Nr. 160. Abonnements- Bedingungen: 3 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das übrige Auslans& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Big. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Das Bromberger Urteil. Sonntag, den 12. Juli 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. 3. Zusammenziehung der Wahlgänge in Kreisen, wo mehrere Abgeordnete zu wählen sind. Erstens:§ 15 des bisherigen Reglements lautete am Schluß:„ Die genannten Namen trägt der Protokollführer neben den Namen des Urwählers und in Gegenwart desselben in die Abteilungsliste ein, oder läßt sie, wenn der. selbe es wünscht, von dem Urwähler selbst eintragen". Jeßt heißt es einfach:" Die genannten Namen trägt der Protokollführer sofort und in Gegenwart des Urwählers neben dessen Namen in die Abteilungsliste ein". Der Wunsch auf eigenhändige Eintragung kann nicht mehr gestellt werden. Auch bei den Abgeordnetenwahlen-§ 27- ist die Berechtigung des Wahlmanns, den Namen des Kandidaten selbst ins Protokoll einzutragen, gestrichen worden. Ja, es sind zur Vereinfachung fünftig auch„ Abkürzungen" statthaft, welche keinen Zweifel über die gewählte Person lassen. Gewiß ein Unfug, eine beklagenswerte Verkennung deffen, was Landtagswahlen. Es vereinfacht einige der tollsten Befür die Sache der streitenden Arbeiter förderlich war, erfreulich nur ftimmungen des Wahlverfahrens, soweit das auf dem Verfür die Arbeitgeber, deren Stellung in der öffentlichen Meinung da- ordnungswege möglich ist. Abgesehen von redaktionellen Aenderungen so heißt es Bierzehn Jahre Zuchthaus, siebzehn Jahre Gefängnis, verteilt durch befestigt wurde, und für Leute, die jetzt ein Behagen an den auf 13 Verurteilte, die„ Rädelsführer" Orlinsti und Dahm& furchtbaren Strafen empfinden, die verhängt worden sind. im§ 13, daß die„ Wahlversammlung gebildet" wird, während auf 18 Verurteilte, die„ Rädelsführer" Orlinski und Dahms auf je 5 Jahre, der des Steinewerfens überführte Zimmerer Manche hätten es wohl auch gern gesehen, wenn man die Leiter sich nach dem Reglement von 1893 die Versammlung auf je 5 Jahre, der des Steinewerfens überführte Zimmerer Spielmann auf 4 Jahre dem Zuchthaus überliefert, alle drei des Streiks und die Gewerkschaftsbewegung für die Exceffe hätte konstituiert"- sind folgende wesentliche Aenderungen getroffen: verantwortlich machen können; das ging aber nun nicht an. Die 1. Aufhebung des Rechts eigenhändiger Protokollierung. unter Polizei- Aufsicht gestellt, das heißt, daß sie auch nach Polizeibeamten, die Versammlungen der Streikenden überwacht 2. Vereinfachung der Stichwahlen. ihrer Entlassung aus dem Sterker die größten Schwierigkeiten haben batten, bekundeten einer wie der andre, daß die Streifleiter, sowohl werden, wieder ehrliche Arbeit zu finden, vermutlich nie wieder die von den Centralverbänden aus Hamburg gesandten wie die dazu kommen werden. Die minder Beteiligten wurden verBromberger, keine Gelegenheit vorübergelassen hatten, vor Gewalthältnismäßig noch strenger bestraft, z. B. der völlig unbescholtene thaten gegen Streitbrecher, Arbeitgeber und Beamte auf das ernstMathias, den die Geschwornen eines Steinwurfs überhafteste zu warnen. Auch bei dem Vorfall selbst waren einige Leute führt gehalten, bei dem sie aber mildernde Umstände angenommen beobachtet worden, die sich die Schle heiser schrien", um die Menge hatten, trotz der günstigsten Zeugnisse seiner Arbeitgeber zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, also zu sechsmal so viel, als nach dem zurückzuhalten. Warum liefen die Leute nun doch nach? Die meisten offenbar ohnehin harten Gesetz notwendig gewesen wäre. Dazu Ehr verlust aus Neugier, andre in der Erregung über die Aushungerung durch von vier Jahren für eine der Erregung des Moments entsprungene Fremde und über das Eingreifen der Polizei zu Gunsten der That, die keinen Schaden angerichtet hatte. Die Angeklagten aber, Arbeitgeber. Verweigerte doch der Polizei- Inspektor auf dem Bahndie nur unter der erregten Menge gefehen worden waren, jedoch hof einem Arbeiter, der ihn höflich bat, in seiner Gegenwart mit ohne Gewaltthaten zu begehen, jeder mit mindestens einem Jahre den Italienern sprechen zu dürfen, die Erlaubnis hierzu, obgleich Gefängnis bestraft, darunter der Polier Zacharias, ein fünfzigjähriger, bis zum Tage der That nie bestrafter Mann. Fast alle Angeklagte hier doch keine Gefahr einer Gewaltthat vorlag. Unbildung und der Einfluß genossenen Branntweins haben das Als der Staatsanwalt seine Anträge gestellt hatte und der Saal ihrige dazu gethan, die Ausschreitungen zu verschulden. Zweitens: Bei den Abgeordnetenwahlen galten bisher von den Entsezensschreien der Angeklagten und ihrer verzweifelnden Staatsanwaltschaft in der Hand, fast jeden öffentlichen Erceß zu folgende Bestimmungen(§ 28 des Reglements):" Hat sich Angehörigen widerhallte, benugte, wie uns berichtet wird, der VorAngehörigen widerhallte, benutte, wie uns berichtet wird, der Vor- einer Anklage wegen Landfriedensbruchs zu benutzen, was die maß- auf teinen Kandidaten die absolute Stimmenmehrheit verfizende, Landgerichtsdirektor Albinus, diesen Augenblick erschütterndster losesten Strafen zur Folge haben kann. Sie kann aber auch einer einigt, so wird zu einer weiteren Abstimmung geschritten. Tragit, um den Angeklagten vorzuhalten, nun fingen sie wohl an, milderen Auffassung Raum geben. Die Ausschreitungen in Gau- Dabei kann keinem Kandidaten die Stimme gegeben werden, ihre That zu bereuen. Solche Dinge find ja Empfindungsfache, Bickelheim trugen offenbar alle Kriterien des Landfriedensbruches welcher bei der ersten Abstimmung keine oder nur ein Teil der Zuhörer aber empfand, wie man uns fagte, an sich, mindestens so wie das, was in Bromberg geschehen Stimme gehabt hat. Die zweite Abstimmung wird unter den diese Worte wie eine in die Seele schneidende Verletzung ihres ist, und noch dazu hatten diese" Wilden" ihre Roheiten auf dem übrigen Kandidaten in derselben Weise wie die erste vorGefühls, als überflüssig und deshalb fast wie einen Hohn. Kirchhof am offenen Grabe begangen. Hier aber hatte sich die genommen. Wenn auch die zweite Abstimmung keine Vergebens hatten die Verteidiger in ernſteſten Worten zum Maß- Staatsanwaltschaft darauf beschränkt, Anklage wegen Störung eines absolute Majorität ergiebt, jo fällt in jeder der folgenden Abhalten in der Strafe gemahnt, hingewiefen auf die milde Beurteilung gottesdienstlichen Attes zu erheben und die Folge waren geringe ſtimmungen derjenige, welcher die wenigsten Stimmen hatte, der katholischen Excedenten bei dem freireligiösen Begräbnis in Gau- Strafen von brei Tagen bis zu drei Monaten. Die Mißhandlungen, aus der Wahl, bis die abfolute Mehrheit sich auf einen Bidelheim, auf die gelinde Strafe Süffeners und den denen Genosse Winter in Oberschlesien am Wahltage ausgesetzt ge- Standidaten vereinigt hat." Sturm, ben das Löbtauer Urteil erregt hatte. Das Gericht ging wesen ist, tragen ebenso alle Charakterzüge des Landfriedensbruchs. zwar bei einigen Angeklagten etwas unter die Anträge des Staats- warten wir ab, wie da die Anklage lauten wird! anwalts herab, bei andren jedoch über sie hinaus. Familienväter. Ein grauenhaftes Resultat! Die Angeklagten mögen im Sinne des Gesetzes schuldig gewesen sein, und mußten nach dem Spruch der Geschwornen als schuldig angesehen werden. Aber solche Strafen schreibt das Gesetz nicht vor. Einfache Teilnahme an einer landfriedensbrecherischen Bu fammenrottung fann mit drei Monaten Gefängnis, gewaltthätige Teilnahme, wenn mildernde Umstände angenommen werden, mit sechs Monaten Gefängnis, wenn sie versagt sind, mit einem Jahr Zuchthaus gefühnt werden. Und lag denn der Fall so ganz besonders schlimm? So wie das Gesetz und die Bragis einmal sind, hat es die Eine Gesetzgebung, die es der Willkür der Behörden überläßt, ob für dieselbe That ganz geringe oder fürchterlich hohe Strafen verhängt werden, muß beseitigt werden. Ueberhaupt müssen diese unvernünftig hohen Strafandrohungen aus dem Strafgesetzbuch heraus. Wenn das Bromberger Urteil durch seine Strenge unser Rechtsgefühl auf das empfindlichste verlegt, so liegt also der erste Teil der Schuld am Gesez, das solche Strafen zuläßt. eine Während bisher also bei Stichwahlen a IIle Kandidaten wieder, sofern sie wenigstens eine Stimme erhalten hatten, in die Wahl tamen, so werden fünftig nur zwischen den beiden ersten Bewerbern Stichwahlen stattfinden. Der§ 28 bestimmt nunmehr: Ergiebt sich keine abfolute Stimmenmehrheit, so findet zwischen denjenigen beiden Kandidaten, welche die meisten Stimmen ers halten haben, eine engere Wahl statt; bei dieser ist jede Wahlstimme, welche auf einen andren als die in der Wahl gebliebenen Kandidaten fällt, ungültig." ,, Sind mehrere Abgeordnete zu wählen, so hat jeder Wahlmann sogleich anzugeben, wen er an erster, zweiter oder dritter Stelle zum Abgeordneten wählt. Drittens: Die taktisch wichtigste Aenderung bringt der Wie steht es nun mit dem Gericht? Den Gesch to ornen scheint nicht die Verantwortung beizumessen zu sein. Obgleich unsrer§ 27. Die alte Bestimmung lautete:„ Jeder Abgeordnete Die Maurer und Zimmerleute von Bromberg wollten nach Ab- Gerichtsverfassung nach alle bürgerlicher Herkunft, haben sie es mit wird in einer besonderen Wahlhandlung gewählt." Jekt heißt es: Tauf ihres Tarifvertrages mit Ende 1902 einen neuen mit einer ge- den Beweisen offenbar ernst genommen, sie haben durch Verneinung ringen Erhöhung des Stundenlohnes um 5 Pf. auf die Dauer von aller Schuldfragen elf angeklagte Arbeiter den Armen der Justiz entrissen fünf Jahren abschließen. Die Verhandlungen zogen sich in die Länge, und das Vorliegen mildernder Umstände nur bei den am schwersten die Arbeitgeber nahmen an der Lohnerhöhung und, wie es scheint, belasteten und vorbestraften Angeklagten verneint. Und als der fast noch mehr an der Dauer des Vertrages Anstoß. Jm März 1903 Präsident die verhängten Strafen verkündete, zeigte sich, wie man riefen die Arbeiter den Schiedsspruch des Gewerbegerichts als uns sagt, auf der Geschwornenbank eine Bewegung, die als UeberEinigungsamt an. Der Bürgermeister Schmieder verhandelte mit den Arbeitern, die von ihren Forderungen noch abließen, und raschung, wenn nicht als Schreck aufgefaßt wurde. Es ist nicht unzulässig, für jede Stelle denselben Namen zu nennen." Auf dem socialdemokratischen Delegiertentag für Preußen war beschlossen worden, daß in Wahlkreisen, in denen ein Der aus Juristen bestehende Schwurgerichtshof hat socialdemokratischer Abgeordnetenkandidat aufgestellt ist, dieser man war in den Kreisen der Arbeiter bester Hoffnung auf eine die Strafen ausgemessen. Begründet wurden fie unter an erster Stelle gewählt werden müsse, ehe sich die socialbaldige gütliche Beilegung der Differenzen ohne Streit, als zur anderm durch die Verhöhnung ber Autorität", demokratischen Wahlmänner entscheiden, für einen Freisinnigen größten Ueberraschung der Beteiligten, die koalierten Unternehmer die im Verhalten der Angeklagten läge. Und hier haben wir zu stimmen. Da nach dem abgeänderten Reglement alle Abjede Verhandlung vor dem Einigungsamt ablehnten und zwar in den Schlüssel zu dieser sonst unverständlichen Entscheidung: Dem geordneten zugleich, nicht nacheinander, gewählt werden, bedarf einer Form, die für das Einigungsamt ebenso ver Beamten geht die Autorität über alles. Die Richter haben die Ent- dieser Beschluß einer entsprechenden Abänderung. legend war wie für die Arbeiter, ebenso charateristisch setzensschreie der unglücklichen Weiber gehört, die jedem in die Die Schwierigkeiten des Wahlverfahrens sind durch das aber auch für den Geist der Unternehmer. Seele schneiden mußten, aber der Glaube, daß es sich hier um die neue Reglement geringfügig gemildert, aber nicht beseitigt Num erst brach der Streit aus mit allen seinen Folgen auch für bedrohte„ Autorität" handle, mag sich um ihr Herz gelegt haben wie ein worden, weil die schlimmsten nur durch Gesetz geändert nicht unmittelbar beteiligte Gewerbe. Die Unternehmer bemühten sich eiserner Panzer. Wahrscheinlich haben sie geglaubt, besonders tüchtig werden können. Auch fünftig wird man z. B. in Wahlorten alsbald, russische und italienische Arbeitskräfte heranzuholen. Am 30. März ihrer Amtspflicht zu walten, wenn sie solche Strenge übten und das die Abgeordneten wählen müssen, in denen es kein Lokal giebt, trafen etwa 5 Ruffen ein. Sie wurden mittels Polizei- Eskorte durch warme Mitleid dem kalten blutlosen umpersönlichen Begriff der das groß genug ist, um die Zahl der Wahlmänner zit die Stadt geführt, eine wachsende Menschenmenge schloß sich unter Schimpf-„ Autorität" zum Opfer brächten. worten an, und schließlich wurden die Russen von den Beamten abgedrängt und zur Abreise beredet. Natürlich reisten sie nicht ab, sondern wurden vom Bahnhof wieder ihren Arbeitgebern zugeführt. Bei diesem Zusammenstoß tam es zu geringeren Gewaltakten, Büffen und angeblich auch zu vereinzelten Steinwürfen, die den Gegenstand des ersten Prozesses vom 1. und 2. Juli bildeten. Ob damals wirklich ein Landfriedensbruch vorlag, darf man bezweifeln. faffen! Wer hat bei der Wahl gefälscht? Wie behauptet wurde, haben im zweiten Berliner Wahlkreise in mehreren Fällen Strohmänner für verzogene und kranke oder gar berstorbene noch in den Listen befindliche Wähler ihre Stimme ab= gegeben. Niemand hätte davon erfahren, wenn nicht, wissende" aus dem bürgerlichen Lager die Sache ans Tageslicht gezogen und die Socialdemokraten dieser Wahlfälschung bezichtigt hätten, der Fälschung, von der gerade die Socialdemokratie erst durch die bürgerliche Presse erfuhr. Die wenigen bürgerlichen Blätter, welche sich auch einem politischen Gegner gegenüber auf die Pflicht des Anstandes befannen, erklärten zwar gleich uns, man könne ja gar nicht wissen, für wen diese Stimmen abgegeben seien und deswegen vorerst gar keine Partei beschuldigen, ehe nicht weitere Beweise für die Schuldfrage nach der einen oder andern Richtung beigebracht feien, die Mehrzahl der bürgerlichen Blätter beschuldigte aber nichtsdestoweniger schlankweg die Sozialdemokratie dieses Schwindels. Weil in Bromberg die Angeklagten die öffentliche Autorität| verlegt haben, sind sie so hart bestraft worden, weil süssener berlebt haben, sind sie so hart bestraft worden, weil Hüssener in Essen, als er einen Menschen niederstach, dem Autoritätsbegriff zu frönen vorgab, ist er so glimpflich davongekommen. Das Volk aber denkt, daß sich das notwendige Maß von Autorität der Gesellschaft über die Einzelnen anders aufrecht erAm 1. April tam nun ein kleiner Trupp Italiener an. An halten läßt, als durch vergossenes Blut und das Elend langer Zuchthaus und Gefängnisstrafen. Bei der bevorstehenden Umdiesem Tage wollte es das Unglück, daß ein Regiment, das nach arbeitung des Strafrechts und Strafprozesses wird man aus solchen Graudenz verlegt worden war, abfuhr, ein andres eintraf, was jedesmal unter Militärmusit vor sich ging. Dies hatte eine nach Urteilen die Folgerungen ziehen. vielen Hunderten zählende Menschenmenge angelodt. In der Bauſe zwischen diesen beiden Freikonzerten, als die Menge teils auf dem Vorplatz, teils in den umliegenden Kneipen wartete, trafen die Italiener ein. Die Polizei hatte fürsorglich ein großes Aufgebot von Beamten bestellt, dachte aber leider nicht daran, das Aufsehen zu vermeiden, das ein von 30 oder mehr bewaffneten Beamten umringter Zug unter einer aufgeregten, zum Teil wohl auch nicht ganz nüchternen Menge machen mußte. Es kam sehr bald Der Reichs- Anzeiger" vom Sonnabend veröffentlicht ein Da kommt gerade zur rechten Zeit aus Kassel eine Mitzu Ausschreitungen, namentlich zu Steinwürfen, die stellenweise recht neues Reglement über die Ausführung der teilung, welche geeignet ist, Klarheit darüber zu schaffen, in welcher dicht geflogen sein sollen. Einigemale trieb die Polizei die Excedenten Wahlen zum Hause der Abgeordneten", das Richtung die Wahlfälscher zu suchen sind. In einer Sigung des mit der Waffe auseinander, doch sammelten sich die Scharen wieder bestimmt ist, das letzte Reglement vom 18. September Nationalen Reichswahlverbandes" zu Kaffel wurde nach dem national Ernsthafte Verlegungen tamen nicht vor, desto mehr wurde 1893 zu ersetzen. Die jetzige Verordnung ist datiert vom liberalen„ Kaffeler Tageblatt" mitgeteilt, daß genau dieselben Schwindeleien wie im zweiten Berliner Wahlgeschrien, gepfiffen und geschimpft. Die Polizei estortierte ihre 14. März 1903. ,, Arbeitswilligen" auf den Hof eines Bauunternehmers, und die Dies neue Reglement ist ein Erfolg der socialistischen treise auch bei der Wahl in Kassel vorgekommen Menge zerstreute sich bald. Kritik und der Beteiligung der Socialdemokraten an den seien. Das wird ja nun allerdings auch von anderwärts mitPolitische Uebersicht. Berlin, den 11. Juli. Die Aenderung des preußischen Wahlreglements. 11 " geteltt es scheint System bei diesem Schwindel gewesen zu sein der Fall in Kassel hat jedoch ein besonderes Interesse deswegen, weil man hier nachweisen kann, wer die Schwindler sind! Es sind- wie könnte es auch anders sein! die nationalen Parteien, dieselben, welche nach dem Rezept„ Haltet den Dieb!" die Socialdemokratie der Wahlfälschung beschuldigen. Um Fälschungen, wie die erwähnten, treiben zu können, muß man natürlich im Besitz einer genauen Abschrift der Wählerliste sein; man muß wissen, wer in derselben steht und wissen, wer von den in der Liste Verzeichneten sein Wahlrecht ausgeübt hat resp. auch ausüben kann oder nicht. Nun ist es unsren Kasseler Genossen noch nie möglich gewesen, eine Abschrift der Wählerliste zu erlangen; dagegen machten sich die Listenführer der„ nationalen" Parteien direkt an dem Tische des Wahlvorstandes breit. Unfre Genossen mußten deswegen in einen solchen in umfangreichster Weise organisiert hatten! Wären unsre Kasseler Genossen ebenfalls im Befiße der Listen gewesen, hätten sie einen ebensolchen Schleppdienst einrichten können, der Wahlkreis Kaffel Melsungen wäre bon uns schon vor zehn Jahren erobert worden! Unfre Gegner haben über die Socialdemokratie mit wenigen hundert Stimmen gefiegt, nach ihrer eignen Angabe haben Strohmänner für verzogene und verstorbene Wähler die Stimme abgegeben. Das können nach Lage der Sache nur Leute gewesen sein, welche im Besize der Listen waren und die Stimmabgabe an der Hand dieser Listen verfolgen konnten. Diese Leute aber waren Anhänger der nationalen Parteien! Hierauf ist am 3. Juli der nachstehende Bescheid ergangen: An die Herren Herzog u. Schwinge in Dresden. Seine Majestät der König haben, wie Ihnen auf Ihre Immediateingabe vom 18. Juni 1903 eröffnet wird, am 25. Juni Das„ Arendseer Wochenblatt" weiß aber zu der Affaire wetter zu melden: Wie wir erfahren, ist die Sache dadurch beigelegt, daß eine Geldbuße von 500 M. in die Armenkasse gezahlt ift." Nur als Arbeitsvieh betrachtet man ausländische Arbeiter in 1903 zu bestimmen geruht, daß wegen der dem Redakteur Bernhard Preußen. 126 fontrattbrüchige Polen, Saisonarbeiter, Peters beigemessenen Majestätsbeleidigung und wegen der dem- und deren Familienmitglieder sollen nach einer amtlichen Aufselben zur Last gelegten Beleidigung Ihrer königlichen Hoheit der forderung festgenommen und mittels Zwangsreisepasses aus dem Prinzessin Mathilde, Herzogin zu Sachsen, Strafverfolgung ein- preußischen Staatsgebiete ausgewiesen werden. 106 diefer treten soll. Saisonarbeiter" hatten sich von den Gute Sechauren im Kreise Angermünde heimlich entfernt. Willkommen sind diese Polen und mur als„ gutwillige" billige Arbeitskräfte. Wenn sie aber wer wird glauben, daß sie es ohne sehr gewichtige Gründe thun? die übernommene Arbeit nicht ertragen wollen, so sollen sie nicht nur gleich andern Kontraktbrüchigen behandelt, sondern sofort zwangsDresden- A., den 29. Juni 1903. Ministerium der Justiz. Für den Minister: Drtmann. " Ausland. Staffel bisher auf jeden Schleppdienst verzichten, während die Gegner hätte dem an ihn gerichteten Gesuche leicht durch den Hinweis aufweiſe über die gastliche Grenze Preußens geſchoben werden. Die Offenheit des sächsischen Königs verdient Anerkennung. Er den geordneten Gang der Rechtspflege, in den er nicht eingreifen wolle, auszuweichen vermocht. Er zieht es vor, dem gesamten roten Sachsen zu bekunden, daß er auf die Bestrafung derer dringe, welche im Eifer politischer Kämpfe etwa die Grenze des Die Zollpolitit der dänischen Liberalen. Am 4. Juli d. J. fonnte Zulässigen überschritten haben mögen. Der Vorfall zeigt, daß die der jetzt geltende dänische Zolltarif sein 40 jähriges Jubiläum feiern. Gewalthaber in Sachsen die Politik der rächenden Vergeltung ver- Am 4. Juli 1863 erhielt dieses Zollgesetz, das damals einen Forts mittelst staatlicher Machtmittel und Gefängnisturen für geeignet schritt in freihändlerischer Richtung darstellte, die königliche Behalten, den Volfsmißstimmungen entgegenzuwirken. ein deutscher Fürst selbst die Strafverfolgung zum Schuge seiner ölle tennt, wobei sich die Landwirtschaft Dänemarks bes Der Dresdener Fall ist, so weit bekannt, der erste, in dem ſtätigung. Verglichen mit den deutschen Zollverhältnissen hat das ein dänische Zollgeſetz den großen Vorzug, daß es keine AgrarPerson fordert.kanntlich glänzend entwickelt hat. Für die Industrie wurde dagegen ein hoher Schutzzoll beibehalten. Die Befürworter des Schutzzollsystems sprachen damals die Erwartung aus, daß die Einnahmen des Staates aus den Schutzöllen allmählich mit der Einfuhr fremder Industrie- Erzeugnisse gänzlich verschwinden würden, weil nun alles im Lande selbst produziert werden würde. Das ist keineswegs eingetroffen. Im Gegenteil sind die Einnahmen aus Zöllen und Verbrauchssteuern von Jahr zu Jahr gestiegen, und zwar von 16 Millionen Kronen im Jahre 1870 auf 45 Millionen im Jahre 1902. Textilwaren werden tros des hohen Bolles in solcher, Menge vom Ausland eingeführt, daß sie jährlich 7-8 Millionen Kronen an Direkt hemmend mußten auf die Industrie Böllen einbringen. sowohl wie auf die Landwirtschaft die Zölle auf Roh- und Hilfsstoffe ( Eisen, Holz, Kohlen, Dele usw.) wirken. Sicher erwähnen unsre Kasseler Genossen in ihrem Wahlprotest diesen Att ungeheuerlicher Wahlfälschung, der vielleicht allein genügt, um das Mandat des Herrn Lattmann ungültig zu machen. Die gegnerischen Blätter aber, welche die Wahlfälschungen aus dem zweiten Reichstags- Wahlkreise so eilfertig den Socialdemokraten in die Schuhe schoben, beeilen sich nun hoffentlich, ihre Leser von den Fälschungen in Kassel zu unterrichten unter der Ueberschrift: Die Nationalliberalen und Antisemiten als Wahlfälscher entlarvt! Gemeindewahlen in Holland. Wer ist Dr. Destreich"? Herr Victor Hahn, der Direktor der„ National- Zeitung", der einstige Redakteur des„ Kleinen Journals", dann Herausgeber einer später von May Wittenberg übernommenen, zu Ehren der Hypothekenbanken gegründeten Montags- Zeitung, will nicht identisch mit dem fagenhaften Dr. Destreich sein. Er hat deshalb an den Gerichtshof des Pommernbant Prozesses geschrieben, und die angeklagten Direktoren haben bereitwillig erklärt, Herr Victor Hahn sei nicht identisch mit dem " Dr. Destreich". Ja, die Direktoren der Pommernbank gingen weiter und erklärten und das ist merkwürdig- sie kennten Herrn Victor Hahn gar nicht. Danach scheinen die Herren Schulz und Romeick die einzigen Finanzleute in Berlin zu sein, die Herrn Victor Hahn nicht kennen! nachstehendes Schreiben abgefaßt: Und endlich haben die beiden diskreten Pommernbank- Männer " Wir versichern hiermit an Eidesstatt, daß das in einer geheimen Liste der Pommerschen Hypotheken- Aktien- Bank vorgekommene Pseudonym Dr. Destreich" nicht den Herrn Victor Hahn bedeutet, und daß Herr Victor Hahn weder zu uns persönlich, noch zu der Pommerschen Hypotheken- Aktien- Bank selbst, in irgendwelchen Beziehungen steht oder gestanden hat." Amsterdam, 10. Juli.( Eig. Ber.) Gestern fanden die alle zwei Jahre erfolgenden Teilwahlen für die Gemeinderäte Hollands statt. Vor allem zu Amsterdam war ein indirektes Zusammengehen aller bürgerlichen Parteien gegen die Socialdemokratie zu stande gekommen, indem die Liberalen in Wahlbezirken, wo die vereinigten kirchlichen Parteien mehr Erfolg erwarten konnten als sie selbst, dort keine Kandidaten aufgestellt hatten oder diese unterstützten, und umgekehrt. Die Wahllosung lautete: Gegen die Socialdemokratie! Die Zusammenrottung der ganzen reaktionären Masse ist denn auch insofern geglückt, als wir keinen unsrer Kandidaten in den Amsterdamer Gemeinderat bringen konnten, damit er dort neben unsrem Schulz und Romeid jind Angeflagte, nicht Zeugen, ihre Vereinzigen socialdemokratischen Stadtverordneten, Henri Polat, das sicherungen haben deshalb nicht unbedingten Wert. Viel einfacher einzigen socialdemokratischen Stadtverordneten, Henri Polat, das und zwingender wäre, wenn Herr Victor Hahn selber das Amsterdamer Proletariat vertrete. Dahingegen hat die für die Gericht bitten würde, als Zeuge vernommen zu Socialdemokraten abgegebene Stimmenzahl den deutlichen Beweis werden. Warum hat er nicht diesen Weg gewählt. erbracht, daß wir trot allem wiederum gewachsen sind. Uebrigens wird am Montag Herr Leo Leipziger als Zeuge im 1901 erreichten wir unter ganz besonders günstigen Um- Pommernbank- Prozeß erscheinen. ständen 5680 Stimmen damals wurden viele bürgerliche Stimmen für unsre Kandidaten abgegeben. Jetzt aber waren jene Augenblicks- Sympathien gänzlich verschwunden, diesmal wollten die bürgerlichen Parteien zeigen, daß die Socialdemokratie nach den April- Ereignissen tot, gründlich tot sei. In Wirklichkeit ist die Socialdemokratie so wenig tot, daß sie in den zwei Jahren seit den letzten Wahlen von 5680 auf 7493 Stimmen gestiegen ist. Ein Zeichen, daß unsre durch den Anarchismus verwirrte Arbeiterschaft einzusehen anfängt, daß sie sich politisch bethätigen muß, wenn sie die Macht der Reaktion brechen will. " " abDie Liberalen haben diese indirekten Steuern von jeher scharf bekämpft und eine starke Herabſegung der Zölle ge fordert. Seitdem sie aber Regierungspartei wurden, hat sich auch das geändert und nun reden sie nur noch von einem„ Zollgesetz, das in sich selbst ruht". In diesem Jahre wurde eine Reform der direkten Steuern durchgeführt und nun will man erst abwarten, welche Wirkung das auf die Finanzen ausübt, worüber natürlich Jahre bergehen können. Höchstwahrscheinlich wird das Zollgesetz von 1863 ein halbes Jahrhundert alt werden, bevor die früher von den Liberalen so dringend verlangte Herabsetzung der Zölle Thatsache wird. bon Der als freihändlerischer Schriftsteller bekannte Großhändler Beschte- Köedt, der der Linkenpartei angehört und im Follething 1895 bis 1900 ihr Wortführer in Bollfragen war, des veröffentlichte anläßlich in der Zollgesetz Jubiläums Danst Toldtidende einen längeren Artikel, worin er die Haltung seiner Partei scharf angreift und unter anderm spottend bemerkt: = An die Vossische Zeitung" richtet die„ Vermögens- Verwaltungsſtelle für Offiziere und Beamte" eine Buſchrift, aus der gesehen von der Mitteilung, daß der der Pommernbank„ konvenierende" „ Nachdem nun die Linke zur Macht gekommen ist, sind die Direktor nicht mehr im Amte ist daß die Leitung dieser vornehmen Gründung mit einem gewissen daß die Demokratie andre und höhere Pflichten hat, als die für die Thatsache bemerkenswert ist, tüchtigsten Köpfe der alten Opposition zu der Erkenntnis gelangt, Stolze erklärt, sie hätte den Geheimvertrag mit der Pommernbank gar nicht gehalten und nur verschwindend wenige Bommernpapiere eine regierende Mehrheit unwürdige Aufgabe, ihre alten Ver untergebracht. Die Vermögens- Verwaltungsstelle" rühmt sich also, trauensmänner auf alte Standpunkte zu führen. Es schadet die Pommernbank hineingelegt zu haben. nichts, daß einzelne unbedeutende Linkenmänner und ein Teil Kapitalistische Moral und kapitalistischer Ehrgeiz! das war der idealistisch redigierten Presse der Linken fortdauernd in den alten Tönen über eine Zollreform reden. Die Wähler find daran gewöhnt, die Forderungen aus der Vergangenheit mit Zu Murren die Erklärung acceptieren, daß die Zollreform ebenso wie funftsgelübten beantwortet zu erhalten, und sie werden ohne die andren Reformen kommen wird, wenn die Zeit dafür reif ist." Die Klerikalen gewannen von dem Liberalismus der Erfolg des Kuhhandels drei Size und haben noch eine Stichwahl gut, die allem Anschein nach den Liberalen auch das vierte Mandat kosten wird. Der Liberalismus ist in Holland ebenso ver- leben büßen wird, zeigt ein Hinweis der„ K. V." auf die bei der „ Ehren- Haft". Wie Hüffener das von ihm vernichtete Menschenfault wie in den andern Ländern; seine kapitalistische Seele ist stärker wollstreckung von Festungshaft in Betracht kommenden als sein liberales Wollen. Auch in Holland verschwinden die Liberalen, Bestimmungen. Jeder Gefangene hat seine durchaus nicht unund der Kampf mit der Klerikalen Reaktion bleibt der Socialdemokratie wohnlich überlassen. 28 Proz. der Wähler sind ausgesprochen socialdemokratisch. Das ist ein Erfolg, der zu weiterer Arbeit anspornt! Deutfches Reich. Der Paragraph des Königs. Unser Kopenhagener Bruderorgan bemerft treffend, daß unter diesen Umständen nur ein starkes Wachstum der Macht und des Einflusses der Socialdemokratie den Zeitpunkt für die Zollreform be schleunigen kann. Frankreich. eingerichtete Stube. Nach§ 109 der Militärstrafvollstreckungs- Ordnung wird diese Stube nicht verschlossen und nur in längeren Zwischenräumen untersucht. Nach§ 110 fönnen sich die Gefangenen täglich bis zu fünf Stunden innerhalb des Festungswertes in freier Luft bewegen and zwar ohne Aufficht. Nach 111 können sie während dieser fünf Stunden innerhalb wie außerhalb der Anstalt Besuche empfangen, Paris, 11. Juli. Der Präsident des Ministerrats hat in den 1985 auch Besuche in der Stadt machen, dies Anweisungen, die er kürzlich von neuem den Präfetten zu geben mit Genehmigung des Gouverneurs. Nach§ 113 ist ihnen die Gelegenheit hatte, erklärt, daß die Kapellen, die das RundHaltung eines Aufwärters gestattet. Nach§ 114 soll die den Fähig schreiben betrifft und die nicht dem Konkordat unterworfen sind, feiten und Verhältnissen entsprechende Beschäftigung zwar gefördert in drei Gruppen einzuteilen feien: 1. Den Kongregationen denen die Genehmigung durch das werden, doch ist jeder 3 wang hierbei verboten. Endlich angehörige Kapellen, fieht der§ 119 die Urlaubsgesuche vor. Thatsächlich werden Parlament versagt wurde. Diese Kapellen sind zu schließen. die täglichen Spaziergänge auch wohl auf die umliegenden 2. Private Kapellen in Instituten wie Lyceen, Kollegien, Dörfer ausgedehnt, die Ehrenbreitsteiner trinken zum Krankenhäusern 2c. Diese dürfen nur unter der Voraussetzung fort Beispiel ihren Schoppen am Roten Hahnen, in Horchheim oder in bestehen, daß sie sich auf das Personal aus diesen Instituten be schränken und dem Publikum keinen Zutritt gewähren. 3. Private Urbach! Kapellen, zu welchen das Publikum zugelassen wird. Diese dürfen nur unter der Bedingung weiterbestehen, daß sie als Annere der Pfarrkirche betrachtet und nach der Vorschrift des Gesetzes verwaltet werden. Sachsen ist socialdemokratisch und niemand vermag es zu vertuschen, daß die Mißstimmung weitester Voltstreise, auch der nicht soicaldemokratischen, sich besonders hißig gegen die Person des Königs richtet. Die Vorkommnisse, die zur Flucht der Kronprinzessin führten, und die Erhöhung der stattlichen Eivilliste in einer Zeit wirtschaft licher Heimsuchungen für die unbemittelte Bevölkerung das konnte auch der treue Monarchist nicht ertragen. Und doch giebt es Wenn der Hüffener von der Festung zurückkehrt, kann er seinen noch Treue auch in Sachsen. Wo alles das angestammte Herrscher- Kameraden erzählen, wo man den besten Wein trinkt. haus schmählich zu verlassen droht, treu bleibt der mächtig schützende Kein Tag ohne Dementi, darf man von der„ Norddeutschen AllMajestätsbeleidigungsparagraph. Und auf ihn gemeinen Zeitung" sagen. Gestern dementierte das Regierungsorgan scheint man sich in der sächsischen Not setzen zu wollen. die Mitteilungen über das Verhalten des Kaisers zur Todeserkrankung Am 13. Juni beröffentlichte die" Dresdener Rundschau"," eine des Papstes, heute folgt diese Richtigstellung, die offensichtlich vom bürgerliche Wochenschrift, zwei Artikel. In dem einen war mit Kaiser selbst eingeholt ist: geteilt, daß eine arme Witwe, die mit ihren fünf Kindern in bitterſter Not lebte, an die Prinzessin Mathilde eine Bittschrift gerichtet und zur Konfirmation eines Sohnes von der Hoffassenerpedition nur drei Mart erhalten habe. Der andre Artikel, der in Form eines Märchens gehalten war, besprach die Affaire der Kronprinzessin Luife. Wegen beider Artikel wurde die Zeitung, als eben erst die Verbreitung begonnen hatte, beschlagnahmt und der Redakteur Bernhard Peters in Untersuchungshaft genommen. Der Verlag richtete, nachdem er von verschiedenen Berliner Juristen das Gutachten erhalten hatte, daß feiner der Artikel ein derartiges Vorgehen rechtfertige, an den König eine sehr ruhige Auffassung über die bezeichneten Fragen zeigten, überein Schreiben, in dem nach einer einleitenden Darstellung des Falles gesagt wurde: Die„ Posener Zeitung" hat dieser Tage eine auch von andren Blättern übernommene Mitteilung über ein angebliches Gespräch Seiner Majestät des Kaisers mit dem Amerikaner Vanderbilt ge bracht, worin Seine Majestät sich über die Frage einer Reichs= tags Auflösung, über das Anwachsen der social. demokratischen Stimmen und sonstige innerdeutsche Verhältnisse geäußert haben soll. Auch diese Mitteilung beruht auf Erfindung." = Wir hatten von den angeblichen Aeußerungen des Kaisers, die haupt nicht Notiz genommen, weil sie uns auf müßigen Gerüchten zu beruhen schienen. Der Ministerpräsident wird im Laufe der nächsten Woche den Unterricht erteilenden Frauentongregationen den Beschluß notifizieren, durch welchen die Kammer ihnen die Genehmigung versagt hat. Ministerpräsident Combes setzt die Prüfung der Genehmigungsgesuche fort, die von nichtgenehmigten. aber genehmigten Kon gregationen angehörigen Niederlassungen gestellt sind. Ueber tausend berartiger Gesuche harren noch seiner Entscheidung. England. Die irische Agrarvorlage. London, 7, Juli.( Eig. Ber.) Unter allgemeinem Beifall des Unterhauses wurde gestern die Kommissionsberatung der irischen Agrarvorlage zu Ende geführt. Sie hat im ganzen nur drei Wochen gedauert, obwohl sie aus 89 Abschnitten besteht. Die Reform war vollständig reif geworden, so daß es nur eines leisen Anstoßes bedurfte, um sie ins socialpolitische Leben Englands einzuführen. Denn obwohl noch die dritte Lesung und die Beratung im Oberhause bevorsteht, so kann walten, daß der Erfolg der Kommissionsberatung den Erfolg bevorsteht, so kann doch kein Zweifel mehr obder Vorlage bedeutet. Wie bereits im„ Vorwärts" mitgeteilt wurde, gab die Regierung den Wünschen der irischen Pächter nach. „ Wir rufen deshalb nunmehr die allerhöchste Entscheidung Ew. Majestät selbst darüber an, ob. Etv. Majestät allerhöchst sich durch diese von den unbeteiligten Juristen Wie Offiziere fich loskaufen. Die„ Magd. Volksst." bringt diese für nicht zu beanstandend erklärten Artikel überhaupt beleidigt oder Mitteilung: Ein aufsehenerregendes und im Zeitalter der Hüffener verleşt fühlen. Wir gestatten uns, Ew. Majestät darauf hinzu- Brozeſſe ſehr intereſſantes Eingefandt veröffentlichte kürzlich die weisen, daß unser Redakteur durch die plögliche Verhaftung un- Lüchow- Dannenberger Zeitung". Dasselbe lautet: glaublich hart getroffen und für sein ganzes Leben geschädigt wird." Großen Schneid zeigten gestern abend resp. in letzter Nacht Die Festsetzung des Mindestpreises und die Zahlung der ewigen Er hat als Dramendichter bereits durch die Aufführung seines preis- einige Offiziere vom 16. Ulanenregiment in Salzwedel. Rente wurden beseitigt. Aber für die irisgen Landgekrönten Schauspiels„ Petrus Ruffi" kürzlich einen schönen Erfolg er- welche im Hotel Westendorf, woselbst auch das Offizierkafino fich arbeiter ist nichts geschehen. Sie wurden von den frommen zielt; auch sein alter Bater, der zur Zeit in der Lungenheilanstalt in befindet, bei einem Bechgelage beisammen waren und sich durch über- fatholischen Bächtern einfach verraten. Die Pächter organisierten sich Görbersdorf Genesung sucht und durch unsren Redakteur unterstüßt lautes Schreien und Lärmen auffällig bemerkbar machten, so daß wurde, wird auf das schwerste geschädigt. Es war dem Redakteur den noch im Hotel wohnenden Reisenden der weitere Aufenthalt politisch und tämpften im Parlamente; ihr Kampf war schließlich durch unsern Verlag zur Pflicht gemacht worden, jeden strafbaren daselbst verleidet wurde. Einem Herrn E. aus Hamburg, welcher Arbeitgeber und wurden verlassen. Wer nicht kämpfen und nicht Inhalt zu vermeiden; dies zu thun war in der That sein eifrigstes durch den Oberkellner um etwas Ruhe bitten ließ, wäre es beinahe stimmen kann, ist im staatlichen Leben eine Null. schlecht ergangen, wenn dessen Zimmerthür dem Ansturm Streben. Wir bitten deshalb unterthänigft, Ew. Majestät wolle aller einiger Offiziere nicht stand gehalten hätte. gnädigst geruhen, unser dringendes Gesuch zu erfüllen; denn durch Die Bestie wird heute nacht talt gemacht", das war Steuerverweigerung. 2ondon, 9. Juli.( Eig. Ber.) Weitere die sonst vorhandenen Instanzen kann nach dem augenblicklichen der Ausruf einer der Herren Belagerer, der sich und Berichte über Steuerverweigerung liegen heute vor aus Burh Stande der Rechtsprechung die für uns und unsre Leser so wichtige seine Bildung dadurch selbst am besten eingeschätzt hat. Wie St. Edmunds, Hornsey und Bosworth. In Burh wurden 15 NonFrage, ob nämlich Ew. Majestät überhaupt die fraglichen Artikel man hört, ist heute eine Beschwerde an den Herrn Oberst, fonformisten wegen Nichtzahlung der Schulsteuer gepfändet. Bei der für verlegend erachten, niemals entschieden werden. sowie eine Anzeige beim Kriegsgericht abgegangen und steht zu hoffen, Versteigerung der gepfändeten Sachen kam es zu stürmischen Scenen, daß der Fall eine genaue Untersuchung nach sich zieht und den Herren so daß die Polizei einschreiten mußte. Im Dorfe Erith hat die flar gemacht wird, daß Leute, die eine ungestörte Nachtruhe wünschen, Hälfte der lokalen Steuerbeamten es abgelehnt, die Vorladungen Kunstdruckerei„ Union", Herzog u. Schwinge." I noch lange teine Bestien sind." wegen Verweigerung der Schtsteuer zu unterzeichnen. Eiv. Majestät allerunterthänigster Verlag der" Dresdener Rundschau" Griechenland. ständigen mit zu verrichten, d. H. Bretter und Balfen auf resp. I then dit Stelle der Entschädigung für Arzt und Medikamente ein Athen, 11. Juli. Ralli erklärte dem König, er wolle die abzuladen. Leider haben sich in einigen Fällen auch Zimmerer dazu Viertel des ortsüblichen Tagelohnes, wie er am Orte der Versicherten festgesetzt ist, gewähren würde. Dies sei aber ohne erhebliche Ers Bildung eines Kabinetts unter der Bedingung annehmen, daß er herbeigelassen und sind den Streikenden in den Rücken gefallen. Wir richten deshalb an alle Berliner Zimmerleute das dringende höhung der Beiträge nicht durchzuführen und widerspreche dem das Finanzprogramm der früheren Delyannistischen Mehrheit beibehalten dürfe, oder daß, wenn das Programm von der Kammer Ersuchen, derartige Arbeiten, die sonst von den Holz- und Bretter- Princip der Einheitlichkeit der Leistungen, da die ortsüblichen Tage= verworfen werde, der König der Auflösung der Kammer zustimme. trägern im Auftrage der Holzhändler ausgeführt worden sind, nicht löhne an den verschiedenen Orten ganz erheblich in der Höhe von Der König hat die Bedingungen Rallis angenommen. Die Auf- zu berrichten, sondern in jedem Fall unserm Bureau, einander abweichen. Dagegen dürfte sich gegen die Aufnahme der Lösung der Kammer ist genehmigt. Die von Ralli und Delyannis Dragonerstr. 15, Telephon Amt III Nr. 5028, Mitteilung doppelt Versicherten in eine höhere Klasse als es bis jetzt möglich war, feine Schwierigkeit erheben. zusammengestellte Ministerliste wird morgen dem König unterbreitet zu machen. werden; mehrere Minister des alten Kabinetts werden sich darauf Ferner wird von unsren Arbeitgebern in letzter Zeit häufig befinden. Das neue Kabinett wird sich am Montag in der Kammer Ueberstundenarbeit verlangt. Wir machen darauf auf vorstellen. merksam, daß Ueberstunden nur in ganz dringenden Fällen gemacht werden dürfen und die neunstündige Arbeitszeit eingehalten werden muß. Wo dies nicht der Fall ist, geschieht eine Umgehung des Vertrages und muß sofort Meldung an unser Bureau gemacht werden, damit durch die Achtzehner- Kommission Abhilfe geschaffen wird. Der Vorstand des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Deutfches Reich. Partei- Nachrichten. Ueber Bebels neueste Erbschaft meldet der württembergische ,, Staatsanzeiger": " Der frühere bayerische Lieutenant Kollmann, Sohn eines Achtung! Maurer. Seit dem Frühjahr 1902 bestehen zwischen Augsburger Buchhändlers der im Infanterie- Leibregiment in den Hamburger Bauhandwerkern( Maurer, Zimmerer und BauMünchen gedient und den deutſch- französischen Feldzug mitgemacht arbeiter). Differenzen, die schon im Jahre 1902 zu einer vierhatte, später wegen verschiedener Standale in militärgerichtliche wöchentlichen Aussperrung sämtlicher Bauhandwerker führten. Die Untersuchung genommen, aber wegen geistiger Erkrankung für unzu- Unternehnter wollten es unter allen Umständen verhindern, daß im rechnungsfähig erklärt worden, im Jahre 1880 oder 1881 vor der Samburger Baugewerbe die neunstündige Arbeitszeit eingeführt drohenden Internierung in einer Jrrenanstalt aus Bayern entflohen würde. Der Kampf ist seit 14 Tagen von neuem entbrannt und Die Wiederherstellung des früheren§ 12, Abs. 3 wurde mit 25 gegen 11 Stimmen abgelehnt, dagegen mit erheblicher Mehrheit beschlossen, den mehrfach Versicherten die Möglichkeit zu lassen, sich einer höheren Klasse anzuschließen. Einstimmig abgelehnt wurden die Anträge, die darauf hinauslaufen, die Kasse in eine Zuschußkasse umzuwandeln, da von den 17 000 Mitgliedern der Kasse über 10 000 nur einfach versichert sind und die Kasse deshalb bei einer Umänderung der Versicherungspflicht nach dem Gesetze nicht mehr ge= nügen würde. Mit großer Mehrheit wurde ein Antrag angenommen, die Beiträge in allen lassen, mit Ausnahme der ersten Klasse, um 5 Pf. pro Woche zu erhöhen. Ferner wurde beschlossen, das Krankengeld in allen Klassen um 30 Pf. pro Woche zu erhöhen. Als Ort der nächsten Generalversammlung wurde Gotha bestimmt. war und ſeinen Wohnsitz in Ulm genommen, auch hier sich auffällig es den Anschein, als wenn die Unternehmer Bernunft annehmer Berliner Partei- Angelegenheiten. gemacht hatte, am 31. Mai 1881 auf Antrag der Ulmer Staats- wollten; dieses scheint aber bei dem Innungsvorstand nicht der Fall anwaltschaft entmündigt und im gleichen Jahr in eine Frrenanstalt zu sein. Die Situation wird sich deshalb in den nächsten Tagen beNehmt Einsicht in die Kommunal- Wählerlisten. bei München eingeliefert worden war, wo er noch volle 22 Jahre deutend verschärfen, da der Innungsvorstand eine zweite Aussperrung gelebt hat, bis er am 22. Mai d. J. starb hat in dem nach seinem Im November dieses Jahres finden die regelmäßigen Er. plant. Tode vorgefundenen Testament dem Reichstags- Abgeordneten Bebel 400.000 Mark, nahezu die Hälfte des hinterlassenen Ver- die dringende Bitte, uns dadurch zu unterſtüßen, daß sie Sam- sammlung statt. Wir richten deshalb an alle Kollegen des In- und Auslandes gänzungswahlen für die Stadtverordneten- Ver= mögens, vermacht. Das Testament ist aufgesetzt während der seiner- burg unter allen Umständen meiden. Nur dann ist es Es scheiden in der dritten Abteilung aus: zeitigen militärgerichtlichen Untersuchung gegen Stollmann, also zu uns möglich, den Aussperrungsgelüsten der Ham ( Die Zugehörigkeit zu dem betreffenden Stadtbezirk ist aus der einer Zeit, wo dieser noch im Dienst stand. Die burger Scharfmacher entgegenzutreten. Steuerquittuung ersichtlich.) Rechtsgültigkeit des Testaments hängt nun davon ab, ob Kollmann Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Im Wahlbezirk 2 Pretzel Stadtbezirk 11-20, 24, zu jener Zeit noch als zurechnungsfähig zu betrachten war. GesetzDie Streifleitung. liche Erben, denen die andre Hälfte des Vermögens auch nach dem 43, 44, 47-49, 67-74, Testament zufällt, die aber aus dem angegebenen Grunde vielleicht das Testament ganz anzufechten vermögen, sind zwei Brüder Stollmanns, ein Oberlieutenant und ein Oberingenieur in München, sowie eine Schwester und zwei Kinder einer verstorbenen Schwester. Das Vermögen Kollmanns, das in der Hauptsache von einem Gewinn in der östreichischen Lotterie stammt, betrug damals 400 000 m., hat sich aber in der Zwischenzeit während der Verwaltung durch einen Ulmer Rechtsanwalt durch Zinsenzuwachs nahezu verdoppelt." Die„ Ulmer Zeitung" fügt dem noch bei: ,, Als Grund, warum Lieutenant Kollmann Bebel als Erben einsetzte, wird angegeben, der Testator habe es als Unrecht empfunden, daß er bei seiner Entlassung nicht das Recht zum Tragen der Militäruniform erhielt. Er habe sich in der Verzweiflung an den Reichstags- Abgeordneten Bebel gewendet, der zwar diesen Zweck nicht erreichte, aber sich Kollmann doch derart hilfsbereit erwiesen habe, daß dieser ein starkes Dankgefühl gegen Bebel empfand." Barteipresse. Das„ Sächsische Volksblatt" in 3 widau ist vom Zeitpunkt seines täglichen Erscheinens an, im Juli 1900, von 6200 auf 13 500 Abonnenten gestiegen. Das Blatt hat allein seit Anfang Mai 2250 Abonnenten gewonnen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Des gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches follten sich die Genossen Franz Pokorny- Zwickau und Keil- Wilkau während der Wahlbewegung in einer gegnerischen Versammlung schuldig gemacht haben. Sie hatten sich geweigert, die Versammlung auf die Aufforderung eines Gutsbesizers Günther zu verlassen, weil dieser sich hartnädig weigerte, ihnen die erbetene Legitimation als Einberufer der Versammlung oder Mieter des Lokals vorzuzeigen; der Aufforderung eines hinzugerufenen Gendarmen kamen fie nach. Das Schöffengericht in Kirchberg sprach Pokorny frei, gegen Keil wurde das Verfahren eingestellt. Wegen Beleidigung des ehemaligen Reichstags- Abgeordneten Pfarrer Winterer wurde am Donnerstag Genosse Martin, der Redakteur unsres Mülhauser Parteiblattes, zu 100 M. Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Gewerkschaftliches. Die Baugewerks- Innung hat die Fragen, welche die ArbeiterOrganisationen bezüglich einer Beilegung der Lohnbewegung an sie gerichtet hatte, ablehnend beantwortet. Die Innung hat ihren Standpunkt dahin präzisiert: Unfre bedingte Bewilligung hängt von der sofortigen Zurückziehung der Sperren bis spätestens Montag, den 13. Juli 1903, ab. Das bedeutet, daß die Innung eine Einigung oder auch nur eine Aussprache über die noch schwebenden Fragen nicht will, und unter diesen Umständen erscheint die Verschärfung des Kampfes im Hamburger Baugewerbe sicher. 13 Stadthagen, S. 95-104, 105-108, 123-126, 131-134, " " 5 Marggraff, 8 Drenste " " " " " " 14 Singer, S. 17 Schem " " 18 Frick 24 Wernau, S. 167, 175-178, " 25 Bruns, S. " " " " 28 Homann 31 Hauer " " " 122, 127-130, 135, 143, 144, 161, 179-181, 182, 183, 196-200, ( der inzwischen verstorben ist) 218-225, 37 Borgmann, S. 227, 228, 257-259, 265-267, 39 Raaz " 1 42 Gericke " 268-272, 274, 284, 287-289, 302, Die Maurer, Zimmerer und Baucrbeiter in Elmshorn haben ihre Lohnbewegung beendet auf Grund folgender Vereinbarung: Bis zum 1. Oktober d. J. wird der alte Lohn, 48 Pf. die Stunde für Maurer und Zimmerer, für Bauarbeiter 37 Pf.; vom 1. Oktober dieses Jahres bis zum 1. August 1904 50 Pf. für Maurer und und außerdem werden noch 2 Stadtverordnete, deren Mandat noch Zimmerer und 40. Pf. für Bauarbeiter, und alsdann 52 f. für bis 1905 währt, ausgelost, so daß also in 16 Wahlbezirken der Maurer und Zimmerer und 42 Pf. für Bauarbeiter bis zum 1. Mai 1906 gezahlt. Maßregelungen finden von beiden Seiten dritten Abteilung Ergänzungswahlen stattfinden. nicht statt. Die Wählerliste wird in der Zeit Der Tischlerstreik in Bofen ist jetzt, nach zehnwöchigem Kampfe, vom 15. bis einschließlich 30. Juli d. J. beendet worden. Zwischen den Parteien, dem als Vertretung an den Wochentagen von vormittags 9 bis nachmittags 3 Uhr und der Gesellen ausdrücklich anerkannten Holzarbeiter- Verbande und den 1905 laufender Vertrag abgeschlossen, der den Gesellen außer den dem Arbeitgeberbunde angehörenden Meistern, ist ein bis zum April an den Sonntagen von vormittags 11 bis nachmittags 1 Uhr in städtischen Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Treppen- Zimmer 57 im Vertrage festgefekten erhöhten Accordsätzen einen Stundenlohn zur Einsicht öffentlich ausliegen. von 33 gegen früher 30 Pf. zubilligt. Die Meistervereinigung hat sich zwar auch verpflichtet, keine Maßregelungen aus Anlaß des Streits vorzunehmen. Da sich aber, wie mit gutem Grunde leider befürchtet werden muß, die Meister der bekannten Vorwände bedienen werden, um die Gesellen für die Ausübung ihres Rechts zu bestrafen, so wird dringend ersucht, den Zuzug von Tischlern Ihr in die Wählerliste eingetragen seid! nach Posen fernzuhalten. Während dieser Zeit kann jedes Mitglied der Stadtgemeinde gegen die Richtigkeit der Liste Einwendungen erheben; später eingehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt. Genossen, versäumt also nicht, Euch davon zu überzeugen, ob 400 Borzellanarbeiter in Tettau( Oberfranken) find seit fünf Wochen ausgesperrt, weil sich die Maler eine Verteuerung der Malfarben, die eine erhebliche Lohureduktion zu bedeuten hätte, nicht wahlen beginnt am Freitag, den 17. Juli, abends 8 Uhr, im Charlottenburg. Der Kursus über die Technik der Landtagsgefallen lassen wollen. Das Vorgehen der Unternehmer läuft auf Voltshause. Es ist insbesondere Pflicht aller Bezirks- und Abteilungseinen Schlag gegen die ihnen unbequeme Organisation hinaus. Der führer, vollzählig zu erscheinen. Vorstandsvertreter des Porzellanarbeiter- Verbandes und der ober= fränkische Fabrikinspektor haben den Versuch gemacht, eine gütliche Bankow. Die am Dienstag, den 14. Juli, stattfindende Mit Einigung herbeizuführen, worauf sich aber die Unternehmer nicht ein- gliederversammlung findet nicht bei J. Mierke, Berlinerließen; sie verlangten, daß sämtliche Arbeiter aus dem Verstraße, sondern bei Roczicky, früher Roell, Streuzstr. 3-4, statt. bande austreten müßten. Die Polizei hat sich auch Auf der Tagesordnung steht: Vortrag des Ingenieurs GrempeDie amtliche deutsche Streit statistik zählt für das Jahr 1902 in diesem Arbeiterkampfe auf die Seite der Unternehmer gestellt. Berlin über:„ Was ist praktischer, Guß- oder Schmiederohr?" Unter 1084 begonnene und 1060 beendete Streits in 3437 Betrieben. Das Bezirksamt sandte Gendarmen nach Tettau ab, die die Streit besonderer Berücksichtigung der Druckrohrlegung unsrer Von den beteiligten Betrieben kamen 849 zu völligem Stillstand, posten behelligten, ihre Personalien aufnahmen und sich sogar nach Gemeinde nach Mühlenbed. Proteft gegen den Verkauf während in 1270 die Streiks sich nur auf einzelne Beschäftigungs- ihren Vorstrafen erkundigten und ihre Vermögensverhältnisse feit des Gemeinde- Grundstücks. Diskussion und Vereinsmitteilungen. arten erstreckten. Von den in diesen 3437 Betrieben insgesamt bestellen wollten.(!)- Hoffentlich hat man das unberechtigte Ver- In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird eine rege Beschäftigten 131 086 Arbeitern streiften 53 912, während 6272 an langen der wißbegierigen Gendarmen zurückgewiesen. Streifs nicht beteiligte Personen in deren Folge zum Mitfeiern geteiligung erwartet. zwungen wurden. Die meisten Streifs tamen vor im Baugewerbe( 467 in 1997 Betrieben mit 27 330 Streifenden), ferner in der Holz- und Schnitzstoffindustrie( 135 in 218 Betrieben mit 3544 Streifenden), Husland. Das Ende des Landarbeiterstreifs in Portomaggiore. Rom, den 9. Juli.( Eig. Ber.) Um die Ernte und das Vich zu retten, haben die Grundbesizer in zwölfter Stunde nachgegeben. abend wurde zwischen und Ausständigen Lichtenberg. Die Parteigenossen werden ersucht, zu beachten, daß der Zahlabend des Wahlvereins ausnahmsweise Bezirkslokalen werden die Beiträge von 8 Uhr abends ab entgegenmorgen, Montag, den 13. Juli, stattfindet. In den zwölf dann folgen die Metallindustrie( 68 Streifs in 258 Betrieben mit lage folgender Abmachungen eine Einigung erzielt: 1. Die Grund- Sammellisten und Billets zur Abrechnung mit den 2761 Streifenden). Industrie der Steine und Erden( 68 Streiks befizer ziehen die Ermittierung der Arbeiterfamilien zurück( fie Bezirksführern zu bringen. in 94 Betrieben mit 2185 Streifenden) sowie die Bekleidungsgewerbe hatten 700 Familien ermittiert), soweit die Gehöfte der Ermittierten Die nächste Wahlbereins- Versammlung findet am Zahl hinsichtlich der betroffenen Betriebe war noch die Lederindustrie pflichten sie sich, den Gekündigten Unterkunft zu schaffen. 2. Er( 60 Streits in 40 Betrieben mit 2070 Streifenden). In erheblicher noch nicht anderweitig vergeben sind; wo das der Fall ist, ver- Dienstag, den 21. Juli statt. ( 20 Streits in 161 Betrieben mit 611 Streikenden), hinsichtlich der höhung des Naturallohnes für das Mähen des Getreides auf bei Obst, Meiningerstr. 8, stattfindende Stiftungsfest des Schöneberg. Die Parteigenossen werden nochmals auf das heute Streifenden aber die Maschinenindustrie( 48 Streifs in 58 Be- 10% Proz. des Geschnittenen in der Ebene und 11 Proz. in den Wahlvereins aufmerksam gemacht. Anfang nachmittags 4 Uhr. trieben mit 2516 Streikenden) und der Bergbau( 14 Streits in Abhängen. 3. Anstellung zweier Tagelöhner für jeden versuro" Entree 20 Pf. 16 Betrieben mit 2572 Streifenden) beteiligt. Die Forderungen der Streifenden betrafen in 131 Fällen üblichen Arbeitszeit. 5. Gültigkeit dieser Abmachungen und des ( Flächeneinheit von etwa 1% Hektar). 4. Beibehaltung der bisher die Aufrechterhaltung, in 532 Fällen die Erhöhung der bisherigen alten Kontraktes bis zum Herbst 1904. 6. Ernennung einer ge- 8 Uhr im Wirtshaus Schmargendorf" eine Versammlung ab. Der Schmargendorfer Wahlverein hält am Dienstagabend Löhne. In 53 Fällen wurde Bezahlung der Ueberstunden gefordert mischten Kommission, bestehend aus drei Grundbesitzern, 3 Land- Tagesordning:„ Die Lehren der Reichstagswahlen." Mitglieder und 66 mal wurden sonstige Lohnforderungen gestellt. 10 mal wurde um die Aufrechterhaltung, 160 mal um Verkürzung der seit- arbeitern und einem von ihnen gewählten Vorsitzenden, die neue werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. herigen Arbeitszeit gestreift. Arbeitsverträge für den Herbst 1904 ausarbeiten und zur Zeit vorlegen soll. Nach dem Ausgang der Streiks unterscheidet die amtliche Statistit 228 völlig und 235 teilweise erfolgreiche sowie 597 er folglose Streits. Vollen bezw. teilweisen Erfolg hatten die Streitenden insbesondere in 125 Fällen mit der Forderung der Lohnerhöhung, in 3 Fällen mit der Verkürzung der Arbeitszeit und in 25 Fällen mit beiden Forderungen zugleich. haben sie die Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde, die sie Die Arbeiter haben also auf der ganzen Linie gesiegt, nur beansprucht hatten, nicht durchgesetzt. Prozeß gegen die Pommernbank. Die Aussperrungen werden gesondert von den Streits Die Centralkranken- und Sterbekaffe der Schumacher eine falsche Meldung der Bresse erteilt. In der Preſſe ſei anregistriert. Die amtliche Statistik verzeichnet 51 Aussperrungen, aus. und verwandten Berufe Deutschlands Nach zweitägiger Pause wurden gestern die Verhandlungen wieder aufgenommen. Auf Ersuchen des Justizrats Dr. Sello wird dem Angeklagten Schulz das Wort zu einer Erklärung über gedeutet worden, daß unter dem in dem besprochenen Geheimbuch der Pommernbank aufgeführten Dr. Desterreich wahrscheinlich Dr. Victor Hahn zu verstehen sei. Angefl. Schulz erklärt, daß er Herrn Victor Hahn gar nicht tenne und Dr. Desterreich mit Herrn Victor Hahn keineswegs identisch sei. Angell. Rome ich schließt sich dieser Erklärung an. von denen im Berichtsjahre 46 wieder aufgehoben wurden. Diese 46 Aussperrungen erstreckten sich über 918 Betriebe mit 18 705 Arbeitern, von denen 10 305 durch die Aussperrung betroffen wurden. hielt in diesen Tagen in Schweinfurt eine außer 207 Arbeiter wurden infolgedessen zum Mitfeiern gezwungen. In ordentliche General- Versammlung ab, deren Haupt30 Fällen ist die Aussperrung unter Kontraktbruch erfolgt.. beratungspunkt die Abänderung des Statuts war, wie sie durch die Der Erfolg der Aussperrungen war den Unternehmern in neue Krankenkassen- Novelle bedingt ist. Eine sehr lebhafte Debatte 30 Fällen völlig und in 77 teilweise günstig; in 9 Fällen blieb er entspann sich um die statutarische Regelung der Verhältnisse der Auf Antrag des Staatsanwalts Bee& wird sodann Geh. Rat. Außerdem verzeichnet die Statistik noch 29 Aussperrungen doppelt versicherten Mitglieder, denen es früher möglich war, unter Budde, der jetzige Direktor der Pommernbank( Berliner Hypoin 52 Betrieben wegen unerlaubten Maifeierns" von Arbeitern. Verzicht auf ärztliche Behandlung auf Kosten der Kaffe ein erhöhtes thekenbant) ausführlich über die Behauptung des Angefl. Schulz Krankengeld zu beziehen. Die betreffende Bestimmung hatte die vernommen, daß er sein ganzes Vermögen der Bank zur Stuttgarter ordentliche Generalversammlung außer Wirksamkeit ge- Verfügung gestellt habe. Der Zeuge bekundet, daß der Angeklagte fest, weil sie dem§ 75 des Strantenversicherungs- Gefeßes nicht im allerdings seine Villa und eine Reihe von Effekten und Schuldvollen Umfange entspreche. Von vielen Seiten wurde die Wieder verschreibungen der Bank cediert beziv. verpfändet habe, daß der herstellung dieser Bestimmung gefordert. Der Generalvorsitzende verschreibungen der Bank cediert bezw. verpfändet habe, daß aber Baffle- Hamburg verteidigte in längeren Ausführungen die Beschlüsse der Wert der der Bank überwiesenen disponiblen Posten nicht Versicherten mit der Wiederherstellung des beseitigten Paragraphen einzelnen Boften, die hier in Frage kommen, durch. Es bestehe der Stuttgarter Generalversammlung und betonte, daß den doppelt mehr als auf 20 000 m. sich beläuft. Der Zeuge geht die nicht gedient sei, da laut einer Weisung des Reichskanzlers an die also die Vermutung, daß der Angeklagte ein ziem= Aufsichtsstelle eine Genehmigung hierzu nicht zu erlangen sei, außerlich bedeutendes Vermögen hinter sich habe. Diese Vermutung werde Achtung, Zimmerer! Infolge des Ausstandes der Holzdem widerspreche auch die Bestimmung, deren Wiederherstellung ge- bestärkt durch das Verhalten der Ehefrau des Angeklagten und Bretterträger wird vielfach an die auf den Holzpläßen fordert wurde, dem klaren Wortlaute des Gefeßes. Es wäre nur gegenüber dem Versuche, sie zur Ableistung des Offenbarungseides beschäftigten Zimmerer das Ansinnen gestellt, die Arbeit der Aus- möglich, den mehrfach Versicherten entgegenzukommen, wenn die Kasse zu bringen. Was der Angeklagte davon gesagt, daß man seiner Berlin und Umgegend." Achtung, Kürschner! Infolge Bewilligung unsrer Forderungen ist die Sperre über die Firma Salbach, Unter den Linden, aufgehoben. Gleichzeitig teilen wir unsern Mitgliedern mit, daß am Montagabend Landsbergerstr. 39 eine außerordentliche Mitgliederversamm lung stattfindet. Centralverband der Kürschner. Filiale Berlin. Ehefrau die nachgesuchte Frist zur Erklärung nicht gefbährt und er ihr deshalb geraten habe, im Auslande zu bleiben, sei ihm nicht verständlich. Das gesamte Inventar sei ja der Bant verpfändet worden und die Ehefrau hätte sich leicht über den Stand ihres Vermögens unterrichten können. Ueberdies hätte sie, als der Haftbefehl gegen fie extrahiert wurde und das Offenbarungseid- Verfahren begonnen hatte, vom 20. Januar bis 14. Februar 1903 böllig Zeit gehabt, sich zu besinnen. Der verstorbene Justiz rat Mundel habe auch in seinen für die Frau geführten Verhandlungen die Forderung auf Fristgewährung gar nicht gestellt. Er habe die Vermutung, daß die Ehefrau von der Beiseiteschaffung von Bermögensobjekten Kenntnis habe. Daß der Angell. Schulz noch Vermögen hinter sich habe, ge he wohl auch daraus hervor, daß er die sehr bedeutenden Aufwendungen für diesen Prozeß bestreiten kann. Wie der Vorsitzende hervorhebt, würde dies am Montag ers| Tarif zur Annahme gelangte. Nachdem der Kassierer Massuthe den ledigt werden können. Am Mittwoch würde dann das Plaidoyer Kassenbericht und Fräulein Simon den Bericht über den Arbeitss des Staatsanwalts beginnen. Staatsanwalt Be ed erklärt hierzu, nachweis vom letzten Quartal gegeben hatten, gab der Vorsitzende daß er eventuell schon am Dienstag plaidieren könnte. Justizrat Brillwitz bekannt, daß die Agitationskommission beabsichtigt, in den Dr. Sello erbittet auf alle Fälle nach dem Plaidoyer des Staats- nächsten Wochen eine Flugblattverbreitung zweds Agitation für den anwalts einen Tag Pause zur Vorberatung des Plaidoyers der Verband in den Arbeitsstuben vorzunehmen. Rüd forderte die Verteidiger. Kollegen auf, fich recht zahlreich daran zu beteiligen. Außerdem Staatsanwalt Beed erklärt, daß er zum Montag auch Herrn gelangten zwei Anträge zur Annahme: 1. daß den Kollegen bei ges Dr. Leo Leipziger als Zeugen vorladen werde. werblichen Streitigkeiten kostenloser Rechtsschuß zu gewähren sei, Sodann wird die Verhandlung auf Montag 9 Uhr vertagt. 2. daß Kollegen, welche Stellungen nach außerhalb annehmen, ihre Beiträge weiter zu entrichten haben. Sociale Rechtspflege. Gegen rückständigen Lohn, der durch Klage beim Gewerbegericht beansprucht wurde. wollte der beklagte Unternehmer dem die Unachtsamkeit des Klägers einen Diebstahl ermöglicht habe. Brander einen Schaden aufrechnen, der ihm entstanden sei, inDer Beklagte wurde belehrt, daß eine Aufrechnung gegen eine rechtzeitig geltend gemachte unpfändbare Lohnforderung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nicht zulässig sei. Darauf zahlte Beklagter freiwillig die 9 M. im Vergleichswege. Gerichts- Zeitung. Verein der Bauanschläger. In der Generalversammlung am gab eine Einnahme von 1363,75 M., eine Ausgabe von 300,29 M., 5. d. M. wurden 19 Kollegen aufgenommen. Der Kassenbericht ers verblieben der Vereinskasse 29,14 M. Bestand der Vereinskasse am bleibt ein Ueberschutz von 1063,46 M. Hiervon wurden der Streiks kasse sowie dem Arbeitslosenfonds je 517,16 M. überwiesen, mithin 31. Juni 974,85 M., der Streitkasse 3809 M., des Arbeitslosenfonds 1017,16 M. Gesamtvermögen des Vereins 5801,01 Mt. Es wurde beschlossen, behufs Anschluß an eine bestehende Centralorganisation eine Urabstimmung abzuhalten und das Resultat in der nächsten Monatsversammlung bekannt zu geben, auch findet zu dieser Sache noch eine außerordentliche Versammlung, welche durch Einladung bekannt gemacht wird, statt. Für die ausständigen Maßschuhmacher wurden 200 M. bewilligt. Die Schwiegermutter und der Phonograph.„ Angeklagter Schmiedel", beschuldigt, einen Ihrem Freunde Lehmann gehörigen Phonographen liche Versammlung der Glaser. In den provisorischen Vorstand beginnt der Vorsigende des Schöffengerichts das Verhör,„ Sie werden Glafer. Am 9. Juli tagte im Gewerkschaftshause eine öffent zertrümmert und mit den Stücken nach dem Zeugen Lehmann ge- wurden Emil Krause als erster Vorsitzender, Friz Feuerbach als worfen zu haben, so daß der Getroffene eine Beule davontrug. Sie doch die als die Mißhandlung zu?" Die Arbeiter der Firma Siemens u. Halske( Charlottenburger Werk) hielten am Freitag in der Kronen- Brauerei eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Scheffler als Referent führte u. a. aus: Schon vor Wochen ist den Arbeitern der Firma bekannt ge= worden, daß ein großer Teil von ihnen wegen schlechten Geschäftsganges entlassen werden solle, einem andren Teile gab man unter der Hand zu verstehen, nach Nürnberg überzusiedeln. Auf eine diesbezügliche Anfrage des Arbeiter- Ausschusses hat die Direktion erwidert, es sei allerdings möglich, daß ein erheblicher Teil der Arbeiter entlassen werden müsse, doch kämen dabei nur Arbeiter in Frage, die weniger wie fünf Jahre bei der Firma gearbeitet hätten.( Das wären fast zwei Drittel der gesamten Arbeiter.) Von den älteren Arbeitern würde vielleicht ein Teil aussehen müssen, doch entlassen würde davon niemand. Betreffs der Uebersiedelung ist noch kein definitiver Bescheid erfolgt. Die Versammlung nahm eine Resolution an, worin die Direktion ersucht wird, 1. zur Beruhigung der Arbeiter und Arbeiterinnen eine Bekanntmachung zu erlassen, die angiebt, in welchem Umfange die etwa geplanten Entlassungen erfolgen sollen, 2. unter welchen Bedingungen die Uebersiedelung nach Nürnberg vor fich gehen soll. Der Arbeiter- Ausschuß wurde beauftragt, diese Re solution der Direktion zu unterbreiten. beiseite geschafft habe. Er habe der Bant sein gesamtes VerAngell. Schulz protestiert entschieden dagegen, daß er etwas mögen überlassen. Die Bank habe sich ihm dann mit verschiedenen Vergleichsofferten genähert, insbesondere sei Herr Rechtsanwalt Hirsetorn, der jetzige Synbifus der Bank, dahin thätig gewesen, daß er sich mit 150 000 m. abfinden lasse. Er habe alle solche Offerten rundweg abgelehnt, weil er kein böses Gewissen habe, und als man an ihn nicht herankommen konnte, habe man versucht, seine Frau zu einem Abkommen zu bewegen, er habe aber dies gleichfalls vereitelt. Er sei doch nicht so auf den Kopf gefallen, daß er sich von Herrn Hirseforn auf den Leim locken lasse. Staatsanwalt Beed: Wie viel bekommen Ihre Stenographen hier im Saale?- Angefl. Schulz: Ich lehne jede Auskunft darüber ab. Mir werden die Mittel zur Verteidigung in Herr Hirsekorn hat sich allerdings auch bemüht, die Honorare für Angefl.: Jd jebe beedes zu, Herr Jerichtshof, aber ehe Sie mir Horlis sprach über die Gewerkschaften und deren Tarifverträge. Hierauf die Stenographen zu ermitteln, wie er auch versucht hat, sich an weiter ausfragen, möchte ich mich janz jehorsamst und ergebenſt eene zuhalten, da am 1. August der neue Lohntarif in Kraft tritt. ergriff Jahn das Wort und ermahnte die Kollegen fest zusammen Kollegen der Verteidiger heranzudrängen und herauszubekommen, Jejenfrage erlauben."- Vors.: Was wünschen Sie zu wissen?"- Gr machte auch die Mitteilung, daß der Centralvorstand bereit ist, wie viel Honorar sie bekommen. Ich habe alle Vergleichsverhand- Ich möchte wissen, ob Sie, Herr Jerichtshof und ooch die Herren Lungen abgelehnt, damit diese Leute nicht sagen könnten, ich habe Schöffen eene Schwiejermutter haben?"- Amtsanwalt( fich erhebend): es nicht auf friedlichem Wege ausgehen würde. Der Mitgliederstand zu jeder Zeit die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, wenn irgendwie ein Schuldbewußtsein. Staatsanwalt Beed: Ich Der Angeklagte glaubt offenbar, vor Gericht faule Wise reißen zu ist von 300 auf 400 gestiegen. bitte den Herrn Vorsitzenden, dem Angeklagten zu untersagen, in dürfen, ich beantrage eine Ungebührstrafe von 24 Stunden." biesem Tone hier zu reden. Dieser paßt für den Plaz, Borf.:„ Wir werden nachher über diesen Antrag beschließen; Anauf welchem er sich befindet, unbedingt nicht. geflagter, was bezwecken Sie mit dieser ungehörigen Frage 2" Zeuge Geh. Rat Budde: Er habe bei seiner früheren Ver- Angell.: Hoher Herr Jerichtshof, ich wollte durchaus teenen faulen nehmung auf die Frage, ob er die Anklage schon vor dem Haupt- Wiz machen, denn ich bin een jebildeter Mann und weeß, was sich verhandlungstermin gesehen, bejahend geantwortet und gesagt, daß schickt, aber: alles bejreifen heeßt alles verzeihen; wenn die Herren man sie vom Staatsanwalt erhalten habe. Er berichtige Schöffen eene Schwiejermutter haben, wie meine Schwiejermutter is, dies jezt dahin, daß ein Exemplar der Anklage dann werden sie bejreifen, verzeihen und mir freisprechen, denn wat schon vorher auf der Bank kursierte, che sie Herr Tanzen id that, habe ich wejen den menschgwordenen Drachen jethan, den vom Staatsanwalt erhalten hatte; das Exemplar war von Herrn unser Herrjott in seinem Zorne zu meiner Schwiejermutter jemacht Stutterich, der es auf dem Bureau eines der hat." Borf.: Kommen Sie endlich zur Sache und erzählen Sie furz Herren Verteidiger erhalten hatte, auf die Bank den Hergang." Angell.:„ Die Jeschichte spielte sich am Jeburtstag gebracht worden. von meiner Schwiejermutter ab. Sie befizt noch verschiedene tausend Auf die Frage des Justizrats Dr. Sello, ob der Zeuge Emmchen, deshalb muß ich mir von wejen det Testament jut mit fie auch auf diesen Vortrag sich vorher vorbereitet habe, antwortet stellen und mir ooch soviel von sie jefallen lassen. An ihren JeburtsGeh. Rat Budde, daß ihm Rechtsanwalt Hirsekorn die Ladung tach veranstaltete id zu ihrer Ehre eene Kleene Feier und lud voch des Staatsanwalts mitgeteilt habe. Er habe die Daten aus der Lehmann mit seinen Phonojrafentasten dazu in. Hier muß id Erinnerung sich aufgezeichnet. Justiztat Dr. Sello: Also bemerken, det Lehmann janz jenau weeß, wie id mit meine olle haben Sie gewußt, worüber Sie der Staats Schwiejerdame stehe, und wie leicht sie wat übel nimmt. Nach det anwalt vernehmen will? Zeuge Budde: Wenn ich Abendbrot et jab Bockwurscht mit Sauerkohl, wat sie jerne eßt etwas hier auf meinen Eid versichere, dann muß ich doch bitten, stellt Lehmann seinen Kasten uff und läßt det erste Ding spielen. daß mir geglaubt wird. Das kann ich beanspruchen! Justizrat Wat soll ick Sie sagen, et war een Coupleh, in dem die SchwiejerDr. Sello: Ich kann die Erregung des Herrn Zeugen nicht be- mütter uff die jemeenste Weise runterjerissen wurden! Meine Wilmersdorf. Am Mittwoch tagte in Wittes Volksgarten eine greifen. Seine eidliche Aussage soll ja nach feiner Richtung hin Schwiejermutter rückte unruhig hin und her und warf gut besuchte Versammlung des socialdemokratischen Wahlvereins, in irgendwie bezweifelt werden. Wir können uns nur nicht mit der mich eenen Blick zu, der mir det schlimmste befürchten der Dr. Alberty über den Ausfall der Reichstagswahlen referierte. fummarischen Angabe begnügen. Staatsanwalt Beed: Es wird ließ, während die janze Jesellschaft verstohlen ficherte. Großer Beifall lohnte den Redner. Die nächste Versammlung ist hier wieder darauf hingewiesen, daß ich als Staatsanwalt mit Herrn Als et zu Ende war, fiel mich ordentlich een Steen vom Herzen, eine Generalversammlung, wo voraussichtlich über die Landtagswahl Rechtsanwalt Hirfekorn gesprochen und ihn ersucht habe, den Zeugen aber schon lejte dieser hinterlistige Mensch eene ziveete Walze uff, referiert wird. aufzufordern, hier zu erscheinen. Ich erkläre hier nochmals, daß die detselbe Teemah behandelte, bloß noch ville doller. Ick Hustete, dies mein Recht und meine Pflicht ist. Man wird mir daraus nieste, trommelte uff de Tellern, damit se nischt davon verstehen Arbeiter: Samariterkolonne. Morgen, Montagabend wohl keinen Vorwurf machen wollen und auch nicht können. sollte, schließlich fing ick an zu singen und zu feifen, aber der Kasten Uebungsstunde im Restaurant Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45. Justizrat Dr. Sello: Ein solcher Vorwurf ist auch durchaus nicht hatte eene längere Buſte wie ic und jerade die faftigsten Vortrag über: Verbrennungen, Erfrierungen, Hizschlag, Blitzschlag, Bebeabsichtigt. Es soll lediglich gefolgert werden, daß diejenigen, die Stellen in det Coupleh waren am deutlichsten zu hören. Schädigungen durch Elektricität. Nachher praktische Uebungen. jetzt Beamte der Bank find, eine ganz ausgesprochene Parteistellung Die anjeultte Dame spielte verdächtig mit eenen Mostrich- nehmer können noch eintreten. Gäste willkommen. einnehmen, so daß ihre Schäßungen nicht als objektiv angesehen topp, so det ick mir vorsichtig aus der Schußweite zurückzooch. Wie Socialdemokratischer Agitations Verein für den Reichstags. Angefl. Schulz widerspricht den Ausführungen nu Lehmann die dritte Walze ufffpannte und wieder so een Schand- den 14. Juli, abends 8 Uhr, Generalversammlung bei Groffer, Dirksenwerden können. Wahlkreis Züllichau: Schwiebus Kroffen Sommerfeld. Dienstag, des Zeugen Budde. Geh. Rat Budde: Ich bitte um Ent- lied aus dem schrecklichen Trichter kam, da sprang meine Schwiejer- straße 39, vorn 1 Treppe( früher an der Stadtbahn). Tagesordnung: schuldigung, daß ich heftig geworden bin. Ich bin vollständig ruhig mutter uff mir zu: Sie jemeener Mensch, schrie sie mir an, mit eem 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassierers und der Revisoren. gewesen, bis man die Bilanzen, die ich mit unterschrieben habe, Jesichte, dat ick nie verjessen werde, det is eene injefädelte Sache 3. Neuwahl des gesamten Vorstandes. 4. Vereinsangelegenheiten und Behier angriff und mich damit gewissermaßen der Teilnahme an einem von Sie, Sie wollen mir veruzen! Und denn folite een Donner- richt von der Agitationstour. 5. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitbetrügerischen Handeln beschuldigte. Das dulde ich nicht. Die wetter, wie id's selten erlebt habe; schließlich stürmte sie mit die glieder. Diejenigen Genossen, welche am Tage der Wahl im Kreise thätig Justizräte Dr. Sello und Wronker bedauern, daß der Zeuge Drohung, mir zu enterben, raus. Als ich mir von den ersten Schred waren, werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, um die Unregelmäßig. so mißverständlich die Dinge aufgefaßt habe. Der gute Glaube des erholt hatte, schlug ich den Phonojrafenkasten kleen und schmiß ihn keiten, welche vorgekommen sind, zu besprechen. Beugen sei doch über allem Zweifel erhaben. Lehmann an Kopp." Allgemeine Familien: Sterbekaffe zu Berlin. Heute Zahltag bei Da der Zeuge Lehmann diese Darstellung bestätigt, so läßt der Gerichtshof in Anbetracht des dem Angeklagten Dieke, Ackerstr. 123, von 3-6 Uhr. gespielten Schabernacks Milde walten. Das Urteil lautet auf zehn Mark Geldstrafe. Die Strafe wegen Ungebühr wird dem Angeklagten Vom Papst. verkauft hat. Verfammlungen. Das " Uhr, Neue Teil Letzte Nachrichten und Depefchen. Staatsanwalt Beed: Der Angeklagte Schulz hat hier mit großem Bathos erklärt, daß er keinerlei Vermögen hinter sich habe. Dem gegenüber behaupte ich: Er hat aus dem Terraingeschäft Bayrischestraße 2,3 Millionen, aus seinen Aftienverkäufen 1 Million, erlassen. aus andren Grundstücksgeschäften erheblich verdient. Wo ist Mehr Platz für die Schweine. Halle, 10. Juli. Wir leben im Rom, 11. Juli. Das Bulletin von heute früh 9 Uhr lautet: das Geld geblieben? Ich behaupte, der Angeklagte hat noch ein Beitalter der Humanität. Dies ergab zweifellos eine vor der Straf- Der Papst hat die Nacht in Zwischenräumen geruht. Puls 90. In erhebliches Vermögen hinter sich. Angefl. Schul 3: 3h pro- fammer stattgehabte Verhandlung gegen den Fleischermeister den Kräften und der Widerstandsfähigkeit ist seit gestern abend keine testiere entschieden gegen diese Behauptung. Die Rechnung des Herrn Staatsanwalts stimmt nicht. Wenn der Gerichtshof mir nicht glauben 28 ilhelm Kersten von hier, der wegen Uebertretung einer Aenderung eingetreten. Atmung 30, Temperatur 36. Nierenthätigwill, so muß ich die Folgen tragen. Der Herr Staatsanwalt über- Polizeiverordnung vom Jahre 1885 betreffend den Viehtransport an- feit immer noch mangelhaft. Allgemeinbefinden ziemlich erleichtert. fieht beispielsweise, daß ich mindestens 1% Millionen für milde geflagt war. Der Angeklagte holte am 8. Februar vom Gutsbesiger Mazzoni. Lapponi. Die„ Tribuna" schreibt: Angesichts des Zustandes des Papstes Stiftungen ausgegeben habe. Ich habe nichts zurück- Zupke in Bruckdorf mit seinem Wagen acht Schweine im Gewicht behalten, sondern mein ganzes Vermögen zur Verfügung gestellt. von 22 Centner. Nach der Verordnung muß für jedes Schwein ist die Reise des Königs nach Paris infolge Uebereinkommens Der ganze Wagen zwischen Frankreich und Italien auf den September verschoben Wenn ich etwas hätte beiseite bringen wollen, so fäße ich heute nicht Quadratmeter Blaz vorhanden sein. war aber mur etwas über 3 Quadratmeter groß und worden. hier, dann wäre ich lange weggegangen und hätte eine erkleckliche Rom, 11. Jul.( W. T. B.) Um 7 Uhr abends erschien folSumme mitgenommen. Ich behaupte, daß die Pommernbant Werte war somit der vorgeschriebene Raum nicht vorhanden. Der Staatsanwalt beantragte gendes Bulletin über das Befinden des Papstes: Der Tag berverschleudert hat, ebenso wie die Strelitbank, und kann das Vieh war zusammengepfercht. Grundstück für Grundstück beweisen. Bei der Strelitzbant ist mir gegen den Angeklagten 10 M. Geldstrafe event. zwei Tage Haft, ging ziemlich ruhig; das erleichterte Allgemeinbefinden erhält fich. Die ärztliche Untersuchung der Brust konnte wiederholt dies auch bestritten und ich habe bewiesen, wie viel unter Wert sie worauf das Gericht auch erkannte. Gewiß ist es gut, daß unser fürsorglicher Staat für die Schweine werden. Das Niveau der Kleinen Menge Flüssigkeit, die nach dem Auf Ersuchen des Staatsanwalts wird sodann dem Rechts- forgt. Schön ist es aber nicht, wenn man zuweilen sieht, wie die gestern ausgeführten Brusthöhlenstich geblieben ist, ist stationär. antvalt Sirje forn, der von Herrn Schulz so schwer angegriffen Menschen im Coupé IV. Klasse eingepfercht an der ominöfen Strippen der oberen Gegend an diesem Niveau hört man leichte Bruftfellworden, Gelegenheit zu einer Erklärung gegeben. Dieser erklärt des Poſtministers baumelnd auf der Staatsbahn befördert werden. Neibungen mit nicht reichlichem, feuchtem Rasseln. Der Puls ist weniger Denn was dem flein und weniger schwach. Puls 86, Atmung 28, Temperatur 36,9. es für univahr, daß er sich bemüht habe, herauszubekommen, welches Wie wäre es hier mit einigen Verordnungen? Die Stimmung des erlauchten Kranten ist mehr gehoben. Honorar die Verteidiger bekommen und wer sie bezahle. Er habe Schweine„ recht ist", sollte dem Menschen„ billig sein". gez. Rossoni. Mazzoni. Lapponi. von Herrn Rechtsanwalt Friedmann soeben gehört, daß er vor einiger Zeit mit diesem über die Frage gesprochen habe, ob die Angeklagten noch Vermögen hinter sich haben. Dabei habe er den Standpunkt vertreten, daß dies der Fall sein müßte, denn wer sollte denn die Die Fensterputer befaßten sich am Donnerstag in einer öffentHonorare bezahlen? Er habe die Höhe der Honorare gekannt; er lichen Versammlung mit den Mißständen in ihrem Berufe und den habe sie in einer Gesellschaft von dritter Seite erfahren. Angekl. rigorosen Maßnahmen der Unternehmer gegen organisierte Arbeiter. Schulz tritt auch diesem Zeugen entgegen. Seine Behauptung, Gebert wies in seinem Referat darauf hin, wie besonders nach daß er Geld hinter sich habe, sei eine durch nichts erwiesene An- dem verlorenen Streit bei der Firma Stähr u. Co. den Unter- Wien, 11. Juli. Auch heute dauert der Regen fort; aus Mähren - Rechtsanwalt Leonh. Friedmann: Wenn der Zeuge nehmern der Kamm geschwollen sei. Sie suchen jetzt ihr Mütchen und Schlesien werden mehrfache Verkehrsstörungen infolge des Hochjetzt unter feinem Eide erklärt, daß er bei dem Gespräch mit mir an der ihnen so außerordentlich verhaßten Organisation der Arbeiter waffers gemeldet. Militär leistet Silfe. Aus Stehr wird gemeldet, nicht die Absicht gehabt hat, von mir etwas über die Höhe der Honorare der Verteidiger herauszuloden, so genügt dies nach der leute des Verbandes entlassen mit der Motivierung, für solche Elemente rüchte von einer Gefährdung der Waffenfabrik find unbegründet. fühlen. So hat die Glaserinnung fürzlich einige Vertrauens- daß die Enns und der Steyrfluß bedeutend gefallen find; die Gepersönlichen Seite hin unbedingt. Ich kenne den Herrn Zeugen hätte sie überhaupt keine Arbeit. Auch bei den Firmen Moussy- Bukarest, 11. Juli. Furchtbare Wollenbrüche haben in hen feit langer Zeit als einen höchst ehrenwerten Kollegen. Ich bin also weit entfernt, nach der persönlichen Seite hin ihm irgend etwas hijabethstraße. Ne Iken- Alte Jakobstraße und Arnheim seien Ab- Distrikten Prahova, Argesch und Buzen große Verheerungen anzüge und Maßregelungen organisierter Arbeiter vorgekommen. gerichtet. Die Flüsse sind aus den Ufern getreten, der Bahnverkehr borzuwerfen. Ich muß aber sagen, daß ich auf der andren Seite Eine größere Firma foll fogar Prämien in Höhe von unterbrochen. Mehrere Menschenverluste sind zu beklagen. persönlich nicht das Gefühl von mir abweisen konnte, daß er etwas einer bis fünf Mart an Denunzianten zahlen, die ihr über die Honorare hören wollte. Rechtsanwalt Hirseforn: angeben, wer von den Arbeitern dem Verbande angehört. Fast 3,28 Meter über der gewöhnlichen Höhe. Mehrere Uferortschaften Krakau, 11. Juli. Der Wasserstand der Weichsel bei Strakau ist Diefer Berdacht läßt sich nicht trennen bon bei allen größeren Firmen ist das System der Strafen und Abzüge sind überschwemmt. In Keralau stehen mehrere Straßen unter Waffer. meiner Person. Er ist so ungeheuerlich, daß ich fast bis ins unerträgliche ausgebaut, wogegen Behandlung, Ent- Der Verkehr wird mittels Kähnen aufrechterhalten. Veranlassung nehmen muß, mich mit Herrn lohnung und Innehaltung der Arbeitszeit meistens alles zu wünschen Rechtsanwalt Friedmann an andrer Stelle aus übrig läßt. Nach einer lebhaften, ausgedehnten Diskussion, an gekommen; feine Zuſammensetzung ist folgende: Präsidium, Aeußeres aus- lohnung Athen, 11. Juli.( W. T. B.) Das Kabinet Ralli ist zu stande einanderzusetzen. der sich die erschienenen Vertreter mehrerer Firmen trosz wiederholter und interimistisch Finanzen Ralli, Inneres Mavromichalis, Krieg und Es folgt dann die Erledigung einer ganzen Anzahl von un- Aufforderung jedoch nicht beteiligten, wurde eine Resolution an interimistisch Marine Dberst Stonstantinides, Justiz Merlopulo, Untererledigten Beweisanträgen durch die Bücherrevisoren. Der Vorfizende konstatiert dann, daß bis auf die heute noch vorgebrachten genommen, die es der Verbandsleitung anheimſtellt, bei Fortsetzung richt Pharmakopulo; lekterer ist ein Neffe von Delyannis. Die der Chikanen und Maßregelungen gegebenenfalls ernstere Maß- Minister werden heute noch den Eid leiſten. neuen Beweisanträge alle Beweise erhoben seien. Die Proiia", das Organs Delyannis, billigt die ZusammenDer Gerichtshof beschließt nach furger Beratung, einen Teilnahmen gegen die Unternehmer in die Wege zu leiten. Der Verband aller in der Stickerei- Branche beschäftigten Ber- feßung des neuen Kabinetts ohne Einschränkung. Die Theotokisten der Anträge als unerheblich abzulehnen, bei einem andren Teil die behaupteten Thatsachen als wahr zu unterstellen und nur noch über fonen hielt am 8. Juli in den Arminhallen seine Generalversammlung fcheinen, um der Auflösung der Kammer vorzubeugen, geneigt, das wenige Punkte Beweis zu erheben. ab, in welcher als Hauptpunkt der seit längerer Zeit vorberatene Ministerium zu unterstützen. nahme. des eingestürzten Gewölbes die Leichen der beiden andren verBassau, 11. Juli.( W. T. B.) Heute sind unter den Trümmern schütteten Arbeiter aufgefunden worden. " Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 160. 20. Jahrgang. Lokales. " 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Wie die Antisemiten sich über den Wahlausfall zu trösten suchen. Die Berliner Antisemiten Bruhnscher Couleur hatten für Freitag eine große öffentliche Volksbersammlung" angesagt angeblich, um mit einander das Ergebnis der Reichstagswahlen zu betrachten, doch in Wirklichkeit wohl nur deshalb, weil sie ihrer mageren Stasse wieder einmal ein paar Nickel zuführen wollten. Der Saal der Tonhalle war aber nur sehr spärlich besetzt. Wären nicht die Galerien geschloffen gehalten worden, so hätten sich die paar Menschen in dem großen Raum vollständig verkrümelt. Das Geschäft hat infolgedessen den Veranstaltern nicht viel eingebracht. Sonntag, 12. Juli 1903. auf 20 M., für das andre auf 25 M. pro Monat bei freier Station wollte W. die Stromleitung in eine Reservemaschine einschalten, festgesetzt. Für dieses fürstliche Gehalt war der Portier verpflichtet, griff jedoch hierbei fehl und berührte mit der rechten Hand die von abends 10 bis morgens 4 Uhr und Sonntags bis 6 Uhr an der Leitung. Es bildete sich sofort eine emporlodernde Stichflamme und Thüre zu stehen. Dazu kommen die übrigen Haus- und Bubarbeiten Sturzschluß, infolgedeffen die Sicherung der Maschine durchbrannte. aller Art. Herr Stern ist nun, wie schon erwähnt, so freundlich, W. hat schwere Verlegungen an der rechten Hand erlitten und mußte die Reisespesen auszulegen und sichert sich dafür kontraktlich das sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Recht, pro Monat 5 M. vom Monatsgehalt abzuziehen. Hat der Angestellte die Dauer des Kontratts abgedient", so erhält er die Reisespesen zurückgezahlt; löst jedoch der Angestellte vor der Zeit den Kontrakt auf, so hat Herr Stern das Recht, die Reisespesen für sich zurückzuhalten. " Zu den Vorkommnissen in Herzberge. Ueber die Verbesserungen, die zur Verhütung von wirkungsvollen Ausschreitungen gegen das Aufsichtspersonal in der Frrenanstalt Herzberge im Anschluß an den Aufruhr vorgenommen wurden, wird mitgeteilt, daß es sich mur um In dem oben bezeichneten Falle hielt nun der Portier nicht das geringfügige Wenderungen bisher gehandelt hat. Bänke und Tische, volle Jahr aus, sondern, da er sich sehr über die Kost beklagte und die den geisteskranken Verbrechern leicht Waffen lieferten, sind jetzt auch einmal frant wurde, so kam es zum Bruch. Durch die darauf fest angeschraubt. Dagegen wurde die Zahl der Pfleger nicht ver folgende Verhandlung vor dem Gewerbegricht wurde festgestellt, daß mehrt, so daß die Aufsicht nicht ausreicht. Der Pfleger Buziger, der so Ueber den Wahlausfall sprach der in Arnswalde- Friedeberg als das Schuldkonto des Portiers mit Hinzurechnung des Krankengeldes, bei dem Aufruhr von den Einbrechern Balfans und Martin daß er nicht transportfähig Ersatz für Ahlwardt gewählte Bruhn, der auch in Berlin V Invalidengelder, Revision des Passes usw. auf 40,40 M. angewachsen übel zugerichtet wurde, konnte jegt nach dem Krankenhause am Friedrichs Nachdem der Portier einen halben Monat gearbeitet und war, war. kandidiert hat. Daß die Socialdemokratie allüberall fonach 10 m. erhalten haben müßte, stand sein Konto mit Herrn hain übergeführt werden. Der zweite Pfleger Ramler hat Abgesehen von der unzureichenden in Deutschland so gewaltig zugenommen hat, wurde Stern so, daß er diesem noch 34,75 M. schuldete. Am Ende des das Krankenhaus verlassen. von dem Führer der Berliner Radau- Antisemiten bitter beklagt. zweiten Monats hatte er, Stern, noch immer 30 M., am Ende des Aufsicht muß dem Hochstapler Manulesco noch ein andrer Umstand zu Hilfe gekommen sein. Manulesco war ohne Geldmittel und ohne Interessant war sein Geplauder über die Rolle, die seine Freunde dritten Monats noch 25 M. gut. hier in Berlin bei den Wahlen gespielt haben. In Berlin I Auf diese Weise ist der Angestellte auf Monate hinaus an seine Sleidung, konnte aber ohne beides die Flucht unmöglich durchführen. haben fie, so versicherte er, in der Stichwahl getreulich für den Frei- Arbeitsstätte gefesselt, er bermag sich aus der Schuldknechtschaft Angesichts dieses Umstandes wird darauf hingewiesen, daß Mamlesco, seines Brotgebers" nicht zu befreien, denn die paar Mart, die er der übrigens früher rumänischer Rittmeister war, in Berlin eine finnigen Stämpf gestimmt, soweit sie sich an der Wahl beteiligten. allmonatlich ausgezahlt erhält, braucht er für Wäsche, Schuhe und reiche Freundin besitzt, die ihm schon früher reichliche Mittel zufließen Für den Socialdemokraten Arons sei keiner von ihnen eingetreten; sonstige Kleine Bedürfnisse. Hier in unfrem Falle kommt hinzu, daß ließ. Manulesco hat sie nicht verraten, noch konnte sie ohne beum so bedauerlicher sei es, daß dieser schließlich fast ebenso viel der Betreffende kein Wort deutsch verstand, so daß er ganz in die sonderen Anhalt ermittelt werden. Diese kann in Verbindung mit Stimmen aufgebracht habe, wie Kämpf. Herr Eugen Richter wird Gewalt seines Prinzipals gegeben war; entließ dieser ihn, so war seinen ausländischen Bekanntschaften bei der Flucht mitgewirkt haben. diese Mitteilung über die dem Freifinn in Berlin I geleistete anti- er völlig dem Elend der Großstadt preisgegeben. Die Vorliebe für Bu den letzteren zählt namentlich ein früherer Diener Lampert, der semitische Wahlhilfe dankend registrieren. Oder nicht? Tief schmerzt feine ungarischen Landsleute aber erweist sich so für den Caféhaus- früher einmal in Berlin als Rauchkünstler aufgetreten ist und als Herrn Bruhn der socialdemokratische Wahlfieg in Berlin V. Inhaber Herrn Stern als ein recht profitables Geschäft, denn es" Fürst Nikotin" an den Hochstapeleien Manulecos beteiligt war, fich Selber hier gewählt zu werden, hatte er nicht erwartet; er hat das scheint ganz ausgeschlossen, daß er unter solchen Bedingungen, aber nach Berlin nicht gewagt hatte. Ein braves Rettungswerk verrichtete der Institutsdiener Mai, auch vor der Wahl in öffentlicher Versammlung zugegeben. Aber namentlich auf so lange Dauer, hier in Deutschland Personal erder aus der Bestquarantäne öffentlich bekannt wurde. Während er hatte doch gehofft, wenigstens den Kandidaten der Socialdemokratie seines Erholungsurlaubs unternahm er vorgestern einen Spaziergang in die Stichwahl drängen und dann seine Freunde dem FreisinnsEine neue wichtige Straßenbahnlinie, welche das Centrum in der Nähe der Schloßbrücke und des Jungfernstiegs zu Charlottenkandidaten, dem braven Zwick, zuführen zu können. Diesen Plan Berlins mit dem Grunewald verbinden soll, beabsichtigt die Berlin- burg und fah, wie ein kleines Mädchen vom Ufer in das Wasser hat er bereits vor der Wahl öffentlich entwickelt und er fegte am Charlottenburger Straßenbahn- Gesellschaft einzurichten. Die jetzige fiel und unterging. Schnell entledigte sich M. seiner Oberkleider Freitag noch einmal auseinander, warum er als Antisemit diese Straßenbahnlinie Halensee- Charlottenburg( nie) soll hiernach und sprang dem Kinde nach. Er rettete es und brachte es nach Tattit habe einschlagen müssen. Den Sieg unsres Genoffen Schmidt einerseits bis zum Kupfergraben, andrerseits bis Hundekehle ver- einem Krankenhause. gleich im ersten Wahlgang erklärte er daraus, daß nicht bloß Arbeiter längert werden. Diese Linie würde für das Verkehrsleben der Nach zwei Selbstmordversuchen wurde in der letzten Nacht die für Schmidt gestimmt hätten. Auch die kleinen Handwerks- Reichshauptstadt sowie Charlottenburgs von ganz hervorragender 35 Jahre alte Witwe Anna Wiesner aus der Elbingerstr. 8 einem meister seien, allen Hoffnungen und Versicherungen zuwider, für Bedeutung sein, da hierdurch eine neue Verbindung vom Centrum Krankenhause zugeführt. Sie hatte früher mit ihrem Manne eine die Socialdemokratie eingetreten, ja wahrscheinlich sogar kleine solche von Charlottenburg nach dem Grunewald, wie sie bisher noch vor vier Jahren, und die Frau tränkelte. Jetzt hatte sie das letzte nach dem östlichen Charlottenburg und Halensee, andrerseits eine gutgehende Wirtschaft inne und Geld gespart. Der Ehemann starb gänzlich fehlt, geschaffen wird. Im Sonntagsverkehr ist die ge= Ueber die Stellung einer bestimmten Beamtengruppe zur Social- plante Linie um so wesentlicher und dürfte um so mehr benutzt Geld 1200 M. abgehoben und verbraucht. demokratie machte der Redner Angaben, die in der Versammlung werden, als sie den ganzen Tiergarten durchschneidet und außerdem Durch Verbrühen getötet wurde der 2½ jährige Sohn Gustav Aufsehen erregten. Er erinnerte daran, daß in Berlin die oft eine direkte Verbindung der Ortschaft mit dem neu zu schaffenden des Arbeiters Wita aus der Beteranenstraße 26. Die Mutter hatte Tausende von Briefen mit Flugblättern usw., die an die Wähler Ortsteil am Liebensee Herstellt. in der Küche neben der Maschine eine Wanne mit heißem Wasser verschickt worden seien, als ,, un bestellbar" zurückgegeben habe. aufgestellt. Während sie nun aus der Leitung faltes Wasser herausZur Angelegenheit August Sternberg und der Deutschen Credit- ließ, um es zu dem heißen hinzuzugießen, betrat die 4 Jahre alte Die Post habe von ihm die unbestellbaren" Sendungen nachträglich und Baubant", worüber wir neulich an dieser Stelle mit einigen Tochter Anna mit ihrem Bruder spielend die Küche. Durch eine wieder zurückgefordert; sie wolle vermutlich untersuchen, ob wirklich Glossen berichtet hatten, versenden die von Herrn Sternberg aus- unvorsichtige Wendung des Mädchen fiel der Knabe mit dem Oberalle unbestellbar gewesen seien. Er selber habe nun eine im Post- gehaltenen neuen Liquidatoren ein Schriftstück, dem wir gern förper in die heiße Flüssigkeit und zog sich starke Brandwunden zu. bezirk 55( Winsstraße) aufgegebene, anonyme Buschrift erhalten, folgende thatsächlichen Angaben entnehmen: Die Deutsche Credit An diesen ist er im Lazarus- Krankenhause gestorben. deren Verfaffer anscheinend ein Postbeamter sei und ihm mitteile, und Baubank hat ein Aktienkapital von 7%, Millionen Mark; die Beamte. halten würde. M, Im Packraum erschossen hat sich gestern nachmittag um 8 Uhr daß auf seinem Poſtamt von 35 angeblich nicht auffindbaren Adreſſaten an den Kassen des August Sternberg präsentierten Attien wurden beim Offizier- Verein der 42 Jahre alte Bader May Armstorff aus 34 seiner Zeit laut Vereinbarung zu 115 Proz. eingelöst. Der 84 auffindbar gewesen seien. Bruhn wies darauf hin, daß die letztere ist nunmehr Besizer sämtlicher Attien bis auf wenige Stüde der Warschauerstraße 47. Seit 18 Jahren war er dort angeſtellt Socialdemokratie auch unter den Briefträgern ihre geworden, die einen Einlösungsbetrag von nicht ganz 3410 M. barstellen. und hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Als er sich allein Anhänger habe, und fügte dann hinzu, was" man" ihm zur Auch die restlichen noch ausstehenden Attien könnten unter Deponierung der im Lager Mittelstraße 26/27 befand, schoß er sich eine Kugel in bie Erklärung der Il n bestellbarkeit so bieler Briefe gefagt obigen 3410 m. übernommen und außerdem die Firma der Gesellschaft ge- Brust und war nach einigen Minuten tot. Er hinterläßt eine Frau habe. Wir müssen es uns versagen, diese Aeußerung hier wieder löscht werden, wenn nicht die hohen Ausgaben für Stempel und Um- mit zwei minderjährigen Kindern. zugeben; denn was von einem Bruhn in beleidigender Absicht sagsteuer lepterer Ansicht entgegenständen. Vermöge seines Rechts Wegen Vereinsamung erhängt hat sich am Sonnabend früh der ftraflos über die Briefträger vorgetragen werden darf, das darf der als fast alleiniger Aktionär der Gesellschaft habe nunmehr Sternberg 70 Jahre alte Almosenempfänger Hermann Neuendorf aus der Vorwärts" auch dann nicht ungestraft veröffentlichen, wenn wir Differenzen mit den bisherigen Liquidatoren zur Veranlassung ge- Reinickendorferstraße 18e. Er hatte die Schlosserei erlernt, betrieb es als Berleumbung brandmarken wollen. Der Brief ist augen- Herr Sternberg formell im Recht ist, haben wir gleich nicht be- frau ein Schankgeschäft. Hier machte die Frau die Bekanntschaft nommen, den Antrag auf Abberufung derselben zu stellen. Daß dann aber in Gemeinschaft mit seiner um 20 Jahre jüngeren Ghe scheinlich fabriziert worden, damit er in der Staatsbürger- ftritten, wenn Herr Sternberg in dem Schriftstück aber noch quafi eines Gastes, mit dem sie nach Amerita durchging. Vor zehn Jahren Beitung" oder in einer antisemitischen Versammlung mitgeteilt und als Wohlthäter der genannten Bank hingestellt wird, so find gab N. seine Wirtschaft auf, lebte fünf Jahre lang von Ersparnissen gegen die Briefträger wie gegen die Social- über Herrn Sternbergs Wohlthätigteits bestrebungen und fiel feit ebenso langer Zeit der Armenpflege anheim. In den demokratie ausgespielt werden kann. Schon die Unter- doch wohl die Akten längst endgültig geschlossen. Slegten Jahren war er ein starter Trinker geworden. Am Freitag schrift Briefträger und Socialdemokrat" kennzeichnet den Brief als Verteilung des Kinderreichtums. Nach den Ermittelungen des abend um 11 Uhr wurde er noch in betrunkenem Zustande gesehen. eine aus antisemitischem Lager stammende, ebenso dumme Statistischen Amtes der Stadt Berlin gab es Ende 1900 in Berlin Dann suchte er seine Stellerwohnung auf, wo man ihn am nächsten wie freche Fälschung. 112 048 aushaltungen mit einem Kinde unter Morgen um 6 Uhr an der Thürklinke hängend tot auffand. Auf Bruhn folgte als zweite Nummer Herr Böckler, jezt 15 Jahren, 90 709 mit zwei Kindern unter 15 Jahren, 54 349 mit Neichtags- Abgeordneter für Schlochau- Flatow. Auch er fand die 3 Kindern, 27 640 mit 4 Kindern, 12529 mit 5, 5324 mit 6, 2102 socialdemokratischen Wahlerfolge tieftraurig". Hatte Bruhn sich mit 7, 751 mit 8, 241 mit 9, 65 mit 10, 13 mit 11, 6 mit 12 und und seine Hörer mit der Erzählung seiner postalischen Räuber- 2 mit 18 Kindern. Haushaltungen mit mehr als 13 Kindern geschichte zu trösten gesucht, so gab Böckler, um die Stimmung zu wurden nur in Friedenau und Friedrichsfelde ermittelt. Dort hatte je eine Familie 14 Kinder. " Die Rafen- und Schmuckstreifen auf den Promenadenwegen find als öffentliche Anlagen anzusehen. Ein Einwohner hatte ein Straf mandat erhalten, weil sein Hund sich auf der Rasenfläche an einem erhielt er den Bescheid, daß diese Rasenstreifen als öffentliche AnPromenadenwege umhertummielte. Auf seine Anfrage beim Magistrat lagen anzusehen seien und demgemäß Hunde auf den Promenadenwegen, welche mit Anlagen eingefaßt find, an der Leine geführt werden müssen. Auf der Straße totgefahren wurde am Freitagabend um 34 Uhr der 3½ jährige Sohn Wilhelm des Arbeiters Reinhardt aus der Kolonieftr. 139. Der Kleine gehörte zu einer Gruppe von Kindern, die sich vor dem Hause Kolonieftr. 21 um einen Eiswagen versammelt hatten und zusahen, wie das Eiswaffer beim Abladen des Eises auf die Straße floß. Der fleine Reinhardt ging dabei rückwärts auf den Straßendamm und wurde von den Pferden eines mit Steinen beladenen Wagens so unglücklich umgestoßen, daß ihm die Laft über die Brust hinwegging. Ein Schußmann brachte das hause. Bei der Ankunft daselbst trat der Tod ein. sterbende Kind in einer Droschte nach dem Kaiser Friedrich- Kranken" heben, eine neue Ritualmordgeschichte zum besten, die im Kreis Flatow passiert sei, aber sorgfältig geheim gehalten werde. Die Versammlung schüttelte sich vor Gruseln und schritt dann zur Diskussion. Der erste Diskussionsredner meinte, man fönne die Juden weder verjagen, noch ihnen ihr Geld abnehmen, sondern höchstens die weitere Einwanderung von Juden verhindern. Das flang gewiß nicht judenfreundlich, und der Mann war auch keineswegs Jude, Solidarität", Gau 9( Brandenburg) in dem Etablissement SeeGau- Sportfeft. Heute veranstaltet der Arbeiter- Radfahrer- Bund aber den Antisemiten ging schon das so sehr wider den Strich, daß terrasse in Lichtenberg ein großes Gau- Sportfest, bestehend fie lärmend Schluß forderten. Als der Herr dann erklärte, man Eine aufregende Scene spielte sich Sonnabendnachmittag Berliner- in Doppel- Konzert, Specialitäten- Vorstellung, sportlichen Aufführungen tönne Antisemiten nicht mehr ernst nehmen, die einem Bückler zu straße 131 in Rirdorf ab. Mit einem Wagen der Köpenicker Bäschefabrik der Bundesvereine, Kinder- Fackelzug und Brillant- Feuerwert. Anfang jubeln, gab's einen echt antisemitischen Radau, und der Hellwig waren die beiden Pferde wild durchgegangen und der beherzte des Konzerts früh 8 Uhr, der Vorstellungen nachmittags 4 Uhr. Redner wurde von der Tribüne gedrängt. Jm Saal wollte man Seutscher und ein andrer Herr suchten dadurch, daß sie den Pferden Diejenigen Vereine und Bundesgenossen, welche per Nad zum den Lästerer eines Bückler sofort gebührend in Empfang nehmen, in die Bügel fielen und ihnen so gewissermaßen die Führung gaben, Fest erscheinen, wollen sich nachmittags von 2-8 Uhr im„ Elysium", aber die Polizei schritt zu seinem Schuß ein. Erst als man ihn die weiteres Unheil zu verhüten. Trotzdem konnten sie dieselben nicht Landsberger Allee 40/41, versammeln. Die Abfahrt von dort nach Treppe hinunterbeförderte, kriegte er seine urteutschen Hiebe, wie zurückhalten. Sie rannten gegen einen Straßenbahnwagen, der dem Festlokal findet nachmittags 31 Uhr statt. Der Festausschuß sie der Dreschgraf so oft empfohlen hat. Nach Schluß der Ver- vom Straßenbahnhof kam und nach dem Dönhoffplatz fuhr. Der hat alles aufgeboten, um den Genossen einen genußreichen Festtag fammlung fing auf dem Hofe der Standal von neuem an, weil der den Wagen im entscheidenden Augenblick zum Halten gebracht. Dadurch fammlung fing auf dem Hofe der Standal von neuem an, weil der Führer des Wagens hatte jedoch frühzeitig die Gefahr erkannt und zu verschaffen. Geschlagene die polizeiliche Feststellung des Schlägers forderte. Auf wurde der Anprall gemildert. Ein Pferd stieg bis zum Straßenbahn- Fichte" einrichten, da endlich nach langen. Bemühungen die TurnSeine 11. Lehrlingsabteilung fann munmehr der Turnverein der Straße wurde die Polizei von dem harrenden Gefolge des schild hoch, riß alles unter sich nieder, der ganze Vorderperron mit halle der 75. Gemeindeschule, Fürbringerstraße 33, zur Verfügung Bruhn mit Johlen empfangen. dem Einschalter wurde in Trümmern zur Seite geworfen und voll gestellt worden ist. Die Lehrlingsabteilung soll bereits am Montag, ständig niedergelegt. Die Deichsel des Wagens ging dabei entzwei, ben 13., abends 8 Uhr daselbst eröffnet werden. Der monatliche den Pferden passierte nichts. Zum Glück ist kein ernſter Unfall des Beitrag beträgt nur 10 Pfennig. Hoffentlich erfreut sich auch diese Personals und Publikums vorgekommen. Außer dem Schrecken der Lehrlingsabteilung regster Beteiligung, da das Turnen für heran Wir veröffentlichten dieser Tage den Kontrakt, den die Kurhaus- Leute auf dem Vorderperron erlitt eine Frau nur eine leichte Kontusion wachsende Arbeiter ganz besonders empfohlen werden kann und der Direktion von Ost- Divenow mit ihrem Bersonal abzuschließen pflegt. am Stopfe. Vom Hinterperron aus wurde sodann der defekte Wagen Turnverein" Fichte" sich mit Recht des besten Rufes in der ArbeiterAus der letzten Nummer des„ Gastwirtsgehilfen" ersehen wir, daß nach der Station zurückbefördert. schaft erfreut. ähnliches auch die Herren Unternehmer von Berliner gastwirtschaftModernes Sklaventum. versteht, per Schnellzug nach Berlin befördert. Die Reisekosten im lichen Betrieben ihrem Personal bieten dürfen. Herr Ignaz Stern, Untergegangen ist gestern abend am Helgoländer Ufer ein mit Das Berliner Aquarium hat in den jüngsten Tagen feine der Inhaber des Grand- Café Alexanderplak, hat, wie es scheint, Mauersteinen beladener Kahn. Der Kahn war gegen einen Strom- Reptiliensammlung um mehrere höchst seltene Species bereichern eine besondre Vorliebe für seine ungarischen Landsleute, die er in pfeiler gefahren und mitten durchgebrochen. Alle Versuche, den Kahn können. Zunächst tam in mehreren Exemplaren eine australische der Weise bethätigt, daß er sich stets, soweit das Hilfspersonal in vor dem Sinten zu bewahren und die Ladung zu retten, waren ver- Schildkröte an, welche sich auf den ersten Blick als eine WasserBetracht kommt, nur rassenreine Söhne und Töchter der Pusta, die geblich. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr konnte auch nichts thun bewohnerin ausweist; denn der breite, äußerst flach gewölbte kein Wort deutsch verstehen, engagiert. Das Personal wird durch und rückte bald wieder ab. Der Schiffer hat mit der Befagung nur Rückenschild, die gut entwickelten Schwimmhäute der vierzehigen einen Stellenvermittler direkt in Budapest für Herrn Stern ange- das Notdürftigste retten können. Kahn und Ladung sind verloren. Füße und andre förperliche Eigenheiten lassen sie zum Leben im worben und wird dann, wie sich das für ein so feines Café von selbst Der Obstreft! Schwer verumglückt ist gestern der Steinfeger Wasser wie gefchaffen erscheinen und so verläßt sie denn auch im Betrage von 31,90 M.( der gewöhnliche Personenzug würde nur Eduard Müller aus der Ruppinerstraße 46 durch das Ausgleiten Aquarium den Schildkrötenteich nur ausnahmsweise und gern liegt sie in 16-17 Mt tosten) legt Herr Stern nur aus, bezahlen muß sie die auf einem Obstreft. M. befand sich in der Hermannstraße in dem nassen Element dem Fischraub ob. Zu dem Vorstoß auf Fische und betreffende Person. Herr Stern vereinbart nun Rirdorf, wo er plötzlich auf dem Bürgersteig hinfiel und sich nicht ähnliche flinke Beute wird sie besonders befäligt durch einen außer ungarischen Landsleuten einen Vertrag, wodurch die betreffenden wieder zu erheben vermochte. Ein Obstrest hatte ihn zu Fall ge- ordentlich langen, ungemein beweglichen, an den Schlangenleib Angestellten auf die Dauer eines vollen Jahres an ihre Brotstelle" bracht. Man brachte ihn daher nach der Unfallstation XII, woselbst erinnernden Hals, so daß sie den Namen„ Schlangenhals" oder Sehr angenehm fällt gefesselt sind. ein Bruch des rechten Fußes festgestellt wurde. Nach Anlegung eines Langhals- Schildkröte" mit Recht verdient. So wurde fürzlich wieder ein junger Mann von Ungarn be- Verbandes brachte eine Droschke den Verunglüdten nach seiner die Rückenschale durch ein schönes Kastanienbraun, abgesetzt mit Schivarz, auf. Aus dem füdlichen Australien wird die Chelodina Wohnung. zogen, um im Grand- Café des Herrn Stern die Stelle eines Portiers nur ganz vereinzelt nach Europa gebracht. Nicht verwechselt werden ( d. h. eines Thürstehers) einzunehmen. Der Portier mußte sich Durch elektrischen Strom schwere Brandwunden zugezogen hat darf sie mit den gleichfalls flachschaligen und ziemlich langhalsigen Taut Stontraft verpflichten, auf die Dauer eines Jahres bei Herrn sich der Maschinist W., der auf der Kraftstation in der Dorotheen- Plattschildkröten aus Südamerita, welche im Aquarium ebenfalls Stern zu verbleiben. Das Gehalt wurde für das erste halbe Jahr straße angestellt ist. Da die eine Maschine in Unordnung war, vertreten sind. mit feinen = Fenerbericht. Ein großer Dachstuhlbrand fam gestern| für 282 Neubauten( Vorderhäuser), 501 Umbauten und 190 Neben- Ratibor, 10. Juli. Amtliche Meldung. Durch Unterspülung der nachmittag furz nach 2 Uhr in der Andreasstraße 63, am Andreasplay, gebäuden( Seitenflügel, Hinter- und Quergebäude). In diesem Geleise ist der Verkehr auf der Strecke Kandrzin- Deutsch Wette zum Ausbruch und beschäftigte die zweite Kompagnie lange Zeit. Jahre ist die Bauthätigkeit noch weit reger. In der Herberge in zwischen den Stationen Oberglogau und Deutsch Rasselwig sowie Auf dem Boden des Vorderhauses war auf nicht ermittelte Weise der Rosenstraße erhängte sich der 35 Jahre alte Lackierer Alfons Neustadt und Schnellewalde unterbrochen. Die Aufrechterhaltung Feuer ausgekommen, das an dem in den zahlreichen Bodenkammern Weese aus Peterwaldau. Der Mann hatte vorher wirre Redens- eines durchgehenden Personenverkehrs durch Umsteigen ist infolge aufgespeicherten Gerümpel und Hausrat reiche Nahrung fand, so daß arten geführt, scheint also die That in einem Anfall von Geistes- der Wassermengen nicht möglich. Der Verkehr nach Neustadt und | bei Ankunft des ersten Löschzuges aus der Köpenickerstraße bereits störung ausgeführt zu haben. Wegen Sittlichkeitsvergehens und Deutsch Rasseliviz ist nur über die Privatbahn Gogolin- Neustad+ ein großer Teil des Dachstuhles in Flammen stand. Die Wehr setzte öffentlicher Beleidigung wurde der Bauarbeiter Franz Ulrich aus möglich, da durch Einsturz der Brücke über die Hohenplotz auch der denn auch sofort mehrere Schlauchleitungen in Thätigkeit und griff das Berlin vom hiesigen Schöffengericht zu 9 Monaten Gefängnis ver- Verkehr Deutsch- Rasselwig- Leobschütz gestört ist. Gleichfalls unter Feuer von verschiedenen Seiten aus an. Immerhin dauerte es doch fast urteilt und wegen Fluchtverdachts sofort verhaftet. Die Verhandlung brochen ist der Verkehr von Leobschütz nach Jägerndorf, da etwa eine Stunde, bevor die Hauptgefahr beseitigt war. Ein erheblicher Teil des fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. 2 Kilometer von Jägerndorf der Bahndamm auf 100 Meter unterDachstuhles ist vernichtet. Brandinspektor Reinhardt war in Vertretung spült ist. Das Wasser ist noch im Steigen begriffen. des Branddirektors Giersberg einige Zeit am Brandplage. In der Johannisthal. Mit einem von der Wiesbadener StädteOlmük, 10. Juli. Wegen Hochwassers ist auf zahlreichen BahnNacht zum Sonnabend wurde die Wehr nach der Wienerstr. 62 gerufen, Reinigungs- Gesellschaft angefertigten Kanalisationsprojekt für den linien der Verkehr unterbrochen. Troppau, 11. Juli. Das diesmalige Hochwasser ist das stärkste seit weil hier in einer Küche ein Brand entstanden war, der hauptsächlich den Ort und dem vom Stadtbaurat Sorge über dasselbe verfaßten GutKatharein, in der Nähe von Troppau, steht unter Fußboden beschädigte. Zur selben Zeit gingen in der Pücklerstr. 8 achten beschäftigte sich die Gemeindevertretung in ihrer letzten langer Zeit. in einer Wohnung Decken und Kleidungsstücke in Flammen auf, Sizung. Die Vertretung beschloß die Annahme des Projekts mit Waffer, ebenso die niedriger gelegenen Teile von Troppau; viele während in der Kulmstr. 26 Küchenmöbel durch Feuer beschädigt den von dem Gutachter vorgeschlagenen Verbesserungen. Die Kosten Häufer mußten geräumt werden; ein Haus ist eingestürzt. Die wurden. In der Sorauerstr. 61 varen in einer Räucherkammer belaufen sich für das zur Zeit bebaute Terrain auf 72 000 M. und fämtlichen Gemeinden am Ufer der Oppa sind überschwemmt, die Um Viele Häufer mußten geräumt Spähne und Räuchertaren in Brand geraten, der aber noch im Ent- für die spätere Anlage auf dem zur Zeit noch unbebauten Terrain gebung von Jägerndorf ebenfalls. Die gesondert auszuführende Regenwasserkanali- werden; alle Brücken sind zerstört und viele Häuser eingestürzt. Das stehen unterdrückt werden konnte. Vorher wurde die Wehr nach der auf 25 000 M. Eberswalderstr. 10 gerufen, wo durch Ueberkochen von Teer ein fation erfordert den Betrag von 34 000 M. Die jährlichen Betriebs- Thal der Goldoppa ist furchtbar verwüstet, dasjenige der schwarzen Feuer ausgekommen war. Alarmierungen, die außerdem in den fosten belaufen sich nur auf rund 1500 M., da für die beiden Ge- Oppa steht unter Wasser; die Ufergemeinden haben stark gelitten; legten 24 Stunden nach der Oranienburgerstraße, nach der Wißmann- meinden Johannisthal und Nieder Schöneweide gemeinsames in Einsiedel sind ebenfalls viele Häufer eingestürzt. Aus WestDer von der Gemeindevertretung ein- schlesien wird ein Fallen des Wassers gemeldet, aus Ostſchlesien straße 19 und nach noch einigen andren Orten erfolgten, waren auf Personal vorgesehen ist. gelegte Protest gegen die beabsichtigte Anlage des dagegen ein Steigen. Die Ostrowiza und Morawka sind aus den geringfügige Anlässe zurückzuführen. neuen Güterbahnhofes hat Erfolg gehabt, so daß nun- Ufern getreten und haben weite Strecken überschwemmt. mehr die Anlage eines Güterbahnhofes für Johannisthal als ge= Bofen, 11. Juli. Wie amtlich gemeldet ist, ist infolge Hochwassers fichert erscheint. Jetzt endlich ist nun auch die Rechnungs die Strecke Kreuzburg- Tarnowitz gesperrt. legung für das Jahr 1900/01 möglich geworden. Durch den etwas unfreiwilligen Rücktritt des früheren Gemeindevorstehers und den Tod des Steuererhebers und Gemeindedieners hat es schwer gehalten, Ordnung in die Sache zu bringen. Mit dem Vorschlage der Beleuchtungskommission, den Mondschein bei der Straßenbeleuchtung nicht mehr in Betracht zu ziehen, erklärte sich die Gemeindevertretung einverstanden ein erfreulicher Fortschritt, wenn man bedenkt, daß vor drei Jahren noch dem socialdemokratischen Verein anheimgegeben wurde, die Kosten für das Brennen einiger Laternen während der Morgenstunden im Winter selbst aufzubringen. Dem Gemeindevorsteher wurden 250 M. als Beihilfe zu seinem Urlaub bewilligt. Aus den Nachbarorten. Landrätliche Kenntnis des Versammlungsgesetzes. Kürzlich berichteten wir, daß in einer zu Riez- Neuendorf, Kreis Luckau, am Tage vor der Stichwahl abgehaltenen öffentlichen Versammlung der überwachende Gendarm unter Androhung der Auflösung die Entfernung der Frauen verlangt hatte. Auf eine diesbezügliche Beschwerde an den Landrat jenes Kreises erhielt der Beschwerdeführer prompt folgenden Bescheid: Auf das Schreiben vom 30. v. M. gereicht Ihnen nach Prüfung der Angelegenheit zum Bescheide, daß in dem Verhalten des Gendarmen bei der Versammlung am 24. v. M. in Riez- Neuendorf eine Pflichtwidrigkeit nicht zu erkennen ist. Manteuffel. Möglich ist es ja, daß der Landrat in dem Verhalten des Gendarmen eine Pflichtwidrigkeit umsoweniger zu erkennen vermochte, als der Gendarm nach seiner eignen Aussage lediglich seiner Instruktion gemäß verfuhr. Merkwürdig aber bleibt es, daß der Landrat die Gesetzwidrigkeit der Handlung des Gendarmen nicht erkannt hat, gegen die sich die Beschwerde richtete. Einstweilen bleibt abzuwarten, was der Regierungspräsident zu dem salomonischen Bescheide des Landrats sagen wird. Hafenbrand in New York. Auf dem Thingvalla- Pier brach gestern Feuer aus, das einen ernstlichen Schaden, namentlich auch an Gütern und Reisegepäd, verursachte. Schiffe lagen zur Zeit, als das Feuer ausbrach, nicht an dem Pier. Es erfolgten drei Explosionen. Der vordere Teil des Pier brach zusammen und stürzte in den Fluß. 150 Personen, die sich vor dem Feuer nach der Landseite hin nicht mehr retten konnten, brachten sich auf dem Fluß in Sicherheit. Berschüttet. Passau, 11. Juli. Wie die Donau- Zeitung" berichtet, wurden beim Einsturz eines Gewölbes ein Mann getötet, einer schwer und zwei leicht verletzt. Zwei liegen noch verschüttet unter den Trümmern. Durch Briefkaften der Redaktion. Brühl. Bitte Ihre Adresse anzugeben, um die gewünschten Exemplare zusenden zu können. F. G. 1903. Kaiserl. Ober- Postdirektion Berlin. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Steglis. Als gelegentlich der diesjährigen Etatsberatung Genosse Rapp in der Gemeindevertreter- Sizung eine bessere Hitschläge. New York, 10. Juli( Laffan- Meldung). Kontrolle der Neubauten in Bezug auf erforderliche Schutz- die hier herrschende große Hize sind 16 Personen ums Leben gevorrichtungen und Zuziehung von Arbeitern zu dieser Kontrolle tommen. empfahl, erwiderte der Herr Amtsvorsteher Buhrow, daß in dieser Hinsicht alles geschehe, um Gefahren vorzubeugen. Sämtliche Neubauten würden regelmäßig alle vierzehn Tage von Polizeibeamten revidiert und außerdem habe er noch eine Vermehrung der ge= Tegentlichen Revisionen angeordnet. Daß der Herr von einer Unterstützung durch sachverständige Arbeiter nichts wissen wollte, iſt felbstverständlich. Wie diese strenge Kontrolle ausgeübt wird, Bankow. Die Begehrlichkeit der staats- dafür wurde in der letzten Wahlvereinsversammlung ein Beispiel erhaltenden Bürger. Das neue Pankower Rathaus, welches erbracht. Aus der Mitte der Versammlung wurde der bestehenden sog. recht progenhaft den aufstrebenden nördlichen Vorort Pankow ver- iß standskommission der Vorwurf gemacht, daß sie ihren 03. 1. Ja. 2. Nein. 3. Die Funktionen eines Vicewirts richten fich nach seinem mit dem Wirt geschlossenen Vertrage. J. S. 156. Ist Ihre finnbildlicht, hat einen recht unscheinbaren Nachbar in Gestalt eines Verpflichtungen nicht nachkomme, sonst könnten an dem Neubau recht unanſehnlichen Häuschens aus der guten alten Zeit. Diefen Ecke Schildhorn- und Zichteſtraße die Schutzvorrichtungen sich Frau großjährig( über 21 Jahre), so ist sie zur Zahlung verpflichtet, ſonſt nicht. Zustande befinden. Der Sie sind nicht zahlungspflichtig. M. R. 1. Die Veröffentlichung_fönnen Schandflect" möchte man nun gern beseitigen und schnurrt deshalb nicht in solch„ polizeiwidrigem" um den Besizer, einen biederen Schlächtermeister, der mit der Ver- Vorsitzende genannter Kommission verwahrte sich gegen diesen Sie auf Ihre Kosten vornehmen. 2. Die Aufnahme wäre strafbar. führte folgendes aus: Vor ungefähr sechs E. 2. 25. Das Geset berbietet keinem fatholischen Geistlichen zu größerung Bankows auch größer" geworden ist, herum wie ein Vorwurf und Wochen habe er die Polizeiverwaltung schriftlich darauf heiraten, nur seine Kirche. M. A. 100. Unter Umständen kann Kuppelei berliebter Kater. Befagter Schlächtermeister, welchen man als guten O. G. 27. 1. und 2. Nein. Schön= Geschäftsmann kennt, ließ sich unter gewissen Bedingungen erweichen aufmerksam gemacht, daß an dem erwähnten Neubau alle als vorliegend erachtet werden. blick. und versprach zu bauen, um dem Rathaus einen würdigen Nachbar und jede Schußvorrichtung feble. Ungefähr 14 Tage sprache. Die Verhältnisse sind in den verschiedenen Gemeinden verschieden. Nehmen Sie mit der für dort zuständigen Behörde Rüd vollständig darauf sei dann ein zu geben. Zuerst wurde der Architekt des Rathauses ersucht, Zeichnungen Schutzdach nach der Straße zu angebracht worden. Er habe Ordnung anzumelden. vorschriftswidriges Sonnenburg. 1. Jedes selbständige Gewerbe ist nach der Gewerbeanzufertigen, welche dem Schlächtermeister nichts kosteten. Dann mußte mußte die Gemeinde einen Bausdispens von der Regierung herausholen, mittlerweile schon zweimal, und zwar einmal bei dem Polizei- 2. Die Schneiderin iſt aufzunehmen; sie ist kraft Gesekes Mitglied der Kaffe weil man gewisse Bauschwierigkeiten beseitigen mußte; weiter mußte die wachtmeister und einmal bei einem Gendarmen Beschwerde geführt, und kann ihre Ansprüche zunächst bei der Aufsichtsbehörde, dann bei Gericht geltend machen. Voraussetzung ist, daß die Dauer des Arbeitsverhältnisses Gewerbe- Inspektion gewisse Erleichterungen zugestehen betreffs der ohne daß jedoch die geringste Aenderung eingetreten sei. nicht von vornherein auf eine fürzere Beit als eine Woche beschränkt ist. Arbeitsräume, die zum Betriebe der Schlächterei in den Keller des zu bauenden Haufes verlegt werden. Da nun zwischen das Rathaus 0039. Die Klage wäre aussichtslos, wenn die beiden bei ihrer Annahme, die durchaus gutgläubig fein fann, beharren. W. S. 37. Es ist unmöglich, Auskunft über die Folgen eines Vertrages zu erteilen, den Sie und dem besagten Grundstück eine Zufahrtsstraße gelegt ist, und der weder abschriftlich noch im Original mitteilen. Suchen Sie mit dem Vertrag Schlächtermeister dadurch ein Eckgrundstück mit zwei Fronten erhält, die Sprechstunde auf oder wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Erwas gleichzeitig eine bedeutende Wertsteigerung des Grundstücks gänzung nach der angegebenen Richtung hin. Anna. Die Offens bedeutet, so sollte man meinen, daß der Herr Schlächtermeister zufrieden bacher Krankenkasse( Central- Kranken- und Begräbniskasse für Frauen gestellt sei. Weit gefehlt! Unser Schlächtermeister ist Gemütsmensch und und Mädchen) ist zu empfehlen. Vorsitzender Hinz, Prinzenstr. 66. verlangt, die Gemeinde solle die Regulierung und Pflasterung der V. P. 96. Sie find an den Vertrag gebunden, das heißt Sie müssen Zufahrtsstraße übernehmen. Die Kosten betragen nur ca. 1600 M. die nach dem Vertrage Ihnen obliegenden Mietszahlungen leisten. GeDas ging der Gemeindevertretung denn doch über den Strich und eine Strafe. Schreiben Sie dem Wirt, daß Sie ihm die Wohnung zur zwungen werden, zuzuziehen, können Sie nicht. Ebensowenig droht Ihnen Verfügung stellen und dieselbe nicht beziehen wollen. Auf Ihren Wunsch einzugehen, fann er nicht gezwungen werden. 2. K. 106. Ja, wenden Sie sich an das Bezirkskommando. Nötig haben Sie einen Bak für eine Reise nach Italien nicht. 2. Nein. 3. Bis nach Vollendung des 39. Lebensjahres: ja. C. S., Spandau. 1. Nein, 200 muß sie geklebt haben. 2. Wenn sie außer Arbeit ist, für diese Wochen ja. 3. Ja.— G. H. M. 21. Nein: Erlaubnis ist erforders lich. J. K. 26. Ein Strafmandat wäre gesetzmäßig. H. Sch. 14. Weigerung der Leiſtung des Offenbarungseides zieht auf Antrag und Kosten des Gläubigers Verhaftung bis zur Leistung des Eides längstens bis zum Ablauf von sechs Monaten nach sich. Es wäre doch dringend wünschenswert, daß da, wo es sich um das Wohl nnd Wehe der Arbeiter handelt, die Behörden schneller und energischer für Abhilfe sorgen würden. Vermischtes. Hochwasser. Breslau, 11. Juli. Von den schlesischen Flußläufen wird ein fie lehnte die Forderung gegen zwei Stimmen ab. Böse Zungen weiteres Steigen des Hochwassers gemeldet. Die Heu- Ernte ist durch behaupten, unser biederer Schlächter wolle nunmehr den Antrag die Ueberschwemmungen vielfach vernichtet. Am stärksten ist, dem stellen, die Gemeinde soll das Haus auf Kosten der Allgemeinheit„ Brest. Gen.I- Anz." zufolge, die Gegend von Neisse und Glatz gebauen und ihn bitten, nach Fertigstellung des Hauses die Bürde fährdet. In Neisse sind zwei Männer ertrunken; die Stadt ist teilweise eines Hauswirtes zu übernehmen. Diese Leute wollen dann noch vom Eisenbahnverkehr abgeschnitten. Pioniere und Feuerwehr sind über die Begehrlichkeit der Arbeiter räfonnieren! an den gefährdeten Däminen thätig. In Glaz ist der untere Stadtteil völlig unter Wasser gesezt und bei Rasselwig sind gestern nach mittag 180 Meter des Eisenbahndammes eingestürzt; der Verkehr von Leobschütz nach Rasselwig ist auf längere Zeit unterbrochen. In Ziegenhals find mehrere Häuser eingestürzt. Nixdorf. Für das verflossene Rechnungsjahr ist unsrer Stadt nachträglich noch eine außerordentliche Staatsbeihilfe zu den Schulunterhaltungskosten im Betrage von 20 000 m. bewilligt worden. Im Jahre 1902 sind in hiesiger Stadt Baukonsense erteilt worden Inserate Die glückliche Geburt einer Tochter jeigen hocherfreut an Dr. Anton Levy- Ludwig und Frau Eugenie geb. Cohn. Berlin W. 15, den 11. Juli 1903. Pariserstr. 13. 10/13 Socialdemokratischer Wahlverein Lichtenberg. Am 10. Juli 1903 verstarb unser Mitglied, Genosse Herm. Schadewald im 30. Lebensjahr. Die Beerdigung findet am Montag, den 13. d. Mets., nachmittags 52 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Friedhofes in Lichtenberg, Strugstege, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Centralverein der BureauAngestellten Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß am 10. Juli unser Kollege, der Kaffenbeamte Hermann Schadewald verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 13. d. Mts., nachmittags 51/2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Friedhofes in Lichtenberg, Krugstege, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 45/1 Der Vorstand. Unterlassung fann Geldstrafe zur Folge haben. E. M. 3., M. H. 7. Nein. G. G. 1. u. 7. O. Nein für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Am Freitag, den 10. d. Mts., verschied nach furzem schweren Krantenlager unsre geliebte Tochter und Schwester Else im Alter von 19 Jahren. Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister Karl Bremer und Frau. Bruno, Gretchen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. d. Mts., nachmitags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Krankenhauses, BirkenStatt jeder besonderen Anzeige! Danksagung. Für den Generalvertrieb in ganz Uhrenfabrit einen kreditfähigen UnterDeutschland sucht eine Schweizer Roh- Tabak Hiermit sage ich allen Berwandten, nehmer, der sich für die muster Max Otto, Konigstr. 6. Neue Die Expedition. Roh- Tabak 1903 Max Jacoby, Strelitzerftr. 52. Arbeiteruhr Filiale 38 Brunnenstr. 38. Rohtabak. 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Berliner Reichstags- Wahlkreis Gentralverband d. Maurer. Dienstag, den 14. Juli, abends 82 Uhr: General- Versammlung = in den„ Germania- Festsälen", Chausseestr. 103. Tagesordnung: 248/ 11* 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Bericht des Kassierers und der Revisoren. 5. Wahl eines Lokalkommissions- Mitgliedes. Pünktlichen und zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Bilderrahmenmacher. Dienstag, den 14. Juli, abends 8, Uhr bei Stramm, Ritterstr. 123: Branchen- Versammlung. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller 84/12 Der Obmann. Kollegen notwendig. Achtung! Holzarbeiter. Achtung! Friedrichsfelde und Neu- Lichtenberg. Montag, den 13. Juli, abends 8 Uhr bei F. Haberland, Wilhelmstraße 38: Geffentliche Holzarbeiter- Versammlung für Tischler, Klavierarbeiter, Drechsler, Stockarbeiter, Stellmacher und Korbmacher. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Leopoldt über: lufre Organisation". 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353 Montag, den 13. Juli 1903, abends 8 Uhr: Versammlung aller in der Draht- Industrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend im Gewerkschaftshause, Engel- fer 15, Saal I. Tages Drdnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Die Lage unsrer Branche, und wie steht unser Tarif? Es ist Pflicht eines jeden Stollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Dienstag, den 14. Juli, abends 8 Uhr: Bezirksversammlung für Steglitz im Restaurant Richter, Lichterfelde, Chausseestr. 104. Tages Drdnung: 1. Vortrag:„ Volkswirtschaft und Gewerkschaften." 2. Diskussion. 3. Die wichtigsten Beschlüsse unsrer Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Die Versammlung beginnt pünktlich! Dienstag, den 14. Juli 1903, abends 8, 1hr: Versammlung Zweigverein Berlin.g Mittwoch, den 15. Juli 1903, abends 8% Uhr: Rixdorf. Parteigenossen! Die Spedition und Buchhandlung ist vormittags von 9-11 und nach mittags von 1-4 Uhr geschlossen. Abends erfolgt der Ladenschluß um 8 Uhr. 20602 Die Spedition. General- Versammlung Günstige Gelegenheit! der Zahlstellen Berlins und der Umgegend, sowie der Putzer, Rabitzputzer felbständig zu machen. Ich verkaufe und Cementierer Berlins und der Vororte im Neuen Konzerthaus, Grand Hotel Alexanderplatz, Alexanderstr. 46. findet ein Genosse, der Luft hat, fich meine feit 7 Jahren bestehende Werkstatt für Fahrrad- Reparatur mit großer und fester Kundschaft. in tadellosem Zustande. Billige Drebbant und sämtliches Werkzeug 33 M. monatlich. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom II. Quartal. 2. Beschlußfassung über das neue Drtsstatut. Miete: 2 Stuben, Küche und Laden 133/ 20* 3. Beschlußfassung über die Uebernahme der Bibliothek in das Eigentum des Zweigvereins. Mitgliedsbuch legitimiert- ohne dasselbe kein Eintritt. Guten Besuch erwartet Der Zweigvereins- Vorstand. J. A.: Panser. Achtung! Bretterträger und Brettschneider. Montag, den 13. Juli, abends 7, Uhr, bei Obst, Meininger- und Martin Lutherstrassen Ecke, Schöneberg: Grosse öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 19/9 1. Berichterstattung über den Stand unsrer Lohnbewegung. 2. Weitere Stellungnahme hierzu. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Das bestimmte und pünktliche Erscheinen der Kollegen in dieser Im Auftrage der Lohnkommission: E. Hinze. Bersammlung ist dringend notwendig. 25216 Näheres Charlottenburg, Schulstr. 4. Verlag v. Max Richter, Berlin SO. 36. Soeben erschien: Preis Mark ( auch a. alle Buchhandlg. erhältlich). Die Harnleiden, ihre Verhütung, Behandlung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, Berlin, Königgrätzerstr. 27. Homöop Arzt, spec. für Haut.. Harnleiden, Frauenkrankheiten. Schmidts Zahn- Institut Centralverband der Steinarbeiter Deutschl. Orts- Krankenkasse der Moritzplatz, Haus Café Aschinger. Marmorarbeiter! Dienstag, den 14. d. M., abends 8 Uhr, im Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Mitglieder- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Vierteljahres- Abrechnung und Abrechnung der Kranken- Zuschußkasse. 2. Bericht der Tarifkommission. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. 172/19 Der Vorstand. Otto Murisat. Achtung Kürfchner! Verband der Kürschner Berlins und Umgegend. Gr. Dienstag, den 14. Juli, abends 8, Uhr: öffentliche Verfammlung im alten Schützenhanse, Linienstr. 5. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die Einigungs- Verhandlungen. 102/13 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ersuchen wir die Kolleginnen und Kollegen um zahlreiches Erscheinen. Der Vorstand. Vereinigung der Maler. Filiale Berlin I. der Gold- und Silberarbeiter und Berufsgenossen Dienstag, den 14. Juli, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung über den Verbandstag. 2. Diskussion. 3. Vers schiedenes. Recht zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Engel- Ufer 15( Saal IV): Mitglieder- Versammlung Tages- Ordnung: Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß vom Montag, den 13. Juli ab, 1. Kaffenbericht. 2. Die Lage in unsrem Gewerbe nach Einführung des Bibliothekbücher bis auf weiteres nicht mehr ausgegeben werden. Diejenigen Lohntarifs. 3. Vereinsangelegenheiten. Mitglieder, welche noch im Besize von Bibliothefbüchern sind, werden geMitgliedsbuch legitimiert. beten, dieselben so schnell wie möglich abzuliefern. Rege Beteiligung erwartet 118/17 Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlín. Bureau: Gewerkschaftshans, Engel- Alfer 15, Zimmer 22. Fernspr.: Amt VII Nr. 1959. Mittwoch, den 15. Juli 1903, abends 8 Uhr: 157/17 Außerordentliche General- Versammlung in den Armin- Hallen, Rommandantenstr. 20( großer Saal). Tages- Ordnung: 1. Abrechnung und Bericht vom II. Quartal 1903. 2. Neuwahl des erften Vorsitzenden. 3. Beratung und Beschlußfassung über das neue Ortsstatut. 4. Verschiedenes. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Kontrolle stattfindet. Das Protokoll der Generalversammlung in Kassel gelangt in dieser Versammlung zur Ausgabe. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 19. Juli 1903: Grosse Dampfer- Tages- Partie mit Musik nach Müggelheim, Sportshaus zur großen Krampe". Abfahrt morgens 72 Uhr, Jannowißbrücke, Schultheiß- Ausschant. Billets a 1,50 M. find noch in der Versammlung zu haben. Das Vergnügungs- Komitee. J. A.: W. Tuschke, Grünauerstr. 10 IV. Verbund der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 13. Juli, abends 8 Uhr: General- Versammlung in Kuffins Saal, Andreasstr. 21. Tages- Ordnung: 1. Rassenbericht vom 2. Quartal. 76/2 2. Bericht des Vorstandes und sämtlicher Kommissionen. 3. Neuwahlen. 4. Gewerkschaftliches. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Um vollzähliges Erscheinen ersucht Der Vorstand. Spree- Havel- DampfschiffahrtGesellschaft Stern". 男 Täglich( außer Sonnabend und Sonntag) nachmittags 2 Uhr ab Jannowißbrüde( Belvedere), 24 ab Schlesisches Thor Billige Dampfer- Ferienfahrten nach den schönsten Punkten der Oberspree. Fahrpreis hin und zurück 50 Pfennig, Kinder 25 Pfennig. Jeden Montag und Mittwoch früh 9 Uhr ab Jannowizbrüde nach Woltersdorf, Grünheide, Alt- Buchhorst( Mittwoch n. Rüdersdorf). Jeden Dienstag früh 7 Uhr ab Jannowitbrüde nach Teupit. Jeden Montag, Dienstag und Mittwoch 8%, ab Weidendammerbrücke nach Potsdam. Jeden Donnerstag und Freitag 1%, nachm. ab Weidendammerbrücke nach Nedlik. 20812 Graveure etc. zu Berlin. merlojes Bahnziehen, Plombieren. Die vom Bezirks- Ausschuß genehmigte Aenderung des§ 13, wonach vom dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab Krankengeld gewährt wird, tritt am heutigen Tage in Kraft. auf Antrag Desgl. tritt auf Antrag nach§ 14 Abs. I freie Kur und Verpflegung auch in Erholungsstätten usw. ein. Die Beiträge usw. sind im Kassenlokal abzuliefern. Berlin, den 8. Juli 1903. Sehr billige Preise. E. Brückner, 1. Vorsitzender. Deutsche erstklassige Roland- Fahrräder auf Wunsch auf Teilzahlung. Anzahlung 30-50 Mk. Abzahlung 8-15 Mk. monatlich. Gegen Barzahlung liefere Fahrräder sehon v.70 M.an. Man veriange S. Rosenau amsonst Preisliste in Hachenburg Nr. 7 Künstl. Zähne, tadellose Ausführung von 3 M. an, Plomben von 2 M. an. Max Guckel, Lausitzer Platz 2. Vorzeiger dieses erhält: 4 M. Ermäßigung bei Auftrag von 20,00 M., unter 20 M. 2 M. 20512* Teilzahlung gestattet. 124/12 Warzen, Die Ortsverwaltung. Achtung! Etuisarbeiter. Morgen Montag, den 13. Juli, abends 82 Uhr, im„ Gewerkschaftshause", Saal 5: Branchen- Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. 2 Bekanntgabe des Resultats unsrer Urabstimmung. 3. Werkstubenangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Einberufer. 24/13 selbst angeborene, verschwinden zusehends nur durch Freundsche Warzentinktur( Thilothan). Zu hab. in all. Apoth u. Drog. od. direkt aus d. Generaldep. das Fläschchen für 50 Pfg. J. Lachmann, Berlin SO., Adalbertstr. 75. 5 Pf. toftet es, ein Amerik. Zähne v. 2 M. an, Mitgliedern v. Gewerkschaften u. Wahlbereinen 10 Broz. Rabatt. Lochmann's weltberühmte, bei einfachem Zurücklegen des Kopfes intensiv spülende Nasen- Donche ,, Frisch und Frei" aus Porzellan. D. R. G. M. 134776. Pat. in allen Staat. Grossartigste Wirkung. Tausendf. erprobt u. ärztl. empfohlen. à M. 1.- i. Apotheken, Gummi- u. 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In der von der niederrheinisch- westfälischen Gruppe des Vereins am 26. Juni abgehaltenen Versammlung wurden, wie die Rh.- Westf. 3tg." meldet, die Preise für sämtliche Handelsgußwaren sowie für Bau- und " Vraſchinenguß um 10 Wr. erhöht. Grſabteile werben mit 3 Wt. Berbeſſerung des Flammen herb- werfahrens. Die aus von folgenden grundsäßlichen Grivägungen aus: Auger den gingen = " das Jahr 1902 auf 35 000 000 Tonuen geschäßt, hiervon entfallen auf wertigen Hilfskasse der Tischler Jnnungstasie von die fünf hauptbeteiligten Länder allein mehr als 32 000 000 Tonnen. Gesezes wegen auf Grund seiner Beschäftigung bei einem InnungsDie gesamte Stahlproduktion der Erde hat sich innerhalb der letzten mitgliede angehöre. Herr Obermeister Edert sträubte sich aber 22 Jahre um reichlich 700 Broz. erhöht, indem im Jahre 1880 wenig immer noch gegen das Hilfskaffenmitglied, das auch bei der Innungstasse sein wollte. Der Regierungspräsident gab dem Vorstande jedoch mehr als 4 000 000 Tonnen gewonnen wurden. Von bedeutendem Einfluß auf eine günstige Weiterentwicklung ebenfalls unrecht, und eine weitere Beschwerde wies der Minister der Stahlproduktion war in der letzten Zeit die Anwendung und für Handel und Gewerbe ab. Sämtliche Instanzen gingen pro 100 Kilogramm leberpreis berechnet. Der Verein hatte gedehnteste Verbreitung hat dieses Verfahren im Staate Penn- des Krankenversicherungs- Gesezes, wonach einer für eine Innung bereits im Mai die Preise für Bauguß, Maschinenguß und Guß für fylvanien gefunden. Nächst Pennsylvanien kommen in der Union errichteten Krankenkasse die bei den Innungsmitgliedern beschäftigten chemische Industrie um 10 M. pro Tonne heraufgesezt. Illinois, dann Neu- England und Ohio für das Flammenherd- Verfahren Personen angehören, tomme hier wesentlich in Betracht in Betracht. Der im Laufe der letzten 15 Jahre im Bessemer der§ 75, welcher bestimmt: Mitglieder der auf Grund des Accumulatoren und Elektricitäts- Werke Akt.- Gef. vorm. Verfahren gewonnene Stahl fand hauptsächlich bei der Herstellung Gesetzes über die eingeschriebenen Hilfskassen errichteten Kassen W. A. Boese u. Co. in Berlin. Die Durchführung der General von Eisenbahnschienen Verwendung. In England wird mehr als die sind von der Verpflichtung, der Gemeinde- Krankenversicherung oder versammlungsbeschlüsse vom 20. Juni d. J. war davon abhängig Hälfte der insgesamt gewonnenen Ingots aus Bessemerstahl zu Eisen- einer nach Maßgabe des Krankenversicherungs- Gesezes errichteten gemacht worden, daß auf mindestens 2 500 000 M. des Aktienkapitals bahnschienen verarbeitet; in Deutschland dagegen und in den Vereinigten Strankenkasse anzugehören, befreit, wenn die Hilfskaffe, welcher die Zuzahlung von 400 M. pro Aktie gegen Gewährung eines Ge- Staaten von Amerika ist dies nicht in dem Maße der Fall. In der sie angehören, allen ihren versicherungspflichtigen Mitgliedern oder winnanteilscheines und Abstempelung der Aktien in Vorzugsaktien Union wurden im Jahre 1902 insgesamt nur 2876 293 Tonnen doch der Mitgliederklasse, zu welcher der Versicherungspflichtige gegeleistet würde. Diese Ziffer ist bereits jetzt überschritten und damit Eisenbahnschienen hergestellt, dagegen 9 306 471 Tonnen Ingots; zur hört, im Krankheitsfalle mindestens diejenigen Leistungen gewährt, die Durchführung der Generalversammlungsbeschlüsse gesichert. Schienenfabrikation wurde also nur 30 Proz. der Gesamterzeugung welche von der Gemeinde usw. zu gewähren sind." Die Worte dieses Die Krisis in der italienischen Seidenindustrie. Nach überein- bon Ingots verwendet. In Deutschland ist die Verwendung von Paragraphen: sind befreit" seien nun nicht so zu verstehen, daß stimmenden Berichten scheint die Depression schwerer zu sein, als Bessemerstahl zur Herstellung von Eisenbahnschienen verhältnismäßig es überhaupt unstatthaft sei, neben der freien Hilfskaffe noch Mitman bisher angenommen hatte. Dieselbe dürfte nicht nur auf das noch unbedeutender. Infolge der größeren Widerstandsfähigkeit des glied einer andren Krankenkasse zu sein. Durch den Ausdruck sind Minderergebnis der Seidenernte selbst, sondern noch auf andre Stahls ist die Abnutzung der Eisenbahnschienen eine wesentlich befreit" solle vielmehr gejagt werden, daß, wer einer als gleichwertig Gründe zurückzuführen sein. Ein Schreiben des Borsigenden der geringere geworden, andrerseits haben aber die verschiedenartigen anerkannten Silfstaffe angehört, nicht verpflichtet sei, Handelskammer von Como, eines der hervorragendsten Seiden- neuen Gebrauchszwecke des Stahls die Bedeutung der Schienen- der Innungskaffe oder sonstigen Staffen, die für ihn zuständig wären, industriellen Italiens, führt nach der Nat- 3tg." den Verfall der ein- fabrikation für die Stahlverwendung im allgemeinen herab- beizutreten. Er habe aber das Recht, auch der Innungskasse usw. anzugehören, also Doppelversicherung zu nehmen. Dieses Recht heimischen Seidenindustrie in der Hauptsache auf die Verschlechterung gemindert. der Qualitäten der Waren zurück. Auch in Bezug auf Muster leisten des Stahls geschaffen worden, und heutzutage wird dreimal der Hilfskasse ist, dadurch ausüben, daß er seine Befreiung nicht In den letzten 20 Jahren ist gewissermaßen ein Beitalter fönne er beim Eintritt in die Beschäftigung, falls er schon Mitglied andre Länder bedeutend mehr als Italien, welches glaubte, auf seinen früher erzielten Erfolgen ausruhen zu können, und jetzt Gefahr so viel oder noch mehr Stahl erzeugt als im Jahre 1894. Das geltend mache, oder dadurch, daß er ausdrücklich erkläre, trok seiner läuft, auf der ganzen Linie geschlagen zu werden. Der Schreiber allgemeine Urteil spricht dafür, daß eine Steigerung der Befreiung auch der Zwangstasse beitreten zu wollen. Kläger habe dieses an italienische Seidenindustriellen gerichteten offenen Briefes Stahlgewinnung auch ferner anhalten wird. Wenn diese während nun seine Befreiung von der Mitgliedschaft bei der Innungskasse nicht erwartet teine Besserung durch Zollschutz oder andre staatliche Hilfs- der nächsten zwanzig Jahre in demselben Maße fortschreitet, wie in nur nicht durch eine dazu notwendige ausdrückliche Willensmittel, sondern ausschließlich durch die eigne Kraft der Industriellen dem gleichen Zeitraume der Vergangenheit, dann würde die Welt im erklärung berlangt, sondern im Gegenteil noch ausdrücklich die AufJahre 1923 20-25 Millionen Tommen Stahl mehr produzieren als heut nahme in die Innungstasse beantragt. P. sei vom Tage seines felbst. zutage. Man ist allgemein der Ansicht, daß hauptsächlich die Vereinigten Eintritts in eine Beschäftigung bei einem Mitgliede der TischlerAusbeutung von Steinkohlenlagern auf Spitsbergen. Bekannt Staaten von Amerita für diese Mehrerzeugung in Frage kommen. Zum Jnnung Mitglied der Krankenkasse dieser Innung. lich sind wie auf der Bäreninsel so auch auf Spißbergen gelegentlich mindesten liegt diese Annahme sehr nahe. In den Vereinigten der letzten arktischen Expeditionen größere Steinfohlenlager entdeckt Staaten werden aber zur Zeit über 30 Millionen Tonnen der besten worden. Jetzt hat sich ein Konsortium englischer Kapi- Eisenerze in jedem Jahre verbraucht, was für einen Zeitraum von talisten gebildet, welches zum Abbau der Lager das erforderliche 20 Jahren einen Gesamtverbrauch von 600 Millionen Tonnen ergiebt. Kapital zur Verfügung gestellt und eine von Bergener Ingenieuren geleitete Arbeitererpedition ausgerüstet hat. Die betreffenden Stohlenlager befinden sich an der Westküste beim Belsund, im Eisfjord und an der Kingsbai im nördlichen Teil. Sociales. Unerhört bei dieser Sache ist, daß drei Jahre, rund und nett drei Jahre verflossen sind zwischen dem Tage der Antragstellung B.'s und der jetzt erfolgten Ausfertigung des Entscheides des Ministers durch den Regierungspräsidenten. So lange fann man im Rechtsstaat warten, bis man zu seinem Recht kommt. Witterungsübersicht vom 11. Juli 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Berlin Barometer stand mm richtung Wind Windstärke 764 Better Entwicklung der Stahlindustrie der Welt. Von den an der Stahl- Die Doppelversicherung der Mitglieder von vollwertigen Hilfsgetvinnung beteiligten Ländern hatten 1902 wie seit mehreren Jahren Krankenkassen. bie Vereinigten Staaten von Amerika die größte Aus-( Ministerielle Auslegung des§ 75 des Krankenversich.- Gesetzes.) beute an Stahl aufzuweisen; dieselbe bezifferte sich für Bessemer- Gründlich hereingefallen mit ihren Kenntnissen sind die Spizen und Flammherd- Stahl auf rund 15000000 Tonnen. Diese Ziffer der Tischler- Innungs- Krankenkasse in Rigdorf. Der Tischler Püschel gewinnt an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß die Menge wurde trotz seiner Thätigkeit bei einem Innungsmitgliede nicht als Swinemde. 763 5heiter Bes auf der ganzen Welt im Jahre 1894 gewonnenen Stahls sich nur Mitglied der Innungskasse betrachtet und seinen direkten Antrag auf Hamburg 766 3 auf 12 851 000 Tonnen belief, also rund 2000 000 Tonnen weniger Aufnahme lehnte der weise Vorstand, vertreten durch den Obermeister Frantj.a.m. 767 D ausmachte, als allein in den Vereinigten Staaten von Amerika im Eckert, deshalb ab, weil P. einer freien Hilfstasse München 769 23 Jahre 1902 gewonnen wurde. In Deutschland wurden im Jahre 1902 angehört, die den Anforderungen des§ 75 des Bien 761 NN ca. 7 780 000 Tonnen Stahl erzeugt, mithin ungefähr halb so viel Krankenversicherungs- Gesezes entspricht. Die wie in der Union, während die Stahlgewinnung Englands Aufnahme" solcher Leute wäre durch das Statut ausgeschlossen. mit weniger als 5 000 000 Tonnen nur den dritten Teil der amerika- P. rief die Entscheidung des Rirdorfer Magistrats an, welcher ausnischen ausmachte. Die gesamte Stahlgewinnung der Erde wird für| sprach, daß P. ohne weiteres trotz der Mitgliedschaft bei der gleich" Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer ffand mm richtung Wind Windstärke 18 Haparanda 758 SW Wetter Temp. n. G. || 5° C.= 4° R. 2 bedeckt 11 1 bedeckt 16 768 S 768 DND 1 bedeckt 16 2wollen 19 2 bedeckt 17 Betersburg 761 ND 3 bededt 17 Cort 2 bedeckt 20 Aberdeen 6 bebedt 12 Paris 4bedeckt 17 Wetter- Prognose für Sonntag, den 12. Juli 1903. Biemlich warm und schwül, vielfach heiter bei mäßigen nordwestlichen Winden; zeitweise etwas Regen. Berliner Wetterbureau. Warenhaus A.Wertheim Extra- Preise Porzellan Speiseteller weiss, tief u. flach 15 PL Leipzigerstr. 132/135( Versand- Abteilung). Rosenthalerstr. 27/29 u. 54.- Oranienstr. 52/55 Montag, Dienstag, Mittwoch Glaswaren Steingut Butterdosen 22 PL. Dessertteller weiss 9 Pt. Kuchenteller dekoriert 25 Pf. Kartoffelschüsseln Bratenschüsseln 4 Grössen 20 bis 65 Pf. 65 Pf. Bierkannen glatt Bierbecher m. Goldrand 7 Pf. Bierbecher 20 PL. m. Bordüre 9 Pf. Wassergläser Salatschalen dekoriert 20 PL, 10 Saucièren 42 PL., Terrinen 90 Pr.u. 1.25 Teekannen weiss 15, dekoriert 18 Pf. 4 Stück 48 Pf. Satztöpfe Milchtöpfe dekoriert Zuckerdosen 10 u. 18 Pf. 8 Pf. Obertassen weiss, 2 oder 4 Stück 10 Pf. Tassen dekoriert 12u. 15 Pf., fein 25 Pf. Schalen mit Golddekoration und Blumenmuster Tafelservices 18 bis 33 Pf. St6 Pers. 17.39.55 Mk. dekoriert, f. 6 Pers. Kaffeeservices for: 1.75 bis 2.90 5 Pf., m. Bordüre 9 Pf. 5 Pt. Kompottteller Kompott- u. Salatschalen 11 bis 35 Pf. Citronenpressen 10 Pf. Einmachegläser 5 Grössen 5 bis 15 Pf. Einmachebüchsen 25 bis 43 Pt. Glasbecher mit Ansichten von Berlin und verschied, Badeorten 45 Pf. 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Orpheus in der Unterwelt. Montag: Die Geisha oder: Eine japanische Theehausgeschichte. Weften. 100 000 Thaler. Montag: Alt- Heidelberg. Anfang 8 Uhr: Berliner. Der Prophet. Nachmittags 3 Uhr: Undine. Montag: Lucia von Lammermoor. Cavalleria rusticana. Thalia. Das Alter. Montag: Dieselbe Borstellung. Kleines. Nachtasyl. Montag: Dieselbe Borstellung. Urania. WWWORTEN Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze 76 54 5 zum Watzmann. Letzte Vorführungen Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Castans Panoptikum Friedrichstr. 165. Papst Leo XIII. Der neue Serbenkönig Peter I. König Alexander u.Königin Draga. Sprunkelli, das anatom. Rätsel. Belle Alliance. Die Böhmin, oder: Slade Enthüllungen über Jtta aus dem Elend. Montag: Dieselbe Borstellung. Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Nachmittags 3 Uhr: Othello. Montag: Das Geheimnis des roten Hauses. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Paffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspite zum Watzmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Anna Rothe. Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Lina Goltz Vortragskünstlerin. Ganz Berlin zerbricht sich schon den sechsten Monat des glänzenden Juliprogramms Schluss derSaison 15. Juli 1903. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Das Geheimnis der alten Mamsell. Vorher: Hofmeister in tausend Aengsten. Hofmeister in tausend Aengsten. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Während und nach der Vorstellung: Ball. den Kopf über AGA! Fröbels Allerlei-Theater 14 neue erstklassige Nummern. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Strasse No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis 50 Pfg. 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Juli, frei geworden; auch steht für diesen Tag ein großer Dampfer( 350 Personen) billig zur Verfügung. Auskunft erteilen ich fowie Gastwirt Krause, Alexanderstr. 13. Max Mörschel.[ 18062* Restaurant Neuer Krug ( Bahnstation Neu- Rahnsdorf) Wilhelmshagen zwischen Müggel- und Dämerit. See, herrlich am Waffer gelegen, ist das romantischte Lokal an der Oberspree. Halte mein Lokal( bis 2000 Personen faffend) für Vereine und Fabriken beftens empfohlen. Fr. Domning, Restaurant 10542* Tegelort zum Schwan ist für Landpartien, Fabriken und kleine Gesellschaften der schönste Aufenthaltsort. 2 Kegelbahnen. Gute Küche und Getränke empfiehlt bestens 25196 L. Kielezki. 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Gau 9. Provinz Süd- Ost. Sonntag, den 12. Juli 1903: Grosses Sommer- Fest Ell see arrangiert von den Parteigenossen des Kreises.-onaill Alle Treptowebok exos Treptow bei Herrn Karl Joel, Victoria- Garten, bei Herrn Karl Ludwig, Park- Restaurant, Köpnicker Landstr. 21-22. Köpnicker Landstr. 25-26. In beiden Lokalen: Grosses Konzert. Kinderspiele, Kasperle- Theater und Fackelzug. Jedes Kind erhält am Eingange des Lokals eine Stocklaterne gratis. In beiden Sälen: Grosser Ball. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. In beiden Lokalen: Großes Kegelschieben. Eintrittspreis 20 Pf. Das Komitee. Brandenburg. Arbeiter- RadfahrerBund Solidarität. Sonntag, den 12. Juli, im Etablissement Seeterrasse, Lichtenberg, Röderstr. 6: Grosses Gau- Sportsfest Gesangs- Aufführungen. bestehend in Grossem Doppel- Konzert. Specialitäten- und Theater- Vorstellungen. Sportliche Aufführungen ( Reigenfahren 2c.) der Bundes- Vereine. Großes Land- und Wasser- Feuerwerk. Kinder- Fackelzug. Jedes Kind erhält eine Stoclaterne gratis. In beiden Sälen: Grosser Ball. Anfang des Konzerts früh 8 Uhr. Entree 20 ẞf. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein 12/17 Das Komitee. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Den geehrten Damen ist die Kaffeeküche frühzeitig geöffnet. Kaffeekochen 1 Liter 60 Pf. 1, Liter 35 Bi. Sonntag, den 19. Juli, vormittags 11 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain: Eröffnung nachmittags 2 Uhr. Anfang nachmittags 3 Uhr. Zahlreiche Beteiligung erbittet Fünfter Kreis. 11 Sonntag, den 19. Juli 1903: eige Uebungs- Stunde. Rieder: ,, Festgesang" von Kurz ,,, Heimkehr von Gelbte ,,, Freiheit"," Vorwärts" und 16/11 ,, Saat und Ernte". Im Nebensaale vormittags präcise 10 Uhr: Ausschuss= Sitzung. Tages- Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiben. NB. Die Vereine sind verpflichtet, die Lieder zum Sängerfest im Müggelschlößchen fleißig zu üben. Grosse Sieges- Feier Neue freie Volksbühne in Mentes Volksgarten. 1. Eingang: Landsberger Allee, am Stenerhaus, 2. Eingang: Röderstrasse. Konzert, Gesangsaufführungen von 300 Sängern des Arbeiter- Sängerbundes. Auftreten der Hamburger Sänger, Kinderbelustigungen, KasperleTheater, Fackelpolonaise( jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis). Grosses feuerwerk. Ball. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Entree 20 Pf. Anfang nachmittags 4 Uhr. Fahrverbindung: Stadtbahn Landsberger Alle. Elektrische Strassenbahn: Stadtring, Aussenring, ferner Linie 64 Zoologischer Garten- Landsberger Alle. Alle. Zu Fuss 15 Minuten vom Landsberger Thor. 217/ 12* Central- Verband der Handels-, Transportund Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Engel- Ufer 15 II, 3immer 16. Telephon: Amt VII, Nr. 3348. Heute Sonntag, den 12. Juli 1903: Grosses Volks- Sommerfest in H. Mentes Volksgarten, Lichtenberg, Röderstr. 35-36 ( zwischen Hohenzollern- und See- Terrasse( 25 000 Personen fassend), zweiter Eingang Landsberger Chaussee). Großes Konzert, Vorstellung der Hamburger Sänger, Ball, Preis- Kegelschieben, Puppenund Kasperle- Theater, großes Reigenfahren, ausgeführt vom Arbeiter- Radfahr- Verein„ Vorwärts", Fackel- Polonaise, wozu jedes Kind an Eingang einen Bon zur Stocklaterne gratis erhält. Zum Schluß: Großes Brillant- Fenerwerk. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 2 Uhr bis 6 Uhr abends zur Verfügung. Donnerstag, den 16. Juli, abends 8 Uhr, im Berliner Theater ( Morwitz- Oper): Der Prophet. Große Oper in 5 Aften von Meyerbeer. Sonntag, den 26. Juli, nachmittags 21, Uhr: Zar und Zimmermann. Dper von Albert Lortzing. Karten a 1 M. sind in folgenden Zahlstellen zu haben: H. Neft, Veteranenstr. 6. Knapp, Grünthalerstr. 5. K. Kleinau, Gerichtsstr. 4. Beder, Gotowskystr. 9. Bech, Möckernstr. 120. Bobsien, Kommandantenstr. 62. 150/13 H. Köhn, Naunhnstr. 83. Kaufhold, Wrangelstraße 52 III. Strangfeld, Brizerstr. 24 a. Hirsch, Matternstr. 3, Stfl. III. Grubert, Fruchtstr. 55. Glaser, Weinmeisterstr. 18. Der Vorstand. J. A.: Heinr. Neft, Staffierer, Veteranenstr. 6. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Sonntag, 26. 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Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 160. 20. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus der Frauenbewegung. Etwas von den Rechten der Frauen und dem Regierungspräsidenten in Potsdam. Klein war. " Sonntag, 12. Juli 1903. in der Mitte des Wonnemonats eingereichte Beschwerde. Was lange züglich der Mitgliedschaft von Frauen, Schülern währt, wird gut, meint ein Sprichwort. Manchmal tommt es aber und Lehrlingen wie bezüglich der Verbindung auch anders. Der Bescheid des Regierungspräsidenten lautet: mit gleichartigen Vereinen, nicht aber der im§ 1 für " Ihre Beschwerde vom 22. Mai 1903 gegen den Bescheid des Versammlungen vorgesehenen Anzeigepflicht. Herrn Landrats des Kreises Teltow vom 15. Mai d. J. weise ich mehr die Klage beim Ober- Verwaltungsgericht einreichen. Dies Gegen den Regierungspräsidenten wird Genoffin Thiel nun als unbegründet zurück. Wie Ihnen durch den landrätlichen Bescheid mitgeteilt ist, wird ihr bescheinigen, daß ihr Kind ein durchaus legales war, dem hoffentlich bald ähnliche folgen, die, mit der Milch der richtigen hatten Sie fein Recht, einen Wahlverein in Beziehung Denkungsart groß gezogen, frisch, frei und fröhlich die Waffe der auf die letzte Reichstagswahl zu bilden, weil solche Reichlleberzeugung und Begeisterung zum Betriebe der Wahl socialtags Wahlvereine nach§ 17 des Wahlgefeges bemokratischer Gemeindevertreter, Stadtväter und Landtags- Abgeord bom 31. Mai 1869 nur von den Wahlberechtigten gebildet werden dürfen, zu denen Frauen nicht neter so lange schwingen, bis ein ähnliches Resultat wie bei der gehören. Ist aber Ihr Verein als Wahlverein unzulässig, so Reichstagswahl erzielt ist. : Es ist doch gut, daß der Mann allein sei, dachte die Landratsfammer im Jahre 1850 und da schuf sie den berühmten§ 8 des preußischen Vereinsgefeßes, über dessen Rechtsbeständigkeit zwar immer noch ein geheimnisvolles Dunkel waltet, welches zu erhellen aber dem höchsten deutschen Gericht, so da im roten Sachsen liegt, demnächst obliegen wird. Vorab aber scheint der§8 noch über Gerechte und Ungerechte und verbietet allen politischen Vereinen," Frauenspersonen" als Mitglieder aufzunehmen. Und damit nicht gelüfte dem Weib nach verbotenen Früchten und es nicht nasche von fönnen Sie sich auch nicht auf§ 21 des Vereinsgesetzes vom Schöneberg. Der Verein für Frauen und Mädchen für Schöne dem Baume politischer Erkenntnis, dehnte die Rechtsprechung dies 11. Mai 1850 berufen, welcher im Absatz 2 nur Wahlvereine von berg und Umgegend hält am Mittwoch, den 15. Juli, abends Verbot dahin aus: auch wenn ein politischer Verein nur aus Frauen den Beschränkungen des§ 8 a. a. D. befreit." 8 Uhr, im Lokal von Obst, Meiningerstr. 8, seine regelmäßige, besteht, machen sich seine Leiterinnen strafbar, wenn sie FrauensIn Vertretung: jeden Monat stattfindende Mitgliederversammlung ab, in welcher personen" aufnehmen. Wie es in dem Falle steht, daß solche weib( Unleferlich.) Frau Paula Thiede einen Vortrag über: Frauenarbeit und fichen Leiterinnen Männer aufnehmen, darüber schweigt die Weisheit Pozdupimi- war Potsdams after Name, bevor es Regierungs- Frauenorganisation" halten wird. Wir laden besonders die Frauen Salomonis. Und es ist gut so, denn des Menschen Dichten und präsidenten dort gab. In so wenigen Worten so viel Unkenntnis und Mädchen der Umgegend zu diesem wichtigen Vortrag ein. Trachten ist böse von Jugend auf. Der Vorstand. Aber wie eine Rofe unter den über die fundamentalsten reichsgefeßlichen und landesgesetzlichen Gäste, Herren sowie Damen, haben Zutritt. Dornen, so ist der§ 21 unter den Paragraphen des Vereinsgesetzes: Vorschriften ist für eine Residenzstadt überraschend. Giebt es Johannisthal. Der Frauen und Mädchenverein für Schöneberg er sticht nicht einmal die Frauen. Er befagt: 28 ahlvereine benn in der Regierungsbibliothek keine fehlerfreie Ausgabe des und Umgegend hält am Montag, den 18. Juli, abends 8 Uhr, im unterliegen den Beschränkungen des§ 8 nicht". Reichs- Wahlgesetzes? Dem§ 17 des Wahlgesetzes fällt es beileibe und Umgegend hält am Montag, den 13. Juli, abends 8½ Uhr, im Dieſe Roſe wuchs lange Beit im Verborgenen, weil sie zu nicht ein, zu setzen: nur Wahlberechtigte haben das Recht, Wahl- Lokal von Mertins, Roonftr. 2, eine Wanderversammlung ab. Wahl- Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. Aber die Thränen, die ob der Lebensmittel- vereine zu bilden. Als vor mun 34 Jahren das Wahlgesetz beraten Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. berteuerung und об der Frauenarbeit und der Not der wurde, da machten Abgeordnete aus dem Lande mit dem Ochsen- Ober Schöneweide. Der hiesige Bildungsverein für Kinder floffen, machten sie wachsen, so daß sie sichtbar wurde zur fopf im Wappen darauf aufmerksam, daß es dort weder eine Frauen und Mädchen veranstaltet am Mittwoch, den 15. d. M. Wahlzeit. Und es bildeten sich Frauen- Wahlvereine zum Betriebe Boltsvertretung noch ein Vereins- noch ein Versammlungsrecht gebe, einen Familien Ausflug nach Johannisthal( Restau der Reichstagswahl des Jahres 1903. man müsse durch eich s gesetzgebung eingreifen, da es doch ein rant Senftleben). Programm: Kaffeekochen, Waldspiele mit UeberSo geschah es auch im Streise Teltow- Beeskow- Storkow- Char- Unding sei, das allgemeine Wahlrecht zu erteilen, aber die raschungen für die Kinder 2c., abends Kinderfackelzug. Stocklaternen lottenburg: der socialdemokratische Wahlverein der Frauen dieses Ausübung des Vereins- und Versammlungsrechts selbst zur gratis. Sammelpunkt an der Fußgängerbrücke( Laufenerstraße) Streifes wurde am 20. April gegründet und von der Vorsitzenden, Wahlzeit für die Wahlberechtigten in das Belieben der nachmittags 122 Uhr. Zahlreicher Beteiligung, auch von Nichts Frau Thiel zu Tempelhof, der Ortspolizei vorschriftsmäßig ge- Regierung zu stellen. Um den Medlenburgern den mitgliedern des Vereins, sieht entgegen Der Vorstand. meldet. Gleichzeitig wurde eine Versammlung dieses Wahlvereins Betrieb der Wahl zu ermöglichen, wurde darauf, der§ 17 gezum 23. April angemeldet. Der Amtsvorsteher verbot schaffen. Wo sonst in Deutschland ein über diesen Reichs- Notfurzerhand diese Versammlung: Wart', Röslein, ich Vereins- und Versammlungs- Paragraphen hinausgehendes Recht breche dich". In einem späteren Schreiben erflärte er:„ Ich erachte bestand- und das ist wohl das gesamte Deutschland ohne Ochsenkopfden Berein für unzulässig, da nach§ 17 des Reichsgesetzes vom wappen blieb es unberührt. In Preußen ist das Vereins- und 31. Mai 1869 nur Wahlberechtigte befugt sind, zum Betriebe der den Versammlungsrecht für alle Preußen dazu gehört auch der Vertrauensmißbrauch ist bei Wertmeistern ein Grund zu sofortiger Reichstag betreffenden Wahlangelegenheiten Vereine zu bilden, weibliche Teil- durch die von den Witgliedern auch der Entlassung. Der Wertmeister eines Betriebes. hatte bei Gelegenheit Frauen aber nicht zu diesen Wahlberechtigten gehören." Selbst- Potsdamer Regierung beschworene Verfaffung Art. 29, 30 gewähr eines Geschäftsganges einem Kunden seines Chefs mitgeteilt, daß er verständlich wurde gegen das Verbot Beschwerde eingelegt. Aber leistet. Das Vereinsgefes vom 11. März 1850 schränkt dies Vereins- sich selbständig machen werde und hatte versucht, sich die Kundauch der Landrat dieses Kreises verfiel in den erstaunlichen Rechts- recht insbesondere im§ 8 ein.§ 21 desselben Gesezes hebt die schaft jenes Herrn zu sichern. irrtum des Amtsvorstehers. Vor dem schlecht unterrichteten Landrat Beschränkungen des§ 8 feineswegs nur für 28ahle worden war und durch Klage eine größere Lohnentschädi appellierte Frau Thiel an den besser zu unterrichtenden Regierungs- berechtigte auf. Ein in der Landratskammer am 29. Juni 1849 gung beanspruchte, berief fich der beklagte Arbeitgeber auf präsidenten und machte diesen auf den verborgenen§ 21 des gestellter Antrag, diese Beschränkungen nur für solche Wahlvereine jenen ihm bekannt getvorden Vorgang und machte geltend, daß damit preußischen Vereinsgesetzes unter dem 15. Mai aufmerksam. In zu beseitigen, die lediglich aus Wahlberechtigten bestehen, ein Entlassungsgrund gegeben sei. Das Gewerbegericht wies denn zwischen gedieh der Verein bis auf die stattliche Mitgliederzahl von wurde nach kurzer Bekämpfung durch den Hinweis, daß auch den Kläger mit folgender Begründung ab: Zu den Entlassungsgegen 450 für die Wahl thätigen Frauen aus Rigdorf, ja dann die gegen Frauenspersonen" uſtv. int§ 8 gründent für Betriebsleiter, Wertmeister und ähnliche Angestellte im Schöneberg, Charlottenburg, Tempelhof, Mariendorf, Wilmers- enthaltenen Beschränkungen bestehen blieben, abgelehnt( stenogr. Ber. Sinne des§ 133a der Gewerbe- Ordnung gehöre nach§ 1830 Nr. 2 dorf, Steglitz, Friedenau, Baumschulenweg, Johannisthal, Nieder-. 2800). Frauen, wiewohl sie leider noch nicht wahlberechtigt find, auch Untreue im Dienst und der Mißbrauch des Vertrauens. Schöneweide, Köpenick, Adlershof, Briz und Zossen. Am haben das Recht, zum mindesten zwecks Betreibung einer konkreten Zweifellos habe num Kläger das Vertrauen seines Chefs mißbraucht, 16. Juni wurde Frig 8ubeil mit 73 854 Stimmen zum Abgeord- anstehenden Wahl, mag dies eine Gemeinde-, eine Landtags- oder wenn er bei einem geschäftlichen Besuche den Kunden des Arbeit neten gewählt. Der Verein löste sich, da ihm zu thun nichts übrig felbst eine Reichstagswahl sein, einen Wahlverein zu bilden. Dem- gebers als Kunden für seinen eignen projektierten Betrieb zu werben blieb, auf und meldete am 18. Juni feine Auflösung der für Ge- gemäß hat auch das Reichsgericht in seinem Urteil vom fuchte. Natürlich hätte er, wenn er sich selbständig zu machen burts- und Sterbefälle von Vereinen maßgebenden Standesamts- 8. November 1887( Band 16 S. 294) ausgesprochen: Der§ 21 des beabsichtigte, sich schon nach Kunden umthun dürfen, die Kunden Behörde an. Der Begräbnisschein wurde ordnungsmäßig erstattet. preußischen Vereinsgesetzes entzieht die Wahlvereine den im§ 8 feines damaligen Chefs hätte er jedoch dabei außer acht Nunmehr, am 9. Juli, erhielt Frau Thiel endlich Bescheid auf ihre für politische Vereine vorgesehenen Beschränkungen sowohl be lassen müssen. Sociale Rechtspflege. Ats WAARENHAUS HERMANN TIETZ Montag Dienstag Mittwoch Glas Hühnerdosen Citronenpressen Fussbecher, geschliffen Wasserflaschen, gepresst Käseglocken. 9 Leipzigerstrasse 46-49 Krausenstrasse 46-49. soweit der Vorrath reicht. Vorzugs- Preise geätzt m. • 8P. Teller Porzellan tief und flach 10 PE Dessertteller Pf. O Steingut 10 14 18 PL. Vorrathstonnen mit Fond. 28 PL .7 Pf. 7 Fond • 12 PL Salz- und Mehimesten mit 65 95 PL. 12 Pf. Gewürztonnen mit Fond 18 Pt. Tassen mit Untertasse rococo 16 PL • • 10 12 15 . 15 Pf. 20 Pt. Compotièren decorirt 25 38 Pf. Dessertteller decorirt 18 Pf. Bierbecher mit Buchstaben Grand 25 Pr. Kuchenteller Werth bis 85 Pf., für 25 Pf. 5 6 P. Obstteller mit Früchten 18 22 P. 15 20 28 38 P. Teller mit Goldrand u. Fielet, tief u. flach. 32 Pf. 17 PL Kaffeekannen 60 75 P ca. 1000 Dtz. decirte Tassen Untertasse . 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