Damen Bureau: Engel- Ufer 15( Gewerkschaftshaus). Fernsprecher Amt VII, 3258. Kaffeekochen, Liter 60 Pf., im 1000 Personen fassenden Garten. Abends: Wahlresultat: Verkündung. Eg Achtung, Holzarbeiter! ladet freundlichst ein Wernau. Die Centrums- Vertrauensmänner- Versammlung fällt Auf allerbequemste Art ben 24. b. M. ftatt. 24. b. M. statt. Das Bureau bleibt am Wahltage geschlossen. am Mittwoch der Wahlen wegen aus. Dieselbe findet am Mittwoch, 18152* Teilzahlung!!! ( wöchentlich 1 Mart) Herren-, Damen- u. WeckerUhren, Regulateure, Broschen, Ringe, Ketten. Juhre& König, Warschauerstr. 72. 83/ 7* Die Ortsverwaltung. Centralverband der Maurer Sektion der Rabitzputzer. Mittwoch, den 17. Juni, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: 252/17 Charlottenburg. Mitglieder- Versammlung. H F. Kunstmann Wallstr. 1. Uhrmacher und Goldarbeiter. Grosses Lager, billige Preise.-Reparaturen schnell, billigst.* In Ltr..- Fl. empfehle: Cognac 1,25-10,35, Rum 1,00-5,60. Nordhäuser 0,45-1,35, Liqueure, Eiercognac, Citronenund Himbeersaft, Port- u. Ungarweine gut u.billigst. Carl Schindler, Chausseestr. 55. Liqueurfabrik. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum Zusammenschluß der drei Gruppen Rapikputer, Spanner und Cementierer. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. 6. Wahlkreis. Die socialdemokratischen Vertrauenslente Berlins. leslis J. A.: E. Ernst, Veteranenstr. 8. Rixdorf. Hente Dienstag, den 16. Juni, abends 8 Uhr: Vier grosse Versammlungen. 1. Gröpler, Bergstr. 147. 3. Münzer, Anesebeckstr. 113. 2. Thiel, Bergstr. 152. 4. Geikhaus, Karlsgartenstr. 8. In allen Versammlungen: = Verkündigung der Wahlresultate. Das Wahlkomitee. Central- Verband der Töpfer. Filiale Berlin. NB. In dieser Bersammlung wird der neue Bertrag an die Mitglieder Freitag, den 19. Juni, abends 6 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenſtr. 29: berabfolgt. Bei Ankauf einer Nähmaschine lasse man sich nicht durch billige Angebote täuschen, sondern verlange Katalog von 1765L* Pfaff- Nähmaschinen, Gr. Mitglieder- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung vom Verbandstag. 2. Diskussion. 3. Ergänzungswahl zum Centralvorstand. 4. Die Haltung unsrer Arbeitgeber zum Arbeitsnachweis und Lohntarif. 5. Der Streit 196/ 1* welche sich durch grosse Dauerhaftigkeit und in Dresden. 6. Gewerkschaftliches. Vielseitigkeit hervorragend auszeichnen, auch zum Sticken und Stopfen geeignet. Teilzahlung gestattet. Reichhaltiges Lager bei: Zahlreichen Besuch erwartet Orts- Krankenkasse Gustav Wendt, Berlin NW. 5 der Mechaniker, Optiker 35 Wilsnackerstr. 35. Marienburger Versuche Dein Glück! Vorwärts- Buchhandlung ferde- Lotterie. in dem bekannten vom Glüd begünstigten Bank u. Lotteriegeschäft J. Rosenberg, 51 Kommandantenstr. 51. * Sofortige Auszahlung von Gewinnlosen aller Lotterien. Marienburger Pferde- Lose a 1 M. P atent [ 17442* Verwertung, Finanzierung, Anmeld. b. Pat. u. Gebrauchsmust. zum Selbstkostenpreis bei Auftrag z. Berwert. Anfertig. von Zeichnungen. Wolters& Co., W., Potsdamer Straße 123. Auskünfte und Ratschläge kostenlos. 17122* ortièren portiè Specialität!( ca. 200 Genre) Einzelne Garnituren spottbill. ca. 600 Illustr. u. Special- Katalog gratis franco. Emil Lefèvre, TeppichSpecialhaus Oranienstrasse 158 Berlin S. Kranz- und Blumenbinderei Do H. Rodewald, Alexandrinenstrasse 1a. Kränze mit Widmungsschleifen, Arrangements zu Feſtlichkeiten, Bouquets, Topfgewächse jeder Art 2c. breiswert. 025* SW., Lindenstr. 69. Socialdemokrat. Reichstags- Handbuch bon Max Schippel, ein Führer durch die Zeit- und Streit fragen der Reichs- Gesetzgebung, in Leinen gebunden.. 9,- M. Handbuch • für socialdemokratische Wähler, der Reichstag 1898-1903. Herausgegeben vom socialdemokrat. Parteivorstand, in rot Leinen gebunden. 4,- M. Statistisch. Handbuch für ReichstagsWähler, umfassend die Wahlen zum deutschen Reichstag von 1871-1898, sowie biographische Notizen über sämtliche Mitglieder des Reichstags von 1871 bis 1903, broschiert.. 1, M. Reichstags- Wahlkarte 1903, zeigt in Farbenkolorit eine gute Uebersicht der Verteilung der einzelnen Barteien über das Deutsche Reich 1, M. 5/ . / Pfund Brot 50 Pf. Backware Ziehung: 18. Juni er. 3384 Gewinne i. W. v. Mk. 88000 Lose à 1 M.- 11 Stück 10 M. ( Porto u. Liste 20 Pfg.) Oscar Brauer& Co.Nachf. G. m. b. H. Bank- Geschäft, Berlin W., Friedrichstr.181. Filialen: und verwandten Gewerbe zu Berlin. Der Vorstand. Reinickendorf. Die von der Generalversammlung Heute abend 9 Uhr im Lokale des Herrn E. Kirsch, Markstr. 1/2: am 6. Mai 1903 beschlossenen Vorschriften über das Verhalten der Kranken und über die Krankenaufsicht" haben die Genehmigung der Aufsichtsbehörde erhalten und sind in Kraft Tages- Ordnung: Bekanntgabe der Wahlresultate.[ 222/16 getreten. Das Hauptwahlbureau befindet sich bei Klähn, Residenzstr. 31. Druderemplare dieser Vorschriften Die Genoffen, die am Tage der Wahl mitarbeiten wollen, haben sich dort werden an die Mitglieder im Kassen- einzufinden. Das Wahlkomitee. lofal ausgegeben. Oeffentl. Versammlung. Berlin, den 15. Juni 1903. 274/7 Der Vorstand. J. A.: E. Schlenker. Kranken- u. Sterbe- Zuschusskasse der Schneider Berlins. Sonnabend, d. 20. Juni cr., abends 8 Uhr: NW., Wilsnackerstrasses. Ausserordl. General- Versammlung 0.. Andreasstrasse 46a. 0.. Oranienstrasse 177. fetter, 70, 5, 65, in den ,, Arminhallen", u. verwandte Buchbinder Berufsgenossen Donnerstag, den 18. Juni, abends 8 Uhr, bei 2. Keller ( großer Saal), Koppenstr. 29: Große öffentliche Versammlung aller in Buchbindereien, Kontobuch, Etnis-, Leders Kommandanten.tr. 20. galanteriewaren, Album, Luxuspapier- und Kartons fabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: Tages Ordnung: Speck, mager, a Bib. 70, bei 5Pf. 65 Pf. Delikatesschinken, ohne Knochen, 2. Bericht der Statutenberatungs1. Abrechnung vom ersten Quartal. . • a Pfd. 95 Pf. Rollschinken. Landschinken Zwiebelleberwurft Feine Leberwurft Pomm. Landleberw. Thür. Rotwurst " a Bfd. 115 Pf. Polizeipräsidiums. 3. Statuten Be- schiedenes. B 1. Die Kündigung des Tarifs im Buchbindergewerbe und unsre Stellung14452* Kommission und die Antwort des nahme dazu. Referent Kollege Alb. Bergemann. 2. Diskussion. 3. Ver24/8 Wir ersuchen alle Kollegen und Kolleginnen, in dieser Hochwichtigen Versammlung vollzählig zu erscheinen. Niemand darf am Donnerstagabend fehlen! 95 " " ratung. 4. Verschiedenes. " 55 " Mitgliedsbuch legitimiert! " " 1987b Der Vorstand. 90 " 55 " " 65 " " " " " Fleischwurst Pomm. Landrotwurst 90 Salami u. Schlackw., weiche, 95 Weftf. Schlackwurst a Pfd. 125 Thür. 145 Lindenstr. 10. E. Klähn, Oranienstr. 154. Goldfachen wie Brillanten jeder Art, Verfallene Pfänder! 6 Stück für 10 Pf. gold. u. filb. Damen: wie HerrenAlbrechts Bäckereien: Uhren, Ketten, Ringe, sauber u. schön, rangeltrane 9, Krantstraße 19, Marthalle Büdlerstr., Stand 222/23. Falckensteinstr. 28, Laufikerftr. 2. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18 Kleine Arbeiterwohnungen pottbillig verk. Pfandleihe, Prinzenftraße 28, I, Ede Ritterstraße. 16742* Land 2 Mark südwestlicher Borort, WochenAbzahlung. Bar zelle 60th. bon 18-30 M. Bermietung tägl., auch 300 Mart, nur mündlich, verkauft Carl Schmidt, Büsten- Fabrik, BERLIN W., Taubenstr. 23, empfiehlt seine weltberühmten Stoffbüsten für jede Körperform. Figur wie nebensteh. von 7 Mk. bis 50 Mk. Unentbehrlich zur Anfertigung der Kostüme. franco. Man hüte sich vor wertlosen 4081* Katalog gratis und Sonntags, neues Haus, Müllerstr. 129. Hinsche, Wikmannstr.4.[ 10132*| Nachahmungen. Die Branchen- Vertrauenspersonen. Die Taritkommission. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Achtung! Elektro- Monteure. Adtung! Den Kollegen zur Nachricht, daß die Monatsversammlung am 17. Juni ausfällt. Dafür findet die Versammlung am Mittwoch, den 24. Juni, statt. Die Ortsverwaltung. Nachweislich tüchtiger Monteur aus Centralheizung sofort gesucht. Ludwig Joh. Müller, Centralheizung. 6/ 19* Magdeburg. Nehmt nur Reichel's Cognac- Essenz Echt ist allein das Originalprodukt mit der Marke Essenzen= Otto Reichel, Fabrik BLUTARMEN..KRANKEN FEURIG SÜSSER KRAFT- ROTHWEIN ärztlich empfohlen p. Flasche 1.50 und 2 Mark. Santa Lucia steht unter ständiger Kontrolle des Gerichtschemikers Dr. C. Bischoff.[ 1568L* Leicht wird auf der schönen Ferienreise durch Trinken von Wasser der Magen verdorben, darum sollten die Deutschen von den Völkern des Südens lernen, welche dem Wasser einen Schuss Wein zusetzen, wodurch es verdaulicher wird, den Magen weniger leicht erkältet und gleichzeitig den Organismus stärkt. Vergessen Sie daher nicht, Ihre Reiseflasche mit Santa Lucia Kraft- Rotwein zu füllen, zumal der Wein sIch in der angegossenen Flasche monatelang hält. Das Wasser ist in jeder Gegend anders, und selbst, wenn es besser und reiner als das zu Hause genossene ist, kann es dem daran nicht gewöhnten Magen gefährlich werden. 1787L* An Jedermann giebt die Tuchfabrik- Niederlage Koch& Seeland Berlin C., Ross- Str. 2 Herren- Stoffe für Anzüge, Paletots, Hosen, Kinder- Anzüge usw. meterweise zu Fabrikpreisen ab. Der Selbsteinkauf von Stoffen ist das einzig Richtige. Reste spottbillig!! Jedes Wort: 5 fine Champagne 99 *** 99 75 Pfg. 1,25 M. zur Selbstbereitung von feinstem Cognac Lichtherz, alles andre nur Nachahmung, Das Lichtherz" auf jeder Flasche bürgt für vollen Erfolg. Jeder fordere kostenfrei: ,, Die Destillation im Haushalte" Berlin SO., Eisenbahn- Strasse 4 den bekannten Niederlagen. Jubiläums 25-Lotterie Ziehung schon 18. Juni. Marienburger Loose M. Pferde11 Loose 10 M., Porto und Liste 20 Pf. Gewinne können nach Ziehung freihändig oder auf Auktion gut verwerthet werden gegen Baar- Geld. 3384 Gewinne im Gesammtwerthe von 88.000 M. 1 M. 5000 1 M. 3000 1 M. 9000 1 M. 3500 1 M. 2300 1 M. 1200 1 M. 1500 1 M. 1000 M. 5 mit 5500 5 mit 1000 M. 66 mit M. 37000 1747L 3300 mit M. 18 0001 ( 7 Equipagen, 89 Pferde, 5 Fahrräder u. Silbergewinne) Loose versendet der General- Debit: Lud. Müller& Co. Berlin, Breitestr. 5 Telegr- Adr.: R Glücksmüller. Fordern Sie Dänischen Anker Kautabak feinste Marke, 5 u. 10 Pf. Schleifen u. Rollen. Echt nur, wenn in jedem Stück d. Anker- Zettel liegt. Amt 7, 3861. Niederlage: Carl Röcker, Grüner Wegs. Hauptniederlage: Nordhäuser Kautabake, Schnupftabake Rauchtabake. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabakfabrik. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer in Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Ecdeftillation, langjähriges, einträgliches Geschäft, billige Miete, große Wohnung, Borgarten, umständehalber preiswert abzugeben. Mars, KastanienAllee 96. + 64* Schanklokal billig zu verkaufen Kaiser Franz- Grenadierplatz 5.+ 113* Restauration, welche ich, wegen Uebernahme andren Geschäfts verTaufe. Billige Miete. Anschließende Wohnung. Schöneberg, Gothenstraße 7. Cigarren, Cigaretten, Ranch-, Kan- und Schnupftabaken. Amt 7. 1851. 630L* Fernspr. IV. 3190 und 646. in Rudolf Fink Beusselstrasse 36, nahe Wickelstrasse Vorwärts- Buchhandlung SW., Lindenstr. 69. Neuerscheinungen unsres Verlages: Die Kaiserreden im Reichstag und die Socialdemokratie. M. 0,20 Der Umsturz im Reichstag, eine Darstellung der Kämpfe um den M. 0,20 Erste Bezugsquelle für: Bolltarif nach dem amtlichen StenoKaffee, Zucker, Thee, gramm Die Vernichtung der Social demokratie durch den Gelehrten des Central Verbandes deutscher herausgegeben im Kakao, Vanille, duffrage des arteivorfandes ber Konserven, Mehl, Hülsenfrüchte, Braunschweiger Fleischwaren und Butter- Handlung. fernsprecher. Das im Subhastationstermin erworbene Beyer'sche Gartenetablissement, Neue Mühle 1832 mit großen Sälen, Veranden, Fremdenzimmern 2c. ist unter günstigen Bedingungen an einen solventen, tüchtigen Wirt zur sofortigen Uebernahme zu vertaufen. Schlossbrauerei 19536* SUR Königs- Wufterbaufen. 1790L* deutschen Socialdemokratie M. 0,20 Zeitungsfremdwörter und poli: tische verdeutscht u. erläutert v. Dr. A. Braun, M. 0,25 the lagworte, verbeulát Dieren und die Politik von Frauen Lily Braun M. 0,20 Christliche Arbeiterpflichten, jesuitische Fragen und socialdemo fratische Antworten M. 0,20 Die agrarische Gefahr, eine Dars stellung ihrer Entstehungsgeschichte, ihrer Macht und legten Biele, bon Paul Göhre M. 0,20 Socialdemokratie und Centrum, von A. Bebel M. 0,20 Winke für die Reichstagswahlen . 0,10 Die katholische Kirche und die Socialdemokratie, bon Karl M. 0,30 Kautsky Eugen Richters Socialistens spiegel: die Wahlfälschungen der Aktiengesellschaft schritt • Forts M. 0,20 Die Lebensmittelzölle und die indirekten Steuern, wer fie zahlt und wem fie nügen M. 0,10 Wen soll der Arbeiter wählen? Ein Wahlaufruf an die Arbeiter in Stadt u. Land, b. R. Calmer M. 0,10 Der Korbmacher Fischer im Lichte der Wahrheit. M. 0,05 An den Einzelnen, auf den es nicht ankommt! M. 0,05 Note Wahlen 1903, eine politische, durch geniale Künstlerhand prächtig ausgestattete Flugschrift M. 0,10 Deutscher Dr. Schünemann, Dr. Simmel, Str. 41. verf. Die 10 Bfunddoſe zu 7,00 m., 5 Pfd. Prinzen- Honig! Unverfälscht. Bienenhonig, best. Qualit. Specialarzt für Haut, Harn- und Specialarzt für[ 5/16 4,30 M. franco. Garant. Rüdnahme. Frauenleiden, Seydelstr. 9. Haut- und Harnleiden. 12-3, 6-8, Sonnt. 9-11. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4 E. Reil, Nordlo, Bahnhof Kleine Anzeigen. ber Möbelverkauf. In meinen großen Nähmaschinen, Langschiffchen, Fabrikräumen, Dranienstraße 58, 12 Mart. Wheeler- Wilson 8 Mart, Moritplay, stehen verschiedene Woh- Bellmann, Gollnowstraße 26 nahe der nungs- Einrichtungen, neue und ber- Landsbergerstraße. 1595* liehen gewesene, zum schleunigen Dame verkauft dringend Ausverkauf. Habe eigne Werkstatt, schiedene teinen Laden, bin daher in der Lage, stleiderspind, Wäschespind, Plüschsofa Möbel, Plüschgarnitur, die Möbel äußerst billig zu verkaufen. 48,00, Trumeau, Bettstellen, Ausgabe Sofa 10, Spind 23, Paneelsofa 65, der Wohnung. Friedrichstraße 131 d, Trumeau 40, Bettstelle mit Matrage born IV. links. 18, Tisch 9, hochelegante Luchgarnitur 75. Teilzahlung gestattet* Gardinenhaus Große Frankfurter ftraße 9, parterre. 124/14 1975b* Augustfehn, Oldenbg. Anzeigen für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstr. 69. bis 4 Uhr angenommen 19306* Arbeitsmarkt. Die Hausmädchenschule in Berlin Möbliertes Zimmer, 18 Mart, bildet Töchter in einem dreis auch Mödernstraße 108/109, born IV rechts, viermonatlichen Lehrkursus zu besseren Schulz. Hausmädchen, Jungfern und Stüken aus und besorgt jeder Schülerin nach Herrschaftshäusern. Prospekte gratis. beendigtem Sturjus Stellen in guten Auch finden stellensuchende Fräulein und Mädchen durch unsern bewährten Stellennachweis von 11-2 und 5-7 täglich Stellung als Kinderfräulein, bessere Hausmädchen, Kindermädchen, Stüßen, Köchinnen 2c. Frau Erna Grauenhorst, Vorsteherin und StellenWilhelmstraße 10. vermittlerin für weibliches Personal, Steppdecken, spottbillig, Fabrit Weinstraße 20. + 97* Hochbornehme, + 37* zurüdgesette Kinderwagen( neuer), billig, Ge- feinsten Maßstoffen 20-38 Mart. Herrenanzüge, Sommerpaletots aus legenheitslauf, Rigdorf, Pannier Deutsches Bersandhaus, Jägerstraße 63, Herren Garderobe nach Maß, ftraße 15, born 4 Treppen. 19575* 1 Treppe. saubere Arbeit großes Stofflager, Baletot 30 Mart, Anzug 30 Mart. Fahrräder, neue und gebrauchte, Paneelfofa, gediegenes, mit AufHose von 5 Mart an. Stauft beim sowie Reparaturen bei Starl Miethe, fat 58,00. Garnitur, verliehen geHandwerker, lasset den Handwerker Große Frankfurterstraße 123, of wesen, verlauft Invalidenstraße 36, 1689 of Teilzahlung gestattet. parterre. Fahrräder, Teilzahlungen, 125 Nähmaschine, wie neu, verkauft Triumph in der Herren- und Mart, Invalidenstraße 148, Stalizer Barnimstraße 11, born 3 Treppenstraße 69. Was ftraße 40. verdienen. F Dörge, Dresdenerstraße 109. * 16018* rechts. 124/13 +97 Strickmaschine au verkaufen Reichenbergerstraße 74a, Weber. 19845 Strickmaschine 40,00, Lernen 10,00. Strumpfgeschäft, Kastanienallee 54. Kolonialwaren-, Obst, Gemüsegeschäft, Rolle, verkäuflich. Tagestasse 40,00, Höchstestraße 47. 1979b Cigarrengeschäft, flottgehendes, billig verkäuflich. Näheres unter Brotstelle"; Postamt Rigdorf, Her mannstraße. 19736 Restauration verläuflich. Henschte, Swinemünderstraße 39, Goldwaren+105 Sportwagen, zweifißig, verkauft billig Fuchs, Brunnenstraße 96.[+105 laden. 16678* 16065* Rechtskonsulent Betsch, Brunnenstraße 97( Humboldthain). Gerichts. flagen, Strafsachen, Chesachen, Unfallsachen. + 104* Vereinszimmer. Lier, Alte Jakobstraße 119. 1607 Vereinszimmer Lenz, Alte Jakob Vereinszimmer zu bergeben. Potsdamer Stangenbier. Franke, Borndorferstraße 8. + 45* Flickschneider( geübt) Aenderungen, Reparaturen, Garderobenreinigung, sucht Kundschaft. Ebert, Fruchtstraße 46. Patentanwalt Dammann, Dra nienstraße 57, Morigplak, bis abends neun. Stellenangebote. Fünf Korbmacher auf grün Ge schlagenes, edig und rund, finden dauernde Beschäftigung. Adolf Boed, Budow bei Berlin, Chauffeestraße 9. Holzbearbeitungsmaschinen Arbeiter! 75/ 19* Folgende Firmen sind gesperrt: Ad. Hoch, Andreasstr. 32. M. Räbiger, Grüner Weg 20. Belder u. Plathen, Frankfurter Aee 117. Aug. Heinemann, Schulstr. 74. Th. Beder, Dranienstr. 189. Der Vorstand. Achtung! Die Pianofabrit ,, Eroika", Köpnickerstr. 36, ist gesperrt. Zuzug ftreng fernzuhalten. Fachverein 141/ 10* der Musikinstrumentenarbeiter. Achtung, Holzarbeiter! Zuzug nach der Die Ortsverwaltung. Schleifer auf Onig verlangen Beutler u. Co., Brandenburgstraße 20. Tüchtige Graveure auf Damas cierung für Manschettenknöpfe verlangt Hübner, Markusstraße 52. 6/18 Tüchtige Plätterinnen auf feine Wäsche verlangt Alte Jakobstraße 9 1986b ( Laden). Mamfells auf Paletots verlangt 19885 Bautischlerei C. Kortüm, Weise, Pücklerstraße 22. 100 Mamjells, geübt auf Saccos, Behdenickerstraße 21, ist streng Eckertstraße 7, born III. 19566 fernzuhalten. Tüchtige Näherinnen auf Mädchen- 83/ 5* Taillenkleider im Hause berlangt Schnecke, Beuffelstraße 46. 1981 Achtung, Kürschner! Frau zum Zeitungtragen( Vor- Wegen Verweigerung ihrer Unter wärts") verlangt Weiße, Triftstraße 46a. schrift zur Bewilligung des NeunKartonarbeiterinnen verlangt stundentages sind bis auf weiteres Eingabengesuche, Raterteilung. Fall, Rechtsbureau, Prozeßbeistand, B. Plaut, Blumenstraße 74. 1697 folgende Firmen gesperrt: Blusen. Borderteil- Stepperin, BuBrunnenstraße vierzig. 19856* sammensetzerin verlangt Bernazinsky, Rechtsbureau. Langjährige Er- Greifenhagenerstraße 85.+ 65* folge! Fabisch, Grüner Weg vierundneunzig( Andreasplak), Gerichtss beistand, Eingabengefuche, Nat erteilung. 19726* Jm Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile. W. Reinicke, Neue Friedrichstr. 9/10. E. Neumann, Beuthstr. 4. Perberg, Stronenstr. 21. G. Wohlmann, Spittelmarkt 11. A. Stiller, Jägerftr. 25. J. Brasil- Ivanov, Breitestr. 3. D. Lewin jun., Neue Friedrichstr. 59. F. Gericke, Potsdamerstr. 121. Marschall, Gertraudtenstr. 13/14. Knaben Bekleidungsbranche! Reellität und Billigkeit vermag, sieht Wringmaschinen auf Abzahlung, man jetzt an dem Aufblühen der ohne Anzahlung, Bellmann, GollnowFirma Herrmann Schlesinger, Turmstraße 26, nahe der Landsbergerstraße 85. Täglich größerer Absatz straße. 15948* bei ſtreng festen, billigen Preisen. Gastocherhaus! Zweilochgastocher Teppiche!( fehlerhafte) in allen 3,00, Dreilochgastocher 7,00, Gas Größen für die Hälfte des Wertes bügelapparate, Gasplätteijen, Gasim Teppichlager Brünn, Hadescher beleuchtung, spottbilligt BetroleumMarkt 4, Bahnhof Börse. 90/ 19* tocher, nichtrußend, zweiflammig 2,00. Möbelangebot. Im Auktions- Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32. Möbelspeicher, Mödernstraße 25, Hoch- Meyer, Brodhaus- Legiton, Teilbahn- Haltestelle Mödernbrücke, sollen zahlung, liefert Schulze, Weidenverschiedene gediegene Nußbaum- weg 51, II. + 42* möbel- Einrichtungen verkauft werden, Vorjährige elegante Herren darunter hochfeine Salongarnituren, Frühjahrs- und Sommerpaletots und Paneelsofas, Nußbaumpianio, Biblio- Anzüge aus feinsten Stoffen 25 bis theken, Ankleideschränke, Nußbaum- 40 Mart. Verkauf Sonnabend und buffets, Schreibtische 26,00, funtel- Sonntag. Bersandhaus Germania, nagelneue Ruhebetten mit prachtvoller Unter den Linden 21, II. Dibandede 22,50, hocheleganterSäulen trumeau 30,00, prachtvolle Salon Steppdecken billigst Fabrit Große teppiche, schon 18,00, Bimmerteppiche Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* 8,00, reichgesticte llebergardinen, Papageien, von Hamburg einSpachtelstores, Tüllgardinen, Stepp- getroffen, sprechende 20,00 an, Komdeden, Salonbilder, Standuhren, mandantenstraße 52, Restaurant. Plüschtischdecken 5,00, verschiedene Junge Frettchen, Staare, Drosseln, Gelegenheiten spottbillig. Lidere, lautfingende Schwarzplatten, Finken, Auktionator. 1690 Stanarienroller, Vorschläger, VogelTeppiche mit Farbenfehlern Fabril- bauer billig. Schnelle, Große Frant niederlage Große Frankfurterstraße 9, furterstraße 13. 1694* parterre. + 37* In der Jalousiefabrit von Bock-. Ringschiffchen, Bobbin, Schnell staller, Büdlerstr. 24, haben fämtKrankenfahrstühle für Bimmer näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, Möbliertes Zimmer, 14 Mart. liche Kollegen wegen Lohndifferenzen und Straße täuflich und leihweise in gebrauchte 12,00. Stopniderstraße 60/61, Brewis, Stottbuserdamm 91 vorn III. zu richten an L. Nemelka, die Arbeit niedergelegt. allen Preislagen. Kopp, Elsasser- Prenzlauerstraße 59/60 und Große stelle passend. Heinrich Hoppe, Acer- Almosenfrau fann sofort billig Mühlenbauanstalt u. Maschinenfabrik, Zuzug ist fernzuhalten. straße 95. 93/ 11* Frankfurterstraße 43. + 97* ftraße 21( neben der Markthalle). Steinwohnen. Bietad, Kreuzigerstr. 2. Wien XI. 18252 83/8 Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Verschiedenes. Kunststopferei von Frau Kokosky, Steinmenstraße 48, Duergebäude hochparterre. Fahrradgesuch, auch defekt, Raylaff, Schönhauser Allee 163a. 91/ 1* Mittagstisch, vorzüglich, mit Bier fünfzig Pfennig; große Auswahl. Abendtisch zu fleinen Preisen. Gutgepflegte Biere. Vereinszimmer, 30 bis 50 Berfonen, auch zu Zahl 19825* Genoffen empfehle mein Cigarrengeschäft. Althof, Rigaerstraße 116. Vereinszimmer, für Gesang- und größere Vereine passend, zu vergeben. Dalldorferstraße 25, Stnappe. 19776* Vermietungen. Zimmer. Farbigmacher finden lohnende und dauernde Befchäftigung Goldleistenfabrik 18092* B. Groß A.-G., Leipzig- Neudnik. Tüchtige, unverheiratete Werkzeugmacher, die mit modernen Werkzeugmaschinen bertraut find, werden gesucht. Off. mit Lohnangabe u. Zeugnissen Wir ersuchen die Kolleginnen und Kollegen dringend, nur durch unsren Arbeitsnachweis( Restaur. Maquardt, Mendelssohnstr. 9) Arbeit nachzusuchen. Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend. 102/ 7* J. A.: Grandel, Vorsitzender. Achtung, Holzarbeiter! 20. w w 2. Keilkge des„Psnirts" prrliitrt Pollislilslt. 16 im GewerkrchaftUcbes* Berlin und Umgegend. Partieller Streik der Kiirfchner. Eine Versammlung, die der Verband der Kürschner Berlins einberufen hatte und die von mehr als 6sch ast Berlin und Umgegend, E. G.m.b.H. erzielte in ihren 11 Verkaufs- stellen einen Umsatz von 78 903,99 M., gegen den durchschnittlichen Monatsumsatz dieses Geschäftsjahres ein Mehr von 8500 M. Der Berliner Konsum-Verein, welcher ebenfalls 11 Verkanssstellen besitzt, hatte einen Umsatz von 63 709 M., also mich fast 3000 M. mehr, als der durchschnittliche Monatsumsatz dieses Jahres betrug. Der Konsumverein Charlottenburg, E. G. m. b. H., erzielte in seinen drei Verkaufsstellen einen Umsatz von 13 220 M. Auf die einzelne Ver- kaufsstelle kommt hier demnach ein Umsatz von 4405 M, während im Berliner Konsumverein 5337 M. und in der Konsum-Genosscn- schaft Berlin imd Umgegend 7173 M. auf die einzelne Verkaufsstelle un Durchschnitt entfallen. Zu- und Wegzüge von Einkommenstenerzahlcrn nach und von Berlin. Die Einkommensteuerzahler Berlins haben sich im ersten Vierteljahr 1903 durch Zuzüge um 11 723 vermehrt, aber andrer- seits durch Wegzüge um 8898 vermindert, so daß sie im ganzen sich durch Wanderung um 2825 vermehrt haben. Beachtenswert ist, daß die unteren Einkommenstufen durchgängig mehr Zu- als Wegzüge, die oberen durchgängig mehr Weg- als Zuzüge aufweisen. Die Stufen von 900 M. vis 3000 M. hatten 11 323 Zuzüge und 8292 Wegzüge, also y»n Mehr von 3031 Zuzügen(davon die Stufen von 900 M. bis 1200 M. allein 7778 Zuzüge und 5474 Wegzüge, also ein Mehr von 2299 Zuzügen). Dagegen hatten die Stufen über 3000 M. nur 400 Zuzüge und 606 Wegzüge, also ein Mehr von 206 Wegzügen. Ein beträchtlicher Teil dieses Austausches durch Wanderung kam auf die Vororte, doch war naturgemäß das Verhältnis zwischen Zu- und Wegzügen bei den einzelnen Orten verschieden. Am stärksten war der Austausch mit Charlottenburg(983 Zuzüge von dort, 874 Weg- züge nach dort), ferner mit Schöneberg(473 Zuzüge, aber 645 Weg- züge), Rixdorf(299 Zuzüge, aber 494 Wegzüge), Lichtenberg(183 Zu- züge, 155 Wegzüge), Weißens« ,{174 Zuzüge, 164 Wegzüge), WilmerS- dors(122 Zuzüge, aber 218 Wegzüge) zc. Schöneberg imd Rixdorf zeigten übrigens in allen, Wilmersdorf in fast allen Stufen mehr Wegzüge nach dort als Zuzüge von dort. Zwei Einbrecher in der Falle. Als ein Geschäftsmann in der Kaiserstraße vorgestern, Sonnabend, von einem Ausgange nach seinem Comptoir zurückkehrte, sah er zu seiner Verwunderung, daß die Thür aufstand. Nichts Gutes ahnend, warf er sie zu und verschloß sie. Um zu sehen, was sich weiter ereignen werde, blieb er vor der Thür stehen und bat einen Mann, den er vor dem Comptoir traf, die Polizei zu holen. Der sagte auch zu und beeilte sich, hinaus- zukommen, ließ sich aber nicht wieder sehen. Erst nach einiger Zeit holte eine Dame, die dazu kam, einen Schutzmann. Nun fand man in der Falle zwei alte Einbrecher, Aurel Zacharias und Franz Howe, die beide schon sehr lange im Zuchthause gesessen haben. Durch einen Sturz vom Bock ist vorgestern, Sonntagabend, der Droschkenkutscher Hefhorn aus der Boyenstr. 12 schwer verunglückt. Als er sich ans dem Heimweg in der Scharnhorststraße befand, scheute sein Pferd und ging durch. An der Ecke der Kielerstraße stürzte der Gaul und der Kutscher fiel bei dem Ruck vom Bock und schlug mit dem Kopfe so heftig auf die Bordschwelle auf, daß er besinnungslos liegen blieb. Ein Schutzmann und andre Leute brachten den Ver- »nglückten nach dem nahegelegenen Garnisonlazarett l und von dort, nachdem er einen Verband erhalten hatte, nach der Eharitä.— Ein andres durchgehendes Droschkengespann hätte um 7� Uhr in der belebten Gegend des Schönhauser Thores beinahe Unheil angerichtet. Es lief ftihrerlos von' der Dragonersttaße nach der Linienstraße, entging an der Ecke der Alten Schönhausersttaße ganz knapp einem Zusammenstoß mit einem Straßenbahnwagen und wurde erst zum Ziehen gebracht, als der Schutzmann Giehmann vom 15. Revier sich dem Thier ffn die Zügel warf. Der Beamte wurde noch ein Stück Weges mitgeschlcist, kam aber unversehrt davon. Vor den Augen seiner Mutter überfahren wurde der vierjährige Sohn Erich des Arbeiters Liste aus der Utrechterstx. 6. Frau Liste nahm ihren Sohn beim Einholen mit. An der Ecke der Pasewalker- und Gerichtstraße riß sich der Kleine, der etwas wild war, von der Mutter los und lief auf den Damm, gerade unter die Pferde eines Brauerwagens, der in diesem Augenblick aus der Gcrichtsträße in die Pasewalkerstraße einbog. Ein Rad ging dem Unglücklichen über den Unterleib und verletzte ihn so schwer, daß er im Paul Gerhardt- Stife starb. Den Kutscher trifft, wie auch die Mutter des ver- unglückten Knaben bezeugt, keine Schuld. Durch flüssiiges Eisen wurde am Sonnabend, den 13. d. M., dem in der Eisengießerei von A. Borsig in Tegel beschäftigten Formerlehrling Arthur Heine die ganze hintere Körperseite schreck- lich verbrannt. Heine lernte dort circa 2 Jahre und ist 16 Jahre alt.— Zum Wegtragen der Gießpfannen mit flüssigem Eisen werden vorne am Stiel Arbeiter verwandt. Bei Borsig werden zu dieser Beschäftigung sehr häufig durch Formermeister Wille die Lehr- linge bestimmt. Die Former haben diesen Uebelstand beim Vor- 'telligwerden zur Sprache gebracht. Denselben ist auch Abhilfe ver- sprachen worden. Die Meister haben sich aber darum nicht be- kümmert. Heine hatte sich geweigert, an die Pfanne anzu- nssen, da er erklärte, zu schwach zu sein und auch eine schlimme Hand habe. Er mußte aber trotz- dem zufassen. Beim Tragen entglitt ihm der Trage- stock, er kam zum Fallen und das flüssige Eisen ergoß sich über ihn. Beim Ablöschen hat sich der Meister Haupt in hervor- ragender Weise beteiligt. Nachdem das Unglück geschehen, durste kein Lehrling mehr Eisen tragen, da waren mit einem Male genügend Hilfsarbeiter vorhanden. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen, wird derselbe zugedeckt. In der Gießerei- Abteilung herrschen im Borsigschen Betrieb überhaupt zustände, welche dringender Abänderung bedürfen. Es wäre hier der Unfallberufsgenoffenschaft ebenso der Gewerbe- Juspettion Gelegenheit geboten, beffernd einzugreifen. Neu- Weißenfee. Wiederum hat die Gemeinde Alt- Weißensee| welcher von ihm eine Unterstützung haben wollte und hinausgewiesen an die hiesige Gemeindevertretung den Antrag gestellt, das worden war, unter seinen Fenstern eine Sammlung veranstaltet Kanalisationsnet auch auf ihre Gemeinde auszudehnen. Gemeinde auszudehnen. Alt- hatten. Weißenfee hat eine Kommission gewählt, welche mit einer solchen von Neu- Weißensee in Unterhandlung treten will. Um nun endlich Steglit. Der Prozeß gegen den früheren Kirchendiener Frige, Das Waffer der Berliner Wasserleitung wird bekanntlich in ein bestimmtes Resultat zu erzielen, wurde dem zugestimmt. Von welch letzterer bekanntlich wegen fortgefeßter Beraubung des Opferabsehbarer Zeit, sobald der Umbau des Werkes Friedrichshagen unsrer Seite gehört Taubmann der Kommission an. stockes unfrer evangelischen Kirche feit langer Zeit in Untersuchungsvollendet sein wird, nur Brunnenwasser sein. Vorläufig entnimmt der Regierung, zwei Lehrer an einen Zeichenturfus für Fortbildungs- Die zweite Straffammer des Landgerichts Berlin II erkannte nach Der Antrag haft gehalten wurde, ist nun endlich aus der Welt geschafft worden. nur erst das Werk Tegel das Wasser aus Tiefbrunnen, während schulen teilnehmen zu lassen, wurde gegen 6 Stimmen abgelehnt, da an einen das Friedrichshagener Wert noch Seewasser liefert. Der Unterschied die Gemeinde anscheinend die Vertretungskosten nicht tragen kann, Bernehmung des Angeklagten und Anhörung von Sachverständigen auf vorläufige Einstellung des Verfahrens, weil sich wie der Härte sehr erheblich. Die Untersuchungen hierüber, die von war die Meinung der Haus- und Grundbefizer- Gruppe. Hinterher ergeben haben. Der Staatsanwalt hatte Freisprechung beantragt. zwischen See- und Brunnenwasser ist nun hinsichtlich der Temperatur Im übrigen hätten die Lehrer für ihre Ausbildung selbst zu sorgen, auf vorläufige Einstellung des Verfahrens, weil sich 3weifel an der zurechnungsfähigkeit des Angeklagten der Betriebsverwaltung der Wasserwerke ausgeführt werden, haben tamen dieselben Leute und wollten einen bedeutenden Zuschuß für ebeantragt. ergeben, daß z. B. im letzten Winter die Temperatur des Friedrichs die durch den Tod des Direktors eingegangene höhere Knabenschule, Da in der Verhandlung festgestellt wurde, daß auch eine Tochter während sie Anfang April bereits wieder auf 9,4 Grad Celsius unsre Genossen, weil der Punkt nicht auf der Tagesordnung ſtand nittene Unfall burch den slöppel der Kirchenglode rüdwirtende kraft hagener Seewassers Anfang Februar nur 1,4 Grad Cels betrug, welche nunmehr wieder ins Leben gerufen ist, jedoch protestierten des Frize an" Kleptomanie"( anscheinend ein Krankheit aller „ besseren" Spizbuben) leidet, scheint der von Frize angeblich erstand. Dagegen stand zu denselben Zeitpunkten die Temperatur des und in derselben Meinung, daß die Ausbildung ihrer Kinder auch littene Unfall durch den Klöppel der Kirchenglocke rückwirkende straft Tegeler Brunnenwassers auf 10,7 Grad Celsius bezt. 10,6 Grad die betreffenden Eltern zu tragen haben. Was man der Volksschule gehabt zu haben. Celsius. Beim Brunnenwasser sind die Temperaturunterschiede ganz verweigert, soll man doch einer höheren Privatschule nicht zuwenden. Der Amtsvorsteher Milinowski von Zehlendorf im Dienste gering, während die Seewaffertemperatur bedeutenden Schwankungen Die Errichtung von givei neuten Lehrerſtellen wurde angenommen. Hammers. Das amtliche Bureau dient jetzt zu gleicher Zeit auch unterworfen ist. Auch in der Härte unterscheidet sich, wie bekannt. Polizeiwunder oder Märchen? Wie wir in Nr. 119 berichteten, hiesige Einwohner mit Ballen von Flugblättern beladen zur Ver als fonservatives Versandhaus. Von hier aus schickt Herr Milinowski Brunnenwasser von Seewasser. Von Januar bis, April 1903 hatte das Friedrichshagener Seewasser zwischen 4,5 und 5,3 Härtegrade, hatte in Werneuchen ein Gastwirt seinen Saal, wo eine Wähler- teilung aus. 5 M. wurden früher dafür bezahlt, diesmal giebt es dagegen das Tegeler Brunnenwasser zwischen 8,0 und 8,3 Härtegrade. versammlung stattfinden sollte, zurückgezogen, weil angeblich die 6 M. Ob das alles ziehen wird? Ist es aber den Herren Beamten Polizei ihm zuviel Wunder" machte. Es hatten sich deshalb unsre Im Treptower Bark erfchoffen aufgefunden wurde gestern, Genossen beschwerdeführend an den Landrat des Kreises Oberbarnim( hier dem Amtsvorsteher) denn nicht verboten, in amtlicher EigenSonntag, morgen ein unbekannter Mann von 18 bis 20 Jahren. gewandt, welcher nunmehr folgenden Bescheid gab: schaft Wahlpolitik zu treiben?!- milit In seinen Kleidertaschen fand man einen Frachtbrief mit der Adresse: mag gillst egrolidonstoug Alex Tamborini in Magdeburg, Absender Otto Zander, Freistadt in Schlesien. Vielleicht führt dieser Anhaltspunkt zur Feststellung der Persönlichkeit. Die Leiche wurde nach der Friedhofshalle in Treptow gebracht. . = Aus den Nachbarorten. Nieder- Barnimer Wahlkreis. pillig Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diez Berlag) ist soeben das 37. Seit des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Vor Thoresschluß. Groß- und Kleinbetrieb in der Landwirtschaft. Bon Gustav Bang. Der Arbeitsvertrag. Von Wilh. Liebknecht. Der Kampf gegen die Tuberkulose. Bon Dr. Ludwig Teleky. Litterarische Rundschau: H. Haad und H. Wiechel, Kartogramm zur Reichstagswahl. Bon Adolf Braun. Sven Lange, Ein Verbrechen. Leonid Andrejew, Der Gedanke und andre Novellen. Notizen: Aus den Mitteilungen der Glasberufsgenossenschaft. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchNeue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post gung. 35197 2110 Die vom Gastwirt Wittenberg in seinem Schreiben vom 16. Mai d. J. aufgestellte Behauptung: die Polizei macht ihm Vermischtes.pital wegen der Vermietung des Saales zweds Abhaltung einer jocial- Vermifchtes. demokratischen Versammlung viel Wunder", entspricht nicht den er tün Thatsachen. Vielmehr hat Wittenberg nach seiner eignen Aus- Die Minifter können uns sonst was! Eine hübsche Geschichte wird jezt bekannt: Minister Budde saß vor kurzem auf einer InspektionsKinderspiele. Die im vergangenen Jahre vom Turnverein sage diese Behauptung bewußterweise nur als Ausrede gereise in einem Abteil erster Klasse. Ein Mitreisender zündete sich braucht, und lediglich aus eignem Antriebe, gänzlich unbeeinflußt Fichte" versuchsweise eingeführten Kinderspiele haben wohl all- braucht, und lediglich aus eignem Antriebe, gänzlich unbeeinflußt gemeinen Anklang gefunden und hat der Verein in wirksamer Weise von der Polizei, die Hergabe seines Saales verweigert, mit der vielen Leuten eignen Seelenruhe eine Cigarre vor den verfucht, dem Mangel an Spielgelegenheit besonders für die ärmere Ich weise daher Ihre Beschwerde als unbegründet zurück. Herrn in furzen Worten darauf aufmerksam, daß das Rauchen Augen des darob erstaunten Ministers an. Budde machte den Jugend abzuhelfen. Auch in diesem Jahre gedenkt der Verein die J. V.: Heitmann." in einem Abteil erster Klasse nur unter Zustimmung der MitSpiele zu pflegen und bittet alle Eltern, ihre Kinder, Knaben und Unseen Parteigenossen, welche sich jetzt in einem Wahlverein reifenden gestattet sei. Der Herr nahm von dieser Belehrung Mädchen, zu den Spielen zu entsenden. Der Beginn der Spiele ist organisiert haben, der bereits 30 Mitglieder umfaßt, kommt diese durch eine kurze Handbewegung Notiz und rauchte weiter. auf Sonntag, den 21. Juni, festgesetzt und soll an neun Sonntagen Sache märchenhaft vor, denn auch einem andren Lokal, wo ihre Den Rest der Cigarre warf er aus dem Fenster, um sich sofort eine vormittags von 9-12 Uhr gespielt werden. Bersammlungsort für Gründung stattfand, wird von der Polizei ganz besondere Beachtung zweite anzustecken. Der hierdurch start getränkte Minister er ben NO.- Bezirk: Landsbergerplatz am Kriegerdenkmal; SO.- Bezirk: geschenkt. Die Arbeiterschaft, auch die gewerkschaftlich organisierte, flärte dem Herrn, daß er ein gewisses Interesse an der stritten Oberfreiarchenbrüde am Schlesischen Busch; N. Bezirk: Bahnhof wolle fich obige Aussagen des Gastwirtes Wittenberg merken und in Innehaltung der Verordnungen der Eisenbahnbehörde habe, da er Beusselstraße. Abmarsch von allen Plägen pünktlich 8½ Uhr. entsprechender Weise würdigen. Ein mit Gewerkschaftsemblemen ge- der Minister Budde sei. Bei diesen Worten überreichte er schmückter Saal sollte für alle Arbeiter zu haben sein.nl tilfeinem vis- a- vis die Karte, die dieser nur eines flüchtigen Blickes In der Abteilung für Kunst und Wissenschaft der Wilden- Schöneberg. 3 u verlässige Personen zum Verwürdigte und unter kräftigen Zügen aus seiner Cigarre wortlos schaft der Technischen Hochschule hält am Mittwoch, den 17. Juni, Herr Dr. Magnus Hirschfeld einen Vortrag über Schlaf, teilen von Wahlzette In"" Stimmzettelberteiler wollen in die Tasche steckte. Der Zug hielt auf der Station H., auf Hypnose und Suggestion; Beginn 88% Uhr abends im Charlotten- sich melden" so konnte man in der Sonntagsnummer des Schöne- welcher der Herr, ohne den Minister zu beachten, ausstieg. Hierberger Tageblatts" lesen. Daß auf solche Wege diese Suche nur durch gereizt, forderte Budde den dienstthuenden Stationsburger Kasino, Berlinerstr. 121. von dem sogenannten" Mischmasch" ausgeht, ist offenbar. Ob ton beamten auf, den Namen des Herrn festzustellen. Auf Aufforderung pal alteſervativ oder antisemitisch, ob freisinnig oder national, von Idealis- des Beamten griff der Herr in die Tasche und überreichte ihm die mus in jenen voltsfeindlichen Kreisen ist keine Spur und logischer- eben erhaltene Karte des Ministers und verschwand in der den weise auch nicht zu verlangen. Zeigt sich doch in dieser Suche Bahnhof verlassenden Menge. Der Beamte schaute zuerst erstaunt nach praktischer Unterstüßung" so recht die ganze Jämmerlichkeit des die Karteran, warf einen langen Blick hinter dem Herrn her und Zwei hochinteressante Versammlungen fanden am Sonntag, den gesamten Breies der im Kampf gegen die Socialdemokratie ver- trat langsam auf Herrn Budde zu mit den Worten:„ Ja, verehrter 14. d. M., im Kreise Nieder- Barnim statt, in denen der Kandidat, einigten Ordnungshelden. Wie turmhoch dagegen hebt sich im Eifer Herr, da wird wohl wenig zu machen sein. Das war ja der Herr Herr Ringel, aller nationalen Parteien sein Programm entwickelte. für ihre gerechte Sache die socialdemokratische Partei ab. Keine Minister selber!" Wenn die Geschichte nicht wahr ist, so ist sie In Zählendorf wurde die Versammlung um 2% Uhr eröffnet. Opfer scheuend, stellt sich die Klassenbewußte Arbeiterschaft in den doch hübsch erfunden. Duits mod Herr Ringel las pflichtgemäß seinen Vortrag vom Papier ab. Nach Dienst der Allgemeinheit- Tausend und Abertausend sind am Wahldem er für Aufbesserung der kleinen und unteren Beamtengehälter tage zu praktischer Arbeit zur Verfügung, zum großen Neid und Eingegangene Druckfchriften. eingetreten, nahm er sich mit sehr warmem Herzen der Landwirtschaft Merger ihrer Gegner, und in diesem Zeichen muß uns eher oder an, insbesonder der Gärtnerei. Jm allgemeinen gingen feine Aus- später der Sieg zufallen erwarten wir frohen Mutes den Ausfall führungen dahin, daß er allen„ bernünftigen Forderungen" im der heutigen Wahl! Darum auf zum Sieg für unsren Genossen Reichstag zustimmen würde. Er hob noch hervor, daß die Social Frik Zubeil im Teltow- Beestowo- Charlottenburger Wahlkreisel demokraten im Reichstage alle Vorlagen zur Besserstellung der ArRummelsburg. Die lekte Gemeindevertreter- Sißung beschäftigte beiter abgelehnt hätten, so daß die Socialdemokratie eine arbeiterfeindliche Partei wäre. Zum Schluß ging er auf die Broschüre des sich mit der Erhöhung der Gebührensäße für Wasserleitung, HausMefferhelden, Korbmacher Fischer, auf die Religionsfeindlichkeit, das anschlüsse; da bei dem jebigen Preis die Gemeinde mit Verlust Ehe- und Familienleben der Socialdemokratie ein. In der Disarbeitet, wurde beschlossen, die Preise in Höhe des Berliner Tarifs tuffion legte Genosse Richard- Reinickendorf klar, daß die Waren- festzusehen. Aus Anlaß einer Auflassung eines Terrains an die haussteuer auf die Produzenten und Konsumenten zurückfalle, der Eisenbahn- Verwaltung stellte der Gemeindevorstand in Aussicht, daß handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro ganze Handwerker- und Mittelstand durch die Entwicklung der Technik dadurch die unhaltbaren Zustände am Bahnhof Rummelsburg- Ost Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Bostanstalten ist die durch Zuschütten oder Einrohren des Kuhgrabens beseitigt würden. und des Kapitalismus gedrückt und vernichtet werde; daß der größte Beschlossen wurde ferner der Erlaß einer Polizeiverordnung, wonach nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Feind des Mittelstandes das Großkapital und der Großgrundbesitz Feind des Mittelstandes das Großkapital und der Großgrundbesit das Treiben und Umherlaufen von Vich in den Straßen des Ortes Probenummern stehen jederzeit zur " Tei. Nachdem noch einige Freunde des Herrn Ringel zu seiner verboten ist. Aus Anlaß einer Petition des hiesigen Vereins der Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Unterstützung das Wort genommen, und den Genossen Richard scharf Gewerbetreibenden wegen Aufhebung des Straßenhandels wurde( Stuttgart, Diet Verlag), ist uns soeben die Nr. 13 des 18. Jahrganges angegriffen, nahm Genosse Richard notgedrungen nochmals das Wort. vom Gemeindevorstand eine Vorlage eingebracht, aus ordnungs- zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Rot. Nachdem er etwa 5 Minuten gesprochen, und die Herren in gebühren- polizeilichen Gründen das Ausrufen und Feilhalten von Waren, Gedicht von Klava Müller. Für Ordnung, Eigentum und Familie! der fachlicher Weise abgefertigt hatte, wurde ihm vom Versamm Beitschenknallen, Pfeifen und Singen in den Straßen zu verbieten. Berräter proletarischer Frauenintereſſen, nicht Bertreter. Wir kämpfen für Iungsleiter das Wort entzogen, worauf die anwesen- Ein Teil der Vertreter, darunter unsere Genossen, wandten sich ent- Henriette Fürth. Frauenrecht. den Genoffen es vorzogen, den Saal zu verlassen. In Lieben walde wiederholte sich dasselbe Schauspiel. Herr Ringel las sein schieden gegen diese Beschränkung der Gewerbefreiheit, während Bon Luise Bick. Aus der Bewegung.- Feuilleton: Ein Streber. Bon einige ausbesiker etwas unvorsichtig ausplauderten, daß es Philipp Langmann.( Schluß.) Notizenteil: Weibliche Fabrikinspektoren. Programm Wort für Wort ab. Hier waren 24 Genossen, die sich dann möglich wäre, die Läden vorteilhafter zu ver Bürgerliches Recht der Frau. Frauen auf der Agitationstour befanden, mit etwa 30 Liebenwalder Genossen in der Versammlung erschienen. Nach der Programm- Ablefung des vertagt, so daß vorläufig die Vernichtung des Straßenhandels am 10 Bf., durch die Bost bezogen( eingetragen in der Reichspoft- Zeitungsliste Schließlich wurde die Beratung auf unbestimmte Zeit bewegung. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Herrn Ringel sprach als erster Diskussionsredner Herr Forstmeister Orte abgewendet ist. für 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Heher. Nachdem der die Socialdemokratie tot geredet zu haben glaubte, sprach er feine Berwunderung darüber aus, daß sich in Zählendorf Reinickendorf. In der Sitzung der Gemeindevertreter vom Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. ein Socialdemokrat erdreistet habe, das Wort zu ergreifen, um sie zu 11. Juni wurde zunächst über Auflaffung von Straßenland- Barzellen belehren zu suchen. Aus Angst, daß hier etwa auch socialdemokratische Beschluß gefaßt. Die Friedrich Karlstraße soll gepflastert werden, um amig Agitatoren das Wort nehmen würden, wurde die Redefreiheit auf mehreren anliegenden Grundbesizern soll auf deren Gesuch hin der off a Briefkaften der Redaktion. 5 Minuten beschränkt. Troßdem scheuten sich die Genossen Richard Zuschuß zu den Pflasterungskosten in Höhe von 3750 Mart gegen. B. 417. Bei Meldungen zum Feuerwehrdienst haben die und Schumacher nicht, die Ausführungen der national gesinnten 4 Proz. Zinsen gestundet werden. Bei der Wahl der Mitglieder zu meisten Aussichten ganz junge Leute, die einen tadelfreien Militärdienst Herren zu widerlegen und ihren Gewährsmann, den Messerstecher den verschiedenen Kommissionen wurden unser Genosse Schilling hinter sich haben und Bauhandwerker oder Fahrer find. Papiere: MilitärNorbmacher Fischer, zu charakterisieren. Als die Herren, durch die in die Kassen, Genossen Schilling und Ohl in die Wege- paß, polizeiliches Führungsattest, womöglich auch ein Ausweis über die Genossen in die Enge getrieben, nichts zu widerlegen wußten, famen Kommission wiedergewählt. Als Schiedsmänner wurden die Herren berufliche Tätigkeit( Lehrbrief, Arbeitszeugnis usw.). Schriftliche Meldungen Lindenstr. 41. sie mit ihren ollen Kamellen. Genosse Schumacher sollte ihnen doch Schimmel und Grassow wiedergewählt. Herr Stoff bringt die An- an die Abteilung für Feuerwehr, zu Händen des Branddirektors Giersberg", Zwei Wettende. Neun Nullen. A. S. 42. BeIn einer Stedezeit von 5 Minuten den socialistischen Zukunftsstaat griffe des Niederbarnimer Boltsblattes" gegen den Amisvorsteher ſtimmte Sommerfrischen können wir nicht empfehlen. Angelgelegenheit bietet die Mark fast überall. Wohnungen sind, je weiter von Berlin, desto entrollen! Dieser Aufforderung kam der Genosse trotzdem, so gut es sowie gegen mehrere Gemeindevertreter zur Sprache.pro in der Zeit möglich, nach. Die Herren gaben denn auch zu, daß sie Der Amtsvorsteher giebt zu 1899 für Verbilliger. Bermeiden Sie die Ausflugsgebiete. Die Gegend von Storkow K. N., Spandau. 1. Jmmer, von den Socialdemokraten in jeder Beziehung lernen müßten und mittelung von Grundstücksverkäufen 4000 Mart oder Beeskow ist noch wenig besucht. 1888.2 2. 25 Jahre. x. y. Ja. versicherten, daß, wenn sie in ihrer Bewegung so intelligente Arbeiter Provisionen ohne Bedenten eingestrichen zu haben. mit Ausnahme von 1881 bis 1883. Juristischer Teil. hätten, wie die Anwesenden, und diejenigen, die heute in Lieben- Dr. Berliner ist der Meinung, daß die Gemeindevertretung fich garisi 19 Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme Sonnabends walde Flugblätter verbreitet, die Socialdemokratie in ein paar nicht darum zu scheren habe, da es außerdienstliche Geschäfte Jahren aus der Welt geschafft wäre. Einer der Herren gab folgendes zum besten: Da kommt heute auch solch ein Kerl mit einem ein Beamter nicht mal außerdienstlich nebenbei Flugblatt zu mir. Er war sehr höflich, infolge deffen nahm ich es ihm ein Gefchäftchen machen sollte. Die Entwicklung von sulat. ab. Ms ich es genauer befah, war es von dem Juden Stadthagen, Wilhelmsruh beweise, daß dies manchmal zum Vorteil für die 3. M., Hussitenstraße. Nach dem Buchdrudertarif darf für die infolge E. K., Wilhelmstraße. Die Steuer muß gezahlt werden. Sie haben ich zerriß es und schmiß es durchs Fenster dem Kerl Gemeinde sei. Dieses Pamphlet sei widerlich, noch widerlicher seien Ausübung der Wahlpflicht versäumte Zeit Lohn nicht abgezogen werden. an den Kopf. Der war aber still und lächelte dazu. Ich sagte die großen Pamphletisten.( Sie meinen doch Ihre Freunde, die mir, der ist schlauer als ich. Es kam dann einer seiner Ge- die Sudelbroschüre vom Korbmacher Fischer hier am Orte verbreiten noffen zu ihm mit der Frage: Warst Du schon in diesem Hause?" lassen, nicht wahr Herr Doktor!) Genne D'hi fit per Meinung, daß es besser sei, wenn ein Die Antwort war" Ja, der er hat mir das tugatan het Amtsvorsteher keine derartigen Gelbgefchäfte Kopf geworfen. Sein Genoffe erwiderte:" Gegen die Dummheit der Menschen kämpfen die Götter selbst vergebens." Ich bekenne hiermit, daß ich der Blamierte war. Solche Arbeiter müßten Drudereibefizer Schemmel, dahingehend, daß sie als GemeindeDie Angriffe gegen den Bauunternehmer Dermißel und Das glauben wir. Zu den wir in unsrer Bewegung haben! Gegnern kommen allerdings nur Arbeiter vom Schlage des Korb- vertreter und Schöffen hervorragend an den Gemeindelieferungen beteiligt feien, wurde als unbegründet hingestellt. Ein Beschlug wurde in dieser Angelegenheit nicht gefaßt. Alsdann fand eine geheime Sigung statt. macher Fischer! 4 mieten. Konstituierender Konsumgenossenschaftstag in Dresden. Bon In eigner Sache. Von K. Z. Koalitionsfreiheit! Sociale Gesetzgebung. 1 d feien, er bezeichne es als eine positive Dummheit, wenn von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. des C. W. 1. und 2. Nein. 3. Wenden Sie sich an das französische Konmache. ( 19 .00 Liverpool 100. Sie können nach England Burst senden. trag ist an den Gemeindevorstand zu richten. f. D. S. Sie müssen für sich 30 Broz, für jedes Ihrer Kinder 10 Broz.( insgesamt aber nicht über 60 Broz.) des ortsüblichen Tagelohnes zu beanspruchen. Der Anber Göhneiderfajfe beitreten. F. R. 64. Ein Recht auf HeilstättenBehandlung steht den Versicherten nicht an, die Invaliditäts- Anstalt kann aber ohne Rüdicht auf die Anzahl der geklebten Marken einem auf 1000. Ja. Heilstätten- Behandlung gerichteten Antrag stattgeben. Friedrichsberg 101. Antworten Sie nicht ich, sondern nur die Kasse ist zahlungspflichtig. A. R. 13. Sie werden danach nicht befragt werden, Preuße. Das Vers tönnten die Frage aber eventuell nicht hindern. langen des Regierungspräsidenten ist unberechtigt. Legen Sie Beschwerde beim Oberpräsidenten unter Bezugnahme auf§ 7 des Gesetzes vom 1. Juni 1870 und§ 9 des Gesetzes vom 22. April 1871 ein. jad and of Ein wunderliches Bersammlungsverbot. Zum Sonntag war eine öffentliche Wählerversammlung nach Nahnsdorfer Mühle einberufen. Baumschulenweg, 14 Juni. Ein gebildeter Geiftlicher in Groß- inspi Darauf erließ der Amtsvorsteher der Oberförsterei Köpenick, Herr Machnow. Der Herr Geistliche verbietet uns jedesmal, auf feinem Witterungsübersicht vom 15. Juni 1903, morgens 8 Uhr. Kottmeier, an die Wirtin, Frau Anna Klemm, folgendes Verbot: Grundstück Flugblätter usw. zu berteilen. Aus diesem Grunde haben " Barometer Wind richtung Windstärke Better Temp. n. C. 5°. 4° 9. Stationen Barometer richtung Windstärke Better Temp. n. T. 5° E. 4° R. 4 wollen! 10 Bum Sonntag, den 14. Juni, nachmitttags 2 Uhr, ist für Ihr wir bei der heutigen Land- Agitationstour auf seinem Grundstück Lokal eine Wählerversammlung angemeldet worden. Es wird feine Schriften verabfolgt. Als wir fertig waren und bei ihm vorbei- Stationen Ihnen hiermit verboten, Ihr Lokal zu dieser Versammlung famen, stand er an der Gartenpforte und da er, nach dem Teltower herzugeben. Sollten Sie dies dennoch thun, so wird eine hierdurch Kreisblatt", in einer Versammlung, wo tüchtig auf die Socialdemo angedrohte Erefutibstrafe von 60 Mart, an deren Stelle im Nicht- traten gefchimpft wurde, im Bureau gesessen hatte, hielt ein Genoffe 3bededt 14 Haparanda 759 S beitreibungsfalle entsprechende Haft tritt, gemäß§ 132 ff. des Gefezes es für seine Pflicht, ihm das socialdemokratische Flugblatt zu geben Swinemde. 758 OND 4bedeckt 12 Betersburg 762 DND 2 bedeckt 10 über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1888 festgefegt und zwar mit den Worten:" Herr Pfarrer, Sie beschäftigen fich ja Hamburg 757 DND Berlin 3 bededt 14 Cort 762 NND 4wollig 11 auch mit der Politit, ich darf Ihnen deshalb wohl auch unfre Flug Frant.a.M. 754 und vollstreckt werden." 5 Regen 12 Aberdeen Selbstverständlich fümmerten fich weder Einberufer, noch Referent blätter geben?" Als der Genoffe ihm auf die bejahende Antwort München 6 wolfig 12 Baris 757 SS28 2bedect 8 ( Stadthagen), noch die aus Nahnsdorf, Schöneiche, Fichtenau und das Flugblatt gegeben hatte, drehte sich der Diener der christlichen Bien Umgegend erschienenen etwa 200 Versammlungsbesucher oder gar Religion um, legte die Hände symbolisch unter sein emporgehobenes Wetter- Prognose für Dienstag, den 16. Juni 1903. die Wirtin um das jeder Begründung und gefeßlichen Grundlage Jadett und jagte:„ Das könne man zu was andrem gebrauchen!" Bunächst etwas wärmer, boriviegend trübe mit Regenfällen und mäßigen entbehrende Verbot. Die Versammlung verlief prächtig, die Wirtin Auf die Socialdemokratie ist der Herr unter anderm deshalb immer füdwestlichen Winden; später aufflarend aber etwas fühler. меб Berliner Wetterbureau. wird gegen die Störung ihres Besitzrechts Beschwerde einlegen. noch ärgerlich, weil wir vor vier Jahren für einen armen Mann, bio s Verantwortlicher Redakterr: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 90 756 OND 758 29