Extra- Nummer. 3873 Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Boft Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Breisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das Vorwärts übrige Ausland& Mart pro Monat. top bon p Ericheint täglich außer Montags. opin Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Roreffe: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. gab Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der neue Reichstag. Was wir in den Tagen zwischen der Haupt- und Stichwahl immer aufs Neue gegenüber den Leuten betonten, die erklärten, es werde sich nichts im neuen Reichstag ändern, haben die Stichwahlen in jeder Hinsicht bestätigt: Die Möglichkeit war gegeben, die Kardorffiche Zollmehrheit nicht nur zu schwächen, sondern auch zu brechen. v Freitag, den 26. Juni 1903. Unfre Stichwahlfiege. Es sind bis jetzt( 9 Uhr morgens) als gewählt gemeldet: Schulze Freiberg 9. Sachsen Leipzig- Stadt Motteler Tukaner deg Pfannkuch Meift Birk Wood at Nach den noch nicht vollständig vorliegenden Ergebnissen ist jetzt schon sicher, daß die oppositionelle Minderheit wie schwankend auch immer der Begriff der Opposition sein mag- rund 150 beträgt. Und diesen Erfolg haben die Socialdemokraten, die einzige zu- C Ehrhart verlässige Oppositionspartei, aus eignerkraft errungen. Hätten die Freifinigen, sowohl die von der Volkspartei als auch von der Bereinigung, nicht in 30 bis 40 Wahlkreisen die Socialdemokraten an die brutalsten Agrarier verraten, so hätte der neuen Reichstag ein vollständig verändertes Geficht gezeigt, beinahe eine absolute Mehrheit der Opposition. Der Freifinn hat den ganzen Often als Kuppellohn für den armseligen Gewinn in Berlin I an die Junkerschaft verraten. Die ganze Verantwortung für alle Breslau- Oft des Magdeburg Lennep- Mettmann München Ludwigshafen sid Lindemann olony Göppingen David 200 d po Mainz Mannheim Dreesbach is dr Hué rote Bochum Schmidt idFrankfurt a. M. thou dagi al Herbert Haase Schöpflin Geck Sperka Stettin Königsberg Borna tobin Pi& n Karlsruhe in thin Böblingen G ditu nat o Flensburg Jun laurbits Eklingen Pforzheim Oschak Frankfurt a. D. eln Dortmund Lipinski Heinrich Braun Bömelburg Brühne Lesche Baudert Ulm 090 reaktionären Erfolge fällt auf ihn. An einer möglichen Wendung der deutschen Politik hat das freisinnige Bürgertum schmählich versagt.nsion Und es ist gut so, daß auch die letzten Illusionen über die politische Fähigkeit des Freifinns von Ehrlichkeit und echtem Liberalismus nicht zu reden verschwunden sind. Wir rechnen im d ganzen Reich mit der Entwickelung zu sächsisch schroffer zu sächsisch schroffers Schlegel Scheidung. Wer nicht für die Socialdemokratie ist, Mahlke tann nur nur noch Knecht und Helfershelfer der Eichhorn tlerital- tonservativen Agrargenossenschaft sein. Dennoch wird der neue Reichstag nicht mehr der unumschränkte Tummelplatz der Spahn, Kardorff und Kröcher sein. Das Centrum hat empfindliche Verluste erlitten und noch schlimmere nur mit Inapper Not vermieden, die Nationalliberalen haben sogar ihren Führer eingebüßt und konnten überall nur mit dem anmutigen Baffierschein des fleineren Uebels" in den Reichstag gelangen. Die Konservativen wären zu einem Kleinen Häuflein zusammengeschmolzen, wenn nicht der Freifinn sie zum Leben aufgeblasen hätte und die Landwirtsbündler sind ganz und gar zerdrückt wie ein Raupennest! Das alles sind Zeichen und Lehren, die niemand, und wäre er noch so verrannt, ganz unbeachtet lassen kann. Die drei Millionen socialdemokratischer Wahlstimmen haben zwar nicht ihren angemessenen Ausdruck im Reichstage gefunden, aber sie find - was man noch vor kurzem für ein Märchen gehalten hätte ganz nahe dem Centrum gerückt, das nur noch dort unbesiegbar ist, wo noch kein Lichtstrahl der Aufklärung durch den schwarzen Wall von Kaplänen durchbrechen konnte! machos Dietrich Lauenburg 10. Schl.- Hol. Weimar 16101 Das Resultat der Stichwahlen. Soweit sichere Zahlenangaben vorliegen, geben wir dieselben nachstehend noch. Zu den im besonderen Abschnitt gegebenen Siegen unsrer Partei ist zu bemerken, daß jetzt Bochum und Dortmund, die nach unsren eignen gestrigen Meldungen von uns gewonnen waren, auch vom W. T.-B." zugegeben werden, dessen Meldungen gestern hartnäckig die beiden Nationalliberalen fiegen ließen. As neue auch vom W. T.-B." zugegebene Siege Bis 9 Uhr morgens waren am Freitag 167 Ergebnisse bekannt. tommen hinzu Höchst Usingen, Lauenburg, Weimar und Gewählt find 41 Nationalliberale, 27 Socialdemokraten, 19 Frei- Ulm, während Bensheim- Erbach noch zweifelhaft erscheint, Rintelnfinnige Bollspartei, 21 Konservative, 11 Centrum, 10 Freifinnige Hofgeismar aber den Antisemiten zugefallen ist. Als verloren find Vereinigung, 8 Reichspartei, 6 Deutsche Volkspartei, 7 Antisemiten, auch zu betrachten Jena und Eisenach; weitere Siege dürften wir 6 Welfen, 3 Elsässer, 3 Bund der Landwirte und Bauernbund, kaum noch zu erwarten haben. * 2 Polen, 1 Nationalsocialer, 2 Wilde. Höchst- Usingen. Soc. mit Centr. Einschließlich der Resultate der Hauptwahlen verfügen nunmehr Es erhielten Stimmen: Brühne 17 109, Jtschert 16 061. die Konservativen über 53 Size, das Centrum über 99, die Nationalliberalen über 47, die Socialdemokraten 83, die Polen über 16, die Reichspartei über 14, der Bauernbund und der Bund der Es Landwirte über 6, die Elsässer über 9, die Dänen über 1, die Antisemiten über 8, die Chriftlichsocialen über 1, die Nationalsocialen über 1, die Freifsinnige Boltspartei über 19, die Freifinnige Ver- Es einigung über 10, die Deutsche Volkspartei über 6, Wilde über 5 und die Welfen über 6 Size. Gewählt: Brühne, Soc. aid in Hagen. Soc. mit Frs. Vp.( vervollständigt). erhielten Stimmen: Timm 16 214, Eugen Richter 21 999. topp Gewählt: Eugen Richter, Frs. Vp. Hirschberg- Schönau. Soc. mit Frſ. Vp. erhielten Stimmen: Feldmann 5520, bleg 10 608. Gewählt: Ableß, Frs. Vp. Tilfit- Niederung. Soc. mit Kons. erhielten Stimmen: Schickert 11 200, Sofer 7800. Gewählt: Schickert, Kons. Sangerhausen. Soc. mit Rp. erhielten Stimmen: Simon 7515, Scherre 9800. Gewählt: Scherre, Rp. Wartenberg- Dels. Np. mit Antis. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsbrecher: Amt IV. Mr. 1984. Iserlohn. Soc. mit Frs. Bp. Es erhielten Stimmen: Gewehr 10 196, Renzmann 18 547. Gewählt: Lenzmann, Frs. Bp. Lauenburg. Soc. mit Rp. Es erhielten Stimmen: Lesche 5277, Bernstorff 4782. Gewählt: Lesche, Soc. r. Hagenau- Weißenburg. Elf. mit Wild. Es erhielten Stimmen: Wiltberger 13 373, Prinz Hohenlohe 12 983. Gewählt: Wiltberger, Elf. Bisher sind von den 180 Stichwahlen die Resultate aus 167 Wahlkreisen bekannt; doch fehlt bei manchen noch die Angabe genauer Stimmenzahlen, so daß vielleicht einzelne Korrekturen nötig sein werden. Gewählt sind: 27 Socialdemokraten, 21 Konservative, 8 Reichspartei, 11 Centrum, # 6 Welfen, 41 Nationalliberale, 10 Freifinnige Vereinigung, 19 Freifinnige Volkspartei, 6 Deutsche Volkspartei, 7 Antisemiten, 2. Polen, 3 Elfäffer, t3 Bauernbündler, 1 Nationalsocialer, 2 Wilde. Die von der Socialdemokratie gewonnenen Kreise veröffentlichen wir an andrer Stelle. Von den übrigen Parteien haben gewonnen: Striegau Die Konservativen: Liebenwerda- Torgau Minden- Lübbecke Merseburg- Duerfurt Bunzlau Ost- Havelland Herford- Halle Emden- Leer Kottbus Elbing- Marienburg Memel- Heydekrug Tilfit Ruppin- Templin Landsberg- Soldin Kalau- Luckau Uedermünde- Usedom Czarnikau- Filehne Strehlen- Dhlau Jerichow Ansbach- Schwabach Güstrow- Ribniz Oberbarnim. b. Richthofen Brüschent Sielermann Wincler Kern Pauli Meyer Knyphausen Dirksen v. Oldenburg Krause Schickert Dietrich Böning Henning o v. Böhlendorf Zindler Rother Bismard Hufnagel v. Treuenfels Die Reichspartei: Bitterfeld- Delitzsch Fraustadt- Lissa. Deutsch- Krone Westprignit Dels- Wartenberg Sangerhausen- Ecartsberga Mecklenburg- Strelit druro nis In Würzburg Köln- Stadt #torted an idiote de Beuthen nd All dimple • Pauli Bauermeister Schmidt Gamp Stubbendorff v. Kardorff Scherre Naud Das Centrum: In der Stichwahl gewannen die Socialdemokraten 27 Mandate Es und verloren 5, das Centrum gewann 2 und verlor 6, die NationalLiberalen gewannen 14 und verloren 7, die Antisemiten gewannen 4 und verloren 3, die Konservativen gewannen 12 und verloren 7, Es die Reichspartei gewann 1 und verlor 2, die Deutsche Volks partei gewann 3 und verlor 1, die Freifinnige Boltspartei getan Es erhielten Stimmen: Kardorff 6210, Stumpf 2982. Mülheim( Rhein) 3 und verlor 1, die Freisinnige Vereinigung gewann 3 und verlor 1, die Elsässer gewannen 1 und verloren 1, Wilde gewannen 2 und verloren 1, die Welfen verloren 1 und gewannen 3, der Bauernbund und der Bund der Landwirte gewannen 3, die Polen gewannen 2 Site. Die 27 socialdemokratischen Stichwahlgewinne tönnen sich noch geringfügig ändern; es ist möglich, daß die Zahl sich noch um einen Es oder zwei vermehrt. 27 find uns jedenfalls sicher. Gewählt: Kardorff, Rp. 9 Jerichow. Soc. mit Bismarck. Es erhielten Stimmen: Voigt 9340, Bismard 18 551. Gewählt: Bismard. ornito and abbild Effen Düsseldorf Hildesheim Bielefeld Schweinfurt pmapinis Freiburg( Baden). Kaiserslautern. Soc. mit Frs. Vp. ing erhielten Stimmen: element 8480, Sartorius 10 711, on Gewählt: Sartorius, Frf. Vp., stopi Duisburg. Soc. mit Natl. 190512 fisid and Mit besonderer Genugthuung erfüllt uns, daß wir nicht mur Bochum, sondern auch Dortmund erobert haben und damit den Es erhielten Stimmen: Hengsbach 29 937, Beumer 86 407. Toten des 25. Juni einen der bösartigsten Arbeiterfeinde, Hilbek, nachos im Gewählt: Beumer, Natl. geworfen haben. Görlik. Soc. mit Frs. Bp. Einige Kreise werden uns noch in den Nachwahlen zufallen, Es erhielten Stimmen: Keller 18 059. Mugdan 18 247. deren Mandate infolge der geradezu ungeheuerlichen Wahlbeeinflussungen tassiert werden dürften! Gewählt: Mugdan, Freis. Vp. Dortmund. Soc. mit Natl. So hat das Volksgericht der Wahlen trotzdem alle Schlamm- Es erhielten Stimmen: Bömelburg 39 391. Silбd 39 074. vulkane Verleumdungen wider uns spien, troß der Zusammenballung Gewählt: Bömelburg, Soc. der einen reaktionären Maffe, trop eines Systems beispielloser Kaffel- Melsungen. Soc. mit Antis. Wahlerpressungen und trotz der verfaffungswidrigen Ungleichheit der Es Bahltreise mit aller Kraft sein Urteil gesprochen. Die Socialdemokratie wird im neuen Reichstag der Zahl nach neben der„ regierenden Partei" erscheinen. Sie wird eine Fülle neuer sach Es fundiger Bolititer in das Parlament entsenden. Als die Partei des Boltswillens, als Partei des Fortschritts auf allen Gebieten, als die Partei der fleißigsten und tüchtigsten Arbeiter des Reichstages, Es wird sie die moralisch und in der Folge auch die politisch ausschlaggebende Macht sein! Sib mindiane epis 1122730 IP stres erhielten Stimmen: Thiel 15 817. attmann 16 808. roms Gewählt: Lattmann, Antis. Czarnikan- Filehne. Konf. mit Pole. erhielten Stimmen: Bindler 14 120, Gajowiedi 8304, riol Gewählt: Zindler, Kons. 200 ste the sid 2 Lörrach- Müllheim. Centr. mit Natl. erhielten Stimmen: Blankenhorn 10 439, Stopf 7151. Gewählt: Blankenhorn, Natl. Eklingen. Soc. mit Bund d. L. Es erhielten Stimmen: Schlegel 12 145, Lang 11 469. Gewählt: Schlegel, Soc. Ad • Thaler 元 巷 nisite Trimborn nade Krolit Stößel Die Welfen. Kirsch Bauermeister Humann de Witt Holzapfel Marbe Holzminden- Gandersheim. Damm Lüchow- Uelzen- senhagen.. v. Bernstorff Osnabrück Melle- Diepholz Göttingen Bleckede v. Schele Colshorn b. Dhlenhusen v. Wangenheim Die Nationalliberalen. Schwarzburg- Sondershausen. Baerwinkel Duisburg- Mülheim Guben- Lübben. Mülhaufen( Elsaß) Wangleben Cannstatt Worms Sof( Bayern) Offenbach a. M. Halberstadt Hanau. Gießen Sinsheim( Baden) Helmstedt- Wolfenbüttel. Hamm- Soeft Erfurt- Schleufingen Graudenz- Strasburg Beumer Schönaich- Carolath Schlumberger Bartling Schmidt Sieber Hehl zu Hernsheim Münch- Ferber Becker Rimpau Lucas Wiesbaden Heyligenstädt Müller Kaufmann Westermann Hagemann Sieg Schleswig- Edernförde Matsen Held Wallbrecht Jorns Verden Hameln- Springe Einbeck- Northeim Goslar- Zellerfeld Horn Celle- Gifhorn Wehl Harburg- Rotenburg Deyten Geeftemünde Böttger Limburg.. Buchsieb Koblenz Krämer Kreuznach- Simmern Paasche Landau Schellhorn Germersheim • Zweibrüden Bayreuth Donaueschingen- Engen Lörrach Friedberg- Büdingen Lichtenberger Leinenweber Weinen Seite der gewaltige Sieg der Socialdemokratie das Energie, wie bisher, führen zu können. Deshalb wenden wir uns wichtigste Ereignis dieser Wahl ist, so ist es andrerseits die voll- an Sie mit der dringenden Bitte um eine Beisteuer zu den Kosten tommene politische Verrottung, der der Freifinn unrettbar ver- der Wahlbewegung. fallen ist. Bei der großen Ausdehnung des Wahlkreises, bei der stets wachsenden Zahl der Wahlberechtigten steigen and die stoften bee Wahlkampfes naturgemäß immer mehr. Wenn Sie, geehrter Herr, wie wir nicht zweifeln, mit uns darin übereinstimmen, daß der II. Berliner Reichstagswahlkreis nicht repräsentiert sein darf durch einen Socialdemokraten, der sich nur als Vertreter eines Bruchteils der Wählerschaft fühlt und auch im Reichstage nur deren Sonder interessen vertreten will, so unterstügen Sie unsre Bestrebungen thätig und durch Spendung eines recht namhaften Betrages gum Wahlfonds. Können wir den Kampf energisch aufnehmen, so zweifel wir nicht an dem Siege unsrer guten Sache. Die uns freundlichst getpährten Beiträge bitten wir an den Schazmeister unsres Wahl vereins, Herrn Stadtverordneten Fasquel durch einliegende Bostanweisung recht bald gefälligst zu übersenden. In größter Hochachtung Barth ermächtigt hätte, die allgemeine Parole gegen die Reaktion für J. A. Der Vorstand des Wahlvereins der Fortschrittspartei im die Stichwahlen auszugeben. Soweit der Ostsee- 8tg." bekamut II. Berliner Reichstags- Wahlkreise. Faſt könnte es die Socialdemokratie bedauern, daß fie den Offiziersburschen der feudalen Reaktion Stichwahlhilfe gebracht hat Sie sind kaum der Mühe wert. In zahlreichen Wahlkreisen haben die Socialdemokraten den Freifinn herausgehauen, einen guten Teil seiner paar Mandate verdankt er den Arbeitern. Dafür hat er gezahlt mit Bismarck, Rettich, Oldenburg! Die Stichwahl- Parole der Freisinnigen Vereinigung. Unter diesem Titel veröffentlicht Eugen Richter in feiner " Freifinnigen Zeitung" folgende Nachrichten: Die Ostsee- Zeitung", ein Drgan der Freisinnigen Vereinigung, stellt als authentisch fest, daß der Vorstand der Freisinnigen Bereinigung in feiner Form einen Beschluß gefaßt habe, welcher Herrn 籃 • Hagen . Faller Blankenhorn Beck Graf Driola Wallau Fries Bazig jutopl Momunsen Röside Hoed Die Freifinnige Vereinigung. Heidelberg- Eberbach Alsfeld- Lauterbach Eisenach Roburg Danzig Dessau- Zerbst Dithmarschen Röslin- Kolberg Greifswald- Grimmen Gothein. • Glogau Hoffmeister. Bachnicke. Botthoff. dana Riff. Barth. Dove. Schiveinitz Parchim- Ludwigsluft Waldeck Straßburg( Stadt) Berlin I Freifinnige Volkspartei. Hagen Nordhausen • Kaempf Eschwege Schmalkalden Erlangen Fürth Sagan- Sprottau Mühlhausen- Langensalza Eugen Richter Grünberg- Frehstadt Löwenberg Liegnig- Goldberg Landeshut- Jauer. Hirschberg- Schönau Görlig- Laubau Altena- Iserlohn o TOI Wiemer Seyboth Barbed Müller Eickhoff Blell . • susut nish Kopich Pohl Hermes Ablaß Mugdan Lenzmann Sartorius Kaiserslautern. Bingen- Alzey Oldenburg( Großherzogtum) Barel. Meiningen Reutlingen · Calm Heidenheim Schmidt Bargmann Träger Müller Deutsche Volkspartei. Graf Reventlow Bayer 1. Schweikhardt Storz Freudenstadt Wagner Rottweil Haußmann Straßburg( Land) Blumenthal med si Die Autisemiten. Bautzen Graefe Schlochau- Flatot. Böckler Arnswalde- Friedeberg. Bruhn Ost- und West- Sternberg. Frölich Rinteln- Hofgeismar Kassel- Melsungen. Hersfeld- Rotenburg. Lattmann Werner Die Polen. Kattowitz- Zabrze Pleß- Rybnik Die Elfäffer. Merot Breiz Wiltberger bylt • . Wolf 1.Vogt Mittermeier • Korfanth v. Kowalczyk Bolchen- Diedenhofen Colmar( Elsaß) Hagenau- Weißenburg Die Bauernbündler. Heilbronn- Neckarsulm Crailsheim Straubing. • Die Nationalsocialen. Marburg- Kirchhain.... v. Gerlach. Die Wilden. Schaumburg- Lippe Holzminden- Gandersheim. • Deppe( liberal). Damm( liberal). Streifzüge durch das Wahlfeld. Die Offiziersburschen. ist, habe die Freifinnige Vereinigung in keinem Wahlkreise, wo sie II. 2:00 die Entscheidung in Händen hat, offiziell die Aufforderung ergehen an die Wähler des 2. Berliner Reistags Lassen, für den Socialdemokraten zu stimmen. Wahlireises! Auf zur Stichwahl! Wähler Mitbürger 1 Die Neue Stettiner Zeitung", ein Organ, das auf dem Boden der Freisinnigen Vereinigung steht, fordert zu gemeinsament Borgehen der bürgerlichen Parteien gegen die Socialdemokratie auf. Die fühne Hoffmmg der Socialdemokraten, auf einen Schlag In Ueckermünde- Usedom- Wollin hat nach der„ Vossischen unfern II. Berliner Reichstags- Wahlkreis wieder zu erobern, ist au Beitung" die Freifinnige Bereinigung in der Stichwahl gegen die dem Verständnis und dem Pflichtgefühl der Bürgerschaft gescheitert. Socialdemokratie den konservativen Landtags Abgeordneten Nun gilt es, alle Kraft zusammenzuraffen, auf das uns der voule v. Böhlendorf empfohlen. Sieg zu teil werde! Berlin II, die Hochburg der Intelligenz, der Die im Landtags- Wahlkreis des Abgeordneten Barth er Wahlkreis, der so lange einen Virchow, eine Weltleuchte der Wissen durch einen Socialdemokraten vertreten werden. erfcheinende„ Stieler Zeitung" erklärte vor einigen Tagen im schaft, in den Reichange entsandt, Berlin II darf im Reichstage nicht Namen der ganzen schleswig- Holsteinischen Partei es für ausgeschloffen, daß jemand für einen Socialdemokraten die Stimme abgeben könnte. In dem bisherigen Wahlkreise des Abg. Schrader, Landsberg Soldin, veröffentlichte der Vorstand des Liberalen Vereins( Mag Bahr, C. Becker usw.) in der„ Neumärk. Ztg." folgende Erklärung: " Der bevorstehenden Stichwahl gegenüber vermögen wir eine einheitliche Stellung nicht zu nehmen, und müssen dem einzelnen Wähler überlassen, zu entscheiden." Ju Stettin, wo Abg. Brömel in der Stichwahl mit der Socialdemokratie stand, hat dieser in einer Vertrauensmänner- Versammlung die andren bürgerlichen Parteien darauf aufmerksam machen lassen, daß die Wähler aller dieser Parteien am 25. Juni vor der Frage stehen, ob sie das Vaterland über die Partei stellen wollen oder nicht".„ Das ist der Gesichtspunkt, der meiner Ueberzeugung nach für alle diejenigen ausschlaggebend sein muß, die sich darüber flar sind, was es heißt, went die Socialdemokratie die Vertretung der Stadt Stettin im Reichstage in die Hände bekommt." In Königsberg war die Hartungsche Zeitung" ermächtigt zu erklären, daß die Anhänger der Freisinnigen Vereinigung in der Stadt Königsberg sich der generellen Parole, welche von der Leitung der Freifinnigen Vereinigung ausgegeben ist in Bezug auf das Verhalten zwischen Konservativen und Socialdemokraten, nicht anschließen. In Lauenburg fordert der Vorstand des Vereins der Freifinnigen Vereinigung bei der Stichwahl zwischen dem Socialdemotraten und dem Konservativen Grafen Bernstorff die liberalen Wähler auf, ihre Stimme nach der eignen politischen Ueberzeugung abzugeben. Ein andrer auch von liberalen Wählern unterzeichneter Aufruf fordert direkt auf, für den konservativen Kandidaten als den Kandidaten der Ordnungsparteien zu stimmen. Herr Richter will offenbar den Beweis dafür erbringen, daß die Stichwahlmoral der Vereinigung" ungefähr auf derselben Tiefe stehe wie die der Volkspartei. So fommen wir denn seit langer Zeit wieder einmal in die erfreuliche Lage, mit Herrn Richter einer Meinung fein zu dürfen. subis Nationalsociale Erkenntnis. Pfarrer Naumann schreibt in der nationalsocialen Wochenschrift„ Die Zeit": Wir Nationalsocialen kommen als geschlagene Truppe aus dem Kampf zurück. Einer von uns ist in Stichwahl, Herr v. Gerlach in Marburg: wir andern aber sind auch dieses Mal nicht bis zur Schwelle des Reichstages gelangt. Wir sind, so heißt es weiter, nicht unterlegen, weil es an Geld oder Mitteln gemangelt hätte. Alles, was wir brauchten war da. Wenn troßdem die Niederlage erfolgt fei, so bedeute das, wir find nicht im Stande, die neue Partei zu begründen". O Naumann fagt weiter, es müsse ein Delegiertentag einberufen werden, dessen einziger Verhandlungsgegenstand sei:" Was thun wir, Wähler! Mitbürger Jezt gilt's, den Blick auf das Ganze zu richten. Jetzt gilt's, Sondermeinungen und Sonderbestrebungen zurückzustellen, die Einzelwünsche der großen Sache des Vaterlandes unterzuordnen und dem Manne die Stimme zu geben, der im Gegensatz zu dem Kandidaten der Socialdemokratie Freiheit, Recht und allgemeine Wohlfahrt im Wege ruhiger Entwickelung auf dem Boden der gegenwärtigen Staats- und Gesellschaftsordnung erstrebt. Dieser Mann ist unser Landtags- Abgeordneter und Stadtverordneter Robert Kreitling, auf den bereits im ersten Wahlgang Stimmen gefallen sind. Er ist ein Mann, der unser aller, auch seiner politischen Gegner, Vertrauen in vollem Maße verdient. Ein Mann, dem alle Volksverheßung, alle Schroffheit, alle unfruchtbare Verbissenheit fernliegt, der mit Ernst und Zuverlässigkeit seine Ideale verfolgt, aber auch Andersdenkenden Gerechtigkeit widerfahren läßt. Robert Kreitling ist ein alter Bürger unsrer Bezirke, in denen er eine reiche und viel geschäste gemeinnügige Thätigkeit ausgeübt hat. Er ist ein Mann des gewerblichen Lebens, dem er als Arbeiter wie als Arbeitgeber angehört hat. Robert Kreitling ist ein Mann von Rat und That, der das Herz auf dem rechten Flecke hat, der weiß, wo den Bürger der Schuh drückt, und den ernsten Willen hat, zu bessern und zu helfen, wo und wie immer es ihm möglich ist. In der Stadtverordneten- Versammlung, der Robert Kreitling seit langen Jahren angehört, nimmt er eine angesehene Stellung ein; er hat sich auf vielen Gebieten der Gemeindeverwaltung hervorgethan und treu bewährt und ebenso als Mitglied des Landtages die Intereffen unsrer Stadt maßvoll und doch entschieden und mit Erfolg vertreten. Mitbürger! In die Hände dieses Mannes fönnt ihr getrost Eure Vertretung im Reichstage legen. Auch wenn mancher von Euch mit seinen politischen leberzeugungen nicht allenthalben übereinstimmt, werdet Ihr Euch sagen, daß ein Bürger, der Freiheitsliebe mit Gerechtigkeit und eine starte Reformfreundlichkeit mit Besonnen heit und sorgfältiger Prüfung des Erreichbaren verbindet, wohl würdig ist, Euer Abgeordneter im Reichstage zu sein. Robert Kreits ling ist ein Mann von erprobter Vaterlandsliebe, der dem Kaiser giebt, was des Kaisers, und dem Volke, was des Volkes ist. Wähler! Mitbürger! Ihn wählet! Bedenket, daß das Wahlrecht Euch die moralische Wahlpflicht auferlegt! Bedenket, daß diejenigen die Haupthilfe für die Socialdemokratie leisten, die ihr Wahlrecht nicht achten, die keinen Gebrauch von ihm machen. Sorge jeder von Euch dafür, daß ihn nicht die Mitverantwortung treffe für die abermalige Wahl eines Socialdemokraten in unsrem Wahlkreise! Darum auf zur Stichwahl Auf, Mann für Mann! Hinweg mit fleinen Bedenken und frischen Mutes auf zur Stichwahl! Thut Eure Pflicht, daß dem Bürgertum ein schöner Sieg beschieden sei! Und so sei am Stichwahltage, am 25. Juni, für unsern Wahlkreis die Parole: Robert Kreitling! then aut auth nachdem flar geworden ist, daß wir im gegenwärtigen Zeitpunt Die Rettung des Hohenzollernschloffes. nicht parteibildend auftreten können?" ito said " in Arm " mit Diese Erkenntnis, die den Nationalsocialen von socialdemo tratischer Seite schon längst gelehrt wurde, ist ihnen merkwürdig Von allen Erfolgen, die der Socialdemokratie in dem nunmehr spät und in einem ganz merkwürdigen Zeitpunkt aufgegangen: abgeschloffenen Wahlkampfe beschieden gewesen sind, ist ihr„ Mißnämlich genau in demselben Augenblid, in welchem der erste erfolg" in Berlin I der größte. In einem Kreise, der uns nach nationalsociale Reichstags- Abgeordnete gewählt worden, also der feiner Bevölkerungszusammensetzung ungünstig schien, sind wir bis an erste Erfolg der Partei erzielt worden ist. Diesen Erfolg zu die Schwelle des Sieges vorgedrungen, obwohl sich alle bürgerlichen überschäßen, sind wir sicherlich nicht geneigt; aber daß Herr Raumann Nichtungen zusammenschlossen und alle Minifterhotels Teerten, um den angesichts seines ersten Sieges allerdings nicht ganz feines reis für einen„ töniglichen Kaufmann", den Bankdirektor Kaempf Sieges die Flinte ins Korn wirft, bleibt drum nicht weniger feltjam.00 19 bife s retten: zu die jüdische Großfinanz Arm Eine Wahrheit bleibt aber wahr, wann immer sie gesagt wird: den antisemitischen Kleinbürgern, Regierungsbeamte Schulter an Die nationalsociale Partei, die mit dem Anspruche in die Welt trat, Schulter mit den Reichsfeinden a. D., fromme Centrumsleute mit den internationalen Socialismus durch einen großpreußischen zu„ materialistischen Atheisten", die Abonnenten der Kreuz- Zeitung", erfeßen, hat nach jahrelangem zähen Kampfe nur ein paar taufend" Post" und" Staatsbürger- Zeitung" innig geſellt denen des BörsenStimmen in ganz Deutschland zusammengescharrt, nicht viel mehr Couriers" und des Berliner Tageblatts"- Sachsens jetzt so als ein Hundertstel dessen, was die Socialdemokratie erreicht hat. jämmerlich zerschelltes Jdeal war in Berlin I verwirklicht. Und Wenn ihr auch das Wahlglück einen Bettelpfennig gegönnt hat, dennoch brachte es unser Kandidat auf 6232 Stimmen, während der bleibt sie bankrott. gemeinsame Kandidat aller Ueberzeugungslosen Kaempf mit einer Bufallsmehrheit von 375 Stimmen durchs Ziel ging, mit dem Aermel bereits den socialdemokratischen Zuchthausstaat streifend. In den Kaempffchen Flugblättern wurde gesagt, daß keine 1000 Wähler des Genoffen Arons überzeugte Socialdemokraten seien. Wenn das wahr wäre wie herabgekommen muß dann der Freifinn sein, daß seine eignen Anhänger lieber für einen Socialdemokraten stimmen! Man sollte meinen, daß die freifinnige Presse an diefem demiDer Berliner Freifinn hat sich recht verfrühten Stichwahl tigenden Erfolg" schamhaft vorüberhuscht. Aber nein: fie feiern burg- Lippe, Elbing( v. Oldenburg), 1. medlen gefühlen hingegeben. Da es aber nur wenigen Machern im Freifinn wahrhaftig ihren Sieg, diefelben Leute, die schon am 16. Juni hatten burgischer Kreis( Rettich), 6. medlenburgischer vergönnt gewesen ist, diese Vorfreuden zu genießen, fo wollen wir Stichwahl Flugblätter bruden laffen, um in vier Berliner Kreisen Rreis, Medienburg- Streli, Rottbus, ieben bas hiermit nachholen und allen, die es freuen mag, die Gelegenheit das„ freifinnige Bürgertum" triumphieren zu laſſen. Liebenbergönnt so werda Torgau, Labiau- Wehlau und Tilsit. dazu verschaffen. Man lese und lache: Mehr als zwanzig Konservative, und Bindler und mehrere zum Teile sehr weit rechts stehende Nationalliberale haben im Stichwahlkampfe gegen die Socialdemokratie erfolgreiche Hilfe von seiten der Freifinnigen erhalten. Wir verzeichnen vorläufig folgende freifinnige Heldenthaten: Mit freifinniger Hilfe tamen in konservativen oder bündlerischen Besiz: Bauzen( der Antisemit Graefe!), Memel, Merse burg, Ober- Barnim, Kalau Ludau, Neu Ruppin, Landsberg Soldin( mit Hilfe der Freifinnigen Vereinigung), Delipsch Bitterfeld, N.- und S. Dithmarschen, ledermünde- Usedom, Jerichow I und II( Bismard!), Westprignis, Potsdam- Osthavelland, SchaumN 0 Kein Wort der Nachrede findet die„ Deutsche Tageszeitung" für ihren Chefredakteur. Nur hinter den" Verleihungen, Ernennungen und Berfeßungen" auf der britten Seite des Blattes findet man unter andren Telegramunen die flägliche Kunde: Schulze gegen Dertel gewählt Bitter! Den Nationalliberalen halfen die Freifsinnigen gegen uns u. a. in Wiesbaden, Hof, Bayreuth, Roburg, Cannstatt Bertraulich. und Schleswig. Die Freifinnigen haben also mehrere Dukend Mandate vor der socialdemokratischen Gefahr gerettet und sie der agrarischen Reaktion zugewandt. Wir werden noch Gelegenheit finden, diese für die politische Geschichte nicht unwichtige Thatsache ausführlicher zu besprechen. fin 200 Mothing nomani notisid Stichwahlfreuden auf Borrat. I. Berlin, den 17. Juni 1903. Li Reichstaga Stichwah I 1903. ltd is II. Berliner Wahlkreis. Sehr geehrter Herr! " 0 sid Die Voffische Zeitung", die Anno 1848 ein Extrablatt der Freude herausgab, weil sich im Hohenzollernschloß der König vor der Revolution beugen mußte, ist jetzt überglücklich, daß es gelungen ist, das Hohenzollernschloß vor der Schande zu bewahren, daß die Interessen dieses Gutsbezirks" von einem Socialdemokraten ver treten würden! Die„ Vossin" preist ihr Schicksal, daß es der Socialdemokratie nicht gelungen sei, den Wahlkreis zu nehmen,„ in und triumphierend ruft sie aus: " Für diesmal sei nur ein typischer Fall herausgegriffen, der von auf die socialdemokratischen Kandidaten gefallenen Stimmen zu Tag dem das alte Hohenzollernschloß, die Residenz des Kaisers, liegt", Im ganzen Lande ist am geftrigen Wahltage ein Anwachsen der nur in einigen Berliner reisen, zu denen Jerichom I und II, wo Genoffe Boigt mit 8140 Stimmen gegen getreten ben Fürsten Herbert Bismard mit 10 430 Stimmen in Stichwahl auch der unfrige gehört, ist es treuer, unablässiger Arbeit gelungen, stand. Ausschlaggebend waren hier die freisinnigen Voltsparteiler mit die Hochflut zurückzudämmen. Wenn auch die Socialdemokratie sich 6480 Stimmen. War es nicht selbstverständlich, daß ein Frei in der Stichwahl zu einem Hauptsturm auf unfren Wahlkreis) rüftet, sinniger, der seinen Namen nicht schänden wollte, gegen den wir sind bereit, die Gegner zu empfangen und zurückzuschlagen. bornierten Oberscharfmacher und Wahlrechtsfeind, den„ kommenden Wir haben deshalb auch unsrerseits eine träftige Agitation für den Mann" der agrarischen Reaktion alle Minen springen laffen mußte? Kandidaten der Freisinnigen Volkspartei, Stadtverordneten und Das Gegenteil geschah. Der gehorsame Offiziersbursche hat dem Landtags- Abgeordneten Robert Kreitling Fürsten die Steigbügel gehalten. Der Socialdemokrat hat in der " Alle diese Anschuldigungen und Aufrufe, alle diese und ähnliche Stampfesmittel haben sich als unwirksam, alle Spekulationen auf die Mißvergnügten und Kurzsichtigen als trügerisch erwiesen. Noch ist der erste Wahlkreis nicht die rote City". Der freisinnige Kandidat hat das Mandat behauptet, wenn auch mit geringer Mehrheit." Zum Schluß wirft das freisinnige Spießer Organ den konStichwahl nur etwa 1200 Stimmen mehr erhalten, Herbert eingeleitet, um unsren Wahlkreis, den lange Jahre Mud. Birchow fervativ- antisemitischen Helfershelfern vor, daß fie durch Aufstellung Bismard aber mehr als Dreitausend! Die Haltung der Frei- vertreten, für den Liberalismus zurüdzuerobern. Aber die Kosten eigner Kandidaten die Freifinnigen gehindert hätten, ihre ganze finnigen hat an Schmählichkeit Feigheit auch die des gestrigen Tages haben unsre Kasse erschöpft. Wir bedürfen Kraft gegen lints zu richten". Nun, das nächste Mal schlimmsten Befürchtungen übertroffen, wenn auf der dringend neuer Geldmittel, um den Wahlkampf mit gleicher befolgen vielleicht die Freisinnigen den Rat, der ihnen von konund und ervativer Seite gegeben wurde, und verteilen Berlin untereinander: zwei Wahlkreise für den Freisinn, einer für den Antisemiten und einer für Nationalliberale. Dann stimmen alle für einander. Im übrigen mag vorläufig in Berlin ein einsames freisinniges Wahrzeichen stehen bleiben, wie im Königreich Sachsen eine„ tonservativ- antisemitische Kuriosität! Mit grimmigem Sarkasmus spottet die freifinnig- demokratische Bolts- Zeitung" über den„ Sieg": ausFür die Nationalliberalen scheinen sich die Stichwahlen| Der donnernd losbrechende Beifall fand ein unerwartetes Echo schlimmer anzulassen, als man vermuten konnte. Sie beklagen außerhalb des Saales. Man vermutete im ersten Augenblick, daß insbesondere den Verlust ihres Führers Bassermann, eines der die freisinnigen Sieger" eine Gegendemonstration veranstaltet wenigen staatsmännischen Köpfe des Reichstages, und haben ins- hätten. Man hatte sich getäuscht. Da nur noch hinter verschlossenen besondere im Süden, dank der Feindschaft des Centrums, schwere wonnen haben. Schläge erlitten, während sie im Norden und in Mitteldeutschland Thüren greisenhaft dahinvegitierende Freisinn veranstaltet teine vom Centrum, den Freifinnigen und den Antisemiten Sige ge- Demonstrationen mehr! Das Echo scholl vielmehr aus dem Garten m fun herauf, wo sich Hunderte nicht mehr in den Saal hineingelassener Berlins erster Wahlkreis ist noch einmal von der social- Wähler angesammelt hatten, denen ebenfalls die ersten Stichwahldemokratischen Eroberung bewahrt geblieben, aber mit der ver- siege verkündigt worden waren. Das Staunen löste sich alsbald in hängnisvoll schwachen Mehrheit von nicht einmal ganz fröhlichen Beifall auf. 400 Stimmen. Geradezu niederschmetternd wirken die Nachrichten aus Sachsen, nachrichten frendig unterbrochene Treiben beobachtet, wandten wir Nachdem wir eine Zeitlang das behagliche, durch neue Siegeswo nur der persönlich allgemein beliebte wackere Reform unire Schritte den„ Arminhallen" zu. Und zu unsrer Genugthuung parteiler Graefe ſeinen Wahlkreis zu behaupten ber- bemerkten wir nun doch, wie sehr das Volk an der Stichwahl im mochte, während das ganze übrige Sachsen sich als rot erwies. " Daß für den freisinnigen Kandidaten in nennenswertem Umfange Reserven aus freisinnigen Kreisen herangezogen werden konnten, 190müssen wir nach unsren Informationen bezweifeln. Denn schon bei der Hauptwahl funktionierte gerade in diesem Wahlkreise, wo der Hauptgönner des offiziösen Partei- Organs der freifinnigen Volkspartei durch den Abgeordneten Richter und durch das von ihm redigierte Blatt aufs wärmiste empfohlen war, der freisimmige Wahlapparat mit kaum noch zu steigerndem Hochdruck. Es muß Sogar Leipzig fiel dank der freifinnigen Quertreibereien, 1. Wahlkreis Anteil nahm. Aus jeder Gruppe, an der wir vorbeibielmehr die Zunahme an Stimmen für Kaempf seit dem 16. und der Audeutsche Professor Hasse wird die Stadt, die er so streiften, schwirrten Glossen über die Wahl an unser Dhr. Hier schließlich auf die Rechnung der Konservativen gesetzt werden, die in lange im Reichstage bestens vertreten, einem Socialdemokraten diskutierte die proletarische Jugend beiderlei Geschlechts das Wahlaihren maßgebenden Organen die Wähler energisch ermahnt hatten, Motteler überlassen müssen. thom sta für Herrn Kaempf einzutreten. Die dankbare Anerkennung der Re- Die Stichwahlen machen das unerfreuliche Bild der Haupt- Refrain. Dort beschäftigte sich ein Gruppe bürgerlicher Wähler mit of pas resultat. Diesmal noch nicht, aber sicher das nächste Mal" war der aktionären für die ihnen in der Zolltarif- Obstruktionsfrage von seiten wahlen nicht erfreulicher. Der starke„ Ruck nach links" ist dem Wahlausfall: Die Socialdemokratie hat auf alle Fälle den Sieg der Freisinnigen Volkspartei geleistete thatsächliche und moralische noch markanter geworden, und noch drohender erhebt fich die Hilfe verband sich hier mit der von konservativer Seite aus Frage, ob die Regierung mit diesem Reichstag wird auf die errungen. Der Freisinnige ist nur auf konservativen Krücken einmal politischer Berechnung stets sorgfältig gepflegten Kultur der Legende Dauer auskommen und agrarfreundliche Handelsverträge wird noch ins Parlament gehumpelt. In einer Thürnische hält ein vom roten Gespenst, um Herrn Kaempf als das sogenannte abschließen können. Uns scheint dies fast unmöglich." dreizehnjähriger Bursche einer Anzahl älterer Frauen einen politischen 191kleinere Uebel" dem patriotischen Empfinden der konservativen Die antisemitische Staatsbürger- Zeitung" bekennt stolz am Vortrag. Daß der Freisimmige noch einmal gefiegt hat, wird mit Wähler nahe zu rüden. Ueberdies, hatten sich die Freifinnigen odlicnur die nationalen Parteien Berlins haben die Residenz einem bedauernden" Oh" aufgenommen." Na, einmal noch und des Wahlkreises dieſem Empfinden mit schöner Anschmiegsamkeit unsrer Hohenzollern vor der Schmach bewahrt, durchweg social- nicht wieder", tröstet der rote Zulumftswähler. dadurch zu empfehlen gewußt, daß sie es aus der bekannten Tiefe ihres loyalen Gemütes als einen für einen wahrhaft frei- Dann aber feiert sie den„ wahrhaft herzerfrischenden" Sieg der beseyt. Jedes neu eroberte Mandat wird durch stürmischen Jubel demokratisch vertreten zu sein." finnigen Manu unerträglichen Gedanken hinstellten, daß in dem Wahlkreise, wo das kaiserliche Schloß steht, ein Socialdemokrat heiligen Sache des Ritualmordes. Ihr Verleger Bruhn hat ja gefeiert. Erst kurz vor Mitternacht zerstreut sich die freudig belegie asgewählt werden könnte. So lange noch die staatserhaltende Ge- Ahlwardt in Arnswalde- Friedeberg ersetzt. Man höre folgenden Menge. #finnung des freisinnigen Männerstolzes vor Königsthronen telegraphischen Hymnus aus Arnswalde: dau natione is des Auch in den, Arminhallen" find Saal und Garten dicht So endete für Berlin des roten Volksgerichtes zweiter Tag. stoto! derartige Blüten reinster und edelster Königstreue zu zeitigen ber- indsAuf dem Marktplage wurden gewaltige Kundgebungen dem mag, braucht der Gruppe Richter um die Wahlhilfsbereitschaft der Sieger Herrn Bruhn zu teil. Dieses Wahlergebnis ist sympto- Die Wahlziffern des I. Berliner Kreises. Konservativen und Antisemiten nicht bange zu sein. Wir allerdings matisch, es vagt aus der Misere des Alltagslebens und aus den sind der bescheidenen Meinung, daß gegenüber der für alle Frei- vielfach so unerfreulichen Wahlkämpfen glänzend hervor und ist sinnigen entschieden. Das heißt, die Vereinigung der Freisinnigen, Wenige hundert Stimmen haben in Berlin I den Sieg der Frei finnigen wahrhaft beschämenden Wahlniederlage der Freisinnigen geeignet, den Mut unfrer antisemitischen Mitkämpfer neu zu be- der Antisemiten und der Centrumsleute hat sich im vornehmsten leben. Es zeigt, daß der antisemitische Gedante, daß die Partei Teil Berlins nur um weniges stärker erwiesen als die glänzend Mittelstandes im Bolte feſtgewurzelt ist, und daß da, wo isolierte Socialdemokratie. Auch Langerhans hat vor fünf zielbewußt gearbeitet wird, wo man es versteht, die Volksseele zu Jahren das Mandat von Berlin I erst aus der Stich packen, der Antisemitismus glänzende Siege erringen kann." wahl holen müssen, in der ihm Genosse Poezia gegen eigentliche Retter des Hohenzollernschlosses, im Reichstage die erste Wahlgange an Es wird ein erhabener Augenblic sein, wenn Herr Bruhn, der überstand. Damals aber war der Freisinn im ersten erster Stelle gestanden, damals hat er Ritualmord- Rede halten wird. mit einem Plus von 4383 Stimmen über die Social demokratie gesiegt. Seitdem hat er 1778 Stimmen bers loren, die Socialdemokratie aber hat 2230 Stimmen gewonnen. Auch im Herzen Berlins ist also die Socialdemokratie heute die bei " " So Tegn( 888) elo dam nod odnot weitem startte Partei. Der Freifinn mag erleichtert aufgeatmet haben, aber er hat wenig Grund, sich eines Sieges zu freuen, ber feinen langen Bestand haben wird. Noch ein kleiner Stuck, und bei der nächsten Wahl wird auch Berlin I unſer ſein! Die folgende Stimmen verteilten sich in den einzelnen Wahlbezirken Wahllokal 6 Volkspartei in Berlin vom 16. Juni die Verteidigung der letzten freisinnigen Position in der Hauptstadt lediglich mit reaktionärer Beihilfe nur ein jämmerlich magerer Trost ist in diesen Zeiten der freisinuigen Trübsal, herbeigeführt durch die von allen Seiten immer entschiedener als grundfalsch erkannte Taltit der übelberatenen Parteileitung und durch die unsociale Haltung des offiziellen Freifins.tom his G #Auch die Berliner Zeitung" macht einige bittere Bemerkungen: Die Art, wie der Stichwahlkampf auf seiten unsrer politischen$ 10061) 001 301 9rdojasiste Freunde geführt worden ist, war eher geeignet, gut fortschrittliche Wähler noch abzusprengen, als neue heranzuziehen. Die scharfe il Berliner Wahlen. 5 high Betonung eines Kartells der bürgerlichen Parteien wurde noch spätodiser insta peinlicher durch eine Sprache des Stichwahlflugblattes des Wahl- Am Abend der Stichwahl. vereinsvorstandes, die in konservativ- byzantinischen Lesebüchern nicht der Abend des Stichwahltages fand Berlin in ungleich ruhigerer auffallen würde, die aber für Bekenner der Fortschrittspartei so unpassend verfassung, als der Abend der Hauptwahl. Die Hauptwahl hatte wie möglich war. So hat denn der Socialdemokrat, obwohl ja gezeigt, wie der Bülowsche Hase lief. erfahrungsmäßig seine Partei alle ihre Mannen schon im ersten Stichwahlen erst die Stärke der einzelnen Parteien be- Bezirk Wenn auch die Wahlgange aufzubieten pflegt, immer noch 911 Stimmen zugewonnen, während die Freijinnige Volkspartei... trotz der Unter- stimmitent, ja über das Schicksal der freisinnigen Parteien, stügung mindestens durch die Beamten und ehemaligen Militärs die bei der Hauptwahl kein einziges Mandat errungen hatten, überund trotz der Heranziehung aller irgend erreichbaren Wähler gegen haupt erst entschieden, so waren doch für die Masse des Boltes die den ersten Wahlgang ein Mehr von 2345 aufzuweisen hat. Würfel bereits gefallen. Liegt doch für den richtigen Instinkt des Die nationalliberale- ,, National- Zeitung" giebt gleichfalls der Volkes die Entscheidung nicht in der Zahl der Mandate, sondern in Wahrheit die Ehre: der Zahl der gewonnenen Stimmen. Mochten die bürgerlichen Es hätte schlimmer kommen können! Das war der Eindruck Parteien durch ihren kläglichen Wahlschacher auch noch eine Anzahl 7. Kaiser Wilhelmstr. 9 der gegen Mitternacht vorliegenden Ergebnisse.. Also wirklich Mandate für sich retten, ihre Niederlage und der glorreiche mit knappen 400 Stimmen behauptet. Und vor fünf Jahren noch Sieg der Socialdemokratie war darum am 16. Juni nicht mehr als das Doppelte der socialdemokratischen Stimmen! Das minder endgültig besiegelt. Leben ist gerettet war denn das Straßendie Ehre verloren! Nein, wahrlich es ist kein bild am Abend des 25. Juni ein minder belebtes, als Sieg. Die Wahlbeteiligung war bei weitem nicht fo start, wie der gefährlichen Situation entsprochen hätte, der Stimmenverlust Tage der Hauptwahl. Eine Ausnahme bildete allerdings der erste gegenüber der vorigen Wahl auf bürgerlicher Seite verhältnis Wahlkreis, in dem noch einmal die Socialdemokratie mit der geeinten mäßig enorm. Wohl steht die City Berlins noch nicht unter reaktionären Masse in der Stichwahl den Entscheidungsgang zu dem roten Banner, aber das Endresultat war nicht weit von einem fämpfen hatte. Hier wiederholten sich die Scenen des 16. Juni. Bufallsergebnis entfernt. So rufen die Wahlergebnisse in ganz hier entlud sich noch einmal die fieberhafte Spannung in dramatischen Berlin und Umgegend dem sogenannten„ Berliner Freifinn ein Kundgebungen. lautes Mene tekel zu. Mit Mühe und Not hat er das letzte fleine Freilich hatte nur die Socialdemokratie im ersten Wahlkreise Plätzchen behauptet es ist fürwahr kein Ehrenplay mehr! Die bürgerlichen Parteien in der Reichshauptstadt werden ihre Organi- öffentliche Versammlungen einberufen, in der die Wahlrefultate versation gründlichst aufzubessern, die einzige Partei, die zuletzt fündigt wurden. Das Bürgertum hatte wieder einmal dem Publikum Berliner Kreise im Reichstag vertrat, wird ihre Politik weislich die Thüre vor der Nase zugeschlagen. Teilnahmsvoll, wie wir nun zu revidieren haben. Selbfiprüfung auf der ganzen Linie oder einmal sind, hatten wir beabsichtigt, auch einmal einer bürgerlichen Berlin ist bei den nächsten Wahlen rettungslos der roten Inter- Siegesfeier beizuwohnen. Aber im„ Brandenburger Haus" an nationale verfallen!" gekommen, wurde uns die niederschmetternde Kunde, niddaß Mit den Verlusten an die Socialdemokratie im Reiche findet sich nur dem Glücklichen, der sich im Besize einer Eintrittskarte die National- Zeitung" galgenhumoristisch ab. Zu dem Siege in befände, der Eintritt der freisinnigen Versammlung Mainz macht sie die ebenso unsterbliche wie thörichte liberale Phrase: gestattet werde. Das Studium der nächsten Litfaßsäule überzeugte Dieser Sieg gegen das Centrum ist in doppelter Beziehung uns, daß uns mit der Zurückweisung recht geschehen. Stand da doch bemerkenswert: eben als Verlust der Klerikalen, und dann, weil deutlich zu lesen, daß Herr Stadtrat a. D. Kaempf nur vor ein„ Revisionist" wie Dr. David in den Reichstag einzieht. wir den Vertrauensleuten der Freisinnigen Boltstönnen den Socialdemokraten nur mehr solcher Siege wünschen wenn die Partei schon einmal mehr und mehr erstarit, dann bleibt partei fprechen wolle. Troy unsres hochfliegendsten Ehrgeizes Jm Wahllokale, in dem vornehmlich Minister und Geheimräte nur zu wünschen, daß wenigstens ihre nach und nach sich ent- wagen wir natürlich auf eine derartige Würde niemals An- wählen, waren von 423 Stimmen 128 ſocialdemokratische. Hier wickelnde opportunistische Rechte den Vorteil davonträgt." ſpruch zu erheben. Immerhin fanden wir es einigermaßen scheint sich alles, was keinen Beamtenrod trägt, für Arons entschieden Dertels und Hasses Niederlagen freuen sie: undankbar, daß Herr Kaempf, der sich doch bereits bor Stimmenzahlen in den vornehmen Bezirken 608-614. Hier, wie „ Herr Dr. Dertel wird sich also für die nächsten Jahre seiner offiziellen Ernennung zum reaktionären Allerwelts- Kandidaten im ganzen Kreise muß sich ein guter Teil der Intelligenz für darauf beschränken müſſen, ſeine Alliterationen in der Deutschen höchsteigenmächtig zum Kandidaten aller bürgerlichen die Socialdemokratie entschieden haben. Tageszeitung" allfonntäglich seinem andächtig lauschenden Publikum Parteien proklamiert hatte, nicht einmal seinen konservativen Hilfsvorzutragen, und der Reichstag ist um eine weiße Weste ärmer. truppen den Zutritt zu " Zu den aus dem Reichstag ausscheidenden alten Mitgliedern V zu LLL2BBL 152LLI212342LLL44B12 1 tinn für für s Un Bu Kaempf Dr. Arons gültig sammen 1. Poststr. 29 198 197 1 Stralauerstr. 36 98 233 1 396 332 3. Jüdenstr. 18 120 149 270 4. Stralauerstr. 3 178 208 888 5. Stralauerstr. 57 135 291 3 429 6. Neue Friedrichstr. 35 228 182 3 413 274 255 1 530 8. Scharrnstr. 9a 352 261 613 9. Fischerstr. 24 155 407 567 10. Grünftr. 1 242 403 651 am 11. Niedertvallstr. 20 204 260 465 12. Niedertvallstr. 6 178 102 281 13. Mittelftr. 53 210 159 370 14. Friedrichstr. 100 213 98 313 15. Georgenstr. 24 107 98 206 16. Neue Wilhelmstr. 5 191 139 332 17. Unter den Linden 21 244 185 432 18. Charlottenstr. 58 279 211 494 19. Leipzigerstr. 44 148 128 278 20. Charlottenstr. 65 209 227 437 271 277 552 22. Französischestr. 10 267 281 549 23. Mauerstr. 56 295 128 427 608. Richard Wagnerstr. 10 246 158 408 609. Holsteiner Ufer 17 610. Brücken- Allee 20 306 208 517 266 257 524 273 233 508 231 148 379 613. 271 206 13 480 614. Händelstr. 210 sid Zusammen: 218 143 3 364 6607 6232 62 12 901 21. Mauerstr. 76 611. Flensburgerstr. 612. Händelstr. d Brücken- Allee 18 zu haben. finnigen Wahlsteges ger Feier des doch wahrlich nicht freising gestattete! po ng sable his dad Vermischtes. and hand g gehört auch Herr Dr. Hasse Leipzig. Den Verlust der PleißeStadt würden wir noch viel lebhafter bedauern, wenn damit nicht war, nach den socialdemokratischen Versammlungen. Zunächst nach So begaben wir uns denn dorthin, wo jedermann willkommen bisnispl Fünffacher Mord und Selbstmord. Lemberg, 25. Juni. Indem die„ altdeutsche" Fraktion herausgewählt worden wäre!" Dräsels Festsälen in der Neuen Friedrichstraße. Das Lotal Dorfe Stischow hat der Bauer Sissek infolge großer Notlage feinen Besonders merkwürdig aber ist die Gelassenheit, mit der das war bereits polizeilich abgesperrt. Der Kandidat des Wahlkreises, fünf Kindern im Alter von vier Monaten bis acht Jahren im Schlafe nationalliberale Blatt den sensationellsten Verlust erträgt, der der Genosse Arons, verkündete kurz nach unsrer Ankunft die ersten Resultate. Die Rehle mit seinem Rasiermesser durchschnitten und sich darauf Partei überhaupt begegnen konnte. Bassermanns Austilgung meldet Die Nachricht, daß der reaktionäre Mischmasch im ersten Berliner felbft entleibt. fie mit den fühlen, ja anscheinend ganz vergnügten Worten: Auch Wahlkreis mit noch nicht 400 Stimmen Mehrheit das Feld beder bisherige Fraktionsvorsitzende Baffermann kehrt nicht wieder." hauptet, wurde mit heiterer Gelassenheit aufgenommen. hauptet, wurde mit heiterer Gelaſſenheit aufgenommen. Auf einen Dem Blatt ist der Verlust des troy aller Delung unfähigsten Partei- Gieg war ja nicht zu rechnen geweſen; im Gegenteil, das glänzende Letzte Nachrichten und Depefchen. führers offenbar recht angenehm. Stimmenverhältnis rief als Bürgschaft des sicheren Sieges bei der Die Kreuz- Zeitung" beeilt sich nicht mit ihren Betrachtungen. nächsten Wahl allgemeinfte Genugthuung hervor. Genosse Arons verSchwerin, 26. Juni, 8,21 Vorm.( Privat- Telegramm des„ VorSie teilt nur Wahlresultate mit. jah das Wahlergebnis mit treffenden Glossen. Das dies wärts".) Groth( Soc.) erhielt 11 319, Dröscher 11 350 Stimmen. Die Berliner Neueste Nachrichten", die mit Kanonen scharf malige Stimmenverhältnis mache es zur Gewißheit, daß auch dieser Sieg zweifelhaft. schießen, blasen Trübfal, natürlich mit der Tendenz, gegen den Um- letzte freisinnige Wahlkreis Berlins bei der nächsten Wahl Wien, 25. Juni.( Von einem besonderen Korrespondenten.) Wie sturz mobil zu machen: gleich im ersten Wahlgang von der Socialdemokratie die Neue Freie Presse" meldet, soll das ungarische Ministerium die „ Gehen die Dinge so weiter, so ist mit Sicherheit anzunehmen, erobert werde. Hier und da habe man es der Socialdemokratie Reffortminister des Kabinetts Szell bis auf Freiherrn v. Fejervary daß zum letztenmal ein bürgerlicher Vertreter Berlins in den verdacht, daß sie die freisinnigen Flugblätter nicht in gleicher Tonart und Grafen Szechenyi übernehmen. Als zufünftiger Minister um die Reichstag entfandt wird, und daß in fünf Jahren, wenn nicht beantwortet habe. Mit Unrecht: die Socialdemokratie habe un- Person Sr. Majestät kommen Graf Festetic repräsentiert.“ Das Blatt schließt mit dem Notruf: " 0 früher, die Umsturzpartei allein die Reichshauptstadt im Parlament möglich auf ein so niedriges Niveau der Polemik herabsteigen können. Bathhanhi in Betracht. Als fünftiger Banus von Graf Ludwig Gönne man dem Freisinn seine sicher nicht ungemischte Siegesfreude. Graf Theodor Pejacsevics oder Emil Josipovics bezeichnet. Der raten werben. Eines ist sicher: Der neue Reichstag steht noch erheblich Die Socialdemokratie sei mit Ehren unterlegen, der Freifinn ausgleich soll in beiden Parlamenten während des Sommers be mehr unter dem Zeichen von Centrum und Socialdemokratie als habe würdelos gefiegt. An die Reichstagswahlcampagne Belgrad, 25. Juni.( W. T. B.) Den Blättern zufolge gewährte der gewesene! Schöne Aussichten!" werde fich der Landtags Wahlkampf anschließen. Die Er der König sämtlichen wegen Preß- und politischer Vergehen Vers Die nationale„ Tägliche Rundschau" weint über den starken folge folge und Erfahrungen der Reichstagswahl dürften selbst urteilten Aminestie und setzte die Strafen der wegen gemeiner Ver diejenigen, die bisher der Beteiligung an den Landtags- brechen Verurteilten herab. wahlen skeptisch gegenübergestanden hätten, zum Ginsehen der ganzen Budapest, 25. Juni.( W. T. B.) Der Honvedminiſter Fejervarh " Die Socialdemokratie hat zwar nicht ganz die Erfolge zu Kraft angespornt haben. Es gelte nunmehr für die Socialdemo- hat den Kaiser gebeten, daß mit Rücksicht auf seine erschütterte Ge verzeichnen, die der„ Vorwärts" in seiner Siegesraferei träumte, tratie, auch in Preußen den ihr gebührenden Einfluß zu erringen, fundheit davon Abstand genommen werde, ihn in die neue Ministerfie ist sogar in einigen ihr bisher gehörigen Wahlbezirken zu fombination einzubeziehen. Boden gerungen worden; aber sie zieht doch als die zweitstärkste selbst auf die Gefahr hin, daß auch hier der Freifinn vollständig in Athen, 25. Juni.( W. T. B.) Als das Kabinett heute bei einer Bartei, um reichlich zwei Dugend Mandate gestärkt, in den Reichs- die Brüche gehe! Der Redner schloß seine Ansprache mit der Ver- Abstimmung in der Deputiertenfammer eine Niederlage erlitt, stellte tag ein und wird dort noch ungeſtünter und frecer toben, als im tündung der drei ersten Wahlfiege in München I, Magdeburg es die Vertrauensfrage; 114 Deputierte stimmten für das Kabinett, lehten Reichstage.... und Mainz 195 gegen dasselbe. Eine Ministerkrisis ist wahrscheinlich. Nuck nach links": & ng@mbele 03 soms star Sociales. Genoffinnen das schärfste Hindernis der Organisierung bildet. In| Teil desselben stets durch den Dienst abgehalten ist, fich an Ber allerletzter Beit endlich sind bessere Fortschritte in der Frauenorganis sammlungen zu beteiligen, war der große Saal vollkommen gefüllt. Ueber den Wert der Fabrikwohnungen, die ja in der bürger- beiterinnen der einzelnen Fabriken und Werkstätten in kleinen Werk vollkommen ungenügenden Gehälter des Pflegepersonals hin, mit fation au verzeichnen gewesen dadurch, daß man zunächst die Ar- Br. Poersch hielt das einleitende Referat. Er wies zunächst auf die werden, hat sich ein Vorstand des Kölner Mietervereins in Köln, der tubenzusammenkünften zu vereinigen, und dort über ihre Rechte, Be- einem monatlichen Gehalt von 40-50 M. fönne niemand einen Arbeiter Antweiler, jüngst in einem Vortrage in einer Weise ge- auflären strebte. An dieser Werkstubenorganisation sollten sich alle Stunden, hierzu kämen noch die fog. Schlafwachen, wo das Personal stimmungen der Gewerbe- Ordnung, hygienische Vorschriften usw. auf- eignen Haushalt gründen. Die tägliche Dienstzeit betrage 14-15 äußert, welche zeigt, daß man auch außerhalb der Socialdemokratie aufgeklärten Arbeiterinnen, deren Zeit dies irgend zuläßt, aufs regste in den Lazarettsälen übernachten müsse Von einer wirklichen Ruhe weniger optimistisch über diese Einrichtungen zu denken anfängt. beteiligen, um endlich bessere Zustände schaffen zu helfen. Nach dem Bericht der Kölner„ Mieterzeitung" äußerte sich Antweiler allen weitergehenden Zielen der Organisationen seien für die Frauen der Kranken und Toben der Frrsinnigen eine solche zur Unmöglichkeit Neben tönne bei den Schlafwachen nicht die Rede sein, da das Stöhnen über die Fabrikwohnungen in Köln wie folgt:„ Fabrikwohnungen wurden in nennenswerter Anzahl in den letzten Arbeitsnachweise von größter Wichtigkeit. Ebenso gewähre das seit seinen Dienst verrichten. Reguläre Pausen gebe es während der wie überhaupt für die Arbeiterschaft allein schon die gewerkschaftlichen mache. Trotzdem müsse das Personal am andren Tage wieder fieben Jahren( ſeit 1896) nur durch die Firma Gebr. Stollwerd her kurzem eingeführte Arbeiterfekretariat den Mitgliedern der Gewerk. Dienstzeit nicht. Die persönliche Freiheit des Personals sei auf das geftellt. Die meisten dieser Wohnungen liegen an der Bonner- schaften in Fällen von Rentenstreitigkeiten ausreichende Vertretung äußerste eingeschränkt. Niemand darf ohne Urlaubsschein die Anstalt straße, unterhalb der Brauerei Stauff. Die Firma beschäftigt an 2000 Arbeiter, worunter ungefähr 400 verheiratet sind. Es sind aufgenommenen Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion, an der sich wieder zu Hause sein, widrigenfalls sie mit Verweis, Geldstrafe oder gegenüber dem Reichsversicherungsamt. Dem mit großem Beifall verlassen und müssen die Beurlaubten zur vorgeschriebenen Zeit Wohnungen für etwa 80 Familien vorhanden; dennoch stehen Frl. Baader, Frau Fromann und andre beteiligten. Frau Entlassung bestraft werden. Bei geringfügigen Versehen wird dem in diesen namentlich in der Bonner straße, Wohnungen leer. Woher kommt das? Nach Aus- Fromann, selbst Heimarbeiterin, weist besonders auf die elenden Lohn- Personal überhaupt der Urlaub entzogen, so daß sich die Bestraften fage der Arbeiter selbst liegt der Schwerpunkt in dem wirtschaft fierung fast zur Unmöglichkeit machten. Mit einem lebhaften Appell an baft und müsse ein Teil des geringen Gehalts noch zur Anschaffung und Arbeitsverhältnisse in den Heimindustrien hin, die jede Organi- wie Gefangene vorkommen. Die Kostverhältnisse wären äußerst mangellichen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Kommt alle intelligenten Frauen, trok aller vorhandenen Schwierigkeiten von Eßwaren ze. berwandt werden. Auch die Behandlung ließe viel irgend ein Zwischenfall vor, dann verliert der Arbeiter für Aufklärung und Organisation ihrer Massengenossinnen zu wirken, zu wünschen übrig; die Aufsichtsorgane seien vielfach Militäranwärter nicht nur seine Stellung, sondern auch seine Wohnung. Will der Arbeiter eine beffere Arbeitsgelegenheit bei schloß Frau Thiede die interessante Diskussion. gewesen und belieben es, den Kasernenhofton in die fraglichen einer andren Firma annehmen, dann muß er die Wohnung räumen. Der Verein der Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse zu feigen angeboten, die Briefschaften durchschnüffele man und über die Institute einzuführen. Wiederholt habe man dem Personal OhrDazu kommt, daß der Arbeiter, wie in der Fabrik, so auch in der Weißensee hielt am 22. Juni seine erste, sehr gut besuchte Vereins- Lektüre der Einzelnen werde Censur ausgeübt. Wohnung sich Beaufsichtigung gefallen lassen muß. Von allen kleinen Diese ganzen UmZwistigteiten und dergleichen weiß am nächsten Tage der Arbeit- bersammlung ab. Frl. Adele Schreiber sprach über Kinderwelt stände bedingen es, daß die städtischen Kranken- und Irrenhäuser geber, und es kann nur zu leicht vorkommen, daß der Arbeiter Rednerin, wie hauptsächlich die Kinder der Armen diesem Laster zu- nur das Personal selber habe unter den kritisierten Dingen zu und Prostitution. In warmen, zu Herzen gehenden Worten schilderte in Bezug auf das Pflegepersonal einem Taubenschlag glichen. Nicht infolge von Geschehnissen, die mit der Fabrikarbeit in gar keinem zu geführt würden, und wie darin nur Besserung eintreten könne, leiden, sondern auch die Patienten, indem sie von ungeübten, öffentlichen Leben, gleich viel welcher Natur sie ist, kann kaum die Rede eher der rau ermöglicht würde, die Kinder sorgfältig zu er überarbeiteten und überreizten Leuten behandelt fein. Bei entfernt liegenden Wohnungen ist es dem Arbeiter vielfach ziehen. Da aber die Frau in den meisten Fällen gezwungen sei. Auch die Lage der Scheuerfrauen, Nähfrauen, Kochmädchen, unmöglich, mittags zu Hause zu essen. Er muß sich die Mittagsmahlzeit wenn sich die Lage des Arbeiters verbessere, billige Wohnungsgelegen In der Distuffion ergriffen eine ganze Reihe von Rednern das mitzuberdienen, so könne dem lebel nur dadurch abgeholfen werden, Hausdiener und Handwerker sei äußerst verbesserungsbedürftig. mitnehmen, oder sie muß ihm gebracht werden. Nimmt er sie mit, heit geschaffen und vor allen Dingen das Kinderschutzgesetz verbessert wort, die betonten, daß in Wahrheit die Verhältnisse in ben dann ist sie Tags vorher gekocht. Er sowie seine Frau und Kinder würde. Durch reichen Beifall dankte die Versammlung der Rednerin städtischen Kranken- und Irrenhäusern noch viel schlimmer liegen, bekommen dann aufgewärmtes Essen; denn zweimal fochen kann eine solche Familie nicht. Bekommt er das Essen gebracht, so muß das für den ausgezeichneten Vortrag. Da die Lehrerschaft des Ortes ein- als sie der Referent geschildert habe. Das Effen werde sehr oft im Arbeiterkind für Benutzung der Straßenbahn ebenso teuer zahlen geladen war, so nahm einer der Herren Lehrer das Wort, um seiner stinkigen Zustande geliefert, der Speck sei mit Maden durchsetzt, wie ein Erwachsener, nämlich 10 oder 15 Pf., wogegen eine höhere worden sei, und sprach der Rednerin auch persönlich seinen Dank aus. der Dalldorfer Jrrenanstalt feien ganze Keulen Fleisch verbrannt Freude Ausdruck darüber zu geben, daß gerade dieses Thema gewählt Butter gebe es überhaupt nicht, sondern nur Margarine. In Tochter" oder ein Gymnasialschüler mit einem Buch unter dem Arm nur 5 Pfennig für die gleiche Strecke zahlt. Außer den Arbeiter. Die nächste Bersammlung findet am 20. Juli statt. worden, da es ungeniesbar war. Selbst die Aerzte flagen über die wohnungen der Gebr. Stollwerd bestehen noch einige ältere der schlechte Kost, obgleich diese eine bessere Form erhalten, als das Firma Guilleaume und andre weniger bedeutende. Die Bayenthaler Personal. Nach längerer Diskussion, an welcher sich auch einige Maschinenfabrik hat ihre an der Altenburgerstraße belegenen Arbeiterchristliche Gewerkschaftsführer beteiligten, wurde eine Kommiffion ges häuser, die im Volksmund wegen ihres aneinandergereihten Aeußern wählt, welche die Lage des fraglichen Personals einer eingehenden als der Güterzug" bekannt waren, verkauft; aus welchem Anlaß. Behörden formulieren soll. In einer weiteren Versammlung bes Prüfung unterziehen und bestimmte Forderungen an die städtischen ist nicht bekannt geworden. Ueber die städtischen Arbeiterwohnungen ist im ganzen das gleiche zu sagen wie über die Fabrit absichtigt man dann, zu diesen Forderungen Stellung zu nehmen wohnungen. Die Wohnungen selbst find größtenteils gut und und sie den städtischen Behörden zu unterbreiten. menschenwürdig gebaut; aber die Stadt als Arbeitgeberin verfährt nicht anders wie die privaten Arbeitgeber." mung ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Ueber die Beschäftigung der Arbeiterinnen in Sachsen berichtet das Reichs- Arbeitsblatt" nach dem Bericht der sächsischen Gewerbe- Inspektoren: Aus der Frauenbewegung. bältnismäßig war. Arbeiterinnen von mehr als 16 Jahren beschäftigt. Die Zeit ihrer In 7858( 7865) Anlagen wurden im Betriebsjahre 165 169( 159 612) Beschäftigung schwankte zwischen 10 und 11 Stunden täglich, Die Elektromonteure hielten am Mittwoch eine gut befuchte doch fanden auch vielfach infolge schlechter Geschäftslage Herabs Versammlung in den" Johannissälen" ab, in der die Lohn- und fegungen der täglichen Arbeitszeit statt. Den verheirateten Arbeitsverhältnisse der Monteure und Hilfsmonteure besprochen Frauen wurden längere Ruhepausen gewährt. Auch die Ge- wurden. Den Ausführungen des Referenten Bawlowitsch, der seze bezüglich des Wöchnerinnenschutes wurden ver- namentlich die Zustände bei der Allgemeinen Elektricitätshältnismäßig felten übertreten, obwohl die Schonungszeit Gesellschaft und den Berliner Elektricitätswerken kritisch bes für Wöchnerinnen in den beteiligten Kreisen selbst zum Teil leuchtete, war zu entnehmen, daß sich die Lohn- und Arbeitsbedingungen Neber gewerkschaftliche Organisation der Arbeiterinnen sprach als drückende Beschränkung der Erwerbsfähigkeit empfunden fortgesezt verschlechtert und überaus ungünstig gestaltet haben. Trotz am Montag, den 22. d. M. Frau Thiede im Verein für Frauen wurde. In einer Cigarrenfabrik baten die Arbeiterinnen bereits vor der sehr gefährlichen und verantwortungsvollen Thätigkeit, welche und Mädchen der Arbeiterklasse. Die Rednerin entwarf zunächst Ablauf der vierwöchigen Frist um Ueberlassung von Arbeit, die sie die Monteure auszuüben haben, erhalten diese mur einen Stundenein Bild der Entwicklung industrieller Frauenarbeit. Die wirtschaft- in ihrer Behausung fertig stellen wollten. lohu z. B. bei der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft von 40, 45 lichen Verhältnisse haben dahin geführt, daß heute in Deutschland Die Beschäftigung der weiblichen Arbeiter erforderte im und 50 Pf. Die Hilfsmonteure werden gar nur mit 28 bis Millionen von Arbeiterinnen beschäftigt sind; in der Textilindustrie allgemeinen mehr Gewandtheit als Kraft. Doch wurde auch öfters 32 Pf. pro Stunde entlohnt. Von diesem Lohn müssen allein rund 280 000, als Handelsangestellte 80000, als Schneiderinnen zu schwere Frauenarbeit vorgefunden und rücksichtslose Behandlung die bauleitenden Monteure noch verschiedene Kleine Auss ca. 60 000, als Tabatarbeiterinnen 65 000 ust. Es giebt heute kaum von Schwangeren gerügt. Die Inspektion Leipzig bemerkt hierzu: gaben für Arbeitsmaterial, Nägel, Gips usw. bestreiten, noch einen Arbeitszweig, in dem nicht eine fleinere oder größere Zahl „ Die Art der Beschäftigung der Arbeiterinnen ist im allgemeinen wenn sie nicht im stande sind, der Firma eine Quittung von Frauen thätig wäre. In schärfsten Widerspruch zu dieser eine angemessene. Nur in einem Falle war es erforderlich, gegen die zu unterbreiten. Daß ein höherer Lohn ohne weiteres zus enormen Anteilnahme des weiblichen Geschlechts am wirtschaftlichen einer schwangeren Frau zugemutete zu schwere Arbeit einzuschreiten. gebilligt werden könnte, geht daraus hervor, daß die Kundschaft für Getriebe steht die fast völlige sociale und politische Rechtlosigkeit der Trozdem ist die Zahl der Arbeiterinnen, die an Erkrankungen der die Stunde Arbeitszeit eines Monteurs 80 Pf. bis 2 M. und demFrau. Das was die Arbeiterinnen bisher an Rechten zu erobern Unterleibsorgane leiden, nicht gering. Nach den Auslassungen entsprechend für Hilfsmonteure und Ueberstunden, für die ein vermochten, beschränkt sich einzig auf die Beteiligung bei den Kranken- mehrerer Arbeitgeber ist diese Erscheinung mit darauf zurüd Monteur 50 bis 60 Pf. erhält, an die Gesellschaft bezahlen muß. Das kaffenwahlen. Dagegen steht bekanntlich bis heute den Arbeiterinnen zuführen, daß Arbeiterinnen, die sich bei der Verrichtung ueberstundenunwesen ist recht ausgebreitet und es soll vorgekommen noch nicht einmal das aktive und passive Wahlrecht zu den Gewerbe- fchwerer landwirtschaftlicher Arbeiten Schaden zugefügt haben, in fein, daß einzelne Arbeiter längere Zeit hindurch durchschnittlich gerichten zu, an deren Entscheidungen sie doch genau so interessiert find Fabriken Beschäftigung suchen, und daß dann das bereits früher über 20 Ueberstunden pro Woche verrechnet haben. Andrerseits wie der männliche Arbeiter. Die sociale Lage der weiblichen Arbeiter- erivorbene Leiden derselben sich schon bei verhältnismäßig wurden vielfach Monteure nach Hause geschickt, ohne irgend welche schaft ist dabei durchweg eine sehr viel traurigere, als die des männ- wenig anstrengender Thätigkeit geltend zu machen pflegt. Das in Entschädigung zu erhalten, obwohl sie stundenlang warten mußten, Männerarbeit verdrängt hat, zeigen fich diese Lohnunterschiede oft in einer Strumpfwarenfabrik bei den Strumpfformerinnen im Verhältnis weil für fie für den Tag feine Arbeit vorhanden Drittel niedrigere. In Berufen, in denen Frauenarbeit allmählich die zu den übrigen Arbeiterinnen häufigere Vorkommen unehelicher Ge- Der Redner fennzeichnete auch die sogenannten WohlMännerarbeit verdrängt hat, zeigen fich diese Lohnunterschiede oft in burten soll nach ärztlichem Ausspruch darauf zurückzuführen sein, fahrtseinrichtungen der Berliner Elektricitätswerke und wies trassester Weise. So ist z. B. die Schraubendreherbranche aus einem daß das fortwährende Anstemmen der Strumpfformen gegen den nach, daß den Arbeitern daraus keine Vorteile erwüchsen, aber im ehemals ausschließlich männlichen zu einem jest fast völlig weiblichen Unterleib eine geschlechtliche Reizung hervorruft, die zu unfittlichem übrigen bei dieser Gesellschaft dieselben ungünstigen ArbeitsBerufszweig geworden. Während aber in diesem Gewerbe Männer Lebenswandel führe." bedingungen vorherrschen. In der hierauf folgenden Diskussion früher durchschnittlich 24 Mart wöchentlich verdienten, erreichen jetzt wurden die verschiedenen Mißstände auch bei andren Firmen fritifiert die Frauen bei gleicher Arbeitsleistung nur etwa 6 Mark Wochenlohn; und ebenso wie vom Referenten zum festen Zusammenschluß in der ebenso haben in der Buchbinderei Frauen mit Wochenlöhnen von Organisation aufgefordert, um mit Hilfe derselben bessere Lohn- und 12-15 Mart überall Männer verdrängt, die früher dort 24-27 Arbeitsverhältnisse zu erringen. Mark verdienten. Die Frau ist also fast durchgängig zur ärgsten Lohndrückerin für den Mann geworden. Die Ursache dieser traurigen wirtschaftlichen Erscheinung ist vor allem die geringe Beteiligung der Aus sittlichen Gründen mußte daselbst wie auch an Frauen an der gewerkschaftlichen Organisation. Die Arbeiterinnen andren Orten darauf hingewirkt werden, daß das Aufstapeln von od follten von ihren männlichen Klaſſengenossen längst gelernt haben, Biegelsteinen in hohen Trockengestellen nicht von Arbeiterinnen gewelche sociale Macht eine starke Organisation darstellt. Sie sollten schah. Auch gegen das Arbeiten der Frauen an Bohrmaschinen, Ternen von Organisationen wie der der Buchdrucker, die 96 Prozent vor denen sie auf einem Sattel wie Männer fizend arbeiteten, aller Berufsgenossen umfaßt, und dadurch für das Gewerbe neben wurde als nicht anständig eingeschritten. Zur Wahrung von Anstand guten Arbeitsbedingungen der 9stündigen Arbeitstag durchgesetzt hat. und Sitte mußte in einzelnen Fällen auch verlangt werden, daß Gerade bei dem Mangel an sonstigen gesetzlichen Rechten wäre für aborte, Wasch, Ankleide und Schlafräume nach Geschlechtern gedie Frauen die Gewerkschaftsorganisation noch von erhöhter Be- trennt wurden. deutung. Aber trotz aller Anstrengungen ist es bisher nicht gelungen, die Arbeiterinnen in annähernd gleicher Stärke zu organisieren wie die männliche Arbeiterschaft. Die doppelte Inanspruchnahme der 14 Frau im Hause und im Berufe, geistige Teilnahmslosigkeit und Erschlaffung durch das lebermaß des Elends, die allgemeine Rückständigfeit des Weibes tragen die Schuld daran. Dazu kommt die außer Das Personal der städtischen Kranken- und Irrenhäuser war am ordentliche Verbreitung der Heimarbeit gerade unter den Frauen, der Mittwochabend bei Dräfel, Neue Friedrichstraße, versammelt, um Heimarbeit, die durch folierung jeder einzelnen Arbeiterin von ihren sich eingehend mit seiner Lage zu beschäftigen. Trotzdem ein großer Aehnlich heißt es im Bericht von Chemniz:" Um in Strumpfund Handschuhappreturen das Handschuhappreturen das in gesundheitlicher Beziehung schädigende Anstemmen der Formen gegen den Unterleib zu verhindern, wurden den Inhabern solcher Anlagen Vorkehrungen vor geschlagen, welche ein Aufziehen der Strümpfe bezw. Handschuhe auf die Formen in andrer Weise ermöglichen. Verfammlungen. ald Eingegangene Druckfchriften. France, H. R. Die geschichtliche Persönlichkeit Chrifti. 16 Seiten. Berlag Gradinger u. Co., München, Herzog Rudolfstr. 20. Toeplit, Fritz, Dr. med. Die Ernährung des Kindes. Ein Beg weiser für Mütter aller Stände. Breslau 1903. 19 Seiten. Apt, H., Dr. med. Das Stottern. Zur Belehrung für Stotterer, deren Eltern und Lehrer. Breslau 1903. 17 Seiten. Offener Brief an Herrn Brauereibefizer Georg Haase, königlicher Kommerzienrat- Breslau. 11 Seiten. Sämtlich zu beziehen im Kommissions. berlag Preuß u. Jünger, Breslau. Dr. Glazel. 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