Nr. 181. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn a art, für das übrige Auslan 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormitttags geöffnet. Telegramm- Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Wohnungsverhältnisse in Preußen. Donnerstag, den 6. August 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfbrecher: Amt IV. Nr. 1984. glichen mit der Thatsache, daß in einem Strifenjahr bei wegen ungenügender Trennung der Geschlechter in eine Geldfallenden Löhnen Lebensmittel wie Mieten absolut steigen, strafe von sage und schreibe 10 M. genommen. muß auch dem Blödesten klar machen, daß die in unsren Auch aus den westlichen Bezirken wissen die Berichte im Wir haben in früheren Artikeln bereits das fast einhellige Großstädten immer mehr in den Vordergrund sich drängende großen und ganzen von Besserungen kanm zu melden. So Urteil aus den diesjährigen Berichten der preußischen Fabrik- Wohnungsfrage mit den Maßnahmen einer zahmen Social- befagt zwar der Bericht für Münster:" Die Unterkunftsräume inspektoren hervorgehoben, wonach die Krise im abgelaufenen reform, die vor den heiligen Rechten des Hausagrariers in der Ziegelarbeiter sind besser geworden," fügt jedoch hinzu, Jahr den arbeitenden Klassen bei durchweg verminderten Lohn- frommer Scheu Halt macht, nicht gelöst werden kann. daß, um einigermaßen gute Zustände zu erhalten, dauernde sätzen nicht nur durch eine allgemeine Steigerung der LebensNirgendwo aber zeigt sich die totale Unzulänglichkeit einer scharfe Kontrolle erforderlich sei. Ebenso meint der Bericht mittelpreise, sondern auch durch das weitere Emporgehen der socialreformerischen" Wohnungsinspektion nach wie vor schlimmer für Hildesheim, die Unterkunftsräume der Wanderarbeiter Wohnungsmieten in drückendster Weise fühlbar geworden als auf dem platten Lande, zumal sofern die Wanderarbeiter seien in den letzten Jahren wohl besser geworden, doch ist. Abgesehen von der störenden Ungleichheit der ein- in Frage kommen. In erster Linie stehen hier natürlich die lassen sie immer noch viel zu wünschen übrig, sobald es der zelnen Berichte untereinander, enthalten sie auch dies- Unterkunftsverhältnisse der Ziegelei- Arbeiter, wenn auch die Arbeitgeber an gehöriger Fürsorge fehlen läßt". Dagegen mal manches schätzenswerte Material über die Wohn- der andren Arbeiterkategorien ihnen durchweg kaum nachstehen. wurden in den Hannoverschen Torfgräbereien erhebliche Mißund Unterkunfts- Verhältnisse bei den Wanderarbeitern, Nach dem Bericht für Ostpreußen sind noch mehrfach mangel- stände festgestellt. So ward an einer Stelle ein Schlafraum gehen jedoch über die Wohnungsfrage in den Städten meist hafte Einrichtungen der Schlafräume für Ziegelei- Arbeiter entdeckt, in dem zwei Ehepaare schliefen; der Unternehmer mit allgemeinen Wendungen hinweg. In Verbindung beobachtet worden und Gegenstand der Erörterung zwischen mußte, wie der Bericht für Hannover besagt, durch" polizeimit dem auch im übrigen nach wie vor reaktionären Zuschnitt Aufsichtsbeamten und Arbeitgebern gewesen. Im allgemeinen liche Strafandrohung" zu einer ordnungsmäßigen Unterder Berichte ist es daher nicht möglich auf Grund derselben sind die Forderungen der Beamten anstandslos erfüllt, nur bringung der betreffenden Arbeiter gezwungen werden; beein halbwegs zutreffendes Gesamtbild der Wohnungsverhält vereinzelt Schwierigkeiten entgegengestellt" worden ein straft worden ist er also augenscheinlich nicht. Auch der Genisse der arbeitenden Klassen in Preußen zu gewinnen. Optimismus, in den die Berichte aus westlicher gelegenen werbe- Inspektor für Lüneburg und Stade stellt feft, Immerhin mag das wesentlichste als Material hervorgehoben Bezirken nicht einzustimmen vermögen. Dem gleichen Bericht daß die Unterbringung der Wanderarbeiter in Ziegezufolge wird in einer Anzahl Ziegeleien, wie hier beiläufig leien in vielen Fällen nicht den Vorschriften der werden. " Die Aufsichtsbeamten selber führen Klage darüber, daß sie bemerkt sein mag, der Mangel an gutem Trinkwasser diesbezüglichen Polizeiverordnungen entsprach, so daß in nur wenigen Fällen die Befugnis zur Besichtigung von übel empfunden. Es bietet den Aufsichtsbeamten nicht wegen hartnäckiger Zuwiderhandlungen gegen die einSchlafräumen, besonders auch von Schlafhäusern der großen felten Schwierigkeiten und führt zumeist zu umständlichen schlägigen Bestimmungen mehrere Unternehmer in Strafen Werke besigen; auch fehle ihnen zumeist eine Handhabe zum Verhandlungen mit den Besitzern, um solche Uebelstände genommen werden mußten. Im Regierungsbezirk Minden Einschreiten gegen vorgefundene Mängel. Diesem Umstande durch Anlegung von besonderen Brunnen oder von Röhren- hatte ein Ziegeleibefizer den Zieglern als Wohn- und Schlafmag ja in mancher Beziehung das gänzliche Versagen der leitungen, welche gutes Trinkwasser zuzuführen haben, zu be- raum einen Stall angewiesen, der ohne Fenster war und gegen Berichte in Bezug auf alle Details zuzuschreiben sein. feitigen." Wie der Bericht für Westpreußen besagt, hat sich Wind und Regen nicht genügend schütte". Die erkannte Strafe Dagegen wäre es es wünschenswert gewesen, Be- dort die Beherbergung von Wanderarbeitern gleichfalls in betrug 20 M. In einem ländlichen Bezirk desselben Aufsichtswegungen auf dem Wohnungsmarkte in Bezug auf Bahl, etwas gebessert; die Gesamtheit der Zustände war aber nach freises mußten von der Gesundheitskommission nicht weniger Besetzung und Preis der Wohnungen näher zu berück- wie vor höchst übel. So wird einem der dortigen Bezirks- als zwanzig, an Arbeiter überlassene Wohnungen als gesundheitsfichtigen. Angaben in dieser Richtung enthält nur der berichte entnommen, daß ein Ziegeleibefizer, der überwiegend widrig bezeichnet und ihre Weiterbenutzung von der Beseitigung der Kölner Bericht. Sind diese auch höchst dürftig, so sind sie bei Polen verwendete, die zum Teil in der Ziegelei, zum Teil in gerügten Mängel abhängig gemacht werden. Für die Besserung der ihrem völligen Fehlen in allen andren Berichten immerhin der Landwirtschaft beschäftigt wurden, seinen Leuten stallartige, Wohnungsverhältnisse der Wanderarbeiter auf Ziegeleien mußte schäzenswert. Das Angebot und die Nachfrage betrugen in von beiden Geschlechtern gemeinsam zu benutzende, mangelhaft wiederholt die Mitwirkung der Ortspolizeibehörden in Ander genannten Stadt für Wohnungen von einem Raume mit Fenstern versehene Schlafräume anwies, die teilweise zu- fpruch genommen werden. 439-439; von zwei Räumen 1260: 2597; von drei Räumen gleich zum Stochen benutzt wurden. Eine Abänderung war ich aus den Berichten der Fabrikinspektion kein erschöpfendes Wir haben eingangs unfres Artikels bereits betont, daß 931: 1754. Die bezüglichen Mietpreise stellten sich monatlich ohne behördlichen Zwang nicht zu erreichen." " Nachträgliches zur Papstwahl. V Biele dieser guten ein trinke, daß er drei Schwestern habe, die bisher für ihn wären usw. Daß wir ihnen auch eine derartige aus journalistischen gefocht hätten und selbst zum Einkaufen auf den Markt gegangen Küchenabfällen zusammengebrühte geistige" Rost vorjezen, werden unsre Leser nicht von uns verlangen. Wir beschränken uns deshalb auf die kurze Wiedergabe einiger der wichtigsten eingelaufenen Telegramme: für 1902( 1901) in Köln Stadt 9,9 m.( 9,9 m.), 19,7 m. Der Potsdamer Bericht stellt bezüglich der Unterbringung Gesamtbild der Wohnungsverhältnisse der arbeitenden Klassen ( 18,7 m.), 28,8 M.( 28,7 M.); in den Vororten 8,1 M. der Arbeiter mehrfach Verstöße gegen die Bestimmungen der in Preußen entwerfen lasse. Aber selbst das wenige, das sie ( 8,1 m.), 15,0 m.( 14,4 M.), 22,9 m.( 22,9 M.). Also gerade für den Regierungsbezirk erlassenen Polizeiverordnung über mitteilen, und die grellen Schlaglichter, die sie auf die die meistbenutzten zweiräumigen Wohnungen sind im Preise die Wohnungen der Wanderarbeiter in landwirtschaftlichen und Häuslichkeit" mancher und großer Kategorien unsrer Arbeiternichit unerheblich in die Höhe gegangen. Bei den Wohnungen industriellen Betrieben vom 20. Dezember 1891 fest. So fchaft werfen, ist mehr als genug, um wiederum auf den tiefen von vier Räumen überstieg gleichfalls die Nachfrage mit 472 waren in der Arbeiterfaserne einer Buckerfabrik eine ganze Ernst der Wohnungsfrage für die Gesundheit und die Lebensnoch das Angebot mit 419 ziemlich beträchtlich, während bei den Anzahl Ehepaare in einem gemeinschaftlichen Schlafzimmer haltung unsres Volkes mahnend und warnend hinzuweisen. Wohnungen mit fünf und mehr Räumen das Verhältnis untergebracht, während in andern Fällen einzelne Zimmer mit 301 196 wesentlich zu Ungunsten der Nachfrage umschlug. überfüllt waren. Schwierigkeiten verursachte auch mehrfach In ähnlicher Weise stellt der Bericht für den Regierungsbezirk die Unterbringung von Arbeitern, die vorübergehend bei Aachen fest, daß bei den kleinen Wohnungen von 1-3 Räumen größeren Bauten beschäftigt wurden. So hatten sich die zur Nachdem der frühere Patriarch von Venedig, der vor dem Beginn die Nachfrage das Angebot um ein mehrfaches überstieg, Ausführung eines Chausseehauses angenommenen Arbeiter, des Konklave nirgends als ernsthafter Kandidat für die Papstwahl während bei Wohnungen von 4 und mehr Räumen die Nach- in Ermangelung andrer geeignet gelegener Unterkunfts- genannt wurde, zum Nachfolger Leos XIII. erwählt worden ist, frage wesentlich hinter dem Angebot zurückblieb. Vielerorts| räume, Hütten aus Erde und Baumzweigen bemüht sich jetzt die bürgerliche Presse, voran die liberale, zur Begewurde der Wohnungsmangel hervorgerufen oder verschärft baut, in denen sie wohnten. Auf Anzeige des Gewerbe- friedigung der Neugierde ihrer Leserschaft, in spaltenlangen Rotizendurch den Umstand, daß unter der Einwirkung der Strife die Inspektors erfolgte deren Räumung." Der gleiche Bericht Anekdoten über den neuen Bapst aufzutischen. und Depeschen Zusammenstellungen allerlei Kannegießereien und Bauthätigkeit der privaten oder gemeinnüßigen Baugenossen- weiß von folgendem geradezu kriminellen Falle zu melden. Anekdoten beruhen auf bloßen Erfindungen, andere find schaften zurückging oder völlig ins Stoden geriet. Nur Von einem Bauunternehmer waren zum Bau einer Stlein- geradezu albern und tragen zur Erkenntnis des Charakters wenige Berichte wissen, zumal für größere Städte, von einem bahnstrecke eine große Zahl deutscher, polnischer und russischer und der politischen Anschaumgen des neuen Papstes Sinken der Mieten zu melden. Arbeiter angenommen. Infolge von Zwiftigkeiten gerieten auch nicht das geringste bei. Da wird umständlich erzählt, Die dem Berliner Bericht beigegebene Specialuntersuchung die Arbeiten ins Stocken, die ohne Kündigungsfrist eingestellten daß der Neuerwählte ein Liebhaber der Jagd sei, daß er Musik gern über die Lebenshaltung von etwa 950 unverheirateten Ar- Arbeiter wurden abgelohnt, von dem bauleitenden Techniker höre, gut oder, wie in einigen Meldungen behauptet wird, nur beiterinnen haben wir bereits im Auszuge mitgeteilt und da- aber durch das Versprechen zurückgehalten, daß die Arbeiten mittelmäßig rede, daß er fingen könne, recht mäßig sei, aber gerne bei auch die einschlägigen Wohnungsverhältnisse berücksichtigt. in den nächsten Tagen wieder aufgenommen werden würden. ( Nr. 152 dieses Blattes vom 3. Juli d. J.) Ergänzend zu Diese Versprechungen zogen sich wochenlang hin und die zu unfren damaligen Ausführungen mag das abschließende Urteil legt jeglicher Subsistenzmittel beraubten Leute, Männer wie des Berichts nachgetragen werden. Danach sind die Zustände Frauen, waren in mangelhaften Baracken ohne Trennung der in der Wirklichkeit weit schlimmer als die ermittelten Zahlen Geschlechter untergebracht, bis sie schließlich in ihre Heimat vermuten lassen; durchweg sind Arbeiterinnen, welche bei den abgeschoben wurden." Eltern wohnen, schlechter aufgehoben, als die in Schlafstellen Im Wesen das gleiche Bild gewähren die Berichte aus Unterkunft suchenden, wo eine schärfere polizeiliche Kontrolle Schlesien und Sachsen. Dem Bericht für Breslau zufolge sind ausgeübt werde. Die Mißstände, die in Bäckerei, Schlächterei, erhebliche Mißstände nicht allein hinsichtlich der Unterbringung Gastwirtschafts- und verwandten Gewerben bezüglich der Wohn- der Wanderarbeiter, sondern in den Schlafstätten gewerblicher und Unterkunftsräume der Angestellten nach wie vor herrschen, Arbeiter überhaupt beobachtet worden. Es fehlte häufig am teilt, Sarto habe feine erhalten. Am Montag seien, weil sind von uns gleichfalls bereits gewürdigt worden. Den nötigsten; ein dürftig gefüllter Strohsack unmittelbar auf dem die ausländischen Kardinäle eine eine schnelle Lösung forderten, bringendsten Mißständen sucht man ja manchenorts mit den Boden war in elf Fällen die einzige Ausrüstung der Schlaf- auf Sarto 31 Stimmen gefallen, aber auch di Pietro habe eine Mitteln der Bau- und Gesundheitspolizei beizukommen. stellen. In neun Fällen waren die Geschlechter nicht getrennt. große Anzahl Stimmen für sich gehabt. Abends habe dann di Pietro So wurden in einer Stadt des Regierungsbezirks Frant. Es ist schwer zu begreifen wie wenig Interesse oft sonst wohl Wahl nicht annehmen würde, worauf in der heutigen Abstimmung geäußert, daß er aus Gesundheitsrücksichten ein auf ihn fallende furt a. D. nicht weniger als 15 Proz. der besichtigten gesinnte Arbeitgeber gerade der Frage der Unterbringung der Wahl nicht annehmen würde, worauf in der heutigen Abstimmung Sarto die Zweibrittel- Mehrheit erlangt habe. Tribuna" meldet Wohnungen aus sanitären Gründen geschlossen. An andren Arbeitnehmer entgegenbringen. So bezeichnete zum Beispiel der weiter, der Papst habe Merry del Bal zum Kardinal ernannt und Drten wiederum sind, wie im Kreise Bentheim, neue Polizei- Besitzer einer größeren Ziegelei, dem die Genehmigungs- ihm in demselben Augenblicke, als ihm das weiße Käppchen aufverordnungen in Kraft gesetzt worden, durch die die innere bedingung ausdrücklich die Einrichtung getrennter Schlafräume gefeßt wurde, das rote Kardinalsläppchen aufgesetzt. Die Krönung Einrichtung der Wohnungen, Luft, Licht und der für jede vorschrieb, solches für überflüssig. Soweit es sich um Galizier des Papstes werde am 9. August in der Petersfirche erfolgen. Person erforderliche Luftraum geregelt werden soll. Den handelt, sucht man das Fehlen besserer Einrichtungen mit der Rom, 5. Auguft. Giornale d'Italia" verzeichnet folgende ErPolizeibehörden ist hierdurch eine wirksame Handhabe geboten, niedrigen Stulturstufe zu entschuldigen, auf der jene stehen." gebnisse der Abstimmungen im Konklave: Es hätten erhalten am um gegen schlechte und überfüllte Wohnungen einzuschreiten", In ähnlichem Sinne spricht sich der Bericht für den Regierungs- Bannutelli 4, Dreglia, Capecelatro und Di Pietro je 2, Agliardi, 1. Auguſt morgens: Rampolla 24, Gotti 17, Sarto 5, Serafino meint der betreffende Bericht. Bei der Prüfung von Bau- bezirt Oppeln aus. Der Merseburger Bericht stellt fest, daß Ferrata, Richelmy, Bortanova, Casetta und Segna je 1 Stimme; und Genehmigungsgesuchen stellen manche Gewerbe- Inspektionen, die Unterkunftsräume der Wanderarbeiter auf Ziegeleien, abends Rampolla 29, Gotti 16, Sarto 10, Richelmy 3, Capecelatro 2, sofern Gesellen und Lehrlinge Wohnung im Hauſe des Thongruben und ähnlichen Betriebsstätten zum Teil noch recht Serafino Bannutelli und Segna je 1 Stimme; am 2. August morgens: Meisters gewährt werden soll, die Bedingung eines gesundheit mangelhaft und ursprünglich" eingerichtet sind, besonders Rampolla 29, Sarto 21, Gotti 9, Dreglia, Di Pietro und Capeces lich einwandfreien, im Winter heizbaren Raumes mit Sig finde sich noch sehr häufig die von den Unternehmern aus latro je 1 Stimme; abends: Rampolla 30, Sarto 24, Gotti 8, und Waschgelegenheit. Die Stadt München- Gladbach hat Billigkeitsrücksichten beibehaltene Unfitte der zweischläfrigen Dreglia und Di Pietro je 2, Capecelatro 1 Stimme; am 3. Auguft die Wohnungsinspektion besonders organisiert und jetzt einen Bettfaften für männliche Arbeiter". Der Ersatz dieser un morgens: Sarto 27, Rampolla 24, Gotti 6, Dreglia CapeceWohnungsinspektor ehrenamtlich" angestellt. Es soll nicht in fauberen und hygienisch bedenklichen Schlafeinrichtungen durch die latro, Prisco und Di Pietro je 1 Stimme, eine Stimme Abrede gestellt werden, daß mit derartigen Maßregeln, zumal in den Militärtafernen üblichen eisernen Feldbetten fönne nicht nemini"; abends: Sarto 35, Rampolla 16, Gotti 7, Dreglia wenn sie ernsthaft gemeint sind und strenge gehandhabt dringend genug empfohlen werden. Auch im Regierungsbezirk morgens Sarto mit 50 Stimmen gewählt, Rampolla 10, Gotti 2, Capecelatro 1 Stimme, 1 Stimme" nemini"; am 4. Auguſt werden, manches in den schreiendsten Mißständen gemildert Erfurt wurden in zwei Quartieren für Wanderarbeiter un 2 Stimmen. Bei der letzten Abstimmung soll Sarto für Gotti werden kann. Aber die bloße Aufzählung solcher Mittel ver- erfreuliche Rustände" vorgefunden. Ein Ziegeleibesizer wurde gestimmt haben. " Rom, 4. August. Einige Konklavisten äußeren, die Wahl Sartos zum Bapste fei mit über 50 Stimmen erfolgt. Rampolla 24, auf Bannutelli 15 Stimmen gefallen, die übrigen " Tribuna" meldet, bei der ersten Abstimmung feien auf Stimmen hätten sich auf di Pietro, Gotti und Oreglia ver" Rom, 5. August. Der Papst bestätigte die Mitglieder der Anti- eamera des verstorbenen Papstes und ernannte einige neue Mit- glieder derselben. Der Leibarzt Dr. Lapponi und der Oberstkämmerer Bisleti wurden ebenfalls in ihren Aemtern bestätigt, ebenso wird Papst Pius den Majordonms Cagiano de Azevedo bestätigen. poUtiscbe(leberlidn. Berlin, den 5. August. Rationalliberaler Parteitag für Preußen. Im September wird in Hannover ein Parteitag der preußi- schen Nationalliberalen stattfinden, der sich mit den Landtags- w a h l e n beschäftigen soll. Die„Nat.-Ztg." bespricht die Aufgabe, die ihrer Partei da gestellt ist und meint, der Parteitag„kann eine hochbedeutsame Erscheinung in unsrem innerpolitischen Leben werden, wenn er seine Aufgabe versteht". Diese Aufgabe aber saht das Blatt so: „Die bevorstehenden Landtagswahlen sind seit einer langen Reihe von Jahren die ersten, welche sich unter einem von links her wehenden scharfen Windhauche vollziehen werden. Es war in Preußen so weit gekommen, daß bei den letzten Wahlen zum Abgeordnetenhause eine rein konser- servative Mehrheit nur dadurch vermieden wurde, daß eine Anzahl konservativer Männer, besonders aus Gelehrtenkreisen, eine Unterstützung der konservativen Strömung öffentlich widerriet, weil den Herren vor den Ausschreitungen der eignen Partei zu grauen anfing. Heute ist die gleiche Stimmung unter den sonst nach rechts neigenden Wählern stark verbreitet, besonders infolge des Widerstrebens der Konservativen gegen den Mittellandkanal, dessen Nichterbauung schon heute den Landes- Wohlstand empfindlich schädigt. Zu der Verletzung der materiellen Interessen, welcher sich die Rechte schuldig gemacht hat, kommt die drohende Gefahr des kirchlichen Fanatismus, welchen Rechte und Centrum gemeinsam anzufachen bestrebt sind; nicht allein die leibliche Wohlfahrt, sondern auch die idealen Güter des preußischen Volkes schweben in Gefahr, wenn sich das Junkertum die preußische Volksvertretung dienstbar macht." Die„National-Zeitung" bedauert weiter, daß„bei dem gegen- wältigen Zuge nach links" nicht ihre Partei die Führung habe, sondern dieSocialdemokratie, die„zu nationaler Empfindung und zu historischem Sinn erst noch erzogen werden soll". Die „National-Zeitung" fordert ihre Parteigenossen dann auf, mit der optimistischen Stimmung der letzten Jahre zu brechen und die liberale Weltanschauung nachdrücklich zu vertreten.'„Der hannöversche Delegiertentag wird gute Früchte zeitigen, wenn die Partei in Preußen, im Gegensatz zu manchen Bestandteilen der Reichstags- fraktion, ihre ruhmreichen liberalen Ueberlieferungen energisch ver- teidigt." Es ist richtig, daß die Nationalliberalen des Abgeordnetenhauses in einiger Hinsicht sich ein wenig liberaler gezeigt haben als die dem konservativen Agrarismus fast völlig verfallenen National- liberalen des Reichstages. Dennoch sind die Hoffnungen der„Nat.- Zeitung" gar kühn. Beschloß nicht auch im vorigen Herbst der nationalliberale Parteitag in Eisenach den„Ruck nach links"? Und es folgte das begeisterte Eintreten für die Kardörfferei und Kröcherei. Es ist sehr liebenswert, daß die„National-Zeitung" die Er- ziehung der Socialdemvkratie zu nationaler Empfindung und historischem Sinn empfiehlt. Wahrscheinlich haben ihre National- liberalen historischen Sinn bewiesen, indem sie eine historisch be- währte Handelsvertrags-Politik unistürzten, und nationale Empfindung, indem sie den Deutschen das tägliche Brot zu verteuern sich mühten und zu diesem edlen Ziele nicht vor Rechtsbruch und Gewaltthätigkeit zurückschreckten. Nun— die„National-Zeitung" fühlt ja selbst, wie sehr ihre eigne Partei der Erziehung bedarf. Vielleicht er- kennt sie noch, wie sehr sie selb st dessen bedarf, das sie andren empfiehlt. Die„Nat.-Ztg." teilt ferner mit, daß der„Reichsverband der nationalliberalen Jugendvereine", dessen Vertretertag noch in diesem Monat in Mannheim zusammentritt,„hinsichtlich der preußischen Abgeordnetenwahlen unter gewissen Umständen einem Eintreten für socialdemokratische und gegen klerikale Kandidaten nicht abgeneigt sein soll". Sollte, sagt die„Nat.-Ztg.", ein solcher Beschluß schließ- lich wirklich zustande kommen,„so dürfen sich diejenigen, welche den verantwortungsschweren Entschluß gefaßt haben, durch den tendenziösen Lärm von Scharfmachern und Kreuzrittern nicht ein- schüchtern lassen"._ Regierung hilf! Die„Kreuz-Zeitung" scheint doch erhebliche Befiirchtungen für die preußischen Wahlen zu haben. Die Möglichkeit, daß eine Einigung zwischen Liberalen und Socialdemokraten gegen die konservative Ueberherrschaft in Preußen zu stände kommen könnte, läßt die„Kreuz-Zeitung" zu der Ankündigung des gewiß von ihrer Seite nicht ungewohnten Wahlterrorismus flüchten. Sie droht den Wählern, indem sie zugleich die Regierung angeht, den Drohungrn Nachdruck zu geben: „Die Sache bei den Landtagswahlen ist denn doch eine ganz andre als bei den Reichstags Wahlen. Hier offene Stimmabgabe, dort Klosettgeheimnis! Es wäre von den Freisinnig en fast selbstmörderischgehandelt, wenn sie bei offener Wahl sich für socialdemokratische Kandidaten erklärten. Dieses Beispiel könnte zu ihrem Schaden leicht Nach- ahmung finden. Ganz im Gegenteil bieten die Wahlen znm Ab- geordnetenhause die beste Gelegenheit, den Wählern klar- zumachen, daß sie eine staatsfeindliche Handlung begehen, wenn sie für einen Socialdemokraten stimmen. Deshalb wird man hoffentlich auch von der Regierung erwarten dürfen, daß sie diesmal klare Stellung nimmt und nicht wieder den Schein hervorruft, als sei es ihr völlig gleichgültig, wieviel„Genossen" gewählt werden. Je nach der Haltung der Regierung wird es, wie bei den Reichstaaswahlen, so auch bei den Wahlen zum Abgeordnetenhause den„Genossen" schwerer oder leichter fallen, einfälttge Wähler durch allerhand Lügen und Heucheleien einzufangen. Eine bestimmte autoritative Erklärung h a t auf weite Kreise immer noch einen günstigen Einfluß ausgeübt und wird es auch bei den Landtagswahlen thun... Was die Behauptung anlangt, der Socialdemokratie gebühre eine Verttetung im Abgeordnetenhause, so muß dem widersprochen werden. In die Landesvertretung der preußischen Monarchie gehört eine republikanische Partei noch viel weniger hinein als in den deutschen Reichstag. Und gerade das muß der Bevölkerung unzweifelhaft klargemacht werden." Die autoritative Erklärung der Regierung, welche die„Kreuz- Zeitung" fordert, bedeutet nicht eine Erklärung der politischen Ge- sinnung der Regierung, denn über deren Art ist niemand im Zweifel, sondern eine Ankündigung der Teilnahme an den Ein- schüchterungs- und Vergewaltigungsgelüsten der Konservattven. Daß die Reichsregierung sich von solchem Eingreifen in den Reichstags- Wahlkampf fern hielt. erhält noch immer den kon- servattven Groll, und man verlangt nun doppelteifrige Dienst- bereitschaft zu den Landtagswahlen. Die Aeutzerung der„Kreuz-Zeitung" ist ein klassischer Beittag zur Würdigung der offenen Stimmabgabe bei Wahlen. Die Konservativen wissen sehr gut. daß das dumme Ge- schwätz von„Staatsfeindlichkeit" und dergleichen völlig wirkungs- los ist aus die politische Gesinnungsbildung der Wähler, I wie soeben die Reichstagswahlen bewiesen haben. Es verbirgt sich dahinter die Absicht, jeden, der bei offener Stimmabgabe sich für die Partei erklärt, die der konservativen Ausbeutungs- und Unter- drückungsherrschaft ein Ende bereiten will, wirtschaftlich und ge- sellschaftlich ächten zu wollen. Die Drohungen der„Kreuz-Zeitung" zeigen, wie dringend nötig es ist, in das preußische Wahlunrecht Bresche zu legen I— Die Aufstände in Siidrußland. Der ganze südliche und südöstliche Teil Rußlands ist von einer großen Streikbewegung erfaßt. In Baku, Batum, Tiflis, Odessa und verschiedenen kleineren Ortschaften sind die Arbeiter der ver- schiedenen Gewerbe in Ausstand getteten. Die russische Regierung muß selbst zugeben, daß der Ausstand sich auch auf die Schiffahrt des Kaspischen und des Schwarzen Meeres ausdehnt. In Odessa streiken die Verkehrsarbeiter und auf der kaukasischen Linie auch die Eisenbahner. Den Schiffahrts-Gesellschaften werden Marinesoldaten aus Sebastopol zur Verfügung gestellt, die ausständigen Arbeiter werden massenhaft in die Gefängnisse geworfen und die Flinte arbeitet. Die Arbeiter sind auf das höchste gereizt und wollen sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Ueber die Ursachen dieser Vorgänge, soweit sie sich im Kaukasus abspielen, schreibt uns einer nnsrer russischen Parteifreunde: Wem die näheren Zustände in den betreffenden Gebietsteilen nicht unbekannt sind, der weiß, daß die Bewegung nicht unerwartet ausgebrochen ist. Sie ist nur ein Glied in der langen Kette der Ereignisse im Kaukasus, die infolge der Regiernngspolittk in jenen Gebieten sich zutragen. Es ist auch zu erwarten, daß jene Gebiete noch eine nicht geringe Rolle in der weiteren Entwicklung spielen werden. Die russische Regierung macht sich im Kaukasus doppelt fühlbar, wie das überall ist, wo die Regierung ihre Russifikations- Politik betreibt. Auch im Kaukasus wird nicht weniger russifiziert als in Finnland. Russifikation unter allen Umständen, Nieder- werfimg der nichtrussischen Bevölkerung unter die Knute der russischen Kirche,— das ist das leitende Motiv auch im Kaukasus. Doch auch die Früchte bleiben nicht aus, denn in der Masse der Bevölkerung wird durch eine solche Politik erst recht der Nationalismus geweckt, der zum glühenden Haß gegen das offizielle Rußland gewachsen ist. Die ersten Opfer der russischen Politik sind die Armenier. Wie freuten sich einst die Armenier über die Siege, die die Russen gegen die Muselmänner erkämpften, denn sie glaubten, in ihnen auch ihre Befreiung sehen zu müssen. Und thatsächlich fühlten die Armenier in der ersten Zeit unter der russischen Herrschaft etwas wie Erleichterung. Es wurden verschiedene Maßregeln ergriffen, die den Wohlstand der einzelnen kaukasischen Völkerschaften heben sollten; die kauka- fischen Christen konnten ftiedlicher leben und die Armenier, Grusinier usw. begannen auf Rußland als auf den Befreier und Beschützer zu schauen. Armenien bedeckte sich allmählich mit einem Netz von Volksschulen und die armenische Presse, die in der Regie- rnngszeit Alexanders II. eine verhältnismäßig größere Freiheit genoß, zeigte gute Fortschritte. Sie durfte damals noch frei die Fragen des türkischen Armeniens besprechen und konnte offen für die Reformen eintteten, die der Berliner Kongreß von 1878 für notwendig befunden hatte. Die russische Regierung schaute durch die Finger, als die russischen Armenier ihren Brüdern in der Türkei selbst mit Waffen zur Hilfe gingen. Doch dieser Honigmond war bald aus- geträumt. DieZRegierung Alexanders III. zerstörte alles, Ivos bis dahin gutes geschaffen war; es trat die schwärzeste Reaktton ein und die Verfolgungen der Religion und der Nattonalität kamen auf die Tagesordnung. Nach dem Kaukasus wurde der Für st Dondukow- Korsakow geschickt, der die neue Aera eröffnen sollte, und es verging nicht ein Jahr, als aus Petersburg der Befehl eintraf, daß sämtliche anncnische Schulen geschlossen werden müssen. Der Befehl wurde selbstverständlich sogleich ausgeführt, es wurden einige hundert Schulen geschlossen und etwa 20 000 Schüler auf die Straße geworfen. Einige Jahre später wurden die Schulen wieder geöffnet, aber auf nur kurze Zeit; als der jetzige Generalkomman- dierende Fürst Golizin sein Amt antrat, wurden die Schulen von neuem geschlossen und nun wohl für alle Zeiten. Fürst Golizin ist ein treuer Freund Pobcdcnoszews; er hat keine Bildung, will aber den Allwissenden spielen und ist besttebt, besonders dadurch der Regierung zu imponieren, daß er immer wieder Revoluttonen unter den Armeniern zu entdecken weiß. Gleichzeitig mit der Venrichtung der Schulen ging man an die Zerstörung der verschiedenen armenischen Wohlthättgkeits- und Bildungsanstalten. Es wurde der Verein für die Herausgabe von Volkslesebüchenr geschlossen. Das Kontingent der annenischen Verireter in den Stadtversammlungen wurde gekürzt und die Armenier Überall aus dem Dienst der öffentlichen Anstalten verttieben. Die Presse wurde schonungslos verfolgt; vernichtet wurde die armenische Zeitschrift„Ardsagank", die gewagt hatte, lvenn auch leise, gegen die Blätter der Unterdrücker zu protestieren. Selbst das Blatt des armenischen Patriarchats kam unter die Censur. Im Jahre 1896 schrieb der Ober- censor des Preßkomitees im Kaukasus nach Petersburg, man solle die armenische und grusinische Presse und Litteratur ganz ver- bieten, denn die Armenier und Grusinier sprächen schon russisch und hätten deshalb kein Bedürfnis nach einer selbständigen Litteratur. Hierauf wurden die Bibliotheken in den Dörfern und Städten, die ftir das Volk eingerichtet waren, verboten. Die religiösen Verfolgungen werden von den Behörden und von besonderen, durch die Regierung reichlich mit Mitteln versehenen„Vereinen zur Ausbreitung des orthodoxen Glaubens" geleitet. Das armenische Patriarchat ist d e's Kirchen- schatzes beraubt worden, auf den die russische Kirche schon lange Appetit hatte. Den Bauern wird erzählt, daß sie Land be- kommen sollen, wenn sie ihren Glauben verlassen usw. Und was sind die Resultate dieser Politik? Die Reaktton hat das Nationalitätsbewutztsein geweckt und der Kampf gegen die russische Regierung ist allenthalben entbrannt. Die Armenier, die bisher als die treuen Unterthanen erschienen, denen jede Polittk fremd war, gehen zur Opposition über. Doch am bedeutungsvollsten ist die Thatsache, daß die verschiedenen Völkerschaften des Kaukasus, die der Fürst Golizin, der Devise„Teile und herrsche" folgend, gegen einander Hetzen wollte, sich immer enger zusammenschließen und die führenden Kräfte des Landes erkennen immer mehr den ge- meinsamen Feind— den Zarismus. Diese Annäherung der Völker hat der Socialismus bewirkt, der in die weitesten Kreise Eingang gefunden hat. Die socialistische Propaganda hat bereits alle größeren Punkte des russischen Armeniens ergriffen und findet besonders schnelle Ausbreitung in den ökonoini>ch fortge- schrittenen Städten Baku, Batum und Tiflis, wo eine starke Fabrik- arbeiterschaft entwickelt ist. Die armenischen Arbeiter stehen noch in engster Verbindung mit dem flachen Lande. Ihr Grundbesitz ist aber so klein und die Steuerlast so groß, daß sie in der Stadt Arbeit suchen müssen und wenn sie einige Groschen zusammengebracht haben, dann ziehen sie wieder zurück in die Dörfer. Doch dieser Zustand setzt nicht die geringsten Hindernisse der Propaganda in den Weg, weil eben die Regierung so fleißig am Werk ist. Die Propaganda wird in kleinen Cirkeln und durch Flugblätter und Broschüren geführt. Verschiedene Streiks haben die armenischen Arbeiter zu solidarischem Vorgehen heran- gebildet und die Demonstrationen, die in der letzten Zeit in den ge- nannten Städten organisiert wurden, haben die Kraft des armenischen Proletariats gestärkt, so daß sie an eine Bewegung denken konnten, wie wir sie jetzt sich abspielen schen. „Die Befreiung des armenischen Volkes wird nur dann statt- Inden, wenn der Zarismus in Rußland gestürzt ist," schrieb Friedrich Engels im Jahre 1894 an eine Gruppe armenischer Studierenden. Diese Lehre haben die armenischen Arbeiter zur Wegweisung ge- nommen lind sie wissen, daß die Frage der Befreiung der Armenier nichts andres ist aw ein Teil der Frage des Kumpfes gegen den russischen Absolutismus, der jetzt mit einer solchen Wucht eingesetzt hat. Veutfcbes Reich. Vom neuen Reichsetat. Die„Berliner Polittschen Nachrichten� können bereits einige Andeutungen zum nächsten Reichsetat geben. Es wird, so führt die Korrespondenz aus, eine Erhöhung der Ausgaben an verschiedenen Stellen des Etats nicht zu ver» meiden sein. In erster Linie kommen dabei diejenigen Posten in Betracht, die ihrer Natur nach von Jahr zu Jahr eine Steigerung erfahren. Dazu gehört einmal der R e i ch s z u s ch u tz für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Allmählich ist diese Etatsposition, die anfänglich klein war, auf nahezu 41 Millionen Mark gestiegen. Sie hat im Durchschnitt Jahressteigerungen zwischen 3 und 4.Millionen Mark erfahren. Ein lveiterer stettg steigender Posten ist die Ansgabe für die Reichsschuld. Von 1991 auf 1992 be- trug die Erhöhung 5,4 Millionen Mark, von 1992 auf 1993 etwas über 6 Millionen Mark. Die Reichsschuld dürste, nachdem sie in- zwischen in die Höhe von 3 Milliarden Mark gelangt ist, weiter steigen. Selbstverständlich wird sich damit die Zinsenlast er- höhen, und sonach ist zu erwarten, daß auch im nächst- jährigen Reichshaushalts-Etat eine Ansgabensteigerung für die Reichsschuld sich vorfinden wird. Auch der Allgemeine P e n s i o n s f o n d s hat in den letzten ZWHren ständig eine Erhöhung der Ausgaben aufzuweisen gehabt, und zwar um Be- träge zwischen 3 und 4 Millionen Mark. Es ist, wenn auch vielleicht von der künstigen Steigerung nicht die gleiche Höhe inne- gehalten werden wird, schlverlich anzunehmen, daß die Erhöhung für 1994 in Fortfall kommen könnte. Ein andrer Posten, der in den letzten Jahren unter den Ausgaben Erweiterungen aufwies, war der für den Reichs-Jnvalidenfonds. Von 1991 auf 1992 be- trug die Erhöhung gar nahezu 16 Millionen Mark, jedoch war sie aus die im Jahre 1991 beschlossene Besserung der Bezüge der Kriegs- invaliden und-Hinterbliebenen zurückzuführen. Die Nachwirkungen davon verursachten ftir 1993 noch eine Ausgabenstcigerung von nahezu 1'/-. Millionen Mark. Selbst wenn sich diese Erscheinung auch auf 1994 in irgend einem Maße ersttecken sollte, so würde sie nicht erschwerend für die Gestalttmg des Reichsbudgets ins Gelvicht fallen, da man sich ja daran gewöhnt hat, die Ausgaben des Reichs-Jnvalidenfonds, soweit sie nicht durch die Zinsen des letzteren gedeckt werden, aus dem Kapitalbestande zu entnehmen. Kann man demgemäß auch davon absehen, so bleibt doch eine Anzahl von naturgemäß zu erwartenden Ausgabensteigerungen übrig. Schon ihre Gesamtsumme macht eine ganz stattliche Reihe von Millionen aus. Es wird, das möchten wir der schwarz gemalten Aufrechnung der„B. P. N." hinzusetzen, dringend nötig sein, auf andren Ge- bieten, insbesondere auf dem Gebiet des Militär- und Marine- Wesens besonders zurückzuhalten. Wie viele neue stattliche Millionen die Ressorts des Heeres und der Marine fordern, davon verlautet ja vorläustg noch nichts.— Monarchistisches Ungeschick. Der„Reichs-Anzeiger" macht bekannt: „Ihre Majestät die Kaiserin und Königin werden Cadinen am 9. d. M. abends verlassen und sich, den eignen wie den Wünschen Seiner Majestät des Kaisers und Königs entsprechend, zunächst nach Schlesien und Posen begeben, um der durch die Elementarereignisse heimgesuchten Bevölkerung Teilnahme zu erweisen, sowie die Anerkennung für die in den Tagen der Gefahr geleisteteHilfe kundzugeben. Es ist der ausdrück« liche Wunsch Ihrer Majestät, daß bei diesem Anlaß jeder fest- liche Empfang unterbleiben soll, auch werden Ihre Majestät es sich versagen, Blumenspenden entgegenzunehmen." Gewiß verfolgt das Monarchenpaar eine löbliche Absicht. Aber die Monarchisten, die diesen Rat gegeben haben mögen, haben offenbar wieder einmal nicht gut überlegt. Sie durften sich sagen, daß die schwer Heimgesuchten leicht die Frage aufwerfen werden: Was soll uns diese Reise und diese Bekundung der Teilnahme? Warum haben die Regierung und die gesetzgebenden Körperschaften nicht bei Zeiten Vor- kehrungen getroffen, um das furchtbare Unglück zu verhüten, wozu die Möglichkeit vorlag? So erreichen die Monarchisten, die solche Reisen empfehlen, nur, daß die Mißstimmungen der Hein, gesuchten Bevölkerung von denjenigen, denen sie mit Recht gelten, auf Per- sönlichkeiten abgelenkt werden, die gewiß daran keine Schuld trifft. Geschicklichkeit beweisen die Monarchisten durch die Jnscenesetzung solcher Reisen also gewiß nicht.— Die Wnrmkrankhcit im Ruhrrcvicr macht immer weitere Fort- schritte. Stach neueren, der„Deuffchen Bergarbeiter-Zeitnng" zu- gegangenen Meldungen wurden bei den Untersuchungen im westlichen Ruhrrevier, wo bisher nur vereinzelt Wnrmkranke gefunden wurden, bei den jetzigen Untersuchungen über 59 Proz. der Untersuchten wurn, krank befunden. Die Schätzung von 59 999 wurn, kranken Bergleuten wird als das mindeste bezeichnet. Selbst die „Rheinisch- Westfälische Zeitung" wirst angesichts dieses Zu- standes die Frage auf, ob da der Staat nicht die Verpflichtung habe, finanzielle Hilfe zu gewähre». Hoffentlich meint sie solche an die wurmkrank feiernden Bergleute. Es erfährt auch dazu die„Berg- arbeiter-Zeitung", daß im Ober-Bergamt die Frage einer Ent- schädigung der feieniden Bergarbeiter erwogen werde. Doch meinen wir, so nötig uns eine Entschädigung der Arbeiter scheint, so müßte die Schuld der Unternehmer an der Ausbreitung der Seuche genau fest» gestellt und sie in erheblichem Maße zur Tragung des Schadens heran- gezogen werden. Einzelne Zechenverlvaltnngen handeln auch ein- sichtig genug. So vergüten die Zechen„Herkules" und„König Ludwig" den wurmkrank Feiernden den Lohnausfall. Auf„Zeche Oberhausen" werden die Kosten der ärztlichen Untersuchung von der Verwaltung bezahlt. Diese Zeche hat auch eine mustergültige oberirdische Abort- anlage eingerichtet, was, wenn es' allgemein durchgefiihrt würde, nicht unerheblich zur Bekämpfung der Seuche beitragen könnte. Nach einer Bekanntmachung des Ober-Bergamtes Breslau sind auch aus der Grube„Max" in Michalkowitz in Oberschlesien zwei Ar- beiter am Wurm erkrankt. Es dürfte deshalb erforderlich sein, auch die oberschlesischen Gruben zu untersuchen und die erforderlichen Vor- kehrungen sofort zu treffen.— Geldsacks-Wahlrecht. Wir erzählten jüngst, wie der Tod Krupps die Verteilung der Wähler bei den Essener Kommunalwahlen derart beeinflußt, daß zahlreiche Wähler plötzlich in ihrem politischen Ein- fluß durch Auftücken in eine höhere Klasse gestärkt werden. Eine umgekehrte Entwicklung haben die Dinge in E l b i n g genommen. Dort waren im vorigen Jahre noch 80 Wähler der ersten Ab- t e i l u n g vorhanden. Seitdem hat der G e h. K o m m e r z i e n» rat Ziese, der Schwiegersohn des Begründers der Schichauschen Werst und bisherige Mitbesitzer dieses Werkes, das letztere allein erworben und ist nunmehr nicht bloß der stärkste Steuerzahler Elbiugs, sondern der einzige Wähler der erste» Abteilimg. Seine 79 Genossen vom vorigen Jahre sind jetzt in die zweite Abteilung ge» kommen! So verteilt der blindeste Zufall des Geldbesitzes das höchste Staatsbürgerrecht.—__ Alldcutschland auf Wanderschaft. Mit einem Begleitschreiben des in Leipzig durchgefallenen Herrn Dr. Hasse, das zum Verbaudstage nach Plauen einladet, wird an die Mitglieder des Alldeutschen Verbandes folgendes Schreiben versandt: An den geschäftsführenden Vorsitzenden! Aus den, Ergebnis der ReichStagSwahlen müssen wir m. E. folgende Schlüsse ziehen: 1. Unfre Werbearbeit in den Landstädten und auf dem flachen Lande muß unter dem Gesichtspunkte künftiger Wahlen plan» mäßig und allgemein ausgestaltet werden, da in absehbarer Zeit m den Groß- und Industriestädten nationale Wahlen nicht zu erzielen sein werden. Wenn wir alldeutsche Abgeordnete haben wollen, so werden sie nur aus kleinstädtischen oder ländlichen Wahlkreisen herauskommen tönnen: deshalb müssen wir hier mit aller Kraft einsetzen. 2. Damit hängt aufs engste die Frage der Ausgestaltung der Organisation dahin zusammen, daß weitere bezahlte Kräfte diese Werbe- Arbeit mit besorgen helfen. Voraussetzung ist die Beschaffung von Geld; es muß deshalb der Vorschlag Lehmanns zur Durchführung gebracht werden. Die Alldeutschen sollten lieber gleich noch einen Schritt weitergehen; statt der nuglosen Arbeit auf dem Lande sollten sie es gleich im Bismarckarchipel oder einer ähnlichen alldeutschen Errungenschaft versuchen, wo sie so recht in ihrem Element wären. Der oldenburgische Justizminister Ruhstrat hat bei der Beleidigungsklage gegen den Redakteur Biermann troß der Ablehnung der Entlastungszeugen und trotz der Verurteilung des Angeklagten zu einem Jahre Gefängnis feineswegs allzu gut abgeschnitten. Die Thatsache, daß er als Oberstaatsanwalt am Hazard= spiel teilgenommen hat, mußte nämlich zu gegeben werden. Der Rechtsanwalt des klagenden Ministers fagte darüber: „ Wenn der Minister sich am Hazardspiel beteiligt hat, so ist das keineswegs so schlimm. Von einer strafbaren Handlung kann keine Rede sein. Das Hazardspiel ist nicht verboten, sondern nur der Wirt ist strafbar, der es duldet. Beim Kasino handelt es sich aber nicht um eine offene Wirtschaft, sondern um das Eigentum einer geschlossenen Gesellschaft. Die Teilnehmer am Spiel befinden sich also in ihrem Heim." ፡፡ das Maulfrattengesetz. es nie eine Zeit gegeben hat, in der größere Fortschritte der Civili- Wien, 5. Auguft.( B. H.) Der wegen Verleitung zur sation gemacht worden sind, als im gegenwärtigen Augenblice. Spionage angeklagte Finanzbeamte Dr. Ossolinsti Daraus folgt, daß, wenn die Welt bezüglich der Civilisation weiter wurde zu ein Jahr schweren verschärften Kerters fortschreitet, schließlich einmal eine Zeit kommen muß, in der die verurteilt. ganze Welt civilisiert werden wird, oder wenigstens die europäischen Schweiz. und amerikanischen Nationen. Wenn wir das als Thatsache an= nehmen, warum sollen wir dann Kriegsschiffe bauen? Was sollen Es dürfte im Ausland wenig bekannt sein, daß auch die Schweiz Soldatenmißhandlungen. Zürich, 3. August.( Eig. Bericht.)] wir mit ihnen anfangen, wenn die Welt zu civilisiert zum Krieg stehende Truppen hat. Es sind die unter dem unbedenklichen 8. Nachdem wirklich alldeutsche Abgeordnete in den neuen Reichs- führen wird? Nehmen wir an, die ganze Welt wäre heutzutage Namen" Festungswache" auf dem Gotthard und in andren tag nicht gewählt worden sind und die Verfechtung unsrer so civilisiert wie China, dann würden alle Auffassung von der Reichstagstribüne nicht möglich ist, scheint Streitfragen vom ethischen Standpunkte aus Bergfestungen unterhaltenen Mannschaften, eine Einrichtung, die im es notwendig, in ein engeres Verhältnis zur zuverlässig entschieden werden. Es würde sich dann höchstens darum Widerspruch zu der Bundesverfassung steht. In diesem stehenden nationalen Bresse zu gelangen, damit die Deffentlichkeit über handeln, ob etwas recht oder unrecht sei, nicht aber Heer kommen ebenso wie bei allen stehenden Heeren von Zeit zu Zeit die Kreise der Leser der Alldeutschen Blätter hinaus in darum, eine möglichst große Anzahl von Menschenleben zu vernichten. Excesse der Vorgesetzten vor. So berichtet jezt das Züricher Voltsunserm Sinne beeinflußt werden kann und wir ausreichende Nun wird aber dieser Tag früher oder später einmal kommen, und recht" vom Gotthard, daß im Fort Bühl der Feldwebel Schweizer Waffen zum Angriff und zur Verteidigung erhalten. wenn die ganze Welt so civilisiert wird, wie China es heute ist, muß einen Soldaten, der betrunken nach Hause gekommen war, sich aber gez. Claß. der Krieg notwendigerweise aufhören." Das ist die Art, wie der sofort ins Bett legte, wiederholt mit Ohrfeigen trattierte, weil er gelehrte Chinese den Gegenstand betrachtete. Nach seiner An- webel auf das Unzulässige seines Benehmens aufmerksam machte, den Boden verunreinigt hatte. Als ein Sanitätssoldat den Felds schauungsweise muß die Civilisation den Krieg schließlich einmal ganz wurde er„ Lausbube" beschimpft, für arretiert erklärt, auf den Boden beseitigen, und es brauchen dazu Europäer und Amerikaner nur denselben Stand der Civilisation zu erreichen, der in China heute bereits geworfen und mit dem Säbel schwer mißhandelt. Der Vorfall wurde vorhanden ist, damit dieses auf das innigste zu wünschende Ziel ver- fofort aus der Festung an das" Volksrecht" berichtet, das den Bericht wirklicht werde. Nach meiner Anschauungsweise steht aber der Tag veröffentlichte, gleichzeitig aber an das Militärdepartement in Bern noch sehr weit aus, an dem die Nationen des Westens so civilisiert berichtete. Voraussichtlich wird dabei gegen den Soldatenschinder fein werden, daß sie dem Kriege und infolgedessen auch der Ver- nicht viel herauskommen, dagegen sind die Ercesse des rohen gewaltnichtung des Menschenlebens ganz und gar entsagen. Aller Wahr- thätigen Feldwebels weitere wirksame Beiträge zur Agitation gegen scheinlichkeit nach würde es sich, wenn es je zu so etivas kommen könnte, Inzwischen hat die„ militärische Gerechtigteit wie zu einem Kriege zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien, in dem beide Völker thatsächlich demselben Stamme an- ganz nach berüchtigten Mustern ihres Amtes gewaltet. Sie hat den gehörten, beide die gleiche Sprache redeten und beide im großen und Sanitätssoldaten, weil er den Feldwebel auf sein unzuganzen sich zu denselben Religionsanschauungen bekennten, heraus- lässiges Gebahren aufmerksam machte, mit 3 Tagen strengen stellen, daß der Krieg dementsprechend geführt würde, was man in Arrest, den Feldwebel und Soldatenschinder zu 10 Tagen Europa mit dem konventionellen Namen einer civilisierten Basis" Konsignierung", d. h. Stubenarrest verurteilt. Das nennt man mit belegt, das heißt, daß alle Regeln der sogenannten civilisierten der Justiz Schindluder treiben und das" Volksrecht" nennt mit Recht dieses Urteil einen Skandal, einen Schlag ins Gesicht des Volkes, eine Kriegsführung streng eingehalten werden würden. Das Privat eigentum würde nicht zerstört und Nichtkombattanten würden nicht unerhörte Verlegung des Rechtsgefühls. Nur so fort! belästigt werden. Es würden keine Ausschreitungen gegen Personen Frankreich. und das Eigentum begangen werden. Das ist aber nicht der Fall, Zur neuen französisch- englischen Freundschaft. Der Deputierte wenn zwei Nationen, die sehr weit voneinander verschieden sind, mit D'Estournelles erklärt in einem Schreiben an Delcassé unter Hineinander in Krieg geraten. Ich erinnere mich, in einem alten Buche weis auf die Londoner Reise der französischen Schiedsgerichtsgruppe, die Beschreibung einer Maschinenkanone gelesen zu haben. Es wurde diese Gruppe strebe an, außer mit Holland und Norwegen auch mit dargethan, wie sie sich am besten im Kriege verwenden ließe, es sollten den andren Staaten insbesondere mit Italien zu verhandeln, um runde oder sphärische Stugeln im Stampfe gegen Christen und dreieckige Schiedsgerichtsverträge einzuleiten. Wenn diese Verträge abgeoder kubische Metallstücke im Kampfe gegen die Türken verwendet schlossen würden, hätten die Engländer sich mit Frankreich und werden. Die Formen für den Guß der verschiedenen Arten von Rußland ins Einvernehmen zu setzen, um die militärischen Kugeln für die Angehörigen der verschiedenen Arten von Religionen Lasten zu begrenzen. Schließlich sei eine baldige Erledigung wurden durch Abbildungen erläutert. Sturze Zeit nachher kam es der verschiedenen zwischen Frankreich und England schwebenden zu einer patriotischen Bewegung unter den Schwierigkeiten notwendig. Der Matin" will wissen, daß Chinesen. Sie sahen die von ihnen verehrten alten Ein- Delcassé in London mit Lord Lansdowne und Chamberlain richtungen und ihre Religion der Einmischung von Fremden aus Lange Unterredungen hatte und deren Zustimmung zu folgenden gesezt, die man sie gelehrt hatte als Barbaren der schlimmsten und drei Punkten erhalten habe: Abschluß eines Schiedsgerichtsvertrages, gefährlichsten Art anzusehen. Sie wünschten das Land von dieser Begrenzung der Marine- Ausgaben Frankreichs und Englands im Plage zu befreien. Wären sie gut bewaffnet gewesen und hätten sie Einvernehmen mit Rußland und schließlich Beilegung der Erfolg gehabt, so würde ihr Ziel als ein edles und würdiges betrachtet diplomatischen Schwierigkeiten. worden sein, allein sie hatten die Künste, das menschliche Leben zu vernichten, nicht studiert, und sie fanden Lorient, 5. Auguſt.( B. H.) Geſtern tam es neuerdings zu sich bald vollständig der Gnade der verhaßten ausländischen Barbaren Tumulten. Zwischen Demonstranten und der durch Militär veranheimgegeben, die sie so gerne losgeworden wären. stärkten Polizei fanden mehrfach arge Zusammenstöße statt, bei denen 20 Soldaten und 1 Offizier durch Steinwürfe verletzt wurden; drei Demonstranten wurden tödlich verwundet. England. anderm: Die Retchstags- Nachwahl im Wahlkreise Dessau- Berbst, die durch den Tod Nösides nötig geworden ist, ist auf den 3. September angefeßt." gewinnen, der Premierminister Balfour dem Könige das Entlassungsgesuch des Kabinetts unterbreiten werde. Wie man be= haupte, werde zunächst der Herzog von Devonshire vom Könige erments zu vermeiden. Es herrsche indes starter Zweifel darüber, ob fucht werden, ein Kabinett zu bilden, um eine Auflösung des Parlader Herzog das Ministerium übernehmen werde, da es in diesem Fall nötig wäre, ein Ministerium liberaler Färbung zu schaffen, oder Neuwahlen im Lande vorzunehmen. London, 5. August.( Unterhaus.) In Beantwortung von Anfragen über die Angelegenheit der chinesischen Journalisten, die in Shanghai in Haft sind, erklärt Premierminister Balfour, dem diplomatischen Vertreter Englands in Beting sei mitgeteilt worden, die britische Regierung sei der Ansicht, daß die Gefangenen nicht au3zuliefern seien. Norwegen. Der Herr Justizminister braucht wohl seinem Rechtsanwalt nicht übermäßig dankbar zu sein für diese Rechtfertigung. Wie, wenn er als Staatsanwalt in die Lage gekommen wäre, gegen einen Wirt wegen Dutdung des Hazardspieles zu klagen, während er selbst spielte? Solche Moral mit doppeltem Boden sollte sich doch ein berufener Gesetzeshüter nicht nachsagen lassen müssen. Der Prozeß, der wohl noch nicht zu Ende ist, bietet auch sonst noch zu Betrachtungen Anlaß. So sagte nach dem Bericht der " Bremer Bürgerzeitung" der Vertreter des Justizministers unter " In Betracht kommen die Vorstrafen des Angeklagten. In ganz furzer Zeit ist er wegen ähnlicher Beleidigungen zu ganz erheblichen Strafen verurteilt worden. Es offenbart sich in allen Handlungen ein starter verbrecherischer Wille. Wo sich ein solcher dokumentiert, ist es Aufgabe des Gerichts, dafür zu sorgen, daß derselbe gebrochen wird, damit eine Gewähr geboten ist, daß der selbe ein für allemal aufgehoben wird." Diese Worte des Rechtsanwalts gegen den angeklagten Redakteur find ganz ungehörig. Es handelt sich in Wirklichkeit allem Anscheine nach um einen Mann, der des naiven Glaubens ist, man dürfe nur Mut haben, dann könnte man in Deutschland Mißstände frischweg fritifieren und sich um die öffentliche Moral verdient machen. Die Sehen wir nun zu, wie die civilisierten Christen Europas gegen Zeitung des Verurteilten ist ein ganz junges Unternehmen. Der die sogenannten heidnischen Chinesen tämpften. Hier lag ein Fall Redakteur und Verleger suchte in satirischer Form die Zustände in vor, in dem die Verwandtschaft zwischen den Völkern so entfernt war, Oldenburg, die ihm kritikbedürftig schienen, zu kritisieren und hat daß sie nicht in Betracht gezogen werden kann. Alle europäischen Die Gegensätze im Balfourschen Kabinett spißen sich immer mehr sich dabei vermutlich in großer Rolle gefühlt. Bald aber hatte er und amerikanischen Nationen stehen in engen verwandtschaftlichen zu, so daß es vom Premierminister nur mit Mühe unter forts fich nicht nur Sen Haß der ganzen honetten Bevölkerung Beziehungen zu einander. Sie gehören thatsächlich demselben währenden Beschwichtigungen zusammengehalten wird. Wie groß Dibenburgs zugezogen, sondern auch eine Beleidigungsstrafe Stamme an und sind im allgemeinen mit den gleichen Arten von die Spannung geworden ist, zeigt die Mitteilung der„ Daily Mail". von acht Monaten, zu der die jetzige, δα die erste Aberglauben behaftet. Wir lesen, daß im Altertume Alexander der daß, wenn Chamberlain nicht in der Lage sein werde, den Präsidenten noch nicht verbüßt ist, hinzutritt. Der Mann wird ein- Große weinte, weil es keine Welt mehr zu erobern gab, aber die des Geheimen Rats, Herzog von Devonshire, für seine Anschauungen sehen lernen müssen, daß zu solchem Thun bei uns noch Welt, die Alexander im Sinne hatte, war die römische Welt, und man etwas mehr wie Mut gehört und daß einem einzelnen mutigen nahm im allgemeinen von ihr an, daß sie von den Grenzen der Manne dabei sehr leicht der Atem ausgehen fann. Tatarei bis zu den Säulen des Herkules" reichte. Hinter den Reich, das größte, das die Welt je gekannt hat, dessen Reichtum und Grenzen der Tatarei lag um jene Zeit ein großes und blühendes deffen Civilisation weit über das hinausgingen, von dem man je zuvor gewußt hatte. Das war das chinesische Reich. Aber das Volk Reichstagswahlergebnis in Bayern. Das amtliche Material über war ein ganz und gar andres. Die Chinesen thaten in allem genau die Reichstagswahlen in Bayern liegt jetzt in der Zeitschrift des das Gegenteil von dem, was andre Völker thaten, oder, wie man föniglich bayrischen statistischen Bureaus" vor. Danach haben von wohl sagen könnte, die übrige Welt machte alles genau umgekehrt 1 372 342 Wahlberechtigten 982 085 oder 71,6 Proz. ihre Stimme so, wie sie es machten. Alles schien anders das gerade Gegenteil abgegeben, wovon 3198 ungültig waren. Was die Parteiverhältnisse zu sein. Die Chinesen hätten gerade so gut die Bewohner des betrifft, so wurden abgegeben für: die Konservativen 18 444( 1,9 Proz.), Planeten Mars sein können. Das Ergebnis war, daß sie, weil sie die Nationalliberalen( einschl. Gemäßigt- Liberalen) 165 496( 16,9 Proz), uns als so gründlich von sich selbst verschieden fanden und glaubten, die Freifinnigen 32 545( 3,3 Broz.), das Centrum 422 641 daß ihr Standpunkt der richtige sei, uns, selbst bevor sie uns noch ( 43,2 Proz.), die Socialdemokraten 212 506( 21,7 Proz.), die Deutsche recht kannten, für Barbaren ansahen, und daß, als die Beziehung Bollspartei 5239( 0,5 Proz.), die Christlichsocialen 3764( 0,4 Broz.), eine engere wurde, die schlimme Behandlung, die sie von christlichen Björnson gegen den russischen Despotismus. Vor kurzem ver den Bauernbund 100 228( 10,2 Proz.), den Bund der Landwirte Völkern erfuhren, sie in ihrem ursprünglichen Glauben bestärfte, öffentlichte Björnson in mehreren Zeitungen einen Artikel, worin er 15 263( 1,6 Proz.), den Waldbauernbund 1241( 0,1 Broz.), die übrigen während christliche Nationen, zum Teil auf Grund der irreführenden das Solidaritätsgefühl der Kulturvölker gegen die Greuel des Parteien( zersplittert) 1520( 0,2 Proz.). Zugenommen haben gegen Berichte interessierter Missionare, sich eine vollständig falsche Vor- russischen Despotismus aufrief, die italienischen Socialisten ihres 1898 die fonservativen Stimmen um 26,6, die des Centrums um stellung von den Chinesen und der Art ihrer Civilisation bildeten. Verhaltens wegen lobte und an die jüdischen Kapitalisten in Frant 42,1, die der Liberalen( aller Richtungen) um 44,5 und die der Sie fanden die Chinesen ganz und gar von sich selbst verschieden. reich die Mahnung richtete, doch nicht immer wieder, wie das bis Socialdemokraten um 53,7 Proz.; abgenommen dagegen die der Sie schienen eine ganz andre Art von Göttern und Teufeln zu haben jetzt der Fall gewesen sei, durch Zeichnung der russischen Anleihen Deutschen Volkspartei um 71,4 Proz. und die des Bauernbundes um als die Christen. Es gab nichts Gemeinsames zwischen den beiden dem Despotismus, der ihre eignen Volksgenossen mitteidlos abVölkern. Infolgedessen blickten die christlichen Europäer auf die schlachten ließe, die Existenzmittel zu liefern. 28,2 Proz.Kristianias Socials Chinesen als auf Heiden und als auch der geringsten Spur von bemokraten" bemerkt hierzu, daß das Verhalten jener Kapitalisten Civilisation bar herab. Darum wurde, als die christlichen Nationen in den Gesetzen des Kapitalismus, im kapitalistischen System selbst Strieg gegen China erhoben, anstatt daß der Kampf in Grenzen ge- feinen Grund hat und die Mahnung Björnsons völlig zwecklos sei. führt worden wäre, die strenge zwischen England und den Vereinigten Das große, mächtige Rußland" wird Geld in unendlicher Menge Staaten eingehalten worden wären, jegliche Regel einer zur Aufrechterhaltung seiner kapitalistischen Despotie erhalten. Die lassen, und vielleicht ist in der ganzen Weltgeschichte tein fo Das ist die einzige Macht, die Rußlands Despotie zu fürchten hat. civilisierten Kriegsführung außer acht ge einzige Rettung der Zukunft ist die durch die Socialdemokratie. entschlicher Angriff gegen ein wehrloses Volk vorgekommen wie der christliche Angriff gegen die Chinesen. Unbewaffnete Givilisation und Krieg. und harmlose Civilisten wurden faltblütig zu Tausenden zusammen- Zu den Wirren in Macedonien. Nach Angaben der Pforte find In der Deutschen Revue", die in dem angesehenen Verlage der geschossen. Hunderte von Mädchen und Frauen wurden allenthalben in den Wilajets Monastir und Uestüb 16 neue Banden aufgetaucht. Stuttgarter Deutschen Verlags- Anstalt" erscheint, veröffentlicht Hiram vergewaltigt und ermordet. Privateigentum und Stätten der Gottes- In den Kreifen Eripalanta und Osmanie im Wilajet Uestüb sowie S. Marim Betrachtungen über die Wirkung der Civilisation auf verehrung wurden zerstört und verwüstet, und nicht nur die gemeinen im Kreise Perlepe und andren Orten des Wilajets Monastir haben den Krieg. Es ist recht interessant zu sehen, welche Meinung der Soldaten, sondern auch ihre Offiziere und die frommen Missionare neue Kämpfe mit Banden stattgefunden. Die Banden fezten durch berühmte Techniker, der Erfinder der nach ihm benannten Schnell- nahmen teil an der Plünderung der Paläste und der Zerstörung des Morde, Plünderungen und Brandstiftungen die mohammedanische feuergeschütze und Erbauer von Flugmaschinen, über dieses große Eigentums der reichen Chinesen. Die Invasion Chinas durch die Landbevölkerung in Schrecken und versuchten die bulgarische LandThema hat. Seine Betrachtungen bedeuten eine späten, aber nicht christlichen Nationen des Westens ist zutreffend als eine„ moderne bevölkerung zum Anschluß zu zwingen. Die Pforte hat heute geringfügigen Beitrag zur Beurteilung der Auseinandersetzungen, die Orgie des Raubes, der Vergewaltigung und des Mordes" bezeichnet hierüber genaue Mitteilungen an die östreichisch- ungarische und die zur Zeit und nach der ostasiatischen Expedition zwischen der Social- worden, mit einem Wort, keiner der neueren Kriege unter den wilden russische Botschaft gerichtet. demokratie und den Lobrednern des chinesischen Krieges stattfanden. Stämmen Afrikas reicht an rücksichtsloser Grausamkeit und Mißachtung des menschlichen Lebens und menschlicher Rechte entfernt an Magim führt aus: „ Das Wort„ Civilisation" ist ein relativer Ausdruck. Da es die sogenannte Invasion Chinas heran. Ich bin daher überzeugt tein festes Merk- oder Erkennungszeichen der Civilisation giebt, davon, daß wir, wenn wir diesen Krieg einer genauen Untersuchung giebt es natürlich auch keinen Punkt, von dem aus, wie man sagen unterwerfen, zu der Ansicht kommen werden, daß wirkliche Civilimöchte, sich ihr Maß nehmen ließe. Wollte man einen Franzosen fation so weit von ihm abliegt, daß sie, von einem chinesischen oder fragen, welches Land er als das civilisierteste betrachte, so würde er ethischen Standpunkte aus gesehen, sich dem Blicke ganz und gar zweifellos antworten:" Frankreich". Giebt es einen Deutschen, der entzieht... nicht sein Vaterland" als das civilisierteste Land der Welt be= trachtet? Jeder Engländer weiß, daß England das civilisierteste Volt ist, und der Amerikaner würde mit souveräner Verachtung auf jeden herabblicken, der sich herausnähme, den Vereinigten Staaten Borschriftswidrige Behandlung Untergebener erblickte das Kriegsgericht in Karlsruhe darin, daß der Wachtmeister Bischof vom Leibdragoner- Regiment dem Dragoner Ziemann eine Ohrfeige gegeben und erkannte dafür auf 8 Tage gelinden Arrest. Den Dragoner Seuser hatte Bischof geschlagen, weil dieser verspätet ausrückte. Darin sah das Striegsgericht nur eine„ Aufmunterung" und erkannte dieserhalb auf Freisprechung. Ausland. Oestreich- Ungarn. Bum ungarischen Bestechungsskandal. Khuen- Hedervarh zögert " der Türkei. Partei- Nachrichten. Zur Tagesordnung des Parteitages wird uns geschrieben: In Parteipresse wird mehrfach die Thatsache hervorgehoben, daß die vom Parteivorstand veröffentlichte provisorische Tagesordnung dieses Mal sehr farg ausgefallen ſei. Daß zwischen dem vorigen und dem nunmehrigen Parteitage die Reichstagswahlen liegen, dabon merit man in der Tagesordnung nichts", heißt es in einem Artikel, der sich in einer Anzahl Parteiblätter findet. Zu diesen Aussetzungen ist zu bemerken, daß es sich in der Befanntmachung nur um die provisorische Tagesordnung handelt, Augenblicke das civilisierteste Volt zu sein, sondern auch das civili- noch immer mit seiner Demission; doch wird er, wie aus Budapest der Reihenfolge oder Einsetzung von neuen Punkten vorzunehmen, sierteste Volk gewesen zu sein, das die Welt je gekannt hat. Einige Jahre vor dem japanischen Kriege versuchte ich einen Sicht reisen und von der Audienz mit dem Kaiser wird es dann abgelehrten chinesischen Offizier( einen gelehrten hängen, wann die Demission Khuens erfolgt. Daß das Kabinett im Offizier"! Welche Merkwürdigkeit im deutschen Land der Gelehrsam Amte verbleibt, gilt als undenkbar. gemacht. " so viel notwendig erscheinen. Bekanntlich haben von diesem Rechte die bisherigen Parteitage schon einen recht ausgiebigen Gebrauch Was aber die Reichstagswahlen betrifft, so wurde über dieselben feit! Red.) von der Notwendigkeit zu überzeugen, daß sein Land sich Hochverratsprozeß. In Wien begann gestern vor dem Er- fowohl 1893 in Köln, wie 1898 in Stuttgart bei dem Punkte: bewaffnen müsse. Ich sagte ihm, sie müßten sich Kriegsschiffe, fenntnissenat unter Ausschluß der Deffentlichkeit die Verhandlung Geschäftsbericht des Vorstandes" verhandelt, und wer sich die Mühe Artillerie und die gesamten Hilfsmittel der modernen Kriegskunst gegen den früheren Lemberger Finanzkommissar Dr. Bronislaw nehmen und die betreffenden Protokolle durchblättern will, der wird anschaffen, wenn sie ihre Unabhängigkeit, ja, ich möchte sagen, auch solinski wegen versuchter Verleitung zur Spionage. Offolinski foll finden, daß es an eingehenden Erörterungen keineswegs gefehlt hat. nur ihr Dasein als Nation behaupten wollten. Der Chinese, sich an die Verwandten seiner Frau mit der Aufforderung gewendet So wird es aller Voraussicht nach auch heuer kommen, denn über der perfekt englisch sprach, entgegnete mir darauf das Folgende: haben, wegen Verkaufes einer Instruktion, welche den Eisenbahn- was soll der Vorstand denn dieses Mal berichten, wenn nicht über " Sie werden mit vermutlich zugeben, daß die Welt von Tag zu Tag betrieb im Mobilisierungsfalle regelt, mit der Wiener Vertretung seine und der Partei Thätigkeit bei den letzten Reichstagscibilisierter wird. Sie werden mir, glaube ich, ferner zugeben, daß einer ausländischen Macht zu verhandeln. wahlen? Wir glauben fogar nicht irre zu gehen, wenn der ländlichen Verhältnisse, wie er sie bei Gelegenheit einer Reise, die er aus bestimmtem Anlaß unternommen, in westhavelländischen Dörfern wahrgenommen, und betonte, daß diese Verhältnisse unter schonungsloseste Kritik zu stellen dringend notwendig sei. Diese Ausführungen erweckten das größte Interesse und fanden durch andre Redner allseitige Bestätigung. Der Antrag fand einstimmige Annahme. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Husland. Der ganze wie die Anficht aussprechen, der Parteivorstand habe mit Sein Inhalt ist im wesentlichen folgender: Die Cunard- gegnen, wo bie Tischler sich solidarisch erklärten. 1 Absicht die provisorische Tagesordnung so targ gehalten, Gesellschaft baut sofort für den amerikanischen Dienst zwei Schutzverband müßte geschlossen dastehen über ganz Deutschland tveil er der Ansicht ist, die Verhandlungen über die letzten weitere Schiffe mit 24 bis 25 Knoten Geschwindigkeit; diese und zwar mit sämtlichen Gewerben. Man müsse das BeiReichstagswahlen und die daraus für die Partei sich ergebenden sowie alle andren Schiffe der Gesellschaft stehen der Admiralität spiel von Kopenhagen nachahmen. Der Arbeitgeber- Schutzverband Konsequenzen werden die Verhandlungen in einem Maße in Anspruch zur Verfügung. Die Schiffe bleiben unter englischer Flagge müsse weiter ausgebaut werden und zunächst Anschluß suchen nehmen, daß für andre Punkte wenig Zeit mehr bleibt. Sollte es und Leitung. Unbillige Erhöhung der Frachtfäße oder Bevorzugung an das ganze Baugewerbe; im letzten Grunde müßten aber aber wider Erwarten anders kommen, so steht es dem Parteitag ja zu Ungunsten der englischen Interessenten ist nicht gestattet. Die alle Schußverbände fich zusammenthung u gemeinsamem Vor immer frei, neue Punkte auf die Tagesordnung zu setzen. Offiziere und mindestens drei Viertel der Mannschaft müssen Eng- gehen. Redner bat schließlich, für Gründung eines Verbandes der Strafconto der Partei im Monat Juli. länder sein, die Hälfte muß der Marine- Reserve angehören. Die Meistersöhne zu stimmen. Herr Borthel aus Stettin möchte Der Klassenkampf forderte im Monat Juli zahlreiche und schwere Opfer. Insgesamt Cunard- Geſellſchaft darf keine Schiffe von 17 Knoten Geschwindigkeit eine solche Organisation auf die Meisterföhne aller Handwerke ausforderte im Monat Juli zahlreiche und schwere Opfer. Insgesamt und darüber verkaufen ohne Genehmigung der Regierung. Diese dehnen. Er mahnte aber zur größten Vorsicht. Herr Kochen. wurden verhängt: 14 Jahre Zuchthaus, 19 Jahre 2 Monate zahlt der Gesellschaft jährlich 150 000 Pfd. Sterl. und leiht ihr für dörfer machte wiederholt darauf aufmerksam, daß die Ver2 Wochen und 1 Tag Gefängnis und 1605 M. Geldstrafe. den Bau der beiden obenerwähnten Schiffe eine Summe, die nicht hältnisse in kleineren Städten stets schwieriger liegen. Auch die Einen interessanten Beschluß faßte in seiner letzten Sigung der mehr als 2 600 000 Pfund betragen darf, zu 2% Proz. Diese andren Redner zu diesem Punkte sprachen für die beabsichtigte focialdemokratische Wahlverein in Brandenburg. Er beschloß, Anleihe ist in zwanzig Jahresraten zurückzuzahlen; es werden Gründung, wenn auch noch manche Bedenken dagegen laut wurden. bei der Kreis- Konferenz zu beantragen, den Abgeordneten des Kreises, Debentures ausgegeben. Zwei Regierungsbevollmächtigte haben So meinte Herr Nicht aus Berlin, es sei das einzig Richtige, bei den Genoffen Peus, zu beauftragen, im nächsten Sommer zum Stimmrecht in der Gesellschaft, um die Regierung in den Stand einem Streit, der sich nicht gütlich beilegen lasse, in ganz Studium der Lohn-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse der ländlichen zu setzen, daß sie jede Verlegung der Bestimmungen des Ueber- Deutschland 25 Broz. der Arbeiter zu entlassen, Arbeiter, insbesondere der Arbeiter auf den Rittergütern, zeitweise einkommens durch die Aktionäre verhindere. Die Cunard- Gesellschaft die bei Mitgliedern des Verbandes arbeiteten. Man müsse Opfer Aufenthalt im Kreise West- Havelland zu nehmen, um durch geeignete macht einen wöchentlichen amerikanischen Dienst mit den schnellsten bringen fönnen und festes Rückgrat zeigen. Herr Pauli stellte die Kritik dieser Verhältnisse eine Besserung derselben zu erreichen. Ge- Schiffen, wofür die Postsubvention auf 68 000 Pfund jährlich Frage auf, ob es nicht möglich sein würde, bei einem Streit Arbeiter nosse Sidow gab zur Begründung dieses Antrages eine Schilderung erhöht wird. aus dem Auslande herbeizuholen. Herr Friedrich schlug vor, stets eine Liste der Streitenden herauszugeben, damit ein Meister in einem andern Drte nicht etwa während des Streifs einen Streifenden anstelle. Herr Schneidermeister Weber aus Frankfurt, Vertreter des Drtss Innungsausschusses, berichtete, daß die Schneider eine solche Zur Lohnbewegung der Glaser. Unfre gestrige Mitteilung, daß Organisation der Meistersöhne seit einem halben Jahre bereits be die Firma Stampehl, Brunnenstraße, bewilligt habe, entspricht fäßen und damit in 21 Städten gute Erfolge erzielt hätten. Die Den Entwurf zu einem tantonalen Arbeitsprogramm der social nicht den Thatsachen; sie ist noch immer gesperrt. Gesperrt sind näheren Gründe für oder gegen die Sperre wurden dann in gedemokratischen Partei Zürichs hat die Geschäftsleitung in Winterthur außerdem: Muzz, Antonſtraße; E. Tell, Stolpischestraße; heimer Sizung erörtert. In öffentlicher Sigung ward noch der aufgestellt, der folgende Forderungen enthält: Revision des Wahl- mus, Morisstraße; Gost u. Co., Rahmenfabrit, Kurfürsten- bisherige Vorstand durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Er besteht gefeßes( Einführung der Proportionalwahl), Frauenstimm- und straße; Gersdorf, Hohenstaufenstraße; Rothe, Ballasstraße; also weiter aus den Herren C. Rahardt als Vorsitzenden, A. Plathen, Wahlrecht in Kirchen-, Schul- und Armensachen, Revision des Armen- Fischer, Maaßenstraße. Un organisierte arbeiten bei R. Friedrich, C. Troft und Chr. Mitsch als Beisiger. Der gesamte gesetzes, Gesetz zum Schutze des Ladenpersonals, weibliche Fabrik- Mu, E. Tell, Gersdorf, Fischer und Rothe weiter. Vorstand ist in Berlin ansässig. inspektoren, Lehrlingsgesetz, Arbeitslosenversicherung, obligatorische In der heutigen Versammlung werden die Streitfondsmarken ausFortbildungsschule, Wohnungsgesetz, unentgeltliche Geburtshilfe und gegeben, welche als Legitimation dienen, jeder Glaser hat diese Wöchnerinnenpflege, Wahl der Oberrichter durch das Volt, Marke am Freitag im Verbandsbuch zu führen. Vom Maurerstreit in Genf. Die anarchistische Abstinenzpolitik Gesetz betr. die Jrrenversorung und die Jrrenhaus- Aufsicht, gegenüber dem Einigungsamt hat sich bitter gerächt. Auf die AufGesetz betr. die Abzahlungsgeschäfte und die privaten forderung der Regierung zur Wahl von Delegierten für das SchiedsStellenbermittelungs- Bureaus, gefeßliche Regelung der Sonntags- Forderung auf Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses. Die letzteren gewählt worden und von den letzteren nun solche, die ihrer Aufgabe Die Erfurter Barbiergehilfen stellten bei ihren Arbeitgebern die gericht sind solche von den Unternehmern wie von den Arbeitern ruhe, der Anstellungsverhältnisse der im kantonalen Dienste stehenden stehen dieser Forderung sympathisch gegenüber, wünschen aber, daß nicht gewachsen waren. Das Schiedsgericht von 35 Mitgliedern hat Arbeiter, Erbschaftssteuer- Gesetz und amtliche Inventarisation, Er die Gehilfen einen derartigen Antrag bei der Regierung anbringen, nach fiebenstündigen Berhandlungen einen neuen Tarif aufgestellt, leichterung der Einbürgerung, Revision des Baugeſetzes, kantonale damit der Achtuhr- Ladenschluß gesetzlich festgelegt wird. Man will der die tägliche Arbeitszeit wie bisher auf 10 Stunden im Sommer Alters- und Invalidenversicherung. Es find 20 Punkte, die da im bamit beztveden, daß den illoyalen Barbierherren die Möglichkeit ge- und 8 Stunden im Winter normiert, die Sonntagsarbeit verbietet, Entwurf aufgestellt sind. Ohne Zweifel werden sie in der weiteren nommen wird, diese Vereinbarung zu durchbrechen. Beratung noch um einige Forderungen, z. B. Regelung des Subdie Wahl des Kost- und Logisortes freigiebt und sodann missionswesens unter ständiger Mitwirkung der Arbeiterschaft, ber- Die Eisenacher Maurer haben auf Grund eines Schreibens der nicht, wie die Streikenden wollten, Minimallöhne, sondern mehrt werden. Der fantonale focialdemokratische Parteitag findet am Baugewerksinnung, in welchem erklärt wurde, daß über die gestellten von 55 Cts. für die Maurer, 44 Cts. für die Erdarbeiter und 42 Cts. " Normal" oder Durchschnittslöhne" aufstellt und zwar 27. September in Höngg bei Zürich statt. Forderungen der Gesellen erst verhandelt werden könnte, nachdem für die Handlanger, Lohnzuschlag von 50 Broz. für Nachtarbeit, die Sperre über Aug. Stein aufgehoben sei, diese Sperre aufgehoben. 50 Proz. für Wasserarbeiten bei Tage und 75 Broz. für solche bei Die Innung hat darauf die Aussperrung ebenfalls aufgehoben. Die Nacht, ferner für auswärtige Arbeit. Die gegenseitige KündigungsGrover Unfug. Wegen eines Hochs auf den Reichstags- Maurer haben aber gleichzeitig beschlossen, die Arbeit nicht eher auf- frist ist eine 14 tägige, wobei die ersten 14 Tage als Probezeit Abgeordneten Lipinski erhielt nach der Leipziger Volkszeitung" zunehmen, bis die gestellten Forderungen bewilligt respektive eine ein Arbeiter Fischer von der Amtshauptmannschaft Grimma durch Einigung darüber erzielt ist. Der Buzug ist also nach wie gelten. Der neue Vertrag foll mit dem 1. Februar 1904 in Straft Strafmandat sieben Tage haft audittiert! Der Genannte vor streng fernzuhalten. treten und bis 31. Dezember 1908 in Kraft bleiben. Ein elenderer hatte sich in dem zu der genannten Amtshauptmannschaft gehörigen Blätter werden gebeten, dieses nachzudrucken. arbeiterfreundlichen Schwindel von einem Tarifvertrag" ist wohl noch nie dagewesen. Dorfe schepa am 16. Juni im Wahllokal postiert. Als ich nach Die Streifenden haben mit Recht den neuen Schwindeltarif abgelehnt, Schluß der Wahlhandlung bei der Auszählung der Stimmen Mit schwarzen Liften verfolgen die Kasseler Unternehmer ihre aber was nun? Bereits haben verschiedene Hunderte von Arbeitern herausstellte, daß Genosse Lipinski eine erkleckliche Mehrheit brutal aufs Pflaster geworfenen Leute auch über die Mauern Staffels die Arbeit wieder aufgenommen, ist ja doch der Streit durch den in hatte, betrat zufällig Genosse Lipinski felbst, der mit hinaus. Das„ Voltsblatt für Hessen und Waldeck" veröffentlicht aller Form zu stande gekommenen neuen Tarif offiziell" beendet. dem Rade angekommen war, das Wahllokal. Kurz darauf folgendes ihm aus Eschwege zugesandte Schriftstück: Unter diesen Umständen dürfte der Streit elend versumpfen. brachten die anwesenden Arbeiter ein hoch auf den Genossen Lipinski aus. Da der Genosse Fischer der Urheber des Hochs gewesen sein soll, erhielt er jetzt die angegebene Strafe nebst Aufforderung zur Bezahlung der 6,50 M. betragenden Kosten. Die Strafverfügung stützt sich auf den groben Unfugsparagraphen. Hoffentlich legt der Genosse gegen den Strafbefehl Berufung ein, denn solcher grober Unfug" ist wohl noch nicht dagewesen. Wenn wegen aller Hochs, die nach vollendeter Wahl auf die siegreichen Kandidaten ausgebracht werden, auf Haft erkannt werden sollte, müßten unfre Gefängnisse bedeutend erweitert werden. Uebrigens dürften unfre Patrioten dabei am schlechtesten fahren, da ihnen die Hochs loser zu figen pflegen, als den socialdemokratischen Arbeitern. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Hus Induſtrie und Handel. Deutsches Reich. An alle Arbeitgeber des Maler, Weißbinder- und Lackierergewerbes! Laut Beschluß des Staffeler Arbeitgeberverbandes find, um einen Druck auf die feit 18 Wochen streitenden Schreinergesellen aus zuüben, sämtliche Arbeitnehmer( Gehilfen und Gesellen der Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Maler und Weißbinder), welche Fachberbänden angehören, am 25. Juli entlassen worden. Wir bitten alle Arbeitgeber, teine von den nachstehend aufgeführten Gehilfen und Gesellen während der allgemeinen Sperre zu beschäftigen, und sollte dieses schon geschehen sein, die Betreffenden wieder zu entlassen. Kassel, den 30. Juli 1903. Der Arbeitgeber- Schußverband. der Maler, Weißbinder und Lackierer von Kassel und Umgebung. In den Streit eingetreten find die Schalenmacher( Uhrenarbeiter) von Chaurdefonds, Locle, Tramelan, Biel, Madretsch und Grenchen, weil die Fabrikanten im Hinblick auf die amerikanische Stonkurrenz die Arbeitsteilung einführen wollen, dabei aber die bisherigen Dienst verhältnisse garantieren. Dieser Streit währt seit Jahren und zwar gegen den Willen der Führer der Uhrenarbeiter, welche wissen, daß die Arbeiter den technischen Fortschritt nicht aufhalten können und auch nicht verhindern sollen.. Die Schneider in Kopenhagen, die 1897 bergeblich streitten, um die Unternehmer zur Einführung von Betriebswerkstätten zu zwingen, haben jetzt damit begonnen, sich selbst solche Werkstätten einzurichten, wovon zwei kürzlich eröffnet wurden. Der dänische Schneiderverband hat zu diesem Zwed größere Räumlichkeiten in der Laregade sowie in der Römersgade gemietet. Jede Werkstätte hat ihren besonderen Leiter, der dafür zu sorgen hat, daß überall musterhafte Ordnung herrscht. Es folgen dann 308 Namen, denen meistenteils auch das Datum Der Centralverband deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender der Geburt beigedruckt iſt. hielt in den letzten Tagen in Witten( Ruhr) seine Hauptversammlung terroristisch aufs Pflaster zu werfen und ihnen dann außerdem noch handlungen mit den Unternehmern ist für die Zuschneider eine LohnWir empfehlen Kenntnisnahme von dieser Manier, Arbeiter erst Der Kortschneider- Streit in Kopenhagen ist beendet. Durch Verab, auf der in bekannter Weise nach Schema F über unlauteren Wettbewerb, Ausverkäufe, Wandertager, Kartelle, Warenhäuser, Blättern, welche so gerne Märchen von socialdemokratischem Terro- und Arbeiterinnen wurden die Stundenlöhne auf 50 und 25 Dere das Brotsuchen anderwärts unmöglich zu machen, namentlich den erhöhung von ca. 10 Broz. erzielt worden. Für die Lohnarbeiter Konsumvereine, Kaufmannsgerichte usw. räfonniert wurde, woran rismus" erzählen. Was sagt die" Post" überhaupt zu der Aus- festgesetzt; sie betrugen bisher 40-50 und 22 Dere. sich dann hinterher allerlei Beschlußfassungen knüpften. Auf die rismus" erzählen. Was sagt die" Post" überhaupt zu der Aus- und Arbeiterinnen wurden die Stundenlöhne auf 50 und 25 Dere Reben einzugehen lohnt sich nicht der Mühe; Interesse für unsre sperrung in Kassel? Lefer dürften nur folgende zwei Resolutionen haben, die mit be- Achtung, Leiftenvergolder! Der bekannte Herr Weinstoc, zur Uebereinkommen mit den Unternehmern beendet worden. Die Löhne Der Kortschneider- Streit in Göteborg ist ebenfalls durch ein trächtlicher Stimmenmehrheit Annahme gefunden haben: Zeit Werkführer bei der Firma B. Grosa in Leipzig ,, ist auf der find um 5 Broz. erhöht worden. Eine Firma, Emil Nilssen, 1. Besteuerung der Warenhäuser, Konsumvereine Suche nach Streitbrechern. Lasse sich niemand irreführen, da hat jedoch die neuen Bedingungen noch nicht anerkannt, weshalb bort er wahrscheinlich unter einer Decabreffe Vergolder suchen wird. weiter gestreift wird. a)§ 1. Abs. 4 des preußischen Warenhaussteuer- Gefeßes foll Desgleichen ersuchen wir alle Kollegen, uns sofort Mitteilung zu aufgehoben und die Warenhaussteuer auch auf Konfumanstalten und machen, wenn sie Streitarbeit vorbekommen sollten, da die Firma Konsumbereine ausgedehnt werden, auch wenn solche nur die Artikel rohe Leisten nach außerhalb zum Fertigmachen verschickt. Der Streit einer Warengruppe führen. Die Besteuerung dieser Betriebe hat in dauert unverändert fort. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck ge= Städten bis zu 20 000 Einwohnern bei 100 000 m. Jahresumsatz beten. und in größeren Städten bei einem Jahresumsatz von 150 000 m. mit einem Minimalſage von 1 Proz. zu beginnen und bis zu 3 Broz. zu steigen. und Filialen. Verband der Vergolder. Die Scharfmacher im Tischlergewerbe Aus der Frauenbewegung. Schöneberg. Der Verein für Frauen und Mädchen für Schöne berg und Umgegend feiert am Sonnabend, den 8. August, in den gesamten Räumen des Obstschen Etablissements, Meiningerstr. 8, find zur Zeit in Frankfurt versammelt. Der sog. Arbeitsein drittes Stiftungsfest, wozu der Vorstand Freunde und Gönner b) Bei Berechnung des steuerpflichtigen Einkommens soll die geber- Schuhverband der deutschen Tischlermeister und Holz- des Vereins freundlichst einladet.( Siehe auch Inserat in der Dividende direkt en bloc und nicht, wie bisher, bei den einzelnen industriellen, der seine Hauptaufgabe in der Niederknüppelung des Mittwoch- Nummer des Vorwärts".) Mitgliedern versteuert werden. Holzarbeiter Verbandes erblickt, umfaßt angeblich 114 Jnnungen mit e) Filialen sollen an den Drten, wo sie betrieben werden, zur 9550 Mitgliedern. bollen Steuer herangezogen werden. Der Centralverband wünscht Hauptgegenstand der Grörterung bildete der Staffeler Streit eine präcise gesetzliche Bestimmung der Begriffe Filiale" und der den Herren Scharfmachern schwer im Magen liegt. Achtzehn Zweigniederlassung" nach der Richtung, daß sich der juristische Be- Wochen lang habe man den Streit ausgehalten, unter welchen Opfern, griff mit den Anschauungen des Handels und Verkehrs deckt und wurde nicht gesagt, aber es ging aus den Angriffen hervor, die diese Betriebe sich nicht mehr, wie jetzt vielfach üblich, der Eintragungspflicht und der gesonderten Besteuerung entziehen können. 2. Kaufmannsgerichte. Letzte Nachrichten und Depefchen. Mainz, 5. August.( B. H.) Vor dem Provinzialausschuß der Provinz Rheinhessen spielt zur Zeit ein großer Enteignungsgegen den Holzarbeiter- Verband gerichtet wurden. Insbesondere prozeß für die Umführungsbahn nach Wiesbaden, an dem wurde betont, daß die Arbeitgeber gegenüber der Macht der Arbeiter- mehrere hundert Gebäudebesizer beteiligt find; unter organisation noch größere Opfer bringen müßten. Der Meister- ihnen befindet sich der Großherzog von Luxemburg, verband hat nur 10 Pf. Wochenbeitrag erhoben, während beim während als Nebeninteressent der Sekretär der ottomanischen EisenHolzarbeiter- Verband pro Arbeiter und Woche durchschnittlich etwa bahn in Konstantinopel beitritt. Der Centralvorstand erklärt: Er vermag ein Bedürfnis zur Einführung besonderer Kaufmannsgerichte nicht anzuerkennen. Er hält eine Beschleunigung, Vereinfachung und Verbilligung des ordent- 50 f. bezahlt würden. Die Kaffeler Kollegen wurden vom Verbande Wien, 5. Auguft.( W. T. B.) Wie die, Politische Korrespondenz" lichen Gerichtsverfahrens, gegebenenfalls unter Heranziehung von fräftig unterstützt. Doch liegen die Verhältnisse heute gerade so wie erfährt, hat auf Wunsch der ungarischen Regierung das Standesvertretern, für erstrebenswert. bor 18 Wochen, zu Beginn des Streits. Es sind aber manche Kollegen Ministerium des Auswärtigen den östreichisch- ungarischen Vertretungen in Gefahr, und sie müssen mit allen Mitteln unterſtügt werden, bis im Auslande telegraphische Weisungen erteilt, die sofortige Ueber eine neue Verhaftung wird uns aus Dresden geschrieben: der Streit zu ihren Gunsten entschieden ist. Handelt es sich doch Verhaftung und Auslieferung von Martin Dienes Direktor Bauer in Dresden von der Kitfonlichtgesellschaft hauptsächlich darum, daß der Verband von seinem stärksten wirtschaft- 3u beranlaffen. ( Betroleumglühlicht) ist verhaftet worden, weil er das Patent, das lichen Gegner, dem Holzarbeiter- Verband, sich nicht an die Wand Rom, 5. Auguft.( W. T. B.) Wie die Blätter melden, richtete er noch nicht gekauft hatte, weiter zu verkaufen suchte. Wauer war drücken lasse, meinte Herr Rahardt. Der Vertreter von Kassel, Ministerpräsident 8anardelli an die Präfetten vor wenigen Jahren Redakteur der Deutschen Wacht", dann Handels- Herr Kochendörfer, gab einen Ueberblick über den Streit dort. nachfolgendes Telegramm: Der neue Bapst hat uns seine anwalt, jetzt versuchte er, eine unparteiische Beitung agrarischer Der Streit sei nicht eine Rotfrage, sondern eine Wahl nicht mitgeteilt; ich benachrichtige Sie daher, daß die Tendenz in Dresden zu gründen. Ueber die Kitsonlichtgesellschaft Machtfrage. Am 25. Juli haben die Mitglieder des Verbandes Staatsbeamten an den kirchlichen Feiern, die aus dem hatte er den Zeitungen berichtet, daß es sich um eine Aftiengesellschaft ihre streifenden Arbeiter entlassen. Jeder Tag, den der Streit länger Anlasse dieser Wahl stattfinden werden, nicht teilnehmen mit 1 Million Kapital handele. Das war aber alles Schwindel. bauere, sei ein Verlust für die Arbeiter, ein Erfolg vom Verband. können. Er hatte nur 75 000 m. von Kapitalisten zusammengebracht und sollte 90-100 Mann haben immer gearbeitet. Die notwendige Arbeit London, 5. Auguft.( W. T. B.) Das Oberhans hat die Taut Bertrag das Batent mit 750 000. bezahlen. Wauer beein- fonnte stets erledigt werden.(?? Red.) Redner forderte alle dritte Lesung des Unterrichtsgefeges für London an flußte nicht nur die Zeitungen zu seinen Gunsten, sondern auch die Innungen zum Beitritt in den Arbeitgeber- Schußverband auf. genommen. Auskunfteien, so daß er biel Kredit erhielt. Auch auf der Städte- Der Vorstand schlug darauf vor, zu beschließen, eine Arbeiter- Konstantinopel, 5. Auguft.( B. H.) Der französische Bots Ausstellung erbaute er einen Reklamepavillon. garde" zu bilden. Es sollten alle angeschloffenen Mitglieder im fchafter verständigte der Großvezier, daß, falls die Türken Bierzehn westfälische Cementfabriken beschlossen, wie die„ Köln. Augenblicke, in dem ein Streit ausbreche, ihre Söhne, soweit die Dafe Bilma nicht räumten, fie gewaltsam durch Volkszeitung" aus Dortmund meldet, die Bildung eines Verbandes fie Tischler feien, zur Verfügung stellen. Das habe bereits der französische Truppen vertrieben werden würden. Westfälischer Cementfabriken zunächst für 1904. Es fehlen noch Unter- 400 Mitglieder zur Verfügung, die er sofort biniverfen tönne, wo- den Bilajets Monaftir und uestüb nimmt bedenkliche Formen an. Salonichi, 5. August.( B. S.) Das Bandenunwesen in mustergültige Eiſenindustriellen- Verband erreicht; er habe jederzeit schriften von Vertretern dreier Werke, deren Einlaufen bis zum hin es nötig ist. Herr Fobbe aus Köln meinte jedoch, es werde Sechzehn neue Banden sind aufgetaucht, welche morden und sehr schwer sein, eine solche Garde zu bilden. Die Meister- plündern. In den beiden letzten Nächten haben wiederum Cunard- Linie. Das Uebereinkommen der englischen Regierung föhne würden wohl auch nicht alle dafür attentate auf den Bahnlinien Salonichi- Monastir statt mit der Cunard- Linie ist heute in London veröffentlicht worden. zu haben sein. Man tönne solchen Streits mit Erfolg nur be- gefunden. 8. d. M. sicher erwartet wird. Berantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich Th.Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. 91.181. 20. Ktilißt des JotBirts" Sttlinct vslksblM. Dsvaerstag, 6. August IM. Sociales. Unternehmer und Richter. Die..Wovlfahrts'-Firma Aktiengesellschaft vorm. F. Siemens in Dresden ist nirgends besser bekannt wie auf dem dortigen Gewerbe- gericht; sie ist gewissermaßen Stammgast des Gerichts akS Beklagte und meistens auch Verurteilte. Als jüngst die bestellten Arbeiter- kundgebungen der Firma Veranlassung waren zu Lobgesängen der kapitalistischen Presse auf die herzigen Kapitalisten, denen angeblich nichts weiter Sorge macht wie das Wohl ihrer Arbeiter, da konnten wir zur Illustration sogleich eine der Arbeiter- begliiclungsmcthoden des Musterbetriebes aufdecken. Früher hatte jeder Glasbläser einen sogenannten Einträger gehabt. Der Wochen- lohn für den Einträaer(der die eben gefertigten heißen Glasgegen- stände in den Kühlosen zu tragen hat) wird dem in Accord arbeitenden Glasbläser abgezogen. Vor einigen Monaten wurden wegen Ein- führung einer angeblichen technischen Verbesserung je zwe, Glas- bläser auf einen Einträger angewiesen, jedem aber wurde der Lohn für einen Einttäger abgezogen, wodurch die Firma an jedem Bläser wöchentlich S bis 7 Mark extra gewann. Das gab wieder Anlaß zn neuen Klagen der Arbeiter eim Gewerbegericht und in allen diesen Fällen wurde die Firma zur Nachzahlung an die klagenden Glasmacher verurteilt. Nachdem die Firma einigemal unter Vorsitz deS Gewerberichters Dr. Häntzsch« verurteilt worden war, lehnte sie bei lveiteren derartigen Klagen diesen Richter wegen Befangenheit ab. Sie hatte damit kein Glück, der Ablehnungsantrag wurde jedesmal als unbegründet verworfen. Doch wenn es um den Profit geht, da ist dcni Kavitalisten die sonst so gepriesene Autorität des Richter? sie gleichgültigste Sache von der Welt; für die nächste Klage wegen unberechtigter Abzüge für Einträaerlohn. den die Firma gar nicht ausgegeben hatte, wurde die kunstliche Schaffung eines Ablehnungsgrundes versucht, der außerordentlich charakteristisch ist: gegen den Gewerberichter Dr. Häntzsche wurde eine Klage wegen Beleidigung der Firma eingereicht. Als sich vor einigen Tagen die neue Klage benach- teiligtcr Arbeiter einstellte, lehnte der Vertreter der Firma den Richter wieder ab und begründete das mit der Beleidigungs- klage. Der Abgelehnte erklärte, daß ihm die Beleidigungs- klage noch nicht bekannt sei und er sich nicht be- fangen fühle. In Erwartung der Praktiken der Firma war übrigens ein andrer Gewerbenchter zur Stelle und unter dessen Vorsitz wurde der AblehnungSantrag abermals als unbegründet der- worscn. Darauf wurde die Firma unter Lorsitz Dr. Häntzsches wiederum zur Zahlimg deS eingeklagten Lohnes verurteilt uiid an einem der folgenden Tage abermals. Das Charakteristische an dem Vorfall ist die Art, wie die fach- lich ohne Zweifel im Unrecht befindliche Firma durch Winkelzüge gegen die Urteile des Gerichts obstruiert und damit die Autorität des Gerichts schwer schädigt. Bürgerliche Blätter hätten doch eigent- lich alles Interesse daran, solche Obstruktion gegen bestehende Rechts- einrichtungen mit aller Enlschtedenheit zurückzuweisen: eS scheint aber, daß der kapitalistischen Preffe die Autorität der Gerichte auch nur insoweit etwas gilt, als sie den Interessen des Kapitals nützlich ist._ Die ärztlichen Honorare bei den sächfischen Krankenkassen sind in fortgesetzter Steigerung begriffen. Räch der amtlichen Statistik über die Krankenkassen im Königreich Sachsen wurden von sämtlichen sächsischen Krankenkassen im Jahre ISSv pro Mitglied 8,39 M. Arzt- Honorar gezahlt und dies hob sich in ganz gleichmäßiger Steigerung auf 4, LS im Jahre 1899. Bei der Freien Bereiingung der sächsischen Orts- Krankenkassen betrug im Jahre 1894 das Arzthonorar pro Mitglied 8,81 M., im Jahre 1902 aber ebenfalls in gleichmäßiger Steigerung pro MitgUed 4,85 M. Selbst wenn, was ja aus Viesen Zahlen nicht zu ersehnt ist, die Ansprüche an die ärztliche Thätigkeit gestiegeir sind, so ist die Steigerung der Ausgaben für ärztliches Honorar doch so bedeutend, daß darin unbostreitbar auch eine erhebliche Erhöhung der Bezahlung für die Einzelleistung entfallen ist und wenn man nur nach den von unsrer Seite mehrjach geinachten Vor« schlagen für eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Kasteit sorgte, sowie sie aus der Tributpflichtigkeit der Apotheker befreite, würden sie bald die Aerzte sicherlich auch thun. noch besser bezahlen können dann und es Dir Einführung der Verhältniswahl war von den christlichen Gewerkschaften in K ö l n für das dortige Gewerbegericht beantragt worden. Der Antrag ist von dem aus 12 Beisitzern der Unternehmer uitd der Arbeiter und den drei Vorsitzenden bestehenden Ausschüsse einstimmig abgelehnt worden. berliner paitei-)ZngdegenKeiteii. Zur Lokul-Ltste! Groß-Lichterfelde-Lankwitz. Die Pianofabrik von Götze in Lankwitz hält am Sonnabend, den 8. August bei Pichler. Viktoria- straße, ein Vergnügen ab. Die Arbeiter der genannten Fabrik weisen wir darauf hin, daß dieses Lokal der Arbeiterschaft zu Versammlungen w. nicht zur Verfügung steht. Für Lankwitz kommt nur das Lokal von Aug. Wolfs, C a l a n d r e l l i st r. 27 als frei für die Arbeiterschaft in Betracht._ Die Lokalkommission. Charlottenburg. Donnerstag, den 6. August, abends gl/, Uhr. findet im Lokale A. Graffunder, Wielandstroße 4, eine Bezirks- Versammlung des siebenten Bezirks statt. Vortrag de§ Genossen Dr. Borchardt:.Die bevorstehenden LandtagSwahlen I* WaidmannSluft. Sonnabend, den 8. d. M.. abends Ve0 Uhr bei A. Kuhn Nachfolger in WaidmanitSlust Mtgliederversammlung des Wahlvereins. Auf der Tagesordnung steht u. a.«in Vortrag über .Technil und Bedeuwng der preußischen Landtagswahlen". Es ist deshalb dringend notwendig, daß a l l e Mitglieder erscheinen. Gäste willkommen. lokales. Die fliegenden Klasse» der Berliner Gemcindeschulen. .Fliegende Klassen" Z 1 In der letzten Zeit war es doch von diesem früher so viel beklagten, so oft gerügten Mißstand der Gc- meindeschulen Berlins stiller geworden I Man hatte doch versichert. daß das Uebel immer mehr nachlasse und nun bald völlig beseitigt sein werde! Giebt es denn heute überhaupt noch fliegende Gemeindeschulllassen in unsrer freisinnig ver« walteten Musterstadt Berlin? Leider ja, eS giebt noch welche— und noch mehr als genug! Im vorigen Winter wnrde zwar in der bürgerlichen Presse darauf hingewiesen, daß die fliegenden Klassen der Gemeinde- schulen sich ftjt ein paar Jahren stark vermindert hätten, und man eröffnete uns die angenehme Lusficht. daß ihre Zahl in nicht zu ferner Zeit auf Rull sinken werde. Auch wurde erst kürzlich wieder in einigen Blättern mitgeteilt, daß in diesem Sommer nur noch 29 solcher Klassen in unsren Ge- meindeschulen zu finden seien. Wir fürchten aber, daß wir den Tag kaum noch erleben werden, wo wirklich die letzte der fliegenden Klassen ein Unterkommen erhält, wo endlich der skandalöse Zustand aufhört, daß aus Mangel an Schulhäusern und Klassenzimmern einzelne Klassen kein eignes Zimmer zu ständiger Benutzung ve- kommen, sondern auf die Mitbenutzung bald dieses bald jenes Zimmers ihrer Schule angewiesen werden, das wegen Turnunterricht oder aus andren Gründen gerade unbesetzt ist. In den nächsten Jahren wird, allem Anschein nach, keine weitere Borminderung, sondern eine neue Vermehrung der fliegenden Klassen eintreten. Die Vermehrung hat sogar schon begonnen. Im vorigen Winter hatten wir nach der amtlichen Darstellung deS Magistrats nur noch 18 fliegende Klassen. in diesem Sommer sollen nach der erwähnten Zeitungsnotiz 20 vorhanden sein, das wären also schon 2 mehr. Die Angabe„20" scheint aber noch zu niedrig zu sein. Jene Zeitungsnotiz stützte sich auf das alljährlich vom Berliner Lehrer- verein herausgegebene Handbuch des Berliner Gemeindeschulwesens, das unter dem Namen des„kleinen Gaulle" bekannt ist. Darin wird in der That„20" als Summe der fliegenden Klassen angegeben, doch die Auszählung der bei den einzelnen Schulen aufgeführten „fliegenden" ergicbt 34 fliegende Klassen. Offenbaristim Handbuch falsch zusammengezählt worden, und wir müssen daher die Zahl 34 für die richttge halten. Demnach haben unsre Gemeinde- schulen jetzt schon wieder fast doppelt so viel fliegende Klassen wie rm letzten Winter. Das sieht wahrhastig nicht nach„Verminderung" aus. Von diesen Klassen kommen die allermeisten auf die Schulen der nördlichen Stadtteile. Fünf fliegende Klassen finden sich vor dem KönigSthor, neun fliegende vor dem Prenzlauer und dem Schönhauser Thor, acht vor dem Rosenthaler Thor, und so weiter. In der Elbinger- und in der Gartensttatze haben wir Schulen mit fe zwei, in der Duncker- und in der Stephanstraße Schulen mit je drei fliegenden Klassen. Man sieht, wie stark der Mißstand sich in einzelnen Stadtgegenden und an einzelnen Schulen bereits wieder ausgebildet hat. Wenn im Herbst die Stadtverordnete«Wahlen heran- konniien, wird in den freisimngen Wählerversammlungcn wieder mit vollen Backen posaunt werden, wie prächtig sich in neuerer Zeit unser Gemeindeschulwescn entwickele und wie stark unter andren Mißständen der der fliegenden Klassen gemildert worden sei. Werden die frei- sinnigen Lehrer ihren freisinnigen Gönnern erwidern, daß wir in Berlin so weit leider noch nicht sind? Bon Fahrgästen der Hochbahn ist eine Eingabe angefertigt, welche der Direktion auf ihren Erlaß über Sttafbestinnnungen als Antwort übermittelt werden soll. In derselben wird daraus hin- gewiesen, daß wohl die Mehrzahl aller gerügten Uebertretungcn durch die Schuld der Hochbabn-Vcrwaltung selbst verursacht und diese infolgedessen auch für die Straf-Erlasse verantwortlich sei. den Haupt- Berkehrszeiten würden in die Wagen dritter Klasse o viel Personen hineingestopft, daß es den im Jnnenraum Befindlichen schwer wird, auf der Statton den Waggon zu verlassen, und zahlreiche Fahrgäste seien täglich gezwungen, f legen ihren Willen eine Statton weiter zu fahren. Die o der Freiheit beraubt Geivesencn erleiden Zeit- und oft auch Geldverluste, für welche die Direktion der Hochbahn verant- wortlich gemacht Iverden müßte. Wenn zahlreiche Fahrgäste mit Fahrkarten dritter Klaste in der zweiten Klasse angetroffen würden, so werde dieser„Betrug" auch nur eine Folge der mangelhaften VcrkehrSvcrhältnisse. Em jeder Fahrgast, der lein Fahrgeld bezahlt hat, habe daS Recht, die Beförderung mit dem nächstfälligen Zug zu fordern. Er habe es nicht nötig, sich in einen überfüllten Wagen .hineinzuquetschen", was manchmal auch nicht möglich, sondern könne in diesem Falle zweifellos fordern, in den meist leeren Wagen zlveiter Klasse befördert zu werden. Ebenso sei die Verwaltung auch für Zeitverluste verantwortlich zu machen, welche den Fahrgästen bei Betriebsstörungen infolge Unterlassung von Kenntnisgabe derselben entstehen. Die Antragsteller sind der Ansicht, daß, bevor die Ver- waltung der Hochbahn Strasbestimmungen stelle, sie für einen ge- ordneten und geregelten Verkehr auf der Hochbahn Sorge tragen müsse. Auf dem Gelände der ehemaligen Wasserwerke an der Stralauer Allee, das nach der Beseittgung dieser Anlage zur Bebauung mit Wohnhäusern bestimmt wurde und von der Grundeigentums- Deputation des Magistrats bereits seit einigen Jahren zum Verkauf auSgeboten wird, ist an der Ecke der Stralauer Allee und der neu in den Bebauungsplan aufgenommenen Naglerstraße mit der Er- richtting eines ersten Privatwohnhauses begonnen worden. Bebaut war bisher nur ein Grundstück, das von der Naglerstraße nach der gleichfalls neu aufgenommenen Ehrenbergstraße durchgeht und auf dem in den letzten Jahren ein GcmeindeschulhauS nebstTnrnhalle und Lehrer Wohnhaus ausgeftihrt worden ist. Alle übrigen Grundstücke des aus' gedehnten Geländes sind einstweilen noch als Lagerplätze benutzt worden. An die Wasserwerke, die. vor jetzt fünfzig Jahren, 1853—60, von einer englischen Gesellschaft angelegt und im Jahre 1373 durch die Stadtgemeinde erworben wurden, erinnern heute nur noch spär- liche Reste: in der Stralauer Allee Teile der alten Umfassungsmauer, sowie das ehemalige Pförttierhaus, das äußerlich noch unverändert ist, aber jetzt eine kleine Gastwirtschaft beherbergt. Seit der Schließung der Wasserwerke sind nun zehn Jahre verflossen, seit der Anlegung der neuen, das Gelände durchschneidenden und aufschließenden Straßen ziemlich vier Jahre. Unter Hinterlassung bedeutender Schulden ist der 87 Jahre alte Architekt und Ingenieur Robert Schröter aus Berlin verschwunden. Sckiröter. der verheiratet und Vater von drei Kindern im Alter von 8 bis 10 Jahren ist, bewohnte seit zwei Jahren mit seiner Familie im zweiten Stock des Hauses Ebertystr. 43 drei Zimmer und Küche für 55 Mark monatlich. Die Familie lebte einfach, die Frau besorgte das Hauswesen allein ohne Dienstmädchen oder sonstige Hilfe. Wäbrend Schröter ftüher für eigne Rechnung gebaut hatte, verband er sich im Januar dieses Jahres mit dem gleichaltrigen Kaufmann Joseph Wolff aus der Werneuchenerstraße Nr. 8. der ebenfalls verheiratet«nd Familienvater ist, und gründete mit ihm in der Ebertystraße 43 auch ein„Technisches Bureau für Industrie und Architektur, Specialität Keramik". Dieses Unternehmen kam jedoch über einen vierwöchigen Versuch nicht hinaus. In der keramischen Fabrik wurde überhaupt nicht ein einziger Arbeiter beschäftigt. Unterdessen setzten vie Geschäftsinhaber gemeinschaftlich die Bau- Unternehmungen fort. Augenblicklich hatten sie drei Bauten in Arbeit, zwei in der Elbinger- und einen in der Rigaerstraße. Dabei haperte eS schließlich mit dem Gelde so sehr, daß die Handwerksmeister die Geduld verloren. Am DienStagmorgen um 8 Uhr fanden sich mehrere Handwerker bei Schröter ein, um noch einmal ihre Forderungen geltend zu machen. Da sie wiederum nicht beftiedigt wurden, erklärten sie, daß sie am wchsten Tage das Konkursverfahren beantragen würden, wenn sie bis dahin kein Geld bekämen. Um 10 Uhr vormittags ging Schröter von Hause weg, um den Versuch zu machen. Geld heranzuschaffen. Es muß ihm aber wohl nicht gelungen sein, irgendwo Mittel flüssig zu machen, denn er kam von dem Ausgange nicht wieder. Als einige Meister daS Verschwinden deS Schuldners erfuhren, machten sie Anzeige bei der Kriminalpolizei. Im Laufe des Nachmittags holte ein Kriminalbeamter ein Bild des Flüchtigen aus seiner Wohnung, um es auswärtigen Behörden im Abzug mitzuteilen. Frau Schröter behauptet, daß ihr Mann keine Mittel besitzen könne. Wohin er sich gewandt habe, wisse sie nicht. Eine aus ca. fünf Köpfen bestehende jugendliche Einbrecherband» macht, wie bereits mitgeteilt wurde, die Umgebung der Jungfern- Heide unsicher und dehnt ihre Streifzüge bis auf die am Gpandam Schifffahrtskanal belegenen Sommerlokale aus. So haben sie in den letzten Tagen in' dem Dhckschen Etabliffemeift, in den Restau- rants Carlshof, Karolinenhof usw. förmliche Raubzüge ausgeführt. Die in den Gärten und in den Nebenräumen befindlichen Automaten wurden zertrümmert und ausgeplündert und außerdem vorwiegend Lebensmtttel und Cigarren gestohlen. Die Diebe sind so dreist, in den von ihnen besuchten Lokalen förmliche Zechgelage zu veranstalten Aus dem Staube gemacht hat sich ein Herr Franz Pautsch, bisher in Charlotten bürg, Weimarerftr. 15 wohnhaft, der sich Generalagent nannte und jetzt der Verübung von Kautionsschwindelei beschuldigt wird. Plantsch engagierte verschiedene junge Leute und nahm ihnen Kautionen in bettächtlicher Höhe ab. die er bei Banken zu deponieren versprach. Als die Engagierten, von denen jeder der einzige zu sein glaubte, sich am 1. August in der Wohnung ihres „Chefs" emfanden, wurde ihnen von seiner Frau mitgeteilt, daß Pautsch verschwunden sei und sich daS Leben nehmen wolle. Dei „ Selbstmordkandidat" wird nun von der Charlottenburger Polizei gesucht. Diese Mühe des Suchens hätte die Polizei sich erspare» können, wenn sie den Mann schon 14 Tage früher fest- gehalten hätte. Bereits am 18. Juli war sie davon in.Kenntnis gesetzt worden, daß Pautsch einen bisherigen Angestellten, der ihn am 16. Juli verlassen hatte, mit der Auszahlung der Kantion in auffälliger Weise hinzog. Die Polizei hat es nicht sehr eilig gehabt und sich damit getröstet, daß der Mann ja verheiratet sei, in geordneten Verhältnissen lebe usw. Desto eiliger hatte es dann im entscheidenden Augenblick der„Selbstmordkandidat". Avisierter Raubmörder. Von Kopenhagen aus wurde die Kriminal« Polizei aufgefordert, auf den Arbeiter Christoffer Hansen zu fahnden, den man in Deutschland vermutet. Hansen hat in Kopenhagen ge» n-einsam mit einem Komplizen eine Greisin ermordet und beraubt. Während der Mtthäter des Hansen verhaftet werden konnte, gelang es letzterem zu entkommen. Hansen, der geläufig deutsch spricht, hat sich vor Antritt seiner Flucht Haar- und Barttracht verändern lassen. „Unfall und ärztliche Hilfe". Zu der Rottz, die unter vor- stehender Sttchmarke in Nr. 173 erschienen ist, wird uns mitgeteilt, daß nicht Herr Dr. Butttnann selbst es war, der es unter den näher geschilderten Umständen ablehnte, einen Krankenbesuch zu machen, sondern ein Kollege desselben, der die Vertretung Dr. Buttmanns während dessen Abwesenheit übernommen hat. In eine sehr gefährliche Lage geriet gestern abend ein Break bei einem Zusammenstoß mit einem Straßenbahnwagen. Der Wagen Nr. 1297 der Linie 28(Reinickendorf-Britz) wollte um 8% Uhr von der Friedrich- in die Oranienburgerstraße einbiegen, als em von der Chausseestraße herkommendes, mit einem Fuchs bespanntes und mit drei Herren und einer Dame besetztes Break noch rasch vor ihm vor- überzufahren versuchte, obwohl der Wagenführer durch Klingeln warnte. Schon war das Pferd erfaßt und zu Boden geworfen, als eS dem geisteSgegenwärttaen Führer gelang, den Motorwagen �um Stehen zu bringen und im nächsten Augenblick ein wenig rückwärts zu leiten. Die Insassen des Breaks waren unterdessen blitzschnell abgesprungen. So ging alles noch gut ab; auch das Pferd kam un« versehrt davon. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern nachmittag in der Köpenickersttaße, nahe der Michaellirchstraße. Der in der Oppelner- straße 30 wohnende Kaufmann Veßlin, der auf der Vorderplattform eines Straßenbahnwagens der Linie 87(Schöneberg-Treptow) stand, wurde plötzlich von einem Krampfanfall erfaßt. V. brach zusammen und stürmte rücklings vom Wagen. Der Unglückliche, der eine Ge- Hirnerschütterung davongetragen hatte, wurde dem Krankenhaus««m Urban zugeführt. Ueberfallen. Der 27 Jahre alte Arbeiter Emst Taetenbach au« der Pannierstr. 38 zu Rixdorf wurde in der vergangenen Nacht um 12'/« Uhr mit zwei Messerstichen im rechten Arm an, Maybach-Ufer aufgefunden und von der Rettungswache am Görlitzer Bahnhof in ein Krankenhaus gebracht. Die Stiche sind lang und ttef. Der Verletzte behauptet, zwei Männer, die ihn wohl mit einem andern verwechselt haben mochten, hätten ihn gestochen und dann die Flucht ergriffen. Gartenbau-AnSstellung der Laudenkolonisteu. Der Bund der Pflanzervereine Berlins und Umgegend veranstaltet am Sonntag, den 13. September, Elbingerstrnße 50/59, eine Aus- stellung von selb st gezogenen geldfrüchten, sowie von Geflügel, Kaninchen usw. Dir Reue freie Volksbühne, die seit anfangs d. I. unter dem Vorsitz von Dr. Josef Ettlinger steht, während ihr langjähriger Leiter Dr. Bruno Wille den ziveiten Vorsitz und die Redaktion der BereinSschrift beibehalten hat, ist durch einen soeben mit Direktor Reinhardt geschlossenen Vertrag in tue Lage versetzt, ihre Vor- stellungen im Neuen Theater veranstalten zu können. Da« neue Spieljahr beginnt im September; gegeben wird am 8., 18., 20.. 27. für die vier Abteilungen GorkiS„Nachtasyl" in der Besetzung des Neuen Theater». Als erste Vereinsvorstellung unter eigner Regie soll im Oktober Georg HirschfeldS Komödie„Vauline" folgen, wozu Herr Dr. Brahm die Erlaubnis erteilt und der Autor eine Ueber- arbeitung bezw. Zusammenziehung des Stückes auf drei Atte in Aussicht gestellt hat. Den litterarischen Beirat des Vereinsvorstandes Iverden fiir die neue Spielzeit die Herren Felix Hollaender, Fritz Mauthner, Direktor Max Reinhardt, Dr. Paul Remer, Dr. Gust. Zieler. Hans Oswald, Willy Rath nebst zwei BerwaltungSmitgliedern des Vereins bilden. BeittittSamneldunqen nimmt, so weit fie noch berücksichtigt werden können, der Kassierer H. Nest, Beteranenstt.«. entgegen. Zeuge» gesucht. Die Personen, die am Sonnabend, den 18. Juli, mittaas gegen'/ist Uhr beobachteten, wie Leipzigerstraße, Ecke Char- lottenstraße, ein Bierrutscher verhastet wurde, werden gebeten, ihre Adresse an den Kutscher Albert Könner, Neuenburgerstr. 12, Ouer« gebände IV, einzusenden._ Hub den Nachbarorten. Achtung! Gewerkschaften Charlottenburg«• Mittwoch, de» 19. August, findet eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung mit dem Thema«Die socialen Aufgaben der Frauen und Mädchen des arbeitenden Volkes" statt. Referenttn: Fräulein Ida Altmann. Die Gewerkschastsvorftände werden ersucht, an diesem Abend keine Ber- sammlungen anzuberaumen. Der Ausschuß der Charlottenburger Gewerffchafts-Kommission. Der betrunkene Polizeibeamte. Gxoße Entrüstung hat in Tegel das Verhalten eines jungen Polizeibeamten, des Gcmeindedieners H. hervorgerufen. Als der Schiffsführer R. am Tegeler See zur Aus- ladestelle schritt, wurde er plötzlich von einem Polizeibeamten an- gehalten und nach keiner Legittmatton geftagt. H. benahm sich hier- bei dermaßen schroff, daß es zu einem Wortwechsel kam. Der be- lästtgte Schiffssührer merkte schließlich, daß der Beamte nicht nüchtern war und hat wohl eine entsprechende Andeutung gemacht, die den Polizisten so in Erregung versetzte, daß er sein Seitengewehr zog und auf R. ohne weiteres einHieb. Er brachte ihm nicht un- bedeutende Verletzungen am Hals und den Händen bei. Dem Schiff«- führer zu Hilfe eilende Personen wurden ebenfalls von dem Gemeinde- dicner mit dem Seitengewehr bearbeitet, ehe es gelang, ihn un- schädlich zumachen. H. ist sofort vom Dienst suspendiert worden und wird eine strenge Untersuchung über sich«c gehen lassen müssen. Sociale Rechtspflege* Bontim-Lehmann als Stammgast des Berliner GewerbegerichtS. Jeder Beisitzer der Kammer 6 des Berliner Gewerbegerichts dürfte den Herrn Konfiturenfabrikanten Lehmann kennen, so oft hatte sich der Herr vor der genannten Kammer seit Jahren gegen Klagen seiner Angestellten zu verantworten. Typisch für eine größere An- zahl dieser Prozesse ist der des Kutschers F.. der die Kammer in ihrer letzten Sitzung beschäftigte. Herr Lehmann läßt seine Fabrikate meist in Gläsern verpackt, durch seine Kutscher an die Kunden ab fahren und ließ bisher auch durch die Kutscher kassieren. Die Gläser werden mit verrechnet, beziehungsweise auch ausgetauscht(leere gegen gefüllte) und eventuell auch zurückgenommen. Für jeden Schaden und für jeden Verlust, den die Abrechnung ergiebt, wurden die Kutscher vertraglich verantwortlich gemacht und sollen mit ihrer Kaution dafür haften. Wie Gewerberichter Dr. Neumann im Ver laufe seines Vortrags hervorhob, sind die Folge eine Unmasse Differenzen. So hat denn auch der Kläger F. auf Rückgabe seiner Kaution von 300 Mark beim Gewerbegericht geklagt. 2o0 Mark wurden schließlich anerkannt. Lehmann machte Kläger dafür ver antwortlich, daß ein Kunde einen Auftrag von 45 Mark Wert annulliert habe, weil Kläger seinem Verlangen, einige Gläser zurück zunehmen, nicht gefolgt sei. Das Gericht verwarf diesen Einwand mit der Begründung, daß sich Lehmann mit den gesetzlichen Mitteln gegen die Annullierung jenes Auftrags hätte wehren müssen. Es wurde im fraglichen Termin ein Teilurteil gefällt, wonach Lehmann von dem Restbetrag der Kaution vorläufig 16,70 Mark zu zahlen hatte. Ueber zwei weitere Einwände, die die noch verbleibenden 33,30 Mark umfassen, wurde nun im letzten Termin verhandelt. 20 Mark davon beansprucht Lehmann, weil er durch Verschulden des Klägers 20 Mark Geldstrafe wegen Vergehens gegen die Straßen polizei-Verordnung habe zahlen müssen. In dieser Beziehung ge- lang Herrn Lehmann der Nachweis, daß der Kutscher trotz ausdrück- licher Aufforderung beim Abfahren von Müll letzteres nicht genügend mit Plänen zugedeckt hatte. Und die noch verbleibenden 13,30 Mark will Lehmann bei verschiedenen Ab rechnungen vom Kläger zu wenig an Gläsern oder Ware oder Geld zurückerhalten bezw erhalten haben. Gewerberichter Dr. Neumann führte hierzu aus: ES sei der Fehler, daß Lehmann die manchmal nicht ganz einfache Ab- und Verrechnung mit den Kunden durch Leute ausführen lasse, wie der Kläger einer sei, der ein braver Mann sein möge, nicht aber den Eindruck mache, als wäre er dem Geschäft ge- wachsen. Das natürliche Resultat wären dauernde Differenzen Bezeichnend sei. daß Kläger, dem ein Monats lohn von 10 0 Mark zugesagt war, während einer 2'/-wöchentlichen Beschäftigung bloß 23.50 Mark Lohn und von 300 Mark Kaution nur 2S0 Mark erhielt und daß alles andre aufgerechnet worden ist oder aufgerechnet werden soll. Nicht nur im vorliegenden, sondern auch in andren Fällen sei das bei Lehmann vorgekommen. Das sei ein unhaltbarer Zustand. Die fehlenden Gläser be rechne Herr Lehmann den Kutschern nicht nach dem Materialwert, sondern er verlange den Preis ersetzt, den er dafür von dem Kunden bekommen würde, indem er sage:„Ich weiß ja nicht, ob der Kutscher nicht das Geld für das Glas vom Kunden bekommen hat und es mir nur borenthalten will".— Aus einer Generalzusammenstellung der ..Fälle Lehmann" von 1901 bis jetzt, die verlesen wird, sind solche Fälle erledigt 1901 durch Vergleich 9, durch Nicht- erscheinen oder nicht Stellen von Anträgen 26, durch Verurteilung 7, im Jahre 1902 durch Vergleich 8, Nichterscheinen 14, durch Ab- Weisung 4, durch Verurteilung 8 und 1903 ist das Gericht beim achten Falle Lehmann angelangt.— Durch Vernehmung einer Zeugin wird festgestellt, daß abends die Wagen verschlossen auf dem Hofe belassen werden, die leeren Gläser aber oft aus dem dafür ein- gerichteten Verdeck stehen bleiben. Der Kläger leistete folgenden, ihm vom Gericht auferlegten Eid: Ich habe weder von den Gläsern, noch von dem Gelde, noch von den Waren etwas beiseite geschafft. Beklagter Lehmann wurde zur Zahlung von 13,30 Mark verurteilt und Kläger mit der Mehrforderung von 20 Mark abgewiesen. Dr. N e u m a n n konnte feststellen, daß der G e- richtshof es ebenfalls für unzulässig erachte, daß man erst wegen der Kaution klagen müsse und nachher trotz der Arbeit mehrerer Wochen in Wirklichkeit nicht viel mehr erhalte, als die Kaution. Was die 13,30 Mark angehe, so stehe nicht fest, ob die bei den Ab- rechnungen herausgekommenen Differenzen im Verlust von Gläsern. von Waren oder Geld beständen. Da es Gläser sein könnten, es aber nicht ausgeschlossen sei, daß sie nachts oben von den Wagen herab gestohlen wurden, so sei dem Kläger ein Verschulden nicht nachzuweisen. Die andre? 20 Mark müsse Kläger aber einbüßen, da durch sein Verschulden dem Beklagten die Polizeistrafe von 20 Mark erwachsen sei. Im Laufe der Verhandlung wurde Herr Lehmann ein paarmal sehr böse. Einmal richtete sich sein Zorn gegen den Vorsitzenden Dr. Neumann, weil dieser mit einigen Worten dabei verweilte, daß Beklagter einen Vergleich auf 10 Mark, den er mit dem Kläger vor mehreren Wochen schloß, noch nicht erfüllt habe und es wegen der 16,70 Mark aus dem Teilurteil zur Pfändung habe kommen lassen. Lehmann: Er reise für sein Geschäft und seine Frau habe während seiner Abwesenheit kein Geld. Und er protestiere dagegen, daß der Vorsitzende hierüber spreche und werde sich über den Vor- sitzenden beschweren.— Dr. Neumann verwies Lehmann ruhig aber energisch zur Ordnung und verbat sich jede Drohung. L. möge sich ruhig beschweren, er wisse ja, daß er mit einer Be- schwerde gegen einen andren Gewerberichter bereits hineingefallen sei. Das zweite Mal geriet Herr Lehmann außer sich, als ein Arbeitgeber beisitzer unmutig meinte:«Herr Lehmann scheint ja partout nicht zu zahlen!" Beklagter mußte sich abermals zurecht- weisen lassen. mutter der Kinder. Die Angeschuldigte bestritt mit Entschiedenheit, daß sie das ihr zustehende Züchtigungsrecht überschritten habe: wenn die Kinder wiederholt heimlich das Elternhaus verlassen und sich herumgetrieben hätten, so sei dies keineswegs wegen schlechter Behandlung geschehen, sondern weil die schlecht gearteten Kinder den Schulzwang fürchteten. Die kleine Frida Marioth, welche sich jetzt bei Pflegeeltern befindet, erzählte, daß sie nur in vereinzelten Fällen mit einem Stock ge- schlagen worden sei, dagegen habe die Mutter die Angewohnheit ge- habt, ihr die Finger„umzuknicken", wenn sie etwas zerschlagen habe oder sonst unartig gewesen sei. Das Kind hielt augenscheinlich mit seiner Aussage zurück, seiner Lehrerin hat es früher gesagt, daß die Mutter ihm bei den Züchtigungen mit dem Stock die Faust in den Mund gesteckt habe, um es am Schreien zu verhindern. Die Aussage des 12 jährigen Wilh. Marioth, der im Waisenhause untergebracht worden ist, lautete für die Angeklagte belastender. Seine Diutter habe ihm einmal eine blutende Kopfwunde beigebracht, ihm auch einnial einen so heftigen Stoß versetzt, daß er mit dem Kopf gegen den Ausguß der Wasserleitung geflogen sei. Der medizinische Sachverständige, welcher die Kinder untersucht hat, be- kündete, daß er bei denselben zwar Striemen und andre Spuren von Mißhandlungen wahrgenommen habe, indessen könne er nicht behaupten, daß ein gefährliches Werkzeug benutzt worden sei, oder daß nachteilige Folgen durch die Züchtigungen entstanden seien, Dies Gutachten war zu Gunsten der Angeklagten ausschlag- gebend, denn der Staatsanwalt beantragte jetzt die Einstellung des Verfahrens. Der Gerichtshof verkannte nicht, daß die Angeklagte wenig Liebe ihren Kindern gegenüber bewiesen, indessen sei nicht dargethan, daß sie ein gefährliches Werkzeug benutzt habe, und habe deshalb auf Einstellung des Verfahrens erkannt werden müssen. Ein von recht erschwerenden Umständen begleiteter Heirats- schwindet wurde dem Schlossermeister Heinrich König zu Last gelegt, welcher gestern vor der fünften Strafkammer des Land- gerichts I stand. Das Schöffengericht hatte ihn zu 9 Monaten Ge- sängnis bei sofortiger Verhaftung verurteilt, wobei folgender That- bestand als erwiesen angenommen wurde: Ende vorigen Jahres hatte der Angeklagte eine Witwe Günther kennen gelernt, zu der er in nähere Beziehungen trat.'? Er gab sich als Witwer aus und ver- sprach ihr die Ehe. Im Dezember fand die Verlobung statt, die dadurch noch einen besonders feierlichen Charakter erhielt, daß das Paar vorher auf Verlangen des Angeklagten das heilige Abendmahl nahm. Die Witwe Günther schmückte bald nach der Verlobung ihren Bräutigam mit Uhr und Kette ihres verstorbenen Mannes, auch lieh sie seinein Ersuchen, ihn mit Geldbeträgen zu unterstützen, bereit- willig Ohr. Dann fing der Angeklagte an, sich zurückzuziehen und nun erst will die Zeugin erfahren haben, daß der Angeklagte längst verheiratet und Familienvater war. Im Berufungstermine versicherte der Angeklagte, daß ihm Un recht geschehen sei. Er habe der Zeugin schon vor der Verlobung gesagt, daß er verheiratet sei, aber mit seiner Frau in Scheidung liege. Er berief sich hierüber auf verschiedene neue Zeugen und der Gerichtshof mußte dem Antrage aus Ladung derselben statt- geben. Arbeiter-Vcrcinsfest oder öffentliche Beranstaltnng. Die Vor- standsmitglieder des A r b e i t e r t u r n v e r e i n s in Kirchhain (Lausitz) waren wegen. unbefugter Abhaltung emer öffentlichen Tanzlustbarkeit, zu der sie eine polizeiliche Erlaubnis bedurft hätten, angeklagt worden. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft nahmen Anstoß daran, daß an dem als Kränzchen des Vereins bezeichneten Vergnügen gegen 230 Personen teilnahmen, während der Verein zur Zeit der Veranstaltung nur 46 Mitglieder zählte. Das Land- gericht Kottbus als Berufungsinstanz verurteilte auch die Angeklagten zu Geldstrafen, indem es ebenfalls die Teilnchmerzahl berücksichtigte und weiter ausführte: Es sei eine Umgehung des Gesetzes beabsichtigt gewesen. Man habe sich nicht nur damit begnügt, einzelne Personen als Gäste zu laden, sondern habe gleich ganze Vereine, so den Arbeiterturnverein von Finsterwalde und andre Arbeitervereine, mit Einladungen bedacht. Allerdings habe man eine größere Anzahl Personen ans dem Saal gewiesen, weil sie sich weder als Mitglieder der beteiligten Vereine noch als besonders geladene Gäste legitimieren konnten. Den Leuten sei aber vorher anheimgestellt worden, gegen 50 Pfennig Beitrittsgeld Mitglied des Vereins zu werden, welchem Rate dann auch viele der Betreffenden gefolgt seien, worauf sie sich mit amüsieren durften. Es unterliege keinem Zweifel, daß das ogenannte Beitrittsgeld in Wirklichkeit nur ein Tanzgcld für den Abend darstellen sollte. Es sei also eine nach Zahl, Art und In- dividualität unbestimmte Personenmehrheit versammelt gewesen und es könne nicht von einem Bereinsfest, nicht von einer geschlossenen Gesellschaft gesprochen werden, sondern nur von einer ö f f e n t- l i ch e n Tanzlustbarkeit. Für die Angeklagten legten die Rechtsanwälte Dr. Behrend und W. Heine Revision beim Kammergericht ein. Dr. Behrend hob hervor, daß es für den Begriff der„geschlossenen Gesellschaft" bezw. der„öffentlichen" Lustbarkeit auf die Zahl der Gäste nach einem Urteil des Kammergerichts gar nicht ankomme und daß ebenfalls nach dem Kammergericht ein Vereinsvergnügen auch durch die Ein- ladung ganzer Vereine noch nicht zu einem öffentlichen werde. ofern der geladene Verein selber eine geschlossene Gesellschaft sei und gewisse innere Beziehungen zu dem einladenden Verein habe. — Das Kammergericht verwarf aber die Revision mit folgender Begründung: Der Begriff der öffentlichen Lustbarkeit sei nicht verkannt-worden. Eine solche sei auch genügend fest- gestellt worden, denn es sei anzunehmen, das Landgericht habe fest- gestellt, daß jedermann ohne Unterschied gegen ein als Beitritts geld bezeichnetes Eintritts gcld von 50 Pfennig Zutritt erhielt. Unfähigkeit zur Arbeit wandte der Vertreter der Firma Fell u. Co gegen die Klage der Arbeiterin R. ein, welche beim Berliner Gewerbe- gericht wegen plötzlicher Entlassung Anspruch auf eine vierzehntägige Lohnentschädigung erhob. Klägerin sollte die' Anschmier- und Ein- schlagarbeiten an Papprahmen, zu denen sie angenommen war, nicht haben machen können. Sie ist kurze Zeit nach dem Engagement wieder entlassen worden. Eine Zeugin bekundete, daß sich Klägerin beim Beginn der Arbeit sehr ungeschickt angestellt habe. Die Handgriffe hätten ihr erst gezeigt werden müssen. Sie habe dann die Arbeit sehr langsam gemachlt. Ferner wurde festgestellt, daß die Klägerin ähnliche Ar- Veiten schon in einem andern Betriebe ausgeführt hat. Die Kammer VUl des Gewerbegerichts unter dem Vorsitze des Herrn le Viseur verurteilte den Beklagten zur Zahlung von dreißig Mark und führte aus: Es sei als erwiesen anzunehmen, daß Klägerin mit Rahmen umzugehen verstand. Und die Lang- sanrkeit und Ungeschicklichkeit, die die Klägerin zur Schau getragen habe, könne nicht als Unfähigkeit zur Leistung der ihr angesonnenen Arbeit und somit nicht als Ent- lassungsgrund angesehen werden. Nach einer derartig kurzen Be- schäftigungszeit sei die Leistungsfähigkeit übrigens gar nicht festzu- stellen. Es wäre möglich, daß Klägerin nach 2 oder 3 Tagen ebenso schnell gearbeitet hätte, wie jede andre Arbeiterin. Gerichts-Leitung. Eine böse Stiefmutter stand gestern in der Person der Staker- Meistersehefrau Anna Marioth vor der dritten Ferienstrafkammer des Landgerichts I. Sie war beschuldigt, ihre beiden Stiefkinder. den 12jährigen Wilhelm und die Ivjährrge Frieda Marioth in un- zulässiger Weise gezüchttgt zu haben. Schon lange war es den Lehrern der beiden erwähnten Kinder aufgefallen, daß dieselben fast stets mit Verletzungen, Beulen, Hautabschürfungen und ge- schwollenen Händen zur Schule kamen. Es wurde der Verdacht rege, daß diese Verletzungen auf Mißhandlungen zurückzuführen seien iwid die Ermittelungen führten zu obiger Anklage gegen die Stief- Versammlungen. Vierter Wahlkreis(Osten). Der socialdemokratische Wahlverein hielt am Dienstag in der„Königsbank" eine erste Mitglieder- Versammlung nach der Wahl ab. Genosse Bader begrüßte die zahlreich Erschienenen und gab der Zuversicht Ausdruck, daß der Berein auch bei den komnienden Wahlen mit demselben Eifer für die Partei thätig sein werde wie bei der jüngsten Reichstagswahl. Hierauf hielt Dr. Kurt Freudenberg einen Vortrag über„das ahljahr 1903". Redner beleuchtete in einem kritischen Rückblick den Ausfall der diesjährigen ReichstagSwahl unter gebührender Würdigung der Kampfesweise und der selbstverdienten Niederlage unsrer Gegner. Nunmehr gelte es, unsren schönen Wahlsieg nach jeder Richtung hin entsprechend auszmmtzen und die Wählermassen, ölveit sie noch aus Mitläufern bestehen, zu Ivirklichen Socialdcmo- kraten zu erziehen. Letzteres könne den an rastlose Aufklärungsarbeit gewöhnten Genossen umsoweniger schwer fallen, als diese Mitläufer durch Abgabe eines focialdemokratischen Stimmzettels das ehrenvolle Vertrauen in die Partei gesetzt haben, daß nur die Socialdemokratie der heutigen politischen und ökonomischen Mißwirtschaft entgegenzu- treten vermag. Zu der Präsidialfraae übergehend, stellte sich Redner im wesentlichen auf den Standpunkt Bernsteins, obwohl er die Art und Weise, wie letzterer die Angelegenheit in die Oeffentlichkeit geworfen, nicht billigte. Wenn aber gesagt werde, wir nehmen als zweit- tärkste Partei im Reichstage die Besetzung der ersten Vicepräsidentenstelle lediglich als ein Recht für uns in Anspruch, so vergesse man, daß es sich hier um kein geschriebenes, sondern höchstens um ein Ge- wohnheitsrecht handeln könne. Angesichts dessen wäre es taktisch richsig, an den etwaigen höfischen Repräsentationspflichten keinen Anstoß zu nehmen, umsoweniger als auch die Mitglieder der social- demokratischen Stadtverordneten-Fraktion bei repräsentativen An- lässen keinen Anstoß daran nehmen, sich die mit dem Bildnis Friedrich Wilhelms III. geschmückte goldene Amtskette umzuhängen. .un, Schlüsse ermahnte er die Anwesenden, rechtzeitig mit der Agitatton für die Landtags- und Kommunalwahlen einzusetzen, damit dem 16. Juni weitere Ruhmestage folgen können.— In der lebhasten Diskussion vertratenPenn. Wengels, Döring. Unger undLitfin in der Präsidialfrage energisch den Standpunkt Singers, wie ihn dieser einem Mitarbeiter der„Wiener Arbeiterzeitung" gegenüber bekannterweise klargelegt hatte. Sie äußerten u. a., ebenwwenig wie ein geschriebenes Recht den zweiten Präsidenten der zweitstärksten Partei zuspreche, ebensowenig exissiere ein geschriebenes Recht, durch welches das Reichstags-Präsidium zu Besuchen beim deutschen Kaisir verpsiichtet werde. Schon das unterthänige Bitten um Gewährung einer derartigen Antrittsaudienz sei eines Socialdemokraten unwürdig, auch würde diese Art Hofgängerei einer Desavouierung der Wähler von Essen undBreslau, sowie einer Vernichtung der Parteitraditionen gleich- kommen. Brückner dagegen pflichtete im großen und ganzen dem Referenten bei, und dieser ergänzte in seinem Schlußwort seine ersten Ausführungen noch, indem er auf die Vicepräsidentschast des Genossen Bock im Gothaischen Landtage hinwies, durch die der Principienfestigkeit der Gothaer Genossen sowie den Parteitraditionen im allgemeinen nicht der geringste Abbruch geschehen sei.— Bader erinnerte alsdann noch die Mitglieder, sich nunmehr baldigst nach geeigneten Wahlmännern für die einzelnen UrWahlbezirke zur Lanotagswahl umzusehen. Sechster Wahlkreis. In der gut besuchten Versammlung des Wahlvereins, die am Dienstag in Raabes Salon, Kolbergerstraße, stattfand, sprach Genosse G. Bartels über:„Heinrich Heine und seine Dichtungen". In verständnisvoller Weise, die von selbständigem Eindringen in das Wesen des Dichters zeugte, schilderte der Redner die Entwicklung und den Charakter Heinrich Heines und regte die Zuhörer lebhaft an, die poetischen und geistigen Werte seiner Werke in sich aufzunehmen. Der Vortragende repetierte sodann eine Anzahl Dichtungen, wobei er das Innige und Schelmische der Heineschen Lyrik besonders treffend zum Ausdruck brachte und sich auch im übrigen frei hielt von der unnatürlichen Uebertreibung, durch die manche der sogenannten Berufenen die Werke der Dicht- kunst ungenießbar machen. Im Anschluß an den Vortrag machte der Vorsitzende Frey- thaler darauf aufmerksam, daß es heutzutage Hauptaufgabe des Arbeiters ist, sich ein Verständnis der polittschen Fragen der Zeit zu verschaffen, und wies ferner auf die Angriffe der Reaktton gegen das allgemeine gleiche Wahlrecht hin, denen gegenüber die Arbeiter- schaft einen starken Damm bilden muß durch ihre Organisasion, ihre Presse und lebhafteste Beteiligung an den Wahlen. Die Arbeiter der Firma Bergmann, Elektricitätswerke, HennigS« dorfer- und Oudenarderssiaße, befaßten sich am Dienstag in einer stark besuchten Versammlung mit einer Reihe von Betriebs- m i ß st ä n d e n, die nachgerade unerträglich geworden sind. Ge- stützt auf ein reiches Beschwerdematerial aus allen Abteilungen des Werkes war der Referent Pawlowitsch in der Lage, die Zustände in dem Betriebe einer gebührenden Kritik unter- ziehen zu können. So lassen die hygienischen Einrichtungen wie Vensilation, Waschgeräte, Reinlichkeit der Arbeitsräume wie auch der Aborte sehr viel zu wünschen übrig. In den Umkleide- räumen ist für jeden Mann meistens nur ein Haken vorhanden, Aufbewahrnngsgegenstände für Eßbedarf fehlen. Ebenfalls ist das Trinkwasser m einzelnen Abteilungen fast ungenießbar, da ihm ein übler Geruch anhaftet. Wohl in keinem Berliner Besiiebe erlauben sich die Meister so schroffe Redensarten gegen die Arbeiter und Arbeiterinnen wie hier, sie sind weniger die Anleiter bei der Arbeit als vielmehr Aufseher. Nicht selten ziehen sie die Uhr, um genauestens zu beobachten, wie lange ein Arbeiter in der Bedürfnisanstalt zubringt. Mit Vorliebe züchten sie sich auch Kreaturen, die ihnen mißmutige Aenßerungen der Arbeiter iiber die Zustände im Betriebe oder über die allgemein ungeziemende Behandlung durch Vorgesetzte hinterbringen müssen. Solche Elemente werden dann zum Lohne für ihre Zwischenträgerdienste mit besserer Arbeit versorgt. Der Behandlung enffprechend ist auch die Entlohnung der Arbeiter. Kein Accord ist stabil. Je nach dem Angebot von Arbeitskräften, ja man könnte fast sagen, je nach Laune, werden die Accordpreise bald höher, bald niedriger festgesetzt, so daß zeitweise geradezu jämmerliche Löhne verdient werden. Die Abteilung Lichterfeld ist nachgerade zu einem Taubenschlag geworden, fast täglich hören dort drei bis vier Mann aus wegen des geringen Verdienstes. Kommt es doch vor, daß Accorde von 75 Pf. ausgegeben werden, an denen sechs bis sieben Stunden gearbeitet werden mutz. Drehern mit einem Lohnsatze von 40— 45 Pf. wird sogar zugemutet, an zwei Bänken zu arbeiten.— Nach einer ergiebigen Aussprache nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, in der sie ihrem scharfen Protest gegen die beregten Mißstände bei der Firma Berg- mann Ausdruck giebt und zu noch engerem Anschluß an die Organl« sation auffordert, damit zu gegebener Zeit die berechttgten Forde- rungen der Arbeiter auch mit dem genügenden Nachdruck vertreten werden können. Eine öffentliche Versammlung der Tapezierer, emberufen von Ver- tretern der Vertrauensmänner-Censialisation, tagte am Dienstag in der Berliner Ressource, in welcher es zu lebhasten Auseinander- setzungen zwischen den Anhängern der lokalen Richtung und denen de» Verbandes kam. Nach langwierigen Geschästsordnungs-Debatten wurde ein Bureau aus Verstetern des Verbandes gewählt. Ueber „Die letzten Vorgänge in unserm Beruf und welche Lehren ziehen wir daraus?" referierte Ernst Biester, der so wie alle übrigen Redner der lokalen Richtung die Leisiing des Verbandes der Korruption usw. beschuldigte und die Einrichtungen sowie das Vor- gehen dieser Organisation heftig bekämpfte. Bölicke und Wels traten diesen Ausführungen lebhast entgegen. Schließlich gelangte eine Resolusion zur Annahme, die sich für dw Verbands-Organisasion ausspricht, während eine andre, die sich gegen den Verband wendet und die Wahl einer 6 gliedrigen, aus beiden Richtungen zusammen- gesetzten Agitationskommission verlangte, abgelehnt wurde. Marktpreise von Berlin am 4. August 1903 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.-Ctr. . mittel„ . gering Roggen, gut„ mittel„ gering„ 'Gerste, gut mittel gering "Haser, gut „ mittel ., gesing Richtstroh Heu Erbsen„ Spciscbohnen„ Linsen„ ' klamm und Geruch. Kasioffeln, neue D.-Csi. Rindfleisch, Keule 1 kg de. Bauch„ Schweinefleisch„ Kalbfleisch Hammelfleisch lutter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse 60 Stück Per Schock 8,00 1,80 1,40 1,60 1,80 1,80 2,40 4,00 2,40 2,80 3,00 2,40 1,80 2,60 1,40 18,00 3,00 1,20 1,00 1,20 1,20 1,30 2,00 2,40 2,00 1,40 1,20 1,20 80 1,20 70 3,00 " mit Geruch. Wetter- Prognose für Donnerstag, den S. August 1S03. Etwas wärmer, vielfach heiter, jedoch noch unbeständig mit schwache« Regensällen und lebhasten südwestlichen Winden. Berliner Wetterburea«. Bncfhaften der Redabtfon. ■JuriftCreher C«»l. Di« juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahm- de« Sonnabend« von 7'l, bis»'/, U»r abend« statt. Geostuet: 7 Uhr. Sch. 100. Wenn Sie wollen, könne» Sie eine Beleidigungsklage mst Aussicht aus Esiölg anstrengen. Die damit für Sie verbundene Schererei und Aufregung spricht gegen die Zweckmäßigkeit der Klage.— A. L. S. Die Gültigkeit einer Urkunde ist von der Stempelung völlig unabhängig. Unterlassene Stempelung zieht nur Stcmpelftrafe, nicht Ungültigkeit der Ur- künde nach sich. Umgekehsi wird sine ungültige Urkunde durch Stempelung nicht gültig.— C. H. 129- Die Bewilligung des Armenrechts in Prozeßsachen ist keine Armenunterstützung und zieht nie Verlust des Wahlrechts nach sich.— — R. 21. 65. I. Ja. 2. Eine ohne Anwalt eingereichte Anzeige an di« Staatsanwallschast ist zur Strasoesiolgung stets hinreichend. In dem von Ihnen geschilderten Fall scheint leine strafbare Handlung zu liegen.— E. L. Nach der herrschenden Praris nur soweit als das Festgeld da« Krankengeld übersteigt.— A. B. 12. Leider nicht mehr.— F. F. Nxat — 2l. Krüger. Sticht die verwitwete Schwägesin. sondern(neben den andren Erben) nur deren Kinder beerben den kinderlos ohne Hinterlassung eines Testaments verstorbenen Schwager.— A» H. 31. 1. und 2. Der Stellvertreter eines Arztes hat nach dessen Tode keineswegs die Pflicht, die Prasis für die Erben weiterzuführen oder die Außenstände einzuziehen. 3. Siegelung ist nicht erforderlich.--> Wollhaus. Das Ratsamste ist, zu zahlen, aber dabei ausdrücklich zu betonen, daß Sie eine Verpflichtung hierzu nicht anerkennen. Der Vorbehalt ist zwedmäßig gegenüber einem möglicherweise einzuleitenden Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung. Es fann strafbare Fahrlässigkeit darin gefunden werden, daß Sie trot der Nähe von Kindern die Funken nicht völlig tilgten. x. 9. 3. Nein. $.. 8000. 1. und 2. Das Urheberrecht würde, falls nicht andres bereinbart wird, dem Architekten verbleiben, es ihm auch frei stehen, ein zweites Haus nach derselben Skizze zu bauen. 3. Ja, nicht aber das Urheberrecht. R. T. 74. Leider scheint sich Ihr Bruder als Gesinde vermietet zu haben. Ist das der Fall, so würde die Rechtslage für Ihren Bruder sehr ungünstig liegen. Es wäre dann das Strafverfahren wegen unbefugter Verlassung des Dienstes und Zurückführung möglich, auch Schadenseinen Vertrag eines freien Arbeiters handelte. Ergänzen Sie Ihre Anfrage oder sprechen Sie in der juristischen Sprechstunde vor. Vorab soll sich Ihr Bruder unbekümmert um die frühere Stellung eine Invalidenkarte von der Behörde seines jezigen Arbeitsortes geben lassen. W. Coburg. 1. und 2. Ja, wenn die Hingabe des Darlehns bewiesen und der Beweis Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 6. Auguft. Anfang 7, Uhr: Neues Operntheater. Sherry. Weften. 100 000 Thaler. Leffing. Der Kleinbürger. Deutsches. Monna Vanna. Anfang 8 Uhr: Liederspielhaus( Kroll). nach dem Balle. Madame Vision Berliner. Der Bostillon von Lonjumeau. der Rückzahlung nicht erbracht wird. 3. Ja.-F. M. 176. Weber als, mulare für solche finden Sie in dem in den öffentlichen Lesehallen aus Kläger noch als Beklagter kommen Sie in dem Beleidigungsprozeß zum liegenden Arbeiterrecht und in andren Büchern, tönnen auch Klageformulare Schwur. Von der Absendung eines solchen Briefes ist entschieden abzuraten. durch die Buchhandlung beziehen. 5. B. 34. Wenn Sie bei oder nach Wenz 32. Fordern Sie den Wirt auf, innerhalb 7 Tagen die Ihrer Aufnahme in den sächsischen Staatsverband Ihre preußische StaatsRenovierung vorzunehmen, drohen Sie ihm an, Sie würden nach Ablauf angehörigkeit nicht ausdrücklich mit Zustimmung der Behörde aufgegeben der Frist die Renovierung selbst vornehmen, und führen Sie Ihre Drohung aus. haben, so sind Sie Preuße geblieben. O. N. 99. 1-3: Ja. A. 2. 38. 1. Nein. 2. In 5. R. 2, Schmidt- Eydtfühnen? 39.brei Monaten müssen Sie Straſantrag stellen. en G. R. 100. Geschenke D. F. 106. Der in einem Rechtsstreit unterliegende Teil hat, falls das können Sie, abgesehen von besonderen Fällen, mit Erfolg nicht zurückfordern. Urteil nicht aus besonderen Gründen das Gegenteil ausspricht, die dem H. R. 100, F. K., P. B. Nein. siegenden Teil erwachsenen Auslagen zu ersehen. Zu diesen Auslagen ge- dorf. Eine bei dem Gericht anzustellende Schadensersazklage muß den WilmersC. D. 14. Ja. hören die Anwaltskosten. Diese werden nicht in einem neuen Prozeß, Beweis antreten, daß der Tod schuldhaft verursacht ist. Eine Strafanzeige sondern auf Antrag der siegenden Partei durch Beschluß vom Gericht feit an die Staatsanwaltschaft hat den Thatbestand darzulegen. gelegte Beschwerde vorläufig vollstrecbar. Zur Vermeidung unnüßer Mehr- Sie zurückverlangen: nicht die Polizei, sondern das Gericht hat über Ihren Sachen können kosten empfiehlt sich deshalb die Zahlung der vom Gericht festgesezten Anspruch auf Rückgabe der Sachen eventuell zu entscheiden. Der Ver Soften alsbald nach der Zustellung des auf die Festsetzung gerichteten Beschlusses. mieterin steht ein Rückbehaltungsrecht an den eingebrachten Sachen Viewişti. Privatflagen anzufertigen oder zu verbessern, müssen wir zu. ablehnen. Eine Anleitung zur Anfertigung von Klagen, Beispiele und For- langen, wenn in der That Gütergemeinschaft vorgelegen hat.-B. A. Ja. 2. Nach der Scheidung können Sie Auseinanderseßung berfür die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden.d Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstr. 165. Kleines. Nachtafyldan strig!! Menschliches Thalia. Das Alter. Belle Alliance. Specialitäten. Carl Weik. Frau. Der Fehltritt einer Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Stettiner Sänger. Vaffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspike zum WahSternmann. Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Belle- Alliance- Theater. Jm herrlichen Sommergarten: Anf. Wochent. 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr: Grosses Konzert. Unf. der Specialitäten Vorst. 8 Uhr. Bei ungünstiger Witterung im Theater. 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Messters Kosmograph. Neue Bilder- Serie. Zi Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppelkonzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Wochentags 6-7 Uhr, Sonnt. 4-5, 6-7 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz. 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Abends 8 Uhr: Der fehltritt einer Frau. Morgen: Der Fehltritt einer Frau. Sonntagnachmittag: Das Geheimnis des roten Hauses. Im Garten: Neue Specialitäten. Anfang 5 Uhr. W. Noacks Theater. Prater- Theater Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Benefiz für Tony Ferrand. Liane, die zweite Frau. Kaffeeküche von 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter: Borstellung im Saale. Benefiz- Ball. Fröbels Allerlei- Theater früher Puhlmann. Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute sowie täglich: Große Gala- Vorstellung des gesamten, neu engagierten riesengroßen August- Spielplans Neu! Das Bild des Vaters Driginal- Bolfsstück b. Anton Anno. Dazu: Hedwig Döring. Alexander Carret. Hugo Schulz. Afhrods- Trio. X Tom Bell. Duskomatograph usw. 3m Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Kastanien- Allee 7-9. Direktion: M. Kalbo. Taglia: Johanniszauber. Operetten- Burleske in 4 Bildern von W. Geride. Konzert und Ball. 11. a. Deta Waldau. Bravour- Soubr. Original Eugen Milardo, Lanzhumoriſt. New! The Berlings, New! die fingende Lufifee. Johnke Compagnie. Transformations Red Bantomime. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., num. Platz 50 Bj. Freitag, den 7. August: Benefiz für den Regisseur Arthur Seelen. Bur Aufführung gelangt: Alt- Heidelberg dn Feine. Diez Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das vollständig konkurrenzlose Riesen- August- Programm! H. Stahnke. Mst. Deamando und Miss Anni. The Delsons. Loro- Quartett. Gebr. Bellong. Fritz Brand. Dustes Bioscop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. Freie Volksbühne. 19 Eine neue Abteilung wird eröffnet. 00 mated Anträge auf Aufnahme von Mitgliedern werden in allen Zahlstellen entgegengenommen. Bei der Anmeldung ist gegen vorläufige Quittung das Einschreibegeld( 80 Pf.) und die September- Beitragsrate( 80 Pf.) in der Zahlstelle zu hinterlegen. Die alten Mitgliedskarten müssen in den Zahlstellen abgegeben und gegen neue umgetauscht werden. Der August- Beitrag beträgt 65 Pf. alatelon Etwaige Umschreibungen in andre Zahlstellen sind im Juli zu bewirken. Achtung! Zahlstelle No. 32( Rixdorf) befindet sich von jetzt ab bei R. Pressler, Restaurant, Ziethenstr. 69. Die Mitglieder dieser Zahlstelle werden gebeten, dort ihre alten Mitgliedskarten abzugeben. 229/8 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Hasenheide Neue Welt Arnold Scholz. 108-114. Donnerstag, den 6. August 1903: Elite Monstre- Feuerwerk. Zum Schluss: Der Brand und die Beschiessung von Heidelberg. Pyrotechniker A. Bock. 22682* Gr. Specialitäten- Vorstellung. Militär- Konzert Anfang 5 Uhr.- Billets im Vorverkauf 40 Pf.- Entree 50 Pf. Inhaber von Passepartouts zahlen 25 Pf. pro Person nach. Morgen Freitag: Grosses Massen- Konzert. Schloss Zum Sternecker. 1401 Weissensee Inhaber: C. Koch. Heute Donnerstag, den 6. August: Kampf um Ladyimith Episoden aus dem Boerenkriege in 15 Bildern 160 Personen mitwirkend. Ferner: Die Expedition. Bernhard Rose- Theater Bekanntmachung. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Donnerstag, den 6. August 1903: Durch die verheerenden Unwetter, welche in jüngster Zeit die Provinzen Schlesien und Bosen heimgesucht und große Ueberschwemmungen verursacht Verbotene Wege. haben, find weite Teile diefer Provinzen Volksstück mit Gesang in 2 Aften von Hans Müller. Delbost, einbeiniger Handakrobat. Karl Groth, Groteskkomiker. The 3 Amaranths, afrob. Tänzerinnen. Gauert mit seinen dressierten Hunden. Rivas und Dixas, Antipodenaft auf lebendem Piedestal. Mary Ellys, moderne Tyrolienne. Richard Wagner, Konzertfänger. Ballett- Gesellschaft ,, Saltarello". berwüstet worden und Tausende ihrer Bewohner durch den Verlust von Hab und Gut in die größte Not geraten. Um den bekannten Wohlthätigkeitssinn unsrer Mitbürger, welcher sich gewiß auch in diesem Falle bewähren wird, zu unterstützen, stellen wir zur Annahme von milden Gaben die städtische Haupt- Stiftungskasse, Rat haus, Zimmer 25/26, und die Steuer Marie Förster, Colofangerin. Annahmestellen 2 bis 13: Anfang 4 Uhr. Freitag, den 7. August cr.: Friede auf Erden. Schweizer- Garten am Königsthor, am Friedrichshain. Täglich: Theater umb Artisten- Vorstellung, Ball und Volksbelustigungen. Abends Friedrichstr. 18, An der Apostelfirche 78, Belle- Alliance ftr. 80, Boechstr. 9/10, Luisen- Ufer 30, Wrangelftr. 128, Stallschreiberstr. 54, Strautstr. 48a, Neue Königstr. 80a, Rigaerstr. 8, Artillerieſtr. 7, Templinerstr. 12, Trescowstr. 11, Wattstr. 16, Albrechtstr. 26, Bremerstr. 12, 22, 10 ur: Berliner Sportmädel. Bioscop. Neueste Aufnahme. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Boffe m. Ges. in 2 Bildern v. Geride. zur 12, THER Lebende Bilder. Soweit seitens der Geber nicht besondere Bestimmungen getroffen werden, sollen die eingegangenen Gelder dem hierorts zu Gunsten der Ueberschwemmten gebildeten Hilfs. Reichshallen fomitee überwiesen werden. Täglich: Ueber die eingegangenen Beiträge wird öffentlich quittiert werden. Berlin, den 3. August 1903. Magistrat Stettiner Sänger. hiesiger königl. Haupt- u. Residenzstadz. .8.tado Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Tagl. Jm herrl. Garten: Tägl. Grossart. Programm. Tom Bryasly, Silhouetten. GerraSano, Gesang u. Transformation. Anny Raaly, deutsch- franz. Soubr. Eduard Reetz, Humorist. Henriette Donneux, BortragsSoubrette. Bonnet- Trio, Melange Att. Rud. Schaup, Charakterkom. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Etablissement Grosses historisches Kriegs-, Land- und Wasser- Feuerwerk. Buggenhagen Doppel- Militär- Konzert.- Theater.- Specialitäten- Vorstellung. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. Im Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Boltsbeluftigungen aller Art. Otto Müller, Naunynstr. 37 ( früher Jablonsky). Borzüglich. Mittags-( mit Bier 50 Bf.) u. Abendtisch zu tl. Breisen im herrlich kühlen Garten. Jeden Donnerstag: Frei- Konzert. Vereinszimmer und Billard zur Verfügung. 21832* H. Saltzmann, Tabakfabrik und-Handlung, Berlin S., Luisen- Ufer 3, Gegründet 1863 tempfiehlt als Specialität: 1694L* am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71, Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Reide. Neu- Hirschgarten- Kiekemal, 50 Baustellen in bester Lage, BauErlaubn., Rute 25 M. an. Nähere Auskunft erteilt Hein, im Walt restaurant Kiekemal oder Berlin, Grüner Weg 26. 14/ 1* Steppdecken Gelegenheitskauf! 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Jeder Kollege hat das Verbandsbuch mitzubringen. In dieser Versammlung werden die Marken für den Streitfonds ausgegeben. Diese Marke wird als Legitimation in das Verbandsbuch einverein für TreptowBaumschulenweg. Am Montag, den 3. b. M., verstarb unfer Mitglied August Struckmeyer. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstagnachmittag um 6 Uhr bom Trauerhause, Neue Krug Allee Nr. 61, nach dem Treptower Feuerwerk. Lebende Photographien. Preiskegeln. Preiskegeln. gelebt. Alle Bauarbeiter werden ersucht, die auf Banten Stirchhof statt. In beiden Sälen: Sommernachts- Ball. Heren, die daran teilnehmen wollen, zahlen 50 Pf. nach. Damen- Weberraschungen. Kinder- Beluftigungen. Fackel- Polonaife etc. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 3 Uhr ab zur Verfügung. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Inh. Alexander Zöls, Köpnickerstr. 187, a. d. Adalbertstr. Fürstenhof, Elle Festsäle 2209L* Elegante ( ca. 300 Pers. fassend) zu Kränzchen, Versammlungen etc. an Sonnabenden und Sonntagen noch zu vergeben. A Extra- s Dampferfahrt. A Das Komitee. Alle Wanzen 254/11 werden nebst Brut durch mein Mittel bollständig vertilgt. Fl. 50 Pf. und 1 M. Ebenso Schwaben, Russen, Franzosen, Blattläufe 2c. Schachtel 80, 60 f. u. 1 M. Bahlreiche Anerkennungen. 19592* 1000 Mark Belohnung sable demjenigen, der mir einen Rights erfolg Nur allein echt bei Hugo Barth, Droguerie, jest Brunnenstr. 14, früher Nr. 18. beschäftigten Glaser auf diese Versammlung aufmerksam zu machen und am Freitag nach dem Verbandsbuch zu fragen, da sämtliche in Arbeit stehenden Kollegen die Marke geklebt haben müssen. Die Ortsverwaltung. Achtung! Fliesenleger. Freitag, den 7. August, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung US der Fliesenleger Berlins u. Umgegend bei Patt, Dragoner- Strasse 15. Tages Ordnung: Besten Nordhäuser weitere Stellung. 2. Diskuffion. 1. Bericht über den bisherigen Verlauf der Lohnbewegung und unfre NB. Die Stollegen der Firmen Rofenfeld u. Co., Villervy u. Boch Liter von 50 Pf. an, garantiert reines sowie E. Ende werden dringend ersucht, in diefer Versammlung vollzählig Getreideprodukt. ff. Liqueure.[ 19692* zu erscheinen, da es sich um wichtige Beschlüsse handelt. Jeden Dienstag und Freitag nach Ziegenhals, Zum Sports- Martin Berndt, Ritter- u. Brinzenst.- Ede. 56/7 haus" bei Rauchfangwerder, herrlich am Crossinsee gelegen. Abfahrt 2 Uhr nachmittags von der neuen Anlegestelle an der Michaelbrücke( Michaelfirchstr. 1). Sin- und Rückfahrt 40 f. N. B. Für Fabriken! Mein großer Saal ist noch einige Sonnabende im August frei. Auch stehen ganz billige Dampfer zur Verfügung. 22542* Telephon: Bahlreiche Beteiligung erwartet 203/14 Der Vorstand. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter ( G. 5. 29 Hamburg). Filiale Rummelsburg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied August Struckmeyer nach furzem Leiden gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstagnachmittag 6 Uhr vom Trauerhause, Neue Krug- Allee 61, nach dem Treptower Kirchhof statt. Um rege Beteiligung ersucht 119/19 Die Ortsverwaltung. Der Einberufer. B. Schulz. Orts- Krankenkasse der GaffCentral- Verband der Maurer. wirte und verw. Gewerbe Zweigverein Berlin. M. Mörschel, Königs- Wusterhausen No. 75. Freitag, den 7. Auguft, abends 8%, Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Für Sommer- n.Kinderfeste empfehlen: a Stoclaternen, Fackeln, Schärpen, Kopfbedeckungen, Ballonu. Bug laternen, Deforations- Guirlanden, ro Berlosungsartikel in reicher Auswahl, Harten, Senjen, Keglerpreise, no Zur- u. Scherzartikel, Feuerwert, Berspeins- Abzeichen. Große Auswahl billigste Preise coulantestes Ent gegenkommen. 18052* Pohl& Weber Nachf., Berlin S., Neue Jakobstr. 8. Bweiggefchäft: Alexanderstrasse 51-52, I. 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Achtung, Vereine! 22691 Vergebe meine 150, 250 bis 1000 Personen fassenden, vollständig neu eingerichteten Festsäle mit und ohne Theaterbühne, auch an Sonntagen. Avis: Sonnabende auch noch frei! Ergebenst Max Wendt. Kleine Anzeigen. Ringschiffchen, Bobbin, Schnell Laube mit Flaschenbierhandel, noch D Großes Vereinszimmer für Diens ТЯ Die durch General- VersammlungsBeschluß vom 30. April 1903 erfolgte Erweiterung des§ 12 des Kaffenstatuts, wonach arbeitsunfähigen Mitgliedern die Kosten für Hin- und Rüd ebenso die stoffen für das Mittagseffen daselbst erstattet werden, ist durch den Bezirksausschuß genehmigt. Berlin, den 81. Juli 1903. 275/9 Der Vorstand. Poppe, Borsigender. Braun, Schriftführer. Bekanntmachung. Eine außerordentliche General. bersammlung der Eschkeschen Kranken- und Sterbekasse No. 60 findet am Montag, den 10. August 1903, abends 8 Uhr, im Kaffenlokal, Langeftr. 30, statt. Tagesordnung: Statuten Aenderung. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. 965* Anzeigen für die nächste immer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstr. 69. bis 4 Uhr angenommen näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, Erntefest Geschäft, Frankheitshalber tag und Donnerstag zu vergeben ichmiebe und Kunstschloffer, Bord Achtung! " +68 Glaser! Gesperrt find, bis an dieser Stelle Widerruf erfolgt, folgende Werkstätten: E. Tell, Bauglaserei, Stolpische Straße 3, Mutz& Co., Bauglaferet, Anton straße 48, Gost& Co., Bilderrahmenfabrik, Kurfürstenstraße 146, Stampehl, Brunnenstraße 110, Gersdorff, Hohenstauffenstraße, Assmus, Moritstraße 18, Rothe, Ballasstraße, Fischer, Maaßenstraße. Tüchtige, mur selbständige Kunst gebrauchte 12,00. Stopniderstraße 60/61, billig zu verkaufen. Erfragen Mann, Sängerheim", Blumenstraße 38. arbeiter, stellen sofort ein Schulz u. 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