Nr. 173. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslan 8 Mart pro Monat. Erfcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Bfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate füs die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Kampf gegen den Geist. Dienstag, den 28. Juli 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. die Unsterblichkeit zu sichern, gehört nicht zu den beliebtesten| Positionen erhielten, find wir die Unzufriedenen trotz des alle ErMethoden. wartungen weit überholenden Erfolges. Wir sind unzufrieden quantitativ Die Geschichte der deutschen Geisteskultur ist eine Geschichte des Hat aber Herr Kraette das Recht, einen Schriftsteller, der das und qualitativ. Unfre Wählerzahl ist zu flein! Und unfre Kampfes gegen die deutsche Staatsgewalt. Männern, deren Namen Unglück gehabt hat, sein Untergebener zu sein, zu cenfieren und Wähler find uns nicht socialdemokratisch genugl und bon ihm heute der Stolz der deutschen Nation find wie Schiller und Fichte, recenfieren gegen Androhung schwerer Unfre Partei ist allenthalben gewachsen; das ist eins der er hat die Obrigkeit das Denken und Dichten verboten. Schubart, materieller Nachteile zu verlangen, daß er nur solche Gedichte freulichsten Zeichen des 16. Juni, daß kein deutscher Staat, keine Kinkel und Neuter schmachteten auf der Festung, Börne, Seine, schreibe, die den Traditionen des Reichspostamtes würdig sind und preußische Provinz versagt hat, sondern daß wir überall im VorHerwegh, Freiligrath lebten im Eril. Verschollen aber und vergessen seinem Geschmack entsprechen? Wenn ein Beamter mit allen marsch sind. Es ist wie ein Wettstreit unter den einzelnen Reichssind die tausend andern, die mit gleichem Willen, wenn auch nicht Hunden der Disciplinarordnung gehegt wird, weil er in seiner gebieten, welches an der Spize marschieren soll. Aber immerhin mit gleichen Kräften, wie sie zum Lichte rangen und der Drosselung wissenschaftlichen oder künstlerischen Privatarbeit den Respekt vor sind Ungleichmäßigkeiten zu verzeichnen. Es ist daher festzustellen, sind damit nicht zehntausende in welchen Gebieten und unter welcher Bevölkerungs- Zusammens ungekannt erlagen ein einziger Friedhof der Namenlosen mit Landrat und Gendarm vergißt einem einzigen ungeheuren Denkstein der Schande deutscher Reaktion. deutscher Staatsbürger, die durch ihre Vorbildung angewiesen sind, fegung wir verhältnismäßig weniger erreicht haben. Es gilt In der preußischen Provinz Hessen- Nassau ist im Jahre 1903 eine hohe Stufe im geistigen Leben der Nation einzunehmen, zur sorgfältig die Ursachen zu prüfen, infolge deren hie und da der ein junger Ober- Postdirektionssekretär vom Amt suspendiert worden, letzten Hölle geistiger Sklaverei verdammt? Und heißt es nicht Forschritt weniger bedeutend blieb. Es gilt auch selarheit zu geben, der sich das Schreiben nicht verbieten lassen wollte. Er heißt Raub an den höchsten Gütern des Volkes treiben, wenn man von warum uns zum Teil alter guter Wahlkreisbefiz verloren ging. Richard Wagner. Gleichviel ob man ihn einst so gut fennen Staats wegen ein kriechendes, lispelndes Eunuchentum großzieht, Wir werden unsre Aufmerksamkeit vornehmlich wieder dem wird, wie seinen berühmten Namensbetter, der vor vierundfünfzig das nicht einmal seine Gedanken auszudenken wagt? platten Lande zuwenden müssen. Es scheint, als seien uns dort Jahren als politischer Flüchtling von der sächsischen Reaktion gehetzt Von dem Rechte, das sie gegen den Schriftsteller Richard trop der Sicherung des Wahlgeheimnisses, nicht die Erfolge zuges wurde, oder ob sich an seinen Namen teine beffere Erinnerung Wagner geübt hat, hat die Reichspostverwaltung in zahlreichen wachsen, die erwartet werden konnten. Es ist auch in der SiegesInüpfen wird als die Erinnerung an eine Orgie der Borniertheit, Fällen gegenüber ihren Arbeitern den ausgiebigften Gebrauch freudigkeit nicht zu vergessen, daß wir, so sehr deren Seld er geworden ist sein Fall beweist, daß noch immer in gemacht. Man hat Leute discipliniert, die es versucht haben, auf das Centrum bedräuten und so außerordentliche Erfolge wir Preußen- Deutschland der große Plumpfad umgeht, der mitleidlos dem Wege der Organisation ihre keineswegs beneidenswerte Lage in einzelnen Centrumsdomänen errangen, doch den Mandatsbestand alles bedroht, was Individualität und Geistesfreiheit heißt. zu verbessern, und zu den Hamburger Maßregelungen, die von Herrn des Centrums nicht irgendwie erheblich antasten konnten und daß noch Der höhere Reichspostdienst in Hessen- Nassau, so berichtet die b. Podbielski unternommen wurden, hat die Rechte des Reichs- viele Dutzende Centrumskreise geblieben sind, in denen diese Partei Frankfurter„ Volksstimme", zählte bis vor kurzem einen außer tages Beifall geklatscht. Nun zeigt sich, daß, was dem einen Recht ohne jeden erheblichen socialdemokratischen Widerstand fast die ordentlich intelligenten jungen Beamten zu den Seinigen, einen ist, auch dem andern billig sein muß, daß das System der Unterdrückung, gesamte Wählerschaft auf ihre Kandidaten vereinigte. Es muß die geweckten Vogelsberger, der alle Prüfungen, auch die höchste, mit das den einfachen Mann blutig zerfleischt, auch vor dem selbstlosen wesentlichste Aufgabe des Dresdener Parteitages sein, mindestens Auszeichnung bestanden hatte und ohne Tadel und Fehl bei ver- Ideologen nicht halt macht. Dasselbe System, das seine Sllaven die vorbereitenden Maßnahmen zu bedenken, durch welche systematisch hältnismäßig niedrigem Dienstalter bereits Ober- Postdirektionssekretär von dem Stampfe für den wirtschaftlichen Fortschritt ausschließt, Agitation und Organisation in diese dunklen Welten getragen in Kaffel war. Nun hatte dieser Beamte aber noch die merkwürdige erläßt auch Polizeiverbote gegen alle fünftigen Bessing und Schiller, werden soll. und offenbar sehr veraltete Ansicht, daß ein geistig angeregter Sant und Fichte, die aus ihrem Kreise jemals hervorgehen Neben der socialistischen Ausbreitung steht die Aufgabe der Mensch sich außer Dienst schließlich mit Besserem als mit Bier- möchten. trinken, " 1 Politische Uebersicht. Berlin, den 27. Juli. Zur Einberufung des Parteitages. tvir welcher der Augenblidskampf nicht die ganze Kraft fordert, dann ist Gelegenheit, auf die socialistische Vertiefung und Durchbildung wieder größeres Gewicht zu legen. Wichtiger noch als die Ausdehnung ins Breite ist die Mehrung der socialistischen Klarheit und der socialistischen Energie. Die Partei kann sich der Fürsorge nicht entschlagen, daß die Maffen, die an ihr hängen im Instinkt der Klassenzugehörigkeit, immer mehr zu kulturellem Denken und socialistischem Wissen erzogen werden. Da scheint es, daß die provisorische Tagesordnung, indem fie focialistischen Vertiefung. Unfre Gegner reden gern davon, Billardspielen und Ballbesuchen beschäftigen dürfe. So macht es der Fall Richard Wagner finnfällig, daß die Sache daß unter unfren Wählern zahlreiche„ Mitläufer" seien. Zwar liefern Er hatte sogar die unsagbare Kühnheit, sich nach tabellos der deutschen Arbeiterschaft auch die Sache der deutschen Kultur ist, sie hierdurch nur Beweise gegen sich selbst, denn sie gestehen, daß versehenem Dienst mit philosophischen, naturwissenschaftlichen und und das freimütige Bekenntnis seines leidenden Helden zum auch solche Wähler, die nicht ganz socialdemokratisch leberzeugte poetischen Studien zu befassen. Er wurde durch diese Studien leiden- Socialismus verleiht ihm geradezu finnbildliche Bedeutung. Die find, teine andre Partei sehen, die das Vertrauen verdient, schaftlicher Anhänger des berühmten Naturforschers Haeckel, des Freiheit der Arbeit ist auch die Freiheit des Geistes! Beide be- auch nur geringe freiheitliche und sociale Forderungen Verfassers der freilich arg materialistischen Welträtsel, mit dem er bingen und durchdringen fich gegenseitig. Nur in der Verbindung zu erfüllen. Dennoch ist gewiß ist gewiß ettvas Wahres an dem in Briefwechsel kam. Er versuchte eine gedankliche Verbindung der mit der Sache des Proletariats können Wissenschaft und Kunst sich Wort von den Mitläufern, und das ist eine enorme Aufgabe, diese Schopenhauerschen Philosophie mit den Lehren des naturwissen- von der Schmach befreien, mit der sie nach der bürgerlichen Revolu- Scharen socialistisch zu festigen. Ja noch mehr, diese Festigung thut schaftlichen Materialismus aus der Darwinschen Schule. Und er tion wie vor ihr preußisch- deutsche Demagogenriecherei täglich uns allen not und gerade, wenn eine Zeit kommen sollte, in schwang nebenbei in seinen Spottversen die Geißel über den socialen überhäuft. Ungereimtheiten der bestehenden Ordnung; seine poetische Satire führte ihn mit Anklängen an den Schopenhauerschen Bessimismus zu einer bitteren Philosophie der Verachtung", die er im Stil der alten italienischen Epiker zu Reimen formte. Nun wäre sein Schicksal noch lange nicht besiegelt gewesen, wenn er seine herben Verse nur sich und seinem Bierglas recitiert, oder wenn er seinen Der Parteivorstand hat den Parteitag auf die dritte Septemberphilosophischen Versuch in Prosa lediglich als Einschläferungs- woche einberufen und im ganzen Reiche werden alsbald unfre Lektüre nach durchtanzten Nächten benutzt hätte. Der junge Ober- Parteigenossen die Vorbereitungen zur Beschickung des Parteitages Postdirektionssekretär hatte aber die Verwogenheit, zu glauben, daß treffen, der eine besondere Stellung unter den Parteitagen der die gesamte sich aufdrängende Grörterung über die Reichstagswahlen ein Beamter der modernsten deutschen Verkehrsanstalt so etwas ver- deutschen Socialdemokratie einnehmen wird. Aller Wahrscheinlichkeit unter den Punkt 1 der Tagesordnung ftülpt, Schwierigkeiten bereiten öffentlichen und drucken lassen dürfe. Als dies mit zwei seiner nach werden sich in Dresden so zahlreiche Delegierte zusammen- wird. Da zu diesem Abschnitt auch die Behandlung der ParteiSchriften bei sehr bekannten Buchverlegern geschehen war, begann finden wie noch auf keinem bisherigen Parteitage. Nicht nur ist die Finanzen, der Parteipresse usw. gehört, so dürfte die Diskussion für ihn der Anschauungsunterricht darin, wie die deutsche Reichspost Lage des Parteitagsortes sehr günstig, die Dreimillionen leicht allzusehr durcheinander treiben und zersplittern. So sehr Intelligenzen einschätzt, die sich auch außerhalb des Amtsbetriebes Partei fordert ihren Parteitag des Sieges. alle diese Dinge in gewissen Zusammenhängen mit einander stehen, bethätigen. Die Tagesordnung, die der Vorstand vorschlägt, bietet ist es doch empfehlenswert, das große Kapitel: ReichstagsZuerst anfangs Februar 1901. Sein Vorgefeßter, der Geheime freilich nichts außergewöhnliches, sie ist sogar dürftig, indem sie sich wahlen zu sondern und einer in sich geschlossenen Erörterung zu Oberpostrat Hoffmann in Kassel, eröffnete dem über den Beamten- fast nur auf die Berichterstattungen beschränkt. Doch diese Be- würdigen. Es läßt sich nach früheren Erlebnissen nicht absehen, was durchschnitt so unreglementmäßig weit hinausragenden Manne, schränkung ist nicht ungerechtfertigt, denn weder sind dringliche alles an Fragen im Anschluß an den Bericht des Vorstandes von den Parteidaß ein Schreiben des jetzigen Staatssekretärs beim Reichspostamt, Specialfragen vorhanden, denen ein besonderer Abschnitt in der genossen angeschnitten werden; um eine einigermaßen einheitliche Kraette, in Vertretung des damaligen Staatssekretärs, eingelaufen diesmaligen Tagesordnung zugewiesen werden müßte, noch ist dieser und ertragreiche Aussprache über das Wahlergebnis und seine Aufsei, welches geeignet war, den aufmerksam horchenden Poftjünger bevorstehende Parteitag überhaupt sehr geeignet, solche Einzelfragen gaben zu erreichen, ist es nötig, diese Angelegenheit selbständig sehr gründlich über seine verfehlte Auffassung von dem geistigen abzuhandeln. In München wurde die Beratung über die Kommunal- zu behandeln. Grenadiermaß zu belehren, bis zu dem sich ein höherer reichs- politik nicht zu Ende geführt und es wurde beschlossen, diese Probleme deutscher Postbeamter außeramtlich entwickeln darf. Die gereimte auf Grund einer durch den Parteivorstand auszuarbeitenden Vorlage Satire Evangelium der Verachtung" des Verfaffers fei so später weiterzuführen. Aber der Münchener Parteitag war weise, indem er anstößigen und verwerflichen Inhalts und widerspreche so sehr die Weiterarbeit auf diesem Gebiete„ einem der nächsten Parteitage" den Grundsätzen der Moral und Religion, daß es angebracht vorbehielt. Thatsächlich war denn auch im letzten Jahre für die gewesen wäre, das Disciplinarverfahren auf Entlassung gegen den Diskussion der Kommunalpolitik wenig Möglichkeit und der Parteiphilosophischen Beamten einzuleiten. Nur weil offenbare moralische vorstand thut wohl, die endgültige Beschlußfassung in diesen Dingen Unreife vorliege, folle Abstand davon genommen werden. Der nicht der Dresdener Tagung zuzumuten. Uebelthäter werde jedoch von jeder Beförderung ausgeschlossen. Und Der hinter uns liegende Reichstags- Wahlkampf wird bebor dem armen Sünder wieder irgend eine Gehaltserhöhung nach den Parteitag beherrschen. Wie in München Alarm zum Kampfe dem Dienstalter gewährt werde, sei eingehend an das Reichs- Bostamt geblasen wurde, so wird der Parteitag in Dresden den Rechnungszu berichten, damit, wenn Intulpat wiederum auch nur den ge- abschluß bringen. Diese Aufgabe ist eine so umfassende, sie wirft ringsten Anstoß gegeben habe, auch die Erhöhung seines Gehaltes so mannigfaltigen Diskussionsstoff auf, daß der Parteitag viel mehr unterbleibe. Kurz darauf erfolgte zur Bekräftigung dieser rigorosen überhaupt nicht bewältigen könnte. Maßregeln die Strafversehung an das kleine Postamt Hanau. Die stolzen Empfindungen, die der 16. Juni 1908 in dem geInzwischen that die Maßregelung dieser Intelligenz durch die samten deutschen Proletariat erweckt hat, berlangen nach Ausdruck. höchste deutsche Reichspost- Weisheit ihre Wirkung. Die Strafen Nicht als ob irgendwo Neigung vorhanden sein könnte, in prahlenden zwvangen den jungen Postbeamten gründlicher zum Nachdenken über Worten zu schwelgen, aber die Freudigkeit des gewaltigen Erfolgs sociale Zusammenhänge, als alle seine bisherigen Studien. Jetzt unfres Freiheitskampfes mag den Grundton geben, auf den die Beist der Mann Socialdemokrat, was er früher nicht war. Aus dem ratungen in Dresden gestimmt sein werden. Und es trifft sich, daß Es ist verblüffend! Aber trotzdem, man höre, hat sich die Neungefährlichen Bessimisten ist ein hoffnungs- und siegesfreudiger der Parteitag in der Hauptstadt des Staates sich versammelt, in gierung nicht darauf beschränkt, den lieben Gott regnen zu lassen, Kämpfer geworden. Jetzt hat er sich freimütig bei seinen Vorgesezten dem die Bekämpfung unsrer Partei am reaktionärsten betrieben wann er will. Sie hat sogar verbaut und reguliert. Aber: zum Socialismus bekannt. Jest ist er vom Amte suspendiert und wurde und in dem unsre Partei die allerglanzvollsten Siege über An den durch das( 1) diesjährige Hochwasser getroffenen soll nächstens im hochnotpeinlichen Disciplinarverfahren ganz ent- die Reaktion erfocht. Flüssen und zwar der Freiwaldauer Biele, der Landecker Biele und laffen werden. Wenn der bevorstehende Parteitag der Parteitag des Sieges waren zum Teil schon vollendet. Leider hat das Hochwasser, das Der Glazer Neiße hatten die Regulierungsarbeiten begonnen und Es ist für die Beurteilung dieses Vorfalles durchaus nicht sein wird, so kann das für eine Partei, die gegen Not und Unrecht alle seine Vorgänger an Höhe übertroffen hat, die bereits ausgeführten wesentlich, ob dieser Mordversuch am Intellett einen hervorragenden streitet, nicht besagen, daß wir in der Feier des Erreichten auf Arbeiten start beschädigt. Die Arbeiten waren erst zu kurze Zeit Repräsentanten des Geistes oder einen geringen Schriftsteller getroffen gehen wollten. Wir halten ein Siegesfest, indem wir die Auf- fertig und noch nicht genügend konsolidiert, um einer so großen Ge. Welche Bedeutung dem Philosophen und Dichter Richard gaben, die der Sieg uns stellt, gründlich und all- walt des Wassers Widerstand leisten zu können. Wagner zukommt, davon wird in andrem Zusammenhange und an feitig erörtern. Das Waffer kommt vom vielen Regnen. Zu diefer Ueberzeugung ist das Drgan des Freiherrn b. Hammerstein, die„ Berliner Korrespondenz", gekommen, nachdem sie aus Anlaß der schlesischen Katastrophe einige Wochen über den Fall nachgedacht hat. Die Regierung aber ist ganz unschuldig daran. Sie veröffentlicht über dieses Thema eine längere Abhandlung, die mit diesen Klassischen Säßen beginnt: Die öffentliche Meinung neigt beim Eintreten außergewöhnlicher Ereignisse, die große Notstände im Gefolge haben, dazu, irgend jemand für das Unglück verantwortlich zu machen und zu versuchen, bie Notstände auf Ausführungen oder Unterlassungen von Arbeiten zurüdzuführen. So ergehen sich auch nach den diesjährigen für die Provinz Schlesien so verderbenbringenden Hochwassern verschiedene Zeitungen in mehr oder weniger scharfer Weise in Angriffen auf die Regierung oder deren Organe, als ob diese im stande ge wesen wären, das tief beklagenswerte Unglück zu verhindern. Derartige Hochwasser entstehen durch starke Niederschläge, die auf ein verhältnismäßig fleines Gebiet meistenteils in ganz furzer Zeit fallen. Wenn also die Arbeiten früher fertig und schon genügend kon andrer Stelle die Rede sein dürfen. Herr Kraette hat in seinem Die Socialdemokratie ist die Partei der Unzufriedenheit. Sie folidiert gewesen wären, hätten sie immer nach der Berliner Opfer offenbar feine Berühmtheit der Zukunft vermutet, denn sich ist in erster Linie unzufrieden mit sich selbst. Während andre Korrespondenz" einer so großen Gewalt des Wassers Widerstand nach Art des Pastors Goeze oder des Herzogs Karl von Württemberg Parteien zufrieden sein müssen, wenn sie mühselig ihre alten Teisten können. Die Schuld an der bösen Geschichte tragen also nicht " " " " die preußischen Musterwirtschafter, sondern nächst dem lieben wird für solche Anzeigen nicht die viergespaltene Beile, sondern die sondern auch alle die, welche ihnen zu Hilfe kommen sollten. Da Gott die verdammten Dämme. Warum waren sie auch noch nicht dreigespaltene, wie sie der gesamte übrige redaktionelle Text auf- ist das Wasser doch noch barmherziger. » genügend konsolidiert"?! weist, gewählt; darum wird die harmlose harmlose Ueberschrift A. Frhr. v. W. Die Berliner Korrespondenz" schließt die Aufzählung aller Geschäftliche Mitteilungen" gewählt, die in der Der Freiherr v. W. hätte gut gethan, seinen Namen ganz zu preußischen Mustereinrichtungen, die bei dieser Hochwasserkatastrophe" Boji. 3tg.", wie wir feststellten, mitten unter anderm Text nennen. Für diesen Fall hätten wir ihm garantiert, daß er am start beschädigt worden sind, mit den triumphierenden Worten: Ein außerhalb des sonstigen, sofort tenntlichen Anzeigenteils zum Tage der Revolution in Baumwolle verpadt werden soll. Abdruck gelangen. schönes Geschlecht, diese Edelsten und Besten, die das Volk jahrAus dieser Vertvischung der Grenzen des redaktionellen und des hundertelang geschunden haben und dann mit den Gebeinen eigentlichen Anzeigenteils entspringt eine gefährliche Korruption des flappern, wenn sie glauben, daß das Maß bald voll wird. Namen Beitungswesens. Wir geben jedoch gern zu, daß die Voss. 8tg." nennen, tapferer Freiherr v. W., und lebende Ankunft im diese Korruption mit fast der gesamten übrigen bürgerlichen Zukunftsstaate" wird garantiert. noch Bresse teilt. Im Wahlkreise Dessau- Zerbst haben die Nationalliberalen die Kandidatur dem Herrn Bassermann angetragen. Nach den Bossische Leichtfertigkeit. Die„ Voss. 3tg.", die allen Anlaß Mitteilungen aus dem Kreise ist noch nicht bekannt, ob der Aushätte, sich am Pressepranger ihrer Sünden zu schämen- fiehe die ersehene schon wieder bereit ist einen neuen Durchfall au obige Notiz-, zieht es vor, sich zu ereifern, daß die Socialdemo- erleben. kratie nicht der Beschränkung der Meinungsfreiheit schuldig werde. Man weiß", sagt das Blatt, welche Versuche gemacht worden sind, berichtet: Wegen des am 25. Juni bei der Stichwahl in Zabrze Preußische Staatsrettung. Aus Gleiwit wird vom 27. Juli die Freiheit der Meinungsäußerung von Partei ivegen zu be- vor dem Geschäftshaus des„ Oberschlesischen Wanderers" entstandenen schränken." Das soll früher geschehen sein und soll wieder gegen Wahltrawalls ist gegen 15 Arbeiter aus Zabrze Anklage wegen über dem Genossen Bernstein beabsichtigt werden. Die ungeheuer Landfriedensbruches erhoben worden. Neun Personen sind gestern tliche Leichtfertigkeit Boſſiſchen liche Leichtfert gkeit der Bossischen Behauptung zeigt sich darin, daß verhaftet worden, fünf Verhaftungen sollen noch vorgenommen sie ihren Artikel aufbaut auf den Satz: Diese Maßnahmen, denen noch eine große Zahl von Bestimmungen hinzugefügt werden könnte, zeigen wohl zur Genüge, wie sehr man allerseits bemüht gewesen ist, die Hochwasserschäden, soweit dies überhaupt möglich ist, zu verhindern. Wir sind auch der Meinung, daß diesen Maßnahmen eine große Zahl von Bestimmungen hinzugefügt werden könnte". Man sieht also, es ist gar nicht so schwer, sich mit der vom im" preußischen Ministerium konditionierten Herrn Hammerstein beseelten„ Berliner Korrespondenz" auf gütlichem Wege zu verständigen. Wozu auch über die Regierung flagen? Sie hat ja nichts gethan! " * 黃 Deutfches Reich. Breffe- Branger. " Herr Bebel macht Bernstein zum Vorwurf, daß er seinen Vorschlag, anstatt ihn in der Fraktion vorzubringen, in der Presse gemacht hat." werden. = " Die Voffische Zeitung" wies vor kurzem entrüstet die Unterstellung" zurück, daß sie Berichte oder Besprechungen gegen Bezahlung" aufnehme. Das Blatt erklärte, gänzlich unbekannt sei ihm das Institut für Reklame und Propaganda", dessen Inhaber Dr. W. Kämpf den ausstellenden Firmen der Dresdener StädteAusstellung gegen hohe Bezahlung eine interessante Beschreibung der Ausstellung lediglich unter Berücksichtigung derjenigen Firmen, die sich mit ihm in Verbindung feßen", angeboten hatte. Es war zunächst auffällig, daß sich die„ Voff. Btg." sogleich gegen einen Vorwurf, der überhaupt noch nicht gegen fie erhoben war, verwahrte. Wir hatten, als wir das betreffende Cirkular des Kämpfschen Instituts aus der Zukunft" mitteilten, durchaus die Möglichkeit offen gehalten, daß ein Mißbrauch mit dem Namen der " Boss. 3tg." vorliegen könne. Jezt aber sendet Dr. W. Kämpf eine Darstellung des Falles an die Presse, aus der flar wird, warum Bartei; es giebt auch keinen socialdemokratischen Barlamentarier, der die Vermutung ausgesprochen, daß die beiden Sachverständigen Bohl gewesen und versteht sich für eine einheitliche und demokratische Jm Pommernbant- Prozeß hatte der eine Verteidiger fich die„ Voss. 3tg." so unangenehm getroffen fühlte und warum sie dagegen Einwendungen erheben. Die„ Voff. 3tg." aber entdeckt, Bebel und Hanel wohl nur deswegen auf die Anklagebant gebracht einen Vorwurf abzuwehren suchte, der nicht erhoben war. Es zeigt nehme für den Parteitag ganz dieselbe Stellung in Anspruch, wie worden seien, um sie als wesentlichste Entlastungszeugen sich, daß der Vorwurf, wäre er erhoben worden, thatsächlich befie in der katholischen Kirche das Konzil behauptet". Sie schreibt für die Angeklagten auszuschalten. Dies hat dann der rechtigt gewesen wäre. Und es zeigt sich, daß der Rechtfertigungs- in ihrer wahrhaft belustigenden Manie, die Socialdemokratie zu be- Staatsanwalt Beed bekanntlich energisch zurückgewieſen versuch der Boss. 8tg." nichts war als ein Versuch, eine pein liche Wahrheit zu verschleiern. und dabei mit allem Nachdruck die ausgezeichnete Bemerkung gemacht, Soldaten- Selbstmord. Aus Mühlhausen wird uns berichtet: Vor einigen Tagen brachte der Mühlh. Anz." unter FamilienSo redigiert man in der„ Voss. 8tg." die socialdemokratische nachrichten den Tod des Rekruten Albert Hill aus Mühlhausen, der Politik. In Wahrheit ist Bebel gerade umgekehrt aufs beut bei der 11. Compagnie 4. Garde Infanterie- Regiments in Berlin lichste für das freie Recht der Parteigenossen, in diesem Falle gestanden hatte. Wie uns heute mitgeteilt wird, hat sich der UnBernsteins, eingetreten, Fragen öffentlich aufzuwerfen, wann immer glückliche infolge fortgefester Mißhandlungen nach Schluß einer Feldes ihnen nötig erscheint. Ohne sich die Thatsachen anzusehen, frönt dienstübung durch eine Platpatrone und Wasser selbst erschossen. Der man dem Belehrungseifer, der niemand weniger angenehm ist als betreffende vorgefeßte Unteroffizier Namens Breitenbach ist bereits denen, zu deren Gunsten man belehren möchte. verhaftet. Die Leiche H.'s ist zur Beerdigung hierher überEinfältigkeit. Bebel hatte ausgeführt, daß bei Meinungsverschieden- Fabrikant. Neben der Leichtfertigkeit leistet die„ Voss. Ztg." Bedeutendes an geführt worden. Der Vater des Verstorbenen ist ein hiesiger heiten unter den socialdemokratischen Abgeordneten der Parteitag als legte Instanz zu entscheiden habe. Das ist schon immer so " Die Zuschrift des Dr. Kämpf sagt: ,, Vor kurzem berichteten Sie über ein Cirkular meines Instituts, worin ich einigen Firmen Reklame- Feuilletons in der„ Bossischen Zeitung" über ihre Beteiligung an der Dresdener Städte- Ausstellung offerierte. Die Bossische Zeitung" hat darauf erklärt, daß sie mich nicht tenne und daß sie mir keine derartigen Zusagen gemacht habe, die mich berechtigt hätten, den Interessenten zu versprechen, daß ich ihnen Feuilletons im redaktionellen Teile" liefern und daß die Bossische Zeitung" solche Feuilletons„ nur von mir resp. meinem Mitarbeiter" bringen würde. Hierzu bemerke ich folgendes: 0 wachen: " " Hat die Kirche, sei es der unfehlbare Papst, sei es sein bestelltes Organ, sei es das noch über dem Papste stehende Konzil gesprochen, so ist der Streit beendet; eine abweichende Meinung wird nicht mehr geduldet. Sie ist Irrlehre, Keßerei, und der Kezer verfällt dem Bann, oder er fliegt hinaus". Dergleichen wird der katholischen Kirche gegenüber von der Socialdemokratie zu der Behauptung benutzt, daß die Kirche unduldsam sei, daß in ihr teine Freiheit der Meinungsäußerung, teine Gedankenfreiheit gelte. Die Socialdemokratie aber, die sich als Partei der Freiheit bezeichnet, will nach denselben Rezepten handeln? Die„ Voffische Zeitung" hat allerdings nicht mit mir verhandelt, Die Folge wäre, daß mit Recht behauptet würde, die Socialsondern mit meinem Mitarbeiter, dem Schriffteller B. Schidlof, demokratie sei nicht eine Partei der Freiheit, sondern der Knecht schaft, der Vergewaltigung des Geistes. Ober- Schöneweide, Edisonstr. 23, der in meinem Auftrage nach Die Einheit, wie sie Bebel meint, wäre die Ruhe des Kirchhofs." Dresden fahren sollte. Dieser Herr war der„ Vossischen Zeitung" bereits bekannt, da er in Nr. 171 vom 12. April dieses Jahres Die Federgewaltigen der Bossischen Zeitung" sollten unfren einen Reflame- Artikel geliefert hatte, der mit seinem vollen Namen Bebel so weit fennen, um sich nicht durch solch drolliges Geschreibe unterzeichnet ist. Dieser Artikel ist in seiner ganzen Ausdehnung bloßzustellen. Der Kampfluftige Bebel ist natürlich der letzte, der den ( untere Hälfte der betreffenden Seite) der Besprechung einer einzigen lebhaften Meinungskampf auch innerhalb der Socialdemokratie beFirma( anola Fabrit) gewidmet. Dieser Artikel ist endigen und Kirchhofsruhe herbeiführen möchte; wollten das andre, nicht etwa bloß Referat, sondern in Plauderton gehalten- rein so würde gerade er vereiteln, daß es geschähe. feuilletonistisch. Auch seiner äußeren Form nach ist dieser Es sind kindische Allotria, wenn die Bossische Zeitung" BarteiArtikel ein Feuilleton, denn er ist wie die redaktionellen tags- Beschlüsse, die durch freie Aussprache der aus gleichem Recht Feuilletons der„ Voss. 8tg." dreispaltig gefegt, und nicht Gewählten zu stande kommen, mit der Dittatur eines Konzils in etwa, wie die Annoncen in der„ Voffischen Zeitung" und wie andre Vergleich stellt. Ist es denn bei den Liberalen der Voffischen Reklame- Artikel, die als solche gelten sollen, vierspaltig. Ferner Beitung" Sagung, daß Parteitags- Beschlüsse niemand binden? befindet sich dieses Feuilleton in der zweiten Beilage unter dem Strich, unmittelbar darüber steht lediglich Alte Bilder und frischer Kaffee. An der Spike der letzten redaktioneller Text( Handelsnachrichten); nirgends auf der ganzen Nachrichten für die Angehörigen der Reichs Seite ist eine Grenze sichtbar, wo der redaktionelle Teil aufhört bruderei" finden sich diese beiden Anzeigen: und ein andrer beginnt, für den die Redaktion keine Verant wortung übernimmt. Das Honorar für dieses Feuilleton hat nicht etwa der Verfasser desselben( Schiblof) erhalten, sondern er hat es an die Bossische Zeitung" bezahlt; die Quittung hierüber ist vorhanden. Herr Schidlof fragte nun die Redaktion ( nicht die Expedition), ob sie solche Artikel auch über die sich an der Dresdener Städte Ausstellung beteiligenden Firmen aufnehmen würde. Dies wurde ihm zugesagt. Es wurde ihm ferner von den betreffenden Herren, wie Herr Schidlof behauptet, zugefagt( namentlich von dem Redakteur Bachmann), daß die Bossische Zeitung" solche Besprechungen mur von ihm bringen würde. Mit dieser Zusage tam Herr Schiblof zu mir und veranlaßte mich, die betr. Offerte zu machen. In meinem Schreiben nun offeriere ich den Interessten genau solche Artikel von demselben Schriftsteller, der den Artikel in Nr. 171 der„ Vossischen Zeitung" geschrieben hat. Allen Interessenten aber, die der Sache näher traten, habe ich eben dieses Feuilleton eingeschickt, damit sie sich durch Augenschein von dem überzeugen konnten, was sie zu erivarten hatten. Wenn ich mun die versprochenen Reflame- Artifel Feuilletons im redaktionellen Zeil" nenne, so wird jeder zugeben, daß ich hierzu berechtigt war. • " Auf Grund dieser Thatsachen bestreitet Dr. Kämpf der„ Vossischen Zeitung" das Recht, seine Offerten als auf Schwindel beruhend zu bezeichnen, und er teilt mit, daß er Beleidigungsklage erhoben habe. Die Darstellung des Dr. Kämpf wird bestätigt durch einen Blick in die Vossische Zeitung" vom 12. April, in der thatsächlich jener in Form eines redaktionellen Feuilletons auftretende Reklame Artikel enthalten gelesen iſt. Es ist daher auch durchaus glaubhaft und wahrscheinlich, daß die Boss. 3tg." bereit war, ähnliche Reklameartikel von der Dresdener Städteausstellung aufzunehmen. Die„ Voff. 3tg." hat dann durch ein fleines nettes Wortspiel den Sachverhalt zu trüben unternommen. Sie entrüstet sich darüber, daß sie Be richte oder Besprechungen gegen Bezahlung aufnehme". Als Berichte und Besprechungen werden redaktionelle Arbeiten bezeichnet und es wäre abgeschmackt", wie die„ Voff. 3tg." sagte, zu meinen, daß ein ebenso biederes " wie reiches Blatt an Stelle des unbestechlich selbsteignen Urteiles Lobpreisungen von Geschäftsunternehmungen veröffentlichen könnte, die von den Geschäftsunternehmern mit Summen bezahlt werden, die den Preis gewöhnlicher Juserate vielfach übersteigen. In Wahrheit ist festgestellt, daß die„ Vossische Zeitung" diese schmutzige Geldquelle keineswegs verachtet, und nach der Angabe des Herrn Schidlof ist es nicht nur die geschäftliche Abteilung des Blattes, sondern Mitglieder der Redaktion, die solche Geschäfte betreiben. Der Vorgang dedt ein Stüd Korruption des kapitalistischen Breßwesens auf, das um so schlimmer ist, in je feineren Formen es erscheint. An der Spitze der„ Vossischen Bossischen Zeitung" ist alltäglich zu lesen: ,, Anzeigen werden nach Schriftarten laut Tarif berechnet. Die 4 gespaltene Zeile in fleiner Schrift kostet für das Morgenblatt 40 Pf., für das Abendblatt 60 f. 3m 3 gespaltenen„ Reklameteil beträgt die Zeile dieser Schriftart 1 M. 50 Pf., unter„ Geschäftliche Mitteilungen" 3 M." Warum der besondere und außerordentlich hohe Preis für gewisse Anzeigen? Welcher Inserent wird ohne wesentliche Gegenleistung 1% oder 3 Mark für die dreigespaltene Beile zahlen? Die Gegenleistung wird geboten, indem diese Anzeigen in solcher Form und an solcher Stelle erscheinen, daß für das Publikum der Schein entsteht, es handle sich hier nicht um Aupreisungen der Interessenten, dem gegenüber von vornherein mißtrauische Vorsicht Herrscht, sondern um unparteiische Urteile der Redaktion. Darum " Eine Erinnerung. ,, daß ein Staatsanwalt, der Leute, die ihm als Zeugen unbequem sind, auf die Anklagebant stelle, nach seiner Meinung gegen die Pflichten seines Amtes, unverantwortlich und charakterlos handle." Diese Bemerkung des Staatsanwalts erweckt in uns allerlei Erinnerungen aus politischen Prozessen, von denen eine wenigstens erneuert werden möge: Bei der Beratung des Rechenschaftsberichtes über die Ausführung des Socialistengefeges hatte unser Genosse Singer im Jahre 1886 im Reichstage die kompromittierendsten Enthüllungen über die politische Polizei Treiben und dabei gemacht den namentlich und ihr Geheimpolizisten Ihring entlarbt, der sich unter dem Namen Mahlow in einen Berliner Arbeiterverein eingeschlichen und dort durch die dreistesten und wüsteſten Aufreizungen und Ans preisungen von Dynamit und Majestätsbeleidigungen rohester Art als agent provocateur Material für das Socialistengesetz zu schaffen versucht hatte. Als seine Gewährsmänner hatte Singer zunächst zwei Parteigenossen genannt, darunter den auch sonst bekannten und geschäßten Genossen Christensen, und alle Welt erwartete nun, daß daraufhin der Ihring, auf dem der Verdacht bösester Majestätsbeleidigungen und der Auftiftung zu Attentaten lag, vom Staatsanwalt zur Rechenschaft gezogen werden würde. Was aber geschah? Die Zeugen wurden in Angeklagte, der von Singer und der ganzen öffent lichen Meinung Angeklagte in einen Zeugen berwandelt! Der damalige Erste Staatsanwalt v. Angern lehnte die Verfolgung Ihrings ausdrücklichst ab! In lobenswerter Kenntnis( wie es damals schon die Berliner Voltszeitung nannte) der verkehrten Welt, welche das System Buttkamer vorstellte, hatte Singer die Entwicklung der Sache vorausDie von der Reichsdruckerei herausgegebene Sammlung von gesehen und die Namen der andern sechs Zeugen vorläufig für Bildnissen Brandenburgisch- Preußischer Herrscher aus dem Hause sich behalten. Wie nun, wenn Singer selbst durch ein ZeugnisHohenzollern ist aus 3 dem Buch und Kunsthandel zwangsverfahren hätte gezwungen werden können, dieselben zu zurückgezogen worden und wird zur Zeit von der Direktion nennen? Nun, so würden auch sie auf die Anflagebank gewandert unmittelbar an die Kommandostellen usw. der Militär- und sein und es wäre als einziger Zeuge nur der Spigel übrig geblieben, Marineverwaltung sowie an die Unterrichtsverwaltung zu bedeutend und wer zweifelt daran, daß derselbe sich rein und weiß geermäßigten Vorzugspreisen abgegeben. Die Sammlung besteht schworen haben würde wie einen Engel des Lichts, wie es ihm aus 10 Bildnissen in fester Mappe. Die sieben ersten sind vor dem Schöffengericht dann zuerst auch noch gelang trotz der Heliographische Nachbildungen alter Kupferstiche und stellen den sechs andern Beugen, lauter ehrenwerten Arbeitern! Dies SchöffenGroßen Kurfürsten, König Friedrich I., Friedrich Wilhelm I., gericht verurteilte jeden Angeklagten wegen Beleidigung des Jhring Friedrich den Großen, Friedrich Wilhelm II., Friedrich Wilhelm III. zu sechs Monaten Gefängnis. Vor der Berufungsund Friedrich Wilhelm IV. dar. Die übrigen drei Bildnisse sind kammer wurden dann aber bekanntlich die beiden Angeklagten Original- Kupferstiche der Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und am 13. Oftober 1886 freigesprochen, und dies freisprechende Wilhelm II. nach Delgemälden. Die Preise sind festgesetzt: für die voll- Urteil wurde wie folgt begründet:„ Der Gerichtshof hat ständigeMappe auf 10 M.( früherer Ladenpreis 45 m.), für einen einzelnen die Ueberzeugung gewonnen, daß diejenigen Mitteilungen, welche Kupferstich( Kaiserbilder) auf 1 M. 50 Pf.( früherer Ladenpreis die beiden Angeklagten dem Reichstags- Abgeordneten Singer 7 M. 50 Pf.) und für eine einzelne Heliographie auf 1 M. 20 Pf. gemacht haben, auf wahrheit beruhen. Der Gerichtshof ist früherer Ladenpreis 6 M.). Zu diesen Preisen sollen die Herrscher- nicht in der Lage, den Ausführungen des Zeugen Ihring zu folgen. bilder auf Wunsch auch den Angehörigen der Reichsdruckerei zu Die beiden Angeklagten sind daher von Kosten und Strafe freigänglich gemacht werden. Ein Eremplar der Sammlung liegt in zusprechen." der Bücherei zur Ansicht aus; ebenda werden auch Bestellungen auf Mappen und Einzelbilder entgegengenommen. Von den Einzelbildern ist der Bestand zum Teil nur noch klein. Bekanntmachung der Direktion. Konsumverein. = Die Mitglieder werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß während der heißeren Jahreszeit als ein bewährtes durst stillendes Getränk im Konsumgeschäft schwarzer falter Kaffee vorrätig gehalten wird. Der Preis für einen halben Liter Kaffee ist auf 4 Bf. festgesetzt. Vermutlich ist der frische schwarze Kaffee den Angehörigen der Reichsdruckerei doch etwas erquidlicher als die zürüdgeſetzten Bilder der alten Hohenzollern, die, im Buchhandel nicht mehr vertäuflich, an die Beamtenschaft und die Angehörigen der Reichsdruckerei losgeschlagen werden sollen. osgeschlagen werden sollen. Ein Aengstlicher. Die Kreuz- Zeitung" veröffentlicht an hervor ragender Stelle diese Zuschrift: Wer die schreckliche Ueberschwemmungsnot in Schlesien überschaut, muß von vielen sorgenden Gedanken erfüllt werden. Aber einer sollte dabei nicht fehlen. Eine blinde Gewalt hat der Menschen Werke zerstört, hat Wohlstand und Frieden zerstört, Menschenleben vernichtet und droht auch noch weitere schwere Gefahren. Schutt und Gerölle bedecken die Fluren, die vordem eine reiche Erute versprachen. Jahrelanger Arbeit wird es bedürfen, soweit dies überhaupt möglich ist den früheren Zustand wieder herzustellen. int Bei Ergründung der Ursachen des Unglücks wird manche Versäumnis entdeckt, die aber nicht mehr gutzumachen ist, aber auch manche heroische That- insbesondre der Truppenteile wird gerühmt, die aber der heimtüdischen, unterwühlenden Gewalt des feindlichen Elementes nicht gewachsen war. Giebt dies alles nicht in erschreckender Borahnung, wie angedeutet durch Geisterhand, ein Bild des focialdemokratischen Zukunftsstaates? Aber die sociale Katastrophe, die ja angeblich bald einbrechen soll, wird nicht bloß einzelne Gebiete einer Proving treffen, fie foll ja das gesamte Bolf überschwemmten. Also wird auch von werkthätiger Liebe der Gesamtheit für die Bedürftigen keine Rede sein können. Denn jeder wird ihrer bedürfen und keiner wird sie leisten können, es müßte denn sein, daß das Ausland sich über uns erbarmt! Endlich ist das Wasser ein Element. Es tötet, aber es mordet nicht! Die Nevolution mordet und zwar nicht bloß ihre Feinde, Die Berufungskammer, von der man damals bei diesem Falle sagte: es giebt noch Richter in Berlin", hatte ja glücklicherweise wieder gut gemacht, was das Schöffengericht gefündigt hatte, aber hätte das Schöffengericht nicht doch auch schon zu einem andern Urteil kommen müssen, wenn die damaligen Staatsanwälte die aupt zeugen nicht auf die Anklagebank gesetzt hätten und den wirklichen Angeklagten auf die Beugenbant? Herr Staatsanwalt Beed hat hier ein wahrhaft klaffisches Beispiel für die von ihm schärfstens verurteilte staatsanwaltliche Machination; aber er wird sich beruhigen können, es handelte sich damals ja nicht um Bankdirettoren, sondern einfach um Arbeiter, noch dazu um Socialdemokraten... Berichtigung. In unfrem Leitartikel vom 26. d. M. muß es in Spalte drei heißen: Zeile 5 von oben statt„ Enquête Immortale Dei" Encyclica Immortale Dei. Beile 26 ftatt„ auch gegen Giren" auch gegen fie; geile 30 statt denn man lernt" denn man lehrt; Beile 50 statt Rettung zum Kirchentum" Stellung zum Kirchentum. Ausland. Destreich- Ungarn. " Der Todesmarsch des 12. östreichischen Infanterie- Regiments von Trebinje nach Bilek dürfte weit mehr Opfer fordern, als die faule Entschuldigung des Kriegsvorgestern veröffentlichte ministeriums erkennen ließ, denn außer den 15 Soldaten, die sofort dem Hizschlag erlegen sind, werden vier andre vermißt und außerdem ringen im Militärspital über 50 Mann bewußtlos im hißigen Fieber um ihr Leben. Wahrscheinlich können die vier Vermißten ebenfalls den Toten zugezählt werden. Bewußtlos zusammengebrochen, sind sie am Wege liegen geblieben, bis sie nach vielleicht stundenlanger Qual der Tod erlöste. Es ist begreiflich, wenn ein Aufschrei der Entrüstung aus dem östreichischen Volt aufsteigt und selbst die öftreichischen RegierungsMit Recht blätter strengste Untersuchung der Vorgänge fordern. fragt die Wiener Arbeiter- Zeitung":" Wie konnte, wie durfte das Schreckliche, nein das Verrucht- Niederträchtige geschehen? Dieser grauenhafte Massenmord? Diese frevelhafte Gefährdung und Zerstörung der Gesundheit von hunderten Menschen in blühender Jugend? Holt darum dem ärmsten Teufel der Steuerbote den letzten Heller ab, muß nur darum jeder junge, geradgewachsene Mensch drei Jahre aus seinem bürgerlichen Leben löschen, damit einer frech mit Leben und Gesundheit spielenden Experimentierungssucht das geeignete lebende Material geliefert werde? Wem hat das Noll seine Söhne ausgeliefert, wenn solche Gräuel geschehen können? Darauf wollen wir eine Antwort hören. Das Reichs-Kriegs- Ministerium stammelt in einem Communique emige entschuldigende Redensarten von großer Hitze, in einer offiziösen Darstellung, die das Budapester Korrespondenzbureau bringt, wird gar die Dreistig- keit gewagt, den Soldatenmord damit zu rechtfertigen, daß bei großer Hitze solche Gefechtsübungen abgehalten werden müßten, weil ja auch im Ernstfalle die Möglichkeit eintreten könnte, daß unter ähnlichen Verhältnissen operiert würde. Soll man sich bei solch unnützem Gerede aufhalten? Gewiß dienen die Friedensübungen zur Ausbildung für den Ernstfall, aber ihr Ziel kann nur sein, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Leistungen, die über die Grenzen der Durchschnittskraft hinaus- gehen, kann gelegentlich der Krieg erfordern; Zweck einer Uebung können sie so wenig sein, als etwa beim Manöver scharf geschossen werden kann. Wurde die Truppe, von der jetzt fast ein Viertel in seiner Gesundheit und Kraft gebrochen ist, dadurch zum Kriegsdienst tauglicher gemacht? Nein,„die Notwendigkeit kriegsmäßiger Leistungen" ist hier wie in andren ähnlichen Fällen nur eine kläg- liche Ausrede für die brutalste Leutcschinderei. Aber ihre Ursache ist ganz etwas andres als Rücksicht auf die tüchtige Vorbildung für den Ernstfall. Die Eitelkeit und Streberei der Vorgesetzten treibt die Mannschaft zu wahnwitziger Ueberanstrengung, in Krankheit und Tod."— Für das gleiche Wahlrecht wird zur Zeit von unsren Lst- reichischen Genossen eine energische Massenagitation betrieben. In einer großen Anzahl Ortschaften fanden Sonntag stark besuchte Wahlrechts-Versammlungen statt. Von einigen Bezirkshauptleuten sind die Versammlungen unter dem Vorwand, daß die Wahl- bewegung staatsgefährlich sei, verboten worden, darunter auch vom Bezirkshauptmann von Borgo in Südtirol, demselben, der die Dieb- stähle des Ognibeni in Levico jahrelang duldete. Man wird diesen Herren, sagt die„Wiener Arbeiter-Zeitung", für die das Wer- sammlungsgcsetz nicht zu existieren scheint, im Parlament den Standpunkt klar machen müssen.— Italien. Eine Spaltung in der lokalen Partei-Organisation Mailands. Rom, den 23. Juli.(Eig. Ber.) Am 23. Juli haben die Mai- länder Socialistcn der Richtung T u r a t i beschlossen, aus der Federazione Socialista Milanese auszutreten und eine autonome socialistische Wahlvereinigung zu bilden. Dieser Entschluß hat eine lange und widerwärtige Vorgeschichte in unzähligen Feind- seligkeiten zwischen den Vertretern der reformistischen und denen der revolutionären Richtung der Partei. Wie bei der vor zwei Jahren eingetretenen Spaltung scheint es sich auch diesmal zumeist um persönliche Antipathien zu handeln, die durch eine von einflußreichen Parteigenossen seit Jahren zum Princip erhobene Disciplinlosigkeit weite Kreise zu ziehen vermochte. Seit Monaten kann von einem Zusammenarbeiten der beiden Richtungen in der Mailänder Partei-Organisation nicht mehr die Rede sein. Seit die „Jntransigenten" bei den Wahlen des Exekutionskomitees die Mehrheit erlangt hatten, haben die„Turakianer" sich nicht mehr an den Vcr- samnilungen beteiligt. Die äußere Ursache der heutigen Spaltung ist das Verhalten der Mailänder Partei-Organisation gegenüber einer Demonstration gegen den Abgeordneten S a c ch i, den Führer der italienischen Radi- kalen. Dieser war in Mailand ausgepfiffen worden, und die revolutionären Socialistcn sollen bei diesem Akt sehr lebhaft mitgewirkt haben. Die Reformisten schlugen in einer Parteiversammlung, zu der sie sich eigens darum eingefunden hatten, ein Protestvotum gegen dieses Vorgehen vor. Sie erklärten das Auspfeifen eines Gegners für unwürdig und mit dem politischen Anstände unvereinbar. Da- gegen fanden die Jntranfigenten, daß die Demonstration nicht in den Verantwortlichkeitsbereich der Partei-Organisation fiele, da sie nicht von dieser veranstaltet worden sei; auch bestünde keinerlei Widerspruch zwischen den Parteiprincipien und einer Demonstration der Mißbilligung gegen einen Gegner. Eine Tages- ordnung in diesem Sinne ging durch und gab den Anstoß zum Austritt der Turatianer aus der Partei-Organisation. Es entsteht nun heute, wie vor zwei Jahren die Frage: gehören die aus einer Partei- Organisation ausgetretenen Personen noch der Partei an oder nicht. Nach dem, dem Parteitag von I m o I a vorgelegten Organisationsstatut des Genossen L e r d a, das wegen Zeitmangels von dem Parteitag dem Parteivorstand überwiesen wurde, unbedingt nicht. Dem bisher herrschenden Gewohnheitsrecht nach auch nicht. Unter den Ausgetretenen befinden sich T u r a t i(Abgeordneter des V. Mailänder Wahlkreises), T r e v e s(Cheftedakteur der socialistischen Tageszeitung„Jl Tempo"), Gallea ni, Bolognesi, mehrere Stadträte usw. Der neue autonome Wahlverein soll bis jetzt über 200 Mitglieder zählen.— Wieder eine BerleumdungSklage gegen den„Avanti". Sogar die Anekdoten über den Papst geben zu Verleumdungsklagen gegen den „Avanti" Anlaß. Hat da unser Centralorgan am 19. Juli eine Episode aus dem vorpäpstlichen Leben Leo XIII. erzählt, in der die diplomatische Eleganz des damaligen Erzbischofs von Perugia hervorgehoben wurde. Die Zeituiig sprach auch von einem Besuch einer jungen Patrizierin, der Gräfin G a l l e n g a, bei dem damals 31jährigen Kirchenfürsten. Dieser Besuch sollte durch den Grafen Gallengo unterbrochen worden sein. Der„Avanti" hat von dieser Episode durch einen aus jener Zeit stammeuden Privatbrief Kenntnis erhalten. Wie sie durch ein Telegramm dem„Giornale d'Jtalia" meldet, hat nun die Gräfin Gallenga die Verleumdungs- klage gegen unser Centralorgan erhoben. Das wird zu einem recht eigenartigen Beweisverfahren führen, obwohl es zweifellos ist, daß der„Avanti", im Besitze jenes Privatbriefes, seinen guten Glauben bei der Veröffentlichung darthun kann.— Rumänien. Zur politischen und wirtschaftlichen Lage. Bukarest, 22. Juli. (Eig. Ber.) Ueber den Ausgang des Rentenschwindel-ProzcsseS und die ausgesprochenen Strafen hat Ihnen der Telegraph seit meiner letzten Korrespondenz bereits Mitteilung gemacht. Da alles wohl vorbereitet war, so verlief alles programmmäßig, trotz der Be- mühungen der Verteidiger, Bresche in das sorgfältig umbaute Prozeßverfahren zu legen, zu dem Zwecke, die eigentlichen Schuldigen zu entlarven. Man weiß sehr wohl, wo diese zu finden sind und daß die jetzt Verurteilten nicht viel mehr als die Verführten sind. Auch hier zu Lande hat das Sprichwort Geltung:«Kleine Diebe hängt man, große läßt man laufen." In diesem Sinne wird auch das im Verlaufe der Angelegenheit nicht mehr abweisbar gewesene Untersuchungsvcrfahren gegen Pictorian, den verantwortlichen Redakteur der großen„patriotischen" Fälschungen des Jahres 1901. verlaufen: der Untersuchungsrichter wird mit einer orckonnancs de non-lieu die Sache für beendigt erklären und Pictorian hierauf wieder Besitz ergreifen von seinem 40 099 Lei-Gehalt als Direktor der Depositenkasse. Aber abgewirt- schaffet hat die Partei, welche solche Blüten zeitigte, doch. Man spricht davon, daß das Kabinett Sturdza im Herbst seine Entlassung geben werde, ja sich dazu schon verpflichtet habe(jetzt, d. h. unmittelbar nach der Ausdeckung der Schwindelaffaire würde es das volle Odium für dieselbe mit in seine Zurückgezogenheit genommen haben) und daß um diesen Preis die Konservativen einen Waffenstillstand be- willigt haben. Die Ernte steht gut, nachdem sie durch wochenlange Nsgsngiiffc, die zun. Glück knapp vor der Ernte aufhörten, sehr fraglich geworden war. Hoffentlich kommt dann wieder mehr Geld ins Land. Jetzt mangelt es an solchem überall und es herrscht ein Elend namentlich in den unteren Volksschichten, das unbeschreiblich ist. Die Deuffche Bank will, wie bereits gemeldet, die Petroleum- gesellschaft Steaua Romana übernehmen und die Discontogesellschaft hat sich mittleriveile auch in den Besitz eines Petroleumunternehmens, der Telega Oil Company(eine englische Gründung) gesetzt und will mit 20 Millionen Lei der rumänischen Petroleumindustrie unter die Arme greifen. Hoffentlich entsteht da nun wirklich eine Industrie, denn was sich hier bis jetzt so nannte, verdiente diesen Namen kaum.— Asien. Japan und Rußland. Seit etwa zwei Wochen weiß die englische imperialistische Presse zu melden, Japan sei zum Kriege gegen Ruß- land bereit, es bedürfe nur eines geringfügigen Anstoßes, um Japan zu einer Kriegserklärung gegen das Zarenreich zu veranlassen. Ent- gegen diesen Nachrichten, die weit mehr den englischen Wünschen als den Thatsachen entsprechen, wird den„Times" aus Tokio unter dem 26. d. M. gemeldet: Die beunruhigenden telegraphischen Nachrichten über Kricgsvorbereitungen Japans, die in England veröffentlicht worden sind, sind völlig unbegründet. Zweifellos wächst in Japan die Entrüstung über Rußlands Verhalten, aber die Nation und die Re- giernng bewahren ihre Ruhe.— Amerika. Ein Akt rohester Lynchjustiz. Der Haß der weißen Bevölkerung gegen die Neger, der aus den Südstaaten der nordamcrikanischen Union längst seinen Weg in die Nordstaatcn gefunden hat, führte am Sonnabend Vi Danville(Illinois) zu einem blutigen Straßenkampf zwischen Weißen, Negern und Polizei. Es wird uns darüber tele- graphisch berichtet: Am Sonnabend kam es in den Straßen von Danville zwischen der Polizei und Weißen, die einen Sturni auf das Stadtgefängnis unternahmen, um einen Neger, Namens Wilson, herauszuholen und zu lynchen, weil er angeblich eine weiße Frau überfallen hatte, zu einem erbitterten Kampf. Vor dem Angriff der Weißen auf das Ge- fängnis kam es zu einem Zusmmnenstotz zwischen ihnen und einer zahlreichen Negerschar, die den Weißen den Weg zum Gefängnis verlegen wollte, um Wilson vor dem Lhnchgericht zu retten. Zwischen beiden Parteien kam es zum offenen Gefecht, wobei von Feuer- und Handwaffen rücksichtslos Gebrauch gemacht wurde. Ein Weißer wurde dabei von einem Reger Namens Mayfield getötet. Die Wut der weißen Angreifer richtete sich nun gegen Mayfield, den die Polizei nur mit großen Schwierigkeiten und energischer Anwendung ihrer Waffen nach der Polizeistation in Sicherheit bringen konnte. Es gelang den Schutzleuten zwar, mit Mavfield in ihrer Mitte die Station zu erreichen, aber bald rückten die Weißen heran, stürmten das Polizcigebäude, drangen in Mayfields Versteck, holten ihn heraus, hängten ihn und verbrannten seinen Leichnam. Dann ging es weiter zum Gefängnis, um an Wilson das Volksurtcil zu vollziehen. Der Sheriff und seine Beamten suchten vergeblich unter Anwendung ihrer Revolver den Ansturm zurückzuwerfen. Eine große Anzahl der Stürmenden wurde von den Kugeln der Verteidiger verwundet und einer getötet; aber nach kurzem Kampfe war der Widerstand der Polizei niedergeschlagen. Nun strömten die Weißen in das Gefängnis, fanden nach längerem Suchen Wilson, prügelten ihn zu Tode und schleppten den Leichnam hinaus, der dann im Triumph durch die Straßen geschleift wurde.— Aus dem Vatikan. Vorläufige Beisetzung der Leiche Leos XIII. Llm Sonnabendabend 7 Uhr fand die Feier der vorläufigen Bei- setzung des Papstes Leos XHI. in der Peterskirche, der mehr als 2000 Geladene beiwohnten, statt. Nachdem unter Vorantritt der kerzentragenden Pönitentiare der Peterskirche das vatikanische Kapitel in der Sakraments-Kapelle erschienen war, segnete der Dekan des Kapitels die Leiche ein und stimmte das Miserere an, in das der Sänger- chor einfiel. Sodann wurde die Leiche in feierlichem Zuge aus der Sakraments-Kapelle durch das Mittelschiff der Kirche um den päpst- lichen Altar herum nach der Chorkapelle getragen. Voran schritten die Stabträger des Kapitels; dann folgten das vatikanische Seminar, die Pönitentiare und das Kapitel von St. Peter. Hinter ihnen trugen Mitglieder des Kapitels die Bahre mit der Leiche deS PapsteS, von Nobelgarden und Mitgliedern der Erzbruderschaft von San Michele in Borgo umgeben, die brennende Fackeln trugen. Die Bahre wurde in der Mitte der Chorkapelle, das Haupt der Leiche gegen den Altar, niedergestellt. In der Chorkapelle waren die Mitglieder des heiligen Kollegiums, die hier anwesend sind, bereits vollzählig versammelt. In der Kapelle nahmen ferner das diplomatische Corps sowie Vertreter des römischen Adels auf besonderen Bänken Platz, die übrigen Teilnehmer des Zuges stellten sich rechts und links von der Bahre auf; die Vereine und Körperschaften blieben außerhalb der Kapelle, deren Gitter darauf geschlossen wurden. Nunmehr eröffnete Chorgesang die eigentliche Feier. Der Dekan des vatikanischen Kapitels erteilte der Leiche, die er mit Weihwasser besprengte, die Absolution. Darauf trat der Majordomns an die Leiche deS Papstes heran und bedeckte schweigend deren Antlitz mit einem weißen Schleier. Der Präfett der Ceremonien deckte den Körper mit rotseidenem Schleier zu und schlug die Enden des Bahr- tuches über ihm zusammen. Nobelgarden nahmen darauf die Leiche von der Bahre auf und betteten sie in einen ganz mit karmesin- farbigem Sammet ausgeschlagcnen Sarg aus Cypressenholz. In den Sarg wurden drei rotseidene Börsen niedergelegt, die soviel goldene bezw. silberne und bronzene Medaillen enthalten, als das Pontifikat des Verblichenen Jahre gedauert hat, ferner eine in Blei eingeschlossene Glasröhre mit einem Pergamentblatt, daraus Lebenslauf und Verdienste des Papstes geschildert sind. Darauf wurde der Deckel des Sarges geschlossen und mit den Siegeln des Kardinal-KämnicrerS Oreglia, des Kardinals Rampolla, des Erzpriesters der Basilika und des Majordomns versiegelt. während alle Anwesenden in und außer der Kapelle laut beteten. Der versiegelte Sarg wurde sodann in einen Bleisarg gestellt und dieser verlötet: auf dem Deckel des letzteren kündet eine Inschrift Lebensalter, Pontinkatsjahre und Todestag des Verstorbenen. Nach der Verlötung. während welcher der Kapitelnotar eine auf Tod und Beisetzung des Papstes bezügliche lateinische Urkunde verlas, wurde auch der Blei- sarg versiegelt und in einen dritten Sarg, aus Ulmenholz mit dem Wappen-des Papstes auf dem Deckel, gestellt. Nach einer noch- maligen, letzten Einsegnung wurde nun der Sarg aus der Kapelle zu dem Sarkophage gettagen, in dem die vorläufige Beisetzung der Päpste stattfindet. Das Testament des PapsteS. In dein veröffentlichten Testament des PapsteS wird über dessen Vermögen folgende Verfügung getroffen: „Und indem wir Verfügung treffen über daS uns gehörende Familiengut, setzen wir zum Erben ein unsren Neffen, den Grafen Ludovico Pecci. Von diesem Gut sind in Abzng zu bringen die unsrem andern Neffen, dem Grafen Riccardo, aus Anlaß seiner Verheiratung gegebenen Güter. Desgleichen sind in Abzug zu bringen alle in'Carpineto gelegenen Güter, welche gemäß unsrer eigenhändigen Verfügung vom 3. Februar 1900 Eigentum des Heiligen Stuhles find. Wir haben in diesem Testamente keine Verfügungen zu Gunsten unsres Neffen Camilla, unsrer Nichten Anna und Maria sowie der Söhne und Töchter unsres Bruders Giovanni Battista getroffen, da wir bei Lebzeiten für die- selben gelegentlich ihrer Heirat schon in angemessener Weise gesorgt hckben. Wir erklären, daß niemand aus unsrer Familie irgend ein Recht an alledem geltend machen kann, was nicht in gegenwärtiger Urkunde in Betracht gezogen ist, denn alles sonsttge Gut jeglicher Art ist uns in unsrer Eigenschaft als Pontifex zugefallen und ist daher— jedenfalls wollen wir, daß es so sei— unantastbares Eigentum des Heiligen Stuhles." DaS Kardiiialskollegium. Das Kardinalskollegium, das zur Papstwahl berechttgt ist, setzt sich aus 36 italienischen, 9 französischen, 5 spanischen, 5 östreich- ungarischen, drei deutschen und je einem belgischen, amerikanischen, irischen und australischen Kardinal znsammen. Kardinäle französischer Nationalität sind: Alfonso Capecelatro(geboren in Marseille), Benoit Marie Langümieur, Franeois Mane Benjamin Richard, Adolphe Louis Albert Perraud, Victor Luden Sulpice Lecot, Ginseppe Sarto, Hcctor Conillö, Guillaume Josef Labouro, Gian Fransvis Desire Mathieu. Kardinäle spanischer Nationalität: Josö Sebastiao Nett». Ciriaco Maria Sancha y Herdas, Salvadore Casanas y PagäS, Jose Maria Martin de Herrera y de la Jglesia, Jose Calasanzio ViveS y Tuto. Kardinäle in Oestreich-Ungarn: Anton Josef Gruscha, Claudius Vaszary, Leo Freiherr von Skrbensky, Johann v. Kzielsko- Puzhna, Katschthaler, Erzbischof von Salzburg(ernannt am 22. Juni 1903). Kardinäle in Deutschland: Georg Kopp, Andreas Stemhuber, Erzbischof Fischer in Köln(am 22. Juni dieses Jahres ernannt). Das K a r d i n a l k 0 l I e g i u m hat sicherem Vernehmen nach am 22. d. Mts. einstimmig den Protest Pius IX. und Leos XIII. gegen die Usurpation des Kirchen st aates und die von der Regierung erlassenen kirchenfeindlichen Gesetze erneuert. Der Protest wurde gestern den Mächten mitgeteilt. Die Parteibilduiigen für die Papstwahl. Als diejenigen„Papabili", die nach den neueren Meldungen am meisten Aussicht haben, den päpstlichen Stuhl zu besteigen, gelten Luigi Oreglia di San Stefano, Dekan des heiligen Kollegiums und Kämmerer der Kirche, Gotti, Generalpräfckt der Propaganda, und Serafino Vannutelli, Großpönitenttar und Inhaber des Sub- urbikar-Bistums von Tuskulum. Der Wahl des letzteren sollen be- sonders die deutschen und östreichischen Kardinäle� ge- neigt sein, ferner der nordamerikanische Kardinal Gibbon? und der französische Kardinal Richard. Die Wahl des früheren Staatssekretärs Rampolla gilt nach neueren Mitteilungen für völlig aussichtslos. Wie es heißt, ist zwischen seinen Anhängern und denen Gottis eine Verständigung erfolgt, der zufolge die Anhänger Ram- pollas für Gotti eintreten unter der Bedingung, daß dieser, nach- dem er gewählt ist, Rampolla zum Präfekten der Propaganda und Ferrata zum Staatssekretär ernennt. Wirrwarr im Vatikan. Ueber das zur Zeit im Vattkan herrschende Treiben wird der „Franks. Ztg." berichtet: Im Vatikan herrscht große Konfusion. Niemand hat sich in diesem Uebergangsstadiunl noch an die neuen Dinge gewöhnen können. Insubordinationen und Respektlosigkeiten kommen auch vor. So griff gestern ein Mönch im Vorzimmer des Thronsaales den portugiesischen Gesandten mit Scheltworten an, weil sein König nur wenige Worte des Beileids telegraphiert hätte.(Nun, der Köitig von Portugal hat doch noch nicht vergessen, daß Leo XIH. ihm 1895 unter Androhung der Thronentsctzung den Besuch seines Oheims Umberto verbot. A. d. B.) Diesem und andern kurzen Telegrammen andrer Souveräne werden in Vatikankreisen die Telegramme Kaiser Wilhelms und des Präsidenten Roosevelts als leuchtende Beispiele vorgehalten. Partei- j�ackrickten. Eine socialdemokrattsche Konferenz für den Regierungsbezirk Merseburg, die von über 60 Delegierten besticht war, fand am Sonn« tag in Halle statt. Genosse Leopold- Zeitz referierte über die Stellungnahme zu den bevorstehenden preußischen Landtagswahlen. worauf man in der Diskussion allgemein zu der Ueberzeugung kam: den Freisinnigen ist bei den Laiidtagswahlen noch viel weniger Ver« trauen entgegenzubringen, als bei den Reichstagswahlen. Ehrliche Führer der Freisinnigen hätten dies auch ohne weiteres zugegeben. So haben einige Führer des Halleschen Freisinns, darunter der Stadt« verordnete Schmidt, der jüngst für den Reichstag kanditicrte. 1898 vor der Landtagswahl erklärt, wenn sie ihren freisinnigen Partei- genossen die Parole geben würden, unter gewissen Bedingungen für den Socialdemokraten zu stimmen, so könnten sie gar keine Verant- Wartung dafür übernehmen, ob die Parole befolgt würde. Bei der Socialdemokratie wäre das allerdings anders. Der Delegierte von Sangerhauscn erklärte, ein Teil der Freisinnigen in seinem Kreise wären so beschaffen, daß er sich genierte, öffentlich freisinnig zu wählen. Trotz alledem beschloß aber die Konferenz gemäß den Be« schlüssen des preußischen Parteitages, sich mit aller Energie an den bevorstehenden Landtagswahlen zu beteiligen. GewerklcbaftUcbes. Berit» und Umgegend. Der Tarifvertrag der Bauarbeiter, der am 15. Mai d. I. in Kraft trat, ist noch immer nicht auf allen Bauten durchgeführt. Am Sonntag tagte im Gewerkschaftshause eine Versammlung der im Stundenlohn beschäftigten Bauarbeiter Berlins und Umgegend, um gegen diejenigen Baugeschäfte Stellung zu nehmen, die den Vertrag nicht innehalten. Es handelt sich hierbei zum Teil um Firmen, die dem Verband der Bau- geschäfte angehören, also einen Vertrag brechen, den ihre eigne Organisation anerkannt hat. Der Referent Karl Heidemann führte aus. daß in einigen Fällen auf Grund von Erngaben an die Untcrnehmerorganisation Abhilfe geschaffen worden ist, das letzte Schreiben blieb jedoch ulibcantlvortct. Eine Baukontrolle, die kürzlich vorgenommen wurde, hat ergeben, daß noch 1050 Bauarbeiter in Berlin und Umgegend vorhanden sind, die unter 43 Pf. Stundenlohn erhalten. Dabei wurden allerdings eine Anzahl Leute mitgezählt, die nicht als geübte Bauarbeiter gelten können. Diefe abgerechnet ergiebt sich, daß mindestens 800 von den 6000 hier beschäftigten Bau- arbeitcrn den ihnen im Vertrag zugesicherten Stundenlohn von 45 Pf. nicht erhalten. Im übrigen muß jedoch festgestellt werden, daß seit dem vorigen Jahre, wo man noch 1700 Bauarbeiter mit Löhnen von unter 40 Pf. zählte, eine bedeutende Verbesserung eingetreten ist. daß der Vertrag also sehr günstig gewirkt hat. Es soll nun. wie der Redner weiter ausführte, unter allen Umständen dafür gesorgt werde». daß der Vertrag überall zur Anerkennung gebracht wird. Die OrtS« Verwaltung, sowie die Vertretersitzung haben sich bereits mit der Frage befaßt und einem energischen Vorgehen ihre Zustimmung gegeben. Zunächst soll eine Sitzung der Schlichtungskommission ver- anlaßt werden.— D,e Vcrsamntlung nahm einstimmig folgende Resolution an: „In Erwägung, daß trotz des Abschlusses des Vertrages immernoch verschiedene Baugeschäfte vorhanden sind, die den im Vertrag vorgesehenen Lohn nicht zahlen, die Bauarbeiter Berlins und Um- gegend aber Forderungen stellen, die von der überwiegenden Zahl der Baugeschäfte laut Vertrag anerkannt sind, verpflichten sich die heute versammelten Bauarbeiter centraler Richtung, um endlich diese Forderungen auf der ganzen Linie zur Anerkennung zu bringen, auf allen Bauten, wo am 27. Juli der Lohn nicht ge- zahlt wird, die Arbeit so lange ruhen zu lassen. bis der vertragsmäßige Lohn anerkannt ist."_ Die Feilenarbeiter nahmen am Sonntag in einer gut besuchten Versammlung endgültig Stellung zu ihrer nunmehr eingeleiteten Lohnbewegung. Von der Lohnkommission wurde mitgeteilt. daß dem Einigungsamt die Angelegenheit bereits unterbreitet worden ist. um, wenn angängig, eine friedliche Verständigung über die Tarif- forderungen mit den Arbeitgebern herbeizuführen. Im übrigen faßte die Versammlung einstimmig folgenden Beschluß: In allen Betrieben. deren Inhaber bis zum Sonnabend, den 1. August, den Tarif nicht unterzeichnet haben, wird am Montag, den 3. August, einmütig die Arbeit niedergelegt. Der Streik der Müllkutscher und Schaffner der Firma Rhöricke u. C 0. dauert unverändert fort. In der am Sonntag stattgefundenen Versammlung waren sämtliche Müllabfuhrbetriebe durch ihre Ver« trauensleute vertreten und nahmen dieselben Kenntnis von den Nr- fachen des Streiks. DaS Verhalten des Inspektors wurde in jeder Weise gemißbilligt. Da die Firma Rhöricke u. Co. an dem großen Unternehmen Berliner Abfuhr-Gesellschaft beteiligt ist, so suchte dieselbe unter dieser Firma Arbeiter durch Inserate in der .Morgenpost" zu bekommen. Es haben sich auch einige Arbeits- lvillige gefunden, doch können dieselbe die schwere Arbeit nicht leisten, und kamen nach einigen Stunden Umherfayrens in der Stadt wieder zurück. Der Betrieb kann nicht regelrecht aufrecht erhalten werden. Eine nach der Versammlung stattgefundene Verhandlung mit dem Direktor hat zur Beilegung des Streiks nicht geführt. Die Streikenden haben erklärt, fest zusammenzuhalten. Ocutfcheo Reich. Textilarbeiter. Die Textilarbeiter in Crimmitschau find in die Bewegung zur Erringung des zehnstündigen Arbeitstages ehr getreten; bis jetzt beträgt die Arbeitszeit in allen Betrieben 11 Stunden. Bereits seit 1899 sind die Arbeiter alljährlich bei den Fabrikanten vorstellig gelvorden, die zehnstündige Arbeitszeit ein- zuführen, jedoch wurde diese Forderung stets abgelehnt. Es wurde nun nochmals beschlossen, ein Schreiben an den Fabrikantenverein zu richten, in welchem die zehnstiindige Arbeitszeit, unter Bei- beHaltung der gleichen Wochenlöhne für Lohnarbeiter wie bisher und zehnprozentige Lohnerhöhung für Accordarbeiter gefordert wird Die Fabrikanten sollen bis zum 4. August Antwort geben. Man hofft seitens der Arbeiter, daß die Forderung auf gütlichem Wege bewilligt wird, sollte jedoch abermals eine ablehnende Antwort ein- treffen, so sind die Arbeiter auch entschlossen, die zehnstündige Arbeiszeit mit aller Energie zur Durchführung zu bringen. In Be- tracht kommen gegen 6990 Personen, wovon 4999 dem Textil- arbeiter-Verband angehören. Die Textilarbeiter aller Branchen werden ersucht, bis auf weiteres Crimmitschau zu meiden. Katholische Geistlichkeit und christliche Gewerkschaft. Vor einiger Zeit ging in Bedburg(Rheinland) ein Streik, an Welchem nur christliche Textilarbeiter beteiligt waren, verloren. Ursache des Streiks war folgendes: Die„Bedburger Wollindustrie- Aktiengesellschaft", welche zu ihren Aktionären auch einige Mitglieder der sehr frommen katholischen Familie Trimborn zählt, zahlte in Aachen ihren Arbeitern höhere Löhne als in Bedburg, und verlangten die Streikenden eine Gleichstellung des Lohnes. Diesem gerechten Ansinnen widersetzte sich der Kommerzienrat Silverberg, der Leiter des Betriebes, und verbat sich jede Einmischung des christlichen Ver bandes. Wie bemerkt, ging der Streik verloren, weil sich zu viele Streikbrecher einfanden, und nur ein kleiner Bruchteil der Streikenden wurde wieder eingestellt, während der größere Teil Bedburg verlassen und vielfach zu eineni andren Berufe greisen mußte. Nun erläutert die christliche Gewerkschaftspresse die Ursache der Niederlage und ist es interessant zu erfahren, daß in dem gut katholischen Orte Bedburg die Streikenden keine Unterstützung, sondern nur Gegner fanden. Nicht allein die bürgerlichen Kreise, heißt es in dem Bericht, sondern auch die katholische Geistlichkeit stand auf feiten des jüdischen Kommerzienrats Silverberg. Weil er einige Wohlfahrtseinrichtungen geschaffen, und weil er eine besondere Art hatte, Wohlthaten zu er- weisen, unterhielt die katholische Geistlichkeit intime Beziehungen zu dem Kommerzienrat, so daß den Arbeitern das Vertrauen zur Geist- lichkeit geraubt sei, ja, zu einem Bruch mit einigen Geistlichen sei es gekommen, sollen dieselben doch nicht ganz unschuldig an dem Zuzug der Streikbrecher gewesen sein. Es wird also von der christlichen Gcwerkschaftspresse einmal unumschränkt zugegeben, was wir stets behauptet, nämlich, daß sich die Geistlichkeit in den wirtschaftlichen Kämpfen auf feiten des Kapitals stellt, ohne Rückficht darauf, ob christliche oder socialdemo- kratische Arbeiter im Kampfe stehen. Hoffentlich ziehen die katholischen Arbefter aus diesem Vorkommnis die nötigen Lehren und verbitten sich jede Einmischung der Geistlichkeit in Wirtschaft- liche Kiimpfe. Thun fie das, so werden sie den Weg zur klassen- bewußten Arbesterschast sehr schnell finden. Hu9 Induftne und Handel. Die deutschen Banken im Jahre 1992. Der„Deutsche Oekonomist" hat in seiner letzten Nummer mit der Veröffentlichung seiner jährlichen Bmckstafistik begonnen. Nach seiner Zusammen- stellung, die nur die Banken mit einem Aktienkapital von mindestens 1 Million Mark berücksichtigt, ist im Jahre 1992 die Zahl der deutschen Banken von 171 auf 167 zurückgegangen, davon sind 122 Kredit- ibanken, 6 Notenbanken und 39 Hypothekenbanken. Die eignen Mittel der sämtlichen Banken haben am Jahresschluß betragen 2837,5 Mill. Mark Grundkapital und 797,7 Millionen Mark Reserven, gleich 24,9 Prozent des Aktienkapitals(1991 2319,9 Millionen Mark bezw. 679,7 Millionen Mark gleich 24,1 Proz.). Durch Zugang neuer und Abgang alter Banken ergab sich eine Verminderung des Aktien- kapitals um 34,71 Millionen Mark. Demnach betrug der eigentliche Kapitalzuwachs infolge von Kapitalserhöhungen 52,3 Mill. Mark. Die Banken hatten Ende 1992 insgesamt ein Aktienkapital von 18.29 Milliarden Mark in Verwaltung, davon waren 3,55 Milliarden Mark eigne und 14,65 Milliarden Mark fremde Mittel. Von den letzteren entfallen auf Kreditoren und auszuzahlende Gewinne 2891,1 Mill. M.(2535,2 Mill. M.), Depositen 1864,6 Mill. M (1811,6 Mill. M.), Accepte 1275,6 Mill. M.(1239,8 Mill. M.), Banknoten 1689,7 Mill. M.(1637,5 Mill. M), Pfandbriefe 7926,9 Millionen Mark(6714,9 Mill. M.). Die Bankaccepte betrugen 45 Prozent(45 Prozent) der Wechselbestände. Die Durchschnittsdivide n de aller Banken betrug 6,37 Prozent(6,92 Proz.). Seit dem Jahre 1833 wurde der höchste Dividendensatz mit 8,21 Proz. im Jahre 1899 erzielt, während das Jahr 1991 mit 6,92 Proz. die niedrigste Ziffer brachte. Zur Auszahlung der Dividenden waren erforderlich 178,47 Mill. M. bei einem Bruttogewinn von 335,21 Mill. M.(1991: 168,99 Mill. M. bei 479,99 Mill. M. Bruttogewinn). OberschlesischeS Roheisensyndikat. Der„Breslauer General- anzeiger" nieldet: Die Verhandlungen des oberschlesischen Roheisen- syndikats mit dem östreichischen Eisenkartell haben zu einem Kom- promiß geführt. Danach hat das 1 oberschlesische Roheisensyndikat 75 Proz. seines bisherigen Absatzes nach Oestreich abgegeben, während daS östreichische Eisenkartell sich verpflichtete, die Einfuhr von Roh- eisen m das Absatzgebiet des oberschlesischen Roheisensyndikats voll- ständig aufzugeben. Das oberschlesische Roheisensyndikat wird den Ausgleich für den Wsatzausfall dadurch herbeiführen, daß es unter Bekämpfung der luxemburgischen und englischen Konkurrenz den Ab- satz in das entferntere Inland forcieren wird. Ungarischer Saatenstand. Nach dem Saatenstandsbericht des Ackerbauministeriums vom 29. Juli wird der Ertrag des Weizens auf 39,45 Millionen Doppelcentner geschätzt, gegen 39 Millionen am 19. Juli; der Ertrag des Roggens auf 11,97 Mllionen Doppel- centner gegen 11,72 Mllionen Doppelcentner, der der Gerste auf 12,64 Mllionen Doppelcentner gegen 12,49 Millionen Doppelcentner und der des Hafers auf 11,69 Mllionen Doppelcentner gegen 11,29 Millionen Doppelcentner am 19. Juli. Hackfrüchte und Hülsenfrüchte versprechen gute Ernte; Zuckerrübe und Tabak stehen befriedigend. Von einigen Fachmännern und Fachzeitschriften wird das zu er- wartende Ergebnis etwas geringer eingeschätzt. Nach der „Montagsrevue" aus Ungarn zugegangenen verläßlichen Mitteilungen ist z. B. das diesjährige Ernteresultat nicht sonderlich beftiedigend. Das Ergebnis von Roggen sei nur mittel, von Weizen in vielen Gegenden nur knapp mittel, wobei über den Umfang des vom Rost angerichteten Schadens noch nicht sicher geurteilt werden könne. Gerste sei quantitativ gut. Dagegen die Farbe infolge der letzten Regenmengen unbefriedigend. Am besten stehe Hafer.— Demselben Blatt zufolge wird die Regierung binnen kürzester Zeit den von der deutschen und östreichischen Geschäftswelt erhobenen Beschwerden gegen die Exekutive und Durchführung ausländischer Urteile Rechnung tragen. Ernteausstchten in Frankreich. Nach dem„Bulletin des Halles" ist ein Weizenerträgnis von 118 929 756 gegen 124 296 691 Hekto- liier im Vorjahre zu erwarten. Das würde immer noch über die Durchschnittsernte der letzten zehn Jahre, die ungefähr IIb Millionen Hektoliter beträgt, hinausgehen. Das Roggenerträgnis wird auf 17 337 322 Hektoliter geschätzt, was gegen das Vorjahr und auch gegen die Durchschnittsernte der letzten zehn Jahre eine bedeutende Verminderung von fünf bis sechs Millionen bedeuten würde. Die Berichte stellen auch fest, daß die Anbauflächen sowohl für Weizen als für Roggen gegen das Vorjahr beträchtlich zurückgegangen sind, von 6 814 986 auf 6 539 176 Hektare für Weizen und von 1 493 449 au' 1 318 961 Hektare für Roggen. Ob die Qualität der diesjährigen Ernte besser oder schlechter ausfallen wird als im Vorjahre, läßt sich noch nicht absehen. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß sie un- gefähr dieselbe sein wird. Die industrielle Entwicklung Dänemarks. Der kürzlich erschienene offizielle Bericht über die dänische Arbeits- und Fabrik- anfsicht im Finanzjahr 1992—1993 zeigt sehr deutlich, wie sich die Industrie Dänemarks in kapitalistischer Richtung entwickelt und die Großbetriebe sich auf Kosten der Kleinbetriebe ausbreiten. Ein Vergleich der Resultate der Jndustriezählung von 1397 mit den entsprechenden Zahlen des Berichts ergiebt, daß im Jahre 1897 2959 industrielle Betriebe von über 5 Arbeitern mit zusammen 52 699 Arbeitern vorhanden waren, wogegen zu Neujahr 1993 nur 2944 solcher Betriebe gezählt wurden, diese jedoch zusammen 58 299 Arbeiter beschäftigten, daß also trotz Abnahme der Zahl der Betriebe eine Zunahme der Arbeiterzahl um 5699 stattgefunden hat. Die Vergleichstabellcn des Berichts ergeben in Ueberein- ftimmung damit, daß eine Menge von Kleinbettieben verschwunden und größere Unternehmungen an ihre Stelle getteten sind. So hat sich z. B. die Zahl der kleinen Textilbetriebe um 5, die der Sägemühlen und Böttchereien um 4, die kleinen Gerbereien um ebenfalls 4 und die Zahl der kleinen Schmieden und Schlossereien um 16 ver- mindert. Dagegen ist die Zahl der Maschinenfabriken in derselben Zeit um 32 gestiegen, ihre Arbeiterzahl um ca. 1299, die Zahl der Dampf-Tischlereicn um 18, ihrer Arbeiter um 699, die Zahl der Schuhwarenfabriken um 38, ihrer Arbeiter um 899 usw. Von den 5699 im Jahre 1993 mehr als im Jahre 1897 in in- dusttiellen Bettieben thätigen Arbeitern kommen nur 53 auf die kleineren Bettiebe, dagegen 1433 auf die mittleren und 4199 auf die großen Bettiebe.— Der italienische Außenhandel im ersten Halbjahr 1903 zeigt nach den offiziellen Nachrichten einen bedeutenden Aufschwung im Ver- gleich zur entsprechenden Periode des vorigen Jahres. Eingeführt wurden in den letzten sechs Monaten Waren im Werte von 911375 993 Lire, ausgeflihrt solche im Werte von 716 239 956 Lire; die Einstihr übertrifft um 27 392 486, die Ausstihr um 29 121 873 Lire die im ersten Semester 1992 erreichten Werte. Gold und Münzen sind hier nicht mit eingeschlossen. Ihre Einfuhr belief sich im letzten Halbjahr auf 37 958 999 Lire, denen eine Ausfuhr im Werte von nur 2 925 699 Lire gegenübersteht, was sich daraus erklärt, daß in Italien seitdem die Landesmünze al pari steht, das Gold wieder cirkuliert und aus den Ländern der Münzunion hierherflietzt. Was die einzelnen Einfuhrartikel betrifft, so sind im Vergleich zum Vorjahr gesttegen um 25 Millionen der Weizen, um 16 der Mais, um 5 das Olivenöl, um 5 die Rohbaumwolle, um 3,7 Millionen der Salpeter. Gesunken ist die Einfuhr der chinesischen Rohseide um 14, der Seide in Cocons um 8, der Steinkohle um 5 Millionen Lire. Die Ausfuhr zeigt eine Zunahme von 18 Millionen ür Rohseide, von 19 Mllionen für Wein, 3 Mllionen für Groß' Vieh, 2,5 für Produkte der Milchwirtschast. Den bedeutendsten Rück gang weist Olivenöl auf, von dem für 9 Millionen weniger aus- geführt wurde als im Vorjahre, ferner Hanf(4Vz Millionen), Korallen (4 Mllionen)._ Sociales* Bon der Wurmkrankheit. In der„Wochenschrist f. Therapie und Hygiene des Auges", VI. Jahrgang Nr. 38 berichtete, wie wir der„Verl. ilin. Wochen- chrift" entnehmen. Dr. Habcrkamp-Bochum über zwei Bergarbeiter, die wegen Wurnittankheit der üblichen Behandlung unterzogen wurden, und dabei völlig, bez. nahezu vollständig erblindetenl Nach dem kurzen Bencht der„Berl. klin. Wochen- chrift" ist vorläufig nicht festzustellen, ob die Behandlung wirklich in der Weise, wie fie vorgenommen wurde, notwendig oder sachgemäß war; insbesondre erscheint es uns aber doch recht bedenklich, daß bei beiden Kranken die als eingreifend und nicht ganz ungefährlich längst bekannte Kur innerhalb 5 bezw. 6 Tagen dreimal vor- genommen wurde I Jedenfalls aber zeigen die Vorfälle, welche grauenhaste Verantwortung Regierung und Unternehmertteise auf ich geladen haben, indem sie ttotz aller Warnungen der Arbeiter- ließen, wie es gekommen ist. darf man wohl die Frage nunmehr die beiden Opfer der Nachlässigkeit? Sollen die durch invalide Gewordenen etwa nun gar mit den Bettelpfennigen der Jnvaliditätsverficherung abgespeist werden? Unsres Erachtens hat hier die Unfallversicherung ein- zutteten, da die Austmhme der Wurmeier sehr wohl als einmaliges Ereignis schon zur Ertrankung führen kann, also dann als Betriebs- Unfall, nicht als Berufskrankheit aufzufassen wäre, und da zweitens die Austmhme in das Lazarett zur Beseitigung der Krankheit bei der heuttgen Lage der Dinge einen im Interesse des Bettiebes notwendigen Akt darstellt, jeder dabei vorkommende Unglücksfall also als Betriesunfall aufzufassen ist. Die Arbcitersekretäre und Gewerk- chaftsbeamten sollten sich diese Auffassung zu eigen machen und dar- über, womöglich in jedem einzelnen Falle von länger dauernder Er- trankung, Entscheidungen der höchsten Instanz herbeiführen; dann wäre vielleicht endlich die Ergreifung Ivirksamer Maßregeln gegen die Krankheit zu erwarten. presse es so weit kommen Und im Anschluß daran aufwerfen: wer entschädigt taatlichen und Unternehmer- die Wurmttankheit dauernd Sociale RecKtspflege. Wahlansübung und Lohnzahlung. Ein Unternehmer in einem Vorort von Düsseldorf hatte am Wahltage nachmittags um 4 Uhr geschlossen, um seinen Arbeitern Gelegenheit zu geben, ihr Wahlrecht auszuüben. Am nächsten Lohntage zog er den Arbeitern den Lohn für die drei Stunden ab. Mit dieser Maßnahme war ein Schlosser nicht zufrieden und klagte beim Düsseldorfer Gewerbe- gericht den Betrag ein. Das Gewerbegericht sprach ihm die Summe zu, und zwar auf Grund des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Versammlungen. Die Tapezierer befaßten sich am Freitag in einer im Gewerkschafts- hmise abgehaltenen außerordentlichen General-Ver- a m m l u n g mit den Veruntreuungen ihres bisherigen Kassierers Leo Schmidt. Aus der lebhasten gegenseittgen Aussprache, an der sich u. a. auch der'vomHauptvorstand in Hamburg entsandte Kollege Grünwaldt beteiligte, ging hervor, daß Schmidt als ein be- 'anders befähigter Mann das größte Vertrauen seiner Berufskollegen zenoß. Um so größer war daher auch das allseitige Bedauern darüber, daß dieser Mann den moralischen Halt verloren und das ihm geschentte Vertrauen durch Unterschlagung von Verbandsgeldeni so schnöde gemißbraucht hat. Zu der An- gelegenheit selbst wurde mitgeteilt: Am Montag der verflossenen Woche sollte die Kassenrevision zur Abrechnung für das 2. Quartal dieses Jahres stattfinden. Als die Revisoren im Bureau erschienen, iel ihnen ein Brief in die Augen, worin Schmidt die Mitteilung machte, daß er sich an den ihm anvertrauten Geldern vergriffen und, da er keinen Ausweg mehr gestmden, sich jetzt freiwillig der Z o l i z e i gestellt habe. Nach den stattgehabten Ermittelungen owie den eigenen Angaben Schmidts auf der Polizei hat er bereits seit einigen Jahren der Verbandskasse Gelder zum Privatgebrauch entnommen; die Fehlbettäge zu den jedesmaligen Revisionen deckte er, indem er sich das dazu nötige Geld so lange von Freunden lieh. Nach und nach wuchsen die veruntreuten Bettäge jedoch so hoch an. daß selbst deren momentane Deckung ihm nicht mehr möglich war, infolgedessen ihn jetzt sein Geschick ereilte. Aus den Büchern ergiebt sich bislang ein Deficit von 1924 M. Die finanzielle Schädigung des Verbandes während der Amtsthätigkeit Schmidts beläust sich aber auf circa 3999 M. mit Inbegriff der durch einen im April v. I. infolge eines unter etwas eigentümlichen Umständen vor sich gegangenen Einbruchs- diebstahls aus der Kasse entwendeten Summe. Schmidt befindet sich gegenwärtig in Untersuchungshast in Moabit. Fast alle Redner waren der Meinung, daß jeder Berufskollege die Pflicht in sich fühlen müsse, den der Organisation von einem ungetteuen Beamten zugefügten schweren Schlag nach außen hin mannhaft zu parieren, weil die Gesamtheit für die verwerfliche Handlung eines Einzelnen nicht verantwortlich gemacht werden könne. Eine weitere Regelung der Angelegenheit bleibt der nächsten Versammlung vorbehalten. SchSneberg. In der am 21.Juli stattgehabten Generalversammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins wurde vor Eintritt in die Tagesordnung das Andenken des verstorbenen Parteigenossen Rein- hold Gertig in der üblichen Weise geehrt. Genosse Zubeil referierte über„Die Socialdemokratie nach den Reichstagswahlen". Die be- endeten Reichstagswahlen hätten allen denjenigen, welche bisher noch der Meinung waren, es gäbe noch eine liberale, eine freisinnige Partei, endlich die Augen geöffnet. Man habe gesehen, daß alle bürgerlichen Parteien, von den Konservativen bis zu den Freisinnigen Richterscher Couleur, nur eine reaktionäre Masse seien. Wenn ein großer Teil unsrer Parteigenossen der Meinung sei, unsre Erfolge hätten noch größer sein müssen, so sollte man doch nicht vergessen, unter welch' schwierigen Verhältnissen die Socialdemottaten zu kämpfen haben; andrerseits solle man die Erwartungen, welche man an unsre Frattion mit ihren 81 Mann knüpfe, nicht zu hoch schrauben. Wenn die Socialdemokratie auch in verschiedenen Fragen den Ausschlag geben werde, so dürfe doch nicht vergessen werden, daß die Mehrheit noch nicht auf unsrer Seite stehe. In seinen weiteren Ausführungen be- handelt Refernt alle die Fragen, welche den kommenden Reichstag be- schäftigcn werden und kommt dann auf den Artikel des Genossen Bernstein. Redner bekämpft scharf die Ansichten des Genossen Bern- stein bezügl. der Besetzung des ersten Vicepräsidenten- Posten durch einen unsrer Parteigenossen im Reichstage, wegen der damit verbundenen, nicht geschäftsordnungsgemäßen, höfischen Ceremonien. Da diese seiner Ansicht nach wertlose Frage so viel Staub aufgewirbelt habe, werde jedenfalls der Parteitag sich damit beschäftigen müssen und die richtige Antwort geben. Wie ganz anders lese sich dagegen der Artikel des Genossen Bebel„Blick in die Zukunft", welcher frei von jeder Spintisiererei sei. Zum Schluß des vortrefflichen, mehrere Male von großem Beifall unterbrochenen Vorttages kommt Genosse Zubeil auf die in diesem Jahre, dem roten Wahljahre, stattfindenden Landtags- und Stadtverordnetenwahlen zu sprechen und ersucht die Parteigenossen, nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern alle Kräfte anzuspannen, damit der Sieg sich auch bei diesen Wahlen an unsre Fersen hefte. Genosse Wollcrmann teilt dann mit, daß in unserm Orte die Wählerlisten zu den Stadtverordnetenwahlen vom 15. bis 39. August auslicgen und werden am 16. August die Wähler durch ein Flug- blatt darauf hingewiesen werden. Folgender Antrag wird einstimmig angenommen:„Die heute, am 21 Juli 1993, tagende, zahlreich be- suchte Versammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins für Schöneberg richtet an den Magisttat das Ersuchen, bei den im November d. I. stattfindenden Stadtverordneten-Wahlen mehr Rück- ficht auf die Interessen der Arbeiter, der Mehrzahl der Schöneberger Bürgerschaft, zu nehmen, in der Weise, die Wahlzeit bis mindestens 3 Uhr abends auszudehnen." Aus dem Bericht des Kassierers, Genossen Gollmick, über das dritte Quartal ist zu entnehmen, daß bei einer Einnahme von 1661,33 M. eine Ausgabe von 566,61 M. zu verzeichnen war. An den Kreis abgeliefert wurden 962,94 M. Die von Fischer beantragte Decharge wird einstimmig erteilt. Aus dem Bericht des Partei- spcditeurs, Genossen Bäumler, ergiebt sich, daß bei einer durchschnitt« lichen Vorwärtsleserzahl von 1723 im letzten Quartal eine Ein- nähme von 6186,26 M. erzielt wurde, der eine Ausgabe von 6982,39 M. gegeniiberstand. Von dem Ueberschuß, einschließlich des Bestandes vom vorigen Quartal, in Höhe von 383,14 M. wurden 299 M. an den Kassierer abgeführt. Der Botenlohn für die Zeitungsfrauen stellt sich im Durchschnitt auf 26 M. Die von Massow beantragte Decharge wird einstimmig erteilt. Unter Vereins- Angelegenheiten teilt der Vorsitzende mit. daß die nächsten Bezirks- itzungen am Dienstag, den 4. August, in den bekannten Lokalen tattfinden und sich mit dem Landtagswahlgesetz und dessen Eigen- hciten beschäftigen werden. Zur Aufnahme gelangten LH Mitglieder. Die schon einmal zurückgestellte Aufnahme des Malers Thurau wurde abgelehnt. Abgemeldet mußten 11 Mitglieder werden. Gegen 11 Uhr wurde die auch von Frauen zahlreich besuchte Versammlung geschlossen. Wcificnsce. Am Freitag, den 24. Juli, fand hier eine Bersamm- lung aller im Baufach beschäftigten Arbeiter statt. welche sich mit dem Streik bei der Firma Ruthenberg beschäftigte. Norgcl undHcidemann(Lohnkommission lokaler und centraler Richtung) erstatteten den Situationsbericht. Den Ausführungen Norgels war zu entnehmen, daß Ruthenbcrg„Herr im eignen Hause" sein will. Er bezw. sein Maurermeister(weil sie nicht im Verbände der Bau- geschäfte sind) zahlten den Stcinträgern nicht den mit dem Verbände abgeschlossenen tarifmäßigen Stundenlohn. Nachdem aber die paar „Wühler" nicht nachgelassen, bis der letzte Mann organisiert war. veranlaßten sie die Mächtigen sjhr leicht zur Zahlung des Lohnes. Ruthenberg zahlt, aber die„Wühler" mußten raus! Die Arbeiter und Maurer aber legten darauf die Arbeit nieder. Es wollte dem Meister, der schon 39 Jahre Meister ist, nicht in den Kopf, daß die Leute die Wiedereinstellung der Gemaßregelten verlangten, und das veranlaßte den Stteik. Ruthenbcrg war brieflich geladen aber nicht erschienen. Es wurde folgende Resolution gefaßt:„Die versammelten Bauarbeiter sowie Maurer verurteilen aufs schärfte die Maßregelung der auf dem Bau Ruthenberg beschäftigt gewesenen Bauarbeiter und verpflichten sich bis zur endgülttgen Erledigung der Differenz, die Sperre über den Bau Ruthenberg(Lehder-Stratze) aufrecht zu er- halten." Genosse Rein, welcher Gelegenheit hatte die Zustände auf dem Bau schon lange zu beobachten, forderte in anspornend feurigen Worten die Anwesenden auf, fernerhin kräftiger als zuvor die Agitation auf dem Bau und überall zu entfalten, damit kein Mann in Weißensee der Organisation fehlt. Unter großer Begeisterung stimmten die Anwesenden in ein Hoch auf die Gewerkschaftsbewegung. Letzte Nachrichten und Depelchen. Thalgau, 27. Juli.(B. H.) Während des Gewitters schlug der Blitz m ein hiesiges Bauerngut ein. Bei dem dadurch ent- standenen Brande kamen vier Kinder ums Leben. Wien, 27. Juli.(B. H.) Wie die Abendblätter melden. ist die Ernennung des Freiherrn von Burian zum gemeinsamen Finanzminister bereits erfolgt. Mailand, 27. Juli.(B. H.) Die Baumwollspinnerei der Firma Poma in Biella ist total niedergebrannt. Der Schaden ist bedeutend, 2 9 9 Familien sind brotlos. Stockholm, 27. Juli.(W. T. B.) Der Ausschuß der Meisterorganisation und der Arbeiter beschloß, die Arbeitersperre am 3. August aufzuheben. Odessa, 27. Juli.(W. T. B.) Die Russische Dampfschiff- fahrts-Gesellschaft hat ihre Dampferfahrten auf der krimi- schen Linie wegen eines Ausstandes der Matrosen und Heizer, die Lohnerhöhung und andre Dienstbedingungen fordern, unterbrochen. Es werden Matrosen der Kriegsmarine aus Sebastopol zur W t e d e r h e r st e l l u n g regelmäßiger Dampferfahrten erwartet. Verantwortt-Redakteur- Julius Kalisfi in Berlin. Inseratenteil verantwortlich-«h. Glocke w Berlin. Druck«. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. VerlagSanstal« Paul Singers Co., BerIin8lV. Hier»» 1 Beilage u. Unterhaltnngsblatt. Nr. 173. 20. KcilM des Jotsirls" Knlim WsM. Dievstag, 28. Ivli l903. lokales. Ein herzlicher Empfang wurde unsrem Kollegen Schröder bereitet, dem sich nach Viermonatiger Klausur vorgestern nachmittag 2»/� Uhr das Thor des Tegeler Straf- gefängnis zur goldenen Freiheit wieder öffnete. Welch jäher tieferKontrast auf den paar Schritten von der Zelle bis vor das Gefängnisthor! Diesseits des Thores die massiven Backsteinkästen mit den kleinen quadratischen Fensterlöchern, die säbelumgürteten Wächter mit dem rasselnden Schlüsselbund und der gleichgültig-mürrischen Amtsmiene, jenseits die weite offene Landschaft im leuchtenden Sormenglanz,— die Familienangehörigen, leuchtende Kinderaugen und zahllose ent- gegengestreckte Freundeshände. Ein solcher Augenblick entschädigt für manche Bitternis der im rauhen Dienste der Freiheit erlittenen Kerkerhaft. Die Wilmersdorfer Genossen hatten es sich nicht nehmen lasten, ihrem Stadtverordneten eine Empfangsfeier zu veranstalten. Genosse Schröder wurde schleunigst in eine Droschke verladen, dann ging es, vorn und hinten von einem stattlichen Trupp von Stahlroßreitern eskorttert, nach Tegel hinein, wo sich in dem Lokal von Krause, dem Versammlungslokal des Tegeler Socialdemokratischen Vereins, zahl- reiche weitere Genossen aus Wilmersdorf, Berlin und Tegel ein- gefunden hatten— darunter außer den Redattionskollegen, dem ehemaligen Kollegen Schmidt, mehreren Preßkommissions-Mitgliedern auch mancher andre Berliner Genoste. Abermaliges freudiges Händeschütteln, Gesangsvorttäge, kurze kernige Ansprachen— kurz, ein kleines Parteifamilienfest. Später wurde dann noch die ganze Gesellschaft, zu einem malerischen Gruppenbilde vereinigt, photo- graphiert. Erst nach Stunden durste sich der so herzlich Bewill- kommnete, der übrigens erfteulicherweise ftisch und gebräunt aussah, dem Kreise seiner Freunde entziehen, um sich zum ersten Male wieder des lange entwöhnten Heims zu erfreuen. Wie man Betrunkene„rausbringt". Wenn zwei oder drei gemeinsmn über einen einzelnen her- fallen und chn mit Knüppeln zu Boden schlagen, dann gilt das ge- wohnlich als eme erbärmliche Feigheit. Mit Ausnahmen jedoch! Wenn e,n Obdachloser von der Kälte getrieben sich am späten Abend m ein HauS einschleicht und vor der Bodcnthür nächtigt, oder ein Betrunkener in der Nacht in ein solches Haus gerät und in seinem Dusel an emer Korridorthür„petert", und wenn dann zwei oder drei kräftige Männer dem.frechen Strolch" mit handfesten Stöcken entgegentreten, um den Wehrlosen niederzuknüppeln, dann ist das nach ortsüblicher Berliner Anschauung keine Feigheit, sondern eine Heldcnthat, deren man sich am andren Morgen noch rühmen darf. Hat man doch von seiner Schwelle einen Eindringling, vielleicht einen Verbrecher abgewehrt! Stellt sich hinterher etwa heraus, daß man einen ganz ungefährlichen, harmlosen Menschen verhauen hat, der froh ist. wenn ihm selber nur nichts geschieht-- ja, irren ist menschlich, und ohne Hiebe geht's nun mal in Berlin selten ab, wenn ein Unbekannter, den man zu nachtschlafender Zeit auf der Treppe antrifft, zum Hause hinausgebracht wird. Eine nächtliche Treppenscene, die sich durch mehrere Umstände von den gewöhnlichen der oben geschilderten Art unter- scheidet, hat sich vor ein paar Tagen im Hause Moritz st ratz« 3 abgespielt. Auch hier hat es wieder die ortsüblichen Hiebe gesetzt. als man nachts auf der Treppe einen Betrunkenen entdeckte: aber der sie bekommen hat, war diesmal ein Mann, der auf der Treppe zu seiner eignen Wohnung eingeschlafen war. Ein Klempner- geselle H.. der in dem genannten Hause wohnte, hatte sich am Bierttsch übernommen, wurde vom seinem Freunde bis vor die Haus- thür gebracht, ging dann allein hinaus, setzte sich auf eine Treppen- stufe und versank in Schlaf. Nachher stieg ein andrer Bewohner des Hauses die Treppe hinauf, sah den Mann sitzen, ließ ihn aber weiterschlafen. Während von der Wohnung aus gehorcht wurde, ob der Betrunkene sich rege, kamen schon wieder ein paar Hausbewohner herauf. Es wurde nun beobachtet, wie die Heimkehrenden an dem Schläfer vorbeikommen würden. Plötzlich entstand Lärm, Gepolter, veschrei— ein Mensch kollerte die Treppe herab, und eS regnete tiebe. WaS war geschehen?! Der vor kurzem pensionierte chutzmann Wähnelt war mit seinen erwachsenen Rindern. Sohn und Tochter, nach Hause gekommen und mit dem Betrunkenen aisammengestoßcnl Was aus diesen Zusmnmcnstoß folgte, das wird ins von verschiedenen Zeugen als geradezu entsetzlich geschildert. Während Hausbewohner durch den Lärm auS dem Schlaf geschreckt vurden, begann draußen eine wilde Jagd. Der Betrunkene suchte zu fliehen, um sich vor den Schlägen zu retten, aber auf der Treppe zab's für ihn keinen Schutz, weder unten noch oben. Schreiend Wchtete er auf den Hof, doch er wurde aus seinem Versteck hervor- geholt, und hageldicht fielen die Hiebe. Noch als er durch die in- zwischen geöffnete Hausthür auf die Straße hinausstürzte, kriegte -r von hinten einen wuchtigen Stockhieb über den Kopf, daß er taumelte.«DaS ist ja Wähnelts Sohn!" rief man jetzt aus einer Gruppe von in der Nachbarschaft wohnenden Personen, die eben nach Hause kamen. Da lies der Schläger erschrocken ins Haus zurück, und von einer drinnen stehenden Schildwache wurde die Thür zugeworfen. Der Geschlagene wurde zur Unfallstation ge- bracht, wo man ihm die nötige Hilfe leistete, wurde von da zur Polizei geführt und gab zu Protokoll, was geschehen war. Die- jenigen Zeugen, die mitgegangen waren, nannten ihre Adressen, und es wurde auch angegeben, daß auf der Straße der Sohn des Schutzmanns a. D. Wähnclt. Moritzstraße 3 wohnhaft, erkannt worden sei. Von der Wache begleitete dann em Schutzmann den aus so schreckliche Weise ernüchterten H. nach Hause, brachte ihn die Treppe hinauf, fand hier die Schlüssel, die dem H. aus der Tasche gefallen waren, und schob ihn in seine Wohnung hinem. Wähnelts, die eine Trppe höher wohnen, schliefen wohl schon lange und so fest, wie man nur schlafen kann, wenn man ein gutes Gewissen zu haben meint; wobei wir zu ihren Gunsten annehmen.� daß sie H. für einen Fremden gehalten hatten, der nicht ms Haus ge- höre I Am andren Tage dürste aber den Wähnelts da oben doch ein gewaltiger Schreck in ihre derben.Knochen gefahren fein. Vater und Sohn wußten nämlich jetzt, daß der„Fremde" kein andrer als der unter ihnen wohnende H. gewesen war. Woher fie'S so rasch erfahren hatten, ist rätselhaft; von den Hausbewohnern soll's ihnen niemand gesagt haben. Wähnelt senior ließ sich nun sofort bei Herrn H. anmelden; er wolle ihn gern mal sprechen. Er war sehr kleinlaut, demütigte sich tief und zeigte sogar Thränen. Der Schutz- mann a. D. lief dem Klempnergesellen, als dieser wieder arbeits- fähig geworden war, schließlich in die Werkstatt nach und bat und bettelte, H. möchte«s ich doch einigen". Und H. ließ sich breitschlagen! Der gutmütige Mensch, dem im Hause das Zeugnis eines ruhigen, friedlichen Mannes gegeben wird, verzieh. Auf der Polizei kam unter dem Beistand der Kollegen Wähnelts die Einigung zu stände. Es scheint, daß H., der sich an den ersten Teil jenes schrecklichen Auftrittes absolut nicht erinnern kann, dadurch eingeschüchtert worden ist, daß Wähnelts durchblicken ließen, sie seien zuerst angegriffen worden. Dazu kommt, daß daS Taschen- mefler, das von H. ebenso wie die Schlüssel auf der Treppe ver- lorcn worden war, aber in der Nacht nicht gefunden wurde, am andren Tage von Wähnelt senior vorgewiesen wurde, und zwar ge- öffnet. Da ist eS wohl möglich, daß der schlichte Klempnergeselle geglaubt hat, vor Gericht gegm die Ansicht eines Schutzmannes, und wäre es auch nur eiu Schutzmann a. D,. nicht aufkommen zu "können. Die nächtliche Treppenscene. die wir hier geschildert haben. ist, wie gesagt, keine von den gewöhnlichen. Wir haben keinerlei Urteil über sie gefällt— wir denken, das dürfen wir unsren Lesern überlassen. Aber eine Frage möchten wir hier aufwerfen. Merk- würdig wäre das Vorkommnis auch dann, wenn Wähnelts wirk- lich angegriffen worden wären, was natürlich ein Jrrhim ist, da es bei dem Zustande des sinnlos Betrunkenen ausgeschlossen war. Weiß der pensionierte Polizeibeamte Wähnelt noch, wie man einen Betrunkenen, selbst wenn er einen Angriff versucht, ohne viel Mühe unschädlich machen kann? Ist ihm, als er sich dem sinnlos Betrunkenen gegenübersah, eingefallen, was er früher als Schutzmmm geübt und gethan? In der Herberge des Berliner GewerkschaftShauseS hat sich in der ersten Hälfte des laufenden Jahres der Verkehr etwas gehoben. Während ip den ersten sechs Monaten des Jahres 1902 nur 26 991 Uebcrnachtungen stattfanden, sind diesmal 39 139 zu verzeichnen. Trotzdem sind noch eine ganze Anzahl Betten frei geblieben und zwar ö337 gegen 8485 im selben Zeitraum des vorigen Jahres. Auf die einzelnen Bettklassen verteilen sich die besetzten und leergebliebenen Betten folgendermaßen: 1. Betten a 4l> Pf.(11 Betten im Schlaf- saal), besetzt 16 435, leergeblieben 217; 2. Betten a 59 Pf.(6 im Zimmer), besetzt 6956, leergeblieben 3713; 3. Betten a 69 Pf. (4 im Zimmer), besetzt 4138, leergeblieben 296; 4. Betten a 75 Pf. (2 in Zimmern mit besserer Ausstattung), besetzt 2986, leergeblieben 996; 5. Zimmer mit Bett und Chaiselongue a 1,59 M., besetzt 524, lcergeblieliii 299. Die Gesamtzahl der Uebernachtungen in den einzelnen'Monaten betrug: Januar 4596, Februar 4516, März 5640. April 5136, Mai 5996. Juni 5245. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß sich die Herberge des Berliner Gewerkschaftshauses dadurch auszeichnet, daß jeder Zugereiste, auch bei den billigsten Betten, reine Bettwäsche er- hält. Aus diesem Grunde kann auch das Gewerkschaftshaus nicht dieselben billigen Preise stellen wie einzelne andre Herbergen, in denen man möglicherweise nur 25 Pf. fürs Uebernachten zu zahlen hat, dafür aber auch in Bettwäsche hinein muß, die vielleicht schon von zwanzig oder dreißig andren Personen benutzt wurde. Auch die übrigen Einrichtungen der Herberge des Gewerkschaftshauses: hohe luftige Schlafräume mit Centralheizung und elektrischem Licht, Bade- anstatt(Brausebad nebst Seife und Handtuch für 5 Pf.), Lesesaal mit zahlreichen Zeitungen und Büchern, unentgeltliche Desinfektion usw. erzeugen Kosten, die andren Herbergen unbekannt sind. Dazu werden die anderswo üblichen Gebühren für Gepäckbewahrung und Benutzung der Stiefelwichsgelegenheit nicht erhoben. Man sollte daher annehmen, daß vor allem die in Berlin zureisenden Gewerk- schaftLmitglieder nur im Gewerkschastshause übernachten und nicht, wie es aus übel angebrachten Sparsamkeitsgründen vielfach geschieht, in der christlichen Herberge zur Heimat, der nur allzu bekannten „Oranienbudc". Auch möchten wir betonen, daß die Zimmer mit zwei Betten a 75 Pf. und die Einzelzimmer a 1,59 M. für solche Reisende geeignet sind, die als Delegierte, Touristen usw. nach Berlin kommen. Von sämtlichen Fernbahnhöfen kann man mit der Straßen- bahn für 19 Pf. in die unmittelbare Nähe des Gewerkschaftshauses gelangen. Wenn da« Kind in den Brunnen gefallen ist, deckt man ihn zu. Wenn auf dem unbeleuchteten und deshalb abends sowohl für Fuhcwerksführer, als auch besonders fiir Fußgänger äußerst gefähr- uchen, mitten im Schnellverkehr vor den Zufahrten zum Wannsee-, Potsdamer- und Untergrund-Bahnhof im Zuge der Königgrätzerstraße gelegenen Jnselperron erst ein respektables Menschenleben, vom Degen- Fähnrich aufwärts, durch Ileberfahren getötet sein wird, dann stellt man schleunigst— davon sind wir fest überzeugt— einen schönen hcllsttahlenden Kandelaber dort auf. Die parteilose Presse aber bringt noch in derselben Woche in den Bildern vom Tage neben den wichngsten Ereignissen aus dem„Badeleben des Reichspudels" auch eine naturgetreue Abbildung der Unglücksstelle mit der noch raupenden blauen Blutlache des so jäh vom Tode Dahingerafften. In dem fieberhaften Beftteben der sensattonellen AuSschlachtnng der Unglücksfälle, Verbrechen usw. vergißt diese Presse neben chrem Beruf als Berichterstatterin fast ganz ihre Pflicht als Weiserin und Warnerin.— Der für Fußgänger als Rettungsinsel gedachte Perron vor dem Potsdamer Bahnhos ist eher eine Sirencn-Jnsel, denn er lockt die Passanten an, ohne sie vor den darüber hin jagenden Pferden und Wagen zu schützen. Dies passiert nach den gleichlautenden Bekundungen der m der Nähe haltenden Droschkenkutscher und der Weichensteller der Straßenbahn am häufigsten denjenigen Kutschern, die ihre Gäste schnell zu den Bahnhöfen fahren müssen und die Strecke bei Tage selten befahren. In der Nacht vom Donnerstag zu Freitag, als die Feuerwehr auf die Meldung „Mittelfeuer' in großer Stärke nach der Derfflingerstr. 11 nickte, fuhr sogar ein Wagen der Wehr mit solcher Vehemenz quer über den Perron, daß die fnnkenspriihenden Räder zollgroße Graniffplitter von der Bordschwelle abschlugen. In diesem Fall war das schnelle Fahren ein Glück, weil der Wagen eher über den Perron hinwegftihr als die darauf Zueilenden anlangten. Die Kusscher trifft keine Schuld, da die kaum einen Fuß über dem Dammmvcau liegende Bordschwelle des Perrons ringsherum von den fernstehenden Laternen gleichmäßig beleuchtet, kemen Schatten wirft nnd sich in der Farbe vom Damm nicht unterscheidet, also nicht im geringsten in die Augen fällt. Hoffentlich brautfit nicht erst ein Unglück zu passieren, ehe hier Wandel geschafft wiro; dies kann nur durch die Ausstellung eines Kandelabers geschehen oder durch vollständige Beseisigung dieser Sirenen-Jnsel. Ein verendendes Pferd, welches stundenlang auf der Straße lag, verursachte gestern in der Lichtenbergerstraße fortgesetzt größere Menschen- ansammlungen. Das Tier, welches einen Geschästswagen gezogen hatte, war gegen 5 Uhr nachmittags gestürzt und hatte sich hierbei eine Hüstverletzung zugezogen. Der Besitzer des Pferdes verkaufte dasselbe an einen Roßschlächter. DaS von Schmerzen gepeinigte Tier lag inzwischen, in seinen Qualen sich wälzend, auf dem Straßenoamm, als ein Arbeiter hinzutrat und auf den Hals des Pferdes kniend, dieses zwang, still liegen zu bleiben. Umgeben von emer hundertköpsigen Menschenmenge hielt er diese Stellung so lange inne, bis das Pferd erstickt war. Als dann endlich gegen 7 Uhr der Roßschlächter erschien, verweigerte er naturgemäß die Abnahme de« Tieres. Nun blieh der Kadaver noch weitere sieben Stunden mif dem Sttaßen- dämm liegen, bis er dann endlich gegen 2 Uhr früh durch den Abdeckereiwagen abgeholt wurde. Bekanntlich hat der Magistrat ein Kapital von 199 999 M. für Tierschutzzwecke geerbt. ES wäre wünschenswert, daß die Zinsen des Vermögens zur Anschaffung von Transportwagen für verunglückte Pferde, wie andre Städte, so unsre Nachbarstadt Charlottenburg, solche bereits besitzen, verwendet würden. Diese Transportwagen könnten auf den Feuerwehrwachen eingestellt werden, wodurch eine schleunige Beseitigung auf der Straße verunglückter Tiere ermöglicht würde. Ein« mutmaßliche Entfahrimg beschäftigt die Charlottenburger Kriminalpolizei. Die 17 Jahre alte Martha Schulz, die Stieftochter des Gastwirts Jachmann aus der Bismarckstr. 84 zu Charlottenbmg. hatte mit einem LSjährige» jungen Mann der in der Wirtschaft ihres Baters verkehrte, ein Verhältnis. Früher sehr fleißig und in ihrem Wesen sehr gesetzt, war sie nach Anknüpftmg dieser Beziehungen wie umgewandelt. Die Eltern waren mit der Liebschaft um so weniger einverstanden, als ein andres Mädchen, mit dem er ebenfalls ein Verhältnis hatte, dem jungen Mann häufiger vor dem Geschäft JachmannS Scenen machte. Schließlich untersagten sie dem Gast das Betteten ihrer Wirtschast und jeglichen Verkehr mit ihrer Tochter. Am nächsten Tage, dem 20. d. M., verschwand das Mädchen aus der Wohnung, ans der es die Sachen bereits heimlich weggeschafft hatte. Der Koffer hat sich auf denr Stetttner Bahnhof befunden, war aber schon abgeholt, als er beschlagnahmt werden sollte. Die Vermißte konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Sie ist 1,65 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, braune Augen und eine schlanke Gestalt und ttug beim Verlassen der Wohnung ew blaues Satinfleid, einen weißen Sttohhut, schwarze Sttümpfe und niedrige schwarze Lackschuhe. Vermißt wird seit Freitag der Gärtner Ernst Schulz aus der Blumenstr. 45. Der 73 Jahre alte Herr verließ am Freitagabend seine Wohnung und ist seither nicht wiedergekehrt. Er ttägt einen schwarzen Anzug, ein blau- und weitzgestreiftes Hemd und einen weißen Sttohhut. Infolge seines hohen Alters ist das Geistes- vermögen des alten Herrn etwas getrübt; er glaubt, ein Knabe zu sein und sucht seine Eltern, die angeblich in Birkholz wohnen sollen. Es ist nicht unmöglich, daß er sich auf die Wanderung nach dort be« geben hat und daß ihm unterwegs ein Unfall zugestoßen ist oder daß er sich verirrt hat und nicht mehr zurückfinde» kann. Zum Kampf um dir Villa„Sorgenlos" geht uns von be- nachbarten Laubenbesitzeru folgende Mitteilung«nt der Bitte um Veröffentlichung zu: Zu der Notiz in der Sonnwgsnummer unter der Spitzmarke„Der Kampf um die Villa Sorgenlos" bitten wir zu berichttgen, daß an dem Kampfe gegen den Gerichtsvollzieher Larisch sich niemand weiter als die beiden Schwiegersöhne des Gepfändeten beteiligt haben. Auch die Zuschauer waren zum Teil fremde Bieter. Frauen und Kinder. Ein ereignisreicher Tag. Die Bewohner der Bellealliancesttaße kamen am Sonnabend aus der Aufregung nicht Henaus. Vormittags ereignete sich ein Zusammenstoß zweier Sttahenbcrhiiwagen an deic Ecke der Gneisenaustraße. Nachmittags wurde dort ein Mann vom Hitzschlag gettossen. Abends, als die allein in einem Laden au.- wesende Verkäuferin, Fräulein M., die Jalousie herunterließ, drav.g ein Individuum in den bereits dunklen Laden ein und versuchte die Verkäuferin zu vergewaltigen. Auf das Hilfegeschrei der Ueber- fallenen eilten Passanten herbei, die den Unhold der Polizei über« lieferten. Endlich entstand in der Nacht zum Sonntag in dortsszer Gegend ein Exceß, der an Landfriedensbruch grenzte. Drei Männer, deren Metter man unschwer erraten konnte, vergnügten sich damit, ein Pferd zu necken. Schließlitfi schwang sich einer dar Unfugstifter ans das Pferd und trieb allerlei Allotria. Natürlich entstand nun ein Stteit mit dem Kutscher. Es bildeten sich zwei Parteien, deren eine dem Kutscher beistand, während die drei Excedenten Succurs von allerlei Elementen zweifelhafter Natur erhielten. Der erste Schutz- mann, der sich blicken ließ, wurde gleich mit einem Messerstich empfangen, die ganze Rotte fiel über ihn her. Auf sein Notsignal eilten dem Beamten nach und nach zwölf Schutzleute zu Hilfe, vor deren blanken Klingen die Menge sich zerstreute. Die Rädelsführer wurden festgenomnien. Der eigentliche Urheber, der wie rasend schlug, biß und kratzte, erhielt mehrere schwere Säbelhiebe und mußte nach der Unfallstation geschafft werden, von wo er als Polizei- gefangener nach der Charitä transportiert wurde. Den Tod im Wasser suchte gestern, Sonntagnachmittag, eine unbekannte Frau von etwa 23 Jahren, indem sie vom Waterloo-Ufer in den Landwehrkanal sprang. Sie rief aber gleich nach dem Sprung um Hilfe und wurde von eiuem Schiffer und zwei Spazier- gängern gerettet. Nachdem Feuerwehrmänner, die in oer Nähe bei einem Brande zu thun gehabt hatten, mit dem Sauerstoff-Apparat Wiederbelebungsversuche gemacht hatten, wurde die Gerettete mit einem Wagen der Feuerwehr nach dem Krankenhaus am Urban gebracht. Irgendwelche Ausweispapiere fand man nicht bei ihr. Tragischer Unfall. Die 63 Jahre alte Witlve Mar» Krüger geb. Schulz aus der Fehrbellmerstt. 37 besuchte am Sonnabend- nachmittag mit ihrer 39 Jahre alten Tochter das Grab ihres Mannes, der auf dem Jnvalidenkirchhof an der Scharnhorststtaße begraben liegt. Nachdem sie den Grabschmuck erneuert hatten, traten die beiden dann kurz vor 8 Uhr abends den Heimweg an. Als fie von der Jnvalidenstraße her den Damm der Chausseestraße überschreiten wollten, kam ein führerloses Pferd mit der Droschke Nr. 6728 erster Klasse die Cbausseesttaße entlang gerast. ES war von der Kaiser Wilhelmstraße her über den Monbijouplatz und die Oranienburgersttaße herauf gekommen. Am Oranienburger Thor warf sich ein Schutzmann vom 6. Revier dem Tier in die Zügel. Da es aber kein Zaumzeug auf hatte, so konnte er es nicht halten, wurde überrannt und so schwer verletzt, daß er abgelöst werden mußte. Als das Pferd mit dem Wagen an die Kreuzung der Invaliden- und Chausseestraße kam, befand sich Frau Krüger bereits auf dem Fahrdamm, während ihre Tochter den Bürgersttig noch nicht verlassen hatte. Vergeblich bemühte sich die Tochter, ihre alte Mutter am Kleide noch zurückzuziehen. Das Pferd riß tue Frau um und die Räder gingen ihr über Brust und Hals. Erst nach dem Unfall gelang eS einem Schutzmann und zwei andren Leuten, das Tier zum Stehen zu bringen. Frau Krüger wurde besinnungslos mit einer Droschke nach der Charitä gebracht. Hier konnte aber der Aufnahme-Arzt nur noch feststellen, daß der Tod bereits eingetteten war. Die Leiche wurde daher gleich nach dem Schauhause über- geführt. Einen schaurigen Fnnd machten Sicherheitsbeamte m der Nacht zum Sonntag in der Gerbardtstraße. Gegen 2lL Uhr stieß eine Schutzmannspatouille vor dem Hause Stt. 13 auf eine männliche Leiche, die nur mit Hemd und Hose bekleidet und zu einer mi- förmlichen Masse zerschmettert auf dem Bürgersteige lag. Da die Schutzmänner vermuteten, daß der Mann aus dem Hause Nr. 13 stamme, so ließen sie durch den Wächter ausschließen, weckten alle Bewohner und ftagten in allen Wohmmgen nach. Ihre Annahme bestätigte sich. Der Tote hatte im vierten Stock ein möbliertes Zimmer belvohnt und wurde von seinen Wirtsleuten erkannt. Er ist ein 29 Jahre alter Ingenieur Eugen Fontane. der aus Graz stammt, seit zwei Jahren in der Gerhardtstraße wohnte und in der Maschinenfabrik von Flohr in der Chausseestraße angestellt war. Fontane zeigte seit 14 Tagen ein schwermütiges Wesen, ohne sich über die Veranlassung auszusprechen. In der Nacht zum Sonntag kam er erst um 2 Uhr nach Hause und muß sich dann gleich darauf, ohne daß jemand es mertte, aus dem Fenster hinausgestürzt haben. In seinen Kleidertaschen fand man einen Trauerbrief, m dem ihm ein hiesiger Gesanglehrer vor 14 Tagen den Tod seiner Tochter anzeigte. Wahrscheinlich hängen das veränderte Wesen des Mannes und sein Selbstmord mit diesem Todesfall zusammen. Auf der Sttaße vergiftet hat sich in der Nacht zum Sonntag der 44 Jahre alte Arbeiter Gustav Vowe auS der Schulstraße 8. Der Mann hatte schon längere Zeit keine Arbeit mehr. Als nun auch noch seine alte Mutter, mit der er zusammen wohnte, schwer erkrankte, packte ihn die Verzweiflung, so daß er Gift nahm. Gestern früh fand man ihn hUflos ans dem AugSburger Platz liegen und brachte ihn nach der Unfallstatton in der Ltndowerstraße. Dort starb er bald nach der Aufnahme. Unglückliche Ehen. Die Witwe des Tischlers Bär betrieb seit dem Tode ihres Mannes, der vor zehn Jahren starb, in der Friedrich- sttaße 249 eine Reinigungsanstalt für Bettfedern. Als sich vor einiger Zeit ihr Sohn verheiratete, übergab sie diesem die Anstalt und ging im Alter von 49 Jahren mit den: Anttquitätenhändler Hcrrsiirth in der Motzstraße 69, der einen 18jährigen Sohn und eine Tochter von 22 Jahren besitzt und seit zwei Jahren Witwer war. eine zlveite Ehe ein. Bei Besuchen in der Fricdrichsttaße klagte sie bald ihren alten Bekannten, die sich über ihr schwermüttges Wesen der wunderten, daß es ihr in der neuen Ehe nicht gefalle, mehr wolle sie am Fundorte fo lange zu nicht sagen. Seit Donnerstag wurde Frau Herrfurth vermißt. tommission die Genehmigung zur Beerdigung belaffen, bis eine Gerichts| Familie Mc. Williams mit der Diphtheritis. Bon Mark Twain.( Schluß.) Vorgestern, Sonnabendabend, fand man sie an der Unterschleuse erteilt hat. Die Kommission erblickte in diesem Verfahren eine Fabrifinspektoren. Leiche Notizenteil: Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Weibliche als Leiche Frauenstimmrecht. Landwehrkanal wieder. Vereinsrecht der Frauen. Der 39 Jahre alte aus große Gefahr; sie ersuchte deshalb den Amtsvorsteher, bei den 10 Bf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspoſt- Zeitungsliste Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Königsberg i. Pr. gebürtige Kellner Johannes Krüger, der mit seiner zuständigen Behörden für die Wiedereinführung des früheren Ver- Nr. 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Frau und zwei Kindern im Alter von 15 und 13 Jahren in der fahrens hinzuwirken. Ferner erachtete die Kommission die Er Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pt. Krautſtr. 34 wohnt, trant öfter und gab ſeiner grau zu wenig bguung einer neuen, ausreichenden Zeichenhalle als ein Wirtschaftsgeld. Die Folgen waren häuslicher Streit, der öfter in dringendes Bedürfnis. Der Vorsitzende wurde ersucht, den Gemeinde- ganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt desselben heben wir zunächst Der Wahre Jacob hat soeben die 16. Nummer seines 20. Jahr Thätlichkeiten ausartete. Endlich zeigte Frau Krüger ihren Mann Kirchenrat hiervon in Kenntnis zu sehen mit dem Hinweis, für die die beiden farbigen Bilder Bulgarisch- Türkisches" und" Andre Zeiten, wegen Körperverletzung an. Als am Sonnabend die Eheleute des baldige Errichtung einer Leichenhalle Sorge zu tragen. halb vor dem Richter erschienen, gelang es diesem, sie zu versöhnen. Bericht des Kommissionsmitgliedes Dr. König über die Verhand- Durchgefallenen", Berliner Kunst"," Lurus" und" Die Pfarrer- Cenzi". An den andre Sitten" hervor; ferner erwähnen wir die Bilder" Sächsischer Kehraus",„ Staatsstüßen"," Der Geschäftsmann"," Siegeskränze", Die Aber sobald sie das Gerichtsgebäude verlassen hatten, zeigte es sich, lungen des Tuberkulose Kongresses schloß sich eine Der tertliche Teil bringt ein größeres Gedicht„ Der Socialismus auf dem daß der Mann innerlich doch nicht versöhnt war. Er ging zwar längere Aussprache. Insbesondere wurden die nicht durchweg guten Waffer", das die Wahlagitation im Hamburger Hafen anschaulich schildert mit nach Hause, sprach aber mit seiner Frau fein Wort mehr. Als Wohnungsverhältnisse erörtert. Durch den in Aussicht und dem fünf photographische Aufnahmen beigegeben sind. Des weiteren diese sich gestern morgen mit den Kindern in der Küche befand, stehenden Erlaß eines Wohnungsgefeßes erhofft die Kom- erwähnen wir die Gedichte„ Die reaktionäre Masse"," welche Luft, schnitt er sich in der Stube die Pulsadern durch und erhängte sich. mission mindestens die Beseitigung der frassesten Mißstände. Wenige Minuten später fanden Frau und Kinder ihn als Leiche desi Soldat zu sein" von Erich Mühsam, Die Flotte"," Sommerabend" von wieder. Ludwig Lessen," Der letzte Sachse"( in sächsischem Dialekt) und die größeren Feuilletons Briefe moderner Dunkelmänner" und" Stammtischrede des Meggermeisters a. D. Wurstler in München". Der Preis der zehn Seiten ftarfen Nummer ist 10 Bf.bust Durch einen Sturz vom Bau berunglückte am Sonnabendnach Gerichts- Zeitung. mittag der 43 Jahre alte Arbeiter Albert Reschke aus der Schulzendorferstr. 16 auf einem Grundstück an der Ecke der Charlotten- und Kronenstraße. Er verlor im zweiten Stock das Gleichgewicht, fiel in den Hof hinab und zog sich schwere Verlegungen an der linten Kniescheibe, am Kinn und an beiden Armen zu. Der Verunglückte wurde nach der Charité gebracht.( bil 19 bilpon thin sti art op Hus den Nachbarorten. B Rummelsburg- Boghagen. Die Mitglieder des Wahlvereins werden nochmals auf die heute, Dienstagabend 8 Uhr, im Lokal von Weizel, Türrschmidt- und Goethestraßen- Ecke, stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht. In Anbetracht der äußerst wichtigen und reichhaltigen Tagesordnung wird um zahlreiches und pünktliches Erscheinen gebeten. Neue Mitglieder werden vor Beginn der Versammlung aufDer Vorstand. genommen. Die Sterblichkeit der Charlottenburger Bevölkerung. Unter den Großstädten des Deutschen Reichs zeigt Charlottenburg die niedrigste Sterblichkeitsziffer. Sterbefälle überhaupt tamen im Jahre 1901 nur 2640( ohne Totgeburten) vor gegen 2781 im Jahre 1900 und 2729 im Jahre 1899, trotzdem die Bevölkerung von 1899 bis 1900 um 4,2 und von 1900 bis 1901 um 3,5 Prozent zugenommen hatte. Im Jahre 1902 erfolgte eine Bevölkerungszunahme um 3,3 Prozent, die Sterbefälle gingen weiter auf 2585 zurück. Die relative Sterblichkeit, die 1890 noch 22,77 pro Mille der Einwohner betrug, ist seitdem stetig zurückgegangen und hat im Jahre 1901 den ganz ungewöhnlich niedrigen Stand von 13,78 und 1902 bon 13,09 auf 1000 Lebende erreicht. Die Ursachen dieser Erscheinung sind vorzugsweise in dem Rückgang der Geburtenziffer begründet, da bekanntlich die neugeborenen Kinder der Sterblichkeit am meisten ausgesezt sind 1890 entfielen auf 1000 Einwohner 38,70 Geborene, im Jahre 1901 nur noch 25,30 aber auch in dem Nachlassen der Kindersterblich keit. Während bei Gegenüberstellung der Sterbefälle von 1895 und 1896 mit dem Ergebnis der Volkszählung von 1895 auf 1000 Kinder im ersten Lebensjahre 251 Sterbefälle tamen, ergab die Vergleichung der Zählung von 1900 mit den Sterbefällen der Jahre 1900 und 1901 nur 216 Sterbefälle auf 1000 Kinder im ersten Lebensjahre. zu berücksichtigen bleibt ferner auch, daß die kräftigeren Altersklaffen in der Bevölkerung mit stärkeren Anteilen als früher vertreten find. Welche Resultate liefert nun ein Vergleich der einzelnen Stadtviertel in Bezug auf die Sterblichkeit? Während für die Jahre 1900 und 1901 die durchschnittliche Sterblichkeitsziffer 13,96 pro Mille betrug, bleiben die wohlhabenden Viertel hinter dieser Ziffer zum Teil erheblich zurück, in den Arbeitervierteln dagegen übersteigt die Sterblichkeit den Durchschnitt. Der Süden und Osten der Stadt stehen am günstigsten, im reichen Dstviertel( dem an Berlin W. angrenzenden Teil) beträgt die Sterblichkeitsziffer nur 8,57, im dichtbevölkerten Schloßviertel jedoch 20,43 pro Mille. Diese bedeutende Schwankung iſt einmal auf die verschiedene Wohlhabenheit der Bevölkerung zurückzuführen. Es entfielen von 1000 bei der Bolkszählung ermittelten Wohnungen im Ostviertel 472 auf Woh nungen mit vier und mehr heizbaren Zimmern, im Schloßviertel nur 62. Dann aber sind auch die mit Kanalisation versehenen Stadtgebiete offenbar im Vorteil den nicht kanalisierten gegenüber. Es zeigt sich dies hauptsächlich bei dem Stadtviertel Westend, welches trotz seiner hygienisch bevorzugten Lage, feiner landhausmäßigen Bebauung und wohlhabenden Bevölkerung mit 17,15 pro Mille noch eine größere Sterblichkeit als die innere Stadt aufweist. Wenn demgegenüber in den gleichfalls nicht kanalisierten Stadtvierteln Königsdamm und Nonnendamm die Sterblichkeit mit 10,88 pro Mille nut wenig größer als im Hochschulviertel ist, so ist zu berücksichtigen, daß diese Bezirke zum weitaus größten Teile nicht bebaut sind und sich daher zur Vergleichung für großstädtische Verhältnisse nicht eignen. Kulde, Dr., Oberstabsarzt. Grundzüge der Militär- Gesundheitspflege. Preis 50 Pf. Berlag von Hermann Schoenfeld, Dresden. Preis 1,50 m. Verlag: Gebrüder Lüdeking. Hamburg. Die Ergebnisse der Reichstagswahlen. Mit farbigem Wahltableau. Der 1. 3. von dem gleichen Verlage veröffentlichten Kandidatenliste sind jetzt die amtlichen Ziffern beigefügt und dürfte so dem Büchlein bei dem allgemeinen Interesse, mit dem die diesjährigen Reichstagswahlen berfolgt wurden, ein großer Sivja fem bie gig in die h Briefkaften der Redaktion. od 2 HOU Streitfrage 50. Inwendig. H. P. Wenn Sie viel Geld haben, ia. 3 und 4 nächstens im juristischen Teil. Adebar 9. Der russische. Kattowik. Leider nicht verwendbar. Trauungen, Messen u. ä.; einzelne haben auch den Genuß sog. Pfarr100. In Deutschland durchweg staatliches Gehalt. Daneben Einnahmen aus Kirchengebühren wie beneficien, die in mancherlei, auch in Wirtschaften" bestehen können. 7,15 Bros. fathol. Hermannplak 100. 1890. Schultheiß. 92,85 Proz. evangel., M. G. 36. Uns unbekannt. G. P. 4. Fach zeitungen aus jener Gegend nicht bekannt. Am besten wenden Sie sich unter Berufung auf uns an den" Boltsboten", Stettin, Schillerstr. 11. K. K. 34. Adreßkalender 2. Band II. Teil Seite 172 legte Spalte. Ländern. 3. Wiffen wir nicht. 4. Ja. D. Steinke 90. Uns nicht beSolo, Nixdorf. 1. An das kaiserlich deutsche Konsulat. 2. In allen tannt; vielleicht fragen Sie in Dresden selbst an.givali od si Juriftifcher Teil. afisat Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends B. 38. D der langte gestern vor der neunten Ferienstrafkammer des Landgerichts I Das Abenteuer eines französischen Liebespaares in Berlin geunter dem Vorsitze des Landgerichts- Direktors Kanzoiv zur Erörterung. Aus der Untersuchungshaft wurden die Stickerin Antoinette Predlong und der Artist Jean Ballino vorgeführt. Am Abend des Com det bare grond bez 10. Juni ging der lettere eiligen Schrittes auf eine zu, welche in der Nähe von Kroll hielt. Auf dem Fuße folgte ihm eine junge Dame. Der junge Mann sprang in den hindert von einem Herrn, der aus dem Tiergarten hervorgelaufen Wagen, die Dame wollte dasselbe thun, wurde aber daran vertam. wurde aber nicht daraus flug, was vorgefallen war, denn die Der letztere befand sich in großer Aufregung, der Kutscher lebhafte Unterhaltung wurde in einer ihm fremden Sprache geführt. Er überließ die junge Dame ihrem Verfolger und fuhr mit feinem Fahrgast, der nach Castans Panoptikum wollte, davon. Das zurückgebliebene Paar rief einen Schuhmann herbei, der auf Verlangen des Herrn diesen und die Dame zur Wache führte. Hier gab der Herr, der sich als Lederfärber Zwiski auswies, eine merkwürdige Geschichte zu Protokoll. Er habe das Paar am Mittag desfelben Tages fennen gelernt, und da er des Französischen etwas mächtig sei, sich demselben angeschlossen. Nach dem Besuche mehrerer Wirtschaften, wo er die Beche bezahlt habe, feien sie gemeinsam nach dem Tiergarten gegangen, wo sie nach längerem Umherwandern auf einer Bank Plaz genommen. Hier habe Ballino ihm eine Cigarette gegeben. Diese müsse ein Betäubungsmittel ent- von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. halten haben, denn während des Rauchens sei er von einem unbefiegbaren Schlafbedürfnis befallen worden. Als er erwachte, jei Antwort in Nr. 163, wie der Inhalt der Antwort angiebt, bersehentlich Lohndas Paar im Begriff gewesen, sich davon zu machen. Er habe zahlungsbücher statt Lohnbücher gesagt ist. Der Bundesrat hat nicht LohnDie Entdeckung gemacht, daß sein Beinkleid in der Taschengegend eingeführt. Abgesehen von diesem Schreibfehler war die Auskunft durchaus zahlungsbücher, sondern Lohnbücher für die Kleider- und Wäschekonfektion einen mit einem scharfen Messer hergestellten Schnitt aufwies. zutreffend. Neben diesen Lohnbüchern sind nicht noch besondere Lohn Sein Portemonnaie, welches etwa 17 M. enthielt, sei verschwunden zahlungsbücher zu führen. 2ohnzahlungs bücher, in denen bei jeder gewesen. Das Paar verfolge jedenfalls verbrecherische Zwecke und Lohnzahlung der Betrag des verdienten Lohnes einzutragen ist, find nur für schrecke vor nichts zurück, denn Ballino führte einen mit Sand ge- Minderjährige und nur für solche Fabriken vorgeschrieben, für die Lohnbücher füllten Gummischlauch bei sich, den er ihm abgenommen habe. ( wie bei der Wäschekonfektion) ni d t eingeführt sind. Eine Zuwiderhandlung Antoinette Predklong wurde verhaftet und noch an demselben Abend gegen die hinsichtlich der 2 o'hnbücher erlassenen Vorschriften ist in der gelang es, ihres Begleiters habhaft zu werden, der sich inzwischen Vorschriften über Lohnzahlungsbücher hingegegen ist nicht strafbar, weil der in Nr. 168 angegebenen Weise strafbar. Eine Zuwiderhandlung wegen der lange hatte umherfahren lassen, ohne in der Lage zu sein, den Gesetzgeber zwar eine gleiche Strafe zum Ausdrud bringen wollte, Kutscher bezahlen zu können. Gegen die Angeklagten sprach außer dies auszusprechen aber unterlassen hat und eine Auslegung der§§ 150 der Bezichtigung Zwizfis der Umstand, daß sie beide völlig mittellos und 146 der Gewerbe- Ordnung dahin, daß unter Lohnbüchern auch Lohnwaren. Sie waren nun des gemeinschaftlichen Diebstahls, Vallino zahlungsbücher zu verstehen seien, mit den Grundsäßen der Auslegung außerdem des Betruges beschuldigt. Steiner von ihnen wollte ein Die Frage endlich, ob ein bestimmter Wort Deutsch verstehen.„ Ballino, es ist ein Geldbrief für Sie Betrieb unter die vom Bundesrat bezeichneten Betriebe fällt, iſt eine Thatda redete ihn Der Vorsitzende an. frage, deren Beantwortung für Schürzenbetriebe davon abhängt, ob die Vallino blidte verständnislos ihn Anfertigung oder Bearbeitung im großen erfolgt. Gelangt man zur Veran." Ich glaube glaube Ihnen, daß Sie Deutsch fein neinung, fo find dann Lohnzahlungsbücher zu führen, wenn der verstehen," meinte der Vorsitzende und ließ die An- Betrieb als Fabrit anzusehen ist. Auch die Beantwortung der Frage, geklagten dann durch den Dolmetscher Professor Normann ber- ob ein Betrieb eine Fabrit ist, ist von Fall zu Fall nach der speciellen Ge nehmen. Beide beteuerten mit der Lebhaftigkeit der Südländer und staltung des Einzelfalles zu beantworten. Die hierbei in Betracht unter heftigen Gesten ihre Unschuld. Ballino erklärte, daß er kommenden Grundsäge finden Sie auf Seite 201 bis 204 des in den Mimiter fei, feine Begleiterin in Paris tennen gelernt und sie mit öffentlichen Resehallen ausliegenden Arbeiterrechts" dargelegt. Nach alledem nach Berlin genommen habe in der Hoffnung, hier fofort Be- antwortung zu beantworten, die Sie mit Recht erwarten fönnen. Die Anist es unmöglich, Ihre Fragen mit Ja oder Nein mit der moralischen Verschäftigung bei einem Specialitätentheater zu finden. Als sie von schaffung von Lohnbüchern befreit Sie von jeder ſtrafrechtlichen Verantwort Paris abgereist seien, hätten sie 150 Fr. gehabt, das Geld sei aber lichkeit. 2. Lohnbücher und Lohnzahlungsbücher können Sie außer durch bereits in Köln alle geworden, und ohne einen Pfennig seien sie die Polizei in vielen Papierhandlungen erhalten. x. 9. 3. zu spät. in Berlin angekommen. S Da sei es ihnen denn sehr erwünscht geK. H. in A. Th. Meistertitel. Den Titel Meister ohne jedweden wesen, daß ein Herr, dem sie in der Invalidenstraße begegnet feien, Den Titel Inmungsmeister kann nur ein Mitglied einer Innung führen. Zusatz des Handwerks oder des Wortes Inmungs" fann jeder führen. fich ihnen angeschlossen und in einer Restauration Speisen und Ge- Den Meistertitel in Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerts tränke für sie bezahlt habe. Dann feien sie zusammen nach dem dürfen nur Handwerker führen, wenn sie in ihrem Gewerbe die Befugnis Tiergarten gegangen. Auf einer Bank sizend, sei es zwischen ihnen zur Anleitung von Lehrlingen erworben haben. Diese Befugnis erwirbt, zu Zwistigfeiten gekommen, weil der Wohlthäter sich ungehörig wer entweder nach dreijähriger oder der von der Handwerkskammer vorgegen die Predlong benahm. Bei dieser Gelegenheit habe Zwigti geschriebenen Lehrzeit die Gesellenprüfung bestanden oder wer fünf Jahre einen Gummischlauch hervorgeholt und damit gedroht, der An- hindurch persönlich das Handwert selbständig ausgeübt oder als Werkmeister geklagte Ballino habe nie einen solchen beseffen. Ebenso wenig sei oder in ähnlicher Stellung thätig gewesen ist. Letteres scheint in Ihrem es wahr, daß dieser dem Zwizfi eine Cigarette gegeben. Der Fall zuzutreffen. B. 2. 20. Seite 3 und 4 des dem von Ihnen anletztere habe die ganze Diebstahlsgeschichte aus Rache oder andren Auskunft der Polizei verweigern. gegebenen Buche beigefügten Führers. C. B. Nein. Sie können jede E. R. 100. Um zur Hebammen Beweggründen erfunden. Er habe an jenem Tage gehofft, auf Ausbildung und Prüfung zugelaffen zu werden, müssen Sie fich an das Polizei. telegraphischem Wege Geld von seinem bei Marseille wohnhaften präsidium wenden. Sind Sie älter als 27 Jahre, so ist die Meldung zwedlos. Das Lichtenberger Gewerbegericht wählte am Freitag in einer Vater zu erhalten und hätte sofort nach Eingang desselben den E. S. War das Haus zur Zeit der Kündigung dem neuen Wirt Plenarsizung von den Arbeitnehmer- Beifizern den Schriftfezer Droschkentutscher bezahlt, da er aber hierzu nicht in den Stand ge- bereits aufgelassen, so war seine Kündigung gültig, sonst nicht. A. Nein. C. Welt und als Stellvertreter Maler Hentschel, von den Arbeitgeber- jekt worden sei, habe er seinen Ueberzieher im Wagen als Pfand Hinweis auf die frühere Gidesleistung widersprechen. 4. Darüber bestehen Goldschmied. 1. Rein. 2. Ja. 3. Sie müssen der Leistung unter Beifizern den Abbruch- Unternehmer P. Becker und als Stellvertreter zurückgelassen. Diese Angaben des Vallino erwiesen sich als wahr. gesekliche Borschriften nicht. Sie müßten Privatvereinbarungen versuchen. den Kaufmann E. Lewald als Delegierte zum Verbandstage der Bald nach seiner Verhaftung war Geld für ihn eingetroffen, welches marianne. 1. Ja. 2. Wilhelmstraße. Gewerbegerichte nach Dresden. Von den Vorsitzenden wird Herr Schöffe aber wegen Nichtauffindung des Adressaten wieder zurückgegangen nicht vor. 2. Wenn der Vertrag feine entgegenstehende Vereinbarung entD. C. 1. Strafbarkeit liegt Ungewitter delegiert. Eine Betition auf Angliederung der Kaufmanns- war. In betreff des angeblich Bestohlenen machte der Vorsitzende hält, nein.. F. B. 45. Wenn, wie nach Ihrer Darstellung es zu sein gerichte an die Gewerbegerichte gerichtet fand bei den Arbeit überraschende Mitteilungen. Der Lederfärber Zwizti habe Berlin scheint, Ihr Großvater bereits abgewiesen ist oder seit dem Erbschaftsstreit gebern sowie Arbeitnehmeen in getrennter Ab- verlassen und sei nicht zu ermitteln gewesen. Er sei ein vielfach, 30 Jahre verflossen sind, ist eine Weiterverfolgung der Angelegenheit nicht timmung einstimmige Annahme. Die Verhandlungen zuletzt mit drei Jahren Zuchthaus vorbestrafter Mann, dessen An- ratsam. A. B. 100. 1. und 2. Jn beiden Fällen können Sie den über diese Vorlage mußten außeramtlich" Martha. Ja. R. B. 23. Die Mutter wird von borgenommen gaben nicht viel Glauben geschenkt werden könne. Die Verhandlung untrag stellen. werden, da der Vorsitzende über den Antrag der Arbeitnehmer- endete denn auch damit, daß beide Angeklagten freigesprochen den hemann und ihren beiden Stindern( nicht dem Stinde cufter Ghe) beifizer: diefe Petition in einer Vollfizung verhandeln zu lassen wurden. Um Ballino nicht hilf- und mittellos auf das Berliner einbart( das ist die Regen, so hat der Wirt die Scheibe auf K. M. 3ft im Mietsvertrage nicht das Gegenteil ver oder dieselbe dem Ausschuß für Anträge und Gutachten zu Pflaster hinauszusehen, händigte der Gerichtshof demselben einen feine Stoften fertigen zu laffen, sonst der Mieter. J. P. 99. Nein. überweisen, nicht verhandeln ließ, weil die kaufmännischen Heinen Betrag ein, damit er sofort auf telegraphischem Wege von E. K. 100. Ein dahin an die Steuerdeputation gerichteter Betriebe dem Lichtenberger Gewerbegericht nicht unterstellt seien und seinem Vater Geld beschaffen konnte. Die Dankbarkeit der Frei- Antrag wird in der Regel genehmigt. Vergessen Sie nicht, die Familiennach dem Ortsstatut nur über Gegegenstände verhandelt werden gesprochenen war ihnen aus den Augen zu lesen. unterſtüßung fich für Frau und Kinder auszahlen zu lassen. C. F. Nirdorf. fönne, welche Gewerbe betreffen, die der Gerichtsbarkeit des Gewerbe- und blot di Sind Sie 26 Wochen lang infolge Krankheit dauernd erwerbsunfähig, so gerichts unterstellt sind. Um so erfreulicher ist die Einmütigkeit des verspil bid imigatus haben Sie Anspruch auf Invalidenrente. C. R. 100. Der Vorfall ist Im Jahre 1902 erledigte das Gewerbefein Grund zur sofortigen Entlassung. Ihnen steht ein Anspruch auf Ersaz Vermischtes.to frist, während der Gie fich zur Verfügung der Firma halten, zu. gradunolum der Umzugskosten und Bezahlung für einwöchentliche vereinbarte Kündigungs7 durch Versäumnisurteil und 14 durch Vergleich. 7 Klagen F. M. 1. Das Gericht fann Ihnen den Schein zurückgeben; verpflichtet hierzu ist blieben in der Schwebe, während 7 Klagen zurück- Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich bei Glasgow ereignet. es nicht. 2. Kostenpunkt drei Mart. Verfäumen Sie die Frist, so müssen genommen wurden. Sämtliche 81 Klagen gingen von Arbeit- Auf der Station Saintenochs fand heute morgen, wie uns depeschiert Sie von neuem einen Antrag stellen. Die Austrittserklärung ist nur durch nehmern aus. 34 begriffen Klageobjekte von 20 m. einschließlich wird, ein Eisenbahnunglüc statt, bei dem 13 Personen ums Leben persönliches Erscheinen vor Gericht möglich. F. D. Pankow. Nein. in sich, bis 50 M. waren 29 anhängig, bon 50-100 M. 14 und 4 tamen und 20 andere verletzt wurden. Der Zug führte viele AusR. 2, H. K. 1. But Bfand gegebene Gegenstände werden ohne be sondere Bereinbarung nicht Eigentum des Pfandinhabers. Dieser hat vielhatten ein Objekt von über 100 m. Als Einigungsamt wurde das flügler mit sich, die von der Insel Man zurückkehrten. Gericht nicht angerufen, der Ausschuß für Anträge und Gutachten stand cid mehr das Pfand aufzubewahren und fann nur entweder seine Forderung wurde am Ende des Jahres auf Antrag der Arbeitnehmer gewählt. eintlagen und dann in das Pfand Zwangsvollstreďung vornehmen lassen oder ohne Klage nach erfolgter Androhung öffentlich versteigern lassen. Eingegangene Druckschriften.( Beiſpiel S. 156, 447 des in den öffentlichen Lesehallen ausliegenden Arbeiterrechts".) 2. Münzen, Briefmarken, Autographen und was sonst noch gesammelt zu werden pflegt, haben lediglich einen Liebhaberwert, über dessen mutmaßliche Höhe Sie sich durch Anfragen bei Händlern mit solchen Dingen zu informieren versuchen mögen. derlei Dingen fann niemand erteilen, deshalb lehnen wir stets jegliche Eine zuverläffige Auskunft in Beantwortung über solche Fragen ab. " gericht von 81 eingegangenen Klagen 46 durch Endurteil, of stadsgm late slaid 39 4117 beerbt. Witterungsübersicht vom 27. Juli 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. stand mm richtung Wind Windstärke Better 50.4° R. Temp. n. T. Stationen Barometer ſtand mm Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. T. 5° C. 4° R. Friedrichshagen. In der dritten diesjährigen Sigung der Gesundheitskommission erstattete der Vorsitzende, Amts- Von der Meuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Berlag) ist soeben das und Gemeindevorsteher Klut, Bericht über den gegenwärtigen Stand 43. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben der für die Gemeinde in sanitärer Hinsicht so dringend notwendigen wir hervor: Landwirtschaft und Industrie. Kritische Betrachtungen zu Be- und Entwässerung. Von der Gemeindebehörde seien Bollspartei. Von Wilhelm Steil. Eduard Davids Agrarwert. Von Ludwig Queffel. III. Die Deutsche alle erforderlichen Schritte gethan, um die Genehmigung des Projekts auffassung. Von May Betterbaum. III. Bur materialistischen Geschichts Die preußische Regierung und seitens der Aufsichtsbehörde umgehend zu erlangen. Trotzdem ist die Wohnungsfrage. Bon Hugo Heimann( Berlin). Arbeiterschutz in die Genehmigung noch nicht erfolgt. Damit die von der Gemeinde- Japan. Von Guftab Edstein. Litterarische Rundschau: Matti Helenius, vertretung beschloffene Volts badeanstalt auch in vollem Um- Die Alkoholfrage. Von Otto Lang. Anleitungsbuch für Bauarbeiterschutz. fange errichtet werden kann, erachtet die Kommission den Ankauf Dr. Willy Hellpach, Nervosität und Kultur. Bon Ferdinand Frey. Armen eines der Kirchengemeinde gehörigen Grundstücks für geboten. Der statistik einiger deutscher Städte für das Jahr 1896/97. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchGemeindevorsteher wurde daher ersucht, den Grundstückserwerb handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro herbeizuführen. Den gesundheitsschädlichen starten Rauch- Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Bostanstalten ist die entwicklungen seitens der Gewerbebetriebe sowie der Bäckereien Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post entgegenzutreten, wird der Vorsigende in seiner Eigenschaft als nur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft loftet 25 Bf. Swinemde, 761 Stin bededt 18 Haparanda 762 DND 2woltig 14 Amtsvorsteher ersucht, geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Hamburg Brobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. bededt 16 Betersburg 760 DSO 1halb bd. 18 Cort Bon der Gleichheit", Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen Berlin Rauchbelästigungen möglichst zu vermindern. Veranlaßt durch die 2 bedeckt 15 Aberdeen Anfrage eines Kommissionsmitgliedes, teilte der Vorsitzende mit, daß( Stuttgart, Diet' Verlag), ist uns soeben die Nr. 16 des 13. Jahrganges frantf.a.M. 762 SW Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: München 76535bebedt 15 Paris 765 SS 3wollen 14 der Ortspolizeibehörde nicht mehr wie bisher gestattet sei, Leichen zugegangen. 3bedeckt 17 von Selbstmördern oder Verunglüdten von der Fund- Beraus mit der gefeßlichen Berkürzung des Arbeitstages der Arbeiterinnen! Steigende Verwendung der weiblichen Arbeitskraft Steigerung der Wetter- Prognose für Dienstag, den 28. Juli 1903. stelle fofort entfernen zu lassen. Durch staatsanwaltschaft- Ausbeutung. Bon Luise Biek. Bunte Bilder aus der Bahlagitation. Ziemlich warm und schwül, vielfach heiter bei schwachen südwestlicher tiche Verfügung ist angeordnet worden, die Leichen Bon W. K. Aus der Bewegung. Feuilleton: Die Erfahrungen der Binden und etwas Neigung zu Gewittern. Wien 759 Still 761 752 SS 36ebedt 16 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. OOLOGISCHER Urania. CARTEN Z 16 Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Theater. Von der Zugspitze Dienstag, den 28. Juli. Anfang 72 Uhr: Neues Operntheater. Der Bettelstudent. Westen. Mt- Heidelberg. 8 Berliner. Lucia von Tammermoor. Cavalleria rusticana. Nq bu Thalia. Das Mter. Belle Alliance. Bayerwald- Theater: Bruder Martin. Derbald- Theat Carl Weiß. Das Geheimnis des roten Hauses. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Gastspiel von WinterTymian. Passage Theater. Specialitäten.d Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspiße zum Wak Invalidenstraße 57/ 62.G mann. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. 1925 Letzte Woche: o Abends 8 Uhr: E zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstr. 165. Die nad ni zusammengewachsenen Schwestern zwanzig Jahre alt, spielen Geige! Passage-Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Die Tritons, Das Geheimnis des roten Hauses. Tauch- und Schwimmkünstler, Morgen: Diefelbe Vorstellung. Sonnabend zum erstenmal: Der Fehltritt einer Frau. Im Garten: Specialitäten Vorstellung. Anfang 5 Uhr. Belle- Alliance- Theater. Bayerwald- Theater. Bruder Martin. nando Im Garten: Specialitäten- Vorstellung, Konzert. Entree 50 Pf. Apollo- Theater. Täglich: Die Liebes- Insel mit dem fenfationellen Post- Ballett. George Osranis Burleske- Pantomime. 5 Minuten unter Wasser. Lina Goltz, Vortragskünstlerin. Kinematograph: Das GordonBennet Automobil- Rennen. Ganz Berlin zerbricht sich schon den sechsten Monat Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppel- Konzert. B Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. Etablissement J.-Nr. 447 Gew.- Ger. 03. Bekanntmachung. ade Charlottenburg! Gewerbegericht zu Berlin. Lohnbewegung der Mittwoch, den 29. Juli, abends 8 Uhr: Oeffentliche Volksversammlung für Männer und Frauen im Saal von Thriesethau, Sophie- Charlottenstr. 94. und Tages- Ordnung: 1. Wohnungsfrage u. Genossenschaften. 2. Die Baugenossenschaft und der Konsumberein Charlottenburg. 3. Diskussion. burg.288 288/13 Buggenhagen Speck, mager, a Bfb. 70, bei 5Pf. 65 Pf. am Moritzplatz. do Jeden Tag: Konzert des berühmten Drchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Diez Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen: Täglich das unerreichte Riesen- Juli- Programm! Gentarro Kikutta. Amanda Harold. Hedwig Mora. Die vier Vollmers. The Byrons. Elsa& Paul Jescheck. Duskes Bioskop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. Ostbahn- Park. den Kopf über AGA! Am Kustrinerplatz. Rüdersdorferst.71. 14 erstklassige Nummern. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang: Sonntags Konz. 5 Uhr, Borstell. 7Uhr. Wochentags: Hermann Imbs.c Täglich: fetter, 70, 5 65 Delikatekschinken, ohne Knochen, a Pfd. 95 Pf. 20102* Nollschinken a Pfd. 115 Pf. Landschinken Zwiebelleberwurst Feine Leberwurst Pomm. Landleberw. Thür. Notwurst " Fleischwurft Pomm. Landrotwurst 95 55 " " 85 " " 90 " " 65 90 " Kürschner von Berlin und Umgegend ist vor dem Einigungsamt des Ges werbegerichts Berlin in der Sigung bom 20. Juli 1903, an welcher teilgenommen haben: 1. Gewerberichter Dr. Schalhorn als, Vorsitzender, 2. Bußfedernfabrikant H. Brandt, 3. Hutmachermeister P. Lucht, als Vertrauensmänner der Arbeitgeber, 4. Schneider Fr. Knoop, 5. Zimmerer Jonny Hinrichsen, als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, nach zuvor erfolgter Anrufung durch beide Teile ein Vergleich nachstehenden Wortlauts zwischen den Parteien abgeschlossen worden, welcher in Gemäßheit des§ 76 des Drtsstatuts für das Gewerbegericht der Stadt Berlin Socialdemokrat. Wahlverein L. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ( Osten.) Todes Anzeige.i Am Sonntag, den 26. d. Mts., starb unser Mitglied, der Tischler Paul Koser. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. 5. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 243/14 Der Vorstand. Deutscher vom 25. Juli 1902 hiermit öffentlich Holzarbeiter- Verband. bekannt gemacht wird. » 55 Salami u. Schluckw., weiche, 95 Westf. Schlackwurst a Pfd. 125 Thür. 145 10. " E. Klähn, Oranienstr. 154. frisch aus dem 60 Flandern, Rauch, 3½, M., Zwischen den Vertretern der Kürschnerinnung und der Vereinigung der Belzwarenfabrikanten einerseits und den Vertretern des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend andrerseits wird folgender Vertrag geſchloſſen: 1 Arbeitszeit: allgemein 9 Stunden, wo sie schon Dieselbe beträgt bom 1. September franco P. Napp, Swinemünde Nr. 56. bewilligt ist, 2 5½½ Pfund Brot 50 Pf. 51/ 2. Beginn beibt sie beſtehen. Ende abends 6. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Tischler Paul Koser am Sonntag, den 26. Juli, nach furzer Krankheitsdauer an Lungenentzündung verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. Juli, nachmittags um 5 Uhr, von der Leichen halle, des Central- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 85/8 Arbeit morgens 7, Ende abends 6. In der Zeit vom bisende Gebruar kann Backware cine Stunde später angefangen und 6 Stück für 10 Pf. früherer Anfang und entpfrechend geschlossen werden, es ist jedoch auch Albrechts Bäckereien:* Central- Verband der Maurer früherer Schluß zulässig. Sonnabends Wrangelstraße 9, Krautstraße 19, und vor den Festtagen ist 2 Stunde Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. früher und spätestens 26 Uhr zu Deutschlands, Zweigverein Markthalle Büdlerstr., Stand 222/23. schließen. Arbeitspausen unterliegen 22. DB. Mts. starb unser Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. innerhalb der neunstündigen Arbeitszeit der freien Vereinbarung und Auf allerbequemste Art Gr. Konzert, Theater und Specialitäten- 15982* Vorstellung Ronz. 6 Uhr, Borstell. 8 Uhr.unds! Sonnt., Mont. u. Donnerst. nach der Soiree: Tanz. Yvette.- Messters Kosmograph: Reichshallen Neue Bilder- Serie. Debut ,, Merian" am 1. Auguft. Metropol- Theater. Nur noch bis 31. Juli: Gastspiel Der grösste Erfolg dieser Saison! 19 WinterZum 198. Male: Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Tymian mit seiner Gesellschaft. Anfang 8 Uhr. Dampfer für Vereine und Gesellschaften zu foliden Preisen. Karl Krause, 2162/* Alexanderstr. 13. Fernsprecher: Amt VII, 1669. In Ltr..- Fl. Teilzahlung!!! ps( wöchentlich 1 Mart) Herren-, Damen- u. WeckerUhren, Regulateure, Broschen, Ringe, Ketten. Juhre& König, Warschauerstr. 72. Charlottenburg. F. Kunstmann Wallstr. 1. swar auch hinfidilich ihrer Datter Der Minimalarbeitslohn beträgt a) für Gesellen 25 M. für 2 b) " Stepperinnen 18 m. k c) Mamsells 14 M. Ausgenommen davon sind die noch in der Ausbildungszeit befindlichen jungen Leute, Lehrstepperinnen und Lehrmamsells. 4. Ueberstunden dürfen nur in den dringendsten Fällen gemacht werden und find mit 33% Proz. Aufschlag zu vergüten, gleicher Aufschlag für Sonntagsarbeit, und Uhrmacher und Gold- 60% Broz. Auſſchlag für Arbeit nach den ersten drei leberstunden. * arbeiter. Auf Accordarbeit ist mindestens Grosses Lager, billige 25 f. für Arbeiter und 15 Pf. für Preise. Reparaturen Arbeiterinnen für Ueberstunden zuschnell, billigst. zulegen. Verfallene Pfänder! Goldfachen wie Brillanten jeder Art, gold. u. filb. Damen- wie Herren em- Uhren, Stetten, Ringe, sauber u. schön, pfehle: Cognac spottbillig verf. Pfandleihe, Prinzen1,25-10,35, Rum straße 28, I, Ede Ritterstraße. 16742* 1,00-5,60. Nordhäuser 0,45-1,35, Liqueure, Eiercognac, Citronenund Himbeersaft, Port- u. Ungarweine gut u.billigst. H Sonnabend, 1. Auguſt: Bieber Carl Schindler, Chausseestr. 55, Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. W. Noacks Theater. Prater- Cheater frotor Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. 8 Uhr: eler Er muss aufs Land. Vorher: Der Dofsänger. Anfang 6 Uhr. 731 6 uhxx 2 Kaffeeküche von 3 Uhr ab. Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Täglich: Johanniszauber. Operetten- Burleske in 4 Bildern von W. Geride. Konzert und Ball. 11. a.: Georgette Langée, Eccentric Chansonnette. Resieps, fom. Jongleur. The Berlings, Neu! Neu die singende Luftfee. Schröder u. Denter???? Affenftreiche, große Pantomime der GelinBei schlechtem Wetter: Vorstellung Truppe. Anfaug 4 Uhr. Eintr. 30 Pf., im Saale. num. Platz 50 Pf. Bernhard Rose- Theater Königstadt- Kasino. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Verbotene Wege. Bollsstück mit Gesang in 2 Aften von Hans Müller. The three Amaranths, Afrob.- Tänzer. Karl Groth, Groteskkomiker. Rivas und Diras, Antipodenalt auf lebendem Piedestal. Richard Wagner, Konzertfänger. Mary Ellys, moderne Tyrolienne. Gauert mit feinen dressierten Hunden. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderstr. Zagl. Jm herrl. Garten: Tägl Grossart. Programm. Elly Deliasey, Eugen Milardo, Bonnet- Trio, Miss Bella Field, Dettmar u. Margarit, Rud. Schaup. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Schweizer- Garten I am Königsthor, am Friedrichshain. Otto Waldemar, moderner Blibichter Täglich: Theaterb Ada Rivas mit ihrem Wunderglobus. Mary Förster, Solotänzerin. Ballett- Gesellschaft ,, Saltarello". 1 Anfang 4 Uhr. Montag, den 3, Auguſt cr.: Benefiz für Richard Wagner. Fröbels Allerlei- Theater früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute sowie täglich: Nur noch wenige Tage: Juli- Spielplan. Hugo Schulz X Fredoff Nojjée. X Leocardi- Truppe. The Firms. X Starlings. Hübele: Truppe. Um 8 Uhr: Brausender Beifall über das bis jest unerreichte Gesangs- Bolksstück Licht und Schatten mit Arthur Winkler vom ThaliaTheater als Gast. Jm Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Am 1. August: Arthur WinklerBenefiz. Artisten- Vorstellung, Ball und Boltsbeluftigungen. Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Liqueurfabrik. Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Berlin C., Lieferant. Drts- u.Hilfs- Krankenkaffen. 20062* 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elasti schen Belotten, angenehm und weich am Körper. Max Brinner, Jerusalemerstr. 42 u. Brunnenstr. 6. Großartige Auswahl von Kinder-, Sport- und Puppenwagen. Best. Fabrikat billigst. Teilzahlung gestattet Künstl. Zähne, tadellose Ausführung von 3 M. an, Plomben von 2 M. an. Max Guckel, Lausitzer Platz 2. 5. Sonntagsarbeit darf mur ausnahmsweise an den sechs freigegebenen Sonntagen vor Weihnachten stattfinden und auch nur, wenn an dem betreffenden Sonnabend feine Ueberstunden bei den Ladengeschäften feine Ueberstunden nach 8 Uhr gemacht worden sind. 6. Hausarbeit. Niemand ist gezwungen, solche zu übernehmen. Wenn Ueberstunden gemacht sind, so ist an dem betreffenden Tage die Ausgabe und Mitnahme von Hausarbeit nicht gestattet. 7. Am 1. Mai darf gefeiert werden, Lohnzahlung findet alsdann nicht statt. 8. Wöchentlich gründliche, najje Reinigung der Arbeitsräume und Klosetts, Ausfegen der Arbeitsräume nach Feierabend und gründliche Lüftung derselben. 9. Maßregelungen dürfen von teiner Seite stattfinden. 10. Es soll eine Schlichtungs- Kommission gebildet werden, bestehend Nachruf. treues Mitglied Berlin. Ernst Weigelt ( Bremerstr. 49) infolge eines Bauunfalls im Alter von 42 Jahren. 143/6 Ehre seinem Andenken! Die Verbandsleitung. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Bundesbruder Hermann Sawade am vom Klub A b guß verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, 30. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgen- Kirchhofs, Weißensee, Nölfestraße, aus statt. 288/14 Der Vorstand. Heute, Sonntag, früh um 2, Uhr, entschlief sanft nach langer Strantheit meine Frau 28856 Anna Kiehl geb. Zumbrock. Otto Kiehl, Schneidermeister, Manteuffelstraße 16, born I rechts. Für die zahlreiche Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Be erdigung meines lieben Sohnes, unsres Bruders, Schwagers und Onkels, des Tischlers Helm. Klasen, insbesondere dem Herrn Chef sowie dem ganzen Personal der Firma Bechstein, sage ich im Namen der Hinterbliebenen 28876 Henriette Klasen geb. Krüger. Vorzeiger dieses erhält: 4 M. Eraus je drei Arbeitgebern und drei meinen herzlichsten Dank. mäßigung bei Auftrag von 20,00 M., Arbeitnehmern und entsprechenden unter 20 M. 2 M. 20512 Bus Teilzahlung gestattet. 1 Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15.. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: hun huisad 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. ,, Zum Sternecker", Snhaber: C. Koch.16 Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. Jm Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: stiu Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Boltsbeluftigungen aller Art. Bur erftklafßige Säuftler. Neu! Dampfschiffsreederei Müggelwerder. Abends Neue Attraktionen. 10: Die Amazonengarde. Ausstattungsposse m. Ges. in 2 Bildern. 17122* Empfehle den geehrten Vereinen, Gewerkschaften, Gesellschaften 2c. der Neuzeit entsprechend eingerichtete Dampfer jeder Größe. Neue eigne Anlegestelle an der Michaelbrücke, Stadtbahnbogen. Auch empfehle das neu eröffnete, herrlich im Müggelfee gelegene Restaurant und Station Rahnsdorf. SeeZimmer, auch für Danksagung. Stellvertretern und einem Unparteiischen als Vorsitzenden. 11. Dieser Vertrag tritt fofort in Kraft; doch sollen für bestehende Ar- Teilnahme und die reichen KranzFür die vielen Beweise herzlicher, beitsverhältnisse die getroffenen Ber- spenden bei der Beerdigung meines abredungen weiter gelten. Der Ber- lieben Mannes, unsres guten Vaters trag ist gültig bis 1. Mai 1905. Die fagen wir allen Teilnehmern unsern Gültigkeit verlängert sich allemal auf 1 Jahr, wenn nicht 3 Monate tiefgefühlten Dank. vor Ablauf gekündigt worden ist. Die Vertreter der Arbeitgeber ge21912 Witwe Grundke nebst Kindern. nehmigen diesen Vertrag unbedingt, Danksagung. die Bertreter der Arbeitnehmer vor d behaltlich der binnen 3 Tagen ein- Für die rege und herzliche Teilzuholenden Genehmigung ihrer Ber- nahme bei der Beerdigung meines bandsversammlung, der sie die An- lieben Mannes, unsres guten Vaters nahme empfehlen werden. o619) Gustav Niedergesäss g..sage allen Freunden, Berwandten und Bekannten, insbesondere dem Chef und dem Personal der Firma Eduard Grimm, sowie den Kollegen des Deutschen Metallarbeiter Verbandes( Berwaltungsstelle Berlin) unsren tiefgefühlten Dant. Witwe Auguste Niedergesäss geb. Meißner. gez. Dr. Schalhorn. gez. Wilh. Reinecke. Jos. Landsberger. Franz Grandel. Albert Regge. Hugo Brandt. Paul Lucht.Jonny Hinrichsen. Fr. Knoop. 00.04 Borstehendem Vergleiche hat die Verbandsversammlung der Kürschner am 22. Juli 1903 unter Aufhebung Margarete Niedergesäss} als Stinder. der Sperre über die Werkstätten der Rudolf Niedergesäss Mitglieder beider Arbeitgeber- Vercinigungen zugestimmt. Berlin, den 24. Juli 1903. Kranz- und Blumenbinderei Der Vorsitzende des Einigunsamtes von Robert Meyer, gez. Dr. Schalhorn. Achtung! nur Mariannen- Straße 2. Hans Grunwald, Maler, Gothen- Bereins- Kränze, Palmen- u. Blumen ftraße 4, wird hierdurch aufgefordert, Arrangements, Bouquets, Guirlanden feinen Berpflichtungen dem Verein usw. werden fein u. preiswert geliefert gegenüber nachzukommen. Gesangverein Note Nelke I Kranz- und Blumenbinderei ( Schöneberg). H. Rodewald, Prinzen- bon 28825 Geebab Müggelwerder. eta errreichen von TOV- belgi9219229 bäder frei für jedermann. Zage, teis bereit. Dochachtungsvoll Keddig& Braubach. Raberes Chase Dr. Simmel, Str. 41. 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Es ist notwendig, daß ein jeder Kollege erscheint. Der Obmann. Hermann Anders, Holzmarktstr. 9. 259/5 16 im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8). Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Quartal. 2. Anträge zur außerordentlichen Generalversammlung. 3. Berschiedene Kaffenangelegenheiten. Der Vorstand. J. A.: Richard Schröder, 82. Centralverein der Bildhauer Deutschlands Deutscher Metallarbeiter- Verband. Bund für Menschenrechte. Berlin. Verwaltungsstelle Berlin. Heute, Dienstag, abends pünktlich 8%, Uhr: Dienstag, den 28. Juli 1903, abends Shr, im Gewerkschafts. Bureau: Engel- Ulfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Volksversammlung hause, Engel- llfer 15: Ordentl. Generalversammlung. Zages Drdnung: 1. Geschäftliches. 2. Rechenschaftsbericht vom II. Duartal. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung am 20. September d. J. 4. Verschiedenes. IN Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches Erscheinen ist dringend notwendig. d 19 Der Vorstand. 20/ 9* Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands ( Zahlstelle Berlin). Mittwoch, den 29. Juli 1903, abends 8%, br, bei Schirms, Badstr. 19: in den„ Germania: Prachtsälen", Chauffeestr. 103. Bezirks- Versammlung für Gesundbrunnen I und II. 1. Bortrag: Justiz und Volksbewußtsein; Gloffen zum Fall Tages- Ordnung: 1. Die wichtigsten Beschlüsse des Verbandstages. Referent Kollege Gaßmann. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Da die Beschlüsse für jedes Mitglied von großer Bedeutung sind, so ist das Erscheinen jedes Einzelnen dringend notwendig. wittwoch, 29. Juli, abends 8%, Uhr, im Lokal Müllerstraße 7: Versammlung der Feilenarbeiter. Mittwoch, den 29. Juli, abends 81%, Uhr, im Englischen Garten", bewegung. 2. Diskussion. Alexanderstraße 27c: OD 960 Sages.Drdnung: des de Hüffener. Referent: Rechtsanwalt Victor Frankl. 2. Freie Diskussion. 288/12 Männer und Frauen sind eingeladen. Zu den Unkosten 10 Pf. Bund für Menschenrechte. Partei- Speditionen: Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder straße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis O.: Robert engels, Gr. 1. Berichterstattung über den gegenwärtigen Stand unsrer Lohn- Frankfurterstr. 133, of part.- SO.: Paul Böhm, Lausitzerplas 14/15 ( Laden), Sechster Wahlkreis( Moabit): Star! Anders, Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Die Meister und Fabrikanten der Feilenhauereien sind ebenfalls ein Vorstadt: Emil Stolkenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschte, Mittwoch, 29. Juli, abends 8, Uhr, bei Kumke, Bülowstr. 59: Rügenerstr. 24, vorn part. links.. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien Allee 95/96. F Alt Glienicke: B. Pries, Rubowerstr. 68. Charlottenburg: Gustav Sharnberg, Sefenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I Deutsch- Wilmersdorf: W. Nidel, Uhlandstr. 108, part. FriedrichsbergMitglieder- Versammlung. elaben Tages Drdnung: 64/10 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Kassierers. 4. Verbands. angelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 29. Juli, abends 8, Uhr: Zwei Mitglieder Versammlungen. = Für Moabit, Wedding, Oranienburger Vorstadt und Charlottenburg im Moabiter Kajino, Wilsnackerstr. 63. Für Often, Friedrichsberg, Friedrichsfelde u. Rummelsburg in der Germania- Brauerei, Frankfurter Allee 53. Tages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 129/18 Der Vorstand. ad Kurbel- Stickerinnen, Sticker BBWS AS und alle in der Stickerei- Branche beschäftigten Personen. Mittwoch, den 29. Juli cr., abends 8 Uhr. in den Arminhallen", Kommandanten Straße Nr. 20, großer Saal: Oeffentliche Verfammlung. Tages Drdnung: dem D RESOL Konferenz der Vertrauensleute des Westens. ittwoch, den 29. Juli, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Friedrichsfelde- Wilhelmsberg Hohenschönhausen V: Ausserord. Konferenz der Vertrauensleute der Schlosser. Da wichtige Angelegenheiten zur Beratung stehen, ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. 150/6 stok Die Ortsverwaltung. 50, I. Grünau: Rixdorf: M. Heinrich, Schöneberg: Wilhelm Ober- Schöneweide: Hermann Steinid, Jägerstr. 16. Prinz Handjerystraße 7, im Laden. Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Richard Fürr, Edisonstraße 4, born Nieder2 Treppen. Schöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Baul Mann, Bismardstr. 7. Adlershof: Gustav Köpenick: Friedrich Achtung! Die Protokolle von der VI. Generalversammlung sind Size, Hadenbergstraße 8. Woid, erschienen und zum Preise von 25 Pf. pro Stück im Bureau sowie bei den in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:§. Mohr, Staffierern zu haben. Grünstr. 29. Friedenau- Steglitz:. Bernsee, Kirchstr. 15 Düppelstr. 8, und Fr. Schellhase, Ahornstr. 15 a.- Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II.- Neu- Weissensee: Joseph Nein, Friedrichstr. 38, Ede Streustraße. Rummelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5a. Pankow:. Summert, Floraftr. 43. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen D. D. Gärtner Gartenarbeiter von Berlin und Umgegend. BloDhau dan Berlin SO, Engel- Ufer 15: Dienstag, den 28. Juli, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause. Berle dort zu haben. Auch werden Inserate für 28785 den Vorwärts" entgegengenommen. Oeffentliche Versammlung. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Klempnerei zu verkaufen. 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Druck und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. sprechen Tausende meiner Runden. G. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße. Alte Maschinen nehme in Bahlung. 17278 13/1 Vermietungen. Herrenfahrrad Bu verkaufen. Laden nebst Wohnung für KolonialEgel, Oppelnerstraße 16.+ 17* waren, Drontheimerstraße 6.+ 78*