Nr. 194. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslans 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. bd pean20. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 ẞfg., fär politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freitag, den 21. August 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Großstadt und Nahrungsmittel- Konfum. topfweise berechneten Fleichberbrauches ist zu erblicken in dem zu die Anzahl der zur Milchgewinnung gehaltenen Tiere im Stadtrayon " 8wed wird naturgemäß am teuersten Lebensmittel, dem Fleisch, sind dagegen die von ihm mitgeteilten Daten über den Milchkonsum. zumeist gespart. Eine weitere Erklärung für die Abnahme des Die Stadtproduktion an Milch ist auch in München gering, zumal nehmenden Verbrauch an eingeführten Wurst- und Fleischwaren, immer mehr zurückgeht. Ergab eine im Jahre 1898 vorgenommene Die Versorgung unsrer Großstädte mit Lebensmitteln gewinnt nicht minder aber darin, daß sämtliche Lebensmittel sowie auch alle Zählung noch 1850 der Milchgewinnung dienende Kühe, so wies die naturgemäß ein immer größeres öffentliches Interesse. Nicht nur sonstigen Bedürfnisse, z. B. die Wohnungsmiete innerhalb der letzten letzte Viehzählung vom 1. Dezember 1900 nur noch 1740 Kühe auf. drängt sich die Herbeischaffung gerade der wichtigsten Viktualien mit 20 Jahre bedeutend im Preise gestiegen sind, außerdem aber auch darin, Entsprechend wächst die mit der Bahn täglich in die Stadt verdem Wachstum der Städte stets mehr in den Händen des Groß- daß unverkennbar für Vergnügen und Luxusausgaben, für Vereine usw. frachtete Milch rapide an, während auch die Zufuhr per Achse Handels zusammen, nimmt ihre Verarbeitung in Schlächtereien, mehr Geld aufgewendet wird. In der Hauptsache wird also absteigende Tendenz zeigt. Für die Bahnzufuhr kommen Bäckereien, Brauereien und Wirtschaften in stets höherem Maße die auch hier die mehr als ausgleichende Wirkung der Preissteigerungen selbst das 126 Kilometer entfernt gelegene Radldorf bei Straubing Form des Großbetriebs an, in erster Linie handelt es sich um die für Lebensmittel, Wohnung und Kleidung etwaigen Lohnerhöhungen sowie das 106 Kilometer abseits liegende Kufstein noch in Betracht. in Fabriken und schlechten Wohnungen zusammengepferchten werk der letzten Jahre gegenüber ausdrücklich zugestanden, wie das ja auch Von den Endstationen der verschiedenen für die Milchversorgung thätigen Massen, die in ihrer gesamten Lebenshaltung selbst bei aus den Zahlen der Statistit zur Evidenz hervorgeht. Münchens wichtigen Linien liegen nur zwei innerhalb eines Radius steigender Wirtschaftskonjunktur immer ausgesprochener der UnterHöchst charakteristisch aber ist die Betvegung der Verbrauchsziffer von 50 Stilometern, vier zwischen 50 und 60, fünf zwischen 60 und ernährung verfallen. Jeder Versuch, den gesamten Lebensmittel- an der sogenannten" Freibant", der Verkaufsstelle für minderwertiges 70, drei zwischen 70 und 80, zwei zwischen 80 und 90 und drei über Konsum einer modernen Großstadt an der Hand der Statistik Fleisch. Ueber den freiwilligen Butrieb" giebt die nachstehende 90 Kilometer entfernt. Während noch 1898 die Bahnmilch mit systematisch zu beleuchten, kann daher nur mit Dank begrüßt werden. Tabelle Aufschluß: 46,46 Proz. unter der Hälfte des Gesamtkonsums blieb, hatte sie Jm Berlage von E. Reinhardt in München ist nun eine Studie dieselbe 1899 mit 50,26 Proz. bereits überschritten, um 1900 weitere. von Dr. E. Creuzbauer„ Die Versorgung Münchens mit 8 Proz. des Gesamtverbrauchs zu umfassen. Da vor dem Jahre. Lebensmitteln" erschienen, so weit so weit uns bekannt, die erste 1898 feine Aufstellungen über den Münchener Milchkonsum egiftieren, Monographie auf diesem Gebiet, die, ausgestattet mit einem reichen läßt sich nur für die letzten Jahre ein Bild gewinnen. Nach den und teilweise noch nicht publizierten statistischen Material, für uns Aufstellungen unfres Verfassers wurden um so höheres Interesse bietet, als ihr Verfasser persönlich dem 160 120 Liter oder 0,367 Liter pro Kopf Socialismus durchaus fernsteht und sich bemüht zeigt, sein Material 172 615 möglichst gegen socialistische Forderungen auf fommunalem Gebiet etwa 175 000 zu kehren. Wie wenig ihm dies in Wahrheit gelingt, wird sich aus 180 000 den folgenden Ausführungen ergeben. Jahr Stück Jahr Stüd 1893 2121 1898 1428 • 1894 1671 1899 538 1895 1698 1900 710 1896 1363 1901 400 • 1897 1876 3 1898 täglich 1899 1900 " 1901 " BP 0,381 0,375 TP . . 0,353 " " " . Der freiwillige Zutrieb bewegt sich also in absteigender Linie, vermutlich" deshalb, sagt unser Verfasser, weil bei den hohen Viehpreisen der letzten Jahre die Händler auch für verhältnismäßig minderwertiges Vieh und nur solches bringen die Dekonomen fonfumiert. Der Unterkonsum fezt also auch hier mit dem Jahre In dem Zeitraum von 1881-1901 hat sich nach der Berechnung zur Freibank gute Preise zu zahlen in der Lage find". Die 1900 ein und wird zum nicht geringen Teil auf minderwertigere Er des Verfassers der Fleischverbrauch Münchens von 221 140 auf Hauptmasse der auf der Freibant verkauften Tiere stammt jedoch nährung der Säuglinge zu setzen sein. 394 969 Doppelcentner vermehrt, also nahezu verdoppelt. Bu berück- von Beanstandungen gelegentlich der Beschau auf dem Vieh- bezw. In dem vorstehenden Artikel haben wir aus den Ausführungen sichtigen ist dabei, daß in dem genannten Zeitraum einschließlich dem Schlachthofe. Interessant ist hierbei die von Creuzbauer gleichfalls Creuzbauers das wefentlichste vom Standpunkte des Konsumenten einer Reihe von Eingemeindungen die Gesamtbevölkerung von statistisch belegte Thatsache, daß von den ihrer großen Mehrzahl nach aus mitgeteilt. Die Resultate, zu denen er gelangt, bewegen sich durch233 000 auf 503 000 Röpfe stieg. Die Höchstziffer des Ver- Destreich stammenden Ochsen nur verhältnismäßig wenige beanstandet aus im Rahmen der vom Socialismus an der heutigen Gesellschaft brauchs ward im Jahre 1900 mit 401 010 Doppelcentnern werden mußten, daß dagegen unter den fast durchweg aus Bayern geübten Kritit, ein Beweis, wie auch bürgerliche Gelehrte wider den erreicht, gegen die mithin schon das erste Jahr der Ende stammenden Kühen, Kälbern und Schweinen ziemlich viele als nicht eignen Willen die Position des Socialismus stärken müssen, sofern 1900 einsetzenden wirtschaftlichen Krise den beträchtlichen Nück vollwertig erkannt wurden". Dies, sowie der unvermittelte und sie sich nur bemühen, die thatsächlichen Verhältnisse vorurteilsfrei gang von über 6000 Doppelcentnern aufweist, wiewohl die Be- rapide Abfall des freiwilligen Zutriebes 1899, dem Geburtsjahre zu begreifen. völkerung sich in diesem Jahre um 13 000 Köpfe vermehrte. Aber rigoroser Grenzchikanen, bietet eine sprechende Jllustration, wie die von diesem letzten Jahre ganz abgesehen, ergiebt sich nach den Be- Grenzsperre, die zum größten Teil hygienischen Rücksichten der rechnungen Creuzbauers die allgemeine Thatsache, daß, während tonfumierenden Bevölkerung gegenüber ihren Ursprung verdanken die Bevölkerung Münchens in den Jahren 1881 bis 1900 um soll, auf die Qualität der Fleischnahrung und mittelbar also auch 109,75 Broz. zugenommen hat, der Fleischkonsum nur um 81,83 Broz. auf die Gesundheit wirkt. Des Umstandes, daß die Hausschlachtungen gestiegen, und, pro Kopf berechnet, von 94,8 auf 81,8 Kilogramm von jeder amtlichen Kontrolle befreit sind, mag dabei nur im zurückgegangen ist, und dies, obwohl die allgemeine wirtschaftliche Vorübergehen gedacht sein. Hand in Hand damit geht in den letzten Unfre gestrigen Veröffentlichungen über das von Giesebrecht geLage gerade während der letzten Jahre unverkennbar besser war." Jahren eine nicht unwesentliche Steigerung des Konsums von Das gleiche Resultat tritt zu Tage, wenn man von der Einfuhr Pferdefleisch. Betrug die Zahl der geschlachteten Pferde 1433 im führte tapitalistische Massenaufgebot werden in den freisinnigen Blättern lebhaft erörtert. Die Bossische Zeitung" schließt ihre Berohen und verarbeiteten Fleisches abfieht und nur das Schlachtvieh Jahre 1896, so stieg dieselbe in den folgenden Jahren bis 1901 zu Grunde legt. Nach der Aufstellung des statistischen Amtes der auf 1419, 1830, 1891, 1753 und 2055. Wie die wirtschaftliche trachtungen: Stadt München ergiebt sich alsdann für die„ Profperitätsjahre" Depression in andren denn Arbeiterkreisen wirkt, mag die Thatsache folgendes Bild: 240 885 Stück Tauben oder zeigen, daß in München 1901 53,27 Proz., und 78 805 Stück Gänse oder 24,58 Proz. weniger verzehrt wurden als im Vorjahre. Schlachtvieh in 100 Kilogr. Einwohner zahl pro Kopf der Bevölkerung 1896 1897 328 268 415 000 79,1 338 224 430 000 78,6 . 1898 342 468 446 000 76,8 1899 360 597 466,000 77,8 . 1900 381 625 77,9 75,2 1901 375 285 490 000 503 000 Politifche Ueberficht. Berlin, den 20. Auguft. Das Giesebrecht- Syndikat. Diese ganzen Treibereien des Herrn Giesebrecht und der Scharfmacher gegen das wichtigste Grundrecht des deutschen Bolles müssen in weiten Streifen tiefe Beunruhigung erzeugen, wenn sie nicht alsbald von der Regierung in flarer, jeden Zweifel ausschließender Form zurüdgewiesen werden. Solche Machens. schaften find Wasser auf die socialdemokratischen Mühlen. Sie zeugen von einer politischen Kurzsichtigkeit, wie man sie bei fana tischen Centralverbands- Industriellen, nicht aber bei verantwort lichen Staatsmännern begreifen kann. Ein Attentat auf das Reichswahlrecht müßte zu den verhängnisvollsten Folgen führen. Die Kölnische Zeitung" hat recht, die Erschütterung unfres ge= samten politischen Lebens wäre so schwer, daß man verständiger weise gar nicht daran denken kann". Und der Reichskanzler, das Staatsministerium, der Bundesrat sollten dennoch daran denken? Oder ist das nur den Kommerzienräten vorgeredet worden? 1. A. w. g." Der Verfasser untersucht weiter die Frage, ob die bayerische Landwirtschaft in absehbarer Zeit durch ausgedehntere Viehzucht den Fleischbedürfnissen des Königreichs, speciell seiner Hauptstadt zu genügen im stande sein würde. Zunächst wird die fortlaufende prozentuale Zunahme insbesondere des östreichischen Zutriebes, der für Bayern in nennenswertem Umfange allein in Betracht kommt, festAlso trotz der günstigen Wirtschaftstonjunktur eine relativ be- gestellt. Während Bayern noch 1891 61,3 Proz. des Butriebes an trächtliche Abnahme im Verbrauch des wichtigsten Nahrungsmittels. Mastochsen auf dem Münchener Markt stellte, ist sein Anteil bis auf Nun find ja 81,8 beztv. 75,2 kilogramm Fleisch auf den Kopf der 38,47 Proz. in 1900 und 41,46 Proz. in 1901 zurückgegangen. Der Bevölkerung im Vergleich zu andern Städten immer noch hohe auswärtige Anteil dagegen stieg von 38,7 Proz. in 1891 auf Ziffern, die München in Bezug auf den Fleischkonsum an die dritte 61,53 Proz. in 1900 bezi. 58,54 Proz. in 1901. Die Verfechter des Stelle in Deutschland setzen. Daß aber mit wachsender Industriali- Vieh- Einfuhrverbots in Bayern behaupten nun, der östreichische ZuDiese Antwort der Regierung bleibt nach wie vor. Kein sierung der Fleischkonsum allenthalben abnimmt, beweist eine den trieb mache das aus Bayern stammende Mastvieh unverkäuflich, das Motiven zum Fleischbeschau- Gesetz beigegebene und vom Verfasser infolgedessen als Zuchtvieh nach dem übrigen Deutschland exportiert Offiziofus hat bisher den Auftrag erhalten, Herrn Giesebrecht Lügen angezogene vergleichende Uebersicht über den Verbrauch in 36 größeren werden müsse. Creuzbauer weist nun tabellenmäßig nach, daß der zu strafen, der als Nattenfänger das ganze Heer der„ satten Städten, deren industriereichste durchweg die niedrigsten Konsumziffern gesamte Münchener Export in den letzten sieben Jahren nicht 50 Broa. Ratten" hinter sich zieht. Dies Schweigen ist ein Geständnis; denn aufweisen. des bayrischen, dem Gesamtbedarf der Hauptstadt bei weitem nicht die Ausrede wäre natürlich lächerlich, daß sie auf Behauptungen Auch für München erhellt die Thatsache, daß die Einfuhr genügenden Zutriebes betragen habe; wäre also auch sämtliches eines Herrn Giesebrecht" sich nicht zu verteidigen brauche. Wo das rohen und verarbeiteten Fleisches gerade in den letzten Jahren bayrisches Vieh in München verblieben, so hätte doch der Konsum wichtigste politische Recht auf dem Spiele steht, muß eine halbwegs im Haushalt der Großstädte eine Höhe erreicht, die jedes Ein- der Hauptstadt nicht entfernt gebedt werden können. Der bayrische zurechnungsfähige Regierung alles thun, um sich vor dem schweren Berdacht zu reinigen. fuhrverbot ohne weiteres als von der einschneidendsten Wirkung Bauer hat aber unserm Verfasser zufolge vor der Hand auch ertennen läßt. Während München 1881 mur 4000 und 1898 10 540 nicht das geringste Interesse, sich mehr auf Maftviehzucht Doppelcentner Fleisch importierte, belief sich die Einfuhrziffer 1899 zu verlegen. Für Zug- und Zuchtvieh erhält er verhältnismäßig auf 20 890, 1900 auf 19 385, 1901 auf 19 684 Doppelcentner. fehr gute Preise; rechnet er die Ersparnis an Futterkosten, das ge" Freilich", meint der Verfasser naiv genug, werden diese Zahlen ringere Risiko, die Erträgnisse der Milchwirtschaft usw. hinzu, so ereine wesentliche Verschiebung erleiden, wenn erst über die Folgen giebt sich für ihn ein gleich günstiges finanzielles Ergebnis, als er des Einfuhrverbots von rohem Fleisch auf Grund des Fleischbeschau- es bei der Mast von Schlachtvieh erwarten fann. Danach darf in Gesezes nähere Biffern festgestellt werden können, und München absehbarer Zeit weder eine namhafte Erhöhung der Zufuhr noch wird sich wohl nach neuen Bezugsquellen innerhalb Deutschlands eine Qualitätsverbesserung der aus Bayern kommenden Schlachttiere umsehen müssen, wenn nicht der Konjum eine wesentliche Eins erwartet werden". schränkung erfahren soll". Wie die vorstehend mitgeteilten Ziffern„ Damit aber charakterisiert sich das von den bayrischen Landertveisen, ist diese Befürchtung bereits Thatsache geworden und wird wirten gestellte Verlangen auf mehr oder minder vollständige es in noch höherem Maße werden müssen, als nach des Verfassers Absperrung der bayrisch- östreichischen Grenzen gegen die Schlacht eignen Worten der Zuzug in die Städte der Hauptsache nach aus vieh- Einfuhr als ein solches, das eine schwere Gefahr für Arbeitern samt Familien, mithin aus wirtschaftlich schwachen die Fleischversorgung Münchens nach sich ziehen müßte, Elementen besteht". Die Gründe, aus denen die Ver- einfach aus dem Grunde, weil die bayrischen Landwirte nicht entminderung insbesondere des Konsums an frischem Schlacht- fernt gewillt sind, sei es qualitativ, sei es quantitativ, den Bedarf fleisch resultiert, faßt er wie folgt zusammen:„ Wenn schon Münchens an Großvieh zu befriedigen." Zu dem gleichen Resultat diese Leute( gemeint ist die Arbeiterschaft) an und für sich nur ver- gelangt der Verfasser in betreff der Schweinezufuhr. Das Ergebnis der über den Mehl- und Brotverbrauch Münchens hältnismäßig wenig Fleisch verzehren, so zwvingen sie die mit dem Umzug verbundenen außergewöhnlichen Unkosten, die höheren angestellten Studien Creuzbauers ist infolge der Mangelhaftigkeit des Wohnungspreise der Großstadt sowie die mit dem Leben in der vorhandenen Materials ein rein negatives; er sieht daher von der Stadt unvermeidlich verknüpften höheren Aufwendungen für alle Aufstellung irgendwelcher Konsumziffern ab, was wohl andre GeLebensbedürfniffe. in der ersten Zeit in Bezug auf die Lebens- lehrte, die auf Grund eben jenes Materials solche Ziffern für haltung sehr große Beschränkungen sich aufzuerlegen, und zu diesem München mitgeteilt haben, zur Nachprüfung veranlassen wird. Wichtig ... Die„ Bolts- Zeitung" giebt die gut gemeinte, aber ein wenig naive Anregung, „ daß sich alle freiheitlich gesinnten Elemente, ob freisinnig oder socialdemokratisch, zu gemeinsamer Verteidigung des gefährdeten Reichstags- Wahlrechts und zu gemeinsamer Eroberung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts für den preußischen Landtag zusammenscharen zu einer großen Liga der " Menschenrechte". # Darüber denkt gewiß Herr Eugen Richter wefentlich anders; denn sein Organ, die Freifinnige Zeitung", versucht ganz wie die Blätter der geheimen Wahlrechtsheze die Bedeutung der Treibereien zu verkleinern und die Zuverlässigkeit des Herrn Giesebrecht zu erschüttern, wie das im Stil der Kölnischen Zeitung" auch die Deutsche Tageszeitung des Herrn Dertel unternimmt. Die konservativen Blätter Kreuz- Zeitung" und" Post" schweigen. Das Berliner Organ aber der am schwersten belasteten Partei, der Nationalliberalen, die von Herrn Victor Hahn dirigierte ,, NationalZeitung" versucht sich mit folgender Notiz aus der Affaire zu ziehen: [ Neue Enthüllungen" des Vorwärts".] Der Vorwärts" „ 2 fährt fort, über die Verschwörung gegen das Wahlrecht" zu berichten, wie er die Giesebrechtschen Bettelungen nennt. Nach seinen neuesten Mitteilungen soll unter den Geldgebern für Dr. Giesebrechts, übrigens absolut aussichtslose, Scharfmacherei auch die Redaktion der Kölnischen Zeitung" mit 150 m. fungieren. Auf direkte Anfrage wird uns telephonisch mitgeteilt, daß der Ne19 " -> daktion des genannten Blattes von dieser angeblichen Unterstützung solcher Handlungen, die ganz ebenso wie betrügerische Abstimmung| Wer die Socialdemokratie kennt, für den bedurfte es nicht Dr. Giesebrechts nicht das Mindeste bekannt ist. Weitere Auf eine ungesetzliche und unmoralische Beeinflussung der Wahl find. Die erst aus diesem Anlasse der Feststellung, daß sie mit solchen Kinde Härung dürfte alsbald erfolgen." Presse der herrschenden Parteien begeht also nichts wie eine elende reien nichts zu thun hat. Wenn wir die Sache jetzt erivähnen, so Die telephonische Antwort der„ Köln. 3tg." beweist gar nichts. Heuchelei, wenn sie sich jetzt entrüstet stellt und vereinzelte Vor- geschieht es, weil nunmehr der Beweis vorliegt, daß die„ OstDie Redakteure des rheinischen Blattes werden dafür bezahlt, daß kommnisse, die wir ebenso verurteilen wie andre Wahlfälschungen, den eines Socialdemokraten ausgiebt. Der Briefschreiber, ein Herr preußische Zeitung" den Brief wider besseres Wissen als ihnen niemals das Mindeste bekannt ist. Sie müssen sich künstlich uns als Partei zur Last legt. Wenn die Wahlprüfungs- Kommission Kuberta, hat nämlich nicht nur unserm Königsberger Parteiblatte eine Gedächtnisschwäche anzüchten, die ihnen gestattet, daß ihnen des Reichstages ihre Arbeit beginnen wird, dann werden wir Ge- gleichfalls einen Brief geschrieben, der dem an die„ Ostpreußische schon nach acht Tagen nicht das Mindeſte von der Ueberzeugung legenheit nehmen, diese Presse an ihre jetzige Entrüstung zu er- Beitung" gerichteten gleichwertig ist, sondern er hat, wie er jegt bekannt ist, die sie eine Woche früher mit heiliger Leidenschaft ver- innern. treten haben. Immerhin die eignen Mitarbeiter kennt doch wohl die Redaktion und eine Spende von 150 M. vergißt man auch nicht, selbst wenn sie schon vor einiger Zeit gegeben worden ist. Sollte also die Redaktion der„ Köln. 3tg." beschwören können, daß sie niemals die 150 M. on Dr. Giesebrecht gegeben hat, so würde das die Beschuldigung bedeuten, daß Herr Dr. Giesebrecht ein tolletten schwindler sei, der zur Erzielung von Geldsendungen mit gefälschten Beiträgen prunkt. Wir aber haben Anlaß genug, dem Dr. Giesebrecht mehr zu glauben als den telephonischen Unschuldsbeteuerungen der großen Dame vom Rhein. Es ist ja zuzugeben, einen sehr geschickten Sachwalter haben die preußische Regierung und die nationalliberal- freifonservativen Arbeiter- Ausbeuter nicht. Dieser Propagandist eines sinnlosen Pluralsystems könnte auch eine bessere Sache ruinieren als er vertritt. Aber Herr Giesebrecht ist völlig gleichgültig. Seine Geldgeber aber sind eine starke Macht, sie stehen auch im innigsten Verkehr mit den regierenden Kreisen" darum verdient das Giesebrecht- Syndikat Beachtung. Die preußischen Landtagswahlen geben die nächste Gelegenheit, mit der Gesellschaft abzurechnen. Der germanisierende" Korruptionsfonds. Die Beziehungen der Ansiedlungskommission zu der Landbank, die wir fürzlich nach einem Posener Blatt schilderten, werden fast von der ganzen bürgerlichen Bresse totgeschwiegen. So weit wir sehen, behandelt von größeren Blättern nur die Kölnische Volksztg." den skandalösen Fall äußerster politischer Korruption, daß die führenden Hakatisten Interessenten und Spekulanten der Bank find, die aus dem 250- Millionenfonds indirekt subventioniert wird, und daß die staatliche Ansiedlungskommission von der Landbank zu höheren Preisen dieselben Güter ankaufte, deren Erwerbung direkt vom Verfäufer zu niedrigeren Preisen sie früher abgelehnt hatte. Die Köln. Volksztg." spricht mit Recht von einem Panama des Hakatismus und bemerkt:„ Ein Fonds, der eine halbe Milliarde enthält, ist ein so folossaler Suppentopf, daß Unzählige daraus löffeln können." Daß die Herren v. Hansemann und v. Tiedemann aus der Germanisation ein Geschäft machen, ist nicht weiter verwunderlich. Es ist aber noch nicht dagewesen, daß ein Staatsfonds von fast einer halben Milliarde anscheinend nur zu dem Zwecke errichtet wird, um die Privatinteressen von Bankgründern zu fördern. Nächstens werden die Herren Schulz und Romeick, die Terlinden und Sanden, die Erner und Treberschmidt bei der preußischen Regierung und bei dem preußischen Landtag wohl auch petitionieren, daß man sie germanisieren möge. Für die Moral und Psychologie der kapitalistischen Welt ist der Vorgang recht aufklärend. Auf dem Markt predigt man von deutscher Kultur, von der Verbreitung des Germanentums, von nationaler Mission, und alles hat doch nur den Zweck, mit einem flingenden Namen ein schmußiges Gewerbe zu firmieren und einigen Kapitalisten neue Profite zu verschaffen. Diesmal aber ist die Affaire so unsauber, daß selbst die Offiziösen, die doch sonst das Blaue vom Himmel herunterholen um die Blößen des herrschenden Systems sanft zu verhüllen, kein Wort der Entschuldigung, keine Silbe der Ausrede finden. Es ist die höchste Zeit, daß die preußische Junkerherrschaft ausgeräuchert wird. Wahlbetrügereien. " " Deutfches Reich. Die Kaiferinsel. " Wir haben der Klugen und wohlunterrichteten Presse ein paar Tage Beit gelassen, um ihre respektswidrigen Scherze gegen die HofHerren, die patriotisch über die Sicherheit der Monarchie nachsinnen, in möglichster Neichhaltigkeit los zu werden. Wir haben der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" den hübschen Reinfall bereitet, daß sie ebenso ernsthafte wie hochfeudale Pläne für lächer liche Hundstags- Phantafien" erklärte. Wir haben dem seriösen Berliner Tageblatt" den Rückstoß- Spott gegönnt, daß der Vorwärts" sich in der Rolle der Therese Humbert gefalle und wir haben ihm die feierliche Aufforderung an uns geftattet: Namen nennen!"" Der Vorwärts", schrieb das seriöse„ B. T.": „ hat" Dokumente", er hat den Beweis" für seine Behauptung in Händen, wie die Pariser Ehren- Therese; doch gleich dieser ehrenwerten Person giebt sie der" Borw." nicht heraus. Das ist unter Umständen ganz praktisch. Aber das hindert die andren nicht, unausgesetzt an den Vorwv." die Aufforderung zu richten, doch endlich mit seinen dokumentarischen Beweismaterialien herauszurücken, statt allerhand diplomatisierende Winkelzüge zu machen. Derlei schickt sich für ein socialdemokratisches" Blatt, das stets und nur die reinste Wahrheit verkünden muß, durchaus nicht." " " Der Wahrheitseifer des„ Berliner Tageblatt" rührt uns, und wenn es uns auch gestatten muß, Dokumente dann und so zu verwerten, wie es uns am zweckmäßigsten scheint, so wollen wir doch ihren Wissensdurst nach Namen" gern befriedigen, indem wir zugleich die Hoffnung aussprechen, daß unsre beiden Zengen Barmherzigkeit üben werden und weder die„ Norddeutsche Allgemeine Beitung" noch das„ Berliner Tageblatt", noch die andren Blätter wegen der an ihnen verübten Beleidigungen verklagen werden. Das„ Berliner Tageblatt" kann alles, was es wünscht, erfahren von dem Hofmarschall des Kaisers v. Trotha und dem Burgenbauer des Kaisers, dem Restaurator der Hohkönigsburg auf Reichskosten, Bodo Ebhardt! Deutsche Rechtszustände. öffentlich erklärt, der Ostpreußischen Zeitung" von vornherein mitgeteilt, daß er nicht Socialdemokrat ist und sich als„ unabhängigen Socialisten" bezeichnet. Es liegt also ein ganz gewöhnlicher Schwindel vor. Berleitung zum Aemterschacher. Durch Inserat in der„ Socialen Praxis" bietet ein dipl. Ing. Chem. 1000 m. bar derjenigen einflußreichen Persönlichkeit, die ihm„ in dezenter Weise" pensionsberechtigte Gesellschaft vermittelt, und sichert auf Ehrenvort Diskretion zu. Für Anstellung beim Staate, einer Stadt, Berufsgenossenschaft oder den Verkehr zwischen dem Käufer und dem Vermittler ist das bes zeichnende Stichwort Protektion" gewählt worden. Die„ Sociale zeichnende, Bragis", die als ein anständiges Blatt gilt, sollte solcher Korruption ihre Spalten nicht öffnen. " Einem- Citat. Als Befähigungsnachweis für den Ministerposten scheint gegenwärtig die Kunst, schlecht zu citieren, zu gelten. Das „ Berliner Tageblatt" behauptete neulich, daß die Ernennung des neuen Kriegsministers v. Einem dem Genossen Zubeil zu verdanken sei. Es schreibt nämlich: Vielleicht hat Herrn v. Einem... nichts so sehr gefördert, wie das schlagfertige, humorvolle Citat, mit dem er eine den Abgeordneten Zubeil zudeckende Rede schloß, ein Citat aus einer Soldatentragödie freilich:„ Laß' es genug sein, Seni, komm' herab! Der Tag bricht an, und Mars regiert die Stunde." Wenn Herr v. Einem wegen des Citats aus Wallenstein zum Minister befördert wurde, so scheint der neue Stellvertreter des Kriegsgottes Mars, der die nächste Stunde regiert, ein Waffennieder- Minister zu sein. Denn Wallenstein sezt sein Gespräch mit Seni wie folgt fort: Und beide Segenssterne, Jupiter Und Venus, nehmen den verderblichen Den türk'schen Mars in ihre Mitte, zwingen Den alten Schadenstifter mir zu dienen." wir gestern berichteten, werden auch noch das Ober- Kriegsgericht beDie Soldatenschindereien des Unteroffiziers Breitenbach, über die schäftigen, da sowohl der Gerichtsherr wie der Angeklagte Berufung eingelegt haben. Bei dieser Gelegenheit sei mitgeteilt, daß der Verteidiger des Angeklagten, der Rechtsanwalt Ulrich, den Ausschluß der Deffentlichkeit während der ganzen Dauer des Verfahrens beantragt hatte. Das Gericht lehnte den Antrag jedoch ab mit der Begründung, daß nicht der geringste Anlaß zum Ausschluß der Deffentlichkeit vorliege. # Soldatenmishandlung durch einen Offizier. Das Kriegsgericht Die Kaufmannsvitwe Zoppe und ihr Bräutigam Wichmann in der 27. Division in Ulm verurteilte am Dienstag den 25 Jahre Breslau beschwerten sich bei dem dortigen Polizeipräsidium über alten Lieutenant Karl Naumann von der 5. Compagnie einen Schußmann und behaupteten in der Beschwerde, der Schutzmann des Infanterie- Regiments Nr. 180 wegen Anstiftung eines Unterhabe versucht, die Frau zu vergewaltigen. Die Folge war eine An- gebenen zur Mißhandlung, Mißhandlung von Untergebenen mit vors flage gegen die Beschwerdeführer wegen wissentlich falscher An- schriftswidriger Behandlung in zwei Fällen, eines weiteren fortgesetzten schuldigung, während der Schußmann als Zeuge auftreten konnte. Bergehens der vorschriftswidrigen Behandlung von Untergebenen und Zum Glück für die Angeklagten scheint indes der Schußmann noch Stuben arrest(!!). fieben Bergehen der Beleidigung zu sechs Wochen verschärftem Der Vertreter der Anklage hatte vier nicht die berühmte Kaltblütigkeit besessen zu haben, die sonst gut- Monate Gefängnis und Dienstentlassung beantragt. Wie durch die gefinnte Blätter an zeugenden Schuhleuten namentlich dann zu Hauptverhandlung, zu der 22 Beugen geladen waren, festgestellt entdecken pflegen, wenn die Angeklagte Arbeiter sind und die an- wurde, erstreckten sich sämtliche Verfehlungen Naumanns, der seit gebliche Strafthat einen politischen Charakter hat. dem Jahre 1899 Lieutenant ist, auf die Rekruten AusbildungsEr gab unter dem Eideszwange ein so ungebührliches und un- periode 1902/03. Kurz vor Weihnachten ließ Naumann auf anständiges Benehmen gegen die Frau zu, daß die Straffaminer die dem„ Schwörzer", dem Gmünder Ererzierplatz, den Musketier Keller hinter dem Musketier Faude hermarschieren, weil dieser Angeklagten von der Anklage der wissentlich falschen Anschuldigung beim Einzelmarsch die Beine nicht hoch genug schleuderte. Faude freisprach. wurde dadurch bei fast jedem Schritt von Keller in die Kniekehlen und an die Waden getroffen und hatte mehrere Tage einen geschwollenen Fuß. Das Gericht nahm hier nur einen minders schweren Fall an. Keller bezeugte des weiteren, er habe die gleiche Prozedur auch noch bei einem anderen Rekruten vornehmen müssen. Da aber der Betreffende hiervon nichts wissen wollte, so erkannte das Gericht auf Freisprechung. Im Januar oder Februar befahl Naumann dem Musketier Heß bei einer llebung im Gelände, sich in eine Pfütze zu legen. Der durchnäßte Soldat mußte dann Deutschlands Kultur auf der Landstraße. Bürgerliche Blätter berichten: waren von Maden durchsetzt." einer andern " den an wenn Doch damit ist der Fall noch nicht erledigt. Das Rechtsgefühl des Volkes würde im höchsten Grade erschüttert, wenn solche skandalösen Vorgänge ungefühnt blieben. Das fühlte auch der Gerichtshof und deshalb erkannte es Herrn Wichmann und Frau Zoppe der formellen BeUeber die Verurteilung des Arbeiters Warstadt in Braunschweig leidigung des Schußmanns schuldig und verurteilte sie zu einer zu drei Monaten Gefängnis wird berichtet, daß der Verurteilte als Geldstrafe. Das ist die Genugthuung für die Insulten, denen die Stuffateur Sommerfeldt gewählt habe. Als dann Sommerfeldt Frau ausgesetzt gewesen ist und damit ist auch dem beleidigten selbst kam und sich legitimierte, stellte sich der Betrug heraus. Vor Rechtsgefühl des Volkes Genüge geschehen. Es hätte ja noch besser noch Gewehr pumpen", um sich zu erwärmen". Auch hier Gericht gab der Angeklagte an, er habe gehört, daß Sommerfeldt kommen können, wenn der Herr Zeuge, den die Angeklagten in wurde keine Weißhandlung, sondern nur ein minderschwerer(!) Fall verhindert wäre zu wählen und deshalb habe er für diesen gelvählt, ihrer Beschwerdeschrift wahrscheinlich seinem Verhalten entsprechend von vorschriftswidriger Behandlung angenommen. Bei der Jnstruktion, ohne sich etwas Böses dabei zu denken. Der Vorsitzende des Gerichts benannt haben, taltblütig genug gewesen wäre, die günstige zu der die Rekruten einmal im Helm antreten mußten, riß Naumann erwiderte nach dem Bericht der Magdeburgischen Zeitung", daß der Situation auszunützen, in der er sich befand, und die Behauptungen eine Anzahl Leute dermaßen an den Kinnriemen, daß teilweise die Angeklagte durch sein Vorleben bewiesen habe, daß er die Gesetze der Angeklagten auch unter Eid zu bestreiten. Dann wäre die be- Kokarden und der Helm selbst herunterfielen. Auch hier wurde nicht achte. Im übrigen sei es ja eine bekannte Sache, daß, wenn leidigte Frau auch noch auf einige Monate ins Gefängnis nur eine fortgesetzte vorschriftswidrige Behandlung angenommen. zu den Leuten, die so liebevoll" behandelt wurden, ges irgend ein Wähler der socialdemokratischen Partei an der Stimm- spaziert. hörten auch die Rekruten Gmelin und Renz, die bei abgabe verhindert sei, ein andrer dessen Stimme abgebe; derartige dem Gelegenheit von Angeklagten Schläge Fälschungen könne der Staat sich aber nicht gefallen lassen. ins Gesicht erhalten hatten. Hier nahm das Gericht MißDiese Behauptung ist eine Leichtfertigkeit, deren sich der Vorhandlung in Verbindung mit vorschriftswidriger Behandlung an. Bom Amte Radith wurde dem städtischen Krankenhause zu Endlich wurde eine Anzahl Leute noch mit Ausdrücken wie figende eines Gerichts nicht schuldig machen sollte. Er bezichtigt Wittenberg ein bei Lamms dortf aufgenommener Bettler in einem Stafetenfeßen"," Lausbüble",„ krumme Huzzel"," Dchs" und damit die Wähler unsrer Partei ohne weiteres der Fähigkeit des unglaublich elenden Zustande der Verwahrlosung zugeführt. Der" Dadet" belegt. Faude, der schon im Gefängnis gesessen Betruges. Der Herr Richter hat keinerlei Beweise für diese BeMann heißt Steffen und ist er st unlängst aus der hat, erhielt die Kosenamen„ Gefängnis- Direktor", Gefängnis" und hauptung und er sollte wissen, daß er damit eine schwere Beleidigung Korrettionsanstalt geis entlassen. Das Geficht war Buchthaus- Kandidat". Das Gericht hielt dem Angeklagten seine ausspricht. Es ist ihm dringend zu empfehlen, sich in Zukunft in durch Beulen und Anschwellungen völlig entstellt, er war unfähig, sich gute Führung, sein jugendliches Alter, seine nervöse Stimmung seiner Eigenschaft als Richter auf die Beurteilung der ihm vor- fortzubewegen, da ihm vor einigen Jahren in Spandau beide wegen mißlicher Familienverhältnisse und den Umstand zu gute, daß Füße infolge Frostschadens amputiert worden sind und er sich nur fich feiner der Leute beschwert hat. Die sämtlichen Verfehlungen liegenden Fälle zu beschränken. Gegenüber der pharisäischen Ausauf den Beinstümpfen fortbewegen konnte, diese Stümpfe waren beutung vorgekommener Betrügereien gegen unsre Partei sei Naumanns wären nicht Tag gekommen, jetzt aus Mangel an Schuhwerk wund geworden und die Wunden nicht Faude, der kürzlich wegen Fahnenflucht und andrer Delikte zu doch wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß Wahlbetrügereien von Angehörigen andrer Parteien schon genug festgestellt worden einem Jahr vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde, einen Brief sind. Wir haben erst in der vorigen Woche mitgeteilt, daß in dem Korrektionshause entlassen worden ist; man hat ihn also als Kameraden würden wie Hunde von Naumann herumgejagt. Man beachte, daß dieser Mensch ohne Füße erst vor kurzem aus an seine Angehörigen gerichtet hätte, in dem er bemerkte, er und seine Koburg ein Gemeindevorsteher und zwvei Wahlbeisiger wegen Wahl- arbeitsschen behandelt und wollte ihn vermutlich bessern! Und Das ist nun binnen wenigen Monaten der dritte Fall, wo mißfälschung zu Gefängnisstrafen verurteilt worden sind. Einen neuen nachdem man ihn gebeſſert" hat, wird der arbeitsunfähige und handelnde Offiziere mit etwas Stubenarreft davonkommen; wer soll Fall dieser Art berichtet der„ N. B. L.", indem er schreibt: mittellose Mensch entlassen". Ja, hat denn niemand soviel Einsicht da Der Centrums- Bürgermeister Ebner in Waldstetten hat bei und soviel Gefühl gehabt, für eine geeignete Unterbringung dieses a glauben, daß die Mißhandlungen im Heere Entrüftung hervorrufen. der letzten Reichstagswahl, bei der er energisch für die„ guat Unglücklichen zu sorgen, bevor er den Würmern zur Beute fiel? Socialdemokratische Bürgermeister. Aus Baden schreibt man Sach" wirkte, in seiner Eigenschaft als Wahlvorsteher für Und was geschieht mit ihm, wenn seine Wunden im Krankenhause uns vom 19. August: ztvei nicht anwesende Wähler Stimmzettel abgegeben und geheilt werden? Wird er dann wieder entlassen? zwar für den Dekonomen Leonhard Mader, Haus Nr. 79, der Ach, was haben wir für eine glänzende Kultur! Erst wird der Eine natürliche Folge der immer weiteren Ausbreitung der auf dem Pferdemerkt in Ulm war, sowie für den Engelwirt Mensch moralisch geheilt im Arbeitshause und dann wird er körper- socialistischen Ideen war es, daß unsre Parteigenossen in den Johann Mayer, der ebenfalls auswärts war. Da das Ministerium lich geheilt im Krankenhause! Das ist soviel Christentum und badischen Ortschaften, in denen die Wahl der Bürgermeister eben Erhebungen über vorgekommene Wahlunregelmäßigkeiten Menschenliebe, daß wahrlich nichts weiter zu thun übrig bleibt! auf direktem Wege erfolgt( es find dies die Gemeinden bis zu 2000 Einwohner), auch die Stelle des Drtsoberhauptes der pflegt, so fönnte dieser Fall gleich als Material dienen. Wahlfommissar für den Wahlkreis Dillingen war Regierungsrat Freiherr Die Aufteilung der Nationalsocialen. Die Auflösungskomödie Gemeinde da und dort mit Leuten ihrer eignen Gesinnung zu besetzen vermochten. Einer der ersten dieser socialdemokratischen v. Bechmann, der aus der Wählerliste sofort zu konstatieren ver- der nationalsocialen Partei schreitet fort. Die Naumann und Bürgermeister war der der Gemeinde Jspringen bei Pforz mag, ob für die Betreffenden gewählt wurde." v. Gerlach retten sich zu der Freisinnigen Vereinigung, einer hat sich heimi, wo unfre Parteigenossen vor einigen Monaten Das Berliner Tageblatt" teilt ferner mit, daß in Satspe zur Socialdemokratie bekannt, andre stehen noch unschlüssig und den Wahlen siegreich blieben. Vor einigen Tagen im Wahlkreise Kolberg- köslin bei der Stichwahl freifinnige Stimm- wollen nationalsocial bleiben. Auch die publizistische Vertretung legte der Neugewählte- Haug ist sein Name- sein zettel aus der Wahlurne genommen und durch konservative ersetzt stiebt in alle Winde. Die„ Zeit" geht ein, Herr Weinhausen tritt in Amt nieder und flugs war die bürgerliche Breffe mit allerhand die Redaktion der Barthschen„ Nation" und Herrn v. Gerlach sagt man In Bettmaringen, einem Dorfe im zweiten badischen Reichstags- hat der Tod der Partei" auch noch einen Erfolg gebracht. In dem Thatsächlich liegen die Dinge jedoch so, daß Haug deswegen seinen In Bettmaringen, einem Dorfe im zweiten badischen Reichstags- nach, daß er das„ Berliner Tagebl." geistig zu heben versucht. Schließlich Betrachtungen über focialdemokratische Unfähigkeit" usw. zur Hand. Wahlkreise- der nach heißestem Kampf„ trot" 88 Proz. Katholischer Bevölkerung seine nationalliberale Vertretung beibehielt hatten Augenblick, in dem sie erklärte, sterben zu wollen, erfüllte sich ihre verwaltung die gemeinsten Chikanen bereiteten und vor den niedrigsten der nach heißestem Kampf„ trot" 83 Broz. katholischer Posten quittierte, weil ihm die unterlegenen Gegner in der Gemeindefühnste Hoffnung, fie wurde regierungsfähig. Herr am Stichwahltage die drei Töchter eines greisen Bauern ihren Dr. Rohrbach nämlich, der Mitherausgeber der Zeit", wurde Machinationen nicht zurückschreckten, um ihm sein Amt zu veretein. Vater dadurch verhindert, einen liberalen Stimmzettel abzugeben, zum Reichs kommissar für Südwest- Afrika ernannt; viel Haug, ein ruhiger, friedliebender Mann, der noch mannigfache Bedaß sie ihm die Beine zusammenbanden. Die Staatsanwaltschaft leicht findet er dort die Vorbedingungen für die nationalsociale Abziehungen zu bürgerlichen Streifen hatte, nahm sich das alles so sehr hat sich des Falles bereits angenommen. zu Herzen, daß er sein Mandat seinen Parteifreunden mit deren Zulösung der Socialdemokratie. Man vergesse doch auch nicht die Thatsache, daß noch von ftimmung zurückgab. Nun glaubten die bürgerlichen Parteien im Drte Ein ,, Drohbrief eines Socialisten" machte vor einigen Tagen die den Zeitpunkt gekommen, der socialistischen Herrschaft" ein Ende zu jedem Reichstage einige Wahlen für ungültig erklärt worden sind, bei denen zu Gunsten der bürgerlichen Parteien die ärgsten Runde durch die ganze staatserhaltende" Presse, mit den nötigen bereiten und allenthalben im Lande prophezeiten die staatserhaltenden" dummen Redensarten über die wahre Gesinnung" der Social- Blätter die unvermeidliche Niederlage der Socialdemokratie, Gesetzesverletzungen vorgekommen sind. Daß diese Gesetzes- Ver- demokratie versehen. Den Brief hatte ein beiläufiges Blättchen in bei der Neuwahl des Jspringer Bürgermeisters. Wie sehr sie sich legungen nicht immer unter Strafe gestellt sind, ist nur dem Um- Königsberg, die„ Ostpreußische Zeitung", erhalten und veröffentlicht hierin getäuscht und wie wenig ihre Erwartung, die Abdankung stande geschuldet, daß sich das höchste Recht des Volkes bei den und die" Post" hatte sich beeilt, ihn der Masse der kleinen Amts- Haugs werde am Ort einen Rückschlag unsrer Bewegung zur Folge maßgebenden Parteien noch nicht der Achtung erfreut, die ihm ge- blatt- Bresse mundgerecht zu servieren. Der Brief ist so thöricht, haben, zutreffend war, das zeigte die am Dienstag vorgenommene bührt. Das ändert aber nichts an der moralischen Verwerflichkeit daß wir keinen Anlaß sahen, uns amit zu beschäftigen. Wahl. Mit 170 gegen mur 98 Stimmen, einer gegenüber der " worden sind. Und die Münchener N. N." berichten: " " bei nunt Haugschen Wahl weit größeren Mehrheit, wurde der neue, druckereien hergestellte Flugblätter verbreitet, in denen ein solcher Kandidat der Socialdemokratie, unser Parteigenosse Benz, zum Streit angedroht wird. Bürgermeister gewählt. Benz ist der Mann, um in die verworrenen Verhältnisse der Gemeinde Ordnung zu bringen. 0012 790 Ausland. Oestreich- Ungarn. " Wir können unser sehr lebhaftes Befremden darüber nicht unters drücken, daß in diesem Passus die Entwicklung unsres Blattes, Angesichts dieser Gärung unter der Arbeiterbevölkerung muß der Arbeiterzeitung" für das rheinisch- westfälische Industriegebiet man dem Umstande besondere Beachtung schenken, daß bei den Orts- auch nicht mit einer Silbe erwähnt wird. Und doch übertrifft die verwaltungen und den Garnisonkommandanten eine starke Ab- Entwicklung gerade unsres Blattes die der andren Parteiblätter neigung gegen die Heranziehung der Linientruppen zu Polizei- noch bei weitem. Als Anfang Oktober vorigen Jahres die Umge= zivecken besteht, da, wie sich mehrfach herausgestellt hat, staltung unsrer Zeitung vorgenommen wurde, hatten wir 7800 Abonin solchen Fällen auf die Disciplin der Mannschaften feinenten. Im gleichen Verbreitungsbezirk beläuft sich heute unsre Wie in Ungarn Streifende behandelt werden. Am 16. d. M. ist Verlaß ist. Aus diesem Grunde wurden während der letzten Leserzahl auf 20 000, das bedeutet eine Steigerung von über 150 mit Recht auf dem Gute des Millionärs Lazarus Dunjerski in der Nähe von Unruhen auch ausschließlich Kosaken herangezogen, wenn scharfe Prozent. Steigerungen von 2000 Abonnenten werden Groß- Becskeret ein Schnitterstreit ausgebrochen, weil den Schnittern Unterdrückungsmaßregeln gegen die sogenannten Ruhestörer in An- fchon lobend hervorgehoben, unsre Zunahme, rund 12 000 Abonnenten, wird feines noch so armseligen Wörtchens der Anerkennung der verlangte höhere Lohn nicht bewilligt wurde. Da die Schnitter wendung tamen. darob in große Erregung gerieten und die Beamten der Gutsverwal Die Behörden sind sich wohl bewußt, welche unheilvollen gewürdigt. Auch über die Errichtung unsres eigenen Heims wird tung sich bedroht fühlten, erbaten sie Militär zur Herstellung der Folgen es haben könnte, falls die Soldaten bei dem Be- kein Wort gesagt, während die Schaffung eigener Druckereien bei Die sofort vom Oberstuhlrichter gegen die renitenten" feht, auf das Volk zu schießen, den Gehorsam verweigern andren Parteiblättern ausdrücklich hervorgehoben wird. Schnitter eingeleitete Untersuchung endete damit, daß 30 Mädels- sollten. Es ist noch in Erinnerung, daß bei den vor- gleichen Verdammnis wie wir scheinen sich übrigens unsre Bochumer Ruhestörungen in jährigen den Gouvernements Charkow Genossen zu befinden auch über ihre anerkennenswerten Leistungen führer" zu je 30 Tagen Arrest verurteilt wurden. ind Poltawa die Infanterie auf den wiederholten Befehl, im Zeitungswesen geht der Vorstandsbericht stillschweigend hinsveg." auf die Handwerker und Landleute zu feuern, die sich zu= sammengerottet hatten, den Gehorsam verweigerte, und zwar mit der Begründung, daß sich unter der Menge Frauen befänden. Das unterirdische Rußland", so sagt der Bericht des" Standard", nähert sich immer mehr dem Zustande eines gefährlichen Vulkans. Sollte Rußland in einen großen langwierigen Krieg verwickelt werden, so dürften ihm furchtbare innere Budungen nicht erspart bleiben. Amerika. Ruhe. Schweiz. Kapitalistische Wohlthätigkeit. Zürich, 18. August.( Eig. Ber.) Die fapitalistische Wohlthätigkeit ist unter Beibringung charakteristischer Thatsachen in der socialdemokratischen Presse schon oft gekennzeichnet worden. Einen weiteren Beitrag lieferte jüngst der Kanton Aargau. Dort starb in der Kantonshauptstadt Aarau ein Zahnarzt, der testamentarisch 8000 Fr. zu wohlthätigen Zweden vermacht hatte. Dafür wurde natürlich der„ edle" Spender in der bürgerlichen Presse beweihräuchert und das gute Herz des Verewigten gefeiert. Weniger sentimental war der Fiskus. Er jah fich das hinterlaffene Erbe etwas näher an und da entdeckte er nun, daß der so gefeierte„ edle Wohlthäter der Menschheit“ nicht weniger als 330 000 Fr. hinterlassen, zu Lebzeiten aber nur den zehnten Teil davon, nämlich bloß 30 000 Fr., versteuert hatte. Das Ende war die Dekretierung einer Nachstener von ca. 45 000 Fr. an den Staat und von 25 000 Fr. an die Gemeinde. Der reiche Steuerbetrüger hatte durch die wohlthätige Spende" von 8000 Fr. Staat und Gemeinde bestechen wollen, damit sie sich seine Hinterlassenschaft nicht näher anfähen. Spanien. Streifunruhen. Wie aus Barcelona gemeldet wird, soll dort in der San Pedro- Straße nahe bei einem Hause eine Bombe mit Zündschnur gefunden worden sein.-Der Ausstand der Bäcker in Reus hat einen sehr beunruhigenden Charakter angenommen. Es kam zu Zusammenstößen, bei denen mehrfach Schüsse abgegeben wurden. Zahlreiche Ausständige sind verhaftet worden. England. In der Streitfrage zwischen Venezuela und den Mächten bezüglich des Vorzugsrechts auf 30 Prozent der venezolanischen Zollein nahmen hat der russische Kaiser, wie aus dem Haag gemeldet wird. folgende Schiedsrichter ernannt: Prof. Dr. Maßen, Professor der Universität in Kopenhagen, den russischen Justizminister Murawjew und Dr. C. Lardy, schweizerischen Gesandten in Paris, sämtlich Mit glieder des ständigen internationalen Schiedsgerichtshofes. Schiedsspruch soll innerhalb 6 Monaten nach der ersten Zusammenfunft des Schiedsgerichts gefällt werden, welche am 1. September stattfinden wird. Partei- Nachrichten. Der Eine Wahlkreiskonferenz für den Neichstags- Wahlkreis Westpriegnik fand in Wittenberge, der größien Stadt dieses Wahlkreises, statt. Die Konferenz war von 25 Delegierten besucht. Außerdem waren anwesend der Reichstags- Kandidat Dr. Wehl, das Reichstags- Wahlfomitee, Genosse 2 autant von der Agitationskommission, zwei Vertreter des 6. Berliner Wahlkreises und ein Vertreter der " Brandenburger Zeitung". Im Kreise ist im abgelaufenen Jahre eine recht rege Agitation entfaltet worden. Es gelang, den Freifinn bei der Hauptwahl aus Stichwahl jedoch zu den Konservativen schlugen, gelang die Eroberung der zweiten Stelle zu verdrängen; da die Freisinnigen sich bei der des Mandates nicht. Es sind 20 000 Flugblätter und 10 000 Kalender verbreitet worden. Versammlungslokale standen im Anfange der Wahlbewegung gar nicht zur Verfügung, jekt ist in Wittenberge die Centralhalle wieder für unsre Zwecke zu haben. Ein Wahlverein besteht nur in Wittenberge. An Einnahmen hatte die Streiskasse 2101,11 m., an Ausgaben 2008,33 m., so daß ein Ueberschuß von 92,78 M. verbleibt. In der Einen recht günstigen Erfolg haben die Magdeburger Parteigenoffen bei den Reichstagswahlen auch in finanzieller Hinsicht erreicht. Die letzte Versammlung des Socialdemokratischen Vereins für Magdeburg war in der angenehmen Lage, der Parteikasse in Berlin 3000 Mark als Ueberschuß von der Wahlabrechnung zu überweisen. Ueber eine Parteiversammlung in Karlsruhe brachten wir in Nr. 189 des„ Vorwärts" nach einem Bericht des„ Volksfreund" eine Mitteilung, in der auch aus der Rede des Genossen Sauer einiges erwähnt ist. Genosse Sauer ersucht uns um folgende Richtigstellung: Er habe nicht gesagt, die Parteigenossen in Karlsruhe, welche die An sicht Stolbs teilen, feien in der Minderheit. Er habe auch nicht gesagt, im„ Volksfreund" werde, seit Kolb die Redaktion leite. jede andre Meinung unterdrückt, sondern er habe ausgeführt, daß der Boltswar wie Kolb, nicht berichtet habe. Ferner schreibt Genosse Sauer, freund" über große Versammlungen, deren Mehrheit andrer Meinung er habe nicht gefagt, die Mehrheit der deutschen Parteigenossen wolle von einer socialdemokratischen Präsidentschaft nichts wissen. Er habe vielmehr ausgeführt, durch die breite Erörterung dieser Frage würden die Genossen von wichtigen Dingen abgelenkt. Er selbst( Sauer) set nicht gegen die Forderung, den Vicepräsidentenposten zu besehen, die Sache scheine ihm aber zu unwichtig. Bezüglich der Münchener Vers sammlung habe er nur erklärt, daß eine Versammlung, in der nur eine Meinung zum Ausdruck kommt, nicht als ein allgemeines Urteil aufgefaßt werden könne. Job Der Prozeß Humbert. Neunter Verhandlungstag. Paris, 19. Auguft. die den Richtern und Advokaten zugänglich ist, weist eine größere Voller als je ist der Schwurgerichtssaal; besonders die Estrade, Zuhörerschar aus den Kreisen höherer Justizbeamten und Angehöriger des Anwaltstandes auf. Gilt es doch zu hören, wie Labori sich zu dem berühmten großen Geheimnis" der Humberts stellen wird. und allgemein hört man die Frage: Wird auch Labori das Vorhandensein der Crawfords und der Millionen bestätigen? eine lange Probe gestellt, denn der Die Ungeduld der Zuhörer wird jedoch zunächst nochmals auf Generalprokurator Blondel Der britische Handelskammerkongreß zu Montreal. Das „ Reuterſche Bureau" veröffentlicht weitere telegraphische Mitteilungen über die Beschlüsse des von 176 faufmännischen Korporationen beschickten fünften britischen Handelskammerkongresses, der seit dem 17. b. M. in Montreal( Stanaba) tagt. Danach stellt die in gestriger Nummer unseres Blattes erwähnte Resolution, welche eine auf wechselseitigem Nußen der britischen Reichsteile begründete Handelspolitik empfiehlt, einen Kompromißbeschluß dar, den eine Spezialtommission gefaßt hatte, die mit der Prüfung der verschiedenen auf dem Kongresse über diese Frage eingebrachten Resolutionen beauftragt war. Ueber dieſe Reſolution entspann sich gestern eine lange Debatte, und bei ihrer heutigen Fortführung stellte sich heraus, daß die Delegierten aus Manchester dem Kompromiß nicht zustimmten, da sie einen Zusatz wünschten, wonach auf die finanziellen und industriellen BeUnter: Agitation, Organisation und Presse" stellte der Ver dürfnisse der einzelnen Teile des britischen Reiches gebührende Rücktreter der Berliner Agitationskommission den Antrag, der Kreis solle spricht noch volle drei Stunden. Herr Blondel geht noch einmal auf ficht genommen und eine Verlegung dieser Interessen vermieden künftig für die Nummer und das Eremplar der„ Fackel" 2 Pf. zahlen, die Fälschungen ein, die die Daurignacs zweifellos durch ihre Unterwerden solle, während es in der Kompromißfassung lediglich hieß, was ohne lange Diskussion angenommen wird. Ueber die Organi- schriften unter die Vollmachten für den Notar Dupuy in Bayonne daß auf die finanziellen Bedürfnisse der einzelnen Teile des Reiches fationsform entspinnt sich eine längere Auseinandersehung, in der begangen hätten, denn die Anklage hält an den Aussagen der bes gebührende Rücksicht genommen werden solle. Der Antragsteller er einige Delegierte für die Städte die feste Organisation, während lastenden drei Schreibfachverständigen fest und bleibt bei der flärte, die Stanadier seien bereits auf dem Wege des Kompromisses so andre Parteigenossen wieder die lose Organisation wünschen. Man Ansicht, daß weit gegangen, als sie nur konnten, und nachdem die Kommission einigte sich schließlich auf ein Organisationsstatut, wonach im Kreise Romain und Emile Daurignac die Rolle der Crawfords nochmals zusammengetreten war, erklärte der Führer der kanadi- das Vertrauensmännersystem durchzuführen ist. An gespielt haben. fchen Delegierten, fie lehnten es rundweg ab, auch nur ein Wort der der Spike der Vertrauenspersonen steht der Kreisvertrauensmann, Der Staatsanwalt bedauert, daß so viele der Geldleiher fich Kompromißfassung abzuändern. Einer der Delegierten aus Manchester kündigte darauf an, daß er beabsichtige, die beantragten Ab- welcher die Aufgabe hat, die Partei- Angelegenheiten des Kreises, sowie nicht genannt hätten, um zu dem Schaden nicht auch noch den Spott die Agitation in demselben zu leiten. Die Wahl desselben sowie zu haben. änderungen in Form eines Amendements vorzuschlagen. eines Ersatzmannes findet in der Kreiskonferenz statt. Zur Bei der Schilderung der Verhältnisse der Nente Viagère, zu der Förderung der Agitation ist der Kreis in mehrere Distrikte zu teilen der Vertreter der Anklage dann übergeht, sind weniger die geschäft und ist die Abgrenzung derselben dem Kreisvertrauensmann und dem lichen Manipulationen, die ja alle bekannt sind, als die kleinen Kreismahlfomitee zu überweisen. An der Spitze eines jeden Distrikts persönlichen Momente intereffant, die Herr Blondel sehr geschickt steht der Distriktsvertrauensmann oder Vorsitzende des Distrikts- hineinflicht. Er spricht zur allgemeinen Erheiterung von den zahlWahlvereins. Diese haben die Pflicht, dem Kreisvertrauensmann reichen Liebschaften Romains, über die er mehr als genau bis in alle Bierteljahre einen Bericht zu geben. Alljährlich findet eine die kleinsten Details unterrichtet scheint, er nennt Romain ordentliche Streiskonferenz statt. Dieselbe muß vor der regelmäßigen zu dessen eigner sichtbarer Freunde einen großen Abenteurer Provinzialfonferenz einberufen werden. In derselben haben der Kreis- und Spitzbuben Romain quittiert mit einer daufenden Verbeugung vertrauensmann über seine Thätigkeit, sowie die Revisoren Bericht für diese staatsanwaltlichen Liebenswürdigkeiten Zum Streit in Niew. Wie der Petersburger Korrespondent des zu erstatten. Die Kreiskonferenz erteilt dem Kreisvertrauensmann Emile Daurignac zwar weniger belastet, aber nichtsdestoweniger Berl. Tageblatts" berichtet, soll bei den Streikumruhen in Kiet Decharge. Sie wählt den Kreisvertrauensmann und dessen Stell- auch ein für die Schwindeleien der Familie haftbar zu machender das zum Vorgehen gegen die Ausständigen kommandierte Militär vertreter, die Delegierten zur Provinzialfonferenz, zu Parteitagen Gauner fei; er spricht von den ungeheuren Toilettenausgaben der den Gehorsam versagt haben. Als zum Teil nämlich der und den Kandidaten des Kreises. Frau Therese, die mehr denn 80 000 Frank im Jahre betragen Sodann referierte Genoffe Dr. Wehl über das Thema: a 3 hätten; er verliest sogar intime Toilettenrechnungen mit einem Blazkommandant bon Kiew den gegen die Bahnarbeiter aufmarschierten Compagnien lehrt uns die verflossene Reichstagswah I?" gewissen Schmunzeln und Behagen, Feuer" tommandierte, trat er hebt schließlich die einer der Vorab bespricht Referent die jetzt im Parteileben auf der Tages: bedeutende Intelligenz Theresens rühmend und doch zugleich Offiziere bor feine Compagnie und ber= bot ihr zu schießen. Ein Lump ist ein ordnung stehende Präsidentenfrage". Er ist der Meinung, daß anklagend hervor und nennt die Lüge ihr Lebenselement und jeder von Euch, der es wagt, auf seine hungernden unsre Fraktion auf den Vicepräsidentensiz Anspruch habe, die Partei ein unermeßliches Vermögen ihr heißestes Sehnen. Zum Schluß Brüder zu schießen." Diese oder ähnliche Worte soll er den sei es aber ihren republikanischen Anschauungen schuldig, daß sie nicht hält Herr Blondel die Anklage gegen die Humberts in vollem UmSoldaten zugerufen haben, die das Schießen auf die Arbeiter zu Hofe gehe. Die Frage wäre im übrigen recht unbedeutend. fange aufrecht und appelliert an den Gerechtigkeitssinn der Gebanu auch unterließen, wodurch sich die ungemein geringe schworenen. Er beantragt, gegen alle vier Angetlagte auf die höchſtZahl an Toten erklären läßt. Anfangs begriff der Plagkommandant zulässige Strafe zu erkennen.( Beifälliges Murmeln im Zuschauernicht recht, was bei der einen Compagnie eigentlich vorging, doch raum.) Unter Totenstille des Saales ergreift dann wurde es ihm bald flar, als er heranritt und die aufrührerische Rede des Offiziers an seine Kameraden hörte. Rechtsanwalt Labori Im Laufe der Debatte erklärte der Vertreter der Handelskammer von Plymouth, diese Handelskammer sei gegen eine Besteuerung der Lebensmittel und der Rohstoffe und sie sei dagegen, daß die 41 Millionen Engländer zu Gunsten von 10 Millionen in den Kolonien mit Abgaben belastet würden. Die Debatte über die Resolution wurde auch heute noch nicht zu Ende geführt und die Fortsetzung wiederum vertagt, um die Kommission in den Stand zu sehen, die entstandenen Meinungsverschiedenheiten auszugleichen. Rußland. " " " er erklärt, daß zur eben beendeten Reichstagswahl übergehend, äußert der Redner feine Genugthuung über den schönen Erfolg, der im Kreise durch eine unermüdliche Agitation erreicht worden wäre. Die Agitation sei von den führenden Genossen mit Geschick und Eifer betrieben worden, lasse im allgemeinen aber doch noch zu wünschen übrig. Recht fühlbar Der Offizier wurde sofort verhaftet und nach Peters- hat sich der Lokalmangel bemerkbar gemacht und vielfach nur in burg gebracht, wo der Kriegsminister dem Baren über den ganzen gegnerischen Versammlungen, in der Diskussion, habe die social das Wort zu seinem Plaidoyer. Er spricht ruhig und beginnt zuVorfall eingehenden Bericht erstattete. Das Schicksal des Offiziers demokratische Partei zeigen können, daß sie auch auf dem Plaze sei. nächst unter allergrößter Spannung über das Geheimnis der Humberts ist natürlich besiegelt. Er wird vor ein Kriegsgericht ge- Das platte Land müsse von den einzelnen Städten aus und immer stellt und erschossen werden; auch der Compagnie droht von ein und denselben Parteigenossen, die mit den Landleuten zu reden. Er knüpft dabei an seine bekannten Worte an:„ Die Strafe; außerdem soll sie aufgelöst und die Soldaten in verschiedene Fühlung nehmen und sich bekannt machen, bearbeitet werden. Auch Crawfords existieren und die Millionen existieren." Gewiß habe in der Verbreitung der Parteipresse muß mehr geschehen, die" Fadel" Frau Humbert ihm das graufige Geheimnis" der Familie Regimenter verteilt werden. Der ganze Vorfall soll sowohl bei Hofe wie in militärischen für die Landleute, die" Brandenburger Zeitung" für die Städte. enthüllt; er selbst sei aufs tiefste davon betroffen worden und habe Kreisen einen sehr unangenehmen um nicht zu sagen niederschlagenden Häufig macht man bei der Agitation für die Presse die Erfahrung, die Zurückhaltung Therefens, die die Aufdedung erst im letzten Eindruck gemacht haben. Man speicht davon, daß im Kriegs- daß die Frauen sich dem Lesen unsrer Preſſe widersetzten. Eine Moment, wenn fie teine andre Rettung mehr sähe, erfolgen lassen ministerium die Absicht vorliegen soll, eine Anzahl von Besserung hierin könne man dadurch erwarten, daß für den Kreis wolle, in jeder Hinsicht verstanden. Deshalb läge es auch völlig Geheimpolizisten in die im Westgebiete statio- iezt eine Bertrauensperson ernannt sei, die ihres Amtes mit Fleiß außer seiner Macht, selbst etwas Näheres über dies Geheimnis zu nierten Regimenter abzutommandieren, um sich waltet und auf diesen Umstand ihr ganz besonderes Augenmerk sagen, zumal da auch Therese sich den Zeitpunkt der Enthüllung vorbehalten habe." Therese durfte mir auch nicht erlauben, davon zu darüber Gewißheit zu verschaffen, wie weit die Propaganda dort richten wird. Als Kandidat wird Genosse Dr. We hI wiedergewählt. Bum sprechen, denn dazu ist die Sache viel zu ernst und heikel." Labori Wurzel gefaßt hat, da dieser Vorfall nicht ganz vereinzelt dasteht und in lezter Zeit das Kursieren von revolutionären Flugschriften Kreisvertrauensmann wird Genosse Hernowski- Wittenberge, spricht in rätselhaften Worten von einer einem jeden Patrioten unter dem Militär bemerkt worden ist. Backhofstraße 16, als fein Stellvertreter Genosse Wulf ernannt. tief berhaßten Person, deren Name vielleicht durch die Enthüllungen Die Lage im Odessaer Streifgebiet. Nach einem vom„ Bureau Bur Provinzialfonferenz werden die denoſſen Röſtel, Gerhardt Thereſens in die Debatte geworfen und einen völligen Umschwin und Kreisvertrauensmann delegiert. und Kreisvertrauensmann delegiert. Das Parteitagsmandat aber auch einen Entrüstungssturm heraufbeschwören würde. Laffan" im Auszuge übermittelten russischen Bericht des Londoner wird einem Genossen des 6. Berliner Wahlkreises übertragen. möglich kann" so schließt Labori seine Einleitung " Standard" hat die vom Direktor des Petersburger Polizeivernünftiger Mensch die ganze Erbschaftsgeschichte für einen departements Lopuchin in Odessa geführte Untersuchung zur VerZum Parteitage beschlossen die Parteigenossen von Frankfurt völlig aus dem Stegreif erfundenen Schwindel halten, denn ihn zu Haftung von 173 politisch verdächtigen Personen in dieser Stadt am Main folgende Anträge: erschaffen und aufzubauen, dazu gehöre die Phantasie eines Balzac geführt. Die Geheimpolizei hat, wie offiziös verlautet, die Den Parteivorstand aufzufordern, Verhandlungen zu versuchen, und Therese besige diese nicht." Berfaffer der in Südrußland berbreiteten revolutionären durch welche die bestehenden Monats-, Halbmonats- und Wochen- Labori ist jedoch zu vorsichtig, um sich mit seiner Erklärung Aufrufe entdeckt und festgenommen. Alle größeren Städte in Süd- schriften unsrer Partei( Neue Zeit, Socialistische Monatshefte, Kom- über das Geheimnis Therefens festzulegen. Drum öffnet er fich rußland sind jetzt buchstäblich von Polizeispionen überschwemmt, munale Praris und das angekündigte Braunsche Wochenblatt) ver- rasch noch ein Hinterthürchen und erklärt, daß er das Geheimnis und nach Mitteilungen aus glaubwürdiger privater Quelle ist kaum einigt und zu einer großen, vielseitigen Revue über alle Strömungen nicht habe prüfen können und auch nicht für die Richtigkeit desselben daran zu zweifeln, daß zahlreiche Personen auf falsche Anschuldi- und Bestrebungen unsrer Partei zu möglichst billigem Preise ausge- die Garantie übernehmen könne und wolle. Auch habe er keinerlei Anschuldi- einigt gungen hin verhaftet worden sind. Recht, in Therese zu bringen, es preiszugeben, sondern er halte es Troß dieser Polizeimaßregeln dehnt sich die Arbeiterbewegung„ Auf dem Parteitag eine energische Rundgebung gegen die Um- direkt für seine Schuldigkeit als Verteidiger, falls es irgend in seiner immer weiter aus. Die arbeitenden Klassen werden unruhig, und triebe wider das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht Macht läge, die Offenbarung mit allen Mitteln zu verhindern und sie überflüssig zu machen. Zeitpunkt zu nuße, um revolutionäre Ideen unter zum Reichstage zu veranstalten. " Den Parteivorstand zu ersuchen, während der Tagung des Labori nennt dann die Behauptungen der Anklage, wie sie sich den Massen zu verbreiten. Die fürzlich in verschiedenen Parteitages eine Konferenz der preußischen Delegierten zu ver- nach dem Plaidoyer darstellen, Teilen des Reiches vorgekommenen Unruhen haben die Arbeiter anlassen, welche einen Meinungsaustausch über die bevorstehenden erfennen lassen, was für eine Macht sie durch Organisation und Landtagswahlen vermitteln soll." Zusammenschluß werden könnten, und thatsächlich sind auch bereits Gerüchte im Umlauf, daß im kommenden Jahre eineinhalb Millionen Zum Bericht des Parteivorstandes, soweit er sich mit dem WachsArbeiter in Südrußland auf Verabredung in den Ausstand treten tum der Parteipresse beschäftigt, bemerkt die Arbeiterzeitung" in werden. In den letzten Tagen wurden zahlreiche in Geheim- Dortmund: baut werden." fühne Kombinationen, „ Unein " denen jeder Schein der Berechtigung fehle. Es sei nicht Pflicht der Humberts, der Justiz nachzuweisen, daß die Millionen thatsächlich vorhanden sind oder waren, sondern die Staatsanwaltschaft hat nachzuweisen, daß diese Millionen nicht existiert haben. Und dieser Beweis ist der Anklage in keiner Hinsicht gelungen. Er spricht den Justizbehörden das Recht ab, jetzt so stolz nach den Millionen der Humberts zu fragen, nachdem die Justiz 20 Jahre lang das Vorhandensein der Crawfords wie der Millionen als Thatsache angenommen. Die Staatsanwaltschaft hätte keines Anklägers be- dürft, um Nachforschungen darüber anzustellen. Daß sie c? nicht gethcm, sei ein Beweis dafür, daß sie— wie auch Waldeck-Rousseau — an die Existenz der Millionen und der Crawfords selbst geglaubt habe. Uebrigens seien schon 1805 durch die Angriffe einer Zeitung (der„Libre Parole") und 1808 durch Waldeck-Rouffeau genug Zweifel an der Erbschaft ausgesprochen worden und doch sei nie etwas ge- schehen, trotzdem wurden weiter Urteile auf Urteile in der Sache Crawford-Humbert erlassen. Die weiteren Ausführungen Laboris, die in teilweise unverständ- licher Weise auf das politifche Gebiet himibcrschweifen, entbehren des allgemeinen Interesses. Zum Schlüsse seiner heutigen Aus- sührungen, die er morgen fortsetzen wird, bemüht er sich, unter dem Beifall der Juristen auszuführen, daß der von der Anklage heran- gezogene Fälschungsparagraph nicht gegen die Humberts angewendet werden könne. Paris» 20. August.(W. T. B.) Um Mittag nimmt Labori seine Verteidigungsrede wieder auf. Er unterzieht den Ursprung der ganzen Angelegenheit einer Prüfung und bemüht sich, darzulegen, daß weder Therese noch Fredsric Humbert das Testament erfunden haben, von dem schon seit der Jugend Theresens in der Familie Daurignac die Rede gewes-n sei. Labori weist jede Teilnahme Gustave Humberts an den den Angeklagten zur Last gelegten Fälschungen und Betrügereien zurück. Er erinnert an das Urteil von 1886, welches den Prozeß gegen die Crawfords für güllig erklärte, und an die Ehrenhastiaftit des Anwalts Durier, welche»: dmnals die Vertretung oblag, er folgert daraus, daß die Crawfords, die auch Parmentier gesehen zu haben erklärt, wirklich existieren. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung greift Labori die Aus- sagen niedrerer Zeugen an, insbesondere die des Polizeipräfekten Lspine, dem er zu große Lebhaftigkeit und Heftigkeit vorwirft. Des weiteren behauptet er neuerdings das Vorhandensein des Ver- mögenS der Humberts, welches ihnen ermöglicht habe, die Rente Viagöre ins Leben zu rufen: die Geschästsgebarung dieser Gesellschast sei ernst gewesen; sie hätte einen monatlichen Gewinn von 100 000 Fr. abgeworfen. Dies würde es den Humberts ermöglicht haben, die Gläubiger zu befriedigen, wenn nicht die Klage Cattauis sie ruiniert hätte. Hieraus wird die Fortsetzung des Plaidoyers auf morgen vertagt._ Hus Induftm und Handel Norddeutscher Lloyd.„Boesmanns Telegraphisches Bureau" weidet: Der halbjährliche Abschluß des„Norddeutschen Lloyd" ergiebt im Vergleich mit den ersten ö Monaten des Vorjahres ein Mehr in den Betriebsüberschüssen von nahezu 4 Millionen Mark. Die Mehr- Überschüsse der Monate Juli und August werden zusammen auf 1 Million Mark geschätzt. Die am Jahresschlüsse vorzunehmenden Abschreibungen dürften dagegen um 1 Million höher zu bemessen sein als diejenigen des Vorjahres. Kanonen an der Berliner Börse. Die Aktien der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik in Düsseldorf haben in den letzten drei Wochen eine Kurssteigerung von ungefähr 30 Prozent erfahren. Diese ungewöhnliche Hausse findet an der Berliner Börse allerlei Deutungen. Die Rheinische Fabrik stellt in der Hauptsache bekannt- lich Geschütze nach dem„S y st em Erhard t" her, das fchon lange als das größte Konkurrenzsystem gegen die Kruppschen Fabrikate gilt. Die Börse glaubt nun, daß nach dem Tode Krupps insofern eine Veränderung eintreten werde, als man nunmehr an den matzgebenden Stellen den Erhardtschen Angeboten größere Beachtung schenkt. Wenn die Börse sich auch nicht immer als ein Barometer künftiger Ereignisse erwiesen hat. so hat sie doch häufig für einen herannahenden Stimmungsumschlag in sogenannten maßgebenden Kreisen eine feine Witterung gezeigt. Man wird deshalb gut thun, diesen Symptomen eine gewisse Aufmerksamkeit zuzuwenden, denn der Wegfall des Kruppschen Monopols würde bald eine Artillerievorlage„Erhardtschen Systems" zeitigen. Zugleich würde natürlich eine neue verschärfte Konkurrenz Krupps hervorgerufen werden. Die Kosten für diesen Konkurrenzkampf aber hätte das deutsche Volk zu zahlen. Die deutschen Banken im Jahre 1902. Der„Deutsche Oekonomist" veröffentlichte in den letzten Wochen, wie alljährlich um diese Zeit, seine Statistik der Geschäftslage der deutschen Banken im verflossenen Jahre. Da diese Zeitschrift die einzige Quelle ist, aus der seit vielen Jahren sseit 1833) regelmäßig und systematisch gruppierte Zahlen über die Entwickelung des deutschen Bankwesens fließen, so ist man auf sie angewiesen und man kann sie um so gefahrloser benutzen, als Herr Christians für diese bankstatistischen Arbeiten augenscheinlich einen tüchtigen Mitarbeiter gefunden hat, der nicht durch die Last fetter Aufsichtsratsstellen beschwert ist. Was den Inhalt dieser Statistik betrifft, so werden in ihr nur die Banken mit mindestens einer Million Aktienkapital erwähnt. Diese Beschränkung recht- fertigt sich fiir eine solche Zusammenfassung durchaus, da es sich hier nur um die Beurteilung wirklich einfluß- reicher wirtschaftlicher Machtfaktorcn handeln kann, die nur nach ihreni finanziellen Schwergewicht in Frage kommen. Denn während z. B. in: Jahre 1901 von der Statistik des„Deutschen Oekonomist" durch die erwähnte Beschränkung ziffernmäßig nur 171 Banken erfaßt wurden, während es thatsächlich in demselben Jahre 463 Aktienbanken gab, konnte die Differenz in der Summe des Aktienkapitals dagegen als verhältnismäßig höchst gering be- zeichnet Iverden, da von dem Aktienkapital dieser 463 Institute im Betrage von 3041,20 Millionen Mark die 171 Banken nicht weniger als 2819,00 Millionen Mark repräsentierten. Von allgemeinem volkswirtschaftlichen Interesse ist zunächst, daß sich die eignen Mittel der Banken, das Grundkapital und die Reserven, auch im verflossenen Jahre merklich vermehrt haben. Während das Grundkapital der von dieser Statistik erfaßten Banken im Jahre 1901, wie schon oben erwähnt, 2819,90 Millionen Btark betrug und die Reserven 679,70 Millionen Mark, stiegen das Grundkapital 1902 auf 2837.50 und die Reserven auf 707,70 Millionen Mark. Danach hat sich also das Aktienkapital weiter um 17,60 Millionen Mark erhöht und die Reserven sind um 28 Millionen M. gestiegen. Mit dieser Kapitalssteigerung geht aber eine Kon- zentration des Kapitals und der Betriebe Hand in Hand. Während nämlich die Gesamtzahl der Banken 1901 sich auf 171 belief, hat sie sich 1902 auf 167 herabgemindert. Die Konzentration ist seit Jahren gerade iin Bankwesen besonders augenfällig, und das Aufsaugen der kleinen Institute durch die großen hier eine alltägliche, jedermann sichtbare Erscheinung geworden. Im Jahre 1902 hat dieser Prozeß also wieder Fortschritte gemacht, die um so deutlicher werden, je mehr man sie in ihre Einzelheiten zerlegt. Gegenüber dem Jahre 1901 sind nämlich im Jahre 1902 in Abgang gekommen: Bank für Süddeutschland smit 9 Millionen Mark Aktienkapital), Bank für Rheinland und Westfalen(mit 10 Millionen Mark), Barmer Handelsbank(mit 6.375 Millionen Mark), Kreditbank Recklinghausen(mit 3 Mllionen Mark), Dort- munder Handelsbank(mit 1,333 Millionen Mark), Düsseldorfer Bankverein(mit 9 Millionen Mark); hinzu kamen: Plauener Bank und Trierer Bank mit je 2 Millionen Mark Aktienkapital. Bon den obengenannten Instituten ist die Dortmunder Handelsbank bekanntlich vollständig in Verfall geraten. Die übrigen sind von Großbanken aufgenommen. Die Bank für Süddeutschland ver- aichtete auf ihr Notenprivileg und ging an die Bank für Handel und Industrie über; die Bank für Rheinland und Westfalen wurde gleichzeitig mit der Koblenzer Bank von der Aachener Dis- konto-Gesellschaft, die darauf den Namen Rheinische Diskonto- Gesellschaft annahm, aufgenommen. Die Aktien der Barmer Handelsbank wurden gegen solche der Bergisch- Markischen Bank in Elberfeld umgetauscht, der Banner Bankverein nahm den Düsseldorfer Bankverein in sich auf, und die Creditbank Reckling. Berantwortl.Redakteur: Carl Leid m Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th Hausen ging auf die Essener Kreditanstalt über. Die auf diese Art ausgeschiedenen Banken repräsentierten ein Aktienkapital von 33,71 Mill. Mark, während die beiden neu hinzugekommenen Banken über ein solches von 4 Millionen Mark verfügen. Durch Zugang neuer und Abgang alter Banken ergab sich also zunächst eine Verminde- r u n g des Aktienkapitals von 34.71 Millionen Mark, infolge von Kapitalserhöhungen aber betrug dann doch der eigentliche Kapitals- zuwuchs 52,3 Millionen Mark. Ein Musterbeispiel für die Aufsaugung bezw. mehr oder weniger enge Angliederung kleinerer Banken an die Großbanken bleibt auch für 1902 die Entwicklung der Deutschen Bank. Die Zahl der direkt und indirekt zu ihrem Conccrn gehörenden Institute ist be- kanntlich von Jahr zu Jahr gewachsen. So sind jetzt als der Deutschen Bank nahestehend zu nennen: die Bergisch-Märkische Bank, die ihrer- seits, wie schon erwähnt, im vorigen Jahre die Barmer Handelsbank aufnahm, der Schlesische Bankverein, die Hannoversche Bank nnt Hildesheimer und Osnabrücker Bank, die Oberrheinifche Bank, die Duisburg-Ruhrorter Bank, die Essener Kreditanstalt, die im vorigen Jahre, wie gleichfalls erwähnt, die Kreditanstalt Rccklinghansen auf- nahm, die Deutsche Ueberseeische Bank und schließlich die Deutsche Treuhand-Gesellschaft. Dasselbe Ausdehnungsfteben zeigen mit Aus- nähme der Berliner Handcls-Gesellschaft die übrigen Berliner Groß- banken: die Dresdener Bank, die Disko nto-Gefellschast und der Schaaffhausensche Bankverein. Ebenso sehen wir die größeren Provinzin st itute bemüht, ihrerseits bei kleineren Banken Einfluß zu gewinnen und ihren Geschäftskrcis auf diese Weise zu erweitern. Dabei darf aber nicht vergessen iverden, daß das Ergebnis dieser Konzentrationsbewogung zwar eine Ver- Minderung der Bauken, aber nicht der Bankstellen bedeutet, sondern lediglich eben die Vereinigung einer immer größeren Zahl derselben in den Händen weniger Aktienbanken. Welche ungeheure wirtschaftliche Macht diese an Zahl immer geringer, an Kapital aber immer größer werdenden Bank- institute in sich konzentrieren, wird dadurch klar, daß die Banken Ende 1902 mit weniger als 18,20 Milliarden in Verwaltung hatten; davon entfallen ans Aktienkapital und Reserve», sowie auf eigne Mittel, 3,55 Milliarden und auf die ftemden Milte! 14,65 Milliarden Mark. Auf der Basis dieser ungeheuren Kapitalien erzielten die Banken im verflossenen Jahre einen Bruttogewinn von 385 207 000 Mark bei 101 317 000 Mark U n k o st e n. An D i v i d e n d e n kamen insgesamt 178 467 000 M. zur Auszahlung, im Durchschnitt 6,37 Proz. Demgegenüber betrugen die Dividenden im Jahre 1901: 168 990 000 M. oder 6,02 Proz. Seit 1883, wo der„Deutsche Oekonomist", wie erwähnt, seine ver- gleichende Statistik begann, war diese letzte Durchschnittsdividende von 6,02 Proz. die niedrigste, während der höchste Dividendensatz mit 8,21 Proz. im Jahre 1899 erzielt wurde. Diese niedrigsten und höchsten Sätze bezeichnen fast mathematisch genau die Höhen- und Tiefpunkte der wirtschaftlichen Konjunkturen des genannten Zeitraumes, Ivie denn die Entwicklung des gesamten Bankwesens einer der besten Maßstäbe der wirtschaftlichen Entwicklung überhaupt ist. GcwerhlcbaftUcbcs. Berlin und Umgegend. Die Tarifbewcgung der Buchbinder. Am Mittwoch tagte in Kellers großem Saal, der samt den Galerien bis auf den letzten Platz besetzt war, eine öffentliche Ver- sammlung der in Buchbindereien und verwandten Betrieben thätigen Arbeiter und Arbeiterinnen, in der Bergmann über:„Die TarifbewegungunddieAntwortderPrinzipale" berichtete. Bekanntlich wünschten die Bnchbindereibesitzer in den drei Tarifstädten den im Jahre 1900 abgeschlossenen Tarifvertrag auf drei Jahre zu verlängern. Die öffentlichen Buchbinder-Bersamm- lungen in Berlin, Leipzig und Stuttgart erklärten sich unter der Bedingung damir einverstanden, daß eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende Erhöhung der Minimallöhne eintreten würde. Das lehnten die Prinzipale entschieden ab. Am 28. August tagte dann in Leipzig wieder eine Konferenz von Prinzipals- und Gehilfen- Vertretern. Anfangs verhielten sich die Prinzipale auch hier noch ablehnend, als dann jedoch die Gehilfenvertretcr eine Erklärung ab- gaben, die Forderungen enthielt, die als das letzte Angebot der Ge- Hilfenschast gelten sollten, erklärten sich die Prinzipale bereit, ihrer- seits darüber zu beraten und binnen 8 Tagen Antwort zu senden. Statt einer Antwort erfolgte dann jedoch lediglich die Einladung zu einer gemeinsamen Sitzung der beiden Tarifkommissionen. Darauf telegraphierte der Verbandsvorstand an die Prinzipale, daß sie zu- nächst eine bindende Erklärung darüber abgeben müßten, ob sie die zuletzt gestellten Bedingungen anerkennen wollten oder nicht, was dann die Prinzipale endlich zur Anerkennung der For» derungen veranlaßt«. Danach werden die Minimalstunden- löhne wie folgt erhöht: in Berlin vom 1. September 1904 ab für Gehilfen von 45 auf 43 Pf., für Arbeiterinnen von 27 auf 29 Pf.; in Leipzig vom 1. September 1904 ab von 44 auf 46 Pf. für Gehilfen und von 25 auf 26 Pf. für Arbeiterinnen; in Stuttgart tritt bereits am 1. September dieses Jahres eine Erhöhung der Gehilfenlöhne von 42 auf 44 Pf. ein, und am 1. September 1904 werden die Stundenlöhne auf 46 Pf., und für Arbeiterinnen von 25 auf 26 Pf. erhöht. In derselben Weise und um den gleichen Betrag erhöhen sich in den drei Städten auch die Minimallöhne der verschiedenen Special- arbeiter und-Arbeiterinnen. In der nun von den Prinzipalen an- erkannten Erklärung ist ferner vorgesehen, daß die allgemeinen Be- stimmungen des Tarifs genauer präcisiert werden, namentlich hin- sichtlich der Tarifkommissionen, der Tariffchiedsgerichte und ihrer Befugnisse. Es sollen Kommentare zum Tarif ausgearbeitet und ein Tarifamt eingesetzt werden, das als höchste Instanz in diesen Fragen zu wirken hat. Ferner soll dafür gesorgt werden, daß die Tarif- gemeinschaft sich auf alle Orte erstreckt, wo die vertragschließenden Organisationen Mitglieder haben. Um endgültige Abmachungen zu treffen, soll eine gemeinsame Verhandlung von Vertretern aus den drei Städten stattfinden. Der Referent führte hierzu aus, daß es bei der gegcnwärttgen schlechten GefchäftSlage, die sich namentlich auch in Leipzig fühlbar macht und dort die Kollegen veranlaßte. sich mit so geringen Zu- geständnissen zustieden zu geben, nicht möglich war, mehr zu erreichen, wollte man nicht einen schweren Kampf riskieren. Man solle nun vor allem dafür sorgen, daß die festgesetzten Löhne auch wirklich als Minimal löhne gelten und daß jeder, der sich nicht als minimal- befähigter Arbeiter ftihlt, auch höheren Lohn verlangt. Der Redner teilte ferner mit, daß gegenwärtig in der Kontobuchbranche. für die bekanntlich ein besonderer Tarifvertrag besteht, Verhandlungen gepflogen werden, die wahrscheinlich ebenfalls zu Verbesserungen führen werden.— Nach lebhafter Debatte wurde folgende Resolution mit großer Mehrheit angenommen: „Die Versammlung erklärt, gezwungen durch die augenblicklich ungünstige Konjunktur in unserm Gewerbe, ihr Einverständnis mit den zwischen den Vertretern des Buchbinder-Verbandes und des Prinzipal-Verbandes getroffenen Vereinbarungen. Die Versamm- lung ist der Meinung, daß die tariflichen Bestimmungen in Zukunft nicht als Maximal-, sondern als Minimalsätze zu betrachten sind, für deren stritte Durchführung die Gehilfenorganisation sowie der Prin- zipalsverband Sorge zu tragen hat. Die Versammelten verpflichten sich, mit aller Kraft fiir den Verband und für die Ausbreitung der Tarifgemeinschaft thätig zu sein, um so bei der nächsten Tarif- bewegung unsren Forderungen mehr Geltung zu verschaffen." Zur Lohnbewegung der Marmorarbeitcr ist mitzuteilen, daß am heutigen Freitag eine Besprechung der alten, aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzten Tariskommission vor dem Einigungsamte des Gewerbegerichts stattfinden wird. Die Bewegung unter den Arbeitern der englischen Gasanstalten in Berlin und Umgegend hat jetzt auch Gegenaktiouen der Ver- walttmgsorgane gezettigt. Die Getreuen derselben haben vor kurzem ein Cirkular in Umlauf gesetzt, worin die in den Werkstatt- besprechungen und Versammlungen vorgetragenen Mißstände auf den Anstalten in Abrede gestellt und die ganze Belvegung als von Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u.VerlagsanstaltPau „jungen unreifen" Leuten angezettelt dargelegt wurde. Bei der Unterschriftensammlung, die selbst mit gelindem Druck be- trieben wurde, kam nicht die gewünschte ansehnliche Zahl zu stände, so daß diese große Aktion eben verkrachte. Trotz dieses Fiaskos machen sich in neuerer Zeit aber die Herren Unterbeamten mit aller Gewalt an die Bekämpfung der Organisatton der Arbeiter. Bei gewöhnlichen Vorhaltungen wegen der Zugehörigkeit zum Verbände lassen es einzelne dieser Herren nicht bewenden. Sie lassen vielmehr die Versammlungs- besucher auskundschaften und die organisierten Kollegen bespitzeln. Am liebsten� wäre ihnen begreiflicherweise die Aushändigung der Mitgliederliste. Auch an Verboten für Versammlungsbesuche und die Zugehörigkeit zum Verband fehlt es nicht. Die organisierten Arbeiter der englischen Gasanstalten haben sich deshalb in einem Flugblatt soivohl wie in mehrfachen Betriebsbesprechmigen und Ver- sammlungen gegen dieses chikanöse Vorgehen der Unterbeamten ausgesprochen und hoffen nun, daß es durch den Druck der Organisation endlich gelingen wird, diesem Treiben einzelner Scharf- macher ein Ende zu bereiten. Bemerkt sei noch, daß die Imperial- Continental- Gas-Association zur Zeit mehr denn 1500 Arbeiter beschäftigt und in den meisten Anstalten viel Ueberzeitarbeit verrichtet ivird, ttotzdem es doch an Arbeitslosen nicht mangelt. Tie auf Bicrdruckapparate und GastwirtSartikcl arbeitenden Klempner befaßten sich am Mittwoch in einer gut besuchten Versamm- lung mit den Mißständen sowie den verbesserungsbedürftigen Lohn- und Arbeitsverhältnissen im Berufe. D i e s n e r als Referent kam in seinem Vortrage zu dem Schluß, daß gerade die Klempner dieser Branche alle Ursache haben, eine einheitliche Neuregelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse anzustreben, da noch Stundenlöhne von 40 Pf. und darunter gezahlt werden und mehrfach auch noch eine zehnstündige Arbeitszeit verlangt wird. Nach reger Diskussion wurde eine Kommission gewählt, bestehend aus Kollegen jeder Werkstatt, der die nötigen Vorarbeiten zur Ausarbeitung eines Einhetts- tarifs übertragen wurden. Zum Streik der Mörtclkutscher in Charlottciiburg. Der Streik der Kutscher bei den Vereinigten Berliner Mörtel- werken mußte aufgehoben werden, da von 130 dort be- schäftigten nur 17 Kollegen die Arbeit niedergelegt hatten und die im Betrieb noch Beschäftigten im Laufe des Tages sich nicht ver- anlaßt fiihlten, sich mit den im Streik Befindlichen solidarisch zu erklären, sondern sich als Streikbrecher hergaben. Der Streik bei der Firma Globig dauert fort, da Herr Globig eine Unterhandlung mit seinen Arbeitern rund- weg ablehnte, diese sogar als„Strolche" titlilierte. Daß die Firma Globig sich im Druck befindet, geht daraus hervor, daß Herr Globig sein Geschäft verkaufen will. Gleichzeitig fordert er seinen Sohn Hermann Globig auf, der Inhaber der Firma Oskar Rosenbaum, Kreutzigersttahe, ist, er solle sein ganzes Spannwerk ihm zur Verfiigung stellen. Denn er(Globig) willsein Geschästverkaufen. Wir fordern die Kutscher der Firma R o s e n b a u m auf, sich nicht als Streikbrecher herzugeben, sondern Fuhren für die Firma Globig einfach abzulehnen. Gleichzeitig bitten wir die Bauarbeiter, darauf zu achten, daß sie die Kutfcher von der Finna Globig, welche Mörtel für die Firma Tappert fahren, ftagen, ob sie sich mit den Streikenden solidarisch erklären. Der Streik gilt nicht eher als beendet, bis es an dieser Stelle bekannt gegeben wird. Centralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter. Deutlcbes Reich. Zur Aussperrung in 5tasscl wird uns geschrieben: Die Verhand- lungen mit den Schreinern ziehen sich vor der Hand noch in die Länge. Obwohl diese die Forderung der neunstündigen Arbeitszeit bekanntlich fallen gelassen haben und so ihren Unternehmern nach Möglichkeit entgegenkamen, ist eine Einigung immer noch nicht erfolgt. Die Swrcincrmeister, denen jetzt, wo der Ottober-Ziehtermin in bedrohliche Nähe rückt, die liebe Not am meisten auf den Nägeln brennt, sind denn auch bereits mit der Maurerinnung in Unterhand- lung getreten, damit diese und auch die Unternehmer im Zimmerer- gewerbe ihren Ausgesperrten einige Konzessionen machen und so den allgemeinen Frieden herbeiführen. Die letzten Einigungsverhand- lungen vor dem Gewcrbegericht haben den Frieden noch nicht ge- bracht, werden jedoch fortgesetzt. In der jetzt 21. Streikwoche stehen noch 312 Tischlergesellen aus 76 Betrieben im Streik, während 48 Kollegen in 21 Betrieben zu den geforderten Bedingungen und 70 Arbeitswillige in den gesperrten Betrieben arbeiten. Zm» Bauhandwerkerstrcik in Düsseldorf. Bis Mittwochmorgen ist die Zahl der streikenden Maurer auf 423, die der streikenden Bau- und Erdarbeiter auf ca. 250 gestiegen. Es streiken demnach insgesamt in Düsseldorf bis jetzt 673 Bauhandlverker, doch wird sich die Zahl ohne Zweifel noch ganz erheblich erhöhen. Abgereist sind bis jetzt 121 Maurer, andcrweittg in Arbeit untergebracht 17. zu den neuen geforderten Bedingungen arbeiten 105 Maurer. Die Bau- arbeiter sind ebenfalls bei den Unternehmern vorstellig geworden und haben bereits 8 Unternehmer deren Forderungen bewilligt. 250 Bauarbeiter sind noch im Streik. 29 Unternehmer sind gesperrt bezw. haben ausgesperrt. Die Forderungen der Maurer haben 11 Unternehmer bewilligt. Roch mit 34 Unternehmern muß die Lohnkommission verhandeln. Unabhängig von dem Streik der Bauhandwerker ist m der Thürenfabrik von Emil Funke in Düsseldorf ein Streik ausgebrochen, an dem 57 Tischler beteiligt sind. Husl»nd. In den Streik eingetreten find die Granit- Steinhauer i» der Levcntina(Kanton Tessin) und die Regierung als geschäftiger Lands- knecht des Kapitals hat sofort die Militärdirektton zum Truppen- aufgebot für den Fall, daß keine Einigung erzielt Iverden sollte, er- mächttgt. Also immer wieder der schändliche Mißbrauch der Miliz zu Gunsten desGeldsacks und zurNiederzwingung der ausgebeutetenArbeiter. Letzte J�acbncbten und DepeFcben. Zur Textilarbeiterbeweginig i» Crimmitschau. Crimmitschau, 20. August.(Privat-Depesche des„Vorwärts".) Die heute mit den Unternehmern gepflogenen Unterhandlungen führten zu keinem Resultat, da die Unternehmer nur in Stunde kürzere Arbeitszeit willigen Ivollten. Abends fanden fünf Versammlungen statt, von denen vier von der Polizei aufgelöst wurden, weil aus- wärttge Beamte des Texttlarbeiter- Verbandes sprechen sollten. Morgen treten 7500 Mann in den Ausstand. Es herrscht große KampfeSstimnmng._ TyphuS. Metz. 20, August.(28. T. 23.) In Garze, dem Orte, aus welchem Metz durch die Wasserleitung sein Wasser geliefert erhält. ,st der Typhus ausgebrochen. Bisher sind neun Fälle festg-stellr. Der„Lorrain" erfährt von zuverlässigster Stelle, daß die in Garze befindliche Quelle Bouillon aus der Wasserleitung ausgeschaltet ist, sodatz nur die Parfonval-Ouelle benutzt wird. Die Möglichkeit der Infektion der Wasserleitung mit Typhuskeimen erscheint dadurch auf- gehoben. Medizinalrat Panzlek, der Kreisarzt von Metz, hat sich heute nach Gorze begeben, um weitere umfassende hyg'cntsche und sanitäre Maßnahmen zu treffen. London, 20. August.(W. T. B.) Das Kolonialamt erhielt ein Telegramm von dem Verwaltungsbeamten von Nord-Ntgena und Zungurn vom 16. d. Mts., wonach eine Truppen-Abtmlung von 30 Weißen und 500 Eingeborenen mit sechs Geschützen die Stadt Burmi am Morgen des 27. Juli eingenommen und voll- ständig zerstört hat. Der Feind habe hefttgen Widerstand geleistet und bis zllin Einbruch der Dunkelheit gekämpft. Aus feiten der Engländer seien 1 Offizier und 10 Eingeborene getötet und 3 Ofst« ziere und 69 Eingeborene verwundet worden. Der Verlust des Feindes betrage 700 Tote, einschließlich� des früheren Sultans tum Sokoto und einer großen Anzahl von Häuptlingen. SingeräcCo., Berlin S1V. Hierzu S Beilagen u. IlnterHoltungSbkatt. Nr. 194. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Das Wahlergebnis. Der Parteitag wird sich unter allen Umständen mit dem Ergebnis der Reichstagswahlen beschäftigen, gleichviel, ob der Gegen ftand besonders angesetzt wird oder ob er unter andern Punkten der Tagesordnung mit verhandelt wird. Die Betrachtung wird sich auch nicht nur auf die Erörterung der politischen Folgen, die Art der Ausnutzung unfres Sieges beschränken dürfen; jedenfalls wäre es sehr wünschenswert, wenn die Wahlergebnisse auch im einzelnen erörtert und gegen einander verglichen würden, um daraus für die Agitation und Organisation Lehren zu ziehen und die Möglichkeiten des weiteren Vorwärtsdringens zu erwägen. Das Folgende foll ein Versuch sein, diesen Erörterungen eine Grundlage und einen Ausgangspunkt zu schaffen. Die den Zahlen angefügten wenigen Bemerkungen können nicht den Anspruch machen, die Ursachen der vorhandenen Verschiedenheiten darzulegen, sondern dienen mehr dem Zwecke, auf die Unterschiede noch besonders auf merksam zu machen und die Zahlen ein wenig zu erläutern. Unfre Stimmenzahlen vermehrten+ verminderten fich von 1898 zu 1903 um Deutsches Reich Ostpreußen • • • 1898 27 Proz. 32 Proz. et t betrugen in Prozenten der Gesamtzahl der abgegebenen gültigen 1903 · Reg.- Bez. Königsberg +43 Proz. +21 +12 18 20 " " " 23 24 . ohne Stadtkreis Königsberg +18 + +48 17 " " " 50 " " " 14 " 0 +80 +41 8 " " 60 67 17 • +51 36 " 43 " " +57 40 48 B h " ohne Nieder• +38 29 37 N • • +36 29 34 # " +41 17 21 " " 7 +35 10 13 D " " 9 +31 +18 25 " " 1 29 34 V • Stadtkreis Königsberg Reg.- Bez. Gumbinnen Westpreußen Berlin Brandenburg Reg.- Bez. Potsdam Barnim und Teltow- Beeskow. Reg.- Bez. Frankfurt Pommern. Bommern ohne Random Greifenhagen und Stadt Stettin Reg.- Bez. Breslau Breslauer sowie die Kreise Waldenburg und Reichenbach Schlesien . • • ohne die beiden • Provinz Posen Provinz Sachsen. Reg.- Bez. Magdeburg freis Magdeburg Reg.- Bez. Merseburg. Reg.- Bez. Erfurt Schleswig- Holstein Die 3 Kreise Ottensen, Kiel, tona+30 Das übrige Schleswig- Holstein Provinz Hannover Wahllreis Hannover. Die übrige Provinz Hannover Westfalen Reg.- Bez. Münster Reg.- Bez. Minden. Reg.- Bez. Arnsberg Provinz Hessen Reg.- Bez. Wiesbaden Frankfurt 1225 22 " . " freitag, 21. August 1903. über der nahe kommen, und auch hier ist die prozentuale Eigenvermehrung bearbeitete Gewerkschaftsstatistik für das Jahr 1902, aus der wir ine unsrer Stimmen größer wie in Sachsen. Da hier eine un- Nachstehenden das wesentlichste mitteilen: gemein rasche Zunahme der Wähler zu verzeichnen ist, so ist Die Mitgliederzahl stieg von 677 510 im Jahre 1901 auf Das ist eine Zunahme von 55 696 oder fogar, wenn man der Agitation den erheblichsten Einfluß auf die 733 206 im Jahre 1902. Gewinnung der Wähler zuschreiben darf, der Erfolg in den sehr 8,2 Proz. Es sind allerdings im Jahre 1902 drei Verbände in der volfreichen Bezirken Düsseldorf und Arnsberg noch höher zu ver- Statistit neugeführt, doch ist die erfreuliche Mitgliederzunahme nur anschlagen, wie der in Sachsen. Die Organisationen, die im Ver- zum geringen Teil auf den Zutritt dieser Organisationen zurüc hältnis zu der Aufgabe, die ihnen die rasche Bevölkerungszunahme zuführen. Von diesen drei Verbänden haben die Buchdrucker( Elsaßstellte, ziemlich schwach waren, haben hier offenbar Großes geleistet. Lothringen) 751, die Civilmusiker 537 und die Notenstecher 289 MitMan kann sich angesichts dieser Zahlen überhaupt der Einsicht nicht glieder. Der erstere und letztere Verband haben sich im Vorjahre verschließen, daß wir in den so überaus volfreichen Provinzen der Generalfommission angeschlossen, während der Verband der Rheinland und Westfalen um so raschere Fortschritte machen werden, Civilmufiler neugegründet ist. je mehr wir in die Lage kommen, dort Agitationscentren zu schaffen. Die Mitgliederzunahme ist allerdings nicht in allen Central Die jetzt vorhandenen Agitationskräfte find gegenüber der Massen- verbänden zu verzeichnen, sondern 16 Verbände haben eine Abnahme arbeit, die unser hier noch harrt, unzulänglich. Das scheint in von Mitgliedern, die zwar zum Teil nur sehr gering, aber doch recht Von einem Mitgliederverlust wurden betroffen: den industriellen Teilen jener Bezirke doch das Haupthindernis bedauerlich ist. zu sein. 3 Berlin kommt den sächsischen Fortschritten nahe, doch ist immerhin Glasarbeiter, Handschuhmacher, Kupferschmiede, Barbiere, Bauarbeiter, Bildhauer, Böttcher, Formstecher, Gärtner, Lederarbeiter, eine merkbare Differenz vorhanden, wobei man jedoch nicht über- Borzellanarbeiter, Sattler, Seeleute, Steinarbeiter, Steinfeger sehen darf, daß die Wahlkreise Nieder- Barnim und Teltow- Beeskow und Vergolder. Die Differenz gegenüber der Mitgliederzahl einen großen Teil der Berliner Arbeitermassen aufsaugen; der des Vorjahres ist bei den meisten dieser Organisationen daß es die Urs Einfluß dieser beiden Kreise ist so start, daß damit nicht nur der so gering, näherer Untersuchung des Regierungsbezirk Potsdam, sondern selbst die ganze Provinz fachen Rückganges nicht bedarf. In Haupt Brandenburg Berlin zu überflügeln scheint in unfren Fortschritten. fache sind es andauernd schlechte Erwerbsverhältnisse, welche dazu Nimmt man jedoch diese beiden Kreise weg, dann bleibt der führten, daß der Mitgliederbestand einer größeren Zahl von Organis Regierungsbezirk Potsdam hinter Berlin zurück und noch stärker sationen sich annähernd auf gleicher Höhe hielt oder um ein weniges Die weiten landwirtschaft zurückgegangen ist. Im ganzen läßt sich heute konstatieren, daß die der Regierungsbezirk Frankfurt. die sich in diesen beiden Bezirken finden, Gewerkschaften in ihrer Gesamtheit so erstarkt sind, daß sie ohne lichen Gebiete, setzen unserm Vordringen noch starken Widerstand entgegen. wesentliche Schädigungen in ihrem Mitgliederbestand die Periode der So ist der Osten überhaupt noch sehr ungünstig für uns. wirtschaftlichen Depression zu überdauern vermögen. Man sehe sich die Zahlen von Ostpreußen, Westpreußen, Posen, Schlesien, Pommern an. Trotz lebhaftester Landagitation, die eine offenbare agitatorische Vernachlässigung des Stadtkreises Königsberg zur Folge hatte, sind unsre Fortschritte in Ostpreußen und besonders im Königsberger Bezirk doch so geringfügig, daß wir nur gerade die Zunahme der Abstimmenden auszugleichen vermochten. Nur im Bezirk Gumbinnen ist ein mäßiger Fortschritt zu erkennen. Auch die Vermehrung unfrer Stimmen um 80 Proz. in Westpreußen und um 74 Proz. in der Provinz Posen darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß wir doch in beiden Provinzen noch gänzlich bedeutungslos sind und auch unsern Anteil an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen nur wenig vermehrt haben. Hier kommen allerdings zu dem vorwiegend landwirtschaftlichen Charakter noch die Herrschaft des Klerus und die nationalen Gegensäge hinzu. Sehr ungünstig ist auch Oberschlesien. Wir vermehrten unfre Stimmenzahlen nur ganz wenig, unser Anteil an der Gesamtftimmenzahl ging sogar infolge stärkerer, jedenfalls der groß polnischen Bewegung geschuldeter Wahlbeteiligung wesentlich zurück. Um so erfreulicher find dagegen unsre Fortschritte in Niederschlesien, die ziemlich gleichmäßig im ganzen Bezirk eintraten und den sächsischen sehr nahe kommen. In Mittelschlesien ist die geringe Wahlbeteiligung beziehungsweise die geringfügige Vermehrung der Gesamtstimmenzahl bemerkenswert. Das hatte zur Folge, daß in dem Bezirk, wenn man die vier durch uns vertretenen Kreise abrechnet, trotz ganz geringer Vermehrung unsrer Stimmenzahl unser Anteil an der Zahl der abgegebenen Stimmen jetzt 26 Proz. beträgt gegen nur 16 Proz. im Jahre 1898. 16 26 D Reg.- Bez. Oppeln + 14 " Reg. Bez. Liegnitz. 22 ohne Görlik 26 , • . +74 +32 2 " 212 " 34 40 " " " 37 41 ohne Stadt+33 43 34 40 " " 31 40 " 34 " +34 39 44 " " " 57 60 " 29 " 26 30 . " " + 52 54 " 22 29 +82 17 25 " " 800 +61 2 # 17 " " . 31 30 " " 21 31 31 D D ohne Kreis 25 . " an +33 30 " " 15 " " " " 23 32 Reg.- Bez. Kaffel Reg.- Bez. Düsseldorf • W +86 ohne Kreis Hanau+39 Rheinprovinz m. Hohenzollern+ 84 Reg.- Bezirke Koblenz, Trier, Aachen+ 80 Darunter die Kreise Lennep Mett mann, Elberfeld Barmen, So= lingen, Düsseldorf, Effen u. Duis Der übrige Teil des Bezirks Reg.- Bez. Köln. Darin die 3 Streise Köln Stadt, burg- Mülheim • Altbayern. Darunter die beiden Münchener Darunter Nürnberg und Fürth Atreise Das übrige Altbayern Pfalz und Oberpfalz. Franken Das übrige Franken • Schwaben. Königreich Sachsen Württemberg Baden 3380 222 " 30 40 " " . • +72 9 13 " " + 75 20 23 B Köln- Land und MülheimWipperfürth • Die übrigen 3 Kreise. +71 +160 28 Bayern. 54 18 " " " 72 13 +62 49 " 104 5 " " 52 17 " 0 +44 24 27 25 56 53 " 65 15 46 7 . . +47 49 59 " 19 " +60 20 " " " +44 19 V " " 42 " 9 . 34 36 " " +23 +47 B " 30 B 44 46 V " " Hansestädte +30 35 40 " 17 " Darunter beide Mecklenburg • • +20 B # D Die 3 Hansestädte +23 60 n " " Straßburg- Stadt Elsaß- Lothringen. +.31 +37 " P " " 41 " " Mülhausen 8 58 " Das übrige Elsaß. + 47 16 Mannheim Dessen • Darunter Pforzheim, Karlsruhe und Das übrige Baden Darunter Kreis Offenbach. Das übrige Hessen Die 8 thüringisch. Kleinstaaten+26 Die 8 norddeutschen ohne 22 423 424 Die Mitgliederzahl, welche von einzelnen Verbänden heute er reicht ist, giebt eine Gewähr für den gesicherten Bestand dieser Gewerkschaften. Im Jahre 1902 zählten an Mitgliedern: Metallarbeiter 128 842, Maurer 82 223, Holzarbeiter 70 390, Bergarbeiter 41 894, Tertilarbeiter 38 158, Fabritarbeiter 33 640, Buchdrucker 33 369( Buchdrucker Elsaß- Lothringen 751), Zimmerer 24 502, Schuhmacher 20 583, Handelss, Transport- und Verkehrss arbeiter 19 713, Schneider 18 680, Tabalarbeiter 17 833, Bauarbeiter 16 193, Maler 14 303, Hafenarbeiter 13 832, Brauer 13 189, BuchSteins binder 10 207, Töpfer 8627, Porzellanarbeiter 8245, Lithographen 7655 Ge Schmiede 7244, arbeiter 8000, meindebetriebs Arbeiter 6127, Maschinisten und Heizer 6070, Böttcher 5736, Glasarbeiter 5643, Bäcker 4760, Tapezierer 4735, Steinfeger 4424, Lederarbeiter 4330, Bildhauer 3918, Werftarbeiter 3749, Sattler 3560, Kupferschmiede 3513, Hutmacher 3232, Handschuhmacher 2987, Dachdecker 2974, Glaser 2772, Seeleute 2598, Stuffateure 2553, Schiffszimmerer 2092, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter 1996, Müller 1992, Gastwirtsgehilfen 1978, Handlungsgehilfen 1770, Fleischer 1577, Graveure 1562, Vergolder 1474, Kürschner 1841, Cigarrensortierer 1120, Konditoren 982, Lagerhalter 862, Civilmufiter 537, Barbiere 500, Masseure 388, Bureauangestellte 371, Gärtner 312, Formstecher 289, Notenstecher 289. Ueber die Entwicklung der Gewerkschaften in den letzten zwölf Jahren giebt diese Tabelle Auskunft: Davon In Lokalweibliche bereinen Kassenbestand der Central berbände M. CentralMits fationen zahl Mitglieder Bufammen ca. 62 277 659 10 000 56 237 094 4 355 7640 287 659 244 734 425 845 646 415 51 223 530 5 384 6 280 229 810 800 579. 54 246 494 5251 5 850 252 044 1 319 295 53 259 175 6.697 10 781. 51 329 230 15 265 56 412 359 14 644 5858 .6.803 269 956 335 088 419 162 1 640 437 2 323 678 2 951 425 57 493 742 13 481 17 500 511 242 4 373 318 580 473 57 60 19 280 680 427 22 844 677 510 23 699 733 206 28 218 15 946 9 860 9 360 10 090 596 419 690 287 686 870 743 296 5 577 547 7 745 902 8 798 333 10 253 559 In Bayern stieg zwar unsre Stimmenzahl prozentual noch Jahr Organiglieber stärker wie in Sachsen, doch ist unser Anteil an der Gesamtstimmenzahl nicht allzuviel stärker geworden, wenngleich ein Fortschreiten unverkennbar ist. Die besten Fortschritte hat hier 1891 auffälligerweise Altbahern gemacht, selbst wenn man München für 1892 fich betrachtet. Franken wird stark beeinflußt durch die ungünstigen 1893 Ergebnisse in Nürnberg und Fürth; ohne diese beiden Streise be- 1894 trachtet steht Franken in seinen Fortschritten über dem Durchschnitte 1895 ganz Bayerns. Bayern als Ganzes steht übrigens nicht wesentlich 1896 hinter dem Reichsdurchschnitt in seinem Fortschritt zurück. Erheb- 1897 liche Fortschritte, die den sächsischen sehr nahe kommen, hat wieder 1898 Württemberg gemacht, während Baden sehr zurückbleibt. Auch 1899 in Hessen kann man nicht von besonderem Vorwärtsdringen reden. 1900 Allerdings trägt hier der starke Rückgang unsres Anteils 1901 im Kreise Offenbach erheblich 1902 der Gesamtstimmenzahl 5858 zu dem wenig günstigen Resultat bei. Fast noch ungünstiger präsentiert sich die preußische Provinz Hessen, wo unser Anteil an Da authentisches Zahlenmaterial für die Lokalorganisationen der Gesamtstimmenzahl gleichfalls zurückgegangen ist und auch die nicht zu haben war, so sind deren in der vorstehenden Tabelle entprozentuale Vermehrung unsrer Stimmen weit unter dem Reichs- haltene Mitgliederzahlen durch Schätzung seitens der betreffenden burchschnitt bleibt. Die Hauptschuld trifft die Kreise Frankfurt und Centralverbände gewonnen. Auf Zuverlässigkeit oder Vollständigkeit erheben diese Schätzungen jedoch keinen Anspruch. Hanau. Die thüringischen Kleinstaaten drangen weniger vor wie die norddeutschen, welche sogar die Hansestädte überflügelt hätten, wenn sie nicht mit erheblich stärkerer Stimmenzunahme zu rechnen gehabt hätten. Hinter dem Reichsdurchschnitt bleiben die Kleinstaaten auch zurück und die thüringischen sogar sehr start. Die Mitgliederzahl der Hirsch- Dunderschen Gewerk. bereine ist von 96 765 im Jahre 1901 auf 102 851 gestiegen, die der christlichen Gewerkschaften ging von 84667 auf 84652 zurück, die der unabhängigen( christlichen) Gewert chaften stieg von 90412 auf 105 248 und die der unabhängigen Vereine gewerkschaftlichen Charakters von 49 651 auf 56 595. Auch bei den Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereinen ist in einigen Bezüglich der Centralverbände ist auch das Prozentverhältnis ihrer Mitglieder zu den in den betreffenden Berufen Beschäftigten ermittelt, wobei die Zahlen der Gewerbezählung von 1895 zu Grunde gelegt sind. Die Hanfeftädte haben ihren Anteil an der Gesamtstimmenzahl mehr verstärkt wie das im Reichsdurchschnitte der Fall ist, doch danten sie das mehr einer geringeren Zunahme der Abstimmenden. Organisationen ein Mitgliederverluft eingetreten, der aber durch In Schleswig- Holstein haben die drei Kreise Ottensen, Kiel und die Zunahme der Mitgliederzahl bei den Metallarbeitern und Altona geringere Fortschritte gemacht wie die übrigen Teile der Fabritarbeitern reichlich ausgeglichen wird. Diese beiden Organi Provinz. Es ist überhaupt eine bemerkenswerte Thatsache, daß fationen sind auch die einzigen der Hirsch- Dunckerschen Gruppe, die mehrfach in alten Partei- Orten industriellen Charakters geringere eine nennenswerte Bedeutung haben. Auch die christlichen GewertFortschritte gemacht worden, zum Teil sogar Verluste eingetreten find. schaften haben nicht den Umfang angenommen, wie es nach den Doch liegen die Umstände offenbar sehr verschieden. Königsberg ist schon dieser Organisationsgruppe zur Verfügung stehenden Agitationserwähnt worden. Es scheint, daß hier die Genossen die offenbar ungeheure mitteln zu erwarten stand. schwierige und noch sehr wenig erfolgreiche Landagitation allzusehr in den Vordergrund gestellt haben, während es doch unter der Industriebevölkerung noch recht tüchtig zu arbeiten gilt. Auch bei Magdeburg gewinnt man den Eindruck, daß die Agitation im Stadtkreise etwas Dabei ist hier allerdings der Fortschritt Wenn diese auch für die heutigen Verhältnisse nicht mehr zubernachlässigt wurde. in dem übrigen Teile des Regierungsbezirks des Regierungsbezirks beffer wie treffend sind, so muß sich der Statistiker mangels eines andren zu in Ostpreußen. Für Schleswig- Holstein hat sich die Landagitation, berlässigen Materials aber damit behelfen. Nach dem Verhältnis felbst wenn sie auf Kosten der industrielleren Bezirke erfolgt fein sollte, der Organisierten zu den Berufsangehörigen rangieren die Verbände recht erfolgreich erwiesen. Ju Hessen dagegen, sowohl dem preußischen in einer wesentlich andren Reihenfolge wie nach den vorher anwie dem Großherzogtum, sind die Streise Frankfurt, Hanau und geführten Mitgliederzahlen. Offenbach zurüdgeblieben, ohne daß die Fortschritte in den übrigen In den Berufen, für welche die in der Statistit geführten Teilen dieser Bezirke erheblich wären. So nötig die eifrigfte 60 Centralverbände bestehen, waren 1895 5 016 293 OrganisationsLandagitation ist, darf doch darüber niemals vergessen werden, daß fähige, darunter 901 873 Arbeiterinnen beschäftigt. die Industrie- Arbeiterschaft unfre Sterntruppe bildet und daß trotzdem waren 1902 zusammen 733 206 14,42 Broz. organisierte und zwar 17,29 Proz. und 28 218 weibliche 3,13 Proz. in vielen Gegenden des Reiches noch weite Schichten der Industrie- 704 988 männliche arbeiter uns fernstehen. Sie zu gewinnen, ist die nächstliegende Das verhältnismäßig ungünstige Gesamtergebnis wird dadurch hervor Aufgabe. Diese Lehre scheinen die jezigen Wahlergebnisse recht gerufen, daß für Berufe, welche die größte Zahl Beschäftigter aufdeutlich zu predigen. Noch tieferes Eindringen in die Einzelheiten, weifen, die aber infolge ihrer fümmerlichen wirtschaftlichen Lage, oder wie es mit genauerer Lokaltenntnis möglich wäre, wird vermutlich auch aus in der Art der Beschäftigung liegenden Gründen, dem noch deutlicher in dieser Nichtung weisen. Organisationsgedanken schwer zugänglich sind, die Organisationen sehr schwach sind und nur einen äußerst geringfügigen Prozentsatz der Berufsangehörigen umfassen. Andrerseits aber haben einzelne Verbände eine so beträchtliche Zahl der Berufsangehörigen zu fich herangezogen, daß sie thatsächlich als die Vertretung der Arbeiterschaft ihres Berufes gelten tönnen. Die deutschen Gewerkschaften im Jahre 1902. h. w. Von diesen Ee ergiebt sich aus den Zahlenreihen, daß unsre Wahlerfolge in den verschiedenen Landesteilen stark von einander abweichen. Eine eingehende Distuffion auf dem Parteitage zur Aufklärung über die Es waren 1902 organisiert in Prozenten der Berufsbesonderen Umstände, die in diesem oder jenem Bezirk vorwalten und die Erklärung für den größeren oder geringeren Fortschritt Schon im vergangenen Frühjahr konnte auf Grund der Berichte angehörigen: Sie kann sehr ersprießlich werden, einer Anzahl gewerkschaftlicher Centralverbände die erfreuliche That- Buchdrucker( in beiden Organisationen, die der Generalkommission bieten, wäre recht erwünscht. wenn die Delegierten aus den einzelnen Landesteilen ihre Er- fache festgestellt werden, daß diese Organisationen trotz des noch angeschlossen sind) und Buchdruckerei- Hilfsarbeiter 79,38; Bildhauer fahrungen über vorhandene Mängel und Schwierigkeiten zum Besten nicht überwundenen wirtschaftlichen Niederganges eine erhebliche 65,30; Kupferschmiede 54,10; Handschuhmacher 48,53; Glafer 44,32; geben. Zunahme an Mitgliedern, eine zum Teil bedeutende Stärkung Steinfeger 43,20; Lithographen und Steindrucker 42,20; Hafens Der große Erfolg, den Sachsen uns gebracht hat, darf für die ihrer Kassen, mit einem Wort: eine Festigung und Kräftigung in arbeiter 39,41; Tapezierer 88,04; Schiffszimmerer und Werftarbeiter Hiernach konnte man 36,61; Töpfer 36,46; Gemeindebetriebs- Arbeiter 35,16; Maurer Thatsache nicht blind machen, daß es damit durchaus nicht allein jeder Hinsicht zu verzeichnen hatten. steht. So giebt ihm der Regierungsbezirk Düsseldorf in den Fort- mit Recht annehmen, daß die klassenbewußte deutsche Gewerkschafts- 34,65; Stuffateure 33,85; Brauer 31,16; Formstecher, Graveure und schritten seit 1898 durchaus nichts nach; er steht ihm faft gleich in organisation auch im allgemeinen ebenso erfreuliche Fortschritte ge- Cifeleure 26,84; Porzellanarbeiter 26,48; Böttcher 26,22; Vergolder der Vermehrung unsres Anteils an der Gesamtzahl der abgegebenen macht hat, wie es für einzelne Verbände festgestellt war. Jetzt liegt 26,04; Hutmacher 24,95; Buchbinder 24,94; Metallarbeiter 24,11; Stimmen, übertrifft es aber erheblich in der prozentualen Eigen- nun der zahlenmäßige Beweis vor, daß diese Annahme vollauf be Zimmerer 24,05; Maler 22,64; Holzarbeiter 22,56; Dachdecker 21,31; vermehrung unster Stimmen. Auch der Regierungsbezirk Arnsberg gründet ist.„ Korrespondenzblatt" der General- Kürschner 20,96; Schuhmacher 19,04; Tabatarbeiter und Cigarrens hat so gewaltige Fortschritte gemacht, daß sie den sächsischen sehr kommission bringt in seiner Nummer 33 eine vom Genossen 2eaten fortierer 18,14; Glasarbeiter 15,81;' maschinisten und Heizer 15,28; Das Sattler 13,72; Lederarbeiter 12,66; Seeleute 12,51; Bergarbeiter 8,58 m., den Glasarbeitern von 2,03 m. auf 5,63 M., den Hut-| aber angethan, unter Umständen gemütlich zu verflachen und sich be 11,19; Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter 10,95; Schneider machern von 4,99 M. auf 6,81 M. usw. Einen nennenswerten Rück- der heutigen Gesellschaft einzurichten. Wir dürfen so schließt er 10,19; Konditoren 9,83; Fabritarbeiter 9,51; Steinarbeiter 8,23; gang in der Belastung der Mitglieder mit dieser Ausgabe ist nur unsre Genossen ihrer hehren Aufgabe als Revolutionäre nicht Schmiede 7,95; Bäcker 6,41; Textilarbeiter 6,38; Bauarbeiter 4,94; bei den Handschuhmachern zu verzeichnen, bei denen diese Ausgabe entwöhnen, vielmehr bei jeder Gelegenheit betonen, daß wir un Müller 4,33; Barbiere 3,18; Fleischer 2,80; Gastwirtsgehilfen 0,92; von 20,60 m. auf 16,18 m. pro Stopf der Mitglieder zurückging. versöhnliche Gegner der heutigen Gesellschaft und deren Einrichtungen Handlungsgehilfen und Lagerhalter 0,91; Gärtner 0,55. Die wirtschaftliche Depression belastet die Arbeiter nicht nur im find.( Bravo!) Es sind somit in 27 Berufen mehr als 20 Broz. und bereits allgemeinen, sondern die Mitglieder der Gewerkschaften im besonderen. Genosse Eduard Bernstein als erster Diskussionsredner in 15 Berufen mehr als 30 Proz. der Berufsangehörigen vereinigt. Diese müssen die Opfer eines widersinnigen Produktionssystems vor erachtet die Frage der Maifeier für eine rein gewerkschaftliche. Berücksichtigt man, daß die auf dem Lande wohnenden, von der Verelendung bewahren und sich selbst dabei die größten Opfer Längere Ausführungen widmet er dem Punkte„ Vicepräsident", wobei allem Verkehr abgeschlossenen Arbeiter kaum für die Organisation zu auferlegen. er seine in den„ Socialistischen Monatsheften" vertretene Ansicht gewinnen sind, obgleich sie als organisationsfähig gerechnet werden Diese Opfer find gebracht worden und diesem Eintreten der darlegt. Es sei dies principiell nichts neues, sondern gehe müssen, so wird man zu sagen haben, daß die Verbände, welche Mitglieder für ihre Organisation und ihre arbeitslosen Genossen ist er nur von dem Standpunkt aus, daß keine Position, die für den mehr als 20 Broz. der Berufsangehörigen umfassen, sehr wohl als es zu danken, daß die Gewerkschaften nicht nur in der Gesamtheit proletarischen Kampf zwecklich erscheint, aus dem Auge zu lassen ist. die Vertretung der Arbeiterschaft des Berufes angesehen werden feinen Rückgang, sondern noch eine Erhöhung ihres Vermögens- Er sei kein Illusionist und wisse, welche Kämpfe der Socialdemo können. Aber auch bei Verbänden, welche diesen Prozentsaz nicht standes konstatieren können. Sowohl absolut, als auch pro Kopf der fratie bevorstehen, so unter anderm der Raub des allgemeinen Wahlerreichen, wird dieses zum Teil zu gelten haben, weil doch den Mitglieder berechnet, ist der Kassenbestand in den meisten Gewerk- rechts; für ihn handle es sich um einen Aft der Klugheit. Ueberdies Arbeitern, die nicht zur Erkenntnis gekommen sind, daß sie sich mit schaften gestiegen. Selbst die Bildhauer konnten trot Belastung von sei die ganze Frage der Monarchie eine solche der Zukunft, die wir ihren Berufsgenossen vereinigen müssen, am allerwenigsten zuerkannt 23,57 M. pro Kopf durch Ausgabe für Arbeitslosenunterstützung in Ruhe und ohne Leidenschaft behandeln können. Genosse werden kann, daß sie als Vertretung ihres Berufes in irgend welchen ihren Vermögensstand von 5,64 M. im Jahre 1901 auf 6,96. Stumpe hält den Streit um den Präsidentensiz. keineswegs für öffentlichen Fragen gelten können. im Jahre 1902 pro Kopf der Mitglieder erhöhen. Hier mußten die so einschneidend für die Partei, ist vielmehr der Ansicht, daß statt Mitglieder Beiträge von ganz enormer Höhe leisten, um die Wider- dessen viel Besseres zu thun sei in agitatorischer Hinsicht und dies standsfähigkeit der Organisation zu erhalten. gerade jetzt nach den Wahlen. Der Generalstreik, der soviel Die Statistik zeigt, daß die klassenbewußten Gewerkschafts- umstrittene, sei unnötig, es genüge als durchschlagende Aktion die organisationen bedeutende Fortschritte gemacht haben, und es ist Niederlegung der Arbeit aller Arbeiter der Verkehrsmittel. Weiter sicher zu erwarten, daß sie sich zu noch größerer Kraft und hält er für einen Fehler, daß derartige und andre für die Partei Leistungsfähigkeit entwickeln, um dem arbeiterfeindlichen Unter- bedeutsame Fragen lediglich von Akademikern und Litteraten be nehmertum einen unüberwindlichen Damm entgegenzusehen. handelt werden, ohne den praktischen Arbeiter nach seiner Meinung zu befragen und dessen Urteil als Parteizugehöriger in die Wagschale zu werfen. Vor allem möge die Partei sorgen, daß der indifferente Arbeiter aufgeklärt und die Arbeiterschaft im allgemeinen besser geschult werde. Nach einer furzen Erividerung Kazensteins an Bernstein, in der er seine Ansichten verficht, bemerkt Genosse Rannow, daß er der Maifeier eine große Bedeutung beimesse und erhofft er vom Parteitag, daß Die geringe Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen giebt uns immer wieder Veranlassung, den weiblichen Mitgliedern der Gewerkschaften einen besonderen Abschnitt in der Statistik zu widmen. Zwar ist erfreulicherweise zu konstatieren, daß die Zahl der weiblichen Mitglieder von 23 699 im Jahre 1901 auf 28 218 im Jahre 1902, also um 4519 oder 19,00 Proz. gewachsen ist, während die Zahl der männlichen Mitglieder sich nur um 8,2 Proz. in diesem Zeitraum vermehrte. Insgesamt sind aber von den für die Gewerkschaften in Frage kommenden industriellen Arbeiterinnen nur 3,13 Proz. organisiert, so daß hier noch viel Agitationsarbeit zu leisten ist. Verfammlungen. Im Verband der Buchbinder sind zwar 20,26, bei den Schuhmachern 20,29, den Buchdruckerei- Hilfsarbeitern 14,94 und den Zweiter Wahlkreis. Am Mittwoch sprach Reichstags- Abgeordneter Metallarbeitern 13,22 Proz. der im Berufe thätigen Arbeiterinnen 3ubeil in einer im Hofjäger- Palast" abgehaltenen Wahlvereins für die Organisation gewonnen. In den andern Organisationen ist Versammlung über„ Die Socialdemokratie nach den Reichstags- dieser einen Beschluß faffe, der für die Gewerkschaften etwas Gutes der Prozentsatz der weiblichen Mitglieder aber sehr gering und in wahlen". Nachdem Redner in großen Zügen den Wahlkampf und bringe. Unter Verschiedenem giebt der Vorsitzende noch bekannt, daß einzelnen Berufen gehört noch keine der beschäftigten Arbeiterinnen das Verhalten der bürgerlichen Parteien während desselben be- am 19. September seitens des Wahlvereins ein Künstler- Konzert im dem Verbande an. Es sei hier an die Beschlüsse der Gewerkschafts- leuchtet hatte, bezeichnete er das Jahr 1903 als einen Markstein Gewerkschaftshause stattfindet. tongresse von 1896 und 1902 erinnert, dahingehend, der Agitation in der Geschichte der deutschen Socialdemokratie, nicht allein He * * Die Kassenverhältnisse der Gewerkschaften. Insgesamt hatten die Gewerkschaften im Jahre 1902 eine Einnahme von 11 097 744 M. und eine Ausgabe von 10 005 528 m. An Bestand verblieben in den Kassen 10 253 559 M. Gegenüber dem Vorjahre erhöhte sich die Einnahme um 1375 024 M., die Ausgabe um 1038 360 M. und der Kassenbestand um 1455 227 M. unter den Arbeiterinnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken und daß jezt der Partei noch große parlamentarische und Die Gehalts- und Arbeitsverhältnisse der kaufmännischen Anzweckmäßige Einrichtungen zu treffen, um die weiblichen Mitglieder agitatorische Aufgaben gestellt seien, sondern daß nunmehr gestellten im Warenhause für deutsche Beamten wurden am Mittwoch an die Organisation zu fesseln. Auch 1902 haben nur 15 von auch die„ Revisionisten" eingesehen haben dürften, daß von auch die Revisionisten" eingesehen haben dürften, daß das in einer öffentlichen, vom deutschnationalen Handlungsgehilfen26 Organisationen mit weiblichen Mitgliedern eine Zunahme dieser alte viel fritisierte Schlagwort von der einen reaktionären Masse" mehr Verband einberufenen Versammlung erörtert. Der Referent von insgesamt 4950, während in 11 Organisationen ein Berlust von wie je seine volle Gültigkeit habe. Auf die Präsidialfrage ein Döring schilderte im einzelnen die auch von uns mitgeteilten 131 weiblichen Mitgliedern zu verzeichnen ist. gehend, wies er an der Hand der Reichstags- Geschäftsordnung nach, Mißstände im Warenhause. Den weiteren Ausführungen des wie wenig die Bernsteinschen Voraussetzungen von dem eventuellen Referenten war zu entnehmen, daß der Direktor infolge der VerEinfluß eines socialdemokratischen Vicepräsidenten auf den Gang der öffentlichungen in der Presse, in der es auch hieß, daß es zu Parlamentsverhandlungen zutreffen, ganz abgesehen von der grenzen einem Streit kommen würde, seinen Urlaub unterbrochen und lofen Blamage eines parteigenössischen Hofganges. Nach einer wirkungs- die Angestellten zusammenberufen hat, um ihnen in einer Ansprache vollen Kritik der Anschauungen Bernsteins, Vollmars und Heines über diese auseinanderzusetzen, daß sie zu Beschwerden keine Veranlassung zu einer künstlichen Aktualität gestempelten, an sich sehr untergeordneten hätten. Schließlich sollte eine Erklärung unterschrieben werden, woFrage begrüßt es Redner, daß die Angelegenheit nunmehr aus dem nach die in einem Organ der Handlungsgehilfen aufgestellten Be Rahmen einer bloßen Fraktionsbesprechung herausgetrieben ist und hauptungen über die Zustände im Warenhause als unzutreffend be infolge der öffentlichen Diskussion vor das Forum des Partei- zeichnet werden. Diese Erklärung wurde zunächst den Daß in diesen Ziffern nicht die ganze Einnahme enthalten iſt, tags kommen muß, auf dem die Situation dann wohl gründlich besser gestellten Zuschneidern, die bei dieser Frage eigent welche die Gewerkschaften haben, wurde schon bei Veröffentlichung geklärt werden dürfte. Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Zum lich gar nicht in Betracht kommen, und dann erst den der Statistiken der Vorjahre erklärt. Es fehlen darin die Einnahmen Schluß forderte der Vorsitzende zur Agitation für den Wahlverein faufmännischen Angestellten, um die es sich handelt, vorgelegt. und Ausgaben, welche in den Zweigvereinen gemacht werden, bei und die Parteipresse auf und gab bekannt, daß am 25. August in Unterschrieben wurde die Erklärung, die dann in die Presse lanciert Fonds, die nicht der Kontrolle der Centralleitung unterstehen. In der Bodbrauerei eine Versammlung stattfindet, in die wurde, schließlich von fast allen Angestellten, die sich ja auch schon den zwölf Jahren, auf welche sich die Statistik der General- der Bockbrauerei eine Versammlung stattfindet, in der einem ungünstigen Abkommission erstreckt, hatten die Verbände eine Gesamteinnahme von Delegiertenwahlen zur Provinzialkonferenz und zum Parteitage infolge ihrer materiellen Lage in borgenommen werden. hängigkeitsverhältnis befinden und wohl auch befürchteten, ihre 62 287 743 M. und eine Gesamtausgabe von 55 254 131 M. Um rund 10 Millionen Mark war die Einnahme der Verbände Der Wahlverein für den vierten Reichstags- Wahlkreis( Süd- Ost) Unterschrift- die eine freiwillige sein sollte unter dieser ErStellung zu verlieren. Nur neun der Angestellten weigerten sich, die im Jahre 1902 höher als im Jahre 1891 und die Ausgabe steigerte hielt am Dienstag bei Graumann eine zahlreich besuchte Versamm flärung zu geben und die Folge davon war, daß diese sofort entlassen sich um rund 91 Millionen Mark. Die Organisationen waren be- lung ab, in der zunächst ein verstorbenes Mitglied in üblicher Weise und ihnen, nachdem man jedem für zwei Monate Gehalt ausbezahlt müht, die Mitglieder zur Leistung höherer Beiträge zu erziehen, geehrt wurde. Ueber die Aufgaben des Parteitages hatte, das weitere Betreten der Geschäftsräume verboten wurde. weil ohne Leistung keine Gegenleistung erfolgen kann. Und dieses referierte Genosse Kazenstein. Er führte aus: Die ist ihnen auch gelungen. Im Jahre 1891 hatten 80 Prozent der Selbstkritik, die nach dem Ausfall der Wahlen stets seitens der Polizeibehörden eine schärfere Kontrolle über die Durch Nach Schilderung dieser Verhältniffe verlangte der Referent, daß Verbände einen Wochenbeitrag von weniger als 20 Pfennig, im einen großen Raum einnahm, dürfte diesmal weniger führung der gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Arbeitszeit Jahre 1902 aber haben nur 10 Prozent der Organisationen einen gepflogen werden, obwohl der Parteitag unter dem Ein- und der Handhabung bezüglich der Strafgelder ausgeübt werde. folchen Beitrag. druck der Wahlen stehen wird; dagegen werde die Frage Ferner wird erwartet, daß auch die faufberechtigten Mitglieder Infolgedessen konnten die Organisationen auch ihren Mit der ferneren Tattit eine ausgiebige Debatte zeitigen, bes Warenhauses für deutsche Beamte dahin wirken, daß bessere gliedern insbesondere in Bezug auf Unterstützungen von Jahr zu wozu auch die Reichstagswahl- Statistit schäzbares Material Jahr mehr bieten. Es wurden in den Jahren 1891 bis liefert. In der Frage, ob Genossen an bürgerlichen Blättern Mit- Verhältnisse für die Angestellten geschaffen werden, wozu fie in der Generalversammlung Gelegenheit hätten. Unangenehm schien es 1902 verausgabt für: Rechtsschutz 460 165 M.; Gemaßregelten arbeiter sein dürfen, glaubt er, daß der Parteivorstand das Richtige Herrn Döring zu sein, zugeben zu müssen, daß er die Behauptung Unterſtügung 1 044 617 M., Reise Unterstützung 4 482 378 M., getroffen habe. Als unabweisbare Notwendigkeit erscheint dem über die mitgeteilte Auskunftserteilung des Reichstags: Abgeordneten Arbeitslosen Unterstützung 5 494 860 M., Kranten- Unterstügung Redner die Revision des Parteiprogramms, wie es W. Heine an einen Angestellten des Warenhauses nicht 5 435 733 M., Invaliden- Unterstüßung 717 987 M., Beihilfe in Not- von Bebel schon früher angedeutet wurde, wobei die Ansicht Engels, aufrechterhalten kann und daß sich sein Gewährsmann geirrt und Sterbefällen 1 129 772 M., zusammen 18 765 512 M. Für das das Programm zu verkürzen, Berücksichtigung finden möge. hat. Er glaubte deshalb noch darauf hinweisen zu müssen, Bildungsmittel, das Verbandsorgan, wurden 5 491 032 M., zu- So z. B. fehle im Programm der Punkt betr. die Staats daß sein Gewährsmann, der in der Versammlung anwesend war, sammen für Unterſtüßungen und Bildungszwecke 24 256 544 m. ver- form. Es müsse in diesem deutlich gesagt werden, daß wir auf aber sich nicht zum Wort meldete, eine Mark Gebühren für die wendet. Demgegenüber sind für Streits aus den Verbandskassen in dem Boden der demokratischen Republik stehen und eine friedliche, negative Auskunft des Socius von Heine bezahlt hat. diesem Zeitraum nur 13 046 758 m. verausgabt, so daß den ersteren evolutionistische Entwicklung der Verhältnisse wünschen. Bei dieser In der dem Referate folgenden Diskussion wurden die Verhält Zweden 11 Millionen Mark mehr gewidmet wurden als den Gelegenheit schneidet Redner die Streitfrage an, ob ein Fraktions- nisse im Warenhause für deutsche Beamte ähnlich wie vom Referenten Streits. Auf diesen Bunft legen wir nicht deswegen besonderes mitglied Vice- Präsident des Reichstages sein solle, dem geschildert und lebhaft kritisiert. Ein Redner versuchte allerdings Gewicht, weil wir es für besonders rühmenswert halten, daß er ganz energisch widerspricht. Die Behauptung, daß ein solcher Prä: bie gerügten Zustände zu beschönigen, that es aber in einer solchen die Ausgaben für den unmittelbaren wirtschaftlichen Kampf ge- fident parlamentarische Rechtsbrüche verhindern könne, ſei Weise, daß es für die Geschäftsleitung, die übrigens schriftlich zu ringer sind, als die für Unterſtützungen, die mittelbar diesen unzutreffend, indem dies lediglich in der Hand des Präsidenten dieser Versammlung eingeladen war, doch wirklich besser gewesen Kampf gleichfalls fördern, sondern um immer wieder den Gegnern selbst liege. Ebensowenig könne man von einem Recht für die wäre, sie hätte der Einladung Folge geleistet und hätte diesen Verder Organisationen zu zeigen, daß diese eine Reihe von Auf- Vice- Präsidentschaft als auch von einer Pflicht der höfifchen Be- teidiger ihrer Interessen zu Hause gelassen. gaben erfüllen, die kulturellen Zwecken dienen, und nicht nur fuche sprechen; beides sei hergebrachter Brauch, und halte er dafür, Streits führen, wie die Gegner der Arbeiterbewegung zu behaupten daß der Besuch am Hofe seitens eines Republikaners eine InDer Verband der Tapezierer hatte am 13. d. Mts. eine Generals belieben. konsequenz bedeute. versammlung. Im Quartalsbericht stand der Streit bei Hecker und Die Ausgabe für Gemaßregelten, Neise- und Arbeitslosen- Wichtigere Fragen für den Parteitag werden nach Ansicht des die Angelegenheit L. Schmidts im Vordergrund. Das Gutachten des Unterstützung ist im Jahre 1902 wiederum beträchtlich in die Höhe Redners ganz andre sein, so die des Militarismus, wozu gerichtlich bereidigten Bücherrevisors lautet dahin, daß die BuchDie erstere stieg gegenüber 1901 von 198 173 M. auf dem Reichstage ein den programmatischen Forderungen entführung in jeder Weise korrekt ausgeführt ist; das Defizit beläuft 250 661 M., die Reiseunterstützung von 607 127 9. auf 709 778 M., sprechender Gefeßentwurf seitens der Fraktion unterbreitet werden sich insgesammt auf 1049 M. Die neue Ortsverwaltung setzt sich die Arbeitslosen- Unterstützung von 1238 197 m. auf 1593 022 M. müsse. Ebenso verhalte es sich mit der Agrarfrage; zu dieser wie folgt zusammen: Geschäftsführer und erster Kassierer: Moßkopf, Für diese drei Unterſtüßungen, deren Steigerung ein müsse endlich seitens der auf dem Boden der Wissenschaft stehenden zweiter Kassierer: Bruno, erster Vorsitzender: Wels, zweiter VorZeichen ungünstiger wirtschaftlicher Konjunktur ist, mußten die Ge- Partei energisch Stellung genommen werden. Geradezu brennend und fizender: Lobik, erster Schriftführer: Bölfe, zweiter Schriftführer: werkschaften im Jahre 1902 509 964 M. mehr ausgeben als im Jahre für einen Kulturstaat beschämend sei der augenblickliche Zustand der Fritsch, Revisoren: Rich. Bönite, Gaier, Albert. 1901 und 1879 958 M. mehr als im Jahre 1899. gegangen. V Rechtssprechung in Deutschland, für dessen Aenderung sich eine umDiese Mehrausgabe ist nicht allein darauf zurückzuführen, daß fangreiche Agitation und ein diesbezüglicher Gesezentwurf nötig mache. Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt am 17. Auguft feit 1899 acht der 1902 in der Statistik geführten Organisationen, Als berechtigte Forderung erkennt er weiter, daß die Etats- feine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Mar Grunwald sprach welche Arbeitslosen- Unterstügung zahlen, in der Statistik von 1899 bebatten im Reichstag verkürzt werden, um Zeit zur Be- über die Folgen der Reichstagswahl und die Gewerkschaften. In teils noch nicht geführt waren oder seitdem die Arbeitslosen- Unter- ratung für Initiativanträge zu gewinnen. Endlich müßten der hierauf folgenden Diskussion wurde auch die Vice- Präsidentenstützung eingeführt haben, sondern die Ausgabe pro Kopf der Mit- Grundsäge für ein Kommunalprogramm geschaffen frage berührt, und allgemein wurde scharf getadelt, daß man derglieder ist gegenüber dem Vorjahre für diesen Unterstützungs- werden, natürlich abweichend den lokalen Verhältnissen entsprechend. Als selben so viel Bedeutung beilege; die Arbeitervertreter hätten wichBei gestiegen. Zweig von letzten Punkt berührt Redner die Maifeier, wobei er den General- tigere intereffen zu wahren, als sich über diesen Punkt zu streiten. 19,72 M. auf 23,57 M., den Buchdruckern von 16,59 M. Streit- Ideen entgegentritt. Letzterer, sowie das Genossenschafts- Bum Delegierten für den sechsten Kongreß der Freien Vereinigung M., den Formstechern bon 1,97 M. auf wesen seien Dinge, durch die man das politische Ziel nicht erreiche, deutscher Gewerkschaften wurde Karl Haffner einstimmig gewählt. beträchtlich auf 17,70 den Bildhauern Schellfische in alten Gran Cabliau 20 ohne Kopf Grössen 15-25 22 Pf. pro Pfd. Pf., im Anschnitt Pf. pro Pfd. Seelachs 17:22 22 Pf. pr. Pfd. Alle Fischarten sind infolge grosser Fänge soeben in grossen Mengen eingetroffen. Die mannigfachen Zubereitungen sind aus dem umfangreichen Seefisch- Kochbuch, das jeder Käufer gratis erhält, ersichtlich. 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Heute, Freitagabend 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 358. Sitzung der Ortsverwaltung. Am Sonntag, den 23. d. M., vormittags 10 Uhr, im Lokal von Schöhler, Stromstraße 28: Neu errichtet wurden die Zahlstellen: in Tempelhof im 2ofal bon Dreibrodt, Ringbahnstr. 12, in Oranienburg im Lokal von Diettrich, Mühlenstr. 14. Verlegt wurde die bisherige Zahlstelle von Nowe, Beusselstr. 62, nach dem Lokal von Näther, Huttenstr. 9. Bezirksversammlung für Moabit. Achtung! Moabit! Charlottenburg! Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Dr. Wollheim über:„ Erdbeben und Fuhrmann. Sonntag, den 23. August, beabsichtigen die Kollegen eine Herrenpartie über Tegel nach Heiligensee. Treffpunkt Bahnhof Beuffelstraße früh 7 Uhr. Für Nachzügler Treffpunkt im Restaurant Krause, 120/14 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Taschen- n. Kofferbranche: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saali Bulfane". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Berschiedenes. 86/8 Militär- Branche: Gewerkschaftshaus, Engel- lljer 15, Saal 7. Linoleumleger u. Teppichnäher: Montag, 24. August, ab. 8%, Uhr, Wagen- Sattler: Eisenmöbel- Branche: bei Ladewig, Kommandantenftr. 65. Sektion Charlottenburg: bei E. Dörre, Charlottenburg, Wallstr. 90. Da in diesen Versammlungen außerordentlich wichtige, die Berliner Organisation betreffende Angelegenheiten Berlinerstraße. Verband des technischen Bühnen- Personals. ugustin, Zindenir. 69. bends 8½ Uhr, Sonnabend, den 22. August, abends 11 Uhr, im Gewerkschaftshause, Mittwoch, den 26. August, abends 8 Uhr, Dienstag, den 25. August, ab. 81, Uhr, Engel- Ufer 15: Versammlung. Tagesordnung: Neu! Berliner Schweiz. Zwiebusch Gosener Berge. 1. Bericht der Kommiffion. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Nächsten Sonntag: Extra- Dampferfahrten mit Musik. Um regen Besuch bittet 190/8 Der Vorstand. beraten werden sollen, so ist das Erscheinen sämtlicher Centralverband der Dachdecker Kollegen und Kolleginnen dringend notwendig. 157/20 Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Wir machen die Mitglieder hierdurch auf die Zahlftellen aufmerksam: Filiale Berlin. Sonntag, den 23. Auguft, vormittags 10 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Südost: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Zimmer 22. Filiale? 2. Bericht betreffs des paritätischen Arbeitsnachweises. 3. Stellung 2. Südost: Adalbertstr. 62 bei Karl Achterberg. 3. Centrum: Grünstr. 21 bei Geborg Weihnacht. 4. Norden: Bergstr. 62 bei Hilgenfeld. Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen, von dieser Ein: Die Ortsverwaltung. richtung regen Gebrauch zu machen. Centralverband der Steinarbeiter Deutschlands. Oeffentliche Versammlung der Filialen I und 1 1. Wie stellen sich die Kollegen zur Gründung einer Bibliothek in der nahme zum Verbandstag. 4. Verschiedenes. Im zahlreichen Besuch ersucht 54/13 Die Ortsverwaltung. Tischlerverein zu Berlin. Heute, Sonnabend, den 22. August, abends 8%, Uhr, im Lokal Melchiorstr. 15: Versammlung. Hin und zurück 75 Pf., Kinder 40 Pf. Bei eintretender Dunkelheit: Höhenfeuer und Alpenglühen. Abfahrt vom Schultheiß- Garten( Jannowitbrüde) 912 Uhr vormittage und 2 Uhr nachmittags. NB. Die Sonntags- Extrafahrten werden jezt von der Reederei Nobiling 4476 ( nicht Tismer) ausgeführt. Es ladet ergebenst ein Hermann Gärtner, Juhaber u. Begründer. 8, 10, 15-60 M. Fertige Betten und MetallTages- Ordnung: Bortrag des Herrn Bruno Buchwald: Banten, Bettstellen Börse und Arbeiterschaft. Vereinsangelegenheiten. Bezahlung der Beiträge. Billetausgabe zum Besuch der ,, Urania" am 6. September und zum Sommer- Fest Seute, Freitagabend 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderftr. 27c. in der„ Neuen Welt" am Montag, den 24. August Tages Ordnung: 1. Bericht über den Ausstand. 2. Diskussion. 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Wieder einmal die Vorwärts"-Druckerei. " " Freitag, 21. August 1903. läffig feien". In dieser Form kann die Nachricht nicht ganz find, mangelte es naturgemäß nicht. Daß der Vorwärts" in der richtig sein. Nach dem Wortlaut muß man annehmen, daß die erwähnten Notiz die Kleinhändler Blutsauger tituliert habe, gehört Wohnung thatsächlich Mängel hat. Ist das aber wahr, dann ebenso zu den Unwahrheiten, wie die weitere Behauptung des Der„ Correspondent für Deutschlands Buchdrucker" bringt folgenden wird der Hauswirt es doch gewiß für seine Pflicht halten, dem Redners, daß die Socialdemokratie in den 80er Jahren gegen die Versammlungsbericht aus Berlin: Sonntagsruhe und den Achtuhrschluß im Handelsgewerbe aufgetreten Außerordentliche Versammlung des Vereins der Stereotypeure Brauch ehrlicher Geschäftsleute zu folgen und selber ungefragt auf ist. Gelegentliche Seitenhiebe gegen das herrschende Großagrariertum und Galvanoplastiker Berlins und Umgegend vom 8. August. Diese die Mängel aufmerksam zu machen, die seiner Ware anhaften. Wenn und die Polizeiherrschaft in Preußen vermochten die wirtschaftliche Versammlung hatte sich hauptsächlich mit der Angelegenheit der der bisherige Mieter ihm ungebeten diese Mühe abnimmt und Miets- Einsichtslosigkeit des Vortragenden nicht zu bemänteln. Nach freiBorwärts" Druderei zu beschäftigen. Nachdem der Vorsigende in lustige dadurch zum Verzicht auf die Wohnung veranlaßt, so wird sinniger Manier polemisierte er gegen jede Festlegung einer Ladens flaren, deutlichen Worten der Versammlung die ganze Angelegenheit der ehrliche Hauswirt ihn nicht auf Schadenersaz berklagen, sondern schlußstunde sowohl bei der Sonntagsruhe als bei Regelung der mit der Vorwärts" Druderei vorgeführt und zugleich auch bedauert, ihm sogar noch dankbar dafür sein, daß er ihm geholfen hat, andre täglichen Arbeitszeit. Sonft bekundete er seine Sympathie für den daß trotz aller Verhandlungen an der Entlassung des Kollegen Bielefeld von der Mietung einer für sie nicht geeigneten Wohnung abzuhalten unkontrollierbaren Normalarbeitstag der Angestellten im Handelsnichts geändert werden konnte, ergriff auch in dieser Sache der anwesende und sie so vor Schaden zu bewahren. Da aber der betreffende gewerbe. Von vornherein war nur den Gegnern des AchtuhrLadenschlusses andre das Wort zugesichert, Redner Gauvorsteher Massini das Wort. Er führte der Versammlung nochsollten nach den Worten eines pathetischen Vorsitzenden" ge= mals den ganzen Hergang der Sache vor Augen und sprach sein Hauswirt trotzdem geflagt hat, so dürfte die Sache doch wohl etwas anders liegen. Bedauern aus über das Verhalten der andern zwei dort beschäftigten maßregelt" werden. Um so peinlicher wirkten deshalb die Immerhin ist der Fall interessant. Noch interessanter ist aber Schlußworte des Referenten, der die für Verkürzung ihrer täglichen Kollegen in dieser Sache. Zugleich tadelte Redner das Gebaren der Geschäftsleitung betreffs Neubejegung der Stellen durch Umgebung ein gleichfalls hierher gehöriger andrer Fall, der uns aus Arbeitszeit agitierenden Angestellten mit Schimpfworten wie„ grüne des Arbeitsnachweises. Nachdem nun noch verschiedene Kollegen in Rigdorf gemeldet wird. Dort hat ein Hauswirt einem Mieter, Jungens"," unreife Knaben" regalierte. Glaubhaft war die Ver schärfster Weise das Gebaren der Geschäftsleitung der Vorwärts" der zum Oktober zieht, folgenden Brief geschrieben( originalgetreu ficherung des Herrn Färber, daß er die Frage des Achtuhr- LadenDruckerei sowie auch das Verhalten der andren dort beschäftigten in Orthographie und Interpunktion):" Ich habe Beweise durch Zeugen schlusses nicht studiert habe und nur aus seiner Praxis heraus Kollegen gekennzeichnet hatten, wurde folgende Resolution von der das Ihre Frau Mitslustige die Wohnung im schlechten Lichte stellt urteile. Versammlung einstimmig angenommen: Die Versammlung giebt und damit sucht das Vermieten zu hintertreiben. Ich mache Ihnen aus der großkapitalistischen Entwicklung ergiebt, ließ erwarten, daß Die außerordentlich schwierige Lage des Kleinhandels, die sich ihr Einverständnis zu der stattgehabten Erledigung der Angelegenheit Bielefelds mit dem Vorwärts", wenn sie auch erklären muß, daß sie nun darauf Aufmerksam das zu Auskünften ich einen Vertreter in der Diskussion mit Ernst und Würde die Klagen des bedrängten Statt dessen von dem Resultate der Verhandlungen nicht im geringsten befriedigt an dortiger Stelle habe; jedoch nicht Ihre Frau. Sollte mir durch Kleinhändlertums vorgetragen werden würden. ist. Ihre schärffte Mißbilligung spricht die Versammlung auch dar- Ihrer Schuld resp. Ihrer Frau in dieser Angelegenheit Schaden wirkten einige Redner durch ihr eigenartiges Auftreten faft Reden zum Tummelplatz über aus, daß die Geschäftsleitung mit Umgehung des Arbeits- erwachsen, werde ich nicht unterlassen Ihnen dafür zur Ver- belustigend, während andre ihre nachweises Arbeitskräfte engagierte, obwohl sie dem Vorstande das antwortung zu ziehen." Der Mieter hat troden erwidert, daß er wüftester Beleidigungen der Angestellten machten. Interessant waren sichere Versprechen gegeben hatte, bei Bedarf von Arbeitskräften nur teine Veranlassung habe, Mietslustigen die bie mannigfachen Eingeständnisse, daß die Warenhaussteuer ihren solche durch den Arbeitsnachweis zu engagieren. Sie erwartet daher unwahrheit zu sagen, warum man zieht"; worauf zwed völlig verfehlt habe, daß weiter eine große Anzahl von Ladenin Zukunft von der Geschäftsleitung des Vorwärts", um jeden Ston- der Wirt in einem groben Brief geantwortet, daß ihm, dem Mieter, gültig gegenüberstehe und viele Geschäftsinhaber selbst einem früheren inhabern dem Kampfe gegen den Achtuhr- Ladenschluß sehr gleichflitt mit der Organisation zu vermeiden, daß sie ihr Versprechen er- Bescheidenheit fremd sei". füllt. Hierauf wurden noch einige interne Sachen erledigt. Ladenschluß zustimmen. Dieser die Bescheidenheit liebende Hausbesitzer aus Rigdorf Die Geschäftsleitung der Vorwärts"-Buchdruderei meint also, dem Inhaber einer gekündigten Wohnung bezw. der Ueber die Gründe, welche zur Entlassung des Stereotypeurs Familie desselben überhaupt jede Auskunftserteilung Bielefeld geführt haben, wollen wir uns hier, und zwar im Intereffe an Miets lustige berbieten zu dürfen; wenigstens sagt er Bielefelds, nicht näher einlassen. Wir begnügen uns mit der Fest- nirgends, daß er, gleich dem Moabiter Hausbesitzer, nur unerbetene stellung folgender Thatsachen: Auskunfterteilung für unzulässig hält. Da hört denn doch alles 1. Der Arbeiter Ausschuß der Vorwärts"-Buchdruckerei auf! Mit seiner Schadenersatzklage wird der Rigdorfer vermutlich hat sich in zwei Sizungen mit der Entlassung B.3 beschäftigt und noch weniger Glück haben als der Moabiter mit der seinigen. dann, bei einer Stimmenthaltung, einstimmig erflärt, daß feine Maßregelung vorliegt. " sendet uns dazu folgende Erklärung: " Db der„ Correspondent" auch in diesem Falle( wie anläßlich des kurz vor den Wahlen erhobenen Vorwurfs der Lohnbrüderei) feinen Lesern unfre Richtigstellung vorenthalten wird, müssen wir dem bekannten Anstandsgefühl der„ Correspondent" Redaktion überlassen. Die Geschäftsleitung der Vorwärts"-Druderei. " Wir Ar Schließlich wurde eine Resolution angenommen, in der man den Achtuhr- Ladenschluß verwarf, nicht ohne vorher etwaigen anwesenden Angestellten die Teilnahme an der Abstimmung zu unterfagen. Die Angestellten der Großen Berliner Straßenbahn hatten fich am Mittwoch in einer ungewöhnlich stark besuchten Versammlung zusammengefunden, um Stellung zur Einführung der freien Iratwahl für die Betriebs- Krankenkasse zu nehmen. In der lebhaften Debatte darüber wurde zur Sprache gebracht, daß die Direktion sich mit den Wünschen der Kassenmitglieder betreffs 2. Weder der Vorstand des Berliner Buchdrucker= Zu der Angelegenheit des Gärtners Ernst Schulze ist neben der freie Arztwahr durchaus nicht befreunden könne. Daraus erkläre Vereins noch der des Vereins Berliner Stereotypeure amtlichen Darstellung des Polizeipräsidiums noch die Mit- sich auch das Verhalten des Kassenvorsigenden gegen die Delegierten haben, nachdem sie von der Geschäftsleitung der„ Vorwärts"-Buch- teilung eines seine Nachrichten von der Polizei beziehenden Bericht- und die rege Agitation, die gegenwärtig in dem Ascher- Kothe- Verein bruckerei eingehende Aufklärung erhalten hatten, die Behauptung erstatters verbreitet worden, die sich inhaltlich mit den Ausführungen gegen die Einführung der freien Arztwahl betrieben werde. Einige Bielefelds, daß er„ gemaßregelt" fei, als begründet oder be des Präsidiums deckt. In beiden Darstellungen tritt der Wunsch Delegierte, die sich besonders für diese zeitgemäße Neuerung ins rechtigt anerkennen können. hervor, es zu entschuldigen, daß die Polizei den geistespfahl erhalten. Es ist ihnen bedeutet worden, daß fie In dem Versammlungsbericht heißt es weiter: Der Gau- franken, seit dem 24. Juli vermißten und ihr am 26. Juli als Beug legten, haben fogar einen deutlichen Wint mit dem Baunborsteher Massini„ tadelte zugleich das Gebaren der Geschäfts- vermißt gemeldeten Herrn Sch. erst am 12. August ermitteln fonnte, als Angestellte sich den Wünschen ihrer Arbeitgeber auch in Leitung betreffs Neubesetzung der Stellen durch Umgebung obwohl sie selber ihn schon am 25. Juli in Gewahrsam dieser Sache zu fügen hätten, widrigenfalls das andre des Arbeitsnachweises". Diese Darstellung kann um genommen und wegen Betteleiverdachts dem Amtsgericht be- fonnten sie sich denken. Allem Anschein nach hat der letzte möglich richtig sein, denn sonst würde Herr Maffini etwas ziehungsweise der Stadtvogtei zugeführt hatte. heben Delegiertenbeschluß, die Betriebs Krankenkasse der Großen Berliner behauptet haben, von dem er wußte, daß es nicht der demgegenüber noch einmal hervor, daß die Darstellungen, Straßenbahn der Centralfommission der Krankenkassen anzugliedern, verbreitet wurden, in Wahrheit entspreche. Herr Massini war bei den Verhand- die von polizeilicher Seite wurden, in einem oben" ein wenig verschnupft, daher auch die jetzige Nervosität Herr Lungen zugegen, in denen auf einen diesbezüglichen Vorwurf die wichtigen Punkte unzutreffend find. Ernst daselbst gegenüber diesem zweiten modernen Schritt der organisierten Geschäftsleitung nachwies, daß sie ganz loyal nach den mit dem Schulze hatte sich nach seiner Festnahme auf der Polizei als Kassenmitglieder. Zur Annahme gelangte schließlich einstimmig eine Stereotypeur- Vorstand getroffenen Vereinbarungen gehandelt wohnungslos und als einen am 30. Dezember 1880 geborenen Ludwig Resolution, laut der die Delegierten der Kaffe von der Versammlung habe, was auch der Vorsitzende der Stereotypeur- Vereinigung, Herr Schulze bezeichnet offenbar in seiner Geistesverwirrung; er führt verpflichtet werden, mit allem Nachdruck für die Einführung der Schellbach, einige Tage vor der Versammlung offen bestätigte. Wenn neben seinem Rufnamen Ernst thatsächlich noch den Namen Ludwig, freien Arztwahl einzutreten. nun in der von der Versammlung angenommenen Resolution der Geschäfts- ist jedoch am 6. Dezember 1830 geboren. Aber als er am 11. August Die Neuerungen im Stadt- und Ringbahnbetriebe werden der leitung die schärfste Mißbilligung" ausgesprochen wurde, weil diese nach seiner vor dem Amtsgericht erfolgten Freisprechung aus der umfangreiche Arbeitskräfte mit Umgehung des Arbeitsnachweises engagiert habe, Stadtvogtei entlassen und dem Polizeipräsidium als obdachlos über- Staatsbahn- Verwaltung demnächst noch weitere, „ obwohl sie dem Vorstande das sichere Bersprechen gegeben hatte, bei Be- geben worden war und dann nach erneuter, wieder erfolgloser Befragung orortzüge auf den Stadtbahnsteigen, abfertigen zu darf von Arbeitskräften nur solche vom Arbeitsnachweis zu engagieren", über seine Wohnung usw. dem Obdach zugewiesen wurde, galt er schon so wollen wir nur feststellen, daß niemals ein solches Versprechen ge- nicht mehr als Ludwig Schulze( wie man nach der polizeilichen fönnen, müssen alle diejenigen Stationen, welche in der Längsgeben wurde und nach Lage der Dinge nicht gegeben werden konnte. Und Darstellung annehmen könnte), sondern als ein am 30. Dezember 1830 richtung weniger als 150 Meter messen, auf dieses Maß gebracht Es kommen hierbei die meisten Stadtbahnstationen in ferner wollen wir noch feststellen, daß ca. 8 Tage vor dieser Ver- geborener Gärtner Ernst Schulze. So wird er bereits auf dem werden. fammlung wir mit dem Stereotypeur- Vorstand, in Gegenwart der am 11.( elften) August von der Stadtvogtei ausgestellten Scheine Frage und die Aufgabe, fie zu verlängern, ist um so schwieriger, beiden Vorsitzenden des Gauvorstandes, der Herren Massini und genannt. Diesen Schein wird man auf dem Polizeipräsidium bei als das Bahnplanum auf Wiadukten ruht und deren Breite genau Wachs, ein beiderseits befriedigendes Uebereinkommen über die der erneuten Befragung doch wohl gelesen haben. Und dennoch kam nach der Bestimmung der betreffenden Punkte( ob für BahnWo der BahnBesetzung freiwerdender Stereotypeur- Stellungen getroffen haben. niemand auf den Gedanken, daß der angeblich am 30. Dezember 1830 steig oder für freie Strecke) bemessen ist. Warum die Herren vom Stereotypeur- Vorstand hiervon der geborene, am 25. Juli festgenommene, soeben vom Amtsgericht als steig verlängert wird, muß natürlich auch die erforderliche Am schwierigsten ist die Aufe Bersammlung keine Mitteilung machten, sondern sogar für diese geistestrant erkannte Gärtner Ernst Schulze vielleicht dieselbe Person Breite geschaffen werden. wo die Pfeiler der Viadukt Resolution stimmten, obwohl diese eine ihnen bewußte unwahrheit sei wie der am 6. Dezember 1830 geborene, seit dem 24. Juli ver- gabe wieder dort zu lösen, mißte, von seinen Angehörigen als geiftestrant bezeichnete Gärtner bögen, wie z. B. an der Jannowigbrüde, im Wasser stehen. enthielt, das vermögen wir nicht zu beurteilen. Ernst Schulze! Ja, wenn das möglich ist, dann bedarf das Hier wird nichts weiter übrig bleiben, als die für die Verlängerung des Verfahren, das die Polizei beim Aufsuchen Ver- Bahnsteigs bezw. für die Verbreiterung des Bahnplanums erforderlichen Stützen in das Spreebett einzubauen. Daß diese Erweiterungsmißter befolgt, dringend der Reform. Die polizeiliche Darstellung ist noch in einem andren Punkte zu bauten auch ohnedies sehr kostspielig werden, wird jeder verstehen, ergänzen. Da das Präsidium sagt, Herr Sch. sei„ wegen Unzu- der sich der Vorarbeiten und des Ausbaues nnfrer Stadtbahn noch rechnungsfähigteit freigesprochen" worden, so könnte es erinnert. Die Aufhöhung derjenigen Ringbahnsteige, welche scheinen, daß er thatsächlich doch gebettelt habe. Das ist aber nicht in Beton- Eisenbau ausgeführt werden, sind bis auf zwei Stationen der Fall. Sch. hat in einem fremden Hause eine unverschlossene fertiggestellt: Grunewald, woselbst der Stadtbahnsteig in der Thür aufgeklinkt, eine Küche betreten, Kaffee gefordert und die Töpfe Nacht zum Sonnabend und Stralau Rummelsburg, wodurch Abheben der Deckel untersucht. Das entspricht den Gewohn- selbst der mittlere Bahnsteig in der Nacht zum nächsten Dienstag in heiten, die der alte Mann in seiner Familie zeigt. Vermutlich Angriff genommen werden soll. hat er geglaubt, zu Hause zu ſein; er wurde aber in Der Güterverkehr nach der Central- Markthalle hat in der letzten soll für einen Hausbesiger nicht immer so einfach sein, wie der fremden Wohnung nicht sofort als geistestrant erkannt, sondern Beit einen derartigen Umfang angenommen, daß die vorhandenen wir Mieter uns das denken. Wohnungen, die keine erheblichen für gefährlich gehalten und der Polizei übergeben. So kam es, daß Gütergeleise bei weitem nicht mehr genügen, um eine beschleunigte Mängel aufweisen, sich in leidlichem Zustande befinden und dabei der harmloſe Greis zum Bettler gestempelt wurde und durch die Entladung der Wagen zu ermöglichen. Infolge des Plagmangels Mitwirkung der Polizei auf drei Wochen verschwand. ist die Güter- Abfertigungsstelle genötigt, strengere Zwangsmaßregeln nicht zu teuer sind, pflegen allerdings schon in den allerersten Tagen Ueber die Wunden, die nach seiner endlichen Auffindung an zu ergreifen. Wie die Verwaltung der Central- Markthalle mitteilt, nach der Kündigung gleich wieder wegzugehen wie die frischen ihm entdeckt wurden, meldet ein Blatt, es sei der Verdacht ent- dürfen Waren für nicht empfangsberechtigte Standinhaber nicht Semmeln". Wenn es aber mit einer Wohnung in der einen oder standen", daß er sie auf der Polizei oder in einer der Anstalten, mehr ausgeladen werden und ist infolge dessen die Adressierung der andern Beziehung hapert, dann können selbst in Zeiten der die er bis zu feiner Freilassung passieren mußte, erhalten" habe. nach der Central- Markthalle zu vermeiden. Etwa eintreffende Wohnungsknappheit leicht Wochen und Monate darüber Die untersuchende Behörde fann hier drei Möglichkeiten annehmen: Warensendungen für oben erwähnte Standinhaber werden Sie kann bermuten, daß Sch. die Wunden vor seiner ersten mit Ausnahme bon Stückgut nach den Außenbahnhöfen berstreichen, ehe ein neuer Mieter anbeißt. ohne Rücksicht darauf, ob die Waren bem Der Herr Hausbefizer, dem eine solche Geduldprobe auferlegt Festnahme oder zwischen dieser und seiner Entweichung aus zurüdgeleitet, auferlegtem wird, sucht übelgelaunt die Schuld gewöhnlich nicht bei sich selber, bem Obdach oder nach dieser erlitten hat. Warum der Verdacht Berderben ausgesetzt sind. Des Blagmangels wegen kann auch gerade auf die Zeit zwischen Festnahme und Entweichung gefallen die Verladung leerer Fastagen nur in beschränktem Maße sondern bei dem bisherigen Inhaber der gekündigten fein soll, tvissen wir nicht. Allerdings haben private Ermittelungen stattfinden und sind diese möglichst nach den Außenbahnhöfen au Wohnung. Er argwöhnt, daß der alte Mieter aus Bosheit die der Angehörigen inzwischen ergeben, daß die Wunden in der Stadt schaffen. Miets lustigen verscheucht, indem er ohne Grund die vogtei entstanden sein sollen, aber es wird eine harmlose ErStation Wiesenstraße. Die fommunalen Vereine im Norden Wohnung tadelt. Daß jemand sich mit derartigen Mitteln an seinem flärung hinzugefügt. Ein Wärter versichert, ein paar Tage nach der Hauswirt zu rächen versucht, weil er sich mit ihm überworfen hat, Einlieferung seien an Nase und Hand aus heiler Haut Rötungen Berlins find anläßlich des Ausbaues der Nordbahn beim Eisenbahndas ist möglich. Wo es geschähe, würden wir bei all' unsrer Ab- und Schwellungen entstanden, die sich trok Anwendung von Borsalbe minister um Schaffung einer neuen Vorortstation an der Wiesenstraße vorstellig geworden. Das Gesuch wird damit begründet, daß neigung gegen die Hausbesizer diese durchaus unzulässige verschlimmert haben. Einer Ergänzung bedürfen auch noch die polizeilichen Aus- bom oberen Norden überhaupt noch keine Bahnverbindung nach den Art der Rache aufs schärffte mißbilligen. Es giebt aber führungen über Sch.'s Unzurechnungsfähigkeit. Sie Vororten ist. die bon dem Hausbesitzer, Inhaber einer gekündigten erweden den Eindruck, daß die Unzurechnungsfähigkeit erft vou Wegen Einführung einer einheitlichen Polizeistunde für Berlin Wohnung erwarten, daß er dem die Wohnung besichtigenden Miets- Gericht erkannt worden sei. Der Wärter aber giebt an, Sch. fei und die größeren Vororte will der Verband der Gast- und SchankLuftigen auch auf ausdrückliches Befragen nicht sagt, was ihm schon in der Stadtvogtei so aufgeregt gewesen, daß er auf ärztliche wirte abermals vorstellig werden. Außerdem will man die Aufs felber an der Wohnung nicht gefällt oder warum Verordnung zu seiner Beruhigung Morphium erhielt. hebung des Sigverbotes für Kellnerinnen anstreben. Den Brauereien, sonst er auszieht. In solchem Falle kann keinem ausziehenden Zur Abwehr des Achtuhr- Ladenschlusses haben sich, wie wir welche an 10- Kneipen liefern, wurde wegen der Unterstützung dieses Mieter ein Vorwurf daraus gemacht werden, wenn er es für seine jüngst berichteten, eine Anzahl selbständiger Geschäftsinhaber ver- unlauteren Wettbewerbes"( 1) mit Massenentziehung der Gastwirtes Pflicht hält, die erbetene Auskunft trotz gegenteiliger Erwartung einigt. Am Mittwochabend hatte diese Vereinigung nach dem fundschaft gedroht. Buggenhagenschen Saale eine Versammlung einberufen, in der, wie und Forderung des Wirtes zu geben. Noch einmal der geistestranke Fahrgeldpreller. Herr DroschtenEs scheint, daß die Herren Hauswirte gegen ausziehende eine versendete Einladung meldete, der bekannte Wolfsredner" Herr futscher Start Müller, der den Herrn Kreisbauinspektor a. D. Gröger, Mieter, von denen sie annehmen, daß sie durch Angabe vermeint- Färber das Referat übernommen hatte. Die Ausführungen des Schöneberg, Ebersstr. 81, am 15. Juni gefahren hat und ihn dann licher Mängel der Wohnung ihnen die Mietsluftigen verscheuchen, Redners richteten sich fast ausschließlich gegen eine Notiz des Vor- als Fahrgeldpreller entlarbte, teilt uns heute mit, daß jeder Irrtum jetzt die Hilfe der Gerichte anrufen wollen. Durch die wärts", in der die Kurzsichtigkeit des Kleinhändlertums beleuchtet bezüglich der Person diefes Herrn bei ihm ausgeschlossen sei. Die Zeitungen geht die Mitteilung, daß in Moabit ein Hauswirt einen wurde, das in der bescheidenen Socialreform des Handelsgewerbes uns von Herrn Müller gegebene Beschreibung der Persönlichkeit den Grund seiner traurigen Lage erblickte. Die Ausführungen jenes stimmt denn auch völlig mit der des Herrn überein, der auf unserm Mieter, dem die Wohnung zum Oktober gekündigt worden ist, auf Herrn, der im Brustton innerer Ueberzeugung die verstaubten inan- Redaktionsbureau mitteilte, er sei an dem betreffenden Tage gar Schadenersaz verklagt habe, weil der Mieter die Mietsluftigen chefterlichen Lehren vortrug, waren zeitweise so vielseitig, um aus nicht in Berlin gewesen. Unter Berücksichtigung des Bescheides, den ungefragt auf Mängel aufmerksam mache, so daß sich die Wohnung Höflichkeit nicht verworren zu sagen, daß eine Wiedergabe die Staatsanwaltschaft über den Herrn erteilte und unter der Annicht vermieten lasse"; der Wirt stehe auf dem Standpunkt, des Inhalts unmöglich ist. An falschen Behauptungen, nahme, daß keine der an der Affaire beteiligten Personen sich in der " Lokales. Eine Wohnung zu vermieten * N " daß solche Belehrungen, weil sie nicht erfordert wurden, unzu- die der lebhaften Phantasie des Redners zuzuschreiben Angelegenheit einer bewußten Unwahrheit schuldig gemacht hat, M Bock % Juriftifcher Teil. fönnen wir demnach nur annehmen, daß Herr Gröger an diesem zu veranlassen, damit sie dem Verkehr, er beziffert sich an den 100 G. E. Der Redaktion ist Mitteilung gemacht; allein im HandTage von Berlin geistig abwesend" war. Sonntagen auf 50-80 000 Personen, gerecht werden kann. Es wird umdrehen ist da nichts zu ändern. Göt 100. Bolkszeitung" Düssel D. D. Benutzen Sie die Adresse: Datar Kose borgeschlagen, eine Linie Berlin- Tegel Spandauer Bockdorf, Münsterstr. 67. Zu den Beruntreuungen, über die wir gestern berichteten, Charlottenburg- Berlin und umgekehrt zu schaffen. Die losti, Berlin NO., Kniprodestr. 3.- IV. Wahlkreis. Um 20. Auguſt 1902 erfahren wir, daß die geschädigte Anstalt eine hiesige Pfandbriefbank Ausführung dieses Projektes ist in der That sehr leicht. Der Aus- gräbnis fiel auf Sonntag, den 24. Auguſt. Bild und kurze Biographie des starb Theodor Mehner, unser lieber, unvergeßlicher Alter; das Be ift. Die verhafteten jungen Leute heißen Kurt Harz und Arndt. bau der Straßenbahn von Charlottenburg resp. dem Spandauer stets unverzagten Streiters bringt der Neue Welt- Kalender für 1904. Der Urheber und Hauptthäter bei den Unterschleifen ist Harz, der Spandau Hackenfelde ist bereits früher bei der Vermögens Verwaltungsstelle für Offiziere und Bod nach Spandau und nur beschlossen, so daß also die Verbindung mit Tegel Beamte angestellt war. Harz bekam Pfandbriefe, das Stück bis zu herzustellen wäre. Hierbei liegen besondere Schwierigkeiten nicht 5000 M., zur Kontrolle auf furze Zeit in die Hände, vollzog auch die vor, und da die Rentabilität einer solchen Vorortslinie kaum zu be- von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. zur Kontrolle erforderlichen Buchungen richtig, wußte aber gelegentlich zweifeln ist, hofft man, daß die Straßenbahn- Gesellschaft dem Projekt jedesmal für einige Tausend Mark Papiere für sich auf die Seite zu bringen. Arndt half ihm, insbesondere auch beim Abfab sofort näher treten wird, damit es zum nächsten Frühjahr verder Stücke. Von dem unterschlagenen Gelde lebten die beiden herr- wirklicht werden kann. lich und in Freuden. Mit ihren Frauen" in Wirklichkeit liederlichen Mädchen pflegten fie ein gutes Hotel zu besuchen und sich vom Besten, was Küche und Keller bieten, auftischen zu lassen. Sie hatten den Plan, noch ein paar gute Züge zu thun und dann ins Ausland zu verschwinden. Daher hatten sie auch von den 44 000 M., auf die sich die Beruntreuungen belaufen, nur die Hälfte verjubelt. Ein Posten Pfandbriefe, den die Ungetreuen in einem hiesigen Bankgeschäft verkauft hatten, ist dort beschlagnahmt worden." Ueber einen Selbstmord im Ballsaal wird nachträglich vom Sonntagabend berichtet. Der 31 Jahre alte Rohrleger Eugen Werth, der bei seinen Eltern in der Großen Frankfurterstraße 73 wohnte, hatte seit drei Jahren ein Liebesverhältnis mit einer 22jährigen Martha Klahr aus der Rigaerstraße 118, die auf den Kabelwerken in Ober- Schöneweide arbeitet. Vor 1/2 Jahren verunglückte er, indem ihm Erdmassen auf die Beine fielen. Während er im Krankenhause lag, trat seine Geliebte zu einem andren jungen Manne in Beziehungen. Später aber wandte sie sich ihm wieder zu, wenn er ihr auch nicht mehr so gut gefiel, da das eine Bein nach dem Unfall ettvas Lahm geblieben war. Am Sonntagabend besuchte das Paar einen Ball, den einige Rauchklubs und ein Theaterverein bei Keller in der Koppenstraße veranstalteten. Als Werth gegen Mitternacht mit feiner Geliebten tanzen wollte, schlug sie es ihm ab, weil er ein Tahmes Bein habe, und tanzte mit einem Klempner. Auf der Galerie stellte er sie deshalb nach dem Tanze zur Rede. Nun aber warf sie ihm den Verlobungsring vor die Füße und ließ ihn stehen. Ohne noch ein Wort zu sagen, ging Werth nach der andern Seite der Galerie hinüber und schoß sich eine Kugel in den Kopf. Unter großer Aufregung wurde der Verwundete mit einer Droschke nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht, wo er gestern starb. Ein Opfer mehrerer Unfälle ist der 51 Jahre alte Schmied Otto Lüdicke aus der Kantstr. 108 geworden. Lüdicke arbeitete in der Eisenbahnwerkstatt am Bahnhof Grunewald. Nachdem er schon früher leichtere Unfälle erlitten hatte, flog ihm im vergangenen Jahre ein Stück Eisen an den Kopf und verlegte ihn an der Stirn und am linken Auge. Dieses wiederholte Mißgeschick machte ihn so schwermütig, daß er mehrmals Selbstmordgedanken äußerte. Nachdem er vorgestern bis mittag gearbeitet hatte, ging er nach Hause und nach dem Essen in seine Laube an der Ecke der Wilmersdorferstraße und des Kurfürstendammes. Aus Furcht, geistestrank zu werden, erhängte er sich dort auf dem Sofa liegend. Als seine Angehörigen ihn fanden, war er schon tot. Rigdorf. Die Wählerlisten zu den Stadtverordnetenwahlen liegen bis zum 30. August an den Wochentagen von 8-3 Uhr und Sonntags von 8-10 Uhr im Wahlbureau auf dem Rathause, Eingang Erkstraße, öffentlich zu jedermanns Einsicht aus. Obwohl in diesem Jahre regelmäßige Wahlen nicht stattfinden, so ist es doch nicht aus geschlossen, daß sich event. Ersatzwahlen notwendig machen, darum liegt es in jedes Einzelnen Interesse, in die Wählerlisten Einsicht zu nehmen. Vom polnischen Arbeiterelend. In Friedrichsfelde halten sich gegenwärtig infolge der Bahnbauten und der Vollendung des Magerviehhofes zahlreiche polnische Erdarbeiter auf. Die Leute haben sich für wenige Groschen in kleinen Wirtschaften, auf Gehöften usw. ein Unterkommen gesucht. Wirft man einen Blick in die Wohnungen resp. auf die Wohnstätten der Leute, so lernt man ein Stück Elend kennen. Dazu kommt die schlechte Behandlung, welche ihnen zeitweise zu teil wird. Einem Erdarbeiter, welcher in der vergangenen Woche die Arbeit niedergelegt hatte, weil ihm das Ausschachten der Erde es giebt neun Pfennige pro Kubikmeter zu schwer war, wurde von seinem Wirte, dem er 1,50 M. schuldete, aufgegeben, die Schuld abzuarbeiten. Als der Arbeiter die Stunde mit 30 Pf. berechnet wissen wollte, wurde er nur not dürftig bekleidet hinausgejagt. Da ihm auch die Invalidenkarte zurückbehalten worden war, bekam der Mann nirgends Beschäftigung und wurde nun gestern hungrig und vollständig abgerissen von Polizeibeamten aufgegriffen. Jetzt ist nun die Gemeinde Friedrichsfelde für ihn eingetreten. Seine Sachen sind von dem Wirt, bei dem der Pole wohnte, von der Behörde eingelöst worden. Wegen der Zurückbehaltung der Arbeitspapiere und der widerrechtlichen Einbehaltung der notdürftigsten Kleidungsstücke des Arbeiters wird sich der Wirt vor Gericht zu verantworten haben. Beim Herstellen von Seifenblasen verunglückt ist am Dienstagabend die siebenjährige Tochter des Maurers Kurgan in Potsdam. Sie verlor, als sie eine Seifenblase zum Fenster hinausblies, das Gleichgewicht, stürzte aus der ersten Etage auf den Hof des Hauses Zimmerstr. 8 und zog sich einen Schädelbruch sowie schwere innerliche Verlegungen zu. Gerichts- Zeitung. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Cl. S. 1. Das Pfand wird nicht durch Zeitablauf Ihr Eigentum. Sie können nur das Pfand nach erfolgter Androhung des Verkaufs oder auf Grund eines Urteils durch einen Gerichtsvollzieher verkaufen lassen. 2. Unter allen Umständen ist ein Besuch der Fortbildungsschule( in Ihrer Nähe Turmſtr. 75) zu empfehlen. Ueber die für Ihr Mädchen zweckmäßigsten Fächer erteilt Ihnen der Rektor( Bier) wohl gern Auskunft. Daneben tennen wir nicht. Wenden Sie sich an den Magistrat. kann das Mädchen eine Lehrstelle annehmen. 3. Eine derartige Stiftung HermannStraße 208. Reklamieren Sie. Der Anspruch auf Schadensersatz steht dem Absender oder Ihnen zu. B. E. 999. 1. und 2. Ja. 3. Nein. Otto Reinicke. Ein Auslandspaß ist für einen längeren Aufenthalt in Frankreich nicht notwendig, aber zweckmäßig. Ueber Reise- Angelegenheiten ( türzester Weg, Preis usw.) erteilt Ihnen die beste Auskunft das amtliche Kursbuch und die amtliche Auskunftsstelle( Alexanderplatz- und Anhalter Bahnhof). M. B. Punkt C der Statuten macht den Berein zu einem Versicherungsverein, der behördlicher Genehmigung bedarf. Sie müssen das Statut so einrichten, daß dem Mitglied keinerlei Anspruch zusicht, daß aber durch Demokratisierung der Organisation Willtür ausgeschlossen wird. Thun Sie das, so geht die Behörde der Verein nach keiner Richtung etwas an. 7. 100. 50 Jahre, Dispens zulässig. Näheres S. 44 des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen( Alexandrinenstr. 26 und den elf städtischen Lesehallen) aus. E. Roß, N. 35. Nein. 1846, O.. Solche Aeußerung fann als Beleidigung aufgefaßt werden. G. D. Nach der Kündigung hat der Chef auf Verlangen dem Angestellten eine angemessene Zeit zum Aufsuchen einer andren Arbeitsgelegenheit zu gewähren. Kommt keine Vereinbarung darüber zustande, was im konkreten Falle eine angemessene Zeit ist, so hat auf Anrufen das Gericht zu entscheiden. S. B. 11. Solcher Prozeß würde voraussichtlich zu Ihren Gunsten entschieden werden. O. S. 1. Wie häufig, zuletzt vor drei Tagen dargelegt ist, ist die weit verbreitete Ansicht irrig, man fönne von einem mündlichen oder schriftlichen Vertrage innerhalb 24 Stunden zurücktreten. P. H. Sie sind im Irrtum. Sie sind zur Bahlung der Raten verpflichtet und können keineswegs durch Nichtzahlung führer. Bürgel i. Th. 1. Ohne Nachfrage und ohne Aufforderung find vom Vertrage loskommen. Wette 100. Beide, in erster Reihe der Zug die erforderlichen Statutenänderungen zu machen. 2. Ein Musterſtatut wird im Oktober veröffentlicht werden. F. K. Urlaub auf zwei Jahre Wenden Sie sich an das Bezirkskommando. " des Kindes.. in der Dachrinne losgerissen und auf die Straße geschleudert. Die werden, zu Protokoll des Standesbeamten abgegeben werden, in dessen " " * Roggen, gut " Marktpreise von Berlin am 19. August 1903 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums.. D.- Ctr. Stalbfleisch O. W. Ein Ehemann kann dem von seiner Frau vor seiner Ehe außerehelich geborenen, nicht von ihm erzeugten Kinde mit Einwilligung seiner Frau und des Vormundes seinen Namen beilegen. Das zu thun liegt im Interesse des Kindes. Um diese Namens beilegung zu erreichen, schreibt der Ehemann etwa:" Meine Frau hat vor der Ehe ein nicht von mir erzeugtes Kind( Namen) geboren. Ich erteile hierdurch dem heißen Sind meiner Ehefrau meinen Namen, so daß es fortan.. soll." Hierunter sett der Ehemann seinen Ort, Datum und Namen und läßt den Namen von einem Notar oder von einem Amtsgericht beglaubigen. Unter diese Urkunde läßt er seine Frau und den Vormund des Kindes schreiben: Mit der Erteilung des Namens. an mein Kind beziehentlich mein Mündel bin ich einverstanden." Hierunter sezen die Frau und der Vormund ihre Namen, lassen auch diese Unterschriften notariell Während des großen Sturmes, der am 19. April d. J. in Berlin oder gerichtlich beglaubigen. Alsdann beantragt der Ehemann unter Ueberund Umgegend so bedeutende Verwüstungen anrichtete, spielte sich reichung dieser Urkunde bei dem Standesbeamten, in dessen Register die im Nordwesten Berlins ein Auftritt ab, welcher gestern vor der Geburt des Kindes eingetragen ist, auf Grund dieser Urkunde den Namen Der erste Hansom- Unfall ereignete sich an der Schillingsbrücke. umzuschreiben". Ob die Ehefrau eheliche Kinder Das Pferd stürzte infolge der Glätte zu Boden, der Kutscher stürzte von sechsten Ferien- Strafkammer des Landgerichts I zur Erörterung ge- hat oder nicht, ist für die Beilegung des Namens in dieser Art unerheblich. seinem Siz auf die Insassen des Wagens und fiel auf das Brücken- langte. Von dem Hause Siemensstr. 7 hatte der Sturm ein Stück Die Erklärungen können auch, statt notariell oder gerichtlich beglaubigt au pflaster. Während die beiden Fahrgäste mit dem bloßen Schrecken Gefahr lag nahe, daß auch der Rest der Rinne herunterfallen und Register die Geburt des Kindes eingetragen ist. An der Pflicht des außer legungen und erhielt auf der nächsten Unfallstation die erste Hilfe.denen der eine der Bädergeselle Franz 3 borowski war, fletterten beilegung nichts geändert. davonkamen, erlitt der Kutſcher des Hansoms nicht unerhebliche Ver- Vorübergehende beschädigen konnte. Zwei der Hausbewohner, von chelichen Erzeugers zur Alimentenzahlung wird durch die Namens. Die Gefahren des Hansoms werden übrigens von den Droschken aufs Dach, um den bereits locker gewordenen Rest der Rinne vollends befizer Organen in recht grellen Farben geschildert. Die Er fahrungen, die man mit dem Hansom in seinem Ursprungslande loszulösen. Die gefährliche und halsbrecherische Arbeit der beiden Männer England gemacht hat, sollen angeblich recht ungünstig sein, die hatte eine größere Zuschauermenge angelockt, welche in atemloser Pferde sich vor dem Gefährt recht unsicher fühlen und die Fahrgäste Feuerwehr, dem Mädchen für alles", geschickt worden. Es eilten Es war bereits nach der Weizen, gut Spannung die Blicke nach oben richtete. nicht nur mehr Unfällen ausgesetzt, sondern die Hansom- Unfälle für Infassen und Kutscher auch viel gefährlicher sein, als bei andrem zwei Feuerwehrleute herbei und mit diesen erschien zugleich der Polizeilieutenant des Reviers. Als dieser die gefährliche Situation Fuhrwerk. der beiden Leute auf dem Dache erkannte, rief er ihnen in der Durch einen Sturz von der Treppe ist die 82 Jahre alte Witwe wohlmeinendsten Absicht zu:" Jetzt kommen Sie herunter, daß Henriette Gottfried, die bei ihrem Schwiegersohn in der Neuen- tein Unglück geschieht, die Feuerwehr ist jetzt da!" Zborowski burgerstr. 14 wohnte, tödlich verunglückt. Als sie ihre Kellerwohnung bog sich zum Entsetzen der Zuschauer mit dem Oberkörper verlassen wollte, um an die frische Luft zu gehen, bekam sie auf der über Rinne hinüber und erwiderte dem Lieutenant: Hafer, gut Treppe einen Schwindelanfall und stürzte sechs Stufert herab auf Halt das Maul, Du dreckiger Kerl!" Er machte auch erst mittel gering Die Greisin zog sich einen Schenkelbruch zu Anstalten, den Rückzug anzutreten, als die beiden Feuerwehrleute, das Steinpflaster. und starb im Krankenhaus an den Folgen der Verletzung. welche auf das Dach geklettert waren, ihn erreicht hatten. Nun Richtstroh wollte der Lieutenant die Persönlichkeit des Beleidigers auf der Erbsen ache feststellen. Zborowski widersetzte sich aufs heftigste. Das Schöffen- Speisebohnen gericht verurteilte ihn dann wegen Beleidigung und Widerstands gegen Linsen die Staatsgewalt zu einer Gesamtstrate von 10 Tagen Gefängnis. In der Berufungsinstanz behauptete der Angeklagte, daß die von ihm gegebene ungezogene Antwort gar nicht auf den Polizeilieutenant gemünzt sei, deffen Zuruf er auch nicht gehört habe. Dies wurde ihm nicht geglaubt. Der Staatsanwalt hatte wegen des geringen Strafmaßes Berufung eingelegt. Das Berufungsgericht trat dieser Ansicht bei und erhöhte die Strafe auf drei Wochen Gefängnis. Uns kann es nicht gerade einleuchten, daß es notwendig war, den Mann, der sich Stationen find, führten zu Hiernach hat hilfsbereit in Lebensgefahr begab, wegen einer unter recht eigenFint einen Mieter mit dem Veil bedroht, einem andern nach artigen Umständen in durch die Umstände erklärlicher Aufgeregtheit Räumung der Wohnung aus einbehaltenen Behältnissen durch Einbruch verschiedene Sachen gestohlen und endlich die Kuppelei gewerbs- begangener Beleidigung“ vor den Richter zu citieren. Der Mann Swinemde. 757 23 hatte jedenfalls die Hauptarbeit gethan und sah nun nicht ein, daß mäßig betrieben. Die Ehefrau diefes sauberen Hausbesitzers stand das berühmte Berliner Mädchen für alles", die Feuerwehr, den jetzt Berlin unter der Aufsicht der Sittenpolizei. Wegen der Bedrohung sollte leicht zu erringenden Lorbeer einheimsen sollte. sich Fink am vergangenen Montag in Moabit verantworten, die Verhandlung mußte aber vertagt werden, da ein Zeuge erkrankt war. Wegen des Einbruchs ist die Hauptverhandlung auf den nächsten Montag anberaumt, wegen der Kuppelei dagegen noch kein Termin angesetzt. Ein feiner Hauswirt. Der 37 Jahre alte Schneidermeister Konrad Fink, der früher in der Stochstraße wohnte, mußte dort ziehen, weil er mit der Sittenpolizei zusammengeraten und bestraft worden war. Nachdem er in sechs Jahren 27 mal die Wohnung ge wechselt hatte, wollte er nicht mehr mieten, sondern kaufte sich mit Hilfe von Verwandten das Haus Zimmerstr. 43/44. Hier glaubte er nun als Hauswirt sein Treiben ungestört fortsetzen zu können, aber es kam dahin, daß das Ehepaar anfangs vorigen Monats verhaftet wurde, der Mann in der Wohnung und die Frau von der Straße tveg. Die Ermittelungen, die jetzt im wesentlichen abgeschlossen dreifachen Anklage. einer die ** Gerste, gut Heu mittel gering " Kartoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch 8,00 5,00 1,80 1,20 " " 1,40 1,00 13,20 " Schweinefleisch " 1,60 1,20 mittel " " 1,80 1,20 gering " 14,40 13,70 Hammelfleisch Butter " 1,80 1,20 2,60 2,00 " mittel 13,60 13,00 Eier 60 Stüd 4,00 2,60 " " gering 13 12,90 12,30 Karpfen 1 kg 2,40 1,40 " 16,60 15,40 15,30 14,10 Aale " 2,80 1,40 Bander 19 " 3,00 1,20 14,00 12,80 Hechte " " 2,40 1,20 4,00 3,66 Barsche 1,80 80 " " " 6,70 4,60 Schleie 17 3,00 1,20 40,00 25,00 Bleie 1,40 70 " " 50,00 25,00 Strebje per Schod 18,00 3,00 " 60,00 20,00 17 * ab Bahn. ** flamm und Geruch. Witterungsübersicht vom 20. August 1903, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Hamburg 758 S 759 WNW Frankf.a.M. 762 S Wien Better heiter Temp. n. T. 5° C. 4° N. Stationen Barometer ſtand mm Wind. 13 Haparanda 755 D 11 Petersburg 754 GD 13 Cort 753 SD 764 S 3 2 wolfig 3heiter 3 bedeckt 6 Regen 3 bedeckt 11 Paris 13 12 Aberdeen Windstärke richtung Better Temp. n. T. 26o Do 4Regen 13 2 bededt 12 1 Regen 11 2wolfig 11 76528 759 N Wetter Prognose für Freitag, den 21. August 1903. mäßigen Südwestwinden. Kühl und vorwiegend wolkig mit schwachen Regenschauern und Berliner Wetterbureau. Socialdemokrat. Wahlverein München Ein Wüftling. Aus dem Moabiter Untersuchungsgefängnis wurde am Donnerstag der ersten Ferien- Straffammer des Landgerichts II ein wüstling in der Person des Glasermeisters Albert Wilhelm Wurl vorgeführt, um sich wegen SittlichkeitsDer mutmaßliche Kindesmord, auf den der Fund der Leiche unbestrafte, 41 jährige Angeklagte war beschuldigt, durch kleine verbrechens in dreizehn Fällen zu verantworten. Der bisher eines neugeborenen Mädchens auf einem Holzplatz in der Urban- Geschenke Schulmädchen unter vierzehn Jahren an sich gelockt straße 171 hindeutet, beschäftigt die Kriminalpolizei. Die Mutter ist und zu unsittlichen Zwecken gemißbraucht zu haben. Zu der Vernoch nicht ermittelt, allem Anscheine nach aber hat ein älterer handlung, die unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfand, waren Mann, der am Dienstagnachmittag in jener Gegend gesehen nicht weniger als 21 Schulmädchen und außerdem als Zeugen noch wurde, die Leiche nach dem Fundorte gebracht. 24 Einwohner von Tempelhof nebst einer Anzahl Entlastungszeugen Dieser Mann ist etwa 50 Jahre alt und 1,60 Meter groß, hat einen borgeladen. Auf Grund des Ergebnisses der Beweisaufnahme erfleinen Schnurrbart und trug einen grauen Jadettanzug und eine fannte die Ferien- Straffammer wegen wiederholten Sittlichkeitsberbrechens auf zwei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Deckelmütze. Er ging später die Bergmannstraße entlang. Die Ehrverlust. Kleine Leiche befand sich in einem weißen Karton und war eingewickelt in das Hauptblatt der„ Modenwelt" vom 18. d. M., also von demselben Tage, an dem das Paket hingelegt und gefunden wurde. In das Untersuchungsgefängnis in Moabit eingeliefert wurde ein Gelegenheits- Buchmacher, der bei dem letzten Rennen in Karlshorst in der vorigen Woche es verstanden hatte, sich Kundschaft zu erwerben und dann mit den bei ihm gesetzten Geldern zu verschwinden. Er wurde von einem Geschädigten nachträglich in Karlshorst getroffen, der seine Festnahme veranlaßte. Briefkaften der Redaktion. O.. Eine Klage braucht der Strafanzeige nicht vorauszugehen. E. B. Der Verlegte hat Anspruch auf vollen Schadensersatz. F. F. St. Mietslustigen ist die Wohnung zu angemessener Zeit zu zeigen. Als an gemessene Zeit gilt in Berlin 9 bis 5. Für Deffnung hat der Mieter Sorge zu tragen, eventuell den Schlüffel zu übergeben. P. 2. 1. Ja. 2. Carl Heymanns Verlag. Ja, das Buch können Sie durch die Buchhandlung Borwärts beziehen. Friedenau, A. P. 1. Zahlungspflicht liegt vor, der Mutter steht das Erziehungsrecht zu. 2. Nein. Mieter Weißensee. Ohne Einsicht in den Mietsvertrag ist Ihre Frage nicht Verloren gestohlen. Belohnungen in Höhe von 200 und 300 m. zu beantworten. Sprechen Sie mit dem Vertrage in der Sprechstunde vor. sind durch Säulen- Anschlag von jenen Firmen ausgesetzt, die in ver- Franz König.§ 26a des Krankenversicherungs- Gesezes schreibt vor, schiedener Weise erheblich geschädigt sind. Auf dem Wege von der daß Kassenmitgliedern, welche gleichzeitig anderweitig gegen Krankheit verReichsbank nach der Mühlenstr. 40 hat der Angestellte einer Nugholz- fichert sind, das Krankengeld soweit zu fürzen ist, als dasselbe zusammen Handlung eine Geldrolle, enthaltend 100 Zehnmarkstücke verloren. mit dem aus anderweiter Versicherung bezogenen Krankengelde den vollen Betrag Ihres durchschnittlichen Tagelohnes übersteigen würde, daß jedoch Der Finder erhält eine Belohnung von 200 m. Vor dem Paket- durch Kassenstatut die Kürzung beseitigt werden Postamt in der Dranienburgerstraße ist ein der Firma Reichmann, tann. Es kommt also darauf an, ob Ihr Statut solche Ausnahmen entLeipzigerstr. 49, gehöriger Handwagen, auf dem sich 16 Postpakete hält und der Erkrankte thatsächlich anderweit versichert ist oder einer Kaffe befanden, gestohlen worden. Eine Belohnung von 300 M. ist für angehört, die kein Recht auf Versicherung giebt und daher wie manche Auslands: Buschußkassen nicht als Versicherung zu erachten ist. die Herbeischaffung des gestohlenen Gutes ausgesetzt. E. Lasar. 1. Lohnpak 100. Ihr Bruder kann einen Baß erhalten. arrest für Steuern im Voraus ist nicht zulässig. 2. bis 4. Ja. Streit: fall 100, J. 30, K. 3. 129, B. 32. Nein. 3170.. A., O. B. 1001. Ja. Hus den Nachbarorten. A. B. 1000. Dachdecker Nürnberg. Es ist uns fein Bericht zugegangen. Ein Borortsring der Straßenbahn. In Tegel wird beabsichtigt, D. 2. 27. Berliner Brodenhaus, Reinickendorferstr. 46 a. die Große Berliner Straßenbahn zur Schaffung eines Vorortsringes Finden Sie in Nr. 192 im Briefkasten beantwortet unter A. D. 40. Berantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts 6.Berl. Reichstagswahlkreis Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser bereits am 12. d. Mis. verstorbene Genosse, der Möbelpolierer Max Geisler Grünthalerstraße 52 ( früher Waidmannsluft) heute, von der Freitagabend 6 Uhr Leichenhalle des Pauls- Friedhofes ( Seestraße) aus beerdigt wird. Ehre seinem Andenken! 248/18 Der Vorstand. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdi gung meines lieben Mannes Carl Schölzel sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Fechtklub Nordost" Berlin und dem Kranken- Unterstützungsund Begräbnis- Verein der Bauund gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend für die rege Beteiligung meinen tiefgefühlten Dant. 4536 Anna Schölzel geb. Schmidt, nebst Sohn und Schwiegertochter. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unsres guten Baters, Schwieger- und Großvaters 23872 Carl Weidehoff sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Chef und dem Personal der Firma Salomon unsern innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Arbeiter- Radfahrerverein 55 Berlin", Sonntag früh 7 Uhr: Prenzlauer Thor nach Biesenthal ( über Liepnissee). Mittags 1 Uhr: Schlesische Brüde nach Schöneiche. Gesangbücher von 1,25 Mk. an. Album und Lederwaren- Fabrik Oskar Gundau, Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstrasse. Gr. Lager aller Arten Lederwaren u. Schmucksachen zu bill. Preisen Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW