Nr. 116. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisitfis für 1892 unter Nr. 6659. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Grpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. fern sprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 19. Mai 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Eine Finangkomödie. 20 Jahren bewerkstelligt hat, erscheint demnach als mit folgenden Abänderungen angenommen: In§ 1, der V " ein Fortschritt. Und warum soll Desterreich nicht bestimmt, daß, wo Steuerlisten öffentlich ausgelegt werden, zur Abwechselung das fast 100 Jahre alte das Recht der Einsichtnahme auf die Befugniß, von der In Geldsachen hört zwar, nach dem geflügelten Wort einmal Hansemann's, die Gemüthlichkeit auf, aber wie uns jetzt Wort des Franzosen Rivarol: Desterreich ist immer eigenen Veranlagung Kenntniß zu nehmen, beschränkt sei, um um eine Idee und Desterreich zeigt, doch nicht der Humor. Unter dem um ein Jahrzehnt, eine wurde auf Antrag des Abg. Herold( 3.) hinter eigenen Titel: Valuta Regulirung in Desterreich- Armee zurück", zu Schanden, und einen wirklichen Fort Veranlagung" eingefügt:„ und derjenigen, welche hierzu Ungarn wird seit einigen Tagen vor den Kammern in schritt machen? Also fragten sich die Staatsmänner Defter Vollmacht ertheilt haben"." Ferner wurde auf Antrag des Wien und in Pest eine Finanzkomödie aufgeführt, die schon reich- Ungarns, und haben als Antwort der staunenden Welt Abg. von Eynern( natl.) folgender neuer§ 3 beschlossen: eher als Posse bezeichnet werden könnte. Unser Ver- die neueste Finanzkomödie geboten: Die Silber- Steuerzettel müssen den Steuerpflichtigen persönlich überbündeter" Desterreich leidet bekanntlich an chronischer währung wird durch die Goldwährung ergeben oder verschlossen zugestellt werden." Schließlich wurde Finanznoth; von einigen Staats- Bankrottchen abgesehen- sett! Schwindelnde Reform! Schwindelreform! An auf Antrag des Abg. Hansen( freilons.) dem Geseze noch die vorläufig der Vergangenheit angehören hat der Stelle der Silberwährung ohne Silber die Gold währung folgender§ 4 angefügt: Behörden, welche von den Er österreichische Staat seit unvordenklicher Zeit die Baar- ohne Gold. An Stelle des silbernen Nirchen" das gebnissen der Einkommensteuer- Veranlagung Kenntniß erzahlungen eingestellt; es wird in Papier gezahlt- Papier goldene Nautchen". Und da sagt man noch, der Humor halten, dürfen von dieser lediglich zu amtlichen Zweden Gebrauch machen." Der Finanzminister Dr. Miquel erklärte ist billig. Und sintemalen das Papier eben Papier ist, gilt sei ausgestorben? es nicht so viel als das schwerer zu beschaffende Silber, Und um ihrem Witz die Krone aufzusetzen, haben die sich mit diesen Rusäßen einverstanden. Zum Berichterstatter und wer in Desterreich Papier gegen Silber umwechseln österreichisch ungarischen Finanzkomödianten es obendrein ist Abg. Dlzem( natl.) bestellt worden. will, muß weit mehr nominellen, d. h. aufs Papier ge- nicht der Mühe werth gehalten, einen Termin anzugeben, druckten Werth dafür geben, als der nominelle, d. 5. der aufs von wann an der Besitzer des Papiergeldes in den Besitz Gilber geprägte Werth des Silbers beträgt. Das nennt von Gold in gleichem nominellen Werth gelangen kann. man die schlechte österreichisch- ungarische Valuta Das Lichtenberg'sche Messer ohne Stil und Klinge ist um denn Valuta heißt nichts anderes als Geldwerth, Geld- hundert Kopflängen geschlagen. Freilich, die armen Tantawährung. Und diese schlechte Valuta soll jetzt regulirt" luffe, die mit ihrem Papiergeld in der Hand nach dem und verbessert" werden; das ist der Zweck der Finanz- Golde der Goldwährung ausschauen, welche die österreichischkomödie, welche sich nun abspielt. ungarischen Finanzkomödianten ihnen vor der Nase herum tanzen lassen, tönnen, während sie geduldig auf den St. Nimmerleinstag warten, wenigstens nicht sagen: fie seien getäuscht worden. Blos genasführt. Reichstags- Nachwahl in Aussicht. Der ReichstagsAbgeordnete für Straßburg- Land, Dr. North, soll krankheitshalber sein Mandat niedergelegt haben. Dr. North ge hört der nationalliberalen Partei an und erhielt bei der 1890er Wahl 10 477 Stimmen, während für unsere Partei im Wege der Zähltandidatur 91 und für den Kandidaten der Reichspartei 158 Stimmen abgegeben wurden. Nach prosaischem, nüchternem Verstand könnte man Es wird fortgeschoffen. Im Finanzausschuß der denken, die österreichisch- ungarische Regierung würde die Urbayerischen Abgeordnetenkammer fragte vorgestern der Refefache der schlechten Baluta, die in dem zu Biel von Papier und dem zu Wenig von Metallgeld ihren Grund hat, Nach der Tragödie kam im alten Griechenland rent, ob nicht eine Aenderung der Vorschriften über Anwendung von Schußwaffen seitens der Posten erfolge. Kriegs dadurch zu beseitigen suchen, daß sie die Fabrikation von bekanntlich das Satyrspiel. Im neuen Desterreich- Ungarn minister v. Safferling erwiderte: Eine Aenderung sei nicht Papiergeld einschränkt und für mehr Edelmetall sorgt, allein fommt nach diesem Satyrspiel die Tragödie wir meinen beabsichtigt. Scharfe Patronen würden an die Posten nur zu so prosaisch- nüchternen Auskunftsmitteln greifen die die tragische Wirklichkeit der völligen finanziellen Zerrüttung in besonderen Fällen abgegeben. Die bestehenden Vorschriften phantafievollen Staatsmänner Desterreich- Ungarns nicht. die Nothwendigkeit, neue Summen flüssig zu machen, feien übrigens in Bayern so, daß eine Beobachtung der Außerdem ist ja der liebe Dreibund da, der mit seinem die dem Nimmersatt Militarismus in den Rachen geworfen selben zu Borkommnissen, wie man sie anderwärts" höre, Militarismus Alles auffrißt, was an Geld- Papier- und werden müssen. Es ist der Todtentanz des Dreibundes. nicht führen könne. Man könne an diesen Vorschriften nichts Metallgeld, ihm ist Alles eins- nur geschafft werden Ein schönes Bild! tann. Wie dem sei, Etwas" soll geschehen. Die öffentDie arme Italia, als Dritte im Bunde der in Mord- ändern, wenn man die Posten nicht gefährden oder lächerlich machen wolle. Abg. Dr. Daller stimmte letterer Bemerkung liche Meinung" fordert es gebieterisch. Und gut" denkt waffen starrenden Heiligen Allianz des Friedens, liegt jappend bei; die Vorfälle anderwärts wären nicht vorgekommen, das österreichisch- ungarische Staatsgenie" gut, sie soll am Boden; die einst glückliche Austria( Felix Austria- es " Etwas" haben!" Und sie hat besagte Finanzkomödie! ist schon lange her) sucht sich den Todtentanz durch eine wenn dort die bayerischen Vorschriften gälten. Aus dieser Antwort des bayerischen Kriegsministers wird Um diese zu verstehen einige Worte. Desterreich hatte luftige Finanzkomödie zu erheitern und die Vortänzerin vielfach der Schluß gezogen, in Bayern sei es in Be bisher auf dem Papier denn Alles, was Desterreich Germania schickt sich in grausamer Selbstironie an, neue zug auf die Instruktionen für Posten viel besser als in dem Gutes hat, ist auf dem Papiere- die Silberwährung; Bentnerlasten auf den schon überlasteten Rücken zu heben. übrigen Deutschland. Das ist jedoch nicht der Fall. Der cine platonische Silberwährung, eine Silberwährung ohne Sie kann nicht schnell genug ans Biel kommen. Unterschied liegt weniger in Sen Vorschriften als in dem Silber. Der Besitzer von Papiergeld hat unter diesem System Geist der Handhabung. Man hat sich dort noch nicht daran die Genugthuung, und bis zu einem gewissen Grade die gegewöhnt, die Erschießung eines unbewaffneten Menschen fetliche Pflicht, auf dem Boden der Silberwährung zu be noch dazu um einer Lappalie willen als eine verdienst rechnen, wie viel sein Papier werth, oder richtiger wie viel liche Handlung zu betrachten. Im Vaterlande Lück's aber es minderwerthig ist. " Politische Leberlicht. ist man weiter in der Kultur, und es wird fortgeschoffen. Berlin, den 18. Mai. Nun ist aber, wie unsere Leser wissen, die Gilber Thenere Zeiten. Die gesteigerten Preise der Lebenswährung selbst, nach dem Urtheil der vornehmsten Finanz autoritäten, den modernen Ansprüchen nicht mehr ent- Aus dem preußischen Landtage. Die Kommission mittel veranlaßten vor einem halben Jahr die sächsische sprechend, während nur die Goldwährung auf der des Hauses der Abgeordneten hat den Gesezentwurf über Regierung, für einen der königlichen Prinzen eine Er Höhe der Zeit steht. Ein Uebergang von der Silberwährung die Geheimhaltung der Ergebnisse der Verhöhung seiner Bezüge zu fordern, die auch von den allzur Goldwährung, wie Deutschland ihn vor über anlagung zur Staats Einkommensteuer zeit getreuen Ständen pflichtschuldig bewilligt ward. Und Feuilleton. Nadbrud verboten.) [ 116 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Nun bitte ich wirklich um Vergebung; es ist wahr, ich mußte mich hinreichend fennen, um zu wissen, daß es meinem Herzen, welches noch immer zu heiß wallt, unmöglich sein würde, falt und gedankenlos neben Ihnen zu schlagen; ich mußte wissen, daß die eine oder andere Erinnerung sich gewaltsam ihre Bahn brechen würde; aber öffnen Sie noch einmal den ganzen Schatz Ihrer Nachsicht und verzeihen Sie mir." „ Es ist verziehen, sobald Sie Ihr Unrecht einsehen." suchen. Ich werde fernerhin solche Begegnungen zu vermeiden " Es wird gewiß für uns Beide besser sein." aufhören, den innigsten Antheil an einem Wesen zu nehmen, das mir so viel Verehrung erweckt hat." " Ich nehme diese Theilnahme als aufrichtig an, kann aber nicht verstehen, wie Sie bei dem großen Herzeleid, das uns betroffen, auch noch von Glück sprechen können." " Ich meinte, Fräulein, das neue Herzensbündniß, das Sie geschlossen?" Mannes annehmen können, der einst in so hohem Grade über ihr Verhältniß zu ihm Argwohn erregte." " Ich habe dem Scheine niemals irgend welche Beachtung geschenkt, ich wüßte auch wirklich nicht, warum ich es thun sollte. Wer mich auch kennen zu lernen sich jemals die Mühe genommen, weiß, wer und wie ich bin, und wer sich diese Mühe nicht nimmt, der mag sich auf seine eigene Ein neues Herzensbündniß? Herr Baron, ich will Verantwortung ein Bild von mir machen, welches ihm bes nicht hoffen, daß Sie irgend einem abgeschmackten Gerüchte liebt. Oder sollte ich vielleicht auf solche leichtsinnige über meine Person Glauben geschenkt haben?" Menschen Rücksicht nehmen? Ich glaube nicht, daß dies meiner würdig wäre." " Wie sollte ich nicht? Da man alle Welt von einer demnächstigen Verbindung zwischen Ihnen und Herrn Findeisen sprechen hört?" " fallen." " Die Welt hat sich stets in müßigen Schwätzereien geUnd somit wäre dieses Gerücht unbegründet?" Ich muß gestehen, Sie verwirren mich förmlich mit der einfachen Größe Ihrer Auseinandersetzungen. Aber jener Findeisen, muß er nicht seine Hoffnungen genährt fühlen durch die Güte und Nachsicht Ihres Benehmens?" „ Er weiß genau, wie ich zu ihm stehe, er kennt meine Gesinnung; er weiß, daß ich ihn nicht lieben werde, aber mein Umgang wirkt heilsam auf sein frantes Gemüth und führt ihn hoffentlich einer baldigen Genesung zu." " Ich sehe immer mehr ein, Herr Baron, wie wenig Mühe Sie sich's haben kosten lassen, mein Wesen richtig zu erkennen. Es giebt unbesonnene und charakterlose Mädchen genug, ich weiß es, denen die Liebe nur ein Spiel oder eine Sie sind in der That ein Engel in Liebe und Güte. Berechnung ist; aber Sie selbst, Herr Baron, sollten stolz genug sein, sich zu sagen, daß Sie kein Mädchen geliebt Ach, Fräulein Elise, wenn ich hoffen dürfte, daß Sie mir haben, welches von einer Liebe zu einer anderen, wie von einftmals vergeben, was ich an Ihnen gefrevelt, wie viel einem Spielzeug zum anderen hüpft. Ich aber tröste mich ruhiger und glücklicher würde ich werden!" " Ihr Glück soll niemals wieder von mir gestört mit dem Gedanken, daß ich Ihnen zu solcher Meinung von Das Mädchen gab hierauf keine Antwort, sondern mir niemals Gelegenheit gab, und überlasse es Ihnen, schritt stumm neben ihrem Begleiter dahin, der angstvoll sich nunmehr mit Ihren Betrachtungen hierüber selbst ab- die Sekunden bis zu der erhofften Aeußerung zählte, welche aber, wie er sich endlich sagen mußte, gänzlich " Sie erschrecken mich, Fräulein, mit diesem Ausruf; zufinden." wäre es möglich, daß Sie auch in diesem neuen Verhält" Es ist eine herbe Zurechtweisung und sie kommt mir ausblieb. " Ich also, ich allein," rief er dann endlich, warte auf niffe das Glück noch nicht gefunden, dessen Sie in so hohem ganz" unerwartet. Denn aufrichtig gestanden, wenn die Grade würdig? Es sollte mich dies- wollen Sie mir es Sachen so sind, wie Sie mir sagen, und sie müssen so sein, solch ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung ver im tiefsten Innern meines Herzens schmerzen, da Sie mir es sagen, dann fasse ich es nicht, wie Sie den geblich? Es ist wahr, ich habe vielleicht am schwersten gebenn, wenn auch getrennt von Ihnen, werde ich doch nie Schein so wenig meiden und die Aufmerksamkeiten eines frevelt; aber um so größer ist auch der Triumph einer werden!" „ Mein Glück!" glauben? mit derselben Motivirung fordert das hessischel Ministerium jetzt für den jungen Großherzog eine Er höhung der Zivilliste von 15 pet. Das scheint nun den guten Hessen zu viel, und sie meinen, die 1'096 288 M., die Der Großherzog jährlich bezieht, reichten aus. Unsere Genossen im hessischen Landtag werden nicht verfehlen, die 15 pCt. für den Großherzog, abzulehnen, dagegen sie zu fordern für die Zehntausend von Arbeitern, die froh wären, wenn sie den zweitausendsten Theil dessen hätten, was der junge Großherzog hat. " " Italienische Staatskrisis. Da das Ministerium[ zwingen wird! Sie will nicht zugeben, daß wir unser vollzählig ist man frage nur nicht wie? so können Noth und unsere Erniedrigung befeitigen. Brüder, Ar wir füglich nicht mehr von einer Ministerkrisis reden. Es beiter! Alle unsere Freiheitsbestrebungen will sie unter ist aber etwas weit Schlimmeres; und das neue Ministe- drückent. rium, das schon das Hippokratische Gesicht des nahenden Statt der großen Losung:„ Kampf für die heilig Todes zeigt, hat noch nicht einmal einen Finanzplan vor- Arbeiterfache!" schreit uns die Regierung den Lockruf zu zulegen vermocht. Los auf die Juden!" Am 5. Mai haben alle Arbeiter die Arbeit nieder- Kulturmission gezeigt und über die Bestialität des Barens thums einen großen moralischen Sieg davon getragen und ist einzig und allein dem Sozialismus und den Sozialisten ihr auch thatsächlich erfolgreich Schach geboten hat. Daß in Lodz keine Juden- und Deutschenmetelei zu Stande kam, zu verdanken. Freilich, das ist ja auch gerade die Schwierigkeit. Das Die Regierunghateine Meutevon Dieben Defizit soll beseitigt und die Quelle des Defizits offen ge- zum Raub veranlaßt. Wir Arbeiter betheuert lassen werden. Die Armee ist das Rührmichnichtan hiermit hoch und heilig, daß wir nichts mit diesen Schänd Die Polizeidynamitereien. ihr soll nach wie vor mit Scheffeln zugemessen, und das lichkeiten zu thun haben, wir haben unsere Hände mit Bourgeois und sonstigen Reaktionsblättern, welche die kleinen nebensächlichen Ersparnissen zugefüllt werden. Wer nicht befleckt. In den deutschen Loch, welches entsteht, mit Theelöffeln tropfenweise aus diesem Schmutz, für den die Regierung verantwortlich ist, Anarchisten an ihr Herz geschlossen haben, wird uns sich getraut, das fertig zu bringen, der muß ein Gott sein offiziellen" Sozialdemokraten, und speziell auch dem Vor- oder ein Narr. Und fein Gott fann das dreibündlerische Deutschen, sondern gegen die Ausbeuter und Unterdrücker. Wir fämpfen nicht gegen die Juden, nicht gegen die wärts" der seltsame Vorwurf gemacht, wir verstießen gegen Italien vor dem Bankrott retten; und ein Narr auch das revolutionäre Programm, weil wir die anarchistischen" nicht. Hoch die Arbeiterfache! Attentate nicht anerkennten und den Berliner Revolutions Hoch der erste Mai! versuch" des vorigen Februar von unseren Rockschößen ge- Die Vorgänge in Lodz. Ein Korrespondent der Polnische Arbeiter." schüttelt hätten. Da seien die„ Unabhängigen" andere Kerle, Gazeta Robotnicza" giebt von dem Verlaufe der Dinge Arbeiterzeitung. Dies der Bericht des Korrespondenten der polnischen die hätten doch wenigstens den moralischen Muth, auch ihren in Lodz folgende, unsere Auffassung bestätigende Darstellung: brutalen Gewissenlosigkeit die Gelegenheit zu einer Juden Daß die russische Regierung in ihrer Feinden einen christlichen Liebesdienst zu erzeigen. Dafür Die Arbeiter haben ihre Arbeit am 2. Mai aufgegeben, und auch Deutschenhetze zu benutzen suchte, wird auch von harre ihrer auch der verdiente Lohn die Masse der am 3. und 4. gefellten sich zu den Streikenden immer größere anderer Seite gemeldet. Bartei sei ingrimmig erbost auf uns, wir hätten schon die Arbeitermassen. Ueberall war jedoch die Ruhe gewahrt, Bolen, Deutsche und Russen haben sich musterhaft ge Die sozialistischen Arbeiter heftigsten Vorwürfe von den Genossen erhalten, wagten man hat weder etwas zerstört noch etwas niedergebrannt, halten, und mit Stolz können wir die Thatsache verzeichnen, uns deshalb auch in gar keine Versammlungen mehr und wie in ausländischen Zeitungen geschrieben wurde. Alle baß der Sozialismus sich in Lodz auf der Höhe seiner die amerikanische Parteipresse habe uns bereits den diese Nachrichten sind erlogen. Stuhl vor die Thüre gesetzt. Nicht um den Blödsinn zu widerlegen, sondern um den Genossen eine Stimme gelegt. aus dem Ausland vorzuführen, verweisen wir hier auf einen Artikel in der letzten Nummer der New- gefühl für die soziale Bewegung des westeuropäischen Die Arbeiter haben ursprünglich nur ihr SolidaritätsYorker Volkszeitung", des verbreitetsten und einflußreichsten Proletariats bezeugen wollen, bei dieser Gelegenheit haben unferer amerikanischen Parteiorgane. Er betitelt sich( im fie aber auch zugleich an die Fabrikinhaber die Forderung Anschluß an einen früheren Artikel):" Noch einmal die eines kürzeren Arbeitstages und höheren Lohns europäischen Polizeidynamitereien" und sagt u. A.: Griechisches. Trikoupis hat, wie schon gemeldet, bet gestellt. Aus bestimmten Quellen wissen wir, daß die Fabri- Wahlen einen glänzenden Sieg erfochten und Delyannis, ber " In einem fürzlich von uns an dieser Stelle veröffent- fanten sich der Erfüllung dieser Forderung zuneigten. Doch im vorige Minister, den der König aber, weil er nicht Ordre pariren lichten Artikel führten wir aus, daß die verschiedenen rechten Augenblicke kam ihnen die russische Regierung mit wollte, vor den Wahlen durch einen kleinen Staatsstreich fog. anarchistischen Dynamitattentate, die ein paar Rosaken- Regimentern und der Kavallerie aus aus dem Amt entfernt hatte, verfügt nur über eine ganz jüngst in Europa so viel Lärm verursachten, in letter Petrikau zu Hilfe. Den ganzen Freitag und Sonnabend winzige Minderheit in der neuen Kammer. Linie in den Bureaus der internationalen wurde„ Rube hergestellt, d. h. es wurden 140 wehrlose ber Held des Tags und wird es auch bleiben, bis die Draht Trifoupis ist Polizei ihre Entstehungsurfache haben. Troß der Verurtheilung des Pariser Dynamitarden Ra- Arbeiter niedergehauen, darunter auch Frauen. zieher ihn wieder in die Versenkung hineinplumpsen lassen vachol bleiben unsere französischen Genossen z. B. nach wie Das Schändlichste jedoch an dieser russischen Brutalität und Delyannis zurückrufen- oder einen beliebigen Anderen, vor bei ihrer Meinung, daß Ravachol im Einverständniß mit waren die Mittel, welche die Polizei ergriffen hatte, um der die verlangte Arbeit für gutes Geld thut. Diese homes der Polizei gestanden und daß die lettere ihr bisheriges Wert diese Arbeitermanifestation als Folge von Raubgelüften hin rischen Parteikämpfe, von denen die Blätter uns zu erzählen zeug einfach opferte." Mag nun Ravachol bewußt oder unbewußt ein Polizei- bie Juden aufzuheben. Die Arbeiter kannten jedoch Glas Wasser befindet sich vorläufig in der Hand Rußlands, zustellen. Lodspiel fingen an, die Bevölkerung gegen wissen, sind nur Stürme in einem Glas Wasser, und das werkzeug gewesen sein, fest steht, daß auch außerhalb dieses schändliche Manöver, das die russische Regierung schon während England die Hand darnach ausstreckt. Frankreichs die Bolizei eifrig bei den Dyna- einmal im Jahre 1890 in Warschau angewandt hatte. griechischen Kämpfe, so gewaltig sie aufgebauscht werden, mitereien geholfen hat. Eine hübsche Enthüllung Sie ließen sich nicht dazu gebrauchen, tommt mit Bezug hierauf jeht aus Madrid." und damit find bloße Theaterhauereien, arrangirt von den Regisseuren Und so weiter. Wir dächten, das wäre deutlich genug. gegeben. haben sie den besten Beweis ihres Klassenbewußtseins in London und Petersburg. Und so ist dieses Glas Wasser Und wir hoffen, den kapitalistischen Dynamiterich- Büchtern Elemente aufzuwiegeln, von denen Lodz eine große auch ein Wetterglas. Es gelang indessen der Polizei, gewisse für den, der sich auf die politische Meteorologie versteht, und Dynamiterich Gönnern gelegentlich einige noch unan- Anzahl beherbergt.( Nach diesem Orte werden alle Diebe genehmere Ueberaschungen, als bie bisherigen, bereiten zu nach Abbüßung ihrer Strafe verschickt. Anmerkung der Kapitalistische Heuchelmeierei. In Organen der Redaktion.) Bourgeoisie Darbende Aktionäre giebt es allerorten, in DeutschDie Arbeiter haben diese Judenhezen ge- noch etwas ärger als die Originale englischen und deutschen, lettere treiben es land, wie in Frankreich und in finden wir herz Montecarlo. Die In- brandmarkt, und mit großer Erbitterung hören sie von den zerreißende Berichte über das Glend, welches durch ben haber der dortigen Spielbant- Attien erhielten pro 1891/92 Infinuationen der ausländischen Kapitalistenpresse. nur 235 Frants Rente auf je 500 Frants eingezahltes Durhamer Streit über Hunderttausende von Men Die polnische sozialdemokratische Partei hat infolge schen gekommen ist. Und natürlich wird wenn auch Kapital, d. h. 47 pCt. Der Reingewinn der Spielbank be- dieser Vorgänge folgenden Aufruf erlassen: zifferte fich auf rund 25 800 000 Franks, das ist der höchste meist nur verblümt die Schuld für all' diesen Jammer An die Arbeiter von Zgierz, Lodz und Pabijanice! bisher erzielte Gewinn. Trotzdem ist der Marktpreis der auf die Arbeiter gewälzt. Aber sind denn die Arbeiter Arbeiter, Brüder! Aktien zur Zeit ein gedrückter, da der Prinz Roland BonaSchuld an diesem Streit? Haben die Grubenbefizer, um parte seine restlichen 16 500 Aftien ausverkaufte. Er hat Rampfe gegen die Ausbeuter und die Unterdrücker zu. Wir walt zu bekommen, den Streit nicht veranlaßt, zum Theil Mit Freude und mit Entzücken sehen wir Eurem ihre Profite zu erhöhen und die Arbeiter mehr in ihre Ge hierfür nur die Kleinigkeit von 40 Millionen Franks erzielt, polnischen Arbeiter und Arbeiter der also ca. 2430 Frants für je 500 Frants. Ungefähr den bewundern Euren Muth und ganzen Welt pofitio dazu gerathen? Und thun sie auch jezt nicht Alles, Eure doppelten Betrag soll er seiner Zeit, als seine Frau starb, Solidarität. unverbrüchliche um die Beilegung des Streits zu verhindern? Ist es nicht Elend, Hunger, Arbeit ohne für die von ihr ererbten Attien eingefackt haben. Auf Grund laß haben Euch zu der Forderung eines kürzeren seit Jahren Streifs begünstigen? Und glaubt man etwa, Unter- notorisch, daß gerade im Kohlenbetriebe die Unternehmer der leztjährig erzielten Dividende würde der Sprößling des Arbeitstages und größeren Lohnes bewogen. Gure Forde- für die streifenden Arbeiter wäre es ein Vergnügen, " großen Korsen" von seinen Spielbant- Attien 11/2 Millionen rungen sind berechtigt und gerecht! Frants Einkommen gehabt haben. Die Dynamitspielereien zu hungern und Frauen und Kinder hungern zu lassen? Arbeitstag wird unseren arbeitslosen Brüdern Beschäftigung meiern bei- gewiß, es ist eine Schande, daß Derartiges Kürzerer Arbeitstag, das ist unsere Gesundheit, kürzerer Gewiß, darin stimmen wir den kapitalistischen Heuchel vorkommen kann" aber wer ist für die Zustände ver antwortlich, welche die Schande" hervorgebracht haben die Opfer dieser Zustände, oder Die, welche aus ihnen Vortheil ziehen und sie mit aller Macht aufrechterhalten die Ausgebeuteten oder die Ausbeuter? tönnen. der Polizei scheinen dem Prinzen aber die Lust an dem fetten Unternehmer" gewinn etwas getrübt zu haben, so geben. daß er sich entschloß, feinen Attienbesitz in ca. 100 Millionen Franks baaren Geldes umzuwandeln. Ein sehr leichtsinniger beuter mit Kugeln und Knüppeln geantwortet. Auf Eure heiligen Forderungen haben Eure AusSchritt! Denn fortan wird der edle Prinz sich entweder in feinen Ausgaben einschränken, oder dem Cercle des feisten schaft. Diese Antwort haben sie immer und überall in BereitDie Fabrikanten, erschreckt durch Euren Muth und All diese stand überall! Den 92/ 98er Gegen der Spielbank werden Eure Golibarität wollten schon weichen. Die Regierung hat Streif finden wir in der„ Ball Mall Gazette". Dieselbe die neuen Käufer der Aktien, der Fürst Radziwill und der es ihnen verboten. Baron Blanc, einsacken. Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis!" edlen Seele, die sich selbst über solche Kränkungen zu erheben vermag." Die russische Regierung glaubt, daß sie die Arbeiter mit Soldatenregimentern zum unterwürfigen Stillschweigen Ein theilweise vernünftiges Urtheil über den Durhamer schreibt: " Wenn Bergwerksbefizer und Bergleute in Durham nicht bald einen Ausweg zum Abschluß des Streites finden, so wird fahren ließ. Sie haben Monate lang mein Herz sich fümmern laffen, haben nicht einmal eine Erklärung für Ihr Weib nicht. Herr Baron, lassen Sie solche Worte, denn ich werde " Sie irren, Herr Baron, wenn Sie annehmen, daß es nöthig gehalten, haben nicht einmal darnach gefragt, was mir zu schwer fällt, Ihre Kränkungen zu vergessen. Es aus der Verlassenen wurde. Das ist es, was uns trennt Sie liebten mich noch?" Mein Weib nicht, Elise? Und Sie sagten mir doch, war ein harter Kampf, Sie können mir es glauben, den für immer, Herr Baron, und wenn es Ihnen leid ist, so ich damals in mir gefämpft, aber auch schon zu jener Zeit leiden Sie mit Recht." " Ich habe es Ihnen gesagt, damit Sie anders von hatte ich Ihnen vergeben, so wahr ich hoffe, daß mir meine mir denken lernen; aber wir fönnten niemals glücklich eigenen Schwächen und Fehler vergeben werden. Nein, will meine Schuld nicht durch Entschuldigungsgründe vers Sie haben Recht, Sie haben in Allem Recht, Elise, ich werden, weil Sie das tränken können, was Sie lieben." nein; meine Seele ist frei von Haß und Groll, und es fiel kleinern, ich kann nur sagen, daß ich geblendet war vom mir nur schwer, es Ihnen gegenüber auch auszusprechen. Dämon der Eifersucht. Wenn ich Ihnen nun aber sage, Aber es ist vergessen und vergeben." daß ich Sie immer noch liebe, liebe mit allen Fibern meines Herzens, werden Sie mir da nicht verzeihen können? Elise, ich liebe Dich!" Bergessen und vergeben! Ach, Fräulein, wie glücklich laffen Sie mich mit diesen Worten werden. Neue Hoffnung Lebt in meinem vielzerquälten Herzen wieder auf, und ich wage zu hoffen, daß mein früher geträumter schöner Liebestraum doch kein leerer Traum bleiben wird, daß jene Tage nicht losgerissen von aller Zukunft in meinem Gedächtniß umberflattern werden. Nicht wahr, Elise, wenn Sie mir vergeben, wenn Sie vergessen konnten, dann, ja dann werden Gie auch wieder lieben?" Wiederum ging das Mädchen eine Weile stumm neben ihrem Begleiter dahin, dann blieb sie stehen und sprach mit ernster Stimme: " Ich werde gewiß besser werden." " Ich würde nie aufhören, zu fürchten." " Sie können nicht so grausam strafen Jemanden, der " Ich bestrafe mich selbst so, trotzdem ich nichts zu be reuen habe." bereut." Das Mädchen zuckte zusammen, aber sie schwieg. Es ist nicht Ihr letztes Wort, Elise, was Sie da ,, Mein Benehmen," fuhr Jwan leidenschaftlich fort, sprechen." war ungerecht, verblendet, thöricht, beleidigend, abgeschmackt; aber ich bereue es vom Grund meiner Seele, folch eine Erklärung jemals sein würde; aber ich wußte, " Es ist mein letztes Wort. Ich glaubte nicht, daß ich werde unglücklich für alle Zeiten, wenn Sie mir nicht daß ich Ihnen so antworten mußte." verzeihen, wenn Sie mich nicht wieder lieben. Elise, meine theuerste Elise, hörst Du, liebe mich wieder, laß Alles, Alles wir vergessen sein." so. " Wenn Sie mich wirklich noch lieben, Elise, würden Beide unglücklich sein." # Wir werden unglücklich sein, Jwan, Sie wollten es Elise blieb stehen und sah den jungen Mann in großer Und nun lassen Sie uns ruhig scheiden. Folgen Sie Erregung an; dann sprach sie mit mühsamer Fassung: mir nicht in das Haus; mein Bruder soll nichts ahnen." „ Herr Baron, wenn Sie nicht wollen, daß ich jede Herr Baron, ich sagte Ihnen schon, daß Alles vergessen„ Elise, einen Augenblick von früher, hier an der Schwelle, fernere Gelegenheit, mit Ihnen allein zu sein, vermeide, so und verziehen ist; ich will noch weiter gehen und will an der wir so oft glücklich waren!" vermeiden Sie, jemals dieses Thema wieder zu berühren." Ihnen sagen, daß trotz allen Kränkungen ich mich nicht" Diese Augenblicke gehören der Erinnerung, ich darf, Also hegen Sie doch noch Groll gegen mich?" so weit überwinden konnte, um Sie nicht trotzdem fort und ich kann sie nicht erneuern; nun brechen Sie mir das Herz " Was ich damals für Sie gefühlt, Herr Baron, ist das fort zu lieben. nicht, leben Sie wohi." Eigenthum meiner Erinnerungen; Sie haben keinen Theil" Elise, lieber Engel, o dann bist Du ja doch noch mein." Jwan blieb noch lange, wie an der Schwelle gebannt. mehr daran, denn ungeachtet meiner offenherzigsten Hingabe, Lassen Sie mich aussprechen, Herr Baron. Ich sage Dann aber stieß er sich mit der Faust vor die Stirn: meines rückhaltlosesten Vertrauens haben Sie um nichtigen also, daß ich meine Liebe nicht aus dem Herzen zu reißen" Es liegt ein Fanatismus in den Frauen, der nicht zu Verdachtes willen das Band, weiches uns einte, mit rauber vermochte. Aber diese Liebe ist seit der Zeit, daß Sie die bewältigen. Ich lerne sie zu spät kennen für mein Lebens Sand zerrissen, mein Herz tödtlich verwundet, mein selbe so verletzt haben, mein stilles Heiligthum, und Sie, glück. Aber ich kann nicht von ihr lassen, ich fühle es tief Chrgefühl auf's Aeußerste verlegt. Sie würden Herr Baron, haben keinen Theil mehr daran. Wir sind im genug. Entweder früher Tod oder ihre Liebe. Das wird damals anders gehandelt haben, bätten Sie eine Leben geschieden, wie Sie es ja selbst gewollt und schon mein Schicksal sein." Dame Ihres Standes vor sich gesehen. Ja, Herr einmal gethan haben. Baron, Sie durften nur so handeln gegen ein armes Mädchen aus dem Volke. Und es war nicht nur der Aus bruch eines plößlich erregten Gemüthes, der Sie so ver " Geschieden, geschieden! Welches Wort! Mein Weib mußt Du werden, Elise, und wenn die ganze Welt sich dagegen fette." Sechstes Kapitel. Dottor Raffmaus am 3iele. Mit diesem Klassen- Wahlgesetz ist nicht mehr zu regieren," hatte der konservative Ministerpräsident gesagt, als er nach wenn es so sein muß." Wir fragen die„ Pall Mall Gazette" blos: welche Logik ist es, die Arbeiter zu tadeln, daß sie den Streit nicht beendigen, da die Grubenbesizer doch zugestandenermaßen die Beendigung des Streits nicht wollen? Da ich seit der Abreise des zc. Bachrach oder Bobuchoff auch den russischen Reisepaß meines Schwagers Holzmann vermisse, dürfte sich der Schwindler möglicher Weise auch diesen Namen beilegen. Dr. H. Lup. hin Magdeburg, den 18. Mai 1892. vor einigen Monaten der russische Rubel einen großen Weise: " . " die öffentliche Meinung Beide tadeln. Die Leute sind bereit, auf meinen Namen gefälschten generellen Empfehlung die begab sich unter Zeitung einiger dortiger Parteigenossen nach dem fich einen Lohnabzug von 7 pet. gefallen zu lassen, während die Genossen aller Orten brandschatze. Durch Erkundigungen, die ich Vereinslokal, Süste's Restaurant in der Kanalstraße, woselbst Bergwerksbesitzer Anfangs 10 pet. verlangten. Jegt fordern bei der russischen Kolonie in Paris eingezogen, habe ich ermittelt, ein Imbiß eingenommen wurde. Dann gingen die Genossen über die Wergwerksbesitzer einen Lohnabzug von 13/2 pet. Jeder daß der 2c. Bobuchoff mit einem wegen diverser Diebstähle und Behnik nach den Borgsdorfer Biegeleien, wofelbft polnische Unparteiische zieht daraus den Schluß, daß Schwindeleien von dort vertriebenen Bach ra ch identisch sei. Beitungen, der Vorwärts", das Volksblatt für Teltow die Arbeitgeber nicht wollen, daß der Streit Es ist zu vermuthen, daß sich der Schwindler nach London ge- Beeskow" zc. und" die„ Einigkeit" vertheilt wurden. Bei dieser sofort ein Ende nimmt. Mag es sich aber um 3 oder wandt hat, um von dort nach Amerika zu gehen. Gelegenheit lernten die Genossen die unzureichende Lebenshaltung 6 pet. handeln, so ist es ungeheuerlich, daß 100 000 Personen Ich warne hierdurch alle Genossen dringend, den Schwindler, der dortigen Ziegelei- Arbeiter fennen. Die Arbeiter waren hoch oder mehr Noth leiden sollen und Handel und Industrie im der sich nach wie vor auf meine gefälschte Empfehlung stüzen erfreut, sozialdemokratische Zeitungen zu bekommen, denn sie selbst Norden Englands ins Stocken geräth, weil beide Parteien um dürfte, irgend wie zu unterstützen. find bei ihrem färglichen Lohn nicht im Stande, sich solche zit den letzten Pfennig zu fämpfen bereit sind. Bergleute wie Bachrach oder Bobuchoff ist etwa 23 Jahre alt, von kleiner halten. In Borgsdorf wurde nun der Nachtrupp der Theils Bergwerksbesitzer denken lediglich an sich, unbekümmert darum, Statur mit dunkelblondem Haar, kleinem Schnurrbart, grauen nehmer an der Agitationstour empfangen und in zwei Lokalen welche Folgen der Streit auf die Industrien hat, welche von Augen und spezifisch jüdischem Gesichtsschnitt, spricht deutsch, Rendezvous gemacht. Während dieser Zeit verbreiteten wieder der Kohlenzufuhr abhängen. Die Zeit kommt, wo diese In- englisch, französisch und russisch mit gleicher Gewandtheit. mehrere Genossen unsere Schriften. Darauf ging es nach Birken dustrien, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, auch ein Wort mitwerder. An den ersten Häusern diesesOrtes traten ein Oberwachtmeister zureden haben in Kohlenstreitigkeiten und ein sehr eindringliches, in Zivil( als solcher gab er sich zu erkennen), der Jußgendarnt von Oranienburg und der Hilfsgendarm von Birkenwerder auf die Parteigenossen zu und beschlagnahmten den von denselben mitgebrachten Schellenbaum, welcher mit einem rothen und weißen Haarschweif geschmückt war, ebenso tonfiszirten sie das von einem Genoffen am Spazierstock getragene rothe Halstuch. Als die Wir bringen die vorstehende Warnung gerne zum Abdruck Bersonalien der betreffenden Sünder festgestellt und der Staat auf und schließen uns derselben voll an. Zugleich möchten wir diese Weise gerettet war, fonnten die Genoffen ihren Weg nach Sovereign gegen Rubel. Der Rubel auf Reisen" aber bei der Gelegenheit vor der vielgeübten Unfitte warnen, Sohen- Neuendorf fortsetzen. Die Gendarmerie folgte ihnen jedoch dessen Glück und Schicksale schon vor mehr als einem halben angeblichen Parteigenossen welche häufig nur Schwindler bis durch Birkenwerder. In Hohen- Neuendorf wurde bei wert Jahrhundert von Platten besungen worden sind, hat in dem find sogenannte Empfehlungen auszustellen. Mit solchen( Schmohl's Restaurant) eingekehrt und hier die Agitationstour be Sovereign, dem englischen Goldstück, das sechs mal so viel Schriftstücken ist in zahllosen Fällen schon Mißbrauch getrieben endet. Die Theilnehmer hatten die Genugthuung, trotz des mit werth ist und feinen Kursschwankungen unterliegt, einen worden und wird solcher wenn derartige Schriftstücke weiter der Polizei vorgekommenen Intermezzos im Dienste der Arbeiterfürchterlichen Konkurrenten gefunden. Und dieser Kampf noch getrieben werden. noch ausgefertigt werden auch in Zukunft fache einen angenehmen Tag verlebt zu haben. Mögen noch recht ift für viele Parteien und Potentaten eine reguläre Ein- ftügungstaffe für Wanderer. Unsere Partei ist keine Unter- viele Agitationstouren folgen. Die dadurch herbeigeführte AufGenossen, welche auf die nahmequelle geworden. Bereiche Frucht bringen. Zum Beiſpiel die persischen Wanderschaft gehen, sollen sich der Gewerkschaft ihres Be flärung der ländlichen Bevölkerung wird uns zur nächsten Wahl Fürsten und Großen, die Herrscher und Häuptlinge von rufes anschließen, dann haben sie rechtlichen Anspruch auf UnterAfghanistan, welche die Schlüssel zur Straße nach stügung. Von der Parteileitung wird grundsäglich keine schriftFreifinnige Sozialpolitik. Aus Sonneberg berichtet der Indien haben, treiben ein schwungvolles Geschäft mit dem liche Emprehlung mit auf den Weg gegeben und unseren in russischen Rubel und englischen Sovereign. Gleich jenen weiteren Kreisen bekannten Genossen können wir nur die gleiche Thüringer Boltsfreund": Den Gemeinderath beschäftigte in seiner prattischen Heiden, die aus dem Belehrungseifer der ver- Praxis anrathen. Unseren Parteigenossen allerwärts aber, bei legten Gigung ein Gesuch der Handels- und Gewerbefammer an den Bevollmächtigten zum Bundesrath für Sachsen- Meiningen schiedenen christlichen Gekten klingenden Vortheil ziehen, und denen sich Bittsteller mit sogenannten Stapfehlungsbriefen 2c. betr. die Arbeitszeit für Arbeiterinnen. Nach den Ausfich heute protestantisch, morgen katholisch taufen lassen,*) vorstellen, können wir nur größte Vorsicht anempfehlen. führungen des Referenten ist hinsichtlich der eigenartigen Ver nehmen diese weltflugen Gentlemen heute den Rubel Ueber die Konfiskation der Münchener Post" berichtet hältnisse", die in der Spielwaaren- Industrie existieren, die gesetzand morgen den Sovereign. In Persien gewann das ultramontane" Bayerische Vaterland" in folgender amüsanter liche Arbeitszeit für Arbeiterinnen in Ausnahmefällen d. h. zur Zeit der Saison( höchstens 40 Tage und 13stündige Arbeitszeit) ungenügend, weil in der Zeit drängender Geschäfte unter solchen Sieg, so daß es gegen die englische Tabakmonopol- Gesell- Die Maifest- Nummer der Südd. Post" wurde am Sonntag Arbeitsverhältnissen die Möglichkeit nabe liege, daß bedeutende schaft in Persien beinahe zu einer Rebellion gekommen nachträglich auf dem Festplatz in Holzapfelskreuth wegen des Aufträge nicht erledigt werden könnten. Die Handels- und wäre. Und jezt erfahren wir, daß der Rubel über Nacht Titelbildes tonfiszirt, in welchem es stellte Krone, Thron und Gewerbekammer hat in Berücksichtigung dieser Möglichkeit von dem Sovereign aufs Haupt geschlagen worden ist: die Inful in einem Winkel auf den Boden geworfen dar- Jemand an den Bundesrath petitionirt, für die Spielwaarenalte Arbeiterinnen Engländer borgen" dem Schah eine halbe Million nach mehrstündigem reiflichem Nachdenken etwas Schreckliches Industrie für über sechszehn Jahre Sovereigns, d. h. zehn Millionen Mark, so daß er aus am Sonntag außer diversen Maßkrügen nichts auf den Boden willigen. Dieser Herzenswunsch" wurde aber abgelehnt und Govereigns," d. h. zehn Millionen Mark, so daß er aus Hochverrath meint die" Poſt"- entdeckt hat. Gleichwohl ist eine 15 stündige Arbeitszeit auf 120 Tage zu be allen Finanzschwulitäten herauskommt, und wo werden geworfen und zerschmettert worden, sondern Alles fein säuberlich infolge dessen in einem anderweitigen Gesuch um Zulassung einer die Ruffen genug Rubel herbekommen, um sich zu re- und in bester Ordnung hergegangen." 13ftündigen Arbeitszeit auf die Dauer von 120 Tagen gebeten. Der vanchiren? Auch in Afghanistan ist der Rubel ins HinterMagistrat befürwortete beim Gemeinderath das Gesuch, weil die treffen gerathen. Da aber der siegreiche Rubel den Krieg Zur Schließung des Düsseldorfer Franenvereins schreibt Fabrikräume im Allgemeinen normale feien und die Arbeiterinnen bei bedeutet und der besiegte( der geschlagene tönnen wir hier die Elberfelder Freie Presse":" Im Gegensahe zu der bereits Ablehnung des Gesuchs daheim unter ungünstigeren Verhältnissen nicht sagen) den Frieden, so dürfen wir in der russischen mehrfach ausgesprochenen Ansicht des Reichsgerichts, daß ein weiter arbeiten würden. Die sozialdemokratischen Mitglieder des Finanznoth mit Recht eine Friedensbürgschaft erblicken. Halten von Borträgen in einem Vereine, welche theilweise oder Stadtverordneten- Kollegiums verwarfen das Gesuch. Der ParteiUnd nicht blos in der russisch e n. selbst ganz politischen Inhaltes sind, noch nicht einem Be- genosse Webber führte aus, die Verhältnisse in der Spielschäftigen mit Politit im Sinne des Vereinsgesetzes gleichzuachten waaren- Industrie feien tein Grund für die Einführung solcher ist, hat das Schöffengericht zu Düffeldorf am 13. Mai auf Ausnahme- Bestimmungen. Schließung des Bildungsvereins für Frauen und Mädchen zu Düffel- die in manchen Arbeiterfamilien herrschen, auf die UntenntWenn die traurigsten Zustände, dorf erkannt und die Vorstandsmitglieder, die Frauen Kaufmann, niß der Arbeiterfrau hinsichtlich ihrer Aufgaben und Erbert und Thieffen zu je 15 M. Geldstrafe verurtheilt. In den Ver- Pflichten zurückgeführt werden, so sei in erster Linie der sammlungen des genannten Vereins sind mehrfach Vorträge über die gesetzliche Schutz für die Arbeiterin nicht zu reduziren, Frauenfrage, Frauenemanzipation, Erziehungswesen u. f. w. ge- sondern zu erweitern. Mit der verkürzten Arbeitszeit halten worden. In den Vorträgen sprachen die Referenten dürfe sich natürlich der Lohn nicht verringern. Die Spiel ihre Ansicht aus, daß die Frauen für sich nicht der waaren- Induſtrie, vorwiegend noch Hausindustrie, habe allerdings Berein als solcher Gleichberechtigung mit den Männern, einen schweren Kampf um ihre Existenz zu kämpfen, aber mit namentlich aber das gleiche direkte Wahlrecht zu allen Körper- der Beit müßten doch eine höhere Produktionsform und beffere fchaften zu erstreben hätten u. f. w. Endlich aber soll ein Redner wirthschaftliche Bedingungen für dieselbe Platz greifen, und erst erklärt haben, daß der Verein die gleichen Ziele wie der Volts: dann würde die Wohlthat des Arbeiterschußes von allen Arbeitern verein verfolge, thatfächlich aber hat der Redner nur gesagt, daß empfunden werden. Das schließe aber nicht aus, daß man schon die Frauen die gleichen Biele wie die Männer verfolgen in der Gegenwart mit gutem Beispiele feitens der Unternehmer nämlich auf Verkürzung der Arbeitszeit, also der Verein vorangehe. teine besondere Demonstration 1. Mai veranstalten solle. Die Frauen sollten sich vielmehr direkt neben ihren Männern an dem geplanten Festzug zum ersten Mai betheiligen. Beschlüsse Kollegiums fehrte sich natürlich nicht an diese Gründe, sie stimmte Ein Russe, der sich Bobuchoff nannte, führte sich vor etwa wurden in teinem einzigen Fall gefaßt, ja bei allen Vor- für die Einführung der 18 stündigen Arbeitszeit der Arbeiterinnen 8 Wochen mit Briefen von Lawrow und Plechanow, die, wie ich trägen hat ausnahmslos noch nicht einmal Distussion statt- auf die Zeit von 120 Tagen. Dabei rühmt die deutschfreifinnige nachträglich ermittelt habe, gefälscht waren, bei mir ein. Nachdem gefunden. Selbstredend wird gegen dieses Urtheil Berufung ein- Preffe ihre Partei auch noch als qualifizierte Beschützerin des ich ihn einige Tage bei mir beherbergt und ihm durch pekuniäre gelegt. Charakteristisch waren zwei Thatsachen: 1. Es wurde Familienlebens! Nun, selbst den geringfügigen Arbeiterschutz, Unterstützung sowie durch Emp ehlungen an Genosse Hoch in erörtert, daß der Verein seine Statuten in der sozialdemokratischen welchen sogar der Klaffenstaat für nöthig hält, sucht diese Partei Frankfurt a. M. und Genosse Hoch in Offenburg die von ihm Druckerei von Grimpe in Elberfeld herstellen ließ, 2. daß der noch illusorisch zu machen, indem sie die Unkenntniß des armen gewünschte Weiterreife nach Zürich ermöglicht hatte, erhielt ich legte Zeuge, der auf Beschluß des Gerichtshofes telephonisch Bolles über seine Interessen als spanische Wand für ihr Unteraus mehreren Städten Norddeutschlands sowie Belgiens und herbeigerufen war, während der Bernehmung des vorlegten nehmerinteresse benutzt. Hollands die Nachricht, daß der p. Bobuchoff mit einer Beugen im Buschauerraum weilte." Ein recht bedauerlicher Druckfehler ist in der geftrigen Nummer des Vorwärts" unterlaufen. Im Artifel Judenflinten"( 3. Spalte der 2. Seite des Hauptblatts, Politische Uebersicht) soll es in der Schlußbemerkung nicht heißen: in Verbindung mit der Schmählichkeit der betreffenden" amtlichen Erklärungen"( des Reichs- Anzeigers"), was finnlos wäre, sondern die Stelle mig lauten: in Berbindung mit der Schwäch Lichteit" 2c.Parteinachrichten. Warnung. Auch in Europa fommt Derartiges vor. Wir fannten in Genf ein sinnreiches Individuum, das sich anderthalb Dußend Mal abwechselnd zum katholischen und kalvinistischen Glauben befehrt hatte es bestand dort eine feste Tage für jede gerettete" Seele und besteht vielleicht noch. 11 " am Die freifinnige Majorität des Sonneberger Stadtverordnetens Au die Parteigenoffen des 5. badischen Wahlkreises! Oranienburg. Eine wirklich imposante Agitationstour Die a bitreis Ronferenz findet Sonntag, den 22. Mai, wurde am Bußtag von zirka 100 Mitgliedern der Freien Ver- Nachmittags 3 Uhr, im Gasthaus zum„ Hirschen" in Denzlingen einigung der Berliner Geschäftsdiener, Backer und verwandter statt. Wir ersuchen die Genossen aus dem ganzen Wahlkreis, Berufsgenossen in die Umgegend von Oranienburg unternommen. ihre Vertretung zu senden. Kein Ort sollte fehlen! Der erste Trupp traf 10 Uhr Morgens in Oranienburg ein und Das Agitations Romitee. vollendeter Neuwahl die Reihen der liberalen Opposition Freiherr Friedrich von Hohenhausen gehörte dem gänzlich Thor und Thür geöffnet werden würde. Endlich bedentend verstärkt sah. Wir bekommen eine richtige ältesten Adel des Landes und den rein aristokratischen wurde dem Dr. Raffmaus die schwierige Berichterstattung und Rammer von Advokaten, Fabrikanten und Krämern, die Politikern an; als Chef des Minifteriums hatte er das damit die Führung der Partei in der nun unausbleiblichen Alles, und wär's den Königsmantel, mit der Elle abmessen, Staatsschiff mit wunderbarem Geschick aus allen Stürmen Redeschlacht in der Ständekammer übertragen. Der von Vaterlandsliebe, Staatsehre und allen idealen Gütern der Bewegungsjahre in die Bucht geleitet, in der es nun Ministerpräsident trat selbst für seinen Gesetzesvorschlag mit genau so viel Begriffe haben, wie es die Interessen ihres längere Zeit ruhig ankerte. Unter seiner Führung waren der ihm eigenthümlichen scharfen und wißigen Redekraft in Geldsacks bedingen, und Wunder von Staatsweisheit be- die Kollegen nur Borstände ihrer besonderen Verwaltungs- die Verhandlungen ein und segte den Gegnern, welche den wiesen zu haben glauben, wenn sie uns den Knopf einer zweige, denn in den Gesammtministerial- Berathungen drang Liberalismus beständig wie einen Regenmantel umgehängt Uniform als zu theuer nachweisen. Der eigentliche Staats- feine Meinung stets mit entschiedenster Stimmenmehrzahl trügen und ihn beim ersten Sonnenstrahl wirklichster FreiTegriff hört bei allen diesen Leuten vollständig auf. ourch. Als er aber infolge der mitgetheilten Erwägungen heit eiligst abwürfen, ganz gewaltig zu Leibe. Dr. StaffDie unumschränfteste Freiheit der Einzelnen, inner mit dem Vorschlag des allgemeinen Wahlrechts vor seine maus aber rief, die Geschichte der alten und neuen Zeit halb der der Eigenthumsgesetze ihre Mitmenschen aus Kollegen trat, da trauten diese ihren eigenen Ohren nicht, zum Beleg an, daß nur bei einem schrittweise zu ers zubeuten und auszusaugen, und nachdrücklicher Schutz die weitgehendste Forderung der Demokraten als Vorschlag we ternden politischen Wahlrechte der Menschheit ein wirk von Seiten des Staates, um das einmal auf diese aus dem Munde ihres eigenen hochtonservativen Minister- licher Dienst geleistet werden könnte. Um die Freiheit zu Weise Erbeutete dem Eigenthümer zu erhalten. Der Staat präsidenten zu hören. Zum ersten Male seit zwölf Jahren retten," schloß er mit Emphase und unter dem Beifallsgejubel als Tages- und Nachtwächter, das ist ihre Idee. Es ist ja irat eine Spaltung in dieser höchsten Regierungsbehörde seiner liberalen Kollegen, stimmen wir gegen ein scheinbar richtig, daß eine Anzahl Menschen für einen also gearteten in: Kriegsminister, Kultusminister und Handelsminister freiheitliches Gesetz." Etaat schwärmen; der größten Anzahl der Staatsangehörigen stimmten entschieden gegen diese Reform und reichten, als Nicht umsonst war dieses Stichwort gefallen! Um die möchte er nicht gefallen, und ich jedenfalls möchte einen sie sich überstimmt sahen, ihre Entlassung ein. Der Minister Freiheit zu retten, stimmten die wackeren Liberalen Mann folchen Staat auch nicht regieren. Das einzige Mittel, präsident ließ sich dadurch nicht irre machen; er berief einen für Mann gegen dieses ihnen allzu freifinnige Wahlgesetz, gegen eine solche Bourgeoisherrschaft, die mir jetzt schon bürgerlichen Oberst an die Spitze des Kriegsministeriums, welches mit großer Majorität verworfen wurde. Am selben felbft die Beamtenwelt und das Offizierkorps anfrißt, ist veranlaßte den Finanzminister, das Handelsministerium einst Tage reichte das Gesammtministerium seine Entlassung ein. die Rückkehr zum Absolutismus oder die Berufung an die weilen mit zu übernehmen, und ließ den sehr loyalen Der Monarch wollte die altbewährten Räthe nicht Gesammtmasse der Landesbevölkerung: und da mir Ersteres Kultusminister durch den Monarchen selbst veranlassen, sein missen und weigerte sich, die Entlassung anzunehmen. Herr in unserer Zeit nun einmal nicht mehr möglich Entlassungsgesuch wieder zurücknehmen. von Hohenhausen aber erklärte, mit einer solchen Kammer scheint, so Beispiellos aber war die Sensation, welche die Vorlage nicht ferner regieren zu können, er würde nur in zwei Fällen werden wir es einmal mit Letzterem versuchen müssen. Das allgemeine gleiche und direkte des neuen Wahlgesetes in der Kammer hervorrief. Die Libe- fein schwieriges Amt behalten: entweder nämlich, wenn Wahlrecht mit geheimer Abstimmung ist zwar ein Kindralen sahen die ihnen gelegte Falle mit offenen Augen, aber sie ohne Berfassung weiter regiert oder das allgemeine der echten Demokratie, aber wenn ich nicht Aristokrat fühlten auch, daß sie dadurch in eine entschiedene Bwangslage Wahlrecht oftroyirt würde; er würde in beiden Fällen die Das Gesetz annehmen, hieß das Ende Verantwortung übernehmen, wolle aber zu keinem dieser wäre, würde ich ganz unbedingt Demokrat sein, es liegt gedrängt wurden. unbedingt mehr Verstand in der Demokratie, mehr Konse- ihrer Herrschaft beschließen, während ein Ablehnen nicht beiden Mittel rathen. Der Staatsrath berieth die halbe Nacht hindurch, quenz und selbst etwas Poesie. In der Herrschaft der nur die Demokratie, sondern selbst einen Theil der fortliberalen Bourgeois aber liegt weder Berstand noch Freiheit, geschritteneren Liberalen gegen sie in Harnisch gebracht hätte. während die Aufregung in der Stadt, vermehrt durch das noch Poesie, da liegt nur die Heilighaltung des Geldsacks, Die liberale Partei hielt wegen dieser Angelegenheit eine Umbertreiben brotloser Arbeiter und durch bezahlte und die Sucht nach Profit unter allen Umständen und höchstens Anzahl geheimer Berathungen. Worauf diese hinausliefen, berauschte Pöbelmassen, die nächtliche Ruhe zn feiner Zeit die Vernunft der baaren Zahlung. Ich kann den Staat fonnte man aus Artikeln der„ Allgem. Beitung" herausmerten, eintreten ließ. unter meiner Leitung nicht mehr versumpfen lassen. Das welche fort und fort auf's Nachdrücklichste zu beweisen beallgemeine Wahlrecht muß unser Staatsleben verjüngen, müht war, daß durch das allgemeine Wahlrecht nur den fonft gehen wir im Kliquenwesen der Vermoderung entgegen." Intriguen der Konservativen und dem Einfluß der Regierung ( Fortsetzung folgt.) Für den Inhalt der Juferate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 22. Mai 1892: Bur Erinnerung an die Gründung der Unserm Genoffen und Statbruder Achtung! Maler adtung! Feen- Palast, Burg- und St. Wolfgangstraßen- Ecke. Hermann Brandt(„ Der Dicke") zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnern von Friedrichsberg u. Umg. Schweiz wackelt. des Hoch, daß die ganze Lübbener Hiermit lade ich die Kollegen zur 756 Morgensprache am Sonntag früh 7 Uhr, Die Genossen vom Skatklub Grand, hier, Restaurant Lange, Wartenbergstraße 68, ergebenst ein. Der Zweck wird bei der Zusammenkunft bekannt gemacht. Wilh. Poch, 473/5 Friedrich- Karlstr. 29. General- Versammlung des Lese- u. Diskutirklubs ,, Süd- Ost", Donnerstag, den 19. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokal des Hrn. Tolksdorf, Görligerstraße Nr. 58. Tagesordnung: Vortrag des Gen. Metzner. Dis tussion, Statutenänderung und VerDonnerstag, den 19. Mai. Opernhaus. Mignon. Schauspielhaus. Das heilige Lachen. Berliner Theater. Othello. Leffing- Theater. Die Großstadtluft. Residenz- Theater. Firma Rondinot. Friedrich- Wilhelmäädt. Theater. schiedenes. Das Sonntagskind. Wallner- Theater. Reine Vorstellung. Thomas- Theater. Die Ulanen. Adolph Ern- Theater. Fräulein Feldwebel. Bellealliance- Theater. Der Günst Kroll's Theater. Die Hochzeit des ling. Figaro. Um zahlreiches Erscheinen der Mit glieder ersucht Der Vorstand. 766 Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. H. 29 u. 89), Filiale Berlin 1. Versammlung Oftend- Theater. Medea. Sonnabend, den 21. Mai, Abends Feenpalant. Spezialitäten- Vorstellung. 82 Uhr, Lichterfelderstr. 8 bei Winter. Winter- Garten. Spezialitäten- VorTages- Ordnung: stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. American Theater. Spezialitäten: Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spe zialitäten- Vorstellung. Castan's Panoptikum. Grosse Ausstellung. Zahlreiche Novitäten. 1. Rassenbericht. 2. Aufstellung der Randidaten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. 736 Der Bevollmächtigte. Zentral- Kranken- u. Sterbefasse der Tischler u. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin C. Sonntag, den 22. Mai 1892, Vormittags 1012 Uhr: Mitgliederversammlung im Etablissement ,, Königshof", Bülowstraße 37. Tages Ordnung: 1. Magneta Galatea. Berathung über das Weiterbeſtehen BOO Schreckenskammer. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. PassagePanopticum. Mann der Kasse. 2. Anträge zur GeneralVersammlung. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in der Versammlung zu erscheinen. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Bu zahlreichem und pünktlichem Besuch 308/14 ladet ein Die Ortsverwaltung. Fachverein der Tischler. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Arbeitsnachweis Sonntags geSchlofen bleibt. Die Ausgabe der Bücher erfolgt dafür Freitags, Abends bis 1/29 Uhr. Ferner findet am Himmelfahrtstage eine Herren- Partie nach Schmöhwih statt. Bis Grünau mit der Bahn. Abfahrtszeit: Schlesischer Treffpunkt Berliner Töpfer- Organisation im Jahre 1882 veranstaltet vom Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Löpfer Berlins und Umgegend unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Sängerchor der Töpfer ( Mitglied des Arbeiter Sängerbundes) Dirigent: Herr C. Bieber Konzert und Ball unter Leitung des Herrn G. Schonert. Festrede. Lebende Bilder. Bahnhof 6 Uhr 21 Min., Görliger Musik ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Berufsmusiker Bahnhof 6 Uhr 35 Min. im Grünauer Boltsgarten, dort wird bis 1/29 Uhr auf Nachzügler gewartet. Sodann zu Fuß nach Schmöckwitz, Restaurant, Seglerschlößchen". Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 412/17 Steppdecken!! größte Auswahl!! am billigsten in Emil Lefèvre's Fabrik, Berlin, Oranienstr. 158.[ 1820L mit kleinen 1 Boften Schlafdeden Flecken reinm. Stück 4, 6, 8 und 10 Mart. Werth das Doppelte!! Illustr. Preisliste gratis u. franko. Freund der Hausfrau! Karol Weil's pulverisirt. Seifen- Extrakt. Große Ersparnis an Arbeit, Beit und Geld! Ein 20 Pf.- Packet Karol Weil's SeifenExtrakt, gelöst in 12 Liter fochendem Waffer, giebt 32 Pfund schöne weiche weiße Seife von vorzügl. Waschkraft. Käuflich überall.[ 23331. Anfang präzise 6 Uhr. Einlaßkarten, für Herren( inkl. Tang) 50 Pf., für Damen 30 Vf., find auf allen Bahlstellen des Vereins sowie im Arbeitsnachweis, Gipsstraße 3, zu haben. Abendkasse findet nicht statt. Hierzu ladet alle Kollegen und Genossen von Nah und Fern ein Der Vorstand. Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend.. Vereins- Versammlung am Sonntag, den 22. Mai 1892, Vormittags 10 Uhr, beim Stadtverordneten Herrn Otto Klein, Schönleinstraße 6. Tages Ordnung: 173/18 1. Bereinsangelegenheiten. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Berschiedenes. Gäste sind herzlich willkommen. Der Vorstand. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Außerordentliche General- Versammlung Montag, den 30. Mai, Abends 8 Uhr, Brauerei Bötzow vor dem Prenzlauer Thor. Tages- Ordnung: 1. Die Erweiterung der Bäckerei. 2. Ausgabe der Statuten. 3. Berschiedenes. Die Mitgliedskarte resp. der Antheilschein legitimirt. 95/15 Der Aufsichtsrath. J. A.: H. Grashold, Vorsitzender, Prenzlauer Allee 222. Achtung! mit Steinkopf Berlagsbuchhandlung des Vorwärts" Gerlang- Verein Glück zu". Pigmy v. Stanley- Zwergvolk. 10-1 5-9 Uhr. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. In unserem Verlage erschien soeben:] glie: Gr. Konzert, Theater Krankenversicherungs- Gesetz und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Gratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Konzert mit humoristisch. Vorträgen. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch sowie 6 Billards, 3 Regel bahnen und 2 Sale. F. Sodtke. Welt- Restaurant Dresdenerstr. 97. Heute und folgende Lage: Auftreten der 1. bayr. Jodler, Konzertfänger vom 15. Juni 1883. In der Fassung der Novelle vom 10. April 1892. Mit erläuternden Anmerkungen, einem Anhange, enthaltend die Krankenversicherung der in land- und fortwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, das Gesetz über die ringeschriebenen Hilfskaffen, und alphabetischem Sachregister. 285 Seiten Taschenformat elegant fartonnirt. Preis 1,20 Mark. Die Brauchbarkeit und Nützlichkeit unseres rankenversicherungsGesetzes" wird dadurch erhöht, daß es sich hier um teine Tertausgabe handelt, daß vielmehr jeder Paragraph in gemeinverständlicher Weise kommentirt ist. 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Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Tabake. Rippentabat 2 Pfd. 60 Pig. 1785 L H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Schlafft. z. v. Cremmenerstr. 6 b. Jopp Schlafft. f. 1 Genoff. Manteuffelstr. 50 Günther, vorn IV. Arbeitsmarkt. Einen Schloffer suchen 5866 71 b Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10. Kensberg& Ulbrich, Lothringerstr. 48, Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 116. Handwerker und Kleinbauer in Mecklenburg- Strelit. Donnerstag, den 19. Mai 1892. 9. Jahrg. Parteinachrichten. Das Land würde, wenn regelrecht mit allen Mitteln bewirthschaftet, welche die fortschreitende Wissenschaft bietet, bedeutend mehr hervorbringen; auch könnte ein viel größerer und In Torgau fand am 16. Mai eine öffentliche Volksverbefferer Viehstand gehalten werden. So aber nährt sich der sammlung statt, welche vom Vertrauensmann Franz Kerstenhau E. M. Mecklenburg- Streliß ist durch seine Landwirthschaft Nachbar noch schlechter geht. Sein Besigthum steigt dabei von Wurzen i. S. über das Thema: Reichstag und ArbeiterBauer nur fümmerlich darauf und freut sich, wenn es seinem eröffnet wurde, und in der Genosse Adolf Thiele aus ein reiches Land. Der ganze Reichthum Millionen jährlichen Einkommens ist jedoch im Besitz einiger mehr Abgaben soll er geben. - und er zählt nach Jahr zu Jahr im Preise und je höher es steigt, desto bewegung" sprach. Ueberzeugend legte der Referent den zirka Weniger, die, anstatt ihn für die Ausbildung und Pflege der Pro- meist auch schon andern Berufszweigen zu. Nur der älteste internationale Sozialdemokratie fähig ist, die Lage der Arbeiter Die Söhne wenden sich 200 versammelten Arbeitern dar, daß nur einzig und allein die duzirenden, oder wenigstens für Verbesserung der Produkte und bleibt zu Hause als Knecht ohne Lohn und wartet gleichfalls wie zu verbessern und der Menschheit Frieden und Wohlfahrt zu ver Produktionsmittel zu verwenden, ihn entweder in dulci jubilo ber Gohn des Handwerkers auf den Tod oder die Abbankung des zu vete, verprassen oder unnöthig aufstapeln, es den Bächtern und Bauern Baters. Will nun der Sohn das Grundstück übernehmen, so wird bewies, wie sehr er den Zuhörern aus der Seele gesprochen schaffen. Der stürmische Beifall, welchen der Redner erntete, überlassend, sich selber und die Arbeiter zu ſchinden, um den dasselbe abgeschätzt, weil baares Geld selten vorhanden ist, oft hatte. In der Diskussion wurde von mehreren Genossen im AnBachtzins herauszuschlagen. Wenn die Großgrundbesitzer ihre lasten Schulden darauf; den Eltern, falls sie noch leben, wird schluß an den Vortrag empfohlen, zur weiteren Ausbreitung Bedarfsartikel noch im Lande anfertigen ließen, so hätte der ein Altentheil ausgesetzt und seinen Geschwistern muß der älteste unsrer Ideen im Torgau- Liebenwerda'er Wahlkreise Arbeiterfleinere und mittlere Bürgerstand noch eine beffere Existenz, Sohn entweder ihr Theil ausbezahlen oder entsprechend verzinsen. Bildungs- und Wahlvereine zu gründen. Man beschloß darauf obwohl der ökonomische Zusammenbruch des letteren nur findet er feine Frau, einige Jahre länger aufgehalten würde; so aber beziehen die hat als er auszahlen muß, und deren giebt es nicht allzu viele, umgegend und das Bureau wurde mit der Ausarbeitung des Die ein so großes Vermögen die Gründung eines Arbeiter- Bildungsvereins für Torgau und Großgrundbesizer ihre Bedürfnisse von auswärts, weil sie die- so fängt er gleich mit einer bedeutenden Schuldenlaft an, die zu Statuts beauftragt. Es meldeten sich sofort 69 Theilnehmer der selben aus erster Hand bedeutend besser und billiger bekommen. verzinsen ihn schon Mühe genug kostet, geschweige denn, daß er Bersammlung zu Mitgliedern. Genosse Thiele versprach, bei der Das wirkt auf den Handwerkerstand doppel deprimirend, einer- das Kapital zurückzahlen könnte. Hilfsleute tann er sich wegen definitiven Gründung des Vereins wieder einen Vortrag zu halten feits in finanzieller Hinsicht, andererseits technisch, denn seine Geldmangels nicht halten und so muß er denn das Feld allein und zwar über: Leistungsfähigteit betreffs der Qualität wird weder heraus bestellen. In einer bestimmten Zeit soll aber die Arbeit gethan welches Versprechen jubelnd aufgenommen wurde. Nach einem 3weck und Thätigkeit der Arbeiterinnen", gefordert noch unterstützt. Auch den Konsum des kleinen Besizers, sein und oft wird sie noch durch die Witterung verzögert. Infolge Schlußwort des Referenten und einem Hoch auf die Sozialsowie der Tagelöhner, Knechte und Mägde, zieht die Großindustrie dessen wird denn darauf losgearbeitet, meist noch mit vorsintfluth- demokratie, in welches die Arbeiter begeistert einstimmten, wurde nach und nach an sich. Früher gingen die Leute des Sonntags zur lichem schlechtem Handwertszeug. Daß eine solche Arbeit nur sehr die Versammlung mit dem Gefang der Marseillaise geschlossen. Stadt und nahmen die Waare vom Handwerker und Krämer. Zur mangelhaft ausfallen tann, liegt auf der Hand. Ein der Größe des Zeit der Messen und Märkte namentlich im Herbst war in den Grundstücks entsprechender Viehstand ist selten vorhanden und so fehlt Städten ein reges Leben. Da hatte der Bauer frisches Geld, es an Dung. Neue Saaten kann er sich ebenfalls nicht verschaffen, es Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn, die Tagelöhner ver- wird die eingeerntete Frucht wieder zur Saat verwendet und der Genosse Kubach, welcher im Gefängniß zu Dorsten feine Ins Hospital überführt wurde am 14. d. M. tauften Schweine und Gänse und das meiste Geld davon ging dadurch die Qualität der Frucht von Jahr zu Jahr verschlechtert, ihm wegen Breßvergehen zudiktirten Strafen büßte. Er war zum Krämer und Handwerker in die Stadt, da wurden die Wenn man dann im Sommer über so ein Feld geht, so tommt schon vor seiner Inhaftirung lungenleidend, und die Annehm Schulden, die man den Sommer hindurch gemacht, bezahlt und Ginem der Jammer ins Herz. Statt wogende Kornfelder an sehen, lichkeiten" des Gefängnisses haben dazu beigetragen, seinen Bu manches Stück, worauf man sonst verzichtet, angeschafft. erblickt man oft fümmerliche Saaten, die mit dem überhand- stand zu verschlimmern. Dabei ist die Behandlung, welche den Der Krämer fonnte wieder den Großhändler bezahlen nehmenden Unkraut den Kampf um's Dasein tämpfen. Kommt politischen Gefangenen in jenem Gefängniß zu Theil wird, und der Handwerker schaffte sich neues Rohmaterial an. nun die Zeit der Reife, so hat das Unkraut den Platz gegenüber derjenigen in mancher anderen derartigen Anstalt eine Andere Zeiten und Verhältnisse sind jetzt ins Land gekommen. behauptet und die Frucht ist zurückgeblieben. Der Besitzer fehr gute. Ter Landbewohner braucht nicht mehr zur Stadt, die Hausirer aber steht rathlos da und glaubt möglicherweise, das Land sei zu Fuß und zu Wagen bringen ihm Alles, was verlangt wird, ihm behert", wo doch nur die schlechte Saat und mangelhafte ins Haus. Aber auch diese entnehmen die Waaren möglichst in Bearbeitung schuld find. Ist die Zeit der Ernte da, kommt auch großen Städten oder lassen sie sich nachschicken, weil sie diefelben das alte Leiden wieder. Wären genügend Arbeitskräfte vorDort billiger erhalten. Auch die Gefängnißarbeit spielt bei der handen, so tönnte alles sehr gut eingeerntet werden und man Herkunft der Waaren eine große Rolle. Die Konkurrenz sowie wäre nicht so abhängig von der Witterung. Der kleine Besizer Die geringe Kauffraft der Bevölkerung zwingt nun die Hausirer, ist aber wieder auf sich selber angewiesen und das Wenige, was ihre Waare um jeden Preis an den Mann zu bringen. So ver: bis dahin allen Gefahren entgangen, verdirbt oft noch jetzt zum Taufen sie die fertige Waare billiger als den Handwerker das großen Theil, weil es nicht zur rechten Zeit eingeheimst werden Rohmaterial foftet, wodurch eine erfolgreiche Konkurrenz seitens fann. der Handwerker von vornherein ausgeschlossen ist. Die es dennoch versuchen, betrügen entweder sich selbst oder den Liefe: ranten des Rohmaterials, in beiden Fällen ist es schließlich ihr eigener Schade. Das einzige, was die Handwerker noch kurze Zeit aufrecht erhält, ist, daß sie alle etwas Land besigen, entweder als Eigenthum oder in Bacht, worauf sie ihre Kartoffeln bauen und etwas Korn, um ein Schwein damit zu füttern. Auch haben die meisten 1-2 Biegen, welche die Milch liefern. " Polizeiliches, Gerichtliches. Lokales: decker- Meister Berlins erhalten wir folgende Bufchrift: Von der Jnnung der Dach, Schiefer und Ziegel. Durch die Zeitungen ging vor einigen Tagen eine Bes Scheunenraum nicht alles sassen, so bleibt ber Rest, der schon wisses Gruseln, bei Fachmännern aber uur ein ironisches Lächeln Ist nun die Ernte eine besonders günstige und kann der sprechung über Hängerüstungen, welche bei jedem Laien ein gedurch die Witterung start gelitten, draußen, wird in Mieten ge- hervor rief. Es ist wohl nicht Sache der guten Presse ängst setzt und dann in der Feuerkasse gut versichert. Auszudreschen liche Gemüther noch unnüß aufzuregen, sondern eher beruhigend würde es sich nicht der Mühe lohnen und so geht es denn häufig zu wirken, hätte Schreiber dieses Artikels sich verher informirt, genug in Flammen auf. Ist die Ernte überhaupt eine ungünstige fo würde er in anderer Weise über die fliegenden resp. Hänge und hat sie durch lang anhaltendes Regenwetter start gelitten, so rüstungen geschrieben haben. Wenn wir fachlich darauf geht fie oft ganz in Flammen auf, es wird der Drescherlohn ge- eingehen, so stellen wir zunächst fest, daß durchspart und der Besitzer steckt das Geld mühe- und skrupellos in die schnittlich zu diesen Hängerüstungen mindestens 600 Taue In ihrer Noth stüßen sie sich nun einestheils auf die Tasche oder schüttelt sich damit einige Gläubiger ab; daß die im Betriebe sind, mit diesen 600 Tauen sind ca. Tonservative Partei, anderntheils, und das ist die Mehrheit, auf menschliche Gesellschaft darunter zu leiden hat, macht ihm weiter feine 4000 Quadratmeter Façaden berüstet. Hierauf sind beschäftigt den Freisiun. Beide Parteien haben ihnen Hilfe versprochen. Schmerzen. Was alles durch diesen Kleinbetrieb verschwendet ca. 600 Mann, welche theils aus Dachdeckern, Maurern, Malern Daß die Sozialdemokratie die einzige Rettung ist, an diesen Ge- wird und umkommt, übersteigt noch dasjenige, was die besitzende und Anstreichern bestehen; es verunglückten von diesen 600 Mann danken wollen sich die Handwerker nicht gewöhnen. Die Sozial- Klasse vergeudet. im Jahre 1889 6 Mann, davon 4 Mann derart leicht, daß sie demokraten sollen ja„ theilen" wollen und noch rechnen sich die Der eigentliche Landarbeiterstand ist nun zwar ökonomisch reif fofort weiter arbeiten fonnten, einer nach dreitägiger Krankheit Handwerker zu den Besitzenden. So lange als sie noch etwas zu für die Sozialdemokratie, aber es fehlt ihm die Organisation und und einer nach einwöchentlicher Krankheit; im Jahre 1890 ververlieren haben und wäre es auch nur ein von der Urgroßmutter der Unterricht, auch ist er von seinem Brotherrn dem Agrarier unglückten 4 Leute, hiervon arbeiten sofort 3 Mann weiter, einer geerbter Roffer oder vom Urgroßvater geerbtes Felleisen, so lange vollständig abhängig in geistiger sowohl wie in leiblicher Be- nach achttägiger Schonung; im Jahre 1891 find 6 Mann ver find fie in ihrer Einbildung immer noch, Besitzende". Die Sozialdemo- ziehung. Infolge dessen wird die Ausbeutung durch die unglückt, von denen 4 Mann sofort weiter arbeiteten, einer nach fraten sprechen ja immer nur von der besiglosen bezw. Arbeiter: Agrarier weit intensiver betrieben, als durch die Kohlen- vierwöchentlicher, einer nach sechswöchentlicher Schonung. Fast tlaffe, die Handwerker aber haben alle ihr Handwerk gelernt barone und Schlotjunker; denn in den Kohlen- und sämmtliche Unfälle sind darauf zurückzuführen, daß Fälle eingetreten und sind keine Arbeiter". Industriebezirken haben sich die Arbeiter wenigstens zum Theil find, welche wie bei jedem Unglücksfall unvorhergesehen waren. UnMit Riesenschritten jedoch kommt die Zeit heran, da die schon organisirt und können den Unternehmern einigermaßen glücksfälle passiren, wie bekannt, in jedem Betriebe und wenn selbständigen Handwerker Fabritarbeiter und die kleinen Acker- entgegentreten, das ist hier anders; wenn wirklich einmal ein dieser auch noch so gefahrlos erscheint. So ist z. B. der Prozentsaz besitzer Tagelöhner sein werden. Sie sträuben sich natürlich mit räubiges Schaf" mit unterläuft, so bleibt es doch nicht lange der Gefahrentlaffe der Steinsetzer ein doppelt höherer als bei den aller Gewalt und wollen es sich nicht eingestehen, daß der verborgen und wird so lange chifanirt, bis es der Heimath den Dachdeckern, trotzdem dieselben nicht vom Gerüst fallen können". Bankrott vor der Thür ist; statt sich durch Anschluß an die Sozial- Rücken tehrt. Wenn man ferner berechnet, daß nicht der dritte Theil der Leute demokratie selber zu helfen, erwarten sie die Hilfe von Leuten, die Der Leib des Arbeiters wird zwar noch leidlich gepflegt, der auf anderen feststehenden Rüstungen arbeiten und trotzdem weder helfen können noch wollen. Macht- und rathlos sieht ein Geist dagegen grauenhaft vernachlässigt. Ob aber gleich die Schule mehr und schwerere Unglücksfälle sich ereignen, so fann folcher Bürger das Verderben herannahen. Das Geschäft ist von Jahr hier noch nicht von der Vormundschaft der Kirche befreit ist und man wohl behaupten, daß die Hängerüftung praktischer zu Jahr rückwärts gegangen. Seine Söhne haben, um der selbst den bescheidensten Anforderungen nicht genügt, herrscht und ungefährlicher als jede andere ist; natürlich ge Ralamität zu entgehen, fleine Beamtenstellen genommen, kommen doch schon ein anderer Geist als früher unter den Leuten. Und hört hierzu eine Vorbildung und Fachkenntniß. Ebenso aber mit dem färglichen Gehalt schlecht aus und hätten noch obwohl kein Mittel unversucht bleibt, diesen zu unterdrücken, es wie der Seemann seine Tafelage und Tauwerk tennen gerne von daheim Zuschuß. Der älteste Sohn hat vielleicht das ist Alles vergeblich. Sei es, daß die Arbeiter infolge des Um- und prüfen muß, so muß dies hier beim Dachdecker der Fall sein. Handwerk des Baters gelernt, weil aber Vater und Mutter noch gangs mit den Maschinen, die sie bedienen müffen, zum Nach- Leider sind in diesem Jahre mehr Unfälle nachzuweisen, als in rüftig sind, darf er nicht heirathen, obgleich er das kanonische Denken angeregt werden, oder sei es, daß vielleicht die fremden den früheren und beschränken sich diese auf einzelne GewerbeAlter längst überschritten. Würde er sich selbst etabliren, dann Arbeiter, die zur Erntezeit aus allen Ecken und Enden treibende, welche nicht genügenden Werth auf die mache er seinem Vater Konkurrenz; so arbeitet er denn zu Hause hierher zusammen getrommelt werden, ein Körnchen So- Verwendung guten Rüstungs- Materials legen. als Gefelle ohne Lohn, nur daß er an Sonn- und Festtagen zialismus hängen lassen, welches dann dann an den langen Andererseits ist festgestellt, daß in vielen Geschäften, welche weit Taschengeld erhält, und wartet auf diese Weise, bis der Winterabenden seine Frucht trug; oder sigt dieser Geist bakterien- über die Dauer von 25 Jahren bestehen und bei denen Vater mit Tode abgeht. Um die Töchter steht es noch trauriger. gleich in der Luft und wird von Jedem mit dem Sauerstoff ein- zeitweise im Jahre bei bei jedem Einzelnen 30-40 Taue Als Dienstmädchen fönnen sie doch nicht gehen", auch haben sie geathmet und verarbeitet nehmen wir an, alles dies wirkte im Betriebe sind, zu denen sich auch Unterzeichneter es ja„ Gott sei Dant nicht nöthig", fich für andere Leute zu zusammen. Thatsache ist, der Geist steckt einmal in den rechnet, in den in den langen Jahren feine, respektive nur plagen. Sie werden vielleicht 1/ 2-1 Jahr zu einer Pastoren- Köpfen drin. vereinzelte geringe Unfälle zu verzeichnen gewesen sind. Eine oder Gutspächter- Familie geschickt, um den Haushalt resp. das Und da faselt die konservative Partei noch von Wild- dahin gehende Eingabe hat unterzeichnete Jnnung an das tgl. Kochen zu lernen. Die Pastoren und Gutspächter sparen da- schadenfrage und Verfassung, als ob davon das Heil der Polizeipräsidium gerichtet, daß von unfähigen( ungeprüften) Leuten durch das Mädchenlohn und bekommen in den meisten Fällen noch Menschheit abhängig wäre! Sie meint, wenn fie derartige Rüstungen, welche eine genaue Fachkenntniß erforderten, Geld dazu. Ist die Lehrzeit aus, so kehren die Töchter ins elterliche dem Plebs den Knochen Wildschaden und Verfassung hin- in unsachgemäßer Weise angebracht und in Betrieb gesetzt Haus zurück und warten auf einen Mann, der sie ernähren wirft, so werde derselbe darüber herfallen und vergessen, daß der werden, und in welcher die Junung sich erbietet, den Polizeiorganen foll. Inzwischen beschäftigen sie sich mit Stickerei und Häkel- Knochen aus einem fetten Braten herausgelöst ist, den sie( die geeignete Fachmänner zur Prüfung resp. Untersuchung der in arbeiten, Arbeiten, die gar keinen anderen Zweck haben, als Zeit fonfervative Partei) derweil in aller Ruhe und Gemächlichkeit Betrieb zu nehmenden Rüstung zur Verfügung zu stellen. Was und Material zu vergeuden; und der Vater muß das Geld dazu verfpeisen kann, während sie sich über die Dummheit und Leicht den Wortlaut der Besprechung selbst anbetrifft, so wird die hergeben. gläubigkeit des Volfes amüsirt und ihre Gloffen reißt. Gefährlichkeit der Hängerüstungen hervorgehoben, wenn Beschäftigen sie sich wirklich einmal mit einer nützlichen Ar- Wen die Götter perderben wollen, den schlagen fie mit man berechnet, daß die sogenannten Fahrtaue 5 fach durch die beit, wie z. B. Schneiderei, so machen sie nur denjenigen, die Blindheit. Nicht um einen Knochen fämpfen wir, den überlassen Rollen laufen und jeder Strang bei gleichmäßiger Belastung solche Arbeit als Broterwerb betreiben müssen, unliebsame Kon- wir den Bedientenseelen. Nein, wir wollen gleiches Recht, gleiche 30 3tr. beträgt, so ist man im Stande, dieses 5 fach laufende furrenz und drücken den Arbeitslohn, indem sie, weil nur für ein Lebensbedingungen für Alle. Nicht mehr wollen wir die Arbeit Tau mit mindestens 100-150 3tr. zu belasten. In Wirklichkeit leines Taschengeld arbeitend, die Arbeiten bedeutend billiger und Noth für uns und unsere Kinder, das Nichtsthun wird es nur mit 3-4 3tr. belastet. Was die Dachböcke anherstellen als jene, denn Wohnung, Kost und Kleidung bekommen aber und die Schwelgerei für die konservativen frommen Seelen. betrifft, welche meistens aus schwachen Holzspreizen bestehen fie im elterlichen Hause. Der Verdienst aber wird fast immer Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht effen, rufen wir Euch sollen, so ist dies einfach„ Nonsens". Schreiber qu. Artikels fann wieder für Putz und Modethorheiten verschwendet. zu, Ihr habt uns das in der Schule lehren lassen und unseren nicht den Nachweis führen, daß an einer einzigen Stelle der= " Unter folchen Umständen ist es den Eltern nicht zu ver- Kindern wird's noch gelehrt; aber noch haben wir nicht viel artige wie von ihm beschriebene Böcke aufgestellt sind, denken, wenn sie alles Mögliche versuchen, die Töchter an den davon gehört oder gesehen, daß gerade diejenigen, von denen denn ehe ich dies hier an dieser Stelle behaupte, habe Mann zu bringen. Aber die meisten Herren sind nicht in der diese Lehre ausgeht und unterstützt wird, sich mit einer nüglichen ich sämmtliche im Betriebe befindliche Rüstungen inspizirt Lage, heirathen zu können, und ein Arbeiter fann ein solches Arbeit beschäftigen, es sei denn, daß sie die Frucht der Arbeit und nirgends ungeeignete Dachböcke vorgefunden. Die Mädchen nicht zur Frau gebrauchen. Nur in den seltensten Anderer einheimsen, und selbst dazu rühren sie oft genug noch Konstruktion der Dachböcke näher zu beschreiben würde wohl Fällen würde das Mädchen auch wohl einen Arbeiter nehmen, feine Hand, sondern halten sich ihre Bedienten, welche dafür etwas hier zu weit führen und auch dem Laien unverständ denn es macht gewöhnlich Ansprüche, die ein Arbeiter nicht er- befferes Futter, aber auch miserable Behandlung erhalten. lich bleiben, jedenfalls steht fest, daß dieselben durch Eisentheile füllen fann. Schon jetzt übersteigt die Zahl der heirathsfähigen Noch aber hat diese Partei die Macht und Gewalt und sie derartige Festigkeit haben, daß sie voll und ganz ihren Zweck weiblichen um mehr als das doppelte diejenigen der männlichen gebraucht dieselbe schonungs- und erbarmungslos. Um dieser erfüllen, und noch nie sind Dachböcke, Ausleger zc. durch Be Personen. Und eine große Zahl dieser Weiber rührt für ihren Macht eine stärkere entgegenzusehen, müssen wir uns organisiren lastung gebrochen. Der Verfasser qu. Artikels bestreitet ferner, Unterhalt auch nicht die Hand. Die häuslichen Arbeiten fann und durch Wort und Schrift Aufklärung unter die Menge bringen, daß der beaufsichtigende und leitende Sachverständige dauernd die Mutter allein besorgen und was mit den sogenannten Hand. damit sie nicht mehr wie bisher ihre eigenen Feinde unterstützt. anwesend sein fann. Das tgl. Polizeipräsidium erläßt nicht arbeiten verdient wird, ist weiter oben schon erörtert. Der Einzelne muß unterliegen, nur die Einigkeit Aller bringt uns Verordnungen in ber Weise, wie sie sich vielleicht der Herr Referent vorstellt; ohne zu prüfen, ob dieselben durchführbar sind, sondern nur nachdem die Organe desselben sorgfältig untersucht und mit Fachmännern eingehend die Sache berathen haben. Es ist diese Verordnung nicht allein durchführbar, sondern wird auch durch geführt, nur mit dem Unterschiede, daß der betraute Sachverständige aus einem geprüften mit Hängerüstungen betrauten Wahrlich der zukünftigen Gesellschaft fällt als Konkurs- den Sieg. verwalterin der jezigen noch ein schweres Stück Arbeit zu und wenn haben wird, hinterläßt sie nichts als Schulden. Wie dem Handwerker geht es auch dem Bauer und Ackerbefizer, sie verschwenden die Arbeit und das Land. Dachdeckergesellen besteht und nicht, wie angenommen wird, aus 12. Straffammer des Landgerichts II zur öffentlichen Verhandlung einem Maurer oder Zimmermann. Weder Bau-, Maurer- noch fommen. Die Anklage lautet auf einfachen Bankrott und etwa Bimmermeister führen solche Hängerüstungen, sondern dieselben hundert Unterschlagungen. Die unterschlagenen Depots betragen find nur im Betriebe von Dachdeckermeistern. über eine halbe Million Mart. Indem unterzeichnete Jnnung bittet, im Interesse der öffentlichen Meinung diese Zeilen in Ihr geschäßtes Blatt aufzunehmen, zeichne mit vorzüglicher Hochachtung ganz ergebenst Innung der Dach, Schiefer- und Ziegeldeckermeister Berlins. A. E. H. Keller, Obermeister. Die Dachdecker Jnnung hat eine schöne Meinung von den Aufgaben der guten Preffe; diese soll nicht Mißstände aufbecken, um nicht die Gemüther unnütz" aufzuregen, sondern sie hübsch unterdrücken und so lange beruhigend" wirken, bis die Mißstände sich durch keine Kunst der Presse mehr verhüllen lassen. Daß aber die von der Presse gemachten Mittheilungen nicht aus der Luft gegriffen sind, gesteht die Zuschrist selbst ein. Sie spricht ja selbst von den vermehrten Unfällen in diesem Jahre und legt diefelben Gewerbetreibenden zur Last, welche nicht genügenden Werth auf die Verwendung guten Rüstungsmaterials Tegen." Die Dachdecker- Innung thut besser, dafür zu sorgen, daß Derartige Ereignisse nicht mehr vorkommen, statt unnüße" Beruhigungsartitel an die Presse zu richten. " Sachen Der Maurer Frit Mochow gerieth Dienstag Abend in einem Zofale in der Dresdenerstraße mit seiner sogenannten Braut in Streit, weil dieselbe ihm nicht das nöthige Taschengeld geben konnte. Auf der Straße versette er dem Mädchen so wuchtige Hiebe mit einem Knüttel, daß dieselbe laut um Hilfe schreiend niger Berbreitung anarchistischer Schriften vorgenomme- fchädlich gemacht, wurde er von zwei Schußleuten aufgefordert, Bigarrenhändler Arndt, welcher von den vor einiger Zeit zusammenbrach. Nachdem das Publikum den rohen Patron un nen Verhaftungen mit betroffen wurde, ist am Mittwoch aus der mit zur Wache zu kommen. Mochow weigerte sich, indem er Haft entlassen worden. Er hat 152 Woche im Gefängniß ver- erklärte, es müßten erst Mehrere kommen. Nachdem er Hut und bringen müssen. Stulpen in die Taschen gesteckt, setzte er den Beamten energischen gelang es, den Grzedenten zu überwältigen und nach dem 29. BoWiderstand entgegen. Als drei weitere Schuhleute hinzutamen, lizeirevier am Luisen- Ufer zu bringen. Seine Braut, eine in Der Prinzenstraße 105 wohnende Prostituirte, steht derart unter der Herrschaft des Burschen, daß sie noch bat, ihren Frize nicht so hart bestrafen zu wollen. noffen haben die hiesigen Rechtsanwälte Wreschner I und Heine In dem Hochverraths. Prozesse gegen Gamien und Gedie Vertheidigung vor dem Reichsgericht übernommen. Auf dem Standsamt I in der Poststraße werden die in Berlin aufgefundenen Wasserleichen gebucht. Diese Einrichtung ist darauf zurückzuführen, daß man bei den aus dem Wasser aufgefischten Leichen nicht feststellen kann, wo der Tod erfolgt ist. im fistalischen Forste durch Feuer vernichtet worden. Die Ents Waldbrand. Bei Ostend ist ein Bestand von ca. 4 Morgen Ein Eisenbahnnnfall hat sich gestern( Mittwoch) Bor- stehungsurfache ist noch nicht ermittelt. mittag auf dem Lehrter Bahnhofe zugetragen. Als der PersonenLeichenfund. An der unteren Schleuse des Landwehrkanals, zug von Köln über Hannover um 10 Uhr 25 Minuten fahrplan- im Thiergarten, wurde vorgestern Vormittag die Leiche eines Mannes mäßig eingelaufen und von dem Publikum bereits verlassen aufgefischt. Der Todte, ein stattlicher Mann in den vierziger Von einer schweren Geschäftskrisis wird gegenwärtig worden war, wurde eine Rangirmaschine dazu benutzt, um die Jahren, mit blondem Haar und langem blonden Schnurrbart, das Uhrmachergewerbe beimgesucht. Ein nicht unbedeutender leeren Wagen zurückzuziehen. Hierbei entgleiste die Maschine war elegant gekleidet, die Hände in Glacehandschuhen, die Theil der Einnahmen eines Uhrmachers bestand bisher in dem auf der Weiche und riß noch mehrere Wagen nach sich. Die Wäsche mit U. W. gezeichnet. Sonst wurde bei dem Todten Verdienst, den er bei dem Verkaufe neuer Uhren machte, wobei Lokomotive ist an den Seiten und an den Buffern beschädigt nichts vorgefunden, was Ausschluß über seine Person hätte geben allerdings noch das Instandhalten und die Beseitigung kleiner worden, ein Wagen dritter Klasse hat Beschädigungen erlitten. föunen. Die Leiche wurde dem Schauhaufe überwiesen. Fehler während der Garantiezeit besorgt werden mußte. Seit Von dem Fahrpersonal ist Niemand zu Schaden gekommen. einigen Jahren aber hat sich ein beständiges Sinken der Preise für neue Uhren bemerkbar gemacht, so daß gerade kleinere UhrEine häßliche Familienszene hat sich vorgestern im Quer Berliner Hunde. Die Hundesperre ist aufgehoben. Von einem Ein allgemeines Freudengebell ertönt in den Reihen der macher, die einen bescheidenen Borrath an solchen Werfen auf gebäude des Grundstücks Neue Königstr. 24 abgespielt. Haus- feierlichen Umzuge durch die Stadt nahmen die Hunde Abstand, Lager hielten, wiederholt nach faum gemachtem Einkaufe schwer bewohner hörten aus der Wohnung des Färbers Klinkauf Hilfe: da ihnen hierzu die polizeiliche Genehmigung doch versagt worden geschädigt wurden, weil sie nicht im Stande waren zu dem rufe bringen und sahen, als sie dort eintraten, daß Klinkauf wäre. Dagegen wollen sie es sich nicht nehmen lassen, den großen billigen Preise zu verkaufen, wie der Konkurrent, der wenige bewegungslos, stöhnend und blutend auf dem Fußboden lag, Sohn des Reichskläffers von Friedrichsruhe, den Grafen Bill, Wochen nach ihnen seine Einkäufe besorgt hatte. Die während sein dreißigjähriger Sohn, der Kistenmacher Karl den Mann, von dem das große Wort stammt, daß die Ursache dieses rapiden Preisniederganges foll in einer be- Klinkauf, ein Beil in der Hand hatte und damit wie ein Wahn- Hundesperre tiefer empfunden werde, als das Sozialistengeset, deutenden Ueberproduktion der schweizer Uhrenfabriken zu suchen sinniger in den Küchentisch schlug. Nach Aussage des Vaters durch eine Deputation anschnuppern und zu Füßen des großen sein. Heute finden sich selbst bei niedrigsten Preisen im Publikum hat der Sohn, den er schon vorher wegen Mißhandlung zur An- Hundegönners ihre Devotion darbringen zu lassen. feine Käufer für neue Uhren und das Fabrikat ist vielfach ein zeige gebracht hatte, ihn dieserhalb zur Rede gestellt und mit den Gegenstand der Abzahlungsgeschäfte geworden, bei dem die weit- Worten:" Du Aas, Du mußt alle werden," mehrfach mit dem gehendsten Konzessionen an den Käufer gemacht werden. Diese Beil auf ihn eingeschlagen. Der Sohn stellt den Vorgang anders Art des Geschäftsbetriebes benachtheiligt aber auch die heimische dar. Er behauptet, sein Vater habe das Beil ergriffen, er habe Uhrmacherei. Die Instandhaltung der billig verkauften Uhren es ihm entrissen, bei dem Ringen sei sein Vater gefallen und erfordert Arbeitskräfte, die, weil sie Arbeit verrichten, die schon habe sich so die Verlegungen zugezogen. Der Sohn ist vermit dem Kaufpreise der Uhren bezahlt ist, von den Prinzipälen haftet worden und hat dabei den heftigsten Widerstand ge sehr niedrig gelöhnt werden. In Berlin treiben einige Ab- leistet. Die Verlegungen des Vaters scheinen nicht erheblich zahlungsgeschäfte den Uhrenhandel in solchem Umfange, daß sie zu sein. für die Instandhaltung der verkauften Uhren Werkstätten ein Polizeibericht. In der Nacht zum 17. d. M. fiel der Handelsmann Wachaucen im Hause Keibelstr. 6 von der nach seiner Wohnung führenden Kellertreppe und erlitt so schwere Verlegungen, daß er am darauffolgenden Tage Nachmittags vers starb. Am 17. d. M. Morgens stürzte ein obdachloser Kutscher auf dem Grundstück Köpnickerstr. 48-49 vom Heuboden, wo er genächtigt hatte, in den darunter befindlichen Stall hinab und erlitt außer einer Verlegung am Kopfe so schwere innere Ver gerichtet haben, in denen bis zu zehn Uhrmachergehilfen beschäftigt in Friedrichshagen. Dafelbst befindet sich in der See eine Frau todt aufgefunden. Nach Feststellung des Arztes ist die Ein großes Fener wüthete Dienstag gegen 10 Uhr Abends legungen, daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte. Vor dem Hause Tegelerstr. 53 wurde Abends find. Ueber die Löhnung dieser Gehilfen wird von denselben traße, an der Spree gelegen, die große Bootswerft von Bühne Frau infolge Berreißens eines Blutgefäßes am Bein verblutet. namentlich in kleineren Werkstätten geklagt. Es sollen einzelne Stellen mit einem Wochenlohn von 3 Wart neben freier Bein noch nicht aufgeklärter Weise und wurde durch den Wind seinen Bater in dessen Wohnung Neue Königstr. 24 mit einem mann. Es stehen dort große Segelboote. Das Feuer entstand Infolge eines Familienstreites versuchte der Arbeiter Klingauf töftigung dotirt sein. sehr begünstigt. Als die Friedrichshagener Feuerwehr unter Beile zu erschlagen und brachte ihm schwere Verlegungen am Die Absetzung eines evangelischen Geistlichen in Stutt- Leitung des Dr. Wallburg erschien, stand der nebenan gelegene Kopf und am Ellenbogen bei, so daß seine Ueberführung nach gart giebt der" Volischen Beitung" Anlaß, über Intoleranz der mit reichlichen Holzvorräthen versehene große Bimmerplag von dem Krankenhause am Friedrichshain nothwendig wurde. Kirchenbehörden einen Leitartikel zu widmen. Nun, die„ Vossische Magdeburgu. Lerche bereits in hellen Flammen. Durch Thäter ist verhaftet. In der Nacht zum 18. d. M. wurde ein Beitung" hat wohl am wenigsten Recht, sich hierüber zu be- den weit sichtbaren Schein am Himmel waren die Köpnicker, Tapezirer vor dem Hause Johannisstr. 20 mit einer bedeutenden schweren. Daß die evangelische Landeskirche nur solche Geistliche Spindlersfelder und Adlershofer Feuerwehren herbeigezogen, und Verlegung an der Stirn bewußtlos aufgefunden und nach der auf ihren Kanzeln duldet, die auf dem Boden ihrer Lehren stehen, haben diese, namentlich die letztgenannte, viel dazu beigetragen, Charitee gebracht. Am 17. d. M. und in der darauffolgenden ist doch mindestens ebenso berechtigt, als daß ein freisinniges die nebenan befindlichen Holzpläge zu schüßen. Es gelang nach Nacht fanden vier Brände statt. politisches Blatt, wie die Vossische Zeitung", teinen Juden als dreistündiger Thätigkeit, das Feuer zu beschränken. Die Ber verantwortlichen Redakteur duldet, weil sie auf protestanten- linische und die Schlesische Versicherungsgesellschaft sollen die vereinlichem Boden stehe. Schäden, welche noch nicht übersehbar sind, zu decken haben. Gerichts- Beifung. Der Eine neuere Einrichtung ist seit Kurzem bei den VorortEine jugendliche Diebesbande. Jugendliche Taschendiebe zügen der Stadtbahn getroffen worden. Es tommt bekanntlich haben seit dem Februar d. J. im Zentrum der Stadt, im Kottsowohl im Stadtbahn- wie im Vorortsverkehr vielfach vor, daß bufer Viertel und in der Hafenhaide im Gedränge zahlreichen Das Treiben eines Spiritisten" bildete den Gegenstand in den Koupees dritter Klasse Passagiere mit zahlreichen umfang: Damen ihre Geldtaschen entwendet. Bereits zwölf dieser Burschen, einer Verhandlung, welche gestern vor der 126. Abtheilung des reichen Gepäckstücken, durch deren Unterbringung, wie bei Koffern, an deren Spitze der Knabe Adolf Meyer stand, find zur Haft ge- Schöffengerichts stattfand. Schon vor längerer Zeit hatten die Körben, Kiepen u. s. w. ein oder auch mehrere Sitzplatze in An- bracht worden. Die Diebstähle wurden völlig planmäßig aus- Spiritisten ihr reges Interesse an diesem Prozesse dadurch be spruch genommen werden, sich niederlassen, wodurch öfters mit- geführt. Der Höchstbetrag eines solchen waren siebzehn Mark; kundet, daß gegen 400 Ginlaßgesuche zur Verhandlung eingegangen fahrende Personen in ihrer Bequemlichkeit gestört werden. Die das Geld wurde unter die Mitglieder der Bande vertheilt und waren. Es ist den Bittstellern dadurch entgegengekommen worden, Direktion der Nordbahn hat sich nun vernafcht. feit Monatsfrist etwa daß der große Schwurgerichtssaal für die Verhandlung eingeräumt veranlaßt gesehen, für solche Passagiere an ihren Vorortszügen Einbruch. Die Abwesenheit der Tischlerfrau Anna Cirkler, worden war. Schon lange vor Beginn der Sigung war der einen Waggon vierter Klasse, der mit Sigplägen versehen ist, welche mit ihrem Ehemann im vierten Stockwerk des Hauses Zuhörerraum bis auf den lehten Blaß gefüllt. Auf der Anklage anzuhängen und trägt dieser Wagen die Ausschrift: III. Klasse Bernauerstraße 18 wohnt, haben Diebe dazu benugt, um in der bank befand sich eine Persönlichkeit, welche im Kreise der Spiri mit Gepäck." Die Bahnbeamten sehen streng darauf, daß aus Stube und Küche bestehenden Wohnung gründlich aufzuräumen. tiften den Ruf eines hervorragenden Mediums genießt Baffagiere mit umfangreichem Gepäck nur solche Waggons be- Als Frau Cirtler vorgestern Bormittag 9/4 Uhr von der Markt- und deren Wirken in diesem Sinne feitens der Staatsballe nach Hause zurückkehrte, begegneten ihr auf der Straße un- Anwaltschaft als Betrug aufgefaßt wurde. Den Vorsiz führte nußen. davon. bänder entnommen. Wors: Worf.: And der Schule. Zu dem Rektor einer hiesigen Schule mittelbar vor dem Hause zwei etwa 20jährige Männer, welche Assessor Dr. v. Savigny, die Anklagebehörde vertrat Affeſſor tam vor einigen Tagen eine Frau und beschwerte fich eine große Menge wirr durcheinander geworfener Kleidungsstücke Dr. Lungstraß, als Bertheidiger war Rechtsanwalt Bronfer zur über ihren Sohn, weil derselbe die Erklärung abgegeben habe, auf dem Arm trugen. Frau Cirkler fiel es auf, daß die Leute so Stelle. Angeklagt war die im Jahre 1842 zu Torgau geborene fie nicht ehren und achten zu können. Der Rektor stellte den unachtsam mit den Sachen umgingen; fie ahnte aber nicht, daß Kaufmanns- Ehefrau Valeska Töpfer, innerhalb der letzten drei Schüler, mit dem er sowohl, wie die ihn unterrichtenden Lehrer c3 fich um ihr Eigenthum handelte. In der Wohnung an- Jahre im Gegensaße zu ihrer früher abgegebenen eidlichen Auss es fonst sehr zufrieden find, in Gegenwart seiner Wutter zur Rede gekommen, fand sie, daß die Thür der Küche, durch welche sie in fage in verschiedenen Personen den Frrthum unterhalten zu und war erstaunt, als der Junge die Auslassung wiederholte. Das Wohnzimmer gelangt, verschlossen war, während die Thür haben, daß sie sich im Befiße übernatürlicher Kräfte befunden Dieser wurde darauf seinem Klaffenlehrer übergeben und auf zur Wohnstube offen stand. Beides war bei ihrem Fortgange habe, und zwar in betrügerischer Abficht. Die Angeschuldigte ift Wunsch der Mutter tüchtig durchgeprügelt. Bald darauf erschien nicht der Fall gewesen, soweit sich Frau Cirkler der Sachlage eine kleine unterſetzte Person von feineswegs einnehmendem Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt fie fich der Vater des Gezüchtigten mit diesem bei dem Neftor und erinnerte. Im Wohnraume lag ferner ein Hosenträger, welcher Aeußerer. erflärte nur mit Hücksicht auf die zu der Züchtigung Ver- vorher nicht dort gewesen war. Als die erschrockene Frau den für unschuldig. Vorsißender: Also Sie wollen wirklich anlaffung gegebenen Familienverhältnisse, von der ärztlichen Kleiderschrank nachfah, bemerkte sie, daß die gesammte Kleidung den Schwindel aufrecht erhalten? Angefl.: Ja, ich habe Untersuchung seines Sohnes und davon, event. einen Straf- ihres Mannes fehlte. Außer diesem war aber auch das nicht betrogen. Borf.: Sie behaupten wirklich, daß Sie mit Angekl.: Ja. antrag wegen Mißhandlung zu stellen, abfehen zu wollen. Es wäschespind mittelst Nachschlüssels geöffnet worden: die Diebe Geistern verkehren tönnen? Liege nur ein Rache- Att feiner von ihm geschiedenen Frau vor, hatten demselben eine silberne Remontoiruhr mit langer goldener Wollen Sie mir mal sagen, feit wann Sie diese Fähigkeit be die darum, weil der Sohn sich mehr zu seinem Vater hält und Halskette, ein goldenes Medaillon, einen golden ührschlüssel, fizen?- Angetl.: Schon seit meiner Kindheit. von der Mutter nichts wissen will, erklärt hätte, den Jungen der eine eine Koralle haltende Adlerklaue bildet, einen Trauring Sind Sie durch Umgang mit Spiritisten oder durch derartige Angefl.: Nein, ich habe es dafür in der Schule aus hauen lassen zu wollen. Nachdem der und zwei goldene Siegelringe, einen Zigarrenabschneider von Lektüre vorbereitet worden? - Borf.: Wie viel Sigungen haben Sie inner Mann die Versicherung bekommen, daß seinem Sohn in der Gold, eine dreireihige Korallenkette und drei silberne Arm- aus mir selbst. Schule durch das stattgefundene Vorkommniß keine weiteren UnDer Verlust hat einen Werth von über halb der letzten Jahre abgehalten? Angell.: Bielleicht im Ganzen dreißig. Wors.: Sie haben wohl annehmlichkeiten bereitet werden sollen, beruhigte sich derselbe 400 Mart. zweierlei Arten, auf welche Sie mit den Geistern und ging mit dem Bemerken, seiner ehemaligen Frau daffelbe und Bu refoguosziren. Ginem mehrfach bestraften Verbrecher verkehren? Angell: Ja, durch Klopfen zukommen laffen zu wollen, was sie dem Jungen zugefügt haben, find durch die Kriminalpolizei zwei Taschenuhren abgenommen durch Sprechen. Bors: Beschreiben Sie doch mal, worden, eine Herren- Zylinder- Remontoiruhr aus Kompositions- wie Sie es machen, wenn Sie mit Geistern verkehren. Berichtigung und„ Berechtigung". Mit Bezug auf die metall, an der sich als Berloque eine kleine filberne Urne, ein anget L.: Das fann ich nicht, denn ich bin dann trans". Mit Bezug auf im Borwärts" gebrachte Berichtigung des Ortsvereinsgeschnittener Anhalter Thaler, ein Zigarrenabschneider und Vorf.: Also Sie wollen wirklich behaupten, daß Sie keine Bes eine Münze mit den drei Hohenzollernkaisern befindet, sowie eine trügerin find? deutscher Kaufleute wird uns, zur beſſeren Würdigung alte goldene Damen- Schlüsseluhr, deren innere Deckelſeite den Wertheidiger zeigt an, daß er eventuell den Antrag stellen werde, Angekl: Ja, das behaupte ich. der Behauptung, der Verein wäre nur ein Berufsverein ohne Namen Helene Berendt enthält. Etwaige Eigenthümer können die Angeklagte auf ihren Geistes zustand untersuchen zu lassen. politische Färbung, mitgetheilt, daß diefes ohne politische Färbung" den Verein doch nicht abgehalten hat," ein Mitglied Hugo ich im Zimmer 39 des Polizeipräsidiums melden. Vorf.: Im Jahre 1887 sind Sie vor dem Untersuchungsrichter Lichtenhain auszuschließen, weil er Sozialdemokrat war und der Falsche Einmarkstücke werden gegenwärtig namentlich in in Dresden vernommen worden. Es handelte sich um die AnFreien Bereinigung der Kaufleute angehörte. Derselbe verlor hier- den östlichen Vororten vertrieben. Die recht gut geprägten Ich flagefache gegen eine gewisse Ulbrich, welche damals wegen gleicher durch auch seine sämmtlichen an den Ortsverein gezahlten Kranken- Münzen tragen die Jahreszahl 1878 und das Münzzeichen F. Taffen Beiträge. Ferner berief auch dieser un politische Verein eine glaube, fie hatte sich gegen 40 000 M. zusammengeschwindelt. Nun öffentliche Versammlung betr. die Sonntagsruhe mit 5 freisinnigen Eine Liebestragikomödie. Der 26 jährige Handlungs- hören Sie, was Sie damals unter ihrem Eide bekundet haben. Abgeordneten als Referenten ein, von denen allerdings einer dem gehilfe K., Brizerstraße 16 wohnhaft, war vorgestern Abend mit Der Vorsitzende verliest das Protokoll. Darnach hat die Angeklagte feiner Braut, einer Puhmacherin, bis gegen 9/2 Uhr in einem damals erklärt, daß fie feit etwa 20 Jahren" Medium" set. Dies dürfe wohl genügen, die unpolitische Tendenz des Lokal der Kottbuserstraße zusammen. Das Pärchen zankte sich, Sie sei in Berlin, Wien, Leipzig, Dresden und in anderen größeren Ortsvereins au fennzeichnen. bis R. endlich aufsprang und mit den Worten davonstürmte: Städten aufgetreten. In Wien hätten zwei Erzherzöge ihren „ Jetzt stürze ich mich in's Wasser, ehe ich Dich Xantippe beirathe". Borstellungen beigewohnt. Wenn Geister sitirt wurden, so habe Die Amtsbezirke Stralau, Rummelsburg, Lichtenberg, Der Handlungsgehilfe eilte nach dem Landwehrkanal und stürzte sie dies folgendermaßen gemacht. Hinter einem Borhange, der Friedrichsfelde, Hohen- Schönhausen, Weißensee, Bankow, Reinicken- fich in die Fluthen desselben gerade in dem Augenblick, als die einen hellen Staum, in dem sich die Zuschauer befanden, von dorf, Dalldorf, Tegel und Friedrichshagen werden nach einer Braut, welche dem Lebensmüden nachgeeilt war, athemlos an der einem unbeleuchteten Raum trennte, habe sie sich auf einem neuerlichen Verfügung des Polizeipräsidiums als„ angrenzende" Böschung angekommen war. Laute Hilferufe, die die Xantippe Stuble festbinden lassen. Unter ihrem weiten Oberkleid habe sie in dem Sinne angesehen, daß gegenseitig von der Beibringung sowohl, wie der von dem falten Wasser ernüchterte Handlungs- ein weißes Gazekleid verborgen getragen in der Art, daß sie es eines Leichenpaffes zur Bermeidung von Belästigungen des gehilfe austießen, veranlaßten zwei in der Nähe befindliche Ar- mit einem Griff hervorziehen und ihren ganzen Körper darin eit fonnte. Sie habe vorher den Gazeftoff Publikums Abstand genommen wird, sobald der Tod an feiner beiter, den Grtrinfenden von einem Kahn aus zu retten. Das hüllen und wenn fie sich dann als ansteckenden Krankheit erfolgt ist. Erste, was K. that, als er zitternd und frierend am Ufer stand, Phosphorhölzchen betupft war, daß er seine Braut umarmite mit den Worten: Ludmilla, Geist in weißem Gewande zeigte, so habe das Leuchten In dem gestrigen Lokalartikel aus Tegel war irrthümlich Du bist ein Engel! wenn es Dir recht ist, gehen wir Morgen des Phosphors einen magischen Eindruck hervorgerufen. als Benzer des Seeschlößchen" Herr Schulz genannt, während aufs Standesamt!" Einmal sei fie in Leipzig entlarvt worden. In einem er Klippenstein heißt. Die maßregelnde Attiengesellschaft somnambulen Zustande habe sie sich nie befunden. heißt nicht Bittoria" sondern Germania". andern widersprach. " " Der mit Sie Vou einem Neubau bei Ertner stürzte Dienstag Mittag habe den Schwindel ausgeführt, um die Leute zu bessern, indem ein sie ihre Der Prozeß gegen den Bankier Eduard Mank, sowie ber bedeutende innere und äußere Verlegungen davongetragen Stimme möglichst verſtellte. Bräf.: Also, Angeklagte, bas it gegen dessen Profuristen Grewold wird am 4. Juni vor der hat, ist nach einem hiesigen Krankenhause überführt worden. Ider Inhalt Ihrer damaligen eidlichen Aussage. Und nun wollen Sie das frühere Geständniß widerrufen? Haben Sie sich denn damals eines Meineides schuldig gemacht f— A n g e k l.: Ich mich es damals aus Angst gesagt haben. Als erster Zeuge wird der Vorsitzende des Spiritistenvereins »Psyche", Dr. Hans Spatzier, vernommen. Derselbe giebt an, das er etwa 50 Sitzungen beigewohnt habe, in denen die An- geklagte als Medium aufgetreten sei. In den meisten Fällen habe er für dse Vorstellungen nichts bezahlt, vielleicht 5 mal einen Veitrag zugesteuert, der zwischen 2 und 5 Mark schwankte. In feien 10 bis 12 Personen zugelassen worden, sodaß er schätze, die Angeklagte habe jedesmal einen Verdienst von ca. 30 Mark gehabt. Vors.: Sind Sie Anhänger des Spiritistenvereins, sind Sie Gläubiger?— Zeuge: Jawohl.— Vors.: Wollen Sie uns mal erzählen, wie derartige Sitzungen� verliefen? �— Zeuge: Die Anwesenden setzen sich zunächst � um einen runden Tisch herum und legen me Hände sämmtlich auf die Platte, bis der magnetische Strom erzielt ist. Zunächst wird der Geist dann befragt und die Antivort durch das Medium erfolgt durch Klopfen. Ein dreimaliges Klopfen bedeute„ja", ein ein- Maliges„nein". Sodann pflege der zweite Theil der Sitzung zu folgen, das sogenannte automalische Schreiben seitens des Mediums. Auf die Fragen der Anwesenden schreibe das Medium auf einen ihr vorgelegten Bogen die Antwort des Geifles nieder. Er, der Zeuge, halte diese Art des Verkehrs mit Verstorbenen nicht für Schwindel. Das Medium gerathe tn einen übernatürlichen transcendenten Zustand, den die Spiritisten kurzweg als„trans" bezeichnen. In einem solchen Zustande seien die Augen des Mediums ganz nach oben gerichtet, die Pupille sei vollständig unter dem Augenlid verschwunden und nur das Weiße zu sehe». Man könne dem Medium den Finger auf das Auge legen, ohne daß es zucke. Jeder Ort, an den einer der Anwesenden sich hin- denke, könne bis aufs Genaueste von dem Medium beschrieben werden und dies habe Frau Töpfer häufig gelhan, ohne je an dem beschriebenen Ort gewesen zu sein. Wen» z.B. heute Jemand im Gerichtssaale gewesen sei, so könne ein Medium auf Anfrage den Saal in einer Sitzung heute Abend beschreiben, ohne den Saal je betreten zu haben. Er Halle dies für eine 9Ut_ Gedankenübertragung. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge, daß er einer Geisterbeschwörung nie beigewohnt 'habe. Ter Vertheidiger stellt a» den Zeugen die Frage, ob er sich für betrogen halte, wenn er wüßte, daß die Angeklagte ihn betrogen habe. Ter Zeuge erwidert vernernend, denn er hätte das Opfer schon im wissenschaftlichen Interesse gebracht. Er habe die Bezahlung nur als eine Entschädigung angesehen für 'die Umstände, welche die Angeklagte, die in Schmargendorf wohne, gehabt habe, um nach Berlin zu kommen und hier ihre Zeil zu opfern.— Verth.: Wie denken Sie sich eine Gedanken- Übertragung, weiß das Medium, was in ihm vorgeht?— Z e il g e Nein, es ist vollständig„trans". Es wird sogar gefühllos, man kann ihm Nadeln durch die Haut stecken, ohne daß es das empfindet. Der nächste Zeuge, Kaufmann Frankfurter, bekundet folgendes:� Ich habe. einen Bekannten, der Anhänger des Spi- «ritisliius ist. Ich war von jeher sehr ungläubig und um mich zu belehren, drängte mein Freund darauf, daß ich einer Sitzung deiwohnen solle. Ich ging daraus ein. Bei der ersten Sitzung konnte ein Resultat nicht erzielt werde». Wir saßen unserer acht Personen um eine» Tisch— aber kein Geist wollte klopfen. Tie Töpfer meinte dann:„Es uiüsse ein Ungläubiger am Tische sein." In einer zweiten Sitzung sollte der Geist eines französische» Tambours, der im Jahre 1791 gefallen ist. seine Anwesenheit durchTrommelu kund- geben. Es trommelte auch, aber merkwürdiger Weise die Mar- feillaise, die doch erst 1792 bekannt wurde. Sodann folgte das automatische Schreiben durch das Medium Frau Töpfer. Der Geist schrieb französische Brocken und deutsche Worte wild durch- einander. Es fiel mir auf, daß der Geist das Wort„mosi- mit einem i schrieb, während man vor dem 19. Jahrhundert das Wort ino� stets mit einem y schrieb. Ich sah ein, daß die Sache Schwindel war und ging davon. Geschädigt fühle ich mich nicht; ich habe gern bezahlt, hatte aber nicht gedacht, daß die Leute mit so plumpen Mitteln arbeiten. Ter folgende Zeuge, Kaufmann Sally Cohn hat im Verein mit seinem Vetter, dem zur Zeit in Leipzig weilenden Dr, med. Cohn, die Entlarvung der Angeklagten bewirkt. Schon im vorigen Jahre hatte der Zeuge eine Sitzung in seiner Privat- wohnuiig in der Kurzestraße anberaumt, in welcher die An- geklagte als Medium ihre übernatürliche Kraft durch das be- kannte Lösen von ihr angelegte» Banden beweisen wollte. Die Angeklagte wurde am Stuhl gefesselt, jedenfalls etwas zu sicher, denn Frau T. erklärte nach einiger Zeit, daß der Geist ihr nicht beistehen wolle und vertröstete aus eine spätere Sitzung. Einige Zeit darauf fand eine solche im Komtoir des Zeugen, Kiofterstraße 76, statt. Hierbei begleitete ein Herr Frilsche die Angeklagte als Impresario. Dr. Cohn hatte sich so hinter den Geldschrank versteckt, daß er beide Räume überblicken tonnte, ohne selbst gesehen zu werden. Tie Beleuchtung bestaub aus einer Hängelampe, die den Raum erleuchtete, in welchem die Zuschauer sich befanden. Der Neben- räum, in welchem„der Geist" sich zu erkennen geben sollte, war nicht erleuchtet. Hier wurde die Augeklagte recht oberflächlich an einem Stuhl festgebunden. Nach einiger Zeit sah Dr. Cohn, wie das Medium auf>laud, aus einer Ecke des Raumes leise einen Spazierstock holte, sich diesen wagerecht durch die Haare steckte und sich wieder niedersetzte. Man bewunderte, als sie sich dann zeigte, die Wunderthat des Geistes, während das Medium anscheinend in lieiem Schlafe lag. Sodann sollte ein zweites Experiment vorgenommen werden. Es wurde dem gefesselten Medium auf- gegeben, eine» mehrere Schritte von ihr entfernt stehenden Ofen- schirm umzustoßen. Wieder senkte sich der Vorhang. Dr. Cohn sah, wie das Medium sich erhob und dem„Geiste" Folge leisten wollte. In diesem Augenblick sprang Tr. Cohn aus seinem Ver- steck mit den Worte» hervor:„Sie sind ja eine ganz gemeine Betrügerin!" Es entstand ein großer Aufstand. Nur der Impresario meinte kalt lächelnd:„Aber meine Herren, haben Sie denn etwas Anderes erwartet?" Der Zeuge erklärt aus Befragen, daß er sich allerdings für geschädigt halle. Achnlich lautet die Schilderung eines anderen Zeugen, der sich ebenfalls für betrogen erachtet.— Vors.: Nun Herr Zeuge Dr. Spatzier! Was sagen Sie zu diesen Bekundungen? Halten Sie die Sache noch nicht für Schwindel?— Zeuge; In diesem Falle mag es Schwindel sei», aber ich bin überzeugt, daß die Fälle, in denen ich zugegen war, nicht auf Täuschung beruhten. Giebt es doch Mondsüchtige und Somnambulen, die in diesem Zustande Dinge begehen, von denen sie in wachem Zupande nichts wissen.— Präs.: Meinen Sie denn überhaupt, daß Geister erscheinen können?— Zeuge: Nein, nur ein Phantom. Das seelische Element hat einen besonderen Leib. Goethe und Lord Byron halten bekanntlich Doppelgänger und auch«ant verlrat die Theorie des Phantoms.— Rechtsanwalt W r o n t e r: Wie denken Sie sich nun, Herr Zeuge; wenn nun zum Beispiel zwei Medien gleichzeitig säßen und beide kämen auf ui« Idee, den Geist Napoleons zu ziiiren— müßte derselbe dann Zweimal erscheinen?— Dr. Spayier: Das kann wohl mög- �ich sein! Dann muß aber der eine ein Betrüger sein. (Heiterkeit.) Der Vorsitzende verliest sodann zivei Zeitungs- berichte, in welchen Entlarvungen der Angeklagten in ähnlicher Weise geschildert werden, wie in dieser Verhandlung. Damit mird die Beweisausnahme geschlossen. � Die Angeklagte blieb dabei, daß sie von allen Vorgängen, die mit ihr passirt sein sollen. Nichts wisse. Der Staatsanwalt hielt zwei Fälle des vollendeten und «neu Fall des versuchten Betruges für erwiesen. Es sei -weifellos. daß die Angeklagte auf die Einfalt und Leicht- gläudjgkeit der Menschen spekulire, und wenn sie in den vorliegenden Fällen auch keine großen Summen er- deutet, so s,i die Art und Weise, wie die Belrügereten begangen seien, doch so verwerflich, daß ein höheres Strafmaß am Platze sei. Er beantrage eine Gesammtstrafe von sechs Monaten. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronker, plädirte für Frei- sprechung. Tie Angeklagte befände sich in einer gewissen Roth- läge durch ihre früher in Dresden eidlich erhärtete Aussage. Man möge über den Spiritismus denken wie man wolle, der Ausspruch Hamlets, daß es viele Dinge zwischen Himmel und Erde gäbe, von denen die Wissenschaft sich nichts träumen lasse, müsse doch als wahr bestehen bleiben und wenn man auch sprachlos vor der Thalsache stehen müsse, daß es gebildete Menschen gäbe, welche an die Beschwörung von Geistern glauben, so könne in dem Gehirn der wenig intelligenten An- geklagten doch die Anschauung herrschen, daß sie über übernatür- liche Kräfte verfüge. Im Uebrigen vermißte der Vertheidiger den Kausalzusammenhang zwischen dem Treiben der Angeklagten und der angeblichen Schädigung der Zeugen. Bei der Intelligenz der Letzteren und bei der Absicht, die Angeklagte zu ent- larven, könne man von einer Schädigung aber nicht sprechen, denn dieselben wußten im Voraus, daß sie getäuscht werden sollten, wie man auch wisse, daß die Borstellungen eines Taschenspielers auf Täuschung beruhten. Nach kurzer Berathung verkündete der Vorsitzende das Urtheil dahin: Der Gerichtshof hat ziveierlei ausscheiden zu müssen ge- glaubt: 1. die theologisch-philosophischen Fragen, welche von de» Spiritisten ventilirt werden und 2. die juristischen Fragen, welche bezüglich des Vorgehens der Angeklagten aufgeworfen werden könnten. Der Gerichtshof habe die betrügerischen Manipulationen der Angeklagten in vollem Umfange für eriviesen erachtet und er schicke dies voraus, um dem Jrrthum vorzubeugen, als ob der Gerichtshof von atheistischen oder materialistischen Gesichtspunkten aus zu feinem Urtheil gekommen sei. Der Gerichtshof halte die Jrrthumserregung zum Zwecke des Gelderwerbs für durchaus erwiesen und halte eine sortgesetzte Strafthat, bestehend theils aus ver- suchten,, theils aus vollendetem Betrug, für feststehend. Gerichts- notorisch sei es, daß in solche Sitzungen auch sehr viele Personen kommen, welche in ihren Anschauungen über die vierte Dimension noch im Zweifel sind. Als mildernd habe der Gerichtshof er- wogen, daß die Angeklagte Mutter von 4 Kindern ist und durch den leichten Erwerb und die wunderbare Leichtgläubigkeit gewisser Leute verführt wurde. Auf der anderen Seite sei aber erwogen, daß das Treiben der Angeklagten besonders gemeingefährlich sei. Das Fortschreiten derartiger Wahn- Vorstellungen unter der Bevölkerung liege nicht im öffent- lichen Interesse und die Zahl Derer, die auf den Unfug der An- geklagten„hineingefallen", sei eine so große, daß die Gemein- gefährlichkeit des Handelns daraus klar hervorgehe. Aus allen diesen Gründen habe der Gerichtshof die Angeklagte zu zwei Jahren Gefängniß und füiij Jahren Ehrverlust verurtheilt. Die Angeklagte verblieb auf freiem Fuße. Der erste Fall, daß eine im deutschen afrikanischen Schutz- gebiet begangene Strafthat vor einem Berliner Gerichtshofe zur Aburtheilung gelangte, hat sich gestern(Mittwoch) vor der zweiten Strafkaminer des Landgerichts l ereignet. Der auf der Anklagebank befindliche frühere Unteroffizier Ernst Ermisch wurde vor einigen Jahren nach Neu-Guinea gesandt, wo er den Posten eines Polizei-Unteroffiziers bekleidete. Es lag ihm u. A. die militärische Ausbildung einiger jugendlicher Eingeborenen ob. Die Anklage legt ihm zur Last, daß er in einem Falle seine amtliche Slellung gemißbraucht und sich gegen ß 175 des Slraf- gcsetz-Buchs vergangen hat. Die Verhandlung, welche unter Aus- schluß der Oeffentlickkeit stattfand, ergab die Schuld des An- geklagten, der infolge dessen zu einer Gefängnißstrafe von sechs Monaten verurtheilt wurde. Das Gericht nahm an, daß der Angeklagte eine amtliche Stellung eingenommen, trotzdem er nicht vereidet war. Beseitigung der Akkordarbeit ist eine politische Angelegen- heit und wer dieselbe verlangt, ist bereits sozialdemokratischer Bestrebungen überführt, wenigstens nach den Begriffen des Polizei- Inspektors zu Landsberg a. W. Vor dem dortigen Schöffen- gericht standen kürzlich, wie die„Neumärkische Zeitung" berichtet, die Tischlergesellen Marten, Krüger, Hensel, Stein ke> Kalweit, Michaelis, Hersurt und Braun auf der Anklagebank unter der Beschuldigung, am 2. Februar d. I., wo von dem Erstgenannten eine Versammlung von Tischlergesellen im Berg'schen Lokale einberufen worden war, zu welcher aber eine Erlnubniß der Ortspolizei nicht eingeholt, die Abhaltung einer Versammlung auch nicht einmal polizeilich angemeldet war, sich, nachdem seitens eines Polizeibeamten die Auslösung der Ver- sammlung verkündet war, nicht sofort entfernt zu haben; die Angeklagten führten an, es bestände hier eine Zahlstelle des Ver- bandes deutscher Tischlergesellen, dem sie angehörten, sie ver- folgten nur»ach Inhalt des Verdandsstatuts die Förderung ihrer gewerblichen Interessen und Verhandlungen über religiöse oder politische Fragen wären ausgeschlossen. Sie hätten sich auch, nachdem die Auflösung der Versammlung ausgesprochen worden wäre, entfernen wollen, aber der Polizeibeamte hätte er- klärt, sie sollten noch warten, er müsse ihre Namen ausschreiben und deshalb hätten sie sich nachher noch längere Zeit aufgehallen. Nur Braun bemerkte, sofort sich entfernt zu haben nach der aus- gesprochenen Auflösung. Seitens des vorgeladenen Polizei- Inspektors R. wurde darauf hingewiesen, daß in dem betreffen- den Statute als zu den vom Verbände zu erstrebenden Zielen auch der Passus sich befinde:„Beseitigung der Akkordarbeit" und daß dieser Passus doch eine Tendenz ausspreche, welche als eine politische aufzufassen sei und auch in Verbindung stehe mit den sozialdemokratischen Bestrebungen. Weiter spreche der Umstand dafür, daß die Angeklagten derartige Be- strebungen und sonstige Ziele der Sozialdemokraten versolgten, daß am 17. Februar dieses Jahres eine Versammlung von Marten berufen sei und getagt habe, in welcher eine als zur sozialdemokratischen Partei gehörige Person einen Vortrag ge- halten habe.(Diese Versammlung war eine öffentliche Tischler- Versammlung, die auch angemeldet war. Anm. der Red.) Vom Polizeiwachtmeister L. als Zeugen wurde noch hervorgehoben, daß, nachdem er die Namen der Personen habe aufschreiben wollen, Marten den andern zugerufen habe, ihre Namen nicht zu nennen, ihre Namen seien ja der Polizei durch ihre Anmeldung von ihren Werkstätten aus bekannt. Ter Gerichtshof erkannte gegen Marten aus 10 Tage Gefängniß, gegen Krüger auf 20 M. oder 4 Tage, gegen Her-urt auf 40 M. oder 8 Tage, gegen Hensel, Sleinke, Kalweit und Michaelis auf je 15 M. oder 3 Tage Gefängniß und gegen Braun auf Freisprechung. Zwei weitere Angeklagte, nämlich Grützmacher und G e i s l e r, waren nicht erschiene» und wurde gegen sie die Verhaftung beschlossen. Die Verurlheilten haben natürlich Berufung eingelegt. Soziols Ltelierstrhk. An die Mitglieder des Berbandes aller in der Metall- iudustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgcgeud! Kollegen, es ist uns seit der letzten Generalversammlung am 10. Mai nicht möglich gewesen, in dieser kurze» Zeit für alle Branchen, welche zu unserem Verbände gehören, Versammlungen einzuberufen. Wir werden daher für diejenigen Branchen, für welche bis zur nächsten beschließenden Versammlung keine Branchen- versainmlung mehr stattfinden kann, die Wahl der Vertreter in der beschließenden Versamnilung selbst vornehmen. Es werden deshalb die Gürtler, Drücker, Schnittardeiter u. s. w. speziell er- sucht, recht zahlreich in der Versammlung zu erscheinen, um ihre Vertreter zu wählen. Auch ist jedes einzelne Mitglied zum Besuch der Versammlung verpflichtet; jeder Kollege hat theilznnehmen an den Beschlüssen, welche dort gefaßt werden. Die beschließende Versammlung findet am 25. Mai, Abends präzise Ve9 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße, statt.(Siehe Näheres im Inserat des„Vorwärts".) Wir ersuchen daher noch- mals um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Mit kollegialem Gruß Der Vorstand. I. A.: G. Wegner. Achtung Vergolder! Die Veraolder u. s. w. in der Fabrik von M a t h l a s und F r o st in B u r g stehen mit den Fabri- kanten aus nachstehendem Grunde in Differenzen.>Seit längerer Zeit wird den Akkordarbeitern genannter Fabrik der verdiente Lohn nicht voll ausgezahlt, sondern nur höchstens 15 M.; am letzten Sonnabend wurde diese Summe sogar auf 13 M. reduzirt. Darauf traten sämmtliche Arbeiter zusammen und stellten eine Forderung aus Erhöhung ihres Lohnes bis zu 13 M. Als diese Bitte nicht gewährt, sondern ihnen geantwortet wurde, sie sollten nur alle gehen, denn in 3 Tagen würden andere Arbeiter m genügender Zahl dasein, so stellten die auf diese Weise Abgewiesenen sämmtlich die Arbeit ein. Da in Burg die Lebensmittelpreise und die Miethe nicht allzu gering sind; außerdem jeder Arbeiter eine wöchentliche Ausgabe von 0,75—1 M. für Handwerkzeug hat, so können hier also für fremde Kollegen keine besonderen Vortheile erzielt werde». Wir ersuchen daher alle Kollegen, Burg auf ihrer Reise zu meiden, da Hierselbst an Arbeitskräften, wenn die Bezahlung nur einigermaßen erfolgt, kein Mangel ist. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Kollegen aus B.urg b/M. Die Maurer uud Zimmerer Kolberas stehen in einer Streikbewegung wegen der von den Meistern ihnen oktroylrten Ar- beitsordnungen, bei deren Abfassung man die Arbeiter gar nicht gehört hat. Die Schriftgießer Dresdens befinden sich wegen der Hausordnung im Ausstande. Zur Buchdrucker- Bewegung. Die von den deut che» Buchdrucker-Pnnzipalen unter der Gehilfenschaft in Szene gesetzte Wahl von Vertretern zur Tariskommission hat, wie vorauszusehen war, init einer Niederlage der Prinzipale geendet. Trotz des prinzipiellen Beschlusses gegen die Neubelebung der Tarifgemein- schuft nahm bekanntlich ein Theil der organtsirten Gehilfen an der Abstimmung Theil, um zu verhindern, daß notorische Streik- brecher in die von den Prinzipalen zu konstruirende Kommission gelangten. Es sind denn auch überall die alten Vertreter der organtsirten Gehilfen wiedergewählt worden. Einen Provinzialtag halten die Maler, Lackirer und Anstreicher der Provinzen Pommern, Brandenburg, Posen, Ostpreußen, Westpreußen und Schlesien am 1. Pfingst- feiertags im Waldmann'schen Lokale zu Stettin, Apfel-Allee 99, ab. Die Beschlüsse der Frankfurter Generalversammlung und die Frage, wie die Kollegen der genannten Provinzen am besten zur Organisation herangezogen werden können, bilden die Haupt- punkte der Tagesordnung. Auflösung einer freie« Hilfskasse. In der am 15. Mai in Altona abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung der in Hamburg domizilirten Zentral-Krankenunter- stützungs- und Sterbekasse der deutschen Schmiede(E. H. Nr. 39) wurde mit 25 von den vertretenen 27 Stimmen beschlossen, die Kasse aufzulösen. Es wurde erklärt, daß es unmöglich wäre, eine Kasse, die nach den neuen gesetz- lichen Besttmmunge» umgeformt sei, auf die Dauer hoch zuhalten. Dieserhalb wurde auch der Anschluß an eine andere Kasse als zwecklos verworfen. Die Umwandlung in eine Zuschußkasse wurde abgelehnt, weil bei der vorhandenen Mitgliederzahl das doch nur ein Zwergunternehmen sei, und weil einige andere Kassen damit schlechte Erfahrungen gemacht hätten. Die General- Versammlung erkannte jedoch das Prinzip der Zuschußkassen an; nur müßte es, wie dies leider von der Krankenkassen-Konferenz in Hamburg abgelehnt ward, in Form einer einzigen großen Zuschuß- lasse zum Ausdruck kommen. Freisinniger Bauernfang. Die Würzburger Freisinnigen führe» die Agitation gegen das Alters- und Invaliden- Versicherungsgesetz noch unverfrorener als ihre Nürn- berger Gesinnungsgenossen. Während der kürzlich daselbst ab- gehaltenen Kreis-Thierschau etablirten sie, wie die„Fränk. Tages- post" berichtet, aus dem Festplatze in einer Meßbude ein„Bureau" uud hingen Plakate aus, auf welchen es hieß:„Hier werden Unterschriften gegen das Klebegesetz entgegengenomnien." Das Hamburger Gewerkschaftskartell hat über die Zeit vom 20. Februar 1891 bis 30. April 1892 folgende Bilanz ver- öffentlicht: Einnahme 66 356,75 M.. Ausgabe 65 741,80 M., Bestand 1114,95 M. Aufgenommene Darlehen 87 000 M., davon abgetragen 62 000 M.. bleibt ein Echuldenrest von 25 000 M. Eine Gewerkschafts-Kommission errichten die organistrten Arbeiter Arnstadts. Der magere Arbeiterschutz, den die neue Gewerbe-Ordnung bietet, stößt bei seiner Durchführung noch auf ganz erhebliche Schwierigkeiten. So wird z.B. aus Netzschkau i. V. berichtet. daß die gesetzlichen Vorschriften über die Frauenarbeit und sonstige Bestimmungeu wenig oder gar nicht befolgt werden. Andererseits bürdet man den älteren Arbeitern dort, wo die Bestimmungen über den Schutz der jugendlichen und weiblichen Arbeiter befolgt werden, die Arbeit dieser letzteren Kategorien mit auf, wenn sie dem Gesetz gemäß die Arbeit früher deendigen. Auch das Bestreben, die Arbeiterschutz- Maßregeln des Gesetzes zur Steigerung des Unternehmerprostts auszunützen, macht sich geltend. An verschiedenen Orlen des Vogtlandes haben nun, da der Gewerbe- Inspektor nicht überall sein kann, um die Durch- sührung des Gesetzes zu überwachen, die Arbeiter Stellen bestimmt, wohin sich Diejenigen wenden können, welche alle solche Ungesetzlich- leiten und Ungehörigkelten dem Gewerbe-Jnspektor gemeldet wissen wollen, aber aus gewissen Gründen sich scheuen, beim Gewerbe» Inspektor selbst vorstellig zu werden. Für Plauen und Um- gegend hat sich die Expedition des„Bogtländischen Volksblaits" bereit erklärt, Beschwerden entgegen zu nehmen und dieselben dem Gewerbe-Jnspektor niitzutheilen. Mit Nachtheil für die be- treffenden Arbeiter ist diese Einrichtung nicht verbunden, und wird natürlich auf sorgfältige Prüfung der Beschwerden hinsichtlich ihrer Richtigkeit Äedacht genommen. Anderwärts werden wohl die Fachvereine ähnliche Einrichtungen treffen. So müssen sich die organisirten Arbeiter noch eine Menge Arbeit aufbürden, um ein Gesetz durchführen zu helfen, das von den Vertretern der Unternehmerklasse selbst redigirt, deshalb die Kapitalsinteressen durchaus wahrt und trotzdem von den Unternehmern entweder gar nicht oder in mangelhafter Weise beachtet wird. In«iuer Berichtigung» welche die kaiserliche Kanal- kommission in Kiel einem unserer Bruderorgane zugehen ließ, heißt es bezüglich des Streiks der am Nordostsee-Kanal in ? Holtenau beschäftigt gewesenen Arbeiter,„daß der Minimallohn ür wirkliche Arbeiter der Firma Förster, Cordes und Soenderop vor Ausbruch des Streiks 22 bis 30 Pf. pro Stunde betragen hat. Außerdem sind 9 Leute gegen 20 Pf. Stundenlohn be- schäftigt gewesen; von diesen sind 2 wegen Trägheit entlasse», 1 Mann ist 19 Jahre alt und schwächlich, so daß er als Bote benutzt wird; auch die übrigen 6 sind entweder schwächlich, in- valide oder alt, so daß sie nicht voll erwerbssähig sind. 2 als Lausburschen beschäftigte Jungen erhalten einen Stundenlohn von je 12 Pf."— Jedenfalls find das keine Löhne, bei welchen ein Slrbeiter auf den bekannten grünen Ziveig kommen kann, den die satten Leute dem darbenden Proletarier mit begreiflicher Hartnäckigkeit i» Aussicht stellen, um ihr Wirthschastssystem noch so ,ange wie möglich zu erhalten. Versammlungen. " Richtigstellung. In unseren Bericht über die ParteiTonferenz der Proving Brandenburg hat sich insofern ein Irrthum eingeschlichen, als dort gesagt ist, die Märkische Voltsstimme" habe einen Zuschuß von 4500 M. aus Parteimitteln erfordert. Dies ist falsch. Die Summe, welche zur Einrichtung der Druckerei in Frankfurt a. d. D. von der Partei gegeben wurde, betrug nur 2000 M. werden. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, 1 Stalizerfir. 41. Rauchklub Waldesgrün, Abends 8½ Uhr, Restaurant Dresden lebende Dichter, Schriftsteller und Gelehrte D. th. Wiktor Das feltene Fest der diamantenen Hochzeit wird der in R. Kahlert, Reichenbergerstr. 113a.- Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, 8% uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. in Rogge's Bierhaus, Kohlenufer 2. Rauchtlub Kernspige, Abends D. Strauß und Torney am 12. Juni feiern. Derfelbe steht im uhr, bei Siemenlinski, Reichenbergerſtr. 71. Rauchtlub Arcona, Abends 83. Lebensjahre, während seine Gemahlin 78 Jahre alt ist. Noch Rauchklub Arabi Pafcha, vor kurzem erschien von dem alten Herrn ein Werk in zwei Abends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerftr. 17. Klub Ohne streit, jeden Donnerstag Abend 9 Uhr im Restaurant Böhmer, Brizerstr. 32. Bänden:„ Der altegyptische Götterglaube", und seitdem sind noch Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bet Ullrich, Wrangelstr. 84. tlub Rückwärts, Abends 8% Uhr, bei Arndt, Pallisadenſtr. 47. Stat verschiedene Auffäße von ihm in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht worden. Literarisches. die Die internationale Kunstausstellung in München wird am 1. Juni eröffnet. verlegt. Ein Brandstifter. Am 15. Mai wurde vor dem Schwurgerichte Chemnitz gegen den Georg Otto May aus Frankenberg Der sozialdemokratische Wahlverein des 3. Berliner und gegen den Gustav Adolf Jäckel aus Nieder- Lichtenau verReichstags- Wahlkreises hielt am 17. Mai im Märkischen Hof, handelt, welche sich in elf Fällen der Brandstiftung schuldig geAdmiralstraße, eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Dieselbe macht hatten. Dieselben haben verschiedentlich die Gänseställe in nahm einen Vortrag des Genossen Th. Glocke über die EntNieder- Lichtenau geplündert. May war früher Mitglied der wickelung des Eigenthums beifällig entgegen. Nach kurzer Dis Georg Keben, Die Prostitution und ihre Beziehungen Frankenberger freiwilligen Feuerwehr, mußte infolge Bestrafung fussion wurde über die geeignetefte Zeit für Verbreitung eines zur modernen realistischen Literatur. Zürich 1892. Verlags- feinen Abschied nehmen und begann nun, um der Feuer. bereits in 40 000 Exemplaren fertig gestellten Flugblattes Magazin. 165 S. 2 M. wehr einen Schabernack zu spielen, Scheunen und debattirt und beschlossen, nächsten Sonntag früh die Verbreitung Die fleine Schrift behandelt eine ganze Menge von Fragen, Gebäude in Brand zu stecken. In elf Fällen hat er Gebäude vorzunehmen. Der Vorsitzende forderte hierbei diejenigen mit besonders die soziale und die hygienische Seite der Prostitution, angezündet und einen Gesammtschaden von über 120 000 m. an glieder des Vereins, und Genoffen des 3. Wahlreises, welche noch die Heilung der Syphilis, die Findelhäuser, die neuere dramatische gerichtet. Es waren Zweifel an der zurechnungsfähigkeit des feinem Bezirk zugetheilt feien, auf, sich Sonntag früh im Restau- Literatur, soweit sie es mit der Prostitution zu thun und nicht Berbrechers bei den Richtern aufgetaucht, jedoch wurden dieselben rant Gründel, Dresdenerstr. 116, zu melden. Ferner wurde beschlossen, zu thun hat, das Verhältniß der Sozialisten zum Realismus und durch den Sachverständigen Dr. Flinzer zerstreut. Das Schwuram Himmelfahrtstage eine Herrenpartie nach Hohen- Neudorf, welche noch manches Andere. Ueber den erstgenannten Gegenstand wird gericht verurtheilte den Verbrecher zu 15 Jahren Buchthaus, den Charakter einer Agitationstour haben foll, zu unternehmen. ein reiches statistisches Material beigebracht. Die Prostitution und 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizei- Aufsicht. Jäckel Informationen über Sammelpunkt und Mitnahme des Agitations- die Unfähigkeit der bürgerlichen Gesellschaft, sie zu beseitigen, bekam wegen Diebstahls 6 Monate Gefängniß. materials werden von Seiten des Vorstandes noch gegeben werden vom Verfasser mit Verständniß besprochen. Wo die Prostitution fafernirt ist, werden der Kasernirung die schlimmen sitt Die Versammlung des sozialdemokratischen Wahl öffentlichen Häuser gerufen; wo diese abgeschafft sind, will man Dichter Maurus Jókai an, indem er dafür plädirt, die ungarischen lichen Zustände zugeschrieben, und es wird nach Beseitigung der Einen sehr unnügen Gedanken regt der ungarische vereins für den sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreis am sie wegen der zunehmenden Syphilis, die durch sie jedoch nicht Frauen möchten eine Sammlung einleiten, um auf den Namen 17. d. M. hatte sich eines sehr regen Besuches zu erfreuen. erheblich eingeschränkt werden kann, wieder einführen. Ein Georg Klapkas eine Stiftung für ungarische Jünglinge, welche Wegen plöglicher Erkrankung des Genoffen Dr. Bruno Schön- Rranter legt sich abwechselnd auf die linke und die rechte Seite, die militärische Laufbahn betreten, zu schaffen.- Die ungarischen lant mußte dessen angesetzter Vortrag über die politische Lage" Linderung seiner Schmerzen erwartend; umsonst, die Krankheit Jünglinge mögen fich lieber dem Studium der erbärmlichen Lage ausfallen. Die Versammlung diskutirte infolge dessen selbständig fit tief im Organismus. Mit Recht sagt K.: gesundheitliche der arbeitenden Klassen Ungarns widmen, als dem Kriegsmoloch über das obige Thema und nahmen das Wort hierzu die Ge- Kontrolle der Männer muß enfalls gefordert werden, wenn ihren Intellekt opfern. noffen Thierbach, Hapert, Dornbusch, Koop man die der Weiber beibehalten will. Hier kommt er dann zu mann, Ringsdorf. Zur einstimmigen Annahme gelangte der Folgerung: Aus Bochum wird gemeldet: Der Mörder des Berg folgende Resolution: In Erwägung, daß die heutige Lage, die der Ausübung syphilitischen Männer müssen an wirthschaftlichen und politischen Mißverhältnisse dem Proletariate Rafernirung der Syphilis! Dadurch hofft er, zwar nicht die Silfsämter Direktor Strowitsch vom vierten Stockwerk in den Ausübung des Geschlechtsverkehrs gehindert werden: mannes Stipelten hat sich im Gefängniß erhängt. Selbstmord. Jm Triester Landesgericht stürzte sich der ein unwürdiges Dasein aufdrängen, die breiten Boltsmaffen zu Brostitution als soziale Krankheit entfernen, aber doch ihre Treppenflur, wo er auf den dalmatinischen Matrosen Wukovitsch Gunsten der herrschenden Klassen rechtlos machten, erklärt die Verschlimmen Wirkungen auf die Gesundheit beseitigen zu können. ſammlung, daß das Proletariat in feiner Gesammtheit gegen das Die speziellen von ihm vorgeschlagenen Abwehr- Maßnahmen( 8 9: auffiel. Strowitsch blieb todt und Wukowitsch wurde schwer auf Unterdrückung und Ausbeutung basirende kapitalistische Jeder Syphilistranke ohne Unterschied des Standes und des System Front zu machen hat, und erklärt es für die Pflicht Geschlechtes ist verpflichtet, sich noch an demselben Tage, an dem das Philadelphia Tageblatt" berichtet, von einem angesehenen Ein Pastor in Bernville( Vereinigte Staaten) war, wie eines jeden Proletariers, unter dem Banner des Sozialismus er seine Ansteckung bemerkt, in einem Spezialhospital zu melden... Bürger mit ehrenrührigen Bezeichnungen belegt worden und hatte den Rampf gegen das Kapital aufzunehmen." Die vom Genossen 8 10. Rein Batient darf das Krankenhaus verlassen, bevor nach deshalb denselben auf 5000 Dollars Schadenersatz verklagt. Die Raschte vorgetragene Abrechnung vom Stiftungsfeste hatte ärztlichem Gutachten alle äußerlichen Symptome der Syphilis Geschworenen tarirten den Verlust seiner Ehre aber nur auf folgendes Ergebniß: Einnahme: 856,05 M., Ausgabe: 407,40 m. radikal verschwunden sind" u. s. w.) sind jedenfalls gut 25 Cents( 1 M.). Ueberschuß: 448,65 M. Ausstehen noch 160 Billets. Eine gemeint. längere mißbilligende Debatte zeitigte die Mittheilung des Gen. Hermann, daß ein Gemeinde Schullehrer in der Schule den mit Wärme geschrieben. Wenn der Verfasser aber den SozialDer von der Literatur handelnde Theil der Abhandlung ist Kindern gegenüber für den Berliner Lokal- Anzeiger" Propaganda demokraten, benen er sich nahe fühlt, den Vorwurf macht, daß gemacht habe. Genoffe Koopmann nahm Gelegenheit, an fie die Kunst und besonders die realistische anfeindeten, die doch Den Beschluß der legten Parteifonferenz zu erinnern, betr. den ebenso wichtig sei wie die Politit, während er meint, daß die Anschluß an die Wahlvereine und denselben zur Nachachtung zu Wissenschaft den Arbeitern entbehrlich sei, so hat er in jedem empfehlen. Beschlossen wurde, am Himmelfahrtstage eine Fuß Stück falsch gedacht ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) partie zu veranstalten. Das Nähere wird noch bekannt gemacht feindung der Kunst existirt nicht; bas verschiedene Maß von heute die Verhandlungen gegen die Anarchisten Moineau, Jamotte gedacht und falsch gesehen. Jene An Lüttich, 18. Mai. Vor dem Zucht- Polizeigericht fanden werden. Nach Erledigung der Tagesordnung trennten sich die Interesse aber, daß die Arbeiter für Wissenschaft und Kunst be- und Morhan statt, welche angeklagt find, in der Nacht vom 1. Versammelten mit einem dreifachen Hoch auf die Sozial- figen, hat seinen Grund in deren ungleicher Bedeutung für den zum 2. Mai sich des Aufruhrs schuldig gemacht und mit bes ökonomisch- politischen Emanzipationskampf. Vor einem solchen waffneter Hand Drohungen verübt zu haben. Jamotte wurde zu zum 2. Mai sich des Aufruhrs schuldig gemacht und mit beWeißensee. Am 8. Mai hielt der Sozialdemokra Urtheil sollte sowohl der Respekt vor den nach Wissenschaft 4 Jahren und 2 Monaten Gefängniß sowie 50 Franks Geldtische Arbeiterverein für Weißensee und Umringenden Arbeitern, wie die Würdigung der neuen, sich an die gegend seine Generalversammlung ab. In derselben gab Arbeiter wendenden Wissenschaft wenigstens einen Mann ab- strafe, Moineau zu 3 Jahren Gefängniß und 50 Franks Geld. zunächst der Kassirer Löhnert den Kassenbericht ab und nach- halten, der, wie Herr K., der Arbeiterbewegung mit ehrlicher buße verurtheilt; Morhay wurde freigesprochen. dem die Richtigkeit desselben von seiten der Revisoren bestätigt Sympathie gegenübersteht. ( Depeschen des Bureau Herold.) worden war, wurde ihm Decharge ertheilt. Genosse Ponelt Köln, 18. Mai. Die R. 3tg." meldet: Die vorbehaltene verlas darauf als Obmann der Statuten- Berathungskommission licher Ueberblick über das neue Gewerbesteuer- Gesetz und zugleich bei der Eisenbahndirektion Altona, wobei auch England konkurrirt, Bin ich gewerbesteuerpflichtig. Ein allgemein verständ. Entscheidung des Ministers Thielen über die Kohlenverdingung den neuen Entwurf des Vereinsstatuts, sowie den Anhang zum eine Anleitung zur Handhabung desselben. Bon Dr. P. Günther. ist nunmehr dahin ausgefallen, daß der Minister den von den Statut der hier bestehenden Gesangsabtheilung des sozialdemo: Berlin, in Heine's Verlag. Preis 50 Pf. Fratischen Arbeitervereins. Nach eingehender Berathung wurde der gesammte Entwurf mit Ausnahme eines Paragraphen, Eine Welt und Lebensanschauung für das Volf mit deffen Inhalt nur protokollarisch festgesetzt werden soll, ein besonderer Berücksichtigung der wirthschaftlichen und gesellschaft ftimmig angenommen. Dann wurde Genoffe Gerstenberg lichen Fragen. Von J. G. Vogt. Leipzig, Berlag von Ernst zum Bibliothekar gewählt. Die Ausgabe der Bücher erfolgt nun- Wiest. Preis pro Lieferung 10 Pf. mehr durch die Bibliothekare Genossen Karow und Gerstenberg jeden Sonnabend Abend im Vereinslokale bei Restaurateur Müller, Königs- Chaussee. Auf Antrag des Genossen Preiß wurde die Gesangsstunde von Sonnabend auf Montag verlegt. demokratie. " V Musterzeichner- Verein Berlin. Donnerstag, den 19. Mai Sigung lim Vereinslotal Bum Schultheiß", Landsbergerftr. 73. Fachverein der Barbiere, Friseure und Verrückenmachergehilfen Berlins und Umgegend am Donnerstag den 19. Mat 1892, Abends 10 Uhr, Rofenthalerstr. 38, Mitgliederversammlung. Allgemeiner deutscher Tapesirerverein Filiale Berlin. Versamm Tung am 19. Mai bei Feuerstein: Berichterstattung der am 21. April gewählten Kommission. Landsmannschaft aus dem Kreise Torgan, Liebenwerder u. s. w. Parteiversammlung am Donnerstag Abend 8% Uhr in G.atweil's Bierhallen. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% Uhr: Südstraße 31: Unterricht in Rechnen; Nord Schule, Müllerstraße 179a: Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. 9 Uhr. Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ecke. Sprecisaal. Lg. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereſſes zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Hinweis auf eine Zuschußtasse der Krantens Versicherung. Depeschen: westfälischen Bechen geforderten Preis von 9 M. feineswegs als der jezigen Marktlage entsprechend anerkannt, sondern zu hoch bezeichnet. Die Direktion Altona ist angewiesen, mit den Zechen wegen weiterer Preisermäßigung zu verhandeln. Bei befriedigens dem Ausgang soll die Direktion ermächtigt sein, den ganzen Jahresbedarf abzuschließen. Stuttgart, 18. Mai. Der internationale Rongreß für die Sonntagsfeier hat heute seinen Anfang genommen. Den Borfis führt Graf Donzdorf- Berlin. Wien, 18. Mai. Polnischen Blättern zufolge wurde der Ers finder des Vitalin, Gatschkowsti, in Petersburg verhaftet. Briefkaffen der Redaktion. 1 Zur Notiz an die Fragesteller. Nach Annahme der Novelle über die Krankenversicherung im Im Jutereffe der Fragesteller selbst ist es, nicht gleich. Schule, Bagelsbergerfir. 43: Unterricht im Rechnen: Sudoft- schule. Reichstage ist hinsichtlich der Stellung der freien eingeschriebenen zeitig Fragen der verschiedensten Art an uns zu richten; vor Reichenbergerstr. 183: Unterricht in Geschichte( alt); Dft- Schule, Martus: Hilfskaffen diesem Gesetz gegenüber in verschiedenen Blättern allem nicht, wenn sie Aufklärungen über gewerbliche und Arbeiter Unterricht in Deutsch(( mittlere); Chemie. In alle Lehrfächer tönnen noch hervorgehoben worden, daß es wohl das Beste sein würde, angelegenheiten verlangen, noch Neugierigkeitsfragen hinzuzufügen. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dießgen, abends 8% Uhr, Hinweis auf eine schon bestehende zentralisirte Buschußtasse er- antworten, die letzteren tönnen wir höchstens, wenn wir Zeit bei Schröder, Wiesenstr. 39.- Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Bovenstr. 40, bei wünscht sein. Diese Zuschußkasse, welche den Titel führt: haben, berücksichtigen. Werden nun beiderlei Fragen zusammen Gieshott. Spinoza, Abends 8% Uhr, bei Hoffmann, Wrangelstraße 32. Allgemeine Kranten und Sterbetasse der gestellt, so widerfährt beiden das Schicksal, daß fie liegen bleiben Herwegh, Abends 8 Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ecke Lausigerstraße, bei Glas- und teramischen Arbeiter und ber= Schayer.- Aug. Getb, Donnerstag bet Bubett, Naunynstraße 86, Abends wandten Berufe Deutschlands( E. H.), Siz Meißen", müssen. 2. A. Zum„ Redner" wollen Sie sich ausbilden, um als Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund und in welche Arbeiter jeben Berufes eintreten tönnen. solcher der Partei" dienen zu können." Sehr schön. Und Sie der geselligen Arbeitervereine betreffen, sind nur an die Vorstände derselben gewährt bei mit Arbeitsunfähigkeit verbundener Krankheit fragen, was Sie dazu thun sollen? Nun vor allen Dingen zu richten. tlaffenweise Krankengeld und beim Sterbefall Beisteuer zu den lernen. Gehen Sie in die Arbeiter Bildungsschule Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Beerdigungskosten. St. Urban, Annenstraße 9, bei Prob. und nehmen Sie fleißig Antheil an dem deutschen Unterricht Unverzagt, Köpenickerstraße 127a, bet Die monatliche Steuer beträgt: 1. KI. 1,60 m., 2. RI. 1,40 m., natürlich der Nationalökonomie, Geschichte u. f. w. nicht zu ver Küster. Kornblume, Blumenfiraße 54, bei Wuttke. Frühlings 3. RI. 1,20 M. und 4. Kl. 0,80 M. Das tägliche Krankengeld Iust, Flottwellstraße 5, bei Bartel. bei Keßner. Weiße Rose, Reinickendorf, Residensstr. 101, bet Carus. regelfch I u B, Annenfir. 16, beträgt: 1. Kl. 1,60 m., 2. Kl. 1,40 M., 3. S. 1,20 m. heb geſſen. Zum Reden gehört vor allen Dingen, daß man Etwas zu sagen hat. Have something to say and say it! war die Unte Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstr. 9, bet Friefede. Dorf 4. Kl. 0,80 m. glödlein, Wilmersdorf, Berliner- u. Auguftstr.- Ecke bei Schulz.- Echo 2, wort, welche einer der berühmtesten englischen Parlamentsredner Das Krankengeld wird für ein und dieselbe Krankheit einem jungen Freund gab, der sich mit einer ähnlichen Frage an ihn Alte Schönhauserstr. 42, bei Reimann. Einigkeit,( Hutmacher), Bappel 26 Wochen voll gewährt. " Haben Sie etwas zu sagen, und sagen Sie es!" Harmonie, Tempelhof, Dorfstr. 10, bet Gerth. Weilchenblau, Kott- Sterbegeld wie folgt: 1. KI. 60 M., 2. RI. 55 M., 3. RI. 40 M., Wo Wissen ist, da findet sich auch der Ausdruck Hempel.- Ostpreußischer Männer- Gefangverein, Jüdenftr. 55, bei jahre gestattet. Das Eintrittsgeld beträgt bis zum 20. Jahre Gedanken. Dem flaren Gedanken hat es noch nie an den ents bufer Damm só, bei jatob. Butunft 2, Nied.- Schönhausen, Buchholzerftr. bet 4. Kl. 40 M. Der Eintritt in diese Kaffe ist bis zum 50. Lebens- da die passende Form. Aber wirkliche Gedanken, klare Admiralstraße ss, bet Bülow. Seeger'fcher Gefangverein, 75 Pi, bis zum 40. Jahre 1,50 M., bis zum 45. Jahre 3 M. sprechenden Worten gefehlt. Hüten Sie sich vor Phrasen Krautsstraße 6, bei Gerig. Maiglöckchen 2, S.-D., Manteuffelstr. 67, und bis zum 50. Jahre 6 M. Bei dieser Einrichtung der Kasse den Krücken unklarer Gedanken oder, noch häufiger, der Gedankens ist es jedem Arbeiter möglich gemacht, sich seinem Verdienste ent- losigkeit. Also erſtens lernen! 3weitens lernen! Drittens nung 2". Brandenburg, Neuft. Markt 2, bet Weydmers.- Frete Sänger, sprechend zu versichern. Alle gewerkschaftlichen Arbeiter feien lernen! hierdurch auf diese Zuschußkasse aufmerksam gemacht. Zahlstellen Kreuzberger Harmonie, Lindenstr. 106, bei Poppe. Nordstern, fönnen an allen Orten innerhalb Deutschlands errichtet werden. Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäder), 3 bis 5 Uhr Nachmittags, Barnimstr. 16, bei Heindorf. Treue Brüber, Ahrendt- Nähere Auskunft, Statuten, Aufnahmefcheine u. s. w. wolle man ftraße 23. Libertee, Eisenbahnstraße 20. Liebes- Echo, Reichen vom Geschäftsführer der Kasse verlangen. Adresse Bruno berger und Forsterstraßen- Ece, bei Spindler. Liedertafel West end, Reinhold in Meißen( Sachsen) Kleinmarkt 241. Blumenthalftr. 5 bei Behrendt. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck erDonnerstag: Humoristischer Verein Pautenschwengel, bet Sommer, sucht. Stallschreiberstr. 58. Mujitverein Animo, bei Schmidt, Wrangelftr. 141. Geselliger Verein Grüne Eiche,( vor dem Halle'schen Thor), bet Raporte, Solmsstr. 1. Bergnügungsverein Hilaritas, bet Tempel, Breslauerstr. 27.- Rauchflub Graue Wolfe, bei Jörte, Krautstr. 6. Theaterverein Fideler Geist, bet Schneider, Adalbertstr. 8. Osiris, Abends% 9 Uhr, bei Roll, Adalberstr. 21. Gefang-, Turn- und gesellige Vereins. Allee 3-4, bei Krause. Frischmann. 8utunft 1, Stegliz, Kurhaus Friedenau. Edelweiß, Melchiorstraße 15, bei Stehmann. Boray, bet Springfiubbe. Gintracht, Glienice bet Adlershof, bet teller. Ginigteit 2, Groß- Lichterfelde, Amaltenstraße, bei Hann. Soff= Langefir. 108, bei Mebelin. 3utunft 3, Belten, bei W. Grunow. Donnerstag. Musikverein MännerGefangverein Alt: Dessau, Abends 9 Uhr, bet A. Niemann, Görliger " Vermischtes. wandte. Dieser Verein Sigung? wo Gedanken, W. L. Vergnügungsverein Neuata". An welchem Tage hat A. S. 55. Auf Ihre Anfrage erhalten Sie Antwort, fos bald uns die erbetene Auskunft durch unseren Rechtsanwalt ge Konferenzberichtes fönnen wir nicht für zutreffend anerkennen, worden ist. Ihre Beschwerde über die Mangelhaftigkeit unseres Daß nicht alle Reden im Wortlaut gebracht werden können, vers steht sich am Rand, aber Alles, was gesagt worden, ist doch auch nicht von der Wichtigkeit, daß es durch den Vorwärts" der Nachwelt aufbewahrt werden müßte. W. P., Friedrichsbergerstr. Sie können flagen. 2. K. 40. Ob eine Tochter gezwungen werden kann, 3 straße 42.- Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins Aus Gelsenkirchen wird berichtet: Der Landrathsamts- ihrer Mutter zurückzukehren, wenn sie von ihrer Mutter und für Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abends verweser Hammerschmidt untersagte die Abhaltung der von ihrem Onkel geschlagen ist?- Ist es ein Kind oder eine er bei Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer Gesangverein der Tyrolienne, Abends 9 Uhr bet Fausimann, Reichenbergerstr. 73a. Ortspolizeibehörde genehmigten Frohnleichnam- wachsene Person? Musikverein Frisch Auf, Annenftr. 14, bet Ehrenberg. prozession. Martin Naujak. Das Fragezeichen wurde nur gesetzt, weil Theaterverein essing, Abends 9 Uhr, bei Musehold, Landsbergerftraße 31. Ein Achtundvierziger, der Rentner Ronrad Friedrich wir nicht wußten, ob der etwas undeutlich geschriebene Name Privat- Theaterverein Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im Bührmann, ist in Worms im 75. Lebensjahre verstorben. Er richtig wiedergegeben war. Märkischen Hof, Admiralftr. 18. Turnverein Gesundbrunnen( Behrlings- Abtheilung) turnt Montag gehörte zu der Zahl der im Mainzer Massenhochverrathsprozeß und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Pantstr. 26. zum Tode Verurtheilten, entkam jedoch nach Amerika und kehrte Gefelliger Verein Freiheit, Abends 9 Uhr, bet Thierbach, Schwedter nach Erlaß der Amnestie in seine rheinhessische Heimath zurück, ftraße 44. Geselliger Verein Regina, Dranienftr. 121, bet Seifert. Gefelliger Klub Blau- Weilchen, Abends 9 Uhr, Annenstraße 9 bei wo er die Jahre seines Alters still verlebte. 6. Proz. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punkt 9 Uhr, bet Schröder, Stegliterstr. 18. Pfropfenverein Wedding, Abends 8% Uhr, bei Selterhoff, Antonftr. 5.- Freundschaft, Abends 9 Uhr, bet Scholz, Kastanien- Allee 35. Unglück auf See. Das britische Segelschiff„ Earl of Aberdeen" ist an der Küste von Peinbrofefthin untergegangen. Von der Mannschaft wurden elf Personen gerettet, 18 ertranfen. Briefkaffen der Expedition. Dietrich. Das Inserat tostet 5,60. G. H. in Büdelsdorf. 10,90 m. empfangen. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2.