Nr. 169. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 art, für das übrige Ausland 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Organisation der katholischen Kirche. Donnerstag, den 23. Juli 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Wernivrecher: Amt IV. Nr. 1984. wendigkeit beruhen. Wo einem Kirchengefeße ein äußerer Zwang gelindert werden sollten. Schon als die Kirche aus einer politisch Der heutigen Nummer unsres Blattes ist eine voll zur Seite steht, geht dieser ausschließlich von der Staatsgewalt aus. unterdrückten zu einer politisch herrschenden Storporation geworden, als ständige Zusammenstellung der Ergebnisse der Reichstags- nie verschmäht, sich des weltlichen Armes in der ausgiebigsten Weise zugeführt, zwischen Reich und Arm die Brücke zu schlagen, immer Freilich hat die Kirche dort, wo sie den nötigen Einfluß besaß, es sie ihre ursprüngliche Aufgabe, die ihr das städtische Proletariat wahlen von 1903 sowie eine Uebersicht der Entwicklung zu bedienen und in den Zeiten ihres höchsten Glanzes die unum- mehr aus den Augen verlor, wurde das in den Händen der Geistder Socialdemokratie bei den Reichstagswahlen von schränkte Gültigkeit kirchlicher Zuchtmittel und ihren bedingungslosen lichkeit verbliebene Armengut bald genug ein Mittel, die Armut selber 1871-1903 beigegeben. Die Drucklegung ist so an- Einfluß auf das bürgerliche Gebiet behauptet und in Wirksamkeit sich ökonomisch im Interesse der bestehenden Mächte dienstbar zu machen, geordnet, daß der Leser durch entsprechende Zusammengesetzt. Unter dem reinigenden und aufklärenden Wirken der späteren ein Charakteriſtikum, den dieses sogenannte Armengut bis auf den Zeit und insbesondere der Gegenwart hat man jedoch notgedrungen heutigen Tag nicht mehr losgeworden ist. Als besonders befähigte Geldlegung der Seiten ein zu dauernder Aufbewahrung ge- von einer Theorie wieder abkommen müssen, die während des Kultur- aneignungsorganisationen erwiesen sich die religiösen Orden. Komeignetes Heft herrichten kann. tampfes von den Windthorst, Mallinckrodt und Reichensperger wiederholt munistische Korporationen auf religiöser Grundlage ist ihre Stellung Die Buchhandlung Vorwärts hält dieselbe Statistik als unberechtigter Eingriff der Kirche in das weltliche Gebiet hat zur Jurisdiktion der Bischöfe und des Papstes eine verschiedene. geheftet zum Preise von 10 Pf. vorrätig. bezeichnet werden müssen. Heute ist man gnädig genug, die Staats- Manche, wie die Jesuiten, unterstehen lediglich dem Ordensgeneral gewalt nicht mehr ohne weiteres und von rechtswegen als den und durch diesen unmittelbar dem Bapst; bei andren sind den Diözesannaturgegebenen Lakaien der Kirche in Anspruch zu nehmen. Ob Bischöfen gewisse Aufsichtsrechte über die in ihrem Sprengel liegenden und inwiefern", heißt es in Verings Kirchenrecht, die Staatsgewalt Klöster gewahrt. Wie verschieden aber auch ihre Lage und ihre hier ihre Unterstützung gewährt, hängt an und für sich, wenn wir vorgeblichen Zwede alle verstanden es, in der fürzesten Frist nämlich von den historisch begründeten wohlerworbenen Ansprüchen reich zu werden. Auf diese Weise sammelte sich im Laufe der Zeit und Berechtigungen der Kirche gegenüber dem Staat absehen, auch ein Vermögen zumal an Immobilien in den Händen des Klerus an, wieder bloß von der freien Ueberzeugung ab, welche die Staats- das wiederholt den Eingriff der weltlichen Gewalt, selbst„ heiliger" Wir haben bereits den erhöhten Einfluß gewürdigt, den sich der gewalt von der Notwendigkeit und dem Werte der Kirche Könige wie Heinrichs II. nötig machte. So groß die Verluste der Klerikalismus unter der Leitung des verstorbenen Leo XIII. zu er und der kirchlichen Ordnung hat." Wenn also nach Kleri- Kirche seit der Reformation gewesen sein mögen, in Ländern wie ringen verstanden hat. Es wurde betont, wie die Beitverhältnisse taler Auffassung selber neben der ideellen Verpflichtung, fich z. B. Destreich und Frankreich ist ihre ökonomische Macht noch heute selber zu Gunsten der Klerikalen Tendenzen gearbeitet haben, so der kirchlichen Lehre zu unterwerfen, das Recht des Indivia eine gewaltige, zumal man unter dem Pontifikat Leos XIII. dieſe daß die Fortschritte der abendländischen Reaktion in den letzten duums wie des Staates steht, sich über Wert, Nußen und Seite der firchlichen Frage nicht unterschätzt und gebührend zu Jahrzehnten zum guten Teil auch an diesem jüngsten Aufschwung Notwendigkeit der Kirche frei ein Urteil zu bilden und danach ihr fultivieren nicht unterlassen hat. von Religion und Sitte" gemessen zu werden vermögen. Was uns praktisches Verhalten gegenüber der letzteren zu bemessen, so ist Das Gesagte dürfte genügen, um die Bedeutung des Klerikajedoch an der katholischen Kirche am meisten interessiert, ist ihr schwer zu ersehen, aus welch andren denn aus materiellen Gründen lismus für die Gegenwart und die Grundlagen seiner Macht zu hierarchischer Aufbau, ihre Organisation. Faßt sie den Begriff die Pfafferei der Gegenwart gegen den Grundsay unfres Partei- tennzeichnen. Aufgebaut auf das gesellschaftliche Princip der Undieser letzteren auch in völlig andrem Sinne auf als wir Socialisten, die programmes, daß Religion Privatsache, daß Staat und Kirche zu gleichheit und gestützt auf eine straffe aristokratische Organisation, in der Organisation das demokratische Zusammenwirken gleicher und trennen seien, ihr wüftes und verheßendes Geschrei und Geschimpfe tritt er auf mit dem Anspruch auf die alleinige Leitung der Gefreier Menschen unter frei gewählter Führung verstehen, so hat sie erhebt. wissen, sucht er die Individualität in ihrem innersten Wesen zu doch von jeher ihre Schäflein zu lenken und, wenn es not that, zum Die Kirchengewalt ruht in der katholischen Kirche ausschließlich treffen und die Gesellschaft in Botmäßigkeit von sich zu bringen, Zusammenwirken nach den Plänen der Geistlichkeit zu vereinigen ge- bei einem eignen Stande, der Geistlichkeit, entsprechend der Auf- indem er seinen geistlichen" Strebungen gleichzeitig eine gefunde und wußt, und damit, wie ja auch in den Tagen des Kulturkampfes in faffung, daß Christus. eine Sendung nur an die Apostel, und in oberster reelle Bafis zu geben sich befliffen zeigt, die ihm mit wirtschaftlichem Deutschland, das Beispiel einer Disciplin über die große Maffe ihrer Instanz an Petrus, nicht aber an die gesamte Kirchengemeinde aus Einfluß den Hauptfaktor der Macht sichert. Daß weder das feudale Anhänger gegeben, deren sich ihre Gegner gemeinhin nicht nur nicht ver- gesprochen habe. Demgemäß wird dem Papste die ganze Fülle der noch das kapitalistische Ausbeutertum ein derartiges ihnen wirtsehen hatten, die vielmehr dem Klerikalismus, wie die Verhältnisse gegen- firchlichen Gewalt zuerkannt, während die Bischöfe in Verbindung schaftlich gewachsenes System zu brechen vermochten, liegt auf der wärtig liegen, zu einer gewichtigen Position zumal im Leben der mit ihm die Kirche regieren. Die päpstliche und die bischöfliche Ge- Hand. westeuropäischen Völker verholfen hat, mit der eine jede Politik wird walt sind also nicht dem Wesen nach, sondern nur der Größe nach verAufgabe der Massenpolitik des Socialismus mit seinen demorechnen müssen. schieden, der Papst ist, um einen dem mittelalterlichen Staatsrecht in fratischen Formen der individuellen Gleichheit und Freiheit wird es Die Grundlage dieser Organisation bildet der Begriff der Kirche Deutschland geläufigen Vergleich zu wählen, der erste unter seines fein, das Kirchentum feines ökonomischen Charakters zu entfleiden, als einer von Christus, d. h. nach orthodorer Auffassung von Gott gleichen. Als oberstes Vorrecht des Papstes gilt neben dem Ober- um es in seine ursprüngliche, rein geistige Sphäre zurückzuführen. gestifteten religiösen Anstalt und Gemeinschaft. Der Kirche werden aufsichtsrecht über die Diözesanverwaltung der Bischöfe, der obersten zwei Seiten und Aufgaben zugeschrieben. Die eine bezieht sich um- Gesetzgebung und der obersten Gerichtsbarkeit das sogen. unfehlbare mittelbar auf das Verhältnis des Menschen zur überirdischen Welt Lehramt, die definitive Entscheidung in Fragen der Glaubens- und und umfaßt das Gebiet der Moral, des Gewissens und der Kirch- der Sittenlehre, so daß gemäß der Auslaffung des vatikanischen lichen Gnadenmittel. Die andre Seite begreift das irdische Verhältnis Konzils die Aussprüche des römischen Papstes, wenn er ex cathedra ihrer Anhänger untereinander als Mitglieder der firchlichen Gesell- spricht, d. h. wenn er in Ausübung seines Amtes als Hirt und schaft. Als gesellschaftlicher Organismus" nimmt die Kirche für sich Lehrer aller Christen gemäß seiner höchsten apostolischen Autorität ein befondres Recht" in Anspruch, das jene beiden Gebiete der eine von der ganzen Kirche festzuhaltende Lehre über Glauben und Die Behandlung, die die bürgerliche Presse der schlesischen Schande kirchlichen Wirksamkeit umfaßt und seinem Ursprunge nach teil- Sitten definiert", aus sich selbst, nicht aber aus der Zustimmung der angedeihen läßt, bewegt sich zwischen zwei Extremen. Einzelne weise als göttliches, teilweise als menschliches Recht angesehen wird. Kirche unabänderlich sind. Daher denn auch die Aussprüche der Organe begnügen fich damit, gegen den Vorwärts" zu toben und angedeihen läßt, bewegt sich zwischen zwei Extremen. Als göttliches Recht werden alle jene Grundsäge bezeichnet, welche die Konzilien, selbst der allgemeinen, auch dann noch der ausdrücklichen feine Kritik so zu verdrehen, als ob er die Hilfskomitees und Privatkirchliche Tradition und Praxis auf Christus selber zurückführt. Zustimmung des Bapstes bedürfen und der Verwerfung verfallen wohlthäter schlecht machen wollte. Andre sehen sich genötigt, leiser Sie umfassen die Vollmachten des Lehr-, Hirten- und Priesteramtes, tönnen, wenn die eigens zu einem solchen Stonzil bevollmächtigten oder lauter in das Urteil einzustimmen, daß die Socialdemokratie aus denen die Kirche das ausschließliche Recht herleitet, die christliche Lehre zu predigen, die Völker im Glauben zu leiten und die fatramentalen Funktionen zu verrichten, Bollmachten, die man unter dem Namen der Kirchengewalt zusammenfaßt. Von diesen auf gött lichen Ursprung zurückgeführten Vollmachten wird behauptet, daß sie teiner wie immer gearteten weltlichen Rechtsprechung unterworfen sein können. Die Kirche beansprucht vielmehr von vornherein alle Rechte und Befugnisse, die zur Erfüllung ihrer kirchlichen Sendung, zur Ausübung der Kirchengewalt nötig und erforderlich sind. Der Staatsgewalt dagegen steht keinerlei Recht zu, von sich selber aus über firchliche Angelegenheiten Gefeße und Anordnungen zu erlassen. Die katholische Kirche ist also der bevorrechteten Stellung des Die Kirche spricht sich allein hier die volle Machtbefugnis zu und ihre Klerus zufolge ein societas inaequalis, eine auf der Ungleichheit Ansprüche gehen so weit, daß selbst für die Erteilung von beruhende Gemeinschaft. Die Pfarrgemeinde hat im Gegen Religionsunterricht in der weltlichen Schule die, canonische Sendung", fat zum Protestantismus nur eine passive passive Bedeutung, d. h. die Bestallung durch den Bischof der Diözese oder im Einver- indem fie lediglich den Kreis berer darstellt, die der ständnis mit ihm benötigt wird. Dieses als göttliches bezeichnete feelsorgerischen Leitung des Pfarrers unterliegen. Darin erschöpfen Kirchenrecht ist nach orthodoger Meinung weder national noch sich im wesentlichen ihre Rechte. Daher find in einer katholischen territorial, sondern universell; es gilt für alle Beiten und für alle Pfarrgemeinde auch nicht die Mitglieder der Pfarrei Träger der Böller, und vermöge der behaupteten Göttlichkeit ihres Ursprungs, juristischen Persönlichkeit, sondern die tote Sache, das Pfarrvermögen, die der Kirche den Besitz aller Wahrheit in religiösen Dingen ver- dessen Vertretung einschließlich der Schul- und Armenfonds dem bürgen soll, weist sie jedem Menschen im Gewissen die Verpflichtung Pfarrer als dem Organ des Bischofs unter der Aufsicht des letzteren zu, sich ihren Lehren zu unterwerfen. Andrerseits werden alle die zusteht. Das allein schon zeigt die Bedeutung, die das„ Vermögen" jenigen als„ vor Gott und im Jenseits" zur kirchlichen Gemeinschaft im katholischen Kirchenrecht besitzt. Speciell die Vermögensfrage gehörig gerechnet, die aufrichtig nach Wahrheit streben, wenn sie führt uns vom Gebiet der Theologie in das der Geschichte. auch aus unverschuldetem Irrtum hier auf dieser Welt nicht zur sichtbaren Hat die Vermögensfrage den Gegensatz von Klerus und LaienGemeinschaft der Kirche halten". Der menschliche Teil des Kirchen- element ausprägen helfen, so hat sie den vorhandenen Unterschied zu einer rechts dagegen, der sich vorwiegend auf die Organisation der Kirchlichen Verwaltung bezieht, kann national und territorial verschieden fein, wie ihm auch ebenso wie jedem weltlichen Recht die Fähigkeit und gegebenenfalles die Notwendigkeit der Umbildung und der Fortentwicklung zugewiesen wird. VerGesandten des Bapstes sich mit den Beschlüssen bereits einverstanden erklärt hatten. Als Gehilfe und Vertreter des Bischofs in der einzelnen Pfarrei gilt der Pfarrer; jedoch beschränkt sich die Ber. tretung nur auf die seelsorgerischen Funktionen. Neben diesen brei grundlegenden Faktoren der kirchlichen Hierarchie haben sich im Laufe der Zeit noch eine Reihe von Kirchenämtern und Würden wie die der Kardinäle, der Patriarchen, der Metropoliten, der Domkapitel, der Prälaten u. f. f. Herausgebildet, die zwar für die kirchliche Verwaltung im einzelnen von Interesse, für die eigentliche Grundlage derselben jedoch von keiner Bedeutung sind. 〃 M Politische Ueberficht. Berlin, den 22. Jult. Die schlesische Schande. über die preußische Wirtschaft gesprochen hat. Dem frommen Reichsboten" ist sogar die Erleuchtung über Nacht gekommen. Während er gestern noch über jüdisch- radikale Hezze" seterte, muß während er gestern noch über jüdiſch- radikale Heze" zeterte, muß er jetzt selbst zu den naiven Auslassungen der„ Berl. Korrespondenz" er jetzt selbst zu den naiven Auslassungen der„ Berl. Korrespondenz" bemerken: Völlig unverständlich ist hierin zunächst die Ansicht, daß man die Aufräumungsarbeiten und sogar die Vorbeugung von Typhusepidemien ohne Mitwirkung des Staates der freiwilligen Liebesthätigkeit überlassen soll. Diese hat genug andres zu thun; vor allem den ihrer Nahrung und ihres Obdachs Beraubten zur Seite zu treten. Der Hohn, mit dem der Vorwärts" dieses Gehenlassen einer fogar die öffentliche Gesundheit bedrohenden Erscheinung überschüttet, ist nicht ganz unverdient, wenn natürlich auch mit radikaler Bissigkeit übersalzen. " Und die Deutsche Tageszeitung", die als konservatives Blatt und als Blatt der Kanalgegner ja auch ein Organ der herrschenden Landtags- Clique ist, schreibt: Wir müssen also fordern, daß, ohne Rücksicht auf die weiter. gehenden Kanalprojekte der Regierung, ungesäumt eine gründliche Prüfung der gesamten wasserwirtschaftlichen Verhältnisse in Preußen erfolgt und auf Grund derselben den bestehenden Gefahren begegnet wird. Wie groß diese Gefahren sind, lehrt schon allein der Umstand, daß, wie ein hiesiges Blatt hervorhebt, Schlesien im vorigen Jahrhundert fünfzehnmal von der Wassersnot heimgesucht worden ist, das lehren die Verhältnisse an der Weichsel und Nogat, wo die Bevölkerung jedes Frühjahr mit Angst und Schrecken durchlebt und auch im Sommer, wie jezt, vor Ueberschwemmungen nicht sicher ist, das lehren die Verhältnisse an der Havel und Spree, wo weite fruchtbare Ländereien der dauernden Bersumpfung überantwortet zu sein scheinen. wirtschaftlichen und politischen Machtfrage weiterentwickelt. Es ist eine nicht wegzuleugnende Thatsache, daß mit der Abnahme des Einflusses, den das vorwiegend proletarische Laienelement in den ersten Zeiten des Die Deutsche Tageszeitung" hat allerdings alle Ursache, beChristentums besaß, daß mit der zunehmenden Macht der Klerisei auch sonders laut nach dem Dieb zu rufen. Denn die wasserwirtschaftliche ihre Attentate auf den Geldbeutel der Befizenden wie der Nicht Vorlage vom Jahre 1901 in Agrarierkreisen furzweg als der Die katholische Kirche nimmt für sich das Recht in Anspruch, zur befizenden wuchsen. Von jeher hat die Kirche für sich die Not- Laufefanal" bekannt- forderte neben dem Dortmund- Rhein- Kanal, Durchführung ihrer religiösen Ansprüche gegen diejenigen, welche die wendigkeit, Vermögen zu erwerben, betont, und von jeher hat sie es dem Mittelland- Kanal, dem Großschiffahrtswege Berlin- Stettin, der kirchliche Ordnung verlegen, Strafen auch materieller Art, wie verstanden, den Bettel im Großen und im Kleinen zu organisieren, weiteren Ausbildung der Wasserstraßen zwischen Weichsel und Oder Verluste an Vermögen, Freiheit, Chre und selbst körperliche Büch- hat sie für Steuer- und Zehntenwesen die ausgeprägtesten Instinkte auch die Beschaffung ausreichender Vorflut im Oderbruch, die tigung, verhängen zu können. Dagegen steht der Kirche auf Grund verraten. Wir können hier nicht die verschiedenen Methoden frommen Verbesserung der Verhältnisse an der unteren Oder sowie an der ihrer eignen Lehre von der staatlichen Gewalt feine äußere Vermögenserwerbes erörtern. Hervorgehoben sei nur, daß diese Spree und Havel. Die Agrarier wollten aber damals lieber die unmittelbare Zwangsgetvalt an Personen und Sachen zu. fortgefeßten Aderlässe weniger mit der Notwendigkeit begründet Bauern erfaufen lassen, als für eine Verbilligung des MassenDie Wirksamkeit und die Beobachtung der kirchlichen Gefeße wurden, für Kirchen und Klerisei Subsistenz und Unterhalt zu ge- verkehrs zu forgen und den Erpressungsrevolver für den soll vielmehr in erster Linie auf dem Glauben ant die winnen, als mit dem beliebten Vorgeben, daß aus dem frommen großgrundbesizerischen Brotwucher aus der Hand zu geben. Andrerseits göttliche Stiftung der Kirche und der Ueberzeugung von ihrer Not- Körper". dem„ Patrimonium der Armen", Not und Elend pflichtgemäß ist es aber ebenso klar, daß die Regierung, den Schutz der Ueber sie meldet: " schwemmungsgebiete nicht so lange aufschieben darf, bis ihr Handel vor jeder Aufklärung durch die Ausgesperrten zu behüten,| Kunden Besucht. Als sie nachts heimkehrten, fanden fie ihr Hotel mit den Agrariern fertig ist. in einer leerstehenden Fabrik untergebracht. Notwendiger verschlossen. Zunächst versuchten sie unter Beihilfe eines städtischen mußten fie Schließlich fühlt die„ Deutsche Tageszeitung" auch das Bedürfnis, weise die sie auch Verpflegung ihrer Schutz- Nachtwächters sich mit der Hausglode bemerkbar zu machen, doch aus der schlesischen Ueberschwemmung die Monarchie zu retten, indem befohlenen in die Hand nehmen und wandten sich an die zunächst schien diese nicht zu funktionieren und so wurden einigemale die wohnenden Fleischermeister 2c. Die Arbeiterfrauen, welche bisher Klopfringe an der Hausthür in Thätigkeit gesezt. Es zeigte sich im Wie uns aus Breslau von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, ihre Ware von den in Rede stehenden Fleischern und Krämern be- Hause dann auch ein Lichtschein. Die Herren stellten darauf das zogen, entzogen den Lieferanten für die Streifbrecher sofort ihre Selopfen ein. Mittlerweile war der Stadtwachtmeister auf der Bild. ist beim Oberpräsidium ein ausführliches Telegramm des Kaisers Kundschaft, und in dieser Handlung erblickt die„ Post"" social- fläche erschienen. Er fuhr in barschem Tone die beiden Kaufleute aus Norwegen eingetroffen, in welchem er sich über den Umfang demokratischen Terrorismus"! Aber noch besser. Ein an, sie sollten sich ruhig verhalten, und als diese erwiderten, daß sie des Hochwasserschadens Bericht einfördert und schnelle und aus- Teil dieser Kleinhändler wollte nicht eines augenblicklichen Vorteils nur in ihr Hotel wollten:„ Sie haben den Mund zuhalten" reichende Hilfe zusichert. wegen die dauernde Kundschaft der ausässigen Arbeiter verlieren und Die Reisenden verwahrten sich gegen diesen Ton. Damit tamen fie Die schnelle und ausreichende Hilfe kann der Kaiser für sich verzichtete auf die Lieferung für die Arbeitswilligen. Das verfezt aber schlecht an. Böttcher erklärte ihnen, sie zu verhaften, allein doch nur aus seinen privaten Mitteln leiſten; zur Flüssig die" Post" in solche Wut, daß sie in demselben Atem, in dem sie wenn sie nicht augenblicklich den Mund hielten. machung öffentlicher Mittel ist ein Beschluß der Staatsregierung über socialdemokratischen Terrorismus" faselt, schreibt: Natürlich protestierten die beiden, sie wurden von Böttcher jedoch nach erforderlich, der nach der amtlichen Korrespondenz nicht schnell", " Für das Unternehmertum würde sich die Frage ergeben, furzer Hin und Herrede verhaftet. Auf das Anerbieten der Versondern erst nach Eingang des amtlichen Berichts gefaßt werden wenn sich weiterhin zeigen sollte, daß ihm der Kampf gegen hafteten, sich durch ihre Papiere zu legitimieren, oder sich durch den soll, und von dem man obendrein nicht weiß, wie er ausfallen wird. socialdemokratischen Uebermut auch von seiten der kleinen Kauf- in Friedeberg angesessenen Kaufmann Bohl rekognoscieren zu lassen, Einstweilen aber hofft die königlich preußische Regierung noch, wie Teute noch erschwert wird, ob es sich nicht empfiehlt, in weiterem erklärte der Wachtmeister: Das habe ich nicht nötig." Im man erst gestern gelesen hat, darauf, daß private Wohlthäter für die Umfange als bisher schon Konsumbereine zu gründen, um nicht Polizeigewahrsam wurde den beiden, nachdem sie sich nochmals bereit ganzen Kosten aufkommen werden. mehr auf Geschäfte angewiesen zu sein, welche socialdemokratischen erklärt hatten, sich zu legitimieren, alles: Papiere, Briefe, PorteDie„ Tägliche Rundschau" antwortet der Berliner Korrespondenz": Winken gehorchen." monnaie, Taschentücher, Hosenträger, Geld( ohne Nachzählung) usw. Wir wollen mit den Einzelheiten des offiziösen Schriftfazes Also die" Post" empfiehlt Terrorismus, um Terrorismus durch abgenommen und sie von dem Wachtmeister mit den Worten: So, nicht rechten. Sonderlich glücklich ist er nicht; manches an ihm zusehen! Erst terrorisiert das Unternehmertum die Arbeiter durch da haben Sie Ihr Logis!" in eine dunkle Belle gesperrt. berührt sogar unwillkürlich komisch. Was soll es denn nur heißen, Herbeiholung von Lohndrückern aus dem Auslande; der nationale Die Reisenden verbrachten in dem„ Verließ"- wie ein Beisiger des wenn feierlich versichert wird: Herr v. Hammerstein sei ins Not- Patriotismus des„ Post"-Unternehmertums erweist sich in der Aus- Gerichts die in einem alten Turm untergebrachte und nur mit Stuhl standsgebiet gereift, um das hohe Interesse der Staatsregierung hungerung Deutscher vermittels fremdländischer Schmußkonkurrenz. und Pritsche möblierte Zelle. nannte wahrlich keine angenehme an der Jnangriffnahme der Hilfsaktion an den Tag zu legen"? Dann, sobald sich die anständige Bevölkerung, die zudem wirtschaft- Nacht. Am andern Morgen verlangten sie, zu Protokoll vernommen Ja, ums Himmels willen, was soll denn nur der kgl. Staatsregierung lich auf den Konsum der Arbeiter angewiesen ist, gegen diesen zu werden, ließen von ihrem Verlangen aber ab, als ihnen der " hohes Interesse" abzwingen, wenn nicht die unverschuldete Terrorismus wehrt, dann erneuter Terrorismus durch den Versuch, Wachtmeister erklärte, daß er sie dann bis 11 Uhr festhalten werde. Not fleißiger, tüchtiger Menschen, denen die feindlichen Elemente diesen wirklich im deutschen und im Arbeiter- Interesse verfahrenden Der Stadtwachtmeister erklärt heute, die beiden Kaufleute nur feſtihr hab und Gut zerstörten? Auch sonst weht durch den zweiten Bevölkerungskreisen den Warenabsatz zu sperren. Um die Aus- genommen zu haben, um weitere Ruheſtörungen zu verhindern. Teil des Auffages ein Ton kühler Zurückhaltung, der nicht ganz hungerung der Arbeiter durchzusetzen, empfiehlt die„ Post" die Aus- Die Verhafteten hätten ihm erklärt, weiter Klopfen zu wollen, wenn zu dem Schwung des Anfanges passen will, der uns mit beredten hungerung des angeblich so gehegten kleinen Mittelstandes! Und nicht aufgemacht würde. Die heute als Zeugen erschienenen KaufWorten den Umfang des Jammers schildert. In der Verweisung das jammert über socialdemokratischen Terrorismus! Teute bestreiten jedoch ganz entschieden, eine derartige Erklärung auf die öffentliche Mildthätigkeit und die gottlob ja vorhandene abgegeben zu haben. Der Staatsanwalt hält denn auch den Stadt„ große Opferfreudigkeit" wird man die Einlösung aber ebensowenig Vom liberalen Traumbild der großen Linken". Aus Hessen zu sehen vermögen, wie etwa in einem Notgesetz nach dem Muster wird uns geschrieben: In ziemlich unverblümter Weise hat die frei- wachtmeister der Freiheitsberaubung für schuldig. Es habe nicht der geringste Anlaß zu der Verhaftung vorgelegen. Die beiden des letzten von Anno 1898, da die Regierung von zehn finnige" Wormser Volkszeitung" ausgeplaudert, welche Rolle der Kaufleute wären zu der Benutzung des Klopfers berechtigt gewesen. Millionen, die ihr vom Landtag bewilligt worden waren, um Socialdemokratie bei dem großen Traumbild:„ die aktionsfähige Aber selbst, wenn der Angeklagte das Klopfen für ungebührlichen der lieben Sparsamkeit willen noch nachträglich fünf streichen ließ. Linke" zugedacht ist. In Darmstadt waren bei den letzten Hier muß endlich einmal etwas Organisches geschehen; hier müssen Landtagswahlen die beiden Nationalliberalen mit Hilfe unsrer Ge- ruheſtörenden Lärm gehalten habe, hätte es ihm an Anhaltspunkten für die Annahme, daß die Herren weiter Klopfen würden, die Wasserbautechniker vor die Front! nossen berdrängt und die beiden Freisinnigen gewählt worden. Die Mehrheit war aber eine so geringe, daß der Landtag auf die ein- gefehlt. Der Angeklagte habe ferner auch das Bewußtsein der Rechtsgelegten Proteste hin die beiden Mandate für ungültig erklärte. Sn- widrigkeit seiner Handlungsweise gehabt. Die Verhaftung sei zwischen haben nu die Reichstagswahlen stattgefunden, bei denen sich die lediglich erfolgt, weil die Leute nicht den Mund gehalten haben, als es ihnen der Wachtmeister gebot. Wenn er sich der Willkürlichkeit Freifinnigen in Darmstadt eine Zählkandidatur leiſteten, um den der Festnahme nicht bewußt gewesen wäre, hätte er die Legitimation Nachweis zu führen, daß sie die schwächste Partei in der Residenz zum mindesten im Wachtlokale angenommen. Auch die Art und find. Unsere Genossen, die bekanntlich das Reichstagsmandat im Weise der Behandlung in der Zelle, die Abnahme der Sachen, als ersten Wahlgange eroberten, machten nun den Freisinnigen begreiflich: ob es sich um Verbrecher handele, sprechen für die subjektive Schuld daß sie nach dem Ausfall der Reichstagswahlen doch unmöglich auf beide Landtagsmandate beharren könnten, sie sollten eines an die des Angeklagten. Das Publikum rufe nach Schutz vor der Polizei und der müsse ihm vom Gericht werden. Ein Mann, der berufen sei, Socialdemokratie, die stärkste Partei, abtreten. Das lehnten die das Publikum zu schüßen, und sich dann derart bergehe, müsse die Freisinnigen rundweg ab. Und nun redet die„ Wormser Volksztg." Schwere des Gesetzes spüren. Vier Wochen Gefängnis feien unfren Genossen gar beweglich ins Gewissen: eine angemessene Strafe. Der Verteidiger, RechtsGesetzt den Fall, die Freisinnigen würden den Social- anwalt Rosemann, sucht nachzuweisen, daß Angeklagter nicht das demokraten das eine Mandat abtreten. Woher wissen denn die Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gehabt hat. Eventuell liege hier Herren, daß dann die beiden Mandate der Linken erhalten bleiben? eine Pflichtverletzung vor, die nur disciplinarisch zu bestrafen ſei. Steht nicht vielmehr zu befürchten, daß eine ganze Reihe Wähler Da 3 Urteil des Gerichtshofes lautete auf Freida nicht mitmachen würde?! Der Sieg war doch damals nur sprechung. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß der mit wenigen Stimmen errungen. Die M. Vztg." und das„ Off. Abendbl." wissen so gut, wie wir, daß auf ein gut Teil Liberaler Gerichtshof feinen Zweifel habe, daß hier thatsächlich das„ rote Gespenst" noch immer einen gewissen Schrecken ausübt. worden ist und daß ein schwerer polizeilicher Mißgriff eine rechtswidrige Freiheitsberaubung begangen Sie lassen sich zwar die Unterstügung gefallen, vorliegt. Allein das Gericht habe Bedenten getragen, das Bewußt aber zusammengehen Schließlich wollen wir noch bemerken, daß wir in diese Möglichkeit sei nicht absolut ausgeschlossen, daß Angeklagter des sein der Rechtswidrigkeit bei dem Angeklagten anzunehmen. Die Sache nicht eingreifen qus Liebe zu irgend einer Partei, sondern aus der fühlen Erwägung herans, daß wir in Heffen, wo Glaubens war, zu der Verhaftung berechtigt zu sein. Deshalb habe unter der Socialdemokratie so viele vernünftige Köpfe sind, das auf Freisprechung erkannt werden müssen. Der Stadtwachtmeister darf sich zu der gütigen Milde seiner anstreben sollen, was im Reiche notthut: eine altions- Richter Glück wünschen. Gewöhnlichen Sterblichen gegenüber, die fähige Lintel' " Die Kreuz- Zeitung" versucht sogar wißig zu werden: Wenn socialdemokratische Blätter die Wassersnot in Schlesien auf den Kapitalismus zurückführen, so thun sie nur, was man von ihnen erwartet hat; man lacht darüber, wie man über das neckische Dienstmädchen in Molières" Eingebildetem Kranken" lacht, das, als Arzt verkleidet, alle Leiden ihres Herrn aus der Lunge herLeitet. Die Lunge!" sagt sie der Kapitalismus!" sagt der Die Kreuz- Zeitung" will es offenbar ihren Lesern nicht verraten, daß die Socialdemokratie nicht den Kapitalismus", sondern die junkerlich- konservative Mißwirtschaft, die in Preußen herrscht, für die mangelnde Voraussicht des Staates und für das Fehlen aller, auch der allernotwendigsteu Vorkehrungen verantwortlich macht. Soci. " Deutfches Reich. Der Kaiser hat für die Marine eine neue Flaggen- und Salutordnung aufgestellt. Verspätetes Bekenntnis. Der nationalliberale Reichsverein zu Dresden erstattet soeben einen Jahresbericht über die gegenwärtige politische Lage und darin wird über die Haltung der eignen Partei in den 3ollkämpfen gesagt: ,, Die politische Lage ist zur Zeit recht trübe. Wenn es auch gelungen ist, das Bolltarif- Gesez unter Dach zu bringen, so ist das doch in einer Weise und namentlich mit Mitteln geschehen, die weite Kreise unsrer Partei nicht zu billigen vermögen, und die Hoffnung, die nach dem Verlaufe des Eisenacher Delegierten tages berechtigt schien, daß die Partei den liberalen Gedanken energischer als bisher betonen werde, schien durch ihr Verhalten im Reichstage für viele getäuscht zu sein. Die Hauptentscheidung im Zollkampf steht noch aus. Sie wird erst im neuen Reichstage bei den Beratungen über die neuen Handelsverträge fallen. Bei ihr gilt es nunmehr, den ohne alle Rücksicht auf das Gemeinwohl geltend gemachten einseitigen Ansprüchen der Agrarier entgegenzutreten." " auch dazu wiederum ihre Hand bieten werden. " nee... Das läßt an Deutlichkeit nichts, aber auch gar nichts zu wünschen gegen irgend einen Paragraphen der Gesetzsammlungen verstoßen, übrig. Die„ starte und große Linke" kann in den Barlamenten sofort pflegen die Richter das„ Bewußtsein der Rechtswidrigkeit" ohne in Attion treten, wenn die Socialdemokratie die Wähler und die Schwierigkeiten festzustellen; bei dem Polizeihüter der Gesetze, der Liberalen" die Abgeordneten stellen. über seine Pflichten genau instruiert wird und dessen erste Aufgabe es ist, zu wissen, wie weit seine Befugnisse gehen, ist die Möglichkeit nicht absolut ausgeschlossen", daß ihm das Bewußtsein der Rechtss widrigkeit fehlte. Viele tausend Staatsbürger dürfen den Stadtwachtmeister von Friedeberg um das mangelnde Rechtswidrigkeitsbewußtsein beneiden. er weg. " " bon der Militärjustiz. Vor dem Kriegsgericht der 15. Division standen in Aachen der Unteroffizier Wiese und der Sergeant Cröplin von der 9. Compagnie des 132. Infanterieregiments unter der Anklage der vorschriftswidrigen Behandlung eines Untergebenen, des Rekruten Göbbels, der wegen dieser Behandlung Selbstmord be= Das sind ganz löbliche Worte. Aber warum kommen die Dres- gangen hat. Wie durch zahlreiche Zeugen festgestellt wurde, hat Bur freifinnigen Landtags- Wahltaktit dener Tapferen acht Monate zu spät? Als die nationalliberale besonders der Unteroffizier Wiese den Rekruten in unablässiger Einmal nahm er dem Rekruten heimlich nimmt heute die„ Voff. 3tg." das Wort, ohne erhebliches beizutragen. Fraktion im Reichstage die energische Betonung des liberalen Ge- Weise schikaniert. im Dienst einen Dann Die Vosi. 3tg." hält es für widersinnig, daß die im Reiche zu dankens durch die Kardorfferei betrieb, da hat man auch in Dresden gebrauchenden Spaten und Partei Gesetzgebung auss ging dem Soldaten forderte den in stärkste Spaten preußischen hübsch den Mund gehalten. Jegt heißt es in demselben Jahresbericht, daß die sächsischen eindringlichster Art ab; er drohte ihm dabei wiederholt, daß er geschlossen ist, und will es mit Freude begrüßen, wenn Anzahl Socialdemokraten in das Als der Gepeinigte und Ge- eine Abgeordnetenhaus Nationalliberalen den Landtag zu einer gerechten Vertretung aller ihn auf die Festung bringen werde. Sie ist aber gegen den von uns besprochenen Kreise des Volkes" umgestaltet sehen wollen. Wir fürchten nur, daß ängstigte dann sich selbst das Leben genommen hatte, fand man gewählt würde. eine sehr ungerechte Gestaltung des Landtages durch die Maß- den Spaten in dem Bett des Unteroffiziers ver- Vorschlag, daß der Freifinn zu Gunsten der Socialdemokratie einige ſt eď t. gebenden in Sachsen beabsichtigt wird und daß die Nationalliberalen mittelarrest, den Unteroffizier Wiese zu zwei Monaten Gefängnis. fich alle Gegner der Reaktion in solchen Wahlkreisen zuſammenDas Gericht verurteilte den Sergeanten zu sechs Tagen Berliner Mandate abgeben solle, vielmehr komme es darauf an, daß Derartig gelinde Strafen in einem Fall, in dem fortdauernde finden, wo es gilt, Mitglieder der konservativ- klerikalen Mehrheit zu Mit der Möglichkeit eines nahen Sieges der Socialdemokratie Peinigungen einen Soldaten zum Selbstmord trieben, sind nur verdrängen". Für solche Fälle erscheinen der„ Boffischen Zeitung" rechnet Herr v. Bedliß- Neukirch im„ Tag", ja er sieht schon die Götter geeignet, Beunruhigung unter alle diejenigen zu tragen, die An- Abmachungen mit der Socialdemokratie nicht von vornherein aus. dämmerung der Hohenzollern- Monarchie heranziehen. Denn die gehörige in der Armee haben. geschlossen". Nachdem das Blatt die durch nichts begründete Ansicht Socialdemokratie sei und bleibe antimonarchisch und könne mur ,, auf Uebrigens und dies ist noch besonders charakteristisch es ausgesprochen, daß die Ansichten über diese Frage auch in der Socials den Trümmern der Monarchie der Hohenzollern Regierungspartei fehlte nicht viel, dann wäre dieser Fall gar nicht herausgekommen demokratie nicht einheitlich seien die Beschlüsse unsrer preußischen werden". Auch das Vertrauen auf das starte gut disciplinierte Heer" und die That wäre überhaupt ungeahndet geblieben. Denn der Parteikonferenz sind einstimmig gefaßt worden!- kommt es zu der fei feineswegs gerechtfertigt. Denn von socialdemokratischer Seite Selbstmord geschah schon am 17. Juni 1901. Damals wurde, wie Schlußfolgerung: werde planmäßig auf die Indisciplinierung der Heerespflichtigen der Aachener Voltsfreund" mitteilt, den Mannschaften durch den Da aber noch nicht entfernt zu übersehen ist, wie groß die hingearbeitet. Herrn v. Bedliß ist das durch ein Reiseabenteuer Compagniechef erklärt: Göbbels sei wegen Familienverhältnissen in Wahlbeteiligung und der Erfolg der Socialdemokratie bei den völlig flar geworden, das er, nachdem er seine Leser in die richtige den Tod gegangen; niemand solle etwas andres berichten. Erst im Wahlmännerwahlen auch nur dritten Abteilung sein werden, er ein Bündnis Stimmung der Spinnstube gesezt hat, folgendermaßen erzählt: scheinen die Erörterungen über Herbst 1902 wurde die Angelegenheit durch einen andern Soldaten, Kurz vor den Stichwahlen fuhr ich spät abends von Ebers- der zur Reserve entlassen worden war, im Fluß gebracht. verfrüht, und liegt jedenfalls für die Freifinnigen kein Anlaß walde, wo ich in einer Wahlversammlung gesprochen hatte, nach vor, als Preis für ein solches Bündnis von vornherein die Abtretung Berlin zurüd. Denselben Zug benuzten eine Anzahl von SocialEin billiger Spaß. Das Schöffengericht in München ber- von Mandaten anzubieten, die die freisinnige Partei zu behaupten demokraten. Ihr Wortführer nahm den gemeinsamen Aufenthalt urteilte den Centrums- Abgeordneten Heim zu 10 M. bermag, auch gegen die Socialdemokratie." auf dem Bahnhofe wahr, mir wiederholt und nachdrücklichst zu Geldstrafe, weil er in einer Genossenschafts- Versammlung, als Wir haben unfre Auffaffung zu jenem Vorschlag der„ Berl. Ztg." Gehör zu geben, daß fie die heranziehende Jugend sorgsam so Bauern flagten, daß das Proviantamt bei Lieferungen ihnen genügend ausgesprochen, und es sei nur bemerkt, daß es unsrer Händler vorziehe, dazwischen rief: ,, Rollender Rubel". Das Partei niemals in den Sinn tam, Mandate vom Freisinn zu erzögen, daß fie nicht auf Vater und Mutter schicken werde". Die socialdemokratische Jugend muß in der That sehr verroht Kommando des ersten bayerischen Armeecorps hatte Straf- fordern, die die freisinnige Partei auch ohne unsre Unterstützung zu fein, wenn sie nicht auf Bater und Mutter schießen will, und antrag wegen Beleidigung gestellt, weil durch den Zwischen behaupten vermag. Wir haben lediglich erklärt: wenn der Freisinn den mit der Abnahme bon Heu Mandate erhalten oder gewinnen will, die er nur haben kann durch die Sache der Monarchie befindet sich in sehr guten Händen, wenn ruf„ rollender Rubel" man ihre Erhaltung von der Neigung der Jugend zum Elternmorde betrauten Beamten der Vorwurf gemacht werden solle, sie hätten sich die Stimmen socialdemokratischer Wahlmänner, so fordern wir auch Vor Gericht erklärte Abg. abhängig machen zu müssen glaubt. In der Wahlzeit haben oft von einem Heuhändler bestechen lassen. preußische Pfaffen ihren Gläubigen erzählt, daß die Social- Heim, daß es sich lediglich um eine private Aeußerung gehandelt entsprechende Mandate für uns selbst. demokraten Muttermörder seien, nach der Wahl klagt eine fromme habe, als ein ihm bekannter Herr in der Versammlung eine bekannte Stüge der Christenheit, daß die Socialdemokraten keine Luft hätten, Geste durch Reiben mit Daumen und Zeigefinger gemacht, worauf er privatim über den Tisch hinüber rollender Rubel" geäußert habe. Muttermörder zu werden. Die Anhänger der Monarchie thäten viel besser, in friedlichem Es habe sich dabei um eine scherzhafte Bemerkung gehandelt. Herr Meinungskampfe den Beweis dessen zu versuchen, was für fie Dr. Heini ist für seinen Spaß billig davongekommen. bisher ein Dogma ist, an das man glauben muß: daß nämlich das Heil des deutschen Volkes für ewige Zeiten mit dem Bestande ein und derselben Staatsform verknüpft sei. Seine eigne BeweisVor einiger Zeit wurde aus Friedeberg i. Schl. von der rechtsführung sollte Herrn b. Zedlig davon überzeugen, daß durch widrigen Verhaftung zweier Kaufleute durch einen Polizeibeamten rücksichtslose Scharfmacherei nur eine Verschärfung jenes Konflifts berichtet. Jegt hat die Gerichtsverhandlung stattgefunden, die nicht herbeigeführt werden kann, der für ihn und seine Gesinnungs- nur die Thatsache bestätigt, sondern ein neues Beispiel bringt, in genossen die größte Gefahr bedeutet. Denn eigentlich und endlich welcher Wundermilde die Justiz Polizeiverfehlungen beurteilt. Der prechen ja aus den Kanonenschlünden nicht die Gründe des Königs, Hirschberger" Bote aus dem Riefengebirge" berichtet vom fondern die der Kanoniere. Die Gewalt ist kraftlos, hinter der nicht 21. d. m.: bie Ueberzeugung steht. Schutz vor Schuhleuten forderte der Staatsanwalt heute in einer Bon socialdemokratischem Terrorismus" faselt die" Post" aus Verhandlung gegen den wegen Freiheitsberaubung angeklagten StadtAnlaß eines Vorkommnisses gelegentlich der Bauarbeiter- Aussperrung wachtmeister Julius Böttcher aus Friedeberg am Queis. Böttcher in Hannover. Dort haben die Bauunternehmer ihre Leute solcher hat in der Nacht zum 31. März zwei ortsfremde Kaufleute, Forderungen wegen, die in Städten mit gleichen Lebensmittel- und Männer in geseztem Alter, rechtswidrig verhaftet und für eine Nacht Wohnungspreisen längst durchgeführt sind, rücksichtslos aufs Pflaster eingesperrt gehalten. Die beiden Kaufleute Ernst Schmidt aus geworfen. Als Ersatz haben sie unter Vorspiegelung Breslau und Morig Freiberg aus Sprottau- hatten im Löwen" falscher Thatsachen Galizier herbeigeholt und diese, um sie in Friedeberg Quartier genommen und dann abends noch einen Die Polizei ohne Rechtswidrigkeitsbewußtsein. 黃 Die, Post" erscheint als natürlich gänzlich uneigennüßigerWarner der Liberalen: Würde der Liberalismus bei den Landtagswahlen wirklich einen Pakt mit der Socialdemokratie unter den ihm zugemuteten entwürdigenden Bedingungen schließen, so würde er selbst es sein, der in letzter Linie die größten Nachteile davon hätte. Er würde bei denjenigen seiner Anhänger, welche in der Socialdemokratie den gefährlichsten Feind des Bürgertums erblicken, das Vertrauen vollends verlieren und denjenigen, welche er zur socialdemokra tischen Stimmabgabe verleiten kann, den völligen Abmarsch ins Lager der Umstürzler erleichtern. Man wird abzuwarten haben, ob er wirklich für das Linsengericht einiger noch unsicherer Mandate seine ganze Zukunft zu verkaufen geneigt sein wird. Für alle Gegner der Socialdemokratie aber gilt es, sich beizeiten zu rüsten, um gegen alle Ueberraschungen gesichert zu sein." Während die konservative Presse bei den Reichstagswahlen bielfach beliebte, die liberale Linte als fast ebenso schlimm" wie die Socialdemokratie auszugeben, ist" fie jest mit freundschaftlichen Warmungen um den Freifinn bemüht. Die Reaktion sieht den Landtagswahlen nicht ohne Besorgnisse entgegen. Ausland. Destreich- Ungarn. Frankreich. wurde den = 2. Generalstreik. 3. Internationale Regeln der socialistischen Politit. 4. Gewerkschaften und Politik. 5. Internationale Schiedsgerichte. 6. Kolonialpolitik. 7. Trusts und Arbeitslosigkeit. aus England: Hyndman und Hunter Watts für die Socials des holländischen Antrages( Alters- und Invalidenversicherung) und demokratische Föderation( die Unabhängige Arbeiterpartei war einer Anregung Vanderveldes( Stellungnahme des Amsterdamer nicht vertreten); aus Polen: Walsti und Genoffin Wohnarowska, Kongresses zur Erklärung der Religion als Privatsache), die vorläufige Graf Apponyi legte heute im ungarischen Abgeordnetenhaus seine aus Rußland Günzburg; aus Argentinien Petroni und aus Tagesordnung folgende Punkte umfaßt: 1. Bericht des Internationalen Sekretariats und Vorschläge auf Stellung zum neuen Kabinett und zum Wehrgesez dar. Er erklärte, den Vereinigten Staaten von Nordamerika Wilshire. Entdaß er eine Erhöhung des Rekrutenkontingents für notwendig halte schuldigt hatten sich Italien und Destreich, so daß also außer Erweiterung desselben. innerhalb der finanziellen Grenzen, die der Honvedminister be- diesen nicht vertreten waren: Australien, Böhmen, Bulgarien, zeichnet habe, und fügt hinzu, daß er eine Festsetzung des Friedens- Serbien, Spanien, Ungarn, Schweden, Norwegen, Schweiz und standes wünsche. Was das militärische Strafverfahren angehe, so Japan. fordere er, daß bei öffentlicher Verhandlung die ungarische Sprache Der Sekretär des Internationalen Bureaus, Genosse Ser wh, angewendet werde. Betreffs des ungarischen Kommandos erklärt erstattete den letzten Halbjahresbericht: Nach Maßgabe Graf Apponyi, er habe stets behauptet, dies sei kein Reservatrecht seiner Mittel hat das Sekretariat seine heifle Aufgabe zu lösen sich der Krone, das der Verfügung der Barlamentsfaktoren entzogen sei; bemüht. An die Arbeiter und die öffentliche Meinung der ver- 8. Nationale Gesetzgebung und Internationale Ein- und Auswanderung. doch sei es ein Irrtum, anzunehmen, daß die Gesetze vom Jahre schiedenen Länder wurden mehrere Manifeste erlassen, so auf 1867 das ungarische Kommando festiegen, ferner daß diese gesetzliche Wünsche der amerikanischen und andrer Genossen über die Letzterer Punkt ist von der socialistischen Partei Argentiniens Vorschrift nur mißachtet worden sei, und daß es deshalb die Auf- Macedonische Frage; auf Vorschlag des Genossen gestellt. Seitens der Parteien einzelner Länder können weitere Angabe der Obstruktion sei, dem ungarischen Kommando Geltung zu Schiavi verschiedenen socialistischen Kammer- träge bis zum November gestellt werden. Zu jedem Punkt der verschaffen. Dieser Standpunkt, den die Obstruktion als Rechts- Fraktionen der Gedanke eines gleichzeitigen Vorgehens gegen Tagesordnung soll seitens der einzelnen Länder an den interund die Kriegsgrundlage gewählt habe, sei unhaltbar. Militär Budgets unterbreitet. nationalen Sekretär ein Bericht geschickt und aus diesen dann ein Ich halte die Forderung, daß bei den ungarischen Regimentern Das wichtige neue Einwanderungsgesez in Argentinien Generalbericht an den Kongreß hergestellt werden, so daß dann die als Dienst- und Kommandosprache die ungarische Sprache zur wurde den socialistischen Parteien und Beitungen zur Kenntnis ge- Meinungen schon geklärt feien. leber Streitfragen, wie z. B. ob Geltung komme, für eine Forderung, die früher oder später ver- bracht; über die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen in und wieweit der Generalstreit ein politisches Kampfmittel, ob und wirklicht werden muß."( Stürmischer Beifall auf allen Seiten des Japan und Südafrika und die Lage der dortigen Arbeiter wietveit ein Mittel zur socialen Befreiung sein könne, sollen je ein Hauses.) Ich bin dieser Anschauung, weil ich in der Erfüllung wurde ein ausführlicher Bericht veröffentlicht. Der Streit in Referent und Korreferent ernannt werden. Dieser Forderung ein Mittel der Konsolidierung der ungarischen Holland, die Maifeier, die Megeleien in Rischinew, Nation erblicke. Diese Konsolidierung zu fördern, ist das die Verhaftung des russischen Socialisten Gosch in Neapel In der Nachmittags Sigung fam die Frage der Behöchste Interesse der Dynastie und der Nation. Ich fordere haben das Internationale Bureau zu öffentlichen Rundgebungen ver- fchäftigung ausländischer Arbeiter zu ausgedehnter jetzt jedoch deshalb nicht die die Verwirklichung dieses meines anlaßt und das mannhafte und erfolgreiche Eintreten der socialistischen Diskussion. Belgische und italienische Arbeiter wandern zu Tausenden, Standpunttes, weil ich zur Zeit große und fast unbesiegbare Stammerfraktion in legerem Falle wurde mit besonderem Dante be- vornämlich nach Frankreich, aus und arbeiten dort oft zu solch' Schwierigkeiten dabei voraussehe. Ich schließe jedoch aus, daß grüßt. Endlich hat das Bureau seine Bestrebungen fortgesetzt, alle in niedrigen Löhnen, daß sie geradezu die Lebenshaltung der französi Schwierigkeiten von seiten der Krone erhoben werden, denn ich bin den Einzelländern veröffentlichten socialistischen Drucksachen: Flugschen Arbeiter herunterzudrücken drohen. Nun haben früher und überzeugt, daß, sobald der wohlerwogene nationale Wille zum Aus- schriften, Broschüren, Jllustrationen, Kalender usw. zu sammeln, fo jüngst wieder die nationalistischen Abgeordneten im Barladruck gelangen wird, der Monarch kein Hindernis in den Weg legen daß heute bereits die Internationale Bibliothet in ment Anträge gegen diese ausländischen Arbeiter eingebracht: entwird."( Langanhaltender stürmischer Beifall auf allen Seiten des Brüssel 1500 Broschüren in ihrem Kataloge aufführen kann. Fast weder sollte jeder Arbeitgeber pro Kopf der beschäftigten ausländiHauses.) Redner bespricht sodann die gegenwärtige Lage und er- sämtliche socialistischen Tageszeitungen Europas und Ameritas werden schen Arbeiter eine Steuer z. B. von 20 Fr. tragen, oder es sollte flärt, die Obstruktion flöße ihm die größten Besorgnisse ein.- dem Bureau zugesandt. Eine Sammlung der Tages für Staats- und Gemeindearbeiten überhaupt ein Verbot der Beordnungen und Beschlüsse der Internationalen schäftigung ausländischer Arbeiter erlassen werden u. dergl. Kongresse von 1889-1900 ist vom Bureau bereits ver- Vandervelde brachte eine Resolution ein, worin gegen Besuch französischer Kammermitglieder in England. Auf Ein- öffentlicht, eine ebensolche von den Kongressen der Inter- solche Gesezesvorschläge Protest erhoben wird, welche die ausladung des Handelskomitees des englischen Unterhauses sind ungefähr nationalen Arbeiter Assoziation von 1866-1876 ist ländischen Arbeiter proffribieren; derartige Maßnahmen seien der 80 Mitglieder der französischen Kammer, die der sog.„ Schiedsgerichts- in Vorbereitung. Zum Schlusse fonstatiert der Bericht, daß die Be schlimmste Schutzzoll, sie erzeugen Vorurteile bei den durch die Not gruppe" angehören, in England eingetroffen, um mit ihren ziehungen mit den socialistischen Parteien und den Arbeiter- Drgani- zur Auswanderung gezwungenen Arbeitern, säen Haß zwischen den englischen Gesinnungsgenossen über die Vorbereitungen für einen fationen der Einzelländer. sich immer lebendiger gestalten und die Arbeitern selber, führten sogar wiederholt zu blutigen Ausschreitungen englisch französischen Schiedsgerichtsvertrag zu beraten. Unter focialdemokratische Arbeiterbewegung überall vorwärts marschiere, so und erhöhen die Schwierigkeiten internationaler Verständigung und Das Bureau fordert den französischen Kammermitgliedern befinden sich Angehörige daß der nächste Kongres in Amsterdam dieses mächtige Anwachsen gemeinschaftlicher Aftion der Arbeiterklaffe. aller Parteien, z. B. Baron d'Estournelles, Mitglied des Haager der internationalen Socialdemokratie zum unbestreitbaren Ausdruck daher die verschiedenen socialistischen Fraktionen zur energischen BeFriedenskongresses, der extrem konservative Prince Alsace d'Henin, bringen werde. fämpfung, bezw. zur Abschaffung solcher Gesetze auf. der Abbé Lemire, die socialistischen Deputierten Pressensé und Nach Genehmigung des Berichtes wurden in erster Linie die Vaillant tritt für diese Resolution ein, hält aber die BeSembat, der Chokoladenfabrikant Ménier und der ehemalige Handels- feitens einzelner Länder eingegangenen Anträge behandelt: schränkung der Zahl der ausländischen Arbeiter für das zur Zeit minister Siegfried. einzig mögliche Aushilfsmittel; Hyndman erklärt die Frage für viel tiefergehend; es könne sich nicht bloß um belgische und französische Verhältnisse handeln, sondern um ein wirtschaftliches Problem, das sich in ganz Europa, Amerika und auch in Afrika erhebe. Fischer erklärt es für unmöglich, grundsätzlich zu erklären, daß Belgien regt die internationale Reise unter gegen die Beschäftigung ausländischer Arbeiter der Weg der Gesetzstü yung wandernder Socialisten an; auf Widerspruch fann gebung nicht beschritten werden dürfe. Wo es sich darum handle, fuchs, der diese Frage allgemein als eine von den Gewert- tieferstehende sociale Schichten zu heben, sei es Pflicht der SocialDer Wahlfieg der deutschen Socialdemokratie. 20. Juli.( Eig. Ber.) Unfre Genossen von der Socialdemokratischen und so weit es sich um Ausnahmefälle für politische Flüchtlinge ins Land gelockt würden, vielleicht sogar zum Zwecke, die höhere LebensLondon, schaften zu lösende und zum Teil auch schon geregelte erklärte demokratie, an dieser Kulturarbeit nach Kräften mitzuarbeiten; wo aber im niedrigsten Unternehmerinteresse solche tieferstehende Arbeiterschichten Föderation luden für gestern nachmittag die klassenbewußten Arbeiter handle, immer nur von Fall zu Fall nach Anhörung der haltung der inländischen Arbeiterbevölkerung niederzudrücken, z. B. Londons ein, um in einer Demonstration am Trafalgar Square den Landespartei entschieden werden könne, wurde die Behandlung dieser durch Import von Chinesen und Negern, da müsse die SocialdemoWahlsieg der deutschen Socialdemokratie zu feiern. Trotz des Frage vertagt. schweren Ungewitters, das gestern über London und Umgegend niederging und einige Lokalbahnen unter Wasser setzte, offiziellen Mitteilungen in deutscher, englischer und französischer der Gesetzgebung entgegentreten. So sei die deutsche Fraktion feiner Canada wünscht die Herausgabe eines Bulletins für alle fratie im Interesse der Kultur und der Selbsterhaltung der einheimischen Arbeiter solchen Unternehmerabsichten auch auf dem Wege bersammelten sich etwa 1500 bis 2000 socialistische Arbeiter. Auf Sprache; auch dieser Antrag wurde zurückgestellt. dem Sockel des Nelson- Monuments sprachen die Genossen Quelch, Aus Italien hatte Genosse Ferri an das Internationale Beit gezwungen gewesen, im Reichstage das Verbot der Beschäftigung Barwick, Fischer und Jones, deren Reden mit großer Begeisterung Bureau die Bitte gerichtet, die Konferenz möge ihre Meinung äußern von Chinesen und Negern auf den staatlich subventionierten Postaufgenommen wurden. In der Resolution, die zur einstimmigen bezw. ihre Zustimmung zu dem Vorgehen des Genossen Morgari, dampfern zu beantragen. Annahme gelangte, wurde die deutsche Socialdemokratie zu ihrem der bekanntlich für die italienischen Socialisten in der Kammer gegen Van Kol, Hyndman, Pfannkuch gehen von gleichen Wahlfieg beglückwünscht und die Freude darüber ausgesprochen, den 3aren besuch protestierte. Vaillant und Vandervelde treten Gesichtspunkten aus; Troelstra weist darauf hin, daß, wenn die daß sie unabhängig von den bürgerlichen Parteien vorgegangen dafür ein, daß die Konferenz sich mit dem Vorgehen der italienischen Arbeiter das Recht haben, sich gegen einheimische Streitbrecher zu sei und das socialistische Ziel nicht verschleiert habe. Der Sieg Fraktion solidarisch erkläre, und bringen eine entsprechende wenden, fie dies doch auch gegen ausländische thun dürften. werde den Socialisten aller Länder ein Sporn zur weiteren uner- Resolution ein. Fischer wendet sich speciell gegen den Wortlaut Anseele beantragt, diese Frage dem Kongreß in Amsterdam müdlichen Propaganda fein und den Sieg des Socialismus in allen der Resolution und gegen die aus einer solchen Solidaritäts- zu überweisen, der ohnehin die Frage der Auswanderung behandelt; Wir können nicht umhin, die Bemerkung zu machen, daß kein Lande bei einem Barenbesuche die socialistischen Fraktionen gleiche den Anlaß zur Einbringung der Resolution gegeben habe, erörtern. Erklärung sich ergebenden Konsequenzen: dann müßten in jedem in der Zwischenzeit soll eine Konferenz der belgischen, französischen und italienischen socialistischen Abgeordneten die Specialfrage, die einziges Londoner Morgenblatt von dieser Kundgebung Notiz ge- Demonstrationen machen. In welche Lage bringe man nommen hat. Die Konferenz stimmt diesem Antrage zu. z. B. unsre dänischen Genossen? Und wie foll es ge= Dhne irgend Nach Erledigung einer Anzahl weiterer Anträge( Schweden Frische Landbill. Im englischen Unterhause wurde Dienstag die halten sein bei andern Monarchenbesuchen? dritte Lesung der irischen Landbill mit 317 gegen 20 Stimmen an- wie die Haltung der italienischen Genossen kritisieren zu wollen, beantragt eine Resolution zweds unausgefeßter Bekämpfung des genommen, nachdem Vertreter aller Parteien ihre freudige Zustimmung müsse er sagen: folche Stellungnahme könne nur nach der Situation 3Barismus, Bulgarien eine solche gegen die türkischen Greuel 2c.) zu der Bill ausgesprochen hatten. John Redmond bemerkte, die des einzelnen Landes von den Genossen der betreffenden Länder wird der Finanzbericht des Sekretärs verlesen, aus dem sich ergiebt, daß leider noch eine ganze Anzahl von Ländern und Regelung der Landfrage werde das leßte noch übrige Hindernis der getroffen werden. Einräumung jener weitergehenden politischen Rechte beseitigen, ohne befferungsfähig an; er will mit Bandervelde keinerlei Verpflichtung Staaten, in starkem Rückstande find oder, wie Italien, Schweiz und Vaillant erkennt den Wortlaut der Resolution als ver- Organisationen, z. B. in England, Frankreich, Japan, Vereinigten welche die Fren nicht zufrieden sein würden. für andre Länder gefolgert wissen; die Konferenz könne fich damit Serbien, noch keine Beiträge entrichtet haben. Passiver Widerstand. Die Zahl der nonkonformistischen Steuer- begnügen, erneut ihren Abscheu gegen den Baren- Absolutismus und berweigerer ist noch immer im Wachsen begriffen. So wurden die Kischinewer Mezeleien auszudrücken. legten Sonnabend in Bath nicht weniger als 71 Gemeindeſteuer- Vandervelde will eine Stellungnahme schon wegen der pflichtige vor das Gericht geladen, da sie die Zahlung der Schul- Angriffe der Bourgeoisie auf unfre italienischen Genossen; unser steuer verweigern. Nach der Verurteilung hielten sie ein Protest- Schweigen würde als Desaveu des Verhaltens der italienischen meeting ab. Genossen aufgefaßt werden. Rußland. Viel herauskommen wird bei den Beratungen schwerlich. Es werden schöne Reden gehalten werden; man wird gut essen und trinken und daneben einige hübsche Ausflüge unternehmen. Als Betveis für den englischen Stimmungsumschwung ist aber die Einladung recht charakteristisch. England. Neue Gewaltmaßregeln gegen Finnland. Der Zar hat dem Finnländischen Senat" den Auftrag erteilt, einen Vorschlag über die Abänderung der jetzt geltenden, die munisipalen und kommunalen Behörden betreffenden Verordnungen auszuarbeiten. Die Absicht ist, die kommunale Selbstverwaltung einzuschränken und dem Generalgouverneur einen ähnlichen Einfluß auf diesem Gebiete zu sichern, wie er ihn bereits vor drei Jahren ausgeübt hat. Ferner ist Anfang Juli durch ein besonderes Dekret die militärische Abteilung fowie das Kriegskommissariat des finnländischen Senats aufgehoben worden. Amerika. Bulgarien wünscht, daß das Internationale Bureau über die von Jaurès und Millerand eingeschlagene Taktik ein Urteil abgebe; da dies vielleicht eine der Aufgaben des Amsterdamer Kongresses, jedenfalls aber nicht eine der Konferenz sein könne, wurde der Antrag debattelos abgelehnt. Pfannkuch kann aus solcher Resolution teine Stärkung der Position der italienischen Genossen erblicken; diese könnte nur durch Demonstrationen der Arbeiter beim Besuch erfolgen; er wendet sich mit Troelstra gegen das allzuofte und immer sich wiederholende Resolutionenfassen über Dinge, über welche die Socialdemokratie einmütig sei und ihre Meinung geäußert habe. finden. Die nächste internationale Konferenz soll Anfang Februar stattMit dem durch Hyndman beantragten Glückwunsch an die dänischen und deutschen Genoffen zu ihren Wahlerfolgen und dem Dante deutscherseits für die ihnen allfeits bekundete reichliche Hilf schloß die Konferenz ihre Arbeiten. Partei- Nachrichten. Die Marburger Stichwahl. Wir erhalten folgende Buschrift: Der Wiedergabe des Marburger Tadelsvotums fügt die Redaktion des Vorwärts" einige Säge an, die mich für heute zu folgenden Feststellungen nötigen: " 1. Eine Haltung der Gesamtpartei" hat es vor den Stichwahlen nicht gegeben. In den weitaus meisten Fällen ließen die Parteigenossen sich durch die Münchener Resolution leiten. In den wenigen Fällen, in denen Mitglieder der Freifinnigen Vereinigung gegen Konservative standen, wurde der Parteitagsbeschluß durchbrochen und unter Führung des Vorwärts" die Unterstützung der Vereinler be. Gegen die drei Stimmen Dänemarks, Deutschlands und Hollands wurde von Argentinien, Belgien, England, Frankreich, Polen, Rußland und den Vereinigten Staaten die Resolution Vandervelde angenommen: Aus Anlaß des Briefes Ferris und des vom Genossen Morgari in der italienischen Kammer eingeschlagenen Vorgehens Bureau der socialistischen Partei Italiens fein Aufstand in Venezuela. Der venezolanische General Rivas hat Solidaritätsgefühl aus und erneuert den Ausdruck feines Abscheus in Ciudad Bolivar über die Aufständischen einen entscheidenden Sieg erfochten. Er bildete, wie dem„ Lokal- Anzeiger" aus New York begegen den Barismus und feine Verbrechen." Die vorläufige Tagesordnung des Amsterdamer schlossen, obwohl dies Verfahren einen Verstoß gegen den Absatz& richtet wird, zwei Sturmkolonnen, die schon am letzten Sonntag zum Internationalen Kongresses giebt zu längeren Debatten der Resolution Bebel bedeutete. Formell waren also die MarAngriff schritten, abends aber zurückgezogen wurden. Montags Anlaß. Abgelehnt werden der Antrag der Union fédérative du burger Genossen im Recht, als sie Stimmenthaltung beschlossen, und begann dann ein erbitterter Straßenkampf. Die Regierungstruppen Centre( Frankreich) auf die Tagesordnung als dritten Punkt zu war der„ Vorwärts" im Unrecht, als er die Konterordre gab. Ob mußten von Haus zu Haus vorgehen und erlitten schwere Verluste, stellen die Frage der Unterdrückung der stehenden sich dies Urteil bei einer materiellen Prüfung verschiebt, wird da die Rebellen unter andauerndem Feuer den Gegner jeden Fußbreit Armeen; der vom Nationalverband der socialistischen Frauen zu untersuchen und zu entscheiden sein, nachdem der„ Vorwärts" als streitig machten. Um 7 Uhr abends näherten sich beide Kolonnen dem Park Alameda im Centrum der Stadt. Dieser und das an- Destreichs gestellte Antrag: das Frauenstimmrecht zu beder zuerst dazu Verpflichtete in diese materielle" Prüfung einliegende Gefängnis waren start mit Barrikaden befestigt, in welche handeln, wurde damit motiviert, daß zwar in Brüffel und zulegt getreten ist. wieder in Paris die Frage flar entschieden worden sei, daß aber 2. Als die Marburger Genossen den Beschluß auf Wahlenthaltung jedoch zwölf Geschütze Bresche legten. Nach Einnahme dieser Punkte bisher von den Socialisten nirgends ein ernsthafter Feldzug zur Er- faßten, bedeutete dieser nicht die Wahl des Agrariers", wie der wurde der Kampf auf dem Marktplatz unter die Fenster der europäischen Geschäftshäuser getragen. Am längsten blieb das ringung desselben unternommen worden sei, überall verstehe man" Vorwärts" annimmt. Diese erschien nach dem Ausfall der HauptKapitol im Besitz der Rebellen, doch errangen die Regierungstruppen unter Allgemeinem Stimmrecht" nur das der Männer; der Kongreß wahl bei Freund und Feind ohnehin gesichert. Wenn die Stichmüsse daher erneut und unzweideutig die Furcht der Frauen zerwahl ein andres Resultat ergeben, so lag dies an dem auch dort den Sieg. Die beiderseitigen Verluste werden auf mehr streuen, als ob die Socialdemokraten den Liberalen glichen, die ihren Abfall eines Teils der Antisemiten und an der um mehr als 600 als 1000 Mann beziffert. Frauen wohl die Teilnahme am Kampfe gegen die Arbeiterklasse ge- Stimmen stärkeren Wahlbeteiligung. Beides haben die Genossen am statteten, nimmermehr aber ihnen die gleichen Rechte zugeständen. Drte und der Unterzeichnete, der den Wahlkampf auf dem Lande allein Der Antrag wurde abgelehnt; ebenso der von der Fabier- Gesellschaft geführt hat, aus der Natur dieses Stampfes heraus nicht voraus( England) auf Behandlung der Frage der Obligatorischen gesehen. Ich kann nicht glauben, daß der Vorwärts" behaupten Schiedsgerichte bei Streits und Aussperrungen, der Ein- will, er wäre beffer orientiert gewesen als die Genannten. führung eines Minimallohnes und der Uebernahme von Broduktion und Vertrieb der geistigen Getränkte durch Das Internationale Bureau in Brüssel hat am Montag, den die Gemeinde; ferner die von der Unabhängigen Arbeiterpartei 20. Juli, in Brüssel in der Maison du Peuple eine Sigung ab-( Englands) gestellte Frage des Gemeindefocialismus. gehalten. An Stelle der ständigen deutschen Mitglieder dieses Die czechischen Socialisten Destreichs wollen als beson- den Marburger Beschluß zu wenden. Ging sein Pflichtgefühl fo Komitees, der Genoffen Auer und Singer, welche am Erscheinen deren Buntt der Tagesordnung: Stellung des internationalen weit, daß er, wie es geschehen, die Marburger Genossen über sein zu dieser Sizung verhindert waren, nahmen für Deutschland die Proletariats zu den Nationalitätenfragen"; die französische Vorgehen in völliger Unkenntnis ließ, so daß diese aus einem Genossen: Fischer und Pfannkuch teil. Aus Belgien Arbeiterpartei( Gironde- Föderation) will die Frage erörtert wissen: gegnerischen Flugblatt vor dem Eintreffen der betreffenden Nummer waren anivesend: Anseele, der den Vorsiz führte, der internationale daß die Korrespondenten socialistischer Blätter aus den Reihen der über den Pflichtenkreis und die Pflichtenerfüllung des Vorwärts" Sekretär Serwy sowie Vandervelde; aus Frankreich: Vaillant organisierten revolutionären Genossen entnommen und jedenfalls zuerst unterrichtet wurden? ( Pressensé, von den Jaurèsisten, war nicht erschienen); aus unter die Kontrolle der socialistischen Organisationen gestellt werden. 5. Würde der„ Vorwärts" in genau derselben Weise, oon tær. Solland: Troelstra und Van Kol; aus Dänemart: Knudsen; Auch diese Anträge wurden abgelehnt, so daß, nach Zurückziehung über der kleinen winzigen unbedeutenden Marburge der besten me Erzählung Konferenz des internationalen Socialismus. " 3. Nach dem Gesagten ist es eine unverständliche Annahme des Vorwärts", daß seine Gegenparole die Wahl des Konservativen gerade noch mit knapper Not verhindert" habe. " 4. Der Vorwärts" hat es für seine Pflicht gehalten, sich gegen beliebt hat, auch gegenüber einer großen bedeutenden Lokalorganisation feine Pflicht erfüllt haben? Die Antwort, denke ich, kann ich dem Urteil der Partei überlassen". München. Paul Bader. fosten. Deutfches Reich. " vegetieren müssen und beleuchtete an der Hand eines schier uns Zum Streit der arbeitswilligen" Galizier in Hannover erschöpflichen Materials die in den einzelnen Abteilungen herrschenden wird dem dortigen Tageblatt" von den Arbeitgebern mit Mißstände. Es war dies eine Versammlung von ähnlicher BeAuch diese Zuſchrift kann uns nicht veranlassen, Buße zu thun geteilt, die galizischen Arbeiter hätten sich als unbrauchbar erwiefen deutung, wie die, welche vor einigen Monaten für die Arbeiter der und zerknirscht unser Unrecht einzusehen, daß wir den Marburger ist, wie der„ Volkswille" schreibt, falsch. und sollten deshalb wieder abgeschoben werden! Diese Meldung Berliner Werke dieser Gesellschaft in den" Germaniasälen" abGenossen den Rat gegeben, dafür zu sorgen, so weit an ihnen schieben, besteht erst, nachdem die Leute für bestimmt erklärt all die Mißstände, unter denen die Arbeiter seit geraumer Zeit zu Die Absicht, sie abzu- gehalten wurde. Auch damals reichte kaum der Abend aus, um Tag, die Wahl des tonservativen Kandidaten des Bundes haben, nicht arbeiten zu wollen. der Landwirte zu verhindern. Der Grund ihrer leiden haben, auch nur aufzählen geschweige denn noch gebührend Auch in dieser Zuſchrift ver- Weigerung ist, daß ihnen die Wahrheit über die Verhältnisse in kritisieren zu können. Freilich hat die Direktion seitdem unter dem mögen wir keinen Grund zu entdecken, der baren Beschluß der Parteigenoffen zu rechtfertigen oder auch nur die Blamage, die er sich durch den„ vorteilhaften Tausch" mit den stände in den Berliner Werken abgeschafft, wozu nach eignem Ge Hannover vorenthalten ist. Der Arbeitgeber- Verband will mun Druck der öffentlichen Kritif wenigstens einige der gröbsten lebels zu erklären im stande wäre. Auch die formelle Berufung auf Galiziern geholt hat, gern vertuschen." Deshalb giebt er an, die ständnis der Werkleitungen, allerdings nicht zu wenig der ständig der Münchener Parteitagsbeschluß ist nicht stichhaltig. Denn die Leute feien unbrauchbar. Der Agent des Arbeitgeber- Ver- zunehmende Anschluß der dort beschäftigten Arbeiter und ArEreignisse, die dem Münchener Parteitag folgten, schufen eine bandes, der die Leute nach Hannover geholt hat, Situation, die es unsrer Partei viel schwerer machte, Witglieder der übrigens den Versuch, beim Mauververband 900 Mark zur Ab- jedoch auf dem Kabelwerk Oberspree. Dort hat bisher noch ein macht beiterinnen an die Organisation mit beigetragen hat. Ganz anders Freifinnigen Volkspartei als wie in Marburg- Anhänger oder Verwandte der Freifinnigen Vereinigung zu unterstüßen. Dennoch Summe gäbe, sollten sie sofort weggebracht werden. Natürlich dem Grundsaße Teile und herrsche" wußte die Werkleitung mit schiebung der Galizier loszueisen. Wenn der Maurerverband diese völlig absolutistisches Regiment über die Arbeiter geherrscht. Nach traten unsre Parteigenossen überall auch für die Volkspartei ein, so wurde er ausgelacht. viel Ueberwindung es sie kostete, selbst einen Stopsch oder Müller- lichen Elemente" nicht geholt und Die Ausgesperrten haben diese" nüz ihren Meistern den größten Teil der Arbeiter in Uneinigkeit zu erSagan in den Reichstag zu bringen. Die Freifinnige Vereinigung fie fortzubringen. Der Terrorismus der Herren Unternehmer wird lichkeit lieb' Kind" bei ihren Vorgesetzten zu machen suchten, im haben kein Interesse, halten, so daß diese sich gegenseitig befehdeten, sich dann nach Möghatte sich als tüchtige Bundesgenossin im Zollkampf bewährt; dieses um so eher gebrochen sein, je mehr Geld ihnen die lieben Galizier übrigen aber in dumpfer Apathie gegen die modernen Arbeiter Verhalten allein mußte zu ihren Gunsten den Ausschlag geben. Wir bestreiten niemand das Recht, einen falschen Beschluß zu bestrebungen dahinlebten. So wurden die Verhältnisse daselbst faffen, aber es kann auch uns niemand das Recht und unter Um- Konflikt beizulegen, in anerkennenswerter Weise fort. Er hat jetzt des Metallarbeiterverbandes gelang, eine größere Anzahl der dort Im übrigen setzt der Herr Stadtsyndikus seine Bemühungen, den schlechter und schlechter, bis es endlich dem unermüdlichen Wirken ständen auch die Pflicht aberkennen, einen falschen Beschluß zu vorgeschlagen, die Lohnverhältnisse bei Beibehaltung der zehn Beschäftigten für die Organisation zu gewinnen. Und jest, nachdem forrigieren, und wir wüßten nicht, warum wir uns durch die Rück- stündigen Arbeitszeit so zu regeln, daß vom 1. Oktober d. J. vor einigen Wochen der Streik im Bleikabelsaal durch Vergleich beificht auf die Kleinheit einer Organisation abhalten lassen sollten, ab 52 Bf., vom 1. Januar 1904 ab 53, vom 1. Januar gelegt war, jetzt regt es sich mächtig in allen Abteilungen des das zu thun, was das Partei- Interesse erfordert. Angenehmer ist 1905 ab 54 und bom es freilich das antworten wir auf die legte, merkwürdige Frage- Stundenlohn gezahlt werden soll. Diesem Vorschlage steht die es so, wie bisher, nicht weitergehen kann, und die Haufen von Be1. Januar 1906 ab 55 f. Werkes. Immer zahlreicher kommen die Arbeiter zur Einsicht, daß sich mit einer großen und starken Drganisation auseinander- Kommission der Arbeiter nicht ablehnend gegenüber. Anders der schwerdematerial, die nunmehr tagtäglich der Verbandsleitung zuzusetzen, die solche Kritik und Storrektur das gestehen wir zu eichter und gefahrlofer ertragen fann, als eine kleine, hart um ihre Arbeitgeber- Verband. Bis jetzt hat dieser noch immer kurz vor Be- gehen, sowie die fortgesetzten Meldungen zum Eintritt in den VerEristenz ringende Parteigenossenschaft, der es in ihren engen Ver- verhalten. Die Herren Unternehmer müssen erst durch Schaden flug Werkes jetzt schnell zur Erkenntnis ihrer Klassenlage kommen. Sie ginn der Verhandlungen Gründe gefunden, um sich ablehnend zu band legen beredtes Zeugnis davon ab, daß auch die Arbeiter dieses hältnissen begreiflicherweise unerwünscht sein muß, auf einen tattischen werden, ehe sie aufhören, den dummen und brutalen Hetzereien der venden sich gegen die jämmerlichen Löhne und die willkürliche Lohn= Fehler aufmerksam gemacht zu werden. Aber dieser Umstand darf Blätter vom Schlage der" Post" zu folgen. doch nur die Wirkung haben, daß solche Organisationen besonders berechnung, fie verlangen bessere hygienische Einrichtungen, inss vorsichtig in ihren Beschlüssen sein müssen. Die Lohnbewegung im Baugewerbe zu Hamburg ist, wie man heitsschädlichen Dünsten aller Art geschwängerten Werkstätten, die besondere die Herstellung einer guten Ventilation in den mit gesundWenn die Zuschrift sich auch darüber beschtvert, daß die Mar- uns von dort schreibt, noch feineswegs völlig beendet. Nur die Anlage einer genügenden Anzahl reinlicher Aborte, die Abschaffung burger Genossen aus einem gegnerischen Flugblatt von unsrer Maurer und Zimmerer haben bisher diesbezügliche Beschliffe gefaßt. des Ueberstundenunivefens, eine gerechte Handhabung des StrafNotiz Kenntnis erhielten Sie Nationalsocialen hatten sie sich tele- Die Bauhilfsarbeiter haben beschlossen, den Kampf in verschärfter geldersystems, ein Mitbestimmungsrecht über die Verwendung der graphisch übermitteln lassen, so tönnten wir darüber Klage führen, Weise fortzusetzen, da für sie die Innungsmeister keine Zugeständnisse Strafgelder usw. Mit Entschiedenheit verurteilte die Versammlung daß man in Berlin von dem Beschluß der Marburger Genossen auch machen wollten. Sie wollen durch partielle Streits die Meister auch die Entlassung eines Kommissionsmitgliedes, das sich anläßlich erst aus einem gegnerischen Blatte erfuhr, nämlich aus der Frank zwingen, auch ihre Forderungen zu bewilligen. Es bestehen jetzt des Streits im Bleifabelsaale bei seinem Meister unbeliebt gemacht furter Beitung". Aber wir machen den Marburger Genossen natürlich noch 11 Sperren und werden in den nächsten Tagen noch hatte. Kurz, die Ausführungen sämtlicher Redner des Abends ließen feinen Vorwurf daraus, daß sie es unterließen, den Parteivorstand verschiedene hinzukommen. Jm Streit befinden sich heute feinen Zweifel darüber, daß es in dem Betriebe an allen Ecken und von ihrem Vorhaben zu verständigen. Unire Ueberraschung, als noch 198 Mann mit 216 Sindern. Ein Teil der Innungs- Enden gährt. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß es im Kabelwerk wir die Notiz der Frankfurter Zeitung" lafen, war jedenfalls noch meister will teine bindende Zusage abgeben, größer als die unsrer Marburger Freunde, als sie von der Auslaffung ein ebenso großer Teil es für selbstverständlich hält, daß, sobald die Direktion den berechtigten Wünschen der Arbeiter nicht baldigst wohingegen Oberfpree demnächst zu größeren Differenzen fommt, falls die des Vorwärts" erfuhren. verkürzte Arbeitszeit in Kraft tritt, auch die Löhne für die Bau- Rechnung trägt. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Hilfsarbeiter in der von diesen geforderten Höhe bezahlt werden. Die Versammlung verurteilt entschieden die unter den Augen und Husland. mit Wissen der Direktion von den Meistern herbeigeführten Mißstände und erklärt, nicht eher ruhen zu wollen, bis auch die letzten Arbeiter und Arbeiterinnen des Werkes zur Organisation gehören, um dadurch zu gegebener Zeit mit den schlechten Lohn- und Arbeitsverhältnissen im Betriebe und der unerträglichen Willkürherrschaft daselbst energisch aufzuräumen. Aus Industrie und Handel. Internationale Währungskommission. Seit einigen Tagen tagt in Berlin unter dem Vorsitz des Reichsbantpräsidenten Koch eine internationale Währungskommission zur Festsetzung eines Münztvert verhältnisses zwischen Gold und Silber. Nachdem in den beiden ersten Sizungen die gegenseitige Aussprache zu einer Verständigung geführt hatte, wurden gestern, in der driften Sigung als Ergebnis der Verhandlungen einstimmig folgende Refolutionen angenommen: Kortschneiderftreit in Kopenhagen. Die Kortschneider Die Kortschneider und Sortiererinnen Kopenhagens haben in den meisten Korfwarenfabriken der Stadt die Arbeit niedergelegt. Sie verlangen die Erhöhung des Accordlohnes für 1000 Bierpfropfen auf der Maschine geschnitten von 28 auf 30 Dere. Vier Firmen haben bereits beivilligt. Sociales. Die Vorgänge im Vatikan. Aufbahrung der Leiche des Papstes. Ueber den Stand der Wurmkrankheit im Oberbergamtsbezirk 1. Die Einführung eines einheitlichen Geldumlaufs in China, Dortmund meldet der Reichs- Anzeiger": bestehend aus Silbermünzen mit voller gesetzlicher Zahlungskraft, ist untersuchung der gesamten unterirdischen Belegschaft stattfindet, aufgebahrt; sie ist bekleidet mit der weißen Soutane, rotem " Die Zahl derjenigen Gruben, auf welchen eine mikroskopische Die Leiche des Papstes ist im Thronsaal unter einem Baldachin dringend erwünscht. Für die Erreichung des Zweckes erscheint es geboten, daß die Prägung der neuen Silbermünzen nicht frei- ist im Monat Juni um 9 gestiegen, beträgt jetzt also 61. Die allge- Schultermäntelchen, roten Schuhen und rotem Käppchen. Ein kleiner gegeben wird, und daß die chinesische Regierung zu Beginn der meine Bergpolizei- Verordnung des königlichen Oberbergamts zu altar befindet sich in dem Saal. Nobelgarden halten die EhrenReform alle diejenigen Maßnahmen ergreift, welche ihr eine Ein- Dortmund, in der auch für die übrigen Steinkohlenbergwerke eine wache, Rom, 22. Juli. Gegen 9 Uhr begann ein lebhafter Verkehr Stichprobenuntersuchung, d. H. eine mikroskopische Untersuchung von wirkung auf die ausländischen Wechselfurse ermöglichen. 2. Wenn auch in den Ländern mit Silberumlauf der Kurs der 20 Prozent der unterirdischen Belegschaft vorgeschrieben und außer auf dem Petersplatze; die Würdenträger des päpstlichen Hofes, und andre hohe Persönlichkeiten Silbermünzen von dem Stande der nationalen Volkswirtschaft und dem angeordnet wird, daß Arbeiter und Beamten auf Steinkohlen- das diplomatische Corps um die Leiche des ihren Beziehungen zu andren Nationen abhängig sein wird, so ist gruben zur unterirdischen Beschäftigung nur zugelassen werden begaben sich zu Wagen zum Vatikan, es doch wünschenswert, daß ein einheitliches Ausmünzungsverhältnis dürfen, wenn sie durch eine Bescheinigung bestimmter Aerzte den Dann werden die Bönitentiare die Zeiche Papstes zu sehen. Der Zutritt ist bis 5 Uhr gestattet. werden die Pönitentiare die Reiche wieder mit den von Gold- und Silbermünzen in solchen Ländern bestehe, welche worden und wird zum 1. August d. J. in Kraft treten. Zu ihrer Pontifikal- Gewändern bekleiden. Es wird immer schwieriger, fünftig eine auf etwa 32 au 1 festgelegt wird, falls teine weiteren Durchführung stehen nunmehr 200 mit der Wurmfrankheit vertraute Butritt zum Vatikan zu erlangen. Die Schweizergarden wiesen ernstlichen Veränderungen im Silberpreis eintreten. Aerzte und 56 zur Behandlung der Wurmbehafteten eingerichtete gestern fogar Mazzoni zurück. Die Stontrolle wird noch verschärft Krankenhäuser zur Verfügung. werden, wenn der Papst nach der Peterskirche gebracht wird, was heute abend 8 Uhr geschehen soll. Internationales Schienensyndikat. In Brüssel werden nach einer Mitteilung der Rhein- Westf. 8tg." Vertreter des amerikanischen Stahltrusts eintreffen, um über die Gültigkeit der Festsetzung eines allgemein geltenden Preises für Eisenbahnschienen zu beraten. Die Amerikaner werden gleichzeitig mit Vertretern englischer und deutscher Stahlvereinigungen über denselben Gegenstand unterhandeln und versuchen, ein internationales Schienen- Syndikat nach amerikanischem Muster zustande zu bringen. Untersuchungen sind sehr verschieden, die Zahl der festgestellten Die Ergebnisse der auf den einzelnen Gruben vorgenommenen Wurmträger schwankt zwischen 7 und 51 Prozent der Belegschaft unter Tage. Die genaueren Zahlen können erst mitgeteilt werden. wenn für die einzelnen Gruben die erstmalige Untersuchung vollständig durchgeführt ist. Die an einzelnen Stellen des Oberbergamis bezirks vorgenommenen Untersuchungen von Familienangehörigen und Haushaltungsgenossen wurmbehafteter Bergleute haben stets denselben negativen Erfolg gehabt, wie schon früher. Borbereitungen für die Papftwahl. Tribuna" will darüber folgendes erfahren haben: Kardinal Dreglia Die Kardinäle hielten heute eine zweite Versammlung ab. Die ließ durch den Sekretär Merry del Bal die im Vatikan eingegangenen Beileidstelegramme und die von ihm im Namen des Stollegiums gesandten Antworten mitteilen. Die Kongregation habe sodann die obersten Beamten des Vatikans in ihrem Amte bestätigt. Die Deutschlands Kohlenproduktion im ersten Halbjahr 1903. Nach " Tribuna" fügt hinzu, die Kongregation habe, ohne daß ein einer Zusammenstellung der vom Reichsamt des Innern heraus- Eine von dem Verein für die bergbaulichen Interessen nach Gegenvorschlag gemacht wäre, beschlossen, das Conclave in Rom gegebenen Nachrichten für Handel und Industrie" wurden im ersten Belgien entsandte Kommission, der sich auch Kommissare der be- abzuhalten, und bie Kardinale erwählt, die den Auftrag haben, die Halbjahr des laufenden Jahres in Deutschland gefördert respektive teiligten staatlichen Behörden angeschlossen hatten, hat die dortigen nötigen Vorbereitungen zu treffen. Dem Vernehmen nach sei der produziert an Steinkohlen 55 469 018 Tonnen( 50 992 697 Tonnen im einschlägigen Verhältnisse und die dort gegen die Wurmkrankheit für die Abhaltung des Conclaves genehmigte Plan der gleiche wie ersten Halbjahre 1902), an Braunkohlen 21 440 541 Tonnen getroffenen und geplanten Maßregeln studiert und das Ergebnis beim letzten Conclave. Die Kardinale hätten auf das Evangelium ( 20 115 783), an Coats 5 544 694 Tonnen( 4 293 757) und an Briketts ihrer Wahrnehmungen in einem sehr interessanten Berichte nieder- geschworen, Stillschweigen zu beobachten und die Rechte, Prärogative 4 848 201 Zonnen( 4 198 860). Jn demselben Zeitraum betrug die gelegt, deffen Beröffentlichung in der Nr. 26 des„ Glückauf", berg- und die weltlichen Güter des heiligen Stuhles zu schüßen. Schließlich Einfuhr an Steinkohlen 8 087 147 Tonnen( 2 826 384), an Braun- und hüttenmännische Wochenschrift, erfolgt ist." habe Dreglia das Testament des Bapstes verlesen. tohlen 3 881 188 Tonnen( 3 834 806), die Ausfuhr an Steinfohlen 8 187 421 Tonnen( 7 147 398) und an Coats 1 253 224 Tonnen ( 925 780). Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. An die organisierte Arbeiterschaft Berlins! Wir bitten die Arbeiterschaft Berlins, bei Besuch von Bade- Anstalten, bei Inanspruchnahme von Privat- Masseuren nach der gelben Kontrollfarte zu fragen, welche für den Monat Juli abgestempelt fein muß. Ebenso bitten wir bei Besuch in den Krankenhäusern, sei es durch Verwandte oder Arbeitsgenossen des Patienten, das Pflegepersonal ebenfalls nach der gelben Kontrollfarte zu fragen. Wir richten den Appell an die gesamte Arbeiterschaft Berlins, uns in unfrem schweren Kampfe zur Erringung befferer Lebens- und Arbeitsbedingungen, wie zur Erreichung fester Lohnfäße statt der Trinkgelder in den Berliner Badeanstalten zu unterstützen. Verband des Massage, Bade- und Krankenpflege- Personals. Achtung, Metallarbeiter! Der Streit der Former bei Schöning bauert unverändert fort. Desgleichen der Streit in den Minkin werken. Auch bezüglich des Streits bei mehlich ist eine Menderung bis heute noch nicht eingetreten und ersuchen wir, den Buzug streng fernzuhalten. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Nachbruck gebeten. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Drtsverwaltung Berlin. Achtung, Dachdecker! Die Sperre über die Firma F. Schlesing Nachf., Kaiserin Augusta- Allee 9-12, ist, da der Tarif von derselben anerkannt, hiermit aufgehoben. Eine der verseuchtesten Zechen war die Zeche„ Erin" bei Castorp. Dort hat nun die Gelsenkirchener Bergwerks- Aktiengesellschaft endlich eine zweckentsprechende oberirdische Abortanlage herstellen lassen. Der Reichs- Anzeiger" verfällt aus diesem Anlaß in förmliche VerVergnügungsetablissements von ihren Impresarien empfohlen aüdung und schreibt in dem Stile, in welchem etiva neu eröffnet Letzte Nachrichten und Depefchen. werden: bie " Diese Anlage ist geeignet, auch den verwöhntesten Englisches Unterhaus. Ansprüchen in Bezug auf Reinlichkeit, Geruchlosigkeit und Komfort London, 22. Juli.( W. T. B.) Hoult( fons.) fragt, ob die Rechnung zu tragen. Die einzelnen Aborte( Bellensystem) sind Regierung davon Kenntnis habe, daß die deutschen von Granitwänden eingeschlossen, sie haben sämtlich wirksamste Handels- Interessen in Rumänien burch einen Wasserspülung und stehen unter ständiger Kontrolle des Aufsichts- Handels- Sachverständigen bertreten feien, und об personals." Regierung ebenfalls einen Sachverständigen zur Wahrnehmung verwöhnter Anspruch" hingestellt; der Komfort dürfte daher in Staatssekretär des Aeußern Cranborne erwidert, Die selbstverständliche Forderung nach Reinlichkeit wird hier als der englischen Interessen dort ernennen werde.- Unterder Verwendung glatter Sigbretter bestehen. Himmelschreiend aber der erwähnte deutsche Beamte werde als Ackerbau Sachist es, daß man die Abschließung eines Klosets vom andren( Bellen- verständiger bezeichnet. Der Minifter des Aeußern Lord Lansdowne system) als etwas besonderes für Arbeiter hinzustellen wagt werde mit dem Handelsminister Gerald Balfour in Erwägung und damit zugiebt, daß man es für ganz selbstverständlich erachtet, darüber eintreten, ob man einen Schritt in dieser Richtung daß Arbeiter ihre Notdurft ohne Rücksicht auf ihr Schamgefühl thun könne. Black( liberal) fragt an, ob Kanada seit 1897 in bataillonsweise neben einander zu verrichten haben. Daß in der direkter Sorrespondenz mit Deutschland wegen TarifmaßThat die schlechten Klosettanlagen es waren, die ein gut Teil mit aur regeln gestanden habe, und ob, falls dies zutreffe, die Berseuchung der Gruben beitrugen, bestätigt der Reichs- Anzeiger" Korrespondenz veröffentlicht werden würde. Chamberlain selbst, indem er schreibt:" Die Anlage wird von der Belegschaft gern erwidert: Die Regierung von Kanada kann mit der benußt und dürfte sicherlich ihren Zweck, die Reinhaltung der unter deutschen nur durch die englische Regierung in Ber irdischen Grubenräume zu fördern, erfüllen." Sier ist offen zu bindung treten. Es sind aber nichtamtliche Verhandlungen zwischen gegeben, daß die Profitsucht der Unternehmer, welche diese bisher Mitgliedern der kanadischen Regierung und dem deutschen Konsul von der Schaffung anständiger Klosettanlagen abhielt, die Arbeiter Bopp in Ottawa im Jahre 1901 gepflogen worden, die jedoch, bisher zwang, ihre Fäkalien unter Tage abzulegen und so die Grube ſoweit mir bekannt, nicht schriftlich festgelegt find. Die gesamte zu verseuchen. Korrespondenz ist bereits veröffentlicht worden. Im weiteren Verlauf der Sigung genehmigt das Haus mit 228 gegen 118 Stimmen die dritte Lesung der Vorlage betreffend das Unterrichts. wesen in der Grafschaft London. Verfammlungen. am Die Tariffommission der Dachdeckergesellen Berlins. Tapezierer. Eiue am Mittwochabend tagende Versammlung der Vertrauensmänner des Tapeziererverbandes nahm Kenntnis von der Beruntreuung des bisherigen Filialtassierers. 8ur genauen Er- Die Arbeiter vom Kabelwerk Oberfpree" der Allge= Innsbruck, 22. Juli.( B. H.) Von einer Bergwiese auf dem mittlung über die Höhe der Summe sollen die Bücher meinen Elektricitäts- Gesellschaft hielten Ridnaun- Thale ist ein dort beschäftigter Arbeiter abgestürzt einem gerichtlich vereidigten Bücherrevisor übergeben werden. Dienstag im Wilhelminenhof" zu Ober- Schöneweide eine un- und war sofort tot. Bis auf weiteres beauftragt die Versammlung den Bevoll- gewöhnlich stark besuchte Versammlung ab. Gewerkschaftsbeamter Baku, 22. Juli.( W. T. B.) Hier ist ein Ausstand ausgebrochen, mächtigten Kollegen Otto Wels mit der weiteren Fortführung der Behrend vom Metallarbeiterverband sprach daselbst über die der sich auf alle Arbeitsgebiete erftredt. 40 000 mann Geschäfte, Die näheren Angaben werden in der Versammlung am geradezu fümmerlichen Lohn- und Arbeitsverhältnisse, haben die Arbeit eingestellt; nur wenige Bäder arbeiten. reitag erfgen unter denen die ca. 3000 Arbeiter und Arbeiterinnen dieses Werkes Die Zeitungen erscheinen nicht. Verantwortl.Ratteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Tb.Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Puts Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. 21 Nr. 169. 20. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 23. Juli 1903. Die Stimmabgabe bei den Reichstagswahlen Beistehend geben wir unsern Lesern eine agitation, die täglich ihren Unrat über ganz Bremen ergoß, die von 1871 bis 1903. Wahlstimmen. Konserv..... Frei Volksp Sociald Nation.L. Verein Antisem .... Frei. Volks.Sudd.Valksp Polen..... Reichspar Centrum Reichspar 160 Stimmen 1,500000 1593 N 000000 500000 7700 K 550 www Elsässer Welfen 1788 7678 1576 14-46 1486 1468 14.27 4348 1176 1147 1178 159 1933 1160 1038 991 973 997 830 861 895 763 736 666 649 550 432 500 438 3798 www387 385 310 319 234 246 216 2.10 203 258 230 P176 798 189 103 107 89 96 A.12**** 48 1811 1874 1877 1878 1881 1884 1887 1890 4893 W 86 30253 3 Mill 2M 2120 2 Mill Z 1853 107 405 779 95 1½ Mil N 1243 1 Mill. K909 FV 523 Mill Pol.340 R 282 F.Ver.247 Ant.244 W.94 SV.93 81 1898 1903 Kort. Inst. Besche, Berlin Hie Socialismus hie Kapitalismus. Ein Nachwort zum Reichstagswahlkampf in Bremen. Aus Bremen wird uns geschrieben: graphische Darstellung über die auf die ein zelnen Parteien für ihre Vertreter in der Gesamtheit abgegebenen Stimmen im Deut schen Reiche, und zwar von 1871 an bis zur jezigen letzten Wahl von 1903. leumden ihren Meister gefunden. Was vermochte gegenüber dieser Bremer Bürger- Zeitung", unser Parteiorgan, mit ihrer verhältnismäßig niedrigen Abonnentenziffer, und die Flugblätter? " Da entschlossen sich die bremischen Genossen angesichts ihres nicht unbeträchtlichen Wahlfonds zu einem Mittel, das zwar sehr fostspielig, aber auch überaus wirksam war, und das allen andern Diese Darstellung giebt die Zu- und Ab- Wahlkreisen nur zur Nachahmung empfohlen werden kann. Sie nahme der in dieser Periode auf die eine gaben in den letzten drei bis vier Wochen vor der Wahl unser zelnen Parteivertreter gefallenen Stimmen Barteiblatt in einer täglichen Auflage von 43 000 Gremplaren heraus wieder. Die senkrechten Linien bezeichnen( das liberale Blatt hat eine Auflage von 28 000) und ließen diese die Jahre der Wahl( 1871, 1874, 1877, Riefenauflage Tag für Tag mit prompter Regelmäßigkeit Haus für 1878 nach der Auflösung wegen der Attentate, Haus in Bremen verteilen. 1881, 1884, 1887 Auflösung wegen der Sicher ist dieser vorzüglichen Methode, durch die jeden Tag jeder Septennatsvorlage, 1890, 1893, 1898 und Wähler in Bremen ein Gegengewicht gegen die bon liberaler Seite 1903), die zudem am Fuße der graphischen an ihm versuchte geistige Vergewaltigung erhielt, ein gut Teil VerDarstellung eingeschrieben sind. Die horis dienst an dem Siege mit zuzuschreiben. zontalen Linien bezeichnen die Anzahl der für die Barteien abgegebenen Wahlstimmen, bon 100 000 zu 100 000 gezählt. Noch eines Umstandes muß Erwähnung gethan werden. Der liberale Kandidat war schon zehn Jahre gloriofer Vertreter von Bremen gewesen, sein Lob wurde jeden Tag mit vollen Baden ver Die für alle einzelnen Parteien ins- tündet. Er war ein bremischer Großkaufmann, Aktionär bei dem gefamt im Reiche abgegebenen Stimmen größten Handelsunternehmen Bremens, beim Lloyd, also für den fann man, an der Randlinie links beginnend, Durchschnittsphilister der geeignetste Vertreter für eine Handelsdurch alle Wahlperioden hindurch genau empore wie Bremen. Und einer solchen Leuchte wagten die Socialberfolgen, wenn man die Signatur einer demokraten den kleinen Schankwirt aus Bremerhaven" gegenüber Fraktion( siehe die Zeichenerklärung oben in zu fetzen! Der inzwischen plöglich verstorbene Bürgermeister der Zeichnung) im Auge behält. Das Auf Gröning hatte dem Genossen Schmalfeldt in öffentlicher Bürgerund Ab der Fraktionslinien giebt dann das schaftssigung diesen Titel angehängt und damit dem ganzen bremiSteigen und Fallen der für eine Partei ab- fchen Spießbürgertume aus dem Herzen gesprochen. Selbst uns gegebenen Stimmen wieder. naheftehende bürgerliche Elemente stießen sich daran, daß Genosse In der Darstellung treten die Linien der Schmalfeldt kein Bremer, wohl aber ein Schankwirt sei. Natürlich abgegebenen Stimmen ganz besonders wiesen wir darauf hin, daß wir den Kandidaten nicht seiner charakteristisch hervor, namentlich ist das schönen Augen oder seiner kommerziellen Fähigkeiten wegen wählen, stetige Anwachsen der Stimmen, die für sondern wegen seiner politischen Zuverlässigkeit und Ueberzeugungsfocialdemokratische Kandidaten abgegeben festigkeit. Wir wählen in dem Kandidaten das politische Princip, find, von ganz außerordentlich prägnanter vir votieren damit für den Socialismus, so sprach die„ BürgerGestalt. Um der Uebersichtlichkeit nicht zu Zeitung" sich vor der Wahl mehrfach aus. schaden, find die für die kleinsten Fraktionen Wenn man alle diese Einzelmomente erwägt, so gewinnt der Sieg und die Fraktionslofen abgegebenen Stimmen in Bremen eine Bedeutung weit über Bremen hinaus. Wenn erst in der Darstellung nicht erst wiedergegeben; wie in Bremen, wo die Arbeiterschaft dant relativ guter um so deutlicher tritt die Stimmabgabe für Schulen relativ hohes geistiges Durchschnittsniveau be Die Ziffern des letzten Wahlergebnisses stimmen nicht ganz genau überein mit sonstigen Berechnungen; es ist dies teils die Folge der verschiedenartigen Zusammenrechnung einzelner Parteigruppen, teils der noch nicht hinreichend genauen Feststellungen im Statistischen Amt selbst. " die andren Parteien vor Augen, aus der sigt, die Socialdemokratie festen Fuß gefaß hat, so find man viel zutreffender, als aus einer die ihr gegenüber alle Machtmittel der herrschenden Klasse zwecklos. Abgeordnetenzahlen wiedergebenden Tabelle, Der brutalen wirtschaftlichen Gewalt fegt sie fluge Zurückhaltung die Stellung der Bevölkerung des Reiches und immer festere gewertschaftliche Organisation gegenüber. Dem zu den einzelnen politischen Parteibekennt vereinigten liberalen Bürgertum wächst sie in zielbewußter politischer nissen ersehen kann. Thätigkeit langsam aber sicher über den Kopf. Für die Gegner der Socialdemokratie in Bremen gilt, was Stautsty gegen Schluß seiner Broschüre„ Die Vernichtung der Socialdemokratie" von den schlauesten" Gegnern der Socialdemokratie in England sagt:„ Sie stehen ab von der gewaltsamen Unterdrückung durch politische Mittel, welche nur den Erfolg hat, die Arbeiter in hellen Haufen der Socialdemokratie zu zuführen. Sie biedern sich vielmehr an die Arbeiterschaft an unter der Maske der Arbeiterfreundlichkeit, verleumden die Socialdemo fratie und suchen den Arbeitern weiß zu machen, ein großer Teil der Bourgeoisie wünsche nichts sehnlicher als ihnen beizustehen. Sie schwärmen für Gewerkschaften, Genossenschaften, fogar für die Wahl bon schlichten Arbeitern in die Voltsvertretung, sie beteuern, wie gern sie all das und damit den Aufstieg der Arbeiterschaft fördern möchten, wenn nur die Socialdemokratie nicht wäre, die den handen, und auf alle mögliche außerpolitische Weise hat sie es in den legten Jahren versucht, sich bei den organisierten Arbeitern ein Stimmenzuwachs von 6440( gleich 34,5 Proz. gegenüber einem zuschmeicheln. Das bremische Wahlergebnis vom 16. Juni, der liberalen Zuwachs von 14,6 Proz. feit 1898) hat den unzweideutigen Beweis geliefert, daß eine aufgeklärte klassenbewußte Arbeiterschaft durch solchen Köder nicht mehr zu fangen ist. laffenkampf predige und den Unfrieden säe." Diese biedermeiernde Sorte Bürgertum ist in Brenten vorLokales. Lektüre für das Bolt. fofort auch auf zahlreiche andre Betriebe übergegangen wäre, zu entfeffeln, so waren bis zur Wahl Hunderte und Tausende von wahlberechtigten Arbeitern in Bremen, Bremerhaven und Vegesack ( diese drei Orte bilden neben dem bremischen Landgebiet den bremischen Staat und gleichzeitig den Wahlkreis) abgereist. Weitere Land fein Gegenstüd. Was eigentlich überall sein sollte, ist in irgend einer sie des Wahlrechts beraubenden Armenunterstützung bes Die Parteiverhältnisse in Bremen finden in ganz Deutsch- Hunderte von Arbeitern hätten sich durch die Not zur Entgegennahme Wirklichkeit nur in Bremen vorhanden: hier steht ein organisiertes, tampf- wegen lassen. Die Wahltaffe wäre leer geblieben, da jeder überflüssige lustiges, liberales Bürgertum der organisierten socialdemokratischen Groschen der weiterarbeitenden Genossen für Unterstützung der Arbeiterschaft gegenüber. Reinerlei sonstige Parteibildung existiert Streifenden draufgegangen wäre und last not least in ben hier. Es giebt teine konservative oder agrarische Reaktion, es giebt langen Wochen bis zur Wahl hätte sich der Arbeiterschaft Bremens feinen Antisemitismus, es giebt feinen Nationalsocialismus, es giebt eine getvisie Unluft bemächtigt, bei den Streikenden würde es nicht tein Centrum, es giebt nur Liberale und Socialdemokraten. Die an Vorwürfen gegen die Führer gefehlt haben, so daß die für den Liberalen sind vor zehn Jahren entstanden aus einer Koalition der Wahlkampf notwendige Einheitlichkeit, Gefchloffenheit und Schlagkraft einstmals feindlichen Nationalliberalen und der Freisinnigen beider nicht vorhanden gewesen wäre. Richtungen. Diese Stoalition war eine Folge des 1890 erfolgten social- Man wird zugeben, daß dieses Scharfmachererempel gar nicht demokratischen Sieges. Dieser Sieg war nur ein Zufallssieg gewesen. Der so übel ausgedacht war. Es litt nur an dem Fehler, daß es die im Jahre 1888 erfolgte Anschluß Bremens an das Zollgebiet hatte die Klugheit der Arbeiter zu tief eingeschätzt hatte. Die Arbeiter bewiesen Preise für die Lebensmittel in Bremen mit einem Schlage enorm auch den schnödesten und frechsten Provokationen gegenüber eine erhöht, wodurch große Unzufriedenheit auch in bürgerlichen Streifen falte zurückhaltung: wir streiten, wenn wir wollen, nicht wenn die Ein Leser schreibt uns: Noch ist das bei der Palastrevolution hervorgerufen worden war. Dazu tamen Mishelligkeiten innerhalb Unternehmer wollen. Das war der Grundgedanke, von dem sie sich in Serbien von der Soldateska bergoffene Blut kaum eingetrocknet, der bürgerlichen Parteien, so daß Genosse Bruhns seinen Sieg mehr leiten ließen. Inzwischen hielten sie ihr Pulver trocken und füllten und schon nimmt sich irgend ein spekulativer Gemütsmensch die Frei diesen Imponderabilien, als der Ausbreitung socialdemokratischer sie die Wahlkasse. heit, einen„ Roman" darüber zu schreiben. Dieser ist kürzlich im Ueberzeugung zu verdanken hatte. Aber dieser Sieg bewirkte die Erst drei Wochen vor der Wahl gelang den Baugewerksmeistern Verlage des Herrn A. Weichert, jenes Schundroman- Herausgebers, Einigleit auf bürgerlicher Seite, und so war es kein Wunder, Bremens eine Riefenaussperrung der Maurer, Zimmerer und Bau- in unsrer Stadt der Intelligenz" erschienen und nennt sich wörtlich: daß Bremen 1893 wieder an die Liberalen zurückfiel. Auch 1898 bearbeiter. Aber jetzt war es zu spät. G3 reiste keiner mehr ab, hauptete das Bürgertum wieder das Feld, obwohl die Socialdemokraten wer doch abreiste, erhielt von seiner Gewerkschaft die Mittel, Königin Draga, das Verhängnis von Serbien" oder: Der über 4000 Stimmen gewonnen hatten und Sensationsroman aus der mit um am Tage der Wahl zurückzukehren. Dafür aber hatte diese Königsmord von Belgrad. 2000 Stimmen im Hintertreffen blieben. Von vornherein stand es gerade vor Pfingsten erfolgende Aussperrung den von den Liberalen Gegenwart."- Der sogenannte Autor hat in begreiflicher Scham deshalb für beide Parteien fest, daß es sich bei der diesjährigen nicht erwarteten Erfolg, daß den zahlreichen kleinen Handwerkern auf die Nennung seines Namens verzichtet; nicht einmal ein Wahl um die endgültige Entscheidung handeln würde. Hat die und Geschäftsleuten Bremens ad oculos demonstriert wurde, wie aristokratisches Pseudonym a la Guido von Fels", wie man sie Socialdemokratie in den letzten fünf Jahren so start zugenommen, wichtig für sie eine gut gelohnte Arbeiterschaft ist. Durch die Aus- sonst auf dem Titelblatte dieser Litteratur" produkte lesen kann, erdaß sie ihr Minus von 1898 und den erfahrungsmäßigen Zuwachs sperrung von Taufenden fleißiger Arbeiter fielen die Pfingsteinnahmen freut den minder vornehmen Leser. Die Jllustrationen, die ich in des Liberalismus überholt? Das war die allgemeine Frage. Die vieler Geschäftsleute so mager aus, daß dieser Grund allein schon einem Schaufenster bewundern durfte, sind ebenso schlecht wie früher: Entscheidung mußte auf des Messers Schneide stehen, wenige fast hinreichte, um sie für den socialdemokratischen Stimmzettel unverwüstlich roh und albern." Stimmen fonnten den Ausschlag geben, soviel war beiden empfänglich zu machen. Die Aussperrung wurde beigelegt und die Kampfeslust der Arbeiter hatte einen neuen Antrieb bekommen. Parteien flar. Der Einsender berührt mit seiner Zuschrift einen wunden Punkt Mit dieser Eventualität rechneten auch die Liberalen und im Aber diese wirtschaftliche Beeinflussung des Wahlkampfes war des Volkslebens: die Vergiftung und Verblödung breiter Massen Hinblick darauf begannen sie frühzeitig mit einem recht eigenartigen nicht das einzige Mittel der liberalen Gegner. Auch mit geistigen" durch eine unbeschreiblich öde und geistlose Schundlitteratur. Denn Wahlmanöver. Waffen kämpften sie. Frese selbst sprach allerdings nur einmal in leider finden die Verbreiter derartig plumper und wüster wachwerte Man wird sich noch der unaufhörlichen Kette von Nachrichten öffentlicher Versammlung. Aber er hatte sich mit einer Phalang in den Kreisen des Proletariats, unter Dienstmädchen, Arbeiters über Differenzen, Streifs, Aussperrungen u. f. f. beim Nord- von liberalen Agitatoren umgeben, auf die er in Bezug auf frauen und jugendlichen Arbeitern noch zahllose begierige Abnehmer. deutschen Lloyd und andren industriellen Betrieben an der Unter- Quantität des Redens und auf unermüdlichkeit stolz sein konnte. Diese Elemente, denen ihre sociale Lage und eine mangelhafte Volksweser erinnern, die seit dem Februar dieses Jahres bis turz vor Mehrere Boltsschullehrer und höhere Lehrer, mehrere Rechtsanwälte, schulbildung die Fähigkeit des Genusses wirklich lesenswerter der Wahl durch die Zeitungen liefen. Es soll nicht behauptet Ingenieure, Professoren, Doftoren, Kaufleute, Bügerschafts" werden, daß der Lloyd die Streits nur der Wahl wegen wollte. mitglieder hatten sich augenscheinlich seit langer Zeit gewissenhaft Litteraturwerke vorenthalten hat, finden in den kindischen, meist Es spielen da noch andre Motive beim Lloyd mit, die zu gegebener Zeit mit dem ganzen liberalen ABC, wie es niedergelegt ist in den blutigen Schauergeschichten der Kolportage- Litteratur eine Welt schon die nötige Beleuchtung in der Deffentlichkeit finden werden. Aber Richterschen Frrlehren" und in den„ Zukunftsbildern" und später voll greller Sensationen, in die sie sich aus dem grauen gerade weil dem Norddeutschen Lloyd aus einer Reihe andrer Gründe im" Socialistenspiegel", bertraut gemacht. Ergänzt hatten sie dieses Elend und Einerlei ihres ereignisarmen Daseins flüchten. Daß heraus gerade im Frühjahre dieses Jahres an einem großen Streit Material" durch alle möglichen fraufen, zusammenhanglofen Citate diese Welt lächerlich verzerrt ist, daß schon der Stil dieser„ Gegelegen war, schürte er um so eifriger dazu angesichts der bevor aus irgend welchen socialdemokratischen Schriftstellern, Rednern schichten" auf jeden gebildeten Refer neben dem ästhetischen Etel tehenden Wahl. Der frühere Reichstags- Abgeordnete für Bremen, und Beitungen; besonders aber hatten sie die Fränkelschen den unbezwingbarsten Bachreiz ausüben muß, empfinden die Hermann Frese( inzwischen haben ihn seine„ dankbaren" Mit Socialen Lehren und Thatsachen" mit heißem Bemühen studiert; Bedauernswerten nicht. Nun sind wir allerdings der Ansicht, bürger für den Reinfall bei den Reichstagswahlen durch die Er- und die Lorenzsche Antisocialdemokratische Korrespondenz wurde daß es unendlich schwierig ist, gerade diese von der Kolportages hebung zum Senator entschädigt) ist ein hervorragendes Mitglied von der liberalen Presse weidlich benugt. Es ist fast teine einzige im Aufsichtsrat des Norddeutschen Lloyd. In ihrer Naivetät von socialdemokratischer Seite arrangierte Versammlung vergangen, Litteratur seelisch verheerten Elemente geistig und ästhetisch zu erziehen. plauderten die liberalen Wahlagitatoren aus, daß Freses Wort in der nicht mehrere Vertreter der Freseschen Leibgarde anwesend aber für eine Unmöglichkeit, dem Kolportageroman- Schund den Boden bei der deutschen Reichsregierung viel gelte. Es bedurfte diefer waren. Hatte Schmalfeldt eine Stunde für sein Referat gebraucht, abzugraben, halten wir es deshalb durchaus nicht. Wenn nur jeder Versicherung nicht erst. Die bremischen Socialdemokraten wußten, fo sprach ein liberaler Rechtsanwalt zwei Stunden nach ihm, dann Arbeiter, dem es seine Mittel gestatten, dafür sorgt, daß seine Frau daß Reichstags- Abgeordneter Frese dem bremischen Großkapital, ins- tam wieder ein Socialdemokrat, dann wieder ein Liberaler, so und seine Kinder rechtzeitig eine vernünftige Erzählungslitteratur in besondere dem Norddeutschen Lloyd, viel wertvoller war durch seine daß faft teine Versammlung vor 1 Uhr nachts zu Ende war. die Sand bekommen, so wird damit eine außerordentliche Schärfe parlamentarische und außerparlamentarische Thätigkeit hinter den Wohl aber währten einige noch länger. Und das fast Abend für des Intellekts und Verfeinerung des Geschmacks zu erreichen sein. Und Coulissen als burch seine gemütliche, durch feine Aufregung aus dem Abend. Wo sonst in Deutschland hat das Bürgertum noch so viel neben anderen Mitteln- billige Boltsausgaben unserer besseren ErGleichmaß gebrachte öffentliche Arbeit im Plenum und in den Kom- Eifer zum Diskutieren gezeigt? missionen. Um so, peinlicher mußte es dem Norddeutschen Lloyd Zu dieser mündlichen Agitation trat die schriftliche. Die liberale sähler- ift hierfür ein Mittel gegeben in den Freien Stunden", den fein, wenn etwa in Zukunft an Stelle des von ihm mit hoher Presse ist in Bremen stark verbreitet. Und die sogenannte 10- Pfennig- Heften, die der Vorwärts"-Berlag feit einer Reihe von Tantieme bedachten, wohlwollenden, vor der Regierung aus lauter unparteiische" Presse half durch Abdruck der liberalen Flugblätter Jahren mit steigendem Erfolge herausgiebt. Die Freien Stunden" Bewilligungseifer fchier zerfließenden Frese ein Socialdemokrat auch fleißig mit. Das liberale Lokalblatt Bremens, eine Ueber- sind eine ebenso preiswerte wie gediegene Unterhaltungsschrift, als Vertreter Bremens im Reichstag siten würde, der noch dazu tragung der im gleichen Verlage erscheinenden vornehmeren"" Wefer- die in dem Kampfe um die litterarische Voltsaufklärung eine wie Schmalfeldt die schmutzige Kehrseite beim Norddeutschen Lloyd Zeitung" ins Burleste, Rohe und Spießbürgerhafte, fuchte durch pöbel- ganz erhebliche Rolle spielen kann. Der nunmehr abgeschlossen durch genaueste Kenntnis und durch engste Fühlung mit den Ar- haften Ton gegenüber dem focialdemokratischen Organ und den beitern nicht mit den Attionären des Lloyd zu beleuchten im socialdemokratischen Führern seinen Mangel an Geist zu verdecken. In den borliegende Halbjahresband des fiebenten Jahrganges beweist aufs neue stande ist. letzten Wochen vor der Wahl brachte es eine Artitelserie, in der die das Gefchick, mit dem der Herausgeber eine litterarische Auswahr Da wäre ein Streit ein vortreffliches Mittel gewesen, um die neuesten Entstellungen des Socialismus als Theorie und der Social- zu treffen versteht. Er enthält die Romane, Der Goldmensch" günstigen Aussichten der Socialdemokraten zu vernichten. Wenn es demokratie als politische Partei zusammengetragen waren. Die von Maurus Jokai und Tante Therese" von Erd. dem Lloyd durch seine geradezu unerhörten Provokationen gelungen Korbmacher Fischer, Lorenz und ähnliche Sudelfinten hatten hier in mann- Chatrian." Der Goldmensch" ist einer der besten wäre, schon im März einen Streit auf seiner Werft, der Bezug auf Strupellosigkeit im Verdächtigen, Entstellen und Ver- Romane des berühmten ungarischen Romanciers. Eine Erzählung " " B voll spannender Handlung, voll kühner und prächtiger Naturschilderung, doll feiner Seelenmalereien. Und der zweite Roman„Tante Therese", eine der besten Erzählungen des volkstümlichen elsässischen Dichter- Paares, entrollt ein farbenechtes und farbenbuntes Kriegsbild aus den Jahren 1733 und 1794, ein Bild ans den Kämpfen der fränzösischen Revolution, wie es dieselben Verfasser mit gleicher Wärme und Eindringlichkeit nur in einem andren großen Roman, der„Geschichte eines Bauern" zu entwerfen vermocht haben. Und neben diesen beiden Meisterwerken wahrhaft volkstümlicher Erzählungskun enthält der Band noch eine Menge bunten, interessanten Unter Haltungsstoffes. Durch Jeremiaden über die Kolportage-Litteratur wird nichts erreicht, nur durch Verbreitung besseren Lesestoffes kann »er Pest der Schundromane entgegengewirkt werden. Deshalb sollte die Arbeiterschaft auch so weit als irgend möglich durch Verbreitung der„Freien Stunden" den Geschmack ihrer Angehörigen zu läutern und deren geistiges Niveau zu heben suchen. Arbeiterinnen und Arbeiter, die sich an Kolportage-Romanen erhitzen, sind auch dem helle Hirne erfordernden Kampfe des modernen Proletariates der- loren I Bon einem heftigen Unwetter wurden am vorgestrigen Tage die nordöstlichen Vororte heimgesucht, welches in den Dörfern, in Wal- düngen und auf den Feldern großen Schaden verursachte. In Weißen- see wurden innerhalb weniger Minuten infolge eines, das Gewitter begleitenden Wochenbruchs die sämtlichen niedriger gelegenen Straßen- züge unter Wasser gesetzt. Die Langhansstratze glich einer brandenden See; die Fluten drangen in die Kellerräunie und verbreiteten sich auf den anliegenden Feldern und einem reißenden Strome gleich ergoßen sich die Wassermassen die König- Chaussee und Prenzlauer Allee entlang nach der Greifswalderstraße und Prenzlauer Allee in Berlin. Hier stauten sich die Waffermengen derartig, daß infolge des Hochwassers der Verkehr zwischen Weißensee und Berlin vollständig unterbrochen wurde und die Straßenbahnlinien 60, 61 und 62 Schöne- berg respektive Dönhoffplatz— Weißensee stundenlang nur zwischen den Berliner Endpunkten und Danzigerstratze verkehren konnten.' Durch die Ueberschwemmung wurde das Straßenpflaster aufgerissen, Bürger steige und Fahrdämme versandet und die Felder vielfach mit emer Schlammkruste überzogen. Aehnlich wiitete das Unwetter auch in den_ weiter hinaus gelegenen Vororten, so in Ahrensfelde, auf dem städtischen Rieselgut Wartenberg, Heinersdorf usw. Schwere Ver luste erlitten die Landwirte, denen vielfach die Ernte vernichtet wurde. Zu dem Fall Schindler wird weiter berichtet, daß nach einer hier aus New Jork eingetroffenen Drahtnachricht der flüchtige Jakobus schon in der vorigen Woche dort gelandet ist.— Bezüglich Schindlers hat auch die Leichenöffnung, abgesehen von den polizeilichen Fest- stellungen, ergeben, daß sich Schindler nicht selbst erschossen hat Danach kommt als Thäterin die Eheftau in Frage. Daß sie sich in Hamburg befunden hat, beweist der Umstand, daß sie einen Brief in einen aus Hamburg abgehenden Zug steckte und auch eine Draht Nachricht nach Berlin gelangen ließ.— Der Zusammenbruch der Bank stand bereits vor Jahresfrist bevor. Schindler hat, wie jetzt feststeht, für sich und die Familie außerordentlich hohe Summen ver- braucht. Nach Ausweis der Bücher betrugen die wirtschaftlichen und Fannlienausgaben nicht weniger als 26 000 M. jährlich. Thatsächlich steckte er schon seit Jahren ,n Zahlungsschwierigkeiten, obgleich der ungewöhnliche Aufwand bis zuletzt gewieben wurde. Vor einiger Zeit hatte sich ein Käufer gefunden, der das Bankgeschäft und das Sanatorium für Millionen Mark erwerben wollte. Dieser wat aber zurück, als er erfuhr, in wie großen Zahlungsschwierigkeiten Schindler sich befand. Das Sanatorium gab dem Bankgeschäft die Rückenstärkung; aus seinen Einkünften hat Schindler verschiedentlich Fehlbewäge beglichen. Der Baumeister des Hauses, das Schindler selbst aufführen ließ, besitzt daran die dritte Hypothek. Der Konkurs ist noch nicht eröffnet, weil die Gläubiger vermuten, daß Frau Schindler eine größere Summe hinter sich gebracht habe und daher abwarten wollen, ob sie lebend oder tot zum Vorschein kommen wird. Ein Bootsunfall auf der Oberspree brachte gestern zwei Menschen leben in Gefahr. Von dem Ruderklub„Hansa" waren die Mitglieder Traufchke und Fischer in dem Einskuller„Rekrut" stromaufwärts gefahren, als sie bei Nieder-Schöneweide in der Nähe der Wolffschen Kattunfabrik in den Wellenschlag des Dampfers„Kyffhäuser V" ge- rieten. Hierbei kenterte das Boot und beide des Schwimmens unkundige Insassen stürzten in die Spree. Sie waren dem Unter- gange nahe, als zufällig das Motorboot„Eugen" die Unfallstelle passierte. Der Besitzer desselben sprang kurz entschlossen über Bord, schwamm nach dem gekenterten Kahn und erfaßte den Trauschke. Er hielt ihn solange über Wasser, bis noch weitere Hilfe herbeieilte. worauf sich die Rettung glatt vollzog. Fischer war durch die Wogen in die Nähe des Ufers geworfen worden, wo er in einen flött- gemachten Handkahn gezogen werden konnte. Wie später ermittelt ivurde, war der Netter des Trauschke der Polizeilieutenant a. D. Fabrikbesitzer Zerener aus der Cuvrhstr. 1 in Berlin. Ueber die Poliklinik fiir Haustiere an der königl. Tierarzenei- schule wird von Hundebesitzern Beschwerde geführt. Wie uns mit- geteilt wird, wurden dortselbst, trotzdem die unentgeltliche Sprechstunde laut Bekanntmachung von 10—11 Uhr vormittags stattfinden soll, Besuche wiederholt bereits mn O'/z Uhr zurückgewiesen, da bereits 26 Konsultanten anwesend seien und darüber hinaus keine Besuche angenommen würden. Jedenfalls scheint uns eine derarttge Praxis zum mindesten der Bekanntmachung nicht zu entsprechen. Ent- weder sollte man bekannt geben, daß höchstens 26 Personen ab- gefertigt werden, oder man sollte durch Mehrverwendung von Aerzten für die Abfertigung aller sich rechtzeittg einstellender Reflettanten sorgen. Das letztere wäre das empfehlenswertere. Ein rätselhafter Todesfall beschäftigt die Staatsanwaltschaft. Der vier Jahre alte Knabe Hellmuth Köpke aus der Richthofen- straße 17 spielte in der elterlichen Wohnung mit einem Balle, fiel dabei auf den Hinterkopf und war nach 10 Minuten tot. Ob das Ableben des Kindes auf diesen Fall oder auf ein vor 14 Tagen geschehenes Vorkommnis zurückzuführen ist, bildet den Gegenstand der Untersuchung. Damals wurde der Knabe von einem Radfahrer umgestoßen und klagte seitdem über Schmerzen im Kopf. Eingestelltes Verfahren. Vor etwa sechs Monaten erregte die Ver- hastung des Kartographen Fischer zu Schöneberg Aufsehen. Er war in den Verdacht geraten, versucht zu haben, seine Ehefrau durch Beibringung von Gift zu ermorden, indem er ihr längere Zeit hindurch Jodkali in den Kaffee gethan. Der Verhastete giebt dies zu, es sei aber nur in kleinen Dosen und auf Anraten seines Arztes geschehen, um zu verhüten, daß auch seine Ehefrau von einer Krankheit ergriffen werde, an der er gelitten habe. Seinem Verteidiger. Dr. Schwindt, gelang es bald, die Freilassung des Ver- hafteten zu erwirken. Jetzt haben sich die Verdachtsmomente gegen Fischer soweit verflüchtigt, daß das Verfahren gegen ihn eingestellt ist. Zu einem Vergifttmgsversuch der Tischlerftau Emilie Bogdahn auS der Putbuserftr. 10 führten unglückliche Eheverhältniffe. Die Ehe der 29 Jahre alten Frau besteht seit fünf Jahren. Aus ihr sind zwei Kinder im Alter von drei Jahren und sechs Monaten her- vorgegangen. Das Zusammenleben scheint kein glückliches gewesen zu fein; denn Frau Bogdahn beklagte sich bei einer Nachbarin, daß ihr Mann öfter angetrunken nach Hause komme und sie dann miß- handle. Gestern nachmittag 6 Uhr hörten Hausbewohner einen durchdringenden Schrei aus der Bogdahnschen Wohnung heraus. Die Frau hatte in selbstmörderischer Absicht Lysol gewunken und lag auf dem Fußboden. Ein Lückscher Wagen brachte sie nach dem Lazarus-Krankenhaus. Die Kinder wurden bei Nachbarn untergebracht. In einem Wirtshause Gift genommen hat in der letzten Nacht um ll'/z Uhr der 28 Jahre alte Buchdrucker Albert Stelzer aus der Oderbergerftraße 22. Er hatte fünf Jahre lang ein Liebesverhältnis mit einer Schneiderin, die im vergangenen Jahre der Schwindsucht erlag. An jedem Sonntag pilgerte Stelzer nach dem Gesundbrunnen, um auf dem Grabe seiner Braut einen Kranz niederzulegen. Gestern abend befand er sich in einem Wirtshause in der Swinemünderstraße. Dort übermannte ihn die Wehmut, so daß er sich zu vergiften ver- suchte. Als sich die Folgen der Vergiftung einstellten und man ihn hinausführte, äußerte er:„Ich habe Gift genommen wegen meiner Anna". Schwerkrank wurde er in einer Droschke nach der Charits gebracht. Ein Familiendrama spielte sich heute morgen in dem Hause Soldinerstratze 37 ab. Die Weberfrau Anna Bließ wollte sich und ihre drei Kinder umbringen. Die beiden ältesten flüchteten aus der Wohnung, so daß die Mutter nur sich und ihr jüngstes Kind er- mordete.— Die Familie des 39 Jahre alten Webers Albert Bließ wohnte im vierten Stock des Ouergebäudes seit zwei Jahren. Sie besteht aus dem Ehemann, der gleichaltrigen Ehefrau, geb. Anna Abendroth, und den drei Kindern Richard, Franz und Erna im Alter von 12, 8 und 7 Jahren. Eine Tochter im Wer von 19 Jahren. die vor der Ehe geboren wurde, befindet sich in dienender Stellung. Der Ehemann arbeitet in einer Fabrik am Engel-Ufer, wo er ein 21 Jahre altes Mädchen kennen lernte. Mit diesem, das den Vor- namen Josefine wägt, knüpfte Bließ ein Verhältnis an, das nicht ohne Folgen blieb. Eheliche Stteittgkeiten konnten daher nicht aus- bleiben. Wie die Ehefrau dem Hausverwalter klagte, hat der Ehe- mann ihr gedroht, er werde sie aus der Wohnung entfernen, um die Geliebte dort ihres Zustandes wegen aufzunehmen. Das war der Frau zu stark, und sie beschloß, mit den drei Kindern gemeinsam in den Tod zu gehen. Zu dem Zweck hatte sie eine Lysollösung be- schafft und äußerte heute morgen, als der Ehemann die Häuslichkeit verlassen hatte, um seine Arbeitsstelle aufzusuchen, zu den Kindern: „Wir wollen sterben". Die beiden Knaben brachen darüber in ein lautes Geschrei aus und stürmten aus der Wohnung hinaus auf den Hof, um bald mit zusammengerufenen Nachbarn zurückzukehren. Diese Zeit hatte Frau Bließ benutzt, um ihre im Bett liegende Tochter Erna und sich selbst zu vergiften. Die Mutter lag auf dem Fußboden, die Tod war bei beiden schon eingetreten. Weinend und jammernd um- standen die überlebenden Knaben die traurige Gruppe. Als die Mann von seiner Arbeit herbeigerufen wurde, empfingen ihn etwa 30 Frauen aus der Nachbarschaft, die sich mit Besen bewaffnet hatten und über ihn herfielen. Der Hausverwalter konnte den Mann nur mit Mühe vor der Wut der aufgebrachten Frauen schützen. Der Hausverwalter ist der Ansicht, daß die Frauen den nach ihrer Ansicht 'chuldigen Weber Bließ ohne sein Dazwischenkommen totgeschlagen haben würden. Einen tödlichen Absturz erlitt der 44jährige Eisenarbeiter Ludwig Sonnenberg aus der Turmstt. 49. Er war auf der städtischen Gas- anstalt in der Danzigerstratze bei der Aufftellung eines Kohlenbaggers beschäftigt und stürzte dabei von einer zwei Meter hohen Leiter herab. Dabei erlitt er einen Schädelbruch und starb im Krankenhause am Friedrichshain. Er hinterläßt eine Witwe mit fünf Kindern. Große Unterschlagungen sind vom Rendanten der„Genoffenschasts- bank Berliner Restaurateure" begangen worden. Der Rendant G e r a n d hat 64 500 M. deftaudiert. Er wurde bereits am Diens- tag verhastet. Gerand war derjenige, der seiner Zeit die Unter- chlagungen seines Vorgängers mit aufdeckte. Gerand war ferner einer von denjenigen, die seiner Zeit für den Ausschluß der„social- demokrattschen" Genossenschaften aus dem Genossenschastsverband einttaten. Beim Siegesfest des 5. Kreises am Sonntag ist ein Regen chirm stehen geblieben, der bei L i e p m a n n. Linienstr. 242 I, wochentags abgeholt werden kann. Fcuerbericht. Durch eiu Feuer in dem Kasernement des Füsilier- Bataillons des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments find die Bestände der Kriegs-Bekleidungskammer über dem Mittelportal teilweise verbrannt uni? teilweise so beschädigt, daß sie unbrauchbar ge- worden sind. Die große Ausdehnung des Brandes ist der un- zulänglichen Feuerlöscheinrichtung der Kaserne zuzuschreiben, die sich als vollständig unzureichend erwiesen hat. Der Druck von den auf dem Kasernenhofe angebrachten Hydranten, die nur mit der Haus- leiwng verbunden waren, reichte nicht hin, um im vierten Stock Waffer zu geben, geschweige denn im fünften und auf dem Boden. Es mußten deshalb erst 400 Meter lange Schlauchleitungen gelegt und mit Danrpffpritzen verbunden werden, wodurch natürlich anfänglich kostbare Zeit verloren ging. Jetzt wird die Feuerlösch einrichtung verbessert werden. In der letzten Nacht mußte ein Wohnungsbrand in der Posenerstr. 9 gelöscht werden. Außerdem hatte die Wehr noch in der Lankwitzstr. 6 und verschiedenen andren Stellen zu thun._ Hus den Nachbarorten. Achtung, Charlottenburg! Am Freitag, den 24. d. M., abends 8'/z Uhr, findet im Volkshause, Rosinenstr. 3, der zweite Vortragsabend des Genossen Paul Hirsch über die kommenden Landtagswahlen statt. Um zahlreiche, rege Beteiligung wird gebeten. Einen Kinderwagen mit einem Kinde überfahren, ebenso auch die den Wagen vor sich herschiebende Mutter, hat am Dienstagvormittag in Charlottenburg der Inspektor eines Fuhrherrn, der mtt einem Jagdwagen durch die Rosinenstratze fuhr. Eine Frau Krause, die am Lützow 16a wohnt, fuhr ihr einjähriges Töchterchen in einem Kinderwagen über den Sftaßendamm. Die Uebersicht über die Straße wurde ihr durch einen Steinwagen entzogen, der an ihr vorübergefahren war. Kaum hatte sie die Mitte des Dammes erreicht, als auch schon der Jagdwagen, der sich in schneller Fahrt fortbewegte, die Gruppe erreicht hatte. Ein Ausweichen wat keinem Teile mehr möglich: Mutter und Kind wurden umgestoßen. Das Kind hat, obgleich es aus dem Wagen herausgeschleudert wurde, keine Verletzungen erlitten, wie auf der Unfallstation festgestellt wurde. Die Mutter dagegen trug durch Ueberfahren verschiedene Verletzungen an den Rippen und im Innern davon. Auch der Kinderwagen wurde überfahren. Rixdorf. Wieder angefunden hat sich das Dienstmädchen Elisabeth Bauschte aus der Ziethenstt. 78, welches. wie wir berichtete», eit kurzem vermißt wurde und ihrer Mutter brieflich mitteilte, daß ie wegen der zu erwartenden Folgen eines Liebesverhältniffes in >en Tod gehe. Wo das Mädchen sich bisher verborgen gehalten, ist nicht bekannt.— Während eines Ausfluges, welchen der Schuhmachermeister Heinrich Kühn, Thomasstr. 6—7 wohnhast, mit seiner Familie unternommen hatte, drang ein Einbrecher in die unbeaufsichttgte Wohnung und entwendete die gesamten Er- parnisse des K. im Bettage von 114 M. Bisher fehlt von dem Thäter noch jede Spur.— Vor Dieben gewarnt feien die Be- ttcher der Stolzenburgschen Volksbadeanstalt an der Canner Chaussee. In den letzten Tagen wurde wiederum dem Bäcker Klix, Richard- tratze 49, ein Portemonnaie mit 18 Mark und dem Leder- arbeiter Päske, Hermannsttaße 168. ein solches mit 8 Mark Inhalt gestohlen. Am sichersten schützen sich die Badenden vor derartigen Verlusten, wenn sie alle Werffachen dem Bade- meister zur Aufbewahrung geben.— Hilflos aufgefunden wurde in später Abendstunde vor einem Hause am Mariendorfer Weg der 74 Jahre alte ehemalige Buchhalter Franz Meixner aus Berlin. Der Greis gab an, im Siechenhaus in der Fröbelstraße 113 in Berlin zu wohnen und auf einem Spaziergang vor Altersschwäche zusammengebrochen zu sein. Ein Schutzmann brachte den alten Mann laher mittels Droschke nach der genannten Anstalt zurück. Seitens der Verwaltung des Siechenhauses wurde die Aufnahme des Greils edoch mit dem Bemerken abgelehnt, daß derselbe sich seit mehreren Tagen umhergetrieben habe II Dem Schutzmann blieb infolgedessen nichts anderes übrig, als den Greis nach dem städtischen Obdach zu bringen. In unsrem Bericht aus dem Kreise Niedervarnim im„Vorwärts� vom 21. Juli ist ein wesentlicher Irrtum unterlaufen. Die Auf» forderung an die Gemeindevertteter der Vororte, für eine ortsstatutarische Erweiterung der Krankenversicherungspflicht der Heimarbeiter einzu- tteten, kann um deswillen nicht zutteffend sein, weil die Versicherungs« Pflicht der Heimarbeiter bereits durch die Novelle zum Kranken» versicherungs-Gesetz vom 12. April 1892 reichsgesetzlich geregelt und ausgesprochen wurde. Anders verhält es sich mit der Versicherungs- Pflicht der s e l b st ä n d i g e n Hausgewerbetteibenden, die in Gemäßheit des Gesetzse, betteffend die Abänderung des Kranken» versicherungs-Gesetzes vom 30. Juni 1300 durch Ortsstatut geregelt und ausgesprochen werden kann. Notwendig ist deshalb, daß die für Berlin gettoffene ortsstatutarische Ausdehnung der Versicherungspflicht auf obige Kategorie auch auf die Vororte ausgedehnt wird, die eine solche Einrichtung nicht haben. Gerichts-Leitung. Eine unmenschliche Mutter stand gestern in der Person der Arbeiterehefrau Friederike Z e l l e r vor der zehnten Strafkammer des Landgerichts l. Die Angeklagte war beschuldigt, ihren zehn- jährigen Sohn fortgesetzt in barbarischer Weise gemitzhandelt zu haben. Als die Polizei auf Veranlassung der Hausnachbarn der Angeklagten einschritt, hatte der Knabe eine kläffende Kopfwunde. Er gab an, daß er aus Furcht vor Prügel unter das Bett gekrochen sei. Da habe seine Mutter das Beil geholt und damit blindlings verschiedene Schläge unter das Bett geführt, von denen einer seinen Kopf getroffen. Eine der Zeuginnen bekundete, daß sie eines Tages bei der Angeklagten in der Küche gestanden habe, als der Knabe vom Einholen zurückgekommen sei. Der Angeklagten habe es geschienen. als sei der Knabe zu lange fortgeblieben, voller Wut habe sie ein Stück Holz vom Herd genommen und damit wuchtige Schläge gegen den unbedeckten Kopf des Knaben geführt. Der Geschlagene habe bereits angefangen zu taumeln, da habe die Zeugin die Angeklagte am Arm gepackt mit den Worten:„Aber Frau, Sie können den Jungen ja totschlagen!"„Ach was, er müßte noch viel mehr haben" sei ihr zur Antwort geworden. Es kamen noch mehrere derartige Fälle zur Sprache. Verschiedene Zeugen bekundeten, daß die An- geklagte dem Schnapsgenuß ergeben sei und die Mißhandlungen wohl im angetrunkenen Zustande begangen habe. Der bedauernswerte Knabe ist seiner Mutter genommen und bei Leuten in Bernau unter- gebracht worden. Sein Pflegevater bestritt, daß dem Knaben eine einzige der schlechten Eigenschaften anhafte, welche seine Mutter ihm zuschrieb. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagte eine Gefängnisstrafe von neun Monaten, der Gerichtshof ging aber noch über den Antrag hinaus und erkannte auf 1 Jahr Gefängnis bei sofortiger Verhaftung._ Polizeilich gestörte Andacht am offenen Grave. (Außergewöhnliches Leichenbegängnis oder nicht? Rede oder Gebet?)! Herr Schlitzkus in Mvrienhall i. Pr. hatte zu der Beerdigung seines sechs Monate alten Kindes die Verwandten und Freunde ein- geladen, die zahlreich im Trauerhause erschienen, wo eine Trauer» feier stattfand, bei der der Prediger Stolz von der„Evangelischen Gemeinschaft" in Tilsit, einer sogenannten Sekte, die Rede hielt. Dann setzte sich der Leichenzug, in dem sich 15 Wagen befanden und woran außerdem eine größere Anzahl Fußgänger teilnahmen, nach dem konfessionellen Kirchhof in Groß-Friedrichsdorf. eine halbe Stunde von Rtarienhall. in Bewegung. Am offenen Grabe ver- richtete Herr Stolz die Andacht, indem er die Gebete und liturgischen Formeln der„Evangelischen Gemeinschaft" hersagte. Inzwischen hatte der Diener Gottes von der Staatskirche in Groß-Friedrichsdorf den Herrn Landrat in Heinrichswalde gegen den„Sektenprediger" Stolz mobil gemacht und der Herr Landrat hatte seinerseits den Gendarm in Bewegung gesetzt. Der kam hinzu, als Stolz am Grabe sprach. Er untersagte ihm das Weitersprechen, zunächst vergeblich. Herr Stolz verlangte von dem Hüter der öffentlichen Ordnung, er solle ihn nicht in der Andacht stören, wich aber schließlich doch der Gewalt und unterbrach die Andacht.— Herr Stolz und Herv Schlitzkus wurden demnächst angeklagt und in zweiter Instanz wegen Ucbertretung der Z8 9 und 10 des preußischen Vereinsgesetzes zw Geldsttafen verurteilt. Das Landgericht nahm ein außergewöhnliches Leichenbegängnis an, wozu nach dem Vercinsgesetz eine polizeiliche Erlaubnis erforderlich sei. Ein so großer Trauerzug und solcher Aufwand beim Begräbnis eines im Säuglingsalter verstorbenen Kindes seien etwas Ungewöhnliches. Auch sei es in den meisten Gegenden nicht hergebracht, daß derartige religiöse Feierlichkeiten von andren Personen als von Geistlichen der staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften vollzogen würden.— Herr Stolz wurde außerdem noch wegen Uebertretung einer der bekannten Polizei- Verordnungen verurteilt, welche verbieten, daß„Laien"(zu denen auch der„Sektenprediger" gerechnet wurde) auf öffentlichen Be- gräbnisplätzen ohne polizeiliche Erlaubnis Reden halten.— Das Kammergericht wies die Revision beider Angeklagten zurück, soweit damit die Verurteilung wegen Uebertretung des VereinsgesetzcS angefochten wurde. Dagegen hob das Kammergericht die Vor- entscheidung auf. soweit Herr Stolz auch wegen Ueberttetung der citierten Polizeiverordnung verurteilt worden ist, und verwies in- soweit die Sache an das Landgericht zurück. Begründend wurde ausgeführt: Der Begriff des außergewöhnlichen Leichenbegängnisses sei nicht verkannt worden. Herr Stolz könne aber nicht wegen Haltens einer unerlaubten Leichen rede verurteilt werden. Der Vorderrichter habe den Begriff der„Rede" verkannt. Es stehe fest. daß St. am Grabe nur die in der.Kirchenordnnng der„Evangelischen Gemeinschaft" ein- für allemal festgestellten Gebete und Formeln formularmäßig vorgetragen habe. Solche Vorträge von bestimmten Gebettn seien keine„Reden". Wenn man auch durch sie eine ganze Gemeinde erbauen könne, so seien es doch nicht Aeußerungen der Gedanken des Vortragenden, folche.Gedankenäußerungen bildeten aber die Voraussetzung einer Rede. )Ziis der Frauenbewegung. Baumschulenweg. Der„Verein für Frauen und Mädchen Schöne- bergs und Umgegend" hält am Donnerstag, den 23. d. M.. abends 8'/,. Uhr, im Lokale von Senftleben, Baumschulenstraße 66, eine Wander-Versammlung ab, in der Herr Gerber referieren wird. Das Thema wird in der Versammlung bekannt gegeben.— Um zahl» reichen Besuch bittet_ Der Vorstand. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. Zweigverein Rixdorf. Donnerstag, den 23. Fun, abends 10 Uhr: Außerordent» liche" Mitglieder-Veffammlung bei Thiel, Bergstt. 161-152. ßnefhaften der Redahtion. r. Frankfurt a. Main. 1. Haben wir noch nicht erprobt.>. Das Betreffende Inserat war von Baer Sohn, Chausseestrahe 24a.— O. 3. 3. Läßt sich nicht absolut behaupten, wenn man die näheren Umstände nicht kennt. Maßgebend ist die bettessende Organisation, also Metallarbeiter. Verband, Eugel-User 15, ansragcn.— M. H. 21. Wenn aus Leder, dann erst mit gereinigtem weihen Terpentin reinigen und mit Magnesia nach» reiben.— I. P- 987. Soweit uns bekannt, nur sür Schüler der Kunst. akademie: wenden Sie sich dorthin.— R. A. B. C. 300. Wenden Sie sich an den Verein gegen Verarmung. Bureau: Deutscher Dom am Gen. darmenmarkt.— A. P. 10. Fluorammonium oder auch �luhspat.— 31. Tch. 16. Kinder bis zu 4 Jahren sind stei.— Frau Elisabeth«0. Krankenkasse sür Frauen und Mädchen. Adresse sur Berlin: W. Hin,. Prinzenstr. 66.— W. M. 4g. Liebhaberwett: stagen Sie an in der Münzenhandlung Fttedttchstt. 43. Wetter-Prognose für Donnerstag« den 83. Juli 1903. Wärmer, vorwiegend heiter und trocken bei schwachen südlichen Winden.., � Berliner Wetterbureau. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 23. Juli. Anfang 72 Uhr: Neues Operntheater. Die Fledermaus. Westen. Alt- Heidelberg. Anfang 8 Uhr: Berliner. Die Hugenotten. Thalia. Das Alter. Belle- Alliance. Die Böhmin, oder: Jtta aus dem Elend. Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Neichshallen. Gastspiel von WinterTymian. Baffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Bon der Zugspitze zum Wakmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Abends 8 Uhr: für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Die Expedition. Urania. Verband der Glasarbeiter u Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstr. 165. Die zusammengewachsenen Schwestern zwanzig Jahre alt, spielen Geige! Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Das Geheimnis des roten Hauses. Die Tritons, Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr, Parkett 60 Bf.: Die Grille. Im Garten: Große SpecialitätenBorstellung. Anfang 5 Uhr. Belle- Alliance- Theater. Gastspiel des Bayerwald- Theaters Die Waldler. 30 Personen. Tauch- und Schwimmkünstler, 5 Minuten unter Wasser. Lina Goltz, Vortragskünstlerin. Kinematograph: Das GordonBennet Automobil- Rennen. Ganz Berlin zerbricht sich schon den sechsten Monat Die Böhmin oder Itta aus dem Elend. den Kopf über AGA! Jm herrlichen Sommergarten: Konzert, Specialitäten- Vorstellung. Aga überflügelt durch Ad- Ad. Entree 50 Pf. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 193. Male: Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Täglich: Die Liebes- Insel 14 erstklassige Nummern. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. 8 Uhr: Im Hause der Irrungen. Vorher: Ein bengalischer Tiger. Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter: Vorstellung im Saale. Arbeiterinnen Deutschlands Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Emil Hermsdorf am 19. Juli nach langem Leiden gestorben ist. 2746b am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Heilandkirchhofs zu Plößensee statt. Die Ortsverwaltung. Allen Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitarbeiter, der Tischler Hellmuth Klasen an der Proletarier Krankheit im 32. Lebensjahre gestorben ist. Die Beerdigung findet am 24. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Hl. KreuzKirchhofes in Mariendorf aus statt. Flügelputzer Branche der Piano Fabrik C. Bechstein. Heute nachmittag 7 Uhr 10 Minuten verschied sanft nach schwerer Operation kurz vor vollendetem 58. Lebensjahre mein inniggeliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, unser teurer Bruder Richard Roesicke Generaldirektor der Schultheiss- Brauerei A.-G. Mitglied des Reichstages. Berlin, den 21. Juli 1903. Am 21. Juli verschied der Vorsitzende des Ausschusses der Landes- Versicherungsanstalt Berlin Herr Kommerziemrat Richard Roesicke. Der Verstorbene gehörte dem Ausschusse als Mitglied und Vorsitzender an vom 1. Januar 1890 bis 31. Dezember 1894 und vom 1. Januar 1900 bis jetzt. Durch seine hervorragende Tüchtigkeit, Sachkenntnis und Pflichttreue hat er sich um die Entwicklung unsrer Anstalt die grössten Verdienste und durch sein liebenswürdiges, zur Ausgleichung von Schwierigkeiten stets bereites Wesen sich die Achtung und Zuneigung aller seiner Mitarbeiter erworben. Die Anstalt hat durch das Ableben ihres verdienten Ausschuss- Vorsitzenden einen schweren Verlust erlitten; sie wird das Andenken des Ehren halten. Berlin, den 22. Juli 1903. Verstorbenen stets in 12/4 Landes- Versicherungsanstalt Berlin. Der Vorstand: Dr. Sträter. Dr. Gerdeck. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Bernhard Rose- Theater agit: Johanniszauber. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich: Vollständig neues Programm. Novität! Novität! mit dem fenfationellten Post- Ballet. Verbotene Wege. g Operretten Burleske in 4 Bildern von W. Gerice. Konzert und Ball. 1. a.: Georgette Langée, ExcentricChansonnette. Resieps, tom. Jongleur. Neu! The Berlings, Neu! die singende Luftfee. Schröder u. Denter???? AffenGeorge Osranis Burleske- Pantomime. Boltsitud mit Gesang in 2 Aften von streiche, große Pantomime der GelinYvette. Kosmograph: Neue Bilder- Serie. Debut ,, Merian" 1. August. Hans Müller. Anfang 4 Uhr. Schweizer- Garten am Königsthor, am Friedrichshain. Truppe. Anfaug 4 Uhr. Eintr. 30 Pf., num. Platz 50 Pf. Ostbahn- Park. Reichshallen Täglich: Theater und Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Nur bis 33. 31. Juli! Artisten- Vorstellung, Gastspiel Ball d Volksbeluftigungen. Hermann Imbs. Täglich: Der Ausschuss: Ed. Warnst. Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppel- Konzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Anf. 5 Uhr. Entree 30 Bf. Gr. Konzert, Theater Donnerstag, Sonnabend, Sonntag Winter- Uur erstklassige Künstler. Tymian mit seiner Gesellschaft. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Sonnabend, 1. August: Wiederbeginn der Soiréen der Stettiner Sänger. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang: Sonntags Stonz. 5 Uhr, Borstell. 7 Uhr. Wochentags: Konz. 6 Uhr, Vorstell. 8 Uhr. Sonnt., Mont. u. Donnerst. nach der Soiree: Tanz. Fröbels Allerlei- Theater früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute sowie täglich der unerreicht dastehende Driesengroße Juli- Spielplan. Hugo Schulz X Fredoff Mojjee X Leocardi- Truppe The Firms X Starlings Hübele- Truppe. Um 8 Uhr: Brausender Beifall über das bis jetzt unerreichte Gesangs- Bolksstück Licht und Schatten mit Arthur Winkler vom ThaliaTheater als Gast. Jm Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Am 1. August: Arthur WinklerBenefiz. Neue Attraktionen. Abends Die Amazonengarde. Ausstattungsposse m. Ges. in 2 Bildern. und SpecialitätenVorstellung. Hasenheide Neue Welt Arnold Scholz. 108-114. Donnerstag, den 23. Juli 1903: Riesen- Feuerwerk des Pyrotechnikers A. Bock. Militär- Konzert. 21522 Grosse Specialitäten- Vorstellung. Entree 50 Pf. Anfang 5 Uhr. Billets im Vorverkauf 40 Pf. Inhaber von Passepartouts zahlen 25 Pf. pro Person nach. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. , Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. Sm Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Boltsbelustigungen aller Art. Kaffeeküche. im Kaiser- Saal: Tanz. Diez' Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das unerreichte Riesen- Juli- Programm! Gentarro Kikutta. Amanda Harold. Hedwig Mora. Die vier Vollmers. The Ryrons. Elsa& Paul Jescheck. Duskes Bioskop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderſtr. Zägl. Jm herrl. Garten: Tägl. Grossart. Programm. Elly Deliasey, Eugen Milardo, Bonnet- Trio, Miss Bella Field, Dettmar u. Margarit, Rud. Schaup. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Buss Salon und Garten Inh. Chr. Theel, Gr. Frankfurterstr. 85, empfiehlt sich den geehrten Vereinen zu Festlichkeiten. Montag, Mittwoch und Sonnabend frei. 21202* Für den Generalvertrieb in ganz Deutschland sucht eine SchweizerUhrenfabrit einen kreditfähigen Unternehmer, der sich für die mustergeschütte socialdemokratische Arbeiteruhr Im Namen der Hinterbliebenen Luise Roesicke geb. Heuer. Durch den am 21. d. M. nach kurzem schweren Leiden erfolgten Tod des Generaldirektors unsrer Gesellschaft Herrn Kommerzienrat Richard Roesicke sind wir in tiefe Trauer versetzt worden. Von der Gründung an zum obersten Leiter der Schultheiss' Brauerei berufen, hat der Verblichene durch seine Umsicht, seine unermüdliche Thatkraft und rastlose Energie das Unternehmen zu grosser Blüte gebracht und sich um dasselbe unvergängliche Verdienste erworben. Die hervorragenden Eigenschaften seines Charakters und die Reinheit seiner Gesinnung lassen uns den Heimgang dieses vortrefflichen Mannes als einen unersetzlichen Verlust beklagen und sichern ihm für alle Zeit ein treues dankbares Gedenken. Berlin, den 22. Juli 1903. Der Aufsichtsrat der Schultheiss' Brauerei Aktiengesellschaft. Gestern abend 74 Uhr verschied an den Folgen einer schweren Operation im beinahe vollendeten 58. Lebensjahre der Generaldirektor unsrer Gesellschaft Tief Herr Richard Roesicke. erschüttert stehen wir an der Bahre des Mannes, der nahezu 40 Jahre seine Kräfte unserm Hause gewidmet und die Schultheiss' Brauerei von kleinen Anfängen zu einer Entwicklung geführt hat, wie sie die Begründer derselben sicherlich weder geahnt noch zu erhoffen gewagt hatten. Der Verstorbene war uns ein leuchtendss Vorbild strengster Pflichterfüllung und nie rastender Arbeit, mit Stolz blickten wir auf ihn, unter dessen Leitung unsre Gesellschaft zu immer grösseren wirtschaftlichen Erfolgen gedieh. Wir verlieren aber in ihm nicht nur unsren bewährten langjährigen Führer, sondern auch einen wahren und aufopfernden Freund von echt humaner Gesinnung, vornehmem Charakter und edler Denkungsweise. Anerkennung und Dankbarkeit begleiten ihn zur Ruhestätte und über das Grab hinaus bleibt ihm das segnende Gedenken seiner Mitarbeiter. Berlin, den 22. Juli 1903. Die Direktion der Schultheiss' Brauerei Aktien- Gesellschaft. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 25. Juli, vorm. 10 Uhr, von der Schultheiss' Brauerei, Abteilung I, Schönhauser Allee 36/39, aus nach dem Petri- Kirchhofe, Friedenstrasse, statt. Gestern nachmittag 74 Uhr verschied nach kurzem schweren Leiden unser allverehrter Chef, der Generaldirektor der Schultheiss' Brauerei Herr Richard Roesicke. Sein unerwarteter Tod erfüllt uns mit schmerzlicher Trauer. In dem teuren Entschlafenen verlieren wir nicht nur einen über alles verehrten und hochgeschätzten Vorgesetzten, der länger als ein Menschenalter hindurch an unsrer Spitze in unermüdlicher Thätigkeit und hingebender Pflichterfüllung gewirkt hat, sondern auch einen wahrhaft väterlichen Freund und allzeit bereiten, eifrigen Förderer unsrer Interessen. Der Verstorbene war unablässig bemüht, die wirtschaftliche Lage seiner Angestellten zu verbessern und diese auch in den Tagen der Krankheit und Invalidität vor der Sorge um das tägliche Brot zu bewahren. Dankbaren Herzens werden wir seiner für alle Zeit gedenken. Berlin, den 22. Juli 1903. Die Meister, Beamten und Angestellten. der Schultheiss' Brauerei Aktiengesellschaft. Danksagung. 2155L Sagen hiermit allen Freunden, BeFür die vielen Beweise herzlicher kannten und Verwandten für die Teilnahme und die Kranzspenden bei reiche Beteiligung und reichen Kranzder Beerdigung unsres lieben Sohnes spenden bei der Beerdigung unsres und Bruders lieben, unvergeßlichen Sohnes und 2153 Bruders herzlichen Dank. Wwe. Gaede und Geschwister. Edmund Friebe interessiert. Großer Erfolg voraus- insbesondere dem Gesang Verein sichtlich. Man wolle fich geft. unter Chiffre einigung der Maler( Filiale Berlin I) P. 2204 C. an Haasenstein sagen wir hiermit unsren herzlichsten & Vogler, La Chaux de Dant. " Moabiter Liederkranz" und der Ber- Dr. Simmel, Prinzen Specialarzt für Hant- und Harnleiden. [ 8/17 Fonds( Schweiz) wenden. 131/ 2* Die trauernden Eltern u. Geschwister. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Achtung! Bauarbeiter Berlins n. Umgegend. Achtung! Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hilfsarb. Deutschl. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Sonntag, den 26. Juli 1903, mittags 12 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal): Versammlung aller zu Stundenlohn beschäftigten Bauarbeiter. Tagesordnung: 1. Welche Stellung nehmen wir gegen diejenigen Baugeschäfte ein, die den Vertrag nicht innehalten. Referent: Kollege Karl Heidemann. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Da noch ein Teil der Baugeschäfte mit circa 1000 Bauarbeitern vorhanden ist, die nicht nach dem Vertrag entlohnen, so ist es aller Kollegen Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. 39/9 Alle Bauarbeiter werden ersucht, die Lohnarbeiter auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Mitgliedsbuch legitimiert. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Freitag, den 24. d. M., abends 8 Uhr, Die Ortsverwaltung. J. A.: Karl Heidemann. im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: 177/11 Ausserordentliche Generalversammlung. Tages- Ordnung: Die letten Vorgänge in unsrer Organisation. Ohne Mitgliedsbuch wird niemand eingelassen. Die Ortsverwaltung. Nowawes. 1 General- Versammlung der Krankenkaffe der Hutmachergesellen zu Berlin No.67.) Montag, den 27. Juli 1903, abends 8 Uhr, ( E. H. bei A. Feind, Weinstraße 11. Tagesordnung: 1. Staffenbericht. 2. Wahl des Ausschusses. 3. Statutenveränderung. 4. Verschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist Erscheinen der Mitglieder dringend geboten. 27436 Der Vorstand. D. Tschoppe. Grosses Gewerkschaftsfest, Lichterfelder berbunden mit Vokal- und Inftrumental- Konzert, unter Mitwirkung des Gesangvereins„ Arbeiter Maibund"( M. d. A.-S.-B.) 203/12 und des Turnvereins Freiheit"( M. d. A.-T.-B.). " Feftrede des Reichstags: Abgeordneten Fritz Zubeil. Bei eintretender Dunkelheit Kinder- Fackelpolonaise; jedes Kind erhält eine Fackel gratis. Kassenöffnung 2 Uhr. Anfang des Konzerts 3 Uhr. Entree a Person 20 Pf. Abends von 7 1hr an Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Das Gewerkschaftskartell. Neue freie Volksbühne. Sonntag, den 26. Juli, nachmittags 2, Uhr, im Berliner Theater: Zar und Zimmermann. Oper bon Albert Lortzing Karten für Mitglieder und Gäste à 1 M. find in allen Zahlstellen sowie beim Staffierer zu haben. 150/15 Der Vorstand. J. A.: H. Neft, Staffierer, Beteranenstr. 6. ,, Marienlust". In den Müggelbergen, direkt an der Dahme gelegen, mit circa 150 Meter Wasserfront, nimmt es als Ausflugsort in der näheren Umgebung Berlins in landschaftlicher Beziehung einen hervorragenden, wenn nicht den ersten Platz ein. Das Restaurant bietet einen wohlgepflegten, geräumigen Garten mit herrlichem Blick auf die verkehrsreiche wendische Spree", drei große Säle mit Pianinos, vier Kegelbahnen, große Spielpläke, befigt eigne Dampfer- Anlegestelle, Stege für Ruder und Segeboote, sowie auch Ausspannung; Aufstieg nach dem Müggelturm. Regelmäßige Stern"-Dampfer- Verbindung zwischen Berlin- Cöpenid- Grünau- Schmöckwik. Gediegene Küche. Ausschank von Münchener und Böhmischem Brauhaus- Bier. Kaffeeküche. Bei größeren Partien von Vereinen, Fabriken 2c. bitte um bor herige Anmeldung. Hochachtend 20922* Restaurateur. Telephon: Richard Streichlan, Amt Copenid: Marienluft". Jedes Wort: 5. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Kranken- und Sterbekasse für sämtliche Berufszweige ( E. H. 54). Sonntag, den 26. Juli 1903, mittags 1 Uhr, im Restaurant E. Richter( Bagel), Groß- Lichterfelde, Chausseestr. 104, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: right von der Generalversammlung 1. Halbjährlicher Kassenbericht. 2. Bes und dem Kongreß der Krankenkassen Deutschlands. 3. Bericht des Delegierten zur Centralfommission. 4. Arztfrage. 5. Verschiedenes. 275/ 2* Der Vorstand. F. Geisen Kersting, Borsigender. H In Ltr..- Fl. empfehle: Cognac 1,25-10,35, Rum 1,00-5,60. Nordhäuser 0,45-1,35, Liqueure, Eiercognac, Citronenund Himbeersaft, Port- u. Ungarweine gut u.billigst. Carl Schindler, Chausseestr. 55, Liqueurfabrik. Freie Volksbühne Eine neue Abteilung wird eröffnet. Anträge auf Aufnahme von Mitgliedern werden in allen Zahlstellen entgegengenommen. Bei der Anmeldung ist gegen vorläufige Quittung das Einschreibegeld( 80 Pf.) und die September- Beitragsrate( 80 Pf.) in der Zahlstelle zu hinterlegen. Die alten Mitgliedskarten müssen in den Zahlstellen abgegeben und gegen neue umgetauscht werden. Der August- Beitrag beträgt 65 Pf. Etwaige Umschreibungen in andre Zahlstellen sind im Juli zu bewirken. Achtung! Zahlstelle No. 32( Rixdorf) befindet sich von jetzt ab bei R. Pressler, Restaurant, Ziethenstr. 69. Die Mitglieder dieser Zahlstelle werden gebeten, dort ihre alten Mitgliedskarten abzugeben. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. 229/8 Bekanntmachung. Gemeins. Ortskr.- Kaffe fe Mariendorf und Umgegend. Am Sonntag, den 2. August d. I., bormittags 9, Uhr: Ausserordentliche Generalversammlung im Restaurant Seefand, Marien dorf, Feldstraße 14, zu der die Herren Delegierten ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Wahl eines Arbeitnehmervers treters in den Vorstand. 2. Statutenänderung zur Novelle des Kr.-B.-G. von 1903. 3. Verschiedenes. Mariendorf, d. 20. Juli 1908. C. Schröder, 1. Vorsitzender. 275/1 teppdecken St Gelegenheitskauf! Cretonne, doppelseitig 2,65 mit Wufit nach Biegenpate( 2 perthane) Trical doppeleniti 3.30 Grosse Dampfer- Fahrt Purpur, doppelseitig 2,50 ( Sporthaus) Restaurant Mörschel. Herrlich am Crossin- See bei Rauchfangwerder gelegen, Sonntag, den 26. Juli 1903. Tap Abfahrt 8 Uhr früh( Kahnt& Herber) an der Stralauer Brücke. 21582* Fahrpreis: Hin- und Rückfahrt 1 Mart. Billets find im Restaurant Krause, Meranderstraße 13, sowie an Bord des Dampfers zu haben. Das Komitee. + Männer- Vortrag+ morgen, Freitagabend 8%, Uhr, Kommandantenstr. 20, Armin hallen, über: Segual- Erkrankungen, Gonorrhoe, Schwächezustände, feguelle Neurasthenie, vom praft. Naturheilkundigen Grundmann. Kurheilanstalt: Köpnickerstraße 72. Sprechstunden 11-2, 6-8 Uhr. Naturheilv. Reform. Gäste 20. Pf. Eintritt. 21542 Wollatlas, Similiseide, Normalalle Farben alle Farben Schlafdecken 2,00, 3,00 3,50 4,85 5,25 Mk. Special- Emil Lefèvre, Haus Berlin Oranienstrasse 158. S., Inhaber eines Hauses mit 7 Miets. und Geschäftsladen, für Garten Kegelbahn, Fachverein Berliner Civilmusiker.pliches Geſchäft paffend, Reſtaurant wechseln, unfre 99 Berschiedene triftige Umstände zwangen uns, das Vereinslokal zu geräumige Vereins- und Fremden50/5 zimmer wünscht krankheitshalber zu bertaufen. 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Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. * ber Oktober. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. " 27406 Stellenangebote. Redakteur Dr. phil., Kirmse& Bautz, Markgrafenstr. 27a. Bewilligt haben noch: Belzbranche: Fr. Hahn, Alte Jakobstr. 2 0. Nest, Stralauerstr. 48. Mühenbranche: in allen Fächern der Journalistit be wandert, fucht Stellung. Off. unter J. M. 7908 bej. Rudolf Mosse, Berlin SW. G. Brauns, Barnimstr. 46. 33 Jahre alt, verh., Parteigenoffe, rebebegabt, in Gesperrt bleiben: Achtung, Holzarbeiter!