Nr. 182. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft, Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z art, für das übrige Ausland 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Palitische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Aoreffe: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Unvergeßliche! Bor drei Jahren, am Frühmorgen des 7. Auguft, ging Wilhelm Liebknecht aus den Reihen der Lebendigen, aus den Reihen seiner Socialdemokratie. Freitag, den 7. August 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Sind ferner die Socialdemokraten in Militärangelegen Wir empfehlen die Anwendung dieses Verfahrens auch bei heiten den Zunftsoldaten nicht auch überlegen? Wer charakterisierte Ordensverleihungen; der Staat ersparte dabei eine nicht unbeträchtdenn die Kaisermanöver zu erst als militärische Theatervorstellungen? liche Geldsumme und die Kommerzienräte hätten die Freiheit, sich beschläge, den finnlosen Drill. Dies thaten nicht die Berufs zu lassen. Wer bekämpfte zuerst die bunten Uniformen, die blinkenden Metall- ihre Drdensauszeichnungen je nach Vermögen reichlicher ausstatten offiziere, sondern die„ Umstürzler". 11 die Ueberschwemmungen außerordentlich. Die Schwedter 8tg." bringt Auch im Gebiet der unteren Oder ist die Schädigung durch folgende Schilderung der bortigen Zustände: ja das Wasser diesmal etwa 6-7 Fuß den normalen Stand Weiter wird geredet, daß das Proletariat sich nicht selbst re- Die Herren preußischen Minister überschwemmen jetzt das leberEs muß nicht dieser Todestag wiederkehren, daß wir dieses Mannes gedenken. Er ist alle Tage unter uns.; Unfre Partei, die gieren könne. Diese Unfähigkeit müßte sich doch zweifellos an der schwemmungsgebiet. Nach den Herren v. Hammerstein und Studt will Socialdemokratie zeigen. Alle Parteien aber blicken mit Neid auf nächster Tage auch Herr v. Podbielski fich den Schaden der Arbeiterschaft von Berlin, von ganz Deutschland hat noch keine die festgefügte Organisation der Socialdemokratie, auf ihre Disciplin, schlesischen Bevölkerung betrachten. Es wäre besser gewesen, die Stunde, noch in keinem Kampfe des Soldaten der Revolution ver- auf ihre Erfolge! Am köstlichsten aber ist, daß die Giesebrechte Herren Minister hätten dem Schaden vorgebeugt, anstatt ihn nachgessen, der fünf Jahrzehnte hindurch der Socialdemokratie das Banner trug. Kein Kampf, ohne daß der Gedanke uns bannt: Wie so thun, als ob sie glauben, die Arbeiterschaft müsse verhungern, träglich zu inspizieren. würde er ihn kämpfen? Kein Sieg ohne die Empfindung: Könnte höheren Kreise" fehle. Sonst heißt es immer, ein Arbeiter könne es wenn ihr der" Intellekt, die Thatkraft und das Emporstreben der er ihn mit uns feiern! Es war kein banges Trauern, kein Jammern menschlicher Ge- mit Fleiß, Eifer und Sparsamkeit zu Ansehen und Wohlstand bringen und sogar Kommerzienrat werden; braucht man aber Gründe" für brechlichkeit um Wilhelm Liebknechts willen. Denn er hatte ein die Erdrosselung des Reichstags- Wahlrechts, so hat der Arbeiter untere Oderthal von Schwedt bis Stettin in einer Länge von etwa Wiederum fizen wir bis an den Hals im Wasser, das ganze ganzes, großes, gewaltiges Leben gelebt. Er hatte das hohe Glücksgefühl in sich getragen, das nur der tapfere Kriegsheld kennt, der in plötzlich kein Hirn mehr, sondern nur mehr Hände zum Schuften und 7 Meilen und Breite von etwa 1 Meile ist in einen unSchanzen. Ueber den Blödsinn weitere Worte zu verlieren, hieße ihm endlichen See verwandelt. Nur einige hochstämmige Weiden machtvoller Entfaltung all seiner Geisteskraft den Krieg führt für die höchsten Jdeale der Menschheit. Ihm fehlte das Gefühl der 8 viel Ehre anthun. Wir wollen vielmehr noch die Frage aufwerfen, und die Wasservögel der Ostsee, welche sich über dem großen Wasser Opfer, der Entbehrungen und Verfolgungen, denn er trug sie für wie es denn mit dem Lebenserwerb der" höheren Kreise" steht. vielleicht in dem Glauben tummeln, daß die Ostsee jetzt bis Schwedt Opfer, der Entbehrungen und Verfolgungen, denn er trug fie für Man nehme einmal den Junkern die Liebesgaben, mit denen sich ausdehnt, find noch sichtbar. Von unsren Wiesen keine Spur, da eine große Sache, die er aus winzigen Anfängen zu herrlicher Größe sie sich auf Kosten des Volkes erhalten und bereichern, man entziehe überschritten hat, bei welchem die Erträge derselben gewonnen werden führte. So lebte er, so kämpfte er, so bleibt er uns! Wilhelm Liebknecht ist uns nicht vergangen. Er ist unter uns; Stellen erfreuen, man nehme ihnen das Recht zur schmählichsten nach der ersten Hochflut ihnen die Protektion, deren sie sich bei der Besegung der staatlichen können. Das Traurigste bei dieser Sachlage ist der Umstand, daß er war so start, daß er fortwirkt in Hunderttausenden als wäre er Ausbeutung ihrer Arbeiter und wir werden einen furchtbaren Strach mal etwa 4-5 Fuß über Normal hatten die Vegetation unfrer Anfang Mai d. J., wo wir bereits einnoch ein Lebender. Sein Denken beherrscht die Gedanken seiner unter den Edelsten und Besten erleben. Adelige Stiefelwichser und Wiesen erst wenig entwickelt und noch sehr dürftig war, so daß bis zahllosen Schüler. Seine stürmende Kraft lebt in der Millionenpartei, Straßenkehrer wird man duzendweise haben können, aber man wird zu der jezigen zweiten Schwemmung nur sehr wenig unreifes Futter die er in Bewegung setzte. Sein zündendes Wort tönt wieder in der sie nicht brauchen können, dieweilen sie nicht einmal zum Stiefel- froß aller Mühe und Gewaltarbeit hat geborgen werden können. Da ganzen Arbeiterklaffe, die ihm begeistert gelauscht. wichsen und Straßentehren taugen. Man nehme weiter den Divi- bei den großen Versandungen des Oderbettes unterhalb Schwedt und Wilhelm Liebknecht kann uns nicht entschwinden. Er bleibt dendenschluckern und Couponschneidern ihre Papiere, und es wird dem Mangel an Vorflut erfahrungsgemäß etwa 4-6 23o chen lebendig in der großen Bewegung, die sein Werk ist, der er den Seulen und Zähneklappern unter ihnen herrschen. Mancher von bezw. verdunstet ist, so haben wir selbst wenn nicht etwa noch vergehen, bis das Wasser langsam abgelaufen, Stempel feiner heroischen Seele aufgedrückt. Seiu stolzer Sinn führte uns, als wir in die große Wahlschlacht ihnen wird auf die Drehorgel ober den direkten Bettel an- eine dritte und vierte Flutwelle von oben heruntertommt- in diesem Jahre keine Aussicht mehr, überhaupt noch einen zogen, die er noch vorbereiten half und in der wir überwältigend siegten, Uebrigens scheint der bayrische Gesellschaftsretter gar nichts Ertrag von unsren Wiesen zu erhalten. Es fällt dieser Ausfall um weil wir ihm folgten. Er wird weiter an unsrer Spize schreiten und davon zu wissen, daß es auch Krisen und Arbeitslosigkeit so mehr in die Wagschale, als auch das Jahr 1902 ein Rotjahr war, der Geist, den er seiner Partei gegeben, wird nicht dulden, daß sie giebt. wüßte er davon, so könnte er doch nicht mit so großer in dem wir infolge hohen Wasserstandes und vielen Regens je anders tämpft als er gekämpft. Bewunderung von den höheren Kreisen" als Brotherren des Prole- während der Erntezeit nur recht wenig Futter( mehr Streu) haben tariats daherreden. Diese höheren Kreise" sind nicht im stande, ein ernten können, und wodurch wir unser auf den niedrigsten Etat ge auch nur halbwegs richtiges Verhältnis zwischen Produktion und brachtes Vieh zumeist mit gelauftem teuren Kraftfutter bis jetzt haben erhalten müssen..Da auch die niedrig geKonsum herzustellen. Das Proletariat aber wird beide in Einklang legenen Ackerländereien durch durch die zweite zweite Hochflut ebens bringen, es wird auch hier leisten, was die von Bildung und falls überschwemmt sind, so steht auch Getreide, Kartoffeln Besiz" nimmermehr können. All dem Elend, dem Jammer, dem und viel von dem in hiesiger Gegend kultivierten Tabat Schwindel, dem Unrecht, das eine unausbleibliche Folge des Kapita- im Wasser, wodurch unsere Verluste so erhebe lismus ist, stehen die höheren Kreise" machtlos gegenüber, auch wenn sie ernstlich helfen wollten. Und so werfen wir nochmals die Frage auf: Wer ist unfähig?" Die Antwort kann nicht zweifelhaft sein. Wilhelm Liebknecht, Du Unbergeßlicher! Du lebst im großen Sehnen des Voltes nach Freiheit und Würde! Wer ist unfähig? Es wird uns geschrieben: Die dreisten und hochmütigen Worte des Dr. Giesebrecht über „ die Arbeiterschaft und die agitatorisch aufgeregte Menge", die zur Staats und Selbstregierung ebenso unfähig fei wie zum Lebenserwerb, sind nicht nur die Meinung eines einzelnen, sondern sie entsprechen den Anschauungen, die in manchen Kreifen von Befiz und Bildung", wenn man hübsch ,, unter sich" ist, gern und oft noch brutaler zum Ausdruck gelangen. Da mag man sich doch einmal ansehen, wie unendlich fähig die jezigen Herrschenden zur Staats- und Selbstverwaltung und zum Lebenserwerb find! Lernt? Bauten gewiesen sein. " Politische Uebersicht. Berlin, den 6. August. ich gesteigert werden, daß dieses Notjahr zu den schwersten zählt, welche wir jemals erlebt haben, und daß sich der Schaden gewiß wiederum auf Millionen bemessen wird. Wohl hatten wir erwartet, daß die hohe Staatsregierung, der unsre fraurigen Wasserberhältnisse zur Genüge bekannt sein sollten, sich ebenso wie der Staatsbürger des oberen Flußlaufes auch unser annehmen würde, wohl hatten wir geglaubt, daß man sich die Frage vorlegen würde: wo bleibt das viele Wasser, welches schon in Schlesien und an der Warthe bei seinem verhältnismäßig furzen Durchzuge so viel Schwierigkeiten und Schäden Die Selbstkosten der tabelfreien Führung. verursacht hat, wohl hatten wir gehofft, daß die Staatsregierung Anstatt der sehnlichst erwünschten Gehaltserhöhung wurde den nach dem Elend und den ununterbrochenen Wassernöten der letzten Poftunterbeamten im Dezember v. J. die von niemand gewünschte 20 Jahre und nach den vielen Verhandlungen und Petitionen, die Auszeichnung der goldenen Schulterplattschnüre für 15jährige tabel- an alle Instanzen abgesandt find, welche überhaupt in Frage freie Führung" als Weihnachtsüberraschung beschert. Es ist an dieser men können, auch von unsrer Notlage Notiz nehmen würde. feltsamen Auszeichnung ausreichend Kritik geübt worden; niemand unfre Hoffnungen sind ebenso wie früher auch jest wieder feht. Bisher leider vergebens. Unfre Erwartungen und ist aber auf den Gedanken gekommen, daß die Unterbeamten von geschlagen, denn bis jetzt hat man wohl die Notstände in Schlesien, dieser neuen Würde nicht nur die Bürde, sondern sogar auch noch Westpreußen und Bosen festzustellen gesucht, aber an uns anscheinen erfreulicher Weise darüber auf: die Kosten haben würden. Das nachstehende Schriftstück lärt in nicht gedacht, wenigstens ist von der Fürsorge bis jetzt öffentlich nichts in die Erscheinung getreten." Reichspostamt IV 19 171. haben. An die Berlin W 66. b. 27. 4. 03. gez. Spilling. tommen Die nationalsociale Zeit" macht diese recht treffenden Ausführungen zu der Giesebrechterei:" Eigentlich wächst die Social demokratie schon so wie so rasch genug, so daß Dr. Giesebrecht es sich hätte sparen können, mit seiner Campagne gegen das ReichstagsDie„ Größe" der deutschen Regierungstun ft fonnte man in den letzten fünf Jahren ja hinreichend bewundern. As die letzte Flottenborlage, mit der dem deutschen Volk eine Milliardenlaft aufgebürdet wurde, im Reichstag beraten wurde, meinte der deutsche Herr Schatzsekretärer hieße eigentlich besser Schuldensekretär daß die Vorlage ohne neue Steuern durchgeführt werden könne, denn das Deutsche Reich habe so brillante Einnahmen, daß es beinahe nicht wisse, wohin mit dem vielen Geld. Die Vertreter der Arbeiterschaft wiesen aber nachdrücklich darauf hin, daß die fetten Jahre Die" Post" leistet anch heute ihr tägliches Quantum zur Giefe vorbei und alle Anzeichen einer drohenden Krisis vorhanden seien. Die goldenen Schulter- Blattschnüre bilden für Unterbeamte mit brechterei. Sie entdeckt ein Hauptziel der Socialdemokratie:„ Die Und wem gab die Zukunft Recht? Dem Minister oder den Social- einer tadelfreien 15jährigen Gesamtdienstzeit einen Teil der von Socialisierung des Heeres durch die planmäßige Erziehung der demokraten? Doch den letzteren. Damit ist bewiesen, daß die Sr. Majestät dem Kaiser genehmigten Uniform. Die Dienströcke Heerespflichtigen zur Indisciplin"! Weil es zur Beseitigung des Arbeiterschaft und die agitatorisch aufgeregte Menge" bessere und Litetfen der zum Tragen der Schulter- Plattschnüre berechtigten allgemeinen gleichen Wahlrechts schließlich auch durch Staatsstreich( 1) Finanzminister stellen könnte, als die von Bildung und Besiz". U.-B. find nach der Verfügung vom 10. Januar IV 41 242 durch zu spät sein könnte, so fordert die" Post" die möglichst umgehende An der Spitze der deutschen auswärtigen Politik thront Graf Bermittelung der Bezirks- Kleiberkasse mit Abzeichen zu liefern. Berwirklichung dieser edlen Aufgabe. Legen wir das Geschmiere Blow, hervorgegangen aus altem Adel. Er konnte die Künste Hieraus folgt, daß diese U.-B. die Dienströde und Litewken mit zum übrigen! der Diplomatie in verschiedenen Hauptstädten Europas studieren. Den Schulterabzeichen und die Mehrkosten für die Abzeichen zu tragen Ach und was hat Bernhard b. Bülow dabei ge= Ins China- Abenteuer ließ er den Reichswagen mit Kaiserliche Ober- Postdirektion. J. A. des Staatssekretärs: und Trompeten, Guirlanden und Vorschußlorbeeren hineinfahren, nicht ahnend, daß die Geschichte ausgehen mußte Zur weiteren Aufflärung mögen noch einige Bemerkungen Wahlrecht ihr neuen willkommenen Agitationsstoff zu liefern. Der wie das Hornberger Schießen. Herrn v. Waldersees Weltmarschall- dienen. Erbaut waren die wenigsten Ausgezeichneten von dem Plan, durch Millionen von Flugblättern das deutsche Volk schaft hat er auch nicht verhindert, obwohl auch hier die Blamage goldnen Segen, den sie in andrer Form erhofft hatten. Daß sie die bon der Gemeinschädlichkeit des bestehenden Wahlrechts zu übernicht ausbleiben konnte. Sowohl den fläglichen Verlauf des Khali- goldene Schnur selber bezahlen mußten, war den Beamten bald flar war, Marr durch die Spar- Agues zu überwinden. Herrn Giesebrecht, zeugen, ist fast so tomisch es der Eugen Richters Feldzuges wie auch die Unmöglichkeit der Rolle, die man dem Grafen geworden; das Reich begnügte sich mit der Verleihung der Ehre, der ein ehrlicher Monomane zu sein scheint, tönnte man mit einem Waldersee zugedacht hatte, haben die Socialdemokraten prompt faufen aber mußten sich die Ausgezeichneten die Auszeichnung mitleidigen Lächeln ad acta legen. Was aber wirklich ernst ges borausgesagt. Wäre im Sommer 1900 der Leiter der deutschen selber. Viele Unterbeamte, die ja mit jedem Pfennig rechnen nommen zu werden verdient, das ist, daß eine stattliche Anzahl auswärtigen Politik ein Socialdemokrat gewesen, so hätte Deutsch- müssen, ließen sich nun an einem Paar Schulterschnüre angesehener Männer aus Industrie und Handel, einen lebendigen land sich nicht vor aller Welt lächerlich gemacht und Millionen an genügen, manche begnügten sich mit dem verliehenen Rechte, behielten freifonfervativen Landtags- Abgeordneten eingeschlossen, Herrn GieseGeld sowie viele Menschenleben gespart. Und wie war es mit dem aber ihr Geld und ließen die Schnüre im Schaufenster der Uniform- brecht ernst genommen haben. Die Lifte der Freunde des Herrn Unternehmen gegen Venezuela? Von vornherein riet die Social- händler. Unterdessen bekam der Lieferant der Kleiderkassen in Stonservativen auf. Nicht als ob diese Herren nicht samt und und seiner Wahlrechts- Umsturzpläne weist keinen agrarischen demokratie zu einer friedlichen Beilegung der Angelegenheit. Berlin, Eduard Sachs, vom Reichs- Bostamt den Auftrag, die Aus- fonders das Reichstags- Wahlrecht ins Pfefferland wünschten. Aber Der berantwortliche Lenker deutschen auswärtigen Politik zeichnungen den Berechtigten bei allen Reulieferungen ihnen ist ihr schönes Geld für die Schreibereien eines Herrn Giesebrecht ließ aber drauflosknallen und die Marine zweifelhafte 2or- auf deren Kosten zu liefern. Einige mutige Unterbeamte zu schade. Sie sind Realpolitiker, die nach dem bewährten Grundsatz beeren" einheimsen, die noch dazu völkerrechtlich sehr anfechtbar waren. beschwerten sich darüber und die Antwort ist die ab- borgehen: so was thut man, aber so was sagt man nicht. Die großen Und die Zeche auch dieses Abenteuers muß das deutsche Volf gedruckte Verfügung des Reichs- Postamtes. Die Beamten find Herren aus Handel und Industrie sind dagegen in ihrem Geschäft bezahlen. Zulegt aber blieb doch nichts andres übrig als das, was infolgedessen zum Tragen der Auszeichnung nicht nur berechtigt, zwar viel praktischer als die Agrarier, in der Politik aber um so die Socialdemokratie sofort verlangt hatte, nämlich der Austrag des sondern sogar gezwungen, selbst gegen ihren Willen, und sie sind naiver. Darum sind sie mit ihrem Namen und ihrem Geldbeutel selbst Streites vor einem Schiedsgericht. Somit wäre es auch hier ganz ferner gezwungen, sie auf jedem Dienſtrocke, deren sie stets mehrere Bug ihres Herzens offenbart. Und wer unfre, sich zumeist nationalliberal auf Herrn Giesebrecht hereingefallen. Sie haben damit den reaktionären gut gewesen, wenn ein Erwählter derer, die angeblich den Staat haben müssen, zu führen und für jeden ertra zu bezahlen. Die nennenden, Herren aus Großhandel und Großindustrie kennt, der wird nicht regieren fönnen, das Steuerruder der deutschen auswärtigen Garnitur Schulterschnüre foftet 1,15 M., für einen schlecht bezahlten wissen, daß wie die 20 zufälligen Unterzeichner des Giesebrechtschen Politik in den Händen gehabt hätte. Unterbeamten ein fühlbarer Lohnabzug. Cirkulars die Mehrheit dieser Finanzpotentaten denkt. Bemüht sich ja seit wie einiger Zeit auch ein dein Kaiser sehr nahestehender cinflnßreicher Hanseat in dem Sinne dc-Z Herrn Gicsebrccht! Die Zahl der »nächtigen Feinde des Reichstags- Wahlrechts i st größer, als die Oeffentlichkcit im allgemeinen annimmt. Darum soll man bei dem— verdienten— Spott über den Privat- gelehrten in Deggendorf nicht den Ernst der Situation ver- gössen."— Eine gemischte Gesellschaft sind die Giesebrcchtschcn Wahlrechts- Bekämpfer. Neben dem freikonservativen Weyerbusch steht als Aationalliberaler der Kommerzienrat Albert in Biebrich, der die .Kandidatur des nationalliberalen Vorstandsmitgliedes Bartlung in Wiesbaden mit namhaften Geldbeträgen unterstützte. Ihnen gesellen sich einige scheinheilige Arbeiterfreunde; B e st e- Horn, Papierfabrikant in AscherSleben, spielt sich als Freund der Gewerkvereine auf i F. W. Rührig in Barmen spielte den Arbeiterfreund in der Freien evangelischen Volks- Vereinigung, zu deren Hauptstützen auch der Beigeordnete Reinhold Biermann in Barmen gehört. Und als �Kapitalisten, die von den Groschen schlechtcst bezahlter Arbeiter leben, sind bekannt Dierig in Langenbielau, der den Webern des Eulengebirges seinen Reichtum verdankt, Biesold und Locke, die Nähmaschinen-Fabrikantcn in Meißen, Bestehorn desgleichen, ebenso Claus in Thale, Leiter einer Fabrik, die sich durch stete Lohnabzüge einen Namen und namhaften Profit macht. Giesebrecht sagte:„Gemeines Volk"!— Aus dem Kreise des Wahlrechtsfcindes Weyerbusch wird der „Franks. Ztg." geschrieben:„Eine Probe auf den Liberalismus wird die bevorstehende Landtags wähl in Elberfeld zeitigen. Seit Jahren war der Wahlkreis Barmen-Elberfeld durch einen uationalliberalen und einen freikonservativen Abgeordneten im Landtage vertreten, deren Wahl durch ein Kartell der Nationalliberalen mit den Freikonservativen, unter welcher Flagge sich übrigens alle konservativen Schattierungen zusammenfinden, gesichert war. Bislang verspürten die Nationalliberalen keine Lust, das Bündnis mir den Konservativen aufzugeben und dafür mit der Freisinnigen Volkspartei zu paktieren. Das Vorgehen der Konservativen bei den Neichstagswahlcn hat nun aber nr nationalliberalen Kreisen verstimmt. Während die Konservativen auch bei dieser Wahl früher wiederholt mit den Nationalliberalen zusammengegangen waren, haben sie diesmal ohne jede vorherige Rückftage einen eignen Kandidaten Stöckerschcr Richtung aufgestellt. Die entschiedenere Betonung des Liberalismus auf dem letzten national- liberalen Parteitage fand in hiesigen nationalliberalen Kreisen, besonders im Jugendverein ein Echo, so daß man wohl von einem Zuge nach links sprechen darf, zumal ein Zusammengehen mit der Freisinnigen Volkspartei bei der Landtagswahl nicht von der Hand gewiesen wurde. Es ist nun möglich, daß, wenn die Kon- servativen ihren Reichstags-Kandidaten Linz aufftellen, die National- liberalen ihnen die Gefolgschaft versagen, was aber zweifelhaft bleibt, wenn der bisherige freikonservative Abgeordnete Weyerbusch wieder aufgestellt wird, der den Nationalliberalen angeblich nahe stehen soll. In letzterer Hinsicht hat nun die Enthüllung iiber den Wahlrechtsvorstoß, an dem auch Weyerbusch beteiligt war, die Situation geändert und es fragt sich, ob die Nationalliberalen nicht das Bedürfnis haben werden, von ihm abzurücken und ohne weiteres mit der Freisinnigen Volkspartei zusammenzugehen." Es ist schon bemerkenswert genug, daß ein Mann wie der Ab- geordnete Weyerbusch, dessen erzreaktionäre Gesinnung doch gewiß in Elberfeld-Barmen auch früher nicht unbekannt war, durch liberale Hilfe gewählt werden konnte. Wir hoffen, daß vor allem die Socialdemokratie in den Landtags-Wahlkampf entscheidend eingreifen wird.— Schiller nnd Fidus—„unzüchtig"! In S a ch s e n ist auch dies möglich geworden. Die Leipziger Staatsanwaltschaft hat gegen den Herausgeber der Zeitschrift„Der Eigene", Adolf Brandt in Charlottenburg, Anklage erhoben wegen Vergehens gegen 8 184 Strafgesetzbuchs. Wie uns mitgeteilt wird, werden die in seiner Zeitschrift wiedergegebenen Kunstblätter von Fidus und Schillers Gedicht„Die Freundschaft" als unzüchtig im strafgesetzlichen Sinne befunden, da sie„die widernatürliche Unzucht zwischen Personen männlichen Geschlechts schilder« und verherrlichen". Ist schon der§ 175 des Strafgesetzbuches unhaltbar und be- seitigenswert, so muß der Versuch der Leipziger Justiz, Schiller und Fidus wegen Anreizung zu Handlungen, wie sie§ 173 bezeichnet, zu belangen, das höchste Erstaunen erregen. Was man in Leipzig nicht alles fertig bringt! Erst klagt man Tolstoj an, jetzt Fidus und Schiller, den Maler der Keuschheit und den Dichter der Idealität.— Aus dem Wahlkreise Sorau-Forst wird uns geschrieben: Unser Wahlkreis gehört zu denjenigen, die von den Freisinnigen an einen Zöllner ausgeliefert worden sind; nur daß die Freisinnigen nicht erst die Stichwahl abwarteten, sondern schon in der Hauptwahl mit fliegenden Fahnen ins Lager der Lebensmittelverteuerer abschwenkten. Der jetzige Vertreter des Kreises, Kommerzienrat Bahn, hatte sich schon vor der Wahl wiederholt als Anhänger der Lebensmittelzölle bekannt. So widersprach er als Vorsitzender der Soraucr Handelskammer einer Petition gegen den Zolltarif, und erklärte sich bei dieser Ge- legenheit ausdrücklich als Anhänger der Lebensmittelzölle. Für diesen Herrn Bahn sind die Freisinnigen unter Verzicht auf eine eigne Kandidatur gleich bei der Hauptwahl eingetreten: sie haben für ihn nicht nur gestimmt, sondern auch sehr eifrig agitiert. Bekannt ist die Aeußerung des Sorauer Frcisinnsführers Justizrat Neumann gegenüber unsrem Genossen Wittrisch in einer Sorauer Versammlung:„Den Gothein schenken wir Ihnen". Wittrisch hatte den Freisinnigen vorgehalten, daß Gothein, der fteisinnige Kandidat des Kreises im Jahre 18V8, das Eintreten für Bahn entschieden mißbilligt habe. Bei der Wahl 1898 erhielt unser Genosse Klees 8863 Stimmen, der Konservative 5988 und Gothein 5241. Die meisten Freisinnigen, die übrigens schon 1393 den Kreis in der Stichwahl an den Bundeshäuptling Plötz verraten hatten, stimmten auch in der Stichwahl 1898 für den Scharfmacher F e l i s ch, denn dieser erhielt in der Stichwahl 19 191 Stimmen, während Klees 19 513 erhielt. Diesmal stieg unsre Stimmenzahl auf 19 694 Stimmen, was eine Zunahme von 1741 gegen die Hauptwahl des Jahres 1893 bedeutet; der Kartellkandidat Bahn aber erhielt 12 239 Stimmen. Es ist hier nicht der Ort, auf die Ursache der verhältnismäßig geringen Steigerung unsrer eignen Stimmenzahl einzugehen— Thatsache aber ist, daß der Verteidiger der Lebensmittelzölle seinen Sieg lediglich den Freisinnigen verdankt.— Haznrdmoral. Mit der Angelegenheit des oldenburgischen Justizministers Ruhstrat beschäftigt sich auch ein in Oldenburg erscheinendes liberales Lokalblatt,„Der Gemeinnützige", und bemerkt unter ander»»: „Biermann hat nichl bloß aus Skandalsucht gehandelt, wie der Verteidiger Rechtsanwalt Wisser betonen zu müssen für gut befand, sondern zweifelsohne den Finger in eine klaffende Wunde am Körper der sogenannten Gesellschaftskreise in Oldenburg legen wollen. Niemand wird bestreiten, daß Zustände, wie sie durch die Gerichtsverhandlung aufgedeckt sind und wie sie noch weit krasser sich gezeigt hätten, wenn den, Angeklagten nicht durch Verweigerung der beantragten Ladung von Entlastungs- zeugen die Bewegungsfreiheit genommen wäre, gar bedenklicher Natur sind. Nur in der Auswahl seiner Mittel hat u. E. der An- geklagte gefehlt: nicht gegen den Minister Ruhstrat durfte er sich wenden. Der Sitz des Uebels scheint uns die vornchiuc Kasino- Gesellschaft zu sein, in der bei schweigender Nacht Spielorgicn im wahrsten Sinne des Wortes abgehalten sind. Hier mußte der .Residenzbote" den Hebel ansetzen, nicht sich eine einzelne Person heraussuchen." Warum Biermann sich nicht gegen den Justizminister wenden sollte. ist nicht einzusehen: ist doch dessen Beteiligung au dem Hazardspiel von seinem Rechtsanwalt zugestanden worden. Nur mußte Biermann im Rahmen des Beweisbaren bleiben mit seinen Behaupiungcn. Wen» nicht etwa noch andre Gesetzeshütcr an dem„harmlosen" Vergnügen beteiligt waren, dann war Minister Ruhstrat gerade der richtige Mann, den, es zuerst vorgehalten werden mußte.— Begehrlichkeit. Die begehrlichsten der Begehrlichen, die Hausagraricr, berieten jetzt in Dresden als Centralvcrband Deutscher Hausbesitzer über ihre Verbandsangelcgenheiten. Die Verhandlungen boten bis jetzt wenig von allgemeinem Interesse, dagegen verdient eine Episode aus den Verhandlungen vom Mittwochnachmittag festgehalten zu werden. Der Vorsitzende des Verbandes, der bekannte Baumeister Hartwig in Dresden, sprach über die Haftpflicht der Hausbesitzer und dabei meinte er in der an ihm gewohnten Art, es widerspreche dem gesunden Sinne des Volkes, daß der Hausbesitzer schadenersatzpflichtig sein solle, lvenn ein Betrunkener mit schiefgelatschten Absätzen eine nasse Stiege hinaufsteige, ohne ein Streichholz anzubrennen, und dabei hinunterstürze. Deshalb solle auch die Presse nicht über Gerichts- Verhandlungen berichten, in denen Hausbesitzer zum Schadenersatz verurteilt werden. Das wecke mir die Begehrlichkeit Verunglückter. Diese Meinung über die Aufgaben der Presse vertrat auch der Stadt- rat Schreiber aus Leipzig. Leipzig, sagte er, begnüge sich mit der Veröffentlichung der Schadenersatz-Statistik. Ob das die Leipziger Presse auf Veranlassung der Hausbesitzer thut, wäre interessant zu erfahren. Gehört schon die ganze Dreistigkeit eines Hausagrariers dazu, seine Begehrlichkeit mit dem„gesunden Sinne des Volkes" gleich- zusetzen, so verdient doch die korrupte Anschauung besonders hervor- gehoben zu werden, daß die Presse, um die„Begehrlichkeit Ver- unglückter" nicht zu wecken, die Pflichtverletzungen der Hausbesitzer totschweigen soll.—_ Der Staat wird gerettet. Es wird berichtet: Gegen 73 Teil- nehmcr an den Wahlunruhcn in Z a b r z e ist von der Staats- anwaltschaft Anklage wegen Aufruhrs erhoben worden.— Der„heilige Geist" mit der Klopfpeitsche. Au§ Düsseldorf wird der„Volks-Zeitung" vom 5. August berichtet: Mit einem besonders markanten Falle von Mißhandlung der jungen Soldaten durch die sogenannte»„älteren Leute"— eine der häßlichsten Erscheinungen des SoldatcnlebenS— hatte sich heute das hiesige Kriegsgericht zu befassen. Das Vorkommnis spielte sich am 8. Juni während der diesjährigen westfälischen Felduhimgen bei der 1. Compagnie des Jnfanteric-Regiments Nr. 16< Mülheim a. Rh.) ab, nachdem dort schon wiederholt scharfe Ercesse der älteren Mannschaften voraufgegangen waren. In der" fraglichen Nacht wiederholten sich diese in noch verstärktem Maße— es erschien wiederum der„heilige Geist", wie in der Soldatensprache diefes wüste Treiben genannt wird—. die Rekruten wurden mit Klopfpeitsche und Tambourstock aus den Betten geprügelt, mit Schemeln beworfen und mit Wasser begossen. Besonders that sich bei allen diesen Gelegenheiten der Musketier Mathias Vandicken hervor: er„kommandierte" die Prügelstrafen und trug deshalb den Namen„Baracken-Direktor". Bei sofortiger Verhaftung wurde heute der„Baracken-Direktor" zu vier Monaten Gefängnis verurteilt: der Gefreite Karl Zimmermann erhielt einen Monat Gefängnis, während sich auf weitere sechs Musketiere Gefängnis- strafen von 2 Wochen bis 3 Monaten verteilten. Mit der Bestrafung dieses„heiligen Geistes" ist es wahrlich nicht gethan. Der Vorgang weist vielmehr darauf hin, wie ungenügend die geistigen Einflüsse im heutigen Militärlcben sind, durch die solche Roheiten unmöglich gemacht werden könnten. Es müßte gesorgt werden, daß die jungen Männer auch beim Militär b e s s e r e Beschäftigungen haben, damit sie nicht in solche Rüpeleien verfallen.— Ein Pastor. Aus Nord-Schleswig wird geschrieben: Am Sonn- abend fand die Generalversammlung der Kreditbank in Scherrebeck statt. Als Vertreter der Regierung war Landrat Becherer aus Hadersleben erschienen. Der neue Bankdirektor Schade erstattete einen Bericht über die Entwicklung der Bank unter der Leitung von Pastor Jakobsen und Bankdirektor Lassen. Aus dem Bericht war zu ersehen, daß Pastor Jakobsen der Bank 210(XX) M. und Lassen, jetzt Hotelbesitzer, ebenfalls eine beträchtliche Summe schuldete. Der Verlust im Jahre 1992 war 269 967,42 M. Die Ein- lagen der Mitglieder, 199 M. per Anteil, find als verloren zu be- trachte». Landrat Becherer teilte mit, daß die Regierung der Bank einen Zuschuß von 659 999 M. zu 2V.z Proz. und eine größere Summe zinsfrei gewähren werde. Neue Verluste werden kaum ausbleiben. Pastor Jakobsen ist jetzt fallit. Es sind Forderungen im Betrage von 799 999 M. angemeldet. Da die Aktien nur einen Bruchteil hiervon ausmachen, wird der größte Teil von den 219 999 M. wohl verloren gehen. Die Mitglieder der Bank sind aufgefordert worden, 199 M. pro Anteil einzuzahlen._ Pastvren-Terrorisnnis. Vom Terrorismus schwatzen ebenso gern wie beweislos die Centrumsblätter gegenüber der Socialdemokratie. Ein Stückchen von ultramontancm Terrorismus erzählt aber die nationalliberale „Rhein.-Wests. Zeitung": „Am 15. Juni cr. trat der Bote August Arensch in Bulmke bei der Gelsenkirchen er Geschäftsstelle unsres Blattes ein. Der Manu ist schwach, daher hilft ihm seine Frau beim Zeitungs- austragen. Seine Frau putzt nun nebenbei auch die katholischen Schulen in Bulmke. Den p. Frenschen Eheleuten, die katholisch sind, war nun in Aussicht gestellt worden, daß ihnen die Schulwohnung, bestehend aus drei geräumigen Zimmern, zu einem verhälwismäßig sehr billigen Mietszins überlassen werden solle. Bürgermeister Klose— früherer Amtmann von Schalke— hatte sich mit Ueberlassimg der qu. Wohnung an die Frenschen Eheleute ein- verstanden erklärt, ihnen aber aufgegeben, auch die Erlaubnis von dem Pfarrer Vogel einzuholen. Pfarrer Bogel begegnete nun der Frau Frensch, als sie die„Rhcin.-Wcstf. Zeitung" austrug. Bei dieser Gelegenheit entspann sich ein Gespräch. Frau F. fragte zu- nächst den Pfarrer, ob sie die erwähnte Schulwohnung bekäme. Pfarrer Vogel erwiderte. die Wohnung könnten die Ehe- leute F. nicht bekommen; es könnte ja mal der Fall ein- treten, daß eines ihrer Kinder an einer ansteckenden Krankheit erkranke," und dann»nüsse die Schule geschlossen werden, über- Haupt, wenn er gewußt hätte, daß sie die„Rhein.-Westf. Zeitung" austrüge, dann hätte sie die Schule zum Putzen auch nicht bekommen. Frau Frensch erwiderte darauf, wenn sie die Zeitung nicht gehabt und von ihr nicht Vorschuß bekommen hätte, hätte sie mit ihrer Fainilie hungeru müssen. Pfarrer Vogel meinte hierauf, das wäre ganz egal, er würde dafür sorgen, daß ihr die Karten vom St. Binccnz-Bcrcin und vom Elisabeth-Fraucn-Verein entzogen würden. Die Eheleute Frensch erhielten nämlich vom Vincenz- Verein bisher 4 Karten und vom Elisabeth-Frauen-Verein 2 Karten, jede a 1 M. pro Monat, als Unterstützung. Unter Vorzeigung dieser Karten konnten sie in bestimmten Geschäften dafür Waren resp. Lebensmittel kaufen. Pfarrer Vogel fragte darauf weiter, welchen Zweck die Frau F. dabei habe, daß sie die„Rhein.- Wests. Ztg." trüge, worauf Frau F. erwiderte, daß sie gar keinen Zweck dabei hätten und sie und ihr kränklicher Mann trügen die Zeitung, damit sie etwas verdienten, um nicht hungern zu müssen. Frau F. bemerkte weiter, daß sie selber die Zeitung nicht läsen. ihnen sei es ja lediglich darum zu thun, sich einen Verdienst zu verschaffen: sie wüßte aber auch, daß sogar streng katholische Leute die Zeitung läsen, ivorauf der Herr Pfarrer erwiderte, das wäre ganz egal, sie sollte die Zeitung nicht austragen; entweder müsse sie die.Rhein.-Westf. Ztg." abgeben-der ihr würden die Karten vom Vincenz- und Elisabeth-Frauenverein entzogen, dafür würde er orgen."— ?Zus1an«l. Die politische Stellung des»cncn Papstes. Während noch die liberale Presse die Mär vom„liberalen" Papst verkündet und von einer baldigen Aussöhnung zwischen Vatikan und Ouirinal spricht, bekundet Pius X. bereits durch sein Verhalten gegenüber der italienischen Regierung, daß er absolut nicht gesonnen ist, auch nur das geringste von seinen vermeintlichen Rechten zugeben. Das war zu erwarten; und wer noch daran zweifelte, dem zeigte es alsbald die Thaffache, daß der neuerwählte Papst nicht von der äußeren, sondern von der inneren Loggia der Peterskirche die Menge segnete und sich damit für die weitere Auftechterhaltung der Fiktion einer Ge- fangenschaft des Papstes erklärte. Noch mehr aber, daß er sich den Namen Pius beilegte, zur Erinnerung, wie gemeldet wurde, an Pius VII., der bekanntlich nicht nur nicht die Hilfe der östreichischen, englischen und sogar türkischen Waffen verschmähte, um sich wieder in den Besitz des Kirchenstaates zu setzen, sondern der sich auch, als er sich davon Vorteil versprach, 1394 zur Kaiserkrönung Napoleons I. verstand und den Jesuitenorden und die Inquisition wiederherstellte. Mit dieser von dem neuen Papst gleich nach seiner Wahl be- kündeten Gesinnung steht völlig im Einklang, daß er bisher, ebenso wie Leo XHI. unterlassen hat, der italienischen Regierung seine er- folgte Wahl anzuzeigen, während diese den andern Mächten sofort notifiziert worden ist. Aus Rom wird darüber telegraphisch ge- »neldet: Rom, 5. August. Wie die Blätter melden, richtete Minister- Präsident Zanardelli an die Präfekten nachfolgendes Telegramm: „Der neue Papst hat uns seine Wahl nicht mitgeteilt; ich benach- richtige Sie daher, daß die Staatsbeamten an den kirchlichen Feiern, die aus dem Anlasse dieser Wahl stattfinden werden, nicht teilnehmen können." „Tribuna" schreibt hierzu, diese Instruktionen entsprächen einer unparteiischen Haltung, die der Regierung würdig sei; sie seien keine Herausforderung, aber auch kein übertriebenes Entgegenkommen gegen diejenigen, welche das berechtigte Bestehen Italiens nicht an- erkennen zu sollen glauben. Die Regierung könne in ihrem Ent- gegenkommen nicht soweit gehen, daß sie jemand Ehren erweise, der zeige, daß er von dem Bestand des italienischen Staates, von seiner gesetzmäßigen Regierung und von seinem von der ganzen Welt ge- achteten und anerkannten Oberhaupt keine Kenntnis nehmen wolle. —„Italic" stimmt der Depesche Zanardellis in warmen Worten zu. Alle Mächte hätten übereinstimmend den Takt Italiens bezüglich- der Sicherheit des Konklaves und der Proklamierung des neuen Papstes anerkannt und der Papst antworte auf alles dies in einer Weise, die Entgegenkommen und Höflichkeit gegenüber der italienischen Regierung und Nation vermissen lasse. Zanardelli habe daher, um die Würde des Staates zu wahren, den Beamten anbefehlen müssen. die Wahl zu ignorieren, ebenso wie der Vatikan die Regierung habe ignorieren wollen. Oestreich-Ungarn. Zum ungarischen BcstcchnugSskaudal. Vor der parlamentarischen Untersuchungskommission erklärte gestern der Polizeichef von Budapest Rudnah, daß er ganz überrascht geloesen sei, als die Bestechungs- affaire ans Tageslicht kam. Die Abreise Dicnes habe er erst am andern Tage erfahren; er habe dieselbe mißbilligt; auf seine Ver- anlassung habe Graf Szapary an den I o u r n a l i st e n H e g y i nach Berlin telegraphiert, er möge Dienes so lange festhalten, bis seine Verhaftung möglich wäre. Doch sei Dienes durch die in Berlin durch das Wolsffche Bureau zur Veröffentlichung gelangten Budapester Telegramme gewarnt worden und rechtzeitig entflohen. Die Meldung, daß Dienes sich in der Schweiz aufhalte, bewahrheite sich nicht. Rudnay fügte hinzu, er habe die Flucht Dienes' weder unter- stützt noch verhindert; zu letzterem habe damals noch kein Rechts- grund vorgelegen. Eine interessante Ergänzung erfährt dieses Gerede durch eine« Brief des Journalisten Hegyi, der Dienes auf seiner Flucht be- gleitete. In diesem Schreihen, das gestern in der Unter- suchungS- Kommission verlesen wurde, erklärt Hegyi, daß er auf Wunsch des Grafen Szapary Dienes, den er früher nicht gekannt habe, begleitet habe, um ihn in Hamburg auf ein nach Amerika abgehendes Schiff zu bringen und ihm dort 59 999 Kronen zu übergeben; doch habe er, als er den Zusammeichaug der Sachlage erfuhr, Dienes bereits in Berlin verlassen, ihm nur 25 999 Kronen gegeben und den Rest Szapary zurückgesandt, damit die Familie des Dienes gesichert sei. Es folgt daraus, daß Graf Szapary und seine Hintermänner nicht nur die Flucht des Dienes begünstigt, sondern ihn selbst zur Flucht bewogen und mit den dazu erforderlichen reichen Mitteln aus- gestattet haben, damit cr ihnen bei ihren Ableugnungen nicht durch Gegenaussagen in die Quere komme.— Frankreich. Um eine Schulfcstrcde. Paris, 4. August.(Eig. Ver.) Visher haben die alljährlichen Schulfcstreden bei den Preisverteilungen in den Mittelschulen keine Gelegenheit zu politischer Auflegung geboten. In den Augen der Bourgeoisie find solche Reden ja auch bann im« politisch, wenn sie politische Gegenstände im bourgcoisen Sinne be- handeln, namentlich, wenn Generäle, die in der Provinz vielfach mit Festreden betraut werden, gegen„vaterlandsfeindliche" Lehren vo« Leder ziehen. Erst jetzt hat die„öffentliche Meinung" der Klerikalen und Melinisten in der Festrede des Generalsekretärs der Präfektur zu Marseille, des Herrn Dautresme, die böse Politik ent- deckt. Dieser Beamte, ein ehemaliger radikaler Journalist, hat nämlich neben der Verherrlichung des weltlichen Unter- richts den deprimierenden, die Menschenwürde„erniedrigenden" Ein» fluß der konfessionellen Schule betont. Die der Schulfeier bei» wohnenden zwei Priester, die in den„weltlichen" Mittelschulen de« fakultativen religiösen Unterricht erteilen und die Schulkavellen be» dienen, verließen demonstrativ den Saal unter dem Beifall der kircheuftommen Familienmiitter und ihrer Söhne. Das gab das Signal zu einein Tumult, der den Festredner am weiteren Sprechen verhinderte. Der Tumult hatte seine Fortsetzung in der Oppositions- presse und wird auch noch ein parlamentarisches Nachspiel finden. Von klerikaler und melinistischer Seite sind bereits zwei Jnter- Pellati onen angekündigt worden. Andrerseits hat die Departements- kommission der Bouches-du-Rhöne Herrn Dautresme wegen seiner Festrede beglückwünscht.— Aus Lorient werden neue Unruhen der streikenden Eisenarbeiter berichtet. Nach tclegraphischer Meldung des Depcschenbureaus „Herold" warf gestern wieder eine tausendköpfige Volksmenge, welche sich auf dem Platze vor dem Militärklub angesammelt hatte, die Fenster der umliegenden Gebäude ein, worauf die Geschäftsleute ihre Läden schloffen. Die herbeigerufene Kavallerie griff mit großer Energie ein und trieb die Kundaeber, welche versuchten, Barrikaden zu errichten, mit blanker Waffe auseinander. Die Demonstranten zerstörten hierauf die Gasleitung, so daß die Straßen in Dunkel gehüllt wurden. Eine Gruppe von 39 Demonstranten, die sich vor den herannahenden Truppen flüchten wollte, wurde umzingelt und ver- haftet. Um 11 Uhr nachts durchzog die Menge die Straßen und zertrümmerte auf ihrem Wege sämtliche Fensterscheiben; mehrmals kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, ivobei eine Anzahl Personen verletzt und zahlreiche verhaftet wurden. Gegen Mitter- nacht versuchte die wütende Volksmenge, das Präfckwrgebaude zu stürmen, wurde aber von den Truppen daran verhindert. Die Tumulte setzten sich bis gegen Morgen fort; die Truppen waren mehrfach der wütenden Volksmenge gegenüber ohnmachtig. Die obigen Meldungen sind, wie wohl nicht näher begründet werden braucht, mit Vorsicht aufzunehmen, da sie der kapitalistischen zösischen Presse entnommen sind.— Italien. A»S der Partei. Rom. 4. August.(Eig. Ber.) Das Votum der lokalen römischen Parteiorganisation, das die Ausstoßung T u r a t i s aus der Partei fordert, hat mehrere Parteigenossen, unter andern den Verleger L u i g i M o n g i n i und Professor Rossi-Doria bewogen, aus der Partei auszutreten. B i f s o« lati, Cassola und andre Reformisten haben der römischen Organisation schriftlich ihre Solidarität init Turati erklärt und die Organisation aufgefordert, auch gegen sie Maßnahmen zu ergreifen. unterbreiten werde. angenomnien. Die Genossen der Mailänder Organisation erachten die gelegt, wonach es für Arbeiterführer, die dem britischen der Polen im Vergleich zu dem, wie er im Jahre 1890 war, so ift er einen autonomen Wahlverein bildenden Turatianer als aus der Reiche nicht angehören, ungefeßlich sein sollte, in kanadische in einigen etwas geftigen, in andren, und zwar in der Mehrzahl, etwas Partei ausgetreten. Mit beiden Fällen wird sich der Parteivorstand Industriekonflikte einzugreifen. Die Höchststrafe wurde auf zwei gefallen. Dasselbe Bild zeigen auch die zahlreichen Streife, in demnächst beschäftigen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die An- Jahre Gefängnis festgesetzt. Obwohl die kanadischen Gewerkschaften welchen die polnische Bevölkerung nicht ganz 50 Proz. erreicht. Daraus gelegenheit einem diesen Herbst zusammentretenden Parteitag eine große Agitation gegen den Gesezentwurf entfalteten, wurde er würde ein Nückgang der polnischen Bevölkerung in ganz Preußen sich ergeben, und dem ist in der That so. Die" taninchenhafte" VerVon seinen Wählern in Mailand aufgefordert, sprach vorgestern Außerdem haben die kanadischen Gerichtshöfe den Taff- Vale- mehrung der Polen, zufolge deren die polnische Gefahr dem ReichsTurati im Theater Orfeo vor 3000 Personen über seine politische Entscheid acceptiert und machen die Gewerkschaftskassen für Schäden kanzler v. Bülow gar so erschrecklich erscheint, existiert eben nur Aftion. In anderthalbstündiger Rede führte er aus, daß jede haftbar, die während eines Streits den Unternehmern entstehen. in seinem Gehirn, und pflichtschuldigst natürlich auch in socialistische Partei, sobald sie Einfluß und Kraft erlangt, sich zu Panama- Kanal. Aus Bogota in Washington eingegangene denen der untergebenen und ergebenen Beamten. Die statistischen entscheiden habe, ob sie nur protestierend und verneinend der heutigen Meldingen besagen, daß die Gegner des Panama- Kanal- Bertrages Bahlen dagegen zeigen ein andres Bild; danach betrug die im folumbischen Kongreß über die im Jahre gestalten will. Die Partei muß sich darüber klar werden, ob alle Vorlage hinzuziehen, um dadurch zu verhindern, daß der Vertrag 1890 etwas über 234 Millionen, im Jahre 1900 ein wenig Fraktionen der Bourgeoisie ihr gleicherweise als Feinde gelten sollen, bis zum 22. September, dem für den Austausch der Ratifikations- mehr als 3 Millionen. Die Vermehrung um rund 300 000 oder ob sie vorübergehende Bündnisse mit einigen von ihnen ein- urkunden bestimmten Tage, in Washington eintrifft. Die hiesigen Köpfe bedeutet aber einen relativen Rückgang, denn im gehen kann. Sie muß wiſſen, ob sie ihr Ziel durch den wachsenden amtlichen Kreise erivarten, daß eine Verlängerung der gestellten Jahre 1890 waren von je 1000 Einwohnern der Monarchie 92,3 Frist verlangt werden wird. Widerstreit der Klassen zu erreichen erwartet oder es durch Schulung und Hebung des Proletariats und seine Erziehung zur Teilnahme an Verwaltung, Politik 2c. vorbereiten will, ob sie ein katastrophisches Hereinbrechen des Zukunftsstaates oder sein langsames Wachsen und Werden annimmt. Diese Fragen hat die Partei theoretisch an dem Tage beantwortet, wo sie sich vom Anarchismus trennte. Wer heute Socialist ist, nimmt die Evolutionslehre an; wenn einige, Intransigente" von dem Zusammenarbeiten mit der Bourgeoisie nichts wissen wollen, so zeigen sie dadurch, daß sie in der Entwicklung stehen geblieben sind und die neue Phase der Parteiaktion nicht verstehen. Redner führte ferner aus, die sog. Reformisten wollten die Reformen nicht als Ziel sondern als Mittel, und achteten sie um so höher, je stärker der Druck des Proletariats war, durch den sie erzwungen wurden. Er spricht ferner von den augenblicklichen Aufgaben der Partei den wichtigsten Fragen der italienischen Politik gegenüber und schließt mit einer Aufforderung an die Genossen, für die Sache zu arbeiten und ihn und die Seinen arbeiten zu lassen. Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen. Am Abend nach der Versammlung gaben die Anhänger Turatis diefem ein Bankett, an dem 500 Genossen teilnahmen. Die gesamte italienische Presse beschäftigt sich mit der Mailänder Rede, die mit großer Spannung erwartet worden war. Um die lokalen Streitigkeiten nicht zu ernsten Gefahren für die Bartei anschwellen zu lassen, hat der Chefredakteur der, Avanti", Enrico Ferri, bestimmt, daß der„ Avanti" über die Streit frage nur kurze Thatsachenberichte bringen und die Veröffentlichung der Tagesordnungen ablehnen wird, die persönliche Angriffe gegen Genossen enthalten. Niederlande. Rußland. Die fremdsprachige Bevölkerung in Deutschland. Bei der letzten Volkszählung vom 1. Dezember 1900, von deren genauen Resultaten wir einige besonders in die Augen fallende bereits früher mitgeteilt haben( in den Nummern 165, 177), sind auch zum erstenmal Nachweise über die Muttersprache der Bevölkerung für das gesamte Reich erhoben, während für Preußen auch Daten aus früheren Zählungen vorliegen. Die Ergebnisse der Zählung faßt das Kaiserliche Statistische Amt in die Sätze zusammen: Von den 56 Millionen Einwohnern des Reiches haben 52 Millionen oder 92 Proz. die deutsche Muttersprache. 252 918 oder 0,45 Proz. haben als Muttersprache die deutsche und zugleich eine fremde Sprache; hauptsächlich ist es deutsch und polnisch, was hier in Betracht kommt, 169 634 haben diese Doppel- Muttersprache. Eine nicht deutsche, fremde Muttersprache haben 4 231 129 Einwohner oder 7,5 Proz. der Gesamtbevölkerung, und zwar ist es bei 3 086 489 polnisch. Im großen und ganzen erscheinen die fremdsprachigen Elemente im Reiche gering vertreten und darf daher Deutschland als ein einheitliches Sprachgebiet angesehen werden. polnisch, im Jahre 1900 nur noch 88,9. Etivas anders stellt sich das Bild dar, wenn man die den Polen verwandten Masuren und Kassuben dazu rechnet; die ersteren haben sich von rund 103 000 auf 142 000, die letzteren von 54 000 auf 100 000 vermehrt. Für jedes Tausend der gesamten Einwohner ist das eine Vermehrung von 3,4 auf 4,1 resp. von 1,8 auf 2,9. Rechnet man aber Polen, Masuren und Kassuben zusammen, so ist trotzdem immer noch ein Rückgang zu beobachten, nämlich von 97,6 im Jahre 1890 auf 95,9 im Jahre 1900 auf je 1000 Einwohner. Ebenfalls zurückgegangen sind die Littauer und Wenden; letztere sißen vornehmlich in einigen Teilen von Brandenburg, im Kreise Kottbus- Land bilden sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung, erstere wohnen in Ostpreußen, und zwar bilden sie im Kreis Heydekrug 57 Proz., in den Kreisen Tilsit- Land und Memel noch über 40 Proz. der Einwohner. Beide Sprachstämme sind nicht nur relativ, sondern auch absolut zurückgegangen, die Littauer find von 117 637 Stöpfen auf 106 230( von 3,9 auf 3,1 pro Tausend der Bevölkerung) gesunken, die Wenden von 65 254 auf 64 225 Stöpfe( von 2,2 auf 1,9 pro Tausend). Gewachsen ist demnach wesentlich die deutsch sprechende Be völkerung in Preußen, und zwar von 880,2 auf 881,4 pro Tausend, die absoluten Zahlen sind 26,4 Millionen und 30,4 Millionen bei einer Gesamtbevölkerung von 30 Millionen im Jahre 1890 und 34 Millionen im Jahre 1900 in Preußen. Uns erscheint 7,5 Proz., das ist der 13. Teil der gesamten Be- Ob freilich das Bild des Rückganges der polnischen Bevölkerung, völkerung, nicht gerade gering; immerhin würde bei einigermaßen welches die Zahlen der Statistit zeigen, ein ganz zuverlässiges ist, gleichmäßiger Verteilung das fremdsprachige Element nirgends in muß billig bezweifelt werden. Bei den unerhörten und geradezu besonders starter Weise hervortreten. Werfen wir jedoch einen Blick barbarischen Bedrückungen, denen unsre polnischen Mitbürger Die socialdemokratische Fraktion der Zweiten Kammer hat auf die am Schluß des Werkes beigegebene Starte, welche in den letzten Jahren aus keinem andren Grunde als wegen gestern einen Antrag auf Verfassungs- Revision eingereicht, welcher die Verbreitung der Hauptsächlichsten fremden Muttersprachen ihrer Nationalität ausgesetzt waren, ist es höchst wahrscheinlich, bezweckt: zur Darstellung bringt, so finden wir weite Teile von daß sehr viele Polen die Frage nach ihrer Muttersprache auf den 1. Für die General- Staaten, die Provinzial- Staaten und den Schlesien und Posen tief rot gezeichnet, was eine polnische Zähltarten aus Furcht vor wirtschaftlichen Nachteilen fälschlich mit Gemeinderat das allgemeine Wahlrecht einzuführen. Bevölkerung von 80-90 Proz. anzeigt, und durch matteres deutsch" beantwortet haben. Dadurch muß ein falsches Bild ent2. Alle rechtlichen Hindernisse gegen das aktive und passive Not eine polnisch sprechende Bevölkerung von über 70 Broz. auch in stehen; doch entzieht es sich jeder Beurteilung, in welchem Maße der Frauenwahlrecht aus der Verfassung zu beseitigen. weiten Teilen von Ost- und Westpreußen. Ebenso sehen wir im artiges stattgefunden hat. Wir können uns nur an die statistisch er3. Die Einführung der Proportional- Vertretung zu ermöglichen. Elsaß einen Bezirk mit einer französisch sprechenden Bevölkerung bis faßbaren Zahlen und ihre Resultate halten, und diese ergeben einen 4. Die Erste Kammer durch das Referendum zu erfeßen. zu 70 Proz., und an der dänischen Grenze in Schleswig einen Rückgang der polnischen Bevölkerung, zufolge der brutalen UnterUm dieses Ziel zu erreichen, müssen 64 Artikel der Verfassung größeren Bezirk, in welchem die dänisch sprechende Bevölkerung drückung, wie vielleicht unsre alldeutschen Schwärmer jubelnd ausgeändert werden. Der Antrag enthält fünf Paragraphen.§ 1 ent- 90 Proz. erreicht. Die Starte giebt durchaus nur das Bild eines rufen, trotz dieser Unterdrückung, wie jeder sagen muß, der auch nur hält die vorzunehmenden Aenderungen im zweiten Hauptstück( von einheitlichen Sprachgebietes, dem im Westen und Norden kleinere, im ein wenig die menschliche Natur zu beurteilen vermag. den Rechten des Königs),§ 2 die Aenderungen betr. der General- Osten ein sehr großes fremdsprachiges Gebiet angegliedert ist. Der Rückgang der polnischen Bevölkerung ist am stärksten in der Staaten,§ 3 die der Provinzial- Staaten,§ 4 Justiz, Finanz- und Uebrigens sind auch sonst noch kleinere Gebiete vorhanden, in denen Provinz Ostpreußen; hier ist er nämlich nicht nur relativ, von Verfassungsänderung und§ 5 die Aenderungen der Zusaz- Artikel. mehr als die Hälfte der Bevölkerung fremdsprachig ist( masurisch, 11 Broz. auf 7,8 Proz. der Bevölkerung, sondern auch absolut, von tassubisch, litauisch, wendisch). 216 009 Röpfen auf 155 281, also um 60 700 Köpfe. Westpreußen Sehen wir uns die Bevölkerung in den einzelnen Bundesstaaten hat eine Zunahme von 430 933 auf 437 916, also um 7000 Seelen an, so springt sofort in die Augen, daß wir außer Elsaß- Lothringen zu verzeichnen; relativ stellt das einen Rüdgang bon Russifizierung der finnischen Staatsbahnen. Skandinavischen und Preußen nur rein deutsche Landesteile haben, in feinem fiuft 30,1 Proz. auf 28 Proz. der Bevölkerung dar. In Schlesien dagegen, Zeitungen wird aus Helsingfors berichtet: Für die fiunländischen die deutsche Bevölkerung unter 98 Proz., genau so viel beträgt sie wo die Polen um 127 300 Seelen gewachsen sind, von 973 554 auf Staatsbahnen ist ein neues Reglement erlassen worden, während in Sachsen, in Bremen 98,2 Proz., in Hamburg und Lübeck je 1100 831, stellt dies auch einen kleinen relativen Zuwachs dar, von gleichzeitig der Generaldirektor G. Strömberg, der seit dem Bau 98,6 Proz., in Braunschweig und Anhalt je 98,8 Proz., in allen andren 23,0 Proz. auf 23,6 Proz. der Bevölkerung, und noch stärker tritt der ersten Bahn in Finnland an der Spize der Staatsbahnen stand, Bundesstaaten mehr als 99 Proz. In Preußen dagegen haben wir nur der Zuwachs in der stärksten polnischen Provinz, in Posen hervor; seinen Abschied erhielt. Als sein Nachfolger wird der General 88,1 Proz., in Elsaß- Lothringen sogar mur 86,8 Proz. deutschsprechende hier wuchs die polnische Bevölkerung von 1047 409 auf 1 156 866, Beckman genannt. Das neue Reglement enthält 11. a. die Be- Bevölkerung. In letzterem ist die fremdsprachige Bevölkerung eine alfo um 109 400 Seelen oder von 59,8 Proz. auf 61,3 Proz. Die stimmung, daß der russische Chef für Truppentransporte des fo- wesentlich andre als in Preußen, nämlich eine vorwiegend französische. weise Germanisierungspolitik Preußens, die einerseits im Ausgenannten finnischen Militärdistrikts Siß und Stimme in der Eisen- Im ganzen Reich bezeichneten 9356 Personen französisch und deutsch kaufen bankrotter Gutsbesitzer besteht, andrerseits in barbarischen bahnverwaltung haben soll, daß Russen in allen Zweigen des als ihre Muttersprachen, 211 679 gaben französisch als ihre alleinige Vergewaltigungen der ärmeren polnischen Bevölkerung( UnterEiser.bahndienstes angestellt werden und daß fortan die russische Sprache Muttersprache an, von den ersteren entfallen auf Elsaß- Lothringen drückung der polnischen Sprache in der Schule 2c.) bers in der Eisenbahnverwaltung Anwendung findet. allein 7109, von den letzteren 198 318, das Reichsland hat also bei sagt also in ihrer eigentlichen Domäne, in der Provinz einer Gesamtbevölkerung von 1720 000 ca. 200 000 Franzosen. Posen, vollständig. Hier ist die polnische Bevölkerung gegenDieselben verteilen sich auf die einzelnen Bezirke sehr un- über der Deutschen in andauerndem Wachsen begriffen, was bei dem Chinesische Strafe für Majestätsbeleidigungen. Zu dem Majestäts- gleich; in 16 von den 25 elsässisch Lothringischen Streisen allgemeinen Rückgang der polnischen Bevölkerung ein deutliches beleidigungsprozeß in Shanghai, von dem wir fürzlich berichteten find noch nicht 5 Proz. Franzosen vorhanden, sie sind also als rein Warnungszeichen dafür ist, wie man das Polentum nicht bekämpfen ( Nr. 179 des Vorwärts"), wird telegraphisch gemeldet, daß die deutsch zu bezeichnen, und auch Schlettstadt mit 5,5 Proz. fann man darf, wenn man auf Erfolg rechnen will. chinesische Regierung sich erneut an die fremden Gesandten mit dem wohl noch zu den deutschen Kreisen rechnen. Vorwiegend französisch Dieses Wachstum der Polen in Posen und Schlesien ist um so Ansuchen gewandt hat, die der Majestätsbeleidigung beschuldigten ist nur der Kreis Château- Salins mit 69,7 Proz. und der Landkreis bemerkenswerter, wenn man bedenkt, daß auch die Polen an dem chinesischen Schriftsteller auszuliefern. Hoffentlich widersetzen Metz mit 57,1 Proz. französischsprechender Bevölkerung, in den allgemeinen Zug vom Osten nach dem Westen stark beteiligt sind. sich der englische und japanische Gesandte der deutsche andern 6 Kreisen( Rappoltsweiler, Molsheim, Saarburg, Meg- Stadt, Es drückt sich das in einem starken Anwachsen der polnischen Beist bekanntlich bereit, der chinesischen Re- Diedenhofen, Bolchen) ist nur die Minderheit französisch. völkerung in den westlichen Provinzen aus; in Hannover sind die gierung die die verlangte Gefälligkeit zu er= Ein genauer Bergleich mit den früheren Verhältnissen ist nicht Polen von 1890 bis 1900 von 5513 auf 10'633( bon 0,2 Proz. auf weisen- auch weiter der Auslieferung, denn im andren möglich, da aus früheren Jahren nur Schäzungen vorliegen. Nach 0,4 Proz.) gestiegen, in Rheinland von 5635 auf 25 455( von Fall steht den chinesischen Preßsündern eine grausame Strafe bevor, denselben scheint es, als ob das deutsche Element im Reichslande in 0,1 Proz. auf 0,4 Broz.), und in Westfalen gar von 24 207 auf wie das Schicksal des eines ähnlichen Preßbergehens beschuldigten ständigem Bordringen begriffen ist, und zwar in Lothringen stärker 91 497( von 1,0 Proz. auf 2,9 Proz.). Sie bevorzugen besonders die Journalisten Schentſchien beweist. Er wurde zwei Stunden hindurch, als im Elsaß. industriereichen Bezirke, und wir haben in Westfalen bereits vier Kreise, bon 4 bis 6 Uhr nachmittags mit schweren Bambusstäben geprügelt. Außer dem Reichslande kann von einer wesentlich fremdsprachigen in denen sie mehr als 5, ja zwei, in denen sie über 10 Proz. Das Fleisch der Arme, Beine und des Rückens wurde zu Fezen ge- Bevölkerung nur im größten Bundesstaat, in Preußen, gesprochen der Bevölkerung bilden, nämlich Landkreis Dortmund, in rissen. Nachdem der Verurteilte augenscheinlich tot war, erwürgten werden, und zwar handelt es sich hier vorwiegend um Dänen und welchem sie von 2,4 Proz. auf 7,3 Proz. angewachsen sind, ihn dann noch die Henfer mit einem Stricke, weil sie fürchteten, Bolen, wozu noch in einigen Teilen die mit den Polen verwandten Landkreis Bochum( von 3,9 Proz. auf 9,1 Proz.), Stadt- und Landdaß er möglicherweise nur ohnmächtig geworden sei und wieder auf- Masuren und Kassuben sowie Wenden und Litauer fommen. freis Gelsenkirchen( von 7,4 Proz. auf 11,7 Proz.), Kreis Recklingleben dürfte. hauſen, wo sie die stärkste Vermehrung, von 5,9 Proz. auf 18,8 Proz. aufweisen. Afien. Amerika. Nur An der holländischen Grenze finden sich natürlich auch Holländer, in den rheinländischen Kreisen Rees, Duisburg und Kleve 5,1 Broz, Kanadische Zustände. Von unsrem Londoner Korrespondenten 5,3 Proz. und 7,9 Proz., im westfälischen Kreis Ahaus 6,6 Proz. Trotzdem dürfte gerade hier die Gefahr einer Polonisierung am wird uns auf Grund der in letzter Zeit aus Kanada eingelaufenen und im Hannoverschen Bentheim 8,9 Proz. Abfolut und relativ ist geringsten sein; vor allem ist dafür zu sorgen, daß die Polen in Situationsberichte und statistischen Zusammenstellungen geschrieben: die holländische Bevölkerung in Preußen etwas gewachsen, von diesen Industriebezirken nicht als Lohndrücker auftreten, sondern die Die kanadische Entwicklung ist in ein rascheres Tempo ein- 40 124( 1,34 Proz.) im Jahre 1890 auf 77 413( 2,25 Proz.) im üblichen Löhnen verlangen und sich an die höhere Lebenshaltung getreten. Bevölkerung und Ackerbau, Handel und Industrie sind in Jahre 1900. der fortgeschritteneren deutschen Arbeiter gewöhnen, dann wird steter Zunahme begriffen, aber auch die Klassenkämpfe, die sowohl Die ziemlich starke wallonische Bevölkerung, die der an der die Vermischung beider Nationalitäten sehr bald erhebliche Fortschritte socialpolitische wie imperialistische Motive haben. Die Bevölkerung belgischen Grenze gelegene rheinländische Streis Malmedy hat, machen. wuchs in den Jahren 1891 bis 1901 um 11,4 Proz. gegen 9,9 Proz. 28,7 Broz., fast 3 der gesamten, ist dagegen beinahe stehen geblieben, In ihrer Heimat werden die fortziehenden Polen zum Teil während desselben Zeitabschnitts in England. Die Einwanderung und zwar nicht erst seit 1890, sondern schon seit 1858; man zählte durch Ausländer ersetzt, die sich unsern Junkern zu noch billigeren stieg von 44 543 Personen im Jahre 1899 auf 67 379 Personen im damals in Preußen 10 830 Wallonen, 1890 waren sie nur auf Löhnen anbieten und deshalb von ihnen bevorzugt werden, um der Jahre 1902. Auffallend ist die steigende Einwanderung aus den 10 972 und 1900 nur auf 11 750 Seelen angewachsen; es bedeutet Begehrlichkeit" der oftelbischen Landarbeiter entgegentreten zu können. Bereinigten Staaten; fie wuchs von 12 000 im Jahre 1899 auf das einen relativen Rückgang von 0,50 auf 0,37 und 0,34 Prozent. Bekanntlich bezeichnen sie das als„ nationale Politik“ und„ Schuß 28 400 im Jahre 1902. Ebenso wächst die Einwanderung aus dem Ebenfalls an der Grenze, natürlich an der dänischen, sizzen die der nationalen Arbeit". Ganz klar kommt diese vortreffliche Stärkung Bereinigten Königreich( England, Wales, Schottland und Irland), Dänen und zwar vorzugsweise in den schleswigschen Kreisen Haders des Deutschtums in den statistischen Zahlen nicht zum Ausdruck, weil die im Jahre 1902 über 17 000 Personen betrug, so daß die große leben, Sonderburg und Apenrade, wo sie 5 resp. der Bevölkerung die Volkszählung im Winter vorgenommen wird( 1. Dezember), Zahl der Einwanderer aus englisch- sprechenden Ländern kommen und ausmachen( 82,9 Proz., 81,7 Proz., 76,8 Proz.). In Tondern bilden zu welcher Zeit viele Tausende von Russen, Czechen und der Dominion von Kanada mehr und mehr ein einheitliches, angel- sie beinahe die Hälfte, wozu noch 22,5 Proz. Friesen kommen; be- andern Ausländern, die im Sommer in Deutschland sächsisches Gepräge verleihen. merkbar sind sie denn noch in Flensburg Stadt und Land mit gearbeitet haben, in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Die kanadische Regierung ist allem Anscheine nach bemüht, sich 6,8 Proz. und 6,3 Proz. Immerhin beträgt in ganz die wenigsten lassen sich dauernd in Ostelbien nieder. Trotzdem gegen Einflüsse der Vereinigten Staaten zu schüßen, wofür folgende Schleswig- Holstein die deutsche Bevölkerung 88 Broz. haben wir Kreise, in denen diese fremdsprachige Bevölkerung seßhaft focialpolitische Thatsachen sprechen. Die kanadischen Gewert Erheblich geringer ist fie dagegen in den polnischen geworden ist und bereits mehr als den 20. Teil der Bevölkerung schaften sind mit denen der Vereinigten Staaten verbunden. Die Landesteilen; in Ostpreuße sind nur 78,7 Broz, in Schlesien ausmacht. Die Kreise Glatz und Strehlen in Schlesien haben eine Centrale der nordamerikanischen Arbeiterverbindungen befindet sich 72,3 Proz., in Westpreußen 64,4 Proz. und in Bosen gar nur czechische Bevölkerung von 6,1 Proz. und 8,6 Proz. der Einwohner, Washington. So lange die industrielle Entwicklung Kanadas noch 38,1 Proz. Deutsche vorhanden, also bei weitem noch nicht die Hälfte. die ebenfalls schlesischen Kreiſe Leobschütz und Ratibor eine mährische unbedeutend war, hatte das Kapital nichts gegen die Inter Sehen wir uns die inzelnen Bezirke näher an, so finden Bevölkerung von 10,7 Proz. und 33,9 Proz.; in letzterem, der auch nationalität der Trades- Unions einzuwenden. Hinzu kam noch, daß wir in Posen einen Kreis( Adelnau) mit rund 90 Proz. Polen, 43,7 Proz. Polen enthält, bilden die Mähren bereits mehr als den Kanada und die Vereinigten Staaten viel freundschaftlicher mit ein- dann kommen 16 Kreiſe, in denen die polnische Bevölkerung dritten Teil der Einwohner, während an Deutschen wenig mehr als ander verkehrten, als Kanada mit England. Dieses Verhältnis hat über 80 Proz.( bis 89,6 Proz.) beträgt und noch sechs mit mehr als ein Fünftel vorhanden ist. fich bekanntlich in den letzten Jahren geändert. Kanada gab den 70 Broz. Ueberhaupt haben wir in den genannten Provinzen Nicht so start wie Mähren und Czechen, haben sich Italiener, unmittelbaren Anlaß zum britischen Zollvereinsplan, also zum Ab- 35 Kreise, in welchen über 70 Proz. der Einwohner polnisch als ihre die ebenfalls vielfach als Lohndrücker und Streifbrecher ins Land schluß gegen das Ausland. Gleichzeitig entstand eine gewisse Eifer- Muttersprache bezeichnen; dazu kommen noch die beiden ostpreußischen gerufen werden, dauernd in Deutschland niedergelassen; nur in sucht zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten, was aber Streise Ortelsburg( im Regierungsbezirk Königsberg) und Johannisburg einem einzigen Kreis beträgt ihre Anzahl mehr als 5 Broz. der Bes die Internationalität der Gewerkschaften nicht beeinflußte. Nun( im Regierungsbezirk Gumbinnen), in denen die polnische Bevölkerung völkerung, nämlich in dem lothringischen Kreise Diedenhofen, der fürchtet das kanadische Kapital, daß daß die Kapitalisten der allerdings nur 31,1 Proz. resp. 20,8 Proz. beträgt, die aber 43,4 Proz. neben 20,8 Proz. Franzosen, 9,5 Proz. Italiener beherbergt. Ihre Vereinigten Staaten die Washingtoner Gewerkschaftskommissionen refp. 49,4 Proz. Masuren enthalten, so daß auch hier die fremd- absolute Zahl in Elsaß- Lothringen beträgt 18 750. Mehr als 1000 find dazu benutzen möchten, Streits in Kanada zu inscenieren, um dessen sprachliche Bevölkerung mehr als 70 Broz. beträgt. Dasselbe ist auch im Großherzogtum Hessen vorhanden, 2126 im Königreich industriellen Aufschwung zu hemmen. In den letzten Jahren kam es auch in dem schlesischen Kreis Ratibor der Fall, wo zu 43,7 Proz. Polen, Sachsen, 3755 in Württemberg, 7744 in Bayern und 9483 in Baden. darüber zu heftigen Kämpfen zwischen Kapital und Arbeit in 33,9 Proz. Mähren hinzukommen; allerdings ist das Mährische mit In Preußen zählte man in Hessen- Nassau 2272 Italiener, in WestKanada, wobei die Unternehmer stets erklärten, daß die dem Polnischen nicht näher verwandt als mit dem Deutschen. falen 5487, in Rheinland 8874; das ganze Königreich enthielt fanadischen Arbeiter von Washington aus regiert würden. Schließ Kreise, in denen die polnische Bevölkerung mehr als die Hälfte 21 789 Italiener gegen 5252 im Jahre 1890; die italienische Belich wurde dem kanadischen Parlamente ein Gesezentwurf vor- beträgt, sind 51 vorhanden. Betrachten wir in ihnen den Prozentsaz völkerung in Preußen hat sich in diesen 10 Jahren also vervierfacht; eine ähnliche Zunahme ist wohl auch für das Reich anzunehmen, in der Regel 12-13 Stunden. Im Sommer ruht diese Arbeit oft, da günstiger. Im Gouvernement Samara sind die Aussichten ber welchem im ganzen 65 961 Italiener gezählt wurden. Es sind das die Frauen und Mädchen häufig mit Feldarbeit beschäftigt find. Weizenernte noch schlechter als in Saratow; Roggen wird dort etwa ebenso viel als Mähren, von denen 64 382 vorhanden waren, Außer den regulären Spizenarbeiterinnen befassen sich auch viele wenig gebaut. Ueber den Saatenstand in den Gouvernements davon in Preußen allein 64 242 gegen 57 202 im Jahre 1890; auf Frauen und Mädchen nebenher mit dieser Arbeit, der sie fünf bis Koftromo, Moskau, Tula, Tambow und Jaroslaw lauten die neueren Schlesien entfielen davon 60 517. fechs Stunden im Tag widmen. Die Heimarbeiterin erhält für Nachrichten in derselben Weise ungünstig. Während die mährische Bevölkerung also wesentlich in Schlesien eine 12-18stündige Arbeitszeit ungefähr 60 Centimes für gewöhnfigt, ist die czechische ebenso wie die italienische mehr im Reiche ver- liche Spizenarbeit und 1,25 bis 1,35 Frank für reicher aus- Nach dem Jahresbericht der British Iron Trade Association" Eisenproduktion und Eisenhandel Großbritanniens im Jahre 1902. teilt; von den 43 016 im Reich gezählten Czechen wohnten 5009 in geführte Spizen. Tüllstickerinnen verdienen manchmal 1,20 bis gestaltete sich die Eisen- und Stahlgewinnung Großbritanniens im Bayern, 9431 im Königreich Sachsen und nur 24 940 in Preußen 1,80 Fr. per Tag. In Brüssel exiftieren auch Fabriken, in denen Jahre 1902 bedeutend günstiger als im Vorjahr. Die Ausbeute ( gegen 16 867 im Jahre 1890); die czechische Einwanderung in die Spizenindustrie centralisiert erscheint; in diesen wird 10 bis an britischem Roheisen stieg von 7851830 Tonnen auf 8517693 Tonnen, Preußen ist also nicht so start wie die italienische, aber stärker wie 12 Stunden täglich gearbeitet und stellen sich die Löhne etwas höher, die Erzeugung von Puddeleisen steigerte sich von 974 385 Tonnen auf die mährische. Die lettere traf wesentlich Schlesien allein, nur in nämlich bis 2 Fr. täglich inklusive Mittagessen oder in größeren 988'278 Tonnen, und an Bessemerstahl wurden 1825 779 Tonnen gegen Westfalen sind auch 1127 Mähren angetroffen. Von Czechen dagegen Ateliers bis auf 2½ Fr. wurden in Schlesien mur 15 396 gezählt, dafür aber in Westfalen 1606 253 Tonnen im Jahre 1901 produciert. Auch die Ausfuhr von 2462, in Rheinland 1835, in Berlin 1411, in Brandenburg 1156. Eisen, Stahl, Maschinen und dergleichen hat eine wesentliche SteigeDas absichtliche. Hereinziehen dieser gegenüber der deutschen rung erfahren. rückständigen Bevölkerung seitens unsrer Kapitalisten, um die Arbeiter niederzuhalten, ist antinational und kulturfeindlich; die international gefinnte socialdemokratische Arbeiterschaft muß dafür sorgen, daß diese fremden Elemente auf eine höhere Stufe gehoben werden und fich in ihrer Heimat- nur die wenigsten lassen sich ja dauernd hier nieder zu Aposteln der Befreiung der Arbeit, zu Predigern des Socialismus entivickeln. Was in kulturfeindlicher Absicht unternommen, wird dann in kulturförderndem Sinne wirken. Partei- Nachrichten. Sociales. Arbeiterschutz in Japan. Hus Induftrie und Handel. Der Jahresbericht ist recht lehrreich. Er zeigt, welche enormen Preisunterbietungen sich die deutschen Rohstoff- und Halbstoff- Syndikate auf dem englischen Markte geleistet haben, und zugleich, in welchem Maße dadurch die deutsche Ausfuhr von Fertigfabrikaten nach England geschwächt und die englische Fabrikation solcher Fertigwaren gestärkt worden ist. Verfammlungen. Die japanische Regierung hat einen Gesezentwurf vorgelegt zum Schuße der jugendlichen und weiblichen Arbeiter, der jedoch kaum und zwar hauptsächlich infolge der verminderten Thätigkeit im Bau Demgegenüber hat sich die Erzeugung von Siemens- Martinstahl, den Namen eines Schutzgesetzes verdient. Erstens soll sich das Gesetz von Schiffen und der ungemein großen Zufuhr deutschen nur auf solche Betriebe beziehen, die mehr als 30 Personen be- Eisens und Stahls, von 3290 791 Tonnen im Jahre 1901 schäftigen, so daß er nur den geringsten Teil der Arbeiter treffen wird. auf 3 083 288 Tonnen im Jahre 1902 vermindert. Der Bau von Das Schuzalter für Kinder wird auf 11 Jahre festgesetzt mit der neuen Kauffahrteischiffen fant von 1799 088 Register- Tonnen für außerordentlich langen Uebergangsfrist von zehn Jahren. Das Alter, 1901 auf 1 619 040 Register- Tonnen im letzten Jahr. bis zu welchem Jugendliche Schutz genießen sollen, ist auf Die britische Einfuhr von Eisen und Stahl stieg von 923 677 16 Jahre festgesetzt. Diese sowie die Frauen sollen nicht zwischen Tonnen im Jahre 1901 auf 1088 705 Tonnen im Jahre 1902. 10 Uhr nachts und 4 Uhr morgens beschäftigt werden, doch wird Umfangreicher gestaltete sich gegenüber 1901 die Ausfuhr von diese Regel durch verschiedene Ausnahmen durchbrochen, deren wich Eisen und Stahl nach den Vereinigten Staaten bon tigste der Fall des Schichtwechsels ist, für welchen für diese Kategorien Amerika. Die Lage des britischen Eisenmarktes wurde von Arbeitern lediglich eine Maximalarbeitszeit von zwölf Stunden durch die erhöhten Zufuhren von Eisen, Stahl und Maschinen Totenliste der Partei. Jn der Nähe von Weißenfels berunglückte und eine zweitägige Ruhepause nach je 14 Tagen vorgesehen ist. aus Deutschland nicht univefentlich beeinflußt. Sie erreichten eine auf einer Radtour nach Leipzig der Metteur der Erfurter„ Tribüne", Und auch hier wird eine Uebergangsfrist von zehn Jahren ein- Menge von 825 991 Tommen gegen 749 194 Tonnen im vorherGenoffe Franz Schirmer. Der Verstorbene war lange Jahre geräumt. Als Endziel ist die Einführung des zwölfftündigen gehenden Jahre. Das Hauptgeschäft machte Deutschland in Stahlblooms, in Leipzig in der Partei thätig und dürfte den dortigen Genossen Marimalarbeitstages für diese Personen vorgesehen. Für die Ar- Billets, Barren und Walzdraht, d. h. in Rohmaterialen und Halbnoch sehr gut bekannt sein. Seinen achttägigen Sommerurlaub beiter enthält der Entwurf einige für Krankheit oder Unfall fabrikaten für die britische Fertigstahl- Industrie. In demselben Umwollte er dazu benutzen, um sich zu erholen und seinen Verwandten gültige Bestimmungen. In Japan fehlt bisher sowohl eine fange wie die Nachfrage der britischen Fabrikanten von Bändern, und Freunden in Leipzig einen Besuch abzustatten. Nun ist der kaum Kranken- wie Unfallversicherung. Nach dem Entwurf wird Blechen, Platten und Draht nach deutschen Rohmaterialien zunahm, 40jährige Mitkämpfer für unsre Jdeen dahin, seine Genossen in Erfurt der Unternehmer verpflichtet, bei Erkrankung von Arbeitern, verminderte sich die einheimische Fabrikation. Die Zufuhr und Leipzig werden ihm aber ein dauerndes Andenken bewahren. welche in den der Unternehmung gehörigen Arbeiterhäusern wohnen, beeinflußte insbesondere die Siemens- Martin- Stahlwerke im nörddrei Monate hindurch für diese zu sorgen und im Sterbefall die lichen England, in Schottland und Südwales. Die britischen Fabrikanten Beerdigungskosten zu tragen. Bei Unfällen wird der Unternehmer waren nicht im stande, ihre Waren so billig aus einheimischen verpflichtet, die Auslagen für ärztliche Behandlung und Ernährung Materialien zu verfertigen wie aus den deutschen. In Einzelfällen des Patienten, ferner wenigstens den halben Lohn weiterzuzahlen, betrug der Preisunterschied über 20 Schilling pro englische Tonne. Einen schweren Kampf um sein Recht hatte der Dreher Emil F. wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als fünf Tage dauert. Bei Einige große Verbraucher von Rohstahl haben sogar ihre eignen gegen die Nordöstliche Eisen- und Stahl- Berufsgenossenschaft zu gänzlicher oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit für Lebenszeit soll dem Flammherdwerke außer Betrieb gefeßt und deutsches Material anführen. F. verunglückte am 21. August 1901 dadurch, daß er beim Arbeiter der Lohn höchstens für zwei Jahre, keinesfalls aber mehr gekauft, weil sie die Halbfabrikate nicht so billig herzustellen verAbheben Supports von der Drehbank ausglitt und mit dem Brust- als 250 yen( 500 M.), im Falle des Todes foll den Angehörigen mochten wie sie die deutschen erstanden. fasten auf den Support aufschlug. Troß der heftigsten des Getöteten höchstens der Lohn für anderthalb Jahre bis zu Schmerzen arbeitete er bis zum 2. September weiter. 200 yen( 400 m.) und an Begräbniskosten höchstens 20 yen( 40 W.) Dann mußte er den Arzt aufsuchen. Herr Dr. Wehl, gegeben werden. in dessen Behandlung er sich begab, nahm„ Kontusion des Körpers durch Unfall" an. Nach einiger Zeit nahm F. trop großer Schmerzen aus Not die Arbeit wieder auf, blieb aber in ärztlicher Behandlung, und zwar vom 31. Dezember an bei Dr. Zülzer. Dieser erflärte, es bestehe ein durch den Sturz hervorgerufenes Herzleiden. Jahresabschluß der Deutschen Genossenschaftsbank. Alls im vorigen Die Berufsgenossenschaft übernahm die Behandlung und F. wurde in Jahre das Direktorium sich genötigt fah, verschiedene Reformdie Charité gefchidt, wo er vom 8. Februar bis 29. März war. borschläge zu stellen, wurde zugleich das Geschäftsjahr, das früher Der Verband der Bäcker hielt am Dienstag, den 4. August, eine Unterbes wurden jedoch die Rentenansprüche des F. abgewiesen, nach mit dem Kalenderjahr zufammenfiel, auf die Zeit von Juli a Juli dem ein neues Gutachten des Dr. Zülzer, das die Berufsgenossen- verlegt. Für das am 1. Juli abgelaufene lezte Geschäftsjahr wurde öffentliche Versammlung in Kellers großem Saale, Koppenstraße, ab, schaft forderte, den Zusammenhang zwischen dem Herzleiden und am Mittwoch in der Aufsichtsrats- Sizung der Abschluß vorgelegt, zu welcher der Polizeipräsident von Berlin sowie die Gewerbedeputation des Magistrats und die Vorstände beider Innunger dem Unfall bestritt. Es liege„ Basedowsche Krankheit" vor, die, dem der einen Reingewinn von 1 573 495 M. aufweist. F. unbewußt, schon vor seinem Unfall bestanden habe. F. legte num Im einzelnen fezt sich der Gewinn für 1902/03 folgendermaßen brieflich eingeladen waren. Nicht einer der Geladenen war er durch Vermittelung des Arbeiterjekretärs 2. Berufung beim Schieds- zusammen: Zinsen- Conto 1 422 574 M., Disconto- Conto 595 496 M., Schienen, noch hatte einer in irgend welcher Form sein Nichterscheinen gericht ein und berief sich auf ein Gutachten des Stabsarztes Dr. Stuer, Provisions- Conto 503 143 M., Effekten- Conto 215 910 M., Conto für begründet. Dies konnte jedoch die Versammlung nicht hindern, der ihn in der Charité behandelt hatte. Dieser Arzt fagte in seinem Gut Beteiligungen 123 902 M., Devisen- Conto 27 504 M., Coupons- und ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Hetzschold als Referent wies in einer achten, daß zwar bei F. Veranlagung für Nervenschwäche und Herz- Sorten- Conto 12 275 M., Spesen- und Agio- Conto 31 341 m., 3-1/ stündigen Rede besonders darauf hin, daß die von den Meistern geplante Klopfen bestanden habe, daß aber fein gegenwärtiges Leiden mit sammen 2 932 145 M. Die Ausgaben betragen auf Zinsen- Conto Errichtung eines Central- Arbeitsnachweises des Germania- Verbandes größter Wahrscheinlichkeit durch den Unfall hervorgerufen 604 887 M., Handlungsuntoften 748 663 M.; für Abschreibungen auf weiter nichts als ein Streitbrecher- Versandbureau sei, was sowohl worden sei. Die Erwerbsunfähigkeit schätzte er auf 66% Broz. Immobilien 2c. werden 5100 m. verwendet. Es bleibt also ein gegen die guten Sitten verstoße als auch dem Sinne der InmungsDie Berufsgenossenschaft beantragte Gesetzgebung, wie ihm das Gesetz von 1897 Ausdruck giebt, stritte Einholung eines Ober- Gesamt- Salbo von 1573 495 W. Uebrigens müßte der Reichskanzler als höchste gutachtens und das Schiedsgericht hörte den Die Bilanzziffern stellen sich im Vergleich zum vorjährigen Ab- zuwiderlaufe. Professor Instanz eine derartige Errichtung ablehnen respektive verbieten. Dr. Körte. Dieser erklärte zwar, daß für die Annahme fchluß, wie folgt: Die Versammlung nahm eine diesbezügliche Resolution einstimmig an. der Basedowschen Krankheit keine Symptome vorliegen, daß aber der Zum Punkt 3 der Tagesordnung referierte Barth. An der Hand Zusammenhang zwischen dem bestehenden Leiden und dem Unfalle neuerdings aufgenommener statistischer Erhebungen stellte er fest, wohl möglich, aber nicht wahrscheinlich sei. Die Erwerbs Kassa- Conto beschränkung schätzte er gleichfalls auf 66 2/3 Proz. Unter daß sich die Zahl der Lehrlinge seit dem Jahre 1900 geradezu ver dreifacht hat. Er wies nach, daß im Jahre 1900 von 18 Proz. der Berufung auf dieses Gutachten wies das Schiedsgericht die Devisen- Conto antwortenden Betrieben 112 Lehrlinge, im Jahre 1903 von 37 Broz. Klage ab. F. wandte fich an das Reichs- Versicherungsamt Effetten- Conto: und brachte von der Charité- Direktion eine Bescheinigung herbei, eigne. der antwortenden Betriebe 739 Lehrlinge beschäftigt wurden. Noch wonach der verstorbene Geh. Medizinalrat Professor Dr. Gerhardt schlimmer stellt sich das Verhältnis, wenn die Zahl der Geseller jener Betriebe mit der der Lehrlinge verglichen werde. 1900: 1159 in einem flinischen Vortrage vor einem Auditorium unter AntesenGesellen, 112 Lehrlinge, knapp 10 Proz.; 1903: 2915 Gesellen, heit F.s fich über den Krankheitsverlauf, insbesondere über den Zu739 Lehrlinge, also über 25 Proz. Nachdem noch verschiedene intersammenhang des Leidens mit dem Unfall in demselben Sinne wie essante Angelegenheiten erledigt waren, erfolgte mit einem stürmischer Dr. Sherz ausgesprochen und die Arbeit( das Gutachten) als eine Hoch auf den Verband Schluß der Versammlung. vorzügliche wissenschaftliche bezeichnet hatte. Der Senat unter Borsiz des Geheimen Rats Fleischhauer beschloß ein Obergutachten einzufordern.. wurde dann dem Herrn Professor Dr. Goldscheider ( Moabiter Krantenhaus) zur Beobachtung überwiesen. Nach siebentägiger Beobachtung wurde F. entlassen. Herr Professor Dr. Goldscheider spricht sich in feinem umfangreichen Gutachten dahin aus, daß der Unfall die bestandene Herznervenschwäche wesentlich verschlimmert habe und der ursächliche Zusammenhang mit dem Unfall fomit gegeben sei. Die Erwerbsbeschränkung schätzt auch dieser Gutachter auf 66% Prog. Der Senat des Reichs- Versicherungsamts Utensilien- Conto umter Vorsitz des Geh. Regierungsrats Graef, vor dem die Sache Aufgeld- Conto für zurückin einem zweiten Termin verhandelt wurde, folgte dem Gutachten getaufte Aftien des Professors Dr. Goldscheider und verurteilte die Nordöstliche Eisen- und Stahl- Berufsgenossenschaft zur Zahlung einer Rente von Kapital- Conto 66% Proz. seit dem 21. November 1901 und Erstattung der Kosten Refervefonds- Conto. für das Gutachten von Dr. Stuerk. Attien- Rückkaufs- Conto Wechsel- Conto. reportierte auszuliefernde. abzunehmende. Debitoren: a) Genossenschaften b) do. Giro- Conto c) andre. Activa. 1903 3 186 666,22 18 141 395,57 325 605,07 . 5 151 673,80 3 602 276,98 • " 398 394,11 " M. 9 152 344,89 498 552,80 8 635 792,09 • M. 9 430 012,83 ° " 1 160 895,18 • 17 Conto für Beteiligungen Grundstücke: a) Bankgebäude in Frankfurt a. M. b) andre Immobilien • Diefer circa anderthalbjährige Kampf um die Unfallrente, den Kreditoren: Hier ein unglücklicher Mensch führen mußte, wirft ein helles Licht a) Genossenschaften. auf die bestehende Socialreform. Was nüßt einem Unglücklichen b) do. Giro- Conto 9 1902 3 010 201 18 259 827 377 131 7 206 584 532 34 976 764,59 45 576 672,60 49 188 017 8 848 071 M. 734 900, 365 000, " 7 · Passiva. . M. 6 248 019,81 " 7 227 316,27 3 332 122,82 1.099,900, 19 450, 120 000, 30 000 000, 2 109 500, . 6 120 000, In der Versammlung des Vereins der Bauanschläger Berlins und Umgegend, die am 2. August stattfand, wurden 20 skollegen aufgenommen. Von den 380 ausgesandten Zetteln zu der Urabstimmung Tiefen 244 Stück ein, wovon 161 für, 80 gegen den Anschluß an einen Centralverband waren; 3 Zettel waren ungültig. 1403 300 Letzte Nachrichten und Depeschen. 3 600 000 Nibüll, 6. August.( W. T. B.) Von dem Badezug Hoher schleuse Hamburg sind heute nachmittag nördlich von Stedesand einige Wagen entgleist. Personen sind nicht ums Leben gekommen, doch sollen einige leichtere Verlegungen festgestellt sein. Frankfurt a. M., 6. August.( B. H.) Der Franff. 3tg." wird 2 000 000 aus Konstantinopel telegraphiert: Der Vice Admira I Bendjit Pascha und Konter- Admiral Abi Bascha von der kaiserlichen Yacht wurden unter dem Verdachte, aus dem Arsenal zwei Kanonen entwenden zu wollen, verhaftet und mittels Specialschiffes nach Yemen gebracht. 15 366 468,51 28 841 799,50 33 523 728 6 788 484 1 326 524, " M. 9 940 649,38 11 267 178,38 91 482,20 450 000, •. 16 096 474 die schönste sociale Fürsorge, wenn er anderthalb Jahre streiten muß, c) andre. Neapel, 6. Auguft.( W. T. B.) Heute endete hier der Prozeß ehe er etwas bekommt. Unterdes hätte er längst verhungert sein Accept- Conto gegen den früheren Deputierten Casale, den früheren tönnen. Sein Herzleiden ist in diesem Kampfe jedenfalls nicht ge- Aval- Conto.. Bürgermeister Summonte und zahlreiche Mitangeklagte wegen mildert worden. Der Fall ist ein dringender Beweis für die Not Diskonto- Conto, überhob. Diskont Unterschlagungen im Amte und zum Schaden der Gewendigkeit einer einheitlichen Versicherung für jede Art Erwerbsmeinde Neapel begangener Betrügereien. Casale und Summonte Hypotheken- Conto beschränkung, gleichviel wodurch sie hervorgerufen ist. Von dem Reingewinn sollen nach dem Vorschlage der Direktion wurden je zu 3 Jahren und 1 Monat Gefängnis, Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechts- 120 000 m. entsprechend dem Beschluß der vorjährigen General- 1000 Lire Geldstrafe und einem Jahre Ehrverlust, verurteilt. frankheiten hat von einem Sonderausschuß, bestehend aus dem Vor- versammlung zur Tilgung des Agios auf zurüdgetaufte 6 Millionen If Angeflagte erhielten 33 bis 2 Monate Gefängnis stande und den Profefforen Wilhelm Erb, Karl Fränkel und Jadas- Mark verwendet, 80 500 M. der ordentlichen Reserve überwiesen, und beträchtliche Geldstrafen. Sechzehn Angeklagte wurden frei john ein Merkblatt ausarbeiten lassen, nach Art der Merkblätter 100 000 M. auf Debitoren zurückgestellt und 56 000 M. für Grati- gesprochen. über Tuberkulose, Typhus, Malaria, wie sie vom kaiserlichen Ge- fikationen und Buweisung an den Beamtenversicherungsfonds ver in den privaten Maschinenbau- Werkstätten ist die Arbeit Kiew, 6. August.( W. T. B.) In den Eisenbahnwerkstätten sowie sundheitsamte und andren Staatsbehörden herausgegeben worden wendet werden. find. Das neue Merkblatt enthält in, knapper Form eine sehr über- Ein Urteil über die Bilanz ist, bevor nicht der Geschäftsbericht noch nicht wieder aufgenommen; in einigen Drudereien fichtliche und eindringliche Belehrung über Wesen und Verbreitung nähere Angaben über verschiedene Bilangpoften bringt, kaum möglich; wurde die Arbeit ebenfalls eingestellt. Bei dem Bahnber Geschlechtskrankheiten. Es soll in Tausenden von Exemplaren doch kann der Eindruck, den die Bilanz ertvedt, nicht gerade als hofe suchte eine Arbeitermenge den Bahnverkehr zu unterbrechen; nach an Studierende, Kassen, Berufsgenossenschaften usw. verbreitet günstig gelten. Zwar hat das Debitoren- Conto eine Entlastung erfolgloser Aufforderung zum Auseinandergehen gingen Kosaken werben; insbesondere soll es auch durch Vermittelung der Aerzte- erfahren, aber der Rückgang entfällt fast ausschließlich auf Genoffen gegen die Menge vor und schossen; es gab Tote und fammern allen deutschen Aerzten zugehen, damit diese es ihren schafts- Debitoren, während andrerseits das Effekten- Conto um circa Patienten bei paffender Gelegenheit einhändigen. Die Versendung 1,4 Millionen Mart angewachsen, darunter die eignen Effekten um steht demnächst bevor; auf Ersuchen wird das Merkblatt von der Ge- ungefähr 435 000 M. Auch die Genossenschafts- Creditoren haben, schäftsstelle der Gesellschaft( Berlin W., Potsdamerstr. 20) Inter obgleich die Bank bekanntlich im Vorjahr ankündigte, sich wieder essenten zugestellt. mehr der Pflege des Genossenschaftsivesens zuwenden zu wollent, Es muß demnach doch wohl mit nicht zus, sondern abgenommen. der Rückkehr in die sogen. alten Bahnen hapern. Beschlußfaffung über die Umivandlung der Gesellschaft in eine AttienDer Generalversammlung soll zugleich ein Statutenentwurf zur gesellschaft unterbreitet werden. Verwundete. unterdrückt. In Batum ist die Arbeit in vollem Umfange überall wieder aufgenommen worden; in der Stadt herrscht völlige Ruhe. Dank energischen Maßregeln wurden alle Versuche, die Ordnung zu stören, Konsularberichte bringen äußerst alarmierende Meldungen über Konstantinopel, 6. August.( B. H.) Aus Erzerum einlaufende turdische Einfälle. eventuell eintreffender armenischer Flüchtlinge. Die Pforte hat den Rosakendetachement zur Bewachung des Konsulats und zum Schutze Der russische Konsul verlangte ein Auftrag gegeben, mit aller Strenge gegen die unbotmäßigen Kurden Arbeitsverhältnisse in der belgischen Spitzenindustrie. Das belgische Arbeitsamt, das bereits eine Reihe von Untersuchungen über die Heimarbeit veröffentlicht hat, publiziert soeben die Er gebuiffe einer Enquete über die Spigen und Stidereiindustrie in Belgien, welche von M. Pierre Verhaegen geleitet worden ist. Mit Ausnahme der Provinz von Lüttich ist die Spißenindustrie in ganz Ueber den Saatenstand in Rußland. Die Ernteaussichten in vorzugehen. Belgien verbreitet, namentlich in Flandern, wo allein 43 746 Ber- Rußland, welche nach dem Stande vom 3. Juli d. J. auf einen Yokohama, 6. Auguft.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) fonen von 47 571 Spigenarbeitern und Arbeiterinnen in günftigen Ertrag hinwiesen, haben in letzter Zeit Privatmitteilungen Einer Nachricht aus Soul zufolge ist zwischen Rußland und Korea Belgien in dieser Industrie thätig sind. Die Industrie ist eine zufolge vielfach eine Abschwächung erfahren. Die glänzenden Aus- ein Abkommen getroffen worden, wonach Rußland 200 Acres decentralisierte Berlagsindustrie, die zwischen den Händler und Ar- fichten im beiderseitigen Wolgagebiete werden nicht mehr aufrecht 2 and in ongampho auf 99 Jahre in Pacht nimmt. beiter den Verleger schiebt, dessen Rolle zumeist eine Frau oder ein erhalten. Der Roggen ist im Gouvernement Saratow infolge der Des russischen Gesandten Pawloff Ersuchen, Telegraphen- und Kloster spielt, in deren Dienst die Arbeiterinnen nur geringe Stüd Size frühzeitig notreif geworden und verspricht nur noch einen Telephonleitungen in Yongampho errichten zu dürfen, wurden ab Löhne erhalten. Die Arbeitszeit der Heimarbeiterinnen beträgt in mittelmäßigen Ertrag. Für Weizen lauten die Weldungen noch un- gelehnt. Berantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Druk u. Berlag: Vorwärts Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. it. 182. 2«.«W., Keilllge des„Mmiilts" Kerliller NslksblM � 7** 1903 GcwcrkfcbaftUd�ca» Berlin und Umgegend. Die Lohnbewegung der Kürschner Berlins und Umgegend ist in ein neues Stadium getreten. Ntachdem mit der Llürschnerimmng und dem Verein der Pelzwarenfabrikanten ein Vertrag vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts geschlossen ist, sollen nunmehr die ausgestellten Forderungen aus Einführung der neunstündigen Arbeitszeit im vollen Umfange auch in der Hausindustrie durch- geführt Iverden. In einer Versammlung, die am Mittwoch im »Alten Schützenhaus" tagte, wurde nach eingehendem Referat von A. R e g g e, der die schlechten Zustände in der Hausindustrie be- leuchtete, und nach einer ausgedehnten Diskussion, in der es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Arbeiter und den Haus- industriellem sZwischenmeistern) kam, einstimmig eine Resolution beschlossen, in der es heißt, daß am Sonnabend, den 8. August, überall dort die Arbeit niederzulegen ist, wo die Forderung nicht durch Unterschrift an- erkannt wird. Von der Vereinigung selbständiger Kürschner und Mützenmacher ist eine schriftliche Erklärung eingegangen, in der sie sich bereit er- klärt, mit dem Verbände der Kürschner Berlins und Umgegend auf Grundlage des mit der Kiirschnerinnung und den Pelzwaren-Fabri- kanten vor dem Gewerbcgericht abgeschlossenen Vertrages zu der- handeln, jedock mit der Matzgabe, daß der zu schließende Vertrag erst mit dem i. Januar 1904 in Kraft tritt.— Von den in der Versammlung anwesenden Vertretern dieser Vereinigung wurde an- geführt, daß sie vor diesem Termin keinerlei Entschädigung für den Ausfall der Produktion von den Fabrikanten erlangen könnten und nicht im stände wären, diesen Ausfall selbst zu tragen. Sie gaben übrigens die Schädlichkeit des Systems der Hausindustrie zu, ebenso, daß die Forderung durchführbar sei, behaupteten aber, daß sie zu spät über die Bewegung seiteirs der Arbeiter unterrichtet worden seien und dadurch keine diesbezüglichen Vereinbarungen mit den Fabrikanten treffen konnten. Wenn die Arbeiter auf das Anerbieten eingehen, so würde die Vereinigung der selbständigen Kürschner und Mützenmacher auch im Einverständnis mit zahlreichen der Vereinigung nicht angehörigen HauSindustriellen einen Vertrag mit der Organi- sation der Arbeiter vor dem Gewerbegericht abschließen. Seitens der Arbeiter wurde demgegenüber nachgewiesen, daß den Hausindustriellen ebenso wie den Fabrikanten der gedruckte Tarif schon im Frühjahr übermittelt worden ist und sie demnach genügend Zeit hatten, schon längst eine Verständigung herbeizuführen. Von diesen Rednern wurde das Verhalten der Hausindustriellen, die teilweise ftüher selbst in der Arbeiterbewegung thätig waren, lebhaft kritisiert und behauptet, daß das gemachte Anerbieten nur den Zweck habe, die gegenwärtig günstige Konjunktur vorübergehen zu lassen, um dann m der schlechten Geschäftszeit die Forderungen der Arbeiter ablehnen zu können. Ein Werkfiihrer einer größeren Fabrik und ein Reisender tadelten gleichfalls das Borgehen der Hausindustriellen und verwiesen darauf, daß diese alle Ursache hätten, die durchaus berechtigten Forderungen der Arbeiter anzu- erkennen. Die Versammlung erklärte sich schließlich damit einverstanden, daß der Vorstand in Verhandlungen nnt der Vereinigung der Selb- ständigen eintritt, wenn er dazu eingeladen wird.(Der Beschluß, daß am 8. August überall dort die Arbeit niedergelegt wird, wo die Forderung nicht unterschriftlich anerkannt ist, wird davon nicht berührt.)— Im übrigen soll eine recht rege Agitafton im Jntereffe der Bewegung entfaltet und namentlich von Arbeitssuchenden nur der Arbeitsnachwels, Mendelssohnstr. 9, Restaurant Marquardt, benutzt werden.— Wie berichtet wurde, wird die Bewegung von den Berufsgenossen im Ausland auch finanziell unterstützt und sind bereits Geldbeträge aus Belgien, Dänemark und Oe streich eingegangen. Eine Lohnbewegung der Metall drücker steht anscheinend bevor und zwar bezweckt diese eine einheitliche Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse für die ganze Branche von Berlin und den Vororten durch Abschluß eines Tarifvertrages mit den Unter- nehmern. In der an, Mittwoch abgehaltenen Branchenversammlung entwickelte der Bevollmächtigte Cohen in einem Referate den Ge- danken der Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit von Tarifverträgen und kam zu dem Schluß, daß auch die Organisation der Metallarbeiter bereits stark genug sei, ahnlich den Arbeitern der Bauberufe, Ver- träge dieser Art mit den Unternehmern abzuschließen und sich dadurch ein Mitbestimmungsrecht über die Gestaltung der Arbeitsbedingungen zu sichern. Natürlich sei dies nur in denjenigen Branchen möglich, bei denen die Vorbedingungen zu einem derartigen Borgehen gegeben seien, und da kämen außer den Bauklempnern und Rohrlegern, die bereits solche Tarifverträge be- sitzen, in erster Linie die Metalldrücker in Frage. Letztere seien durch ungelernte Arbeiter so gut wie gar nicht zu ersetzen, auch könne ihre meistens ziemlich komplizierte Arbeit auf absehbare Zeit hinaus bei wettem nicht in dem Maße durch Maschinen angefertigt werden, wie dies in vielen andren Metallbranchen der Fall ist. Aus diesen Gründen seien die Metalldrücker auch die geeignetste Arbeiterkategorie, die endlich einmal Bresche in den berüchtigten Scharfmacher-Verband der Kühnemänner zu legen vermöge und diesen übermächtigen Industrien, agnaten gegenüber bahnbrechend für die große Masse der Metallarbeiter wirken könne. Bisher seien durch die ungesunden Auswüchse des Accordsystems die Löhne in den ver- fchiedenen Betrieben sehr ungleich. Sie differieren zwischen 60, 50 und 45 Pf. bis herunter zu 85 Pf. pro Stunde. Hier gelte e» end- lich, eine einheitliche Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse an- zubahnen. und wenn sich das auf gütlichem Wege nicht erreichen lasse, so bleibe eben kein andres Mittel als der Streik.— In der lebhaften Diskussion pflichteten fast sämtliche Redner den Aus- führungen des Bevollmächtigten bei. Alle waren vollständig einig in dem Gedanken, im Vertrauen auf die Stärke ihrer Organisation einen Einheitstarif zur Anerkennung und Durchführung zu bringen, nötigenfalls durch einen Streik. Demgemäß wurde einer Kommission die baldige Ausarbeitimg eines Tarifs übertragen. Die Arbeiter der Flohrschen Maschinenfabrik nahmen am Mit- woch in einer Versammlung den Bericht der Kommission entgegen, die kürzlich von ihnen beauftragt war, wegen Abschaffung der Ueberstundenarbeit bei der Betriebsleitung vorstellig zu werden. Der Kommission ist die Antwort geworden, daß die Ueber- stunden nach Möglichkeit eingeschränkt werden sollen, doch falls solche nötig seien, könne der dafür geforderte Lohnauffchlag von 25 Proz. nicht gewährt werden, weil dies in andren Betrieben ebenfalls nicht üblich wäre.(Thatsächlich wird in einer ganzen Reihe von Betrieben der Berliner Metallindustrie die Ueberstundenarbeit schon längst mit einem 25 prozentigen Lohnauffchlag bezahlt, so zum Beispiel von sämtlichen Bauklempner- und Jnstallationsfirmen.) Auf d,e Anfrage, ob Arbeiter auch ihre Entlastung zu gewärtigen hätten, falls sie die nicht unbedingt notwendige Ueberstundenarbeit ab- lehnten erwiderte der Betnebsleiter nur mit einem vieldeuttgen Achselzucken. Die Versammlung war nun allgemein der Meinung, daß diese Antwort nur sehr ungenügend sei. Beschlossen wurde deshalb, nunmehr in jeder Abteilung des Werks endgültig Stellung zur gemeinschaftlichen Verweigerung der Ueberstunden zu nehmen.— Angeführt wurde noch, daß Herr Flohr sogar einen Hilfsarbeiter mit Maurerarbeiten beschäftigt hat, wahrscheinlich weil ihm gelernte Maurer zu teuer sind. Kurbelstickerinnen und Sticker! Der Streik bei GontkowSki, Pallisadenstr. 47 ist beendet, da die Forderungen der Kollegen be- willigt worden find. Der Vorstand. Z» dem Streik der Leitergerüstbaner bei der Firma G u t s ch e in Friedenau ist zu berichten, daß sich am Donnerstag die Schlichtungskommission unter Vorsitz des Herrn Gewerberichters Le V i s e u r mit der Angelegenheit beschäftigt hat. Nachdem der Vertrauensmann S ch m o l l k e der Kommission Ursache und Ver- lauf des Streiks kurz klar gelegt hatte, wurde seitens der Kommission darauf hingewiesen, daß die Arbeiter nicht korrekt gehandelt hätten, da dieselben erst nach Niederlcgung der Arbeit die Kommission an- riefen. Die Arbeiter entschuldigten ihr Vorgehen mit dem Hinweis auf die dringende Gefahr für Leben und Gesundheit, welche dadurch, daß ihnen der sechste Mann in der Kolonne nicht bewilligt wurde, für sie entstanden mar. Im weiteren Verlans der Verhandlung erklärte Herr G u t s ch e, die Streikenden bis ans eine Kolonne nicht wieder einstellen zu können, da er nicht genügend Arbeit habe. Die Arbeiter wiesen jedoch das Gegenteil nach und mutzte Herr Gutsche dmm er- klären, daß er thatsächlich momentan noch mehr Arbeiter gebrauchen könne, als Streikende vorhanden sind. Es kam schließlich nach- stehender Vergleich zu stände:„Herr Guffche verpflichtet sich, die drei fraglichen Kolonnen unter den tarifmäßigen Bedingungen und mit dem Entgegenkommen sofort wieder einzustellen, daß, wo es nötig ist, er sechs anstatt fünf Arbeiter in die Kolonne einstellen wird. Auch wird Herr Gutsche der gegnerischen Forderung, bei 20 Meter Hohe sechs Mann in die Kolonne zu stellen, thunlichst entsprechen, ohne die Berechtigung grundsätzlich anzuerkennen." Da die Frage, ob fünf oder sechs Mann in eine Kolonne gehören, eine für das ganze Gewerbe principielle ist, wurde der Kommission anheimgestellt, dieselbe vor dem Einigungsamt zum Austtag zu bringen. Damit ist der Streik beendet. Sämtliche Streikende nehmen am Freitag früh die Arbeit wieder ans. Veutklbes Reich. Differenzen bei der Firma Carl Zeitz in Jena. Auch bei der Firma Carl Zeitz in Jena, in dem„Musterbetrieb", zeigt es sich, daß es ans dem Boden der modernen Gesellschaftsordnung nicht ohne Konflikte zwischen Kapital und Arbeit abgehen kann, die ihre Ursache nicht in dem Uebelwollen eines Einzelnen, sondern in der privat- kapitalistischen Produktionsweise haben, und ebenso auch nicht be- seitigt werden können durch das Wohlwollen Guttneinender, sondern durch Umwandlung der Warenproduktion in eine socialistische. In Jena hietz es schon längere Zeit, bei Zeitz ständen größere Arbeiter- entlastungen bevor; die Gerüchte haben leider eine Bestätigung gc- fiinden. Es sind in der letzten Woche, wie die„Thüringer Tribüne" berichtet, etwa 70 Optiker und Hilfsarbeiter mit der lange gefürchteten Kündigung bedacht worden. Schon seit längerer Zeit wurde in der opttschen Abteilung mit verkürzter Arbeitszeit gearbeitet. Aber selbst eine verkürzte Arbeitszeit vermochte eine wesentliche Verringerung der Produktion nicht herbeizuführen, so daß zur Arbeiterentlasinng geschritten werden mußte." Die Einführung der kürzeren Arbeitszeit wurde, nicht wie vielfach angenommen, wegen Mangel von Aufträgen eingeführt, sondern um mit den alten Lagerbeständen aufzuräumen. Es wird beabsichttgt, ein weniger großes Lager zu halten, um das Geschäft, infolge von Verbesserungen und Vervollkommnung auf dem Gebiete der Optik, vor Schaden zu bewahren. Recht interessant und lehrreich zugleich ist die Begründung, die über die vollzogene Kün- digung der 70 Optiker der Arbeiterschaft durch Anschlag bekannt gegeben worden ist. Die Geschäftsleitung sagt,„daß der Grund der Entlassung nicht in einem Rückgang des Ilmsatzes zu suchen sei, denn dieser habe sich auch im laufenden Geschäftsjahr vielmehr ge- hoben, sondern in der Thaffache, daß die Leistungsfähigkeit der zu einem erheblichen Teil noch relativ jungen Arbeiterschaft sich mehr gehoben habe, wie der Umsatz." Welch schwere Anklage gegen unsre moderne Gesellschaft, daß Leute das Brot verlieren, weil sie zu leistungsfähig geworden sind! „Das ganze Uebel liegt," wie unser Erfurter Parteiblatt schreibt,„im A c c o r d s y st e m. Schon die Thaffache, daß durch Einführung der achtstündigen Arbeitszeit die Produktion nicht zurück- gegangen, sondern sich vielmehr gehoben hat, beweist dies. Die Arbeiter spannten ihre Kräfte um so intensiver an und die Leistungen der neunstündigen Arbeitszeit wurden übertroffen. Auch die Ver- kürzung der Arbeitszeit von 8 auf 7 Stunden, verbunden mit einer Verdiensteinschränkung, vermochte das Gleichgewicht zwischen Absatz und Produttion nicht herzustellen. Eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit hielt man nicht im Interesse beider Teile liegend, so folgte die Entlastung. Accordarbeit bleibt Mordarbeit. Durch inten- sive Anspannung aller Kräfte wird der Arbeiter nicht bloß ftüher arbeitsunfähig, er vernichtet, wie hier wieder einmal bewiesen, seine eigne Existenz. Trotzdem der Umsatz gestiegen, werden Arbeiter über- flüssig,"das Heer der Lohndrücker um 70 oermehrtl Das Accord- system bringt nur dem Unternehmer Vorteile, der Arbeiter hat nur Schaden. Derjenige, welcher das sehr unbeständige Glück hat in Arbeit zu sein, wird langsamer oder schneller seine Gesundheit und Körperkraft einbüßen und früher wie jeder andre ins Grab sinken. Bei der Firma Zeitz ist die Accordarbeit bis ins Kleinste durchgeführt. Die Arbeiterschaft ist bemerkenswerterweise mit einem Antrag, das Accordsyftem zu beseitigen, an die Geschäftsleitung unsres Wissens noch nicht herangetreten. Und doch kann nur Achtstundentag und Lohnarbeit zusammengehören. Welche volkswirffchaftlich geringe Bedeutung hat da die Einführung des Achtstundentages, wenn durch denselben nicht ein Mann mehr Arbeit erhält, im Gegenteil Menschen überflüssig werden. Die Firma Zeitz ist in der Lage, festen und aus- kömmlichen Wochenlohn einzuführen. Die erstaunlich hohen Summen, die die Zeitz- Stiftung jährlich fiir wissenschaftliche Zwecke opfern kann, beweisen dies." Freilich stehen die entlastenen Zeitzschen Arbetter immer noch bester da, als die in irgend einem andren Betrieb. Nach dem Statut erhält jeder, der mindestens drei Jahre im Stiftungsbetriebe be- schäfttgt ist und ohne sein Verschulden den Betrieb verlassen mutz, für 6 Monate Lohn. Seit dem 1. April d. I. erhält aber schon jeder, der mindestens sechs Monate im Betriebe beschäftigt ist, einen Betrag, der den 6. Teil der abgelaufenen Dienstzeit ausmacht. Wer z. B. einen Jahresverdienst hinter sich hat, erhält, wenn er natürlich ohne sein Verschulden den Betrieb verlassen mutz, einen Betrag, der zwei Monaten Lohn gleichkommt. Hierdurch ist jeder Arbeiter von Not und Sorgen für die erste Zeit besreit und kann sich ruhig nach andrer Stellung umsehen. Wie uns ein Privattelegramm aus Jena meldet, ist es an? Anlaß der Kündigungen zu einem Konflikt zwischen Arbeiterausschuß und Geschästsleitung gelommen. Sämtliche 58 Mitglieder des Arbeiterausschusses haben ihre Aemter nieder- gelegt. Maurer, meidet Stendal. Die Unternehmer, welche dort wie anderwärts ihre Leute ausgesperrt haben, setzen alles daran, für die Ausgesperrten von auswärts Ersatz herbeizuschaffen. Das mutz ihnen vereitelt werden. Mnffenverurtcilmigen wegen angeblicher Vergehen gegen die §§ 152 und 153 der Gewerbe-Ordnung erfolgen jetzt nach Aufhebung der Aussperrung in I s e r l o h n. Am Mittwoch wurde der Feilenhauer Lübeck dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Er soll zu einem Arbeitswilligen„Lump" gesagt haben. Der Arbeitswillige selbst und zwei Zeugen, die bei dem Vorfall zugegen waren, haben den Ausdruck nicht ge- hört; nur ein dritter Zeuge will den Ausdruck„Schuft" gehört haben. Der Vorsitzende meint, ob„Lump" oder„Schuft" ist egal; derselben Ansicht war auch der Staatsanwalt und schließlich die Richter, und L. wurde verurteilt.— Der Drahtzieher H e l l m a n n imd der Hefehändler C l o e r sollen sich in einer Versammlung abfällig über die „nützlichen Elemente" geäußert haben. Der frühere Wachtmeister Macke nroth, welcher die Versammlung überwacht hatte, be- kündete sehr bernünftig und plausibel:„Er wisse nichtmehr, ob die Angeklagten die inkriminierten Neuße- rungen gemacht hätten, es könnte ganz gut sein, daß er sich geirrt habe. Denn in einer Versammlung, wo mehr als 2000 Menschen anwesend wären und acht bis neun Referenten sprächen, wäre ein Irrtum ganz leicht möglich."— Auch die übrigen Zeugen wußten nichts Belastendes bekunden. Staatsanwaltsvertreter Dr. jur. Schulte führte in seinem Plaidoyer u. a. aus:„Er bedauere sehr, daß Herr Mackenroth als früherer Polizeiwachtmeister solche unsichere Angaben inachte. Er müßte aber trotzdem die Anklage anftecht erhalten und beantragte gegen Hellmann eine Woche Gefängnis und gegen Cloer zwei Wochen Gefängnis in Anbettacht seiner Vor- strafen." Die Verurteilung erfolgte dem Anttage gemäß. Hierauf betritt die Anklagebank der Kettenschmied Fr. Danke l von der Grüne bei Iserlohn, ebenfalls wegen desselben Vergehens. Ihn traf ftir die inkriminierte Streikbrecherbeleidigung auch 1 Woche Gefängnis. Der Arbcitersettetär Limbertz, der sich in zwei Fällen ver- anttvorten sollte, war nicht erschienen; das Gericht beschloß seine Vorführung und Verhaftung. Uebrigens ist es interessant, gerade in diesem Falle die Zusammensetzung des Schöffengerichtes kennen zu lernen. Dieses„Volksgericht" setzte sich zusammen aus dem amtierenden Richter Herrn Amtsrichter Dr. S ch w e l i n g, neben dem als Schöffen fungierten Herr Rentner Bohne und Herr Hauptmann a. D. Löbbecke. Und diesen dem prakttschen Leben völlig fernstehenden Herren wurde zugemutet, über im Tohuwabohu eines ökonomischen Riesenkampfes Arbeitern wirklich etwa entflohene Krastansdrücke ein vorurteilsfreies Urteil zu sprechen. Wie man ans dem Bericht ersieht, ist es außerdem noch fraglich, ob die aus der aufgeregten Menge der Justiz in die Hände gefallenen, wirklich die Thäter sind. W i r hätten auf die vorliegenden Beweise hin nicht gewagt, sie zu verurteilen, und— wenn ihre Schuld wirklich erwiesen war— milder geurteilt. Achtung! Metallarbeiter! Der Streik bei der Firma Heine u. Seifart in Hirschberg dauert unverändert fort. Die Firma sucht jetzt durch Agenten Arbeitswillige. Unter anderm ist der A g e n t Hutschenreuter, Berlin, Wilhelmstraße25, für die Firma thätig. H. sucht durch Annoncen tüchttge, intelligente Leute, denen an dauernder Arbeit gelegen ist. Obwohl es dem H. gelungen ist, eine ganze Anzahl zu engagieren, haben nur wenige, nachdem sie in Hirschberg den wahren Sachverhalt erfahren haben, angefangen. Wir bitten die Kollegen, insbesondere kommen Former, Dreher, Schlosser in Betracht, obiges zu beachten und bei allen Angeboten, die in dieser oder ähnlicher Weise nach außerhalb gemacht werden, die nöttge Vorsicht zu gebrauchen. Bis jetzt sind 5 Streikbrecher zu ver- zeichen, davon 4 aus Berlin. DieBezirksleitu na desMetallarbeiter« Verband es für Schlesien. Die Scharfmacher des TischlergewerbeS haben in Frankfurt a. M. weiter beschlossen, bei der Staatsregierung, dem Bundesrat und Reichstag zu Petittonieren, daß dem 8 153 der Reichs-Gewerbe-Ordnung nachfolgender§ 153a angefügt werde: „Berufsvereine und Verbände haften mtt ihrem Vermögen den Bettoffenen für die von ihren Beamten und Mitgliedern ver- nrsachten Verluste und Schädigungen bei Stteiks, Aussperrungen, Sperren und Streikposten." Man sollte meinen, die Leute, welche besondere Arbeitsnachweife um Zwecke der Brotlosmachung organisierter Arbeiter zu schaffen uchen, welche Aussperrungen wie die in Kassel und anderwärts inscenieren, hätten alle Ursache, einen solchen Paragraphen zu fürchten. Wenn das nicht der Fall ist, wenn sie solche Be- stimmungen in der Gewerbe-Ordnung sogar wünschen, kann dies nur in der für unsre deutschen Gerichte beleidigenden Voraussetzung geschehen, daß solche Bestimmungen nur gegen Arbeiterorganisationen, nicht gegen Organisationen der Unternehmer Anwendung finden würden. Was die Herren zu solchen Voraussetzungen berechtigt, können wir natürlich nicht wissen. Die Vertreter unsrer Justiz haben sich jedenfalls gegen solche Annahme bisher stets sehr scharf gewehrt imd wiederholt socialistische Redakteure, welche das Wort„Klassen- justiz" in ihrer Zeitung demonstrierten, mit strengen Strafen belegt. Lokales* Weitere Forstverkäufe. Nicht nur die in unmittelbarer Nähe V»» Berlin liegenden Waldungen, sondern auch die in der weiteren Um- gebung der Reichshauptstadt sollen der Axt zum Opfer fallen. Dieser Tage ist zwischen dem Forstfiskus und einer Privatgesellschaft ein Verttag zu stände gekommen, nach welchem 3000 Morgen Waldareal bei Schmöckwitz zur baulichen Erschließung ver- kauft worden sind. An der Reinickendorf-Tegcler Landstraße steht das vor dem TeaelerSchieß platz befindlicheWald- gebiet zum Verkauf. Mit der Skiederlegung dieses Waldgebietcs. sowie der Schönholzer und Rummelöburger Heide und des Wald- geländes an der Oberspree bei Nieder- und Obcr-Schöneweide verschwindet innerhalb des Zehnpfennig-Tarifs der Eisenbahn das letzte Stück Forst. Mit den Abholzungen bei Schmöckwitz soll zum Herbst be- gönnen werden. Wie in der Schönholzer Heide so ist auch hier die Anlage eines Villenortes geplant. Käuferin ist auch hier die Firma Worch u. Co., Berlin, welche gegenwärtig die Schönholzer Heide parzelliert. Die Austeilungsarbeiten sollen so gefördert werden, daß zum nächsten Frühjahr mit dem Verkauf der Grundstücke begönne» werden kann. Im Berliner Arbeitshause zu Rummelsburg ist die Zahl der Korrigenden, nachdem sie seit dem Frichjahr 1901 plötzlich und bedeutend zugenommen hatte, seit dem Herbst 1902 wieder im ab- nehmen, aber die Verminderung geht zunächst noch recht langsam von statten. DaS erste Vierteljahr 1901 hatte mit einem Bestand von 1001 männlichen und 146 weiblichen Korrigenden abgeschlossen. Bis Ende März 1902 war dann'der Bestand auf 1405 Männer und 148 Weiber gestiegen, und der Sommer 1902 hatte bis Ende September eine weitere Vermehrung auf 1672 Männer und 172 Weiber gebracht, so daß in nur anderthalb Jahren die Zahl der Männer um 611(---58 Proz.), die der Weiber um 26(— 18 Proz.) zugenommen hatte. Durch den Rückgang, der darauf begann, ermäßigte sich der Bestand bis Ende März 1903 auf 1479 Männer und 117 Weiber, aber bei den Männern war diese Zahl immer noch etwas mehr als im Jahre vorher und bettächtlich mehr als vor zwei Jahren. Im zweiten Vierteljahr 1993 ist nun bei den männlichen Korrigenden sogar wieder eine Vermehrung eingetreten, während die weiblichen Korri- genden sich weiter vermindert haben. Der Bestand war Ende Juni d. I. 1573 Männer und 106 Weiber. �EZ muß abgewartet werden, ob dies« erneute Vermehrung der männlichen Korrigenden fortdauern oder eine nur vorübergehende sein wird. Der Umbau des Rathaus-KellerS wird voraussichtlich nicht vor dem 15. Oktober beendet sein, dagegen wird ein Teil der Räumlich- leiten schon bedeutend früher wieder freigegeben werden können. Ein besonders weitgehender Umbau des Rathaus-Kellers findet in diesem Jahre nicht statt, sondern die Arbeiten werden sich im wesent- lichen auf Renovierung der.Kreuzbögen, Pfeiler und Wände, sowie der Heizungsanlage und Küchen beschränken. Dagegen werden zwei neue Eingänge angelegt und zwar beide in der Königstratze. Zu diesem Zweck wird das Eiseugeländer an der Kellermündung durchbrochen. Es ist ferner in Aussicht genommen, zu beiden Seiten der großen Freitteppe in der Königstratze Vorgärten anzulegen. Andren Meldungen entgegen können wir mitteilen, daß gelegentlich der Herstellung der neuen Eingänge Vorarbeiten für die Anlage der Gärten bereits stattfinden, wenngleich die Vorgärten selbst erst im kommenden Frühjahr zur Ausführung gelangen sollen. Das vorzeittge Verwelken der Kastanien und Linden wurde auf eine abnorme Baumkrankheit zurückgeführt. Die Ursache der eigen- artigen Erscheinung ist jedoch, wie uns aus gärtnerischen Kreisen mitgeteilt wird, auf die außergewöhnliche Frühjahrs-Witterung WrSckKuführen. Die hohe Temperatur im März hat eine vorzeitige feitlmcfhjafl der Pflanzenwelt veranlaßt imb bei dem im April ein- tretenden KofterucksM wiesen zahlreiche Bäume schon junge Blätter auf. Die frischen Blätter vermochten der Kälte keinen Widerstand eRtgeerozusetzeil; sie blieben in ihrer ganzen Entwicklung gehemmt und wurden schon in den Monaten Juni und Juli gelb. Unter der Einwirkung des jähen Temperaturwechscls im Frühjahr ist beispiels- weise auch der Flieder geruchlos geblieben, während der Fruchtansatz bei der Kastanie fast gänzlich fehlt. Der durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene Pfarrer Grauzin von der Nazarethkirchen-Gemeinde war nach Bekanntwerden seiner Flucht beschuldigt worden, die von ihm ver- waltete Kindersparkasse der Sonntagsschule seiner Gemeinde um beträchtliche Summen erleichtert zu haben. Diese Beschuldigung wurde als unzutreffend bezeichnet, aber in den Kreisen der an der Sparkasse beteiligten Eltern wollte nicht überall die Besorgnis schwinden, daß das Geld den Kindern doch wohl verloren sei. In- zwischen ist vom Gericht der Nach laß Granzins frei- gegeben worden und mit dem Nachlaß auch die Sparkasse. Die Zweifelsüchtigen haben jetzt Gelegenheit, sich davon zu über- zeugen, daß alles da ist. Die' Einlagen werden den Sparern vom 6. August ab wochentags zwischen 10 und 2 Uhr im Amiszimmer, Nazarethkirchstraße i9a, gegen Ablieferung der Sparbücher aus- gehandigt. Einlagen, die bis zum 20. August nicht abgehoben sind, sollen der kirchlichen Armenpflege überwiesen werden. Die letztere Nachricht dürfte die Eltern einigermaßen überraschen. In den Be- siimmungen, die den Sparbüchern vorgedruckt sind, steht kein Wort von einer Konfiszierung nicht abgehobener Spareinlagen zu Gunsten der kirchlichen Armenpflege. Mit welchem Recht will man diese Einlagen konfiszieren? Und warum soll das, wenn man ein Recht dazu zu haben meint, schon 14 Tage nach dem Beginn der Aus- Zahlungen geschehen? Nicht entführt. Wiedergefunden ist die 15 jährige Verkäuferin Gertrud Kampmann aus der Mnlackstratze, welche angeblich von einem Ingenieur entführt worden sein sollte. Das Mädchen hatte sich, weil es von der Mutter eine Strafe zu gewärtigen hatte, am Mittwoch voriger Woche heimlich aus der Wohnung entfernt und Verwandte aufgesucht. Hier suchte und fand die K. Unterkunft, nachdem sie erzählt hatte, daß ihre Eltern verreist wären und sie allein in Berlin zurückgeblieben sei. Den wahren Sachverhalt erfuhren die Ver- wandten erst infolge der Meldung von der Entführung und benach- richtigten sofort die Eltern von dem Aufenthalt der Vermißten. Sie befindet sich jetzt wieder bei ihren Angehörigen. Der flüchtige Architekt Schröter, der des betriigerischen Bankrotts beschuldigt wird, war bis vor zwei Jahren in Rußland Ingenieur in einer Cementfabrik. Es wird vermutet, daß er nach Rußland entflohen ist und erhebliche Mittel bei sich hat. Erst vor einigen Wochen erhob er ans einer hiesigen Bank eine größere Summe, gab aber nach wie vor seine« Gläubigern ausschließlich wertlose Wechsel. Die Schulden des Entflohenen sind noch nicht festgestellt, aber nach allem, was schon bekannt geworden ist, ganz bedeutend. Bei der Ziegelei steht Schröter so tief in der Kreide, daß sie sich weigerte, noch weiter zu liefern. Em Fuhrherr, der die Ausschachtungen besorgte, hat 9000 Mark z« fordern, der Märteksabrikant 7000, der Zimmermeister 4000, ein Töpfernteister 3506, ein Rohrleger 2500 und ein Gips- lieserant 700 Mark. Die Geschädigten find um so erbitterter, als sie zu wissen glaubeit, daß Schröter nicht durch Fehlschlag seiner Spekulationen, sondern durch kostspielige Liebschaften in Schulden geraten sei, während seine Frau, die er aus Rußland mitgebracht hatte, in der That einfach und bescheiden lebte. Born eignen Wagen überfahren wurde in der Straße Alt-Moabit, Ecke Wilsnackerstraße, der Kutscher eines der Großen Berliner Straßen- bahn gehörigen, nnt Heu und Stroh im Gewichte von ca. 30 Centnern beladenen Wagens. Der auf einem durch ein hervorgezogenes Brett improvisierten Bock fitzende Kutscher wurde durch die Erschütterung. die das Ueberfahren eines im Wege liegenden Mauersteines ver- ursachte, herabgeschleudert und geriet mit der rechten Hand unter Vorder- und Hinterrad. Die Hand wurde mehrfach gebrochen und arg zerfleischt. Der Verletzte wurde nach dem Moabiter Kranken- hause überführt. Selbstmord eines Soldaten. Im Hofe der Kaserne des IV. Garde- Regiments, Rathenowerstraße, machte ein Soldat einen Selbstmord- versuch. Ob die Verletzung tödlich war, vermochten wir bisher nicht festzustellen. Liebesgram und StrllungSlostgkeit haben gestern nachmittag dem SL Jahre alten Handlungsgehilfen Martin Goldschmidt aus der Stetnnerstraße Nr. 50b den Revolver in die Hand gedrückt. Der junge Mann wohnte bei seiner Mutter, die mtt einer Tochter ein Porzellangeschäft betreibt. Seit acht Wochen hatte er keine Stellung mehr. Dazu kam, daß ihm eine Verkäuferin, mit der er ein Liebes- Verhältnis unterhielt, abschrieb, wahrscheinlich, weil er auch zu andren Mädchen noch in Beziehungen stand. Als seine Mutter und Schwester sich gestern nachmittag um 4 Uhr im Laden befanden, schoß sich der junge Mann in dem dahinter gelegenen Zimmer «ine Revolverkugel in die Schläfe, Er stand im Begriff, einen zweiten Schuß auf sich abzufeuern, als seine Schwester ihm die Waffe entließ. Die eine Verletzung ist jedoch so schwer, daß sie voraussichtlich zum Tode fühwm wird, da die Kugel in das Gehirn eingedrungen ist. Goldschmidt wurde von seinen Angehörigen einem Kranken hause zugefühvt. I« seinem Bett tot aufgefunde« wurde heute morgen der 62 Jahre alte, in einer Auskunftei angestellte Prokurist Robert Birke, der seit vier Jahren von seiner Frau getrennt lebte und in der Hagelsberger- ftraße 6 ein möbliertes Zimmer bewohnte. Der sehr rüstige Mann war gestern noch zur gewohnten Zeit in seiner Stammkneipe. Als ihm seine Wirtin heute morgen den Kaffee bringen wollte, fand sie ihn tot im Bett liegen. Die Leiche wurde von der Revierpolizei beschlagnahmt und zur Feststellung der Todesursache durch gerrcht- liche Obduktion nach dem Schauhause gebracht. Durch einen Schuß in die Schläfe versuchte sich gestern nachmittag der 50 Jahre alte Kaufmann Heinrich Weiland am Schiffbauer- dainm Rr. 6/7 in seiner Wohnung das Leben zu nehmen. Weiland lebte ftikher in Halle und hatte dort ein Geschäft und ein eignes Haus. Da er zum Trunk neigte, so ging das Geschäft zu Grunde und mit ihm verlor er auch das Haus. Seit 13 Jahren wohnt die Familie in Berlin, wo eine Tochter an einen Arzt verheiratet ist und die Frau ein Pensionat unterhält. Weiland wollte auch hier trotz aller Warnungen und Bitten vom Trunk nicht lassen. Dazu hatte er auch noch Verkehr mit leichtfertiger Gesellschaft. Als er gestern nachmittag um ö'/a Uhr nach Hause kam, lehnte er das Essen. das ihm das Mädchen brachte, ab, ging in ein Zimmer und setzte dort bald die elektrische Klingel in Bewegung. Nun fand ihn das Mädchen aus einer Kopfwunde blutend auf einem Stuhle sitzen. AuS einem Revolver, der neben ihm lag. hatte er sich eine Kugel in die rechte Schläfe geschossen. Der Verwundete wurde in ein Kranken- haus gebracht. Sorgen»m die Zukunft haben den 63 Jahre alten Metalldreher Karl Meßlin aus der Buttmannstr. 8 in den Tod getrieben. Metzlin war 26 Jahre lang in einer Fabrik in der Pankstraße beschäfftgt. Als diese vor einem Vierteljahre verkauft wurde, verließ er die alte Stelle schon nach anderthalb Tagen. Diesen Schritt erklärte er seiner Frau damit, daß die neue Verwaltung ihm schwerere Arbeit angewiesen habe, die er bei seinen Jahren nicht mehr aushalten könne. Seitdem konnte der Mann keine Beschäftigung mehr finden. Jetzt waren seine Ersparnisse aufgebraucht, ohne daß sich für absehbare Zeit eine bessere Aussicht bot. In der Verzweiflung schickte Meßlin gestern nach- mittag seine Frau zu einer Verivandten und erhängte sich dann in feiner Schlafkannner am Spiegelhaken. Verloren. Auf dem Bureau der Meierschen Krankenkasse für gewerbliche Arbeiter und Arbeiterinnen, Neue Friedrichstraße, wurde von dem Drechsler Paul Jacob, Grünauerstr. 26, das Krankenkassenbuch für die Ortskasse der Tischler und die Jnvalidenkarte verloren. Der Fmder wird gebeten, dem Verlierer das Verlorene zustellen zu wollen. Söngerfcst. Am Sonntag, den 9. August, findet in Friedrichs Hägen, und zwar im Miiggelschloß und Strandschloß, das zwölfte große Sängerfest des Arbeiter-Sängerbundes Berlins und Umgegend statt. Da diese Korporation sich seit langen Jahren einer großen Beliebtheit in allen Kreisen der Arbeiterschaft erfreut, so ist wohl anzunehmen, daß wie alljährlich so auch zu diesem Feste wieder viele Tausende nach Friedrichshagen gehen werden, um den prächtigen Freihettsliedern zu lauschen. Die Massengesänge, welche zum Vor trag gelangen sollen, werden schon seit Monaten von den Sängern einstudiert, um sie wirkungsvoll vorzutragen. Vom Vorstande sind die Arrangements dementsprechend getroffen, daß selbst bei starkem Andränge den Teilnehmern ein genußreicher Sonntag sicher ist. Der angrenzende Wald, lvelcher zu diesem Tage gepachtet ist, bietet dein Publikum mit seinem hundertjährigen Kiefernbestand einen Aufenthalt, wie er zu einem Sängerfest nicht schöner sein kann. Die Beförderung nach dort wird eine geregelte und schnelle sein. Der Vorstand ist bei der Eisenbahn Ivegen Einstellens von Extrazügen vorstellig geworden, welche auch bereitwilligst zugesagt sind. Desgleichen hat sich die Dampfergesellschaft.Stern" verpflichtet, je halbstündlich von früh 6>/z Uhr bis 12 Uhr mittags die Teilnehmer zu befördern. Von den Köpenicker Gesangvereinen ist ein Festzug mittags um 1 Uhr von Köpenick nach dem Festplatz arrangiert, desgleichen findet um 3� Uhr ein solcher innerhalb der Festlokale statt, an welchem sich wohl an 200 Vereine beteilige» werden. Die Vereine, welche sich an dem Festzuge in Köpenick beteiligen wollen, miisien pünktlich im Wilhelmsgarten sein, da der Festzug präcise 1 Uhr seinen Anfang nimmt. Am Tage des Festes wird der Arbeiter-Schwimmerbund eine Rettungsstation errichten, um eventuell bei Unfällen auf dem Wasser schnell zur Stelle zu sein? ebenso wird die Arbeiter-Samariter- kolonne, welche sich stets bei großen Volksfesten segensreich erwiesen hat, zur Hand sein. Es ist in jeder Weise Vorsorge getroffen, Ordnung und Sicherheit bei dem großen Andrang aufrecht zu erhalte», vor allem aber wird das Sängerfest seinen Teilnehmern eine abwechselungsreiche und angenehme Unterhaltung bieten. Alles Nähere siehe heutiges Inserat. Ein erster deutscher Abstinententag wird in Kellers Festsälen. Koppenstr. 29, am 8,, 9. und 10. August in Berlin abgehalten. ES beteiligen sich daran 14 Absttnentenvereinigungen. Mit dem Tag verbunden wird ein Großlogen-Fest der Guttempler Deutschlands. Die Hilfe der Feuerwehr wurde, ohne daß eine Feuersgefahr vorlag, im letzten Etatsjahr in 543 Fällen in Anspruch genommen. Diese mehren sich wie die Brände von Jahr zu Jahr. In 9 Fällen handelte es sich nnt die Rettung von Menschenleben. Am 14. April vorigen Jahres wurden allein in 5 Fällen: ein alter Mann in der Katzbachstraße 5, eine Wöchnerin mit ihrem Säugling in der Neuen Königstr. 35, eine kranke Frau in der Möckernstr. 71 und eine Frau mit drei Kindern in der Jnvalidenstr. 121 aus der Gefahr des Er- trinken« gerettet. Gleichzeitig wurde vor dem Hause Elsasserstr. 1 ein Monteur der Straßenbahn auf einem Montagewagen vom Strome getroffen und betäubt. Der Verunglückte wurde von der Feuer- wehr herabgelassen. Diese und ähnliche Fälle, besonders durch Ueberfahren von Personen durch Straßenbahnwagen verursachte, oder durch Fahrstuhlunfälle veranlaßte, kommen häufiger vor. Zahlreich sind auch jene Fälle, in denen die Hilfe der Feuer- wehr bei Wasserrohrbrllchen(252) nachgesucht worden ist. In rund 100 Fällen wurden Samariterdienste geleistet. Diese Hilfe wird ebenfalls vollständig unentgeltlich geleistet und nicht etwa nur auf Brandstellen, sondern auch auf sämtlichen Wachen, wo stets int Samariterdienst ausgebildete Mannschaften anwesend sind, und auch auf besonderen Anruf an den Unfallstätten. Insgesamt wurden 492 Personen behandelt, darunter 301 Angehörige der Feuerwehr, die Verletzungen im Dienst erlitten hatten. Man steht hieraus, daß dieser Samariterdienst von zunehtneuder Bedeutung ist.— Außerdem wurden in 97 Fällen Tiere aus Notlagen befreit, in 13 Fällen die Gefahren beseitigt, die durch Aussttömen von Gas entstanden waren._ Huq den Nachbarorten. Nieder-Schoueweide. Ain Sonnabend, den 8. August er., abends 3Vz Uhr, findet im Lokale von I. Franz eine ordnungsmäßige eretnsversammlung des Wahlvereins statt. Gäste haben Zutritt._ 6encbt9-Zeitung» Wegen Beleidigung der Berliner Aerzte hatte sich gestern der 78jährige bekannte„Heilkundige" Carl I a c o b i vor der vierten Ferienstrafkammer des Landgerichts I zu verantworten. Im März dieses Jahres ließ der Angeklagte durch mehrere hiesige Zeitungen Anzeigen veröffentlichen, worin er behauptete, daß nicht die 600 in Berlin wohnenden Heilkundigen Kurpfuscher seien, sondern die 2000 in Berlin praktizierenden Aerzte seien Kurpfuscher. In diesem Sinne hätten sich auch Professor Pirchow und andre ntedtzinisckse Autoritäten geäußert. An diese Behauptung knüpften sich dann die üblichen Beschreibungen von den angeblichen Wunderkuren Jacobis. Der Berliner Aerztcverein stellte wegen des Vorwurfs der Kur- pfuscherei Strafantrag wegen Beleidigung. Der Angeklagte erklärte im Termin, daß er sich lediglich im Zustande der Abwehr und in Wahrnehmung berechttgter Interessen befunden habe. In einem Bericht an die Regierung habe der betreffende Referent behauptet, daß es 600 �Kurpfuscher in Berlin gäbe. Damit seien die Ausüber der Heilkunde, die nicht studiert hätten, gemeint. Der Ausdruck „Kurpfuscher" sei, wie das Reichsgericht wiederholt anerkannt habe, eine schwere Beleidigung und ihm müsse das Recht zustehen, den- selben Ausdruck mit Bezug auf seine studierten Gegner zu gebrauchen, zumal er doch nur das Echo medizinischer Autoritäten gewesen sei. Der Gerichtshof wollte dem Angeklagten ein solches Recht nicht zu- gestehen, sondern verurteilte ihn wegen Beleidigung zu 200 Mark Geldstrafe. DaS Urteil soll in denjenigen Zeitungen auf Kosten des Angeklagten veröffentlicht werden, in denen die beanstandete Annonce veröffentlicht worden ist. Gege« die mchtapprobierten Heilkundigen richten sich Polizei- Verordnungen, die in letzter Zett in verschiedenen RegierungS- bezirken erlassen worden sind und besonders die Ankündigungen jener Heilkundigen in Zeitttngen aufs Korn nehmen. Eine derarttge Verordnung der Regierung zu Schleswig ver- bietet ihnen unter anderm, in Annoncen dem Publikum Erfolge zu versprechen. Das Kammergericht als Revisionsinstanz erNärte diese Vorschrift für rechtsgültig. Sie widerspräche nicht der Gewerbe-Ordnnng und finde ihre Stütze im§ 6 des Polizei- verwaltungs- Geietzes, wonach zu den Gegenständen Polizei- licher Vorschriften auch der Schutz von. Leben und Gesundheit des Publikums gehöre. Die Heilung mancher Kranker werde dadurch verhindert, daß sie es infolge der Versprechungen der Kurpfuscher unterließen, sich rechtzeittg in die sachgemäße Behand- lung eineS AerzteS zu begeben.— Wenn nun der Angeklagte Jebsen 'ich zur Behandlung einer Anzahl Krankheiten empfehle und sage: .bei bekanntem Erfolge", so spiegele er einen Erfolg vor, verspreche einen solchen, denn er sage damit: Ich bin erfolgreich und daS ist bekannt. Er sei demnach strafbar. Disciplinarisch bestrafte Achttingsverlehmig. Der Gemeinde-Ein- nehmer Kroll zu Woischnik hatte wegen unpassenden Benehmens eine DisciplinarordnungSstrafe erhalten und seine Beschwerde Hieraegen war vom Regierungspräsidenten zurückgewiesen worden. Ans die Rückseite der ihm zugegangenen Abschrift des Beschwerdebescheides *tzte nun der Bürgermeister Zimmermann die Verfügung, die jetzt rechtskräftig gewordene Sttafe sei an die Kasse abzurühren. Kroll. welcher Verwalter der Kämmcreikasse ist, schrieb daneben: Die Sttafe solle rechtskräftig sein? Wo stehe das geschrieben. Bitte die Paragraphen jfolgt Angabe von Gesetzesstellen) zu lesen. Jetzt erfolge erst die Klage beim Ober-Verwaltungsgericht. der Prozess werde es lehren.— Sachlich hatte K. recht, der Herr Bürger- meister fühlte sich aber doch ttef gekränkt durch diese Korrektur und rief die Hilfe des Regierungspräsidenten gegen den unbotmäßigen Beamten an. Der Regierungspräsident setzte daraus eine Ordnungsstrafe von 30 M. fest und führte aus, es liege hier eine grobe Achtungsverletzung gegenüber dem Bürgermeister vor, wodurch sich Kroll gegen die ihm als Beamten auferlegten Pflichten vergangen habe.— Kroll beschwerte sich beim Oberprästdenten, hatte damit aber keinen Erfolg, und klagte dann beim Ober-Verwaltungsgericht, indem er geltend machte: Er habe durch den Hinweis auf die gesetz- lichen Bestimmungen den Bürgermeister durchaus nicht verletzen. sondern nur seine berechtigten Interessen wahrnehmen wollen. Er hätte damals noch fünf Tage Zeit zur Erhebung der Klage beim Ober-Verwaltungsgericht gehabt. Das Ober-Vsrwalttmgsgericht wies indessen die Klage ab; K. sei mit Recht disciplinarisch bestraft worden. Versammlungen. Die Sektion der Putzer des Centralverbandes der Maurer hielt am Mittwoch eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, die sich mit der Antwort der B a u g e s ch ä f t e auf den ihnen, entsprechend einem Beschluß der Mitgliederversammlung vom 8. Juli. eingereichten Antrag aus Einführung des acht- sründigen Arbeitstages und Einleitung von Verhandlungen über Abschluß eines Tarif- Vertrages für das Putzergewerbe. Der Vorsitzende H. Neumann verlas die vom 29. Juli datierende Antwort des Verbandes der Baugeschäfte. Tarin erklären die Unternehmer: sie ständen den Tarifverträgen sympathisch gegenüber, könnten sich jedoch jetzt, mitten in der Bausaison, nicht auf Verhandlungen ein- lassen; die Annahme des Antrages bezüglich des achtstündigen Arbeitstages sei von vornherein ausgeschlossen. Im übrigen wäre den Antragstellern wohl bekanitt, daß ein bis zum 1. April 1905 geltender Tarifvertrag mir der„Freien Ver- einigung der Putzer Berlins" abgeschlossen worden sei. Wer von den Putzern die darin festgelegten Bedingungen anerkenne, der könne in Berlin und den Vororten Arbeit finden.— Die Verlesung dieses Schreibens rief in der Versammlung allgemeine Eni- rüstung hervor. Es wurde geradezu als eine Verhöhnung der allein maßgebenden Organisation der Putzer empfunden, daß man einen Vertrag anerkannt wissen will, der mit einem Vereinchen von kaum 100 Leuten abgeschlossen wurde, die für das Putzergewerbe gar nicht in Betracht kommen. Uebrigens konnte der Vorsitzende Reumann konstatieren, daß die organisierten Arbeitgeber sich selbst nicht an jenen Vertrag halten und in dem gedruckten Arbeitsvertragsformular die verschlechterten Bestimmungen streichen und die besseren geltenden hineinschreiben, z. B. die 8V, stündige Arbeitszeit an die Stelle der vorgedruckten 9 stündigen setzen.— Sowohl vom Referenten als auch von den Diskussionsrednern wurde übereinstimmend die Meinung geäußert, daß man das Schreiben der Unternehmer keiner Antwort würdigen könne, die einzig richtige Antwort aber zu einer gelegenen Zeit gegeben werden müsse. Folgende Resolutton wurde emsiimmig angenommen: „Die Persantmlung nimmt mtt Entrüstung Kenntnis von dem ablehnenden Bescheid des Verbandes der Baugeschäste bezüglich deS Antrags auf Abschluß eines einheitlichen Lohn- und Arbeitsvertrages und spricht die Uebcrzeugung aus, daß es dem Arbeitgeberverband und hauptsächlich seiner Leitung nicht ernst ist, mit der maßgebenden Organisation der Putzer einen Tarifvertrag abzuschließen. Was die Erwähnung eines bereits abgeschlossenen Vertrages betrifft, s« können und werden die über 2000 im Ceittralverband der Maurer organisierten Putzer diesen Vertrag niemals anerkennen, weil er einzig und allein nach dem Willen und den Direktiven der Arbeit- geber formuliert ist. Die Versammlung beauftragt die örtliche Per- waltung. gelegentlich weitere Maßnahmen in dieser Sache zu treffen." Unter Verbandsangelegenheiten nahm die Versammlung einen Antrag an, wonach der Obmännersitzung das Recht erteilt wird, in Ausnahmefällen bis zu 200 Mark zu bewilligen, was namentlich bei Unterstützungen von Streiks in Betracht tommt. Die Hausdiener-, Packer- und GeschSstskutscher-Bereiniftung hielt am 29. Juli ihre Generalversammlung ab, in der Genosse Wilke einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über„Die Waffen im Kampfe des Daseins" hielt. Der von dem Kassierer e i ch I e gegebene Kassenbericht wies bei einer Einnahme van 771.51 M., einer Ausgabe von 391,90 M. einen Bestand von 379,61 M. auf. In der Ersatzwahl zum Vorstand wurde Ret- mann zum ersten Schriftführer, sechs weitere Kollegen zu Bei- fitzern ernamtt. Ein von dem Vorstande gegebener Bericht, der eine längere und heftige Diskussion zeitigte, wurde einem Ausschuß zur näheren Prüsiing überwiesen und die Generalversammlung wegen vorgerückter Stunde vertagt. zu Sriefhaften der Redahtton. H. Bnnzlau. Wir müssen Ihnen empfehlen, den ganzen Artikel lesen lAugusthest), die Wtate geben kein richtiges Bild, 8. 20. Kann nur ärztlich angegeben werden.— A. Z. 70. Adreßbuch 2. Band. IL Teil, Seite 172, letzte Spalte. 100. Nein. |■________..... C. M. KönigSbergerstrake.— 1000 000 000. Ja, es steht dem nichts im Wege.— C. W. 12. 1. Bei einem tüchtigen Arzt. 2. Wird im juristischen Teil be. antwortet werden.—„BolkS-Hochschule-: Humboldt-Akademic des wissen» schastllchen Centtalvereins. Berichte bei Selmar Hahne, Vrinzenstt. 54.— B. 18. Eine sogenannte Presse könnten wir sür Sie nicht einpfthlen. Ez ist dazu zu spät. Andre Schulen zur Erreichung Ihres Zieles gicbt eS leider nicht. Marktpreise»an Berlin am 5. August 19V3 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.-Ctt. Rindfleisch. Keule 1 kg do. Bauch, Schweinefleisch Kawfleisch Hammelfleisch, Butter Beizen, gut D.-Ctt. . mittel . gering Roggen, gut . mittel . gering 'Gerste, gut , mittel gering "Haser, gut . mittel . gering Richtftroh Heu Erbsen Speisebohnen Linsen » Namm und Geruch. " frei Wagen und ab Bahn. Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse SO Stück Per Schock 8,00 1,80 1,40 1,60 1,80 1,80 2,40 4,00 2,40 2,80 3,00 2,40 1,80 2,60 1,40 18,00 5,00 1,20 1,00 1,20 1,20 1,20 2,00 2,40 2,00 1,40 1,20 1,30 80 1,20 TO 3,00 «ltternngSüberficht vom«.«uguft 1903. morgens 8 Uhr. Stationen - e h 5i »= -? = z 8f »euer äf« £& 13 13 15 15 15 17 Stationen ü 751 751 769 770 Swinemde. 757 D 5,81« gen 13 Haparanda tamburg 761 W 4 wolkig 13 Petersburg erlin 761® 5'wolkig 15(Jork Franls.a-M.!767SW 2halb bd. 15 Aberdeen München 769 NW»bedeckt 15 Paris Wien(765® z(w olkig 17 «etter. Prognose für Freitag, den 7. August ls«z. Zunächst noch ziemlich kühl und windig, nachher aufklarend nfe wärmer; keine crhcbiichcii Niederschläge. Berliner Wetter buregv. j, s s 1 i* »-c O SSO WSW SW Setter 2bedeckt �bedeckt Lbcdeckt 1 wolkenl c% ß» ä| « H 14 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 7. Auguft. Anfang 72 Uhr: Neues Operntheater. Der Kellermeister. Westen. Alt- Heidelberg. Leffing. Der blinde Passagier. Deutsches. Monna Banna Anfang 8 Uhr: Urania. Central- Verband der Maurer. Socialdemokrat. Wahlverain Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. 82 CASTANS Liederspielhaus( Kroll). Bifion Panoptikum nach dem Balle. Biton Panoptikum Berliner. Der Postillon von Lonjumeau. Kleines. Nachtasyl. Thalia. Das Ater. Belle- Alliance. Specialitäten. Carl Weiß. Der Fehltritt einer Frau. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Stettiner Sänger. Baffage- Theater. Specialitäten. Urania. Tanbenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum WahSternmann. Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Belle- Alliance- Theater. Im herrlichen Sommergarten: Anf. Wochent. 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr: Grosses Konzert. Anf. der Specialitäten Borst. 8 Uhr. Bei ungünstiger Witterung im Theater. Ad- Ad lebt und schwebt, erregt das größte Erstaunen. Das neue August- Programm. Entree 50 Bf. Entree 50 Pf. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 208. Male: Neuestes!*** Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Zäglich: Die Liebes- Insel Friedrichstr. 165. !! Menschliches Doppelwesen: die zusammen Schweste gewachsenen. Schwestern 20 Jahre alt, spielen Violine! Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abend201 vorstellung 8 Uhr. Die Tritons, die besten Taucher der Welt, 5 Minuten unter Wasser ohne zu atmen. Tilly Verdier, Sonbrette. Kapitain Martens, Kunstschütze. Ganz Berlin zerbricht sich schon den siebenten Monat den Kopf über AGA! 14 neue erstklassige Nummern. Z OOLOGISCHER CARTEN Doppelkonzert. Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bir. Vorstellungen: Wochentags 6-7 Uhr, Sonnt. 4-5, 6-7 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132 Abends 8 Uhr: mit bem Briefmarken- Ballett. Der fehltritt einer Frau. fenfationellen Ein ungetrenes Weib. Mimodrama in 2 Alten, gespielt von Merians dressierten Hunden. The Avolos Brothers Kaufmann. Messters Kosmograph. Neue Bilder- Serie. Morgen: Der Fehltritt einer Frau. Sonntagnachmittag: Das Geheimnis des roten Hauses. Im Garten: Neue Specialitäten. Anfang 5 Uhr. WNoacks Theater Fröbels Allerlei Theater #dnd Direktion: Robert Dill.se Brunnenstrasse 16. Heute zum letztenmal: Die Eine weint, fr. Puhlmann. Schönh. Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Heute sowie täglic Grosse Galavorstellung des gesamten, neu engagierten riefengroß. Auguft- Spielplans. die Andre lacht. Neu! Das Bild des Vaters Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter: Borstellung im Saale. Prater- Cheater Kaftanien tee 7/9. Direkt.: M. Kalbo. Freitag, den 7. Auguft: Driginal- Bolfsstüd v. Anton Anno. Dazu: Hedwig Döring. Alexander Carret. X Hugo Schulz. Afhrods- Trio. Tom Bell. 18 Duskomatograph usw. Im Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf Zweigverein Berlin. Freitag, den 7. Auguft, abends 8, Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung Rixdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied der Rabitzputzer, Cementierer und Spanner. August Becker Tages Drdnung: 1. Bie gedenken wir unsre Drganisation weiter auszubauen? 2. Wahl des Vorstandes. Mitgliedsbuch legitimiert- ohne dasselbe kein Eintritt. erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. 143/ 11* Die wichtige Tagesordnung Der Zweigvereins- Vorstand. J. A.: Karl Nieke. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Central- Kranken- u. SterbeHente, Freitagabend, 8, Uhr, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 7. 5. Mts ,, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rirdorfer Kirchhofes, Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbe- Mariendorfer Weg, aus statt. kaffe der Tischler im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: und andrer gewerblicher Arbeiter. Sitzung der Ortsverwaltung. Achtung! Einsetzer. Achtung! Sonntag, den 9. August, vormittags 10 Uhr, finden in den bekannten Lokalen die Bezirks- Sitzungen ( E. H. Nr. 3, Hamburg.) Dertliche Verwaltung Berlin F. Montag, den 10. Anguit, abends %, Hot, bei Wernau, Schwestertraße 23 n. 24: Mitglieder- Versammlung. Tages Orbnung: statt. Die Kollegen, welche der Organisation noch fernstehen, werden ersucht, 1. Abrechnung vom 2. Duartal 1903. sich dort aufnehmen zu lassen. Die Billets zu dem 50jährigen Gesellen- 2. Bericht der Delegierten von der Jubiläum des Kollegen Hoffmann werden dort ausgegeben. Montagabend: Kommissions- Sitzung. 85/14 Der Obmann. Generalversammlung in Würzburg. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Bauarbeiter Berlins und Umgegend. Schweizer- Garten Verband der Bau-, Erd- und am Königsthor, am Friedrichshain. gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Täglich: Theater und ( Zahlstelle Berlin und Umgegend.) Sonntag, den 9. August 1903, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung. in den Induſtrie- Beſtſälen, Benthjir. 19/20. Tagesordnung: 1988 Artisten- Vorstellung, Ball Volksbelustigungen. 11. Abends 10 Uhr: Berliner Sportmädel. Bosse mit Gesang in zwei Bildern von Gerice. 1. Raffenbericht vom ersten Halbjahr 1903. 2. Das Ergebnis der Baufontrolle. 3. Wahl einer füngliedrigen Beschwerdekommission. 4. Wahl dreier Revisoren. 5. Wahl von vier Kollegen in die Gauleitung. 6. Verbands- Angelegenheiten cher Mit- Zehen Berit Bioscop. Der wichtigen Tagesordnung wegen, ist das Erscheinen sämtlicher Mit Lebende Bilder. Neueste Aufnahme. glieder erforderlich. Jeden Mittwoch: Kinderfest. 39/17 Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Verband der Bauanschläger Deutschlands. Neue Welt. Ortsgruppe Berlin.ubu Sonntag, den 9. Auguft, vormittags 10 Uhr, Neue Friedrichstr. 20, bei Koch: Versammlung. Σag Zages Ordnung: 35/17 1. Organisationsfrage. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 9. August 1903, vormittags 10 Uhr: Versammlung aller in den gesamten Siemens- Schuckert- Werken ( Siemens u. Halske) beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter in der Neuen Welt", Hafenheide Nr. 108-114, im Riesensaal. Tages- Ordnung: 1. Der Arbeiter- Ausschuß bei der Weltfirma Siemens- Schudert- Werke ( Siemens u. Halske), bei der Firma Zeiß in Jena und wie denken wir uns einen Arbeiter- Ausschuß. Referent: Karl Wiesenthal. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Kommission zum Verhandeln mit der Generaldirektion. As Antwort auf den Artikel des verflossenen Generaldirektors Dr. Bödiker in der Morgenpost", sowie die Ereignisse bei dem letzten Streit im Stabelwerk wollen wir der Deffentlichkeit sagen, wie ein wahrer ArbeiterAusschuß aussehen muß. Die gesamte Leitung der Siemens- Schuckert: Werke( Siemens u. Halste), speciell die Centralleitung ( Askanischer Platz) ist hiermit zu dieser Versammlung eingeladen. zu dieser Versammlung. Hasenheide 108/114. A. Scholz. Freitag, den 7. August 1903: 2. Grosses Massenonzert Schlachten- Musik. Anfang 5 Uhr. Entree 1 Mr. Billets im Vorverkauf a 75 Pf. Bei einigermaßen günstigem Wetter findet das Konzert bestimmt ftatt. 22736 Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Konzert. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen. Für die Wintersaison sind noch einige Sonnabende frei zu Festlichkeiten. 232/20 nk Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Rixdorf.) Nachruf! Am 3. Auguft starb unser Kollege August Becker. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Frei tag, 7. August, nachm. 5 Uhr, vom Nigdorfer Kirchhof, Mariendorfer Weg, aus statt. Rege Beteiligung wünscht 85/5 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser guter Bater und Schwiegervater, der Arbeiter Friedrich Rogatt nach langen schweren Leiden am 4. 6. Mts. verschieden ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 8. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Central- Friedhofes in Friedrichs felde aus statt. 22802 Julius Rogatt und Frau. Berlin, Gewerkschaftshaus. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unfres guten Baters, sagen wir allen Bekannten, insbesondere dem Centralverein der Maurer Deutschlands unsren tief gefühlten Dant. 22812 Witwe Meinert nebst Kindern. Kranz- und Blumenbinderei Bon Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert Kranz- und Blumenbinderei Don H. Rodewald, Alexandrinenstrasse 1a. Kränze mit Widmungsschleifen, Arrangements zu Festlichkeiten, Bou quets, Topfgewächse jeder Art ac. preiswert. Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferant f. Drts- u.Hilfs- Krankenfaffen. Berlin C., 20062* Die Berichterstatter der gesamten Berliner Preise haben Zutritt Täglich 20 Mark u. mehr 30. finien- Straße 30. andlingsg.. Sonnabend, den 8. August, abends 8 Uhr: Konferenz der Vertrauensleute des Nordens bei Dieke, Aderstraße Nr. 123. I 1 adossified Sonnabend, den 8. August, abends 8%, Uhr: 120/1 Bete the fan artistischen Leter Bernhard Rose- Theater. Konferenz der Vertrauensleute in Moabit Benefiz für den Arthur Seelen. Holg Zur Aufführung gelangt: blo Alt- Heidelberg du Feine. Freitag, den 7. August: bei Fischer, Waldstraße Nr. 8. Friede auf Erden. Bahlreichen Besuch erwartet Delbost, einbeiniger Handakrobat. Karl Groth, Grotesffomiter. The 3 Amaranths, afrob. Tänzerinnen. Gauert mit seinen dressierten Hunden. Liederspiel in 3 Alten von D. Richter. Rivas und Dixas, Antipodenaft auf Diez Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ningbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das vollständig konkurrenziose Riesen- August- Programm! H. Stahnke. Mst. Deamando und PO Miss Anni. The Delsons. Loro- Quartett. Gebr. Bellong. Fritz Brand. Dustes Bioscop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. Reichshallen Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. lebendem Piedestal. Neue freie Die Ortsverwaltung. Volksbühne. Sonntag, den 9. Auguft, nachmittags 3 Uhr, im Berliner Theater: Mary Ellys, moderne Zuranger. Das Nachtlager von Granada. Richard Wagner, Konzertfänger. Ballett- Gesellschaft ,, Saltarelle". Marie Förster, Solotänzerin. Anfang 4 Uhr. Sannab.: Dies. Borst. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Gide Alexanderstr. Zagl. Jm herrl. Barten: Tägl. Grossart. Programm. Tom Bryasly, Gerra- Sano, Anny Raaly, Eduard Reetz, Henriette Donneux, Bonnet- Trio, R. Schaup. Mittw., Sonnab., Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. fann man berdienen durch hochlohn. Fabritation täglicher Massenartikel. NB. Alle Bruchbänder mit elaftiKatalog gratis. Heinr. Heinen, Broich fchen Belotten, angenehm und weich bei Mülheim- Ruhr. 140/13 am Störper. Dieſer ſteife, ſchwarze Hut mitzutter, Cylinderhüte und Chapeau claques moderne Form, koftet 1,90 M. in großer Auswahl. Special- Hut- Engroslager. Einzelverkauf zu Fabrikpreisen 22752* I im Comptoir Nene Königstr. 48, 1 Treppe, drittes Haus vom Alexander Platz. Größte Auswahl, außergewöhnlich billige Preise. neneste form, mit Butter M. 1,50, Das Nachtlager von Granada. Filzhüte für Herren, mit Atlasfutter M. 2,-, hochfeine Oper bon Konradin Kreutzer. Karten für Mitglieder und Gäfte a 1 M. find in allen Zahlstellen sowie malität M. 2,50, etre M. 3,-, befte Qualität M. 4,50. beim Raffierer zu haben. 150/17 Der Vorstand. J. A.: H. Neft, Raffierer, Veteranenftr. 6. Max Kliem's Sommer- Theater Sofrodu Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Regelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. , Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riesenprogramm, 40 Nummern. 3m Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Boltsbeluftigungen aller Art. feine Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert bes berühmten Drchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaifer- Saal: Tanz. A Dampfer Meierei Schweizerhof NWEmdenerstr 40/41 Breise frei Küche in Berlin u. Vororten: Bollmilch in plomb. Fl. 20 Pf. bei 3 Liter Dampfer Kindermilch 18 35" beste 50 " für Vereine und Gesellidae Professor Gaertners zu soliden Preisen. Karl Krause, 2162/* Alexanderstr. 13. Fernfprecher: Amt VII, 1669. Roh- Tabak 19032* Max Jacoby, Streliberite. 52. trinkfertige Säuglingsmilch Nr. 1 bis zum 4. Monat 1 l. 15. Nr. 2 vom 4. bis 10. 1 30. Feinste Tafelbutter 1 Pfund 1,10-1,60.[ 15/ 8* Kefyr, Buttermilch, Sahne. Arbeiter Sängerbund Nobxi deipti de Berlins und Umgegend. nizalt niezovalow Am Sonntag, den 9. August 1903: 12. Sänger- Fest 500 in Friedrichshagen „ Müggelschloss" und„ Strandschloss" mit angrenzendem Wald. 130 al sathilum s 200 Gesangvereine. Sänger- Festzug. Massengesänge. Gradu& inzel- Gesänge. ovat bu3 Musikkapellen. Gesangsleitung: Bundesdirigent Herr R. Blobel. Brillant- Feuerwerk. Konzert unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Tietz. In betben Lokale: Tanz, Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküche ist bis 6 Uhr abends geöffnet. 19 Anfang: Feith 8 Uhr.- Billets im Borverkauf: 20 Bf., an der Kaffe 30 Pf. de tots Fahrverbindung: Schlesischer Bahnhof- Friedrichshagen; ferner Sterndampfer ab Jannowikbrücke oder Schlesisches Thor, von 6/2 Uhr früh je halbstündlich bis mittags 12 Uhr. Fahrpreis( aber nur bei Vorzeigung der Sängerfestkarte) Erwachsene 40 Pf., Kinder über 6 Jahre 20 Pf., unter 6 Jahren frei; desgleichen find Kinder unter 6 Jahren beim Uebersehen auf der Fähre in Friedrichshagen frei. Billets find in ben mit Plakaten versehenen Lokalen zu haben; außerdem bei Jul. Meyer, Fichteftraße 27,..Silgert, Dderbergerstraße 40, A. Seikrit, Fidicinstraße 16, H. Naetebusch, Graubenzerstraße 16/14 Arbeiter- Radfahrerverein 59 Berlin". Sonnabend, den 8., nachmittags 4 Uhr sowie um 6 Uhr: Brandenburg, Mengerts Volksgarten. Starts: Kaiser Wilhelm- Gedächtnisfirche und 8 Uhr 5 Min. per Bahn Potsdamer Bahnhof. Sonntag, den 9., früh 6 Uhr: Eberswalde( Bur Mühle), mittags 1 Uhr: Bernau. Starts: Königsthor. 11942 13/14 Arb.- Radfahrer- Bund ,, Solidarität“ Gau 9 Bezirk I. Sonntag, den 9. August: Bezirkstour nach Eberswalde. Abfahrt früh 6 Uhr in Weißensee, Café Rettig, Berlinerstr. 11. Gäste willkommen. und 13/3 Der Gauvorstand. Freunden eines wirklich guten sehr wohlbekömmlichen Traubenweines empfehle ich meinen garantiert unverfälschten 1901er Rotwein. Ders. tostet im Faß von ca. 30 Ltr. an 58 Pig. p. Liter und in Das Komitee. Junge Gänse puugitzulodz 3.50, grössere 4.Ausgeschlachtete Gänse. Grosse Gänserümpfe Halbe 99 3,50, 1,75. Garantiert reine Gänseliesen Pfd. 90 Pf. Gänsefett. Gänseklein Pfd. 40 Pf. 75 99 99 Junge Enten von 2,- an. Fette Suppenhühner, junge Brathühner und Tauben. 2279L Albert Schulze, Frankfurter Allee 112. Billigste Dampfer- Extrafahrten. Abfahrt nachm. 21/4 Uhr von der Michael- Brücke, Stadtbahnbogen. 21632* Jeden Montag u. Donnerstag nach Seebad u. Rest. Müggelwerder, Bahnstation Rahnsdorf, zur Müggelane am Biberbusch u. Woltersd. Schleuse. Jeden Dienstag u. Freitag nach Ziegenhals bei Rauchfangswerder. Breis: 40 Bf., Kinder die Hälfte. Auf Müggelwerder kostenfreies Seebad. NB. Dampfer für p. 31. p. st. 1, 2tr. einschliessl. Glas: Keddigs Reederei, Bereine, Gabriten 2c. billigſt, auch noch Conntags. Als Probe versende ich 2 verschiedene Fl. per Poft. Breislifte fret. Zahlreiche Anerkennungen. Carl Th. Oehmen, Coblenza. Rh. 816. Weinbergsbes. u. Weinhandlung. Jedes Wort: 5 Dr. Schünemann Dr. Simmel, Str. 41. 084 beecadesT Turn- Verein ,, Fichte" Berlin qstide no( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes). 雪 迎 Hasenheide 108/114. ,, Neue Welt" Hasenheide 108/114. OH 19dsztuson Sonnabend, den S. August 1903: Hadoftboir Grosses Sommerfest zur Feier des 13. Stiftungsfestes. of natiody G of 12 Jes Grosses Konzert. Specialitäten ersten Ranges. Sängerschaft des Vereins.- Turnerische Aufführungen.- Kinderbelustigungen aller Art ( Marionetten- Theater, Luftballon- Aufstieg). Kinder- Fackelzug bei bengalischer Beleuchtung. Jedes Kind erhält 2 Bons gratis, gültig für eine Stocklaterne, Karussell, A Schaukel oder Rutschbahn. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Von 6 Uhr an in allen Sälen: GROSSER BALL. Anfang 4 Uhr. Billet 25 Pfennig. libi Bel ungünstiger Witterung findet das gesamte Programm menc 13 8, 12, 15-90 M. notaed sib in den neu erbauten Festsälen statt. E Schlafmöbel- Bazar ,, Baby" Centrale Invalidenstr. 160. Filialen: Potsdamerstraße 35, Tauenzienstr. 7a a. d. Lützowstraße. Beuffelstr. 18 Belle- Allianceftr. 107 Oranienstr. 31 Reinickendorferstr. 20 Brunnenstr. 92 Frankfurterstr. 115 Fertige Betten und MetallBettstellen nail für Kinder und Erwachsene. 150 bon 22,50 M. an. 0 43 10, 15, 21-75 M. Teilzahlung geftattet. Bei größeren Raten Kaffapreise. Liefer. desPost- Sparu. Vorschuß- Vereins 288/ 18* Die weltbekannte Bettfedern- Fabrik GuftabLuftig, BerlinS., Prinzen ftraße 46, versendet gegen Nachnahme garant.neue Bettfebern b. Bfb. 56 Bf., hinesische Halbdaunen b. Bfb. M.1,25, beffere galbdaunen d. Bfb. M. 1,75, borzügliche Daunen b. Pfb. M. 2,85. Bon diesen Daunen genügen 3 bis 4 Pfund zum großen Oberbett. Berpadung frei. Preisl. u. Proben gratis. Biele Anerkennungsschr. Bekanntmachung. Eine außerordentliche General versammlung der Eschkeschen Kranken- und Sterbekasse No. 60 findet am Montag, den 10. Auguft 1903, abends 8 Hhr, im Kassenlokal, Langeftr. 30, statt. Tagesordnung: Statuten Menderung. Um rege Beteiligung bittet Gofener Berge. 965* Berliner Schweiz. Zwiebusch, Grosse Extra- Sonder- Fahrten Sonntag, den 9. August, den 16. August n. 23. August, Der Vorstand. Kyffhäuser. Rüdfahrt abends 8%, Uhr. Preis pro Person hin und zurüc Prinzen- Abfahrt 10 Uhr früh mit Musik vom Brandenburger Ufer, Station Kopfläuse Brut ver Specialarzt für Haut, Harn- und Specialarzt für[ 13/ 19* Frauenleiden, Seydelstr. 9. Hant- und Harnleiden. 12-13,16-18, Sonnt. 9-11.| 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. * Verkäufe. Steppdecken billigst Fabrik Große Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* Bahnhof Wildau, bei Beuthen, Hohertehme, Schwarzkopffabrit, Görfiger, hochgelegene prachtvolle Baustellen, Rute 20 Mart ohne Anzahlung, nur Zinsen 10 Jahre feft. Bermittler erhalten 20 Mart bschluß Prämie. Dornblatt, Gastwirt, HoherTehme; Restaurant Carl, Prinzessinnenftraße 4; Rabermann, Insterburger ftraße 19. 1773 Teppiche mit Farbenjehlern Fabril niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. + 37* Fahrräder, Teilzahlungen, 125 Mart, Invalidenstraße 148, Staliger straße 40. 75 Pf., Kinder 40 Pf. Bei eintretender Dunkelheit Höhenfeuerwerk und Alpenglühen. 22742 Es ladet ergebetit e Sermann Gärtner, Inhaber u. Begründer. Kleine Anzeigen. Ringschiffchen, Bobbin, Schnell näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Stopniderstraße 60/61, Prenzlauerstraße 59/60 und Große Frankfurterstraße 43. Gardinenhaus Große Frankfurter ftraße 9, parterre. 2 Fahrräder, Halbrenner, alt und neu, fofort preiswert zu bertaufen. 20+ 98* Ramlerstraße 33, rechter Aufgang, Teppiche!( fehlerhafte) in allen IV rechts. 1905 Größen für die Hälfte des Bertes Hobelbänke verkauft billigst Diewig, 1276 im Teppichlager Brünn, Hackescher Moßstraße 76. Markt 4, Bahnhof Börse. 93/ 2* Unschädlich. Erfolg überraschend. schwinden sofort d „ Puffi* In Drogerien 50 Pfg 09 für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstr. 69. bis 4 Uhr angenommen CADUT 號 Der Stoff hat, fertige eleganten Stanzer und Leimer auf Holz+37 Anzug und Baletot nach Maß intl rahmen verlangt Wolff, Dieffenbach: Achtung, Kürschner! Buthaten. B. Lewkowitz, Schneider- straße 33. 1165 Nachstehende Werkstätten haben meister, Alexanderstraße 14a.[ 17788* Fliesenleger verlangt Richard unire Forderungen noch durch Unter Bahnschmerzen beseitige, ohne aus Schäffer, Anhaltstraße 4. 1236 schrift anerkannt: mus zuziehen, absolut schmerzlos für immer. Kartonarbeiterinnen, geübte, für Pelzbranche: unbedingten Erfolg garantiere. Zahn dauernde Beschäftigung. 1,00. Bahnatelier Olivier, Annen bagen, Stallschreiberstraße 58. Greiffen E. Knick, Prenzlauerftr. 5. 15/5 R. Kundt, Fischerstr. 26. Straße 26, gegenüber Thalia- Theater.* Farbigmacherin jucht Goldleiften R. Fischer, Alte Schönhauserite. 32. Empfehle allen Freunden und fabrik Barthels, Michaelfirchstraße 17. O. Hern, Weinbergsiveg 8. Barteigenossen mein Lokal und Ber einszimmer. Karl Dimfe, Boltastraße Weißstepperinnen, die schnell und Mühenbranche: Nummer 44. gut liefern, verlangen Müller u + 108* G. Rist, Brenzlauer Allee 232. Ballach, Dranienstraße 103. 1145 F. Türk, Styleftr. 47. Farbigmacherinnen, geübt auf E. Lessheim, Weißenburgerstr. 48. A. Schmelz, 2örtherstr. 24. Spiegel- und Rahmenleisten, finden R. Keyser, Gafferstr. 61. dauernde Beschäftigung bei Gauglig Th. Schulz, Laufigerstr. 37. u. Taenzer, Brunnenstraße 53.+ 108* N. Simonsohn, Grüner Weg 110. Knabenanzüge Arbeiterinnen ver Folgende Werkstätten find gesperrt: langt Trescowstraße 38. + 68* Pelzbranche: Photographische Objektive, Apparate, allerbilligste Quelle, direkt ab Werkstätte. Riese, Schöneberg, Tempelhoferstraße 8. +32 Verkaufe Wirtschaft, passend für Brautleute. Frau Kobrow, Fehr bellinerstraße 44 I. 1226 Herrenanzüge, Sommerpaletots, Herrenhofen, hochvornehme, zurüdgefekte spottbillig. Deutsches Bersandhaus Jägerstraße 63, 1 Treppe. 796* Vereinsfahnen, Vereinsbanner, Bereinsschärpen, Bereinsabzeichen, Bereinsrofetten, Vereinsschleifen, Vereinsbänder, Bereinsstempel, Fahnennägel, Goldstickerei, Silberstickerei, Sfideret Aufzeichnungen billigst. Verschiedenes. Geschwister Behrendt, fein Laden, nur Dranienstraße 30, eine Treppe. 506* 1763** Nähmaschinen ohne Anzahlung, Fahrradgesuch, auch defekt, Nak Borjährige elegante Herrenhosen 1 r. wöchentlich, fämtliche Systeme, laff, Schönhauser Allee 163a. 93/19" Belleallianceaus feinsten Stoffen 9 bis 12 Mart. fünfjährige Garantie. B Empfehle allen Genossen meine Verkauf Sonnabend und Sonntag. ftraße 78. 665 40-80-500 Personen fafsenden Fest Bersandhaus Germania, Unter den Griftenz. Gemüsegeschäft verläuf- säle mit Bühne und Garten zur geLinden 21, II. 17188* lich. Rirdorf, Neuterstraße 19/20. 131* fälligen Benutzung. Weißbier ohne Wafferzusak. Vorzügliche Küche, solide Weiche Herrenhüte, gute Dualität, Gaskocherhaus! Zweilochgastocher Breise. Friz Wilfe, Brunnenstr. 188, Stüd 95 Pfennige. Beffere Sachen 3,00, Dreilochgastocher 7,00, Bas- bicht am Rosenthaler Thor, Amt III, enorm billig. Hutfabrik, Comptoir bügelapparate, Gasplätteisen, GasRaiserstraße 25A, früher Barnim beleuchtung, spottbillig! Petroleumftraße 4 und 5. Sonntags geöffnet.* tocher, ameiflammig 2,00. Bohlauer, Wallnertheaterstraße 32. 1000 neue Nähmaschinen gebe au Abzahlung, ohne Anzahlung. Lang- Woran liegt es denn, daß Sie an fchiffchen, hocharmig, tomplett, mit Ihren Anzügen nie die rechte Freude allen Apparaten. Elegante Aus- hatten? Nach langem Handeln im stattung, brei Jahre reelle Garantie. fremden Geschäft tauften Sie schließ Für die Güte meiner Nähmaschinen lich etwas andres als Sie eigentlich sprechen Tausende meiner Kunden. wollten und ärgern sich nun jedesmal E. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe über den Reinfall. Gehen Sie zu der Landsbergerstraße. Alte Maschinen Schlesinger, dort fühlen Sie fich wie nehme in Zahlung. 1727K zu Hause und bekommen, was Sie wollen. Wo? Turmstraße 85. 1788 Auch die Sonntagsanzüge find am besten und billigsten bei Schlesinger, Turmstraße 85. Steppdecken, spottbillig, Fabrit Weinstraße 20. + 97* 1136* Rummelsburg, schöne Edrestau1742 ration, zwei Vereinszimmer, mehrere Vereine, äußerst billig zu verkaufen. John, Prinz Albertstraße 5a. Restauration am Waffer, Schifferverkehr, umständehalber sofort für 4500 Mart zu verkaufen. Näheres Scharnberg, Sefenheimerstraße 1. Gräfestraße 31. Restaurant zu verkaufen. Näheres * 1176 6325. 1704* Unfallfachen.Rechtsbureau Bugger, Stegligerstraße fünfundsechzig.[ 1730* Vereinszimmer. Lier, Alte Jakobftraße 119. 1755* Vereinszimmer zu bergeben Potsdamer Stangenbier. Fran te Borndorferstraße 8. + 45* Rechtsbureau, Prozeßbeistand, Eingabengefuche, Naterteilung. Fall, Brunnenstraße vierzig. 1246* Parteigenossen. Deffentliche Erflärung. Die Schantwirtin Schmidt, Hochstädterstraße 22, hat meiner Kundschaft und Nachbarschaft gegenüber gefagt, fie sollten mein Lotal meiden, Rumpf- Arbeiterinnen auf Mädchenindem ich pensionierter Schußmann mäntel berlangt Hulte, Frankfurter wäre, was ich als unwahr erfläre. Allee 16. Fischer, Schankwirt, Hochstädterstr. 9. Vermietungen. Wohnungen. 10 Zweizimmer Wohnungen, herrliche, billigft, Bellestraße 15( Dften).* Schlafstellen. 842* Teilnehmer für möblierte Schlafzimmer, Regelbahn, Garten, Fremden- straße 26. Saal zu Bersammlungen, Vereins- stelle fucht Witwe Jacobey, Kolbergerlogies, gute Speisen und Getränke empfiehlt Merkowski, Andreasstraße 26. Patentbureau Dammann, Morigplak 57. 515* Rechtsbureau, Grüner Weg bierundneunzig( Andreasplah), Gerichtsbeistand, Alimentenfachen, Eingabengefuche, Raterteilung. Langjährige Erfolge! 625* Arbeitsmarkt. Stellenangebote. + 129* Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen toften 40 Pf. pro Seile. Achtung! Fliesenleger. Die Bauten der Firma Schmalisch und Behlow bleiben gesperrt. 56/ 8* Die Kommiffion. Redaktionsvolontär. Schriftstell. gem. Mann, 39 J. alt, Socialdemokrat, s. mujit., mehr. Sprach. wv. 1. bei einer größeren Partei- 8tg. 1265 zum Redakteur auszubilden Off. O. H. 419 poftlagernd in Pegau Sachfen. Glasarbeiter Achtung! Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter! Perleberg, Stronenftr. 21. Herpich Söhne, Leipzigerftr. 14. Müntel, Siegmannstr. 13. Goldstein& Sohn, Meranderftr. 22. Schmidt, Nachf. Gebr. Wolf, Liniftr. 1. L. Bauchwitz, Neue Königstr. 85. Mühenbranche: Jellinek, Blumenstr. 79. W. Nix, Barnimftr. 41a. J. Heilbrunn, ene Stonigste. 10. Peltzer, Styleftt. 7. Deutschmann, Friedenstr. 57. Wir ersuchen die Kolleginnen und Kollegen dringend, mur durch unfren Arbeitsnachweis( Restaur. Marquardt Mendelssohnftr. 9) Arbeit nachzufuchen Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend. 102/7 J. A.: Grandel, Borsitzender. Achtung, Metallarbeiter! Der Streit in den Minkinwerken dauert unverändert fort. Desgleichen der Streit bei Schöning, soweit die Handformer in Betracht auf chemische Baren p. fofort für Amerika gesucht. Nur durchaus tücht. tommen. Nähmaschinen! Ringschiff, Adler, Central- Bobbin, Drion, TambourierLaufbursche, 14 Jahre, Blante, Arbeiter wollen sich zwischen 8 u. 9 Die Firma Schöning scheint der Wheeler u. Wilson, Elaftic, Säulen, Platina, Gold, Silber, Gebisse, Swinemünderstraße 6 I.+68 morgens Hotel Bauer Zim. 8 vorstellen. Meinung zu sein, daß die Mutlosig u. a. m. Prima Qualität, solide und Brillanten, alte Uhren, Blattgold, Melterer selbständiger Schloffer feit, von der die Maschinenformer er elegante Ausstattung, Preise billigst, Rehrgold fauft Broh, Wrangelstraße 4. auf Fahrstühle verlangt Peters, Sophiegriffen find, fich auch auf die Handformer ausgedehnt hat. Conft ist es Charlottenstraße 108. bei Abzahlung coulantefte Bedingun Vereinszimmer Schankgeschäft fofort oder später 50 Personen. Pianino zu vergeben. zu 30 und gen. Drei Jahre reelle Garantie. Schlofferlehrling verlangt Degel wohl nicht zu verstehen, daß die Firma E. Bellmann, Gollnowstraße 26, wegen Kranfheit preiswert au ber- Swinemünderstraße 26, Jrmert. mann, Stralauerstraße 47. den Handformern anbot, die Arbeit nahe der Landsbergerstraße. Alte laufen. Austunft erteilt Schüttke, Die Pianofabrit von Nieber bedingungslos aufzunehmen, so wie Maschinen nehme in Zahlung. 1725* Dresdenerstraße 134, Hof parterre. Sangeslehrer sucht fleiner Verein,& Co., Meganderstr. 22 und es die Maschinenformer gethan haben. Klavier, Violinunterricht, Brenneke Gräfeftraße 31, Restaurant. 1186 Wallner Theaterstr. 26/27, ist Daß Schöning fich da in einem großen Krantenfahrstühle für Zimmer Halbrenner, furze Zeit benutt, Methode, vorteilhaft Oranienstr. 118. Dirigent für neugegründeten Ge- wegen Differenzen für sämtliche Irrtum befindet, wird ihm ja inand Straße fäuflich und lethweise in sämtliches Zubehör, ganz billig ver- Rechtsbureau Eberthstraße 22. fangberein gesucht. Gefangstunde Branchen gesperrt. 142/2 wifchen lar geworden sein. 119/20 allen Preislagen. Kopp, Elsasserfäuflich. Große Frankfurterstraße 14, Beistand in allen Rechtsangelegen Freitags 6-8. Schriftliche Offerten Fachwerein Deutscher Metallarbeiter- Verband. Straße 95. 92/ 18* im Steller. heiten, Prozeßfachen, Straffachen. B. Jacob, Glogauerstraße 4.+19 der Musikinstrumenten- Arbeiter. Ortsverwaltung Berlin. Verantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 1286