Nr. 140. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 ẞfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 tart, für das übrige Auslans 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Vorwärtsm Berliner Dolksblatt. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Stichwahlen! Freitag, den 19. Juni 1903. 4. gegen jede Ausnahmegesetzgebung und gegen jede Ver- Mannheim. schlechterung des bestehenden Rechtszustandes, 5. gegen jede neue Militär- und Marinevorlage, die höhere Celle. Lasten erfordert, einzutreten. fünden." Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. +6100. Ausschlaggebend: Centr. 6500. D. p. 2800. 558. Harburg.+2972. Ausschlaggebend: Welfe: 7372. B. d. 2. 4418. Ist tein Kandidat vorhanden, der bereit ist, diese BeAusschlaggebend: Welfe: 3639. Bündler: 579. dingungen anzunehmen, so ist strenge Wahlenthaltung zu ver- Offenbach.+4629. Ausschlaggebend: Centr. 6313. 19. Hannoverscher Kreis.+4382. Mülhausen- Elsaß. 278. Ausschlaggebend: B. d. 2. 3055, Welfe 1625. Ausschlaggebend: Centr. 4210. Ausschlaggebend: Demokrat 500. Ausschlaggebend: Mittelständler 4594, Centrum und + 5014. diverse 947. Durlach.+5204. Die stärkste Partei die stärkste Fraktion! Das muß unsre Stichwahl- Parole sein. Wir müssen das Unmögliche möglich zu machen suchen, wir müssen die uns verbleibende Woche ausnugen zur heißesten, angestrengtesten Arbeit. Die schwerere Es ist nach allem, was vorhergegangen, unmöglich, daß wir Aufgabe beginnt erst: unsern Sieg zu retten vor der Umstridung unfren Parteigenoffen empfehlen, generell die Freifinnigen zu und Verkrüppelung durch die fälschende Wahlkreiseinteilung. In unterstützen. Dagegen möchten wir uns der Erwartung hingeben, daß den Stichwahlen haben wir die Pflicht, Pflicht, der mächtigen einzelne einfichtige freifinnige Kandidaten, namentlich nach den Stimme des Volkes in der parlamentarischen 8ah1 Lehren der Hauptwahl, solche Bürgschaften bieten, daß wir sie so wenig gemindert wie es irgend geht Geltung zu ver- im Interesse der Bekämpfung der äußersten Reaktion unterstützen schaffen. Von den Stichwahlen hängt es ab, ob die können. Ob es für einen Socialdemokraten möglich sein wird, etwa Magdeburg. Nation um den Ertrag ihres so unzweideutig ausgesprochenen Herrn Müller- Sagan, dem Hauptmitschuldigen des Zollverrats, Willens zum erheblichen Teil betrogen werden soll oder nicht. Der wieder in den Reichstag zu verhelfen, möchten wir bezweifeln; München I. Dreimillionenschrei der erwachten Massen muß in der unmittelbaren wenigstens müßte er sichere Garantien gegen die Wiederkehr folcher gesetzgeberischen Arbeit zum entscheidenden Ausdruck kommen. Und Liebesdienste für die Kröcherei geben. Anders liegt es bei den Dortmund. das kann nur geschehen, wenn die Stichwahlen vollenden, was die Mitgliedern der Freisinnigen Vereinigung, anders auch bei den Hauptwahlen so über alle Maßen herrlich begannen! Volksparteilern, die noch ein bißchen ehrlichen Liberalismus sich bewahrt haben. Es ist nicht wahr, was die bürgerliche Presse behauptet, in der tüdischen Absicht, den Kampfeseifer zu lähmen, daß die Machtverhältnisse im neuen Reichstage unverändert bleiben würden tros unfres Sieges. Im Gegenteil, es ist durchaus erreichbar, die reaktionär- agrarische Zweidrittelmehrheit zu sprengen! Zu den Sigen, die wir bereits erobert haben, kommen mehr als 120 Stichwahlen, die durchaus nicht ungünstig sind. Gelingt es, nur einen erheblichen Teil, nur ein Drittel für uns zu retten, so ist die Socialdemokratie die stärkste Partei des Reichstages und das ist eine Notwendigkeit nicht nur im engeren Partei- Intereffe, sondern es ist die Verteidigung jeder gefunden Entwicklungsmöglichkeit unsrer Verhältniffe. Die furchtbare Stagnation, die durch das klerikal- konservative Agrarkartell seit Jahren auf unserm Vaterlande erstickend lastet, kann kann durchbrochen werden durch eine Verstärkung der Socialdemokratie. Es ist nicht zum mindeſten auch das Lebensinteresse des liberalen Bürgertums, daß die Herrschaft der Junker und Schwarzen, die nur noch auf dem ungleichen Wahlrecht beruht, geschwächt wird! Die Möglichkeit ist gegeben, wenn wir alle unsre Kraft einsetzen. +5154. Centr. 5014, 23. d. 2. 1000, B. Ausschlaggebend: Centr. 5284. Antif. 1082. Dem. 707. +12 000. Ausschlaggebend: Centr. 18 000, Frf. Bp. 1200, Bolen 2100. Guben- Lübben. 1520.( Gegen Carolath). Ausschlaggebend: Konf. 2677. Ausschlaggebend: vermutlich Konf. Auf drei Forderungen müssen wir unter allen Umständen bestehen: Aufrechterhaltung des Wahlrechts, Verwerfung jedes Aus- Hanan. 1000. nahmegesetzes und Verweigerung der Mindeſtzölle. Gerade in der Eisenach. Frage der Handelsverträge berühren sich die Interessen des Proletariats mit denen der liberalen Bourgeoifie, wenn sie sich 11. sächsischer Kreis Wurzen.+ 1069. Mit Konservativen und Bündlern. auch nicht decken. Wer die Fortführung unsrer Handelsvertragspolitit will, wer insbesondere auch die Zertrümmerung der parla 14. sächsischer Borna.+ 2126. Ausschlaggebend: Frs. Vp. 2502. mentarischen Ordnung, durch welche die Kardorff- Rotte ihren„ Sieg" erfochten hat, wieder beseitigen will, der muß unter allen Umständen es zu ermöglichen suchen, daß ein Socialdemokrat ihm seine Stimme geben kann. 359. Mehr aber als auf fremde Stichwahlhilfe vertrauen wir unsrer eignen Kraft! Schließlich ist es immer die Socialdemokratie, die auch die Forderungen des guten Liberalismus, selbst gegen den Merseburg.- 2217. Willen der Liberalen, verteidigt hat. Auf zu den Stichwahlen! Sie erft können uns den fruchtbaren Ertrag des ersten Sieges bringen. Das Wahlergebnis. Wir werden gut thun, uns zunächst nur auf uns zu verlassen. Wir müssen die Säumigen weden, die Lauen spornen, die Schwankenden festigen, die Bögernden vollends herüberziehen. Unser Wahlerfolg Ein flares Urteil über das Gesamtergebnis der Reichstagswahlen selbst ist das stärkste Argument für uns! Wenn drei Millionen deutsche ist immer noch nicht zu gewinnen. Ein Telegramm des W. Z. B. Männer kein Bedenken getragen haben, der Socialdemokratie ihre meldet allerdings vom 18.: 12. fächsischer Leipzig- Stadt.+ 996.( Gegner: Haffe, Kartell.) Ausschlaggebend: Frs. Vp. 3186. Ausschlaggebend: Lib. 3862. 3. fächsischer Bautzen. 164.( Gegner Gräfe, Kartell.) Ausschlaggebend: Frs. Vp. 1790. Centr. 968. Memel. Ausschlaggebend: Frs. Bp. 3107. Litt. 8997. Ausschlaggebend: Frs. Vp. 6641. Ausschlaggebend: Frf. Bp. 2894. Ausschlaggebend: Frs. Bp. 5089. Ausschlaggebend: Frs. Vp. 5088. Ausschlaggebend: Frs. Wg. 4698. Mit Centrum. Ober- Barnim.+432. Kalau- Luckau.-2801. Neu- Ruppin.-2932. Landsberg- Soldin. 4845. Ausschlaggebend: Natl. 7900, Welfe 1700. Ausschlaggebend: Natl. 4958, 8. b. 2. 681. Stimme zu geben, so muß auch in den rückständigsten Gegenden die Nummehr liegen sämtliche 397 Wahlresultate vor. Es sind 184 StichUeberzeugung flar werden, daß es Lügen sein müssen, die man wahlen erforderlich. Gewählt find 31 Konservative, 88 Centrum, Hildesheim.+ 540. über die Socialdemokratie verbreitet! Dieses Drei Millionen- 14 Polen, 6 Reichspartei, 54 Socialdemokraten, 4 Wilde, 6 Elsässer, Bekenntnis des deutschen Voltes kann kein Flugblatt wegleugnen, 5 Nationalliberale, 1 Däne, 1 Reformpartei, 3 Bauernbund. An Mainz.+5075. fein Kreisblatt totschweigen. Dieses grandiose Ergebnis muß viele den Stichwahlen beteiligt sind 37 Konservative, 122 SocialUnaufgeklärte, die in der ersten Wahl noch ihren Unterdrücker wählten, demokraten, 24 Freifinnige Volkspartei, 65 Nationalliberale, 11 FreiWürzburg. weil sie ihren Verleumdungen glaubten, nachdenklich machen. finnige Vereinigung, 4 Elsässer, 8 Polen, 16 Reichspartei, 1 Bund Köln- Stadt. Man überzeuge sie vollends, und sie werden in der Stichwahl für der Landwirte, 5 Antisemiten, 35 Centrum, 10 Wilde, 6 Bauernunsern Sieg arbeiten! bund, 8 Deutsche Volkspartei, 8 Welfen, 8 Reformpartei. Düsseldorf. 3387. 2445. Ausschlaggebend: Natl. 4682. Ausschlaggebend: Natl. 6301. 181. Ausschlaggebend: Natl. 7717. +4100. Ausschlaggebend: Konf. 2985. Natl. 6754. Chriftlich. social 1728. 13 159. Effen. Ausschlaggebend: Bereinigte nationale Parteien 20 296. Mit Antisemiten. Wie sich die Freifinnigen verhalten werden, das bleibt dahin- Die Differenz zwischen den von uns gestern gemeldeten socialgestellt. Ihnen fällt die ganze Verantwortung zu, wenn die Kleritale demokratischen Mandaten und dieser Angabe ist dahin zu erklären, Bielefeld. und Junterherrschaft in diesem entscheidenden Augenblick nicht so, daß Bayreuth höchstwahrscheinlich Stichwahl hat( Bahlenangaben wie es möglich wäre, zurückgedrängt wird. In mehr als 20 Wahl- fehlen jedoch noch immer), dann ist vermutlich Holzminden treifen können die Zollparteien mit leichter Mühe geworfen werden,( Calwer) in Stichwahl, ferner wird Gotha( Bock) und Altenburg wenn der Freifinn nur einigermaßen seine Schuldigkeit thut. Man( Buchwald) in Stichwahl genannt. Uns sind noch keine authentischen sollte es für ganz selbstverständlich halten, daß das freisinnige Bürgertum Meldungen zugegangen, die unsre ersten Angaben berichtigten. Man umfeiner selbst willen die noch niemals in solche Nähe gerückte Gelegenheit wird also hier die amtliche Auszählung abzuwarten haben. Bei Flensburg+ 1081. nügt, die Reaktion zu schwächen. Man sollte es für undenkbar Altenburg besonders war die uns gemeldete Stimmendifferenz so halten, daß die Losung nicht lautet: Gegen das Bollfartell für groß, daß wir die Wolfffchen Meldungen noch keineswegs als maßFortsetzung der jetzigen Handelsvertragspolitik. Indessen wie gebend ansehen können. weitere die Dinge liegen, üben sie lieber Selbstmord, als der Mangels genauer Zahlenangaben läßt sich auch nur für Socialdemokratie zu helfen. Allerdings wird die Probe, der einen Teil der Stichwahlkreise über die Sachlage ein genaues der Freifinn bei diesen Stichwahlen ausgesetzt ist, für die Bild geben. Soweit solche Angaben zu erlangen waren, haben Existenz der Partei, namentlich auch in Preußen, wir sie in der nachfolgenden Uebersicht zusammengestellt und werden von entscheidender Bedeutung sein. Nach Beendigung der Reichstags- fie sobald als möglich noch zu ergänzen versuchen. In den nach wahlen wird die Socialdemokratie mit der gleichen Kraft und Ent- folgenden Kreisen sind wir in Stichwahl.(+ bedeutet Socialschlossenheit den Kampf um Preußen aufnehmen. Von dem demokrat mehr Stimmen wie der Stichwahlgegner, bebeutet jetzigen Verhalten des Freisinns wird unsre Taktik bei den preußi- weniger.) schen Landtagswahlen stark beeinflußt werden. Es wird uns zeigen, ob es sich noch lohnt, die Freisinnigen zu retten, oder ob es nicht Karlsruhe. zweckmäßiger ift, sie dem Schicksal ihrer sächsischen Gefährten zu überlassen. +8550. Mit Nationalliberalen. Ausschlaggebend: Centr. 7570, Demofr. 1244, Frs. Vp. 1329, Sonj. 2177. Duisburg. 966. Deffan. Stettin. Danzig. Ausschlaggebend: Lib.( wild) 4595. Däne 2509. Mit Freifinniger Vereinigung. +1065.( Gegner Röfice.) Ausschlaggebend: Natl. 5412. +3670. Ausschlaggebend: Antis. 4940. 595. Straßburg- Stadt.+ 2115. Ausschlaggebend: Kons. 8270, Centr. 8515. Ausschlaggebend: Centr. 4126. Mit Freifinniger Volkspartei. Ausschlaggebend: Konf. 3550, Antis. 8175. Ausschlaggebend: Natl. 7449, Chriftl.- Soc. 2887. Eschwege.+ ungefähr 1800. Lennep- Mettmann.+8900. Landeshut( Schlesien). 400. Ausschlaggebend: Centr. 22 513, Chriftl. Soc. 1394, Lippe- Detmold. Pole 2705. Ausschlaggebend: Antis. 2713. +2340. Wie der Freifinn durch Eintritt für die Socialdemokratie zahlreiche Sige dem Zollfartell entreißen kann, so hängt es andrerseits von unsrer Stichwahltaltit ab, ob der Freifinn überhaupt noch Schwarzburg- Sondershausen. fähig sein wird, im Reichstag eine Fraktion zu haben, die aus eignem Anträge zu stellen vermag. Wir haben niemals unsre berech- Jena. tigte Eritterung über die Treulosigkeit, die Halbheit und die elende Kampfesweise des Freisinns auf unsre Entschlüsse einen bestimmenden Einbed. Einfluß üben lassen. Der Kampf gegen die Reaktion, die in dem Kardorff- Kartell ihren krassesten und niederträchtigsten Ausdruck fand, stand uns in stets erster Linie. Unser Münchener Parteitagsbeschluß legt die Grundlinie unsrer Stichwahltaktik fest. Er besagte: 459. 335. " Kommen die Parteigenossen in die Rage, bei der engeren Wahl zwischen gegnerischen Parteien sich beteiligen zu müssen, so Gießen. dürfen sie nur für denjenigen Kandidaten stimmen, der sich bereit erklärt, im Falle seiner Wahl Ausschlaggebend: Nationalsoc. 5087. Ausschlaggebend: Kons. 4190. B. b. 2. 2060 Wiesbaden.+3410. Ausschlaggebend: Centr. 7529. Frs. Bp. 6112. Ulm.+2443. Ausschlaggebend: D. p. 4658. Centr. 3518. B. 2. 2031. Sof.+3227. Ausschlaggebend: Frs. Vp. 3780. 649. Ausschlaggebend: Antis. 4929. Erfurt. 8567. 1. für uneingeschränkte Aufrechterhaltung des bestehenden Reichstags- Wahlrechts, Ausschlaggebend: Kons. 5410. Antis. 4304. Centr. 1155. Roburg. 350. Ausschlaggebend: Frs. Bp. 8120. +6441. Ausschlaggebend: Centr. 34 544. Polen 7631. 2. gegen die Erhöhung der bestehenden Zölle auf Lebensmittel, 3. gegen jede neue indirette Steuer oder eine Erhöhung der Bochum. bestehenden auf Konfumartikel der großen Masse der Bevölkerung, Ausschlaggebend: Konf. 4212, Centr. 8807. 139. Ausschlaggebend: Lib.( wild) 2718, B. b. 2. 2889. Nordhausen. 367. Liegnit.+427. Ausschlaggebend: Konf. 3363. Ausschlaggebend: Rons. 6202. 1. Oldenburgischer.+ 2679. Ausschlaggebend: Nat. Soc. 3926. Natl. 2185. 8.- 9. 2202. Iserlohn.+2375. Hagen.+3425. Ausschlaggebend: Natl. 7438. Centr. 6624. Natl. Soc. 1222, Ausschlagebend: Natl. 5953, Centr. 4284, Antis. 1758. Mit Deutscher Volkspartei. Reutlingen- Tübingen. 841. Ausschlaggebend; Natl. 4714, Centr. 3240. Mit Wilden. Jerichow. 2231.( Gegen Bismard.) Ausschlaggebend: Frs. Vp. 6430. Holzminden.+ 3100. Ausschlaggebend: Antis. 3490. Delitsch- Bitterfeld.+1000. Ausschlaggebend: Frs. Vg. 5300. N.- und S.- Dithmarschen.+5670. Ausschlaggebend: Frs. Vg. 5658. Nationalsoc. 3024. Breslau- Ost. 4258. Ausschlaggebend: Frs. Vg. 5267. Nedermünde- Usedom. 1179. Kottbus. Ausschlaggebend: Frf. Vg. 3972. 288. Ausschlaggebend: Frs. Vg. Weftprieguit.-2100. Ausschlaggebend: Frs. Vp. 2400. Antis. 1150. Potsdam- Ofthavelland.+2192. Ausschlaggebend: Frs. Vp. 5226. Schaumburg- Lippe. 881. Ein demütigenderes Vertrauensvotum für den Freifinn ist nicht Socialistische Preßstimmen über den möglich, als die Erwartung der Kreuz- Beitumg". Im übrigen wendet sich die„ Kreuz- Zeitung" gegen die den Kartellschacher störende Meinung des Reichsboten", daß u. a. auch die ultramontanen Reigungen der Regierungspolitik die Socialdemokratte befördert hätten. Der Reichsbote"( tons.) giebt folgende entsetzte Zuſchrift vom Lande der Landwirte wieder: Wahlausfall. wartungen übertreffenden Sieg unsrer Partei bei der ReichstagsNoch haben sich nicht alle unsre Parteiblätter über den alle Erwahl geäußert. Werden doch namentlich in den kleineren Orten die „ Die Socialdemokratie hat in meinem Drte eine solche Zu- daktionen unsrer Provinzpreffe ihre Blätter abschließen mußten, eine Resultate so spät bekannt, daß bis zu dem Augenblicke, wo die Nenahme gezeigt, daß man erschrecken möchte. Die wenigen, die volle Uebersicht über die Größe unfres Erfolges noch nicht vorhanden noch konservativ oder freisinnig wählten, kann man fast an den Fingern abzählen. Es setzt einen in Erstaunen, was alles für war. Aus den Preßstimmen jedoch, die bis jetzt vorliegen, klingt Leute socialdemokratisch gewählt haben müssen. Männer, die helle Begeisterung. Nirgends aber wird die Meinung laut, daß nun begeisterte Anhänger ihres Kriegervereins find, dort freudig die Socialdemokratie ausruhen könne auf den wohlerworbenen in die patriotischen Hochs einstimmen; Männer, die Lorbeeren; nein, überall herrscht eine Stimme darüber, daß mit treue, andächtige Kirchgänger sind, in der herzlichsten Beendigung der Wahlarbeit die Aufklärungsthätigkeit nicht beendet Weise mit ihrem Pastor verkehren, Männer, deren Händedruck es sein dürfe.„ Rast' ich, so rost' ich!" heißt das Wort, das man fich dem Pastor schon anzeigt, daß ein inneres Band der Liebe und noch inmitten des Siegesjubels zuruft. des Vertrauens besteht zwischen diesen Gemeindegliedern und ihrem Geistlichen; Männer, die harmlos fröhlich durchs Leben gehen, feinem ein Wässerchen trüben, auch solche, die ganz selbständig 19fönnen, können, kurz Leute, denen man socialdemokratische Gesinnung Befreiungskampfes der 16. Juni 1903 eingetragen bleiben. Und mit wahrlich nicht zutraut. Wie ist das möglich? Die Art der Wahlagitation, wie ich sie hier beobachten konnte, erklärt das vollständig." Ausschlaggebend: Frs. Vp. 1267. Antis. 413. Belzig- Luckenwalde.+ ungefähr 1700( die gestrige Meldung giebt dem Konservativen ungefähr 2000 St. zuviel.) Ausschlaggebend: Frs. Bp. 3801. Frankfurt Oder.+ ungefähr 5600( gegen Felisch). Ausschlaggebend: Natl. 6300. Freiberg- Dederan.+4000( gegen Dertel). Ausschlaggebend: Natl. 4415. Merseburg.- 2200. Ausschlaggebend: Frs. p. 6641. wenn nämlich diese Fälle vorkämen: # மரு 9 Volkswacht" ihren Leitartikel über den Wahlausfall und fährt dann Laßt die Siegesbanner wehen!" überschreibt die Breslauer fort:„ Das deutsche Proletariat hat einen unvergleichlichen Siegestag Volk ließ nicht mit sich scherzen, es trat uns unter der Last der kapitalistischen Fron schmachten und mit Stolz uns werden jubeln die Arbeitsbrüder des ganzen Erdballs, die gleich Das Posener Blatt kann das Mirakel nicht erklären. So unund froher Hoffnung aufblicken zur Elite der klassenbewußten Armee, Bürgerliche Stichwahl- Betrachtungen. gefähr mögen im alten Rom die Heidenpriester es nicht haben bezur deutschen Socialdemokratie." In der freisinnigen Presse machen sich jetzt leise Zeichen der Die leuchtende Kraft des Socialismus ist die Lösung des Rätsels. gerichtete Freisinn", schreibt unser Bruderblatt,„ dieses Bild drängt greifen können, daß selbst die anständigsten Menschen Christen wurden. den Wahlausfall als den bürgerlichen Bankrott". Die Schleswig- Holsteinische Volkszeitung" in Kiel charakterisiert Der hin Einkehr geltend. Sie sieht ein, daß es so nicht weiter gehen könne Socialdemokraten sind nicht nur anständige Menschen, sondern sie sich uns auf, wenn wir die wenigen Wahlresultate mustern, die uns und sie sucht aus dem Zusammenbruch wenigstens die letzten Hab- sind die besten und edelsten Kräfte des deutschen Volkes, der wahre in der späten Nachtſtunde vorliegen, in der wir diese Zeilen auf das seligkeiten zu retten. An den freisinnigen Stimmen wird es wesent- Adel der Nation, die einzige Partei, die Kraft, Energie, Bildung, Papier warfen. Geschlagen aufs neue und glänzendſte in Kiel und lich liegen, ob der nächste Reichstag die alte reaktionäre Mehrheit Einsicht und Idealismus besitzt. Die Socialdemokratie ist das Volt Bremen, geschlagen zum wiederholtenmale in Lübeck, schärfer als je besigen soll oder ob, was möglich, diese Zweidrittelmehrheit gesprengt in seinem höchsten und reinsten Sinn, alle guten Geister der Reit bedroht in Stetttin und in andren Orten, das ist das Jammerbild, wird. Schon das Interesse an guten Handelsverträgen zwingt die Leben in ihr. Freifinnigen, gegen das Kardorff- Kartell des Bollwuchers an das der Freifinn nach diesen Zahlen bietet. Geschlagen warum? zutämpfen. Die Deutsche Tageszeitung" ist ganz außer Fassung. Die wucher, gegen den Rechtsbruch zu führen, beteiligte sich diese Bartei Wegen seiner eignen Sünden. Statt den Kampf gegen den BrotSehr schüchtern und ein wenig komisch entschließt sich die wahrscheinlich, daß die kostspielige Organisation des Bundes der an der Socialistenheze. Statt dem Volke zu helfen und nach rechts Sehr schüchtern und ein wenig komisch entschließt sich die Bündler- Katastrophe hat sie völlig verwirrt. Allerdings ist ziemlich uneingedent der Worte ihres Barth, ihres Mommsen hervorragend Bossische Zeitung"( Freis. Volksp.) den Wählern zu raten, gegen den Landwirte das Wahlfiasko nicht lange überleben wird. Cirkus- Vor- zu schlagen, verriet der Freijinn das Volk und schlug nach links. Reaktionär zu stimmen. Sie denkt sich einige Fälle aus, in stellungen können eben nicht auf die Dauer eine innerlich morsche ber das denen die Freifinnigen für den Socialdemokraten stimmen müßten, und verlogene Agitation erhalten. Am Donnerstagmorgen schrieb mit der Socialdemokratie auf die Schanzen der bedrohten Frei" Es ist nötig, überall die in die Stichwahl kommenden die Deutsche Tageszeitung" ganz vernünftig gegen die Kartellheit. Der Verlust von Kiel und von Bremen, die jämmerliche Personen zu betrachten und die Aufgaben, die der Reichstag in Rufer: Niederlage in Lübeck, der auffällige recht klägliche Abfall des Freider nächsten Legislaturperiode zu lösen hat, gewissenhaft zu Wir haben auch hier( in der gestern von uns gewürdigten freisinnig- nationalliberalen Mischmaschs in Flensburg- Apenrade, sein finns im 5. schleswig- Holsteinischen Wahlkreise, der Mißerfolg des erwägen. Herr Bruhn, der Verleger jenes Blattes, das den AntiAuslassung der Nordd. Allg. Zeitung") wieder die rein mechanische Banten und Weichen in Straßburg, allüberall das erfolgreiche femitismus vertritt und das Märchen vom Ritualmord verbreitet, Auffassung, daß es bei den Reichstagswahlen lediglich um Zurück- Vordringen der so gehetzten, steht in Stichwahl gegen einen Socialdemokraten. Gäbe hier die drängen der Socialdemokratie ankomme und daß es ganz gleich- Socialdemokratie, das ist die Quittung dafür, daß der Freisinn und geschmähten liberale Partei den Ausschlag, was nicht der Fall ist, es müßte gültig sei, wie die andren Parteien abschneiden. Diese fast find die letzten Neste politischen Anstandes aufgab, die letzten selbstverständlich erscheinen, daß sie für den Socialdemokraten liche Auffassung, die in dem Mangel an jeglicher Wahlparole der Erinnerungen stimmte. Dasselbe wäre der Fall, wenn Herr Ahlwardt in die Regierung und in der völligen Teilnahmlosigkeit derselben be- und dazu die sichtbare Fahnenflucht vieler seiner Getreuen! Die liberalen Vergangenheit fallen ließ. Stichwahl mit dem konservativen Gegner gekommen wäre; hier gründet ist, wird wahrlich keine zündende Begeisterung für die demokratischeren Elemente empörte die Rückgratlosigkeit und sie hätten die Freifinnigen für den Konservativen stimmen müssen, Stichwahlen hervorrufen können." wie sie im Siegener Wahlkreise Mann für Mann ihre Stimmen gingen zur Socialdemokratie. Die rechtsstehenden Leute meinten, gegen Herrn Stöcker für den nationalliberalen Kandidaten abmit dem freisinnigen Firmenschild brechen und einfach konservativ wenn man schon einmal reaktionär sein wolle, so solle man auch geben werden. Denn in allen diesen Fällen wäre kein Zweifel, werden. Deshalb schwenkten diese Rechtsfreifinnigen" ab und so wen liberale Wähler als das kleinere Uebel zu betrachten hätten." erklärt sich zum Beispiel, daß Legien in Kiel den Freiſinn schlug, Solche fingierten Fälle helfen nichts. daß aber obendrein Thomsen auch noch über den Freifinn triumphieren Daß die„ Vossische Zeitung" diesen Wenn- Weg wählt, um den Freifinnigen einzureden, es sei unter Umständen kein Verbrechen, für den Socialdemokraten zu stimmen, charakterisiert die traurige Schwäche des Freisinns. Immerhin erwähnt sie auch einen wirklichen Fall, wo aber charakteristischerweise nicht die Volksparteiler, fondern die National liberalen in Betracht kommen. Die nationalliberalen Wähler im Kreise Dertels, meint sie, sollten nicht die Pflicht haben, gegen die Socialdemokratie zu stimmen. Sie sei das fleinere Uebel gegenüber der Junkerschaft: Am Donnerstagabend aber bringt sie das tollste Beug: " seiner berleumdeten " Es ist klar, daß, wenn die Regierung die Bevölkerung darüber völlig im Unflaren läßt, daß die Socialdemokratie auf den Umsturz unsrer heutigen Gesellschaftsordnung hinarbeitet, und wenn fie die gröbsten Jrreführungen der Wähler durch die socialdemotratischen Agitatoren unwidersprochen wirken läßt, ja selbst nicht fonnte." einmal eine direkte Verhöhnung der leitenden Staatsmänner sie aus ihrer Zurückhaltung herauszubringen vermag, so darf man sich mit dem Ausfall der Wahl am Orte nicht zufrieden sind, so in In Preußen sind es nur drei große Städte, wo unsre Genossen nicht wundern, wenn sich die allgemeine Unzufriedenheit in einer Magdeburg, in Frankfurt a. M. und in Königsberg, wo man sich Verstärkung der Socialdemokratie Luft macht. Das Klosettgesets allzu sicher fühlte im Besitze des bei der letzten Wahl im ersten ist doch lediglich als eine Verbeugung der Reichsregierung vor der Wahlgange errungenen Mandates. Socialdemokratie aufzufassen, sie sollte vor dem Terrorismus der andern Parteien geschützt werden, dieselbe Partei, welche, wie man Drte:" Das Siegesbewußtsein kann zu großen Thaten anspornen; Die Magdeburger Volksstimme" schreibt über das Resultat am täglich erfahren kann, selbst einen früher(!) unerhörten es kann aber auch zur Trägheit veranlassen. Tausende verließen Terrorismus ausübt. Selbstverständlich haben sehr viele Wähler, fich in thörichtem Wahne darauf, daß es auf ihre Stimme nicht da sie einmal über das Wesen der Socialdemokratie niemals ein antäme" und verkauften das Erstgeburtsrecht ihres Stimmrechts um Ueberhaupt droht das Agrariertum auch im neuen Reichstag eine solche Stärke zu gewinnen, daß die Wähler dringenden Anlaß ungünstiges Wort von der Regierung gehört haben, andrerseits das Linsengericht eines schäbigen Ueberstundenlohnes. Wenn haben, bei den Stichwahlen seine Anhänger nach Möglichkeit aber beobachten, wie die Regierung der Socialdemokratie durch die Magdeburger Arbeiterschaft sich jest nicht zurückzudrängen, zumal da die bürgerliche Linke eine bedauerliche das oben erwähnte Gesetz möglichst freie Bahn zu schaffen sucht, au frafft, wie wir es erwarten, Schwächung erfahren hat. Deshalb wird es allenthalben nötig dann wird kein Bedenken mehr getragen, zu Herrn Singer überzugehen." sein, die Entschließungen für den zweiten Wahlgang von der die eingeleitet wurde durch weithallende Neden des Kaisers, der teit gethan Das schreibt die kluge Deutsche Tageszeitung" über eine Wahl, all sonst in Deutschland seine volle Schuldig das klassenbewußte Proletariat, welches überPrüfung der Personen und der Beherzigung der praktischen Auf- jeden für ehrlos erklärte, der das Tischtuch mit der Socialdemokratie Magdeburger gethan hat, mit Verachtung von der gaben der Volksvertretung abhängig zu machen, ruhig und nüchtern, Arbeiterschaft reden, deren ohne Rücksicht auf eine allgemeine Parole, und sich der Unter- nicht zerschneidet. Damascenertlinge sonst innerhalb der Socialstügung eines der beiden Kandidaten nur zu enthalten, wo keiner Den Freifinnigen widmet das agrarische Blatt die folgende Be- demokratie einen guten Klang hatte. Noch ist es als das kleinere Uebel anzusehen ist." Zeit! In Magdeburg hat die Bourgeoisie, die Partei der VolksParteien, welche aus eigner Kraft gar nicht mehr in der ausbeuter und Unterdrücker, am Tage des Gerichts an die zweite Lage find, Mandate zu erringen, sondern lediglich von andren Instanz der Stichwahlen appelliert; unsre Genossen haben nun dafür Gruppen als kleinere Uebel gewählt werden, haben ihre Daseins- zu sorgen, daß das Berufungsgericht dasjenige Urteil fällt, welches berechtigung verloren, und so wird denn in Zukunft die Linke die Volksfeinde verdienen!" lediglich durch die Singer und Genossen vertreten sein, denen die Auch die Frankfurter Boltsstimme" muß schreiben: Vor allen auf Krücken in den Reichstag gelangenden bürgerlichen Demokraten Dingen ist es sehr zu beklagen, daß viele Arbeiterwähler in als gehorsame Diener zur Seite stehen müssen." Voraussicht eines sicheren Sieges von der Wahlurne fern geblieben find. Die Siegeszuversicht, von der viele unsrer Arbeiter beseelt gewesen sind, hat sich als verhängnisvoll erwiesen. Ein wenig mehr Gifer, ein klein wenig mehr Energie am geftrigen Wahltage von vielen unsrer Genossen, und wir hätten mit Leichtigkeit den Sieg an unsre Fahne geheftet." Die Königsberger Volkszeitung" führt dagegen die Ursache des " Jetzt kommt es darauf an, daß möglichst aller Neid und Streit Mißerfolges weniger auf die Lauheit der Genossen als auf andre zwischen den bürgerlichen Parteien vergessen und zu erreichen Verhältnisse zurück: Noch etwas über 300 Stimmen fehlen dem versucht werde, aus den Stichwahlen noch so viele Gegner der Genossen Haase an der Majorität. Wir wollen dieses Resultat Socialdemokratie herauszuhauen, als irgend möglich... Für feineswegs beschönigen und als Erfolg ausgeben. Wir können ruhig die Stichwahlen muß die Parole lauten: Die bürgerlichen bekennen, daß wir auf den Sieg im ersten Wahlgange gerechnet Parteien haben unter allen Umständen der Socialdemokratie gegen haben. Die Ursachen unsres vergleichsweisen Mißerfolgs liegen über zusammenzuhalten!" Bu größerer Entschlossenheit kann sich die Tante Voß nun einmal nicht aufschwingen. merkung: " Die Freisinnige Zeitung" enthält sich jeder eignen StichwahlBetrachtung und bringt lieber einen Leitartikel über die Langsamkeit der Wahlberichterstattung. Dagegen veröffentlicht sie alle reaktionären ( konservativen, freikonservativen und nationalliberalen) Auslassungen, die zu einem Zusammenschluß aller bürgerlichen Parteien gegen die Die Nationalliberale Korrespondenz", welche die reaktioSocialdemokratie auffordern, aber keine einzige freifinnige Aeußerung, näre Parteileitung vertritt und von der jener geheime Wahlfartelldie eine Unterſtüßung der Socialdemokratie in Betracht ziehen. Plan ausgegangen ist, den wir seiner Zeit veröffentlicht haben, schließt Eugen Richter ist alles gleichgültig geworden, selbst die wichtigsten sich im Gegensatz zur links- nationalliberalen„ National- Zeitung" Handelsvertrags- Interessen der Bourgeoisie giebt er preis, nur um der Kartellparole an: seinen Haß gegen die Socialdemokratie auszutoben. Gegen solche freisinnige Selbstmord- und SelbstverratsPolitik geht die ,, Bolts- Zeitung"( freifinnig- demokratisch) mit aller Energie vor: " Warum sich die Leute nur noch liberal nennen! " Auslandsftimmen. " Rotte bon Der Stimmenbettel der reaktionären Kultun seinde stüßt sich, soweit er sich an das gute Herz der Wähler der Freisinnigen Volkspartei richtet, offenbar auf die Thatsache, daß 1898 in elf Wahlkreisen die Freisinnigen den ärgsten Gegnern des liberalen auf der Hand. Die Hauptursache besteht vor allem darin, daß die Königsberger Parteigenossen in den Wahlkreisen der Provinz Bürgertums, den Konservativen, gegen die Socialdemokratie zum Siege eine riesige Agitationsarbeit geleistet und deshalb die Hauptstadt verholfen haben, nämlich in Ober- Barnim, Potsdam- Osthavelland, ein wenig vernachlässigt haben. So waren wir verhindert, Westhavelland, Zauch- Luckenwalde, Striegau- Schweidnih, Oschers leben- Halberstadt, Bitterfeld- Delitzsch, Eschwege- Schmalkalden, Hof, Bossischen Zeitung" folgende Auszüge telegraphiert: Ueber die Betrachtungen der französischen Blätter werden der unsre Reserven sogleich zur Hauptwahl voll heranzuziehen. Es gilt also nunmehr, den Vorbereitungen zur Stichwahl unsre ganze Straft Hagenow und Güstrow- Ribniz.( Im Gegensatz dazu haben wir erst fürzlich erwähnt, daß die Socialdemokraten vor fünf Jahren stellt erfreut die Erfolge der Socialdemokratic fest und fährt nirgends etwas den Siegesjubel unsrer Genossen. zuzuwenden. Die socialistische( Jaurèsistische) Petite République" in der Stichwahl den Freisinnigen fünfzehn Mandate verschafft fort: Dieser ununterbrochene Aufstieg des Socialismus in Von diesen geringfügigen Mißflängen abgesehen stört sonst faft haben.) Bisher hat außer der Bolts- Zeitung" noch kein Blatt der militärischen und kapitalistischen Monarchie ist auch für feiern wir den herrlichen Sieg, der eine Bürgschaft neuer, So kann das„ Hamburger Echo" schreiben:" Frohen Mutes bon der socialdemokratischen Presse natürlich abgesehen den konservativen Appell an die Freifinnige uns ein tröstliches Schauspiel. Der Grund Boltspartei und des Erfolges tommender Siege ist. Unser die Welt trotz alledem. die dort offiziell allerdings nach Kräften unsrer Freunde ist nicht bloß in ihrer bewundernswürdigen Wo ist das Tischtuch zerschnitten worden? Wo hat sich das geschürte Socialistenfurcht zurückgewieseu. Und doch steht eines Kampfmethode, sondern auch darin zu suchen, daß die wirtschaftliche Bolt bon unumstößlich fest: Wenn es dem liberalen Bürgertum, insbesondere Reaktionspolitik des Centrums und der Konservativen den Mittel- landslosen den Elenden" getrennt? Wo sind die„ baterGesellen" überwunden worden? Wo wurde wenn es der Freisinnigen Volkspartei Ernst ist mit dem Kampfe stand ebenso empört wie die Arbeiter." „ die gegen die Reaktion, so hat sie es in der Stichwahl in der Hand, Menschen, nicht wert, den Namen Deutsche Melines Républ."( reaktionär- agrarisch) schreibt:" Seine zu tragen", zerschmettert? Wo hat der einfache, schlichte zu schwächen, die linke Seite um ebenso viel Mandate zu stärken." wahlen; das war zwar vorhergesehen, macht aber doch einen folg erzielt? die rechte Seite des Reichstages um nahezu zwei Dutzend Mandate Majestät der Socialismus ist der große Sieger der Reichstags- Mann aus der Werkstatt", der nicht Socialdemokrat iſt, einen ErViel hat das deutsche Volk, viel hat die deutsche Die Freisinnige Zeitung" antwortet auf diese Bemerkungen starken Eindruck. Eine ungeheure Röte scheint jenseits des Rheins Arbeiterklasse in den letzten Jahren, in den letzten Monaten hören mit dem Trostgedanken, daß die Volts- Zeitung" außerhalb Berlins beunruhigend die Zukunft ist, man darf doch nicht vergessen, daß der Knebel, den die Klassengesetzgebung gedrechselt hat. Eine Un Umsturzheer, sondern nur das Heer aller unzufriedenen, selbst der endlich der 16. Juni, der Tag, an dem stumm und doch beredt das der deutsche Socialismus dem unsern sehr unähnlich ist; er ist kein summe von Zorn und Grimm hatte sich angesammelt. Und da kam fleinen Staatsbeamten. Er ist mit Bernstein und Vollmar sehr Volt sich erklärt. Das wurde der rote Tag!" " Die konservative Parteileitung wird, wie wir hören, den national, wie unsrer, sondern vaterländisch." bürgerlich und opportunistisch geworden, überdies ist er nicht inter- Die Bremer Bürgerzeitung" schreibt über den Erfolg in Bremen: fonservativen Wählern bei den engeren Wahlen in allen Wahl„ Die erfreulichste Thatsache dieses Sieges aber ist der ungeheuere Man sieht, nicht nur die Socialdemokratie ist international, Stimmenzuwachs der Socialdemokratie, die von dem kreisen, in denen die Socialdemokraten beteiligt sind, die Stimm- sondern auch die Dummheit und Albernheit unsrer Gegner. In Zuwachs der Wahlberechtigtenzahl nicht weniger denn drei Vierteile abgabe gegen diese zur patriotischen Pflicht machen. Wir sind der Mei- Deutschland spricht man von der gut patriotischen französischen absorbierte und den erheblichen Zuwachs bei der Wahl von 1898 nung, daß diese Barole die allein durch die Sachlage gebotene ist und Socialdemokratie im Gegensatz zur vaterlandslosen deutschen, in noch ganz bedeutend übertraf. Dieses ungeheuere Wachstum der geben uns der Hoffnung hin, daß fie bei den übrigen bürgerlichen Frankreich fafelt die Bourgeoisie desgleichen. Die Bourgeoisie aller land lebhaft in Erscheinung tritt, ist der lebendige Beweis von der socialdemokratischen Stimmen, das auch überall anderswo in Deutschs Barteien Erwiderung finden wird. Sie hat zur selbstverständlichen Länder ist patriotisch genug, die große Masse ihrer Nation als Aus- fieghaften Werbekraft der Ideen des Socialismus. Und diese WerbeFolge, daß insbesondere im ersten Berliner Wahlkreise alle bund aller Scheusäligkeit zu malen! fonfervativen Wähler zur Stimmabgabe für den freisinnigen Stich fraft. ist es auch, welche die sichere Gewähr bietet, daß der bremische Wahlkreis der Socialdemokratie nun und in aller Zukunft ge= fichert sei." teinen Einfluß habe. Die„ Kreuz- Zeitung" giebt im Auftrage der Parteileitung als Sammlungsparole aus: Sie veröffentlicht an der Spize des Blattes die folgende Erklärung: wahlkandidaten, Stadtältesten Kämpf, aufgefordert werden." Katastrophen; allein so Auch der Lübecker Boltsbote" sagt:" Der gestrige Wahlausfall An unsre Freunde in Deutschland! Die socialistisch- revolutionäre ist insofern von eminenter Bedeutung, als durch denselben Kammerfraktion( Socialistische Partei Frankreichs) begrüßt frohen dokumentiert worden ist, daß Lübeck ein für allemal der Herzens den glänzenden Wahlsieg der deutschen Socialisten. Es Socialdemokratie gehört. Unser Wahlkreis ist nunmehr lebe die Demokratie! Es lebe der Socialismus aller Länder. einer unsrer festesten Bollwerke gegen die versteckte oder offene Allard. Bouveri. Chauvière. Reaktion geworden." Der Ausfall der Wahl in Sachsen hat natürlich bei unsren dortigen Genossen hellen Jubel hervorgerufen. " - Wahlkuriosa. In Solin fonnten der Bürgermeister als Wahl vorsteher und der Gemeindediener als Protokollführer des Wahl ausschusses ihr Wahlrecht nicht ausüben, weil ihre Namen nicht in der Wählerliste standen! Ein fluger Gesezeshüter that sich in Altona hervor. Kommt da im 30. Bezirk des ersten Wahlkreises ein Polizeiwachtmeister zum Wählen, erhält sein Coubert, steckt vor dem Isolierraum seinen Stimmzettel hinein und wirft unter schallendem Gelächter aller Anwesenden das Couvert von oben in den Isolierraum, einem Wähler aufs Haupt. Husland. Deftreich- Ungarn. Die ungarische Ministertrise. Graf Tiszas Bemühungen, ein neues Kabinett zu bilden, haben bisher keinen Erfolg gehabt. Da man nicht glaubt, daß es ihm gelingen wird, den Kampf mit der Opposition zu Ende zu bringen und mit einer kurzen Existenz eines von ihm geleiteten Kabinetts rechnet, scheuen sich die hervorragenderen Politiker, einen Ministerposten in diesem zu übernehmen. Graf Tisza hat mit verschiedenen Persönlichkeiten wegen llebernahme von Portefeuilles Unterredungen gehabt, doch ist bisher wegen Beſegung der verschiedenen Ressorts nach keiner Richtung eine Entscheidung getroffen. = Budapest, 18. Juni. Graf Apponyi hat seinen Rücktritt vom Präsidium des Abgeordnetenhauses angemeldet. Angeblich beabsichtigt der Graf auch, sein Abgeordneten- Mandat niederzulegen. Als Präsident des Abgeordnetenhauses ist Defider Perczei, der frühere Der ausscheidende Handelsminister Lang und der Minister für Kroatien, Minister des Innern im Kabinett Banffy in Aussicht genommen. Eseh, haben den eisernen Kronenorden I. Kl. erhalten. Constans. Coutant. Dejeante. Delory. Dufour. Sembat. Thivrier. Vaillant. Walter. Die socialdemokratische Föderation sendet brüderlichen Glückwunsch. Glänzend, über die Maßen glänzend," ruft die Sächsische Lee London, Generalsekretär. Arbeiter- Zeitung" aus, ist das Wahlergebnis in Sachsen! Freudig begrüßen wir den herrlichen Sieg der Avantgarde der Sachsen ist rot! so riefen in der gestrigen Nacht die internationalen Socialdemokratie, der dem Proletariat Rußlands Menschen einander zu, die einen jubelnd die andern neuen Mut einflößen wird in seinem Kampfe für politische Freiheit zornig erbittert, und wieder andre mit leiser Genugthuung. und Socialismus. Hoch die sociale Revolution! Sachsen ist roi. 18 der 23 Wahlkreise hat die Socialdemokratie Das ausländische Komitee des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes im ersten Anlauf erobert und über die verbleibenden fünf schwebt drohend die socialdemokratische Faust. Sachsen, das Musterland in Littauen, Polen und Rußland. der Reaktion, ist das Vorland der deutschen Socialdemokratie Herzlichste Glückwünsche zum großartigen Wahlerfolge. geworden. Das ift die Antwort des Volkes auf die Egerer Bezirksorganisation. breisten Herausforderungen der Reaktion, die Vergeltung für Dem roten Berlin ein donnerndes Hoch von den Angestellten die Wahlrechtsverschlechterung, für die konservative Finanzwirtschaft, der Allgemeinen Arbeiter- Krantenfasse in Wien. für die Schuhriegelung der Arbeiterbewegung auf Schritt und Im Auftrage: Bolte, Sever, Wolfit. Tritt. Die deutliche, unzweideutige Antwort, die Maß auf Maß Die Socialisten Sanremos freuen sich über Euren glänzenden gebende Vergeltung. Den sächsischen Landtag hat die Reaktion Wahlsieg. socialistenrein" gemacht. Und zum Ersatz ziehen in den Reichstag aus Sachsen bald nur noch Socialdemokraten ein, denn die Situation Bürgermeister Mombello. bei den fünf Stichwahlen ist für unsre Partei durchaus günstig und Ueber den Eindruck, den die Siegesnachricht in Wien hervorrief, an eifriger, bis zum Aeußersten angespanner Wahlarbeit werden es wird uns von dort vom 17. Juni geschrieben: unsre Genossen nicht fehlen lassen, denen nun die Hilfe der Organi- Der so überwältigende, schier märchenhafte Erfolg, den die sationen jener Streise zu gute kommt, wo das rote Banner schon im deutsche Socialdemokratie am Wahltag errang, hat hier den größten ersten Gange gehißt wurde! Sachsen ist rot! Das haben die Eindrud gemacht; es war wie, ein politisches Ereignis des eignen Gegner bewirkt, die Herrschenden Sachsens!" Staates. Die freudige Genugthuung der Arbeiter ist nicht zu Die Leipziger Boltszeitung" meint:„ Wäre es an dem, daß der schildern; stolzer und ergriffener tönnen auch die Berliner Arbeiter Meldung, der Entwurf des neuen Wehrgesetzes sei bereits von beiden Das Wehrgesek. Das Wiener Fremdenblatt" schreibt: Die moderne Staat durch den Stimmzettel umgestürzt werden könnte, das Deutsche Reich hätte gestern in allen Fugen erdröhnt." Ueber nicht an dem Tage gewesen sein, der ihnen und den Genossen im Regierungen vereinbart, entspricht nicht den Thatsachen. Der Entdie praktische Wirkung des Wahlresultats äußert sich unser Leipziger ganzen Reiche einen so unermeßlichen Triumph beschied. Die wurf des neuen Wehrgefeges ist allerdings fertig gestellt und hat die Parteiblatt recht optimistisch:" Der Ausfall der gestrigen Wahlen Arbeiter- Beitung" gab um die Mittagsstunde ein Extrablatt heraus, zweijährige Dienstzeit als Grundlage. Der Entwurf liegt aber noch scheint indes die Bahn für eine positive politische Arbeit des das die freudige kunde in die Proletarierbezirke trug und dessen bei den Ressortministern und es hängt von der Entwicklung der Reichstags frei gemacht zu haben. Nicht allein, daß sie dem 50 000 Exemplare blizschnell vergriffen waren. In der ganzen Stadt Lage in Ungarn ab, wann er beiden Regierungen zur Beurteilung Wuchertarif und der Wahlrechtsänderung den Weg verlegt haben, wurde nur von den deutschen Wahlen gesprochen und überall, auch zugestellt wird. Der Entwurf fezt eine Uebergangszeit von einigen bürgt auch die Stärke der ſocialdemokratischen Initiative im im feindlichen Lager, herrscht über diese gewaltige Beteiligung von Jahren für den Uebergang von der drei- zur zweijährigen Dienstzeit kommenden Reichstag für die Angriffnahme socialpolitischer Aufgaben Kraft, Begeisterung und Willen uneingeschränkte Bewunderung. Die fest. Selbstverständlich ist die Reform der Dienstzeit auf eine Ergrößeren Stils und für die Sicherstellung und Erweiterung der bürgerlichen Blätter, die ihren Lesern gewohnheitsmäßig auch vor Grunde erscheint die unveränderte Annahme der gegenwärtigen höhung des Rekrutenkontingents aufgebaut, und schon aus diesem politischen Grundrechte der Staatsbürger. So ohnmächtig diese diesen Wahlen erzählten, der Liberalismus sei erwacht und die Wehrvorlage als Notwendigkeit, an der bisher von keiner maßWolfsvertretung bisher war, so lange die bürgerlichen Parteien auf die Geltendmachung parlamentarischer Repressalien verzichteten und Socialdemokratie habe, wie die Neue Freie Presse" schrieb, ihren gebenden Seite gerüttelt wurde. fich zu einer parlamentarischen Bureaukratie herabdrücken ließen, die Höhepunkt überschritten", sind natürlich ganz zerbrochen und bringen in demütiger Entsagung die laufenden Geschäfte erledigte, so fräftig es über Lamentationen nicht hinaus. Und in den politischen Kreisen fann eine große Partei einmal auftrumpfen, wenn sie sich ihres bildet, tros ungarischer Miniſterkrise, die Reichstagswahl den Rückhalts in den Wählermassen sicher ist." Gegenstand eifrigster Erörterungen, und jedermann fühlt: Gestern hat sich in der Welt ein wahrhaft geschichtliches Ereignis vollzogen. Eines was nicht vergehen kann und dessen fruchtbare Wirkungen der gesamten Menschheit zu gute kommen werden. Die Schwäbische Tagwacht" in Stuttgart konstatiert die That fache, daß auch die Genossen Württembergs ihr redlich Teil zur Steigerung der Stimmenzahl beigetragen haben, welche die optimistischesten Erwartungen übertrifft." Wir hatten einen starken Zuwachs von Stimmen erwartet, aber daß wir in Württemberg die 100-000 erreichen würden, hat sich kein Socialdemokrat träumen Laffen." " Nach serbischer Methode. D Schweiz. Bundesrat die Ermächtigung zur Kündigung von Anleihen der verDer Ständerat in Bern erteilte mit 27 Stimmen gegen eine dem staatlichten Bahnen und zur Ausgabe von 3prozentigen BundesbahnObligationen. Frankreich. Das neue Einkommenstauergesetz. Der Finanzminister Rouvier hat mit dem Budget zugleich der Kammer den Entwurf eines neuen Einkommensteuergeseßes zugehen lassen, das er schon bei seinem Amtsantritt in Aussicht gestellt hatte. Das Projekt räumt mit der und Fenster, die bisher gegen 160 Mill. Frs. ergaben, auf. An Mobiliarsteuer, ferner mit der altehrwürdigen Steuer auf Thüren deren Stelle tritt eine allgemeine Einkommensteuer, die im Durchschnitt in jeder selaffe auf 1 Prozent vom Einkommen bemessen ist. Ferner soll eine Mietssteuer( nach der Höhe der Wohnungsmiete berechnet) erhoben werden. Für die niederen Einkommen ist Steuerfreiheit vorgesehen. Italien. Unter Die Fränkische Tagespost" in Nürnberg fonstatiert aus dem Die Scharfmacher möchten alles entzweischlagen! Wahlresultat, daß die schwere innere Krise, welche die Nürnberger Herbert Bismard stehen, verlangen, daß die Regierung den neuDie Hamburger Nachrichten", die in Beziehungen zum Fürsten Parteigenossenschaft leider durchzumachen hatte, völlig über eröffneten Reichstag sofort wieder auflöst und endlich denjenigen wunden fei. In dem Ausfall der Wahlen im Reiche Schritt thut, um den sie doch nicht herumfommen kann, wenn sie erblickt sie ein Vertrauensvotum für die socialistische Reichstags- nicht vor der Socialdemokratie kapitulieren will: nämlich ein andres Fraktion. Das Volk hat die Haltung der socialdemokratischen Wahlgesch zu oktroyieren, auf Grund dessen einen neuen Reichstag Reichstags- Fraktion gebilligt, das Volt hat sein volles Vertrauen wählen und sich von diesem Indemnität erteilen zu lassen". den am meisten verleumdeten Männern im deutschen Reiche erwiesen. Aber nicht bloß dieser moralische Erfolg unsrer Nachrichten". Sie schreiben: Aehnlich flingt auch der Herzenswunsch der Berliner Neuesten Partei freut uns, nicht bloß das glänzende Zeugnis, das Geht die Steigerung der Socialdemokratie weiter, daß wir focialen Zustände in Italien, ist soeben in Palermo zu Ende geführt. Ein Riefenprozeß, der wiederum charakteristisch ist für die fich als selbständig denkende Männer die deutschen Arbeiter vielleicht in einem Jahrzehnt 100 oder mehr socialdemokratische Es handelte sich um die Helfer und Helfershelfer des Briganten ausgestellt haben, erhebt uns, noch weit höher ist der Abgeordnete im Reichstage haben, und die Umsturzpartei die Barsalona. Von 160 Angeklagten wurden 120 zu Gefängnisstrafen politische Erfolg zu bewerten, den dieser Siegestag bedeutet. Wie stärkste wird: dann wird auch die lehte Stunde unfres gleichen von etlichen Monaten bis zu mehreren Jahren verurteilt. fürchterlich ist die socialdemokratische Partei kritisiert worden ob allgemeinen Wahlrechts geschlagen haben, ihrer glänzenden Haltung bei den Zolltarif- Debatten, ob ihrer Erund selbst die- den Verurteilten befindet sich ein Marquis de Cordoba und der Baron jenigen liberalen und centrums demokratischen Abgeordneten, Rizzo, die zu je 4 Monaten Gefängnis verurteilt wurden; ein flärungen über ihre fünftige Handelsvertrags- Politik! Von den welche heute einen solchen Verdacht entrüstet weit von sich weisen, anderer Baron und mehrere Geistliche wurden aus Mangel an Be= Organen der radikalen bürgerlichen Demokratie bis zu den werden dann ganz ungeniert bei seiner Beseitigung mitthun. weisen freigesprochen. Blättern des zurückgebliebensten Junkertums war nur eine Wahrscheinlich muß es so weit kommen, ehe die nötige Reform Stimme ftrengster Verurteilung der" Obstruktion" im Reichsdurchgeführt wird; wenn es dann nur nicht zu spät ist!" tage, der Erklärungen unsres Wahlaufrufes, der WahlBebels. Singers und Alle Parteien hatten den Kampf gegen die Socialdemokratie proklamiert; teils vereinigten fie fich zu engem Bunde gegen uns, teils proflamierten sie den Grundsatz des getrennt Marschierens und des vereinten Schlagens der Socialdemokratie. Sie dachten dabei, daß viele Hunde des Hasen Tod find, sie werden aber nun mit Zähneklappern eingesehen haben, Um den Terrorismus der Socialdemokratie zu brechen, hat die daß fich die Socialdemokratie aller Feinde erwehrt hat. Mit Schrecken Regierung den befferen Schutz des Wahlgeheimnisses durchgeführt. gewahren unsre Gegner, daß die Socialdemokratie, über zahllose So wußte Herr Schweinburg in den" Politischen Nachrichten" Barlamentsleichen schreitend, auf dem Wahlschlachtfelde die Sieges- noch knapp vor dem Wahltage zu berichten. fahne aufpflanzt, während die Gegner nur ihre blutenden Wunden zu zählen haben!" reden Jene Wähler, die am 25. Juni an die Stichwahl treten und das Berliner Scharfmacherblatt von den„ liberalen und centrumsdie ihr Wahlrecht wahren wollen, wissen jetzt wenigstens, was demokratischen Abgeordneten" hält. wegen die England. " Der deutsch- kanadische Zollkonflikt im englischen Unterhause. Bannerman, den Führer der Liberalen, bot am Mittwochabend dem Ein Antrag auf Vertagung und dessen Begründung durch CampbellPremierminister Balfour und dem Kolonialminister Chamberlain die Gelegenheit, sich über den deutsch- kanadischen Zollstreit zu äußern. Balfours Aeußerungen waren wenig bestimmt. Dagegen jagte Das sein unzweifelhaftes Recht ausgeübt hat. Wir haben kein Recht, Chamberlain, er erhebe nicht den leisesten Tadel gegen Deutschland, dies als eine unfreundliche Handlung zu betrachten oder eine andre Behandlung zu erwarten, so lange die Politik Großbritanniens die Effener Stichwahlparole. Vorstand und Ausschuß der vereinigten ist, sich dieser Behandlung zu unterwerfen.( Beifall.) Deutschland Bum Schluß fei uns noch gestattet mitzuteilen, wie die Wiener nationalen Parteien im Wahlkreise Essen haben folgende Wahl- habe in voller Ausübung feines Rechts Kanada aus der Stellung, Arbeiterzeitung" den Ausfall der Wahl beurteilt. Sie schreibt u. a.: parole ausgegeben:" Nach dem ziffernmäßigen Ausfall der Haupt- die es als Mitglied des britischen Reiches einnahm, entfernt und " Aber auch Kaiser Wilhelm hat nun seine Antwort. Er hat den wahlen glauben wir es jedem einzelnen unsrer Parteifreunde überlassen es dem Schema der Tarifbestimmungen unterworfen, durch welche deutschen Arbeitern mit väterlicher Strenge zugeredet, sich von den zu sollen, ob er bei der am 25. d. M. stattfindenden Stichwahl zwischen kanadische Güter in Deutschland einem weit höheren Zoll unterSocialdemokraten abzuwenden:" Mit solchen Menschen könnt dem Centrumsvertreter und dem Socialdemokraten von seinem Stimm- liegen. Warum handelt Deutschland in dieser Weise? Die deutschen und dürft Ihr als ehrliebende Männer nichts mehr recht Gebrauch machen will oder nicht. Wir sprechen aber die zuversicht- Zeitungen haben erst vor wenigen Wochen alle miteinander erklärt, zu thun haben!" So hat zu den deutschen Arbeitern ihr Kaiser ge- liche Erwartung aus, daß diejenigen Parteifreunde, welche sich an die deutsche Politik gehe dahin, Kanada dafür zu strafen, daß es sprochen, und nun haben sie ihm gründlich Bescheid gegeben. In den der Stichwahl beteiligen, ihre Stimme nicht zu Gunsten des Ver- England besondere Vergünstigungen einräume, und dies nicht so zwei Berliner Wahlkreisen, wo die ungeheure Majorität der Social- treters der Socialdemokratie abgeben werden. Der Gesamtausfall sehr, um Kanada zu strafen, als vielmehr um die andren Kolonien demokraten von vornherein sicher und unanfechtbar war, find der Hauptwahlen, der socialdemokratischen Partei neben abzuschrecken, seinem Beispiele zu folgen. 40 000 Arbeiter mehr als heute vor fünf Jahren zur Urne geeiner Vermehrung in ihrer Mandate der Hauptwahl auch Chamberlain führt weiter aus: Grey fragt, ob uns eine feindschritten, nicht um den Sieg ihres Kandidaten zu sichern, der nicht noch eine Beteiligung an mehr als 100 Stichwahlen gebracht felige Ausnahmebehandlung einer englischen Kolonie bekannt sei. zweifelhaft war, sondern um dem Kaiser Wilhelm zu sagen, was haben, zeigt deutlich, daß derjenige, welcher zu einer weiteren Allerdings. Und wir bedauern sie; nicht, in dem Sinne, daß wir die Ehre des deutschen Arbeiters ist. Er hat sie aufgerufen zur Stärkung der Socialdemokratie beitragen wollte, sich eines schweren uns unter den obwaltenden Verhältnissen beklagten, wir bedauern Königstreue", fie sind hingegangen, um zu bezeugen, daß sie treu politischen Fehlers schuldig machen würde, und wenn in vielmehr die jetzige Politik, welche eine solche Behandlung möglich find der Socialdemokratie, treu der roten Fahne, treu der Sache der den Kreisen unsrer Parteifreunde gegen die Centrumspartei, macht. Befreiung des Proletariats." in der von dieser Partei besonders den letzten Rußland. Wahlflugblättern und Wahlplakaten angewendeten skrupellosen Ein Attentat auf den Herausgeber des Bessarabez". Auf den Kampfesweife, eine heftige nnd gerechte Erbitterung herrscht, Herausgeber des antisemitischen Blattes Bessarabez", dem ein so darf hierüber doch nicht vergessen werden, daß der gemeinsame großer Teil der Schuld an der Kischinewer Judenheze beigemeffen Feind, der, wie die Hauptwahl gezeigt hat, alle auf das stärkste be- wird, ist am Mittwochnachmittag in Petersburg auf der Straße ein droht und der durch sein Verhalten im Reichstage und durch seine Attentat ausgeführt worden. Der Attentäter wurde festgenommen. wüste und vergiftende Art der Agitation die Voltsrechte in ge- Er heißt Pinkus Daschewski und ist ein früherer jüdischer Student fährlichster Weise in Frage stellt, die revolutionäre Socialdemokratie des Kiewer Polytechnikums. Beim Verhör sagte Daschewski aus, fächlichste politische Notwendigkeit." ist. Diesen Feind abzuwehren, erscheint im Augenblick als die Haupt- daß er Kruschewan, den Herausgeber des genannten Blattes, für den Urheber der Massakres in Kischinew halte und Rache nehmen wollte. Die Effener nationalliberalen Scharfmacher drohen ihren An- Die Stichwunde, die Kruschewan erhalten hat, ist nicht lebenshängern für den Fall, daß sie in der Stichwahl socialdemokratisch gefährlich. wählen, mit dem Wahlrechtsraub. Jetzt scheiden sie ja aus der Wahl aus und brauchen darum keine Maske vorzunehmen. Daß Der Staatsgerichtshof hat in dem Prozesse gegen mehrere ihre Stichwahlparole den eignen Parteifreunden, soweit sie noch im Minister des Kabinetts Jwantschow gestern das Urteil gefällt. Der Kampfe stehen, sehr unbequem werden wird, haben sie nicht bedacht.-frühere Ministerpräsident Jwantschow und der frühere Minister der Halle a. S., 17. Juni. Das Wahlresultat gestaltet fich öffentlichen Arbeiten Tontschew wurden wegen Außerachtlassung der für die Socialdemokratie noch günstiger, als wie bereits gemeldet Bestimmung des Gesetzes über die Vergebung öffentlicher Arbeiten worden ist. Der Abgeordnete Kunert, der 1898 erst in der und wegen Gewährung einer Subvention an die deutsche LevanteStichwahl gewählt wurde, brachte es gestern auf rund 20 400 St., linie ohne Ermächtigung der Sobranje zu je acht Monaten Zwangs während die beiden freisinnigen" Gegner, der eine, Amts- arbeit verurteilt. Der ehemalige Minister des Innern Rodoslawow gerichtsrat Dr. Bindseil, hatte sich bekanntlich den Agrariern wurde wegen politischer Delikte ebenfalls zu acht Monaten Kerker verschrieben, nur 19 380 Stimmen auf sich vereinigten. Bei der verurteilt. Der ehemalige Finanzminister Tenet wurde freiDie Drganisation der Eith von Glasgow sendet den deutschen Hauptwahl 1898 hatte Kunert nur 17 814 Stimmen erhalten. Die gesprochen. Der Gerichtshof beschloß, alle Verurteilten der BeKameraden die wärmsten Glückwünsche. Silvery. Gegner, besonders die Mischmaschpartei, arbeiteten am Wahl- gnadigung der Sobranje zu empfehlen.Wärmsten Glückwunsch! Hoch der internationale Socialismus! tage mit den schändlichsten Mitteln und verbreiteten allerhand Die Arbeiterpartei von Löwen( Belgien). von Unwahrheit strogende Schmähschriften. Auch in den Türkei. Herzlichen Glückwunsch zu Eurem Erfolg. Viel Glück zur Nachbarkreisen des Regierungsbezirks sind gute Resultate zu Zu den Wirren in Macedonien. Während der Anwesenheit Stichwahl! verzeichnen. Die Socialisten Neuchatels. dem Die wiederholt bei Prozessen von ber- Natschewitsch in Konstantinopel soll der Pforte von englischer Seite Die Leitung der socialdemokratischen Partei Ungarns sendet im storbenen Geheimrat Leuschner im Gericht aufgestellte Behauptung, nahegelegt worden sein, sich betreffs der Beruhigung der macedonischen die Socialdemokratie wird in den Mansfelder Kreisen keinen festen Bewegung mit Bulgarien zu verständigen. Namen aller Socialdemokraten des Landes brüderliche Grüße an= Von türkischer Seite Fak fassen, ist glänzend glänzend wiederlegt. Die im dortigen wurde dies nicht befolgt, mit Rücksicht auf die Verbindlichkeiten gegenläßlich Eures Siegesmarsches am 16. Juni. Ihr seid wie immer Wahlkreise auf den Genossen Grothe abgegebenen Stimmen stiegen über Destreich Ungarn und Rußland und da sicher zu befürchten vor der Front, wir folgen begeistert nach. Hoch die internationale von 2600 auf 9500, während sich die Stimmen für den Vertreter wäre, daß die Zugeständnisse keineswegs dem Treiben der Komitees Socialdemokratie! Großmann. der„ reichstreuen" Gewerkschaften Arndt um 5500 verminderten. Einhalt thäten. Politifche Ueberficht. Berlin, den 18. Juni. Die Internationale! Auf den Redaktionstischen des Vorwärts" schwellen die geschriebenen und depeschierten Glückwünsche aus Berlin, dem Reiche, der ganzen Welt, zu Bergen an. Wir verzeichnen heute folgende Rundgebungen brüderlicher Solidarität: Gratulieren zum Wahlsiege. Socialdemokraten Rotterdams. Hermans. Die Versammlung der Konsumgenossenschaft" Dageraad" in Amsterdam ruft den deutschen Genossen zu ihrem herrlichen Siege die besten Glückwünsche zu. Hoch die gemeinsame Sache der Arbeiter. Vliegen. Deevode. Der Parteivorstand und die Fraktion in Amsterdam wünschen der deutschen Bruderpartei Glück zu ihrem glänzenden Wahlfiege. Van Kruigthof, Parteisekretär. Bulgarien. Ronftantinopel, 17. Juni. In den letzten Tagen wurden in Itstüb, Jstib und Kotchana 163 Bulgaren verhaftet und 80 in Freiheit gefeßt. Nach türkischen Angaben ist die Expedition Schanfi Baschas gegen die Refte der albanesischen Opposition im Gebiete Malisije günstig verlaufen. Partei- Nachrichten. Ueber eine lebensgefährliche Agitationstour bemerkt unser Bremerhavener Parteiblatt folgendes: In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag fehrten die Genossen Schmalfeldt, Vieth, Gerstmahr und Thienst von einer liberalen Versammlung aus Dorum zurück. Als der mit zwei Pferden bespannte Wagen das Dorf Bremen schon längere Zeit passiert hatte, wurden die in eine lebhafte Unter haltung vertieften Genossen aus derselben plötzlich unliebsam dadurch aufgeschreckt, daß der Wagen gänzlich umschlug und Wasser in den felben eindrang. Glücklicherweise waren die Fenster des Wagens offen geblieben und durch das nunmehr über ihren Köpfen befindliche lintsseitige Fenster konnten sich die gründlich naßgewordenen Genoffen aus dem Wagen retten. Wie sich nunmehr herausstellte, war der Kutscher vom rechten Wege abgewichen und auf einen aus: gefahrenen Feldweg geraten, an dessen Seite sich ein breiter und tiefer Wassergaben befand. Hier war jedenfalls, als der Wagen dicht am Rande fuhr, das eine Pferd ins Gleiten gekommen und hat den andern Gaul mit sich ins Wasser gerissen, während der Wagen umschlug und in den Graben fiel. Das eine Pferd, das von dem andern fast unter den Wasserspiegel gedrückt wurde, konnte mit einiger Mühe aus seiner Lage befreit und aufs Trockene gebracht werden. Leider gelang das nicht beim zweiten trok vereinter Anstrengungen. Da die vollständig durchnäßten Genossen in dem kalten Winde den größten gesundheitlichen Schädigungen ausgefeßt waren, ritt Genosse Thienst auf dem geretteten Pferde in das zirka eine halbe Stunde entfernte nächste Dorf, um Hilfe zu holen. In dankenswerter Weise wurde dieselbe auch von einer Wirtsfrau geleistet und die Genossen noch zum Teil mit trockener Wäsche versehen. Auf einem gleichfalls zur Verfügung gestellten Fuhrwerk konnten sie dann, in warme Decken eingehüllt, den Heimiveg antreten. Hoffentlich melden sich nicht noch nachträglich gefundheitsschädliche Folgen. die städtischen Gaswerke an ihren Bezügen oberschlesischer Kohlen in Höhe von 15 Mark Widerspruch erhoben. Die Beweisaufnahme jährlich 400 000 M. Frachtkosten sparen könnten, wenn ihnen durch ergab folgenden Sachverhalt. Am 11. März dieses Jahres wurde eine solche Umschlagstelle ermöglicht würde, einen großen Teil der H. in der Ringstraße von dem Polizeiwachtmeister M. angehalten, jetzt mit der Bahn bezogenen Kohlen künftig von Kosel ab zu Schiff da ein vor sein Fuhrwerk gespanntes Pferd an der Brust handgroße kommen zu lassen, und sie hier wieder auf die Bahn zu laden, die Beulen hatte, aus denen der Eiter über das sogen. Siel lief. Durch sie dann den einzelnen nicht am Wasser gelegenen Gasanstalten die fortwährende Reibung des Geschirrs hatten sich offene Stellen ges zuzuführen hätte. Die volle Bedeutung wird die Anlage aber erst bildet, die durch Staub und Schmuh, sowie durch die völlige Vernachdadurch erlangen, daß außer der Lösch- und Umschlagseinrichtung lässigung der Wunden, allmählich in Eiterung übergegangen waren. auch Speicher zur Lagerung von Gütern errichtet werden, was mit Auf Anordnung des Polizeiwachtmeisters wurde das Tier sofort ausrelativ geringen Mehrkosten geschehen kann. Diese, einem großen gespannt und einem Tierarzt zugeführt, der auf operativen. Wege Warenverkehr unentbehrlichen Lagergelegenheiten wurden früher die Eiterbeulen entfernte. Die Verhandlung vor dem Schöffen wohl von privaten Erwerbsunternehmungen ausreichend zur Ver- gericht entrollte ein trauriges Bild der socialen Lage des Kutschers fügung gestellt, doch sind die Terrains immer mehr der ander- und ließ die Handlungsweise des Angeschuldigten in milderem Lichte weitigen Bebauung verfallen, und es wird dies weiterhin geschehen, erscheinen. H. hatte bereits zwei Strafmandate wegen Tierquälerei so daß geradezu eine Speichernot in Aussicht steht. In erhalten. Nach dem ersten Mardat teilte er feiner Dienstherrin, gewissem Maße besteht diese auch jetzt schon; ankommendes Getreide der Fuhrwerksbesizerin F. hierselbst den Vorfall mit, und bat fie um findet manchmal fein Unterkommen. zur Versorgung seines Hinterlandes verkümmert unter dem Mangel er könne doch nicht mit einem franken Tier fahren, er würde sich ein Der Zwischenhandel Berlins ein anderes Pferd. Man versagte ihm dies. Als H. nun erklärte, der Gelegenheit zum Umschlag und zur Zwischenlagerung. Die Stadt neues Strafmandat zuziehen, antwortete man ihm: wenn er nicht ist die einzige, die diesen Mißständen abhelfen kann, unter anderm fahren wolle, brauche er nur die Arbeit niederzulegen, es wären deshalb, weil sie am Stralauer Anger das einzige noch in Betracht eine Menge anderer Leute da, die auch mit dem kranken Pferde fahren tommende Terrain besitzt. Das zu investierende städtische Kapital würden. wird aller Voraussicht nach auf die Dauer eine angemessene Rente nicht zu verlieren und seine Familie hungern zu lassen, blieb ihm Um bei dem herrschenden Arbeitsmangel feine Stellung abwerfen. Die Bedenken, welche die Lage des Stralauer Angers nichts anderes übrig, als mit dem franken Pferde zu fahren. Ein am Ostende der Stadt namentlich für die von Westen kommenden paar Tage später wurde H. wieder festgestellt. Schiffe erwecken könnte, werden wesentlich gemindert durch den Bau Inhaberin des Fuhrwerks bezahlte das gegen Die reiche des Teltow- Kanals, auf welchem die Schiffe von der unteren Havel sie gerichtete Strafmandat, der arme Kutscher mußte jedesmal eine einen neuen, nicht längeren, aber wesentlich bequemeren Zugang Freiheitsstrafe verbüßen, da er die 15 Mark nicht zahlen konnte. zum Often der Stadt gewinnen werden, während zugleich die Spree Die drei Tage wurden ihm obendrein noch abgezogen. von ihnen entlastet wird. Unter Be rücksichtigung der ganzen Thatsache hob das Schöffengericht den Strafbefehl auf und erkannte nur auf 3 Mark Geldstrafe eventl. einen Tag Haft. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutscher Kürschner- Verband( Bahlstelle Berlin). Deutfches Reich. Achtung! Barockvergolder( Spiegelrahmen- Vergolder). In Fürth( Bayern) haben sämtliche Vergolder und Massabrücker bei der Firma W. Burger wegen miserabler Bezahlung die Arbeit niedergelegt. Sie verlangen Abschaffung der Accordarbeit und Einführung eines Stundenlohnes. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Der Märkische Hiefel" " der ein Aus dem Zuchthause zu Brandenburg a. H. vorgeführt, hatte Achtung! Vergolder. Die Differenzen bei der Firma Müller sich am Mittwoch vor der Potsdamer Straffammer der unter dem ( Inhaber Raabe), Fruchtstr. 63, sind beigelegt, da sich Herr Raabe Namen„ Märkischer Hiesel" bekannte und gefürchtete Räuber und mit dem Vorstand geeinigt hat. Der Vorstand. Ginbrecher Franz Pfuhl zu verantworten. Derselbe verbüßt wegen Achtung! Kürschner. Da es der Lokalverband der zahlreicher Einbrüche, räuberischer Ueberfälle und SittlichkeitsDie Fortschritte der dänischen Socialdemokratie bei den Kürschner ablehnt, die jetzige Neunstunden- Bewegung mit uns verbrechen, die er in der Umgebung Berlins, in Rüdersdorf, im Folkethingswahlen am 16. Juni lernt man erst dann richtig würdigen, gemeinsam durchzufämpfen, so ersuchen wir alle Mitglieder des Nowawes- Neuendorfer Schützenhause 2c. begangen hat, außer einer wenn man in Betracht zieht, daß die Partei diesmal entsprechend Deutschenstürschner- Verbandes, wo dieselben in Mit- 13 jährigen, auch eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Wohl der dem Beschluß des Aarhuser Parteitages auf jede Wahlhilfe der leidenschaft gezogen werden, sich unverzüglich Landwehrstr. 11 Umstand, daß er nunmehr keine höhere Strafe erhalten kann, hat Liberalen verzichtete, trotzdem aber in mehreren Wahlkreisen, wo bei Budwig zu melden. Streitkontrolle jeden Tag vormittags Pfuhl, der sehr schwerhörig ist und deshalb mittels Hörrohres jes nicht vorteilhaft erschien eigne Kandidaten aufzustellen, die liberalen bis 11 Uhr. Auskunft erhalten die Kollegen jeden Abend daselbst bernommen wird, bewogen, in den meisten Fällen unterstützte. Die Gegner, die sich der Hoffnung hingaben, die ver- bis 10 Uhr. gegen ihn noch zur Anklage stehenden Strafthaten änderte Wahltaktik und der dadurch herbeigeführte Verlust liberaler Geständnis abzulegen. Er gesteht zu, in in der Nacht zum Wahlstimmen würde einen Rückgang der socialdemokratischen 6. September 1899 in Neu- Babelsberg bei dem Villenbefizer Stimmenzahl und Mandate zur Folge haben, müssen sich bitter entBenjamin aus Berlin einen Einbruch verübt und dabei Kleidungstäuscht fühlen, denn die Partei hat seit 1901 12 507 Stimmen ge= stücke und filbernes Tafelgerät gestohlen zu haben. Letzteres will er wonnen, 3 Mandate neu erobert und nur 1 verloren. Seit unsre teilweise verkauft, teilweise im Walde vergraben haben, wo, weiß er dänischen Parteigenossen an den Folfethingswahlen teilnehmen, wächst aber jetzt selbst nicht mehr. Pfuhl hat bei diesem Diebstahl einen ihre Stimmenzahl ununterbrochen in starkem Maße: 1872 zählten etwa einen Centner schweren Ballen zu tragen gehabt und wohnte fie nur 268 Stimmen, 1876 waren es 1076; 1892 erhielten sie damals in Ribbeckshof bei Nauen, so daß anzunehmen ist, daß er schon 20 094, 1895 24 508, 1898 31 872, 1901 42 972 und nun einen Komplicen hatte, was er aber durchaus nicht zugeben will. 1903 find es 55 479 socialdemokratische Stimmen. Für die Linke Der Hauptvorstand des Verbandes der Vergolder Deutschlands. Er gesteht ferner einen in der Nacht zum 1. Dezember 1899 bei dem wurden 118 826; für die Rechte 50 559, für die Moderaten 20 613 Rechtsanwalt Dr. Heimann aus Berlin in Neu- Babelsberg vollStimmen abgegeben. Die Socialdemokratie steht also, wie mit der Zur Aussperrung in Hannover. Im Auftrage des Regierungs- führten Einbruchsdiebstahl, bei dem ihm ein Fahrrad, zwölf filberne Bahl ihrer Abgeordneten, auch mit ihrer Stimmenzahl an zweiter präsidenten versuchte ein Senator eine Einigung der beiden Parteien Becher, diverse andre Silbersachen und hundertsechzig Mark Stelle unter den Folfethingsparteien. Von besonderem Interesse ist herbeizuführen. Die Unternehmer wollten aber von einer Beilegung bares Geld in die Hände fielen, zu. Unweit bon es, daß der liberale Finanz- und Verkehrsminister des von ihnen herbeigeführten Konflikts nichts wissen, und so blieb Neu- Babelsberg, bewohnte im Sommer der Geh. Regierungsrat Hage sein Follethingsmandat für den 7. Stopenhagener Wahlkreis alles beim alten. Ausgesperrt sind bis jetzt 965 Personen. Außer- Isenbarth aus Berlin eine einsam am Stolper See belegene Billa. an einen Socialdemokraten, den Tischler C. A. Schmidt, ver- dem sind 110 Maurer wegen des Zimmererstreiks ohne Arbeit. Diese im Winter leerstehende Villa wurde mehrmals von dem EinToren hat. Dem Kriegsminister Madsen haben die 112 Beteiligte sind abgereist. Die Maurer haben beschlossen, daß brecher heimgesucht. Er gesteht zu, in der Nacht zum 18. Dezember 1899 Wähler ebenfalls ein Mißtrauensvotum ausgestellt. An seiner die in Arbeit gebliebenen Maurer, welche auf Bauten oder in Ge- dieselbe erbrochen und aus derselben mehrere Gegenstände gestohlen Stelle wurde im Wahlkreise Randers- Stadt ein Konservativer schäften arbeiten, wo Maurer ausgesperrt sind, die Arbeit einzustellen zu haben. Auch am 26. März 1899 hat Pfuhl zum zweitenmal die mit 1462 Stimmen gewählt; der Kriegsminister erhielt nur 841, haben. Auf keinem Bau dürfen neue Arbeiten begonnen werden. Villa aufgesucht und in derselben eine Brandstiftung verübt. Der unser Parteigenosse Mortensen 1259 Stimmen. In 3 Kopen- Die Dachdecker in Leipzig haben ihren Streit beendet, nachdem Verbrecher sucht dies so darzustellen, als sei ihm beim Aufgießen hagener Wahlkreisen wurden die socialdemokratischen Kandidaten durch beiderseitiges Entgegenkommen folgende Bedingungen vereinbart von Petroleum auf eine brennende Lampe dieselbe aus der ohne Abstimmung gewählt, da keine Gegenkandidaten aufgestellt, wurden: Neunstündige Arbeitszeit, vom 16. Juni ab 58 Pf., vom Hand gefallen, wodurch dann die Wohnung ausgebrannt und auch keine genügende Zahl gegnerischer Wähler anwesend war, 1. September 60 Pf. Minimalſtundenlohn. Für Kirchturm und sei. Geh. Rat Isenbarth hat aber später von den Feuerwehrum eine Abstimmung auf" Ja" und" Nein" herbeizuführen. Von Fahrzeugarbeiten 70 Pf. pro Stunde. Dampfschornsteinarbeiten leuten erfahren, daß mehrere Brandherde den bisherigen Vertretern unsrer Partei ist Wilmann Lyngby werden mit einer Mark pro Stunde entschädigt. Ueberstunden vorhanden waren, so daß wohl vorfäßliche Brandstiftung vorliegen mit 1507 Stimmen dem Konservativen, der 1722 Stimmen erhielt, dürfen nur in dringenden Fällen gemacht werden und wird hierfür unterlegen. Neu gewählt wurden außer dem bereits erwähnten 65 Bf. Stundenlohn bezahlt. Accordarbeit ist gänzlich ausgeschlossen. Parteigenossen C. A. Schmidt, Fabrikant Hyller in Valby und Redakteur Marott in Odense I. Besonders erfeulich ist es, daß der Parteivorsitzende Satmann P. Knudsen wieder in das Folkething einzieht. Er wurde im 10. Kopenhagener Wahlfreis mit 2494 gegen 1473 Stimmen, die auf den konservativen Gegenkandidaten fielen, gewählt. Aus Induftrie und Handel. Bank von England. Wie aus London gemeldet wird, hat die Bank von England, nachdem gestern wiederum der Privatdiskont zurückgewichen war, ihren Diskontfab von 3%, auf 3 Proz. herabgesetzt. Der Satz von 3%. Proz. hat also nur 4 Wochen bestanden, seit dem 21. Mai d. J. Zuckerverzollung. Auf das Ersuchen um eine authentische Erflärung über den Eingangszoll für Zucker in Deutschland nach dem 1. September hat der Reichskanzler, wie die Neue Hamburgische Börsenhalle" hört, folgende Antwort erteilt: Der aus den Vertrags staaten stammende Zucker, ebenso der über die Zollgrenze aus geführte und ins Inland zurückkehrende Zucker ist vom 1. September ab nach dem Sake von 18,80 M. für den Doppelcentner raffinierten oder dem gleichgestellten Zucker und nach dem Sabe von 18,40 M. für den Doppelcentner Rohzucker zollpflichtig, ohne Rücksicht darauf, ob der Zucker vor oder nach dem Inkrafttreten des Brüsseler Vertrages erzeugt oder ausgeführt ist. Husland. Die Ausstände in Italien im Jahre 1902. Rom, den 14. Juni.( Eig. Ber.) Der Abgeordnete Mazza hat dem Bericht über das Budget des Innern einen Ueberblick über bie Streitbewegung des vergangenen Jahres beigegeben, der zwar unvollständiger ist als die später erfolgende Veröffentlichung des statistischen Amtes, aber einstweilen einen allgemeinen Begriff der Bewegung giebt. der Villa dürfte. Nach dem ersten Einbruch fand Geheimrat Jenbarth in der Villa drei Theelöffel, die zum Verzehren von Kompott benutzt waren, woraus er den Schluß zog, daß mehrere Einbrecher vorhanden ge= wesen sein müssen. Pfuhl erklärte jetzt aber, daß er mit Absicht drei Theelöffel benutzt habe, um den Anschein zu erwecken, als Hause um Potsdam herum eine Räuberbande. Als Geheimrat Jsenbarth später seine Villa bewohnte, wurde auf ihn eines Abends von außen geschoffen und er dadurch am Arm verwundet. Wegen versuchten Mordes wird sich Pfuhl dieserhalb im Herbst vor dem Schwurgericht noch einmal zu verantworten haben. Daß er außerdem noch in Wannsee dem Gastwirt Hannemann ein Fahrrad gestohlen hat, be Während im Jahrzehnt 1890/99 im Jahresdurchschnitt 169,3 Ausstände streitet er und kann ihm dies auch nicht nachgewiesen werden. Pfuhl in Italien stattfanden, stieg die Zahl für das Jahr 1900 auf 383 mit 80858 wurde, gemäß dem Antrag des Staatsanwalts, zu noch 2 Jahren Streifenden, für 1901 auf 1844 mit 438 000. Jm Jahre 1902 zeigt Buchthaus als Zusatz zu der zeitlichen Strafe, verurteilt. Er nahm sich ein Rüdgang auf 1087 Ausstände an denen 346 497 Arbeiter diefelben gleichmütig hin und bat um die Photographien seiner teilnahmen. In 606 Fällen wurde eine Lohnerhöhung gefordert, in Eltern, die sich bei den Akten befinden. 176 Herabsetzung der Arbeitszeit, in 84 Veränderung der ländlichen Bachtverträge, in 46 Veränderung der Arbeitsmethoden usw. 563 Ausstände endigten zu Gunsten der Arbeiter, 524 ohne Vorteil Die Beendigung des Apothekenboykotts steht bevor! für diese. Bum zeitweiligen Einstellen des Betriebes führten Die außerordentlich stark besuchte Versammlung der Kranken1050 Streiks, zur dauernden Schließung 8, keine Unterbrechung der kassen- Vorstände und Verwaltungsbeamten, die Berurteilungen für Streil- Gewerkschaftshause Fabrikation brachten 29 mit sich. gestern im tagte, erklärte fich im Princip mit vergehen famen 558 vor, Freisprechungen 479. Begreiflicherweise hat Norditalien die höchste Streiffrequenz: den zwischen der Centralfommission und dem Vorstande 777 Ausstände mit 233 913 Arbeitern; Mittelitalien weist 189 Streits der Apotheker Vereinigung vereinbarten Einigungsbedingungen mit 62 204 Streifenden auf, der Süden 70 Einstellungen mit( über die wir in Nummer 134 berichteten) einverstanden 39 417 Teilnehmern. Der Prozentsatz der Siege ist aber in den und beauftragte die Centralkommission, auf Grundlage drei Landesteilen fast der gleiche. dieser Bedingungen möglichst zum 1. Juli d. J. einen Vertrag mit den Apothekern abzuschließen. Der Beschluß wurde mit allen gegen etwa 15 Stimmen gefaßt, trotzdem sich vorerst eine ziemliche Opposition gegen einige Punkte der Einigungsbedingungen bemerkbar machte. In der Versammlung waren 46 Orts-, 42 Hilfs, 12 Betriebs-, 8 Vororts- und 8 Innungs Krankenkassen, insgesamt 116 Kassen vertreten. Sociales. Letzte Nachrichten. " Die Handelskammer zu Berlin hat der städtischen Verkehrsdeputation auf deren Anfrage ein eingehendes Gutachten über die geplante städtische Hafen und Speicheranlage am Stralauer Anger( am rechten Spree- Ufer oberhalb der Oberbaumbrücke) erstattet. Es wird darin die dringende Notwendigkeit Ueber Bleierkrankungen im Solinger Industriebezirk hat der schleuniger Inangriffnahme dieser Anlage dargethan, unter Hinweis dortige Gewerbe- Inspektor an der Hand der Statistik der Orts- Krankenauf die völlig ungenügende Leistungsfähigkeit der Lösch, Lade-, kasse Untersuchungen angestellt. Die Untersuchungen erstreďten sich Umschlags- und Speicher- Einrichtungen an den Berliner Wasser auf die Metallarbeiter, insbesondere aber die Feilenhauer einschließ straßen, Mängel, auf welche der auffällige Stillstand in der Ent- lich der Feilenhauer der Hausindustrie. Danach wurden ermittelt wvidlung des Verkehrs auf den so sorgfältig ausgebauten Berliner in den Jahren 1899, 1900 und 1901 bei durchschnittlich 992, 925 Wasserstraßen zurückgeführt wird. Der Wasserverkehr hat sich hier im beztv. 800 Stassenmitgliedern: 253, 291 und 180 Strankheitsfälle, Durchschnitt der Jahre 1900 und 1901, verglichen mit dem Durch tommen auf Bleierkrankungen 2,7 und ein Fall mit 16,63 begiv. Bebel- Versammlung im Feenpalast" gehen uns zahlreiche Bemit im ganzen 5222, 6098 bezt. 4196 Strankheitstagen. Hiervon Ueber das Vorgehen der Polizei anläßlich der gestrigen schnitt der Jahre 1891 und 1894, nur um 3,7 Proz. gehoben, schnitt der Jahre 1891 und 1894, nur um 3,7 Proz. gehoben, während er in der gleichen Zeit in Magdeburg um 22 Broz., in einem Krankheitstage. Aus dem Jahre 1902 sind Bleierkrankungen schwerden zu. Vor dem Versammlungslokal in der Burgstraße Mannheim und Ludwigshafen um 68, in Ruhrort, Duisburg und nicht zur Anmeldung gelangt. Der Beamte bemerkt hierzu, daß in hatten sich Hunderte von Menschen angesammelt, die keinen Hochfeld um 70 Proz. wuchs. Der Bahnverkehr in Berlin steigerte der Feilenhauerei feines Bezirks den Zinnbetten immer mehr der Ginlaß mehr in den frühzeitig abgesperrten Saal bekommen fich dagegen um 45 Broz. in dem Zeitraum, in welchem der Wasser- Vorzug vor den Bleibetten gegeben wird. Dasselbe wird aus dem fonnten. Plöglich seien Schußleute zu Pferde, ohne daß eine Aufverkehr nur jene Zunahme um 3,7 Proz. zu verzeichnen hatte. Gladbacher Bezirk berichtet. Während beide Transportmittel 1891/94 noch nahezu gleiche Leistungen aufwiesen, stand 1900/01 einer durchschnittlichen Güterbetwegung auf dem Wasser von 5 334 969 Tonnen eine solche von 7 744 719 Tonnen auf der Eisenbahn gegenüber. Da der Bahntransport so erheblich teurer ist, so wird mit der zunehmenden BeDie Klage zurückgezogen hat der Werkmeister Engel bon der nuzung desselben der Berliner Konfum, um dessen Versorgung mit gemeinen Elektricitäts- Geſellſchaft, die er gegen die Arbeiterin Nahrungs- und Genußmitteln, mit Bau- und Brennmaterial, mit 3abel angestrengt hatte wegen einer von ihm zur Babel gethanen Rohstoffen für die Industrie usw. es sich wesentlich handelt, mit Aeußerung:„ Wenn Sie für diesen Lohn nicht arbeiten könnten, lassen Sie Unser Vertrauensmann, der beruhigend auf die Anwesenden einden großen Mehrkosten dieses unwirtschaftlichen Transportes bereiten, dann verdienen Sie mehr". Die Babel hatte von der Laftet; sie betragen beispielsweise auf eine Tonne Getreide von Aeußerung Kolleginnen und der Direktion Mitteilung gemacht. zuwirken versuchte, wurde von einem Schutzmann vor die Brust Hamburg hierher etwa 13%, M. Die Anlage am Stralauer Anger Engel bestritt die Aeußerung und flagte. Der erste Termin wurde gestoßen. würde nun bei der zu erwartenden modernen maschinellen Aus- bertagt, obwohl selbst der Gerichtsvorsitzende den Kläger darauf Es würde sich wirklich empfehlen, wenn in politisch aufgeregten rüstung das Lösch- und Ladegeschäft wesentlich schneller und besser hinwies, sich nicht unnötigerweise noch mehr Kosten zu machen. In- Zeiten auch die Polizei sich etwas weniger nervös zeigte. besorgen, als irgend eine andre Stelle bisher in Berlin es that, zwischen aber scheint Engel sich eines Beffern besonnen zu haben. Wie uns von Augenzeugen mitgeteilt wird, waren in der BebelEine weitere große Verbesserung würde der neue Hafen durch Er- Aus Not. Wegen Tierquälerei mußte sich am Mittwoch der Versammlung in der„ Tonhalle" am Montag weit mehr Leute auf der möglichung des direkten Umschlages zwischen Schiff und Bahn Stutscher H. aus Friedenau vor der Schöffenabteilung des Berliner Straße, die sich aber Dank der besonnenen Haltung der Polizei bald schaffen. Die Handelskammer weist zahlenmäßig nach, daß allein Amtsgerichts II verantworten. H. hatte gegen ein Strafmandat verliefen. Gerichts- Zeitung. forderung zum Auseinandergehen gehört worden sei, ohne jede Rücksicht in die Menschenmassen hineingeritten. Dabei find eine Anzahl Personenverlegt worden. Zwei Personen, ein Fräulein und eine Frau mußten, da ste fich nicht fortbewegen konnten, in Droschken nach ihren Wohnungen geschafft werden. Eine Frau Andren mußte erst auf der Unfallstation verbunden werden; sie hatte eine Verlegung am linken Schulterblatt erlitten. Verantwortl. Nedakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 140. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Streifzüge durch das Wahlfeld. Botsdam- Spandau- Osthavelland. Aber auch die Nationalliberalen find nicht besser weggekommen, wie die Agrarier. Hasse, der seinen Wählernt alles versprochen hat, was sie wünschten, muß in der Stichwahl fallen. Ne h wo Idt, der an Esches Stelle aufgestellt wurde, weil er den Agrariern nicht weit genug geblieben, Goetz hat jämmerlich abgeschnitten. Die Rüdiger ging, ist unterlegen. Der Scharfmacher Jen de ist auf der Strede und Langhammer, von denen der eine als Geschäftsführer des für die Hungerzölle eintrat, haben ihren Ehrgeiz nur an der Kandidatur befriedigen können, das Mandat ist den Socialdemokraten mit Riesenmehrheiten übertragen worden. Das wahrhaft glänzende Resultat, welches der 16. Juni unsrer Partei in der bisherigen Domäne des Pestbeulen- und KalbsknochenBauli" gebracht hat, übersteigt bei weitem die kühnsten Erwartungen. Handelsvertragsvereins und der andre als ehemaliger Freifinniger Optimisten sahen zwar bereits den Sieg im ersten Wahlgange uns zufallen, fie alle rechneten aber nur mit einem Stimmenzuwachs von 2500 bis 3000! Der 16. Juni brachte uns aber einen Zuwachs bon mehr als 4000 Stimmen, genau 4099! Die Aussichten für die Stichwahl find die denkbar besten, haben wir doch vor dem Mischmasch einen Vorsprung von rund 2000 Stimmen. Freitag, 19. Juni 1903. berechtigte mehr in den Listen standen als 1898, meist zugezogene Leute, darunter viele Fabrikarbeiter. Die Katholiken haben seit lange keinen eignen Mann aufgestellt. Da sie warm für Frese eingetreten sind und auch die polnischen Arbeiter zu gewvinnen suchten, so werden ihre 3000 Stimmen meist für Frese abgegeben worden sein. Dieser gewann 3066 Stimmen, aber die Socialdemokraten konnten 6233 neue Rekruten einstellen und so ging denn das Mandat mit einer Mehrheit von fast 900 Stimmen auf die letzteren über. Als eigentliche Ursache ist das ununter brochene Anwachsen der socialdemokratischen Flut anzusehen, nicht etwa ein hier gemachter Fehler." Ebenso ist es den übrigen konservativen Kandidaten ergangen. Der Mann gehört zu den Unbelehrbaren des Liberalismus. Neustadt, der schlichte Mann aus dem Bergwert, Häffet überall spielt, das Unheil komme von den meist zugezogenen Leuten", d. h. Kaufmann& örster in Löbau, Amtsrichter Wagner in Dresden- Das beweist seine Zuschrift, in der er sogar mit dem Gedanken nichts als Niederlagen. den Gedanken erwägt, ob man nicht das Wahlrecht an die Seßhaftigkeit fnüpfen fönne. Der Bremer Freifinn will feinen Fehler" gemacht haben. Ja, warum hat denn der liberale Gedanke die werbende Schwungkraft eingebüßt? Warum geht alles zur Socialdemokratie über? Getviß, die Socialisierung der Köpfe ist eine Notwendigkeit, die sich unter allen Umständen durchsetzen wird. Aber die Beschleunigung dieses Prozesses wird in erster Linie durch die Kartellpolitik der Liberalen herbeigeführt, die jeden freigesinnten Mann ins Lager der Socialdemokratie treiben muß! Sie befördert die Loslösung der einsichtigen Elemente von der liberalen Tradition. Die Bromberger Wahlen sind ungültig. Während 1898 sich für unsre Partei nur ein Zuwachs von 1478 Wie die Polizei vorging, ist aus zahlreichen Berichten bekannt. Stimmen ergab und wir damals nur 38,2 Proz. aller abgegebenen Für heute nur zwei Beispiele, die in der„ Leipziger Volkszeitung" Stimmen auf uns vereinigten, haben wir diesmal mit 15 717 erwähnt werden: Jm 11. Wahlkreise wurden in der letzten WahlStimmen( 1898: 11 618) bei erheblich stärkerer Wahlbeteiligung campagne nicht weniger als 48 Versammlungen verboten. In der einen Prozentsatz von 45,4 der abgegebenen 34 684 Stimmen er- Amtshauptmannschaft Delsnig wurden in den letzten Tagen vor den reicht. Demgegenüber ist der Mischmasch, der positiv Wahlen alle Versammlungen im Freien einfach untersagt. Der Nardentötter, der an der sächsischen Ordnung diese Kur zwar um 453 Stimmen zugenommen( 13746), relativ von vollbracht hat, bietet jetzt zu den Stichwahlen den bürgerlichen 43,7 Broz. auf 38,6 Proz. zurüdgegangen, ebenso wählern seine Hilfe an. der Freisinn mit den von ihm erhaltenen 5240 Stimmen ( gegen 5082) von 16,5 auf 15,1 Proz. Die Potsdamer Parteigenossen brachten 836 Stimmen, die Spandauer Genossen rund 1500 Stimmen mehr auf. Das platte Land hat sich ganz prächtig gehalten, fast überall haben wir an Stimmen gewonnen, während Mischmasch und Freifinn an Stimmen ein büßten oder doch nur ihren alten Befitstand mit Müh' und Not behaupteten. Zur Illustration sei hier erwähnt, daß seit dem 16. Juni selbst über dem Haveldörfchen Cladow, der Residenz des streitbaren, Latrinen" Schall, fiegreich die rote Fahne weht, dort haben unsre Genossen mit 100 gegen 97 gegnerische Stimmen die Majorität erkämpft! D Und diese erhebenden Resultate trotz der schimpflichsten Wahlbeinflussungen, Saalabtreibungen usw. seitens der Gegner! Aus zahlreichen Wahllokalen hat man unsre Kontrolleure hinausgewiesen, und es bedurfte in jedem Falle des Eingreifens des WahlKommissars! In Dallgow hat eine brave„ Ordnungssäule", der Bauer Gustav Stolpe einem unfrer Bettelverteiler die Stimmzettel gewaltsam entreißen wollen und als er hierbei natürlich auf Widerstand stieß, unsren Genossen dermaßen mit einem diden Stock mißhandelt, daß derselbe sich sofort in die Behandlung eines Arztes begeben mußte, der mehrere Kopfverlegungen fonstatierte. Mit dem Mittel der amtlichen Wahlbeeinflussung ist im Regierungsbezirk Bromberg gearbeitet worden. Von dort liegt uns ein geheimes Rundschreiben des Regierungspräsidenten vor, dessen Inhalt folgendermaßen lautet: Der Regierungspräsident. J. Nr. Bromberg, den... März 1903. Um bei den bevorstehenden Wahlen zum Reichstag und zum Abgeordnetenhaus thunlichst einem Siege des polnischen Kandidaten entgegenzuwirken, ist es Pflicht jedes Deutschen, sein Wahlrecht in nationalem Sinne auszuüben. wird. Nicht zum wenigsten sind aber nach dem Inhalt des Staatsministerial- Beschlusses vom 12. April 1898 die Beamten berufen, alle ihre Kräfte in den Dienst der nationalen Sache zu stellen; das wird ihnen um so leichter werden, als nicht anzunehmen ist, daß eine Zersplitterung der deutschen Parteien die Entscheidung der Wahlen für den einen oder den andren Kandidaten erschweren Ich mache Ihnen hiernach die Erfüllung der Ihnen vorzugsweise obliegenden nationalen Aufgabe zur ausdrücklichen Pflicht und ersuche, die Beamten Ihres Geschäftsbereiches entsprechend zu verständigen. Dienstreisen sind an den Wahltagen möglichst zu vermeiden. In Vertretung: gez. M. v. Lützow. An Die Wahlagitation übertraf an infamster strupellofer Socialistenthege die schlimmste Scharfmacherei. Das war der Fehler", den der Bremer Korrespondent nicht erkennen will. Die Niederlage war der Erfolg! Das Ruhrrevier eine Domäne der Socialdemokratie. Unfre Voraussage, der 16. Juni 1903 werde im Ruhrrevier ganz besondere leberraschungen bringen, hat ihre volle Bestätigung durch den Wahlausfall gefunden. Sein hervorstechendes Merkmal ist außer dem überwältigenden Erfolg der Socialdemokratie, die Niederlage des Centrums auf der ganzen Linie. Von den Kreisen, die zum eigentlichen Ruhrbezirk zählen, Duisburg- Mülheim, BochumGelsenkirchen, Dortmund- Hörde und Essen gelangte das Centrum nur in einem, in Dortmund in die Stichwahl. Dagegen erzielte die Socialdemokratie Socialdemokratie in Effen einen Erfolg, der die kühnsten Erwartungen weit hinter sich läßt. 1898 wurden für uns rund 4000 für ungültig erklärte Stimmen abgegeben, nun marschieren wir auf mit der Glanzziffer von 22 000, berüdsichtigt man die bei der vorigen Wahl für uns abgegebenen ungültigen Stimmen, die der Genosse Schröder erhielt, dann beträgt die Zunahme der Stimmenzahl doch noch über 18 000! Das ist eine Steigerung von über 450 Prozent! Und der Kandidat der sogen. nationalen Parteien, Superintendent Klingelmann, jener Diener der Wahrheit, der Wilhelm II. versicherte, in Essen gebe es keine SocialSpandau hat trotz des erfreulichen Stimmenzuwachses von 1500 demokraten, blieb 4000 Stimmen hinter dem Kandidaten Herrn der Socialdemokratie zurück, verlor gegenüber der vorigen Wahl fast nicht die gehegten Erwartungen gerechtfertigt; es liegt dies zum Der Bromberger Regierungsbezirk umfaßt fünf Wahlkreise. In 9000 Stimmen. Das ist ein Ergebnis, wie es wohl taum noch in Teil an der feigen und niederträchtigen Kampfesweise unsrer Bromberg ist der Scharfmacher v. Tiedemann gewählt worden, einem zweiten Kreise Deutschlands zu verzeichnen sein wird. Die Gegner, welche noch in letzter Stunde die Staatsarbeiter durch in Kolmar Czarnitau steht der konservative 3indler mit dem Polen Socialdemokratie gewann nicht nur den natürlichen Gesamtzuwachs an dunkle Drohungen mit Entlassungen einzuschüchtern versuchten. Das in ziemlich aussichtsvoller Stichwahl. Die andren drei Kreise ge- Stimmen, sie nahm den Gegnern auch noch über 6000 Stimmen ist ja der letzte Strohhalm, an dem sich jene Dunkelmänner hören den Polen. von ihrem bisherigen Besizſtand. In Essen war's, wo Klammern, aber dieser Strohhalm wird sie vor dem Ertrinken Wilhelm II. das Wort vom Tischtuch- Zerschneiden sprach, worauf die am 25. Juni nicht retten können. Leider muß aber auch konstatiert Oftelbische Wahlvorsteher- Manieren in Frankfurt a. M. „ Köln. 8tg." prophetisch verkündete, in Essen und in weiterer Um werden, daß unter die ca. 3000 Wahlfaulen mehrere hundert die Vollsstimme" mitteilt, eine ganze Reihe von Ungefeßlichkeiten ben genannten vier Wahlkreisen nahm die Zahl der socialistischen Bei der Wahl vom 16. Juni haben sich in Frankfurt a. M., wie gegend sei die Socialdemokratie totgeschlagen. Ueber das ganze Ruhrrevier ergoß sich die rote Flutwelle. In Arbeiter fallen, die in Berlin und Vororten beschäftigt waren und" Willtürakte ereignet. Das Schönste dürfte sich der freifinnige den genannten vier Wahlkreisen nahm die Zahl der ſocialiſtiſchen und die trotz aller Mahnungen es unterließen, rechtzeitig im Wahlvorsteher des 12. Bezirks( Turnhalle der Katharinenschule, Alte diesen Kreisen abgegebenen socialistischen Stimmen stieg von Wahllokal zu erscheinen! Die Berliner Parteigenoffen werden es Rothhofstraße), Rechtsanwalt Dr. Heinrich Meyer, wohnhaft Stein- 50 000 im Jahre 1898 auf 120 000 in 1903, das ist eine gültigen Stimmen um rund 70 000 zu! Die Gesamtzahl der in sich sicher nicht nehmen lassen, diese Arbeiter ernstlich an ihre Pflicht weg 3, erlaubt haben. 1s unsre Listenführer zum Beginn des Zunahme von 140 Prozent. Die Antwort der Elenden, deutlicher zu erinnern. Es müssen alle Kräfte angestrengt werden, der Wahlattes erschienen, wurden sie von dem Herrn einfach nicht zu fonnte sie kaum ausfallen. In allen vier Kreisen steht die Social25. Juni soll und muß uns den Sieg bringen! gelassen. Und zwar berief er sich dabei auf§ 12 des Wahlgefeges. demokratie hoffnungsvoll in der Stichwahl, außer in Essen überall Dieser Paragraph lautet: Während der Wahlhandlung dürfen in dem Wahllokal weder Brotwucherpolitik hat der Partei für Boltsbetrug einen furchtbaren Beratungen stattfinden, noch Ansprachen gehalten, noch Beschlüsse Stoß versetzt, die gerühmte Unbesiegbarkeit des Centrums ist als gefaßt, noch Stimmzettel aufgelegt oder verteilt werden. Aus- Märchen entlarvt. genommen hiervon sind die Beratungen und Beschlüsse des WahlDes politischen Kaplans widerliche, ekelhafte vorstandes, welche durch die Leitung des Wahlgeschäftes be- Indienststellung der Religion für Junker- und Ausbeuterinteressen, auf Kosten des arbeitenden Volkes, hat sich gerächt; trotz des bacher Lügenfabrik in die Welt geschleuderten Apologien für Mordaufgebots eines ganzen Heeres geistlicher Verherrlicher des Brotwuchers, trotz der in Millionen von Exemplaren aus der M.- Glads Berleumdungsschriften gegen die Socialdemokratie, trop des Auffultur und Wucherzoll, trotz der Waggonladungen von Sudel- und gebots des ganzen Gentrums- Baradestabes und obwohl man der Leimrute der Arbeiterkandidaturen in Duisburg und Bochum, das gebots des ganzen Centrums- Baradestabes und dazu auch noch den schlichten Mann aus der Werkstatt holte, trotz Centrum wurde auf der ganzen Linie geschlagen, der unerschütterliche" Dortmund und Duisburg wäre das Centrum selbst dann nicht in die Turm wadelt und wird festen Grund nicht wieder gewinnen. In Stichwahl gelangt, wenn es sämtliche polnische Stimmen eingefangen hätte; nur in Bochum, wo 7017 polnische Stimmen abgegeben wurden, hätte es ohne die Sonderkandidatur in die Stichwahl ge= langen können an Stelle des Nationalliberalen. Jedenfalls wäre aber auch ohne die national- polnische Kandidatur die Zahl der für die Socialdemokratie abgegebenen Stimmen eine noch größere gewesen bescheiden begnügen. In den erwähnten Kreisen stellt sich das Verals jetzt, wo wir uns in diesem Kreise mit über 39 000 Stimmen hältnis der abgegebenen Stimmen folgendermaßen: dingt sind. Als Wahlbeeinflussung in Kalau- Luckau. Wahlbeeinflussungen und Unregelmäßigkeiten gröbster Art haben sich bei den Wahlen hier ergeben. In KI.Näschen konnten gegen 200 polnische Arbeiter, die schon zeitig erschienen waren, ihr Wahlrecht nicht ausüben, weil durch das umständliche Vorbuchstabieren der polnischen Namen eine Unmenge Zeit verloren ging. Weit über fünf Minuten wurden bei dem einzelnen Wähler verbraucht. unsre Genossen einfach hinausgehen, und als diese dem Befehl nicht Alles Intervenieren von unsrer Seite war fruchtlos. Er hieß Eine weitere Anzahl Wahlberechtigter war in der Liste, trotzdem sich die Leute beim Drtsschulzen rechtzeitig a chtmeister des Reviers holen, um die beiden renitenten überhaupt nicht nachtamen, ließ er sogar den Polizeikommissar nebst gemeldet hatten, daß sie nachgetragen werden wollen. Beschwerde ist Genoffen polizeilich entfernen zu lassen. Dem Bolizeikommissar beim Landrat erhoben. In Boblik und Suchowo verteilte der Gemeindediener recht eigentümlicher erscheinen, aber da dieser auf seinem Haus mochte der Rechtsstandpunkt" des Herrn Dr. Meyer selbst als ein im Auftrag des Schulzen die konservativen Stimm- recht" bestand, blieb dem Kommissar nichts übrig, als feines Amtes zettel von Haus zu Haus, ebenso in Stradow, wo der Schulze Stober sogar einem Wähler den socialdemokra var, durften unsre Genossen in das Wahllokal. Das Vorgehen des zu walten. Erst abends um 7 Uhr, als der Wahlakt geschlossen tischen Bettel aus der der Hand riß und ihm dafür einen Herrn Meyer ist natürlich ein völlig ungesetzliches, es wird dafür Konservativen Bettel gab. In Reuden hat der Schulze unsre gesorgt werden, daß er am 25. Juni seine oſtelbischen Junkermanieren Stimmzettel eingefordert und nachher tonservative verteilt. unterläßt. In Radduch wurde den Berliner Genossen, die zur Kontrolle erschienen waren und sich darüber beschwerten, daß keine Wahl* Der Zusammenbruch des Kartells in Bremen. mit dem Kandidaten der Nationalliberalen. Bochum Dortmund Effen Die Centrums Duisburg zelle und feine geeignete Urne vorhanden war, bon Nicht nur in Sachsen, sondern auch in Bremen hat es sich der Polizei mit Verhaftung gedroht. In Stradow wurden erwiesen, daß nichts so geeignet ist, den bürgerlichen Liberalismus unfre Kontrolleure aus dem Wahllokal verwiesen und ihnen vollends zu zerschmettern, wie die Kartellierung gegen den Umsturz" δαξ Verteilen bon Stimmzetteln bor dem Lokale ber In Bremen hat der Freifinn den Liberalismus an die Reaktion verboten, auch in Weißaat wurde unser Kontrolleur aus dem raten, Herr Frese, der freisinnige Kandidat, hat, obwohl der Lofale verwiesen. In Koßwig wurde unser Kontrolleur, als er Vereinigung angehörig, mit den wildesten Hezzereien und das Fehlen des Isolierraumes rügte, sogar mit Ohrfeigen bedroht. Berleumdungen des Socialistenspiegels" gearbeitet, die Frei Aber auch in Vetsch au selbst haben es die Ordnungsmannen nicht sinnige Zeitung" berief sich immer mit besonderem Wohlan Beeinflussungen fehlen lassen. Hier hat der Bürgermeister gefallen auf seine Aeußerungen, das Bremer Freisinnsblatt, selbst einen konservativen Bettelverteiler angestellt und bezahlt. Es die Weserzeitung", tobte gegen die Vaterlandslosen, die Socialdemokraten 22 379 39 125 19 864 34 127 3 817 22 800 7 804 25 253 darf infolge dieser ungeheuerlichen Beeinflussung der Wähler nicht Terroristen, wie das niedrigste Reptilienorgan wundernehmen, wenn die Resultate aus diesen Orten für uns sehr die zerschmetternde Niederlage. Auch die Lässigkeit der bürgerlichen und die Folge ist Rationalliberale Centrum. ungünstig lauten. Freifinnige Elemente trägt nicht die Schuld; denn 92 Proz. aller Wahl- Bolen. berechtigten gingen zur Urne. Troß dieser Machinationen ist unsre Stimmenzahl ganz gewaltig gewachsen. Von 5487 auf 9090 Stimmen, ein Erfolg, den man nicht erwartet hatte. Wird das Notwendige gethan, dann kann auch dieser Kreis genommen werden. Andernfalls fehlt es nicht an Material für einen Wahlproteſt. Das Musterland ber Reaktion. Bei den Kartellwahlen von 1887 ist in Sachfen fein einziger Socialdemokrat gewählt; sechzehn Jahre später, im Jahre 1903 fam fein bürgerlicher Kandidat durch. Trotzdem schreit die konservative Presse nach einem neuen Startell für ganz Deutschland! Wir haben in Sachsen in den letzten fünf Jahren 150 000 Stimmen gewonnen, das ist eine Zunahme von 50 Proz. In allen Kreisen sind wir vorgegangen und die geringste Zunahme hat 8ittau mit 3400 neugewonnenen Stimmen. In LeipzigLand getvannen wir 14 000, in Chemnig 10 000, in DresdenLand 8500 neue Anhänger. Die Stimmenzahlen des Kartells sind fast überall start zurückgegangen. In Freiberg sind für Dertel etwa 3000 Stimmen weniger abgegeben worden. In Plauen hat der Agrarier Zeidler eine empfindliche Schlappe erlitten. Jm 7. und im 8. Kreis, die noch niemals in focialdemokratischem Besiß waren, sind die socialdemokratischen Kandidaten mit ganz erflecklichen Mehrheiten glatt gewählt. Die beiden Antisemiten Gäbel und Loze, die gegen Ben Bolltarif gestimmt haben, weil die Hungerzölle noch nicht hoch genug waren, haben ausgespielt. Und wie Gäbel und Lozze wird es wohl auch dem dritten Antisemiten gehen: wenn das Centrum in der Stichwahl nicht für seinen Todfeind stimmt, ist auch Gräfe Reichstags- Abgeordneter a. D. Ebenso sind die Agrarier Hauffe und Blagmann im 11. und 14. Wahlkreise beseitigt: die Stichwahl muß unsren Kandidaten den Sieg bringen! " " Die Vossische Zeitung" enthält eine charakteristische Wahlbetrachtung aus Bremen, deren Verfasser wohl ein Redakteur der Weferzeitung" ist, der also einen Entschuldigungsbericht in eigner Sache schreibt. Wir geben ihn als Dokument der Verblendung wieder: . .• 1898 1903 O . 1898 1903 1898 1903 1898 1903 1898 1903 . . 30 029 30 646 17 347 19 248 30 103 35 280 21 071 21 780 1 133 1 184 863 292 7 017 2705 31 623 32 805 17 731 22 225 27 498 20 700 19 904 25 400 2 205 Insgesamt wurden Stimmen abgegeben( in runden Zahlen): Social Natl. Centrum Freis. Polen Christl. demokratie Social. 53 000 96 000 98 000 2000 120 000 101 000 104 000 1400 12 000 1400 " Rach mannigfachen Kundgebungen von auswärts mangelt es Auch in dem Kreise Hamm Soeft gewannen wir fast 5000 Bremen nicht an bedauernder Teilnahme an der Niederlage, die Stimmen, auch das ist gegen das Resultat bon 1898 eine Steigerung fein Bürgertum mit der freisinnigen Wahlkandidatur Frese erlitten. von 250 Proz. Selbst der unerschütterliche, bombensichere CentrumsMit ihr ist das letzte hanseatische Reichstags- Mandat in wahlkreis Arnsberg- Olpe hat schon einen starken roten Schein bedie Hände der Socialdemokraten übergegangen. Das hiesige kommen, bont 72 Stimmen im Jahre 1898 schnellten unsre Bürgertum war stolz darauf, daß es durch seine Einigkeit Stimmen empor bis auf gegen 1000. Auch in dem bisher als die Mehrheit behauptet und die Socialdemokratie abgewehrt hatte, unbestrittene Centrumsdomäne geltenden Kreise Borken- Recklinghausen, als Hamburg und Lübeck schon längst der Socialdemokratie verfallen wo 1898 feine gültige focialistische Stimme abgegeben wurde, holten waren. Diese Einigkeit war das Ergebnis eines Fehlers, der wir nun 6505 rote Bettel... Die Bestie läßt sich nicht den Baum 1890 gemacht wurde; der damalige Kandidat wollte sich nicht ver- anlegen, sie nahm schon Rache für die unter dem Segen der Pfaffen pflichten, der nationalliberalen Partei nicht beizutreten, worauf ein schleichende Brotwucherpolitik; der 25. Juni wird das über das Teil der Freifinnigen in der Stichwahl den Socialdemokraten Centrum hereingebrochene Gericht nur noch verschärfen. wählten. Seitdem haben sich alle Liberalen, obwohl in besonderen Parteien organisiert, eng aneinander geschlossen. 1893 und 1898 Die erste katholische Stadt! fiegte Frese gegen die Socialdemokratie und die kaum nennens- Ueber die Wahl in Köln wird uns geschrieben: Dem werten antisemitischen Parteisplitter. Dieses Mal war die Einigkeit Centrum ist auch diesmal die Blamage der Stichwahl in der ersten noch fester, denn es wurde außer dem freisinnigen und dem social- katholischen Stadt Deutschlands" so haben die Centrumsdemokratischen Kandidaten kein andrer aufgestellt ein ganz führer selbst vor der Wahl es genannt nicht erspart geblieben, vereinzelt dastehender Fall. Es sind überhaupt nur 37 zersplitterte trotz des heißesten Ringens, trotz des strupellosesten VerStimmen abgegeben worden. Die Wahlagitation entfaltete sich leumdungskampfes, trog seiner gewaltigen firchlichen und in der lebhaftesten Weise und hat allen Anforderungen ent sonstigen Machtmittel und trok einer beispiellosen Schlepps sprochen. Die Wahlbeteiligung erreichte auch den hohen Stand arbeit. Wie diesmal, so hat das Kölner Centrum noch nie bon 92 Proz. Von dem Nest entfällt sehr viel auf abwesende gewählt; und wie diesmal ist es noch nie organisiert gewesen, obSeeleute usw. Die socialdemokratische Agitation war von einer beispiellosen Heftigkeit. Und diese hatte den Vorteil, daß 8500 Wahl*) Für Schröder abgegebene und ungültig erklärte Stimmen. Wohl Me Organisation der Kölner CentrumSpartei schon ohnedies die beste im Reiche war. Der Windthorst-Bund, der Volksverein für das katholische Deutschland und die einzelnen Pfarrorganisattouen haben nahezu bis zur Erschöpfung gearbeitet. Und so glaubte in der letzten Versammlung vor der Wahl einer der Hauptredner, der Rechtsanivalt Dr. Wirtz, sagen zu können, daß man am 13. Juni im e r st e u W a h l g a u g e init 23 333 Stimmen siegen werde. Statt dessen erhielt das Centrum die Kleinigkeit von annähernd 13 333 Stimmen weniger. Trotz der gegen 1333 um 13 Proz. höheren Wahlbeteiligung und trotz der höheren Zahl der Wahlberechtigten nahm das Ceutrum in Köln nur uin 2833 Stimmen zu. Es erhielt 15 622 gegen 12 821 im Jahre 1838. Die social- demokratischen Stimmen stiegen dagegen von 3333 auf 13 284. Und auch die Nationallibcralen, die doch in Köln nur ein kümmerliches Dasein fristen, stiegen von 4883 auf 6233 Stimmen. Erbärmlich sind die Antiiemiten hineingefallen,- trotz großer Plakatrcklame brachte es ihr Kandidat Raab ans ganze 123 Stimmen. Die socialdemokratische Stimmenzahl stieg in Köln um 47,5 Proz., die nationalliberale um 28 Proz., die ultramontane aber nur um 22 Proz., und das in der„ersten katholischen Stadt Deutschlands", aus die nach einem Wort eines andren Redners in jener Versammlung, des Pfarrers Dr. Lauscher, bei jeder Gelegenheit„die Augen des gesamten katholischen Deutschland gerichtet sind. Der Erfolg der socialdemokratische» Partei in Köln muß, zumal in Anbetracht der Ungunst der Verhältnisse, als glänzend bezeichnet werden, umsomehr, als die Zahl der Arbeiter in Köln-Stadt relativ abnimmt. Die socialdemokratischen Stimmen sind von 7366 in 1835 und 3333 in 1833 auf 13 284 gestiegen. Noch ein solcher Ruck, dann weht auch über der„katholischsten Stadt Deutschlands" die Fahne des Socialismus. Im Wahlkreise K ö l n- L a n d hat sich die socialdemokratische Stimnienzahl fast verdoppelt. Von 6333 im Jahre 1838 stieg sie auf etwa 13 533. Die CentrumS-Stimmen stiegen von 14 513 auf etwa 13 833. Infolge seines großen bäuerlichen Anhanges gelang es dem Centrum dicsnial noch, den bisherigen Vertreter, Gutsbesitzer Pingen, ohne Stichwahl durchzubringen. In vielen ländlichen Orten verdoppelte, verdrei- oder vervierfachten sich die socialdemokratischen Stimmen. In M ü l h e i m- W i p p e r f ü r t h- G u m m e r s b a ch, das an die Kölner Wahlkreise angrenzt, war bisher der Centrums- kandidat stets im ersten Wahlgange gewählt worden. Diesmal kommt unsre Partei mit dem Centrumsmann de Witt in die Stich- Wahl. Die socialdemokratischen Stimmen stiegen von 4341 auf 7343. Polizei-Aufsicht und Stimmenkauf in München! In der Haupt- und Residenzstadt München ist, so teilt die „Müuchener Post" mit, die Reichstagswahl unter— Polizei-Aufficht vor sich gegangen. Das Direktorium des Magistrats hat nämlich an sämtliche Wahl- Vorsteher ein hektographiertes„vertrauliches" Cirkular erlassen, worin die Wahlvorsteher darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Polizei- direktion auf Ersuchen lwohl des Bürgermeisters v. Borscht, der jüngst in Rußland war) in unmittelbarer Nähe der Wahllokale Schutzleute patrouillieren läßt, die bei eventuellen llnbotmäßigkcitcn und Excessen den Wahlvorstehern zur Verfügung stehen. Selbstverständlich vollzog sich der Wahlakt trotz stellenweiser enormer Beteiligung in musterhafter Ordnung. München hat eine „Unbotmäßigkeit"— der Ausdruck ist durch die Alexandrmerrede Wilhelms II. populär geworden— durch Mittel dokumentiert, gegen die keine Polizei-Aufsicht nützt. Mit welch'„lauteren" Mittelchen die Nationalliberalen selbst in dem für sie doch absolut aussichtslosen Wahlkreise München II„gc- arbeitet" haben, beweist die Thatsache, daß man selbst zu sträflichem Stimmenkauf gegriffen hat. Im 31. Bezirk sLaim) des Wahlkreises München II wurde vom Centrum Protest gegen die Wahl eingelegt. Der Protest, der mit ca. 133 Unterschriften versehen, ist damit begründet, daß die gesetzliche Wahlzeit nahezu um eine Stunde verkürzt wurde. Der Beginn der Wahlhandlung wurde nämlich dadurch verzögert, daß der ma- gistratische Beauftragte die Wahlurne und amtlichen Couverts irrtüm- licherweise nach Fürstenried, anstatt nach dem Wahllokal an der Fürstenriederstraße transportierte. Ein Bolksurteil über die Scharfmacherei ist der Wahlausfall im 23. sächsischen Wahlkreise Zschopau-Marien- berg-Sayda. Dort hatte das Kartell gegenüber unsrem Genossen Emil R o s e n o w den früheren Generaldirektor der Firma Krupp in Essen, Borsitzender des Central- Verbandes deutscher Industrieller, den Geheinirat I e n ck e aufgestellt. Es ist dies derselbe Jencke, der seit Jahren neben den B u e ck und B e u m e r der Mittelpunkt der scharf- macherischen Bestrebungen ist, der die„Wohlfahrtseinrichtungen" der FirniaKrupp systematisch ausbaute. Breiteren Schichten wurde er bekannt, als er in semer Eigenschaft als Vorsitzender des Scharfmacher- Verbandes, der für die Z u ch t h a u s V o r l a g e eine 12 333 M.Spende der Regierung zur Verfügung stellte, aus Mitteln der Firma Krupp allein 5000 M. für die zuchthausgesetzlichen Zwecke gab. Da dieser Scharfmacher jetzt in Dresden einen Palast stehen hat und die reaktionäre Regierung Sachsens ihn gern im Reichstag gesehen hätte, so wurde die erzgebirgische Bevölkerung, die zu der ärmsten und ausgebeutetsten Deutschlands gehört, mit der Zumutung beleidigt, diesen scharfmacherischen Großmillionär zu ihrem Reichstags- Vertreter zu machen. Herr Jencke stieg zum Volke herab. Er sprach in über fünfzig Versammlungen und besuchte alle Ortschaften. Herablassend nickt erden Arbeitern zu, schüttelte den Kleinbauern die Hände und rettete den Mittelstand. Die Blätter des Centralverbandes verkündeten bereits den sicheren Sieg ihres Oberscharsmachers, das Geld des Centralverbandes, die Bürger-Broschüre, wirkten im Kreise. Die Dresdener Regierung legte sich ins Zeug, der ganze Beamtenapparat, vom Amtshauptmann bis zum Nachtwächter, ging für den Scharfmacher los. Unserm Genossen Rosenow wurden alle Säle abgetrieben, nur auf fteiem Felde, einer Bergwiese usw. konnte er noch die Wähler um sich sammeln und in den letzten zwölf Tagen wurden auch diese Versammlungen im Freien von den Be- Hörden fast sämtlich wie auf Kommando verboten. Die Luft des Zuchthausgesetzes durchwehte die Wahlagitation des Scharfmachers Jencke. Unsre Parteigenossen im 23. sächsischen Wahlkreise verfehlten demgegenüber nicht, die Zuchthaus-Vorlage und I e n ck e s 5333 M.- S p e n d e in den Mittelpunkt des Wahlkampfs zu rücken. Und die Folge? 1838 war Rosenow erst in der S t i ch w a h l mit nur 133 Stimmen Majorität s13 262: 13162) gewählt worden. Gegenüber dem 5333 Mark-Jencke wurde er sofort mit 15 633 gegen 13 6 3 2 Stimmen gewählt— also mit S333 Stimmen Majoritätl Jede Mark, die der Scharfmacher Jencke für die ?uchthaus-Vorlage hergab, hat der Socialdemo- ratie eine Wähler stimme mehr gebracht. Das Volk hat die Scharfmacherei so gründlich satt wie die Brot- Wucherei._ An das Komitee der Centrnmspnrtei in Würzburg. Zu Händen des Herrn Justizrat Dr. Johannes Thalen. Daselbst. In Ihrem an die Reichstagswähler des Wahlkreises Würzburg gerichteten und in der Fränkischen Gesellschaftsdruckerei Würzburg gedruckten Flugblatt schließen Sie eine lange Reihe von Verdrehungen, Unwahrheiten und Entstellungen über die socialdemokratischen Ziele mit folgenden Worten: Wähler I Man wird euch sagen, was hier geschrieben steht, sei nicht wahr. Das Komitee der CenttumSpartei zahlt demjenigen eine Prämie, welcher nachweist, daß auch nur eine der angeführten Thatsache» nick wahr ist I Nun behaupten Sie in diesem Flugblatte u. a., daß die Social- demokraten im Jähre 1833 gegen das Wuchergesetz gestimmt hätten. Das Umgekehrte aber ist wahr. In dem Fraktionsbericht unsrer Partei vom Jahre 1833 ist in Bezug auf das Wuchergesetz wörtlich zu lesen: Wir haben dem Gesetz zugestimmt, obschon wir die Hoffnung auf eine Gesundung der einschlägigen Verhältnisse innerhalb der heutigen Gesellschaft nicht teilen. Die vorgenommene Ergänzung bedeutet jedoch unstreitig eine Verbesserung des bestehenden Rechts- zuftandcs und aus diesem Grunde konnten wir dem Gesetz unsre Zustimmung nicht versagen. Ihre öffentliche Bekanntmachung ist eine Auslobung im Sinne des§ 657 B. G.-B. Wir ersuchen um sofortige Zusendung Ihrer Prämie. Die Redaktion des„Vorwärts". _ Leid. Aus Serbien. Die Wahrheit über die Schrcckensnacht. Unter diesem Titel veröffentlicht die„Voss. Ztg." einen langen telegraphischen Bericht ihres nach Belgrad entsandten Berichterstatters über die Vorgänge im Belgrader Königsschloß in der Nacht vom 13. zum 11. Juni. Die Darstellung, die sich auf Aussagen Belgrader Offiziere stützt, trägt im wesentlichen den Stempel der Wahrheit und ist geeignet, verschiedene Punkte aufzuklären, die in den bisher ein- gelaufenen Meldungen dunkel blieben. Wir bringen deshalb den Bericht mit einigen Kürzungen zum Abdruck: „Die heute endlich gestattete Besichtigung des alten Konaks so- wie die Aussagen der Offiziere, die hierbei als Führer dienten, er- möglichen nach vielfachen unvermeidlichen Irrtümern eine historisch getreue Schilderung der Vorgänge der Schreckensnacht. Etwas nach 11 Uhr rückten die verschworenen Offiziere an der Spitze des sechsten und siebenten Regiments, der ganzen Belgrader Kavallerie, sowie einer Batterie vor den Konak i insgesamt war diese Waffcnmacht etwa 1333 Mann. Die Mannschaft war ahnungslos. Einer der Offiziere erzählte mir lächelnd, er habe den Soldaten gesagt, der König wolle das Ministerium entlassen und habe Militär gerufen, um ihm dabei zu helfen, weil die Mini st er nicht gehen wollen und ihn bedrohe». Ein andrer Offizier erklärte seinen Leuten, der König wünsche sich der Königin zu entledigen und könne nur gewaltsam von ihr befteit werden, Man rückte durch das vom Gardekommandanten K o st i t s ch geöffnete eiserne Gitterthor von der Hauptstraße Belgrads, der Fürst Michael-Straße, in den Garten und den Hof des Konaks ein. Dieses Thor ist immer geschlossen gewesen, da der Haupteingang in das Konakgebäude nicht in der Stratzenftont, sondern auf der Hofseite sich befindet. Gegenüber diesem Haupteingang, den Hofraum hinten anschließend, liegt die hufeisenförmige, ebenerdige Gardekaserne, neben ihr das kleine Gebäude der Generaladjutantur. Der Konak wurde nun innerhalb des Hofes und Gartens solvie draußen auf der Straße mit zwei Militärkordons umgeben. Un- mittelbar darauf begann der Sturm der Offiziere auf das Haus. Von den gemeinen Soldaten wurde zur Ausführung des Verbrechens niemand mitgenormnen. Man wußte jedoch nicht, in welchem der beiden Stockwerke und in welcher Richtung das Schlafzimmer des Königspaares lag. Der auf der Liste der Ver- 'chwörer zum Tode verurteilte Gencraladjutant Lazar Pettowitsch wurde auscrsehen, ihnen den Weg zu weisen. Pettowitsch befand sich bereits im Bette. Um zu ihm zu gelangen, mußte die Thür des Generaladjutnnten gesprengt, das kleine Vorzimmer, das als Schreib- stube diente, passiert und dann die Schlafzimmcrthür eingeschlagen werden. Die Verschwornen fiihrten eine stattliche Anzahl Dynamit- Patronen mit sich. Die erste wurde gegen die Thür der General- adjutanttw geschlendert. Ein Gendarm, der davor Wache hielt, ver- teidigte den Eingang und wurde niedergeschossen, er siel als erstes Opfer. Die Zerstörungen, die das Dynamit in der Adjutantur an- richtete, sind noch heute zu sehen. Aus den Steinflicsen der Schwelle ist ein großes Stück herausgesprengt, die Thürfüllungen sind gänz- lich zertrümmert, das Mauerwerk geborsten. Nachdem man endlich in das Schlafzimmer von Pettowitsch eingedrungen war, zwang man diesen, sich nach dem Konak zu begeben und die Führung zu übernehmen. Inzwischen hatte ein andrer Trupp Offiziere im Konak selbst das Zerstörungswerk begonnen. Durch einen kleinen Vorraum, der nach dem Hofe bloß mit einer GlaSthür abgeschlossen ist, gelangt man in eine geräumige Vorhalle. Davor befindet sich das Zimmer des dienstthuenden Adjutanten und Ordonnanzoffiziers, Hier weilte in der SchreckenSnacht der mitverschworene Adjutant N a u- mowitsch und der Ordonnanzoffizier Milko witsch. Milkowitsch feuerte mit dem Revolver auf die Schar der Ein- gedrungenen, ohne jedoch jemand zu tteffen. Man warf eine Dynamitpattone gegen ihn, er sank tot nieder. Dem neben ihm stehenden Naumowitsch riß das Dynamit die linke Schulter mit dem Arm und einem Stück der Brust fort. Er starb bald darauf. In der Vorhalle stürzte von den Erschütterungen des Dynamits das in das Mittelstück der Decke eingesetzte Glasfenster mitsanit dem Kronleuchter ein. Während sich dies abspielte, bearbeiteten andre, den Generaladjutanten als Gefangenen mit sich schleppend, mit Axt und D y n a m i t die nach den inneren Gemächern, zunächst nach dem sogenannten türkischen Salon führende Mittclthür der Vor- Halle. Die Axt steht noch neben der Thür, die auch heute noch gänzlich zerttiimmert ist, während im türkischen Salon die abgebrannten Portieren, Gardinen, Stofftapeten und Möbelstücke bereits durch neue ersetzt find. Lazar Pettowitsch schlug mit den Offizieren vom türkischen Salon aus die Richtung absichtlich nach der linken Zimmerflucht ein. während sich das Schlafzimmer des Königspaares am Ende der rechten Zimmerflucht befand. Es herrschte gänzliche Finsternis, da Naumowitsch die elektrischen Leitungen zerstört hatte. Die Offiziere erkannten bald, daß Pettowitsch sie irreftihre, sie schleppten ihn daher nach der Vorhalle zurück und streckten ihn da durch einen Schuß in die Stirn nieder. Ein großer Fleck von Blut und Hirnmasse auf dem Parkettboden konnte noch nicht entfernt werden. In nächster Nähe davon befindet fich ein kleinerer Blutfleck. Hier starb der den Generaladjutanten be- gleitende Gendarm. Als dieser sah, daß es seinem Herrn ans Leben lebe, hatte er Mut und Pflichtgefühl genug, um seinen tevolver gegen die Verschwörer abzuschießen, er verwundete einige von ihnen. Diese Schliffe des Gendarmen ver- ursachten unter den Offizieren große Verwirrung; es schien ihnen, als ob sie aus dem Innern des Konaks kämen, und sie glaubten, es sei ein Gegenschlag vorbereitet worden. Sie stürzten aus der Vorhalle zurück in den Hof, erst nach einer Weile und nachdem der mutige Gendarm erschossen war, drangen sie von neuem ein, Erst nachdem alles andre durchsucht war, wandten sich die Ver- schworenen vom Türkischen Salon aus nach rechts. Man passierte, sämtliche Thüren mit Dynamit sprengend, das Klavierzimmer, dann ein kleines Sitzzimmer und gelangte endlich vor die Thür des Schlaf- zimmers. Seit dem ersten Augenblick, bis zu dem, da die Verschwörer vor dem Schlafzimmer standen, waren nahezu anderthalb Stunden verflossen. Keine Phantasie kann sich ausnmlen, welch' furchtbare Qualen der Todesangst das Königspaar erlitten haben muß. Anderthalb Stunden widerhallte das Haus von Dynamit- explosionen, Revolverschüssen, Säbelgeklirr, Axthieben und Geschrei, Ei neDy na mitbombe legte endlich auch in dieSchlaf- z i m m e r t h ü r Bresche. Mit vorgestreckten Revolvern und ge- zogenen Säbeln stürmten die Offiziere hinein. Das Königspaar hatte un gemeinsamen Ehebett geschlafen. Das goldfarbene Metallbett steht noch so da, wie sie es verlassen haben. Seidendeckcn und Seiden- Polster sind von Kugeln durchlöchert, unter dem Kopfkissen der Königin liegt ein Muttergottesbild. Auf dem kleinen Schreibtisch im Schlaf- zimmer liegen Bücher, Aufzeichnungen und Papiere. Zwei der Bücher tragen Titel, die an dieser Stelle ganz merkwürdig berühren. Sie lauten:„Os mariage de Qertrude", Roman von Mario Uchard, und „üne trahison" von Henry Greville. Dieses Zimmer war eS jedoch nicht, in welchem daS Königs- paar ermordet wurde. Als die Offiziere eindrangen, waren sie aufS höchste verblüfft. Das Königspaar war nicht da. Das Zimmer ist von der Sttaßenfront gesehen ein Eckzimmer im ersten Stock. Zwei Fenster gehen auf die Schmalseite hinaus. Die Offiziere sahen, als sie dann das Ende der Zimmerflucht erreicht hatten, daß das dritte Fenster durch schwere Portieren verdeckt war. Ratlos und schäumend vor Wut sahen sich die Offiziere schon um die Früchte ihrer An- strengungen gebracht. Da hörte in dem ungeheuren Tumult ein Artillerie- Hauptmann plötzlich eine weibliche Stimme. Es war die Stimme der Königin, die das draußen stehende Militär anrief, ihr und dem König um Gotteswillen Hilfe zu bringen. Die Stimme kam von den Portieren her. Alles stürzte dorthin. Da zeigte es sich, daß nian eine Glasthllr für ein Fenster gehalten hatte. Diese Glasthllr, die sich hinter der Porttere befand, schied das Schlafzimmer von einem engen einfensterigen Räume, in welchem drei große Spinden stehen. Eins da- von, dessen braune Lackfarbe von Dynamitexplosionen gänzlich verbrannt ist, soll die Handkasse der Königin enthalten. Zwei eiserne Ständer stehen in der Ecke; an ihnen hängt noch jetzt die Kleidung und die gesamte seidene Unterkleidung der Königin, die sie vor dem Schlafengehen dort hingehängt hat. In der andern Ecke gewahrt man auf dem Fußboden ein eisernes Kreissegment mit dem Zugang zu einer ins Souterrain führenden Wendeltteppe. Der König ver- mochte diese Klappe nicht zu öffnen, und lvenn er es auch vermocht hätte, er hätte sich nicht retten können. Nun endlich sahen die Verschworenen das Königspaar vor sich. Die Königin war verstunimt, sie sah ein, daß ihre Hilferufe zum Fenster hinaus vergeblich waren. Das Königspaar stand am Fenster und hielt sich fest umschlungen. Der König deckte mit seinem Körper die Gattin. Die einzigen Worte, die er sprechen konnte, waren: „Verzeihet mir alles, was ich gethan." Unmittelbar darauf sanken er und die Königin, von Kugeln durchbohrt, zu Boden. Die Diele vor dem Fenster zeigt weit ausgedehnte Flecken von Blutlachen. Der Offizier, der uns ftihrt, beantwortet die Frage nach der Zahl der Wunden, die das Königspaar erhalten hat, lächelnd: „Na zwölf bis fünfzehn mögen es wohl gewesen sein." Er und seine Kameraden, die mit anwesend sind, be- nehmen sich durchaus höflich und liebenswürdig. Die Ereignisse der Blutnacht werden als Selbstverständlichkeit, ganz wie Kleinigkeiten behandelt. Wir ftagen weiter, ob man die Leichen mit Säbel« hieben verunstaltet habe. Neues Lächeln:„Es mag schon sein, aber viel ist nicht geschehen. Einige Stiche in Leib und Brust wird die Königin wohl erhalten haben. Ueberdies sind dem König und der Königin einige Finger abgeschlagen worden und was sonst noch geschehen, i st n i ch t d e r Rede wert." Daß die Leichen aus dem Fenster geschleudert wurden, wird rundweg als Märchen erklärt. Man habe sie ins Souterrain getragen und dort liegen lasten. Die Truppen warteten inzwischen geduldig auf den Ausgang der Ereignisse. Nach vollbrachter That erschienen die Offiziere vor ihnen und riefen:„Hoch Peter Karageo r gewitsch I" „Was bedeutet denn das? Wie kommt der Name Karageorgewitsch hierher?" fragte ein Unteroffizier den Offizier, der mir heute so liebenswürdig Auskunft erteilte.„S ch w e i g I" antwortete ihm dieser, dann behält st Du Deinen Poste n". Und er schwieg und sie schwiegen alle und ftinf Minuten darauf, nachdem sie sich von der Verblüffung erholt hatten, stimmten alle mit den Offizieren in den Ruf ein: Hoch Peter Karageorgewitsch! Am demselben Vormittag ging die Kunde in die Welt, die Armee habe Karageorge- witsch zum König Serbiens ausgerufen. Die erste Verlustliste, die ich gemeldet, bestätigt sich. Die spätere Meldung, daß gegen 33 Soldaten und Gendarmen gefallen seien, war irrig. Im Konak selbst waren acht Tote und drei Ver- wundete, außerhalb des Konaks vier Tote und sechs Verwundete. Von Verwundeten starben nachttäglich zwei, so daß die Zahl der Toten insgesamt vierzehn beträgt. Wie die provisorische Regierung zu stände gekommen ist. Auch über die Vorgänge bei der Bildung des Kabinetts Avakumowitsch werden von der Wiener Internationalen Korrespondenz weitere Einzelheiten berichtet. Danach begab sich nach der Ermordung des Königs ein Offizier mit vier Soldaten zu Ljubomir Zivkowitsch. Als der Offizier an die versperrte Thür des Zivkowitsch anklopfte und diesem mitteilte, was geschehen ist, antwortete Zivkowitsch, daß er zu klug sei, um solche Fabeln zu glauben. Man wolle ihn verhaften. Umsonst waren die Beteuerungen des Offiziers, daß man im Ministerium auf ihn Ivarte. Erst als einer seiner Freunde ihm von der Sttatze aus zurief, daß der Offizier die Wahrheit spreche, öffnete er und fuhr, von dem Offizier begleitet, ins Ministerium. Mit Stojan Protitsch ging es in ähnlicher Heise her. Nur hat er den sich meldenden Offizier gleich empfangen.' Er beschwor diesen, ihn in Ruhe zu lassen, denn er habe lange genug seine Füße in Eisen gettagen. Zuletzt bat er sogar um Gnade, daß man ihn zu Hause lasse und andre Minister suche. Was Avakumowitsch bettifft, so war er verreist und mit dem aus Nisch um 4� Uhr morgens in Belgrad einttcffenden Zuge zurückgekehrt. Am Bahnhof hatten ihn zwei Offiziere mit einem Hofwagen erwartet und direkt ins Ministerium geführt. Als alle neuen Minister beisammen waren, befahlen ihnen die versammelten Offiziere, mit den Revolvern in den Händen, einen Ukas zu unterschreiben, durch welchen sie fich selbst zu Minister» ernennen. Die Mitteilung bestätigt, daß das gegenwärttge Ministerium vom Offiziercorps eingesetzt ist und dessen Dittatur untersteht. Rußlands Haltung gegenüber Serbien. Die russische Regierung scheint, den Auslassungen der offiziellen und offiziösen russischen Presse nach zu urteilen, noch nicht recht zu wissen, ob sie eine streng ablehnende Haltung zu dem Umschwung in Serbien einnehmen oder versuchen soll, durch ein gewisses Eni- gegenkommen Einfluß auf den neuen König von Gottes Gnaden zu gewinnen. Der„Regierungsbote" veröffentlicht, wie aus Petersburg telegraphiert wird, folgendes Communiqus: „... Das vom„Regicrungsboten" veröffentlichte Communiyuü hat nachstehenden Wortlaut: Eine Woche ist seit dem Tage der bluttgen Umwälzung in Belgrad vergangen, über welche die kaiserliche Regierung, weil Serbien ohne gesetzliche Gewalt war. in offizieller, allgemein üblicher Fonn nicht in Kenntnis gesetzt werden konnte. Indem Rußland streng den Standpunkt der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Balkanstaaten einhält und es auch nicht für möglich hält, mit den Leitern, welche eigen mächtig' die Gewalt an sich genommen haben. in irgend welchen Verkehr zu treten, hat es die Be- endigung der Wirren abgewartet, um sein Verhalten zu den Er- eignissen im Königreiche klar festzustellen. In der außerordentlichen Sitzung am 2. Juni der Skupschtina und des Senats wurde die gesetzliche Ordnung im Lande wiederhergestellt und Fürst Peter Karageorgewitsch einstimmig zum König gewählt, welcher das an ihn gerichtete Ansuchen der Volksvertteter annahm und den serbischen Thron unter dem Namen Peter I. zu besteigen einwilligte. Sofort nach seiner Wahl wandte sich der Fürst telegraphisch an den Kaiser mit dem Gesuch um die Anerkennung als König, worauf eine allerhöchste telegraphische Antwort in bestätigendem Sinne erfolgte. Indem die kaiserliche Regierung die Wahl des neuen Monarchen, des Nachkommen einer ruhmvollen Dynastie, begrüßt und dem Ober- Haupte des Rußland glaubensverwandten serbischen Volkes vollen Erfolg in seinem guten Beginnen wünscht, kann sie doch nicht umhin, die Zuversicht auszusprechen, daß König Peter es vermögen werde, Gerechtigkeit und festen Willen an den Tag zu legen, indem er allem voran Maßnahmen zur Untersuchung der verabscheuungswürdigen Uebelthat ergreift und die treubrüchigen Ver- brecher, welche sich mit der Schmach des Königs» mordes bedeckt haben, strenger Strafe unter- wirft. Natürlich kann nicht die ganze serbische Armee für das das öffentliche Gewissen empörende Verbrechen verantwortlich gemacht werden. Doch wäre es für die innere Ruhe Serbiens selbst gesährlich, die von Militärs gewaltsam bewerkstelligte Staatsumwälzung Witterungsübersicht vom 18. Juni 1903, morgens 8 Uhr. ohne die erforderliche Sühne zu lassen. Eine folche Unter-| lassung würde unvermeidlich in ungünstigstem Sinne auf die Beziehungen aller Staaten zu Serbien einwirken und damit für Serbien der in Morgenröte beginnenden Regierung Peters I. ernstliche Schwierigkeiten Stationen schaffen. Das glaubensverwandte Rußland sendet zu Gott Gebete um Ruhe für die Seele des vorzeitig umgekommenen Königs Alexander und seiner Gemahlin, indem es den Segen des Allerhöchsten auf die Regierungsmühen König Peters zum Wohle und Gedeihen des serbischen Volkes herabruft." Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 19. Juni. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Neues Operntheater. Der Bi geunerbaron. Deutsches. Monna Banna. Weften. 100 000 Thaler. Central. Pick und Pocket. Residenz. Lustige Ehemänner. Vorher: Nach dem Balle. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Jm weißen Rößl. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Don Gil. Berliner. Der Haideschacht. Neues. Arche Noah. Thalia. Geschlossen. Kleines. Nachtashl Belle- Alliance. Artemis Colonna. Tanzidyllen. Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Metropol. Neuestes! Allerneueftes! Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Paffage- Theater. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspite zum WazStern mann. Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Heute und folgende Tage, Anf. 8 Uhr: Pick und Pocket. Schwant mit Gesang und Tanz in 3 Aufzügen. Emil Sondermann. Aleg Sommer. Mizzi Birkner. Marie Forescu. Barometers stand mm Windrichtung Windstärke Swinemde. 755 SS Hamburg 753 SSW Berlin 756 S2 Frankf.a.M. 756 SW München 760 SO Wien 759 NNW Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 3 heiter 14 Haparanda 752 ND 3Regen 11 Petersburg 2heiter 14 Cort 2 bedeckt 13 Aberdeen 2heiter 15 Paris 1wolken! 17 Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° R. 2bedeckt 13 754 D 4 bedeckt 12 756 SSD 1 bedeckt 13 1 bedeckt Wetter- Prognose für Freitag, den 19. Juni 1903. Etwas wärmer, vielfach heiter bei ziemlich lebhaften südlichen Winden mit etwas Neigung zu Gewittern. Berliner Wetterbureau. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. A. B. 48. 1. Nein. 2. Sie könnten dann Ihre Forderung ausklagen und den Gegenstand versteigern lassen. C. Sp., Pankow. Es ist in der Zeitung, in Flugblättern und in Plakaten zur Einsicht der Wählerliste aufgefordert. Da der Betreffende diese Aufforderung unbeachtet gelassen hat, so hat er sich selbst zuzuschreiben, daß er nicht hat wählen können. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. alenda Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitagabend 8 Uhr: Don Gil. Von der Zugspitze Luftspiel in 3 Aufz. von D. Blumenthal Komödie in 4 Aften v. Friedr. Adler. zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Carla Lingen in ihrem Repertoire. Oskar Saldow, Humorist. Erna Koschel. Josefine Delcliseur. Ganz Berlin zerbricht sich schon den fünften Monat und G. Kadelburg. Sonnabendabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Probekandidat. Sonntagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Sonnabendabend 8 Uhr: Die guten Freunde. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonntagabend 8 Uhr: Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüne Kakadu. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, den 21. Juni, abends 7 Uhr, im Schiller Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater): Einakter- Abend. den Kopf über AGA! Nach Jahr und Tag. Abschied vom Regiment. Der grüine Kakadu. die schwebende Jungfrau! 14 erstklassige Nummern. Castans Panoptikum Neu!! Friedrichstr. 165. Aktuell!! Zum Drama Neu!! im serbischen Königspalast: König Alexander Königin Draga* portraitgetreu, lebensgross. + OOLOGISCHER CARTEN Täglich nachmittags 5 Uhr: Residenz- Theater Militär- Doppel- Konzert. Direktion: Sigmund Lautenburg. Anfang 72 Uhr. Lustige Ehemänner. Schwant in 3 Aften von A. Mars und Albert Barré. Deutsch v. Schönau. Vorher: Nach dem Balle. Schwank in 1 Aft nach d. Spanischen von M. Loebel. Morgen und folgende Lage: Die felbe Borstellung. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Anfang 72 Uhr. Sonnabend, den 20. Juni: Erstes Gastspiel d. Sächsischen Bolts- Theaters. Zum erstenmal: Karl Fiedler. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahr. d. Hälfte. In der Arena: Elefantenmutter mit saugendem Baby, Shetland- Pony mit Zwergfohlen. Belle- Alliance- Theater. Gastspiel Artemis Colonna. Tanzidyllen. Im herrlichen Sommergarten: Specialitäten Vorstellung, Konzert und das neue Juni- Programm. Apollo- Theater Täglich: Mit kolossalem Beifall: Bolls Schaufpiel in erzgebirgischer Die Liebes- Insel. 9 Mundart in 5 Aufz. v. Rich. Demmler. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 159. Male: Neuestes! Allerneuestes! Im 3. Akt: Die lebenden Briefmarken. Grosses Post- Ballett. Vorher: Neue glänzend. Specialitäten. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Täglich: Dramatische Revue in 5 Bildern. Gr. Theater- Vorstellung. Glänzendes Ballett. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Anfang 6 Uhr. 9 Uhr: Das Gänsegrethel. Sonnabend: Extra Vorstellung: Bas Gott zusammenfügt, soll der Mensch nicht scheiden. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Neues Theater Taglia: Das Bild der Mutter. Volksstück mit Gesang und Tanz in Schiffbauerdamm 4a- 5. 3 Atten von A. Seelen u. D. Richter. Anfang 8 Uhr: Theaters in der Josefstadt. Konzert und Ball. Auftreten erst 11. a.: Ada Ensemble Gastspiel des Wiener flaffiger Attraktionen. Marcell, Schröder u. Denter, Relampagos Troupe; Overgard. Ein fideles Gefängnis ● Große Pantomime, Mokaschly Troupe. Anf. 4 Uhr. Eintr. 30 Pf., num. ẞI. 50 Pf. Die Geliebte. Hierauf: Daisy. Morgen: Arche Noah. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter: Straße 132. Das Geheimnis des roten Hauses. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr. Parkett 60 ẞf. Die Waise aus Lowood. Im Garten: Konzert, Theater und Specialitäten Vorstellung. Anfang 512 Uhr. Sonnabend: Gr. Sommernachtsfest. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang: Sonntags Konz. 5 Uhr, Borstell. 7 Uhr. Wochentags: Konz. 6 Uhr, Borstell. 8 Uhr. Sonnt., Mont. u. Donnerst. nach der Soiree: Tanz. Karten für Mitglieder a 75 Pf., für Gäste a 90 Pf. find in den Zahlstellen von H. Bobsin, Kommandantenstr. 62; H. Beder, Gozkowskystr. 9; H. Kaufhold, Wrangelstr. 52; H. Hirsch, Matternstr. 3; J. Pech, Möckernstraße 120; A. Knapp, Grünthalerstr. 5; H. Grubert, Fruchtstr. 55, sowie beim Kassierer zu haben. 150/11 Der Vorstand. J. A.: Heinr. Neft, Raffierer, Veteranenstr. 6. Bernhard Rose- Theater Fröbels Allerlei- Theater Gesundbrunnen. Badstr. 58. Neues Programm. 11. a. Fred Dewey, Jongleur. Gebr. Vero, Afrobaten. Lucie Claire, Ser pentin- und Flammentänzerin sowie in ihrem Luftballett„ Die Silbernige". !!! Berlin auf Stelzen!!! mit Willy Agoston und Klara Antonis. Anfang 4 Uhr. WINTER BARTEN Agnes Säther, norweg. Soubrette. Miss Votana, Schulreiterin. Ellmanns Alpen- Gesangs- u. TanzJim und Jam, komische Akrobaten. Quintett. Die Biseras, weibl. Trompetercorps. Urbani u. Sohn, akrobat. Produktion. Pia Carozzi, Harfen- Virtuosin. Diana, amerik. Spiegeltänzerin. Adele Moraw, Soubrette. Charles Baron in seiner Scene:„ Im Löwenkäfig. Allison- Truppe, ikarische Spiele. Die 4 Scandias, Gymnastiker. früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute, sowie täglich: Der erfolgreiche, brillante Riesen- Juni- Spielplan. Konzert, Theater u. Specialitäten. Diez' Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das unerreichte Riesen- Juni- Programm! Robert u. Bertram. Frizz Brand. Cake- Walk, Boccaccio- Trio, The Nartons, The Atlantics, BelliniDuo 2c. Sonnabend, Sonntag ut. Montag IF Tanz. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. In der Klemme. Humoreske von Mehsel Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Unverfälscht. 8 Uhr: Das große Volksstück: Honig! Bienenhonig, best. Qualit. Zur rechten Stunde. 10 Uhr: Die verkehrte Welt. Figliola. 10%, Uhr: Molly Verch. 10%, Uhr: Die Katakomben v. Paris. Im Riesensaal: Gr. Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Sperrfiz 50 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Hasenheide Neue Welt. Arnold Scholz 108/114 freitag, den 19. Juni 1903: Grosses Sommer- felt der Internationalen Artisten- Loge. Riesen- Specialitäten- Programm unter Mitwirkung allererster Kunstkräfte. Elite- Militär- Konzert. Monstre- Feuerwerk. Im großen Saale: Tanz- Reunion. Confetti- Schlacht Prämiierung d.schönst. Tänzerpaares mit Rosenregen à la Brüffel. Anfang 4 Uhr. Entree 50 Pf. Bei ungünstiger Witterung findet das Fest in den ca. 10 000 Personen faffenden Brachtsälen statt. Am Königsthor. Am 18432 Schweizer- Garten. Friedrichshain. Täglich Theater- Vorstellung. 14 Lustspiel- und Possen- Novitäten. Neues Artisten- Programm. Jeden Abend 10%, Uhr: Das Allerweltsgenie. Große Boffe mit Gefang und Tanz in 2 Bildern. Täglich: Ball. Volksbeluftigungen. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Westend- Charlottenburg. verf. die 10 Pfunddose zu 7,00 M., 5 Pfd. 4,30 M. franco. Garant. Rücknahme. Nordloh, Bahnhof E. Reil, Auguftiehn, Oldenbg. Kopfläusenebst Brut verUnschädlich. Erfolg überraschend. schwinden sofort d Die Expedition. Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Am 12. Juni verstarb plötzlich am Herzschlag unser langjähriges, treues Mitglied August Dunst. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonne tag, den 21. d. M., nachm. 4 Uhr, von der Reichenhalle des Markus Kirchhofes in Wilhelmsberg- HohenSchönhausen aus statt. 257/11 Der Vorstand. Socialdemokrat. Wahlverein Rixdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Wilhelm Held am 17. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. Juni, nachmittags 6 Uhr, von der Halle des Rig dorfer Kirchhofes am dorfer Weg aus statt. 232/15 MarienDer Vorstand. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Meranderstr. Im prächtigen Garten: Neues grossartiges Programm. Thyra Petersen, Karl Harzig, Elsa Marion, Salvador u. Selma, Cléo Otéro, Geschw. Kaiser, Rud. Schauß, Bero und Barry. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Sonntags Anfang 5 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Rob- Cabak Grösste Auswahl. Billigste Preise. In och PrPuffi S. Hammerstein Filiale Drogerien 50 183. Brunnenstraße 183. Sonntag, den 21. Juni: Dampfer Extra- Fahrt mit Musik nach Hessenwinkel. Abfahrt 9 Uhr morgens. Fahrpreis: Hin und zurück 1,00 Mark. Zweite Abfahrt 3 Uhr nachmittags. Fahrpreis: Hin und zurüd 0,75 Mart. 18662* Einfache Fahrt 0,50 Mart. Abfahrt: An der Stralaner Brücke, Station Kahnt u. Herker. Schlafmöbel- Bazar ,, Baby" Centrale Invalidenstr. 160. Filialen: Potsdamerstraße 35, Tauenzienstr. 7a a. d. Lüzowstraße. Beusselstr. 18 Belle- Alliancestr. 107 Oranienstr. 31 Reinickendorferstr. 20 Brunnenstr. 92 Frankfurterstr. 115 8, 12, 15-90 M. Fertige Betten und MetallBettstellen für Kinder und Erwachsene. bon 22,50 M. an. 10, 15, 21-75 M. Teilzahlung gestattet. Bei größeren Raten Kassapreise. Liefer. desPost- Spar u. Vorschuß- Vereins. Rudolf Fink Beusselstrasse 36, nahe Wiclefstrasse Erste Bezugsquelle für: Kaffee, Zucker, Thee, Kakao, Vanille, Konserven, Mehl, Hülsenfrüchte, Braunschweiger Fleischwaren und " Zur Roßtrappe", Spandauer Berg Butter- Handlung. Zweites Restaurant von der Kastanien- Allee. Haltestelle der Straßenbahn. 15002* Angenehme Familien- Unterhaltung und Tanz. Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Karl Klabunde. Es ladet ergebenst ein fernsprecher. 1790L* Central- Verband der Töpfer. Centralverband der Dachdecker Filiale Berlin. Freitag, den 19. Juni, abends 6 Uhr, in Kellers Testsälen, Roppenstr. 29: Gr. Mitglieder- Verfammlung. Filiale Berlin. Sonntag, den 21. Juni, vormittags 10 Uhr, im Englischen Garten, Vorwärts- Buchhandlung c: Mitglieder- Versammlung Lages Ordnung: Tages Drdnung: 1. Berichterstattung vom Verbandstag. 2. Diskussion. 3. Ergänzungswahl 1. Bericht vom Streiffonds und Beschlußfassung über die weitere Gezum Centralvorstand. 4. Die Haltung unsrer Arbeitgeber zum Arbeitsnachweis und Lohntarif. 5. Der Streit staltung desselben. 2. Beschlußfassung über unser diesjähriges Stiftungsfest. in Dresden. 6.( Bewerkschaftliches. 196/ 1* 3. Wie stellen sich die Kollegen zur Gründung einer Bibliothek in unserer Zahlreichen Besuch erwartet Filiale? 4. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend notwendig. Die Ortsverwaltung. J. A.: W. Fuchs Der Vorstand. Vereinigung der Zimmerer Deutfchlands. Bureau: Berlin C., Dragonerstr. 15. Telephon: Amt III Nr. 5028. Sonntag, den 21. Juni, vormittags 10 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthftr. 20, 1: Mitglieder- Versammlung 54/9 SW., Lindenstrasse 69. Unentbehrlich für Ausflügler! Specialfarten Verband d. Bananschläger Deutschlands. Copenid Friedrichshagen, BolOrtsverwaltung Charlottenburg. Sonntag, 21. Juni, vormitt. 10 Uhr, bei Sagen, Bismarckstr. 50: Versammlung. Lages Ordnung: 1. Verbands- Angelegenheiten. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. 20126 des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages Drdnung: 1. Borivag über:„ Ferdinand Laffalle und feine Zeit". Referent: Verband des technischen Bühnen- Personals, Genosse Davidsohn. 2. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Ilm zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 257/12 Arbeiter- Radiahrerverein Fachverein der Bretterträger sowie Brettschneider ,, Berlin". Berlins und Umgegend. Sount agmittag 1 1hr Sonntag, den 21. Juni, vormittags 10%, Uhr, im KönigstadtKasino, Holzmarktstraße 72: nach Finkenkrug bei Hofmeister. Start: Brandenburger Thor. Mittwoch: Versammlung im Böhmischen Brauhaus, Lands berger Allee 11/13. 12/13 Mitglieder- Versammlung. 19/7 Zages Ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen dringend notwendig. Der Vorstand. Sonnabend, den 20. Juni, abends 11 Uhr: Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- User Nr. 15. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Richard Weiße über Krankenkassenwesen. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes.[ 190/6 Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Achtung, Steinseher Berlins und Umgegend! = der näheren Umgebung Berlins. Bernau- Biesenthal, Lanke, Liepnize und Wandliß- See 1,00 M. Buckow am Schermüßel- See( Mär fische Schweiz) nebst führer 0,75 M. tersdorf Ertner- Schmödwik- Königswusterhausen- Mittenwalde 0,75 M, Eberswalde, Freienwalde- Dderberg 1,25 M. Eberswalde, Jagdschloß Hubertusstock, Kloster Chorin 1,00 M. Freienwalde und nächste Umgebung nebst Führer 1,00 m. Freienwalde, Wriezen, Oberberg 1,00 M. Grunewald und westliche Vororte Berlins 1,00 M. Potsdam, Stadtplan mit nächster Umgebung nebst Tourenverzeichnis . • • 0,75 M. Potsdam und Werder 1,00 m. Spreewald m. praktischem Touristenführer 0,75 M. Strausberg und der Blumenthal 1,00. Tegel Heiligensee, Schulzendorf, Hermsdorf, Haselhorst und Hadenfelde 0,75 M, Carl Schmidt, Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeitere beteigten Sillaken, mit der Tagesordnung: 1. Bericht des prost. Ferner empfehlen als ſehr praktisch: Büsten- Fabrik, BERLIN W., Taubenstr. 23, empfiehlt seine weltberühmten Stoffbüsten Die kombinierte Mitglieder- Versammlung aller an der UnterstütungsKassierers, 2. Wahl eines definitiven Kassierers, 3. Verschiedenes, E. H. 29 Hamburg, Filiale Berlin IV. fann besonderer Umstände halber erst Sonntag, den 21. Juni, vormittags Sonnabend, den 20. d. Mts., abends 9 Uhr, bei Merkowsky, 12 hr, im Lokale von Frit Wilke( früher Nümann), Brunnenstr. 188, Andreasstraße 26: stattfinden. Die Fünfer- Kommission. 20105 Mitglieder- Versammlung. Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht vom Monat Mai. 2. Wahl der Ortsverwaltung. 3. Innere Sassenangelegenheiten. für jede Körperform. 20176 Figur wie nobensteh. von 7 Mk. bis 50 Mk. AnUm zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Die Ortsverwaltung. Unentbehrlich zur Achtung! Tischler! Achtung! fertigung Kostüme. Katalog gratis und V franco. Man hüte sich vor wertlosen Nachahmungen. 408L* Neu eröffnet! Allen Freunden und Bekannten zeige ich hierdurch an, daß ich in der Skalitzer- Strasse 110, 2. Haus von Ede Oranienstraße, eine Deftillation n. Weißbierstube eröffnet habe und bitte um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll 20146* Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und andrer gewerblicher Arbeiter. Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 3( Hamburg). Berlin G. Am Sonntag, den 21. Juni cr., präcise 10 Uhr vormittags: Mitglieder- Versammlung D in der„ Königsbank", Gr. Frankfurterstr. 117( Inh. Walter). Tages- Ordnung: 1. Wahl der Ortsverwaltung und der Beitragssammler. 2. Wie stellen fich die Mitglieder über die Zukunft unsrer Kaffe? Statutenberatung event. Anträge zur General- Versammlung. 3. Wahl der Delegierten zur GeneralVersammlung nach Würzburg. 4. Berschiedene Kaffen- Angelegenheiten. Beiträge werden in der Bersammlung vom Kassierer entgegengenommen. Dr. Simmel, Str. 41. berpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. Da die Tagesordnung dringend und wichtig ist, so ist jedes Mitglied Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Einlaẞ. Die Ortsverwaltung. Gustav Urban. PrinzenSpecialarzt für[ 5/ 16* Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4 südwestlicher Borort, WochenAbzahlung. Bar184/ 9* Deutscher Holzarbeiter- Verband. zelle 60th. Heute, Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Hinsche, Wijsmannstr.4.[ 10132 Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Schankgeschäft verkäuflich, Wahlverein. Näheres Gnadt, Nuppinerstraße 41. und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Charlottenburg. Sonntag, den 21. Juni, in den Gesamträumen des Charlotteuburger Volkshauses, Rosinenstr. 3: 5. Stiftungs- Fest. Anfang 4 Uhr. Eintritt 25 Pf. und Auftreten der • • Taschenatlas von Berlin und Ums gebung, enthaltend 21 Karten und Pläne mit Führer, leichthandliches Format 2,00 M. Wanderbuch für die Mark Brandenburg. 3 Bände. Zu sammen 5,00 M. I. Teil: Nähere Umgebung Ber: lins, umfaßt die Gegend von Boisdam, Spandau Dranienburg, Königswusterhausen II. Teil: Weftliche Hälfte der Um 1,50 M gebung Berlins bis Brandenburg a. H., Stendal, Tangermünde, Neu- Ruppin, Neu- Strelit 1,50 M. III. Teil: Deftliche Hälfte der Um gebung Berlins bis Eberswalde, Küstrin, Mustau 2,00 M. 3m Garten: Konzert at Lewandowskynjunt a. D., Schwedt, Stiri, Festrede gehalten vom Genossen Manasse. Von nachmittags 4 Uhr ab im Saale: Tanz. Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Bei eintretender Dunkelheit: Fackel- polonnaire. 20135 Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis. 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Sitzung vom Donnerstag, den 18. Juni, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Verhandlungen um Vzö Uhr. Auf der Tagesordnung stehen nicht weniger als 48 Gegen- stände; davon sind indessen 14 Rechnnngssachen, und auch das übrige Material bietet nur wenig von allgemeinerem Interesse. Ein am 26. Mai er. eingereichter Antrag des Stadtv. Wallach an die Versammlung geht dahin, den Magistrat zu ersuchen, die Grunde mitzuteilen, weshalb er dem Beschluise der Versammlung vom 24. Januar 1961, auch die Entschädigungspflicht für sämtliche Explosionsschäden in das Feuersocietäts- Reglement von 1794 aufzunehmen, nicht beigetreten ist. Inzwischen hat am 8. Juni der Magistrat eine längere Begründung für seine ablehnende Stellungnahme der Versammlung zugehen lassen. Danach ist der Magistrat der Auffassung, daß das betr. Reglement Gesetzes- charakter hat, also auch nur durch Gesetz abgeändert werden kann, und daß bei seiner Auslegung daran festzuhalten ist, daß nur Feuerschäden vergütet werden sollen und Mobilien und nicht fest mit den Ge- bänden verbundene Stücke nicht in die Versicherung aufgenommen werden können. Hiernach habe dem Antrage, alle Explosions- schaden zu entschädigen, nur in dem Umfange entsprochen werden können, daß sich die Entschädigung auf die durch Feuer entstandenen Schäden beschränkt. Die mit den Gebäuden dauernd verbundenen Betriebsmaschinen und Kessel sollen hinfort ebenfalls versichert werden. Den Hausagrariern genügt anscheinend dieser Grad von End gegenkommen nicht. Stadtv. Wallach sA. L.): Die langjährigen Bemühungen der Grundeigentümer in dieser Richtung haben beim Magistrat leider nur eine recht laue Aufnahme gefunden; selbst eine Antwort auf unsre Anfragen ist 2Va Jahr lang ausgeblieben, bis jetzt mein An- trag die Auskunft veranlaßt hat. Eine solche Ignorierung unsrer Beschlüsse muß scharf gemißbilligt werden. Die Anfrage ist nun er- ledigt. Man kann anerkennen, daß Ivenigstens einiges zugestanden wird; aber die Beschränkung der Entschädigung auf die durch Feuer entstandenen Explosionsschäden ist durchaus zu eng und die Feststellung, ob Feuer thatsächlich die Ursache des Schadens ist, doch auch nicht leicht. Der gemachte Vorbehalt ist um so iveniger berechtigt, als ja nicht die Stadt, sondern die Versicherten selbst für die Entschädigung aufzukommen haben, und diese haben sich durchaus mit der er- wetterten Fassung unsrer früheren Beschlüsse einverstanden erklärt. Stadtv. Rechtsanwalt Galland/z Millionen Mark, wobei allerdings eine Vermehrung der Bettenzahl von 1959 auf rund 2999 vorgesehen ist. Der Durchschnittspreis des Bettes ist 8759 M. Die Versamm- lung hatte eine besonders strenge Prüfung der neuen Entwürfe in einem Ausschuß für nötig erklärt; dieser Ausschuß hat sich aber von der Unumgänglichkeit der Mehrforderungen überzeugen müssen und die Genehmigung der unigearbeiteten Entwürse einstimmig empfohlen. Die Versammlung beschließt demgemäß ohne jede Debatte. Dem Anschluß der auf dem Exercierplatz vor dem Schlesischen Thore belegenen Kaserne für das Telegraphen- Bataillon Nr. 1 an die Berliner Kanalisation hat der niedergesetzte Ausschutz nur unter der Bedingung zuzustimmen beantragt, daß der Reichs-Militärfiskus das zur Verlängerung der Eisenbahnstraße(Zugang zur Spreebrücke) erforderliche Straßenland zu einem bestimniten Termin und zu einem vorher festzusetzenden Preise der Stadtgemeinde übereignet. Referent Stadtv. Habcrland,(A. L.) weist darauf hin, daß es nur billig sei, ivenn gegenüber dem großen Entgegenkommen, welches der Magistrat hier den Militärbehörden erweise, auch diese sich zu einer etwas coulanteren Behandlung der Stadt Berlin in der schon lange schwebenden Brückenfrage herbeilassen würden. Die Versammlung erhebt ohne weitere Diskussion den Ausschuß- antrag zum Beschluß. Die Vorlage betreffend bauliche Veränderungen und Neu- Instandsetzung des Ratskellers wird auf Antrag des Ausschuß-Berichterstatters Stadtv. Es mann(Fr. Fr.) nach den letzten Vorschlägen des Magistrats angenommen und der Betrag von 72 999 M. bewilligt. In der vorangehenden kurzen Diskussion wird vom Stadtv. Ladewig des Bebauungsplanes, nahe der Greifswalderstraße, wird genehmigt. Die Abänderung des Bebauungsplans Abt. XIH 1 zwischen Ringbahn, Thorner st raße und Landsberger Allee ist durch die beschlossene Markthallen-Anlage notwendig geworden. Die bezügliche Vorlage geht an einen Ausschuß. Vier Vorlagen betreffen den Bau des Virchow- Kranken- Hauses. Es handelt sich um den Ausbau der Baracken, um das Badehaus nebst mcdico-mechanischem Institut, um die Vorentwürfe zu den vier Pavillons für Infektionskrankheiten, zu dem Diphtherie- pavillon sowie dem Ouarantünepavillon und um den Vorentlvurf für zwei Operationshäuser. Stadtv. Stapf beantragt, sämtliche Vorlagen einem Ausschutz zur Priiftuig der Frage zu überweisen, ob hier nicht irgendwelche Ersparnisse möglich seien. Der Antrag Stapf wird angenommen. Der specielle Entwurf zum Neubau de? Andreas- Realgymnasiums wird genehmigt, der specielle Entwurf zu», Bau der Centrale für das Irrenhaus in Buch (Kostenanschlag 2 985 999 M.) einem Ausschuß überwiesen, der sofort vom Vorstande ernannt werden soll. Den Vorentwurf zum Neubau des Friedrichs-Real- g h m n a s i u n, s in der M i t t e n w a l d e r st r. 34— 37 genehmigt die Versammlung ohne Debatte. Von dem N a ch t r a g s e n t tv u r f für den Neubau der H e i m st ä t t e in Buch werden auf Antrag des Stadtv. C r e m e r(A. L.) die Kosten für die zwei Liegehallen mit 43 999 M. vorläufig abgesetzt, da die Frage der Anordnung der Hallen noch nicht entschieden ist, die Vorlage im übrigen angenommen. Für den Empfang und die B e lv i r t u n g des I n t e r- nationalenStatiftischenJnstituts durch die Gemeinde- behörden im September d. I. werden 4999 M. bewilligt. Mit der Annahme der von der Freifrau Julie von Cohn- Oppenheim der Stadtgemeinde vermachten 159 999 M. er- klärt sich die Versammlung mit Dank einverstanden. Der Vertragsentwurf mit der Gemeinde Stralau wegen Ausnahme der A b w ä s s e r aus dem westlich der Ring- bahn belegenen Gebietsteil der Gemeinde wird vom Stadtv. Zylicz deswegen beanstandet, weil die Stralauer Grundeigentümer nach seiner Meinung 199 Prozent weniger an Kanalisationsgebühr zu entrichten hätten als die Berliner. Seinem Vorschlage auf Aus- schußbcratung treten die Stadtvv. Wallach und Dr. Paul