Nr. 168. 21 Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährt. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das übrige Auslan 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Pommernbank- Prozeß. Mittwoch, den 22. Juli 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. taum die Rede sein. Die Bücher sind in guter Ordnung befunden, sich ergebenden Anforderungen vom socialen Standpunkt aus eine und wenn auch verschiedene eigenartige Bilanzierungskünste, wie z. B. bedauerliche Schwäche. Gar leicht kann daraus von findigen die Kompensierung mancher Posten in den Bilanzen derart, daß statt Kapitalisten die Folgerung gezogen werden, daß alles erlaubt ist, der betreffenden Aktiven und Passiven mur die Differenzen und wenn nur die formalen Bestimmungen respektiert werden. Galden eingestellt worden sind, sicherlich keinen andren Zwed haben, als den der Bilanztäuschung, so bilden sie doch keine Specialität der früheren Pommernbant, sondern werden vielfach befolgt, wo es gilt, die Verluste einzelner Geschäfte vor den Blicken des interessierten Publikums zu verdecken, ohne daß man direkt zu unrichtigen Buchungen greifen möchte. Politische Uebersicht. Türkisch- Schlesien. Berlin, den 21. Juli. Das juristische Schauftück in Moabit hat heute nach fast über drei Monate sich erstreckenden, in letzter Zeit vielfach recht rührseligen Verhandlungen ein vorläufiges Ende gefunden, das nicht nur zu Beginn des Prozesses, am 2. Mai, sondern selbst noch vor wenigen Tagen wohl niemand für möglich gehalten hat. Nachdem heute nochmals der Staatsanwalt gesprochen und die Verteidiger kurz repliziert hatten, erklärte nach etwa halbstündiger Beratung der GeFehlt es auch nicht an verschiedenen geschäftlich höchst bedenkrichtshof durch den Mund seines Vorsitzenden, des Landgerichts- lichen, teilweise statutenwidrigen Manövern, wie z. B. an der Be- Minister. Herr v. Hammerstein hat dem UeberschwemmungsFür das überschwemmte Schlesien hat Preußen kein Geld, aber direktors Heidrich, daß er auf Grund der bisherigen Verhandlungen leihung ganz ertragloser Grundstücke, der Annahme eigner Aftien gebiete eine Kondolenz- Rundreise abgestattet, und bürgerliche Bericht und des vorliegenden Beweismaterials weder zu einer Verurteilung, als Unterpfand für Darlehen, die den Wert der betreffenden Attien erstatter wußten begeistert davon zu erzählen, wie wacker der Herr noch zu einer Freisprechung der Angeklagten zu kommen vermöge übersteigen, der Fingierung eines Verkaufs von nominal 8 164 000 m. Minister mit seinem feinen Schuhwerk durch Schlamm und Gerölle ( Siehe die weitläufige Begründung unter, Prozeß gegen die Pommern Pommernaktien an die völlig mittellose Firma Schumacher u. Co. trabte. Auf einen etwas trockeneren Ton ist die amtliche ,, Berl. Korrebant") und deshalb sich zu dem unerwarteten" und" unangenehmen" und ihre Lombardierung auf dem Umwege über die Beschluß genötigt gesehen habe, Immobilien- Verkehrsbank bei der Streligbank gegen 11 Millionen spondenz" gestimmt, die soeben einen Epilog zur schlesischen Miniſterdie Verhandlung zu vertagen, die Akten der Mart, so haben Schultz und Romeick doch im allgemeinen fahrt veröffentlicht. Zunächst stellt sie die Größe des ElementarStaatsanwaltschaft zurüdzugeben und, falls weniger direkt gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen, schadens mit folgenden Worten fest: diese keine Erledigung für die Sache finde, neue als sich durch schlaue Benutzung der mannigfachen HinterSachverständige zur Abschätzung der beanstanthüren und Auswege auf Umwegen dem Zwange und der geschäftlichen deten Pfandgrundstücke zu ernennen und dann Beschränkung entzogen, die vom Gesez erstrebt wird. Sie haben einen neuen Hauptverhandlungstermin anzumeist weniger formal gegen die einzelnen Rechtsbestimmungen, als beraumen; den Haftbefehl gegen die Haupt- gegen deren Geist, gegen die Absicht, die diese verfolgen, verstoßen, angeklagten Schulz und Romeid aber aufzu- und zwar, wie die Vorgänge bei der Gründung der Immobilienheben. Verkehrsbant, der Strelißer Hypothekenbank und der ImmobilienDaß die Verteidigung die erstgenannte Auffassung vertrat, ist selbstverständlich. Nach der Beschlußverkündigung des Gerichtshofs scheint aber auch dieser sich im wesentlichen auf den gleichen Standpunkt gestellt zu haben. Ueber die Provinz Schlesien, die den Verheerungen durch Hochwasser stets besonders ausgesezt gewesen ist, hat die neueste Katastrophe dieser Art ein Unheil gebracht, wie es in gleichem Umfange feit einem halben Jahrhundert nicht zu verzeichnen gewesen ist. Der angerichtete Schaden ist in allen Teilen des schlefischen Hochwassergebietes sehr erheblich, wenn auch naturgemäß verschieden in der Art, je nachdem es sich um Verwüstungen durch angeschwollene Gebirgsbäche oder um solche durch Ausuferungen der Dder, der großen Berkehrsader Schlesiens, handelt. Während durch die in Wild- und Sturzbäche umgewandelten Gebirgsflüsse Zerstörungen an Gebäuden, Brücken, Wegen und Obdachlosigkeit zahlreicher Bewohner in besonders großem Umfange herbeigeführt wurden, ist in dem Ueberschwemmungsgebiet der Oder der Bruch der Deiche an zahllosen Stellen, die Ueberflutung weiter, bebauter Flächen und ein enormer Ernteverlust zu verzeichnen. Aber nicht nur der Verlust der diesjährigen Ernte kommt in Frage, sondern in zahlreichen Fällen auch die Hinwegschwemmung oder die Zerstörung der Ackerkrume durch Verschlammung und Verschotterung des Bodens, die zugleich mit der durch Ueberflutung hervorgerufenen Feuchtigkeit der menschlichen Wohnstätten eine brohende Gefahr für die Gesundheitsverhältnisse der Bewohner bildet. Das bedeutet nichts andres als eine Waffenstreckung Erwerbsgesellschaft, sowie die späteren Hin- und Herschiebungen der der Justiz, die, nachdem sie schon bei den früheren Bankprozessen Bosten zwischen diesen deutlich beweisen, mit der flar erkenntlichen Abnicht gerade ruhmvoll abgeschnitten hat, im Volksbewußtsein durch sicht, das Gesetz zu umgehen. Und je nachdem, auf welchen Standpunkt dieses neue Zeugnis ihres Versagens gegenüber den aus dem modernen man sich stellt, ob man ein direttes formales Entgegenhandeln gegen Wirtschaftsgetriebe sich ergebenden verzwickten Rechtsfragen kaum bestimmte Vorschriften als Erfordernis des Begriffs der Rechtsan Ansehen gewinnen dürfte. Und doch erscheint das Ein- verlegung ansieht oder das Gewicht auf die Umgebung bezw. auf geständnis, das in dem obigen Beschluß liegt, feineswegs unbegreif- die Vereitelung des durch diese Vorschriften erstrebten Zweckes legt, lich, wenn man den Gang der Verhandlungen verfolgt hat. Der wird dann auch das Urteil über die Transaktionen der Schultz Pommernbank- Prozeß mit seinen vielen fachmännischen Erörterungen und Romeick ganz verschiedenartig ausfallen. hat im Publikum nur geringe Aufmerksamkeit gefunden, nur einzelne seiner Nebenepisoden, wie z. B. die Enthüllungen der Beziehungen des Herrn Romeid zum Börsen- Journalismus, begegneten lebhafterem Interesse. Das ist zu bedauern; denn gehört dieser Prozeß auch Was hat der Staat in dieser Zeit der Not gethan? Er hat nicht zu den interessantesten, so ist er doch unbedingt der lehrreichste Es kann hier nicht im einzelnen dargelegt werden, wie die sich Herrn v. Hammerstein nach Schlesien geschickt, um das hohe aller Bankprozesse, die sich in den letzten Jahren abgespielt haben: stetig komplizierenden wirtschaftlichen Beziehungen über ihre recht- Intereffe der Staatsregierung an der Inangriffnahme einer uminsofern als er deutlich nachgewiesen hat, wie die Entwicklung unfres liche Regelung hinauswachsen. Es kann hier aus der Fülle der fassenden Hilfsaktion an den Tag zu legen, sodann aber, um die modernen Finanz- und Bankgeschäfts den Versuchen, es zu regeln vielen strittigen Fragen, um die sich die Verhandlungen drehten, Staatsregierung auch durch eigne Anschauung eines ihrer Glieder und mit bestimmten Normen zu umgeben, immer mehr über den eine der hauptsächlichsten herausgegriffen werden, die auch in der über Art und Umfang des Schadens zu unterrichten". Kopf wächst; wie aus der modernen kapitalistischen Entwicklung sich Beschlußverkündigung die Hauptrolle spielt: die Frage der Taxationen. Aber da man sich an Ministern mur leicht sattsehen, nicht aber neue Verhältnisse ergeben, für welche die älteren Marimen und unter den Verhältnissen, für die sie ursprünglich bestimmt war, fatt effen kann, hat Herr v. Hammerstein mit den örtlichen Instanzen Normativbestimmungen nicht mehr passen, da selbst ihre Inne hatte die Bestimmung des Hypothekenbank- Gesezes, das nur für jene sogar man höre und staune! Maßregeln beschlossen. Die haltung den früheren Effeft nicht mehr verbürgt. Und mit dieser Hypotheken, die unter drei Fünfteln des Tartwertes eines Grund- amtliche Korrespondenz fährt fort: Umwandlung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist zugleich auch füides bleiben, Pfandbriefe ausgegeben werden dürfen, einen thatdie Auffassung über das, was gestattet ist und was den gesetzlichen Vorschriften entspricht oder widerspricht, ein nur langsames Steigen oder Fallen der Grundstückspreise voroder nicht, sächlichen Zwed. Die Bestimmung setzt ein gewisses Gleichbleiben, völlig strittig geworden: eine Thatsache, die darin deutlich zum aus, wie es heute noch auf dem Lande, in Klein- und Mittelstädten Ausdruck kommt, daß die Anschauungen und Urteile der Sach- meist die Negel ist. In den modernen Großstädten und ihren Vorverständigen sich oft direkt gegenüberstanden, und zwar in den wich orten mit ihrer Bevölkerungsfluktuation, ihrem bald hierhin, bald tigsten Grundfragen. Nicht darüber handelte es sich meist dorthin sich wendenden Bevölkerungszu- und abstrom ist aber diese bei ihren Meinungsverschiedenheiten, ob diese oder jene geschäftliche Bedingung einer gewissen Stabilität der Grundstückswerte nicht mehr Maßnahme, diese oder jene Geschäftspraxis etwas mehr oder gegeben. Die Bestimmung, daß nur bis zu 60 Prozent des Tarweniger zu verurteilen sei, sondern der Streit drehte sich darum, ob sie wertes Pfandbriefe ausgegeben werden dürfen, bietet hier durchaus als durchaus zulässig, oder als dem Gesetz widersprechend gelten müsse; nicht die Sicherheit, die gefeßlich bezweckt wird: nämlich daß der und bei diesen Fragen gingen die Ansichten derart auseinander, daß eine Pfandbriefumlauf zu jeder Zeit durch den Wert der betreffenden geschäftliche Transaktion, die von der einen Gruppe der Sachverständigen Grundstücke reichlich gedeckt ist. Es kann hier ganz von jener Art als gesetzwidrig und unerlaubt bezeichnet wurde, oft von der andren Tarationen abgesehen werden, wie sie sich die Herren Bohl und als allein dem Gesetz und der kaufmännischen Usance entsprechend Hanel z. B. in Pankow geleistet haben, wo sie dasselbe Terrain, gerühmt wurde, so daß Justizrat Sello in seiner Verteidigungsrede das von der Immobilien- Verkehrsbank für 2 692 602 Mart erstanden mit Recht sagen konnte, die Sachverständigen hätten sich vielfach war, gleich nach dem Erwerb auf 6 065 620 Mart, ein Jahr darauf über die elementarsten Grundlagen in den Haaren auf 6 332 500 Mart und im nächsten Jahre, nachdem inzwischen ein gelegen. Bei diesem Zustand sei natürlich der Richter, dem es Amtsgericht und Güterbahnhof in Pankow errichtet worden waren, auf unmöglich wäre, sich ein eignes Urteil zu bilden, ein bloßer Spiel- 21 070 660 Mart geschätzt haben. Selbst bei aller sorgfältigster, einwandball in den Händen der Sachverständigen. freiester Taration ist die beabsichtigte Sicherheit nicht gegeben. Denn je nachdem, ob der Zuzug nach der Gegend, wo das betreffende Grundstück liegt, sich vermehrt oder abwendet, ob dort projektierte Verkehrsanlagen zur Ausführung gelangen oder nicht, ob die Bauordnung verändert wird, ob in der Nähe liegende industrielle Etablissements infolge einer Krise schließen müssen 2c. 2c., kann in kürzester Frist der Wert die mannigfachsten Schwankungen erleiden. Zunächst handelt es sich um die Linderung der augenblicklich drängenden Not. Dazu wird hoffentlich das Ergebnis der mit Energie und in weitestem Umfange aufgenommenen Sammlungen, die großer Opferfrendigkeit begegnen und an denen sich alle Streise nicht nur Schlesiens, sondern voraussichtlich ganz Preußens und Deutschlands beteiligen werden, ebenso genügen zur Bestreitung der unmittelbaren Kosten der Aufräumung und der Desinfektion. Die letztere namentlich ist von weitesttragender Bedeutung, da erfahrungsgemäß das Auftreten epidemischer Krankheiten, namentlich der Ausbruch von Typhusepidemien, als Folgeerscheinung derartiger Wasserkatastrophen zu den häufig beobachteten Erscheinungen gehört. die Schlesier vor die Aussicht einer netten Typhusepidemie; aber Mit lieblicher Objektivität stellt die preußische Staatsregierung die Schlesier vor die Aussicht einer netten Typhusepidemie; aber ordentlich warm wird sie in der Hoffnung, daß alle Kosten, einschließlich jener der Desinfektion, von Privatwohlthätern bestritten werden könnten. Ob sie selbst etwas zur Verhinderung der Typhuswerden könnten. Db sie selbst etwas zur Verhinderung der Typhusepidemie thun solle, darüber will sich die Regierung nach Einhaltung des Instanzenweges entscheiden. Bis dahin wird man ja auch sehen, wieviel die Wohlthätigkeitsfeste getragen haben: Erst nach Eingang der Berichte, die mit äußerster Genauigkeit und Beschleunigung erstattet werden sollen, wird für die Staatsregierung die Möglichkeit gegeben sein, zu der Frage der Staatsund Kommunalhilfe in der schweren Bedrängnis einer blühenden Provinz definitiv Stellung zu nehmen. reise unternommen hat, wenn er jetzt erst recht die Berichte abwarten Die Frage, wozu Herr v. Hammerstein seine kostspielige Dienstmuß, ist wohl zu respektlos, um gewagt werden zu dürfen. " Der Begriff dessen, was Rechtens ist, ist wieder mal strittig geworden. Schon bei dem Sanden- Prozeß im vorigen Jahre wiesen wir auf diesen Widerspruch hin und hoben hervor, wie wenig Sicherheit die Beobachtung der sog. Usancen für die Solidität biete: Wer den Sanden- Prozeß verfolgt hat, wird gefunden haben, daß nicht nur zwischen der Auffassung der Verteidiger und der Sachverständigen, sondern auch zwischen der Auffassung der letzteren Schließlich sollen umfassende Maßregeln erwogen werden, durch Dabei ist es ziemlich gleichgültig, nach welcher Schätzungsmethode welche einer Wiederholung ähnlicher Katastrophen nach Möglichkeit und der der verschiedenen Zeugen viele Unterschiede vorhanden waren. Was der eine Sachverständige für verboten hielt, sah der berfahren wird, ob der Verkaufswert, d. H. der Wert, zu welchem das vorgebeugt werden kann." Naturgemäß" könne ein lückenandre als nur etwas bedenklich an, und ein dritter fand, daß es Grundstück leicht wieder zu verkaufen ist, oder der sogenannte Aus- loses Programm für diese vorbeugende Aftion im gegenwärtigen fich um einen allgemeinen Gebrauch handelte. Die kapitalistische nutzungswert, d. H. der Wert, der sich durch Bebauung unter Berück- Augenblick nicht aufgestellt werden. Daß hier in erster Linie möglichst Entwicklung der letzten Jahrzehnte und besonders des letzten Jahr sichtigung der üblichen Baukosten und Mietserträge erzielen läßt, ausgedehnte und gründliche Flußregulierungen und die Schaffung zehnts hat eben auch auf diesem Gebiete neue Bräuche gezeitigt. der Tage zu Grunde gelegt wird. Sowohl bei Befolgung der einen eines den Fortschritten der modernen Wasserbautechnik entsprechenden Es ist eine findliche Ansicht, die Preußische Hypothekenbank und die als der andren Methode können sich innerhalb furzer Zeit Wert Eindeichungssystems in Frage kommen, verstehe sich aber von selbst. andern in den letzten Jahren zusammengebrochenen Hypotheken- und rückgänge ergeben, die den Preis unter drei Fünftel des früheren Der gänzliche Mangel aller staatlichen Vorbereitungen ist nicht bei andren fänden sich ihre Brattiken nicht. Vielleicht finden sich Lagiertes hinabgleiten lassen. Dazu kommt oft die Berücksichtigung so naturgemäß, wie die hohe Staatsregierung glauben machen Immobilienbanken hätten ganz besondere Wege eingeschlagen und nicht alle zu einem so schönen Strauß vereinigt, wie bei den verschiedenartiger Faktoren, die zwar den Wert beeinflussen, deren möchte.„ Naturgemäß ist es vielmehr, daß Wildbäche, die alle Sanden- Banken, hier gehören diese, dort jene zur Ujance, doch Einfluß sich aber rechnungsmäßig absolut nicht feststellen läßt; bei paar Jahre furchtbare Verheerungen anrichten, sich weder durch nicht verschiedene Systeme, nur Grade trennen die einen von den deren Veranschlagung man also um das Meinen und Dafürhalten nicht offiziöse Aufsätze noch durch Ministerreisen, sondern nur durch umherum kommt. Erwähnt sei als Beispiel nur, daß dasselbe Terrain fassende Verbauungsarbeiten zur Raison bringen lassen, und Der beendete Pommernbank- Prozeß liefert für diese Auffassung in Pankow, das 1900 auf 21 Millionen tagiert worden ist, nachher ihr Treiben so lange fortsetzen, bis ein lückenloses Programm" eine noch weit beweiskräftigere Bestätigung. Damals konnten den von der Revisionskommission auf 3, vom Sachverständigen Geh. Rat der vorbeugenden Attion" nicht nur aufgestellt, sondern auch durchSanden und Genoffen immerhin verschiedenartige direkt schwindel- Budde auf 6 und von der Gemeindebehörde auf 10 Millionen Mart geführt ist. hafte Schiebungen und gröbliche Buchfälschungen, Einrichtung fiftiver geschätzt wurde. Einstweilen haben die leitenden Staatsbeamten der Provinz Conten und willkürliche Forderungsreduktionen zum Zived der Bilanz- Dennoch, trotz der anzuerkennenden Schwierigkeit, die Fülle Schlesien einen neuen Bettel- Aufruf erlassen, der eine wahrhaft erverschleierung, sowie eine Reihe direkter Verletzungen der preußischen der wirtschaftlichen Verhältnisse mit ihren unaufhörlichen Ver- schütternde Sprache spricht: Normativbestimmungen für Hypothekenbanken nachgewiesen werden. änderungen unter bestimmten Rechtsnormen zu faffen, bleibt das Von derartigen gröblichen Fälschungen und Verstößen kann diesmal Versagen der Justiz vor den aus dem modernen Wirtschaftsleben andern." Der erste Aufruf des vorläufigen Ausschusses hat einen erfreulichen Anfang ergeben. In einer Woche sind rund 140 000 3W. für die Uekerschwemmten gespendet. Inzwischen ist ein klareres Bild des Schadenumfangs entrollt. Beteiligt sind im Regierungsbezirk� Oppeln besonders die Kreise Neiße, Neu- stadt, Leobschiitz, Ratibor, Kosel, Oppeln, Pleß und Groß- Strehlitz. In den Regierungsbezirken Breslau und Liegnitz ist der Umsang des Schadengebictes erst nach Abfluß des Hoch- Wassers feststellbar. Die Hochflut hat eine grenzenlose Ler- Wüstung hinterlassen. Sämtliche Wehre und Brüllen find zerstört, Wege und Straßen unfahrbar gemacht. Etwa 150 Gc- bände, darunter die große massive Kirche in Arnoldsdorf, sind eingerissen. Der Schaden beläust sich auf Millionen! Für Ab- wehr der ersten Not sind die bedauernswerten, schwer heim- gesuchten Bewohner unsrer Provinz auf die werktätige Mithilfe aller Schlesier, ja aller Deutschen im In- und Auslande an- gewiesen. Es handelt sich darum, die Obdach- und Nahrungs- losen zu versorgen, die zerstörten Häuser wieder aufzubauen, Notbrücken Notwege, Notwehre zu schaffen, um landwirtschaftliche und gewerbliche Arbeit wieder beginnen zu können, die Aeller zu reinigen und wieder zu bestellen, die verseuchten Brunnen und Wasserleitungen brauchbar zu machen, um Typhus und andre drohende Folge- Erscheinungen der Wassersnot abzuwenden. Kurz, es handelt sich darum, mindestens 30 000 Schlesier dem wirtschaftlichen Zusammen- bruch und der Verzweiflung zu entreißen, sie wieder Mut und Ver- trauen gewinnen zu lassen in Gottes und treuer Mitmenschen Hilfe. Als es galt, den Hunnenzug gegen China zu unternehmen, flössen ohne alle lästigen verfassungsrechtlichen Formalitäten Hunderte von Millionen aus der Reichskasse. Wenn es gilt, 20 000 Schlesier „der Verzweiflung zu entreißen", hat der preußische Staat auch nicht einen abgerissenen Hosenknopf. Alles für Rache und. Vergeltung, flir die Pflicht der Hilfsbereitschaft— nichts! Die Haltung der preußischen Regierung gegenüber der schlesischen Katastrophe ist ein erschütterndes Bild aus dem Leben eines christ- lichen Staates, ein wahrhaftiger europäischer Skandal.— Der oKerschlesische Krawall. Der Amtsvorstand in Laurahütte fordert auf Grund des Preßgesetzes die Berichtigung einiger Angaben unsres Artikels in Nr. 144 des„Vorwärts" über die Vorgänge in Laurahütte. Ob- schon wir preßgesetzlich zum Abdruck des lÄngesandt in der vor- liegenden Form nicht verpflichtet sind, geben wir dasselbe hier wieder und fugen die von uns erbetenen Bemerkungen unsres oberschlestschen Berichterstatters hinzu. Der Amtsvorstand schreibt: „Es ist nicht wahr, daß die vor dem Ludwigschen Lokale be- findliche Menschenmenge von den Gendarmen sofort mit blanker Waffe angegriffen wurde und noch viel weniger wahr ist, daß die Feuerwehr mit ihren Beilen auf die Leute eingehauen hat. Die Menge wurde von mir als Verwalter der Ortspolizci unter Darlegung der Folgen des Ungehorsams wiederholt in Güte zum Auseinandergehen aufgefordert, dachte jedoch gar nicht daran, Folge zu leisten, sondern bewarf den Unterzeichneten und die Exekutiv- beamten derart mit Steinen, daß sämtliche Beteiligten mehr oder weniger erhebliche Verletzungen davon trugen. Die Feuerwehr hat nur etwa eine Minute lang gespritzt und griff mit dem Spritzen erst ein, nachdem der Tumult und die Straßensperrung etwa schon eine Stunde bestanden hatte und weil die Beamten eben nicht gleich mit blanker Waffe vorgehen wollten. Die Säbel wurden auf der Straße vor dem Ludwigschen Gasthause erst dann ge- zogen, als die Beamten von der Menge, nachdem sie einen Arrestanten mit Gewalt befteit hatte, gar zu arg bedrängt und mit Steinen beworfen wurden. Anlangend den Schluß Ihres Artikels teile ich Ihnen mit, daß der Getötete, 20 Jahre alte Schmied Trafalczyk, eine Familie überhaupt nicht hat." Unser Berichterstatter führt dazu aus: Nach den übereinstimmenden Erzählungen zahlreicher Arbeiter, welche an der Versammlung teilgenommen haben, steht unumstößlich fest, daß den Excessen unmittelbar vor dem Lokal Handlungen der Beamten vorangingen, welche die erregte Menge zur Siedehitze brachten. Zunächst ist eine amtliche Auflösung der Versammlung durch den Beamten von den allermeisten Besuchern gar nicht vernommen worden. Selbst Leute, die vorne an der Tribüne standen, haben— wie sie erzählen— in dem tosenden Lärm nichts davon gehört. Vor dem Saal standen viel mehr Leute, als drin waren. Sie drängten alle in der Richtung zu und vor den Saaleingängen. Es war sehr schwer, durch die Menge durchzukommen. Im Saal selbst war dies noch schwieriger, und für diejenigen, welche vorne oder in- mitten des Saales, fast unmöglich. Die Gendarmen notierten schon im Saale zahlreiche Personen' auf, was ungemein erbitternd wirkte. Allmählich gingen die Leute hinaus. Die Beamten gingen vor dem Saale auf und ab und trieben die Leute auseinander. Die Leute gingen ans und ab, ohne irgend welche Gewalithätigkeit zu begehen. Zahlreiche«lrbeiter haben mir erzählt, daß sie schon da die Polizeisäbel in der Luft haben schwirren sehe n. Und nun die Hauptsache: Ehe irgend welche Gewalithätigkeit geschah, wurde zum ersten und zweitenmal auf Hcrbeiziehung der Feuerwehr geblasen. Ein interessanter Umstand ist hierbei zu erwähnen I Schon gegen 8V2 oder&U Uhr abends, als ein großer Teil der Leute noch nicht aus"dem Saal heraus war und zur Herbeiziehung der Feuer- wehr noch nicht geblasen war, sagte ein Vorgesetzter der Fabrik- Feuerwehr zu einem Arbeiter, daß„er sich fertig machen solle, um mit der Spritze wegzufahren". Er fügte hinzu, daß er mehr Leute schicken werde. In Laurahiitte besteht eine fteiwillige Feuerwehr. Die Arbeiter werden zum größten Teil von Amts wegen für eine bestimmte Zeit — unter Strafairdrohung— verpflichtet,„beim Ausbruch eines Feuers sowie bei den allgemeinen Ucbungen und Spritzenproben nach erfolgtem Alarm sofort auf der Brandstelle bezw. dem Uebungs- platze zu erscheinen." „Ich sah— erzählt mir ein Arbeiter—, daß die Leute schoir auseinandergingen. Als geblasen wurde, rannten Leute aus allen Teilen des Dorfes an die vermutete„Brandstelle". Es kamen viel mehr Leute zu dem Ludwigschen Lokale, als dort vor und in dem Saale standen." Eure Woche vor den: Krawalltage war in der Fitznerschen Fabrik in der Nähe des Ludwigschen Lokals Großfeuer. Es wurde also zuerst geblasen, als noch ein großer Teil der Leute im Saal ivar. Nachdem geblasen wurde und die Menge hierdurch aufs äußerste erbittert und erhitzt war, geschah die Verhaftung des Arbeiters. Die Verhaftung wirkte noch erbitternder. Der Ver- haftete wurde nach den Erzählungen zahlreicher Augenzeugen von zwei Beamten unter dem Anne geführt: eine Anzahl von Beamten umgaben ihn mit gezückten, über die Köpfe emporgehaltenen Säbeln. Zienrlich gleichzeitig mit dem Augenblick, in dem der Verhaftete den Beamten von der aufgeregten Menge entrissen wurde, kamen auch schon die Feuerspritze» von zwei Seiten an. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Menge schon die anfahrenden Spritzen gesehen hat, als sie zur Befreiung des Gefangenen schritt. Die Spritze hat die Arbeiter etwa 4 Minuten mit Walser begossen. Diese Prozedur wurde keineswegs freiwillig aufgegeben, sondern erst dann, als die Spritze zerstört und von der Menge an sich ge- rissen wurde. Demnach steht zweifellos fest, daß die erste Gelvaltthätigkeit von der Menge begangen wurde nach der Verhaftung und nachdem die Feuerspritzen durch Alarinsignal gerufen wurden, das von den Arbeitern, die vor dem Lokale standen, gehört wurde und sie zur Erregung gebracht hat. Zahlreiche Arbeiter behaupten nach wie vor, daß die Säbel gc- zogen wurden, che auch die mindeste Gewaltthätigkeit geschah. Und nun ermesse jeder selbst, wer an dem namenlosen Unglück su» Schuld trcmt' Für die Auffassung des berichtigenden Herrn Amtsvorstehers ist noch der Satz charakteristisch, den er am Schluß einer anderen Berichtigung über den tote», erschossenen Unglückliche» gesetzt hat und der lautet: „Soweit hier bekannt, weinen dem Erschossenen seine eigenen Angehörigen keine Thräne nach, da er sich bei Lebzeiten durchaus als roher und gewaltthätiger Mensch betragen, der vor Mißhandlungen seiner eigenen Eltern nicht zurückschreckte." Sehr gemütstief! Nach den Berichten der bürgerlichen Blätter werden etwa 120 Arbeiter angeklagt werden. Kontrollierbar ist die Nachricht noch nicht. Verhaftungen werden noch täglich vorgenommen.— Wie überaus schneidig man in Laurahütte vorgeht, dafür bietet auch die Thatsache einen besonderen Beweis, daß man selbst vor Eingriffen in das ärztliche Berufsgeheimnis nicht zurückschente. Von den in Laurahütte Verwundeten wurden einige zu dem praftischen Arzte Steslicki gebracht, welcher ihnen die nötigen Ver- bände anlegte. Tags darauf erschien in der Wohnung des Arztes derGrenzkommissar inBegleitung einesBeamten und dreier Polizisten und forderte von ihm die Herausgabe seiner ärztlichen Journale. Er legte ihm ein von dem Untersuchungs- richter unterzeichnetes Schriftstück vor, in dem die Beschlagnahme der ärztlichen Journale angeordnet wurde mit der Begründung,„daß anzunehmen sei, daß ein Teil der bei dem Wahlkrawall beteiligten Personen sich in die Behandlung des Dr. S. begeben hätte in der Hoffnung, daß er am sichersten das Berufsgeheimnis wahren dürfte". Trotz des energischen Protestes des Dr. S., der auf das ihn bindende Berufsgeheimnis hinwies, welches ihm nicht gestatte, seine Journale irgend jemand zu zeigen, wurde ihm nicht nur sein Krankenjournal beschlagnahmt, sondern auch andre Bücher und Brief- schaftcn sowohl aus dem Schreibtische als auch in den Schub- laden durchsucht. In dem beschlagnahmten Journal hatte Dr. S. die Namen, Adressen, sowie die Beschreibung der Verletzungen von zwei Tagen zuvor zu ihm gebrachten, bei dem Krawall Verletzten aufgezeichnet. Diese beiden durch das Journal ermittelten Personen wurden am folgenden Tage verhaftet, während das Krankenbuch dem Dr. S. erst auf Antrag des Rechtsanwalts nach drei Tagen zurück- gegeben wurde. Auch abgesehen vom juristischen Standpunkte ist ein solches Verfahren der Behörde vom rein menschlichen Gesichts- Punkt aus betrachtet als höchst beklagenswert und die ärztliche Standeschre herabwürdigend zu bezeichnen. Wird doch so der Arzt, dem sich die Schwerverletzten zur Behandlung ihrer Wunden anver- trauen, durch die Behörde gezwungen, z um Denunzianten und Verräter seiner Patienten zu werden.— veutlcdes Reick. Richard Rosicke f. Ein schneller Tod raffte am Dienstagabend den Reichstags- Abgeordneten und Generaldirektor der Schnltheitz-Brauerei Richard Rösicke hinweg. Seit einigen Tagen kränkelte er und heute abend 73/4 Uhr setzte ein Schlaganfall seinem Leben ein Ende. Richard Rösicke ist ein Berliner Kind. 1845 geboren, besuchte er das Französische Gymnasium. Er ging dann in die kaufmännische Lehre und trat 1804 in die Leitung der seinem Vater gehörigen Schultheitzbrauerei. Von 1879— 1886 war er preußischer Handels- richter, 1880—1893 stellvertretendes Mitglied des Reichs- Ver- sicherungsamtes, 1890—1898 Vorsitzender des Verbandes der deutschen Berufsgenossenschaften. Er verfaßte mehrere socialpolitische Schriften, trat wiederholt in Zeitungsartikeln in die Oeffentlichkeit, war hervor- ragendes Mitglied vieler socialpolitischer Kongresse und seit 1890 Mitglied des Reichstages als Vertreter des Wahlkreises Dessau-Zerbst. Er blieb lange Zeit ftaktionslos als Wildliberaler, in neuerer Zeit schloß er sich der Freisinnigen Vereinigung an. Mit Rösicke scheidet ein socialpolitisch bedeuffamer und hoher Achtung würdiger Mann. Richard Rösicke bedeutete im Reichstage während der letzten Session eine eigne und interessante Note. Er, der wohlhabende Mann und große Unternehmer, war der Social- Politiker unter den Unternehmern und gegen die Unternehmer. Er war ein guter Kenner der socialpolitischen Gesetzgebung und setzte seine Kraft ein, die deutsche Socialpolitik gegen mächtige Widerstände einigermaßen in Bewegung zu halten. So wurde er einer der Bestgehaßten des Scharfmacherwms und des Feudalkapitalismus. Freiherr v. Stumm verfolgte einst mit ingrimmiger Wut den Mann, der, auch ein großer Kapitalist, doch im Namen des Rechts gegen alle Ausnahmegesetze und alle Bedrückungsbestrebungen sich erhob und oft zu seinem Teil Erhebliches dazu beitrug, daß reaktionäre Maßnahmen gegen die Arbeiterklasse gemildert und vereitelt wurden. Richard Rösicke knüpfte gern an die kaiserlichen Erlasse von 189(7 an und suchte ihren Wortlaut aufs äußerste zu nutzen ftir die Verbesserung der socialpolitischenGesetzgebung. Er stand ganz inner- halb der Gedankenwelt des kapitalistischen Systems, aber alles, was unter diesem System den Arbeitern gegeben werden kann, dafür trat er ein. So sehr die socialdemokratische Partei auch selbst auf diesem beschränkten Gebiete gegen ihn das Wort erheben mußte, weil er oft, um nur ettvas zu erreichen, den Gegnern allzu weit entgegenkam und dadurch Besseres verscherzen half, so steht doch über allem Zweifel sein ehrliches und tapferes Eintreten für die Ausgestaltung der Ver- sichernngsgesetzgebung, für die Sicherung des Koalitionsrechtes, für die formale Gleichberechtigung der Arbeiterklaffe. Richard Rösicke erwies sich auch in rein menschlichen Dingen als vorurteilsfreier und edler Charakter. Er zählte zu den Wenigen aus den bürgerlichen Parteien, die unsrem Liebknecht das letzte Geleite gaben. Da er nun selbst aus der Reihe der Lebendigen gerissen, wahren auch wir, seine politischen Gegner, dem tüchtigen Manne ein dauernd ehrendes Angedenken. Durch den Tod RösickeS wird schon kurz nach den allgemeinen Reichstagswahlen im Wahlkreise Dessau-Zerbst eine Neuwahl erforder- lich. Am 10. Juni d. I. erhielt Rösicke 11 410 Stimmen, der nationalliberale Kandidat 5704 Stimmen, unser Parteigenosse Käppler 12 203 Stimmen. In der Stichwahl siegte Rösicke mit 10 211 gegen 12 919 socialdemokratische Stimmen. Mit Fälschungen»nd Brutalitäten gegen die eignen Partei- genossen behandelt die„Freisinnige Zeitung" den Vorschlag der „Berliner Zeitung" zu den Landtagswahlen. Sie sagt: „Die„Berliner Zeitung" hatte sich bemüßigt gesehen, der Social- demokratie von den neun Berliner Landtags-Mandaten der Frei- sinnigen Volkspartei drei anzubieten als Preis für die Unterstützung freisinniger Wahlmämier in allen übrigen Landtags-Wahlkreisen des Staates. Der„Vorwärts" erblickt in diesem„seltsamen Kompromiß- Vorschlag"„ein bemitleidenswertes Geständnis freisinniger Ohnmacht". — Das wäre allerdings der Fall, wenn die„Berliner Ztg." irgendwie legitimiert wäre, über Landtags-Mandate einen Handel mit andren Parteien einzuleiten. Ueber die Berliner Landtags-Mandate ver- fügen die seiner Zeit zu wählenden Wahlmänner. Aufgabe der Freisinnigen Volkspartei kann es nur sein, wie wir schon wieder- holt dargethan haben, alle Kraft daran zu setzen, eine möglichst große Mebrheit freisinniger Wahlmänner in den vier Berliner Landtags-Wahlkreisen zu sichern. Auch wenn Erörterungen ähnlicher Art sich anderweitig an- spinnen sollten über Verhandlungen zwischen Freisinniger Volks- Partei und Söcialdemokratie ber den Landtagswahlen, wird u n s r e Z e i t u n g sich auf derartige Kannegießereien zur Aus» füllung der sauren Gurkenzeit nicht einlassen." Wir haben natürlich nicht ein Geständnis freisinniger Ohnmacht darin festgestellt, daß uns ein Kompromißvorschlag gemacht wurde. Die«Freis. Ztg." will es durch ihre nette Fälschung vor ihren An- hängern so darstellen, als ob wir in einem Kompromißvorschlag der Freisinnigen Anlaß sähen, diese Partei zu verhöhnen. Unsre Kennzeichnung freisinniger Ohnmacht bezog sich umgekehrt auf das Bekenntnis der„Verl. Ztg.", daß sich nicht viele Liberale finden dürften, die den Ernst des Kampfes gegen die Reaktion durch Erfüllung der gerechten Ansprüche der Socialdemokratie beweisen würden. Ein ebenso schönes Bekenntnis freisinniger Ohnmacht ist es fteilich, lvenn die Mitglieder der Freisinnigen Volkspartei sich die burschikosen Zumutungen der„Freis. Ztg.", wie sie in obiger Notiz hervortreten, stumm bieten lassen. Nur die Wahlmänner haben zu entscheiden, sagt die„Freis. Ztg." ihren Getreuen, darum: Mund halten! Die„Freis. Ztg." scheint die Wähler der Wahl- männer nur noch als Stimmvieh einzutaxieren, die gar nicht das Recht haben, sich die Wahlmänner auf die ihnen erwünschte politische Haltung näher zu betrachten. Die„Freis. Ztg." soll sich überhaupt auf„derartige Kanne- gießereien" nicht einlassen I Herr Erlgen Richter geht auf die Sommer- reise und beugt vor. daß seine Vertreter ja nicht etwas thun dürfen, was ein wenig nach Liberalismus aussieht.— Gröber als Reichstags- Retter. In einer Centrumsversaminlung in Straßburg gab Herr Gröber eine neue, wahrhaft überwältigende Rechtfertigung der Centrums» reaktion in den Zolllarifkämpfen. Wenn man, so führte er aus, den Obstruktionisten im Reichstage nicht so entschieden entgegengetreten wäre,„dann hätte die Morgenröte eines absolutistischen Säbel- regiments über Deutschland hereinbrechen können. Durch den Wider- stand und die in der Geschäftsordnung vorgenommenen Aendcrungen sei dem deutschen Volke sein Reichstag erhalten worden". Das brave Centrum vergewaltigt den Reichstag, nur um ihn vor Vergewaltigungen zu schützen! Herr Gröber muß der Schändlichkeiten seiner Partei nicht mit Wohlbehagen gedenken, daß er so die Scheulappen schwingt. Warum teilt denn der Centrumsführer ans seinem geheiinnisvollen Wissen nicht einiges mit, wann und durch wen die absolutistische Säbelherrschaft drohte?—_ Anarchistcnspuk. Der„Berliner Lokal-Anzeiger" verbreitet Sensationsnachrichten von einem Attentat, das Anarchisten in Chicago gegen den deutschen Kaiser vorbereitet haben sollen. Der Polizelpräsident von Chicago soll nach Berlin die Nachricht eines Anarchisten- Komplotts gekabelt haben. Der dem„Lokal-Anzeiger"„geistes"-verwandte „New Dorker Herald" will wissen, daß„vor einigen Wochen vier Anarchisten, zwei Männer und zwei Frauen," nach Schweden gereist seien mit der erklärten Absicht, den deuffchen Kaiser während seines Besuches bei König Oskar zu ermorden". Also: Die erschrecklichen Anarchisten erklären offen ihre Absichten und die amerikanische Polizei, die diese erklärten Absichten kennt, läßt die Leutchen gemütlich das Schiff besteigen und nach Europa abdampfen! Offenbar ist die ganze Nachricht nichts als Sensationsschwatz.— Ein begnadigter Nnternchmcr. Zu drei Monaten Festung wurde der Mörtelfabrikant und Steinsetzmeister Schultz auf Torney begnadigt. Derselbe war von der S t e t t i n e r Strafkammer vor einiger Zeit wegen Vergehens gegen die Unfallverhütungsvorschriftr« mit drei Monaten Gefängnis bestraft, weil infolge der lässigen Durchführung der Unfallverhütungsvorschriften in seinem Betriebe ein Arbeiter getötet wurde. Nachdem der Verurteilte alle Instanzen erschöpft hatte, um mit einer billigeren Strafe wegzukommen, das er jedoch nicht erreichen konnte, trifft ihn die Umwandlung der Gefängnisstrafe in Festungshaft. Die Festungshast verbüßt der Herr in Weichselmünde. Bcftemden muß diese Begnadigung, so sagt mit Recht der Stettiner„Volks- böte", deswegen erregen, weil die Gerichte für eine Milderung der verhängten Gefängnisstrafe nicht zu haben waren, trotzdem der Verurteilte alle Hebel in Bewegung setzte. Er muß deshalb schon ehr schwer gegen seine socialen Pflichten als Betriebsunternehmer gesündigt haben. Festgestellt wurde damals, daß ihn zwei seiner Arbeiter beim Kiesgraben in seiner Kiesgrube ausdrücklich aufmerksam machten aus das unvorschriftsmäßige und lebens- gefährliche Abgraben des Bodens. Herr Schulz ging damals sehr leicht über die Warnung der Arbeiter hinweg, und die Folge war. daß einer der Arbeiter durch die abstürzenden Erdmassen verschüttet und getötet wurde.— Eine Erweiterung des Gesetzes über den anlauteren Wettbewerb wird, wie die„Eisenztg." erfährt, im Reichsamt des Innern vor- bereitet. Verhandlungen hierüber sind schon seit einiger Zeit im Gange, und da das Material, das in Form von Resolutionen aus interessierten Kreisen ziemlich reichhaltig eingeht, umgehend geprüft und bearbeitet wird, so wird angenommen, daß ein entsprechender Gesetzentwurf in kurzer Frist dem Reichstage vorgelegt werden soll. Es sollen vor allem die Schwindelausverkäufe bekämpft werden.— Wie man Geld verdient. In der„Zeit" erzählt Herr Damaschke diesen Vorgang: Der Marinefiskus besaß in Wilhelmshaven einen parkähnlichen Garten mit mehreren Gebäuden, den er vor längerer Zeit an den Domänenfiskns abtrat. Dieser verkaufte vor etwa drei Jahren das Gelände an drei Spekulanten für 08 000 M. Kürzlich stellte sich nun heraus, daß der Marinefiskus behufs Er- Weiterung der Hafen- und Werftanlagen das Grundstück doch ge- brauche. Die jetzigen Besitzer ließen sich denn auch nach langen und schweren Verhandlungen bewegen, das Grundstück für„nur" 231 000 M. wieder an den Fiskus zu verkaufen. Die drei Herren aber hatten bei diesem Geschäft 103 000 M.„verdient". Wann wird endlich eine Bodenpolitik sich durchsetzen, die solche„Verdienste" un- möglich macht?!— Eine organisatorische Einigung wird von den Radikalpolen angestrebt. Ein Centralkomitee soll den Mittelpunkt bilden für die Vertretung der polnischen Interessen gegenüber den GermanisationS- bestrebungen. Die Gründung hat eine scharfe Spitze gegen das Centrum und die Geistlichkeit. So sagt der im Wahlkreise des Herrn v. Ballestrem erscheinende„Glossalski": „Die Sache ist wichtig und sehr eilig. Ein Centralkomitee und mit ihm die ganze polnische Nation müßte ein Wort sprechen gegen- über der Politik des„Katolik", welcher unsrer Nationalsache sehr schadet, da er mit dem Centrum ging. Sobald unsren Brüdern in Schlesien oder Westfalen ein Unrecht geschieht, sei es von der Regierung, sei es vom Centrum. da wird in Abwehr die ganze polnische Vereinigung dastehen. Das Komitee würde im polnischen Volke die Ueberzeugung hervorrufen, daß das oberschlesische Volk nicht verlassen dasteht im schweren Kampfe für sein Nationalbewußtsein, sondern daß hinter ihm ganz Polen steht. Es wird e i n polnischer Gedanke, eine polnische Arbeit und eine polnische Politik ein. Das Komitee Ivird für uns in Oberschlesien und für unsre Landsleute kräftig in die Hand nehmen die Abwehr gegen die germanisierenden Gei st lichen. Die Geistlichen bedrücken uns, weil unsre national-polnische Bewegung noch jung ist und bisher auf die eigne Kraft angewiesen war. Wenn wir ein Komitee für ganz Deutschland haben werden, wird die germanisierende Geistlichkeit gezwungen, ihr Benehmen gegen unsre Nationalbewegung zu ändern. Wenn wir das Komitee haben werden, da wird der Brcslancr Bischof sich sicher bedenken, ehe er ein Hirtenschreiben heransgiebt, ditrch das er auf das tiefste unser polnisches Gefühl verletzt. Dann wird die Schimpferei aus der Kanzel aufhören."— Parteiführer-Gesuch. Zwischen Angeboten von alten Kleidern und gut erhaltenen Bräuten findet sich im„Berliner Tageblatt" dieses Inserat: Jude in geachteter socialer Stellung von einer Vereinigung deutsch« nationaler santisocialdemokratischer) Juden als führende Person- lichkeit gesucht. Meldung unter E. 5 Annoncenbureau, Kleine Frankfurterstraße 24. Da in der nächsten Zeit vermutlich auch noch einige andre antisocialdemokratische Parteiführerposten frei werden dürften, seien Reflektanten auf den Inseratenteil des„Berliner Tageblatt" aus- drücklich aufmerksam gemacht. Mosse macht alles.— Hudland. Oestreich-Ungarn. Oestreichische Justiz im Dienste der russischen Polizei. Dieser Tage haben zwei russische Socialisten das Gefängnis von Tarnopol (Galizien) verlassen, wo sie, der eine sechs, der andre vier Monate gesessen haben. Ihr Verbrechen war, daß sie versucht hatten, socialistische Litteratur nach Rußland einzuschmuggeln. Diese Litteratur ist in Oestreich nicht verboten. Die Verhaftung war auf Verlangen der russischen Grenzpolizei erfolgt, die auch die Auslieferung verlangte. Die östreichischen Behörden hätten diesem Verlangen wohl am liebsten nachgegeben. Die socialistische Presse Oestreichs schlug aber Lärm. und so wurden die beiden in„Untersuchungshaft" genommen, weil man hin- und herschwankte, ob man den östreichischen Gesetzen oder den Wünschen der russischen Polizei folgen sollte. Jetzt sind die beiden Russen an die schweizer Grenze gebracht worden.— Spanien. DaS neue Kabinett kündigt sich an. In einem heute ab- gehaltenen Ministerrat wurde beschlossen, morgen im Amtsblatte einen Erlaß zu veröffentlichen, durch welchen das Parlament der- tagt wird. Ferner wurde beschlossen, für das Gleichgewicht im Budget durch eine Reorganisation der öffentlichen Dienste und da- durch ermöglichte Verringerung der Ausgaben zu sorgen und den öffentlichen Kredit durch Besserung des Münzsystems zu sichern.— England. Der Heeresverstärkungs-Borschlag im englischen Oberhausc. Das Haus beriet gestern den Vorschlag der Regierung, 2S Mann Truppen in Südafrika beizubehalten. Dabei erklärte der Unter- staatssekretär des Kriegsamtes Earl of Hardwicke, 12 500 Mann dieser Truppen würden zur Verfügung Indiens gestellt werden. Im Fall des Ausbruchs eines Krieges sei die gegenwärtige Besatzung von Indien nicht genügend, und die Regierung könne die Sendung von Ver- slärkungen aus England nach Indien nicht gewährleisten: die einzige Möglichkeit, wenn man die geforderte Streitmacht in Südafrika nicht bei- behalten wolle, wäre die Vermehrung der ständigen Besatzung Indiens. Die Regierung sei bereit, für die Entsendung von 12 500 Mann von Afrika nach Indien im Falle von Feindseligkeiten einzustehen.— Der Herzog von Devonshire erklärte, England könne nicht die Thatsache ignorieren, daß die Grenzen von Rußland und Afghanistan jetzt aneinanderstoßen, noch auch die Thatsache, daß die Verbindungen zwischen Rußlands Grenze und seiner militärischen Basis jetzt fertig sind oder weit vorgeschritten seien. Die Regierung beabsichtige nicht, den Finanzen Indiens eine neue Last aufzubürden, so lange nicht die Auffassung der indischen Regierung darüber ein- gegangen sei. Der Regierungsvorschlag überhebe Indien einer Be- lastung, die es sonst würde zu tragen haben.— Zuckerkonvention. Der Staatssekretär für Indien Lord Hamilton erklärte im Unterhause, die indische Regierung gedenke nicht der Zuckerkonvention beizutreten. Kolonialminister Chamberlain äußerte sodann, daß keine Kolonien mit Selbstverwaltung der Zucker- konvention sich anzuschließen beabsichtigen. Auf eine andre Anfrage «rwiederte Chamberlain, er gewahre steinen Grund, warum England nicht alle Fabrikate liefern sollte, die gewöhnlich von fremden Ländern in die Kolonien eingeführt werden.— Rußland. Herr v. Plehwe. Ucber einen Versuch des russischen Ministers des Innern, die russischen Revolutionäre für seine Zwecke einzu- fangen, wird uns aus Rußland geschrieben: Wir haben schon oft Gelegenheit gehabt, auf die diplomatischen Neigungen des jetzigen russischen Ministers des Innern v. Plehwe hinzuweisen. Erstreckten sich diese Neigungen bis jetzt mehr auf das Inland, so haben die Proteste des Auslandes in der letzten Zeit den Minister bewogen, auch hier seine Jntriguen spielen zu lassen. Angethan hat es ihm besonders die Haltung der Presse des Auslandes gegenüber seinen Schurkereien in Kischinew. Nirgends sieht der Minister mehr eine hilfreiche Hand. Die Zeiten, wo der russische Absolutismus in der ausländischen Meinung noch Ver- leidiger fand, ist vorbei. Das Mißtrauen gegen den Zustand des Staatshaushaltes ist zusehends im Wachsen. Deshalb spielt v. Plehwe seine letzte Karte aus: er versucht die russifche Opposition zu übertölpeln und sie in seine Dienste zu stellen. Wie das ge- macht werden soll, erzählt in der neuesten Nummer des„Re- volutionären Nutzlands" einer von denen, auf die v. Plehwe es ab- gesehen hatte. Es lebt in Paris, so schreibt der Betreffende, ein Däne, der in engen Beziehungen zu dem französischen Auswärtigen Amt und dem russischen Botschafter steht. Im Monat Mai wendete sich nun dieser Däne an einen von seinen in Paris lebenden Landes- genossen, an den Verfasser eines großen Werkes über Finnland, der em ausgesprochener Demokrat ist, und bat diesen, ob es ihm nicht möglich sei, Beziehungen zu den Kreisen der russischen Re- volutionäre anzuknüpfen, mit denen der Minister Plehwe einen Waffenstillstand abschließen wolle. Der Minister beabsichtige näm- lich einige Reformen durchzuführen, woran er aber von der re- volutionären Propaganda verhindert werde, weshalb er mit der Opposition in Unterhandlungen treten wolle. Der Beauftragte er- klärte, chaß er selber aus den russischen Kreisen niemand kenne, er glaube aber, daß es ihm möglich sein werde, Finnländer zu finden, die mit der russischen Opposition Fühlung haben, und er seinerseits wolle mit seinen Freunden darüber sprechen, aber nur unter der Bedingung, daß in die Verhandlungen auch die finnischen Angelegenheiten hineingezogen werden. Der Gesandtschaftsrat, als was sich der erste Däne ausgab, erklärte darauf, er habe keine so weitgehenden Vollmachten, da aber der zweite auf nichts weiter eingehen wollte, so machte er ihn mit einer andren, dem Minister Plehwe näher stehenden Person bekannt, die sich in der ersten Zeit M— r Serge nannte. M— r Serge wechselte gleich Telegramme mit Plehwe, der sich einverstanden erklärte, auch die finnischen An- gelegenheiten in die Unterhandlungen einzubeziehen. Nun wurde der Gesandtschaftsrat mit einem in Paris lebenden Jinnländer bekannt und die Wünsche Plchwes erhielten eine greif- barere Form...Sie halten in Ihren Händen die Zukunft Ihres Vaterlandes," erklärte der Rat,„Sie können es zu einem Umschwung der russischen Politik in Finnland bringen usw." Ei müsse nur auf die russischen Revolutionäre einwirken, daß ein Waffenstillstand abgeschlossen werde und außerdem in die ausländische Presse Artikel lancieren, in denen das europäische Publikum überzeugt werde, daß die russische Regierung und besonders Plehwe Reformen einzu- führen wünsche, daß aber dies nicht möglich sei, wenn nicht das Land vorher zur Ruhe komme. Der Finnländer antwortete, daß er nichts unternehmen könne, bevor er nicht mit seinen Landesgenossen gesprochen habe. Es be- gannen weitere Unterhandlungen, an denen apch der M— r Serge teilnahm, der niemand andrer war, als der Chef der russischen Spione in Paris, Manuilow-Manasewitsch. Dem Finnländer sollte ein besonderer Patz zur Verfügung gestellt werden, und der Ge- sandtschaftsrat selber sollte ihn nach Petersburg begleiten, wo im Juli die Audienz bei dem Zaren stattfinden sollte, aber nur unter der Bedingung, daß der Finnländer gleich einen größeren Artikel oder eine Broschüre in der bezeichneten Richtung schreibe. Der Finnländer begab sich nach Stockholm und der Däne nach London, um dort in Fühlung mit den russischen Revolutionären zu kommen. Kiese empfingen die Botschaft mit homerischem Gelächter und die Finnländer in Stockholm ließen dem M— r Serge erklären, daß irgend welche Unterhandlungen bei der gegenwärtigen Lage der Dinge mit Plehwe nicht möglich seien. Wenn dieser zeigen wolle, daß seine Reformen nicht leere Worte seien, so solle er doch irgend welche ernsten Schritte thun. So endete diese diplomatische Aktion Plehwes, und was er er- reichen wollte: die Spaltung in der Opposition und ihre Demorali- sation, blieb ein Traum. � Die Vorgänge im Vatikan. Italienische Preßäußcrungen. Die italienischen Blätter„Osservatore Romano" und„Voce della Veritä" ergehen sich in den höchsten Lobpreisungen des verstorbenen Papstes.„Tribuna" meint, über Leos XIII. Wirken als Papst werde gestritten werden, vor seiner hohen Weisheit und Tugend aber müsse man sich neigen.„Popolo Romano" hebt hervor, daß es dem Verewigten gelungen sei. ernste Zwistigkeiten mit Italien zu vermeiden.„Jtalie" nennt die Regierung Leos XIH. eine ruhmreiche und sagt, sie habe nur den Anschein der UnVersöhnlichkeit gehabt.„Mefsaggero" meint, dem Pontifikate des verstorbenen Papstes könne vielleicht vorgeworfen werden, daß es die Kirche nicht habe mit der Civilisation fortschreiten lassen. Beileidsbekundungen. Die Souveräne aller Länder haben Depeschen des Beileids ge- sandt. Der deutfche Kaiser depeschierte: „Schmerzlich bewegt durch die soeben erhaltene Trauernach- richt, sende ich dem hohen Kardinalkollegium den Ausdruck meiner aufrichtigen Anteilnahme an dem schweren Verlust, welchen die römisch-katholische Kirche durch den Heimgang des Papstes Leo XIH. erlitten hat. Ich werde dem erhabenen Greise, der mir ein persönlicher Freund war und dessen fo autzerordent- liche Gaben des Herzens und des Geistes ich noch bei meiner letzten Anwesenheit in Rom, erst vor wenigen Wochen, erneut bewundern mußte, ein treues Andenken bewahren. Wilhelm I. E." Die Haltung der italienischen Regierung. Ministerpräsident Zanardelli hat die Präfekten telegraphisch angewiesen, den Leichenfeierlichkeiten für den verewigten Papst bei- zuwohnen, wenn sie von den kirchlichen Behörden dazu eingeladen werden. Der Ministerpräsident hat angeordnet, daß bis auf weiteres die Theater geschlossen werden und auf den öffentlichen Plätzen keine Konzerte stattfinden. Der Minister des Aeußern Morin hat das Ableben des Papstes den italienischen Missionen im Auslande mitgeteilt, die italienische Regierung ist aber amtlich vom Tode des Pap st es nicht in Kenntnis gesetzt worden. Infolge der bereits getroffenen Vereinbarungen wird die Regie- rung für die Aufrechterhaltung der Ordnung auf dem Petersplatze und in der Peterskirche während der Ausstellung der Leiche und während der Trauerfeierlichkeiten Sorge tragen. Dir Aufbnhrung des Toten. Rom, 21. Juli. Der Leichnam des Papstes ist noch immer im Sterbezimmer aufgebahrt. Außer den Nobelgarden halten beständig Ehren-Geheimkämmerer und Kammeradjutanten des verstorbenen Papstes Wacht. Pönitentiare der Peterskirche verrichten im an- stoßenden Gemach Gebete. Zahlreiche Personen werden zur Be- sichtigung der Leiche und zum Fußkusse in kleinen Gruppen zu- gelassen, nachdem sie besondere Erlaubnis des Majordomus erlangten. In allen päpstlichen Gemächern sind Fenster und Vorhänge ge- schlössen: überall brennen Wachskerzen in Armleuchtern. Die Leiche wird um 3 Uhr nach der geheimen Anticamera gebracht, wo sie um 5 Uhr einbalsamiert und sodann mit dem päpstlichen Ornat bekleidet werden wird: morgen abend wird sie nach der Peterskirche gebracht und dort zwei Tage ausgestellt werden. Die Umgebung des Vatikans ist von dem Kommen und Gehen der Wagen zahlreicher Würden- träger stetig belebt. Die Borbereitungen für das Conclave. Der„Verweser des Heiligen Stuhles", Kardinalkämmerer O r e g l i a. hat den Häuptern der drei Kardinalsordnungen mit- geteilt, daß er die Leitung der Geschäfte übernommen hat, und sie aufgefordert, die Borkehningcn für das Conclave zu treffen: ferner hat Kardinal Oreglia die in Rom anwesenden Kardinäle ersucht, zur ersten Kongregation zusammenzutreten, in welcher Mitteilung darüber gemacht werden wird, ob der verewigte Papst Verfügungen hinsichtlich des Conclaves hinterlassen hat, und in der die ersten Be- stimmungen über das Conclave getroffen werden. Man glaubt, daß die Bestimmungen, die für das letzte Conclave getroffen waren, zur Annahme gelangen werden. Oreglia hat im Vatikan Wohnung genommen. Die Kardinale Serafino Bannutelli, Di Pietro und Mncchi, als Häupter der drei Kardinalsordnungen, übernahmen die Leitung der geistlichen An- gelegenheiten. Kardinal Rampolla hat, nachdem er den Tod des Papstes amtlich mitgeteilt hatte, sein Amt als Staatssekretär nieder- gelegt. Er schickte sich auch an den Vatikan zu verlassen, aber Oreglia bat ihn, seine bisherige Wohnung zu behalten, was Rani- polla annahm. Am Dienstagvormittag traten die in Rom weilenden und die aus Italien herbeigeeilten Kardinäle— alle zum Zeichen der Trauer, im veilchenfarbcnen Gewände— in der Sala del Consistorio des Vatikans z u der ersten Versammmlung zur Vor- bereitung desConclaves zusammen. Die Beratungen waren geheim. Am Conclave werden voraussichtlich alle Kardinäle teilnehmen mit Ausnahme des Erzbischofs von Sidneh, Kardinals Moran, der durch die weite Entfernung daran verhindert ist. Nach der Versammlung empfingen die Kardinäle im gleichen Saale die Botschafter von Oesterreich-Ungarn. Frankreich, Spanien und Portugal, die dem Beileid ihrer Regierungen Ausdruck gaben. Infolge der Beschlüsse der Kardinalsversammlung begannen bereits die Bauarbeiten im Vatikan zur Vorbereitung des Conclaves. Im Damasushofe wurden alle Zugänge vermauert. Im Vatikan werden etwa 65 Wohnräume von je 2 bis 3 Zimmern für die Kardinäle mit ihren Sekretären und Conclavisten hergerichtet. Die Mahlzeiten werden die Kardinäle gemeinschaftlich einnehmen. In der Lala vuoals und der Paulinischen Kapelle werden Altäre zum Messelesen für sie errichtet. Die Wahlhandlung wird in Morgen- und Abend- sitzungen in der Sixtinischen Kapelle erfolgen, an deren Wänden die Sitze für die Kardinäle errichtet werden. Die Kardinäle werden am Abend de�31. Juli ins Conclave eintreten und am folgenden Morgen die erste Wahlversammlung abhalten. partei-l�admckten. Zum Parteitag. Durch die Parteipresse geht eine der„Schwäb. Tagwacht" entnommene Notiz, wonach der diesjährige Parteitag in Dresden in der Woche vom 20. bis 27. September stattfinden soll. Von zuständiger Seite wird uns dazu berichtet, daß über den Termin des Parteitags noch kein endgültiger Beschluß gefaßt worden ist, daß aber, sobald dies geschehen sein wird, Termin und provi- sorische Tagesordnung sofort in der nach der Partei-Organisation vorgeschriebenen Weise bekannt gemacht werden wird. Die Kreiskonfcrcnz des Wahlkreises Erfurt> Schleusingen- Ziegenrück, welche am Sonntag, den 19. Juli, im Gasthaus zur Ruth bei Suhl stattfand, war von 19 Delegierten aus 14 Orten besucht. Der Wahlkreis- Vorstand war durch zwei Mitglieder ver- treten. Der gedruckt vorliegende Jahresbericht und der Bericht von der verflossenen Reichstagswahl gab zu keinerlei Ausstellunge» Anlaß. Der Kassenbericht wies eine Einnahme von 7209,85 M. auf, demgegenüber steht eine Ausgabe von 7011,74 M. In Bezug auf Agitation und Organisation beschloß die Konferenz die Herausgabe des Kalenders auch in diesem Jahre. Die Beteiligung an den preußischen Landtagswahlen für beide Kreise wird beschlossen. Als Delegierter zum deutschen Parteitag wird von der Konferenz Genosse Michaelis- Erfurt in Vorschlag gebracht. Als Reichstags- Kandidat wurde Genosse Heinrich Schulz- Bremen einstimmig wieder aufgestellt. Unsre badischen Genossen rüsten schon zur Landtagswahl. Für den zweiten Pforzheimer Landtags-Wahlkreis wurde von ihnen der Genosse Adolf Geck aufgestellt. DaS Internationale Socialistische Sekretariat hat den Mitgliedern des Bureaus, das gegenwärtig in Brüssel vereinigt ist, einen Bericht unterbreitet, der über die Thätigkeit des Sekretariats im ersten Halbjahr 1903 Auskunft giebt. Danach hat das Sekretariat gemein« same parlamentarische Aktionen der socialistischen Parteien aller Länder in der macedonischen Frage und in der Frage der Militär- budgets in die Wege zu leiten gesucht. Ueber die politische Situation und die Arbeitsbedingungen in Argentinien, Südafrika uud Japan hat das Sekretariat Informationen eingezogen und veröffentlicht. ferner ist zur Maifeier, zum holländischen Generalstreik, den Metzeleien von Kischinew usw. Stellung genommen. Ueber die Sammlung der socialistischen Litteratur wird mitgeteilt, daß man im Sekretariat fortfahre, alle Publikationen der socialistischen Parteien aller Länder zu sammeln, ebenso die Protokolle der Gewerkschafts- kongresse, die Publikationen der statistischen Aemter der Regie- rungen 2C. Die Bibliothek enthält bereits 1500 Bücher und Broschüren, welche katalogisiert sind: außerdem ist ein Katalog der wichtigsten Werke der socialistischen Litteratur vorhanden. Das Sekretariat erhält fast sämtliche socialistischen Tageszeitungen und Revuen, sowie die bedeutendsten Gewerkschaftsblätter. Der Broschüre, welche die auf den internationalen Kongressen von 1839—1900 an- genommenen Resolutionen enthält, ivird bald eine zweite folgen, umfassend die Kongresse von 1866—1876. poll-eilickea» OerlcbtUches ufw. Der Amtsvorstrher und die Wohnung des Socialdemokrate«. Der in Schlesien sehr bekannte Parteigenosse. ZeitungSbote Schiwik, hatte zu Siemianowitz bei Laurahütte, in den so- genannten„Arbeiterwohnhäusern" gewohnt. Er wurde gekündigt und im Jahre 1901 exmittiert, nachdem der Amtsbor st eher, wie er später selber amtlich erklärte, dem Verwalter jener Häuser „Andeutungen" gemacht hatte, daß S ch i w i k für Ruhe und Frieden der Insassen der Arbeiterwohnhäuser gefährlich werden könnte. S ch i w i k s Sachen, die nach der Exmission bei Regenwetter im Freien standen, verdarben zum großen Teil. Sch. verklagte den Amtsvorsteher G n ä r i g beim Civilgericht auf Schadensersatz in Höhe von 300 M. Er machte geltend, er habe keine andre Wohnung finden können und habe sich deshalb mit dem Antrage an den Amtsvorsteher gewandt, für ihn, seine Familie und seine Sachen Sorge zu tragen. Das habe der Amtsvorsteher nicht in ausreichendem Maße gethan. Die Sachen hätten bei schlechtester Witterung im Freien stehen bleiben mllffen.— Die Re- gierung zu Oppeln erhob, bevor verhandelt wurde, den Konflikt im Interesse des Amtsvorstehers und führte aus: Der Amtsvorsteher als Polizeiverwalter habe genug gethan, um die Notlage des Klägers zu beseitigen. Er habe auf S ch i w i k» Gesuch diesem die Aufnahme seiner Familie in das Hedwigs-Stist angeboten und ihn selber habe er in der Krankenbaracke unterbringen wollen. S ch i w i k sei aber darauf nicht eingegangen und habe sich mit einer Beschwerde an den Landrat zu Kattowitz gewandt. Er habe seine Familie bei Bekannten untergebracht und habe sich zum Beziehen der Baracke erst verstanden, als ihm der Landrat einen ablehnenden Bescheid erteilte. Daß die Sachen so lange auf der Straße standen, sei sein eignes Verschulden.— S ch i w i k erwiderte, daß ihm der Amtsvorsteher erst drei Tage nach der Exmission die Wohnung in der Krankenbaracke angewiesen habe. Er hätte nicht gewußt, wo mit den Sachen hin. Der Amtsvorsteher trage überhaupt an der ganzen Sache die Schuld, da er den Ver- Walter der Arbeiterwohnhäuser überredet habe, ihn zu kündigen, weil er Socialdemokrat sei.— Hierauf machte der Amts- Vorsteher das oben mitgeteilte Zugeständnis bezüglich der„Anden- tungen" über die Gefährlichkeit Sch's. für Ruhe und Frieden der Bewohner jener Häuser, blieb aber dabei, daß er genügend gethan habe, dem Kläger in seiner Notlage jder vom Amts- Vorsteher indirekt erst verursachten I) beizustehen. Sch. habe aber eine Wohnung wie bisher haben wollen. Das Ober-Bcrwal- tungsgericht erklärte den Konflikt für begründet, so daß das Klage- verfahren gegen den Amtsvorsteher endgültig einzustellen ist. ES nahm an, daß dem Amtsvorsteher eine Ueberschreitung seiner Amtsbefugnisse oder eine diese verletzende Unterlassung nicht zur Last falle. Nach diesem Entscheid des Ober-VerwaltungSgerichts ist in Zukunft jeder Socialdemokrat den Gehässigkeiten chikanöser Verwaltungsbeamten schutzlos ausgeliefert. Wenn derselbe schlau genug ist, sich in einem Rahmen zu halten, welcher der Regierung noch die Einlegung des Konflikts ermöglicht(und das ist, ivie Figura zeigt, nicht schwer), dann wird er dem auf die Straße gesetzten und von Ort zu Ort gehetzten Socialdemokraten nie eine Möglichkeit geben, seinen Gegner gerichtlich verantwortlich zu machen. Er selbst aber möge sich wohl hüten, auf die Thaten seines amtlichen Gegners auch nur mit entsprechenden Worten zu erwidern: der Staatsanwalt wird ihn dann unweigerlich„im öffentlichen Interesse" beim Schlawittchen nehmen— und das:„Von Rechts wegen I"— — Der Herr Polizeipräsident von Magdeburg widmet schmeichel- hasterweise seine Aufmerksamkeit nach wie vor der dortigen„Volks- stimme" in einer Weise, daß sich diejenigen Arbeiter, die noch immer die sogenannte unparteiische Presse bevorzugen, ein Beispiel an dieser polizeilichen Vorliebe für das socialistische Organ nehmen könnten. Nachdem der Herr Polizeipräsident neu- lich„höchst eigenhändig" entdeckt hatte, daß ein Ausschnitt unsres ParteiblattcS, den man in das Fenster der Buch- Handlung geklebt hatte, keine Druckfirma trug, ist ihm jetzt auf- gefallen, daß zwei von ihm der„Volksstimme" eingesandte Be« richtigungcn nicht in derselben Schrift veröffentlicht wurden, wie die von ihm angeblich berichtigte Notiz. Genosse Albert als verantwortlicher Redatteur der„Volkssttmme" hatte seiner dies- bezüglichen Sünden wegen bereits zwei hochnotpeinliche richterliche Vernehmungen zu bestehen: die Aktenstücke sind schon recht ge- schwollen. Und das alles, damit die„Volksstimme" die Berichtigungen noch einmal, und zwar in der von dem Herrn Polizeipräsidenten gewünschten Schriftsorte, bringt, denn eine Bestrafung des Sünders kann nach§ 19 des Preßgesetzcs nur erfolgen, wenn er nicht in gutem Glauben handelte, sondern böswillig eine andre Schriftart anordnete. Kann ihm Bös- Willigkeit nicht nachgewiesen werden, so wird er von Strafe und Kosten freigesprochen und nur die nachttägliche Aufnahme an- geordnet.— Die Magdeburger„Volksstimme" aber hat eine Bomben» reklame mehr. — Genosse Dänmig vom Halleschen„Volksblatt" wurde seiner Zeit wegen Beleidigung eines Arbeiters zu der horrenden Strafe von einein Jahr Gefängnis verurteilt. Auf seinen Anttag hat das Landgericht die Wiederaufnahme des Verfahrens beschlossen und der Staatsanwalt ist dem Beschlüsse beigetretest. Hoffentlich schneidet unser Kollege bei der erneuten Verhandlung günstiger ab. Aus Induftrie und Dandel. Die Handelskammer zu Blauen veröffentlicht ihren Jahresbericht für 1902. Ueber die allgemeine Lage der hauptsächlichsten Industrien des Bezirks wird darin ausgeführt: Die Berhältnisse im Ruhrkohlenrevier veranlassen den Vorstand des Bergarbeiter- Verbandes zu folgendem Aufruf: der die Abstellung von Mißstanoen forderte, gemaßregelt wurde. Arbeitsmaterial der Möbelpolierer untersucht werde. An den Vors Sämtliche Ausständige sind organisiert. Zuzug ist fernzuhalten. trag, der lebhaften Beifall fand, schloß sich eine Besprechung über ausgesetzt sind. Namentlich wurde auch erwähnt, wie teilweise die verschiedenen frankmachenden Einflüsse, denen die Möbelpolierer Achtung, Arbeiter! Fortwährend gehen uns jetzt Nachrichten zu Lumpen in ungereinigtem Zustande zum Polieren verwandt werden Das Jahr 1902 hat der Industrie und dem Handel des über Bechenagenten, die außerhalb des Ruhrkohlengebietes Arbeiter und so mir zu leicht zur Uebertragung von Krankheiten führen Kammerbezirks teine weitere Verschlechterung ihrer Lage gebracht. anwerben für die Ruhrzechen. Die Werber zeigen als Lockmittel weitere Verfolgung der Angelegenheit zu überlassen. fönnen. Die Generalversammlung beschloß, dem Vorstand die Vielmehr zeigten sich die Anfänge einer Besserung, an der nament- Lohnbücher vor, in denen Bergmannslöhne von 180-200 m. monat- weitere Verfolgung der Angelegenheit zu überlassen. lich die verschiedenen Zweige der für den Kammerbezirk ausschlag lich angegeben sind. Es soll der Anschein erweckt werden, solche Vorstandes. Im verflossenen Quartal tamen in fünf Werkstätten Darauf erstattete der Vorsitzende Schulz den Bericht des gebenden Textilindustrie teil hatten, während der Erwerbszweig, Löhne seien auf Ruhrzechen üblich. von dem der Rückschlag der wirtschaftlichen Lage in der zweiten Wir stellen fest, daß Monatslöhne von 180-200 M. von Differenzen vor, die sämtlich zu Gunsten der Arbeiter geregelt wurden. Hälfte des Jahres 1900 feinen Ausgang nahm, die Eisenindustrie, Ruhrbergleuten uns nicht bekannt sind, wohl aber können von der Mai- Aussperrung wurden in diesem Jahre nur 30 Kollegen auch im Berichtsjahre nur eine geringe Erholung gegenüber dem wir massenhaft Hauerlöhne von 60-80 M. für 25-27 Schichten gliedern gedruckt vorlag, weist in 11 Werkstätten betroffen. Der Kassenbericht, der den MitVorjahre zu verzeichnen hatte. Von den einzelnen Zweigen der nachweisen! Zur Zeit ist es gar nicht selten, daß tüchtige Hauer 6862,81 M. eine Einnahme von 14 986,56 M. auf, die Ausgaben gliedern gedruckt vorlag, weist einschließlich des alten Bestandes von Tertilindustrie konnte die im Kammerbezirke besonders ausgedehnte an den Ruhrzechen mit 2-3 M. Gedingelohn nach Hause geschickt betrugen 4982,96 m., so daß ein Bestand von 10 003,60 m. übrig ist einschließlich des alten Beſtandes von Wollindustrie dank der langsam, aber gleichmäßig ansteigenden Be- werden, oft mit noch weniger. Dazu herrscht augenblicklich das bleibt. Dem Kassierer Schunte wurde einstimmig Decharge erteilt. betrugen 4982,96 M., so daß ein Bestand von 10003,60 M. übrig wegung der Wollpreise und der damit verbundenen Anregung des Wagennullen" und das sonstige Strafunwesen in der skandalösesten Jm Arbeitsnachweis haben sich im verflossenen Halbjahr 1942 Konsums fast in allen ihren Teilen den Betrieb voll aufrecht er- Weise. Berliner Blätter verbreiten folgende Notiz: halten; in manchen Zweigen, z. B. in der Wolltämmerei, der Kamm" In der Umgegend von Herne gab es in letzter Zeit auch Arbeitslose einschreiben lassen, Stellenangebote waren 1240 zu vergarn- und der Streichgarnspinnerei, der Treuener Weberei von schon Lohnaufbesserungen infolge der stark grassierenden für das erste Halbjahr 1902 waren: 1569, 718 und 630, 10 daß zeichnen, erledigt wurden davon 1079. Die entsprechenden Zahlen Tüchern, der Streichgarntveberei, war die Beschäftigung als gut, Wurmkrankheit und durch die Zunahme des Wagen also jetzt ein gegen Ende des Jahres fogar als flott zu bezeichnen, wobei in den starker Aufschivung des Arbeitsnachweises des erstgenannten Geschäftszweigen Ueberstunden nicht immer zu ver meiden waren. Dagegen war der Geschäftsgang in der Weberei und der Appretur von Kammgarnstoffen sowie in dem Handel und der Reinigung von Wollabfällen und in der Herstellung von Kunst wolle ungünstig. Nullens. # Auch die Baumwollindustrie des Bezirkes zeigte eine gewisselungen die Kameraden durch ihre Lohnbücher nachwiefen. Arbeitermangel herrscht erst recht nicht!!! Das Bechenbie Löhne außerordentlich verschieden sind. Als Durchschnittslohn Besserung, an der allerdings die Bauwollspinnerei nicht beteiligt war. Vielmehr war für diese das Jahr 1902 eines der schlechtesten feit Bestehen der Industrie. Dagegen war die Vigognespinnerei fast in allen Betrieben voll beschäftigt, obwohl der Ertrag auch hier infolge der geringen Spannung zwischen den Preisen der Rohmaterialien und des Endfabrikates faum als zufriedenstellend gelten fann. Die Zwirnereien, insbesondere die Stickgarnzwirnereien, erreichten ein sehr gutes Resultat. Die Baumwollweberei konnte eine Vergrößerung ihres Umfazes erzielen, so daß Betriebseinschränkungen im allgemeinen vermieden wurden, obwohl namentlich in den ersten Sommermonaten viel auf Lager gearbeitet werden mußte. Die Preise waren auch hier niedrige. Das Gleiche gilt auch von den Webereien von Kongreßstoffen. Ebenso war in der Tüllgardinenweberei eine wesentliche Erleichterung der GeschäftsTage gegenüber dem gerade für diese Industrie sehr ungünstigen Vorjahre zu beobachten. Bezüglich der Lohnverhältnisse heißt es in dem Bericht: Die Lage der Arbeiter war im allgemeinen eine günstige. Die Löhne waren auch im Berichtsjahre ziemlich hoch und wurden zum Teil sogar trot ungünstiger Geschäftslage aufgebessert, indem namentlich die von der Spißen- und Stickerei- Industrie gezahlten hohen Löhne bewirkten, daß auch in den Zweigen der Textilindustrie, deren geschäftliche Lage zu Lohnerhöhungen keine Veranlassung geboten hätte, doch solche vorgenommen werden mußten, da andrenfalls der schon vorhandene Mangel an Arbeitskräften noch größere, den Betrieb schädigende Ausdehnung angenommen hätte. Lohnherabsetzungen sind nur selten eingetreten, während allerdings besonders in der Kohlen- und Eiſenindustrie der Gesamtverdienst der Arbeiter durch Einlegen von Feierschichten und sonstige Produktionsbeschränkungen verringert worden ist. Kann es Tolleres geben? Also durch Lohnabzüge soll der Lohn Verbandes zu konstatieren ist, wogegen, wie der Redner zahlenaufgebessert werden! Wir raten allen Arbeitern, sich durch keine mäßig nachwies, die Arbeitsvermittlung im Innungsnachweis start schönfärbenden Berichte zum Einwandern in das Ruhrgebiet verleiten zurückgegangen ist. Die Geschäftslage ist im allgemeinen etwas zu leiten. Hier sinkt der Lohn immer noch, wie in den Versamm- besser als im vorigen Jahr. Hierauf berichteten die Bevoll mächtigten der einzelnen Bezirke über ihre Thätigkeit. Im Osten wurde in 52 Werkstätten eine Statistit aufgenommen, die ergab, daß wurde 25,25 M. ermittelt, als niedrigster Lohn 15 M. Zieht man die Zeiten der Arbeitslosigkeit in Betracht, so zeigt es sich, daß die Löhne der Möbelpolierer höchst unzureichend sind. Im übrigen ergaben die Berichte, daß die Thätigkeit infolge der Beteiligung der Mitglieder an der Wahlagitation nicht in dem Maße entfaltet werden konnte, als es sonst der Fall war. organ, die" Rheinisch- Westfälische Zeitung", teilt eben jetzt mit, daß angeblich die Zechenüberschüsse im Juni schlechter seien. Das Werksblatt erklärt dies wie folgt: " Der Grund für die schlechteren Ergebnisse ist in erster Linie darin zu suchen, daß der Monat Juni nur 23 Arbeitstage( Mai 24 Arbeitstage) hatte. Ferner ging der Effekt pro Mann und Schicht dadurch zurück, daß eine Reihe Arbeiter vom Betrieb fernblieben, infolge Wurmkrankheit, die vorübergehend Arbeitermangel mit fich führte. Es ist bekannt, daß der Monat Juni durchweg die schlechtesten Ergebnisse von allen Monaten des Geschäftsjahres ergiebt." Die Filiale Berlin des Unterstützungsvereins der Kupferschmiede Deutschlands hielt am 18. Juli ihre Generalversammlung ab. Nach dem vorliegenden Kassenbericht vom 2. Quartal 1903 hatte die Centralkasse inkl. eines Bestandes von 612,29 M. von Also es trifft schon ein, was wir warnend voraussagten: Die ersten Quartal eine Einnahme von 2972,09 M. und eine Ausgabe Wurmscuche ist auf den Ruhrgruben so stark eingenistet, daß viele von 2356,94 m., bleibt ein Bestand von 615,15 M., wovon Arbeiter arbeitsunfähig wurden, wodurch für den betreffenden Betrieb 200 M. an die Centralfasse nach Hamburg geschickt worden sind. vorübergehend Arbeitermangel" eintrat! In die verfeuchten Gruben Der Rest berblieb der Filiale. Die schon das dritte Jahr anhaltende wollen die Zechenagenten nun neue Arbeiter locken, damit die außerordentlich große Arbeitslosigkeit in unsrer Branche verursachte Wurmseuche weitere Voltsteile ruiniert!!! Die von uns vor eine Ausgabe von 1275,75. für Arbeitslosenunterstügung geschlagenen fanitären Maßregeln werden nicht ergriffen, statt und 817,48 M. für Reise- Unterstützung. Die Zahl der deffen sollen bisher gesunde Arbeiter von außen hergeholt werden, Mitglieder stieg von 392 auf 403. Die Filialtasse hatte die natürlich auch wurmfrank werden! Schon giebt es zahlreiche inkl. eines Bestandes von 128,43 M. vom ersten Quartal eine wurmtranke Ruhrbergleute, die böllig arbeitsunfähig, Ginnahme von 706,70 M. und eine Ausgabe von 645,63 M., bleibt ohne Hilfe, auf das öffentliche Mitleid angewiesen find; die Bechen ein Bestand von 61,07 M. Der Dispositionsfonds hatte intl. eines nehmen die Armen nicht wieder an. Dadurch kommt unermeßliches Bestandes von 2041,16 M. eine Einnahme von 2539,79 M. und eine Elend über die Bevölkerung im Ruhrgebiet, und nun will man auch Ausgabe von 306,20 M., bleibt Bestand 2233,59 M. Nachdem die noch weitere Arbeitskräfte dem Unglück zuführen. Revisoren den Revisionsbefund mitgeteilt hatten, wurde der Kassierer Wir warnen dringend alle Arbeiter, auf die Lockrufe der Bechen- entlastet. Die Versammlung beschloß, den Ausschluß des Kollegen agenten zu hören! Bei Arbeitsangeboten aus dem Ruhrgebiet Mudra wegen Arbeitens unter dem Minimallohn beim Centralmögen sich die Betreffenden direkt an den Unterzeichneten vorstande zu beantragen. Als Ersatzmann in die Statutenberatungswenden, er wird zuverlässige Auskunft über die Arbeiter- Kommission wurde Jollege E. Ladner gewählt. verhältnisse im Ruhrbergbau erteilen. Der Vorstand des Bergarbeiter Verbandes J. A.: H. Sachse, Bochum. NB. Alle bollsfreundlichen Blätter bitten wir um Verbreitung Sociales. Adlershof. Der hiesige Wahlverein hielt am 16. Juli im Fechnerschen Lokal eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Geund seine Dichtungen". Die lebenswarmen, den großen Dichter mit noise Bartels- Berlin einen Vortrag hielt über„ Heinrich Heine feinen Vorzügen und Schwächen der zahlreichen Zuhörerschaft nahe bringenden Schilderungen des Referenten, sowie die Recitation einiger Gedichte durch denselben erweckten allseitiges Interesse, das in der nachfolgenden Diskussion deutlich zum Ausdruck kam. Nach Berlesen des vorläufigen Kassenberichts für das dritte Quartal der Mitgliederstand beträgt zur Zeit 216 sowie nach Erledigung andrer Vereinsangelegenheiten erfolgte um 12 Uhr Schluß der Vers sammlung. Korporation der Aeltesten der Kaufmannschaft. Die„ Korrespondenz der Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin" enthält eine Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Korporation für das Jahr 1902. Danach stellten sich insgesamt die Einnahmen auf des vorstehenden Aufrufs. 1 100 465 M. Dagegen erforderten die Besoldungen der Beamten 158 312 M., andre persönliche Ausgaben 16 346 M., Pensionen und Unterstützungen 2c. 13 607 M., sachliche Verwaltungs- und allgemeine Ausgaben für den Grundbesitz 75 935 Mark, Der englische Arbeitsmarkt im Juni zeigt gegenüber dem Mai öffentliche Abgaben und Lasten 39 230 Mart, Heizungskosten eine Verschlechterung. In den 226 Gewerkschaften mit einer Mit 14 277 M., amtliche Kursberichte 22 972 M., Lesehalle 3345 M., gliederzahl von 556 695, von denen Berichte im Arbeitsamt Bibliothek 11 560 M., sonstige Ausgaben 50 221 M., Ausgaben im einliefen, wurden Ende Juni 24 804 oder 4,5 Proz. ArbeitsInteresse des Handels und der Industrie 10 130 M., Bildungsanstalten lose gezählt. Im Monat Mai waren in denselben nur 4,0 Proz., 11 995 M., für allgemeine und Wohlthätigkeitszwecke 55 155 M., im Monat Juni des Vorjahres 4,2 Prozent Arbeitsloser faufmännische Fortbildungsschulen 98 709 M., Verzinsung der Schuld vorhanden. Die Zahl der im Juni begonnenen Streits der Korporation 145 181 m., Tilgung der Schulb 130 000 m., betrug 17 mit 5601 Streifenden; insgesamt waren 12 314 Personen Handels- Hochschule, erste Rate 150 000. Der Ueberschuß für 1902 direkt oder indirekt von den Konflikten berührt. Von den beträgt 91 683 M. 12 Streifs, die im Monat Juni zu Ende gingen, wurden 6 für die werblich thätiger Frauen und Mädchen Nixdorfs findet am DonnersGewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. -Aus der Frauenbewegung. Rigdorf. Die nächste Mitgliederversammlung des Vereins ges Arbeiter gewonnen, 2 verloren und 4 endeten durch Kompromiß. Die Veränderungen in der Lohnhöhe, welche das tag, den 23. Juli, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Thiel, Arbeitsamt zur Feststellung der Lage des Arbeitsmarktes Bergstr. 151/52( fleiner Saal), statt. Referentin: Frau Thiede. regelmäßig mit heranzieht, ergiebt ein wenig erfreuliches Vortrag über:" Frauenarbeit und Frauenorganisation". Die MitBild. Eine Aenderung in der Lohnhöhe trat für ins- glieder werden gebeten, behufs Kontrolle die Quittungsbücher mitgesamt 116 500 Personen. nur zubringen. Damen und Herren haben als Gäste Zutritt. Die Leitergerüstbauer nahmen am Sonntag in ihrer Versammlung Von diesen erlangten Stellung zu dem Bericht der Sektionsleitung über den Anschluß an den paritätischen Arbeitsnachweis für das Dachdecker- 7115 Personen eine Erhöhung, 109 350 dagegen mußten sich einen Gewerbe und der verwandten Berufe. Nach einer sehr lebhaften Abzug gefallen lassen. Dieser betrug insgesamt 130 000 m. pro Debatte stimmten Zweidrittel der Anivesenden für Anschluß an den Woche, was auf den Kopf pro Woche etiva 1,15 M. ausmacht. paritätischen Arbeitsnachweis und wurden Walter als Vertreter und Winkler als Ersatzmann in das Kuratorium gewählt. Betreffs der Kontrolle der Arbeitsvermittelung wurden die Vorschläge der Organisation gut geheißen und angenommen. Deutfches Reich. " Verfammlungen. Montag u. a. mit der Einführung des neuen Lohntarifs die weiteren -Adlershof. Am Donnerstag, den 23. ds. Mts., abends 8 Uhr, findet im Saale von Meißner, Bismarckstr. 60, eine öffentliche Versammlung für Frauen und Männer statt. Referent: Stadtverordneter Dr. Alfred Bernstein über:„ Die kommunale Gesundheitspflege". Zahlreiches Erscheinen der Frauen und Männer erwartet Die weibliche Vertrauensperson. Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Glaser befaßten sich in ihrer Mitgliederversammlung am Eine Formeraussperrung droht zu Friedland in Mecklenburg, Beim Abschluß der vorjährigen Lohnbewegung war im Ottober mit Die Former des„ Friedländer Eisenwerkes" sind im Laufe von zwei den Arbeitgebern die Vereinbarung getroffen, daß vom 1. August Frankfurt a. M., 21. Juli.( B. H.) Der Sultan entsetzte Jahren mit Abzügen bedacht worden derart, daß ihr Verdienst dieses Jahres ab eine Erhöhung der Stunden vorgestern den Finanzminister Reschad feines Amtes, gab es ihm zwischen 12 bis 15 M. pro Woche schwankt, in Einzelfällen sogar löhne erfolgen solle und zwar auf 60 Pf. für perfekte Arbeiter, aber gestern wieder zurück. Beim See Amatowo, im Wilajet bis auf weniger als 10 M. Herunter fintt. Die Arbeiter haben mun in 55 Pf. für schwächere Kräfte und 50 Pf. für Gesellen, die im ersten Saloniti, operieren seit Wochenfrist zwei türkische Bataillone gegen einer mehr als höflichen Weise Aufbefferung verlangt. Als Ant- Jahre nach beendeter Lehrzeit stehen, und solche, die durch Alter, 200 Insurgenten. wort darauf ist ihnen das Anfinnen gestellt worden, aus der Dr Invalidität oder Unfall minderleistungsfähig geworden sind. Die Laibach, 21. Juli.( B. H.) In Laibach, Bornschloß ganisation auszutreten. Sogar zum Bürgermeister wurden sie be- Bersammlung beschloß, strikte auf die Innehaltung dieser neuen und Altenmarkt brannten 88 Wohnhäuser nieder; ein stellt, der sie zu diesem Schritt überreden wollte. Sie haben diese Tariffäße zu dringen. Arbeitgeber, die vom 1. August ab die Mann und mehrere Kinder kamen in den Flammen um. Zumutung energisch zurückgewiesen und sind infolgedessen erhöhten Löhne nicht zahlen, sind sofort dem Vorstande zu Budapest, 21. Juli.( W. T. B.) Die Zahl der ausDa der Unternehmer in den melden, der alsdann alle gekündigt worden. erforderlichen Maßständigen Arbeiter der Aninaer Werke der östreichischBeitungen nach Ersatzkräften für die Gekündigten sucht, sei vor Zuzug nahmen zur Durchführung des Tarifs in die Wege zu leiten ungarischen Staatsbahn- Gesellschaft übersteigt 1800. Der Temesbon Formern nach Friedland gewarnt. hat. Die Abrechnungen vom zweiten Duartal gab Thilo; ihm barer Gewerbe- Inspektor ersuchte den Handelsminister um Ent Streifende Arbeitswillige! Die Aussperrung in Hannover Hat wurde einstimmig Decharge erteilt. Fauerbach berichtete fodann, sendung eines Vermittlers zur Behebung der Lohndifferenzen. eine sonderbare Wendung dadurch genommen, daß plötzlich die daß die Schlichtungskommission sechsmal zusammengetreten sei und Genf, 21. Juli.( B. H.) Die Regierung hat jede öffent importierten Galizier die Arbeit verweigern. Sie geben an, von bemerkte dabei, ein gut Teil der einzelnen Differenzen sei durch liche Kundgebung der Streifenden sowie das Anden Meistern betrogen zu sein.- Dem Volkswille" haben die eigne Schuld der Kollegen entstanden, weil diese die Abmachungen schlagen des Streitprotokolls berboten. Zahlreiche Italiener Kontrafte der Leute vorgelegen. Man hat die gewöhnlichen Feld- über die Handhabung der Arbeitsvermittlung nicht genügend inne- haben die Stadt verlassen. Patrouillen durchziehen die Straßen. arbeiter- Verpflichtungsscheine als Vertrag benutzt, die in deutscher halten, sondern vielfach noch selbst umschauen" gehen. Auf dem Petersburg, 21. Juli.( W. T. B.) Die heutige Gesetzsammlung und polnischer Sprache gedruckt sind. An Lohn ist für Maurer Arbeitsnachweis find im letzten Halbjahr 600 Arbeitslose ein- veröffentlicht am 1. Januar 1904 in Straft tretende Best im 50 Pf., für Bauarbeiter 35 Pf. ausgemacht. Die Kochfrau geschrieben gewesen, ein Zeichen für die Depression im Gewerbe; mungen über die Einfuhr ausländischer Waren bekommt 1,50 Mark. Außerdem gewährt das Baugewerken- bermittelt wurden ca. 320 Stellen; arbeitslos waren am 1. Juli aus europäischen Ländern, sowie Bestimmungen über veterinärAmt noch jedem Arbeiter gemeinschaftliche Wohnung nach noch 72 Kollegen. Nur ein Drittel der im Beruf thätigen Gesellen polizeiliche Maßnahmen zur Vorbeugung und Unterdrückung von Geschlechtern getrennt, freie Schlafräume, Lagerstatt und eine wollene hatten ständige Beschäftigung. Als Mitglied der Schlichtungs- Viehseuchen. Dece. In Jaroslan find den Arbeitern 5,10 M. Vorschuß gezahlt fommission und gleichzeitig auch der Bauarbeiterschutz- Kommission London, 21. Juli.( W. T. B.) Unter dem Vorsiz des Herzogs worden und die Arbeitgeber sind verpflichtet, die Reise nebst wurde erause und in die Agitationskommission Schumacher v. Sutherland tagte heute nachmittag eine Versammlung von hervorSpesen nach Hannover und wieder zurück nach Jaroslau zu be- gewählt. ragenden konservativen und liberalen Mitgliedern des Oberhauses zahlen. Angenommen sind die Arbeiter bis Ende Oktober. Außerdem Der Verband der Möbelpolierer hielt am Montag im Lokale und des Unterhauses, welche für eine Vorzugsbehandlung ist vereinbart, daß der Arbeitgeber jede Woche 3 M. vom Lohn als Große Frankfurterstraße 117 seine Generalversammlung ab. Als der Kolonien eintraten. Die Versammlung beschloß die Gründung Staution einbehalten darf bis zur Höhe von 30 M. Beim ordnungsmäßigen erster Punkt der Tagesordnung wurde ein Vortrag von Dr. Woll- einer Tarifreform- Liga, deren Hauptziel es sein soll, eine Abgange wird das Geld ausbezahlt. Am Schlusse des Vertrages he im gesetzt über:" Die schädlichen Wirkungen des Prüfung des Bolltarifs zum Schuße der Industrien heißt es: Polizeilicher Schutz wird den Arbeitern zu benaturierten Spiritus". Der Redner führte aus, daß des vereinigten Königreichs herbeizuführen und die Hilfsquellen des gesichert, fowohl bei der Arbeit als auch in ihrer Wohnung." zwar nicht nachzuweisen sei, daß das Pyridin, das jetzt hauptsächlich Landes zu sichern und weiter zu entwickeln. Es wurde ein Arbeits-Wer hat wohl die Herren Arbeitgeber autorisiert, den Galiziern als Denaturierungsmittel des Spiritus zur Verwendung kommt, die ausschuß gebildet und der Herzog von Sutherland zum Vorsitzenden „ polizeilichen Schutz" zuzusprechen? War es die Polizeibehörde, die direkte Ursache specifischer Berufskrankheiten der Möbelpolierer bildet, desselben gewählt. Die Liga beabsichtigt eine Propaganda durch es ermöglichte, daß die Leute daraufhin ein Land aufsuchten, aus daß aber dieser Stoff durch seinen ekelerregenden Geruch unzweifelhaft ganz England. dem sie nun anscheinend aus öffentlichen Mitteln wieder fort- außerordentlich schädlich auf den ganzen Organismus einwirte und London, 21. Juli.( W. T. B.) Unterhaus. Fortsetzung, geschafft werden müssen? Oder haben auch in diesem Falle dadurch, daß er Kopfschmerz erzeuge, auf die Intelligenz lähmend Die dritte Lesung der irischen Landbill wird mit 317 gegen Die Herren Unternehmer etwas versprochen, was zu halten einwirte und das Allgemeinbefinden herabdrücke, die indirekte Ursache 20 Stimmen angenommen, nachdem Vertreter aller Parteien gar nicht in ihrer Macht lag? Sei dem wie ihm wolle: so andrer Krankheiten sei. Darum müsse verlangt werden, daß die ihre freudige Zustimmung zu der Bill ausgesprochen haben. arbeitswillige" Clemente, wie die Herren Unternehmer glaubten, Verwendung von Pyridinspiritus zum Möbelpolieren verboten werde. London, 21. Juli. Das„ Reutersche Bureau" erfährt aus amtscheinen ihre mühsam importierten Rausreißer doch nicht zu sein. Der Redner empfahl schließlich, eine dementsprechende Petition an licher Quelle, daß in Iquique einige Krankheitsfälle vorWenn auch die Rausreißer rebellisch werden, vertragen sie sich doch den Bundesrat zu senden. Da zur Zeit auch von einflußreicher in- gekommen sind, die auf Beulenpest schließen lassen. Der wohl lieber mit ihren bewährten einheimischen Arbeitskräften. dustrieller Seite gegen die Denaturierung mit Pyridin vorgegangen Gesundheitszustand in Valparaiso sei befriedigend, und es habe sich Steinseher. In Dessau haben die bei dem Unternehmer Niemann werde, hätte eine derartige Petition mehr Aussicht auf Erfolg als früher. auch in den übrigen Teilen Chiles nichts ereignet, was zur beschäftigten Steinsetzer die Arbeit niedergelegt, weil ein Kollege, Sie müsse ausgedehnt werden auf das Verlangen, daß das sämtliche Beunruhigung Anlaß geben könnte. " Berantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 168. 20. Jahrgang. KcilU iits.Amiirts" Kcrlim Solhlilntt. Mittlvoch, 22. Juli 1903. Prozeß gegen die Pommernbank. Nach Eröffnung der Sitzung erteilt der Vorsitzende Landgerichts- Direktor H e i d r i ch sofort dem Staatsanwalt Beeck das Wort zur Entgegnung auf die Ausführungen der Verteidiger. Der Staatsanwalt erklärt, daß er sich darauf beschränken werde, einzelne Punkte herauszugreifen, da es nicht Zweck dieser Ver- Handlung sein könne, daß sich Staatsanwalt und Verteidiger gegen- seitig überzeugen und da er die feste Ueberzeugung habe, daß es weder ihm, noch der Verteidigung durch ihre Redner gelingen werde, das Bild, das sich der Gerichtshof auf Grund der mündlichen Verhandlung gebildet haben dürfte, wesentlich zu verändern. Er halte auch nach den Reden der Verteidiger die Anklage durch- aus aufrecht und gebe auch nicht einen fußbreit von d e m B o d e n d e r A n k l a g e auf! In fast einstündigem Vortrage sucht der Staatsanwalt die einzelne» Einwendungen der Verteidiger zu widerlegen. Er betont unter anderm nochmals. daß ein Hypothekenbank- Direktor, der Pfand- briefe ohne genügende Unterlagen ausgiebt, nach seiner Meinung mit Fug und Recht als eine Art Falschmünzer bezeichnet werden müsse. Was Bohl und Hancl betrifft, so habe es auch ihm zuerst nicht in den Kopf gewollt, daß diese Männer sich so schwer vergangen haben sollten. Aber die Wucht der Thatsachen habe ihn doch bewogen, die Anklage zu er- heben, und daß er Recht gehabt, ergebe sich daraus, daß die Straf- kammer das Verfahren eröffnet habe. Auch das Ergebnis der Ver- Handlung sei ein für die Angeklagten Bohl und Hanel'sehr ungünstiges gewesen! es seien denn doch Thatsachen vorgebracht worden, die jeden Zweifel an der mala Läes der Angeklagten beseitigen müssen. Wenn Justizrat Dr. Sello gesagt, daß diese beiden Sachverständigen wohl nur deshalb auf die Anklagebank gekommen seien, um sie als wesentlichste Entlastungszeugen für die Angekl. Schultz und Nomeick auszuschalten, so se> dies ein schwerer, aber gänzlich unzutreffender Vorwurf. Ein Staatsanwalt, der Leute, die ihni als Zeugen unbequem sind, auf die Anklagebank stelle, handle nach seiner Meinung gegen die Pflichten seines Anites, unverantwortlich und charakterlos. Der Staatsanwalt wendet sich ferner gegen die Ausführungen, die die Verteidiger gegen seine Charakteristik einzelner Sach- verständiger gemacht haben. Er bleibt dabei, daß es eine unwürdige Komödie sei, die einzelne dieser Sachverständigen gemacht haben, auf Grund desjenigen Materials, das ihnen zur Verfügung gestellt worden war, eine Taxe abzugeben. Er müsse auch dabei bleiben, daß Gutachten, wie sie von den Herren Droß und Horwitz abgegeben worden, nur Heiterkeit erregen können. Es sei ihm gerade daraus die Ueberzeugung geworden, daß Gehcimrat Hecht Recht hatte, wenn er sagte: man könne in Berlin jede Taxe haben, wenn man nur vor die richtige Thür geht. Wenn der Verteidiger von Krämerseelen gesprochen, so gestehe er offen, daß ihm eine ehrliche Krämerseele zehnmal lieber sei als hochgeistige Geschäftsleute von der Art der Angeklagten. Was die Angriffe gegen die Taxen der staatlichen und der Bank-Revisionskommisfton betrifft, so habe ja der Gerichtshof die betreffenden Herren persönlich vor sich gehabt; er habe das Gc- fühl, daß er den Herren nur zu nahe treten würde, wenn er sie gegen diese Angriffe ausführlich verteidigen wollte. Ein Verteidiger habe starke Angriffe gegen den Direktor Dernburg gerichtet und wieder die Besprechung erwähnt, die der Staatsanwalt mit den Herren im Bankgebäude gehabt habe. Rechtsanwalt Dr. Wcrthauer habe geäußert, er habe die Ueberzeugung, daß diese Konferenz vom Direftor Dernburg veranlaßt worden sei. Daß dies gänzlich un- richtig, haben die Herren Direktor Dernburg und Geh. Rat Budde unter ihrem Eide bekundet. Er selbst bestätige nochmals: die .Herren seien auf seine(des Staatsanwalts) Anregung hin zusammengetreten. um ihn über eine Bilanz zu in- sonniercn. Die ganze Sache habe doch bereits eine durch- aus loyale Aufklärung gefunden. Richtig sei es. wenn die Verteidiger darauf hingewiesen haben, daß 2'lf Jahre Untersuchungshast eine harte Marter seien. Diese lange Haft sei aber nicht zu umgehen gewesen bei dem riesigen 'Umfang des Stoffes, dem Leugnen der Angeklagten und den vielen Schwierigkeiten, die sie anstürmten. Was will aber diese Haft sagen gegen das namenlose Elend, das die Angeklagten über viele Familien gebracht haben? Dieser Jammer wiege viel schwerer als die 2'/4 Jahre Untersuchungshast. Die Bank sei verarmt, die Angeklagten haben sich nicht gescheut, auf Kosten der Bank zu leben und deshalb beantrage er gegen sie auch den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Im übrigen bleibe er durchaus bei seinen Strafanträgen. Der Vorsitzende knüpft an die Ausftihrungen des Staatsanwalts folgende Bemerkung: Der Staatsanwalt habe be- züglich der im dritten Abschnitte der Anklage behandelten Falle eine kleine Schwenkung gemacht. Er habe anfangs eine Untreue darin erblickt, daß die Angeklagten die Gelder der Pommernbank überhaupt in Tcrrainspeknlastoncn angelegt haben. Jetzt vertrete der Staatsanwalt auch die Auffassung, daß eine Un- treue darin liege, daß sie Grundstücke überstehen hätten. Es stage sich, ob in dieser Form die Anklage nicht eine andre That behandelt, und er halte sich deshalb für verpflichtet, die Angeklagten darauf hinzuweisen.. In längeren Entgegnungen nehmen die Jusstzrate Dr. Wronker unq' Dr. Sello sowie Rechtsanwalt Dr. W e r t h a u e r unter Wider- legung einzelner Ausführungen des Staatsanwalts auch die Bau- und Büchcr-Sachverständigen, insbesondere aber den öffentlich an- gestellten Bücherrevisor Bergmann gegen einige Angriffe des Staatsanwalts in Schutz. Justizrat Dr. Sello erklärt namens und auf Wunsch des Angekl. Romeick, daß der im Sekretbuch erwähnte Dr. Oestreich nicht identisch ist mit dem Dr. jur. Paul Oestreich in Berlin. Zum letzten Wort verstattet, erklärt Angekl. Schultz: Ich habe den Ausführungen der Herren Verteidiger nichts weiter hinzuzusetzen als die Versicherung, daß ich immer bestrebt gewesen bin, nach bestem Wissen und Gewissen meine Pflicht und Schuldigkeit als Direftor einer Hypothekenbank zu thun. Angekl. R o m e i ck: Auch ich habe nichts hinzuzufügen als die gleiche Versicherung, daß auch ich nach ehrlicher Ueberzeugung stets meine Pflicht nach bestem Wissen und Gewissen gethan habe. Angekl. Bohl verzichtet aufs Wort. Angekl. Hanel: lieber das was ich gethan haben soll, habe ich ein durckmuS ruhiges Gewissen, denn ich habe nach keiner Richtung hin etwas Böses gewollt. Aber nach einer Richtung habe ich aus dem Prozeß eine Lehre gezogen: Wenn ich noch einmal zu einem solchen Amte berufen wurde, dann würde ich die Bewilligung der Kosten beanspruchen, die notwendig sind, um eine besondere Registrawr mit besonderen Registraturbeaniten einzurichten, die die Abschriften aller in Betracht kommenden Einzelheiten für alle Zu- kunft bewahren. Der Gerichtshof zieht sich hieranf zu einer etwa halbstündtgen Beratung zurück... Landgcrichts-Direktor H e i d r i ch verkündet hierauf: Der Gerichtshof ist zu einem unerwarteten und für ihn selbst> o unangenehmen Beschluß gekommen. Wir lehnen es ab, eine VerlegenheitSentscheidung zu fällen, die vielleicht darin gipfeln könnte, eine Strafe zu verhängen, die durch die Untersuchungshaft aufzurechne» wäre. Wir sind verpflichtet, die materielle Wahrheit zu ermitteln. Wir dürfen uns an nichts binden, nicht nach rechts, nicht nach links, nicht nach oben oder unten dabei sehen. Wir haben einfach unsre Pflicht zu thun. Die Verteidigung hat klug und sachgemäß keine Vertagung und keine Nachtaxierung verlangt, ivahrscheinlich in der Erwägung: der Ge- richtshof kann auf dem bis jetzt vorgeführten Belastungsbeweis eine Verurteilung nicht aussprechen. Nun tritt an uns die Pflicht heran, uns zu fragen: Ist noch Beweismaterial vorhanden, wenn wir nicht in der Lage sind, auf Grund des vorhandenen Beweismaterials zu verurteilen? Das Gericht sieht fich nicht in der Lage, auf Grund des vorhandenen Ve weis in aterials zu verurteilen, aber auch nicht daraufhin freizu- sprechen. Und so koinmen wir denn zu dem unerwünschten Beschluß der Vertagung. Bei diesem Beschluß tritt von selbst wieder die Frage hervor: Muß der Haftbefehl gegen Schultz und Nomeick bestehen bleiben oder muß er aufgehoben werden? Auch bei dieser Frage leitet uns weder Gutmütigkeit, noch eine irgendwie leichtere Auffassung der Sache. Hätten mir auch Talent dazu— wir wären ja durch den Fall Nardenkötter gerade ausreichend belehrt. Aber auch hierin thun wir einfach unsre Pflicht und nehmen einfach das Gesetz zur Hand und das Gesetz sagt: Der Angeklagte ist zu verhaften, wenn der Ver- dacht gegen ihn dringend ist. Ist der Verdacht bloß hin- reichend, so darf ein Hastbefehl nicht erlassen werden, bezw. der Haftbefehl muß aufgehoben werden. Das Gericht bat folgenden Beschluß gefaßt: Das Gericht ist der Auffassung, daß die Beleihung der Terrains nicht ohne weiteres als Spekulatton, geschweige denn als eine Untreue aufgefaßt werden kann. Eine solche würde erst vorliegen, wenn die Angeklagten diese Hypotheken wissentlich über den Wert der Terrains hinaus gegeben hätten. Die Entscheidung dieser Frage hängt davon ab, welche der ver- schiedenen in der Verhandlung vorgeführten Taxen die richtigen sind. Eine den Angeklagten ungünstige Entscheidung kann sich nur auf die Taxen der Revlsioilskommiffion stützen. Die Vernehmung der Mitglieder dieser Kommission hat aber»och nicht genügendes Bcweismaterial erbracht, um ein abschließendes Urteil über ihre Schätzungen zu er- langen. Insbesondere fehlen dazu die Listen der Objekte, die von den Kommissionen geschätzt sind, deren Nachprüfung dem Gerichte und den Angeklagte» füglich nicht vorenthalten werden kann. Ans den Vernehinungen der Kommissionsmitglicder hat sich ferner noch nicht mit Sicherheit feststellen lassen, welchen Wert die Kommissionen geschätzt haben, ob den Ausverkaufswert oder welchen aiidern. Schließlich kann auch der Umstand, daß die bisherigen Erfolge der Banken denSchätzungcn der Bankenkommission recht gegeben haben, nicht für die Beurteilung allzu schwer iiiS Gewicht fallen, weil gerade nach den Beweis- erhebungen der letzten Tage die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, daß die Taxatoren sich mehrfach geirrt haben. Die Taxen der Bankenkommission bilden aber den Schlüssel zu fast allen Fragen, die in der Anklage enthalten sind; von ihnen hängt es ab, ob die Pommernbank und die Strelitzbank Schaden erlitten haben; mit ihrer Nichtigkeit oder Unrichtigkeit stehen oder fallen die meisten Anklagepnnkte. Bei dieser Sachlage hat das Gericht beschlossen und verkündet, indem ich noch zugleich bemerke, daß der Verdacht, nachdem die Anklagebehauptungen diese Erschütterung erlitten h aben, zwar noch als hinreichend begründet erscheint, nicht mehr aber als dringend, folgenden Beschluß: t. Die Bcrhandlung wird vertagt. 2. Die Akten gehen der kgl. Staatsanwaltschaft zu mit dem Ersuchen, die Listen der von den beiden Kommissionen, besonders der Bankenkommission geschätzten Objekte und die sonstigen hierauf bezüglichen etwa auffindbaren Materialien herbeizuschaffen. 3. Nach Erledigung des Beschlusses oder nachdem sich die Un- Möglichkeit der Erledigung ergeben hat, wird das Gericht Sach- verständige ernennen, ivelche nach Instruktion durch das Gericht die Abschätzung der beanstandeten Pfandgrundstücke vornehmen sollen. Danach soll ein neuer Hauptverhandlungs- termin anberaumt werden. Der gegen die Angeklagten Schultz und Romeick erlassene Hastbefehl wird aufgehoben. lokales. Berungliickte Simulationsriccherei. Der Vorstand des„Vereins freigewählter Kassen- ä r z t e" macht bekannt:„Die Krankcnzahl der bei der Orts-Kranken- lasse der Schneider und Schneiderinnen, bei der Fabrik-Krankenkasse der„Union" E.-A.-G. und bei der Allgemeinen Orts-Krankenkasse der gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen versicherten Kasscnmitglieder hat in den letzten Wochen in ganz beträchtlichem Maße zugenommen. Wir ersuchen unsre Mitglieder aufs dringcnste, bei Bescheinigung der Erwerbsunfähigkeit mit der größten Gewissenhaftigkeit zu verfahren und unter sorgfältiger Behandlung der wirklich erkrankten Mitglieder jedem Simulationsversuche auf das strengste ent- gegen zu treten." Bon einigen bürgerlichen Blättern, die diese Erklärung veröffentlichen, wird ihr ohne weiteres der Zusatz gegeben, unter den Kassenpatienten habe sich in der letzten Zeit die Zahl der Simulanten stark vermehrt. Die kassen- ärztliche Kundgebung hat es vernüeden, in bestimmter Form zu behaupten, daß die eingettetene Vermehrung der Kassenpatienten zurück- zuführen sei auf eine Vermehrung der Simulanten. Aber aus dem Wortlaut der Bekanntmachung kann allerdings gefolgert werden, daß bei den Kassenärzten und wahrscheinlich noch mehr bei den Kassenvorständen ein dahin gehender Verdacht rege geworden ist. Es ist eine alte und bekannte Erscheinung, daß in der Zeit der Arbeitslosigkeit die Krankenziffern vielfach steigen. Daraus ist aber keineswegs zu folgern, daß die Arbeitslosen und nun krank Ge- meldeten Simulanten sind. Viele Arbeiter und Arbeiterinnen bleiben trotz selbst drohend auftretender Krankheitserscheinungen benifsthätig, um, wie besonders in Saisonbranchen, den Arbeitsverdienst in den wenigen Wochen ununterbrochenen Geschäftsganges nicht einzubüßen. Erst bei eintretendem Arbeitsmangel oder nach erfolgter Entlassung begeben sie sich alsdann in die schon weit früher benötigte ärztliche Behandlung. Nun ist es leider wahr, daß sich unter denKassen- Mitgliedern auch Simulanten finden. Es giebt da in der That manchen, der„nichts dabei finden kann", wenn er bei geringen Erkrankungen seine Kasse über Gebühr in Anspruch nimmt oder gewissenlos sogar eine Erftankung vortäuscht, um sich auf Kosten der Kasse einen Vorteil zu verschaffen. Aber ebenso wahr ist auf der andren Seite, daß es in den Vorständen der Krankenkassen Leute giebt, die in übertriebener Weise dazu neigen, bei den erlrankten Mitgliedern Simulation zu argwöhnen, und daß diese Neigung sich auch auf Kassenärzte überttägt. Für Pattenten, denen man ihre Krankheit nicht sofort ansehen kann, ist solche Sucht. Sinuilatton zu wittern, ein wahres Kreuz. Wehe dein Kranken, der einem Simulantenriecher in die Hände fällt I Zu Nutz und Frommen aller mißtrauischen Kassenvorstände und übereifrigen Kassenärzte sowie zur Tröstung und Erheiterung aller unschuldig in den Verdacht der Simulation geratenen Kajselipatienten wollen wir den folgenden Fall von ver- unglückter Simulationsriecherei erzählen. Ein Herr S., Mitglied der„Neuen Maschinenbauer» Krankenkasse", erftankte Mitte April an einem Nervenleiden und wurde bis Ende Juni von dem Kassenarzt Dr. R. behandelt. Als Dr. R. die Kasse aufgab, vertraute sich S. dem Kassenarzt Dr. A. an. Dieser behandelte ihn noch eine Woche hindurch und schrieb ihn dann versuchsweise erwerbsfähig. Herr S. ging mehrere Tage seinem Beruf nach, merkte aber bald, daß seine Kräfte nicht ausreichten. Er meldete sich daher von neuem krank, suchte den Kassenarzt Dr. P. auf und wurde von dessen Vertreter Dr. B. erwerbsunfähig geschrieben. Als er am andren Tage nach der Kasse kam, nahm ihm der Rendant das von Dr. B. ausgestellte Zeugnis ab, schickte ihn zu erneuter Untersuchung zu Dr. Wagner. Münzstr. 10, und gab ihm einen verschlossenen Brief mit. Offenbar sah man S. als simulationsverdächtig an. Die Unter- suchung wurde ausgeführt— Dr. W. ist, nebenbei bemerkt, für die „Neue Maschinenbauer- Krankenkasse" nicht etwa Vertrauensarzt, sondern nur Kassenarzt— und S. erhielt von dem Arzt einen verschlossenen Brief an den Rendanten. Von diesem erfuhr er das Ergebnis der Untersuchung: es lautete dahin, daß er erwerbs- fähig sei. Somit war S. in 14 Tagen durch die Hände von vier Aerzten gegangen und war nach einander von dem einen als erwerbsunfähig angesehen, von dem andern versuchsweise erwerbsfähig geschrieben, von dem dritten wieder als erwerbs»infähig bezeichnet und von dem vierten wieder als erwerbsfähig erklärt tvorden. Der Rendant ließ nun das Urteil des vierten Arztes gelten, und S. durfte nach Hause gehen mit dem Gedanken, daß man ihn wahrscheinlich für einen durch ärztliche Kunst entlarvten Simulanten halte. Da ihn: das ober nicht paßte, so begab er sich nach ein paar Tagen ein zweites Mal zu Dr. W., um s i ch ein z Iv e i t e s Mal von ihm untersuchen zu lassen. Diesmal trat er vor den Arzt als Privatpatient hin, bezeichnete sich als.Kauf- mann, gab einen andern Namen und eine andre Wohnung an und gebrauchte außerdem die Vorsicht, sich mit gefärbtem, aufwärts gedrehtem Bart und ohne Perücke zu präsentteren. Dr. W. untersuchte ihn und— erklärte ihn für erwerbsunfähig. S. ließ sich hierüber ein Zeugnis ausstellen, auch erbat er sich über die als Honorar bezahlten 3 Mark eine Quittung. Von einem Bekannten, der ihn bis an die Thür des Sprechzimmers begleitet und dann auf ihn gewartet hatte, ließ er sich schriftlich bestättgen, daß wirklich er es war, den Dr. W. untersucht und dem Dr. W. bescheinigt hatte. daß er„an Nervenüberreizung leidet und zur Zeit nicht fähig ist, seinem Beruf nachzugehen". Der Unbeteiligte wird über das Mißgeschick, das dem Herrn Dr. Wagner da passiert ist, herzlich lachen. Dem hinter einander für erwerbsunfähig, erwerbsfähig, erwerbsunfähig und dann von ein und demselben bcziv. er Iv erbsfähig und dennoch er» >v e r b s u n f ä h i g erklärten S. ist das Lachen vergangen, als er den Arzt nach der zweiten Untersuchung verließ. Er hatte auch nicht die Absicht gehabt, den Arzt durch sich selber lächerlich zu machen, sondern es war ihm darum zu thun gewesen, den Verdacht der Simulation von sich abzuwälzen und der Kasse gegenüber sein Recht d u r ch z n s e tz e n. Das letztere ist ihm vorläufig allerdings nicht gelungen. Der Kassenvorstand hat von den einander wider- sprechenden Urteilen des Dr. W. das erste als maßgebend angesehen und das zweite sowie dasjenige seines Kollegen Dr. B. völlig ignoriert. S. wird sich nun an die Gewerbedeputation tuenden. Heinrich Jahns ff. Wieder hat der Allbezwinger Tod einen langjährig thätigen, stets opfermutigen Streiter aus unsrer Mitte gerissen. Der Genosse Heinrich Jahns trat Ende der achtziger Jahre in unsre Parteibcwegung ein. Geschult und gestählt un Kampfe unter dem Socialistengesetze, hat er bis in die letzten Tage hinein, obwohl er seit mehr denn drei Jahren unter dem schweren Geschick völliger Blindheit litt, in den vorderen Reihen der Partei gestanden. Sein Raine wird in der Ehren-Tafel der Berliner Parteibcwegung prangen. Berechtigtes Aufsehen erregen wirklich die neuen„Fiaker" in Berlin und Vororten, umsomehr, als diese Gefährte bis jetzt erst in nur wenigen Excniplaren die landläufigen Verkehrsmittel zu er- ganzen und— zu vervollkommnen bestimmt sind. Ausgezeichnet nimmt sich die zweirädrige Kutsche aus: Wohl verkehrte Welt, vorne sitzen die Fahrgäste, hinten auf dein erhöhten Bocksitze thront der „Peitschen schwingende Rosselenker" und„regiert" von seinem hoch- erhabenen Standpunkte aus über den Köpfen seiner„Untergebenen" hinweg das„Leitpferd" und das Schicksal der Seinen I"--- Große Vorteile bieten entschieden diese„Hansoms" gegenüber den sonst beliebten Taxametern. Vor allen Dingen genießen die Insassen bei Tage die wundervollste Aussicht auf alles was da kreucht und fleucht in unbehindertster Weise, und so kann es denselben nie an anregendstem Stoffe zur Unterhaltung fehlen, der sonst manchmal nur zu oft bei längerer Fahrt auszugehen pflegt. Außerdem ist das Fahren an und für sich schon deshalb ein höherer Genuß, weil der Wagen, nur ans einer Axe und auf tadellosen Federn gelagert, auf mit Gummireifen versehenen Rädern viel ruhiger fährt. Auch was die Verkehrssicherheit betrifft, so gewähren die Hansoms auch ganz bedeutende Vorteile: Durch die leichtere Bau- art und die verbesserte Beweglichkeit ist es viel leichter, in schwie- rigeren Fällen ausweichen zu können— und damit ist eine er- höhte Verkehrssicherheit gegeben.« Auch dadurch, daß die Fahrgäste vorn sitzen, ist die Möglichkeit gegeben, insofern ein Un- glück zu verhüten, als mehrere Personen entschieden mehr sehen als nur die sonst gewiß geübten Augen des Kutschers und gegebenenfalles bei zu schneller Fahrt im Anblick der Gefahr dem Kutscher in die Zügel fallen können. Aber mögen viele diese Prachtkutschen, besonders wo. sie noch neu sind— neue Besen lehren gut—, auch bewundern und sich in denselben vorerst anstaunen lassen, das eine ist sicher— mit Wohlgefallen sehen die Droschkenkutscher gewiß nicht auf diese„unsagbaren Karren" hinauf, die ihnen energisch Konkurrenz bieten und ihr Brot schmälern, und werden ganz besttinmt keine heißen Gebete zum Herrn emporsteigen lassen, daß er diese»verfl..... Kisten" wachsen und gedeihen lassen möge. Auch n, ancher Bierbeflissene, der zur Nachtzeit in den Kissen sanft seiner Behausung zuschlummern möchte, wird die Gefährte der„guten alten Zeit" vorziehen. Und ganz gewiß wird jetzt der Taxameter in den Augen aller zarten Verhältnisse ein erhöhtes Ansehen gewinnen, als dieselben es viel angenehmer empfinden, wenn der Kutscher mit Pferd träum- verloren dahinfährt und die Fahrgäste diskret ohne Kontrolle ihren eignen Träumen nachhängen läßt.— Was bei den Hansoms gewiß manchmal nicht auch ohne Gefahr für die Seelenruhe des Kutschers sein dürste.... So hat auch die neue Einrichtung— wie jedes andre Ding— seine angenehmen Licht- und unliebsame»Schatten- feiten, und dazu gehört auch zuauterletzt der Uebelstand, daß diese Wagen einen englischen Namen fuhren. ES wird jedoch nicht lange dauem, bis der bekannte treffliche „Berliner Volkswitz" hierin sein entscheidendes Wort reden und einen bezeichnenden und trefflichen Nanien hierfür„schaffen" wird. Neubau- Statistik. Die Zahl der als gebrauchsfertig abgenom- menen Neubauten belief sich in Berlin im ersten Vierteljahr ISOS bon " auch einen Mit Rück auf 162, wozu noch 22 als gebrauchsfertig abgenommene Umbauten| Wert war bei dem Verkauf und Tausch um 15,04 bezw. 23,84 Broz. Schuljugend nach, die einen Schluß ziehen läßt auf den Grad wirk famen. In diesen Bauten, die zum größten Teil Wohnhäuser waren, geringer als der Kaufpreis, bei den Versteigerungen blieb der Kauf- schaftlichen Elends der Eltern derselben! standen für den April- Umzug außer 311 neuen Läden 3645 neue preis hinter dem gemeinen Preis um 4,28 Proz. zurück. Wohnungen mit 6833 Zimmern zur Verfügung. Unter den Woh Friedrichsfelde. In der Gemeindevertreter- Sigung nungen waren 2939 mit nur einem oder zwei Zimmern, 633 Woh anlagungs- Soll der Staats- Einkommensteuer vom 1. Oktober 1901 rechnung pro 1902. Dieselbe wurde ohne wesentliche Debatte an Die Staatseinkommer in Charlottenburg. Wenn man das Ver- vom 17. Juli standen auf der Tagesordnung: 1. Prüfung der Jahres nungen mit drei oder vier Zimmern und 73 Wohnungen mit mehr auf die am 1. Dezember 1900 ermittelte Bevölkerung Charlotten- genommen. 2. Genehmigung des Bebauungsplanes von Oberfeld, als bier Zimmern. Es find also besonders kleine Woh burgs verteilt, so ergiebt sich auf den Kopf ein Einkommensteuer- 3. H. derjenigen Ländereien, welche östlich vom Mager- Viehhof liegen nungen in beträchtlicher Anzahl neu entstanden. Im Monat Betrag von 25,6 M. Von den 52 Stadtbezirken erreichten diesen und den Bauern gehören. Hier wurde verlangt, daß drei öffentliche April kamen dann als gebrauchsfertig( nach den vorläufigen Fest Durchschnitt nur 16 Bezirke, die noch nicht ein Drittel der Bevölkerung Pläge( ursprünglich einer) stellungen) noch 81 Neubauten und 17 Umbauten hinzu. Darin bon insgesamt ca. 8 Morgen waren außer 191 neuen Läden 1876 neue Wohnungen mit 3812 umfaßten, aber mehr als drei Viertel der Steuersumme aufbrachten, eingezeichnet würden. Ein Antrag betreffend die kostenlose UeberZimmern, und zwar 1414 Wohnungen mit nur einem oder zwei nicht ganz ein Viertel der Stenern verblieb. Aus diesen Zahlen bekämpft und als aussichtslos zurückgezogen. Die Gegner meinten, zwei Grundstücken zu Schulzwecken wurde Zimmern, 379 Wohnungen mit drei oder vier Zimmern und 83 Woh läßt sich schon die Verschiedenheit der Stenerkraft in den einzelnen es wäre zuviel verlangt, wenn die Besitzer auch noch Schulplätze nungen mit mehr als vier Zimmern. Auch hier überwiegen bei Bezirken ersehen, sie schwankte zwischen 2,9 M. und 157,8 W. pro fostenlos abgeben sollten. Das Gelände ist ca. 8-900 Morgen groß. weitem die kleinen Wohnungen. Kopf der Bevölkerung. Am wenigsten stenerkräftig war die Be- Man einigte sich dahin, die Plätze etwas zu verkleinern und von dem Die Mitgliederzahl der Krankenkassen ist in Berlin, soweit die völkerung der Stadtteile nördlich der Spree, am steuerkräftigsten die gewonnenen resp. gesparten Terrain ein Schulgrundstück zu nehmen. Kaffen unter der Aufsicht des Magistrats stehen, in dem laufenden Bevölkerung am Kurfürsten- Damm. In den nach dem Berliner Diese unangebrachte Rücksichtnahme wird sich später bitter rächen. Jahr 1903 von Anfang Januar bis Anfang Juni von 549 701 auf Tiergartenviertel belegenen Bezirken des reichen Ostens war der Nach Erledigung fleinerer Sachen gab der Gemeindevorsteher bekannt, 585 706, also um nur 36 005(= 61 Proz.) gestiegen. Dagegen Steuerbetrag pro Kopf im allgemeinen höher als in den südlich daß beabsichtigt sei, die Städteausstellung in Dresden zu besuchen. hatte das vorhergehende Jahr 1902 für denselben Zeitraum eine au Schöneberg angrenzenden. Zunahme der Mitgliederzahl von 488 842 auf 541 292, d. H. um Zum Verbot des Rummelsburger Bichmarktes. Mit großem 52 450( 1034 Broz.) gebracht. Hiernach ist bei den in Betracht Glasermeister Zühlfe aus der Ziethenstr. 23 in Haft genommen. Rummelsburger Gemeindeverwaltung der Polizeiverordnung ent Rigdorf. Wegen Sittlichkeitsvergehens gegen Kinder wurde der Interesse sah man in den Kreisen des Berliner Magistrats sowie der tommenden Krankenkassen es handelt sich um die Orts-, die Betriebs-, die Jnnungs- Krankenkassen und die Gemeinde- Kranken- 3. lockte kleine Mädchen in feine Wohnung und verging sich dort gegen, auf Grund derer die Schließung des Rummelsburger Marktes versicherung die Vermehrung der Mitglieder im Jahre 1903 bestraft.- Um einem Kollegen eine Geburtstags- leberraschung zu Zustände auf dem Markte die Vermehrung der Mitglieder im Jahre 1903 an denselben. 3. ist wegen ähnlicher Verbrechen wiederholt vor- erfolgen würde. Unstreitbar besteht die Möglichkeit, die gerügten vorläufig viel weniger starf als im vorhergehenden Jahre bereiten, stablen zivei Bauarbeiter aus Schöneberg, Joseph Fabersti rechtigung des gänzlichen Verbotes bezweifelt abzuändern, so daß die Bes gewesen. und Ernst Sarre, welche auf einem Neubau in der Emserstraße be- werden muß. Schon wieder ist ein massenhaftes Fischsterben in der Spree ein- fchäftigt sind, von den Gräbern des Neuen Jakobi- Kirchhofes eine Mitteliveg gefunden. Gestern nachmittag ist folgende andesDie Polizeibehörde hat denn auch getreten und Tausende von Fischleichen, hauptsächlich fleineren Weiß- Anzahl Blumenstöcke und Rosen. Sie wurden hierbei beobachtet polizeiliche Anordnung" erlassen worden: fischen, bedeckten in den letzten Tagen die Wasseroberfläche. Die und zur Anzeige gebracht, worauf die Kriminalpolizei die gestohlenen ficht auf die zur Zeit bestehende Gefahr der Verbreitung der toten Fische werden fast sämtlich von der Oberspree herabgetrieben, Blumen beschlagnahmte und der Kirchhofsverwaltung zurückgab. Schweinejeuche und der Geflügelseuchen ordne ich auf Grund der während innerhalb des Berliner Weichbildes der Fischbestand der Das am Montag in der Fuldastraße von einem Rollwagen über-§§ 7 und 20 des Reichsgesetzes vom 23. Juni 1880- 1. Mai 1894 Spree weniger von dem allgemeinen Sterben betroffen wird. Be- fahrene Kind wurde als die 8jährige Tochter des Schloffers Paul betreffend die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, als nach merkenswert ist, daß auch auf der Dahme, wenn auch in geringerem Leonhardt, Steinmetzstr. 125 wohnhaft, rekognosziert. Maße, zahlreiche Fischkadaver treiben. Es ist anzunehmen, daß eine Anfall von Delirium hat der Bauarbeiter Mag Nitschke, Knesebeck Seuchenkommissar mit Genehmigung des Herrn Ministers für In einem§ 2 dieses Gesetzes für den Amtsbezirk Rummelsburg bestellter Verunreinigung des Wassers der beiden Flüsse durch an diesen straße 24 wohnhaft, fein ca. 3jähriges Söhnchen mit einem Messer in Landwirtschaft, Domänen und Forsten unter Abänderung meiner liegende Fabriken stattgefunden hat. Es ist hervorzuheben, daß die den Kopf gestochen. Aerztlicherseits hofft man, daß das Kind wieder her- Bekanntmachungen vom 22. Oktober 1897, vom 6. November 1898 bedeutenden Wassermengen, die in den lezten Tagen aus den Not- gestellt wird. Der Vater wurde in Haft genommen, nachträglich aber wieder und vom 18. Februar 1900 bis auf weiteres hiermit folfanälen der Spree zugeführt wurden, keine Einwirkung auf den entlaffen, da festgestellt wurde, daß er die That in völliger Unzu- gendes an: Fischbestand hatten. rechnungsfähigkeit begangen hatte. Mehrere hiesige Fourage-§ 1. Die Ausladung von Schweinen sowie von Geflügel aller händler wurden durch einen unbekannten Schwindler geschädigt. Art in- und ausländischen Ursprungs auf der Viehladestation und Derselbe macht für angesehene Fuhrherren Bestellungen auf Hafer dem Rangierbahnhofe Rummelsburg ist, sofern die Tiere zu Handelsund nimmt einige Centner desselben als Anlieferung auf einem zwecken bestimmt sind, vom 22. Juli d. J. ab verboten. betreffenden Fuhrherren gar keine Bestellung gemacht haben. Bisher nach§ 66 des Reichs- Viehseuchengesetzes auch nach§ 328 des ReichsHandwagen mit. Später erfahren die Geschädigten dann, daß die§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschrift sind außer ist es nicht gelungen, des Schwindlers, der ca. 30 Jahre alt ist, Strafgesetzbuches strafbar. habhaft zu werden. § 3. Die Aufhebung dieser Landespolizeilichen Neu- Weißensee. Zustände, welche dringend der Abhilfe be- Anordnung wird erfolgen, sobald die am Eingang dürfen, herrschen in der Greifswalderstraße, der Verbindungsstraße bezeichneten Seuchengefahren beseitigt fein J. V: gez. Friedheim. Zum Fall Schindler wird berichtet, daß eine überraschende Nach- mit Weißenfee, einem Vorort mit ca. 35 000 Seelen. Vielfach ist richt aus Hamburg eingegangen ist, deren Bestätigung aber erst ab- die Ansicht vorherrschend, daß der Teil hinter dem Stadtring- Bahn- Erhaltung der Märkte und will eventuell mit Hilfe des Berliner Die Gemeinde Rummelsburg hofft demzufolge auf die dauernde gewartet werden muß. Vorläufig verlautet nichts Näheres. Im hof Weißenfeer Gebiet ist; dem ist nicht so: dieser arg bernach Magistrats sofort Maßnahmen zur Beseitigung der angeblichen übrigen steht fest, daß Sch. am 18. d. Mts., nachdem seine Kinder lässigte Straßenteil gehört zu Berlin. Dieser Teil ist noch nicht Seuchengefahr treffen, obgleich während eines Umbaues resp. einer bereits die Wohnung berlassen hatten, auch die Dienstboten fort- fanaliſiert und hat noch die vielgerühmten Chauſſeegräben, trotzdem Umgestaltung des Marttes sich viele Händler und Kommissionäre au fchickte, um die Abreise mit seiner Frau nach Hamburg unauffällig viele Fabriken mit Hunderten von Arbeitern an dieser Straße liegen. den Friedrichsfelder Markt gewöhnen werden. und unbemerkt ausführen zu können. Wahrscheinlich hat er be- Durch die höhere Lage von Weißensee muß bei stattfindendem Regen fürchtet, an der Abreise gehindert zu werden, wenn irgend jemand das Wasser nach diesen Gräben geleitet werden, die geringste Verdarum wüßte. Von Hamburg lief der Brief mit der Ankündigung stopfung der Gräben bedingt, daß der ganze Teil unter Wasser steht. des Selbstmordes hier ein, dem auch dort die That gefolgt ist, wie amtlich nach Berlin mitgeteilt wurde. Ueber den Verbleib der Frau Schindler konnte man nach der Benachrichtigung in Hamburg bisher nichts ermitteln. Man nimmt aber an, daß sie ihrem Menne freiwillig in den Tod gefolgt ist. Von dem betrügerischen Jakobus fehlt natürlich jede nähere Nachricht. Im neuen Friedrichshain", dem bisher unbeleuchteten Teile des städtischen Parkes Friedrichshain, sind seit einigen Tagen die Vorarbeiten zur Aufstellung von 18 Bogenlampen im Gange. Die Kabel werden ca. einen Fuß tief in die Erde gebettet, und sollen dann sofort nach beendeter Stabellegung die Kandelaber aufgestellt werden. Es wird damit ein langjähriger Wunsch der Anwohner erfüllt, die diesen Teil des Haines infolge der zunehmenden Unsicher heit in letzter Zeit in den Abendstunden nicht mehr zu passieren wagten. Auf der Straße tot zusammengebrochen ist gestern abend 9 Uhr ein etwa 50jähriger Mann, der ohne Rock in Hemdsärmeln vor dem Hause Köpniderstr. 18 vorüberging. Zufällig führte der Weg des Professors Dr. Meyer an jener Stelle vorbei. Obgleich aber dieser Arzt fofort zur Hand war, konnte dem Unbekannten feine Rettung mehr gebracht werden. Der Mann ist dunkelblond, hat einen kleinen Schnurrbart und trug eine graue Weste und grau und schwarz gestreifte Beinkleider. weise . Die gewaltigen Wassermassen, welche am Montag durch den Gewitterregen herabgeschleudert wurde, veranlaßten wiederum eine derartige leberschwemmung, daß der Straßenbahnverkehr auf circa eine Stunde aufgehoben war. Wann wird die Berliner Stadtverwaltung Gelegenheit nehmen, hier Remedur zu schaffen? werden. Gerichts- Zeitung. Vermischtes. fie eine Der Anna Radon, geb. Stuck, welche gestern vor der Ferien- StrafNeu- Weißensee. Eine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge wurde schiedensten Bergehen und Verbrechen zur Last gelegt. Es ist dieselbe fammer des Landgerichts II stand, wurden eine ganze Anzahl der ver in der letzten Generalversammlung der Vertreter der Ortskranken erst 22 jährige Frau, welche den mit ungeheuerlicher Roheit auskasse beschlossen. Seit Einführung der freien Arztwahl reichten die geführten Raub mord versuch gegen die 74jährige Rentnerin bisherigen Säße nicht mehr aus, und ist deshalb eine Erhöhung der Witwe Josephson in Neu- Weißensee beging, wofür sie am Beiträge wie folgt angenommen: erste Klasse von 47 auf 66 Pf. 24. Juni d. J. vom Schwurgericht zu 10 Jahren Zuchthaus verzweite Klasse von 26 auf 36 Pf., dritte Klasse von 21 auf 30 Pf. urteilt wurde. Vor dieser schweren That foll vierte Klasse von 17 auf 24 Pf. Die Abstimmung( anwesend waren Reihe von Diebstählen, versuchten Betrug in zwei Fällen und 16 Arbeitgeber und 62 Arbeitnehmer) ergab für die Erhöhung eine eine Urkundenfälschung begangen haben. Der Vorsitzende ermahnte große Majorität der Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber lehnten dagegen die Angeklagte, ihr ohnehin schwer belastetes Gewissen nicht noch An der Schwelle des Todes erhängt hat sich am Montagmorgen erhält noch folgenden Zusatz: Der Vorstand ist berechtigt, Mitglieder, Leugen aufzugeben. Trotzdem war die Angeklagte nur in den mit 12 gegen 4 Stimmen die Erhöhung ab. Der§ 14 des Statuts weiter zu belasten und ihr bisher beobachtetes unfruchtbares die 78 Jahre alte Almosenempfängerin Sophie Reppenhagen, die seit welchen vom Arzt Landaufenthalt verordnet wird, nach den vom Fällen zu einem Geständnis zu bewegen, in denen sie durch die zwölf Jahren rechtsfeitig gelähmt war und mit ihrer 83jährigen, Boltsheilstätten- Verein vom Roten Krenz, Abteilung für Erholungs- Beweisaufnahme überführt werden mußte. ebenfalls unverheirateten Schwester in der Brizerstr. 43 eine Stube bewohnte. Das Leben war der unbeholfenen Frau eine Last, wie ſtätten, errichteten Walderholungsstätten auf Kosten der Kasse endete damit, daß die Angeklagte noch eine 3 us a strafe von fie oft flagte. Während ihre Schwester schlief, raffte sie alle sträfte au schicken. 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus erhielt. zusammen, um sich an einem Fensterkreuz zu erhängen. Lichtenberg. Die drei am Orte angestellten Schulärzte, fir am Drte angej Caftans Panoptikum. Eine Sehenswürdigkeit von die im Gemeinde- Haushaltsplan eine Entschädigung von je 350 M. glücklichernur seltener Art erweckt gegenwärtig das lebhafte Interesse pro Jahr vorgesehen ist, haben laut Bericht für das Schulaller Besucher dieses bekannten Schau- Etablissements. Stofa und jahr 1902/03 in 112 Sprechstunden resp. Revisionen die Untersuchung Josepha Blazek heißen die beiden bedauernswerten Menschen- insgemein vorgenommen. der aufzunehmenden Kinder und die Kontrolle der Schulkinder finder, die unwillkürlich an die früheren siamesischen Zwillinge einer wünschenswerten Einheitlichkeit, und Entbehren die Berichte auch noch Neue Wolkenbrüche in Schlesien. Kaum hatten sich in den vor oder richtiger an die ebenfalls schon längst verstorbenen Zwillings- wesentlich ankommt noch der Angaben über die Zahl der über- Oberschlesiens die Wassermassen verlaufen, als neue Regengüsse neues worauf es auch noch nicht 14 Tagen durch das Hochwasser verwüsteten Gegenden schwestern Helene und Judith erinnern. Rosa und Josepha haupt in Frage kommenden Kinder, sowie des Nachweises, wie groß Glend zur Folge hatten. Besonders schlimm ist auch jetzt wieder die Blazet sind im Jahre 1878 zu Skrejchov in Böhmen als Kinder die Anzahl der nicht untersuchten Kinder ist, so werden die nackten Lage in den Kreisen Neiße und Neustadt. fleinbäuerlicher Eltern geboren, gegenwärtig also 25 Jahre alt. Das Eine Depesche berichtet: Zwillingspaar ist mit den hinteren Beckenwandungen unzertrennlich Bahlen sofort den Beweis erbringen, daß mit dieser Einrichtung ein Aus Oberschlesien treffen wiederum Meldungen von lleberzusammengewachsen und bildet somit ein menschliches Doppelwesen eg gezeigt ist, der nicht halb beschritten werden sollte. Vielmehr schwemmungen ein. In der Umgebung von Neiße ist Hochwasser von phänomenaler Abnormität. Gestern wurden die beiden Schwestern sollte die Gemeinde in ihrem ureigensten Interesse die Initiative eingetreten. Die Ortschaften Konradsdorf, Niederneuland, Wischke von einer Anzahl ärztlicher Kapazitäten besichtigt, die übereinstimmend ergreifen, das Institut der Schulärzte auszubauen, um wirklich vor- und Kaundorf, sind umflutet. von einer Anzahl ärztlicher Kapazitäten besichtigt, die übereinstimmend beugend, schutzbringend für Haus und Familie unsre Jugend in Neiße und Oppeln ist unterbrochen. Die Eisenbahnverbindung zwischen eine Operation zum Zweck der Trennung für ausgeschlossen erklärten. ihrer Entwicklung während der Schuljahre beaufsichtigen und beraten brücke fortgerissen, in Kunzendorf steht die Flut höher als am In Deutschwette ist die Bieles Bu einer Untersuchung mittels Röntgenstrahlen haben sich die Schwestern bisher nicht verstehen können. Beide unterhalten das Publikum überzu lassen. In Langenbrück( Kreis Neustadt) sind 16 Häuser wegEiner der Aerzte schreibt einleitend: Vereinzelte Fälle hoch geschwemmt worden und spurlos verschwunden, von 28 Häusern sind dies durch ein gewandtes Geigen- und Xylophonspiel. gradiger Schwächlichkeit und körperlicher Vernachlässigung waren nur noch wenige Mauertrimmer zu sehen. offenbar Folgen ungenügender Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse. Derselbe Arzt klagt dann über eine Gleich Folgende Prophezeiung, die fast in Vergessenheit geraten ist, Hus den Nachbarorten. gültigkeit, die bei den Eltern der als frant bezeichneten Kinder vor- verdient wiedererzählt zu werden. Friedrich Wilhelm IV., König Reinickendorf. Heute, Mittwochabend 81%, Uhr, findet bei Mein- handen sei, die der Berichtende zunächst glaubt auf eine allerdings nicht von Preußen, hatte im Jahre 1849 eine Verordnung erlassen, durch hardt, Hauptstr. 51, die Generalversammlung des Wahlberechtigte Voreingenommenheit gegen die Ratschläge des Schularztes welche die Zigeuner sich hart getroffen fühlten. All ihr Streben vereins statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht der Ber- zurückführen zu müssen, um dann aber gewiß zutreffender selbst aus- ging danach, diese Verfügung aufzuheben oder mindestens abwaltung. 2. Die Neubildung eines Wahlvereins für Wilhelmsruh. zuführen: Andrerseits fand eine Vernachlässigung derartiger Leiden zuſchwächen. Liftig wie die braunen heimatlosen Kinder sind, gelang waltung. 2. Die Neubildung eines Wahlvereins für Wilhelmsruh. nicht selten ihre Erklärung durch mißliche häusliche, insbesondere es einer Zigeunerin, die unter den Ihren als zuverlässige Wahrpetuniäre Verhältnisse, da die Eltern oft nicht in der fagerin Ansehen genoß, eines Morgens dem König auf einem 8. Neuwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. 10. d. Mts. Ueber den Grundbesitzwechsel in Charlottenburg veröffentlicht das Lage find, eine Poliklinik aufzusuchen, weil sie den ganzen Tag felbst Spaziergange ganz plöglich gegenüber zu stehen, um ihm das AnStatistische Amt interessante Daten. Der Kaufpreis sämtlicher um- beschäftigt find. Zu den 248 Fällen von den drei Aerzten festgestellter liegen ihrer Genossen vorzutragen und den König milde zu stimmen. gesetzten Grundstücde betrug im Jahre 1902 über 100 Millionen Augenerkrankungen und Sehstörungen jagt derselbe Arzt: Ansteckende Sie bat sich schließlich beim König die Gnade aus, ihm eine PropheMart gegen 81 Millionen im Jahre 1901, 87 Millionen im Jahre Augenerkrankungen waren nicht zu verzeichnen. Während in den unteren zeiung fagen zu dürfen, und der König, in guter Laune, ging darauf 1900 und 103 Millionen im Jahre 1899. Bei bebauten Grundstücken Klassen Störungen des Sehvermögens vielleicht infolge der bei kleineren ein. Die Zigeunerin bat den König, die gegenwärtige Jahreszahl tam im Jahre 1902 305 mal ein Besizwechsel vor, und zwar Kindern erschwerten Untersuchung seltener beobachtet werden konnten, hin- in Ziffern aufzuschreiben und der König schrieb also. 243 mal durch Verkäufe, 45 mal durch zwangsversteigerungen und gegen hauptsächlich strophulöse Augenerkrankungen vorherrschend waren, nun sollte er dieselben Ziffern der Reihenfolge nach unter die 17 mal durch Tauschverträge; die unbebauten Grundstücke wechselten ließen sich in den mittleren und oberen Klassen Mädchen- und 167 mal den Besizer. Die Häufigkeit des Besizwechsels war im Knabentlassen ohne Unterschied zahlreiche Refraktionsanomalien, 9 stellen und dann hinzuzählen, und dies geschah. Die Zigeunerin letzten Jahre größer als in einem der Jahre seit 1895; hauptsächlich mittlere und höhere Grade von Kurzsichtigkeit, ver- sagte, daß die sich ergebende Summe die Jahreszahl sei, in nur das Jahr 1899 ist bezüglich der unbebauten Grundstücke einzelte von Kurzsichtigkeit verbunden mit Astigmatismus, feststellen. dem Preußen ein Kaiserreich wird, und zwar auszunehmen, es brachte die außergewöhnlich große Zahl von 226. Die verordneten und zum Teil auf Gemeindekosten beschafften Brillen Der Wert der 1902 umgesetzten Grundstüde blieb hinter dem Wert haben in vielen Fällen zur Behebung der Sehstörungen beigetragen, Nun möge der König diese Ziffern ebenso untereinanderstellen des Jahres 1899 nur um etwa 2 Millionen Mark zurück, dagegen auch die mehrfach angeratenen Schieloperationen haben gute Erfolge ge- und zusammenzählen und es ergebe sich die Zahl des war die 1902 umgesetzte Fläche nicht einmal halb so groß wie die zeitigt. Ohrenerkrankungen und Gehörstörungen wurden in 115 Fällen Jahres, in welchem der erste deutsche Kaiser stirbt, und bon 1899. Die Fälle des Besizwechsels nach den verschiedenen Arten konstatiert und die entsprechende Plazierung der Kinder angeordnet. und nach Stadtvierteln zeigen mannigfache Verschiedenheiten; bei Acht Kinder waren mit Sprachfehlern behaftet und 25 Kinder wurden war. den bebauten Grundstücken kommen in besonderem Maße die Stadt- lungenleidend befunden. Hier schweigen leider die Berichte über die jenes Jahr, in welchem Kaiser Wilhelm I. starb. Abermals viertel Innere Stadt, Hochschulviertel, Kurfürstendamm und Oftviertel in getroffenen Anordnungen. Strophulose wurde 19 mal und englische sollte der König diese letzte Summe, sowie die früheren unterFrage, für die mbebauten Grundstücke die in der Bebauung begriffenen Strankheit einmal verzeichnet; Magen- und Darmleiden neummal, einanderstellen und zusammenzählen, und als es geschehen Stadtviertel Liegensee und Kurfürstendamm. Der Wert eines Nierenleiden zweimal, Nervosität dreimal, Diphtherie einmal. Drei. 1849 1 8 4 9 1871 1 8 7 1888 1 8 8 8 1913 Quadratmeters bebauten Bodens stellte sich bei den Verkäufen auf mal wurden erfrorene Hände und einmal Hüftgelenkentzündung feft- war, ergab sich die Summe 235,39 M. im Durchschnitt der ganzen Stadt gegen 235,88 M. im gestellt. Herzfehler wurden 12 mal, Influenza 21 mal und um die Bedeutung dieser Ziffer befragt, erklärte die Zigeunerin, Jahre 1901, am billigsten war Königsdamm mit 41,63 M., am Blutarmut 16 mal verzeichnet. Epilepsie und Krampf wurden 12 mal, dies sei jenes Jahr, in welchem das Deutsche Reich eine Republik teuersten Kurfürstendamm mit 396,54 M. Bei den Bivangsverstei- Hautausschläge 9 mal und 15 mal ansteckende Kopfflechte( lettere werde. Bis zum Jahre 1913 haben wir bekanntlich noch zwei Reichsgerungen brachte ein Quadratmeter durchschnittlich 220,95 M., beim sämtlich bei Mädchen) konstatiert. Bruchschäden hatten 27 Kinder tagswahlen und wenn diese so überraschende Resultate ergeben, wie Tausch 332,61 M. Dieser lezte, besonders hohe Preis ist darin be- aufzutveisen, während bei 16 Kindern beginnende Rückgratsvertrüm die legte, dann dürfte die Prophezeiung der Zigeunerin wenigstens gründet, daß bei Tauschgeschäften mit Grundstücken mehr als bei mung festgestellt wurde. Wahrlich, so lückenhaft die Zusammenstellung insofern wahr werden, daß sich dann die Mehrheit des Volkes zur andern Umsagarten der Liebhaberwert mitspricht. Der gemeine auch sein mag, sie weist eine Unsumme von Jammer in unsrer republikanischen Staatsform bekennt. Eingegangene Druckfchriften. Von der Nenen Zeit"( Stuttgart, Dick' Verlag) ist soeben das Dr. Bernhard Harms, Zur Entwicklungsgeschichte der deutschen Buchbinderei Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die " Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Briefkaften der Redaktion. oder dem Berein vorher Bier usw. im Ganzen verkaufen und ihm über. Lohnbücher, die für alle, nicht nur A. M. 101. Sie müssen sich Konzession für das Land erteilen laffelassen, dies auf dem Festplate zur Ausgabe gelangen zu lassen. -Die Franz K. Gollnow. Die einschlägige Bestimmung über Doppel Adlershof. Ihre Frage ist im Briefkasten nicht erschöpfend zu be: Krankheit versichert sind, ist das Krankengeld soweit zu kürzen, als dasselbe bersicherung lautet: Kaffenmitgliedern, welche gleichzeitig anderweitig gegen 42. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus den Inhalt des Heftes heben antworten. Sprechen Sie gelegentlich einmal auf der Redaktion vor, damit zusammen mit dem aus anderweiter Versicherung bezogenen Krankengelde wir hervor: Landwirtschaft und Industrie. Kritische Betrachtungen zu wir Ihnen die Technik des Verfahrens mündlich auseinandersezen können. Den vollen Betrag des durchschnittlichen Tagelohns übersteigen würde. Eduard Davids Agrorwerk. Von Ludwig Duessel. II. Zuckerproduktion Fleisch. Der Bundesrat hat auf Grund des Fleischbeschau- Gesetzes Durch das Kassenstatut kann diese Kürzung ganz oder teilweise ausgeschlossen und Zuckerprämie. Von Paul Lensch. Bur materialistischen Geschichts- Prüfungsbestimmungen erlassen. Zuständig ist das Polizeipräsidium, wenden werden. auffassung. Von May Zetterbaum. II. M. B. 38. Herrn Lindaus Auferstehung. Sie sich an dieses. Lohnzahlungsbücher sind seit dem Litterarische Rundschau: Dr. Hermann Beck, Lohn- und Arbeitsverhält 1. April 1903 für die Betriebe eingeführt, in denen die Anfertigung oder Juriftifcher Teil. nisse in der deutschen Maschinenindustrie am Ausgang des neunzehnten Bearbeitung von Männer- und Knabenkleidern( Röcke, Hosen, Westen, Die j ristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Mäntel und dergleichen), Frauen- und Kinderkleidung( Mäntel, Kleider, Jahrhunderts. Bon J. German. Prof. Dr. Franz Windscheid, Aufgaben von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. und Grundsätze des Arztes bei der Begutachtung von Unfallnervenkranken. Umhänge und dergleichen) sowie von weißer und bunter Wäsche im großen erfolgt( Kleider- und Wäschekonfektion). In die in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. für minderjährige, Arbeiter 1. und 2. Ja. 3. Nein, der Eigentümer muß intervenieren. 4. Die Frist bei Accordarbeit die Stückzahl, die Lohnfäße, die Bedingungen für R. 51 zu führen sind, sind die Art und Umfang der übertragenen Arbeit, zur Reklamation ist längst abgelaufen. Beantragen Sie beim Magistrat, die Lieferung von Werkzeugen und Stoffen zu übertragenen Arbeiten, und Steuerdepution, Niederschlagung oder Stundung. J. M. 93. Nein. die Bedingungen für die Gewährung von Kost und Wohnung einzutragen, C. 100. Nur mit Einwilligung der Armendirektion. A. F. 65. fofern Kost oder Wohnung als Lohn oder r als Teil des Lohnes gewährt Ihre Kündigung besteht zu Recht. Klagen Sie auf Anerkennung beim werden sollen. Die Nichtbeobachtung dieser Vorschrift zieht Geldstrafe bis Amtsgericht. G. M. 49. Einspruch wäre fruchtlos.- O. 2. In- 20 M., eventuell Haft bis zu drei Tagen nach sich. Die Eintragungen find Der in seinem 28. Jahrgang vorliegende Neue Welt: Kalender für validenstraße. 1. Ja. 2. Nein. Jülich. Leider ist die Herrschaft im mit Tinte zu bewirken und von dem Arbeitgeber oder dem dazu bevolldas Jahr 1904( Hamburg, Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Rechte. Segert. Sie können auf Beseitigung Ihrer Besizstörung und mächtigten Betriebsleiter zu unterzeichnen. Verfehlungen hiergegen sowie Auer u. Co.) enthält u. a.: Kalendarium. Postwesen. Statistische auf Schadenserfaz flagen. G. 11. 18. Soweit ohne nähere Darlegung Eintragungen in das Lohnbuch zur Kennzeichnung des Inhabers oder EinSchnitzel. Messen und Märkte. Im Kreislauf des Jahres. In der ersichtlich: nein. Oppelnerstraße. Den Mietsthaler ja, die 8 Mart tragungen eines Urteils über die Führung oder die Leistungen des Arbeiters Zwickmühle. Erzählung von Robert Schweichel( mit Jllustrationen). Geschenk nicht. A. T. 100. Nein: er hatte nur das Geldstück oder sonstige Eintragungen, die nicht vorgesehen sind, sind mit Geldstrafe Feuerberge und Erderschütterungen. Bon Oswald Köhler( mit Illustrationen). zuriidzuweisen. A. 2. Sie können ein Gesuch um Raten bis 2000 M. oder mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bedroht. Geflügelzucht im Kleinen. Bon Curt Grottewig. Sprüche. zahlungen an das Gericht richten. auf die Geldstrafe Lohnzahlungsbücher erhalten Sie in vielen Papierhandlungen. 100. Ja. Margreth. Gedicht von Ernst Preczang. Die Bahnsteigsperre. Eine andere genehmigt. 2. R. 100. Nein. Streitfrage. Um zur StadtverordnetenKleinstadtgeschichte von Emil Rosenom( mit Illustrationen). Die FußA. B. Wenn Sie, ohne Schanktonzession zu haben, dulden, daß die oder zur Landtagswahl wählen zu können, müssen Sie vorher Ihre Aufpflege. Von Dr. J. Zadek( mit Illustrationen). Hundert Jahre Polen- Käufer des Bieres oder des Schnapses in Ihren Räumen trinken, so sehen nahme in den preußischen Staatsverband nachgesucht und erhalten haben. politik. Von A. Conrady. Ernte. Gedicht von Dorothee Goebeler. Sie sich der Gefahr aus, wegen Betriebes einer Schankwirtschaft ohne Schant- Durch Aufnahme in den preußischen Staatsverband berlieren Sie Thalsperren und Stauwerke. Von A. G.( mit Illustrationen). Vor dem konzession mit 108 M. Gewerbesteuerstraße und etwa 20 m. Uebertretungs- Ihre reußische oder sächsische oder sonstige deutsche Staatszugehörigkeit nicht. Ausnahmegesek. Von Fr. J. Ehrhart. Raben. Stizze von Wilhelm strafe bestraft zu werden.- E. N. Charlottenburg. Ein Beispiel für ein Wahl. 1. und 2. Nein. Schmidt. Ünfre Toten( mit Portraits). Sprüche. Steinklopfer. wechselseitiges Testament finden Sie S. 238 Nr. 55 bis 57 des dem„ ArbeiterGedicht von Ludwig Lessen. Fliegende Blätter. Ein gutes Geschäft. recht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken Humoreske von Lina Leidl. Für unsre Rätsellöser. Trächtigkeits- und aus. R. O. Weisen Sie Ihre Staatsangehörigkeit durch Darlegung der Brütekalender. Hierzu vier Kupfer:" Es war einmal Im Umstände nach und beantragen Erteilung einer Bescheinigung. Waschhause Abend An einem märkischen Waldsee. Ein Dreifarben- 1. Ja. 2. Leider bestehen dem entgegenstehende Vorschriften nicht. Unfalldruck auf Kunstdruckpapier: Kohlensammlerin. Ein Wandkalender. sache. Bei Renten bis 15 Broz. kann eine Abfindung stattfinden, wenn man sich über die Höhe derselben einigt. P. A. Der Mann kann die Centralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands( Mitglied- Rechtsprechung ist die Stasse nur zum Ersatz mäßiger Soften( 10 M.) verpflichtet. Sachen einbehalten. Testamentsberechtigt find Sie. Hohentwiel. Nach der schaft Berlin). Versammlung abends 82 Uhr in Wendts Klubhaus, A. H. 1. Ja. 2. Sie können nur auf Wiederherstellung des ehelichen Spinemde. 761 WNW 2bedeckt Königsgraben 14a. Lebens flagen. 3. Nein. 4. Für diesen Roheitsalt werden Sie voraussichtVerband der Friseurgehilfen Deutschlands, 3 weigverein lich Gefängnisstrafe erhalten. Sie sind keineswegs berechtigt, Ihre Frau zu Berlin Hamburg 763 WNW 4 bedeckt Berlin. Mittwoch, den 22. Juli, abends 10 Uhr: Mitglieder schlagen. 5. Ja. 6. Nein. 7. Etwa ein Jahr. 762 23 1 bedeckt Wilmersdorf. 1. Ja. Frankf.a.M.764 Versammlung bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57. 2. Nein. Ist die Braut über 21 Jahre alt, so bedarf sie keiner elterlichen München 1 bedeckt 14 Aberdeen Heiratserlaubnis. 766 23 4 bedeckt 14 Paris Fensterpuser. Lohn darf Ihnen nicht abgezogen Wien werden. Ob Sie die Scheibe bezahlen müssen, hängt davon ab, ob der 762 3bedeckt 17 Richter anuimmt, Ihnen falle ein Verschulden zur Last. Die Bejahung ist wahrscheinlich. Ob die Scheibe versichert war oder nicht, ist unerheblich. F. D. 1874. 1. Das ist strafbar. Sie brauchen der Firma aber nicht Winden. mitteilen, was Sie gethan haben. 2. Erst muß die Abzahlungsfirma flagen. 1 Centralverband der Konditoren und verwandter Berufe. Heute abend 82 Uhr im Verbandslokal, Linienstr. 96: Mitglieder Bersammlung. Gäste willkommen. Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin. Mittwochabend 9 Uhr: Sigung in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Gäste sind willkommen. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 22. Jult. Anfang 7, Uhr: Nenes Operntheater. Boccaccio. eften. 100 000 Thaler. Anfang 8 Uhr: Berliner. Die weiße Dame. Thalia. Das Alter. bezügliche wird meist abgelehnt, das as a -Witterungsübersicht vom 21. Juli 1903, morgens 8 Uhr. . 41. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. 1. C. 5° C.4° R. Stationen Barometer Windſtand mm richtung Windstärke Wetter 6 bedeckt Temp. n. T. 100 5° C.= 4° N. 17 Haparanda 758 N 14 Petersburg 756 N 16 Cort 763 23SW 767 3 bedeckt 12 1Regen 16 1 bedeckt 15 Wetter- Prognose für Mittwoch, den 22. Juli 1903. Trocken und ziemlich heiter, etwas wärmer bei schwachen westlichen Berliner Wetterbureau. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Belle- Alliance. Die Böhmin, ober: Panoptikum Jtta aus dem Elend. Carl Weik. Das Geheimnis des roten Hauses. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Gastspiel von WinterTymian. Baffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum Wakmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Abends 8 Uhr: Das Geheimnis des roten Hauses. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr, Parkett 60 Pf. Die Grille. Im Garten: Große SpecialitätenBorstellung. Anfang 5 Uhr. Belle- Alliance- Theater. Gastspiel des Bayerwald- Theaters Die Waldler. 30 Personen. Friedrichstr. 165, Neu! Die zusammengewachsenen Neu! Schwestern, zwanzig Jahre alt, spielen Geige! Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Die Tritons, Tauch- und Schwimmkünstler, 5 Minuten unter Wasser. Lina Goltz, Vortragskünstlerin. Kinematograph: Das GordonBennet Automobil- Rennen. Ganz Berlin zerbricht sich schon den Z OOLOGISCHER Reichshallen CARTEN Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppel- Konzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. 8 Uhr: Im Hause der Irrungen. Vorher: Ein bengalischer Tiger. Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter: Vorstellung im Saale. 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Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. ,, Zum Sternecker", Jnhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. Sm Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Extra- Dampferfahrt mit Musik nach Erkner, Brodts Gesellschaftshaus a. DimeritzSee heute, Mittwoch, den 22. Juli. Abfahrt nachmittags 2%, Uhr von Station Kyffhäuser, Brandenburger abends. Ankunft in Berlin gegen 10 Uhr abends. Ufer, zwischen Waisen- und Jannowiß- Brücke. Abfahrt von Erkner 8 Ühr 21012* Fahrpreis hin und zurück 50 Pf. Im Juli und August sind noch Sonnabende und Sonntage an Vereine zu bergeben. 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Verschiedenes. Gäste willkommen. Die Kommiffion. Donnerstag, 23. Juli, in Frankes großem Saal, Sebastianftr. 39: Stock- und Celluloid- Arbeiter. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Leopold. 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl der Kommission. 4. Verschiedenes. Der Obmann. Bezirk Rummelsburg. Sente, Mittwoch, den 22. Juli 1903, abends 8Uhr, bei Thönd, Kant- und Goethestraßen- Ecke: Bezirks- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wahl des Kassierers. 2. Verschiedenes. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. FILIALE BERLIN. Donnerstag, den 23. Juli, abends 6 Uhr im Gewerkschaftshause, Engel: lfer 15, Saal 3: Vertrauensmänner- Versammlung. Tages- Ordnung: Gewerkschaftliches. Borher erfolgt die Ausgabe der Protokolle vom Verbandstag. Die Vertrauensmänner haben zu diesem Zweck die Mitgliedsbücher der Kollegen zur Abstempelung vorzulegen, damit ersichtlich ist, wer ein Protokoll erhalten hat. Ohne Buch wird kein Protokoll verabfolgt. 196/5 Deutscher Metallarheiter- Verband.I Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Donnerstag, den 23. Juli 1903, abends 82 Uhr: Bezirksversammlung für den Wedding im„ Kolberger Salon", Kolbergerstr. 23. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Verbandstag. Referenten: Gustav Brachwiz und Fräulein Auguste Kadeit. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Um die wichtigen Beschlüsse des Verbandes jedem so flar wie möglich zu machen, ersuchen wir um zahlreichen Besuch 86/2 der Verfamlung. 119/4 Margen Donnerstag, den 23. Juli, abends 8%, Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Ordentl. Generalversammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Neuwahl der Rechtsschutz- Kommission. 3. Wahl eines Delegierten zur Gewerkschafts- Kommission. 4. Festsetzung der Entschädigung für die Ortsverwaltung. 5. Abrechnung von der Dampferfahrt am 20. Juni. 6. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Das vollzählige Erscheinen aller Mitglieder ist dringend notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. 1 24/17 Die Ortsverwaltung. Donnerstag, den 23. Juli 1903, abends 8%, Uhr: Der Vorstand. Montag mittag 1, Uhr entriß uns der Tod meine liebe Frau, unsere Herzensgute Mutter Clara Krause geb. Hartmann im 51. Lebensjahre. Eine plöt lich eingetretene Lungenblutung machte ihrem mit Geduld ertrage nen Leiden ein für uns nur allzu frühes Ende. 2726b Beerdigung: Donnerstag nachmittag 6 Uhr von der Reichenhalle des Zionstirchhofes, Nieder- Schönhausen, Nordend. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen und herzlichen Beweise der Liebe und für die Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unsrer guten Mutter sagen wir allen Verwandten, Freunden und Be27286] Emil Röhn und Kinder. Versammlung aller in den Berliner Feilhauereien beschäftigten Arbeiter tannten unten herzlichsten Dank. im Lokale von Sachse, Lindowerstr. 26. Zages Ordnung: 1. Beschlußfassung über unsren Lohntarif. 2. Diskussion. Das Erscheinen aller Beteiligten ist dringend notwendig. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Wir ersuchen unsre Bertrauensleute, die in der letzten kombinierten Konferenz erhaltenen Fragebogen so schnell wie möglich zurückzuliefern. D. 0. Posamentiere. Filiale II des Deutsch. Textilarbeiter- Verbandes. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. Mittwoch, den 24. Jull, abends 8% Uhr: Vereins- Versammlung Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 23. Juli 1903, abends 8, Uhr: Mitglieder- Versammlung in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Duartal 1903. 2. Was bietet der Deutsche Tabatarbeiter- Verband seinen Mit gliedern? Referent: Verbandssekretär Herr Albert Faure- Bremen. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 5. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Max Schütte über: Vor 25 Jahren. Erinnerungen aus dem Jahre 1878. 2. Diskussion. 3. DuartalsAbrechnung. 4. Verschiedenes. 197/4 Der Vorstand. Achtung, Rohrer! In Anbetracht der hochwichtigen Tages- Ordnung liegt es schon im eignen Intereffe der Mitglieder, die Versammlung recht zahlreich zu besuchen, um Donnerstag, 22. Juli, abds. 8%, Uhr, bei Patt, Dragonerstr. 15: von den Neueinrichtungen im Verband Kenntnis zu nehmen. Auch Nichtmitglieder sind zu obiger Versammlung ganz besonders eingeladen. 187/8 Die Bevollmächtigten. J. A. Sally Rosenthal. Telegramm: Obergrund Mitglieder- Versammlung des Vereins der Rohrer Berlins und Umgegend. Zages- Ordnung: Dr. Schünemann Specialarzt für Haut, Harn- und Frauenleiden, Seydelstr. 9. 212-3, 6-8, Sonnt. 9-11. Credit. Monatlich 10 Markliefere Anzüge, Paletots nach Maß. Per Kaffe allerbilligste Preise. Wer selbst Stoff hat v.20 M. an. 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Mts., 1/21 Uhr mittags, verstarb unser vieljähriges Mitglied, der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter, Genosse Heinrich Jahns. Wir verlieren in ihm einen treuen Mitkämpfer. 236/7 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. d. Mts., bormittags 10 Uhr, vom Krankenhause am Urban nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappel- Allee statt. Um zahlreiche Beteiligung wird. gebeten. Der Vorstand. 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Unser alter Parteigenosse, der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter Heinrich Jahns am ist am 20. b. M. verstorben. Die Beerdigung findet Donnerstagvormittag 10 Uhr vom Krankenhaus am Urban aus nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee, statt. Wir bitten, dem langjährigen, thätigen Genossen die lezte Ehre durch rege Beteiligung zu erweisen. Die Vertrauensleute. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Schlosser Eduard Miau, gen. Megow am 19. Juli d. Js. sanft entSchlafen ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Zionstirchhofes, Nieder27415 Schönhausen statt. Berlin, den 21. Juli 1903. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Miau, gen. Megow. Todes- Anzeige. Am 19. b. Mts. berschied plöklich mein lieber Mann, der Schneidemüller August Cunow im Alter von 62 Jahren. Der selbe hielt sich seit Sonnabend besuchsweise in Rathenow auf und fand bereits die Bestattung dortselbst statt. 27276 Diese traurige Nachricht allen Freunden und Bekannten. Die trauernde Gattin Auguste Cunow. Hahns Volksgarten Rummelsburg, Hauptstr. 14 am See, 1 Mart. Neu- Zittau 70 3f., Dabendorf m. Bau ( altes Gefängnis). 19822* Konsens 80 Pf., bet Grünau 2 Mart. Schönster Familien- Aufenthalt, Konbert. unt. reellen Zahlungsbedingungen zert und viele Volksbeluftigungen. Schulz, Rigdorf, Lenaustr. 12/13, v. III.| Kaffeeküche. Weißbier 20, Seidel 10 Pf. Kleine Anzeigen. Elegante gestochene Säulenwirt schaft verkauft junger Mann spottbillig. 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