Nr. 167. Abonnements- Bedingungen: s Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 ẞfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- BeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Uter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 art, für das übrige Ausland& Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Papst Leo XIII. Rom, Montag 20. Juli, 4 Uhr 4 Min. nachmittags. Der Papst ist um 4 Uhr nachmittags gestorben. Dienstag, den 21. Juli 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. ,, Eine schöne und dankbare Arbeit für den, der auch im Frieden dem Vaterlande und der Monarchie einen ganzen Mann stellen möchte, aber keine Arbeit für Mietlinge! Wir sagen damit nichts gegen die erprobten konservativen Wanderredner, die auch ,, im Frieden" ihre konservative Gesinnung beweisen; alle Achtung und allen Dank für ihre aufopfernde Arbeit, zu der der bescheidene Ehrenlohn oft nicht in richtigem Verhältnisse stehen kann. Wir wollen nur vor den schiffbrüchigen Existenzen warnen, die sich auch an unfre Partei heranmachen Beispiele dafür sind bekannt und mit allem Nachdruck wollen wir betonen: Es ist unsre persön liche Aufgabe, in die Bresche zu treten, und Stellvertreter darf nur der schicken, der zu schwach ist." Dittatur der Reaktion sich mit politischen Grundsägen befreunden fonnte und von ihnen angeheimelt fühlen mußte, die die persön liche Willfür mit einem Glorienschein umgaben, indem sie in der absoluten Weltregierung einer außerweltlichen Gottheit das Vorbild auch der besten irdischen Regierungsform erblicken. Und so zählen in der That die Erfolge, die Leo XIII. bei den tveltlichen Einer der erfolgreichsten Päpste, einer der gewandtesten Diplo- Gewalten zu verzeichnen hat, vielfach zu den größten, die je einem maten ist aus dem Leben geschieden. Leo XIII., der nach dem Papst durchzusetzen gelungen, um so mehr, als ihm in den meisten Verluste der weltlichen Herrschaft und nach der Proklamierung des Ländern in dem auch politisch geschlossenen Klerikalismus eine allzeit Unfehlbarkeitsdogmas aus der Wahl des Conciliums hervorgegangen bereite Hilfstruppe zur Verfügung stand. So beeinflußte Leo XIII. ist. Nach dem Tode Pius' IX. suchten die kirchlichen Barteien ja auch die innere Politit des Deutschen Reichs. Denn troß aller der Intransigenten und der Versöhnlichen ein Uebergangsstadium zu Ableugnungen unsrer Centrumsführer hat er oft die Entschaffen, teine war bereit, einen aussichtsvollen Kandidaten aufzu- fcheidungen der mächtigsten Fraktion des deutschen Reichstags schiffbrüchigen Existenzen, die doch in andren Lagern etwas gelernt stellen, und so wurde nach Pius IX., der als vollfräftiger, 48jähriger im Sinne der Regierung bestimmt, so vor allem, trot der haben, der letzte Rest von jeistiger Arbeet aus dem Leben des Mann den Stuhl Betris bestiegen hatte und 32 Jahre ereignis zur Schau getragenen Friedensmission der Kirche, bei Ab- Konservativismus verschwinden könnte, rät sie der ihr verwandten reichster Zeit der katholischen Christenheit vorgestanden war, der stimmungen über Vermehrung des Heeres und der Flotte! Bresse für alle mißliebigen Fälle die Wanzentaktit des Sichtotmehr als 68jährige, förperlich gebrechliche Kardinal Gioacchino Pecci stellens an: zum Bapst gewählt. Es war aber keine Zwischenregierung, die sich an den Namen Leos XIII. knüpfte, sondern eine der längsten Epochen der päpstlichen Geschichte. Da sie aber eine Ahnung davon zu haben scheint, daß mit den " " 1 Und dies führt uns auf ein andres Gebiet der politischen Gegenleistungen, das in der Politik Leos XIII. eine wichtige Rolle Von der Simplicissimus"- Krankheit sind aber nicht nur die spielt. Gerade seine hohe theologische Bildung und zum nicht demokratischen Parteien und Zeitungen angesteckt, sondern bis geringen Teil das fortgesetzte Studium des Aquinaten führte ihn zu tief in unsre Reihen hinein ist sie vorgedrungen. Es Leo XIII. war in fast allen Stücken das Gegenstück seines einer totalen Verkennung des modernen Socialismus und seiner giebt nur noch wenige Zeitungen, die ihren Lesern nicht jeden Zag irgend ein Standälchen mitteilen, ja es scheint, daß es beVorgängers, er war ein hochgebildeter Theologe, ein feingeschulter Biele. Zu der rein theologischen Manier, in den Eigentumssondere Nachrichtenfabriken giebt, die der Presse täglich etwas Diplomat, während Pius IX. fein hervorragendes theologisches verhältnissen lediglich moralische und nicht ökonomische Kategorien liefern, was der Leser mit einem„ Sollte man es für möglich Wissen und gar keine diplomatische Begabung besaß. Pius IX. war zu sehen, kam die auf Ariftoteles gestützte Beweisführung Thomas halten!" oder„ Na ja, da sieht man's ja wieder!" aufnehmen ein Starrkopf, der das Gewollte mit zäher Energie auch in die v. Aquinos gegen den platonischen Güterkommunismus, der auf fann." Wirklichkeit umsetzen wollte, Leo XIII. fam aber weit häufiger zum den ersten Blick in den Theorien Fouriers eine Auf- Dieses Rezept, das ja von der Kreuz- Zeitung" längst befolgt gewollten Ziele, während er sich als den Nachgiebigen hinstellte. erstehung zu feiern scheinen konnte. Der deutsche Socialis- wird, steht in einem seltsamen Gegensatz zu der Devise, die in demPius IX. geflügeltes Wort war:" Non possumus"( Wir können mus, selbst die Bestrebungen eines Ketteler und Mou- selben Artikel ausgegeben wird:" Wo sie( nämlich die Socialnicht), Leo XIII. Losung war das tolerari posse( Es kann geduldet fang find dem Verständnis Leos XIII. stets fremd geblieben. demokratie) die Wahrheit spricht, gebe man ihr offen und mit ehrwerden). Jedoch war diese Nachgiebigkeit auch bei Leo XIII. ledig- So fam es, daß er in Augenblicken, wo wichtige Kirchenfragen zumal lichem Bedauern Recht." lich ein Anlehnen an die äußere Form. Grundsätzlich stand er der in Deutschland zur Debatte standen, in den Kampf gegen die Mag nun die konservative Partei sich für die eine oder die andre modernen Ideenwelt mit der gleichen Unversöhnlichkeit gegenüber Socialdemokratie zu Gunsten der Regierung durch antisocialistische Taktik entscheiden die Kreuz- Zeitung" will diese Entscheidung wie sein Vorgänger. Kundgebungen einzugreifen suchte, wie 1878, wo er seine offenbar ihren Lesern überlassen, bei den Wahlen hat sie es ganz Encyklika über die Socialisten, Nihilisten und Kommunisten anders getrieben. Die„ Kreuz- Zeitung" mag unsre folgende Festveröffentlichte, und 1891, als er in feiner bekannten stellung, die man nicht für möglich halten" sollte, totschweigen oder Encyklika über die Arbeiterfrage für den Kleritalismus uns mit Bedauern Recht geben; damit ändert sie nichts an der Thateine grundsägliche Stellung dem Socialismus gegenüber sache, daß von den bürgerlichen Parteien im Wahlkampfe gegen die zu gewinnen trachtete. Muß der Versuch auch als völlig Socialdemokratie der verlogenfte Schwindel getrieben wurde. Wie gescheitert angesehen werden, so hat andrerseits die päpstliche Geistes- pries man doch die Arbeiterversicherung als das sociale Kaisertum richtung, wie sie sich in der Arbeiterencyklika ausspricht, doch die der Hohenzollern, als kraftvolle echt konservative" oder„ echt nationale flerikalen Parteien aller Länder und insbesondere die katholische Socialpolitik"! Jetzt veröffentlicht aber Herr Stöcker in der Geistlichkeit sowie die katholische Wissenschaft, die Leo XIII. durch Leipziger orthodoxen Kirchenzeitung, Der alte Glaube" einen Artikel, seine Encyklika vom 4. August 1879 völlig auf Thomistische Grund- worin es heißt: Tage zu stellen suchte, auf das stärkste beeinflußt, Eine schwere Erbschaft hatte Pius IX. feinem Nachfolger überlaffen. Die gläubige katholische Christenheit war noch nicht beruhigt von den Kämpfen um das Unfehlbarkeitsdogma, die sie in ihren Tiefen aufgewühlt hatte, in Deutschland und der Schweiz herrschte der Kulturkampf, die Aussichten des Altkatholicismus konnten damals noch nicht abgeschätzt werden, mit Italien war das Papsttum ganz zerfallen, der völlige Bruch mit Frankreich schien bevorzustehen, selbst Destreich hatte trotz des päpstlichen Widerspruches das Konkordat aufgehoben, seine Ehegesetzgebung und Schule von kirchlichen Einflüssen befreit; bis in die höchsten Kreise der katholischen Geistlichkeit herrschte Mißbehagen über manche Vorgänge am päpstlichen Hofe. Ein sehr peinlicher Standalprozeß, der auf das Leben des Kardinal- Staatssekretärs Antonelli böse Schlaglichter warf, hatte die letzten Tage Bius IX. verdüstert. " ,, Wer einem Volte das allgemeine Wahlrecht giebt, muß sich an die Spitze des Volkes, und zwar des nichtbesitzenden, stellen und es durch starke, beständige sociale Reformen an die Krone binden. Dazu aber war der Kaiser zu alt und Bismarck zu verständnislos für sociale Dinge. Die Regierung ließ sich ihre Versicherungsmaßregeln erst abzwingen und war für Arbeiterschutz überhaupt nicht zu haben; auch jene tamen zu spät und ohne Erfolg. Mitten in die Verhandlungen fielen Aeußerungen des Reichskanzlers, daß eine große Anzahl von Millionären das Wohl des Staates ausmache und daß die Arbeit am Sonntag unentbehrlich sei, Aeußerungen, die bewiesen, daß von wirklich innerer Anteilnahme an dem Wohl und Wehe des Arbeiters wie an seinem Empfinden nicht die Rede fein könne. Die ganze Socialpolitik war mechanisch gedacht." Und weil sich die Socialdemokratie für diese abgezwungene, Wiewohl selber von den allereinfachsten Lebensgewohnheiten, hat Leo XIII. die Papstgewalt mit dem größten Pompe und Glanze umgeben, so als er in feierlichster Weise unter Zusammenströmen Anders hinterläßt Leo XIII. feinem Nachfolger die Angelegen- von Hunderttausenden Pilgern aus allen Ländern und Weltteilen heiten des päpstlichen Stuhls! Die katholische Kirche ist einiger sein fünfzig- und sechzigjähriges Priester- und sein fünfzigjähriges denn je; der Altkatholiscimus ist völlig verschwunden, in Deutsch- Bischofsjubiläum beging, so noch im Februar dieses Jahres, als er land ist fast die letzte Spur des Kulturkampfes ausgetilgt, ein fein fünfundzwanzigjähriges Papstjubiläum feierte, und als er vor ständiger Gesandter Preußens wirkt am Hofe des Papstes, die wenigen Wochen den deutschen Kaiser empfing. fatholische Minderheit im Deutschen Reiche hat den ausschlaggebenden Die Geschichte wird Leo XIII. die Anerkennung zollen, daß er Einfluß im Reichstage und ist maßgebend für die Entschließungen in kluger und beharrlicher Art die Interessen des Papsttums und der Reichsregierung, in Preußen und in Württemberg, noch mehr in des Katholicismus vertreten hat. Besonders gegenüber dem Bismarckschen Bayern ist ihre Bedeutung in der Zunahme begriffen. In Belgien Deutschland hat er es verstanden, das Ansehen seiner Kirche zu hat der Klerikalismus fester Fuß gefaßt denn je vorher. Auch der wahren und die weltliche Macht zu einem neuen Canoffagang zu mechanisch gedachte Socialpolitik eines zu alten Kaiſers und eines Schweizer Kulturkampf ist längst abgeschlossen und in Frankreich hat nötigen. Auch in den andren europäischen und außereuropäischen zu verständnislosen Kanzlers nicht gleich den bürgerlichen Parteien die schlaue Politik Leos XIII. zu großer Stärkung der Klerikalen Ländern, in denen die katholische Religion mehr oder weniger vor- in Purzelbäumen der Begeisterung überschlug, hat man monatelang innerhalb der Republik geführt, der Leo XIII. schmeichelte, während waltet, hat Leo XIII. den Einfluß des Paptums erhalten und ge- geschrieben und geschrien, daß sie arbeiterfeindlich sei und krante fein Vorgänger mit den Prätendenten intriguierte; auch die neueren festigt, soweit dies in einem Zeitalter möglich war, in dem die Arbeiter verhungern lassen wolle! Kämpfe gegen den Klerifalismus beweisen gerade, welche große Waffen aller Nationen stets mehr danach streben, von einer geistigen dem großen konservativen Reinemachen herauszufliegen hat. Die Wie man sieht, sind die Meinungen sehr geteilt, was alles bei Macht er gewonnen hat. In Destreich hat der Klerikalismus Autorität sich zu befreien, die das menschliche Bewußtsein in engsten schiffbrüchigen Eristenzen", die„ Simpliciffimus Stimmung" oder in seinen verschiedenen Schattierungen den Liberalismus völlig Fesseln hält und jeden freien Schwung des Geistes verpönt. berdrängt. Selbst mit Rußland und dem Sultan ber Leos XIII. Erfolge und Weißerfolge beruhen gleichermaßen der Schwindel mit der Socialpolitik? Man wird sie wohl nicht stand Leo XIII. bessere Beziehungen anzuknüpfen. Auch darauf, daß er es verstand, sich mit den Mächtigen der Welt zu ver- eher auf dem Kehrichthaufen finden, als bis die ganze konservative in den Vereinigten Staaten hat sich der Katholicismus unter stehen, sich mit den Unmächtigen aber in immer tieferen Gegensatz Partei dort gelandet ist. dem letzten Pontificate zu einer respektabeln Macht ausgewachsen. zu setzen. Leos XIII. Encykliken über die sociale Fragen zeigen ihn In allen Erdteilen, vor allem in Afrika und in China, ist die stets als eifrigen Schutzhort der bestehenden Staats- und Gesellschaftskatholische Mission unermüdlich thätig; aber auch in Europa fann ordnung, als Gegner der socialen Fortentwickelung. Selbst gegen man allerwärts ein nicht unbedeutendes Anwachsen Klerikalen Ein- die belgischen und französischen Bischöfe, welche im Namen des fluffes, ein systematisches Arbeiten für die Schaffung und Stärkung Christentums gegen den einseitigen Stapitalismus zu Felde zogen, Herifaler Organisationen feststellen. Ueberall, so in Deutschland, richtete sich der Zorn dieses Stellvertreters Petri, dieses Oberhauptes Destreich, der Schweiz, Belgien, Frankreich, Italien ging man mit der katholischen Christenheit. der Gründung von katholischen Arbeitervereinen aller Art, von Ge- Ein Personenwechsel auf dem Stuhle Petri ist den Völkern, die sellenvereinen nach altem Muster, von Pius- Vereinen und christlichen an der Hand der Wissenschaftsforschung nach Selbständigkeit und Gewerkschaften vor. Die Geistlichkeit steht durchweg offiziell an der Geistesfreiheit verlangen, eine Angelegenheit geringerer Bedeutung. Spitze dieser Organisationen und bildet damit das vereinigende Band der um die ganze civilisierte Welt sich erstreckenden OrganiLeo XIII. wurde 1810 geboren, hieß vor seiner Wahl Gioacchino sationen des Katholizismus, die alle in dem Papst die höchste Becci und stammt aus altem Adelsgeschlecht. Im Jesuitenkolleg in Autorität verehren! Selbst große Organisationen zur Beeinflussung Viterbo erzogen, erhielt er 1832 den theologischen Doktorgrad, wurde von Wissenschaft und Kunst sind unter Leo XIII. geschaffen worden, 1837 päpstlicher Hausprälat, 1843 Nuntius in Brüssel, 1846 Erzso z. B. mit weiteren Bielen als die in Deutschland werbende bischof von Perugia, 1858 Kardinal. Er folgte Pius IX. 1878 als Görres- Gesellschaft die an den verstorbenen Papst anknüpfende Leo- jubiläum, in diesem Jahre das in der Geschichte der Päpste seltene 1893 beging Leo mit großem Pomp sein 50jähriges BischofsGesellschaft in Wien. Es ist gewiß, daß diese Erfolge ein hervorragendes diploma- 25jährige Papstjubiläum. Politische Uebersicht. Reinemachen. Berlin, den 20. Juli. tisches Talent voraussetzen. Aber es darf nicht übersehen werden, daß Leo XIII. von den Verhältnissen selber start in die Hände gearbeitet wurde. Es kann mit Fug und Recht fraglich erscheinen, ob er, hätte er zur Zeit Pius IX., in der Blüte des Liberalismus, das Schiff Betri zu lenken gehabt, eine von der seines Vorgängers wesentlich verschiedene politische Haltung eingenommen hätte. In- Ihre sämtlichen Lorenze will die konservative Partei jetzt entzwischen kam die Zeit, wo der Liberalismus politisch und lassen, Mohren, die ihre Schuldigkeit nicht gethan haben und die finanziell abgewirtschaftet hatte, wo im inneren Leben man drum heute desto leichteren Herzens gehen heißt. Jenen, die der Völker der Socialismus fich zu entfalten begann, der nicht verstehen wollen, kommt die Kreuz- Zeitung" dentlich. Sie preist die ganze liberalistische Herrlichkeit in ihrem tiefsten Wesen angriff den konservativen Beruf, den Socialdemokraten ohne Gnade ins und bedrohte. Es liegt nahe, wie die, den Liberalismus ablösende Geficht zu leuchten", fährt aber sodann fort: " " Ein Klagelied des Liberalismus. Freisinns zu stehen, bringt einen seltsamen Kompromißvorschlag für Die Berliner Zeitung", die sich rühmt auf der Linken des bie Landtagswahl, durch den die Freifinnige Boltspartei eine großaligige antireaktionäre Politit" einleiten solle, der aber in Wahrheit ein bemitleidenswertes Geständnis freisinniger Ohnmacht bedeutet. Zunächst flingt es ganz annehmbar: „ Wir meinen, daß es möglich ist, trotz der tiefgehenden Differenzen zwischen dem Liberalismus und der Socialdemokratie in der Kampfaufstellung gegen die Reaktion eine gemeinsame Standlinie zu finden. Wenigstens wird in einigen Wahltreisen eine genügend große Zahl von Urwählern der ersten und zweiten Abteilung vorhanden sein, welche, auf jedes positive Programm verzichtend, den Kampf gegen die Reaktion für eine große Notwendigkeit der gegenwärtigen Zeit betrachten und daher sich mit der Socialdemokratie verbinden geneigt sind." zu ersten und zweiten Wählerklasse den Willen haben mögen, ein Dann aber wird ausgeführt, daß viele Liberale auch in der Votum zu Gunsten eines socialdemokratischen Verbündeten abzugeben, aber können sie es auch wagen beim öffentlichen Stimmrecht? Also werde wohl die Zahl der Wahlkreise, wo der Wille sich auch in die That umsehen könne, nur sehr klein" sein. Und alsbald schrumpft die sehr kleine" Zahl zusammen auf die Möglichkeit, drei Berliner Mandate der Socialdemokratie zu überlassen. Die„ Berl. 8tg." schreibt: " Wenn " In Berlin sind zur Zeit zwei Abgeordneten- Mandate unbesetzt. Von den übrigen Mandatsinhabern wird, wie wir hören, der Reichstags- Abgeordnete Träger wegen seines hohen Alters sich nicht mehr um ein Landtagsmandat bewerben. man den Versuch machte, diese drei offenen Mandate bei den nächsten Landtagswahlen für die Socialdemokratie freizuhalten, so ist es möglich, daß die Wählerschaft sich diesem Versuch sympathisch gegenüber stellt. Etwas Gewisses kann man freilich nichtsagen, und die Schwierig- keit der Durchführung dieses Versuches ist ungeheuer grotz. Denn man müßte von vornherein bei der Zusammensetzung des Wahl- männcrlörpers darauf achten, daß nur völlig unabhängige Männer aufgestellt lverden, welche es wagen dürfen, öffentlich einem socialdemokratischen Kandidaten für das Abgeordnetenhaus ihre Stimme zu geben. Aber bei einigem guten Willen läßt sich das wohl durchführen." So weit traut die„Verl. Ztg" dem„guten Willen" ihrer Partei-Anhänger. Damit hat ihr Zutrauen ein jähes Ende. Das Blatt erinnert, daß die Socialdeniokratie beschlossen hat, allenthalben selbständig vorzugehen und je nach dem Ausfall der Urwähler- wählen ihre Ansprüche zu stellen. Das würde„allein der Reaktion zu gute kommen" I— erklärt die„Berk. Ztg." übercinstimniend mit der„Freis. Ztg.". Warum? „In d e r P r o v i n z findet man in der Wählerschaft der ersten und zweiten Abteilung schwerlich eine genügende Anzahl unabhängiger Personen, die sich zu einer taktischen Verbindung mit der Socialdemokratie bekennen dürfen, und selb st die dritte Abteilung versagt da vielfach. Auch bei vorherigem Einverständnis wird es kaum möglich sein, einen für ein Bündnis geeigneten Wahlmännerkörper aus den Kreisen der Liberalen zu schaffen. Tritt daher die Socialdemo- kratie mit einer Forderung auf einen eignen Abgeordneten auf den Plan, so ist zehn gegen eins zu wetten, daß die liberalen Wahl- niänncr sich entweder der Abstimmung enthalten oder gar— gegen die Socialdemokratie stimme». Denn wir müssen uns darüber klar sein, daß es viele liberale Leute giebt, die einen Socialdemo- kraten für gefährlicher halten als etwa einen g e- mäßigten Konservativen. Man kann das bedauern oder nicht; wenn man aber etwas erreichen will, so nmß man sich auf den Boden des thatsächlichen Gesinnungsstandes stellen, und dieser ist, wie er sich auf Grund eines Dreiklassen-Wahlsystems öffentlich kundgiebt, der Socialdemokratie nicht günstig." Also die Socialdemokratie, die nur ihr, auch von der„B. Z." anerkanntes Recht in Anspruch nimmt, dient der Reaktion, weil die liberalen Wahlmänner bereit sein werden— den Konservativen lieber zu wählen als den Socialdemokraten, durch dessen Wahl zu- gleich die Wahl des Liberalen gesichert wird I Die Socialdemokratie dient der Reaktion, weil die Liberalen ihre eigne Partei an die Konservativen verraten. Die„B. Z." mutz wissen, wie tief sie ihre Partei-Angehörigen einzuschätzen hat. Und nun die Gegenleistung der Socialdemokratie: „Die Gegenleistung der Socialdemokratie(für die drei Berliner Mandate) müßte dann allerdings bestehen in einer bedingungs- losen Unterstützung freisinniger Wahlmänner in allen übrigen Landtags-Wahlkreiscn. Dadurch würde, um nur die branden- burgischen Wahlkreise aufzuführen, eine große Anzahl von solchen Kreisen für den Liberalismus aussichtsvoll werden, d i e bisher nicht die gering st en Chancen boten. Dahin gehören: Ober- und Niederbarnim, Potsdam- Osthavelland, Brandenburg-Westhavellaird, Jüterbog-Luckenwalde, Kottbus-Spremberg, Ost- und Westprignitz, Ruppin-Templin und Frankfurt-Lebus. In einem Teil dieser Kreise wird sogar die Freisinnige Volkspartei, um den Erfolg zu sichern, mit der nationallibcralen Partei Kompromisse schließen müssen, so daß diese Partei ohne jede Gegenleistung von der Teilnahme der Socialdemokraten profitiert.'— Aber bei einer wahrhaft groß- zügigen Politik darf die Freisinnige Volkspartei nicht peinlich rechnen. Welche Gewinne für den Liberalismus in den übrigen Provinzen bei dieser Taktik möglich sind, können wir im Augenblick noch nicht übersehen." Schließlich sagt die„Berliner Zeitung": „Uebrigens glauben wir, daß es nicht einmal leicht sein wird, die leitenden Personen der Freisinnigen Volkspartei zu einem Wahlabkonrmen in dem von uns angegebenen bescheidenen Um- fange zu bewegen. Da aber hierfür unsres Erachtens nur Berlin in Frage kommen kann, ist es Sache der Berliner Organisationen, die ja sonst immer so thun, als ob sie viel auf ihre Selbständigkeit halten, diese Angelegenheit mit größtem Freimut zu diskutieren. Der Freisinnigen Volks- Partei ist hier einmal die Gelegenheit gegeben, eine großzügige antireaktionäre Politik einzuleiten. Wenn der Versuch mißlingt, kann man ihr keinen Vorwurf machen, wenn er aber gelingt, so wird die Freisinnige Volkspartei durch weiteren Ausbau des begonnenen Werkes bei späteren Wahlen sich um das Gemeinwohl ein großes Verdienst erworben haben." Nicht ohne zu übende Selbstüberwindung kann ein Blatt, das den Kanipf gegen die konservative Reaktion in Preußen ernster führen will, dieses Bekenntnis liberaler Unfähigkeit abgelegt haben. Wir natürlich sind weit entfernt, die seltsamen Zumutungen dieses noch dazu ganz unverbindlichen Kompromitzvorschlages irgendwie zu besprechen. Die„Berl. Ztg." selbst weist auf die Beschlüsse hin, die unsere Partei in dieser Angelegenheit gefaßt hat, schon eher, als sie das letzte gewaltige Zeugnis ihres Stimmenzuwachses bei den Reichstagswahlen für sich hatte. Wir verweisen einfach auf diese Beschlüsse, die in keiner Weise über matzvolle und gerechte An- spräche hinausgehen, die den Liberalen keinerlei Opfer zumuten wie dieselben uns zumuten, die eine Schwächung der preußischen Reaktion sichern, wenn— die Freisinnigen den Mut finden. Unsre Partei befindet sich in unantastbarer glänzender Position. Wir können einen neuen Verrat des Freisinns an seinen eignen Grundsätzen ertragen, den» unser Ziel bei den preußischen Landtags- wählen ist nicht in erster Linie der Gewinn einiger Mandate, sondern die Aufcrwcckung des Volkes gegen das hundertfältige Unrecht in der Landesgesctzgebung und im preußischen Wahlsystem.— Zum frechsten CyniSmus empor entwickelt sich ein Blatt, das vornehmlich in Frömmigkeit und Christentum arbeitet. Kaum ein Tag, wo der konservativ- muckerische„Reichsbote" nicht gegen die „Massenherrschast" zetert. Heute giebt das Pastorenorgan wieder dieser Zuschrift zustimmend Platz: „Die besseren Kreise der Bevölkerung ziehen sich bei diesen unerquicklichen Zuständen mehr und mehr vom öffentlichen Leben zurück, und gegen die schlechten Ge- walten wird nichts ausgerichtet. Es ist heute im poli- tischen Leben ganz so, wie Schiller die Jeanne d'Arc verzweifelt ausrufen läßt:„Unsinn, du siegst, und ich muß unter- gehen I" Beschränktheit und Gewaltthätigkeit triumphieren über Bildung und Anständigkeit in diesem ungleichen Kampfe I Wahr- lich, das ist weit genug gekommen I Wenn sich das Bürgertum nicht bald aufrafft und dem w ü st e n Treiben der socialdemokratischen Verführer Halt gebietet, wird es bald zu spät dazu sein, vielleicht schon nach fünf Jahren. Der Hebel zur Besserung kann aber mir da angesetzt werden, wo die Ursachen des Uebels zu suchen sind, nämlich in der Ungleichheit des Kampfes und der Waffen. Die Urteilsfähigkeit wird durch Massengcwnlt verhindert, ihr natürliches U e b e r g e w i ch t über die Urteilslosigkeit geltend zu machen. Das ist ein ungleicher Kampf. Ebenso ungleich sind die Waffen, weil die gebildeten Leute sich der verwerflichen Mittel der Gegner, durch die diese meist ihre Erfolge erzielen, Iveder bedienen noch bedienen können und wollen. ES ist deshalb nur in der Ordnung, wenn das naturgemäße Vorrecht der Bildung und Einsicht vor der Urteils- losigkeit und Kurzsichtigkeit auf andren Wegen geschützt wird als durch das freie Spiel der Kräfte, dessen Wirksamkeit durch äußere Mittel gestört wird." Weil die Sünde» der herrschenden Klassen da? Volk zur Social- demokratie führen, wird das Volk, an dessen Bildung und Einsichts- fülle bisher kein Zweifel war. plötzlich urteilsunfähig. Nur die kon- servativcn Wähler sind gebildet und urteilsfähig; sie stellen die .besseren Kreise" dar, die nur nicht auskommen können, weil die „schlechten Gewalten" sich„verwerflicher Mittel" bedienen, wie jene andren in ihrer Bildungsvollkominenheit und Beständigkeit sie nicht anwenden. Also gebe man den„Gebildeten", d. h. den konservativen Stalljnnkern und engherzigen Bureaukraten. dann auch den Kom- merzienräten das zehnfache politische Recht als den Unbemittelten, die so„urteilsunfähig" sind, daß sie daS gleiche Recht zur Förderung ihrer Interessen und nicht der Interessen ihrer socialen Wider- sacher gebrauchen. Erst wenn die unteren Volksklassen so Urteils- fähig werden, daß sie nur die Erhalter der Ungerechtigkeit und der Bilöungsunmöglichkeit wählen, erst dann sind sie des gleichen Rechts würdig zu befinden! Bon einer MandatSniederlegung des bayrischen Landtags- Abgeordneten Genossen v. H a l l e r berichtet der«Fränk. Courier". Wie wir hören, soll sich Genosse v. Haller allerdings mit der Absicht der Mandatsniederlegung getragen haben, augenblicklich ist die Nach- richt jedoch mindestens verfrüht. Auch die Gründe, die der„Fränk. Cour." angiebt, sind den Thatsachen nicht entsprechend.— Eugen Richtcr-Trost. Da die Mißstiinmung gegen die zunehmende reaktionäre Führung der Freisinnigen Volkspartei in liberalen Kreisen immer deutlicher und umfassender zum Ausdruck gelangt, finden sich nun auch die Richter-Getreuesten, um ihrem Führer einigen Trost zu spenden. So hat das Krei»-Wahlkomitee im eignen Wahlkreise des Herrn Richter eine Erklärung erlassen, in welcher der Centralleitung der Freisinnigen Volkspartei gedankt wird,„daß sie mannhast und unerschrocken für den entschiedenen Liberalismus eingetreten ist"; das Komitee denkt dabei ivahrscheinlich an die Liebesdienste seiner Partei an die Kardorffianer oder an die„Unerschrockenheiten" des Socialistenspiegels. Weiter weist das Komitee gerade die Angriffe zurück,„die von einem gewissen, unter freisinniger Maske auf- tretenden politischen Querulanten tum gegen die Führer der Partei gerichtet lverden". Das Komitee im Wahlkreise Hagen- Schwelm, hat. wie man sieht, der„Freis. Ztg." abgeguckt, wie sie sich räuspert und wie sie spuckt.— Soldateamißhandlung. Vor dem OberkricgSgericht in Koblenz erschien der Feldwebel Fleck der 10. Compagnie des Infanterie- Regiments 70 auf der Anklagebank. Er ist beschuldigt, die ihm ob- gelegene Beanffichtigung seiner Untergebenen in schuldhaster Weise versäumt zu haben. Die Vorgeschichte zur Sache ist folgende: Der Musketier Wadle war am Faswachts-Dienstag d. Js. über den Zapfenstreich hinaus ausgeblieben. Sein Korporalschaftsführer, ein Sergeant, der im 11. Jahre dient, stellte ihn am anderen Morgen zur Rede und mißhandelte den Mann dreiviertel Stunden lang, bis der Gequälte ohnmächtig zur Erde fiel. W. mußte sich 125 mal zur Erde legen und wieder ausstehen; darauf mußte er 10 Minuten lang die Knie beugen und den Körper wieder strecken und zwar auf dem linken Flügel einer Abteilung, die zur Jnstruktionsstunde auf der Stube angetreten war; nach dein Kniebeugen mutzte W. sich wieder fünfzigmal hintereinander auf die Erde legen. Als W. zu zittern anfing, versetzte ihm der Sergeant einen Fußtritt in die linke Brust- seite, dann zog er das Seitengewehr und drohte den Miß- handelten zu erstechen. Dieser Sergeant Opitz wurde vom Kriegsgericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Da ein besonders schwerer Fall vorlag, wurde gegen den Hauptmann ein Erinittelungsverfahrcn auf Grund des Z 147 des Militär- Strafgesetzes eingeleitet, das aber nichts Belastendes ergab. Daraufhin richtete sich das Ermittelungsverfahren gegen den Feldwebel Fleck. Das Kriegsgericht der 16. Division hatte den Feldwebel freigesprochen. Er hatte zwar die Aufficht am 25. morgens zu sühren, der Unterricht wurde aber in acht verschiedenen Stuben erteilt. Der Feldwebel hatte seinen Dienst wahrgenommen, jedoch nichts Ordnungswidriges beobachtet. Der Feldwebel ist auf verfchiedenen Stuben gewesen, hat längere Zeit bei den jüngeren Unteroffizieren verweilt usw. Compagniebefehl war, daß die Thüren der Mannschastsstuben während der Jnstruktionsstunde offen stehen nmßten. Das Gericht erkannte dem Anttag des Vertreters der Anklage gemäß auf Freisprechung des Feldwebels.— Husland. Spanien. Ein neues Ministerium. Das erzreaktionäre klerikal-konser- vative Kabinett hat seine Entlassung genommen. Es ist über den Flottenplan gestolpert, dessen Bewilligung Silvela in seinem Größen- Wahn von dem Parlament fordert und der dem Lande ein Opfer von nicht weniger als 800 Millionen Pesetas(ca. 640 Millionen Mark) ansinnt. Die Bildung des neuen Kabinetts hat der Kammerpräsident und frühere Finanzminister Villaverde übernommen und, wie die nachfolgenden Madrider Telegramme zeigen, auch bereits ausgeführt. Madrid, 13. Juli. In dem heutigen Ministerrat stellten nach Prüfung der Marineforderungen alle Minister dem Minister- Präsidenten Silvela ihre Portefeuilles zur Verfügung. Silvela be- gab sich darauf sofort ins Palais und unterbreitete dem König die Demission des Gesamtkabinetts: den Auftrag zur Neubildung des Kabinetts lehnte er ab, worauf der König den Kammerpräsidenten Villaverde zu sich berief. Die Regierung machte in Kammer und Senat sofort Mitteilung von der Ministerkrisis, worauf die Sitzungen aufgehoben wurden. Madrid, 20. Juli. Das neue Ministerium ist nunmehr end- gültig wie folgt gebildet worden: Villaverde Präsidium, Graf San Bernardo Auswärtiges, Santos Guzman Justiz, Martitegui Krieg. Cobian Marine. Besada Finanzen, Garcia Alix Inneres, Bugallal Unterricht, Gasset Ackerbau. Das Programm des neuen Kabinetts wird dem schriftlichen Gutachten entsprechen, welches Villaverde während der Krisis im Jahre 1001 der Königin-Regentin unter- breitete. Bis auf Villaverde selbst, Gasset, dem Chefredakteur des liberal- konservativen„Jmparcial" und Garcia Alix, dem Leiter der Madrider Bank, haben alle neucrnannten Minister bisher auf keinem Minister- seffel gesessen. Sowohl Villaverde, als Alix, Gasset und Befada können als Vertreter der großen Finanz- und Handelsbourgeoisie gelten. Franzäsisch-spanisches Bündnis betreffs Marokko. Silvela hielt gestern abend eine Rede, in der er darauf hinwies, daß Frankreich und Spanien gemeinsam bestrebt seien, den Status quo in Marokko aufrecht zu halten, die Notwendigkeit bedeutender See- und Land- streitkräfte für Spanien betonte und den Wunsch aussprach, ein voll- kommenes Freundschaftsverhältnis mit dem stammverwandten Frankreich herzustellen. Der„Jmparcial" sagt in einer Besprechung dieser Rede, dieselbe sei als Erklärung eines bestehenden französisch- spanischen Bündnisverhältnisses aufzufassen. Italien. Bom edelsten Rock. Rom, 18. Juli.(Eig. Ber.) Ungeheure Schandthaten eines italienischen Offiziers in Chma sind dieser Tage durch Erhebungen des Untersuchungsrichters in Bari festgestellt worden. Der Offizier, dem diese Verbrechen zur Last gelegt werden, ist niemand anders als der Lieutenant M o d u g n o, der sich seit Monaten unter der Anklage, seine Frau ermordet zu haben, in Untersuchungshaft befindet. Gestern wurde ihm im Gefängnis die Einleitung des Strafverfahrens für seine chinesischen Heldenthaten nntgeteilt. Wie erinnerlich, kam die junge Frau des Offiziers unter Umständen ums Leben, die zunächst auf einen Selbstmord schließen ließen. Sie wurde im Schlafzimmer mit durchschossener Schläfe aufgefunden, und es fand sich später ein Brief mit ihrer Namensunterschrist, in dem Selbstvorwürfe als Grund der That angegeben waren. Das merkwürdige Verhalten des Gatten, der nicht dazu zu bewegen war, an das Sterbelager der Frau zu treten, der trockene und affektierte Stil des Abschiedsbriefes und nicht zuletzt die Erinnerung an die orglose Kindernatur der jungen Frau ließen aber Zweifel darüber aufkommen, ob wirklich ein Selbstmord vorläge. Modugno wurde ver- haftet und die Voruntersuchung hat viel Belastendes gegen ihn ergeben, vor allem haben die Sachverständigen die Handschrift des Abschiedsschreibens als die des Lieutenants erkannt und zivar einstimmig auf Grund zahlreicher Vergleiche»ud photographischer Vergrößerungen. Der Verlauf des Kugelkanals im Schädel des Opfers ließ die Möglichkeit bestehen, daß die Frau selbst die Waffe führte, obwohl sie dabei eine sehr gezwungene und unbequeme Stellung hätte einnehmen müssen. Als dieses Verbrechen die Augen auf Modugno gelenkt hatte, wurden in der socialistischen Presse gleich Stimmen laut, die ihn beschuldigten, sich auf dem chinesischen Feldzug bereichert gn haben. Das lokale Parteiblatt„La Ragione" sprach von dreißig Stoßen Kisten, die der italienische Hunne mitgebracht oben sollte. Ans Grund dieser in der Presse formulierten Be» schuldigungen ließ der Untersuchungsrichter Verhöre unter den Sol» baten anstellen, die unter Modugno während des chinesischen Feld- zuges gedient haben. Das Ergebnis ist jetzt bekannt geworden und derart, daß mit ihm verglichen der Gattenmord nur als eine Bagatelle erscheint. Ort der Wirffamkeit war Pao-Thing, wo Modugno nachts in die Häuser reicher Leute eindrang und von den Bewohnern die Auslieferung großer Geldsummen forderte. Weigerten sich die Leute, so ließ der Lieutenant Soldaten mit gefälltem Bajonett eintteten und ließ sie auf die wehrlosen Menschen losstechen, bis die armen Chinesen zitternd ihr Hab und Gut auslieferten. Seine Soldaten brutalisierte Modugno, schlug sie und bedrohte sie mit dem Revolver, wenn sie sich ihm nicht fügten. Ferner bezeugen mehrere, daß er chinesische Mädchen vergewalttgt und aus purer Mordlust Chinesen gemordet hat, von denen er nichts zu erpressen hatte. Einer Meldung der„Agenzie Stefani" zufolge be- finden sich unter den Belastungszeugen über die Schandthaten auch deutsche Chinakrieger. Merkwürdig ist, daß solche thatsächlich zum Himmel schreienden Verbrechen nicht schon von selbst zu einem Strafverfahren geführt haben, daß erst die Anklage durch die Presse nöttg war. Das Strafverfahren geht von dem Militärgericht aus.— Klage der Marinc-Offiziere gegen den„Avanti". Genosse Turati hat auf Grund der von den Marine-Offizieren gegen den „Avanti" erhobenen Beleidigungsklage folgende Interpellation an die Präsidentschaft der Kammer gesandt: „Der Unterzeichnete interpelliert den Ministerpräsidenten und den Marineminister über die politische Korrektheit einer Autorisation, die angeblich dem Offiziercorps der königlichen Marine oder einem Teil von ihm erteilt wurde, um die Zeitung„Avanti" wegen Be« schuldigungen zu verklagen, die nicht gegen bestimmte Individuen gerichtet werden, sondern allgemeine Verwaltungsangelegenheiten be- treffen und zu der in Aussicht gestellten Regierungsenquete über den Afferismus in der Marineverwaltung in direkter Beziehung stehen." Einer Genueser Zeittmg, dem„Caffaro" zufolge, würden 5 Offiziere, 5 Maschinisten und 5 Zahlmeister die Verleumdungsklage anstrengen. Wenn denen der Beklagte erklärte, die Beschuldigungen bezögen sich nicht auf diese, so würden die nächsten 15 anrücken usw.. bis alle an die Reihe koinmen würden. Die Herren scheine» die Sache für einen Fastnachtsscherz zu halten. England. Zur Stationierung einer englischen Stteitmacht in Südafrika. von der wir in Nr. 165 des„Vorwärts" berichteten, wird uns zur Ergänzung von unsrem Londoner Korrespondenten geschrieben: Der wunde Punkt des britischen Reiches ist bekanntlich die nordwestliche Grenze Indiens. Die ganze indische Strategie ist darauf berechnet, jenes Gebiet gegen einen russischen Einfall zu schützen. Seit der Eroberung der Boerenrepubliken hat Indien eine noch größere Bedeutung für das britische Reich erlangt, denn es liegt fast in der Mitte zlvischen Südastika und Austtalien, und muß schon im Interesse sicherer Verbindungen zwischen den beiden Kolonien gegen Ueberraschungen geschützt werden. Ob- wohl das englisch- indische Heer eine Gesamtstärke von 231 500 Mann hat, so wird doch allgemein angenommen, daß im Kriegs- falle der größte Teil der englischen Heim-Armec nach Indien ab- gehen wird. Um dem künftigen russisch-indischen Kriegsschauplatze so nahe als möglich zu sein, soll nun ein Teil der englischen Armee (25 000 Mann) permanent in Südastika stattonieren, wo auch ent- sprechenderes Terrain zur militärischen Ausbildung vorhanden ist. Wie aus manchen Aeußerungen Brodricks hervorgeht, wird die Regierung dort die verheirateten Soldaten besonders unterstützen. um Südafrika mit Briten zu bevölkern. Ueberhaupt wird diese Refonn so ausgenutzt werden, daß sie zur Stärkung der brittschen Raffe in Südafrika beiträgt. Die militärische Neuerung soll also zwei imperialen Zwecken dienen: dem Schutze Indiens und der Kon- solidierung Südafrikas unter der britischen Flagge. Hervorzuheben ist noch, daß die Reform eine Mehrausgabe von 1500 000 Pfd. Sterl. jährlich verursachen wird, zu deren Bestteitung auch Indien herangezogen werden soll. Darin liegt offenbar ein großes Unrecht. Warum soll das ohnehin schwer belastete Indien zur Erhaltung des britischen Reiches verhältnismäßig schärfer heran- gezogen werden als die autonomen Kolonien? Mr. Chamberlain ist bereit. zu Gunsten der zehn oder zwölf Millionen Briten der Kolonien die ganze Zollpolitik Englands umzustürzen. An Indien mit seinen 400 Millionen Einwohnern denkt niemand. außer wenn es sich darum handelt, Beiträge zu Reichszwecken zu liefern. Von all den Vorteilen, die der Liberalismus dem brittschen Reiche gebracht hat, erhielt Indien fast nichts.— Die neugebildete Free Trade Union erläßt soeben ihre erste Kundgebung, in der sie als ihren Zweck ankündigt: Die freie Ein- fuhr von Lebensmitteln und Rohmaterial zu sichern sowie die reaktionäre Polittk Chamberlains, welche die Handelsbeziehungen mit den Kolonien zu erschweren geeignet sei und die ruhige Entwicklung des Reiches gefährdet, zu bekämpfen. Der Widerstand gegen den Schutzzoll soll durch Versammlungen, Flugblätter, Sammlung von statistischem Material, Verbreitting von Litteratur, Gründung von neuen Organisattonen bezw. Unterstützung bestehender Vereinigungen und Parteien organisiert werden. Der Präsident der Union ist Arnold Morleh; dem Vorstand werden ferner beitreten Sir Cainpbell-Bannerman und andre bekannte Parlamentsmitglieder.— Türkei. Türkische Maßnahmen zur� Unterdrückung der albanesischen Unruhen. Schemsi Pascha, der seit 12 Tagen mit 10 Bataillonen und einer Gebirgsbatterie in dem albanesischen Gebiet Ljuma steht, hat alle reformfcindlichen Albanesen und 30 Räuber verhaftet und nach Prizrend geschickt. Ebenso werden in dem Gebiete von Podrina alle Unruhestifter verfolgt, und es sind bisher 25 in contumaciam verurteilte Albanesen verhaftet. 2 Montenegriner aus Wassojewatz wurden auf der Jpeker Straße von Albanesen getötet. Infolgedessen sind die Grenzbewohner sehr erregt und es werden Racheakte be- fürchtet. Der montenegrinische Gesandte Bakitsch hat entsprechende Schritte bei der Pforte gethan. Die Pforte erhielt Nachrichten, daß in voriger Woche eine 60 Mann starke Bande bei Rujen, 13 Kilo- meter südwestlich von Küstendil, eine zweite, 40 Mann starke Bande unter Dontscho bei Dschuma, eine dritte von 50 Mann unter Führung eines Montenegriners bei Nevrekop die bulgarische Grenze überschritten haben. Auch sollen du mazedonischen Komitees neuerdings bei Küstendil Waffen und Munition sammeln. Gegenmaß- regeln sind getroffen worden. Die französische Ztlters- und Invaliden- Unterstütznngs-Borlage. Paris, 18. Juli 1003. Die in der Sommersession von der Deputiertenkamnier votierte Vorlage trägt den schönen Titel:„Gesetz zur Schaffung eines öffent- lichen Dienstes socialer Solidarität in der Forin der o b l i g a- t o r i s ch e n Unterstützung der Greise, der Gebrechlichen und der unheilbaren Kranken." Die principielle Bedeutung der Vorlage be- steht darin, daß sie zum erstenmal in Frankreich die öffentliche Alters- und Jnvaliden-Nnterstützung obligatorisch niacht. Bisher galt diese Verpflichtung nur für die Annen kranken- pflege, und zwar erst seit dem Gesetz vom 15. Juli 1803, abgesehen von der schon vorher den Departementen auferlegte» unentgeltlichen Krankenpflege von Kindern und Irrsinnigen. Sonst war bisher die öffentliche Annenpflcge fakultativ und hatte durchaus den Charakter einer Almosenvertcilung. Die Haiiptorgane derselben die..Wohlthäti�Ieitsburcaus". verteilen— Vorlviegend in Naturalien— unsäglich winzige Almosen. Nach einer amtlichen Angabe aus dem Jahre 1888 betrugen die Unterstützungen nur IS bis 20 Fr. pro Jahr und Almosenempfänger. Und auch diese Bureaus existieren nur in rund 16(XX) von den 36 Gemeinden Frankreichs. Der Rest der Armenpflege blieb der private» Wohlthätigkeit über- lassen, insbesondere den„wohlthätigen" Kongregationen, die, nebenbei bemerkt, einen guten Teil ihres Einflusses aus der Verwahrlosung der öffentlichen Armenpflege zogen und noch ziehen. Die neue Vorlage bedeutet also eine Reform der Armen- Pflege, wenn auch mit ihr, wie wir sehen werden, im Laufe der Debatte anderweitige Zwecke verknüpft wurden. Ein Gegeneutwurf des Genossen V a i l l a n t wollte die Unterstützung durch die V e r- sicherung sauf Kosten des Staates, des Departements und der Gemeinde) ersetzen, so daß jeder Unbemittelte, der nicht in die Unfall-, Arbeitslosigkeits-, Alters-, Invaliden- und Kranken- Versicherung einbegriffen wäre, jene„ergänzende Versicherung" genießen würde, ohne erst eine Bedürftigkeit nachweisen zu müssen. Der Gesetzentwurf vereinigte auf sich nur 70 Stimmen in der Kammer, nachdem er schon vorher auf den Widerstand der«socialen Versicherungs- und Versorgungskommission" der Kammer(Vor- sitzender Millerand) gestoßen war. Bekanntlich ist in der früheren Kammer eine allgemeine Altersversicherungs- Vorlage mitten in der Beratung unterbrochen worden und bisher in der Kommission der neuen Kammer im Stadium der guten Absichten stecken geblieben. Man schreckt nämlich vor der Finanzlast zurück. Daher beschränkte man sich auch auf die Schaffung einer kärglichen Unterstützung und hielt am Armenpflege-Charakter der Vorlage fest. Ihr schöner Titel ändert daran ebensowenig wie die Ersetzung im Art. 1 des Wortes„Bedürftiger" durch das Wort„Unbennttelter" und die s onstige Bezeichnung der Unterstützten als„Berechtigter" droit). Immerhin ist die Sorgfalt anzuerkennen, mit der die Vorlage durch manche sachlichen Bestimmungen die Menschenwürde des Unterstützten zu wahren sucht. Nun zum Hauptinhalt der Reform. Ein Recht auf Unterstützung hat jeder unbemittelte Franzose, der das Alter von 70 Jahren er- reicht hat, oder von einer Gebrechlichkeit oder einer als unheilbar erkannten Krankheit betroffen wird, die ihn unfähig macht, seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu gewinnen. Ausländer genießen das gleiche Recht, falls ein Gegenseitigkeitsvertrag in Bezug auf die Unterstützung mit ihrem Heimatsstaat abgeschlossen ist. Die Unter- stützungspflicht fällt zunächst auf die Gemeinde, dann, wenn der Berechtigte leinen kommunalen Unterstlltzungswohnsitz hat, auf das Departement, und zuletzt, wenn er auch keinen departementalen Unterstützungswohnsitz hat, auf den Staat. Eine Reihe von Be- stimmungen sichern das Beschwerderecht der Abgewiesenen. Der Berechtigte wird zu Hause oder in seiner Familie unter- stützt. Das ist die Regel. Erst wenn dies unthunlich ist, wird er in einer öffentlichen Pflegeanstalt(Hospice) untergebracht und, falls keine solche vorhanden, nach seiner eigenen Wahl entweder in einer privaten Pflegeanstalt oder bei Privatleuten. Dabei steht es dem Unterstützten frei, sich außerhalb der Anstalt zu beköstigen. Weiter wird seine Bewegungsfreiheit dadurch gewährt, daß die je- weils festgesetzte Art der Unterstützung geändert werden kann. Die Unterstützung zu Hause wird ausschließlich in Geld ge- währt durch monatliche Anweisungen. Ihr Betrag wird in jeder Gemeinde vom Gemeinderat festgesetzt unter Vorbehalt der Bestätigung durch den Generalrat(gewählte Vertretung des Departements). Sie darf nicht weniger als 10 Franken monatlich be- trafen(dieser Satz wurde gegen den Willen der Kommission votiert, die als Minimum gar bloß 8 Fr. vorgeschlagen hätte). Uebersteigt die Unterstützung den Betrag von 30 Fr.(nach dem abgelehnten Kommissionsvorschlag 20 Fr.), so wird der Ueberschuß weder bei Ersatzansprüchen noch bei der Bemessung der eventuellen Subvention des Departements an die Gemeinde beziehungsweise der Subvention des Staates an das Departement berücksichtigt. Doch wird der jeweils geltende Unterstützungssatz nicht immer voll aus- bezahlt, da es eben keine Pension, sondern eine Armenunterstützung ist. Die Vorlage sucht vielmehr die Armenlast zu erleichtern in den Fällen, wo der„Berechtigte" über gewisse Subsistenzmittel verfügt. Sie unterscheidet in dieser Hinsicht vier Subsistenzquellen: 1. den Arbeits- verdienst, 2. die Ersparnisse, darunter namentlich eine erworbene Pension, 3. die Unterstützung durch private Wohlthätigkeit, und 4. alle andern Subsistenzquellen. Diese letzteren sind in ihrer ganzen Höhe vom Unterstützungssatz in Abzug zu bringen, während der Arbeitsverdienst umgekehrt keinerlei Schmälerung des Unter- stützungssatzes bedingt. Die Unterstützungen durch private Wohl- thätigkeit werden zur Hälfte in Abzug gebracht, eben- so die Ersparnisse und Pensionen mit Ausnahme eines Minimums von 60 Frank jährlich. Dieses Minimum wird von 60 auf 120 Fr. erhöht, falls die Berechtigten nachweisen, mindestens drei Kinder bis zum Alter von 16 Jahren auferzogen zu haben. Letzteres ist ein Mittel zur Bekämpfung des Zweikinder-ShstemS. Dem gleichen Zweck soll eine weitere Bestimmung dienen, die bei der Greisenunterstützung die Altersgrenze von 70 Jahren zu Gunsten der Frauen um ein halbes Jahr herabsetzt pro jedes eheliche oder uneheliche Kind, das mehr als drei Jahre gelebt hat, falls die Mutter nachweist, das Kind bis zu seiner Erwerbsfähigkeit gepflegt zu haben. Was die Pensionsklausel betrifft, so nimmt sie Rücksicht aus die in Frankreich stark entwickelten freien Gegenseits- Pensionen und Hilfskassen, die übrigens vom Staate subventioniert werden. Man befürchtete einen Rückgang der Kassen, falls die in ihnen erworbenen Penfionen um den gleichen Betrag die gesetzliche Greisen- und Jnvalidenunterstützung schmälern würden. Jene Klausel wurde nach- träglich in der Kammersession durchgesetzt infolge des Ein- greifens der„Nationalen Föderation der französischen Mnwalität" (Gegenseitigkeit), welche 00 Verbände gegenseitiger Hilfskassen um- faßt und sich stets im Parlament Gehör verschafft— dank der hinter ihr stehenden großen Wähler zahl. Wie sollen die finanziellen Mittel aufgebracht werden? Die Hauptlast fällt auf die Gemeinde. Sie deckt die Kosten: 1. durch freiwillige Stiftungen und Schenkungen, die speciell zum Zwecke der Greisen- und Invaliden- Unterstützung gemacht werden; 2. durch eine obligatorische Subvention seitens des(öffentlichen) Wohlthätigkeitsburcaus, die nicht weniger als ein Viertel der Einkünfte betragen darf, abzüglich derjenigen, die für einen Specialzweck bestimmt sind; 3. durch eine fakultative Subvention seitens der lokalen Armenpflege- Anstalt; 4. durch die verfügbaren gewöhnlichen Gemeinde-Einnahnlen und 5. im Falle der Unzulänglichkeit der aufgeführten Mittel durch gesetzlich genehmigte Steuern und Auflagen und durch eine Sub- veution seitens des Departements. Das Departement bekommt seinerseits nötigenfalls eine Subvention vom Staate. Die Finanzfrage bildet den schwächsten Punkt der Reform. Die Schätzungen der den Gemeinden, den Departements und dem Staate erwachsenden Kosten gehen weit auseinander. Es fehlt an zu- verfichtlichen statistischen Unterlagen. Nach der Berechnung des Arbeitsamtes werden sich die voranssichtlicheir Kosten auf 165 Mill. Frank belausen, wovon wahrscheinlich nur 15 Millionen durch Stiftungen und die Beisteuer der öffentlichen Armcnpflege-Anstalten und Wohlthätigkeitsbureaus aufgebracht werden. Die geheimen Gegner der Reform hoffen»daher auf deren Scheitern oder Ver- hunzung im Senat. Wie jede oder fast jede socialpolitische Reform, an der größere Wählermassen interessiert sind, hat nämlich auch diese in der Kammer nur geheime Gegner gefunden, die ihre Gesinnung in vorsichtigen Zusatzanträgen und verblümten Einwänden kundgeben. In der Gesamtabstimmung aber wurde die Vorlage mit 537 gegen bloß drei Stimmen angenommen. Die Rechte suchte vor allem die klosterliche und die private Wohlthätigkeit überhaupt vor den Folgen der Rcforin sicher zu stellen. Ja, es gab Zusatzanträge, welche die obligatorische Armenpflege der Vorlage zu Gunsten einer Stärkung der klosterlichen und der privaten Wohlthätigkeit auszunutzen suchten. Jedenfalls wird die private wie die öffentliche Wohlthätigkeit nach wie vor ein weites Wirkungsgebiet vor sich haben. Nach den Angaben der Kommission wird die Reform 153 000 Greisen zu gute kommen. Die öffentlichen Wohlthätigkeitsbureaus aber verteilen für sich allein Almosen an mehr als 1 200 000 alte Leute. Das Unter- stützungsalter der Vorlage ist eben zu hoch und der miiumale Unter- stützungssatz für alle Kategorien zu niedrig. Principiell von Be- deutung, weil sie die Armenunterstützungs Pflicht einführt, ist doch die Reform praktisch von nur geringeur Wert. Millerand meinte, sie statuiere das„Recht auf Leben". Das ist stark übertrieben, denn sie giebt zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.— Partei-I�admckten. Eine internationale socialistische Konferenz fand gestern in Brüssel statt. Auf der Konferenz waren nach einem uns zugegangenen Privattelegramm vertreten Deuffchland durch F i s ch e r und P f a n n k u ch, Dänemark durch K n u d s e n, Holland durch van Kol und Troelstra, Frankreich durch V a i l l a n t, England durch H y n d m a n und Hunterwatt, außerdem Polen, Rußland und die Vereinigten Staaten. Die Hauptarbeit der Konferenz bestand in der Festsetzung der Tages- ordnung für den diesjährigen internationalen Kongreß in Amsterdam. Dieselbe soll lauten: 1. Bericht und Antrag der internationalen Komitees auf Er- Weiterung. 2. Generalstreik. 3. Internationale Regelung der socialistischen Politik. 4. Gewerkschaft und Politik. 5. Internationale Schiedsgerichte. 6. Kolonialpolitik. 7. Trusts und Arbeitslosigkeit. 8. Nationale Gesetzgebung über internationale Ein- und Auswanderung. Am Schluß der Konferenz beantragte H y n d m a n. die Kon- ferenz möge den deuffchen und dänischen Genossen zu ihren Wahl- siegen einen Glückwunsch aussprechen. Fischer und P f a n n k u ch l?ankten darauf noch im Namen der deutschen Genossen für die den- selben bei den Wahlen zu teil gewordene internationale Hilfe. Der Pommersche Volkskalcnder für das Jahr 1004 wird diesmal in einer Auflage von 150 000 Exemplaren in der Provinz Pommern verbreitet werden. Die hohe Auflage machte sich deshalb nötig, weil sich bei der letzten Reichstagswahl in der Provinz eine ganz ge- waltige Stimmenzunahme für die Socialdemokratie gezeigt hat und darum unsre Anhänger in den Stand gesetzt werden sollen, überall, in jedem Ort und in jedem Hause socialdemokratische Lektüre unentgeltlich zu beziehen. Der Landes-Partcitag für das Hrrzogwm Braunschweig wird am Sonntag den 23. August in Wolfenbüttel tagen. Jim Industrie und Handel Der Saatenstand in Preußen stellte sich nach den soeben ver- öffentlichten Angaben des Statistischen Amtes um die Mitte Juli d. I. wie folgt(Nr. 1 bedeutet sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering): Die Gesamtlage hat sich demnach gegen den Vormonat nicht wesentlich geändert. Der Winterweizen hat seinen meist dünnen Bestand beibehalten, das heißt, eine wesentliche Besserung in« Berichts- monate nicht erreicht. Wo er unter Nässe zu leiden hatte, ist Rostbildung nicht ausgeblieben. Der Stand des Winter- roggens ist während des Berichtsmonates ini allgemeinen dem des Vormonates gleich geblieben. Voir Klee und Luzerne ist der erste Schnitt, besonders von ersterem, reichlich ausgefallen und gut geborgen; die anhaltende Trockenheit im Berichtsmonate hat aber den Nachwuchs beider Kulturen sehr geschädigt, am meisten den der Luzerne. Auch der erste Schnitt der Wiesen hat sowohl der Menge wie der Güte nach im allgemeinen reichlichen Ertrag gebracht. Die Aussicht auf einen zweiten Schnitt wird für wenig günstig gehalten. Die Somnierhalm-Früchte hatten viel unter der Trockenheit und den Schädlingen zu leiden gehabt. Ihr Stand wird, wenn auch um etwas geringer als im Vormonate, doch als nicht ungünstig beurteilt. Bei den Kartoffeln sind auch im Berichtsmonate die Lücken noch nicht zugewachsen, denn einesteils hat die infolge großer Nässe beim Pflanzen verursachte Fäulnis zu- genommen, andrerseits sind die Stauden da, wo die Trockenheit herrschte, stellenweise welk geworden. Im allgemeinen aber haben auch die Kartoffeln ihren über dem normalen liegenden Stand bei- behalten. Die deutschen Eisenbahnen. Das letzte„Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs" bietet eine Üebersicht der Einnahmen aus den Staatseisenbahnen des Reichs und der Bundesstaaten nach den Voranschlägen für 1002/3(bei Bayern und Oldenburg für 1903). Danach betragen die Einnahmen/, Uhr Versammlung des socialde in akratischen Wahlvereins bei Höflich, Frankfurter Chaussee 120. Aufnahmen»euer Mitglieder finden auch in dieser Versammlung statt. Schönebcrg. Heute Dienstagabend findet bei Obst, Meininger- straße 8, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht außer den Kassen- und Vereinsangelegenheiten ein. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Fritz Zubeil:„Die Socialdemokratie noch den Reichstaaswablen". lokales. Bildhauer Manzel gegen feinen„Kollegen".' Wir hatten kürzlich über einen Streit berichtet, der zwischen dem Bildhauer Prof. Ludwig Manzel zu Friedenau und der Friedenauer Ortskrankenkasse darum entstanden ist, ob Herr Professor Mangel. seinen Atelier dien er zur Krankenversicherung hätte anmeldet müssen oder nicht. Herr Manzel hatte das nicht gethan. Rachdein dann der Diener erkrankt war und seine Stellung hatte aufgeben müssen, war Manzel von der Kasse in Anspruch genommen worden, hatte aber erklärt, Künstler seien nicht versicherungspflichtig und zu den Künstlern gehöre auch der Atelierdiener. lieber das Verhältnis, das zwischen diesen beiden„Künstlern", dem Professor und feinem Atelierdiener, bestanden hat, werden uns nun allerlei Dinge mitgeteilt, die das Verhalten des He.?rn Professor Manzel gegen seinen„Kollegen" als ein recht„unkollegiales" kennzeichnen. Der durch Herrn Manzel zum„Künstler" erhobene Diener war bei Manzel. bevor dieser die geschiedene Frau eines anderen Bildhauers heiratete, lange Zeit ein„Mädchen für alles", das die Jung- gesellenschaft des Herrn Professor in Ordnung zu halten hatte. llrspriinglich war er in der That ein Stück„Künstler" gewesen, allerdings kein Bildhauer, sondern nur ein bescheidener Artist, der am Trapez arbeitete. Zu Manzel kam er 1394 als Modell; an dem Monumentalbrunnen zu Stettin, der Monzels Ruf erst begründet hat, kann man die Schönheit des ehemaligen Artisten bewundern. Der Modellsteher wurde von 1894—96 in der üblichen Weise gegen tägliche Vergütung beschäftigt, rückte dann aber 1397 in die Stelle eines Dieners. Als solcher hatte er nicht nur das Atelier zu reinigen und zu ordnen und Herrn Professor Manzel persönlich zu bedienen, sondern mußte zeitweise, so lange Manzel sich ohne Wirtschafterin behalf. auch als halbe Köchin fungieren. Der Diener versichert, er habe unter den Launen seines Herrn schwer zu leiden gehabt und sei von ihm so böse„gezwiebelt" worden. daß er mehrmals kündigte und nur auf Manzels Bitten und mit Rücksicht auf die Familie, die er selber zu erhalten hatte, sich inuncr wieder zu längerem Bleiben entschloß. Bei einen: Künstler nimmt man am Ende ein gewisses Quantum Launenhaftigkeit als unvermeidlich mit in den Kauf. Herr Manzel hat aber, nachdem sein Diener ihn Ende Ottober 1902 werlassen hatte, qegen diesen einen so hartnäckigen Kampf gefüchrt, daß man schon nicht mehr von bloßer Laune sprechen kann. Daß Herr Manzel die Versicherungspflicht nicht anerkennen will, hatten wir bereits erwähnt. Diese Angelegenheit hatte für ihn einen un- angenehm metallischen Beigeschmack, da er ja wegen Unterlassung der Anmeldung Strafe zu erwarten hatte und für all' die Jahre nachzahlen mußte. Wie viele Jahre der Diener als solcher bei dem Professor beschäfttgt gewesen war, darüber gingen die Meimmgen der Beteiligten auseinander. Herr Manzel vertrat merkwürdiger- lvcise den Standpunkt, datz er seinen Atelierdiener nur ganz kurze Zeit gehabt habe. Als dieser nach seinem Dienstaustritt um Aus- stellung eines Zeugniffes bat, wurde ihm zunächst im November bescheinigt,„daß der Arttst und Modellsteher Herr H. K... vom 1. Januar 1900 bis zum 31. Ottober 1902 als Atelierdiener in Stellung gewesen" sei. Für die Zeit vor 1900 wollte Herr Manzel nur zugeben, datz K. von ihm„einige Zeit fiir gewisse Stunden des Tages beschäftigt worden" sei. Einen Monat später, nachdem K. sich an einen Rechtsanwalt gewandt hatte, hielt Herr Manzel in einem zweiten Zeugnis zwar daran fest, datz die Stellung des Atelierdieners erst 1900 begonnen habe, aber er fügte doch hinzu, daß K. für ihn„schon seit Januar 1397 täglich mehrere Stunden, durchschnittlich den halben Tag, derlei Dienst- leistungen wie Botengänge und dergleichen gegen entsprechend monatliche Entschädigung ausgeführt" habe. Wieder zwei Monate später wurde in einem dritten Zeugnis, das K. sich durch Klage erzwang, von Herrn Manzel endlich bescheinigt, daß K.„vom Januar 1897 bis zun: 31. Oktober 1902" bei ihm„in Stellung gewesen" sei, und zwar sei er bis zum 1. Januar 1900„meist einen halben Tag oder auch mehr mit Botengängen und den Verrichtungen eines Atelierdieners beschäftigt" gewesen, von da an sei er während des ganzen Tages als Atelierdiener, in der letzte» Zeit auch für persönliche Bedienung thätig gewesen. In ähnlicher Weise hat Herr Prof. M., als es sich darum handelte, die unterbliebene Invaliden- versicherling des Dieners zu regeln, zunächst gemeint, daß K. erst seit 1900 Diener bei ihm gewesen sei. Er gab auch eine entsprechende Erklärung ab. doch erzwang sich K. auch hier Richtigstellung. Der Streit ist noch nicht zu Ende geführt. Herr Manzel. der den von der Krankenkasse bei ihm eingeforderten Betrag deponiert hat, aber auf Rückerstattung klagt, will ja durch alle Instanzen gehen, um endgültig feststellen zu lassen, daß sein Thon knetender. Stuben ausfegender. Koteletts bratender Atelierdiener kein Diener gewöhnlicher Art, sondern bei Lichte besehen ein Stück „Kollege" von ihm war. Der„unkollegiale" Künstler thäte besser daran, den von ihm begangenen Fehler einzusehen und zu- zugeben. Auf dem Wege, den er wandelt, ist wirklich kein Ruhm für ihn zu ernten. Leer ausgegangen i Die Stiftungsdeputatton des Magistrats macht im Auftrage des Kuratoriums der Therese Leßmann- Stiftung durch das«Gemeindeblatt" bekannt, daß die dies- jährige Verteilung der aus dieser Stiftung zu Unterstützungszweckcn verftigbaren Mittel bereits stattgefunden hat. Bei der Menge der eingelaufenen Bewerbungen, von denen nur 47 berücksichtigt werden konnten, sei es nicht möglich, jeder einzelnen Bewerberin besonderen Bescheid zu geben. Wie viele Be- Werbungen thatsächlich eingelaufen sind, wird in der Bekannt- machung nicht angegeben; ihre Zahl pflegt aber, soviel wir wissen. bei der Leßmann-Sttstung alljährlich in die Tausende zu gehen I Die Leßmann-Stistung ist bestimmt zur Unterstützung von unverheirateten Mädchen oder Witwen, denen ein Ernährer fehlt. Sie gehört zu denjenigen Sttstungcn, deren Statuten ausdrücklich vor- schreiben, daß vor jeder Verteilung öffentlich zur Einreichung von Ge- suchen aufgefordert werden muß. Bei allen Stiftungen, denen das vorgeschrieben ist, wird Jahr für Jahr dieselbe Erfahrung gemacht: es laufen Hunderte, ja Tau sende von Gesuchen ein, aber die Mittel sind sogering, daß immer nur ein paar Dutzend berücksichtigt werden können. Das Mißverhältnis zwischen dem Umfang der bestehenden Not und der Höhe der zu ihrer Linderung vorhandenen Mittel tritt hier besonders packend hervor. Solche Beispiele zeigen recht deutlich, wie unzutreffend die oft gehörte Behauptung ist, daß die sogenannte Wohlthätigkeitspflege ausreiche, um in Ergänzung der öffentlichen Armenpflege auch der verschämten Armut zu helfen und das Elend zu lindern. Mit 140000 Mark durchgegangen ist der 37 Jahre alte Bank- kassierer Hugo Jakobus, der am 16. April 1866 in Schievelbein als Sohn eines Kaufmanns geboren ist, hier Schönebergerstratze 16 bei einem Konditor zwei möblierte Zimmer inne hatte und seit 9 Jahren in dem Bankgeschäft und Sanatorium von Gebrüder Schindler, In« haber Joseph Schindler, Königgrätzersttaße 105, als Kassierer eine Ver- trauensstellung besaß. Diese hat er benutzt, um nach und nach die lagernden Depositen zu veräußern und mit dem Geld für sich zu spekulieren. Bei einer Revision zum Schluß des vorigen Viertel- ahres hatte Schindler die Veruntreuungen entdeckt und Jakobus beurlaubt, um Mittel und Wege zur Deckung der Fehlbeträge in Pommern aufzufinden. Schindler selbst hat zur Deckung der Depots die zum 1. d. M. fälligen Hypothekenzinsen in Höhe von 25 000 M. benutzt, sweil er hoffte, daß es ihm und Jakobus gelingen würde, dem gut beleumundeten Schindlerschen Geschäft den Zusammenbruch zu er- paren. Jakobus hatte in Pommern kein Glück und vom 15. d. 9t. um Nachurlaub gebeten. Er hatte die Absicht, in London durch Spekulationen mit einer ihm noch verbliebenen Summe das Geld wurde er gefaßt und dem Untersuchungsgefängnis des Landgerichts III als Darlehn von der Teltowschen Kreis- Sparkasse entnommen eingeliefert. Nach berühmtem Muster spielte er dort den Jrrsinnigen werden. Den Nachtwächtern wird ein jährliches Kleidergeld im und wurde zur Beobachtung seines Geisteszustandes am 16. Juni Betrage von 50 M. gewährt. Die Anstellung eines weiteren dieses Jahres der Neuen Charité zugeführt. Dort hat er aus einem Lehrers wird genehmigt. Draht, mit dem der Verschluß einer Seltersflasche gebildet war, einen Dietrich hergestellt, mit dem er kunstgerecht seine Zelle öffnete und auf den Flur gelangte. In aller Stille suchte er einen Abort auf und entsprang aus diesem durch das nicht vergitterte Fenster. Nun ist er mit Leichtigkeit weiter entkommen. Auch er trug AnstaltsKleidung, wie Manutesto in Herzberge, auf seiner Flucht. " wie wir wieder zu beschaffen. Davon wußte aber Schindler nichts. Als er es erfuhr, begab sich Schindler am 18. d. M. nach Hamburg, um dort Jakobus zu treffen und von dem Vorhaben abzubringen. Was nun dort vorgegangen ist, entzieht sich der Deffentlichkeit. Aus Hamburg ging heut morgen ein Brief Schindlers hier ein, der dort am Nowawes. Die Frage der Einrichtung einer Klärstation und 19. d. Mts., abends zwischen 10 und 11 Uhr, aufgegeben war und die Mitteilung enthielt, daß Schindler die Zahlungseinstellung seines Kanalisation für unsren Ort wird endlich einer ernsthaften ErörteHauses nicht überleben könne, da er als Ehrlicher in die Sache ohne rung unterworfen werden müssen. Schon zu verschiedenen Malen sein Verschulden geraten sei; beim Eintreffen des Briefes sei er dieser Sache hingewiesen; jedoch wurde die Angelegenheit stets haben unsre Genossen in der Gemeindevertretung auf die Wichtigkeit bereits tot. In Berlin wurde die Polizei sofort benachrichtigt. Der wegen der hohen Kosten und der schlechten finanziellen Verhältnisse Kriminalinspektor Zillmann wurde mit der Sache betraut, der nach Jus Wasser gesprungen ist am Sonntagabend um 11½ Uhr ein der Gemeinde zurückgestellt. Jetzt scheint man sich nun höheren Orts einer eingehenden Untersuchung das Geschäft heute mittag schloß. etwa 16- bis 18jähriges Mädchen vor dem Hause Planufer 16. für die Sache zu interessieren, denn in voriger Woche erhielt der Anzunehmen ist, daß sich Jakobus nach Argentinien gewandt hat. Schiffer und Schußmänner machten sich gleich an das Rettungswert, Gemeindevorstand ein Schreiben der Regierung, in welchem Bericht Von Schindlers Verbleib ist bisher in Hamburg auf Nachfragen konnten aber nur eine Leiche landen. Das junge Mädchen ist bisher eingefordert wird darüber, in welchem Stadium sich die fragliche Andortselbst nichts zu ermitteln gewesen. unbekannt geblieben. Es ist hellblond, hat in der Wäsche das Zeichen gelegenheit befinde; es wird in dem Schreiben bemerkt, falls die Bauarbeiterschutz! Auf dem Neubau Elisabeth 1fer 52( am G. R., trägt eine schwarz und weiß gestreifte Bluse, einen grau und Gemeindevertretung sich auf einen ablehnenden Standpunkt stellt, fie Engelbecken), der Firma Schäfer gehörig, ereigte sich am Sonnabend- fchwarz gesprenkelten Rock und Schuhe, die mit rotem Plüsch ge- hierfür triftige Gründe anzugeben hätte. Es wird hören die nächste Sigung der Gemeindevertretung die Angelegen nachmittag ettva um 3 Uhr ein schredliches Bauungli d. füttert sind. Während vorn noch die Abbruchsarbeiten ausgeführt werden, find Wegen Verdachts des Raubmordes verhaftet wurde der 57 jährige heit einer Beratung unterziehen. Wir können nur hoffen, daß etwas Ersprießliches dabei herauskommt; wenn wir auch die hinteren Baulichkeiten schon bis zum zweiten Stock gediehen. Gürtler Wilhelm Lawaczek aus der Memelerstraße 26. Die That die finanzielle Seite der Frage nicht unterschätzen, so müssen wir Hier werden die Steine durch einen Fahrstuhl in die einzelnen liegt mehrere Monate zurück und wäre fast ungefühnt geblieben. doch hervorheben, daß die jeßigen Zustände auf die Dauer unhaltEtagen hinaufbefördert und dann mittels Lowren nach den Stand Der Verhaftung liegt der folgende Thatbestand zu Grunde: Am bar und der Gesundheit nichts weniger als zuträglich sind. In plätzen der Maurer gebracht. Ueber einen Schacht, wie 28. März d. J. wurde der 76 Jahre alte Arbeiter Schmidt auf dieser Sache lag übrigens der letzten Gemeindevertreter- Sigung eine man uns fagte, sei es ein Treppenflur, war hier eine freiem Felde bei dem Orte Jwen tot aufgefunden und begraben. bemerkenswerte Offerte vor. Danach erbietet sich eine Firma, eine Rüstung gelegt, die namentlich in Bezug auf das Ab Bezüglich der Todesursache entstand kein Verdacht, bis kürzlich ein Klärstation nach einem ganz neuen System zu erbauen und zwar steifen viel zu wünschen übrig ließ. Die Sohn des Schmidt aus Niga bei der Staatsanwaltschaft in Greifs- derart, daß die Fäkalien vergast und dieses Gas zur Bereitung von Da eine solche Station selbe Rüstung, die wir im andern Schacht sahen, entsprach wald über den Verbleib seines Vaters Nachfrage hielt. Dabei ergab elektrischem Licht verwandt werden soll. keineswegs den polizeilichen Vorschriften. Der Mittelbalken, der die sich, daß Schmidt aus Riga nach Deutschland gereist war, um bei Anklam noch nirgends errichtet ist, will die Gemeindevertretung vorerst noch eine abwartende Stellung hierzu einnehmen. ganze Last zu tragen hatte, war nicht einmal gesteift! Ueber Berwandte zu besuchen. Bei der Abreise auf dem Dampfer diese Rüstung führte ein Schienenstrang für die Lowren. Als nun Seddina" wurde Schmidt seines hohen Alters wegen von dem in Neues von dem arbeiterfreundlichen Herzen der Heeresverwaltung. eine der mit den Steinen beladenen Lowren, cirka 15 Centner im Riga lebenden Sohn dem mitreisenden Lawaczek übergeben. Beide Man schreibt uns aus Spandau: Die hiesige Bevölkerung ist bis Gewicht, wieder auf die Rüstung gebracht wurde und dort stand, tamen in Stettin an und machten sich zu Fuß auf den Weg nach weit in die bürgerlichen Kreise hinein durch die neueste sociale Großbrach dieselbe plötzlich mit lautem Krachen zusammen und stürzte in Anklam. Der greise Sch. war im Besitz von 1200 Mark. Der that der Heeresverwaltung in begreifliche Aufregung versetzt. Am die Tiefe, drei Arbeiter unter den Trümmern begrabend. Die Verdacht fiel natürlich auf den Begleiter, der aber zuerst nicht er- Montag find fast in sämtlichen hiesigen Staatsbetrieben neue Polizei war alsbald zur Stelle, ebenso wurde die Feuerwehr herbei- mittelt werden konnte. Jetzt sind die näheren Umstände bekannt Massenkündigungen von Arbeitern vorgenommen worden, insgesamt sollen etwa 600 Kündigungen ergangen sein und weitere gerufen. Die unglücklichen Opfer waren inzwischen von den Arbeitern geworden. Auf der Wanderschaft kehrte 2. mit Sch. in Kündigungen sollen noch bevorstehen. Man munkelte schon vor der aus ihrer schrecklichen Lage befreit, dieselben wurden schwerverletzt iven in ein Wirtshaus ein und kaufte in einer Flasche Reichstagswahl von neuen Massenentlassungen, weil man dies von nach dem Krankenhause gebracht. Leider konnten wir dieselben nicht Schnaps. Dann will 2. umgekehrt und nach Anklam zurück- früheren Wahlen so gewöhnt war. Eigentümlicherweise blieben diemehr sehen. Das Unglück wäre nicht so schrecklich gewesen, wenn gegangen sein, weil er den ihm anvertrauten Greis einem dritten felben diesmal aber aus, und nun, nachdem die Wahl beendet ist die Etagen der polizeilichen Vorschrift gemäß abgedeckt worden wären. Unbekannten übergeben habe, der ihn an das Ziel der Reise bringen und das für das Philistertum gewiß erfreuliche Reſultat gehabt Ueberhaupt herrschen auf dem Bau in Bezug auf Abdeckung der wollte. Nun wurde aber ermittelt, daß Lawaczek, der zu seiner in hat, daß der schlichte Mann" aus Potsdam noch einmal, wenn auch Balkenlagen, Geländerumfriedungen und Absteifungen Zustände, die Berlin lebenden Familie reisen wollte, diesen Weg nicht einschlug. nur mit Ach und Strach gewählt worden ist, jetzt wirken diese jeder Beschreibung spotten. Verlegt wurden ein Maurer und zwei Er fuhr nach Potsdam und hielt sich dort unter falschem Namen neuesten Massenkündigungen völlig überraschend. Nachdem erst im Arbeiter, namentlich der erstere ist sehr schwer verletzt. Der auf dem auf. Endlich fam er nach Berlin, ohne aber seine im Jahre 1898 vorigen Jahre ca. 1500 Arbeiter entlassen worden sind und der Arbeiterbestand einzelner Betriebe um 25 Broz. und darüber verBau anwesende Polizeilieutenant wurde unsrerseits über die Ge- hier zurückgelassene Ehefrau aufzusuchen. Obgleich er in Riga seine mindert wurde, erscheint die neueste Großthat der Heeresverwaltung fährlichkeiten, die auf dem Bau bestehen, sachgemäß unterrichtet. Geliebte Wißmann mit zwei Kindern ohne Mittel zurückgelassen hatte und geradezu als eine wirksame Wahllehre für alle jene Arbeiter, die Wann endlich wird der Forderung der Centralverbände der bau- auch wegen schlechter Finanzlage dort seine Stellung in einer Lampen- auch bei der letzten Reichstagswahl aus anerzogenem Sklavensinn, getverblichen Arbeiter nach ständiger Bautenkontrolle stattgegeben fabrik aufgegeben hatte, schickte er von hier an seine Braut" zuerst nicht aus innerster Ueberzeugung für den falschen Arbeiterfreund werden? 75 und dann 65 Rubel ab. Endlich im laufenden Monat Juli tauchte Bauli gestimmt haben. Hat doch Herr Pauli, der kurz vor der Wahl in„ ArbeiterEin folgenschwerer Zusammenstoß zwischen zwei Straßenbahn- er bei seiner Frau mittellos auf. Bei seiner Vernehmung hier hat den Staatsarbeitern das Blaue vom zügen ereignete sich Sonntagabend gegen 8 Uhr an der Ecke der er sich nicht nur in Widersprüche wegen seiner Geldmittel verwickelt, freundlichkeit" machte, Himmel versprochen und sich der besten HintertreppenBrunnen- und Veteranenstraße. Dort treuzte ein Straßenbahnzug sondern der Behörde sogar einen wichtigen Fingerzeig zur Aufklärung beziehungen mit dem Kriegsministerium gerühmt. Nun bers der Linie 51, bestehend aus dem Motorwagen Nr. 2245 und dem des Raubmordes gegeben. Er meinte, daß es sich bei Schmidt mochte er nicht einmal die neuesten Massenkündigungen zu Anhänger 1154, von der Invalidenstraße kommend, die Brummen höchstens um einen Gifmord handeln könnte. Das könnte aber ihm verhindern. So harmlos" tagiert ihn die Heeresverwaltung straße, als der Motorwagen Nr. 1349 der Linie 39, welcher die nicht zur Last gelegt werden, denn die Schnapsflasche habe er mit sehr richtig ein! Jezt allerdings sucht Herr Pauli wenigstens Brunnenstraße hinausfuhr, auf den ersteren zu losfuhr. Dem Führer sich genommen bei der Trennung, habe den Inhalt unterwegs an zum bescheidenen Teil seinen Einfluß zu beweisen, er soll- wie des Wagens 1349 gelang es nicht mehr, diesen zum Stehen zu Maurer verschenkt und die Flasche zerschlagen. Die gerichtsärztliche die hiesige Lokalpresse triumphierend verkündet- bereits im Kriegsbringen und so war der Zusammenstoß unvermeidlich. Mit großer Bucht fuhr der Motorwagen in den Zug der Linie 51 hinein und Deffnung der Leiche des wieder auszugrabenden Schmidt wird Näheres ministerium vorgesprochen haben, aber helfen wirds doch nicht! Auf den einzigen Ausweg allerdings verfallen die Baulis nicht, war der Anprall so heftig, daß sämtliche drei Wagen entgleisten. ergeben. aus Furcht, der Socialdemokratie Konzessionen zu machen. Es ist Drei Passagiere, welche auf der Hinterplattform des Motorwagens 2245 Ueberfahren. Montagvormittag 11 Uhr wurde vor dem Hause das die von unsrer Seite längst empfohlene Verkürzung der standen, erlitten hierbei leichte Verlegungen, während der bedienende Fuldastr. 7 zu Nixdorf ein ungefähr 5jähriges Mädchen durch den Arbeitszeit! Durch die Verkürzung der jetzt 10stündigen Nr. 31 Rigdorf, straße über die dem in möglich gewesen, die Brotlosmachung von circa 1500 Familien zu derselben Straße wohnenden Dr. Schönfeld, welcher die Ueberführung vermeiden! nach dem Krankenhause veranlaßte. Wem das Kind gehört, konnte Durch die neuesten Massenkündigungen wird die gesamte keine Schuld, da die Kleine direkt in die Räder gerannt ist. Mehrere die Geschäftsleute, Handwerker, Hauswirte 2c. werden dadurch nicht festgestellt werden, da es niemand kannte. Den Kutscher trifft Spandauer Bürgerschaft auf das schwerste beunruhigt; nicht nur Augenzeugen gaben dem wie zerschmettert dastehenden jungen Mann empfindlich in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch die städtische ihre Adressen, womit er fofort nach dem dicht gelegenen Polizei- Armentasse wird wiederum arg bedroht. Somit droht der Militarismus der Stadt Spandau vollends zum Verhängnis präsidium ging und den Fall meldete. Durch Messerstiche schwer verletzt wurde im Streite mit einem zu werden! Es ist schwer zu erklären, daß im FeuerwerksArbeiterbestand im vorigen Jahre seiner Kollegen der 29jährige Arbeiter Riedel, Mehnerstraße 13, der Laboratorium, wo der bon ca. 2400 auf 1800 bermindert wurde, jekt bei der Firma Rössemann u. Kühnemann in Arbeit steht. Er erhielt schon mehrere Stiche in die Backe, in den Unterschenkel und eine lebens- wiederum ca. 350 Arbeiter gekündigt werden, ohne daß man gegefährliche Verlegung der Bauchhöhle, so daß die Eingeweide hervor hört hat, daß auch das Aufsichtspersonal nur annähernd in gleichem Wie will man es im Kriegsdrangen. Auf Anordnung des sofort erschienenen Arztes der Unfall- Maße vermindert worden wäre. wo ant station IX wurde der Schwerverletzte nach der Königlichen Klinit ministerium rechtfertigen, daß zur gleichen Zeit, gebracht. geblich der größte Arbeitsmangel in den hiesigen Staatsbetrieben herrschen soll, der befreundeten Privatfirma Krupp unterrichtsabend in Nede Uebung. Während der Ferien ist nicht dem Beispiel des liberalen, Anz. f. d. Havell." folgen, der Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Dienstag, den 21. Juli, letzter die Umänderungen der Feldgeschütze übertragen werden? Wir wollen die Bibliothek jeden Donnerstagabend von 8-9 Uhr dem Kriegsministerium- allerdings ungewollt unterstellt, die geöffnet. Sonntag, den 26. Juli, Billenfahrt mit Musit nach neuesten Wassenkündigungen entsprängen nur der Abficht, die StaatsBrauerei, Schlesischestr. 28. Billets( 1,30, Kinder frei) sind bis Freitag glauben, daß der kommende Kriegsminister einer Politik der Bosheit Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt früh 28 Uhr von der Haase- arbeiter für ihre ewige Slagerei" zu strafen. Wir können nicht abend in der Schule; bei Horsch, Engel- Ufer 15; Gottfr. Schulz, das Wort redet. haben, Sonnabend nur noch im Gewerkschaftshause und bei Horsch, nicht früher, dann bei der Beratung des Militär- Etats im nächsten Kottbuser Thor; Neul, Barnimstr. 42; Vogel, Demminerstr. 32; zu Aber Rechenschaft wird von dem neuen Kriegsminister, wenn Engel- Ufer 15, eventuell Sonntag früh an der Abfahrtsstelle. Bahl Frühjahr gefordert werden. reiche Beteiligung erwünscht. Schaffner dieses Waggons eine starke Quetschung des Oberarmes Nollie Brust gefahren. Man brachte es alters Arbeitszeit um eine Stunde wäre es schon im vorigen Jahre davontrug. Der Materialschaden, welcher durch den Zusammenstoß an allen drei Straßenbahnwagen verursacht worden ist, ist bedeutend. Zwei Bootsunfälle verursachten gestern unter den Tausenden von Ausflüglern an der Oberspree große Aufregung. Gegen 1/4 Uhr nachmittags mietete ein Unteroffizier des Garde- Kürafster- Regiments in dem Zennerschen Lokale ein Boot und nahm in demselben mit ztvei Damen Platz. Die beiden Mädchen ruderten, während der Soldat das Steuer führte. In der Nähe der Abtei, etwa 20 Meter bom Ufer entfernt, schlug das Boot, wie es heißt infolge einer Un vorsichtigkeit des Kürassiers, um und alle drei stürzten in das Wasser. Der Soldat, ein geübter Schwimmer, rettete sich, ohne sich um feine Begleiterinnen, die sofort in den Fluten verschwanden, sich zu befümmern, an das Ufer der Abtei- Infel. Der Unfall war bon Tausenden von Ausflüglern beobachtet worden und es gelang auch den zahlreichen, zu Hilfe eilenden Personen, die beiden Damen, die bereits die Befimmung verloren hatten, den Fluten zu entreißen. Die Verunglückten wurden nach dem Zennerschen Lokal zurückgebracht, woselbst sofort erfolgreiche Wiederbelebungsverfuche angestellt wurdelt. Der zweite Unfall ereignete sich fast zu derselben geit bei OberSchöneweide. Hier rannte ein von zwei Männern besetztes Ruberboot, wahrscheinlich infolge ungeschickter Steuerung der Jufaffen, seitlich einen vorbeifahrenden Schleppdampfer an. Der leichte Nachen schlug um. Die Bedienungsmannschaften des Dampfers, dessen Maschine sofort stoppte, unternahmen selbst Rettungsversuche, die von Erfolg waren. Die Verunglückten, die den Unfall selbst verschuldet hatten, wurden bei Ober- Schöneweide gelandet. Aus den Nachbarorten. Unfälle im Straßenbahnbetriebe. Beim Besteigen eines in der Nieder- Barnim. Im Verwaltungsbericht für den Kreis NiederBarnim wird unter anderm auch über die gewerblichen Anlagen des Fahrt befindlichen Straßenbahnwagens schwer zu Schaden gekommen Streises berichtet. Es waren am Ende des Jahres 1902 in gewerbist am gestrigen Nachmittag gegen 2 Uhr die fünfunddreißigjährige Frau Minna Schramm. Die Sch. versuchte an der Endhaltestelle lichen Anlagen beschäftigt in 1399 Betrieben erwachsene männliche Rigdorf. Einen Selbstmordversuch machte die 31jährige Ehefrau Arbeiter 24 034, Arbeiterinnen von 16-21 Jahren 1588, Arin der Bankstraße einen soeben abgefahrenen Motorwagen der Linie des Mainzerstraße 7 wohnhaften Droschtenfutschers Stirschte, indem beiterinnen von über 21 Jahren 2838. Junge Leute von 14-16 Gesundbrunnen- Kreuzberg zu besteigen, tam jedoch hierbei zu Fall sie sich mit einem Handtesching in die Brust schoß. Die Schwer Jahren männliche 1160, weibliche 514. Arbeiter überhaupt 30 134. und stürzte so unglücklich auf den Fahrdamm, daß sie eine Gehirn verlegte, welche nervenleidend ist und die That in einem Anfall schütterung erlitt. Die Leichtsinnige wurde mittels Droschke nach der von Geistesstörung begangen haben dürfte, wurde nach dem wie wir aus folgendem nachweisen zu können glauben. Es sind Auf Genauigkeit kann der Bericht wohl keinen Anspruch machen, Charité gebracht. Ein Zusammenstoß zwischen dem Straßenbahn Streiskrankenhause in Britz übergeführt.- Beim Aufsuchen unter andren Industriezweigen die Werkstätten der Kleider- und wagen Nr. 2349 und der Droschke 8898 fand gestern Sonntag eines Nachtlagers schwer verunglückt ist der 41 Jahre Wäschekonfektion mit 37 Betrieben angeführt. Dieselben sollen annachmittag, furz nach 3 Uhr, an der Ecke der Elsasser- und Novalis alte Arbeiter Theodor Macke. Derselbe war seit längerer Beit geblich beschäftigen 21 männliche Arbeiter, 94 weibliche Arbeiter straße statt. Der Droschkentutscher versuchte mit seinem Gefährt wohnungslos und wollte auf einem Heuboden des Grundstückes und 8 Arbeiter unter 16 Jahren, insgesamt 123 Arbeiter. Wenn kurz vor dem heranfahrenden Straßenbahnwagen das Geleis zu Stottbuser Damm 85 nächtigen. Hierbei stürzte er aus beträchtlicher auch leider feine Kontrolle über die Heimarbeit ausgeübt wird, so freuzen, wobei der Mietswagen von dem Straßenbahnwagen zur Höhe ab, wobei er sich außer schweren inneren Verlegungen einen fann es doch als feststehend betrachtet werden, daß jeder einzelne der Seite geschleudert wurde. Durch den heftigen Anprall wurde sowohl offenen Bruch des linken Ellenbogengelenks zuzog. Erst am nächsten größeren Vororte mehr als 37 derartiger Betriebe mit insgesamt der Kutscher, wie auch die zwei in der Droschke befindlichen Fahr Morgen wurde der Verunglückte aufgefunden und nach dem gäste auf den Straßendamm geworfen. Während der Rosselenker Krankenhaus Bethanien geschafft. mehr denn 123 Arbeitern beschäftigt. Gerade die Kleider- und und einer der beiden Fahrgäste unverletzt blieben, erlitt der zweite Tode ereilt wurde vor dem Hause Hermannstr. 115 die 52 Jahre gedrängt, da die großen Konfektionsgeschäfte sich um die VersicherungsAuf der Straße vom Wäsche- Konfektion hat sich in ungeahnter Weise nach den Vororten Fastgast, der Student E. Deckert, Borsigstraße 21 wohnhaft, einen alte verehelichte Auguste Prochnow geborene Ehrentreich aus der pflicht der Heimarbeiter in den Vororten nicht zu kümmern brauchen Bruch des linken Unterarmes. Nach Anlegung eines Notverbandes Delbrückstr. 36. Ein Arzt kommte nur den infolge Schlaganfalles und die Versicherungspflicht für die Heimarbeiter nur für den Stadtauf der Unfallstation konnte der Verunglückte nach seiner Wohnung eingetretenen Tod fonstatieren. Die Leiche wurde nach der Wohnung freis Berlin existiert. Da die Behörden für die Versicherungspflicht geschafft werden. gebracht. Durch Hufschläge verlegt wurde beim Einfangen eines der Heimarbeiter nicht zu haben sind, wäre es wohl an der Zeit, daß Explosion in den Potsdamer Bierhallen. Gestern abend 5%, Ihr Pferdes, das sich losgerissen hatte, der in der Sachschen Beschlag- unsre Genossen in den Gemeindevertretungen Anträge stellten, um waren die Rohrleger bei den Gasanlagen im Erweiterungsbau schmiede, Rottbuser Damm 87, beschäftigte Schmiedelehrling August durch Ortsstatut die Versicherungspflicht für die Heimarbeiter festthätig, als plötzlich eine Explosion erfolgte. Det Druck war so Michaelis aus der Waldemarstr. 64 in Berlin. zulegen. Aus dem Bericht der Handwerkskammer lassen sich einige gewaltig, daß ein großer Teil Putz von der Decke herunterfiel. elterlichen Wohnung behandelt. sehr interessante Daten über die Lehrlingszüchterei an Ein äußerst dreister Diebstahl wurde am Sonntag verübt. Ein In der letzten Sihung der Briker Gemeindevertretung teilte der führen. Allen voran steht die Schmiede- und Schlosser- Innung mit blau angestrichener Geschäftswagen mit braunem Pferd der Firma Gemeindevorsteher ein Schreiben der Direktion der Großen Berliner 185 Mitgliedern, diese beschäftigen nur 77 Gesellen und 136 LehrOtto Brandstetter, Eisenacherstr. 15, auf welchem sich Wurst und Straßenbahn mit, in welchem ausgeführt wird, daß die verschiedenen linge. Glaser und Maler beschäftigen 83 Gesellen und 94 Lehrlinge. Schinten im Werte von 6-700 m. befand, wurde gestohlen. Wünsche der Brizer Einwohnerschaft auf Verkehrsverbesserungen nicht Maurer 423 Gesellen und 371 Lehrlinge. Schuhmacher 51 Gesellen Das Skelett eines Mannes wurde bei den Ausschachtungs- erfüllt werden könnten. So könnte die Verlängerung einer Briger und 41 Lehrlinge. Interessant sind die Zahlen der Seidenwirkerarbeiten für den Teltow- Kanal im Sumpf am Teltower See bei Linie bis nach dem benachbarten Johannisthal nur dann erfolgen, und Weber- Innung mit 166 Mitgliedern, 8 Gefellen und keinen Giesdorf aufgefunden. Die sofort von dem Funde in Kenntnis wenn die Gemeinde eine Garantie von 35 Pf. für jedes zu leistende Lehrling, wohl der beste Beweis für den Untergang des Handwebe= gesetzte Staatsanwaltschaft des Landgerichte II stellte fest, daß das Wagentilometer übernähme. Da die Straßenbahn in feiner Beziehung stuhls und der traurigen Lage der Weber, welche in Bernau wohnen Stelett schon Jahrhunderte lang an jener Stelle geruht haben muß, den Vorortgemeinden entgegenkommt, will Brig wenigstens jetzt darauf und ein färgliches Leben fristen. bestehen, daß die Südliche Borortbahn die vertragsmäßig herzustellende Verbindung mit dem benachbarten Buckow schleunigst zur Ausführung Aus der Charite ausgebrochen ist der 30 Jahre alte Einbrecher bringt. Für die Anlage eines Hafens des Teltow- Kanals_am Wetter- Prognose für Dienstag, den 21. Juli 1903. Paul Bräutigam, der Schrecken der Berliner Vororte. Auf sein Tempelhofer Weg in Britz bewilligt die Vertretung einen KostenEtwas kühler, veränderlich, vielfach wollig mit leichten Regenfällen, meist Conto entfallen viele Villen- und Wohnungseinbrüche. Bei einem beitrag in Höhe von 100 000 M., da ohne den Hafen der ganze schwachen westlichen Winden und fortdauernder Gewifterneigung. olchen, den er im Februar in eine Villa au Schlachtensee beging. Kanal für die Gemeinde wertlos wäre. Der genannte Betrag sol Berliner Wetterbureau da die Knochen bereits verfalft waren. M. wird in der 1 V Deutscher Arbeiter Abstinenten Bund, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 22. Juli, abends 81%, Uhr, im Englischen Hof, Neue Roßstr. 3: Bersammlung. Vortrag des Herrn Dr. Borchert über: Geistige und nervöse Erkrankungen. Diskussion. Gruppenangelegenheiten. willkommen. Gäste Kaufmännische Kranken- und Sterbekasse von 1885( E.. 71). Dienstag, den 21. Juli 1903, abends 9 Uhr, im Restaurant Frädrich, Alte Jakobstr. 89: Sigung. Deutscher Senefelder Bund, Mitgliedschaft Berlin. Heute abend 8, Uhr im Restaurant Miegel, Stralauerstr. 57: Mitgliederversammlung und Vorstandssitung. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 21. Juli. Anfang 72 Uhr: Neues Operntheater. Die Geisha, oder: Eine japanische Theehausgeschichte. Westen. 100 000 Thaler. Anfang 8 Uhr: Briefkaften der Redaktion. = Sie sich an das Polizeipräsidium, Abteilung für Hebammenwesen. Brandenburgstraße. Aufnahme zur Entbindung erfolgt in der Charité ohne vorherige Meldung sofort, wenn sich bereits Wehen bemerkbar machen. E. M. 15. 1. Siloah, die Betonung muß auf die Silbe lo gelegt Die Kosten fönnen abgezahlt werden in Raten, deren Höhe sich nach dem werden. 2. 1. A. w. g. Um Antwort wird gebeten. Fußball. 1. Ob Einkommen richtet. Ihr Kind brauchen Sie in der Charité nicht taufen zu ein Arbeiter Fußballklub besteht? Uns nicht bekannt; vielleicht kann aus lassen. dem Abonnentenkreise die Frage beantwortet werden. 2. Nächstens im 2000 Meter. W. W., Gastwirt. Die Entfernung beträgt weniger als juristischen Teil. A. B. 1. Können wir leider nicht ausfindig machen. Pirmasens liegt in Bayern( Regierungsbezirk Pfalz). 2. Juristisch später. Cuvrystraße 42 trug früher die Nummer 62. Die Umnumerierung erfolgte im Frühjahr 1892. Clara. Ausbildung zur Hebamme: Wenden = für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inferate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Berliner. Lucia von Lammermoor. Panoptikum Cavalleria rusticana. Thalia. Das Alter. Belle- Alliance. Die Böhmin, oder: Jtta aus dem Elend. Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Gastspiel von WinterTymian. Paffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum Waymann. Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Broke Abends 8 Uhr: Das Geheimnis des roten Hauses. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Im Garten: Große SpecialitätenBorstellung. Anfang 5 Uhr. Belle- Alliance- Theater. Gastspiel des Bayerwald- Theaters Die Waldler. 30 Personen. Die Böhmin oder Itta aus dem Elend Im herrlichen Sommergarten: Konzert, Specialitäten- Vorstellung. Aga überflügelt durch Ad- Ad. Entree 50 Pf. Apollo- Theater. Friedrichstr. 165. Neu! Die zusammengewachsenen Neu! Schwestern, zwanzig Jahre alt, spielen Goige! E Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Lina Goltz Vortragskünstlerin. Die Tritons, Taucher u. Schwimmkünstler, 5 Minuten unter Wasser. Ganz Berlin zerbricht sich schon den sechsten Monat den Kopf über AGA! Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich: Vollständig neues Programm. Novität! Novität! Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppel- Konzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Täglich: Johanniszauber. Operretten Burleske in 4 Bildern von W. Gericke. Konzert und Ball. 11. a.: Georgette Langée, ExcentricNeu! Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser: Saal: Tanz. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Chansonnette. Resieps, tom. Jongleur Gr. Konzert, Theater The Berlings, New! die singende Luftfee. Schröder u. Denter???? Affenstreiche, große Pantomime der GelinTruppe. Anfaug 4 Uhr. Eintr. 30 Pf., num. Platz 50 Pf. und SpecialitätenVorstellung. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. ,, Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. 3m Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Wiederauftreten von Robert Steidl. Verbotene Wege. Accumulatoren- und Elektricitäts- Werke- Aktiengesellschaft Täglich: Die Liebes- Insel mit dem fenfationellen Post- Ballett. George Osranis Burleske- Pantomime. Der Kosmograph: Neue Serie. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 191. Male: Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang: Sonntags Konz. 5 Uhr, Borstell. 7 Uhr. Wochentags: Konz. 6 Uhr, Vorstell. 8 Uhr. Sonnt., Mont. u. Donnerst. nach der Soiree: Tanz. Schweizer- Garten am Rönigsthor, am Friedrichshain. Täglich: Theater und Artisten- Vorstellung, Ball Bolfsstück mit Gesang in 2 Aften von Hans Müller. Anfang 4 Uhr. Diez vormals W. A. Boese& Co. em Beerdigungsverein der Berliner Bimmerer sowie Freunden und Bekannten, die zu unsrer 50jährigen Jubiläumsfeier erschienen waren, besonders dem Herrn Vorstand für seine Aufmerksamkeit, sagen wir hiermit unsren herzlichsten Dank. 27125 Albert Elsholz u. Frau. Danksagung. Für die überaus vielen und herzlichen Beweise der Liebe, Verehrung, Blumen- und Kranzspenden und der innigen Teilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Gatten und Vaters August Hänsel sage allen Berwandten, Freunden und Bekannten, den Kollegen der Firma 2. Treitel und der Firma Klär, sowie dem Rauchklub Hohenstaufen" und dem Berliner Raucherbund meinen herzlichsten Dank. J. Hänsel nebst Kinder. ( E. G. m. b. H.). 27046 Abstinentenheim Dienstag, den 28. Juli 1903, abends 81 lhr, im Lokal Neue Schönhauferstr. 12: General- Versammlung. Tages Ordnung: Bestätigung der Liquidation. Der Vorstand. Wilhelm Giehm. Oskar Koselowski. 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August cr. einschliesslich gewährt wird. Eine weitere Verlängerung der Frist wird unter keinen Umständen mehr erfolgen. Demzufolge wird es denjenigen Aktionären, welche die Zuzahlung bisher nicht geleistet haben, anheimgestellt, dieselbe bis zu dem bezeichneten Termin bei einer der nachbenannten Stellen: in Berlin bei der Deutschen Genossenschafts- Bank von Soergel, Parrisius & Co., Commanditgesellschaft auf Aktien, den Herren F. W. Krause& Co., Bankgeschäft, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Genossenschafts- Bank von Soergel, in Stettin " 99 ท 99 " Parrisius& Co., Commanditgesellschaft auf Aktien, Pfälzischen Bank, Bank für industrielle Unternehmungen, dem Bankhause Bass& Herz, Bankhause Wm. Schlutow nachzuholen. In Betreff aller Einzelheiten wird auf die Bekanntmachung vom 24. Juni cr. Bezug genommen. Berlin, 18. Juli 1903. Der Vorstand der Accumulatoren- und Elektricitäts- Werke- Aktiengesellschaft vormals W. A. Boese& Co. E. Hartzfeld. Buss Salon und und Garten Jnh. Chr. 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Lebensjahre nach kurzem aber schweren Strantenlager verstorben ist. Wwe. Johanna Jahns und Kinder. Die Beerdigung findet am 23. Juli, vormittags 10 Uhr, vom Krankenhause am Urban aus nach dem Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde in der Pappel- Allee statt. Verband der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschl. Zahlstelle Berlin II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege und Arbeitsnachweiser Heinrich Jahns am 20. Juli plößlich gestorben ist. Die Beerdigung findet am 23. Juli, vormittags 10 Uhr, vom Krankenhause am Urban aus nach dem Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde statt. Die Ortsverwaltung. Socialdemokratischer Wahlverein im 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Den Genossen zur Nachricht, daß das Mitglied am Karl Kümmel plötzlich am Herzschlag verstorben ist. Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Juli, bormittags 11, Uhr, von der Halle des städtischen Central- Friedhofes in Friedrichsfelde statt. 240/15 Um zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Socialdemokrat. Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ( Süd- Osten.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Buchbruder Max Schröder Laufiberstraße 16, Stadtbezirk 93, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes in Rirdorf aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 243/12 Der Vorstand. Am Sonnabend, ben 18. d. M., verschied nach langen schweren Leiden unser geliebter Sohn und Bruder Edmund Friebe im Alter von 23 Jahren. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Charité am Neuen Thor aus statt. 21512 Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister. Vereinigung der Maler. Berlin 1. Am Sonnabend, den 18. Juli, verstarb nach langem Leiden unser Mitglied Edmund Friebe. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Charité am Neuen Thor aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 124/14 Die Ortsverwaltung. Am Sonntag, den 19. Juli, bormittags 11 Uhr, überraschte uns während unsrer Sigung die. Kunde, daß die Frau unsres Dbmanns August Lange im Alter von 26 Jahren plößlich ge= storben ist. Ehre ihrem Andenken! Der Wahlverein Weissensee. Bahlstelle Birkenwerder. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Eichholzstraße, aus statt. 228/1 PrinzenTeppich Emil Lefèvre, Dr. Simmel, Str. 41. Specialhaus Oranienstrasse 158 Berlin S. [ 8/ 17* Specialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Socialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( S6.). Dienstag, den 21. Juli, abends 81, Uhr, Waldemarstraße 75: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Dr. Curt Freudenberg über: Zwischen den Wahlen." 2. Diskussion. 243/11 - 3. Berschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Schöneberg. Socialdemokratischer Wahlverein. Heute, Dienstag, den 21. Juli, abends 8%, Uhr, im Obst schen Lokal, Meiningerstr. 8: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Socialdemokratie nach den Reichstagswahlen. Referent: Reichstags- Abgeordneter Fritz Zuheil. 2. Distuffion. 3. Staffenund Revisionsbericht. 4. Bericht des Parteispediteurs. 5. Vereinsangelegen heiten. 15/ 12* Frauen haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 858. Mittwoch, den 22. Juli cr., abends 8, Uhr: Branchen- Versammlung Achtung! Maurer! Achtung! Central- Verband deutscher Maurer, Zweigverein Berlin. Bezirk Oranienburger Vorstadt. Am Mittwoch, den 22. Juli, abends 8%, Uhr, im Lokal Tiedstr. 24: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wahl eines Obmannes. 2. Verbandsangelegenheiten. Um rege Teilnahme ersucht 143/3 Der Obmann. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 22. Juli, abends 8 Uhr: General- Versammlung bei Wilke, Brunnenstr. 188, nahe am Rosenthaler Thor. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung des Raffierers vom 2. Duartal, Revisionsbericht, Wahl eines Revisors. 2. Wie sind die bestehenden Mißstände auf Bauten abzuschaffen? 3. Antrag des Vorstandes und Ausschusses, Ausführungsbestimmung des§ 8 des Statuts. 4. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 129/17 Der Vorstand. Verein deutscher Schuhmacher. Mittwoch, den 22. Juli 1903, abends 8, Uhr, im Grand Hotel Alexanderplatz, Alexanderstr. 46-48, ( Eingang Neue Königstraße, blauer Saal): General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kassen- und Geschäftsbericht vom 2. Quartal 1903. 2. Verschiedenes. 170/5 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Achtung, Kürschner! Mittwoch, den 22. Juli, abends 8, Uhr: Oeffentliche Versammlung der Former u. Berufsgenossen Berlins des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend 0 im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Zages Ordnung: 1. Die Streits bei der Firma Schöning und den Minkin Werken in Reinickendorf. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. 119/3 Die Vertrauensleute werden ersucht, den Mitgliedern die Mitgliedsbücher auszuhändigen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Mittwoch, den 22. Juli, abends 8%, Uhr: Branchen- Versammlung der Elektromonteure im Gewerkschaftshause, Engel- Uter 15. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn P. M. Grempe über: Einrichtung und Betrieb in der amerikanischen Metall- Industrie". 2. Disfussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 22. Juli 1903, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause( Saal 1), Engel- Ufer 15: Konferenz der Vertrauensleute des Südens. Bahlreichen Besuch erwartet im Alten Schützenhause, Linienstraße 5. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung über die Einigungsverhandlungen vor dem Gewerbe102/14 gericht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Extra Unterstützungs- Kaffe für Buchbinder und verw. Gewerbe zu Berlin. Wir bringen den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß die in der außerordentl. Generalversammlung vom 10. Mai er. beschlossene StatutenAenderung betr. Beitragserhöhung von 15 auf 20 Pf. pro Woche genehmigt ist und mit Montag, den 20. d. M., in Kraft trat. Beiträge sind werktäglich von 6-8 Uhr abends in der Wohnung des Rendanten, Adalbertstraße 45 II, zu zahlen. 24/16 Der Vorstand. J. A.: H. Herzhoff, Bors. Elegante Costümröcke prima Verarbeitung, tadelloser Sitz, vorzüglicher Schnitt, in allen Längen und Weiten vorrätig, schwarz und farbig, in Satintuch, Cheviot, Alpacca, Etamine, melierten Zwirnstoffen und Piqué.jetzt 2, 3, 4, 6, 8, 10 Mk. In Seiden- Damast Amerikanische fussfreie Reiseröcke Reisemäntel • jetzt 20 und 25 jetzt 5.75 . jetzt 8, 10, 12. Morgenröcke, Matinees u. Unterröcke. jetzt 2, 3, 5. Jacken- u. Blusen- Costüme, f. Strand u. 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