Nr. 148. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis bränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z art, für das übrige Auslan a Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20$ fg. ,, Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Juli 1903 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den„ Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden auf den Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntagsbeilage ,, Die fleue Welt". Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure sowie unsre Expedition, Lindenstrasse 69, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutſchland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von 1 Mark 10 Pfennig pro Monat ( ausschliesslich 14 Pfennig pro Monat Bestellgeld) entgegen.( Eingetragen ist der„ ,, Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste unter Ir. 8203.) 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Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutſchlands und seiner Kolonien, in Oestreich- Ungarn und Luxemburg, im Ausland 3 Mark pränumerando. Sonntag, den 28. Juni 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Wähler die Entscheidung überlassen. Ein großer Teil der Anhänger dieses Vereins hat gegen Pauli gestimmt und ist für Liebknecht eingetreten; er hat auch den Beschluß des Spandauer Wahlvereins der Liberalen( Freifinnige Vereinigung) sehr bedauert, zumal das durch bei der Landtagswahl die Hilfe der Socialdemokraten für die Freifinnige Vereinigung sicher verscherzt worden ist." In der Hauptwahl erhielt der socialdemokratische Kandidat Wohnung aufzuwenden vermag, kein wirklich behagliches Wohnen in einer ausreichend geräumigen und gut ausgestatteten Wohnung ermöglichen, weil die Lebenshaltung der deutschen Arbeiter überhaupt viel zu niedrig, ihr Einkommen viel zu gering ist. Die meisten Arbeiter in Deutschland müssen heute einen so großen Prozentsatz ihres Einkommens für eine meist völlig ungenügende ohnung aufwenden, daß die Wohnungsmiete eine drückende 15 771, in der Stichwahl 18 001 Stimmen, d. i. ein Plus von 2230 Laft für sie bildet und zunächst das Bestreben erwacht, nicht besser, sondern billiger Kreise über besonders starte Reserven verfügt; es waren zur daß bei steigendem Angebot Stimmen. Nun hat die Socialdemokratie bekanntlich in diesem zu wohnen. Die Verbilligung der Wohnungen, die durch Hauptwahl einige tausend in Berlin beschäftigte Arbeiter ausdie Gemeinde herbeigeführt werden könnte, ist aber feineswegs so geblieben. Die Freifinnigen aber hatten in der Hauptwahl 5237 erheblich, daß sie zu einer wesentlichen Erhöhung des Wohnungs- Stimmen aufgebracht; hätte bloß die Mehrheit der freisinnigen Wähler für Liebknecht gestimmt, so wäre er gegen Pauli, der komforts der Arbeiter führen könnte, und deshalb ist, so wichtig die auf dem besonderen Gebiete der Wohnungspolitik liegenden Maß- drückender Majorität gewählt worden. Herr Pauli dagegen nur 426 Stimmen mehr als Liebknecht aufbrachte, mit er regeln find, doch die Hauptsache die Erhöhung der allgemeinen brachte in der Stichwahl 4781 Stimmen mehr auf, eine Zahl, die Der Anteil des Arbeiters Lebenshaltung der Arbeiter. am mit der Zahl der freisinnigen Stimmen eine verdammte Aehnlichkeit Produktionsertrage muß erheblich größer werden wie heute, dann hat. Der Kreis teilt also mit ein paar Dutzend Leidensgenossen das erft fann er auch befriedigend wohnen. Die Wohnungspolitik hat Schicksal, vom Freifinn der Reaktion direkt in die Hände gespielt nur mehr die Aufgabe, zu verhindern, daß das Kapital worden zu sein. durch das Mittel der Bodenspekulation und des Wohnungswuchers dem Arbeiter wieder abnimmt, was er im Lohnkampfe dem Kapital abgetrost hat. Aus den trotz des geringen Wertes ziemlich umfangreichen Inhaltsangaben des Gefeßzentwurfes seien hier nur die sanitätspolizeilichen Vorschriften mitgeteilt, deren Wert wir natürlich durch allgemeine Stritit feineswegs verkleinern wollen. Wahlmache und Freisinnshilfe haben auch im Kreise Westprigniß dem Konservativen zum Siege ver holfen. Für den socialdemokratischen Kandidaten find faum 100 freisinnige Stimmen abgegeben worden. Wahlzellen waren in vielen Orten nicht vorhanden; vor dem Wahltisch wurden die Bettel in die Couverts gesteckt. Als Wahlurnen dienten Cigarrenkisten. ** Die Berteidigung der hehrsten Güter. demokratie nicht bloß einen starken Stimmenzuwachs erfahren; in Mitbürger! Durch die Wahl vom 16. Juni hat die Social ihrem Siegestaumel glaubt sie bereits ganz Deutschland in ihrer Gewalt! Für Gemeinden mit mehr als 10 000 Gintvohnern müssen im Bege der Polizeiverordnung allgemeine Vorschriften( Wohnungsanforderungen genügen: Als Wohn- oder Schlafräume( auch Küchen) ordnungen) erlassen werden. Dieselben müssen folgenden Mindestdürfen nur solche Räume benutzt werden, die zum dauernden Aufenthalt von Menschen polizeilich genehmigt worden sind. Bei Mietwohnungen, die nach dem Infrafttreten der Wohnungsordnung bezogen werden oder Mitbürger! Stenert solchem Uebermut! Vergessen sei aller deren Mietverhältnis nach diesem Zeitpunkt verlängert wird, dürfen Hader, schart Euch am Stichwahltag einmütig zusammen zu einer Wohn- und Schlafräume( auch Küchen) nicht baulich verwahrloft und starten Wehr, den socialdemokratischen Ansturm abzuschlagen, wappnet nicht in gesundheitsschädlicher Weise feucht sein und müssen einen Euch zur Verteidigung unsrer hehrsten Güter, die von jener Partei eignen Bugang haben. Wohnungen für eine gemeinschaftliche Haus- gleichmäßig bedroht sind; es gilt den Kampf für Heim und Herd, haltung von zwei oder mehr Personen( Familienwohnungen) müssen für Staat und Stadt, für Kaiser und Reich! Schon blickt das eine den ortsüblichen Anforderungen entsprechende eigne Kochstelle Ausland- allzeit neidisch auf Deutschlands Macht und Größe Redaktion und Expedition des„ Vorwärts". nb, foweit in dem Gebäude Kanalisation oder Waſſerleitung ein- mit hämischem Behagen auf die Wahlerfolge der Socialdemokratie; " Wohnungswesen. * Hurra für den Kardorff- Tarif! Jm Wahlkreise Ueckermünde Usedom- Wollin vers gerichtet ist, einen eignen Ausguß und einen eignen Wasserhahn be- es rechnet darauf, daß unser Vaterland durch sie in ernste innere fizen; mindestens für je drei solcher Wohnungen muß ein Krisen gestürzt, in seinem Wohlstande, seiner Wettbewerbsfähigkeit eigner Abort vorhanden sein. Wohn- und Schlafräume müssen auf geschwächt und dadurch auch in seiner Widerstandskraft gegen den jeden Bewohner über zehn Jahren mindestens 10 Kubikmeter Luft- äußeren Feind mit der Zeit gelähmt werde. Mitbürger! Wollt Ihr raum und 4 Quadratmeter Bodenfläche fallen. Die Wohnung muß durch eigne Schwäche und Uneinigkeit solche Hoffnungen des AusEin Gefeßentwurf zur Verbesserung der so viel Räume enthalten, daß die ledigen, über biezehn Jahre alten landes stärken? Das darf nicht geschehen und wird nicht geschehen, Wohnungsverhältnisse" für Preußen ist den Regierungs- Personen, nach dem Geschlecht getrennt, in besonderen Räumen wenn alle nichtsocialdemokratischen Wähler ihre Kräfte zusammenpräsidenten zur Begutachtung zugegangen. Nach den über seinen schlafen können und daß jedes Ehepaar für sich und feine noch fassen." nicht vierzehnjährigen Kinder einen besonderen Schlafraum Inhalt vorliegenden Mitteilungen ist es allerdings nichts weiter als befißt: solche besonderen Räume können auch durch feste Abschläge auch nicht aus dem des Herrn Bassermann. Das steht im Das ist nicht aus dem Ausruf des Fürsten Herbert Bismard, ein Polizeigesetz, dessen Hauptbedeutung in sanitätspolizeilichen Vor- von mindestens zwei Meter Höhe hergestellt werden. Sofern Wahlaufrufe des Herrn Brömel von der Freisinnigen Vereinigung schriften über die Beschaffenheit der Wohnungen und in der Regelung von einer Eigen- oder Mietwohnung eine Wohnung abvermietet in Stettin, der seinen Durchfall reichlich verdient hat. der Aufsicht über die Beobachtung dieser Vorschriften liegt. Es will oder weitervermietet wird, muß auch der dem Vermieter verallerdings auch die Mietskasernen bekämpfen, thut aber bleibende Wohnungsteil den bezeichneten Anforderungen entsprechen. in dieser Richtung nichts weiter, als daß es den Schlafräume der Dienstboten und Gewerbegehilfen müssen für jede Polizeibehörden den Erlaß von Bauordnungen gestattet, durch welche darin untergebrachte Person mindestens 10 Kubikmeter Luftraum und 4 Quadratmeter Bodenfläche darbieten und den durch die Wohnungs- fandte am Tage vor der Stichwahl der Vorstand des liberalen Wahldie Ausnutzung des Bodens eingeschränkt werden darf, insbesondere ordnung festzusetzenden Mindestanforderungen hinsichtlich der Ein- vereins folgendes Cirkular an seine Mitglieder. Der Wortlaut desdurch Schaffung kleinerer Baublocks und durch Anordnung von Bau- richtung, Ausstattung und Unterhaltung genügen; fie dürfen nicht ſelben ist in einer voraufgegangenen Vertrauensmänner- Sizung, die zonen derart, daß, nach der Peripherie der Gemeinden zu eine baulich verwahrloft und nicht in gesundheitsschädlicher Weise am Montagabend in Swinemünde stattfand, festgestellt worden. allmählich abnehmende Baudichtigkeit festgesetzt wird. Schließlich feucht sein; ferner müssen sie verschließbare Thüren haben. Dieses Cirkular lautet: wird noch als Absicht des Gesetzes bezeichnet, der ungesunden" Dienstboten und Gewerbegehilfen dürfen, abgesehen von EheSwinemünde, den 28. Juni 1903. Als Writtel dazu bietet gatten, mit Bersonen andren Geschlechts über vierzehn Jahren dem unterzeichneten Vorstande schriftlich erklärt hat, daß er im ReichsBodenspekulation entgegenzuwirken. Nachdem Herr Landtags- Abgeordneter v. Böhlendorff- Kölpin es jedoch nichts wie die Gewährung der Befugnis an nicht in demselben Schlafraum untergebracht werden. Die Aufnahme die Polizeibehörden, die Gemeinden erforderlichenfalls rechtzeitigen Schaffung von Bebauungsplänen, Festsetzung von Bausluchtlinien und Herstellung von Straßen anzuhalten. Außer den sollen gemeinnügigen Unternehmungen zum Wohnungsbau, wenn Gewinnbeschränkungen statutarisch vorgesehen sind, sowie Heinen Selbstbefizern Ermäßigungen der Grundsteuern und der Anliegerbeiträge gewährt werden dürfen. 1. für die Erhaltung der Gleichberechtigung der Konfessionen; 2. für langfristige Handelsverträge auf Grundlage derjenigen Zollsäte, welche die kaiserliche Regierung aus triftigen Gründen endgültig als diejenigen bezeichnet, mit welchen fie unter Festhaltung der gefeilich festgestellten Mindestfäte überhaupt noch HandelsVerträge abschließen kann; von Zimmermietern, Einliegern und Schlafgängern darf nur erfolgen, tage eintreten werde: zur gebers und seiner Familienangehörigen baulich oder in einer sonst wenn die Schlafräume dieser Personen von denen des Wohnungsgeeigneten Weise, die den unmittelbaren Verkehr ausschließt, getrennt find; alleinstehenden Männern und Frauen ist die Aufnahme von Einliegern oder Schlafgängern gleichen Geschlechts in ihre Schlafräume gestattet. Sowohl die Schlafräume der Zimmervermieter usw. als auch diejenigen des Vermieters und feiner Angehörigen unterliegen hinsichtlich des Luftraums und der Bodenfläche den für die Schlafräume der Dienstboten maßgebenden Anforderungen. Zimmermieter, Einlieger oder Schlafgänger verschiedenen Geschlechts, abgesehen von Ehegatten, Eheleuten mit Kindern( auch Pflegekindern) Das Gesetz bleibt demnach, wenn es nicht etwa noch wefentliche Verbesserungen erfährt, selbst hinter dem neuen sächsischen Baugeseze noch erheblich zurüd, das doch wenigstens cinen Ansatz dazu macht, eine Expropriationsbefugnis der Gemeinden unter 14 Jahren und Personen, die in gerader Linie verwandt find, sum Zwecke der Befriedigung des Wohnungsbedürfnisses zu schaffen, dürfen nur mit Genehmigung der Ortspolizeibehörde aufgenommen ganz abgesehen davon, daß das fächsische Gesetz auch den Bau- werden, wenn die Schlafräume von einander baulich oder in einer arbeiter- Schuß einheitlich regelt. Als ein ernsthaftes Mittel zur Ver- sonst geeigneten Weise getrennt sind. In besonderen Einzelfällen Besserung der Wohnungsverhältnisse der arbeitenden Klasse ist find Ausnahmen vorgesehen. das Gesetz deshalb nicht zu bezeichnen. Das erste Ers Der Gefeßentwurf enthält schließlich eine Reihe von Befordernis zur Erreichung dieses Zieles ist die Beschaffung ftimmungen über die Durchführung der Wohnungsaufsicht, die der Gemeinde obliegt. Für Gemeinden mit 100 000 und mehr Eineiner ausreichenden Anzahl guter und geräumiger Wohnungen zu wohnern soll zur Handhabung der Aufsicht ein Wohnungsamt erPreisen, die den Einkommensverhältnissen der Arbeiter entsprechen. richtet werden, das mit dem erforderlichen, in geeigneter Weise vor Dazu reichen natürlich die beiden einzigen Maßregeln, die das gebildeten Personal, insbesondre mit einer genügenden Anzahl Gesetz hierzu vorschlägt, die rechtzeitige Aufschließung von Bauterrain beamteter Wohnungsaufseher besetzt sein muß. Für kleinere Geund die Ermäßigung der Grundsteuern und der Anliegerbeiträge für meinden kann die Errichtung eines solchen Amts vorgeschrieben gewisse Hausbesitzer nicht entfernt aus. Die rechtzeitige Aufschließung werden, auch können sich mehrere Gemeinden zu einem gemeinsamen von Bauterrain schafft nichts weiter wie die Möglichkeit des Angebots Wohnungsamte vereinigen. Streifzüge durch das Wahlfeld. Die Polizisten und die Freisinnigen 3. für Aufrechterhaltung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, empfiehlt der unterzeichnete Vorstand den Parteigenossen, ihre Stimme in der Stichwahl am 25. d. Mts. für Herrn v. Böhlendorff abzugeben. Der Vorstand des liberalen Wahlvereinen. Brotwucher Hilfe geleistet hätten", tlagt Eugen Nichter. „ Der Vorwärts" stellt es so dar, als ob die Freifinnigen dem Brotwucher Hilfe geleistet hätten", klagt Eugen Nichter. Beitung" ein Leser, der zur Freisinnigen Volkspartei gehört: Lieber Ahlwardt als Bebel. Aus Kassel schreibt der„ BoltsWie Ihnen schon durch den Telegraphen bekannt geworden sein wird, hat in der Stichwahl im hiesigen Wahlkreise der Antifemit Lattmann( Liebermannsche Richtung) über den Socialdemokraten den Sieg errungen. Die Centralleitung unsrer Bartei in Berlin kann sich etwas darauf einbilden, daß es so gekommen ist, denn deren zweideutige Haltung bei der Stichwahlfrage hat viel dazu beigetragen. Die Freifinnige Volfspartei berfügt im hiesigen Wahlkreise über ca. 2000 Stimmen, wovon die Hälfte genügt hätte, den Socialdemokraten durchzubringen. Die Freisinnige Volkspartei hat sich zum Mitschuldigen an der Wahl eines Antifemiten in Kaffel- Melsungen gemacht! Die Freifinnigen find allerdings zu einem großen Teil das mag zu ihrer Entschuldigung dienen derartig zur Socialistenfurcht und Leisetreterei förmlich erzogen worden, daß es leider bereits soweit gekommen ist, daß sie lieber einem Antisemiten als cinem Socialdemokraten ihre Stimme geben. Der Freifinn wird ritualmordgläubig. von Baugrundstüden, schafft aber dieses Angebot noch nicht selber und daher auch noch kein Angebot von Wohnungen in ausreichender Menge, und wenn man nicht Maßregeln ergreift, die dazu führen, daß der Wohnungsbau nicht lediglich Sache der Privatspekulation bleibt, wird man auch das Wohnungselend, das vor haben im Kreise Potsdam- Spandau- Osthavelland in brüderlicher allem in einem Wohnungsmangel seinen Grund hat, nicht mildern. Gemeinschaft der Socialdemokratie den Sieg entrissen. Jetzt wird Selbstverständlich wollen wir damit nicht die Ansicht aussprechen, der Volts- Zeitung" aus diesem Kreise von einem Anhänger der Die Krieger in der Wahlschlacht. als ob mit Schaffung eines ausreichenden Angebots von Wohnungen Freifimigen Volkspartei geschrieben: Nicht die Freisinnige Volkspartei, sondern die Freifinnige Ver- Der Gastwirt Kohl in Burg- Gräfenroda im Wahlkreise schon dem Wohnungselend der Arbeiterklasse gänzlich abgeholfen einigung hat den in Ihren Nummern 291 und 292 besprochenen des Grafen Oriola hatte sich den Haß der Kriegervereinler da werden könnte. Selbst wenn die Gemeinde genug Wohnungen baut Spandauer Beschluß, in der Stichwahl für den Reaktionär Pauli durch zugezogen, daß er sein Lokal zu socialdemokratischen Versammauf Grundstücken, für welche kein Spekulationspreis gezahlt zu stimmten, gefaßt. Die Freisimmige Boltspartei in Osthavelland lungen hergegeben hatte. Am Tage der Hauptwahl, der den Zorn wurde, und wenn sie die Wohnungen ohne jeden Extragewinn ist durch den liberalen Wahlverein in Potsdam vertreten, und der nationalliberal gesinnten Ordnungskrieger noch mehr entfachte, vermietete, könnte sie dem Arbeiter für das Geld, das er für die dieser Verein hat keine Direktive für Bauli gegeben, sondern jedem weil eine Anzahl socialdemokratischer Stimmen im Drte abgegeben " worden war, berübten die Helden eine Gewaltthat, über die merkwürdigerweise noch keines der Blätter ein Wort berichtet hat, die Tag für Tag socialdemokratische Ausschreitungen erfinden. Der " Frankfurter Volksstimme" wird darüber berichtet: Die Freisinuige Volkspartei, die 25 Proz. ihrer Size verlor, bekam 541 000 Stimmen, statt 555 000, ist also auch in den Stimmen zurückgegangen! Die Süddeutsche Volkspartei, die nur ein Mandat weniger erhielt, 92 000 statt 111 000. " mord für erlaubt erklären, die unsre großen deutschen Männer, Menge von den oberen Etagen der bürgerlichen Wohnungen mit faltem die das Reich neu gebaut, die einen Kaiser Wilhelm I. und Bismarck Wasser begossen. Gegen 9 Uhr tamen etwa 18 Polizisten und Gendarmen mit ekelhaftem Haß wie eine giftige Kröte angeeifert, die verdient hinzu. Je günstiger die Resultate für Korfanth lauteten, desto unsren tiefsten unauslöschlichsten Haß und grimmigste Ver- erregter wurden die Beamten. Um 9 Uhr famen berittene achtung. # " = Am Wahltag gegen 11 Uhr abends, als sich nur noch einige Gäste in der Wirtschaft des Herrn Kohl befanden, kam nun der So dichtete der Freifinn! Die Helden des Vereinigten Bürger- Gendarmen hinzu. Die Beamten gingen durch die Menge, ohne größte Teil der Kriegervereinsmitglieder, mit Knitteln, Mistgabeln tums hatten aber nicht den Mut, dieses Flugblatt am Tage verbreiten von irgend wem belästigt zu werden. Die Arbeiter brachten freudige und dergleichen Kulturinstrumenten" bewaffnet, unter furcht zu lassen, es wurde am Vorabend der Wahl, im Dunkel der Nacht, in Rufe aus sonst geschah nichts. Schließlich sagte ein Gendarm zu harem Gebrüll mit den Rufen: Wo sind sie, wir schlagen die Bauernhäuser geworfen, auch scheute man sich, den Verleger und dem andern: fte alle tot! in die Wirtschaft und begannen ein Ver- Drucker auf dem Machwerk anzugeben, wie es das Preßgesetz vor- Jest müssen wir losgehen!" In demselben Augenblick zogen wüsten, daß man glauben könnte, Hunnen hätten dort gehaust. schreibt. die Gendarmen und Polizisten blank und schlugen auf die Menge Fenster, die Läden, das Hofthor, alles schlugen die Patrioten" Auch an zahlreichen Wahlbeeinflussungen fehlte es nicht. Das unbarmherzig ein. Das Blut floẞ. Köpfe wurden zerschnitten, turz und klein. Fast alle Anwesenden, auch der Wirt und die Unternehmertum stellte vielfach seine wirtschaftliche Macht über den Finger bis auf die Knochen zerhauen. Die Arbeiter fielen in Massen Wirtin, wurden verletzt. Der Wirt Kohl mußte mehrere Tage Arbeiter in den Dienst der Ordnungsparteien. Es sind Fälle bedas Bett hüten und steht in ärztlicher Behandlung. Dem Arbeiter fannt, und werden auch weiter verfolgt werden, daß Unternehmer zu Boden. Irgendwelche Aufforderung, auseinander zu gehen, ist Stiller wurde ein Backstein mit solcher Wucht an die Stirn ge- ihre Arbeiter vor das Wahllokal begleiteten und sie vor der Thüre seitens der Beamten vor der Mezelei nicht ergangen, zumindest aber worfen, daß das Schild seiner Müze durchschlagen wurde erwarteten, um sie nach Abgabe ihrer Stimme zu vifitieren, welche von den allermeisten Anwesenden wir sprachen mit Leuten, die an und trotzdem noch eine klaffende Wunde entstand. Stiller, Stimmzettel, die sie vor dem Lokal erhielten, sie zurückbrachten. den verschiedensten Punkten standen nicht vernommen worden. Wir der vielleicht, wenn er unbedeckten Kopfes gewesen, der Roheit Die socialdemokratische Partei fann troß ihrer Niederlage mit selbst standen in der Menge und haben nicht eine Aufforderung zum Opfer gefallen wäre, wurde durch die Wucht des Wurfes Genugthuung auf die Wahl in Fürth zurückblicken. Unfre Stimmen, gehört. ohnmächtig. Hiernach zogen die" Ordnungsstüßen" vor das Wohn- die in der Hauptwahl 12 031 gegen insgesamt 14 302 aller Die Menge ging auseinander, ohne die Gewaltthaten der Gendarmen haus des Ph. Stiller, woselbst sie unter furchtbarem gegnerischen Kandidaten betrug, sind in der Stichwahl auf 13 600 auch nur in einem Falle zu beantworten. Die Arbeiter wehrten sich nicht Gebrüll schrien. Heraus mit ihnen, wir schlagen sie alle angewachsen. Der Gegenkandidat brachte es auf 15 300 Stimmen, einmal. Sie flüchteten. Die Gendarmen und Polizisten liefen hinter den drei tot( gemeint waren die drei Söhne des letztgenannten). Als der Zuwachs beträgt also hier nur 1000 Stimmen. Barbeck, der hierauf die Frau Stiller in die Hausthür trat, um den Unholden Sieger", hat keine Ursache, auf seinen Erfolg stolz zu sein. Flüchtenden und schlugen die Leute mit blanken Klingen von hinten auf die gütlich zuzureden, erhielt sie von dem Sohne des Bürgermeisters Köpfe. Wieder fielen einige unschuldige Arbeiter getroffen zu Moscherosch einen Hieb mit einem Lattenstück über den Kopf. Der Boden. Fürchterliche Scenen tamen vor. Da stand ein Der Verlust Offenbachs. Aus Offenbach wird uns geschrieben: jüngste Sohn des Stiller erhielt vom genannten Moscherosch mit Die Stichwahl im Streise Offenbach- Dieburg hat leider ein andres Arbeiter ruhig und allein auf der Straße. Drei Polizisten fielen einem Bankbein einen Wurf in den Rücken, daß er eine klaffende Ergebnis als das der Hauptwahl nicht gehabt. Genosse Ulrich unter ihn an und schlugen ihn mit ihren Säbelhieben zu Boden. Ein Wunde bekam und gleichfalls das Bett hüten mußte. Wie schrecklich lag der Koalition der liberalen Freimaurer und Kulturpaufer wie andrer stand in der Hausthür zwei Polizisten rannten heran und die Wüteriche gehaust, geht daraus hervor, daß Nachbarsleute der der Antisemiten, Landwirtsbündler und des ganzen Trosses der schlugen ihn zu Boden. Die Leute, welche ruhig auf dem Trottoir Insultierten sich nicht getrauten, auf das Hilfegeschrei der Bedrängten Centrumsfapläne. Gerade den letzteren hat der Sieger", Dr. Becker gingen, wurden von den Beamten verfolgt und verletzt. Ein Hilfe zu leisten." in Sprendlingen, der sich den Wilden" im Reichstage anschließen Arbeiter ging ruhig zum Bahnhof, um abzufahren. Ein Polizist will, seine Wahl zu verdanken, die ihrem unbändigen Hasse gegen Die Hörigen des Bundes der Landwirte. Von den 74 Kandidaten Genossen Ulrich und unser hiesiges Partei- Organ, das„ Offen- rennt hinzu und schlägt ihn zu Boden. Von der Straße führt eine des Bundes der Landwirte, die in Stichwahl standen, find bacher Abendblatt", das ihre politischen Hetzereien auf der Kanzel Treppe zum Bahnhof. Arbeiter wollten hinaufgehen, um ab51 gewählt worden. Da 46 in der Hauptwahl siegten, sind im und im Beichtstuhl jeder Zeit nach Gebühr gegeißelt hat, ein- zufahren oder einen andren Weg zu gehen. An der Treppe wurden ganzen 97 gewählt. Im alten Reichstag betrug die Zahl der mal ordentlich die Zügel schießen lassen fonnten. sie angefallen und mit den Säbeln bearbeitet. Ein Arbeiter ging Bundesfreunde 105-110. Was in den letzten Tagen und Wochen an Beschimpfungen der mit durchschnittener Stirn nach Hause. Zahlreiche Arbeiter mußten Die Freisinnige Vereinigung, die von allen Parteien den Socialdemokratie und ihrer Führer sowie der Gewerkschaften geleistet ins Lazarett. Manch einer konnte nicht zu Fuß bis dahin gehen. prozentual größten Mandatsverlust( 40 Broz.) hatte, erhielt wurde, ist kaum zu sagen. Jede kleine Winkeldruckerei auf den ver- Um 10 Uhr war von der Volksmenge kaum etwas zu sehen. 25 000 Stimmen mehr als 1898, nämlich 233 000( einschließlich nahe- schiedensten Landorten wurde in den Dienst der guten Sache" ge- Drei stehender Wilder) gegen 208 000. stellt und mit dem Druck der gemeinsten Pamphlete versorgt. Wohin Die kleinen Gruppen, die vereinzelt standen oder gingen, wurden noch Gendarmen gingen in der Richtung nach Kl. Zabrze. die Macht der Kaplanokratie nicht reichte, wie in den evangelischen und antisemitischen Orten, gingen die Bürgermeister mit ihren Orts- einmal mit Gendarmenjäbeln bearbeitet. dienern für den Medizinmann aus Sprendlingen ins Geschirr und Sechs Polizisten blieben auf der Kronprinzenstraße und sagten forgten dafür, daß auch der letzte Mann herbeigeschleppt wurde. Der sich mit Behagen: Bearbeitung dieser„ guten Vorsehung" widmeten sich mehrere liberale Jetzt sind wir aber gegangen." Der Kölner Centrumsturm. Bei der Stichwahl in Köln hat der Offenbacher Fabrikanten, die vom Tage nach der Hauptwahl an schon Die Heldenthaten waren verübt. Nicht ein Arbeiter hatte etwas Centrumskandidat, der bisherige Vertreter Justizrat Trimborn, mit in aller Frühe tagtäglich den Kreis mit ihren Automobils unsicher Gewaltthätiges verübt. Nicht ein Arbeiter habe sich nach der ersten 19 525 Stimmen über unsren Genossen Hofrichter, der 16 096 machten. Mit solchen Mitteln konnten freilich unsre Genossen nicht Mezelei gewehrt. Flüchtende hat man weiter massakriert. Stimmen erhielt, gefiegt. An der Wiederwahl des Centrumsmannes arbeiten, ja ihnen wurde sogar die Agitation dadurch sehr erschwert, war nicht zu zweifeln. Die Nationalliberalen, die in einer großen daß in der Centrumsdomäne des Dieburger Kreises nur einige Unerhörtes ist wieder geschehen. Unschuldiges Arbeiterblut ift Wählerversammlung beschlossen hatten, ihren Leuten freizustellen, Versammlungen abgehalten werden konnten, weil uns dort keine wieder geflossen. Wieder sind Opfer gefallen. Wieder werden ob und wen sie in der Stichwahl wählen wollten, haben sich in Säle zur Verfügung standen oder abgetrieben wurden. Die Thränen fließen. Das oberschlesische Polizeisystem hat sich wieder drei gleiche Teile gespalten. Von den 6223 Stimmen, die sie in socialdemokratischen Stimmen stiegen von 16 539 bei der Haupt- in seiner ganzen Rücksichtslosigkeit gezeigt! Ohne Ausnahmegesez, der Hauptwahl hatten, gaben sie anscheinend je 2000 an die beiden wahl auf 18 062, während der„ Ordnungskandidat" von 11 960 auf auf Grund des einheitlichen Rechts- wird in Oberschlesien Stichwahl- Barteien ab; der Rest enthielt sich. Gegen die Haupt- 19 650 Stimmen stieg, wobei natürlich die 6326 Centrumsstimmen weiter gemeßelt... wahl nahmen die Centrumsstimmen um 3800, die focial- mit eingeschlossen sind. In der Stadt Offenbach und im Kreise Die Zabrzer Megelei wird wieder Tausenden die Augen öffnen. demokratischen um 2800 zu. Bei der Stichwahl im Jahre Offenbach erhielt Genosse Ulrich allein 15 287 Stimmen, während Die oberschlesische Socialdemokratie hat heute die Wahl Korfantys 1898 stiegen die socialdemokratischen Stimmen gegen die der Kreis Dieburg nur 2775 Stimmen aufbrachte. Die Mehrheit mit Befriedigung aufgenommen. Die Wahl ist ein Schlag gegen Hauptwahl das Centrum siegte mit einer für den„ wild"-liberalen Dr. Becker betrug also 1587 Stimmen, das, was man: Oberschlesisches System nennt, sie ist ein Schlag nur um 276; Mehrheit von 7500 Stimmen. Von den bei der Hauptwahl ab- wenn das Resultat richtig ist. Die Reserven aus Arbeiterkreisen in gegebenen Stimmen hatte 1898 das Centrum 48 Proz., diesmal mur Offenbach selbst konnten trotz aller Bemühungen nicht in dem gewünschten gegen die oberschlesische Justiz, gegen das oberschlesische Polizeiſyſtem. 44 Proz., die Socialdemokratie damals 33,7 Proz., diesmal aber Maße mobil gemacht werden, denn die Zunahme betrug mur 538 St. Und vor allem ist sie eine richtige und weithin schallende Antwort für 37,8 Proz. Wir sind um 47,6 Proz. unfrer eignen Stimmen ge- Der frühere Zuwachs aus Kleingewerbe- und Handelsfreisen schwenkte die Laurahütter Blutthat. stiegen, das Centrum nur um 22 Broz.; und wir haben dem Centrum ebenfalls in das Lager der Mittelstandsretter" über, die sie mit 4 Proz. feiner Stimmen abgenommen. Unfre Parteigenossen dürfen den Konsumbereinen, den Barbierstuben des Gewerkschaftskartells mit Recht stolz auf ihren Erfolg sein. Der Centrumsturm in Köln und dem Arbeiterheim gruselig machten. wackelt. Schon diesmal hing es nur von dem Willen der National- Die Arbeiter werden sich eben nur auf sich selbst verlassen und liberalen ab, ob Herr Trimborn wieder in den Reichstag einzog. dahin trachten müssen, daß sie die Mehrheit der Wahlberechtigten Wenn das Centrum überhaupt noch einmal in Köln siegt, dann nur hinter sich haben. Durch besseren Ausbau der Organisation be- Die Reihe froher Hoffeste ist durch die Ereignisse des 16. Juni noch mit nationalliberaler Hilfe. Dessen find sich die Herren sonders auch im Dieburger Kreis wie der Agitation im allgemeinen für keinen Augenblick unterbrochen worden. Aus dem socialdemovöllig bewußt. Von dem jezigen Gerede, daß Köln werden unsre Genossen bald den Zuwachs an Anhängern aufbringen, fratischen Hamburg begab sich Wilhelm II. nach dem roten Kiel, wo eine uneinnehmbare Centrumsveste sei und daß über Köln nie die der ihnen auch fünftig wieder Siege verheißt. gleich in der Hauptwahl Genosse Legien mit mehr als 30 000 Fahne des Socialismus flattern werde, ist es still geworden. Schon Stimmen gewählt worden ist. In Kiel gab es eine Segelregatta, heute buhlt das Centrum für die künftige Reichstagswahl um die Das Stichwahlergebnis in Ulm ist nach den genanen Zahlen- eine deutsch- amerikanische Entente und eine Schiffstaufe. nationalliberale Unterstügung. Der Reichstags- und angaben unsres Stuttgarter Parteiblattes dies, daß der Volks- Freuden des Freitag beschloß ein Festmahl, bei welchem der BotLandtags- Abgeordnete Eduard Fuchs, der Organisator der Kölner parteiler Storz mit 11 375 Stimmen gewählt ist, während unser schafter der Vereinigten Staaten, Tober, einen Toast auf Centrums- Wahltruppen, erklärte in der am Abend des Stichwahl- Parteigenosse Dietrich nur 8058 Stimmen erhielt. Es ist deshalb Wilhelm II., dieser einen solchen auf den Präsidenten Roosevelt tages abgehaltenen Centrumsversammlung, daß die Wahl die Not- unbegreiflich, wie das„ W. T. B." melden konnte, daß Dietrich ge- ausbrachte. Herr Tover rühmte in englischer Sprache des Kaisers wendigkeit des Zusammengehens aller Ordnungsparteien" dargethan wählt sei. Wir hatten leider keine eigene Nachricht aus dem Kreise freundschaftliche Gefühle für Amerita und fuhr fort: habe; und Herr Fuchs rief:" Wir laden alle wahrhaft national- wählt liberalen Männer( so steht es im„ Kölner Lokal- Anzeiger" der Herren Bachem zu lesen) ein, uns näher zu rücken, mit uns anzuerkennen, Das Geheimnis unsrer Siege. In der Sächsischen Arbeiterdaß nur in dem Zusammenschluß der Ordnungsparteien das Heil Zeitung" vom 25. Juni lesen wir ein Inferat: Landtagswahl! für Deutschland zu finden ist!" Der Vorstand des Socialdemokratischen Vereins für den 6. sächsischen Reichstags- Wahlkreis hat sich als Wahlkomitee für den 10. und 16. ländlichen Landtags Wahlkreis konstituiert. Alle die Wahl betreffenden Zuſchriften bitten wir an den unterzeichneten Vorsitzenden zu richten." Solche unabläffige Arbeit ist das Mittel zum Siege. Aus diesen Worten spricht die blasse Furcht, bei der nächsten Wahl Köln, den vornehmsten Siz des Centrums, an die Social demokratie zu verlieren. 0 * erprobter Genoffe Segi te 0 bekommen. = Politische Uebersicht. Berlin, den 27. Juni. Ein oberschlesisches Polizeigemegel. Zabrze, 25. Juni 1903.( Eig. Ber.) Deutfches Reich. Kieler Feste. Die Eure Majestät haben diesen Gefühlen auch jetzt wieder durch die kürzlich der Harvard- Universität geschenkten prächtigen Abgüsse Ausdrud gegeben. Diese Werke bilden eine so auserlesene Kollektion der besten Proben der Skulptur und Architektur in Deutschland, daß sie allein schon ein Kunstmuseum darstellen und der amerikanischen Jugend eine vorzügliche Gelegenheit zum Studium bieten werden. Sie wird von nun an Eurer Majestät als eines großen Wohlthäters gedenken. Gegenseitiges Verständnis zwischen Völkern wie zivischen Individuen wird am besten Die Stichwahlen in Franken sind, wie uns aus Nürnberg geerreicht durch persönlichen Verkehr, welcher zu besserer Bekanntschrieben wird, leider nicht so ausgefallen, wie wir nach der schaft führt, und es ist das glückliche Resultat einer Gelegenheit durch die Hauptwahlen geschaffenen Situation erhoffen zu dürfen wie der jetzigen, daß Freunde die Bande der Freundschaft nen glaubten. In allen fünf nordbayerischen Kreisen, in denen die befestigen, was bei zwei so großen Mächten wie Deutschland Socialdemokratie an den Stichwahlen beteiligt war, sind unsre und Amerika ein Segen für die ganze civilisierte Welt ist. Die Kandidaten nach schwerem ehrenvollen Kampfe unterlegen. Bemühungen Deutschlands und der Vereinigten Staaten Am empfindlichsten trifft uns der Verlust des Wahlkreises sind bei Ausbreitung der Civilisation, bei der Ausdehnung in der letzten Fürth, den unser des Handels und des Weltfriedens unentwegt auf dasselbe Legislaturperiode im Reichstage vertrat. Er dem Ziel gerichtet. Je enger unsre persönliche Bekanntschaft liberal fonservativ bauernbündlerischen Mischmasch- Kandidaten Noch ist die Leiche des in Laurahütte erschossenen Arbeiters nicht sich gestaltet, desto sicherer entdecken wir, wie nahe unsre Pfade bei Barbed weichen. Die Wahlbeteiligung in der Stichwahl war geborgen, noch sind die Wunden nicht geheilt, noch das Blut nicht einander liegen, wie leicht wir ihnen zusammen folgen können und enorm, in manchen Wahlbezirken betrug sie hoch in die 90 Broz. getrocknet, noch die unzähligen Verhaftungen im ganzen Kreise nicht wie viel wir jeder durch die Aufrechterhaltung der Eintracht in Die Gegner entfalteten eine ungeheure Kraftanstrengung, um dem Frei- beendet, noch fließen Ströme von Thränen der unglücklichen Frauen Zukunft, wie in der Gegenwart und in der Vergangenheit, gefinn das Mandat zu retten. Es war eine sehr gemischte Waffen- und Kinder der Verhafteten, noch ist die Erregung und Erbitterung winnen können. Amerika, Eure Majestät, wünscht dies mit voller brüderschaft, die den socialdemokratischen Kandidaten zu der Arbeiterbevölkerung über die Blutthat im ständigen und rapiden Aufrichtigkeit. Es giebt in den Vereinigten Staaten HundertFall brachte: Freifinn, Nationalliberale, Konservative, Bauern tausende von deutscher Geburt und deutscher Abstammung, welche bündler alles stand einmütig gegen uns im Felde, vergessen Wachsen und schon wieder ist unschuldiges, ganz von ihrer neuen Heimat mit Gefühlen inniger Zuneigung waren die erbitterten Kämpfe, die diese Parteien vor der Hauptwahl unschuldiges Arbeiter blut in 3abrze geflossen. auf ihr altes Vaterland zurückblicken. Sie gehören zu den Besten mit einander ausgefochten hatten. Das Centrum, dem bei der Hauptwahl Zabrze ist für die oberschlesische Arbeiterbewegung ein geschicht- unter unfren Bürgern, sie bringen mit zu uns ihre wirtschaftlichen 1351 Stimmen zugefallen waren, hatte Wahlenthaltung proklamiert, licher Boden. Im Jahre 1893 wurde im Kreise Zabrze von zwei und industriellen Eigenschaften und die hohen Jdeale häuslichen aber die Wähler wurden von den gegnerischen Agitatoren zur Urne schlichten polnischen Bergleuten eine Bergarbeiterbewegung eingeleitet, Lebens, welche dieselben von ihren Vorfahren geerbt haben und geschleppt und veranlaßt, ihm ihre Stimme für Barbeck abzu- die in furzer Zeit Tausende von Bergleuten ins öffentliche Leben, die in hohem Maße dazu beigetragen haben, Amerika zu dem zu geben. Der ganze Wahlkreis war am Stichwahltage von in Versammlungen in die Organisation brachte. Unerhörtes machen, was es ist. Sie werden jubeln über die Ereignisse, die Den bürgerlichen zutreibern überschwemmt. Unzählige Droschken geschah in Oberschlesien. Woche für Woche fanden sich Tausende in sich augenblicklich in Kiel abspielen, und sie werden glücklich fein, und Automobile wurden benützt, um die Bauern vom Feld oder von wie wir es alle find, über die Zuversicht für die Zukunft, die wir der Wiese hereinzuholen und vor das Wahllokal zu bringen; hier Bersammlungen. Die Begeisterung war gewaltig. Die Organiaus Eurer Majestät heutigen Anwesenheit hier entnehmen. sation nahm zu. wurden sie mit einem Barbeck- Zettel versehen, in das Wahllokal ge= Dann griffen die Behörden in wahrhaft Herr Tover scheint seine deutschen Mitbürger ein wenig zu unterführt und nachdem sie ihre Stimme abgegeben, wieder per Wagen oberschlesischer Weise ein. Die Versammlungen hörten auf. Es schäßen. Es schäßen. Den meisten von ihnen dürfte die Kieler Reichstagswahl auf das Feld zurückgebracht. famen Verbote, Auflösungen. Die Menge wurde erregt und durch interessanter und erfreulicher getpesen sein als die Kieler Entente, Die reaktionäre Gesellschaft verfuhr bei der Auswahl ihrer Spigel- provokatoren bearbeitet. In üblicher Weise wurde die Menge umsomehr als sie wissen, mit welcher Mühe von deutscher Seite Agitationsmittel auch sonst nicht skrupulös und scheute sich nicht, die vor den Lokalen bei verhinderten Versammlungen auseinander- diese Entente zusammengeleimt worden ist. gehässigsten persönlichen Verdächtigungen über den Gegner auszu- getrieben. Bei der bekannten verhinderten Versammlung in Pniaki ftreuen. Die Art, wie in den für das Landvolk beſtimmten Flug- wurde eine unschuldige schwangere Frau von einem Gendarmen blättern der Kampf geführt wurde, erinnert an die Wahlkämpfe im fernen Westen, wo der Arizona- Kiker heimisch ist. Zur Erbauung erschossen. Dann begannen die Prozesse und Verfolgungen. Die unsrer Leser führen wir einen Passus aus einem solchen Flugblatt Organisation wurde gesprengt. Die Stimmung blieb. 1898 wurden an. Hier heißt es: in dem Bezirk Tausende socialdemokratischer Stimmen abgegeben. " Hoffnungslos verblendet müßte der sein, der wähnt, im Diesmal gleichfalls. Die Zabrzer Polizei hat sich aber nicht ge= Zukunftsstaate der Noten gäbe es keine Belastung, keine Bedrückung, ändert. Sie ist auch heute dieselbe, wie sie 1893/1894 nichts als Freiheit, Friede, Freude und Schlaraffenleben. Sie war. schwärmen von Civilisation und Kultur, sie, die Verherrlicher der Pariser Kommune, und müßten erst alle Kultur in Trümmer schlagen, jeden deutschen Bauernhof in Afche legen, ehe es ihnen gelingen würde, ihren Staat der Verrückten ins Leben zu rufen. „ Eine Partei, der das Vaterland in seiner historischen Bedeutung gleichgültig ist, der Ehre, Größe und Ruhm des Vater landes ein Spott ist, eine Partei, deren Angehörige den FürstenHeute abend gegen 8 Uhr sammelte sich die Menge vor der Redaktion des bürgerlichen„ Wanderer", um die Wahlresultate zu erfahren. Die eintreffenden günstigen Resultate wurden mit Rufen: Hoch Korfanty!"" Wenn unser Franzek(-Morawski-) nicht durchgekommen ist, da foll Korfanty herein!", und ähnlichen aufgenommen. Irgend welche Störungen kanten nicht vor. Schon jetzt wurde die Auf Tovers Rede antwortete Wilhelm II. gleichfalls mit einer englischen Rede, die er also schloß: Wir sind zu eng aneinander gewiesen durch unsre gemeinsamen Interessen. Rivalitäten auf dem Gebiete des Handels und Gewerbes werden immer vorhanden sein, aber die Kraft, die uns zusammenführt, ist zu start, um das Entstehen eines Antagonismus zu erlauben. Es ist meine feste Ueberzeugung, daß die Hunderttausende von Deutschen, die in den Vereinigten Staaten leben und dort ihr gutes Fortkommen finden, und die sich dabei in ihrem Herzen, die warme Liebe für ihr altes Vaterland be wahrt haben, den Weg ebnen für eine ungestörte Entwickelung unfrer Beziehungen, die für unsre Länder von so hoher Be deutung sind. Es ist jest meine Pflicht, Ew. Excellenz zu bitten, Sr. Ercellenz dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Dank zu sagen für die erfreuliche Begegnung, die wir seiner Zuvor tommenheit verdanken. Wir alle bewundern seine Charakterstärke, fernen eisernen Willen, feine Hingabe an sein Land und seine unbeugsame Thatkraft und wir ergreifen gern die uns über den Ozean entgegengestreckte Hand in herzlicher Freundschaft und im Gefühl, das Blut dicker ist als Wasser. Meine Herren, ich trinke auf das Wohl Seiner Exeellenz des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Gott segne ihn und die Vereinigten Staaten. Tags darauf, am Sonnabend, wurde ein neuer großer Kreuzer vom Stapel gelassen und auf den Namen„Roon" getauft. Graf Waldersee, der dem Kaiser diesmal die Tausrede abnahm, feierte den Generalfeldmarschall Graf Roon als den„treuen Gehilfen"„Wilhelms des Großen": Was königliche und kaiserliche Huld an Gnadenbeweisen und Anerkennungen zu vergeben im stände sind, ist ihm geworden, aber das schönste Blatt in seinem reichen Lorbeerkranz ist wohl das, welches der Welt nicht so bekannt geworden ist, und seine Beziehungen zu seinem kaiserlichen Herrn darstellt. Er hat ihm nicht allein treu und erfolgreich gedient, sondern er hat seinem Herzen sichtlich nahe gestanden. Wer das von sich sagen konnte, muß ein sehr reiner, edler Mann gewesen sein. Wilhelm II. wohnte der Rede seines Freundes, dessen Be- Ziehungen zu seinem kaiserlichen Herrn allerdings noch der geschicht- lichen Aufklärung harren, bei. Sodann empfing Wilhelm II. eine Arbeiterdeputation und verlieh an Arbeiter und Angestellte der kaiserlichen Werst Orden und Ehrenzeichen. Die toten Wähler. Die überzeugungslosen Preßbediensteten der kapitalistischen Presse halten es selbstverständlich nicht für notwendig, aus Anlaß der Wahlen umzulernen. Sie schmieren dasselbe Zeug nachher, wie sie es vorher gethan haben. Warum sollten sie sich auch in geistige Unkosten stürzen. Deshalb wird ihr Gehalt doch nicht erhöht. So ist es denn auch kein Wunder, daß die„Post"-Leute weiter in der Politik des dümmsten Denunzierens arbeiten. Vor der Wahl belustigte uns die„Post" mit der grausamen„Interne", und nach der Wahl überträgt sie dieser Interne' die schaudervolle Aufgabe, tote Kaufleute und Referendare soeialdemokratisch wählen zu lassen. Nach einer Berliner Kommunal-Korrespondenz, die an zuständiger Stelle Erkundigungen eingezogen hat, sind die Räubergeschichten der „Post" über die toten, verzogenen, kranken und inhaftierten soeial- demokratischen Wähler auf folgendes zurückzuführen: Es handelte sich um mehrere� Fälle, in denen für Wähler, welche verzogen oder abwesend waren oder sich im Krankenhause befanden, Stimmen von Unberechtigten abgegeben worden sind. Jedenfalls dürste die Zahl dieser Wahlfälschungen einige Dutzend nicht überschreiten. Solche Wahlfälschungen sind nicht nur unzulässig, sondern auch strafbar. Und weil gegen sie durch das Gesetz bereits Schutz- maßregeln getroffen find, darum sind sie allerdings weit weniger empörend als die massenhaften Wahlschwindeleien und Wahl- erpressungen, mittels deren namentlich die konservativen Parteien das Wahlergebnis gefälscht haben und gegen die bei der bevor- stehenden Revision des Strafgesetzbuches Kautelen geschaffen werden sollten. Im übrigen hat die Soeialdemokratie natürlich mit den„toten Wählern" nichts zu thun. Wir vermuten, daß sie aus den Kreisen derer stammen, die die Enthüllung deshalb bringen konnten, weil sie fie arrangiert haben. Vielleicht hatte man in staatserhaltenden Kreisen das Bedürfnis, wenigstens einige schlichte Männer aus dem Volke als bekehrte Soeialdemokraten zu— fabrizieren! Das konnte man eben nur, indem man Tote auferstehen ließ. Eine andere Teufelei kündigen die Blätter vorsorglich schon für die nächsten Wahlen wie folgt an: Ueber einen eigenartigen Plan der Berliner Soeialdemokraten wurden in einer Vertrauensmänner-Versammlung interessante Mit- teilungen gemacht. Es drehte sich um die Frage, auf welche Weise"bei den nächsten Reichstagswahlen auch der erste Berliner Wahlkreis, der jetzt an den Freisinn fiel, für ganz sicher der Soeialdemokratie zuzuführen sei, denn ein Abfallen der übrigen fünf Wahlkreise Berlins, die jetzt in soeialdemokratischem Besitz sind, sei, das habe das Stimmenverhältnis erwiesen, ein Ding der Unmöglichkeit. Folgender Vorschlag soll der Parteileitung unter- breitet werden: Da der sechste Wahlkreis mit seinem enormen Arbeiterbestand totsicher der Partei verbleibt, sollen etwa dreitausend bis viertausend Wähler des Kreises am t. April 1908 auf ein halbes Jahr in den Bereich des ersten Wahlkreises ziehen, und zwar auf Kosten der Partei. Auf diese Weise würde es gelingen, ohne weiteres den soeialdemo- kratischen Kandidaten vielleicht schon bei der Hauptwahl durch- zudrücken. Die Kosten würden sich nicht allzu hoch stellen, da im sechsten Wahlkreise weniger Agitation entfaltet werden könne. Wir können den Plan ergänzen! Wir werden uns natürlich nicht damit begnügen, daß wir einige soeialdemokratische Schlaf- burschen vorübergehend in die Ministerhotels des ersten Wahlkreises einquartieren. Nein, wir werden die Ungleichheit der Wahlkreise ganz allgemein dadurch beseitigen, daß wir den soeialdemokratischen Ue�erfchuß in den großen Städten ins ganze Reich verteilen. So wird das nächste Mal unsre Fraktionsstärke der Stimmenzahl ziemlich entsprechen!—_ Der Katzenjammer. Nach der großen Orgie der Lüge, die den Erfolg der Soeialdemokratie nicht aufzuhalten vermochte, fangen die gegnerischen Parteien an einzusehen, daß es für den Kampf mit geistigen Waffen keineswegs genügt, wenn man über die Soeial- demokratie ohne Kenntnis wissenschaftlich festgestellter Thatsachen ein- fach das Blaue vom Himmel herunterphantasiert. Ein parlamen- tarischer Mitarbeiter der„Danziger Zeitung" hat sich jetzt über diesen Punkt geäußert, und selbst die„Kreuz-Zeitung" muß dazu sagen: Nicht ganz mit Unrecht tadelt der„Parlamentarier" die nicht immer kluge Polemik gegen die Soeialdemokratie. In diesem Punkte ist durch Uebertreibungen und unbegründete Behauptungen noch immer viel gesündigt und de» Soeialdemokraten Anlaß zu erfolgreicher Selbstverteidigung geboten worden. Wenn die„Kreuz-Zeitung" dazu bemerkt, es gebe genug„ein- wandfreies Anklagematerial" gegen die Soeialdemokratie, so er- wächst ihr die publizistische Pflicht, das Anklagematerial gegen die Soeialdemokratie ehestens kritisch zu sichten, damit wir dann mit ihr gemeinsam untersuchen können, wie viel„einwandsteies Material" noch übrig bleibt. Auch die polemische Stärke'der„Kreuz-Zeitung" hat bisher in unbegründeten Behauptungen beruht.— „Die revolutionäre Jugendeselei" abzuschwören, rät uns wieder einmal Herr Barth. Wir denken, daß die Erfahrungen, die der Liberalismus mit dem Abschwören der revolutionären Jugendeseleien gemacht hat, gerade jetzt nicht sehr ermutigend sind!— „Eine Fälschung ersten Ranges", eine„Bosheit", eine„dumm- freche und gemeine Verleumdung",„eine Irreführung der von ihm geleiteten Hammelherde" soll das„Riesenlästermanl"— nämlich der „Vorwärts"— begangen haben, so erzählt in ihrer holdseligen Weise die katholische„Germania". Warum? Ein Centrumskretinisches Blatt hatte behauptet, daß die Belgrader Bestialitäten vorbildlich für die Soeialdemokratie seien. Wir hatten geantwortet, daß die Königsschlächter gute Katholiken seien, die von einer Fügung Gottes so stomm reden, wie nur irgend ein Centrums- kaplan I Die„Katholiken" sollen nun die Fälschung sein. Die Serben lehnten sich an die„griechisch- s ch i s m a t i s ch e" Kirche an. Wir können der„Germania" nicht dienen. Wir werden uns gestatten, die durch GotteS Fügung siegreichen Königsschlächter nach wie vor g ut e K a t h o li k e n zu nennen. Die katholische Christenheit umfaßt sowohl die r ö m i s ch- katholische wie die griechisch- katholische Konfession! Katholiken sind aber beide Zweige. Wenn die Serben keine guten Katholiken find, dann sind es auch die Re- dakteure der„Germania" nicht, sondern sie sind vom Standpunkt der andren Richtung nur„römisch-schismatisch". Zudem besteht der ganze Unterschied zwischen den griechischen und römischen Katholiken nur in etlichen unbedeutenden dogmatischen Spitzfindigkeiten!— Disziplin und Menschenleben. Der Fähnrich Hiissener stach ohne Grund einen Soldaten tot und erhielt dafür 4 Jahre Gefängnis. Das Kriegsgericht in Hannover verurteilte am Donnerstag den Musketter Lindemann aus Braunschweig zu 6 Jahren und den Mattosen B r i e s aus Wilhelmshaven zu 7 Jahren Zuchthaus, weil sie gemeinschaftlich in einer Wirtschaft in trunkenem Zustande einen Unteroffizier und einen Sergeanten geprügelt hatten.— Jachtklub und Kriegsmarine. Bei der großen Kieler Segel- regatta find die Torpedoboote der Kriegsmarine in Aktion getreten. Sie wurden dazu verwendet, die großen Segelyachten an den Start zu schleppen. Daß die Startlinie von Schiffen der Kriegsmarine nicht gekreuzt und zuwiderhandelnde Kapitäne bestraft werden, ist schon aus ftüheren Jahren bekannt.— Wählt» mult in Thorn. Das„Wolffsche Bureau" meldet aus Thorn vom 27. Juni: Gestern abend ging das Gerücht, der deutsche Kandidat Graßmann sei gewählt, worauf sich Tausende von Polen in den Straßen ansammelten und unter Gejohle und Geschrei vor die Redaktion der„Gazera Torunska" zogen, wo sie Hochrufe auf den polnischen Kandidaten BrejSki ausbrachten. Die Schutzleute wurden thätlich angegriffen und mußten blank ziehen; mehrere Personen wurden verhaftet.— Wahltnmult in Hagen. Auch in Hagen soll es am Abend des 2S. Juni zu Excessen gekommen sein, über die die„Freisinnige Zeitung" sehr ausführlich berichtet. Die Wache soll genötigt gewesen sein, von der Waffe Gebrauch zu machen, da sie mit Steinen be- warfen worden sei. Wie weit diese Nachricht richtig ist, wird sich ja bald heraus- stellen. Daß Ausschreitungen aller Art von geschulten Anhängern der'Soeialdemokratie streng vermieden werden und daß niemand Exeesse so lebhast bedauert wie die soeialdemokrattsche Partei, unter- läßt die„Freisinnige Zeitung" ihren Lesern mitzuteilen.— Majestätsbeleidignng. Vor der Strafkammer in Halle stand am Freitag der verheiratete Jnsttumentennmcher Franz Lehmann wegen Majestätsbeleidigung. L. erschien am Abend des 21. April ds. Js. in angetrunkenem Zustande in einem hiesigen Restaurant, um dort mit einem Arbeitskollegen noch ein Glas Bier zu winken. Als ein dort an- wesender Handwerksbursche sich an das Klavier setzte und aufgefordert wurde, das Kaiserlied zu spielen, machte der Angeklagte in Beziehung auf den Kaiser eine unüber- legte Bemerkung. Em Mensch, dessen Namen in der Verhandlung leider nicht genannt wurde, benachrichtigte sofort die Polizei, worauf Lehmann festgenommen wurde. Hierbei leistete er Wider- stand und stieß dem Polizisten gegenüber eine beleidigende Redensart aus. Der Angeklagte erklärte, am genannten Tage sehr viel Bier getrunken gehabt zu haben und stark angetrunken gewesen zu sein; er wisse nicht mehr, was er über den Kaiser gesagt habe. Absichtlich habe er aber keine Majestätsbeleidigung begangen, denn er sei Soldat gewesen und Wiste genau, welche Folgen drohten. Der geladene Sachverständige bekundete, daß der Angeklagte nicht im unzurechnungsfähigen Zustande gehandelt haben könne. Beantragt wurden wegen der Kaiserbeleidigung 6 Monate und wegen der übrigen Delikte 2 Monate Gefängnis. Die Verhandlung fand wegen Ge- fährdung der öffentlichen Ordnung hinter verschlossenen Thüren statt und endete mit Verurteilung des Angeklagten zu 6 Monaten Ge- fängnis. Der unglückliche Verurteilte, dem Thränen in den Augen standen, wurde an einer Handkette durch die Straßen ins Gefängnis geführt. Unstatick. Oestreich-Ungar«. Das neue ungarische Ministerium. Wien, 27. Juni. Graf K h u e n- Hedervarh legte Vormittag dem Kaiser die Ministerliste vor, lvelche vollinhaltlich angenommen wurde. Die Minister v. Lukacs, Daran yi, v. Wlassies, Lang und P I o ß behalten ihre Portefeuilles. Graf Khuen-Hedervary übernimmt neben dem Ministerpräsidium die Leitung des Ministeriums des Innern und interimistisch das Ministerium a latere. Generalmajor Kalos- v a r y übernimmt das Honvedministerium und Professor T o m a s i c s das Ministerium für Kroatien.— Frankreich. Mit knapper Mehrheit. Paris. 27. Juni. Bei der gestrigen Abstimmung in der Deputierteukammer über die Genehmigungsgesuche der weiblichen Kongregationen haben 30 Mitglieder der ministeriellen „Union republicaine", der Aufforderung des früheren Unterrichts- Ministers Leygues entsprechend, gegen die Regierung gestimmt. Sechs Ministerielle enthielten sich der Abstimmung, außerdem befinden sich II Ministerielle im Urlaub. Die oppositionelle Presse erblickt in dieser Abstimmung den Beweis dafür, daß der Block erschüttert sei und daß er bald zerfallen werde. Ein Ministerium, das in einer für seine Politik so einschneidenden Frage nur eine Mehrheit von 16 Stimmen erlange, unter denen sich 6 Stimmen von Ministern befänden, könne nicht mehr lange bestehen.— England. Eine neue englische Niederlage im Somalilaud. Dschibuti, 27. Juni. iMeldung der„Agenee Havas".) Der Mullah hat fünf Posten zwischen Burao und Bohotle vernichtet; 39 englische Offiziere sind gefallen, 2000 eingeborene Soldaten wurden gefangen ge- nomine». Dagegen ist das„Reutersche Bureau" amtlich ermächtigt, die Pariser Meldung von einer Niederlage der Engländer im Somali- land zu widerlegen. Das Kriegsamt habe eine aus Bohotle vom 26. Juni datierte Depesche von General Manning erhalten, nach welcher derselbe in Bohotle eingetroffen sei. Der Mullah habe mit seinen Kriegern die Linie zwischen Dainete und Bohotle wegen der festen englischen Stellung im Mudug-Distrikt, und weil ihn die von Süden vorrückenden Abessynier bedrängten, überschritten. Die Flucht des Mullah hätte sich zu einer Niederlage gestalten können, wenn genügend Streitkräfte von Bohotle hätten vorgeschickt werden rönnen. Gefangene sagen aus, die Anhänger des Mullah seien des- organisiert.— Dänemark. Die Einigkeit der Soeialdemokratie. Der Umstand, daß unsre dänischen Parteigenossen auf ihrem letzten Kongreß ihren früheren Bundesgenossen, den Liberalen, eine gründliche Absage erteilten, und trotzdem bei den Wahlen Fortschritte machten, hat die liberale Presse veranlaßt, eine Mitteilung zu ver- breiten, wonach es innerhalb der Soeialdemokratie nur einige ein- flußreiche radikale Elemente gewesen sein sollen, die jenen Beschluß, entgegen dem Willen alter und besonnener Parteiführer, durchgesetzt haben. Diesen unzutreffenden Darstellungen gegenüber hat der Parteivorsitzende P. K n u d s e n, der dänischen Presse folgende Erklärung durch Ritzaus Bureau zustellen lassen: „Politiken" schreibt, daß„innerhalb der Soeialdemokratie eine gemähigte und eine radikale Richtung besteht", wovon die„letztere auf dem Kongreß zu Aarhus durch den Bruch mit der Linken in Kosten- Hagen siegte". Zu der ersteren Richtung werde ichselbst und mehrere andre Reichstagsmänner gerechnet, zu der letzteren Wiinblad und andre. Diese Darstellung ist gänzlich unwahr. Die Aufstellung von Kandidaten in Kopenhagens 7. Kreis und in Valby durch die Soeial- demokratie war eine Folge der ganzen Regierungspolitik und Wahl- Taktik der Linken. Es erhob sich dagegen auf dem Kongreß zu Aarhus keinerlei Widerstand, und die Aufstellung wurde einstimmig beschlossen, gerade so wie das von mir ausgearbeitete Manifest, das die ganze Taktik der Partei bestimmte. Die Wahl am 16. Juni hat durchaus die Berechtigung der Kandidatenaufstellung im 7. Kreise und in Valby bewiesen."— Serbien. Der Revolver für die Monarchie. Daß man nach der Ermordung Alexanders so wenig über republikanische Neigungen der Serben zu hören bekam, dafür ließen sich sehr einschneidende und einschietzende Gründe denken. Das Ge» dachte wird jetzt bestätigt durch eine Mitteilung, die der Berliner „Volks-Zeitnng" aus Belgrad zugeht. Gleich nach dem Attentat hatte der Chefredakteur Gregor vom„Odjek" Stimmung für die Republik zu machen begonnen. Von Schabatz, Palanka, Nisch, Pirot und Kragujewatz waren Zustimmungsbriefe, Telegramme und Boten eingettoffen. Es setzte die Bewegung mächtig ein, als Herr Gregor vom„Odjek" von drei Offizieren auf seiner Redaktionsstube einen Besuch erhielt; die drei Uniformträger benahmen sich überaus liebenswürdig und arttg, zeigten Herrn Gregor höchst zuvorkommend ihre Revolver mit dem stahlblauen Laufe und eröffneten ihm mit großer Höflichkeit:„Wenn Sie mit Ihrem„Odjek" republikanische Politik treiben wollen, so müssen wir für heute Nacht ein neues Grab besorgen." So wurde Serbien durch den Offiziersrevolver nicht nur von einem Tyrannen befteit, sondern auch vor den Greueln der thron- stürzenden Demokratie bewahrt, und die Monarchen Europas kamen in die glückliche Lage, einen neuen Kollegen begrüßen zu können.— Die soeialistische Presse über die Stichwahlen. Daß sich die Bourgeoisie von rechts und links zusammenscharen würde, um der Soeialdemokratie den Sieg in den Stichwahlen in möglichst vielen Kreisen streitig zu machen, war nach den ausgegebenen Stichwahlparolen klar; in welchem Umfange sie es gethan hat. zeigen recht eigentlich erst die Mitteilungen unsrer Parteipresse aus den einzelnen Kampfcentren. Zweifelsfreier als je zuvor ist auS diesen Mitteilungen ersichtlich, daß in der That das deutsche Prale- tariat wie wohl in wenigen andren Ländern zu kämpfen hat gegen eine einzige reaktionäre Masse. So schreibt die„Märkische Volksstimme" in Forst: „Die Resultate von Kottbus, Äalau-Luckau, Landsberg und Frankfurt sind geeignet, dem Blödesten die Augen hell zu machen. Wie ein Fanal in dunkler Nacht, so ist weithin sichtbar der schmäh- liche Verrat, den allenthalben der Freisinn übte. Nie zuvor hat eine Partei so alles im Stich gelassen, auf das sie früher schwor, wie dieses tief unter dem Judas stehende„oppositionelle" freisinnige Bürgertum. Das Sorau-Forster Wahlresultat hatte viele verblüfft; jetzt werden die Genossen erkennen, daß Sorau-Forst nur signalisierte, was überall eintreten wird. Die Klassengegensätze spitzen sich immer schärfer zu. Das kleine Unternehmertum hat sich einschüchtern lassen durch die Politik der Soeialdemokratie; diese Leute erschrecken vor den Arbeiterschutz-Forderungen unsrer Partei und vor ihrem Eintreten für die Organisation der Lohnarbeiter; sie zahlen also den höheren Lebensmittelpreis und tragen die Lasten des„herrlichen Kriegsheeres" als unvermeidliche Versicherungsprämie gegen die „Begehrlichkeit der Arbeiter". Uns bleibt nur übrig, abzuwarten. bis diese Leute gescheit oder— vom Kapitalismus gefressen werden. Und im übrigen muß unsre Agitation sich vorzüglich an die Prole- tarier wenden; aus den indifferenten Proletariermassen müssen wir die Truppe erziehen, die in fünf Jahren die geeinten Gegner aufS Haupt schlägt. Unsre Aufklärungsarbeit wird wesentlich erleichtert durch den Zusammenschluß der Gegner. Sinnenfälliger wie bei dieser Wahl konnte nicht demonstriert werden, daß Arbeiterfeindlichkeit das Wesen jeder bürgerlichen Partei ist." lieber den Wahlsieg in Magdeburg läßt sich die dortige„Volks- stimme" ans: „Der Erfolg unsrer Partei ist, wie die Wahlstimmen beweisen, ein enormer. Das Wahlkartell der vereinigten Gegner von den Konservativen bis zu der Magdeburger Speeialität des„Freisinns". dem Centrum und den Polen wurde getreu gehalten; ja, die Gegner brachten es auf 1043 Stimmen mehr, als Liberale, Centrum und Polen zusammen in der Hauptwahl aufgebracht hatten. Ueber 92,2 Proz. der eingeschriebenen Wähler haben sich diesmal an der Wahl beteiligt; noch nie war die Wahlbeteiligung in Magdeburg so groß wie bei dieser Wahl, und noch nie ist daher der Wille und die Anschauung der Magdeburger Bürgerschaft so vollkommen zum Ausdruck gelangt wie bei dieser Wahl. Aus eigner Kraft hat die Magdeburger Arbeiterschaft, hat die sieggewohnte Soeial- demokratie den Ansturm der gemeinsamen Feinde abgewehrt..... Das wichtigste aber an dem Ergebnis der Magdeburger Wahlen war, daß die Bourgeoisie ihr wahres Gesicht gezeigt hat. daß sie sich nicht mehr hinter ideologischen Theorien, hinter angebliche „Ideale" versteckte, sondern sich zur Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen zusammengeschart hat. Nur ihre Geldinteressen kennt diese Klasse: Was da Klerikalismus und Kulturkampf, was da Pclentum und alldeutscher Chauvinismus!— zusammen mit jenem rückständigen Teile des„Mittelstandes", den das gemeinsame Aus- beutungsinteresse gegenüber der Arbeiterklasse mit dem groß- kapitalistischen und den Mittelstand vernichtenden Bürgertum ver- bündet, thaten sich alle zusammen, um das aufstrebende und nach einem menschenwürdigen Dasein ringende Proletariat nieder- zutreten. Hie Bourgeoisie— hie Proletariat! Hie Arbeit, hie Kapital!— Das war die Losung." Ueber die Kampsesweise der Freisinnigen in Stettin urteilt der „Bolksbote": „Wir sind ja von den Freisinnigen vieles gewöhnt, aber wie man diesmal von jener Seite agitiert hat, übertrifft alles Da- gewesene. Die Freisinnigen haben nicht nur das Mandat ver- loren, sondern auch ihre politische Ehre, soweit sie solche noch besessen haben..... Der Freisinn ist hier an seinen Sünden ge- storben. Während 1893 Herr Brömel in der Stichwahl noch mit 14 211 gegen 12 590 socialdemokratischq Stimmen siegte, brachte er es gestern nicht zu dieser Stichwahlzifser. Dagegen ist die gestrige Stichwahlziffer für die Soeialdemokratie um 4000 höher als vor fünf Jahren. Die gestrige Wahl ist das Volksgericht über die Thaten des Freisinns. Gewogen und zu leicht befunden." Das Bürgertum in Schleswig-Holstein scheint nicht völlig so korrumpiert zu sein wie anderwärts, wenigstens haben nach der „SchleSwig-Holsteinischen Volkszeitung" in Kiel die bürgerlichen Parteien dort teilweise den Mut gehabt, unsre Genossen im Kampfe gegen die Reaktion zu unterstützen. „Eine Reihe von Wahlkreisen," schreibt das genannte Blatt. „in denen wir diesmal zum erstenmal in Stichwahl standen, sind unter Umständen verloren worden, die unsren Genossen für daS nächste Mal den Sieg sichern. In einigen wenigen Wahlkreisen errangen wir den Sieg, weil dort linksstehende Parteien— eine glänzende Ausnahme— sich darauf besannen, daß für Leute auf der Linken allemal eine Partei der Linken das kleinere Uebel ist. Solcher löblichen Ausnahmestellung, die der Mehrheit der Dänen wie einen Teil der Freisinnigen in jenem Kreise Ehre macht, verdanken wir den Sieg unsres Genossen Mahlke in FlenS- bürg und auch den Lesches in Lauenburg. Hätte der Freisinn in Schleswig-Eckernförde sich ebenso ver- halten, so wäre es unmöglich gewesen, daß da eine politische Null im Dienste des Brotwuchers siegen konnte. Aber heute schon läßt sich feststellen, daß dort nur wenige Freisinnige auf dem flachen Lande den Mut hatten, socialdemokrattsch zu wählen, daß aber weit mehr für den Brotwucher eingetreten sind. Daß wir den 5. Wahlkreis trotz der glänzenden Thätigkeit unsres Kandidaten und unsrer dortigen Genossen nicht erlangten, lag an dem Umstand, daß wir mit dem Freisinnigen und nicht mit dem Brotwucherer in Stich» wähl kamen. Wie die Dinge nun einmal lagen, wäre Müllers Sieg ein Wunder gewesen. Ueber das Ergebnis im 10. Wahl- kreise liegt uns, während wir dies schreiben, noch keine genauere Meldung als die allgemeine Siegesnachricht vor. Anscheinend hat der Freisinn in jenem Kreise seine Schuldigkeit gegen den Brot» Wucher gethan. Die Freisinnigen haben dann den Mut der Kon» seguenz gehabt, mit dem wir dem Kandidaten des Freisinns im vierten Wahlkreise, Dr. Leonhardt, zum Siege über den Brotwucherer ver- Holsen haben." Die„Breslauer Volkswacht" berichtet über die Stichwahlen in Schlesien: „Einen Mandatzuwachs hat der 25. Juni der schlesischen Socialdemokratie— abgesehen von dem schönen Sieg in der Provinzialhauptstadt— nicht gebracht. linste Hoffnung, den Görlitzer Kreis zu gewinnen, hat sich nicht erfüllt, mit etwa zwei- hundert Stimmen ist unser alter braver Genosse Keller hinter dem Freisinnigen zurückgeblieben. In den schlesischen Kreisen, in welchen der Freisinn den Ausschlag zu geben hatte zwischen Re- aktion und Socialdemokratie, wie Lüben-Bunzlau und Schweidnitz- Striegau, hat er prompt den Sieg der Reaktion herb ei führen helfen. Dagegen hat die Social- demokratie, getreu ihrer Parole: Nieder mit der Reaktion I überall, wo es galt, der Reaktion, einen Schlag zu versetzen, den Sieg des Freisinns herbeigeführt, so in dem sehr gefährdeten Glogau, in Grünberg-Freystadt, Sagan-Sprottau, ja sogar in Löwenberg, im Wahlkreise des feinen Herrn Kopsch, der die Socialdemokraten in der verlogensten und persönlich gehässigsten Weise bekämpft..... Dort wo der Freisinnige mit Socialdemo- kraten in Stichwahl stand, also außer in Görlitz noch in Liegnitz- Goldberg, Hirschberg-Schönau und Landeshut-Jauer, ist der Frei- sinnige überall wieder mit Hilfe der Konservativen gewählt worden, unsre schlesischen Richter-Leute humpeln also wiederum auf Krücken rechts und links in das Reichsparlament hinein." Als wesentliches Ergebnis des Wahlkampses verzeichnet die ., Volksmacht" außerdem die Niederlage des ober- schlesischen Centrums.„An Stelle Letochas, der den Kreis Kattowitz seit 22 Jahren vertrat, wird der junge Pole Korfanty walten, und für Faltin aus Pietz sitzt im Reichstage der Pole Kowalczyk. Das sind bedenkliche Wetterzeichen fürs Centrum, welches überhaupt bei den Stichwahlen nicht so abgeschnitten zu haben scheint, als es sich wünschte. Daß die oberschlesischen Polen unfren Dr. Winter sitzen gelassen haben und dafür den schlichten Mann Krolik erkürten, war mit Sicherheit zu erwarten, giebt uns aher eine nicht zu unterschätzende Lehre für unsre zukünftige Assitation in Oberschlesien auf den Weg." Auch in Königsberg hat der„Freisinn" mit den.schmutzigsten Mitteln gearbeitet, so daß die«Königsbcrger Volkszeitung" voller Ekel schreiben kann: „Mehr als über unsren Sieg freuen wir uns über die Nieder- läge des bürgerlichen Kartells. Umsonst hat der entartete Freisinn einen Mischmaschkandidaten nach dem Herzen der Reaktion aufgestellt, umsonst sich mit allen Feinden des arbeitenden Volkes zu einem greulichen Klumpen,„Ordnungspartei" genannt, zusammengeballt, umsonst den Centrumsheiligen Fleischer und sogar den teuern Gottesmann Stöcker zur Hilfe herbeigerufen. Nicht der Weihwedel des Probstes noch der Segen des entlassenen Hofpredigers haben den Freisinn zu retten vermocht. Die socialistische Hochflut hat von den Straßen Königsbergs den zähen, eklen Ordnungsbrei hinweggespült, und hoffentlich für alle Zukunft. Eine so günstige Situation wird das bürgerliche Kartell kaum jemals wiederfinden. Schon bei der nächsten Wahl werden wir nach dem Bau unsres Saales und bei der dann zu erhoffenden größeren Verbreitung unsrer Presse, für welche es nunmehr zu arbeiten gilt, ganz anders auf die Massen wirken können und dem Freisinn bei treuer Arbeit wohl alle Stichwahlnöte ersparen. Aber der Freisinn hat nicht nur den Sieg verloren, sondern vielmehr: seinen letzten demokratischen Schimmer, seine poli- tische Ehre. Er enthüllte sich als eine kapitalistische Partei. als reaktionär bis auf die Knochen. Nie und nimmer hätte eine wahre Volkspartei ein Herzensbündnis mit der konservativen Re- aktion eingehen dürfen. Und dann die letzten Flugblätter des Freisinns, oder vielmehr der„vereinigten nationalen Parteien"! Auch der volksfeindlichste der durchgefallenen Kartellkandidaten im Königreich Sachsen hätte sie verbreiten können. Geradezu krampf- Haft wird darin der rote Lappen geschwungen. Da war uns vor- geworfen: Zerstörung von Ehe und Familie, Ausrottung aller Religion, Verrat am Vaterlande, Einführung der Staatssklaverei, Vergiftung des Arbeitsverhältnisses, Terrorismus in Werkstatt und Bauplatz, kurz: das ganze Register der Scharfmacher wird von unsren Freisinnigen aufgezogen und abgeleiert. Vor den offensicht- lichsten Unwahrheiten schreckt man nicht zurück." Wir müssen es uns versagen, heute aus der Parteipresse ein Gesamtbild von dem Verhalten unsrer Gegner in der Stichwahl zu geben, zumal uns noch nicht von allen Parteiblättern Aeutze- rungen darüber vorliegen. In der Hauptsache gaben wir unsren Lesern heute Bilder aus dem Osten und Norden; solche aus dem Westen und Süden werden wir folgen lassen. Partei-I�admckten. Der Genosse Morawski, welcher seit 15 Monaten im Gefängnick zu Beuthen schmachtet, hat nach einem uns zugehenden Privat- telegramm einen fünfstündigen Asthma-Anfall gehabt. Sein Zustand ist äußerst besorgniserregend. Die Familie unsres Genossen beantragte aus diesem Grunde seine sofortige vorläufige Entlassung.— Ob dem Antrage stattgegeben wurde, können wir leider nicht mitteilen._ Hus Induftrie und ftendel. Zur KrisiS im Morganschen Schiffahrtstrust kann die Wiener „Neue Freie Presse" über London neuere und bestimmtere Mit- teilungen machen. Danach wird von Herrn Morgan und seinen Leuten eine fieberhafte Thätigkeit entfaltet, um wenigstens nach außen hin die innere Auflösung zu verdecken, und bei den nn- geheuren Mitteln, die Herrn Morgan und seinen Complicen materiell rmd politisch zur Verfügung stehen, ist kaum zu zlveifeln, daß ihnen diese Absicht zunächst noch wohl gelingen wird. Von allem, was Herr Morgan jetzt nach seiner Ankunft in New Jork als Erstes durch- zusetzen strebte, war nach dem Bericht des erwähnten Wiener Blattes, zu v e r h i n d e r n, daß der S ch i f f s b a u t r u st in g e r i ch t- liche Verwaltung gelange, damit die Griindungsvorgänge nicht geprüft werden können. Diese Enthüllungen hofft man dadurch zu verhüten, daß bis zum 1. Juli die nötigen Fonds für den Dienst der Obligationen beschafft werden. Sodann kommen die Angelegen- heiten des S ch i f f a h r t s t r u st s zur Behandlung. Doch soll hier die Katastrophe weniger drohend sein. Die Lage des Schiffahrts- trusts wird in fachkundigen Kreisen Londons dahin beurteilt, daß es sich auch hier darum handeln wird, für den Dienst der Obligationen im Betrage von 10 Millionen Psirnd zu sorgen sowie für die Ab- schreibungen, die bei einer Schiffscompagnie nochKveniger als bei einem Fabriksbetriebe ignoriert werden können. Es hat immer Leute gegeben, die als Maximalwert der von dem Trust angekauften Schiffe den Betrag der Obligationen ansahen. Heute wird nirgends be- stritten, daß die Aktien durch keinerlei Aequivalent in der Bilanz bedeckt sind. Man erwartet also, daß alle Aktien ganz leer ausgehen, und gerade wegen der Wertlosigkeit der Aktien eine äußerlich erkenntliche Sanierung oder Rekonstruktion ganz unter- bleiben könnte. Aber die Bonds drohen auch notleidend zu werden, da der zu ihrem Dienst erforderliche Betrag auch nicht annähernd unter den jetzigen mißlichen Frachtverhältnisien verdient werden soll. Man hält aber für kaum irgendwie fraglich, daß das Geld auf- gebracht wird, eventuell aus Morgans eignen Mitteln, um einen Krach zu vermeiden. Daß hiermit aber lediglich, selbst wenn alle diese Erwartungen sich verwirklichen lassen sollten, der endgültige Krach nur hinaus- geschoben ist, bedarf keiner Begründung; die Krisis dieses Trustes ist eine notwendige Entwicklung seiner eignen Wesenheit, darauf ist schon in unsrem gestrigen Wochenbericht eingehend hingewiesen worden, ebenso darauf, daß die deutschen konkurrierenden Verkehrsgesellschaften, die mit Morgan in dem bekannten Vertragsverhältnis stehen, von dieser Krisis nicht schädlich berührt werden können. Herrn Ballin aber, der dies jetzt auch aller Welt voll Stolz verkündet und u. a. damit begründet, daß Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Jnseratentell verantwortlich: Th schon bei Abschluß der Verträge mit Morgan von ihm, Herrn Ballin, die jetzigen Verwicklungen vorausgesehen worden wären— darf man billig die Frage vorlegen, warum er danir Herrn Morgan so bereitwillig alle Konzessionen machte, ihn nicht vielmehr hin- zuhalten suchte und an der eignen schließlichen Schwäche zu Grunde gehen ließ? Die Propheten, die nach den Ereignissen erst ihre Weis- heit enthüllen, hat man von jeher sehr gering bewertet. Die zu dem Morganschen Dampfertrust in Beziehungen stehende CompaZnis Generale Transatlantique verteilt übrigens, wie jetzt auch bekannt wird, für das abgelaufene Geschäfts- jähr keine Dividende, sondern wird laut Beschluß der jüngst stattgehabten Generalversammlung den Nutzen von 1902 zu Ab- schreibungen verwenden. Die Verwaltung der Gesellschaft nimmt außerdem eine Herabsetzung des Kapitals in Aussicht. Eine internationale Einschränkung der Rübcnzucker-Produktion wird, allem Anschein nach als die lange angekündigte Antwort auf die Brüsseler Zuckerkonvention, jetzt in Anregung gebracht. In Brüssel soll demnächst eine Konferenz zusammentreten, der nach dem„Berliner Tageblatt" folgender Fragebogen vorgelegt werden wird: 1. Ist zur Verhütung der Ileberproduktion eine Einschränkung der Rübenzucker-Produktion in den verschiedenen Ländern Europas angezeigt, und zwar a) hinsichtlich des inneren Konsums, b) für die Zwecke des Exports? 2. Kann dieses Resultat durch eine Ver- ständigung der verschiedenen, die Zuckerindustrie repräsentierenden Korporationen erreicht werden? 3. Bedarf es dazu einstimmiger Annahme in allen Ländern oder wenigstens in jenen Ländern, welche Zucker thatsächlich exportieren? 4. Welches wäre die Basis einer wichen Verständigung? Genügt es nicht, für jedes Land die zulässigen Mengen für den Export in jedem Jahre fest- zustellen und jedem Lande die Regelung seines inneren Konsums freizugeben? 5. Sollen diese Mengen in jedem Jahre nach den Verhältnissen des Weltmarktes festgestellt werden? Zu welcher Zeit und von wem? Sollen nicht Maßregeln ergriffen werden, um eine übermäßige Hausse des Zuckers auf dem Weltmarkte zu verhindern? ö. Wie ließe sich eine Kontrolle des Exports bewirken? 7. Durch welche Mittel ließe sich die Einhaltung dieser Verpflichtung sicher stellen? 8. Daner der Gültigkeit der Vereinbarungen? 9. Sollen nicht ähn- liche Matzregeln gegenüber dem Zucker ans außereuropäischen Ländern ergriffen werden und welches wären diese Maßregeln? Zweifellos wird dieser beabsichtigte Zuckertrust auf internationaler Basis nicht so leicht realisiert werden können, wie manche Zuckerbarone es innig wünschen, aber die große Gefahr, die für das Zucker konsumierende Publikum und für die zahlreichen Industrien, die von der Zuckerproduktion abhängen, hier droht, ist schon nach den bloßen Absichten, die hier ans Licht kommen, keine kleine und gewiß aller Beachtung dringend wert. Uebcr den gegenwärtigen Stand der Zuckerrüben enthält Lichts Bericht folgende Ausführungen: Die Feldarbeiten wurden wohl hier und da etwas gestört, doch konnte man dieselben, abgesehen von den Bezirken, wo reichlichere Regenmengen gefallen sind, meist in ge- nügendem Umfange fortsetzen. Allerdings wird zum Beispiel in Mecklenburg ziemlich lebhaft geklagt, daß die jungen Rüben bis vor 14 Tagen stark durch Dürre, Wurmfraß sowie Wnrzelbrand gelitten haben und dann infolge heftiger Regenschauer kaum zu bearbeiten gewesen seien. Andrerseits wird der Stand der Rübenfelder gegenüber dem Vorjahr vorwiegend als ein zunächst beftiedigender geschildert, wenn schon sich die Klagen wie alljährlich um diese Zeit über Auftreten von Ungeziefer und dadurch hervorgerufene Schäden etwas mehren, ebenso die Belvältigung des Unkrautes mannigfache Schloierigkeiten bereitet. Die Entwicklung der Rüben ist indessen besonders in Mitteldeutsch- land bislang eine bessere als im Vorjahre gewesen, was auch die Wägungs- und Untersuchungszahlen erkennen lassen, ivelche selbst- verständlich noch keinerlei Unterlagen zu irgend welchen Schluß- folgerungen auf das voraussichtliche Ernte-Ergebnis bieten können. Das Stammkapital der Großeinkaufs- Gesellschaft deutscher Konsumvereine wurde bekanntlich durch Beschluß der General-Ver- sammlung in Braunschweig von 300 000 M. auf 500 000 M. erhöht. Bis kurz vor der Generalversammlung in Dresden waren diese 200 000 M., um welche das Stammkapital erhöht worden war, noch nicht gezeichnet, erst auf der Generalversammlung in Dresden war der' Geschäftsführer in der Lage mitzuteilen, daß nunmehr die erforderliche Summe gezeichnet sei. Neuerdings ist sie sogar nicht unerheblich überzeichnet. GexverKscKaMicbes. Berlin und llmgegend. An die Arbeiter Berlins. Seit acht Wochen befinden sich die Maßschuhmacher Berlins wegen Lohnforderungen im Ausstand. Unter dem Titel:„Streik- Abwehr-Vereinigung" haben ein Teil der Arbeitgeber, hauptsächlich die größeren, sich zusammenschlössen, um durch die Koalition die Ar- beiter niederzwingen zu können. Der Kampf ist deshalb aus seinen ursprünglichen Verhältnissen herausgewachsen und wird von beiden Seiten mit der größten Hartnäckigkeit geführt. Die Forderungen der Arbeiter, welche durchweg hausindustriell thätig sind, sind äußerst gerecht. Nach einer genauen Statistik beträgt der wöchentliche Durch- schnittsverdienst eines Maßschuhmachers 20,68 Mark. Von diesem Verdienst hat derselbe noch die Fournituren im Betrage von wöchent- lich 1 Mark selbst zu stellen. Gefordert wird eine Lohnerhöhung von 15 bis 20 Prozent, welche den Wochenverdienst um 3— 4 Mark steigern würde, Die Arbeitgeber sind sehr wohl in der Lage. die Forderungen zu bewilligen, handelt es sich doch um solche Geschäftsinhaber, welche für die am besten gestellten und höchsten Gesellschaftskreise arbeiten und Preise von 25 bis 35 Mark und darüber für ein Paar Stiefel erzielen. Bei diesem Kampfe handelt es sich um eine Kategorie von Ar- beitern, an deren individuelle Arbeitsleistung hohe Ansprüche gestellt werden, und die ihre Fähigkeiten erst in jahrelanger Hebung er- werben mutzten.— Die Ausständigen sind deshalb fest davon über- zeugt, daß es den Arbeitgebern nicht möglich ist, Ersatz durch Arbeits- willige herbeizuschaffen. Unter großem Kostenaufwande haben die Herren Arbeitgeber versucht, selbst aus dem Auslande Arbeitskräfte herbeizuschaffen, der Erfolg war gleich Null. Einige Arbeiter, welche aus Unkenntnis der Verhältnisse sich hierher locken ließen, reisten so- fort wieder ab. Die Arbeitgeber vermochten nur dadurch so lange im Widerstände zu verharren, daß sie die Arbeiten bis zum Aeußersten aufschoben, doch bei der gegenwärtigen Hochkonjunktur ist die Lage derselben eine äußerst kritische. Die nahe Reisezeit drängt zur Er- ledigung der Bestellungen. Der Kampf hat der Organisation der Arbeiter, dem Verein deutscher Schuhmacher, schon bedeutende Opfer auferlegt, die um fo schwerer ins Gewicht fallen, da die finanziellen Mittel derselben durch die kürzlich beendete Aussperrung der Pirmasenser Schuhfabrik- arbciter stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dem zufolge hat schon die örtliche Zahlstelle an Mitteln geleistet, was sie irgend konnte. Mit Zustimmung des Ausschusses der Gcwerkschaftskommission wenden wir uns nunmehr an die gewerkschaftlich organisierten Ar- beiter Berlins mit der Bitte, uns in diesem Kampfe ihre materielle Unter st ützung zu teil werden zu lassen. Wir glauben uns bei der oben geschilderten Sachlage nicht zu Unrecht an die Berliner Arbeiter zu wenden, da die Berliner organisierten Schuhmacher zu jeder Zeit kämpfenden Arbeitern gegen- über ihre Solidarität bewiesen haben und auch des weiteren be- weisen werden. Im Ausstande befinden sich gegenwärtig noch 233 Personen. durchweg Arbeiter der besseren Geschäfte, und der Kern der organi- sierten Schoßschuhmacher. Die Lohnkommission. » Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- kommission beschloß in seiner letzten Sitzung, den Gewerkschaften und Arbeitern Berlins und Umgebung zu empfehlen, die im Aus- stände befindlichen Schuhmacher zu unterstützen. Durch die Hart- Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt � näckigkeit der Unternehmer sind alle bisherigen Verhandlungen ge- scheitert. Es mutz darum die Aufgabe der Gewerkschaften Berlins und Umgegend sein, den für die Schuhmacher günstig stehenden Streik zu Ende führen zu helfen. Listen für dieselben sind in unserm Bureau, Engelufer 15, zu haben. Gelder sind an A. Körsten einzusenden. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Achtung, Kürschner! Die Einigungsverhandlungen mit der Kommission der Arbeitgeber sind, nachdem wir Freitagabend 5 Stnn- den und Sonnabendnachmittag 2 Stunden verhandelt haben, an der Starrköpfigkeit der Arbeitergeber-Kommission ge s ch e i t e r t. Der Borstand war den Arbeitgebern soweit entgegengekommen, daß der Neunstundentag jetzt in den großen Fabrikwerkstätten und bei den großen Dctailgeschäften eingeführt werden sollte, dagegen die kleineren Tetailgeschäfte als Uebcrgang den ncuneinhalbstündigcn, und vom 1. April 1904 ab den neunstündigen Arbeitstag einführen sollten. Nachdem die Arbeitgeber von selbst 33V, Prozent für Ueberstunden zugestanden hatten, un? wir als Uebergmig uns damit zufrieden geben wollten, wenn für nächstes Jahr uns 50 Prozent zugestanden würden, erklärten die Herren, unter keinen Umständen darauf eingehen zu können. Ilm nun wenigstens etwas von unsren Forderungen zu retten, und nicht alles den Herren zu liebe preiszugeben, sahen wir uns gezwungen, die Verhandlungen abzubrechen, um es den Herren zu überlassen, ihre weiteren Maßnahmen zu treffen. Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend. DeutTcdcs Reich. Formerstreik in Kiel. Ein Privattelegramm meldet unS: In der Gießerei von Vollert u. Merkel sind die Former in den Ausstand getreten. Die Kieler Verwaltung des Metallarbeiter- Verbandes ersucht um Fernhaltung des Zuzuges. Die Dresdener Töpfermeister suchen Streikbrecher. Im Prager „Abendblatt" werden vom Verein der Arbeitgeber im Töpfergewccbe Streikbrecher nach Dresden unter Vorspiegelung falscher Thatsachen gesucht. Die Töpfergehilfcn im Ausland seien darauf aufmerksam gemacht, daß sich ihre Dresdener Kollegen im Ausstande befinden und Zuzug nach Dresden unter allen Umständen fern zu halten ist. Die Zahl der ausgesperrten Kölner Bauarbeiter betrug nach den Angaben der Leitung des Arbeitgeberverbandcs am Sonnabend- vormittag 4000. Eine kostspielige Maßregelung. Die Möbelfabrik von Kempf und Geiger in Mühldorf am Inn dachte im April d. I. einen Schlag gegen den Holzarbeiter-Verband zu führen, und entließ deshalb ohneKündigung 31 Tischler, welche dem Verbände angehören. Den unmittelbaren Anlaß zu der Maßregelung bot der Umstand, daß die Entlassenen an der Beerdigung eines im Betriebe verunglückten Kollegen teilnahmen. Da die Fabrikordnung für beide Teile 14tägige Kündigung vorschreibt, die Firma also den Vertrag gebrochen hatte. so wurde sie von den Gemahregelten auf Schadensersatz verklagt und vom Amtsgericht zur Zahlung von insgesamt 1100 Mark verurteilt. Ausland. Marinearveiter-Ausstand.„W. T. B." berichtet aus Paris: Die Heizer, Maschinisten und Arbeiter des Kriegshafens Rochefort sowie die Arbeiter der Kriegshäfen Toulon und Brest drohen mit dem Ausstand, falls der Marineminister die bisher bei den Probefahrten gewährte Gratifikation unterdrücken sollte. Schnharbeiter-Aussperrung in Schweden. In den Schuhfabriken der Landschaft Schonen wurde am Donnerstag mit der allgemeinen Aussperrung, die infolge des Streiks in der Malmgren Schuhfabrik in Helsingborg von der Fabrikantenorganisation beschlossen wurde, be- gönnen. Bis jetzt sind circa 800 Arbeiter ausgesperrt, davon in Malmö allein 400. Wird der Streik nicht bis zum 4. Juli beendet, so soll die Aussperrung auch auf die Fabriken in Stockholm und Göteborg ausgedehnt werden. Zur Streikbewegung in Barcelona berichtet„W. T. B.": Der Straßenbahnbetrieb ist gänzlich eingestellt. Der Ausstand bewahrt trotz seiner Ausdehnung seinen friedlichen Charakter. Man erwartet zur Beilegung der Differenzen die Antwort des Verwaltungsrats, welcher seinen Sitz in London hat. Serickts-Leitung. Als ein netter Arbeitgeber zeigte sich der Zimmermeistcr Hermann Frank aus Potsdam, welcher sich vor der dortigen Strafkammer unter der Anklage, in rechtswidriger Absicht, sich einen Vermögensborteil zu verschaffen. Beiträge zur Krankenversicherung. welche er dem Zimmergesellen Stranz abgezogen hatte, an die Krankenkasse nicht abgeführt zu haben, zu verantworten hatte. Zur Charakterisierung des Angeklagten wurde aus den Akten mitgeteilt, daß derselbe im Herbst v. I., als die Zimmergesellen streikten, sich solche aus Ungarn kommen ließ. Zwei von ihnen mußten ihn später beim Gewerbegericht wegen 75 Dt. Lohn verklagen. Frank wurde verurteilt, doch zahlte er nicht, so daß gegen ihn die Zwangs- Vollstreckung stattfand, die aber fruchtlos ausfiel, obgleich er Be- sitzer von drei Grundstücken ist. Nachträglich hat einer der ungarischen Gesellen seinen Lohn erhalten. Wegen Nichtanmeldung des Arbeiters Weißenfcls und des Gesellen Stranz zur Krankenkasse wurde Frank bereits vom Schöffengericht zu 6 M. Geldstrafe verurteilt. Jji dem zur Anklage stehenden Fall will er nur vergessen haben, die dem Stranz abgezogenen Krankcnkassen-Beiträge abzuführen. Als derselbe am 14. März die Arbeit verließ, stellte sich heraus, daß er gar nicht zur Kasse angemeldet war. und nun meldete ihn Frank wahrheitswidrig als erst am 7. März in Arbeit getreten bei der Kasse an, während Stranz schon seit dem 4. Februar bei ihm gearbeitet hatte, wobei ihm wöchentlich die Kassenbeiträge vom Lohn abgezogen wurden. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß der Angeklagte mit Absicht sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil verschafft habe, und verurteilte ihn gemäß dem Antrage des Staatsanwalts zu 20 M. Geldstrafe eventuell 4 Tagen Gefängnis. Letzte INTachnchtcn und Depelchen* Lawinensturz. Bern» 27. Juni, lieber einen Lawinensturz bei Val Piora werden folgende Einzelheiten aus Airola gemeldet: Die Züricher Reise- gesellschaft, 18 Personen, übernachtete von Donnerstag zu Freitag in Sedrun, brach dann früh 4 Uhr auf. gelangte durch viel Neuschnee über den Nalpspaß tm eine steile Schneehalde, wo man den Weg nicht mehr sicher wußte. Dr. Gröbli stieg dann mit einer Gruppe durch den Neuschnee ab, während die andre Gruppe oben blieb. Gegen. Mittag löste sich plötzlich eine Lawine am Piz Blas, welche die obere Gruppe teilweise, die untere ganz fortritz. Dr. Gröbli und Hofmann waren sofort tot, Odermatt starb auf dem Transport nach Val Piora. Professor Vodoz und der Schüler Liebmann erlitten Schädel- und doppelten Beinbruch und wurden nach Val Piora verbracht. Die übrigen 13 Teilnehmer fanden sich unversehrt in Sedrun und Val Piora ein. Höchst a. M., 27. Juni.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Das gestern gemeldete Stichwahlresultat für den Wahlkreis Höchst-llsingen Ist unrichtig. Für Jlschert werden jetzt 16 434 und für Brühne nur 15 923 Stimmen angegeben; doch ist auch diese Angabe noch zweisel- Haft und erst die amtliche Auszählung dürfte Klarheit bringen. Gekentert. Mernel, 27. Juni. Wie das„Memeler Dampfboot" meldet. wurde gestern eine Fischerflotille von 60 jLooten aus Melneraggen bei Schwarzort vom Sturm überrascht. Es gelang den Fischern noch, ihre Boote auf den Strand zu setzen. Das Boot des Fischers Martin Hermann kenterte jedoch, wobei Hermann und ein Fischerknecht den Tod in den Wellen fanden. Zwei Boote und drei Mann werden noch vermißt. aul Singer& Co., Berlin LW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 148. 20. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Partei- Angelegenheiten. Parteigenossen von Berlin, Teltow- Beeskow, Niederbarnim und Potsdam- Osthavelland. Victoriastraße 4; Eisenbahnstraße 67; V Nieder- Barnim an den Genossen Otto Riebe in Friedrichsfelde, Potsdam- Ofthavelland an den Genossen Albert Neue in Spandau, Diverse Orte an den Genossen Gustav Fellwock in Eberswalde, Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, S. 14, Prinzenstraße 66. Die Lokalfommissions Mitglieder wollen die Aenderungen und Neu- Aufnahmen für obige Liste umgehend mitteilen, da spätere Einsendungen keine Berücksichtigung mehr finden können. Bielfach kommt es vor, daß Zuschriften in ,, Lokalangelegenheiten" an die Redaktion oder Expedition des" Borwärts" gesandt werden; zur schnellen Erledigung derselben ersuchen wir die Genossen, alle Anfragen und Zusendungen nur an den Genossen Wilhelm Hinz, Berlin S. 14, Prinzenst r. 66, zu richten und nicht an den " Vorwärts". werden um Abdruck ersucht. Die 2otalfommission. Zur Lokal- Liste! retten kann." " " " " Sonntag, 28. Juni 1903. ist, Schüler nicht im Glauben unzweifelhaften Rechthabens zu Die Untersuchung in der Mordaffaire Lina Hoffmann ist auf den lassen; endlich, daß selbst Vorsicht bei zufälligem Aufgreifen toten Punkt angelangt, nachdem alle bisherigen Versuche, das Verirgend eines Wortes, wie hier des Wortes" Water", nicht brechen aufzuklären, sich als vergeblich erwiesen haben. Die Thätig vor Wortverdrehern, die ein„ drolliges Stücklein" erzählen wollen, keit der Kriminalpolizei war von vornherein dadurch außerordentlich erschwert, daß der Mord erst eine volle Woche nach Verübung der Der Sinn dieses eigenartig stilisierten, inhaltlich nicht sehr über- That entdeckt und alle etwaig aufklärende Spuren zu dieser Zeit Am Sonntag, den 19. Juli 1903, erscheint die nächste Lokal- Lifte. sichtlichen Schreibens ist der, daß der Vorgang anders zustande bereits beseitigt waren. Auch das Kleid der Getöteten konnte trotz Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalkommission gekommen sei, sich anders abgespielt habe, und daß wiederholter Absuchung der Spree und Havel nicht gefunden werden von obigen Kreisen, die Neu- Aufnahmen und die genauen Herr E. dabei auch einen andern 3wed verfolgt habe, findung der Garderobe zu knüpfen waren. Wahrscheinlich dürfte der und somit zerfielen auch die Erwartungen, die eventuell an die AufAenderungen bis spätestens Freitag, den 10. Juli 1903, einsenden als im Vorwärts" angegeben wurde. Wir haben indes nach noch Berbrecher den Nock verbrannt haben. Auch aus Privatkreisen tamen zu wollen und zwar für: maliger Anhörung verschiedener Jungen keinen Grund, etwas der Kriminalpolizei zahlreiche Spuren" zu, die, obwohl sie teilweise Teltow- Beeskow an den Genossen Hermann Schliebit in Brib, wesentliches von dem zurüdzunehmen, was wir ben Stempel der Unglaubwürdigkeit oder des Klatsches trugen, sämt Jahnstraße 2; gesagt haben. Nur das wollen wir Herrn E., dem es offenbar lich auf das eingehendste verfolgt wurden. Alle diese Beobachtungen, aufs Wort ankommt, gern zugeben, daß seine" historischen Dar- die von den Zeugen gemacht worden sind, bezogen sich nicht auf Legungen" fein Vortrag" im strengen Sinne waren. Dagegen die Mordaffaire. Die Kriminalpolizei bleibt bei der Anschauung, daß halten wir aufrecht, daß Herr E. von Unterschieden zwischen Freisinn der Mörder eine der Lina Hoffmann bekannte Person war und die angegriffen hat. Nachdem er das in Nr. 1 bestritten hat, sagt er ja auch und Socialdemokratie gesprochen und dabei die Socialdemokratie That wahrscheinlich in einer Wohnung in der Gegend des Wedding plages verübt worden ist. nachher in Nr. 5 selber, er habe, Bemerkungen gegen die Socialdemokratie" Ein häßlicher Vorfall spielte sich am 25. d. M. in dem Garten gemacht. Daß es eine„ Paute" gewesen sei, das wollen wir schließlich der Wermſchen Restauration, Kastanien- Allee, ab. Die bei dem Wirt hnen darum zu thun ist, Herr Eichhof. Wenn E. versichert, zu start entblößt hatte. in reumütiger Berfnirschung ebenfalls noch zurücknehmen, wenn's Garten von heftigen Magenkrämpfen befallen worden, wobei sie sich als Dienstmädchen thätige Frieda Fleischhauer war in dem diesen Bemerkungen" sei er erst durch einen Schüler Arbeitgeber sie unter chnischen Bemerkungen einfach liegen laffen, Anstatt dem Mädchen zu helfen, hatte ihr herausgefordert worden, so. hat ihn auch hier wieder sein unbekümmert um die zahlreichen Zuschauer, unter denen sich eine Gedächtnis im Stich gelassen. Herr E. war es, der in der Be- Anzahl Kinder befanden. Erst zwei Paffanten schafften die Ersprechung einer absolutistischen Regierungshandlung des großen Stur- frantie in eine Droschke und dann zur Sanitätswache, wo sie sich fürsten ganz unvermittelt die Socialdemokratie hineinzerrte und später wieder erholte. dadurch den Widerspruch der Jungen heraus- Ueber ein verschwundenes Geschwisterpaar, das sich seit fast zwei forderte. Der Herr hat übrigens seine Schüler an jenem Wochen den behördlichen Nachforschungen zu entziehen weiß, wird Tage nicht zum erstenmal mit dem Socialdemokraten- Thema uns berichtet: In dem Hause Ackerstraße 45 wohnt der Steinträger Die Parteiblätter der oben genannten Kreise unterhalten; er neigt überhaupt dazu, seine Ansichten über die Krupka, ein fleißiger, ordentlicher Mann, der seit einem Jahre Witwer Socialdemokratie vor der Klasse zum besten zu geben. Den ist. Er besitzt zwei Kinder, einen 15jährigen Sohn Friz, der in der Oranienburgerstraße die Schlosserei erlernen soll, und eine 12 Jahre von uns geschilderten Vorgang stellt er jegt so dar, als feien seine alte Tochter Emma. Bis zu dem Ableben der Mutter waren die ,, Bemerkungen gegen die Socialdemokratie" ein unentbehrlicher Be Kinder wohlerzogen, feitdem das Mädchen sich selbst überlassen ist, Den Gewerkschaften, Vereinen, Krankenkassen. diene hiermit ftandteil seines Unterrichts gewesen. Darüber wird sich niemand verschwand es bereits einmal. Der Vater hat schon die Schulstrafen Nach Veröffentlichung bezahlen müssen, weil die Tochter keine Lust zum Lernen hatte. zur Nachricht, daß der große Saat des Gentral- Arbeitsnachweises, mehr wundern als sein Schulinspektor. Gormannstraße 13( 5. Wahlkreis), nicht mit in der Lokal- unsres Artikels ist die 1. Klasse der 166. Gemeindeschule von dem Jedesmal blieb das Kind längere Zeit fern, nährte sich durch Liste aufgeführt ist, da derselbe der Arbeiterschaft zu politi- zuständigen Schulinspektor geprüft worden, und zwar über dasjenige Bettelei und durch Gesangaufführen auf Höfen. schen Bersammlungen nicht zur Verfügung steht, folgedessen derselbe Thema, das Herrin E. Veranlassung zu seinen„ Bemerkungen" ge- die letzteren brachten ihr einen hübschen Verdienst, da Emma Krupla eine gute Stimme hat und stets viele Zuhörer findet. In ben als gesperrt zu betrachten ist. Wir erwarten, daß die Vorstände und geben hat. Der Schulinspektor hat mit E. auch eine Untermeisten Fällen blieb sie im Norden und in den nördlichen Vororten, Einberufer von Gewerkschaften 2c. von obiger Notiz Kenntnis nehmen redung gehabt, die sehr lange gedauert hat. Herr Eichhof, bis sie auf Hausböden nächtigend von der Polizei betroffen und und sich streng danach richten. Die Lokalkommission. sind Sie nicht bei dieser Gelegenheit darüber belehrt worden, dem Vater wieder zugeführt wurde. Jetzt hat sie ihren älteren daß Sie einen Mißgriff begangen haben? Schon Bruder verführt, sich ihr anzuschließen. Beide sind davongegangen, sehr wohl während der Vater seiner Arbeit nachging; wohin sie sich gewandt Nach Beendigung der Reichstagswahlen hat sich der Sozial- der Laie wird hier sofort erkennen, daß es demokratische Frauen- Wahlverein für Berlin und Umgegend aufgelöst. möglich war, vor der Klasse das Interesse des Staatsbürgers am haben, ist nicht bekannt. Beide Kinder sind klein, blond und Der Bericht fowie Abrechnung wird in der nächsten Sonntags- öffentlichen Leben zu behandeln, ohne daß der Lehrer Partei zu schmächtig. Der Knabe trug bei der Entfernung einen schwarzen, auteifen Nummer des Vorwärts" sowie in der„ Gleichheit" beröffentlicht. ergreifen brauchte; daß er, wenn's ihm durchaus nötig schien, steifen Hut und unter dem dunklen Jadett einen blauen SchlosserDer Vorstand. sogar von Parteien, Wählerversammlungen, Flugblättern usw. sprechen fittel, schwarze Hosen und Zugstiefel. Die Anstifterin zu der Flucht Alle diejenigen Berliner Genossen, welche am 16. Juni und am fonnte, ohne daß er den dreizehnjährigen Jungen Wunder und aus dem Vaterhaus trug ein blaues Kleid mit Matrosenkragen und Stichwahltage, 25. Juni, im Wahlkreise Ruppin- Templin thätig waren, Streiche von der angeblichen Schlechtigkeit der Partei zu erzählen Schnürstiefel, dagegen teine Kopfbedeckung. werden ersucht, heute, Sonntag, den 28. Juni, abends 8 Uhr, im brauchte, der die Mehrzahl der Väter angehört. Durch das energische Eingreifen einer Frau ist gestern morgen Restaurant Diete, Aderstr. 123, zu einer Besprechung wegen der Wahlunregelmäßigkeiten zu erscheinen. Herr E. hätte im eignen Interesse besser daran gethan, sich vor eines Schlächterfuhrwerkes und einem Handelsmann, der mit seiner eine größere Ausschreitung verhindert worden. Zwischen dem Kutscher Der Keis- Vertrauensmann: 2. Krasemann. der Klaffe solche Ausfälle gegen die Socialdemokratie zu verkneifen- Frau auf seinem Wagen die Alexanderstraße entlang fuhr, war ein oder aber, nachdem er den Fehler gemacht, wenigstens jetzt den Streit entstanden, der schließlich in eine Schlägerei ausartete. Dieser Nieder- Schönhausen, Bezirk Pankow. Vereinsversamm und zu halten und nicht noch mit einem höchst unglücklichen drohte einen größeren Umfang anzunehmen, da sowohl der Schlächter Iung am Dienstag, den 30. d. M., abends 812 Uhr, bei Wenzel, Doch wurde die Lindenstr. 43. 1. Vortrag des Genossen Dr. Laufenberg. Rechtfertigungsversuch an die Deffentlichkeit zu treten. Er spricht wie auch der Handelsmann Unterstützung erhielt. 2. Verschiedenes. Gäste willkommen. J. A. Der Vorstand. jetzt von Wortverdrehern". Wir gönnen ihm dieses Vergnügen; es Partei des letzteren, der schon blutete, langsam zurückgetrieben. D. Ober- Schöneweide. Heute, Sonntag, den 28. Juni fällt die im Kreise seiner Kollegen, wie er weiß, teils gemiß- thatkräftiger Weise ein, daß der Schlächtergeselle mit seinem Anhang Ober- Schöneweide. Heute, Sonntag, den 28. Juni fällt die wird ihm eine Entschädigung dafür sein, daß seine Entgleisung auch sprang die Frau des Handelsmannes vom Wagen und griff in so öffentliche Monats Versammlung aus. Die Genossen finden sich mit ihren Familien zum geselligen Beisammen billigt, teils belächelt worden ist, als die Nummer des es vorzog, das Feld zu räumen. sein in Garten und Saal des Kaufholt'fchen Lokals, Wilhelminenhof- Bortvärts" vom 14. Juni auf den Korridoren und dem Hofe der Zu einem großen Excek kam es in der gestrigen Nacht in der straße 18 von nachmittags 4 Uhr ab zusammen. Vortrag von 166. Schule von Hand zu Hand ging. Kastanien- Allee. Gegen 1 Uhr nachts fuhr ein Leerzug der Großen Gedichten von Frizz Reuter u. a. Die Kaffeeküche steht den GeBerliner Straßenbahn die Kastanien- Allee entlang, als plötzlich nofsinnen zur Verfügung. Zahlreicher Beteiligung sehen entgegen Aufhebung der Pestquarantäne. Die Bewachung der letzten drei mehrere halbwüchsige Burschen auf das Geleis traten und trotz des Die Vertrauenspersonen. Die Rowdies er Personen, die durch den Bestfall des Dr. Sachs in einer Baracke Warnungssignals des Fahrers stehen blieben. Der Schmargendorfer Wahlverein hält am Dienstagabend abgeschlossen behandelt wurden, konnte heute aufgehoben werden. Härten, den Wagen nicht weiterfahren zu lassen und wollten den 8 Uhr im Restaurant Sanssouci eine Versammlung ab, zu der Die beiden Wärter Marggraf und Bozen sowie der Institutsdiener Fahrer vom Wagen herunterholen. Zwischen diesem, der von seinen auch Gäfte Zutritt haben. Tagesordnung: Vortrag über:„ Die Mai find munmehr als nicht mehr frankheitsverdächtig anzusehen. Betriebskollegen unterstützt wurde, und den Rowdies, die Hilfe von Lehren der Reichstagswahlen". Neue Mitglieder werden auf- Das Befinden Marggrafs, der in der That erkrankt war, ist ziemlich Gesinnungsgenossen erhielten, kam es zu einer blutigen Schlägerei, genommen. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Wir ersuchen die gut. Alle drei Personen werden auf Staatskosten einen längeren welcher dadurch ein Ende gemacht wurde, daß ein andrer Fahrer die Genossen, bei Bestellung socialistischer Litteratur und Tageszeitungen Erholungsurlaub antreten, weil sich durch die Serum- Einspritzungen Führung des Wagens übernahm und stromgebend auf die Menschennur unsre Parteispedition, verwaltet durch Genossen H. Beefe, rheumatische Beschwerden bei ihnen eingestellt haben. Der Schutz- mauer losfuhr. Durch inzwischen hinzugekommene Schuhleute wurden Breitestr. 20, zu berücksichtigen. Der Vorstand. mannsposten ist von den Baracken eingezogen, das Publikum hat sechs der Excedenten in Haft genommen. jetzt wieder freien Zutritt zu den Krankenstationen. In einem Wirtshaus erschossen hat sich am Freitagnachmittag Lokales. " " D 11 Namentlich Bon einer Revolte in der Jrren- Anstalt Herzberge wußten der 30 Jahre alte Tischler Wilhelm Wacker, der aus Mittenwalde Zeitungen zu berichten. Diese Revolte soll mit einem Angriff auf hier zugereift war. Dort wohnte er Treuenbrießenerstr. 125. Gegen 6 Uhr betrat er hier ein Wirtshaus in der Kl. Präsidentenstraße, Der Wahlkampf vor dem Richterstuhl der Schulkinder. das Wärterpersonal, wobei dieses schwere Verlegungen erlitten haben Am 14. Juni teilten wir unsren Lesern mit, in welcher Weise soll, verbunden gewesen sein und nur durch das gesamte, schnell wo er eine Weiße trank und sich über die Wahlen unterhielt. Dann der Lehrer Eichhof von der 166. Gemeindeschule( Ruhe aufgebotene Personal haben unterdrückt werden können. Der Vorfall verlangte er von der Wirtin den Schlüssel zu einem entlegenen Drt platstraße) im Geschichtsunterricht der ersten Klasse dreizehn sich um keine Revolte, sondern nur um einen vereinzelten frau hörte den Knall und fand ihn tot auf. ist, so wird magistratsoffiziös gemeldet, aufgebauscht. Es handelt und schoß sich dort eine Kugel in die rechte Kopffeite. Die Pförtnerjährige Jungen über Freisinn und Socialdemokratie, Angriff, wobei ein Wärter von einem geistestranten Verbrecher mit Fenerbericht. Schwere Brandwunden erlitt in der letzten Nacht über Wahlagitation usw. zu belehren versucht hatte. Wir der abgebrochenen Lehne einer Bank schwer verletzt wurde. das Dienstmädchen Minna Wingaert bei einem Brande in der Bülowdachten damals, Herr E. werde froh sein, daß wir ihn noch Die neue Polizeiverordnung, betreffend den Verkehr mit Mineral. Straße 19, angeblich durch eigne Unvorsichtigkeit. Besonders schwer glimpflich genug davonkommen ließen, indem wir vorwiegend die Delen, welche mit dem 1. August d. J. in Kraft tritt, enthält ein- wurde es im Gesicht, an der Brust und an beiden Händen verletzt. heitere Seite seines Mißgriffes betonten. Der Herr scheint sich aber schneidende Aenderungen, die vielfach auch die Haushaltungen Weil die Verlegungen lebensgefährlich waren, wurde das Mädchen nachträglich doch eines andern besonnen zu haben und nach noch der Bewohner der Provinz Brandenburg eng berührt. Ihre Vor- auf Anordnung von Aerzten nach dem Elisabeth- Krankenhause, mehr zu verlangen. schriften beziehen sich auf Roh Petroleum und dessen Lützowstraße, gefahren. Der Zustand des Mädchens ist fast hoffnungsAm 26. Juni, zwölf Tage nachher, veröffentlicht jetzt Herr E. Destillations- Produkte:& euchtöle, leicht siedende Dele und leichte los. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr nach der Friedrichstraße, Ede ein Rechtfertigungsschreiben, nicht durch den Vorwärts", Schmieröle, sowie auf die aus Teer bereiteten, flüssigen Stohlen- Dorotheenstraße gerufen, wo ein Omnibus mit einem elektrischen sondern durch die" Bolts- Beitung", die unsre Mitteilungen unter wasserstoffe: Photogen, Solaröl, Benzol usw. Diese Flüssigkeiten Straßenbahnwagen zusammengefahren war, wobei der Omnibus so Quellenangabe abgedruckt hatte. Herr E. schreibt: sind in drei Klassen eingeteilt, je nachdem sie bei größerem oder ge- start beschädigt wurde, daß die Feuerwehr gerufen werden mußte, " Ich erkläre hiermit: 1. Es ist unwahr, daß die Unterschiede Ich erkläre hiermit: 1. Es ist unwahr, daß die Unterschiede ringerem Hisegrade entflammbare Dämpfe entwideln. Die gefähr um die Verkehrsstörung zu beseitigen. Auch der Straßenbahnwagen der Freifinnigen und Socialdemokraten dargestellt worden sind. lichsten dieser Mineralöle, welche schon bei 20 Grad Celsius und erlitt starke Beschädigungen. Die Fahrgäste tamen mit leichten VerNicht ein einziger Unterschied ist zur Darstellung gelangt. 2. Es weniger Dämpfe entwvideln( Selasse 1) dürfen in Wohnräumen, legungen und dem Schrecken davon. Eine zweite Verkehrsstörung, ist unwahr, daß darüber ein Vortrag" gehalten worden ist. Schlafräumen, Küchen, Korridoren, Comptoiren, Gast- und Schant veranlaßt durch einen zusammengebrochenen Wagen, beschäftigte die 3. Es ist unwahr, daß eine einzige der oben genannten Be- stuben nur in einer Menge von höchstens 2 Kilogramm aufbewahrt Feuerwehr in der Alexanderstraße 11. In der Köpenickerstraße 145 merkungen den obigen Sinn oder den obigen Anlaß gehabt hat. werden; für die Verschlüsse der Behälter, etwaiges Umfüllen usw. sind brannte gestern im Keller eine Kabelleitung der Berliner ElettricitätsDie Frage: Wessen Vater besondere Sicherheitsvorschriften gegeben, ebenso für die Aufbewahrung Werke, wobei die Leitung für eine Lichtanlage zerstört wurde. In " wurde als absolut notwendige, entwickelnde Hilfsfrage erst dann gestellt, als kein Schüler nachweisen größerer Quantitäten in Verkaufsläden( Kleinhändler bis 15 Stilo Treptow, Köpenider Landstraße 24, kam gestern in dem Maschinenkonnte, wie der Staatsbürger sein Interesse für das öffentliche Leben Delen der zweiten Klasse dürfen in Wohn- usw. Näumen nicht mehr dadurch aus, daß sich Kolophonium auf einem Herdfeuer entzündete fonnte ,,, wie der Staatsbürger sein Interesse für das öffentliche Leben gramm), in Tanks( 2000 bis 50 000 Kilogramm) usw. Von den hause der Badewannenfabrit von Moosdorf und Hochhäusler Feuer zeigen kann". Aus der notwendigen Hilfsfrage ist eine ganz un- als 25 kilogramm aufbewahrt werden, in Verkaufsräumen der Klein- und die Flammen das Dachgebält ergriffen. Die Treptower und vorsichtige, auffällige, gegen die Bäter gerichtete Frage gemacht händler bis 50 beztv. 200 Kilogramm, je nachdem die Flüssigkeit Berliner Behren waren zur Stelle, und es gelang den Brand bald zu worden. 4. Es ist unwahr, daß auf diese Frage eine Baule" gegen fich in Einzelgefäßen oder Fässern befindet usw. Die Dele aller drei Blak 14/15, wo die Dachverschalung, Sparren u. a. brannten, in der löschen. Ferner hatte die Berliner Feuerwehr noch am Laufiber löschen. Ferner hatte die Berliner Feuerwehr noch am Laufiber die Socialdemokratie erfolgt ist. Es folgten vielmehr etwa eine laſſen dürfen mit anderen leicht entzündlichen Flüssigkeiten Biertelstunde lang historische Darstellungen. 5. Es ist unwahr,( Spiritus, Aether usw.) in demselben Raum nicht gelagert werden. Prinzenßraße 13 und andren Stellen zu thun. daß die Bemerkungen gegen die Socialdemokratie auf die Frage nicht berührt werden die der Aufsicht der Bergbehörden unterstehenden Arbeiter Bildungsschule Berlin. Am Sonntag, den 5. Juli, „ Wessen Vater folgte. Nein! Erst auf die Bemerkung eines Betriebe, die Gewinnungsstätten des Roh- Petroleums, die Motor- Familien Ausflug nach Tegel- Saatwinkel. Abfahrt nach Schülers, der die Socialdemokratie gut und segensreich nannte, folgten meine Bemerkungen. 6. Auf eine Herausforderung hin wagen, diejenigen gewerblichen Anlagen, für welche Menge und Art Tegel vormittags 9 Uhr von der Haltestelle der Straßenbahn Char wurde also geantwortet, nicht in einem„ Vortrage". Freilich be- der Lagerung der zum Gewerbetrieb bestimmten Flüssigkeit von der lottenstraße, Ede Unter den Linden. Für Nachzügler Treffpunkt von stand meine Antwort nicht aus leeren Worten oder veralteten Ortspolizei festgesetzt werden. Die vorhandenen Lagerräume und 12 Uhr ab im Restaurant Jägerhäuschen( Inhab. G. Hoppe) in Aeußerungen. 7. Nicht in einem Vortrage, sondern weil einhöfe, gewerblichen Anlagen usw. müssen binnen zwei Jahren den Saatwinkel. Bu erreichen ab Bahnhof Jungfernheide durch den Wald über die Brücke des Spandauer Schiffahrttanals, dann direkter Schüler geäußert hatte, daß die Freisinnigen die Socialdemokraten neuen Bestimmungen entsprechend eingerichtet werden. Verräter genannt hätten, folgte die notwendige Berichtigung. 8. Der Es wird weiter abgeholzt. Der Wald zwischen Tegel Waldweg nach dem Lokal, oder mit der Straßenbahn nach Tegel, Thatsache widerspricht die Zusammenstellung aller Bemerkungen und Hermsdorf muß jetzt gleichfalls der Bebauung weichen. zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Die ausgefallenen Unterrichtsdaselbst vom See aus Dampferverbindung nach Saatwintel. Üm zu dem im„ Vorwärts" dargestellten Ganzen. 9. Es wird an- An der Hermsdorfer Grenze ist bereits der ganze Baumbestand der zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Die ausgefallenen Unterrichtserkannt, daß die„ Volks- Zeitung" ihre Aeußerungen nur mit dem Art zum Opfer gefallen und auf dem ehemaligen Waldgelände eine Stunden in Nationalökonomie werden vom Montag, den Vorbehalt der Richtigkeit des im Vorwärts" genannten Wort- Reihe von Straßen hergestellt. Weitere Waldparzellen werden zum lautes gemacht hat. Es wird sicherlich jedem bewußt sein, daß Verkauf ausgeboten. Die Interessenten sind bemüht, eine Straßen- Im Zoologischen Garten beträgt der Eintrittspreis heute Sonndie in Betracht kommenden Erlasse maßvoll aufzufassen sind und bahnverbindung von Tegel nach Hermsdorf zu bekommen, um tag nur 50 Pfennige; Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälfte. zwar in der Art, daß gerade in erregten Zeiten erregende das Gelände beffer ausnutzen zu können. Es haben schon ver- Ab 4 Uhr nachmittags Konzertieren atvei Militärkapellen in Uniform. zwei Bemerkungen zu meiden sind, daß es aber auch selbstverständlich schiedentlich Verhandlungen in dieser Angelegenheit stattgefunden. Ganz besonders hingewiesen zu werden verdient auf das in der " B 29. d. Mts., ab nachgeholt. Arena ausgestellte indische Elefantenweibchen mit einem 3 Monate alten Säugling, einem Elefantchen von so zierlicher Körper- beschaffenheit, so manierlichem Wesen und so bestrickender Komik in allem seinem Thun und Lassen, dah, wer diesen kleinen Rüsselträger nicht selbst gesehen, sich gar keine Vorstellung machen kann, wie sehenswert derselbe ist. Die peinliche Sorgfalt, welche die Riesen- mutter ihrem kleinen Sprvhling zu teil werden läßt, ist geradezu rührend. Da dieses seltene Paar dem Garten nur noch kurze Zeit verbleibt, die Ferien außerdem vor der Thiir stehen, sollte nament- lich die schillpflichtige Jugend, die ja ermäßigtes Entree hat, den Besuch des Elefantenpaares nicht verabsäume». Gleiches wird hier wohl nie wieder zu sehen sein. In der Marienkirche zu Berlin findet jeden Montag, abends 7 Vj Uhr, auch während der Somnierferien, durch Musik- direktor Otto Dienel ein O r g e l v o r tr a g bei freiem Ein- tritt statt. Am Montag, den 29. Juni, ist dieser ein Bach-Konzert, in welchem Duette und Arien aus Cnntaten, Präludien und Fugen, die chronmtische Fantasie und Violin-Kompositionen von Bach durch terra Dienel, Frl. Hedwig Kaufmann, Frl. Olga la Barre, Frl. äte Heilbron und die Herren Konzertmeister Leop. Hartmann, David Ritter, Sven Körling und Johannes Klemke aufgeführt werden. Am Montag, den 6. Juli, wirken init außer Herrn Dienel: Frl. Frieda Schramke-Falkner, Frl. Sonja Beeg, die Violinistin Elsa Kohlmann, Miß Agnes Dahlquist, Herr Dr. Ouedenfeldt und Herr & Scholz._ Hus den Nachbarorten. Eine Kuh, Wasscrrccht, 150 M. und sonst noch was für gutes Wählen. Unweit Berlin im Nieder- Barnimer Kreise liegt die Domäne Löhme. Löhme umfaßt 391 Hektar, darunter 317 Hektar Acker» und Gartenland. Der derzeitige Pächter dieser wertvollen Domäne ist der Amtsrat Schmidt. Amtsrat Schmidt setzte den Ein- wohnern von Löhme auseinander, wie sehr erwünscht die Niederlage des socialdemokratischen Vertreters des Wahlkreises Nieder- Barnim und der Sieg des„parteilosen" Konservativen Ringel- Pankow sei. Dringend erforderlich sei es, daß alle Löhmer, die schon 1898 mit Ausnahme eines Abtriinnigen gegen den Socialdemokraten gestimmt hatten, Ringel wählen. Ein bei dem Gärtnereibesitzer Bimstein in Arbeit stehender Gärtnereigehilfe Lindenberg war andrer Ansicht. Er verteilte socialdemokratische Flugblätter und setzte einigen Löhmer Einwohnern auseinander, daß die Ansicht des Aints- rats mit dem Wohle der erwerbsthätigen Bevölkerung unvereinbar sei. Kurze Zeit darauf teilte Herr Bimstein seinem Gehilfen mit, er solle doch sehen, daß er bis zum 16. Juni das Dorf verlasse. Der Amtsrat wünsche das; gehe dieser Wunsch nicht in Erfüllung, so würde er ihm die Benutzung des Wassers aus dem fiskalischen See für seine Gärtnerei untersagen. Sonst aber ließe er ihm die Wasserbenutzung und schenke ihm noch obendrein eine Kuh. Lindenberg erkundigte sich über die Rechtslage und sagte dann zu, den Löhmer Staub von seinen Pantoffeln vor dem 16. Juni schütteln zu wollen, wenn er 150 M. Entschädigung für Nichteinhaltung des Vertrags erhielte. Er erhielt die 150 M. Am Wahltag und kurz zuvor war der Amtsrat von bestrickender Liebenswürdigkeit. Sie äußerte sich auch durch Thaten: einige Arbeiter erhielten Geschenke bis zu einer Mark. Was macht das trotz der Not der Großgrundbesitzer gegen die Freude aus, daß die Wahlurne keinen„roten" Zettel aufweisen wird I Ein etwas verdutztes Gesicht machte der Amtsrat und Wahlvorsteher freilich, als Lindcnberg wählte: er hatte erst nach Abschluß der Wählerliste seinen Wanderstab ergriffen. Noch verwunderter war er über das Resultat der Wahl: 1898 hatten 102 Löhmer konservativ und nur einer rot gewählt; diesmal stimmten nur 87 konservativ und acht rot. Und das trotz der prächtigen Reden des AmtSrats, trotz der schönen Kuh, des Wassers und der Markstücke dazu! Lichtenberg. Die Reichstagswahl ist zu Ende, eS lebe die Kommunalwahl! Nicht ffir den sogenannten „wirklichen Grundbesitzer" und Fabrikanten G., der trotz und alledem keine Steuern bezahlt, sondern für den Parteigenossen Zimmermann, der in zwei Bezirken gewählt ist, muß im 4. Bezirk(Kreutzigerswaße bis einschließlich Blumenthalstraße und Nebenstraßen) ein„Hausbesitzer" gewählt werden. Das Mandat des„Fabrikanten" G.„ruht" während der„steuerfteien" Zeit. G. ist auch nach wie vor„wirklicher Hausbesitzer" l Die Lichteuberger Parteigenossen, die sich bei der Reichstagswahl so tapfer geschlagen, werden auch ihren Stolz darein setzen, die ja schon zu einer ständigen Ein- richtung geivordene Kommunalwahl zu einem guten Ende zu führen. Am Dienstag, den 7. Juli soll die dritte Abteilung des 4. Bezirks, im Lokal von Höflich, Frankfurter Chaussee 120, in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends einen„Hausbesitzer" wählen. Das socialdemokratische Wahlkomitee wird einen solchen in Vorschlag bringen, und damit wird dann wieder die ganze dritte Abteilung sacht Mandate) der Socialdemokratie gehören. Stralau-Rummclsburg. Heute, Sonntag, den 28. Juni, findet in Hahns Volksgarten, Hauptstraße 4, das II. Schauturnen der Freien Turnerschaft von Stralau-Rummels- bürg verbunden mit Konzert und Ball statt. Der Verein ersucht namentlich die Rummelsburgcr Genossen, das Vergnügen nach Kräften zu unterstützen. Die Besucher mögen sich überzeugen, daß trotz des Verbots der Herren Lehrer die Schülerabteilung einen starken Zuwachs erhalten hat und auch Tüchtiges leisten kann. Johannisthal. Gegen die Wahl des Gemeindevertreters Schmidt in der ersten Abteilung Ivar von seinen Gegnern Einspruch erhoben worden; derselbe wurde aber vom Kreisausschuß als un- begründet zurückgewiesen, da der Gegenkandidat des Herrn Schmidt, der Amts-Baumeister Posseck, noch kein Jahr im Ort wohnte. Aus diesem Grunde hatte auch der Wahlvorstand die auf Herrn Posseck entfallene» 5 Stimmen für ungültig und Herrn Schmidt mit den andren abgegebenen Stimmen für gültig erklärt. Der Bezirks- a u s s ch u ß erklärte indes die ganze Wahl fiir ungültig, da Herr Schmidt nicht die Majorität der überhaupt(also 8) abgegebenen Stimmen erhalten habe. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung hiergegen Berufung einzulegen. Dagegen erklärte sich nur der Schöffe Mitsching, der bereits für einen andren Bewerber Voll- machten gesammelt, und der Vertreter v. Trützschler.— Das Kanalisationsprojekt für unsren Ort wurde zwecks Prüfung dem Stadtbaurat Sorge überwiesen. Von dem Landrat war die Errichtung einer Freibank, zwecks Verkaufes von minderwertigem Fleisch gefordert, die Vertretung beschloß indes die Angelegenheil zu vertagen. Von dem Nachtwächter, welcher die Reinigung der öffentlichen Plätze und Straßen im Nebenamt versieht, lag ein Gesuch vor, ihn davon zu entbinden, da er wegen dieser Thätigkeit von Mit- gliedern der Feuerwehr, bei welcher er eine führende Rolle inne hat, zu sehr verulkt iverde. Die Vertretung gab seinem Wunsche statt.— Die Eingemeindung des forstfiskalischen Terrains ist nunmehr genehmigt worden, und erhält die Gemeinde Johannis- thal das gesamte Terrain bis an die Görlitzer Bahn. Dle Ver- tretung beschloß noch, die Eingemeindung von zwei Jagen in der Königsheide am Stichkanal beim Forstfiskus zu beantragen. Das der Vertretung vorliegende Ortsstatut betreffend den Anbau an Straßen und die Anlegung von Straßen stieß aus heftigen Widerspruch einiger Vertreter, welchen die Verpflichtung zur Beihilfe zu den Pflasterkosten zu streng waren, obwohl der Vertreter v. Triitzschler den Herren klar zu machen suchte, daß sie diese Kosten doch wieder auf andre ab- wälzen könnten, zum Beispiel die Mieter. Die Beratung des Statuts wurde auf die nächste Sitzung vertagt. Die Vertretung be- willigte noch die Mittel zur Anschaffung und Aufstellung von Turn- geräten auf dem Schulhof und die Verwendung von Stauböl zur Reinigung der Schulilasien. Friedenau. Die letzte Gemeindevertreter-Sitzung genehmigte nunmehr endgültig die abgeänderten Entwürfe zmn Bau eines Armenhauses und bewilligte 60 000 M. zur Ausführung des Projektes. Ferner erteilte die Bersammlung ihre Zustimmung zur Neueinstellung eines Oberlehrers und eines wissenschaftlichen Hilfslehrers an unsrem Gymnasium, welches sich einer stetig steigenden Frequenz erfreut.— Zum Besuche des Kongresses für Volks- und Jugendspiele, welcher vom 6.-7. Juli in Dresden tagt, wurden den Herren Rektor Hanne mann und Lehrer Kühn je 75 M. bewilligt, während je zwei Herreu des Gemeindevorstandes und der Gcmeindevertrcwng 100 M. Beihilfe erhalten sollen zum Besuch der Städte-AuSstcllung in Dresden. Gewählt wurden hierzu die Herren Gemeindevorsteher Schnackenburg, Schöffe Bache und die Gemcindevertreter Kunow und Schremmer. Friedenau. Wie man„K ü n st l e r" werden kann. Nach einer Meldung des hiesigen Lokalblattes dürften sich nächstens die Gerichte mit der Frage zu beschäftigen haben, ob jemand durch unter- geordnete Dienste, die er einem Künstler leistet, selbst zum Künstler werden kann. Der Sachverhalt ist folgender: Herr Professor Manzel Hierselbst beschäftigte längere Zeit einen Atelierdiener, ohne denselben zur Krankenkasse anzumelden. Nach der Entlassung erkrankte der Diener und nahm die Orts-Krankenkasse in Anspruch, welche nun ihrerseits Herrn Professor Monzel die Rechnung für rückständige Beiträge und Kurkosten präsentierte; hiermit hatte die Kasse jedoch kein Glück, denn der Herr Professor erklärte, daß„Künstler, wozu er auch seinen Atelier die»er rechne, nicht versichcrungs- pflichtig seien". Schließlich hinterlegte der Herr den Betrag bei der Amtsverwaltung, als der vorgesetzten Behörde, reichte jedoch die Klage auf Zurückerstattung des Geldes ein und beabsichttgt, die Klage durch alle Instanzen zu verfechten. Zu diesem Zwecke wurde das Streitobjekt auf 2000 M. festgesetzt.— Bevor die Frage durch die Gerichte entschieden ist, möchten wir den Atelierdieneru doch nicht raten, die Professoren mit„Herr Kollege" anzureden. Die verbotene Versammlung in Rahnödorfer Mühle, die dennoch am 14. Juni stattfand, hat ein Nachspiel eigener Art gezeitigt. Der Amtsvorsteher Kottmeier zu Köpeuicker Forst hat gegen die Inhaberin des Versammlungslokals, Witwe Klemm, der er verboten hatte, dem Genossen Sonnenburg oder Stadthagen ihr Lokal zu der Ver- sammlung herzugeben,— 60 Mark Polizei strafe'wegen Zuwiderhaudelns gegen sein Verbot festgesetzt. Selbstredend ist hier- gegen Beschwerde eingelegt. Außerdem hat Stadthagen nunmehr beantragt, das strafrechtliche Verfahren wegen Amtsmißbrauchs gegen den Amtsvorsteher wegen des rechtswidrigen Verbots, der Straf- androhung und der Straffestsetzung sowie wegen eines früheren Vorfalls einzuleiten. Im Jahre 1898 ivar Herr Kott- meier noch Polizei-Obrigkeit für Ober-Schöueweide. In dieser Eigenschaft erließ er gegen zwei der Bureauleiter und gegen Stadt- Hägen wegen vermeintlicher Ueberttetung der Polizeistunde durch Tagen der Bersaminlung über 11 Uhr hinaus, Sttafbefehle. Die Verhandlung zu Köpenick ergab die völlige Unschuld der drei Misse- thäter. Sie hatten, wie es polizeiordnungsliebenden Bürgern ge- zieint, vor 11 sich nach Hause begeben. Sie wurden freigesprochen und wegen der erwiesenen Unschuld wurden auch die Aus- lagen der Staatskasse auferlegt. Trotzdem wurde auch gegen den dritten Bureauleiter, dessen Adresse die Polizei erst nach- träglich ermittelt hatte, wegen derselben Missethat strafrechtlich, natürlich ohne Erfolg, vorgegangen. Den strafrechtlichen Schutz wegen Einschreitens gegen jemand, dessen Unschuld dein Beainten bekannt ist oder bekannt sein muß, gewährt Z 340 Str.-G.-B. Gerichts-Zeitung. Metallarbeiter-Verband und Kühnemänner. Bor der Straf- kammer 8a des Landgerichts I stand gestern der 2. Bevollmächtigte der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, Karl Wiesenthal, als Angeklagter. Derselbe war beschuldigt, durch zwei selbständige Handlungen am 10. Dezember 1902 und am 24. März 1903 sich Urkunden rechtswidrig und zum Schaden andrer angeeignet und selbige ver- n i ch t e t r e s p. unterdrückt zu haben. So beängstigend die Anklagebeschlüssc lauteten, so harmlos stellte sich das„Verbrechen" des Angeklagten dar. Aus der Beweisaufnahme ergab sich folgendes: Während des Streiks bei der Firma Jachmann im Dezember vorigen Jahres nahm Wiesenthal als Verbandsbeamter an einer Werkstattbesprechung der Streikenden teil. In das betreffende Lokal kam auch der Former Nestor, der einen Handschein vom Arbeits- Nachweis des Kühnemänner-Verbandes bei sich trug, laut dessen ihm Arbeit bei der Firma Jachmann nachgewiesen war. Von den Streikenden auf den Streik aufmerksam gemacht, erklärte er, als Vcrbaudsmitglied die ihm nachgewiesene Arbeit nicht antreten zu wollen, um den Ausständigen nicht in den Rücken zu fallen. Wiesen- thal ließ sich hierauf den Handschein von Nestor zeigen und steckte ihn zu sich mit den Worten:„So, nun grüßen Sie den Hauptmann Kleffel von mir und sagen Sie ihm, ich hätte den Schein."(Be- kanntlich ist der Hauptmann a. D. Kleffel Leiter des Arbeitsnachweises der„Herren aus der Gartenstraße".) Aehnlich verhielt es sich im März d. I. bei dem Hartungschen Stteik. Damals kamen der Kernmacher Dettweiler und ein Kollege mit Handscheinen des Metallindustriellen-Verbandes in das Streiklokal und erklärten, die ihnen zugewiesene Arbeit in der Hartungschen Fabrik nicht über- nehmen zu wollen, um nicht Streikbrecher zu werden. Wicsenthal ließ sich auch von diesen die Handscheine geben mit der Bemerkung, sie möchten auf dem Arbeitsnachweis der Industriellen nur melden, daß er die Scheine an sich genommen habe. Vom Vorsitzenden»ach der Ursache dieser Handlung befragt, antwortete der Angeklagte: Der Metall industriellen- Verband sei dem Metall a r b e i t e r- Verband nicht besonders günstig gesinnt und umgekehrt. Ersterer habe den Hauptarbeitsnachweis in Händen und nutze diesen Umstand besonders bei Streiks aus. um sich Arbeitswillige zu verschaffen, ohne die Arbeitsuchenden auf etwaige Streiks aufmerksam zu machen. Die auf dem Nachweis verausgabten Handscheine lauten nur auf einen bestimmten Arbeitgeber, resp. berechtigen den Arbeiter, sich in Ver- bandsbetrieben innerhalb einer bestimmten Frist Arbeit zu suchen. Ist die Frist verstrichen, so mutz der Arbeiter, falls er keine Arbeit erhalten hat, den Schein prolongieren laffen, sonst verliert dieser seine Gültigkeit. Tritt der Arbeiter aber die ihm nachgewiesene Arbeit aus irgend einem Grunde nicht an, etwa in einem Betrieb wo gestreikt wird, so erhält er auf unbestimmte Zeit keinen neuen Schein wieder; d. h. er wird von der Arbeit ausgesperrt, weil sich die Metall- industriellen gegen hohe Konventionalstrafen verpflichtet haben, Ar- beitskräfte nur durch ihren Nachweis zu beziehen. Weil dem nun so sei, so habe er(Wiesenthal) beabsichtigt, die Arbeitsuchenden erstens vor Streikbruch und damit vor den organisationsrechtlichen Folgen zu bewahren, zweitens aber zu verhindern, daß sie auf dem Arbeits- Nachweis der Industriellen ausgesperrt würden. Dies habe er am besten dadurch zu erreichen geglaubt, daß er nach außen den Anschein erlveckte, als habe er den Leuten den Schein direkt abgenommen, weil für eine von ihm begangene Handlung wenigstens nicht die Arbeiter von dem Leiter des Nachweises verantwortlich gemacht und gemaßregelt werden konnten. Wenn nun auch auf den Scheinen der Vermerk stehe:„Der Schein bleibt Eigentum des s Metallindustriellen)- Verbandes", so habe er doch niemanden durch sein Thun geschädigt, als höchstens den Unternehmer, bei dem gestreikt wurde, was ja auf Grund des Koalitionsrechtes nicht strafbar sei. Niemals aber haben die Arbeiter oder der Jndustriellen-Verband als solcher einen Schaden davon gehabt.— Von besonderem Interesse waren die Aussagen des als Zeugen anwesenden Hauptmanns a. D. Kleffel, des Leiters des Arbeitsnachweises. Im wesentlichen mußte er die Angaben Wiesenthals über die Praktiken in der Handhabung des Arbeitsnach- weises bestätigen. Er meinte dann aber u. a.: Der Eigentums- vermerk stehe deshalb jetzt auf den Scheinen, weil früher viel„Unfug" damit getrieben wurde. Wer also keine Arbeit bekomme oder an- nehme, habe den Schein auf dem Nachweis wieder abzu- liefern, andernfalls habe es der betreffende Arbeiter„auszu- baden", er werde gesperrt. Vom Vorsitzenden darauf hingewiesen, daß man doch eigentlich keinen Arbeiter' verpflichten könne, solchen Schein bei nicht voller Ausnutzung wieder auf dem Nachweise abzu- liefern, erwiderte Herr Kleffel:„W ir oktroyieren den Arbeitern diese Pflicht auf. Uebrigens kennen die Ar- bciter auch unsre Gepflogenheiten." Nach Beendigung der Beweis- aufnähme schrumpfte die Anklage dann erheblich zusammen. Trotzdem beantragte der Staatsanwalt wegen Vergehens gegen§ 274 Str.-G.-B., Unterdrückung einer Urkunde eine Ge- fängnisstrafe von 3 Wochen. Rechtsanwalt Dr. Heinemann als Verteidiger des Angeklagten legte in einer ausführlichen Rede dar, daß nicht mehr wie alle juristischen Merkmale für die dem Ange- klagten zur Last gelegten Vergehen fehlten. Die Scheine seien über- Haupt keine Urkunden im Sinne des Gesetzes, sondern wertlose Papier- stücke, durch deren Einbehaltung der Metallindustriellen-Verband uin so weniger geschädigt sei, als die betreffenden Arbeiter gar nicht ivillens waren, die ihnen zugewiesene Arbeit anzutreten. Falls nicht Freisprechung erfolgen sollte, beantrage er die Ladung weiterer Zeugen. Das Gericht beschloß, den neuen Beweisanttägen des Verteidigers stattzugeben und die Sache zu vertagen. Bemerkt sei, daß die Staatsanwaltschaft auf Veranlassung des Kühnemänner-Verbandes den Strafantrag gegen Wiesenthal gestellt hatte. Opfer des Gewerkschaftskampfcs. Am 23. Juni hatten sich die Bauarbeiter Karl Heidemann und Ernst Völlmann wegen an- geblicher Beleidigung, Nötigung und versuchter Erpressung vor der dritten Strafkammer des Landgerichts II zu verantworten. Dieses Vergehens sollten sie sich anläßlich der Bewegung der Bauarbeiter im vorigen Jahre auf einem Neubau in Tempelhof schuldig gemacht haben. Der Thatbestand ist folgender: Im vorigen Jahre hatten die organisierten Bauarbeiter beschlossen, den Lohn von 40 auf 45 Pf. pro Stunde zu erhöhen. Zu diesem Zweck kam es auf ver- schiedenen Bauten zu Arbeitseinstellungen. Arn 11. August meldeten sich die Bauarbeiter vom Neubau Tempelhof, Ringbahnstr. 55, Unternehmer Busse, bei der Leitung der Organisation, um die Forde- rung auch auf diesem Bau durchzusetzen. Heidemann, der Vor- sitzende der Organisation der Bauarbeiter für Berlin und Umgegend, begab sich am 12. August dorthin, um auf gütlichem Wege den Unter- nehmer zur Anerkennung der Forderung zu gewinnen. Unter den dort Beschäftigten befand sich auch der Arbeiter Karl Walluczick, Wcydingerftr. 3, welcher schon früher dem Verband der Bauarbeiter angehört hatte, zur Zeit aber nicht organisiert war. Völlmann machte Heidemaun auf den Walluczick aufmerksam, und dieser rief W. zu sich und fragte ihn. wie er sich verhalten würde, wenn es dort eventuell zur Arbeitseinstellung käme. Walluczick erklärt« darauf, daß er bereits im Verbände gewesen sei und auch willens wäre, falls er 45 Pf. pro Stunde erhalte, demselben wieder bei- zutreten. Als H. ihm dann sagte, daß er nach dem Statut 13 Wochen» beitrüge nachzuzahlen habe, äußerte W., es käme dann darauf gar nicht an. Einige Bauarbeiter, welche zugegen waren, sprachen dem W. ihre Verwunderung darüber aus. daß er erst den Erfolg der Organisation sehen und dann erst derselben beitreten wolle. H. be- ruhigte diese und sagte zu ihnen:„Laßt doch das nur, es ist eben nicht anders mit den Kollegen; diese fühlen ihr Elend noch gar nicht. Wenn sie gar nur 20 Pf. pro Stunde bekommen würden, würden sie vielleicht eher zur Einsicht kommen." Mittlerweile war der Unternehmer erschienen. H. trug ihm den Grund seines Daseins vor und erwirkte, daß die Forderung ohne Arbettseinstellung be- willigt wurde. H. unterbreitete seinen Kollegen das Resultat, womit diese zufrieden lvaren, und entfernte sich alsdann. In der Vesper» pause forderte Völlmann, welcher von seinen Kollegen als Bau- deputierter gewählt war, alle Kollegen auf, ihre Papiere mitzu- bringen. Er ging alsdann zum Polier und erklärte demselben, daß auch Walluczick jetzt seine Papiere in Ordnung bringen müsse. Am nächsten Morgen kam W. jedoch wieder ohne Papiere zur Arbeit, worauf die andren Arbeiter nicht mehr mit ihm zusammen arbeiten zu wollen erklärten. Der Polier griff vermittelnd ein und riet W., er solle doch endlich„den Kram in Ordnung bringen". Trotzdem hätten die Arbeiter noch nicht Stellung gegen ihn genommen, wenn W. nicht schon vorher geäußert hätte, daß, wenn sie ihn nicht in Ruhe lassen, er die„Spitzköpfe" holen würde. Ohne sich gegen den Polier zu äußern, nahm W. seine Schippe und kam bald mit drei Gendarmen auf den Bau zurück. Er behauptete nun, daß Heidemann am Tage vorher ihn einen frechen Patton genannt und weiter gesagt habe, er werde schon sehen, was die Kollegen mit ihm machen werden. Er, H., werde dasür sorgen, daß W. nur 15 Pf. die Stunde bekäme. Betreffs Völlmann behauptete W., dieser hätte von ihm verlangt, daß er 6,50 M. zur Anzahlung an die Kasse des Verbandes der Bauarbeiter hergeben solle. Trotzdem der Sach- verhalt von mehreren Zeugen eidlich bestätigt wurde, und trotzdem festgestellt wurde, daß W. weder beschimpft noch bedroht worden war. beantragte der Staatsanwalt gegen Heidemann, weil dieser der Ur- Heber der ganzen Sache sei— denn, so meinte der Staatsanwalt, wenn H. nicht dort hingegangen wäre, wäre die ganze Sache auch nicht vorgekommen—, vier Monate und gegen Völlmann drei Monate Gefängnis. Der Vertreter der Angeklagten, Rechtsanwalt Liebknecht, wies nach, daß sämtliche Zeugen den Aussagen- Walluczicks widersprechen, daß auch sonst die Aussagen des W. nicht sehr glaubhaft erschienen und beantragte aus diesem Grunde die Freisprechung. Der Gerichtshof mußte selbst zugeben, daß ver- suchte Erpressung nicht vorliege und daß der Antrag auf Strafverfolgung wegen Beleidigung erst im Januar 1903, also verspätet gestellt war. Trotzdem verurteilte er beide Angeklagte zu je zwei Wochen Gefängnis, weil sie sich nach Ansicht des Gerichtshofes dennoch gegen den 8 153 der Gewerbe-Ordnung vergangen"hätten I Tie gefoppte„Flitterwöchnerin".„Schurkereien, die vom blassen Neide injejeben wor'n sind, die müßten sehr streng bestraft werden. Jehn Se man da rin in den Kasten und erwarten Sie Ihr Todes- urteel." So sagte der Monteur Hugo Stark bei seinem Eintritt in den Schöffengerichtssaal, indem er eine Dame, die typische Er- scheinung des„späten Mädchens" in die Anklagebank schob. Er selbst trat in den Zeugenraum.„Angeklagte N e u b c r t ," redet der Vor- sitzende das späte Mädchen an,„Sie haben dem Zeugen«inen recht häßlichen Streich durch einen anonymen Brief gespielt. Was haben Sie zu Ihrer Entschuldigung anzuführen?"—„Hochverehrter Herr Präsident," erwidert die Angeklagte mit weinerlicher Stimme,„et war nich aus Schlechtigkeet. Ick wollte mir bloß eenen Spaß mit den Herrn Stark machen."— Vors.:„Solche Späße können manchmal einen recht üblen Ausgang nehmen. Sie behaupten also, Sie wollten mit dem Briefe nicht den Zeugen Start verleumden, sondern hätten sich nur einen plumpen Scherz geleistet?"— A n g e k l.;„Jawoll, det behaupte ick."— Vor f.:„Zeuge Stark. was haben Sie dazu zu sagen?"— Zeuge:„Wat ick zu sagen habe? Ick werde eenfach die Thaffachen reden lassen, denn können Sie sich een Bild machen. Ick habe in frühere Zeiten mit die Anjeklagte mal een Verhältnis jehabt, hätte ihr ooch vielleicht jeheiratet, aber erstens is sie eene streitsüchtije Natur und zweetens is sie nich wirffchaftlich. In die Strimpe hatte sie immer faustjroße Löcher..."— Vors.:„Das gehört nickst hierher."— Zeuge: „Nich wahr? Da Hab' ick recht! Löcher jehören nicht in die Str.. — Vors.:„Kommen Sie zur Sache."— Zeuge:„Also kurz und jut, ick mußte uff der Heirat mit sie verzichten und nahm mich meine Schwägerin, wat een sehr ordentlichct und tüchtijet Mächen jewesen is, zur Frau. Vierzehn Tage nach die Hochzeit mußte ick nach Düsseldorf uff Montage, um in eene Bäckerei eene Maschine uffzustellen. Der Abschied von mein junget Jlück ward mich nich leicht. Selbstverständlich versprachen wir einander, uns alle Tage zu schreiben. Das dhaten wir ooch zuerst. Eenet Dages aber bleibt uff eenmal det erwartete Lebcnszeechen aus. Unjlücklich und be- unruhigt fitze ick abends in meinen Hotel, da jeht die Dhüre uff und rin tritt— ick denke, ick soll lang hinschlagen— meine Frau! Hujo, Du Jewiffenloser, schreit se mit eenen Thränenmississippi. warum hast Du mir det jethanl Dabei hält se mir eenen mit Franziska unterzeechneten Brief aus Düsseldorf unter die Oogen, in den die Stelle vorkam: Sie arme Flitterwöchnerin, lassen Sie sich man die Zeit nich lang werden, Ihr Hujo und ick amüsieren uns hier jroßattigl Ick habe zwce Stunden jebraucht, um mein« Frau vom Jejenteil zu überzeujen."— Vors.:„Angeklagte. Sie haben den Brief geschrieben und in Düsseldorf durch eine Bekannte aufgeben lassen. Ist's nicht so?"— A n g e k l.(ganz geknickt): „Jawoll, Herr Präsident."— Das Urteil lautet auf 30 M. Diese Verkündigung begleitet Stark mit der Bemerkung:„Na, ick dachte, et würde ville deurer werden." Allgemeine Familien Sterbekaise zu Berlin. Heute Zahltag bei| Vodoz Arbeiter Vermischtes. P. 2. Ja. erlitt einen schweren Schädelbruch, fowie Arm- folgt ist, wo und wann seine Ehen geschlossen waren und ob die verstorbenen Diele, derftr. 123, und bei Liebehenschel, Mariannenſtr. 48, von 3-6 Uhr und Beinbrüche. Aehnliche gefährliche Verletzungen trug Ober- Chefrauen ein Teftament hinterlassen hatten, nicht zu beantworten. Morgen, Montagabend 9 Uhr, S. C. Rbg. Sind für die junge Ehefrau vor ihrer Verheiratung mindestens Uebungsstunde in der Filiale, Brunnenstraße 154: Vortrag des Herrn sekundaner Liebmann davon. Die Vertvundeten befinden sich in 200 Marten geklebt, so kann sie innerhalb eines Jahres nach dem Eintritt Dr. Hirschfeldt über Knochenbrüche, Verrenkungen und Berstauchungen. Piora, wo die Nachricht eingetroffen ist, daß die anfangs bermißt in den Ehestand Rückerstattung der Hälfte des Klebemarken- Betrages ver Nachher praktische Uebungen. Neue Teilnehmer können noch eintreten. Gäste willkommen. Aufträge für die Kolonne sind an den Vorsitzenden geweſenen Schüler Böhme, Billweiler, Eschmann und Constam wohl- langen. Der Antrag ist in Ihrem Fall an den Landrat des Streises su E. Stein, Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 40, zu richten. behalten in Sedrun angelangt sind. Eine Expedition wurde nach Arbeiterrechts", das in den öffentlichen Bibliotheken ausliegt. richten. Ein Beispiel für solchen Antrag finden Sie S. 445 Nr. 95 des Sedrun entsandt. Nicht nur Professor Gröbli, sondern auch Pro- E. Woltersdorf. Der Reichstag kann ohne Beschränkung aufgelöst fessor Vodoz war ein bekannter und erfahrener Alpentourist; letzterer werden. G. Sch. 15. 2. Ein Scheidungsgrund liegt in dem von Ihnen bekleidete bis vor kurzem den Posen eines Centralsekretärs des Sie nichts ausrichten. Sie können aber das Borgerecht Ihrer Frau aufBorgetragenen nicht. Gegen den von Ihnen beklagten Mißstand können Mord und Selbstmord. Görlig, 27. Juni.( Laffan"-Meldung.) schweizerischen Alpenvereins. Der obenerwähnte Gymnaftast Beute- heben. Ein Beispiel finden Sie S. 225 Nr. 20 des dem„ Arbeiterrecht" beiDer 30 Jahre alte, nervenkranke Schlosser Zschiefche aus der führ ist ein Sohn des früheren deutschen Generalkonsuls in Zürich. gefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. Melanchthonstraße hat heute früh 8 Uhr seine beiden Kinder im Alter von zwölf Wochen und einem Jahr mit einem Messer ermordet und sich dann vom dritten Stockwerk auf die Straße hinabgestürzt. Er war sofort tot. Ein im Zimmer mitanwesendes drittes Kind von fünf Jahren ließ er unverletzt. Die Ehefrau war ausgegangen. Ein Schulausflug von einer Lawine verschüttet. Am St. Gott hard ist eine Schar Züricher Gymnasiasten bei einem Ausflug von einer niedergehenden Lawine erfaßt und zum Teil verschüttet worden. Ein Lehrer und zwei Schüler wurden durch die Lawine getötet, ein Lehrer und ein Schüler schwer und drei Schüler leicht verletzt. Ueber den Unfall wird dem„ Tag" gemeldet: Die Obersekunda des Kantongymnasiums von Zürich war am 25. Juni unter der Leitung des Mathematikprofessors Gröbli und in Begleitung des Lehrers der französischen Sprache Prof. Dr. Vodoz zu einer viertägigen Alpenfahrt aufgebrochen. Die Tour sollte über Amsteg, Maderauertal, Krüzlipaß auf den den Piz Blatz und bon nach Piora führen. Briefkaften der Redaktion. " antwortet in dem Buche von Dr. Karl Ruß: Der Kanarienvogel". Seite 182. A. G., Liebenwalderstr. Ihre Frage finden Sie eingehend beSie können das Buch in unserm Sekretariat cinsehen. 5. M. 36. Die Artillerie im Deutschen Reiche setzt sich zusammen aus 94 Regimentern Feld- Artillerie und 18 Regimeutern Fuß- Artillerie. Freiheit. Der Berliner Ruderverein" Vorwärts" hat Donnerstagabend 9 Uhr Sigung im Bootshause Stralau, Tunnelstraße 17. Juriftifcher Teil. 3. 101. Sie irren. Die Stimmizettel müssen in das mit amtlichem Stempel versehene Couvert gesteckt sein, andre sind ungültig. 5. A. 70. 1. Ja. 2. Bis auf vier Jahre zurück: ja. 3. Nein. R. K. 27. Sind solche Verträge mit dein Kassenbeamten abgeschlossen, so ist dagegen Briefkasten vom Abschluß solcher Verträge abgeraten. schwerlich etwas auszurichten. So oft in Einzelfällen angefragt ist, ist im M. L., Mohren, straße. Offenbacher Krankenkasse. 2. M. 100. Sie sind im Irrtum. 2. S. 42. Nein: Sie müssen 2. 50, F. H. 15, A. F. 16. Ja. 2. K. 1. Ja. 2. Lohn spätestens ani 15. zum nächsten 1. fündigen. arrest wegen Steuerrückstände ist zulässig, wenn es sich um Steuern handelt, W. Sch. Junterstr. die seit nicht länger als drei Monaten fällig sind. Hat die Betreffende sich mit der Entlassung durch Annahme des Mehrlohns oder sonstwie einverstanden erklärt, so würde ein Prozeß aussichtslos ſein; E. 2. 85. Nein. E. V. 90. Nein. sonst ist er aussichtsvoll. -GO Witterungsübersicht vom 27. Juni 1903, morgens 8 Uhr. Stationen. Barometer. stand mm Winds richtung Windstarle Wetter Temp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer Wind richtung Windstärke Wetter Lemp. n. E. 50 G.= 4°. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. B. 2. 118. Vom 1. Januar 1904 ab: ja.- 6. B. Bei der gesetz- 38 lichen Erbfolge aus einer vor dem 1. Januar 1900 in Preußen geschlossenen Gatten statt der Rechte, die ihm nach den bisherigen Gesetzen zustehen, die Ehe kann der überlebende Ehegatte innerhalb 6 Wochen nach dem Tode des Erbfolge nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch in öffentlich beglaubigter dem Nachlaßgericht einzureichender Form fordern. Das Nachlaßgericht fritt nicht von Amtswegen ein: die Teilung des Nachlasses erfolgt also ohne Zuthun des Gerichts, falls nicht beim Gericht der Antrag auf Teilung gestellt ist. Der Antrag auf gerichtliche Teilung ist in der Regel überflüssig, das gericht liche Berjahren fostspielig. Berlin O. Der Vater fann Herausgabe Swinemde: 771 NND 2 bededt 16 Petersburg 767 NO seiner ehelichen Stinder verlangen, falls nicht mit Rücksicht auf die Hamburg 771 D 2 heiter Erziehung der Kinder entgegengesetzte Anordmtingen vom Gericht Berlin 16 Cort 761 SSD 3 bedeckt 14 beschlossen sind. F. B. E. 1. und 2. Steine. 1 heiter 2. N. 16. 50 000 M. Franti.a.M. 769D 20 Aberdeen O. Krause. 1. Wenn Ihr Bruder nicht innerhalb einer Woche durch München 3 wolten! 17 Baris 770 DSD 1 wolfen! 20 Weiterzahlung der Beiträge selbstzahlendes Kaffenmitglied geworden ist, so ien 767 RM 4 halb bd. 16 stehen ihm keine Ansprüche gegen die Kaffe zu. 2. Solchen Antrag fann Wetter- Prognose für Sonntag, den 28. Juni 1903. Ihr Bruder stellen. H. 47. Die Kinder aus den verschiedenen Ehen Borwiegend heiter und trocken, nachts ziemlich kühl, am Tage warm Professor find hinter ihrem Vater zu gleichen Teilen erbberechtigt. Belcher Teil dem bei mäßigen nordöstlichen Winden. Professor Einzelnen zufällt, ist ohne Angabe, wo und wann der Tod des Baters er Berliner Wetterbureau. dort über Val Cadlino Am Piz Blak, nur noch 2 Stunden von Biora entfernt, wurde die Gesellschaft von einer Latine überrascht. Die ganze Reisegesellschaft befand sich gestern mittag 1 Uhr auf einer großen Grashalde, iu zwei Gruppen geteilt. Plötzlich hörten die Touristen von einer Seitenspitze des Piz Blazz eine Lawine heran sausen. Ein wilder Schreckensruf ertönte. Der einen Gruppe geTang es, sich seitwärts zu retten, während ein Teil der andren bon dem starken Luftdruck und der Lawine selbst erfaßt ettva 50 Meter tief hinunter geschleudert wurde. Gröbli und zwei Gymnasiasten waren sofort tot. Preise 770 771 D 3 heiter 15 Haparanda 772 SGD Zahn- Klinik. beliebige Teil die herzliche Teilnahme bei der DeOlga Jacobson, strasse 145. 3 öffentl.Versammlungen der konsumierenden Bevölkerung von Berlin SO. am Montag, 29. Inni, abends 8%, Uhr, in den Lokalen: Märkischer Hof, Admiralstr. 18c, Süd- Ost, Waldemarstr. 75, Köpnicker Hof, Köpnickerstr. 174. 2 öffentl.Versammlungen zahlung. InvalidenAllen Freunden und Bekannten fin erdigung meines innigstgeliebten Mannes, und Vaters den herzlichsten Dank. 22246 Minna Streblow geb. Dunst. Achtung! Kürschner! Achtung! " Montag, den 29. Juni, abends 8 Uhr, im Alten Schüßenhaus", Linienstraße 5: Grosse öffentl. Versammlung des Verbandes der Kürschner Berlins u. Umgegend. Tages Ordnung:. 1. Situationsbericht über die Verhandlungen mit der Kommission der Arbeitgeber und Stellungnahme dazu. 2. Verschiedenes. NB. Kolleginnen und Kollegen! In Anbetracht der Wichtigkeit unfrer Tagesordnung ersuchen wir Euch dafür zu agitieren, daß namentlich Der Vorstand. find. 2wolfen! 15 1 bedeckt 15 Posamentierer. Filiale II des Dentchen Textilarb.- Verbandes. Todes- Anzeige. Am Freitag, den 26. d. M., ver starb unser Stollege 135/5 Edmund Korn. DieBeerdigung findet amMontag, den 29. Juni, nachmittags 4 Uhr, auf dem Stirchhofe der St. Markusund Andreas Gemeinde in Wil helmsberg statt. Um zahlreiche Beteiligung er Der Vorstand. fucht der Bevölkerung von Rixdorf specter alle in der Hausindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen vertreten am Dienstag, 30. Juni, abends 8½ Uhr, in den Lokalen: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verhand deutscher GastwirtsThiel, Bergstr. 151/152, Vereinsbrauerei, Hermannstr. 214. Tages- Ordnung in allen Versammlungen: 127/12 1. Wie organisieren wir den Konsum.- 2. Diskussion. Referenten: die Herren Reichstags- Abgeordneten Eduard Bernstein und Peus und die Herren Rechtsanwalte Steinschneider und Victor Fränkl. Um recht zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Einberufer: Hermann Kunze. Leopold Breslauer. Partei- Speditionen: General- Versammlung des Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Berner, Mittenwalder Konsumvereins Charlottenburg Gr. ftraße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31 Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert 23 engels, ( E. G. m. b. H.) Frankfurterstr. 133, Hof part.. SO.: Paul Böhm, Laufigerplay 14/15 am Dienstag, 7. Juli, abends 8 Uhr, ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, im„ Boltshaus", Rosinenstraße 3. Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Tages- Ordnung: Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosen- 1. Bericht des Vorstandes und Aufthaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost) fichtsrates. und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Rashte, 2. Bericht über die Verträge unsrer Rügenerstr. 24 vorn part. links.- Schönhauser Vorstadt: Starl Angestellten. Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: B. Prie 3, 3. Bericht über den Genossenschaftstag Rudowerstr. 68. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, und die Großeinkaufs- Gesellschaft. Sesenheimerstr. 1, Ecke Goethestraße, vorn I. Deutsch- Wilmers- 4. Wahl eines Aufsichtsratsmitgliedes dorf: W. Nickel, Uhlandstr. 108, part. Friedrichsbergfür ein ausgeschiedenes. Friedrichsfelde Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Die Mitglieder werden gebeten, Otto Seitel, O. 112, Svonprinzenstraße 50, I.- Grünau: recht zahlreich und pünktlich zu er Hermann Steinid, Jägerstr. 16. Rixdorf: Dstermann, scheinen. Mitgliedsbuch oder Karte Schöneberg: Wilhelm legitimiert. Brinz Handjergstraße 7, im Laden. 127/13 Bäumler, Martin Lutherstr. 51, Laben. Ober- Schöneweide: Der Aufsichtsrat. Richard FürI, Edisonstraße 4, vorn 2 Treppen. NiederMay Knöfel, Vorsitzender. Schöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismarckstr. 7. Adlershof: Gustab Freie Kranken- und Begräbniskasse Size, Hackenbergstraße 8. Köpenick: Friedrich Woid, Grünftr. 29.- Friedenau- Steglitz: 5. Bernice, Stirchitr. 15 der Schuhmacher u. Berufsg. Berlins in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:. Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Schellha se, Ahornstr. 15 a.-Baumschulen( E. H. Nr. 27). Montag, 13. Juli, abends 8 Uhr, weg: Stod, Ernststr. 2, II. Neu- Weissensee: Joseph Rein, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75: Friedrichstr. 38, Ede Streustraße. Rummelsburg: orgbert, -Prinz Albertstr. 5a. Pankow: K. Kummert, Floraftr. 48. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Berke dort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Orts- Krankenkasse für das Töpfergewerbe H In Ltr..- Fl. emGeneral- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom II. Quartal. 2. Statutenberatung. 3 Innere Kaffenangelegenheiten. Quittungsbuch legitimiert. 2164b Der Vorstand. pfehle: Cognac Kranken- u. Begräbniskaffe 125-10,35, Kum d. Bereins deutscher Kutscher Eingeschriebene Hilfstasse Nr. 83. 1,00-5,60. Nord- und verw. Berufsgenossen. häuser 0,45-1,35, Liqueure, EierAm 3. August, abends 9 Uhr, im cognac, Citronenund Himbeersaft, Lokal des Herrn Kutzke, Große Frankfurterstr. 47, 1 r.: 22226 Port- u. Ungarweine gut u.billigst. Chausseestr. 55. Ausserordl. General- Versammlung. Carl Schindler, Liqueurfabrik. zu Berlin. Nachtrag 11 unsrer Statuten if Carl Schindler, ist genehmigt! Derselbe betrifft die Wahl des Vor- Sine Million standes, welche nunmehr auf zwei Jahre erfolgt. Die Menderung tritt mit dem Tage der Bekanntmachung in Kraft. 274/14 Der Vorstand. P Wanzen ohne Gnade mitsamt der Brut sofort und gründlich beseitigt mein Wanzenfluid, in Flaschen 50 Pf. u. 1 M. Sprikapparat 50 Pf. mitsamt der Brut schnell Der Vorstand. J. A.: H. Hunziger, Borsteher. Herren- Moden elegante Ausführung geringe Teilzahlung atent[ 17442 Schwaben und für immer bejeitigt J. Kurzberg, Neue Königstr. 47 Verwertung, Finanzierung, An- mein Schwabentod. Dose 50 Pf. und direkt am Alexanderplatz. meld. v. Pat. u. Gebrauchsmust. 1 M. Radikaler Erfolg. Motten, Flöhe, zum Selbstkostenpreis bei Auf- Fliegen, Ameisen, Blattläuse bevilgt Verfallene Pfänder! frag z. Berwert. Anfertig. von sicher mein Specialmittel. Garantiert Zeichnungen. 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Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 84/2 Die Kollegen der Firma Rohloff, Ererzierstr. 21, find hierzu besonders eingeladen. Die Kommission. Achtung! Kiftenmacher. Adhtung! Montag, den 29. Juni d. J., abends 8%, Uhr, in den AndreasFestsälen, Audreasstr. 21: Versammlung. Tagesordnung: Gehilfen. ( Ortsverwaltung Berlin.) Am 25. Juni verschied nach langem Krankenlager unser altes Mitglied Julius Scheffler. Die Beerdigung findet am Montag, den 29. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 287/17 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse 103/5 der Handschuhmacher zu Berlin. 1. Vortrag des Genoffen Waldeck Manasse über: Vom Wahn zur Wahrheit". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollegen! Agitiert für guten Besuch dieser Versammlung. Frauen und Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 26. Juni verstarb plöglich unser zweiter Borsitzender, Herr Kranken- Unterstützungs- Bund der Schneider.nfer stoeiter Dienstag, den 30. Juni, abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 20: 1 Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 166/2 ümberg ftattfindenden General Bersammlung. 2. Staffenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. 1. Wahl von Delegierten zu der am 26. Juli und folgende Tage in Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Achtung, Bauarbeiter! Es befinden sich Kollegen mehrerer Jalousie- Fabriken im freit. Die Kontrollkommission hat rote Starten zieds Stontrolle ausgegeben. Nichtinhaber dieser Starte find Streikbrecher! Die Lohntommiffion des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Zahlstelle Berlin. Branche der Jalousie Arbeiter. NB. Auch Einsetzer der Roll- Jalousien sind zu beachten. Bestgeübte 84/1 Cigaretten- Arbeiter und Arbeiterinnen finden dauernde Beschäftigung. 92/ 16* Cigaretten- Fabrik ,, Josetti", Neue Friedrichstr. 9/10. 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Juni, nachmittags 3 Uhr, bom Trauerhause Gartenstraße 113 aus nach dem SebastiansFriedhof in Reinickendorf statt Um zahlreiche Beteiligung der Mitglieder ersucht Der Vorstand. J. A. H. Hinz, Borsitzender. Centralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Leitergerüstbauer Albert Kurland am Mittwoch, den 24. Juni, bei der Ausübung feines Berufs durch Unfall plößlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 4 Uhr, vom Leichenschauhauſe in der Hannoverschenstraße nach dem Katholischen Kirchhof in Neu- Weißensee ftaft. 68/4 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Berlin I. Danksagung. 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Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Mr. 148. 20. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verfammlungen. " Sonntag, 28. Juni 1903. über die Lohnbewegung der Kürschner. Sein Bericht Die Hausdiener, Packer- und Geschäftskutscher- Vereinigung in deckte sich im wesentlichen mit den bisher veröffentlichten Streit Gemeinschaft mit dem Verein Berliner Hausdiener beschäftigte sich berichten des Vorwärts". Nach kurzer Diskussion, in der Regge in einer Mitgliederversammlung am 17. b. M. mit der Vornahme die Entstehung der Differenzen mit dem Centralverband der Kürschner statistischer Erhebungen über die Arbeitszeit und Arbeitsverhältnisse Das Gewerkschaftskartell hielt am Donnerstagabend bei Patt, farlegte, nahm Kartell Kenntnis von der Erklärung in den Engrosgeschäften. Das einleitende Referat hielt Hilbert, der Dragonerstraße, eine Delegiertensitzung ab. Bunächst gab Piester Grandels, daß der Lokalverein der Kürschner in dieser Streit auf die gesundheitschädigende, schlecht entlohnte Arbeit hinwies, zu den Kassenbericht über den Zeitraum vom 20. Februar bis 20. Juni bewegung jede Gemeinschaft mit dem Centralverband ab- deren Abänderung feit einer Reihe von Jahren nichts gethan sei, dieses Jahres. Die Einnahme infl. Kassenbestand betrug lehne. Bernice teilt hierauf mit, daß die Rohrer und die Kollegen ersuchte, um die Abfassung des Gutachtens 1321,58 M., der eine Ausgabe von 1077,06 m. gegenüber stand. den in die geplante Lohnbewegung bis auf zu ermöglichen, umfassendes Material zusammenzutragen durch Eintritt Dem Kassirer wurde Entlastung erteilt. Alsdann verbreitete sich der weiteres vertagt haben. In das Kartell aufgenommen Ausfüllung der vorgelegten Fragebogen. Die Diskussion Delegierte der Töpfer, Pech, sehr ausführlich über den kürzlich wurden alsdann die Filiale des der Geschäftskommission an- legte verschiedene Uebelstände bloß, deren Beseitigung dringend aufgehobenen paritätischen Arbeitsnachweis für das Töpfergewerbe. geschloffenen Verbandes der Bürsten- und Pinselmacher in notwendig sind, insbesondere waren es Klagen über die Lage der Seine Ausführungen gingen dahin, daß dieser Nachweis seiner Zeit der Stärke von 44 Mitgliedern und der aus 146 Mitgliedern be- in der Konfektion Beschäftigten, wo sich Zustände herausgebildet nur als Mittel zur Unterdrückung des Lokalvereins der Töpfer stehende Ortsverein der Markthallen Arbeiter, der sich im hätten, die jeder Beschreibung spotten. Die sehr ausgedehnte Debatte zwischen Verband und Innung gegründet sei. Alles in Mai d. J. von dem Centralverband der städtischen Arbeiter ab- schloß der Vorsitzende Rösler mit der Aufforderung, die Kommission allem habe es sich gezeigt, daß die Lokalisten recht hatten, als sie gezweigt hat. Zum Schluß teilt der Kassierer noch mit, daß der thatkräftig zu unterstützen. Fragebogen hierzu seien in den beiden von vornherein sagten, der Arbeitsnachweis in dieser Form werde Buchdrucker- Verband die Begleichung einer Reſtschuld der früheren Bureaus, Kleine Kurstr. 10 und Alte Leipzigerstr. 1, zu haben und unmöglich bestehen können. Das Kartell nahm diese Ausführungen Buchdrucker- Gewerkschaft in Höhe von 16,40 M. an das Kartell ab- spätestens zum 1. Juli dort abzuliefern. mit Befriedigung zur Kenntnis. Sodann berichtete Grandell gelehnt hat. Die Angelegenheit wurde dem Ausschuß überwiesen. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlet Verantwortung. Theater. Sonntag, den 28. Juni. Anfang 7 Uhr: Neues Operntheater. 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Durch allerbeste Bewirtung und Bedienung, sowie grösstmöglichste Coulanz hoffe ich bald die Zufriedenheit der mich Beehrenden zu erlangen und bitte daher um 1877L* geneigten Zuspruch. Bestellungen für die bevorstehende Saison werden jederzeit entgegengenommen. Ergebenst früher langjähriger Geschäftsführer Max Wendt, im ,, Segler- Schloss", Hankels Ablage. Achtung! Achtung! Arbeiter- Bau- Genossenschaft ,, Paradies" zu Berlin.( E. G. m. b. H.) Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Geschäftsstelle fich jetzt beim 1. Vorsitzenden, Genossen G. Ko ßta, SO. Wienerstr. 29 vorn part. befindet. Daselbst erhalten die Mitglieder über alle, die Genossenschaft betreffenden Angelegenheiten täglich von 8 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends jede Ausfunft, ebenfalls Dienstags und Freitags von 52 bis 82 Uhr beim Kassierer Baul Stempel, SO. Manteuffelstr. 109, Querg. 3 Tr. rechts. Alle Ges Geldsendungen sind auch an diesen zu richten. Ferner machen wir die offen auf§ 7, sowie§ 8 Absak b unsres Statuts und die daraus sich 127/15 ergebenden folgen aufmerkſam. Zur Aufnahme in die Genossenschaft waren bis infl. 31. März 1903 im * ganzen 1580 Personen vorgemerkt, gerichtlich eingetragen sind jedoch erst bis dahin 733 Genossen. Wir ersuchen nunmehr alle diejenigen, deren infolge Unter20 Bahnhof Strasse 44: K Restaurant Braubach( altes Gefängnis). 19822* Empfehle mein Lokal mit Saal den Schönster Familien- Aufenthalt, Kon- geehrten Vereinen und Familien. zert und viele Voltsbeluftigungen. Gute Küche, ff. Weine u. Biere. Kaffeeküche. Weißbier 20, Seidel 10 Bf. Solide Preife. 17212* bon Köpenick, Müggelheimerstr. 29. ,, Grüne Trift, Wilh. Zeidler, etes Lokal am Waldweg nach Müggelschloß, Teufelssee und Wendenschloß. 17242* Zu Landparthien 2c. empfehle mein Lokal zum geneigten Besuch. Speisen und Getränke in bekannter Güte zu soliden Preisen. P66 Wirtshaus Schloss Woltersdorf Neu erbaut! 99 vis- a- vis der Schleuse. Neu erbaut! schrift noch nicht erfolgen fonnte, dieses nun unbedingt bis spätestens 15. Juli beim Kassierer Paul Stempel in dessen Sprechzeit, Dienstag und Freitag, sowie in sämtlichen unten aufgeführten Zahlstellen thun zu wollen, da dieselben sonst ihrer Nechte verlustig gehen. Zahlstellen der Genossenschaft sind folgende: 1. H. Mohn, Restauration, SO. Oranienstr. 19. Tel. A. IV, 6810. 2. P. Litfin, O. Warschauerstr. 61. 3. Chr. Schulze, " O. Blumenstr. 38. Tel. A. VII, 3760. 4. W. Maaß, " 5. S. Thomas, N. Brunnenstr. 96. Zel. A. III, 2369. N. Gartenstr. 152. Tel. A. III, 6366. " 6. D. Kumte, SW. Bülowstr. 59. " 7. P. Scholz, " S. Barutherstr. 22. 8. G. 2adewig, " 9. Fr. Hoppe, " 10. H. Lindner, 11. E. Wolff, " 12. H. Sa B, S. Kommandantenftr. 65. Tel. A. IV, 6591. Rigdorf, Berlinerstr. 14. Rummelsburg, Türrschmidtstr. 37. Lichtenberg, Hagenstr. 1. Tel. Amt Friedrichsberg Nr. 74. Alt- Gliemde, Grünauerstr. 27. 13. Fr. Weber, Cigarrenhandlung, Köpenid, Riegerftraße, 14. G. Lamprecht, Bureaubeamter, Adlershof, Genossenschaftsstr. 91. 15. Paul Strud, Fabrikant, NO. Dunderstr. 75, Duerg. part. rechts. 16. R. Pietsch, SO. Lübbenerstr. 1, Restauration. sowie bei den Genossen So ßta und Stempel. In sämtlichen Zahlstellen werden neue Mitglieder aufgenommen und können dort auch die Statuten eingesehen werden. Der Vorstand. J. A.: G. Kosska, 1. Borsigender. Arbeiter- Baugenossenschaft ,, Paradies" zu Berlin. E. G. m. h. H. Aktiva. Bant- Conto. Kaffa- Conto Bilanz per 31. März 1903. per Einnahme. Eintrittsgelder a 50 Pf. Fonds- Beiträge a 10 Pf. Statuten a 10 Pf. Diverse Einnahmen. • Mart 19 469,05 Geschäftsanteil- Conto 117,20 Spareinlage- Conto 19 586,25 Verwaltungs- Fonds. Passiva. Mart • 17 922,00 • • D 1 463,00 Saldo, Gewinn • . .. 201,25 19 586,25 per Ausgabe. Mart Mart 790,00 An Utensilien 108,20 • • 340,80 Geschäftsuntosten( fachliche) 907,45 142,20 Geschäftsuntoften( persönliche) 259,65 46,45 Ueberschuß 1 319,45 44,15 1 319,45 Dem Reservefonds gutgeschrieben 125,00 M. Dem Verwaltungs- Fonds überwiesen 76,25 M. Eingetragen bis 31. März 1903 wurden 733 Genossen, ausgeschieden 0. Die Haftsumme betrug am Jahresschluß 17 592,00 M. Die Prüfungskommission. Der Vorstand. Bahnstation Erkner. Auf wundervoller Fußpromenade in 15 Minuten zu C. Franke. W. Bartsch. P. Milschefski. G. Kosska. Fr. Driebe. P. Stempel. erreichen, ohne Dampfer oder Uebersehen. Herrlich am Flakensee gelegen, Terrassen und uralter Bart, großer Tanzsaal und Hallen, Familien- Kaffeetüche sowie gute Speisen und gutgepflegte Biere. Empfehle mich den geehrten Vereinen, Fabriken usw. Friedrich Saewert. Metzner's Korbwaren- Fabrik 17282* Anfang 4 Uhr. Jm Saal: Grosser Ball. Entree 10 Pf. Grösstes Specialgeschäft Deutschlands Jeden Mittwoch: Tanz- Reunion. 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Essen brauchbaren künstlichen Zahnersatz auf geehrten KunIch liefere einen natürlich aussehenden und beim Teilzahlung ohne Anzahlung, keiner meiner den ist verpflichtet, Nichtkonvenierendes Kein Risiko. abzunehmen, da keine Vorherbezahlung, also Garantie. Meine schriftliche Garantie, welche ich jedem meiner geehrten Patienten, welcher einen künstlichen Zahnersatz bei mir anfertigen lässt, mitgebe lautet: Ich übernehme für jeden von mir gelieferten Zahnersatz eine Garantie von zehn Jahren, das heisst: Jede an einem von mir gelieferten Zahnersatz vorkommende Reparatur, gleichwie aus welchem Grunde entstanden, wird während der Dauer von 10 Jahren kostenlos ausgeführt. 1000 Mark in Worten: Eintausend Mark", welche ich bei einem hiesigen Notar hinterlegt habe, zahle ich demjenigen, welcher nachweist, dass ich meine im Garantieschein gegebenen Versprechungen nicht Wort für Wort halte. Das geehrte Publikum wird gebeten, diese Zeilen nicht für ,, Marktschreierische Reklame" zu halten, sondern nur für das, was sie wirklich sind, für... .. Wahrheit. H. Frey's Zahntechnisches Institut, Landsbergerstrasse 42, 1. Gegründet 1861. 8-7. Geöffnet ven 8-7. Gegründet 1861. Fahrverbindung von allen Richtungen. Fahrgeld vergütige. Fahrverbindung von allen Richtungen. Berantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 148. 20. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus der Frauenbewegung. Sonntag, 28. Juni 1903. Bestrebungen des Vereins in fünf Mitglieder- und einer Agitations- Borstand wurden Frau Bielas und Fräulein Bode wieder, versammlung sowie in sieben Vorstandssigungen gedient wurde. Der Frau Stephan neugewählt. Die nächste Versammlung des Raffenbericht ist ein günstiger. Dem Verein gehören ca. 70 Mit- Bereins findet statt: Montag, den 29. Juni, abends 8 Uhr, im glieder an. Wegen der Lokalfrage haben Differenzen unter den Restaurant Kaufholt, Wilhelminenhofstraße 18. Fräulein Ober- Schöneweide. Der hiesige Bildungsverein für Frauen und Mitgliedern stattgefunden, die auf mangelnde Schulung derselben Adele Schreiber spricht über:" Prostitution und KinderMädchen hielt am Freitag, den 26. d. M., seine erste General- Ver- zurückzuführen sind; die Differenzen scheinen noch nicht beseitigt, erziehung". Zahlreichen Besuch erwartet sammlung ab. Aus dem Vorstandsbericht ist zu entnehmen, daß den doch wird die Existenz des Vereins dadurch nicht berührt. In den Der Vorstand. Warenhaus A.Wertheim Leipzigerstr. 132-135( Versand- Abteilung). Rosenthalerstr. 27-29 u. 54.- Oranienstr. 52-55. 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