Nr. 180. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- BeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslans 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. " zum Wahlfonds 18,65. Quittung. Mittwoch, den 5. August 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Zum Kampf für den Normal- Arbeitstag. erstatter führt ganz richtig aus: Der Betrieb ist so weit als " stimmen. Aehnlich liegen die Verhältnisse ja auch in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Maschinen, und der amtliche Berichtmöglich automatisch eingerichtet, so daß vielfach mehrere Maschinen Wenn die Gegner unsrer Forderungen auf eine energische Ver- von nur einem Arbeiter bedient werden, der die größte AufJm Monat Juli gingen bei dem Unterzeichneten folgende kürzung der Arbeitszeit sich einmal die Mühe machen, merksamkeit antvenden muß, um die Maschinen voll auszunützen, Parteibeiträge ein: diese Forderung überhaupt zu diskutieren, so sind ihre Steckenpferde was aber bei einer längeren Arbeitsdauer nicht durchführbar ist". Altona 2000,- Altenburg S.-A., von den Genossen des Wahl- bekanntlich die Behauptungen, daß die Arbeiter bei einer verkürzten Deshalb liegt in der That ja in der Verkürzung der menschlichen freises 300,- Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 2. Streis 1000,- Arbeitszeit einen dauernden schweren 2ohnverlust und die Arbeitszeit an der Maschine eine Verlängerung und Vergrößerung ( darunter Siegesfeier der 5. Abt., Auft. einer Cigarre 15,30, Bierder maschinellen Arbeitszeit. prozente von den Töpfern der Firma„ Millionenschmidt", Triftstraße Unternehmer eine nicht ausgleichbare Produktionsverminde 10,-). 4. Streis Dft 2000,-( darunter Lese- und Diskutiertlub rung auf sich laden, die zu tragen beide nicht im stande wären. Sehr deutlich über die Frage des Verhältnisses von Arbeitszeit Avanti" 10,-, Grabrede bei Frau Kopsch 7, Norm" 5,-, Nun sind diese Einwände zwar längst auf das bündigste durch die und Arbeitsleistung wird auch der amtliche Berichterstatter des start Citherklub Edelweiß", Borndorferstraße 6, trotz alledem 10,- thatsächlichen Erfahrungen widerlegt, aber da die Forderung der industriellen Regierungsbezirkes Arnsberg. Er meint aus der Vorstandssitzung des B. C. V. 7,72). 6. Streis 7500,- Verkürzung der Arbeitszeit die wichtigste des ganzen Arbeiterschutzes dabei sogar, daß für die Verkürzung der Arbeitszeit so zahlreiche ( darunter Nordklub Geselligkeit 10,-, H. Ramlow 20,- ift, so muß jedes neue Material zu ihrer Befürwortung wieder an- Gründe vorgebracht worden seien, daß es sich erübrigt, diese zu Buzerkolonne Prizkow, Kantstr. 41, 3,90, A. B. Mister 1, gemerkt werden, um so mehr, wenn es von der Seite der Unter wiederholen", und auch nach seiner Ansicht hat es sich Bierprozente bon den Arbeitern von Schubert u. Werth ,, noch immer auch in der Textilindustrie erwiesen, daß eine 21,10, Abt. Hübner, Bierkonsum A.-E.-G. d. Pfeffer 5,05, 3. G. nehmer oder staatlichen Behörden beigebracht wird. durch Bergmann 1,-, v. d. Arbeitern der Schuhfabrik Jacoby, Für neues Material von seiten der Unternehmer hatten wir Serabfezung der Arbeitszeit nicht eine ent Brunnenstr. 9, 5,50, Möbelfabrik v.. Nöthling, Friedenstr. 48, fürzlich zu vielem andren die neuesten Mitteilungen aus den Er- sprechende Verminderung der Produktionsfähig. Bierprozente 75,-, Kranzüberschuß M. W. 4, Moabit: Wahlfahrungen mit dem Achtstundentage in der Optischen Werk- teit nach sich gezogen hat". Sehr zutreffend drückt er sich so aus, totalisator Union 16,-, Menz 2,-, Gesangverein Unverzagt 20,-ftätte in Jena wiedergegeben, heute möchten wir einiges wenige daß die Arbeiter die Summe ihrer täglichen ArbeitsDranienburger Borstadt: Chechowki, Gartenstraße 40, 8,80.) Material aus amtlichen Berichten über die Verkürzung der traft auch während einer kürzeren Arbeitszeit verausgaben Berlin, diverse Beiträge: A.-E.-G., Voltastr. eine Abt. f. Schuppen II Arbeitszeit weiterverbreiten. Es handelt sich um Erfahrungen und können. Nach weiteren speciellen Erörterungen kommt er bezüglich Uebersch. v. 4. Stiftungsfest der central- Urteile, die sich in den eben der Deffentlichkeit zugänglich gewordenen der Verkürzung der Arbeitszeit zu dem bündigen Schluß:„ Ebenorganisierten Bauarbeiter b. Friedrichsberg u. Umg. 28 ,. u. Erhebungen der Fabrikinspektoren und Bergbehörden über die so wenig wie die Arbeiterschaft wird auch die In2. B. 10,-. Gesammelt in Beeliz durch W. C. 6,50. A. B. 5, Arbeitszeit erwachsener Fabrikarbeiterinnen in Preußen, auf die wir bustrie eine nennenswerte Schädigung durch diese Maßregel Für einen gütlich beigelegten Streitfall 3,-.. u. M. 4, schon wiederholt Bezug nahmen, auch über diese Frage finden. Von erfahren und 4,-. von einer dadurch verursachten Erschwerung Th. Müller 1,-. Uebersch. einer Kranzspende der Leitergerüstbauer Berlins 38,60. Sühnegeld v. Berein f. Tech. u. Gew. d. Th. 2, dem großen Material, daß diese Erhebungen nun über das Ver- bes Wettbewerbes mit dem Auslande kann füglich wohl keine Siegesfeier Verg.- Ver. Südost, Köpnickerstr. 6,55. Gesangverein hältnis von Arbeitsleistung zur Arbeitszeit beibringen, ist das meiste Rede sein." Männerchor Südost 5,-. Maurer Potsdamerstr. 10/11, Bierprozente so unzweideutig, daß ein Widerspruch überhaupt ausgeschlossen ist. So könnten wir Ausspruch an Ausspruch reihen, die eine Verkürzung 10,-. Von Maurern 8. 6 20,-. Tischlerei von Schwarz, Urbanstr. 67, Wir greifen nur einiges heraus. der Arbeitszeit mit allen Gründen der praktischen Erfahrung und Saal 2 Treppen 10,-. Gefellen der Möbelfabr. Biethen, Friedens Jm Regierungsbezirk Sildesheim war man dem vernünftigen Einsicht gebieterisch fordern. Freilich giebt es auch straße 98, 2. Rate 5,-. Verbandsmitglieder Buchdruckerei Wigel 24, Fabrifinspektor von der Seite der Unternehmer auch damit einige wenige Beamte, für die das Urteil beschränkter Unternehmer Restaur. Voigt, Beamtenhäuser. 6, Von den Arbeitern der Neuen Berliner Genossenschaftsbäckerei 26,-. Contobucharbeiter v. die Arbeiter einen wesentlichen Lohnausfall und für sie selbst eine haben dann die Farbe rein kapitalistischer Interessen so deutlich und Neuen Berliner Genossenschaftsbäckerei 26,-. Contobucharbeiter v. gekommen, daß die Verkürzung der Arbeitszeit auf 10 Stunden für der Weisheit letzter Schluß ist. Aber die Urteile dieser Beamten Wedding 5,-. Männer- Gesangverein Senefelder, z. Wahlfonds 15,-. P. S. 50,-. A. B. 50,- Bäckerei- Arbeiter des Verringerung und Verteuerung der Produktion bis zur Konkurrenz- weithin merkbar an sich, daß fie zweifellos von keiner Seite anders Rabatt Sparbereins Südost 17- Mitglieder des Ber- unfähigkeit(!) auf dem Weltmarkte"(!) mit sich bringen müßte. bewertet werden können, als etwa Urteile von Unternehmern selbst, bandes der Buchdrucker im Borwärts" 120,-. Bier- Dieser Behauptung aber stellt der betreffende Gewerbe- Inspektor die die mit der menschlichen Arbeitskraft besinnungslos den verbrecherischten prozente Bau Elisabeth- Ufer 53, 10,-. Drüder der Lampen- einfache Thatsache gegenüber, daß die Arbeiter der gleichartigen Be- Raubbau treiben wollen. Mitunter aber gehen diese Urteile gegen fabrit Schuster u. Baer 5,-. Mitgl. der U- Dr. 5,70. triebe mit zehnstündiger Arbeitszeit in der Lage waren, den anfäng- die Verkürzung der Arbeitszeit so weit, daß sie geradezu wie naive Aufgelöster Pflanzerverein Jurke, Bantom 11,-. Amerit. Ault, lich natürlich vorhandenen& ohnausfall durch bessere Ausnutzung oder blöde Wize flingen. Denn kann man es noch anders auf10. Bez. des Lichtenberger Wahlvereins 5,25. Einige Arbeiter der der Arbeitszeit und intensivere Arbeit allmählich vollkommen fassen, wenn scheinbar ganz ernsthaft von dem Berichterstatter für Firma Kost und Bein 5,50. Gesangverein Dranienburger Vorstadt 10,-. 100 1, Gutenberg 40,- Claire 1,-. llebersch. v. b. auszugleichen", und daß die Arbeitslöhne in deu Betrieben mit ben Regierungsbezirt Frankfurt a. D. erklärt wird: Landpartie der Handtücher- Verleihanstalt C. Fiegener 6,80. Gießerei elfstündiger Arbeitszeit in der Regel nicht höher, ver- ein Einfluß der Verkürzung der Arbeitszeit ist in gesundheitlicher Bär u. Stein 5,- Aber, nanu! 50,-. C. Schwedler, Schiffer 3,- einzelt sogar niedriger" als in den Betrieben mit zehnstündiger Beziehung nicht zu bemerken", während gerade im Urteil über D. J., Zinsen durch„ Vorw." 6,-. Fr., Zinsen durch Vorw." 12,- Arbeitszeit zu fein pflegten. Auch nahm die Leistungsfähig diese Wirkung auch unter den sonst schärfsten Bekämpfern der VerBreslau, socialdemokratischer Verein 50,-. Bern 50,-feit des einzelnen Arbeiters und des ganzen Betriebes, wie der fürzung der Arbeitszeit fein Streit mehr besteht. Aber, wie anBromberg, Rückzahlung nicht gebrauchter Wahlgelder 500, 500, amtliche Berichterstatter wörtlich feststellt, mit der Verkürzung der gedeutet, solche Urteile kommen erfreulicherweise doch nur ganz verBarmen, socialdemokratischer Verein 300,- Bunzlau, Rück Arbeitszeit in feiner Weise ab, hatte vielmehr meistens besser einzelt noch vor und werden sicher mehr unbeabsichtigte als zahlung nicht gebrauchter Wahlgelder 175,30. Brooklyn- New York, Arbeiter- Stranten- und Sterbefasse Br. 68 Williamsburgh 104,17. geschulte und ordnungsliebendere Arbeiter sowie beabsichtigte Wirkung haben, und von diesen wenigen Ausnahmen Crimmitschau, 18. fächsischer Reichstags- Wahlkreis, 4. Rate 150,- eine Verbesserung der Betriebseinrichtungen im Ge- abgesehen, find diese neuen Berichte und Urteile über die Frage der Delmenhorst, durch H. M. 30,-. Dortmund- Hörde, Wahlkreis, 130, folge, wodurch die Konkurrenzfähigkeit nur noch ge Berkürzung der Arbeitszeit weit über die besondre Ver( darunter von den Elenden von Aplerbeck 5,-). Faltenberg( Oberschl.), stärkt wurde". Das heißt: die Verkürzung der Ar fürzung des Arbeitstages erwachsener Fabrikarbeiterinnen hinaus Rückzahlung von Wahlgeldern 60,-. Freiberg i. S., alte Garde 3,- beitszeit liegt, wie so oft schon erwiesen wurde, auch wertvoll und äußerst beachtenswert. Fürth i. B., v. d. Pusten d. Maulbeerbäumchen durch Sch. 14,-. Frank im wohlverstandenen Interesse des Unternehmers; freilich nur Beachtenswert gerade jetzt und umfomehr, als im neuen Reich 3furt a. M., durch den Vertrauensmann 1000,-. Gotha, durch den Vertr. im wohlverstandenen Interesse desjengen Unternehmers, der tage die energische Verkürzung der Arbeitszeit, die Herbeiführung des 30,-. Gorczizen, Parteibeitrag v. 5. 20,-. Salle a. S., Wahltr. 1000,- auch sonst sich bemüht, mit der Zeit und ihren Fortschritten mit- Achtstundentages auch für erwachsene männliche Arbeiter die dringlichste Hamburg, 2. Wahlkreis 3000,-. Heidelberg, Soc. Verein 10,-. Hamburg, v. 5. Gerbern Gr.- Borstels 10,-, verbummelte Stimmen zugehen. So sagt unser amtlicher Bericht auch ganz richtig weiter: Forderung unsrer Partei bleibt. Ebensowenig zweifellos aber ist es im 3. Wahlkreis 5,-, Sa. 15,-. Hamburg, im Monat Juli in der" o allerdings noch veraltete Betriebseinrichtungen leider auch, daß von den Gegnern gerade wieder mit den ältesten Expedition des„ Echo" eingegangen 177,95. Königsberg i. Br., benutzt werden, die teurer arbeiten, und wo die infolgedessen hohen Ladenhütern gegen unsre Forderungen gekämpft werden wird, zu Barteibeitrag 3. Quart. 03 100,- Kopenhagen, gut gewählt 1,48. Herstellungskosten der Erzeugnisse vorwiegend durch niedrige beren eisernem Bestande eben die Behauptungen von der dauernden Lichtenstein- Callenberg im 17. fächs. Reichstags- Wahlkreise, vom 2öhne auf konkurrenzfähiger Höhe gehalten werden, können 2ohn- und Produktionsverminderung gehören. Gegen Gewerkschaftsfest 63,-. Limbach, 15. jächs. Reichstags- Wahlkreis möglicherweise durch eine gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit diese Behauptungen gerade, so oft sie auch sonst schon widerlegt sind, 1500,- London, Komm.- Arb.- Ver., Schlußrate der Wahlsammlung Betriebseinstellungen vorkommen, wenn die Getverbetreibenden nicht bieten, wie wir nur ganz fura zeigen wollten, diese neuen Erhebungen 33,- Mülhausen i. E., durch J. H. für Wahlzwede 16,70. zu durchgreifender Verbesserung ihrer Betriebs- bas wertvollste Material; ebenso wirken sie außergewöhnlich Niederzwönig, 19. fächs. Reichstags- Wahlkreis 100,-. Niederbarnimer einrichtungen übergehen. Auf die Dauer werden solche schlagend gegen die blöde Furcht oder bewußte Lüge der UnterWahlkreis 1000,-. Neviges Tönisheide, Allgem. Arbeiterverein 30,- Oberlangenbielau, Wahlverein Langenbielau 100,- Peters- Betriebe aber durch bei einer elfstündigen Arbeitszeit nicht nehmer, daß Deutschland durch eine eingreifende Verkürzung waldau im Wahltr. Reichenb. Neurode, Wahlverein 10,-. Remscheid, lebensfähig bleiben und zu verbesserungen oder zur ber Arbeitszeit auf dem Weltmartte nicht mehr rote Hochzeit, Baustr., 1,50. Ronsdorf, Allgem. Arbeiterverein, Einstellung gezwungen fein. tonturrieren können. Es sind die langen Arbeitsstunden der 2. Quart. 25,-, Gen. G. W. 2,-, Sa. 27,-. Remscheid, von den Diese Betriebe verdienen deshalb meines Erachtens nicht fremben Nationen, die uns gegen ihre Konkurrenz schützen", ist der Barteigenossen durch J. 3. 100,-. Schwäbischer Zinsgroschen die von ihnen beanspruchte Rücksicht, Rüdsicht, ihretwegen ausspruch des früheren englischen Handelsministers Mundella, eines 250,-. Straßburg i. Ets., Altvater 5,-. bom auf eine gefeßliche Festlegung der zehnstündigen Mannes, der selbst früher an Fabrifen sowohl in England als in Wahlverein 500,-. Staßfurt, Ueberschuß des Kreis Wahl Arbeitszeit für Arbeiterinnen zu verzichten." Deutschland als Unternehmer beteiligt war. Und in der That befonds( Wahlkreis Calbe- Aschersleben) 148,14. Sorau, durch Das ist gewiß ein erfreulich unzweideutiges und verständiges Urteil, steht ja bei allen Einsichtigen und Vorurteilslosen aller Parteien den Vertrauensmann 100,-. Solingen, durch das Kreis łomitee 300,-( barunter Boltsverein Solingen 30,-, desgl. bas auch einen der traurigsten Gründe der Halbheit deutscher Social- fein Zweifel mehr darüber, daß die hohen Löhne und kurze ArbeitsWald 37,-, desgl. Ohligs 10,-, besgl. Leichlingen 5,50). Teltow reform wiederum bloßlegt, daß lediglich zu Gunsten betriebs- zeit für England, Amerika und Australien eine Ursache des FortBeeskow- Charlottenburg, Streiswahlverein 100,-( darunter von der technisch intellektuell und social rückständiger Unternehmer Millionen schreitens, das umgekehrte für Deutschland eine Ursache des ZurüdNachtschicht Potsdamerstr. 110/111 32,40, von den Kollegen der von Proletariern und Proletarierinnen des notwendigsten bleibens gewesen ist. es bes Betriebes " Firma S. u. H. 7,90, b. I. P., Charlottenburg-07). Torgau- Schutzes ihrer Kräfte, ihres ganzen physischen und psy= Wäre die Einsicht und der gute Wille, die Vorurteilslosigkeit Liebenwerda, Rückzahlung nicht gebrauchter Wahlgelder 200,- chischen Daseins entbehren müssen, ohne daß doch eben und der weite Blick bei den herrschenden Parteien und der Regierung Borwärts", 2. Quartal 1903 26 678,45. X. 9. 3. 4000, In der Quittung in Nr. 159 des„ Vorwärts" vom 11. Juli b. 3. leztlich diese in jeder Hinsicht rückständigen Unternehmer dadurch vorhanden und maßgebend, sie könnten gerade bei dem zunehmenden muß unter Berliner diverſen Weiträgen nicht heißen G. G. 44 gerettet würden. Im Gegenteil fönnten gerade diese Unter- Konkurrenzkampfe auf dem Weltmarkte nichts Beſſeres für Deutsch100,-, sondern G.§. 44 100,- besgleichen unter ben weiteren, nehmer durch eine energische Socialreform ja zu Reformen auch lands wirtschaftliche Weltmachtstellung thun, als nicht aus Berlin stammenden Beiträgen nicht Partica 29,24, sondern ihres Betriebes und damit zu ihrer eignen ökonomischen Rettung unsre so lange und eindringlichst gestellte Forderung eines NormalGlasgow- Partid( Schottland), gesammelt durch M. D. 29,24. gezwungen werden. arbeitstages endlich ohne weiteren Kampf zu bewilligen. Aber Für das vom Parteivorstand herausgegebene Handbuch für Auch der Berichterstatter für den Regierungsbezir ber bekannte Satz bon Marg scheint ewige Wahrheit socialdemokratische Wähler sind eingegangen: Hannover 40,- Minden deutet diese Umstände, die einen stärkeren Arbeiterschus bleiben zu sollen, daß die Schöpfung eines NormalMarktredwig 2,- Magdeburg 30,- Brandenburg a. H. 30, verhindern, sehr deutlich an, und betont auch im besonderen, daß arbeitstages das Produkt eines Langwierigen mehr oder St. Gallen 3,- Effen a. N. 36, Niederzwönig 20,- Berlin eine Kürzung der Arbeitsdauer eine Verminderung minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistentlasse ( Glasarbeiter) 20,-. Remscheid 65,50. Alzey 6,- Für Schippels ber Leistungsfähigkeit nicht oder nur vorübergehend zur und der Arbeiterklasse ist". Bei uns hat es bisher nicht gefehlt und Handbuch: Königsberg i. Pr., M. 5,-. Summa 257,50. Folge haben würde". Auch er führt dafür pofitive Belege aus wird es im neuen Reichstage erst recht nicht fehlen, diesen BürgerBerlin, den 3. August 1903. feiner Erfahrung an. So habe sich bei den ausschließlichen and trieg" möglichst offen und kraftvoll zu führen. Unfre Waffen find arbeiten, z. B. der Cigarrenfabrikation, regelmäßig ergeben, längst erprobt und zu den alten kommen täglich neue, nicht zuletzt, daß bei Geschäftsstockungen durch eine fürzere Arbeitsdauer die Pro- wie wir heute zeigten, von unfren Gegnern felbst, den Unternehmern duktion nicht vermindert wurde, daß die Fabrikanten sich vielmehr und den Beamten der Regierung. genötigt sahen, die Arbeiter auf Stüdzahl zu setzen, d. h. die Zahl der in einer Woche höchstens abzuliefernden Cigarren zu beFür den Parteivorstanb: A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. Der neue Papst. Nachdem es in den letzten Tagen sechsmal vergeblich über dem Vatikan geraucht— ein Zeichen, daß das in Rom versammelte Konklave der Kardinäle sich noch nicht über die Person des neuen Nachfolgers Petri durch die erforderliche Zweidrittel-Majorität zu einigen vermocht hatte— verkündet heute der Telegraph den Namen des Neugewählteiv Es ist der bisherige Kardinalprieiter und Patriarch von Venedia Guiseppc Sarto> Sarto ist 183S zu Tresido als Sohn eines einfachen Laudmannes aus der Campagua geboren. Nach Vollendung seiner priestcrlichen Studien lenkte seme eifrigeseelsorgerischeThätigkeitbalddie Aufmerksamkeitseiuer Kircheuoberen auf ihn. Im Jahre 1884 zum Bischof von Mantua gewählt, ward er 1893 zum Kardinal und Patriarchen von Venedig berufen, dem einflußreichsten und wichtigsten Posten unter dem norditalienischen Klerus. Er gilt als ein persönlicher Freund des gleichfalls unter den gemäßigten Papabili genannten Erzbischofs von Capua, Carpecelatro. des früheren Beichtvaters der Königin Margherita, dessen Papstkandidatur von der liberalen Presse trotz der gegen ihn vor- handenen Abneigung seitens der Jntranstgenten. nicht als aussichtslos linigestellt wurde, obwohl er in einer 1897 gehaltenen Rede die Möglichkeit einer Annäherung an den Quirinal viel zu prononciert ausgesprochen hatte, als daß er ernsthaft für den päpstlichen Stuhl hatte in Frage kommen können. Sarto hat es bisher vermieden, politische Ansichten öffentlich zu vertreten. Bemerkt zu werden verdient, daß, als der König von Italien, Umberto, seiner Zeit mit Kaiser Wilhelm in Venedig zu- sammentraf, der Kardinal von Rom aus den Wink erhielt, den König nicht zu besuchen. Sarto besuchte zwar nicht den König, wohl aber den Sohn des„Usurpators" in recht ostentativer Weise. Mau wird in den nächsten Tagen die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, daran alle nur möglichen Konjekturen zu knüpfen. Selbst die„Petite Rspublique", Nlemte beim Ableben Leos XHI., das Werk des letzten Papstes werde diesen nicht eine Stunde überleben; kein Nachfolger werde weder den Kredit noch die Zeit haben, eine Politik des Abwartens zu führen, er müsse entweder die Politik Pius IX. wieder aufnehmen, oder aber auf die als unverjährbar erklärten Ansprüche auf den Kirchenstaat verzichten. Es ist ja selbstverständlich, daß, wie in den Beziehungen des päpst- lichen Stuhles zu den übrigen Mächten in der nächsten Zeit kaum etwas geändert werden dürste, sich alles Interesse zunächst in der Frage zusanimendrängt, wie der neue Papst sich zu dem Königreich Italien wird stellen wollen. Ob der Name Pius X.. den der Neu- gewählte als Papst führen wird, damit in Verbindung zu setzen ist, lassen wir dahingestellt. Sicher ist jedenfalls, daß Pius X. zunächst wie alle seine Vorgänger deren Entscheide und damit auch die über das Haus Savoyen gefällten Verdikte bestätigen wird. Daß tausendjährige Ansprüche bei der principiellen, um nicht zu sagen dogmatischen Be- deutung, die der katholische Klerikalismus nicht nur Italiens, sondern der ganzen Welt dem päpstlichen Temporale beimißt, schon unter dem zweiten Nachfolger Pius IX. sollten aufgegeben werden fwenn sie überhaupt jemals aufgegeben werden) ist nicht zu erwarten. Mag der neue Papst zu denr Modus seiner Politik noch so gefällige Formen zu finden wissen, mag er die„liberal"-katholische Auffassung, die man dem Kardinalpatriarchen zuschreibt, auch unter der Tiara bethätigen, wiewohl das nicht ohne weiteres selbstverständlich und gewiß ist— er wird in politischen Dingen in seiner Person dasselbe Priucip und System verkörpern. Das ist der einzige Gesichtspunkt, den wir der bürgerlichen und insbesondere der liberalen Presse gegenüber bereits wiederholt betont haben, den erneut hervorzuheben im gegenwärtigen Augenblick allein von Interesse ist. Noch in den letzten Tagen bekam die„Köln. Ztg." u. a. eS fertig, zu behaupten, der verstorbene Papst würde niemals die von Pius IX. aufgerichteten Hauptthaten, nämlich die Erklärung der Dogmen der unbefleckten Empfängnis Marias und der päpstlichen Unfehlbarkeit, vollführt haben. Das ist die bekannte und bedauer- liche Täuschung über das Wesen des Klerikalismus, die über der maßvollen diplomatischen Form den Kern der Sache über- sieht. Man braucht nur einen ganz flüchtigen Blick in die Erlasse des Verblichenen zu werfen, nur seine Rund- schreiben über den marianischen Rosenkranz zu zählen und sich die Bedeutung, die er demselben für das katholische Leben beimißt, sich zu vergegenwärtigen, um zu wissen, daß er in dieser Frage mit seinem Vorgänger ein Herz und eine Seele war. Mit dem Unfehlbarkeitsdogma verhält es sich genau so. Keiner hat die päpstliche Alitorität mehr betont, als Leo XHL und sein Nachfolger wird darum, dessen kann man heute bereits durchaus gewiß sein, in nichts hinter ihm zurückstehen. Eine andre Frage ist, ob bezw. wie der neue Papst zu den aus dem wirtschaftlichen Leben der westeuropäischen Kulturvölker auf- steigenden Fragen einer Socialisicrung von Produktion und Ge- sellschaft Stellung nehmen wird. Man rühmt an ihm neben eineni einfachen und bescheidenen Sinn seine große werkthätige Nächstenliebe; schon jetzt werden Stimmen laut, die seine Wahl als eine Reaktion gegen das überwiegend„politische" Pontifikat Leos XHL auffassen. Seine Thätigkeit als Bischof und Patriarch in dem indnstriereichsten Gebiete Norditaliens dürften ihn in engere Verbindung mit dem Jndustrieproletariat gebracht und seinen Blick für die Bedürfnisse derselben in höherem Maße geschärft haben, als dies bei dem früheren Kardinalbischof von Perugia, dem nachmaligen Leo XHL in der Mitte des vorigen Jahrhunderts der Fall sein konnte. Für einen politisch klar denkenden Kopf, für einen Mann von„Geschicklichkeit und Festigkeit" kann es nicht zweilfelhaft sein, wohin in absehbarer Zeit in Europa die Reise geht. Und die bloße Thatsache, daß die Gewalt politisch erobert ist, macht sie nach klerikaler An- schauung und päpstlicher Praxis als durch göttliche Zulassung ge- geben, so daß die Kirche sich mit ihr abzufinden in der Lage ist, wenn dies den kirchlichen Interessen zu entsprechen scheint. So hat sich Leo XIH. mit den Thatsachcn der französischen Revolution und der liberalen Aera trotz aller principiellen Gegnerschaft abzufinden vermocht, so lvird jede Kirchenpolisik sich mit dem Socialismns ab- zufinden wissen, sobald er politische Thatsache geworden. Bei Leo XIH. ist seine Stellungnahme zum Socialisnms gerade durch seine „Politik", durch seine Beziehungen zu den Kabinetten ganz wesent- lich beeinflußt worden. Wir werden abzuwarten haben, ob der neue Papst die apostolische„Lehre", wie Leo XHl sie in seinen Encykliken niedergelegt hat, in allen Punkten acceptiert, ob er an ihr nicht in manchen Punkten gerade vom Standtpunkte des dogina- tischen Systems, das er vertritt, nach der Seite der praktischen Konzessionen zu revidieren findet, wie Leo XIH. an dem„Modus" Pius IX. Verschiedenes zu revidieren gefunden hat. Wahrscheinlich ist trotz allen, das letztere nicht und so dürste auch der neue Papst für uns nicht mehr sein als eine veränderte Nummer in eineni alten System. ••* Wir fügen obigen Ausführungen folgende Depeschen über die Papstwahl an: Rom, 4. August. Gegen 11'/« Uhr erscheint ein starkes Truppen- aufgebot auf dem Petersplatze. Auf der äußeren Loggia der Peters- kirche entsteht Bewegung. Die Menge auf dem Platze ist in höchster Erregung. Auf der Loggia erscheint ein großes Kreuz. Sofort präsentieren die Truppen. Kardinal Macchi, angethan mit der violetten Soutane und der roten Mozetta und umringt von Cere- moniären, tritt hervor und verkündet niit lauter Stimme, daß Kardinal Sarto zum Papste gewählt ist. Die Menge bricht in Jubelrufe aus. Kardinal Macchi giebt mit der Hand ein Zeichen, damit die Menge schweige, und verkündet, daß Sarto den Namen Pius X. angenommen habe. Macchi zieht sich sodann zurück. Die Menge begiebt sich in die Basilika. Papst Pius X., angethan mit dem päpstlichen Gewände, zeigt sich in der inneren Loggia der Peterskirche und segnet die Menge, die ihm begeistert zujubelt. Alle Kirchenglocken läuten. Rom, 4. August. Als bei der heute vormittag vorgenommenen Abstimmung im Konklave die Prüfling der Stimmzettel ergab, daß Kardinal Sarto gewählt sei, ordnete der Dekan des Heiligen Kollegiums sogleich alle Ceremonien au, um den Papst in seine Würde einzufetzen. Die Häupter der drei Kardiualordnungen traten vor den Sitz des neuen Papstes und der Dekan fragte:„�.ccsxtesns electionem ia Summum Pontiflcem?" Darauf erwiderte der Neugewählte, daß er so hoher Würde unwert sei; aber, da es Gott gefallen habe, die Stimmen des Heiligen Kollegiums auf ihn zu lenken, beuge er sich seinem Willen, auf seine Hilfe vertrauend. Sodann fragte der Dekan: „Quomodo vis vocaii?u f.'rauf der Papst antivortete:„Pius X." Alle Kardinäle knieten vor dem Papst nieder und er segnete sie zum erstenmal. Ein apostolischer Protonotar nahm über die An- nähme der Wahl eine Urkunde auf. Hierauf vertauschte der Papst in der kleinen Sakristei der Sixtinischen Kapelle das Kardinalskleid mit den päpstlichen Gewändern, ließ sich, nach der Kapelle zurückgekehrt, in der auf der Altar- staffel stehenden Lsdia gestatoria nieder und empfing hier die erste Huldigung des Heiligen Kollegiums. Jeder Kardinal kniete vor dem Papste nieder, küßte ihm Fuß und Hand, erhob sich dann und küßte ihm beide Wangen, worauf er vom Papste llmarmnug und FriedeuSkutz empfing. Danach ließ der Papst sämtliche Konklavisten zum Fußkuß zu und begab sich darauf, wie bereits gemeldet, auf die innere Loggia der Peterssirche, um das Volk zu segnen. Rom, 4. August. Die Ernennung Sartos zum Patriarchen von Venedig hat seiner Zeit zu lange währenden Streisigkeiten über die Frage geführt, ob das Patriarchat Venedig unter dem Patronate des Königs von Italien stehe oder nicht. Sarto hat sich an dem öffentlichen Leben Venedigs und der ganzen Provinz rege beteiligt. Unter seinen Auspizien bildete sich dort eine Liga, welche in der gemäßigten Partei in Stadt und Provinz und in der klerikalen Partei Anhänger gewann. Diese Liga gewann schließlich die Oberhand und den maßgebenden Einfluß im Stadtrat und Proviuzialrat. Die Liga war auch im letzten Jahre siegreich und ihre Anhänger bereiteten Sarto bei seiner Abreise vor dem Patriarchat eine Huldigung und ebenso unmittelbar vor der Abfahrt nach Rom._ poUtifcbc Gcbcrftcbt. Berlin, den 4. August. Die Regierung und das Wahlrecht. Als wir am letzten Sonnabend die Zettelungen konservativer und nationaUiberaler Fabrikanten, Kommerzienräte und Abgeordneten gegen das gleiche Wahlrecht der Oeffentlichkeit bekannt gaben, be- tonten wir die Pflicht des Reichskanzlers, zu derjenigen Aeußerung des Giesebrechtschen Cirkulars sich auszusprechen, in der den Verbündeten Regierungen Anregung, Ausinunterung und An- erkennung des wahlrechtsfeindlichen Unternehmens nachgesagt wurden. Der Verfasser des Cirkulars sprach von der Forderung der Diäten durch die Mehrheit des Reichstages und sagte in diesem Zu- sammenhang: „Ich bin von kompetenter Seite informiert, daß die verbündeten Regierungen den willkommene» Anlaß(nämlich den Diätenantrag) zu der unadweislichen Revision des Rcichstägs-Wahlrcchts nützen wollen, daß es dazu der Vorbereitung der öffentlichen Meinung bedarf und somit die schleunige Aufnahme der allgemeinen Pro- pagauda geboten erscheint." Die Presse des Reichskanzlers hat bisher zu der Zumutung derartiger Absichten geschwiegen. Mag aber die Regierung die Person des Dr. Giesebrecht, des Verfassers des Cirkulars, noch so unbeachtlich einschätzen, was wir verstehen, so ist seine Behauptung doch so schwerwiegend, daß die Regierung zu einer Auskunft durchaus verpflichtet ist, wenn sie nicht will, daß mindestens die Vermutung bleibt, das Cirkular habe die Wünsche leitender Re- gierungsstellen wahrheitsgemäß wiedergegeben. Eine klare Aussprache der Regierung ist auch deshalb nötig, weil gerade auf Grund jener Behauptung eine größere Anzahl wirt- schaftlich und politisch nicht unbeträchtlicher Personen verleitet worden sind, ihre Namen und ihr Geld dem Giesebrechtschen Unter- nehmen zur Verfügung zu stellen. Erklärt jetzt die Regierung die Giesebrechtschen Behauptungen als unwahr, so ist damit den Wühlereien gegen das Reichstags-Wahlrecht eine wichtige Stütze entzogen. Erfolgt die Erklärung nicht, so wird sich bei den Hinter- mäunern des Dr. Giesebrecht und andren Wühlern gegen das Wahl- recht die Meinung befestigen, daß die verbündeten Regierungen thatsächlich Absichten verfolgen, wie sie ihnen zugeschrieben sind, und daß daher die Unterstützung solcher Unternehmungen den Wünschen der Regierungen entspreche und Erfolge verheiße. Die„Franks. Ztg." bemerkt zu dem neuesten Vorstoß gegen das Reichstags-Wahlrecht: „Die Preßäußcrungen zeigen, daß auch die reaktionären Parteien zur Zeit sich scheuen, niit solchen Plänen, wie es der Giesebrechtsche ist, identifiziert zu werden. Das ist Feilich keine Erkenntnis zum Bessern, sondern lediglich die Einsicht, daß äugen- blicklich ein praktischer Erfolg damit doch nicht zu erreichen ist. Immerhin bleibt die Thatsache bestehen, daß auch bestimmte parlamentarische Kreise sich für diese Agitation zur Einführung des Pluralstimmen-Wahlrcchts, also die Durchbrechung der Wahl- gleichheit, eingesetzt haben, und das wird man sich zu merken haben. Im übrigen ist es ja bekannt, daß die Scharfmacher- Parteien nur auf die Gelegenheit warten, dem bestehenden Wahl- recht den Garans zu machen." Zur Heiterkeit giebt das Verhalten der„Po st" Anlaß. Dieses Blatt notorischer Feindseligkeiten gegen das Reichstags-Wahlrecht entschloß sich in der ersten Verwirrung nach unsrer Aufdeckung der Geheimpläne seiner Freunde dazu, der Angelegenheit scheinbar kühl aus dem Wege zu gehen; sie habe, so meint die„Post", die Wahlrechtsfrage früher erörtert, unter den jetzigen Verhältnissen sei an eine Aenderung nicht zu denken. Schnell aber wandelt die „Post" ihre Meinung und sie kam zu der Erkenntnis, daß unsre Enthüllung doch nicht den geplanten Feldzug gegen das Reichstags- Wahlrecht hindern dürfe. Sie beginnt also, gemäß den Vorschriften des Giesebrechtschen Cirkulars, den soeben noch als vorläufig unnötig und aussichtslos bezeichneten Kampf thatsächlich auszunehmen. Am Montag leistete sie das erste Quantum:„Bedroht das jetzige Reichstags-Wahlrecht den Bestand des Reiches?"; heute setzt sie das edle Beginnen fort:„Was hofft die Socialdemokratie vom Reichswahlrecht?" Die„Post" entdeckt dabei eine Socialdemokratie, die kennen zu lernen uns ebenso neu wie vergnüglich ist; sie erzählt, ganz im„Geist" der Giesebrechterei: „Wenn als das wichtigste Ergebnis der letzten Reichstags- Wahlen die starke Vermehrung der socialdemokratischen Mandate und namentlich die starke Zunahme der socialdemokratischen Stimmen bis auf über drei Millionen anzusehen ist. und wenn ferner es keinem Zweifel unterliegt, daß die weit überwiegende Zahl dieser Stimmen von solchen Wählern herrührt, welche sich weder durch größere Bildung, noch durch Erfahrung oder sonstige Verdienste, oder durch Besitz aus der großen Masse hervorheben, so erhellt, daß für die Beurteilung der Frage, ob aus dem Reichs- Wahlrecht eine Gefahr für den Bestand unsres nasionalen Gemein- Wesens und der Hohenzollern-Monarchie erwachsen kann, in erster Linie das Wesen der Socialdemokratie selbst von entscheidender Bedeutung ist. Diese Partei bekennt sich nicht nur selbst zu internationaler und revolutionärer Gesinnung, sie hat auch ihre Gegnerschaft gegen das Deutsche Reich durch die intensive Parteinahme gegen Deutschland, wo immer cS mit auswärtigen Staaten in Widerstreit geriet, sowie durch die leidenschaftliche Bekämpfung aller Maß- nahmen zur Stärkung unsrer Macht zu See und Lande bethäsigt. Ilnnuttelbar vor den letzten Wahlen hat endlich das socialdemo- kratische Parteiblatt, dessen enger Zusannnenhang mit der Partei- leitung außer allem Zweifel steht, offen verkündet, daß die Socialdemokratie das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht zur Vernichtung des Deutschen Reiches und zur Auflichtung des socialdeniokratischen Staates auf feinen Trümmern zu benutzctt gedenke." Die„Post" entdeckt weiter, daß die Socialdemokratie an nicht? eifriger denke, als an die— Beseitigung der Hohenzollernmonarchle! Die„Post" kündigt an, daß sie in den nächsten Nummern diese inter» essanren Entdeckungen fortsetzen wolle. Der Dr. Giesebrecht darf sich aetröstcn, daß ein Blatt ebenso in offener Treue wie in kongenialer Geistesgröße zu ihm steht. Die treue Gesinnung der„Post" ist darum nicht weniger erfreulich, als Dr. Giesebrecht ihr alter Mit- arbeiter ist._ Terrorismus. In der bürgerlichen Presse hat man ein gewaltiges Geschrei erhoben, weil in dem jetzt beendeten Bauarbeiterstreik in Hannover die Streikenden den Boykott über solche Geschäftsleute beschlossen hatten, die an Streikbrecher lieferten. Daß das ein verwerflicher Tcrrorismus sei, konnte man von allen Seiten in den höchsten Tönen vernehmen. Der geschästlicheBoykott ist gewiß kein schönes Mittel, beson« ders in diesem Zusammenhange; schließlich ist der ganze wirtschaftliche Kampf vomStandpunkt einer gewissen Ethik eineunbehaglicheSache. Wir empfinden das in Stunden beschaulicher Betrachtung stark genug; erstreben wir ja doch auch einen Zustand, in dem die wirtschaftlichen Kämpfe aus dem Leben der menschlichen Gesellschaft ausgeschaltet sein werden. Aber man muß solche Erscheinungen aus sich heraus begreifen. Wo die Arbeiter um ihre Existenz kämpfen, um Brot für sich und ihre Kinder einen Kampf führen, in dem sie auf nichts als die passive Waffe der Verweigerung der Arbeit und der Ver- Weigerung ihrer Kundschaft angewiesen sind, während ihnen ein kapital- kräftiges Unternehmertum mit sehr aktiven Waffen, unterstützt von der üffeutlichen Gewalt, gegenübersteht, da gewinnt auch der Boykott ein andres Gesicht. Wer da über Terrorismus schreit, der soll doch bedenken, wer die Arbeiter den Terrorismus gelehrt hat. Werden die Arbeiter doch aller Orten noch heut in zahlreichen Fällen in ihrer Existenz bedroht für die Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte, für Ausübung des Koalitionsrechtes, für Ausübung des Wahlrechtes, für Ausübung des Versammlungsrechtes.„Weß Brot ich eß, deß Lied ich sing", dies Rezept gilt noch heut bei Tausenden von Unternehmern als die einzige Moral, der die Arbeiter zu folgen hätten und wo es nicht mehr gilt, dort haben die Arbeiter die Anerkennung ihrer Freiheit, außer- halb der Arbeitsstätte und des Arbeitsverhältnisses zu thun und zu lassen, was ihnen gefällt, erst in schweren Kämpfen erringen müssen. Wir nennen als Beispiele aus der jüngsten Zeit, die sich beliebig vermehren lassen, nur das Vorgehen des Nord- deutschen Lloyd gegen die Gewerkschaftsorganisation, das Auftreten des preußischen Eisenbahnministers gegen die Zugehörigkeit der Eisenbahnarbeiter zur Gewerkschastsorganisasion, das Verbot des Besuchs socialdemokratischer Versammlungen gegenüber den fiskalischen Bergarbeitern des Saarreviers, die massenhaften Boykottierungen der Gastwirte, die ihre Lokale zu socialdemokratischen Versammlungen hergeben usw. usw. Das ist eine treffliche Schule des Terrorismus, der sich auch die Arbeiter nicht entziehen können. An diesem Terrorismus haben die Blätter, die jetzt eben wieder über Arbeiter- terrorismus schreien, noch niemals etwas auszusetzen gehabt. Auch die„Kölnische Volkszeitung" hat wacker mitgezetert in dem Chor der Moralischen und auf eine Polemik unsres Hannöver- schen Parteiblattes behauptet sie, den Boykott immer zu mißbilligen, von welcher Seite er auch geübt werde. Wir empfehlen der„Köln. Volkszeitung", sich dieserhalb mit ihrer Verwandten, der„Germania" auseinanderzusetzen, die es als eine Schwäche des katholischen Volkes bezeichnet, daß es bei Juden kaufe, also indirekt den Boykott jüdischer Geschäftsleute empfiehlt; recht ungerechterweise— machen sich doch jüdische Händler an christlichen Wallfahrtsorten äußerst verdient um die christliche Religion durch den Verkauf von Heiligenbildern und sonstigen katholischen Glaubensvehikeln. Ein andres Beispiel von Terrorismus auf agrarischer Seite kommt uns eben in die Hände. Im„Schwäbischen Landmann" werden die Bauern aufgefordert, nur bei solchen Wirten. Kaufleuten und Handwerkern zu Verkehren, die sich flei und offen auf die Seite der Bauernbllndler stellen. Die demokratischen Geschäftsleute sollen sich ihre Kundschaft bei den Socialdemokraten suchen. Wer sich über Terrorismus der Arbeiter entsetzt, der möge erst dafür sorgen, daß der Terrorismus auf der andern Seite und be- sonders der Terrorismus gegen die Arbeiter aufhört, sonst mutz er sich gefallen lassen, daß er als Heuchler gekennzeichnet ist. Was Du nicht willst, das man Dir thu' Das füg' auch keinem andern zu. Das ist ja wohl christliche Moral Veutlcbes Reich. „Aus der Provinz" verschreibt sich die„Kreuz-Zeitung" Weisheit über„die Social» demokratie und die Zukunft des Deutschen Reiches in der Theorie und in der Wirklichkeit". Die Weisheit ist auch danach und die be- sondere Kennzeichnung„Aus der Provinz" bedeutet wohl, daß die „Kreuz- Zeitung" selbst dieses Gemisch von Kannegießerei und Schimpferei nicht als politisch beträchtlich einschätzt. Der konservative Provinzler zeigt seine Erkenntnis politischer und socialer Be- wegungen also: „Wir stehen seit Jahren in der Provinz im Wahlkampfe mit der Socialdemokratie. Wir kennen sie nicht aus Abhandlungen von Staatsrechtslehren: oder Wirtschastspolitikern, wir kennen sie aus ihren Thaten, aus ihrer zerstörenden Wühlarbeit an dem Marke unsres Volkes, in der rücksichtslosen Tyrannei über unsre Arbeiter, in der Verhetzung der unteren Klassen unsres Volkes gegen den Arbeitgeber, aus ihrer schamlosen Lügenarbeit, mit der sie der Masse unsres Volkes jede Achtung vor der Re- ligion, vor den Gesetzen und der Obrigkeit, jede Liebe zur ge- w'issenhaften Arbeit aus dem Herzen zu reißen sucht. Eine solche Partei ist eine Partei der Revolutton. Will sie zum Siege durchdringen, dann müssen die Hohenzollern vom Throne heruntersteigen und unser eben neuerstandenes Deutsches Reich zu Grunde gehen. Alle Rechte, die man den unteren Klassen gegeben hat, vor allem das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht, das dem urteilslose st en Deutschen(denkt der Provinz-Konservattve hierbei an sich und seinesgleichen? Red.) dasselbe Urteil wie dem sittlich und geistig Höchfistehenden gewährt, die Kranken« und Alterskassen und wie alle die andern zum Schutze unsrer be- dürftigen Klassen erwiesenen Wohlthaten der Gesetzgebung heißen, hat die Socialdemokratie für ihre agitatorischen Ziele verwertet. Man hat die Steuern der unbemitteltsten Klassen von deren Schultern aus die der Reichen gelegt(Getreidezölle, Salzsteuer, Zuckcrsteuer usw. Red.); die Agitatoren der Socialdemokratte er- heben sie doppelt. Die soeialdemokratische Presse beschäftigt sich nur mit der Aufhetzung des Volkes, nicht mit der Fürsorge für dasselbe. Endlich unsre Annee und Flotte. Das Ausland rechnet bereits für einen zukünftigen Krieg mit der Schwächung unsrer Wehrkraft. Man lese die dickbändigen Werke des Friedensapostels Bloch oder die Urteile der Presse des Auslandes und seiner Militär- litteratur. Ruft einstmals der Kriegsherr sein Heer zum Schutze unsrer Grenzen, so werden die Wehrpflichttgen dank der von dem deshalb auch von der Socialdemokratie so heftig befeindeten Offiziercorps in dem Heere und in der Flotte gehand- habten Disciplin zu den Waffen kommen— wir hoffen es— und nicht, wie die Socialdemokratie es will, verweigern, gegen„die Genossen in Frankreich oder wo es sei" zu fechten. Aber ob in vielen Herzen nicht die heilige Begeisterung für Vaterland und Kaiser, das Vertrauen auf Gott durch die Wühlarbeit vernichtet ist, ohne welche Thaten, wie unsre Väter sie sahen, unmöglich find, das sei dahingestellt! Nicht die drei Millionen Sttmmen sind eS. die uns besorgt machen, nicht der Zufall, daß statt 200 nur 82 Socialdemokraten in den Reichstag einziehen, ist es, der uns beunruhigt. Nicht das Schicksal der Abstimmungen zu Gunsten der Regierungsvorlagen ist es, das wir im Auge haben. Nein_ der Umstand, daß die Socialdemokratie systematisch und ungestört die Seele unsres Volkes vergifte� das FundaniSvt unsres Staates unterwühlt, ist Ausland. Oestreich- Ungarn. es, ben wir als Kardinalpunkt für die Beurteilung unsrer politischen| behauptete er, Rühstrat habe seiner Zeit als Oberstaatsanwalt Unrichtig ist es, wenn die Blätter in diesen Darlegungen von Lage ins Auge faffen. Und aus diesem Grunde glauben wir, daß beim Hazardspiel Geldhilfe von einem Gymnasiallehrer angenommen der Socialdemokratie" sprechen. Die große Mehrheit der social nur der Zusammenschluß aller vaterlands- und volksliebenden und diesen zum Dank dafür bei seiner Beförderung zum Minister demokratischen Parteipreffe hat sich gegen die Auffassungen Bernsteins Elemente zum Kampfe gegen die Socialdemokratie und zur Auf- zum Direktor des Birkenfelder Gymnasiums gemacht. Ferner sollte in dieser Angelegenheit erklärt. Unfre Partei legt auch keineswegs flärung unsres Volkes, um es vom Banne derselben zu befreien, der Minister indirekt schuld sein an dem Selbstmord eines jungen ein so erhebliches Gewicht auf die Form der Staatsverfassung, daß die Parole des Tages sein kann, nicht aber die Frage, ob durch Juristen- eben auch infolge des Spiels. Des weiteren war im fie, wie die bürgerliche Presse auf Grund ihrer Auslegung der die Berufung des Agitators Singer auf den Präsidentenstuhl die" Residenzboten" behauptet worden, Ruhstrat habe sich unberechtigter- Bernsteinſchen Aeußerungen annimmt, eine Verbeugung des Kaisers Socialdemokratie die Waffen des Kampfes niederlegen wird!" weise als Teilnehmer an der diesjährigen Tonnen- und Bakenschau vor der Socialdemokratie" wünschen müßte. Man begreift, daß bei solcher Wissenstiefe der Provinzkonser Diäten angerechnet. bativen die konservative Partei überall da, wo die Bevölkerung be- Das sind allerdings sehr schwere Vorwürfe gegen einen Minister gonnen hat zu denken, verloren ist. Es ist nebensächlich, daß so und Oberstaatsanwalt, die ihn unmöglich machen müßten, wenn sie ein Kämpfer für die gute konservative Sache nicht einmal die Zahl wahr wären. Sie würden auch die Strafe verstehen lassen, wenn der socialdemokratischen Mandate richtig wiedergiebt, und daß er, der Angeklagte sie beteistos erhoben hat. Es ist begreiflich, daß Der ungarische Bestechungsskandal. Ministerpräsident Khuen der sich rühmt," Abhandlungen von Staatsrechtslehrern und Wirt- ein in so hoher verantwortlicher Stellung befindlicher Beamter solche Hedervary hat seinen Entschluß wiederum geändert und hat sich nun schaftspolitikern" nicht eingesehen zu haben, dann wieder die dick Vorwürfe nicht auf sich sizen lassen kann und wenn er zu ihrer doch bequemt, am Montagabend vor der parlamentarischen Unterbändigen Werke Blochs zu kennen vorgiebt, wobei er nicht einmal Entkräftung zu dem Mittel der Beleidigungsklage greift, so ent- fuchungs- Kommission zu erscheinen. Er sagte aus, der gewesene gemerkt hat, daß der Verfasser des umfangreichen Werkes über spricht das zwar nicht unfrem Geschmack, der Herr Justizminister Gouverneur von Fiume Graf Szapary habe ihm wiederholt den Krieg nicht etwa Socialdemokrat ist, sondern seine hat das aber wohl für das geeignetste Mittel zur Aufklärung ge- von verschiedenen Plänen erzählt, aber nur in Schriften den Herrschern empfohlen hat gerade als Mittel gegen die halten. Allgemeinheiten, wie es gemacht werden könne, daß die Socialdemokratie. Das Kennzeichnende des Artikels ist die wahrhaft Um so seltsamer berührt dann jedoch das Verfahren des Ge- Obstruktion abrüste. Er habe den phantastischen Ideen Szaparys naive Kindlichkeit, in der dieser konservative Mann die politischen richts, das nach den Mitteilungen der Weser- Zeitung" die vom über politische Dinge keine wichtigkeit beigemessen und habe Fragen behandelt. Mit politischen Kindern kann man aber nicht Angeklagten angebotenen Zeugen nicht verhörte, von der Bestechungs- Angelegenheit mur im Abgeordneten diskutieren und wenn diese Kinder wie die Gassenbuben schimpfen weil sie nach der Meinung des Vorsitzenden nicht geeignet hause und durch die Presse Kenntnis erhalten. Was die auf das, was sie nicht verstehen, so genügt es eben, vor den Urteils- wären, den Angeklagten zu entlasten. Der Angeklagte, der ohne Pläne Szaparys bezüglich der Socialisten angehe, so habe er dem fähigen festzustellen, daß die konservative Partei sich nicht schämt, Rechtsanwalt erschienen war, hatte den Vorsitzenden bei Beginn Grafen gesagt, er möge thun, was er wolle, aber er, der die tiefste Unwissenheit und die Schimpfkunst der Gasse in ihre der Verhandlung abgelehnt, doch ließ das Gericht die Ablehnung Ministerpräsident, könne sich nicht einmengen. Als ihm Graf Szapary Dienste zu nehmen. Freilich nur ,, aus der Provinz". Die nicht gelten. Das Verfahren des Gerichts hat zur Folge, daß die über seine Beratungen mit Socialistenführern berichtete, habe er ihm Berliner Redaktion hat die Abhandlungen der Staatsrechtslehrer und vom flagenden Miniſter gewünschte Aufklärung, der sich erfreulicher- erklärt, er wolle sich mit den Wünschen aller Staatsbürger Wirtschaftspolitiker mit Eifer und heißem Bemühen studiert. weise mit der Privattlage begnügt hatte, nicht herbeigeführt worden beschäftigen; wenn die Socialisten Beschwerden haben, so möchten ist und er wird deshalb auf die Verhandlung vor dem Berufungs- fie dieselben in einer Denkschrift zusammenfassen und der Regierung Die Finanzlage des Reiches. Für das erste Quartal des gericht warten müssen. An der Bestrafung seines Beleidigers ist dem unterbreiten. Khuen erklärt sodann auf das bestimmteste, er sei weder laufenden Finanzjahres liegt jezt der Ausweis über die Jsteinnahmen Justizminister doch sicherlich viel weniger gelegen, wie an der Wider- mit Dienes noch mit Singer oder andren in der Bestechungsaffaire an Zöllen und Verbrauchssteuern vor. Sie haben insgesamt die legung der Behauptungen desselben. genannten Personen in Berührung gewesen, habe von ihnen weder Summe von 194,7 Millionen Mark ergeben oder 17,3 Millionen gehört, noch mit ihnen gesprochen. Was die Vorwürfe über seine angeb Mark mehr als im gleichen Zeitraume des Vorjahres. Die Haupt- Wegen äußerst brutaler Soldatenmißhandlungen, die er vom lichen Gewaltmaßnahmen in Kroatien anlange, so habe er während sächlichsten Mehrerträge entfallen auf die Zölle und auf die Budersteuer, Oftober vorigen Jahres bis zum Juni dieses Jahres ununterbrochen seiner zwanzigjährigen Thätigkeit in Kroatien und auch während jene belaufen sich auf nahezu 9, diese auf 10,5 Millionen Mart. begangen hatte, stand vor dem Kriegsgericht in Trier ein Unter- feiner bisherigen furzen Ministerpräsidentschaft streng und unentwegt Auch die Branntein- Verbrauchsabgabe hat ein Mehr und zwar von offizier der 2. Compagnie des Infanterie- Regiments Nr. 69. Der auf der Basis der Geseze gestanden. Hätte er in Kroatien ungeset 2,3 Millionen Mark erbracht. Die Schaumweinsteuer, die im Angeklagte hat fortgesetzt seine Untergebenen geohrfeigt, gestoßen lichkeiten begangen, so würden seine kroatischen Gegner dieselben jetzt ersten Viertel des vorigen Finanzjahres noch nicht bestand, ist und getreten. Einen Soldaten, der im Bette lag, hat er mit der sicherlich in Ungarn als Beschuldigung angebracht haben. Die anmit ihrem vollen Ertrage von 0,9 Millionen Mark auf die Mehr- Faust gegen den Kopf geschlagen und mit einem Stiefel mißhandelt. wesenden liberalen Abgeordneten brachten auf den Ministerpräsidenten, ertragsseite einzustellen. Demgemäß würde das Mehr bei den Zöllen Einen bereits ganz abgematteten Musketier stellte als dieser den Saal verließ, Eljenrufe aus. und sämtlichen Verbrauchssteuern ein noch größeres geworden sein, er an den glühenden Ofen und ließ ihn mit zwei aufwenn nicht die Maischbottichsteuer mit einem Weniger von 6,6 Millionen einander gestellten Schemeln Gewehr präsentieren. Aufhebung des Zucker- Kontingentierungsgesetzes. Wie die„ Wiener einen beträchtlichen Teil davon aufgezehrt haben würde. Ganz anders verurteilte den Kerl zu sechs Monaten Gefängnis und zur De- liche Verordnung erscheinen, mit welcher das Zucker- Kon Das Gericht Abendpost" meldet, wird morgen im„ Reichs- Gefeßblatt" eine kaiserbietet sich allerdings das Bild dar, wenn man, was ja für die Be- gradation. urteilung der finanziellen Bedeutung der Einnahmen allein in Betingentierungsgesez aufgehoben wird. Das Blatt tracht kommen kann, diese mit den Etatsansätzen vergleicht. Ueber die Ausweisung eines preußischen Staatsangehörigen aus fügt hinzu:„ Da die Regierung keinen Augenblick im Zweifel darüber Nimmt man die Brennsteuer, die ja nur einen durchlaufenden Posten Preußen wird der„ Volkszeitung" aus Schleswig- Holstein berichtet. sein konnte, daß die Brüsseler Konferenz teine andre Haltung als die darstellt, aus, so sind Zölle und Verbrauchssteuern im Etat für 1903 balle mit achttägiger Frist als angeblicher Dptant ausgewiesen. Der als gegen die Konvention verstoßend erklärte, mußte sie, zu unbedingter Danach wurde der 1877 geborene Landmann Chr. Beder in Affer. Kommission einnehmen werde, welche das Bucker- Kontingentierungsgesetz zu einem Viertel auf 198,6 Millionen Mark eingeschätzt. Die Wirklichkeit hat nur 194,1 Millionen Mark ergeben, es bleibt also Vater des Becker ist 1875 von den preußischen Behörden als Vertragstreue entschlossen, alles ins Werk sezen, was die Zus ein Weniger von 4,5 Millionen Mark. Wenngleich nämlich die" preußischer Unterthan" erklärt worden und diese Erklärung ist im gehörigkeit der diesseitigen Reichshälfte zur Brüsseler Konvention Zölle auch gegenüber dem ersten Vierteljahr 1902 ein beträchtliches vorigen Jahre wiederholt worden. Vater und Sohn haben danach gebot, da sonst der für unsre Industrie höchst peinliche Zustand der Mehr eingebracht haben, so bleiben sie doch hinter dem Etats- am 16. Juni d. J. als Deutsche an der deutschen Reichstagswahl Unsicherheit nur verlängert werden würde. Die östreichische Zuckeranfage mit 6,8 Millionen Mark zurück, die Tabaksteuer mit teilgenommen und jetzt nach der Wahl wird der Sohn, die einzige industrie trat angesichts der vom Londoner Zuckerhandel verfügten 0,8, die Maischbottichsteuer mit 5,4, die Schaumweinsteuer mit Stüße feiner alten Eltern, ausgewiesen. 0,2 Millionen Mark. Ihnen stehen Mehrerträge bei der Zuckersteuer Die Ausweisung kann unter diesen Umständen nicht aufrecht mit 4,7 und bei der Branntwein- Verbrauchsabgabe mit 4,0 Millionen erhalten werden. Mart gegenüber. Man wird deshalb von einer günstigen Entwicklung Presse und Sternberg- Geld. Herr Dr. Liman, Vorsitzender des der hauptsächlichsten Reichseinnahmen noch immer nicht sprechen Berliner Schriftstellerklubs, ersucht, die gestrige aus der Welt am dürfen. Noch schlechter stellt sich die wirkliche Einnahme gegen- Montag" übernommene Mitteilung also zu berichtigen: 1. Der über dem Etatsansaße bei den den Einzelstaaten vorbehaltenen Berliner Schriftstellerklub in der Potsdamerstr. 101 ist weder juristisch Reichs Stempelabg gaben dar. Ein Viertel ihres Etatsansages noch thatsächlich identisch mit dem aufgelösten Klub, der in der beläuft sich auf 19,6 Millionen Mark, thatsächlich sind von ihnen Mauerstraße sein Domizil hatte, noch ist er in irgend einer Hinsicht 12,7 Millionen Mark oder nahezu 7 Millionen Mark weniger ein- fein Rechtsnachfolger oder Erbe. 2. Der Berliner Schriftstellerklub gekommen. Auf die Börsensteuer entfallen davon 11 Millionen hat weder von Herrn Sternberg und feiner Vermögensverwaltung, Mart, der Nest auf die Losesteuer. Auch die Einnahme bei der noch von irgend einem andren Bankier oder Geschäftsmann, sei es Post und Telegraphenverwaltung entspricht einem in Form von Wechseln oder in andrer Form, ein Darlehen oder ein Viertel der eingesetzten Etatssumme nicht, sie bleibt mit Geschent entgegengenommen, er hat weder jemals Schulden gemacht 42 Millionen Mark hinter ihr zurück. Nur bei der Eisenbahn- noch hat er heute einen Pfennig Schulden." verwaltung hat die Wirklichkeit den Ansatz um nahezu 1 Million Jedenfalls wird sich die Welt am Montag" nochmals zu der Mark überholt. Also auch bei diesen Einnahmezweigen wird man Angelegenheit aussprechen. insgesamt von einer günstigen Entwickelung nicht sprechen können. " Zur Präsidiums- Angelegenheit." " Aenderung der dortigen Usancen, die unfren Zuckerexport nach London geradezu zu unterbinden drohte, an die Regierung mit der Bitte heran, mit aller Beschleunigung jene Hindernisse zu beMarkt derzeit seitigen, welche der Marktfähigkeit unsres Buckers auf dem Londoner entgegenstehen. Dieser Schritt, aus welchem hervorgeht, daß die inländische Zuckerindustrie den Entschluß der Regierung unter allen Umständen in der Konvention zu verbleiben, vollständig teilt, bestärkte die Regierung in der Notwendigkeit des Erlasses einer Notverordnung, zumal ungarischer Zucker durch das Verdikt des Londoner Handels nicht getroffen wurde, da das ungarische Kontingentierungsgesetz überhaupt nicht zustande kam, und der Fortbestand des östreichischen Kontingentierungsgesetzes zu der gewiß sonderbaren Konsequenz hätte führen müssen, daß am Londoner Markt zwar ungarischer, aber nicht östreichischer Bucker andienungsfähig wäre. Frankreich. Die Dolet- Kundgebung. Paris, 3. August.( Eig. Ber.) Die alljährliche Kundgebung zu Ehren des 1546 auf dem Maubert- Blaz verbrannten ezers" Etienne Dolet ist diesmal imposanter denn je verlaufen, dank den organisatorischen Vorbereitungen der vereinigten antiklerikalen Gruppen radikaler und socialistischer Die Todestämpfe der nationalsocialen Partei. In seinem von uns gestern erwähnten Artikel in der Breslauer In Elberfeld verhandelten am Sonntag die Vertreter der„ Volkswacht" hat Bernstein zur Vertretung seines Standpunktes Parteirichtungen. Auch Ministerpräsident Combes hat seiner Nationalsocialen vom Niederrhein und Weſtfalen über die Anträge in der Präsidentenfrage auch gewisse historische Erinnerungen wach- Beit zum Erfolg der Kundgebung beigetragen. Zum erstenmal wurde ihres Hauptvorstandes auf Anschluß an die Freifinnige Vereinigung. gerufen. Diese Hinweise haben jetzt die von Bernstein vielleicht nicht die Polizei des Herrn épine angewiesen, die auf der Straße Im Auftrage des Gesamtvorstandes sprach der Oberlehrer Dr. Gutt- erwartete Wirkung, daß von den bürgerlichen Blättern, die bisher manifestierenden antiklerikalen Regierungsfreunde nicht als gemeinmann zu Gunsten des Uebertritts. Er begründete den Antrag des einige Neigung gezeigt hatten, den socialdemokratischen Anspruch auf gefährliche Umstürzler zu mißhandeln. Alles verlief daher fast ohne Vorstandes nach einem der„ Boſſiſchen Zeitung" zugegangenen einen Vicepräsidentensiz anzuerkennen, verschiedene nunmehr sich zwischenfall, trotz des geradezu ungeheuerlichen Aufgebotes von Bericht mit den schon bekannt gewordenen Gründen. Hervor zurückziehen. Am deutlichsten zeigt sich dies in einer Aeußerung, die Polizei und Militär, einschließlich zwei Schwadronen Kürassiere. zuheben wäre, daß er die Ansicht vertrat, es könne nicht die Rede durch einen Teil der Centrumspresse geht. Da ist zu lesen: sein von einem glatten schlichten Uebertritt zur Freisinnigen Vereinigung. Da der Versuch zur Parteibildung aus Arbeiterkreisen gescheitert sei, wolle man den Versuch machen, in bürgerlichen Kreisen für die Jdeen Naumanns zu arbeiten. Die Nationalsocialen würden auch nach dem Uebertritt zu den Freisinnigen ihren alten Grundsäzen treu bleiben und sie wollen es dadurch dem Pfarrer Naumann ermöglichen, seiner großen Mission, der Führer des Volkes( das nicht da ist. N. d.„ V.") zu sein, weiter nachzukommen. Es entwickelte sich eine ziemlich lebhafte Auseinandersetzung unter den Vertretern, die ein treffliches Bild der seltsamen Partei gab. Einige Redner verlangten Anschluß an die nationalliberalen Jugendvereine, ein andrer Redner verlangte, daß die Parteimitglieder vom Niederrhein und Westfalen zusammenbleiben, daß sie aber zugleich in allen andren Parteien thätig sein dürften. Am Ende wurde jedoch eine Resolution angenommen, daß man den Antrag des Vorstandes billige. Herr Guttmann machte übrigens in seinem Vortrage noch die Mitteilung, daß ihm der Sekretär der Partei, Mar Maurenbrecher, erklärt habe, er werde zur Socialdemokratie übertreten. Das Wiederaufnahmeverfahren in der Beleidigungsfache gegen Genossen Däumig in Halle gründete sich darauf, daß nach späteren Erkundungen der Arbeiter Bilging mit der ihm übergebenen Summe doch unkorrekt verfahren war. Am Umzug beteiligten sich 20 bis 30 Tausend Personen und „ Auch der Abg. Bernstein ist in der Presse auf die Präsidial- fast ebenso, groß mag die Zahl des Spalier bildenden Publikums frage zurückgekommen, um seinen Standpunkt gegen die Angriffe gewesen sein, das bis auf wenige einzelne nationalistische Gegen Bebels zu verteidigen. In der Breslauer„ Volkswacht" giebt er manifestanten mit den Umzüglern sympathisierte. Die vorwiegend zunächst einige geschichtliche Erinnerungen. Der Ceremonien- socialistischen Elemente des Umzuges bewegten sich unter dem Abmeister Ludwigs XVI. habe den Führer der Sansculottes vorlassen fingen der Internationale" und der„ Carmagnole". Die Niedermüssen, trotzdem dieser, dem höfischen Brauch zuwider, mit Bändern rufe gegen den Klerikalismus beherrschten das Ganze. Der Vorbeiauf den Schuhen und in rundem Hut erschienen sei. Der Besuch marsch am Dolet- Denkmal dauerte etwa zwei Stunden. Reden Rolands im Schlosse Ludwigs habe nicht bedeutet, daß die durften, wie immer, nicht gehalten werden. Revolution sich vor dem König, sondern daß dieser Unmittelbar nach der Kundgebung wurden vier Versammlungen sich vor der Revolution verbeugte. Bernstein fühlt abgehalten, in denen u. a. socialistische und radikale Abgeordnete sich veranlaßt, ausdrücklich zu erklären, daß ihm bei seinen Aus- sprachen. In einer derselben kam es zu einem heftigen Handführungen in den" Socialistischen Monatsheften" diese Parallele gemenge, das vom bekannten anarchistischen Radaumacher Libertad vorgeschwebt habe, denn, wenn wir in Deutschland auch keine provoziert wurde. Revolution hätten, so stehe doch auf jeden Fall die letzte Reichstags" Straßentumulte in Lorient( Departement Morbihan). Nach wahl an demonstrativer Wucht der Wahl zur gesetzgebenden Meldungen aus Lorient fanden dort gestern Straßenkämpfe zwischen Versammlung 1792 wenig nach. Der Abg. Bernstein beleuchtet den Streifenden und dem Militär statt. Verschiedene Ausständige hiermit seine Forderung von einer ganz andren Seite, als aus der Umgegend von Hennebont sollten vom Gericht wegen Ruheer es bisher gethan hat. Bisher hat Bernstein die Audienz störungen abgeurteilt werden; bereits bei Beginn der Verhandlung beim Kaiser als eine Pflicht für die Socialdemokratie bezeichnet, wurden von den im Gerichtssaal anwesenden Angehörigen der Ander sie sich, wenn anders fie in das Präsidium eintreten wolle, geklagten Demonstrationen veranstaltet, so daß der Saal geräumt werden nicht entziehen könne, jetzt legt er ihr den Charakter einer Demonstration gegen den deutschen Kaiser bei. Wir halten das vom mußte. Als die draußen stehende Menge von dem harten Urteil, durch focialdemokratischen taktischen Standpunkt aus für sehr ungeschickt, verurteilt wurden, Kenntnis erhielt, nahm sie eine drohende Haltung welches die Angeklagten zu je zwei Monaten Gefängnis denn wenn die Socialdemokratie Er hatte die 80 m. be in der Teilnahme an der ein, fie versuchte, das Gerichtsgebäude zu stürmen und schließlich Kaiseraudienz eine Verbeugung" des deutschen Kaisers mußten sich Richter und Gendarmen verbarrikadieren, da die Devor der Socialdemokratie erblickt wissen will, so fann es monstranten durch weitere Ausständige Verstärkung erhielten. Es feinem Zweifel unterliegen, daß die Mehrheitsparteien im begann eine förmliche Belagerung; zweimal stürmte die Menge das Reichstag nicht gesonnen sein werden, der Socialdemokratie Gebäude und versuchte die Thore einzurennen. Sämtliche Fenster durch die Einräumung einer Stelle im Präsidium die Hand dazu wurden eingeworfen. Dem Prokurator, welcher ebenfalls im Gerichtszu bieten. Die Socialdemokratie hat dadurch unsres Erachtens gebäude anwesend war, gelang es schließlich, durch Vermittelung ihre Position in der Präsidialfrage wesentlich verschlechtert. Wenn eines jungen Mannes, welcher durch ein Fenster sprang und undie Socialdemokratie offen erklärt, daß es sich um eine Verbeugung behelligt enttam, an den Präfekten ein Telegramm zu senden. Um des Kaisers vor der Socialdemokratie handle, so braucht sie fich 8 Uhr abends waren die Richter immer noch eingeschlossen. Auf der nicht zu wundern, wenn die Frage, welche in der„ Kreuzztg." auf Straße fetzten sich die Tumulte der Menge fort und man hörte geworfen wird, ob der Kaiser überhaupt bereit sein werde, ein Prä- ununterbrochene Todesrufe gegen Polizei und Gendarmen. Gegen fidium zu empfangen, in welchem ein Socialdemokrat vorhanden sei, 9 Uhr trafen endlich 2 Compagnien Infanterie ein, aber auch diese an maßgebender Stelle praktische Bedeutung erhält. Die bürger waren nicht im stande, die nach Tausenden zählenden Demonstranten lichen Mitglieder des Präsidiums dürften wohl nicht die Lust verspüren, an einer Aktion der Socialdemokratie gegen den Kaiser 34 zerstreuen. Erst nachdem um 1½ 10 Uhr mehrere Abteilungen reitender Artillerie mit Geschüßen eingetroffen waren, gelang es teilzunehmen, wie auch auf der andren Seite die Mehrheits- gegen 10 Uhr, die Richter aus ihrer schlimmen Lage zu befreien und parteien nicht die Neigung empfinden werden, ihren die Demonstranten zu zerstreuen. Präsidenten zur Befriedigung der socialdemokratischen Demonstration gegenüber dem Kaiser der Gefahr einer Ablehnung der Audienz auszusehen. Der Vorwärts" mag Eine neue Steuer. Mit dem 1. August ist die vom letzten nicht mehr mit der Vermutung kommen, daß die bürgerlichen Reichstag auf Antrag der liberalen Regierung beschlossene& r= Parteien nach einem Grunde suchten, den Socialdemokraten den höhung der Eisenbahn- Fahrpreise in Kraft getreten, Eintritt in das Präsidium zu verwehren. Der Abg. Bernstein hat die dem Staat über 2 Millionen Kronen Mehreinnahme In Oldenburg wurde am Sonnabend, wie die Weser- Beitung" ihnen unsres Erachtens einen Grund an die Hand gegeben, der verschaffen soll. Ein Billet 3. Klasse von Kopenhagen nach berichtet, der Redakteur des dort erscheinenden" Residenzboten", selbst in den Fraktionen, wo bisher die Neigung bestand, der Odense toftet jetzt 3,50 statt 3,25 Kronen, nach FrederiksBiermann, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und sofort in Haft Socialdemokratie einen Platz im Präsidium zuzugestehen, nicht havn 7,00 statt 6,00 Kronen. Für die beiden andren Wagengenommen. Der Verurteilte hatte in seinem Blatte, einem satirischen ohne Folgen sein kann." flassen ist die Erhöhung um ein Geringes größer. Dazu kommt, Lokalblatte ohne bestimmte politische Tendenz, drei Artikel gegen Aehnliche Ausführungen finden sich in der Täglichen Rund- daß man jetzt für Eilzüge ein lagsbillet für 50 Dere lösen den jezigen oldenburgischen Justizminister Nühstrat gebracht. Darin schau" und in der National- Zeitung". muß. Für furze Reisen ist die., öhung im allgemeinen gering, tragende Summe an einem Abend verjubelt und sie dann durch Abhebung von einem Sparkassenbuche seines Vaters gedeckt. In der ersten Verhandlung war, da Däumig die Nennung des Gewährsmannes verweigert hatte, ohne Beugenvernehmung verhandelt worden. Jezt mußte Pilzing zugeben, daß es fich wie so verhält, ihm bom Verteidiger Däumigs vorgehalten wurde. Der Staatsanwalt gab zu, daß Pilzings Verhalten nicht ganz foscher" war; Beleidigung liege aber vor, da P. das Geld gedeckt, also nicht unterschlagen habe. Diese Ansicht ist im Munde eines Fachjuristen mindestens seltsam. Objektiv liegt ganz zweifellos eine Unterschlagung vor; ob dem Pilzing, wenn er wegen der Sache als Angeklagter vor Gericht gekommen wäre, der Mangel des Bewußtseins der Rechtswidrigkeit zugebilligt worden wäre, ist äußerst zweifelhaft bei dem Umstande, daß er den Defekt nicht aus eignen bereiten Mitteln, sondern aus Mitteln seines Vaters, die in Sparkassenbüchern angelegt waren, gedeckt hat. Handelt es sich doch um eine That, bei der schon der Versuch strafbar ist. Es muß deshalb die Verurteilung Däumigs zu 300 m. Geldstrafe, die unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Backe erfolgte, als ganz ungerechtfertigt bezeichnet werden. Ein Jahr Gefängnis wegen Beleidigung. " " Dänemark. fo daß der Landmann, der häufig von seinem Wohnort in die nächste rühmten dolus eventualis aufmerksam, damit auch noch der dritte| auf die Anstellungsverhältnisse der Krankenwärter in ben von ihnen Kaufstadt fährt, weniger darunter zu leiden hat. Am schwersten Sünder zur Strecke gebracht werden kann. bevorzugten Krankenhäusern könnten sie einwirken und beim Bau werden diejenigen Leute betroffen, die genötigt find, auf sämtliche Linien der Staatsbahn zu abonnieren; für sie beträgt die der augenblicklich eine zweimonatliche Haft verbüßt, hatte der Staats- berhältnisse der Bauarbeiter. Gegen den Genoffen Radlof von der„ Breslauer Wolfswacht" bon Sanatorien und Krankenhäusern vielleicht sogar auf die LohnSteigerung 60-115 Prozent. Eine derartige Abonnementsfarte drifter Klasse fostet für einen Monat jegt 50 statt über die betreffende Gerichtsverhandlung die Stellen des Artikels, Konflikte zwischen Aerzten und Krankenkassen haben die badische antalt aufs neue Anklage erhoben, weil Radlof in dem Bericht Einigungsämter für Krankenkassen und Aerzte. Die sich häufenden 30 Kronen, für ein Jahr 400 statt 180 Kronen. Auch Touristen und Ferienreisende werden von welche zu seiner Verurteilung führten, zum besseren Verständnis noch Regierung veranlaßt, in dem soeben bekannt werdenden Entder Tarif einmal wiedergegeben hatte. Das Breslauer Landgericht hat die wurf einer Neuorganisation der ärztlichen Standesvertretungen die reform der liberalen Regierung nicht sehr erbaut sein. Eine 14 Tages- Karte für sämtliche Staatsbahnen, die früher für die 3., 2. Antrag gestellt, nach Verbüßung seiner Strafe aus der Haft ent- amtlichen Entwurf sollen die Einigungsämter aus gemischten Eröffnung des Verfahrens jedoch abgelehnt. Radlof hat den Errichtung von Einigungsämtern vorzuschlagen. Nach dem und 1. Klasse 20, 32 und 52 Kronen kostete, kostet jett 30, 50 lassen zu werden, in der er behalten werden soll, weil wegen seiner Kommissionen bestehen, die aus je zwei Bertretern der Aerzte und und 80 Kronen. Außerdem find die Preise der Monats- und Verurteilung wegen einer Majestätsbeleidigung Fluchtverdacht gegen der Krankenkassen und dem rechtskundigen Mitglied des ärztlichen Jahreskarten für den Verkehr zwischen der Hauptstadt und ihren ihn vorliegen soll. Das Gericht lehnte die Haftentlassung troßz an- Ehrengerichts als Vorsitzenden zusammengesezt sind. Vororten um etwa 32 Prozent erhöht worden, was namentlich von den dort wohnenden Arbeitern, die zu einem großen Teil in Kopen- gebotener Kaution ab. hagen beschäftigt sind, schwer empfunden werden wird. Afrika. Amerika. Aus Industrie und Handel. " Sociale Rechtspflege. Dieser Vorschlag bon seiten der badischen Regierung ist ja nicht neu, er ist zulegt ziemlich eingehend anläßlich der Beratung der Novelle zum Krankenkassen- Gesetz erörtert worden. So fehr die Idee solcher Einigungsämter an sich auch berechtigt Diamanten in Transvaal. London, den 2. Auguft. Aus Südund ihre Durchführung zur Zeit erwünscht sein mag, die Form, Die Deutsch- ostafrikanische Gesellschaft in Berlin giebt zur die die badische Regierung hier vorschlägt, will uns nicht ganz Afrika treffen Nachrichten ein über Entdeckungen von außerordentlich Konvertierung der noch umlaufenden 5prozentigen Obligationen vom befriedigen; reichen Diamantenfeldern, deren Mittelpunkt sich ungefähr 30 Kilo- Jahre 1890 im Betrage von 9 399 600 m., die zum Januar 1904 mit seiner ausschlaggebenden Stimme unmöglich ein Mitbor allem insofern nicht, als den Vorsitz meter östlich von Pretoria befindet. Der Diamantenreichtum Trans- gekündigt find, für 11 495 000 m. neue 31 prozentige Obligationen glied des ärztlichen Ehrengerichts bekommen kann. Ein solcher vaals soll dem Kimberleys gleichkommen. geordnete Mr. Markham letzten Donnerstag im Unterhause erzählte, den Markt. 1495 000 M. werden erst nach dem 1. Juli 1904 be- währ voller Objektivität bieten; seine Stelle fann billigerweise nur Wie der radikale Ab- aus. Von der neuen Anleihe kommen zunächst 10 Millionen M. an Vorsitzender kann bei bestem eigenen Willen keine hinlängliche Gebilden diese Diamanten- Entdeckungen den ausschließlichen Gesprächsstoff geben. Aufgelegt werden die neuen Obligationen am 10. d. M. in jemand übertragen werden, der den Organisationen der Aerzte wie in Transvaal, obwohl in England bis jetzt nichts davon bekannt war. Er Berlin bei der Seehandlung, Mendelssohn u. Co., S. Bleichröder, denen der Kassenmitglieder gleich fernsteht. flagte Lord Milner, den Gouverneur Transvaals, an, daß er die der Diskontogesellschaft, Delbrück Leo u. Co., von der Heydt u. Co., Minengefeße zu Gunsten der Kapitalisten handhabe. Mr. Chamber- Robert Warschauer u. Co. und in Köln bei Sal. Oppenheim jr. u. Co. lain trat dieser Anklage entgegen und erklärte, daß Lord Milner die Bei Umtausch der alten 5 proz. Obligationen in neue 32 proz. Intereffen des Staates wahre und sechs Zehntel der Profite als werden die ersteren mit 105 Proz., die neuen mit 99 Proz. beAbgaben an den Fiskus erhebe. Die" Times" vom letzten Freitag rechnet. Zum Kurse von 9914 Proz. werden die neuen Obligationen beröffentlichen eine Johannesburger Korrespondenz, die den Diamanten auch zur Barsubskription aufgelegt. Die neue Anleihe wird vom reichtum Transvaals vollauf bestätigt. 1. Juli 1904 bis zum Jahre 1935 al pari getilgt. Eine verstärkte Entschädigung für Warten auf die Lohnzahlung. Das GewerbeTilgung fann erst vom Jahre 1910 an eintreten. Der Dienst der gericht in Hamburg hatte sich nach der neuesten Nummer des Die letzten Lynchmorde in den Bereinigten Staaten von Amerika. 300 000 m. fichergestellt. Diesen Betrag hatte das Reich bisher mit Arbeiter, der über Feierabend hinaus auf seinen verdienten Lohn neuen Anleihe ist durch halbjährliche Zahlungen des Reiches von je Gewerbegericht" mit der interessanten Frage zu beschäftigen, ob ein New York, 23. Juli.( Eig. Ber.) Die meisten Lynchmorde finden der Bedingung gezahlt, daß die Bolleinnahmen des ostafrikanischen warten muß, für diese Beit Entschädigung zu beanspruchen hat. in den Südstaaten statt, wo der„ Rassenhaß" feinen traditionellen Schutzgebietes diese Höhe erreichten. Nach dem vom Reiche mit der Ein Tischlergeselle hatte seinen Meister auf Zahlung von 1,10. Boden hat, doch kommt auch hier und da in den übrigen Staaten, Gesellschaft abgeschlossenen Vertrage vom 15. November 1902 leistet als Entschädigung dafür verklagt, daß an einem Sonnabendabend, in denen die Rassenfrage teine Rolle spielt, die„ Bestie im Menschen" das Neich diese Zahlungen fortan ohne Rücksicht darauf, ob die Zoll- an dem um 6 Uhr Feierabend war, über zwei Stunden auf seinen zum Vorschein. Sind doch in den beiden letzten Jahrzehnten Lynch- erträgnisse sich in dieser Höhe bewegen. juftizakte in allen Staaten außer in Massachusetts, New Hampshire, verdienten Lohn warten mußte. Der Meister gab dies zu, bestritt Rhode Island und Utah vorgekommen. Die Gesamtzahl derfelben war Zur Erneuerung des Kali- Syndikats. Ueber die Vorschläge, aber Ersatzpflicht, da Kläger durch das Warten feinen Schaden gehabt 2516, von denen 2082 auf die Südstaaten entfallen. Von den Opfern welche der Anfang November stattfindenden Versammlung zur Er- habe, während der Geselle entgegnete, er habe während der zwei waren 1573 Neger, die übrigen Weiße und Chinesen.( Es handelt neuerung des Synditats gemacht werden sollen, wird der". 3." Stunden in einer benachbarten Wirtschaft gewartet, Zehrungskosten sich hier nur um die der Bundesregierung gemeldeten Fälle.) gemeldet: In Aussicht genommen sind zunächst die Umwandlung des gehabt und sei durch die verspätete Auszahlung außer stand gesetzt Nun hat aber in den letzten Jahren der Prozentsatz der Lynchmorde Syndikats in die Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung worden, am Sonnabendabend noch Einkäufe für seine Familie zu in den nördlichen und westlichen Staaten erheblich zugenommen, und auf die Dauer von zehn Jahren vom 1. Januar 1905 ab. Die machen. befonders zwei Vorgänge aus der letzten Zeit lassen ersehen, daß Gesellschaft bestellt einen Aufsichtsrat, der aus einem von dem Der Kläger wurde abgewiesen. die„ Gemütsverrohung" in bedenklicher Weise um sich greift. Der preußischen Minister für Handel und Gewerbe zu bestimmenden VorGründe: Ein wirklicher Geldschaden ist infolge des be= eine Fall ereignete sich in Belleville, Illinois, einer industriell und fizenden und sechs weiteren von der Versammlung der Gesellschafter lagtischen Verzuges dem Kläger thatsächlich nicht entstanden. Inkommerziell bedeutenden Stadt. Dort hatte ein farbiger" Lehramts- zu wählenden Mitgliedern besteht. Das Stammkapital der Gesellschaft wiefern er durch seine Verhinderung, noch am Sonnabend Einkäufe Aspirant, nachdem er den vorgeschriebenen Probedienst an einer der m. b. H. foll 400 000 m. betragen. Die einzelnen Einlagen sollen ent- zu machen, Geldschaden erlitten haben sollte, ist ganz unerfindlich. öffentlichen Schulen geleistet hatte, geleistet hatte, ihm dann aber vom sprechend dem Werte der den Gesellschaftern bei Beginn des Gesellschafts- Zum Warten aber in einer Wirtschaft und zur Aufwendung von Vorsitzenden des Schulrats die definitive Anstellung verweigert vertrags zustehenden Anteile am Gesamt- Staliabsatz bemessen werden Behrungskosten für Rechnung des Beklagten war Kläger infolge der worden war, einen mörderischen Angriff auf diesen gemacht derart, daß auf je 14 000 Mart Jahresabsaz Reinwert und über- Nichtauszahlung seines Lohnes um die bestimmte Stunde weder verund ihn schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Er ward schießende Teile dieses Wertes ein Einlagebetrag von 100 Mart ent- pflichtet noch berechtigt. Er hatte nur das Recht, nach Hause zu gehen verhaftet, aber bald sammelte sich eine große Menschenmenge vor fällt. Je 100 m. der Stammeinlage gewähren eine Stimme. Ferner und alsbald Klage auf Zahlung seines Lohnes nebst Zinsen, sowie dem Gefängnis, die fast ausschließlich aus Geschäftsleuten und ist die Bildung eines flüssigen Syndikatsbestandes von 5 Millionen auf Ersatz des ihm etiva weiter entstandenen Schadens zu erheben, sonstigen„ ehrsamen Bürgern" bestand. Sie holten den Attentäter Mark in Aussicht genommen. Zu diesem Zwed sollen in den jedoch nur desjenigen Schadens, der wirklich lediglich eine Folge der heraus, knüpften ihn auf und machten unter ihm ein Feuer, in das Lieferungsverträgen, welche die Gesellschaft abschließt, Abzüge in berzögerten Lohnauszahlung gewesen wäre. Daß Kläger nun iner lebend hineinfiel. Es hieß zwar erst, die Staatsbehörden würden Höhe von 2 Prozent vom Kaufpreise vereinbart und dem Syndikats- folge der verzögerten Lohnauszahlung Arbeit versäumt habe, wird energische Schritte thun, um die Thäter oder doch die Anstifter und bestande zugeführt werden. Der hierdurch entstehende Fonds kann er nicht behaupten können und hat er ja auch nicht behauptet. Denn hauptsächlichen Teilnehmer zur Verantwortung zu ziehen; aber die verwandt werden zur Erwerbung und Veräußerung von Grundstücken, am Sonnabend nach Feierabend hätte er zweifellos keine Gelegenheit Sache wird wohl ebenso auslaufen, wie es im Süden die Regel ist: Bergwerken und dinglichen Rechten sowie zum Abschluß, zur Ab- gehabt, feine Arbeitskraft noch entgeltlich zu verwenden! Kläger hat fie wird entweder langsam einschlafen oder die Geschworenen werden änderung und zur Aufhebung von Verträgen und Ankauf von Kali- also offenbar an dem Abend gar nichts versäumt. Anders läge die sich, wenn es zum Prozeß kommt, nicht einigen" fönnen. produkten. Sache, wenn es sich etwa um einen nach Stunden oder auf einen halben Tag angenommenen Arbeiter handelte, der z. B. im Laufe des Arbeitstages entlassen wäre, aber nach erfolgter Beendigung der Arbeit noch einige Stunden auf Lohnzahlung hätte warten müffen. Dieser könnte Lohnzahlung für die Wartezeit verlangen, weil er sich während der Wartezeit anderweitige Arbeit hätte verschaffen können, bezw. weil er während dieser Zeit seinem Arbeitgeber noch zur Berfügung stand. Hier müßte ein Schaden als nachgewiesen, bezw. das Arbeitsverhältnis müßte bis zur Lohnzahlung als stillschweigend verlängert gelten. Davon kann aber in dem vorliegenden Fall nicht die Rede sein. Das Arbeitsverhältnis dauert hier zwar thatsächlich fort, da es auf unbestimmte Zeit eingegangen war, die Arbeitszeit war aber von vornherein bestimmt als um 6 Uhr am Sonnabendabend endigend. Nach alledem mußte hier erkannt werden, wie geschehen. nicht anzuschließen. Wir vermögen uns den hier niedergelegten Rechtsgrundsäzen Der Arbeitgeber hat ganz offenbar erwartet, daß ihm der Arbeiter von Feierabend an bis zur schließlich erfolgten Lohnzahlung für diese jederzeit zur Verfügung steht; der Arbeiter hat diesem Erwarten entsprochen und ist deswegen für diese Zeit genau so zu entschädigen, als wenn er sonst im Interesse des Arbeitgebers über die übliche Zeit hinaus thätig war. Daß ihm der Arbeitgeber während dieser Zeit feine Beschäftigung zuvies, ist nicht seine Sache. Kläger hatte allerdings auch das Recht, dem Rate des Gewerbegerichts au folgen und nach Hause zu gehen, genau, wie er das Recht hat, Leberarbeit zu verweigern; aber er hatte nur das Recht, nicht die Pflicht dazu, und er hat sich seines Anrechtes auf rechtzeitige Lohnzahlung bezw. feine Entschädigung für nicht rechtzeitige Zahlung nicht dadurch entschlagen, daß er dem entweder offen ausgesprochenen oder stillschweigend vorausgesetzten Ansinnen des Meisters nachtam, sich zu dessen Verfügung zu halten. Der andre Fall spielte sich in dem industriellen Evansville, Deutscher Stahlwerks- Verband. Ueber den gegenwärtigen Stand Indiana, ab, dessen Bevölkerung zum großen Teil aus den Arbeitern der Verhandlungen, betreffend die Bildung eines deutschen Stahlder dortigen zehn großen Möbelfabriken besteht. Hier war es die werts- Verbandes, schreibt man dem Breslauer General- Anzeiger" Arbeiterbevölkerung, in der die Bestie erwachte. Den direkten Anlaß von beteiligter Seite: Gegenwärtig schweben noch die Specialgab die Ermordung eines Polizisten durch einen Neger, der wegen verhandlungen zur Verlängerung der mit Ende dieses Jahres zu einer andren Mordthat verhaftet werden sollte, sich aber widersetzte Ende gehenden Einzelverbände. Die Verhandlungen nehmen einen und bei dem Kampfe ebenfalls so schwer verwundet wurde, daß er guten Fortgang und verschiedentlich ist der Wunsch laut geworden, wahrscheinlich sterben wird. Auch hier sammelte sich eine große bie neuen Berbände gleich auf einen allgemeinen deutschen Stahlwerts Menschenmasse vor dem Gefängnis an und versuchte dasselbe zu Verband zuzuschneiden. Die Verhandlungen find so weit gediehen, daß stürmen, doch gelang es den Wächtern und der aufgebotenen Polizei, man mit dem jegt herannahenden Ende der Ferien hofft, zunächst die fie zurüdzutreiben, wonach sie nach dem„ Negerviertel" aufbrach und Rohstoff- und Halbzeug- Verbände zusammenbringen zu können, dann soll dort wie eine Horde wilder Tiere hauste. In der ersten Nachricht diese Vereinigung in bestimmte Relation zu den Fertigverbänden treten, über diese Tumulte hieß es, daß man schon lange einen solchen welch letztere zunächst ihre Selbständigkeit behalten werden. Damit Ausbruch befürchtet habe, woraus hervorgeht, daß obiger Vorgang wäre ein llebergangsstadium zu der Bildung eines Stahlwerks- Bernicht der Grund, sondern der Vorwand zu den Unruhen war bandes geschaffen. Die Zeit zu derartigen Verhandlungen ist jetzt und daß es sich nicht um„ Rassenhaß" handelt, sondern um einen Wut besonders geeignet, denn die Erfahrung hat gelehrt, daß nur dann ausbruch gegen Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt. Infolge des Riots" eine Einigkeit zu erzielen ist, wenn die gesamte Lage noch für alle beorderte der Gouverneur Miliztruppen, welche, als die Menge wiederum Interessenten wesentliche Wünsche offen läßt. das Gefängnis stürmen wollte, um mehrere verhaftete Teilnehmer an den Unruhen zu befreien, auf die Menge feuerten, wobei mehrere Personen getötet und eine Anzahl verwundet wurden. Mehrere der Arbeiterorganisationen beschlossen später Resolutionen, worin das Vorgehen der Miliz verdammt wurde und die Geschäftsleute unter Androhung des Boykotts aufgefordert wurden, diejenigen ihrer Angestellten, welche zur Miliz gehören, nicht mehr zu beschäftigen.Partei- Nachrichten. Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen in Berlin. Die Hochbahn beförderte im Juli 2093 682 Personeu gegen 2322050 Personen im Juni. Die Einnahmen betrugen 257 869 M. gegen 287 841 M. im Juni. Die Flachbahn( Warschauerbrüde- CentralBichhof) beförderte im Juli 193 437 Personen und vereinnahmte 11 992 m. Sociales. Geſchäftsbericht der„ Tribüne“ gegeben wurde. Wir entnehmen dem- 23. Januar 1902 zu wenden. Sie baten das Ministerium um Ge- Letzte Nachrichten und Depefchen. " Der Thüringer Parteitag, welcher am 1. und 2. August in Weimar Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen im Gastwirtsgewerbe. tagte, war von 56 Delegierten aus 26 Orten beschickt. Am 1. August, Sogar die Bahnhofsrestaurateure in Bayern haben es abends 9 Uhr, fand die Preßkonferenz statt, in der zunächst der für notwendig befunden, sich gegen die Bundesratsverordnung vom felben, daß die Tribüne" gegenwärtig einen Abonnentenstand von währung beziehungsweise Erwirkung von Erleichterungen hinsichtlich 6650 aufweist, ein Mehr von ca. 1000 gegen das Vorjahr. Der der jegt geltenden Vorschriften. Die bayrische Regierung hat jedoch Englisches Unterhans. Bermögensbestand hob sich im Jahre 1908 von 4125,38 M. auf diesem Gesuch eine Folge nicht gegeben. Dagegen wurde London, 4. Auguft.( W. T. B.) Yerburgh( f.) fragt an, ob die 13 017,58 M. Allgemein ging der Wunsch dahin, daß eine Er- die Generaldirektion der Staatsbahnen angewiesen, die Ausführung Admiralität beabsichtige, einen Nachtrag zur Schiffsbau- Vorlage einweiterung des Inhalts der Tribüne" Platz greife, welchem Wunsche der Bundesratsverordnung in den Bahnhofswirtschaften zu überwachen. zubringen angesichts der Thatsache, daß Rußland daran gegangen Stechnung zu tragen die Geschäftsleitung auch versprach. Am Ferner wurden die Bahnhofsrestaurateure ausdrücklich darauf aufmerksam iei, im Schwarzen Meer zwei Schlachtschiffe zu bauen, feit die 2. August beschäftigte sich der Parteitag nach Anhörung eines gemacht, daß Vereinbarungen, die auf den sogenannten freiwilligen Admiralität ihren Flottenetat für dieses Jahr aufgestellt habe. Referats des Genossen Baudert- Apolda über:" Was lehren uns die Berzicht" der Arbeitnehmer auf die gesetzlichen Ruhezeiten hinaus- Der Parlamentssekretär der Admiralität Arnold Forster erwidert, der verflossenen Reichstagswahlen?" mit dem Geschäftsbericht der laufen, rechts ungültig sind. Buwiderhandlungen seien nicht Admiralität sei feine neue Thatsache bekannt geworden, welche fie Agitationstommission und mit der Auflösung derselben. Die Auf- nur gemäß§ 147 8iffer 4 der Reichs- Gewerbe- Ordnung mit Geld- nötigen würde, die von Yerburgh vorgeschlagenen Schritte zu thun. lösung derselben wird beschlossen. Der vorhandene Bestand wird strafe bis zu 300 Mark eventuell sechs Wochen Haft bedroht, sondern Daß Rußland den Bau der erwähnten zwei Schiffe ins Auge gefaßt der Tribüne" überwiesen, welche noch vorhandene Verpflichtungen müßten unter Umständen auch seitens der Eisenbahnverwaltung mit habe, sei der Admiralität schon bekannt gewesen, als sie ihren übernimmt. Die an der Tribüne" beteiligten Kreise entfenden zu Auflösung des Pachtverhältnisses bestraft werden. Diese Haltung Etat aufstellte. Sollten Umstände eintreten, welche die Admiralität den stattfindenden Preßkonferenzen je einen Delegierten. Der des Ministeriums ist sehr vernünftig. Aber hoffentlich werden nicht vorausgesehen habe, so würden dem Hause entsprechende Mit Thüringer Parteitag findet nach Bedürfnis statt. Die Kalender- auch die unteren Stellen diesen Intentionen entsprechend vorgehen. teilungen gemacht werden. Noch sei aber ein solcher Fall nicht ein frage wird in Bukunft von der Geschäftsleitung der„ Tribüne" geregelt. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten wird der Krankenkassen und Lohntarife. Der Vorstand der Gemeinsamen getreten. Parteitag mit einem Hoch auf die Socialdemokratie geschlossen. Drts- Krantentasse zu Straßburg i. E. hat an den diesjährigen Aeußern Cranborne, die Regierung habe feine amtliche In Beantwortung einer Anfrage erklärt Unterstaatssekretär bes Krankenkassen- Kongreß in Breslau folgenden Antrag eingebracht: Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Da die Lohn und Arbeitsverhältnisse der Krankenkassen- Nachricht, daß die Bagdadbahn ausschließlich mit deutschem Kapital erbaut werden solle. Cranborne fügt - Einer der Prefprozesse gegen die Magdeburger Boltsstimme", Mitglieder und die daraus eventuell sich ergebenden ungenügenden hinzu, es scheine, daß über die Angelegenheit noch Erörterungen die auf die eigenste Initiative des Herrn Polizeipräsidenten bon Ernährungsverhältnisse eng mit den Krankheitsgefahren in VerMagdeburg zurückzuführen sind, ist nun erledigt. Wegen Anflebens bindung stehen, möge der Centralverband der Orts- Krankenkassen stattfinden. eines sogenannten„ Bürstenabzuges" im Schaufenster der„ Bolls- im Deutschen Reiche sich dahin aussprechen und dahin zu wirken suchen, daß, soweit es noch nicht geschehen, seitens der Kranken- der Journalist Dienes außer den bisher bekannten Wechſelfälschungen stimme", der mit allen Bürstenabzügen in der Welt das Schicksal Budapest, 4. Auguft.( B. H.) Die Polizei hat festgestellt, daß teilte, ohne Druckfirma zu sein, wurden die Genossen tassen bei Vergebung von Drucksachen nur solche Buchdruckereien Harbaum und Pistorius zu 20 und 15 M. Geldstrafe ver- zu berücksichtigen sind, welche den Tarif der deutschen Buchdrucker auch noch weitere verübt hat. Unter anderm hat er mehrere Wechsel urteilt. Genosse Bethge als Drucker wurde freigesprochen, da anerkannt und eingeführt haben." in Höhe von 12 000 kronen mit den Unterschriften von Verwandten und einem bekannten Journalisten gefälscht. Budap. di Naplo" ihm nicht nachgewiesen werden konnte, daß er von der sträflichen Die Tendenz dieses Antrages ist zweifellos berechtigt, nur ist er fordert eine eingehende Untersuchung im Ministerium des Innern, Verwendung des Abzuges bei Herstellung desselben Kenntnis hatte. zu eng gefaßt. Der Antrag sollte aussprechen, daß bei allen um zu eruieren, ob man dort nicht Dienes einen auf einen falschen Daß der Herr Staatsanwalt selbst seine Freisprechung beantragte, Lieferungen für Krankenkassen Voraussetzung ist, daß von den Namen lautenden Baß ausgestellt hat. wundert uns eigentlich in diesem Prozesse, obgleich wir sonst den betreffenden Gewerbetreibenden ihren Gehilfen gegenüber der von Verhältnissen in Magdeburg gegenüber uns das Wundern abgewöhnt den zuständigen Institutionen anerkannte Lohntarif innegehalten Kopenhagen, 4. Auguft.( W. T. B.) Der 14. Internationale haben. Vielleicht macht der Herr Polizeipräsident in der Beit, die wird. Bekanntlich handelt es sich bei den Krankenkassen- Aufträgen Geodätische Kongreß wurde heute in Gegenwart des Kronprinzen zwischen der ersten und zweiten Verhandlung verstreicht( in einer nicht allein um Vergebung von Druckaufträgen; so müssen die des Konseilspräsidenten und des Kriegsministers eröffnet. KonfeilsInstanz darf ein so wichtiger Prozeß unmöglich erledigt fein!), den Staffen in Fällen, wo ein Verstorbener keine Angehörigen hinterläßt, präsident Dr. Deunzer und Generallieutenant Zachariae begrüßten Herrn Staatsanwalt noch auf die eventuelle Anwendbarkeit des be- oft das Begräbnis selbst besorgen, den Sarg bezahlen usw., auch die Teilnehmer. Berantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 180. 20. Jahrgang. fifilnjt des.Ärmels- Knlim MM Mittnioch, 5. August 190Z. Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg! DiedieSjährigeP ro b inzi al-K on fercnzfindetamS o nn- tag. den 6. September, in Berlin, im Gewerkschaftshause, Engcl-Ufer IV, statt. Beginn mittags 12 Uhr. Tagesordnung: 1. Bericht der Agitationskommission. 2. Bericht der Delegierten aus den einzelnen Kreisen. S. Rückblick auf die Reichstagswahlen(Organisation, Agitation und Presse). 4. Die beborstchenden LandtagSwahlen. V. Anträge. Die Genossen der einzelnen Kreise werden gebeten, unverzüglich Parteiversammlungen resp. Krciskonferenzen zu berufen zwecks Stellungnahme und Wahl von Delegierten. Jeder Kreis ist berechtigt, »drei Delegierte zu entsenden. Die Rcichstags-Abgeordneten resp. Kandidaten der Kreise sind gleichfalls eingeladen. Anträge sind bis spätestens 1. September an Unterzeichneten zu senden. Mit Parteigruß I AgitationS-Kommission für dieProvinz Brandenburg. I. A.: Karl Dimmick, Berlin 8., Luisen-Ufer 11. GcwcrklchaftUcbcs. Berlin und Umgegend. Ter Streik der Lugino-Putzcr und Träger ist gestern nach acht- tägiger Dauer beendet worden. Beteiligt lvaren an demselben etwa 180 Mann. Zwischen der Firma Lugino u. Co. einerseits und den Central-Verbänden der Maurer und Bauarbeiter andrerseits ist es nunmehr zu einem Vertrage gekommen, der fast dieselben Lohn- und Arbeitsbedingungen für diese Gruppe vorsieht, wie sie kürzlich in dem Vertrage der Rabitzputzer, Cementicrcr und Spanner mit deren Unternehmern bor dem Gcwerbegericht abgeschlossen worden sind und ebenfalls bis zum 30. September 1904 gilt. Es erhalten demnach die Putzer bis zum 30. September d. I. einen Stundenlohn von 80 Pf., vom 1. Oktober ab 32'/- Pf.; die Träger erhalten 60 Pf. pro Stunde gegen bv Pf. vor dem Streik. Die Arbeitszeit richtet sich nach den Lichtverhältnisscn wie bei den Rabitzputzern. In Akkord wird nicht mehr gearbeitet. Mit der Abschaffung der Akkordarbeit ist auch gleichzeitig der Uebelstand be- seitigt, daß die Hilfsarbeiter(Träger) von den Putzern entlohnt werden, vielmehr erhalten jene ihren Lohn von jetzt ab lediglich von der Firma. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden und werden demgemäß die alten Arbeiter, soweit die Bauten während des Streiks nicht von andren Firmen übernommen wurden, wieder eingestellt. Damit sind auch für diesen Specialbcruf einheitlich geregelte Ver- Hältnisse geschaffen worden, die um so stabiler zu werden versprechen. als die Luginoputzer mit den Rabitzputzern usw. jetzt zusammen eine Sektion des Maurerverbandes bilden werden. Die Versammlung der Streikenden erkannte gestern den Vertrag in allen Punkten an und wird demgemäß am heutigen Mittwoch die Arbeit wieder aufgenommen. Zum Streik der Fliesenleger. Am Montagvormittag haben bei dm Firmen Fromme u. HanS und Schmalisch u. Below die Fliesenleger die Arbeit eingestellt, was zur Folge hatte, daß diese Firmen aus dem Verbände der Unternehmer austraten. Der Ring der Arbeitgeber ist somit als gesprengt anzusehen. Fromme u. Hans haben bereits bewilligt, andre Firmen erklärten sich bereit, zu bewilligen, falls ihnen nachgewiesen würde, daß 80 Pfennig- Stundenlohn schon bei einem Arbeitgeber bezahlt werde. Die Lohn- bewegung steht also demnach sehr günstig. Der Referent S ch u l z sowohl wie der Vertrauensmann Wegen er hoben in der öffent- lichen Fliesenleger-Versammlung am Montag ausdrücklich hervor, daß es nicht auf einen Augenblickserfolg ankommen könne, sondern daß schrift- liche Anerkennung und Festlegung der Arbeitsbedingungen vor dem Gcwerbegericht erstrebt werden müsse.— Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, in der zunächst der gestern schon mit- geteilte Beschluß, bei allen Firmen, die den geforderten Stundenlohn nicht beivilligen, die Arbeit niederzulegen, ausgedrückt wird, und in der es dann weiter heißt: „Ferner sind Erhebungen darüber anzustellen, wer im Jahre 1902 oder später bei der Einführung des jetzt bestehenden Tarifs der Freien Vereinigung von den Chefs durch wirtschaftlichen Druck, durch Drohung die Arbeit zu verlieren, oder durch Versprechungen genötigt, die Arbeitsbedingungen von unsrer Seite unterzeichnete und dadurch wesentlich dazu beitrug, den Schein zu erwecken, als sei die Organisation der Freien Vereinigung prozentual die stärkste ge- wesen. Diese Erhebungen sind notwendig, um unfern Rechtsstand- Punkt nicht ollein vor der Oeffentlichkeit, sondern auch vor der maß- gebenden Behörde klarzulegen und die Insinuation der Arbeitgeber in ihrem Antwortschreiben gebührend zurückzuweisen. Zu diesem Zweck ist jedes Mitglied verpflichtet, der Wahrheit die Ehre zu geben." Die im Maurerverband organisierten Fliesen- leger hielten im Gewerkschaftshause am Montagabend ebenfalls eine Versammlung ab. Hier wurde beschlossen, den Unternehmern die Forderungen sofort borzulegen und, wenn die Anerkennung ver- weigert wird, in den Geschäften, wo Verbandsmitglieder die Mehr- heit haben, die Arbeit niederzulegen. Ferner wurde eine Lohn- koinmission gewählt, die aus folgenden Personen besteht: P a n s e r, Böhl und Winzler.— Inzwischen ist bereits bei mehreren andern Firmen die Arbeit eingestellt worden. Folgende Firmen haben im Laufe des Dienstagvormittag die Forderung noch voll bewilligt: Richard Schäffer, Perrino und Warnebold u. Rasse. Die Bauten der Firma Schmalisch u. Below sowie Pick bleiben gesperrt. Zur Lohnbewegung der Glaser wird uns gemeldet, daß zur Zeit 380 Gesellen zu den neuen Bedingungen arbeiten; davon sind 340 organisiert. Von 8 Werkstellen ist keine Nachricht, die Firma E. Tell, Stolpischestraße 3, Mutz u. Co., Antonstraße 43, Gost u. Co., Bilder- gesperrt. Stampehl, Brunnen- . Gleditschsttaße 17 haben gerkstatt gestern die Arbeit wieder� aufgenommen haben."Im Ausstand befinden sich zur Zeit 4 Kollegen. In der Versammlung im„Gewerkschaftshause" am Donnerstag werden die Streikfondsmarken ausgegeben. Alle Bauarbeiter werden ersucht, die Glaser auf diese Versammlung auf» merksam zu machen. Das Streikbureau befindet sich bei Stramm, Rittersttatze 123. Die Firma Siemens> Schuckert A.-G. hat nach dem kürzlich be- endeten Streik im Stadtgeschäft nunmehr die Wahl eines ArbeiterausschusseS angeordnet. In dieser Anordnung liegt ein merkwürdiger Kontrast mit den jüngst veröffentlichten Auslassungen des früheren Generaldirektors Dr. B ö d i k e r, nach dessen Meinung in allen Werken der Firma seit jeher schon Arbeiter- ausschüsse bestanden hätten. In wieweit dies aber der Fall war, bewies gerade der Schlosserstteik, anläßlich dessen ein Arbeiter« ausschuß beim besten Willen nicht aufzufinden war, als Unterhand- lungen mit der Direttio» eingeleitet werden sollten. Nach Meinung der Arbeiter hätte die Direktton allerdings besser gethan, die Wahl noch nicht am kommenden Donnerstag vornehmen zu lassen, sondern noch so lange damit zu warten, bis sich die Arbeiter in einer allgemeinen Versammlung darüber ausgesprochen hätten, welche Befugnisse sie einem Arbeitcrausschusse eingeräumt zu sehen wünschen. Achtung, Metallarbeiter! In Hirschberg in Schlesien befinden sich unsre Kollegen im Ausstand. Wir ersuchen dringend, den Zuzug nach dort fernzuhalten.— Es wird in Berlin versucht, arbeitswillige Former, Dreher, Schlosser usw. anzuwerben. Das Werbebureau ist in der Wilhelmstrahe. Also Vorsicht. Deutscher Metallarbeiter-Verband. OrtSvcrwaltung Berlin. Achtung, Sattler aller Branchen! In der Leder- und Sattler- waren-Fabrik von Emil Brandt Nachf. Gebr. Wassermann, Sebasttanstt. 74, haben sämtliche dort beschäftigten Kollegen wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt.— Wir bitten Zuzug aufs strengste fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des deutschen Sattler-Verbandes. Knrbclstickerinnen und Stickcr. Zum Stteik bei Gontkowski, Pallisadenstr. 47, wird von der Organisation mitgeteilt, daß Herr Gontkowski bor einigen Wochen 25 Proz. abgezogen hatte und die dort arbeitenden Sticker und Stickerinnen sich in Anbettacht der überaus schlechten Geschäftslage diesen Abzug gefallen lassen mußten. Nachdem nun die Saison begonnen hat. wandten sich die Arbeiter an den Chef mit der Forderung um Aufbesserung der Preise i 12>/z Proz., was jedoch rundweg abgelehnt wurde. Es ist lvohl nie ein Kampf gerechtfertigter gewesen, als dieser, da die Leute nur die Hälfte von dem wieder verlangen, was ihnen abgezogen worden ist. Sticker und Stickerinnen sollten daher die Arbeitsstube von Gontkowski sttcng meiden. Arbeitswillige haben sich bis jetzt nicht gefunden und sind auch in andrer Hinsicht die Verhältnisse für die Streikenden äußerst günstig. Die in der vorigen Woche bei Cohn, Dirksenstraße, gestellte Forderung von 15 Proz. hat mit einem vollen Siege der dort beschäftigten Sticker geendet. Die Leitergerüstbnuer der Firma G u t s ch e, Friedenau, befinden sich seit Montag in einem Stteik, weil der Firmeninhaber sich weigerte, die Kolonnen auf sechs Mann zu verstärken. Da Herr Guts che sich auf den Standpunkt stellt, daß eine aus ftinf Mann bestehende Kolonne dieselben Arbeiten leisten muß wie eine solche aus sechs Mann, haben vor acht Tagen bereits Verhandlungen statt- gefunden, welche zur Folge hatten, daß die Kolonnen auf sechs und sogar teilweise auf sieben Mann eingeteilt wurden. Am Montag hat nun Herr G u t s ch e wieder die Kolonnen auf fünf Mann reduciert. Die beteiligten Arbeiter stellten nun die Arbeit soweit als eS ihnen möglich war, fertig, und forderten dann den sechsten Mann. Als ihnen diese Forderung abgeschlagen wurde, legten sie einmütig die Arbeit nieder. Arbeitswillige sind bis jetzt nicht zu verzeichnen. Bis zur Erledigung der Differenzen ist Zuzug fern- zuhalten und Streikarbeit nicht zu verrichten. Centtalverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter. Ortsverwaltung Berlin I. veutlcbea Kelcb. Stteikpostenstehen. In Krefeld sind die Zimmerer schon ca. 12 Wochen im Streik und noch immer ist keine Aussicht auf Beendi» auiig desselben. Die hallptsächlichste Forderung der Gehilfen ist ein Stundenlohn von 50 Pf. und zehnstündige Arbeitszeit, welche Forderung von der Bauinnung, durch welche die Zimmermeister die Verhandlungen leiten lassen, nicht acceptiert wird, sie will nur einen Stundenlohn von 42 bis 45 Pf. bewilligen, welcher Lohn bei den reuren Lebensverhältnissen in Krefeld zu niedrig ist. Während des Streiks sind schon verschiedentlich Bestrafungen Streikender vorgekommen, und zwar sind dieser Tage noch zwei derjelben wegen Beleidigung Arbeitswilliger, einer zu einer Woche und der andre zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt worden auf Grund des 8 153 der Gewerbe Ordnung. Das Stteikpostenstehen macht die Polizei den Streikenden ganz illusorisch, indem sie auf Grund einer Regierungs-Polizeiverordnung das Verweilen der Streikenden auf den Straßen, wo die gesperrten Bauten sich befinden, verbietet. Die Verordnung lautet:„Den zur Erhaltung der Bequemlichkeit, Reinlichkeit, Sicherheit, Ordnung und Ruhe auf öffentlichen Sttatzen, Wegen, Plätzen und Wasserstraßen ergehenden Anordnungen oder Aufforderungen der polizeilichen Exekutivbeamten ist unbedingt Folge zu leisten." Eine ganze Reihe Sttafmandate wurden ausgestellt und vom Schöffengericht in Krefeld bestätigt; durch die Polizeiverordnung wird also hier der§ 152 der Gewerbe-Ordnung, nach welchem das Stteikpostenstehen erlaubt ist, aufgehoben. Zur Bauarbeiter-Ausspcrrung in Kassel. Die Zimmerer haben sich dem Vorgehen der Maurer und Bauarbeiter angeschlossen und ebenfalls Forderungen an die Unternehmer gestellt. Ausgesperrt sind 170 organisierte Zimmerer, während 105 Unorganisierte in Arbeit geblieben waren und 37 Organisierte nicht ausgesperrt wurden. Von den Ausgesperrten sind bereits 32 abgereist. Verlangt wird von den Zimmerern vom 3. August 1903 ab ein Stundenlohn von 47Vz Pf. bei zehnstündiger Arbeitszeit an Stelle der bisherigen 45 Pf. und vom 1. April 1904 ab 50 Pf. Stundenlohn und gleich- zeitige Verkürzung der Arbeitszeit auf O'U Stunden. Der zweite Verbandsvorsitzende Ecke- Hamburg rechtferttgte sein zuwartendes Verhalten in der vorigen Versammlung damit, daß man erst jetzt einen klaren Ueberblick über das AussperrnngSgebiet hat. Zweifellos werden die Unternehmer ihre ganze Kraft auf Kassel werfen und derKampf wird ein heißer werden. Mehr als jemals zuvor ist es jetzt geboten, daß Kassel von jedem Bauarbeiter solange strengstens gemieden wird, bis das ge- waltige Ringen beendet ist. Die Klempner in Hamburg sind an die Unternehmer mit einem neuen Lohntarif berangetteten, in dem sie u. a. bei neunstündiger Arbeitszeit für Bau- und Kundenarbeit 60 Pf., für Laden-, Emballage- und Druckarbeit 55 Pf. pro Stunde im Minimum fordern. 42 Arbeit- geber, darunter solche, die 40 bis 50 Arbeiter beschäftigen, haben die eingereichten Forderungen sofort bewilligt. 473 Mann sind in die Stteikliste eingetragen; die Zahl wird noch zunehmen, wenn die Kündigungsfrist derer abgelaufen ist, welche in einem KündigungS- Verhältnis stehen. Zum Lohngebiet gehören die Orte Hamburg, Altona, Wandsbeck und Wilhelmsberg.— Für die Emballagen- Werkstätten ließ man nachträglich wegen der schlechten Konjunktur die Forderungen sollen. Der Stteik der Bauarbeiter in Hamburg ist beendet, nachdem über zwei Drittel der Jnnungsmeister die Forderungen der Arbeiter anerkannt haben.— 14 Geschäfte bleiben gesperrt. Tluoland. Bom Stteik in Hennebont. Paris, 2. August.(Eig. Ber.) Seit einem Monat streiken etwa 1700 Metallarbeiter in Hennebont, Departement Morbihan, einem entlegenen Winkel der Bretagne. Sie fordern eine Erhöhung ihres äußerst niedrigen Lohnes, der kaum 1,40 M. pro Tag beträgt. Der Kampf spielt sich unter empörenden Umständen ab, indem die Re- gierung da? kleine Streikgebiet mit Militär überschwemmt hat. Die üblichen Folgen blieben nicht aus: Zusammenstöße, brutale Miß- Handlung der Arbeiter durch die Gendarmen, zahlreiche Ver- Haftungen und ein Hagel gerichtlicher Verurteilungen. Zu- letzt hat der Unterpräfekt jede Ansammlung von Streikenden unter freierem Hiinmel verboten. Das bedeutet thatsächlich eine Entziehung des Versammlungsrechtes, da die Streikenden kein geeignetes Versammlungslokal haben und bisher auf Feldlviesen zusammenkamen. Die Behörden spielen kopflos mit dem Feuer. Die Erbitterung der bedrückten Arbeiter steigt, und ihnen gegenüber stehen klerikale Offiziere, die mit Freuden ein Blutbad veranstalten würden. Den Oberbefehl der Truppen führt ein adliger und reaktionärer Ober- lieutenant d'Hablecouöt, dem(nach dem Berichte der„Voix du Peuple") blutige Drohungen gegen die Streikenden nachgesagt werden. Diesmal handelt es sich ja nicht um einen gewaltsamen Wider- stand von Mönchen und Nonnen, deren Bethätigung den „religiösen Ueberzeugungen" der Offiziere berechttgt erscheint. Diesmal lvird sich in der Bretagne kein Saint-Römy finden, der den Gehorsam verweigert, wie kein Richter sich gefunden hat, der die mißhandelten Arbeiter ebenso mild behandeln würde, wie im Vorjahre die klerikalen Barrikadenkämpfer und UnratSschleuderer von den bretonischen Richtern behandelt wurden. Das Verhalten der Behörden hat natürlich die Hartnäckigkeit der Aktiengesellschafts-Verwaltung gesteigert. Sie wartet auf die Folgen der Aushungerung und der militärischen Einschüchterung. Dabei hat sie im letzten Jahre 6 Proz. Dividende verteilt. Die bürgerlichen Blätter wissen von einer tcilweisen Wieder- aufnähme der Arbeit, von gewaltsamen Versuchen seitens der Streikenden und von der rettenden„Kaltblütigkeit" der Truppen au melden. Nach den neuesten Nachrichten von gewerkschaftlicher Seite bleibt die Solidarität der Arbeiter ebenso unerschütterlich wie bisher. Die Arbeiterbewegung in Südrußland gewinnt immer mehr an Ausdehnung. Nun haben auch in den Werkstätten der Südwest- bahnen und auf der Statton Kiew die Arbeiter ihre Thätigkeit ein- gestellt, ebenso auf der nahe gelegenen russischen Maschinenbau- Fabrik. Der Bahnhof und die Werkstätten sind von einigen Bataillonen Infanterie besetzt worden. Der Bahnverkehr ist mcht unterbrochen. Urber die AusstandSbewegungrn in Spanien liegen folgende offiziösen Nachrichten vor: In Sevilla warfen Ausständige mit Steinen nach den Sttaßenbahnwagen; die Gendarmen mußten mit Gelvalt gegen die Menge vorgehen.— In Saragossa gelang eS dem Präfekten, die Scharen der Ausständigen auseinandertreiben zu lassen.— In Alcoh beschädigten die Streikenden die Fabriken; Militär hält die bedrohten Punkte besetzt.— In Barcelona hat sich die Lage bedrohlicher gestaltet; vielfach werden Arbeitswillige von Ausständigen angegriffen._ «Erpressungsmethoden" amerikanischer Gewerkschaften. Unter diesem Stichwort ging dieser Tage eine Mitteilung durch die bürgerlicheVßresse, zufolge lvelcher sich die Führer der amerikani- scheu Gewerkschaften große Ucbergriffe hätten zu Schulden kommen lassen. Lawrence Murphy, der Schatzmeister der Gewerkschaft der Steinmctzgehilfen, wurde der Unterschlagung von Geldern beschul- digt, die er von den Arbeitgebern unter Androhung von Streiks„er- preßt" habe. Der„Dail Telegraph", der durch seine allzu große Wahrheitsliebe bekannte„New Dork Herald" und ihre Nachbeter deutscher Zunge verbreiteten Gruselgeschichte», wonach die organi- sierten Amerikaner von dem„Genossen" Roosevelt das Versprechen „erpressen" wollten, den Vorarbeiter Miller nicht wieder in der Reichsdruckerei zu Washington, wo er sich bei seinen Kollegen miß- liebig gemacht habe, anzustellen. Es wurde ein Mitglied der Ver- einigung der Arbeitgeber im Baugewerbe citiert, der beweisen sollte, daß beim Bau des Ansonia-Hotels allein 200 000 Mark mit Streik- androhung erpreßt worden seien. Die Sache wäre bei diesem Vau so weit gegangen, daß die Führer einfach ins Baubureau gekommen seien mit der Forderung,„wir benötigen heute 2000 Mark und müssen diesen Betrag in bar haben" usw. mit Grazie. Diese Geschichten trugen den Stempel der Erfindung an der Stirn, denn der smarte Uankee-Unternehmcr versteht seine Taschen ebensogut zuzuhalten, wie sein deutscher„Bruder in Christo". In- dessen, diese Behauptungen, die lediglich den Zweck verfolgten, auch hier zu Lande die Gewerkschaftsführer zu verdächtigen, sind in- zwischen noch weiter ack absurdum geführt worden. Am 29. Juli ist in New Dork der Fall Murphy zur Entscheidung gekomnien. Wie uns aus einem längeren Privatkabeltelegramm mitgeteilt wird, lautete das Urteil zu gunsten der Gewerkschaften. Der Distriktsrichter Jerome, welcher darüber zu befinden hatte, hielt die Anschuldigungen nicht nur nicht für erwiesen, sondern er legte auch gleichzeitig noch den für die amerikanischen Gewerkschaften bedeuwngsvollcn Grund- satz sest, daß selbst, wenn die Annahme von Geldern behufs Ver- Hinderung oder Hinausschiebnng eines Streiks erwiesen wäre, die Gewerkschaft doch dabei vollständig auf legalem Boden sich befinden würde.„Die Gewerkschaften," führte er aus,„benützen ihre ökono- mischen Kräfte, um bessere Löhne und kürzere Arbeitszeit zu erzielen. Sie haben, wie jeder amerikanische Bürger, ein volle? Recht darauf, alles zu nehmen was sie bekommen können(tttoz' uro ontitlock to take all they can because their ernployers are trying to give thern as little as they can) weil auch ihre Arbeit- geber versuchen ihnen so wenig zu geben als sie können. Es sei niemals„brüderliche Liebe", welche die Höhe der Arbeitslöhne be- stimme. Gcwaltthätige und kriminelle Methoden seien mit absoluter Strenge zu bekämpfen, aber eS liege keine Veranlassung zu einem Einschreiten für daS Gericht vor. wenn die Gewer!- schaften lediglich von ihrer ökonomischen Machtstellung Gebrauch machen". Berliner partei-Hngelegenbelten. Zur Lokal-Liste! Berlin, vierter Wahlkreis Südost. Maria nnen-Fe st säle, Mariannen-Ufer 2, stehen jetzt der Arbeiterschaft zu Ver- sammlungen rc. zur Verfügung. Reinickendorf. Die„BerlinerSänger-Vereinigung" veranstaltet am Sonntag, den 9. August, im Kaiser Friedrich- Garten, ftiiher(S ü tz), ein Konzert, zu welchem nian versucht. Billcts in Arbeitertteisen umzusetzen. Wir machen darauf auf- merksam, baß obiges Lokal der Arbeiterschaft zu Ver- s a m m l u n g e n zc. nicht zur Verfügung steht, ersuchen daher, das Vergnügen streng zu meiden und die angebotenen Billcts zurück- zuweisen. Die Lokal-Kommission. lokales. „Sonnenbriidcr". Berlin soll die schönste Stadt der Welt werden I Bis zu einem gewissen Grade ist sie's schon. Im Innern bis auf eine einzige blaue Vene, die noch den letzten Verzweiflnngskampf gegen die alles aussaugende rote Flutwelle„kämpft", rollt in allen ihren Schlagadern lebendig pulsierendes Blut, und ihr Aeußeres zeigt ein staubfreies, glänzendes Angesicht, dessen Züge sie täglich wiederholt mit den roten Wasserwagen waschen und bürsten läßt. Ganz besonderen Wert legt die Stadt auf ihre zahlreichen Schmuck- und Parkanlagen, die in ihrer herrlichen Blatt- und Blütenpracht eine Augenweide sind sowohl für die Glück- lichen, die in sorglos heiterer Ruhe langsam vorbeipromenieren oder auf den Automat-Stühlen einen Augenblick Platz nehmen, als auch für die minder oder gar nicht Begüterten, die auf den langen Ruhe- bänken sich niederlassen. Sie dürfen sich über die schön gepflegte Pflanzenwelt freuen, alle ohne Ausnahme, auch die zerlumpten Ge- stalten, die die satte Welt mit verächtlichem Achselzucken, ohne lange nach dem Grunde zu fragen, warum sie so tief sanken,„Stromer" nennt,„Vagabunden",„Penn- oder.Sonnenbrüder".— Die aller- meisten von ihnen waren wohl nie in einem Verein oder in einer Versam>"r»''g und wissen wenig von dem großen Befreiungskampf ihrer zielbewußten, organisierten arbeitenden Brüden Durch sortdauernde Arbeitslosigteit, mangelnde Nahmng und Kleidung kamen fie mehr und mehr herunter und sanken, im Alkohol Be- täubung ihres Elends suchend, ohne daß ihnen die bürgerliche Gesellschaft eine Stütze, einen Halt bot, von Stufe zu Stufe immer tiefer hinab bis in den Schlamm der Straße, aus dem ein Wiedererheben um so schwieriger, je leichter die lockende Gelegen- heit und eine alle Moralbegriffe erstickende Atmosphäre ein völliges Versinken ins Verbrechertum machen. Welch eine Summe prodnktionsfähiger Arbeitskraft verliert alljährlich daS Deutsche Reicki, dessen nationalökonomische Weisen wohl die Züchtung von 6000 Millionären und die Anwerbung italienischer, böhmischer, polnischer und russischer Lohndrücker verstehen, aber nicht im stände sind, fiir die 230 000 alljährlich als„Vagabunden" auf die Straße Geworfenen Arbeit zu beschaffen.— Wenn wir sie so dasitzen sehen auf den langen Bänken, eng aneinander gepreßt, meist gebrochene, hinfällige, aber auch gesunde, robuste Gestalten, in allen Altersstufen von 17— 70 Jahren, wie sie in fortwährendem Kampfe gegen den Schlaf von den sengenden Sonnenstrahlen sich bräunen lassen und beim Nahen des mit dem wichtigen Wecker- amt betrauten Schutzmanns gegenseitig sich wachstoßen— der Menschheit ganzer Jammer faßt uns an, aber zugleich ein heißes Gefühl sittlicher Entrüstung über die armseligen Machthaber und kläglichen Anwalte einer Gesellschaftsordnung, deren Weisheit Quintessenz mit der Order endet:„Ueberweisung an die Landes- Polizeibehörde!"— An das„Armenhaus!" Selbst Berliik, die Hauptstadt des Reichs der Gottesfurcht und frommen Sitte mit ihren unzähligen Kirchen, die mit den schönsten Schmuckanlagen umgeben sind, weiß diesen Aermstcn nicht anders zu helfen. Des Winters füllen sie die Asyle und in den Sommer- nächten schlafen sie in den Hainen oder, wenn eine Razzia zu vermuten ist, an den stillen Kirchenmauern unter den dunklen Gebüschen der städtischen Aulagen. Am Tage dürfen sie auf den Bänken ausruhen; nur schlafen dürfen sie nicht. Aber mit offenen Augen dürfen sie zuschauen, welch liebevolle Sorgfalt, welch rastlose Mühe die schönste Stadt der Welt auf die Pflege aller einheimischen, be- sonders aber der teuren südländischen Pflanzen und Sträucher ihrer Schmuckanlagen verwendet. Mit offenen Augen dürfen fie zuschauen, wie die schönste Stadt der Welt die grünen Rasen- flächen monatlich niehrnials. rasieren läßt und durch eiserne Ein- fassungen und Drahtgeflechte gegen jede Verletzung schützt. Mit offenen Augen dürfen sie zuschauen, wie von der schönsten Stadt der Welt rings um jede Pflanze das Erdreich bettenweich aufgelockert, von Unkraut befteit, mit ftischer Nahrung gedüngt und getränkt wird, wie Blätter und Stengel von Raupen und Blattläufen gesäubert werden— das alles dürfen die„Sonnenbrüder" kostenlos mit- anschauen; aber wehe ihnen, wollten sie von der schönsten Stadt der Welt eine nur halb so gute Behandlung verlangen, wie man sie den Pflanzen angedeihen läßt, da kämen sie schön an:„Ueberweisung zc." wäre die Antwort I Und doch, hätte nicht�manch einer ein Recht, diese Forderung an die Gesellschaft zu stellen? Hat sie ihm gegenüber ihre Pflichten erfüllt? Hat sie ihn in seiner Jugend wie eine junge Pflanze gepflegt und behütet? Wie manch' einer mag nicht ohne Berechtigung in finsterem Groll die erbitterten Worte Berangers ausstoßen dürfen: „Ihr hättet mich erdrücken sollen, wie ich das Licht der Welt erblickt; Ihr hättet mich erziehen sollen, wie sich's für einen Menschen schickt; Ich wäre nicht der Wurm geworden, den ihr euch abzuwehren sucht; Ich hätt' euch brüderlich geholfen und euch im Tode nicht geflucht." Auch den„Vagabunden", den„Sonnenbrüdern" wird die Stunde der Erlösung schlagen; freilich nicht unter dieser Gesellschafts- ordnung, wohl aber wenn die rote Sonne der Gerechtigkeit siegend emporsteigt und alle Kinder der Finsternis in Söhne des Lichtes ver- wandelt, in Brüder der Sonne!— Die Landes-Bcrsicherungsanstalt Berlin teilt mit, daß gegen das Vorjahr die Ablehnungen von Jnvalidenrenten-Anträgen um rund ,10 Proz. gestiegen sind. Die Ablehnungen wegen Erlöschens der Anwartschaft treten immer mehr in den Vordergrund, weshalb die Versicherten darauf aufmerksam gemacht werden, regelmäßig Marken zu kleben, da sie sonst ihrer Anrechte aus der Versicherung verlustig gehen. Die Anwartschaft erlischt, wenn während zweier Jahre nach dem auf der Quittungskarte verzeichneten Ausstellungstag ein die Versicheruugspflicht begründendes Arbeits- oder Dienstverhältnis, oder die Weiterverficherung nicht oder in weniger als insgesamt zwanzig Beitragswochen bestanden hat. Bei der Selbst- Versicherung und ihrer Fortsetzung müssen zur Auftechterhaltung der Anwartschaft während zweier Jahre mindestens 40 Beiträge ent- richtet werden. Einen bösen Auftritt gab es am Montagnachmittag in der Swinemünderstraße. Um ö'/s Uhr fuhren fünf Mädchen und drei Zuhälter, die eine Spazierfahrt gemacht hatten, vor der Schankwirt- schast von Carl in dem Hause Nr. 114 vor und ließen die drei Droschken vor der Thür halten. Auch die Kutscher gingen einer nach dem andern ab und zu in das Lokal hinein. Als nach einer halben Stunde Polizeiwachtmeister Groß vom 90. Revier vorbeikam, forderte er die Kutscher auf. weiter zu fahren, da an der Schankwirtschast kein Halteplatz sei. Sie hätten schon zu lange dagestanden und hemmten den Verkehr. Da einer der Kutscher gerade in der Schankstube war, so rief er auch diesem die Aufforderung durch die Thür hinein. Sofort sprangen nun die fünf Weiber und ihre Zuhälter auf, liefen hinaus und um- ringten unter Schimpfen den Wachtmeister mit geschwungenen Schirmen und Stöcken. Der Bedrohte, der einige Schläge erhielt und dem die Burschen den Säbel entreißen wollten, erhielt aus sein Notzeichen alsbald Hilfe von zwei Schutzmännern, die am Vineta- platz standen. Das Gesindel zog sich nun in die Wirtschaft zurück, wurde aber, nachdem noch zehn Schutzmänner von der Wache ge- kommen waren, herausgeholt und nach der Revierwache in der Demminerstratze gebracht, um der Kriminalpolizei zu- ( geführt zu werden. Ungefähr zwei Stunden später um- teilte die ganze verfiigbare Mannschaft die Schänke, hob fie zum zweitenmal aus und brachte noch vier Mädchen und ebenso viele Männer nach der Wache. Hunderte von Menschen, Er- wachsene und Kinder, machten vor dem Lokal, auf dem Wege zur Wache und vor dieser durch Johlen und Pfeifen einen Heidenlärm. Wachtmeister Groß ist durch die Schläge nur leicht verletzt. Die Rohrleger der Firma David Growe, Friedrichstraße, wollen in diesem Jahre wieder eine Dampferpartie unternehmen, wie es für den Betrieb schon seit längerer Zeit üblich war. Nun lvird aber em sanfter Druck auf die Arbeiter ausgeübt, bei dieser Gelegenheit ein gesperrtes Lokal in Rauchfangwerder zu be- suchen. Die Finna würde jedenfalls gut thun, den Arbeitern die Wahl eines Lokals selbst zu überlassen, ehe es deswegen noch zu Differenzen kommt. Polizeilich beschlagnahmt wurde die Leiche der 40 Jahre alten Arbeiterfrau Emma Linke geb. Schiller aus der Fehrbellinerstr. 30. Als ihr Mann gestern mittag zum Essen nach Hause kam, fand er sie tot im Bette liegen. Die bis dahin ganz gesunde kinderlose Frau hatte morgens über Brustschmerzen geklagt. Der Arzt, der ihren Tod feststellte, konnte die Ursache ihres Ablebens nicht angeben. Wenn man keinen Hausschlüssel hat. Der 44 Jahre alte Arbeiter August Herfort aus der Schliemannstraße 16 besuchte am Sonnabend-, abend mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder mehrere Schank- wirtschaften und kam um 1 Uhr nachts nach Hause. Erst im letzten Augenblick merkte er, daß er den Hausschlüssel vergessen hatte. Vor der Thür stand nun gerade der 36 Jahre alte Schuhmacher Emil Herrmann, der sich von einem Freunde verabschiedete und eben in das Haus zurückkehren wollte. Herfort nahm von seinem Bruder Emil, der nach der Ebelingstraße weiterging, rasch Abschied und bat Herrmann, ihn mit einzulassen, da er den Schlüssel vergessen habe. Herrinann kannte ihn aber nicht, obwohl beide seit zwei Jahren in demselben Hause wohnen, und weigerte sich daher, ihn durchzulassen, weil sonst jeder mit einem solchen Anliegen kommen könne, um sich einzuschleichen. Jetzt versuchte es der Abgewiesene mit Gewalt. Sein Bruder, der den Wortwechsel hörte, kam zurückgelaufen und stand ihm bei, während Herrmann von seinem Freunde Unterstützung erhielt. Bei Brüder stemmten sich mit Händen und Füßen gegen die Hausthür, um sie aufzudrücken, hatten aber keinen Erfolg. Das Ende dieses Kampfes war, daß August Herfort der kleine Finger der rechten Hand zerquetscht wurde und sein Bruder zwei Messerstiche in den Kopf erhielt. Die Verletzten zogen sich nun zurück, erhielten auf der nächsten Unfallstation einen Verband und ließen dann von einem Wächter die Thür aufschließen. Während die Kopfverletzungen Emils weniger bedenklich sind, mußte August Herfort gestern ein Krankenhaus aufsuchen. Wer gestochen hat, ob Herrmann oder sein Freund, steht noch nicht fest. Die Angelegen- heit beschäftigt jetzt die Kriminalpolizei. Herfort und Herrmann sind beide Familienväter und waren bisher ganz ruhige und fried- liche Menschen. Vermutlich beim Angeln ertrunken ist der Tischler Paul Schulz aus Köpenick. Schulz war am Sonnabendabend aus seiner Wohnung Bahnhofftr. 7 fortgegangen, um zu angeln, wie er zu seinen Ver- wandten gesagt. Jedenfalls ist er infolge des herrschenden Stunnes von den Wellen in die Fluten der Spree gerissen werden, da er bis zur Stunde noch nicht zurückgekehrt ist. Ein gefährlicher Bursche ist vorgestern abend in hgr Person des 24jäbrigen Hausdieners B. der 18. Polizeiwache in der Königstraße zugeführt worden. Als gegen 11 Uhr die Frau eines Hausbesitzers aus der Alten Schützenstraße auf dem Nachhausewege begriffen, die Gollnowstraße an der Neuen Königstraße passierte, wurde sie von B. angesprochen und thätlich belästigt. Als die Dame ein derartiges Betragen zurückwies und gegen den Zudringlichen abwehrend die rechte Hand emporstreckte, versetzte ihr der rohe Patron mit einem Stock einen derartig wuchtigen Hieb über den Ann, daß die Haut aufriß. Ehe B. noch zum zweitenmal zuschlagen konnte, wurde er von Passanten festgehalten. In diesem Augenblick kam ein Herr hinzu, welcher in dem Hausdiener einen Burschen erkannte, der kurz vorher in der Linien- und in der Mendelssohnstraße Frauen be- lästigt hatte. Seiner Festnahme hatte er sich jedoch in diesen beiden Fällen durch die Flucht entzogen. Die Erbitterung der an- gesammelten Menschenmenge gegen den rohen Patron steigerte sich durch diese Mitteilung derartig, daß sofort ein Akt der Lynchjustiz an ihm vorgenommen wurde. Aus verschiedenen Wunden blutend wurde dann B. der zuständigen 18. Polizeiwache zugeführt. Nach dem Genuß von Pfefferlingen erkrankt ist die Familie des Kaufmanns R. in der Keibelstraße, die gelegentlich eines Ausfluges nach Hermsdorf die eßbaren Pilze gesammelt hatte. Jedenfalls mutz jedoch ein Giftpilz darunter gewesen sein, denn gestern nachmittag, nachdem die R.sche Familie die Pfefferlinas verzehrt hatte, erkrankten sämtliche Mitglieder unter Vergiftungserscheinungen. Einem sofort hinzugerufenen Arzt gelang es, durch Anwendung geeigneter Gegen- mittel jede Lebensgefahr zu beseitigen. Die Erkrankten befinden sich wieder aus dem Wege der Besserung. Fahrstnhlunglück. Am Montagvornrittag zwischen 8 und 9 Uhr ereignete sich in der Tapetenfabrik von Liepmann, Strelitzerstr. 60, ein furchtbares Fahrstuhlunglück. Als zur erwähnten Zeit der Ar- beiter Müller im dritten Stock Papier auf den Fahrstuhl laden wollte, riß das Drahtseil, woran der Fahrstuhl befestigt war. Der Fahr- stuhl stürzte, den Arbeiter Müller mit sich reißend, in den Keller hinab. Mit schweren Verletzungen an Kopf, Armen und Beinen wurde Müller hervorgezogen. Die Verletzungen erwiesen sich als so schwere, daß der Verletzte unter den Händen des Arztes, ohne die Besinnung zurückerlangt, zu haben, starb. Die Leiche wurde im Lauf des Vormittags nach dem Schauhause übergeführt. Der Große Preis von Berlin. Eine erstklassige internationale Konkurrenz wird am Sonntag. 23. August, im Sportpark Friedenau in dem 100 Kilometer-Rennen um den Großen Preis von Berlin versammelt sein, in welchem die außerordentlich hohen Barprcise von 3000, 1300, 1000, 730, 300 und 300 Mark ausgesetzt worden sind. In erster Linie sind der ausgezeichnete Franzose Contenet, der Inhaber des Stunden- und 100 Kilometer-Weltrekords, und Thaddäus Robl, unser bester deutscher Steher und Welt- meisterfahrer pro 1901 und 1902, zu nennen, deren Start sich die Friedenauer Direktion rechtzeitig zu sichern gewußt hat. Als schärfster Gegney wird sich den beiden der Holländer Piet Dickentmann entgegenstellen, der am letzten Sonntag bewiesen hat, daß er überaus schnell und jeder Konkurrenz die Spitze bieten kann. Das Sechser- feld, welches den Großen Preis bestreiten soll, wird durch Görne- mann, Käser und Rhser vervollständigt. IZiis den Nachbarorten. Rixdorf. Von religiösem Wahnsinn befallen worden ist eine in der Jägerstratze Hierselbst wohnhafte Frau Anna K. Dieselbe be- suchte längere Zeit sehr eiftig die religiösen Versainmlungen einer kleinen Sekte, die sich„Adventtisten" nennen. Die Folge hiervon war. daß die Aermste schließlich Spuren von Geistesgestörtheit zeigte und sich„Zion, die Dienerin Gottes" nannte. Weil sie wieder- holt in der Sekte Aergernis gab, schloß man die K. schließlich aus. Seitdem versucht die Unglückliche die„Welt.zu bekehren". Voii früh bis spät fitzt sie und beschreibt ganze Stöße Postkarten mit Bibelverseu und allerhand phantastischen Erzählungen über ihre Verfolgung, die sie dann an alle Welt verschickt. Die Unterschrift diefer Postkarten lautet:„Zion, Verwalterin des Reiches Christi und Reviforin des Gesetzes". Da die Familie der Unglücklichen unter deren Krankheit viel zu leiden hat, will man jetzt versuchen, die Kranke in einer Nervenheilanstalt unterzubringen.— Die Wahl des Magistrats- Assessors Hoffmann in Berlin zum besoldeten Stadtrat in Rixdorf ist jetzt vom Regierungspräsidenten in Potsdam bestätigt worden. Herr Hofftnann wird sein hiesiges Amt demnächst an- treten.— Vom hiesigen städtischen Arbeitsnachweis wurden im Monat Juli von 218 Arbeitgebern insgesamt 263 Personen zur Beschäftigung gesucht und zwar: 34 Handwerker, 22 Fabrik- arbeiter, 93 ungelernte Arbeiter, 31 Dienstmädchen, 28 Fabrik- arb eiterinnen, 22 ungelernte Arbeiterinnen und 33 jugendliche Per- sonen unter 16 Jahren. Beschäftigung suchten 381 Perfonen, nämlich 102 Handwerker, 78 Fabrikarbeiter, 201 ungelernte Arbeiter, 11 Dienst- mädchen, 22 Fabrikarbeiterinnen, 38 ungelernte Arbeiterinnen und 49 jugendliche Personen unter 16 Jahren. Hiervon erhielten 230 Personen Arbeit nachgewiesen und zwar: 31 Handwerker. 22 Fabrikarbeiter, 93 ungelernte Arbeiter, 11 Dienstmädchen, 20 Fabrikarbeiterinnen, 22 ungelernte Arbeiterinnen und 31 jugendliche Personen unter 16 Jahren. In 190 Fällen wurde der Fernsprecher zur Vermittelung benutzt. Aus der Radrennbahn gestürzt ist der 26 Jahre alte Rennfahrer Fritz Winnermann aus Breslau, Kupferschmiedstr. 48, der hierher gekommen war, um sich auf der Friedenauer Bahn für die nächsten Preisrennen vorzubereiten. Er zog sich am Kopf, an den Armen und an den Beinen so bedeutende Verletzungen zu, daß er ein Krankenhaus aufsuchen mußte. Verloren. Am Montagabend hat der Mechaniker Reinhold Prüssel, wahrscheinlich auf dem Wege von der Rheinstraße in Friedenau nach dem Bahnhof Wilmersdorf, ein Notizbuch mit Bei- tragsmarken des Deutschen Metallarbciter-Verbandes verloren. Bei Abgabe des Fundes auf dem Bureau des Metallarbeiter-Verbandes, Engel-Ufer 15, wird dem ehrlichen Finder die Vergütung aller Un- kosten zugesagt._ Gerichts-Zeitung. Der Kampf des Amtsvorstehers gegen den Umsturz. Am Sonnabend, den I. August, mußte sich der Reichstags- Abgeordnete Fritz Zubeil vor dem königlichen Schöffengericht in Köpenick verantworten; derselbe Kar angeklagt, am 20. April 1902 in Müggelheim in einer Volksversammlung durch zwei selbständige Handlungen: 1. die Gendarmen Herholtz und Brockmann öffentlich beleidigt zu haben; 2. den Amtsvorstcher v. d. Decken in Schmöckwitz in der öffent- lichen Meinung herabgewürdigt und verächtlich gemacht zu haben. Beide Strafthaten wurden zusammen verbunden. Der An- geklagte, der sich selbst verteidigte und auch ohne Zeugen erschienen war. bestritt, sich im Sinne der Anklage schuldig gemacht zu haben. Die beiden als Zeugen geladenen Gendarmen sagten unter ihrem Eide aus, daß der Angeklagte seinen Vortrag sehr sachlich und ruhig gehalten und erst in seinem längeren Schlußwort in eine gereizte Stimmung geraten sei durch die Bekanntgabe, daß der Gastwirt Brix aus Strafe dafür, seinen Saal den Socialdemokraten geöffnet zu haben, auf die Polizeistunde gesetzt sei. Hier habe der Angeklagte ausgeführt, nach Verfassung und Gesetz sei jeder Preuße berechtigt. sich zu jeder Zeit ohne Waffen in geschlossenen Räumen zu ver- fammcln, nur die beiden Beamten machten eine Ausnahme, trotzdem sie die überflüssigsten Menschen seien. Hier sei die Versammlung in großes Gelächter ausgebrochen. Der Angeklagte bestritt diese wider- sinnige Aeutzernng auf das lebhafteste, zeigte an der Hand von Er- fahrungen, wie schwer es sei für die Beamten, die nicht steno- graphieren können, einem Vortrage mit Schlußwort ca. 2V, Stunden verständnisvoll zu folgen. In der Regel würden einige Sätze aus dem Zusammenhang herausgegriffen und darauf die Anklage basiert. Der Angeklagte führte ferner aus, daß er diese beleidigende Aeutzerung nicht gethan haben könne, da ihm doch bekannt sei. daß die Anwesenheit der überwachenden Beamten keine willkürliche, sondern durch das Vereinsgesctz bedingte sei. Wohl habe er im Laufe feiner Ausführungen die Aeußerung gethan, daß, so gut in konser- vativen und auch in andren bürgerlichen Versammlungen es sehr gut ohne Gendarmen gehe, auch die Socialdemokraten dieselben sehr wohl entbehren könnten und für überflüssig in unsren Versammlungen halten, doch hätten sie ein Recht dazu. Die beiden Gendarmen blieben bei ihrer Aussage, und somit war dieser Teil der Anklage erledigt. Die Verhandlung wegen Beleidigung des Amtsvorstehers ge- staltete sich interessanter. Dem Angeklagten stand ein großes Be- lastungsmaterial gegen den Amtsvorsteher zur Verfügung; alles Matzregelungen von Gastwirten, die durch die Umstände gezwungen wurden, gleiches Recht zu üben und auch der Socialdemokratie ihre Lokale zu Versammlungen öffneten, so in Müggelheim, Eichwaldc, Zeuthen, Schmöckwitz usw. Durch geschickte Fragestellungen des An- geklagten wurde der Amtsvorsteher stark in die Enge getrieben. In Beantwortung der gestellten Fragen kam es zu einem interessanten Geständnis des Amtsvorstehers. Derselbe führte aus, daß er es für seine Pflicht erachte, die Anhänger der Umsturzpartei zu be- kämpfen und auchdiejenigenWirte, die der Umsturz- Partei ihre Lokalitäten zur Verfügung stellen. auf die Polizeistunde zu setzen; auch sei es ja bekannt. daß in den Lokalen, wo Socialdemokraten verkehren, dieselben leicht zu Ausschreitungen neigten, schon aus diesem Grunde im Verein mit Schankkontraventionen rechtfertigten sich Beschränkungen. Im übrigen könne er auf die einzelnen Fälle eine Auskunft äugen- blicklich nicht geben. Hiermit war auch in diesem Teile der Anklage die Beweisaufnahme geschlossen. Der Amtsanwalt führte in seinem Plaidoycr mis, der An- geklagte neige, wie seine Vorstrafen ergaben, sehr leicht dazu, Beamte wie die Gendarmen in Ausübung ihres schweren Amtes zu beleidigen; er beantrage für die Beleidigung der beiden Gendarmen die Strafe auf 100 Mark oder 10 Tage Gefängnis festzusetzen. Die Be- leidigung des Amtsvorstehers sei eine sehr schwere, der Angeflagte habe mit Ueberlegung gehandelt und den Amtsvorsteher nicht nur in der öffentlichen Meinung herabzusetzen versucht, sondern ihn auch verächtlich gemacht. Es sei durch nichts bewiesen, daß der Amts- Vorsteher sich eines Mitzbrauches der Amtsgewalt schuldig gemacht habe, er beantrage daher, da hier eine Geldstrafe nicht am Platze sei, 1 Monat Gefängnis. In seiner Verteidigungsrede ging der Angeklagte mit dem Amts- Vorsteher scharf ins Gericht. Er wies die Beleidigung gegen social- demokratische Arbeiter zurück und kennzeichnete die Amtshandlungen des Amtsvorstehers scharf; er bestritt noch einmal, die beiden Gendarmen als überflüssigste Menschen hinget ellt zu haben. Er habe in der Wahrung berechtigter Interessen gehandelt, weshalb ihm hier der Z 193 des Strafgesetzbuches zugebilligt werden müsse. Er be- antrage in beiden Fällen sein» Freifprechung. Nach längerer Beratung wurde das Urteil dahin verkündet, daß der Angeklagte wegen Beleidigung des Amtsvorslehcrs freizusprechen sei und die Kosten für diesen Teil der Anklage der Staatskasse aufzuerlegen seien; wegen Beleidigung der Gendarmen sei er zu einer Geldstrafe von 30 Mark und in die Kosten zu verurteilen. In der Begründung führte der Vorsitzende aus, durch die be- schworene Aussage des Amtsvorstehers sei erwiesen, daß Gast- Wirten seines Amtsbezirks, die den Socialdemokraten ihre Lokale zur Verfügung stellen, gcmatzregelt worden seien. Es mußte dem An- geklagten der§ 193 des Strafgesetzbuches zugebilligt werden und es war der Angeklagte deshalb freigesprochen worden. Kammergericht. Die ministeriellen Vorschriften, welche auf Grund der Gewerbe-Ordnung in ihrer.neucrcn Fassung über den Gewerbebetrieb der Auktionsform erlassen sind, verbieten eS den Versteigerern, neben ihrem Gewerbe bestimmte andre Gewerbe zu betreiben, und machen den Nebenbetrieb weiterer Gewerbe von einer behördlichen Erlaubnis abhängig. Ein Auktionator war bestraft worden, weil er o h n e besondere Erlaubnis neben der Versteigerung von Gegenständen auch den Verkauf solcher vollzogen hatte. Das Kanimergericht verwarf seine Revision und erklärte die ministeriellen Vorschriften für rechtsgültig. Sie gingen über die durch die Ge- werbe-Ordnung ermöglichte ministerielle„Regelung" des Geschäfts- bctriebes der Auktionatoren nicht hinaus. Versammlungen. Der Mctallardeiter-Berband(Ortsverwaltung Berlin) hielt am Montag in Kellers großem Saal seine stark besuchte ordentliche Generalversammlung ab. Den gedruckt vorliegenden Kassenbericht vom zweiten Quartal gab P e tz o l d. Demnach balanzieren die Einnahmen und Ausgaben der Hauptkasie unter Ueberweisung eines Betrages von ca. 13 000 M. aus der Lokalkasse in der Summe von 136 323,41 M. In der Lokalkasse ver- bleibt ein Bestand von 123 569,37 M. An Streik- und MaßregelungS-Unterstützung wurde in diesem Quartal die be- trächtliche Summe von ca. 93 000 M. verausgabt. Die Ausgaben für Rechtsschutz betrugen 5960,70 M. und an Ortsunterstützung 20 706,80 M. An der Diskussion über den Kassenbericht, die sich im wesentlichen um die Erzielung größerer Ersparnisse drehte, beteiligten sich Litsin, Cohen, Wiesen thal und P e tz o l d. Allgemein anerkannt wurde dabei die Notwendigkeit der Ausgaben für Rechts- schütz, weil durch die gerichtlichen Entscheidungen in vielen Fällen die Unrechtmäßigkeit der polizeilichen Strafmandate betreffs des Streikposten» stehens dargethan worden ist und die streikenden Arbeiter der Berliner Polizei gegenüber ihr gutes Recht allda gewahrt haben, wo es ihnen unter Berufung auf die Straßenpolizei-Berordnung zum guten Teil illusorisch gemacht werden sollte. Dem Rendanten wurde auf Antrag der Revisoren alsdann Decharge erteilt.— Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, hat die kürzlich vorgenommene Erhöhung der Bei- träge auf den Mitgliederbestand einen nachteiligen Einfluß nicht aus» geübt, der Verwaltungsstelle gehören gegenwärtig ca. 37 000 Mit- glieder an. Die vorgenommenen Ergänzungswahlen zur engeren Ortsverwalwng ergaben folgendes Resultat: 2. Bevollmächtigter: Wiesenthal; Rendant: P e tz o l d; 2. Kassierer: H e n n i g; Bureaubeamter: Lubatsch. Die Erledigung der übrigen Tages- ordnung sowie die endgültige Wahl der Revisoren wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt. Weizen, gut Marktpreise von Berlin am 3. August 1903 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch 8,00 5,00 1,80 1,20 1,40 1,00 " " " 1,60 1,10 1,80 1,20 m " 1 Juristischer Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Eine Branchenversammlung der Schraubendreher, die leidlich gut zu überweisen, wurde angenommen. Hierauf wurde die Verfamm-| E. N. 10. Das Gedicht auf„ Chosi uns nicht bekannt. A. G. 100. Befucht war, tagte am 27. Juli in Graumanns Festsälen. Zunächst lung vertagt. Einen solchen Sinnspruch" fönnen wir Ihnen leider nicht mitteilen. berichtete der Kollege Fellenberg über den Verbandstag. Die Streitende 100. Das sind Dinge, die außer Bergleich stehen. Individuelle Centralverband der Konditoren und verwandter Berufe. Fähigkeiten und Veranlagungen geben dabei den Ausschlag. Diskussionsredner waren allgemein der Ansicht, daß die Berliner Heute abend 8 Uhr im Verbandslokal, Linienstr. 96: Mitglieder- tisch 3. Die Ziffer bezeichnet die Maschine, durch welche die Herstellung Stamm Delegierten unter den gegebenen Verhältnissen alles gethan hätten, Bersammlung. Sehr wichtige Tagesordnung. Gäste willkommen. des Druckes bewirkt wird. P. N. 1903, Lassalleaner und Eisenacher. um die Interessen der hiesigen Mitglieder zu wahren, als hart Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Haberl- Bruck. Fragen Sie im Hamburger Echo", Fahlandstr. 11, an. wurde der Beschluß: Die Ertrabeiträge für Monat Juni auch den 5. August, abends 8, Uhr, Versammlung mit Frauen in Feuersteins Brandenburg. Richtig: es beruht auf einem Irrtum. 1848. Wahre Arbeitslosen von ihrer Unterstützung abzuziehen, bezeichnet. Auch Festsälen, Alte Jakobstr. 75. Landsleute sind willkommen. scheinlich nicht, doch fragen Sie im preußischen Kriegsministerium an. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands, Zweigverein O. V. 27. Nein. Holzmarktstr. 50. Erbaut 1699-1716. Bolz. den Berlinern etwas mehr Jdealismus hätten beweisen können, Berlin. Mittwoch, den 5. Auguſt 1903, abends 10 Uhr: Mitglieder-. starb am 3. Juli 1889 in Schöneberg. Beerdigt auf dem Friedhof der Freien Gemeinde, Kastanien- Aűee. H. K. 37. Beginn im Juli 1892, indem sie zu Gunsten der Iserlohner auf einen Teil ihrer Diäten bersammlung bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57. Höhepunkt im August und September, Abnahme und Erlöschen der Krank berzichtet hätten. Abfällig kritisiert wurde auch der Beschluß, das heit in den folgenden Monaten desselben Jahres. Dr. W. H. Besten Protokoll des diesmaligen Verbandstages für 25 Pf. zu verkaufen Dank für die Einsendung; die konjusen Sachen sind uns schon seit längerer ( die früheren kosteten 10 Pf.). Hierauf berichtet Kollege Fellen Zeit bekannt, es lohnt nicht, sich damit zu beschäftigen. berg über die Thätigkeit der Agitationskommission. Trotz reger Arbeit ist es derselben nicht gelungen, die geradezu trostlosen Arbeitsberhältnisse in den Schraubenfabriken wesentlich zu bessern. Neben Roggen, gut starfem Arbeitsmangel trug auch die Interesselosigkeit der Kollegen einen großen Teil der Schuld an dem negativen Erfolge der Thätigkeit der Kommission. Die 68 abgehaltenen Werkstatt-* Gerfte, gut Versammlungen mußten größtenteils Agitation wandt werden. Der Raffierer gab bekannt, daß sich während feiner Amtsthätigteit( 1. September 1902 bis 26. Juni 1903) 210 männ liche und 48 weibliche Kollegen in den Deutschen MetallarbeiterVerband aufnehmen ließen, und richtete das Ersuchen an die An- Richtstroh wesenden, mehr als bisher die alle vierzehn Tage stattfindende Heu Morgensprache zu besuchen und dafür Sorge zu tragen, daß möglichst Erbsen alle Kollegen, hauptsächlich alle Vertrauensleute, die Beiträge bei dem Speiſebohnen Branchen- Kassierer abrechnen, um der Kommission die Agitation Linjen zu erleichtern. Als Agitationskommissions Mitglieder wurden die Kollegen Fellenberg, Krause, Krenz und Präckert gewählt. Unter Werkstattangelegenheiten wurden hauptsächlich die ungemein niedrigen Accordlöhne bei den Firmen Nevier u. Weise und Stärke kritisiert. Nachdem noch beschlossen war in Zukunft möglichst alle 8 Wochen eine Branchenversammlung abzuhalten, erfolgte Schluß der Verfammlung. zur bers " " D.- Ctr. mittel gering " " Schweinefleisch " mittel Kalbfleisch " gering Hammelfleisch " " 14,20 13,60 Butter mittel 13,50 12,90 " afer, gut ** Hafer, gering " 12,80 12,30 Eier Karpfen 60 Stüd 1 kg 16,40 15,20 Aale " mittel " 15,10 14,00 Bander gering 13,90 12,80 Hechte 4,32 3,82 Barsche 6,80 4,30 Schleie 40,00 25,00 Bleie " " " 50,00 25,00 Krebse 60,00 20,00 * flamm und Geruch. ** mit Geruch. " per Schock 18,00 3,00 Eingegangene Druckfchriften. 1,80 1,30 5. W. 49. Ihre Anwesenheit im Revisionstermin ist nicht erforderlich. 2,40 2,00 Es wird auch ohne diese wahrscheinlich das freisprechende Urteil bestätigt 4,00 2,40 werden. M. K. 15. Dagegen giebt es kein gerichtliches Mittel, Sie 2,40 2,00 fönnen nur den Weg der Güte versuchen. Br. 40. Lehnen Sie ein 2,80 1,40 Anerkenntnis oder dergleichen ab, weil Sie zur Unterstützung nicht ver 3,00 1,20 pflichtet sind. H. R. 1. Bevor Sie eine zweite Ehe eingehen, müssen 2,40 1,20 Sie sich mit Ihren unmündigen Kindern auseinandersehen. Den 1,80 80 Auseinandersehungsschein erteilt das Amtsgericht. 2. Unverständlich. 2,60 1,20 R. S. 7. 1. Nein. 2. Ja. G. 2. 10. Nur der Vater, nicht die 1,40 70 Mutter, haftet Ihnen für die vom Vater eingegangene Verpflichtung. E. C. 25. Biederholen Sie Ihre Anfragen. 75275. 1. und 2. Offenbacher Krankenkasse, Prinzenstr. 66 bei Hinz. 3. Wenden Sie sich an den Vorsitzenden des Wahlvereins. Erna B. 1. und 2. Ja. 3. Nein. 999. Ein Sohn oder eine Tochter find rechtlich nur dann verpflichtet, die Eltern zu unterstützen, wenn sie bei Berücksichtigung ihrer sonstigen Berpflichtungen hierzu im stande find, ohne ihren standesmäßigen Unterhalt zu g- fährden". Demnach ist das Kind nicht unterstüßungsverpflichtet, wenn es nicht mehr als die Kosten für seinen eigenen und seiner Familie standesmäßigen Unterhalt zu gewinnen vermag oder wenn die Unterstützung den eigenen, der Frau oder der Kinder standesmäßigen Unterhalt für die Zus funft in Frage stellen würde oder wenn durch die Unterstügung sonstige Berpflichtungen des Kindes unberücksichtigt bleiben. Aus dieser rechtlichen Lage heraus ist lediglich zu empfehlen, die Erstattung von der Armenverwaltung für Eltern verauslagter Soften abzulehnen. Etwas ganz andres die thatsächliche Unterstützung der Eltern, der Preis 50 Pf. Verlag Hermann Schoenfeld, Dresden. Die Ergebnisse der Reichstagswahl 1903 nach amtlichem Material. Blast das Fegefeuer aus! Von einem alten Diffidenten. Breis 30 Bf. Darmstadt 1903. Selbstverlag Adolf Küßner, Niederramstädterstr. 62. Degelow und Dr. W. Bode. Offene Briefe über Gasthaus Reform, gewechselt zwischen Starl Preis 50 Pf. Weimar 1903. W. Bodes Verlag. möglich. 34 Seiten. Basel 1903. ieder moration perpligted eift.- 21. 21, 2, 1, und 2. Rein" 8. Ja S. R. 100.,. K., P. B. Nein. C. D. 14. Ja. Wilmers. dorf. Eine bei dem Gericht anzustellende Schadensersaßflage muß den Beweis antreten, daß der Tod schuldhaft verursacht ist. Eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft hat den Thatbestand darzulegen. D. S. Nur der vereinbarte Lohn ist zu zahlen. 1 Witterungsübersicht vom 4. August 1903, morgens 8 Uhr. Die Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend hielt am 26. Juli eine außerordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Kassenbericht war zu entnehmen, daß die Einnahme vom I. Quartal 20 276,58 M., Ausgabe 17 826,06 M., Bestand am Schlusse des Dr. N. Wafklich. Nur den Arbeitern gegenüber ift to etwas I. Quartals 2450,52 M.; vom II. Quartal Einnahme 17 020,48 M., Ausgabe 14 007,08 M., Bestand am Schlusse des II. Quartals G. Lange. Volksschule und Deutschtum in der Ostmart. Preis 3013,40 M.; Reservefonds 3½ prozentige Berliner Stadtanleihe 50 Pf. Verlag A. Helmichs Buchhandlung( Hugo Anders), Bielefeld. 49 100 M.; Gesamtsumme Schlusse des II. am Quartals Dr. Cleanthes Nicolaides. Die neueste Phase der macedonischen 52 113,48 M. Der Ausschuß bestätigte die Abrechnung und wurde Frage. 66 Seiten. Berlin NW. 7, 1903. S. Calvary u. Co. Die genossenschaftliche Brotproduktion. Zusammengestellt nach dem Kassierer Decharge erteilt. Hierauf wurde der vom Vor- Umfrage unter den Arbeitern der Konsum- und Genossenschafts- Bäckereien. stand und Ausschuß ausgearbeitete Statutenentwurf, welcher 54. Seiten. Verlag D. Allmann, Hamburg- Eilbed, Marstraße. der Versammlung vorlag, nach kurzer Diskussion angenommen. Protokoll der 6. Generalversammlung der Töpfer, 13. Rongreß Derselbe tritt, wenn ihn die Behörde genehmigt, mit dem 1. Januar zu Meißen. 1903. 158 Seiten. Herausgegeben von der Centralleitung des 1904 in Kraft. Folgender Antrag wurde angenommen:„ Der Vorstand und Verbandes in Berlin. Ausschuß wird ermächtigt, falls fleinere sowie redaktionelle Aenderungen Weltall und Menschheit. Hefte 37 und 38. Herausgegeben von des zweiten revidierten Statuts verlangt werden, dieselben felbst- Hans Krämer. 100 Lieferungen a 60 Pf. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Stationen ständig vorzunehmen, werden jedoch in finanzieller Hinsicht größere Protokoll des internationalen Steinarbeiter- Stongreffes, abgehalten bom Alenderung verlangt, so beschließt die heutige Versamlung, sich zu ver- 31. Mai bis 2. Juni 1903 in Zürich. Preis 25 Cents. Verlag R. Kolb, tagen und wird der Borstand beauftragt, fofort nach Pestalozzistr. 18, Zürich. Kenntnisnahme, die vertagte Versammlung durch einmalige B. Guinandeau. Klostergreuel. Preis 1,50 M. München 1903. Annonce in dem Publikationsorgan wieder einzuberufen". J. F. Lehmanns Verlag. Als Hilfskaffierer wurden gewählt für den Norden: Koch. Nordosten: Woerls Reisehandbücher. Dresden und Umgegend, Sächsische Schweiz. Schacht. Often: Fischer. Südosten: Fuhrmann. Süden: Heese. Preis a 50 Pf. Leipzig, Woerts Reisebücherverlag. Freidant. Moabit: Kuschick. Wedding: Drewvin. Pankow: Berlin. Mefer. Friedrichsberg: Zufter. Nigdorf: Bernot. Für Charlotten- 20Briefkaften der Redaktion. burg wurde beschlossen, da es die Mitglieder nicht der Mühe wert halten, in der Versammlung zu erscheinen, von Berlin keinen Hilfs- Badewanne. A. Wortmann in Düsseldorf. 10. Streitfrage. Die faffierer zu wählen. Der Antrag Heller, die Sache dem Vorstand Anwendung beider Fälle ist gestattet. Mehr im Gebrauch der vierte Fall. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 5. August. Anfang 7, Uhr: Nenes Operntheater. Der Bettelstudent. Weften. Die Herren Söhne. Leffing. Der blinde Passagier. Deutsches. Die versunkene Glode. Anfang 8 Uhr: Liederspielhaus( Kroll). Vision nach dem Balle. Berliner. Fedora. Kleines. Nachtasyl. Thalia. Das Alter. Belle Alliance. Specialitäten. Carl Weik. Der Fehltritt einer Frau. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Stettiner Sänger. Baffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspite zum WazStern mann. Juvalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Belle- Alliance- Theater. Im herrlichen Sommergarten: Anf. Wochent. 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr: Grosses Konzert. Anf. der Specialitäten Borst. 8 Uhr. Bei ungünstiger Witterung im Theater. Ad- Ad lebt und schwebt, erregt das sdgrößte Erstaunen. Das neue August- Programm. Entree 50 Pf. Entree 50 Pf. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 206. Male: Neuestes! Barometers stand mm Windrichtung Windstärke Swinembe. 754 NNW Hamburg 75723 Berlin 756 23 Frankf.a.M. 762 S München Wien 765 23 759 283 Better Temp. n. C. 5° C. 4° N. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke 28etter Temp. n. T. 766 2323 2heiter 2 heiter 2mollig 13 1 bedeďt 15 4halb bd. 16 17 5Regen 14 Haparanda 748 SD 2Regen 15 Petersburg 752 SW 4 bedeckt 14 Cort 761 WSW 3wolfig 16 Aberdeen 7halb bb. 14 Paris 2wolfen! 17 Wetter Prognose für Mittwoch, den 5. Auguft 1903. Bunächst vielfach heiter, etwas wärmer bei ziemlich lebhaften südwestlichen Winden; später neue Trübung und leichter Regen. Berliner Wetterbureau. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstr. 165. !! Menschliches Doppelwesen: die zusammen gewachsenen Schwestern 20 Jahre alt, spielen Violine! Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Die Tritons, die besten Taucher der Welt, 5 Minuten unter Wasser ohne zu atmen. Tilly Verdier, Soubrette. Kapitain Martens, Kunstschütze. Ganz Berlin zerbricht sich schon den siebenten Monat den Kopf über AGA! 14 neue erstklassige Nummern. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Allerneuestes! Nachtasyl. Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Carl Weiss- Theater. Anfang 8 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Große Frankfurter Straße 132. Brunnenstrasse 16. Abends 8 Uhr: Der fehltritt einer Frau. Die eine weint, die andre lacht. Borher: Morgen: Der Fehltritt einer Eine Stunde Kaiser von Oestreich. Frau. Sonntagnachmittag: Das Geheimnis des roten Hauses. Im Garten: Neue Specialitäten. Anfang 5 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr ab. Donnerstag, den 6. August 1903: Benefiz Tony Ferrand. OOLOGISCHER Bernhard Rose- Theater CARTEN Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppelkonzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Wochentags 6-7 Uhr, Sonnt. 4-5, 6-7 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. unter 10 Jahren die Hälfte. Kinder Gesundbrunnen, Badstraße 58. Mittwoch, den 5. Auguſt cr.: Friede auf Erden. Lebensbild mit Gesang und Tanz in 3 Atten von H. Schulz. Delbost, einbeiniger Handakrobat. Karl Groth, Groteskfomiker. The 3 Amaranths, afrob. Tänzerinnen Gauert mit seinen dressierten Hunden. Rivas und Dixas, Antipodenaft auf lebendem Biedestal. Mary Ellys, moderne Tyrolienne. Richard Wagner, Konzertfänger. Ballett- Gesellschaft ,, Saltarello". Marie Förster, Solotänzerin. Anfang 4 Uhr. Donnerstag, den 6. August: Ver: botene Wege. Apollo- Theater. Fröbels Allerlei- Theater Täglich: Die Liebes- Insel mit been Briefmarken- Ballett. sensationellen Ein ungetreues Weib. Mimodrama in 2 Aften, gespielt von Merians dressierten Hunden. früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute Mittwoch: Großer Elite- Spielabend des gesamten, neu engagierten riesengroßen Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderstr. Tägl. Im herrl. Garten: Tägl. Grossart. Programm. Tom Bryasly, Silhouetten. GerraSano, Gesang u. Transformation. Anny Raaly, deutsch- franz. Soubr. Eduard Reetz, Humorist. Henriette Donneux, VortragsSoubrette. Bonnet- Trio, Melange Att. Rud. Schaup, Charakterkom. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser: Saal: Tanz. Ostbahn- Park. August- Spielplans Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. The Avolos- Brothers Kaufmann. Neu! Das Bild des Vaters Messters Kosmograph. Neue Bilder- Serie. Schweizer- Garten am Königsthor, am Friedrichshain. Täglich: Theater und Artisten- Vorstellung, Ball und Volksbelustigungen. Abends 10 Uhr: Berliner Sportmädel. Bosse m. Ges. in 2 Bildern v. Geride. Lebende Bilder. Bioscop. Neueste Aufnahme. Jeden Mittwoch: Kinderfeft. Reichshallen Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Original- Volksstück v. Anton Anno. Dazit: Hedwig Döring. Alexander Carret. X Hugo Schulz. Afhrods- Trio. X Tom Bell. einy Duskomatograph usw. Jm Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Hermann Imbs. Täglich: n Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. Jeden Mittwoch: Die beliebten Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Regelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riesenprogramm, 40 Nummern. Im Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Boltsbeluftigungen aller Art. Größere Die Expedition. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7-9. Direttion: M. Kalbo. Taglia: Johanniszauber. Dperetten- Burleske in 4 Bildern von W. Geride. Konzert und Ball. 1. a. Deta Waldau. Bravour- Soubr. Original Eugen Milardo, Tanghumorist. New! The Berlings, New! die fingende Lufffee. Johnke Compagnie. Transformations Red Bantomime. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., num. Plak 50 Pf. Freitag, den 7. Auguft: Benefiz für den Regisseur Arthur Seelen. Zur Aufführung gelangt: Alt- Heidelberg du Feine. Neue Welt Hafenheide 108/114. Arnold Scholz. Mittwoch, den 5. August: Grosses Ernte- Fest. Gratis- Verlosung goldener und silberner Uhren. Specialitäten- Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf. Konzert. Morgen Donnerstag: Militär. Feuerwerk. Freitag, den 7. August: Massen- Konzert. Diez' Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das vollständig konkurrenzlose Riesen- August- Programm! H. Stahnke. Mst. Deamando und Miss Anni. The Delsons. Loro- Quartett. Gebr. Bellong. Fritz Brand. Dustes Bioscop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. Lochmann's weltberühmte, bei einfachem Zurücklegen des Kopfes intensiv spülende Nasen- Douche ,, Frisch und Frei" aus Porzellan. D. R. G. M. 134776. Pat. in allen Staat. sen- Douche rischand Gret Grossartigste Wirkung. Tausendf. erprobt u. ärztl. empfohlen. à M. 1. i. Apotheken, Gummi- u. Parfümerie- Geschäft Sanssonel Obit's Feitfäle, Schöneberg, Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Konzert. Jeden Sonntag, Montag Meiningerstrasse 8. sta 289/2 Sonnabend, den 8. Auguft 1903: * III. 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Berichterstattung über den Stand der Lohnbewegung bei den Kürschnern, Holz- und Bretterträgern, Metallarbeitern und Fliesenlegern. 3. Kartellangelegenheiten. 289/1 Jede Gewerkschaft muß vertreten sein. Es erwartet daher vollzähliges Erscheinen. Der Ausschuß. Central- Verband der Glaser Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 7. August, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Schlichtungskommiffion. 2. Verschiedenes. 73/7 Jeder Kollege hat das Verbandsbuch mitzubringen. In dieser Versammlung werden die Marken für den Streitfonds ausgegeben. Diese Marke wird als Legitimation in das Verbandsbuch einAllgemeine Kranken- und SterbeKasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen. ( E. H. 86, Hamburg.) Verwaltungsstelle Berlin B. Am Sonntagnachmittag verstarb plöglich auf der Straße infolge eines Herzschlags unser langjähriges Mitglied, der Drechsler Otto Wolf. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwochnachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Central- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 786 Die Ortsverwaltung. J. A.: A. Holefleisch, Berlin SO., Manteuffelstr. 45. Hiermit allen Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann August Struckmeyer nach kurzem Leiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag 6 Uhr bom Trauerhause, Neue Krug allee 61, nach dem Treptower Kirchhof statt. Um stilles Beileid bittet Die trauernde Wittwe. Freunden und Bekannten die Nachricht, daß mein lieber Mann Hermann Wirth verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Emmausfirchhofes aus statt. 846 Die trauernde Witwe. Emilie Wirth. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, Bater, Bruder und Schwa ger am Sonntag, den 2. August, nach furzem schweren Krankenlager entschlafen ist. 22652 Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 5. Angust, nachmittags 5 Uhr, vom Trauers dem Danteskirchhof statt. Dies zeigt tiefbetrübt an Die trauernde Witwe geklebt. Alle Bauarbeiter werden ersucht, die auf Bauten hause, Ruheplaystr. 26, aus nach beschäftigten Glaser auf diese Versammlung aufmerksam zu machen und am Freitag nach dem Verbandsbuch zu fragen, da sämtliche in Arbeit stehenden Kollegen die Marke geklebt haben müssen. Die Ortsverwaltung. Baustellen i. Erkner, termiffen. Mart. Neu- Zittau 70 Pf., Dabendorf m. BauKonsens 80 Pf., bei Grünau 2 Mart. bert. unt. reellen Zahlungsbedingungen Schulz, Rigdorf, Len auftr. 12/13, v. III Marie Bartel, b Verlosungsartikel Credit. zu Landpartien, für Vereine, Gesellschaften 2c., überraschende NeuPrinzen- heiten, sowie Lampions, Stocklaternen, Papiermüken, Fahnen, Dr. Simmel, Str. 41. simpeln, Guirlanden, Radaufachen, Scherze und Präfente jeder Specialarzt für[ 13/19 Art spottbillig im Engrosgeschäft Dr. Taendler, Frauenarzt, Haut- und Harnleiden. Alexanderstr. 42. Pfennig. 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