Ur. IS«. IlbonnemctifS'lkdlngunaen: Abonnements- Preis pränumerando i Bierteljährl. 3£0 MI., monatl. 1,10 Ml., wöchentlich 28 Pfg. frei WS Haus, Einzewe Nummer 5 Pfg. Sonntags- nnmmer mit Muftrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen w der Poft-ZcitungS- Preisliste für 1003 unter Nr. 8208. Unter Kreugband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für das übrige Suälani< Marl pro Monat cndidnt IZgli» auBcr montag». SV. Jahrg. Derlinev VolKsvlcrkk. VI« lnlertlsnz-Sedühr beträgt für die fechsgefpaltens Kolonet- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerlschaftliche Vereins- und VersammIimgS-Anzeigen 20 Pfg. ,, Klein« Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg, (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis s Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis SUHr vormttttags geöffnet. Telegramm-Aoreff«: „SoclaldeiDoknt Rtrll»". Centralorgan der locialdemokratisthon Uartei DeutMlands. K.e«l»kttoni 8M. 68, I-inäenovrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. IS83. Mittwoch, den 8. Jnli 190B. 6xpedttion: SM. 68, Lindcnstrasoc 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. IS8I. Auf dem Wege zur Begnadigung. Der Fähnrich Hüssener. der in Essen einen angetrunkenen Sol- daten erstach, ist, wie wir gestern bereits mitteilten, vom Ober- Kriegsgericht zu zwei Jahren sieben Tagen Festungshaft der- urteilt worden und wird wohl bereits in einigen Monaten wieder, nachdem der preußische Justizminister dke Begnadigung beantragt hat, seine marinistische Laufbahn weiter fortsetzen können. Der Segen der Berufung, den es im bürgerlichen Strafprozeß nicht giebt, hat sich an Hüssener bewährt: die vier Jahre Gefängnis, die er in der ersten Instanz erhielt, wären immerhin minder leicht zu be- gnadigen gewesen, als die gelinde ehrenvolle Festungshast. Als das erste Kriegsgericht den Fähnrich zu vier Jahren Ge- fängnis verurteilte, entrüstete sich selbst die rechtsstehende militärtolle Presse über die Milde des Urteils. Erstlich war der Getötete ein angesehener Bürgerssohn und zweitens standen die Wahlen unmittelbar bevorl Jetzt sind die Wahlen vorüber, und die Presse findet demgemäß— mit ein paar Aus- nahmen— nicht einmal an dieser halben Begnadigung, die das Ober-Kriegsgericht vorwegnahm, etwas auszusetzen. Der Vertreter der Anklag ein der zweiten Instanz hatte sechs Jahre Z u ch thauS und Ausstoßung aus der Marine beantragt Die Beweisaufiiahme sei diesmal noch viel ungünstiger für Hüssener ausgefallen, als das vorige Mal. Es sei positiv erwiesen, daß Hartmaim keinen thätlichen Angriff gegen ihn gerichtet hat. Von einem minder schweren Fall, der den Gebrauch der Waffe recht- fertigen würde, könne keine Rede sein. Die That HüssenerS grenze hart an Totschlag. Dagegen geht aus der Urteilsbegründung deutlich hervor, so unklar und widerspruchsvoll sie gefaßt ist, daß die Militärs im Grunde ihres Herzens anerkannten, daß der junge Fähnrich den Totschlag instruktionS gemäß ausgeführt hat: «Das Gericht hat dem Angeklagten geglaubt, daß Hart' mann einen Stoß nach ihm geführt hat. Das Gericht ist der Ansicht, daß der Angeklagte, als Hartmann den Stoß gab und sich zur Flucht wandte, berechtigt war, die Waffe zu ziehen und zu gebrauchen. Dagegen bestand ein Notstand der Disciplin nicht, als der Angeklagte den Fliehenden verfolgte. Er hätte sich den Gehorsam verschaffen können, indem er den Hartmann zu ergreifen oder zu Boden zu schlagen versucht hätte. Der Angeklagte hätte sich dieses auch selbst sagen müssen. Das Gericht nahm einen minder schweren Fall an, weil die Situation schwierig war und die Jugend des Angeklagten hinzukam. Es hat deshalb von Gefängnis abgesehen, weil damit eine Degradation verbunden fft, das Gericht aber der Ansicht ist, daß die Umstände für den Angeklagte» sehr milde lagen. UeberdieS habe die Verhandlung bezüglich des Stiches wesentlich günsttgere Momente ergeben." Während beim Urteil der ersten Instanz sogar die rechtsstehende Presse über das zu milde Urteil klagte und man sich alle Mühe gab, den Hüssener als ein Ausnahme-Scheusal hinzustellen, wiesen wir darauf hin, daß die auffällige Höhe der Strafe nur als eine Kon- zesfion an die öffentliche Meinung zu erklären fei. Nicht Hüssener sei der Unhold, sondern der MlitariSmus, der solche Anleitung gebe. Wir hätten nicht den Eindruck gehabt, daß Hüssener gegen die Instruktion gehandelt hätte. Und aujierdem sei das militärische System schon deshalb verantwortlich für die Tötung eines un- schuldigen Menschen, weil man Hüssener in Dienst gelassen hätte, obwohl ihm seine Vorgesetzten übereinstimmend das Zeugnis aus- gestellt hatten, daß er keinerlei Eignung zum Vorgesetzten habe. Wie bisher nicht widersprochen worden ist, verdantte ja Hüssener der Bennittewng des verstorbenen Krupp die Möglichkeit, als Fähnrich angetrunkene Soldaten zu erdolchen. Die Bemühungen, die Person Hüsseners als eine schlimme Ausnahme-Erscheinung zu belasten, waren ausschließlich veranlaßt durch das Streben, das System zu enttasten. In Wahrheit sind sowohl Hüssener wie Hartmann Opfer jenes ungeheuerlichen militariftischenAnspruchs, daß junge, kaum dem Knabenalter entwachsene Leute ohne jedes Gerichtsverfahren, nach der Willkür ihres noch un- geklärten Temperaments und ihres durch die militärische Zucht eher verkrüppelten als gereisten Intellekts Mitmenschen um einer Lächerlichkeit willen zum Tode verurteilen und dieses Todesurteil auf der Stelle sofort vollsttecken dürfen. Diese grenzenlose Machtvollkommenheit giebt man in die Hände von noch nicht zwanzigjährigen jungen Leuten, während man einen 25 Jahre alten Proletarier nicht einmal für fähig er- klären will, daß er alle fünf Jahre einmal durch den Stimmzettel seinem politischen Willen Ausdruck verleiht. Je glimpflicher der Hüssener davon gekommen ist, um so schwerer ist der Militarismus belastet. Und nichts wäre thörichter, als über der Entrüstung wegen des milden Urteils gegen den Einzelnen die Zustände zu vergessen, die solche Schreckensthaten nicht nur ermög- lichcn, sondern geradezu provozieren. Der Fall Hüssener kann sich jeden Tag wiederholen. Und er wird in' der Regel nicht mit Bestrafungen, sondern mit Beförderungen endigen. Vergleiche den Gefreiten Lück. Es ist einfach nicht wahr, wenn von der Militärpresse behauptet wird, die Jt.em Freisinn erhalten bleiben. ES besteht auch die Möglichkeit, für die nächsten Landtagswahlen, eine erkleckliche Zahl von jetzt k 0 n- 'ervativen Kreisen mit socialdemokrattscher Wahlnrämierhilfe ür den Liberalismus zu gewinnen, wenn andrerseits der Liberalismus sich auftafft, auch der Socialdemokratie ihr„bescheidenes" Recht zu geben. Das Verhalten der»Freisinnige» Zeitung" zielt aber nicht auf eine Stärkung der Linken ,m Abgeordnetenhause, vielmehr auf ein Bündnis des Freisinns mit weiter rechts stehenden Parteien, ein Bündnis, dessen.Erfolg" den»Erfolgen" entsprechen würde, welche die wundervolle Politik der Freisinnigen Volkspartei unter Richters Führung soeben bei den Reichstagswahlen geerntet hat. Die Socialdemokratie kann diese Entwicklung der Dinge mit Gleichmut verfolgen, so sehr sie die ihr zustehenden Ansprüche erhebt. Wenn aber die Partei des Herrn Richter es vorzieht, die Hörige der Reaktion zu sein, so wird allerdings auch die Socialdemokratie jedes Interesse verlieren, einem solchen„Freisinn" weiter das volksschädliche Dasein zu fristen._ Das Recht auf Ausbeutung künstlerischer Arbeit. Auf dem deutschen Gastwirtstag, der gegenwärtig in Bromberg tagt, liegt u. a. der folgende Antrag vor: Der Berein der Saalbesitzer von Berlin und Umgegend wünscht eine Beschlußfassung des Verbandes in Sachen der Bestrebungen der Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger auf f ouorarzahlung fiir die in den Lokalen zum Vortrage kommenden ompositionen. Es wird beantragt, nur solche Kompositionen von den Kapellen er. verwenden zu lassen, deren Autoren den gesetzlichen Urheberschutz nicht mehr genießen, falls mit dem Berbaudc eine gütliche Einigung nicht erzielt werden sollte. Selten tritt die naive Anmaßung kapitalistischer Ausbeutung so kraß hervor wie in diesem Antrag. Die Herren, deren Arbeit darin besteht, daß sie einen Saal besitzen, beanspruchen das Recht, die Arbeit von Künstlern kostenftei brandschatzen zu dürfen. Da nun die Komponisten sich neuerdings auch organisiert haben, schlagen die Saalbesitzer, die doch selbst keineswegs etwas gratis hergeben, vor, gegenüber solcher„Begehrlichkeit" mit einem Boykott aller noch nicht seit dreißig Jahren toten Künstler vorzugehen. Es ist zu erwarten, daß die organisierte Arbeiter- schaft den Saalbesitzern in diesem Bestreben, künstlerische Arbeiter entweder schamlos auszubeuten oder auszusperren, entgegen treten wird. Gewiß soll die Kunst dem ganzen Volke gehören, aber nicht dem Profitinteresse von Saalbesitzern. Diese Stützen der Ordnung, die wider die Expropriationsgelüste der Umstürzler zetern, sollen mcht das Recht haben, mit der Expropriation der Elemente zu beginnen, die in ihrer großen Mehrzahl hart um des Lebens Notdurft ringen.— Die neuen Feldhaubitzen. Das„Laffan-Bureau" will erfahren haben, daß jetzt thatsächlich eine größere Anzahl Feldhaubitzen mit Rohrrücklauf bei Krupp m Essen bestellt worden sind. Anscheinend wolle man sämtliche Feldhaubitz-Batterien der preußischen Arinee mit solchen Rohrriicklaufgeschützen ausrüsten. Bei den Ver- suchen mit diesen Geschützen habe sich eine bisher nicht erreichte Feuerwirkung im Felde ergeben. Es sei auch als sicher anzunehmen. daß die nichtpreutzischen Kontingente ebenfalls diese Geschütze erhalten werden. Es wiederholt sich der Vorgang, daß Geschütze bestellt werden, noch ehe der Reichstag die Mittel dazu bewilligt hat.— Borwehen des Kaiserbesuches. Aus Halle wird uns geschrieben- Eine Interpellation über die Ausweisung, von der wir kürzlich berichteten, wurde vom Reichstags- Abgeordneten Thiele im Stadtverordneten- Kollegium in wirksamer Weise begründet. Bürgermeister v. H o l l y, der anscheinend auf höhere Anweisung die Ausweisung des Schneidermeisters I a ck l e n e c(Oestreicher) voll- ziehen mußte, weigerte sich, die AusweisungSgründe zu nennen und erklärte, die Sache gehöre nicht zur Kompetenz des Kollegiums. Als Stadtv. Thiele dann auf den bevorstehenden Kaiser- besuch hinwies und auch bürgerliche Stadtverordnete, unter mndern Baumeister Gnise dem Ausgewiesenen, der fünfzehn Jahre hier unbeanstandet thntig gewesen, ihre Sympathie bekundeten, erklärte Herr v. Holly, er habe selbst keine Freude an der Ausweisung und thue nur seine Amtspflicht. Der socialdemo- kratische Antrag, die Ausweisung zu inhibieren, wurde leider ab- gelehnt. Die Ausweisungsbeftlgnis der Polizei, die keine Gründe an- zugeben braucht, gehört zu den standalösesten Einrichtungen preußisch- deutscher Reaktion.—_ Chronik der Majestätsbeleidigungs-Prozesse. Halle, 6. Juli. sEig. Ber.) Ein häßlicher Racheakt und ge- meiner Denunziantenstreich brachte die Arbeiterfrau Wilhelmine Adam, geb. Wittstock, von hier heute vor die Strafiammer wegen Majestätsbeleidigung auf die Anklagebank. Die Frau hatte sich Anfang Februar d. I. in der Wohnung des Arbeiters Richard Ehrlich nnt diesem und dessen Ehefrau über die Reisen des Kaisers unterhalten und dabei in Beziehung auf den Kaiser und dessen Verhältnis zum Sultan eine Bemerkung gemacht. Als dann zwischen Frau Adam und der Familie Ehrlich ein Zwist aus- gebrochen war, lief Ehrlich am 22. April zum Staatsanwalt und denunzierte die Frau wegen Kaiserbeleidigung. Ehrlich und Frau waren heute Belastungszeugen. In der Abwehr bezichtigte nun heute Frau Adam den Ehrlich ebenfalls der Majestätsbeleidi- gung und der Staatsanwalt versprach die Sache gründlich zu unter- suchen, infolge dessen der Denunziant Ehrlich vielleicht auch noch eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung erhält. Frau Adam wurde wegen Majestätsbeleidigung zu zwei Monaten Gefängnis ver- urteilt. „Das Facit des Wahlkampfes" bespricht Genosse Bebel in der„Neuen Zeit". Bebel behandelt zunächst die traurige Selbst- Preisgabe des Liberalismus, er schildert sodann, wie der ganze Wahlkampf von den bürgerlichen Parteien nicht unter der Losung der wirklich aktuellen politischen Fragen geführt wurde, sondern fast ausschließlich sich zu einer Verleumdungskampagne gegen die Social- demokratie gestaltete; um so herrlicher unser Sieg I Der Verfasser behandelt weiter das Gerede von den„Mitläufern", beleuchtet die Bedeutung des Wahlausganges für die gegnerischen Parteien und schließt seine Darlegungen zusammenfassend mit dieser Lehre: „Es ist nicht der kleinste Gewinn, den wir aus den letzten Reichstagswahlen heimtragen, daß mit einer Reihe Illusionen in den eignen Reihe» gründlich aufgeräumt wurde. Hie Social- demokratie, hie Bürgertum! heißt auch künftig das Schlachtgeschrei. Der neue Reichstag weist, so weit die bürgerlichen Parteien in Frage komme», nicht nur eine quantitative, sondern vor allen Dingen auch eine qualitative Einbuße auf. Die Barth, die Schräder, die Brömel, die Bassermann, die Büsing. die Oertel werden offen- bar durch neue Kräfte nicht ersetzt. So zeigt sich auch in diesem Punkte der Niedergang der bürgerlichen Welt. Ja, es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Dort Niedergang, bei uns Ausstieg. Der Ausfall der Wahl ist das glänzendste Vertrauensvotum, das der bisherigen Taktik und Kampfweise der Socialdemokratie ausgestellt werden konnte. Ueber dieft gegnerischerseits so schwer angegriffene Taktik und Kampfweise haben die Wähler ihr Votum abgegeben. Alle An- klagen, alle Verdächtigungen, die diesesmal das gesamte Bürgertum mit einer Vehemenz wie nie zuvor gegen uns ins Feld führte, sie sind an der Socialdemokratie zersplittert wie Glas an Granit. Das soll uns eine Lehre und ein Wegweiser in den kommenden Kämpfen sein. Die Socialdemokratie hat sich bisher allen Situationen ge- wachsen gezeigt und hat alle ihre Gegner besiegt, so wird und soll es auch künftig sein. Im Namen des klassenbewußten Proletariats und aller der Idealisten, die mit uns den Fortschritt der Menschheit auf allen Gebieten erstreben: V o r w ä r t s I Hudland. Alarmgrrüchte aus Ostasicn. Dem Londoner„Standard" wird aus Tientsi» gemeldet, in dortigen russischen Kreisen herrsche die Meinung, daß der Aus- druch von Feindseligkeiten in Ostasien unvermeidlich wäre. ES lägen Meldungen vor, daß Japan mobil mache. Diese Nachricht ist jedoch mit großer Zurückhaltung aufzunehmen. ißo mancherlei Konfliktstoff zwischen Japan und Rußland aufgehäuft ist, an den Ausbruch des Krieges zwischen den beiden Rivalen in Nord-China ist zur Zeit doch nicht zu denken. Zugleich gehen der„Köln. Ztg." alarmierende Nachrichten aus China s e l b st zu. Die russische Gouvernements- Zeitung in BlagowestschenSk sAmurgebiet) brachte, wie über Petersburg gemeldet wird, erregende Mitteilungen über die Situation in Peking: „Die Gesandtschaften in Peking träfen abermals Vor- bereitungen für etwaige Zwischenfälle. Eilends würden Vorräte in den Gesandtschaften angehäuft, die beinahe armierten Festungen glichen. Die Bewachung sei bedeutend v e r st ä r k t worden. Den europäischen Regierungen seien äußerst be- unruhigende Nachrichten zugegangen; nur die Angst der Chinesen bor einer abermaligen internationalen Einmischung halte den Ausbruch der Wirren noch zurück. Zuverlässig verlaute, die amerikanische Gesandtschaft in Peking habe sich um Hilfe nach Washington gewandt und ihre Forderung durch sehr ge- wichtige Beweisgriinde unterstützt. Die Bolksstimme nehme abermals einen gefahrdrohenden Charakter an, der jeden Augen- blick einen Ausbruch der Feindseligkeiten befürchten lasse." Es ist wünschenswert, daß das deutsche auswärtige Amtsich zu diesen Nachrichten alsbald ausspricht. Oestreich-Ungarn. Nagarisches Abgeordnetenhaus. Bei der Besprechung dcS Programms des neuen Kabinetts weist der Ministerpräsident die von Kossuth und Barabas gegen seine Person gemachten Angriffe zurück. Er erklärt, die Krone habe in die Zurückziehung der erhöhten Rekrutenforderung durch Szell nicht gewilligt, weil Szell sich an die unveränderte Beibehaltung der Erhöhung gebunden habe und au der Grundlage dieser Konzession die Geschäfte»licht weiter zu führen wünschte. Am Schlüsse der Rede des Ministerpräsidenten kam es zi» einer heftigen Scene. Auf einen Zwischenruf Ugrons erhob sich Kossuth erregt von seinem Sitze und rief:„Der Berle»imdung muß einmal ein Ende gemacht werden." Er fügte hinzu, daß er das Wort Ver- leumdung nicht auf Ugron beziehe, es sei allgemein bekannt, von welcher Seite er verleumdet werde. Bei diesen Worten Kossuths rief in der Journalistenloge der Redakteur des Kossuthschen Organs Alexander Fenyve dem Redakteur des Kossuth feindlichen Blattes „Magyar Szo" zu:„Von allerniederträchtigster Seite". Infolge dieses Wortwechsels kam es zwischen den beiden Redakteuren zu Thätlichkeiten, welche in der Wandelhalle fortgesetzt wurden.— Frankreich. Mölme im Senat. Paris, 6. Juli. sEig. Ber.) Seit 30 Jahren vertrat Mölme ununterbrochen in der Deputiertenkainn»er den Wahlkreis von Re- miremont sVogesen-Depanement). lind»licht nur dieser Wahlkreis, sondern auch das ganze Vogesen-Departement war ein unbestrittener Stanunsitz des Mslinismus. Doch das war einmal! In den Kammer- Wahlen 1002 mußte Mölme um seinen eignen Sitz hart kämpfen gegen einen Vertreter des von ihm selbst aufgepäppelten Rationalismus, und ein paar Vogesen-Mandate gingen an die Nationalisten verloren. Das gab ihm zu denken. Bei der ersten Gelegenheit suchte er sich daher in den Senat hinüber zu rette»», wo die Mandatsdauer neun Jahre bettägt. Aber auch in den indirekten Senatswahlen, an denen die Deputterten, die General- und Bezirksräte und die Wahl- männer der Gemeinderäte des ganzen Departements teilnehmen, hat sich der Niedergang des MslimSmus gezeigt. Mölme wurde zwar mit KS9 Stimmen gewählt, aber sein radikaler Gegner brachte es auf 300 Sttmmen, obwohl die Radikalen bisher in den Vogesen gar keine Organisation besaßen. Die Uebersiedelung in den Senat wird den polittsch tote»» ehemaligen Führer des Ordnungskartells zu neuem Leben»licht erwecken. Moline hat sich nicht nur vor seinen unsicher gewordenen Kammerwählern geflüchtet, sondern noch mehr vor der Kammer selbst. Seit fiinf Jahren, seit seinem Ministcrsturz, durfte er sozusagen in der Kammer nicht sprechen. Seine Feinde von links verhöhnten ihn, seine ehemaligen Truppe»» zeigten keine Lust, ihn in Schlitz z»» nehmen. In der Fühning der Rechten wurde er von R i b o t gründlich verdrängt. Aber auch im jetzigen Senat wird er eine ihm polittsch und persönlich feindliche Mehrheit finden, die unter dem immer erstarkenden Einfluß seines alten demokrattschen Gegners, Clemenceaus, steht. Und in den Reihe»» seiner ungefähren Gesinnungsgenossen wird er dort auf begabtere und durch die Ordnungskartell- Polittk weniger kompromittierte Rivalen stoßen, die etwas früher als er sich ans der Kan»mer in den Senat geflüchtet haben.— England. Französisch-englische Trinksprüchr. Zwischen König Eduard und dem Präsidenten Loubet wurden auch die üblichen Trinksprüche aus- gewechselt, die durchaus farblos und landläufig waren. Loubet sagte: Ich bin von dem Ernpfange, der»nir von Euerer Majestät bereitet worden ist, um so mehr gerührt, als er sich au die gesamte ftanzösische Ratton richtet; und in ihrem Name»» bitte ich Euere Majestät meinen auftichtigsten Dank eirtgegenzunehmen. Frankreich bewahrt sorgfältig das Andenken an den Beftlch, den Sie Paris ab- gestattet haben. Ich bin gewiß, daß dieser die glücklich st e»» Erfolge haben und in hoher Weise dazu dienen wird, die Be- ziehungen auftecht zu erhalten und noch enger zu knüpfe»», welche zwischen den beiden Rationen bestehen, für»hr gemeinsames Wohl und die Sicherung des Weltfriedens.— Türkei. Konstantinopel, 7. Juli. Die Pforte hat heute ihren Botschaftern in Wien, Petersburg und Paris eine Cirkularnote gesendet, in welcher sie erklärt, daß der Zweck aller bisherigen matzvollen militärischen Vorkehrungen an der blllgarischen Grenze die Unter- drückung des fortdauernden Bandenunwesens sei und die Pforte keine kriegerischen Absichten hege.— Griechenland. Athen, 6. Juli. In der Deputiertenkammer erklärte der Ministerpräsident Theo tokis, er sei nicht gewillt, einem Druck zu Gunsten der Annahme des Koriiilbeiiinoiiopols nachzugeben, welches er als unmöglich ansehe; er würde es vorziehen, zurück- zutteten. Im Peloponnes werden lärmende Versammlungen ab- gehalten, welche die Al»nahme des Monopols oder die Auflöfung der Kammer fordern. Die Regierung ergreift ernste Matznahn»en, um die Auftechterhaltung der Ordnung zu sichern.— partei-jSacbncbten. AuS dem Parteibureau in der Kreuzbergstraße schreibt man uns: In einzelnen Partei-Organen findet sich ein Auftuf für die„Opfer der Reichstagswahl-Taktik des CentrumS" in Oberschlesien, worin die Genossen aufgefordert werden, fiir die Opfer der Laurahütter Un- ruhen zu sammeln. Der Auftuf ist von Franz Trabalstt, Kattowitz, unterzeichnet. Von den verschiedensten Seiten find nun Anftagen an den Parteworstand gelangt, ob der Auftuf im EinverständittS und nach Rücksprache mit dem Parteivorstande erfolgt sei, wie dies in uilsrer Partei-Orga»»isation bisher üblich und z. B. auch bei den Samm- lungen für die Essener»md Löbtauer Verurteilten geschehen ist. Darauf sei erwidert, daß der Pnrteivorstand zu dem Aufrufe in gar keiner Beziehung steht und von demselben erst aus der Presse Kenntnis erhalten hat. Bebel als Erbe. Wiederum erscheint Genosse Bebel als Erbe. Diesmal soll es sich allerdings um 400 000 M. handeln. Bürgerliche Blätter wissen darüber zu erzählen: „Erblasser ist der vor kurzem in einer Münchener Heilanstalt verstorbene ehemalige bayrische Lieutenant Kollmann, der sich Ende der siebziger Jahre in Ulm aufhielt und 18S0 nach Münch« übersiedelte. Angeblich weil ihm Bebel einen wesentlichen Drerrst geleistet hatte, vermachte er diesem 1879 testamentarisch die Hälfte seiires 800 000 M. betragende», der Hauptsacye nach von einem Lotteriegelvinn stammenden Vermögens. Bebel hat bisher die Erbschaft nicht angetreten. Er läßt durch Anwälte Nachforschungen nach den Anverwandten des Verstorbenen»md darüber anstelle»», ob diese der Verlust der Hälfte der Erbschaft»»icht allzu empfind- lich trifft." Bebel selbst bestätigt uns die Richtigkeit der gemeldeten That- fache. Die Summe ist ihm allerdings»»icht bekannt. Und außerdem ist das Legat angefochten.— Bor einem Schwindler gewarnt lvird in der Bielefelder„Volks- wacht". Derselbe gab sich schon im Frühjahr 1899 als„auf der Flucht" befindlicher Parteigenosse aus und ist offenbar iininer noch „auf der Milcht", vermutlich vor der Arbeit. Er neimt sich Wiede- m an»», giebt sich als ehemaliger Redakteur der„Vogtländischen Volkszeitung" aus und zeigt ein gefälschtes Empfehlungsschreiben vor, das angeblich vom Genossen Gerisch herrühren soll. Wiede« mann ist schlank, ziemlich groß, hat ein längliches rotes Gesicht und schivarzes Haar.— Bei dieser Gelegenheit sei übrigens darauf hingewiesen, daß die Vertrauensleute aller Orten gut thun, ftemden „verfolgten Parteigenossen" gegenüber sich so zurückhaltend wie möglich zu verhalten. Die Partei hat gar kein Interesse daran, thatkräftige Genossen, welche durch Polizei und Unternehmertum drangsaliert»verde»», auf der Landstraße zu sehen, unterstützt sie vielmehr,»veiii» sie sich wirklich verdient gemachr haben, am Orte ihrer Thätigleit. Bei allen Leuten, die sich unter Hmweis auf ihre angebliche Parteithätigkeit um Unterstützung an die Parteigenossen Ivenden, ist deshalb Mißtrauen voi» vornherein angebracht. Partcipresse. Das zehnjährige Jubiläum ihres Bestehens feiert in diesem Jahre die„Oberfränkische Volkszeitung". Ende Juni 1893 wurde in H o f ein wöchemlich dreimal erscheinendes Blatt uirter dem Titel„Hofer Volksblatt" herausgegeben, und am 1. Dezember 1893 erschien dann das Blatt täglich unter dem Titel „Oberftänkische Volkszeitung" als Kopfblatt der„Fränk. Tagespost". Das Blatt galt bis Ende 1902 für mehrere ReichstagS-Wahlkreise. Seit 1. Januar 1903 erscheint für die ober- und unterftänkischen Wahlfteise, mit Ausnahme des Wahlkreises Hof, die„Fräirk. Volks- Tribüne" als Partei-Oraan, während in Hof selbst die„Oberftänkische Volkszeitung" weiter erscheint. Die Auflage des Blattes beftägt zur Zeit 3100.— Die„Pfälzische Post", uirser Ludwigshafen er Partei-Organ, hat innerhalb eines Jahres ihre Abonnentenzahl bei- nahe verdoppelt. Die Auflage des Blattes betrug am 1. Juli 1902 6850, am 1. Juli 1903 war sie aus nicht weniger als 11 050 ge- -stiegen! Der 1. Parteitag der luxemburgischen Socialdemokratie ist am Sonntag zusammengetreten. Derselbe soll der Partei in Luxen»« bürg ein Programm und eine Organisation geben. Nachdem die socialdemokratische Bewegung in Luxemburg vor etwa eiirenr halben Dutzend Jahren unmerklich kaum, unbeachtet eingesetzt hat, ist errdlich der Tag gekommen, wo dieselbe sich in einer polittsch organisierten Partei objekttviert und greifbare Gestalt annimmt. Bislang gab es im luxemburger Volke socialdemokrattsche Besttebungen, die sich auf mancherlei Art im öffentlichen Leben manifestterten, es gab social- demokrattsche Vereinigungen und Zusammenikünfte, in»Deichen die ersten Anfänge der nui»mehr auf der Bildfläche des öffentlichen Lebens erscheinende»» Partei wurzeln, aber erst mit der definitiven Organi- sation und Programm-Aufstellung ist die Partei ins polittsche Dasein gefteten.— Der 5. Juli des Jahres 1903 wird ein bedeutender Gedenktag des luxemburger arbeitenden Volkes sein. polirelllcbes, Sericvrlickes lifo. — Ei» Opfer des 8 153 G.-O. und des damit in Verbindung gebrachten berüchttgten Nötigungsparagraphen des Straf- gesetzbuches ist der Arbeiter H e m m e r l i n g geworden. Nach dem großen Streik in Oderberg-Bralitz hatte er sich am 7. April d. I. vor der Strafkammer zu Eberswalde wegen angeblicher Vergehen gegen die erwähnten Paragraphen zu verantworten; der Staats- anwalt hatte damals gegen den noch unbestraften Angeklagten die Kleinigkeit von 11 self l) Monaten Gefängnis beanttagt l Das Ge- richt erkannte immerhin noch auf zwei Monate. Jetzt nun hat sich Hemmerling, dem die Strafe überaus nahe ging, im Gefängnis erhängt. — Freisprechung erzielten am Freitag vor der Straftammer 111 des Essener Landgerichts zivei Parteigenossen,»velche am 26. Ro» vember vorigen Jahres in Kettwig Flugblätter verbreitet hatten und von der dortigen Polizeiverlvaltung in eine Geldsttafe von je 20 M. genommen waren wegen Uebertretting des Gesetzes betteffend die äußere Heilighaltung der Sonntagsruhe. Gegen den polizeilichen Strafbefehl wurde rechtzeitig Widerspruch erhoben mit dem Erfolge. daß die Strafe auf 10 M. ermäßigt wurde. Die Berufungs- instanz, die III. Strafkammer des königl. Landgerichts zu Essen, bestättgte das Urteil. Auf die nunmehr eingelegte Revision der Verurteilten hob das Kammergericht in Berlin die Vorentscheidung auf und verwies die Sache zur nochmaligen Ver- Handlung an den Vorderrichter zurück. Der Rückverweifungsbeschluß in seiner Begründung war es denn auch, welcher den Staatsanwalt veranlatzte, die Freisprechung zu beantragen. Bei der Urteilsbegründung gab auch der präsidierende Richter zu, daß die Frei- prechung lediglich infolge der vom Kamniergericht niedergelegten Rechtsgrnndsätze erfolge, welchen die Strafkammer sich anschließen müsse. Wegen der Wichtigkeit der kammergerichtlichcn Begründung lassen wir den wesentlichen Teil derselben, der auch auf gleichartige Polizeiverordnungen anderwärts zutrifft, hier folgen: Die Pölizeiverordnung verbietet nicht allgemein jede menschliche Thättgkeit an Sonn- und Festtagen, auch nicht, wenn die Thättgkeit geeignet ist, eine würdige Feier der Sonn-»md Festtage zu beein- trächtigen. Das allgemeine Verbot des ß 2 Abs. 1 richtet sich vielmehr nur gegen Arbeiten und gegen diese nur, wenn sie öffentlich bemerkbar find. Das Kammergericht hat nun bereits entschieden sUrteil vom 1. Fe- bruar 1900, Johao Bd. 20 C. S. 41 ff.), und zwar bezüglich einer ganz ähnlichen Verordnung, daß unter„Arbeiten" im Sinne des§ 2 nur solche Beschäftigungen zu verstehen sind, bei denen eine gewisse Anstrengung der Kräfte als solche in die äußere Erscheinung tritt und zwar als Anstrengung, die zur Erledigung gewisser Aufgaben erfordert wird. Ob dies der Fall ist. darüber hat der Vorderrichter sich nicht aus« gesprochen. In dem bloßen Gehen von Ha»is zu Haus wird all« gemeinhin eine„Arbeit" nicht schon zu finden sein, dagegen kann dies Gehen möglicherweise dann schon zur Arbeit werden, wenn es längere Zeit andauert wie z. B. bei Briefttägern oder bei Kolporteuren und wenn es.z»»gleich erfolgt zur Erfüllung von Amts- oder Bertragspflichten oder sonst zum Erwerbe. Es wird daher zu prüfen sei»», ob die Angeklagten die Verteilung ohne Getvinnabsicht. etwa im Interesse einer politischen Partei oder aus sonstigen idealen Rücksichten vor- nähme»». Insbesondere aber wird eine Nachprüfung darüber nöttg 'ein, in welcher Weise das Kolportieren in die Erscheinung trat: ob die Angeklagten namentlich etwa derartige Mengen der Dmckschriften bei sich führten, daß hieraus auf einen gewissen Aufwand von Kräften bei dem Herumtragen geschlossen werden kann. Berücksichtigt werden darf bei dieser Beurteilung allerdings nur die Thätigkett der Angeklagten auf der Straße selbst, denn aus dem festgestellten Sach- verhalt geht hervor, daß das Thun der Angeklagten»»» den Häuserr 'cOfft nicht öffentlich bemerkbar war. Wenn sich durch ihr VerHalter. auf der Straße ein Schluß auf ihre Thättgkeit in den Häusern ziehen ließ, so ist dies ohne Bedeutung. — Wie die Polizei der Partei ein BersammlungSlokal besorgte. Unsre Gcnosscn in Wanne wollten am Sonntag einen Ausflug machen. Die Polizei, welche davon erfahren hatte, hielt es auch fiir nötig, sich an dem Ausflugsort einzufinden, was unsren Genossen den Rattirgenuß so vergällte, daß sie es vorzogen, bei dem Wirte Humbcrg einen Frühschoppen zu genießen. Plötzlich erschien auch hier die Polizei. Die Sicherheitsorgane promenierten in so auf- fälliger Weise durch den Saal, daß dies allem schon eine«nzahl Anwesender veranlaßte, sich das bisher immer verschmähte Partei- und Geldern geleitet. Bei der Durchsuchung am 16. April 1902 fand Die Dehubarkeit des§ 153 der Gewerbe Ordnung ist wieder Organ zu bestellen. Aber das genügte der Polizei offenbar noch er in der Wohnung der Frau Terlindens einen dort verborgen ge- einmal durch ein Gerichtsurteil dargethan.„ Ein Hundsfott der= nicht. Als etwa dreiviertel Stunden verflossen waren, ohne daß sich haltenen Beutel mit 3060 Mart. Beuge Kaufmann Homberg, den jenige, der sich dazu hergiebt, feinen Kollegen in den Rücken zu irgend etwas Staatsgefährliches ereignet hatte, löfte die Polizei die im Februar 1901 Terlinden engagierte, um die Geschäftsführung in fallen. Diese Bemerkung hat die Holzarbeiter- Beitung" einem – Bersammlung" auf und machte dadurch auch noch den der Arbeiter- andre Bahnen zu lenken, sagt aus, daß ihm Briefe und Bücher vor- Streitbericht angefügt, das Hamburger Schöffengericht hat in den bewegung bis dahin zurückhaltend gegenüberstehenden Wirt rabiat. enthalten wurden; es stehe fest, daß der Rohgewinn nicht dem Umfaz angeführten Worten eine Ehrberlegung im Sinne des§ 153 der GeDieser, welchem das schöne Geschäft mit den Genossen verdorben entsprochen habe. Hierauf wird die Beweisaufnahme geschlossen und werbe- Ordnung erblickt und den Redakteur Röske von der„ Holzwar, will nicht nur dieserhalb Beschwerde führen, sondern stellt die Sibung unterbrochen. Sun sarbeiter- Zeitung zu einer Gefängnisstrafe von einem Tage verurteilt. auch von jest ab seinen Saal zu Versammlungen samal Der§ 153 der Gewerbe Ordnung hat mit der Zeit denselben zur Verfügung! Am nächsten Sonntag findet in dem hohen, Grad von Dehnbarkeit erlangt, den der Grobe- Unfug- Paravon der Polizei den Genossen eroberten Lokal die erste Bergraph befizt. sammlung statt! Husland. " Gewerkschaftliches. = " " -10 = Sociales. -Die Hirsch- Dunkerschen Gewerkvereinler spielen sich in letzter Zeit als die von den freien Gewerkschaften Bedrückten und Der große Landarbeiter- Streit in Portomaggiore( Ferrara), der Aus Induftrie und Dandel. Terrorisierten auf. Sie verfahren dabei nach dem Muſter der christ bisher nur die Tagelöhner betraf, wurde am 3. Juli auch auf die Die Ausständigen dlichen Gewerkschaftsorganisationen, die ihrerseits nach der Methode Halbpächter und das Hofgesinde ausgedehnt. Bon den Verhandlungen des Rheinisch- westfäl. Kohlensyndikats arbeiten, welche die Begründung der verflossenen Zuchthausvorlage haben das Vieh, gegen 5000 Stück Großvieh, am Abend des 3. zum kann die Boffische Zeitung" berichten, daß der neue Vertrags befolgte. Diese Methode besteht darin, daß irgend eine verurteilens- legtenmal gefüttert. Der auf den Feldern stehende Weizen, der fo entwurf nach eingehender Beratung mit mur unwesentlichen Ab- werte Handlung, die irgendwo passiert ist, erst gehörig aufgebauscht, fort geschnitten werden müßte, hat einen Wert von ungefähr änderungen angenommen wurde. Eine Schlußfolgerung be- und dann der so hergestellte Thatbestand derartig zurechtgefnetet wird, 2 Millionen Lire. Die Grundbefizer haben aus Mailand Mähzüglich des Zustandekommens des Syndikats auf der er- daß er als eine Schandthat erscheint, die ein Mitglied einer freien maschinen verschrieben und wollen durch Mechaniker die Ernte eins weiterten Grundlage läßt sich jedoch, wie die Syndikatsleitung be- Gewerkschaft gegen einen Andersorganisierten verübt hat. bringen lassen. Das Ministerium hat gegen die Entsendung von tonte, hieraus vorläufig noch nicht ziehen. Vertreten waren Eine nach diesem Muster bearbeitete Geschichte brachte der„ Ge- Soldaten fein Beto eingelegt. Die Ausständigen fordern die Aufsämtliche Beteiligte mit Ausnahme von sieben Zechen. Bei den Ver- werkverein" in seiner Nummer vom 26. Juni. Schauplay der Be- rechterhaltung der im vorigen Jahre durch einen Streit erkämpften handlungen über den Vertragsentwurf wurde ein Antrag des Berg- gebenheit ist Fürstenwalde. Ein Hirsch- Dunderscher Ortsverein Verträge. Auf beiden Seiten wird mit großer Leidenschaft gekämpft. rats Behrens von der Bergwerksgesellschaft Hibernia angenommen, der Bauhandwerker, der dort im vorigen Jahre gegründet wurde, hat Die Genoffen Abgeordneten Morgari und Bertesi stehen den wonach bei einem vorliegenden Mehrbedarf von Kohlen dieser den nach der Darstellung des„ Gewerkvereins"" schwer zu kämpfen verteilt. Man hegt ernste Befürchtungen für den weiteren Verlauf Streifenden zur Seite. Jm ganzen Streifgebiet ist viel Militär den Maurern und Zimmerern, die den Gewerkschaften zugewiesen werden soll. Der Vertragsentwurf fah in dieser Be- angehören, Schimpfreden und Androhung von Gewaltthätigkeiten des Konflikts. 200 ziehung einen andren Modus vor. " Dann wird weiter erzählt, daß Im Hafen von Genua dauert die durch das Vorgehen der für den Minderabsaz beztv. die Steuer für den Mehrabsatz wurde der Gewerkschafter Müller" ein mit ihm zusammenarbeitendes Drts- Kohlenhändler geschaffene abfurde Situation fort. Am 3. d. Mts. auf 1,50 M. pro Zonne festgesetzt. Ferner wurde beschlossen, daß vereinsmitglied mit einem Hanmer schwer mißhandelt und verletzt haben sie den Dutlock aufgehoben und ihre Streifbrecher auf die die Berufung gegen die Entscheidungen der Kommission C betreffs der habe. An diese Darstellung fnüpft der Mitarbeiter des„ Gewert- Löschpläße ins Dock geschickt. Sämtliche Gewerkschaftler blieben Beteiligungsziffer nicht mehr an den Beirat, sondern an ein Schieds- vereins" die Bemerkung: Diese Roheit geht denn doch über die arbeitslos. Die beiden Tage, die dies schöne Regime dauert, haben gericht gehen sollen. od danes ploMaßen weit, sie zeigt aber nur die wahre Gesinnung der Gewerk- gezeigt, daß die Händler nicht über 140 Mann auf die Beine Von andrer Seite wieder wird berichtet, daß die Verhandschafter gegen die Mitglieder unsres Bauhandwerker- Gewerkvereins." bringen können und daß die wenigsten Streitbrecher der schweren Yungen mit den Hüttenze chen noch bevorstehen. In dieser Bemerkung liegt eine durch nichts begründete Ver- Arbeit gewachsen sind. Die Arbeiter verhalten sich ruhig. 50 GeDaraus wäre zu schließen, daß der Vertragsentwurf doch noch nicht dächtigung, ja eine nichtswürdige Verleumdung der freien Gelverk wertschaftsmitglieder, durch Abzeichen kenntlich, halten die Ordnung völlig angenommen ist; denn die Abmachungen mit den Hüttenzechen schaften. Die geschilderte rohe Ausschreitung Müllers hat mit den aufrecht. Merkwürdigerweise ist die ganze Presse Genuas auf seiten bilden einen wichtigen Punkt in der Frage der Syndikatserneuerung. gewerkschaftlichen Gegenfäßen gar nichts zu thun, denn aus dem der Arbeiter, mit Ausnahme des" Caffaro" und des klerikalen Aus den Ergebnissen der gestrigen Versammlung wird weiter hervor- Artikel des„ Gewerkvereins" selbst geht hervor, daß Müller seinen„ Cettadino". Wenn die Händler Recht vor Gewalt gehen lassen, so gehoben der Beſchluß, daß, wenn mehr als 3 Broz. Uml a gen er ungefangene Arbeit nach Feierabend zu vollenden. bereit war, eine ist der Streit zu Gunsten der Arbeiter entschieden. Bis jetzt sieht hoben werden sollen, 90 Proz. der Rechenbefizer dafür stimmen Die es aber gar nicht danach aus. dual sim müssen, ferner, daß das Kohlensyndikai Eigentum an Berg- Schlußfolgerung, daß die von Müller verübte Roheit die In der Amsterdamer Diamant- Industrie wird es wahrscheinlich werten erwerben kann. Die Besprechung ist noch nicht beendet, wahre Gesinnung der Gewerkschaftsmitglieder zeige, ist eine bald wieder zu einem großen Konflikt tommen. Die Amsterdamer am Sonnabend findet die Fortsetzung der Beratung statt. böswillige Verdächtigung der letzteren, denn das wissen auch Juveliersvereinigung hat in der vorigen Woche das am 1. April 1902 Kalisyndikat. Nach der„ RH.- Weſtf. 3tg." soll der neue Ver- verein", bag je de Arbeiterorganisation derartige Ausschreitungen Verband geschlossene Uebereinkommen gekündigt und ztvac auf den die Anhänger der Hirsch- Dunckerschen, das weiß auch der Gewerk- nach der drei Monate langen Aussperrung mit dem Diamantarbeitertragsentwurf noch vor Ablauf dieses Jahres den einzelnen verurteilt. Der Verdächtigung wird aber schon dadurch der Boden 27. Oftober d. J. Der Allgemeine Niederländische DiamantarbeiterWerken zugestellt werden und der Abschluß des neuen Vertrages auf ganz entzogen, daß der„ Gewerkschafter Müller" gar nicht dem Verband, der als die am besten geleitete und stärkste Gewerkschaft eine längere Reihe von Jahren noch im Laufe dieses Jahres er- erbande der Maurer angehört. Er ist, wie uns die Hollands gilt, wird jedenfalls irgend welche Verschlechterung der folgen. Zur Zeit herrscht noch ein ziemlich starter Gegensa Verbandsleitung schreibt, schon seit dem Frühjahr 1901, also seit länger Arbeitsbedingungen energisch abzuwehren trachten. zwischen den Gruppen im Syndikat, wenn sie auch durch die ge- als zwei Jahren nicht mehr Verbandsmitglied. Die Handlung eines meinsame Stellungnahme gegen die noch außenstehenden Werke und Unorganisierten kann das müßte doch auch dem Gewährsnicht in letter Linie o regen die noch außenstehenden Werke und vereinte Vorgehen gegen den mann des Gewerkvereins" einleuchten nicht fennzeichnend sein amerikanischen Düngertrust, fowie gegen das Eindringen fremden für die wahre Gesinnung der Gewerkschaftsmitglieder." Kapitals in die deutsche Kali- Industrie ein Herz und eine Seele zu Aus einer Zuschrift, welche die Verbandsleitung der Maurer gehilfen fträuben sich im Interesse der unbeschränkten AusbeutungsGegen die Bundesratsverordnung zum Schuße der Gastwirtssein scheinen. Vor allem handelt es sich bei diesen Gegenfäßlich an uns richtet, erfahren wir näheres über die Geschichte freiheit die Herren Gastwirte mit Händen und Füßen. feiten um die Feststellung der Beteiligungsziffer. Die des Fürstenwalder Ortsvereins der Bauhandwerker, was für die 80. deutschen Gastwirtstag, der sich vermutlich um seine Be Auf dem jüngeren Werke suchen eine höhere Quote zu erlangen, die älteren wahre Gesinnung" der Mitglieder dieses Vereins bezeichnend ist. strebungen von vornherein symbolisch zu kennzeichnen- nach dem verden zum Teil sich eine Herabsetzung ihrer Beteiligung ge- Dieser Verein ist das Schoglind des Fürstenwalder Maurermeisters idyllisch in Ostelbien gelegenen Bromberg geflüchtet hat, wurden die fallen lassen. Das haben die Hamburger Verhandlungen deutlich ge- Reichenbecher, auf dessen Betreiben, oder wenigstens unter dessen haarsträubendsten Vorschläge zur Verschlechterung der Bundesratszeigt. Wie aus den jüngst in Berlin geführten Besprechungen Mitwirkung der Verein aus Streitbrechern und andern dem Ver- verordnung gemacht. Die Riesengebirgsvereine beantragten, beim hervorgeht, sind sich die Beteiligten darüber einig, die Verlängerung auf bande feindlich gesinnten Elementen gegründet wurde. Herr Reichen Bundesrat dahin vorstellig zu werden, daß eine Bestrafung der jeden Fall durchzuführen, da, wie man weiß, auch die jüngeren becher, der Protektor des Gewerkvereins, stellte nur Mitglieder des- Arbeitgeber nicht eintreten soll, wenn die Arbeitnehmer in den Werte der Ueberzeugung find, daß mit einer Auflösung des Syn- felbert ein, wer bei ihm arbeiten wollte, mußte aus dem ihnen geſeglich zuſtehenden Ruhepausen freiwillig arbeiten dikates die großen Profite der Kali- Industrie auf Kosten der Kon- Verbandeaus- und in den Getverkverein eintreten. Erst wollen, wie kürzlich fumenten in Frage gestellt sind. Wie die National- Zeitung" erfährt, nachdem die Verbandsbücher dem Unternehmer ausgehändigt dem Falle des Kellners Strauß in Hirschberg entschieden hat. das Breslauer Oberlandesgericht in soll die Beteiligungsziffer von Wilhelmshall und Hercynia erhöht, waren, wurden die Arbeiter eingestellt, und der Schrift Natürlich würden die Herren dann nur Kellner beschäftigen, dagegen die Beteiligungsziffer des Bergfistus, sowie von Westeregeln führer des Gewerkvereins besorgte dann die Abmeldung vom Ver- welche freiwillig" auf die ihnen zustehenden Baufen verzichten. Wer und Neu- Staßfurt, heruntergesetzt werden. Darauf weisen schon die bande. Es ist vorgekommen, daß Maurer, die sich weigerten, ihre auf Befragen beim Stellungsantritt sich dazu nicht freiwillig" in lezter Zeit erfolgten Arbeiterentlaffungen auf den fis- Verbandsbücher abzuliefern und dem Gewerkverein beizutreten, bereit erklärt, würde, nie Aussicht auf Anstellung haben und die talischen Salzbergwerken hin. Die Arbeiterentlassungen find, wem feine Arbeit erhielten. Wenn man hier von Terrorismus ganze schöne Bundesrats- Verordnung wäre illusorisch. Von Essen man der Bekanntmachung der Direktion Glauben schenken wollte, reden will, so find die Verbandsmitglieder, durch den Maurermeister an der Ruhr wird gar beantragt, daß die zwei- bezw. dreiwöchentlich lediglich auf die allgemein schlechte Lage der Absatzverhältniffe für Reichenbecher, unter Mitwirkung des Gewerkvereins wiederkehrende Ruhepause von 24 Stunden auf eine wöchentlich Kaliprodukte zurückzuführen. Daß aber, selbst wenn man diese terrorisiert worden. Es ist doch eine tendenziöse Verdrehung wiederkehrende von schlechte Lage zugeben will, diese wieder nur auf die falsche Preis der Thatiachen, wenn jene Leute behaupten, sie würden von den Zugeständnis fein, daß sonst die Gastwirtsgehilfen Pausen von 12 Stunden(!) bemessen wird. Soll das ein politit des Syndilats zurückzuführen ist, vergißt die Direktion Verbandsmitgliedern bedrängt und vergewaltigt.ig sida 12 Stunden überhaupt nicht haben? Oder sind die Herren Gastwirte natürlich anzumerten.m mo si insid) 11ido no modi 11n Berlin und Umgegend. der Meinung, daß die Gastwirtsgehilfen Zeit zur Erledigung eigner Saatenstand in Rußland. Nach der telegraphischen Enquete der Zum Kürschnerstreit. Die hiesige Zahlstelle des Deutschen Angelegenheiten, zur Erholung und zu geselligem Verkehr überhaupt nicht brauchen, sondern daß es genügt, wenn sie sich alle 8 Tage " Handels- und Industrie- Zeitung" vom Freitag voriger Woche iſt kürschnerverbandes befaßte sich am Montag in einer außer nicht brauchen, sondern daß es genügt, wenn sie sich alle 8 Tage Der Saatenstand im europäischen Rußland im allgemeinen als gut ordentlichen Mitgliederversammlung mit dem Streit bei der Firma einmal ausschlafen können? zu bezeichnen. In den südwestlichen, südlichen, kleinrussischen und Saalbach, Unter den Linden, derjenigen Firma, die für die der Schon daß solche Anträge gestellt werden konnten, beweist das centralen Gouvernements stehen die Saaten gut, ſtellenweise sogar Centralorganisation rangehörenden Streitenden hauptsächlich in geringe sociale Empfinden der Herren Gastwirte und zeigt, wie notvortrefflich, jedoch kann das regnerische Wetter bei längerer Andauer Betracht kommt. Der Streit, der jetzt eine Woche dauert, steht im wendig die Erhaltung und der Ausbau des Gastwirtsgehilfengrößeren Schaden anrichten. In den nordwestlichen Provinzen und fchuges ist. Einer Gesellschaft von Menschen, die wie auch ihre übrigen Verhandlungsgegenstände beweisen den Binnensee- Rayons ist der Saatenstand nicht ganz zufrieden allgemeinen recht günstig, da sich nicht ein einziger Streitbrecher huges ist. Einer Gesellschaft von Menschen, die stellend, besonders nicht für Wintersaaten. In den übrigen Gebieten gefunden hat. Bisher komite nur mit dem Geschäftsführer ver- punkte des krassesten Egoismus beurteilen, kann man unmöglich das handelt werden, weil der Prinzipal verreist war. Zugestanden wohl und Wehe ihrer Angestellten ohne Garantie für wenigstens ist der Stand der Pflanzen genügend. wurde die neunstündige Arbeitszeit und 33% Proz. Zuschlag für Ueberstunden, womit sich die Streifenden, die, wie bei allen andren einige durch Gesetz erzwungene Rücksichtnahme anvertrauen. Firmen, auch hier 50 Broz. für Ueberzeitarbeit bis 10 Uhr abends Nachwehen vom Aerziestreit in Gera. Der Kampf zwischen der und 100 Proz. nach 10 Uhr verlangen, nicht zufrieden geben konnten. Tertilbetriebskrankenkasse und den Aerzten in Gera wird vor Die Versammlung beschloß einstimmig, daß die Werkstattkommiffion Gericht noch fortgesetzt. Die früheren Kaffenärzte haben gegen die am Dienstag bei Herrn Saalbach, der nun von seiner Reise zurück- Kasse auf Herausgabe von vorenthaltenem Aerztehonorar geklagt, Der ersten Gruppe gehören an: die mit 17 Millionen Dollar gekehrt ist, vorstellig werden und ihm nochmals die Forderungen während die Kaffe ihrerseits für jedes Bierteljahr 1908 eine SchadensKapital gegründete American Window Glaß Company, welche ihr unterbreiten soll. forderung von ca. 4000 Mark geltend macht, da der Kassenvorstand Hauptbureau zu Pittsburg hat, und die eine Vereinigung bon der Meinung ist, daß die früheren Kassenärzte eine Generalfündigung 23 Firmen darstellt, ferner die Federation Window Glaß Co., die in Bur Lohubewegung im Hamburger Baugewerbe hat der Bier- Verträge bis zum 3. Januar 1904 der Staffe verpflichtet seien und New Jersey mit einem Seapital von 600 000 Dollar inforporiert städte- Bund der Baugeweris- Inmungen beschlossen, die Forderungen deshalb auch für die ärztlichen Mehraufwendungen, die der Kaffe in Zur Lohubewegung im Hamburger Baugewerbe hat der Vier- am 3. Januar ausgesprochen haben, nach der sie auf Grund der und die Independent Window wurde, arba beftenen 95 ptt. Der Gesamtproduktion von der Arbeitnehmer: ne 16. Märg 1904 ab zu bewilligen. es Unter- der Arbeitnehmer: neunstündige Arbeitszeit und 70 Pf. dieser Zeit über die mit den früheren Aerzten vereinbarten Honorargewöhnlichem Fensterglas in den Vereinigten Staaten dar. Ferner wird aber vorausgesetzt, daß die Arbeitnehmer die jetzt bestehenden läge entstehen, aufzukommen hätten. Ein in dieſer Sache dieſer wurden am 6. März d. I. im Staate New Jersey zwei Gefell- Sperren aufheben und keine neuen Sperren verhängen. Tage stattgehabter Termin mußte vertagt werden. Die Kasse schaften ins Leben gerufen, nämlich ie erklärte sich jedoch in diesem Termin bereit, an die Americas Window es scheint, sehen die Unternehmer jegt ein, daß sie den Honorar für das 4. Quartal 1902 die Summe von 3500 Mark freirückständigem Glaz Machine Co. und die Window Glaß Machine Co. Am berechtigten Forderungen, für welche die Arbeiter schon 16. April d. J. sollen in Pittsburg die Verhandlungen wegen Ueber- im vorigen Jahre kämpften, auf die Dauer nicht widerstehen können. willig zu zahlen. nahme der American Window Glaß Machine Co. durch die American Um für diesen Sommer Ruhe zu haben, versprechen die Unternehmer Window Glaß Company zum definitiven Abschluß gelangt sein. Sociale Rechtspflege. Mit der Erzeugung von Spiegelglas beschäftigt sich die burger Echo" wird hierzu geschrieben, daß den in Betracht kommenden Nur Oberbruder, nicht Betriebsleiter. die Bewilligung der Forderungen für nächstes Jahr. Dem Ham- si Pittsburg Plate Glas Company, welche in den Vereinigten Staaten Streilleitungen feitens des Innungsvorstandes bisher noch keine erhob gegenüber dem Steindrudereibefizer Orth beim Gewerbegericht zehn Spiegelglas- Fabriken befigt. Nebenbei existiert noch eine Anzahl offizielle Mitteilung gemacht wurde, so daß also einstweilen in der Anspruch auf eine Entschädigung von 514 M., weil er nicht erst unabhängiger Fabriken, doch ist deren Produktion eine nur geringe. Lohnbewegung keinerlei Aenderung eintreten wird. Auch nach dem europäischen Kontinent reichen die Beziehungen der nach sechswöchentlicher Kündigung zum Quartalsersten entlassen Pittsburg Plate Glaß Company hinüber, denn im Herbst vorigen Streifende mit Säbel und Revolver bedroht. Der Maurerstreit worden war. Streifende mit Säbel und Revolver bedroht. Der Maurerftreit worden war. Er berief sich darauf, daß er Betriebsleiter gewesen Jahres soll diefelbe eine Spiegelglas- Fabrit bei Courcelles in Belgien in Plauen hat, wie es scheint, die Nerven der Polizeibeamten in sei und ihm der§ 133a der Gewerbe- Ordnung zur Seite stehe, für den Preis von fünf Millionen Frank angekauft haben. hohem Grade erregt. Sie entfalten, wie unser Zwidauer Partei worin es heißt: Das Dienstverhältnis der von Gewerbe- UnterDie dritte Gruppe repräsentiert die National Glaß Company, blatt mitteilt, eine geradezu fieberhafte Thätigkeit, die sich natürlich nehmern gegen feste Bezüge beschäftigten Personen, welche nicht welche etwa 75 Prozent der Flintglas- Industrie der Ver- gegen die Streifenden richtet. Wo sich Streitposten in den lediglich vorübergehend mit der Leitung oder Beaufsichtigung des einigten Staaten kontrolliert. Straßen sehen lassen, werden sie weggewiesen, und wenn es Betriebes oder einer Abteilung desselben beauftragt( Betriebsböhmische Maurer sind, bringt man sie nach der Polizei- beamte, Werkmeister und ähnliche Angestellte) oder mit höheren wache und droht ihnen die Ausweifung on an. technischen Dienstleistungen betraut sind, kann, wenn nichts andres Terlinden und Genoffen vor dem Schwurgericht. Aber das Tollste ist, daß sich auch Unternehmer den Streifenden verabredet ist, von jedem Teile mit Ablauf jedes Kalender- Viertelgegenüber polizeiliche Befugnisse anmaßen. So kam ein Unternehmer jahres nach 6wöchentl. vorheriger Auffündigung aufgehoben werden." Duisburg, 7. Juli. Rechtsanwalt Hecking, der Verwalter ber auf einen Streifposten der Arbeiter zu und verlangte, daß er sich Ein Beuge befundete, daß feines Wissens S. Oberbruder Konkursmasse der Frau Terlinden, sagt über die in Amerika beschlag- von der Straße entferne. Natürlich leistete der Arbeiter dem un- gewesen sei. Er habe Marken geklebt und die Krankenkasse unter nahmten 40 000 Mart aus, die nach der Behauptung Terlindens, verschämten Verlangen nicht Folge. Nun tamen Polizeibeamte mit sich gehabt, auch habe er Geschäftswege gemacht, wenn es nötig oder Eigentum seiner Frau seien; verschiedene Werte seien zwischen Ter- einem Kommissar an der Spize, und dieser drohte, wenn die schlechter Geschäftsgang war. Der Kläger selber behauptete, er habe lindens Konkursmasse und der der Aktiengesellschaft streitig. Die Streifenden nicht fortgingen, werde er feinen Degen ziehen. Diese das Geschäft sieben Jahre lang geleitet. Er habe felbständig Attiva der Terlindenschen Masse betrügen 60 998 Mart, die Passiva Drohung machte auch dem anwesenden Unternehmer Mut. Er zog Arbeiter angenommen und bei jeder neuen Arbeit die Kalkulation 3 774 760 Mart; nach Zugang der streitigen Werte würden die einen Revolver, hielt ihn dem Streitenden bor gemacht. Acht bis neun Personen seien im Betriebe gewesen. In Attiva 260 998 Mart betragen. Zeuge Simson von der Firma die Brust und sagte: Wenn Ihr nicht geht, helfen Steindrudereien fei der Oberdruder stets Betriebsleiter. Es Warschauer u. Co. bekundet, am 11. Januar 1900 feien Terlinden wir uns selber!" wurde noch festgestellt, daß Kläger wöchentlich seinen Lohn erhielt auf 400 Aftien je 1000 Mart geliehen, da die Auskünfte immer Diesen Unternehmer, der zur Selbsthilfe mit dem Revolver bereit und daß ihm Ueberstunden bezahlt wurden. Das Gewerbegericht günstig lauteten und gute Grundstückstagen vorlagen. Die For- ist, behelligte die Polizei in feiner Weise. Ein streikender Arbeiter, wies den Kläger mit der Begründung ab, daß er nicht als Bes berungen seiner Firma betrügen ungefähr 1 200 000 Mark. Die der einen Unternehmer oder Arbeitswilligen mit dem Revolver be- triebsleiter( Werkmeister usw.) im Sinne des§ 133a der GewerbeBant erhielt 47 Prozent Dividende. Die 2 Millionen- Anleihe wurde droht hätte, würde sicher eine harte Strafe zu ertvarten haben. Ordnung anzusehen sei, sondern nur als Oberdrucker, und daß ihm in verschiedenen Raten bezahlt. Kriminal- Kommissar Schnellrath Warten wir ab, ob der Revolverheld eine Anklage wegen Bedrohung als solchen nur die innegehaltene vierzehntägige Kündigungsfrist Berlin hat die Ermittelungen nach den bei Seite geschafften Konsols erhält.sband mil@ mishote zustehe. Amerikanische Glastrusts. Einem Bericht des deutschen Konsulats in Philadelphia entnehmen wir: Die Trustbildungen auf dem amerikanischen Glasmarkt zerfallen in drei große Gruppen, um die Produzenten von gewöhnlichem Fensterglas, Spiegel. glas und Flintglas.bout 19400 isd Tidslin@ salle Deutfches Reich. " stard alles nur vom StandDer Oberdruder S. Gerichts-Zeitung. Die Jersitzer Krawalle vor dem Schwurgericht. Tor dem Schwurgericht in Posen wurde vom 1. biZ 3. Juli gegen 16 Angeklagte verhandelt, die sich wegen schweren Auf ruhrs, öffentlicher Beamtenbelcidigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt, bezw, schlverer Körperverletzung zu verantworten hatten. Die Krawalle erregten seiner Zeit großes Aufsehen; zu der Verhandlung waren gegen 80 Zeugen geladen. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zu Grunde: Am Sonntag, den 22. Februar, nachmittags, fand sich gelegentlich eines Brandes in dem Posener Vorort Jersitz eine größere Menge zum Teil angetrunkener Menschen an der Brandstelle ein, die so nahe wie möglich heranzukommen suchten. Die herbeigeeilte Feuerwehr. welche die Menge bereits erregt fand, erbat durch den Brandmeister polizeilichen Beistand. Die hinzugekommenen Schutzleute unter Polizeikommissar Görke drängten nun die inzwischen auf ca. 3000 Köpfe angewachsene Menschenmenge die Straße hinunter, dem Bahndamni zu Die Schutzleute sind hierbei nicht sanft vorgegangen, wodurch die Menge noch mehr gereizt wurde, so daß diese schließlich Widerstand ent- gegensetzte. Hierbei sollen zwei Schutzleute mit Stöcken geschlagen worden sein: sie zogen darauf blank und einer von ihnen, der Schutzmann Daum, hieb dem Schmied Andreas Engel zweimal über den Kopf, so daß dieser blutüberströmt zusammenbrach und in ein Nachbarhaus geschafft werden mußte. Nun wurde die Menge empört. Ein Hagel von Steinen und Schmutz empfing die Schutzleute, Polizeikommissar Kwasniewski erhielt einen Steinwurf ins Gesicht, Polizeikommissar Görke einen Stoß vor die Brust, dem Schutzmann Daum versuchte man den Säbel zu entreißen, die Schutzleute, die Verhastete abführen wollten, wurden auf dem Wege zur Wache fortgesetzt mit Steinen beworfen. Als endlich zwei Compagnien des 6. Grenadier-Regiments eintrafen, konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Nach der Anklage sollen auch fortgesetzt beleidigende Aeutzerungen gefallen sein, wie:.Schlagt die Hunde totl"„Die Schutzleute tot!" Einer der Angeklagten soll gerufen haben:„Haben Sie Kaffer auch etwas zu sagen? Zu Hause haben Sie Schweine gehütet, Wenn Sie eben nicht mit Leuten umzugehen verstehen, dann kehren Sie lieber zu Ihren Schafen zurück. Arbeiten wollen Sie nicht, sondern nur über einen Bürger und Steuerzahler den großen Jperrn spielen." Den Soldaten soll zugerufen worden sein:„Geht löeber auf die Schutzleute los und stecht sie totl" Die ISjährige Pomianowski haste eine Schürze voll Steine und soll zusammen mit dem gleichaltrigen Senstleben nach den Schutzleuten ge warfen haben.— Nach den Aussagen einiger Entlastungszeugen stellt sich jedoch die Sache etwas anders dar. Auch behaupten der schwerverletzte Engel und dessen Bruder, daß sie nicht mit Stöcken geschlagen haben, sondern ohne weiteres, weil sie durchaus zur Brandstelle wollten— neben der brennenden Scheune stand das Haus seines Nachbars—. vom Schutzmann in so gefährlicher Weise verletzt wurden. Darüber habe sich die Menge dann empört. Auch wollen sie betrunken gewesen sein. Die andren Angeklagten leugnen eben falls ihre Schuld oder stellen sie ganz anders dar.— Der Staatsanwalt nahm sich mit großem Eifer der Polizeibeamten an. Ohne jeden Grund, ohne jede Belässtgung seien die Angeklagten gegen die Schutzleute vorgegangen; die Beamten seien den, Publikum von vomherein versöhnlich entgegengetreten. Ms die Beamten angegriffen wurden, sei es ihre Pflicht gewesen, blank zu ziehen. Die Verteidigung schloß sich dem Lobe des Staatsanwalts in keiner Weise an. namentlich müßte der Schutzmann Daum hiervon ausgenommen werden. Ms der Schutzmann blank zog, sei noch absolut keine Gefahr vorhanden gewesen, um so wemger sei es notwendig gewesen. daß der Schutzmann nicht nur einmal, sondern zweimal scharf zuschlug. Damit sei er weit über seine Bestignis hinausgegangen. Ueberhaupt handle es sich bei der ganzen Affaire keineswegs um Auffuhr. Die Menge habe nur aus Neugierigen bestanden, wie sie sich bei jedem Brande, zumal des Sonntags, zusammenfinde. Weil sie dicht zusammengedrängt war, habe sie nicht so schnell entweichen können und sei dann erst durch das schroffe Verhalten der Polizeibeamten gereizt worden.— Nach dreitägiger Verhandlung wurde am 3. Juli, nachts 11'/, Uhr, das Urteil gefällt. Es lautet: Es werden ffeigesprochen: t. der Arbeiter Lorenz Hirsch, 2. Eisenbahnarbeiter Kasimir Gawronski, 3. Arbeiter Martin Kujawa, 4. Bäcker Franz Lenartowski, 5. Arbeiter Stanislaus Senstleben. Verurteilt werden: 1. Schmied Andreas Engel wegen Teilnahme am Auffuhr als Rädelsführer und Widerstandes zu 3 Jahren Gefängnis; 2. Sastler Josef Engel wegen desselben Vergehens zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis; 3. Arbeiter Johann Majchrzak wegen Teil- nähme am Aufruhr zu S Monaten Gefängnis; 4. Arbeiter Stanislaus Lewandowski wegen Beanitenbeleidigung zu fünf Monaten Gefängnis; 6. Knecht Ignatz Zalewski wegen Teil- nähme am Auffuhr zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis; 6. Arbeiter Kasimir Skudelsst wegen desselben Vergehens zu 2 Jahren 8 Monaten Gefängnis; 7. Zimmermann Valentin Jendrzejczak wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 1 Jahr Gefängnis; 8. Maurer Adam Burek wegen Körperverletzung zu 1 Jahr £ Monaten Gefängnis; S. Schuhmacher Franz Olszewski wegen Widerstandes zu 1 Jahr Gefängnis; 10. Arbeiterin Marianne Pomianowski wegen desselben Vergehens zu 2 Monaten Gefängnis. Bezüglich des jugendlichen Angeklagten Senstleben lautete der Spruch der Geschworenen auf schuldig des Widerstandes, er wurde aber freigesprochen, weil die Geschworenen die Frage bejaht hatten, ob ihm die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlung erforder- liche Einsicht gefehlt habe._ Ein Familiendrama beschäftigte gestern wiederum das Schwur- gericht des Landgerichts I. Der aus der Untersuchungshaft vor- geführte 54 Jahre alte Möbelpolierer Wilhelm S ch w a h n war be- schuldigt des versuchten Mordes in zwei Fällen, be- gangen gegen seine Eheffau und seine verheiratete Tochter Marie Berg geb. Schwahn. Der Angeklagte ist M.Jahre lang ein wahrer Mustermensch gewesen. Er war ununterbrochen bei einer Firma beschäftig hatte er eine und dieselbe Wohnung inne. 3 glück, daß ihm eine Hand verkrüppelt wurde. Berechtigung mußte im Wege der Klage erstritten werden, er erhielt dann monatlich 16 M. Unterstützung und 200 M. mit einem Male nachbezahlt. Von diesem Zeitpunkt ab war der Angeklagte wie um- gewandelt. Er gab jegliche Arbett auf, obwohl er trotz seiner ver- krüppelten Hand noch teilweise erwerbsfähig war und ergab sich dem Müßiggang und dem Trünke. Häßliche Sffeitereien mit seiner Familie waren jetzt an der Tagesordnung. Sein Schwiegersohn, der Tischler Berg, mußte damals eines Lungenleidens wegen sein Ge- werbe aufgeben. Er übernahm eine in der Schmidtstraße belegene Filiale der Desttllattonsfirma Meher u. Co. und hierzu borgte der Angeklagte ihm MM. zu der Kautton. Um den letzteren aus bessere Wege zu bringen, wurde beschlossen, daß die alten Leute bei ihren Kindern Unterkunst und Verpflegung erhalten sollten, wogegen der Angeklagte die Monatsrente von 16 M. dem gemeinsamen Haushalte zuführen sollte. Das Zusammenleben war ein wenig ersprießliches, der Angeklagte konnte dem Alkoholgenuß nicht entsagen und es kam in der Familie zu bösen Austritten. Schließlich gab sein Schwiegersohn ihm die vorgeschossenen S0 M. wieder heraus und wies ihn aus der Wohnung. Die alten Leute bezogen wieder eine eigne Wohnung, als es mit ihnen immer mehr bergunter ging, nahmen die Kinder sie nach kurzer Zeit wieder auf. Der Angeklagte hatte von den M M. bereits 56 M. vertrunken, den Rest von 34 M. händigte er seinem Schwiegersohn aus. Aber eS dauerte nicht lange, das Zusammenleben mit dem Angeklagten war unmöglich. Er nmßte bald wieder ausziehen. Von jetzt ab zeigte der Angeklagte ein gedrücktes Wesen mid eine verbitterte Stimmung. Wiederholt stteß er seiner Frau und Tochter gegenüber Drohungen aus wie:„Erst kommt Ihr heran, dann ich I" Am 3. Januar hatte er seine Invalidenrente abgehoben. Er ging zu einem Waffeuhändler, kaufte 23 Jahre hindurch und ebenso lange ann hatte er das Un- Seme Jnvaliditäts sich einen Revolver, dessen Anwendung er sich erklären und dann laden ließ. Er gab an, daß er Bauwächter sei und zu seinem Schutze eines Revolvers bedürfe. Gegen Mittag begab er sich nach der Wohnung seines Schwiegersohnes. Er traf dort nur seine Frau und seine Tochter an. Kaum hatte der Angeklagte die Stube betteten, als er seiner Eheffau die Worte zu rief:„Kannst Du beten, so betet" Als die Bedrohte die auf sie gerichtete Schußwaffe sah, stieß sie einen Schreckenslaut aus und wandte sich, um die Thür zur Küche zu gewinnen. Nun feuerte der Angeklagte drei Schüsse auf die Fliehende ab, die aber sämtlich fehl gingen. Die Tochter stellte sich jetzt zwischen die Eltern, um die Mutter mit ihrem Körper zu decken, in dem- selben Augenblick feuerte der Angeklagte einen vierten Schuß ab, und, in den Rücken getroffen, sank seine Tochter mit lautem Auffchrei zu Boden. Der Angeklagte entfernte sich nach der That anscheinend ruhig, begab sich wieder zum Waffen Händler und bat mit der Bemerkung,„der Revolver schießt gut'/ denselben nochmals zu laden. Nachdem dies geschehen, entfernte er sich wieder. Als er die Straße betrat, wurde er festgenommen Seine Tochter hatte eine lebensgefährliche Verletzung erlitten, ist aber wieder genesen. Der Angeklagte bestritt in der Haupt- Verhandlung, die That mit Ueberlegung begangen zu haben was vorgekommen sei, nachdem er das Zimmer seiner Tochter betteten, sei für ihn in Dunkel gehüllt. Er habe sich selbst das Leben nehmen wollen und würde dies auch noch aus- geführt haben, wenn er nicht festgenommen worden wäre. Der Staatsanwalt verttat nach Schluß der Beweisaufnahme den Stand- puntt, daß der Angeklagte die That bewußt, gewollt und mit lieber legung begangen habe und deshalb des versuchten Mordes schuldig zu sprechen sei. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Behrend, suchte da gegen nachzuweisen, daß weder versuchter Mord noch ver- suchte Tötung, sondern höchstens nur Körperverletzung mittels einer Waffe borliege. Er meinte, daß der geistig und körperlich heruntergekommene Angeklagte nicht Herr seiner Sinne wesen sei. Der Spruch der Geschwornen lautete nur auf schuldig der schweren Körperverletzung mittels einer Waffe. Der Staatsanwalt beanttagte eine Gefängnisstrafe von 5 Jahren, das höchste zulässige Sttafmaß. Das Urteil lautete auf 3 Jahre 6 Monate Gefängnis, wovon 3 Monate durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. Keine berechtigten Interessen. Leipzig, 3. Juli. Wegen Be leidigung des Rechtsanwalts Lewinski ist am 17. Januar vom Landgericht I in Berlin der frühere Bureauvorsteher Gustav au er, Redakteur der Zeitschrift„Der Bureau-Angestellte" zu 50 M. Geldsttafe verurteilt worden. Gleichfalls verurteilt ist der Redakteur der„Staatsbürger-Zeiwng", Dr. B a ch l e r. Beide Air geklagte hatten Revision eingelegt, doch konnte heute nur über die des Bauer verhandelt werden, da Dr. Bachler kürzlich gestorben ist. Bauer hatte in seinem Blatte Angaben über die Löhne und Arbeitsleistungen der Bureau-Angestellten des Rechtsanwalts Lewinski veröffentlicht, um nachzuweisen, daß die Lage des Personals eine ttaurige sei. Im Urteil heißt es hierüber: Die Angaben über die Löhne waren meist richttg, die über die Arbeitszeit aber aus zum Teil absichtlich falsch geführten Listen ent- nommen. Aber die abfällige Krittk ist in die beleidigende Form ge kleidet, daß der Rechtsanwalt sich fremden Verdienst aneigne. Die Phrase von den weiten Taschen des Rechtsanwalts, in die vergrößere Teil der Einnahmen fließe, beweist das. Der Angeklagte war früher selbst Bureauvorsteher, aber hier ttat er für die Interessen unteren Personals ein, die ihn nichts angingen. Mildernde Umstände sind ihm bewilligt worden, da er für eine an sich gute Sache eingetteten ist.— In einer Revision führte der Angeklagte aus, er habe mit jenem Arttkel den Zwecken seiner Zeitung und des Verbandes ge dient und damit die Interessen seiner Auftraggeber vertteten.— Das Reichsgericht verwarf jedoch die Revision, da die Nicht anwendbarkeit des§ 198 ohne Rechtsirrtum festgestellt sei. Wegen Beleidigung durch die Presse ist am 31. Januar vom Landgericht Königsberg der Redakteur der„Königsberger Volkszeitung", Julian Borchardt, zu einer Geldsttafe von 200 M. verurteilt worden. Die Beleidigung wurde erblickt in einem Artikel, in welchem er ein Strafkammer-Urteil gegen seinen Redattions kollegen NoSke besprach.— In seiner Revision rügte der An- geklagte Verkennung des H 193. Er habe zu Roske in sehr engen Beziehungen gestanden und ein Interesse daran gehabt, mitzuteilen, daß die Zeitung, an der er thätig ist, nicht unwahre Thatfachen ver breitet bat.— Das Reichsgericht erkannte heute auf Verwerfung der Revision, da das Urteil einen Rechtsirrtum nicht erkennen lasse. Verurteilter Polizeibramter. Leipzig, 6. Juli. Wegen Be- leidigung und Mißhandlung im Amte ist am 21. Februar vom Land- aerichte Bonn der Polizeiwachtmeister Hubert Nagel zu 10 M. ieldstrafe und zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Bei der Heimkehr von einer nächllichen Patrouillenfahrt auf dem Rade über- holte er eine Schafherde, deren Führer keine Laterne hatte. Als er denselben zur Rede stellte, sagte dessen Begleiter V.: Sie haben ja auch keine Laterne I Darauf pachte Nagel den V. sofort, und als er loh, schlug er mit dem Säbel auf ihn ein. Die Fe st- nähme war ohne gesetzlichen Grund erfolgt.— In seiner Revision behauptete Nagel, er sei zur Festnahme be- rechttgt gewesen, da V. ihn verhöhnt habe.— Das Reichsgericht verwarf heute die Revision. Versammlungen. Die Konfektionsarbeiter«nd-Arbeiterin»»» des Stadtteils O st e W befaßten sich am Montag in einer in den Andreassälen ab- gehaltenen öffentlichen Versammlung mit der Lohnbücher- rage. Stühmer als Referent wies darauf hin, daß der Bundesrat entsprechend den Anregungen der Reichskommission für Arbeiterstatisttk die Einführung von Lohnbüchern in der Konfektion zum 1. April d. I. anordnete. Da nun die Konfettionäre gegen jede gesetzgeberische Einmischung in ihre Ausbeuterpraktiken schon seit Jahren Sturm geblasen haben, so sei es weirer nicht verwunderlich. daß nur ein Teil von ihnen der Bundesrats-Verordnung nach- gekommen ist und Lohnbücher eingeführt hat. Die Herren hatten die Lohnbücher ihren eigenen Bekenntnissen zufolge für„unprakttsch". Ganz besonders scheint sich diese Ansicht bei den Zwischen- m e i st e r n festgesetzt zu haben, denn obwohl bereits Wer ein Viertel- jähr seit dem gesetzlichen Einführungstermin verstrichen ist, sind bei der Mehrzahl der Zwischenmeister noch keine Lohnbücher zur Ausgabe gelangt. Dabei braucht der Wert der Lohnbücher für die Arbeiter und Arbeiterinnen keineswegs Werschätzt zu werden. Es handelt sich durchaus nicht etwa um einen esctzlich stipulierten Lohntarif, der den Unternehmern und ihren Zwischenmeistern unbequem werden könnte— Lohntarife zur Anerkennung und Durchführung zu bringen, kann eben nur Aufgabe der Organisation sein—, sondern lediglich um die Vorschrift, daß die Lohnhöhe bereits bei Ausgabe einer Arbeit in das Lohnbuch einzu- ttagen ist, damit die Arbetter resp. Arbeiterinnen von vornherein wissen, welchen Lohn sie für eine bestimmte Arbeit zu fordern be- rechtigt sind. Obwohl die bundesrätlichen Bestimmungen Wer die Lohnbücher in mancher Hinsicht noch verbesserungsbedürftig seien, so könne sich ein denkender Arbeiter doch niemals mit der von den Unter- nehmern verlangten Wieder-Abschaffung derselben einverstanden er- klären. Freilich gäbe es noch thörichte Arbeiter und Arbeiterinnen genug, denen die Unternehmer einfach vorreden können, die Lohn- bücher seien nur zu dem Zweck eingeführt worden, damit die Steuer- behörde eine leichte Handhabe zur Ermittelung des Jahreseinkommens der Arbeiter habe, um diese zu höhereu Steuern zu veranlagen. Aus diesen gänzlich unzutteffenden Gründen denken noch viele der leider ff indifferenten Konfektionsarbeiter sehr ungünstig Wer die Ein-- .ührung der Lohnbücher. Diesen Jndisferentismus besonders der Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen zu brechen, müsse nach wie vor die vornehmste Aufgabe der Organisation sein. In der lebhaften Diskussion pflichteten alle Redner und Rednerinnen dem Referenten im wesentlichen bei. Eine Resolution, in der die Einführung der Lohnbücher als notwendig bezeichnet, dagegen aber die Lässigkeit der Zwischenmeister in diesem Punkte entschieden verurteilt wurde, fand einstimmige Annahme. Die Bäckergesellen und der Ausfall der ReichStagswahlen. Eine öffentliche Bäckerversammlung, die Dienstagnachmittag in der Ressource tagte, befaßte sich mit der Frage, ob die Bäckergesellen jetzt nach den ReichStagswahlen mehr Berücksichtigung ihrer Interessen zu erwarten haben als bisher. Der Referent F. Schneider wies darauf hin, daß die Bäckergesellen alle Ursache haben, mit dem Ausfall der Wahlen zufrieden zu sein, da die social- deniokrattschen Abgeordneten selbstverständlich sich alle erdenkliche Mühe geben werden, um den schändlichen Mißständen im Berufe der Bäcker entgegenzuwirken. Vor allem, so führte der Redner aus, komme es darauf an, daß der Maximal- Arbeitstag und die Sonntagsruhe erst einmal wirklich durchgeführt werden und daß die Saumseligkeit, die jetzt die Behörden gegenüber der Bundesratsverordnuug an den Tag legen, schwindet. Ferner müsse dahin gewirkt werden, daß den Arbeitern endlich ein- mal das Koalittonsrecht gesichert wird und daß die in hygienischer Hinsicht in den Bäckereien herrschenden Mißstände be- seitigt werden. Der Redner schilderte, welche empörenden Ver- hältniffe in vielen Bäckereien bestehen, wie verderblich die maß- lose Ausbeutung der Gesellen und Lehrlinge, die durch das Kost- und Logissystem so sehr begünstigt wird, wirkt und dazu führt, daß manche Bäckergesellen auf die Bahn des Verbrechens gedrängt werden. Um hier Wandel zu schaffen, sei vor allem eine starke Organisatton nötig, die die Bäckermeister zur Verbesserung der Arbeits- bedinguiigen zwingen und die Thätigkeit der Arbeitervertreter im Reichstage wirksam unterstützen könne.— In der regen Diskussion, die dem mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte, wurden die Erörterungen über die Mißstände in den Bäckereien fortgesetzt und namentlich auch die schlechte Behandlung ge- kennzeichnet, die einzelne Meister und selbst ihre Frauen den Gesellen zu bieten wagen. Unter anderm wurde er- wähnt, daß einige Meister sich schon bissige Hunde an- geschafft haben, um zu verhindern, daß organisierte Gesellen mit den unorganisierten und versklavten Gesellen, deren sie sich erfteuen, in Berührung kommen. Sie werden es aber auch dadurch nicht ver- hindern, daß die Organisatton weitere Fortschritte macht. Der Tcxtflarbeiter-Berband sFiliale Berlin I) hielt am 4. Juli seine Mttglieder-Versammlung ab. Der Kassenbericht vom II. Quartal ergab eine Einnahme inkl. Bestand vom I. Quartal von 1730,61 M., Ausgabe 1243,02 M.; demnach bleibt ein Bestand von 487,59 M. Hierauf erhielt Max Schütte das Wort zu seinem Vorttag:„Vor 25 Jahren I"(Erinnerungen aus dem Jahre 1873.) Diskussion fand nicht statt. Für die streikenden Schuhmacher wurden 50 M. aus der Filialkasse bewilligt. Der Papst im Sterben. Leo XUl. liegt gänzlich hoffnungslos darnieder. Aber die überaus zähe Natur zögert das Ende, das schon seit Sonntag er- wartet wurde, noch immer hinaus. Am Dienstagnachmittag wurde in R o m folgendes Bullettn veröffentlicht: Der an der Brust des Papstes ausgeführte Probestich ergab eme sero-hämattsche Flüssigkeit. Man schritt darauf zum Bruststich (Thorakocentese), durch welchen etwa 800 Gramm Flüssigkeit entteert wurde. Eine rasche Untersuchung nach der Operatton ergab einiges Schleimrasseln in der zuerst ergriffenen Lungengegend. Der Papst ertrug die Operatton gut; seine Sttmmung ist gehobener und der allgemeine Zustand schemt etwas gekräftigt; gegenwärtig ruht der Papst. Lapponi. Mazzoni." Rom, 7. Juli. Mazzoni erklärte gegenWer einem Vertreter doe Agenzia Stefani", die Gefahr drohe stetig. Aber da die Krankheit miberecheWar sei, sei es möglich, daß der Papst noch drei Tage lebe. Rom, 7. Juli, abends 7 Uhr. Der Zustand des Papstes ist der- selbe, wie im Bulletin nach der Operatton angegeben wurde. Trotz der durch die Operatton bewirkten Erleichterung besteht die Gefahr des Eintretens der Katastrophe fort. Die Nachfolge. Rom, 7. Juli.„Giornale d'Jtalia" meldet, die Arbett unter den als P a p a b i l i(diejenigen, die am meisten Anspruch und Aus« iicht auf die Nachfolge haben) genannten Kardinälen habe begonnen. In der vergangenen Nacht haben sie an die ihnen befteirndeten Kardinäle im Auslande telegraphiert. Der„Tttbuna" zufolge würden im Conclave zwei Strömungen zu Tage treten, die eine für G o t t i, die andre für R a m p o l l a. Auch Serafino Vanutelli, di Pietro und Capecelatro hatten Anhänger. 2&ie„Capitan Fracassa" meldet, versammelten sich bei Kardinal Gotti am Montag elf Kardinäle, um ihre Ansichten bezüglich der Papstwcchl auszutauschen. Es seien dabei die Namen Banutelki. Gotti und Rampolla genannt worden. Auch Kardinal Oregtta steht im Vordergrunde der Kandidaturen. Ftalie" meldet, Kardinal Gibbon? werde dem Conclave bei- wohnen können, da em Dampfer sich anheischig gemacht habe, ihn in sechs Tagen nach Havre z» bringen. Dagegen werde der Erz- bischof von Sydney, Kardinal Moran, an dem Conclave nicht teil- nehmen können. Die Kardinäle, welche den Kardinalshut noch nicht erhalten haben, werden ihn durch den Camerlengo empfangen, damtt ie am Conclave teilnehmen können. Die Architekten des Battkans, Schneider und Marttnucci, haben ihre Matzregeln für das Conclave gettoffen.______ Letzte Nachrichten und Depefchen* Die Ministerkrifls in Oestreich beigelegt. Wien, 7. Juli.(Von einem Privat-Korrespondenten.) Die Krisis ist endgülttg beigelegt. Der Kaiser überreichte persönlich dem Ministerpräsidenten v. Koerber ein äußerst huldvolles Hand- 'chreiben. Das Entlassungsgesuch des Ministers Rezeck ist an- genommen worden._ Prozeß Terlinden. Duisburg, 7. Juli.(W. T. B.) Nach Wiederaufnahme de, Sitzung begann der Staatanwaltschaftsrat sein Plaidoyer. Er beleuchtete die einzelnen Punkte der Anklage und bemerkte, es ei unwiderleglich, daß die von Terlinden hergestellten Duplikats- aktten ein geivöhnliches Verbrechen darstellten. Nach dreieinhalb- 'tündiger Rede unterbrach der Staatsanwalffchaftsrat sein Plädoyer, >as er morgen vormittag fortsetzen wird. Grofifcuer. Darmstadt, 7. Juli. In Seligenstadt am Main brach heute nacht gegen 1 Uhr ein Feuer aus, das bei dem herrschenden Sturm große Ausdehnung gewann. Neun Wohnhäuser und dreizehn Scheunen nebst mehreren andren Gebäuden wurden ein Raub der Flammen. Erst gegen 10 Uhr vormittags gelang es der rastlos arbeitenden Feuerwehr, dem weiteren Umsichgreifen des verheerenden Elements Einhalt zu thun. Der Schaden ist bedeutend, die Ent- ftehungsursache des Brandes noch unbekannt. Evanöville(Indiana), 7. Juli.(W. T. B.)' Seit mehreren Tagen sind hier Unruhen ausgebrochen, die sich gegen die Neger richten. Heute versuchte die Volksmenge das Gefängnis zu stürmen, um dort befindliche Neger zu lynchen. Die Angreifer wurden von der Miliz mit dem Gewehrkolben zurückgeschlagen, rückten Wer wieder vor und warfen mit Steinen nach den Soldaten. Es fiel ein Schuß, der den Anlaß zu einem allgemeinen Schiehen gab. Die Menge wurde schließlich zurückgeworfen und ließ 7 Tote und 14 Verwundete auf dem Platze. % Berantwortl. Redakteur- Carl Leid in Berlin Inseratenteil verantworttich:«h. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verkagsanstalt Paul Singer&«o.. Berlin SW.»«eilngen».Unterhaltung»«. Nr. 156. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Prozeß gegen die Pommernbank. an sich gebracht haben. Lokales. Unfren Abonnenten, Expedition des Vorwärts". Beim Kaffenarzt. Mittwoch, 8. Juli 1903. wenig salonfähig sind, daß sie in das Wartezimmer eines Kassenarztes nicht hineinpassen. Zweifellos wird von den Kassenpatienten hinsichtlich der Kleidung, in der sie vor ihren Kaffenarzt hintreten, manchmal gefündigt; aber in dem vorliegenden In der gestrigen Sitzung wurden am Schluß nochmals die Gegensäge der Tagen- Sachverständigen zur Erörterung gebracht. Es wird zuerst nochmals der Sachverständige Prof. Dietrich welche den Vorwärts" bisher durch die am letzten Sonn- Falle würde auch der anspruchsvollste Arzt nicht den Vorwurf erheben von der technischen Hochschule vernommen. Er batte in einer Ein- abend verstorbene Spediteurin Witwe Ketterer, Laufiger- tönnen, daß das Kostüm des radelnden Patienten nachlässig oder gabe an das Gericht bekanntlich u. a. gesagt: Daß die Art der Straße, bezogen, ihn aber in den letzten Tagen nicht erhalten unsauber gewesen sei. Gegen das Radlerkostüm haben vor Jahren Tagierung, welche von den Angeklagten Bohl und Hanel in An- haben, teilen wir hierdurch mit, daß an der mangelhaften die Richter Einspruch erhoben und Ungebührstrafen verhängt, wendung gebracht worden, die fachlich allein richtige sei; daß die Zustellung nicht die Expedition Schuld trägt, sondern eben der aber in neuerer Zeit sollen fie andren Sinnes geworden sein. Berauch von Herrn Geh. Rat Hecht als die allein richtig bezeichnete Todesfall der Witwe Ketterer. Wir bitten die Abonnenten, langt Herr Dr. Röhr mehr„ Respett" als ein Richter? Dann werden sogenannte faufmännische Tage gerade diejenige sei, die zu einer wilden Grundstücksspekulation führe, unter der manche Städte leiden, ihre Bestellungen daher entweder direkt bei der Expedition die radelnden Kassenpatienten sich allerdings danach richten müssen, indem einzelne kaufmännische Spekulanten alles verfügbare Bauland oder bei der Parteiſpedition P. Böhm, Lausikerplaz 14/15, d. h. es wird ihnen nur übrig bleiben, entweder Kniehose und aufgeben zu wollen, da wir nicht im Besitz der Abonnenten- Sweater zu Hause zu lassen oder auf die Hilfe des Herrn Dr. Röhr Sachverständiger Prof. Dietrich: Man müsse unterscheiden Liste sind. zu verzichten. zwischen den Verhältnissen in kleineren Städten und einer Großstadt wie Berlin. In kleineren Städten werde alljährlich doch nur eine beschränkte Zahl von Bauten ausgeführt und dort werde sich mehr Nachklänge von der Maifeier. Wieder verhandelte das Schöffenein Handelswert der Gelände herausstellen. Es habe sich in vielen gericht einen Fall wie den jüngst von uns berichteten. Diesmal Städten gezeigt, daß die Baugesellschaften einen vollen Ring ge= Während Krankenkassen- Aerzte sich darüber beschweren, daß sie von betraf er den Tischler Beyer. Derselbe sollte sich am 1. Mai, bildet haben und deshalb sei wiederholt darauf hingewiesen worden, manchen Kassenvorständen etwas sehr von oben herab behandelt bormittags, auf der Promenade der Schönhauser Allee einer gedaß die Stadtverivaltungen selbst die Gelände ankaufen und sie dann schlossen marschierenden Abteilung von ungefähr 120 Tischlern, die würden, kann man andrerseits von Mitgliedern der zur Maifeier nach der„ Neuen Welt" gingen, angeschlossen und Unternehmern zum bebauen anbieten möchten. In einer Großstadt wie Berlin sei der Ring von Geländen, die um das Weichbild liegen, so groß, rantentassen die Klage hören, daß ihnen gegenüber der Aufforderung eines Aufsichtsbeamten, sich vom Buge zu trennen, daß von einem großen Trust noch nicht die Rede ist und fleinere Gesell- die Kaffenärzte zuweilen recht turz angebunden zwar Folge geleistet, sich aber vor dem Hause Schönhauser Allee 40 schaften in die Erscheinung treten. Wenn die Terrains, die auf- seien. Nicht selten wird geradezu behauptet, daß die Aerzte einen wieder einer geschlossenen Abteilung zugefellt haben. Beher erhielt geschlossen werden, auf den Markt gebracht werden, so könne das deutlichen Unterschied zwischen Kassenpatienten und Privatpatienten deswegen auf Grund des Straßenpolizei- Reglements einen Strafnur geschehen auf Grund von Tagen von Bau- Sachverständigen. machen und das Krankenkassenmitglied zu einem Patienten zweiter befeht, gegen den er Widerspruch einlegte. In der Verhandlung Er lege hier den Parzellierungsplan der Baugesellschaft Kleiner Klaffe herabdrücken. Wir haben nicht die Absicht, in dieser Frage bemerkte Beyer, er habe lediglich seine Tochter in die Schule gebracht; auf dem Rückwege traf er einige Bekannte, die nach der Tiergarten" vor, an deren Spitze der Geh. Rat en gestanden. den Richter zu spielen schon deshalb nicht, weil wir wissen, daß bracht; auf dem Rüdwege traf er einige Bekannte, die nach der Neuen Welt" gingen, Dort sei in ganz gleicher Weise die Tage aufgestellt worden, wie es leider auch Kaffenmitglieder giebt, die ihrerseits sehr sorgfältig Augenblick, als er ahnungslos auf Befehl des Polizeilieutenants er unterhielt sich mit diesen einen hier. Alle Banken bedienen sich des Rates von Bau- Sachverständigen zwischen einem Privatarzt und einem Kassenarzt unterscheiden und fiftiert wurde. Der vernommene Wachtmeister vermochte diese Dars und viele Gesellschaften haben Bau- Sachverständige als Direktoren. Er weise schließlich auch noch darauf hin, daß sich die Bautverte dem letteren wie einem Arzt zweiter Klasse entgegentreten. Der stellung nicht zu widerlegen. Er fonnte weder bekunden, daß der folcher Gelände immer ändern mit einer Aenderung der Bau- folgende Fall von kassenärztlicher Unterscheidung zwischen Angeklagte sich einer geschlossenen Abteilung angeschlossen noch daß Ordnung. Privatpatienten und Kassenpatienten ist aber doch er der Aufforderung der Polizei sich widersetzt habe. Der Angeklagte, Sachverständiger Geh. Rat Hecht: Sein Gutachten berüd- so lehrreich, daß er weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. dem als Verteidiger der Rechtsanwalt Dr. Heinemann zur Seite sichtigte nicht nur die Praxis kleinerer Städte, sondern auch großer Der Metallarbeiter R., Mitglied der Drts Krantentasse stand, wurde hierauf freigesprochen. Der Vorsitzende wies Städte. Er wiederhole: er stehe auf dem Standpunkte, daß für der Gürtler, ließ sich von dem Kassenarzt Dr. Röhr, wenn Leute sistiert und auf die Anklagebant gebracht würden, denen darauf hin, daß es doch einen schlechten Eindruck machen müsse, derartige umfangreiche Terrains, wie sie hier in Frage stehen, das Kommandantenstr. 45, behandeln. Herr R. begab sich per Fahrrad Nachteiliges nicht nachgesagt werden könne, anstatt diejenigen herausSystem der ind. Ertragstage überhaupt nicht anwendbar ist, weil es unmittelbar zur Folge hat, daß Zukunftswerte und nicht zu dem Arzt und war dabei kostümiert, wie es Radfahrer zu zugreifen, denen wirklich eine Strafthat nachzuweisen sei. Zeitwerte festgestellt werden. Er betone außerdem immer wieder: sein pflegen. Er trug Kniehose, Strümpfe, Schuhe, auf dem Oberes handle sich hier doch immer um Schätzungen, die als Unterlage förper einen weißen Sweater und darüber eine dunkle Jacke. Die Wie die Unfrommen mit den Frommen leiden müssen." Bit für hypothefarische Beleihung der Grundstücke dienen sollten. Kleidung war nicht mehr neu, aber durchaus sauber; R. unfren Ausführungen über den Kolportagebetrieb religiös- erbaulicher Vorsigender Landgerichts- Direktor Heidrich erklärt dann, daß pflegt in ihr den Weg nach und von der Arbeitsstelle zurückzulegen. Schriften durch eine Buchhändlerfirma„ Emil Schwarz Verlag", die Anklage nunmehr durchgearbeitet sei und es nur noch der Wir haben Herrn N. in seiner Wohnung aufgesucht und ihn in deren Ware nicht nur den Frommen, sondern auch den Unfrommen Erledigung der weiter von der Verteidigung noch zu erwartenden diesem Kostüm gesehen, als er eben von der Arbeit nach Hause aufgedrängt wird, schickt uns der Centralausschuß für Beweisanträge bedürfe. Er giebt anheim, diese am Donnerstag geradelt war. Dabei haben wir, nebenbei bemerkt, den Eindruck innere Mission, Abteilung für Schriftwesen", durch Herrn und Freitag während zweier sizungsfreier Tage durch die Bücherrevisoren nachprüfen zu lassen. Es würde dann ein Teil dieser gewonnen, daß er, wie die meisten Radler, selber Wert Pastor Remé die schriftliche Erklärung, daß er unsre verurteilenden Worte vollkommen unterschreibt". Daß aber die Geistlichkeit Beweisanträge am Sonnabend erledigt werden und die am Sonn- darauf legt, seinen äußeren Menschen auch auf dem Wege Abwehrmaßregeln hiergegen ergreife, sei eine ungerechtfertigte Zus abend entgegenzunehmenden letzten Beweisanträge am Montag nach oder von der Arbeit möglichst vorteilhaft zu präſen- mutung, weil feine kirchliche Instanz einem selbständigen Geschäftsihre Erledigung finden können. Der Vorfißende hofft, daß dann tieren. Viermal war er so zu dem Arzt gefahren, um ihn zu manne über seinen Geschäftsbetrieb Vorschriften zu machen" am Dienstag oder Mittwoch mit den Plaidoyers begonnen werden konsultieren. Als er beim vierten Mal vor Herrn Dr. Röhr hintrat, habe. Wir vermuten, daß die Herren vom ,, Centralausschuß usw." fann. bemerkte ihm dieser:„ Wenn Sie in dem Kostüm weiter unsre Ausführungen( vgl. Nr. 151 vom 2. Juli) nicht genau gelesen zu mir kommen, tann ich Sie nicht mehr behandeln." oder fie nicht völlig verstanden haben. Oder hat ihnen einmal zu Dr. Röhr fügte hinzu, er habe noch Privatpatienten, von denen der der heiße Wunsch, den Lesern des Vorwärts" Berliner Partei- Angelegenheiten. sprechen, einen eine oder der andre Anstoß daran nehmen könne. Er stellte schließbie Gelegenheit dazu an den Haaren herbeizuziehen"? Nicht wir, Streich gespielt und sie verleitet, Ober- Schöneweide. Heute abend 8%, Uhr findet bei. Kaufholt, lich dem unvorschriftsmäßig gekleideten Kassenpatienten anheim, sondern, wie in Nr. 151 deutlich gesagt ist, einer unsrer Leser, aus Wilhelminenhofftr. 18, die Generalversammlung des fünftig fieber nach Schluß der Sprechstunde zu kommen, da tolle er dessen Einsendung wir zur Warnung für andre ein paar Säge Wahlvereins statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen ihn gern empfangen, sofern er dann noch zu Hause sei. Der Patient wiedergaben, hat die oben erwähnte Zumutung gestellt. Wir wissen Dr. Bernstein. Diskussion. Kassenbericht. Sommerfest. Neue im Radlerkostüm lehnte dankend ab. Er erklärte dem Arzt, er werde selber, daß die Geistlichkeit einem Geschäftsmann keine„ Vorschriften Mitglieder werden aufgenommen. Gäste, auch Frauen, haben Zutritt. ihn überhaupt nicht weiter bemühen, und wollte sich sofort entfernen. zu machen" hat. Aber wir haben allerdings angenommen, daß sie Steglik. Heute abend 8 Uhr findet im Restaurant Gam Dr. Röhr lenkte nun ein, nötigte den Stadler zum Sizen und unterbrinus( Schellhase), Ahornstr. 15a, die regelmäßige Versuchte ihn noch einmal trog Kniehose und Sweater. Vor weiterer Berührung mit diesem Patienten wird er allerdings bewahrt bleiben; 25 Jahren und heute. Vereinsangelegenheiten. Groß Lichterfelde. Die Monatsversammlung das betreffende Kassenmitglied wird ihn nicht wieder in Wer Wahlvereins am 8. d. M. fällt aus. Die restierenden Mit- legenheit bringen. glieder werden ersucht, bis zur Versammlung im August ihre Bei- Das interessante Vorkommnis aus der Praxis eines Kaffenarztes träge zu entrichten. Desgleichen sind die Sammllisten von der Wahl ist dem Kassenvorstand mitgeteilt worden, der in eine Prüfung der sofort beim Raffierer abzurechnen. Frage eintreten wird, ob Sweater und Kniehose wirklich so jammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bor = Das Conclave. des " " " danach in dem vorliegenden Falle auch gar kein Verlangen haben werde. Es freut uns, zu hören, daß es anders ist; denn wir dürfen nun hoffen, daß sich die Geistlichkeit fünftig Mühe geben wird, wenigstens jene andren ungebetenen Besucher, die dem Einfluß der Geistlichkeit erreichbar sind, in die gebührenden Schranken zu berweisen die Sonntagspredigt- Berteiler, die StadtmissionsSendboten und was sonst noch als lästiger Gast mehr an die Thür der un frommen als der Frommen Klopft und dann manchmal ebenfalls nur schwer abzuweisen ist.] gaben sich die Kardinäle während der Wahlhandlung jeden werden, weil abgesehen von den persönlichen Interessen, Beeinflussungen Abend in ihre Wohnungen zurück, jetzt aber müssen sie vom und Intriguen im Kardinalskollegium, Parteiungen der verschiedensten Morgen des zweiten Tages an bis zur vollzogenen Wahl in den Art, nationale kirchliche und politische, verschiedene Rücksichten auf die Nach dem Tode des Papstes Clemens IV.( 1271) konnten sich die engen düsteren Räumen verbleiben. Wer die Paläste der römischen weltliche Macht, auf die großen Orden ze. existieren. Diese Zwiespältigkeit in Viterbo versammelten Stardinäle über den Nachfolger nicht Stirchenfürsten kennt, wer weiß, über welche großen Mittel fie ver- im Kardinalskollegium tritt erst im Conclave in volle Erscheinung. Vor einigen. Da gebrauchte der Präfekt dieser Stadt ein recht eigen- fügen, und daß die meisten von ihnen auch nicht verächter der demselben beugten sich die meisten Kardinäle unter den Befehlen artiges Mittel, um das in Parteiungen zerklüftete Kardinalkollegium Freuden des Lebens und der Geselligkeit sind, der wird begreifen, des Papstes, noch mehr nahmen sie oft Rücksicht auf die Günſtlinge zu zwingen, endlich zu einem Resultat zu gelangen. Er schloß alle daß diese Einsperrung und vollständige Abschließung von der Außen- des Papstes. Alle diese Rücksichten verschwinden mit dem Tode, anwesenden Kardinäle in einem besonderen Gebäude ein, um sie da- welt ein nicht zu unterschäßendes Mittel ist, um eine rasche Be- wird es doch erst vom Ergebnis der Papstwahl abhängen, wer durch zur Beschleunigung der Wahl zu veranlassen. Aus dieser Wahl endigung des Wahlaktes herbeizuführen. Die meisten Kardinäle fünftig im Vatikan zu befehlen hat, wer zum Vollstrecker des päpstging ein Papst hervor, der sich den Namen Gregor X. beilegte. stehen auch im hohen und höchsten Greifenalter, schon deshalb muß lichen Willens gemacht wird, wer Ehren, Stellen und Vorteile ver Auf dem allgemeinen Konzil zu Lyon, das drei Jahre nach dieser diese Versetzung in ungewohnte Verhältnisse, dieser Verzicht auf alle geben wird. Bestehen num aber heute schon mehrere Gruppen unter Bapstwahl stattfand, wurden diese Maßnahmen bei der Bapstwahl zum Lebensgewohnheiten für sie etwas Drückendes haben. Die den Kardinälen, so ist, wenn sie im Conclave versammelt sind, Geseze erhoben. So ist der Präfekt von Viterbo, Rainer Gotto mit Thüren und Fenster des fleinen Raumes, der ihnen zur nicht mehr daran zu denken, daß eine Wahl per Acclamation stattseiner etwas energischen Polizeimaßregel der Schöpfer des Conclaves Verfügung gestellt wird, werden bermauert, nur eine finden könne. geworden. Freilich hat diese Einrichtung im Laufe der Jahrhunderte fleine Deffnung zur notdürftigen Beleuchtung wird offen gelassen, Ebensowenig Wahrscheinlichkeit hat bei einer fünftigen Papstdurch eine ganze Reihe von gefeßlichen Bestimmungen Aenderungen bloß ein Ausgang gegen den Korridor bleibt jeder Abteilung offen, wahl die andre firchenrechtlich mögliche Form: per compromissum. erfahren, das System ist ausgebaut worden, bis es bei den Papst für den Fall der Erkrankung und behufs des täglich zweimaligen Diese Wahlform, die auch schon seit sehr langer Zeit aus der Uebung wahlen der letzten Jahrhunderte die Gestalt annahm, wie bei der Ganges zur Wahlkapelle. Die Haupteingänge, welche die Verbindung gekommen ist, findet in der Weise statt, daß alle anwesenden Kardinäle bevorstehenden. mit der Außenwelt ermöglichen würden, werden mit Schlössern und ihre gesamten Rechte bei der Wahl an einen kleinen Ausschuß von Unter Conclave versteht man sowohl das für die Kardinäle zur Siegeln sorgfältig abgesperrt, bis auf einen, an dem aber eine zahl- mindestens zwei Kardinälen übertragen, der sich über den künftigen Vornahme der Papstwahl besonders eingerichtete und sorgfältig ab- reiche Wache dafür sorgt, daß jeder Verkehr mit der Außenwelt un- Papst zu einigen hat, und den alle übrigen dann anerkennen. Dies geschlossene Gebäude, wie auch die zu diesem Behufe stattfindende möglich gemacht wird. Nur durch Triller können die Kardinäle zur be- jenigen, die mit der Wahl des Papstes betraut wurden, müssen dann Bereinigung der Kardinäle, der höchsten Würdenträger der katholischen stimmten Essenszeit Speisen und Getränke erhalten, aber bevor die Mahl wieder schwören, daß sie in lauterster und uneigennützigster Weise Kirche, deren Zahl niemals 70 übersteigen darf. zeiten in den Raum des Conclaves geschoben werden können, überzeugt nur das Interesse der Kirche vor Augen halten, daß sie vor allem Das Conclave soll jedesmal an dem Ort stattfinden, an dem sich ein eigens zu diesem Zweck beeidigter Wächter, daß keine schrift- bestimmte, berpönte Formen, so z. B. die Wahl durchs Los, der Papst mit Tod abgegangen ist. Es findet somit in den meisten liche Mitteilung mit den Speisen eingeschmuggelt wird. Die Triller unterlassen werden. Diese beiden Formen der Papstwahl sind seit Fällen in der Residenz des Papstes, in Rom statt. Seitdem die werden, nachdem die Speisen hineingeschoben sind, von außen zu langem vollständig in den Hintergrund gedrängt durch die Einverleibung des Kirchenstaates in das Königreich Italien dazu gerollt und dann durch den dienstthuenden Prälaten von außen ver- viel weniger poetische, der Wahl per scrutinium, das ist geführt hat, daß der Papst das Gebiet des Vatikans niemals ver- fiegelt, für die gleiche Vorsichtsmaßregel forgt von innen der mittels einer geheimen Abstimmung durch Stimmzettel, die so lange läßt, um den Glauben zu erwecken, daß er ein Gefangener in dem Ceremonienmeister. Auch über die Art und Menge der Mahlzeiten, fortgesetzt wird, bis sich auf einen Kandidaten eine Zweidrittelreichsten und herrlichsten Palaste der Welt sei, versteht es sich von nicht nur über ihren Zeitpunkt bestehen genaue Bestimmungen, die mehrheit vereinigt. An jedem Tage wird zweimal gewählt. Alle selbst, daß die Papstwahl in Rom stattzufinden hat. Aber auch in auch eine Verkürzung der Wahlhandlung veranlassen sollen. Während Garantien für das Geheimnis der Wahl werden vorgenommen. früheren Jahrhunderten bildete die Papstwahl in Rom die Regel. nämlich in den drei ersten Tagen den Kardinälen die Auswahl der Die Stimmzettel werden versiegelt und zwar nicht mit dem Siegel Während aber bei der Wahl der drei Vorgänger Leos XIII. der Wahl- Speisen frei steht, wird ihnen vom vierten Tage ab die Menge und des Wählers, sondern mit einem fremden Siegel, in verstellter aft im Quirinal stattfand, war dies selbstverständlich bei der die Art des Mahles, und zwar nicht reichlich, vorgeschrieben. Durch Schrift wird der Name des Kandidaten aufgeschrieben und als Wahl Leos XIII. nicht möglich, weil im Quirinal der König von strenge Eide soll strengstes Stillschweigen über alle Vorgänge Unterschrift wird nicht der Name gesezt, sondern ein Satz oder eine Italien Hof hält. Die Wahl Leos XIII. fand deshalb in der Cappella beim Conclave erzielt werden. Ist das Conclave zufammen 8ahl. Bei der Wahl schwört man, daß man nur denjenigen wähle, Baulina, in einem Flügel des Vatikans statt, wo auch bis zum getreten, so ist in den nächsten drei Tagen den in Rom anwesenden den man vor Gott tauglich halte. Ist eine Zweidrittelmehrheit Jahre 1800 die meisten in Rom vorgenommenen Bapstwahlen er- Stardinälen der Zutritt zu demselben noch gestattet, wenn sie aus nicht zu stande gekommen, so werden in einem speciell für folgten. Wenn der Papst stirbt, erhalten die Bauleute zu thun. irgend welchen Gründen nicht schon vom ersten Tage ab an der diesen Zweck bestimmten Kamin die Stimmzettel verbrannt. Das Sofort werden im ersten Stockiverte des erwähnten Gebäudes die Wahlhandlung teilnehmen. Die aus entfernteren Gegenden kommenden kleine Wölkchen, das dem Schornsteine entströmt, ist für die außengroßen Säle durch hölzerne Wände in eine Reihe von Zimmern Kardinäle werden zum Conclave zugelassen, wenn sie drei Tage nach stehende Menge, für alle, die an dem Fortgange der Bapstwahl zerlegt, und jedes derselben wird wieder in drei bis vier Zellen ihrer Ankunft in Rom der Wahlversammlung beitreten. Verläßt interessiert sind, das Zeichen, daß die Wahl noch nicht beendet ist. geteilt. Dieselben werden mit einem Kruzifige, einem Bette, einem aber ein Kardinal wegen Krankheit oder aus sonstigem Grunde das In der Theorie ist der Kreis der wählbaren Personen ein Tische und einigen Stühlen ausgestattet. Conclave, so darf er unter feinen Umständen wieder an demselben unendlich großer, kann doch jeder der Keßerei nicht verfallene Am 10. Tage nach dem Tode des Papstes oder an dem seiner teilnehmen. katholische Christ, Geistlicher wie Laie, gewählt werden, ja selbst der Bestattung folgenden Tage versammeln sich die Wahlmänner der Nach drei Formen kann der Wahlakt vor sich gehen, erftens unverheiratete Stand ist teine Voraussetzung der Wählbarkeit. Ist katholischen Kirche, die Stardinäle im Vatikan. Nach einer religiösen durch Acclamation, d. h. durch einstimmig erfolgte Wahl, durch all die Frau eines Verheirateten einverstanden, so kann ihr Mann lebung( Messe) werden sie aufgefordert, den würdigsten als„ Štatt- gemeine Huldigung aller Kardinale einem Auserwählten gegen- Papst werden. Wurden in früheren Zeiten Laien auch zu Päpsten halter Christi auf Petri Stuhl zu erheben", dann ziehen sie in einer über. Diese Wahl nennt man quasi per inspirationem, getvählt, so ist seit langer Zeit, wenn auch an den BeArt Prozession in den Raum des Conclaves, hierauf in die Sixtus- d. h. durch göttliche Eingebung, beziehentlich durch Eingebung timmungen nichts geändert ist, die Wahl auf den Kreis der kapelle, dort werden ihnen die auf die Wahlordnung bezüglichen des heiligen Geistes. Diese Form ist aber seit drei Jahrhunderten Stardinäle beschränkt, ja es hat sich die Uebung seit dem Jahre 1522 Bullen der früheren Päpste vorgelesen, deren Einhaltung fie dann gänzlich aus der llebung gekommen, wenn sie auch niemals formell erhalten, daß nur ein italienischer Kardinal Papst werden könne, zu beschwören haben. Jeder einzelne von ihnen hat hierauf zu abgeschafft wurde und eine Wiederholung firchenrechtlich nicht aus was ja dadurch gesichert ist, daß faft immer die Italiener die Mehrpersprechen, daß er am Abend wiederkehren würde. Früher be- geschlossen ist. Freilich praktisch kann sie als unmöglich betrachtet heit im Kardinalkollegium bilden. Destreich, Frankreich und Spanien m Die Mischehen bilden in Berlin gegenwärtig etwa ein Sechstel| Vorsitz des Grafen Keller hatte früher nur dann mit der Polizei| Baugewerbe, 57 auf Fabriten aller Art, 521 auf svg aller hiesigen Eheschließungen. Im Jahre 1902 wurden hier Fühlung, wenn ein Einschreiten notwendig wurde. Jetzt stehen der übrige Handwerk und Gewerbe, während 21 nicht unter die 19 138 Chen geschlossen, darunter waren 16 083 Ghen zwischen Centralstelle in Berlin zwei Kriminalkommissare, v. Treskow und Zuständigkeit des Gewerbegerchts fielen. Erledigt wurden dnarch Personen gleicher Konfeffion und 3055 Chen zwischen Personen Dr. Kopp, unter der Oberaufsicht des Ober- Regierungsrats Dieterici Zurücknahme vor dem Termin 9 Klagen, durch Zurücknahme verschiedener Konfession. Der Anteil dieser letteren, der sogenannten vor. Sämtliche Angelegenheiten, die innerhalb des preußischen Termin 95, durch Anerkenntnis 24, durch Vergleich 234, durch Mischehen, an der Gesamtzahl der neu geschlossenen Ghen war rund Staates mit dem internationalen Mädchenhandel irgendwie in Ver- rechtskräftiges Versäumnisurteil gegen den Kläger 43, durch rechts16 Proz. In den einzelnen Konfessionen ist indes der Mischehen- bindung gebracht werden können, müssen sofort der Centralstelle träftiges Versäumnisurteil gegen den Beklagten 73, durch Ruhenlassen der Anteil sehr verschieden. Es waren unter den 19 138 heiratenden gemeldet werden. Von hier werden behufs weiterer Nachforschungen Klagen, abweisenden Beschluß wegen Ünzuständigkeit 115 Klagen. Männern 15 995 evangelische, 2313 katholische, 737 jüdische, oder zum Zwecke neuer Maßnahmen die Beamten unmittelbar an Unerledigt blieben 19 Klagen. Von den Klagen wurden nur 135 in 92 dissidentische, 1 ohne Angabe der Konfession, unter den 19 138 Ort und Stelle geschickt. Das Berliner Polizeipräsidium ist, wie brauchbarem Zustande schriftlich eingereicht, 789 wurden zu Protokoll heiratenden Frauen 16 295 evangelische, 2110 fatholische, 695 jüdische, auch die übrigen in Frage kommenden Behörden, bei den fünftigen des Gerichtsschreibers erklärt. Als Einigungsamt ist das Gewerbe37 dissidentische, 1 ohne Angabe der Konfession. Da 14 639 rein Kongressen mit Sig und Stimme vertreten. gericht im Berichtsjahre nicht angerufen worden. In 15 Fällen evangelische Ehen geschlossen wurden, so gingen eine Mischehe ein von den 15 995 evangelischen Männern 1351(= 8 Proz.), von den Sonntag mitteilten, ein Knabe durch Ertrinken ums Leben kam, Zu dem Unfall an der Michael- Brücke, bei dem, wie wir am wurde gegen das Endurteil Berufung eingelegt. Rigdorf. Im Waschtopf ertrunken ist das anderthalbjährige 16 295 evangelischen Frauen 1651( 10 Proz.). Die Zahl der rein werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß das traurige Vor- Töchterchen Frieda der Reuterſtr. 22 wohnhaften Haaſeſchen Eheleute. katholischen Eheschließungen war_808. Es schritten also von den kommnis möglich geworden ist durch die mangelhafte Be Während die Mutter nach dem Boden gegangen war, um Wäsche 2313 katholischen Männern 1505(= 65 Proz.), von den 2110 katholischaffenheit, in der hier das Spree Ufer sich befindet. aufzuhängen, war das kleine Mädchen, welches allein in der Wohnung schen Frauen 1302(= 62 Pro3.) zu einer Mischehe. Bei den Juden Das jüdliche Ufer soll einmal als uferstraße ausgebaut werden. An geblieben, in den auf dem Fußboden stehenden gefüllten Waschtopf wurden 615 Eheschließungen zwischen Personen gleicher Konfeffion der Michael- Brücke, vor dem an der Ecke der Michaelkirchstraße und gestürzt. Als die Mutter zurückkam, war ihr Liebling bereits tot. gezählt, von den 737 jüdischen Männern blieben hiernach 122 gezählt, von den 737 jüdischen Männern blieben hiernach 122 des Ufers liegenden Grundstück ist bereits ein Stück dieser Uferstraße Der Droschkenfuhrherr Gollnisch, Hohenzollernplatz 20 wohnhaft, 17 Broz.), von den 695 jüdischen Frauen 80( 12 Pro3.) übrig, vorhanden; es ist aber nur erst von der Hausfront bis zur Mitte hielt am Montagabend mit seiner Droschke vor der„ Neuen Welt" die eine Frau bezw. einen Mann andrer Konfession heirateten. des Dammes reguliert und gepflastert, während die andre Hälfte des in der Hafenheide. Plötzlich fiel er vom Kutscherbock in die Droschke Zwischen Dissidenten wurden 20 Chen geschlossen. Von den Dammes, der an 92 dissidentischen Männern hatten 72(= 78 Proz.), von den der Spree sich hinziehende Streifen, noch und war tot. Ein Herzschlag hatte dem Leben des 56jährigen Mannes 37 dissidentischen Frauen 17(= 45 Proz.) eine Frau bezw. einen wist liegt. Dieser Streifen nun wird gern von den Kindern ein jähes Ziel gesetzt. der Umgegend aufgesucht und Mann aus einer andren Konfessionsgruppe gewählt. Eine Ghe ist von der regulierten Dänmhälfte durch eine mit Stachel- vorsteher die Zeichnung des dem Orte durch Kabinettsorder verbenutzt. zum Spielen Er Dev Schmargendorfer Gemeindevertretung legte der Gemeindeendlich wurde geschlossen zwischen einem Mann und einer Frau, von draht versehene Barriere getrennt und denen über die Konfession eine Angabe nicht zu erlangen war. an der Brücke durch liehenen Wappens vor. Die Anbringung des Wappens am Rathause einen Baum abgeschlossen. Aber eine Thür im Zaun, die nicht immer wird beschlossen. Von dem gleichzeitigen Vorschlag, den jezigen„ unSternberg wieder in vollster Thätigkeit. Glücklicherweise aber geschlossen gehalten wird, ermöglicht den Kindern das Betreten des schönen" Ortsnamen in„ Markgrafendorf" umzuwandeln, nimmt die nicht auf dem Gebiete, das seinen Namen in den letzten Jahren so unregulierten Terrains, dessen steile, zu einem morschen Bohlwert Gemeindevertretung zunächst Kenntnis. Gleichzeitig wurde der Geberüchtigt und populär gemacht hat, sondern auf dem ihm nicht hinabführende Böschung gegen das Wasser nur auf wenige Schritt meindevertretung die in Drud gelegte Geschichte des Drtes überminder vertrauten Boden der Spekulation großen Stils. Von durch einen zerbrochenen Zaun abgegrenzt ist, aber sonst fast in ihrer reicht.- Der Bau der Turnhalle wurde dem Baumeister Krone, der der gestrigen außerordentlichen Generalversammlung der Deutschen ganzen Ausdehmung frei und ungeschützt daliegt. In der Nachbar- bei beschränkter Submission die Mindestforderung von 64 500 M. stellte, Kredit- und Bodenbank in Liquidation werden schaft ist bereits über diesen gefährlichen Zustand geklagt worden, übertragen und eine Kommission eingesetzt, welche die Ausführung berichtet: Der außer doch scheint die Polizei bisher nichts dagegen einzuwenden gehabt zu der Arbeiten zu kontrollieren hat. Bei der letzten Etatsberatung ordentlichen Generalversammlung lag der Antrag auf Ab- haben. Vielleicht wird nun wieder einmal das Sprichwort zu Ehren wurde die Mietsentschädigung für unverheiratete Lehrer von 300 auf berufung der bisherigen Liquidatoren und Wahl kommen, daß der Brunnen zugedeckt wird, wenn das 400 M. erhöht. Da die Lehrer aber Dienstwohnungen im Rathause von neuen Liquidatoren vor. Wie der Vorsitzende mitteilte, ist der Kind hineingefallen ist. im Werte von 300 M. inne haben, so petitionierten sie um AusAntrag von dem Großaktionär August Sternberg Paris eingebracht worden. Eine Begründung der Anträge fand nicht Kohlenwagen fand gestern in der Grimmstraße statt. Das letztere, Unverheirateten durch die unmöblierte Dienstwohnung finanzielle Ein schwerer Zusammenstoß eines Straßenbahnwagens mit einem zahlung der 100 M. Differenz mit der Begründung, daß ihnen als statt; auch der Vertreter des Großaltionärs lehnte jede Erklärung der Firma August Berg, Trebbinerstr. 2, gehörige Fuhrwerk bog Lasten und Unbequemlichkeiten auferlegt find, die für sie bei Privatab. Ein Aktionär bezeichnete diese Art des Vorgehens als eine Ver- unmittelbar vor einem Straßenbahnzug der Linie 30( Winterfeldt wohnungen nicht bestehen. Das Gesuch mußte aus gesetzlichen gewaltigung der Minorität. Der Vorsitzende erwiderte, straße- Müllerstraße) auf das Straßenbahngeleise und wurde, obwohl Gründen abgelehnt werden. Jedoch soll den betreffenden Lehrern daß die Minorität im ganzen aus 30 Attien gegen 450 Attien, der Führer des Kraftwagens Gegenstrom gab, angefahren. Der in Zukunft der Feuerungsbeitrag zur Centralheizung erlassen werden. die sich im Besize von Sternberg befinden, bestehe und daher Anprall war so heftig, daß der Kohlenwagen zur Seite geschleudert Eine durch wiederholte Diebstähle veranlaßte Eingabe des Bürgervereins, kaum in Betracht komme. Der Antrag auf Abberufung der Liqui- wurde und der Kutscher Holzke sowie seine beiden Mitfahrer auf im Interesse der nächtlichen Sicherheit den Nachtwächtern die Bedienung datoren wurde hierauf mit 450 gegen 6 Stimmen angenommen und den Straßendanum stürzten. Während der erstere mit leichten der Laternen abzunehmen, bekämpfte der Gemeindevorsteher mit der die Herren Hermann Leschke, August Schmidt und Mar Starcke zu Liquidatoren ernannt. Der bisherige Liquidator Bohm gab die Kontusionen davon kam, erlitten die beiden Mitfahrer, deren Namen Begründung, daß nur durch Vermehrung der Polizei eine größere Erklärung ab, daß die von Sternberg zur Sicherung eines noch nicht festgestellt worden sind, schwere innere und äußere Sicherheit zu erlangen sei. Bei der nächsten Etats- Aufstellung foll Vertrages bei der Bank deponiert gewesenen 450 Aftien diesem Berlegungen. Sie wurden in bewußtlosem Zustande nach dem nunmehr die Frage des Sicherheitsdienstes besonders eingehend Urban gebracht. am Der Kaufmann Emil geprüft werden. Das Ober- Verwaltungsgericht wird endlich am Aktionär, der Schuldner der Bank sei, von einem Unterbeamten Gaedice, Müllenhoffstr. 12 wohnhaft, fuhr auf einem Zweirade in 6. Oktober über die Gültigkeit der Wahl des amtstreuen Gemeindein gutem Glauben auf Verlangen nach Paris gesandt worden dem Augenblick des Zusammenstoßes an dem Kohlenwagen vorbei, verordneten Schmidt entscheiden. Die" Wahl" fand bereits im März feien. Die bisherigen Liquidatoren hatten die Absicht, gerichtlich wurde von diesem erfaßt, zur Seite geschleudert und fiel so un vorigen Jahres statt, wurde aber von beiden Vorinstanzen für ungegen Sternberg borzugehen, was ihnen durch ihre Abberufung unmöglich gemacht werde. Die Liquidatoren verglücklich, daß er eine Verstauchung der linken Hand und eine Wunde gültig erklärt. langten daher Entlastung. Die Erklärung wurde zu Protokoll gegeben, unfallstation ein Verband angelegt war, sich nach seiner Wohnung unter dem linken Auge erlitt. Er konnte, nachdem ihm auf der eine Erwiderung seitens des Vorsitzenden erfolgte nicht. der Kontroller verbogen und die Vorderplattform eingedrückt, an dem begeben. An dem Straßenbahnwagen war durch den Zusammenstoß Kohlenwagen das linke Hinterrad zertrümmert. Man wird nicht sagen können, daß der biedere Herr Sternberg feine„ geschäftliche" Thätigkeit nach seiner jezigen Entlassung aus dem Zuchthause würdiger hätte beginnen können. Andrerseits aber muß man auch feststellen, daß man nicht gerade ein Sternberg zu sein braucht, um so, wie oben beschrieben, in der Börsen- und Bankspekulation vorzugehen. Herr Sternberg hat auch auf diesem Gebiete sehr würdige Kollegen im Reiche des Kapitalismus. Krankenhause Beim Spielen in den Urbanhafen gestürzt ist gestern nachmittag die achtjährige Tochter des Arbeiters Müller. Die Kleine spielte mit andern Kindern an der Freitreppe neben dem großen Krahn am Stichtanal, lief die Stufen hinunter, glitt ab und stürzte in die Fluten. Durch das Hilfegeſchrei der übrigen Kinder wurden Schiffer Hafens die Kleine aus dem Wasser zu ziehen, ehe sie ernstlichen auf den Unfall aufmerksam gemacht, denen es gelang, mittels BootsSchaden genommen hatte. Schaden genommen hatte. Potsdam an der Saarmunder Chaussee die 6jährige Tochter Die Festnahme des Unholds, welcher Ende voriger Woche bei schleppte und zu vergewaltigen suchte, ist der Potsdamer Polizei ge= Agnes des Abdeckereigehilfen Oberstädt überfiel, in ein Kornfeld glückt. Es ist der 19jährige arbeitslose Bäckergeselle Hugo Ganzer aus Neuendorf, welcher bei seinen Eltern in der Junkerstraße 60 zu Potsdam wohnte, sich aber nach dem Ueberfall verborgen hielt, bis es gelang, ihn zu ermitteln und dingfest zu machen. Ganzer leugnete anfänglich, hat aber schließlich, als ihm die kleine Oberstädt, welche er mit der Hand arg verlegt hat, gegenübergestellt wurde, die That er durch den Biß des sich gewaltig wehrenden Kindes erhalten hatte. eingeräumt, zumal er noch am Finger die Wunde aufwies, welche Eingegangene Druckschriften. 1 Eine Central- Polizeistelle zur Bekämpfung des internationalen Mädchenhandels wurde als ein neues Decernat mit dem heutigen Tage bei der Kriminalpolizei errichtet. Solche Stellen werden auf eine Anregung Frankreichs, wo die Kongresse stattfanden, über die ganze civilisiert Welt verbreitet werden. Die Verhandlungen über Liebestragödie. Unweit Schlachtenfee wurde gestern ein LiebesSie Einrichtung fanden auf diplomatischem Wege durch das Aus- paar erschossen aufgefunden. Die beteiligten Bersonen sind der Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben bas wärtige Amt statt. Wie in Berlin, so wurde auch in Paris und in 22jährige Xylograph Rudolf Schwedner und die 20jährige Arbeiterin, 40. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben Wien je eine solche Centralstelle errichtet. Das Komitee zur Be- auch Aufwärterin Martha Röseler. Sch. ist der Sohn eines Schneiders, wir hervor: Von Extra- und andrer Wurst. Das Facit des Wahlkampfes. kämpfung des internationalen Mädchenhandels in Deutschland unter der vor 6 Jahren seine Familie verließ. Er bewohnte Dennewitz- Bon A. Bebel. Die Socialdemokratie im Gebiet der rheinisch- westfälischen Die Entwicklung der schweizerischen straße 24a bei einer Witwe G. ein möbliertes Zimmer. Von seiner Großindustrie. Von Wilhelm Düwell. Das Problem der Befruchtung. Mutter und seinen 20 und 18 Jahre alten Brüdern zog er fort, weil Fabrikindustrie. Von Dionys Zinner. haben das Recht, je einen mißliebigen Kardinal von der Wahl aus er„ num Gehilfe geworden sei und nun ein möbliertes Zimmer haben und Gemeindedienst. Von Paul Lange. Bou Kurt Grottewig. Das Elend der Bureau- Angestellten im StaatsLitterarische Rundschau: Joseph zuschließen. So beschränkt sich in Wirklichkeit die Wählbarkeit des müsse, da er mit den Brüdern nicht mehr zusammen schlafen könne". Bopper, Das Recht zu leben und die Pflicht zu sterben. Von Konrad geistlichen Oberhauptes von mehr wie 200 Millionen katholischen Um diese Zeit hatte er auch seine Braut in einem Variété- Theater Schmidt. Harald Westergaard, Die Lehre von der Mortalität und MorChristen auf den engen Kreis von kaum 60 Personen und die Wahl in der Golzstraße kennen gelernt. Seit 4 Jahren hatte sie das bilität. Von Oda Olberg. selbst wird vorgenommen von kaum 60 Personen. Während früher Elternhaus verlassen, weil sie nach Angabe der Stiefmutter sich dem die Papstwahlen erst vollzogen waren, wenn die weltliche Macht Bater nicht fügen wollte und wohnte zuletzt Steinmetzstraße 45. die Gewählten anerkannt hatte, entweder der römische Kaiser oder Am Sonnabend sah Martha Röseler verweint aus und ging nicht nachher der byzantinische und dann der deutsche Kaiser oder auch, auf Arbeit, abends holte sie Schwedner aus seiner Wohnung ab, tver sonst Herr von Rom war, so ist seit dem Jahre 1086 die Wahl nachdem er noch bis dahin in einer Buchdruckerei gearbeitet hatte. durch die Kardinäle eine endgültige und unbestreitbare. Bevor die Beide gingen niedergeschlagen fort. Am Sonntagmorgen lief bei Kardinale das Wahlkollegium bildeten, hatte das Volk von Rom einer Frau Braun in der Monumentenstraße 1 in Schöneberg, bei einen starken Einfluß auf die Wahl und auf die Anerkennung des der die Röseler früher wohnte, ein Brief ein, der nachts um 12 Uhr Wahlattes. Nun aber ist seit langem der von den Kardinälen Ge- in Schlachtensee aufgegeben wurde. Dieser lautet:„ Liebe Frau wählte unbestritten in der Papstwürde. Seit 1417 ist auch kein Braun! Wenn Sie diese Zeilen erhalten, bin ich nicht mehr an dem Fall mehr vorgekommen, daß einem Papste ein Gegenpapst entgegen- Leben, denn ich habe es gründlich satt. Meine Uhrtette, die noch bei gestellt wurde. Ihnen ich habe, kann Ihre Tochter Erna tragen. Leben Sie wohl. Martha Nöseler." Die beiderseitigen Angehörigen wußten um das Verhältnis, sind aber nicht hindernd dazwischen getreten. Die Leichen wurden durch die Mutter Schwedners und durch den Vater des Mädchens festgestellt. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die mur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. " Ed. Bernstein, Berlag J. H. W. Die Nachfolger in Stuttgart, ist soeben Von den„ Dokumenten des Socialismus", herausgegeben von das 7. Heft des III. Bandes erschienen. 3. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Bandervelde, Emile: L'Exode Rural et le retour aux Champs. In englischer Sprache. Barnes, G. R.: Mosely Industrial Commission to the United States of Amerika. Independent Labour Party. Report of the Eleventh Annual Conference, April 1903. II. Aus der Geschichte des Socialismus. Sankt May. Aus einem nach gelassenen Werte von Mary- Engels über Mar Stirner. Der Kommunismus. L'Ange, der Vorläufer Charles Founters in der ersten Epoche der französischen Revolution. demokratischen Arbeiterpartei Hollands. III. Urkunden des Socialismus. Beschluß des Parteitags der SocialBeschlüsse des Parteitags der I. Kritische Bibliographie des Socialismus. 1. In deutscher Sprache. Arbeitersekretariat in Bertin( Berliner Gewerkschaftskommission). 14. Jahresbericht und Kassenbericht pro 1902. Deutscher Bergarbeiter- Verband. Haben zwei Drittel der Kardinäle ihre Stimmen auf einen der Jahresbericht, erstattet vom Borstand des Verbandes pro 1902. Wen soll der Arbeiter wählen? Von Richard Calwer. ihrigen vereinigt, so wird der Gewählte befragt, ob er annimmt. Gisler. Sociologie. Von Dr. Rud. Die empiristische Geschichtsauffassung David Humes. Von Zuerst muß er sich weigern, und erst bei der zweiten Befragung Dr. Julius Goldstein. Bauten auf fremdem Grund. Bon Dr. Karl muß er sich zur Annahme bereit erklären, wobei er sofort seinen Grünberg. Landwirtschaft und Socialdemokratie in fittlicher Beleuchtung. Papstnamen angiebt. Hierauf findet die Huldigung statt und zivar Von Herm. Köhler. Geld-, Bank- und Börsenwesen. Von Georg Obst. mit Fuß- und Handfuß, die der Papst mit dem Friedenskuß auf die Aus der Dahme gelandet wurde die Leiche eines etwa 50 jährigen Das Vereinsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches und die GewerkschaftsWange erwidert. Der erste Kardinal, der dem Papst gehuldigt hat, Mannes, der den bessergestellten Kreisen angehört zu haben scheint. bewegung. Von Dr. jur. Kurt Rosenberg. Kartelle und Trust. Bon Der Alkoholismus im Gebiet von Mährisch- Dftrau. eilt dann auf einen Balton, in lateinischer Sprache verkündigt er Er hat graudurchzogenes Haar, einen Bart mit ausrasiertem Stinn Dr. S. Tschierschkh. dann der den weiten Plaz vor dem Vatikan füllenden Volksmenge und am Oberkiefer mur 3 Zähne. Seine Sachen bestehen aus einem Bon Dr. R. Wlassad. Politische Anthropologie. Von Dr. Lud. Woltmann. Eine ganze Reihe von weiteren schwarzen Rockanzug, braunen Strümpfen, Schaftstiefeln, Vorhemd, Die Arbeiterbewegung in den verschiedenen Kulturstaaten der Gegens das Ergebnis der Papstivahl. 2. In französischer Sprache. Budon, Adrien: Ceremonien folgt, noch ein zweites Mal müssen die Kardinale dem Umlegekragen, Knotenkrawatte, Unterbeinkleidern und Hemd ohne wart. Von A. Zeiß. Novicow, J. L'affranchissement de Papste mit dem Fußluß huldigen, dann ein drittes Mal an einem Beichen, sowie aus einem mit einer weißen Hornkrücke verfehenen Socialdemocratie pratique. la Femme. Gorel, G.: La Crise de la Pensée Catholique. späteren Tage, zu welcher Ceremonie auch andre hohe Priester und der braunen Spazierſtock. An der Stelle, wo der Mann aus dem Waffer römische Adel zugelassen werden. Gleich nachdem der Papst die Annahme gezogen wurde, fand sich später ein großer gelb und weißgefleckter, der Würde erklärt hat, werden ihm von den Kardinälen die päpstlichen langhaariger Hund ein, der vielleicht dem Unbekannten gehörte. Der Gewänder angelegt, was man die Immantation des Bapstes nennt, Hund wurde einem Eishändler in Pflege gegeben. worauf sich die Inthronisation anschließt, d. h. die Besißnahme des Stuhles Petri, womit formell der Papst sich zum Nachfolger des Apostelfürsten erklärt. An einem der nächsten Sonn- oder Festtage Hus den Nachbarorten. findet die Krönung des Papstes statt, von da ab datiert er erst seine Lichtenberg. Bei der gestrigen Gemeindevertreter- Wahl wurde Regierungszeit, wenn auch seine Machtvollkommenheit von dem Augenblicke des vollzogenen Wahlattes ausgeübt werden kann. Eine der Genosse Hermann Ebert mit 298 Stimmen zum Vertreter in Reihe weiterer Ceremonien folgt dann noch, auf diese näher einzu- der 3. Klasse gewählt, so daß nunmehr wieder die ganze 3. Klasse socialdemokratisch vertreten ist. Die Gegner erhielten nicht eine gehen, dürfen wir uns ersparen. Nur noch einige Worte über das bei der Papstwahl so be- Stimme. Eine Stimme wurde für den Genossen Stadthagen abdeutungsvolle Kardinalfollegium. Dasselbe soll bestehen aus sechs gegeben. Kardinalbischöfen, 50 Kardinalpriestern, und 14 Kardinaldiakonen. Beim Charlottenburger Gewerbegericht wurden nach dem soeben In der Beitungspreisliste der Bostanstalten sind die" Dokumente" unter Die sechs Kardinalbischöfe, also die höchsten Spigen des Kardinal- erschienenen Bericht im Geschäftsjahr 1902 900 Streitfachen an- Nr. 2206 eingetragen, jedoch ist bei der Post nur Quartal- Abonnement kollegiums sind ausnahmslos Jtaliener. Unter den übrigen Kardinälen gängig gemacht, 24 Streitsachen wurden aus dem Vorjahre übernommen. zulässig. finden sich Amerikaner, Engländer, Franzosen, Spanier, Portugiesen, Die Klagen sind erhoben von Arbeitgebern gegen Arbeitern in Die Großeinkaufs- Gesellschaft deutscher Konsumvereine mit beDeutsche, Destreicher, Polen, Ungarn usw. Da einzelne Kardinale 22, von Arbeitern gegen Arbeitgeber in 897, von Arbeitern gegen schränkter Haftung, Hamburg, im Jahre 1902. Bericht über das neunte ihren Siz in Australien, in Südamerika und Nordamerita haben, Arbeiter in 5 Fällen. Streitgegenstand war in 35 Fällen Antritt, Geschäftsjahr und Protokoll der Verhandlungen der neunten ordentlichen so ist es nicht anzunehmen, daß sie alle zur Papstwahl in Rom Fortsetzung, Auflösung des Arbeitsverhältnisses, Aushändigung Generalversammlung, abgehalten am 19. und 20. Mai 1903 in Dresden. eintreffen können. Durch Krankheit und Gebrechen sind andre ent- oder 88 Seiten. Hamburg 1903. Verlag Heinrich Lorenz. Inhalt des Arbeitsbuches, Zeugnisses, Lehrbuches, Die Errichtung des Centralverbandes deutscher Konsum: fernter wohnende Kardinale auch außer stande, nach Rom zu reifen. Arbeitszettels oder Lohnzahlungsbuches, in 594 Fällen Leistungen vereine. Hamburg 1903. Herausgegeben vom Centralverband deutscher Dadurch vermindert sich das Wahlkollegium auf weniger als aus dem Arbeitsverhältnis, in 103 Fällen Rückgabe von Zeugnissen, Konsumvereine. Preis: 30 Pf. Berlag Heinrich Kaufmaun, Hamburg, Büchern, Legitimationspapieren, Urkunden, Gerätschaften, Kleidungs- Gröningerstr. 13-17. Jst auch oft der Name des fünftigen Papstes vorausgesagt stüden usw., in 419 Fällen Ansprüche auf Schadensersatz oder worden, so waren diese Voraussetzungen doch fast niemals zutreffend. Bahlung einer Vertragsstrafe wegen Nichterfüllung oder nicht gehöriger In den meisten Fällen ist das Ergebnis der Bapstwahl eine Ueber- Erfüllung der Verpflichtungen, in 3 Fällen Berechnung und Anrechnung raschung für die gläubige katholische Christenheit. Bei der un der Krankenversicherungs- Beiträge und Eintrittsgelder, in 2 Fällen geheuren Bedeutung, die aber der päpstliche Einfluß auf die Re- Ansprüche aus gemeinsamer Arbeit von Arbeitern desselben Arbeitgierungen und auf die einflußreichen großen fatholischen Parteien gebers gegen einander. Insgesamt lagen demnach Klagen von hat, wäre es falsch, Gleichgültigkeit zu heucheln gegenüber dem 1156 Personen vor. In 76 Fällen haben mehrere Personen gemeinErgebnisse dieses Wahlaktes. n. fam Selage erhoben. Von den Streitfachen entfallen 325 auf das 60 Stimmen. norwegischen Socialdemokratie. Ein Wahlmanisest Proudhons aus dem Jahre 1848. IV. Der Socialismus in den Zeitschriften. Die" Dokumente des Socialismus" erscheinen monatlich einmal und find durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise bon 2,25 M. pro Quartal zu beziehen. Das einzelne Heft kostet 75 Pf. Friedrich Meyers 49. Antiquariats- Katalog für Rechts- und Staatswissenschaften. 37 Seiten. Leipzig 1903. Teubnerstr. 16. Th. Duimchen. Die Trusts und die Zukunft der Kulturmenschheit. Preis 2,50 M. Berlin 1903. Joh. Räde, Uhlandstr. 146. Dr. Creuzbauer: Versorgung Münchens mit Lebensmitteln. Preis 10 M., geb. 12 M. München 1903. Ernst Reinhardt. Protokoll der 15. Generalversammlung des Centralverbandes der Bimmerer und des zweiten Bauarbeiterschutz- Kongresses. 266 Seiten. Hamburg 1903. Berlag Fr. Schrader. " " " " " " " „ Glüd Sihung haben Mittwoch: Richter, Oderbergerstr. 49.- ,, Kornblume", Dillenberg, Zimmerstr. 59. wärts", jeden Mittwoch nach dem 1. und 15., Waldstr. 8- Courier 1900 „ Kolumbus S.-D.", Gaida, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15., Schönhauser Allee 28. Boran II", Arbeiter- Sängerbund Berlins and der Umgegend. Erster Bor- Ohne Furcht", Nitsche, Wienerstr. 44. Berzaget jeden Mittwoch vor dem 1., Landsberger Allee 40/41." Frohes Biel", fitender Julius Meyer, Fichtestr. 27. Erster Kassierer: Seifrit, Fidicin- Oppelnerstr. 19.-" Beilchenduft", Behrend, Schwarzkopfftr. 8. Pfeifendeckel", Fruchtstr. 69. Bul- jeden zweiten Mittwoch, Wilhelmsruh bei Schneider, Hauptstraße. straße 16. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten nie", Schöneberg, Kälbe, Sedanstr. 76. " Lange Pfeife", Friedrichsberg, Schilling, auf", Friedrichsberg, Frankfurter Chaussee 86. Borwärts", jeden an Gustav Schönthal, Marsannenplatz 18. Uebungsstunde abends 9 Uhr, garien", Dobberahn, Fruchtſtr. 61. Vorwärts", Aufnahme von Mitgliedern.„ Liedesfreiheit I", Andreasstr. 26. " Fidelibus", Gnewikow, Petersburgerstr. 24.- Rosenblüte", Mittwoch nach dem 8. und 22., Köpenick, Schönerlinderstr. 5. " Nord- Mainzerstr. 5.Qualmbrüder", Rummelsburg, Kantstr. 14." Gemütlich jeden Mittwoch nach dem 1. und 15., Alt- Glienicke bei Saß. Bliz", jeden deutsche Schleife", Schuhmacher, Skalikerstr. 126." Liederlust I"( 1865), Woll- Weidenweg 78. - Gemütlichkeit II", Graßig, Wrangel- Mittwoch nach dem 1. und 15., Rudow bei Krüger. Borwärts", nach schläger, Adalbertstr. 21." Deutsche Eiche I", Zimmermann, Grüner feit SO. II", Kurth, Wrangelſtr. 104. " Konsequent", Seifert, Cubrystr. 2. Sieben roocht", Adlershof, dem 1. und 15., bei Fischer, Waldstr. 8." Berliner Radfreunde", Wachs, Weg 29.- Allegro", Wegel, Wrangelſtr. 136." Gleichheit", Genossenschafts- straße 22. " Phönir", Zionskirchplatz 1. Männer- Radfahrverein", Brandenburg, Bergstr. 20. wirtshaus, Stargarderstr. 3.- Schneeglöckchen I", Rirdorf, Köpke, Hermann- Becker, Oppenſtr. 56. Frohe Stunde", Kersten, Elbingerstr. 15. Wanderer", Siedlaff", Fourmond, Neu- Weißensee, Sedan- Arbeiter- Radfahrverein", Frankfurt a. D., Breitestr. 33. und Karlsgartenstraße- Ecke." Hoffnung I", Brandenburg a. H., Wuthenow, Schöneberg, Sedanstr. 60. straße 18. Blauer Ring", Charlottenburg, Meißner, Knobelsdorffstr. 53. Friedrichshagen, Friedrichstr. 137." Solidarität", Fürstenwalde, SchloßBredowstr. 17.-" Briz" in Briz, Klose, Brizer Chaussee 69/ 70.- Heimatflänge", fellerei. Bruderbund", Laufizer Platz 10. " Balmeria", Krawczad, Triftstr. 1. " Frisch auf", Guben, Restaurant Bellevue. Hoffnung", BotsKöpenid, Meyer, Rosenstr. 101. Wacht auf I", Jungmann, Danzigerstr. 24. Sumatra SO.", Mangold, Liegnikerstr. 18.- Nordpol", Heckert, Dudenarder- dam, Alte Luisenstr. 32." Frisch auf", Sorau, Restaurant Flora. Enterbten", Schilling, Swinemünderstr. 50. Linde I", Restaurant Gerade aus", Dembowsky, Weißen- Arbeiter- Radfahrverein Belten", Luisenstr. 17." Frisch auf", Weißensee, Wendt, Kopenhagenerstr. 74." Frischauf IV", Bornim i. M., Krüger, Park Straße, Ede Reinickendorferstraße. burgerstr. 47a. " Treherscher Gesangverein, Schneller, Rigaerstraße 124. " Vorwärts", Wählisch, Adalbertstr. 4." Frei weg I", Barkstr. 13. straße 5. Radewald, Schöneberg, Gothaerstr. 6." Collegia", Reichenbergerstr. 157. Central- Raucherbund. Zuschriften find an kleift, Rirdorf, JuliusDornrose", Geselligkeit", Charlottenburg, Wernicke, Bismarckstr. 34. Alt- Schoneberg", Schieder, straße 26, zu richten. Vorwärts", Rirdorf, Prinz Handferystr. 70. Kauffeld, Markusstr. 47. Hoffnung II", Spandau, Böhle, Neu-" Rote Rose II", Rode, Gitschinerstr. 55. Schöneberg, Sedanstr. 52." Barinas", Gubenerstr. 7. " Friedenseiche", Nixdorf, Mühlen" Virginia", Gemütlichkeit", Rigdorf, Lessingstr. 17. Süd- West", meiſterſtr. 5. Rote Rose", Stenzel, Ererzierstr. 20. straße 18." Fidele Raucher", Rirdorf, Hermannstr. 34.„ Gemütlichkeit", Flick, Simeonstr. 23. Klub Sangestreue", Brandenburg a. H., Schnieber, Admiralstr. 21. Centralherberge, Wollenweberstr. 3. ,, Rote Nelfe I", Schöneberg, Gesang, Turn and gesellige Vereine. " Blau Luft", Stegliz, Düppelstr. 32. Theaterverein Tell", Schöneberg, Grunewaldstr. 117. „ Edelweiß", Friedenau, Rheinstr. 1. Krüger, Grunewaldstr. 110. Borndorferstr. 57. ,, Lied hoch", Priek, Veteranenstr. 18. Dramatische Vereinigung" Bukunft", Königssäle, Eing. Helgoland", Stegliz, Marksteinstr. 1. Blaue Wolfe", Wilmersdorf, Pfalzburgerstr. 66. ,, Keramit", Charlottenburg, Prestel, Osnabrüderstr. 1. " Verein der Aquarienfreunde", Central- Klubhaus Wendt, „ Abfall", Wilmers. Vorwärts IV", Wadzeckstraße. Rummelsburg, Beutling, Kant- und Goethestraßen- Ece. " Transvaal", Schöneberg, " Borwärts III", Königsgraben 14a. Rower- Klub Drtan", Wienerstr. 7. Zither- Verein dorf, Uhland- und Günzelstraßen- Ecke. Sedanstr. 60." Fidele Raucher II", Rigdorf, Hermann- u. Prinz Handjery Friedrichsfelde, Friz Haberland, Wilhelmstr. 38. Sängerfranz", Teich, Born-" Tirol", Dranienstr. 183.- Mandolinenklub„ Bella Sorent", Quißowstr. 131. Gefund dorferstr. 40. Ambalema", Rirdorf, Prinz Handjerystr. 69. Liebeslust III", Gusow- Platkow, Butsche, Krautstr. 36. Orchesterverein" Forte", Falckensteinstr. 38. Pfropfenverein Nord- Ost", straßen- Ecke. Melodia I", Rirdorf, Steinmekstr. 113. Liberté", Laufiber Plaz 8. Mai- Petersburgerstr. 55." Heureka", Berein zur Förderung der Sprechfertigheitspfeife", Rigdorf, Steinmetzſtr. 24.- Alt- Gemütlichkeit", Köpnider" Nymphaea alba", ftraße 161. blume", Luckenwalde, Helau, Friedrichstraße.- Senefelder I", Gieste, Schilling- teit Stotternder, Zimmerstr. 25, Restaurant Diefenbach. Arbeiter- Skatbund Berlins und Umgegend. Buschriften find zu Verein für Aquarien- und Terrarienkunde, Mittwoch nach dem 1. und 15., straße 36." Freundschaft II", Hoffmann, Swinemünderstr. 47.„ Zündrichten an C. Quentert, Markusstr. 43, III. Mittwoch:„ Gemütlichkeit", Vogel, holz", Apel, Prinzen- Allee 38. Statklub Revolution", Fehland, Grünauerstr. 3. " Freiheit Gruß", Paul Priek, Veteranen- Köpnickerstr. 80/81. Grand Grand- Schwarz", Dimke, Winsstr. 56. straße 18. Liedeslust I", Fürstenwalde, Zinkler, Schloßkellerei. Gesangverein Apollonia", Gobel, Vinetaplah 7.- Tambourverein" Wirbel", Wrangelstr. 78. Bukunft III", Nieder- Schönhausen, Settekorn, Lindenstr. 1. " Lustige Sieben", Kuklinzki, Maien- Voltastr. 15. Tambourverein Frei weg 1890", Lerch, Gleimstr. 63. Schneider- Schwarz", Beet, Knesebecstr. 135. " Süd- Ost", Pitsch, Lübbenerstr. 1. Grand Schwarz I", gruß", Friedrichshagen, Conrad, Friedrichstr. 158. Musikverein„ Centrum", Schönberg, Gipsstr. 9; Dilettanten aller Cubrystr. 36. Riederlust II", Moabit, Bachmann, Schönleinstr. 10. Kuhl, Huttenstr. 8. Vorwärts I", Südost, Witwe Mehner, Stalizers Instrumente willkommen. straße 59.„ Nordwacht", Fahrow, Ravenéstr. 6.„ Männerchor Lied", Arbeiter- Turnerbund. Mittwoch und Sonnabend: Turnverein Rigdorf, Hermannstr. 232. Morgenrot II", Charlottenburg, Dörre, Fichte", Berlin, abends von 8-10 Uhr: 1. Männer- Abt. Friedenstr. 37. Centralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands( Mitglied. Wallstr. 90." Bufunft IV", Bartel, Hasenheide 58. Vineta", Schmidt, 3. Männer- Abt. Boechstraße 17/20. 7. Männer Abt. Reichenberger- schaft Berlin). Mitglieder- Bersammlung abends 8%, Uhr in Wendts KlubSwinemünderstr. 65. ,, Vorwärts II", Hiller, Brunnenstraße 150. straße 131/132. 8. Männer- Abt. Höchstestraße 36/37. 2. Lehrlings- Abt. haus, Königsgraben 14a. Kollegen herzlich willkommen. Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen Staligerstr. 55/56. 4. Lehrlings- Abt. Siemensstr. 20( Moabit). 5. Lehrlingsim Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Putbuserstr. 44 IV. Abteilung Ackerstr. 67. 9. Lehrlings- Abt. Müllerstr. 158. 10. Lehrlings- Abt. Arkona", Armer Konrad, Reichenbergerstr. 16. Waldesgrün", Kunze, Petersburgerstr. 4. 2. Schüler- Abt. Mariannen- Ufer 4a. Adlershof, Forsterstr. 36." Frei Weg", Schöneberg, Hoppe, Merseburgerstr. 7. Arbeiterverein„ Borwärts", Turn- Männer- Abt. Wöllsteins Lustgarten. " Fidele Raucher", Rirdorf, Krüger, Reuterstr. 15." Glühlicht II", Drescher, Arbeiter- Schwimmerbund. Anfragen sind zu richten an R. Danziger, Marstr. 13d." Regalita", Neubauer, Schwedenstr. 2. Burgsdorfstr. 14. Abends 7%, Uhr:" Nord", Admiralsgartenbad, FriedrichReuter- und Donaustraßen- Ecke. Feigenblatt", Bonte, Raumerstr. 22.- straße. Welle", Volks- Badeanstalt an der Schillingsbrücke. ,, Einigkeit VII", Ponke, Raumerstr. 22." Sommerkahl", Friedrichsberg, Lese- und Diskutierklubs." Südost", Tolksdorf, Görlizerstr. 58. Gürtel- und Scharnweberstraßen- Ece", Intelligenz", Bosold, Manteuffel- Socialistenklub Vorwärts", Kristiania, Mölbergaden 17. Jeden Mittwoch: straße 66." Fidele Brüder", Friedrichsfelde, Lohse, Luisenstraße 20. Diskussion. " Frohfinns Heimat", Schößler, Stromstr. 28. Deutscher Michel", Bankow, Arbeiter- Radfahrerbund ,, Solidarität. Gau 9( Prov. BrandenKaiser Friedrichstr. 12, Klingenberg. Die Dampfenden", Schick, Manteuffel- burg). Alle Zuſchriften und Anfragen den Bund betreffend find zu richten straße 74. Fliederduft I", Franke, Zorndorferstr. 9." Kein Ton", an den Gau- Borsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstraße 8.„ Bor" " Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 8. Juli. Anfang 72 Uhr: Neues Operntheater. Der Vogelhändler. Westen. 100 000 Thaler. Central. Pick und Pocket. Anfang 8 Uhr: Berliner. La Traviata. Thalia. Das Alter. Kleines. Nachtasyl. Belle- Alliance. Die Böhmin, oder: Jtta. Carl Weiß. Das Geheimnis. des roten Hauses. Apollo. Die Liebesinfel. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Stettiner Sänger. Vaffage- Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Bon der Zugspitze zum Wakmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Zum 50. Male: " " Centralverband Fidelio", Krüger, " " " Kranken und Sterbe- Unterstützungskaffe der Berliner Hausdiener. Mittwochabend 9 Uhr bei Miegel, Stralauerstr. 57: Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Mitteilung. Vierteljahresbericht. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Beiträge werden in dieser Ber sammlung entgegengenommen. der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin. Mittwochabend 9 Uhr: Sigung in den „ Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Gäfte sind willkommen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 8. Juli 1903, abends 82 Uhr, Generalversammlung in Feuersteins Festsälen, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: Geschäfts- und Kaffenbericht. Abrechnung. Aufnahme. Anträge. Landsleute, Damen und Herren, find eingeladen. Größere für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Die Expedition. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze WING CARTEN Neues Programm: zum Watzmann. Die zwei Paulis, Drahtseilkünstler. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Z OOLOGISCHER CARTEN Heute u. folgende Tage ab 5 Uhr nachm. Doppel- Konzert. Entree 1 Mk., ab 6 Uhr abends 50 Pf, Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Carla Lingen in ihrem Repertoire. Oskar Saldow, Humorist. Erna Koschel. Josefine Delcliseur. Ganz Berlin zerbricht sich schon den fünften Monat den Kopf über AGA! die schwebende Jungfrau! 14 erstklassige Nummern. Das Geheimnis des roten Hauses. Castans Panoptikum Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr, Parkett 60 f.: Othello, der Mohr von Venedig. Im Garten: Konzert, Theater und neues Specialitäten- Programm. 5 Uhr. Friedrichstr. 165. König von Serbien Neu! Peter I. Neu! König Alexander. Königin Draga. Belle- Alliance- Theater. Spruntzelli, Gastspiel des Bayerwald- Theaters Die Waldler. 30 Personen Zum erstenmal: Die Böhmin oder Itta aus dem Elend. Boltsstück aus dem bayrischen Walde von Emerenz Meier. Jm herrlichen Sommergarten: Konzert, Specialitäten- Vorstellung. Aga überflügelt durch Ad- Ad. Apollo- Theater. Täglich: Die Liebes- Insel. Kosmograph: Der Neue Bilder- Serie. George Osranis Burleske- Pantomime ( Der arme Onkel u. Yvette). Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderstr. Tagl. Jm herrl Garten: Tägl Grossart. Programm. Elly Deliasey, Eugen Milardo, Mac Harry Trio, Miss Bella Field, Lola 1. Paulo Delboe, Rud. Schaup. Mitttboch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. das anatom. Rätsel, kürzlich unters. von Prof. R. Virchow. Promenaden- Konzert. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang: Sonntags Konz. 5 Uhr, Vorstell. 7 Uhr. Wochentags: Konz. 6 Uhr, Borstell. 8 Uhr. Sonnt., Mont. u. Donnerst. nach der Soiree: Tanz. Reichshallen. Stettiner Sänger Ueberwältig. Erfolg: In der Klemme! Humoreske von Mehsel. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. PeschLorraines lebende Bilder. koffs russische Tanztruppe. Miss Votana, Schulreiterin. Charl. Baron, komische Dressur. Charles Hera, Jongleur. Miss Diana, amerikan. Spiegeltänzerin. Die Scandias, Trapezkünstler. Elimanns Tyroler Truppe. Mile. Derminy, Pariser Sängerin. O'Neil u. Thorp, Excentrics. De Toma, Akrobaten. Eleanor Kent, amerik.Sängerin. Der Biograph. Schluss der Saison 15. Juli. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 178. Male: Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzendes Ballett. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser: Saal: Tanz. Schweizer- Garten am Königsthor, am Friedrichshain. Täglich: Theater und Artisten- Vorstellung, Ball und Boltsbeluftigungen. Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Jeden Mittwoch: Kinder Freudenfest. Zum erstenmal in Berlin: Die lebende Mühle. Sensationsgymnastik der Familie Szemanovicz. Wends. Die neue Firma. Ausstattungspoffe m. Gef. in 2 Bildern. Fröbels Allerlei-Theater früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute Mittwoch: Gr. Elite Spielabend des völlig neuen Riesen- Juli- Spielplans. Hugo Schulz X Fredoff The Firms X Hübele- Truppe Noffée X Leocardis. Um 8 Uhr: Das bis jetzt unerreicht dastehende Gesangs- Bolksstück Zu Engrospreisen von 100 Stück an. Esperita 100 Stück M.3,50 sehr fein und aromatisch. Pflanzer Regalia Sumatra, sehr preiswert. M. 2,25 Sport Schuss Regal, feine amerik. Misch. M. 3,90 Santa Clara, Torpedoform, Sumatra Bremer Consum- Cigarre, sehr schmackhaft Felix Brasil, unsortiert, kräftig • 99 " 9 • •" " 4,80 5, · 99 6, 2,50 Cubana Schuss einer M. 80 Cigarre 3,-Obera, hochfein, Hab.- Mischung 3,50 Castillo Trabacas, mild u. aromatisch Für Händler ständiges Lager von Gelegenheitsposten in grösster Auswahl. Krause& Sachs, Cigarren- Fabrik- Lager und Import, Berlin, Krausenstr. 30. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Mittwoch, den 8. Juli: Gr. Rosen- Fest. Konzert u. Theater Vorstellung, ,, Der Traum der Rose" Ländl. Charakterbild in 1 Aft v. Schulz. Auftreten von Specialitäten ersten Rauges. Grosser Ball. Anfang 4 Uhr. Diez Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das unerreichte Riesen- Juli- Programm! Gebr. Bellong. Senard& Berend. Mstr. Tertois. Elsa& Paul. Jescheck. Duskes Bioskop 2C. 2c. Sonnabend, Sonntag u. Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. 8% Uhr: Titus Feuerfuchs der Mann mit den 4 Köpfen. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung Uhr. Bei schlechtem Wetter: Vorstellung im Saale. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Hamburg, Schanzenstr. 119. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Zeitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. Jeden Mittwoch: Die beliebten Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. Inh. C. Koch. Zum Sternecker. Donnerstag, den 9. Juli 1903: Erstes großes Inh. C. Koch. historisches Kriegs-, Land-, Wasser- und Fronten- 0 Feuerwerk, darstellend die Zerstörung von Magdeburg durch Tilly am 10. Mai 1632, 20592* verbunden mit Schlachtmusik( berstärktes Trommler-, Hornisten- und Pfeifer- Corps). Doppelkonzert. Theater. Specialitäten- Vorstellung. Schloss Weissensee. ,, Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Riefenprogramm, 40 Nummern. Im Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Boltsbelustigungen aller Art. Täglid: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Neue Welt Anzüge Hasenheide 108/114. Arnold Scholz. der Mutter. Mittwoch, den 8. Juli 1903: Taglia: Das Bild der Mutter. Boltsstäd mit Gesang und Tanz in 3 Aften von A. Seelen u. D. Richter. Konzert und Ball. Außerdem das neue Juli- Attraktions- Programm. 1. a.: Georgette Langée, ExcentricChansonnette. Resieps, fom. Jongleur. Relampagos, Afrobaten. Schröder u. Denter???? Affenstreiche, große Pantomime der Gelin- Truppe. Erntefeste, Erstes grosses Erntefest berbunden m. Bonbonregen, Fackelpolonaise und Gratis- Verlosung. Hauptgewinn für Knaben: Eine goldene Herren- Uhr. Hauptgewinn für Mädchen: Eine goldene Damen- Uhr. Anf. 4 Uhr. Eintr. 30 Bf., num. 31. 5031 Gala- Specialitäten- Vorstellung. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Licht und Schatten Gr. Konzert, Theater mit Arthur Winkler vom ThaliaTheater als Gast. Jm Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. und SpecialitätenVorstellung. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Kaffeeküche. Drei Kegelbahnen. Sennhütte. Alpen- Rutschbahn. Morgen Donnerstag: Elite- Tag. Credit. J. Monatlich 10 Markliefere Anzüge, Paletots nach Maß. Ber Kaffe allerbilligste Preise. Wer felbft Stoff hatv. 20 M. an. Schneidermstr., Tomporowski, Prinzenstr 55. nach Maß fü Herren. 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Billets a 20 f. auf allen Zahlstellen, bei den Abteilungs- und Bezirksführern, beim Kassierer und auf den mit Plakaten belegten Stellen. Eingehendes Programm noch vorher durch den Vorwärts". Für Massenbesuch ist zu agitieren. Siegesfeier des V. Kreises in Mentes otogarten, Der Vorstand. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher Amt VII, 358. Mittwoch, den 8. Juli 1903, abends 8½ Uhr, in den Germania- Festsälen, Chauffeeftr. 103: Generalversammlung der Verwaltungsstelle Berlin. Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstag. 2. Die infolge der Verbandstagsbeschlüsse notwendigen Aenderungen des Drtsstatuts. 3. Ergänzungswahlen zur Ortsverwaltung. 4. Wahl der Gauleitung für den dritten Bezirk. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Süd- Ost. Sonntag, den 12. Juli 1903: Socialdemokratischer Wahlverein Grosses Sommer- Fest für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 14. Juli, abends 8%, Uhr: arrangiert von den Parteigenossen des Kreises. Treptow Treptow General- Versammlung bei Herrn Karl Joel, Victoria- Garten, bei Herrn Karl Ludwig, Park- Restaurant, in den„ Germania- Festsälen", Chausseestr. 103. Tagesordnung: 248/ 11* 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Bericht des Kassierers und der Revisoren. 5. Wahl eines Lokalkommissions- Mitgliedes. Pünktlichen und zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. NB. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Donnerstag, den 9. Juli, der Zahlabend stattfindet. 3. O. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 8. Juli, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Vertrauensmänner- Verfammlung sämtlicher Bezirke u. Branchen. Tages- Ordnung: Beschlußfassung über den in letter Versammlung gestellten Antrag. Die Kollegen sind verpflichtet, aus jeder Werkstatt einen Vertrauensmann zu entsenden. Mitgliedsbuch und starte legitimiert. 84/ 10* Die Bezirks- Bertrauensmänner- Versammlungen finden nächste Woche ftatt. Die Ortsverwaltung. Gau 9. Provinz Brandenburg. Köpnicker Landstr. 21-22. Köpnicker Landstr. 25-26. In beiden Lokalen: Grosses Konzert. Kinderspiele, Kasperle- Theater und Fackelzug. Jedes Kind erhält am Eingange des Lokals eine Stoclaterne gratis. In beiden Sälen: Grosser Ball. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. In beiden Lokalen: Großes Kegelschieben. Eintrittspreis 20 Pf. Den geehrten Damen ist die Kaffeeküche frühzeitig geöffnet. Staffeekochen 1 Liter 60 Bf. 2 Liter 35 Pf. Eröffnung nachmittags 2 Uhr. Anfang nachmittags 3 Uhr. Zahlreiche Beteiligung erbittet Restaurant Wilhelmshad Friedrichshagen Seestrasse 45. Direkt am Müggelsee gelegen. Dampferstation. Pferdebahn- Haltestelle. Grosser schattiger Garten mit Sommerbühne auch an Vereine Sonntags zu vergeben. 17272* Anerkannt beste Küche. Familien können Staffee fochen von 2-5 Uhr. Um geneigten Zuspruch bitten L. Kutscher und H. Rau. Arbeiter- Radfahrer- Bur robe! Wermeffet Bund Solidarität. Sonntag, den 12. Juli, im Etablissement Seeterraffe, Lichtenberg, Nöderstr. 6: Grosses Gau- Sportsfest A= B Gesangs- Aufführungen. Bestehend in Grossem Doppel- Konzert. Specialitäten- und Theater- Vorstellungen. ( Reigenfahren 2c.) der Bundes- Vereine. Großes Land: und Waffer- Feuerwerk. Kinder- Fackelzug. Sportliche Aufführungen Jedes Kind erhält eine Stoclaterne gratis. In beiden Sälen: Grosser Ball. Anfang des Konzerts früh 8 Uhr. Entree 20 Pf. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein 12/17 Das Komitee. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. * Verkäufe. Rafirmeffer der empf. gegen Nachnahme od. vorh. Raffa: Frik Hammesfahr, Foche, Solingen, Stahlwarenfabrit und Versand. Diamantstahl- Rafirmeffer M. 3.-, desgl. Silberstahl M. 2.- mit Etui. Streichriemen mit Pasta. 1.30, Pinsel u. 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Bau Konsens 80 Pf., bei Grünau 2 Mart. bert. unt. reellen Zahlungsbedingungen Schulz, Rixdorf, Renaustr. 12/13, b. III. Adtung! Rabitzspanner. Die ordentliche Mitglieder- Verfammlung am Mittwoch, statt. Die Mitglieder werden den 8. Juli, findet nicht zur nächsten Versammlung per Postkarte eingeladen. 39/6 J. A. Der Vorstand. Großer Vortrag für Damen und Herren am Mittwoch, den 8. Juli 1903, abends 8%, Uhr, bei Ballschmieder, Berlin N., Badstraße 16( großer Saal). Fr. Minna Kube Direktorin. der physikalisch diät. Anstalt Hephata", Charlottenburg, Berlinerstraße 125, spricht über: .. Du vergiftest u. tötest dich langsam durch Lebenssünden. 2. Wie erreicht man in Jugend und Alter: Hohe Körperwärme, guten Schlaf, warme Füße, klaren Kopf, offenen Leib, gesundes Blut, blühendes Aussehen, fefte Nerven? 20622 Kleine Anzeigen. Krankenfahrstühle für Zimmer und Straße käuflich und leihweise in allen Breislagen. 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Der bereits gestern von uns kurz erwähnte, aber noch eine ausführlichere Wiedergabe verdienende Prozeß wegen des am 27. Dezember 1902 in Gau-Bickelheim stattgefundenen Friedhof- Skandals wurde am Freitag und Sonnabend vor der zweiten Strafkammer des Grotzh. Landgerichts in Mai n z verhandelt. Angeklagt sind 19 Bewohner von Gau-Bickelheim, weil sie eine von dem Prediger der Mainzer freireligiösen Gemeinde, Freiherrn v. Zucco-Cuccagna, vollzogene Beerdigung durch Lärmen, Thätlich- leiten, Beschimpfungen, Bedrohungen usw. gestört haben sollen. Die Angeklagten find: 1. Maurer Franz Lohrum, 2. Ackers� mann Johannes Hammer, 3. Landwirt Wilhelm Beck, 4. Hilfs. briefträger Michael Arnold, ö. Tagelöhner Heinrich Schick, 6. Ackers- manri Jakob Gruber, 7. Ackersmann Jakob Erbreich, 8. Landwirt Heinrich Schröder, 9. Landwirt Paul Weis, 10. Landwirt Jakob Hammer, 11. Landwirt Heinrich Schwalbach, 12. Landwirt Franz Brandt, 13. Makler Philipp Grober, 14. Backofenbauer Peter Haas, 10. Küfer Heinrich Brandt, 16. Ackerbursche Johannes Arnold, 17. Dienstknecht Wendel Hilsdorf, 13. Landwirt Peter Paul Schnobel, 19. Tagelöhner Philipp Frondorf. Die Angeklagten, die sich im Alter von 17 bis 60 Jahren befinden, sind sämtlich in Gau- Bickelheim wohnhaft und katholischer Konfession. Nach Verlesung des Anklagebeschlusses bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden der erste Angeklagte Maurer Franz Lohrum: Er bestreite, sich strafbar gemacht zu haben. Er habe sich lediglich auf de» Standpunkt des Kaisers gestellt, der im vorigen Sommer in seiner Aachener Rede erklärte: Es habe niemand das Recht, die katholische Kirche, ihre Einrichtungen und Gebräuche zu beschimpfen. Freiherr v. Zucco habe das aber bei einer Beerdigung, die er im August v. I. in Gau-Bickelheim vollzogen, gethan. Als er hörte, daß am dritten Weihnachtsfciertag derselbe Prediger wiederum in Gau-Bickelheim eine Leichenrede halten werde, sei er nach dem Friedhof gegangen, um zu hören, ob der Mann etwa wiederum die katholische Kirche beschimpfen werde, so daß man den Mann zur Anzeige bringen könnte. Als nun der Prediger wieder den katholi- schen Glauben angriff, habe er Pfui gerufen.— Vors.: Haben Sie nicht auch gerufen:„Der Mann gehört auf den Schindkarren!' — A n g e k l.: Nein, das habe ich nicht gerufen. Ich habe aller dings gerufen:„Der Mann straft die Worte des Kaisers Lügen."— Vor s.: Haben Sie den Prediger nicht auch bedroht?— A n g e k l.: Das habe ich nicht gethan. Der zweite Angeklagte, Ackersmann Johannes Hammer, äußert sich in ähnlicher Weise und bestreitet, ein Kreuz ausgerissen und den Prediger mit dem Verbrechen des Totschlages bedroht zu haben. Der dritte Angeklagte, Landwirt Wilhelm Beck, und auch der vierte Angeklagte, Hilfsbriefträger Michael Arnold, schließen sich den Ausführungen dieses Angeklagten im wesentlichen an. Sie gehen zu,„Pfui" gerufen, aber niemand beschimpft oder bedroht zu haben. Sie bestreiten auch, den Plan gefaßt zu haben, die Beerdigungsfeier zu stören. In ähnlicher Weise äußern sich die Angeklagten Heinrich Schick, Ackersmann Jakob G r u b e r. Ackersmann Jakob Erb- r e r ch, Landwirt Heinrich Schröder. Der erste Zeuge ist der Prediger der Mainzer freireligiösen Gemeinde» Freiherr v. Zucco-Cuccagna, ein kleiner Herr von 42 Jahren. Der Zeuge, bekundet: Als er am 27. Dezember 1902 nach Gau- Bickelheim kam, habe er zunächst im Trauerhaue eine kurze Andacht fehalten, alsdann habe sich der Leichenzug in Bewegung gesetzt. tachdem der Leichenzug aus dem Friedhof ankam, sei zunächst ein Lied gesungen worden. Alsdann habe er seine Rede zu halten begonnen.— Vors.: Herr Prediger, sind Sie nicht, als Sie Herr Sommer vom Bahnhof abholte, von diesem gewarnt worden, diesmal etwas vorsichtig zu sein, da das Gerücht umgehe: Die Leichen- seier werde nicht so ruhig verlaufen, wie das vorige Mal?— Zeuge: Herr Sommer hat allerdings eine ähnliche Aeußerung gethan. Ich stehe aber auf dem Standpunkt, daß ich keinerlei Rück- sichten zu nehmen, sondern nur notwendig habe, mich im Rahmen des Gesetzes zu halten. Ich habe meine Rede etwa mit den Worten begonnen: Gerade zur Zeit, da das Fest der Liebe gefeiert wird und Freude in jedem Hause einkehrt, ist eine Familie dieses Ortes von tiefem Schmerze und Trauer betroffen; sie hat ihr geliebtes Oberhaupt verloren. Aber gerade wie der Gläubige in der Hoff- nung auf ein ewiges Jenseits seinen Trost findet, bietet dem modernen, auf dem Boden der naturwissenschaftlichen Weltanschauung stehenden Menschen Trost und Ermutigung der Gedanke an die Ewigkeit des Diesseits. In diesem Augenblick begann ein furchtbarer Lärm, so daß ich am Weitersprechen verhindert war. Es fiel mir schon von vorn- herein auf, daß eine große Anzahl Leute in Werktagsklcidung das Grab umstanden. Ich fuhr alsdann fort: Wir teilen nicht die An- schauungcn der alttcstamentarischcn Welt, loir erkennen die Lehre von der Furcht nicht an. Wir stehen geistig auf einem höheren Standpunkte. Wir glauben nicht an einen Gott, vor dem loir uns zu fürchten habe», sondern an ein erhabenes, universelles Wesen, an den Gott der allumfassenden Menschenliebe. Bei diesen Worten begann der Länn mit noch größerer Heftig- keit. Ich versuchte meine Rede fortzusetzen und sagte: Die wahre Religion ist nicht der innere Glaube, sondern, die That gegen seine Nebenmenschcn. Die wahre Religion äußert sich in der Bethätigung der Nächstenliebe. Es ist höchst bedauerlich, daß noch vielfach re- ligiöser Fanatismus besteht. Glücklicherweise ist aber die Zeit des Scheiterhaufens vorüber. Wir haben Religions- und Glaubens- freiheit. In diesem Augenblick brach der Skandal von neuem mit größerer Heftigkeit los. Es wurde Pfui geschrieen, ich wurde mit Erdschollen beworfen. Ein Mann rief: Im Namen des Kaisers verbiete ich Ihnen, weiter zu sprechen. Ein Mann trat mir mit ge- ballier Faust entgegen und drohte, mich zu schlagen. Er hob auch einen Gegenstand auf, mit dem er mich zu schlagen d-rohte. Es lvurde gerufen:„Schmeißt doch den Kerl ins Grab."„Hinaus mit dem roten Saukerl."„Das beste wäre, wir hängen de» Kerl auf." „Gottesleugner." Der Lärm wurde schließlich so groß, daß an eine Fortsetzung der Rede nicht zu denken war. Ich wollte drei Hände voll Erde ins Grab werfen; da wurde ich von der Menge gestoßen und es wurde gerufen:„Laß den Hokuspokus, Du roter Spitzbub, Du roter Bankert!" Ich war schließlich genötigt, mich unter den Schutz des Gendarmen zu begeben. Vors.: Als Sie auf dem Bahnhof in Gau-Bickelheim an- kamen, da soll jemand gerufen haben:„Da ist der Kerl in Lebens- große."— Zeuge: Das hat mir Herr Sommer erzählt, ich habe es nicht gehört. Auf Befragen des Staatsanwalts bemerkt der Zeuge noch: Die freireligiösen Gemeinden Rheinhessens haben seit 1850 Kor- porationsrechte. Er sei 1898 als Prediger der freireligiösen Ge- meindc gewählt und von der Behörde bestätigt worden. Aus Befragen des Verteidigers Rechtsanwalt Dr. Schmitt bemerkt der Zeuge: Die freireligiösen Gemeinden seien christ- lichc Religionsgemeinschaften. Als solche werden sie auch vom Staate bezeichnet. Alles übrige sei gegenstandslos. Die frei- religiösen Gemeinden führen offiziell den Namen: Freie christ- katholische Gemeinde. Die Moral der Christenheit sei auch die Moral der freireligiösen Gemeinden. Sie haben die Taufe, das Abendmahl, die Konfirmation, wenn auch nicht im Sinne der gläubigen Christen, jedoch als Sinnbild. Ter Taufakt sei das Sinn- bild der Aufnahme in die Gemeinschaft der Freireligiösen; das Abendmahl das Sinnbild der sittlichen Reinheit. Nur die frei- religiösen Gemeinden in Brandenburg, Pommern und Provinz Sachsen bezeichnen sich nicht als christliche Gemeinden. Die andren freireligiösen Gemeinden seien aber sämtlich christliche Gemeinden. Ihre Angehörigen lassen zumeist ihre Kinder taufen. Die Frei- religiösen haben allerdings keine Glaubenslehren. Sie glauben auch nicht an einen persönlichen Gott. Sie haben von der Gottheit eine höhere Auffassung, als daß sie an einen individualisierten Gott glauben könnten. Sie verehren Gott als etwas Universelles. Die Individualität sei immer ein Teilbegriff, die Freireligiösen haben aber eine höhere Auffassung von dem Wesen Gottes. In diesem Sinne werden auch die Andachten der Freireligiösen abgehalten. Der folgende Zeuge ist der Weingutsbefitzer Sommer- Gau- Bickelheim: Er habe den Prediger Freiherrn v. Zucco-Cuccagna auf dem Bahnhof in Bickelheim abgeholt. Zufällig war auch der neugewählte Bürgermeister Hammer von Gau-Bickelheim auf dem Bahnhof. Dieser sagte, auf den Freiherrn v. Zucco-Cuccagna deutend:„Daist der Kerl in Lebensgröße, diesmal geht es aber nicht so ruhig ab wie das letzte Mal." Es wird sodann eine Reihe von Zeugen, zumeist Leid- tragende, vernommen. Diese b e st ä t i g e n im wesentlichen die Bekundung des Freiherrn v. Zncco; die Menge habe gerufen: „Solch' roter Spitzbube, roter Hund, roter Sau- k e r ll"„Der Kerl hätte die Rede auch bei den Inden halten können!" „Er hat seinen katholischen Glauben abgeschworen, weil er eine Frau haben wollte. Nun macht er noch allerlei Hokuspokus und beleidigt noch obendrein unsren Kaiser!"„Hinaus mit dem Kerl! Werft ihn ins Grab!" Jakob Hammer habe versucht, ein eisernes Kreuz, das an einem alten Grabe stand, auszureißen, das Kreuz stand jedoch so fest, daß es nicht auszureißen war; er habe aber das Kreuz gelockert. Ackersmmni Bertram bekundet: Es sei im Dorfe gesagt worden:„Wenn der rote Kerl wieder kommt, dann giebt's etwas." Die Zeugen bezeichnen eine Reihe der Angeklagten als Hauptkrawallmacher und verneinen die Frage des Vorsitzenden, ob Freiherr v. Zucco-Cuccagna die christliche Religion beschimpft habe. Tapezierer Schick bezeichnet mit großer Bestimmtheit die An- geklagten Lohrmn, Johann Hammer und Wilhelm Beck als die- jcnigen, die gerufen haben:„Werft den roten Saukerl, den roten Hund, den S o c i a l d e m o k r a t e n ins Grab." Diese drei haben auch den Prediger mit Erdschollen beworfen. Die erwähnten drei Angeklagten bezeichnen das als Un- Wahrheit. Auf wiederholten ausdrücklichen Borhalt des Vorsitzenden bc- merkt jedoch der Zeuge, daß er seine Bekundung vollständig aufrecht halte. Landwirt Jakob Beck: Er sei bei der Beerdigung am 27. De- zember unter dem Sängerchor gewesen. Als der Prediger feine Rede begann, fei ein furchtbarer Skandal entstanden. Die Menge schrie:„Pfui, Pfui. Wir sind katholische Christen, das gehört nicht hierher. Roter Hund, roter Schuft, bleib doch in Mainz! Schmeißt doch den Kerl ins Grab!" Ganz besonders hervorgethan haben sich die Angeklagten Lohrum. Johannes Hammer, Wilhelm Beck, Schick usw. Lohrum habe gerufen: „Er beleidigt unsren Kaiser!" Lohrum habe auch den Prediger mit Erdschollen beworfen. Vors.: Hat er den Prediger auch getroffen? Zeuge: Jawohl. Vors.: Hat Lohrum mehrfach geworfen? Zeuge: Jawohl. Die Vernehmung der Dienstmagd Maria Bamberger ge- staltet sich sehr dramatisch. Die Zeugin bekundet: Johann Hammer habe gerufen:„Roter Saukerl, wenn Du nicht aufhörst, dann be- kommst Du eins über den Kopf oder auf den Kopf." Ferner habe Hammer geschrieen:„Kerl, mach's Buch zu. Du kannst ja gar nicht mehr predigen. Du hast es schon verlernt." Der Angeklagte Erb- reich habe gebrüllt:„Roter Hund. Seligmacher, werft ihn ins Grab!" Schon mehrere Tage bor der Beerdigung sei im Dorfe erzählt worden: Wenn der rote Prediger aus Mainz wieder in Gau-Bickelheim predigt, dann wird er mit Erdschollen beworfen. Landwirt Nikolaus Hammer macht ähnliche Bekundungen: Die Angeklagten haben sich alle cm dem Skandal beteiligt. Landwirt Jakob Bollmann: Die Menge habe gerufen: „Roter Hund, rote Canaille, roter Spitzbube, halt's Maul» sonst bekommst Du was drauf." Besonders habe sich der Angeklagte Schröder hervorgethan. Sehr eingehende Bekundungen macht Landwirtin Frau R o l l m a n n. Als der Prediger zu sprechen begann, da entstand sofort ein furchtbarer Lärm. Die Menge schrie Hurra! Bravo! Pfui!„Du roter Saukerl, Du roter Spitzbub', Du Schuft, Du roter Lump, Weibcrvcrräter, H... Kerl, halt Deine Schnauze, sonst schlagen wir Dich tot." Ter Prediger wurde von oben bis unten mit Erd schollen beworfen. Die Menge schrie:„Wir sind Katholiken und wollen Katholiken bleiben, wir brauchen solch' roten Prediger-Kerl nicht, der unsre Religion beschimpft." Danach wird eine Reihe Entlastungszeugen betreffs der einzelnen Angeklagten vernommen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie auch Pfui gerufen bezw. sich an dem Spektakel beteiligt haben, verweigern die meisten dieser Zeugen die Antwort. Einige Zeugen geben zu, an dem Spektakel teilgenommen zu haben. Diese Zeugen werden nicht vereidigt. Gendarm Haas: Er sei auf den Friedhof von Leuten mit der Mitteilimg gerufen worden: Auf dem Gemeindcfriedhof sei ein furchtbarer Ssimdal, die Menge beschimpfe den Prediger und drohe, denselben tot zu schlagen. Er sei daraufhin auf den Kirchhof geeilt. Der Prediger habe sich unter seinen Schutz begeben und habe ihm gesagt, daß er mit Erdschollen beworfen worden sei. D i e Kleidung des Predigers wies deutlich die Spuren von Erdschollen auf. Staatsanwalt Dr. Bernhards: Die Vorkommnisse sind für unser kulturelles Zeitalter tief beschämend. Man sollte es nicht für möglich halten, daß im zwanzigsten Jahrhundert, das ebenso wie das neunzehnte mit Stolz das Jahrhundert der religiösen Toleranz genannt wird, solche Dinge passieren konnten. Durch die Beweis- aufnähme ist zweifellos festgestellt, daß die Störung der Leichenfeier geplant war. Dafür spricht schon, daß, als der Bürgermeister- Kandidat Hammer den Freiherrn v. Zucco auf dem Bahnhof in Gau-Bickelheim erblickte, die Be- merkung machte:„Da ist er in Lebensgröße, diesmal wird es aber nicht so ruhig abgehen, wie das vorige Mal." Ich bin genötigt, gegen sämtliche Angeklagte die Bestrafung zu beantragen. Die Angeklagten Lohrum, Johannes Hammer und Wilhelm Beck sind als die Rädelsführer anzusehen. Der Angeklagte Johannes Hammer hat außerdem den Versuch gemacht, ein Kreuz von einem Nebengrabe auszureißen, er hat jedenfalls das Kreuz ge- lockert, er wird mithin auch auf Grund des 8 163 des Straf-Gesetz- buches zu bestrafen sein. Johannes Hammer hat ferner den Versuch gemacht, einen Pfahl, auf den: der Sarg stand, zu erheben und ge- droht, den Prediger tot zu schlagen. Arnold, Johannes Hammer, Schwalbach und Grober werden auch wegen Bedrohung auf Grund des§ 241 des Straf-Gesetzbuches zu bestrafen sein. Bei der Straf- zumessung wird zu berücksichtigen sein, daß die Angeklagten aus religiösem Fanatismus auf einem Friedhof, der selbst Wilden heilig ist, einen Unfug verübten, der seinesgleichen sucht. Der Gesetzgeber hat auch den srnpeti gehabt, wegen Verletzung der in Frage kommenden Paragraphen strenge Bestrafung eintreten zu lassen, denn es ist im Gesetz nur Gefängnisstrafe vorgesehen; Geldstrafen sind vollständig ausgeschlossen. Ich beantrage danach gegen Lohrum 9 Monate und 2 Wochen, gegen Johannes Hammer 11 Monate und 2 Wochen, gegen Beck 9 Monate und 2 Wochen, gegen Michael Arnold 7 Monate und 2 Wochen, gegen Grnber 7 Monate und 2 Wochen, gegen Schick, Erbreich, Jakob � Hammer, Brandt, Schwalbach und Grober je 6 Monate und 2 Wochen, gegen alle andren Angeklagten je 3 Monate Gefängnis. Ich beantrage außerdem, den Angeklagten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen und auf Grund des 8 200 des Straf- Gesetzbuches dem Freiherrn von Zucco-Cuccagna aus Kosten der An- geklagten die Publikationsbefugnis zuzugestehen. Der Vertreter des Nebenklägers, Justizrat G ö r z. schließt sich den Ausführungen des Staatsanwalts im wesentlichen an. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Schmitt: Ich habe wohl kaum nötig, hervorzuheben, daß ich. der ich derselben Religionsgemeinschaft angehöre wie die Angeklagten, es ganz unendlich bedauere, daß sich dieselben zu solchen Ausschreitungen haben hinreißen lassen. Ich bin entfernt, die Handlungen der An- geklagten irgendwie zu rechtfertigen, im Gegenteil, ich verurteile sie aufs schärfste. Andrerseits ist doch aber nicht zu leugnen, daß der Herr Nebenkläger die Angeklagten geradezu provoziert hat. Ich bin. im Gegensatz zu dem Herrn Vertreter des Nebenklägers, der Meinung» Herr von Zucco-Cuccagna hätte die Vornahme der Leichenfeier ab- lehnen müssen, zumal er gar nicht dazu berechtigt tv a r. Er wäre aber auch verpflichtet gewesen, in seinen Aus- führuugen etwas vorsichtiger zu sein. Er hätte sich sagen müssen, daß er durch seine Rede die religiösen Gefühle der Andersgläubigen verletze. Im übrigen machte der Nebenkläger in seiner Leichenrede die Bemerkung, daß die Zeit der Scheiterhaufen vorüber sei. Dadurch hat der Nebenkläger die Leute geradezu provoziert und beleidigt und eine Kompensation dürfte sich zum mindesten empfehlen. Die 8§ 106 und 167 können nicht zur Anwendung kommen, denn die„religiösen Amtshandlungen" cmes freireligiösen Predigers können unmöglich als gottesdienstliche Hand- lungen im Sinne des Gesetzes angesehen werden. Eine Gottes- Verehrung kann nur von den Religionsgesellschaften vorgenommen werden, die auf monotheistischem Standpunkt stehen, nicht aber von einer Religionsgemeinschaft, die nicht einen persönlichen Gott, sondern nur eine universelle Gottheit anerkennt. Eine solche Religions- gemeinschaft kann unmöglich auf den Schutz der§8 106 und 167 des Straf- Gesetzbuchs Anspruch erheben. Nicht die Angeklagten, sondern Herr v. Cuccagna hat in Gau-Bickelheim den religiösen Frieden ge- stört. Wäre Herr v. Cuccagna nicht nach Gau-Bickelheim gekommen, dann lebte die dortige Bevölkerung noch heute in Ruhe und Frieden und dann säßen diese 19 Leute nicht hier auf der Anklagebank. Herr v. Cuccagna wußte, daß die Leute in Gau-Bickelheim sich schon durch seine früheren Leichenreden in ihren religiösen Empfindungen verletzt gefühlt haben, er mußte zum mindesten vorsichtiger sein und durste nicht außer acht lassen, daß er nicht vor gebildeten Leuten spreche. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Billhardt sucht ebenfalls in längerer Rede den Nachweis zu führen, daß der Nebenkläger durch sein ganzes Verhalten das bedauerliche Vorkommnis verschuldet habe und daß den einzelnen Angeklagten ihre Handlungen nicht genügend nachgewiesen seien. Nach etwa einstündiger Beratung des Gerichtshofes verkündet der Vorsitzende Landgerichts-Direktor Zimmermann folgendes Urteil: Der Gerichtshof hat durch die Verhandlung für festgestellt erachtet, daß bei der von dem Nebenkläger auf dem i n t e r- konfessionellen Friedhof in Gau-Bickelheim vollzogenen Be- erdigung des Besitzers Michael beschimpfender Unfug an einem zu gottesdienstlichen Handlungen be- stimmten Orte verübt worden ist. Es liegt mithin eine Verletzung des 8 106 des Straf-G.esetzbuches vor. Eine Verletzung des 8 107 des Straf-Gesetzbuches hat der Gerichtshof nicht für vor- liegend erachtet, weil er nicht der Ansicht ist, daß die Störung einer gottesdienstliche» Handlung stattgefunden hat. Auch eine Bedrohung und Beleidigung hat der Gerichtshof nicht für nachgewiesen erachtet. Ebenso ist in der Verhinderung des Aufwerfcns der drei Handvoll Erde in das Grab nicht eine Störung der religiösenHandlung erblickt worden. Das Ausreißen des Kreuzes und Aufheben des Pfahles ist nicht für genügend nachgewiesen erachtet worden. Der Gerichtshof hat also auf Grund der 88 107, 163 und 241 und 185 des Straf-Gesetz- buches alle Angeklagten freigesprochen. Bollständig frei- gesprochen sind die Angeklagten Schröder, Heinrich Brandt. Johannes Arnold und Frondorf, da deren Schuld nicht genügend nachgewiesen. Bei der Strafzumessung der 15 andren Angeklagten hat der Gerichtshof die Art der Teilnahme an dem Spektakel und die Vorsttafen de einzelnen Angeklagten in Betracht gezogen. Im Namen des Großherzogs hat daher der Gerichtshof auf Grund des 8 166 des Straf-Gesetzbuchs verurteilt: Lohrum zu 3V- Monaten, Johann Hammer und Beck zu je 3 Monaten, Grubcr zu 2 Monaten, Michael Arnold, Schick und Erbreich zu je 3 Wochen, Franz Brandt und Grober zu je 2 Wochen, Schwalbach und Haas zu je 1 Woche, Schnobel zu 5 Tagen, Hilsdorf zu 3 Tagen Gefängnis. Soweit Freisprechung erfolgt ist, sind die Kosten des Verfahrens der Staats- lasse, soweit Verurteilung erfolgt ist, den Angeklagten auferlegt. Etos der Frauenbewegung. Kirchliches Frauenstimmrccht in Norwegen. Der norwegische Staatsrat hat am 1. Juli die Bestimmung erlassen, daß alle der Staatskirche angehörenden über 25 Jahre alten Männer und Frauen in den Gemeindeversammlungen Stimmrecht haben sollen. Bisher hatten nur Familienväter dieses Stimmrecht.— ßriefkarten der Redaktion. A. W. Im Jahre 1861.- Klara 100. Im Jahre 1900. Ofurifttfeher Ce«. 8. M. 9. 1. Sie müssen, salls nichts andres vereinbart ist, in Ihrem Falle zur Anprobe zur Schneiderin gehen. 2. Setzen Sie eine Frist von drei Tagen zur Herstellung des Gewandes, drohen Sie an, daß Sic, wenn abermals das Kleid nicht paßt, es nicht abnehmen und Schadensersatz ver- langen und führen Sic Ihre Drohung aus.— Langendreer. Eine Be« strafuna ist möglich, aber unwahrscheinlich. Stellen Sie unter Beweis, daß Sic wiederholt unbehelligt in gleicher Weise gekegelt hatten.— 8203. 3 und 4: Nein.— O. G. 37. Sic können Teilung verlangen: die 1500 M. gehören zur Nachlaßmasse. Der Mutter steht ein Viertel dcS Nach- laffes zu.— Mieter 1000. Sehen Sie nach, ob im Verttage steht, daß für den Fall der Verletzung der Hausordnung dem Vermieter ein Exmissions- recht zustehe. Ist das der Fall, so kann der Wirt eine Exmissionsklage ver- suchen. Es ist aber unwahrscheinlich, wenngleich nicht unmöglich, daß das Gericht in dem Jahre lang geduldeten Spielen der Kinder einen belästigenden, unnötigen Ausenthall ans dem Hos erblickt.— Orts- Krankenkasse. Beide Fragen sind zu bejahen.— A. S. 90. Rein. Wttternngöübersicht vom 7. Juli 1903, morgen? H Uhr.*' Stationen Swinemde. Hamburg Berlin Franks.a.M. München Wien £§ || 5| S)~ 754 750 755 S£ ffif o sSW 758 SW 762153 757® Wetter wolkig Regen wölken! tjbedeckt 5sw olkig IMegeii öS c%. 4« £ ö HS> Stationen Haparanda Petersburg Cork Ab erde«! Patts 761 759 768 765 O SSO NNW Wetter 2 wölken! t Dunst 1 bedeckt 1 wolkenl -ss <-5. 4» |ö w& 12 17 14 14 Wetter-Prognose für Mittwoch, den 8. Juli 1903. Kühl und veränderlich, vorwiegend trübe mit leichten Regensällen und ziemlich frischen westlichen Winden. Verband der Schneider und Schneiderinnen. ( Filiale Berlin.) Am 6. d. Mts. verstarb unser Mitglied Frau Anna Gurt Friedrichsfelderstr. 5, im 27. Rebensjahre. 163/2 Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause aus auf dem Friedhof in Wilhelmsberg statt. Die Ortsverwaltung. Am Montag, den 6. Juli, entschlief sanft nach schwerem Leiden unsre liebe Mutter, Frau Henriette Diebitsch, geb. Huld. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der St. Simeon- und Lukas Gemeinde in Briz aus statt. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes und unsres guten Baters, des Klempners Reinhold Gärtig sagen wir allen Freunden, Genossen und insbesondere dem Gesangverein der Englischen Gasanstalt unsern innigsten Dank. 2451b Witwe Anna Gärtig nebst Kindern. Danksagung. Allen Teilnehmern an der Beerdigung meines lieben Mannes, unsres guten Vaters, sowie für die vielen dranzspenden sagen wir auf diesem Wege unfren herzlichsten Dank, inssesondere seinen Kollegen, dem Sängerkreis der MusikinstrumentenUrbeiter", dem Fachverein der Musiknstrumenten- Arbeiter und dem Wahlerein des IV. Reichstags- Wahlkreises. 20642 Familie Spiek. Hahns Volksgarten am See, Rummelsbury, Hauptstr. 14 ( altes Gefängnis). 19822* Schönster Familien- Aufenthalt, Konert und viele Volksbeluftigungen. daffeeküche. Weißbier 20, Seidel 10 Pf. Ber 31. Dezember 1902. Bilanz. Aktiva. Inventar nach Abschreibung von 5 Broz. M. 2440,50 Conto- Corrent- Conto Debitor. 1909,05 Kassenbestand Kautionsconto • Warenbestand. Passiva. Conto- Corrent- Conto Darlehnsconto Anteilconto. Gewinn. • • Einnahme pro 1902 85,36 50, 40 M. 4524,91 M. Rixdorf. Herren- Moden Parteigenossen! elegante Ausführung geringe Teilzahlung Die Spedition und Buchhandlung J. Kurzberg, Neue Königstr. 47 ist vormittags von 9-11 und nachmittags von 1-4 Uhr geschlossen. Abends erfolgt der Ladenschluß 1712,82 20602* • • 1750, 1060, 2,09 M. 4524,91 8993,52 M. um 8 Uhr. Die Spedition. Die Goldene Zahl der Genossen 23, eingetreten Medaille bekam für tadellosen fein Genosse, ausgeschieden keiner. Sit. Liefere Anzug n. Mak v. Gesamt- Haftſumme 36 MF. an, neneste reinw. Stoffe, direkt am Alexanderplatz. Steppdecken fauft man am preiswertesten nur direkt in der Fabrik, 72 Wall: ftraße 72, wo auch alte Steppdecken aufgearbeitet werden. 8. Strohmandel, Berlin 14. Illustrierter Preiskatalog gratis. Prinzensanbere Näharbeit. Ludwig Specialarzt für[ 8/ 17* Engel, Prenzlauerstraße 23, Hant- und Harnleiden.' Otto Kranz. II. Alexanderplat. Gegr. 1892. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. 1150. Barbier- und Friſeur- Genossenschaft feinste Zutaten, 2 Anproben, Dr. Simmel, " Boran", eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Der Vorstand. Paul Liere. 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Engel, Markusstr. 18. A. Behr, Thaerstr. 42. G. Winkel, Zorndorferstr. 38a. Chr. Lützgendorff, Koppenstr. 60. Jargow& Raebel, Lichtenbergerstrasse 18. Wilh. Paasch, Höchstestr. 31. C. Schneemann, Stralauer Platz 5. E. Wagenknecht, Schreinerstr, 11. Paul Stolle, Am Friedrichshain 10. A. Manger, Insterburgerstr. 16. W. G. Böttcher, Gleditschstr. 15. A. Böttcher, Taubenstr. 23a. W. Pommerenke, Königgrätzerstrasse 82. Ehrenpreis und Goldenc Medaille EASTE FACH AUSS 7 FOR CAPEHAUS www CONDITORE BEIRIES BERLIN 1003 Berlin 1903. J.Schoemann, Willibald Alexisstr.5. R. Loeser, Alte Jakobstr. 7. G. Rensch, Grossbeerenstr. 34. Adlershof. Otto Kelm& Co., Sedanstr. 27/28. Charlottenburg. G. Hoffmann, Krunimestr, 69. Hermsdorf. B. Blauert, Berlinerstr, 116. Friedrichsberg. H. Tielsch, Ruschestr. 2. C. Lange, Kronprinzenstr. 42. Pohl& Co., Kietzerweg 10. P. Künkel, Blumenthalstr. 41. C.Pfefferkorn, Frankf. Chaussee 83. A. Dureck, Berlinerstr. 101. Neu- Weissensee. G. Krumm, Elsassstr. 64. Rixdorf. M. Niclas, Juliusstr. 33. Rummelsburg. K. F. Dierberg, Neue Prinz Albertstrasse 21. C. Mathiske, Kantstr. 36. Steglitz. Fritz Brosin, Manteuffelstr. 80. 0. Noth, Lindenstr. 101-102. Aug. Hoffmann, Schildhornstr. 102. General- Vertrieb für Berlin und Umgegend: Otto Starick, Berlin NO. 18 Landsberger Allee 7. Telephon: Amt VII No. 1666. 1. Ziehung 1. Klasse 209. Kgl. Preuß. Lotterie. 86 525 64 696 741 892 112026 196 315 64 433 Ziehung vom 7. Juli 1903, vormittags. Nur die Gewinne über 50 Mr. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. 33 69 365 408 42 624 40 851 934 1036 131 47 384 735 815 35 2047 100 59 251 469 691 821 3029 114 340 459[ 100] 761 80 4107 45 280 504 24 870 967 76 5055 177 245 511 24 640 951 6118 270 577[ 100] 842 78 80 903 7080 177[ 200] 209 400 36 79 628 713 8037 127 84 339 56 65 416[ 200] 53 78 528 907 42 67 82 9079 212 30[ 100] 43 79 321 733 74 10047 50 129 393 422 934 79 11004[ 100] 106 33 454 536 38 41 630 723 832 46 63 12005 146 277[ 100] 352 464 79 504 24 40 53 058 713 834 960[ 100] 13148 56 442 83 518 41 87 697 805 993 14134 248 304 644 50 750 804 92 952 82 15185 467 704 45 16059 117 39 286 89 518 836 40 993 17032 58 65 82 104 6 74 240 433 948 18236[ 300] 87 527 47 63 65 84 649 842 934 75 19518 90 719 865 989 20256 300 29 571 658[ 100] 739 805 971 77 21143 [ 100] 277 87 324 518 75 675 700 22 68 86 900 22047 110 38[ 100] 380 83 496 648 791 946 86 23110 20 260 318 528 707 838 971 83 24326 526 847 56[ 100] 903[ 100] 25004 88 290 444 737 54 800 94 915 26060 71 344 478 665 73 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Klasse 209. Kgl. Preuß. Lotterie.| 519 98 675 717 113008 54 135 238 49 490 509[ 200] 676 Siehung vom 7. Juli 1903, nachmittags. Nur die Gewinne über 50 wt. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdrua verboten. 125 60 282 90 402[ 100] 542 76 661 701 1049 66 138( 300) 231 67 469 574 2171( 100) 90 256 301 406 25 37 647 708 828 3077 369 550 734 851 4049 102( 300) 55 68 238( 100) 321 38 79 454 531 606 64 774 858 909 43 5037 235 402 502 3 687 723 55 820 49 6045 114 288 97 316( 100) 446 57 67 518 29( 100) 689 821 47 93 949 64 7047 93 130 47 255 372 464 681 764 92 94 887 8002( 100) 48 150 55 78 252( 100) 439 674 815 75( 100) 918 9043 49 138 76 351 479( 100) 552 746 877 89 942 10000 245 336 46 435 605 6 80 823 55 11105.7 63 215 16 69 411 97 655 93 757 70( 100) 12236 329 66 78( 100) 589 637( 1001 44 805 67 13154 82 97 228 439 547[ 400] 70 788 14086 341 63 409 89 638 43 79 789 887 15025 73 151 60 326 47 68 82 439 79 680 96 16043 546 622 745 93 97 876 985 17145 [ 100] 69 397 492 504[ 200] 36 652 849 913 18222 741 2001 952 19012 112 242 53 426 66 519 624 56 81 751 88 20148 284 319 42 545 61 645 718 43 842 903 51 73 21198 443 682 704[ 100] 50 88 827 22045 187 282 306 462 563 68 625 84 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Redakteur: Carl Peid in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.