Nr. 158. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss nummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das übrige Auslans& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Injecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Dame vom Rhein. I. Freitag, den 10. Juli 1903. strafenden Umgang hielt, das falsche Banner noch einmal unter den Barrikaden Berlins sein andres, sein völlig unzweideutiges Jena finden. „ Der innere Beruf des Schriftstellers, sein Wahrheitsdrang, seine Hätte die Firma Dumont geahnt, daß auch das„ andre Jena" Vaterlandsliebe, das Streben, seinen Mitmenschen zu nügen, zur nicht ganz unzweideutig" sein sollte, so hätte sie den Mund nicht fortschreitenden Entwicklung des Menschengeschlechts beizutragen... fo voll genommen. Vorläufig aber schwelgte sie weiter in den Ausdas alles tritt gegenwärtig in den Hintergrund vor der Geldmacht fichten des liberalen Zukunftsstaates, der nach ihrer Spekulation und der Staatsgewalt." So flagte vor einem Menschenalter der unmittelbar beborstand: ehrliche Heinrich Buttte in seinem Buche über„ Die deutschen Zeitschriften und die Entstehung der öffentlichen Meinung". Seit jenen Tagen ist wenig Gründliches über das deutsche Zeitungswesen geschrieben worden. Denn wie soll man die Ge schichte einer Einrichtung schreiben, deren Erscheinung für den Tag und das Vergessenwerden berechnet ist? Die tapitalistische Presse, die keinen höheren Zwecken dient als denen des Gelderwerbs durch Verschleiß von öffentlicher Meinung, lebt von dem kurzen Gedächtnis ihrer Leser. Nun hat sich Franz Dieudonné") die Mühe nicht verdrießen lassen, die Politit der renommiertesten aller deutschen Meinungs firmen, der Kölnischen Zeitung", nahezu durch ein Jahrhundert hindurch zu verfolgen, und es hat sich gezeigt, daß seine Arbeit der Mühe reichlich wert gewesen ist. Die Kölnische Zeitung" hat den Rekord des berühmten Kommerzienrats der Anekdote, der fiebzig Jahre alt geworden war, und dem man doch nichts nachs weisen konnte, um dreißig Jahre geschlagen. Noch vor zwei Jahren mußte ein bürgerlicher Publizist, der ihre Käuflichkeit behauptet hatte, im Gerichtssaal den Rückzug antreten. Kein Strahl von außen kann jenes System der höchsten kapitalistischen Verklüngelung und Verfilzung in seinen letzten Fasern durchleuchten. Trotzdem nennt man sie bis zum heutigen Tage die große Dame vom Rhein oder auch noch ein wenig anders. Aus der Liste ihrer Liebhaber hat - in seiner Art einer der alten Konservativen Franz Dieudonné Pamphletisten einen anmutigen Auszug gegeben. Als Ersten der Reihe begegnen wir feinem Geringeren ais Napoleon Bonaparte. Die Rücksicht auf den Fortbestand des im Jahre 1802 neugegründeten Geschäftes verlangte es. Am. Vende miair des Jahres 10 der Republik"( 28. September 1802) fang die Kölnische Zeitung" in einem Stile, wie er heute höchstens noch in der, Kreuz- 3eitung" am Geburtstage der Kaiserin üblich ist, folgendermaßen: Heil, Heil ihm, dem edlen großen Manne; Heil Bonaparte, der Dich, o Göttin( des Friedens!) vom Himmel her zu uns herabgesendet. Und ein angekündigter Besuch des französischen Generals wird am 24. Juli 1803 mit diesen Worten begrüßt: Held Bonaparte ist hier wie einst im Lager seiner Waffen brüder zu Hause und wird von seinem Altan herab hier dem ne ihm im frohesten Stolze auftretenden Soldaten den Wonneblick schenken können. Vier Jahre später bei dem Zusammenbruch des preußischen Junkerstaates triumphiert sie: Ganz Deutschland ist freundlich ergeben oder unterworfen. Sachsen ward von dem drückenden Joche Preußens befreit. Sein bergrößertes und von Frankreich beschütztes Gebiet ist ebenso unverlegbar wie das vom Rheine. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. nichtet, teine Körperschädigung begangen haben, auf Jahre ins Gefängnis und ins Zuchthaus! So will es der heutige Staat der Socialreform, der Gerechtigkeit: So betreibt die heutige Justiz die vielgerühmte Versöhnung der Klassen"! Vergleiche. Zum Prozeß Hüssener wird uns von fachmännischer Seite geschrieben: Nicht mehr mit Orden und Bändern bekränzte, mit leeren Fähnrich Hüffener wurde für den von ihm begangenen TotTiteln geschmückte Diplomaten werden uns die Betrogenen schlag, wie bekannt, zu 2 Jahren 1 Woche Festungshaft ver vertreten, sondern Männer mit treuer Brust unter dem schlichten urteilt. Er hat also für seinen von rückwärts geführten, gegen Kleide, mit heller Stirn und vaterländischem Herzen... werden einen Untergebenen gerichteten Dolchstoß die Strafe er unfre Angelegenheiten ordnen und das Glück aller als ihr höchstes halten, die gewöhnlich die Duellmörder auf dem Papier beZiel betrachten. Ja, jetzt war die Zeit, widerhistorisch radikal" geworden, und auch die Zeitung, die mit ihrer Zeit ging, wurde widerhistorisch radikal". Am 1. April 1848 schrieb sie: tommen. Wie lautet nun der Militär- Strafgesetzbuch- Paragraph, dem der Fähnrich die ihm zu teil gewordene Milde verdankt? Es ist der Absatz 3 des§ 123, der von schweren Körperverlegungen, die Vorgesetzte an Untergebenen verüben, handelt. Er lautet: Ja, wir sind radikal, weil eine große Zeit große Principien fordert; weil es lächerlich ist, am Morgen nach einer Revolution," Ist durch die Körperverlegung der Tod des Untergebenen nachdem die Geschichte in einem Sprunge ein halb Jahrhundert verursacht worden, so tritt Zuchthaus nicht unter drei Jahren, in gehemmter Entwickelungen nachgeholt hat, nach dem abgerissenen minder schweren Fällen Gefängnis oder FestungsFaden von gestern ängstlich die Hand auszustrecken, um an ihm haft nicht unter einem Jahre ein." den„ gemäßigten Fortschritt" weiter zu spinnen. Noch am 18. November 1848 spekulierte, die große Firma in Revolutionsaktien à la hausse. Die Krone der Hohenzollern", schrie drohend ,,, rollt am Abgrunde!" sie Aber am 5. Januar 1849 ahnte fie schon das Kommende: Selige Tage aber, jene Tage des März! Wie schwelgten wir da in der reinsten Begeisterung für unsre Ideale! Man sieht, daß der Fall Hüssener sogar als ein besonders minder schwerer Fall" vom Oberkriegsgericht angesehen wurde, denn dieses ging nur um ein Jahr über die gelindeste Strafe, die über haupt möglich ist, hinaus, trotzdem der Angeklagte für einen Somit sieht es Fähnrich auch noch miserabel qualifiziert war. gerade so aus, als ob die militärische Laufbahn des Fähnrichs Hüffener noch keineswegs beendet sei und der Herr Fähnrich in Dent Die Konterrevolution hat dann freilich der Schwelgerei ein Ende ungefähr 2 Jahren als Lieutenant daherstolzieren werde. gemacht, aber dafür die„ Kölnische Zeitung" von einem unangenehmen Kenner der Verhältnisse könnte dies gar nicht überraschen, denn nach Konkurrenten befreit. Am 18. Mai 1849 wurde die„ Neue Rheinische dem preußischen Militärsystem ist nun einmal der Vorgesetzte ein Zeitung" unterdrückt.„ Wir mußten unsre Festung übergeben", Halbgott, während der Untergebene in manchen Beziehungen noch fchreibt Friedrich Engels, aber wir zogen ab mit Waffen und schlechter daran ist als der Zuchthäusler. Der Zuchthäusler braucht Bagage, mit flingendem Spiel und der Fahne der letzten roten sich von seinem Wärter doch nicht prügeln zu lassen, sondern Nummer, worin wir die Kölner Arbeiter vor Hoffnungslosen darf sich wehren, der Soldat aber darf einem Offizier oder Butschen warnten." Und in dieser letzten Nummer schric Karl Marr Unteroffizier, der ihn ohrfeigen will, nicht in den Arm fallen. den vorrückenden borussischen Schlächtern entgegen: Und der Zuchthäusler wird sich auch wahrscheinlich über eine ihm Wir sind rücksichtslos und verlangen teine Rücksicht von Euch. zudittierte Strafe beschweren dürfen, ehe er sie absitzt, de Wenn die Reihe an uns kommt, werden wir den Terrorismus nicht beschönigen. Aber die royalistischen Terroristen, die Terroristen von Gottes Gnaden, in der Praris sind sie brutal, verächtlich. gemein, in der Theorie feig, verstodt, zweizüngig, in beiden Be ziehungen ehrlos. Soldat aber muß zuerst brummen, mag er auch noch so ungerecht bestraft worden sein, und dann erst steht ihm das„ Recht" zur Klage offen. Dem von erbitterten Soldaten zu hörenden Ausspruch„ Lieber im Zuchthaus als beim Militär" liegt somit zweifellos eine gewisse Be rechtigung zu Grunde. Dafür Doch wohin sind wir geraten? Wir schwelgen in Idealen". Das Urteil im Falle Hüffener wird erst so recht zu einex Wir nehmen Abschied von dem unpraktischen Jdealisten Dr. Marg, Anklage gegen das preußische Militärsystem, wenn man damit der jetzt ins Hungereril geht, und kehren zur bewährten Firma andre Urteile, die bei Verfehlungen von Soldaten gefällt wurden, zurüd. Sie hat ihre Abonnentenzahl verdoppelt, von 9000 auf bergleicht. Besonders drastisch wirkt hier die Strafe, die der Matrose 18 000, und schreibt am 1. Januar 1850 stillvergnügt, aber nicht mehr Messerschmidt vor kurzem von dem nämlichen Oberbythyrambisch, sondern in biederem Geschäftsstil: Kriegsgericht, das Hüssener soeben abgeurteilt hat, erhielt. Wir können an der Schivelle des abermaligen Jahreswechsels Messerschmidt hatte in der Trunkenheit einem Fähnrich Namens immer noch getrosten Mutes hinter uns blicken und dürfen wenn Abel einen Faustschlag auf die Schulter versetzt. auch auf etwas veränderter Bahn abermals mit unverzagtem wurde er in erster Instanz zu 18 Monaten, vom Ober- Kriegsgericht ,, Vorwärts" zur weiteren Fahrt uns Glück wünschen. Stiel aber zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Dolch stoß. den Mit dieser beruhigenden Aussicht sei für diesmal der Lefer ent- ein Vorgesetzter gegen einen Untergebenen führte und diesem Sie sollen ihn nicht haben, den freien französischen Rhein laffent. So schlecht er auch in der Geschichte beschlagen sein mag, das Leben kostete, wird also mit 2 Jahren 1 Woche Festungshaft geDas Bauchrutschen der heute chauvinistischen bürgerlichen Presse soviel ist ihm vom weiteren Verlauf dieses Heldenromans jetzt schon ahndet, ein Fauftschlag aber, den ein Untergebener einem Vorbor dem... forsischen Eroberer war damals, zur Zeit seiner Herrschaft flar geworden: Wenn das Absatzgebiet der Kölnischen Beitung" gefeßten auf die Schulter bersetzt und der nicht den geringsten freilich allgemein üblich. Schrieb doch auch die Münchener Anfernerhin von Preußen, Franzosen, Engländern oder Kamtschadalen förperlichen Nachteil verursacht, wird mit 4 Jahren Gefängnis erobert worden ist, die„ Kölnische Zeitung" wird preußisch, französisch, gefühnt. gemeine Zeitung" im Jahre 1811 englisch oder kamtschadalisch sein. Und wenn an Stelle Wilhelms II. Peter Karageorgewitsch Kaiser von Deutschland wird, so wird sie erklären, daß die Dynastie der Karageorgewitsche nicht bloß wie bis jezt für Serbien, sondern auch für Deutschland„ vom Himmel herabgefandt" worden sei. Es kann ihr nichts geschehen; nicht einmal aus Scham kann sie ihr Geschäft aufgeben. Sie ist und bleibt, als was sie Herr Dr. Ludwig Salomon in„ Spemanns goldenem Buch der Weltlitteratur" feiert, die„ Wortführerin des nationalen Geistes"! 41 S. M. der König von Rom geruhten ohne weiteres die Brust seiner Amme anzunehmen. Das sind dieselben Blätter, die später mit ihrer deutschen Treue" den Mund vollgenommen haben! Napoleon ward geschlagen, die Rheinlande fielen an Breußen und schon am 5. April 1815 war die ehrliche Kölnerin iv den Voll bereich ihres nationalen Bewußtseins gelangt. Nun waren es die Väter der nachgeborenen heiligen Alliance, deren unsterbliches Ver dienst um deutsche Ehre, Freiheit und Selbständigkeit" von behenden Federn gerühmt wurde, nun war es Preußen, dessen deutscher Geist und deutscher Mut sich herrlich entfaltet" hatte, un war Frantreich der ,, Erbfeind des deutschen Volkes" und von unbegrenztem Haffe" erfüllt: Köln blieb preußisch und die„ Kölnische Zeitung" auch. Preußen war absolutistisch und die„ Kölnische Zeitung" auch. Dann kam das tolle Jahr, und die„ Kölnische Zeitung" wurde auch toll. Noch am 1. Januar 1848 verteidigte sie den unterthänigen Landtag gegen die Angriffe der„ in widerhistorischem Radikalismus befangenen" französischen Presse. Der Vereinigte Landtag, hieß es da, könne nicht so unverständig sein, den dargebotenen historischen Rechtsboden( des Absolutismus. D. Red.) zu verschmähen und sich auf die abschüssige Ebene der Bölkersouveränität zu stellen, um als ziveite Konstituate der ersten französischen nach in den Abgrund der Revolution zu stürzen." Aber am 18. März fiegte die Revolution und die Mölnische Zeitung" wurde revolutionär. Am 24. März 1848 schrieb jie gegen sich selbst: Der Tag von Jena hatte die alte Macht, die zur Ohnmacht geworden, nicht vergeblich in seinen Flammen herzehrt. Aber nach dem Voltssiege, siehe, da famen die Geister der alten Lüge nochmals herangeschlichen, wechselten nochmals die Banner aus, und deshalb mußte, als nun abermals der neue Geist der Wahrheit, den falschen Staatenbau Europas enthüllend, seinen Franz Dieudonné. Die Kölnische Zeitung" und ihre Wandlungen im Wandel der Zeiten. Hermann Walther, Ver lagsbuchhandlung. Berlin 1903. Politifche Ueberficht. Berlin, den 9. Juli. Das Gegenstück zum Fall Hüffener. Es wird uns gemeldet: Bromberg, 9. Juli. In der Fortführung der PandfriedensProzesse vor dem Schwurgericht wurden heute hier 13 Personen zu insgesamt 14 Jahren Zuchthaus und 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Weiter standen im Februar dieses Jahres der Gefreite Daniel und der Dragoner Menne vom oldenburgischen Dragoner- Regiment Nr. 19 vor dem Kriegsgericht der 19. Division. Sie hatten in der Silvesternacht über den Durst getrunken und infolgedessen in der Kaserne einen großen Lärm verursacht. As Unteroffiziere ihnen be fahlen, ruhig zu sein und sich zu Bett zu legen, erklärten sie, es tönne sie niemand ins Bett schicken. Das Gericht fah in ihren Verfehlungen einen militärischen Aufruhr und verurteilte Daniel zu 5 Jahren 6 Monaten, Menne zu 5 Jahren 10 Monaten Gefängnis. Vom Kriegsgericht der 3. bayrischen Division wurden im ersten Duartal dieses Jahres zwei Rekruten Namens Philipp und Langtnecht wegen Fahnenflucht zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Warum aber hatten sie der Kaserne den Rücken gekehrt? Weil sie schmählich mißhandelt worden waren. Und trotzdem die hohe Strafe! Ende Mai hatte sich vor dem Kriegsgericht der 8. Division der Kürassier Hinze ebenfalls wegen Desertion zu verantworten. Auch er war durch Mißhandlungen förmlich zur Fahnenflucht getrieben worden. Ungeachtet dieses Umstandes erhielt er 7 Monate Gefängnis. Nach den Schilderungen, die seiner Zeit über die Vorkommnisse beim Bauarbeiterstreil in Bromberg gegeben wurden und in Anbetracht Die gleiche Strafe traf den Düsseldorfer Ulanen Ewers, der Thatsache, daß außer der durch die Polizei attackierten Bolts- der fich den Mißhandlungen, mit denen ihn ein Sergeant trattierte, menge niemand zu körperlichem Schaden gekommen ist, ist das durch die Flucht entzog. heutige Urteil wieder eines von denen, die weithin Entsetzen und Weiter hatte sich am 6. April vor dem Breslauer Kriegsgericht der Musketier Koh zu verantworten. Er hatte dem Unteroffizier Empörung erregen müssen. Dies ist der Vorgang von Bromberg: Man verweigert Arbeitern Bleul, der ihn ins Gesicht schlug, zu Boden warf und mit dem Fuße bescheidene Forderungen, man holt Tohndrückende Vus- stieß. bei der Abwehr der Mißhandlungen einen Schlag verfegt. änder herbei, man geleitet diese Leute mit blant gezogenen Dafür wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Polizeifäbeln durch die Straßen; es kommt zur Menschenansammlung, zu scharfen Worten, die Polizei haut ein und Dußende unglücklicher Arbeiter werden wegen Landfriedensbruchs auf die Anagebant gebracht, zu ungeheuer harten Strafen verurteilt, namenloses Unglück wird über zahlreiche arme Familien gebracht. Hüssener, der Fähnrich, der ein Menschenleben leichtfertig Ein Strafgesetzbuch, das solche Urteile ermöglicht, gleicht einem vernichtet- zwei Jahre ehrenvolle Haft auf der Festung! Januskopf, der auf der einen Seite das Gesicht einer gütig und Arbeiter, die vielleicht straffällig find, aber kein Menschenleben ver- nachfichtig lächelnden Frau, auf der andren ein furchtbares Medusen Endlich sei noch an die Landwehrleute erinnert, die sich anläßlich eines Bahntransportes weigerten, in einem Viehwagen Platz zu nehmen, und dann eine telegraphische Beschwerde an Kaiser Wilhelm den Ersten sandten. Sieben Jahre wurden sie deswegen ins Zuchthaus gesperrt!" ben Soldaten. antfig zeigt. Das erstere gilt den Borgefekten, das zweite aber| Exemplaren, also in erheblich größerem Umfang als die Bürgersche| große Unkosten stürzen, wenn fie fich die Konkurrenz die Arbeiterinnen einen Es ist dies auch gar kein Wunder, denn Schrift verbreitet worden ist". Herr Fränkel irrt sich um die Kleinig- fähigkeit erhalten will, und für das Militär- Strafgesetzbuch stammt aus den Tagen der keit von zwei Nullen. 30 000 Exemplare find im ganzen von unsrer erheblichen Ausfall an Lohn mit sich bringen." Der Herr Getverbeheiligen Allianz, nämlich vom 3. April 1845. Im Jahre Schrift verbreitet worden, genug, um 3 Millionen Stimmen zu ge- Inspektor hat in seinem Feuereifer für die Sache der bedrängten 1872 wurde dieser ursprünglich rein preußische Koder für die ganze winnen. an: Fabrikanten etwas zu viel an Gründen aufgefahren. Entweder deutsche Armee übernommen. Er ist also auch eine„ Errungenschaft" Nach solchen Beweisen kommt Herr Fränkel zur Hauptfache. stürzen sich die Fabrikanten wirklich in Unkosten, dann haben die der deutschen Einheit. Daß dieses Strafgesetzbuch heute noch in Er bietet sich als Leiter eines wahrhaft großartigen Central Kraft ist und die Militärverwaltung gar keine Miene macht, es abzu Socialistenschlachthauses schaffen, beweist wieder einmal den Mangel an Verständnis, mit der die Regierung den Anforderungen der Zeit gegenüber steht. Glauben denn die uniformierten Ercellenzen, daß die Soldaten das Urteil gegen den Fähnrich Hüssener nicht als eine Mißachtung gegen ste empfinden und im geheimen darüber ihre bitteren Bemerkungen machen? Wir können uns lebhaft vorstellen, wie Mannschaften einander zuzischeln„ Unsereinen darf man ja um 2 Jahre Festung totstechen. An unsereinem liegt ja nichts." Und sehen die Herrschaften nicht ein, daß der Soldat von 1903 ganz anders denkt wie jener von 1845? Ja, fie merken es wohl, aber sie finden sich damit in einer geradezu köstlichen Weise ab, indem sie zum Steine erweichen jammern, der jezige Ersatz sei nicht mehr so wie früher. Das einzig Vernünftige wäre, dieser Aenderung Rechnung zu tragen. Statt dessen aber wird gefordert, daß der Mensch von 1903 sich nach den Vorschriften von Anno Tobak richten, also sich nach rückwärts„ entwickeln" soll. So aber fordert das System noch Tausende von Opfern, ehe es unter der Wucht der modernen Zeit fläglich zusammenbrechen wird. Die Hinterbliebenen des Wahlkampfes. Die jeiftigen Arbeeter, die in dem letzten Wahlkampf unermüdlich die Socialisten mordeten, sind durch den Ausgang sicher am tiefsten betrübt worden. Wer wird den May Lorenz, Korbmacher Fischer und Heinrich Fränkel jezt noch für ihr Geschäft die nötigen Betriebsmittel hergeben, nachdem ihre Betriebsamkeit so lächerlich- jämmerlich zu Schanden geworden. Allerdings diese trauernden Hinterbliebenen können sich so leicht nicht von dem nahrhaften Gewerbe lossagen. Sie wollen es nicht einsehen, daß sie gänzlich überflüssig geworden sind, daß niemand mehr an ihre Pillen und Mixturen glaubt. So will Herr Mar Lorenz seine Antisocialdemokratische Korrespondenz" weiter fortseßen, allerdings verlangt er jetzt Bezahlung von den Abnehmern, da die Gründer wohl schwierig geworden sind. Und mun gar Herr Fräntel, Lorenz ist ein Stümper gegen Fränkel, der jetzt den Ehrgeiz hat, ein Pierpont Morgan der Socialistentöterei zu werden. Unter dem 28. Juni versendet er ein langes Cirkular an seine Gönner, in dem er für sein neues tolossales Unternehmen offene Hände wirbt. Heinrich Fränkel ist nicht umsonst in der Schule Eugen Richters groß geworden. Er bleibt unentwegt, und wenn ihn der Teufel bereits am Genick hat. In seinem wie in seines Meisters Sprachschatz ist das Wort„ Mißerfolg" nicht zu finden. So beweist er denn in dem Cirkular seinen wohlhabenden Kunden, daß das Wahlergebnis in seinem tiefsten Grunde einen Sieg jener Fränkelei über die Socialen Thatsachen" darstelle. Wenn die Socialdemokratie„ nur“ 3 Millionen Stimmen und„ nur" 81 Mandate erhalten habe, so sei das ausschließlich ein Verdienst der Bürger- Fränkelschen Broschüre. Leider seien nur 2,6 Millionen von diesem Meisteriverk verbreitet worden. Es stehe fest, " ,, daß bei lückenloser Durchführung der Broschüren- Massenberbreitung in allen am Kampf gegen die Socialdemokratie beteiligten Wahlkreisen die nunmehr zur Thatsache gewordene Niederlage der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung nicht eingetreten wäre." Und nun beweist Herr Fräntel, daß von der Vermehrung der socialdemokratischen Stimmen um 46,2 Proz., Sie das Gesamtergebnis darstellt, nicht betroffen sei die große Mehrzahl der= jenigen Wahlkreise, in denen die Maffenverbreitung der Bürgerschen Broschüre erfolgt ist." Wenn die Socialdemokratic Bernburg- Göthen, Sorau- Forst, Nottbus- Spremberg, Erlangen- Fürth, Hanau- Gelnhausen und Holzminden- Gandersheim verloren habe, went verdankt das die Welt? Niemand anders als Fränkel- Bürger. Arbeiterinnen ja keinen Lohnausfall zu fürchten, oder aber sie treiben ihre den Arbeiterinnen ja schon bekannte und ges „ Der bezeichnete Zweck erfordert die Errichtung einer wohnte Lohnbrüderei auch nach Einführung des ZehnstundenCentralstelle für die Bekämpfung der Socialdemokratie tages fort, dann werden gerade bei verkürzter Arbeitszeit mit dem Size in Berlin. Diese Centralstelle wird alles bereits und der dadurch bedingten Verringerung von Angebot an vorhandene sowie alles fünftig erscheinende Material über die Arbeitskräften die Arbeiterinnen ihnen sicher besser als bisher Socialdemokratie zu sammeln und mit Hilfe desselben allen, die sie entgegentreten können. Der Berliner Bericht spricht sich verbekämpfen, jede einschlägige Auskunft zu erteilen haben; die nünftigerweise für den Zehnstundentag aus, obgleich gerade socialdemokratische Parteilitteratur wimmelt von bisher nur ganz doch die Berliner, Charlottenburger, Schöneberger und Rigdorfer 2c. vereinzelt ausgenutzten köstlichen Kraftstellen, Kindereien und Fabrikanten unter der Schmutzkonkurrenz ihrer Kollegen aus dem Ungeheuerlichkeiten, die systematisch gesammelt, gruppiert und den Frankfurter Bezirk besonders zu leiden haben. In Berlin und Interessenten zur Verfügung gestellt werden müssen. Ferner werden seinen Vororten werden erheblich höhere Löhne gezahlt als von der die Vertrauensmänner der Centralstelle in den einzelnen Wahl- Konkurrenz in den entfernteren Gegenden der Provinz Brandenfreisen genaue Stenogramme der Vorträge socialdemo- burg, nur 11 Prozent der Arbeiterinnen arbeiten länger als fratischer Versammlungsredner nach Berlin einsenden, 10 Stunden und gerade hier konstatiert der Bericht: Unternehmer trägt feine befragten worauf den bürgerlichen Zeitungen der betreffenden Gegenden Mehrzahl schlagende, streng sachliche Widerlegungen des wesentlichen Inhaltes denken, einer solchen Aenderung zuzustimmen." Der Aufsichtsempfiehlt den gesetzlichen der Vorträge zum kostenfreien Abdruck zugehen. Die bemerkens- beamte für den Bezirk Breslau werten Artikel des, Vorwärts" sowie der durch die social- Zehnstundentag namentlich aus socialen Gesichtspunkten:" Der in demokratische Provinzpresse gehenden Parteikorrespondenzen sollen in dieser Herabsetzung der Arbeitszeit liegende Fortschritt ist so bederselben Weise kritisch zerpflückt werden. Die socialistischen Agitatoren deutend und für die Kultur, Gesundheit und Sittlichkeit der ganzen und Zeitungsschreiber versprechen, um die Dummen einzufangen, Arbeiterbevölkerung auf die Dauer von so heilsamem Einfluß, daß tagtäglich die herrlichsten Dinge, die mit den( nach Möglichkeit dessen Einführung entschieden befürwortet werden kann“. Und der verschleierten) programmgemäßen Zielen und Bestrebungen der Beamte für Köln sagt direkt:„ Die Herabseßung des MarimalSocialdemokratie im schärfsten Widerspruch stehen: die Arbeitstages für alle Arbeiterinnen über 16 Jahre auf 10 Stunden Centralstelle wird jeden derartigen Fall vor der breitesten Deffent- muß aus gesundheitlichen und sittlichen Rücksichten als eine lichkeit genau festzustellen und für die Aufklärung der unmittelbar Notwendigkeit bezeichnet werden." beteiligten Kreise über die Unehrlichkeit der betr. Hezer zu sorgen Wir werden auf diese Erhebungen weiter zurückommen. Jeden der „ Die Bes haben. Ebenso werden die Widersprüche zwischen socialistischer falls bestätigen sie vollauf die Dringlichkeit und Durchführbarkeit Theorie und socialistischer Praris, die sich aus den Vor der von uns seit langen Jahren erhobenen Forderung der Herabgängen und Zuständen in den Parteibruckereien, segung des elfstündigen Frauen- Arbeitstages. Die socialdemokratische Krantentaffen, Konsumbereinen usw. unausgesetzt Reichstags- Fraktion trat insbesondere bei Beratung der Gewerbemassenhaft ergeben, in lückenloser Vollständigkeit zu Novelle von 1890/91 eifrig für den Zehnstundentag ein; hoffen wir, sammeln und der Allgemeinheit zu unterbreiten sein. Die daß sich die Socialreform des Reiches und der bürgerlichen Parteien Thorheiten und Lächerlichkeiten der socialdemokratischen Redner nach so langen Verzögerungen endlich zur Erfüllung der dringlichen im Reichstage werden mit entsprechender Beleuchtung für die Forderung entschließt. gesamte bürgerliche Provinzpresse zurechtgemacht werden; der Eintritt zahlreicher lokalen Partei-, Führer" dritten und vierten Ranges, darunter mancher wahrhaft grotesken Dugend- Agitatoren in den Reichstag, läßt eine reiche Ernte wunderbarster Redeblüten er warten, und man darf hoffen, daß auch in diesem Falle le ridicule tue"( das Lächerliche tötet). Ebenso ist es notwendig, den vielfach geradezu unglaublichen Leistungen socialdemokratischer Mitglieder von Gemeindevertretungen in geeig neten Fällen die weiteste Verbreitung zu geben bisher blühen beamten diese Veilchen meist im Verborgenen. Die Durchführung der an- wird gedeuteten Aufgaben setzt die Herausgabe einer regelmäßig, min- G. Schenck, destens dreimal wöchentlich erscheinenden Zeitungs- Korrespondenz = Ein sehr beklagenswertes Verfahren wird innerhalb des preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe bei der Publikation der amtlichen Erhe bungen zu Fragen des Arbeiter- und Arbeiterinnenschutzes ein geschlagen. Seit einer ganzen Reihe von Tagen werden in Blättern und Zeitschriften Auszüge und Mitteilungen verbreitet aus dem amtlichen Wert über Arbeitszeit der Arbeiterinnen über 16 Jahre in Fabriken und diesen gleichgestellte Anlagen nach Gewerbe Aufsichtsden Erhebungen der königl. preußischen Das Buch und Bergbehörden im Jahre 1902". bezeichnet als soeben in R. v. Deckers Verlag, Berlin föniglicher Hofbuchhändler, SW., er schienen". Verschiedene Interessenten für das Werk beschweren sich bei uns seit mehreren Tagen, daß sie vergeblich vervoraus, die an die in Betracht kommenden Blätter kostenfrei ab- fucht haben, in den Buchhandlungen dasselbe zu erhalten. Auch zugeben wäre. Sodann müßte die socialdemokratische Presse mit unsre Redaktion hat das Werk durch Vermittelung unsrer Parteibesonderer Sorgfalt unter Beobachtung genommen werden, um die Buchhandlung längst beim Dederschen Verlag voraus. bestellt, aber wiederholt und bis zum heutigen Abend fordern schleunigste Berichtigung der darin behufs Herabwürdigung der wir vergeblich die Aushändigung. Das ist ein ganz skandalöser zu bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung massenhaft aufgetischten stand. Es scheint, daß aus dem Ministerium für Handel und Ges unwahren Angaben herbeizuführen. In manchen Fällen nimmt werbe Exemplare des Buches verhökert worden sind und so Auszüge sich ja die Staatsanwaltschaft solcher Dinge an, aber auf in verschiedene Blätter dringen, während der übrigen Publizistit die diesem Wege wird den Socialdemokraten entweder der Triumph Kenntnis des allgemein interessierenden Werkes und die Möglichkeit der Freisprechung oder der Glorienschein des Märtyrertums ver- der Besprechung vorenthalten bleibt. Es ist dringend erforderlich, schafft, in beiden Fällen also die socialistische Agitation wirksam daß die Ursachen dieses Mißstandes festgestellt und beseitigt gefördert, während der preßgesetzliche Zwang zum Abdrud von werden und daß die Wiederholung in fünftigen Fällen ausgeschlossen Berichtigungen in den Spalten der socialdemokratischen Blätter selbst bei ständiger, umfassender Anwendung geeignet ist, allmählich etwas Licht in die durch den socialistischen Phrasendunst vers wirrten Köpfe zu bringen. Andre Aufgaben der Centralstelle werden sich von selbst ergeben." Zum Beweise macht dann Fränkel eine jener Rechnungen auf, Herr Fränkel will also vorausgesetzt daß er genügend edle wie sie auch seine Broschüre auszeichnet. Er operiert wohlweislich Geldgeber findet die socialdemokratische Thätigkeit für die nicht mehr mit der absoluten Stimmenzunahme der Socialdemokratie, patriotische Presse wie er offenherzig genug selbst erklärt wie bei der Betrachtung des Gesamtergebnisses. sondern mit den zurecht machen". Das ist eine bescheidene Wendung für den prozentualen Anteilen der Socialdemokratie an den abgegebenen fühneren Anspruch: eine Centralstelle der Fälschungen Stimmen. Und da infolge her stärkeren Wahlbeteiligung zu errichten. der bürgerlichen Kreise dieser prozentuale Anteil in einigen Wir sehen dem neuen Internehmen mit viel Vergnügen entWahlkreisen sich geringfügig zu Ungunsten Sex: Social- gegen. Freilich glaubt der industriöse Herr nicht recht, daß sein Gedemokratie verschoben hat, so rechnet er für 35 Wahlkreise schäft auch nach den Wahlen noch opferwillige" Esel findet. Und ,, Wirkungen" seiner Broschüre heraus. Zu diesen durch die Fränkelei melancholisch schließt er seinen Bettelbrief mit der erschütternden gebesserten Wahlkreisen gehört 3. B. die Dummheit seiner Geld- Frage:" geber wird nicht gering geschätzt! Hamburg III, wo 1898 der Anteil der Socialdemokratie 57,8, 1903 aber nur 57,4 betrug. Sieht man sich die Liste der 35 guten Wahlkreise aber an, so bleiben überHaupt nur 18 Wahlkreise übrig, in denen der Prozentanteil ein wenig gesunken ist, darunter Hamburg III und Fürth- Erlangen, das von 45,8 auf 45,7 herunterging. Welch gigantischer Erfolg. In den andren 17 Wahlkreisen aber bestand die günstige Wirkung der Broschüre darin, daß unser Anteil sti e g. Selbst in Frankfurt a. D. ( von 40,5 auf 45,5) und in Chemniz( von 62,5 auf 67,1) will Fränkel mit seiner Broschüre Segen gestiftet haben. --" Haben die bürgerlichen Parteien noch so viel Energie und Opferwilligkeit, um die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung verteidigen zu können?" Wie kinderleicht ist es doch, die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung zu retten. Nichts weiter ist nötig, als daß man Herrn Fränkel für sein Zurechtmachen", ohne der Wohlthätigkeit Schranken zu setzen, milde Scherflein zukommen läßt. " Deutsches Reich. Schuß der weiblichen Arbeitskraft. wird. Zum Preßpanama. Einige Blätter fühlen jetzt das Bedürfnis, zu der Aufforderung, der Gerichtshof im Pommernbank- Prozeß möge Aufflärung darüber schaffen, wer denn die journalistischen Almosen Empfänger der Pommernbank seien. So veröffentlicht die„ National- Zeitung" folgende Notiz: Mit Rücksicht auf verschiedene neue Momente, die gelegentliáj des Prozesses der Bommerschen Hypothekenbank zur Erörterung gekommen sind, wird seitens eines Teiles der Berliner Publizistik neuerdings gefordert, daß die Geheimliste der Herren Schultz und Romeid mit den wirklichen Namen der hestochenen Elemente zur Veröffentlichung gelange. Bekanntlich ist diese Forderung bereits am 20. v M. von seiten der ,, National- geitung" erhoben worden, und wir stehen nicht an, vor Schluß des Beweisverfahrens diese Forderung heute zu wiederholen. Wir halten ihre Erfüllung durch den Gerichtshof für einen Akt der 2oyalität gegenüber der Berliner Journalistik, die ein Recht darauf hat, eine Verdächtigung abzuwehren, die, so lange sie fa zusagen in Bausch und Bogen erfolgt ist, die verschiedensten un kontrollierbaren Gerüchte zu ermöglichen und das Ansehen des Gesamtstandes zu schädigen geeignet ist." " Wir glauben, daß die National- Zeitung" selbst in der Lage ist, zu der gewünschten Aufklärung wesentlich beizutragen. Sie mag nur in ihrem eignen Hause Umschau halten. Vielleicht entdeckt sie den fagenhaften, Dr. Oestreich", der schließlich nur ein bantmäßiger Spizname, fein wirklicher Name ist. Bei der Gelegenheit sei dem Gerüchte Raum gegeben, daß dem nächst an Stelle des verstorbenen Köbner Herr Victor Hahn Chefredakteur des nationalliberalen Blattes werden soll. Herr Hahn ist gegenwärtig eine Art Direktor der„ National- Zeitung". In weiteren sieben Wahlkreisen sei allerdings der socialistische Anteil das muß der ehrliche Fränkel zugeben!- nicht unerheblich gestieben, blieb aber Dank der Broschüre hinter dem allgemeinen Die amtlichen Erhebungen über die Arbeitszeit der FabrikDurchschnitt zurück! Schließlich seien 18 Wahlkreise zu verzeichnen, arbeiterinnen in Preußen und über die Frage der Einführbar,, Vorarbeiten" für die Handelsverträge werden offiziös an ,, ohne daß aus dem Wahlergebnis eine erhebliche Wirkung der ge- keit des Zehnstundentages für Arbeiterinnen liegen jetzt botenen Aufklärung erkennbar wäre." Hierzu gehören Berlin I, II, gesammelt vor. Die„ Sociale Praris" ist in der Lage einiges daraus gekündigt, so mit Italien und Rumänien.--Wahlrechtsminierer. Die konservativen Blätter entwideln fich III und V, wo die Freisimmige Volkspartei jedem Wähler den Wisch mitzuteilen. Von 397 794 Arbeiterinnen über 16 Jahre, die von ,, Wahlrechtsreform". ins Haus sandte. Dennoch ist auch hier der indirekte der Enquete erfaßt worden sind, hatten 149 137 oder 38 Proz. noch immer mehr zu Specialorganen für Erfolg der Fränkelschen Aufklärung gewaltig. Wenn auch in diesen eine längere Arbeitszeit als 10 Stunden; die übrigen 247 577 hatten Ihre Wahlrechtsreform ist natürlich nicht die Beseitigung der unKreisen das Wachstum der Socialdemokratie durch bestimmte Bor- eine fürzere Arbeitszeit. Von den 29 amtlichen Referenten treten gerechten Wahlsysteme in den Einzelstaaten, sondern die Beseitigung bes einzigen, immerhin ein wenig die politische Gerechtigkeit erfüllenden gänge begünstigt, denen gegenüber der Appell an die gesunde Ver- 16 mit aller Entschiedenheit dafür ein, daß der gefeßliche Zehnstunden- Reichstags- Wahlrechts.„ Kreuz- Zeitung“ und„ Reichsbote" ergehen sich nunft wirkungslos bleiben mußte"( z. B. der Fall Krupp!!), so stände tag zweckmäßig, notwendig und durchführbar sei; 7 find bedingte Tag um Tag in Anklagen gegen das Reichstags- Wahlrecht, das der Reichsdoch außer Zweifel, daß ohne die Massenverbreitung in den un- Anhänger dieser Maßregel und nur 6 halten sie für unnötig, bote" einen„ demokratischen Fremdkörper" nennt. Es lohnt nicht, diese günstigen Kreifen der dritten Gruppe„ ohne jene Veranstaltung eine bedenklich oder urdurchführbar. Ein Teil der Gewerbe- Aufsichtsbeamten stets wiederkehrenden Klagen zu verzeichnen. Nur ein Moment sei wahrhafte Sturmflut des Socialismus erfolgt wäre. Diese ist nun- und zwar gerade diejenigen, in deren Bezirken die Verhältnisse am heute festgehalten. Der„ Neichsbote" erklärt die„ Reform" des mehr dank unserm Vorgehen vermieden". schlimmsten zu liegen scheinen, halten offenbar den Arbeitgeberschutz Reichstags- Wahlrechts gerade deshalb für nötig, weil es an Stelle Dieses Ergebnis faßt Fränkel in folgende kühne Statistit" noch für notwendiger als den der Arbeiter bezw. der Arbeiterinnen, der monarchischen Verfassung einer verhängnisvollen Parteiherrschaft zusammen: Man kann nach dem vorliegenden Material wohl sagen, daß die lerikaler oder socialrevolutionärer geblendeter Massen Vorschub find, desto gebundener die Massen leichter unterliegen " Die Broschüre iſt, von kleinen Partien abgesehen, den Berichte, welche sich für Beibehaltung des gegenwärtigen leiſtet". Und weiter sagt der" Reichsbote":" Je dumpfer und Wählern in 62 Wahlkreisen zugänglich gemacht worden, wovon, Zustandes aussprechen, meist aus Gegenden stammen, wo die Ver- fie den Zwangseinwirkungen hierarchischer oder socialiſtiſcher wie aus obigen statistischen Nachweisen ersichtlich, 6 ein vorzüg- hältnisse der Arbeiter besonders dringend eine Verbesserung ers Agitatoren im Beichtstuhl oder in der Werkstatt." Die Konser liches, 31 ein sehr gutes, 7 ein gutes Ergebnis aufweisen fordern. So werden, um den schlimmsten Fall herauszugreifen, im bativen beabsichtigen also, das Wahlrecht so zu reformieren", und 18 der großen Mehrzahl nach nicht die sonst in ganz Deutsch- Regierungsbezirk Frankfurt a. D.( also vor den Thoren daß zugleich Socialdemokratie und Centrum politisch entrechtet land hervorgetretene ungeheure, sondern nur eine vergleichsweise Berlins) nicht weniger als 14 890 oder 63 Broz. der Arbeiterinnen werden. Es ist nicht zu leugnen, daß die konservativen Herrschaften mäßige Vermehrung der socialistischen Stimmen gebracht haben, länger als Stunden beschäftigt. Der Herr Gewerbe- sich große Aufgaben stellen. wobei noch besondere Umstände der Socialdemokratie zu Hilfe ge- Inspektor aber zieht aus diesem standalösen Zustande nicht tommen sind." die Konsequenz, daß hier gesetzlich eingegriffen werden Herr Fränkel spornt dann den Eifer seiner Geldgeber durch die müsse im Interesse der Arbeiterinnen, sondern meint Enthüllung an, daß die socialdemokratische Gegenschrift gegen seinen„ Die Einführung des zehnstündigen Arbeitstages für Wisch vermöge der vorzüglichen Organisation und der großartigen Frauen wird der gesamten Tuchindustrie des Bezirks die Opferwilligkeit der Socialdemokraten in mehr als 3 Millionen| Konkurrenz mit dem Ausland sehr erschweren, fie in " 10 die Zu der Radebeuler Geheimkorrespondenz, von der jüngst berichtet wurde, wird jezt noch von einer zweiten, eigens zur Unterwühlung des Reichstags- Wahlrechts bestimmten Korrespondenz berichtet. Der „ Tägl. Rundschau" wird geschrieben: Bereits seit längerer Zeit giebt ein Herr Dr. A. Giesebrecht in Deggendorf bei Hamburg in zwangloser 0 D = = = Reihenfolge Korrespondenzen heraus, welche die verschiedensten Mecklenburg- Schwerin 49 778( 42 068), Sachsen- Weimar 26 247| sinnigen erzielten zwar 1903 eine größere Stimmenzahl als 1893, politischen Fragen unter dem Gesichtspunkte einer anderweiten Ge-( 18 457), Mecklenburg- Strelik 6366( 4872), Oldenburg 17 971( 11 012), aber das Prozentverhältnis hat sich doch zu ihren Ungunsten vers staltung des Reichstags- Wahlrechtes behandeln und wesentlich die Braunschweig 36 369( 26 272), Sachsen Meiningen 16 681( 12 193), schoben. Für die Freijinnigen wurden nämlich abgegeben 1893 Beseitigung des geheimen Wahlrechtes zum Ziel haben. Diese Sachsen Altenburg 18 695( 14 143), Sachsen Koburg Gotha 30 203 Stimmen oder 5,1 Proz., 1898 15413 oder 2,5 Proz. und Korrespondenzen gehen an Zeitungen und Privatpersonen, besonders 19 299( 16 842), Anhalt 27 672( 23 548), Schwarzburg- Sonders- 1903 31 889 oder 4,3 Proz. auch an Industrielle, bei denen die Anregungen des Dr. Giesebrecht hausen 5237( 4700), Schwarzburg- Rudolstadt 8742( 6638), bisher am meisten Interesse gefunden haben." Walded 1830( 1169), Reuß ältere Linie 6840( 6339), Reuß jüngere inie 13 261( 12044), Schaumburg- Lippe 2310( 1237), Lippe 3719 ( 1973). Lübeck 11 155( 9729), Bremen 25 076( 18 636), Hamburg 100 112 ( 82 129). Als konservativer Landtags- Kandidat für Spandau- Osthavelland ist der Rechtsanwalt Lüdide- Spandau aufgestellt worden. War die Kandidatur nicht dem schlichten Mann Pauli versprochen?-Ausland. England. Niederlande. " Elsaß- Lothringen 68 267( 51 990). Das Deutsche Reich 3 008 377( 2 107 076). " * Partei- Nachrichten. von Falkenhagen die Landwirte und andre Personen eingefunden. Bolizeipräsident a. D. v. Hergenhahn, einer der skrupellosesten Bolizei und Ober- Verwaltungsgericht in Danzig. Der Danziger Wütlinge gegen die Socialdemokratie, ist in Frankfurt a. M. gestorben. Polizeipräsident Wessel führte seit langem erbitterte Fehde gegen Die Frankfurter Boltsstinime" widmet ihm folgenden das socialdemokratische Parteilofal in der Brodbänkengasse zu Nachruf: Hergenhahn hat sich durch sein brutales Auftreten während des Socialistengesetzes einen berüchtigten Namen gemacht. Wie viele Danzig, das einzige Lokal, welches in dieser bisher liberalen Hochburg" den Socialdemokraten und den Gewerkschaften zu VerPolizeimenschen der damaligen Zeit, so sah auch er seine Hauptsammlungen zur Verfügung steht. Es wurde außerdem noch tampfes im Kreise tassel- Melsungen. " Wiederum unterlegen!" Das war das Facit des Stichwahl aufgabe darin, die Arbeiterbewegung zu unterdrücken und jeden " Diesmal aber zum verdächtigen Socialdemokraten zu verfolgen. Freilich hatte er dabei natürlich die Achtuhr- Polizeistunde über das Lokal verhängt. Be- leztenmal!" setzte jeder hinzu, der in unfrem Lager an diesem ge- wenig Glück. Gerade infolge der Hergenhahnschen Polizeichikanen gründet wurden diese Maßnahmen mit den im Lotal vor- waltigen Ringen teilgenommen. In der Hauptwahl standen sich schlossen sich die Frankfurter Arbeiter itm so fester zu= gekommenen Ausschreitungen und Widerstand gegen die Staats- drei in Betracht kommende Kandidaten gegenüber, welchen sich noch sammen und schlugen dem Polizeipräsidenten und seinen Organen gewalt", von denen noch heute kein Mensch weiß, wo und wann sie eine ultramontane und eine nationalsociale Zählfandidatur manches Schnippchen. Nur einmal war seine Schnüffelei von geschehen find! Außerdem sollte der bekannte§ 10, Titel 17, zugefellten. Das Honette" Bürgertum der Konservativen, Erfolg gekrönt: durch den Prozeß wegen Vergehen gegen das Teil II des Allgemeinen Landrechts die rechtliche Unterlage für das Freikonservativen und Nationalliberalen hatte sich, so wird Socialistengesetz gegen Prinz, Füllgrabe, Heinrich Schmidt, Vorgehen der Polizei abgeben. Gegen diese Aufhebung des Ver- uns aus Kassel geschrieben, auf den alten, eine politische Jos. Huber jetzt in Ludwigshafen) und mehrere andre Genossen. sammlungsrechts wurde von unfren Genossen der Rechts- Null darstellenden„ liberalen" Landtags- Abgeordneten Gutsbefizer Nach wochenlanger Haft wurden sie zu mehrmonatlichen Gefängnisweg beschritten und am 12. Juni dieses Jahres entschied Beinhauer- Vollmarshausen geeinigt, der Bund der Landwirte strafen wegen Geheimbündelei und Verbreitung des Züricher„ Socialdas Ober- Bertvaltungsgericht, daß der Polizeipräsident keinerlei Recht hatte den antisemitischen Neuling Amtsrichter Lattmann- Schmal- demokrat" verurteilt. Die Folge war dann die berüchtigte Ausfür seine drakonischen Maßregeln gehabt hat. Dieses für die Danziger falden auf den Schild erhoben, dem auch die Stimmen des Mittel- weisung dieser und einer Reihe andrer Genossen aus Frankfurt a. M. Bolizeiherrschaft wahrhaft vernichtende Urteil, so glaubten die standes und zahlreicher Unterbeamten zufielen, und die Social- am Weihnachtsabend des Jahres 1886. Diese brutale Verfügung am Danziger Genossen, würde ihnen nach langer Zeit wenigstens wieder demokratie trat für den Schriftsteller Thiel Kassel ein, welcher Abend des Festes der Liebe" rief damals in ganz Deutschland einen etwas Ellbogenfreiheit im Staate der famosen größten Rechts- auch schon im 98er Wahlkampfe kandidiert hatte. Lepterer hatte Sturm der Entrüstung hervor. Jene That hat ihm die Arbeitergarantien" fichern. Aber weit gefehlt! Auf eine Versammlungs- noch von seiner früheren Redaktionsthätigkeit am Kaffeler Bolts- fchaft niemals verziehen. Als später einmal Hergenhahn zum Landanzeige zum 6. Juli cr. erhielt der Bevollmächtigte der Dauziger blatt" her eine siebenmonatliche Gefängnisstrafe wegen Pfarrer- tag kandidierte, wurde ihm in jeder Versammlung die Brutalität Bahlstelle des Deutschen Metallarbeiter Verbandes den über- beleidigung zu verbüßen, welche erst am 17. Mai zu Ende war, und unter dem Socialistengesetz von den Arbeitern vorgeworfen. Auch raschenden Bescheid, daß die Benutzung des Lokals bis auf fonnte daher erst vier Wochen vor dem Hauptwahl- Termin persönlich sein Schwiegersohn, Herr Justizrat Dr. Oswalt, bekam bei seinem weiteres verboten ist und die Versammlung nicht stattfinden darf". Bei in den Wahlkampf eingreifen. Der Antisemit dagegen hatte während Kandidieren für die Reichs- wie für die Landtagswahlen früher oft dieser Sachlage haben die Danziger Genossen gegen den Bolizei- dieser ganzen Haftzeit Thiels die ländlichen Orte bereist und konnte von die Härten feines Schwiegervaters zu hören. In seine Polizei- Aera präsidenten Wessel bei der Staatsanwaltschaft wegen Mißbrauchs der sich sagen:„ Ich habe jedem ländlichen Wähler die Hand gedrückt!" fällt auch der Prozeß Lieste wegen der angeblichen Ermordung des Amtsgewalt Strafantrag auf Grund des§ 339 des Straf- Gesetz- Beinhauer hatte seiner Zeit im preußischen Abgeordnetenhause Polizeirats Rumpf. Auch in jenem Prozeß hat Hergenhahn eine buches gestellt und zugleich vorbeugende Maßregeln zum Schuße der für Erhöhung der Volksschullehrer- Gehälter gestimmt, diese Er- feineswegs beneidensiverte Rolle gespielt. Als es mit dem Socialisten Autorität des Ober Verwaltungsgerichts und des Versammlungshöhung aber in seinem eignen Wohnorte Vollmarshausen mit Er- gefeße auf die Neige ging, war auch der Stern Hergenhahns ver rechtes gegen fünftige Polizeithaten gefordert. folg lange Zeit zu hintertreiben verstanden und als Thiel blaßt. Er mußte vom Schauplatze seiner unrühmlichen Thätigkeit Der Parteibewegung in Danzig hat das polizeiliche Vorgehen diefe politische Moral mit doppeltem Boden" in einer großen abtreten und war seitdem ein vergessener Manu. Nun hat auch er bisher schon erhebliche Anregungen gegeben. Auch die neueste That reichstreuen Wählerversammlung in Spangenberg schonungs- dem Tod seinen Tribut zollen müssen. Die Socialdemokratie aber i wird uns dienen. Ios aufdeckte und entsprechend geißelte, war Beinhauer steht heute in Frankfurt mächtiger denn je da. Majestätsbeleidigungs- Prozeß. Unser Parteigenosse Dr. Lentsch, Unser Parteigenosse Dr. Lentsch, Antisemiten bei der Hauptwahl politisch tot und fiel mit wenig Stimmen gegen den Polizeiliches, Gerichtliches ufw. ab, so daß dieser letztere mit die -Formularmäßiger Schutz der öffentlichen Sicherheit und OrdLandgericht in Leipzig wegen Majestätsbeleidigung, begangen durch resultat erhielt unser Kandidat 14 548 Stimmen von überhauptung während der Wahlbewegung. Zu Falkenhagen im Wahlkreise einen Artikel über den Einzug des Königs von Sachſen am 25. März abgegebenen 30 919 gültigen, so daß ihm an der absoluten Majorität versammlung unter freiem Himmel auf einem an der Peripherie de 1903 eine e des in Dresden, zu vier Monaten Festung verurteilt. noch 912 Stimmen fehlten. In der 98er Hauptwahl waren 10 357 Drts gelegenen Gartengrundstück stattfinden, wo der socialdemo socialdemokratische Stimmen abgegeben worden Zuwachs von 4191 Stimmen zu verzeichnen. Zur Stichwahl nun Reichstagswahlen sprechen wollte. es war also ein tratische Kandidat Dr. Karl Liebknecht über die bevorstehenden Der Amtsvorsteher versagte waren alle bürgerlichen Parteien, die sich vorher auf die ruppigste aber die für Versammlungen unter freiem Himmel erforderliche Weise gegenseitig bekämpft und beschimpft, dank der hinter den Coulissen Die Abreise des Präsidenten. Präsident Loubet ist Donnerstag- entfalteten emfigen Thätigkeit des Nationalen Reichs- Wahlverbandes Genehmigung, weil die öffentliche Sicherheit und Ordnunn gefährdet. vormittag wieder abgereist. Der König war am Bahnhof. ein Herz und eine Seele. Der Antisemit, vorher als von niemand beim und " Daily Telegraph" fagt: Das Ergebnis des Besuches König gerufener Eindringling angesprochen, war der„ Retter des Water Regierungspräsidenten hatten keinen Erfolg. Der Herr RegierungsEduards in Paris und desjenigen des Präsidenten Loubet in London landes" geworden! Wit welchen Mitteln gearbeitet wurde, Babor präfident zu Potsdam meinte u. a., die Befürchtungen der Polizei, iſt, daß eine Atmosphäre der Ausgleichung und des gegenseitigen fann sich ber Fernſtehende beim besten Willen fein uechtes with durch die Abhaltung der von socialdemokratischer Seite einberufener Entgegenkommens geschaffen ist. In vollem Ernst, ohne Reserve machen selbst die üppigste Phantasie wird noch immer hinter öffentliche Drdnung und Sicherheit gefährdet werden, sei begründet. Bild öffentlichen Volksversammlung unter freiem Himmel könnte die zwischen uns und Frankreich denkbar ist, die nicht auf die ehren wirren, indem man erklärte, der Parteivorstand wolle Lage der örtlichen Verhältnisse". Es wäre ein starter Zuzug oder übertreibung behaupten wir, daß zur Zeit keine Schwierigkeit der Wirklichkeit zurücstehen. Gelbst unsre Genossen suchte man zu veröffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet werden, sei begründet. Das ergebe sich aus vollste und befriedigendste Weise geregelt werden könnte. von der Kandidatur Thiels überhaupt gar nichts von Spandau zu erwarten gewesen, denn in dem dortigen socialwissen, weil andernfalls sicher Bebel oder Singer demokratischen Organ„ Laterne" sei die Versammlung bekannt als Redner hergekommen wären! Im letzten antiDie Zuckersteuer. Die zweite Kammer gab in ihrer lebten semitischen Flugblatt wurde Thiel denn auch persönlich wegen seiner gemacht worden. Dazu hätten sich dann sicherlich aus der Umgegend Zustimmung. Eine längere Debatte rief ein Amendement unfres Strafen auf das rüpelhafteste angegriffen. Was aber auf dem Eine große Anzahl von Personen verschiedener Barteirichtungen wären Sigung den der Brüsseler Barteigenossen Schap er hervor, wonach die Bestimmungen über ande geschah, das hört sich an wie ein Kapitel aus irgend welchem zusammengekommen und es hätte so sehr leicht zu Reibereien und die Höhe der Verbrauchssteuer auf Zucker vor dem 1. September 1905 Räuberroman. Bürgermeister, Pfarrer, Lehrer und sonstige„ Reſpetts- Störungen der öffentlichen Ordnung kommen können, zumal die einer Revision unterzogen werden sollten. Das Amendement wurde personen" dienten als skrupelloſeſte Wahlmacher für den Antisemiten. Bevölkerung in der Gegend wenig Neigung für die Socialdemokratie mit der Abänderung, daß ſtatt 1905 1906 gesezt wurde, mit Ja, sogar die Rabbiner empfahlen ihren jüdischen Glaubenshege. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit rechtfertige 42 gegen 23 Stimmen angenommen. Dieser Kammerbeschluß wird genossen die Wahl des Antisemiten als" das kleinere Uchel"! Auf sich das Berbot. Der Einberufer Konizer erhob Klage beim jedenfalls dahin wirken, daß die Frage der Herabjegung oder Auf- dem Lande iſt dieſer ſehr zweiſchneidige" gute Rat" denn auch Ober- Verwaltungsgericht, welche Rechtsanwalt Dr. Karl Liebhebung der Zuderſteuer in absehbarer Zeit wieder erörtert werden durchgängig befolgt worden, während der jüdiſche Mittelstand in Kassel in echt begründete. Solche Buſammenſtöße, wie hier befürchtet muß und der künstlichen Verteuerung dieses wichtigen Nahrungs- und Melsungen für Thiel gestimmt hat. Ueber alle Maßen erbärmlich hat sich der hiesige Freifinn" des Kreises, nicht sehr weit von Falkenhagen, während der Wahlwürden, jeien nie vorgekommen, obwohl in rein ländlichen Bezirken mittels ein Ziel gesetzt werden kann. Richterscher Couleur benommen, zusammen mit den Ultramontanen. Laut bewegung verschiedentlich Versammlungen unter freiem Himmel Beschluß des socialdemokratischen Provinzial- Wahlkomitees traten unsre stattgefunden hätten. In Falkenhagen selber habe der Bund der Genossen in Waldeck- Pyrmont, die dort das Zünglein der Wage bildeten, Landwirte beim Gastwirt Thiel eine überwiegend von Socialgeschlossen für den freisinnigen Kandidaten ein, dem fie auch richtig bemokraten besuchte Versammlung abgehalten, ohne daß die Socialzum Siege über den ugrarischen Brotwucherer und Ueberzöllner ver- demokraten, die überhaupt an ein geordnetes Versammlungshalfen, aber trotzdem litt es der Kasseler Fortschritt", daß durch leben gewöhnt seien, irgendwie gestört hätten und ohne anonyme Inserate der Freifinn" vor den antisemitischen Karren ge- daß es zu irgenwelchen Reibereien gekommen sei. spannt wurde. Auch die Ultramontanen wählten lieber den Antisemiten, gegenüber sei nichts, rein gar nichts erbracht worden seitens der Behatte, als daß fie fich der Wahl wenigstens enthalten hätten. behörden in ein Grundrecht des Voltes, wie es das Versammlungsder sich ausdrücklich gegen die Aufhebung des Jesuitengesetzes erklärt hörden, was das Verbot rechtfertigen könnte. Wenn die VerwaltungsDesgleichen sind die Mitglieder der hessischen Rechtspartei in den recht sei, eingreifen, dann müßten sie doch ihre Behauptungen und Ortschaften des Melsunger Kreises( mit Ausnahme der Kreisstadt Gründe specialisieren. Er habe in vielen Fällen, wo Verhöchstens) beinahe Mann für Mann für den Antisemiten eingetreten. fammlungen unter freiem Himmel verboten wurden, Beschwerde ein So kam es denn, daß am Stichwahltage der antisemitische Agent vom gelegt und die darauf ergangenen ablehnenden Vers Stimmen brachte, während unser Genosse Thiel mit 15 813 Stimmen in Bunde der Landwirte, Amtsrichter Lattmann, es von 7778 auf 16 703 fügungen hätten fast formularmäßig gleich der Minorität blieb. Bu denten giebt auch noch die außerordentlich mit den Worten„ nach den angestellten Ermittelungen" und" nach Lage gelautet, und zwar wie die vorliegende. Und was solle man hohe Ziffer der in der Stichwahl für ungültig erklärten Stimmen: der örtlichen Verhältnisse" anfangen? Das seien allgemeine Redens257. Gin fleiner Fettfled und dergleichen genügte. Durchgängig arten. Nicht mit einer Silbe sei angegeben, welche Ermittelungen Japanisch- russische Konflikte. Die„ Times" meldet aus Tokio waren es Stimmen für Thiel. So haben uns denn von stattgefunden hätten und durch wen sie vorgenommen worden seien. vom Mittwoch: Die Russen legten das Kabel von An- tung nach den für gültig erklärten 32 516 Stimmen nur Das fragliche Grundstück selber liege an der äußersten Peripherie noch 446 an der absoluten Majorität gefehlt! Yangampho durch den Yahifluß, ohne Korea zu befragen. Japan erhob hiergegen Einspruch, da Korea an ein Uebereinkommen geseits ein Wahlproteft in- die Wege geleitet. des Ortes und nach drei Seiten sei von ihm aus weit und breit In Anbetracht der standalösen Wahlbeeinflussungen wird unsrer- feine menschliche Wohnung zu sehen. Energisch wandte sich Liebbunden sei, feiner fremden Macht eine Bevorzugung hinsichtlich einer fnecht noch gegen die in einem Schriftfaz des Regierungspräsidenten Telegraphenlinie einzuräumen, die japanische Interessen berühre. enthaltene Unterschiebung, daß er mit Spandauer Socialdemokraten Japan dringt auf die Deffnung des Hafens Wi- ju. Korea macht Ueber die Wahlen in Sachsen seit 1893 macht das offizielle in Falkenhagen trog des Verbotes eingezogen sei und die Vergeltend, daß Rußland dem entgegen sei. Japan erwiderte, ein" Dresdener Journal" statistische Angaben, aus denen die Leipziger fammlung doch habe abhalten wollen. Thatsächlich sei er ganz allein folcher Einwand Rußlands sei vollkommen hinfällig, da die ent- Volkszeitung" folgendes entnimmt: Danach betrug die Zahl der nach Segefeld gefahren und nach dem Versammlungsort gegangen, scheidende Macht allein Korea sei. Wahlberechtigten im Jahre 1893 744 204, 1898 822 050 und 1903 um die Erschienenen zum Nachhausegehen aufzufordern. Das Ober909 798. Die Zahl der Wahlberechtigten hat also von einer Wahl Verwaltungsgericht wies die Klage ab: Die Erwägungen des zur andren um rund 80 000 zugenommen. In den drei Jahren Regierungspräsidenten( und der Polizei) seien für bestimmt wurden insgesamt 592 435, 604 848 und 750 798 Stimmen abgegeben. Obgleich also die Wählerzahl um rund 80 000 zu3 008 377 focialdemokratische Stimmen! genommen hat, sind 1898 doch nur 12 000 Stimmen mehr abAm Donnerstagnachmittag veröffentlicht der Reichsgegeben worden als 1893. Prozentual ist die Zahl der abgegebenen Anzeiger" endlich das vollständige amtliche Resultat der Stimmen von 19,6 im Jahre 1893 auf 73,5 im Jahre 1898 zurüdWahlen; allerdings so unübersichtlich wie möglich und ohne jede gegangen. 1903 machten dagegen rund 150 000 Wähler mehr von Ein kontinentales Zucker- Kartell scheint thatsächlich zu stande zu Verarbeitung. ihrem Wahlrecht Gebrauch als 1898; der Prozentja stieg kommen. Aus Brüssel, den 8. Juli, wird nämlich der„ Frankf. Wir haben auf Grund dieser Veröffentlichung die für die Social- von 73,5 auf 82,5. In diesen Zahlen drückt sich das außergewöhn- Beitung" gemeldet: Gestern abend fand hier eine wichtige Ron= demokratie abgegebenen Stimmen zusammengerechnet und haben die liche Intereffe bei den diesjährigen Wahlen aus. Auf die social- ferenz deutscher, belgischer, belgisher, französischer, obige Ziffer ermittelt. demokratischen Kandidaten vereinigten sich bei den drei russischer und holländischer Zuckerproduzenten Im einzelnen verteilen sich die socialdemokratischen Stimmen Wahlen 270 654, 299 190 und 441 764 Stimmen; die Stärke der statt. Man einigte sich über ein Programm, welches von den wie folgt, wobei in Klammern die Ziffern von 1898 hinzugefügt sind: socialdemokratischen Wählerschaft ist aber nicht nur absolut, sondern nationalen Syndikaten voraussichtlich angenommen werden wird. Preußen. auch relativ gewachsen, denn 1893 vereinigte die Socialdemokratie Das österreichische Syndikat hat telegraphisch seinen Beitritt erklärt; Provinz Ostpreußen 55 276( 45 644), Westpreußen 20 207 45,7, 1898 49,5 und 1903 58,9 Proz. ber abgegebenen Stimmen in zwei Monaten bei der endgültigen Statuierung des kontinentalen ( 11 190), Berlin 218 238( 155 411), Brandenburg 243 642( 161 507), auf ihre Standidaten. Der prozentuale Anteil der Kartellparteien Syndikats werde es anwesend sein. Man beschloß zur Verhinderung Bommern 55 353( 38 948), Bofen 7982( 4586), Schlesien 174 629 ist jedoch überall, also trok der gegen früher bedeutend der Ueberproduktion Ausfuhreinschränkungen für alle ( 184 117), Sachsen 194 461( 147 610), Schleswig- Holstein 109 810 stärkeren Wahlbeteiligung, zurückgegangen. Die Kon Länder. Eine Konferenz, auf welcher Vertreter der Organisationen ( 81 940), Hannover 129 812( 98 286), Westfalen 139 612( 76 779), fervativen zählten 1893 21,4, 1898 18,1 und 1903 11,4 Proz. der Raffineure und Fabrikanten der beteiligten Länder vertreten sind, Hessen- Nassau 93 546( 73 984), Rheinprovinz 205 035( 111 956). der abgegebenen Stimmen für ihre Kandidaten. Bei den wird die Ausfuhrquoten jedes Landes festseßen. Die Grundlage hierBreußen Sa. 1 647 603( 1 141 958). Nationalliberalen sind die entsprechenden Ziffern 7,5, für wird die durchschnittliche Produktion der drei letzten Jahre, ver14,7 und 14,7. Gegen 1898 hätten sie also keinen Rückgang zu mehrt um die Einfuhrziffer, bilden, aber mit Abrechnung des inverzeichnen. Den Nationalliberalen sind aber die 1898 für den ländischen Konsums. Bei Vermehrung des Zuckerverbrauchs auf dem Fabrikbefizer Uhlemann abgegebenen 13 000 Stimmen zuzuzählen, Weltabsazmarkt wird die Exportziffer der beigetretenen Länder in die in der Tabelle als gemäßigt- liberal aufgeführt werden. Die gleichem Verhältnis erhöht. Wenn die nationalen Syndikate dieſes nationalliberale Stimmenzahl war also 1898 größer, als sie in der Abkommen ratifizieren, so soll es wie die internationale ZuckerTabelle angegeben ist( 89 000+13 000= 102 000), infolgedessen konvention bis zum 1. September 1908 Geltung haben. Eine Kontrollwar auch der Prozentsak 1898 höher als 14,7. Es ist also auch der kommission wird eingesetzt. Man rechnet 90 Kilo raffinierten gleich prozentuale Anteil der Nationalliberalen 1903 an der Gesamt- 100 Kilo rohen Zucker. stimmenzahl zurückgegangen. Bei den Antisemiten betragen Ernente Syndikatsbestrebungen in der Cementindustrie. Von bie entsprechenden Prozentziffern 16,5, 12,1 und 9,8. Die Freiberufener Seite erfährt die Rh. W. 3tg.", daß bei den west Serbien. Belgrad, 9. Juli." Beogradske Novine" melden, der schwerverwundete Minister des Innern des Kabinette Zinzar Markowitschs, Welimir Teodorowitsch, beabsichtige, gegen seine Angreifer in der Nacht vom 11. Juni die Anklage wegen versuchten Mordes zu erheben. Türkei. Konstantinopel, 9. Juli. Hier war das Gerücht verbreitet, daß die Pforte Bulgarien den Krieg erklärt hätte. Die amtlichen türkifchen Streise dementieren auf das entschiedenste das Gerücht, welches an der Börse zu Spekulationszwecken verbreitet worden sei. Griechenland. Athen, 9. Juli. Der König hat Ralli beauftragt, ein neues Kabinett zu bilden. Ralli hat eine Frist von zwei Tagen verlangt, um ein Kabinett im delyannistischen Sinne zu stande zu bringen. Asien. Streifzüge durch das Wahlfeld. Bayern. " Oberbayern 61 945, Niederbayern 4998, Pfalz 37 589, Oberpfalz 5435, Oberfranken 29 256, Mittelfranken 47 974, Unterfranken 15 111, Schwaben 10 198. Bayern 212 506( 138 218). Sachsen 441 764( 299 190. Württemberg 99 743( 62 452). Baden 72 300( 50 325). Hessen 68 834( 48 942). " = genug zu erachten. Hus Induftrie und Handel. Dem sali sche n Cementwerken eine energische Agitation zur Gründung einer festen Verkaufsvereinigung im Gange sei. Die über- iviegende Mehrheit der in Betracht kommenden Werke hat bereits unter der Hand die Zustimmung gegeben. Gegen Mitte dieses Monats soll eine Versammlung einberufen werden, in der positive Vorschläge gemacht werden sollen. Die Vorarbeiten werdkn fleißig betrieben. Die W i ck i n g w e r k e. die bisher auf einem ablehnenden Stand- Punkt standen, sollen den erneuten Bestrebungen geneigter gegenüber stehen. Eine Cementfabrik in Kupferdreh verhält sich gegen die neuen Bestrebungen noch immer ablehnend. Wenn die Verkaufs- Vereinigung in fester Form perfekt wird, hoffen die Beteiligten, eine Erhöhung von 20— 30 M. pro D.-W. durchzusetzen, die Preise würden sich dann auf etwa 180 bis 200 M. pro D.-W. stellen. Gleichzeitig verlautet von neuen Syndikatsbestrebungen in der s ü d- deutschen und auch in der rheinischen Gruppe der Cement- werke. Mit diesen Gruppen würde im Falle des Zustandekommens der festen Vereinigung die westfälische Cementindustrie sich über die Verkaufspreise sowie über die Absatzreviere verständigen wollen. Zum Zusammenbruch des amerikanischen Baumwollringes erhielt die„Voss. Ztg." gestern einen New Dorker Kabelbericht, wonach die V e r l u st e, welche die Brownsche Gruppe vorgestern erlitten hat, auf 3 Millionen Dollar zu schätzen seien. Der Dampfer„Louisiana", von Bremen kommend, bxgchte für Spekulationsrechnung 3000 Ballen Baumwolle nach New Orleans. Es ist dies das e r st e Mal, daß Baumwolle in solcher Menge von Europa nach New Orleans verschifft worden ist, eine Erscheinung, die die unnatürliche Verschiebung der Marktverhältnisse charakterisiert, zu welcher die Brownschen Manipulationen geführt haben. Der wöchentliche Wetter- und Erntebericht des Wetterburcaus der Vereinigten Staaten meldet ein schnelles Wachs- tum in allen Bezirken des Baumwollgebietes und einen besseren Stand der Ernte. Meldungen aus Carolina und Georgia liehen einen entschiedenen Fortschritt bemerken. In einzelnen Teilen von Louisiana und Texas war allerdings das Wetter ungünstig, der Stand der Pflanzen und die Saat verunreinigt. Im nördlichen Texas richten Kapselwürmer einen beträchtlichen Schaden an. Das ganze Aktienkapital verloren hat auch das Eisenwerk Thuringia Akt.-Ges. vorm. Franz Schaefer in Liqu. in M ü h l- Hausen. Für das letzte Geslljaftsjahr ergiebt sich ein Verlust von 74 663 M. Der Gesamtverlust erhöht sich hierdurch auf 438 795 M. bei einem Aktienkapital von 440 000 M. lieber den rumänischen Rentenschwindel- Prozeß wird uns aus Bukarest, den 6. Juli, des näheren berichtet: Heute wurde der anr Donnerstag vertagte Prozeh gegen die Teilhaber an den falschen Rentenauslosungen wieder aufgenommen. Es wurde hierbei bekannt, dah nunmehr auch gegen den früheren Direktor im Finanz- Ministerium, Pictorian, Anklage erhoben werden soll. In einem am Sonnabend mit ihm angestellten Verhör gab er zu Protokoll, dah die„patriotischen" Fälschungen des Jahres 1901 seiner eignen Initiative entsprungen seien. Gerade jetzt ist aber bekannt geworden. dah der frühere Finanzmini st er Pallade in der Rede, während der er vor 4 Wochen in Verlad plötzlich verstarb, den Premierminister Sturdza beschuldigte, diese falschen Aus- losungen veranlaßt zu haben. Pallades Familie wollte erst diese letzte Rede Pallades unterdrücken, hat sie aber jetzt der Oeffentlichkeit übergeben. Man darf daher gespannt sein, welche Enthüllungen in dem sensationellen Prozesse noch zu Tage werden gefördert werden. Die Regierung ist in demselben als Civilpartei durch mehrere Advokaten vertreten, welche heute erklärten, dah die Regierung sich dem Emissions-Komitee l Diskontogesellschaft) gegenüber verpflichtet habe, die Renteninhaber wegen des ihnen durch die falschen Auslosungen zugefügten Schadens zu entschädigen. Derselbe wird mit IV- Mill. Frank von den Angeklagten eingefordert werden— wenn die letzteren so viel Geld in Rumänien oder überhaupt haben.— Pictorian wurde heute von seinem Posten als Direktor der Depositenkasse suspendiert. Vielleicht schweigt er. um es nicht mit den jetzigen Machthabern zu verderben, vielleicht aber auch nicht, da das jetzige Kabinett sehr wackelt und ein andres im Herbst erwartet wird. Terlindtn und Genossen vor dem Schmurgericht. Duisburg, 9. Juli. Die heutige Verhandlung begann mit der Rechtsbelehrung der Geschwornen, welche ungefähr 2>/z Stunden in Anspruch nahm. Hierauf zogen sich die Geschwornen zur Beratung zurück. Terlinden wurde nach dem vom Obmann Prof. Averdung- Duisburg verlesenen Wahrspruch des Verbrechens nach den§§ 146, 147, 140, 151 und 275 des Straf• Gesetzbuches unter Ausschluß mildernder Umstände, Kosbadt der Beihilfe zu diesem Verbrechen, Bei- Hilfe zum Betrüge, begangen in mehreren selbständigen Handlungen unter Zubilligung mildernder Umstände schuldig befunden. Der Wahlspruch bezüglich der Frau Terlinden und Frau Kosbadt lautete auf nichtschuldig. Zum Zwecke der Berichtigung des Fragebogens hinsichtlich der Frau Terlinden mutzten sich Gerichtshof und Ge- schworene nochmals zur Beratung zurückziehen. Das Urteil lautete gegen Terlinden auf sechs Jahre Zuchthaus und Ehrverlust auf die gleiche Dauer, gegen Kosbadt auf sechs Jahre Gefäiigms unter Anrechnung von einem Jahr 11 Monaten auf die Untersuchungshaft; Frau Terlinden und Frau Kosbadt wurden freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte gegen Terlinden 10 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizei-Aufsicht, gegen Kosbadt 8 Jahre Gefängnis beantragt. Zweite Generalversammlung des Verbandes der Tapezierer und verwandten Kerufsgenossen. Am 8. Juli trat in Magdeburg die zweite ordentliche General- Versammlung obigen Verbandes im„Luisengarten" zusammen. Der Verband wurde im Jahre 1897 in Leipzig gegründet, besteht also jetzt sechs Jahre. Anwesend sind 32 Delegierte. 2 Vertreter des Vorstandes(Grünwaldt und Becker), 1 Vertreter des Ausschusses. Als Vertreter des Sattler-Verbandes ist der zweite Vorsitzende desselben, Werner, und als Vertreter der Generalkommission der Gewerkschaften Silberschmidt anwesend. Der Vorstandsbericht liegt im Druck vor. Derselbe skizziert die Entwicklung des Verbandes während der letzten drei Jahre und konstatiert, daß sich der Verband, obwohl die letzten Jahre im Zeichen der Wirtschaftskrise standen, vorzüglich nach innen und außen ent- wickelt hat. Die Beitragserhöhung von 15 auf 25 Pf. und die damit gleichzeitig eingeführte Unterstützung in Krankheits- und Sterbefällen hat sich als vorzügliches Bindemittel bewährt. Alle Befürchtungen, daß infolge der Erhöhung der Beiträge eine Mit- gliederflucht eintreten würde, haben sich als unzutreffend erwiesen. Der Verband kann mit der Entwicklung während der vergangenen Jahre zufrieden sein. Zu Ende des Jahres 1399 zählte der Ver- band in 69 Filialen 3525 Mitglieder. Am Schluh des Jahres 1902 in 110 Filialen 4721 Mitglieder. Das ist ein Mehr von 1196. Die Fluktuation blieb trotz der Unterstützungseinrichtungen eine sehr arohe. In den letzten drei Jahren traten 9024 Mitglieder ein und 8035 traten aus. Das macht pro Jahr durchschnittlich 2680 Austritte.— In den letzten drei Jahren betrug die Gesamteinnahme des Verbandes 151 866,09 M.. die Ausgabe 124 845,45 M. Der Bestand der Hauptkasse betrug am 31. Dezember 1902 27 019,64 M. Unter den Ausgaben befinden sich 10 807.90 M. für Resse-Unter- ftützung, 2549,25 M. für Kramkenunterstützung, 1535 M. für Sterbe- geld, 11 010.94 M. für Streiks und sonstige Unterstützungen. Das Verbandsorgan kostete 13 931,17 M.. für Agitation. Konferenzen zc. wurden 4328,51 M. verausgabt. Für Drucksachen 5604,55 M. für Gehälter 4751.34 M. und an die Generalkommission der Ge- loerkschaften Deutschlands 1198,19 M. Der Verband hat sein Agitationsgebiet in sechs Gaue ein- neteilt. Diese Gaue erheben besondere Gaubeiträge von den ihnen zugeteilten Filialen, die sich für das Jahr 1901 und 1902 auf ins- gesamt 6125,45 M. bezifferten. An Zuschüssen(direkt und indirekt) erhielten die Gaue für Agitation aus der Hauptkasse Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin Inseratenteil verantwortlich:»h 1231,15 M. Die Gau-Einteilung hat sich gut bewährt und soll auch ferner beibehalten werden. In Lohnbewegungen war der Ver- band vom 1. Januar 1900 bis 30. Juni 1903 in insgesamt 32 Städten verwickelt. Im Jahre 1902 waren 7 Abwehrstreiks er- forderlich; von diesen hatten nur 2 Erfolg, 5 keinen. Von den 24 Angriffsstrciks endeten 9 mit Erfolg. 7 hatten teilweisen und 3 keinen Erfolg. Außerdem fand in diesem Jahr ein Abwehrstretk statt, der Erfolg hatte. Insgesamt waren an den Streiks 2346 Per- sonen beteiligt, dovon gehörten 1763 dem Verbände an. Die Streiks dauerten insgesamt 84 Wochen und kosteten 41 774, 16 M. Tarifverträge mit den Unternehmern bestehen nur vereinzelt. Der Vorstandsbericht konstatiert, dah in den Kreisen der Unternehmer sehr geringes sociales Verständnis vorhanden sei.— Das„Korrespondenzblatt der Tapezierer" hat eine Auflage von 6500 Exemplaren; es erscheint alle vierzehn Tage, nach Bedarf vier oder acht Sellen stark. Auher den Verbandsmitgliedern erhalten die Schweizer Tapezierer das Blatt in circa 145 Exemplaren. Die Debatte über den Vorstandsbericht beschränkt sich auf un- wesentliche Ausstellungen über kleine Vorkommnisse; im allgemeinen wird die Thätigkeit des Vorstandes lobend anerkannt und demselben Decharge erteilt. Einige Gesuche an die Generalversammlung werden einer Kommission überwiesen. Alsdann folgt das Referat über Organisation, Agitation und Lohnbewegungen._ GewcrklcbaftUcbeö» Berlin und ClingegencL Der Streik der Holz- und Bretterträger und Brettschneider. Eine stark besuchte Versammlung der Arbeiter dieser Branchen be- schloß gestern abend einstimmig, die an die Arbeitgeber gestellten Forderungen ihrem ganzen Inhalt nach aufrecht zu erhalten und auf allen Plätzen, wo sie nicht vollständig bewilligt sind, von heute morgen ab die Arbeit ruhen zu lassen. Nach dem Situattonsbericht, der in der Versammlung gegeben wurde, haben bis jetzt 7 Firmen bewilligt. Mehrere Firmen haben zwar ver- schiedene Zugeständnisse gemacht, wollen aber teils die neunstündige Arbellszeit, teils die geforderten Minimallöhne nicht voll an- erkennen. Auf denjenigen Plätzen, wo die Arbeit, nachdem die Forderungen nur teilweise bewilligt waren, aufgenommen wurde, soll nach dem jetzt gefaßten Beschlutz wieder in den Streik getreten werden.— Die Versammlung beschloh ferner, dah jeder zu den neuen Bedingungen arbeitende Kollege per Tag 50 Pf. zur Unter- ftützung der Streikenden zu zahlen hat. Die Streikuntersttitzung wurde auf 2,50 M. per Tag und für jedes Kind 1 M. per Woche festgesetzt. Ei» neuer Einigungsversuch im Kürschnerstreik. Am Mittwoch tagte im Alten Schützenbause eine starkbesuchte Kürschnerversammlung, in der auch die Arbeitgeber in größerer Anzahl vertteten waren. Sie endete damit, daß beide Parteien sich bereit erklärten, von neuem eine Einigung anzustreben. Zunächst beleuchtete R e g g e die gegenwärtige Situation. Er verurteilte scharf die Art und Weise, wie einzelne Arbeitgeber die Streikenden zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bereden suchen, ohne die Forderungen unterschriftlich an- erkannt zu haben. Er empfahl die Fortsetzung der bisherigen Takttk. Von den Arbeitgebern sprach zunächst Herr Landsberger, der sein Bedauern darüber äutzerte, daß seiner Zeit die Kommisftons- Verhandlungen erfolglos verlaufen sind, woran seiner Meinung nach das Verhalten der Arbeitervertreter Schuld geivesen ist, was dann von Regge und den andren Rednern vom Kürschnerverband ent- schieden bestritten wurde. Im weiteren Verlauf der Versammlung kam es zu scharfen Auseinandersetzungen niit den Arbeitgebern. Nachdem dann jedoch Herr Landsberger sowie andre Arbeitgeber, die an der Debatte teilnahmen, wiederholt dem Wunsche nach einer friedlichen Lösung des Konflikts Ausdruck gaben, wurde vom Bureau der Versammlung aus die Frage gestellt, ob die Arbeitgeber unter der Bedingung, daß ein Aufschlag von 33V,Proz. für Ueberstunden festgesetzt werde, geneigt seien, einen korporativen Vertrag einzugehen. Herr Landsberger konnte eine bindende Erklärung nicht abgeben, versprach jedoch, in der Arbeitgeber-Orgainsation nach besten Kräften für Annahme eines solchen Borschlages wirken zu w o l lv n. In gleichem Sinne äußerten sich die übrigen Redner der Arbeitgeber. Gegen wenige Stimmen beschloß dann die Ver- sammlung, daß aus dieser Grundlage eine Einigung mit den Arbeitgebern angebahnt werden soll. Es wurde noch darauf hingewiesen, daß keiner der Stteikenden die Arbeit früher wieder aufnehmen darf, als die Verhandlungen zu einer Einigung geführt haben. Mit der Lohnbewegung der Maßschuhmacher beschäftigte sich eine gutbesuchte Versammlung der in Schuhwaren-Fabriken und sonst im Schuhmachergewerbe thätigen Personen, die am 8. Juli in den Andreas-Festsälen tagte. Walter schilderte die Entwicklung des nun etwa zehn Woche» dauernden Kampfes und stellte fest, daß es sich jetzt nicht mehr für die Arbeitgeber um die Lohnforderung an sich handele, sondern darum, auf jeden Fall als Sieger dazustehen. Jeden Vergleich selbst lehnten sie ab; die Arbeiter sollten geduckt werden. Es handele sich um einen Kampf um die Macht. Mit Energie hielten die Kollegen der Friedrichstadt zusammen. Würden sie niedergerungen von den koalierten Unternehmern, dann wäre das ein schlimmer Schlag gegen die Organisation der Arbeiter der Schuhwarenbranche überhaupt. Es dürfe jetzt nicht heißen:„Hier Fabrikarbeiter— hier Schoharbeiter", sondern alle Kollegen mühten freudig ihr Solidaritätsgefühl bethättgen und den Kämpfenden zum Siege verhelfen, zu Nutz und Frommen der Organisation.— Die Ausführungen des Referenten und C h r i st e n s e n s, der sie noch ergänzte, fanden lebhaften Beifall. H e r r m a n n setzte auseinander, dah es sich durchaus nicht um frivole Forderungen handle, sondern nur um einen Ausgleich für die höheren Anforderungen an Geschicklichkeit und Accuratesse der Arbeiter. Becker wandte sich direkt an seine speciellen Kollegen in den Fabriken, trotz aller schon im letzten Jahr gebrachten Opfer doch wieder von neuem zu steuern. eventuell mit 5 Proz. Nachdem noch einige Redner im selben Sinne sich geäuhert hatten, wurde, einstimmig eine Resolution an- genommen, worin die Versammelten den so lauge mutig im Kampf ausharrenden Kollegen der Friedrichstadt ihre Anerkennung aus- sprachen und sich verpflichteten, ihre Solidarität zu bekunden, indem sie in Werkstätten und Fabriken Sammlungen zur Unterstützung der Streikenden veranstalten. Weiter wurde beschlossen, dah die Kollegen in den nicht vom Streik berührten Werkstätten und in Fabriken, so lange der Streik dauert, 5 Proz. ihres Verdienstes auf Listen für die Streikenden zeichnen. Oeutkcbes Kelcd. Ter Maurerstreit in Plauen hat den dorttgen Oberbürger- meister veranlaßt, in den letzten Tagen mehrere lange Verhandlungen sowohl mit den Arbeitern wie mit den Unternehmern zu führen. Ter Oberbürgermeister hätte nämlich gern eine Beilegung des Streiks zu Wege gebracht, damit der König von Sachsen, der in diesen Tagen Plauen besuchte, nicht durch den Anblick streikender Arbeiter unangenehm berührt werde. Aber an der llanachgiebigkeit der Unternehmer scheiterte die Einigung, obgleich die Arbeiter von ihren ursprünglichen Forderungen auf die lOV-stündige Arbeitszeit und 43 Pf. Stundenlohn zurückgegangen sind. Die Maurer in Hirschberg(Schlesien) haben, nachdem sie vier Wochen streikten, eine Einigung erzielt, wodurch der Lohn von 32 auf 35 Pf. erhöht und die Arbeitszeit von 11 auf 10V- Stunden verkürzt wird. Busland. Tie Massenaussperrnng in Schweden. Wie bereits eine Depesche meldete, haben die schwedischen Metall- industriellen ihren Auösperrungsbeschluh am Montag ausgeführt. Die Zahl der ausgesperrten Arbeiter wird auf 17 000— 20 000 angegeben. Der geringfügige Anlah der Aussperrung, der Streik der acht Former in Krisliansstad in Schonen, diente den Herren .«locke in Berlli». Druck u. Verlag: Borwärt» Buchdruckerei u. Verlag»anstalt'■ selbstverständlich nur zum Vorwand für ihre brutale Mahregtt. Ihr eigentlicher Zweck ist die Vernichtung der Arbeiterorganisation, und sie gehen dabei sogar soweit, daß sie selbst die Mitglieder des „Schwedischen A r b e i t e r v e r b a n d e s", der berüchtigten Spreng- und Streikbrecher-Organisation, mit ausgesperrt haben. so dah dieser Verband, der doch so gerne mit den Arbeitgebern harmonieren möchte, sich genötigt sieht, nun ebenfalls gegen sie Stellung zu nehmen. Der Vorstand der„Werkstattvereinigung", der Unternehmer-Organisation, die übrigens erst ein Jahr existiert, scheint bei der ganzen Affaire recht diktatorisch vorgegangen zu sein. Er hat den Mitgliedern nur noch das eine Recht gelassen, u n- organisierte Arbeiter zu beschäftigen, alle andren Arbeiter, welcher Organisation sie auch angehören mochten, muhten entlassen werden. Ein besonders großmütiges Angebot hat die bereits vom Wahlrechtsstreik her bekannte„Aktisn- Gesellschaft Separator" in Stockholm den Unorganisierten gemacht. Sie versendet folgendes Cirkular: „Unter der Voraussetzung, daß Sie gewillt sind, auf Ehre und Gewissen eine schriftliche Erklärung zu unterzeichnen, dah Sie nicht irgend einem Fachverein oder einer andren Organisation an- gehören und auch während der gegenwärtigen Aussperrung keinerlei Unterstützung von einer solchen Organisation genießen, werden wir Ihnen bis auf weiteres eine Unterstützung von 12 Kronen per Woche ausbezahlen. Sie können sich in diesem Fall am Sonnabend, den 18. Juli, nachmittags 3 llhr, auf dem gewöhnlichen Lohn- auSzahlungsplatz in der Werkstätte einfinden."— Das Schreiben bietet einen neuen Beweis dafür, dah es den Arbeitgebern lediglich um die Vernichtung jeglicher Arbeiter-Organi- sation zu thun ist. Als die circa 1000 Arbeiter des Separator am Montag die Arbeit verlassen muhten, wurden sie vor der Fabrik von 600 Ausgesperrten aus„Bolinders mechanischer Werkstatt" mit Gesaug und Sympathiekundgebungen begrüßt, worauf sich alle nach einer Waldanlage vor der Stadt begaben und unter freiem Himmel eine Versammlung abhielten. Wie„Socialdemokraten" jetzt mitteilt, hat am vorigen Freitag der schwedische Civiliminister, Staatsrat We st ring, die Vorsitzenden des Gietzerverbandes und des Eisen- und Metall- arbeiter-Berbandes, B l o m q u i st und Blomberg, zu sich be- rufen, um mit ihnen über die Mittel zur Beilegung des Konflikts zu beraten. A>n Montag reiste Blomquift nach Kristiansstad, wo unter Teilnahme des Landeshauptmanns de la Gardie eine IV-stündige Verhandlung mit dem Fabrikanten Karlsson zwecks Abwendung der drohenden Aussperrung stattfand. Trotzdem sich der Landeshauptmann grohe Mühe gab und auch der Vertreter ocr Arbeiter das größte Entgegenkommen zeigte, blieben die Berhand- lungen erfolglos.—_ Die Lage in Portomaggiore— so wird uns aus Rom. den 7. Juli, geschrieben— gestaltet sich von Stunde zu Stunde ernster. Gestern früh trafen 33 Streikbrecher ein, die aus dem Bahnhof vom Abgeordneten Genossen B e r t e s i aufgefordert wurden, ab- zureisen. Nur zwei liehen sich dazu bestimmen, die andren be- gaben sich, von der Kavallerie begleitet, auf die Felder. Die Streikenden, über 2000 an Zahl, wollten das nicht zulassen. Die Frauen fielen den Pferden der Soldaten in die Zügel, so dah die Kavallerie nicht vordringe» konnte, wenn man nicht Frauen und ftiirder niederreiten wollte. Die Streikbrecher wurden von dem Anblick der Ausständigen und dem Flehen der Frauen endlich bewogen, den Rückweg nach der Station anzutreten. Genosse Bertesi bezahlte ihnen die Reise und die armen, unwissenden Menschen zogen wieder fort, ohne ihren Arbeitsbrüdern in den Rücken gefallen zu sein.— Wenn das Korn noch 43 Stunden steht, ist die Ernte verloren. Viele der Gutsbesitzer verkaufen ihr Vieh, andre lassen es frei auf den Feldern herumlaufen. Ter Konflikt im Hafen von Genua ist— wie uns unser Kor- respondent aus Rom, den 7. Juli, schreibt— durch das Dekret des Konsortiums beigelegt, da die Händler sich der Verordinmg be- dingungslos untergeordnet haben. Gestern früh fanden sich auf den Löschplätzen 4 Arbeitsvcrwalter des Konsortiums ein, di, jedem Händler die von ihm geforderte Zahl von Arbeitern zuwiesen. Die vorläufige, durch das Dekret festgefetzte Ordnung der Arbeiten im Kohlenhafen wird von einigen Gegnern der Arbeiter als Niederlage der Gewerkschaften angesehen, da diese jetzt dem Konsortium gegen- über keinerlei Funktton haben. In der That liegt die Sache aber so: in die Listen des Konsortiums wurden alle organisierten Ar- bester und gegen 100 Nichtorganisierte eingetragen. Die Gcwerk- schaflen, die bisher ihre Mitglieder den Unternehmern direkt zur Verfügung stellten. stellen sie heute jeden Morgen dem Konsortium zur Verfügung. Und wie bisher in Zeiten des Arbeitsmcmgels stellen sie heute eine, morgen die andre Arbeiter- gruppe zur Verfügung, führen also für ihre Mitglieder den Turnus durch, genau wie bisher. Von einer Niederlage kann also rncht die Rede sein. Unterlegen sind die Verfechter der„Freiheit der Arbeit�. die Händler, die„Herren im Hause" sein wollten. Allerdings find auch diese nicht von den Arbeitern besiegt, sondern durch eine Ver- fügung der Behörden eutlvassnet. Ihr unzeitgemäßes Princip ist verworfen worden, während die von den Arbeitern vertretenen Grundsätze von der Verordnung anerkannt wurden. Vom Papste. Rom, 9. Juli. Der heute vormittag 9'/- Uhr veröffentlichte Krankheitsbericht besagt: Die Nacht ist ungestört verlaufen; der Papst hat geruht. Der Prozeh in der Lunge ist. was den Teil der Lunge betrifft, welcher von der wenigen Flüssigkeit nicht bedeckt wird, die sich noch im Brustfell befindet, in voller Lösung begriffen. Die Er- leichterung im Allgemeinbefinden hält an. Lapponi. Mazzoni. Das„Giornale d'Jtalia" meint, alles weise darauf hin. dah Nierenentzündung beim Papste ausgeschlossen ist. Professor Mazzoni erklärte es für unmöglich, mit Sicherheit etwas vorauszusehen. Wenn der Papst gesund würde, würde er durch die Krankheit doch geschwächt bleiben, die ja auch bei jungen Leuten Spuren zurückläßt. Deshalb würden auch in, Falle der Genesung die Befürchtungen nicht aushören. Das Blatt fügt hinzu, die Besserung dauere an, der Zustand sei aber immer noch ernst. Die„Tribuna" schreibt: Um 5 Uhr morgens wurden die Fenster im Zimmer des Papstes geöffnet, um frische Lust einzulassen. Die Personen, welche den Vatikan verliehen, gaben beruhigende Nach- richten. Jedoch warnte Mazzoni vor zu hohen Erwartungen. Der Papst ringe verzweifelt mit dem Tode. Monsignore Volpini, den im Vorzimmer des Papstes ein Schlag- anfall befiel, ist gestorben.— Kardinal Mocenni ist der„Tribuna" zufolge bedenklich erkrankt. Heute nachmittag 5 Uhr wurde folgender Krankheitsbericht ver- öffentlicht: Da das Allgemeinbefinden des hohen Kranken sich verschlechtert hat, fand um 4 Uhr nachmittags eine Konsultation statt, an welcher Professor Rossoni teilnahm. Die Untersuchung ergab, dah die Flüssig- keit im Brustfell sich von neuem schnell vermehrt und dah die Herz- thätigkeit schwach ist, aber ohne Anzeichen einer Herzklappenstorung. Der Puls ist leicht zusammendrückbar: die Anzahl der Pulsschlage beträgt 90. Die Atmung ist oberflächlich und wenig häufig. Harn- entleerung gering. Der Zustand des Papstes wird als ernst angesehen. gez.: Rossoni. Lapporn. Mazzoni. Im Laufe des Nachmittags verschlechterte sich das Befinden des Papstes, und es stellte sich Diarrhoe ein. an welcher der Papst, eist- gegen allen anders lautenden Gerüchten, bisher niemals gelitten hatte. Infolgedessen wurde die Konsultatton beschlossen, die um vier Uhr stattfand. Die Untersuchung, bei der verniieden wurde, den Papst zu sehr aiizustreiigen, dauerte ungefähr 20 Min. Es wurde festgestellt, dah wahrscheinlich nötig sein werde, den Brusthohlen Stiche zu wiederholen, was eventuell morgen geschehen würde._ Ms Rossoni das Gemach verließ, sprach er den Papst wieder ermutigend zu; der Papst reichte ihm mit Anstrengung die Hand und dankte ihm. Um 8'/z Uhr abends war der Zustand des Papstes unverändert. »aul Singer& Co.. Berlin 81V. Hierzu 1 Beilage«.UnterhaltungSblatt. Nr. 158. 20. KilM Ks Jorairls" Strliner UcksdlM Imto«, 10. lull 1903. Die Stadtverordneten-Wahle» in Berlin finden im November diese? Jahres statt. Um wählen zu können, ist die Einfichtuahme in die Wählerliste driBzend notwendig. Der Magistrat erläßt hierzu folgende Bekanntmachung: Die Liste der stimmfähigen Bürger Berlin? ist in Gemäßheit der §Z 19»nd 29 der Städteordnung vom 39. Mai 1853 und§ 2 des Gesetzes vom 39. Juni 1999, betreffend die Bildung der Wähler- abteilungen bei den Gemeindewahlen, sowie der dazu erlassenen Aus- führungsbestimmungen des Herrn Ministers des Innern vom 14. Sep- tember 1999, aufgestellt und wird in der Zeit vom 15. bis einschließlich 30. Juli d. I. an den Wochentagen von vormittags 9 bis nachmittag? 3 Uhr und an den Sonntagen von vormittags 11 bis nachmittags 1 Uhr in unsrem Wahloureau, Poststr. 13, 2 Treppen— Zimmer 67— zur Einsicht öffentlich ausliegen. Während dieser Zeit kann jedes Mtglied der Stadtgemcinde gegen die Richtigkeit der Liste Einwendungen erheben; später ein- gehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt. Wir machen hiermit noch besonders darauf aufmerksam, daß bei Berichtigung der Wählerliste bezüglich des Wohnsitzes der stimm- berechtigten Personen in Berlin die von diesen zu erstattenden polizeilichen An- und Abmeldungen maßgebend sind. Demnach mußten auch solche an sich wahlberechtigte Personen in der Wähler- liste gestrichen werden, welche polizeilich abgemeldet sind, ohne jedoch ihren Wohnsitz Hierselbst aufgegeben zu haben, z. B. also alle, welche sich in einem Bade oder zum Sommeraufenthalt auswärts befinden, mithin nur vorübergehend von Berlin abwesend sind, es aber unter- lassen haben, solches auf der erstatteten polizeilichen Abmeldung zu Vennerken. Arbeiter, Parteigenossen! Das Jahr 1993 ist ein Wahljahr. Die glänzenden Erfolge bei den Reichstagswahlen können uns nicht veranlassen, auf unsren Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil! Unsre Partei als Kampfpartei schöpft aus unsren Siegen nur neue Kraft zu neuen Kämpft» und zu neuen Siegen. Diese zum November vorzubereiten, dazu ist eS jetzt notwendig, daß dafür gesorgt wird, daß kein wahlberechttgter Arbeiter in den Wähler- listen" fehle. Sehe jeder die Wählerliste ein' 800 OVO Mark unterschlagen! Der ehemalige Tresorverwalter der Darmstädter Bank, dessen kolossale Uitterschlagungen und Flucht seiner Zeit viel Aufsehen er- regten, stand Donnerstag vor der neunten Strafkammer des Land- gerichtS l in Berlin. N e ß l e r ist beschuldigt, in den letzten zehn Jahren über 899 999 M. zmn Schaden der D a r m st ä d t e r Bank unterschlagen und Depotbücher und Aufnahme- scheine-c. gefälscht zu haben. Er bekennt sich schuldig. Er sei der Sohn des Prediger? Neßler und mit der Nichte de? ehemaligen Direktors der Darmstädter Bank, Michelet, verheiratet. Er sei 1831 in die Darmstiidter Bank gekommen. Als er eintrat, habe er 999 M. Gehalt bezogen und sei schließlich bis auf 4299 M. avanciert, so daß er mit Tantteme etwa 5999 M. Einnahme hatte. Er habe sich mit der Tochter eines Fondsmaklers verheiratet, die einen väterlichen Zuschuß von 3699 M. im Jahre erhielt, so daß seine JahreSeinnahme sich auf 8699 M. stellte. Präs.: Sie hatten also nach Ihren Einkünften keine Wer- anlafiung, Uitterschlagungen zu begehen?— Angekl.: Nein.— Präs.: Was haben Sie mit dem Gelde gemacht?— Angekl.: Ich bin leichtsinnig gewesen.— Präs.: Sie haben sich in Weiierkneipe» herumgetrieben und behaupten, daß Sie in solchen Kneipen etwa 29 999 Mark vergeudet haben.— Angekl.: Das ist richttg.— Präs.: Sie behielten dann aber doch noch ein ziemlich großes Kapital übrig; wo ist das geblieben?— Angekl.: Ich habe sehr große Summen verborgt.— Präs.: Nnn haben Sie aber doch noch weitere Unterschlagungen begangen. Sie haben sich im Jahre 1887 ver- heiratet. In den Jahren 1895/96 haben Sie wiederum Depots im Bettage von 199 999 Mark unterschlagen. Wie sind Sie denn dazu gekommen? Nach Ihrer Verhciratting werden Sie doch wohl Weiberkneipen nicht mehr besucht haben?— Angekl.: Nein. Aber im Lauf der Zeit mußte ich doch für die Zinsen der unterschlagenen Papiere sorge». Ich habe kurz vor der Fälligkeit der betreffenden Coupons stets Effekten verkauft und die notwendigen Coupon« beschafft.— Präs.: Auch diese Papiere haben Sie bei S. Brann verkaust?—- Angekl.: Ja.— Präs.: Herr Brann ist wegen Hehlerei angeklagt, es kann aber gegen ihn nicht verhandelt werden, weil er krank ist. Ich mochte nun gern von Ihnen wissen, wo das viele Geld geblieben ist? Sie waren doch nun verheiratet! Sie hatten einen guten Zuschuß, was zwang Sie also zu den Unter« schlagunaen? Haben Sie spekuliert?— Angekl.: Nein.— Präs.: toben Sie noch weiter Weiberkneipen besucht?— Angekl.: Nein.— räs.: Haben Sie Frauen unterstützt?— Angekl.: Ja, eine Frau.— Präs.: Sie behaupten, daß Sie auch für Weine viel ausgegeben haben. Sie wollen jährlich etwa 3000 M. für Wein verbraucht haben und berechnen, daß Sie in 12 Jahren für etwa 36 999 M. fiir Wein ausgegeben haben.— Präs.: Sie haben auch weiterhin viel Geld verborgt. Wie kamen Sie dazu? War das auch so eine Art modernen GrSßcnwahnfinnS, daß Sie als großer Mann dastehen wollten, der viel Geld verborge» könne?— Angekl.: Es war mehr aus Guttnütigkeit. Der Borsitzende hält dem Angeklagten vor, daß er auch Urkundenfälschungen begangen habe, was der Angeklagte zugiebt. Er hat verschiedene Eälschungen in den lebenden und toten Conten vorgenommen, ffekten als versandt gebucht, in den Aufnahmebogen den Depot- bestand gefälscht, als im November und Dezember 1991 eine all- gemeine Aufnahme der Bestände stattfand, die Effekten- Verzeichnisse gefälscht er. ,c.— Der Angeklagte giebt an: Es hätten jeden Monat Revisionen stattgefimden, fie beschränkten sich jedoch auf Sttchproben. Alle halbe Jahre hätte dann eine Kontrolle durch zwei Allfsichtsratsmitglieder stattgefimden, doch handelte es sich dabei auch nur um Stichproben. Sämtliche Depots auf einmal seien nach ihren Beständen niemals konttolliert worden. Es sei ein ständiger Revisor vorhanden gewesen, der sämtliche Bureau? kontrolliert habe. In seinem Bureau sei er zwei bis drei Monate gewesen.— Präs.: Aber eine Auf- nähme sämtlicher Depots zu gleicher Zeit hat nicht stattgefunden.— Der Vorsitzende stellt fest, daß die Depot« Inhaber zu den Fälligkeitsterminen der Coupons Auszüge aus den Büchern und Gutschristen- Formulare zugestellt erhielten und daß der Angeklagte bei dem Herannahen dieser Termine sich an Brann wandte und ihm den Aufttag gab, die nötigen Coupon« bezw. Dividendenscheine zu kaufen.— Präs.: Wurde denn bei den Coupons gar keine Konttolle bezüglich der Nummern geführt?— Angekl.: Nein, das ist auch nicht durchzuführen.— Präs.: Wie konnten Sie sich dazu verstehen, dritten Personen so große Summen zu verleihen. Einem Herrn». Köpprn haben Sie allein VOOOO M. geliehen. Wie haben Sie denn gelebt? Welche? Wirtschaftsgeld bekam Ihre Frau.— Angekl.: Ich lebte ganz einfach. Meine Frau verbrauchte 'ihren Zuschuß von 3699 M. zur Wirtschaft und zu ibr«r Toilette. Die Wohnung am Schöneberger Ufer kostete 1999 M.— Präs.: Haben Sie denn besonders viel für sich selbst verbraucht?— Angekl.: Nein, ich habe nicht viel verbraucht.— Präs.: Dann ist es ganz unbegreiflich, wo das Geld geblieben ist! Sie haben allerdings viel Geld verborgt. Beispielsweise haben Sie einem Heilkünstler Raschle ohne weiteres 49 999 M. geborgt. In: Hotel de Rome ist eine Badeanstalt, in welcher Sie sich von Herrn Raschle die Hühneraugen schneiden ließen. Dieser Mann hat Ihnen gesagt, er möchte sich gern selbständig machen und da haben Sie ihm sofort 49 999 M. geborgt. Wie kamen Sie dazu?— Angeklagter schweigt.— Präs.: Sie haben die 49 999 M. hingegeben ohne Schuldschein, ohne Vertrag, ohne Zinsverpflichtung?— Angekl.: Ja. Der Angeklagte hat seit dem Jahre 1387 insgesamt 250 000 M. verborgt. Darunter befinden sich Summen von 13 999 M., 6999 M., 3999 M.. 4999 M. zc. an Kegelfreunde, Angestellte der Bank zc. Präs.: Am 12. Dezember 1902 erhielten Sie die Gewißheit, daß Ihnen die Tresorverwaltung abgenommen werden würde, und so sind Sie denn am 14. Dezember geflohen?— Angekl.; ta, ich ging in die Schweiz.— Präs.: Sie sind im Besitze eines ievolvers gewesen. Wollten Sie sich totschießen?— Angekl.: Ja.— Präs.: Das konnten Sie doch auch in Deutschland, wenn Sie eS ernstlich vorhatten. Sie haben nun einer Frau Mitten- zweig eine Unterstützung von 15 999 Mark gewährt. Wie kamen Sie dazu? Frau M. war früher eine.Kellnerin.— Angekl.: Es war eine Bekanntichast aus meiner Junggesellenzeit her. Sie hat mich öfter in Anspruch genommen und schrieb immer so überschwengliche Briefe.— Präs.: Sie haben auch riesige Summen fiär Lotterielose ausgegeben. Sie haben für 49999M. Lose aller Art gekauft, inuner gleich ganze Lose. Sie hofften wohl, durch größere Gewinne aus allen Schwierigkeiten heraus zu kommen?— Angekl.: Ja wohl.— Präs.: Es ist immer noch nicht aufgeklärt, wo eine Summe von etwa 200 000 Mark, über die Sie keine Aufklärung geben können, ge- blieben ist? Wo haben Sie sie gelassen? Befreien Sie doch Ihr Gewissen I— Angekl.: Wenn ich konnte, würde ich es thun. ES ist mir aber selbst ein Rätsel! Geh. Rat Dr. Rießcr, Direktor der Darmstädtcr Bank, bekundet als Zeuge, daß der An- geklagte das absoluteste Verttauen in der Bank genoß. Wenn auch seine Fähigkeiten manches zu wünschen übrig ließen, so wurde seine volle Zuverlässigkeit doch niemals in Zweifel gezogen. Eine absolute Sicherheit gegen Unterschlagungen bei Bauken lasse sich durch Revisionsvorschristen nicht erreichen. Eine regelmäßige Aufnahme aller Bestände aus einnial sei bei dem Umfange der Tresors nn- thunlich. Eine solche Revision, die einmal nur in einer Ab- teilung mit Hilfe von sechs Beamten vorgenommen wurde, dauerte einen vollen Monat. Dazu komme. daß wenn eine solche Aufnahme fertig ist. sie schon wieder unrichtig ist. Es gebe vielleicht ein Mittel, um solche Unterschlagungen rascher an den Tag zu bringen; das Mittel wäre ein häufigerer Wechsel der Ressortchefs. Der Angeklagte sei auch sehr raffiniert zu Werke gegangen. Es wird vermutet, daß er einmal bei einer Revision Jongleurkmislstücke ausgeführt und aus einem schon revidierten Paket Papiere in ein noch nicht revidiertes hinüber- jongliert hat. Es folgt im weiteren die Vernehmung des stüheren Kollegen des Angeklagten, des Bankbeamten v. Köppcn, dem der Angeklagte 99 999 M. geborgt haben will. Der Zeuge be- hauptet, daß der Angeklagte ihm nicht 00 999, sondern nur 29 999 M. geborgt habe. Ncsjlcr bleibt dagegen bei seiner Behauptung. Der Zeuge v. Köppen wird dringend zur Wahrheit ermahnt und erklärt, seine Angabe auf seinen Eid nehmen zu wollen, als der Direktor Winkler sich noch einmal zum Wort meldet und bekundet, daß sich in der Darmstädter Bant eine schriftliche An- erkennung des Zeugen v. Köppen befindet, worin dieser angiebt, dem Angeklagten Neßler 50 000 Mark zu schulden. Der Zeuge v. K ö p p e n giebt jetzt an, daß er diese hohe Summe nur angegeben habe, um sich die Stellung bei der Bank zu erhalten, er wird aber darauf hingewiesen, daß er eine Unwahrheit beinahe mit einem Eide bekräftigt hätte. Schließlich ergänzt der Zeuge seine Aussage dahin, daß die ihm von Neßler geliehenen Beträge im ganzen vielleicht 80 000 Mark ausmachen könnten. Er behauptet ferner, daß der An- geklagte ihn zu einem flotten Leben verführt habe. Gerichtsarzt Dr. Störmer bezeichnet den Angeklagten als geistig völlig normal. Staatsanwalt Neitzert beantragt 5 Jahre Zuchthaus unter An- rechnung von� drei Monaten Untersuchungshaft und 19 Jahre Ehr- Verlust. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Marwitz bittet, dem Angeklagten mildernde Umstände zu bewilligen, denn er sei offenbar ein anormaler Mensch, der von den Unterschlagungen für sich herzlichst wenig gehabt. Der Gerichtshof spricht nach kurzer Beratung den An- geklagten der fortgesetzten Unterschlagung und schweren Urkunden- fälschung s ch>: l d i g, bewilligt ihm aber mildernde Umstände mit Rücksicht darauf, daß er ein schwacher Charakter ist, einfach gelebt hat, bisher unbescholten war, ein offenes Geständnis abgelegt hat und der moralische Defekt, dem er zuerst zum Opfer gefallen, weit vor seiner Ehe liegt. DaS Urteil» lautet auf fünf Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. Serlmer partei-)Zngelegenkeiten. 3. Wahlkreis. Sonntag, 12. Juli: Ausflug de? Wahlvereins mit Familie. Näheres Sonnabend im„Vorwärts". Der nächste Zahlabend findet Donnerstag nach dem 15. Juli in den bekannten Lokalen statt. Der Vorstand. Schöuebcrg. Am Sonntag, den 12. Juli, begeht der Social- demokratische Wahlverein in den Ob st schen Lokalitäten, Meiningerstt. 8. sein 13. Stiftungsfest und werden die Partei- genossen zu zahlreichem Besuch eingeladen. Näheres siehe Inserate und Plakate. Britz. Die Generalversammlung vom Wahl- verein findet heute, Freitag, den 19. Juli, abends 30z Uhr, im Lokale des Genossen Klos, Chaussee st r. 69/79, statt. Tages- Ordnung: Bericht des Borstandes. Aufiiahme neuer Mitglieder. Anträge und Vereinsangelegenheiten. Waidmannslust. Am Sonnabend, den 11. Juli, abends'/$ Uhr, bei A. Kuhn, Waidmannslust: Generalversammlung des Wahlvereins. Tages-Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Kasten- bericht. 3. Wahl des �Vorstandes. 4. Bericht über die Diskutter- Abende der einzelnen Orte. 5. Vereinsangelegenheiten und Ver- schiedenes. Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Nieder-Schöneweide. Am Sonnabend, den 11. Juli, abends 3'/-, Uhr. findet im Lokale von Franz, Grünauerstt. 5, die General- Versammlung des Wahlvereins statt. Zahlreiches und pünstliches Erscheinen ist erforderlich. Es sind dortselbst die Sammellisten für die ReichstagSwahl abzurechnen. lokales. Wie man sein» Arbeiter an sich fesselt» daS können diejenigen Arbeitgeber, denen das bei niedrigen Löhnen, langer Arbeitszeit und schlechter Behandlung bisher nicht hat ge- lingcn wollen, von der Verwaltung deS Kurhauses Ost- dievenow lernen. Die Kurhausdirektion engagiert für die Sommer« monate Angestellte aller Art, viele davon auch aus Berlin, und verpflichtet sie für die ganze Dauer der Saison. Nun macht sich aber bei den Angestellten manchmal schon vor Schluß der Saison die Neigung bemerkbar, den Staub des Badeortes wieder von den Pantoffeln zu schütteln. Welche Gründe sie dazu haben, das soll hier nicht untersucht werden. Dagegen möchten wir uns das Mittel, dessen sich die Kurhausdirektton von Ostdievenow zur Unterdrückung dieser ihr unbequemen Neigung bedient, einmal näher ansehen. Das Mittel hat für das Kurhaus den doppelten Vorzug, nicht nur fast stets zu wirken, sondern obenein auch gar nichts zu kosten; in den» jenigen Fällen, wo es etwa doch einmal versagt, bringt es der Kur- Hauskasse sogar noch eine ganz hübsche Einnahme. Ein Konditor, der nach Ostdievenow engagiert werden sollte, hat uns den Vertrag vorgelegt, den ihm die Direktton des dortigen Kurhauses zugemutet hat. Sie versprach ihm als Gehalt „monatlich Mark 49, in Worten Vierzig Mark, und freie Station"; aber wohlgemertt: sie v e r s p r a ch es ihm nur. Auszahlen wollte fie am Schluß jedes Monats nur„V* in Worten Ein Viertel" deS Gehalts, während„drei Viertel als Kaution bis Ende der Saison stehen bleiben" sollten. Für den Fall„besonderer Zufriedenheit" wurde noch mehr versprochen, nämlich eine„Grattfikation von 29—39 Mark, in Worten Zwanzig bis dreißig Mark". Auch diese Summe sollte bis Ende der Saison stehen bleiben. Was geschieht nun aber, wenn der Angestellte schon vorher gehen will? Dann wird er auf eine Bestimmung des Vertrages verwiesen, in der das oben erwähnte, fast stets wirksame, nichts kostende und unter Umständen noch Geld ein- bringende Mittel steckt. Wenn nämlich der Engagierte„vor Ende der Saison seine Stellung verläßt oder sich weigert, die ihm angeordneten Arbeiten zu verrichten, oder der Direktton oder deren Vertretern den gebührenden Gehorsam versagt", dann verliert er nicht nur die „Gratifikation", sondern auch die„Kaution", d. h. die in jedem Monat zurückbehaltenen drei Viertel seines Gehaltes „ohne jeden Anspruch und ohne gerichtliche Einwendungen". Die Vorzüge dieser„Kaution" sind für das Kurhaus hiermit noch nicht erschöpft. Die drei Viertel des Gehalts verfallen nicht nur dann, wenn der Angestellte vor Schluß der Saison gehen will, sondern auch dann, wenn er vorher gehen muß. Wird von der Badedirektion bei ernstlicher Klage über den Angestellten die soforttge Entlassung beantragt, so verliert er ebenfalls seine„Kautton" und hat keine weiteren Ansprüche an das Kurhaus. Entlassung ohne Kündigung und ohne Anspruch auf Entschädigung kann übrigens schon dann erfolgen, wenn der Angestellte „sich der übernommenen Stellung nicht gewachsen zeigt". Dabei darf die Direktion auch Arbeitsleistungen von ihm verlangen, die„außerhalb der allgemeinen Thättgkeit seiner Stellung liegen"; auch in diesem Falle ist der Angestellte„un- weigerlich zur Ausführung verpflichtet". Die Direktton kann hiernach verlangen, was ihr gut dünkt; der Angestellte kann im Hinblick auf seine„Kaution", d. h. auf sein rechtmäßiges Gehalt, nichts ver» weigern. In den ersten vier Wochen kann die Direktion— aber nur diese, nicht auch der Angestellte— jederzeit den Vertrag auf» heben, ohne zu Schadensersatz verpflichtet zu sein. Zu diesen unerhörten Bedingungen kommen die hohen OrdnungS st rasen. Sie werden am Ende jedes Monats in bar zurückbehalten, d. h. von dem nicht als„Kautton" zurück- behaltenen Gehaltsviertel abgezogen. Dieses Gehaltsviertel bettägt, wie gesagt, 19 M., während die Sttafen bis zu 2,59 M. pro Fall hinaufgehen. Noch toller ist die Bestimmung, daß, wer das Hau? oder seinen Dienst ohne schriftliche Erlaubnis verläßt oder angeord- netc Arbeiten verweigert, oder die Arbeit niederlegt, bei seiner Ent- lassung neben dem Verlust der„Kautton" noch als„vertrag- liche Strafe" ein Monatsgehalt zu zahlen'hat. Eine bare Gehaltscinnahme von monatlich 19 M., Ordnungsstrafen bis zu 2,59 M. pro Fall und dann bei der Entlastung noch eine Strafe in Höhe eines Monatsgehais(19 M. oder 49 M.?)— das grenzt doch in der That fast an Wahnwitz I Wie wenig verlockend muß der Dienst in Bade- Orten sein, wenn z« solchen Mitteln gegriffen werden mutz, um die Stellenflucht des Personals zu bekämpfen! Und wie wenig Selbst« b e w u ß t s e i n muh dieses Personal besitzen, wenn eine Kurhaus» Direktion sich erlauben darf, solche Bedingungen zu stellen l Ein Mißstand im Milltärwrsen. Selbst wenn man mtt dem heutigen Militäranwärterwesen im allgemeinen nicht einverstanden ist, so kann man dock nicht billigen, daß innerhalb dieser Ein» richtung Mängel bestehen, die unter Umständen für einzelne Personen schwere Nachteile herbeiführen. Ein Fall, der uns unter» breitet wird, zeigt, wie mangelhaft diese Einrichtung ist. Der frühere Bezirksfeldwebel B. beini Bezirkskommando I Berlin verließ den Militärdienst. Bei seinem Abgang wurde ihm durch seine vor- gesetzte Behörde der C i v i l v e r s o r g u n g s s ch e i n ver» weigert. Er legte gegen diese Entscheidung Berufimg ein, da? Generalkommando des III. Armeecorps wies die Berufung ab mit der Begründung, dem Betroffenen habe der Civilversorgungsschein„wegen dauernd schlechter Führung" abgesprochen werden müssen. Diese Begründung war für B. ebenso überraschend wie die Bersagung de» CivilversorgunaSscheins selbst. Er machte eine weitere Eingabe an das Kriegsinmisterium. Er verwies auf die durchweg günstigen Zeugnisse, die er stets erhalten habe. Er führte ans, daß die Behauptung einer„dauernd schlechten Führung" nicht übereinstimme mit der Thatsache, daß mit ihm fortdauernd kapituliert worden sei, daß er im Oktober 1899 zum Gesteiten, 1891 zum Unteroffizier, 1894 zum Sergeanten, 1897 zum Bezirksfeldwebel befördert worden fei. Allerdings sei er 1999 standgerichtlich mit sieben Tagen Hast wegen eines außerdienstlichen Vergehens(Beleidigung von Civil« Personen) besttast worden und einmal wegen angeblichen Dienst» Vergehens mit fünf Tagen gelindem Arrest.' Diese Bestrafung mit Oeffentlichkeit nicht interessieren, wie diefer Fall sich in seinen Einzelheiten zugetragen hat, nur so viel sei bemerkt, daß der Oberst die Bestrafung durch Parolebefehl wieder aufheben ließ, weil er fie nicht als gerechtferttgt ansah, und daß erst dann nochmals der Oberstlieutenant dringend die Bestrafimg verlangte, welchem Verlangen sich der Oberst nicht mehr widersetzen wollte. Der Fall lag also mindestens sehr zweifelhaft. Das sind aber die einzigen Vorkommnisse, wegen deren B. gerügt worden ist. Und unter solchen Un, ständen hat ihm das Corps- kommando den Civilversorgungsschein vorenthalten. Das Kriegs-, Ministerium wies ebenfalls die Beschwerde zurück, obschon es sich genöttgt stihlte, die„andauernd schlechte Führung" in, Bescheid des Corpskommandos dahin zu ändem, daß B.„sich nicht fortgesetzt gut geführt" habe. B. ist der Ueberzeugung. daß ihm der Civilversorgungsschein, um dessentwillen er lange Jahre gedient, zu Unrecht verweigert sei, daß häufig andre Personen den Schein erhalten, welche sich weit mehr zu Schulden haben kommen lassen als er. Der die weitere Oeffentlichkeit interessierende Uebelstand, der hierin zu Tage ttitt, ist der, daß die langgedienten Unteroffiziere bei der ihre Lebenszukunst entscheidenden Frage der Erteilung de« Civil- versorgnngsscheins gänzlich abhängig sind von dem beliebigen Be- = jede Person also Aus den Nachbarorten. Verfammlungen. " Stunde", Schmidt, Alexandrinenstr. 121. = " Frohe Grüne Adlershof, Arbeiterverein Vorwärts", Frohsinns Heimat. Quiyowilt. 131. 8-10 Uhr: Turn- Damen- Abteilung, Wöllsteins Lustgarten. Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Vergnügungs- Berein Theaterberein Goethe II", Danzigerstr. 17. Musikverein Norden", Mothes, Hussitenstr. 40. " Elodea", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde. Jeden Freitag nach bem 1. und 15. des Monats im Restaurant Karl Fischer, Waldstr. 8. Tambourverein Wanderlust", Skattlub Treff", Glaue, Krausenstr. 18. Bitherverein Myrthe", Schmidt, Swinemünder Hoth, Mainzerstr. 21. straße 65. Mufit- Dilettantenverein„ Berlin- Moabit", Bremerstr. 73/74. Privat Arbeiter- Ruderverein Freiheit", Felsenterrasse, Engel- llfer 1 a. Theaterverein Liebesglück", Michalzky, Möglinerstr. 1. Arbeiter- Schwimmerbund. Anfragen an F. Menschel, Neu- Weißensee, Ranghansstr. 113, II. Abends 7, Uhr:„ Neptun", Voltsvadeanstalt, Surm Schwimm ftraße 85a. Gut Naß", Volksbadeanstalt, Oderbergerstraße. lub Borwärts". Boltsbadeanstalt, Schillingsbrüde. Hellas", Voltsbadeanstalt, Schillingsbrüde." Freiheit", Boltsbadeanstalt, Bärwaldstraße. Berein socialdemokr. Gastwirte. Borsigender: Ewald, Schönleins straße 6. Sigungen jeden Freitag nach dem 15. des Monats. burg.) Alle Buschriften und Anfragen, den Bund betreffend, find zu Arbeiter Radfahrerbund Solidarität". Gau 9( Prov. Branden richten an den Gau- Borfitenden Starl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. " Blik", Streligerstr. 10. Fahr wohl II", jeden Freitag nach dem 1. u. 15. Brunnenstr. 188. Arbeiter Radfahrer- Berein Charlottenburg", jeden Concordia", jeden Freitag Freitag nach dem 1. und 15. Bismardstr. 23. Arbeiter- Radfahrernach dem 1. und 15., Lichterfelde, Chausseeſtr. 104. Berein", jeden Freitag vor dem 1. und 15., Stegliz, Schildhornstr. 98. " Frisch auf", Kottbus, Dresdenerstr. 19. „ Gloria", Schwedterstr. 226 b. Frisch auf", Rathenow, Turnplatz 2. Arbeiter- Radfahrverein", Teltow, Beling, Seehof. 96 selleries dim hing shim Der Metallarbeiter- Verband( Vertvaltungsstelle Berlin) hielt am " Vermischtes.svermel finden eines einzelnen Borgefekten. Wenn dieser] Mozartstraßen- Ede. Lerche Sang", Gleimftr. 63. Flöterscher Gefang verein", Zorndorferstraße 9. Esmeralda", Franke, Zorndorferstraße 8. aus irgendwelchen Gründen unzufrieden ist mit einem in den Civil„ Typographia", stand zurücktretenden Unteroffizier, so versagt er ihm den CivilKeine gesicherte Existenz". Bom Elend der„ göttlichen Welt- Stotfbuser Harmonie", Lutatis, Reichenbergerstr. 133. versorgungsschein. Alle Gesuche an die Oberbehörden nüßen ordmmg" giebt wieder einmal einer der interessanten Armenpfleger- Arminhallen, Kommandantenstr. 20.-" Sangesbrüder der Glaſer", Stramm, nichts, weil diese kurzer Hand immer wieder auf die Berichte von Charlottenburg ein Bild. Es heißt darin: Die Ritterstr. 123.- Gesangverein der Porzellanarbeiter", Wollschläger, Adalbert Maientraum", Schüze, Reichenbergerstr. 96 a.„ Liedeslust II". straße 21.Meinung desjenigen zurückgehen, der die Verweigerung Eheleute N. find in ihrem Alter von ca. 65 Jahren fast ebenso erPotsdam, Alte Quisenstr. 32. Erster Mai", Jungmann, Danzigerstr. 24. zunächst verhängt hat. erscheintals ein gänzlich werbsunfähig als ein Kind. Der Mann ist von Beruf ein Maurer, Holzbearbeitungs- Maschinenarbeiter", Bober, Kleine Andreasstr. 15. Sorgenfrei", unhaltbarer Zustand, daß das militärische System der vollständigen den Wind und Wetter in den langen Jahren seiner Thätigkeit körper- Bruderbund", Friedrichsberg, Prikel, Kronprinzenſtr. 48/49. Alpemöslein", Hilgenfeld, Bergstr. 62. Abhängigkeit der Untergebenen vom Willen eines Einzelnen auch lich so heruntergebracht haben, daß er oft wochenlang sich nicht be- Schulz, Admiralstr. 18 c. Anivendung hat auf die Frage des Civilversorgungsscheins, in der wegen kann. Der gänzlich geschwächte Körper ist nicht einmal mehr Zukunft III", Nieder- Schönhausen, Settekorn, Lindenstr. 1. es fich nicht um eine militärische Dienstfrage handelt, sondern wo im stande, Botengänge zu leisten. Niemand, der die kleine schwächNiemand, der die kleine schwäch- Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen das ganze Lebensschicksal der betroffenen Personen auf dem Spiel liche Person sieht, wird ihm selbst die leichteste Beschäftigung über- im Vereinskalender find zu richten an Alfred Liebetrau, Berlin, Putbusersteht. iſt dringend nötig, daß auf diesem Gebiet größere tragen. Hier ist ein Nebenverdienst thatsächlich ausgeschlossen. Frau straße 44, IV.„ Germania", Schmiedchen, Willibald- Alleris ftr. 21. Brafil", Krebs, Boechstr. 21. Rechtsgarantien zum Schuß gegen einseitiges. ist förperlich etwas rüftiger, dafür ist aber das Augenlicht so ge- Alpenrose", Reinickendorf, Paul, Justusstr. 55. Hand in Hand", Belieben geschaffen werden. Nach dieser Richtung wollten wir schwächt, daß sie nennenswerte Arbeiten nicht verrichten und Wienerstr. 41. Apfelblüte", Statuschte, Wiesenstr. 29a. Bruderherz", Andrezke, Biejen durch Mitteilung des obigen Einzelfalles wirken. Dann wird somit nennenswerten Gewinn nicht erzielen kann. Beide Alten sind Eiche II", Lange, Nirdorf, Glasowstr. 33. manajerlei Ungerechtigkeit vermieden werden können. also lediglich auf die Rente von 14,55 M. und auf die städtische thalerstr. 4. Freiheit I", Heckert, Reinickendorferstraße, Ede Dudenarder Oberleitung für die Linie Behrenstraße- Treptow. Die kaiserliche Unterstützung von jest 25 M., macht 39,55 M., angewiesen. Wenn ſtraße. Arbeiter Turnerbund. selbst von dieser Summe nicht einmal die Miete von 24 M. in AbGenehmigung Ausführung der Oberleitung auf der von der Firma. Siemens u. als te betriebenen elektriſchen Bahn rechnung fätio 66 Bi, uus. Dafür ſollen Nahrung, Kleidung, Licht, für den Tag die Einnahme 1,32 M., für Behrenstraße- Treptow ist nunmehr erteilt und den beteiligten Feuerung, Seife, Schuhwerk und andre notwendige Kleinigkeiten in Behörden zugestellt worden. Die Geſellſchaft wird mit den Arbeiten der Wirtschaft, die doch einmal ersetzt werden müssen, zumal bei so den nächsten Wochen beginnen lassen. Es fällt damit aus dem alten Sachen, wie sie die N. besigen, beschafft werden. Da aber Berliner Straßenverkehr die erste Linie mit unterirdisch er die Miete bezahlt werden muß, so bleiben für den Lebensunterhalt Stromzuführung fort, welche sich während der Dauer ihres für beide Personen nur noch monatlich 15,55 M., macht täglich Bestehens, sieben Jahre lang, ohne nennenswerte Störung 52 Pf., für eine Person 26 Pf. bewährt hat. Der Grund, welcher zur Beseitigung der Rigdorf. Der Bierfahrer Mar Kugel, Kaiser Friedrichstraße 5 Unterleitung geführt hat, ist in erster Linie darin zu wohnhaft, wurde von seinem ausschlagenden Pferde so unglücklich fuchen, daß die viergeleisigen Strecken in der Lindenstraße, vor dem getroffen, daß ihm die linke Kniescheibe total zerfchmettert wurde. Kammergericht, und in der Mauerstraße, vor der Feuerwache, bei Nachdem der Bedauernswerte in der Unfallstation einen Rotverband dem inzwischen start angewachsenen Wagenverkehr in den Straßen erhalten, erfolgte seine Ueberführung nach einer Berliner Klinik. Berlins eine zu große Störung veranlassen. Die Stadt legte be- Das Tagesgespräch bildet hier das Verschwinden eines bejahrten fanntlich von jeher Gewicht darauf, daß in ihren Straßen möglichst Hausbesizers Sch. aus der Bergstraße, der mit seiner Wirtviele Betriebssysteme lange Zeit durchgeprobt wurden und die schafterin auf Reisen gegangen ist. Der alte Herr beabsichtigte Unterleitung war gerade eines jener Systeme, die sich technisch selbst seine wirtschafterin zu heiraten, was seine Kinder jedoch zu hinterunter den schwierigsten Verhältnissen, bei Schnee- und Regen- treiben suchten. Wahrscheinlich hat das Pärchen einen Abstecher wetter, Ueberschwemmungen 2c. durchaus bestens bewährten und die nach England unternommen, um sich dort trauen zu lassen. in Bezug auf die Verunstaltung des Straßenbildes zu den Auf dem Neubau Bergstr. 25 stürzte der Maler Herzog von einem idealsten zählen; wenn die Gesellschaft sich trotzdem ent- Podest herab, wobei er außer mehreren Kopfwunden eine schwere schlossen hat, die Oberleitung auf der ganzen Gehirnerschütterung erlitt. In der Unfallstation in der SteinmezStrecke, Behrenstraße- Hollmannstraße, einzuführen, so geschah straße wurde dem Verunglückten die erste Hilfe zu teil, worauf er dies aus dem Grunde, weil die Zeitverluste und Unbequem- nach einem Berliner Strankenhause geschafft wurde. lichkeiten, welche durch wiederholten, auf furzen Streden nötigen Wechsel zwischen Ober- und Unterleitung entstehen würden, vermindern werden. Mit der Einführung der Oberleitung zugleich foll die jetzige Endhaltestelle in der Behrenstraße, Ede Wilhelmftraße, beseitigt werden; die Bahn wird alsdann unter Benuzung der Geleise der Großen Berliner Straßenbahn durch die Kanonier Mittwoch in den Germaniasälen feine ordentliche General- Sturmwetter im Spreewald. Ein in solcher Heftigkeit noch nicht straße und in einer Schleife um das Gebäude der Deutschen versammlung ab. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung beobachteter Gewittersturm ist Ende Bant herum durch die Mauerstraße geleitet werden. zogen fich gleichzeitig über Haltestelle dürfte nach der Behren- und Mauerstraßen- Ede verlegt bestellt waren, von denen Handtte, Pawlowitsch, Bethke der Stadt zusammen und nachts um 12 Uhr prasselte ein dichter Die neue bildete die Berichterstattung vom Verbandstag, zu der fünf Referenten Lübbenau niedergegangen. Fünf Gewitter bergangenen Woche über werden, so daß die dort haltenden Wagen von der Wilhelm- und und Horn fich ihrer Aufgabe entledigten. Lubatsch war jedoch Hagel hernieder, der alle Feldfrüchte zerschmetterte. Noch nie iſt dort Friedrichstraße aus sichtbar und gleich bequem zugänglich sein werden. am rechtzeitigen Erscheinen verhindert, und so wurde dessen Bericht ein Hagel zur Nachtzeit beobachtet worden. Dem Hagel geſellte sich Mit den Arbeiten für die Weiterführung der Untergrundbahn ist wie auch die allgemeine Diskussion über die Gesamtverhandlungen ein Ortan oder eine Windhose bei, die wahrhaft unheimlich gehaust bereits begonnen worden, obwohl eine Einigung zwischen den be- des Verbandstage bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. hat. Hunderte von Bäumen wurden geknickt oder mit allen Burzein teiligten Behörden wegen Durchführung der Bahn bis zum Spittel. Als eine Folge der Verbandstagsbeschlüsse hatte die Ortsverwaltung aus dem Erdreich gehoben und teilweise auch ein Stück durch die markt oder Alexanderplatz noch nicht erreicht worden ist. An der folgende notwendige Aenderungen des Drtsstatuts beantragt: 1. Die Luft getragen. Die Telegraphendrähte waren von den gestürzten Ede des Leipziger Blazes und der Leipzigerstraße wird zur Zeit Streit und Maßregelungsunterstützung soll in der Regel entsprechend Bäumen zerrissen, hin und wieder waren auch die Telegraphen ein Warenhaus- Neubau hergestellt, unter dessen Grundstück die der im Statut festgelegten Dauer gezahlt werden. In außergewöhnstangen umgeworfen. Vom frühesten Morgen an mußten die BahnTunnelbahn entlang geführt werden soll. Zum Zwecke der Ver- lichen Fällen kann die Ortsverwaltung darüber hinausgehen. arbeiter die Bäume aus dem Wege räumen und die Leitungsdrähte ringerung der Kosten wird an dieser Stelle die Bahnlinie schon jetzt 2. Die Höhe der Unterſtüßung bleibt die gleiche wie bisher, wiederherstellen. Auch eine eiserne Signalstange der Berlin- Görliger fertiggestellt. Die Sohle der Untergrundbahn tommt neun Meter und werden die durch Ueberschreitung der im Verbandsstatut fest- Eisenbahn wurde aus der Erde gerissen, sogar ein Wärterhaus mit unter der Straßenhöhe und fünf Meter unterhalb der Fundamentlinie gelegten Unterstüßungsfäße erwachsenden Mehrausgaben aus der feinem Infaffen in die Luft gehoben und dann weit auf den Schienen Am schlimmsten zu liegen. Die Ausführung der Arbeiten verursacht jedoch dadurch Lokaltasse gedeckt. 3. Soll der§ 4 des Ortsstatuts folgende Fassung entlang gerollt, wobei der Beamte verlegt wurde. einige Schwierigkeiten, daß der Grundwasserspiegel an dieser Stelle erhalten: Bur Dedung außerordentlicher Ausgaben erhebt die Ver- erging es dem Lokomotivschuppen und dem Bahnhofsgebäude. Der um fünf Meter gesenkt werden muß. Zu diesem Zwecke ist eine waltungsstelle Berlin einen wöchentlichen Extrabeitrag von 10 Bf. große, massive Schuppen für ungefähr 15 Maschinen wurde an der Saugpumpe aufgestellt, welche aus einer großen Zahl angelegter für männliche und 5 Pf. für weibliche Mitglieder. Der Beitrag wird Südwestseite zertrümmert. Das Dach und Gestühl wurde forts Brunnen das Grundwasser aufsaugt. Die Pumpe, die stündlich mit den ordentlichen Wochenbeiträgen erhoben und ist zu diesem gerissen, auch Teile der steinernen Wand eingedrückt. Um nicht ers 50 Rubikmeter Wasser befördert, ist seit acht Tagen in ununterbrochener Zweck eine Einheitsmarte von 50 Pf. für männliche und 20 Pf. für schlagen zu werden, flüchteten die Beamten unter die Lokomotiven. Thätigkeit und hat in dieser Zeit den Grundwasserspiegel um weibliche. Mitglieder eingeführt. Vorstehende Anträge refp. Statut Bom Bahnhofsgebäude selbst wurde ein Teil des Daches und Gebälts 41 Meter herabgebrüdt. Je niedriger der Wasserspiegel liegt, desto änderungen wurden einstimmig gutgeheißen. Zum Schluß er fortgeriffen und fünfzig Meter weit über die Chauffee getragen. Der größte stärker wird der Zufluß aus der Umgebung, und in den nächsten folgten einige Wahlen. Als Beijißer der engeren Ortsverwaltung Auch das Dach der Kirche ist arg beschädigt worden. Tagen wird eine zweite Pumpe, die das gleiche Quantum Wasser wurden gewählt: Menz und Korittowsti, und in die Gau- Teil der Ernte ist vernichtet. Glüdlicherweise sind Menschenleben befördert, in Thätigkeit gelangen. Sobald die Niederdrückung des leitung des aus 18 Verwaltungsstellen der Umgegend von Berlin nicht zu beklagen. Wasserspiegels um 5 Meter bewirkt ist, voraussichtlich Mitte nächster neugebildeten dritten Agitationsbezirks, außer dem als Gauleiter Eine durchgegangene Dampfwalze. Auf der Straße von Beufen Woche, wird der Bau des Bahntunnels zur Ausführung kommen. fungierenden Bevollmächtigten Cohen, die Verwaltungsmitglieder nach Tetschen befand sich dieser Tage eine 15 Tonnen schwere DampfDie Seitenmauern desselben werden ganz besonders start gebaut Plath, Lubatsch, ushik und Brach wiz. straßenwalze mit Geräte und Sprigwagen. Die Maschine, von den werden, da sie die Grundlage für die Fundamente des HinterDie Kutscher und Arbeiter der Berliner Mörtelwerke waren am Führer Dinnebier und einem Heizer begleitet, tam abends in Birligt, gebäudes des oben erwähnten Warenhauses bilden werden. 7. Juli im Charlottenburger Volkshause versammelt. Gebert schilderte eine halbe Stunde vor Tetschen, an, und man wollte im Gasthause Wegen eines schweren Verbrechens wurde am Mittwochnachmittag die Zustände in diesem Betriebe. Nicht mur daß die Löhne recht zur Aussicht" übernachten, um am andern Morgen zum Bahnhof der Reinickendorferstraße wohnende Arbeiter Hahn festgenommen. niedrig sind, es herrscht auch eine so lange Arbeitszeit, daß schon zu fahren. Die Straße fällt hier ziemlich steil ab. Der Führer Er hatte sich an seiner Sjährigen Stieftochter vergangen. Das Kind im Interesse der Deffentlichkeit hier Wandel geschaffen werden muß. wollte die Maschine noch etwas auf die Seite der Straße leiten, wurde in das Paul Gerhardtstift eingeliefert, von wo die Anzeige Laut Arbeitsordnung besteht eine Arbeitszeit von morgens 6 Uhr damit Raum für durchfahrende Fuhriverte vorhanden sei. Er hatte über den Befind bei der Polizei erfolgte. bis abends 6 Uhr, aber dieſes ſteht nur auf dem Papier. Früh um dabei das Unglück, die Herrschaft über den stoloß zu verlieren. Mit Schwer verletzt wurde eine Greisin beim Abspringen von einem 5 Uhr müssen alle Kutscher im Stall sein und abends, wenn dann Schrecken sahen die Wirtsleute und Gäste, wie sich die Dampfwalze fahrenden Straßenbahnwagen. Die 73 Jahre alte Rentiere Fräulein noch ein Kutscher eine Fuhre nach Wilmersdorf oder Friedenau infolge ihrer Schwere auf dem abschüssigen Terrain in rasche Be Schwarzer, in der Lausigerstr. 16 wohnhaft, benuzte gestern abend bekommt, was sehr oft passiert, kann er von Glück sagen, wenn er um wegung setzte, die sich in wenigen Minuten in einen automobil den Motorwagen 2368 der Straßenbahnlinie 12( Plößensee- Görlizer 10 Uhr oder 1/211 Uhr zurück ist. Der Redner schilderte hierauf die in artigen rasenden Lauf verwandelte. Mit donnerndem Getöse schoß Bahnhof) und wollte diesen an der Ede der Wiener- und Laufiger- Nr. 153 des„ Borw." mitgeteilte Maßregelung des Kutschers Hagen. die Maschine mit dem Führer und der angehängte Wagen mit dem straße an der Haltestelle verlassen. Der Schaffner hatte bereits das Die Versammlung richtet an alle organisierten Arbeiter, besonders zweiten Manne die steile Straße hinab, wobei der Erdboden bebte. Haltefignal gegeben und der Fahrer hatte den Wagen angebremst, aber an alle Bauarbeiter und-Handwerker die Bitte, alle dem Ver- Die beiden Männer hielt man für verloren. Zum Glück hatte der als Fräulein Sch. trotz der Warnung des Schaffners etwa 5 Meter band noch fernstehenden Kollegen an ihre Organisationspflicht zu Maschinenführer die Geistesgegenwart nicht ganz verloren und er vor der Haltestelle vom Wagen absprang. Sie stürzte, erlitt einen erinnern. Vom Sonntag, 12. Juli, an find alle Kutscher und faßte den Entschluß, um größeres Unglüd zu verhüten, die Maschine Schädelbruch und mußte nach dem Krankenhause am Urban gebracht Arbeiter, welche sich der Organisation angeschlossen haben, mit womöglich zur Seite in den Straßengraben zu lenken. Mit großer Legitimationstarten versehen und dieselben jederzeit bereit, sich auf Anstrengung steuerte er zur Seite und mit ungeheurer Gewalt Erhängt hat sich gestern morgen der 40 Jahre alte Arbeiter den Bauten zu legitimieren. Nachstehende Resolution wurde ein- bohrte sich die Maschine im Straßengraben tief ins Erdreich ein. Franz Bieda aus der Landsberger Allee 52 auf dem Kohlenplatz stimmig angenommen: Die Versammlung erblidt in der Entlassung Mit dem Vorderteil stieß sie an einen starken Apfelbaum, halb umgelegt wurde; dabei löste sich der vordere Landsberger Allee 100. Dort befindet sich ein Schuppen im Bau. des Kollegen Hagen einen unerhörten Alt der Unternehmerwillkür der Ueber die Mauer dieses Schuppens legte er quer einen Balten und und erklärt, dafür Sorge zu tragen, daß auch der letzte Mann in Walzcylinder vom Rumpf der Maschine, wobei ein 15 Centimeter an diesem erhängte er sich. Als er um 6 Uhr aufgefunden wurde, die Organisation, den Centralverband der Handels-, Transport- und starter Bolzen, der den Walzcylinder mit dem Körper der Maschine vorn verbindet und beweglich ist, zerbrochen wurde. Ein starker war er schon tot. Die That scheint einen plöglichen Einfall eines Verkehrsarbeiter eintritt. geistig nicht gesunden Mannes darzustellen. Pflaumbaum wurde zerbrochen, ein Birnbaum beschädigt. beiden Männer, welche die grausige Fahrt mitmachten, blieben ohne Schaden und sind mit der Aufregung und dem Schrecken davon gekommen. werden. Verein ehem. Belziger. Sonnabend, den 11. Juli, abends 84, Uhr, Sigung und Recitationen in den Königssälen, Neue Königstr. 26. Sonntag, den 12. Juli, nachmittags 3 Uhr, Besichtigung des Arbeiterwohlfahrts Museums unter Leitung des Herrn Dr. Kayserling, Charlottenburg, Frauenhoferstraße 11. Buchbinder Männerchor", Fürstenhof, Köpnider. ind Die Lemberg, 9. Juli. Gestern wütete hier ein furchtbarer Drkan, welcher enormen Schaden anrichtete. Zahlreiche Dächer wurden abgebedt und eine große Anzahl von Personen durch herabstürzende Ziegelsteine erheblich verwundet. Auch ein Leitungsdraht der elektrifchen Straßenbahn wurde zerstört, wobei 2 Personen erhebliche Brandwunden erlitten. Wetter- Prognose für Freitag, den 10. Juli 1903. Ein wenig wärmer, vorherrschend wolkig bei mäßigen nordwestlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge.serie took Im Grunewald erschossen hat sich nahe am Bahnhof ein etwa 30 Jahre alter Mann, dessen Person bisher nicht festgestellt werden fonnte. Er hat rötliche Haare und Augenbrauen, einen kleinen rötlichen Schnurrbart, eine hohe Stirn, starte Nafe, ein rundes Gesicht und ist kräftig gebaut. Seine Kleider bestehen aus einem schwarzen hot to Sihung haben Freitag: Jackett- Anzug, grauem Ueberzieher, blauen Strümpfen, Manschetten und Vorhemd, einer hellen weißpunktierten Krawatte, Schnürstiefeln Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be und einem grauen Hemd. Ferner wurde vor Zelt I aus der nutzung für jedermann, Alexandrinenstr. 26. Gartenhaus. Geöffnet Sprce gelandet ein etwa 45jähriger Mann mit blondem Haar und werktäglich von 5, bis 10 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen von 9 bis 1 Schnurrbart und einer stark behaarten Brust. Seine Augen sind und 3 bis 6 Uhr. Reichhaltige Bibliothek und 430 Zeitungen und Zeitschriften blau. Er trug einen schwarzen Jackett- Anzug, braune Strümpfe und jeder Art und Richtung. Arbeiter Säugerbund Berlins und der Umgegend. Erster Voreinen geflochtenen Hut. Die Leiche eines dritten Mannes wurde fißender: Julius Meyer, Fichtestr. 27. Erster Staffierer: Seikrit, Fidicins heute morgen im Tegeler Forst am Schießplaz und nicht weit von straße 16. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten der Tegeler Chaussee gefunden. Der alte Mann hatte Papiere bei an Gustav Schönthal, Mariannenplay 18. Uebungsstunde abends 9 bis od 160 fich, die auf den Schneider Christian Bröcker, 69 Jahre alt, aus 11 Uhr.„ Kaiserscher Männerchor", Bernau, Schwedterſtr. 23/24.-Nord" Briefkaften der Redaktion. Malchin i. M. gebürtig, lauten. Nach einer Marte aus der Herberge Lieste, Brunnenstr. 41. straße 137/38. Vereinte Sangesbrüder Moabits", Pfarr, Butligstr. 10. Wg., Müllerstraße. Außer den im zweiten Band zweiter Teil zur Heimat in der Auguststraße zu schließen, hat er dort vorher Maiglödchen I", Sachse, Lindowerstr. 26. Gemütlichkeit", tube, Alte Seite 163 des Adreßbuches zu findenden Darlehnskaffen wären noch zu Wohnung gehabt. Jakobstr. 38. Rheingold", Feuersenger, Höchstestr. 4. Männer- Gefang- nennen: Bürger- Rettungs- Institut, Große Präsidentenstr. 7, nachmittags Aus dem Fenster gestürzt hat sich heute morgen 634 Uhr eine verein", Brandenburg a. D., Mengert, Bergstr. 6. Sängertreis", Weißensee, 4-6, und Nikolai- Stiftung, Berliner Rathaus. G. R. 100. Lütgenau unbekannte Frau mit hellblondem Haar. Nicht lange vorher be- Wassermann, König- Chauffee 55..„ Eintracht II", Eberswalde, Restaurant Bur bei der Nachwahl 1895; fonit nie. I. S., Pforzheim. Sie haben Neue Zeit", Schmit, Brunnenstr. 150. Freie Sänger recht; alles fauler Schwindel. Görlitzer Bahnhof. Wir sind leider merkten verschiedene Personen, daß eine etwa 30 Jahre alte Frau Mühle". Starthaus nicht in der Lage, mit einer Adresse dienen zu können; vielleicht erfahren durch die Noßstraße über die Brücke nach der Neuen Roßstraße ging Weißensee", Weißensee, Bum Prälaten, Lehderstraße 122. Sanges. Sie näheres durch die Breslauer Volfswacht", Breslau, Neue Graupenund das Eckhaus Wallstraße 80/81 zu betreten versuchte. Die Thür Summerscher Männerchor", Schulz, Blumenstraße 38. Gesangverein der Buzer", straße 6. blüten", Herzog, Marfiliusstraße 8. R. B., Dreyfestr. Vor einigen Jahren ließ der Befizer des. war aber verschlossen und die Frau betrat nun das Haus durch Grosser, Dirksenstr. 39." Rosalia", Blaen, Königsbergerstr. 34. Sänger- felben den Verkehr, fo weiter fich nicht auf öffentliche den zweiten Eingang Neue Roßstraße 11. Sie erstieg das vierte hort", Stralauer Allee 17. - S. m. 120. Borar", Krüger, Naunynstr. 6, reier Bege bezicht, sperren. 5. D. 76. Nein. Stockwert und stürzte sich durch das Flurfenster auf den Hof hinab. Männerchor Nordwest", Better, Bredowftr. 11. Freiheit Moabit", Fischer, Selbständige Bataillone, wie Jäger- Bataillone usw., haben eigne Musif. Hier blieb sie mit zerschmettertem Schädel und gebrochenen Gliedern Waldstr. 8.„ Liebesfreundschaft", Baumschulenweg, Wenzel, Stöpnider Ausnahmsweise trifft dies auch bei solchen, welche einem Regimentssverband " Freiheit Nord", Wils, Schulstr. 76. Sangesluft III", angehören, zu; in welchem Umfange. tönnen wir nicht feststellen. Scholz, tot liegen und wurde später nach dem Schauhause abgeholt. Ein Landstraße. Natur. Bir Einigkeit II", Reinickendorf( West), Fichteftraße. Internationale Ausstellung Paris 1900. Merkmal am Hals deutet an, daß sie sich vorher zu erhängen versucht Tempelhof, Adel, Germaniastr. 2. Solidarität II", Botsdam, Bw. Glaser, Kaiser find wohl bestrebt, die geistige Größe der betreffenden zu erforschen, ihre A. M. 28. Uns nicht be Hat. Bekleidet war sie mit weißen Schuhen und einem weißen Bethwell, Wittestr. 22. Wilhelmstr. 38. Geselligkeit II", Hennigsdorf, Böhmer, Hauptstraße. förperliche Größe interessiert uns weniger. Kleid, so daß sie zweifellos die Nacht hindurch getanzt hat und vom Lorbeerfranz", Spät, Beinstr. 28.- Rigdorfer Männerchor I", Rigdorf, Klemte tannt. Votum. 1. Nein. 2. Ein solches Verzeichnis ist bis jetzt nicht Ballsaal in den Tod gegangen ist. Man fand auch bei ihr Bergstr. 137( Deutsches Wirtshaus)." Frohsinn II" Adlershof, Rohde, publiziert, vielleicht durch die Bertrauensleute der einzelnen Streise erSalm, einen Haus- und einen Korridorschlüssel. Die Wäsche trägt das Freiheit III", Neu- Weißenfee, Stegemann, hältlich. 3. Ja, Zeitschrift des preußisch- statistischen Bureaus. Genossenschafts- Wirtshaus. Zeichen E. P. Langhansstr. 136. Morgenrot I", Rummelsburg, Müller, Türschmidt- und Brunnenstraße. Quittung genügt. Bitte wiederholen Sie die Frage. 30 000 ned duping midi " B 17 3 B. R., Schriftfeher. 1. Berliner Handwerkerschule, Fachklaffe für Buch-| Zu einer Biederholung der bereits im Juni Ihnen erteilten Antwort liegt| Rücktritt. Keineswegs fann in Ihrem Falle Ihr Verlobter Geld an Stelle bruder, Lindenstr. 97. K. B. 200. 1. Nächstens im juristischen Teil. feine Veranlassung vor. 28. Sch. 900. 1. und 2. Nein. 3. Ja. der Uhr verlangen. F. S. Die Erbschaftssteuer ist zu zahlen. Lohn 2. Rüderstraße 6E. 8. St. W. 5. 104. Nein; es St. Hamburger Echo", Fehlandstraße 11. amburger Edo M. N. 47. Bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres bedürfen eheliche abzug, wegen Erbschaftssteuer ist unzulässig. K. B. 200. Die Novelle Kinder der Einwilligung des Baters, uneheliche der Einwilligung der Mutter zur müffen mindestens 200 Marken geklebt sein. Juriftifcher Teil. Eheschließung. Eine weibliche Person darf nicht vor Vollendung des 16. Lebens zum Krankenversicherungs Gesetz tritt erst mit dem 1. Januar in Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends jahres eine Ehe eingehen, doch kann ihr Befreiung von dieser Borschrift Straft. Ihre Rechte ergeben sich aus dem Statut Jhrer Kaffe. von 7 bis 9/2 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. bewilligt werden. Männliche Versonen müssen volljährig( also 21 Jahre) S. 1863. 1. Jhre Tochter soll schleunigst gegen den Strafbefehl Wider 100. Ihr Sohn ist nach Ihrer Darlegung als Nachersaz ausgehoben. oder für volljährig erklärt sein( also mindestens 18 Jahre alt sein), um eine spruch erheben. Die Rechtslage ist für Ihre Tochter freilich ungünstig. Bas Er kann jederzeit einberufen werden. Ihrer Reklamation ist nicht statt- Ghe eingehen zu können. Wird die elterliche Einwilligung einem für voll- das Rüdfehrmandat anlangt, so ist nach herrschender Rechtspraxis die Polizei gegeben. O. 2. 27. 1. Die Frage ist streitig; legen Sie Beschwerde jährig erklärten Kinde verweigert, so kann das Kind Ergänzung der Ein- berechtigt, die Rückkehr des Gesindes durch Beschl zu erzwingen. Das ein. 2. Lohn ift zu zahlen. Zuständig ist das Berliner Gewerbegericht, willigung beim Vormundschaftsgericht beantragen. Sonst giebt es kein Gesinde thut in der Regel gut, diesem Befehle, dem durch Geldbuße und weil nach§ 27 sowohl das Gewerbegericht zuständig ist, in dessen Bezirk die Mittel gegen Verweigerung der Einwilligung als abwarten. W. K., polizeilichen Zwang Nachdruck gegeben werden könnte, Folge zu leisten und ftreitige Verpflichtung zu erfüllen ist, wie das, in dessen Bezirk sich die ge- Schriftieker, F. N. 100, W. V. Nein. Anna 100. 1. Berhält fofort wieder den Dienst zu verlassen. Cine a ber werbliche Niederlassung befindet, wie endlich das, in dem beide Parteien sich die Sache, wie Sie angeben, so haben Sie das Recht, Zurüderstattung malige Zurüdführung ist auch nach Ansicht des Ober- Verwaltungsgerichts ihren Wohnfit haben. A. 3. 12. Der Prozeß geht weiter. Die Be- zu verlangen und können sich mit Erfolg, beschweren, weil die Klage unzulässig. In Ihrem Falle braucht Ihre Tochter jest nicht mehr zurüdtreffende sollte Bewilligung des Armenrechtes auch für die zweite Instanz verjährt sein würde. 2. Wenden Sie sich direkt an ein Krankenhaus. zukehren, da der Vertrag nunmehr sein Ende erreicht hat. In dem Straj beantragen. 386. Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten F. Sch. Zur Versicherung von Scheiben ist niemand 3 ist zu dem Antrag auf richterliche der Wirt verpflichtet, sichtlich Ihre Tochter unterliegen. Befehbuch können Sie in jeder öffentlichen Bibliothek einsehen. falls nicht diese Verpflichtung durch den Mieter Entscheidung aber zu raten, damit das Verhalten des praktischen Arztes M. N. Es tann jeder Betrag vereinbart werden. 2. 9. 3. Jawohl. tontrattlich übernommen ist. Diese Uebernahme bildet in durch die öffentliche Verhandlung allgemeiner bekannt wird. 2. Beantragen G. W. Die Vollstreďung einer auf Festungs- oder Gefängnisstrafe bis Berlin, die Regel. W. K. 34. Jit im Vertrage nichts Bestimmtes ver- Sie unter Klarstellung des Sachverhalts bei der Staatsanwaltschaft Bezu 2 Jahren erkannten Strafe verfährt mit Ablauf von 5 Jahren feit der einbart, io iſt der Micier verpflichtet, zu angemeffeuer Zeit die Wohnung ftrafung des erat der Rechtstraft des Urteils. Jede gegen den Thäter wegen der Strafthat ge- durch Mietsluftige besichtigen zu lassen. Als angemessen wird in Berlin die Tochter wie wegen der rechtswidrigen Abzüge. Es darf der Arbeitgeber nur richtete Handlung des Richters unterbricht die Verjährung. R. 100. Zeit von 9-5 erachtet. Im Streitfall entscheidet das Gericht. Der Mieter die auf zwei Lohnperioden( in Ihrem Falle also auf 12 Jahr) entfallenden 1. Die Kosten hat der unterliegende Teil zu tragen. Kläger hat aber Vor- muß die Besichtigung ermöglichen, also eventuell dem Wirt die Schlüffel Klebemarkenbeiträge vom Lohn abziehen. Zuwiderhandlungen hiergegen fchuß zu leisten. Das persönliche Erscheinen beider Parteien fann in Be- übergeben. 2. M. 666. 1. Ja. 2. Nein. 2. F. 46. Rein. find strafbar, wenn sie in rechtswidriger Absicht vorgenommen find. Außer verlangt werden. 2. thun gut, die Schriften 780. Wird ein Verlöbnis durch llebereinkommen aufgehoben, dem fönnen Sie den infolge zu hoher Abzüge nicht gezahlten Teil des Raffalle, Engels, Ram, die Geſchichte des Socialismus und die in ber to faim jeber Verlobte von dem andern die Herausgabe feiner Berloonis: Zohnes cintflagen. Mit Ihre Tochter über 21 Jahre alt, jo muth Sie berr Internationalen Bibliothek( Berlag Diet) und in der socialdemokratischen zeichen( 3. B. Ringe, Photographien) und seiner Geschenke verlangen. Jit Strafantrag wegen Beleidigung, felbft ftellen. Wegen der Bibliothel erschienenen Bücher zu studieren und geschichtliche, philosophische das Geschenk nicht mehr vorhanden, jo tann man feinen Ersatz dafür ver- muß innerhalb drei Monaten, nachdem der Strafantragsberechtigte und nationalökonomische Vorlesungen zu belegen. Zwei Streitende. langen. Der Anspruch auf Rüdforderung verjährt in 2 Jahren seit dem von demselben Kenntnis erhalten hat Strafantrag gestellt werden. verstößt, ist nach§ 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches nichtig. Das Bürgerliche Ersaß der durch Zufall zerbrochenen Scheiben ist der erpflichtet. Zum verfahren wegen Berlassens des Dienstes ohne Grund wird zwar vorauss für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Die Expedition. Inserate Inferate bitten wie vorher auzumelden Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 10. Juli. Anfang 7, Uhr: Neues Operntheater. Die Fleder maus. eften. 100 000 Thaler. Central. Bid und Bodet. Anfang 8 Uhr: Berliner. Cavalleria rusticana. Thalia. Das Alter. Kleines. Nachtasyl. 00 Belle- Alliance. Die Böhmin, oder: Jtta. Die B Carl Weiß. Das Geheimnis des roter: Hauses. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitätent. Wintergarten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Stettiner Sänger. Baffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspige zum Waz mann. Juvalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Kleines Theater, Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Zum 52. Male: Das Geheimnis des roten Hauses. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr, Parkett 60 ẞf.: Othello, der Mohr von Venedig. Im Garten: Konzert, Theater und neues Specialitäten- Brogramm. 5 Uhr. Apollo- Theater. Third Täglich: Die Liebes- Insel. Neue Bilder- Serie. Der Kosmograph: George Osranis Burleske- Pantomime ( Der arme Onkel u. Yvette). Urania WINTER CART Schweizer- Garten Deutscher Holzarbeiter- Verband. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Castans Panoptikum Friedrichstr. 165. König von Serbien New! Peter I. Neu! König Alexander. Königin Draga. Spruntzelli, das anatom. Rätsel, kürzlich unters. von Prof. R. Virchow. Promenaden- Konzert. Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Carla Lingen in ihrem Repertoire. Oskar Saldów, Humorist. Erna Koschel. Josefine Deleliseur. Ganz Berlin zerbricht sich schon den fünften Monat den Kopf über AGA! die schwebende Jungfrau! 14 erstklassige Nummern. Z COLOCISCHER CARTEN Heute n. folgende Tage ab 5 Uhr nachm. Doppel- Konzert Entree 1 Mk., ab 6 Uhr abends 50 Pf, Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Prater- Cheater Kaftanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Freitag, den 10. Juli: Benefiz für die Kapellmeifter Mich. Mahnecke u. Rud. Kersten. Das Bild der Mutter Metropol- Theater. Das Bild Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 180. Male: Boltsstüd mit Gefang und Tanz in 3 Aften von A. Seelen u. D. Richter. Konzert und Ball. Außerdem das neue Juli- Attraktions- Programm. Affenstreiche große Pantomime der Gelin- Truppe. and Anf. 4 Uhr. Eintr. 30 Pf., num. Pl. 5031. Neuestes! Emoi Her Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzendes Ballett. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Reichshallen. Stettiner Sänger Ueberwältig. Erfolg: In der Klemme! Humoreske von Mehsel. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Fröbels Allerlei-Theater früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute, sowie täglich: Grosser Familien- Spielabend des völlig neuen Riesen- Juli- Spielplans. Hugo Schulz X Fredoff The Firms X Hübele- Truppe Noffee X Leocardis. Um 8 Uhr: Das bis jetzt unerreicht daftehende Gesangs- Boltsstüc Licht und Schatten mit Arthur Winkler vom ThaliaTheater als Gast. 3m Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. 8 765 Letzte Vorführungen des glänzenden Juliprogramms Schluss der Saison 15. Juli 1903. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang: Sonntags Konz. 5 Uhr, Vorstell. 7 Uhr. Wochentags: l Konz. 6 Uhr, Borstell. 8 Uhr. am Königsthor, am Friedrichshain. Täglich: Theater und Artisten- Vorstellung, Ball and Boltsbeiuftigungen. Anf. 5 Uhr. 30 Zum erstenmal in Berlin: Die lebende Mühle. Sensationsgymnaſtik der Familie Abends Die neue Firma Ausstattungspoffe m. Gef. in 2 Bildern. Szemanovicz. 10 ihr: Diez' Specialitaten- Theater Zahlstelle Berlin. Heute, Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Sitzung der Ortsverwaltung. Sonntag, 12. Juli, voru. 9 Uhr, im Gewerlſchaftshauſe, Engel- Ufer 15: Branchen- Versammlung der Bautischler. 2Tages- Ordnung: Bericht des Obmannes. Diskussion. Die Ortsverwaltung. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! o Einsetzer! Achtung! Sonntag, den 12. Juli, vormittags 10 Uhr, finden in den bekannten Lokalen die Bezirks- Sigungen statt. Die Billets zur Dampferpartie werden dort ausgegeben. Helbrok Montagabend: Kommissions- Sitzung. 84/11 76-77 ( Mingbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das unerreichte Riesen- Juli- Programm! Gebr. Bellong. Senard& Berend. Mstr. Tertois. Elsa& Paul. Jescheck. Duskes Bioskop 2c. 2c. Sonnabend, Sonntag u. Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. W. Noacks Theater. Sonnt., Mont. u. Donnerst. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. nach der Soiree: Tanz. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Drchesters des Signor Vincenzo Ferrara.to Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Zäglich: Grosses Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. ,, Berlin oche: Stelzen". Sascha, der preisgekrönte Haar- Athlet. Anjang 4 Uhr. Königstadt- Kasino. Solamartist. 72, Ede Alexanderftr. Tägl. Jm herrl. Garten: Tägl Grossart. Programm. Elly Deliasey, Eugen Milardo, Mac Harry Trio, Miss Bella Field, Lola u. Paulo Delboe, Rud. Schaup. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. 8 Uhr: Titus Feuerfuchs Die Kommission. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Am Sonnabend, den 11. Juli 1903, macht die Eisenmöbel- Fabrit von Schulz, Hasenheide 9, eine gro Dampferpartie. Abfahrt früh 7, Uhr von der Jannowizbrüde( Schultheiß- Ausschant. Die Fahrt geht nach Ziegenhals- Nieder- Lehme. Bir möchten Herrn Schulz ersuchen, aus Gründen, die Klar auf der Hand liegen, zwei Dampfer zu nehmen. Die Ortsverwaltung. 118/15 Verband der Bauanschläger Deutschlands. 107 U 21-8 07 Ortsgruppe Berlin. der Mann mit den 4 Köpfen. Sonntag, den 12. Juli, vormittags 10 Uhr, Neue Friedrichstraße 20, Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Borstellung Uhr. Bei schlechtem Wetter: Vorstellung im Saale. 35/14 bei Koch: Versammlung. Tagesordnung: 1. Organisationsfrage. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Ostbahn- Park. Tischler- Verein zu Berlin. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Sonnabend, den 11. Juli, abends 81, Uhr, Melchiorstr. 15: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht vom 2. Quartal. 2. Bericht der Bibliothekare. 3. Wahl eines Bibliothekars. 4. Vereinsangelegenheiten. [ 199/2] Das Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. 1191 Achtung! Fahrstuhlarbeiter. Achtung! Sonntag, den 12. Juli 1903, vormittags 10 Uhr, im Lokal vou 0. Bauer, Krautstraße 6: Gossmanns Konzert- Garten Mitglieder- Versammlung. SW., Kreuzbergstr. 48. Freitags: Norddeutsche Sänger. Montags: Hamburger Sänger. Bei ungünstiger Witter. i. Saale. Nachher: Kränzchen. Schloss Weissensee. 610 Zum Sternecker", Jnhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. 3m Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeetiche. Boltsbelustigungen aller Art. Westend- Charlottenburg. Zur Noßtrappe", Spandauer Berg. 20212* Zweites Restaurant von der Kastanien- Allee. Haltestelle der Straßenbahn. Angenehme Familien- Unterhaltung und Tanz. Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Es labet ergebenst ein Karl Klabunde. apital Tagesordnung: 39/1 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Berbands. angelegenheiten. Gäste haben Zutritt. 1500 od naderly Zahlreichen Besuch erwartet Der Vertrauensmann. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite: Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Segelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Bergschloss- Restaurant Waidmannslust. onde Schönstes Lokal an der Nordbahn. Wron 5000 Personen fassend. Allen Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. 13242* Ferdinand Mülle. Socialdemokratifcher Wahlverein. von nachmittags 4 Uhr ab: Meiningerstrasse No. 8. Sonntag, den 12. Juli 1903 13. Stiftungs- Fest in den Obstischen Lokalitäten, Konzert. Gesangsvorträge. Reigenfahren. Kinderfackelzug. Festrede, gehalten von Fritz Zubeil. Entree 20 Pf. Tanz 50 Pf. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. [ 15/11] POCT 2 Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein เปล่า Der Vorstand. Todes- Anzeige. Kranken- Unterstützungs- und Rixdorf. Am Donnerstag, den 9. Sul, Begräbniskasse der Lederzurichter früh 5 Uhr, verschied sanst nach furzem, schwerem Leiden unser innigftgeliebter Bater, Schwiegerund Großvater, der Gürtler Robert Zöllner im 84. Lebensjahre. 24876 Im Namen der Hinterbliebenen Geschwister Zöllner, Landsberger Allee 147. Die Beerdigung findet am Sonn abend, den 11. b. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der LeichenBerlins.( E.. Nr. 50.)[ 24796 Sonntag, den 19. Jnli, vormittags 10%, Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Parteigenossen! Die Spedition und Buchhandlung ist vormittags von 9-11 und nachGeneral- Versammlung. mittags bon 1-4 Uhr geschloffen. Tages- Ordnung: Abends erfolgt der Ladenschluß 1. Abrechnung vom 1. und 2.Quartal 1903. 2. Abänderung des§ 8 des 20602* Statuts gemäß den neuen Bestim mungen der KrankenversicherungsNovelle von 1903. Geschäftliches. Der Vorstand. J. A.: Gust. Busse. halle des alten Lutsen Kirchhofs, Mieter- u. Bauverein„ Selbsthilfe" Bergmannstr. 48/50, aus statt. Invaliden- Unterstützungskasse d.Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 8. Juli verstorbenen Steinbruders Julius Metzenthin findet am Sonntag, den 12. Juli, nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle der Elisabeth- Ge meinde( Gesundbrunnen), PrinzenAllee aus statt. 24936 Das Komitee. Bauverein ,, Selbsthülfe“ zu Berlin. Eingetragene Genossenschaft mit be fchränkter Haftpflicht in Liquidation. Die Genossenschaft ist durch Beschluß der Generalversammlung vom 31. März aufgefordert, fich bei der Genossen1903 aufgelöst. Die Gläubiger werden schaft zu melden. 127/ 19* Die Liquidatoren: Richard Rehbein, Wilhelm Röder, Wilhelm Brand. 99 Konsum- Verein Weissensee". Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Liquidation. Die Generalversammlungen vom 16. und 25. September 1902 haben zwecks Anschlusses an die Konsum- Genossen schaft Berlin und Umgegend" einftimmig die Liquidation unfres Vereins Schmidts Zahn- Institut been Moritzplatz, Haus Café Aschinger. Amerik. Zähne v. 2 M. an, schmerzloses Bahnziehen, Plombieren. Mitgliedern v. Gewerkschaften u. Wahlbereinen 10 Broz. Rabatt. aus einem Stück mit Goldtasche ff. Kalbleder Mk. 1,45. Album und Lederwaren- Fabrik Oskar Gundau, Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstrasse. Gr. Lager aller Arten Lederwaren u. Schmucksachen zu bill. Preisen. Kopfläusenebst Brut ver Unschädlich. Erfolg überraschend. schwinden sofort d In Drogerien 50 Pfg P Puffi" Auf Grund des§ 82 des Ge nossenschaftsgesetzes fordern wir alle diejenigen, welche Ansprüche an obengenannte Genossenschaft zu stellen haben, auf, solche in unfver Geschäftsstelle, Neu- Weißensee, Friedrichstr. 12, unverzüglich geltend zu machen. Die Liquidatoren: 128/1 Hermann Nerlich. Karl Langner. Wilhelm Schütz. Für den Aufsichtsrat: Fritz Huhn. Honig! Unverfälscht. Deutscher Bienenhonig, beft. Qualit. berf. die 10 Pfunddofe zu 7,00 m., 5 Bfd. 4,30 M. franco. Garant. Rücknahme. Augustsehn, E. Reil, guitjen, Oldenbg. Nordloh, Bahnhof Künftl. Zähne, tadellose Ausführung bon 3 M. an, Plomben von 2 M. an. um 8 Uhr. Die Spedition. Vorwärts- Buchhandlung SW., Lindenstrasse 69. Unentbehrlich für Ausflügler! 16 Specialkarten der näheren Umgebung Berlins. Bernau- Biefenthal, Lanke, LiepnisGrunewald und westliche Bororte Berlins. und Wandlik- Sce 1,00 M. Buckow am Schermüßel- See( Martische Schweiz) nebst Führer 0,75 M. Cöpenick Friedrichshagen, Woltersdorf Ertner- Schmödwizz- Kōnigswusterhausen- Mittenwalde 0,75 M. Eberswalde, Fretenwalde- Oberberg 1,25 M. Eberswalde, Jagdschloß Hubertusstock, Kloster Chorin 1,00 M. Freienwalde und nächste Umgebung nebst Führer 1,00 M. Freienwalde, Briezen, Oderberg 1,00 M. 1,00 M. 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