Nr. 170. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando; Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z Mart, für das übrige Auslans& Mart pro Monat Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freitag, den 24. Juli 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Auch vom Standpunkt furzsichtiger Flußwirtschaft ist also das die gesamten 15 Millionen Pferdestärken wirtschaftlich mußbar zu geologischen Verkehrtheit. Hochwasserschäden und Flußwirtschaft. System der Deiche bei Korrektionen verfehlt, abgesehen von ihrer machen; es entspricht dies einer Kohlenersparnis von jährlich etwa Es wird uns geschrieben: Macht. bon einer Milliarde Mark. Das trasseste Beispiel hierfür zeigt die Loire in Frankreich. Bis Aber langsam voran, immer langsam voran, daß der preußische Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist nachgewiesen, daß 1706 waren die Deichkronen 5 Meter über Niedrigwaffer; sie Staat stets nachkommen tann. das ganze bisherige System der Flußwirtschaft verkehrt ist, daß trok mußten damals auf 6 Meter erhöht werden; 1846 brach ein Deich, Wenn es sich um Schutz der Herrschaft nach außen handelt, dann seiner fortgesetzt hohen Kosten die Hochwassergefahr nicht beseitigt, wodurch ein Schaden von 32 Millionen Mark entstand. Die Deich- wird jede Neuerung sofort gutgeheißen; da ist kein Magazingewehr nicht einmal verringert wird, daß vielmehr trotz Deichen, Fluß- tronen wurden nun auf 7 Meter über Niedrigwasser erhöht; 1856 traten und fein Rohrrücklauf zu kompliciert, feine Festungsmauer zu hoch, korrektionen und Baggerungen das bekämpfte Uebel immer wieder neue Deichbrüche ein, welche 150 Millionen Mark Schaden anrichteten; um nicht sofort ausgeführt zu werden; aber für Kulturzwecke hat wachsen muß. Aber die Wasserbau- Bureaukraten gehen ihren die Deichtronen wurden abermals einen Meter, also auf acht Meter man teine Eile, da ist alles noch nicht genügend erprobt, zu kostspielig. alten Trott weiter, solange sie vom Landtage die Mittel über Niedrigwasser erhöht, was nicht verhinderte, daß 1866 aber- Dabei haben uns Chinesen, Inder, Babylonier und Aegypter zur Fortsetzung dieser verkehrten Wirtschaft alljährlich mals durch Ueberflutung ein Schaden von 60 Millionen Mark durch ihre Jahrtausende alten Thalsperren der Bewässerungsneuem bewilligt erhalten. Dem großen Publikum wird die Wahrheit entstand. anlagen gezeigt, wie eine vernünftige Wasserwirtschaft aussieht. verschwiegen; selbst an den technischen Hochschulen wird nach wie Es ist daher mit Recht empfohlen worden, dieses verkehrte Die Staubecken des Euphrat waren so groß, daß zur Regenzeit der vor die alte Weisheit vorgetragen, daß Flußkorrektionen und Deiche System der Flußwirtschaft wieder zu verlassen und zu positiven Wasserlauf 22 Tage angehalten werden konnte. Das künstlich herdas einzige oder doch hauptsächlichste Mittel seien, um die Hochwasser Maßnahmen überzugehen, welche mit der geologischen Entwickelung gestellte Sammelbecken des Mörissees faßte wohl drei Milliarden zu bekämpfen; sie gänzlich zu beseitigen, läge außer menschlicher in Einklang stehen. Kubikmeter Wasser. Der jetzt von den Engländern errichtete NilVor allem müßte die Bewirtschaftung der Uferländereien ge- damm bei Assuan faßt ebenfalls eine Milliarde Kubikmeter, Daher möge anläßlich der neuen furchtbaren Ueberschwemmungen ändert werden, so daß die Hochwaffer ihnen keinen Schaden mehr zu und man und man plant dort weitere Sammelbecken, unter anderm in den Flußgebieten der Oder und Weichsel die gründlich verkehrte fügen können; die Aderwirtschaft müßte in Wiesenwirtschaft um den Aufftau des Victoria- Sees um 15 Milliarden Kubikmeter, das. Flußwirtschaft in Preußen im Folgenden gekennzeichnet werden. geändert und die im Hochwasserbereich gelegenen Gebäude ist mehr, als die Oder oder die Weichsel im ganzen Jahre an Wasser Das ganze norddeutsche Flachland war bekanntlich noch zur müßten an höhere Stellen gelegt werden. Die Deiche können dann in das Meer führt. Tertiärzeit Meeresboden und in der Eiszeit Gletscherboden. Unfre aufgegeben werden, und die so erzielten Ersparnisse werden hin- Während man bei uns durch Zölle die Preise der landwirtschafts Flußbetten von der Maaß bis an die Memel sind also relativ reichen, um die Kosten der Verlegung aller gefährdeten Dörfer zu lichen Produkte in die Höhe zu schrauben sucht, trachten die Engländer junge Gebilde; trotzdem haben sie in den etwa hundert decken. Die Wiesenwirtschaft würde ertragreicher sein als die danach, die Produktivität in den ihnen unterworfenen Ländern durch Jahrtausenden ihres Bestehens ihren Lauf wiederholt geändert. Die heutige Aderwirtschaft, wie die Niederlande und Dänemark zeigen, fünstliche Bewässerung zu vermehren. Welches System dem LandWeichsel mündete früher bei Stettin, die Oder bei Hamburg; frühere welche trotz ihrer dichten Bevölkerung noch Butter und Käse eigner wie dem Konsumenten auf die Dauer besser bekommen wird, Hauptströme sind heute Nebenflüsse und umgekehrt; in manchen exportieren. Die Hochwasserstände würden um 2-3 Meter niedriger ist nicht schwer vorauszusehen. Thälern hat sich der Flußlauf direkt umgekehrt; Wasserscheiden werden als sie jetzt sind, weil durch Wegfallen der Deiche das Hoch- Selbst von den Chinesen, über die sich jeder preußische Lieutenant wurden vernichtet und neue gebildet; kurzum es haben gewaltige wasserprofil verbreitert würde. Den Uferwiesen würden die Hoch- vom Expeditionscorps so erhaben fühlt, könnten unfre deutschen Veränderungen der Wasserläufe lediglich durch Ablagerung ihrer waffer nichts schaden, sondern sie im Gegenteil burch Absetzen des Mandarinen lernen, wie den Bauern geholfen werden kann, und wie Geschiebe, Gerölle und Sinkstoffe und durch die nagende Kraft der Schlicks düngen und ertragreicher machen. ihm in China vor Jahrhunderten geholfen worden ist. Hochwasser stattgefunden. Es giebt fast keine Stelle im norddeutschen Flachlande, die nicht gelegentlichen Ueberschwemmungen ausgesetzt war, durch Niederschlag der vom Hochwasser mitgeführten Stoffe geradezu erst gebildet worden ist. Wenn der preußische Staat sich dieser Sache nur mit einem Dabei hatten die Chinesen, wie die Babylonier und Aegypter Bruchteile der Energie annehmen würde, welche er jetzt für die Ger- nicht unsre heutigen Hilfsmittel bei ihren Wasserbauten zur Ver manisierung Posens erfolglos vergeudet, so würde er mehr deutschen fügung, weder Dynamit noch Bohrmaschinen zum Sprengen, weder Bauern helfen, als auf allen polnischen Rittergütern zusammen Platz Eisenbahnen zum Heranschaffen der Bausteine noch Cement, um sie Die Flüsse des Flachlandes haben die Tendenz, den Boden des hätten. ficher zu verbinden. Und doch stand ihre Wasserwirtschaft auf viel ganzen Flußgebietes durch Absehen ihrer Sinkstoffe allmählich zu Doch nicht genug, daß die Hochwasserschäden durch Uebergang höherer Stufe als die unfre. Die moderne kapitalistische Gesellschaft, erhöhen. Hat ein Fluß diese Wirkung einige Jahrtausende an einer zur reinen Wiesenwirtschaft völlig vermieden und die ordentlichen die sich sonst der höchsten Leistungsfähigkeit gegenüber der„ Barbarei" Stelle ausgeübt, so wird das Flußbett immer flacher und breiter, und außerordentlichen Ausgaben für die jetzige Flurwirtschaft ganz früherer Jahrtausende rühmen zu dürfen glaubt, hat es in Preußen dabei erhält es aber eine höhere Lage, so daß die Wasser zuerst erspart werden können, kann die Entstehung von Hochwassern über- noch nicht so weit gebracht, wie die orientalischen Despotien mit ihren zeitweilig, später dauernd über die alten Thalränder hinaustreten, Haupt verhindert werden, und zwar durch Errichtung großer„ Thal- winzigen Hilfsmitteln. Nebenarme bilden und schließlich die alte Fließrichtung ganz verlassen. Dieser Wechsel der Flußläufe vollzieht sich immer wieder von neuem und ist heute noch so start, wie er vor Jahrtausenden war, wenn wir furzlebigen Menschen daran auch nicht recht glauben wollen. sperren". Wenn auch die Hochwasserschäden überwiegend den unteren Lauf der Flüsse treffen, die Ursache liegt doch in den Gebirgsthälern; denn hier ist der Boden weniger durchlässig und stärker geneigt, läßt daher die Regen- und Schmelzwasser rascher zusammenfließen; außerdem sind die Regen- und Schneemengen im Gebirge zwei bis dreimal so groß als in der Tiefebene. Solange die heutigen Klimatischen Verhältnisse mit ihren starken Regenfällen und raschen Schneeschmelzen für Deutschland anhalten, so lange werden wir mit Flußkorrektionen und Deichen der„ Ver- Daher kann man durch sperren" der Gebirgsflüsse jede Ueberwilderung" unfrer Gewässer nicht Herr werden. Denn die Deiche schreitung der Ufer unterhalb der Sperrstelle verhindern. müssen beständig erhöht werden, so daß sehr bald die Grenze Gegen das Thalsperrensystem ist der Einwand erhoben worden, erreicht wird, bei welcher die Kosten dieser Flußwirtschaft dem Nußen daß es zu kostspielig sei. Für das Flußgebiet der Dder würden der geschützten Ländereien gleichkommen, und es läßt sich nachrechnen, 1-2 Milliarden Mark an Baukosten erforderlich sein. daß diese Grenze bei den meisten norddeutschen Flüssen bei weitem überschritten ist. Dabei können aber trotz dieser ungeheueren Kosten Deichbrüche nicht verhindert und kolossale Hochwasserschäden nicht vermieden werden. Die Rechnung ist jedoch nicht richtig. Denn die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, daß die Baukosten von Thalsperren verhältnismäßig um so geringer ausfallen, je größer die Thalsperren angelegt werden. Zum Beispiel kosten kleine Thalsperren von etwa 1 Million Kubikmeter Rauminhalt 40 bis 80 f. pro Kubikmeter; hingegen Thalsperren von etwa 100 Millionen Rubikmeter Rauminhalt nur 2 bis 10 Pf. pro Stubikmeter. Politische Ueberlicht. Berlin, den 23. Jult. Wirrwarr im Freifinn. Der Heillose Ausgang der Wahlen mußte in den freifinnigen Kreisen allerlei Erörterungen hervorrufen über die Ursachen des Niederganges und über die Möglichkeit einer Erhebung aus der Tiefe. Das Bemerkenswerteste in diesen hißigen und spißigen Erörterungen, die vornehmlich seitens der der Freifinnigen Vereinigung nahestehenden Presse gegen das Blatt und die Person Eugen Richters gehen, ist die auf beiden Seiten der Streitenden gänzlich ungenügende Erkenntnis von der wirklichen Ursache des liberalen Niederganges. Die Richterschen sehen alles Schlimme in der fortgesetzten ErBum Beispiel haben die an der Nogat und Weichsel geschützten wedung und Förderung der Sonderinteressen durch die Regierung; Miederungen einen Kaufpreis von 225 Millionen Mark; die Zahl der das alte Lied! Sie selbst die Richterpartei ist der unschuldig Deichbrüche betrug im ganzen über 100; die Schäden werden, wahrLeidende, sie hat niemals gefehlt und in hartnäckiger Selbstgerechtigkeit scheinlich viel zu niedrig, auf 300 Millionen Mark angegeben. Was Bis vor kurzem hat man es jedoch in Preußen nicht gewagt, an zieht sie weiter ihre Straße zu stets tieferem Verfall. Die andern, aber die Unterhaltung der Deiche und die übrige Flußwirtschaft den den Bau so großer Sammelbecken heranzutreten. Die Regierungs- insbesondere das„ Berl. Tagebl.", spigen wiederum die Frage allzuDeichverbänden und dem Staate gekostet hat, ist sicher ein Biel- bauräte fürchteten die technische Verantwortung, die Minister sehr zu auf die Person des Herrn Richter, sie beschuldigen ihn, das faches hiervon. fürchteten die finanzielle Verantwortung. Erst nachdem durch Hindernis zu sein, daß nicht eine große liberale Partei" sich Einsichtige Fachleute haben seit Jahrzehnten darauf hingewiesen, Initiative und auf Kosten von Privaten ein Sammelbecken von aus den verschiedenen Gruppen bilden könne und der daß wir uns gegen die geologische Entwicklung der Landesober- 50 Millionen Kubikmeter an einem Nebenfluß der Maas errichtet Liberalismus fo zu Einheit und neuer Kraft gelange. fläche nicht stemmen dürfen, da wir ihr auf die Dauer unterliegen wurde und das Hochwasser von 1897 gebieterisch nach Maßnahmen Diesen bom liberalen Standpunkt wohlgemeinten, aber müßten. Und gerade durch Flußkorrektionen und Deiche müssen die für Schlesien schrie, wurde der Zopf der Wasserbau- Bureaukratie phantasievollen Wünschen ist nicht nur die Freisinnige Zeitung" Hochwasser immer höher und verderblicher werden; denn die Wasser- etwas beschnitten; mit Ach und Krach bewilligte der Landtag nach in üblicher Grobheit und mit üblichen Verdrehungen entgegengetreten, mengen fließen um so rascher im Hauptstrom zusammen, je gerader drei Jahren 3 Millionen Mart für Errichtung eines Sammelbeckens sondern auch einer der Führer der süddeutschen Volkspartei Konrad und fürzer der Lauf der Nebenflüsse wird und je mehr die Gefälle von ca. 15 Millionen Kubikmeter Rauminhalt im Queis bei außmann, der im„ Stuttgarter Beobachter" sich gegen eine der Flußsohle künstlich ausgeglichen werden. Dazu kommt, daß die Markliffa. An dem Bau dieser Versuchs- Thalsperre wird nun schon Verwischung der Parteigrenzen" wendete. Konrad Haußmann geht vor Ueberschwemmung durch Deiche gedeckten Ländereien durch die feit weiteren drei Jahren mit bureaukratischer Gründlichkeit gear- dabei von einer irrigen Voraussetzung aus, ereiferte sich gegen eine Winde von Jahrhundert zu Jahrhundert an Höhe verlieren, so daß beitet, ehe eine zweite am Bober begonnen wird. Annäherung an die Socialdemokratie, als ob dieser trotz aller Baggerungen in den Flußbetten die Flußsohlen relativ Die Thalsperre am Queis, welche also noch nicht zu den großen Eifer nicht schon deshalb überflüssig wäre, weil die Socialzu den geschützten Ländereien steigen und die Deiche immer höher Sperren zu zählen ist, ist doch imstande, ein Hochwasser zu ver- demokratie nimmermehr Neigung befundet hat, sich mit dem Liberalismus und dicker werden müssen. hüten, welches im Dueisthal 1897 über 3 Millionen Mark Schaden zu vermischen und verwischen. Die liberalen Kritiker des offiziellen Der Hochwasserschutz durch Deiche war ein Notbehelf früherer verursacht hat. Demnach werden die ganzen Baukosten durch Ver- Freisinns fordern auch, soweit sie nicht hier und da ganz thörichten Jahrhunderte gewesen, weil die Feudalwirtschaft größere einheitliche bütung eines einzigen Hochwassers gedeckt. Utopien anhingen, thatsächlich eine Aenderung im Verhältnis zur Maßnahmen auf längeren Flußstrecken nicht zuließ. Jeder Uferbefizer Dazu kommt, daß die Thalsperren sich außer durch Auffangen Socialdemokratie nur insofern, als die Frontstellung gegen suchte seine Flur zu schützen, indem er dabei den oberhalb liegenden der Hochwassermengen noch dadurch nutzbar erweisen, daß die auf die Reaktion wiedergewonnen werden soll. Das aber gerade Nachbar schädigte, sodaß dieser gleichfalls zum Deichschutz greifen gestauten Wassermengen zu landwirtschaftlicher Bewässerung und paßt der Freifinnigen Beitung" des Herrn Richter nicht, die nach mußte. So erstreckten sich die Deiche allmählich vom Meer bis tief zur Krafterzeugung, sowie bei Trockenheit zur Erhöhung des Waffer- der Methode des Socialistenspiegels" fortfahren will und die Wahlins Hügelland an allen Hauptströmen und ihren Nebenflüssen. standes für die Schiffahrt und zur Vermehrung des Aufschlags- kreise lieber der äußersten agrarischen Reaktion ausliefert, als daß Als die Deichwirtschaft allein nicht mehr haltbar war, griff man wassers für die Mühlen dienen. die Socialdemokratie der Gewinner ist. zu ihrer Ergänzung durch das umgekehrte System, nämlich durch An der Queis- Thalsperre werden allein 3000 Pferdestärken ge- Die große liberale Partei" ist nicht nur ein Traum, weil Flußkorrektionen, die„ Verbesserung der Vorflut". Während die Deiche wonnen, welche jährlich mindestens 14 Millionen Mart einbringen Richters Persönlichkeit im Wege steht und weil die Freisinnige die Hochwasser zurückstauen, wirken die Flußkorrettionen im um- werden, so daß sich aus dieser Einnahme allein die Baukosten Voltspartei eine Politik der Kardorff- Unterstützung betreibt, sondern gekehrten Sinne, sie beschleunigen den Ablauf, daher auch den reichlich verzinsen und tilgen lassen, während die Hochwasser- vor allem auch wegen der fachlichen Gegensäße, die unter den Zusammenlauf der Wassermassen. Während die Deiche den Hochflut- Verhütung und die Vermehrung der Wassermenge in der trocknen liberalen Gruppen herrschen. Es ist allerdings phantastisch, die Barth fcheitel flußaufwärts verschieben, schieben die korrektionen den Beit den Uferbefißern und den Mühlen kostenlos zufällt. und die Richter zusammenspannen zu wollen, von denen jene Hochflutscheitel flußabwärts, aber kleiner werden die Hochfluten nicht. Im ganzen find von den 15 Millionen Pferdestärken, die in den Marineschwärmer und diese Feinde jeder erheblichen Socialpolitik sind. Die Deiche schädigen immer den Oberlieger, die Fluß- norddeutschen Flüssen gewonnen werden können, bis jetzt nur etwa Immerhin ist die Persönlichkeit des alten freisinnigen Parteiforrektionen gefchehen meist zum Schaden der Unterlieger, so daß 1/2 Millionen, also der zehnte Teil wirklich mugbar gemacht, weil führers Richter nichts weniger als nebensächlich in diesem Chaos des die Flußkorrektionen immer weiter nach unten bis aus meer fort die Unregelmäßigkeit des Wasserablaufs den Ausbau meist nicht Liberalismus. Es ist ein rührendes Geschick, das dieser Mann in gesetzt werden müssen. lohnte; durch Errichtung von Thalsperren würde es möglich sein, der Spätzeit seiner politischen Laufbahn nicht nur den völligen Niedergang feiner Partei, sondern auch die wachsende Erbitterung| zutreffender Weise zu hoch angiebt, geht schon daraus hervor,| Kadetten der Dolch nicht verliehen. Dieses Seitengewehr zeichnet gegen das persönliche Regiment erleben muß, das zu führen er seit daß auch die Bevölkerung von Gemeinden mit der Bezeichnung sich durch den schmucken Handgriff als rein dekorative Waffe aus. je gewohnt war, dessen nun endlich man selbst in seinen nächsten Fabrikort, Hüttenwerk, Zeche, also unzweifelhaft eine industrielle Be- Warum führt man also nicht, wenn schon die Kadetten absolut eine Kreisen überdrüffig wird, da es offensichtlich zum Parteiverderben führt. völkerung, der ländlichen zugezählt wird. Waffe haben sollen, dieses alte Seitengewehr der Kadetten wieder In einer Zuschrift an die„ Voffische Zeitung" wendet sich ein Mit- Will man die rein zahlenmäßige Unterscheidung, aus welcher die ein, dies Seitengewehr, das auch in der Hand eines jähzornigen, glied der Fraktion der Freisinnigen Volkspartei des Abgeordnetenhauses, fortschreitende Anhäufung der Bevölkerung in größeren Wohnorten Instrument werden kann, wie der Dolch in der Hand Hüffeners? unreifen, jungen Menschen nicht zu einem so verhängnisvollen Dr. F. Krieger, Vertreter für Königsberg, recht eindringlich hervorgeht, für die Scheidung in Stadt- und Landbevölkerung als Gefragt ist freilich leicht so. Das wissen wir. Jeder, der mit gegen den alten Parteiführer. Er überhäuft ihn mit Lobsprüchen, zu ungenau nicht gelten lassen, so darf man nicht in einseitiger Weise der Marine in Berührung gekommen ist, weiß nämlich, wie das um dann seine Mahnung auszusprechen: Aenderungen des Verfahrens anbringen, sondern muß zugeben, daß Marine- Offiziercorps sich am liebsten hermetisch abschließen möchte Reine Partei ist in ihren Grundanschauungen so einheitlich, wie die bloße Volkszählung überhaupt zur Erkennung des Verhältnisses gegen die andren im Offiziersrange stehenden Marine- Angehörigen, die Freifinnige Volkspartei. Troßdem treten in der Presse die vor von Stadt- und Landbevölkerung nicht ausreicht. Hierfür muß die Sanitätsoffiziere, Ingenieure usw., mit denen man handenen Meinungsverschiedenheiten, die bis zu dem Fundament, dann auf die Berufszählungen eingegangen werden. doch nun einmal an Bord in derselben Messe verkehren muß, denn auf dem die Partei aufgebaut iſt, gar nicht einmal hinabreichen, Derartige Zählungen sind in Deutschland im Juni 1882 und 1895 in Wirklichkeit- fängt doch der Mensch erst beim Lieutenant an, mit einer Schärfe und in so persönlich zugespigter wenigstens nach der Anschauung sehr vieler jüngerer Offiziere, und sehr, Form auf, wie sie bei andren Parteien durchaus ungewöhn- Gärtnerei, Forstwirtschaft und Fischerei thätigen Personen mit ihren betrachten den Dolch, der eben nur den Kadetten und Fähnrichen veranstaltet worden. Danach ergaben die in der Landwirtschaft, sehr vieler angehender Offiziere. Gerade diese Kreise lich ist.... Man muß es aber auch einmal in aller Ruhe aussprechen, Angehörigen 1882 die Zahl von 1914 Millionen bei einer Gesamt- reserviert ist, als besonders wertvoll, als Standesabzeichen." daß der persönliche Ton, der in der Freisinnigen Zeitung" jeder bevölkerung von 454 Millionen. Im Jahre 1895 war die Gesamtabweichenden Meinung gegenüber angeschlagen wird, mag sie von bevölkerung auf 5134 Millionen gestiegen, die Gruppe der vorParteigenossen kommen, mag sie in einem der anderen Partei- benannten Personen dagegen auf 1812 Millionen gefallen. Das erschreckliche Attentat, das auf Kaiser Wilhelm geplant fein blätter zum Ausdruck gelangen, die ruhige Sachlichkeit Anders- Auch hier können wir die ganze Gruppe nicht schlankweg als ente der weltumspannenden Lokalblätter von New York und Berlin. follte, offenbart sich, wie wir vorgestern voraussagten, als Sensationsdenkender auf die höchste Probe stellt. Wenn Konrad Hauzmann ferner den Kampf nach zwei Fronten landwirtschaftliche Bevölkerung bezeichnen, man müßte z. B. die in Aus Kopenhagen, wo die Unthat geschehen sollte, wird ge= für eine Notwendigkeit erklärt, so wird jeder ernsthafte Politiker der Kunst- und Handelsgärtnerei Thätigen herausnehmen. Zählt meldet, die Polizei habe erklärt, überhaupt keine Warnungen aus ihm insofern zwar beipflichten, als eine Partei, der Gegen- man sie aber als landwirtschaftliche Bevölkerung, so sehen wir, daß Chicago erhalten zu haben. Die lächerliche Blamage hindert kandidaten von rechts und links gegenüber gestellt werden, gar sie in den 13 Jahren von 1882 bis 1895 eine absolute Abnahme von aber nicht, daß der" Lokal- Anzeiger" sofort eine noch nicht anders kann, als gegen beide Seiten den Kampf zu führen. 34 Millionen, im Durchschnitt jährlich um 57 700 Seelen er- mehr lächerliche erstrebt, indem er verkündigt: ,, Einer New Darum handelt es sich meines Erachtens aber gar nicht. fahren hat. Yorker Nachricht des" Standard" zufolge erklärte der Chef Die Kritik richtet sich dagegen, daß über den Kampf nach links der Kampf nach rechts zu sehr in den Hintergrund getreten ist, daß völkerung im Juni 1882 zu 42,5 Proz., im Juni 1895 zu 35,7 Proz. Wahres sei. In Prozentzahlen umgerechnet ergiebt sich die ländliche Be- einem geplanten Attentat gegen den Kaiser Wilhelm etwas der Chicagoer Polizei Mr. O'Neill, daß an dem Gerüchte von also schließlich vielfach nur nach einer Front gekämpft worden ist, Nach der Man habe eine Warnung nach Berlin Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und daß dadurch die scharfe Linie zwischen Freisinn mit der ergehen lassen. Der Polizeichef fügt hinzu, daß die und Reaktion mehr verwischt erschien, als es der Stellung der mechanischen Teilung nach der Einwohnerzahl der Gemeinden An ar chi ste n heutigen Tages bemüht seien, ihr Freifinnigen Volkspartei entspricht. sie noch die Hälfte der Gesamtbevölkerung, nach Biel dadurch zu erreichen, daß sie durch die Arbeiterbereine der ein halbes Jahr zuvor vorgenommenen Berufszählung wenig Unzufriedenheit verbreiteten. Er sagte wörtlich:" Der Tag der mehr als ein Drittel. Das Bild, welches das mechanische Ein- Bombe, der Kugel und des Dolches als Mittel zur Vernichtung des teilungsprincip der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 giebt tegierenden ist vorbei. Statt dessen hat eine eifrige Propaganda zeigt, ist also nicht zu Ungunsten derselben getrübt, sondern zu ihren und das wiederum einen starken Rückgang der Landbevölkerung in der ganzen Welt begonnen, deren Ziel die Proklamation des Weltstreifs ist. Gunsten. Aus der nächsten Berufszählung, die im Jahre 1905 statt der geistigen Berkommenheit einer Presse, die derlei den Lesern zu Die blöden Widersprüche eines Chicagoer Trottels entsprechen finden soll, wird das wiederum mit voller Deutlichkeit hervor bieten wagt. gehen. Aus einem Kampf gegen den hohen Brotzoll wurde ein allgemeiner Krieg gegen die Socialdemokratie Es brodelt und gährt im Freifinn. Doch wer wollte glauben, daß aus dieser Gährung ein neuer Geist quilt? Gewiß trifft der Abgeordnete Krieger die letzten und schwersten Verfündigungen seiner eignen Partei. Aber diese Verfündigungen bedeuten doch nur, daß dieser Liberalismus nicht nur bergab fährt, sondern daß er im Niedergang auch die politische Ehre berlor. Stadt und Land. bildete * Deutfches Reich. Auch die letzte Volkszählung stellt wiederum die stetige große Verschiebung des Verhältnisses zwischen ländlicher und städtischer Staatshilfe für Schlesien! Also doch! Man höre und staune: Bevölkerung fest. Die offizielle Statistik der letzten Zählung, auf Freiwillige Gaben an Lebensmitteln, Kleidern, Decken usw., die zur die wir schon hingewiesen haben, gewährt einen interessanten Rück- Linderung der schlesischen Hochwasserschäden bestimmt und von blick auf diese Entwicklung, die in ihren Folgen auch die Politik Privatpersonen, Unterstützungskomitees oder staatlichen und Kommunalnachdrücklichst beeinflussen muß. Zwar stützt sich die Junkermacht Komitees oder Behörden gerichtet sind, sollen auf den preußischen behörden an die mit der Verteilung der Liebesgaben betrauten noch immer auf wirtschaftliche Zustände, die der Vergangenheit an- Staatsbahnen bis zum 30. September dieses Jahres fra chifrei gehören, doch dieses Fundament bröckelt andauernd ab. befördert werden! Im Jahre 1871 waren 63,9 Proz. der Bevölkerung, also fast 3/3, als ländlich bezeichnet, und nur wenig mehr als 1/3, 36,1 Proz. als städtisch. 1875 war die ländliche Bevölkerung auf 61 Proz. herab, die städtische auf 39 Proz. heraufgegangen. Diese Bewegung hielt andauernd an, nach den Zählungen von 1880, 1885, 1890, 1895 betrug die ländliche Bevölkerung 58,6, 56,3, 53,0, 49,8 Proz., die städtische entsprechend 41,4, 43,7, 47,0, 50,2 Proz., also nur noch die Hälfte der Bevölkerung war ländlich, die andre städtisch. In den Jahren 1895 bis 1900 ist die Verschiebung in demselben Sinne noch rascher vor sich gegangen, die ländliche Bevölkerung betrug am 1. Dezember 1900 nur noch 45,7 Proz., die städtische bereits 54,3 Proz., die ländliche hatte also um 4,2 Proz. oder durchschnittlich in jedem Jahre um 0,84 Proz. abgenommen, während früher die stärkste jährliche Abnahme nur 0,66 pt. betragen hatte: Damit ist hoffentlich den schlesischen Nörglern ein für allemal der Mund gestopft. Einstweilen aber fucht noch ein Einsender im„ Berliner Tageblatt", der die Psychologie der preußischen Regierung offenbar_gründ lich kennt, der obstruierten königlich preußischen Staatstasse mit andren Mitteln gütlich beizukommen. Er berichtet, daß der Kreis Kosel im vorigen Jahre von einem Hochwasser heimgesucht worden sei, das ebenso schlimm gewesen sei wie das diesjährige, und bei dem gleichfalls die Staatshilfe gründlich versagt hätte: Die Socialdemokratie keine Arbeiterpartei" eine Notiz, die unter dieser Marke durch die Centrumspresse geht, zeigt wieder die grandiose Unwissenheit unsrer Gegner über die einfachsten Grundthatsachen der socialistischen Bewegung. Die ultige Notiz sagt: " Daß die Socialdemokratie längst keine Arbeiterpartei im eigentlichen Sinne mehr ist, hat mit voller Deutlichkeit das Resultat der letzten Wahlen gezeigt. Eine passende Illustration für die Thatsache, daß auch die gelehrten Berufe sich der Partei mehr und mehr zuwenden und in ihr ihre Vertretung sehen, wird in der Berufsstatistik gegeben, die der Charlottenburger socialdemokratische Wahlverein jetzt veröffentlicht. Unter den Mitgliedern des Wahlvereins befinden sich neben 212 sogenannten ungelernten Arbeitern nicht weniger als 5 Doktoren, 8 Kaufleute und 6 Schriftsteller. Ferner sind in der Berufsstatistik aufgeführt: Apotheker, Kunstmaler, Musiker, Photographen 2c. Die Zahl der im Wahlverein organisierten Socialdemokraten aus den höheren Berufen läßt einen Schluß zu, wie stark die Ziffer der Mitläufer aus den Kreisen der sonst so verpönten Nichtarbeiter" ist." Daß die fromme Centrumspresse einem unbezwingbaren Drange folgend einige hundert nach Berufen geordnete Arbeiter unterschlägt, hat wenig zu bedeuten. Es ist unnötig für Socialdemokraten, ein Wort über das findliche Gerede zu sagen. Die Centrumspresse zu belehren hieße aber die Macht überwinden wollen, gegen die Götter selbst vergebens kämpfen. Nun thut sich hier über Nacht eine großpolnische Genossenschaftsbant auf, die den Geschädigten mit Hilfsgeldern zu mäßigem Binsfuß beispringt. Was ist die Folge? Vom Koseler Kreise fonnte ein verflossener Oberpräsident bisher mit Recht sagen: Es Erfolgreiche Studienreise. In der Täglichen Rundschau" ergiebt hier keine großpolnische Bewegung. Aber nun hat das Hochwasser eine Bresche geriffen, und wenn der Staat sie nicht zustopft, zählt ein Herr v. Kotze von einer Reise durch Afrika und einem wird das Großpolentum fie als Einfallsthor benutzen. In den Interview, was er mit Sr. Majestät dem Könige Manja Bell an Geschädigten, denen die Bank beispringt, wird angesichts der Un- gestellt hat. Bell erzählte von seiner Studienreise nach Deutschthätigkeit des Staates das Gefühl wach werden, daß die Groß- land, von der Parade in Berlin und wie sein Kollege, der deutsche polen ihre einzigen ehrlichen Freunde, und daß sie bei diesen Kaiser", ihn angeredet habe. wohl aufgehoben sind. So lebt das Polentum hier wie überall Er spricht fast so gut englisch wie der Gouverneur," bemerkte Und ich habe mir jetzt auch eine Wache auser wohlgefällig. gebildet, die Sie wohl gesehen haben werden. Mein Volt muß zur Disciplin erzogen werden. Ich werde bald noch größere Reformen bornehmen. Denn ein Mann in meiner Stellung trägt doch eine große Verantwortung." von den Fehlern des Staates. Auch die absoluten Zahlen weisen dasselbe Bild auf: gegenüber der starken Zunahme der städtischen Bevölkerung haben wir eine stehenbleibende und sogar abnehmende ländliche. Die städtische wuchs von 1871 bis 1900 andauernd von 143 Millionen auf über 30 Millionen Seelen, die ländliche sant zunächst von 265 Millionen auf wenig mehr als 26 Millionen, Wenn Mensch und Vieh ersäuft, was kümmert das die Newuchs dann bis 1885 wieder auf 26½, Millionen an, was aber gierung! Aber die Bolen kommen! Hören Sie, Herr von gegenüber dem schnelleren Anwachsen der städtischen Bevölkerungheinbaben, die Polen kommen! Geschwind hundert, tausend, auch in diesem Jahrfünft ein Zurückbleiben bedeutete, und ging in zehntausend Millionen her! den folgenden 15 Jahren um fast eine halbe Million zurück, durchschnittlich um 33 000 Seelen im Jahre. In dem Jahrfünft von 1895 bis 1900 sant sie noch bedeutend rascher, um mehr als eine 14 Million, jährlich um 58 000, so daß sie nicht mehr 253/4 Millionen zählte, gegenüber mehr als 30 Millionen der Städter. " Auf Herrn v. Koze, der offenbar zu den Kolonialpolitikern Nur für Protestanten! Zur schlesischen Not schreibt der fromme der schärferen Tonart gehört, denen der schwarze Mann nicht Reichsbote" in salbungsvollem Tone: für mehr als ein Stück Bieh gilt, hat aber der schneidige schwarze Wir möchten unsre Leser bitten, unsre engere Liebesthätigkeit Herr mitsamt seiner Wache wenig Eindruck gemacht. Denn er an evangelischen Glaubensgenossen, und zwar gerade für die viel philosophierte auf dem Heimwege über die vergebliche Liebesmüh, fach betroffene und im Ueberschwemmungsgebiete liegende schlesische Meger durch Europafahrten zu civilisieren oder ihnen zu imponieren, Diaspora( zerstreute evangelische Ansiedelung. D. Red.) weiterhin selbst wenn die Folgen sich nur in einer so harmlosen Aufgeblasenheit Das Princip, nach welchem das statistische Art die Ein- aufopfernd, wie bisher, zu unterstützen; aus älterer Er- und leberhebung äußern, wie beim König" Bell". teilung in ländliche und städtische Bevölkerung vorgenom.... hat, ist fahrung und eigner Ortsfenntnis wissen wir, wie schwer Was gedenkt nun der König Manja Bell gegen eine so geallerdings ein überaus mechanisches, durch welches die Veres gerade diesen armen zerstreuten Gemeinden gemacht gefährliche Unterwühlung der monarchischen Principien und einen hältnisse nicht rein zur Darstellung gebracht werden können. Die ist, Hilfe von irgend einer Seite zu erlangen. Es so frechen Angriff auf sein Gottesgnadentum zu unternehmen? Bevölkerung aller Gemeinden beztv. Wohnpläge mit weniger als spricht da vieles mit, selbst konfessionelle Feindseligkeit, und der felbstlosen Helfer und Fürsprecher find fast keine. Ihnen gilt die In den evangelischen Arbeitervereinen" suchte man sich ein Mitter 2000 Einwohnern ist als Landbevölkerung bezeichnet, diejenige der Hauptarbeit unsrer Sammlungen, die nur nach gewiffenhafter Brüfung fammelten, waren aber andauernd uneinig über die Methode des zur Bekämpfung der Socialdemokratie. Die Elemente, die sich Gemeinden mit mindestens 2000 Einwohnern als Stadt- Bevölkerung. der uns von vertrauenswerter Seite bezeugten Lokalverhältnisse ver- Kampfes. Die patentierten„ Staatserhaltenden" wollten diese stets argDas statistische Amt erkennt diesen Mangel, der sich bei jeder Zahlengrenze herausstellen muß, an und sucht ihn in folgender Weise zu Dieses Pfaffenchristentum fragt im Augenblick der Not nach der wöhnisch beobachteten Vereinigungen natürlich ausschließlich zur berichtigen: Die Bevölkerung der Gemeinden und Wohnpläge mit religiösen Ueberzeugung, es macht Unterschiede zwischen Katholiken Täuschung der Arbeiter benuzen, der liebliche Name sollte den Verrat von weniger als 2000 Einwohner wird als Landbevölkerung beibehalten, und Protestanten und will gar noch sein christliches Almosen von christlichen Grundsätzen und an Arbeiterinteressen verdecken. Doch von den größeren werden dann noch alle diejenigen der ländlichen den Berichten der„ vertrauenswerten Seite" d. H. den treuen Pastoren Arbeiter oder Unbemittelte andrer Berufsschichten organisieren zu wenn Geistliche, Lehrer und Beamte überhaupt einmal darangehen, Bevölkerung zugezählt, deren landesübliche Bezeichnung auf einen abhängig machen. Das ist die christliche Wohlthätigkeit, auf die sich Arbeiter oder Unbemittelte andrer Berufsschichten organisieren zu ländlichen Charakter schließen läßt. Als solche Bezeichnungen werden die Regierung mit über'm Bauch gefalteten Händen und frommem dieselben leiden, fie müssen wohl oder übel, wenn auch noch so wollen, dann stoßen sie unfehlbar auf die Notstände, unter denen unflar eine Haltung einnehmen, die den Staatserhaltenden" vers aufgezählt: Landgemeinde, Dorf, Dorfteil, Koloniedorf, Kirch- Augenaufschlag verläßt! dorf, Pfarrdorf, Schloß, Kolonie, Ansiedelung, Oberförsterei, dächtig ist. So entstehen innerhalb dieser winzigen Vereinigungen Weiler, Gutsbezirk, Gut, Vorwerk, Bauerschaft, Höfe, Feldmart, Streitigkeiten ohne Ende. Charakteristisch für diese Vorgänge ist Arbeitervereine in ihrem Organ anſtimmen: der Klageruf, den soeben die Führer der sächsischen evangelischen teilt werden. " Der Marine- Dolch. " man " Wir haben, von der Not der Zeit getrieben, unsre Vereine gegründet, um vaterländischen Sinn und christlichen Glauben in den von der Socialdemokratie zerwühlten Kreisen nicht ganz ersterben zu lassen. Es ist uns gelungen, auch in den eigentlichen Arbeiterfreisen, auch in den Industriecentren, Fuß zu fassen. Wir würden viel weiter sein, wenn uns von patriotischer" Seite nicht immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen hätte, wenn nicht immer wieder der Verdacht er= weckt worden wäre, daß die Führer unsrer Sache abhängige Leute seien. Angesichts solcher Erfahrungen ist die Frage wohl berechtigt: was und wer ist wirklich staatserhaltend? Wir find dann mit Notwendigkeit dazu geführt worden, auch die socialen Interessen der Leute, die wir gesammelt haben, zu vertreten. Das war gar nicht anders möglich. Wollten wir namentlich„ kleine Leute" unter unsern Fahnen sammeln und erhalten, so mußten wir ihnen auch eine Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen Intereffen bieten. Wir haben das stets in streng gefeßlicher und maßboller Weise gethan, wie es Christen geziemt, und haben einzelne schöne Erfolge erzielt.(?? Wann und wo denn? Red.) Man sollte meinen, jeder, der wirklich unser Vaterland lieb hat und über die Verwüstungen( Natürlich! Red.) der Socialdemokratie zornige Trauer empfindet, hätte unser Vorgehen mit vorurteilslofer Freude begrüßen müssen, auch wenn die bon uns bertretenen wirtschaftlichen Interessen einmal andre waren als die feinen. Statt dessen hat man uns mit Steinen beworfen von einer Seite, die sich von Zeit zu Zeit einmal die Etikette aufflebt: Das Vaterland über die Partei! Wir haben das satt, gründlich satt, endgültig fatt!" Fleden, Marktfleden, Markt, Kreisort, Fabrikort, Kirchort, Ortschaft, bringt die Straßb. Post", indem sie darauf verweist, daß der Mord Noch einen ganz bemerkenswerten Beitrag zum Fall Süssener Ortsgemeinde, Ort, Hüttenort, Zeche, Insel, Gemeinde. Dadurch des Hartmann wohl nicht geschehen wäre, wenn die Fähnriche zur werden 19 Proz. der städtischen Bevölkerung ausgesondert und der See dieselbe Waffe trügen wie die Unteroffiziere des Landheeres. ländlichen zugezählt, die auf diese Weise auf 59,8 Proz. Das Seitengewehr, wie es die Truppengattungen des Landheeres haben, der Bevölkerung gegenüber 40,2 Proz. Städtern steigt. Das statistische ist vorwiegend zum Schlag geeignet. Anders das Seitengewehr Amt kommt so zu dem für die Agrarier tröstlichen eines Fähnrichs zur See. Schon die Bezeichnung, Dolch", die Resultat, daß die städtische Bevölkerung nur der Gesamt- ihm der Volksmund und auch wohl die Träger selbst beigelegt haben, charakterisiert die Waffe. Jeder sieht auf den ersten Blick, daß bevölkerung ausmacht gegenüber 3 ländlicher Bevölkerung. Angenommen, diese Berechnungsweise wäre zulässig, so würde dieſes Seitengewehr als sie bwaffe so gut wie gar nicht brauchbar ist, sondern seiner ganzen Gestalt nach nur die Tendenz der Bevölkerungsverschiebung dadurch nicht geändert zum Stechen dienen kann, wenn anders der Waffenwerden. Aber das so gewonnene Bild von dem Verhältnis der gebrauch überhaupt wirksam sein soll. Letzteres wird aber in den städtischen und ländlichen Bevölkerung ist keineswegs zu Borschriften ausdrücklich gefordert! Dieses Seitengewehr ist also untreffend. Will man die mechanische Scheidung nach Gemeinden bedingt als eine tödliche Waffe zu bezeichnen, denn der Stechende mit 2000 Einwohnern nicht gelten lassen, so geht es nicht an, das kann die Tiefe eines Stiches nicht vorausbestimmen, während sich Princip zu Gunsten der einen Seite zu korrigieren, die Fehler ein Schlag sehr wohl mehr oder weniger wuchtig führen läßt. Wenn nach der andren Seite gar nicht zu beachten. So richtig es ist, daß Hüssener der Träger einer Waffe nach Art z. B. des InfanterieGemeinden mit 2100 oder 2200 Seelen häufig denselben wirtschaft- nehmen, daß er vielleicht dem Hartmann ein Ohr oder Schlüſſelbein Seitengewehres gewesen wäre, so könnte man mit Sicherheit anlichen Charakter aufweisen wie solche mit 1900 oder 1950 Seelen, entzwei geschlagen hätte, jedenfalls wäre aber Hartmann schon längst so falsch ist es überhaupt, die gesamte Bevölkerung einer solchen aus dem Lazarett entlassen, anstatt daß über zwei Familien ein so Gemeinde als ländlich oder als städtisch zu bezeichnen. Auch schreckliches Unglück hereingebrochen wäre... in den Gemeinden von weniger als 2000 Einwohnern sind Die Rhein- Westf. 3tg." bemerkt hierzu:„ Erst unter der Reeine Anzahl Leute vorhanden, die nicht von der Landwirtschaft gierungszeit Kaiser Wilhelms II. ist der Marinedolch den leben, ja dieselbe nicht einmal als Nebenertverb betreiben. Kadetten wiederverliehen aus dekorativen Rücksichten. Seit Beginn der nachdem in Kiel von einem Kadetten mit dem Dolche eine So giebt es in der ferneren Umgebung Berlins fleine 70er Jahre trugen die Seekadetten und Fähnriche Dörfer, von deren Einwohnerschaft ein nicht unerheblicher Teil schwere Blutthat verübt war während der Woche in Berlin als Bauarbeiter beschäftigt sind und zur See kein an einem Bandelier hängendes Stilett, sondern ein an der Koppel befestigtes Seitengewehr, d. h. eben die viel weniger nur den Sonntag bei ihrer Familie zubringen. Mit welchem Recht gefährliche Waffe. Dieses selbe Kadetten- Seitengewehr existiert noch werden diese der ländlichen Bevölkerung zugezählt? Daß die Be- jegt in der Uniformierung der Marine. Die Zahlmeister- Applikanten Gerade in Sachsen sind die evangelischen Arbeitervereine" bei rechnung Statistischen Amtes die Landbevölkerung in un tragen es; ihnen wurde seiner Zeit bei der Neuuniformierung der den letzten Reichstagswahlen, besonders lebhaft hervorgetreten, in einigen Kreisen haben fie faft die gesamte Agitation betrieben. Ihr Bei ihm wie bei allen späteren Theologen dient also das Die Morgenblätter geben in Leitartikeln ihrer Freude über die Christentum und ihr Arbeitertum bestand darin, für konservative und private Eigentum der kommunistischen Idee, es findet in diefer feine Rundgebung Ausdruck und sagen, sie sei ohne Gleichen in der Geantisemitische Kandidaten einzutreten. Wenn man sich so wegwirft naturgegebene Grenze. Seine Bedeutung für die Eigentumslehre schichte des Unterhauses. wundert man sich da, daß man wie der gehorsamspflichtige Be- aber ist es in erster Linie, die heute auf klerikaler Seite die thomi- London, 23. Juli. Der Lordmayor und seine Gemahlin diente von seinem Herrn behandelt wird? stische Lehre so scharf betonen läßt. Wenn der verstorbene Papst in empfingen heute die Mitglieder der Schiedsgerichtsgruppe des Durchstechereien in bayrischen Proviantämtern. In Ergänzung dieser Richtung voranging, so zum Teil deshalb, weil er, freilich im französischen Parlaments im Mansionhouse. Eine beträchtliche Zahl unfrer gestrigen Mitteilung diametralen Gegensatz zu aller ökonomischen Entwicklung, die von englischen Parlamentsmitgliedern wohnten dem Empfange bei. über die Verurteiluns des an die freundschaftlichen Beziehungen " thomistische“ Eigentumsform nach wie vor als Gesellschaftsgrundlage Der Lordmayor erinnerte Centrums Abgeordneten Dr. Heim wird uns aus München acceptierte und nicht daran mögen sich unsre Klerikalen erinnern zwischen Frankreich und England. Der Präsident der Schiedsgerichtsberichtet: Die Zeugenvernehmung ergab zwar keinen Anhaltspunkt dafür, daß der Händler, über dessen Bevorzugung ein Mittel der Enteignung von Familie und Individuum ist und lafsenden kapitalistischen Geldwucher", der seinem Wesen nach gruppe d'Estournelles betonte den Wert des Schiedsgerichts. sich die Bauern beschwerten, Trinkgelder gegeben hat. Das Rußland. gegen wurde zunächst bewiesen, daß in früheren Jahren ganz all- fein muß. Die kommunistischen Grundlagen des Urchristentums find gemein Trinkgelder an Proviantmeister, Wagemeister, Aufseher und nicht nur vollinhaltlich für jeden bezeugt, der nicht absichtlich die Jahren habe man 6-8 M. gegeben und dafür schlechteres Heu ge- fort, freilich Tagelöhner gezahlt wurden. Ein Zeuge erzählte, in den siebziger selbst heute noch in der katholischen Eigentumstheorie auf das stärkste Tagelöhner gezahlt wurden. Ein Zeuge erzählte, in den siebziger Augen gegen geschichtliche Thatsachen verschließen will, sie wirken liefert. Aber auch in den neunziger Jahren wurde noch wacker ge= schmiert und einige der Zeugen wissen von dem üblichen Trinkgeld" zu berichten. Ein niederbayrischer Pfarrer berichtet, er habe im Jahre 1896 als Vertreter einer Genossenschaft dem Nürnberger Proviantamt zwei Waggons Hafer angeboten. Daraufhin sei ein Unterbeamter gekommen, um die Ware anzusehen. Er erklärte jedoch, der Hafer fei nicht sauber geputzt, was durchaus nicht den Thatsachen entsprochen habe. Als dann der Pfarrer zu ihm sagte: Sie triegen fchon was, habe der Hafer plöglich was getaugt. Der Mann erhielt dann seine zehn Mark. Bu sehr bewegten Scenen fam es bei der Vernehmung des Dekonomen Sp. in Mitterdorf in der Oberpfalz. Sp. hat früher als Vorstand eines Darlehnskassenvereins mit Proviantämtern zu thun gehabt und hat selbst einen Proviantmeister in Nürnberg, gegen den jezt ein Untersuchungs verfahren schwebt, geschmiert. Der Zeuge war offensichtlich bestrebt, den Beamten zu schonen, und konnte nur unter wiederholten Hinweisen auf die Folgen eines Meineides veranlaßt werden, wenigstens einiges von seinem Wissen zum besten zu geben. Er stellte sich anfangs so, als ob er überhaupt nichts von der ganzen Geschichte wisse, gab dann aber zu, daß er dem Beamten ein Stück " Hausgeselchtes" gegeben habe, damit die Genossenschaft bei den Lieferungen besser behandelt werde. Jm weiteren Verhör entwickelt sich dann das Hausgefelchte schon zu einem Schinken. An andere Liebesgaben will sich der Zeuge jedoch nicht erinnern" können. Der Verteidiger des Angeklagten bemerkte in seinem Plaidoyer, Dr. Heim habe nur soweit den Wahrheitsbeweis angetreten, als es sich um berjährte Fälle handle. Seine Mappe sei aber damit noch teineswegs erschöpft. Das Gericht verurteilte Dr. Heim, wie schon mitgeteilt, zu 10 Mark Geldstrafe. Es nahm den Wahrheitsbeweis dafür, daß Unterbeamte bestochen wurden, zwar als erbracht an, aber die inkriminierte Bemerkung Heims habe sich offenbar auf die eigentlichen Beamten bezogen und fei geeignet, diese zu beleidigen. Unsterblichkeit im Phonographen. In der„ Köln. Volksztg." findet sich das folgende Inserat: Die Stimme des Papstes. Se. Heiligkeit der Papst Leo XIII. hat geruht, die Phonographen Bettini auszuwählen, um seine Stimme auf ewig seinen Getreuen zu erhalten. Man kann sich einer tiefen Rührung nicht enthalten beim Anhören der Stimme des höchsten Kirchenfürsten, die vollkommen wiedergegeben wird. Das" Ave Maria" wurde von dem Papste recitiert in der Erwartung, daß alle Gläubigen der Welt mit ihm dieses Gebet sprechen mögen. Die beiden Phonogramme Sr. Heiligkeit, das„ Ave Maria" und der Päpstliche Segen", bei Gelegenheit des letzten Jubiläums erteilt, sind in Deutschland erhältlich zum Preise von Mt. 12,- und Mr. 15, gegen Voreinsendung des Betrages bei Bodemann und Ramstedt, G. m. b. H., Berlin W. 8, Friedrichstraße 71. Bertreter gesucht. " Garantie für die Echtheit der Phonogramme. Abschrift. Der Unterzeichnete erklärt, daß in seinem Beisein Herr M. Bettini, Direktor der Société des Micro- Phonographes de Paris, die Ehre gehabt hat, am 5. Februar 1903 auf eine feiner Maschinen das Ave Maria" und den Päpstlichen Segen", gesprochen von Sr. Heiligkeit Leo XIII., aufzunehmen. Rom, den 7. Februar 1903. gez. Comte Camillo Becci. " nur in der Theorie. Ausland. Europäische Civilisation in Afrika. Agrarpolitische Attentate. In Rußland sind Ende voriger Woche lich zeigen, welche Gährung zur Zeit unter dem geknechteten, zwei Ermordungen hochstehender Großgrundbesitzer erfolgt, die deuthungernden russischen Landvolke herrscht. Dem Kl. Journal" wird darüber aus Wien gemeldet: Sie Der ehemalige Adelsmarschall von Michailowskoje, Fürst Leo Nikolajewitsch Gagarin, wurde während einer Reise von dem Dorfe Korowina nach seinem im Gouvernement jäsan liegenden Gut Die Menschlichkeitsentrüstungen Englands gegen die Vorgänge von bewaffneten Bauern überfallen und durch zahlreiche Revolverim belgischen Kongo veranlassen den früheren Generalresidenten von schüsse lebensgefährlich verletzt. Fürst Gagarin, welcher im Madagaskar Le Myre de Wilers zu folgenden Ausführungen im Gouvernement Rjäsan weitausgedehnte und reiche Waldungen befitzt, Matin": hat zum Schutze seiner Waldbesitzungen gegen Diebstähle eine Was im belgischen Kongosta a te vorgeht, ist leider Wache von kaukasischen Lesginern organisiert, welche, wie man sagt, nur die traurige Wiederholung von Thatsachen, die in ganz Afrika zweihundert Mann start, zum Schrecken der ganzen bäuerlichen Begang und gäbe sind! Alle europäischen Regierungen bölferung der Umgebung wurde. Der unbedeutendste Diebstahl von ohne Ausnahme verfolgen im allgemeinen bei der Koloni- Holz oder Holzmaterial aus den Waldungen des Fürsten Gagarin sierung nur das eine Ziel, die Ländereien möglichst wurde von den Lesginern mit dem Tode bestraft. intensiv auszubeuten, ohne besondere Strupel hinsichtlich schossen auf die des Diebstahls bezichtigten Bauern, welche in der der Mittel zu hegen. Es genügt doch nun aber nicht, eine größten Armut leben, wie auf tolle Hunde und raubten so vielen Kolonie mutbar zu machen, nein, man muß auch ihre Ein- bäuerlichen Familien ihre Ernährer. Die Erbitterung der bäuerwohner zu beglücken suchen. Dazu ist es vor allem erforderlich, lichen Bevölkerung wuchs immer mehr, um nun in einem Mordsich nicht so zu überhasten, wie das leider üblich ist, und die versuch auf den verhaßten Fürsten Ausdruck zu finden. Die Civilisation unter den Naturvölkern allmählich zu verbreiten. Die Attentäter wurden nicht entdeckt, das Volk dürfte für ihre Sicherheit Menschlichkeit ist dabei die erste Vorschrift und die Europäer Vorsorge getroffen haben. müßten endlich sich dazu entschließen, die Neger als unter- Der zweite politische Mord wurde im Gouvernement Tschernigow geordnete Brüder, nicht aber als Wesen ganz andrer Art zu be- berübt. Dort wurde auf den reichen Gutsbesizer Fürsten W. Handeln. Aber wie weit sind wir alle noch davon entfernt! Urussow geschossen, welcher die Bauern in den ihm gehörenden Ich nehme da als Beweis eine Nachricht, die soeben unter andren Dörfern und auf den Gütern ausbeutete und dazu noch unaus unsrer Kongokolonie eingetroffen ist. Die ganze Kolonial- menschlich behandelte. Auch Fürst Urussow wurde lebensfrage ist in diesen paar Zeilen enthalten:" Der Lieutenant Simon gefährlich verletzt. Die Verbrecher blieben ebenfalls unentdeckt. und 50 Tiralleurs haben das Dorf Bikolum angreifen müssen, weil Serbien. es nicht die Abgaben entrichten wollte. Die Verluste der Eingeborenen sind nicht bekannt. Die Franzosen steckten das Dorf in Die Offiziers- Revolutionäre. In der serbischen Armee sieht es Brand und zerstörten die Pflanzungen. So sucht man bei den nach einem Bericht der Internat. Korrespondenz" aus Belgrad recht naiven Naturvölkern die Achtung und die Liebe zum Mutterlande düster aus. Die Spaltung in dem Offizierscorps, zwischen den an hervorzurufen und zu kräftigen. Und da wagt man noch, Erstaunen der letzten Revolution Beteiligten und Unbeteiligten, greift immer darüber zu äußern, daß diese Unglücklichen sich empören unb blutige weiter um sich. Hiermit hält die Disciplinlosigkeit gleichen Schritt. Aufstände gegen die Herrschaft organisieren, die sie zu Boden drückt, Alle Bemühungen des Königs, diesen fatalen Zuständen Halt zu ge statt sie aufzurichten und zu schüßen! Man mißhandelt sie wie bieten, find resultatlos geblieben. Aus allen Garnisonen kommen Sträflinge, während man sie wie Kinder unterrichten müßte. Die Nachrichten über das anmaßende Auftreten der revolus Kolonisten betreiben meistens eine empörende Ausbeutung der Ein- tionären Offiziere. Die von Belgrad nach den inneren geborenen. Die Sklaverei ist verschwunden, aber die Civilisation Garnisonsplägen versetten Offiziere haben den Kriegsminister gehat sie durch etwas viel Schlimmeres ersett, nämlich durch die zwungen, sie wieder nach Belgrad zurückzuverseßen. Zwangsarbeit gegen einen Spottlohn. Der Sklavenhalter schonte Afien. wenigstens seine Leute, denn sie stellten für ihn einen Handelswert dar, während die gezwungene Arbeit der freien Männer" sie bis Der Streit um die Deffnung der mandschurischen Handelsplähe Nach langen diplomatischen aufs äußerste erschöpft. Dann, wenn die Unglücklichen wird nachgerade zu einer Komödie. sich nicht mehr rühren können, wirft man sie hinaus und läßt sie Verhandlungen hat Rußland, um die Regierung der Vereinigten Hungers sterben. Die, die sich noch bewegen können, werden Staaten zu beruhigen, dieser zugestanden, in die Deffnung der natürlicherweise Empörer. Die Nachrichten aus dem mandschurischen Städte Mukden und Tatungkau zu willigen. Inbelgischen Kongo find sicher nicht übertrieben; aber die Engländer find die allerletzten, die das Recht hätten, mit tugendhafter Empörung diese Vorgänge der ganzen Welt zu denuncieren. " Destreich- Ungarn. Die geftrige Rede des Grafen Apponyi im ungarischen Abgeordnetenhause, in der er Stellung zum Wehrgesetz und zur Obin der Budapester wie Wiener Presse lebhaft besprochen. Durch struktion der ungarischen Unabhängigkeitspartei genommen hat, wird weg wird sie als eine hervorragende oratorische Leistung bezeichnet, die jedoch auf die politische Lage kaum einen Einfluß ausüben werde, da Apponyi zu wenig bestimmt gesprochen habe, sondern Wie nahe liegen doch bei einander Frömmigkeit und Geschäft! vielmehr zwischen dem rechten und linken Lager stetig hin- und hergependelt sei. Er hätte sich zwar gegen die je gige Obstruktion gewandt, aber die Frage offen gelassen, ob nicht später vielleicht eine Obstruktion angebracht sei. Wie wenig die Rede die Situation beeinflußzt habe, zeige fich darin, daß die Führer des Widerstandes gegen das Kabinett Khuen- Hedervary sofort nach Apponyis Ermahnungen erklärt hätten, daß sie sich nicht bewogen fühlten, ihren Standpunkt aufzugeben. Fromme Berdrehungen. Die Kritit, die wir der Schellschen Schrift„ Christus" in der Beilage( Nr. 152) vom 15. d. M. haben angedeihen lassen, hat, wie nicht anders zu erwarten war, den Zorn der„ Germania" erregt. Wir werden daher von ihrem b- Artikler, der uns bisher stets die zweifelhafte Ehre spaltenlanger Erwiderungen erwiesen hat, unter Frankreich. zwischen scheint es aber in Peking seinen Einfluß aufgeboten zu haben, um die chinesische Regierung zu einer Einsprache zu veranlassen und so auf einem Umwege feiner eingegangenen Verpflichtung wieder ledig zu werden. Aus Peking wird nämlich vom Reuterschen Bureau, dessen ostasiatische Meldungen allerdings mit einer gewissen Vorsicht aufzunehmen sind, berichtet: Beting, 22. Juli. Prinz Tsching hat an den amerikanischen Gesandten Conger ein Schreiben gerichtet, in welchem er die Deffnung verweist darin auf die Unmöglichkeit, daß China Städte öffne, die von Städten in der Mandschurei für die Fremden ablehnt. Tsching nicht in seinem Besize feien, sondern von russischen Truppen besetzt gehalten werden, und auf die Verwicklungen, die daraus leicht entstehen könnten. Es ist möglich, daß man zu einem Kompromiß gelangt, indem die Deffnung von Tatungtau in den Handelsvertrag mit den Vereinigten Staaten aufgenommen wird. Aus dem Vatikan. Ueberführung der Leiche Leo XIII. nach der Peterskirche. Am Mittwochabend um 8 Uhr wurde die Leiche des Papstes nach der Peterskirche zur öffentlichen Aufbahrung herabgetragen. die fromme Lupe genommen. Zunächst offenbart die„ Germania" Die neue Arbeiterschutz- Novelle. Paris, 22. Juli.( Eig. Ber.) Der Zug bewegte sich über die mit Wachskerzen erhellten Gänge, aufs neue ihre bekannte Geschicklichkeit im Citieren, die den Gegner Das" Journal Officiel" veröffentlicht heute die angenommene Novelle durch die Sala Ducale( in der eine Anzahl Zuschauer in Trauers mit viel Eleganz und wenigen Federstrichen genau das Gegenteil zum Gesetz vom 12. Juni 1893, betreffend die Sicherheits- gewandung zugelassen waren) und die Sala Regia, Schweizers seiner Meinung und Behauptungen sagen zu lassen versteht. Schell vorschriften bei der gewerblichen Arbeit. Die Novelle bedeutet garden an der Spiße und zur Seite, durch das Spalier der Palaſtstellt gewissermaßen an die Spize eines jeden der vier Evangelien eine erhebliche Verbesserung. Sie erweitert die Wirkung jenes Sie erweitert die Wirkung jenes wachen nach der Treppe, die zur Kapelle del Sacramento in die besondere Moralbegriffe, von denen aus nach seiner Meinung die einzelnen Gesetzes auf das Kleingewerbe, darunter namentlich auf die Peterskirche herabführt. Voran schritten, fackeltragend, die päpstlichen Evangelien nicht nur theologisch zu erklären, sondern auch ihrem hygienisch verwahrloste Nahrungsmittel- Industrie und auf die Stallmeister in roten Damastgewändern; es folgten die Bönitentiare historischen Inhalte nach in Einklang zu sehen seien; diese sonderbare Handelsgeschäfte jeglicher Art. Ferner beſtimmt sie gegenüber apostolischen Paläste, alle in Chorhemd und Stola, brennende der Peterskirche sowie der Sakristan und der Untersakristan der Evangelienharmonie foll über alle Streitfragen, die die Bibel- den Untlarheiten des alten Gesetzes, daß dessen Vorschriften zu Fackeln in den Händen. Hinter ihnen trugen die Seffelträger die forschung bisher aufgeworfen hat, hinweghelfen. Wir hatten dazu gelten haben für alle Unternehmungen und Werkstätten, gleichviel bemerkt:„ Schell ist furzsichtig genug, nicht zu merken, daß er mit ob sie öffentliche oder private, weltliche oder religiöse, gewerbliche Bahre mit der Leiche des Papstes, von Nobelgarden, päpstlichen dieser Methode, welche die Evangelien samt und sonders zu bloßen Unterrichts- oder Wohlthätigkeitsanstalten sind. Ebenso find die Offizieren und Bönitentiaren mit brennenden Sterzen umgeben. chriftlichen Tendenzstücken herabschraubt, die Hauptschriften des Neuen Docs und Duais sowie alle Arbeitsplätze und Magazine der Transport- Der Leiche folgten die Mitglieder der Familie Pecci, sodann in Testaments auch von seinem Standpunkte aus aller und jeder unternehmungen den geschüßten Werkstätten gleichgestellt worden. Aus- biolettem Trauerornat, bon ihren fackeltragenden Sekretären historischen Beweiskraft beraubt, ihre Glaubwürdigkeit in höchstem drücklich werden noch dem Gesetz unterstellt sämtliche Staatswerkstätten begleitet, zu je zwei und zwei, nach dem Alter ihrer Ernennung Grade verdächtig macht." Der C- Artikel der„ Germania" bekommt bezw. Arbeitsplätze, gleichviel ob die Arbeiten in Regie ausgeführt geordnet, die Kardinale, an ihrer Spiße der Dekan und der Unteres fertig, uns statt dessen kurz und bündig sagen zu lassen: Die oder an private Unternehmer vergeben werden. dekan des Heiligen Kollegiums, die Kardinäle Oreglia und Serafino Evangelien als christliche Tendenzstücke werden aller und jeder Damit ist zugleich die Kontrolle in den Staatswerkstätten der Bannutelli. Hinter den Kardinälen gingen der Majordomus, der historischen Glaubwürdigkeit beraubt." Indem er also als unsre allgemeinen Gewerbe- Inspektion anvertraut worden, mit der einzigen Conclave- Marschall, andre hohe Würdenträger und das diplomatische eigne Auffassung gerade das ausgiebt, was wir an Schell getadelt Ausnahme der Anstalten, wo das„ Interesse der Landesverteidigung" Corps. Schweizergarden, päpstliche Gendarmen, die Diener des haben, zieht er mit dem ganzen Schimpfregister und den hängen- die Kontrolle seitens dienstfremder Personen nicht zuläßt. Für Papstes und Balastbeamte, alle laut betend, beschlossen den Zug. Gegen 834 Uhr langte der Zug in der Vorhalle der Peterskirche felber konstruierten Unsinn zu Felde. Wir begnügen uns damit, find, werden der Kriegs- und der Marineminister besondere Kontroll- an und trat sodann durch die Mittelthür in die Basilika ein. An diese Thatsache zu konstatieren; auf ein derartiges journalistisches agenten ernennen. Vettelkunststück näher einzugehen, müssen wir uns versagen. Italien. der Thür, wo das vatikanische Kapitel, brennende Fackeln tragend, vollzählig versammelt war, erteilte Monsignore Pericoli der Leiche die Es braucht uns nach dem Gesagten nicht zu überraschen, wenn erste Absolution. Durch die elektrisch erleuchtete Kirche, deren Einder Skribent der„ Germania" in der Apostelgeschichte von dem Rentable Hunnenfahrt. Rom, 21. Juli.( Eig. Ber.) In dem gänge für das Publikum geschlossen blieben, bewegte sich der Zug Gebrauchskommunismus der ersten Christen nichts zu entdecken ver- Haftbefehl gegen den Lieutenant Modugno wegen der chinesischen bis zu dem vor einem Altar errichteten Katafalt, auf dem die Bahre mag. Der heutige Seleritalismus hat allerdings allen Grund, den Räubereien sind die Errungenschaften des Herrn mit folgenden niedergesetzt wurde. proletarisch kommunistischen Ursprung der Gemeinschaft der Heiligen" Worten aufgezählt: Als Modugno im Dezember 1901 ins Bater- Während die Sänger der Julianischen Kapelle Bittgefänge an mit dem Mantel christlicher Vergangenheit zu bedecken. Leider land zurückkehrte, führte er über 20 mit Zink verkleidete Kisten mit stimmten, nahmen die Mitglieder der Familie Pecci auf der einen, spielen diesem Herren nicht nur die Schriften der Kirchenväter einen sich, die voll Kostbarkeiten waren. Er bezahlte sofort ſeinem Onkel die Kardinäle auf der andern Seite des Altars Aufstellung, hinter bösen Streich, sondern auch die Sammlungen des kanonischen Rechts, Di Cagno eine Schuld von 5500 Lire, die ihm ſehr läftig ihnen die hohen päpstlichen Würdenträger und die Geistlichkeit. in das in größerer Zahl Stellen der ersten Kirchenschriftsteller Ein- war, ließ seine Billa umbauen und kaufte eine Equipage Monsignore Ceappetelli erteilte nunmehr der Leiche die zweite AbEinem gewissen Murgelo lieh er gegen solution. Die Kardinäle und das vatikanische Kapitel verließen hierauf gang gefunden haben, die sich sehr scharf gegen den„ Reichtum" und mit zwei Pferden. für das Recht aller auf die notwendigen Subsistenzmittel aussprechen. Pfand 2500 Lire, einem andern etwa 22.000 Lire und kaufte zwei die Basilika, während die Bahre, von Nobelgarden und Schweizers Die heutige fleritale Socialwissenschaft jucht sich allerdings hier Säuser für ungefähr 50 000 Lire. Seinem Onkel konnte er nicht garden geleitet und gefolgt von den Palastwürdenträgern nach der mit der Behauptung zu helfen, man müsse, um eine flare berhehlen, daß er große Reichtümer in China erworben hatte. Er Sakramentskapelle gebracht und dort aufgestellt wurde. Sechs hohe Idee von der Eigentumsauffassung der ersten Kirchenschriftsteller zu gab die mitgebrachte Summe auf 150 000 Lire an; seinem Freund Wachskerzen brennen zu den Seiten der Bahre, morgen wird gewinnen, von solchen Stellen in ihren Werken ausgehen, die sich Lieutenant Robutti gestand er kurze Zeit darauf, 240 000 Lire zu die Kirche zur Besichtigung der Leiche geöffnet sein. flar für das Privateigentum aussprechen. Das ist eine willkürliche befizen." Hypothese, die man ebenso willkürlich umkehren kann. Thatsache ist, England. Von dem Augenblicke an, wo der Zug mit der Leiche' des Papstes in die Basilika von St. Peter eintrat, läuteten die Glocken daß die Kirchenväter sich zwar mit dem Privateigentum als Pro- Die französischen Parlamentarier in London. Eine größere An- diefer Kirche bis zur Beendigung der Feier um 9 Uhr. In der duft und zwar als übles Produkt der geschichtlichen Entwicklung zahl von Mitgliedern der französischen Schiedsgerichtsgruppe des Sakramentskapelle halten an der Leiche des Papstes zwei Geheimabgefunden, daß sie aber das natürliche, kommunistische Recht aller Senats und der Deputiertenkammer besuchten heute unter Führung fämmerer, Nobelgarden und Schweizergarden die Totenwacht. Auf auf den Genuß der Güter dieser Erde unablässig und vielfach mit verschiedener Parlamentsmitglieder Ober- und Unterhaus. Sie dem Petersplay und in der Umgebung der Kirche hatte sich, während Deklamationen gegen den Reichtum und die Neichen betont haben, nahmen dann an einem Wahl im Unterhause teil, dem unter sich drinnen die Feierlichkeit vollzog, eine große Menschenmenge an wie sie leidenschaftlicher der enragierteste Socialist nicht von sich zu andern auch die Minister Balfour, Chamberlain, Gerald und der gesammelt. geben vermöchte. Erst Thomas von Aquino hat, ohne am Wesen Unterstaatssekretär Cranborne beiwohnten. * # diefer Theorie etwas zu ändern, die Idee des privaten Eigentums Bei dem Diner, bei dem unter anderen d'Estournelles, Balfour, Andrang der Schauluftigen. Die Umgebung des Vatikans ist schärfer hervorgekehrt und zwar entsprechend dem wirtschaftlichen Chamberlain und Campbell- Bannerman sprachen, hoben alle Redner sehr belebt. Eine zahlreiche Menge begiebt sich zur Leiche des Leben seiner Zeit, die des handwerksmäßigen und Kleinbäuerlichen die wachsende Freundschaft zwischen England und Frankreich hervor Papstes. Man braucht, um von der Pforte der Basilika zur SatraEigentums, gerade weil er in diesem das Mittel sah, die Existenz und erklärten, es liege wenig Grund vor anzunehmen, daß fünftig mentstapelle zu gelangen, zehn Minuten. Auf dem Petersplatz veres Einzelnen und der Familie zu garantieren und zu sichern. ernste Differenzen zwischen den Heiden Ländern entstehen könnten, kaufen zahlreiche Händler Zeitungen, Ansichtskarten und Nadeln mit Bem Bildnis Leos. Zahlreiche Photographen machen Aufnahmen. Unter den Colonnaden sind mehrere Unfallstationen errichtet. 479 Die Anzahl der deutschen Aktien- Brauereien ist von 465 auf| achtens. Wenn man dem Teufel den fleinen Finger reicht, nimm Gesellschaften gestiegen; 23 Gesellschaften sind neu hinzu er die ganze Hand. Die neuntägige Leichenfeier. Heute, am Donnerstagvormittag, getreten und 9 ausgeschieden. Der Absatz erhöhte sich von 26 601 153 begannen die Novendialien", die neuntägige Leichenfeier für den Hektoliter um 39 273 Heftofiter oder 0,14 Proz. auf 26 640426 HektoPapft. Sechs Trauergottesdienste finden an den ersten sechs liter und hat somit, da die neuen Gesellschaften 475 750 Hektoliter verTagen in der Chorkapelle der Peterskirche von des Vatikanischen Kapitels statt, Seiten kauften, bei den alten um 436 432 hektoliter oder 1,64 Proz. abDann folgen drei Gottes- genommen. 137 Brauereien erreichten ei en höheren Verkauf, 232 dienste namens des Kardinalkollegiums in der Sixtinischen blieben gegen das Vorjahr zurück und 110, darunter die 23 neuen, Kapelle. Der heutige Gottesdienst wurde um 10 Uhr vor- beharrten auf der lektjährigen Höhe. Ueber das Kinderschuh- Gesek( Gesek betreffend Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben vom 30. März 1903) liegt jetzt ein ganz ausgezeichneter Kommentar von dem gerade in dieser Frage längst rühmlich bekannten Rigdorfer Lehrer Konrad Agahd und kostet trok guter Ausstattung und troß seines verhältnismäßig bor. Der Kommentar ist bei Gustav Fischer in Jena erschienen mittags in der Chorkapelle abgehalten. In der Mitte der Kapelle Der Reingewinn ermäßigte sich von 9,93 Proz. um 0,40 Broz. großen Umfanges( 134 S.) nur 90 Pf. Die Bestimmungen gerade war ein von der Tiara überragter und von zahllosen brennenden auf 9,53 Broz. des Aktienkapitals. Einen höheren Reingewinn ver- dieses Gesezes sind bekanntlich nicht so einfach und leicht verständKerzen umfäumter Katafalt errichtet. Einer der dem Kapitel von zeichnen 236 Brauereien, während 216 das Vorjahr nicht erreichten lich, daß sich jeder ohne eingehenden Kommentar zurechtfinden kann; St. Peter angehörenden Bischöfe celebrierte die Trauermesse und und 27 den gleichen Ertrag( wie im Vorjahre) aufweisen. Fünfzig die Unterscheidungen von fremden und eignen Kindern, der Umerteilte den Segen. Brauereien mit 34 962 600 M. Aftientapital beklagten einen Verlust stand, daß daneben noch für fremde Arbeitgeber arbeitende Kinder Morgen finden in zahlreichen Kirchen Roms Trauergottesdienste von 3 383 226 Mark oder 9,67 Proz. des Aktienkapitals. Die der milderen Bestimmungen für eigne unterliegen, sowie daß auch für den Papst statt. Dividende verringerte sich von 7,27 Proz, um 0,15 Proz. auf eigne Kinder in mancher Beziehung gleich den fremden Kindern Der Grafentitel der Pecci. Die Richtigkeit der in letzter Zeit 7,12 Proz. 95 Gesellschaften berteilten eine höhere Dividende, geschützt werden, all dies und noch andres läßt das Erscheinen bielfach aufgetauchten Nachricht, daß die Familie Pecci feineswegs 106 eine niedrigere und 278 blieben auf der vorjährigen Höhe. eines guten und brauchbaren Kommentars sehr willkommen ers aristokratischen Ursprungs sei und Leo XIII. sich den Grafentitel nut 97 Brauereien( gegen 92 i. 2.) mit einem Aktienkapital von scheinen. Agahd giebt aber noch mehr wie einen bloßen Kommentar angemaßt habe, wird von einem Mitarbeiter der Zeit", der über 72 309 875 W., gleich 13,37 Proz. des gesamten Aftienkapitals( gegen in gewöhnlich üblicher Form, er giebt, wie das z. B. in den Ges die Familienverhältnisse des Papstes sich gut unterrichtet zeigt, be- 72 199 875 M. oder 15,68 Proz. im Vorjahre) konnten keine Dividenden fezesausgaben unsres Genossen Stadthagen schon borbildlich ges stätigt. Kardinal Becci habe sich seiner Zeit im Interesse seiner Neffen bezahlen. schehen ist, auch instruktive Beispiele, die mehr wirken, wie daran erinnert, daß die Familie auf den gräflichen Titel Anspruch erhebe, Danach ist das Brauereigewerbe immerhin noch ein recht ein- alle möglichen gelehrten Anmerkungen und Definitionen, und die, ohne diesen freilich beweisen zu können. Er beabsichtigte, Pius IX. trägliches. mehr noch wie alles andre erkennen lassen, daß hier ein wirklich zu bitten, diesen Titel, der übrigens in den ehemals päpstlichen sachkundiger Mann ein Gesetz erklärt. Sehr lehrreich wirken Landen sehr geringe Geltung befißt, anzuerkennen oder der Familie Die Versorgung der englischen Metallindustrie mit Rohmaterialien. außerdem die vier Vorfragen, die Agahd behandelt: 1. War die von neuem zu verleihen, aber noch ehe er Pius für seinen Wunsch Der Streit um die Chamberlainschen Zollpläne hat vielfach in Eng- Regelung der Kinderarbeit notwendig? 2. Welche Kinders gewonnen hatte, wurde er selbst Bapst, und so entstanden die Grafen land zu Untersuchungen darüber geführt, woher England feine Lebens- arbeit ist geregelt? 3. Warum geschah die Regelung durch ein bes inschriften der Vorfahren in Carpineto. Es ist also nicht forrett im Londoner Wochenschrift„ Commercial Intelligence", die in einem ftimmungen waren maßgebend für die Aufstellung des Gesetzes? historischen Sinne, wenn man von Leo XIII. vor seiner Wahl als längeren Artikel die Bezugsverhältnisse der englischen Textil- und Außerdem finden sich zu Anfang mancher besonders schwieriger Abs ,, Grafen" Pecci spricht. Metallindustrie untersucht. Die Industrie der Metallverarbeitung schnitte llebersichten und am Schluß ein ausführliches Sa ch= Auf das Beileidstelegramm des deutschen Kaisers hat Kardinal habe, so führt das Blatt aus, in neuerer Zeit seine Bezugsquellen register. Besonders möchten wir schließlich die Aufmerksamkeit Dreglia mit einer Depesche geantwortet, die in Uebersetzung wie mehrfach gewechselt. Noch vor weniger als 50 Jahren erzeugte aller derer, die es angeht, auf die Vorschläge zur Durchs folgt lautet: Großbritannien mehr Kupfer-, Zinn- und Eisenerze als irgend führung des Gefeßes lenken, die Agahd giebt und in denen „ Ich danke Eurer Majestät für die Beileidskundgebung, die Sie ein andres Land. Die Produktion der weltbekannten Blei- er in erster Linie für eine wirklich rationelle Arbeiterschutzpolitik an das Heilige Kollegium beim Tode des Papstes Leo XIII. zu minen von Weardale und Tynedale hatte einen ganz erheb- im allgemeinen eintritt, eine gesteigerte Volksbildung verlangt, Verrichten geruht haben. Die Kardinale, denen die zwischen Eurer lichen Umfang, und die Bergwerke in Cornwall lieferten Binn breitung der Kenntnis der Schußbestimmungen in den breiten Majestät und dem verewigten Pontifer gepflegten guten Beziehungen in weit größerer Menge als irgend ein andrer Teil der Welt. Massen, Mithilfe der Lehrer, der Gewerbe- Inspektion unter Heranwohl bekannt sind, werden sich stets von denselben Gesinnungen Auch der Abbau von Kupfererzen wurde an manchen Orten Groß- ziehung von Arbeitern, Aerzten, Wohnungs- und Erziehungsleiten lassen, um die Freundschaft zwischen dem heiligen Stuhl und britanniens in mehr oder weniger bedeutendem Umfange betrieben. inspektoren und Frauen. dem Deutschen Reich zu erhalten. Der Kardinal Dreglia." Silber wurde ebenfalls in beträchtlicher Menge aus silberführendem Gestein gewonnen. Der Gedanke, fich wegen Lieferung von Eisenerz an das Ausland zu wenden, hätte in damaliger Zeit nicht aufkommen können, da die inländischen Erzlager, insbesondere jene in geöffnet und auf den Plägen fanden öffentliche Konzerte statt. Produktionsverhältnisse haben sich indessen im Laufe der Jahre Rom, 23. Juli.( B. H.) Der Vatikan hat die Civil- wesentlich geändert. Großbritanniens Erzeugung von Kupfer- und Großfener in der Villa Venary. Von einem großen Schadens behörden nunmehr doch offiziell von dem Ableben des Bleierzen tann nicht mehr als umfangreich bezeichnet werden. feuer wurde gestern Abend die Villa des Bankiers Benary in der Bapstes in Kenntnis gefegt. Diese Thatsache wird lebhaft 3innerz wird zwar noch in verhältnismäßig großer Menge in den Derflingerstr. 11 heimgesucht. Der Hausverwalter bemerfte gegen tommentiert. Man glaubt darin eine Annäherung zwischen dem Minen von Cornwall gefördert, die Ausbeute reicht indeffen bei 9 Uhr, daß die großen Fensterscheiben des Erdgeschosses unten Quirinal und dem Vatikan zu erblicken. weitem nicht für den Bedarf des Landes aus, und die Hauptmasse lauten Klirren auf die Straße flogen und gleichzeitig große Flammer des benötigten Zinns wird aus den Straits Settlements und den herausschlugen, Als die Feuerwehr auf die Meldung„ Mitelfeuer" australischen Kolonien bezogen. Hinsichtlich der Versorgung mit hin in großer Stärke heranrüdte, Loberteu bereits hohe Blei ist Großbritannien zur Zeit vornehmlich auf das Ausland, Flammen zum Dache heraus. Branddirektor Giersberg insbesondere auf die Vereinigten Staaten von Amerika, angewiesen. ließ fofort mit sechs Schlauchleitungen über zivei Parteipresse. In die Redaktion des Stettiner Boltsbote" ist Spanien liefert in der Hauptsache das Rohmaterial für die chemische mechanische Leitern hinweg vorgehen, um den vom Feuer noch vers vertretungsweise der Genosse Passehl- Wolgast eingetreten. Industrie Großbritanniens. Die Eisenerz- Ausbeute der inländischen schont gebliebenen nördlichen Flügel der Villa zu halten, was auch Minen ist von 18 Millionen Tonnen auf 12 bis 13 Millionen vollständig gelang. Der südliche Teil ist indeß von unten bis zum Tonnen jährlich zurückgegangen, und beträchtlich mehr als ein Dache hin total ausgebrannt. Kostbare Möbel und Gemälde wurden Drittel des Bedarfs wird aus ausländischen Zufuhren gebedt. vernichtet. Rußland, Indien, Brasilien, Peru, die Türkei und andre Der Vatikan und die italienische Regierung. Da Kardinal Dreglia die italienische Regierung nicht amtlich vom Ableben des Papstes in Kenntnis gesetzt hat, wurde die öffentliche Trauer gestern wieder aufgehoben. Die Theater ſpielten wieder, die Läden waren Gleveland und Schotland als unerschöpflich und ausreichend galten. Die Letzte Nachrichten und Depefchen. Partei- Nachrichten. Aus Induftrie und Handel. Zur Erneuerung des Rheinisch- westfälischen Kohlensyndikats. Länder fenden das namentlich von der Stahlindustrie benötigte Eines der Hindernisse, das bisher der Erneuerung des Kohlensyndikats| Manganera. entgegenstand, ist überwunden. Bekanntlich hatten verschiedene Hüttenzechen ihren Beitritt zum Syndikat davon abhängig gemacht, daß auch die Beche„ Deutscher Kaiser", die bisher außerhalb des Syndikats stand, diesem beitrete. Jezt ist es nach langen Verhandlungen mit der Eigentümerin, der Firma Thyssen, gelungen, auch diese Zeche zum Anschluß zu bewegen. Wie die Rheinisch- Westfälische Sociales. Landesversicherungs- Anstalten und Wohnungswesen. Englands Politik gegenüber Deutschland. London, 23. Juli.( W. T. 2.) Unterhaus. Bei ber Beratung des Etats des Auswärtigen führte Dilke( liberal) aus: Der Austausch von Besuchen zwischen dem König und dem Präsidenten Loubet sowie die gestrige Rede Balfours an die französischen Delegierten ständen in seltsamem Widerspruch zu der Politit, die die britische Regierung Beitung" bestimmt erfährt, ist vorgestern zwischen dem Kohlensyndikat richten des Reichs Versicherungsamts über die Vermögens- daß diese Politit gegen Deutschland außer Nach Mitteilungen, die der„ Reichs- Anzeiger" den amtlichen Nach- Deutschland gegenüber verfolge. Er hob hervor, und der Firma Thyffen eine Verständigung wegen des Beitrittsanlagen zum Kohlensyndikat erzielt worden. Der Beitritt ber Beche„ Deutscher anlagen der Versicherungsanstalten entnimmt, iſt in zahlreichen ordentlich unbeständig sei und überraschendem Wechsel Saifer" erfolgt auf Grundlage des von der Zechenbefizer- Versammlung behörde zur Anlegung von Anstaltsmitteln in andrer als der nach essen. Die Regierung habe in der Venezuela- Angelegenheit und Fällen die Genehmigung des Reichs- Versicherungsamts als Aufsichts- unterworfen; fie schädige die britischen Inters am 6. und 11. Juli angenommenen Vertragsentwurfs. Damit ist das Haupthindernis beseitigt; es fehlt jezt nur noch mündelsicheren Weise nachgesucht worden. Die Gesamtsumme der der Traum von Deutschlands Hilfe gegen Rußland habe stets die § 164 Absatz 1 des J.-V.-G. zulässigen, das heißt im allgemeinen in der Bagdadbahn- Frage Deutschland geschmeichelt; der Beitritt der Bergbau- Gesellschaft Konkordia", der Gewerkschaft Beträge, deren Verwendung in solcher Weise während des Jahres 1902 Politik der Regierung beunruhigt. Jeßt, da es zu spät sei, habe „ Graf Bismarck", der Gewerkschaft Friedrich der Große" und des genehmigt wurde, beläuft sich auf 9064 297 M. Hiervon waren man erkannt, daß dies ebenso ein Traum gewesen sei, wie der Ges Magdeburger Bergiverksvereins. 6 971 400 22.76,9 Proz. für die Errichtung von Arbeiter- Woh- dante eines Bündnisses mit Italien gegen Frankreich. Obgleich die nungen bestimmt. Regierung erft Deutschland geschmeichelt habe, habe sie später doch Bis zum Schluß des Jahres 1902 sind insgesamt die nach mit eingestimmt in das Geschrei gegen Deutschland durch die plöts stehenden Beträge für den Bau von Arbeiterwohnungen verwendet liche Entdeckung der kanadischen Beschwerde. Bowles erklärt hierauf, England sei das Opfer einer agressiven 96 083 633. feitens der Versicherungsanstalten, Politit Deutschlands. Deutschlands Außenhandel im ersten Halbjahr 1903. Nach dem foeben vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Juniheft Der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel betrug im ersten Halbjahr 1908: 1. Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 Kilogramm: 21 723 916 gegen 19 661 309 und 20 768 597 in den beiden Vorjahren, daher mehr 2 062 607 und 955 419. Edelmetall- Einfuhr: 580 gegen 558 und 581. 32 von den 48 Bolltarifnummern zeigen gegen das Borjahr eine Zu nahme der Einfuhr. Unter diesen ragen hervor: Erden, Erze(+764807), Holz 2c.(+897887), Sohlen(+309 048), Getreide und andre Landbau- Erzeugnisse(+289 162), Abfälle+135 408), dann Steine, Erdöle, Baumwolle. Ein erheblicherer Ausfall zeigt sich nur bei Flachs und andern Pflanzenspinnstoffen außer Baumwolle mit einem Rückgang von 22 521 Tonnen. 2. Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 Kilogramm: 18 303 199 gegen 15 789 131 unb 15 048 869 in den beiden Vorjahren, daher mehr 2 514 068 und 8 254 360. Edelmetall- Ausfuhr: 199 gegen 199 und 206. 34 Bolltarif- Nummern zeigen eine gesteigerte Ausfuhr. Unter ihnen ragen hervor: Kohlen 2c. mit über der Hälfte der Gesamtausfuhr und einer Zunahme von 1478 580, Erben, Erze (+609 435), Gifen und Eisenwaren(+327 059), Droguerie-, Apotheter- und Farbewaren(+56 851). Einen starken Ausfall zeigen nur Material c. Waren( 74 252), da die Nohzucker Ausfuhr nach Großbritannien, Britisch- Nordamerika und den Vereinigten Staaten von Amerika beträchtlich abgenommen hat. 3. Einfuhrwerte im 1. Halbjahr 1903 in 1000 Mart( im wesentlichen nach den Vorjahrswerten, jedoch sind für Getreide, Mehl, Wolle, Kammzug, Wollengarn, Baumwolle und Baumwollenwaren besondere Einheitswerte benutzt worden): 3 068 308 gegen 2 839 119 und 2 751 987 in den beiden Vorjahren, daher mehr 229 189 und 816 821. Edelmetalle: 65 338 gegen 57 082 und 70 602. worden: 7 364 595 M. feitens der Kasseneinrichtungen. Die Versicherungsanstalten haben 30,9 Proz., die Staffen einrichtungen 58 Proz. ihrer Gesamtaufwendungen für den Bau von Arbeiterwohnungen gemacht. Zur Frage der Kaufmannsgerichte haben die Beifizer des Gewerbegerichts in Bremen eine Stellung genommen, die recht eigenartig von der Haltung aller übrigen Gewerbegerichts- Beifizer Sie erklärten nämlich in ihrer dieser Frage gegenüber absticht. gemeinsamen Sigung: Unterstaatssetretär des Aeußern Crane borne lehnt es in Beantwortung mehrerer An= fragen ab, sich darüber zu erklären, ob ein geheimer Vertrag mit Deutschland bestehe oder nicht. Im weiteren Verlauf seiner Rede wendet sich unters staatssetretär Cranborne lebhaft gegen die heftigen Angriffe Bowles' gegen Deutschland und sagt, eine Sprache, wie die von Bowles gebrauchte, fönne nur Schaden anrichten. Redner bestreitet, daß die Beziehungen zu Deutschland nur eine Reihe von Fehlern gewesen seien und führt die Zanzibar Angelegenheit an, mit deren Das Gewerbegericht Bremen, das nach der thatsächlichen Regelung unzufrieden zu sein für England fein Grund bestehe. Er Gestaltung der Verhältnisse selbst dem Amtsgericht Bremen eng glaube auch nicht, daß das deutsch englische Uebereinkommen angegliedert ist, indem der Vorsitzende und sein Stellvertreter bezüglich des angtse ein Mißgriff gewesen sei. Es sei zu bes Amtsrichter sind und der Gerichtsschreiber und sämtliche übrige dauern, daß dieses Uebereinkommen von Deutschland nicht ebenso Beamte des Getverbegerichts zugleich Beamte des Amtsgerichts ausgelegt werde, wie von England, das Uebereinkommen habe aber Gutes hervorgebracht. Die englischen und die find, erblickt an sich in dem Anschluß der kauf- mur Eisenbahn Syndikate in China mannsgerichte an die Amtsgerichte eine Gefahr deutschen nicht. Sollte aber mit dem Anschluß an die Amtsgerichte die schienen auf gutem Fuße mit einander zu stehen, keine der beiden Absicht verbunden sein, das für die Amtsgerichte geltende Ver- Parteien habe bei dem Wettbewerbe besseres errungen, als die fahren auch für die Kaufmannsgerichte einzuführen, so spricht andre. In der Frage der Räumung Shanghais habe die das Gewerbegericht Bremen sich hiergegen mit Entschiedenheit deutsche Regierung gewiffe Forderungen gestellt, die von aus, da es der Meinung ist, daß unter dem jezigen amts- der englischen zurüdgewiesen worden seien, und die chinesische gerichtlichen Verfahren das erforderliche Maß an Be Regierung haben den englischen Standpunkt sich zu eigen gemacht. ichleunigung auch nicht annähernd zu erreichen ist. Auf = V Grund des§ 75 Abs. 2 des Gewerbegerichts- Gesezes beantragt Gleiwik, 23. Juli.( W. T. B.) Wie der„ Oberschlesische 4. Ausfuhrwerte im 1. Halbjahr 1903 in 1000 Mart: das Gewerbegericht Bremen, derartigen Bestrebungen die 8u- Wanderer" meldet, find bei einem Heuer der Grube Konkordia 2410 354 gegen 2 223 459 und 2 136 020 in den Vorjahren, daher stimmung zu bersagen und daran festzuhalten, für die heute echte schwarze Pocken festgestellt worden. Der Erkrankte ist mehr 186 895 und 274 334. Edellmetall- Ausfuhr: 50 317 gegen Kaufmannsgerichte diejenigen Borschriften zur Geltung zu bringen, in der Seuchenbarade isoliert, ebenso seine Frau und zwei Kinder. 36.790 und 38 300. 33 Bolltarifnummern zeigen höhere Ausfuhr- die für die Gewerbegerichte Geltung haben." Für die Arbeitsgenossen und alle andren Personen, die mit dem werte, darunter mit einer Zunahme von über 10 Millionen Mart: Zur Erklärung dieser Haltung sei mitgeteilt, daß das Gewerbe- Erkrankten in engere Berührung gekommen sind, ist die SchutzBaumwolle und Baumwollentvaren(+28), Droguerie-, Apotheker- gericht in Bremen schon seit etwa einem Jahrzehnt eng mit dem impfung angeordnet worden. Alle Maßregeln zur Verhinderung und Farbewaren(+12), Eisen und Eisenwaren(+47), Erden, Amtsgericht insofern verbunden ist, als Borsigender, Gerichtsschreiber der Ausbreitung der Seuche sind getroffen. Erze, Edelmetalle(+21), Supfer 2c.(+ 10,3), Papier(+12), usw. des Gewerbegerichts zu gleicher Beit Angestellte des Amts- Mainz, 23. Juli.( B. H.) Der hier als 8 ahlmeister berKohlen(+22). gerichts sind. Das ist natürlich keine„ Angliederung" an das Amts- wendete Aspirant Vicefeldwebel Müller wurde wegen unter. Ueber die Lage der deutschen Brau- Industrie im Jahre 1901/02 gericht in dem Sinne, wie es von intereffierter Seite für die schlagung amtlicher Gelder in Höhe von 7000 r. in äußert sich Wolffs Jahrbuch für die deutschen Aktien- Brauereien und Kaufmannsgerichte verlangt wird. Bisher sollen sich aus untersuchungsarrest abgeführt. Mit den Unterschlagungen, die feit Attien- Malzfabriken wie folgt: diesem Zusammenhang zwischen Amtsgericht und Gewerbegericht ungefähr 1½ Jahren betrieben wurden, stehen in direktem ZuDas Geschäftsjahr 1901/02 brachte den deutschen Attien- Brauereien noch keine Nachteile für das letztere ergeben haben. Benn fammenhang mehrere Urkunden- bez. Bücherfälschungen. wohl einen um 0,05 Mt. für das hektoliter höheren Rohgewinn, da das wirklich der Fall ist, dann hat sich ein solcher Nachteil Trier, 23. Juli.( B. H.) Von der Mosel- Kleinbahn wurde bei gegen blieben sie im Reingewinn und Dividendenertrag etwas gegen bei obigem Beschluß zum erstenmal gezeigt; denn derselbe das Vorjahr zurüd, und zwar verminderte sich ersterer um giebt allen Feinden der Kaufmannsgerichte nicht nur, sondern Kennein Fuhrwert überfahren. Der Wagen wurde zertrümmert, der Fuhrmann getötet. 0,40 roz. und Tegzterer um 0,15 Proz. des Attienkapitals. auch denen der Gewerbegerichte einen Fingerzeig, auf welchem Wege man Junsbrud, 23. Juli.( B. H.) Der Fabrikbefizerssohn Walter Gerste, Malz und Hopfen waren im vergangenen Betriebsjahr allmählich die verhaßten Laiengerichte wieder der zünftigen Juristerei günstig zu faufen, auch Stohlen hatten billigere Preise, da näher bringen tann. Die Arbeitnehmer- Beisiger des Spear aus Nürnberg stürzte vom Schmirner Joch vor den Augen gegen behielten die Löhne ihre seit Jahren steigende Tendenz Gewerbegerichts in Bremen hatten auch ursprünglich die Absicht, feines Vaters ab und blieb tot. bet. Das Wetter war dem Bierverbrauch nicht günstig, ließen doch einen Antrag auf Anschluß der Kaufmannsgerichte an die Gewerbe- Sofia, 23. Juli.( B. H.) Die Regierung erhielt aus Petersdie Frühjahrsmonate und die Beit des Hochfommers, namentlich der gerichte ohne jede Verklausulierung zu stellen; durch den Einfluß des burg die Nachricht, daß infolge der forretten Haltung Monat August, viel zu wünschen übrig. Auch die schon seit langer Herrn vorfizenden Amtsrichters fam oben mitgeteilter Beschluß zu Bulgariens die Reformmächte beim Sultan eine Erweiterung Zeit andauernde allgemeine Depression in Handel und Industrie be- stande. Hoffentlich protestieren die Klassenbewußten Handlungs- des macedonischen Reformwertes durchsezen einflußte den Bierverbrauch sehr nachteilig. gehilfen auch gegen jede Stompromisselei nach Art des Bremer Gut- werden. Berantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. »t. i7o. 20. Mg«.,. KeilM des Jgmiirts" Kerliner UolksdlM. ftti� 24 i"ii 1908 Berliner partei-Hngelegenbeiten. Zur Lokal-Liste! Von dem Personal der Briefumschlag-Fabrik Karl Adolf Berge mann, Alexandrinenhof, Alexaiidrinen- stratze. wird am Sonnabend, den 25. Juli, eine Dampferpartie nach Rauchfangswcrdcr(Lokal Rutkowski) unternommen. Wir machen die Beteiligten darauf aufmerksam, daß das Lokal der Arbeiterschaft zu Versamniungen zc. nicht zur Verfügung steht. Die Lokal-Kommission. Weißens«. Am Sonnabend, den 25. Juli, bleibt die Bibliothek geschlossen, weil an diesem Tage das Sonimerfest im Schloß Weißen- see stattfindet. Wilmersdorf. Die Parteigenossen werden dringend ersucht, am Sonntag, den 26. d. M., vormittags 10 Uhr, recht zahlreich bei Gen. Witte zu erscheinen. Für Nachzügler ist Näheres an der Tafel bekannt gegeben. Grünau. Der Wahlverein hält Sonnabend, den 25. Juli. abends 9 Uhr, in der grünen Ecke seine Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Hildebrandt über: Konsum- genosscnschaften. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. lokales. Mehr Schutzlrnte! Ob wir in Berlin zu viel oder zu wenig Schutzleute haben, darüber kann man die widersprechendsten Urteile hören. Wer an einem sonnenhellen Nachmittag die von Müßiggängern belebten .Linden" in dem Augenblick kreuzt, wo der Kaiser seine Spazier- fahrt machen will, der staunt über die Menge der Schutzleute, die er hier auf kleinstem Fleck versammelt findet. Wer dagegen in dunkler Nacht von später Arbeit oder vom Vergnügen heimkehrend durch die einsamen Vorstadtstraßen eilt und dabei von Strolchen angerempelt oder beraubt wird, der ist davon überrascht, wie dünn doch in Berlin die Polizei gesät ist. Der Unmut über die Ver- geudung von Arbeitskraft und Steuergroschen, die in der Umgebung des Schlosses stattfindet, pflegt in dem Beobachter den Wunsch nach „weniger Schutzleuten" zu wecken. Der Bewohner der Vorstadt bringt seine Entrüstung über die Ohnmacht und Hilflosigkeit, in der er sich den Strolchen gegenüber sah, zum Ausdruck in dem Ruf nach „mehr Schutzleuten". In der letzten Zeit sind aus verschiedenen Stadtteilen Mit- teilungen an den„Vorwärts" gelangt, daß es wieder einmal d a an Schutzleuten gefehlt habe, wo sie sehr dringend gebraucht wurden. So wurde uns vor ein paar Wochen ge- klagt, daß im Friedrichshain und seiner Umgebung die Sicherheit am Abend und in der Nacht manches zu wünschen übrig lasse. Es wurde berichtet von einem im Hain versuchten Ueberfall auf einen Geschäftsdiener sowie von der Beraubung eines auf dem Petersburger Platz eingeschlafenen Arbeiters. Die Räuber seien von herbeieilenden Passanten verfolgt worden, man habe sie aber nicht erwischen können, weil Polizei nicht zur Stelle gewesen sei. Aehnliche Zuschriften, in denen über Unsicherheit in Moabit geklagt wird, find uns in diesen Tagen zugegangen. Ein Leser erzählt, wie er und sein Begleiter am Montag abends um �10 Uhr in der Birkenstraße von mehreren Männern angerempelt und ohne Grund geschlagen worden seien. Einen Schutz- mann, durch den man die Schläger hätte feststellen können, habe man nicht gefunden. Erst nach einer halben Stunde seien zwei zu- gleich erschienen, leider eine halbe Stunde zu spät. Eine andre Zuschrift schildert, wie am letzten Sonnabend ein älterer Arbeiter, der im„Artushof" ein Vergnügen des Eisenbahnervereins mit- gemacht hatte, auf dem Unionsplatz seiner Uhr beraubt und mit Totschlag bedroht worden sei. Polizeiliche Hilfe sei auch hier nicht zu haben gewesen. Am andren Tage soll dem Beraubten, wie in der Zuschrift versichert wird, auf dem Polizeibureau geraten worden sein, ein zweites Mal zur Nacht- zeit nach dem Unionsplatz zu gehen und zu versuchen, ob er nicht die Kerle erwischen könne. Wäre es nicht zweckmäßiger, wenn solche Arbeit von der Polizei übernommen würde? Man kann allerdings nicht verlangen, daß am Abend und in der Nacht an jeder Straßenecke und neben jeder Ruhe- bank ein Schutzmann aufgestellt wird. Dazu würde die Berliner Polizei selbst dann nicht ausreichen, wenn die Schutzleute von Ueberflüssigem entlastet würden, wenn man sie weniger durch Postenstehen bei Spazierfahrten des Kaisers, durch Ueber- wachung socialdemokratischer Versammlungen, durch Patrouillieren vor gesperrten Fabriken in Anspruch nähme und erschöpfte. Aber eine stärkere Berücksichtigung der äußeren Stadtteile ist ein durchaus berechtigter Wunsch.„Mehr Schutz- leute" sind gar nicht nötig, nur„mehr Schutzleute am rechten Ort". Natürlich würde auch bei besserer Verteilung der Polizei über die Stadt noch lange nicht jeder Ueberfall verhütet werde». Wer so unvorsichtig ist, nachts in einem Park oder auf wenig be- lebtem Platz sich auf einer Ruhebank niederzulassen oder gar einzu- schlafen, den kann schließlich auch kein Schutzmann vor Beraubung bewahren. Aber der friedliche Wanderer sollte auch in der Nacht gegen Strolche geschützt sein, nicht bloß in der Friedrich- und Leip- zigerstraße, wo im Glanz der zahlreichen Straßenlaternen die Jugend der Bourgeoisie ihren Dirnenmarkt abhält, sondern auch draußen in den dürftig beleuchteten Autzenvierteln der Stadt, in Moabit, am Viehhof usw., wo die Arbeiterklasse wohnt. Ueber daS Elend der Konfektions- Zwischenmeister bringt das „Fachorgan der Damenmäntel- Schneider- Jitnung" einen einem andern Blatte entnommenen Artikel, aus dem die Welt erfährt, daß die geplantesten aller Erdengeschöpfe die Konfektions-Zwischenmeister sind, während die von diesen beschäftigten Heimarbeiterinnen, die „Mamsells", als ein wahrer Ausbund von Leichtsinn und Uebermut geschildert werden. Man lese nur folgende Stelle des Artikels: „In Wirklichkeit steht der Zwischenmeister zwischen zwei Feuern: weder nach„oben" noch nach„unten" kann er einen Druck ausüben, er ist den Angriffen von zwei Seiten schutzlos preisgegeben. Er geht die„goldene Mittelstraße" und empfängt die Ohrfeigen von beiden Seiten. Während sein Austraggeber an den Lohnen hemmzwackt und bald dies, bald jenes an der Arbeit auszusetzen hat, bald hier, bald dort für„minderwerttge" Arbeit Abzüge macht, können ihn die Chikanen durch die Näherinnen einfach zur Verzweiflung bringen. Die zum Liefertage ver- sprochene Ablieferung der fertigen Arbeit durch die Näherinnen unterbleibt, die Arbeit wird, nachdem sie mehrere Tage nutz- und zwecklos in einem verstaubten Winkel des„Näherinnen- Heims" gelagert, in geradezu„idealem" Zustande zurückgesandt, und glücklich derjenige, dem sie noch zurückgesandt wird, in vielen Fällen kann er nach mehreren vergeblichen Versuchen, die„Arbeiterin" an- zutreffen, endlich den— Pfandschein für die versetzte Ware in Empfang nehmen. Wird von der Näherin eine Arbeit verpfuscht. also in gänzlich unbrauchbarem Zustande abgeliefert, so weigert sie sich meist, die erforderlichen Verbesserungen vorzunehmen. Allen Einwänden begegnet sie mit der stereotypen Redensart: „Trennen thu ick nich", verlangt aber trotzdem den nicht verdienten Lohn. Wehe dem Zwischenmeister, der dann die Auszahlung ver- weigert, er wird mtt Ausdrücken bedacht, die schwerlich in einem „Knigge" zu finden sein dürften. Der Man erhält unter diesen Umständen für die verdorbene Arbeit von seinem Arbeitgeber selbst keinen Lohn, er mutz womöglich noch den Schaden für die unbrauchbar gewordene Ware tragen— thut nichts, der Zwischen- meister ist ein Ausbeuter. An jedem sogenannten Rcchentage mutz der Zwischenmeister im Geschäft erscheinen, oder doch wenigstens einen von ihm bezahlten Boten hinsenden, um seinen Lohn in Empfang zu nehmen. Kein Auftraggeber wird ihm den Lohn durch eigene Boten ins Haus schicken, es sei denn bei Krankheitsfällen... Wenn aber der Näherin dieser Weg nicht paßt, kann sie einfach die Zusendung des Geldes verlangen, sie giebt etwa noch in ihren Händen sich befindende Arbeit nicht heraus, und-- der„Ausbeuter" niuß vor seinen Arbeiterinnen u Kreuze kriechen, ihnen das Geld hintragen und seine Arbeit ab- olen.. Es wäre schade, wenn man an dieser objektiven Schilderung des Elends der Zwischenmeister und des Uebermuts der Heim- arbeiterinnen— die bekanntlich so glänzend bezahlt werden, daß sie ja auch �höchstens einige Tage in der Woche zu arbeiten brauchen— irgendwelche Kritik üben sollte. Wie wir aber aus der betreffenden Nummer des Organs ersehen, hält die Damenmäntelschneider- Innung zu Berlin am Sonnabend, den 25., in der„Neuen Welt" ein großes Sommerfest ab, für das Karten„unter Freunden und Bekannten" zu vertreiben alle„lieben Kollegen" herzlich auf- gefordert werden. Gleichzeitig wird aufgefordert,„bei Zeiten zu arbeiten und zu sammeln, damit der Fahnenfonds uns die Beschaffung eines würdigen Jnnungsbannes gc- stattet". Da wir es trotz der anmutigen Schilderung der Heimarbeiterinnen durch das Organ der Damenmäntelschneider- Innung nicht ganz für ausgeschlossen halten, daß der eine oder andre Zwischenmeister auch an seine„Mamsells" Sommerfest-Karten oder Fahnenfonds-Bons zu vertreiben versuchen könnte, hielten wir es nicht für unangebracht, diesen„Mamsells" durch den Abdruck der obigen Stelle des Artikels zu zeigen, wie man sie sonst einschätzt und öffentlich charakterisiert. Eine Heimarbeiterin, die etwas auf sich hält, wird danach wissen, wie sie sich Sommerfest und Fahnenfonds gegenüber zu verhalten hat! Bei der Berliner Straßcnreinigung halten die Asphalt- b u r s ch e n gewöhnlich nicht lange in ihrer Stellung aus. Wie stark bei ihnen der Stellenwechsel ist. das haben die letzten Monate wieder gezeigt. Für das laufende Verwaltungsjahr 1903 sind im Etat 417 Stellen von Asphaltburschen vorgesehen, wovon bei Beginn des Verwaltungsjahres, am 1. April, 414 Stellen besetzt waren. Im Laus des April schieden 23 Burschen aus, d. h. 5 bis 6 Burschen auf je 100 etatmäßige Burschenstcllen, ivährend 27 Burschen neu eingestellt wurden. Im Lauf des Mai schieden sogar 30 Burschen ans, also 7 Burschen auf je 100 etatmäßige Stellen, wofür nur 27 Burschen neu eingestellt werden konnten. Man kann annehmen, daß im Lauf eines ganzen Berlvaltuugsjahres durchschnittlich zwei Drittel aller Burschenstellen ihre Inhaber wechseln. Bei den erwachsenen Arbeitern der Sttaßenreinigung ist der Wechsel sehr viel geringer. Obwohl für sie int diesjährigen Etat 1284 Stellen vorgesehen sind, wovon am 1. April 1279 besetzt waren, schieden im April nur 14, im Mai nur 12 aus, während in denselben Monaten 16 bezw. 9 neu eingestellt wurden. Von den 133 etatmäßigen Bor arbeiterstellen, die bei Beginn des Verwalttmgsjahres sämtlich besetzt waren, hat in den beiden Monaten keine ihren In- Haber gewechselt. Der Leichenzug zur Beerdigung des Abgeordneten Richard Rösicke wird sich am Sonnabendmorgen um 10 Uhr von der Brauerei Schult- heiß durch die Schönhauser Allee, Lothringer- und Friedenstraße nach dem Pctri-Kirchhos begeben. Am Freitagabend wird die Leiche von der Klinik in der Magdeburgerstraße nach dem großen Saale der Brauerei gebracht. Bauunfälle. Ein bedauernswerter Unfall, welcher den sofortigen Tod des Verletzten zur Folge hatte, ereignete sich am 22. Juli, nachmittags kurz nach 1 Uhr, auf dem Neubali Neue Winterfeldtstraße, der Firma Zadeck gehörig. Der Maurer Ernst Weigelt, Brehme- straße 49 wohnhaft, hat auf diesem Bau die Rüstung für die auf dem Bau beschäftigten Maurer hergestellt. Diese Arbeiten sind recht niannigsaltige. Weigelt war damit beschäfttgt, in die an den Balken angebrachten Anker Ankersplinte zu stecken. Bei dieser Arbeit rutschte Weigelt aus und viel rücklings, 3 Etagen hoch, auf das Dach des im Hofe stehenden Klosetts herunter. Die Bretter dieses Daches zerbrachen durch die Wucht des Schlages. Weigelt wurde von den Arbeitern des Baues aus seiner Lage befreit und verstarb nach wenigen Minuten. Weigelt ist Vater von drei erwachsenen Kindern.— In der Uhlandstraße in Wilmersdorf läßt die Wilmersdorfer Ge- meinde einen Schulhaus-Neubau ausführen. Die Maurerarbeiten hat die Firma Hanuschke, Uhlandstr. 34 wohnhaft, übernommen. Das Material für die Maurer(Steine, Kalkmörtel usw.) wird mittels eines Fahrstuhls hochgebracht. Der Arbeiter Karl Trüget, wohnhaft Charlottenburg, Berlinerstr. 74, war an, Montag, den 22. Juli, nach- mittag circa 3 Uhr auf diesem Fahrstuhl beschäftigt. Zum Schutze für die an diesem Fahrstuhl beschäftigten Arbeiter find in jeder Etage Barrieren angebracht. Trüge! wollte sich an einer dieser Barrieren festhalten, dieselbe gab jedoch, weil mangelhast und schlecht genagelt, nach und T. stürzte ans einer Höhe von circa 8 Meter in die Tiefe, ihm folgte ein beladener Mörtelkasten in» Gewicht von circa 7—3 Centtier nach. Der Bedauernswerte zog sich schwere innere Verletzungen zu. Auf diesem Bau herrschen bezüglich der Abdeckungen noch recht arge Mißstände. Vielleicht zieht man ans den» Unfall die Lehre und beseittgt jetzt diese Mißstände. 200 000 M. unterschlagen. Der langjährige Prokurist der Berliner Getreidefirina Kempner u. Co., Moritz Levy, ist nach Unter- schlagungen in Höhe von 200 000 M. fluchtig geworden. Der Defraudant hat die Veruntreuungen iin lvesentlichei» durch Fälschung von Schlußscheinen und durch Unterfchlagmig ihm anvertrauter Gelder zu Wege gebracht. Moritz Levy war, wie dem„Tag" be- richtet wird, m»t 13 Jahren in das Kenipnersche Geschäft als Lehr- ling eingetreten und hatte es allmählich bis zum Prokuristen der alt- renommierten Getreidefirina gebracht. Bei beiden Chefs besaß er das unbedingteste Vertrauen; er führte in deren Abwesenheit die Geschäfte selb- ständig. Levy war seit vier Jahren verheiratet und Vater dreier Kinder: seine Frau hatte ihm ein nicht unbedeutendes Vermögei» in die Ehe gebracht, dessen Zinsen und sein Gehalt wohl dazu hin- gereicht hätten, dem L- einen guten Lebensunterhalt zu sichern. Aber L. hatte sich schon vor Jahren in Börseuspekulationcn eingelassen, die schließlich dazu führten, daß er Fälschungen in großen» Maßstabe a»ls- führte und sich an srcmdein, ihm anvertrauten Eigentum vergriff. Noch am Montag war Levy im Geschäft thätig. An diesem Tage brachte er seine Familie nach Friedrichshagen, wo sie Sommerwohnung nehmen sollte. Von dort aus richtete L. denn auch ein Schreiben an die Firma, in dem er seine Unterschlagungen eingestand und zu er- kennen gab, daß er fluchten wolle. Er selbst bezifferte seine Ver- untreuungen in diesem Brief auf etiva 200 000 M. So weit die bisherigen Nachforschungen und Revisionen der Bücher ergeben haben, dürfte die Höhe der unterschlagenen Gelder 170 000 bis 200 000 M. betragen. Zu dem jüngst aus Schineberg geineldcten Vergistungsfall, bei welchem zwei Kinder unter vergiftungsähnlichen Erscheinungen qualvoll gestorben sind, schreibt uns unser Berichterstatter: Des in meinem Artikel seiner Zeit genannten Geschäftsinhabers, von dem die genossene Wurst herrührte, hat sich ein warmer Verteidiger, nämlich die„Deutsche Fleischerzeitung", angenommen. Schon in der ersten, damals von mir gebrauchten Spitzmarke jenes Artikels hat die„Fleischerzeitung", ob aus Böswilligkeit oder Unachtsamkeit. in ihrer Wiedergabe das Fragezeichen weggelassen. Jnterpuktioncn scheinen demnach für sie wenig Wert zu haben, wie ja auch ihr Stil in der Notiz ein eigenartiger ist. Daß die be- treffende Wurst, wie der Schreiber sich ausdrückte, Herr Hacker „gemacht" hätte, ist gar nicht behauptet worden, ebenso nicht ein wirkliches Verschulden seinerseits. Oder müssen denn erst ein halbes hundert Erkrankungen unter Vergiftungscrscheinungen erfolgen, um dann von einer„vermutlichen VergisjZmg" zu reden? Kann nicht bei der Zubereitung infolge der Hitze erzeugter Grünspan von ganz »mbedeutender Menge in das Fabrikat gelangen, ohne die ganz« hergestellte Menge zu infizieren? Und sind nicht die bei den Kindern aufgetretenen Symptome gleich im Anfang als mutmaßliche Fleisch- Vergiftung diagnostiziert worden? Haben doch auch bei den Angehörigen sich üble Beschwerden eingestellt, die indes weniger nachhaltig gewirkt haben, während ein drittes Kind ebenfalls schwer zu kämpfen hatte. Wenn nun gar die„Fletscherzeitung" in ihrer Unschuld es so darzustellen versucht, als ob der Tod der unglück« lichen Kinder durch Genuß unreifen Obstes oder gar schädlicher Beeren erfolgt sei, so wollen wir gleich verraten, daß die Eltern selbst den Kindern nur ganz reife Stachelbeeren, von deren Un« verfänglichkeit sie durch eignen Genutz sich überzeugt hatten, ge- reicht haben, und daß das ganze Laubenterrain, wo das fragliche Abendbrot eingenommen wurde, von der Polizei vergeblich nach„schädlichen" Beeren abgesucht wurde. Daß aber unsre Wieder- gäbe, die der„Fleischerzeitung" so„giftig" im Magen liegt, nicht ohne Rückhalt geschah, beweist die A u s f ü l l u n g der Toten- scheine:„Wurstvergiftung".— Und haben wir nicht ge- schrieben: die Sektion wird hoffentlich darüber Aufklärung bringen, ob der Tod durch Wurstgift erfolgt ist? Und sodann das vorläufig negative Ergebnis derselben mitgeteilt?— Die Akten über diesen mysteriösen Fall sind indes noch nicht abgeschlossen, auch wenn die „Fleischerzeitung" hundertmal die Unschuld eines der Ihrigen be« haupten sollte.— Wie aber, wenn dieser Fall einem der sogenannten Marktschlächter passiert wäre?— Was die edle„Fleischerzeitung"' sonst noch an Liebenswürdigkeiten gegen den„Vorwärts" verzapft, läßt uns kalt. Wir werden auch künftig bei jeder Gelegenheit vor keiner Namensnennung zurückschrecken, wenn die Verhältnisse eS gebieten. Die LiebestragSdie, die am Montagabend gegen 11 Uhr da- durch ihren Abschluß fand, daß zunächst die Braut und dann der Bräutigam vom Lützow-Ufer aus ins Wasser sprangen, hat erst jetzt ihre volle Aufklärung gefunden. Am Mittwochmorgen um 77. Uhr wurden nahe am Lützowplatz die Leichen eines stmgen Mädchens und eines jungen Mannes aus dem Landwehrkanal gezogen; es waren die beiden Liebeslertte, der 22 Jahre alte Ingenieur Heinrich Schwartmann, der als ein Sohn eines Kaufmanns in Elberfeld geboren wurde und Behrenstr. 23 wohnte, und des FräuleinS Elisabeth Wolff, 24 Jahre alt. das als eine Tochter eines Privat- mannes in der Kalkreuthstr. 11 wohnte. Beide waren vor etwa Jahresfrist ein Liebesverhältnis mit einander eingegangen, dem Schwartmann— wohl auf Drängen des jungen Mädchens— vor vier Wochen die Verlobung ohne Wissen seiner Mutter folgen ließ. Diese, die jetzt als Rentnerin in Berlin lebt, erhielt bald Kenntnis von der Sachlage und kam nach eingehenidcn Erkundigungen zu dem Ergebnis, daß sie das Verlöbnis nicht billigte. Welche näheren Gründe hier vorliegen, ist nicht bekannt. Die Mutter gewann auch soweit Einfluß auf ihren Sohn, daß dieser vor etwa einer Woche die Verlobung löste. Am Montag, wenige Stunden vor der Kata« strophe, kam die verlassene Braut zu Schwartmann in die Wohnung und bat ihn, er möge noch einmal mit ihr ausgehen. Er ließ sich überreden, und beide gingen anscheinend einträchtig fort. Am Lützow-Ufer, an dem sie sich spät abends befanden, sah das junge Mädchen ein, daß es seine Absicht, das Verhältnis wiederherzustellen, nicht erreichen konnte und sprang vor den Augen des Ingenieurs ins Wasser. Um das Mädchen zu retten, sprang er nach, und beide fanden im Tode die Vereinigung, die ihnen im Leben versagt war. Zwischen zwei Straßenbahnwagen gequetscht wurde gestern nach» mittag am Spittelmarkt der Schaffner Michael M., der den Motor- wagen 1663 der Linie 47O bediente. Er war im Begriff, an der End- Haltestelle am Spittelmarkt den Anhängcwagen abzukoppeln, als ein Straßenbahnzug der Linie 70, in die Endstation einfahrend, auf den Anhängewagen 2614 auffuhr. Dieser wurde gegen den oben erwähnten Motorwagen gedrückt, wobei der zwischen den beiden Waggons stehende Schaffner M. eingeklemmt wurde. Er erlitt eine Quetschung des Brustkastens und anscheinend auch innere Ver, letzungen, die seine Ueberführung nach dem Krankenhause notwendig machten. In der Jungfernheidc erhängt hat sich ein etwa 45 bis 60 Jahre alter Mann, der graue Haare, einen Schnurbart, eine rote gebogene Nase, eine stark behaarte Brust und hohe Sttrn besitzt. An» rechten Ki»öchel hat er eine Narbe. Seine Primdcye trägt das Zeichen C. Sch.— Er trug ein graues Jackett, eine schwarze Weste, eine braun gestreifte Hose, einen schivarzen steifen Filzhut, einen schwarzen Schirin und besaß eine Täschei»uhr ans Messing. Der Mann in HcindSärmcln, der am Sonntag vor dem Hause Köpnickerstraße 18 plötzlich tot umfiel, ist der 60 Jahre alte Obst- Händler Emil Pusch aus der Reichenbergerstraße 62. Infolge eines Herzleidens war er zeitweise geistig nicht klar»md wurde daher von seiner Ehefrau streng überwacht. Während diese glaubte, daß er sich zum Schlaf niedergelegt habe»md sich selbst im Laden aufhielt, ver- ließ Pusch unbemerkt die Wohnung und irrte drei Sttmden lang ohne Ziel umher. Dabei traf ihn in der Köpnickerstraße ein Herz- schlag. Als die Frau am nächsten Morgen das Verschlvinden ihres Mannes der Polizei meldete, erhielt sie die Nachricht von seinem Tode. Die Arbeitcr-Bauge»ossel»schaft Paradies zu Berlin teilt uns mit, daß sie das bei ihrer Begründung im vorigen Jahre geplante Pro- jekt einer Ansiedelung bei Alt-Glienicke hat gänzlich fallen lassen, nachdem sich herausgestellt hat, daß dasselbe für die Zukunft der Genossenschaft verhängnisvoll werden müßte. Dagegen sei es dein neuei» Vorstande gelungen, sich durch Schlußschein ein Grundstück in der Nähe von Grünau bis zum 1. November cr. zu sichern. das nicht nur wesentlich billiger und schöner gelegen ist, sondern auch hinreichend Raun» für circa 1600 Wohnungen biete und in jeder Beziehung die Existenz der Genossenschaft sichert. Der Vorstand sei nunmehr eifrig bemüht, alle technischen Vorarbeiten zu erledigen und alles aufzubieten.>m, die erforderliche Anzahlrmg von 80 000 M. bereit zu halten. In einer Denkschrift gedenke er etwa Anfang September eine genaue Darlegung des großen Projekts zu geben und dadurch die nötigen Anträge für die demnächstige Generalversammlung vorzubereiten. Er hofft, daß die Mitglieder nach Kenntnisnahme der überaus günstigen Sachlage bereit sein werden, die erforderliche Anzahlungssumme aufzubringen. Em«len Nachbarorten. Lichtenberg. Der socialdcmokratische Wahlberein hielt am Dienstag eine Versammlung ab, die in ihrem Verlaus einen interessanten Ein- blick in die AgitationSthättgkcit der Parteigenossen des Dorfes ge- währte.„Die Reichstagswahlen und der Wahlverein" lautete das Thema des. Abends. Der Vorsitzende gab einen Rückblick auf die Parteiverhältnisse des KreiseS und die Wahlerfolge von 1334 ab, um darm darauf hinzuweisen, daß der Wahlkreis Nieder- Barnim als eine sichere Domäne der Socialdemokratic gelten darf, dafür bürge die 1903 abgegebene Stimmenzahl. Der Ort Lichtenberg selbst zählte 10 634 ein- geschriebene Wähler, von denen 8041 ihr Wahlrecht ausübten; für die Socialdemokratte konnten 76 Proz. aller abgegebenen Stimmen gezählt werden. Eine Tabelle der einzelnen Berufe und ihre Be- teiligung an der Wahl gab einen willkommenen Aufschluß über den Grad der politischen Betätigung derselben und einen Fingerzeig, wo politische und gewerkschaftliche Organisationsarbeit einzusetzen hat. Der Vorsitzende wies dann auf das Mißverhältnis der Mitglieder- zahl der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen gegenüber der Zahl der abgegebenen Stimmzettel für die Socialdemokratie hin und empfahl die lebhafteste Agitation für die Organisationen. Der Vertrauensmann teilte ferner mit, daß, obwohl die Gegner in Lichtenberg, dem größten Orte des Kreises, nicht eine Ver- sammlung abgehalten haben, doch 12 Versammlungen der Social- demokratie sich mit der Wahl beschäftigten und 167 000 Flug blätter zur Verteilung kamen. An Unkosten entstanden dem Orte 872 Mark, während die Einnahmen einschließlich der Listen- sammlung. die dem Kreise zufällt. 660 M. betrugen. Außer der Arbeit im Orte leisteten die Genossen die Agitationsarbeit in den ihnen zu- gewiesenen Dörfern und machten zu diesem Zwecke vier Agitations- touren. Nach diesen mit Beifall aufgenommenen Ausführunaen wurde bekanntgegeben, daß vier Mtglieder wegen Nichtbeteiligung an der� Kommunalwahl ausgeschlossen wurden, und der Bibliotheks- kommission 60 Mark zur Drucklegung des Katalogs bewilligt.— Für den neunten Bezirk wurde Genosse Graf als Bezirksführer gewählt. Rrxdorf. Der Cigarrenhändler Georg Haupt aus Rummelsburg wollte an der Ecke der Berg- und Stcinmetzstraße einen in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen besteigen, kam aber zu Fall und zog sich mehrere Verletzungen zu. In der nahen Unfallstation erhielt H. ärztliche Hilfe.— In einer Lanbenkolonie beim Diebstahl von Blumen ertappt wurde der Arbeiter Max Kieschke. Derselbe wurde von einem Schutzmann festgenommen. Wie sich nachträglich herausstellte, hatte K. kürzlich auch einen Schlafstellendiebstahl aus- geführt, wegen dessen er bereits von der Polizei gesucht wurde. Britz. Ein Britzer Original, der in weitesten Kreisen bekannte Drehorgelspieler Hermann Burscheck, hat gelegentlich des Knappschasts- festes in Rüdersdorf einen schrecklichen Tod gefunden. Vurscheck, ein alter Mann mit verkrüppelten Beinen, war mit seinem auf einem Handwagen ruhenden Leierkasten zu dem Feste nach Riidersdorf ge- kommen, um dort sein Gewerbe auszuüben. Als er nun abends über den Fahrdamm wollte, geriet er mit seinem Instrument in der Finsternis unter den nach Erkner fahrenden Omnibus, dessen Räder d"~"•--.... Burscheck war den Unglücklichen und sein Instrument'zermalmten. mf der Stelle tot._ Gend�ta-Zeitung» Wegen Herausforderung zum Zweikampfe mit tödlichen Waffen hatten sich gestern vor der neunten Strafkammer des Landgerichts I der Student Johann P e tz e l und der Referendar Max Kreuz b e r g zu verantivorten, während ein dritter Angeklagter, der Kauf- mann Franz P e tz e l, Bruder des Erstgenannten, der Kartell- trägerei beschuldigt war. An einem Februar-Abend geriet der An- geklagte im„Kasino" in Charlottenburg mit einein Herrn wegen einer geringfügigen Veranlassung in Meinungsverschiedenheit. Wie Petzel behauptet, habe der Mitangeklagte Kreuzberg sich un- befugterweise hineingemischt und sein Verhalten in einer Art kritisiert, die ihn zu einer schroffen Erwiderung hingerissen habe. Nun sei es zwischen ihnen zu gegenseitigen Beleidigungen ge- kommen. Am folgenden Morgen habe er dann seinen Bruder, der Reservelieutenant sei, zu Kreuzberg geschickt mit dem Auftrage, denselben auf geschliffene Säbel zu fordern, falls er sich nicht zu einem Widerruf der ausgeswtzenen Beleidigung bereit finden lasse. Kreuzberg habe seinen Widerruf davon abhängig gemacht, daß er, Petzel, sich vorher bei ihm entschuldige, und daran sei der Vergleich gescheitert. Kreuzberg habe darauf die Forderung angenommen. Es sei aber nicht zum Austrag des Ehrenhandels gekommen, denn durch ein anonhmes Schreiben sei die Polizei benachrichtigt worden, die dem Duell hindernd entgegengetreten sei.— Der Vorsitzende, Landgerichts-Direktor Kanzow, versuchte noch im Termin vergebens, «ine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen. Der Staatsanwalt beantragte gegen die beiden Duellanten je 1 Monat, gegen den Kartellträger 2 Wochen Festung, während der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Davidsohn, für eine gelindere Strafe eintrat. Das Urteil lautete gegen Johann Petzel und Kreuzberg auf je 14 Tage, gegen Franz Petzel auf drei Tage Festungshaft. Unlauterer Wettbewerb. Einen Ausverkauf zu Fabrikpreisen hatte der Schuhwarenhändler David in Charlottenburg angekündigt. Auf Anzeige der Schuhmacher-Jnnung wurde gegen ihn Anklage wegen Vergehens gegen das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb erhoben. Das Landgericht II als Berufungsinstanz sprach ihn jedoch frei, und zwar deshalb, weil der Angeklagte die fraglichen Schuhe zu Preisen verkauft hatte, die eine Privatperson ungefähr zahlen mutz, wenn sie in der Fabrik selber kauft, wie das zuweilen geschieht. Thatsächlich hat der Angeklagte. der besonders gut einkaufte, noch weniger bezahlt, als andre Händler, und bei dem„Ausverkauf zu Fabrikpreisen" noch nennenswerte Verdienste erzielt. Das Landgericht meinte, wenn bei solchem Ausverkauf von Fabrikpreisen gesprochen werde, so seien das Preise, die der einzelne Käufer aus dem großen Publikum in der Fabrik zahlen müßte. Der Strafsenat des Kammergerichts hob die Vorentscheidung auf die Revision der Staatsanwaltschaft wieder auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung an das Landgericht zurück. Begründend wurde ausgeführt, das Landgericht habe den Begriff „Berkauf zu Fabrikpreisen" unrichtig gewürdigt. Wenn ein Händler einen großen Ausvorkauf ansetze und sage„Verkauf zu Fabrik- preisen", so verstehe der Laie, daß der Käufer nrcht mehr zahlen solle, als wie der Verkäufer selber dafür in der Fabrik gezahlt habe. Also liege die Annahme einer unwahren Behauptung nahe, die den Anschein eines besonders günstigen Angebots zu erwecken geeignet sei. Das Landgericht müsse näher darauf eingehen.. �. y Mit der etwas sonderbaren Streitfrage, ob m,t Maden durch- setzte- Backobst zu den verdorbenen Genutzmitteln zu zählen sei. hatte sich gestern die sechste Strafkammer des Landgerichts I zu be- schäftigen. Am 6. Februar d. I. kaufte der Tischler A. in einer Obsthandlung eine Quantität Backobst, welches sich als vollständig madig erwies, so daß es nicht zu genießen war. Der Leiter des Geschäfts, welcher das Backobst zuvor hatte mischen lassen, ver- weigerte die Zurücknahme, weshalb Anzeige erstattet wurde. Im gestrigen Termin hatten drei Sachverständige ihr Gutachten abzugeben Während der Polizeichemiker Dr. Juckenack und der Obst- Händler Louis Kühn darin übereinstimmten, daß das fragliche Back- obst ungenießbar, verdorben und ekelerregend ser. weil es voll- ständig mit Maden und deren Abgängen durchsetzt gewesen, war der Obsthändler Hermann Schäfer der Ansicht, daß das Obst nicht als ungenießbar und verdorben zu erachten fei. weil es durch Ab- waschen genügend gereinigt zu werden vermöge. Dies sei die vorherrschende Ansicht in den Kreisen der Obsthändler. Das Schöffengericht hatte den Angeklagten wegen fahrlässiger Ueber- tretung des Nahrungsmittelgesetzes zu 26 M. Geldstrafe verurteilt und die Berufungsstrafkammer bestätigte das Urteil des Vorder- richters._ GewerkrebaftUebea. Berlin und Umgegend. Mit den Streiks in den Minkin-Wcrken und der Schöningschen Eisengießerei zu Reinickendorf beschäftigte sich am Mittwoch iin „Kolberger Salon" eine stark besuchte Versammlung der Former und Gießereiarbeiter. Stach einer ausführlichen Klarlegung der im„Vorwärts" bereits bekannt gegebenen Ursachen der Aus- stände und der Mitteilung, daß alle Einigungsversuche mit den dem Kühnemänner-Verbande angehörigen Firmen bisher gescheitert sind, wurden beide Streiks als durchaus berechtigt anerkannt. Einer An- regung zufolge präzisierte die Versammlung ihre Stellung zu der Frage, ob auch in andren Betrieben die Schöningsche Streikarbeit zu verweigern sei, in einer gegen wenige Stimmen angenommenen Resolution dahin, daß aus taktischen Rücksichten von einer geschlossenen Verweigerung der Streikarbeit vorläufig A b st a n d zu nehmen sei. Beide Streiks stehen für die Ausständigen ziemlich günstig, da sich nur wenig oder gar keine Arbeitswilligen gefunden haben. Die in Frage kommenden Organisationen erklärten sich mit den Streikenden völlig solidarisch. Die Kürschner haben nun die Sperre über die Werkstätten der dem Verein der Pelzwaren-Fabrikanten und der Innung angehö Unternehmer aufgehoben, nachdem mit diesen beiden Arbeitgeber Organisationen vor dem Gewerbegericht eine Einigung zu stände gekommen ist. Der Kampf soll sich nunmehr der Hausindustrie der Pelz- und Mützenbranche zuwenden, bis auch hier die Forderungen schriftlich anerkannt sind. Ventfcbes Reich. Meister, welche„Arbeitswillige" nicht loswerden könne», sind das neueste Bild auf dem socialen Schlachtfelde. Die hannoversche Bauunternehmer möchten ihre geliebten Galizier gern abschieben, aber als diese zum Bahnhof gebracht werden sollten, weigerten sie sich, dorthin zu gehen. Die Meister drangen in das Massenquartter der Leute ein und versuchten sie hinauszutrciben. Das ist aber nicht gelungen. Die Galizier wählten eine Kommission von elf Mann. die in Gemeinschaft mit dem Arbeitersekretär Schräder beim Senator Fink wegen Lieferung von Lebensmitteln vorstellig geworden ist. Senator Fink verwies sie zunächst an das Baugewcrkenamt und auf den Klageweg. Als aber Schräder darauf aufmerksam machte, daß die Leute sofort Essen haben müßten, da das Baugewerkenamt nicht mehr für Essen sorge, versprach Senator Fink, das Baugewerkenamt aufzufordern, die Leute mit Essen zu versorgen, da es sonst die Armenkasse auf Kosten der Innung thnn werde. Die vorherige Fürsorge der Arbeitgeber ist in eine unerhörte Brutalität verwandelt. Man hat den Leuten gesagt, wenn sie nicht ohne Geld und Lebensmittel reisen wollten, würde man sie acht Tage einsperren und hungern lassen! Die Unternehmer verlangen. daß der Maurer Josef Cieply arrettert werden solle, dieser sei' der Schlimmste, wenn er arbeiten wollte, gingen die andren von selbst mit. Die Arbeiter verlangen Lohn vom 13. Juli ab und freie Reise bis nach ihrer Heimat, während der Arbeitgeberverband sie nur bis zur Grenze bringen will. Einzelüe der Leute haben drei, fünf oder auch bis zu zehn Mark bekommen, eine Anzahl aber noch keinen Pfennig, dagegen hat das Bau gewerkenamt an den Vermittler, an den Agenten Rahmer Abraham. für jeden Mann fiinf Mark bezahlt. Ein Mitarbeiter des Hannoverschen„Volkswille" ist trotz der strengen Uebcrwachuug der Leute zu ihnen in ihr Massenquartier gelangt und schildert seine Erlebnisse dorsielbst wie folgt: „Der Zweck unsres heimlichen Dortseins war vornehmlich, eine Unterredung mit den Galiziern herbeizuführen. Das war auch nicht so leicht, da die Leute uns zunächst nicht kannten und auch von unfrei Anwesenheit wenig Notiz nahmen. Erst als wir einige Flug blätter in polnischer Sprache austeilten, die mit eigentümlicher Scheu sofort in den Kleidungsstücken der Leute verschwanden, ge- wannen sie zu uns Zutrauen. Wir folgten einigen der Leute in ein Zimmer im ersten Stock des Gebäudes an der Edenstraße und befanden uns zu unsrer Genugthuung unter Parteigenossen Diese teilten uns mit, daß sie s e l b st organisiert seien und nie hierher gekommen wären, wenn man ihnen gesagt hätte, daß hier ein Zimmcrerstreik herrsche und die Maurer ausgesperrt wären „Wir sind schändlich betrogen, man hat uns gesagt, hier müßten Bauten für das B u u d e s s ch ü tz e n f e st und eine Weltausstellung t!) gebaut werden, die hiesigen Leute reichten zur Fertig st ellung der Bauten nicht aus, nirgends seien welche zu bekommen und da hätten sich die Meister an uns gewandt." So sprachen die Galizier Schon an dem Polizei-Aufgebot bei ihrer Ankunft hätten sie er- kannt, um was es sich hier handle. Sie dächten gar nicht daran, hier Streikbrecher zu spielen. Wir wurden er- sucht, an die socialdcmokratische Zeitung in Krakau, den „Vorwärts", eine Depesche abzusenden mit der Warnung vor Hannover. Die Meister hätten sich den Galiziern gegenüber geäußert, noch mehr Leute aus jener Gegend holen zu wollen Um das möglich zu machen, wären die Meister mit einem Schreiben an die Galizier herangetreten, in ivelchem stand. daß es letzteren hier sehr gut gehe. Das Schriftstück sollten sie unterzeichnen und die Meister wollten es dorthin schicken, um die Anwerbungen leichter zu haben. Die Unterschrist unter das Schrift st ück ist verweigert worden. Schilderungen über die Reise nach hier wiederzugeben, können wir uns versagen, nicht aber die Aeußerungen über die Zukunft dieser Armen. Sie erzählten, daß sie alle in ihrer Heimat in f e st e r Arbeit g e standen hätten, und wenn sie nach Hause kämen, würden sie arbeitslos sein, da ihre Stellen sofort wieder besetzt wurden. Die Handlungsweise der hiesigen Meister wurde in einer Form kritisiert, die sich hier nicht wiedergeben läßt. Trotz aller in ihrer Heimat üblichen Unterdrückung und menschen- unwürdigen Behandlung, die in Galizien sprichwörtlich ist, fanden sie die Charaktereigenschaften der Schlachzizen dortselbst nicht so verwerflich als die der Agenten, die sie hier hcrgelockt haben. Welch' furchtbare und traurige Zustände in Galizien herrschen mögen, ergiebt sich schon daraus, daß die Leute zitternd fragten, ob sie denn auch durch Militär fortgebracht würden. Vor der Polizei haben sie große Angst. Sie wissen nicht, woran sie ind, denn sobald einmal einer die Kaserne verläßt,>vie es am Sonntage geschehen, so wird er durch den Schutzmann ein gefangen und wieder zurückgebracht. Deshalb ind sie der Meinung, daß sie dort nur gefangen gehalten würden. Welchen Begriff mögen diese galizischen Arbeiter nun von der viel gepriesenen preußischen Freiheit bekommen haben? Gestern war die Stimmung der Galizier eine gedrückte. Die Nahrungsmittelversorgung ist nicht mehr die reichliche vom Sonn- abend; Montagabend hatten sie nur noch Brot und Bier. Nun >ollen sie am Mittwoch morgens um 6 Uhr abreisen. Sie erklärten aber, nur am Tage abfahren zu lvollen, damit sie ihren hiesigen Genossen und Kollegen noch ein mal die Bruderhand drücken könnten. Auch wollen sie erst ihre Lohnangelegenheit geregelt wissen; für die Tage, an denen sie hier und aus der Reise liegen, verlangen sie selbstverständlich bezahlt." Auch mit Holländern haben die Herren Unternehmer kein Glück. Sieben von diesen, welche auf ein Zeitungsinserat hin angekommen lvaren, erklärten sofort, die Arbeit nicht aufnehmen zu wollen und warnten zehn weitere Kameraden telegraphisch davor, die Reise nach Hannover anzutteten. Und die internationale Solidarität, sie ist doch kein leerer Wahn I Die MaurerauSsperrung in Mainz soll nicht so leicht in Ver- gessenheit bei den Beteiligten geraten. Die Herren Unternehmer nämlich wollen ein zufriedenes Zusammenleben mit ihren Arbeitern nicht. Sie haben 54 Manrer auf eine schwarze Liste gesetzt, weil diese ihnen im Kampfe mit den Arbeitern besonders unbequem waren. Zur Ausführung der Unternehmerrache wurden die von den Herren bestallten Antreiber, die Poliere, ansersehcn, und diese, selber doch nichts als Maurer, geben sich in ihrer Mehrzahl auch ruhig dazu her, gegen ihre Klassengenossen im Dienste des Unternehmer- tums die Hungerpeitsche zu schwingen. Als in einer Versammlung der Poliere die anständigeren unter ihnen den Antrag stellten, von der„schwarzen Liste" keinen Gebrauch zu machen, lehnte die Mehrheit diesen Antrag ab; mir dazu verstand man sich, 20 Namen von der Liste abzusetzen.— Wenn dann die Arbeiter einmal, durch ihre Organisation stark gemacht dazu, die Entlassung solcher Sklaven- treiber verlangen, dann schreit die Unternehmcrpresse über„Terra- rismus", obgleich eS sich um nichts als um einen Akt der Notwehr handelt. ' Von einem Streik„Arbeitswilliger" wird auch au? Reu» st r e l i'tz berichtet. Dort haben ungefähr 20 italienische Maurer. welche als Streikbrecher importiert worden sind, die Arbeit nieder- gelegt, weil sie von ihrem Polier behandelt wurden, wie es Streik- brecher wert sind. Von den ausgesperrten 257 Maurern in Stendal find 165 ab- gereist, so daß die Streikkasse nur noch 92 Personen zu unterstützen hat. Circa 50 Mann reisen in den nächsten Tagen noch ab. Die Ausgesperrten haben den Unternehmern mitgeteilt, daß sie einen Stundenlohn von 40 Pf. fordern werden, falls bis zum 24. Juli die Aussperrung nicht aufgehoben ist. Die Lohnbewegung der Zimmerer in Breslau hat mit einem Erfolg geendet. Vor dem Gcwerbegericht kam eine Einigung zu stände, wonach von nächster Woche ab ein Stundenlohn von 47 Pfg., von Pfingsten 1004 ab ein solcher von 50 Pfennig gezahlt werden soll. Der Verttag soll bis Pfingsten 1006 gelten. Der Streik der Ziehcr in der Hutfabrik der Gebrüder Hehmann in Breslau ist als aussichtslos aufgehoben worden. Es verbleiben noch 13 Gemaßregelte. Husland. In den Streik eingetreten sind die Maurer und Handlanger in Genf, nachdem die Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung sowie Abschluß einer Tarifgemeinschaft abgelehnt worden sind. Die Unternehmer haben die Arbeiter auf das sine..- tiche Schiedsgericht aufmerksam gemacht, wohin die Sache gehöre. Allein die Arbeiter haben die Anrufung des Schiedsgerichts ab- gelehnt, weil das Verfahren vor demselben zu langsam gehe. Das» selbe beansprucht inklusive der Wahl der Delegierten 10 bis 14 Tage. Der Streik wurde am Sonntag in einer von 1500 bis 1800 Arbeitern besuchten Versammlung beschlossen, die Gesamtzahl der Maurer und Handlanger in Genf beträgt indes 4000 bis 5000, die Zahl der übrigen Bauarbeiter 7000 bis 8000. Sehr wahrscheinlich hat der Umstand, daß sich der Anarchist und Generalstreik-Apostel Bertau sehr geschäftig um die Maurer bemüht, den staats- und gesellschaftsretterischen Staatsrat veranlaßt, sofort nach Bekanntwerden des Streikbeschlusses eine Sitzung abzuhalten und die Ergreifung von Maßregeln zu beschließen. Die Gendarmen in den Landgemeinden wurden in die Stadt berufen. Bis jetzt sind, wie dem„Grütlianer" aus Genf gemeldet wird, die Sympathien der öffentlichen Meinung auf scite der Arbeiter. Die MaffcnanSsperrung in Schweden. Der Verband des schwedischen Eisen- und Metallarbeiter- Ver- bandes, des Gießerverbandes, des Holzarbeiter- Verbandes, deS Grob- und Fabrikarbeiter-VerbandeS sowie der Vorstand der Landes- organisation der Gewerkschaften haben gemeinsam dem Haupt- vorstand der Werkstattvereinigung einen Vorschlag zur Herbeiführung einer Lösung der der Aussperrung zu Grunde liegenden Streitig- leiten übermittelt. der darauf hinausgeht, daß eine gemein« same Konferenz zwischen den Vertretern der Werkstattvereinigung und der bei der Aussperrung in Betracht kommenden Gewerk- schaften abgehalten werde und daß Streitpunkte, die dort nicht er- ledigt werden, in letzter Instanz einem Schiedsgericht überwiesen werden, über dessen Zusammensetzung die Parteien zu bestimmen hätten.— Der Vorstand der Werkstatt-Vereinigung hat den Empfang des Schriftstückes bestätigt und sollte sich, wie berichtet wird, in einer Sitzung am Mittwoch, also gestern, damit befassen. An der Besprechung mit dem Stellvertreter des Ministers des Innern, I u st i z m i n'i st e r B e r g e r, hat nicht nur, wie wir einer Depesche nach mitteilten, der Vertreter des Gicßerverbandcs teilgenommen, sondern außer Blomguist, Blomberg vom Eisen- und Metallarbeiter-Verband, sowie Lindguist von der Landesorganisation der Gewerkschaften.„Socialdemokraten" schreibt über die Be« iprechung:„Wir begehen ganz gewiß keinen Vertraucnsmißbrauch. wenn wir erwähnen, daß Staatsrat Berger sich lebhaft dafür inter« essierte, daß die fraglichen Verhandlungen sobald wie möglich zu lande kommen möchten, und daß er die Berechtigung der Forderung der Gewerkschaften, daß solche Verhandlungen stattfinden sollten, mir einen wirklich dauernden Frieden zu verbürgen, anerkannte."— Versammlungen. Vierter Wahlkreis. Der Wahlvcrein de? vierten Berliner Reichstags- Wahlkreises„Süd- Ost" hielt am Dienstag eine stark besuchte Mitgliederversammlung im Bereinshause Süd-Ost. Wal- dcmarstraße, ab. Genosse Dr. Curt Freudenberg referierte über„Zwischen den Wahlen". Ter Vortragende erntete für seinen höchst interessanten Vortrag stürmischen Beifall. Der Referent schloß eine Ausführungen mit den Worten: Der Sieg, den wir am 16. Juni errungen haben, darf uns nicht ausruhen lassen auf unsrcn Lorbeeren, sondern er sei der Ansporn, daß wir die 3 Millionen NichtWähler und die 6 Millionen, die gegen uns gestimmt haben. aufklären, um dieselben für unsre Ideale zu gewinnen I In der Dis- kussion sprachen die Genossen Tolksdorf und P e t c r e i t und wiesen auf die Bedeutung der kommenden Stadtvcrordnetenwahlcn hin. Letzterer wünschte, daß der„Vorwärts" in Bezug auf die Wahl elbst mehr Aufklärung bringen möge. Nachdem unter Verschiedenem einige Angelegeicheiten ihre Erledigung gefunden, schloß der Vor-� itzende Genosse Hoffmann die imposante Versammlung. Verband des technischen Bühnen-Personals. Verhandelt wurde: 1. der Vorstandsbericht, 2. der Kassenbericht, 3. Verbandsangelegen- heilen, 4. Verschiedenes. Der Kassenbericht wies am 18. Juli 1003 einen Bestand von 053,10 M. auf. Unter Verbandsangelcgcnheiten wurde mitgeteilt, daß die Direktion des Schiller-Thcaters Berlin O. und N., sich in anerkennenswerter Weise bereit erklärt hat, ihren Bühnenangestellten während der 4— 6 Wochen Sommerfcricn die Hälfte der Gagen ohne Gegenleistung zu zahlen. Bei Verschiedenem wurde eine Anregung zur Diskussion gestellt wegen Anschluß des Verbandes an den Holzarbeiter-Verband und eine Kommission ge- wählt, welche die ersten Schritte unternehmen soll. Eine allgemeine Klempnerversammlung fand am Dienstag in der Berliner Ressource statt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Bericht vom zweiten Bauarbeiters chutz-Konqreß hielt Weitzel das Referat. Er schilderte den Verlauf und die Ergebnisse der Verhandlungen und hob unter anderm hervor, daß eine gründliche Besserung im Bauarbcitcrschutz nur erreicht werden kann, wenn wirklich sachverständige Kontrolleure, die auch die Macht haben müßten. Bauten mit nicht vorschriftsmäßigen Schutzvor- richtungcn zu inhibieren, mit der Aufsicht bettaut werden. Auch von den nachfolgenden Rednern wurde die Forderung nach sachver- tändigen, aus dem Arbeiterstande hervorgegangenen AufsichtS- bcamtcn zum Ausdruck gebracht. Ferner wurde von I c z i v- o w s k i über eine Bautenkontrolle berichtet, die er im Auftrage der lokalen Bauarbeiterschutz- Kommission ausgeführt hat. Auf vielen Neubauten hat der Redner Rüstungen vorgefunden, die durchaus nicht vorschriftsmäßig waren, und oft waren auch weder Fangleine noch Gurt vorhanden. Noch viel schlimmer aber waren die Verhältnisse, die der Redner auf den Umbauten und Reparatur- bauten vorfand. Hier fehlte es oft an jeglicher Schutzvorrichtung. Im weiteren Verlauf der Diskussion wurden von mehreren Rednern Fälle mitgeteilt, wo durch Mangel an Schutzvorrichtungen das Leben der Bauarbeiter in leichtsinnigster Weise aufs Spiel gesetzt wurde und tödliche und schwere Unglücksfälle die Folge waren. Der Vqr- itzende D i e s n e r forderte die Anwesenden auf, dafür zu sorgen daß alle Fälle mangelhafter Rüstungen sofort dem Bureau der Gewerkschasts- Kommission'. Engelufer'US ne- meldet werden, sofern die betreffenden Arbeiter nicht selbst dagegen vorgehen könne». Darauf gab Cohen den Bericht de r Schlichtungs-Kommission, die auf Grund des mit den Klcmpnermeistcrn abgeschlossenen Tarifvertrages eingesetzt worden ist. Die Kommission hat erst eine Sitzung abgehalten. Seitens der Vertreter der Arbeitgeber wurde hier der Versuch gemacht, den "ans l> auszulegen, als ob es zulässig sei, auf Grund privater Ab- Briefkaften der Redaktion. P. S. Die Summe der Reichsschulden betrug 1902 2933 Millionen. Das Vermögen des Papstes iſt auf 30-40 Millionen Lire geschätzt worden, Einige Amerikaner werden als genaues ist uns jedoch nicht bekannt. Milliardäre( 1 Milliarde 1000 Millionen) eingeschätzt. Juriftifcher Teil. -machungen Gesellen, die bereits zwei Jahre ausgelernt haben, für| Interesse liegt, wenn alle gezwungen werden, den Tariflohn zu be-| trag von der Versicherungspflicht zu befreien. Den Antrag richten Sie an 55 Pf. Stundenlohn zu beschäftigen. Demgegenüber wurde von zahlen. Die beiden Fälle sind von der Organisation untersucht den Magistrat, Abteilung für Invalidenversicherung, Breitestr. 24a.-.., den Gehilfenvertretern aufs deutlichste betont, daß unter keinen worden, wobei es sich herausstellte, daß in einem Falle die Angaben Spandau. 1. Nein. 2. Ja. 3. Nein. 4. Erwirten Sie das Armenrecht. -. B. 100. Beide baben den Behörden gegenüber die AbmeldungsUmständen bei Gehilfen, die schon zwei Jahre ausgelernt haben, der Meister unzutreffend waren, da dort der Lohn nicht unter pflicht. P. E. 69, A. W. 1 und 2, S. 100, R. R. 24. Nein. unter dem Minimallohn von 60 Pf. bezahlt werden darf, und daß 60 und 65 Pf. beträgt. In dem andren Falle handelt es sich um ein Dessauer, Recht 10, Paul 1000 1-3. Ja. N. W. Sie können ein dem widersprechende Abmachungen als Verstoß gegen den Tarif Geschäft, wo 30 Arbeiter beschäftigt werden, wovon aber nur Gesuch um Entbindung von der Vormundschaft und Verlegung des Termins anzusehen sind. Mit den wirksamsten Mitteln soll gegen derartige 7 Selempner sind. Sie erhalten 55 bis 60 Pf. Lohn, ein Aus- an das Gericht richten. N. 29. Wenn feinerlei Anerkenntnis( Renten Verstöße vorgegangen werden. Aber die Gehilfen sollten sich auch gelernter erhält 50 Pf. Selbstverständlich wird die Organisation zahlung, Versprechen zu zahlen u. dergl. vorliegt, ist die im Jahre 1900 selbst nicht dazu hergeben, billiger zu arbeiten. Auf den im Tarif in allen solchen Fällen für Abhilfe sorgen. Diesner teilte für nicht zum Betriebe entnommene Waren entstandene Forderung seit dem 1. Januar d. J. verjährt. Nein. G. P., L. St., F. 5. 100. festgesetzten Minimallohn steht ihnen ein flagbares Recht zu. Die hierzu noch mit, daß der Obermeister Berger nicht mehr A. N. 13. Der Steuerbeamte hat durchaus seiner Instruktion entsprechend Konstituierung der Schlichtungs- Kommission ist unter Vorsitz des als 55 Pf. zahlen will und deswegen meist solche Gehilfen beschäftigt, gehandelt. J. 2. 3. 1 und 2. Ja. 3. Lassen Sie es auf eine Klage Gewerberichters v. Schulz vor sich gegangen. Seitens der Arbeit die noch nicht zwei Jahre ausgelernt haben. In die Agitations- ankommen. Th. G. 1-3. Liegt kein schriftlicher Lehrvertrag vor, so geber waren zu dem unparteiischen" Vorsitzenden Komission wurden Siegler und Buksch gewählt. fönnen Sie ohne jeden Grund Ihren Sohn aus der Lehre nehmen. Die der Kommission Personen vorgeschlagen worden, die von den Central- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Polizei ist dann zur Rückführung nicht berechtigt. Liegt ein schriftlicher Ber Arbeitnehmern nicht als unparteiisch angesehen werden konnten. Freitag, den 24. Juli, abends 8 Uhr, Fruchtstr. 36a: Versammlung. trag vor, so müssen Sie beim Gewerbegericht aus den von Ihnen an War doch einer davon sogar Vertrauensmann des Kühnemännergeführten Gründen auf Aufhebung des Vertrages flagen. 4. Ohne den Bassus des Kassenstatuts wörtlich und ohne Ihre Beschäftigung( HandlungsVerbandes! Nachdem von den 3 von den Arbeitgebern, sowie aus gehilfe, Werkmeister, Geselle?) zu kennen, ist eine Beantwortung unmöglich. den 3 von den Arbeitnehmern vorgeschlagenen Personen je 2 aus G. M. 5. Wenn Ihre Vereinbarung dahin ging, das Los( nicht nur geschieden waren, mußte das Los über den Amtsrichter Hennig und einige Klassen) zusammen zu spielen, so ist der eine zur Zahlung seines den Hutfabrikanten Bernhardt entscheiden. Es fiel auf den von Anteils, der andre auch dann zur Gewinnauszahlung verpflichtet, wenn jener die Klasse noch nicht bezahlt hatte. A. W. Der Erfolg der Bea den Arbeitnehmern vorgeschlagenen Herrn Bernhardt, der sich auch bereits zur Annahme des Amtes bereit erklärt hat und dessen rufung hängt davon ab, ob man dem Schußmann Glauben schenken wird. Die Berufung ist deshalb nicht sehr aussichtsvoll, zu einer Zurücknahme ist Person, wie der Redner ausführt, durchaus die Garantie bietet für eine unparteiische Leitung der Verhandlungen der Schlichtungs- von 72 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends zu raten. Kommission. Mehrere Arbeitgeber haben, wie der Redner weiter Recht 10. Erbetene Auskunft ist etwa vor zwei Tagen schriftlich erausführt, dadurch gegen den Tarif verstoßen, daß sie am Sonnabend teilt. E. F. 1. Aber! Ein einmal aufgelöster Reichstag existiert nicht vor Pfingsten mittags Feierabend machen ließen und dann einen mehr, kann also nicht abermals aufgelöst werden. Der dann gewählte Reichshalben Tag Lohn in Abzug brachten. Die Sache soll in der nächsten tag fann wiederum aufgelöst werden und so fort 100, Mainzerstr. 8. Sigung der Schlichtungs- Kommission erledigt werden. Die Ver- Wenn Ihre Unfallrente wenigstens 116 M. jährlich beträgt, so können Sie treter der Arbeiter werden darauf dringen, daß der halbe Tag nach einen Antrag auf Befreiung von fernerer Klebepflicht an die untere Ver- Stationen bezahlt wird. Weiter teilte der Redner mit, daß die Innung be- waltungsbehörde( Berlin, Magistrat, Breitestr. 24a) richten. Da Sie in schlossen hat, den Altgesellen Weißel von ihren Sitzungen dritter Klasse kleben, so steht Ihnen erst dann neben Ihrer Unfallrente eine Alters- und Invalidenrente nicht zu, wenn diese mit Ihrer Unfallrente zuauszuschließen und deswegen eine Eingabe an die Gewerbedeputation sammen 600 m. jährlich übersteigen würden. Es ist daher in Ihrem Falle Swinemde. 762 WSW 1wolfen! 17 Haparanda 760 ND des Magistrats gerichtet hat mit der Begründung, Weißel komme wohl praktischer weiter zu fleben. Zurüderstattet wird von den Klebebeiträgen Hamburg seinen Verpflichtungen als Altgeselle nicht nach und hätte diese nichts O. P. 28. Ein Recht auf Aufnahme in eine Heilanstalt steht Berlin seine Funktion dem Deutschen Metallarbeiter- Verband übertragen. Ihnen nicht zu. Ein dementsprechender Antrag ist abgelehnt. A. H. Frankf.a.M. 759D Die Gewerbedeputation hat das Schriftstück dem Altgesellen zur 1. Wenn er dritte Stlasse geklebt hat, ja:„ Arbeiterrecht" S. 316 und 317. 2. Nein. München Diese Sache wird ebenfalls die - W. 2. 20. Ist Ihr Bruder als Kleinbesitzer selbst versichert, so muß Wien Kenntnisnahme übersandt. Schlichtungs- Kommission beschäftigen. er einen Antrag auf Unfallrente an die brandenburgische landwirtschaftliche Seitens der Arbeitgeber Berufsgenossenschaft in Berlin richten. Ist er nicht Selbstversicherer, so steht wurden die Arbeitnehmer auf zwei Werkstätten aufmerksam gemacht, ihm kein Anspruch zu. O. N. 1. Kleben Sie weiter, so steht Ihnen für wo ihrer Angabe nach unter Tarif bezahlt wird." Es ist das ein den Fall der Invalidität die in Ihrem Falle wohl etwas höhere Rente zu. und etwas Neigung zu Gewittern. Zeichen dafür, daß die Meister einsehen, daß es auch in ihrem eignen| 2. Personen, welche das 70. Lebensjahr vollendet haben, sind auf ihren AnInserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 24. Juli Anfang 7 Uhr: Neues Operntheater. Orpheus in der Unterwelt. Weften. Hunderttausend Thaler. Anfang 8 Uhr: Berliner. Der Postillon von Lonjumeau. Thalia. Das Alter. Belle Alliance. Die Böhmin, oder: Jtta aus dem Elend. -Witterungsübersicht vom 23. Juli 1903, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Windrichtung Windstärke 760 SD Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen BarometerWindrichtung Windstärke Wetter 2heiter Lemp. n. T. | 50.= 4097. 15 5248 1 bedeckt 1heiter 12 1wvolfig 18 2bedeckt 16 Petersburg 758 M 762 Still-heiter 17 Cort 755 WSW 1 bedeckt 18 Aberdeen 763 SD 4wolfig 15 Paris 758 SD 16 762 Still heiter Wetter- Prognose für Freitag, den 24. Juli 1903. Warm und schwül, vielfach heiter bei meist schwachen südlichen Winden Berliner Wetterbureau. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. 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Juli, abends 8, Uhr: Oeffentliche Versammlung sämtlicher im Baufach beschäftigten Arbeiter von Weißenfee und Umgegend 31/3 in Weissensee, König- Chaussee 49. Zages Drdnung: 1. Der Streit bei der Firma Ruthenberg. 2. Diskussion. Zu dieser Versammlung sind die Herren Ruthenberg und Klose brieflich eingeladen. Zahlreichen Besuch erwartet Die Lohnkommission. J. A.: Herm. Norgel. Arbeiter- Radfahrerverein ,, Berlin". Sonntag früh 7 Uhr fowie mittags 121 Uhr nach Potsdam, Victoriagarten. Start: Victoria- Bark, Streuzberg Die Mitglieder werden höflichst ersucht, die Anteilscheine zwecks der Reigen- Fahrräder bis zur it ä ch st en Bersammlung abzuheben. Dieselben sind zu haben beim Genossen Schönfeld, Eisenbahnstr. 34, und Freitags beim Reigenfahren. 12/20 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Tischler- Verein zu Berlin. Heute, Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Achtung! Einsetzer. Sonnabend, den 25. Juli, abend3 82 Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Tages- Ordnung: Bereinsangelegenheiten. Aufnahme neuer Mitglieder und Ausgabe der Billets zu dem am Montag, den 24. Auguft, zum Besten hilfsbedürftiger Achtung! Mitglieder stattfindenden Sommerfest in der Neuen Welt", Hasenheide. 199/3 Dienstag, den 28. Juli, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal VII): Branchen- Versammlung. Zages Drdnung: 85/3 27 Der Vorstand. Achtung! Tabakarbeiter Rixdorfs. Achtung! Sonnabend, den 25. Juli, abends 8 Uhr, bei Lempe, Prinz Handjerystr. 70: 1. Abrechnung vom ersten halben Jahr. 3. Brandenangelegenheiten. Oeffentl. Mitglieder- Versammlung 3. Verschiedenes. Kommission. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlin. Bureau: Gewerkschaftshaus, Engel- lfer 15, Zimmer 22. Fernspr.: Amt VII Nr. 1959. Branchen- Versammlungen. der Tabatarbeiter und Arbeiterinnen Rigdorfs. Tages- Ordnung: Was bietet uns der Verband?" Referent: Fauré- Bremen. Sämtliche Zabalarbeiter und Arbeiterinnen sind zu dieser Bersammlung eingeladen. Die Bevollmächtigten. A DampferExtrafahrten Geschirr- Branche: Montag den 27. Juli, abends 8% Uhr, Sonnabend, 25. Juli: Extrafahrt nach Woltersdorfer Schleuse. Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. hr Treibriemen- Branche: Dienstag, ben 28. Juli, abends 8 Taschen- u. Kofferbranche: Mittwoch, 29. Juli, abends 8%, Uhr, Militär- Branche: onnabend, ben 25. Juli, abends 8 Uhr, Englischer Garten, Alexanderft. 27c. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal7 Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 7. Montag, 27. Juli, abends 8, Uhr, Linoleumleger u. Teppichnäher: bei Ladewig, Kommandantenstr. 65. Wagen- Sattler: Abfahrt 2 Uhr mittags. Preis für Hin- und Rückfahrt 50 Bf. Sonnabend, 25. Juli: Grosse Sommernachtsfahrt mit Musik auf Dumiertem Neptunshain. Dampfer nach Sonntag, 26. Juli: Dampfer. Extrafahrten Abfahrt abends 8%, Uhr. Rückfahrt 4 Uhr morgens. Fahrpreis 50 Pf. nach Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt 2 Uhr. Einfache Fahrt nur 50 Pf. nach Zeuthen. Abfahrt 3 Uhr mittags. Abfahrt in Berlin: Stralauer Brücke( an der Waisenbrüde), Station 2167L* ittwoch, den 29. Juli, abends 8 Uhr, Kahnt u. Hertzer. bei Augustin, Lindenstr. 69. Mittwoch, den 29. Juli, abends 8 Uhr, Eisenmöbel- Branche: bei Ladewig, Kommandantenſtr. 65. Sektion Charlottenburg: Dienstag, den 28. Juli, abds. 8½ Uhr, Die Tagesordnungen werden in den Versammlungen bekannt gegeben. Wir bitten diejenigen Mitglieder, welche ihre Verbandsbücher noch nicht haben umschreiben lassen, dieses so schnell als möglich zu besorgen.- Die neuen Orts. statuten sowie das Lokalkaffen- Statut kommen in diesen Verfammlungen zur Ausgabe. bei E. Dörre, Charlottenburg, Wallstr. 90. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 157/18 Die Ortsverwaltung. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend.( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 118.) Sonntag, den 26. Juli 1903, vormittags Punkt 10 Uhr: Außerordentliche General- Versammlung bei Hoffmann, Alexanderstraße 27c. Zages Drdnung: 38/ 4* 1. Abrechnung vom ersten und zweiten Quartal 1903 fotote Revisions Westend- Charlottenburg. Zur Roßtrappe", Spandauer Berg. Zweites Restaurant von der Kastanien- Allee. Haltestelle der Straßenbahn. Angenehme Familien- Unterhaltung und Tanz. Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Es ladet ergebenst ein Karl Klabunde. 8, 12, 15-90. Schlafmöbel- Bazar ,, Baby" Centrale Invalidenstr. 160. Filialen: Potsdamerstraße 35, Tauenzienstr. 7a a. d. Lüßomstraße. Beusselstr. 18 Belle- Alliancestr. 107 Dranienſtr. 31 Reinickendorferstr. 20 Brunnenstr. 92 Frankfurterstr. 115 Fertige Betten und Metallbericht. 2. Revidierung des Statuts. 3. Wahl sämtlicher Hilfstaffterer. Bettstellen 4. Jnnere Rassenangelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. J. A.: H. Mezke. Der Ausschuß. G. Herfort. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. ber Restaurant, gut gehend, mit Vereinen und Bahlstellen zu taufen. Preis 2500, Miete 1500, Bier verbrauch 22 bis 25 Halbe monatlich. Brauerei hilft. Bu erfragen Cubry + 16* Straße 47 im Lokal. Schankgeschäft verkauft Luhm, Petristraße 8/9. Miete 750 Mart. Gardinenhaus Große Frankfurter + 37* Straße 9, parterre. Herrenanzüge, Sommerpaletots, Beinkleider, zurückgesezte, hochvornehme, spottbillig. Deutsches Bersandhaus, Jägerstraße 63, 1 Treppe. 93/ 2* für Kinder und Erwachsene. von 22,50 M. an. 20212* 10, 15, 21-75 M. Teilzahlung gestattet. Bei größeren Raten Nachruf. Am 21. Juli verschied der General- Direktor der Schultheiss' Brauerei Aktiengesellschaft, Herr Richard Roesicke. Der Verstorbene gehörte dem unterzeichneten Kuratorium des Brauerei- Arbeitsnachweises seit dessen Begründung als Mitglied an und hat sich stets mit regstem Interesse an den Arbeiten desselben beteiligt. Schon vor der Begründung des Kuratoriums war er in der Frage der Organisierung des Brauerei- Arbeitsnachweises hervorragend thätig und hat sich grosse Verdienste um diese dem socialen Frieden dienende Einrichtung erworben. Wir sind durch sein allzu frühes Hinscheiden tief erschüttert und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Berlin, den 23. Juli 1903. Arbeitsnachweis der zum Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend gehörigen Brauereien. Das Kuratorium. Dr. Freund. Central- Verhand deutscher Brauereiarbeiter ( Sektion I, Brauer). Die Beerdigung des verstorbenen Generaldirektors der Schultheiß brauereien, Herrn 27706 Richard Roesicke findet am Sonnabend, den 25. d. M., bormittags 10 Uhr, von der Schult heißbrauerei, Abt. I, Schönhauser Allee, aus statt. Der Zweigverein wird sich mit Fahne 2c. an der Beerdigung dieses verdienstvollen Mannes beteiligen. Wir ersuchen dieserhalb unsre Mitglieder, sich pünklich und zahlreich einzufinden. Treffpunkt 9 Uhr im Lokal von Noithmaier, Schönhauser Allee, Ecke Dderbergerstraße. 27705 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, Hellmuth Klasen daß der Kollege, Klavierarbeiter am 20. Juli verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. Juli, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Heiligen Kreuz Kirchhofes in Mariendorf aus statt. # Um rege Beteiligung ersucht 85/4 Die Ortsverwaltung. ff. Kalbleder aus einem Stück mit Goldtasche Mk. 1,45. 2166L Verband d. an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftig. Arbeiter Berlins und Umgegend. Nachruf! Am Sonntag, den 19. Juli, ist unser langjähriges Mitglied August Cunow in Rathenow, wohin er sich zur Erholung begeben, plößlich am Gehirnschlag verstorben. 76/3 Wir werden demselben ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand. Danksagung. Allen Genossen und Kollegen meines plöglich verstorbenen Mannes, des Cementierers Karl Kümmel, spreche hiermit meinen Dank für die gesammelte Unterstützung aus. 27656 Wwe. Kümmel und Kinder. Kranken- u. Sterbe- Kasse aller gewerblichen Arbeiter für Schöneberg u. Berlin. ( E. H.-K. Nr. 115.) General- Versammlung Sonntag, den 2. August 1903, bormittags 10 Uhr, im Lofal von Krüger, Grunewaldstr. 110. Tagesordnung: 1. Halbfährlicher Kassenbericht. 2. Berschied. Kassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 275/ 3* Dampfer für Vereine und Gesellschaften zu soliden Preisen. 2162/* Karl Krause, Alexanderftr. 13. Fernsprecher: Amt VII, 1669. Mbum und Lederwaren- Fabrit Für nur 3 Mark Oskar Gundau, Raffapreise. Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstrasse. erb. jederm. Rezept z. Selbstherst. ein. Liefer. desPost- Spar- Gr. Lager aller Arten Lederwaren Radikalm. geg. Banzen. Görg u. Borschuß- Vereins u. Schmucksachen zu bill. Preisen. 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