Nr. 185. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Breis pränu brando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 art, für das brige Auslans e Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Stolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20$ fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 ẞfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate füt bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoresse: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Agrarier ohne Halm. " Dienstag, den 11. August 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Politifche Ueberficht. Berlin, den 10. Auguft. Hausherrnrecht und Preßfreiheit. Die preußische Eisenbahnverwaltung hat abermals von jenem zu zart bei der Festsetzung dieser Steuern vor. Die meisten erheben veranlagung wird ja noch lange nicht allgemein und straff die Steuern nach dem Nutzungswert und nicht nach dem genug geübt. Der Grundwert muß noch viel mehr bluten! gemeinen Wert. Das macht schon bei Gebäuden recht viel Wichtiger aber wäre ein wirksames Enteignungsrecht für Auf der jetzt beendeten Tagung der deutschen Hausbefizer- zum Nachteil der Gemeindekasse aus, erst recht aber bei den die Vereine in Dresden offenbarte sich so recht der in Hausbefizerkreisen unbebauten Grundstücken. Gemeinden zum Zwecke des Wohnungsbaues, ergänzt Ein Stüd Land, das durch eine Gemeinde- Gesetzgebung, die das Uebergewicht der herrschende Kastengeist, der alle Dinge in der Welt nur nach Haus- wegen des Ueberangebots an Wohnungsgesuchen und wegen der Hausbesiger in der Gemeindeverwaltung beseitigt, also allgemeines agrariers Geldfadsinteressen bewertet. Und das, trotzdem der Stand allgemeinen Entwicklung der Gegend Hunderttausende wert ist, wird gleiches und geheimes Wahlrecht zur Gemeindevertretung. Diese der Haus- und Grundeigentümer" der überflüssigste von der Welt als se artoffelland bebaut und versteuert, während der Fragen spielen auch für die preußischen Landtagswahlen eine erhebist! Der Grund und Boden würde sich sogar weit besser zu Eigentümer ruhig wartet, bis er es mit einem Riefenrebbach ver- liche Rolle. Die Hausbesizer wollen ihre Forderungen allen Kan Wohnungszwecken eignen, wenn er nicht Privateigentum wäre, taufen kann. Verschiedene Städte und Gemeinden treffen diesen didaten für das preußische Abgeordnetenhaus bei den kommenden sondern sich im Befiße der Allgemeinheit befände. Heute wird mit Wert und Wertzuwachs durch Steuererhebung, die dann allen andren Wahlen vorlegen. Die Arbeiterklaffe hat ein sehr lebhaftes Intereffe dem Grund und Boden gewuchert, gewuchert nach der alten un- Steuerzahlern zu gute kommt. Das aber wollen die Herren nun daran, den Wünschen der Herren entgegenzuwirken. geschminkten Art, die das Getreide aufspeicherte, bis die Preise durch Gesetz verhindert sehen, daher die erwähnte Forderung im Wucherhöhe erreicht hatten. Das ist heute ist heute bei den ent- Geschäftsbericht des Herrn Schlegel. In über 100 bayrischen Gewidelten Verkehrsverhältnissen nicht mehr möglich. Aber meinden werden umfassteuern für verkaufte Grundstücke erhoben, beim Grund und Boden ist es gerade durch die Entwicklung ebenso in einigen 20 größeren Gemeinden Preußens, so Aachen, des Verkehrs- und gesamten Wirtschaftslebens erst recht Charlottenburg, Barmen, Bochum, Berlin, Breslau, Danzig, möglich geworden. Die Privatwirtschaft in Grund und Boden Erfurt usw. Meistens ist der Satz jedoch recht niedrig, Berlin allein ist schuld an der in Deutschland herrschenden permanenten erhebt/ Proz. von bebauten und unbebauten Grundstücken. edelsten Teile des Hausherrnrechts Gebrauch gemacht, der mit Hilfe Wohnungsnot. Die Herren Agrarier ohne Halm aber sind bei alle- Dann wieder trifft man, wie gesagt, die leerstehenden des Haustnechts geübt wird. Aus den Bahnhofs- Buchhandlungen dem von ihrer großen staatserhaltenden Bedeutung ganz durch- Baupläge durch Besteuerung nach dem gemeinen Werte, find die socialdemokratischen Preßerzeugnisse verbannt, die Zu drungen. Natürlich ohne sie müßte ja auch ganz Deutschland in fo Duisburg, Breslau, Dortmund, Aachen, Charlottenburg, funft und der„ Simpliciffismus" gingen nach ihnen ins Eril, und Heuschobern übernachten! Sie kennen keine Wohnungsnot; im Düsseldorf, Elberfeld, Flensburg, Groß- Lichterfelde, Kiel, Köln, mun liegt abermals ein bürgerliches Blatt,„ Die Welt am Montag" Gegenteil: je weniger Wohnungen, je mehr Mieter, um so teurer Münster usw. Die Besteuerung ist aber viel zu gering: 1-8, auf der Straße. Am legten Sonnabend, nachmittags ging dem die Mieten. Auch in der Gemeinde führen die Hausbesitzer dank der höchstens 4 pro Tausend. Gine andre Möglichkeit, die Zuwachsrente heran Verlage dieses Blattes vom Pächter der hiesigen Bahnhofs- Buchbestehenden reaktionären Gemeinde Ordnungen das entscheidende zuziehen, bietet besonders die Zuwachs steuer. Sie besteht bis handlungen die Nachricht zu, daß er nicht in der Lage sei, den VerWort und fie muden furchtbar auf, wenn einer fie nach ihrer wirl- jegt in Deutschland noch nirgends, wohl aber in Kiautschou, tauf der Zeitung weiter betreiben zu können. Nach den Angaben der wirk- zuziehen, wachssteuer. lichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu den Steuerlasten heran- und zwar in der ansehnlichen Höhe von 33% Proz. Unfre Heimat- Welt am Montag" bedeutet dieser neueste Utas für den Bahnhofsziehen möchte. lichen Agrarier ohne Halm würden samt und fonders topfstehen vor Buchhändler selbst In dieser Hinsicht ist sehr bezeichnend der Geschäftsbericht, den Wut, wenn sie hier fo blechen sollten. Und doch fagt die erfte 15 000 m. Da sich das Lefepublikum der Welt am Montag" aum einen materiellen Verlust von jährlich der Kölner Baumeister Schlegel als Vorsitzender des preußischen amtliche Denkschrift" darüber:" Es erscheint als sehr großen Teil daran gewöhnt hat, auf den Bahnhöfen ihr Blatt zu Landesverbandes auf der Tagung in Dresden erstattete. Es mäßig, daß das Gouvernement sich mit einem faufen, dürfte auch der Verlag felbst eine wenn auch vorübergehende heißt da: Drittel begnügt und zwei Drittel den Privaten materielle Schädigung erfahren, die freilich bald wieder wett gemacht Bezüglich der Ausübung des Kommunalabgaben- Gesetzes ist hinterläßt." Ganz unsre Meinung! Nur sollte man auch im werden dürfte durch die wirksame Reklame, die die königlich :.. dahin zu streben, daß die§§ 54, 55 und 57 des Kommunal- deutschen Mutterlande recht bald den Grundeigentümern auf dieselbe preußische Eisenbahnverwaltung für ihn betreibt. abgaben- Gesetzes in folgender Fassung abgeändert werden: a) Die Weise gegen den Leib rücken- im Interesse des wohnungsmietenden Aufwendungen für allgemeine öffentliche Zwecke fallen auch in der Boltes und nicht zuletzt des Staatsfäckels. Gemeinde allen Einwohnern in Gestalt der EinkommenD steuer- Buschläge zur Last. Die Eigentümer von bebauten und un bebauten( 1) Grundstücken, sowie die Gewerbetreibenden haben durch Realsteuern nur diejenigen kommunalen Aufwendungen zu decken, welche ihnen zum besonderen Vorteile ge= reichen oder durch fie veranlaßt sind oder noch nicht in andrer Weise, wie z. B. durch Gebühren, Beiträge und Mehrbelastung, eine Ausgleichung erfahren haben 2c." " 1 Im Jahre 1881 ließ der Berliner Magistrat eine Enquete über den Nutzungswert solcher Häuser aufnehmen, bei welchen( in den Jahren 1868 bis 1877) bauliche Veränderungen nicht vor gekommen find. Das Resultat war überraschend und zeigte, wie man im Schlafe reich werden kann. Hier eine kleine Blütenlese. Der Nutzungswert betrug: mehr 1868 M. 1877 In dem erwähnten Geschäftsbericht aber war noch ein fleiner Herzenswunsch enthalten, der recht bescheiden aussieht, aber trotzdem oder gerade weil er so heucheltrecht bezeichnend für den Haus agrarischen Kaftengeift ist. Er heißt: " Der Verlag hat sich beschwerdeführend an den Ministerpräsidenten ber bedrohten Preßfreiheit und in Wahrung unfrer gewendet und an ihn das dringende Ersuchen gerichtet, im Interesse verfassungsmäßigen echte telegraphisch die Rücknahme der Maßregelung unfres feiner Partei augehörigen, unabhängigen Blattes" anzuordnen. " „ Gegen die Beförderung von Genoffenschaften für die Herstellung und die Erleichterung des Erwerbes zweckmäßiger aweifeln zu wollen mit seiner Beschwerde wirklich verfassungsWenn der Verlag- und wir sind die letzten dazu, das be Arbeiterwohnungen ist an sich nichts einzuwenden, obschon mäßige Rechte wahrt, wird die Entscheidung des Ministerpräsidenten ein Bedürfnis hierfür, abgesehen von vereinzelten Ausnahmen, nicht allerdings nicht auf die Frage Rücksicht nehmen dürfen, ob das geWas diese Forderungen bedeuten, tagiert man erst gebührend, anerkannt werden kann, und es dort, wo es besteht, meist in unschädigte Blatt einer bestimmten Partei angehört oder nicht. Denn wenn man bedenkt, daß es eine 8uwachs rente giebt. Baul genügender Verbindung der größeren Städte mit ihrer näheren die Breßfreiheit ist bekanntlich seit dem Falle des Socialistengefeges Boigts berechnet in seiner Grundrente und Wohnungsfrage" den und weiteren Umgebung, in mangeldem Ausbau des Straßen- für teine Partei gesetzlich beschränkt. Die Rücknahme der Boykott Bodenwert von Charlottenburg auf 45 Millionen Mark im Jahre bahnnetzes und mangelnder Anleitung zu praktischer(!) erklärung, die von dem Verlage gefordert wird, hat wirklichen Wert 1886 und 300 Millionen im Jahre 1897. Bauart seinen Grund hat. Dagegen muß es als der Aus- nur dann, wenn sie aus principiellen Gründen erfolgt. Sie darf kein fluß eines bedenklichen Staatsfocialismus und als zulässig( 1) bezeichnet werden, wenn solche Genossenschaften aus quittiert wird. un Gnadenakt sein, der später vielleicht mit befferem Wohlverhalten" öffentlichen Mitteln Unterstützung empfangen, sei es durch Blattes doch nur den Charakter einer erstmaligen Verwarnung", Sonst trüge ein vorübergehendes Verbot des Schenkung von Geld oder Grundstücken, oder durch Darlehen zu wie fie gegenwärtig nur mehr in Rußland üblich ist. einem niedrigen, eine versteckte Schenkung enthaltenden Zinsfuß, oder aber seitens der Gemeinden durch Uebernahme einer Bins weiter. Die fläglich lächerlichen und trotzdem aufreizenden Versuche, Die principielle Bedeutung der Sache reicht aber noch viel bürgschaft, oder Erlaß der Straßenbau-, Kanal- und sonstigen bei unangenehme Preßorgane wirtschaftlich zu schädigen, sind keine verallen andren Bauten regelmäßig zu entrichtenden Abgaben. einzelte Erscheinung auf dem Gebiete, auf welchem sich die Grenzen die Errichtung der Konfumvereine, Offizier- und Beamtenhäuser zwischen verfassungsmäßigem Recht und staatskapitalistischer Willkür und Großbazare der Gewerbetreibenden des Mittelstandes, so muß so sehr verwischt haben. In Herrn Buddes Reich ist nicht nur die eine unzulässige(!) Förderung der Baugenossenschaften die zahl- Breßfreiheit, sondern auch die Rede- und Koalitionsfreiheit auf reichen Hauseigentümer des Mittelstandes in empfindlichster Weise gehoben. Wenn die preußische Eisenbahnverwaltung in ihrem Beschädigen." reiche keine Zeitungen unterdrücken darf, dann darf sie auch die Nehmen wir den nicht unbegründeten Hinweis auf schlechte Gesinnung und die außerdienstliche Thätigkeit ihrer Angestellten nicht Verbindungen der Städte mit den Vorortschaften vorweg. Die tontrollieren. Straßenbahnen werden in der Regel leider noch von Privat- So lange der preußische Staat nicht einfieht, daß er die ver gesellschaften betrieben und die erwarten von jeder einzelnen Linie, faffungsmäßigen Rechte, die den Bürgern zustehen, auch jenen Staatsbaß fie einen Ueberschuß abgebe. So kommt es denn, daß die bürgern gegenüber zu wahren verpflichtet ist, die von ihm wirtGrundeigentümer mit der Bebauung auf die Straßenbahnen und diese mit den neuen Linien auf die Schaffung eines( dividenden spendenden) Verkehrsbedürfnisses durch die Bebauung warten und das Publikum das Nachsehen hat. Da sollte die Gemeinde helfen und beiden Wartenden die Last abnehmen. Scharrnstraße.. in der Königstraße. M. Proz 875 488 Adlerstraße Kanonierstraße 76 143 19 443 72 258 Mohrenstraße. 180 756 Köthenerstraße 177 657 Stegligerstraße. 108 116 0 564 061 117 877 36 796 129 877 297 287 . 50,24 54,81 89,25 68,10 64,47 276 074 • 55,35 186 815 81,17 Nostizstraße 58 482 120 894 106,74 • Waldemarstraße. 131 280 234 994 79,00 Spittelmarkt 43 116 66 283 53,71 Kl. Markusstraße 36 477 63 899 75,16 51 881 83 898 • 38 613 62,88 63,33 Gollnowstraße Hirtenstraße.. 28 687 Ei 1- müssen diese Hauseigentümer aber gearbeitet haben, damit sich ihr Besiz so schön heben" konnte! Wie schaftlich abhängig find, werden auch die boykottierten Blätter nicht zu ihrem Rechte tommen. Graf Bülow ist sicherlich ein liebenswürdiger Mann, der zu kleinen Gefälligkeiten gerne bereit ist aber dazu fehlt ihm doch die staatsmännische Einsicht, au begreifen, daß das System der polizeilichen Bevormundung, der Hinterthürencensur im Bolte nur Stimmungen wecken, die zwischen Werger und Gelächter wechseln. Späte Befreiung. Sie haben auch nicht einen Handschlag darum gethan!! Wie kommt das? Alle Vorteile der dichteren Bevölkerung dienen in erster Linie dazu, die Grundrente zu erhöhen, sagt Adam Smith. Die Also: gegen die Beförderung der Baugenossenschaften haben die Entwickelung der Kultur, ein Resultat der Zusammenarbeit aller Grundherren durchaus nichts; mur dürfen sie nicht etwa mit wirksamen Volksgenossen und besonders der werkthätig schaffenden, vermehrt Mitteln unterstützt werden, damit sie nur nicht auf die Höhe der den Wert des Grund und Bodens den der Grundbefizer ein- Wohnungsmieten von Einfluß sein könnten. Aber sonst ist streicht. Der Marinefiskus gebrauchte fürzlich für den Bau von es ihnen im Innersten des Herzens sogar ganz angenehm, wenn Aus Anlaß des Geburtstages des sächsischen Königs find Hafen- und Werftanlagen in Kiel ein gewisses Grundstück, das er Baugenossenschaftler es unternehmen, eine weiter ab liegende Gegend 70 Strafgefangene begnadigt worden. Darunter befinden sich brei für 231 000 M. von drei Herren kaufte. Nun kommt die Jronie des au bebauen wie es ja naturgemäß meistens geschieht und Opfer des Zuchthausprozesses gegen die Löbtauer Bauarbeiter. Schicksals: genau dasselbe Grundstück hatte der jetzige glückliche" dadurch die umliegenden Grundstücke vorteilhaft erschließen"- zu Die Zimmerer Moriz, Gedlich und Wobst haben vier Jahre Käufer früher einmal als Eigentum beseffen, es dem Domänen- Gunsten der Haus- und Grundbesitzer, die gegen diese Steigerung hinter Zuchthausmauern verbracht. Moritz war zu acht, die beiden fistus überlassen, worauf dieser es für 68 000 m. an besagte der Zuwachsrente, troydem sie durch ihre argen Feinde, die andern zu je sieben Jahren verurteilt worden. Schon früher, unter drei Herren veräußerte. Baugenossenschaftler, veranlaßt ist, gar nichts einzutvenden haben. der Regierungszeit des verstorbenen Königs Albert, waren vier andre So geht's nicht nur in Berlin so geht's in jedem Kleinen Adolf Damaschte zeigt in seinem Buche Aufgaben der Gemeinde- von den Löbtauer Verurteilten, welche geringere Strafen zu verNefte. Ift es δα nicht einfach recht und billig, politik" einen solchen Fall, dem sich andre aus allen möglichen Orten büßen hatten, der Freiheit wiedergegeben worden. Noch aber vervon diesem natürlichen Wertzuwachs, an dem die Herren Besizer leicht anreihen ließen: Der Berliner Spar- und Bauverein, bleiben zwei jener tief Bedauernswerten im Zuchthause so unschuldig wie neugeborene Kindlein find, der AII- dessen Aufsichtsrat ich sechs Jahre angehörte, begann feine zu Waldheim, der Zimmerer Schneider, der zu neun Jahren, und der gemeinheit, die doch wahrlich mit der fortschreitenden Thätigkeit mit dem Bau eines Doppelhauses in Moabit. Bauarbeiter Zwahr, der zu zehn Jahren verurteilt worden war. Entwicklung neue Lasten genug erhält, einen recht großen Teil zu wir gingen weit hinaus. Unser Haus war das erste in Die Befreiung der jetzt Begnadigten wurde im sächsischen Bolte zuweisen? Wächst doch die Steuerlaft gerade durch jene Umstände, der betreffenden Straße. Seine Erstellung und der Bau einer seit Jahren dringlich erwartet und daß sie immer wieder nicht einwelche die Zuwachsrente erstehen lassen. Volksschule durch die Gemeinde trieben den Preis des Bodens in trat, auch nicht beim Regierungsantritt des neuen Königs, erregte Aber davon wollen die Hausagrarier nichts wiffen! Deshalb ist ganz kurzer Zeit auf das Doppelte und höher. Die Attionäre die Erbitterung stets von neuem, die durch das ungeheuerliche ihnen das Miquelsche Kommimalabgaben- Gefeß ein Dorn im Auge. der Terraingesellschaft gewannen wir hatten ja gewagt und Buchthausurteil vom Februar 1899 entfacht war. Es bezeichnet nämlich außer der Zuschlags- Ginkommensteuer auch die gearbeitet." Gebäude und Grundsteuern( Realsteuern) als Kommunal- Bis jetzt aber haben die Baugenossenschaften den Agrariern ohne steuern. Und doch gehen die Gemeinden im allgemeinen noch viel Salm so gut wie gar keinen Schaden gethan. Auch die Steuer" dem Bau " Die Begnadigung, die nun allzu spät erst geübt wird, ist eine Wohlthat vor allem für die sächsische Justiz, die befreit wird von einem kleinen Teile schwerer socialer Verschuldung, sowie für die Kchsische Regierung, die so lange diese Verschuldung unbeglichen duldete. So sehr es zu begrüßen, daß diese Art der Rechtsherstellung vollzogen Ivird, so ist es um so bedauerlicher, daß nicht endlich dieses Unrecht gänzlich aus der Welt geschafft wird, daß noch immer zwei Menschen, deren Schuld, so weit sie solche auf sich luden, seit Jahren gesühnt ist, hinter Zuchthausmauern schmachten müssen. Nicht allein um dieser Bedauernswerten willen, als um der Achtung vor den sächsischen Rechtszuständen willen müßten auch diese beiden der Freiheit wiedergegeben werden.— Wahlsorgen. Infolge loichtfertigen Korrigierens der Zahlen ist die unter der gleichen Ueberschrift in voriger Nummer enthaltene Notiz in einem wesentlichen Teile vollständig verstümmelt worden. Im Regierungsbezirk Königsberg sind nicht 574 000 sondern 57 400 konservative und im Regierungsbezirk Potsdam nicht 57 400 sonder».� 175 000 socialdemokrasische Stimmen abgegeben worden. Das heißt. also in beiden Bezirken ist die Zahl der konservativen Stimmen kleiner und zwar im Potsdamer sehr erheblich kleiner wie die Zahl der socinldemokratischen und freisinnigen zusammen und trotzdem be- sitzen die Konservativen sämtliche Landtagsmandate des Potsdamer Bezirks und die große Mehrzahl derer des Königsberger Bezirks. Dieser Gegensatz geht leider in der Notiz vollständig der- loren und muß deshalb nochmals besonders darauf hingewiesen werden, weil gerade daraus hervorgeht, wieviel die Konservativen von unsrer Beteiligung an den Landtagswahlen zu fürchten haben könnten.— Ermordung des russischen Konsuls in Monastir. Die Lage in Macedonien wird immer komplizierter. Nachdem erst am 31. März dieses Jahres der nach Mitrowitza entsandte russische Generalkonsul Schtscherbina von einem türkischen Soldaten albancsischcr Abkunft erschossen worden ist, wurde Sonnabend wiederum auf einen russischen Konsularbeamten ein Attentat vollführt: auf den russischen Konsul in Monastir, den Staatsrat Rostkowski. Der Konsul hatte einen Spaziergang in das benachbarte Kloster Bukowo unter- nommen. Auf der Heimkehr bemerkte er, daß ihn ein türkischer, die Wache haltender Soldat nicht grüßte, sondern herausfordernd fixierte. Der Konsul näherte sich dem Soldaten und fragte ihn, was er wolle, worauf dieser einen Schutz abfeuerte, der den Konsul tot nieder- streckte. Welchen Motiven die That entsprungen ist, lätzt sich noch nicht er- kennen. Ob der Soldat als Mohamedaner in dem Konsul einen Helfershelfer der bulgarischen Aufständischen sah und Rache nehmen wollte für die Niederbrennung mohamedanischer Dörfer durch bul- garische Banden, oder ob er umgekehrt ein Werkzeug der bulgarischen Aufstandsleiter war, die durch diese neue Ermordung eines russischen Beamten Rußland zur Intervention zwingen wollen, das wird erst die Untersuchng lehren. Trifft letzterer Fall zu, so dürften sich die Leiter der macedoirffchen Bewegung verrechnet haben, denn nach den heute vom russischen„Regierungsboten" veröffentlichten Auslassungen scheint die russische Regierung keineswegs geneigt zu sein, ihre bis- herige abwartende Haltung aufzugeben. In dem offiziellen Blatt heißt es nämlich: Der russische Minister des Aeußern, Graf Lamsdorf, tele- graphierte gestern an den russischen Botschafter in Konstantinopel: Seine Majestät der Kaiser empfing ein Telegramm des Sultans, das tiefes Bedauern über den Tod des Konsuls in Bitoli ausdrückt. Nachdem ich Ihr Telegramm vorgelegt, befahl der Kaiser, daß Sie sich nicht auf die Entgegennahme von Erklärungen des Großveziers beschränken, sondern an die türkische Regierung sehr energische Forderungen bezüglich voller Genugthuung und unverzüglicher exemplarischer Bestrafung sowohl des Mörders als auch aller Militär- und Eivilpersonen stellen, auf welche die Verantwortung für die freche Uebelthat fällt. Andrerseits dürfte die Pforte es kaum daran fehlen lassen, dem russischen Verlangen nach Genugthuung möglichst entgegenzukommen; wie der russische Boffchafter seiner Regierung gemeldet hat, sind noch am 8. August der Großvezier und der Minister des Aeußern bei ihm erschienen mit dem Ausdruck des Bedauerns im Namen des Sultans. Ferid Pascha erklärte, der Mörder sei der Gendarm Halim; er werde der strengsten Strafe unterworfen werden, ferner werde der Wali von Monastir seines Postens enthoben.— Neue Kämpfe. In Sirola, 2V- Stunden von Ochrida, hat am 3. August ein sechsstündiger Bandenkampf stattgefunden; 46 Komi- tatschis wurden getötet. Die übrigen flüchteten, nachdem sie das Dorf in Brand gesteckt hatten. Bei Trenischte und Meschowischte haben gleichfalls Bandenkämpfe stattgefunden, 12 Komitatschi, darunter ein berüchtigter Bandenführer, wurden getötet. In Dirdje sind 200 Soldaten von Komiteebeamten umstellt; Truppenperstärkungen sind dorthin abgegangen.—> Saloniki, 8. August.(Telegramm der„Agence Havas".) Zehntausend, in vier Corps eingeteilte Insurgenten stehen im Wilajet Monastir unter Waffen, zweitausend kämpfen in Kastoria gegen türkische Truppen. Truppenketten schützen Monastir. Die Läden in dieser Stadt sind geschlossen. Die Eisenbahnarbeiter weigern sich, weil von den Insurgenten mit dem Tode bedroht,»die Eisenbahn- geleise auszubessern. Angesichts der Gefahr für den Verkehr wird von verschiedenen Seiten verlangt, daß der Personenverkehr auf den Eisenbahnen in Macedonien vorsichtshalber eingestellt Ivcrde. Die Lage wird für ernst gehalten.— � Veutlcdes Reich. Die„große liberale Partei". Herr B a s s e r m a n n ist es, der die erste That vollbringt, Mn die vielberedete große liberale Partei in Wirksamkeit treten zu lassen. In Wirksamkeit nicht gegen die Reaktion, sondern gegen die Socialdemokratiel Aus Mannheim wird uns geschrieben: Einen bemerkens- werten Beschluß faßte unter dem Vorsitz B a s s e r m a n n s der Lorstand des hiesigen Nationalliberalen Vereins, er schlägt für die im Oktober stattfindenden Landtagswahlen in Mannheim- Stadt den Freisinnigen und Demokraten ein gemein- sames Vorgehen gegen die Socialdemokratie vor. Der Zweck dieses Vorgehens ist, der Socialdemokratie, die sich seit 18S5 im Besitze sämtlicher drei Mandate der Stadt Mannheim be- findet, die beiden diesmal zur Neuwahl stehenden Mandate zu ent- reißen und sie zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen bezw. Demokraten aufzuteilen. Der Freisinn wird sich ohne Zweifel dieser Taktik anschließen, vorausgesetzt natürlich, daß dabei etwas für ihn abfällt; dagegen ist das Eingehen der D e m o k r a t e n auf den seltsamen Handel sehr unwahrscheinlich. Die demokrasische Partei wurde von den vereinigten Nationalliberalen und Freisinnigen bei den letzten Mannheimer Gcmeindewahlen in geradezu schnöder Weise ver- gewaltigt, und zudem trennen sie von letzteren gerade in einer der wichtigsten Fragen, die den nächsten Landtag beschäftigen werden, in der Frage der Zulassung der M ä n n e r k l ö st e r, unvereinbare Gegensätze. Dazu kommt, daß das Leibblatt Bassermanns, der Mannheimer„Generalanzeiger", erst vor kurzem ein scharfes Pronunziamento gegen die bürgerliche Demokratie gerichtet und ihr mit der Entreißung ihrer diesmal zur Wahl stehenden Mandate ge- droht hat. Der von nicht gerade großer taktischer Klugheit zeugende Coup Basiermanus wird voraussichtlich also nur die eine Wirkung haben, daß er unsre Mannheimer Parteigenossen zur Anspannung aller ihrer Kräfte bei der Wahl anspornen wird. Selbst wenn das „Kartell der feindlichen Brüder" zu stände käme, wäre eine Gefahr für den parlamentarischen Besitzstand unsrer Mannheimer Partei aus- geschlossen.—_ Die beleidigten Freihändler. Die„Vossische Zeitimg' fühlt sich beleidigt, daß sie von der„Kreuz-Zeitung" zu den Freihändlern gethan wird. Sie will keineswegs dazu gehören und erklärt aus- drücklich, daß sie für einen Zoll von 35 M. auf die Tonne eintritt, wie er jetzt besteht. Die„Vossische Zeitung" gehör' zu derjemgen Gruppe bürgerlicher Polittker, die bisher von allen bürgerlichen Parteien am wenigsten agrarisch gesinnt waren.— Zur Bekämpfiiug der Wnrmkrniikheit. Der Vorstand des Deutschen Bergarbeiter-Verbandes hatte am 5. August an den Verein für berg- bauliche Interessen, das Ober-Bergamt und das Ministerium eine Eingabe in Sachen der Bekämpfung der Wurmkrankheit gerichtet, worin er unter auderm verlangte, daß den Wurmkranken während der Daner der Krankheit der volle Lohn gezahlt werde. Am 9. August hat der Verein siir bergbauliche Interessen, wie uns ein Privattelegramm meldet, den Beschluß gefaßt, den Zechen zu empfehlen, daß sie den Wnrmkranken auf das Krankengeld soviel zu- zahlen sollen, daß sie den durchschnittlichen Schichtlohn erreichen. Die Gesellschaften„Gelsenkirchen" und einige andre noch nicht ge- nannten sollen bereits beschlossen haben, der Empfehlung zu folgen; „Hibernia" will folgen._ Die Partei des Anstandes. Die Presse der Konservativen und des Centrums wetteiferte jüngst in schlecht gespielter Entrüstungskomödie über Vorgänge bei der Wahl im 9. sächsischen Wahlkreise, dem einstigen Sitze des Dr. Oertel. Jetzt wird ein neuer Fall zu den früheren bekannt, wie die Konservativen in jenem Kreise sich verhalten haben. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten von Freiberg i.S. gab vor Eintritt in die Tagesordnung der dortige nationalli'berale Bürgermeister Blühcr folgende Erklärung ab: „Während meines vierwöchigen, Dienstag, den 4. d. Mts. zu Ende gegangenen Urlaubs bin ich in hiesiger Stadt von zwei Personen aus Anlaß der Reichstags wähl in unerhörter, von mir und wohl auch von andrer Seite niemals für möglich gehaltener Weise beschimpft worden. Alsbald nach meiner Rückkehr habe ich wegen beider Thaten Strasantrag gestellt, bitte aber überdies, daß, wenn etwa noch weitere derartige Vor- kommnisse sich ereignet haben, mir sofort davon Mitteilung gemacht wird, damit ich auch da unnachsichtlich die Straf- Verfolgung herbeiführen kann. Weiter ist öffentlich in einer auswärtigen Zeitung versucht worden, zwei hiesige In- dustrielle gleichfalls aus Anlaß der Reichstags- wähl in ihrem Erwerb zn schädige», indem man vor ge- schäftlich er Verbindung mit ihnen warnte. Wenn ich diese Sache hier erwähne, liegt es mir fern, die Politik in unsre Verhandlungen hineinzutragen. Aber die Stadtverwaltung hat die Pflicht, die Bürger zu schützen und den Gewerbe- betrieb zu fördern, demgemäß aber auch, derartigen, übrigens von den Angehörigen aller Parteien jederzeit ein- mütig verurteilten Maßnahmen nach Möglichkeit entgegenzutreten. Ich bitte auch hier, alle weiteren Versuche, unsre Einwohner zu schädigen, zur Kenntnis des Stadtrates zu bringen, dem ich die weiteren Schritte in dieser Frage vorbehalten muß. Alle aber, die es mißbilligen, wenn politische Gegensätze auf das persönliche und geschäftliche Gebiet übertragen werden, fordere ich auf, die Stadtverwaltung in ihrem Bestreben, diesen Versuchen Einhalt zu thun, nach Kräften zu unterstützen." Ein Jahr muß er haben. Zu der Verurteilung des Redakteurs Biermann vom oldenburgischen„Residenzboten" wegen Beleidigung des Justizministers Ruhstrat macht das Blatt folgende bemerkens- werte Mitteilung: „Ein hiesiger Anwalt hatte der Frau unsres Redakteurs ge- sagt: Gehen Sie zum Herrn Minister und bitten ihn, er möge in Rücksicht auf die Familie die Klage zurückziehen, mir würde das eine größere Genugthuung sein, als wenn ein Mensch meinetwegen mit Gefängnis bestraft wird. Die Frau befolgte den Rat des menschenfreundlichen Herrn. Und wie äußerte sich der Herr Minister: Ein Jahr muß er dafür haben! Nennen Sie mir den Mann, der den Artikel geschrieben hat, dann wollen wir weiter über die Sache reden." Thatsächlich ist Biermann denn auch zu einem Jahre Gefängnis verurteilt wordeu, so daß die Hoffnung des Ministers in Erfüllung gegangen ist.— Unreife Politik. Ans K a t t o w i tz wird berichtet: Einen schwunghasten Handel mit den photographischen Porträts des im Wahlkreise Kattowitz-Zabrze gewählten polnischen Abgeordneten, Korfan ty, betrieb das hiesige photographische Atelier von Tonni Schön. Zu Hunderten wurden die Bilder käuflich abgesetzt, viele Freunde und Gönner Korfantys erhielten sie als Geschenk und. zahl- reiche Läden wurden damit geschmückt. Ein Schuhgeschäft benutzte sie als Grasisbeigaben für die Käufer. Die Inhaberin des Ateliers hat nun vor einigen Tagen von der Polizei die Anweisung erhalten, das Staatsgebiet zu verlasien. Durch ihre Verheiratung mit einem Ausländer(Oestreicherj ist sie der deutschen Staatsangehörigkeit ver- lustig gegangen. Es ist geiviß ein Zeichen einer unreifen Bevölkerung, daß mit der Photographie eines neu gewählten Abgeordneten ein derartiger Kultus getrieben wird, wie ihn sonst nur„Patrioten" und Byzantiner mit Fürsten- und Prinzenbildern betreiben. Aber noch unreifer ist die Polizeipolitik, die eine Frau, welche solche Bilder verkauft und dadurch, wie die Polizeisprache sagt,«den Radikalpolonismus unter- stützt", aus Preußen verjagt.— Zum Kapitel der Soldatcnmißhaudlungen behauptet die„Straß- burger Post", die Entrüstung darüber werde auch in militärischen Kreisen in hohem Maße empfunden. Wenn das richfig ist, dann versteht man noch weniger die oft unglaublich milden Beurteilungen von Verfehlungen Vorgesetzter durch die Militärgerichte. Weiter führt das genannte Blatt aus: „Wo sich solche Verhältnisse herausbilden können, wie sie die jüngsten kriegsgerichtlichen Verhandlungen an die Oeffentlichkeit ge- bracht haben, kann unmöglich die genügende Beauffichtignng statt- gefunden haben, und hier kann eine Besserung nur dadurch erreicht werden, daß man die beauffichtigenden Organe in rücksichtsloser Weise zur Verantwortung mit heranzieht, und zwar nicht allein mit Sttafen. sondern kurzerhand auch mit Dienstentlassung. Die Zahl der Offiziere und Unteroffiziere im Heere, die sich in ihrer Dienstzeit niemals auch nur der leisesten Soldatenmißhandlung oder vorschrifts- widrigen Behandlung von Untergebenen schuldig gemacht haben, ist denn doch viel zu groß, als daß sie ihren blanken Ehrenschild durch unwürdige Individuen beflecken lassen sollten, die in unser Heer als Vorgesetzte nicht hineingehören. In den meisten Fällen sind Unteroffiziere usw.. welche leicht zum Schlagen und Mißhandeln geneigt sind, innerhalb des Truppenteils ganz gut bekannt, und wenn es daher der Aufmerksamkeit des Vorgesetzten nicht gelingt, ihnen gründlich und nachdrücklichst das Handwerk zu legen, so trifft ein Teil der Schuld ohne Zweifel die betreffenden Vorgesetzten selbst. Gegen rohe Rüpel, gleichviel an welcher Stelle sie sich befinden, muß mit der größten Rücksichtslosigkeit innerhalb der Armee selbst vorgegangen werden; da können weder die Militärgerichte, noch die Interpellationen der Regierung im Reichstage etwas helfen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß sich die Ausbildung unsres Heeres ohne Prügel und ohne Mißhandlungen in erzieherischer Weise erreichen läßt, und um dieses Ziel auch in der Praxis mit Sicherheit zu erreichen und den beabsichtigten Zweck durchzusetzen, darf kein Mittel, auch das strengste nicht, unversucht bleiben." In den Ausführungen des Blattes ist gewiß vieles Richtige, jedoch ist das vorgeschlagene Mittel wohl kaum ausreichend zur Be- scitigung des traurigen Zustandes. Die Hauptsache liegt ohne Zweifel in dem System des herrschenden Militarismus. Der blinde Gehorsam, der vom deutschen Soldaten gefordert wird, dazu die Anforderungen eines unsinnigen Paradedrills, der Leuten beigebracht werden soll, die vielfach keinerlei körperliche Gewandtheit mit- bringen, das ist es vor allen Dingen, worin die Ursache zu den scheußlichen Mißhandlungen zu suchen� ist. Damit in Verbindung steht al» weitere Ursache die hochmütige Verachtung, die die meisten feudalen Herren dem„Kerl" entgegenbringen. Man gebe dem Soldaten das Recht, sich gegen ungehörige Zumutungen und gegen Mißhandlunge» zu wehren, man befreie ihn von der Pflicht. Befehle zu erfüllen, die ü6cc_ die Ausübung des Dienstes hinausgehen, man reformiere das Beschwerderecht und schaffe ein Straftecht, das modernen Anschauungen entspricht, damit wird ma» erst Ernstliches zur Bekämpfung der Mißhandlungen erreichen können. Die Abschaffung des Paradedrills und eine frühzcittge Vorbereitung der jungen Leute in körperlichen Uebungen gehört gleichfalls dazu. Daß nicht alle Vorgesetzten sich zu Mißhandlungen verleiten lassen, ist kein Beweis gegen unsre Auffassung, es sind eben die un- geeigneteren Elemente, denen das System entgegenkommt, das ihre Veranlagung erst weckt und die Zahl der Mißhandlungen ist höchst- wahrscheinlich viel größer wie die Zahl derer, die durch Gerichts« Verhandlungen an die Oeffentlichkeit dringen. An solche grundsätzliche Reformen denkt man aber natürlich nicht. Dagegen konnte ein militärischer Befehlshaber, wie der Erbprinz von Meiningen, über seinen Erlaß gegen die Miß- Handlungen stürzen.— Husland. Charles Longuet f. Paris, 8. August.(Eig. Ber.) Die Ueberlebenden der Pariser Kommune werden immer weniger. Wieder ist einer von ihnen, Charles Longuet, der Schwiegersohn von Karl Marx, zur Ruhe gegangen. Er starb eines plötzlichen Todes im 64. Altersjahr. Seine politische Thättgkeit beginnt am Ende des zweiten Kaiserreichs. Sprößling einer klerikal-monarchistischen Bourgeois- samilie aus der Normändie, gewann er seine ersten Sporen im Kampfe gegen das Kaiserreich und für die proudhonistischen Ideen. Im Pariser Stndcntenvicrtel that er sich als eiftiger Propagandist hervor. 1867 gründete er mit Cladel, Tridon u. a. die socialistische Stndentenzeidmg„Les Ecoles de France", die ihm vier Monate Gefängnis einbrachte. Bald darauf zog er sich acht Monate Gefängnis zu durch kaiserfeindliche Artikel in seiner neuen Zeitung„Rive Gauche". Er entfloh nach Brüssel, um dort die Zeitung fortzusetzen, wurde aber alsbald aus Belgien ausgewiesen, und ging nach London, wo er die Bekanntschaft von Karl Marx machte. Er trat auch der Internationale bei und beteiligte sich an ihren Kongressen in Lausanne und Basel. Der Baseler Kongreß kostete ihm nach seiner Rückkehr nochmals zehn Monate Gefängnis. Am Aufstand vom 18. März 1871 nahm er thätigen Anteil als Kommandant des 248. Bataillons der Nationalgarde. Die Kommune ernannte ihn zum Direktor des„Journal Officiel", und selbst das bourgeoise„Journal des Dobats" gestand damals zu, daß das Re- gierungsblatt zum erstenmal von einem Manne geleitet wurde, der „zu denken und zu schreiben versteht". In den Nachwahlen vom 16. April zum Mitglied der Kommune gewählt, schloß Longuet sich der internasionalistischen Minderheit an. Nach dem Fall der Kommune gelang es ihm, sich dem Versailler Todesurteil durch die Flucht zu entziehen. 1872 beteiligt er sich am Haager Kongreß der Jnternattonale als Gegner der Bakunisten. Seine Exilzeit verlebte er in London, wo er 1873 eine Tochter von Karl Marx, Jenny, heiratete. Nach Erlaß der Amnestie kehrte er nach Paris zurück und arbeitete zunächst an der„Justice" von Clemenceau als Redakteur der auswärtigen Politik, wobei er den Kampf der deutschen Socialdemokratie unter dem Ausnahme- gesetz sympathisch behandelte. 1836— 1893 war er Mitglied des Pariser Gemeinderates auf Grund eines socialistischen und radikalen Wahlkompromisses. 1893 wurde er infolge seiner socialistischen Abstimmungen durch einen Radikalen ersetzt. Seither kandidierte er mehrfach, namentlich für den Senat, aber ohne Erfolg. Seit der französischen Parteispaltung gehörte Longuet der jaurssistischen Partei an und war Mitglied ihres Jnterföderalen Komitees. Auf dem letzten Kongreß derselben in Bordeaux sprach er gegen Millerands Ausschließung. Charles Longuets Tod ist eine schmerzliche Ueberraschung. Trotz seines vielbewegten Lebens zeigte er eine fast jugendlich anmutende Lebhaftigkeit des Naturells und des Geistes und volle körperliche Rüstigkeit.... Er hinterläßt eine Tochter und drei Söhne, darunter den auch den deutschen Genossen nicht unbekannten angehenden Schriftsteller Jean Longuet.— Oestreich-Ungarn. Graf KhuenS Demission. Endlich, nach langem Zögern, sieht sich nun doch der ungarische Ministerpräsident Graf Khuen-Hedervary genötigt zu gehen. Er erklärte im ungarischen Abgeordnetenhause, die Regierung habe sich die Aufgabe gestellt gehabt, die Beendigung des ex lex- Zustandes herbeizuführen und eine normale Geschäftsführung im Parlament zu ermöglichen. Zu diesem Behufs fei die Erhöhung des RckrutcnkontingentS zurückgezogen. Die AuS« ficht, daß die Regierung ihre Mission würde erfüllen können, sei an- faugs verheißungsvoll gewesen, doch die Möglichkeit des Gelingens der Aufgabe habe sich bald vermindert, bis sie völlig geschwunden sei. Darum habe es die Regierung für ihre patriotische Pflicht gehalten, ihre Mission in die Hände des Kaisers zurückzulegen und ihre Demission zu überreichen. Der Kaiser habe diese angenommen und sich die formale Erledigung des Demissiousgesuches für später vorbehalten. Der Ministerpräsident ersucht hierauf das Haus, sich bis zur Bildung eines neuen Kabinetts zu vertagen, und teilt ferner mit, der Kaiser iverde nach Ungarn kommen. Budapest, 9. August.(B. H.> Infolge der Demission des Kabinetts wird die Lage als eine beruhigtere angesehen. Die An- kunft des Kaifers in Budapest wird siir Mittwoch erwartet. Er Ivird auch mit den Führern der Opposition Fühlung nehmen. Be- treffs dcS neuen Kabinettschef glaubt man, daß eine indifferente Persönlichkeit, z. B. Julius Szapary, die Mlfsion übernehmen werde. Der Reise v. Koerbers nach Ratot zu v. Szell wird hier große politische Bedeutting beigelegt.— Frankreich. Ein Attentat auf C-mbes soll, wie der Telegraph aus Mar- stille meldet, dort am Sonnabend verübt worden sein. Als der Ministerpräsident von dem Bankett zu Ehrest des Lehrerkongresscs zurückkehrend, die Präfektur betrat, feuerte, so wird gemeldet, eine wie ein Fischer gekleidete Person zwei Rcvolverschüsse in der Richtung des Wagens des Ministerpräsidenten ab; Combcs wurde nicht verletzt. Dagegen stellt eine amtliche Darstellung in Abrede, daß ein Attentat auf den Ministerpräsidenten stattgefunden hat. Die Rcvolverschüsse sind danach nicht auf den Wagen des Minister- Präsidenten gerichtet gewesen. Der Sachverhalt hat sich vielmehr folgendermaßen abgespielt. Es wurde mit einer Tomate nach dem Wagen Combes' geworfen, die den auf dem Bocke sitzenden Lcibjägcr traf. Schutzleute verfolgten den Thäter, den seine Kameraden zu schützen suchten. Einer der letzteren, Namens Picolo. schoß dabei aus seinem Revolver, etwa hundert Meter vom Wagen des Minister- präsidentc» entfernt. Sowohl Picolo wie derjenige, der die Tomate geworfen hat, sind verhaftet worden. Picolo war angetrunken und leugnet, geschossen zu haben.— England. Australien und der britische Zollverein. London.«- August. (Eig. Ber.) Die im Sommer 1902 in London abgehaltene Konferenz der kolonialen Premierminister nahm bekanntlich eine Resolution an, in der sich die Premierminister der freien britischen Kolonien ver- pflichteten, ihren Parlamenten die Vorzugsbehaudlung britischer Waren vorzuschlagen. Da ober die australischen Premierminister damals nicht in der Lage waren, definitive Vorschläge zu machen. glaubte man annehmen zu dürfen, daß Australien den Gedanken eines britischen Zollvereins ablehnte. Diese Annahme ist nach den in den letzten Wochen aus Australien eingetroffenen Nachrichten nicht richttg. Sowohl das Bundesnnnisterium des australischen Gemein- Wesens wie die Premierminister der Einzelstaaten haben sich im Sinne Chamberlains ausgesprochen. Sogar unter den Freihändlern giebt es Elemente, die für einen britischen Zollverein eintreten, da sie der Ansicht sind, daß die englische Welttnarktstellung bedroht sei. ferner glauben sie. daß der Zollverein nach und nach zum Freihandel innerhalb des ganzen britischen Reiches führen würde. Die Schutzzöllner Australiens, d. h. die große Mehrzahl der dortigen Wähler, sind gegen eine Herabsetzung der Zölle. Sie betrachten des etzigen Tarif als das Mnimum und als Vorzugstarif an daS britische Reich und wollen die Einfuhr aus andren Ländern mit höheren Zöllen belegen. Dafür verlangt Australien von England eine wesentliche Vorzugsbehandlung australischer Erzeugnisse, wie Wolle, Häute, Talg, Weizen, Fleisch- und Molkereiwaren.(Sie denken sich also die Zollunion derartig, daß Australien England nur eine nicht weitere Erhöhung des jetzigen australischen Tarifs garantiert, während England zu Gunsten der von Australien nach dem Mutterlande exportierten Nahrungsmittel und Rohstoffe die gleichen oder ähnlichen Ausfuhrprodukte aller andren Länder mit Zöllen belegt. Die englische Industrie und der englische Handel dürften schwerlich auf dieser seltsamen Basis zum Abschluß eines Zollverbandes bereit sein. Die Red.)— Rußland. Neber die AuSfirmdsbewcgung in Kiew wird in dem Krakauer socialistischen„Naprzed" berichtet, daß in den letzten Tagen mehrfach blutige Zusammenstöße zwischen den Streikenden und dem Militär stattgefunden haben. Am Donnerstag besetzten streikende Eisenbahn- arbeiter die Geleise vor dem Bahnhof, um den Zugverkehr zu hindern. Der Gouverneur ließ sie durch Infanterie angreifen; die Infanterie feuerte zweimal. Angeblich wurden 40 Personen getötet. Abends plünderten die Streikenden dieLebensmittel-Läden. DerGouvcrneur ließ die Truppen abermals feuern, wodurch wieder viele Personen getötet wurden. Am Freitag kam es zu einem dritten Zusammenstoß. Die Aus- ständigen waren am Flußufer versammelt. Die zu ihrer Vertreibung entsendeten Kosaken wurden in die Flucht geschlagen. Hierauf griff wieder Infanterie ein, die mehrere Salven abgab. Viele Tote und Verwundete fielen ins Wasser.— Aus Odessa wird der„Leipziger Volkszeitung" telegraphiert: Der Hafenchef von Odessa, der trotz wiederholter Warnung die aus- ständigen Schiffsmannschaften durch Matrosen der Kriegsmarine ersetzte, ist aus offener Straße getötet worden.— Der Prozeß Humbert. Der Millioncnschwindel der Humberts. Paris. 7. August.(Eig. Ber.) Auch die großen Gauner genießen das Privilegium, Gegenstand des öffentlichen Interesses zu sein. Das gilt ganz besonders von der „größten Gaunerei des Jahrhunderts", dem M-llionenbetrug der Humberts. Die sociale Stellung der Angeklagten, ihre weit- und hochverzweigten Beziehungen in der politischen Welt, ihre sozusagen geniale Ausnutzung des kapitalistischen Kreditsystems und der juristischen Fiktionen der auf die kapitalistische Gesellschaft zugeschnittenen civilen Rechtspflege, die 20 Jahre lang fortdauernde Nasführung eines blinden oder sich blind stellenden Richterstandes mit Hilfe an- gesehener Rechtsanwälte und Notare— dies sind die wichtigsten Momente des an den Humbert-Prozeß sich knüpfenden öffentlichen Interesses. Socialpsychologisch kommt dabei in Betracht die erstaun- liehe Leichtigkeit, mit der geriebene Gcldmenschen durch den Köder der Wucherzinse zum Glauben an den fabelhaften Geldkoffer immer und immer wieder, 20 Jahre lang, verlockt wurden, sowie die freilich landläufige Uebertölpelung der kleinen Gimpel, die durch die Vor- spiegelung schwindclhafter Leibrenten in die Netze der Humbertschen Leibrenten-Anstalt eingcfangcn wurden. Der Ursprung der Gaunerei reicht bis in den Anfang der 80er Jahre zurück. Daß der Schwiegervater der„großen Therese", der ehemalige Fustizminister Gustave Humbert, durch die Er- findung der Erbschafts-Legendc den Grund zur Gaunerei gelegt und durch seine juristischen fieimtnisse die Hauptelemente ihres Erfolges geliefert hat, ist wahrscheinlich, aber nicht sicher festgestellt. Jedenfalls hat sein ministerieller Glorienschein die Anfänge des Schwindels wirk- sam gefördert. Der Gaunerei-Plan beruhte auf zwei am gleichen Tage ausgestellte und einander widersprechende Testamente eines fabelhaften Onkels Namens Crawford. Das eine Testament fetzte Therese Humbert, geb. Daurignac, zur Universalerbin eines Hundermillionen-Vermögens ein, während das andre dieses Vermögen zu gleichen Teilen an Maria Daurignac, einer Schwester der Therese, und an die ztvci nichtexistierenden Neffenl des nichtexistierenden Erblassers, die Gebrüder Henri und Robert Crawford vermacht, die beide verpflichtet werden, der Therese eine Leibrente von 30 000 Franken monatlich zu zahlen. Der Widerspruch zwischen den zwei Testamenten gab die nötige Handhabe zu einer endlosen Prozessiererci, die durch private Ausgleiche und Rückgängigmachen derselben wiederholt unterbrochen und in die Länge gezogen wurde. Um aber die wahnsinnigen Zugeständnisse der Crawfords und dann wieder ihre Frontwechsel glaubhaft zu machen, muhte Maria Daurignac die launenhafte und spröde Angebetete eines der Gebrüder spielen. Ein Hauptstreich in der Komödie war die Ernennung der Therese zur Verwalterin des Hundermillionen-Koffers bis zum Aus- gang des ganzen Handels. Da sie aber nach wie vor an die Erb- fchaft nicht rühren durfte, so mußte sie zum Kredit greifen. Und die Kreditfähigkeit des Koffers war schier unbegrenzt. Eine sehr unvollständige Zusammenstellung der Humbert-Schulden ergab die Summe von etwa 00 Millionen Franken, worunter nur etlva IS Millionen an einen Teil der Gläubiger auf Kosten der andern zurückgezahlt wurden. Aber auch Menschenopfer hat die Gaunerfamilie auf dem Gewissen. Tie ruinierten Bankiers G i r a r d !n Elbeuf(seine Schuldforderung an die Humberts betrug 0 200 000 Franken) und P. Bernard(Schuldfordcrung 3 Millionen) haben sich das Leben genommen. Rätselhaft ist geblieben die Er- mordung des Millionärs Schottmann in Lille(Schuld- sorderung 7 Millionen), verübt vor sieben Jahren im Eisenbahn- wagen, obgleich gewisse Verdachtsmoniente auf Theresens Bruder, Romain Daurignac. fallen. Ein besonderes Kapitel bildet die unter der Leitung dieses Romain gegründete L e i b r e n t e n- A n st a l t, welche eine Masse kleinbürgerlicher und bäuerlicher Existenzen ruiniert hat. Tic Reklame für diese Anstalt wurde besonders durch die zahllosen ..K r e u z"-Zeitungen(„Croix") der Provinz, die Organe der A s som p ti o n i st e n- M ö n che, besorA. Im'Reklame- „Almanach" der Anstalt prangten die Photographien des Pariser Erzbisch ofs Richard und andrer französischer Kardinäle. Die juristischen Bürgen der Ganneranstalt waren der Notar L a n q u c st und der Humbertsche Rechtsanwalt, der klerikal- nationalistisch gesinnte ehemalige Pariser Batonnier(Advokaten- Aeltester) du B u i t, der zugleich als juristischer Beirat der Anstalt glänzte. Diese parteipolitischen Hinweise sind von Wert angesichts des Bestrebens der klerikal- nationalistischen Kreise, den Humbert- Schwindel in einen parteipolitischen Schwindel zum Nachteil der Republik umzulügen. Man erinnert sich noch des Wahlplakats(Mai 4902) der„Vatcrlandsliga". gezeichnet Jules L/cmaitne. worin gleich am Tage nach der Eröffnung des leeren Gcldkoffers die Gaunerei gegen die republikanischen Parteien ausgeschlachtet wurde, die mit den erschwindelten Millionen ihre— Wahlkosten ge- deckt haben sollten... Und auch die Therese scheint in die nationalistische Kerbe hauen zu wollen, um den Prozeß auf den politischen Boden hinübcrzuspielcn. In Wirklichkeit gehören diese großen Gauner als solche ebenso- wenig einer politischen Partei an. wie ihre kleinen Kollegen, wenn auch Theresens Mann, Frederic, in den achtziger Jahren boulangistischer Abgeordneter war. Sie benutzten natürlich zu ihren Zwecken alle ihre gesellschaftlichen Verbindungen. Einer ihrer wichtigsten Helfershelfer war I a c q u i n, Mitglied des Staatsrates und des Ordcnsrates der Ehrenlegion, ein unglücklicher Anbeter der„ewigen Braut". Maria Daurignac. Anderseits ist daran zu erinnern, daß Waldeck-Rousseau zuerst 1897 als Anwalt der Bank Girard gegen die Humberts die Erbschaftsgeschichte als die„größte Gaunerei des Jahrhunderts" nachzuweisen versucht hat.— Näheres über die gesellschaftlichen Verbindungen der Ange- klagten wird der Prozeß bringen. An„kleinen Papieren" fehlt es nicht. Der„Matin" veröffentlicht bereits heute ein Bündel Vitt- und Bettelbriefe des ehemaligen Ministers des Aus- wältigen und gegenwärtigen nationalistischen A b g e- ordneten Fl ourcns. Doch diese Sensafionselemente treten zurück hinter dem eingangs angedeuteten Inhalt des Prozesses und ganz besonders hinter dem Bankrott der Rechtspflege, den die Gaunerei offenbart. Neben den vier Angeklagten wird auf dem Armensünderbänkchen vor allem die Dame Justitia sitzen, die selbst nach dem Waldeck-Rousseau- sehen Enthüllungen von 1897 die Augen nicht öffnete. Freilich sind es Richter, die über das gerichtliche Panama abzuurteilen haben. Erster Verhandliingstag.| Zu der ersten Sitzung am Sonnabend hatte sich ein zahlreiches sensationslüsternes Publikum eingefunden, darunter eine Reihe Damen aus der sogenannten vornehmsten Gesellschaft; unter anderm hatten sich eingefunden die Gattin des englischen. Botschafters, dann Frau Claretie, Frau Labori, Frau du Gast, Frau Halevy usw. Nachdem Angeklagte und Zeugen die ihnen angewiesenen Plätze eingenommen, eröffnet nach 12 Uhr der Präsident die Verhandlung. Rasch ist die Formalität der Pcrsonalienangabe beendet. Frau Humbert weiß Bescheid und macht, ohne die Fragen des Präsidenten abzuwarten, die erforderlichen Mitteilungen, desgleichen die Familienmitglieder. Dann folgt derZeugenaufruf, der die Anwesenheit von 100 Zeugen ergiebt. Verschiedene Geladene haben es vor- gezogen, fernzubleiben, so der Polizeipräfekt Lepine, die Unter- suchungsrichter Leydet und Lemercier, ferner eine Anzahl Bankiers, die nicht ganz rein in diesem Sumpfe dastehen sollen. Der Präsident läßt die Anklageschrift verlesen, die ca. 30 Seiten umfaßt und von dem Staatsanwalt- Substitut Pendet mit großer Sorgfalt aufgestellt ist. Schon hierbei ereignen sich die ersten Zwischenfälle, denn Frau Humbert unterbricht mit allen Zeichen äußerster Er- regung wiederholt die Verlesung und erklärt den weitaus größten Teil der aufgestellter Behauptungen nicht nur für lückenhaft. sondern direkt für falsch. Labori sind diese Zwischenfälle recht un- angenehm, wenigstens scheinbar, in Wirklichkeit zwinkert er sehr vergnügt zu Frederic hinüber, während er beruhigend auf seine Klienten einspricht. Dann(es ist 2 Uhr unterdessen geworden) schreitet Präsident Bennet zur Vernehmung der Therese Humbert. Der Präsident suchte recht geschickt, langsam und möglichst trocken die Entwicklungsgeschichte des ganzen Schwindels mit Frau Therese durchzugehen. Leicht ist dies nicht, denn jene ergeht sich in den thörichtsten Fragen und selbst Emile Daurignac mischt sich hinein, wird aber von seiner Schwester sehr energisch zur Ruhe ge- wiesen. Der Präsident hält ihr alle die kleinen und großen Fälschungen vor, die sie schon als Mädchen begangen hat: Vor- spiegelungen einer Erbschaft von einer alten Jungfer, die niemals, wie auch das angeblich ererbte Schloß Harcotte, existiert hat. Sie sagt, das Schloß existiere ebenso wie die Crawfords. Frau Humbert sagt von sich und ihrer Familie, daß sie die ehrlichsten Leute von der Welt wären, die nicnials gefälscht und betrogen haben. Frankreich könne stolz auf sie sein, ein Behauptung, die unter den Richtern wie im Zuhörerraum schallende Heiterkeit hervor- ruft. Auch die Millionen existieren, behauptet sie; wo sie sind, will sie jedoch erst sagen, wenn ihr der Augenblick dazu geeignet erscheint. Als der Präsident dann näher auf die Anfänge der Crawfordschen Erbschaft eingehen will, ist ihr dies sichtlich peinlich und un- angenehm. Rasch wird sie„unwohl", doch der Gerichtsarzt Foquet ist alsbald zur Stelle und hält ihr das Riechfläschchen unter die Nase. Und zu aller Freude kann das Verhör weiter gehen. Vorher tritt jedoch eine kurze Pause ein, während der Labori eifrig auf seine Klientin einredet und ihr augenscheinlich seine Unzufriedenheit ausdrückt. Und richtig versucht Frau Therese alsbald ihre Taktik zu ändern. Doch kann sie sich noch nicht in die veränderte Situation zurechtfinden und verfällt immer wieder in ihren alten Ton. Sie versichert, daß sie stark und kräftig genug sei, um bis zum Ende zu kämpfen. Dann ergeht sie sich in heftigen Angriffen gegen Balle, den jetzigen Justizminister, den sie beschuldigt, in Gemeinschaft mit dem Wucherer Cattani allein an ihrem und ihrer Familie Unglück schuldig zu sein. Auch Waldeck-Rousseau kann sie anscheinend nicht seine offene Stellungnahme gegen sie im Jahre 1897 vergessen. Am Montag, so verspricht sie feierlich, wird sie dessen und der jetzigen Regierung Schliche zur allgemeinen Kenntnis bringen, die an- gewandt wurden, um sie zur Flucht zu bewegen. Was der Präsident mit einem vergnügten Lächeln und dem mehr als ironischen Ausruf: „OK man dieul" dankend quittiert. Von den sonstigen„Aus- sagen" der Mme. Humbert— wenn man diei- Ausrufe überhaupt Aussagen nennen darf— ist nur wenig interessant. Höchstens daß sie erklärt, ihr Haushalt habe 100 000 Fr. jährlich gekostet, während der Präsident das Vierfache feststellt. Interessanter noch ist die Feststellung des Präsidenten, daß die Humberts bereits 1893 fliehen wollten, als die ersten Angriffe in der„Libre Parole" erschienen, und daß Frau Humbert schon damals für mehr als 2 Millionen Frank Brillanten in London verkaufte, um die nötigen Mittel für die Flucht zu haben. Natürlich wird auch dies energisch bestritten, da sie„ihr Vaterland viel zu sehr liebe, um es dauernd zu verlassen". Noch fragt der Präsident sie zum Abschluß dieser ersten Vernehmung nach den verschwundenen mystischen Millionen, nach dem Aufenthalt der Crawfords und deren Adresse. Frau Humbert sieht ihn lächelnd an und sagt:„Suchen Sie doch, wenn Sie es wissen wollen. Von mir wird kein Mensch erfahren, was ich nicht sagen will. Außer wenn ich die Zeit dafür gekommen halte." Der Präsident wendet sich zu Frederic Humbert, und nun gab es die eigentliche Ueberraschung des TageS. Man hielt Frederic früher mehr oder weniger stets nur für den Mann seiner Frau. Heute hat er gezeigt, daß er doch weit mehr ist, und daß er nur aus Opportunttätsgründen die Rolle eines von seiner Frau durchaus geleiteten und geführten Charakters gespielt hat. Er macht seine Angaben präcise, und mit unglaublicher Geschicklich- keit weiß er alle Klippen, die ihm nicht genehm sind, zu umgehen. Zunächst sagt er wohl, daß seine Frau über dies oder jenes allein Auskunft geben könne. Dann aber geht er aus sich heraus und bald hat Präsident Bonnet genug aufzupassen, um sich keine Blöße zu geben. Wirft ihm Frederic, als die Rede auf seinen Vater kommt, doch mit einer gewissen Heftigkeit und Schroffheit zu, daß .Bennet jenem doch seine ganze Carricre verdanke und deshalb dessen Andenken in Ehren balten solle. Und als der Präsident ihn unterbrechen will, da schlägt der sonst so ruhige Frederic mit der Faust auf den Tisch und ruft dem Präsidenten zu:„Sie iverden Balle doch nicht retten, trotz aller ihrer Bemühungen, mich am Reden zu hindern." Darauf große Aufregung nicht nur unter den Geschwornen und unter dem Publikum, sondern auch am Richtertisch. Unruhig rückt der Präsident aus seinem Sessel hin und her. Rasch zieht er deshalb seinen Chronometer— schon über 5 Uhr ist's und hurtig,� ehe es zu neuen peinlichen Zwischenfällen kommt, erklärt er die Sitzung für aufgehoben. Das Publikum drängt sich hinaus auf die Korridore, wo Nationalgardisten emsig zum Weiterschreiten auffordern. Man spricht über die Verhandlung. Kein Mensch ist sich jedoch darüber klar, welchen Vertcidigungsweg Frau Therese einschlagen will. Man behauptet sogar, selbst Labori wisse dies nicht. Das heutige Auftreten der Frau Therese war für jeden ein Rätsel, und sie hatte auch wohl den ausgesprochenen Zweck, Rätsel aufzugeben. Paris, 10. August.(W. T. B.) Unter gleich starkem Andrang des Publikums wie am Sonnabend wird die Sitzung gegen Mittag eröffnet. Der Präsident nimmt das Verhör Frödsric Humberts wieder auf. Fredöric Humbert bleibt bei der Behauptung, er habe sich niemals mit geschäftlichen Angelegenheiten befaßt. Fröderic Humbert wird sodann über die Angelegenheit der Rente Viagsre vernommen. Er giebt aber nur ausweichende Ant- Worten und erklärt, nichts zu wissen. Nach Beendigung des Verhörs von Frederic Humbert findet die Vernehmung Romain DaurignacS statt. Therese Humbert behauptet die Existenz der Crawfords und d« Millionenerbschaft. Aber Crawford sei nicht der wirkliche Name. Wenn sie nicht zum Verhör erscheinen würden, werde sie selbst sprechen, jedoch erst am Schlüsse des Prozesses.(Unruhe.) •3J Es beginnt sodann die Zeugenvernehmung. Die ersten Zeugen, die vernommen werden, berichten von Geld» summen, welche die Humberts während ihres Aufenthalts in Toulouse geliehen habe». Der Advokat Camp aus Narbonne sagt aus, die Humberts hätten auf Rententitres in beträchtlicher Höhe Anleihen aufgenommen. Die Titres seien später als gefälscht erkannt worden. Therese Humbert widerspricht dem. Die Titres seien nicht von ihr, sondern von dem Advokaten Amignes beschafft worden. Amignes ist inzwischen wegen Fälschungen verurteilt worden. Therese Humbert verlaugt seine Vernehmung. Der ehemalige Advokat Ahme berichtet über das gerichtliche Verfahren gegen die Crawfords.— Hierauf wird die Sitzung auf» gehoben._ partei-j�aebnebten. Zur Tagesordnung des Parteitags. Wir hatten in Nr. 173 des„Vorwärts" den Vorschlag begründet, die Reichstagswahlen als gesonderten Abschnitt auf die Tagesordnung des Dresdener Parteitags zu setzen und ein ähnlicher Wunsch war in verschiedenen Parteiblättern ausgesprochen worden. Eine Zu- schrift, die wir in Nr. 181 wiedergaben, wendete sich dagegen und verteidigte die provisorische Tagesordnung, die der Parteivorstand aufgestellt har. Diese Zuschrift sagte zunächst, daß eS sich doch nur um die provisorische Tagesordmmg handle und daß es dein Partei- tag vorbehalten bleibe, Einsetzung neuer Punkte vorzunehmen. Der Verfasser der Zuschrift sollte aber nicht übersehen, daß die Auf- stellung einer„provisorischen" Tagesordnung an ihre Urheber immerhin den Anspruch stellt, daß sie. wie das Wort andeutet, voraussehen, was nötig ist. Die nicht ganz unbekannte That-' fache, daß der Parteitag die endgültige RegeUing der Tagesordnung vornimmt, hindert nicht, daß die provisorische Tagesordnung die voraussichtlichen Wünsche des Parteitages richtig trifft. Und es ist dies um so erforderlicher, weil nach alter Erfahrung das Ein- setzen neuer Punkte auf dem Parteitage selbst häufig Mißlichkeiten hervorruft, indem es dann an der genügenden Vorbereitung der betreffenden Angelegenheit fehlt. Ohne Zweifel hat der Parteitag auch schon manchmal von der Aufftellung neuer Tagesordnuugs- punkte nur wegen mangelnder Vorbereitung, insbesondere wegen Nichtbestelluna eines Referenten abgesehen. Unser Vorschlag sollte diesem Uebelstand für den vorliegenden Fall vorbeugen. Die Zuschrift verweist weiter auf den Gang der Verhandlungen auf den Parteitagen von 1893 und 1898, auf dencu auch die Reichstags-Wahlergebnisse beim Geschäftsbericht des Parteivorstandcs diskutiert worden sind. Aber gerade der Verlauf der Diskussion auf jenen Parteitagen bestärkt unsren Vorschlag. Die Debatte, wie sie sich 1893 über den Geschäftsbericht des Parteivorstandes abrollte, erscheint keinestvegs sehr vorbildlich. Der Berichterstatter Auer sprach über Partei-Organisation, Flngschriftcnlitterawr, Ausgaben für die Presse, Jugendlitteratur, Gründung eines Central- Wochenblattes. In die folgende Diskussion wurden nicht weniger als 30 Anträge, die sich auf die Presse bezogen, und 10, die Taktik und Agitation betrafen, einbezogen. Die Debatte konnte daher keinen einheitlichen Charakter geloinnen, eine Frage wurde von einem Redner aufgelvorfen, während die nächsten Redner ganz andre Angelegenheiten auf dem Herzen hatten. Ueber die Reichstagswahlen jenes Jahres ist denn auch sehr wenig gesagt worden, vielmehr traten andre Fragen in den Vordergrund. Im Jahre 1898 aber wurde die Diskussion über die Reichstags- wählen mit Fragen der Parteitaktik verquickt; auch diese Debatte mußte leiden, indem bald ein Redner sich über„Endziel und Be- wegung" verbreitete, ein andrer irgend eine Angelegenheit aus der Wahlcampagne behandelte. Die Reichstagswahlen selbst kamen auch damals zu kurz. Es ist zu befürchten, daß es in Dresden ähnlich ergeht. Der Geschäftsbericht des Parteivorstandes wird das ganze Gebiet der Parteithätigkeit behandeln und eine Menge von Einzelangelegcnhciten streifen, die Reichstagswahlen verlieren sich zwischen mannigfaltigein andern Stoff. Unser Vorschlag wünscht zu verhindern, daß dasselbe auch auf diesem Parteitag geschieht. Es rst unmöglich, die Ergebnisse der Wahlen und die Aufgaben, die aus ihnen sich ergeben, gebührend zu würdigen, wenn dabei die gesamte Parteibethätigung des vergangenen Jahres, alle irgendwie aufgetauchten Angelegenheiten behandelt werden sollen. Der Vorstandsbericht wird beispielsweise über die Mitarbeit an nichtsocialdemokratischen Blättern zu sprechen haben; die Diskussion hierüber allein müßte die Behandlung der Wahlen schwer beeinträchtigen. Es genügt aber unsreS Erachtens nicht abzuwarten, ob der Parteitag die provisorische Tagesordnung in der Richtnng dieses Vor- schlages ändern lvill. Dann ist es zu spät. Denn um die Reichstags- wählen eindringlich zu behandeln, bedarf es eines besonderen. gut vorbereiteten Referats. Ein paar Allgemeinheiten über die Reichstagswahl lassen sich leicht sagen, aber ivas wir wünschen und für nötig halten, das ist ein ganzer Rechenschaftsbericht über diese großen Wahlen. Es ist nötig, die Wahlstatistik gründlich durch» zugehen, das Maß des Fortschreitens der Partei in den verschiedenen Landesteilen und innerhalb der verschiedenen Vevölkerungselemente festzustellen, weiter die Ursachen zu prüfen, warum unser Fortschritt in gewissen Bezirken und gegenüber gewissen Parteien verhältnismäßig weniger groß ivar; daraus folgt ein ein- gehender Versuch über die Aufgaben, die aus alledern für unsre weitere organisatorische und agitatorische Arbeit erwachsen. Trotz der gewaltigen Erfolge unsrer Partei will die Partei weiter kommen in die Breite der Massen und in der Festigung der Anhänger. Eine solche abschließende Uebersicht über die Wahlen und eine Aufftellung von Gesichtspunkten, unter denen sich die Weiterarbeit systematisch zu vollziehen hat, würde der Partei recht nützlich sein, während eine Debatte, die alles Mögliche bunt durcheinandcrwirbelt, einen rechten Ertrag nicht bringen kann.— Großhcrzogtum Sachsen. Die drei weimarischen Wahlkreise, die seit dem 1. Juli d. I. zu einem eigenen Agitationsbezirl zusammen- getreten find, halten Sonntag, den 30. August, ihre Landeskonferenz in Weimar ab. Außer der Beratung des Organisationsstntuts stehen die im Oktober stattfindenden Landtags- sowie die Bezirksausschuß« Wahlen mit auf der Tagesordnung. Die Konferenz des dritten wcimarischcn Wahlkreises fand am 9. August in Jena statt. Vertreten waren 22 Orte mit 34 Dele- gierten. Die Reichstagswahl verursachte eine Ausgabe von circa 5300 M., der Kreis hat bis auf ein geringes Deficit seine Mittel selbst aufgebracht. Beschlossen wurde, wieder einen Agitations- kniender herauszugeben. Zum Parteitag in Dresden wurde Genosse L e u t e r t delegiert. Die Leitung des Kreises hat auch im kommenden Geschäftsjahr in Jena ihren Sitz. Induftnc und Handel. Ter Fall Waner dürfte die Oeffenlichkcit noch in mehr als einer Hiusicht beschäftigen. Das Syndikat zur Einführung der Kitsonlicht- Patente(Petroleum-Glühlicht) im Deutschen Reiche hatte einen Vertrag mit Kitson gemacht, wonach Kitson dem Syndikat seine Patente für 280 000 M. verkaufte. Die eine Hälfte der Kaufsumme sollte in bar. die andre in vollbezahlten Aftien der zu gründenden Aktiengesellschaft bezahlt werden. Die bar zu zahlenden 140 000 M. sollten in Ratenzahlungen von 0000 M. am 1. jedes Vierteljahres an Kitson abgesührt werden. Erst lvcnn die 140 000 M. bar be- zahlt wären, sollten die Patente in das Eigentum des Syndikates übergehen: bis dahin war dem Syndikat verboten, Kitsonlicht» Lampen zu fabrizieren. Es sollte nur das Recht haben, mit Kitson- licht-Lampen, die von Kitson fabriziert werden, zu handeln. Das Sindikat bezog für 9000 M. Lampen von Kitson, ist natürlich auch verloren. werden. " " Deutsches Reich. Sociales. " " Diese Summe| arbeiten. Die Direktion maßregelte aber neun Arbeiterinnen. I demokratischen Partet wurden 6000 Gulden dazu beigefteuert, von Sämtliche in Arbeit Getretenen verlangten mun Wiedereinstellung der den Antwerpener Diamantarbeitern 3500 Fr., so daß die niederDas Syndikat besaß nur 20 000 M. Bargeld. Ms Wauer in Gemaßregelten. Da diese verweigert wurde, verließen sämtliche ländischen Gewerkschaften nur etwa 20 000 Gulden zu der Summe die Gesellschaft als Geschäfsführer eintrat, war seine erste Hand- Arbeiterinnen die Fabrik. Dieselbe ist nun vollständig geschlossen. In beigetragen haben. Ein Teil dieser Gewerkschaften, deren Vertreter lung, diese Summe auf dem Papier auf 40 000 20 zu erhöhen. der Versammlung wurde eine Kommission von sieben Personen gewählt, feiner Beit im Abwehrkomitee" für den Generalstreit ftimmten, Um bares Geld zu beschaffen, ging Wauer aber noch weiter. Er welche am Montag bei der Direktion vorstellig werden und folgende zeigen sich jetzt bei der Unterstützung der Opfer sehr flau. Die verkaufte an einen Herrn Deutschmann in Hamburg die Kitson- Forderungen stellen sollte: 1. Einstellung der Entlassenen; 2. Fest- Diamantarbeiter aber haben in dieser Hinsicht ihre Pflicht gethan. Batente für Oestreich- Ungarn und erhielt 10 000 m. in guten fegung eines Stundenlohnes für die Spinnerinnen von 20-25 Pf. pro Die Versammlung beschloß, nochmals Sammellisten für die GemaßWechseln. Für Destreich- Ungarn besaß Wauer aber feinerlei Rechte Stunde, desgleichen für Spulerinnen und Kreuzfpulerinnen; 3. Fest- regelten des Generalstreits auszugeben. auf die Batente. Sobald die Staatsanwaltschaft von diesem segung der Strafgelder für Zuspätkommen in der Fabrikordnung; Schwindel Kenntnis erhielt, erfolgte die Verhaftung. 4. Erhöhung der Löhne für jugendliche Arbeiterinnen. Sämtliche Die Aktiengesellschaft, deren nominelles Aktienkapital eine Arbeiterinnen( mit Ausnahme einzelner) find leider nicht organisiert, Million Mark sein sollte, besaß nur 12 000 M. Bargeld. Das obgleich von seiten des Verbandes schon verschiedene Male Versuche Die Beitragspflicht zur geschlichen Kranken- und InvalidenSyndikat verkaufte die Patente, die es, wie oben erivähnt, um zur Organisation gemacht sind. Frau Ihrer, Frl. Altmann 280 000 M. kaufen sollte, an die Aktiengefälschaft für 880 000 M. und Kollege Berger führten den Streifenden die Notwengigkeit der versicherung beim Fehlen von Barlohn. Für Kellner und andre AnDaß die Leute des Syndikates die Gründer der Aktiengesellschaft Organisation vor Augen. Der Geist der Streikenden ist vorzüglich. Arbeitsverhältnis kein Einkommen haben, ist folgender Rechtsfall gestellte, die außer Naturalbezügen und Trinkgeldern aus dem waren, versteht sich von selbst. Bei der Umwandlung schrieben sich von großer Bedeutung. Die Kellner H. und N. hatten bei dem die sieben Gründer 230 000 M. gut. Einer der sieben Gründer ist, wie wir hören, der Korrespondent des Berliner 2otal= Wann ist ein Gewerkschaftskartell ein Verein? Restaurateur Kabitsch nur Kost erhalten und waren im übrigen ausAnzeigers" und der„ Magdeburgischen Zeitung", der Die Vorstandsmitglieder des Kottbuser Gewerkschaftskartelle schließlich auf Trinkgelder angewiesen. Der Arbeitgeber ließ sich Schriffteller Schramm- Macdonald. Ihm wurden fast 15 000 M.( Leuthold, Werner und Gurk) waren wegen Uebertretung des§ 2 von ihnen die nach dem Gesetz auf die Versicherten ents der Versicherungsbeiträge erstatten. Das gutgeschrieben, ohne daß er irgendwie zu Gegendiensten verpflichtet des Vereinsgesetzes vom Landgericht Kottbus zu Geldstrafen ver- fallenden Anteile Scheint. urteilt worden, weil sie es unterlassen hatten, der Ortspolizeibehörde thaten sie auch, verlangten dann aber die Rückerstattung, indem sie So bestimmt das Wauer, der erst vor kurzem den Offenbarungseid geleistet hatte, binnen drei Tagen die Veränderungen im Mitgliederbestande an- sich auf den Wortlaut des Gesetzes beriefen. war auch rühriger Häuserspekulant. Er faufte den Schillergarten zumelden. Das Landgericht erachtete das Kartell für einen Strankenversicherungs- Gesetz: Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die in Blasenik, zwei Häuser in der Porsbergstraße, ein Haus in Leuben Verein, der auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken be- Beiträge und Eintrittsgelder, welche für die von ihnen beschäftigten und ein Haus in der verlängerten Ludwig Richterstraße. Der Kauf- zwecke; darauf, daß dieses Kartell nur aus Delegierten von Gewerk- Personen zur Gemeinde- Krankenversicherung oder zu einer OrtsKrankenkasse zu entrichten sind, einzuzahlen." Und an andrer preis in der verlängerten Ludwig Nichterstraße betrug 160 000 bis fchaftsvereinen besteht, legte es keinen Wert, und führte hierzu Stelle($ 53): Die Berii cherten sind verpflichtet, die Eintritts200 000 M. Wauer zahlte 15 Kitson- Attien an. Auch die Hand- aus: Das Gericht könne sich nicht anschließen der Auffassung Kammergerichts und werker und sonstigen Lieferanten sollten mit Kitson- Attien bezahlt des Ober Verwaltungsgelder und Beiträge, letztere nach Abzug des auf den Arbeitgeber werden. Die Vermittlung geschah durch einen Kaufmann E. Fuchs. gerichts, daß eine Vereinigung von Delegierten aus den ein- entfallenden Drittels, bei den Lohnzahlungen sich einbehalten zu Letzterer gab an, daß die Aktien auf 120 ständen. In diefen Tagen zelnen Gewerkschaften kein Verein" sei, weil nicht die Personen lassen. Die Arbeitgeber dürfen nur auf diesem Wege den fuchte Bauer einflußreiche Kapitalisten zu der Gründung eines der Delegierten, sondern die Gewerkschaften das Kartell bildeten und auf die Versicherten entfallenden Betrag wieder einziehen." Gine in Blattes zu bevegen, das zum Sprachrohr für Herrn Mehnert werden Vereine" nur aus physischen Personen bestehen könnten. Unter der Hauptsache gleiche Bestimmung findet sich im Invalidenfollte. Sachsen follte um ein agrarisches Tagesblatt nach Art des einem Verein sei jede dauernde Vereinigung mehrerer zur Ver- versicherungs- Gesez. Hiernach könne, meinten H. und St., welche Mit bei der Kammer VI des Berliner Gewerbegerichts flagten, ihnen " Vaterlandes", das nur einmal in der Woche erscheint, bereichert folgung bestimmter gemeinschaftlicher Bwvede zu verstehen. entfallenden Beitragswunderbarer Verkennung der Thatsachen bringt dann das Landgericht die gewöhnlich auf die Versicherten Deutsches Gas- und Siederöhren- Syndikat. Nachdem das bis- dem Gewerkschaftskartell und meint: Diese Partei glaube einen Barlohn erhalten hätten. Deutsches Gas- und Siederöhren- Syndikat. Nachdem das bis- die socialdemokratische Partei in Busammenhang mit anteile überhaupt nicht angerechnet werden, da sie keinen Es habe eine„ Lohnzahlung" gar das Gesez gestatte aber herige Syndikat, wie die„ Voji. 3tg." mitteilt, bis zum 30. Sep- befferen Erfolg zu erzielen, wenn die ihr angehörenden Vereine nicht stattgefunden, nach den tember d. J. verlängert worden ist, hofft man in beteiligten Streisen, nicht getrennt operierten, sondern Delegierte, der einzelnen Vereine citierten Bestimmungen den Arbeitgebern ein Wiedereinziehen“ bis zu diesem Zermin zu einer definitiven Einigung zu gelangen. mit emander in einem besonderen Verein in direkte Verbindung der auf die Versicherten entfallenden Beträge ausdrücklich nur bei Dieselbe dürfte, wie das genannte Blatt weiter erfährt, durch Ein- träten. Das sogenannte Gewerkschaftstartell fasse Beschlüsse, welche den Lohnzahlungen". Gewerberichter Dr. Neumann stellte fest, beziehung des Exports in die Abmachungen erleichtert werden. Dabei soll für diejenigen Werke, die größere Ansprüche gestellt haben, für die einzelnen Gewerkschaften bindend oder vorbildlich seien. Die daß die Kläger im Recht seien. Auswärtige Gewerbegerichte hätten das Exportquantum bei der Gesamtbeteiligung in Anrechnung gebracht zur Bildung eines„ Vereins" begriffsweise erforderliche freie Ent- bereits in ihrem Sinne entschieden. In solchen Fällen, wo ein Barwerden, da eine höhere Beteiligungsziffer für das Juband nicht durch- Schließung werde durch den Umstand, daß die Vereinigung durch die lohn nicht gezahlt werde, hätten die Arbeitgeber die führbar erscheint. Da die Verlängerung des Syndikats zu Unter- Thätigkeit andrer Personen, z. B. durch eine von Gewählten ange- Beiträge allein zu leisten.§ 53 regele die Materie erhandlungen benutzt wird, können die Nachrichten von einem be- nommene Wahl zu stande gekommen sei, nicht ausgeschlossen. Ebenso sei schöpfend. Auf diese Belehrung hin glaubte der Vertreter des sonderen Zusammenschluß der vier schlesischen Werke Haldschinsky, die Wünsche ihrer Gewerkschaften Rücksicht nähmen. Lediglich als Be- des Klageanspruchs bewegen zu können. Die Kläger waren damit es gleichgültig, wenn die Delegierten bei ihrer Thätigkeit im Startell auf Betlagten den Chef zu einem außergerichtlichen Vergleich in Höhe Bismarchütte, Falvahütte und Laurahütte erst dann an Bedeutung gewinnen, wenn nach dem 30. September das bisherige Syndikat auftragte ihrer Gewerkschaften erschienen die Delegierten nicht. einverstanden. Kommt es nicht zu solchem Vergleich, dann muß die nicht weiter besteht. Die Sachlage ist augenblicklich die, daß die von einem gebundenen Mandat set nirgends die Nede. Im Gegen- Rammer ein entsprechendes Urteil fällen. teil, die eigentliche Leitung hätten die Delegierten. Diese hätten Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" schlesischen Werte sich für ihren engeren Bezirk wohl verständigen für die Durchführung der Kartellbeschlüsse in ihren Gewerkschaften zu Berlin hält seine Jahresversammlung am 21./22. Oftober zum dürften, um die ihnen nach etwaigem Zusammenbruch des Syndikats zu sorgen. Sie wählten sich ihren Vorstand und hielten Sizungen erstenmal in Berlin, und zwar im Reichstagsgebäude drohende westliche Stonkurrenz abzuwehren. Von festen Verabredungen dieser Art soll aber noch keine Rede ab und übten auch nach§ 4 des Kartellstatuts ein Disciplinarrecht ab. Es wird u. a. über das Thema„ Volksschule und Alkoholfrage", sein, da gerade die schlesischen Werke sich für das weitere Bestehen aus. Nach allem handle es sich hier um einen Verein, und zwar über das Konzessionswesen, über ein Trinterfürsorge- Gesetz 2c. bedes Syndikats fehr intereffiert zeigen; vorausgefeßt, daß die Gleich um einen solchen im Sinne des§ 2 des Vereinsgefeßes. Die vom Borsitzenden Leuthold eingelegte Revision wurde vom berechtigung aller Interessengruppen weiter bestehen bleibt. Rechtsanwalt Wolfgang Heine vor dem Kammergericht Der erste deutsche Abstinententag wurde am Sonnabend hier in gerechtfertigt. Rechtsanwalt Seine verwies auf die vom Land- Sellers Festfälen in Anwesenheit von etwa 1500 Personen eröffnet. gericht kritisierten Entscheidungen des Kammergerichts und Ober- Professor Dr. Forel sprach über" Alkohol und Seelenleben". Gr Bertvaltungsgerichts und führte im einzelnen aus, daß die erörterte die Funktionen des Gehirns und die Wirkungen des Delegierten hier lediglich Vertreter ihrer Gewerkschaften seien und Alkohols auf diese und warnte dann davor, sich auf chemisch- physioein persönliches Band zwischen ihnen nicht bestehe, also von logische Details einzulassen. Für die sociale Altoholfrage genüge es einer Vereinigung physischer Personen nicht die Rede sein zu wissen: Daß der genossene Alkohol, der individuelle und besonders tönne und somit auch nicht von einem Verein" im öffentlich recht- fociale Vergiftungs- Erscheinungen schwerster Art, aber des Seelenlebens hervorruft, völlig entbehrlich ist und lichen Sinne. Genußmittel nur gesunde Genüsse vertreibt. Ats soDer Oberstaatsanwalt führte namentlich den§ 4 des Kartell- als statuts ins Feld. Danach seien Delegierte, die die Kartellfigungen genanntes Nahrungsmittel ist er wertlos, weil die von ihm im Körper dreimal hintereinander unentschuldigt versäumen, vom Sartell- produzierte Energie durch seine Giftwirtungen mehr als zerstört vor stand aus dem Kartell auszuschließen. Ihnen stehe dann die wird, während billigere Nahrungsmittel ernähren, ohne zugleich zu Berufung an die Kartellsigung zu. Die Delegierten hätten bergiften und dadurch zu schaden. Daraus ergiebt sich höchst einalso auch zu einander Beziehungen, bildeten also als physische fach, kurz, klar und bündig als Forderung der socialen Hygiene diejenige der Abstinenten: Fort mit allem Alkohol aus der menschPersonen einen Verein. lichen Diät!" Alles andre ist Wortklauberei oder Sophismus. Dann sprach Herr Eisenbahndirektor de Terra Stolp fiber Alkohol und Verkehrswesen", indem er die Einflüsse des Alkoholgenusses auf Verkehrsbeamte und die daraus sich ergebenden Gefahren für den so hoch gesteigerten Verkehr der Gegenwart erörterte und baran Mitteilungen über den Stand des Vereins enthaltsamer Eisenbahner tnüpfte. Im Zusammenhange mit diesem Abstinententage bersammelten sich Sonnabend und Sonntag noch eine größere Bahl abstinenter Sondervereinigungen. Erhöhung der Garnpreise. Eine in Münster abgehaltene Berfammlung der Flachsspinner des westlichen Deutschlands beschloß, die Garnpreise durchschnittlich um 50 Pf. pro Pack zu erhöhen. Bom Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikat. Die„ Rhein- Westf. Beitung" meldet vom Rheinisch- Westfälischen Köhlensynditat: Es betrug im Monat Juli 1903 die Beteiligung 5 764 918 Tonnen gegen 4 988 167 Tommen im Vormonat und gegen 5 416 789 Tonnen im gleichen Monat des Vorjahres oder arbeitstäglich 213 515 Tonnen ( 212 050 Tonnen respektive 200 622 Tonnen), die Förderung 4814 721 Tommen( 4 149 079 Tonnen resp. 4 151 142 Tonnen) oder arbeitstäglich 178 323 Zonnen( 176 557 Tonnen resp. 153 746 Tonnen). Die Förderung ist somit gegen die Beteiligung um 16,48 Broz. ( 16,74 Proz. refpeftive 23,87 Proz.) zurückgeblieben. " " richtet werden. " Die Krisis auf dem Baumwollmarkt hat ihre afute Form wohl etwas verloren, von einer Ueberwindung der Krisis überhaupt kann aber keine Rede sein, am wenigsten in Amerika. So wird eben Rechtsanwalt eine trat dieser Auffassung entgegen und hob wieder aus dem großen Textilcentrum& all River( Massachusetts) noch hervor, daß bei Ausschluß eines Delegierten die Neuwahl eines berichtet, daß zwölf Baumwoll- Spinnereien, die un- andern ja wieder von der Gewerkschaft vorzunehmen sei, der er angefähr 750 000 Spindeln im Gebrauch haben, am gestrigen Montag gehörte. geschlossen worden sind und voraussichtlich vor Vollendung der neuen Die Revision des Angeklagten Leuthold wurde jedoch vom Ernte, die in ungefähr 6 Wochen stattfindet, nicht wieder geöffnet werden. Kammergericht unter dem Vorsitz des Präsidenten Lindenberg verNach dem Wochenbericht des N. 9. Chron." lauten die Nachrichten worfen. Der Präsident führte begründend aus: Das Kammergericht bleibe bei seiner Ansicht, daß ein, Berein" über die bevorstehende Baumwollernte übrigens allgemein befriedigend. Regen ist ziemlich überall gefallen und allgemein sehr immer eine Zusammengehörigkeit physischer Personen wohlthuend gewesen. Die Temperatur war der Ernte günstig. voraussetze. Eine solche féi aber hier borhanden, ge Zur Praxis der Invalidenversicherung. Nach einer gemeinsamen Einige Berichte deuten an, die Ernte werde andauernd besser und schaffen durch§ 4 des Statuts, wonach faumfelige Delegierte vom Kartell v or stand ausgeschloffen werden könnten 2c. Das Verfügung der Minister des Innern und für Handel und Gewerbe überivinde die anfangs der Saison erlittene Verspätung. Bom amerikanischen Eisenmarkt. Wie der" Grantf. 3tg." aus wäre unmöglich, wenn die Gewerkschaften selber das sind die Ortsbehörden nicht dazu verpflichtet, die Quittungstarten Kartell bildeten. Dann würde entweder im fraglichen Fall die kontrattbrüchiger Versicherten dem früheren Arbeitgeber, der die New York gemeldet wird, hat der Stahltrust auf mehreren Gewerkschaft ausgeschlossen werden müssen oder der De- Aufbewahrung der Karte übernommen hat, abzuverlangen und dem Werken den Betrieb eingestellt, angeblich wegen legierte fönnte nicht ausgeschlossen werden. Die Vornahme der Versicherten nachzusenden. Nach dem Invalidenversicherungs- Gesez Reparaturen. An eine Schließung wegen Reparaturen wird kaum Ersatzwahlen durch die Gewerkschaft sei gegenüber jener Be- hat der Versicherte die Quittungskarte zum Einkleben der Marken jemand ernsthaft glauben. Bewahrheitet sich die Meldung der Schließung, so läßt sie aufs neue erkennen, wie rapide sich die Stimmung des Statuts unerheblich. Nach§4 habe weiter der vorzulegen. Unterläßt er dies, so ist der Arbeitgeber berechtigt, ausgeschlossene Delegierte das Recht der Berufung an die für Rechnung des Versicherten eine Karte anzuschaffen. Für die Lage des amerikanischen Eisenmarkts verschlechtert hat, da jetzt die Kartelligung, also das Recht, sich für seine Person an die Ausgabestelle des neuen Beschäftigungsortes besteht also feine BerProduktion sogar durch Schließung gewichtiger Werte eingeschränkt Delegierten, nicht etwa an die im Startell vertretenen Gewert- pflichtung nach der alten Starte zu suchen, sie hat vielmehr auf den wird, während sie noch im Frühjahr froz riesenhaften Umfangs fchaften zu wenden. Somit ergebe sich aus§ 4 ein rechtliches Versicherten nur einzuwirken, daß er sich im eignen Interesse die nicht in der Lage war, die Nachfrage zu befriedigen, so daß bekannt- Band zwischen den Persönlichkeiten der Delegierten, Karte wiederbeschafft. Erforderlichenfalls tann dieser Einwirkung lich große Mengen Eisen aus Europa importiert wurden. durch Androhung von Geldstrafen bis zu 10 M. Nachdruck verschafft werden, vorausgefeßt, daß die Bereitwilligkeit des früheren ArbeitWenn die Behörden gebers zur Aushändigung der Karte vorliegt. aus freien Stücken ihre Mitwirkung bei Wiederbeschaffung der Quittungsfarten nicht versagen, so wird dies in der ministeriellen Verfügung als zulässig und sogar erwünscht bezeichnet. Gewerkschaftliches. es liege eine Verbindung physischer Personen, mithin ein Verein vor. Es wird nun Sache der Gewerkschaftskommissionen und Kartelle fein, ihre Statuten auf alle Bestimmungen hin zu prüfen, die nach diefer Richtung hin angreifbar sind. Die Aussperrung der Dachdecker dauert in Hannover im Gegensatz zu der der Maurer und Zimmerleute nach wie vor fort. Die Meister wollen mit den Arbeitern keinen Vertrag schließen. Husland. Aus der Frauenbewegung. Der Vorstand. Berlin und Umgegend. Achtung, Bilderrahmenmacher, Bergolder! Sämtliche Rahmenmacher der Firma Johannsen, hier, Wattftr. 12, haben die Arbeit niedergelegt, weil sie Streitarbeit für Grosz in Leipzig anfertigen sollten. Verhandlungen, von seiten des Obmanns angebahnt, hatten Zum Tischlerstreit in Cassel versendet die dortige Streifleitung feinen Erfolg, da dieselben durch den Inhaber der Firma furzer Rigdorf. Dienstag, den 11. Auguft, abends 81% Uhr, hält bet hand abgebrochen wurden. Rein Kollege laffe sich durch Ver folgende Mitteilung: Durch eine Anzahl bürgerlicher Blätter geht die Nachricht, daß Verein gewerblich thätiger Frauen und Mädchen Nixdorfs und sprechungen bethören. Die Vergolder mögen ebenfalls auf der Hut sein, denn am Sonnabend früh langte aus Leipzig ein der Streit der Casseler Tischler beigelegt ist und am Montag, den Umgegend eine Wanderversammlung in Briz, Werderstr. 27, bei Waggon grundierter Leisten am Anhalter Bahnhof an. Durch Fuhr- 10. Auguft, die Arbeit wieder aufgenommen werde. Dem gegenüber Herrn Weniger ab, in welcher Herr Davidsohn über seinrich werte der Firma Johannsen wurden die Leisten wie folgt ab- erklären wir, daß der Streik noch unverändert weiter besteht. Die Heine und die Frauen" referieren wird. Gäste, Damen wie Herren, gefahren: Weinstock in Weißensee 10 000 Meter, Loose, Görliger Ginigungsverhandlungen vor dem Gewerbegericht am Donnerstag, haben Zutritt. Bahlreichen Besuch erwartet Ufer 24, erhielt etwas mehr, in der Landwehrstraße ebensoviel und den 6. d. M., haben sich, da die Arbeitgeber zu winzige Angebote Die Streilleitung. Letzte Nachrichten und Depefchen. bei Johannsen selbst ca. 40 000 Meter. Als Vermittler war hierbei machten, zerschlagen. ein Herr Leo Leißer aus Leipzig zugegen. Rein Vergolder lasse sich Der Streit der Holzträger vom Amsterdamer Hafen, der als der London, 10. Auguft.( W. T. B.) Unterhaus. Bei der täuschen, es handelt sich um die in Berlin bekannte Nr. 403. Ebenfalls ist der Streit in Leipzig noch nicht beendet. Für lehte Ausfluß des holländischen Generalstreits anzusehen ist, wurde, Beratung des Etats des Auswärtigen lenkt Bryce( liberal) die nachdem er drei Monate gedauert hatte, am Freitag von den Aufmerksamkeit auf die Zustände in Macedonien. Rahinenmacher ist die Firma Johannsen gesperrt. Streifenden für beendet erklärt. Die Abstimmung ergab zwar zuerst premierminister Balfour erwidert, er bedauere, daß er Der Obmann der Nahmenmacher. Der Streit in der Jutefabrit zu Stralau, lautete das Thema, zu eine Mehrheit für Fortsetzung des Streiks, als dann aber die Leitung bezüglich des Aufstandes nichts Beruhigendes mitzuteilen welchem Frau Ihrer am Sonntagnachmittag in Schonerts großem die Verantwortung hierfür ablehnte, entschloß man sich zur Auf habe. Er beabsichtige nicht, auf Bryces Kritik hinsichtlich der Saal sprach. Derselbe war dicht von Streifenden gefüllt. Die hebung. Bwed des Streits war die Abwehr der den übrigen Hafen- Unthätigkeit Europas seit dem Berliner Vertrage einzugehen. Es Ursachen des Streits find furz folgende: Schon seit Jahren werden arbeitern bei Beendigung des Generalstreits bereits aufgezwungenen gebe ernste Beschwerden, die aus einer tieffigenden Strankheit herzus leiten feien. Er bedauere den Migerfolg der Versuche, diese zu bedie Arbeiterinnen, welche in einer Anzahl von über tausend in der Fabrik Slavenkontrakte. befchäftigt find, in ihrem Lohn gedrückt. So wurden jest wieder Der Allgemeine niederländische Diamantarbeiter- Verband befaßte handeln. Er habe gehofft und hoffe noch, daß ein bescheidenes den Spinnerinnen Abzüge gemacht bis zu drei Mark und vier Mart. sich am Freitag in einer von 4000 Mitgliedern besuchten Verbands- Projekt, das England zu unterstüßen wünschte, erfolgreicher in seinen Infolge dessen wurden bie Arbeiterinnen vorstellig. Die versammlung mit der Kündigung des Uebereinkommens vom Ergebnissen sein werde. Rußland und Destreich seien die Haupt, Direktion erklärte, erklärte, sie würde die Arbeiterinnen in nächster 1. April 1902 durch die Juveliers- Vereinigung. Da man jedoch über fächlich berührten Mächte, und es sei Pflicht der übrigen Mächte Woche entschädigen; aber trotz dieses Versprechens wurden den die Absichten der Unternehmer noch nichts Bestimmtes wußte, wurde Europas, sie zu unterstützen, so lange ihre Bemühungen in keinem Die Unterstübung der ehrgeizigen Geifte geführt werden. Arbeiterinnen am kommenden Sonnabend noch weitere Abzüge gemacht. von einem Beschluß abgesehen. Die Weberinnen, 280 an der Bahl, erklärten sich mit den Spinnerinnen Opfer des Generalstreits zur Abwehr der Zwangs= folidarisch und versuchten noch einmal mit der Direktion zu ver- gesetze bildete den zweiten Punkt. Der Vorsitzende Polat behandeln. Jedoch ließ sich die Direktion auf weitere Verhandlungen richtete hierzu, daß bis jetzt nur ca. 47 000 Gulden für diesen gweck nicht ein. Sämtliche Spinnerinnen legten infolgedessen die Arbeit nieder. aufgebracht wurden, davon nahezu 17 000 Gulden durch die niederAm Mittwoch wollte ein Teil der Ausständigen wieder anfangen zu ländische socialdemokratische Partei; von der deutschen social Verantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Injeratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Saloniti, 10. August.( B. H.) Der Inspekteur der Drientalischen Eisenbahn, Steiner, bestätigt, daß er von Sarafow einen Brief erhalten habe, mit der Warnung, leine Fahre tarten mehr auszugeben, da die Bahn zerstört würde und Unschuldige nicht umkommen sollten. Kr. 185. 20. Jahrgang. KkilM des JMrte" ßttlinet KllisM Dienstag, 11. August 1903. Aus dem Vatikau. Die Krönung des Papstes. Am Sonntaamorgen fand mit dem üblichen Pomp in der Peterslirche die Krönung Pius X. statt. Um SVs Uhr begab sich, wie der Telegraph meldet, der Papst, begleitet von den Kardinälen, Würdcnttägern und Nobelgarden, zu Fuß in den Porttcus von St. Peter, wo vor der?orta. santn ei» Thron errichtet war. Der Papst in den päpstlichen Gewändern, auf deni Haupte die Mitta, be- stieg hieraus den Thron, während die Kardinäle auf reservierten Bänken Platz nähmen. Sodann hielt Kardinal Rampolla, als Erzpriester der Basilika, umgeben vom Kapitel und der Geistlichkeit des Vatikans, eine kurze lateinische An spräche und die Sänger der Sixtinischen Kapelle stimmten das„Tu es Petrus" an. Der Papst nahm dann auf der Ledia Gestatoria Platz und wurde unter dem Vortritt der Kardinäle und Würdenttäger um ll'/e Uhr durch das Mittelthor in die Basilika gettagen, begrüßt von brausenden Zurufen der Menge und Trompetenfanfaren. Vor dem Hochaltar stieg der Papst von der Ledia Gestatoria herab und verweilte einige Minuten in An- bettmg des ausgestellten Allerheiligsten. Darauf begab er sich wieder auf die Ledia Gestatoria und ließ sich, überall von erneuten Zu- rufen begrüßt, in die Clementtnische Kapelle ttagcn, Ivo ein andrer Thron errichtet war. Der Papst nahm auf dem Thron Platz, während die Kardinäle, Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe, Aebte und Pönitentiare auf besonderen Bänken saßen. Er ließ die Kardinäle, Pattiarchen, Erzbischöfe und Bischöfe zur Huldigung zu und erteilte dann deni Volke seinen Segen. Nach dem Segen wurde der Papst mit den für die Abhaltung der Messe vorgeschriebenen Gewändern bekleidet, während die Kardinäle. Patriarchen, Bischöfe und die übrigen kirchlichen Würden träger die ihrem Range entsprechenden priesterlicheir Gewänder an legten. Darauf begab sich der Papst in feierlichem Zuge, auf der Ledia Gestatoria sitzend, zu dem unter einem Baldachin errichteten Zchrone, um die Messe zu celebrieren. Auf dem gangen Wege durch die Clementtnische Kapelle bis zum Hochaltar schritt em Ceremonien- meister dem Papste voran und zündete dreimal Werg an, indem er rief:.Heiliger Vater, so schwindet der Ruhm der Welt." Sobald der Papst bei dem Hochaltar angekommen war, stimmten die Sänger der Sixtinischen Kapelle das„Eooe sacerdos rnagnus" an. Nachdem die Rtttglieder des Heiligen Kollegiums, die Bischöfe und Abte den Eid geleistet hatten, begann die Riesse nach dem für die Papalmesse vorgeschriebenen Ceremoniell. Nach Beendigung der Messe bestieg der Papst wiedenim die Ledia Gestatoria und wurde auf derselben nach dem vor dem Altar errichteten Podium gebracht. Hier sprach der älteste Kardinal Ge- bete für den neuerwählten Papst. Dann nahm ein Kardinaldiakon dem Papste die Mitra ab, während der Kardinaldiakon Macchi dem Papste, die Tiara aufsetzte und hierbei mit lauter Stimme die In- thronisationSformel verlas. Der Papst erteilte dann, indem er sich erhob, dem Volke feierlich seinen Segen, das ihm lebhaste Ovationen bereitete. DaS Verhalten der schaulustigen Menge. Wie zu allen großen Schauftellungen hatte sich auch zu dieser eine große schaulustige und neugierige Masse eingefunden, darunter viele Campagnolen, die schon am Sonnabendabend nach der Stads gekommen waren und zum Teil, um nur ja am nächsten Morgen die Ersten in der Kirche zu sein, die Nacht unter den Kolonnaden zugebracht hatten. Von Andacht war unter der herbeigeströmten Menge, die den PcterSdom füllte, wenig zu spüren; die meisten schienen die Krönungsfeier für ein ähnliches Schauspiel zu halten, wie einen Karneval, einen Monarchenbesuch oder eine große Truppen- Parade. Recht anschaulich schildert diese Festesstimmung der Korrespondent des„Berliner Tageblatts": „Von einer andächtigen Sttmmung oder Feierlichkeit war allere dings keine Rede; da sah man ganze Familien, die sich mit Essen, Plaudern und Lachen die Zeit vertrieben. Viele Dame» hatten Feldstühle nntgebracht. Wo nur ein Vorspnmg, eine Balustrade oder eine Säulenbase ein Plätzchen bot, da war es von Dutzenden und Aberdutzendcn besetzt: selbst auf die monumentalen Weihwasser- kessel waren kecke Jungens geklettert. Auf dem Hochaltar brannten Riesenkandelaber und ganz hinten in der Apsis war ein roter Thronhimmel sichtbar. Aus Befehl des Papstes waren diesmal(abgesehen fiir die Diplomatie und Aristokratie) keine Tribünen errichtet, und allenthalben las man große Plakate: „Beifallsäutzerungen sind verboten." In andren Plakaten wurde ausgeführt, Papst Pius wünsche, daß bei seinem Einzug ein fronrnres religiöses Schweigen herrsche, eine de» Römern fast unverständliche Neuerung.... Zum Glück war in den Seitenschisten eine Reihe von Sanitäts- wachen eingerichtet, die reichlich zu thun bekamen, namentlich wenn von Zeit zu Zeit eine kleine Panik entstand und die Menschenhaufen ängstlich schreiend gegen einander drängten. Zweimal im Laufe des Vormittags, um Uhr und um 11 Uhr, kam es sogar zu wilden Scenen, denn immer neue Massen stürzten in die Kirche, und dabei wurden Dutzende überrannt und verletzt, auch von den armen Soldaten, die von frühinorgens an in ihren schweren Uni- sonnen auf der Peterstreppe Dienst thaten, erlitten viele H i tz- schlüge. Der Glückwunsch der deutschen Regierung. Die„Nordd. Allg. Ztg." richtet zur Kröming des Papstes folgenden offiziösen Glückwunsch an die Adrefie des neuen Ponttfex: „Wir haben der ausgezeichneten n, enschlichen Eigenschaften des aus dem jüngsten Konklave hervorgegangenen neuen Oberhauptes der katholischen Christenheit an dieser Stelle bereits gedacht. Wir machen diese sympathischen Grundzüge eines durch reiche Lebenserfahrung ge- festigten Charakters nicht zum Gegenstand politischer Berechnung, wollen uns aber gern der Hoffnung hingeben, daß die Persönlichkeit des neuen Ponttfex eine Bürgschaft für die Erwiderung der ver- trauensvollen Gesinnungen bildet, mit denen sich die deutschen Katholiken ihrem höchsten Bischof zuwenden. Die Wahl � Pius X. hat die leitenden deutschen Kreise mit Bestiedigung erfüllt. Auf- richtig vereinen wir uns mit unfern katholischen Mitbürgern, um Seiner Heiligkeit zum KrönungSseste herzliche Glückwünsche aus» zusprechen für ein langes, gesegnetes, friedliches Pontifikat!" Wie hat seit den Kulturkampfstagen die Stimmung gewechselt. Die VatcrlandSfreunde von damals sind heute Regierungspartei, und das offiziöse Hauptorgan fleht inbrünstig Gottes Segen auf den Papst herab._ Berliner partel-Hngelecjenbeiten. Rixdorf. Heute abend findet im Deutschen Wirtshause, Berg- straße 137, eine Mitgliederversammlung des social- demokratischen Wahlvereins statt. Da eine reichhaltige Tagesordnung vorhanden ist, bitten wir um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Der Vorstand. Groß- Lichtcrfclde. Die VereinSversammlung des social- demokratischen Wahlvereins findet am Mittwoch, den 12. August, abends S'/z Uhr, bei Richter, Chausieesttatze 104, statt. Tagesordnung: Borttag des ReichstagS-Abgeordneten Fritz Z u b e i l über:„Die LandtagSwahlcn in Preußen". Aufnahme neuer Mitglieder. Verschiedenes.— Die Genossen, welche mit ihren Beiwagen im Rückstände sind, werden ersucht, dieselben bis zur Ver- sammlung zu bezahlen, widrigenfalls ihre Namen in der Versammlung bekannt gemacht werden, eventtiell ihr Ausschluß beschlossen werden könnte.— Sammellisten, welche noch ausstehen, sind unverzüglich beim Kassierer abzurechnen. Johannisthal-Rudow. Die Mitgliederversammlung des social- demokratischen Wahlvereins findet am Mittwoch, den 12. d. Ms.. abends 8'/z Uhr, im Lokal von Reime, Bendaswaße, zu Rudow statt. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Wie ist die Agitation in Rudow zu gestalten". 2. Vereinsangelegenheiten. Um regen Besuch wird ersucht. Gäste haben Zuttitt._ Lokales. Der Deutsche Abstinenten-Tag, der für den S., 0. und 10. August nach Berlin zusammenberufen war, hat den programmgemäßen Verlauf genommen. Ob für die Sache der Alkohol-Aüstiuenz sehr viel dabei herausgekommen ist, das werden diejenigen Vereinigungen zu beurteilen wissen, die sich daran beteiligt haben. Wir haben den Eindruck gewonnen, daß dieser erste deutsche Abstinenten-Tag weniger der ernsten Arbeit dienen als nach außen hin wirken sollte. Die Verhandlungen der einzelnen Vereine usw. bestanden viel- fach nur in der Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten oder in zwanglosen Besprechungen. In den der Abstinenzbewegung ferner stehenden Kreisen dürften allein die öffentlichen Ver- sammlungen und Festlichkeiten, namentlich das Großlogenfest der Gutteinpler Deutschlands, einiges Jnter- esse erweckt haben. Sehr stark war die Beteiligung an der E r ö f f n u n g s- und Begrüßungsfeier, die am Sonnabendabend abgehalten wurde und aus Konzert, An- sprachen, geselligem Vergnügen usw. bestand. Freilich, die Glanz- numnrern des Festprogramms, die Vorträge der Herren Professor F o r e l über„Alkohol und Seelenleben" und Eisenbahn- Direktor de Terra über„Alkohol u n d V e r k e h r s w e s e n" gingen größtenteils unter in der animierten Stimnumg der Er- schienenen, die sich mehr auf ein alkoholstei-geselligeS Beisamniensein eingerichtet hatten. Im übrigen bestätigte der Verlauf dieses Abends die nicht mehr neue Thatsache, daß man auch bei Selterwasser und Kaffee, Limonade und Apfellvein sich gut amüsieren kann. Alkoholische Getränke wurden in den Festrnunien nicht verkauft; weshalb die Mitglieder der engagierten Militärkapelle es vorzogen. sich in den Pausen an den Trinkstütten benachbarter Restaurants zu stärken._ Ein hiesiges Blatt behauptet, auch zahlreiche Fest- teilnehiner hätten sich noch vor Schluß des Festes nach andern Kneipen begeben, um ein Glas Bier zu genehmigen. Das ist wohl möglich; denn es war unter den Gästen eben auch mancher Nicht-Abstinent, der einen Freund, einen Verwandten begleitet hatte. Die Mehrzahl bestand allerdings doch aus Abstinenten. Daß. die Festversammlung an einzelne» Stellen des Saales einen starken Strich ins Muckerhafte zeigte, war den sogenannten Blaukreuzlern zu danken, die neben den Guttemplern und sonstigen Alkoholgegnern zahlreich vertreten waren. Es giebt Abstinenten unter den Frommen und unter den lln- frommen, unter scheinheiligen Muckern und offenherzigen Atheisten. aber auf diesem ersten deutschen Abstinententag übcrlvog bei weiten, die erstere Gattung von Abstinenten. Die Mucker bereiteten ihren abstinenten Freunden am Sonntag noch eine besondere Veranstaltung, ein Blaukreuz-Fest, das aus einer Vormittagspredigt in StöckerS Stadtmiffionskirche am Johannistisch und einer Abend- versanunlung im Stadtmissionssaal der Großen Frankfurterstraße bestand. In der Abendversammlung wurde unter andern, gegen die Wissenichast polemisiert, die gegen den Teufel Alkohol ebenso machtlos sei wie die Kurpfuscherei. Ein richtiger Blaukreuzcr weiß, daß in Jesus Christus die einzige Hilfe für einen Trunksüchtigen ist; darum läßt er sich daran geniigen, die Trinker nüchtern zu beten. Die Alkoholfrage ist kein religiöses und auch kein lediglich ethisches, sondern ein in, Grunde wirtschaftliches Problem. Die abstinenten Arbeiter sind ziemlich die einzigen Abstinenten, die die wirtschaftliche» Ursachen des Alkoholismus er- kannt haben und betonen. Sie haben sich an dieser Zusammenkunft bürgerlicher Abstineuten nicht beteiligt, und es ist ihnen daher erspart geblieben, auch mit Elementen wie den erwähnten Blau- kreuzlern in Berührung zu kommen. Ueber die von den abstinenten Arbeitern in Aussicht genommene Montagsversammlung, in der die Beweggründe der Nichtbeteiligung öffentlich dargelegt werden sollen, wird noch berichtet werden._ DaS rote Sängerfcst. Auf nach Friedrichshagen! So lautete am Sonntag die Parole für Tausende von Arbeiterfamilien. Dort an den waldbekränzten Ufcn, des Müggelsees feierte der Arbeiter-Sängerbund sein zwölftes Sängerfest. Welch Unterschied zwischen den Festen honett-bürgerlicher und proletarischer Gesangvereine! Bei jenen Sttaßenschmuck, offizieller Klimbinr, Ansprachen von Ortsgrüßen, Hnrrasiimmung. Alles er- weckt den Eindruck des künstlich Gemachten, über die ganzen Ver anstaltungcn scheint die Sonne behördlichen Wohlwollens. Wie ganz anders bei den Gesangssesten der Arbeiter. Mißtrauen beschleicht den ehrsamen Spießer beim Klange eines Arbeiterliedes, er fühlt, es gähnt eine weite Kluft zwischen ihm und dem Arbeiter. Deshalb verhält er sich kühl und zurückhaltend, keine Guirlande, kein Blunienstrauß schmückt sein Haus. Und die Behörde? Nun, sie sendet zlvar auch ihre Vertreter, aber nicht etwa in der Person eines vom Redefieber befallenen Bürgermeisters, der die proletarischen Sänger mit sorgfältta einstudierter, mehr oder minder schwungvoller Ansprache begrüßt, sondern in Gestalt von einer An- zahl robuster Gendarmen, die darüber zu wachen haben, daß durch ein frisch-steieS Arbeiterlied der Staat nicht aus den Fugen geht. Im übrigen aber machen die Behörden dem Festkomitee allerlei Scherereien und wünschen am liebsten die Arbeiterfeste zu allen Teufeln, Ivcil sie, wie sich eine Amtsperson diesmal ausdrückte, nur unnöttgc Arbeit davon haben. Doch die Arbeiter sind derartige Liebens- Würdigkeiten gewöhnt. Es rührt sie weder die Anttpathie des Pfahl- bürgers, noch die mürrische Amtsmiene obrigkeitlicher Personen. Ihre Feste feiern sie trotzdem und alledem, und man muß cS sagen: auch dieses Sängerfest wurde in einer Weise gefeiert, daß mancher Spießer verwundert Nase und Mund aufriß und wohl noch lange davon sprechen wird. Zug auf Zug rollte nach Friedrichshagen, einer immer voller wie der andre. Dampfer und Boote waren bis auf den letzten Platz besetzt. Fuhrwerke aller Art hatte man als Transporttittttcl benutzt, sogar Möbelwagen waren entsprechend ausstaffiert. um die Festteilnehmer zu befördern. Nach ungefährer Schätzung dürften mindestens 35 000 Personen auf den, geraninigen Festplatz gewesen sein. An der� Fähre nach dem Müggelschloß zu staute sich die Menge zeitweise zu Tausenden. Das war nicht mehr die übliche„drangvoll fürchterliche Enge", nein das Gedränge war mitunter geradezu beängstigend. Sorgende Mütter, die ihre Kleinen mitgenommen hatten, mögen diese Drängerei wohl mehr als Strapaze, denn als Vergnügen empfunden haben— und nicht nur die Mütter allein. Dennoch, drüben in dem schatttgen Walde ent- schädigte sich die Masse mit echtem Arbeiterhumor dann von den ausgestandenen Unannehmlichkeiten. Bald glich der Wald einen, mächtigen Heerlager. Kaum ein freies Plätzchen bis zum Müggel- strande herunter gab es, wo eS sich nicht Freundes- und Familien- zirkel bequem gemacht hotten. Hier wurde Kaffee und Kuchen „gepräpelt", dort ein Bierfaß belagert, auf einen, andren Fleckchen Skat gedroschen: Karussells, Schaukeln und Rutschbahn wurden von der Jugend mit Beschlag belegt, und verstreut unter der Menge hatten sich die einzelnen Gesangvereine gruppiert, wo sie das Publikum durch ihre Lieder erfreuten. Wer sich auf oder auch im Wasser erholte, dem stand der Schwimmerbund mit Rat und That zur Seite, und zur Hilfeleistung bei Erkrankungen oder Unglücksfällen hatte sich die Arbeit er-SanitätSkolonne unter Leittmg zweier Acrzte dem Publikum zur Verfügung gestellt. Den Glanzpunkt deS Festes bildete nach den, imposanten Fcstzuge der gemeinschaftliche Maffengesang der Vereine. Etwa 1200 Sänger nahmen daran teil und machwoll brauste der Gesang über die weite Halde, ein liebliches Echo in den dichten Baumgruppen hervorrufend. Bis spät abends wechselten Unterhaltung, Konzert und Gesang mit- einander ab, bis Dampfer, Eisenbahn und Fuhrwerke die Tausende wieder heimwärts brachten. Allen Teilnehmern wird das Fest in Erinnerung bleiben, eingedenk des Sängerspruches: Frei in Wort und That zu sein, soll das Lied uns lehren! Die Betricbs-Krankenkasse der„Großen Berliner Straßenbahn" hat sich kürzlich der„Centralkom Mission der Kranken- lassen" angeschlossen. Ob der diesbezügliche Delegierten- beschluß der Direktion besonders shmpatisch gewesen ,st, kam, ihrer bisherigen Haltung nach billig bezweifelt werden. Immerhin legt dieser Schritt Zeugnis davon ab, daß auch in die Straßenbahner nach und nach ein moderner Geist fährt unb sie das durch ihre Vor- gesetzten bisher gehandhabte Bevormundungssystem in den Kassen- ängelcgcnheiten gründlich satt haben. Berliner Asyl-Bercin für Obdachlose. Im Monat Juli nächtigten im Männer-Asyl 21 295 Personen, wovon 10763 badeten, im Frauen- Asyl 4663 Personen, wovon 1270 badeten. Arbeitsnachweis wird erbeten fiir Männer: Wiesenstr. 55/59, fiir Frauen: Füsilierstr. 6. Frieda Sittel ergriffen. Das unter Fürsorge-Erzichung stehende Mädchen Frieda Sittel, das aus dem Magdalenenstift zu Teltow in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag durch bewaffnete Männer entführt worden war, eine That, die mit dem Sittlichkeitsprozeß gegen Steedt und Genossen in Zusammenhang gebracht wurde, ist in der vergangenen Nacht wieder ergriffen und in sicheren Gewahrsam gebracht worden. Sie weigert sich hartnäckig, die Namen ihrer Eustührer zu nennen und man weiß daher noch imnier nicht, wer diese sein könnten. Aus dem Stift entkommen, trieb sich die Sittel in verschiedenen Vierteln umher, u. a. in Schöneberg, wo sie in einer Würfelbude übernachtete, und besonders in Pankow, wo sie bei ihrer Schwester, einer Frau Bornrann, einen Unterschlupf fand. Ergriffen wurde sie endlich auf offener Straße in, Scheunenviertel in der Nähe der Wohnung ihrer Mutter. Ihre Entführung ivird ein Strafverfahren nicht nur gegen ihre Befreier— falls man sie erwischt—, sondern auch gegen Frau Bormann zur Folge haben, gegen diese auf Grund des§ 21 des FllrsorgeerziehungS-Gesetzes, nach dem derjenige, der eine aus der Fürsorgeerziehung entwichene Person bei sich aufnimmt, mit einer Geldstrafe bis zu 2000 ivi. oder mit Gefängnis bestraft wird. Es ist unsreS Wissens der erste Fall, in den, dieser Paragraph deS neuen Gesetzes angewendet wird. Schlägerei. Sonnabend, den 3. August, abends �/«11 Uhr, wurde der Arbeiter Willi Kritzmann völlig bewußtlos nach der Unfall- station XVIl, Badstr. 67, gebracht. Derselbe war erst am Freitag auf Wunsch aus der Charite entlasten worden und wurde an. Sonn- abend in eine Schlägerei verwickelt. Es ist dies derselbe, der vor acht Tagen mit zlvölf Messerstichen nach Unfallstation XVIl gebracht wurde. Bei der neuen Schlägerei wurden ihn, die Verbände her- unter gerissen und infolge dessen trat eine Nachblutung ein, die den Verletzten dem Tode nahe brachte. Erst nach halbstündigen Wieder- bclebungsversuchen gelang es, Kr. durch mehrere Kampferspritzen ins Leben zurückzurufen. Der schwer Verletzte wurde per Lückschen Krankenwagen nach der Charitö gebracht. Ueberfall. In der Nacht zum vergangenen Sonntag wurde der Kupferschnned Paul Fechner mit einer sehr schweren Halsverletzung der Unfallstatton in der Badstraße zugeführt. F. war in der Sttelitzcrstratze von fünf unbekannten Strolchen überfallen worden, die ihn, außer kleinen anderlveitigen Verletzungen eine 15 Centtmeter lange, 5 Centimetcr tiefe Stichwunde auf der rechten Halsseite bei- brachten. Da durch diese Wunde die Halsschlagader bloßgelegt worden war und mehrere große Gefäße angeschnitten worden waren, sah sich der diensthabende Arzt genötigt, vier bis fünf Unterbindungs- fäden zu legen und außerdem neun Nähte zu machen, worauf der Verletzte mit einem Notverband versehen und mittels Lückschen Krankenwagens nach der Charite transportiert wurde. Taubstumm, krank' und weder' Arbeit noch Schlafstelle! Auf den, städtischen Schlachthofe fand am Sonnabendmorgen ein Arbeiter einen noch nicht alten Mann tot in einer Kammer liegen. Nach ärztlichen, Gutachten hatte ein Herzschlag seinem Leben ein Ende gemacht. In dei, Taschen des Toten fand man einen Zettel mit der Unterschrift eines 39 Jahre alten Kutschers Adolf Hoppe. Er trug nur wenige Worte: Ich bin krank und taubstumm, habe keine Arbeit und keine Schlafstelle und bitte um Aufnahme in ein Siechenhaus." Datiert war diese Bitte vom 10. Juli d. I. Was mag der Mann, über dessen Schicksal noch nichts Näheres bekannt ist, in den vier Wochen bis zu seinem Tode nicht gelitten haben I Ein BootSunglück, das drei Menschenleben forderte, ereignete sich Sonntag früh auf der Oberspree bei Nieder- Schöneweide. Es wurde lediglich durch Unverstand und unverzeihliche Waghalsigkeit herbeigeführt. Der Dainpfer„Stralau" der Reederei Nobiling machte in der Nacht zum Sonntag von der Stralauer Brücke aus eine Mondscheinfahrt auf der Oberspree und landete beim Cafö Sedan. Unter seinen Fahrgästen befanden sich auch ein Arbeiter und ein Bäcker, die sich erst während der Fahrt kennen lernten und den Namen nach noch nicht bekannt sind. Die beiden Männer gingen nach der Landung morgens um 4 Uhr am Spree-Ufer spazieren und trafen bei dem Bootsverleiher Schulz an der Sedan- straße zu Nicder-Schöneweide zwei junge Mädchen, die dort standen und sich das Wasser ansahen. Sie knüpften ein Gespräch mit ihnen an und luden sie zu einer Bootsfahrt ein, mit der die Mädchen gern einverstanden waren. Schulz gab ihnen ein Boot, das vorschrifts- mäßig ausgerüstet und für vier Personen mehr als groß genug war. Die beiden Männer ruderten nun mit ihren Begleiterinnen, von denen nach ihren Mitteilungen die eine 17, die andre 16 Jahre alt war, nach Ostend zu. Als ihnen der Schleppdampfer„Augusta" mit zwei Steinkähnen begegnete, wollten sie den Mädchen einnial zeigen, was sie könnten, und kamen auf den unseligen Ge- danken, zwischen den beiden Kähnen hindurchzufahren. Das geht nun unter Umständen wohl bei langen Trossen, die ttef inS Master hinabsinken, obgleich es auch hier gefährlich ist; auf der Spree aber kann nur Tollkühnheit den Gedanken an einen solchen Versuch eingeben. Vergebens warnten der Dampfer und die Be- satzung der Kähne. Als die Ruderer in der Mitte zwischen beiden Kähnen waren, zog die Trosse an, schnellte empor und warf das Boot um, so daß alle vier Insassen ins Wasser fielen und untergingen. Die Bemannung des Dampfers und der Kähne und der Bootsverleiher Schulz eilten sofort zu Hilfe, aber es gelang nur. einen der Ruderer, den Arbeiter, zu retten. Die andren drei kamen nicht mehr zum Vorschein. Der Gerettete erhielt von Schulz trockene Kleidung und fuhr mit seiner Mutter, die ebenfalls die Mondscheinfahrt mitgemacht hatte, um 6 Uhr auf der„Stralau" nach Berlin zurück. Gestern morgen suchte man das Wasser ab und landete zwei Leichen, die des Bäckers, der seiner Erzählung nach 23 Jahre alt war, und eines Mädchens; daS andre Mädchen ist noch nicht gefunden. Wer die Ertrunkenen sind, lveiß man bis jetzt noch nicht. Die Siebzehnjährige ist wahrscheinlich die Tochter eines hiesigen Milchhändlers, der gestern in Nieder- Schöneweide seine vermißte Tochter suchte. TodcSsturz durch ein Glasdach. Ein entsetzlicher Unfall trug sich am Sonntagnachmittag in der Alten Leipzigcrstraße zu. Der Pförtner Neinhardt vom Grundstücke Nr. 3, der im vierten Stock wohnt, hatte Besuch von seinem Sohne Paul, der in der Wiener- straße 46 Hausdiener bei einem Gastwirt ist. Der 1/ jährige junge Mann stieg mit seinem sechsjährigen Sttefbruder Albert durch die Vermischtes. Bodenlute auf das flache Dach, auf dem Reinhardt einige Bohnen| Bergmann eine Anzeige wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, und dergleichen angepflanzt hat, und von hier aus auf das Dach des in welcher er behauptete, dieser habe sich, als er in die Zelle gesperrt ebenfalls vier Stock Hohen Nebenhauses Nr. 4. Dieses, ein werden sollte, mit den Füßen gegen die Wand gestemmt und dadurch Schiffsunfälle. Sonntagnachmittag ertranfen bei einer Segelfahrt Fabrikgebäude, hat im vierten Stock einen Lichtschacht, Widerstand geleistet. Die Anklage wurde erhoben, endete aber vor zwischen Wassersleben und Bad Kollund infolge Kenterns des Bootes der unten mit Asphalt ausgelegt ist und oben ein dem Schöffengericht mit Freisprechung. In der heutigen Ver- brei junge Leute. Vorüberfahrende Dampfer fanden das lieloben Glasdach trägt. Während ihm nun sein Bruder den handlung gab der Angeklagte an, der Gefängniswärter habe ihn bei treibende Boot. Die Leichen der Ertrunkenen sind noch nicht aufRücken wandte, trat der kleine Albert auf eine Scheibe dieses Daches, der Empfangnahme mit den Worten begrüßt: Wegen eines solchen gefunden. Am Sonnabendabend ist auf der Bille bei Billwärder brach mit ihr durch und stürzte unter einem markdurchdringenden Lumpen hat man nicht einmal in der Nacht seine Ruhe!" Dabei ein Boot gekentert, in dem sich der Oberlehrer Sch. mit Frau und Schrei in den Schacht hinab, wo er sich auf dem harten Asphalt den habe er einen Schlag ins Gesicht erhalten. Nun habe ihn der Be- zwei Kindern befand. Der Oberlehrer ertrant infolge eines SchlagSchädel zerschmetterte und Arm und Beine brach. Tein Stiefbruder amte aufgefordert, alle seine Sachen, die er in den Taschen trage, anfalles, während die übrigen Insassen gerettet sind.- Als der war starr vor Schrecken und konnte im ersten Augenblick feinen Laut herauszulegen. Als er in eine obere Westentasche gegriffen habe, Werftdampfer" Bussard" Sonnabendnachmittag nach Beendigung von sich geben. Leute, die den Schrei gehört hatten, sorgten für habe er von jenem mit einem Stocke einen Schlag über den Kopf er des Schleppdienstes in das Baubassin der Werft zu Kiel zurückkehrte, plagte Hilfe, die aber nichts mehr ausrichten konnte. Als man mit dem halten. Darauf sei er auf den Korridor vor die Thür einer Zelle geführt ihm ein Dampfrohr. Dadurch wurde der Maschinist Hollmann getötet, der verunglückten Knaben nach der Unfallstation in der Brüderstraße worden. Dort habe ihn der Beamte umarmt und rücklings in die Belle hinein Heizer Meier schwer verbrüht. Durch Lösung eines Bolzens an der fam, war er schon tot. Sein Vater war so verzweifelt, daß drei stoßen wollen. Er habe sich zu halten gesucht, um nicht auf den Kolbenstange zur Luftpumpe hatte der Dampfer Freia" bei seiner Mann Mühe hatten, ihn von einem Selbstmord abzuhalten; wieder Rücken zu fallen. Der Beuge Veit bestritt die Richtigkeit dieser gestrigen Fahrt von Rügen nach Stettin eine Verspätung. Der holt versuchte er, sich zum Fenster hinauszustürzen. Angaben und blieb dabei, der Angeklagte habe sich gegen das Ein- Bolzen wurde gestern sofort in Stettin gewechselt; die Freia" lief Zu Tode getrunken. In der Rügenerstraße gab es am letzten sperren energisch gesträubt. Ein Handelsmann Vogel, der sich im von Stettin Sonntag schon wieder in der regelmäßigen Fahrt nach Gefängnisse befand, hat durch das Guckloch der Belle gesehen, wie Rügen. Als in der Nacht auf Freitag neun Mann, die zur BeSonnabendnachmittag einen großen Auflauf. Ein schwer betrunkener der Beamte auf den Angeklagten einschlug. Der Schlächtergeselle fazung der amerikanischen Dampfjacht„ Lorena" gehörten, sich von Mann entledigte sich des Rockes und der Weſte und lief nur mit se loje, der wegen Kontrollvergehen eine Haftstrafe verbüßte, hat Brightlingsen in einem kleinen Fährboot, das von einem Fährmann Hemd und Hose bekleidet taumelnd umher, eine große Kinderschar zwar die Mißhandlung nicht gesehen, hat aber von Vogel gehört, wie und einem Arbeiter gerudert wurde, an Bord zurückbegeben wollten, Stellmacher Branch Con jetons, der ihn als einen 44 Jahre alten dieser bei der Einsperrung des Angeklagten ihm durch die Zellenwand zu füllte sich das Boot mit Wasser und ſank. Der Fährmann und ein Franz Sombrowski erkannte. Schutzmänner brachten rief:„ Da kommt schon wieder einer angeheult! Da wird es wohl wieder Matrose wurden gerettet, die übrigen 9 Personen sind ertrunken. nun den Betrumtenen unter einem großen Menschenauflauf nach mächtig Reile sezen!" Beuge Kloſe erklärt dann weiter, daß im feiner Schlafstelle in der Rügenerftr. 14. Sombrowski hatte drei Gefängnisse alle Tage geprügelt worden sei und daß Fußboden und Bier Personen in den Flammen umgekommen. In dem Drte ihm. " Tage lang nicht gearbeitet, sondern nur getrunken. In der Nacht Wände oft so blutbesudelt gewesen seien, wie in einem Schlachthause. Mönchhagen bei Rostock brannte gestern eine Kate nieder. Bei den zum Sonntag starb er an Alkoholvergiftung. Seine Leiche wurde Der Staatsanwalt erklärte bei der Antragstellung, er halte die Be- Rettungsversuchen sind eine Frau und drei männliche Perſonen ums gestern mittag beschlagnahmt und nach dem Schauhaufe gebracht. rufung zwar für gänzlich aussichtslos, wollte diefelbe aber trotzdem Leben gekommen. Zwei Personen wurden schwer verletzt. sió jun Räthselhafter Selbstmord. Der 61 Jahre alte Schantwirt nicht zurückziehen, sondern dem Gerichtshofe die Entscheidung über- Leuchtgasvergiftung. In Leipzig wurde am Sonnabend der Wilhelm Bock betrieb seit 9 Jahren in der Boethstr. 32 ein Geschäft, lafen. Er beantrage aber Verwerfung der Berufung und Auferlegung Rechtsanwalt Dr. Neubert in seiner Wohnung tot, seine Gattin das sehr gut geht, und lebte mit seiner Frau und einem erwachsenen der Kosten auf die Staatskasse. Der Gerichtshof erkannte schwerkrant und bewußtlos aufgefunden. Die Verunglückten waren Sohne in guten Verhältnissen und im besten Einvernehmen. nach diesem Antrage und hob bei der Begründung des durch Leuchtgas, das einer defetten Leitung entströmt war, vergiftet Am Donnerstag veranstaltete er ein Sommernachtsfest, das er noch Urteils hervor, daß nach dem ganzen Auftreten des Angefiagten in worden. in der besten Laume mitfeierte. Auch nach diesem Feste merkte man dessen Angaben kein Zweifel zu feyen sei. Dagegen habe sich der ihm keine Veränderung an. Als Frau Bod am Sonnabendmorgen Zeuge Beit nicht allein in Widersprüche verwickelt, er sei auch durch aufstand, fand sie ihren Mann in der Wohnung erhängt auf andre Zeugen widerlegt worden und darum sei sein Zeugnis ohne Niemand weiß, weshalb er Hand an sich gelegt hat. Wert.( Der Gefängniswärter Veit befindet sich ledus mul immer noch im Dienst!) ind 391190 IVZ worden. Messerstecherei. Stettin, 10. Auguft. Bei einem Ausflug, den die Jugendabteilung des hiesigen Turnvereins gemeinschaftlich den die Jugendabteilung des hiesigen Turnvereins gemeinschaftlich mit einigen älteren Turnern( insgesamt etwa 100 Mann) gestern unternahm, gerieten sie mit einigen angetrunkenen Bewohnern des Dorfes Rosengarten, welches sie nachts mit Musit durchzogen, in Messern gekämpft wurde. Ein Turner wurde erstochen, viele andre Streit. Es entspann sich ein Handgemenge, wobei mit Steinen und 5.30 Der Brand einer Strohmiete verursachte am Sonntagabend inter den zahlreichen Ausflüglern nach den füblichen und südwestlichen Der Prozeß wegen Kindesunterschiebung gegen die Gräfin Vororten Aufsehen. Eine an der Brig- Buckower Gemarkung auf Isabella Westeria wileda und sieben Genossen dürfte im gestellte Strohmiete, die, wie angenommen wird, durch Unvorsichtig November vor dem Schwurgericht des Landgerichts I zur Berhand- durch Steintvürfe und Messerstiche schwer verleßt. feit von Ausflüglern angezündet war, ging gegen acht Uhr in Flammen lung gelangen und wegen der dabei beteiligten Personen, der Erdbeben in Lissabon. Am Sonnabendabend um 10 Uhr auf. Von dem Gewitterwinde gepeischt, schlugen die Feuergaben Seltenheit der Strafthat und wegen der ganzen Art der Ausführung 8 Minuten wurde in Lissabon und in der Umgebung der Stadt haushoch empor, weithin sichtbar wurden die Feuersäulen wahr- und der damit verknüpften Nebenumstände ein besonderes Interesie eine heftige Erberschütterung wahrgenommen, durch die mehrfacher genommen. Die Feuerwehren aus Rigdorf, Brig, Buckow und den erregen. Die Gräfin Kwilecka befindet sich seit längerer Zeit im Schaden angerichtet wurde. Unter der Bevölkerung herrscht große umliegenden Ortschaften waren zur Stelle, doch war es natürlich Untersuchungsgefängnisse, und wie bereits gemeldet worden, Aufregung; Verluste an Menschenleben sind nicht gemeldet worden. nicht möglich, den Brand zum Stehen zu bringen. Erst in später ist fürzlich auch der Graf Kwiledi in Haft genommen Nachtstunde erlosch das Feuer, nachdem der gesamte Strohvorrat verEinsturz einer Tribüne. Aus Philadelphia wird berichtet: Die Eheleute wohnten auf dem Gute Brobremla während eines Ballspiels brach eine in dem Baseball- Bark errichtete nichtet war. bei Wronke im Posenschen. Da ihnen Leibeserben verjagt Tribüne, die mit einer großen Zuschauermenge besetzt war, zusammen, Erhängt hat sich der 54 jährige Hausverwalter A. Thomasczewski, wurden, sollen sie, um das Majorat zu retten, eine Kindes- wodurch vier Personen getötet und 150 verlegt wurden. An dem Gitschinerstr. 55, am Sonntagvormittag in seiner Wohnung. Der unterschiebung vorgenommen haben. Die Gräfin will nach Berlin Aufkommen von zwölf der Verletzten wird gezweifelt. felbe verfah bereits seit 24 Jahren in der städtischen Gasanstalt gereift und hier entbunden worden sein, während seitens der Anklage obiger Straße seinen Dienst als Nachtportier. Th. litt wiederholt behauptet wird, daß die ganze Geschichte erfunden und Komödie ged bookma an Reißen, das vom Feldzuge 1870/71 herrührte. Die Leiche wurde spielt worden ist. Es wird angenommen, daß der Prozeß mehrere imm Eingegangene Druckfchriften. nach dem Obduktionshause gebracht. Die Frau ist vor Schreck er- Wochen, vielleicht sogar einen Monat in Anspruch nehmen wird, denn trantt. seitens der Staatsanwaltschaft sind allein gegen 150 Bengen geladen, Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dick' Verlag) ist soeben das wozu noch gegen 50 Beugen kommen, die von der Ver- 45. Hejt des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben Berschwunden. Seit dem 29. Juni 1903 ist der 16 jährige Herteidigung geladen sind. Fast sämtliche Zeugen find polnischer wir hervor: Desorganisation der Geiſter. Bolitische Anthropologie. Von mann Presche nach Einkassierung von 200 M. spurlos verschwunden. Nationalität und müssen mittels Dolmetscher vernommen werden, die deutschen Arbeiterfekretariate im Jahre 1902. Von Adolf Brann. Zur politischen Lage in Sachsen Von Herm. Fleißner. Heinrich Cunow. Derselbe ist 1,50 Meter groß, hat auf der linken Wange eine Warze bei ihrem geringen Bildungsgrade und durch den Umstand, daß die Erinnerungen eines englischen Arbeiters. Bon Jakob Brockle( London). und einen nach vorn neigenden Oberkörper. Etwaige Nachrichten angebliche Strafthat verschiedene Jahre zurückliegt, dürfte deren Ver- Die moderne Rüdfehr zum Glauben". Bon Oda Olberg( Genua). über den Verbleib desselben sind an das nächstgelegene Bolizei- nehmung zeitraubend werden. Die Gräfin wileda wird vom litterarische Rundschau: Selma Lagerlöf, Jerusalem. Bon Therese Schlesinger. revier oder an Robert Presche, Berlin SO., Laufizerstraße 10, I au richten. nopilisurada nemall so mi aid Justizrat Wronker, Graf Sewilecka, welcher wie die übrigen sechs Mit- Edstein. angeklagten der Beihilfe beschuldigt wird, vom Justizrat Lewinski Bon einem Hunde zerfleischt wurde am Sonntag früh die Frau( Bosen) verteidigt. Außer diesen werden noch die Rechtsanwälte eines Restaurateurs B. in der Föhrerstraße. Der Hund, ein Seida in Posen, Justizrat von Sikorski und Zborowski zu Berlin Bernhardiner, der vor dem Bette lag, drang plöglich ohne Ver- als Verteidiger auftreten. anlaffung auf die Frau ein und brachte ihr schwere Bißwunden bei.td chand ard sid Nur mit Mühe konnte das Tier gebändigt werden. Die Frau wurde Versammlungen. du rodod tal von einem Arzt der nahen Tollwutstation verbunden und dem Krankenhause überwiesen. Der Hund wird auf Tollwutverdacht hin beobachtet. Der Restaurateur hatte das Tier selbst großgezogen, doch war es ihm vor 1½ Jahren abhanden gekommen. Erst vor wenigen Tagen hatte er es am Kanal wieder aufgefunden und mit nach Hause genommen. Wahrscheinlich hatte der Hund die Er innerung an seine Besizer verloren, vielleicht auch war er durch schlechte Behandlung bösartig geworden. isinil id Hus den Nachbarorten. in der sid. atjun Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pre Duartal zu bezichen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die " Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hejt kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. 3ft das Centrum arbeiterfeindlich? lichen Zölle notwendig? Die Arbeiterfrage und die Bestrebungen zu ihrer III. Der Socialismus in den Zeitschriften. Von den„ Dokumenten des Socialismus", herausgegeben von Ed. Bernstein,( Stuttgart, Dietz Verlag) ist soeben das 8. Heft des Die Arbeiter der Siemens- Schuckert- Werke hatten sich am III. Bandes erschienen. Sonntag in der Zahl von etwa 4000 im Etablissement Neue Welt" Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: versammelt, um zu der Arbeiter ausschußfrage des Ge- L. Kritische Bibliographie des Socialismus. 1. In deutscher Sprache. famtbetriebs Stellung zu nehmen. nehmen. Miefenthal ging in seinem Denkwürdigkeiten und Erinnerungen eines Arbeiters. Mit einem GeleitAntworten auf socialdemokratische Schlagwörter. Vortrage ausführlich auf die letzten Vorkommnisse bei der Firma ein, wort von Baul Göhre. Ist eine Erhöhung der landwirtschaft besonders auf die durch den jüngsten Schlosser- und Dreherstreit publik gewordene schlechte Entlohnung und Behandlung der Arbeiter Lösung. Von Dr. F. Hize. Das Wahlrecht in Deutschland und das Unspins um und Arbeiterinnen, sowie das Ucberstundenunwesen und die mangel- recht in Sachsen. Von H. Martin.- Innere Kolonisatinn in den Provinzen haften hygienischen Einrichtungen. Alsdann nahm er Bezug auf die Brandenburg und Pommern 1891 bis 1901. Von H. Mez. Die Drgani fürzlich durch die Presse gegangenen Auslassungen des früheren fationen des jüdischen Proletariats in Rußland. Von Sara Rabinowits. Generaldirektors Dr. Bödiker, der bekanntlich ein schwungvolles 2. In französischer Sprache. Deschamps, Louis. Principes de Morale Sociale. Rigdorf. Der Wanzlichstr. 11 wohnhafte Bierfahrer Guhl hatte Coblied auf die ausgleichende, segensreiche Thätigkeit des ArbeiterLatroff, Pierre. Lettre Historique. Traduit du Russe et précédé d'une notice bio- bibliographique par Marie Goldsmith. Levy, Em. nachts ein Fenster feiner im ersten Stockwerk belegenen Wohnung Ausschusses der Firma anzustimmen wußte eines Ausschusses, der L'Affirmation du Droit Collectif. 3. In englischer Sprache. Fabian offen stehen lassen. Ein Einbrecher sah dies, holte sich von wohl zu Lebzeiten des alten Herrn Siemens cristiert hatte, von da Society. The twentieth annual report on the work of the Fabian einem nahen Neubau eine Leiter und stieg auf derselben ab aber ein völlig unbemerkbares, sehr beschauliches Dasein fristete. Society for the year endet 31 th Marc 1903. Reever, W. P. State durch das G.'sche Fenster. ser Wohnung Die Versammlung war nichts mehr und nichts weniger als ein Experiments in Australia and New Zealand. 4. In italienischer mit dem Zusammenpacken von Sachen beschäftigt war, wurde der Protest gegen den Erguß des Herrn Bödifer, und es wäre der Sprache. Berenini und Borciani. Progetto di Legge pel Divorzio. Dieb von dem inzwischen munter gewordenen Gühl überrascht, fest Generaldirektion jedenfalls sehr dienlich gewesen, wenn sie es sich mit Bissolati, Leonida. L'Avanti! Resoconto della divezione del Gionale. Soldi, Romeo. genommen und nach dem nahen Polizeirevier gebracht. Hier gab angehört hätte, wie„ ihre" Arbeiter über den viel gerühmten Ausschuß Rignano Sullam, Rina. Una Legge che c'interessa. der Einbrecher an, daß er der 38 Jahre alte Maurer und über die so sehr gepriesenen idyllischen Verhältnisse in den Sprache. Leopold, Lajos. Az Olas Szóczializmus. Le varie Correnti nel Partito Socialista Italiano. 5. In ungarischer Julius Mach sei und behauptete, Ende Mai dieses Jahres einzelnen Werken denken. Da sich die Direktion laut Arbeitsordnung II. Aus der Geschichte des Socialismus. Sankt Mar. Aus einem nachmit zwei andren Insassen Insassen aus der Provinzial- Irren- einen sehr weitgehenden Einfluß auf die Zusammensetzung des Argelassenen Werte von Mary- Engels über Mar Stirner. Der Kommunismus. anstalt Conradstein bei bei Preußisch Stargard entflohen zu beiter- Ausschusses vorbehalten hat, so ist dieser nichts andres, als was( Schluß.) fein. Sämtliche Papiere, die man bei dem angeblichen Mach vor- die Ausschüsse in allen derartigen von Arbeiterfreundlichkeit triefen- III. Urkunden des Socialismus. Typische Wahlflugblätter aus dem fand, lauten jedoch auf den am 6. Januar 1867 geborenen Maurer den Industrie- Etablissements, ganz gleich ob staatlichen oder privaten, Wahlkampf der deutschen Socialdemokratie. Zwei Flugblätter allgemeinen Johann Schmidtke, unter welchem Namen er auch bei find nämlich eine bloße Dekoration, eine Körperschaft mit Schein- Charakters. 1. Ein ernſtes Wort an das deutsche Volk! 2. Wähler des einer Familie Lehmann, Langestraße 13 in Berlin, bisher rechten, die von der Betriebsleitung einfach als gefügiges Werkzeug bisher rechten, die von der Betriebsleitung einfach als gefügiges Werkzeug Wahlkreises. Ein Bahlmanifest Broudhons aus dem Jahre 1848. gewohnt hat. Die Kriminalpolizei glaubt, einen alten Zucht zur Harmonieduselei zwischen Arbeitern und Kapitalisten verwandt Die Dokumente des Socialismus" erscheinen monatlich einmal und häusler in dem Festgenommenen vor sich zu haben und iſt eifrig wird. In Anbetracht dessen lag der Versammlung ein vom Metall- sind durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise bemüht, das Inkognito desselben zu lüften. Am Zaune des neuen arbeiter- Verband ausgearbeiteter Entwurf vor, der zeigt, wie sich von 2,25 M. pro Quartal zu beziehen. Das einzelne Heft loftet 75 Bf. Jakobi- Kirchhofes in der Emserstraße wurde der 45jährige Arbeiter diese Organisation einen Arbeiter- Ausschuß denkt. Gefordert wird in In der Zeitungspreisliste der Bostanstalten sind die" Dokumente" unter Karl Kuhnert vom Hohenzollern- Blak 18 erhängt aufgefunden. demselben die Wahl des Ausschusses von allen über 18 Jahre alten Nr. 2206 eingetragen, jedoch ist bei der Post nur Duartal- Abonnement Nahrungssorgen sollen den Aermsten in den Tod getrieben haben. Arbeitern und Arbeiterinnen des Betriebs mittels geheimer und zulässig. Julianus, Revision des Liberalismus. Preis 1,20 M. Berlin 1903 Von einem Straßenbahnwagen überfahren wurde in der ver- direfter Abstimmung. Der Ausschuß muß bei allen die Arbeiter gangenen Nacht der 39 Jahre alte Handelsmann Richard Schuster und Arbeiterinnen angehenden Angelegenheiten gehört werden, auch Hermann Walther, Beilagsbuchhandlung(. m. b. H. aus der Bergstr. 43. Der Mann fiel am Kurfürstendamm von einem steht ihm das Recht zu, außerhalb der Arbeitszeit selbständig ohne Marktpreise von Berlin am 8. August 1903 Motorwagen und geriet unter einen Anhänger, dessen Räder über Teilnahme der Werkleitung zu tagen. Den einzelnen Ausschußmitnach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. ihn hinweg gingen. Der Verunglüdte wurde mit einem Swadeschen gliedern muß es auch gestattet sein, ohne Rücksicht auf etwaige D.- Ctr. Startoffeln, neue D.- Ctr. Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, wo ihm heute morgen Arbeitszeit- Bersäumnis die Interessen der Arbeiter wahrzunehmen. Beizen, gut Rindfleisch, Keule 1 kg Zu Verhandlungen mit der Generaldirektion wählt der Ausschuß eine bereits ein Arm abgenommen werden mußte. do. Bauch sul on Subfommission. Die Mitglieder dieser Kommission dürfen nur mit Schweinefleisch alle dognis( bus Bustimmung der Generaldinektion, andren Mitglieder Roggen, gut gering entlassen werden. Mit diesen Vorschlägen erklärte sich die Versammlung durchaus einverstanden. Sie beauftragte infolge dessen Interessante Schlaglichter auf die Behandlung von Arrestanten eine fiebengliedrige Kommission, beim Generaldirektor Dr. Berliner fettens untergeordneter Beantten warf eine Verhandlung, welche vorstellig zu werden, um die Wahl eines Arbeiter- Ausschusses in obigem** Safer, gut, 16,50 15,30 gestern vor der zweiten Ferien- Straflammer am Landgericht II statt Sinne zu erwirken. Treffend bemerkte der Referent in seinem Schlußfand. Auf der Anklagebant stand der noch jugendliche Hausdiener wort: Die jüngsten Vorkommnisse bei der Firma 3eiß in Jena Nichtstroh August Bergmann aus Lichtenberg, der vom Schöffengericht des liefern den besten Beweis dafür, daß auch der idealste ArbeiterHeu Amtsgerichts II wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt frei Ausschuß nicht imstande ist, Differenzen zu verhindern, wie sie nun Erbsen gesprochen worden ist. Gegen dieses Urteil hatte die fgl. Staatse einmal aus dem heutigen tapitalistischen System resultieren. Des- Speisebohnen anwaltschaft Berufung eingelegt. Die Anklagefache hatte eine halb müsse sich eben jeder Arbeiter vor Augen halten, daß die wirk Linsen nicht uninteressante Borgeschichte. In der Nacht vom 23. famste Vertretung der Arbeiterschaft nur die Organisation sein kann. zum 24. September 1900 fang der Angeklagte Angeklagte auf einer In der Versammlung wurde außerdem noch die Maßregelung** frei Wagen und ab Bahn. Lichtenberger Straße laut und wurde deshalb von einem Gendarm von Vertrauensleuten zur Sprache gebracht, obwohl die Direktion o arretiert und in das Amtsgefängnis eingeliefert. Der Amtsdiener bei den Vergleichsverhandlungen des letzten Streits ausdrücklich er- Briefkaften der Redaktion. und Gefangenen- Aufseher Beit nahm ihn in Empfang, nahm ihm flärt hatte: Maßregelungen finden nicht statt. Ein Vertrauensmann seine Sachen ab und sperrte ihn dann in eine Zelle. Dabei soll der betam seine Entlassung wegen" Mangel an Arbeit", obschon Arbeit Wolfram. Der Bericht ging zu gleicher Zeit mit dem von uns verWir zogen den fürzeren vor, der dann Gefangenen- Aufseher den Arrestanten wiederholt gemißhandelt haben. im Ueberfluß vorhanden ist, andren Vertrauensleuten wieder werden wendeten fürzeren Bericht ein. Auf Anzeige des Bergmann wurde der Beamte wegen Mißhandlung von den Meistern derartig niedrige Afforde angeboten, daß sie wohl leider aus Raummangel im Ueberfak noch einen Lag stehen blieb. Cine getroffen ist also der Brief. eines Gefangenen bezw. wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt unter oder übel selbst ihre Entlassung fordern müssen, um sich anderwärts Anklage gestellt und von der ersten Straftammer am Landgericht II lohnendere Beschäftigung zu suchen. zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Der Kaiser hat Kaufmännische Kranken- und Sterbekasse von 1885( E. H. 71) biese Strafe im Gnadenwege in 250 M. Geldstrafe umgewandelt. So. 16, Neanderstr. 4. Dienstag, den 11. August cr., abends 9 Uhr, im Nachdem der Gefängnisaufseher verurteilt war, machte er gegen Reſtaurant Frädrich, Ate Jakobstr. 89: Sizungsbildelt sid dr disabling Gerichts- Zeitung. sodes Ausschusses nur mit Zustimmung der betreffenden Werkleitung and trout dros Gefängniszustände. POR CI " mittel gering mittel " * Gerste, gut mittel gering " " 14,40 13,70 13,60 13,00 12,90 12,30 mittel " " 1 gering ind 8,00 5,00 1,80 1,20 1,40 1,00 # 1,60 1,20 1,80 1,20 1,80 1,20 2,60 2,00 60 Stüd 4,00 2,40 1 kg 2,40 2,00 2,80 1,40 3,00 1,20 " Hechtenst Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Gier Karpfen Aale 15,20 14,10 Bander 14,00 12,80 4,16 6,80 Bamber 3,82 Barsche 4,50 Schleie 40,00 25,00 Bleie 50,00 25,00 Krebse 60,00 20,00 2,40 1,20 1,80 2,60 1,20 1,40 80 70 per Schod 18,00 3,00 * Hamm und Geruchsdenis s Jums st Wetter: Prognose für Dienstag, den 11. August 1903. Zunächst vorwiegend trübe und fühler mit Regenschauern und mäßigen, Südwestwinden, nachher langjames Auftlaren. Berliner Wetterbureau. Inserate Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 11. August. Anfang 72 Uhr: sul Neues Operntheater. Die Geisha, gefchichte. japanische Theehaus. Westen. Alt- Heidelberg. Leffing. Die Kleinbürger. Deutsches. Monna Banna. Anfang 8 Uhr: Liederspielhaus( Kroll). Vision nach dem Balle. Berliner. Fedora. Kleines. Nachtajyl. Der Fehltritt einer Belle- Alliance. Specialitäten. Carl Weik. Frau. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Stettiner Sänger. Baffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum Wak mann. Invalidenstraße 57/62. Sternmarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. ögegebett Die Expedition. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Deutscher Arbeiter- Abstinenten- 3und BLUTARMEN. KRANKEN Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Ortsgruppe Berlin. Sonnabend, 15. August, in Bades Volksgarten zu Treptow( Parkstr.): Von der Zugspitze Grosses Sommer- fest zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstr. 165. !! 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Gauert mit seinen dressierten Hunden. Rivas und Dixas, Antipodenalt auf lebendem Biedestal. Mary Ellys, moderne Throlienne. Richard Wagner, Konzertjänger. Ballett- Gesellschaft, Saltarello". Marie Förster, Golotänzerin. Anfang 4 Uhr. o Konzert und Ball. 1. a. Deta Waldau. Bravour- Soubr. Original Eugen Milardo, Tanzhumorist. New! The Berlings, Neu! die singende Luftfee. Johnke Compagnie. Transformations Red Bantomime. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., num. Blaz 50 Bf. Diez # Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das vollständig konkurrenzlose Riesen- August- Programm! H. Stahnke. Mst. Deamando und Miss Anni. The Delsons. Loro- Quartett. Gebr. Bellong. Fritz Brand. Dustes Bioscop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. WINTER BARTEN verbunden mit Sommernachts- Ball unter Mitwirkung der Sänger- Gefellfchaft Strzelewicz. Nachmittags: Kinderbeluftigungen. ab im Spiegelsaale: Großer Ball. Serren, welche daran teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Um 9 Uhr: Festrede, gehalten vom Genossen Simon Katzenstein. Die Kaffeeküche steht den Damen von 3 1hr ab zur Verfügung. | FEURIG SÜSSER KRAFT- ROTHWEIN ärztlich empfohlen p. Flasche 1.50m und 2 Mark. Santa Lucia steht unter ständiger Kontrolle des Gerichtschemikers Dr. C. Bischoff. 21082* Beginn des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 7 1hr Eintritt 25 Dr. Simmel, Billets sind in den mit Plakaten belegten Geschäften, sowie an der Abendkasse. zu haben. Siniste 289/7 Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: ad 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Suasja Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag.d Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Regelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. ,, Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. 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Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Konzert. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen. Für die Wintersaison sind noch einige Sonnabende frei zu Festlichkeiten. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. Eröffnungsvorstellung Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Sonnabend, 15. August. Gr. Konzert, Theater OW Der Vorverkauf findet an der Tageskasse von 10-5 Uhr statt. und SpecialitätenVorstellung. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderftr. Tägl. Jm herrl. Garten: Tägl. Grossart. Programm. Tom Bryasly, Gerra- Sano, Anny Raaly, Eduard Reetz, Henriette Donneux, Bonnet- Trio, R. Schaup. Mittw., Sonnab., Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. 22022* ortièren Porti Specialität!( ca. 200 Genre) Einzelne Garnituren spottbill. ca. 600 Illustr. Special- Katalog gratis. franco. 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SterbeKasse der Tischler. Zahlstelle Steglitz. Am Sonnabend, den 8. Auguft, verstarb unser Mitglied, der Tischler Robert Siefert. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. August, nach mittags 6 Uhr, von der Leichen Kranz- und Blumenbinderei haue des Stegliter Friedhofes * von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden sein u. preiswert geliefert aus statt. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. 184/14 Deutscher 85/18 Bruch- Pollmann Holzarbeiter- Verband. empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferant f. Drts- u.Hilfs- Krankenkassen. Berlin C., 20062* 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elastischen Belotten, angenehm und weich am Körper. schwinden sofort d 41 Kopfläusenebst Brut ver„ Puffi Unschädlich. Erfolg überraschend. In Drogerien 50 Pfg 99 Berfallene Pfänder! 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September Wrangelstraße 9, Krautstraße 19, Preiserhöhung. Schulz, Rirdorf, Faldensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Lenaustr. 12/13. Markthalle Bücklerstr., Stand 222/23. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. Speck, mager, a Bfd. 70, bei 5Pf. 65 Pf. fetter, " " " 70, 5, 65 Delikateßschinken, ohne Knochen, a Pfd. 95 Pf. 20102* Rollschinken. Feine Leberwurst a Pfd. 115 Pf. Landschinken " Zwiebelleberwurst 95 55 " " " 85 " Pomm. Landleberw. 90 " " Thür. Notwurst 55 " " 65 " " Pomm. Landrotwurst 90 " " " Fleischwurst Salami u. Schlackw., weiche, 95 Weftf. Schlackwurst a Bfd. 125 Thür. 145 " E. Klähn, Lindenstr. 154. Charlottenburg. F. Kunstmann 23082* Künſtl. Zähne, tadellose Ausführung von 3 M. an, Plomben von 2 M. an Max Guckel, Lausitzer Platz 2. Vorzeiger dieses erhält: 4 M. Ermäßigung bei Auftrag von 20,00 M., unter 20 M. 2 M. 20512* Teilzahlung gestattet. am 7. August am Blutsturz ge storben ist. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. 120/4 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Meinen Kollegen und Parteifreunden zur Nachricht, daß nach zweijährigen qualvollen Leiden meine treue Lebensgefährtin im Alter von 37 Jahren durch den Tod erlöst wurde, nachdem fie 15 Jahre an meiner Seite Freud und Leid geteilt hat. 0001 am Die Bestattung findet Donnerstagnachmittag 3 Uhr auf dem Charité Stirchhof in der Tod allen Wanzen Bäderstraße flatt. durch meine Wanzen- Tinktur, in Flaſch. 0,50, 1,00. Berstäuber 50 Pf. Schwaben, Flöhe, Fliegen, Blattläufe 2c. werden durch mein Pulver vollständig ber nichtet, Schachtel 0,30, 0,60 und 1 2. 1000 M.Belohnung Wallstr. 1. Uhrmacher und Goldzable demjenigen, der mir einen Nicht arbeiter. * erfolg nachweist. Zahlreiche AnerGrosses Lager, billige fennungen. Nur zu haben bei Otto Preise. Reparaturen Gottschalk, Droguerie, Krautstr. 55a, schnell, billigst.* an der Großen Frankfurterstr. 19112* Richard Babiel, Töpfer. Danksagung. Für die bei der Beerdigung unfres Baters bewiesene herzliche Teilnahme und liebevollen Kranzspenden, insa besondere dem Arbeiter- Gesangberei Oranienburger Vorstadt", sagen ihren Herzlichsten Dank +140 Julius Rogatt und Frau, Berlin SO., Gewerkschaftshaus. III. Wahlkreis. Central- Verband der Maurer. Donnerstag, den 13. August, abends 81, hr, in Frankes Festfälen, Sebastianstraße 39: Zweigverein Berlin. Verfammlung des Wahlvereins. Mittwoch, den , den 12. August, abends 8½ Uhr, in Kellers Festsälen, Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten. Dr. Südekum über:„ Der preußische Staat und die Wohnungsfrage". 2. Diskussion. Gäste willkommen. Zahlreicher Besuch erwünscht. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. te Koppenstraße 29: General- Versammlung now! Special Geschäft für Uhren Issist 1 neue Uhr- Feder Ia. 75 PI. 1 neue Uhr- Kapsel 1 thr- Glas 1 Uhr- Ring aller Zahlstellen Berlins und der Vororte, der Sektion der Pußer und der neues 11hr Glas Sektion aller in der Gips- und Cementbranche beschäftigten Arbeiter. Tages Drdnung: 143/13 1. Die diesjährigen Lohnkämpfe der deutschen Maurer. Referent: Verbandsvorsitzender Kollege Bömelburg. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. 2. Beschlußfaffung über die Uebernahme der Bibliothek als Eigentum des Zweigvereins. NB. Die diesjährigen großen Kämpfe unsrer Berufsgenossen im Reiche rufen infolge ihrer Heftigkeit und Mittwoch, den 12. August 1903, abends 8 Uhr: Größe überall das stärkste Interejje für dieselben wach, so daß wir erwarten, daß alle Verbandsmitglieder die Versammlung besuchen werden. Der Borstand. J. A.: K. Panser. Bezirksversammlung f.d.Westen u. Schöneberg Socialdemokratischer Wahlverein im Lokale von Gossmann, Kreuzbergstr. 48. Tages Drdnung: 3. Verbandsangelegenheiten. 120/5 1. Bericht vom Verbandstag. Referent: Cohen. 2. Diskussion. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung erwartet recht zahlreichen Besuch Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! Parkettleger! Heute, Dienstag, den 11. Auguft, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Kommissions- Sitzung mit Vertrauensleuten. 85/19 Der Obmann. Rixdorf. Mittwoch, den 12. August 1903, abends 81 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Deutschen Wirtshaus( Inh. Schmidt), Bergstr. 136/137. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fritz Zubell über: Die Socialdemokratie nach den Reichstagswahlen." 2. Diskussion. 3. Anträge zum Parteitag. 4. Bericht der Parteispedition. 5. Aufnahme neuer Mitglieder. 6. Bereinsangelegenheiten. 7. Berschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Frauen und Gäste haben Zutritt zu den Galerien. Deutscher Buchbinder- Verband. Die Welt zerbricht Zahlstelle Berlin. Morgen Mittwoch, den 12. Auguft, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal D). Tages Ordnung: 1. Bortrag des Augenarztes Herrn Dr. Wurm über: „ Die Pflege 235/1 fich den Kopf bei der Frage: Wo faufe ich guten Hering? Dhne Bedenken bestelle jeder bei der ersten direkten Bezugsquelle gegen Nachnahme[ 15/ 11* Ernst Napp Nachf., Swinemünde No. 56, Gross- Fischerei- Import u. Export. Bracht and Borto frei bis Prämiiert: Wien, Paris, Baden mit der Goldenen Medaille 400 Driginal M Fettheringe, zart jed. Stat. Seine Faßber. mit Krone. fett fett 11 M., Faß 62 M. u. schön 11 M., Faß 5½ 350 größte Original M Bollfett- Heringe der Augen im Beruf und in der Familie" Nr. 3.. neue vousette feinste M Salafettheringe Orig. 11 M., F. 6 M. ( mit Demonftrationen und Abbildungen). 2. Abrechnung von der Dampferpartie am 20. Juni. Nr. 4. F. neue prima ertra größte M Salzfettheringe 12 M., 2. 62 M. Nr. 5. 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