Nr. 143. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslan& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Noreffe: ,, Socialdemokrat Beriin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Nationalliberal. Die vier Parteien, die man als die politische Vertretung des deutschen Bürgertums ansprechen kann, haben es am 16. Juni im ersten Wahlgang auf insgesamt fünf Mandate gebracht! Diese fünf Mandate gehören durchweg der nationalliberalen Partei. Alles was sonst an bürgerlichen Abgeordneten in den Reichstag tommen wird, ist„ Kleineres Uebel", sei es für die agrarische und ultramontane Reaktion, sei es für die Socialdemokratie. Trotz des deutlichen„ Ruckes nach Links", der auf dem letzten Parteitag der Nationalliberalen zu Eisenach proklamiert worden ist, hat die nationalliberale Partei längst alle Brücken hinter sich abgebrochen, die zum Liberalismus zurückführen. Sie ist im Stichwahlkampfe einzig und allein auf die Hilfe der reaktionären Parteien angewiesen. Sie hat sich längst dem Junker für den Stall verdingt, sie steht heute auch im Büßerhemde im Schloßhof von Canossa und bettelt um die Gnade jenes hochwürdigen Klerus, den sie einst mit Ausnahmegesetzen drangfalierte. Der Mann, der sie im Präsidium des Reichstages vertrat, der Mecklenburger Scharfmacher Büsing, ist durch den Unwillen der Wähler vom Präsidentensize auf die Galerie verbannt worden; ihr Staatsmann, der mit socialem Del geschmierte Herr Basser= mann hat in Jena von der roten Fahne das Hasenpanier ergriffen und muß jetzt in Karlsruhe katholisch werden, wenn er mit Centrumshilfe in den Reichstag zurückgeschafft werden soll. Welch ein klägliches Ende für eine Partei, die vor sechsundzwanzig Jahren mit 126 Mandaten den Reichstag beherrschte und die noch vor 16 Jahren mit 99 Mandaten und eindreiviertel Millionen Wählern im Reiche wie im Reichstage die stärkste Partei war! Sie beherrschte vor einem Menschenalter die Gesetzgebung, die Deffentlichkeit, die Breffe, was nicht mit ihr ging, war dessen sicher als„ Neichsfeind" gebrandmarkt zu werden. Heute sind die Reichsfeinde" so stark geworden, daß sie die einzig wahren„ Reichsfreunde", die Stüßen Bismarcks, die sichersten Bewilliger aller militaristischen Machtforderungen beinahe schon ganz aus dem Reiche hinausgeworfen haben. Der Trupp, der auf den Krücken der Reaktion immer noch in den Reichstag gelangen mag, fann nie mehr etwas andres werden als die Nachhut der agrarischen, antiliberalen Raubritterarmee. Dieser ungeheuerliche Verfall der einstmals regierenden Partei beruht sicherlich auf tieferen Gründen als bloß auf der namenlosen Ungeschicklichkeit, mit der sie ihren letzten Wahlkampf führte. Aber andrerseits wie zerfahren, wie verkommen, wie geiſts, gedanken und gewissenlos zugleich muß eine Partei sein, die für den Augenblick der Entscheidung keine besseren Waffen zur Hand hat! Die Geschichte des gesamten bürgerlichen Wahlfeldzuges, eines der tläglichsten und schmutzigsten Kapitel der neureen Kulturgeschichte, soll später noch einmal bei besserer Gelegenheit erzählt werden. Aber heute schon ist es offenbar, daß kein plumper Junker an Albernheit und Täppigkeit seiner Agitationsmethode die offizielle Leitung der nationalliberalen Partei erreicht geschweige denn übertroffen hat. Dienstag, den 23. Juni 1903. hat man im Auslande sich neue Verhandlungstarife geschaffen, mit Sätzen, die zum Teil die bisherige Höhe um das Doppelte überragen. Und dort sind diese Verhandlungstarife auch schon in Kraft; sie gelten für unsre Ausfuhr, sobald die lezte Stunde der Vertragstarife nach Ablauf der Kündigungsfrist geschlagen hat. Gar mancher Export, der in die Millionen geht, wäre damit unterdrückt. Etwas andres ist es, ob man die Kündigung der Verträge namens einer Partei fordert. Etivas andres, ob mit kaiserlicher Unterschrift die Kündigung ausgesprochen wird. Ersteres versteht man im Auslande als Druckmittel, als Verwahrung gegen Nachgiebigkeit unfrer deutschen Unterhändler. Die thatsächliche Kündigung aber würde man keineswegs so verstehen, wie diejenigen sie meinen, die danach verlangen. Angesichts des Umstandes, daß Verhandlungen über neue Verträge doch schon begonnen sind, würde das Ausland die Kündigung mitten im Gange der Verhandlungen lediglich als einen Abbruch derselben verstehen können. Und Abbruch heißt: Beginn der äußersten Kraftproben, d. h. Beginn des Zolltrieges. Genug, wir wären binnen Jahr und Tag in unabsehbaren Zollvirren, statt an der Schwelle eines neuen 10-12jährigen Vertragszustandes. Allerdings: die ansehnlich hohen Agrarzölle des neuen Tarifs, soweit sie eben bei der Notvereinbarung( Antrag Kardroff) unverändert geblieben waren, hätten dann ihre thatsächliche Geltung an der Grenze.( Weizen 6/2, Moggen, Gerste, Hafer 6 M., Vieh 18 M. per Doppelcentner ufiv.) Aber welcher Freund der Landwirtschaft möchte wünschen, daß sie überhaupt, zumal unter solchen Umständen, allgemein zur Geltung fämen? In Zeiten vollendeter Unsicherheit betreffs unsrer Handelsbeziehungen, bei einer bis zum Einfuhrverbot hinreichenden Erschwerung unsrer Ausfuhr in die Vertragsländer, und nicht nur in diese, sondern auch in die Meistbegünstigungsländer, die sofort ebenfalls ihren Marimaltarif auf unsre Waren anwenden würden, wenn wir den unsrigen auf ihre Waren anwendeten! Das gäbe Inlandspreise für Lebensmittel, die nicht einmal bei hochgehender Konjunktur Bestand hätten, geschweige denn, wenn überall die Schornsteine aufhören müßten, zu rauchen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. zulässig ist, eine Stimme für den socialdemokratischen Kandidaten, felbst bei der Stichwahl, abzugeben. Weffen Partei der Gegenfandidat sein mag, und was auch immer gegen seine Persönlichkeit eingewendet werden kann: Nichts kann einen Centrumswähler bes stimmen, auch nur eine Stimme für einen Socialdemokraten abzugeben und sich so positiv an der Wahl eines solchen zu bes teiligen. % Soweit uns Nachrichten über die Stichwahl Bewegung vorliegen, wird diese Stichwahl- Parole von seiten der Centrums Wahlkomitees ja auch durchweg ausgegeben und es ist ebenso dringend zu wünschen, als bestimmt zu erwarten, daß die Centrumswähler dieser Wahlparole auch Folge leisten werden. Ueber Einzelheiten in betreff der Stichwahl- Parole werden wir in einem folgenden Artikel berichten. = Der Inhalt dieses Artikels wird offenbar in gemeinsamer Konferenz der Kardorff Leute festgestellt werden. Sicher handelt es sich noch darum, wie man die Centrumswähler für Jesuitenfeinde und diese für die Römischen" an die Urne treiben kann. Einiges weiß das Centrumsblatt allerdings schon zu erzählen: " Die Centrumspartei dürfte bei den Stichwahlen in Köln, Düsseldorf, Essen, Mühlheim- Wipperfürth und Bielefeld von den Nationalliberalen unterstüt werden, während letztere in Bochum, Dortmund und Duis burg bei den Stichwahlen die Unterstützung der Centrumswähler erhalten. Der Wahlkreis Speyer wird bom Centrum erobert werden, wenn die Centrumswähler dafür im Wahlkreise Karlsruhe für den nationalliberalen Kandidaten Bassermann eintreten. Wenn die Nationalliberalen Mannheim erobern wollen, so werden sie dem Centrum den Wahlkreis Homburg- Rusel einräumen müssen, und München I wird nur dann gegenüber der Socialdemokratie von den Nationalliberalen in der Stichwahl behauptet werden, wenn dafür Würzburg dem Centrum gesichert wird. Das Centrum kann ferner den Nationalliberalen in Hanau und Friedberg zum Siege verhelfen, wenn dafür die Stichwahlen in Mainz und Höchst Usingen zu Gunsten des Centrums durch die Wahlunterstützung der Nationalliberalen gesichert werden." Wenn man da liest, wie die Wähler aus Mannheim für die von Homburg, die von Köln für die von Mainz, die von München I für die von Würzburg von den Führern eingetauscht werden, muß man fich wirklich fragen, welchen Grad politischer Reife diese Kandidaten ihren Wählern wohl zumuten mögen. Es handelt sich doch nicht um hessische Landeskinder, die vom Landesvater nach Amerika verkauft werden! Drei Monate, länger aber auf keinen Fall, würden diese hochagrarischen Zollfäße bestehen. Dann käme ein Sturm aus allen Richtungen und fegte die Lebensmittelzölle überhaupt weg. Also es ist schlechterdings keine Aussicht, in den Genuß der Säße des neuen Verhandlungstarifs zu kommen. Es ist aber auch keine Aussicht, wenigstens den Fünfmark- Zoll des gegenwärtig noch hinter den Vertragstarifen stehenden autonomen Tarifs zu gelangen. So lange bei den fremden Staaten die vertragsfreundliche Stimmung waltet, wie bisher, werden die ,, Caprivi"-Verträge stillschweigend verlängert, bis Handelsverträge vereinbart sind. Es giebt also nur den einen Weg zu höherem Bollschutz für landwirtschaftliche Erzeugnisse: neue Vertragstarife. Und es giebt umgekehrt feinen andren Weg zu langfristigen Handelsverträgen, als auf der Grundlage des neuen Tarifs mit nationalliberalen Kundschaft. seinen höheren Agrarzöllen. Auch sonst ballt sich überall der reaktionäre Klumpen zusammen. Die Parteileitungen der Freisinnigen und Nationalliberalen in Bayern beschlossen, ihre Parteigenossen aufzufordern, in allen Stichwahlen der bayerischen Reichstags- Wahlkreise sich gegenseitig zu unterstützen. Herr Büsing, der Durchgefallene, empfiehlt seinen fonservativen Stichwahl- Nachfolger dem Vertrauen seiner bisherigen Daß der Freifinn nicht gewillt sei, überall für die SocialWenn in einem focialdemokratischen Flugblatt eine unwahrheit demokratie einzutreten, geht nicht nur aus der oben erwähnten stünde, würde sie jedenfalls sofort berichtigt werden. Nationalliberale bayerischen Nachricht, sondern auch aus der Haltung der FreiWahlschriften aber werden schleunigst unterdrückt, wenn aus Versehen finnigen" sowie der„ Boffischen Zeitung" hervor. Die letztere will eine Wahrheit in sie hineingeraten ist. Links- Nationalliberale" gegen die Socialdemokratie unterstützen. Dagegen wiederholt die" Berliner Zeitung": In demselben Augenblick nämlich, in welchem die furchtbare geheime nicht entgangen sein, daß der Schlußsatz seiner Ausführungen im Natürlich kann es auch dem Verfasser der sekretierten Flugschrift Organisation der Socialdemokratie von unsterblich gewordenen direkten Widerspruch zu allem Vorangegangenen steht. Aber dieser Rettern des Vaterlandes entdeckt wurde, hatte sich eine andre Getleine Kotau hat nicht genügt, der große mußte gemacht und heimorganisation aufgethan, die allerdings nicht gefährlich, sondern die verräterische Schrift mußte aus dem Verkehr gezogen werden. bloß lächerlich war. Diese Geheimorganisation veranstaltete Ver- Man darf darum den Agrariern raten, in der Stichwahl trotz alledem sammlungen, zu denen nur ihre zuverlässigen Anhänger Zutritt ruhig für den Nationalliberalen zu stimmen. haben sollten, und war schließlich gar zum geheimen Schriften- ruhig für den Nationalliberalen zu stimmen. bertrieb übergegangen. Die offizielle Wahlschrift der nationalliberalen Partei war infolge unsrer Kritik plötzlich von der Erdoberfläche verschwunden, und ihre Existenz wurde von nationalliberalen Kandidaten hartnädig bestritten. Das tostbare Dokument, das sich in unsern Händen befindet, enthält bekanntlich das Geständnis, daß die nationalliberale Fraktion durch die Bewilligung des Kardorff- Tarifs eine kapitale Dummheit, nein, mehr als das, ein Verbrechen begangen hat, für das sie sich nur durch dauernde Unzurechnungsfähigkeit entschuldigen kann. Es wird vielleicht auch die agrarischen Freunde der nationalliberalen Partei intereffieren, wenn wir unsre flüchtigen Citate aus der offiziellen Wahlschrift dieser Partei in größerer Ausführlichkeit wiederholen. In der Broschüre" Zum Wahlkampf", herausgegeben vom Centralbureau der nationalliberalen Partei( Berlin 1903) liest man auf Seite 49 u. f.: Kündigung der Handelsverträge. Streifzüge durch das Wahlfeld. Stimm- Vichhändler. Bisher war es schrecklich! Zum Volt herabsteigen, schlechtes Bier trinken und das Pack als Herren anreden müssen! Aber jetzt find fie, Gott lob, wieder in ihrem Element. Jezt wird wieder gekuhhandelt. Jetzt wird depeschiert und fonferiert, gegeben und genommen, jezt sind sie wieder unter sich, die die Militärborlage machten, die große Flotte estomptierten und auf den Kardorff Tarif accordierten. Dem Berliner Tageblatt" wird aus Leipzig geschrieben: " " Die Freisinnige Bolfspartei begeht einen schweren, einen unverzeihlichen Fehler, wenn sie nicht mit allem Ernst, mit aller Entschiedenheit im Stichwahlkampfe für die Socialdemokraten eintritt, unbekümmert um die Unterstüßung, die ihr selber von rechts her gewährt wird, weil sie dort logischerweise ihr nicht vorenthalten werden darf. Wir hoffen, daß jeder Freisinnige wissen wird, was er in der gegenwärtigen Lage des Vaterlandes zu thun hat, und fich nicht von einer Parteileitung gängeln läßt, die offenbar jeden Blick für die Aufgaben, ja für die Interessen des Liberalismus verloren hat. Die Konservative Korrespondenz", die sich über den rohen Ton in der socialdemokratischen Presse gar nicht genug beklagen kann, widmet jenen bürgerlichen Partei- Organen, die nicht unter das Joch des Agrariertums kriechen wollen, diese Artigkeiten: " Als Zuhälter für die Socialdemokratie enthüllen sich immer mehr die jüdisch- demokratischen Organe der Reichs- Hauptstadt. Die Berliner" und die Volts- Beitung" haben schon vor den Haupts wahlen dafür gesorgt, daß der Socialdemokratie eine große Zahl jüdischer Stimmen zugeführt wurde. Jetzt bieten sie alles auf, um der socialdemokratischen Partei Stichwahlhilfe zuzuwenden. Es genügt, das Gebahren dieses jüdisch demokratischen Zuhältertums festzustellen. # wärtige Lage flar genug zu fennzeichnen, aber auch die schier unDas genügt! Es genügt wahrhaftig vollkommen, um die gegenglaubliche Dummheit der Kartellmache begreifen zu lernen. Wenn unsre Gegner vor den Stichwahlen so weiter schimpfen, wie sie vor den Hauptwahlen geschimpft haben, so ist das für uns immer ein Der Reichsgerichtsrat Spahn hier hat am Freitag vom Grafen Posadowsky aus Berlin ein Telegramm erhalten, er möge sofort nach Berlin kommen. Spahn hat es einer wichtigen Sizung wegen abgelehnt. Daraufhin sind am Sonnabend von Berlin hier der Graf Posadowsky und der Abgeordnete Bachem eingetroffen, um über ein Zusammengehen der Ordnungsparteien mit dem Centrum für die Stichwahlen besonders in West- und Süddeutschland zu Es wird von hochagrarischer Seite verlangt, daß 1. die verhandeln. Die Einigung ist auch erfolgt und daraufhin Sonn- gutes Vorzeichen. Handelsverträge sofort gekündigt werden und 2. der neue Zoll- abendabend zahlreiche Telegramme von Spahn abgeschickt worden. Ein Opfer des roten Wahlfieges in Berlin. tarif alsbald in Kraft gesetzt wird. Das sind agitatorische Forde- Herr Spahn hat also Berliner Tageblatt" wenn das Was würde einer dazu sagen, wenn ihm zwei Tage nach dem rungen, die lediglich auf Wählerkreise berechnet sein können, recht behält, wieder, wie zu Obstruktionszeiten die Ordnung gerettet. denen der neue Zolltarif nicht gegenwärtig ist und die von der Aber welch ein Unterschied! Damals setzte er den Cylinderhut auf roten Wahlsieg des 16. Juni das Abenteuer begegnete, daß ihn auf Bedeutung unfres Außenverkehrs überhaupt keine Ahnung haben. und antichambrierte bei Bülow. Jezt nimmt Posadowsty einer Fahrt durch den Tiergarten im Morgengrauen jemand mit Doch hat es in diesem Augenblick keinen rechten Zweck, sich lange den Cylinder und antichambriert bei Spahn. Der Minister bewaffneter Hand anhielte und ihm in dringendem Tone dabei aufzuhalten. Wozu sollen wir dem Ausland sagen, wie depeschiert dem Parteiführer, er solle um aller katholischen Heiligen die Frage vorlegte:„ Wen haben Sie gewählt!" Wenn wir über diese Eventualitäten denken? Es genügt, folgendes willen zu ihm kommen, der Parteiführer erwidert hochmütig, er das Herrn Eugen Richter passierte oder dem Herrn Professor fich vor Augen zu halten: Der Zolltarif ist das Produkt einer habe etwas andres zu thun und beim Kanzler- Stellvertreter nichts b. Wendstern, dann würden sie wahrscheinlich im ersten Schreck Vereinbarung, die im Stande der Notwehr gegen die Obstruktion zu holen. Wenn es sich um ein größeres Geschäft handelt, etwa annehmen, einen Socialdemokraten vor sich zu haben, der rasch getroffen werden mußte. Es stehen Säge in diesem Not- bon 12 000 m. aufwärts, kommt Graf Adolf Bosadowsky- Wehner auch sein„ Terrorismusgelüft" an ihnen auslassen wollte. Aber der Tarif, die bei ausreichender Gelegenheit zur fachlich ruhigen Be- ins Haus. Und er tam! handlung nimmermehr stehen geblieben wären. Als VerhandDenn was Mann, der dieses Abenteuer gehabt hat, ist nicht Herr Eugen Richter Tungstarif mochte er der Reichsregierung vertrauensvoll hingegeben davon in die Deffentlichkeit dringt, ist ziemlich fonfus. Nur fobiel und auch nicht der Herr v. Wendstern, sondern nur ein Milchhändler, werden. Ehe er gelten dürfte, d. h. so gelten, daß seine Säße für geht klar daraus hervor, daß sehr energisch zum Sammeln geblasen und der andre, mit dem er es gehabt hat, ist kein Socialdemokrat, die Zollbeamten an der Grenze maßgebend wären, müßten wird: zum Sammeln gegen den gemeinsamen Feind. sondern ein Offizier. doch ziemlich viele und wesentliche Acnderungen an ihm vollzogen Die„ Germania" bringt an der Spize ihres Blattes die folgende werden. Aber auch dann wäre gar mancher Import, dem wir die billigen Wege des Vertragstarifes offen halten sollen, unerschwinglich teuer. Und zweitens würden nach, erfolgter Kündigung der Handelsverträge unfre Waren an der russischen, öſtreichischen, Schweizergrenze usw. nicht mehr nur die Schranken derjenigen Auslands- Tarife überwinden müssen, auf Grund deren Graf Caprivi seiner Zeit die Verträge geschlossen hat. Inzwischen Ganz fertig ist das Geschäft scheinbar noch nicht. Bekanntmachung: Die wenigen Tage, die bis zu den Stichwahlen noch übrig bleiben, rücken die aktuelle Frage der Stichwahl- Parole bezw. der Separat Abkommen über die Stichwahlen in den Vordergrund alles Interesses. Für die Centrumswähler muß selbstverständlich überall und unter allen Umständen die Parole gelten, daß es durchaus unAm Morgen des 18. Juni machte sich der Milchhändler S. aus Schöneberg mit seinem einspännigen Wagen auf den Weg nach dem Hamburger Bahnhof, um Milch zu holen. In der Nähe des Tiergartens trat ihm um 1/4 Uhr ein Infanterie- Lieutenant entgegen, zog feinen Degen und herrschte den Ueberraschten an:„ Wen haben Sie gewählt?" Der Milchhändler bog erschrocken aus und wollte schleunigst vorbeifahren, aber der Lieutenant fiel dem Pferde in die Zügel und brachte Aehnlich verfuhr man in Golzowo, to Major v. Rochow, der den Socialdemokraten das Abhalten von Versammlungen verbietet, Wahlvorsteher war. Als Wahlgefäß benutzte man einen alten Koffer, deffen Deckel jedesmal aufgeklappt wurde. Auch der Isolierraum war mangelhaft. Der Wähler fonnte von dem Amtsdiener, der daneben faß, beobachtet werden. In Pernig Pernig find die Wahlcouverts gleichfalls in ein Gefäß, dessen Deckel jedesmal aufgeklappt werden mußte, glatt hineingelegt und beim Auszählen in derselben Folge herausgenommen worden. Die Tonservativen Wahlvorsteher geben sich immer noch alle erdenkliche Mühe, den gesetzlichen Schutz des Wahlgeheimnisses möglichst zu durchbrechen. Am Stichwahltage werden jämtliche Wahllokale in Bauch- Belzig und Jerichow von uns durch Vertrauenspersonen fogenannte Aufpasser, wie sie die Wahlvorstände auf dem Lande nennen besetzt und wird den Wahlmoglern gehörig auf die Finger gesehen werden. es zum Stehen. S. bat den Lieutenant, den Weg frei zu geben, aber] der Marsjünger forderte noch energischer, zu wissen, wem S. bei der Wahl seine Stimme gegeben habe. Um ihn los zu werden, fagte der Milchhändler, er habe überhaupt nicht gewählt, aber nun wollte der Herr Lieutenant wissen, warum er nicht ge= wählt habe. Er fragte, wo S. wohne, zu welchem Kreise er gehört, und schließlich erklärte er:" Da Sie nicht gewählt haben, müssen Sie sofort umkehren und jetzt wählen gehen!" wohlgemerkt: am Morgen des 18.(!) Juni. Kurz entschlossen nahm der Herr Lieutenant das Pferd beim Zügel, wendete es um und schickte sich an, den Wagen nach Schöneberg zurückzuführen. S. ließ den Mann gewähren, weil er ihm gegenüber wehrlos war. Ein paar andre Milchhändler, die denselben Weg kamen und ihm begegneten, sahen mit Staunen den sonderbaren Aufzug. Sie wollten eingreifen, mußten aber angesichts der Haltung des aufgeregten Lieutenants darauf verzichten. Erst einem zufällig daherkommenden Schutzmann gelang es, den Milchhändler zu befreien. Ja, was fängt man mit dem an?" fragte ratlos der Kaum verebbt die Flut der Telegramme und Briefe, die uns Schußmann, als er sich den Lieutenant näher besah. die Grüße unsrer Genossen aus allen Ländern zutragen, so trägt " Man fängt fängt dasselbe mit ihm an, wie mit jedem uns die Poſt auch schon eine Welle von Protesten, Entrüstungsrufen andren", sagte einer der Milchhändler, die dazu gekommen und Beschwerden aus allen Teilen Deutschlands zu über die schmutzige waren, man bringt ihn zur Wache." Das ging mun freilich und gewaltthätige Wahlmache, die von unsern Gegnern im letzten Das ging nun freilich Wahlkampfe geübt worden ist. Kaum bleibt Zeit und Raum, das einnicht an; denn ein Offizier darf durch keinen Schuhmann laufende Material zu registrieren, aber jetzt schon steht fest, daß ein festgenommen werden. Man mußte sich daran genügen lassen, den Teil davon nicht nur für die Wahlprüfungs- Kommission des Reichstags, Herrn Lieutenant nach seinem werten Namen zu fragen. Er be- sondern auch für den Staatsanwalt sehr interessant sein zeichnete sich als ein Lieutenant Freiherr v. Usedom, worauf man wird. Die Genossen im ganzen Reiche werden gut daran thun, sich ihn laufen ließ. zu den Stichwahlen alle für die Wahl geltenden Bestimmungen auf das genaueste einzuprägen und allüberall die schärffte Kontrolle zu üben, damit den reaktionären Wahlmachern durch Wahlproteſt oder Anzeige das Handwerk gelegt werden kann. Wir lassen eine Reihe der interessantesten Fälle folgen: Klerikale Wahlumtriebe. Der Milchhändler hat am andren Tage sein wohl einzig dastehendes Abenteuer auf der Polizei zu Protokoll gegeben. Seine Zeugen find drei ihm bekannte Milchhändler und der Schußmann, dessen Nummer, Name und Wohnung er kennt. Am Sonnabendnachmittag erhielt S. in seiner Wohnung den Besuch eines-Offiziers, der sehr bescheiden auftrat und ihn bat, die Sache nicht der Deffentlichkeit zu übergeben. S. fonnte ihm nur antworten, daß bereits alles Erforderliche veranlaßt sei. Wahlunruhen in Oberschlesien. Der katholischen Germania" m zu verhindern, daß unsre Partei in den Centrums wird telegraphiert: * Wir haben wiederholt von rohen Gewalthaten berichtet, die fromme Centrumsanhänger gegen socialdemokratische Flugblattverteiler verübten; nirgends hat die„ Sicherheitsbehörde" die Socialdemokraten geschützt. In Oberschlesien aber versucht Polizei und Militär das Centrum schon vor der Diskussion mit Polen zu schützen. Und so floß zur höheren Ehre des Centrums unschuldig Blut! Stimmentauf. Zu Runowo, im Kreise Wirsiz, erließ der Besizer Joachim v. Bethmann- Honweg an seine" Arbeiter folgenden Utas: " Anläßlich der Reichstagswahl, der ersten, während Runowo in meinem Besitz ist, möchte ich meinen Arbeitern meine Ansicht und Stellung zur Sache flarlegen, und zwar im Interesse des guten Einvernehmens zwischen mir und meinen Arbeitern. Es kann nie eines aufrichtigen Mannes Sache sein, sein Brot im Dienste des Brotgebers zu verzehren, dessen Bestrebungen und Wünsche er nicht zu unterstützen, sondern sogar zu hintertreiben bestrebt ist, und das geschicht, wenn der Arbeiter bei der Wahl in Opposition zu seinem Dienstherrn tritt! Mir macht es keine Freude, durch allerhand Wohlfahrts. einrichtungen und Annehmlichkeiten, die Ihnen wohl bekannt find, für Arbeiter zu sorgen, in deren Mitte ich Gegner meiner Bestrebungen vermuten muß! Graf Wartensleben, der Landrat unsres Kreises, ist als Kandidat für den Reichstag aufgestellt, und werde ich selbst Herrn Grafen Wartensleben wählen, da ich mir von seiner Thätigkeit und Vertretung gerade für die Landbevölkerung viel verspreche. Graf Wartensleben ist selbst auf dem Lande groß geworden und eft felbft auf dem weiß am besten, wo es den Arbeitern auf dem Lande fehlt. Wie hat Graf Wartensleben so vielen im Notstandsjahr geholfen und Unterstützung zu Teil werden lassen, wo er nur konnte! Ich wende mich an die Aufrichtigkeit und das Ehrgefühl meiner Arbeiter, indem ich sie auffordere, für die Wahl des Herrn Grafen Wartensleben einzutreten, da aber, wo sie Herrn Grafen Wartensleben nicht wählen wollen, sich der Wahl eines andern Kandidaten zu enthalten. Diejenigen, welche meinen berechtigten Wünschen hierin entgegen handeln, können sich nicht wundern, wenn dies einen Einfluß auf ihre Stellung ausübt. Ich verlasse mich auf Ihre Anhänglichkeit und die ergebene Gesinnung, deren Sie mich so oft versichert haben, und bitte Sie, meinen Wünschen nachzukommen. Runowo, Juni 1903. Joachim b. Bethmann- Hollweg." The mating gamMecklenburgische Wahlen. Ueber Wahlvorgänge in Maria bei Penzlin wird uns gemeldet Von ungeheuerlichen Wahlumtrieben erfährt man jetzt, nach der Aus Bayern wird uns geschrieben: Wahl, aus denjenigen oberpfälzischen und fränkischen Wahlkreisen, in denen noch das Centrum an der Herrschaft ist. Die schwarze Gendarmerie beobachtete besorgten Blickes die fleißige Aufklärungsarbeit der Socialdemokratie und entfaltete alle ihre Machtmittel, domänen an Boden gewinne. Kanzel und Beichtstuhl Ein schamloserer Stimmenkauf ist nicht denkbar, wie ihn der Die am Sonntagabend in Laurahütte aus einer Centrums- mußten dazu herhalten, um vor den Roten gruselig zu machen. Am Edelste an„ seinen" Arbeitern verübt. Wenn sich einer dieser bersammlung ausgewiesenen Nationalpolen veranstalteten Wahl- Wahltage selbst wurde zu den skrupellosesten Wahlbeeinflussungen erceffe vor dem Wahllokal; alsdann gingen fie gegen die Polizei gegriffen. Die Geistlichkeit fungierte in vielen Orten als Stimmzettel- Arbeiter, die dem Edlen erst ermöglichen, daß er„ standesgemäß" bor; die Feuerwehr wurde mißhandelt und die Spriße in den verteiler vor den Wahllokalen und bearbeitete jeden Wähler, der leben kann, untersteht, nicht deß Lied zu singen, deß Brot er ist Teich geworfen. Die Pfarrei, das Hüttengasthaus„ Konsumberein", an das Lokal fam, unter dem Hinweis auf ihre ewige in Wahrheit ist allerdings Herr Joachim das Brot seiner Arbeiter das Hüttenamt sind durch Steine zertrümmert. Militär aus Beuthen Seligkeit", die sie einbüßen würden wenn sie ihre Stimme so wird ihnen mit Entziehung der allerhand Wohlfahrtsschlichtete den Streit. Militär und Polizei töteten zwei Excedenten. einem Liberalen oder Socialdemokraten geben würden. Häufig einrichtungen und Annehmlichkeiten" gedroht. Das ist aber zweifelViele sind verlegt. hatten sich die Seelenhirten die Listen der Wahlberechtigten ver los indirekter Stimmenkauf. Zum leberfluß wird ihnen noch im Wolff Telegraphisches Bureau verbreitet folgende Meldung: schafft und ließen diese der Reihe nach in das Wahllokal Am Sonntag fam es, einer Mitteilung des Gemeinde- führen, wo dafür gesorgt wurde, daß sie keinen andren als Falle des Ungehorsams ein„ Einfluß auf ihre Stellung" angekündigt. Das Gut Rumowo liegt im Kreise Wirsiz. Und Herr Joachim borstandes von Laurahütte zufolge, in einer dortigen Centrums- einen Centrumsftinimzettel bekamen. Die socialdemokratischen Stimmwählerversammlung zu Ruheſtörungen. Angehörige der groß- zettel- Verteiler wurden von den Predigern der christlichen Nächsten- b. Bethmann- Hollweg fühlt sich berufen, die Polen zu germanipolnischen Partei drangen in den Saal ein und verübten der liebe in der schärfsten Weise verhöhnt. Besonders bunt ist sieren". Wenn die Germanisatoren in so brutaler Weise Mißbrauch artigen Lärm, daß die Sicherheitsbehörde einschreiten und von der es im Wahlkreise Weiden- Neustadt, ivo der Gerstendoktor mit ihrer wirtschaftlichen Uebermacht treiben, so darf man sich freilich Waffe Gebrauch machen mußte. Auf beiden Seiten wurden zahl- Heim wieder gewählt ist, zugegangen. In einem Orte dieses Wahl- nicht wundern, wenn bald der letzte Germaniſator aus den polnischen reiche Personen verwundet, eine Person wurde getötet. freises sagte der geistliche Herr zu den Wählern, die socialdemo- Gegenden verschwunden ist. Die Opfer sind dadurch gefordert worden, daß Polizei und fratische Stimmzettel erhalten hatten:" Tragt's nur glei' hint'n auf Militär ihre Aufgabe darin sah, die Centrumsleute gegen die den Abtritt!" Jeder Wähler, der erklärte, daß er schon einen demonstrierenden Polen zu schützen. Stimmzettel habe, wurde peinlich ausgeforscht, ob er auch den richtigen habe. Beim Verlassen des Wahllokals hieß es wiederum:" Han sa guats G'wiffen?" Nicht selten wurden Als Wahlvorstand fungierte der Rittergutsbefizer Baron den Wählern die liberalen oder socialistischen Zettel, die sie am v. Rocheidt. Von einem Jolierraum war gar nicht die Rede; Lokal erhielten, abgenommen, wofür man ihnen ultramontane ein- der konservative Stimmzettel- Verteiler und der Couvert- Verteiler händigte mit dem Bemerken:„ Das ist der richtige, den müßt Ihr stand neben einander. Wahlurne: eine Suppenschüssel, in die alle wählen". Der socialdemokratische Wahldienst konnte nur durch orts- Couverts sorgfältig über einander geschichtet wurden. Mehrere Leute, fremde Genossen geleistet werden, einheimische waren aus leicht be- die socialdemokratisch wählten, sind vom Baron beschimpft und greiflichen Gründen hierzu nicht zu haben. Es gehörte auch ein ge- entlassen worden. Aus dem zweiten anhaltischen Wahlkreis wird uns geschrieben: wisser Mut dazu, für die Socialdemokratie thätig zu fein; Wenn auch der fattische Sieg unsrer Partei nicht zufiel, der häufig genug mußten unsre Leute gegenüber den von der Geistlichmoralische Sieg ist dagegen unbestreitbar; war doch keine Lüge, feit in religiösen Fanatismus versetzten Centrumswählern auf ihre feine Verleumdung schlecht genug, um nicht gegen uns verwendet zu Sicherheit bedacht sein. Es kam auch vor, daß sie von der Polizei einfach fortgewiesen wurden. Die Jfolierräume waren zum Noch kein Wahlkampf dürfte von solchen Niederungen ausgeführt Teil unter aller Stritit, oft überhaupt nicht vorhanden. Die Wahlworden sein, als dieser. Obgleich Genosse Albrecht im Anfange der urnen entſprachen vielfach in keiner Weise den Vorschriften. Wahlagitation mit Nachdruck erklärt hatte, daß seinerseits der Wahl- In vielen Wahllokalen wurde gleicher Zeit Bier tampf in objektivster Weise werde geführt werden, begannen die ausgeschänkt, dem der Wahlausschuß fleißig zusprach; auch die Wähler Nationalliberalen ihre Agitation mit einer schweren persönlichen kamen dabei nicht zu kurz. Es ist daher nicht zu verwundern, daß Kränkung unfres Kandidaten, indem sie ihm die Qualifikation, in einem Orte der Oberpfalz fämtlichen Mitgliedern des Wahlein folches Amt ausfüllen fönnen, zu absprachen. Um= fomitees gegen Schluß des Wahlaktes das europäische Gleichfomehr wurden wir wißbegierig, welche„ Leuchte" man gewicht" vollständig abhanden gekommen war und unter uns in der Person des Geh. Kommerzienrates Wessel vorstellen der Wählerschaft eine Stimmung herrschte, wie uitter tverde. Eine arge Enttäuschung! Alle seine Reden waren Beweise einer Indianerhorde, die sich auf dem Kriegspfade befindet. einer nicht vorhandenen politischen und ökonomischen Bildung. Herr Es kam auch mitunter vor, daß ein Polizist im Wahllokale die Weffel wird sicherlich nicht den Reichstag geistig heben! offiziellen Wahlcouverts und die Centrums- Stimmzettel zu gleicher Die Freifinnige Volkspartei ist vollständig aufgerieben. Sie war Beit an die Wähler verabfolgte. Manchmal besorgte das der Lehrer es, die einen ihrer Führer an die Spize des reichstreuen und Entgegenkommen" gegen die Wähler Wahllomitees" delegierte und dabei einen Mann erfor, so weit, daß er ihnen die auf den ultramontanen Kandidaten der sein Landtags Mandat der Socialdemokratie verdankt! lautenden Stimmzettel eigenhändig in die Wahlcouverts steckte. Der Dant, den unfre Partei dafür erntete, bestand in gemeinen Die Namen solcher Wähler, die socialdemokratischer Gesinnung verVerleumdungen und Unterstellungen, die in einem von diesen Volts- dächtig waren, fehlten massenhaft in den Wählerlisten, während die parteilern unterzeichneten Wahlaufruf und in sonstigen Publikationen Gutgesinnten vollzählig eingetragen waren. Das ist natürlich nichts enthalten waren. Diese Wahl hat insofern viel Gutes gewirkt, als sie weiter als Zufall". In einem größeren Industrie- Drte der Oberwie ein Gewitter alles Faule und Modernde fortschwemmt.- Das große pfalz ging der Pfarrer mit den Ortsgrößen von einer Arbeitsstätte Sammelbecken„ Reichstreu". zur andren und bezeichnete den Unternehmern diejenigen Arbeiter Wir schließen unsre Wahlatten in der frohen Hoffumg, daß die in ihren Betrieben, die als Socialdemokraten gelten. Zu gleicher Wahl des Mischmaschkandidaten und der politischen Konfusion nur Beit wurden die Unternehmer aufgefordert, auf diese Arbeiter eineine Episode in der Geschichte des Kreises ist und daß dieser Sieg zuwirken, was denn auch im ausgiebigsten Maße besorgt wurde. bereits alle Merkmale trägt, daß Anhalt II eine uneinnehmbare In einem Orte des Wahlkreises Eichstätt wurden die Wähler der Burg der Socialdemokratie wird. Reihe nach, wenn sie zum Wählen kamen, von der Wahlfommission aufgeschrieben. Die Couverts mit den Stimmzetteln legte der Vorsteher säuberlich eins auf das andre in die offene Urne. Nach Schluß des Wahlaktes wurde die Urne einfach umwerden. = Eine unfreiwillige Prophezeiung. Ein von den Kriegervereinen berbreitetes Wahlflugblatt schloß wie folgt: Die alten Krieger wissen, wo sie den Freund, und wo sie den Feind zu suchen haben. Darum sollen sie mutig vorwärts gehen, wie dereinst bei Düppel, Königgräß und Sedan, mit entfalteten Fahnen unter der Tageslosung:„ Vorwärts, mit Gott für Kaiser, Fürst und Vaterland gegen die Social demokratie!" Und der Sieg wird sich an ihre Fahnen heften! Der Sieg hat sich in der That an ihre Fahnen geheftet, nämlich an die der Socialdemokratie, auf die sich das„ ihre" grammatikalisch beziehen mußte! Wahlbeeinflussungen. Aus der Mark Brandenburg meldet die Brandenburgische Zeitung": " er trieb das " gestürzt, und so hatte man die abgegebenen Stimmzettel in genau derfelben Reihenfolge vor sich, wie die Wähler auf der Liste verzeichnet waren. Aehnliche Manöver wurden noch in verschiedenen andren Orten beobachtet. cirkulieren: Ein bismärkischer Wahlvorsteher. Sogar die Agrarier Klagen über Wahlmache! Der Deutschen Tageszeitung" wird von Herrn Franz v. Bodelschwingh geschrieben: Viele Bauern haben sich in ihrem festgewurzelten Autoritätsgefühl durch die Haltung der Regierung irre machen lassen; viele haben auch infolge persönlichen Druces seitens der Behörden oder auch der leider noch immer vielfach wenig zum Bunde haltenden größeren Befizer ihrer Ueberzeugung nicht Ausdruck zu geben gewagt. Im Wahlkreise SangerhausenEcartsberga haben, um nur einige Beispiele zu nennen, Drtsvorsteher meine Schriften forgfältig verschlossen, damit nur ja der Herr Vorgesetzte sie nicht bei ihnen finde; ebendort hat es mir oft viel Zureden gekostet, ehe ein Bundesmitglied es wagte, den Vorsiz in meinen Versammlungen zu übernehmen. Die ehrlichen unter meinen Geguern haben selbst anerkannt, daß die Socialdemokratie nicht annähernd mit gleich verwerflichen Mitteln gearbeitet habe, als die Vertreter der vereinigten ,, Ordnungsparteien". Ebenso haben im Wahlfreise Rotenburg- Hersfeld notorisch zahlreiche Wähler dem von der Regierung unterstüßteu Kandidaten der vereinigten Parteien ihre Stimme nicht gegeben, weil die zu dessen Gunsten beliebte Kampfes weise sie mit Abschen erfüllt hat. So wird die Autorität von oben nicht minder erschüttert als von unten. Wer ist dabei der lachende Dritte? Der gefährlichste Feind aller Ordnung, Zucht und Sitte, der geschworene Gegner des christlichen und monarchischen Gedankens, das internationale Judentum. " Dem internationalen Judentum" besorgen aber die konservativen Agrarier, wo sie an der Macht sind, selbst den besten Agitationsstoff. Politische Ueberficht. Berlin, den 22. Juni. Wilhelm II. nach den Wahlen. Raiſers mit der Unterschrift:„ Der Besiegte des 16. Juni!" Ausländische Blätter brachten dieser Tage das Bild des deutschen Kaisers mit der Unterschrift:" Der Besiegte des 16. Juni!" Die Kaiserreden von Essen und Breslau waren im Auslande nicht vergessen und so betrachtete man naturgemäß die Wahlen als eine Antwort auf jene Rundgebungen. In der deutschen socialdemokratischen Bresse hat man an die In der Ortschaft Nielebock bei Genthin( Streis Jerichow I und II) Aufforderung zum Tischtuch- Zerschneiden und den schlichten Mann läßt der Gemeindevorsteher folgende amtliche Wahlbekanntmachung nur flüchtig noch erinnert.. Es wäre auch eine Verkennung der BeAm Donnerstag, den 25. d. Mts. von früh 10 Uhr bis abends deutung der Wahlen, wenn man in ihnen lediglich einen Protest 7 Uhr findet die Stichwahl zwischen dem Kandidaten der staats- gegen den Kaiser sehen würde. erhaltenden Partei dem Fürsten Bismarck, und dem Umstürzler dem Socialdemokraten Voigt statt, wozu die hiesigen Wähler eingeladen werden. Nielebock, 21. Juni 1908. Der Gemeindevorsteher Zimmermann als Wahlvorsteher. Es ist ein socialistischer Wahlsieg im eigentlichen Sinne. Das socialdemokratische Programm hat ihn erkämpft. Selbst weini es ebenso wahr wäre, wie es erlogen ist, daß die Socialdemokratie mit zusammengerollter" Fahne in den Wahlkampf gezogen sei, so haben schon unsre Feinde dafür gesorgt, daß unser Programm„ ents schleiert" wurde. Die socialdemokratischen Thaten der letzten fünf NB. Zu meinem größten Bedauern und zum Standal für Jahre und die socialdemokratische Kritit der herrschenden Verhältunfre Narbarörter find leider, ich nehme an wohl durch Ver- niffe und Regierungsleistungen boten ausschließlich Argumente unfren Gunsten. Alles, hehung, von dummen Jungen und Tagedieben, die auf Kosten zu diesen Jahren andrer leben, 16 Stimmen für den Umstürzler abgegeben worden. an Gedeihlichem erreicht wurde, ist der Socialdemokratie zu Richte daher an diejenigen Wähler die Bitte, doch vernünftig und verdanken. Alles, was Schlimmes geschehen ist, konnten wir tlarsehend mit sich selbst vorzugehen. nicht verhindern, so daß uns als einzige Waffe nur die Kritik was in Die Beschaffenheit der Wahlgefäße in verschiedenen Orten, hat, wie die Manipulationen der Wahlvorsteher, was die Sicherung des Wahlgeheimnisses anbetrifft, immer noch viel zu wünschen übrig gelassen. Vielfach sind die Wahlgefäße nicht genügend verMan bedt gewefen. hat Deckel auf die zwar einen als Wahlgefäße benutten Kisten, Terrinen, Körbe und Koffer gelegt, aber den Deckel jedesmal, wenn ein Wahlcouvert hineingelegt werden sollte, abgehoben. Demnach ist dort das Couvert nicht in ein verdecktes, sondern ins offene Gefäß Daß man einen Mann nicht wählen darf, welcher und ist die übrig bleibt. Und diese Kritik, anfangs immer isoliert, beschimpft gelegt worden, meistens der Reihe nach, wie die Wähler kamen, Scholle noch so klein, vielleicht bestehend in einem kleinen Wohn- und wohl gar dem Staatsantvalt überantwortet, hat so sehr in so in Wu st. Dort bestand die Wahlurne aus einer Kiste. Der hause mit hübschem Garten, von dieſe vertreiben will.( 1) Ein jedem Punkt recht behalten, daß selbst die Schuldigen und WerDeckel wurde jedesmal aufgehoben und das Couvert eines nach Nein und wieder Nein muß man solch Gesindel zurufen. D. D. dem andern aneinandergereiht. Beim Auszählen wurden die Die Wähler des Ortes Nielebock können jetzt dem Ober- antwortlichen sich heute unsrer Gründe gelegentlich bedienen. Weil aber in unfren gethanen Handlungen nichts VerCouverts in derselben Reihenfolge herausgenommen und geöffnet. scharfmacher und Volksfeind Bismarck feinen größeren Gefallen man Im ganzen Dorf weiß man heute, wie jeder gewählt hat. Dem thun, als sämtlich socialdemokratisch zu wählen. Für den wendbares fand, darum malte man in Millionen Flugblättern Verlangen einzelner Wähler, die Couverts beim Auszählen durch Fürsten Bismard in Nielebod abgegebene Stimmen müßten jest ja einander zu werfen, kam der Wahlvorsteher nicht nach. Wahl- doch unter allen Umständen kassiert werden! vorsteher war hier der Gemeindevorsteher Brüggemann. und Schriften die Schandthaten, die wir einmal begehen würden: Ueberall wurde mit dem Zuchthausstaat gearbeitet, der dem Handwerkameister selbst seine Schusterglocke und dem Bäuerlein die letzte Mit socialdemokratischem Brudergruß Die Socialdemokraten Agrams. Die Temesvarer Parteivertretung drückt im Namen der südungarischen Genossen ihre herzlichsten Glückwünsche aus zu dem Hoch die glänzenden Wahlfiege der deutschen Socialdemokratie. internationale völkerbefreiende Socialdemokratie! losen Gesellen, die nicht wert sind, den Namen Deutsche zu tragen. Besten Glückwunsch zum großen Siege den elenden, vaterlandsDie Lokalorganisation der Glasarbeiter in Canningtown, Woolvich, London. Hartmann. Kuh aus dem Stalle rauben würde. Ueberall zerstörten wir die doch durch. Er empfindet den 16. Juni als ein Jena der Socialistengesetze. Enter herrlicher Sieg giebt uns frische Kraft un Ehe, rotteten die Religion aus und sperrten die Menschen in kahle herrschenden Parteien und hofft auf ein fünftiges Versailles. Gewiß, die Erringung unsrer Freiheit. Zellen ein, die der unsclige Zukunfts- Staatsbürger nur verlassen dies Versailles der socialen Einheit wird kommen mit dem Siege des dürfe, um zwangsweise auf Befehl von Singer und Bebel- Proletariats. Kloaken zu reinigen. Und daß wir mit Vorliebe auf Muttermord Auch darin hat der Kaiser recht, daß den herrschenden Klassen ſennen, das war eine ausgemachte Sache. Weil man aber gerade jeder Idealismus verloren gegangen, daß sie in den Materialisdas entschleierte Endziel" so wie es alle Verleumder mus niedrigster und schmutzigster Selbstfucht versunken sind. Aber des und Idioten malen als Hauptmittel der Agitation an- Raisers Notschrei" hat längst Erfüllung und Verförperung gefunden wandte, darum hat man sich von vornherein des nachträglichen in der Socialdemokratie, die mit Entschlossenheit an ihre Aufgaben Trostgedankens beraubt, daß die drei Millionen socialdemokratischer herangegangen ist, wenn ihr auch nur ihre Gegner boriverfen, Wähler nichts von dem Endziel gewußt hätten. Unfre Feinde daß sie an die Verwirklichung ihres Programms geht,„ ohne sich haben es den drei Millionen ja unablässig ins Ohr geschrien. Und darum zu kümmern, wie sie es lösen soll". Es ist in der That sehr trotzdem hat man uns gewählt, weil wir Socialdemokraten merkwürdig, daß der Kaiser in seiner Nede die herrschenden Klaffen sind, weil wir unser Endziel wollen. Darum fallen auch die Kaiser- zu einer unbestimmten Zukunft ruft und seine Anhänger ermuntert, das reden von Essen und Breslau für unsren Erfolg nicht ins Gewicht. zu thun, was immer fälschlich der Socialdemokratie zum Vorwurf geAuch der Kaiser hat offenbar die Wahlen nicht als Protest gegen macht wird: die Aufgaben nur einmal anzugreifen, ohne sich um die fich aufgefaßt, sondern als ein unüberwindbares Bekenntnis zum Lösung im einzelnen zu kümmern. Das ist wirklich einmal die uns Socialismus. In Hamburg hat er am Sonnabend ge- zugeschriebene Taftit, nur tapfer zu springen, wenn auch ins Dunkle. sprochen. Ein Wilhelm- Denkmal wurde dort enthüllt, un Der Kaiser rühmt Hamburg schließlich nach, daß es in der Welt mittelbar nachdem drei Socialdemokraten als Abgeordnete der ,, Republik" borne weggeht. Als eine der sichersten Vesten des Socialismus hat gewählt worden waren. Trotzdem fand auch der Kaiser sein Hamburg dies Lob wohl verdient. Wenn aber die Republik als Bublikum. Hamburgs„ Bürgerschaft" hatte für den Aufputz einiger Hort der Aufklärung" gepriesen wird, so klingt das Wort in dem Stunden eine viertel Million Mark aufgewandt; das Kaiserzelt Munde eines Herrschers überraschend, dessen verantwortlicher Kanzler toftete allein 25 000 Mart. Das neue Denkmal teilt mit dem das wirklich ist, was der Papst nur in diplomatischer Bescheidenheit Reichstagsgebäude das Schicksal, inschriftlos zu sein. Der jetzige von sich fagt: Gefangener im Vatikan! Kaiser hat bekanntlich seinem Großvater den Titel des Großen gegeben. Die Hamburger Finanzbürger aber find Bismärcker und Deshalb nicht etwa aus republikanischen Strupeln hat man die Juschrift: Wilhelm der Große" verweigert. Weil aber, Wilhelm I." das kaiserliche Auge verletzt hätte, darum taufte man das Denkmal " überhaupt nicht. Eine start refignierte Stimmung sprach aus dem Hamburger Trinkspruch Wilhelms II., der nachfolgend als Dokument wiedergegeben sei. Die Hauptsäge waren schon in einem Teil der Sonntagsnummer veröffentlicht. „ Es ist mir oft schon die Aufgabe geworden, großen Städten und ihren begeisterten Bürgern meinen Dank zu sagen; nie fand ich die Aufgabe so schwer, für das, was ich fühle und was ich gesehen und erlebt habe, den richtigen, den passenden und erschöpfenden Ausdruck zu finden. Wenn ich zunächst als Enkel des großen Kaisers, deffen ehernes Bild die Stadt Hamburg soeben enthüllt hat, sprechen darf, so möchte ich mit tiefbewegten Herzen meinen Dank dafür abstatten, daß Hamburgs Bürgerschaft in so glänzender, großartiger und erhebender Weise den Ausdruck gefunden hat, um ihr Deutschtum und ihre Dankbarkeit dem alten Helden zu bezeugen. Das hat meinem Herzen als seinen Enkel wohlgethan und mich tief gerührt. Zum andern aber kann ich es nicht unterlassen, den wahrhaft überwältigenden Empfang, den mir Groß und Klein, Jung und Alt, Hoch und Niedrig hat zu teil werden lassen, hervorzuheben. Die bielen Tausende von Gesichtern, die mir heute entgegen geleuchtet haben, sind Bürge dafür, daß der Gruß mir aus tiefem Herzen und aus beivegtem Gefühl entgegenschallte, und ich bitte Senat und Bürgerschaft, meinen herzlichften, tiefgefühltesten und heißesten Dank entgegenzunehmen und der Stadt mitteilen zu wollen. Gewiß, die junge Generation, die heut mit uns das erzene Bild umstanden hat, für sie ist der große Kaiser schon eine geschichtliche Person, und die Ereignisse, die sich um seine Persönlichkeit weben, and die Zeit, in der er gewirkt hat, werden schon in den Büchern beschrieben. Ich glaube, daß ich wohl nicht zu viel sage, wenn ich der Vermutung Raum gebe, daß dereinst in künftigen Jahrhunderten die Ehrfurcht gebietende Gestalt meines Großvaters mindestens ebenso bon Sagen umwoben, so gewaltig und hochragend über alle Zeiten im deutschen Volke dastehen wird, wie einstens die Gestalt Kaiser Barbarossas. Freilich die jüngere Generation ist jetzt gewöhnt, Leichthin das, was wir das Reich nennen, mit dem, was es uns gebracht hat, als etwas Selbstverständliches anzusehen, ohne zu be denken, was es gekostet hat, bis es dazu gekommen ist. Und ich glaube, wir erkennen auch hierin wieder den Finger der Vorsehung, wenn wir auf die Ehrfurcht gebietende Gestalt hinblicken, die dort in stiller Haltung vor dem Rathaus steht, in ihrem Ernst und in ihrer stillen Abgeklärtheit des hohen Alters, daß gerade ihn die Vorsehung auserfehen hatte, um dieses, eines der schwierigsten Werke auszuführen, die Einigung der deutschen Stämme. Denn niemand konnte sich dem Zauber der Persönlichkeit, der einfachen Bescheidenheit, der herzgewinnenden Liebenswürdigkeit des hohen Herrn entziehen, und fo war es ihm bergönnt, umgeben von gewaltigen Paladinen, die, ihm ergeben, mit ihm arbeiteten, auszugleichen und zu versöhnen, an Härten und scharfen Lagen und immer das Ziel im Auge zu be halten, die Einigung des Vaterlandes. In langer Friedensarbeit, in stiller Werkstatt reiften die Gedanken, und fertig waren die Pläne des schon zum Greis gewordenen Mannes, als die gewaltige Aufgabe an ihn herantrat, als er uns das Reich wieder erstehen ließ. Ich hoffe, daß die Hamburger Jugend, wenn sie an dem Denkmal vorbeigeht, nie die Zeit der Vorbereitung vergessen werde, die Dieser hohe Herr durchgemacht hat. Mit Recht erwähnten Sie der Beit Kaiser Wilhelms als einer großen, einer gewaltigen Zeit, ge= waltig in ihren Impulsen, mächtig in ihrer flammenden Begeisterung. Meine Herren, ich sollte denken, groß ist auch die Zeit, die uns noch vorbehalten ist. Die Aufgaben, die dem großen Kaiser gestellt waren, sind erfüllt, doch wollen wir nicht vergessen, wenn es uns zuweilen dünkt, daß die Aufgaben, die uns gestellt sind, zu schwer seien, was der hohe Herr durchgemacht hat. Vergessen wir nicht, daß er schon nachdenkend und mitlebend Jena und Tilsit gesehen hat, und doch hat er an der Zukunft des Vaterlandes nicht verzweifelt. Von Tilsit ist er nach Versailles gegangen! Ebenso wird es auch in Zukunft bestellt sein; auch unsrer Zeit harren Aufgaben. 10 Eindruck der deutschen Wahlen in Belgien. Brüssel, den 19. Juni.( Eig. Ver.) Belgiens jemals größere Freudensausbrüche gesehen zu haben als Wir entsinnen uns nicht, in den parteigenössischen Kreisen beim Eintreffen der Nachrichten über die Wahlsiege der deutschen Genossen. Die erste Kunde traf am Mittwochvormittag ein und be gegnete noch Zweifeln. Als sie dann im Laufe des Nachmittags allenthalben Bestätigung fand, brach ein wahrer Freudentaumel los. Die Hunderte der Volkshäuser hißten die rote Fahne; in den Parteilokalen, die gegen Abend von den aus den Fabriken herbeigeeilten Arbeitern rajch gefüllt, herrschte freudigste Erregung, die nicht größer hätte miert worden wäre. Den anwesenden deutschen Genossen wurden sein können, selbst wenn die socialistische Republik in Belgien proflalebhafte Glückwünsche dargebracht. Die Parteipreffe fommentierte in Extra- Ausgaben den Sieg der Kanonenschüssen den Sieg der deutschen Socialdemokratie. deutschen Bruderpartei. Die Genossen in Huh verkündeten mit Die gesamte bürgerliche Presse ausgenommen die klerikale bespricht die Wahlresultate mit einer der Socialdemokratie wohlwollenden Neutralität. So ziemlich durch alle ihre Artikel zieht sich Das Wort: Das kommt yon der Tischtuchzerschneiderei wir wählen hier in Rücksicht auf das deutsche Preßgesetz den gelindesten Ausdruck. Der„ Soir", das weitverbreitetste bürgerliche Blatt Belgiens, schreibt: " Die Wahlresultate sind ein wirklicher Erfolg für die Socialdemokratie. Die Kaiferreden haben ihren Effekt gezeitigt. Der Erfolg der Socialisten hat zwei Ursachent: eine permanente: die zu große Ungleichheit der wirtschaftlichen Verhältnisse; eine ge= legentliche: der Zolltarif. Der Socialismus ist geboren aus dem Elend. Und er wird zunehmen in dem Maße, als sich das geistige Niveau der Arbeiter hebt, ohne daß sich ihre Lage bessert. Weder die Diskussionen zwischen den verschiedenen Richtungen des Socialismus, noch selbst Fehler der Führer halten die Bewegung auf so lange jene Ursachen bestehen. des deutschen Socialismus wäre weniger gewaltig gewesen, wenn Der Aufstieg der Reichstag nicht den Fehler begangen hätte, sich den Agrariern, den Volksaushungerern( affameurs) zu ergeben. Die Socialisten haben die Frage auf dem ökonomischen Gebiete gestellt; und die Wähler haben geantwortet wie man vernommen. Und was wird mit geschehen? Ueber die Erfolge in Sachsen sagt die„ Etoile": Und dies obwohl die bürgerlichen Parteien von den Agrariern bis zu den Liberalen ein Kartell eingegangen sind. Die Liberalen haben die Strafe empfangen für den Verrat ihrer Brincipien.( Gemeint ist der sächsische Wahlrechtsraub.) Die Wähler haben Rache genommen, indem sie nur Socialisten die Anhänger des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechtes... Auch das Centrum hat nun den Gipfel feiner Macht erreicht und ihn selbst schon überschritten. Für dieses wird der Niedersturz( dégringolade) nicht auf sich warten Die Sektion Roubair, der Arbeiterpartei Frankreichs( Unité Socialiste Révolutionnaire) fendet aus ihrer Hauptversammlung vom 17. Juni 1903 der deutschen Socialdemokratie ihre wärmsten Glückwünsche zu dem Riesenerfolge, den sie bei den Reichstagswahlen über alle fapitalistische und imperialistische Macht davongetragen hat. das große Beispiel von solidarischer Machtentfaltung beherzigen, das Gleichzeitig wünscht sie, die französischen Arbeiter mögen bald ihr ihre Brüder jenseits des Rheins gegeben haben und sich zu einer einheitlichen Klassenpartei einigen zur Eroberung der öffentlichen Gewalt, zur politischen und ökonomischen Befreiung des werkthätigen Volkes. Hoch das deutsche Proletariat! Hoch die internationale Solidarität der Arbeiterklasse! H. Lefebore, Sekretär. Deutsches Reich. Militäransprache des Kaisers. Die„ Kreuz- Zeitung" veröffentlicht plöglich Ansprachen, die Wilhelm II. am 29. Mai in Döberiz an seine Garde gehalten hat. Die eine schließt; " Dann wird meine Armee stets das Instrument bleiben, dessen ich bedarf, damit meine Politik wenn nötig Unterstützung findet: wo es die Feder allein nicht mehr machen kann, so sie nicht von der Schärfe des Schwertes soutenieret wird." Es lebe mein Gardecorps und die ganze preußische Armee!" Die Kreuz- Zeitung" hat die Stelle offenbar fälschlich auf den inneren Feind gedeutet und darum fand sie in ihrem verspäteten Abdrid einen Wahltrost! freise wird uns mitgeteilt, daß zum 24. Juni Landwehrmänner zur Militärbehörde und Wahlrecht. Aus dem ersten Berliner Wahlminister eingreifen, wie in Spandau? Uebung einberufen worden sind. Sollte nicht auch hier der KriegsUebrigens muß es in unsrer Meldung aus Spandau in der Sonntagsnummer heißen, daß die Reservisten zum 24. Juni entlassen werden sollen; 25. war ein Druckfehler. sprach die 27jährige geistesschwache Dienstmagd Magdalena Lehner, Dienstmagd und Baronesse! Das Nürnberger Schwurgericht die ihr einjähriges Kind in die Begnig geworfen und ertränkt hat, des Totschlags schuldig und das Gericht verurteilte das Mädchen zu einer 3uchthausstrafe von sieben Jahren. Kürzlich wurde eine Baronesse, die ihr mit einem Diener erzeugtes Kind nach der Geburt aus dem Fenster warf, freigesprochen, weil sie, die sonst ganz gesund ist, im Augenblick der That unzurechnungsfähig gewesen sein soll. Wir haben gegen das Urteil kein Wort gesagt, weil es einer humanen Rechtspflege entsprach. Jetzt aber wird eine als geistesschwach anerkannte Kindesmörderin ins Zuchthaus gesperrt. Da möchte man doch fast glauben, daß in dem andren Falle nicht die Humanität, sondern die Baronesse triumphiert hat! Ein ,, Muster"-Polizeibeamter ist der Schußmann Franz Wohczeffat Posen wegen Amtsvergehens in zehn Fällen zu verin Posen, der sich am Freitag vor der Straffammer des Landgerichts antworten hatte. Der schon oft disciplinarisch vorbestrafte Angeklagte ist ein in seinem Revier höchst unbeliebter Beamter, dem Anzeigen gegen Restaurateure zu erstatten und sich dabei zur Ervor allem daran liegt, recht oft zum Teil völlig unbegründete reichung seines Zweckes oft der sonderbarsten Hilfsmittel bedient. Es ist wahrscheinlich, daß die Regierung weiter auf dem Wege Nach der Anklage hat der am 24. Oktober v. J. von abends 10 Uhr fortschreitet, auf dem sie sich engagiert hat. Wird die Regierung Heimlehrende Gesellschaft von fünf Personen auf dem Alten ab dienst freie Beamte gegen 1 Uhr nachts eine vom Bockbierfest gegenüber der Flut des Socialismus die Gefahr erkennen, in die sie sich durch ihre Mißachtung der Gesetzlichkeit gebracht hat?" Markt angehalten und wegen angeblichen Lärmens zur Rede gestellt. Die doktrinäre Etoile Belge", das Organ der belgischen hinten und fragte ihn nach seinem Namen. Obwohl diefer denHierbei überfiel er den den Maler Wiedenhöft bon Nationalliberalen schreibt, nachdem sie die socialistischen Erfolge felben ohne weiteres angab, erklärte Woyczeffat ihn für verhaftet ziffernmäßig dargelegt: Gerade die Socialisten haben ehrlich den Kampf gegen die und brachte ihn nach der Revierwache. Das gleiche Schicksal ereilte Schutzöllnerei geführt. Die Liberalen waren wie die Socialisten Klinke. Auf dem Transport zur Wache versetzte Angeklagter die Schwester Wiedenhöfts, Frau Kniewel, sowie den Musiker Gegner des Bolltarifs, aber sie haben den Fehler begangen, den der Frau K. zwei Stöße vor die Brust, so daß sie Socialisten die Leitung in der antiagrarischen Campagne zu über über den Rinnstein taumelte. Im Wachtlokal angekommen, lassen. Weiter haben die Bedenken des Herrn Richter, die faßte er den Wiedenhöft am Kragen, warf ihn über das Bett, Obstruktion der Socialisten zu unterstützen, auf die Wählerschaft wirgte und schlug ihn unter Anwendung der Schimpfworte: den wenn auch sicher falschen(?) Eindruck gemacht, die Du L Opposition der Liberalen sei nicht entschlossen und nicht echt. ich werde Dir helfen. Die Frau Kniewel nannte er Die Socialisten haben sich selbst als Verteidiger der poli- eine... die er am liebsten mit dem Säbel tot Am schlimmsten ist es dem Musiker Klinke tischen Rechte des deutschen Volkes gestellt; und dies war ein stechen wolle. guter Trumpf in ihrem Spiel." ergangen. Diesem gab er ohne irgend welche Veranlassung eine derartige D'hrfeige, daß dieser einige Tage eine geschwollene Bade hatte. Dabei beleidigte er ihn ebenfalls durch die bei den andren Zeugen angewendeten Redensarten. Die aus Neugierde mit zur Wache gelaufenen Buchhalter Bucha, zur Zeit in Berlin, und Werkureister Vogler in Posen, welche gegenüber dem Wachtlokal standen, holte Boyczesak einen nach dem andren in die Stube und erklärte fie ebenfalls für verhaftet. Den Buchhalter Bucha warf er mit Ge= walt in das Lofal, schlug ihn dreimal über den Kopf und beleidigte ihn genau mit denselben Aeußerungen wie die andren gemacht wurde, daß Bucha doch an der Sache gar nicht beteiligt Beugen. Als er von einem andren Schußmann darauf aufmerksam fei, warf ihn W. in gleichfalls mißhandelnder Weise um Wachtlokal hinaus. Dem Wertmeister Vogler endlich ist es nicht besser gegangen. Dieser, einen höchst glaubwürdigen Eindruck machenden Person wurde bereits im Hausflur der Wache mächtig unter das Kinn gestoßen. Als er im Lokal selbst dem Woyczesat in anständigem Tone erwiderte, daß er sich doch wohl in der Person geirrt haben müsse, äußerte W.:„ Du L..., ich kenne Dich schon".. Ueber die deutschen Reichstagswahlen schreibt Enrico von W. wieder hereingeholt und in der Wache nochmals geNicht genug damit, der bereits entlassene Musiker Klinke wurde. Deswegen wende ich mich am heutigen Tage an der Stelle, wo italienischen Socialisten den Sieg ihrer deutschen Brüder feiern, für warum bist Du ausgerissen." Der Angeklagte bestreitet sämtliche Leone im„ Avanti" einen schwungvollen Artikel. Er betont, daß die schlagen unter Anwendung der Redensart: Du Schwein, ich damals aus tiefstem Herzen mich an das deutsche Volk mit einem fie gelten nicht mehr die alten Unterschiede der Rasse und der ihm zur Last gelegten Strafthaten, obwohl ihn zum Teil sehr Notschrei wandte, auch heute wieder an dasselbe:" Möge es ſeinen Sprache. Sie fühlten sich nach einem Worte von Schiller als Welt- glaubwürdige Zeugen, wie z. B. Eisenbahnfanzlist Schönemann, BuchIdealen und sich selber treu bleiben." Dann wird es der Granitblock bürger, deren Interesse nicht erschöpft sei innerhalb der engen halter Bucha, Wertmeister Vogler und teilwese seine eignen werden, der, wie er draußen den großen Kaiser trägt, so, getreu Grenzen des Vaterlandes, sondern die Anteil nähmen an allen Er- Kollegen in erheblicher Weise belasten. feinen Traditionen, die neue Aufgaben und Schöpfungen, die an uns eignissen der großen Menschenfamilie. Durch den Sieg der deutschen sich Andernteils hüllen herantreten, auf seinem Herzen und mit seiner Kraft tragen wird. Socialdemokratie würden auch sie gestärkt, und ihre Seelen würden die als Zeugen geladenen Schußleute in Schweigen, Möge es mit Entschlossenheit an die Aufgaben herantreten, die ihm durch ein immenses Gefühl des Selbstvertrauens gehoben. um ihren eignen Kollegen nicht ins Unglück zu stürzen. der Himmel stellt, ohne zu fragen, ob sie schwer oder leicht sind, ohne Sieg der deutschen Socialdemokratie ist der unsre, ist ein italienischer Beleidigung " Der Staatsanwalt Dr. Rhode beantragte 3 Wochen Gefängnis wegen fich darum zu kümmern, wie es sie lösen soll, wenn es nur erit Sieg. Es ist unser Princip, das in Deutschland gefiegt, es sind während Verteidiger Gechtsanwalt Dr. Kämpfer bat, seinen Klienten in vier und Körperverletzung in drei Fällen, herangeht! Die Augen auf! Den Kopf in die Höhe! Den Blick unsre Ideale, die sich dort Bahn brechen, und das Echo des Sieges nicht mit Freiheitsstrafe zu belegen, da ihm dadurch seine ganze nach oben, das Knie gebeugt vor dem großen Alliierten, der noch ruft; freudigen widerhall in unsren Herzen hervor. nie die Deutschen verlassen hat, und wenn er sie noch so schwer ge: neue socialistische Civilisation, die sich durchringt." Es ist die Eristenz ruiniert wird. Das Gericht unter Vorsitz des Landgerichtsprüft und gebehmütigt hat, der sie stets wieder aus dem Staub erhob; Socialdemokratie Deutschlands zeigt ihren jüngeren Brüdern der Geldstrafe, der Körperverlegungen drei Wochen Gefängnis. Die direttors Irmler erkannte wegen der Beleidigungen auf 40 2. Hand aufs Herz, den Blick in die Weite gerichtet, und von Zeit zu andren Länder, wie man tämpft und wie man siegt auf dem Boden Eine wahrlich viel zu gelinde Strafe! Zeit einen Blick der Erinnerung zur Stärkung auf den alten Kaiser des proletarischen Klassentampfes, mit dem einzigen Ziel, die Macht und seine Zeit, und ich bin fest überzeugt, daß, wie Hamburg in der zu erreichen, um eine Aenderung der gegenwärtigen fapitalistischen Welt vorne weg geht, so wird unser Vaterland vorangehen auf der Gesellschaftsordnung herbeizuführen." Bahn der Aufklärung, der Bahn der Erleuchtung, der Bahn des praktischen Christentums, ein Segen für die Menschheit, ein Hort des Wir erhalten diesen Brief: Friedens, eine Bewunderung für alle Länder." Der große Kaiser mit seinen großen Mitarbeitern hat die Basis gelegt, den Grundstein zum Gebäude, an uns ist der Ausbau! Darum bin ich der Ansicht und der festen Ueberzeugung, daß auch uns eine große Zukunft bevorsteht, wenn wir nur fest dazu entschloffen find, fie dazu zu machen. Uns sind auch Aufgaben gestellt, mögen sie nun schiver oder leicht sein, angenehm oder unangenehm, wir haben sie anzufassen, so gut wir eben können mit Drangabe unsrer Kräfte, dann werden wir sie lösen, und ich bin fest überzeugt, daß, wie damals, so auch heut, es dem Deutschen Reich und dem deutschen Volke nie an den richtigen Männern fehlen wird. lassen.. Die tleritale Bresse hat die Sprache verloren. Sie begnügt sich mit der( mangelhaften) Wiedergabe der Wahlziffern. Nur das offiziöse Journal de Brüyelles" läßt sich aus Deutschland(?) einen großen Erfolg des- Centrums berichten. Die„ Internationale". " " " Ein Zufluchtstlofter für verlassene Kinder". Nach dem standalösen Prozeß in Nanch gegen die Schwestern des Klosters Zum guten Hirten" beginnt jetzt in Tours ein Prozeß Agram, 19. Juni 1903. Werte Genossen! Den vielen Kundgebungent, welche das inter- gegen die Nonnen des dortigen Zufluchtsklosters für verlassene Die Rede enthielt keine direkte Anspielung auf die Wahlen, nationale Broletariat Euch zu Eurem Wahlsiege sendete, schließen Kinder und Mädchen und renige Berirrte". Angeklagt find die sondern wiederholte nur bekannte Gedankengänge, so die irrige fich freudigst die Agramer Socialisten an. Leider durften wir uns Schwester Maria von der Heiligen Rose des Herzens Jesu, Vorsteherin Auffassung über die Mission Wilhelms I., der im Lichte nicht der modernen Verständigungsmittel bedienen, weil man bei der Büßerinnen- Abteilung, und Madeleine Porcher und Marie Vichard, der Geschichte nicht als der Treiber, sondern als der gewaltsam uns ein Telegramm inhibieren würde. Ueberhaupt leben wir in Aufseherinnen des angeblichen„ Heims". 54 Belastungszeuginnen Geschobene erscheint. Aber die Wahlgefühle des Kaiſers klingen schlimmeren Verhältnissen als seiner Zeit deutsche Genossen unter dem find ron der Anklagebehörde vorgeladen worden. Es sind Näherinnen, " des Belgrader Berichterstatters der„ Voss. 8tg." über die Dienstmädchen, Arbeiterfrauen, auch einige Unglückliche von schlechtem| ausgesprochen habe. Diese Mitteilungen sind nichts als leere Er-| Centrumsversammlung keinen Einlaß gefunden hatten, hatten fich Wandel, die alle mehr oder weniger lang im Klosterheim gelebt findungen. Thatsächlich ist Peter I. König von des Offizierkorps nach Laurahütte gewandt und lange vor der festgesetzten Zeit den Saal haben. Was sie an den beiden ersten Verhandlungstagen ausgesagt Gnaden und selbst wenn er wollte, zur Zeit absolut nicht im stande, vollständig besetzt. Vor dem Saal stand eine tausendköpfige Menge, haben, ohne von den drei angeklagten Frauen ernſten Widerspruch nehmen. Necht charakteristisch dafür ist der nachstehende Bericht Versammlung eröffnen wollte, fetzte großes Johlen und Pfeifen ein. das geringste gegen dessen Willen und Beschluß zu unter- welche keinen Einlaß mehr finden konnte. Als der Ortspfarrer die zu erfahren, ist, so berichtet die„ Vossische Zeitung" aus Paris, schlimmer als alles, was man selbst vom„ Guten Hirten" Aufnahme, die Serbien die Forderung des russischen Auf den polnischen Kandidaten Korfanty wurden stürmische Hochrufe in Nanch her kennt. Die Strafen, denen die Pfleglinge des Regierungsboten" gefunden hat, die Mörder müßten ausgebracht und gegen die Geistlichkeit heftige Schimpfworte ausKlosters täglich unterworfen waren, sind diese: der Leichen- unbedingt bestraft werden. Man glaubt," heißt es in diesem Be- gestoßen. strohfack in der Gruft; das war der Strohsack in einem richt, sich hier damit trösten zu können, daß diese Mitteilung gar Der Vorstand wurde gezwungen, durch die Hintertür über finsteren Kellergewölbe, wo die Toten hingelegt wurden, bis der nicht an die Adresse der Serben oder des Königs Peter gerichtet ist, Gartenzäune und in die Pfarrei zu flüchten. Der Saal wurde Sarg für sie gebracht wurde; man ließ die Pfleglinge auf diesem sondern bloß der Rücksicht auf die Empfindlichkeit des russischen Hofes langsam geräumt. Auf dem Platze vor dem Saale blieb Strohsack liegen, der von Leichenflüssigkeiten durchnäßt war, und und auf die Stimmung in Europa entspringt. Es herrscht nur eine die Stimme darüber, daß man die Sache auf sich beruhen lassen wird. Polizeibeamten, welche in schonendster( 1) Weise vorgingen. Die Zahl Menge versammelt, trotz aller Aufforderungen bon schreckte sie mit Gespenstergeschichten. Von den Häuptern der Verschwörung ist Oberst Maschin Minister, Gardehauptmann Kostitsch Mitglied des nach Genf entsandten mili- der Aufrührer wurde immer größer, welche johlende Hochrufe auf tärischen Gefolges des Königs, witschitsch Kommandant von Belgrad, Korfanty ausbrachten. Als gegen 10 Uhr ein Arbeiter, welcher ein naher Verwandter des Verschwörers Oberstlieutenants Mitschisch, beleidigende Worte gegen die Beamten ausstieß, von diesen sie spielten alle drei die hervorragendsten militärischen Rollen bei dem verhaftet wurde, suchte die Menge ihn zu befreien, Einzug des Königs in Belgrad. Selbst wenn König Peter worauf die Polizei blank zog und gegen die Eindringenden vorging. die Absicht hätte, sie abzuschütteln, er könnte es Die Feuerwehr brachte zwei bespannte Spritzen heran, kaum hatte sie nicht, ohne Gefahren heraufzubeschwören; denn den Strahl auf die Menge gerichtet, als diese sich der Sprizen behinter ihnen steht die Armee, die noch immer das mächtigte und nun auf die Beamten und die Feuerwehrleute losBewußtsein hat, Herrin der Situation zu sein." spritte, darauf zerschnitt sie die Schläuche, zertrümmerte die Sprigen und fuhr dieselben in den Hüttenteich. Die Beamten wurden mit Erd stücken beworfen, so daß fast keiner unversehrt blieb. Der Branddirektor wurde zu Boden geworfen und mit Füßen getreten, so daß er frank daniederliegt. Das Zungenkreuz; man mußte mit der Zunge so oft, wie es der Straffälligen auferlegt wurde, den Boden kreuzweis lecken, und zwar, je nach der Schärfe der Bestrafung, im Schlafsaal, im Arbeitssaal, in der Kapelle, auf dem Hof, im Kuhstall und auf dem Sit des Anstandsortes. Der Wassereimer; man steckte den Kopf der Straffälligen in einen Eimer voll Spülicht und ließ ihn darin, bis er nahe am Ersticken war. Der Kuhfladen; man strich frischen Kuhdünger auf Brot und die Pfleglinge mußten dies effent. Die Zwangsjacke, der kalte Wasserguß, die Einschließung in den Die sozialdemokratische Wahlziffer. Keller, wo die Schmutzwäsche aufgespeichert lag und der von unleidlichen Gerüchen erfüllt war, die Prügel mit einer ,, Disciplin", einem Nach dem amtlichen Resultat, das um Mitternacht spanischen Rohr, an dem schmale Lederriemen mit Endknopf be- vom„ Wolffschen Bureau" verbreitet wird, hat die festigt waren, gehörten zur gewöhnlichen Hausordmmg. Einem Mädchen wurden die Wangen mit zerquetschten Schnecken, Socialdemokratie am 16. Juni deren Häuserbruchstücke ihr die Haut zerrissen, bis aufs Blut und an einen Coiffeur von Tours verkauft. Man ließ ihnen vorn 2 911 317 geschrubbt. Mehreren Mädchen wurden die Haare abgeschnitten Stimmen erhalten, rund 800 000 Stimmen mehr als einige Strähnen und band um Scheitel und Hinterhaupt, die ratten- 1898. Dabei fehlen noch 59 Wahlkreise, in denen die fahl geschoren waren, ein Kopftuch, damit der behördliche Inspektor, socialdemokratischen Ziffern nicht angegeben sind. wenn er etwa ins Kloster kommen sollte, nichts bemerke, daß man sie ihrer natürlichen Zierde beraubt hatte. Manchmal wurde den Mädchen das Geficht mit Menschenkot beschmiert. Schwester Heilige Rose leugnet nicht, daß man die Bestraften habe glauben lassen, der Stoff, den man anwandte, sei Menschenkot. Es sei aber thatsächlich eine braune Erde gewesen, deren man sich zu dieser Strafe bedient habe. Die Bestraften scheinen sehr ungläubig. Sie bleiben dabei, daß sie sich über die Beschaffenheit des Stoffes, der ihnen über das Gesicht gestrichen worden sei, nicht getäuscht hätten. Ginem neunjährigen Mädchen schnitt die eine Aufseherin mit iner Schere in den Finger. Auf die Vorhaltungen des Gerichts vorsitzenden begnügt Schwester Heilige Rose sich in der Regel damit, ruhig zu antworten:„ Ich habe gut zu thun geglaubt." Der Verteidiger der drei Angeklagten, Rechtsanwalt de Bauplanc, einer der Führer der klerikal- monarchistischen Partei in Touraine, scheint hauptsächlich Verjährung geltend machen zu wollen. " Husland. Frankreich. Aus Induftrie und Handel. Der Morgansche Schiffahrtstrust. Die Nachricht, daß der Morgansche Dampfertrust dermaßen an seiner Ueberkapitalisierung frankt, daß er auseinander zu fallen droht, bestätigt sich. Aus New York wird telegraphisch gemeldet: Geführt von 30 bis 40 halbwüchsigen Burschen zog. die auf etwa 3000 Personen angewachsene Menge vor das HüttenGasthaus, wo der Bürgerverein sein Stiftungsfest feierte. Gegen das Haus wurde ein Bombardement eröffnet; kein Fenster Die Aufforderung: Nun zum Pfarrhause! wurde jubelnd begrüßt. blieb ganz, Kinder und Weiber schleppten Vorräte von Steinen heran. Nachdem erst sämtliche Scheiben zertrümmert waren, erbrach die Menge das Thor zum hinteren Eingang und schleuderte große Bretter gegen das Haus. Man drang in das Innere und demolierte alles. Der Pfarrer selbst war in die Kirche geflüchtet. Von der Pfarrei ging es die Hüttenstraße entlang zum Gemeindehaus. Unterwegs wurden sämtliche Fensterscheiben in der Villa des Kommerzienrats Figner eingeschlagen. Am Hüttenamt stellten sich die Beamten der Menge entgegen, ungeachtet des dichten Steinhagels. Inzwischen waren noch einige Gendarmen aus Kattowiz eins getroffen. Als die Menge den Voreingang zur Laurahütte zertrümmerte, den Schiffahrtstrust, sie werde mit dem 1. Juli d. J. von dem Ab- hintereinander 10 Schuß. Einer der Haupträdelsführer, ein Kesselschied, New York, 21. Juni. Die Cunard- Gesellschaft benachrichtigte machte die Gendarmerie von der Schußwaffe Gebrauch. Es folgten kommen über die Frachtraten und Fahrtage zurücktreten. Man er wartet infolge dessen den Ausbruch eines Konkurrenzkampfes wurde getötet; über 30 Personen erlitten Hieb- und Stichwunden. zwischen den Linien, der die Fahrpreise derartig herabdrücken dürfte, Jeßt ging die Menge langsam auseinander. Aus Beuthen traf daß sich der Stand der Dinge in Anbetracht der ungünstigen Lage eine halbe Compagnie ein, trat aber nicht mehr in Thätigkeit. des Frachtgeschäftes noch verschlimmert. Auf seiten der Cunard- Vorläufig konnten erst zwei Hauptthäter verhaftet werden. Landrat Linie wird behauptet, die White- Star- Linie habe den Vertrag Gerlach ordnete heute früh, nachdem er die Trümmerstätten besichtigt zwischen dem Truſt und der Cunard- Gesellschaft dadurch gebrochen, hatte, die Schließung sämtlicher Gast- und Schankwirtschaften in daß sie ihre Schiffe zweimal wöchentlich, anstatt, wie festgesetzt, Laurahütte an und verbot die für Dienstag anberaumte Centrumseinmal wöchentlich fahren ließ. Der New Yorker Vertreter " der White- Star- Linie stellt in Abrede, daß seine Gesellschaft das versammlung, um weiteren Ruhestörungen vorzubeugen. Abkommen verletzt habe. Er erklärt, er könne nicht einsehen, Die Darstellung des konservativen Blattes ist so staatsretterisch was durch eine Herabsetzung der Fahrpreise im Konkurrenzkampfe wie möglich gefärbt. Dennoch geht selbst aus dieser Schilderung gewonnen werden könnte, besonders mit Hinsicht auf die ungünstige hervor, daß die Polen ursprünglich nichts andres gethan haben, als Paris, 22. Juni. Deputiertenkammer. Haus und Lage des Frachtgeschäfts, in welchem eine Besserung vor Bekannt- daß sie in einer Centrumsversammlung erschienen und demonstrierten. Tribünen sind überfüllt, es herrscht lebhafte Bewegung. Zur Ver- werden des wahrscheinlichen Ausfalles der Ernten nicht zu erwarten Weder die stürmischen" noch die„ johlenden" Hochrufe auf den handlung steht die Gesezvorlage betreffend Säfularisierung der fei. Man glaubt hier, daß der Schiffahrtstrust infolge des un polnischen Kandidaten sind ein Verbrechen, das mit dem Tode bestraft Kongreganisten. In einer Sizung, welche die Kongregations- Kom- lohnenden Frachtgeschäfts jetzt eine Politit strenger Sparsamkeit ein- werden muß. Die Polizei ist auch nicht dazu da, um die Geistlichmission vor der Sigung der Kammer abgehalten hat, ist beschlossen schlagen wird. Das Gerücht, der Schiffahrtstruſt werde re- teit gegen heftige Schmährufe" zu schüßen. worden, einen Abänderungsantrag Buisson zuzulassen, nach welchem organisiert werden, wird von der Leitung des Trustes als falsch bedas Verbot der Erteilung von Unterricht auf frühere Konzeichnet. greganisten nur dann Anwendung finden soll, wenn festgestellt ist, daß Die„ Neue Hamburgische Börsenhalle", das Organ der Hamsie thatsächlich nicht säkularisiert sind. burger Reeder, erklärt dazu: Bei Eintritt in die Verhandlung unterzieht Baron Reille( Ralliierter) Die Vorlage einer Kritit. Syveton( Nationalist), dessen gestern er Solgte Wahl noch nicht amtlich bekannt gegeben ist und der deshalb noch nicht das Recht hat, an den Verhandlungen teilzunehmen, betritt den Saal und drängt die Diener, welche ihm den Eintritt richt gestatten wollen, beiseite. Die Linte erhebt lebhaften Widerspruch. Der Präsident macht Sybeton darauf aufmerksam, daß er nicht das Recht hat, an den Verhandlungen teilzunehmen. Syveton läßt die Worte des Präsidenten unbeachtet.( Große Erregung.) Italien. Die Kabinettstrife. Da es nicht gelungen ist, passenden Ersatz für die beiden ausscheidenden Minister zu finden, übernimmt interimistisch Zanardelli zugleich das Ministerium des Innern und Der Bericht spricht schon von„ Aufrührern", bevor noch irgend eine unerlaubte Handlung erwähnt ist. So braucht man selbst nur diesen Bericht kritisch zu lesen, um sofort zu erkennen, daß die Wie uns authentisch mitgeteilt wird, haben die deutschen blutigen Vorgänge durch die Polizei probociert worden find, Gesellschaften keine Veranlassung, von den beabsichtigten Maßnahmen die den Beruf in sich fühlt, dem Centrumskandidaten Letocha sein der Cunard- Linie eine Schädigung ihrer Geschäftsbetriebe zu be- Mandat zu retten. Aus dem Einschreiten der Polizei erklärt sich alles Meldungen aus fürchten. An dem Frachtabkommen, das nach den vorliegenden weitere! gekündigt haben soll, sind die deutschen Geſellſchaften über- rung nach dem Wahlbrief Kopps erregt sein muß, ist nur zu be New York und England die Cunard- Linie Daß die Stimmung der gläubigen katholisch- polnischen Bevölke haupt nicht beteiligt. Diese Frachtvereinigung gilt vielmehr gilt vielmehr nur für die vont den Vereinigten Staaten nach England greiflich. Unbegreiflich dagegen erscheint es uns, daß der Geistliche fahrenden Needereien ind nur für die nach England in die Kirche flüchtete, anstatt, wie es seine Christenpflicht gewesen gehenden Frachten.... Die Nachrichten über eine beabsichtigte wäre, dem polizeilichen Blutvergießen zu wehren! finanzielle Reorganisation des Morgan- Trustes beruhen von Anfang bis Ende auf freier Erfindung. Wahr ist, daß die große Flotte des Trust mehr als etwa eine Million Tonnen umfassend V Die Kongregationen. zu mehr als 80 Prozent aus Schiffen besteht, die nicht Paris, 22. Juni.( W. T. B.) Deputiertenkammer.( Fortjeßung.) Morin das der Marine. Wie nämlich die„ Agenzia Stefani" meldet, in der Passagier, sondern in der Frachtfahrt den Schwerpunkt ihrer Nach einem weiteren Austausch von Bemerkungen beschließt der nahm der König gestern mittels Dekrets die Entlassungsgesuche Rentabilität haben. Die Folge davon ist, daß der Trust im Hinblick Präsident, Sybeton an den Verhandlungen teilnehmen zu lassen. des Ministers des Innern Giolitti und des Marineminiſters auf die außerordentlich gedrückte Lage des Weltfrachtenmarktes und Darauf setzt Reille ſeine Rede fort. Bettolo ant und betraute Zanardelli und Morin interimistisch mit der Leitung der betreffenden Posten. Die andren Minister wurden ganz besonders des Frachtgeschäftes im nordatlantischen Verkehr vorin ihren Aemtern bestätigt. Das Parlament ist zum 25. d. Mts. hat. Mit diesen Betriebsergebnissen des Trustes haben die deutschen läufig mit unbefriedigenden Ergebnissen zu rechnen Gesellschaften bekanntlich nichts zu thun, da ihnen, ob gute oder Unterstaatssekretärs des Aeußern Baccelli und des Unterstaatssekretärs 6 Prozent jährlich zu verzinsen hat." Rom, 22. Juni. Der König hat die Entlaffungsgesuche des schlechte Beiten, der Trust den fünften Teil ihres Aktienkapitals mit des öffentlichen Unterrichts Cortese angenommen. einberufen. Serbien. Sociales. Die serbische Delegation bei Peter I. Die Abordnung der Jerbischen Nationalversammlung wurde heute vormittag vom Könige Beter empfangen. Der Senatspräsident Welimirowitsch richtete an Arbeitslosen- Versicherung. Die Stadtgenteinde Münch e n den König eine Ansprache, in welcher er sagte, als die plant die Einführung einer Arbeitslosen- Versicherung und zwar nach Nationalversammlung sich am 15. Juni vor die schwere Aufgabe dem Genter System. Die Arbeiterorganisationen sollen jährliche der Wahl eines neuen Königs gestellt fah, hätten alle Blicke Subventionen erhalten, während für die nicht organisierte Arbeitersich nach diesem Lande gerichtet, von wo man einen Monarchen schaft eine besondere Sparkasse zu gründen wäre, die zu den auszuerwartete, der das serbische Volk liebt und achtet. Was dieses Volt zahlenden Unterstützungen einen gemeindlichen Zuschuß bis zu von ihm erwarte, sei, daß er die zwischen der Krone und dem Volte 50 Prozent gewährt. Zum Zwecke einer informatorischen Vorbestehenden Meinungsverschiedenheiten werde verschwinden machen. besprechung über diese Angelegenheit fand in den letzten Tagen eine „ Wir hoffen", fuhr der Senatspräsident fort, daß der König, deffen Versammlung statt, zu der Vertreter aller Arbeiter- und UnterCharakter und Vergangenheit, dessen Ahnen und dessen geachtete nehmer- Berbände eingeladen waren. Es kam dabei zu einer sehr Bersönlichkeit uns bekannt sind, Serbien einer besseren Zukunft zu beftigen Auseinandersetzung, da die Vertreter der Innungen gegen führen wird. Die Nationalversammlung hat Eure Majestät ein- eine derartige Verwendung städtischer Gelder entschieden Protest stimmig zum König von Serbien erwählt, wir, die Abgeordneten dieser einlegten. Schließlich erklärten sich die Herren aber doch bereit, an Versammlung, führen den uns gegebenen Auftrag aus, den König den vorbereitenden Arbeiten teilzunehmen. Einer zu diesem Zwecke zu begrüßen, indem wir ihm eine lange und glückliche Regierung gebildeten kleinen Kommiffion gehören auch zwei Vertreter der zum Ruhme seiner Person und feiner Familie und zum Heile des modernen Gewerkschaften an. serbischen Volkes wünschen!" Der Präsident des Senats überreichte darauf dem Könige das Sigungsprotokoll. Sociale Rechtspflege. Der König erwiderte: In diesem durch die Beweise der Ergebenheit und Treue seitens meines Boltes, in deffen Namen Sie mich begrüßen, für mich so feierlichen Augenblicke erfüllt mich so tiefe Bewegung, daß ich nicht alle Dankbarkeit Infolge verspäteter Anmeldung bei der Krankenkasse hatte eine wiedergeben kann, von der mein Herz heute erfüllt ist, wo ich, als König Arbeiterin verschiedene Versäumnisse. Das Gewerbegericht verurteilte von Serbien, die Nachkommen der Helden vor mir sehe, die mit meinem deshalb auf ihren Antrag den Arbeitgeber, ihr 4 Mark Entschädigung heldenhaften Großvater und meinem hochherzigen Vater den zu gewähren, weil durch seine Schuld der Klägerin jene Versäumnisse Keim zu der Unabhängigkeit des Königreichs Serbien, meines und und dadurch ein entsprechender Geldverlust entstanden sei. Ihres Vaterlandes, gelegt haben. Begnügen Sie sich damit, daß ich meiner Dankbarkeit durch den einfachen Ruf Ausdruck gebe: Gs lebe Charles Bos( Soc.) führt aus, daß das Amendement Buisson bent Gefeßentwurfe jeden willkürlichen Charakter nehme und meint, daß der Gefeßentwurf unnütz sei und dem öffentlichen Rechte er deshalb für denselben stimmen werde. Subbard( Soc.) widerspreche; er werde die Trennung der Kirche vom Staate verzögern, welche das Endziel jedes Republikaners sein müsse. Redner berlangt eine Reform des Unterrichts von Grund aus. Der Berichterstatter Massé verteidigt den Gesetzentwurf, dessen Notwendig feit er nachweist, um Schiebungen bei der Säkularisation zu ver hindern. Englisches Unterhaus. London, 22. Juni.( W. T. B.) Black( liberal) fragt Chamberlain, welche Schritte er gethan habe, um Deutschland zu veranlassen, daß es von Differenzialzöllen gegen Kanada abstehe. Chamberlain erividert: Wir sind keine irgendwie wirksamen Schritte bekannt, die unter unfrem jetzigen Finanzsystem unternommen werden könnten.( Beifall und Heiterkeit.) Gibson Bowles( fous.) fragt, ob die Regierung Kenntnis davon erhalten habe, daß Destreich oder Ungarn beabsichtige, sich von der Zuckerkonvention zurückzuziehen, um das Kontingentierungssystem beizubehalten. Lord Cranborne erwidert: Nein. William Redmond( Fre) fragt, ob die britische Regierung von der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Serbien der serbischen Regierung die Gefühle Großbritanniens über die jüngsten Morde zum Ausdruck bringen und verlangen werde, daß die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. Premierminister Balfour erwidert: Es ist offenbar unmöglich, der serbischen Regierung irgendwelche Vorstellungen zu machen, so lange wir teine diplomatischen Beziehungen zu ihr haben. 48 Min. nördlicher Breite und 14 Grad 46 Min. westlicher Länge, ist Kopenhagen, 22. Juni.( W. T. B.) Bei Vopnafjord, 85 Grad am 2. Mai d. 3. eine Boje gefunden worden, welche von dem Polarforscher Baldwin am 11. Juni 1902 bei Franz Josephs Land ausgeworfen worden war. Am 27. und 28. Mai d. J. fand ein vulkanischer Ausbruch in Skeidararjökul auf der Südseite von Island statt. Es erhob sich eine große Feuersäule, auch erfolgte ein starker Aschenfall. Belgrad, 22. Juni.( W. T. B.) Gestern ging ein Wolkenbruch 54 Serbien! Möge die Gnade Gottes für alle Zeit unser geliebtes Letzte Nachrichten und Depefchen. berbas Dorf Zenom bei Knjazevac nieder. 34 Häuſer ſtürzten serbisches Vaterland begleiten!" Welimirowitsch stellte darauf die Mitglieder der Abordnung dem Gendarmen zum Schutze des Centrums! " ein; 38 Personen verloren das Leben. Der Schaden wird auf eine Million Dinars geschätzt. Könige vor, der noch einmal darauf hinwies, wie tief bewegt er sei, die Mitglieder der Abordnung vor sich zu sehen. Besonders glücklich Breslau, 22. Juni.( W. T. B.) Zu den gestrigen Vorgängen mache ihn der Gedanke, nach 45jähriger Berbannung in sein teures in Laurahütte bringt die Schlesische Zeitung" folgenden ausDer Vesuv in Thätigkeit. Vaterland zurückkehren zu dürfen. führlichen Bericht: Im Ludwigschen Gasthause sollte eine Neapel, 22. Juni.( W. T. B.) Der Vesuv entwickelt eine leb Werden die Mörder bestraft? von der Centrumspartei einberufene Wahlversammlung statt- hafte Thätigkeit; an drei Kratern zeigen fich Eruptionserscheinungen; Von einigen Blättern wird berichtet, daß der neuerwählte König finden. Zahlreiche Radikale, Polen und Socialdemokraten, von Neapel aus sieht man, wie feurige Gesteinsmaffen ausgeworfen sich für die Bestrafung der an der Mordthat beteiligten Offiziere welche zu einer nachmittags in Kattowitz abgehaltenen polnischen werden. Berantwortl. Redakteur: Carl Zeid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag:+ a Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& To., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Wasserburg Traunstein Neustadt a. S. Blaubeuren Nr. 143. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bassau Nach den Ergebnissen der Hauptwahl. Deggendorf 1903 bertreten durch Socialdemokraten: Bisher vertreten durch ( Wo kein Wechsel der Partei ein- Weilheim getreten ist, find in dieser Spalte teine Angaben gemacht.) St. bedeutet, daß der Kreis bisher Stichwahl hatte. Biberach- Leutkirch Bhriz- Stargard Konf. Antis. Greifswald Kons. • Rp. F. Vg. Kons. F. Vg. Centr. Czarnikau- Filehne. Kons. Pole Dienstag, 23. Juni 1903. St. Bauernbund Fraustadt- Lissa. Rp. Pole Breslau- Ost Soc. Kons. Soc. Landeshut Soc. F. Vp. F. Vp. Sticht. mit Kons. Stichw. mit Rp. Stichw. mit Kons. Stichw. mit Konf. St. Liegni Soc. F. Vp. F. Vp. Stichw. mit Soc. Dhlau- Nimptsch Soc. Kons. Kons. Stichw. mit F. Vp. Berlin 2 Berlin 3 Berlin 4 Berlin 5 Berlin 6 Ravensburg- Tettnang Schweidniz- Striegau Soc. Konf. Konf. Sticht. mit Soc. Hirschberg St. Aalen- Ellwangen Soc. F. Vp. F. Vp. Stichw. mit Kons. . Offenburg- Rehl. Görlitz. Soc. F. Vp. Vp. Stichw. mit Soc. St. Bunzlau Soc. Kons. Stichw. mit Kons. • St. Freisinnige Boltspartei Ettenheim- Wolfach. St. Konstanz Glogau Konf. F. Vg. F. Vg. Stichw. mit Konf. St. Rothenbg.- Hoyersw. Rp. F. Vp. Rp. Teltow- Beesfoto St. Tauberbischofsheim Nieder- Barnim Schopfheim- Waldshut gris Grünberg- Freystadt Kons. F. Vp. F. Vp. Sticht. mit Kons. Sogan- Sprottau Konf. F. Vp. J. Vp. Stichw. mit Kons. Brandenburg. St. Rastatt Breslau West Konservative: Löwenberg Beuthen F. Vp. Kons. F. Vp. Stichw. mit Kons. Soc. Centr. Centr. Waldenburg St. Reichenbach- Neurode Centrum Ragnit- Pillfallen tate Bleß- Rybnik Pole Centr. Centr. Kattowiz. Centr. Pole Centr. Halle- Saalkreis. St. Gumbinnen- Insterburg Naumburg- Zeit. St. Stallupönen- Goldap Magdeburg Jerichow Kalbe- Aschersleben. Nationalliberal Angerburg- Löten Merseburg Soc. Natl. Soc. Bisma. Soc. Kons. Soc. Bismarc Fr. Vp. Sticht. mit Konf. Hannover Solingen Elberfeld Kiel. • . Altona Hamburg 1 Ottenfen- Pinneberg Hamburg 2 St. Wildliberal St. Freifinnige Vereinigung Heiligenbeil- Eylau Dlezko- Lyt Labiau- Wehlau Preußisch- Holland Rastenburg- Gerdauen Sensburg- Ortelsburg Nordhausen Soc. F. Vp. F. Vp. Stichw. mit Kons. Delizsch- Bitterfeld. Soc. Kons. Konf. Stichw. mit Soc. Königsberg- Fischhausen. 55 St. 3d Liebenwerda- Torgau Soc. Kons. F. Vp. Stichw. mit Kons. St. Erfurt Demmin- Antlam 2 Banzleben Halberstadt Sangerhausen. Rp. Soc. Soc. Natl. Natl. Stichw. mit Soc. Soc. Natl. Natl. Stichw. mit Soc. • Soc. Natl. Kons. Stichw. mit Soc. Rp. Sticht. mit Soc. Hamburg 8 Greiffenberg- Kamin Schweinig- Wittenbg. Kons. F. Vg. F. Vg. Stichw. mit Konf. Bremen Freifinnige Vereinigung Stralsund- Rügen Langensalza Rp. F. Vp. F. Vp. Sticht. mit Rp. Flensburg Soc. Antis. Antis. Sticht. mit Soc. Lübeck Stolp- Lauenburg St. Schleswig. Soc. F. Vp. Rostock. St. Bütow- Schlawe. St. Breisige Vereinigung N.u. S.- Dithmarsch. Soc. Kons. Randow- Greifenhagen Konservativ Braunschweig 1. St. Meiningen 2( Sonneberg) Schwarzburg- Rudolstadt. Gotha St. Nationalliberal Gera Greiz Altenburg. Konservativ Belgard- Dramburg Neustettin Naugard- Regenwalde Meseriz- Bomst Prenzlau- Angermünde Guhrau- Steinau- Wohlan Militsch- Trebnit Ramslau- Brieg Tondern- Husum Natl. F. Vg. Natl. Lauenburg Soc. Rp. Rp. Stichw. mit Soc. 1. Hannov. Kreis Kons. Wildl. Kons. 4. Welfe Natl. Welfe Stichw. mit Natl. " " 5. Welfe Natl. Natl. Stichw. mit Welfe " 6. Natl. Welfe Welfe Stichw. mit Natl. " п 7. Welfe Natl. Welfe 17 " 9. Soc. Natl. Natl. Sticht. mit Soc. Nürnberg Breslau( Land)-Neumarkt St. 11 " 10. Soc. Centr. Welfe Stichw. mit Soc. München 2 Salzwedel- Gardelegen 11. Soc. Natl. Natl. Stichw. mit Soc. Stuttgart Osterburg- Stendal " 12. Soc. Welfe Welfe Stichw. mit Natl. Darmstadt St. Bittau St. Malchin- Waren Dinkelsbühl " 13. Soc. Natl. Natl. Stichw. mit Soc. " " 14. Natl. Natl. Natl. Sticht. mit Welfe 〃 Löbau St. Konservativ Polen: 15. Welfe Natl. Welfe " " Sticht. mit Natl. Dresden- Neustadt St. 16. Dresden- Altstadt St. Rawitsch- Gostyn " Welfe Natl. Welfe Sticht. mit Natl. 17. Soc. Natl. Natl. " " Sticht. mit Soc. Dresden- Tharandt Schrimm- Schroda 18. " " Meißen. St. Antisemit Wreschen- Pleschen 19. Soc. Natl. Soc. Natl. Natl. B. d. L. Glauchau Zwidau Frankenstein- Münsterberg Pirna Döbeln • Leipzig- Land Mittweida- Rochlitz.:: Chemnitz Stollberg- Schneeberg Bichopau- Marienberg Auerbach- Kirchberg Plauen. Centrum: Allenstein- Rössel Braunsberg- Heilsberg Glaz- Habelschwerdt Neustadt, Oberschlesien Antisemit Koschmin- Krotoschin " Inowrazlaw Minden- Lübbefe. Herford- Halle Soc. Kons. Kons. Stichw. mit Soc. Stichw. mit Soc. Stichtv. mit F. Vp. • Soc. Kons. Natl. Stichw. mit Kons. Ostrowo- Kempen Unbest. Liberal( Kartell) Posen St. Kosten- Neutomischt Gnesen- Wongrowin Bielefeld Iserlohn Hagen. Bochum Soc. Centr. Centr. Stichw. mit Soc. Soc. F. Vp. F. Vp. Stichw. mit Natl. Soc. F. Vp. F. Vp. Stichw. mit Soc. Soc. Natl. Natl. Stichw. mit Centr. Berent- Preußisch- Stargard Dortmund Soc. Natl. Natl. Stichw. mit Soc. Koniz- Tuchel Annaberg- Schwarzenberg St. Nationalliberal Konservativ Carthaus- Neustadt- Putzig Hamm- Soest Centr. Natl. Natl. Stichw. mit Centr. Rinteln Hofgeismar Soc. Antis. Reichspartei: Stuhm- Marienwerder Kassel Soc. Antis. Natl. Sticht. mit Soc. Eschwege Soc. F. Vp. Kons. Stichw. mit Soc. Hanau. Soc. Natl. Soc. Bromberg Rosenberg- Löbau Mansfelder Kreis Oldenburg- Segeberg Zabern Marburg. Konf. N.-S. Antis. Sticht, mit Ronf. Nationalliberal: Faltenberg- Grottfau Oppeln. Neuhaldensleben- Wolmirstedt Leobschütz Gleitig Ratibor Neisse Heiligenstadt- Worbis Lingen- Meppen Fulda- Schlüchtern St. Goarshausen- Montebaur Ahaus- Steinfurt Münster- Coesfeld Borken- Redlinghausen St. Saarbrücken Schlettstadt Lippstadt- Brilon Lüdinghausen- Beckum Warburg- Hörter Dlpe- Arnsberg Paderborn- Büren Krefeld Koblenz Mahen- Ahrweiler Sorau- Forst Osterode- Neidenburg Aurich- Wittmund Elsässer: Molsheim- Erstein Saarburg- Salins Altkirch- Thann Gebweiler Rappoltsweiler Backnang- Hall Pfarrkirchen Rothenburg o. T. Wilde: లేలే St. Socialdemokrat Konservativ St. St. Wiesbaden Höchst- Usingen Frankfurt a. M. Oberlahnkreis Dillkreis Lennep- Mettmann. Duisburg Düsseldorf Essen Köln- Stadt Mülh.- Wipperfürth Wetzlar Soc. Natl. F. Vp. Stichtv. mit Soc. Soc. Centr.. Centr. • Sticht. mit Soc. Soc. Demot. Soc. Natl. Centr. Centr. Sticht. mit Natl. Natl. Chr.- foc. Natl. Soc. F. Vp. Soc. Natl. F. Vp. Sticht. mit Soc. Natl. Stichw. mit Centr. Soc. Centr. Centr. · Sticht. mit Soc. Soc. Centr. Centr. Soc. Centr. Centr. Stichtv. mit Soc. Soc. Centr. Centr. Centr. Natl. Natl. Sticht. mit Centr. Kreuznach Natl. Centr. Natl. Sticht. mit Centr. München I Soc. Natl. Natl. Stichw. mit Soc. Speyer- Ludwigshaf. Soc. Centr. Soc. Stichw. mit Natl. Landau Natl. Centr. Natl. Stichw. mit Centr. Germersheim Natl. Centr. Natl. Stichw. mit Centr. · Zweibrücken Centr. Natl. Natl. Sticht. mit Centr. • Homburg Bauernbund: Kaiserslautern Sof. Bayreuth Fürth B. d. L. Natl. F. Vp. Soc. Soc. Natl. . Soc. Natl. Ansbach- Schwabach Soc. Kons. Natl. B. d. L. Stichw. mit Soc. • Natl. Sticht. mit Soc. Natl. Sticht. mit Soc. Soc. F. Vp. Soc. Stichw. mit Natl. D. Vp. Sticht. mit Kons. Würzburg. Soc. Centr. Centr. Sticht. mit Soc. Adenau- Cochem Daun- Brüm Dttweiler- St. Wendel::: Siegkreis- Waldbröl Schleyden- Malmedy Aachen- Stadt Düren- Jülich Metz. Saargemünd Nationalliberal. 8062389 Frizlar- Homberg Dänen: St. Elfäffer Forchheim Centr. Natl. Natl. Sticht. mit Centr. Straubing Bauzen Bbd. Centr. Centr. Soc. Antis. Antif. Antisemiten: sallido? 2. württemb. Kreis Soc. Natl. Freiberg- Sachsen Wurzen- Dschatz. Soc. Kons. Kons. Dertel Soc. Konf. Konf. Leipzig- Stadt Borna Soc. Kartell Natl. • Stichtv. mit Soc. Soc. Kons. Kons. Natl. Sticht. mit Soc. Berncastel- Wittlich Trier Saarburg- Saarlouis Cleve- Geldern Kempen München- Gladbach Neuwied Neuß- Grevenbroich Köln- Land Bergheim- Euskirchen Bonn Eupen- Aachen- Land Mörs- Rees Ingolstadt Kigingen Lohr Kelheim 21060 Neustadt a. d. Waldenab Eichstätt Donauwörth IADA Sonatmod spönigsberg, Stadt Soc. F. Vp. 1: 0 Berlin 1 Kottbus • Ober- Barnim Kalau- Luckau Hadersleben- Sonderburg Christlichsociale: Siegen- Wittgenstein In Stichwahl: Soc. F. Vp. Soc. Kons. Guben- Lübben. Soc. Natl. Ruppin- Templin. Soc. Kons. 3. Soc. Bbd. Kons. " " Sticht. mit Soc. 4. Soc. Bbd. " D. Vp. " Stichw. mit Kons. 5. Soc. Bbd. " D. Vp. Sticht. mit Natl. St. · • 6. " " Soc. D. Vp. D. Vp. Stichtv. mit Natl. 7. Kons. D. Vp. Konf. Lehte Wahl: 8. " " D. Vp. Natl. Natl. Stichw. mit D. Vp. Bertreten durch 9. " D.Bp. Centr. F. Vp. Soc. Sticht. mit Soc. Stichw. mit Kons. 10. Soc. Centr. " 12. " " B.d.L. D.Vp. D. Vp. Natl. D. Vp. Stichw. mit Centr. Stichw. mit Soc. Stichw. mit B. d. L. Natl. Soc. Kons. Konf. Stichw. mit Kons. Stichw. mit Soc. 14. Soc. Natl. " D. Vp. Stichw. mit Natl. Karlsruhe. Soc. Natl. Soc. Stichw. mit Natl. Soc. Kons. Kons. Konf. Landsberg- Soldin. Soc. Kons. F. Vg. Snobleck West- Prignit Soc. Kons. Kons Dft- Havelland Soc. Kons. Kons. Bauch- Belzig Soc. Konf. Konf. Frankfurt a. D. Soc. Kons. Kons. Sticht. mit F. Vp. Stichw. mit Kons. Sticht. mit F. Vp. Stichw. mit Soc. Sticht. mit Soc. Stichw. mit Soc. Mannheim Pforzheim- Durlach Soc. Natl. Sinsheim Bretten Centr. Natl. Villingen- Triberg. Natl. Centr. Lörrach Freiburg Baden Heidelberg Soc. Natl. Soc. Stichw. mit Natl. Soc. Sticht. mit Natl. B. d. L. Sticht. mit Centr. Natl. Stichw. mit Centr. Natl. Centr. Natl. Stichw. mit Centr. Centr. Natl. Centr. Stichtv. mit Natl. Arnswalde- Friedeb. Soc. Antis. Oft- West- Sternberg Kons. Antis. Antis. Stichw. mit Kons. Mainz Kons. Gießen Soc. Offenbach Natl. Centr. Soc. Centr. Soc. Natl. Soc. Natl. Natl. Stichw. mit Centr. Centr. Stichw. mit Soc. Antis. Sticht. mit Soc. Soc. Dillingen Jllertiffen Aschaffenburg Bamberg Augsburg Memel. Tilfit. Soc. Konf. Litth. • . Soc. Konf. Elbing. . Soc. Kons. mab ch Danzig- Stadt Soc. F. Vg. . Bp. Kons. F. Vg. Kaufbeuren Danzig- Land Immenstadt St. • • . Schlochau- Flatow. Bole Antis. Graudenz- Strasburg Pole Natl. Np. Centr. Konf. Rp. Sticht. mit Kons. Stichw. mit Kons. Stichw. mit Soc. Sticht. mit Centr. Bensheim- Erbach. Soc. Natl. Friedeberg- Büdingen Soc. Natl. Alsfeld- Lauterbach. Natl. Antis. Natl. Sticht. mit Soc. Natl. Sticht. mit Soc. Antis. Stichw. mit B. d. L. Worms Bingen- Alzet 1. medlenburg. Kr. Natl. Centr. . Natl. Centr. F. Vp. F. Vp. Soc. Kons. Sons. Stichw. mit Soc. Natl. Regensburg St. Amberg Neumarkt Neuenburg vorm Wald Landshut, Bayern aosToStettin Thorn- Culm. Schwetz Pole Natl. Pole Rp. Natl. Rp. Stichw. mit Bole 2. 3. 6. " Soc. Konf. Natl. Stichw. mit Soc. " Soc. F. Wg. F. Vg. Ueckermünde- Usedom Soc. Kons. Röslin- Kolberg.. Kons. F. Vg. F. Vg. Koni. Stichw. mit Soc. Stichw. mit Antis. Soc. F. Vg. Soc. Kons. Mecklenburg- Strelitz Soc. Konf. 1. weimarischer Kr. Soc. Kons. 2. Soc. Natl. " F. Vg. Stichw. mit Soc. Kons. Stichw. mit Soc. Kons. Soc. Natl. Sticht. mit Konf. Stichw. mit Soc. 3. weimarischer Ar. Soc. Natl. Natl. 1. Dldenburg. Kreis Soc. Fr. Vp. 2. Soc. Fr. Vp. Frs. Vp. 3. 2. Braunschw. Kreis Soc. Natl. Koburg Schwarzb.- Sond. Lippe- Detmold. Schaumbg.- Lippe Dessau. • 1. Meining. Kreis. F. Vp. B. d.L. Waldeck- Pyrmont. Antis. Fr.Vg. Straßburg- Stadt. Soc. F. Vgg. Mülhausen, Elsaß. Soc. Natl. Hagenau- Weißenburg Wild konf. Elf. Bolchen- Diedenhofen Centr. Els. Frs. Vp. Natl. Stichw. mit Soc. Sticht. mit Natl. Stichw. mit Soc. Soc. Wild Soc. Soc. Natl. Soc. Natl. . Soc. Frs. Vp. Soc. Kons. Soc. Lib. Frs. Vp. Natl. Frs. Vp. Fri. Vp. Lib. Stichw. mit Natl. Stichw. mit Soc, Stichw. mit Soc. Stichw. mit Kons. Stichw. mit Kons. Stichw. mit Soc. Frs. Vp. Antis. Stichw. mit Natl. Sticht. mit Natl. J. Vg. Natl. Wild Straßburg- Land Els. D. Vp. • Elf. Elf. St. mit Natl. Zabern • Rp. F. Vg. Rp. folge der verräterischen Gefälligkeit der Streitbrecher nach wochen, so daß dadurch einmal eine Dame veranlaßt worden sei, den Streifen langer Dauer erfolglos beendet worden. Die Bauarbeiter- Aus- den auszuweichen, indem sie von dem Granitsteige nach der Bords sperrung in Bern dauert fort, da bisher alle Vermittelungsversuche schivelle zu abbiegen mußte.( 1) Der Aufforderung, dort fortzugehen, an der Protzigkeit der Bauunternehmer scheiterten. sei der Angeklagte nicht nachgekommen, deshalb sei seine Sistierung erfolgt. Der ebenfalls von Dr. Heinemann verteidigte Angeklagte bestritt entschieden, überhaupt eine Aufforderung zum Weitergehen erhalten zu haben. Ihm sei von dem Schutzmann nur gewinkt worden, und dieser habe ihn dann bei der Ablösung ohne weiteres mit zur Wache genommen. Auch hier lautete das Urteil auf vermeiden. Gerichts- Zeitung. Wie der Staat Verbrecher züchtet. Zur Ausstandsbewegung in Barcelona berichtet„ W. T. B." Sämtliche zum allgemeinen Verbande gehörigen Arbeitervereine haben den gegenwärtig im Ausstande befindlichen Berufszweigen ihre Hilfe durch Proklamierung des allgemeinen Ausstandes angeboten. Die Behörden treffen Maßregeln, um einen Konflikt zu verwerfung der Berufung. Zwar handle es sich hier nicht um eine Störung der Verkehrssicherheit, sondern nur um Bes einträchtigung der Verkehrs bequemlichkeit. Dennoch habe der Schutzmann die Besorgnis hegen müssen, daß es durch den Streits posten zu einer größeren Verkehrsbehinderung kommen könne; deswegen sei eine Anordnung, dort fortzugehen, berechtigt gewesen, Ein Bild von den erbärmlichen Gehaltsverhältnissen der Land- und der Angeklagte hätte derselben unbedingt nachkommen müssen. Gegen diese Urteile wird Revision eingelegt werden. Wenn briefträger wurde am Sonnabend vor dem Potsdamer Schwur- eine derartige Spruchpraris allgemein einreißen sollte, dann wäre gericht, vor dem sich der Landbriefträger Wilhelm Buttlig aus ausständigen Arbeitern das Streifpoftenstehen überhaupt unmöglich Niemegt wegen Verbrechens im Amte zu verantworten hatte, ent- gemacht. Die bloße Besorgnis eines Polizeibeamten, daß eine rollt. Derselbe war bereits im Jahre 1885 in seiner Heimat Tegel Verkehrsbehinderung eintreten könne, würde dann bei Berlin in den Postdienst getreten, wurde dann nach Oranienburg, jedesmal genügen, um einen Streifposten fortzuweisen oder zu verLuckenwalde und schließlich nach Niemegt verfezt und bezog nach 18jäh- haften. Damit wäre das Streikpostenstehen und damit auch meistens riger Dienstzeit zulett inkl. Wohnungsgeldzuschuß ein Gehalt von ca. 80 m. der Erfolg eines Streiks dann einfach von dem Belieben der Polizei Die Neunstundenbewegung der Kürschner hat bis jetzt den Erfolg pro Monat. Seit 1891 ist er verheiratet und Vater von 3 Kindern. abhängig. gehabt, daß 18 Firmen mit 865 Arbeitern und Arbeiterinnen die Im April d. J. erkrankte infolge ihrer Entbindung seine Frau, auch fortgesetter Unterschlagungen zum Schaden der Firma N. Israel Der Prozeß gegen die Brüder Julius und Berthold Befas, die Forderungen bewilligten. Die im Verein der Pelzwarenfabrikanten ein Kind wurde frank und Puttlig geriet nun in Geldverlegenheit. beschuldigt waren, ist gestern abend zu Ende gegangen. Der Staatsund in der Berliner Kürschner- Innung organisierten Arbeitgeber Er machte ein Unterstützungsgesuch und glaubte zubersichtsanwalt beantragte auf Grund der Beweisaufnahme je 2 Jahre setzen den berechtigten Forderungen der Arbeiter den hartnäckigsten lich, daß dasselbe genehmigt würde, so daß er, da seine Geldnot Gefängnis. Widerstand entgegen. Sie lehnen nicht nur jedes Entgegenkommen Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. längeren Plaidoyers des Rechtsanwalts den Arbeitern gegenüber ab, sondern versuchen auch, die Bewegung immer dringender wurde, sich dazu verleiten ließ, von dem Betrag Leonhard Friedmann und Justiziat Dr. Sello sprach der Ges für die Durchführung der neunstündigen Arbeitszeit durch das brutale von 9 M. 50 Pf., die er von dem Gemeindevorsteher Steinhaus richtshof nur den Angeklagten Julius Besas und zwar nur der Mittel der Aussperrung zu ersticken. Am Donnerstag waren in Haseloff auf seinem Bestellgang zur Einzahlung auf Urkundenvernichtung schuldig und verurteilte ihn zu drei Monaten die beiden Korporationen der Arbeitgeber versammelt, und da be- eine Postanweisung erhalten hatte, 1 M. 50 Pf. zu Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungsschlossen sie: unterschlagen und die Postanweisung vorläufig nicht ab- haft und 1000 Mark Geldstrafe. Der Gerichtshof nahm an, daß der welchen gestreift wird, die Arbeit nicht wieder aufgenommen oder wieder decken und die Sache unentdeckt glatt machen könne. Durch Berthold Besas wurde ganz freigesprochen. Falls bis zum Mittwoch, den 24. Juni, in den Werkstätten, in zuschicken. Er hoffte, daß er durch die Unterstützung die Summe Angeklagte, ohne ſich ſelbſt bereichern zu wollen, sondern nur um eventuelle Kündigung zurüdgezogen ist, werden am 25. Juni eine Nachfrage des Steinhaus nach dem Einlieferungsschein kam aber sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen in allen Werkstätten entlassen oder dem jeweiligen Ar- die Sache heraus, Buttlig borgte fich mun 1,50 M. und schickte das beits Verhältnis entsprechend gekündigt. Geld ab, so daß der Fiskus nicht geschädigt ist. Als man seine Wohnung durchsuchte, fand man einen Brief, den er nicht rechtzeitig bestellt hatte, und zivei alte Zeitungen, die er sich vom Postamt als Makulatur mitgenommen hatte. Wegen dieser beiden Fälle erachteten die Geschworenen keine strafbare Handlung für vorliegend und bezüglich der Unterschlagung im Amte billigten fie Buttlig mildernde Umstände zu. Der Staatsanwalt beantragte 9 Monate, das Urteil lautete auf 7 Monate Gefängnis! Wie es heißt, soll die Unternehmer- Versammlung auch beschlossen haben, daß die Arbeitgeber, welche die Forderungen bereits durch Unterschrift anerkannten, dieselbe zurückzuziehen haben. Die Selbständigen der Pelz- und Müzenbranche Zwischenmeister wollen Laut Beschluß die Forderungen der Arbeiter nicht bewilligen. Die Streifleitung will der Bewegung dadurch einen größeren Nachdruck verleihen, daß sie alle unverheirateten Arbeiter zur Abreise zu bewegen versucht. Am Mittwoch findet im Schüßenhause, Linienstr. 5, eine Kürschnerversammlung statt, welche über die weiteren Schritte in der Bewegung Beschluß fassen wird. Achtung, Kürschner! Alle Mitglieder des Deutschen KürschnerVerbandes, die durch die gegenwärtige Neunstunden- Bewegung in Mitleidenschaft gezogen sind, werden hiermit aufgefordert, sich unverzüglich in unsrer Streit- Kontrolle, Landwehrstr. 11 bei Ludwig, vormittags bis 12 und nachmittags von 3-6 Uhr zu melden. Die nächste Auszahlung für unsre streikenden und arbeitslosen Mitglieder erfolgt Sonnabend, den 27. d. M., abends daselbst. Deutscher Kürschner- Verband, Zahlstelle Berlin. Deutfches Reich. Aus der Frauenbewegung. Ober- Schöneweide. und Mädchen hatte am 15. Juni eine Agitationsversammlung vers Der hiesige Bildungsverein für Frauen anstaltet, in der Herr Dr. Roeder- Schöneberg über„ Die Säugs lingsernährung und ihre Unterstützung durch die Gemeinden" einen Vortrag hielt. Der lebhafte Beifall, den der Referent nach dem Vors trag erhielt, und die sehr gut besuchte Versammlung, bewiesen, daß es der Verein verstanden hat, das Interesse der Frauen an ihrer Fortbildung zu wecken. Die nächste Versammlung findet am 29. Juni statt. Briefkaften der Redaktion. A. R. E. M. Eignet sich nicht für uns. H. 2. O. Besten Dank. An den Parteikassierer abgeliefert. Juriftifcher Teil. Streifpoften als Verkehrshindernis. Die a chte Straffammer des Landgerichts I hat gestern wiederum zwei Urteile gefällt, die innerhalb der Gewerkschaften berechtigtes Befremden erregen müssen Anläßlich des Streits bei der Firma Mewes, Stottek u. Co., Maschinenfabrik, Schönhauser Allee, sollen sich die Dreher Schröder und Wiesner letzterer war bisher Vorsitzender der MetallarbeiterGewerkschaft dadurch gegen die Straßenpolizeiverordnung vergangen haben, daß sie der Aufforderung eines Wachtmeisters, sich aus der Nähe der Fabrik zu entfernen, nicht sofort Folge geleistet haben. von 7 bis 9½½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sounabends Beide wurden sistiert und erhielter ein Strafmandat in der Höhe von G. K. 100. Wählen kann auch bei der Stichwahl nur wer in der je 30 M. Das Schöffengericht bestätigte seiner Zeit die Strafe mit Wählerliste eingetragen ist. E. F. 100. Mündliche Abrede genügt. der Begründung, daß die Angeklagten den Anordnungen des Polizei- G. B. in C. Nur mit Genehmigung des Verlegers. Lohnbewegung der Zimmerer Hamburgs. Eine am 21. d. M. in beamten hätten nachkommen müssen. In Rücksicht auf die Ge- müssen klagen und dann vollstrecken lassen. C. H. 3. Ist nichts andres Brüssel. Sie Hamburg abgehaltene Zahlstellen- Versammlung der Zimmerer Ham- fährlichkeit ihres Verhaltens sei trotz ihrer bisherigen Unbe- vereinbart, jo kann im gewerblichen Arbeitsverhältnis jeden Tag, nicht nur burgs und Umgegend, wozu die Orte Hamburg, Altona und Harburg scholtenheit die Höhe der Polizeistrafe als angemessen erachtet worden. am Zahltag, unter Einhaltung der vierzehntägigen Frist gekündigt werden. gehören, beschloß, zur Erringung der neunstündigen Gegen dieses Urteil hatten die beiden Streiksünder durch Rechts- versicherungspflichtig. Besorgen Sie sich die Karte und beantragen Sie bei G. 23. 65. 1. Sie und Ihre Frau sind invaliden- und frankens Arbeitszeit und eines Stundenlohnes von 70 Pf. in anwalt Dr. Heinemann Berufung einlegen lassen. die partielle Bewegung einzutreten. Diese Forderung stellte durch Befragen des als Zeuge erschienenen Polizeiwachtmeisters anlassen oder Kleben Sie selbst und klagen den entsprechenden Teil gegen Letterer der für den Arbeitgeber zuständigen Polizeibehörde die Nachklebung zu ver konnte im vorigen Jahre nur teilweise zur Durchführung gebracht werden. fest, daß dieser erst durch den Fabrikanten Mewes zum Einschreiten den Chef ein. Nach Festsetzung der Unterstützungssäge, welche für Verheiratete gegen die Angeklagten veranlaßt worden war, der Beamte mithin Ihnen lediglich einen Rat, feinen Auftrag erteilt. Trifft dies zu, so können 2. Soweit aus Ihrer Darstellung ersichtlich, hat der Chef 3,25 M. und für Ledige 2,40 M. pro Tag beträgt, wurde beschlossen, weniger das Verkehrsinteresse als die Interessen des Fabrikanten Sie nicht mit Aussicht auf Erfolg lagen. 3. Matthäilirchstr. 19. daß die in Arbeit Stehenden pro Tag 0,75 M. zu leisten haben. wahrgenommen habe. Im übrigen erinnerte der Verteidiger an ein. 2. 10. Die Klage hätte keine Aussicht auf Erfolg. 9190. Ste Alle Meldungen sind an das Bureau Hamburg 3, Alter Stein- Urteil des Kammergerichts, das besagt, den Anordnungen eines lediglich versuchen in Güte Lösung des Vertrages zu erzielen. haben leider fein Recht vom Vertrag entbunden zu werden. Sie können weg 25 I, Tel. 1 1345, zu richten. Zuzug nach Hamburg und Um Polizeibeamten sei nicht immer unbedingt und unter allen Um- Die Entscheidung betrifft die altpreußische, nicht die sächsische Städte- Ordnung. gegend, wozu die Orte Hamburg, Altona, Harburg, Lockstedt und ständen Folge zu leisten, vielmehr müsse es der richterlichen EntBramfeld gehören, ist fernzuhalten. 7. 2. 999. Bei der Hauptwahl. scheidung überlassen bleiben, ob die Anordnungen eines Beamten gerechtfertigt waren oder nicht. Die Straffammer entschied: Es liege keine Veranlassung vor, von ihrer bisherigen Spruchprayis abzuweichen. Wenn sich die Angeklagten auch für berechtigt gehalten haben, in Ausübung des Koalitionsrechtes die Fabrik zu observieren, so hätten sie doch der Aufforderung des Wachtmeisters, jene Gegend zu verlassen, unbedingt Folge leiften müssen. Sie hätten dann eventuell im Verwaltungsstreitverfahren feststellen lassen können, ob der Beamte zu einer Aufforderung berechtigt gewesen war oder nicht. Stationen Hier genüge es, daß der Beamte die Besorgnis hegte, es fönne durch die Angeklagten die Verkehrssicherheit gefährdet werden. Die Berufng wurde daher verworfen. " Husland. Allgemeine Metallarbeiter- Aussperrung in Schweden. Der Hauptvorstand der Schwedischen Werkstättenvereinigung", die ungefähr 80 Großindustrielle umfaßt, hat beschlossen, am 29: Juni eine allgemeine Aussperrung in Südschweden vorzunehmen, falls bis dahin acht Gießerei- Arbeiter von vil ans mechanischer Werkstatt in Kristiansstad, die um Lohnerhöhung streiken, die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben. Wird der Konflikt nicht bis zum 6. Juli beseitigt, so soll die Aussperrung auf alle der Vereinigung angehörenden Werkstätten im ganzen Lande ausgedehnt werden. In diesem Fall würden ca. 15 000 Arbeiter ansgesperrt werden. Aus Kristiansstad wird vom 20. Juni gemeldet, daß in Hvilans Werkstatt die Aussperrung bereits vorgenommen wurde. Sie umfaßt 70 Arbeiter; 10 Unorganisierte segen die Arbeit fort. Streitbewegung in der Schweiz. Ein Buchdruckerstreit ist in Grenchen( Kanton Solothurn) ausgebrochen, an dem 30 Personen beteiligt sind. Gefordert wird die Entlassung eines chikanösen und denunziatorischen Faktors. Der Malerstreit in St. Gallen ist inBriefkaften der Expedition. Waldt, Potsdam. Anzeige kostet 3 M. Loosigk. Witterungsübersicht vom 22. Juni 1903, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 3 bedeckt Temp. n. C. 5° C. 4° N. Stationen BarometerWinds 6halb bd. 12 Petersburg 756 S 3 bedeckt 14 Cort richtung 12 Haparanda 758 M 765 SSD 770 OND 4 bedeckt 12 Aberdeen 2Regen 10 Baris 3wolfig 15 Windstärke Wetter Temp. n. T. 10= 4° R. 6halb bd. 18 2 bedeckt 20 5 Regen 13 2wolfen 10 In dem zweiten Falle handelte es sich um den Maurer M., der Swinemde. 761 765 NNW am 8. November v. J. beim Kanalmaurerstreit in der Kaiser Wilhelm- Hamburg Berlin 763 NW straße als Streikposten den Verkehr behindert haben sollte. Auch er Frantf.a.M. 766 N hatte ein polizeiliches Strafmandat von 20 Mark erhalten, das vom München 766 23 Schöffengericht bestätigt war. Ein Schutzmann bezeugte, der An- Bien 760 NW geflagte sei zwischen der Kloster- und Neuen Friedrichstraße zwar Wetter- Prognose für Dienstag, den 23. Juni 1903. ruhig und ohne jemand zu belästigen auf und abgegangen, doch habe Aufflarend, nachts sehr fühl, am Tage wärmer bei schwachen öftlichen er sich mehrere Male mit einigen streifenden Maurern unterhalten, Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. abgegeben werden. Größere Inserate Inferate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 23. Juni. Anfang 7, Uhr: Neues Operntheater. Die Geisha, oder: Eine japanische Theehausgeschichte. Deutsches. Die versunkene Glode. Westen. 100 000 Thaler. Central. Bid und Pocket. Residenz. Lustige Ehemänner. Vorher: Nach dem Balle. Anfang 8 Uhr: 9 Schiller O.( Wallner Theater.) Berlin, wie es weint und lacht. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Jugend. Berliner. Oberon. Neues. Die Geliebte. Daisy. 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Donnerstag: Zum leptenmal: Bas Gott zusammenfügt, soll der Mensch nicht scheiden. Ik- Trio. Roh Tabak Berliner Stralsunderstr. 1. Marie Forescu. Bitner. E. Erbe, August Str. 36, Felix Scheuer U Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter: Straße 132. Das Geheimnis des roten Hauses. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr. Parkett 60 Pf. Ilse Römer. Im Garten: Konzert, Theater und Specialitäten Vorstellung. 512 Uhr. M Anfang Apollo- Theater Täglich: Mit kolossalem Beifall: An die Maurer, Zimmerer u. Bauarbeiter Berlins und Umgegend! = II. Wahlkreis. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 19. Juni der Tischler August Stolten Urbanstraße 80 nach längerem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. J. A. Jul. Fischer. Wir fordern hiermit alle Berufsgenossen, welche in Reichstags Wahlkreisen, wo Stichwahlen stattfinden, wahlberechtigt sind, aber in Berlin und seinen Vororten in Arbeit stehen, auf, am Tage der Stichwahl, am 25. Juni, ihrer 210/13 Pflicht nachzukommen und nach ihren Orten zu reisen, um dort ihr Wahlrecht auszuüben. Die Bau- und Platzdeputierten auf allen Bauten und Zimmerplägen ersuchen wir, danach hinzuwirken, daß alle in Die Liebes- Insel. Frage kommenden Berufsgenossen obiger Aufforderung nachkommen. Im 3. Akt: Die lebenden Briefmarken. Grosses Post- Ballett. Vorher: Neue glänzend. Specialitäten. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Taglia: Das Bild der Mutter. Boltsstück mit Gesang und Tanz in 3 Aften von A. Seelen u. D. Richter. Konzert und Ball. Auftreten erstflaffiger Attraktionen. U. a.: Ada Marcell, Schröder u. Denter, Relampagos Troupe; Overgard. Ein fideles Gefängnis Große Pantomime, Mokaschly Troupe. Anf. 4 Uhr. Eintr. 30 Pf., num. Pl. 50 Pf. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich Gr. Konzert, Theater 137/ 17* Die Vorstände der Verbände des Baugewerbes. Heidemann. Panser. Witt. Wähler des Kreises Frankfurt- Lebus Dienstag, den 23. Juni, abends 8 Uhr: Volks- Versammlung in den Andreas- Festsälen, Andreas- Straße 21. Tages- Ordnung: 1. Auf zur Stichwahl. Referenten: Reichstags- Abgeordneter Genosse Emil Rosenow, Genossin Lily Braun. 2. Disfuffion. 287/ 14* Zahlreichen Besuch, insbesondere der Genossen aus dem Oderbruch, erwartet Der Einberufer. Am Bekanntmachung. Am Sonntag, d. 28. Juni 1903, vormittags 9½ Uhr, findet in Obst's Festsälen, Meiningerstr. 8, eine ausserordentl. Generalversammlung statt. Tages- Ordnung: 274/10 1. Beschlußfassung über den RechtsFachverein der Musikinstrumentenarbeiter. Nachruf. Am Freitag, den 19. d. M., verstarb nach längerem Krankenlager unser Mitglied Ferdinand Bahr. 141/17 Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Socialdemokrat. Wahlverein ſtreit des früheren staſſenboten f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis Schober gegen die DrtsKrankenkasse. 2. Genehmigung von Verträgen mit den Beamten. 3. Anstellung von Beamten. 4. Verschiedenes. Schöneberg, den 18. Juni 1903. Orts- Krankenkaffe der Stadt Schöneberg, Ch. Franke, A. Wöller, Vorsitzender. Schriftführer. und Specialitäten- Konigsthor. Schweizer- Garten. Friedrichshain. Socialdemokratischer Wahlverein Rixdorf. Vorstellung. Täglich Theater- Vorstellung. 14 Lustspiel- und Possen- Novitäten. Neues Artisten- Programm. Mittwoch, den 24. Juni, abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Thiel, Bergstraße Nr. 151/152: Diez' Specialitäten- Theater Jeden Abend 10%, Uhr: Das Allerweitsgenie. Mitglieder- Versammlung. Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das unerreichte Riesen- Juni- Programm! Robert u. Bertram. Frik Brand. Cafe- Walt, Boccaccio- Trio, The Nartons, The Atlantics, BelliniDuo 2c. Sonnabend, Sonntag ut. Montag: Tanz. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang: Sonntags Konz. 5 Uhr, Borstell. 7 Uhr. Wochentags: Konz. 6 Uhr, Vorstell. 8 Uhr. Sonnt., Mont. u. Donnerst. nach der Soiree: Tanz. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderstr. Im prächtigen Garten: Neues grossartiges Programm. Thyra Petersen, Karl Harzig, Elja Marion, Salvador u. Selma, Cléo Otéro, Geschi. Kaiser, Rud. Schauß, Bero und Barry. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Sonntags Anfang 5 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Reichshallen. Große Bosse mit Gesang und Tanz in 2 Bildern. Täglich: Ball. Volksbelustigungen. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. tussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten und Tagesordnung: 1. Rückblick auf die lekte Reichstagswahl. 2. DisSchloss Weissensee. ,, Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riesenprogramm 40 Nummern. Sin Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Zeitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Wür[ buden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Stralau. Alte Taverne. Inhaber: Christian Schröder. Jeden Dienstag: Kinder- fest. Fröbels Allerlei-Theater früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Dienstag, den 23. Juni: Sommerfest des Vereins.Deutsches Vaterland". Gewähltes Programm. Jm Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Mittwoch, den 24. Juni: Extra Elite Abend. Neuer Spielplan dazu die vorzüglichen Kunstfräfte. Jm Saale: Gr. Ball. 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Um zahlreichen Besuch bittet 203/10 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15( Gewerkschaftshaus). Fernsprecher: Amt VII, 3258. Donnerstag, den 25. Juni, abends 8½ Uhr: Branchen- Versammlung der Stellmacher über: bei Günzel, Rosenthalerstr. 57. Todesanzeige. Am Sonnabend, den 20. d. M., verstarb nach langen Leiden unser Mitglied, der Dachdecker Wilhelm Hammermann, Stopenhagenerstr. 77. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. d. M., nachmittags 42 Uhr, vom Trauers hause aus nach dem GethsemaneKirchhof in Nieder- Schönhausen statt. 248/8 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. am Verein zur Wahrung d. Interessen der Maurer Berlins u. Umg. Am 19. Juni verstarb unser Mitglied Hermann Neumann. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Juni, nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des PaulsKirchhofs in Wilhelmsberg aus ſtatt. Um rege Beteiligung ersucht 129/14 Der Vorstand. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die überaus reichlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner unvergeßlichen, unglücklichen Frau Helene sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Turnverein" Fichte" meinen herzTages- Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Direktor Bruckhoff Geschlechtskrankheiten und die Krankenkassen". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, dafür zu sorgen, daß die Versammlung gut besucht ist. 83/15 Die Kommission. NB. Es sei noch bemerkt, daß am Sonnabend, den 27. Juni, ein lichsten Dank. Sommerfest in Roads Festsälen, Brunnenstr. 16, stattfindet. Verband der Portefeuiller und Ledergalanterie- Arbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 24. Juni, abends 9 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Graumann, Naunynstraße 27. 109/7 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Gustav Reuter.( Das Thema wird in der Versammlung bekannt gegeben.) 2. Diskussion. 3. Mitteilungen der Drtsverwaltung und Verschiedenes. Kollegen! Die nahe bevorstehende Wahl der Delegierten zum Verbandstage macht es nötig, daß wir uns über alle Anträge zum Verbandstage aussprechen; deshalb sorgt dafür, daß die Versammlungen besser besucht werden als bisher. Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zahlstelle Charlottenburg. Dienstag, den 23. Juni, abends 8, Uhr, im großen Saale des Volkshauses, Rosinenstraße 3: Außerordentliche Mitgliederversammlung. 21026 Bernhard Schulz. Allen Freunden und Bekannten, welche an der Beerdigung meines Mannes teilgenommen haben, nament lich aber den Kollegen der Firma R. Görs& Kallmann und dem Gesangverein, sage ich meinen tiefgefühlten Dant. 21036 Witwe Bar. 17122* portièren Porti Specialität!( ca. 200 Genre) Einzelne Garnituren spottbill. ca. 600 Illustr. Special- Katalog gratis u. franco. Teppich Emil Lefevre, Specialhaus Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Borchert über Volkshäuser und ihre Bedeutung für die Arbeiterschaft. 2. Distusfion. 3. Bericht Oranienstrasse 158 Berlin aus den Vertretersizungen. 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. NB. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Kollegen Ehrenpflicht. Es erwartet recht regen Besuch mit follegialem Gruß Die örtliche Verwaltung. Voranzeige! Das neunte Stiftungsfeft der Zahlstelle Charlottenburg findet am Sonnabend, den 27. Juni, im Volkshause statt. Sämtliche Kollegen sowie Freunde und Bekannte sind hierzu herzlich eingeladen. Billets im Vorverkauf bei sämtlichen Vorstandsmitgliedern und beim Genossen Emil Müller. 137/18 Das Komitee. Posamenten- Arbeiter und-Arbeiterinnen. Filiale Berlin Il des T.-A.-B. Mittwoch, den 24. Juni 1903, abends 8%, Uhr: Amerik. Zähne v. 2M. an, Mitglieder- Versammlung schmerzloses Zahnziehen, Plombieren. Mitgliedern v. Gewerkschaften u. Wahlbereinen 10 Proz. Rabatt. Charlottenburg. F. 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Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 1690* 6325. 20955 Rixdorf: G. Oftermann, Brinz Handferhftr. 7. C. Reterau, Hermannstr. 50. dieser Woche folgende Firmen: Bur Entscheidung fommen im Lauf V. Manheimer, Oberwallstr. 6/7. M. Silberberg, Prenzlauer Alee 12. Wir ersuchen die Kolleginnen und Schöneberg: Arbeitsnachweis( Restaur. Maquardt, Kollegen dringend, nur durch unfren Wilh. Bäumler, Martin Lutherstr.51. Mendelssohnstr. 9) Arbeit nachzusuchen. 3. Nein, Friedrichstr. 38. Weissensee: Der Vorstand Julius Schillert, Königchauffee 93a des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend. 102/ 7* J. A.: Grandel, Borsigender. Nr. 143. 20. Jahrgang. 2. jjtilüjt des.Amlick" ßtrlintt KsIksdlM Dienstag, 23. Inn! IM. Der Krach des Dttalismns. -xt- Wien, 21, Juni. Eine so merkwürdige Ministerkrise wie die gegenwärrige in Ungarn hat die Welt noch nicht gesehen. Ungarn hat ein streng parlamentarisches Ministerium, und ein solches, sollte man meinen, könnte nur aus zwei Gründen demissionieren: weil es entweder das Vertrauen der Parlamentsmehrheit, oder das der Krone verloren hat. Zu Herrn v. Szell hatte aber, so wird versichert, sein König das unbedingteste Vertrauen, und was das Parlament betrifft, so war die Mehrheit der Regierung nicht bloß alle Zeit unversehrt geblieben, sondern dieser parlamentarische Ministerpräsident hat mehr als einer vor ihm die Anerkennung auch der Opposition gesunden, und bei seinem Abschied waren Freund und Feind einig in Ausdrücken des höchsten Lobes, einig in der Ueberzengung, dast die Regierung Szell die anständigste Regierung war, die Ungarn jemals besah, und überhaupt die beste. die dieses Adelsparlament aus sich erzeugen kann. Warum ist also Herr v. Szell gefallen? Weil er die von der Krone begehrte Vermehrung der Rekruten nicht durchzusetzen vermochte, weil ihm die Obstruktion die Bewilligung der Wehrvorlage hinderte. Das würde aber doch nur bedeuten können, dah Herr v. Szell eine der Voraussetzungen einer parlamentarischen Regierung: das Vertrauen der Krone ein« büßte, seine staatsmänuische Kapacität als unzureichend befunden worden ist. Nun kommt aber das Wunderliche: diese Wehr- Vorlage ist überhaupt nicht durchzusetzen, und nachdem das Experiment mit dem Grafen Tisza miß- glückt ist— der der Krone die Meinung erweckt hatte, er werde das, woran Szell gescheitert, spielend durchsetzen—, ist man in der Hofburg zur Einsicht gekommen und wird dem neuen Ministerpräsidenten die Befugnis geben, die man Szell hartnäckig verweigert hatte: daß er die neuen Militärforderungen zurückziehen darf. Hätte man sich zu dieser Weisheit stüher aufgerafft, so hätte es in Ungarn eine Ministerkrise gar nicht gegeben. Die Krise bestand darin, daß der Hof seine Forderung durchsetzen wollte: sie hört auf, weil die Krone auf die militärischen Wünsche verzichtet. Herr v. Szell fällt also als ein wahrhaftiges Opfer des Milita- rismuS. Warum sich die Hofburg gegen die Zurückziehung der— wie es in Molochs Jargon inmrer heißt— natürlich als unerläßlich hin- gestellten Militärfordcrungen so lange gestemmt hat, ist freilich ganz begreiflich. Und erklärlich ist also auch dieser so überflüssige Regierungs- Wechsel, mit dem die Retirade der hohen Militärverwaltung vertuscht werden soll. Die Zurückziehung der mit der größten Energie ein- gebrachten und begründeten Wehrvorlage ist nämlich die st ä r k st e Niederlage, die sich der Dualismus seitsein ein Bestände geholt hat. Um den Charakter des ungarischen ObstruktionskampseS richtig zu würdigen, muß man sich vor allem von der Vorstellung besteren, als handelte es sich der ungarischen Unabhängigkeitspartei etwa wirklich darum, die Bevölkerung vor der Vergrößerung der militärischen Lasten zu bewahren. Das ist bei dem Charakter dieser bürgerlichen Chauvinisten ganz ausgeschlossen: diese ungarischen Opposttionellen sind im Gegenteil für den militärischen Firlefanz sehr eingenommen und sie würden der Forderung nicht den geringsten Widerspruch entgegensetzen, wenn sie nicht für die gemeinsame, sondern für eine selbständige ungarische Armee erhoben werden würde. Zudem handelt es sich um Fordeningen, die vom vulgär bürgerlichen Standpunkt in dieser militärbegeisterten Zeit als keine exorbitanten angesehen werden. Den an die Riesenstrderungen de? preußischen Militarismus Gewöhnten wird es als ein Märchen anmuten, daß dieser Kampf, der eme konipleste StaatSkrisc hervorgenifen hat, um eine Vcr- mehrung der jährlichen Rekruten— in beiden Staaten der Monarchie — von 22 000 Mann geht, und daß dies die erste Erhöhung des Rekrutenkontingents seit 15 Jahren ist. Der Obstruktionskanipf richtet sich auch nicht gegen diese Erhöhung, sondern die Partei, deren Programm die völlige Selbständigkeit Ungarns ist. will die Gelegenheit benutzen, um eine der Klammer», die Oestreich und Ungarn heute notdürftig zusammenhalten, zu locken, in das Gesiige der einheitlichen, gemeinsamen Armee Bresche zu legen. Nicht gegen die Rekrutenvermehrung, sondern für nationale Konzessionen in der Armee wird gestritten. Die Unabhäugigkeitspartei verlangt für ungarische Soldaten die ungarische Kommandosprache— heute ist sie, der letzte Rest der einstigen Staatssprache, deutsch—, verlangt, daß die ungarischen Offiziere in Ungarn verbleiben, daß die gegenwärstgen Fahnen und Embleme, die überall Habsburgisch sind, in Ungarn nationalisiert werden. Man versteht also die wahre Ratur dieses Kampfes, der mit der allgemeinen Nachgiebigkeit der Parlamente gegenüber mili» tärischen Forderungen so seltsam kontrastiert: es ist kein Krieg gegen die Expansionsbedürfnisse des Militarismus, sondern der Krieg gegen die Gemeinsamkeit, gegen den Dualismus. Welche staatsrechtliche Bedeutung kommt in Oessteich-Ungarn der Armee zu? Sie ist die Verkörperung einer durch den Dualismus nicht beeinträchtigten Genreinsamkeit: ihre Einheit und Einheitlichkeit ist durch die Zerreißung des emstigen.Kaisertums Oestreich" in zwei gleichberechtigte Teile nicht angetastet worden. Nebst der Gemeinsamkeit des Monarchen giebt es nur zwei Gemeinsamkeiten, die nicht abgeschafft werden können, die, wie man sie bezeichnet, aus der pragmatischen Sanktion er- fließen: die auswärtigen Angelegenheiten und die Arme e. Theoretisch behandelt— es wird dazu auch praktisch bald kommen— können Oestreich und Ungarn durch Zoll- schranken getrennt sein, können von einander völlig unabhängige Wirtschaftsgebiete werden, können sich jeder ein andres Geldwesen einrichten: am Dualismus würde dadurch, wenigstens theoretisch, nicht gerührt werden. Dieser besteht eben nur aus der Gemeinsamkeit der Armee und der gegenüber dem Auslande— natürlich die Kosten für beides cingeschloffen. Der Krieg für die Nationalisierung der Armee ist also ein Stoß gegen den Dualismus selbst— gegen seine empfindlichste Stelle. Man begreift also, daß der Nutznießer der heutigen staatsrechtlichen Gestaltung, die aus Oestreich und Ungarn so etwas wie eine Monarchie macht— der Monarch für beide Ländergebiete— einen Angriff wider die Einheitlichkeit der Armee geradezu als einen Angriff gegen seine eigne Stellung empfindet.... Der Kampf der ungarischen Chauvinisten bedeutet, daß die Groß- macht in Ungarn so ziemlich ausgespielt hat. Man darf nämlich nicht meinen, daß diese Bestrebnngen, die Armee aus dem Bann- kreise deS annoch schwarzgelben Oestreichertums zu befteien, nur den Chauvinisten in Ungarn eigentümlich sind. In Wahrheit ist die Un- abhängigkeitSpartei nur der Exponent der nationalen Wünsche des ganzen Ungarns— was sich sehr faßlich an der Episode der Tiszaschen Mission zeigte, wo der Auserkorene des Kaisers, der die ungarischen Rebellen zu Paaren treiben wollte, von seiner eignen Partei völlig desavouiert wurde. In Ungarn sind alle politischen Menschen darin einig, daß die Armee nationalisiert werden müsse, die ungarischen Soldaten und ungarischen Offiziere innerhalb der„gemeinsamen" Armee ein eignes Leben zu ftihren haben. In Oestreich ist es gerade umgekehrt; hier ist jedem, auch den unterschiedlichsten„Irre- dentisten", das Schwarzgclbtum eingeboren, und das Staats- gefühl, das sich in dem Völkcrgemenge diesseits der Leitha nicht zu entwickeln vermag, sucht seine Befriedigung in dem imaginären„Reich", mit dem die Ungarn, die den Staat zu Hause haben, längst aufgeräumt haben. Was besagt also die Un- Möglichkeit, eine, vom landläufig bürgerlichen Standpunkt betrachtet, so unbeträchtliche Militärforderung durchzusetzen? Daß der„Groß- macht" niemand mehr etwas zu Liebe thut, daß die werbende Kraft des Großmachtgedankens verdorrt ist, daß dem Dualismus die Götterdämmerung angebrochen ist l Die Bande zwischen Oestreich und Ungarn lockern sich und der Zeitpunkt ist zu berechnen, wo die Liquidation des dualistischen Staatswesens nicht zu vermeiden sein wird. Nicht der Wunsch der Völker, nur der Wille des alten Kaisers hält die Gemeinschaft auf- recht, aber wenn die Wirksamkeit dieses Willens aufgehört haben wird, wenn die Autorität des Alters und Unglücks die ccntri- fugalen Tendenzen nicht mehr in Schach halten wird, so wird dem Dualismus die Totenglocke schlagen. Seit dem Jahre 1895 gehen die Verhandlungen über die Er- Neuerung des wirtschaftlichen Ausgleichs, und seit Ende 1897 schwebt die Zollgemeinschast eigentlich in der Luft. Ob die in der Neujahrsnacht zwischen den Regierungen zu stände gekommene Vereinbarung von den Parlamenten notifiziert werden wird, steht noch sehr in Frage: aber daß dieser Ausgleich jedenfalls der letzte sein wird, wird in Oestreich ebenso zugegeben, wie eS in Ungarn gefordert wird. Selbst die Gemeinsamkeit nach außen ist nicht mehr vorhanden: aus der Brüsseler Zuckerkonferenz sind Oestreich und Ungarn als selbständig kontrahierende Staaten aufgetreten, wobei sich der originelle Fall ereignete, daß ein Staat unversehens einen Namen erhielt: das„Oestreich", da» staatsrechtlich namenlos ist und sich mit der komischen Bezeichnung„der im Reichsrate ver- tretenen Königreiche und Länder"— besser wäre: der mit dem 8 14 regierten Länder— behelfen muß, ist in dem Briisseler Verftagsinstrument plötzlich zum Range des„Autriche" avanciert. Ueberau im Gebälke des Dualismus knistert es, und die Lüge der Gemeinschaft zwischen Staaten und Völkern, die nichts gemeinsam haben als den Umstand, daß sie von derselben Dynastie regiert werden, wird stetig unhaltbarer. DaS staatliche Problem des zwanzigsten Jahrhunderts heißt: Oestreich. und man wird in Europa gut thun, die fundamentalen Acnderungen, die sich in dem Reiche der Habsburger vollziehen, sorgfältig iin Auge zu behalten. Die Verworrenheit der gesamten Zustände wirkt auch auf die augenblickliche politische Lage ein. und nur so ist wohl die groteske Idee zu erklaren, mit der Kabinettsbildung den kroatischen BanuS zu betrauen, denselben Grafen Khuen-Heder- Vary, der das von ihm verwaltete Land in einen Zustand revolutionärer Erregung versetzt hat und dessen Verwaltungsthätigkeit in Kroatien mit der Verkündigung des Stand- rechts, mit Ausnahmemaßregeln schlimmster Art abschließt. Graf Khucn ist seit Sonnabend in Wien und heute soll in der Hofburg die Entscheidung fallen, ob dem gewaltthätigen Manne die Ausgabe anvertraut werben soll. Graf Khuen würde natürlich nach Budapest nicht ohne Konzessionen kommen und die Militärverwaltung wird nicht anstehen, dem Manne ihrer Zuversicht den Weg mit Zu- geständnisjen zu ebnen. Trotzdem ist eS nicht ausgemacht, daß Graf Khuen-Hedervary ein Ministerium zusammenbringt, und garnicht fraglich ist es, daß er sehr rasch abwirtschaften würde, falls er das Regiment antritt. Zur Dienstbarkeit ftir den Dualismus läßt sich der ungarische Reichstag nicht mehr zwingen. Berliner partei-Hngelegenbeitem Huf zur ftlahl im ersten Wahlkreis. An die Genossen ergeht hiermit die dringende Bitte, in ihren Werkstätten diejenigen Wähler des 1. Wahl kreises, die im erste« Wahlgang von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht haben, für die Stichwahl auf ihre Pflicht aufmerksam zu machen! Am 185. Juni darf kein Arbeiter, der wahlberechtigt ist, der Wahlurne fern bleiben! Namentlich geht auch an diejenigen aus dem Wahlkreis verzogenen Genossen, die bis znm ÄV. April im ersten Wahlkreis wohnten, also noch in die Wähler- listen eingetragen worden sind, die Mahnnng, ihr Wahl- recht ansznubcn! Sie sollten es unter allen Umständen möglich z» machen suchen, ein paar Stunden früher mit der Arbeit ausznhörcn,«m ihrer Wahlpflicht zu ge- nügen! Darum, Genoffen, nützt die kurze Spanne Zeit zur eindringlichen mündlichen Agitation. Mahnt die Säumigen an ihre Pflicht! Sorgt dafür, dast auch über dem 1. Berliner Wahlkreise das rote Banner flattert! Zur Lokal-Liste! Die Vereine, Gewerkschaften, Parteigenossen n werden ersucht, folgendes zu beachten: Hohcn-Schiinhauscn: Kuß' Gasthof, Berlincrstraße vis-a-vis den Kirchhöfen, welcher in Nr. 124 des„Vorwärts" als gesperrt aus geführt worden ist, steht jetzt der Arbeiterschaft zu Bcrsainmlungen ze. wieder zur Verfügung. WuhelmSderg: Das Lokak von Krause, Berlin erste. 12, bis-a-vis denKirchhösen.ist irrtümlicherweise durch Namens- Verwechselung in der Nr. 134 deS„Vorwärts" vom 12. Juni alS gesverrt bezeichnet worden. Wir ersuchen die Parteigenossen, davon Notiz zu nehmen, daß obiges Lokal früher sowie auch jetzt noch der Arbeiterschaft zur Verfügung steht. Bicsenthal: Hotel zur Flora ist von der Lokal-Ltste zu streichen, da der Wirt seine Zusage wegen Hergabe seines Lokals zu Ver- sammlungen zurückgezogen hat. Dasselbe hat auch der G a st Wirt O. Heiland gethan, der dem hauptsächlich die Gewerkschaften von Biesenthal verkehren, wir ersuchen diese beiden Lokale streng zu meiden. Die Lokalk ckm Mission. Erster Wahlkreis. Heute Dienstag, den 23. Juni; abends 8 Uhr, finden im„Tiergartenhof" und bei D r ä s e l, Neue Friedrichstraße, Wählerversammlnngen statt. Die Referate haben die Genossen Reichstags-Abgeordneter Heine und Victor Fränkl übernommen. In beiden Versammlungen spricht auch der Kandidat des Kreises. Zweiter Wahlkreis. Die Parteigenossinnen mid Genoffen deS zweiten Kreises, welche bei der Stichwahl Hilfe leisten wollen, ersuchen wir, sich in den bekannten Lokalen des er st en Berliner Wahlkreises von früh Va 8 Uhr an zur Ver« f ü g u n g st e l l e n zu wollen. Die Vertrauensleute. Schöneberg. Heute, Dienstagabend, bei Obst, Meiningev straße 8: Versammlung des Wahlvereins. Auf der Tagesordnung steht:„Der Aussall der Wahlen in unsrem Ort und Kreise".— Parteigenossen, die am Donnerstag den ganzen Tag sich nach außerhalb zur Verfügung stellen wollen, werden ersucht, sich in der obigen Versammlung beim Vorsitzenden zu melden. Oder-Bariiim. Arbeiter, Parteigenossen aus Ober-Barnim, die in Berlin und den Vororten arbeiten, ersuchen wir, am Stichwahl- tage in ihrer Heimat das Wahlrecht auszuüben. Arbeiter-Billets haben ftir diesen Tag Gültigkeit. Wenn kein Mann am Wahltage fehlt, ist der Sieg unser l Das Wahlkomitee. Ober-Schöneweide. Die nächste Versammlung des Wahlvereins findet geinätz dem Beschlüsse der letzten Versammlung am Mittwoch, den 8. Juli, bei Kaufholt statt. lokales. Die juristische Sprechstunde fällt am Donnerstag auS. Das Wandern ist eine Kunst, die verstanden sein will. Früher glaubte man, daß sie nur durch prattische Uebung erlangt werden könne, aber in unsrem papiernen Zeitalter wird auch sie durch Bücher- gelehrt. Wer macht heutzutage noch eine Reise, ohne sich mit einem Reisehandbuch zu bewaffnen I Selbst bei Ausflügen in die Umgegend von Berlin will es kaum noch ohne Buch gehen. Ob der Wanderer sich nach der anspruchslosen Sitte unsrer Vorfahren seiner natür- lichen Fortbewegungsmittel bedient, oder ob er als moderner Mensch per Eisenbahn, per Fahrrad, per Automobil„wandert"— immer ist sein treuer, untrennbarer Begleiter das Buch oder doch mindestens eine Karte. Vor uns liegt eine Reihe dieser Lehr- und Hilfsbücher des Wander n s. Ach, wer sie doch alle benutzen köimte I Wir wären gern bereit, sie samt und sonders von der ersten bis zur letzten Seite prakttsch zu erproben, wenn mcht zum Wandern eben doch noch etwas andres gehörte als nur das Buch. Bücher wie das übersichtlich angeordnete, mit guten Karten ausgestattete„ R. N o s, Die Schwerz in 15 Tagen" saus der Kollektton Lorenz, 1,20 M.) legen wir bald wieder beiseite, um uns nicht „den Mund wässerig machen" zu lassen. Dagegen können wir es uns nicht versagen, Dr. med. Claus Har- lows„Wandersport, praktisches und hygienisches Vade- mecum für Wanderer und Radfahrer"(Berlin bei Vogel und Kreienbrinck) bis zu Ende durchzustudieren. Zwar ist auch dieses Buch borwiegend für Gcbirgswanderer bestimmt, aber es enthält soviel des allgemein Wissenswerten über das Wandern, daß e§ auch der- jeittge mit einigem Nutzen lesen wird, der über die Umgebung Berlins nicht hinauskomnit und dem als der höchste Gipfel— der Müggelberg gilt. Bergkraxler werden uns, wenn wir in diesem Zusammenhang vom Müggelberg sprechen, mit dem Wort des Goethe- schen Adlers bemitleiden:„O Weisheit! Du redst Ivie eine Taube!" Doch das soll uns nicht anfechten. Auch die Umgebung Berlins hat ihre Schönheiten, zumal die Gebiete der Oberspree mrd der Havel mit ihrer Vereinigung von Berg, Wald und Wasser. Hier halten wir's mit demTrost der genügsamen Taube:„Hast Du zur ruhigen Glückseligkeit nicht alles hier?" Gewiß, eine Dampferpartie nach Grünau oder Friedrichshageu, nach Schildhorn oder Potsdam ist keine Rheintour und keine Schweizer Reise, aber zu verachten ist auch sie nicht. Die„Stern-Gesellschaft", die den Dampferverkehr nach diesen Ausflugsgebieten vermittelt, hat ein Fahrplan- buch herausgegeben, das eine flotte Schilderung der Berliner �Gegend" mit hübschen Abbildungen und zwei Kotten des Spree- und Havelgebiets enthält. Auch der neue„PharuS"-Plan von Potsdam gehört hierher; er wird manckem Besucher der Unterhavel ein sicherer Führer sein. Wer freilich ein Rad oder gar ein Automobil sein eigen nennt, der wird den Dampfer verschmähen. Sein Vehikel gestattet ihm, auch durch die märkische Ebene zu schweifen, durch die weiten Flächen des Teltow und des Barnim, die den Kenner durch ihre schlichten Reize erfreuen. Raven» st eins Radfahrer- und Automobil- Karte der Um« gegend Berlins(1,50 M.) ist für solche Ausflüge zu empfehlen. Rad- und Automobilfahrer werden übrigens auch den Verkehrs« schlüssel für Verlin und Umgebung, herausgegeben vom Gau Berlin des Deutschen Radfahrerbundes, mit Erfolg benutzen. Zur Wanderkunst, ob sie zu Fuß oder per Rad, Eisenbahn usw. ausgeübt wird, gehört schließlich»och EineS. Ohn' Wetters Gunst ist alle Kunst— umsünst.„Heiliger Falb, hilf!" seufzt mancher, indem er seinen Freßkober vollpnckt oder seine Pneumattc vollvnmpt. Hilfe bietet der bekannte„Wetterprophet" in F a l b s Wetterkalender, dessen zweites Halbjahr 1903 soeben er- schienen ist. Wer auf Ausflügen keinen Regenguß liebt, der wird gut daran thnn, sich mit diesem Büchlein zu versehen und— sich rechtzeitig unter ein schützendes Dach zu rette», wenn eS trotz Falb losgeht. Bon den städtischen Heimstätten ist gegenwärtig die größte die in Gütergotz(für lungenkranke Männer). Sie verfügt über 98 Plätze, während die Heimstätten in Malchow(jetzt für lungenkranke Frauen) und in Blankenfelde(gleichfalls für lungenkranke Frauen) 83 und 03 Plätze und die Heimstätten in Heinersdorf(für genesende Männer) und in Blankenburg(für genesende Frauen) 72 und 54 Plätze haben, abgesehen von den Baracken, die nur in den Sommermonaten be- legt werden. In allen 5 Heimstätten zusammen sind 875 Plätze vor« handen, ohne sie in den Baracken. Die Benutzung der Heimstätten ist schon in den FttihjahrSmonaten sehr groß gewesen. Gütergotz war selbst im Winter beinahe voll belegt, in Malchow und Blanken- selbe waren von März an, in Blankenburg im Februar und dann wieder von April an in der Regel mir einzelne Plätze frei, und auch Heinersdorf war schon im Februar, März. April stark besetzt. Die fünf Heimstätten eröffneten daS Jahr 1903 mit einem Bestand von zusammen 22S Pfleglingen. Schon in den ersten vier Monaten wurden dann 1051 Pfleglinge aufgenommen und andrerseits 006 Pfleglinge entlassen, so daß der Monat Mai mit einem Bestand von 371 Pfleglingen begann. Die Ernte von Waldl-eeren und Pilzen steht jetzt in voller Blüte. Durch den Regen und die Wärme der letzten Wochen sind Blau» beeren und Erdbeeren in den Waldungen zu schönen Exemplaren herangewachsen und liefern in diesem Sommer den Saminlern eine ertragreiche Ernte. Auch die Pilze sind nach den letzten warmen Niederschlägen unter dem Moose in den Forsten in gewaltigen Mengen hervorgeschossen. In den nächsten Waldungen um Berlin sammeln viele Berliner Ausflügler Erdbeeren, Pfefferlinge, Stein- Pilze und Champignons, so daß sie für ihre eigne Küche genug habe». und kommen dabei gut aus ihre Rechnung, jedoch bedarf es zum Sammeln der Waldftüchte eines Erlaubnisscheines der Obcrförstereien und wer von den Forstbeamteu ohne diesen Ausweis bettoffen wird, dem kann ein selbst gesuchtes Gericht Beeren oder Pilze teuer zu stehen kommen. In den größeren Waldungen bei Fürstenwalde, Eberswalde, Buckow u. dgl.- sind die Frauen und Kinder der Waldarbeiter mit dem Einsammeln dieser Früchte beschäftigt. Berliner Großhändler erscheinen jetzt tag« lich in den Wäldern, wo an bestimmten Sammelpunkten den fleißigen Leuten die Beeren und Pilze an Ort und Stelle abgekauft werden. Mit Fuhrwerk werden die in Kiepen und Körben verpackten Wald- früchtc zum nächsten Bahnhof gefahren, von wo sie mit dem nächsten Eilzuge nach Berlin wandern und in den Markthallen willige Ab« nehmer finden. Milde Gaben für— Beamte, Ein WohlthätigkeitS« onzert von Schutzleuten für Schutzleute wurde am letzten Sonnabend in dem Kistenmacherschen Gartenlokal hinter den Zelten gegeben. Es wurde ausgeführt von der aus Schutzleuten der elften P o l i z ei h a up tm a nn s ch a f t zusammengesetzten Kapelle, und der Ertrag soll einer der UnterstützmigSkaffen zu gute kommen, die für die Schntzmaniischaft bezw. für deren Angehörige bestehen. In Schußmannskreisen hat, wie wir einer an uns gerichteten Zuschrift entnehmen, diese Ver- anstaltung kerne übergroße Begeisterung geweckt, wenn auch bei all den Proben, für die die circa 40 Mitwirkenden dienst- frei gemacht werden mußten, sowie bei dem wochenlangen Vor- verkauf der Billets, der unter der Hand von Schutzleuten besorgt werden mußte, der pflichtschuldige Eifer entwickelt wurde. Die Schutzleute würden aus den Erttag solcher WohlthätigkeitSkonzerte sowie auf daS ganze Unterstützungswesen gern verzichten, wenn man ie in ihrem Gehalt und Wohnung SserviS so stellen ivollte, daß sie derarttge Veranstaltungen überhaupt nicht nötig haben. Sie würden sich dann auch weiter keine Gedanken darüber machen. wozu eigentlich die Gratifikationen verwendet werden, die von größeren Geschäftshäusern für den in der Weihnachtssaison geleisteten besonderen Aufsichtsdicnst gezahlt zu werden pflegen. Bei den gegenwärtigen Gehaltssätzen sind die Schutzleute vielfach genötigt, ihr Einkommen durch Neben verdien st aufzubessern, indem sie Portierstellen und Hausverwaltungen übernehmen oder, wenn sie Militärmusiker waren, in ihrer freien Zeit Musik machen gehen. Es wird behauptet, daß sogar mit Vorliebe ehemalige Mitttärmusiter bei der Schutzmannschaft angenommen würden, weil besonders diese sich noch etwas nebenbei verdienen könnten. Heilstätte Grabowsee. Obwohl die Eisenbahn-Direktion den Patienten der Heilstätte Grabowsee, die am 16. Juni in Berlin ihr SLahlredst ausüben wollten, durch einen an den Patienten Anke ge richteten Bescheid vom 14. d. M. Fahrpreisermäßigung zugesagt hatte, ist dieser Zusage von dem am 16. Juni dienstthuenden Beamten der Station Fichtengrund nicht stattgegeben worden. Herr Anke, der Bevollmächtigte der Patienten, schreibt uns:„Ich ging am 15. d. M. abends 6 Ilht, nach der Station Fichtengrund, wo mir der Bescheid wurde, daß wir auf ein Militärbillet für 66 Pfennig hin- und zurückfahren könnten. Am andern Morgen— dem Tage der Schlacht— machte ich mich mit noch einem eine Stunde vor Abgang des Zuges auf, um die 79 Billets zu lösen, aber der dienstthuende Beamte verweigerte uns die Ermäßigung und wir mußten jeder ein Billet vierter Klasse für 76 Pf. lösen. Genau so erging es uns bei der Rückfahrt auf dem Stettiner Bahnhof. Bei der Eisenbahn-Direktion ist Besdjwerde eingelegt." Man sollte doch meinen, wenn die Eisen bahn-Drrektion Fahrpreis-Ermätzigungen gewährt, auch dafür Sorge getragen wird, daß die untergeordneten Instanzen dieselben nicht verweigern können und nicht erst unnötige Scherereien verursachen. Massenbestrafung von Droschkenkutschern am Wahltage. Eine große Zahl von Berliner Droschkenkutschern ist, wie ein Fachblatt zu berichten weiß, am Wahltage zur Anzeige ge- bracht und mit Strafmandaten bedacht worden. Im Eifer bei Er- füllung ihrer Bürgerpflicht haben die braven Rosselenker nicht au das Droschkenreglement gedacht und ihre Droschken vor den Wahl- lokalen unbeaufsichtigt gelassen, während sie im Jsolierraum ihr Wahlrecht ausübten. Diese Uebertretung der Polizeiborschriften ist prompt durch entsprechende Strafbefehle geahndet worden. Der Wäschefabrikant Solomon Mosse, der am Sonntag beerdigt wurde, hat auch seiner ca. 366 Arbeiter in anerkennenswerter Weise fiedacht, indem er ihnen am Tage der Beerdigung je nach der Zeit, eit der sie bei ihm in Arbeit standen, Geldgeschenke von 26 bis 1566 M. auszahlen ließ. Schon vor Jahren hatte er einmal durch einen ähnlichen Akt der Einsicht Ausdruck gegeben, welchen Dank er als Arbeitgeber seinen Arbeitern schuldet. Sind derartige Akte der Unternehmer-Noblesse auch nicht geeignet, den natürlichen Interessen gegessatz zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu überbrücken, so zeugt eine derartige Handlung immerhin von einer Humanität und einem guten Willen des testierenden Fabrikanten, die nicht allzu oft zu finden sind. Ein Mord und Selbstmordversuch rief in der vergangenen Nacht in der Kirchbachstraße eine große Aufregung hervor. Hier wohnt bei einer Aufwärterin Fräulein Schneider im ersten Stock des Ouer gebäudes auf dem Grundstück Nr. 12 eine 22 Jahre alte Näherin Johanna Naß, die aus einem kleinen Ort in Pommern stammt. Als die Näherin vor sieben Monaten nach Berlin kam, traf sie hier einen Landsmann, den 24jährigen Arbeiter Max Grahl, der in der Uorkstr. 76 wohnt und bei der Hochbahn beschäftigt ist. Die jungen Leute erneuerten ihre Bekanntschaft aus der Heimat und wurden bald ein Liebespaar. In der letzten Zeit aber erkalteten die Beziehungen mehr und mehr. Roheit und Zudringliche keit des jungen Mannes stießen das Mädchen ab und vor vierzehn Tagen gab es ihm schriftlich den Laufpatz. Seitdem sann der Verschmähte auf Rache. Binnen acht Tagen lauerte er der Näherin in der Kirchbachstraße dreimal auf, wenn sie von ihrer Arbeitsstelle in der Gleditschstraße kam, aber jedesmal gelang es ihr, ihm durch die Flucht zu Nachbarsleuten zu entgehen, da sie ihn zeitig genug sah. Gestern, Sonntagabend, ging Fräulein Schneider mit ihrer Meterin nach dem Tempelhofer Tivoli. Dort war auch Grahl und sah, daß seine frühere Geliebte mit andren jungen Männern tanzte. Ohne etwas zu sagen, verließ er gegen 16 Uhr den Tanz- saal, ging nach Berlin, ließ sich auf dem Grundstück Kirchbach- straße Nr. 12 einschließen und versteckte sich in einer Ecke unten an der Treppe des Ouergebäudes. Als nun Johanna Naß gegen 1 Uhr mit ihrer Wirtin heimkehrte, zog er sein altes Taschenmesser und stieß ihr die schartige Klinge zweimal in den Kopf, ebenso oft in die Schultern und einmal in die rechte Haud, die sie zu ihrem Schutz emporstreckte. Auf das Hilfegeschrei des Fräuleins Schneider, die hinauslief, kamen Hausbewohner, Schutzmänner und Leute von der Straße herbei. Inzwischen brachte sich Grahl auf dem dunklen Flur elf Messerstiche in die rechte Körperseite, den Unterleib und den linken Arm bei und brach auf der Treppe bewußtlos zusammen. Da er sehr schwer verletzt war, so ließ ihn die Polizei mit einem Rettungswagen nicht als Ge- sangenen nach der Charits, sondern vorläufig nach dem näher gelegenen Elisabeth-Krankenhause bringen, wo er noch vernehmungs- unfähig daniederliegt. Ein Schutzmann vom 73. Revier führte das Überfallene Mädchen der Unfallstation in der Bahnstraße zu Schöne- berg und von dort der Charits zu. Es hat durch einen Stich das linke Auge verloren und auch sonst schwere Verletzungen erlitten. Das Opfer einer schon oft gerügten Unsitte wurde am Sonn« abendabend der sechsjährige Schüler Alfted Werter, dessen Eltern Kommandantenstraße 72 wohnen. Der Kleine, der in der Oranien- straße spielte, klammerte sich an einen dort entlang fahrenden Last- wagen an und ließ sich eine Strecke mitschleifen. Als der Knabe losließ, stürzte er und geriet unter die Räder einer Droschke, die dem ersteren Fuhrwerk folgte. V. erlitt eine Quetschung des Brust- kastens sowie innere Verletzungen und Zerschmetterung der Kinnlade. Er wurde dem Krankenhause am Urban zugeführt. Durch die Abgabe des Notsignals» durch welches ein aus der Station Westend ausfahrender Nordringzug plötzlich zum Stehen gebracht wurde, wurden gestern vormittag die Fahrgäste des be- treffenden Zuges in ungeheure Aufregung versetzt. Die Ursache zu dem Vorkommnis gab der grenzenlose Leichtsinn eines Arbeiters, welcher versuchte, den in scharfer Fahrt befindlichen Zug zu besteigen. Obwohl der Betreffende in der linken Hand mehrere lange, schwere Bretter trug und die Stationsbcamten ihm zllriefen, zurückzubleiben, sprang er doch auf das Trittbrett eines der letzten Wagen des Trains. Dem Arbeiter war es natürlich nicht möglich, in dieser Stellung auch noch die Coupvthür zu öffnen und er mußte auf dem Trittbrett stehen bleiben. Glücklicherweise hatte der Zugführer den Vorfall be- obachtet: er zog die Notbremse und brachte so den Train noch recht- zeitig zum Stehen, bevor ein ernster Unfall herbeigeführt werden konnte. Ein schwerer Straßenbahn-Unfall trug sich am vorgestrigen Sonntagnachmittag in Charlottenburg zu. Der in der Christstr. 11 wohnhafte Arbeiter AlbertHenschel war gegen Uhr nachmittags m der Spandauer Chausiee-Ecke Kastamen-Allee von einem aus der entgegen- gesetzten Richtung kommenden Sttaßenbahnlvagen abgesprungen. Er wollte auf das jenseitige Trottoir gelangen und überschritt die Ge- leise kurz vor dem Herannahen eines Sttaßenbahnwagens der Linie P, Richtung Dönhoffplatz. Dabei wurde H. vom Vorderperron des Gefährtes umgestoßen und kam mit dem linken Arm und dem Ober- leib unter den Schutzrahmen zu liegen. Der Verunglückte befand sich in einer derartig schrecklichen Lage, daß das schwere Sttaßen- bahngefährt mittels Winden hochgehoben werden mußte, um den Körper des Mannes hervorziehen zu können. Als die alarmierte Feuerwehr eintraf, war das Rettungswerk bereits vollendet und H. wurde mittels Rettungswagen zuvorderst nach der Unfallstation in der Wilmersdorfersttaße und von da nach dem Charlottenburger Krankenhause überführt. Hier wurden ein doppelter Bruch des linken Oberarmes, eine Kontusion der Wirbelsäule und mehrere Wunden am Hinterkopf festgestellt. Beim Abspringen von einem Straßenbahnwagen ist Sonntag- nachmittag der 26 Jahre alte Handlungsgehilfe Ernst Franke, der in der Danzigerstr. 6 bei seiner Mutter wohnt, schwer verunglückt. Als der junge Mann von Britz nach Pankow fuhr, wehte ihm der Hut weg. Um ihn wiederzubekommen, sprang er während der Fahrt ab, fiel hin, geriet unter den Wagen und wurde so schwer verletzt, daß man ihn in ein Krankenhaus bringen mußte. Aus Schwermut hat sich Sonntagnachmittag der 38 Jahre alte Grünkramhändler Karl Rllckert aus der Möckernstt. 126 das Leben genommen. Der Mann war 16 Jahre Küfer in einer Weinhandlung. mußte aber diese Beschäftigung aufgeben, da er nervenkrank geworden war. Am 1. April richtete er in der Möckcrnstraße ein Grünkram- geschäft ein, das seine Frau versah. Da es nicht ging, wurde er noch schwermütiger als er ohnehin schon gewesen war. Während sich seine Frau gestern nachmittag mit den vier Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren bei Bekannten befand, erhängte er sich in seiner Wohnung an einem Kleiderhaken. In der Trunkenheit ins Wasser gegangen ist am Sonnabend- nachmittag der wohnungslose Gelegenheitsarbeiter Emil Müller in Charlottenburg. Der 31 Jahr alte Mann stürzte sich vor den Augen spielender Kinder in den Verbindungskanal, wnrde auf das Geschrei der Kleinen von einem Schutzmann bald herausgezogen, war aber schon tot. Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg mehr. Beim Baden erttank am Sonntagvormittag um 3/412 Uhr ein junger Mann in der Nähe des Restaurants„Eierhäuschen" in Treptow. Derselbe wollte in der Spree ein Bad nehmen und geriet dabei in Schlingpflanzen. Ein vorüberfahrendes Boot des„Ruder- Vereins Vorwärts" legte sofort an und ein Mitglied dieses Vereins suchte unter eigner Lebensgefahr, leider jedoch vergeblich, den bereits Untergegangenen. Durch Sturz aus dem Fenster fanden in der Nacht zum gestrigen Sonntag zwei Personen ihren Tod, während eine dritte lebens- gefährlich verletzt wurde. Der 38 Jahre alte unverheiratete Arbeiter Gustav Schickedanz, der erst seit zwei Tagen in der Plantagenstt. 42 im dritten Stock des Ouergebäudes in Schlafstelle wohnte, kam am Sonnabendabend um 7 Uhr schwer betrunken nach Hanse. Er war Gewohnheitsttinker und hatte erst die Nacht vom 16. zum 11. d. M. im Interesse seiner eignen Sicherheit im Gewahrsam des Polizei- präsidiums zubringen müssen. Am Sonnabend fand er sich mit vieler Mühe noch gerade nach Hause, nachdem seine Wirtsleute ausgegangen waren. Um sich abzukühlen, setzte er sich ins offene Fenster, ohne auf die Warnungen° einer Nachbarin zu hören. Eine Stunde später lag er mit gebrochenem Schädel und schweren inneren Verletzungen auf dem Pflaster de Hofes. Hausgenossen, die ihn fallen hörten, brachten ihn mit einer Droschke nach der Unsallstation in der Lindowerstraße, als man aber dort mit ihm ankam, war er schon tot. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht.— Zu einer unkeimtlichen Masse zerschmettert wnrde die 5g Jahre alte Ehefrau Marie des Schneidermeisters Siedler aus der Belle-Alliancestt. 85. die in einem Anfalle von Geistes gestörtheit den Tod suchte. Frau Siedler hatte sich vor drei Jahren Monate lang in einer Nervenheilanstalt befunden, war daim als geheilt entlassen worden und seitdem gesund gewesen. Am Sonnabend unterhielt sie sich noch mit ihren Nachbarinnen, ohne daß man ihr etwas anmerkte. Auch ihr Mann nahm keine Veränderung in ihrem Wesen wahr. Während er am Sonntagmorgen noch schlief, stürzte sie sich aus ihrem im vierten Stock gelegenen Schlafzimmer auf den Hof hinab. Im fallen schlug sie erst auf ein Blumenbrett im zweiten Stock und iaiin auf eiserne Gitterstangen vor einem Bierkeller auf. Von diesen iel sie in den Treppenschacht des Bierkellcrs hinunter. Die Revier Polizei beschlagnahmte die Leiche und ließ sie ebenfalls nach dem Schauhause bringen.— Ein häuslicher Streit veranlaßte den 34 Jahre alten Arbeiter Friedrich Nebner aus der Wriezener traße 24, aus dem ersten Stock auf den asphaltierten Hof hinabzuspringen. Nebner kam nachts um 1ZV4 Uhr angetrunken nach Hause und geriet mit seiner Frau, die ihm Vorwürfe machte, in Strett. Als die Frau zehn Minuten später in ein Nebenzimmer ging, um nach ihrem neun Monate alten Kinde zu sehen, sprang er aus dem Fenster. Auf das Geschrei der Frau eilten ihm die Haus- genossen zu Hilfe und ein Fuhrherr brachte ihn mit seinem Wagen nach der nächsten Unsallstation. Diese stellte einen Bein und Schädelbruch und schwere innere Verletzungen fest und ließ den Mann mit einem Koppschen Rettungswagen nach der Charitö bringen. Ein schwerer Banunfall» dem der Malergehilfe Fröhlich zum Opfer fiel, ereignete sich heute mittag 2 Uhr im Zimmermannschen Neubau, Mirbachstraße, Ecke Straße 67 a, Fröhlich, welcher mit dem Streichen von Treppenttägern beschäftigt mar, brach mit dem an- Leblich mangelhaft angebrachten provisorischen Treppengeländer zu ammen und stürzte in die Tiefe. Er erlitt mehrere Rippenbrüche und schwere innere Verletzungen und wurde noch lebend mit dem Koppschen Krankenwagen der nächsten Unfallstation zugeführt. Bei den Radwettfahrten im Sportpark Friedenau am Sonntag konzentrierte sich das Hauptinteresse auf den Preis von Berlin, 75 Kilometer-Rennen mit Motorführung, in welchem Robl, Görne- mann, Tommy Hall, Demke und Salzmann um die Palme rangen, doch verlief der Schluß möglichst uninteressant. Robl, der das eine Bein ganz bepflastert trug und auch einen Arm sich verstaucht oder verrenkt hatte, stoppte infolge der Unfähigkeit, den Arm zu ge brauchen, bei 46 Kilometer ab, bis dahin war er Führer gewesen; bei 66 Kilometer verließ auch Görnemann den Sattel, nachdem Demke auch schon vorher spurlos der- 'chwundcn war. Es blieben daher nur noch zwei Konkurrenten auf der Bahn, so daß Tammh Hall der Sieg eigentlich ziemlich leicht wurde. Die Resultate der Rennen sind folgende: 1. Niederrad- Hauptfahren für Herrenfahrer, 4666 M. Drei Vorläufe über 1666 Meter. Die ersten Drei jedes Borlaufskommen in den Endlauf: Erster Vorlauf: 1. Andr. Hansen-Berlin, 2. Ed. Andemars-Genf, 3. Bruno Schmidt-Reinickendorf. Zweiter Vorlauf: 1. W. Eagelmann-Leipzig, Karl Barta- Berlin, 3. W. Hallwachs- Berlin. Dritter Vorlaus: 1. O. Fuchs-Lcipzig, 2. O. Hallatz-Verlin, 3. W. Tadewald-Berlin. Niederrad- Hauptfahren fiir Berufsfahrer. 1666 Meter. Vor- läuft. Erster Vorlauf: 1. R. Scheuermann-Bcrslau, 2. A. Schneider- Leipzig. Zweiter Vorlauf: 1. W. Bader- Berlin, 2. Stol. Dritter Vorlauf: 1. O. Peter- Charlottcnburg, 2. I. Betttnaer- Ludwigshafen. 3. Niederrad-Hauptfahren mit Punttwertting: 1. Hansen- Berlin 16 Punkte, 2. W. Tadewald-Berlin 23 Punkte, 3. Ed. Andemars- Genf 24 Pnnkte, 4. O. Fuchs-Leipzig 26 Puntte. Sieger ist der- jenige, welcher die wenigsten Punkte hat. 4. 26 Kilometer-Rennen mit Motorführung: 4 Preise 866, 666, 466, 266 M. 1. A. Görne- mann-Berlin in 16 Minuten 49,4 Sekunden, 2. Th. Robl-München — 96 Meter, 3. B. Demke-Berlin— 190 Meter, 4. B. Salzmann- Heidelberg— 766 Meter, 5. Tomnoy Hall-London— 726 Meter. 5. Niederrad-Hauptfahren: 1. D* Peter-Charlottenburg, 1 Minute 27,4 Sekunden, 2. W. Bader-Berlin, 3. Petersen-Kopenhagen und Stole. 6. Tandem-Hanptfahren, 2000 Meter, 1. Bäßler-Hansen, Schmidt-Andemars, 3. Engelmann-Fuchs. 7. Preis von Berlin, 75 Kilometer-Rennen, mit Motorführung, 4 Preise 1566, 1666, 566 und 256 M., außerdem 566 M. dem Sieger, falls dieser den deutschen Sttmdenrecord(73 Kilometer 736 Meter) schlägt. 26 Kilo- meter l.ßRobll, 2. Hall, 3. Görnemann, 4. Demke, 5. Salzmann i 46 Kilometer 1. Hall, 2. Robl, 3. Görnemann, 4. Salzmann, 5. Demke! 66 Kilometer 1. Hall, 2. Salzmann, 3. Görnemann i Stunde 1. Hall, 70 Kilometer 310 Meter, 2. Salzmann, 68 Kilometer 185 Meter.(Deutscher Record 73,736 Kilometer, Welttecord 76,597 Kilometer. 75 Kilometer Sieger Tomnoy Hall-London in 64 Minuten 64 Sekunden, 2. Bruno Salzmann-Heidclverg. 8. Nieder- rad-Prämienfahren 4666 Meter 1. W. Bader-Berlin, 2. R. Scheuer- mann-Breslau, 3. A. Conrad-Hannover. Klus clen Nachbarorten. Die Errichtung einer Schreibstube für Stellenlose in Charlotten» bnrg. Der Magistrat hat bei der Stadtverordneten-Versammlung um die Ermächtigung nachgesucht, der Vereinigung der Wohl- thättgkeitsbesttebungen in Charlottenburg zur Begründung einer Schreibstube für Stellenlose Veihilfen für die erste Betriebszeit bis zur Gesamthöhe von 2666 M. zu bewilligen. Die Begründung der Schreibstube ist von einem privaten Komitee angeregt; es sollen stellenlose Kaufleute, Journalisten und schreibkundige Per- sonen aus allen Ständen mit schriftlichen Arbeiten, namentlich mit Adressenschreiben, beschäftigt und angemessen besoldet werden; eine sorgfälttge Beaussichtigung und Prüfung der Leistungen soll eS ermöglichen._ geeignete Perionen auch in feste Stellen zu empfehlen. Die Schreibstube ist als selbständiges Unternehmen, ohne jede An- lehnung an eine konfessionelle Gemeinschaft, wie es zum Beispiel in Leipzig und Magdeburg der Fall ist, geplant: sie soll sich aus eignen Bütteln erhalten und für den Anfang soll die Stadt mit Ge- Währung hon Bettiebsmitteln helfend einspringen. Pankow. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung lag ein Anttag des Vereins für Feuerbestattung vor. in welchem derselbe sich erbietet, auf dem neuen Friedhof in der Schön- holzer Heide eine Urnenhalle zu erbauen, wenn das Areal zur Halle und zur Anlage einer gärtnerischen Anlage(Urnenhain) unentgeltlich zur Verfügung gestellt würde. Als Gegenleistung soll der Gemeinde eine Gebühr von 16 M. für jede aufgestellte Urne zufallen. Der vor- gelegte Entwurf der Urnenhalle fand ungeteilten Beifall. Es wurde beschlossen, den Anttag mit allen Kräften zu unterstützen.— Im Anschluß daran kam die Friedhofsordnung für denselben Friedhof zur Verhandlung, in welcher allgemein ein Passus bekämpft wnrde, daß die Geistlichen auf dem Friedhof Polizeibeftlgnisse besitzen sollen. Es wurde hervorgehoben, daß der Friedhof Eigentum der G e- mein de sei und daß eventuell polizeilichen Schutz der Inspektor auszuüben habe und nicht der doch nur gelegentlich anwesende Geistliche. Der betreffende Paragraph wird gestrichen. Professor Mendel berichtet über die Konferenz mit den hiesigen Aerzten, welche bei plötzlichen Un- glücksfällen zur Hilfeleistung bereit sind. Demnach stellen sich die Aerzte des Ortes abwechselnd des Nachts und an den Sonntachnach- mittagen zur Verfugung, die Liste der Aerzte mit genauer Angabe ihrer Dienstzeit wttd dem Polizei-Amt übergeben, von wo aus jeder bei Unglücksfällen Hilfe holen kann und wo gleichzeittg ein Ver« bandskasten zur Verfügung steht. Die Kosten für die zu leistende Hilft trägt die Gemeinde, welche die Kosten wiederum ein- ziehen läßt. Pankow. Polizeibeamte als Flugblattverbreiterl In letzter Sitzung der Gemeindevertretung interpellierte Genosse F r ei- w a l d t den Amtsvorsteher, ob es ihm bekannt sei, daß Polizeibeamte während ihrer Dienstzeit in voller Uniforn, Flugblätter und die bekannte Fischer-Broschüre für eine bestimmte Partei wochenlang verbreitet haben, und ob femer bekannt sei, daß ein Gemeinde- seftetär durch Vermittelung des Verwalters des Armenhauses Kinder aus dem Armenhause gezwungen habe, die Flug- blätter der konservativen Partei zu verbreiten. Sei es schon frivol, Kinder zu solcher Agitation zu verlvenden, so wisse man nicht, was man sagen soll, daß die Aermsten der Armen am Himmelfahrtstage zu solchen Geschäften verwendet wurden. Die Be- amten sollten doch wissen, daß die Majorität der Pankowcr Ein- wohner socialistisch denkt und wählt. Wir hätten nichts dagegen, Ivenn Beamte ihre Uniform mit dem bürgerlichen Rock vertauschen und ihrer Partei dienen. Die Steuergroschen der Socialdemoftatie dienen auch dazu, ihre Gehälter zu bestteiten, wir könnten also ver- langen, daß die Dienstzeit nicht dazu verwendet werde! Der Amtsvorsteher verlas einen schriftlichen Bericht des Beamten, in welchem er behauptet, dem konservativen Wahlverein anzugehören und als solcher in Civil nach der Dienstzeit die Blatter ver- breitet zu haben. Genosse Freiwaldt erklärte den Bericht fiir u n- >v a h r und stellt eventuell Zeugen. Ein Bureaudirektor Mahnke glaubt die Ehre des Sekretärs Dudda dadurch zu wahren, daß nur e i n Knabe aus dem Rrmenhauft gegen Bezahlung Flugblätter ver- breitet hätte. Den bürgerlichen Vertretern war die Angelegenheit sehr peinlich, sie verhielten sich vollständig passiv. Im Schluß- anttag wurde die ganze Angelegenheit der Beamten-Kommission überwiesen. Achtung, Rixdorf. Der Genosse Reuß, Radfahrer, welcher am Tage der Wahl als Kontrolleur in L a m i t s ch, Kreis B e e s k o w. war, wird gebeten, seine Adresse sofort an Genossen H o f f m a n n, Rixdorf, W a n z l i ck st r. 13, einzusenden. Rixdorf. Einen recht günstigen Abschluß weist die Jahres- rechnung unsrer Stadt für das Rechnungsjahr 1962 auf, denn sie schließt mit einem ileberschuß im Bettage von 113 637 M. ab. Be- sonders bemerkenswert sind aus dem Finalabschlusse nachstehende Angaben: Die Gasanstalt hat den ctatsmäßigen Ueberschuß ab- geführt. Während die Abgaben der Straßenbahn um 1366 Mark Vinter dem Voranschlag zurückblieben, haben die Elektricitätswerke 3266 M. Abgaben mehr enttichtet, als im Etat vorgesehen waren. Die Märfte brachten statt 17 666 M. insgesamt 24 666 Bi.. die Friedhofsgebührcn statt 24 666 M. in- folge zahlreicher Wahlstellen- Ankäufe 28 866 M. ein. Bein» Feuerlöschwesen wurden ca. 2666 M. erspart. Die Kosten für Annen- »nd Waisenpfleae blieben erheblich hinter dem Voranschlag zurück, was auf die schärfere Kontrolle der Hilfsbedürftigkeit seitens der neueingerichteten Armendirekttonen, sodann aber auf den Umstand zurückzuführen ist, daß die Wiedereinziehung verauslagter Unter- stützungen, Kosten:c. in ganz»»nerwarteter Höhe»nöglich war. Dagegen haben die Kosten für Armen- Krankenpflege den Etatsansatz erheblich überschritten, besonders durch die erschreckend hohe Zahl der Geistesttanken. Auch bei der Sttaßen- beleuchtung,-Reinigung und-Besprengung konnten nennens- werte Ersparnisse gemacht werden. Die große Arbeitslosigkeit und der schlechte Geschäftsgang im vorigen Rechnungsjahr machten sich dadurch geltend, daß bei der Einkommen- und Gewerbesteuer ganz erhebliche Ausfälle zu verzeichnen waren: erstere brachte statt 673 666 M. nur 636 666 M., letztere statt 172 666 M. nur 163 666 M., dagegen wurden an Grundsteuer 6666 M., an BettiebS- und Lustbarkeitssteuer je 1666 M., an Biersteuer 4666 M. und an Umsatzsteuer sogar 159 666 M. mehr vereinnahmt, als im Etat an- genommen war. Rixdorf. Bei der heute in der„Neuen Welt" Hasenheide, um Uhr stattgehabten Gesangsprobe der Mädchenklassen der Rixdorfcr Gemeindeschulcn zw dem morgen stattfindenden Konzert zum Besten für schulentlassene Waisen hat sich ein Zwischenfall ereignet, der unter Umständen schlimme Folgen hätte haben können. Während des Gesanges brachen plötzlich die ziemlich morschen Bretter des Podiums der Bühne»md die rechtsstehenden Kinder unter- brachen den Gesang mit einein jähen Auffchrei. weil plötzlich ungefähr 15 Kinder ziemlich 3 Fuß ttef in die Versenkung fielen. Ein Mädchen Namens Scheffler geriet dabei unter andre Kinder und mußte von einer Lehrerin nach Hause geleitet werden. Ob innere Verletzungen eingetteten, muß erst der Arzt feststellen. Die andren kamen mit dem bloßen Schrecken davon. Man sieht daraus, wie notwendig es ist. daß solche Schaubühnen öfters auf ihre Trag- fähigkeii geprüft werden. Wilmersdorf. Bau-Unfall. Auf dem Bau der Victoria Luisen-Schule verunglückte am Freitagnachmittag 4 Uhr der Zimmer- mann Wilheln» Kluge, Brandenburgffchestt. Nr. 168. Die Zimmerer waren beim Gerüstbau beschäfttgt, als eine Schwelle der ersten Querwand umkantete und zwei Batten dem Kluge über die Brust rollten. Trotz der Schmerzen hielt Kluge bis Feierabend aus und begab sich selbst nach seiner Wohnung, wo dann ein zu Rate ge- zogener Arzt schwere innere Verletzungen feststellte, an denen der Verunglückte schwer danieder liegt. Eingegangene Druckschriften. Von der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Dietz' Verlag) Ist soeben das 38. Hest des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt de- Heftes heben wir hervor: Em Tag des Triumphes.— Die Einheitlichkeit der Marxschen Werttheorie. Von Karl Börnberg.— Die holländischen Arbeitskammern. Von W. H. Vliegen.— Die Lage des englischen Ällunizipaliocialisnms. Von M. Beer.— Die Organisation der arbeitenden Jugend in Oestrcich. Von Leopold AinarSky.— Literarische Rundschau: Das Roheisen. Hugo Jüngst, Die Furcht vor dem Kinde. Von Oda Lcrda-Owerg. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch. Handlungen, Postanftaltcn und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pr, Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die „Neue Zeit" unter Nr. 5575 cingettagen, jedoch kann dieselbe bei der Pg» nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft lostet 25 Ps. Probcnuninicrn stehen jederzeit zur Vcrsügung. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin, Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Verlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer sc Co., Berlin 8 Wi