Nr. 189. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Bellage, Die Neue Belt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z tart, für das übrige Auslans 2 Mart pro Monat. Cricheint täglich außer Montags. Vorwärts M- P mentage.Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wert 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- uni Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffne Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Kronrat und Landtagswahl. Der viel umfabelte Kronrat hat am Freitagvormittag im Berliner Schloß stattgefunden. Vorher hatte der Kaiser mit dem Reichskanzler eine Besprechung, dann wurde von 10 bis 12 Uhr mit fast vollzähligem Staatsministerium beratschlagt; einige Minister wie Graf Posadowsky und Herr Tirpitz durften in ihrem Urlaub bleiben, den Herr v. Hammerstein jäh unterbrechen mußte. Auch der soeben in das Amt eingesetzte neue Kriegsminister v. Einem war antvesend. Ueber die Beratungen des Kronrats soll eine amtliche Mitteilung erfolgen; vorläufig ist nichts bekannt. Unter allen den Spüreifrigen, die sich in Vermutungen über allerlei Möglichkeiten dieses Kronrats ergehen, dürften am meisten diejenigen enttäuscht werden, die eine flare und einigermaßen ents schloffene Politik der preußischen Regierung im Angesicht der beborstehenden Landtagswahlen erwarten. Die Regierung des Grafen B i I o to fürchtet nicht nur„ innere Krisen", sondern umgeht jeden ernsteren Kampf, vor allem jeden Kampf gegen die Mächtigen in Preußen, die Junker und Landräte. Immerhin darf man ein wenig begierig sein, wie Graf Bülow die mittlere Linie" zwischen dem unerschütterlichen Willen des preußischen Königs zum großen Kanalbau und der ebenso unerschütterlichen Abneigung der Agrarier gegen den Kanal ziehen wird. Der gestern mitgeteilte Rechenschaftsbericht der frei tonservativen Partei über die Kanalcampagne der letzten tonservativen Partei über die Kanalcampagne der letzten Gesetzgebungs- Periode hat die Situation grell erleuchtet. Die Konservativen haben wieder einmal alle Trümpfe in der Hand. Sie haben einst den Kanal ausgebeutet, um die Regierung zum hoch agrarischen 3oIltarif zu treiben. Nachdem sie den Zolltarif erreicht, verweigern fie, wie wir seit Jahren vorausgefagt, den Kanal und noch mehr: Die Regierung ist in die schimpfliche Lage gepreßt, den Kanal nicht einmal noch fordern zu dürfen, da die Konservativen den Trumpf der Ablehnung der Handelsverträge vorweisen! Nur ein fräftiges Abschütteln des konservativen Joches könnte die Lage der Regierung mildern, doch wer wollte das erwarten? Diese interessante Regierung wird lächelnd sich von der Kulturaufgabe des Kanalbaues befreit erklären, indem die Konservativen ihr gestatten, größere Mittel für die Ueberschwemmungsgebiete auf zulvenden! Es giebt nur eine Erlösung aus den Unsäglichkeiten des fonservativen Junkertums, das zäh und sicher seine Herrschaft auch für die nächste Landtagsperiode vorbereitet: den Sturm des Bolles gegen das Dreitlassen Wahlsystem! Der Freifinn vor der preußischen Entscheidung. In der„ Nation" setzt der Landtagsabgeordnete Dr. Barth seinen Aufsatz über„ Die Zweifrontentheorie und die preußischen Landtagswahlen" fort. Er übt Kritik am preußischen Wahlsystem so scharf, wie es von liberaler Seite in neuerer Zeit faum geübt wurde; er geißelt die Ausschließung der Socialdemokratie rückhaltlos: von etwa 200 Vertretern breit machen." Sonnabend, den 15. August 1903. wiesen, daß auch in einer Lage, bei der alle fachlichen Vorausfegungen für ein Zusammenmarschieren zwischen dem liberalen Bürgerthum und der socialdemokratischen Arbeiterschaft gegeben sind, doch die vorhandenen Vorurteile unüberwindlich waren. Die Realtion brauchte sich dann keine grauen Haare wachsen zu lassen. Ihre Herrschaft stände fester als je. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Für die Wahl der Abgeordneten betonte Arons wiederum das Festhalten an dem Beschluß, nur dann die Liberalen zum Siege zu führen, wenn diese unsre Ansprüche erfüllen. Er führte hierzu aus: Mir ist immer ein offener Reaktionär lieber gewesen, als ein aalglatter und weicher Liberaler, der von schönen Versicherungen trieft, aber stets ausweicht und niemals stand hält, wenn ich ihn Für die Freisinnigen handelt es sich deshalb um eine fassen will. Beim ehrlichen Reaktionär weiß ich, woran ich bin, bei schicksalsschwere Entscheidung, um Entschlüsse, die für die ganze jenem nicht. Und die Liberalen müssen einsehen Bukunft der freisinnigen Richtung bedeutsam lernen, daß sie ohne Verbindung mit der Arbeiterpartei den Wollen sie werden müssen. Sogar die Nationalliberalen fangen an Fortschritt ernsthaft nicht mehr vertreten können. zu begreifen, daß es für sie politisch gefährlich werden könnte, jede das nicht, so verdienen sie den Durchfall. Dann ist Kooperation mit der Socialdemokratie speciell dem Ultramontanismus es auch ganz gleichgültig, ob und wie viel sogenannte Freigegenüber von der Hand zu weisen. Die Jungliberalen, und aus finnige, Demokraten oder Liberale im Landtage sitzen.( Lebhafte ihrem Jdeengange heraus die National Zeitung", plaidieren Zustimmung.) bereits für ein solches Zusammenwirken, wenn auch in einem Ich kenne liberale Führer, die diese Stellungnahme seitens der beschränkten Umfange... Mir scheint, der Freifinn ist politisch Socialdemokratie lebhaft begrüßen; sie wünschen, daß ihre Gesinnungsbankrott, wenn es sich herausstellen sollte, daß eine gemeinschaft- genossen im Lande ernst machen und zeigen müßten, ob sie auch den liche Angriffsaktion gegen die Reaktionäre bei den bevorstehenden praktischen Mut dazu haben, den Ruck nach Links" mitzumachen. preußischen Landtagswahlen an dem Widerstande der Würden durch unsre Haltung die Leisetreter und Angstmeier aus Freisinnigen scheitert." den liberalen Reihen ausgemerzt, so könnte dies nur von Nutzen für den Liberalismus sein. Die Frage, wie der Angriff gegen die Reaktion durch die Liberalen und die Socialdemokratie geführt werden soll, will Dr. Barth in einem nächsten Artikel erörtern. Es wird sich nun zeigen müssen, ob und in wie weit die Freisinnigen im Lande die ernsten Mahnungen Dr. Barths zu beHerzigen Neigung und Kraft befizen. Socialdemokratische Wahlagitation. ein Und wenn die Freifinndemokraten uns, wie schon öfter geschehen, erwidern wollen, das heiße, wir wollten bequem auf ihre Kosten leben, so verweise ich auf die vielen gemeinsamen Jagdgründe, die wir in tonservativen Triften bei gutem Zusammengehen hätten und in denen für den Liberalismus sogar erhebliche neue Beute abfallen würde. Bei genauer Durchsicht der neuesten Reichstags- Wahlergebnisse finden sich 54 preußische Landtags- Wahlkreise mit 90 Abgeordnetenmandaten, in denen jetzt 17 Nationalliberale, Eine Agitationsreise durch das westliche Deutschland, die den 47 Konservative, 24 Freifonservative, Landtagswahlen gilt, unternimmt unser Parteigenoffe Dr. Arons. Centrumsmann und ein Welfe gewählt find, in denen aber LiberaAm Mittwoch sprach Arons in einer Parteiversammlung in Frank- lismus und Socialdemokratie bei der Reichstagswahl zusammen furt a. M., wo 1898 durch socialdemokratische Unterstützung zwei Man- mehr als die Hälfte der Stimmen aufbringen. Der Liberalismus date aus nationalliberalem Besitz in freisinnige und demokratische kann also durch uns einen namhaften Machtzuwachs erringen Hände übergegangen sind und wo jezt unsre Partei, gemäß unsren wenn er nur ernstlich will." Beschlüssen, mit eignen Wahlmännern auftreten und bei entsprechendem Erfolge ihren Mandatsanteil fordern will. Dr. Arons erinnerte an die immerhin nicht unbeträchtlichen Erfolge, die schon 1898 in einigen Landtags- Wahlkreisen, so beEr meinte, daß sonders in Linden bei Hannover, erzielt wurden. zum Beispiel im dritten Berliner Landtags- Wahlkreise, der aus dem sechsten Reichtstags- Wahlkreis und einem kleinen Teil des fünften besteht, die Gewinnung der Majorität aller Wahlmänner durch unsre Partei nicht ausgeschlossen sei. Ueber unsre Aufgabe bei der Wahlmännerwahl führte Dr. Arons unter der Zustimmung der versammelten Parteigenossen aus: Es ist nötig, etwaige liberale oder demokratische Verfamm lungen, in welchen Wahlmänner dieser Parteien aufgestellt werden, zu besuchen. Es muß in diesen Versammlungen erklärt werden, daß wir bei Stichwahlen oder dort, wo wir keine eignen Wahlmänner aufstellen können, liberale oder demokratische Wahlmänner- Kandidaten nur unterstützen, wenn diese bei ihrer Aufstellung erklären, gegebenenfalls für einen socialdemokratischen Abgeordneten Kandidaten stimmen zu können. Die Stellung dieser Frage ist dringend notwendig, denn es könnte sonst leicht kommen, daß die demokratische oder liberale Parteileitung hinterher sagt:„ Wir möchten ja sehr gern, daß Ihr einen Siz bekommt, aber es ist unfren Wahlmännern leider aus allerlei persönlichen Rücksichten unmöglich, für einen socialdemokratischen Kandidaten zu stimmen. Das werdet Ihr doch einsehen und für uns stimmen!" Dem muß ein Riegel dadurch vorgeschoben werden, daß wir unbedingt bestehen auf unsrer Forderung. Hierin dürfen wir nicht die geringste Schwäche zeigen und müssen alle Leisetreterei vermeiden. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 14. Auguft. Der Papst als Socialpolitiker. Der„ Volts- Zeitung" wird aus Venedig, dem bisherigen Wirkungskreise des neuen Papstes ein charakteristisches Vorkommnis berichtet, darin Pius X. als Socialpolitiker eine bemerkenswerte Rolle spielt: " Vor einiger Zeit machte sich unter den Arbeiterinnen unfrer Tabatmanufattur eine Bewegung behufs Erhöhung ihrer elenden Löhne bemerkbar; sie schlossen sich insgeheim zu einer Lega" ( Gewerkschaft) zusammen und beschickten die Gewerkschaften in Mailand, Turin und Florenz, um durch gleichzeitiges Vorgehen den Erfolg der Bewegung zu sichern. Kaum erhielt die Direktion Wind, so verfiel sie auf ein höchst seltsames Mittel, die drohende Gefahr zu beschwören. Eines schönen Tages erschien, von allen höheren Beamten der Manufaktur umgeben, der Patriarch Sarto ( der jetzige Papst) im Hauptsaal der Wicklerinnen und Sortiererinnen und begann eine lange Predigt über das Gift der Socialdemokratie und wider die freche Unbotmäßigkeit der Unzufriedenen gegen die von Gott gesetzte Obrigkeit. Als der Kirchenfürst mit seiner Rede zu Ende war, wollten die Direktoren die Probe aufs Exempel " Den Gipfelpunkt des Unfinns erreicht das preußische Wahl machen und befahlen, daß alle, welche der Lega nicht beitreten system aber dadurch, daß es die bei weitem zahlreichste Partei wollen, die Hand erheben sollten. Und nun ereignete sich ein des Landes, die in der Socialdemokratie organi Wunder, an das nur ganz schlechte Menschen nicht glauben werden: fierten Arbeiter, thatsächlich aus der sogenannten Bolksvertretung ausschließt. Die Socialdemokratie hat in Preußen in es erhob sich auch nicht eine einzige hand, und ganz In seiner Kritik des Wahlsystems gab der Redner einige sehr leise schlich die Honoratiorengesellschaft aus dem Fabriksaal." fünf Jahren bei den Reichstagswahlen einen Stimmenzuwachs von charakteristische Hinweise: Dieses ganze System, so umständlich und Das Vorkommnis läßt das socialpolitische Verständnis bes rund einer halben Million aufzuweisen gehabt. Aber das preußische zeitraubend, ist offenbar darauf berechnet, daß die dritte Dreiklassen- Wahlsystem ist so sinnreich angelegt, daß dieselbe Partei, wählerflasie sich nur fpärlich an der Wahlhandlung be- Papstes, dem seine Abstammung aus dem Volte und sein socialer deren Wähler mindestens doppelt so zahlreich sind wie die Wähler teiligt. Bei vielen Berufen ist es überhaupt taum möglich, Sinn als besonderer Vorzug nachgerühmt werden, in sehr unDer konservativen Parteien, auch bei den bevorstehenden daß die Wahlberechtigten gleichzeitig für mehrere Stunden günstigem Lichte erscheinen. Von seiner Religion wird es ihm vorLandtagswahlen kaum darauf rechnen kann, allein aus eigner Kraft von ihrem Posten fernbleiben können. Es müßte dann gefchrieben, für die Armen und Bedrängten einzutreten, und darum auch nur einen einzigen Vertreter in das preußische Abgeordneten beispielsweise für die betreffende Zeit fast fast der ganze hätten, wenn er sich überhaupt in die Angelegenheit einzumischen für haus zu entsenden, woselbst sich die Konservativen in der Zahl Straßenbahn Verkehr unterbrochen werden, wenn gut fand, die armen Arbeiterinnen Anspruch auf seine Hilfe gehabt, fich alle wahlberechtigten Schaffner und Wagenführer in die Ur- nicht aber die Direktoren der Manufaktur gegen die Arbeiterinnen. Ebenso eindringlich kennzeichnet Dr. Barth den preußischen wählerversammlungen begäben. Es könnten dann nur diejenigen Landtag als die eigentliche Hausmacht der Reaktion; so lange die verhältnismäßig wenigen Leute den Dienst versehen, die entweder Außerdem hat er sich über die Fügsamkeit dieser katholischen Frauen Reaktion in Preußen nicht erschüttert ist, könne gar nicht darauf noch nicht 24 Jahre alt, oder keine preußischen Staatsbürger sind. und seinen Einfluß auf sie als ihr Kirchenhirt arg getäuscht und gerechnet werden, ihr im Deutschen Reiche die Zähne zu Todern". Man wird daher auch solche Leute kaum dort sehen. Dagegen bamit sich selber keinen guten Dienst erwiesen. Daß katholischen Das alles ist sehr richtig und beweist, wie wenig der ift es möglich, Schuhmänner und Nachtwächter italienischen Frauen gegenüber das Verdammungsurteil eines Liberalismus in Preußen seine mindeste Schuldigkeit gethan hat!( Heiterkeit) zur Wahl zu tommandieren, obgleich diese katholischen Patriarchen vollständig wirkungslos bleibt, verdient Dr. Barth mahnt nun den Liberalismus, sich auf sich selbst meist nicht sehr freudig ihre Stimme für den vorgeschriebenen wohl hervorgehoben zu werden und sollte den katholischen Herren zu zu befinnen. Er giebt zu, daß die Freifinnigen bisher nicht konservativen Kandidaten abgeben und oft innerlich ganz denken geben. allzu viel Kraft daran gesetzt haben, eine gründliche Reform des anders gesinnt sind. Aber sie werden zu Zwangskonservativen Landtags Wahlrechts herbeizuführen". fordert nun einen gemacht. Durchschnittlich betrug 1898 die Beteiligung in der dritten Generalsturm gegen die preußische Reaktion unter der Selaffe nur 15 Prozent. Wenn es uns nun durch eifrige Agitation Losung des allgemeinen, gleichen, geheimen Wahlrechts für Preußen. gelingt, die Beteiligung auf das Doppelte und höher zu treiben, so Dieser Kampf jei eine politische Notwendigkeit ersten Ranges. muß das Verfahren noch langwieriger werden. Gerade das v. Goßler mit. Herr v. Goßler ging vor mehreren Monaten auf Dann führt Dr. Barth aus, daß dieser Kampf mur zu führen Wider wärtige und Lächerliche bei diesem System Urlaub und man wußte, daß er aus dem Urlaub nicht wiederkehren sei, indem der Freifinn mit der in der Socialdemokratie organi fann uns bei regjamer Beteiligung zu manchem Erfolg verhelfen. werde. fierten Arbeiterschaft zusammenzuwirken sich entschließt. Hierzu führt Je länger die Stimmenabgabe in der dritten Abteilung Wie ebenfalls vorauszusehen war, tritt an die Stelle v. Goßlers dauert, um so ungeduldiger müssen die kommandierten Wähler, der bisherige Direktor im Kriegsdepartement, Generallieutenant Wie dies Zusammenwirken im einzelnen sich zu gestalten hätte, sowie diejenigen der zweiten und ersten Abteilung werden und v. Einem, der während des Urlaubs v. Goßlers das Amt schon ist eine offene Frage, und die richtige Beantwortung dieser Frage manchem von ihnen wird durch das lange Warten die Wahl so ver- provisorisch übertragen erhalten hatte. ist sicherlich nicht leicht. Aber zunächst tommt es einmal darauf an, ekelt werden, daß er das Lokal verläßt, ohne gestimmt zu haben. Herr v. Goßler hat in siebenjähriger Thätigkeit ohne Begabung, ein grundsägliches Einverständnis darüber herbei-( Seiterkeit.) Dem dem Arbeiter, der nun doch einmal einen Tag aber recht und schlecht als Diener feines Königs die Militärvorlagen zuführen, daß man zusammengehen will, und versäumt hat, fann es gleichgültig sein, wie lange die Geschichte dauert. im Reichstage vertreten. Er ist abgebraucht, und ein neuer Mann, daß man auch bereit ist, der Socialdemokratie Wenn er mit seinen Butterbröten in der Tasche da ist, hält er auch dem der Ruf größerer Beredtsamkeit und Gewandtheit vorausgeht, Landtagsmandate mit verschaffen zu helfen. Kommt es aus. Namentlich aber dem kleinen Geschäftsmanne, dem schon ohne soll die neuen Vorlagen, die den Reichstag erwarten, berdazu nicht, nachdem die Socialdemokratie sich ihrerseits hin die öffentliche Stimmabgabe unangenehm ist, wird die Wahl- treten. grundsäglich bereit erklärt hat, mit den Freifinnigen zusammen handlung doppelt widerwärtig durch die Zeitverfäumnis. Und auch bei den Landtagswahlen gegen die Reaktion zu marschieren, so die Schutzleute, die Post- und Bahnbeamten kann man nicht für läge darin eine Kräftigung der Neaktion, die sich nicht blos in einen ganzen Nachmittag nebst Abend abkommandieren, weil sonst den Mandatsziffern ausdrücken würde. Sollte der Frei- der öffentliche Dienst zu sehr leidet. So können wir durch zahlreiches finn aus Angst vor dem roten Gespenst das Zusammenwirken Erscheinen und Beharrlichkeit manches erreichen und uns den Kampf mit den Socialdemokraten bei den Wahlen ablehnen, oder dadurch, daß wir ihm den Reiz eines lustigen Krieges verleihen, dieses Zusammenwirken durch eine elende Mandatsträmerei schmackhaft und erfolgreich zugleich zu machen.( Zustimmung.) Auch unmöglich werden, so würde die flerifal fonservative die radikalsten Berliner Genossen wurden, so glaube ich, für die BeRealtion das mit Recht als eine moralische Stärkung ihrer teiligung gewonnen durch diese heiteren Kampfaussichten. politischen Stellung betrachten. Denn dann wäre thatfächlich ers er aus: V Er Goßlers Abschied. Der„ Reichs- Anzeiger" teilt jetzt den Abschied des Kriegsministers Wegen Teilnahme an ordnungsfeindlichen Bestrebungen find vor einiger Zeit in Bromberg sechs Arbeiter der königlichen EisenbahnWerkstätten entlassen worden. Ihre Entlassung ist mit dieser ausdrücklichen Begründung von der Eisenbahn- Direktion bestätigt worden. Die Ordnungsfeindlichkeit der Sechs bestand darin, daß sie Mitglieder einer Organisation, des Verbandes der Eisenbahner geworden waren. Stann es wohl auch etwas Ordnungsfeindlicheres geben wie eine Organisation? Organisation ist ja der gerade Gegensatz von Ordnung wenigstens, wie es scheint, im Eisenbahn- Deutsch. Meber Unzufriedenheit in Offiziercorps flagt eine Zuschrift im[ Die ungarische socialistische Partei, die bisher, ohne ihre politische 1 noch die Thätigkeit als Stadtverordneter kommt, mit Arbeiten übe .Reichsboten": Selbständigkeit in irgend einer Weise aufzugeben, doch bisher der lastet sind. Auch Genosse Auer muß bei den Kandidaturen außer Daß die Unzufriedenheit in unfren Offiziercorps in den Unabhängigkeitspartei in ihrem Kampfe gegen die Wehrvorlage unter- Betracht bleiben, da er nicht die preußische Staatsangehörigkeit beletzten Jahren bedenklich gewachsen ist, weiß jeder, der in stügt hat, beschloß gestern, von morgen ab im ganzen Lande den sigt, dagegen wird Genosse Bernstein eine Kandidatur überOffizierstreisen verkehrt. Früher diente man aus schärfsten Kampf gegen die Kossuth Partei aufzunehmen, weil nehmen. Vaterlandsliebe bei fargem Solde. Heute ist der arme dieselbe nicht neben den nationalen Konzessionen auch die Wahl- In führenden Parteifreisen herrscht die Auffassung, daß es nicht Offizier eine berlorene Existenz, so wie er reform als Friedensbedingung aufstellen will. ersprießlich ist, unsre Abgeordneten eventuell mit Doppelverabschiedet wird, und davor ist auch der Tüchtigste mandaten zu belasten, sondern lieber neue Kräfte dem AbEngland. feinen Tag sicher, daher auch der Mangel an Offiziersgeordnetenhause zuzuführen, sofern das in unfrer Macht liegt. AusErsatz. Ein mir befreundeter aktiver Kommandeur sollte In dem Arbeiterviertel Battersea( London) ist es zu Unruhen gehend von diesem Grundsay ist in Frankfurt a. M. bereits Genoffe Fahnenjunker besorgen, fand aber keine geeigneten jungen gekommen. Die Bewohner hatten sich geweigert, die durch das neue Quard als Kandidat nominiert worden und in andern Kreisen hört Leute. Er wandte sich an mich, da ich sehr viel mit unterrichtsgesetz festgesezte neue Schulgeldtare zu zahlen, infolge- man die Namen der Genossen Dr. Arons, Liebknecht, Dr. Friedes inaktiven Offizieren verkehre. Früher ließen sie gern ihre dessen ließen die Behörden bei den betreffenden Personen pfänden. berg nennen. Söhne bei billigen Regimentern eintreten, jezt ist selbst das Die Pfandstücke sollten gestern verkauft werden; der die Auktion billigste Regiment zu teuer. Wir haben verschiedene leitende Beamte wurde von der Menge thätlich angegriffen, so daß alte Offiziere gesagt, daß sie ihre Jungen unter feinen Umständen er von seinem Revolver Gebrauch machen mußte. Die herbeiOffiziere werden ließen! gerufene Polizei trieb die Demonstranten mit Stockhieben auseinander. Zahlreiche Personen wurden im Gedränge verlegt. Serbien. Was soll aber daraus werden! Es wird nötig sein, daß im Reichstag einmal ein ernstes Wort über das auch von andrer Seite schon beklagte Einreißen des Lurus geredet wird." Partei- Nachrichten. Die Präsidentenfrage in den Parteivereinen. In der letzten Versammlung des socialdemokratischen Vereins für den zweiten Hamburger Wahlkreis Diese Klage ist ein Ton aus dem Schwanengesang des Kabinettskrise. König Peter von Gottes Gnaden hat das Ent- referierte Genosse Molten buhr über:„ Die verflossene Reichstags= Feudalismus, der sich vom geldgewaltigen Kapitalismus überflügelt lassungsgesuch des bisherigen Kabinetts angenommen und dessen wahl und die Aufgaben der Partei". Im Verlaufe seines Referates sieht. Es giebt nur ein ernsthaftes Mittel gegen die Uebel, die Präsidenten Awakumowitsch mit der Bildung eines neuen Kabinetts wies er nach, wie unsre Erfolge in dem früher so unzugänglichen das konservative Blatt beklagt: die Ueberführung des fapitalistischen beauftragt. Als Kandidaten für die neu zu besetzenden Minister- rheinisch- westfälischen Industrierevier wesentlich dadurch erreicht Reichtums, der durch die Gesellschaft erzeugt ist, in die Hände der posten werden genannt: Der Liberale Borisawliewitsch für die wurden, daß das Endziel, die Vergesellschaftlichung der ProduktionsGesellschaft. Socialistische Maßnahmen werden die Voraussetzung Finanzen, der Anhänger der Fortschrittspartei Radowitsch für die mittel, nicht etwa verschleiert, sondern mit aller Schärfe hervor fein auch für die Vaterlandsfreudigkeit der Armee und ihrer Justiz, der gemäßigte Radikale Ruzitsch für den Kultus. Wenn die gehoben worden sei. Und da sei nun der Vorschlag gemacht worden, Offiziere. Der Reichsbote" aber beschimpft den alleinrettenden Rekonstruktion scheitern sollte, würde General Gruitsch, wenn er das Socialismus täglich und ist erpicht darauf, durch Wahlentrechtung Präsidium und den Krieg übernähme, mit der Neubildung des des Volkes den Kapitalismus allmächtig zu machen und die Armee Kabinetts betraut werden. Die Blätter zeigen sich der Krise gegen zu ruinieren. über zurückhaltend. Einzelne tadeln, daß die Regierung nur so furze Zeit einig zu bleiben vermocht habe.„ Narod List" fordert die Regierung auf, ihr Augenmerk auf den Balkan zu richten, anstatt sich durch persönliche Zwistigkeiten ablenken zu lassen. " Wie man Helden macht. Türkei. unsre Taktik zu ändern, eine bürgerliche Partei zu werden! So lange ein derartiges Ansinnen von gegnerischer Seite gestellt werde, fönne man das humoristisch auffaffen. Wesentlich anders werde aber die Sache, wenn aus den eignen Reihen heraus Vorschläge kommen in dem Sinn einer Annäherung an die bürgerlichen Anschauungen. Thatsächlich liege aber diese Tendenz in dem beWegen Mizhandlung und fortgesetzter Beleidigung von Unterfannten Vorschlage Bernsteins, um einer Vicepräsidentenstelle wegen den gebenen stand der Lieutenant Frhr. v. God in vom InfanterieGang nach dem Schloß zu unternehmen. Nun sei aber der GeschäftsLeibregiment in München vor dem dortigen Kriegsgericht. Es ordnung nach der Vicepräsident lediglich Stellvertreter des Präsidenten, wird ihm zur Last gelegt, den Infanteristen Hugo Lude fortgesett Der Aufstand in Macedonien greift immer weiter um sich. Im falls dieser verhindert sei, und danach sei es total falsch, wenn durch die ehrenrührigsten Schimpfworte beleidigt und dem Mann Wilajet Saloniki sind in Londura( Kreis Menlik) Morde und Brand- Bernstein meine, in den Bolldebatten hätte ein socialdemokratischer mit den Worten:„ Sauferl, ich schmeiße Ihnen den ganzen Kasernenhof stiftungen, im Kreise Katerin Fälle von Entführung und Mord vor- Vicepräsident die Kardorfferei verhindern können. In der ganzen ins Gesicht", dadurch daß er mit dem Fuß in eine Schmutzlache trat, gekommen. Aus dem Wilajet Monastir wird demeldet, daß in Präsidialführung aber sehe er( Redner) weniger die Ausübung eines Kot ins Gesicht geschleudert zu haben. Ferner soll er beim Kathadyk nächst Dibre eine Komiteebande aufgetaucht sei und verfolgt Rechts als die Hebernahme einer Pflicht. So lange diese lediglich Bataillonsegerzieren den Mann mit seinem Säbel derart auf das werde. In Derdje dauert der Kampf fort. In Taschmor und parlamentarischer Natur bleibe, lasse sich dagegen nichts einwenden; Schienbein geschlagen haben, daß Lude drei Tage Schmerzen ver- Neschto( Kreis Aklin) wurden die Telegraphenleitungen zerstört und fofort aber, wenn Vorschriften andrer Art gemacht würden, sei spürte. Die gleiche Roheit beging er an dem Infanteristen Joseph eine Brandstiftung verübt. In Belgaschta hat ein Kampf mit Banden die Teilnahme am Präsidium abzulehnen. In dem Augenblick Dangl, dem er mit dem Säbel auf das Knie schlug, daß auch er stattgefunden. 20 Komitatschi wurden getötet, der Rest flüchtete. Im allerdings, wo die Reichspolitik unfren Ansichten entspreche, würde drei Tage Schmerzen verspürte. Lieutenant v. Godin leugnet zwar Dorfe Metrovischte hat ein fünfstündiger Kampf stattgefunden. die Socialdemokratie die Führung der Geschäfte übernehmen nicht, er will aber weder die beleidigenden Ausdrücke so oft ge- 150 Komitatschi sind gefallen, der Verlust der Truppen betrug müssen; aber dieser Augenblick sei wohl nicht nahe. Doch der Ehre braucht haben, wie die Anklage annimmt, noch will er absichtlich 1 Toten und 2 Verwundete. Bei Derdje und Umgebung ist die wegen, einen Präsidenten zu haben, die Grundsäße revidieren", mit dem Säbel verletzt haben. Den Vorfall im Kasernenhof stellt bulgarische Bevölkerung ins Gebirge geflüchtet; die Behörden sind das werde die Socialdemokratie nicht thun. Deswegen brauche man er folgendermaßen dar: Er war mit dem Infanteristen Lude, der bemüht, sie zur Rückkehr zu bewegen. In die Wohnung des Mudirs auch gar nicht bange zu sein, daß einer der unfren den Präsidentenfonst ein tüchtiger Soldat sei, unzufrieden und habe ihn gerügt, von Sorowitsch wurde eine Bombe geworfen. Eine Komiteebande fessel besteige. Jm Reichstage hätten wir beffere Aufgaben zu worauf Lude antwortete:" Ich gebe mir so viel Mühe wie die dieser Gegend droht den Hauptort des Kreises anzugreifen. Die erledigen, und eine andre Tattit im Lande sei erst recht nicht zu andern, der Herr Lieutenant sigen mir auf." Er habe darauf er- Telegraphenlinie zwischen Monastir und Saloniki ist an einigen empfehlen. Steine Verbeugungen vor dieser oder jener Partei, widert:„ Und so was sagen Sie einem Offizier ins Gesicht Sie Orten beschädigt. Das Dorf Tirnowo( Kreis Monastir) wurde von sondern Weiterarbeiten im Interesse der Socialdemokratie! Sauferl, ich schmeiße Ihnen den ganzen Kasernenhof ins einer Komiteebande cerniert und in Brand gesteckt. Gesicht." Er sei dann mit der Fußspige auf den Boden getreten und wisse nur mehr, daß er sich selbst beschmuzt habe. Die Absicht, dem Manne den Schmus ins Gesicht zu sprigen, stellt er in Abrede, obwohl der Vorsitzende erklärte:„ Dann hätte Ihre Aeußerung, die sie dabei machten, doch keinen Sinn!" Hinsichtlich des mißhandelten Dangl giebt der Angeklagte ebenfalls zu, daß er ein fleißiger Soldat gewesen sei. Ueber die Motive feines Handelns spricht er sich allgemein dahin aus, daß es ihm stets darum zu thun gewesen sei, ein gutes Verhältnis zwischen Untergebenen und Vorgesetzten herzustellen. Die vorgekommenen Fehler bedaure er, er bitte sie aber nicht als Ausfluß systematischer Mißhandlungswut, sondern als Mißgriffe zu betrachten und seine Jugend und militärische Unerfahrenheit zu berücksichtigen. Der Zeuge Hugo Lude schildert die Vorfälle entsprechend der Anklage, hat aber sichtlich das Bemühen, den Angeklagten zu entIaften. Der Herr Lieutenant," sagt er, war im Dienste sehr auf geregter" Natur, ich habe daher die Schimpfnamen nicht als direkte Beleidigung aufgefaßt." Kriegsgerichtsrat:„ Was waren das für Ausdrücke?" " " " " Afien. Zum Strafverfahren gegen die revolutionären chinesischen Journalisten in Shanghai. In seiner Rede über Englands auswärtige Politit, die gestern der Staatssekretär des Auswärtigen, Marquis of Lansdowne, im englischen Unterhause hielt, tam er auch auf die von der chinesischen Regierung verlangte Auslieferung der chinesischen Journalisten zu sprechen, die in den Fremdengebieten Shanghais revolutionäre Schriften hergestellt haben. Er erklärte nach telegraphischer Meldung: Genosse Hoffmann meinte im Verlaufe der Diskussion, wahr. scheinlich würde auch auf dem Parteitage die Liebhaberei gewisser Akademiker, unnüge Streitfragen aufzuwerfen, einmal derb zur Sprache gebracht werden müssen. Ein drastisches Beispiel für diese Manie gebe die Präfidialschwärmerei Bernsteins und die daran sich knüpfenden Erörterungen. Jm socialdemokratischen Verein zu Karlsruhe äußerte sich Genosse Kolb, Redakteur des„ Volksfreund": Wir müßten überall eindringen, vor feiner Stelle Halt machen. Auch bei der vielbesprochenen Vicepräsidentenfrage handele es sich darum, die Macht und den Einfluß unsrer Partei zur Geltung zu Hinsichtlich der in Shanghai gefangenen chinesischen Journalisten bringen. Was gegen die Beſegung des Vicepräsidentenpostens durch müsse er sagen, daß nach einer Uebersetzung, die er gesehen, die Er einen Socialdemokraten vorgebracht werde, sei nicht stichhaltig. Die Klärung, wegen deren Veröffentlichung sie angeklagt sind, von auf- republikanische Gesinnung unsrer Vertreter würde ganz gewiß nicht reizendster Art sei. Auf die Versicherung hin, daß sie von einem in die Brüche gehen durch einen Besuch bei Hofe. Man solle doch gemischten Gericht verhört und bestraft werden würden, hätten mehr Vertrauen in unsre Führer feßen, als daß man ihnen zutraue, zwei von ihnen sich schuldig bekannt. Die englische Regierung daß ihr Mannesstolz und ihre Ueberzeugung vor Königsthronen ins erachte fich für moralisch verpflichtet, unter diesen Umständen darauf Wanken komme. In der Diskussion sprachen die meisten Redner zu sehen, daß die von den chinesischen Beamten gegebene Zusage fich im Sinne des Genossen Kolb aus. Hauptredner der Genossen, ausgeführt werde. Der englische Geschäftsträger sei daher angewiesen welche gegenteiliger Ansicht waren, war der Genosse Sauer. Er meinte: worden, ihre Uebergabe an die chinesische Regierung zu verweigern. Ueberall im Lande und im Reiche werde man gefragt, ob denn in Wenn auch einige Zweifel über die Ansicht der Konsularcorps in Karlsruhe alles mit dem Standpunkt der„ Volksfreund"- Redaktion Shanghai vorhanden seien, wisse die Regierung doch, daß sie nicht einverstanden sei. Er müsse überall die Anschauung bekämpfen, als mit ihrer Ansicht allein stehe, sie dürfe sich an der Auslieferung jener ob die Mehrheit der Karlsruher Genossen auf dem Standpunkt Leute an die chinesische Juſtiz besonders nach den Meldungen von Kolbs stände. Das sei doch nur die Minderheit. Ueberden letzten barbarischen Hinrichtungen nicht beteiligen. haupt werde im„ Volksfreund" jede andre Meinung unterdrückt. Lude:„ Aff, Lausbub, infamer Knochen, gemeiner Schuft 2c. Die Ausdrücke fielen fast täglich beim Grerzieren. Der Herr Lieutenant hat mich sehr gern gehabt; wenn er geschimpft hat, that er es gewiß nur im Interesse des Dienstes. Als um Weihnachten 1902 beim Detail- Ererzieren Herr Lieutenant mich ansprach, daß ich so faul sei, sagte ich: Ich strenge mich ja an wie die andren." Darauf trat er auf mich zu und hat mich voll Dreck gespritzt. Der Utas des Zaren, der die Vereinigung des Amur- mit dem Eine andre Anschauung als die der Redaktion komme, feit Kolb Da er sich auch beschmutzte, sagte er:„ Schade um meine Lack- Kwantung- Gebiet zu einer von der Leitung der russischen Ministerien Chefredakteur sei, im" Boltsfreund" nicht mehr zum Ausdruck. Der Stiefel!" unabhängigen Statthalterschaft verfügt, findet in den großen Londoner ganze zweite Teil des heutigen Kolbschen Referates sei nur darauf Die Aeußerung: ich schmeiße Dir den Kasernenhof ins Geficht, Blättern, soweit die bisher eingelaufenen Depeschen erkennen lassen, angelegt gewesen, den Standpunkt Kolbs in der Vicepräsidentenwar nur so ein Ausdruck vom Herrn Lieutenant, der öfter vor eine recht eigenartige Beurteilung. Man fonstatiert wieder mal, frage zu rechtfertigen. Sauer spricht sich in seinen Ausführungen tam. Absichtlich hat er mir nicht ins Gesicht gespritzt." daß Rußland einen weiteren Schrift unternommen habe, seine Herr- nicht direkt gegen die Besetzung des Vicepräsidentenpostens meint aber, Kriegsgerichtsrat:" So? Früher haben Sie ganz schaft in Ostasien zu befestigen, hilft sich aber dann mit allerlei durch einen Socialdemokraten aus, man hätte anders ausgesagt. Redensarten über die dadurch geschaffene veränderte Situation hin- diese Frage jetzt nicht aufgreifen, sondern sie der Fraktion überlassen Lude:„ Mit dem Säbel hat er mich auch nicht ausdrücklich weg. So erklärt z. B. die„ Times": Der Ufas des Zaren sollen. Sauer ist der Meinung, daß die Mehrheit der Genossen nichts geschlagen. Die Narbe(!) am Fuß war bloß drei Tage blau. fönne als das erste sichtbare Ergebnis der jüngsten von der Präsidentengeschichte wissen wolle. Wenn in München die Ich glaube, daß Herr Lieutenant mehr eine korrettur betonferenz der russischen Militärbefehlshaber in Port Arthur betrachtet Genossen den Ausführungen Vollmars zugestimmt hätten, beweise absichtigte." werden; er deute auf einen Triumph der Militär- und Aktionspartei das nichts; wenn danach Bebel gekommen wäre, hätte dieser ZuKriegsgerichtsrat:„ Warum haben Sie sich nicht beschwert?" hin und charakterisiere sich als Befestigung der Russenherrschaft in Stimmung gefunden. Schließlich wurde mit allen gegen neun Lude:" Ich habe die Fälle nicht selbst gemeldet, weil der Herr Ostasien. Statt der versprochenen Räumung der Mandschurei über- Stimmen folgende Resolution angenommen: Die heutige stark beLieutenant so gut war. Als ich damals zu Herrn Lieutenant jagte: nehme ein kaiserlicher Vicekönig, ausgestattet mit den ausgedehntesten suchte Versanumlung des socialdemokratischen Wahlvereins erklärt sich Sie fizen mir auf, bin ich gemeldet worden und zwar vom Herrn Bollmachten und unterstützt von der mächtigsten Armee und Flotte, mit den Ausführungen des Genossen Kolb, insbesondere mit Bezug Lieutenant. Dann kam die ganze Sache auf. Wenn es anginge, über die Rußland in jenen Gebieten jemals verfügt habe, die Ver- auf die Vicepräsidentenfrage, einverstanden. würde ich die Anzeige wieder zurücknehmen." waltung eines Landes, wo Rußland vor weniger als zehn Jahren die Anwesenheit einer fremden Macht als beständige Gefahr für die Unabhängigkeit des chinesischen Reiches und des Friedens im fernen Osten bezeichnet hätte. Der Infanterist Dangl giebt an, daß ihm nach dem Säbelhiebe der Fuß angeschwollen fei, so daß er hinten mußte. Der Lieutenant, der dies bemerkte, erkundigte sich später bei ihm mit den Worten: „ Na, war's denn so gefährlich?" und gab ihm den Rat, kalte Umschläge zu machen! Er hat den Vorfall nicht gemeldet, weil er dem Herrn Lieutenant nicht weh thun" wollte. Aus Industrie und Handel. London, 14. Auguft.( Bureau Laffan.) Nach einer Meldung Westfälisches Coatssyndikat. In der am Donnerstag in Bochum des" Standard" aus Moskau zieht Rußlaud in Transbaitalien abgehaltenen Versammlung der Kokereibefizer wurde vom Vorstande Der Verteidiger des Angeklagten, Lieutenant v. Wenz, ver- Truppen zusammen. Durchschnittlich sind täglich zehn mit Militär der geschäftliche Bericht für das erste Halbjahr 1903 borgelegt, aus ftand es, der Sache die richtige militärische Wendung zu geben, die beseite Transportzüge in dieser Richtung unterwegs. Man nimmt dem fich folgender Gesamtabsatz der zum Syndikat gehörenden eine gute Illustration zu der dieser Tage durch die Presse gegangenen an, daß in furzem 100 000 Mann im dortigen Gebiet zusammen- Coatswerke ergiebt: Behauptung ist, daß die Soldatenmißhandlungen auch im Heere mit gezogen und zur Beförderung an die Küste mit der MandschureiEntrüstung empfunden und als Feigheiten betrachtet würden. Er Eisenbahn in Bereitschaft gehalten werden; doch wird Rußland, wie meinte, die Handlungen des Angeklagten entspringen lediglich jener überschäumenden Energie, jener Raffe, die im Ernstfalle seine Leute zu großen Heldenthaten mit hinreißen werden. Auch der Gerichtshof scheint nicht von allzu großer Entrüstung über die Handlungen des Angeklagten ergriffen gewesen zu sein. Obwohl er 85 Falle der vorschriftswidrigen Behandlung und Beleidigung und 2 Fälle der Mißhandlung Untergebener unter Mißbrauch der Dienstwaffe für erwiesen ansah, verurteilte er den Angeklagten zu ganzen 28 Tagen Stubenarrest. Ausland. Deftreich- Ungarn. man vermutet, in Anbetracht der internationalen politischen Lage betreffs der Mandschurei nur im notwendigsten Falle seine Truppen I. Sem. 03 in dieses Gebiet verschieben, das bekanntlich von den Mächten als I. Sem. 02 nichtrussisches Territorium betrachtet wird. Amerika. Brech Siebcoats export coats coats Tonnen 467 535 226 645 188 038 148 523 395 745 156 406 154 038 71 790 70 239 34 000 18 45 22 92 139 56 384 61 Gesamt- Hochofen Gießerei- Seeabsatz coats 4 158 830 3 128 098 3 063 057 2 264 728 863 370 mehr 1095 782 35 38 in Proz. Panama- Kanal. Der„ New York Herald" meldet aus Bogotà Im Anschluß an diese Ziffern enthält nach der„ Nhein.- Weftf. 3tg." bom 8. August: Der Kanalausschuß des kolumbischen Senats der Bericht folgende Schilderung der jetzigen Martilage: berichtete über den Panamafanal- Bertrag mit den Vereinigten" Die während des zweiten Quartals beobachtete günstige Lage Staaten in günstigem Sinne, aber mit neun wesentlichen Ab- des Coatsgeschäfts hat leider nicht angehalten, sondern seit Anfang änderungs- Anträgen. Ein Mitglied des Ausschusses beantragte Ab- Juli einer gewissen Verflauung Plaz machen müssen. Von einer lehnung des Vertrages. Das Haus beschloß, den Vertrag in öffent- großen Anzahl Hochofenwerke licher Sizung zu beraten trotz des Widerspruches des Ministers des Auswärtigen. Nach einer Meldung desselben Blattes aus Washington glaubt man dort, daß die erwähnten Abänderungs- Anträge den Verzicht auf die Panamaroute zur Folge haben werden und daß die Regierung auf die Nicaraguaroute zurückkommen werde. Landtagswahlbewegung. fämtlichen Revieren sind Anträge auf Herabminderung der abgeschlossenen Mengen bei dem Der Bericht der zur Untersuchung der Bestechungsangelegenheit Coakssyndikat eingelaufen, welche, einzeln betrachtet, nicht allzu beSzapary eingesetzten parlamentarischen Kommission. Infolge einer deutend find, in ihrer Gesamtheit aber doch einen empfindlichen Indiskretion veröffentlichen zwei Abendblätter den Entwurf des Berichts Ausfall verursachen. Ferner hat der See- Export seit dem 1. Juli 1908 durch verschiedene Umstände, u. a. den Ausbruch vom gelben Fieber der parlamentarischen Untersuchungskommission, welcher dahin geht, in Central- Amerika, beträchtliche Einbuße erlitten. Die weniger daß Graf Ladislaus Szapary an den Interessen des Landes gesündigt günstigen Aussichten des Coatsmarktes stehen naturgemäß in engem habe, daß aber die Regierung oder der Ministerpräsident hierbei nicht beteiligt seien, daß die That Szaparys nur der vereinzelte VerZusammenhang mit den Berichten über den Gang der Eiſenindustrie, such eines Bergehens sei und daß das Untersuchungsverfahren die welche in letter Zeit ein unerfreuliches Gepräge zeigen. Dem Anmoralische Integrität eines jeden Mitgliedes der ungarischen gesez- Ueber socialdemokratische Kandidaturen schreibt die Breslauer trage des Vorstandes entsprechend wurde für den Monat August eine Produktionseinschränkung von 10 Proz. und für den Monat Sepgebenden Körperschaften außer allen Zweifel stelle. Da in dieser Volkswacht": Angelegenheit teinerlei Notwendigkeit weitere Maß- Dem preußischen Abgeordnetenhause, das im Herbst d. J. tember eine Einschränkung von 15 Broz. beschlossen. Die Umlage nahmen zu ergreifen, borliege, wird beantragt, das gewählt wird werden die bekanntesten Führer der von 5½½ Proz. für das 2. Quartal 1903 wurde nachträglich geHaus möge zur Tagesordnung übergehen. Die liberalen Mitglieder der deutschen Socialdemokratie selbst dann nicht annehmigt und für das zweite Halbjahr 1903 auf 6 Proz. festgesetzt." Kommission hielten heute eine Konferenz ab und beschlossen, in der gehören, wenn unsre Partei Erfolge erringen sollte. Wie Angelegenheit der begangenen Indiskretion eine Untersuchung ein wir hören, werden die Genossen Bebel und Singer auf zuleiten. Die parlamentarische Kommission wird nächsten Sonnabend keinen Fall eine Kandidatur annehmen, da sie als Abgeordnete des eine Sizung halten. Reichstags und Mitglieder des Parteivorstandes, wozu bei Singer " Die Rheinisch- Westf. 3tg." bemerkt dazu: Mußte man schon erstaunt fein, als das Coatssyndikat Ende vorigen Monats vollständig unerwartet mit der Meldung über eine beabsichtigte Einschränkung heraustam, nachdem vorher die Deffent Hdjfeit durch die enorme Zunahme der WagengestellungSziffern und durch die sonst verbreiteten Nachrichten über die Lage des Kohlen- und Coaksmarktes keine andre als eine günstige Meinung haben konnte, so mutz dieser Bericht die öffentliche Meinung über die Lage unsrer Industrie vollständig' niederdrücken. Er steht auch im offenbaren Widerspruch nrit allem, was bis- her von maßgebenden Persönlichkeiten über die Entwicklung unsrer rheinisch-westfälischen Kohlen- und Eisenindustrie gesagt worden ist und er ist, soweit wenigstens unsre Eisenindustrie in Frage kommt, schwer mit den seitherigen Nachrichten zu vereinbaren. Wenn man die Sache genauer betrachtet, ist sie auch nur halb so schlimm als sie aussieht. Die Coaksproduktion hatte im Frühjahr eine rapide Steigerung genommen, während sich die Zunahme in der Eisen- Produktion langsamer und stetiger entwickelt hat; sie hat die Roheisen- Produktion also bedeutend überholt und muß sich nun entsprechend verringern, um wieder gleichen Schritt halten zu können. Auffallend ist allerdings die weitere Einschränkung von 15 Proz. für den Monat September, die uns etlvaS über das Ziel hinauszuschießen scheint. Sollte man damit aus gewissen Gründen die Lage vielleicht absicht- lich etwas ungünstiger darstellen wollen als sie wirklich ist?" Wir können uns den Ausführungen der„Rhein.-Westfäl. Ztg." nicht anschließen. Allerdings steht die Situationsschilderung des Syndikats mit den allgemeinen Ansichten vieler sog. matzgebender Per- sönlichkeiten in Wideripruch; aber erstens hat thatsächlich, wie auch das Zechenblatt zugiebt, die Coaksproduktion die Eisenproduktion beträchtlich überholt, und zweitens macht sich, wenn auch nur erst in geringem Maße, bereits ein Einfluß der veränderten amerika- nischen Eisenmarktlage auf den deutschen Export geltend. Wenn von diesem Gesichtspunkt aus das Coakssyndikat beizeiten Pro- duktionseinschränkungen vornimmt, läßt sich das nur billigen. Aller- dings kommt dieser ganze Beschluß merkwürdig plötzlich und hat einen so ostentativen Charakter, daß man thatsächlich nicht umhin kann anzunehmen, es trügen, wie die„Rh. Wests. Ztg." meint, noch gewisse andre Gründe zur Schwarzmalerei bei. Eine sonderbare Wohnungs- und Baugenossenschaft. In seiner Billa in Neu-Babelsbcrg ist am Mittwochabend der frühere Direktor des„Damenheim" und der Generaldirektor des„Berliner Herrenklub", Otto Kurtze, verhaftet worden. Die Verhaftung erfolgte auf eine eides- stattliche Erklärung der Herren Direktoren de Verry und Haffner, der- zufolge Kurtze Gelder, die für das Damenheim bestimmt waren, für den Herrenklub verwendet hat. Zu dieser Affaire, die noch weiter die Oeffentlichkcit beschäftigen dürfte, bringt das„Kleine Journal" folgende seltsame, von ihm als„authentisch" bezeichnete Erläuterung: Die Wohnungsgenossenschaft Damenheim E. G. m. b. H. wurde vor etwa zwei Jahren mit sehr kleinen Mitteln begründet; ihr Zweck war, alleinstehenden Damen unkündbare Wohnungen in Größe von ein bis vier Zimmern zu schaffen. Das Unternehmen nahm einen starken Aufschwung, als Kurtze auf die Idee verfiel, von den Damen, die auf eine lebenslängliche Wohnung reflektierten, Kapitalein Zahlungen entgegen zunehnren, welche als Grundschuld auf die zu erbauenden Häuser ein- getragen wurden, und als daraufhin der Bauunternehmer Karl Bauer für die Firma das Haus in der A k a z i e n st r. 5 errichtete. Alsbald wurde der Bau eines eleganten HauseS in Charlottenburg in der Marchstraße in Angriff genommen und die Genossenschaft erwarb das Haus des Kommerzienrats Sauden in Potsdam für ihre Zwecke. Um diese Zeit hielt die Direktion es für angemessen, sich einen Aufsichtsrat beizulegen. Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde der aus der Blau- kreuzlcr Bewegung bekannte Oberstlieutenant v. Knobelsdorfs, außerdem gehörten die Herren O b e r st l i e u t e n a n t von Westrell, Rittergutsbesitzer v. Buggen ha gen dem Auffichtsrate an. Die Genossenschaft hatte es inzwischen auf 80 bis Sl) Mitglieder gebracht, die ein Genossenschafts- kapital von 4000—4500 M. repräsentierten, während die grundschuldlich einzutragenden vorerwähnten Kapitaleinzahlungen die Höhe von circa 240 000 M. erreicht hatten, die ver- tragsmäßig zum größten Teil als a Kontozahlungen an den Bauunternehmer Bauer abzuführen waren. Die Genossenschaft erwarb jetzt auch noch das Grundstück in der Thomasiusstr. 10/11, und von dem aus seinen Kolonial- und Berglverksunternehmungen her bekannten Millionär und Afrikareisenden Dr. Max Schöll er die Häuser in Schöneberg, Hauptstr. 20 und 20a.— In der ordentlichen Generalversammlung im Januar wurde dann von dem Vorstande mitgeteilt, daß der Kreditwert der Genossenschaft sich auf 1013 000 M. belaufe. Angesichts dieser großartigen Entwicklung zögerte der Aufsichtsrat nicht, einen Kredit von 40 000 Mark zu bewilligen, Weyher der inzwischen von Otto Kurtze begründeten Firma„Berliner Herrenklubhaus-Gesellschaft m. b. H." die er- forderlichen Barmittel gewähren sollte. Diese Firma kaufte mit einer Anzahlung von 20 000 Mark von der durch ihren Direktor Gchcimrat Budde vertretenen Berliner Hypotheken- bank das Grundstück PotSdainerstraße 72—73, das mit circa 2 800 000 Mark zu Buche stand. Die Organisafton der Firma Herrenklub verschlang weitere Mittel, die Kurtze in seiner Eigenschaft als Direktor des Damenheim sich in seiner weiteren Eigenschaft als Direktor des Herrenklub lieh, ivobei er den vom Aufsichtsrat ihm bewilligten Kredit um 11 000 M. überschritt. Dieser letztere Umstand veranlaßte den Aufsichtsrat zum Einschreiten. Da die Herren aber der Ansicht waren, daß sie mit der Genehmigung der ursprünglichen 40 000 M. möglicherweise statutenwidrig gehandelt hätten, so übernahmen sie gleichzeitig selbstschuldnerisch die Wieder- beschaffung der von Kurtze verausgabten 61 000 M. GewerkfebaftUebeö. Berlin und Umgegend. Eindämmung des Ueberstunden-Unwesens. Wie bereits mitgeteilt, faßten die Metallarbeiter der Firma Ludwig Löwe u. Co., Maschinenfabrik, am Mittwoch den Beschluß, vom Donnerstag ab die Ueberstnnden zu verweigern, falls die Direkfton den dies- bezüglichen Wünschen der Arbeiter in einer nachzusuchenden Ver- Handlung nicht genügendes Entgegenkommen beweise. Die zu diesem Zweck gewählte Kommission ist bei den Abteilnngsd,rettoren vorstellig geworden und hat den Bescheid erhalten, daß in Zukunft die �.. st u n g von Ueber stunden von niemandem mehr verlangt werden solle, es vielmehr den einzelnen Arbeitern freizustellen ist, ob sie Ueb erstunden machen wollen oder nicht. Demnach wird es nunmehr an den Arbeitern selbst liegen, das Ueberstunden- Unwesen in jenem Betriebe genügend einzudämmen. Bemerkt sei noch, daß infolge des Entgegenkommens der Direktion die Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereinler des Betriebes diesmal leine Gelegenheit fanden, die am Mittwoch von ihnen angekündigten Streikbrecherdienste zu verrichten. Zu unsrer Notiz über den Streit in der Jnstrumentenfabrik«on Ludwig Schröder wird uns von dem Inhaber der Firma geschrieben!: „Es ist unrichtig, daß bei mir sämtliche Arbeiter die Arbeit niedergelegt haben. Ich sah mich veranlaßt, vier Leute zu entlassen und diesen ist ein Arbeiter fteiwillig gefolgt. Wenn die erivähnten vier Arbeiter die Arbeit bei mir niedergelegt hätten, so wäre ich auch mit dem Vertteter des Metallarbeiter- Verbandes in Verhandlungen getreten." Von feiten des Metallarbeiter- Verbandes wird die erste Darstellung anstecht erhalten. Es haben danach allerdings zunächst erst vier Mann, denen Abzüge gemacht worden waren, nach ver- geblichen Verhandlungen mit Herrn S ch r ö d e r die Arbeit nieder- gelegt. Als sich dann Herr Schröder weigerte, mit dem Ver- treter des Verbandes zu unterhandeln, legte auch noch der fünfte die Arbeit nieder. Es scheint, als wären nach den erregteil Auseinander- setzungen beide Teile auseinandergegangen, jeder Teil in der Meinung, dem andren bei dem Bruch zuvorgekommen zu sein. Nachdem diese begreifliche Erregung des ersten Augenblicks sich ge- legt hat, weigert sich hoffentlich Herr Schröder in seinem und im Interesse der Arbeiter nicht länger mehr, mit dem von den Arbeitern nun einmal als ihren Vertreter anerkannten Verbands- Bevollmächtigten sich auszusprechen, zumal er ja p r i n c i p i e l l eine solche Aussprache nicht zurückweist. Deutkcbes Reid). Der Ausstand der Maurer in Eiseuach ist zu Gunsten der Arbeiter entschieden. Die Jnnungsmeister bewilligten den bei ihnen beschäfftgt gewesenen Gesellen eine Lohnzulage von 2 Pf. pro Arbeitsstunde. Die Gesellen haben sich, wie die„Eisenacher Tagespost" zu melden weiß, damit einverstanden erklärt. Der Tischlerstreik in Kassel und die mit demselben verbundenen Aussperrungen der Bauarbeiter sind nunmehr in ein neues Stadium getreten. Nach wiederholten Verhandlungen mit beiden Parteien hat das Gewerbegericht als Einigungsamt einen einstimmigen Schiedsspruch gefällt, demzufolge die Tischler die Arbeit wieder aufnehmen sollen unter der Be- dingung, daß der Stundenlohn sofort um 4 Pf. erhöht wird, Ueber- stunden- und Sonntagsarbcit möglichst zu vermeiden sind und die tägliche Arbeitszeit eine OV-stmidige bleibt wie bisher. Die Accord- löhne werden um 10 Proz. erhöht, notwendige Ueberstunden- und Sonntagsarbeit mit 10— 20 Pf. Aufschlag bezahlt. Alle andren ausgesperrten Bauarbeiter ziehen ihre nach der Aussperrung er- hobenen Forderungen zurück und treten zu den alten Bedingungen wieder ihre Arbeit an. Nachdem dies geschehen, haben die Unter- nehmer die demnächst wieder einzureichenden Forderungen zu prüfen und darüber zu beschließen. Dieser Schiedsspruch wurde nun von letzten Versammlung der streikenden Tischler mit 155 gegen 30 Stimmen als Basis der Verhandlungen angenommen— die Forderung der neunstündigen Arbeitszeit ist mithin nach zwanzigwöchentlichem Streik fallen gelassen. Von einer Niederlage der Tischlergesellen kann nichtsdestoweniger nicht ge- sprachen werden, denn nach achtwöchentlichem Streik zogen die Meister ihre vor dem Streik gemachten Anerbietungen zurück. Später wollte man endlich sofortige Erhöhung des Stundenlohnes um 2 Pf. und weitere 2 Pf. am 1. Januar 1904 bewilligen, noch später ging man auf 3 Pf. sofort und 1 Pf. später ein, und erst jetzt hat man sich zu sofortiger Bewilligung aller 4 Pf. breitschlagen lassen. Das ist ein Erfolg des Ausharrens im Kampfe, mit dem die Tischler nach Lage der Dinge eben zufrieden sein müssen. Die Erringung des Neun- stundentages ist um deswillen für die Tischler so unendlich schwierig, weil die andren Bauarbeiter bisher noch 10 Stunden gearbeitet haben und erst gelegentlich der Aussperrung die Forderung der Verkürzung auf SV- Stunden stellten. Natürlich ist nun der Tischlerstreik noch keineswegs zu Ende, und gerade angesichts der beinahe täglich gepflogenen Unter- Handlungen ist es jetzt mehr als je notwendig, daß jeder Zuzug nach Kassel für alle Angehörigen des Baugewerbes strengstens ferngehalten wird. Die endgültige Beschlußfassung über die Einigungsverhandlungen ist günstigstenfalls erst kommenden Montag zu erwarten. Die Situation der andren Bauarbeiter hat sich durch das Ein- lenken der Tischler natürlich gleichfalls verschoben. Oh dieselben den Schiedsspruch des Einigungsamtes annehmen werden, hängt in erster Linie davon ab, daß die Unternehmer dafür Garantien bieten, daß die nachWiederaufnahme der Arbeit von den Arbeitern neuerdings zu stellenden Forderungen möglichst schnell und zu einem bestimmten Termin zu einem befriedigenden Abschluß gebracht werden. Das steht aber noch in ziemlich weitem Felde, denn der Kasseler Ober- Scharfmacher, der Bauunternehmer, Maurer-Obermeister Müller, verstieg sich bei den Einigungsverhandlungen vor dem Gewerbe- gericht zu der angesichts der drängenden Arbeit geradezu lächerlichen Drohung, daß nunmehr, nachdem die Maurer, Zimmerer, Maler und Anstreicher sowie die Bau-Hilfsarbeiter gleichfalls Forderungen ge- stellt, es sich die Meister doch überlegen müßten, ob sie nicht die Wiederaufnahme der Arbeit davon ahhängig machen sollten, daß der bisherige Stundenlohn der Mmirer sofort von 45 auf 42 Pf. und vom nächsten Jahre ab auf 40 Pf. erniedrigt werden soll. Als Ausgleich für den Lohnausfall würde dann die Einführung einer 10V,stündigen Arbeitszeit statt der bisherigen lOstündigen erfolgen. Stadtsyndikus Dr. B r u n n e r ließ dem Herrn für seine Weisheit denn auch sofort eine gehörige Abfuhr zu teil werden, welche die Zustimmung aller Anwesenden fand. Die Frage der Arbeitszeit- Verkürzung würde bei allen Lohnkämpfen der Zukunft die größte Rolle spielen, und es sei daher im Interesse des socialen Friedens vollkommen undiskutabel, noch die praktisch längst erledigte Frage einer eventuellen Arbeitszeit-Verlängerung anzuschneiden. Die Bauarbeiter, Maurer und Zimmerer haben in ihren Versammlungen bereits den Schiedsspruch des Gewerbe- gerichts einstimmig abgelehnt. Sie erklären mit Recht, daß sie ehenso, wie sie seiner Zeit auf die Stellung der streikenden Tischler keinen Einfluß ausüben konnten, wie es das Unternehmer-UItimatum von ihnen verlangte, nunmehr sich auch durch den Schiedsspruch in ihren Entschlüssen nicht beeinflussen ließen. Nicht s i e hätten den frivolen Streit im Baugewerbe vom Zaun gebrochen, sondern die Unternehmer, und es sei ihnen nicht zu verargen, wenn sie jetzt nicht sofort auf den ersten Anpfiff willenlos zu Kreuze kriechen. Sie erklären sich jedoch im Interesse des lieben Friedens zu Unter- Handlungen bereit. Diese werden im Lauf der Woche weitergeführt und. wie auch der endliche Erfolg sein möge, soviel ist jetzt schon sicher: die„Kraft- probe" des Kasseler Unternehmertums wird sich sobald nicht wiederholen, und auch in andren Städten dürfte man künftig etwas weniger kampflustig werden, nachdem nian die Stärke der Arbeiter- Organisationen so gründlich kennen gelernt hat. Bauarbeiter aller Branchen, haltet den Zuzug nach Kassel fern! Der Schmiedestreik bei Lanz in Mannheim hat jetzt eine andre Wendung genommen dadurch, daß sich die übrigen in der Fabrik beschäfttgten Arbeiter mit den Schmieden solidarisch erklärt haben. Von 2500 Arbeitern der Firma Lanz sind gestern 2000 in den Ausstand getreten.— Zuzug von Metallarbeitern ist von Mannheim fernzuhalten. Der Prozeß Humbert. Fünfter Verhandlungstag. Paris, 13. August. Der fünfte Verhandlungstag des Humbert-ProzesseS, der wiederum eine ganze Reihe an sich zwar kleiner, im Zusammenhange aber nicht uninteressanter Zwischenfälle brachte, setzt ein mit der Ver- nehmung des Privat-Schreibsachverständigen Hofgard, der für eine Anzahl großer Journale regelmäßig die graphologische Abteilung bearbeitet und von der Verteidigung geladen ist. That- sächlich giebt Hofgard ein den andern drei Sachverständigen durchaus widersprechendes Gutachten ab. Seiner Ansicht nach ist eS unmög- lich, die in den Akten aufgefundenen Unterschriften der CrawfordS als unbedingt von den DaurignacS herrührend zu bezeichnen. Da die Aussagen der andern Sachverständigen am vorigen Tage doch einen gewissen unsicheren Eindruck hinterlassen haben, so bleibt diese außerordentlich bestimmt abgegebene Aussage Hofgards nicht ohne Wirkung. Nun marschieren in langer Reihe die Geldleiher auf. Es sind nur wenig sympathische Gestalten darunter, höchstens unter den „kleineren" Gläubigern, die weniger als eine halbe Million her- gegeben haben. Sie alle erklären, infolge der stets von Frau Humbert gewonnenen Prozesse ein felsenfestes Vertrauen gehabt zu haben. Auch mußte sie— so meinen die meisten— die Thatsache, daß überhaupt Prozesse geführt wurden und gerichtliche Urteile er- gingen, an die Existenz der CrawfordS und der Erbschaft glauben lassen. Versicherungsagent Granichstätten, der als Erbe seines Schwiegervaters noch 800 000 Frank und infolge eines eignen Darlehns 400 000 Frank von den Humberts zu be- kommen hat, zweifelte niemals an der Ehrlichkeit der Humberts. Auch Marquis de Cazeaux, der dann vernommen wird und eben- falls zu den größeren Gläubigern gehört, will durchaus vor Gericht nicht als ein Ankläger gegen die HumbertS erscheinen. Nur pro- testiert er energisch dagegen, daß er zu den Wucherern gehöre, die sich ihr Geld mit 50 Proz. haben bezahlen lassen. Er habe— und Therese Bestätigt es ihm freundlich lächelnd— stets nur 5—6 Proz. Zinsen genommen und diese auch meistens— nicht erhalten. Sehr an« schaulich schildert dieser Zeuge die Art und Weise, in der Therese ihre Geldgeschäfte zu erledigen pflegte. Sie habe sich immer dabei als„Anmds dame" gezeigt. Marquis de Cazeaus, der durch den gestern vernommenen Agenten Langlois, wie die meisten der heute vernommenen Zeugen, mit den Humberts in Verbindung gekomrnen, hat von den 1 200 000 Fr., die er hergegeben, 300 000 Fr. zurückerhalten. Einer von denen, die auch besser gethan hätten, sich dem Gerichts- Hofe im eignen Interesse wie Cattani zu entziehen, ist der nächste Zeuge, der Versicherungsagent Catteau, der ganz unverfroren und mit cynischem Lächeln zugiebt, bei einem allerdings verhältnismäßig kleinen Darlehen,„da man es ihm angeboten habe", 50 Proz. Zinsen genommen zu haben. Diese Erklärung des Zeugen, der ebenfalls zuerst ausgeblieben war und nur auf das dringendste Verlangen Laboris vor die Schranken des Gerichts citiert wurde, ruft ganz ungewöhnliches Aufsehen hervor, zumal Labori sich natürlich nicht diese willkominene Gelegenheit entgehen läßt, um nochmals die Ge- schworeuen eindringlichst ans die Bewncherungen, denen die Humberts zweifellos ausgesetzt waren, hinzuweisen. Der folgende Zeuge, Ingenieur Schotmann auS Lille, wird mit größter Spannung erlvartet, denn lange Zeit hatte man geglaubt, daß Romain Danrignac der Mörder des Bruders von Schotmann wäre, der auf rätselhafte Weise bei einer Eisenbahnfahrt unmittelbar vor dem Zusammenbruch ums Leben gekommen ist. Schotmann hatte zunächst den Humberts 1 Million Frank geliehen, ohne Zinsen dafür haben zu wollen, denn auch er war von der An- Wesenheit der Erbschaft und der Millionen überzeugt. Als er dann nach fünf Jahren noch immer kein Geld erhielt, hat er sich persönlich darum an Therese gewandt. Nnd diese, hat ihm so überzeugend von den Schwierigkeiten der Erbschafts- regulierung gesprochen und unter Schluchzen ihm ihre schwierige Lage geschildert, daß er, der gekommen war, sein Geld zu ver- langen, nicht nur auf sein Geld verzichtete, sondern noch eine weitere Million zinslos hergab. Dramatisch wird die Vernehmung dieses Zeugen, als Generalprokurator Blondel auf die Ermordung des Bruders des Zeugen die Sprache bringt. Er fragt ihn, ob er Romain für den Mörder halte. Schotmann weicht zunächst sehr vorsichtig aus. Er könne nichts sagen, denn„er habe die DaurignacS zu wenig persönlich gekannt". Dann aber, als die Verteidigung und auch der Präsident eindringlicher werden, erklärt Schotmann, daß sein Bruder sich erschossen habe und er nicht an die Schuld Romains glaube. Die Untersuchung gegen Romain ist dieserhalb auch bereits seit längerer Zeit eingestellt und wird gegen„Unbekannt" weiter- geführt. Es folgen die Vernehmungen einer Anzahl kleinerer Gläubiger. die der Präsident mit großer Schnelligkeit erledigt. Nach einer kurzen Pause wird der stühere Notar Amigucs aus Rarbonne aufgerufen, der sich offensichtlich seiner Vernehmung hat entziehen wollen, denn er hat sein bisheriges Fernbleiben krankheitshalber entschuldigt, während er durchaus gesund, munter und frisch bei seiner heuftgen Vernehmung erscheint. Amigues und Camp, der bereits gestern vernommene und heute wieder erschienene Notar sind die schwersten Belastungszeugen, denn beide behaupten trotz aller Zwischenfragen der Verteidigung, daß Therese ihnen in ihren Bureaus gefälschte Rententitel vorgelegt hätte. Labori wirst dem Zeugen indirekt vor, daß er selbst ein Gauner sei, denn er habe die Landhäuser der Humberts, Bauzelles und daS, bekanntlich gar nicht existierende Schloß Marcotto, mit Hypotheken belastet, die weit über den Wert eines solchen Komplexes hinausgingen. Romain ruft dem Zeugen zu, daß er ein Lügner, ein Betrüger wäre, der bereits wegen Bettuges zu Zuchthaus bestrast wäre. Dies entspricht den Thatsache», doch bleiben Amigues wie Camp bei ihren belastenden Aussagen. Therese sucht auch hier ihren Bruder zu unterbrechen und für ihn zu sprechen, doch dieser weist sie diesmal energisch zurück und greift die Zeugen weiter an. Der Präsident läßt ihn gewähren, denn in der That ist der Eindruck dieser Belastungszeugen ein überaus ungünstiger. Besonders Amigues macht den Eindruck eines sehr dunklen Ehrenmannes. Die letzte Zeugenaussage des heutigen Tages, die des ehemaligen Notars Dumort, lautet ftir die Humberts überraschend günsftg. Dumort, der in seinem Wohnort Ronen eine sehr geachtete Stellung einnimmt, giebt an, er habe bei einem Besuche in der Familie Humbert in dem leer gefundenen Geldschrank für eine große Anzahl Millionen Rententitel wohlverpackt gesehen, er habe mindestens für 700 000 Fr. Coupons in seiner Gegenwart zählen sehen, man habe ihm einen Herrn als Crawford vorgestellt, der keineswegs identisch mit den Dauriguacs sei, niemals habe er gefälschte Renten- titel gesehen und auch heute noch sei er fest davon überzeugt, daß jene Miterben Theresens existieren, wenn sie auch nicht CrawfordS heißen mögen. Seine Aussagen klingen so überzeugend, daß man kaum beachtet. daß Dumort selbst einer der am lebhaftesten ftir Therese Humbert seit dem Jahre 1889 thätig gewesene Geldvermittler gewesen ist. Merdings hat er nach dem Zusammenbruch sowohl sein wie seiner Frau Vermögen unverzüglich den Gläubigern der Rente Viagere zur Verfügung gestellt. Damit ist der fünfte Verhandlungstaa beendet. Paris, 14. August.(W. T. B.) Zu der heuftgen Sitzung, die um Mittag eröffnet wurde, ist der Andrang des Publikums noch stärker geworden. Die Angeklagten scheinen sehr ermüdet zu sein. Es wird zunächst der Konkursverwalter Bonneau vernommen. Er giebt Auffchlüsse über die Realisierung des Mobiliar- und Im- Mobiliarvermögens der Humberts. Er schätzt die nominellen Passiva a u f 1 1 7 M i l l i o ne n, die wirklichen Passiven auf 50 Millionen. Er wisse nicht, auf wie hoch sich die von den Gläubigern an- gegebenen Forderungen belaufen: er hoffe. noch verschiedene schwebende Prozesse zu gewinnen. Die persönlichen Ausgaben Fröderic Humberts werden auf 200 000 Frank jährlich angesetzt. ohne die durch die liegenden Besitzungen verursachten Kosten. Therese Humbert erklärt von neuem, sie werde über ihr Ber- mögen, das von den CrawfordS verwaltet werde, Erklärungen ab- geben, aber erst am Ende des Prozesses. Sie versichert wiederum die Existenz der Crawfords und ihrer Millionen. Bonneau erklärt, von Frsdsric Humbert Auffchlüsse über die ungeheuren Erhöhungen erhalten zu haben, welche in den Schuld- scheinen von verschiedenen Gläubigern in betreff des geschuldeten Betrages vorgenommen wurden. Das Ehepaar Parayre, das in den Diensten der Humberts gestanden hat, sagt aus, daß die DaurignacS niemals die Rollen der Crawfords gespielt hätten. Die darauf vernommenen Zeugen haben nichts von Belang an- zugeben. „Le Journal" berichtet, daß nach Ansicht der Anklagebehörden und der Verteidigung der Prozeß Humbert Donnerstagabend be- endigt sein wird. Am Sonnabend und Sonntag werden keine Sitzungen abgehalten werden. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung spricht der Notar Lanquest ausführlich über die Rente viagere, welche er für völlig geordnet gehalten habe. Er habe den Gläubigern derselben 3 700 000 Frank zurückerstattet. Hierauf wird die Sitzung unter- brachen. Stach Wiederaufnahme derselben stellt der Bankier Cattani in Abrede, daß er an den Minister Valls die Summe gezahlt habe, welche Frau Humbert angegeben habe. Frau Humbert bleibt bei ihrer Behauptung, daß sie Cattani 235 000 Fr. für den Minister Vallo gegeben habe. Cattani bestteitet dies jedoch auf das Entschiedenste und erklärt, er habe an Valls nur 10 000 Fr. ge- zahlt. Trotzdem hält Frau Humbert daran fest, 235 000 Frank ge- geben zu haben, um die Unterstützung der Regierung zu erlangen. (Große Heiterkeit.) Sie verlangt sodann, daß ein Sachverständiger Sociales. Bauarbeiterschutz und Bautenkontrolle. die Bücher Cattauis prüft, und beschuldigt Cattaui, einmal eine Die Zahl der Familienhaushaltungen im Deutschen Reiche geht des„ A. D. G.-V." den Antrag. Sie wiesen darauf hin, daß die Kommission von einer halben Million Frank verlangt und Er- gegenüber der Zahl der Einzelhaushaltungen zurück; der Vergleich Gärtnerei ein bekanntlich noch halb landwirtschaftlicher Beruf sei, pressung versucht zu haben. Sie schildert einzelne Scenen, in der Zählungsergebnisse der Volkszählungen von 1871 bis 1900, also in welchem die Mehrheit der Berufsangehörigen leider noch der welchen Cattani sie gebeten habe, die Klage auf Wucher zurückzu- seit dem Bestehen des Reiches, zeigt diese Tendenz recht deutlich. mittelalterlichen Gesinde- Ordnung unterstehen. Hieraus resultiere ziehen, und hält ihm dann vor, daß er einen Pressefeldzug gegen die Die absoluten Zahlen auch der Familienhaushaltungen find bei dem auch die Indifferenz und Rückständigkeit der meisten Gärtner, woHumberts geführt habe, der 13 Millionen gekostet habe. ständigen Wachstum der Bevölkerung natürlich ebenfalls nicht un- durch wiederum eine ernsthafte gewerkschaftliche Thätigkeit unter Frau Humbert erzählt, welche Anstrengungen Cattaui gemacht erheblich gewachsen, der prozentische Anteil hat sich aber ständig ver- den Mitgliedern sehr erschwert werde, obwohl der Verein im allhabe, um jemand zu finden, der Anklage gegen die Humberts ringert, von 93,5 Proz. im Jahre 1871 fant er auf 93,4 Pro3. im gemeinen sehr gut dastehe. Der bedauerlichen Indifferenz der Mits erhebe und sagt, Cattani stehle mehr als man denke. Jm Saale Jahre 1875, und dann von Jahrfünft zu Jahrfünft auf 93,3, 92,9, glieder sei es auch zuzuschreiben, daß der Verein als Ganzes noch entsteht große Unruhe; der Vorsitzende macht Frau Humbert darauf 92,6, 92,6, 92,2 Proz. im Jahre 1900. Die Zahl der einzeln lebenden immer nicht der Generalfommission der Gewerkschaften aufmerksam, daß sie dem Zeugen Achtung schuldig sei. Alle wollen Personen stieg in denselben Jahren von 6,1 Proz. auf 6,2, 6,3, 6,8, Deutschlands angeschlossen sei, obwohl der Vorstand schon einmal hierauf zugleich reden, so daß sich ein furchtbarer Lärm erhebt. Frau 7,1, 7,0, 7,1 Proz. einen dahingehenden Beschluß mit einer Stimme Majorität gefaßt Humbert wirft dem Minister Vallé weiter vor, daß er häufig den In den 38 Großstädten ist die Verteilung der Haushaltungen hatte. Mehrere Gaue protestierten damals gegen jenen Vorstands Staatsanwalt aufgesucht habe; Vallé habe nur Zeit gewinnen wollen fast genau so wie im Reich, 7,1 Proz. Einzelhaushaltungen, 92,8 Proz. beschluß, und um keine Zersplitterung herbeizuführen, habe der bis zur Wahl und habe erklärt, wenn er erst Justizminister( 92,2 Broz. im Reich) Familienhaushaltungen und 0,6 Proz.( 0,7 Proz. Vorstand auf eine Durchführung seines Beschlusses verzichten müssen, sei, würde er die Humberts verhaften lassen. Labori erinnert im Reich) Anstalten; aber die durchschnittliche Stärke einer Familien- in der Hoffnung, daß den Mitgliedern nach und nach die Erkenntnis sodann ant die Versuche, die Cattaui gemacht habe, um haushaltung ist in den Großstädten geringer, 4,4 Personen gegen von der Notwendigkeit des engeren Zusammenwirkens mit der feine Bücher den Gerichten vorzuenthalten, und verliest 4,8 Personen im Reich. übrigen Arbeiterschaft kommen werde. Es sei nun auch in diesem die über diesen Punkt bereits aufgenommenen Protokolle. Cattui Aus der relativen Vermehrung der einzeln lebenden Personen Sinne von den leitenden Personen des Vereins tüchtig gearbeitet giebt dem Vorsitzenden das Versprechen, alle Sachen, die sich auf geht hervor, daß die Gründung einer Familie immer schwieriger worden, und die Richtung, die den Anschluß an die Generalseinen Prozeß beziehen, dem Gerichte vorzulegen. Nachdem dann wird. Noch klarer würde das Bild dieser Verhältnisse werden, wenn kommission erstrebt, sei besonders nach dem Ergebnis des diesjährigen noch der Schreiber des Notars Lanquest einige Aussagen gemacht man die Zahl der Zimmerabmieter und Schlafgänger bei den Berliner Gärtnerstreiks erheblich erstarft. Sie würde aber noch hat, wird die Sigung auf Montag vertagt. Familienhaushaltungen in Rechnung ziehen könnte. Leider bedeutend an Einfluß gewinnen, wenn die örtlichen Gewerkschaftsfind sie in den Tabellen über die letzte Volkszählung, der wir fartelle, und darunter in erster Linie die Berliner Gewerkschaftsdiese Zahlen entnehmen, nicht einzeln aufgeführt, sondern mit Zieh- kommission, einer Aufnahme der Filialen des Vereins sympathisch und Pflegekindern, Gehilfen, Dienstboten für gewerbliche Zwecke 2c. gegenüberſtänden. Zu bedauern sei es allerdings, daß es zwischen zusammengeworfen. Diese alle machen über 41/2 Millionen Personen, dem Allgemeinen deutschen Gärtnerverein" und der„ Deutschen 8,4 Proz. der zu den Familienhaushaltungen Gehörigen, aus, in Gärtner- Vereinigung" bislang zu keiner Verschmelzung gekommen den Großstädten find es 940 000 Personen oder 10,9 Proz., in der ist, doch liege dies zur Hauptsache an der unrichtigen Taktik der In Nr. 161 des Vorwärts" veröffentlichte die Berliner Bau- Reichshauptstadt Berlin 207 477 Personen oder 11,5 Proz. Hier hält letzteren, die nicht genügend Rücksicht genommen habe auf die aus arbeiterschutz- Kommission nicht wie es irrtümlich heißt die der Kampf um die Existenz am meisten von der Begründung einer der Berufseigenart resultierende Indifferenz der Vereinsmitglieder. Berliner Gewerkschaftskommission- das Ergebnis einer von der Familie zurück, was auch daraus hervorgeht, daß die Bahl der Beide appellieren an den praktisch- gewerkschaftlichen Sinn der die Aufnahme zu vollziehen. Quaslich und felben im Monat Mai d. J. vorgenommenen Kontrolle. Dieser Familienhaushaltungen, 92,0 Proz., nicht unerheblich unter, die der Delegierten, Artikel hat es der Redaktion des„ Centralblattes für das deutsche Einzelhaushaltungen, 7,8 Proz., über dem Durchschnitt steht. Rohloff von der Deutschen Gärtner- Vereinigung", deren hiesige Baugewerbe"( offizielles Organ des deutschen Arbeitgeberbundes für Bahlstelle der Gewerkschaftskommission bereits angegliedert ist, be= gründen ihren Protest gegen die Aufnahme der Bereins"-Filiale das Baugewerbe) angethan. Sie schreibt in Nr. 58 vom 22. Juli unter obigem Titel einen spaltenlangen Artikel gegen unfre Kontrolle. Ein neues Gesetz über die Sonntagsruhe in der Schweiz. Im mit Bedenken principieller Natur. Auf Grund eines vom Stuttgarter Beim Lesen des Auffages glaubten wir es mit der Baugewerks- Stanton Neuenburg ist man daran, ein neues Gesetz über die Gewerkschaftsfongreß gefaßten Beschlusses könne eine Aufnahme Beitung" zu thun zu haben, ein nochmaliges Ansehen des Umschlages Sonntagsruhe zu schaffen. Leitender Grundsatz des von der tantons- von Gewerkschaftsfilialen in die örtlichen Kartelle nur erfolgen, indeffen überzeugte uns, daß es das„ Centralblatt für das Bau- rätlichen Kommission durchberatenen Gesetzes ist das Verbot aller wenn die betreffende Gesamtorganisation der Generalfommission gewerbe" war, das seine Galle gegen die Arbeiter sprißte. Arbeiten am Sonntag im Freien, aller lärmenden Arbeiten in ge- angeschlossen ist. Letzteres sei hier nicht der Fall. Die Schuld Zunächst werden die von uns den behördlichen Organen über- fchloffenen Räumen und endlich aller Arbeiten, welche Angestellte daran liege weniger an der Rückständigkeit der Mitglieder, als vielmittelten Beschwerden als 57 Denunziationen bezeichnet. Dann verrichten sollen. Verboten ist ferner unter allen Umständen am mehr an der Haltung des Vorstandes des„ A. D. G.-V." und der heißt es: Sonntag der Verkauf von geistigen Getränken über die Gasse. Art, wie diefer bisher die allgemeinen Getverkschaftsfragen beBemerkenswert ist das anscheinend nur schweren Herzens ab- Apotheken, Gasthäuser und Pensionen unterliegen dem Zwang der handelt hat. Auf die Differenzen zwischen Verein" und gegebene Geständnis, daß namentlich, soweit es sich um Schuß- Sonntagsruhe nicht. Ladengeschäfte dürfen bis 11 Uhr vormittags, einigung" eingehend, verweisen die Redner auf einen Beschluß der bestimmungen für Außenarbeiter- Maurer und Hilfsarbeiter- handelt, Wirtschaften von vormittags 11 Uhr ab im Winter und von 9 Uhr Vereinigung", laut dessen fie sogar zur Auflösung ihrer Organider Bauarbeiterschutz durch den Abschluß der Tarifverträge mit ab im Sommer offen sein. Die Gemeindebehörden können weitere fation und zum Uebertritt in den Verein" schreiten wollten, wenn Ausnahmen machen Notarbeiten, ihnen dann als dem nordivestdeutschen Gau der Anschluß an die den Arbeitgebern eine sehr günstige Beeinflussung durch dieselben Transportunternehmungen, Gartenarbeiten, die zur Unterhaltung der Generalfommission und die Weiterbeschäftigung ihres VerbandsKulturen notwendig find, die Pflege der Haustiere, die Milch- beamten vom Vereinsvorstand gestattet werde. Dies ist aber nicht wirtschaft und die Ernte- Arbeiten. Arbeiter, die zu irgend einer geschehen; infolgedessen habe sich die Verschmelzung bisher verzögert. dieser Arbeiten am Sonntag herangezogen werden, haben das Recht Wenn nun der letzte Streit den„ Verein" oder doch dessen Haupts auf einen ganzen freien Tag in der Woche und müssen auf jeden filiale gelehrt habe, wie vorteilhaft ein Anschluß an die übrigen fall alle 14 Tage einen Sonntag frei bekommen. Dienstboten sollen freien Gewerkschaften sei, so möge dieser zunächst den Anschluß an mindestens drei Stunden hintereinander frei sein. Durch besondere die Generalkommission bewerkstelligen, andernfalls könne es gar zu Gefeße sind bereits die in Fabriken und Werkstätten beschäftigten leicht den Eindruck erwecken, als lägen dem Antrage um Aufnahme in die Berliner Gewerkschaftskommission hauptsächlich nur materielle Arbeiter, Arbeiterinnen und Lehrlinge geschützt. Ursachen zu Grunde. erfahren hat." " " Wir wollen dem„ Centralblatt" verraten, daß uns bei der Konstatierung dieser einfachen Thatsache von einem„ Geständnis" tann doch keine Rede sein gar nicht schwer ums Herz gewesen ist. Im Gegenteil, wir waren fröhlicher Laune beim Niederschreiben dieses Erfolges, welcher jahrelange Arbeit darstellt. Dann heißt es tweiter: „ Die Angaben über die Zustände auf den Bauten sind meist unkontrollierbar, fie entbehren bei der bekannten Unglaubwürdigkeit mancher Arbeiterführer, die ihre Presse bedienen, jeglicher Beweistraft und tragen für unbeteiligte Beurteiler den Charakter der Parteitendenz. Dazu kommt noch, daß die sogenannten Kontrollen hinterrücks mit einer verdächtigen Heimlichkeit abgehalten werden und die Arbeitgeber von ihnen nichts merken und erfahren." " 1 " " Verfammlungen. " " 31 " Tischendörfer empfahl den beiden jeßt nicht mehr ganz feindlichen Brüdern", baldigst Frieden zu schließen, meinte indessen, nach neuerer Auslegung des Kongreßbeschlusses dürften auch Organi sationen in die Ortskartelle aufgenommen werden, die nicht der Generalfommission angeschlossen seien. Was das„ Centralblatt" mit der infamen Bemerkung der beDritter Wahlkreis. Der preußische Staat und die Kube betonte in seinem Schlußwort, er vermöge die letztere fannten Unglaubwürdigkeit" mancher Arbeiterführer sagen will, ist wohnungsfrage" lautete das Thema, worüber der Reichstags- Ansicht Tischendörfers nicht völlig zu teilen. Kongreßbeschlüsse uns unverständlich und bezeichnen wir diese Bemerkung als eine elende Verleumdung, die berechnet ist, die Arbeiter- bgeordnete Dr. Südekum in einer gut besuchten Versammlung würden nicht gefaßt, damit sie ein jeder später nach Belieben ausdes Wahlvereins sprach, die am Donnerstag in Frankes Festsälen legen könne. Im übrigen empfahl er, von einer Beschlußfassung organisationen und deren Organe in der Deffentlichkeit und bei den stattfand. Der Redner kennzeichnete die scheußlichen Wohnungsüber den Antrag der Gärtner vorläufig Abstand zu nehmen und Behörden herabzusetzen. Von einer Parteitendenz wird jeder unbefangene Leser bei einiger Objektivität in unfrem Artifel nichts verhältnisse, wie sie in den Städten herrschen, wo Grund und Boden die Angelegenheit folange 3 urüdzustellen, bis die Einigungs, und Häuserbau Spekulationsobjekte geworden sind, und auf dem bestrebungen der beiden Konkurrenzorganisationen ein positives Refinden können, es sei denn, daß gewisse Leute" in jeder Forderung Lande, wo die Junker ihre Arbeiter geringer achten als ihre fultat gezeitigt haben. Mit diesem Vorschlage erklärten sich die der Arbeiter Parteitendenz" wittern. noch Schweine und dementsprechend die Wohnungen oft schlechter sind als Delegierten einverstanden. immer Leute, denen es wenn es fich um Schutz die Viehställe, was ja fogar der deutsche Kaiser einmal Die Versammlung nahm außerdem noch den Kassenbericht vom für die Arbeiter handelt so geht wie dent Stier, fonstatierte. Um dem Wohnungselend abzuhelfen und damit vergangenen Halbjahr entgegen, den störsten erläuterte. Die dem einen man roten Lappen vorschwenkt, der wird dem physischen und moralischen Ruin der Bevölkerung Einnahme inkl. Bestand betrug 42 668,20 M., die Ausgabe 18 250,88 bekanntlich toll. Unfre Kontrolle ist ist im im Rahmen der vollsten Deffentlichkeit ausgeführt, in fast allen Fällen haben die entgegenzuwirken, muß die Socialdemokratie immer mehr in die Mart, darunter Beträge für die Streits der Holzbearbeitungsleitenden Bau- Organe den Kontrolleuren das bereitwilligste Ent- parlamentarischen Körperschaften einzubringen suchen, damit durch Maschinenarbeiter, der Schuhmacher in Birmasens und der MetallEs verbleibt somit ein Kassenbestand von gegenkommen gezeigt. Auf vorgefundene Mängel wurde Abhilfe eine zweckmäßige Wohnungsgesetzgebung und Bauordnung dem llebel arbeiter in Iserlohn. versprochen, und, wie sich bei vorgenommenen Nachkontrollen ergab, gesteuert wird. Der Redner wies hierbei auf die auf dem Lübecker 24 417,32 M. Auf Antrag der Revisoren wurde der Kassierer auch geschaffen. Wenn das„ Centralblatt" dieses als„ verdächtige Parteitag angenommene Resolution hin, die eine zuverlässige Nicht- entlastet. Unter Verschiedenem wurden sodann noch mehrere fleinere Heimlichkeit" bezeichnet, kann es uns recht sein. Indessen auch dem schnur für die in dieser Hinsicht notwendigen Maßnahmen darstellt. Angelegenheiten, Anfragen mehrerer Delegierter und Streitberichte Sodann ging der Redner auf den Umstand ein, daß jetzt, erledigt. Nicht anwesend war nur der Vertreter der Xylographen. ausgesprochenen Wunsch des„ Centralblattes", die Kontrolleure von wo das Reich nahe daran ist, ernsthaft in die Wohnungsden Bauten zu weisen, sind einige" Bauleitende" schon zuvor frage einzugreifen, die preußischen Geheimräte plöglich mit einem gekommen. Dann heißt es weiter: ohnungsgesetz schwanger gehen und ihre Absichten merkwürdigerweise Der Socialdemokratische Wahlverein für Königs- Wusterhausen " Eine Nachprüfung einiger Angaben der sogenannten Bauten durch die Rölnische Zeitung" der Welt fund thun. Die und Umgegend hielt am Sonntag, den 9. August, nachmittags 4 Uhr, kontrolle hat ferner die vollständige Unzuverlässigkeit derselben er- Vorschläge, die hier gemacht werden, find teils lächerlich unzuläng im Lokale von Lange( Bum Siegeskranz") seine Mitgliederversammgeben, es ist beispielsweise vorgekommen, daß auf der angegebenen lich, teils geradezu verwerflich als ein Eingriff in die Selbst- lung ab. Stelle überhaupt kein Bau aufgeführt wurde, daß die Angaben ein verwaltung der Kommunen. Die ganze Attion, die ein Beispiel des Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprach Genosse Dr. Racheatt fauler Genossen, die entlassen werden mußten, waren usw. gefährlichen preußischen Partitularismus bildet, ist offenbar nur Borchardt über die Landtagswahlen. Redner hob hervor, daß Damit fallen die Anklagen und Angriffe von selbst in nichts zu- darauf berechnet, eine mehr gründliche und zweckmäßige Wohnungs- es in der heutigen Versammlung nicht ratsam sei, über die wichtigfammen." Gesetzgebung durch das Reich zu verhindern. Der Redner zeigte des feit des Landtages als gefeßgebenden Körper zu sprechen, da dies Das„ Centralblatt" macht sich die Sache sehr leicht. Indessen weiteren, welche Vorteile eine zweckmäßige Regelung des Verkehrs- felbe bei den Mitgliedern des Wahlvereins als feststehend zu bes so lange für diese Behauptung nicht flipp und klar der Beweis vor- wesens für die Lösung der Wohnungsfrage bieten würde, und wie in trachten. sei; vielmehr kommt es darauf an, den Wahlakt selbst und liegt, werden wir dieselbe auch nur als leere Behauptung auffassen. Dieser Hinsicht die Verhältnisse in den nordamerikanischen Großstädten die Vorarbeiten hierzu näher zu beleuchten, da ja der Wahlverein Wie sagt doch das„ Centralblatt" bekannter Unglaubwürdigkeit viel günstiger liegen als in Berlin, wo es bei den hohen Fahr der Träger der gesamten Agitation fei. ! Dieser Aufgabe In einem Falle war uns eine Straßenverwechselung unterin 12ftündigem Vortrage, indem er laufen, statt Jahnstraße in Berlin mußte es Jahnstraße im Vorort preifen im Borortverkehr für den Arbeiter höchst unvorteilhaft unterzog sich Redner ift, außerhalb zu wohnen. Briz heißen. Bei der Kontrolle können entlassene faule Genossen" Städten bekanntlich noch wesentlich durch die Bestimmung, daß zwei Parteigenoffen ihre Stellung im Landtagswahlkampfe anties. Dem Wohnungselend, das in den unter Bezugnahme auf den Beschluß des Mainzer Parteitages den einen Nacheart bezüglich der Angaben nicht ausüben, da die Drittel der Gemeindevertreter Hausbefizer sein müffen, begünstigt In der Diskussion wurde hervorgehoben, daß es im Gegenteil zu Kontrolle völlig frei und ohne Auffordern geschieht. Im übrigen wird, ist nur beizukommen, wenn die Vertreter der Arbeiterschaft den Ausführungen des Referenten gerade im Bezirk Königs- Wufterbedürfen die Gewerkschaften feiner ausschmückenden Statistik, um ihren frommen Wünschen Nachdruck zu verleihen. Daß der Stoff auch eindringen in das preußische Junkerparlament, um Bresche zu hausen ebenfalls auf die zweite Stelaffe ankommt, da hier sich viele zum Nachdruckverleihen nicht ausgeht, dafür sorgt das Unternehmertum legen in den Hochwall von Ungerechtigkeit und abzurechnen Arbeiter befinden, die bis 70 M. Steuern bezahlen. Zum Bunkt 3: mit der ganzen Reaktion, worunter das Volk jetzt zu Wahl der zwei Revisoren und zweier Beitragssammler wurden die in der liebenswürdigsten Weise. Wir erinnern ganz bescheiden an leiden hat. den interessanten Vortrag, der leb- Genossen Ott und Gollmiz als Revisoren, Ott und Berndt als das gräßliche Bauunglück Elisabeth- Ufer 53. hafte Bustimmung fand, schloß sich eine Diskussion, in der Beitragssammler gewählt. Indessen wir verleugnen weder die amtlichen Nachweisungen Stramm auf die Vorteile der Baugenossenschaften hinties. Beitragssammler für Schenkendorf an Stelle des Genossen Weise Beitragssammler gewählt. Ebenfalls wird Genosse Neubert als der Berufsgenossenschaften noch stellen wir dieselben auf den Kopf. Ritter führte demgegenüber aus, daß für eine sehr große Anzahl bestimmt. Im Verschiedenen appelliert Genoffe Bennewitz- Nigdorf Im Gegenteil, an der Hand dieser Ziffern haben wir die stetige der Arbeiter die Beteiligung an solchen Genossenschaften nicht mög vom„ Verband der Fabrik-, Land- und Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Zunahme der Bergendung von Menschenleben nachgewiesen. " An Doch der Kern der ganzen Hezepistel kommt im Schlußabschnitt werden kann. Er machte ferner darauf aufmerksam, daß auch durch Wusterhausen. Er fordert alle, soweit fie in Betracht kommen und zum Ausdruck. Nur keine gesetzliche Bautenkontrolle, fo ruft das ein gutes Wohnungsgesetz und Wohnungsinspektion dem Uebel der noch nicht gewerkschaftlich organisiert sind, auf, fich obengenannten Blatt verzweiflungsvoll, unter diesem„ Deckmantel" wollen die Heimarbeit entgegengewirkt werden könnte. Diesen Aus- Verband anzuschließen. Arbeiterführer mur leichter die reine Wäsche" kontrollieren. Und dann kommt die Hauptpointe:" Trägt doch die Forderung selbst, führungen stimmte der Referent in seinem Schlußworte zu. Der Vorsitzende Friz wies zum Schluß noch darauf Arbeitgeber durch Arbeiter kontrollieren zu lassen, einen ausgesprochen hin, daß sogenannte Schlafburschen vom Wahlrecht zu den parteipolitiſchen( welchen denn? D. Berf.) Charakter, der einer Stadtverordneten- Wahlen ausgeschloffen sind und daß darum jeder, Letzte Nachrichten und Depefchen. wirklich unparteiischen Behörde, ganz abgesehen von dem nicht der bei fremden Leuten wohnt, darauf achten muß, daß er nicht als einwandsfreien Material, ein näheres Eingehen verbieten sollte." Mieter einer Schlafstelle, sondern als Bewohner eines eignen Zimmers Nur keine gesetzliche Kontrolle", das ist des Pudels Kern; um oder als Chambregarnist angemeldet wird. diese so notwendige Maßregel zum Schutz für Leben und Gesundheit Das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Karl 2omte der baugewerblichen Arbeiter zu vereiteln, wird in blinder Wut ehrte die Versammlung wie üblich. Die Zahlabende finden jetzt am darauf losgehetzt, um den Behörden das Verlangen der Arbeiter möglichst zu verekeln. Das gesamte Unternehmertum wird zur Hilfe Donnerstag nach den 15. jeden Monats statt. aufgerufen, denn Klappern gehört zum Hegen,- pardon Handsagt das Arbeitgeberblatt. wert Die Berliner Gewerkschaftskommission Bosen, 14. Auguft.( W. T. B.) Die von den Behörden an geordnete Untersuchung hat ergeben, daß die im Kreise Schrimm in folge des Hochwassers vorgekommenen rantheitsfälle nicht Typhus, sondern leichtes Schlammfieber getvesen sind. Ebenso haben sich die im Kreise Schwerin a. d. Warthe aufgetretenen Strankheitserscheinungen als Schlammfieberfälle eriviefen. Es ist Nun wir sehen diesem Hethandwerk ruhig entgegen, Thatsachen befaßte fich in ihrer Sizung am Donnerstag hauptsächlich mit dem demnach augenblicklich nicht der geringste Grund zur Besorgnis vor handen. haben bisher stets intensiver gewirkt als bon blindem Haß und Antrag der Märkischen Gaubereinigung des Allgemeinen Belfort, 14. Auguft.( W. T. B.) Der heute unter dem Berdachte Ueberhebung diftierte Hezschreibereien. Und wir hoffen, daß endlich deutschen Gärtnerverein 3" um Aufnahme in die GeKube als Vertreter des Ausschusses der Spionage verhaftete Elsässer heißt Iffenecher und stammt aus auch die preußische Regierung den Thatsachen Rechnung tragen wird; werkschaftskommission. umsomehr, als die Bautenkontrolleure( Baugewerbe- Inspektion) aus empfahl eine rein akademische Behandlung des Antrages, weil von Brückenweiler im Elsaß. Nach seiner Militärzeit begab er sich technisch geprüften Staatsbeamten, Beamten der Berufsgenossen- der hiesigen Zahlstelle der Deutschen Gärtner Verhäufig auf das von ihm getaufte Schloß in Fontaines und fuchte Anschein зи erwecken об als er schmuggele, schaften und Arbeitern aus den Organisationen der baugewerblichen einigung", der Konkurrenz- Organisation des„ Allgemeinen den Arbeiter bestehen soll! deutschen Gärtnervereins", Protest gegen die eventuelle Aufnahme damit schwerere Vergehen zu verdecken. Seine Verhaftung wurde Im Auftrage der Arbeiterschutz- Kommission: G. Link. der Berliner Filiale legtgenannten Bereins erhoben worden sei. vorgenommen von der Geheimpolizei und einigen Bollbeamten in Hierauf begründeten Büchner und Albrecht als Vertreter| Civil. Iffenecher ließ sich, ohne Widerstand zu leisten, verhaften. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage. it.m 20. KeilGt des Jotinötts" Knlim llullislilntt. Slmuabtnd, 15. Augnst 1903. Berliner partei-Hngelegenbelten. Dritter Wahlkreis. Sonntag Ansflug des Wahlvereins nach Hirschgarten. Treffpunkt mittags Restaurant Keller. Zahlreiche Be- teiligung erwünscht. Der Vorstand. Tegel. Die Mitglieder des Wahlvereins werden auf die am Mittwoch bei K l i p p e n st e i n stattfindende Mitglieder-Ver- sammlung aufmerksam gemacht. Genosse Kamffmeyer spricht über:„Vom Zunftgesellen zum moderneu Proletarier" i auch findet die Delegiertenwahl zur Kreiskonferenz statt. Gäste willkommeil. Zossen. Aür die in diesem Monat ausfallende Versammlung de? Wahlvereins findet heute, Sonnabend, den 16. d. M., abends, im Vereinslokal C. R ü f f e r, Barlitherstrafie, Zahlabend statt. — Die nächste Versammlung wird am 23. September stattfinden: Berichterstattung vom Parteitag. lokales. „Hochlohnender Nebenverdienst." Man schreibt uns: Fast täglich sieht man in den Spalten der Tagesblätter Annoncen unter dem verlockend klingenden Titel„Hochlohnender Nebenverdienst" für jedermann.„20 bis 30 M. täglich" verdienen Damen und Herren jeden Standes spielend leicht, ohne jedes Risiko. Wenn man durch die unerwartete Perspektive auf eine reiche Einnahmequelle geblendet, Erkundigungen einzieht, erhält man in den nächsten Tagen nicht ohne ein Gefühl herber Enttäuschung eine Offerte für den Verkauf oder Verttieb eines Handelsartikels, der an- geblich„an allen Orten und auf allen Plätzen reihenden Absatz" findet und sich jedesmal„spielend leicht" verkaufen läßt, daß der glückliche Vertreter fast mühelos ein paar hundert Mark Provision monatlich in seine Tasche stecken kann. Wer freilich sein Heil damit versucht, wird sich der Erfahrung nicht verschließen können, daß nach dem angepriesenen,„in jedem Haushalt unentbehrlichen Artikel" fast gar kein Bebürfins vorhanden ist und der geplagte Hausierer, wenn er treppauf treppab läuft und an allen HauSthüren klingelt, überall nur Absagen erhält. Sämtliche Handelsobjekte, die überhaupt auf dem Martte vertreten sind, Lebensmittel, Weine, Cigarren, Kleiderstoffe, Wäsche, Luxusgegenstände, koSmettsche Prä- parate, Spielsachen, Bücher, Kunstwerke, Lotterielose werden auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege zu vertreiben gesucht. Die Fälle, wo der Interessent bloß eine Karte oder eine Brief- marke zu riskieren braucht, um seine Neugier zu befriedigen, sind nicht so schlimm. Bedenklicher wird die Sache, wenn die Antwort mit größeren Unkosten verbunden ist. Sehr oft liest man in einem Inserat, daß 6v Pfennige bis 1 Mark, wenn nicht eine noch höhere Summe, ftir nähere Auskunft nebst Muster erforderlich sind. In der vagen Hoffming auf einen annehmbaren Verdienst wird der verlangte Obolus geopfert, meistens vergebens, denn es handelt sich wieder um einen Hausierarttkel und man hat einen neuen.Reinfall" erlebt. Seft einiger Zeit taucht ein auswärttger Verlag in den Spalten der Tagesblätter mit der Anpreisung einer Firmenliste auf, in welcher zweihundert Firmen sicheren Verdienst für Herren und Damen durch die verschiedenarttgste Beschäftigung, schriftliche Arbeiten, schriftstellerische Thättgkeit, Uebersetzungsarbetten, Ver» tretungen, Bert rieb von Massenarttkeln in xstto haben. Die Auskunft kostet 20 Ps. in Briefmarken. Nachdem man dieselben ein- geschickt, empfängt der Adressat vom Verlag anstatt der versprochenen Firmenliste ftirS erste bloß einen Prospett, der auf dieselbe hinweist nut einer langen Liste sämtlicher darin enthaltenen Verdienstarten. Zum Schluß wird verkündigt, daß die Liste 2,60 M. kostet und ihre Zusendung unter Nachnahme erfolgt. In der angenehmen Er- Wartung, unter den 200 Angeboten etwas Passendes zu finden, reiht man sich die 2,80 M. inklusive Nachnahmegebühr von der Seele, händigt sie dem Briefttäger ein und befreit in fieberhafter Hast das graue Paket von seiner Hülle. Schon beim ersten Anblick der Firmen- liste kann man sich eines leisen Gefühls der Enttäuschung nicht erwehren. Dieses dünne Heftlein von wenigen Seiten sollte 200 Firmen ent- halten? Die Reklame hat sich der Uebcrtreibung schuldig gemacht, denn eine gewissenhafte Zählung ergiebt nicht mehr als 126. Der Blick fliegt von einer Offerte zur andern— immer die alte Leier. Verkauf und Vertrettingen, ausgenommen die wenigen unbestimmten Ankündigungen, die sich darauf beschränken, glänzende Existenz, viel Geld, hochlohnenden Verdienst zu versprechen. Seufzend notiert man sich die betteffenden Namen mit dem verzweifelten Entschluß, abermals ein kleines Kapital an Briefpapier und Porto auf dem Altar des Existenzkampfes niederzulegen. ,1500 M. jährlich kann sich jeder verdienen durch schriftlichen Nebenverdienst. 80 Pf. einsenden! Näheres übermittele schriftlich." „Personen mit ordentlicher Handschrist erhalten gegen Einsendung von 1,20 M. foder per Nachnahme) Anleitung und Muster, womit dieselben sich durch Schreibarbeit einen großen Nebenverdienst ver- schaffen können.".10—20 M. täglicher Verdienst-ohne Mühe im Hause für Damen und Herren. Größtes Wunder der Neuzeit! Noch nie dagewesen! Porto: Briefe 20 Pf.. Karte 10 Pf. nach Belgien." Da ich mich im Besitz einer.ordentlichen" Handschrift befindlich glaube und hauptsächlich auf schriftliche Thätigkeit reflettiere, belaste ich mein schmales Budget mit dem unvermeidlichen Postmarkenopfer und wende mich mit der Bitte um Auskunst an die genannten Adressen. Einige Firmen, und zumeist solche, die sich ihre Auskunft mit der größten Summe an Marken bezahlen ließen, halten es überhaupt nicht der Mühe wert, ein Lebenszeichen von sich zu geben. Eine Firma in Belgien jedoch schickt einen Prospett, der in sehr un- deutlichen, verschwommenen und schwer leserlichen Schriftzügen mit der Schreibmaschine geschrieben ist und in haarsttäubendem Deutsch von orthographischen Fehlern wimmelt. Mit Mühe entziffere ich, daß Schreibarbeiten, aus Adressenmaterial bestehend, zu vergeben sind für einen ganz anständigen Preis. Für tausend Adressen werden 20 M. oder 26 Kronen versprochen, so daß man mit Leichttgkeit 3—5 M. täglich erzielen kann. Für speciellere AuSttinft werden 2,50 M. erbeten, die im voraus mit der Post einzusenden sind. Nach kurzer Uebcrlegung bin ich entschlossen, es auf einen Ver- such ankommen zu lassen. Doch halte ich es für zweckmäßig, mich erst zu erkundigen, ob meine Handschrift für diese Arbeit genügen würde. Natürlich vergesse ich das Rückporto nicht. Die Antwort lautet bejahend und hat eine Geldsendung meinerseits zur zur Folge. Nach einigen Tagen läuft wieder ein ziemlich unleserlicher Prospett in Maschinenschrift ein mit der Bekanntmachung, daß es mehrere größere Handelshäuser und Fabrikanten giebt, welche die Adressen von Reisenden, Agenten, Kaufleuten, Hausierern, Wieder- Verkäufern gern zu kaufen pflegen, da sie derselben zum Massenvertrieb ihrer Waren bedürfen und ihnen das wiederholte Annoncieren in verschiedenen Zeitungen noch viel teurer zu stehen käme. Die belgische Firma erbietet sich, solche Adressen aus Deutschland, Oestreich, Ungarn, der Schweiz, Rußland, Frankreich zc. zum weiteren Verkauf an Geschäftshäuser und Fabrikanten zu liefern und fordert für 1000 Stück 10 M., während die Neflettanten anstandslos mit 20 M. per 100 0,12 M. per 600 und 3,60 M. per 100 Stück zu honorieren. pflegen. Die Offerte schließt mit der fteundlichen Aufforderung, für die Lieferung von 1000 Adressen zum Wiederverkauf schleunigst den Restbetrag von 7,50 M. einzusenden, sonst bleibt das Adressen- Material aus und die erste Einsendung von 2,60 M. geht verloren. Zum Schluß wurden die Adressen einiger Handelshäuser innerhalb und außerhalb Deutschlands angeführt. Vorsichtshalber wandte ich mich mit meinen Offerten an sie, bevor ich mich zu ferneren Geld- opfern verstand. Die Antworten blieben zum Teil ganz aus, zum Teil lauteten sie abschlägig. Das Adresfenmaterial wurde als absolut unbrauchbar hingestellt. Ich hatte keinen günstigeren Be- scheid erwartet, denn die Sache kam mir gleich verdächtig vor. Wozu bedurste der schlaue Belgier noch einer Mittelsperson, um seine Adressen vorteilhast an den Mann zu bringen, wenn er über die Absatzquellen selbst genau informiert war? Hin und wieder macht sich in verschiedenen Blättern eine schwindelhafte Reklame für ein Buch bemerkbar, das mehrere hundert Ratschläge zum sicheren Gelderwerb für jedermann, Anleitung zu nützlichem und lohnendem Zeitvertreib für Damen und Herren jedes Standes in Stadt und Land enthält und in schwülstigen Ausdrücken als„ein wirklicher Schatz stir jeden„Erwerbsnchenden"!, eine Gold- grübe nicht nur stir Industrie- und Gewerbebettieb, sondem für jeden strebsamen Menschen" angepriesen wird und trotz seines wert- vollen Inhalts für ein paar lumpige Mark zu haben ist. Die über- aus nützlichen, schätzenswerten„Ratschläge zum Geldverdienen" sind nur für Gewerbetreibende und Erfinder berechnet und ftir den Laien absolut wertlos. Wer nicht das zweifelhafte Glück hat, zu den be- rufsmäßigen Erfindern zu gehören, wird aus der„Goldgrube" keinen elenden Pfennig schöpfen. Höchstens könnte sich das Werk für den Verfasser zur Goldgrube gestalten, wenn es ihm glückt, durch geräuschvolles Rühren der Reklametrommel viele Leichtgläubige auf den Leim zu locken. Mögen diese Zeilen erwerbsuchende Personen, die häufig ohne jegliches Einkommen zur äußersten Einschränkung gezwungen sind. zur Vorsicht mahnen und sie ans die Thatsache hinweisen, daß unter der Maske eines„hochlohnenden Nebenverdienstes" nicht selten die schamloseste Ausbeutung seitens moderner Piraten lauert! Anlässlich der llntergnindbahn-Katasttophe in Paris werden wir, schreibt eine Korrespondenz, auf einen Uebelstand bei der hiesigen Hoch- und Untergrundbahn aufmerksam gemacht, der unter Umständen die verhängnisvollsten Folgen nach sich ziehen kann. Schon Iviederholcntlich ist auf die starke Ueberfüllung der Untergrundbahn- wagen hingewiesen worden, die mitunter so groß ist, daß es Fahr- gästen nicht gelingt, sich durch die in den Wagengängen zusammen- gedrängte Menschcnmauer hindurchzuwinden, um rechtzeitig aus- steigen zu können. Schon mehrfach sind auch bei der Untergrundbahn Störungen durch Kurzschluß herbeigeführt worden und nicht selten entstehen durch solch ein Er- eignis Wagenbrände. Tritt ein solcher Fall bei einem überfüllten Untergrundbahnzuge ein, so entsteht bei den Fahrgästen, besonders wenn eine starke Rauchentwicklung in dem Inneren stattfinden sollte, wie dies häufig der Fall ist, eine Panik, welche bei dem nunmehr entstehenden Gedränge und der Verstopfung der Ausgänge schlimme Folgen haben könnte.— Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat, wie schon mitgeteilt worden ist, eine genaue Untersuchung der Ein- richtungen der Berliner Hoch- und Untergrundbahn angeordnet und hoffentlich wird die mit der Durchführung der Untersuchung be- auftragte Kommission sich auch mit der hier angeregten Frage beschästigen und ftir die Beseitigung dieses Uebelstandes Sorge tragen. Militarismus und Berkehrsintcreffe. Eine der Verkehrs- reichsten Straßen von Berlin, die Alte Jakobstraße, ist eine Sackgasse. Alle Bemühungen, den Militärfiskus zur Freilegung und Hergabe des erforderlichen, unbenutzt daliegenden Straßenlandes zu bewegen, sind ergebnislos gewesen. Die alte, noch aus dem An- fang des vorigen Jahrhunderts stammende kleine Scheune, die früher den Garde-Kürassieren als Stall und jetzt zur Aufbewahrung von alten Protzkasten, Wagen ftir die Feldpost usw. dient, ist kürzlich erst wieder ausgebessert worden, was darauf hindeutet, daß der jetzige skandalöse Zustand, trotz des Neubaues für das Reichs-Patent- amt und ttotz des ständig zunehmenden Verkehrs am Halleschen Thor und an der Ecke der Gitichiner- und Alexandrinensttaße, verweigert werden soll. Fiskus bleibt Fiskus, auch wenn— oder gerade weil— die städtischen Behörden noch so entgegenkommend sind. Der Neubau der Bersicherungs-Gesellschaft„Victoria" in der Alten Jakobstraße 130/133 ist im Rohbau vollendet. Der Bau ist einer der schönsten Berlins und gereicht der Gegend, in der jetzt auch für das Reichs-Patentamt ein Monumentalbau ausgeftihrt ivird, zur Zierde. Trotz der Einfachhett der mächtigen, aus grauen Sandstein- quadern hergestellten Fassade ist die Wirkung vorzüglich. DaS Dach und das obere, vierte Geschoß ist nach der Straße zu mit Kupfer bekleidet, auch die Fenster— 23 in der Front— sind mit Äustser abgedeckt. Der Mittelbau ist mit vier niächttgen Säulen und ebenso viel Karyattden geschmückt. Das Grundstück grenzt unmittelbar an die der Victoria-Versicherungs-Altiengesellschaft in der Linden- straße 20/22 an. Das Haus Lindenstraße 20/21 gegenüber der Markgrafenstratze gehörte in den siebziger Jahren dem ver- storbenen Cirkusdirettor Ernst Renz, der es erworben hatte, um dort einen neuen Cirttis zu erbauen. Dieser Plan scheiterte an dem Widerstande eines nahen Verwandten und Konkurrenten, der die an- grenzenden Grundstücke in der Alten Jakobstratze in seinen Besitz brachte und Widerspruch erhob. Die Polizei genehmigte den Neubau, machte aber zur Bedingung, daß Notausgänge und eine Ausfahrt nach der Alten Jakobstraße geschaffen würden. Diese Bedingungen konnte Ernst Renz nicht erfüllen, weshalb er von einem Neubau absah, die alte Markthalle in der Karlstraße kaufte, sie umbauen ließ und das Grundstück Lindenstraße 20 mit einem Verlust von 300 000 M. wieder verkaufte. Wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang ist ein Tischl« Karl Pattry aus der Strelitzerstr. 16 von der Kriminalpolizei fest- genommen worden. Der Möbelpolierer Max Geisler aus der Grünthalerstt. 52 hatte am 11. d. M. in einer Schankwirtschaft in der Stettinerstraße einen Wortwechsel mit einem Bekannten. In diesen mischte sich Pattry, den die ganze Sache nichts anging, ein und gab Geisler eine Ohrfeige. Als beun Verlassen des Lokals der Geschlagene ihn zur Rede stellte, schlug Pattry ihn ohne weitere? noch eimnal und zwar so wuchtig, daß er taumelte und mit dem Kopfe gegen die scharfe Kante eines Thürpfostens flog. Aus den Ohren blutend wurde Geisler bewußtlos nach der nächsten Unfall- statton und von dort nach seiner Wohnung gebracht, nachdem er einen Verband erhalten hatte. Ein Arzt, den seine Frau am nächsten Tage zu Rate zog, ließ den Mann schleunigst nach deni Paul Gerhardt-Sttft bringen, da er einen Schädelbruch feststellte. Diesem erlag der Verwundete. Geisteskrank? Die Falschmünzer Joseph GelhauS und Oswald Lache, über deren Treiben und Festnahme wir seiner Zeit ausführlich berichteten, wurden heute vormittag vom Untersuchungsgefängnis nach der Charittz gebracht, um sechs Wochen lang auf ihren Geistes- zustand beobachtet zu werden. Gelhans, ein Mann von 27 Jahren, stammt aus Kempten und ist von Berns Mechaniker, Lache ist 31 Jahre alt, auS Franckenstein gebürtig und Buchdrucker und Kauf- mann. Zuletzt ivar er in einer Buchdruckerei in der Hermannstraße zu Rixdorf beschäftigt. Beide gehörten jener großen Bande an. die besonders preußische Staatsvaviere fälschte und in den östlichen und westlichen Provinzen an den Mann zu bringen suchte. In ihren Gesprächen gaben sie während der Untersuchung nur verworrene oder gar keine Antwort. Lache giebt an, der Sohn eines Grafen zu sein, unterzeichnet aber alle Schriftstücke mit dem Namen Arthur Wendland. Die beiden Verbrecher haben den Irrenärzten und den Gerichten schon wiederholt zu schaffen gemacht. Auf dem Wcge zur Arbeit vom Tode überrascht wurde heute morgen ein noch unbekannter, gut gekleideter älterer Mann, wahr« scheinlich ein Tapezierermeister. Der Mann brach um 71li Uhr an der Ecke der Luisen- und Schumannstraße plötzlich zusammen, schlug sich eine Wunde in die Stirn und blieb bewußtlos liegen. Ein Schutzmann des 6. Reviers brachte ihn mit einer Droschke nach der Charito, da aber hier der Aufnahme-Arzt feststellte, daß er bereits gestorben war, so führte man die Leiche gleich dem Schauhause zu. Der Verstorbene ist ein Mann in den sechziger Jahren mit weißem, kurzgeschnittenem Haar und Schnurr- und Kinnbart, sehr groß gewachsen. Er trug einen Jackettanzug aus blauem Cheviot und eine Brille. Bei sich hatte er einen Kasten mit vollständigem Tapezierer-Handwerkzeug und sein Frühstück. Den Tod auf den Sttaßcnbahnschienen suchte heute ftüh um 1 Uhr ein unbekannter junger Mann von etwa 20 Jahren. Er warf sich vor einen Wagen, wurde aber im letzten Augenblick von mehreren Personen noch zurückgezogen und von einem Schutzmann des 91. Reviers nach der Charito gebracht. Hier erkannte man, daß er tobsüchtig ist. Der Mann nennt sich Beese, giebt aber sonst über seine Person, Wohnung usw. keine Auskunft. Ans der Stadtbahn verunglückt ist gestern nachmittag gegen 1li7 Uhr ein dem Arbeiterstande angehörender junger Mensch im Alter von etwa 16 Jahren. Dem Bedauernswerten wurden auf dem Stadtbahnhof Alexanderplatz beide Beine abgefahren. Man brachte den Aermsten zunächst nach der Unfallstation in der Keibelstraße und von da nach einem straukenhause. Wegen mehrfacher Sittlichkcitsverbrechen wurde am Donnerstag» morgen von der Kriminalpolizei in der Wohnung seiner Eltern ein erst 18jähriger Bursche verhaftet und dem Untersuchungsgefängnis zu Moabit zugeführt. Der Verhaftete ist der Sohn eines Haus- besitzers und Inhabers eines sehr bedeutenden Transportgeschäftes zu Charlottenburg und war bisher selbst im Geschäfte thätig. Zur Last werden ihm gelegt mehrfache Vergewaltigungen des in demselben Hause wohnenden achtjährigen Töchterchens der Eheleute K. Das Mädchen, im allgemeinen von schwächlicher Körpergestalt, sonst aber als sehr behende geschildert, zeigte bereits seit einigen Wochen ein verstörtes Wesen, was all- gemein bei den Hausbewohnern auffiel. Die ganze schmutzige Affaire kam jedoch ans Tageslicht und daraufhin zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft dadurch, daß der gemeingefährliche Bursche sich ebenfalls an den Töchtern des gleichfalls im selbigen Hause wohnenden Dekorateurs und Tapezierers G. vergreifen wollte. Diese Mädchen dagegen leisteten energischen Widerstand gegen die ruchlose Absicht des jugendlichen Verbrechers und auf ihr Schreien hin wurde dieser gezwungen, von seinen Opfern abzulassen. Im Polizeigewahrsnm erhängt hat sich in der vergangenen Nacht ein Bauernfänger Namens Armgardt, der aus Beddingen in Braun- schweig stammt. Ein Kriminalschutzmann der Bahnhofspatrouille sah gestern, wie sich Armgardt mit zwei andren Bauernfängern Namens Fritz Schmiedecke aus Sonnenburg und Karl Gödecke aus Hannover auf deni Schlesischen Bahnhofe an einen Arbeiter heranmachten, der aus Westfalen kam und nach Schneidemühl fahren wollte. Zufällig ivollten die drei auch dorthin und luden den Westfalen bis zur Ab- fahrt des Zuges zu einem gemeinsamen Spaziergang ein. In einem Kcllerlokal in der Markusstr. 39 wurde dann ein Spielchen gemacht und der Westfale um seine Barschaft erleichtert, während von den Spielern einer nach dem andern verschwand. Der Kriminalschutz- mann, der allein war, ließ sie in der Voraussetzung, daß er sie alle drei auf dem Bahnhof wieder treffen werde, ruhig gehen. Später traf er' sie denn auch richtig wieder und nahm alle drei fest, da er jetzt Hilfe hatte. Sie stellten sich nun sehr unschuldig und wollten von nichts wissen. Armgardt aber erhängte sich in der Isolierzelle im Polizeigefängnis. Kinderspiele. Morgen Sonntag letzter Spieltag der vom Turn- verein Fichte arrangierten und geleiteten Feriennnderspiele. Um nun auch den Eltern Gelegenheit zu geben, aus eigner Anschauung den Wert der Spiele für die Jugend zu erkennen, um es überhaupt allen Eltern zu ermöglichen, mit ihren Kindern sich zu freuen und so das Vergnügen der Kinder zu erhöhen, wird ans allen unten bezeichneten Plätzen nachmittags gespielt werden. Auf allen Plätzen vorher großes Kaffeekochen. Versammlungsort ftir den S ü st o st- B e z i r k: Oberfreiarchenbrücke am Schlesischen Busch. Spielplatz und Kaffeekochen auf dem Sommerturnplatz des Vereins, Köpnickcr Landstraße, Ecke Eichbusch-Allee. Versammlungsort ftir den Nord-Bezirk: Bahnhof Beusselsttaße. Kaffeekochen Restaurant zum Lindenbaum von Werner, Plötzensee am Spandauer Schiffahrtskanal. Versamm- lungsort für den Nordo st- Bezirk: Landsberger Platz am Kriegerdenkmal. Spielplatz und Kaffeekochen Sportplatz Friedrichs- Hain. Versammlungsort für Schönhauser und Oranien» burger Vorstadt: Prenzlauer Thor am ehemaligen Exerzier- Haus. Spielplatz und Käffeekochen Sportplatz Friedrichshain. Ab- marsch von allen Versammlungsorten pünttlich 21/i Uhr. Hue den Nachbarorten. Schöneberg. Am Sonnabend, den 16. August, findet vom Ranchklub„Puertorico" im„Schwarzen Adler"(Schöneberg) ein Vergnügen statt. Der Wirt des„Schwarzen Adler" giebt seinen Saal nicht zu socialdemokratischen Versammlungen her und möge« die Arbeiter Einladungen des Vereins deshalb unbeachtet lassen. Die Lokalkominissio«. Einen grausigen Fund machte gestern ein Streckenwärter der Bahnmeisterei Grünau. Er stteß beim Abgehen des Bahnkörpers unweit der Wärterbude 10 auf einen noch warmen menschlichen Arm. Beim Absuchen der Strecke fand er in einem Graben einen schwee- verletzten etwa 6vjährigen Mann, der angab, beim Ueberschreiten der Schienen von einem Zuge erfaßt worden zu sein. Die Maschine habe ihm einen Arm abgefahren. Wie er in den Graben gekommen sei, konnte der Verunglückte nicht sagen. Er wurde per Bahn nach dem Kreisttankenhaus gebracht. Dort v e r st a r b er unter den Händen des Arztes, der eine Amputation des Armstumpfes vor» genommen hatte._ Gerichte-Zeitung. Eine beispiellos rohe That hatte dem Maurer Wilhelm I e S k e durch schöffengerichtliches Erkenntnis eine Gefängnisstrafe von neun Monaten eingetragen. An einem Märztage dieses Jahres bemertte der Angeklagte zwei Knaben, die sich auf der Straße mit Schneebällen warfen. Ein größerer und ein kleinerer. Der An- geklagte sah. daß der größere gegen die Treffsicherheit des kleineren nicht aufkommen konnte. Dies ärgerte ihn, er rief dem größeren zu:„Schlag doch den Hund zu Boden!" Der so angereizte Knabe griff seinen Gegner nun mit den Fäusten an und versuchte, ihn zu Boden zu werfen. Aber der kleinere wehrte sich energisch und schien Sieger zu werden. Nun mischte sich der Angeklagte hinein. Er trug eine Säge in der Hand. Mit dem Holzgriff der Säge versetzte er dem kleineren Knaben einen so wuchtigen Hieb gegen den Hinter« köpf, daß der Getroffene zu Boden sank und in bewußtlosem Zu- stände nach der elterlichen Wohnung und von da nach dem Kranken- hause gebracht werden muhte. Nach dem Gutachten des Gerichts- phyftkus Dr. Störmer hatte der Knabe eme das Leben gefährdend« Gehirnentzündung erlitten. Der Angeklagte versuchte gestern vor dem Berufungsgericht ein milderes Urteil zu erzielen, das erste Erfenntnis wurde aber bestätigt. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 16. August, vormittags 8% Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung".- Um 10% Uhr vormittags ebendaselbst: Bortrag des Herrn E. Vogtherr- Stettin:" Dem Volfe die Religion". Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter. ( G. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 3. Sonnabend, den 15. August, abends 9 Uhr: Mitgliederversammlung bei D. Bergener, Reichenbergerstr. 157. Filiale 4. Sonnabend, den 15. August, abends 9 Uhr: Mitgliederversammlung bei Merkowski, Andreasstr. 26. Vermischtes. Ein schreckliches Unglück ereignete sich am 12. in der Nähe bon Tuchel auf der Bahnstrecke Tuchel- Laskowitz univeit des Neumühler Bahnwärterhäuschens. Das 1jährige Kind des Bahnwärters Trebus befand sich spielend auf dem Bahngeleise, als der Zug von Laskowitz heranbrauste. Die Ehefrau des Trebus eilte mit der Signalfahne herbei, um den Zug passieren zu lassen. Als sie ihr gefährdetes Kind erblickte, stürzte sie auf das Geleise, um ihr Kind zu retten. Von der Lokomotive erfaßt, tamen Mutter und Kind unter die Näder und wurden beide getötet. Der Frau Trebus wurde der Brustkorb eingedrückt, dem Kinde der zermalmt. fremder Sachverständiger und eine gründliche Revision des Fahrparks. Grubenunglück. Sosnowice, 14. Auguft. In der Georgsleute befanden; der Korb stürzte in die Tiefe, wobei 23 Bergleute grube rissen die Stränge eines Förderkorbes, in dem sich acht Bergfchiver verletzt wurden. Briefkaften der Redaktion. Weizen, gut Roggen, gut Marktpreise von Berlin am 13. August 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Hammelfleisch Butter D.- Ctr. Kartoffeln, neue D.- Ctr. 8,00 5,00 mittel gering " Rindfleisch, Keule 1 kg 1,80 1,20 do. Bauch 1,40 1,00 " " 13,15 13,14 Schweinefleisch " 1,60 1,20 mittel " 13,13 13,12 Kalbfleisch " 1,80 1,20 gering " 13,11 13,10 " 1,80 1,20 ** Berste, gut " 14,40 13,70 2,60 2,00 mittel 13,60 13,00 " " gering " 12,90 12,30 Eier Karpfen 60 Stüd 4,00 2,50 1 kg 2,40 2,00 16,60 15,40 Male 2,80 1,40 " mittel " 15,30 14,10 Bander " 3,00 1,20 gering " 14,00 12,80 Hechte " 2,40 1,20 " 4,16 3,66 Barsche " 1,80 80 " 6,80 4,60 Schleie " 2,60 1,20 40,00 25,00 Bleie 1,40 70 " 50,00 25,00 Krebse per Schock 18,00 3,00 " 60,00 20,00 " Borowsky. Die fraglichen Bestimmungen sind in der Gewerbe- Ordnung enthalten,§ 44 und die Vorschriften über den Gewerbebetrieb im Umherziehen. Kaufen Sie sich in der Buchhandlung des„ Vorwärts" die Hafer, gut Gewerbe- Ordnung aus der Guttentagschen Sammlung, Ausgabe BergerC. 5. 1. Nein, spielen Wilhelmi. Die wird Ihren Zwecken genügen. Sie solche Lose nicht. 2. Die Adresse der Tierbörse ist: Berlin S. 42, Richtstroh Brinzenftr. 86. 2. S. G. 27. Mischung von halb Wasser und halb en Spiritus. Wettende. 1. Im 20. Jahrhundert. 2. Folgt später im Erbsen juristischen Teil. P. H. 3. Dorf. E. E. H. Sch. Benden Sie sich Speisebohnen an die Fraktion, vielleicht durch Herrn Stadtverordneten Bruns. Linsen D. G. 12. In Hessen: Kassel und Arolsen. M. N. 100. Niemals.* ab Bahn. ** flamm und Geruch. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends bon 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. 1 Witterungsübersicht vom 14. August 1903, morgens 8 Uhr. stand mm Barometer Windrichtung Windstärke 3. J. 17. Klage wäre aussichtslos. Carl. Wetten Sie das nächste Mal nicht und ärgern Sie sich nicht darüber, daß Sie gewonnen haben und doch nichts erhalten. Wett- und Spielverträge sind nicht flagbar. Nuheplatzstraße. Nein. W. D., Kaffel. 1. Dahin Stationen gehende Vorschriften sind uns nicht bekannt. Beschweren Sie sich bei der Kopf Postdirektion. 2. Etwa 1,40 Mart. 3. Der Kirchenmagen hat in Ihrem Fall recht. 4. Vorlegung der Gession kann verlangt werden. Kappes, Stolberg. 1. Ja. 2. Sie können bei der Aufsichtsbehörde sich beschweren. Swinemde. 762 SSD Nach der zu 1 erteilten Auskunft wären Beschwerden, Klagen und der Hamburg 760 SD gleichen zwedlos. 3. Der Bürgermeister scheint im Recht zu sein: Berlin 762 SD S§§ 98, 98a, 100f der Gewerbe- Drdnung. .. 3. Nein. Frantj.a.M. 759 DSO G. 2. 14. 1. und 2. Ja. Perl. Für Ihre Klage ist das Gewerbe- München Paris, 14. Auguft. Auf der Metropolitain- Station unterhalb marten nicht, tönnen sich aber freiwillig weiter versichern. Unterlassen Sie gericht zuständig. St. Kld. 4. 1. Zurüderstattet erhalten Sie Klebe- Wien des Almu- Plages in den Champs Elysées entstand gestern abend das, so gehen Sie aller Ihrer Ansprüche verlustig. 2. Bis zum vollendeten abermals durch Kurzschluß ein Waggonbrand. Scheltend, aber ohne 42. Jahr. R. 18. Soweit ohne mündliche Rücksprache ersichtlich: 1. Ja. Furcht und in guter Ordnung verließen die 200 Passagiere den 2. Nein. 3. Ja. 4. Wenn Sie Ehebruch nachweisen können, sonst nein. Bahnhof. Die Bevölkerung verlangt jetzt die Zuziehung x. 9. 3. 1. Gesetzliche Grenzen giebt es nicht. 2. Ja. 3. Klagen. Ein neuer Brand auf der Pariser Untergrundbahn. Zum zweitenmal nach der großen Katastrophe von Ménil- Montant ist nun Feuer in einem Waggon auf einer unterirdisch geführten Strecke entstanden. Ein Telegramm berichtet dem Tag": Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 15. Auguft. Anfang 7 Uhr: Nenes Operntheater. Der Seefadett. Westen. Alt- Heidelberg. Leffing. Die Kleinbürger. Deutsches. Monna Banna. Anfang 8 Uhr: 763 CD 763 Still Better Temp. n. T. 4º R. 0º Stationen Barometer. stand mm richtung Wind Windstärke Wetter 2Regen Temp. n. C. 5°.= 4° R. 12 1 mollig 15 5 bedeckt 16 757 SSD 2bedeckt 16 1wollen! 15 Haparanda 753 OND 2wolfen! 15 Petersburg 755 1 heiter 18 Cort 738 S 1 volfen! 18 Aberdeen 3wolfen! 18 Paris wolfen! 19 Wetter Prognose für Sonnabend, den 15. August 1903. Bunächst warm mit schwachen Südwinden und zunehmender Be wölfung; später Gewitterneigung und Regen. Berliner Wetterbureau. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Charlottenburg. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Am Sonntag, den 16. August, Von der Zugspitze findet im Volkshause, Rosinenstraße 3, ein zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Liederspielhaus( Kroll.) Lieber Panoptikum spiele und Idyllen. Bision nach dem Balle. Thalia. Der Dornenweg. Spinnenwinket. Kleines. Nachtashl. Im Trianon- Theater. Die Notbrücke. Belle- Alliance. Specialitäten. Carl Weik. Der Fehltritt einer Frau. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Winter- Garten. Specialitäten- Borstellung. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Neichshallen. Stettiner Sänger. Paffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Bon der Zugspite zum Wakmann. Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Die Nothrücke. Anfang 8 Uhr. Luisen- Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Morgen 3 Uhr zu fl. Preis.: Preciosa. 8 Uhr: Der Jongleur. Montag: Preciofa. Dienstag: Der Hüttenbesther. Mittwoch: Benefiz für Stefanie Stauffen. Zum 1. Male: Königin Luife. Hierauf: Das Versprechen hinter'm Herd. Donnerstag: Die Geierwally. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Die Grille. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Friedrichstr. 165. !! Menschliches Doppelwesen: die zusammengewachsenen Schwestern 20 Jahre alt, spielen Violine! OOLOCISCHER CARTEN Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppelkonzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Wochentags 4-5, 6-7 Uhr, Sonnt. 12-1, 4-5 u. 6-7 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage- Theater. Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Das Moto- Mädchen. Mensch oder Maschine? Das neue Rätsel für Berlin! Die Tritons, die besten Taucher der Welt, 5 Min. unter Wasser ohne z. atmen. Walter Steiner, Humorist. Ganz Berlin zerbricht sich. schon den siebenten Monat den Kopf über Aga. Sommer- fest zum Besten des Volkshauses statt. Grosses Garten- Konzert von Arbeiter Gefangvereinen. In den Sälen: Ball. Kaffeeküche von 2 Uhr ab geöffnet. unter Mitwirkung Kinderbelustigung aller Art. Eintritt 25 Pf. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. dra -【 Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite: Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. 3m Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabe: & leiden nicht an VerdauungsKufekes Hervorragend bewährt bei Brechdurchfall, Darmkatarrh, Diarrhoe etc. störung. Kindermehl Allen Freunden und Genossen zur Kenntnis, daß ich das Restaurant zum Deutschen Kaiser, Neu- Weißensee, Sönig- Chaussee 49, täuflich erworben habe und führt dieses von nun an den Namen 23412 Zachows Festsäle. Empfehle den Parteigenossen mein Lokal zu Festlichkeiten und Versammlungen. R. Zachow, Weissensee, König- Chaussee 49. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann. Schönh. Allee 148. Bernhard Rose- Theater. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sonnabend, den 15. August 1903: Die Expedition. Einfache Handhabung! ORIGINAL Singer Nähmaschinen. SINGER NAHMASCH Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix höchster Preis Paris 1900: der Ausstellung. 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Jeden Tag: Konzert des berühmten Drchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. WINTER Diez' Specialitäten- Theater Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das vollständig konkurrenzlose Riesen- August- Programm! La Ludia. Les Mero. Clown Dolly. Hedy Brumien. The Delsons. Loro- Quartett. Fritz Brand. Dustes Bioscop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Tagl. Jm herrl. Garten: Tägl Grossart. Programm. Tom Bryasly, Gerra- Sano, Anny Raaly, Eduard Reetz, Henriette Donneux, Bonnet- Trio, R. Schaup. Mittw., Sonnab., Sonntag: Tanz. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. BLUTARMEN. KRANKEN FEURIG SÜSSER KRAFT- ROTHWEIN ärztlich empfohlen p. Flasche 1.50 und 2 Mark. ber: Wilhelm Fröbel. Friede auf Erden. 65 Santa ucia Grosses Sommerfest und Extra- Vorstellung. Auftreten des gesamten Metropol- Theater. Neues Theater. Auguft- Spielplans Der grösste Erfolg dieser Saison! Zum 216. Male: W Neuestes! Schiffbauerdamm 4a- 5. Wieder- Eröffnung: Sonntag, den 16. August. Allerneuestes! Pelleas und Melisande. Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Schweizer- Garten Rauchen überall gestattet. am Königsthor, am Friedrichshain. Täglich: Theater unb Apollo- Theater. Artisten- Vorstellung, Zum 101. Male: Die Liebes- Insel Ball Volksbelustigungen. mit bem Briefmarken- Ballett. fenfationellen Ein ungetreues Weib. Mimodrama in 2 Atten, gespielt von II. Abends 10 Uhr: Berliner Sportmädel. Bosse mit Gesang in zwei Bildern von Geride. Bioscop. Merians dressierten Hunden. ebende Bilder. Neueste Aufnahmen. The Avolos- Brothers Kaufmann. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Zum Das Bild des Vaters. 3m Saale: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Donnerstag, den 27. August: Benefiz für Eduard Wendt. Reichshallen Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Lebensbild mit Gesang und Tanz in 3 Aften von H. Schulz. Delbost, einbeiniger Handakrobat. Karl Groth, Grotesffomiker. The 3 Amaranths, afrob. Tänzerinnen. Gauert mit seinen dressierten Hunden. Grosses Eröffnungs- Programm Florence u. Lillian, musik. Nummer. steht unter ständiger Kontrolle des Gerichtschemikers Dr. C. Bischoff. 21082* Rivas und Dixas, Antipodenaft auf Anne Dancrey, Pariser Soubrette. Josef Fischer lebendem Piedestal. Mary Ellys, moderne Tyrolienne. Richard Wagner, Konzertfänger. Ballett- Gesellschaft ,, Saltarello". Marie Förster, Solotänzerin. Anfang 4 Uhr. Die drei Macagnos, Scenen im Café. Florence Moore, amerik. Sängerin. Oftbahnhof, Brombergerstr. 19/21 Mile. Marguerite, Löwen- Dresseuse. perkauft die Kohlen am billigsten ab Das Motogirl, die lebende Puppe. seinem Lagerplay. 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Laut Beschluß der Versammlungen find folgende Werkstätten, weil dieselben den abgeschlossenen Lohntarif nicht innehalten, gesperrt: Schelski sen., Elsasserstraße, Schelski jun., Lichtenberg, Dorfstraße, Gost& Co., Surfürstenstraße, Rothe, Ballasstraße, Fischer, Maaßenstraße, Jachmann, Invalidenstraße, Mutz, Antonſtraße, E. Tell, Stolpischestraße, Assmus, Morißstraße, Stier, Nieder- Schöneweide, Berliner Spiegelglas-Verkaufs- Comptoir und Hartmann, Alt& Co., Burgstraße. In dieser Versammlung werden die roten Streitfondsmarken ausgegeben. Jeder arbeitsberechtigte Glaser hat am Dienstag, den 18. August, zwei rote Marken im Verbandsbuch eingeklebt zu führen. Wir fordern sämtliche Charlottenburger Glaser hierdurch auf, diese Versammlung zu besuchen und ersuchen alle Bauarbeiter unsre Kollegen auf dieselbe aufmerksam zu machen. 73/12 Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgen. Deutschlands.( Verwaltung Berlin und Umgegend.) Sonntag, den 16. August, nachmittags 5 Uhr, bei Voigt, Ritterstr. 75: Versammlung Tagesordnung: Vortrag über Dampfkesselreinigungs- Apparate. Verschiedenes. Fragekasten Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 16. August: A Dampfer- Extrafahrten. Bormittags 8 Uhr und nachmittags 22 Uhr nach Schloß Wolters: dorf. Fahrpreis 1 M. Einfache Fahrt vormittags 60 Bf., nachm. 50 Bf. Bormittags 10 Uhr nach Zeuthen und Neue Mühle. Rückfahrt 7 Uhr. Sonnabend, den 15. August, nach Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Socialdemokrat. Wahlverein Bureau: Berlin C., Dragonerftr. 15. Telephon Amt III 5028. Sonntag, den 16. August, vormittags 10 Uhr, in den Industrie- Festfälen", Beuthstraße 19/20 I: Ausserordentliche General- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins u. Umgegend. Tages Drdnung: Der Vorstand. 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Stellungnahme zum VI. Kongreß der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften. Referent: Kamerad Theodor Fischer. 3. Wahl der Delegierten. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Sonnabend, den 22. August, in den Gesamträumen der Brauerei Friedrichshain, ( früher Lipps) am Königsthor: Zur Beachtung! at 10. Stiftungs- Fest unter Mitwirkung des Gesangvereins der Zimmerer Berlins und Umgegend( Mitglied des A.-S.-B.), der Gesellschaft Strzelewicz und des Recitators Herrn Stripp. Kinderbeluftigungen und Damen- leberraschungen. Grosser Ball. Die Mujit wird vom Fachverein der Civil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend unter Leitung des Dirigenten Herrn Schonert ausgeführt. Herren Billet 50 Pf., Damen- Billet 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Ende??? 257/14 Das Komitee. Deuticher Metallarbeiter Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt VII, 353. Dienstag, den 18. August 1903, abends 8 Uhr: Ausserordentliche General- Versammlung 120/8 der Verwaltungsstelle Berlin bei Buggenhagen, am Moritzplatz. Tages- Ordnung: Diskuffion über den Bericht vom Verbandstag. Zahlreichen Besuch erwartet Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Centralverband deutscher Brauereiarbeiter. Ort- Krankenkasse de Dermacher Zahlstelle Berlin, Sektion I.( Brauer.) Berlins. Laut Beschluß der Generalversamm lung vom 7. April cr. Betragen die 1903: 2 Uhr nachmittag. Hin- und Rüdfahrt 50 Pf. Rückfahrt 7 Uhr. Abfahrt in Berlin an der Stralauerbrücke, Ede Baisenbrüde, Station Sonntag, den 16. August 1903, nachmittags 2%, Uhr, im Gewerk. Sassenbeiträge monatlich ab 16. August Kahnta. Herker. 23492 L. Kahnt- Stralau. ● Sonnen- und Luft- Bad. Stralau, Tunnelstr. 28/29. Inh.: August Pankau. 19332 Hasselwerder a. d. Oberspree Jeden Sonntag: schaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 1: Monats- Versammlung. 41/4 1. für männliche Kassenmitglieder über 16 Jahre ausschließlich der Lehr linge f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis Donnerstag, den 13. d. M., ftarb nach langem Leiden unser Mitglied August Hübener Lettestraße 3. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. d. M., nach mittags 3 Uhr, von der Charité aus nach dem Charité- Kirchhof in der Seestraße statt. Rege Beteiligung erwartet 248/15 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die tieftraurige Mitteilung, daß meine vielgeliebte Frau, Mutter, 2926 Tochter und Schwägerin Minna Jahn, geb. Lorenz, am Mittwoch früh 28 Uhr infolge schwerer Entbindung plöglich von uns geschieden ist. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr von der LeichenHalle der St. Markus- Gemeinde, Wilhelmsberg, aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Hermann Jahn nebst Kindern. Meinen Kollegen, Parteigenossen und Genossinnen, welche meiner un vergeßlichen, so früh dahingeschiedenen Frau die lekte Ehre erwiesen haben, sage ich meinen tiefgefühlten Dank. Rich. Gabriel, 23472 Töpfer, Linienstraße 96. Central- Kranken- u. Sterbe kaffe der Tischler E. H. Nr. 3. Verwaltung Lichtenberg. Montag, den 17. August, abends 9 Uhr, im Lokal von Lutterbüse, Friedrich Karlstraße 11: 2,52 Mitglieder Versammlung. 2. für männl. Stassenmitglied. unt. 16 Jahren u. Lehrlinge 1,08 3. für weibliche Mitglieder über 16 Jahre Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Sassenbach über: Die Entwicklung und der jetzige Stand der englischen Gewerk: schaften. 2. Innere Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wünscht Der Vorstand. NB. Gemäß Beschluß der letzten Vorstands- und Vertrauensmänner- 4. für weibliche Mitglieder unter 16 Jahren Sigung beginnt die Bersammlung präcise 2, Uhr, ohne Rücksicht auf die Bahl der erschienenen Versammlungsteilnehmer. D. D. 2706 1,68 " 0,84" Der Vorstand. = Die Tagesordnung wird in der Ber fammlung bekannt gegeben. Um zahlreiches Erscheinen der Mit gieder ersucht 184/15 Die Ortsverwaltung. G. Lätsch, Borfigender. Central- Kranken- u. Sterbekaffe der Tischler Grosses Garten- Konzert u. Ball. Verband der Möbelpolierer. 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Link über: Das Arbeiterschut Gesetz und seine Bedeutung." 4. Distuffion. 5. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sonnabend, den 22. August er., in der Neuen Welt, Hafen. heide: Sommerfest bestehend in Instrumental nnd Vokal: Konzert, Specialitäten , ersten Ranges und Monstre- Feuerwerk. Beginn nachmittags 4 Uhr. Billets a 75 Pf. Jm neu erbauten Riesensaale von 6 Uhr ab: Grosser Ball. Die Kaffeeküche steht den Damen von 3 Uhr ab zur Verfügung. Der Zahlabend fällt an diesem Abend aus. 9. D. Heute, Sonnabend, abends 8 Uhr, von der Michaelbrücke: 3096 Mondscheinfahrt mit Musik nach Brauerei- Ausschank Müggelschlößchen. Preis 50 Pf. hin u. zurüd. Sonntag, 16. August, vormittags 9 Uhr, nachmittags 2 Uhr, von der Michaelbrücke: Extrafahrt nach Friedrichshagen, Seebad und Restaurant Müggelwerder, Biberbusch. Preis 40 Pf. einfache Fahrt. Breiserhöhung. Schulz, izbor. Nur die alten Eichen rauschen. 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