Nr. 197. Abonnements- Bedingungen: 16 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 art, für das übrige Auslanb 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Norwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 ẞfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Insecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. Lord Salisbury. Dienstag, den 25. August 1903. ließ sich vom russischen Vertreter Ignatieff so übertölpeln, daß der Sultan die Forderungen zurückwies. Derselbe Salisbury fam achtzehn Monate später beim Abschluß des russisch- türkischen London, 22. August. Krieges nach Berlin, wo er unter dem Einfluß Disraelis Nur um ungefähr 13 Monate überlebte Lord Salisbury seinen gegen Rußland und für die Türkei wirkte: er trug das Seinige Rücktritt aus dem politischen Leben, in dem er ein halbes Jahr dazu bei, daß der Vertrag von San Stefano vernichtet wurde. hundert hindurch bon 1853 bis 1902- als Mitglied des Unter- Es wäre gewiß besser gewesen, wenn wenigstens Macedonienund Oberhauses, als Staatssekretär und schließlich als Premier im Sinne des San Stefano- Vertrages bei Bulgarien geblieben thätig war. Die Zeit, in der er wirkte, war groß; wäre. Bulgarien wäre eine Schutzmauer sowohl gegen die fie sah den Aufstieg der Arbeiterklasse, der Socialpolitik, Türkei, wie gegen den Zarismus geworden. Man darf zu des Deutschen Reiches und der Vereinigten Staaten; sie sah das Nationen, die um ihre Befreiung kämpfen, so viel Vertrauen haben, Wachsen des imperialistischen Gedankens und der europäischen Macht daß sie ihre gewonnene Selbständigkeit auch gegen mächtige Freunde über Afrika und Asien. Und der Mann, der während dieser Zeit wahren werden. Allein Salisburys russische Politik war principienbiele Jahre an der Spize eines Weltreiches stand, war von Natur los; sonst wäre die scharfe Drehung zwischen 1876 und 1878 nicht mit reichen Gaben ausgestattet worden; er Hatte einen gut möglich gewesen. robusten Körper, viel Arbeitskraft und Wissen und eine gemmen- Nach dem Tode Disraelis übernahm Salisbury die Leitung der artig geschliffene Ausdrucksweise. Dennoch würde man vergeblich Tories. Gleichzeitig wurde er wieder russenfreundlich, und da auch suchen nach einer großen politischen Bewegung oder gesetzlichen Gladstone felfenfest an die erlösende Christenmission des Zarismus Maßnahme, die mit Salisburys Namen verknüpft wäre. Man könnte glaubte, so erhielt Rußland freie Hand in Central die englische Geschichte der letzten Hälfte des neunzehnten Jahr- Ostasien, wo es in den letzten Jahren ein ungeheures Reich hunderts schreiben, ohne Salisbury mehr als vorübergehend zu er aufbaute. Zur Zeit als Rußland Vorbereitungen machte, Port wähnen, höchstens wäre er in Verbindung mit den neuesten kolonialen Arthur im fernen Osten zu besetzen und sich auch den Weg nach Bestrebungen der Vereinigten Staaten und Frankreichs etwas ein- Bender Abbas am persischen Meerbusen zu bahnen, erzählte Lord Salisbury den Finanzleuten der City, daß die antirussische Politik gehender zu behandeln. Disraelis antiquiert sei und daß England im Jahre 1854 aufs unrechte Pferd gewettet habe. Das und Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. zu einer falschen Aussage oder Zeugen dazu berleiten werde, fich der Zeugnispflicht zu entziehen. Diese Thatfachen sind aktenkundig zu machen." Der Verdacht der Flucht bedarf nur dann keiner Begründung, wenn ein Verbrechen den Gegenstand der Untersuchung bildet, und die Majestätsbeleidigung aus§ 95 des Strafgesetzbuchs ist kein Verbrechen, sondern ein Bergehen, oder wenn der Angeschuldigte ein Heimatloser, Landstreicher oder Ausländer ist, was alles hier nicht zutrifft. Da noch niemals ein Redakteur des Vorwärts" sich den Gerichten durch die Flucht entzogen hat, ist auch im vorliegenden Falle der Fluchtverdacht schwerlich zu begründen. Wie aber eine Verdunkelung des Thatbestandes, da das Manuskript offenbar vernichtet ist, bewirkt werden sollte, insbesondere durch den Redakteur selbst, ist ebenfalls nicht zu erkennen. Es wird nicht leicht sein, " Thatsachen", die dafür sprechen, aftenkundig zu machen." mit Auch in Regierungskreisen scheint man die gerichtliche Aktion So, berlautet" am beklommenen Gefühlen zu begleiten. " alle Sonntagmorgen in der Kölnischen Zeitung", daß für die Regierung bei den Haussuchungen beim, Borwärts" und bei der wegen der„ Kaiserinsel" gegen ihn eingeleiteten gerichtlichen Verfolgung feineswegs die Absicht im Vordergrunde gestanden haben, die Bestrafung die Bestrafung eines Redakteurs wegen Majestätsbeleidigung oder wegen groben Unfugs herbeizuführen. Maßgebend foll vielmehr die Absicht gewesen sein, Mittel aufzuwenden, um einmal zu zeigen, wie solche leichtfertigen und bösartigen Gerüchte entstehen, die sich mit ihrer Spike mit Vorliebe gegen den Landesherrn richten. Nachdem der„ Vorwärts" unbekümmert um ein in schärfster Form abgefaßtes Dementi seine Mitteilungen aufrecht gehalten hatte, blieb, da ferner sachliche Richtigstellungen bei der politischen Kampfesweise des„ Vorwärts" ebenso erfolglos gewesen wären, nichts andres übrig, wie den Versuch zu machen, die Nichtigkeit und unwahrheit jener Meldungen auf dem Wege des gerichtlichen Vorgehens vor aller Welt klarzulegen." " Man kann nicht sagen, daß die Offiziösen ein wenig von dem Lord Salisbury war feine treibende, sondern eine hemmende Kraft. Konservativ im Fühlen und Denken, krankhaft mißtrauisch gegen die sociale Demokratie, aber durch Studium und Er- Es soll indes nicht geleugnet werden, daß nach 1880 die fahrung zur Ueberzeugung gelangt, daß die Voltsmassen, schließlich diplomatische Lage Englands eine sehr verwickelte geworden ist. Die siegen müssen, machte er es sich zur Aufgabe, den geschichtlichen Fort- Enttäuschung Rußlands auf dem Berliner Kongreß drängte die gang zu verlangsamen und den Sieg der Arbeiterklasse abzu- zarische Politik nach Asien, dann beschleunigte sie die russischschwächen. Im Grunde genommen ist dies die Weltanschauung französische Alliance, deren Werden schon im Jahre 1875 allgemein aller gebildeten und wohlhabenden Engländer. Bor- bemerkbar war. Dazu kam die neue Kolonialpolitik. Frankreich wärts kann ihnen nichts bieten; warum nicht den status unternahm die Gründung eines neuen Kolonialreiches, ebenso ging socialdemokratischen Schweineglück haben; denn zur selben Zeit, da quo mit allen lugen Mitteln so lange als möglich aufrecht- Deutschland daran, Kolonien zu erwerben. Die neuen Kolonialmächte in Köln offiziös als Zweck der Aktion die gerichtliche Aufklärung halten? Das bürgerliche Geschlecht Englands fand deshalb in dem gerieten bald in einen Gegensatz zu England. Verschärft wurde bezeichnet wurde, gab in Berlin der„ Vorwärts" nicht nur dem flugen, einflußreichen Aristokraten einen sicheren Führer, der von dieser Gegensatz durch die englische Besetzung Aegyptens, Birmas gleichen Verlangen Ausdruck, sondern zeigte sogar den Weg, wie seiner hohen Stellung aus vieles zur Verbreitung und Befestigung und durch die Wirren in Südafrika. So stand England im dieser Zweck schnell und sicher zu erreichen ist: der Staatsanwalt dieser Gedanken gethan hat. Jahre 1885, als Salisbury zum erstenmal zur Premierschaft ge- folle gegen uns die Klage wegen Beleidigung des Hofmarschalls bor der Alternative, entweder Anschluß an den v. Trotha einleiten, den wir der wissentlichen unwahrheit geziehen Im Jahre 1853, kaum dreiundzwanzig Jahre alt, wurde Salis- langte, bury, damals noch als Lord Robert Cecil bekannt, vom Wahlkreise Dreibund zu suchen oder gegen eine europäische Koalition haben, einen Vorwurf, den wir heute wiederholen, da die Stamford ins Unterhaus geschickt. Mit merkwürdiger Konsequenz zu kämpfen. Salisbury näherte sich dem Dreibunde und Norddeutsche Allgemeine Beitung" heute nicht bewirfte er dort gegen jede Ermutigung der Demokratie, gegen jede schloß 1887 ein Bündnis mit Italien gegen Frankreich ab. fennt, daß sie ohne Auftrag von Herrn v. Trotha die wahrheitsReform, die zur Selbständigkeit des Volkes führen könnte. Sowohl Nach dem Sturze Bismards entwickelte sich für einige Zeit ein widrige Behauptung in die Welt gesetzt hat, der Hofmarschall wisse im Unterhause wie seit 1868 bei den Lords trat er stets für Kirche, freundschaftliches Verhältnis zwischen England und Deutschland. nichts von dem Schloßbau. In diesem Prozeß werden wir u. a. Privateigentum und persönliche Freiheit ein. Und in diesem Sinne Die Zeit des Bündnisses mit Italien benutzte England zu Verhand- auch durch das Zeugnis des Herrn v. Trotha unter Beweis stellen: 1. daß das Familienschloß auf Pichelswerder in hösischen erzog er auch seine Partei. Salisburys Eintreten in die eigentliche lungen mit Frankreich im Südosten Asiens, dann zu Vorbereitungen, staatsmännische Laufbahn- seine Ernennung zum Staatssekretär für den Sudan wieder zu erobern und die Herrschaft in Aegypten Kreisen ein in Aussicht genommenes Projekt ist. Ja, es wird sich Indien fiel in das Jahr 1866, als die Londoner Arbeiter die zu befestigen. Die ganze britische Politik in den neunziger Jahren zeigen, daß dieser Plan bereits viel greifbarer ist als in der Ausdehnung des Wahlrechts verlangten. Der junge Staatssekretär war auf die Kapstadt- Kairo- Linie konzentriert. Sie wollte in Afrika abschwächenden Darstellung des„ Vorwärts"; 2. daß die Hofherren die Notwendigkeit dieses Baues ausbenutzte seinen Einfluß gegen die Gewährung der Reform und als Ersatz suchen für die Einengung des Gebiets in Asien durch Rußsas Kabinett sich für die Reformbill erklärte, legte er seinen Bosten land. So kam es, daß sogar der sehr vorsichtige Salisbury den drücklich mit der persönlichen Sicherheit des Königs begründet tieder. In den neunziger Jahren gab er dem Widerwillen des Franzosen am Ober- Nil ein mächtiges Halt zurief und sie bei haben; britischen Kapitals gegen die Gewerkschaften dadurch Ausdruck, daß Faschoda zum Rückzug zwang, sowie daß er Chamberlain und Rhodes 3. daß die Insel zu diesem Zweck enteignet werden soll; öffentlich von der„ Tyrannei der Trades- Unions" sprach. Auch freie Hand in Südafrika ließ. Lord Salisbury kann von der Anflage, 4. daß ein besonderer Verwaltungsbezirk und Reichstagsals Staatssekretär für Indien( 1866-1867, 1874-1878) beobachtete den Boerenkrieg mit verschuldet zu haben, nicht freigesprochen werden. Wahlfreis geschaffen werden soll, in dem nur königliche Angestellte er eine paffive Haltung und that nichts zur Hebung der indischen Das in den letzten fünf, sechs Jahren entstandene herzliche Ein- wohnen sollen. Völfer. bernehmen zwischen England und den Vereinigten Staaten hat Herr v. Trotha wird insbesondere noch bezeugen, daß er die Mit dem Alter wuchs bei ihm die Abneigung gegen jede Salisbury bedeutend gefördert. Die wegen des britisch- venezolanischen bisher erst in der Form einer Anregung Nr. 1-4 ist dagegen Aenderung, zu deren Durchführung er die Mitarbeit der Massen Grenzstreites erlassene triegerische Botschaft Clevelands im Dezember bereits gestalteter Plan- aufgetauchte Frage der indirekten hätte haben müssen. Im Jahre 1897 war es eine seiner bittersten 1895 beantwortete Salisbury in taftvoller Weise und hielt den Ver- Busammenstellung der Garde aus Elitemannschaften für sehr erKlagen, daß die organisierten Regierungen an Macht verlieren, einigten Staaten die Hand der Freundschaft hin. Während des wägenswert hält. während die öffentliche Meinung an Macht gewinnt. Der eigenartige spanisch- amerikanischen Krieges stand Salisbury auf seiten der demokratische Imperialismus Kiplings, Rhodes' und Chamberlains Amerikaner. Die alte, obengenannte diplomatische Tradition stieß ihn ab. Sowohl im Jubiläumsmonat Juni 1897 wie im Mai Englands betreffend einen central- amerikanischen Kanal ließ Salis1902 warnte er vor übereilten Schritten in der imperialistischen Politik. bury zu Gunsten der Vereinigten Staaten fallen. Nicht zollpolitische oder konftitutionelle Bande könnten das britische Salisbury konnte schließlich gar nicht anders handeln. Als Reich zusammenhalten; nur im Wachsen der gegenseitigen Sympathie, Cleveland den Kriegsruf ausstieß, machten sich Jameson und feine der gemeinschaftlichen Gedankenarbeit könne sich die große Bestimmung Leute bereit, in Transvaal einzubrechen. Der deutsche Kaiser teleder angelsächsischen Rasse erfüllen; alle vom Staat gefchaffenen Bande graphierte an Krüger, und die deutsche Regierung fondierte die würden sich dem Reiche nur als Fesseln erweisen und früher oder europäischen Mächte, ob nicht eine Koalition gegen England zu später gesprengt werden. Sonst hat Lord Salisbury nur indirekt in ſammengebracht werden könnte. Dann tamen Port Arthur, Faschoda, die innere Politik Englands eingegriffen, indem er als Premier- die Krisis in Südafrika. England brauchte Freunde und diese suchte minister in den Jahren 1885-86, 1886-92, 1895-1902 feine es unter den Kindern Britanniens. Kollegen beeinflußte. Sein eigentliches Gebiet war die auswärtige Salisbury war kein Führer, fein voraussehender Staatsmann, Politit, die er in den Jahren 1878-80 und dann in Verbindung sondern ein Nachläufer und ein Bauderer. Zwischen seinem Rüdmit seiner Premierschaft bis 1900 als Staatssekretär des Auswärtigen tritt am 11. Juli 1902 und feinem Tode am 22. August find nicht viel mehr als 13 Monate vergangen, und diese kurze Spanne Zeit genügte, Salisburys Namen der Vergessenheit zu überliefern. Amtes leitete. Auch auf diesem Gebiete, der eigentlichen Domäne des engTischen Adels, bermißt man bei Lord Salisbury die treibende, schöpferische Kraft. Der erste beste gebildete Engländer hätte mit den Machtmitteln eines Weltreiches und mit den fenntnisreichen Beamten von Downing Street mindestens soviel als er leisten können. Die Hauptfrage, die jeden britischen Diplomaten des neunzehnten Jahrhunderts bis ungefähr 1880 intereffierte, war die alte orientalische Frage: die Fortbewegung Rußlands nach Konstantinopel. Erst in zweiter Linie kam die Sorge um die Aufrechterhaltung der Seeherrschaft, denn eigentliche Seemächte außer England gab es vor zwanzig Jahren nicht. Die äußere Politik Englands faßte sich damals in folgendem Satz zusammen:" England darf es nicht gestatten, daß der Sund, die Meerenge von Gibraltar, der Bosporus, die Landenge( später Kanal) von Suez und die Landenge von Darien( Central- Amerika, bei Panama) in die Hände einer Großmacht geraten". Salisbury war schon vor einem halben Jahrhundert für Rußland. Er war gegen den Krimkrieg, d. h. für die Unterwerfung der Türkei unter Rußland im Jahre 1854. Und Ende 1876, als die Balkantvirren eine Konferenz in Konstantinopel nötig machten, ging Salisbury als außerordentlicher Gesandter dorthin und Politifche Ueberlicht. Berlin, den 24. Auguft. Zur Kaiserinsel. Unser Kollege Leid ist bisher nicht der Freiheit wiedergegeben worden. Mit Recht wendet sich die Bossische Zeitung" gegen diese durch nichts zu rechtfertigende Maßnahme: " " Wir kommen also den Tendenzen der Regierung durchaus entgegen, wenn wir diese Anklage gegen uns wiederholt fordern. Selbst das Berliner Tageblatt" erklärt es jetzt für das„ Allereinfachste und Allerzweckmäßigste", wenn das Hofmarschallamt eine bündige Erklärung erließe, damit endlich alle die fabelhaften Geschichten vor der Deffentlichkeit verschwänden". Diese bündige Erklärung wird aber ausbleiben, wie es ja auch eine freie Erfindung der Kölnischen Zeitung" ist, daß das gerichtliche Verfahren eingeleitet sei, weil sich der„ Vorwärts" allen fachlichen Erklärungen unzugänglich erwiesen hat; es ist überhaupt in der bürgerlichen Presse in der ganzen Angelegenheit keine einzige sachliche Erklärung erschienen, die irgend welchen Wert besessen hätte. Ein Berliner Blatt läßt sich von einem Specialweisen aus Spandau versichern, daß man dort an die Sache nicht glaube: " Ganz absurd, geradezu wahnwißig flingt aber die Behauptung von der Bildung eines eignen Reichstags- Wahlkreises und der Hineinbeziehung der Spandauer Militärwerkstätten in denselben. Diese Fabritetablissements liegen ganz abseits von Bichelswerder, etwa 4-5 Kilometer davon entfernt auf der andren Seite von Spandau; inmitten der Werkstätten wohnen nur wenige Beamte und Arbeiter; das nach Tausenden zählende andre Personal wohnt in den zerstreut liegenden fiskalischen Gebäuden in der Stadt Spandau, in den benachbarten Dörfern, vielfach auch in Berlin und den Vororten. Was sollte also wohl die Angliederung der Militärwerkstätten an Pichelswerder bezwecken? Kurz, ein tolleres Phantasieprodutt als die Kaiserinsel- Geschichte des„ Borwärts" ist wohl selten zu Tage gefördert worden." ,, Wie in der Veröffentlichung des Planes, der nicht dem Kaiser, Wir sind in der Lage, diesen wahnwißigen" Reichstags- Wahlsondern irgend welchen Hofkreisen zugeschrieben wurde, eine kreis, in dem nur königliche Angestellte wohnen sollen, näher zu beMajestätsbeleidigung gefunden werden kann, ist einstweilen umso schreiben. Er soll- immer nach der Absicht der Hofprojektenweniger zu ersehen, als der, Vorwärts" selbst erklärt, daß der Herrscher von dem Plan keine Kenntnis gehabt habe. Aber selbst wenn eine dem Bezirke der staatlichen Werkstätten in Spandau, der Domäne von dem Plan teine Kenntnis gehabt habe. Aber selbst wenn eine macher sich zusammensetzen: aus der Kaiserinsel Pichelswerber, Anklage wegen Majestätsbeleidigung erhoben erhoben würde, wäre damit die Verhaftung des Redakteurs noch nicht gerechtfertigt. Ruhleben, dem Bezirk Döberik und Hahneberg. Die Verhaftung ist nur zulässig, wenn 1. dringende Verdachtsgründe vorliegen und zugleich 2. der Redakteur der Flucht verdächtig Das Berliner Antisemitenorgan für rumänische Finanzen und ist oder Thatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, daß er internationale Ritualmorde, die Staatsbürger Beitung" Spuren der That vernichten oder Zeugen oder Mitschuldige meint: „Jeder verständige Mensch müßte doch begreifen, daß daS Verfahren gegen den„Vorwärts", die Haussnchnng� nach dem Manuskript usw. lediglich den Zweck haben, festzustellen, wer von den„Borivärts"-Leuten der Verfasser des Artikels ist, da man dem„Genossen" Leid nicht so viel Phantasie zutraut. Der„Vor- wärts" aber stellt sich, als sei die Nachforschung nach dem Manu- skript der Beweis für die Wahrheit seines Jnselniärchens, als wolle die Behörde durch dieselbe den hochstehenden„Verräter" entdecken, der den Plan des Kaisers oder der Hofleute dem„Vor- Worts" zugetragen habe." Danach gehört der Untersuchungsrichter, der die Aktion gegen den Genossen Leid führt, nicht zu den„verständigen Menschen" der „Staatsbürger-Zeitung"; denn er hat uns in der amtlichen Be- scheinigung der Haussuchung wissen lassen, daß er Briefe, Karten, Geschäftsbücher usw. deshalb durchsucht habe, weil er über den Ver- fasser und Einsender der Artikel Aufschluß haben wollte. Die Frankftwter Redaktion der„Frankfurter Zeitung" will sich von ihrem Berliner gemieteten Draht-Diploniaten nicht übertreffen lassen und versucht sich ihrerseits in der höheren Diplomatie: „Dann aber muß doch einmal darauf hingewiesen werden, daß unter Umständen es den Zwecken der Reaktionäre ganz gut passen kann, das, was sie zur Förderung ihrer Sonderaktionen an die Oeffentlichkeit bringen wollen, durch fremde Kanäle gehen zu lassen, und wie die Dinge liegen, ist es sogar kein großes Kunststück, durch geschickte Laiizicrungen unter Umständen selbst socialdemokratische Blätter für Veröffentlichungen zu benutzen, die im Grunde genommen gegen die Socinldcmokratic ver- wandt werden sollen. Natürlich helfen dann die betreffenden social- demokratischen Blätter ganz unfteilvillig und unbewußt mit und werden über die eigentlichen Quellen im Unklaren gelassen. Aber die Kritiklosigkeit, mit der sie oft auf solche Dinge hereinfalle», er- leichtert diese Arbeit, und einsichtige Führer der Socialdemokratie halten ja auch nicht mit ihrem Bedauern darüber zurück, daß z. B. das Berliner Centralorgan der Socialdemokratie so leichtgläubig auf jeden Köder anbeißt, der ihm hingehalten wird, und dann oft mit einem Ungeschick darauf losschlägt, daß die Gegner die helle Freude daran haben. Nur das bekannte„Schweineglück" der Socialdemokratie hat diese, wie gesagt, von guten Social- � demokraten selbst beklagten Ungeschicklichkeiten meist noch einiger- maßen wieder ausgeglichen. Der Verdacht einer solchen indirekte» Lanzierung wird unwillkürlich rege bei der phantastischen Er- zählung des„Vorwärts" über den angeblichen Schloßbau auf Pichelswerder, die dabei obwaltenden Abschließungs- und militärischen Verteidigungsabsichten. Der„Vorwärts" hält trotz der ganz bestimmten Demcntierungen an der Richtigkeit seiner Er- Zählung krampfhast fest, obwohl man seinen Ausführungen dabei anmerkt, daß ihm selber dabei nicht ganz Wohl zu Mute' ist." Gewiß, genau so ist es gewesen: Ein fanatischer Feind der Socialdemokratie hat diese den höfischen Kreisen so äußerst an- genehme Sache uns aufgebunden. Und dieser finstere Intrigant ist dabei so übermäßig schlau zu Werke gegangen, daß er uns mit einer Geschichte hineinlegte, die selbst die„Frankfurter Zeitung" sofort als eine Hundstagsphantasie erkannt hat. Jammerschade, daß so viel erlesene Diplomatie nutzlos in der Großen Eschenheimergasse ver- kümmern muß! Einstweilen feiert die Frankftirter Diplomatie den Triumph, daß die gesamte Scharfmacherpresse �Berliner Neueste Nachrichten", „Reichsbote" usw.) heute sich auf die Majestätsbeleidigungs-Denun- ziationen des demokratischen Blattes beruft. Die„Konservative Korrespondenz" beginnt einen Artikel über »Die Partei der Lüge und ihr Centralorgan" wie folgt: „Kein anerkanntes Preßorgan irgend einer Partei ist auch nur annähernd so häufig auf Lügenpfaden ertappt worden wie das Centralorgan der Socialdemokratie.... Unbegreiflich ist es nur, daß sich noch immer ein großes Publikum findet, das die Ent- hüllungen des„Vorwärts" immer wieder gutgläubig aufnimmt, obwohl sich davon schon so vieles als Lüge erwiesen hat. Man sollte doch meinen, daß es allseitig für angebracht gehalten würde, der Sensationsmacherei des socialdemokratifchen Hauptblattes mit dem größten. Mißtrauen entgegenzutreten. Anscheinend siegt aber noch immer die Neugierde und das Sensationsbedürsnis über Vernunft und Urteilskraft. Welche Blätter haben die größten Erfolge bei dein Straßen- verkauf? Nur diejenigen, die auf die Neugier und Schadenfreude solcher spekulieren, denen es auf ein paar Groschen nicht ankommt. Den Käufern von Skandal- und Liigeillitteratur haftet aber immer das Stigma der Unreife an. Der sittlich und politisch Reife wird wahrlich sich angewidert von Preßcrzeugnissen abwenden, von denen alle Welt weiß, daß sie auf Lügenpfaden wandeln. Von dem socialdemokratifchen Centralorgan ist das eine bekannte und in sehr vielen Fällen erhärtete Sache. Also müßte für jeden anständigen Menschen die Parole lauten: Hand weg vom .Vorwärts" I" Dann wird die Kaiserinsel mit sittlicher und politischer Reife als Lüge und Erfindung des„Vorwärts" entlarvt. Derselbe Artikel aber schließt: „Dann aber wird cS notwendig sein, auf den konservativen Antrag zurückzukommen und das Stehlen und Hehlen von Briefen, Akten und andren Schriftstücken unter schwere Strafen zu stellen. Dadurch allein wird man dem„Vorwärts" und der Partei der Lüge ihr Handwerk zu legen vermögen." Die sittliche und politische Reife der„K. K." äußert sich nicht besonders intelligent. Wie kann man gegen„Lügen und Erfindungen" ankämpfen, indem man die Veröffentlichung von Briefen und Akten- stücken unter Strafe stellt. Durch Briefe und Aktenstücke pflegen doch nur unangenehme Wahrheiten bewiesen zu werden. Es scheint also, daß die„K. K." auch in diesem Fall überzeugt ist, daß nicht der „Vorwärts" den Lügenpfad gegangen ist und daß er deshalb ge- waltsam an der Aufdeckung der Wahrheit gehindert werden müsse. Auch diese Affaire gestaltet sich wieder zu einem politischen Rundgemälde der bürgerlichen Meinungsmacherei, die sich in ihrer ganzen Kläglichkeit bloßstellt. Deshalb ist es nicht unwichtig, diese Zeugnisse festzuhalten._ Tropenkoller. Aus Halle schreibt man uns vom 22. August: Ueber vielseitige Erziehungsmittel im Dienst verfügte der Sergeant Wilhelm Nebelung von der 1. Compagnie des 36. Infanterie- Regiments von hier, der vor dem Kriegsgericht der 8. Division wegen einer ganzen Reihe skandalöser Soldatenquälereien unter Anklage stand. Die Vergehen des Angeklagten, der den China-Feldzug mit- gemacht hat, lassen darauf schließen. daß er kein Prima- Chinakrieger gewesen ist. Durch 14 teils auswärts teils hier eidlich vernommene Zeugen wurde folgendes Sündenregister festgestellt: Schläge mit dem Besenstiel und mit dem eisernen Ofen- haken auf den Kopf waren nichts seltenes. Letzteres Werkzeug ge- brauchte er besonders, wenn sich die Untergebenen seiner Meinung nach die Haare nicht ordentlich gekämmt hatten. Hatte N. schlechte Laune, dann schnitt er seinen Untergebenen die Knöpfe von den Röcken und plagte die armen Kerle mit dem Wiedcrannähen. Nicht bloß in der Zeit, in der die Rekruten einexerziert wurden, sondern auch zu andren Zeiten räuinte er, wenn er eine unglückliche Stunde bekam, 10 bis 12 Spinde der Untergebenen aus, warf die Gegenstände, Putzpomade, Flaschen, Wäsche, Kleidungsstücke zc. auf einen Haufen, dann wühlte er die Sachen durcheinander, sprang wie ein Ver- rückter mit den Füßen in dem Haufen umher und befahl dann den Leuten, die Sachen wieder fein sauber zu machen und in die Spinde zu packen. Auf dem Scheibenstand hetzte er die Leute im Laufschritt hin und her. Sie mußten 20 Minuten Marsch, marsch machen und wer dabei einen Fehler machte, den nahm er später mit auf seine Stube, wo dann die Schinderei von neuem los ging. Mit den Mänteln bekleidet, im geheizten Zimmer und mit präsentiertem Gewehr mußten die Leute Kniebeuge machen, bis sie nicht mehr konnten. Wenn die Leute vor Ermattung zusamincnbrechcn wollten, dann mußte» sie mit präsentiertem Gewehr in der Kniebeuge zum Zimmer hinaus hüpfen. Hoch interessant ging es in der Singestunde des Angeklagten her. Er selbst machte den„Gesanglehrcr" und hatte seiner Meinung nach jemand schlecht gesungen, so mußte er in Kniebeuge singen, lim dann bessere Töne zu erzielen, stieg der Angeklagte auf die Schultern des Knienden, um so dem Gesang die„richtige Weihe" zu geben. Ohrfeigen und Abschüttelungen waren für die Untergebenen nichts Neues. Sein Lieblingsschimpfwort war„v........ s Ekel". Bei guter Laune verspürte der Angeklagte das Bedürfnis, den Leuten zu befehlen, die Gewehre in den Mund zu nehmen. Mit dem Gewehre zlvischen den Zähnen mußten dann die Leute zum Vergnügen des Unteroffiziers zeitweise auf alle» Bieren in den Zimmern herumkrauchcn. Die Vorgesetzten des Angeklagten, Hauptmann Junghans und Lieutenant Rockstroh, be- kündeten, von den Schurigeleien nichts gemerkt zu haben und schilderten den Angeklagten als einen strebsamen, besonders tüchtigen Unteroffizier. Ein Zeuge, der den Augeklagten besonders schwer be- lastete, wurde von letzterem als ein Mann bezeichnet, der in ver- botenen Lokalen verkehrt habe. Der Anklagevertreter beantragte eine gelinde Strafe, sechs Monate Gefängnis, und das Gericht beschloß, die Verhandlung behufs weiterer Beweis- erhebnng auszusetzen.—___ Zum Wahlrechtskampfe in Sachsen bringt die„Nationallibcralc Korrespondenz" eine Notiz, aus der hervorgeht, daß die National- liberalen sich auch mit der Beibehaltung des Dreiklassensystems befreunden werden, wenn nur dem Großkapital dabei Rechnung getragen wird. Als Mittel dazu betrachtet sie den Wegsall der staatlichen Grundsteuer bei der Steueranrechnung für die Klassen- teilung. Es muß immer wieder hervorgehoben werden, daß die Mehrheit des sächsischen Volkes ebensowenig für das Großkapital wie für die Agrarier votiert hat. Die Mehrheit des sächsischen Volkes ist socialdcmokratisch und fordert das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. Daß die Konservativen die Beschickung der von der Regierung gePlanten Vorkonferenz abgelehnt hätten, wird jetzt in den„Dresdner Nachrichten" als falsch bezeichnet.— Wo bleiben die genullten Kohlen? Anknüpfend an die dauernden Klagen der Bergleute über zu starkes Wagenuullen schreibt ein Fabrikant der„Frankfurter Zeitung": „Alle Beteiligten, auch die Bergleute, werden zugeben, daß eine Aufsicht nötig ist über die Qualität der geförderten Kohlen, denn es ist nicht gleichgültig, ob die bei der Gewinnung unvermeidbar mitgehauenen Steine, Gebirgsteile unter den Brennstoff kommen oder nicht. Man versteht draußen nicht recht, warum so viele Streitigkeiten über diese Frage enlstehen, wo es doch nicht schwierig erscheint, die Aufsicht durch Beamte bewirken zu lassen, welche beiden Parteien recht sind und deren Unparteilichkeit zweifellos ist. Ob in allen Fällen, bei Verwerfungen usw. eine gehörige Scheidung unter Tage bei der dortigen mangelhaften Beleuchtung und den Gepflogenheiten der Gedinge inöglich und leicht ausführbar ist ohne Schädigung der Lohnbezüge, erscheint zweifelhaft; jedenfalls kann durch entsprechenden Mehrlohn, höheres Gedinge den Ansprüchen der Leute auf Gewährleistung von gutem Auskommen bei ihrer schwierigen und gefährlichen Arbeit Genüge geleistet werden bei guteni Willen. Dabei drängt sich aber eine andre wichtige Frage auf, nämlich: wo bleiben die vielen genullten Wagen Kohlen? Werden sie getrennt von den normalen Förderungen behandelr, billiger ver- lauft oder gesondert einer neuen Auslese unterworfen, um nur normale Quantitäten zum Absätze gelangen zu lassen? Der Ein- sender verwendet seit 30 Jahren ziemliche Mengen Kohlen und hat sehr oft große Klage zu führen über mangelhafte Entfernung der Steine und machte dabei merkwürdige Erfahrungen, die auch von vielen andren Seiten bestätigt werden. Noch niemals wurde beobachtet, daß eine Zeche, ein Lieferant angiebt: aus dem und dem Grunde kam es vor, daß ein Wagen so und so mangelhafte Kohlen enthält, welche infolge des Minder- wertes billiger berechnet werden. Eine Kohle, welche in normaler Be- fchaffenheit b Proz. Asche enthält, wurde oftmals mit vielen sichtbaren kleinen, oft auch mit großen Steinen geliefert, hatte nach Verwiegnng 15 bis 20, ja 22 Proz. Asche, ohne daß die Zeche jemals ein Wort vorab sagte. Die Reklamationen werden meist so behandelt, als ob sie unberechtigt seien, und die Zwischenhändler geben vielfach an, sie selbst hätten die natürlich erfolgenden Abzüge zu tragen, die Zeche vergüte sie nicht. Es kam vor, daß dem Händler geantwortet wurde nach einigen vorangegangenen Redensarten,„wenn Firma X, nicht aufhört zuschreiben, bekomnit sie.überhaupt nichts mehr". Hält man derartige Vorgänge, die viele Verbraucher be- stätigen werden, mit den Klagen der Arbeiter zusammen, so scheint allerdings eine durchaus andre Gepflogenheit, betreffend die Qualität der Kohlen, nach beiden Seiten dringend nötig und bald Wünschens- lvert, und zwar Einrichtungen, welche sowohl gerechte Behandlung des Arbeiters wie des Verbrauchers sicher gewährleisten. Die weiteren ewigen Klagen über ungenügenden Inhalt der Wagen seien hier nur gestreift; die Wiegebücher der Verbraucher geben darüber Auffchlüsse." Daß eine Aufsicht über die Qualität der geförderten Kohle nötig ist, geben die Bergleute von vornherein zu durch die Forderung, daß ein Vertrauensmann der Arbeiter, von diesen bezahlt, die Wagen vor der Abnahme prüfen soll. Damit geben sie auch ohne weiteres zu, daß die Frage zur gegenseitigen Zufriedenheit gelöst werden kann. Allerdings haben sie auch die berechtigte Forderung gestellt, daß bei der Feststellung des Gedinges darauf Rücksicht genommen werden muß, ob die Leute nach der Beschaffenheit des Flößes reine Kohle liefern können, ohne im Verdienst geschädigt zu werden. Was der Fabrikant über die Verwendung der angeblich oder wirklich unreinen Kohle sagt, würde, wenn es richtig ist, mindestens beweisen, daß den Arbeitern jetzt Wagen gestrichen werden, welche die Zechen sehr wohl für verkanfsfähig halten, so daß die Streichung keinen andern Grund wie die billige Erhöhung des Profits hätte.— Der Wahlkrawall in Laurahüttc. Dieser Tage ist, wie gemeldet, den Angeklagten die Anklageschrift zugegangen. Die Anklage lautet auf Aufruhr und Auflauf. Angeklagt sind 66 Personen, oarunter ein Redakteur des„Gornoflazak" als Hauptthäter sowie der Vater und ein Bruder des Abgeordneten Korfanty. 29 Personen sind in Untersuchungshaft, geladen werden 54 Zeugen.— Katholikentag. Die 50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands wurde Sonntagnachmittag in Köln durch einen Festzug der katholischen Arbeiter- und Gesellenvereine eingeleitet. Die Teil- nehmer am Zuge vereinigten sich später in sieben Versammlungen. In derjenigen, die in der Festhalle unter dem Vorsitz des Abgeordneten Trimborn abgehalten wurde, sprach Reichs- und Landtagsabgeordneter Sittart über die Jubelfeier der Katholiken-Vcrsammlungen und über den Erfolg der katholischen Arbeiterschaft in der Vergangenheit. Hierauf hielt Kardinal Erzbischof Fischer eine Begrüßungsansprache. Vorher feierte der Augustinus-Verein zur Pflege der katholischen Presse sein 25. Jubiläum. P o r s ch feierte in der offiziellen Festrede die Bedeutung der katholischen Presse. Kardinal Fischer sprach unter der Parole: Hie Christ, hie Antichrist. Am Montagvornnttag fand die erste geschlossene Versammlung statt. In seiner Begrüßungsansprache hob Justizrat Custodis die Notwendigkeit hervor, für die arbeitenden Klassen zu sorgen, und betonte besonders, daß ein guter Katholik auch ein guter Patriot sei. Bei den danach vorgenommenen Wahlen wurde Fürst Löwenstein- Wertheim-Frcudenberg zum Ehrenvorsitzenden, Dr. v. Orterer zum Präsidenten, Freiherr v. Stotzingen zum ersten, Graf Praschma zum zweiten Vicepräsidenten gewählt. Orterer dankte für die Wahl, in der er eine Ehrung seines Standes und des Bayernlandes erblicke. Die Versammlung beschloß später ein Huldigungstelegramm an den Kaiser.— Deutsch-englische Schlägerei. Aus London wird berichtet: Eine wüste Schlägerei zwischen Matrosen vom deutschen Schulschiff„Stosch" und englischen Artilleristen fand nach einer Meldung der„Daily News" in der Nacht zum Sonntag in Oueenstown(Irland) statt. Zwei englische Soldaten erlitten dabei ernste Verletzungen. Dem einen wurde die Nase fast völlig abgehauen, der andre erhielt einen Stich in die rechte Schulter. Die Schlägerei entwickelte sich aus einem Zusammenstoß zlvischen Betrunkenen auf beiden Seiten.— Die Nrahnr des Kaisers. In Trebnitz existiert eine Hedwigs« kirche, die ani Sonntag ihr 700. Jubiläum feierte. In der Kirche soll Hedwig, die Urahne Wilhelms II, ruhen. Als Vertreter des Kaisers erschien Prinz Friedrich Heinrich bei der Kirchen- and Familienfeier.— Die Leichncr-Feier. Anfangs Oktober soll in Berlin ein Richard Wagner- Denkmal unter gewaltigem Klimbim eingeweiht werden. Arrangeur des Ganzen ist der Feltschminken-Fabrikant Leichner, mit dein der Kultusminister und sonstige Spitzen der Behörden an dem Fettglanz des Festes arbeiten. Alle hervorragenden Wagner-Musiker und Musikgelehrten haben sich zwar demonstrativ von der Veran- - staltung zurückgezogen, dennoch aber wird ein wahres Volksfest geschminkt werden. Anfangs war der bayrische Prinz Ludwig Ferdinand, der Vasallen-Redner, Ehrenpräsident. Dann wurde von Berlin aus gewünscht, daß auch ein Hohenzoller präsidieren möge, und man gesellte dem Bayern den mufikliebenden Prinzen Joachim. Nun aber hat der Bayer das Präsidium niedergelegt. Wenigstens will er nicht an dem Fest teilnehmen, und hat diesen Entschluß ziemlich deutlich begründet. Die einzige Folge dieses Zwischenfalls wird freilich nur die sein, daß Herr Leichner ausruft: Noch mehr Schminke!— Der goldene Fahrstuhl stockt. Der Prcsseklub will, nachdem seine Gönner ihn so bloßgestellt haben, nicht weiter leben. Er will sich demnächst auflösen und vorher noch beschließen, wie er die 25000 M. an Herrn Romeick wiedererstattet. Vielleicht besorgt Herr Gold- berger diese finanzielle Transaktion.— Hustand. Zwei Reden des Ministerpräsidenten Combes. Der ftanzösische Ministerpräsident hat am Sonntag in Saintes (Departement Charente Jnfsrieure) zwei Ansprachen gehalten, in denen er sich heftig gegen die reaktionären Umtriebe des Klerikalismus wandte und erklärte, seinen Kampf gegen diesen energisch fortsetzen zu wollen. Die erste Ansprache hielt Combes bei dem Enipfang der Behörden. In Erwiderung auf eine Ansprache des protestantischen Pfarrers sagte er, es bestehe eine Gedankenrichtung, die darauf hin- ziele, in einer vielleicht schon nahen Zukunft Veränderungen in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat herbeizuführen. Wenn diese Möglichkeit sich verwirkliche, werde aus voller Gerechtigkeit und voller Notwendigkeit der Staat allen Religionen die Freiheit sichern müssen, auf die sie zum Schutz der Gcwissensftciheit ein Recht haben. Nach dem Empfang fand zu Ehren des Ministerpräsidenten in den Werkstätten der Staatseisenbahn ein Festmahl zu 2200 Gedecken statt. Auf diesem Festmahl hielt Combes eine zweite Rede. Er habe, erklärte er, gegen die Reaktion so scharfe Hiebe geführt, daß diese ihn mit Schmähungen überhäufe. Die wahre Ursache dieses Hasses gegen ihn sei die, daß er am Tage nach der Annahme des Gesetzes, welches nach Ansicht der Mehrheit der Republikaner ein Gesetz der Verteidigung gegen den Klerikalismus, den Todfeind der Republik, sei, die ausübende Gewalt übernommen habe. An der Spitze dieser Mehrheit habe er den Feind aus den starken Stellungen verdrängt, die er dank der Schwäche der ftüheren Regierungen innegehabt habe.(Stürmischer Beifall.) „Ich bin", so fuhr Combes fort,„entschlossen, diesen Kampf ohne Gnade fortzuführen bis zum Siege des republikanischen Geistes über den klerikalen Geist, und werde mich weder durch Beleidigungen, noch durch Drohungen oder Bitten, von welcher Seite sie auch kommen mögen, beeinflussen lassen. DaS Land allein kann sagen, ob ich mein Mandat zu seiner Zufriedenheit erfülle. Ich wende mich daher an das Land(Beifall) und überall im ganzen Lande billigen die Republikaner den Kampf gegen die klerikale und nationalistische Reaktion und fordern die Regierung auf, ihr Werk der Verteidigung der Republik fortzusetzen.(Beifall.) Das Land bleibt dem Jntriguenspiel fern. In seinen Augen beherrscht nur ein einziger Punkt alles und das ist die für alle Republikaner bestehende Pflicht, eine feste und ent« schlossene Masse gegen die Gegner zu bilden und das Ministerium entschieden in seinem festen Ent« schluß zu unter st ützen, mehr und mehr die dem Lande versprochenen Reformen zu verwirklichen.(Beifall.) Die Reaktion hat ihre alten Fahnen verlassen, sie betitelt sich jetzt als Partei der liberalen Aktion. Ihre Sprache hat sich geändert. Die Frei« heit wird als der höchste Schiedsrichter unter den Parteien ge« priesen und die Reaktion verspricht jedem völlige Freiheit unter der alleinigen Bedingung, daß dies eben die Freiheit der Kongregationen sein wird." Dyt: Ministerpräsident kritisierte sodann den christlichen SocialiS« nms und spottete über die überzeugten Reaktionäre, welche sich mit ihrem Liberalismus briisteten und somit der alten Münze ähnelten. die auf der einen Seite das Wappen der französischen Republik, auf der andren den Kopf Napoleons trug. Die Partei der liberalen Aktion ersetze den Kopf des Souverains durch den Pantoffel des Papstes. beide Münzen seien aber gleich viel wert. Er sehe in der liberalen Altion eine Gegenrevolution, welche durch eine künstliche Sprache sich an die Stelle der Revolution zu setzen suche. Die Republikaner würden sich dadurch aber nicht düpieren lassen, sie, die stets so eifersüchtig über den Schutz der Civilbehörde gegen Eingriffe der kirchlichen Behörden gewacht hätten. Die wahren Republikaner, schloß der Ministerpräsident, werden der Republik treu bleiben, weil sie die drei großen Güter gewährleistet, welche ein Regierungssystem einen, Lande bieten muß. die Auftechterhaltung des Friedens, die Herrschast des Gesetzes und die Achtung vor der öffentlichen und der persönlichen Freiheit. Das bestehende Ministerium setzt seine Ehre darin, diese Güter dem Lande zu bewahren. Paris, 24. August. Bei der Besprechung der Rede des Minister- Präsidenten Combes wünscht der„Radical" dem Ministerpräsidenten Glück zu der Offenheit, mit der er gesprochen, und erklärt, das ganze republikanische Land werde ihn in seinen Bemühungen unterstützen. — Die„Lanterne" billigt durchaus die Versicherungen des Minister- Präsidenten und fordert ihn auf, auf halbe Maßregeln zu verzichten und keinen Gegner zu schonen.— Die„Petite Rspublique" spricht sich günstig über die gestrige Rede aus, die diejenige von Marseille in vielen Stücken bekräftige.— Die„Action" ist erfteut über die Erklärungen zur Frage der Trennung von Kirche und Staat. Der„Gaulois" tadelt, daß Combes' Folgerungen der Ursprung- lichkeit und großer Gesichtspunkte ermangeln.— Der„Soleil" spottet darüber, daß er wie ein Erzpriester geredet habe.— Der„Rappel" hofft, daß die Thaten der Regierung künftig nicht mehr im Wider- spruch mit den Worten stehen werden.—„La Röpublique" wirst dem Ministerpräsidenten vor, daß er in Saintes eine gegen die Freiheit gerichtete Politik gepredigt habe.— Frankreich. Marincmniister Pellctan erklärte in einer Rede in Cherbourg nach dem Stapellauf des Panzerschiffes„Ferry", die obersten Marine- behörden hätten sich der Regierung der Republik unterzuordnen. Die Marine dürfe nicht mehr eine BildungSanstalt ftir Offiziere sein, die von Dominikanermönchen erzogen würden, und ihren Degen nicht in den Dienst der Reaktion stellen. Die Rede des Ministers, der zum Schluß die Veicherung gab, daß die Regierung das Kongregationsgesez entschieden zur Durchführung zu bringen gewillt sei, wurde mit Beifall aufgenommen. Eine Interpellation aus Anlaß des Humbert- Prozesses. Die Nationalisten gedenken den Humbert- Prozeß gegen das jezige Kabinett auszuschlachten. Der Deputierte Georges Berry( Nationalist) teilte dem Justizminister Vallé mit, daß er bei der Wiedereröffnung der Kammer über die Behauptung Laboris, ein Aftenbündel des Humbert- Prozesses enthalte den Beweis für die Mitschuld mehrerer politischer Persönlichkeiten, eine Interpellation einbringen werde. Berry wird die Einsetzung einer parlamentarischen Kommission beantragen, die alle Aktenbündel des Prozesses öffnen soll. Italien. Menotti ist der älteste Sohn aus der ersten Ehe Giuseppe Garibaldis. Er wurde 1845 geboren und stieg als Teilnehmer an seines Vaters Kriegszügen in Italien und Frankreich zum General auf. Jm italienischen Parlament gehörte er anfangs der äußersten, später der gemäßigten Linken an. Obwohl er nie das Wort im Plenum ergriff, besaß er bedeutenden parlamentarischen Einfluß. Bezirke dann aber zu besetzen, ist schließlich ein Gesetz der Not, Bildungsverein ins Leben gerufen, dem sogleich 63 Mitglieder bei und wer da bei jedem einzelnen noch erst ein peintraten. Man erwartet, daß der Verein bei seiner entgültigen Grün liches politisches Gramen anstellen wollte, der dung in 2-3 Wochen den in Northeim bestehenden Handwerker würde sehr bald Erfahrungen machen, die ihm nicht lieb sein Bildungsverein überflügelt haben wird, der, ein Schoßkind der würden. Dabei kommt noch hinzu, daß ganze große Kategorien Nationalliberalen, es trotz mehrjährigen Bestehens erst auf 160 Mit von Wahlmänner- Kandidaten, die von größter Bedeutung sind, ein- glieder gebracht hat. fach ausschalten würden, wenn ihnen eine solche Bedingung gestellt werden würde. Ich nenne hier als Beispiel nur den gesamten Stand der Volksschullehrer." Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Der Andie - Die beleidigte Reichs- Postverwaltung. Vor der Straffammer П zu Hannover hatte sich am Sonnabend der verantwortliche Redakteur Es ist für die freisinnige Politik ungemein kennzeichnend, daß des dortigen Volkswillen", Genosse Leinert, wegen Bedie Partei Wahlmänner aufstellt, die einem politischen Examen nicht leidigung der" Reichs- Postverwaltung zu verantworten. standhalten würden. Mit solchen Politikern kann man freilich keine geklagte hatte am 18. Mai im„ Volkswillen" einen Artikel veröffent Reaktion bekämpfen, und ein Freisinu, der kein politisches Examen licht, in welchem die neuen Achselschnüre und sonstigen auf die Ernsthaftigkeit seines Freisinns verträgt, ist uns allerdings Auszeichnungen der neugeschaffenen Ober- Briefträger und der feſtkeinen Schuß Pulver wert. Ernsthafte Politik kann man nur treiben, angestellten Postunterbeamten besprochen wurden. In dem Artikel Menotti Garibaldi ist am Sonnabend nach kurzem Krankenlager wenn man zuverlässige Massen hinter sich hat, sonst sinkt die Politik war behauptet, daß die neuen Auszeichnungen im Postmunde gestorben. Am Nachmittag konstatierten die Aerzte Herzschwäche, die zu einem bloßen Geschäft herab, bei dem die Macher nur für ihre Kainszeichen" genannt würden, und es wurde wenig Hoffnung auf Erhaltung des Lebens ließ. Bei seinem Tode persönlichen Interessen wirken. Wer trotzdem versuchen wollte, auf Thatsache, daß die Reichs- Postverwaltung diese Auszeichnungen umgaben Menotti seine Frau, ſeine Töchter und Schwiegersöhne. solchem schwanken Grunde eine volkstümliche Politik zu treiben, noch bezahlt verlange- beziehungsweise daß für diese Die Nachricht von dem unerwarteten Ableben wurde unverzüglich würde bald die schwersten Enttäuschungen erleben. Deforation 1,65 und 1,15 m. an die Kleiderkasse von den so Ausan den König und an Zanardelli telegraphiert. Sie verbreitete sich Dann aber geht der Artikel auch zu principiellen Betrachtungen gezeichneten mehr bezahlt werden muß als unerhört" schnell in der Stadt und machte tiefen Eindruck. Der Präfett über und darin zeigt er uns, daß mindestens der Breslauer Freifinn bezeichnet. Weiter war ausgeführt, daß die Beamten beabsichtigt sprach der Familie persönlich sein Beileid aus. Der Bürgermeister um kapitalistischer Interessen willen den ganzen Plunder politischer hätten, die Dekoration wieder zurückzugeben, jedoch sandte ein Telegramm. Die Leiche Menotti Garibaldis wird öffent- Freiheiten zu opfern gewillt ist. Der Artikel fährt fort: seien sie wegen des ihnen deshalb drohenden Disciplinarverfahrens lich ausgestellt und dann nach Caprera übergeführt werden. " Sodann aber ist bei den gesamten Auseinandersetzungen des davon abgekommen. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet be= Herrn Barth noch eins übersehen. Es giebt nämlich ganz außer zeichnete der Angeklagte das Vorgehen der Postbehörde als ordentlich viel gut freisinnige Männer, die aus principiellen geradezu verwerflich", weil die Dekoration nicht verlangt Gründen weder öffentlich noch geheim für einen Socialworden sei und sich niemand der Auszeichnung und der damit verdemokraten stimmen. Nebenbei bemerkt, würde von den Partei- bundenen Zahlung des Geldbetrages entziehen konnte. Durch die genossen des Herrn Barth hier in Breslau noch nicht ein halbes drei Worte„ Kainszeichen"," unerhört" und" geradezu verwerflich" Duzend öffentlich einem Socialdemokraten seine Stimme geben. fühlte sich die Reichs Postverwaltung beleidigt. Den socialdemokratischen Theorien gegenüber ist man doch Staatsanwalt wollte das Vorgehen mit drei Monaten Ge nicht so gleichgültig, wie man vielfach glaubt. Der Charakter dieser Partei als einer Partei der Unversöhnlichkeit ist vielen nach den letzten Wahlen noch bedenklicher geworden als früher. Das parlamentarische Verhalten der Socialdemokratie in der Obstruktionscampagne hat die Gefährlichkeit dieser Partei für einen geordneten Parlaments staat nur allzu deutlich gezeigt; die wirtschaftlichen For derungen der Socialdemokratie aber, die im wesentlichen praktisch doch dahin gehen, daß die Arbeitnehmer die Herren der Arbeitgeber sein sollen, die sich daraus ergebenden, vielfach unerträglichen Zustände in den Fabriken und in den Werkstätten lassen die erdrückende Mehrheit der größeren und kleineren Arbeitgeber in der Socialdemokratie einfach ihren Todfeind erblicken. Ich behaupte, daß von den kleineren und mittleren und größeren Arbeitgebern in Breslau sich noch nicht der hundertste bereit finden würde, öffentlich oder geheim die Socialdemokratie bei der Wahl zu unterstügen." Rußland. Die Streitbewegung in Jekaterinoslaw. Auch in Jekaterinosław ist ein fast alle wichtigeren Gewerbe umfassender Streit ausgebrochen. Vom Wolffschen Bureau wird darüber aus Petersburg jedenfalls aus russisch- offiziöser Quelle- gemeldet: Am 18. d. M. stellte ein Teil der Bäcker die Arbeit ein, die nach Verhaftung der Führer wieder aufgenommen wurde. Am 20. früh begann der Ausstand in allen großen Fabriken und EisenbahnWerkstätten. Gewaltsam erzwangen die Ausständigen die Einstellung der Arbeit in Privatwerkstäten und auf Bauten. Das Militär, welches zur Herstellung der Ordnung aufgeboten wurde, wurde feindselig empfangen, doch wurde die Menge durch einige Schüsse zerstreut. Am 21. früh mußten die Pferdebahnen die Fahrten einstellen, auch der Eisenbahnbetrieb wurde gestört. Die Zeitungen konnten nicht erscheinen. Die Fabriken wurden von Truppen umringt. Auf dem Bazar wurde eine Ansammlung von einigen Tausend Menschen von den Truppen mit Gewalt zerstreut. Am Abend nahmen die Pferdebahnen und einige Privatfabriken den Betrieb wieder auf. Der Streit in Kiew ist, wie gemeldet wird, beendet. Die Eisenbahnwerkstätten sind seit einigen Tagen wieder in Betrieb, nachdem die Forderungen der Arbeiter zum größten Teil bewilligt worden find. Der Aufstand hat ca. 100 Tote, einige Hundert Berlegte Männer, Frauen und Kinder gefordert. Dazu tommen mehr als 3000 Verhaftete: das ist die Bilanz der legten zwei Wochen. Türkei. Es ist nur ein billiger Trost für die höchsten Güter des Liberalismus, bei dem man nicht einmal an Verkennung der wirklichen Verhältnisse glauben kann, wenn der Artikel schließt: 9 Der fängnis gefühnt wissen. Der Gerichtshof dagegen erkannte auf eine Geldstrafe von 20 Mart, er erachtete nur den Ausdruck geradezu verwerflich" als über den Rahmen einer berechtigten Kritik hinausgehend und deshalb beleidigend. Nachklänge zum Humbert- Prozeß. " " Die Pariser Presse giebt fast einstimmig ihrer Genugthuung über das Urteil im Humbert- Prozeß Ausdruck. Die republikanischen Blätter weisen darauf hin, daß diejenigen, die bei diesem Prozeß auf einen großen politischen Skandal hofften, sich getäuscht hätten. Die der Republik feindlichen Blätter erklären, es sei in die Angelegenheit kein vollständiges Licht gebracht worden, weil die Regierung Enthüllungen zu vermeiden suche. Der Matin" meint, das Urteil sei schwerer, als man erwartet hätte. Ferner meldet das Blatt, daß Frédéric Humbert bei der Abführung in die Conciergerie zu Therese gesagt habe: wir werden uns wiedersehen, es giebt auch einen Kassationshof. Der Figaro" schreibt: Die Angelegenheit der Humberts ist beendigt worden, wie Will die Socialdemokratie dabei ihrerseits mit der Theorie fie begann, nämlich durch einen großartigen Verblüffungscoup.des Kampfes nach einer Front, mit der Theorie des Kampfes Der Pet. Parifien" sagt: Die Geschworenen haben mit großer gegen den Liberalismus und für die Reaktion, ihre Geschäfte machen, Weisheit die Politik aus dem Prozeß verbannt und sich darauf beso wird weder Dr. Barth noch ein andrer sie daran hindern schränkt, die den Angeklagten zur Last gelegten Anschuldigungen zu fönnen. Die Frage würde dann nur sein, in welchem Um- untersuchen; sie haben sie für genügend erwiesen befunden. fange und wie lange die socialdemokratische Intransigeant" meint: Trotz der Verurteilung sind die Humberts Arbeiterschaft sich thatsächlich in der Rolle als und Daurignacs nicht mehr beschmußt aus dem Prozeß hervor Schildknappen der Reaktion wohlfühlen kann." gegangen, als die Richter, die sich seit einem Jahr mit dieser AnDie socialdemokratische Arbeiterschaft hat längst bewiesen, daß gelegenheit befaßt haben. Der„ Gaulois" erklärt: In allen sie sehr wohl weiß, wie die Reaktion zu bekämpfen ist; jedenfalls großen Prozessen dieser Art, welche seit 25 Jahren zur Verhandlung nicht mit Leuten, die einem Examen auf ihr politisches Glaubens- gelangten, befand sich immer ein geheimes Dossier und die am bekenntnis nicht standhalten. meisten Schuldigen sind immer der Gerechtigkeit entronnen. Der Antrag auf Kassation. Romain und Emile Daurignac erklärten, ihre Strafe sofort antreten zu wollen. Therese und Frédéric Humbert gedenken, wie Frédéric seiner Mutter, der Frau Humbert mitgeteilt hat, das Kassationsbegehren heute zu unterzeichnen. Die hiesige Volts- Zeitung" nimmt von dem Artikel unsres Breslauer Parteiblattes Notiz und indem sie die Freifinnigen zu einer Entscheidung drängt, bemerkt sie, daß Abg. Gothein, einer der drei freisinnigen Abgeordneten für Breslau, ebenso denken dürfte " " Die türkischen Zugeständnisse an Rußland für die Ermordung des Konfuls Rostkowsky. Wie der russische Botschafter in Konstantinopel seiner Regierung meldet, traf die Pforte folgende Maßnahmen zur Erfüllung der Forderungen der russischen Regierung: Außer der Hinrichtung der beiden Verbrecher und der Verurteilung zweier andrer Gendarmen zur Zwangsarbeit wurden die Offiziere, welche sich unehrerbietige Aeußerungen über Konsul Rostkowsky erlaubt hatten, aus dem Dienst gestoßen. Nach den Personen, die auf die Kutsche des Konfuls geschoffen haben, wird sorgfältig geforscht. Alle amtlichen Personen, wie Dr. Barth. 24 an Zahl, welche das der Pforte durch den russischen Die freisinnige„ Kieler Zeitung" nimmt einen ähnlichen Stand- Ueber die Kaffationsgründe, welche Labori zur Begründung Botschafter übergebene Verzeichnis aufführt, und über deren Thätig- punkt ein wie die Breslauer Zeitung". Dazu bemerkt die Volts- seiner Berufung gegen das Urteil der Geschworenen bei dem feit die russischen Konsularvertreter sich ungünstig äußerten, wurden Beitung": Rasfationshof anführen will, schreibt man aus Paris, daß dieselben entlassen und dem Gericht übergeben. Alle in dem Verzeichnis aufEins ergiebt sich als erste unausbleibliche Folge der schlotte- naturgemäß rein formaler Natur sein werden. Labori wird sich bei geführten Privatpersonen, die verschiedener Verbrechen schuldig sind, richten Socialistenfürchtigkeit der Freifinnigen in Kiel: Herr Dr. Barth feiner Berufung auf jene drei Anträge stützen, die er vor dem wurden ebenfalls dem Gericht übergeben. Der Polizeikommissar kandidiert dort nicht wieder, wenn er sein Mandat als antisocialistisches Urteilsspruch dem Gericht unterbreitete, mit denen er aber nach einer Jsmail Hafi in Palanka wurde wieder in sein Amt eingesetzt. Angstprodukt aus den Händen der Kieler Freisinnigen entgegen Beratung von kaum zehn Minuten seitens der Richter eine Abweisung Die Personen, welche verhaftet wurden, weil sie über Mißbräuche nehmen soll. Das steht felsenfest. Wir haben dies schon vor bier erfuhr. Erstens hätten so erklärt Labori-die Angeklagten gar nicht und Gewaltthätigkeiten der Mohammedaner Klage führten, wurden Tagen ausgesprochen. Die Schleswig- Holsteinsche Volks- Zeitung" wegen Fälschung verurteilt werden können, denn sie haben nur sich selbst in Freiheit gesezt. Generalinspektor Hilmi Pascha erhielt einen Vergiebt der Bermutung Raum, daß wir das im Einverständnis mit getäuscht. Wenigstens sei ihnen das Gegenteil nicht bewiesen. weis. Die Chefs der Gendarmerie und der Polizei in Saloniki, Dr. Barth geschrieben haben. Wir bemerken dazu, daß wir nach Zweitens wären die Aussagen der drei Postbeamten, die in Romain Chaiderin Bey und Maschar Beh, wurden durch andre Personen er- Lage der Sache keiner besondren Informationen seitens des Daurignac den Abholer der Crawford- Briefe haben erkennen wollen, feit. Herrn Dr. Barth bedürfen, um dergleichen aussprechen zu können. Verlegungen des Amtsgeheimnisses gewesen, und zwar unter der Herrn Barth ist es mit der publizistischen Vertretung seiner anti- Beeinflussung von seiten andrer Zeugen, besonders des Unterreaktionären Bündnisideen so ernst, daß er nicht um seines Kieler fuchungsrichters Leydet, und drittens greift Labori natürlich Mandats willen sich selber öffentlich desavouieren und alle seine auf die bereits mehrfach erwähnte Unregelmäßigkeit bei der Entin dieser Angelegenheit geschriebenen Artikel hinterher als journalistische Spiegelfechtereien kennzeichnen wird." Konstantinopel, 23. Auguft.( Meldung des Wiener I. I. Telegr.Korresp.- Bureaus.) Der italienische Konsul in Monastir wurde vor dem Konsulatsgebäude von Soldaten mit dem Zuruf„ Giaur" beschimpft, ohne daß angeblich zusehende Offiziere einschritten. Die italienische Botschaft hat deswegen gestern energische Schritte bei der Pforte unternommen. Das Schreiben des bulgarisch- macedonischen Revolutionsausschusses, das, unterzeichnet von Boris Sarafow, an den Generaldirektor der Drient- Eisenbahnen abgesandt worden ist, hat folgenden Wortlaut: Der Generalstab des Revolutionsausschusses von Macedonien und Adrianopel hat die Ehre, das Direktorium der Orient- Eisenbahnen zu benachrichten, daß gegen die türkische Herrschaft, die seit fünf Jahrhunderten die elementarsten Menschenrechte verlegt und für das Leben, das Eigentum und die Ehre der christlichen Bevölkerung keine Sicherheit giebt, von neuem der Aufstand erklärt worden ist, um die christliche Bevölkerung von Macedonien und Adrianopel zu befreien. Wir müssen dieser Herrschaft den Krieg erklären unter dem Rufe " Freiheit oder Tod". Da wir in diesem Kriege ges zwungen sind, Attentate gegen Eisenbahnen zu unternehmen, bitten wir im Namen der Menschlichkeit das Direktorium, feine Passagiere auf den Orient- Eisenbahnen zu befördern, damit Menschenleben nicht nutzlos geopfert werden." Landtagswahl. " gegennahme der Aussagen des Advokaten Du Buit durch den Substitut Poncet an Stelle des Untersuchungsrichters zurück; was ihm Die erste Aeußerung des freifinnigen Blattes für Königsberg, allerdings wenig helfen dürfte, da diese Unregelmäßigkeit schon vor der Königsberger Hartungschen Zeitung" zu den Landtagswahlen der Verhaftung der Humberts begangen wurde. Weit gewichtiger lautet gleichfalls ganz ähnlich wie die des Breslauer und des Kieler jedoch als alle diese Gründe ist ein vierter, den Labori nach VerBlattes: Sie schreibt zu dem Bericht über die dortige Partei fündung des Urteils in das Protokoll aufnehmen ließ. Präsident Bonnet empfahl nämlich bei seiner Rechtsbelehrung den Geschwornen, versammlung: " Soweit der Bericht über den Verlauf der socialdemokratischen recht eingehend den Artikel 45 des Strafgesetzbuches zu lesen, der Barteiversammlung. Wir glauben nicht, daß die hochmütige, über die Fälschungen und Anwendung von Fälschungen handelt. Siftatorische Art, mit der die Freifinnigen auch wieder bei Labori erblickt darin eine unerlaubte Beeinflussung der Geschwornen dieser Gelegenheit, bei der man auf ihr Entgegenkommen rechnet, behandelt werden, geeignet ist, die Erinnerung an die rohe und gehäffige Kampfesweise der Socialdemokratie bei Reichstagswahlen bei der freifinnigen Bürgerschaft zu verwischen. Das Bürgertum bedankt sich dafür, unter das Joch zu gehen, auch dem soeben vom kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Deutschlands Außenhandel vom Januar bis Juli 1903. Nach wenn es ein socialdemokratisches ist." Die hochmütige und diktatorische Art der Behandlung der Frei- Juliheft der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel finnigen in dieser Versammlung besteht darin, daß unsre Genoffen, beträgt in den sieben Monaten Januar bis Juli d. J. die Eindie sich durch Aufstellung eigner Wahlmänner im Kreise Königsberg- fuhr in Tonnen zu 1000 Kilogramm: Fischhausen beteiligen werden, erklärten: 26 084 230 gegen 23 869 231 und 25 119 078 in den beiden Vorbei den Aus Induftrie und Handel. Von den drei Mandaten, die der Kreis Königsberg- Fischhausen fahren, daher mehr 2214 999 und 965 152. Edelmetalleinfuhr 701 zu besetzen hat, verlangen wir eines. Wir werden die Frei- gegen 685 und 721. 31 von 43 Zolltarifnummern zeigen gegen finnigen( sowohl bei den Urwahlen wie bei der Abgeordneten- das Vorjahr eine erhöhte Einfuhr, am meisten: Erden, Erze usw. wahl in den Stichwahlen nur unterstützen, wenn sie unfren( mehr 784 351), Holz( mehr 492 221), Kohlen( mehr 398 099), GeAnspruch auf einen Abgeordnetensiz rund und nett anerkennen und treide und andre Landbau- Erzeugnisse( mehr 288 813), Abfälle unterstützen. Wollen sie das nicht und erleiden sie deswegen wolle usw.( 35 341, wovon 30 000 auf Rohbaumwolle treffen). ( mehr 162 470), Erdöl( 46 105), Steine( 42 330), Schaden, so trifft sie allein die Schuld. BaumZur Taktik bei den Landtagswahlen beröffentlicht die„ Breslauer Volkswacht" einen Artikel, worin sie, anscheinend im Einverständnis mit der örtlichen Parteileitung, darlegt, daß die dortigen Parteigenossen von den Freisinnigen unbedingt die Abtretung eines der drei Breslauer Landtagsmandate fordern. Die Freifinnigen von der volksparteilichen Richtung scheinen Stärkere Ausfälle zeigen Material- usw. Waren( weniger 56 678) Im Falle der Ablehnung werden sie die Freifinnigen rücksichtslos wirklich aller Orten unsre Beteiligung an den Landtagswahlen von wegen geringerer Rind- und Schweinefleisch, Rosinen-, Herings-, ihrem Schicksal überlassen. Aus diesem Grunde wird auch ein Abkommen dem gemütlichen Standpunkt aus zu betrachten, daß wir es um Reis-, Thee- und Salzeinfuhr, ferner Drogueries, Apotheter-, Farbe bereits bei den Stichwahlen für die Wahlmännerwahlen gefordert. Was ihretwillen thun. Sonst fönnten sie doch wirklich nicht von difta- waren( weniger 28 573) sowie Flachs, Hanf usw. mit einem Ausfall von der Freifinnigen Volkspartei in Breslau zu erwarten ist, fann torischem Auftreten reden, wenn wir unsre Bedingungen aufstellen von 26 404 Tonnen. man zwar noch nicht mit Bestimmtheit sagen, da noch keine offizielle für das Eintreten für sie. 3 Partei- Nachrichten. Zum Parteitage. Bartei Erklärung darüber vorliegt. Wenn man jedoch nach einem Artikel der„ Breslauer Zeitung" urteilen darf, der sich in seiner Argumentation ganz mit dem Verhalten der Freifinnigen bei der Wahl 1898 deckt, so werden diese lieber ihre Mandate der Neaktion überlassen, ehe fie sich entschließen, für einen Social- Eine Versammlung des socialdemokratischen Vereins in Köln demokraten zu stimmen. Der Artikel des freifinnigen beschloß, folgende beiden Anträge an den Parteitag zu stellen: Blattes polemisiert heftig gegen Dr. Barth und nachdem 1. Die Barteigenossen von Köln- Stadt halten es für notwendig, er dessen Vorschlag erwähnt, schon bei der Auswahl der Wahl- daß für die Bezirke, wo die Agitation mit besonderen Schwierigkeiten männer darauf Rücksicht zu nehmen, daß sie auch gewillt sein berbunden ist namentlich gilt das für die Centrumsgegenden müßten, eventuell für einen Socialdemokraten zu stimmen, fährt befoldete Parteifetretäre angestellt werden; da, wo die Genossen die Mittel dazu nicht aus eignen Kräften aufbringen können, Herr Barth, der offenbar noch niemals bei der Kleinarbeit hat der Parteivorstand die nötige Unterstützung zu leisten. für Landtagswahlen thätig gewesen ist, stellt sich die Sache etwa 2. Die Parteigenossen von Köln Stadt wünschen, daß der fo vor, als ob in allen Bezirken ein großer Vorrat an frei- Reichstags- Fraktion die Lösung der Vicepräsidenten- Frage finnigen Wahlmänner- Kandidaten vorhanden wäre, bei denen man überlassen bleibt; sie haben zu den gewählten Vertretern der Socialsich die Besten und schließlich die Allerbesten gemächlich heraus- demokratie das Vertrauen, daß sie die Frage in einer das Interesse fieben könne. Die liebe Einfalt mag sich nun sagen lassen, daß und die Ehre der Partei wahrenden Weise entscheiden werden. das z. B. hier in Breslau bei ettva 1500 WahlmännerKandidaten, die wir etwa in Zukunft haben werden, viel- Ein Erfolg. In Northeim im 11. Hannoverschen Wahlleicht im günstigsten Fall bei 800-900 so gehen mag. Die übrigen freise wurde auf Betreiben unsrer Pareigenoffen ein Voltser fort: gegen Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 Kilogramm beträgt: 21 522 581 gegen 18 895 433 und 17 863 087 in den beiden Vorjahren, daher mehr 2 627 148 und 3 659 494. Edelmetall- Ausfuhr: 233 gegen 248 und 230. 33 von 48 Zolltarifnummern zeigen das Vorjahr eine verstärkte Ausfuhr, am meisten: Stohlen( mehr 1 559 819), die mehr als die Hälfte der gesamten Ausfuhr erreichten, Erden, Erze usw.( mehr 590 455), Eisen( mehr 327 930), Drogueries, Apotheker- und Farbewaren( mehr 60 480), Getreide usw.( mehr 46 576), Thonwaren( mehr 31 383). Von Erheblichkeit ist nur der Ausfall bei Material- usw. Waren( weniger 56 338). Die in den Freihafen Hamburg ausgeführten Zuckermengen sind bedeutender als im Vorjahr, namentlich die Nohzuckers mengen. Syndikat deutscher Zuckerraffinerien. Nach der Magdeb. Ztg." stimmten in der gestrigen Generalversammlung ungefähr 93 Prozent der Produktion der Bildung einer reinen Preisvereinigung ohne Kontingentierung auf vorläufig ein halbes Jahr zu. Eine große Raffinerie steht noch aus. Sie wird aufgefordert werden, sich bis nächsten Montag 1 Uhr zu erklären. Alsdann soll der Vorstand die Kündigung des Synditats aussprechen und entscheiden, ob die Preisvereinigung zu stande kommt oder nicht. Der englische Arbeitsmarkt. Wie die amtliche Labour Gazette" Wir wissen, daß wir uns in diesem Kampfe ntat vergeblich an meldet, zeigte die Arbeitslosigkeit im Juli eine Zunahme Eure Solidarität wenden, die deutsche Arbeiterschaft wird sicher auf gegenüber Juni 1903 und Juli 1902. Der Niedergang ist besonders feiten der Crimmitschauer Textilarbeiter und Arbeiterinnen stehen. auffallend in der Textilindustrie, als Folge der hohen Baumwoll- Der Geschäftsgang der Crimmitschauer Industrie ist zur Zeit preise. In den 226 berichtenden Gewerkschaften mit einer Mitglied- ein guter, der Kampfesmut der Arbeiter ein ausgezeichneter, aber schaft von 555 743 gab es 27 394 Arbeitslose, oder 4,9 Prozent, Geld ift dringend nötig. gegen 4,5 Prozent im Juni 1903 und 4,0 Prozent im Juli 1902. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Juli der letzten zehn Jahre war 4,0 Prozent. Von Lohnänderungen wurden im Berichtsmonat 59 400 Arbeitsleute betroffen; 3900 erhielten eine Lohnerhöhung, 55 500 eine Lohnherabsehung. Das Reinergebnis der Aenderungen ist eine Lohnherabsetzung von 1900 Pfund Sterling wöchentlich. An gewerblichen Konflikten waren im ganzen 10 100 Personen beteiligt, gegen 12 300 im vorhergegangenen Monat und gegen 116 814 im Juli 1902. Japans industrielle Entwicklung. Nach der amtlichen japanischen Statistit weist die Entwicklung der wirtschaftlichen Unternehmungen in Japan während der Jahre 1896-1900 folgende Ziffern auf: Nominelles Eingezahltes Zahl der Kapital Unternehmungen Yen Jahr 1896 . 1897 1898 1899 1900 • Kapital Jen 619 Millionen 398 Millionen 4.596 6 113 853 533 " " 931 622 " " " 684 779 " " 7.044 7 631 8598 1028 1128 Ein japanisches Handelsblatt giebt noch folgende Einzelheiten bezüglich der finanziellen Stellung der Unternehmungen in den einzelnen Jahren: Eingezahltes Jahr 1896. Reserven Obligationen Kapital Zusammen in Millionen en 398 1897 1898 1899 533 75 63 ? ? ? • 622 68 24 714 • 684 1900... 779 86 101 2228 27 38 2.2 797 918 Alle Sendungen sind nur an den Kassierer des Centralverbandes Georg Treue, Berlin O. 112, Kronprinzenstr. 47 zu richten. Im Auftrage des Central Vorstandes des deutschen Textilarbeiter- Verbandes C. Hübsch, Vorsitzender. Berlin und Umgegend. Verfammlungen. Die Bleiweiß- Gefahr. In der am 20. d. M. in Charlottenburg abgehaltenen gutbesuchten öffentlichen Versammlung der Maler, Ladierer und Anstreicher sprach Flemming über die Schädlichkeit des Bleiweißes und die bisherige Stellung der Maler- Innungen hierzu. An der Hand statistischen Materials wies Redner nach, daß die Erkrankungen an Bleivergiftung in den verschiedenen Krankenkassen, namentlich derer der Großstädte, die erste Biffer einnehmen. Daneben sind die Krankheiten, die als Folgeerscheinung von Bleivergiftung auftreten, als Nerven, Darm- und Lungenleiden usw., auch sehr beträchtliche. Seit Jahren wird der Kampf gegen das Bleiweiß von seiten der Organisation start geführt. Die Bleiweißfabrikanten bieten alle Zum Streit der Feilenarbeiter. Am Sonntag fam es in der erdenklichen Mittel auf, ihre Abnehmer zu beeinflussen und die Sache Versammlung der Ausständigen zu einer fachlichen Aussprache so darzustellen, als wenn das Bleiweiß durch ein andres Farbmittel kommission wurde betont, der Zweck des Streits sei in erster Linie sagen, daß das Bleiweiß durch Zinkweiß und Lithopone bei richtiger zwischen diesen und den anwesenden Meistern. Seitens der Lohn- nicht zu ersehen sei. Hier könne man aber als Fachmann getrost die Schaffung einheitlich geregelter Lohn- und Arbeitsverhältnisse Behandlung zu ersetzen sei. Auch bedienen sich die Herren Fabrikanten für sämtliche Betriebe der Feilenbranche. Damit wäre den Meistern bei diesem Kampfe recht unschöner Mittel. Redner kam nun auf die dann auch gleichzeitig ein Mittel in die Hand gegeben, auf die Be- von der Firma Leyendecker u. Co. in Köln herausgegebene Gutachtenseitigung der Schmutzkonkurrenz unter einander hinzuwirken. Würden Broschüre zu sprechen und bedauerte lebhaft, daß sich verschiedene die kleineren Betriebe noch länger einer Verständigung mit den Maler- Innungen dazu hergegeben, Handlangerdienste für die Herren Streitenden ausweichen, dann dürften sie sich auch nicht wundern, Bleitweißfabrikanten, deren Vorsitzender Herr Leyendecker ist, zu thun. wenn schließlich ihr eigner Ruin herbeigeführt werde, und Am Schluß seiner Rede empfahl Flemming eine vom Hauptvorstande zwar lediglich durch die größeren Firmen, zum Beispiel den verfaßte Resolution, die an den in den nächsten Tagen in Chemniz daß den Kleinen bei dem Streit der Atem ausgehen solle, damit sie die Kollegen Makke und Köhler auf Grund ihrer Erfahrungen der Obermeister Mägdefrau in Bankow, die gerade darauf lauern, tagenden Malerbundestag gesandt werden soll. Nachdem dann noch deren Kundschaft an sich ziehen können. Deshalb empfehle sich eine Beseitigung des Bleiweißes das Wort gesprochen, gelangte die Reso= Verhandlung vor dem Einigungsamte, wo sich über einzelne Punkte Tution zur einstimmigen Annahme. des Tarifentwurfs, die bei den Meistern Bedenken erregen, immer noch sprechen lasse. An ein bedingungsloses Niederzwingen der Berband der Graveure und Ciseleure. Die Zahlstelle Berlin Feilenarbeiter sei bei der Stärke des Metallarbeiter- Verbandes nicht hielt am 18. August ihre regelmäßige Versammlung ab. In derzu denken, denn selbst wenn der Ausgang dieses Streits ein negativer felben referierte Kaliski über:" Vormärzliches". Hierauf wurden die fein sollte, so würde in türzester Frist erneut angefaßt werden. Schwarzdruckgraveure ersucht, die ausgegebenen Fragebogen schnellStabile Verhältnisie in dem Berufe seien nur möglich durch einen stens auszufüllen und dem Obmann der Agitationskommission zu gegenseitig anerkannten Einheitstarif. Der stellvertretende Obermeister zusenden. Der Vorsitzende beleuchtete die Zuständebei der Firma Marchold, gab allerdings zu, daß die Feilenarbeiter in Anbetracht der hohen Adalbertstraße. Trotzdem bei dieser Firma noch eine zehnstündige Aus diesen Ziffern muß man den Schluß ziehen, daß das Miets- und Lebensmittelpreise nicht genug verdienen, meinte jedoch, Arbeitszeit existiert, verdienen die Kollegen im Accord nur 15 bis japanische Nationalvermögen in der kurzen Zeit seit dem japanisch- infolge der auswärtigen Konkurrenz könnten in Berlin keine höheren 27 M. pro Woche. In letzter Woche sind noch Abzüge von 10 Proz chinesischen Kriege ganz bedeutend zugenommen hat, eine Thatsache, Löhne gezahlt werden, wenn nicht die ganze örtliche Feilenindustrie angekündigt worden. Das Strafgeldersystem ist geradezu empörend. die bei den vielfachen Berichten über die zahlreichen Mißerfolge der vernichtet werden solle. Ihm wurde erwidert, auch in andren Orten Es werden Strafgelder bis zur vollen Höhe des Tagelohns diktiert. japanischen Industrie und insbesondere über die wirtschaftliche feien Lohnbewegungen geplant, um durch entsprechend aufgebefferte Auf die Verwendung haben die Arbeiter feinen Einfluß. Depression der letzten Jahre oft außer acht gelassen wird. Auch Löhne auf eine allgemein günstige Preisbildung der Produkte hinDie Töpferträger hielten am Sonntag eine stark besuchte Verandre Erscheinungen, wie das Steigen der Löhne und der Preise zuwirken. Immerhin müsse erst in einem Drte der Anfang damit für alle Lebensbedürfnisse, das Anwachsen der Staatseinnahmen, die gemacht werden, und das fönne nach Lage der Dinge naturgemäß fammlung ab, um den von der Lohnkommission ausgearbeiteten Zunahme des Außenhandels, namentlich der Einfuhr von Nahrungs- nur Berlin sein. und Genußmitteln aller Art sowie von befferen Bekleidungsgegen die Anwesenden der Hoffnung hin, daß durch die gegenseitige fündigt werden. Außer einem specialisierten Accordtarif ist zum Beschlüsse wurden nicht gefaßt, doch gaben sich läuft am 31. Dezember d. J. ab und wird seitens der Arbeiter geBeschlüsse wurden nicht gefaßt, doch gaben sich erhöhten neuen Lohntarif durchzuberaten. Der bestehende Tarif ständen, beweisen, daß sich der Wohlstand des japanischen Volkes Aussprache der Weg zu einer baldigen Verständigung gefunden fündigt werden. Außer einem specialisierten Accordtarif ist zum während des letzten Jahrzehnts außerordentlich gehoben hat. erstenmal auch für Lohnarbeit ein solcher aufgestellt. Die werden dürfte. Arbeitszeit beträgt zehn Stunden einschließlich der üblichen Baufen. Zur Lohnbewegung der Fliesenleger. Am Montag wurde zwischen Der Vorstand wurde beauftragt, den Tarif unverzüglich der Töpferdem Verein der Mosail- Fliesenleger sowie dem Centralverband der und Ofensetzer- Zwangsinnung zur Annahme zu unterbreiten. Maurer, dem ebenfalls eine Anzahl Fliesenleger angehören, einerseits Bersäumnis der Fortbildungsschule. Am 18. August hielt der socialdemokratische WahlMehrere Lehrlinge in einer Zeitungsdruckerei waren vom Land- und acht Arbeitgeber- Firmen andrerseits ein Tarifvertrag fest- verein seine Versammlung im Lotal des Herrn Scheer ab. Genosse Der Lohn Zubeil referierte über die bevorstehenden Landtagswahlen. Als gericht zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie die Fortbildungs- gesetzt, der folgende Hauptbestimmungen enthält: schule nicht besucht hatten. Die Lehrlinge machten zu ihrer Ver- beträgt pro Stunde 80 Pf. bei neunstündiger Arbeitszeit. Delegierte zur Generalversammlung des Central- Wahlvereins wurden teidigung geltend, ihr Lehrherr habe ihnen nicht die erforderliche Ueberstunden sind nach Möglichkeit zu vermeiden, werden aber, Herbst und Müller gewählt. Unter Vereinsangelegenheiten gab der Zeit zum Besuch der Fortbildungsschule gegeben, der Lehrherr habe wenn sie notwendig find, von 6-9 Uhr abends mit 25 Proz. Lohn Vorsitzende die Abrechnung vom Stiftungsfest, wonach trotz des ihnen sogar ausdrücklich verboten, die Fortbildungsschule zu besuchen, aufschlag bezahlt. Für Nacht- und Sonntagsarbeit beträgt der schlechten Besuches noch ein Ueberschuß von 10 M. zu verzeichnen ist. weil sonst die Zeitung nicht rechtzeitig fertiggestellt werden würde. Lohnaufschlag 100 Broz. Alle Arbeiten werden in Lohn ausgeführt, Der Wahlverein für Reinickendorf hielt am 19. Auguft seine Das Landgericht erachtete nicht nur den Lehrherrn, sondern auch die die Accordarbeit ist abgeschafft. Sonnabends ist eine regelmäßige Vereinsversammlung ab, in der Dr. Borchardt über Lehrlinge für strafbar, weil diefe trotz des Verbotes ihres Lehrherrn und Tags vor den großen Festen drei Stunden früher Feierabend die preußischen Landtagswahlen referierte. Eine furze Diskussion fich zum Unterricht nach der Fortbildungsschule hätten begeben müssen, bei boller Lohnzahlung. Ebenfalls find Bestimmungen über Fahr- folgte dem mit Intereffe und Beifall aufgenommenen Vortrag. Für auch hätten sie die nötige Einsicht gehabt, die Strafbarkeit ihrer geld- Entschädigung ze. getroffen. Ferner verpflichten sich die beiden die am 29. August stattfindende Kreiskonferenz wurden außer dem Handlung einzusehen. Das Kammergericht wies die Revision der Arbeiterorganisationen, ihre Mitglieder nur bei solchen Arbeit Vertrauensmann Schumacher die Genossen Schüler und Bolz für Angeklagten als unbegründet zurück, da die Vorentscheidung ohne gebern arbeiten zu lassen, die diesen Tarif anerkennen, während sich den Osten, Herms und Grams für den Westen als Delegierte geersichtlichen Rechtsirrtum ergangen sei. in die tariftreuen Firmen verpflichten, erster wählt. An Stelle des Beisitzenden Feh, welcher sein Amt quittiert Linie nur Mitglieder der beiden kontrahierenden Organisationen zu hat, ist in der nächsten Mitgliederversammlung eine Neuwahl Berschwendung von Arbeitergroschen. Die„ Hannoversche Grund- beschäftigen. Zur Schlichtung von Differenzen und Ausarbeitung eines erforderlich. Nachzutragen und richtig zu stellen ist in dem Bericht befizer- Beitung" bringt folgende Notiz:„ Eine wahre Verschwendung späteren neuen Tarifs wird eine paritätische Kommission eingesetzt vom 22. Juli: Als Kaffenrevisoren sind gewählt worden: Maasand, hat neuerdings die Landes Versicherungsanstalt Rheinprobing mit Der Vertrag gilt vom 1. September 1908 bis 1. Februar 1905 bei Simon und Thalede. Ferner sind in veröffentlichter Berufsstatistit den Geldern ihrer Versicherten bei der Herstellung einer Dienst- achtwöchiger Kündigungsfrist, vorausgesetzt, daß die beiderseitigen neun Töpfer aufzunehmen. Seitens der Firmen twohnung für den Vorsitzenden der Anstalt, Landesrat Klausener, an Bersammlungen demselben zustimmen.Die Zahlstelle Charlottenburg des Centralverbandes der Maurer den Tag gelegt. Diese Wohnung( 16 Räume umfassend) kostet nach Rosenfeld, Villeroy u. Boch und Ende war gegen die Abschließung hielt am 18. b. M. eine Mitglieder- Versammlung ab, welche sich mit ihrer Fertigstellung rund 60-70 000 m.; die Deckenmalereien stellen eines neuen Tarifvertrages Protest erhoben worden, weil der Tarif, ben heutigen Mißständen auf den Bauten beschäftigte. Hierauf gab fich allein auf 4000 M. Aber dafür finden wir auch einen Winter den fie mit der sogenannten Freien Vereinigung der Fliesenleger der Kassierer den Kassenbericht vom zweiten Quartal 1903. Danach garten, einen Sommergarten mit Springbrunnen und vieles andre. abgeschlossen haben, noch nicht abgelaufen ist. Für diese drei Firmen betrugen die Einnahmen sowie die Ausgaben der Hauptkasse 5133,70 m. An Umzugstoften hat der Vorstand, wiewohl es sich nur um eine hat der Vertrag also vorläufig noch keine Gültigkeit. Entfernung von 10 Minuten handelte, außerdem die Summe von Die Sperre über die Firmen Villeroy u. Boch. Einnahmen der Lokaltasse 565,22.M., Ausgaben 357,76 M., bleibt 2000 m. betvilligt. Es tann wohl nur eine Auffaffung darüber Rosenfeld u. Co. und Emil Ende bleibt unverändert Bestand 207,46 M. Die Mitgliederzahl beträgt 755. herrschen, daß diese horrenden Summen für das Wohl des alten und bestehen. invaliden Arbeiters besser hätten angelegt werden können." Sociales. D Gewerkschaftliches. andrerseits Zur Lohnbewegung der Marmorarbeiter teilt die Lohnkommission mit, daß bis jetzt alle Firmen bis auf vier die vor dem Einigungsamt getroffenen Abmachungen unterzeichnet haben. Allerdings haben fich bis Montagnachmittag nicht weniger wie 125 Arbeiter gemeldet, die von den Arbeitgebern angeblich wegen Mangel an Arbeit noch nicht wieder eingestellt sind. Was es mit dieser auffälligen Zurüd weifung der alten Arbeiter für eine Bewandtnis hat, dürfte in den nächsten Tagen noch näher flargestellt werden. An die Gewerkschaftskartelle und Centralvorstände der Gewerkschaften Deutschlands. Berte Genossen! Die Textilarbeiter und Arbeiterinnen in Crimmitschau sind in einen Riesenkampf für die Verkürzung der Arbeitszeit eingetreten. Die Arbeitszeit ist jetzt, obgleich über 4000 Frauen beschäftigt find( circa 1600 sind verheiratet und haben außer der Arbeitszeit selbstverständlich noch ihre Wirtschaft Im Düsseldorfer Bauarbeiterstreit ist eine neue Wendung zu verzu versorgen), 11 Stunden, in manchen Betrieben 1034 Stunden. zeichnen: Die Unternehmer bewilligen den Chriftlichen den Stunden Deutfches Reich. Rövenid. Aus der Frauenbewegung. Die Parteigenoffen und Genoffinnen von Rigdorf werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Donnerstag, den 27. August, im Lokale des Herrn Thiel, Bergstraße 151/52, eine öffentliche Versammlung der Frauen des Kreises Teltow- Beeskow- Charlottenburg stattfindet. Die ehemaligen Mitglieder des gefchloffenen Wahlvereins werden ersucht, durch guten Besuch dieser Versammlung ihr reges Interesse für socialdemokratische Ideen zu zeigen. Tagesordnung siehe später Annonce. Die Vertrauensperson. Katholikentag. Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Crimmitschauer Arbeiter sind seit dem Jahre 1898 alljährlich lohn von 50 Pf., den sie den Freiorganisierten noch vor acht Tagen an die Fabrikanten herangetreten, daß diese die zehnstündige Arbeits- als unverschämte" Forderung abgeschlagen haben, und die UnterKöln, 24. August.( W. T. B.) In der erften geschlossenen zeit einführen möchten, immer sind die Arbeiter zurückgewiesen mit nehmer haben den 52 Pf. Stundenlohn ab April 1904 bewilligt, Generalversammlung regte Justizrat Dr. Borsch einen großen Pilgerdem Bemerken, daß dann das Geschäft in Crimmitschau nicht mehr den die Streikenden zwar jest ab sofort fordern, den sie indessen erst fonkurrenzfähig fei. In diesem Jahre haben die Arbeiter mun noch gefordert haben, nachdem die Unternehmer den 50 Pf.- Stundenlohn zug nach Rom an. Dann wurde einstimmig eine Resolution angemals die Forderung: Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit, Bei- abschlugen und zur Generalaussperrung der Freiorganisierten über- mit Ehrfurcht und Liebe; zugleich erhebe sie Einspruch gegen die übernommen, in der es heißt, die Versammlung begrüße Papst Pius X. behaltung der Löhne, für Wochenlöhner wie bisher und zehn zugehen drohten. Ein thatsächlicher Erfolg der Arbeiter iſt alſo age des päpstlichen Stuhles seit dem Jahre 1870 und verlange, prozentige Zohnerhöhung für Accordarbeiter, an die Fabrikanten ein- fchon in diesem Lohnlampf zu verzeichnen; wenn desselben auch daß dem Bapste die Unabhängigkeit und wirkliche Freiheit voll und gereicht. Alle bisher stattgefundenen Verhandlungen waren resultat- zunächst die Herren Christlichen und Nichtorganisierten teilhaftig los, das Gewerbegericht, welches noch vor der Arbeitseinstellung von werden sollen, so wird der zähe Kampf der Freiorganisierten schon ganz wiedergegeben werde. An den Kaiser wurde ein Ergebenheitsden Arbeitern angerufen wurde, lehnten die Fabrikanten ab. sein weiteres thun, daß die Freiorganisierten nicht zu kurz kommen telegramm abgesandt. In der nachmittags eröffneten ersten öffentlichen Versammlung Nachdem alles versucht worden war, leider vergeblich, auf güt werden. lichem Wege die zehnstündige Arbeitszeit zu erhalten, wurde in fünf Der Stand des Streits steht also günstiger denn je und auch gedachte der Präsident Dr. v. Orterer der freundlichen Beziehungen Zeos XIII. zu dem deutschen Kaiser. Kardinal- Erzbischof Fischer spendete Betrieben am 7. Auguft die Kündigung seitens der Arbeiter ein- die Zahl der Streifenden mehrt sich Tag für Tag. Schon find mehr alsdann den Segen und führte aus, die rheinischen Katholiken gereicht, noch an demselben Tage wurde dann in 75 Betrieben den als 500 im Streit und schon haben 15 Unternehmer die Forderungen feien gute Patrioten und gute Deutsche. Das rheinische Voll halte Arbeitern seitens der Fabrikanten gekündigt. Es find nun in 80 Be- der Centralverbändler glatt bewilligt, so daß auf einer ganzen Reihe treu zu ſeinem Glauben, aber auch treu zu seiner Heimat, feinem trieben 7827 Personen teils als Streifende, teils als Ausgesperrte von Bauten schon zu den neuen Bedingungen gearbeitet wird. Vaterlande und Kaiser, der die rheinische Art tenne und auch für am Kampf um den Zehnstundentag beteiligt, davon gehören zur Zeit Freilich bleibt die Mehrzahl der Unternehmer halsstarrig und zwingt seine katholischen Unterthanen ein warmes Herz habe. Hierauf sprach gegen 6000 Personen dem Textilarbeiter- Verband an und 3270 find dadurch die Arbeiter zum Streit, aber die Bähigkeit der Central- Dr. Rumpf- München über die römische Frage. bereits länger als ein Jahr Verbandsmitglieder. verbändler wird voraussichtlich auch damit fertig werden. Genoffen! Der Kampf ist nicht leichtsinnig heraufbeschworen, Eine schier unerhörte Thatsache muß zum Schluß verzeichnet Budapest, 24. Auguft.( W. T. B.) In dem Goldbergschen vieraber es ist unbedingt nötig, daß mit der übermäßig langen Arbeits- werden: die Christlichen haben an den Bahnhöfen für die Unterzeit aufgeräumt wird; zu einer Zeit, wo in vielen Industrien bereits nehmer Posten ausgestellt, die zureisenden Kollegen abzufangen, stödigen Warenhaus brach heute abend Feuer aus, das rasch um fich sie dort zu füttern und auf griff. Von dem Personal retteten sich zunächst nur diejenigen bie neunstündige Arbeitszeit besteht, ist es ein billiges Verlangen, zum Paulushaus zu führen, Man dente, eine Organisation, Angestellten, welche in den Parterreräumen beschäftigt sind. Mittels wenn die Arbeiter die zehnstündige Arbeitszeit fordern. die Baustellen zu treiben. Wir sind nun gezwungen, uns an die Solidarität der deutschen die angeblich die Lohnverhältnisse aller Arbeiter verbessern will, des Sprungtuches retteten sich bis 8 Uhr abends 15 Personen. Arbeiterschaft zu wenden, trotz aller Dpferfreudigkeit der armen Tertil- organisiert gleichsam einen Berrat gegenüber der größeren Drgani Won weiteren Personen, die sich der Sprungtücher bedienten, arbeiter ist es uns nicht möglich, diesen Riesenkampf aus eignen fation der Kollegen, organisiert den Streifbruch, wie es offen- tamen 9 ums Leben, 8 wurden tödlich, 2 leichter verlegt. Wieviel Einer der Christlichen Personen in den Flammen umgekommen sind, konnte bis 10 Uhr Kräften führen zu können, es werden wöchentlich ca. 60 000 m. zur fundiger nicht getrieben werden kann! Unterstügung gebraucht. Wir sind uns dessen sicher, daß die Sym- plauderte dies ganz unverblümt aus, indem er sagte: Ich muß hier abends nicht festgestellt werden, da das ganze Gebäude um diese Zeit pathie jedes rechtlich denkenden Menschen auf seiten der Crimmitschauer stehen, denn wir haben uns den Unternehmern gegenüber verpflichtet, noch immer brannte. Dafür er Arbeiter und Arbeiterinnen sein muß, deshalb helft uns, helft uns soviel Leute wir nur möglich hierher zu schaffen. aber schnell. halten wir unsern Tagelohn. Wenn das kein Streifbruch ist, dann giebt es überhaupt keinen Streifbruch. Arbeiter, die Ihr in andern Industrien unter besseren Verhältnissen als wir Tertilarbeiter beschäftigt seid, gerade Eure Frauen Die Stuffateure und Gipser in Stuttgart find in ben Streit geund Töchter find es, welche unter den erbärmlichen Lohn- und Arbeitsverhältnissen, welche in der Textilindustrie bestehen, zu leiden treten. 10 Firmen, welche die Forderungen der Arbeiter in der haben, welche uns aber auch oft den Stampf erschweren, bessere Ver- Hauptsache ein Mindestlohn von 52 Bf. pro Stunde bewilligt hältnisse zu schaffen. Die Gewerkschaftskartelle ersuchen wir, Ber- haben, sind nicht vom Streit betroffen, dieser erstreckt sich vielmehr fammlungen zu veranstalten und und da Propaganda für die auf 35 Firmen, die sich den Forderungen gegenüber ablehnend verCrimmitschauer Zehnstundenbewegung zu machen; auf Ersuchen senden halten. wir den Kartellen auch Sammelliſten zu. Brand eines Warenhauses. Frankfurt a. M., 24. Auguft.( W. T. B.) Laut Bolizeibericht find hier in der legten Zeit mehrere Typhuserfrantungen borgefommen, die auf den Genuß roher Milch oder rohen Rahms zurückzuführen sein dürften. Konstantinopel, 24. Auguft. Die russische Regierung hat fich durch die Antwort der Pforte für befriedigt erklärt, jedoch Der erwarte fie fofortige genaue Durchführung des Versprochenen. Sultan hat dem Kaiser von Rußland und die Pforte der russischen Regierung für die Rückberufungsorder der russischen Flotte von Jniada gedankt. Verantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt Nr. 197. 20. Stilnit des JotiDiitts" Kerlim loiMIntt. Dieustag, 25. August 1903. Nochmals die„VorVarts"-Drulktrtl. Wir erhalten folgende Zuschrift: Infolge der Erklärungen der Geschäftsleitung deS„Vorwärts" am Freitag und Sonnabend vergangener Woche im„Vorwärts" sah sich der Vorstand des Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer veranlagt, dazu Stellung zu nehmen und gemeinsam mit dem Vor- stand des Stercotypeur-Vereins die folgende Entgegnung zu ver- fassen: „Anfangs dieses Jahres hat eine viergliedrige Kommission des Fachvereins der Stereotypeure sich bereits beschwerdeführend an den Abg. Singer gewendet. Den Anlaß dazu bot die Versetzung des Stereotypcurs Heyne sowie die Behandlung Bielefelds und das Er- suchen um Benutzung des Arbeitsnachweises. Nach einschlägiger Erörterung, namentlich des Arbeitsnachweises wegen, hat der Abg. Singer der Kommission das Versprechen gegeben, nach Rücksprache mit der Geschästsleiwng, die gerügten Mißstände zu beseitigen. Da nun trotz dieses Versprechens eine Aenderung nicht eintrat, sah sich der Stereotypeurvereins- Vorstand veranlaßt, an die GcschästSleitung brieflich das Ersuchen zu richten, Rücksprache über diese Angelegenheiten zu Pflegen. Die Antwort deS Geschäftsführers Fischer lautete, daß er es nicht für geeignet halte, auf die oben erwähnten ersten Punkte einzugehen, dagegen sei er gewillt, wegen des Arbeitsnachweises in Unterhandlung zu treten. Worauf dann am 12. März eine kurze Besprechung mit dem Vorstand des Stereotypeurvereins und der Geschästsleiwng stattfand, welche die Veranlassung war. daß bald darauf eine Aussprache zwischen der Neunerkommission, den Firmenträgern und der Geschäftsleitung, sowie von unsrcr Seite dem Gauvorsteher, von feiten des Stereotypeur- Vereins Schellbach, Knoch und Kriiger und den Stereotypeuren des „Vorwärts" Bielefeld und Heyne' stattfand. Außer andren An- gelegenheiten, die bei dieser Sitzung zur Sprache kamen, war es auch der Arbeitsnachweis, der Veranlassung zu einer längeren Besprechung gab. Dazu bemerkte der Gauvorsteher in erster Reihe, daß die Gcschäftsleitung nicht gehalten ist, einen Leiter oder Abteilungsvorsteher durch den Arbeitsnachweis zu engagieren, sondern freies Verfügungsrecht ihr hier zustehe, dagegen verlange man von ihr, daß sie in allen übrigen Fällen den Nachweis in Anspruch nehme. Hierauf wurde von dem Abg. Bebel erklärt. daß er das Verlangen verstehe und auch für notwendig halte, daß diesem in Zukunft stattzugeben sei. Es ist somit der Geschäfts- leitung bewiesen, daß das Versprechen den an« tvesenden Vertretern der Organisation gegeben i st, jedenfalls nahmen diese letzteren an. daß dies eine bindende Zusage sei. wenn sie auch nicht die Geschäfts- leitung, wohl aber gerade weil sie die Firmenträger gegeben haben. Trotz dieser zusagenden Erklärung ist aber der Stereotypeur K. längere Zeit später doch wieder unter Umgehung deS Arbeitsnachweises von der Geschäftsleitung eingestellt.— Das entlassene Mitglied B. fühlte sich gemaßregelt, woraufhin der Gauvorstand sich mit dessen Angelegenheit beschästigen muhte. Der Arbciterausschutz der„Vorwärts"-Dnickerei berief auf Wunsch des Vorstandes eine Geschäftsversammlung ein. Nach einer 8'/, st ü n d i q e n Aussprache erklärte sich die Versammlung mit KS gegen 6 Stimmen mit einer Resolution einverstanden, in welcher die Wiedereinstellung des Kollegen B. gefordert wurde, weil die gegen ihn vorgebrachten Gründe nicht stichhaltig waren, im Gegenteil er- klärte sogar der Geschäftsführer Rahn, daß er mit B.s Leistungen und technischen Fähigkeiten vollständig zufrieden sei. Die Be» hauptung von der Geichästsleiwng des„Vorwärts", daß die Ver- samnilung eine Ueberrunipelung oder die Resolution nicht zur Be- fprechung gekommen sei, entspricht demnach nicht den Thatsachen. Wenn nun trotz der Annahme der Resolution des Geschäfts- Personals die Wiedereinstellung B/s unterblieb, so sind hierfür die Ursachen darin zu suchen, daß die Geschästsleiwng mit dem Gau- vorstand und dem Vorstand deS Stereotypeurvereins, in Anwesenheit -zweier Vertrauensleute der Zeitung nochmals diese Angelegenheit ver- handelte, worauf dieselbe ihre Erledigung dadurch fand, daß erstens mal die Geschästsleiwng das Versprechen gab, daß mit dem Stereotypcurvorstand jede Einstellung erledigt werde; zweitens, daß der Stereotypeur Sch., der mit die Veranlassung zu dem Konflikt gegeben, ebenfalls die Konseguenzen aus seiner Handlungsweise zog. Mlt dieser Lösung erklärte sich auch B. einverstanden. Zu der Erklärung im„Vorwärts", den Kollegen B. betreffend, haben wir noch zu bemerken, daß es uns unverständlich bleibt, wenn die Geschäftsleitung in der Druckereiversanimlung, die nur von dem Personal und den betreffenden Vorständen besucht war, An st and nahm, die noch mitspielenden Gründe zur Entlassung B.s mitzuteilen, dagegen aber jetzt der breite st en Oeffentlichkeit gegenüber durch solch eine verdächtigende Notiz die Existenz eines Arbeiters zu gefährden sucht. Diese Handlungsweise überlassen wir getrost der Beurteilung jedes rechtlich denkenden Arbeiters. Der Gauvorstand sieht sich ferner veranlaßt, noch besonders hervorzuheben, daß das ganz unmotivierte Hinein« ziehen deS„Correfpondent" in der Schlußnotiz der ersten Erklärung der Geschästsleiwng im„Vorwärts" den Eindruck auf ihn gemacht habe, als sollte damit dem„bekannten" Stimmungmachen gegen die Buchdrucker Genüge gethan werden. Zum Schluß stellen wir noch fest, daß nicht wir, sondern die GeschäftSleitnng selbst hat auf Grund eines Berichts der Stereotypeur- Versammlung die Oeffentlichkeit beschritten. Wenn sie an diesem Bericht Anstoß nahm, hätten da nicht die drei Buchdrucker, welche die Geschäftsleitung repräsentieren, leicht einen andren Ausweg finden können? Berlin. 23. August 1903. Der Vorstand des Vereins der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. I. A.: Albert Massim. Gauvorsteher. «* Die Antwort unstet Geschäftsleitung auf die borstehende, in ver- schiedenen Punkten unzutreffende Darstellung bringen wir in der nächsten Nummer unsres Blattes. Redaktion des„Vorwärts". lokales. Altersschwache Innung. Die über 200 Jahre bestehende Berliner Konditoren- und Pfefferküchler» Innung hat ihre Auflösung be- schloffen. Ein Teil der Mitglieder ist damit nicht einverstanden und will die Rechtsgültigkeit des BeschluffeS unter Hinweis auf ver- schiedene Formfehler anfechten. Die Angelegenheit deS Gärtners Ernst Schulze wird voraus- sichtlich aufgeklärt werden können. ES ist begründete Hoffnung vor- handen, daß sich wird feststellen lassen, auf welche Weise der 72 jährige geisteskranke Mann, der sich am 24. Juli auS seiner Wohnung entfernt hatte und dann Wochen hindurch verschwunden geblieben war, zu den Wunden gekommen ist, die am 12. August bei seiner Wiederauffindung durch seine bestürzten Angehörigen an ihm entdeckt wurden. Herr Schulze sollte noch am 11. August, wo er wegen der Unmöglichkeit, sich auf feine Wohnung zu hesinnen, von der Polizei als wohnungslos dem städtischen Obdach überwiesen wurde, nach der Versicherung deS Polizeipräsidiums jene Wunden nicht aufgewiesen haben. Wir bezweifelten das, weil die Wunden den Emdruck machten, schon älteren Datums gewesen zu sein. Hinterher wurde dann auch von einem Wärter der Stadtvogtci, in der Herr Schulze unter der Beschuldigung,„gebettelt" zu haben, vom 25. Juli bis zu seiner am 11. August erfolgten Freisprechung zurück- gehalten worden war, den nachforschenden Angehörigen gesagt, die Wunden seien schon in der Stadtvogtei, aber aus heiler Haut entstanden. Diese„Entstehung aus heiler Haut" wurde wieder von dem Arzt bezweifelt, den die Angehörigen des Herrn Schulze zu Rate gezogen hatten. Inzwischen ist es uns geglückt, Personen zu er- mittel», die als Stadtvogtei-Gefangene mit Herrn Schulze denselben Raum geteilt haben, und wir haben sie darüber bestagt, was sie dort in Sachen Schulze wahrgenommen haben. Wir wiederholen uunmehr unfern am Sonntag ge- machten Vorschlag, daß in dem von der Staatsanwaltschaft em- geleiteten Verfahren„wider Unbekannt" auch die Mit- gefangenen vernommen werden. Polizeipräsidium und Staatsanwalt haben ja die Ermittelung der in Bettacht kommenden Personen sehr viel bequemer als wir; es wird also ganz gewiß auch ihnen glücken, was uns geglückt ist. Ein peinlicher Vorfall hat sich am Friedrichs- Realgymnasium in der Albrechtstraße zugettagen. Ein 27 Jahre alter Kandidat des höheren Schülamtes Namens Damrow war zur Aushilfe beim Turnunterricht herangezogen worden. Nach den ersten Stunden, die er mit einem andren Lehrer gemeinschaftlich erteilt hatte, kam es zu einer unliebsamen Entdeckung. Die Untersekunda und die Obertertta hatten gewrnt. Die Wertsachen, Portemonnaies usw. der Schüler waren wie innncr gesammelt und in einem neben der Turnhalle ge- legenen Zimmer in einen nicht verschlossenen Schrank gelegt worden. Dorthin hatte auch ein andrer Lehrer 240 M. eingezogenes Schulgeld gelegt. Nach der Turnstunde hatte sich herausgestellt, das von diesem Gelde 40 M. fehlten. Das Verschwinden der 40 M. war rätselhaft, aber sie waren und blieben weg. An den Kandidaten, der mit dem andren Lehrer den beurlaubten Turnlehrer verttat, dachte natürlich niemand. Die Schüler traten sämtlich an und wurden befragt, aber auch hiermit kam man nicht weiter. Auch die eindringlichsten Er- Mahnungen hatten immer wieder nur den Erfolg, daß jeder ver- sicherte, er wisse nichts von dem Verschwinden des Geldes. So ging man nach Hause, ohne daß das peinliche Rätsel gelöst war. Da kam am nächsten Tage eine neue Ueberraschung. Der Vater eines Schülers, der Inhaber eines Bank- und Wechselgeschästes Namens R., brachte die Nachricht, daß seinem Sohne während derselben Turnstunde 30 Mark und ein Fünfdollarstück aus dem Portemonnaie entwendet worden seien. Der Schüler hatte in den Ferien seine Großmutter in Amerika besucht und von dieser das entwendete Geld mitgebracht. Obwohl ihm Ersatz des gestohlenen Betrages angeboten wurde, machte R. doch Anzeige bei der Polizei. Diese ermittelte, daß in der kritischen Zeit in einer Wechselstube am Anhalter Bahnhofe ein Fünfdollarstück in deutsches Geld umgesetzt worden war und zwar von einem Manne, dessen Beschreibung auf Damrow genau paßte. Ein Kenn- zeichen war insbesondre das hellblonde Haar deS Kandidaten. Nun wurde Damrow zur Rede gestellt, aber er wies den Verdacht mit gut gespielter Entrüstung von sich ab. Auch den Rat, bis zum nächsten Mittag den entwendeten Betrag zu ersetzen, ließ er völlig unbeachtet, er unternahm nicht das geringste, seinen schlveren Fehler wieder gut zu machen, so weit cS überhaupt möglich war. Nunmehr wurde er verhaftet und dem Untersuchungsrichter zugeführt, während seine Mutter den Bettag deckte. Der zunge Mann hatte das entwendete Geld in liederlicher Gesellschaft verjubelt. Da außer ihm beim Turnen noch ein Lehrer zugegen gewesen war, so hatte er die Möglichkeit gehabt, sich während deS Unterrichts auf einen Augenblick zu entfernen und in das Zimmer zu begeben, in dem die beim Turnen lästigen Sachen der Schüler aufbewahrt wurden. Wegen einer schweren Beschuldigung ist gegen einen Dr. F. ein Ermittelungsverfahren eingeleitet worden. Die 18 Jahre alte Tochter Helene der Arbeiterwitwe W. auS Kalkberge-RüderSdorf diente ein Jahr lang bei einer Renwerin in der Frobensttatze. Bei der Dienst- Herrin ging deren Neffe Dr. F. aus und ein. Er besaß für sich auch einen Schlüssel zur Wohnung. Bei einem seiner häufigen Besuche traf nun Dr. F. vor emer Woche Helene W. allein zu Hanse und benutzte nach der Behauptung des Mädchens diese Gelegenheit, sie in der Küche zu überfallen. Der Versuch, sie zu vergewalttgen, gelang ihm nicht, dagegen verletzte er sie, während sie sich gegen ihn wehrte. Das Niädchen verließ sofort den Dienst und teilte den Vorfall einer Schwester.mit, die in einem hiesigen Geschäft angestellt ist und in der Bärwaldstraße wohnt. Auf deren Veranlaffung kam die Mutter aus Rüdersdorf hierher unq beide machten der Polizei Anzeige. Bei feiner Vernehmung bestritt Dr. F.. ein Mann von 27 Jahren, den ganzen Vorgang, während Helene W. bei ihrer Darstellung bleibt. Die ihr vorgehaltene auffallende Thatsache, daß sie nicht um Hilfe rief, er- klärt sie damit, daß Dr. F. auf ihr gekmet und sie am Schreien ver- hindert habe. Unterdessen ist nun das bis dahin völlig gesund ge- wesene Mädchen geisteSttank geworden. Bei der Vernehmung war davon noch nichts zu merken, die ersten Spuren zeigten sich in dem neuen Dienste, den es in der Rittcrftraße antrat. Hier wurde sie immer aufgeregter, ihr Wesen immer absonderlicher. Nach vierzehn Tagen verließ sie den Dienst und zog zu einer verwitweten Kanzlei- rättn in der Tempelherrnstraße. Dort verschlimmerte sich ihr Zu- stand noch weiter. Am Mittwoch bekam sie Schreikrämpfe. Dann ergriff sie ein Messer und stach mit den Worten: Ich steche den Hund tot, den Fuchs, der mir alles rauben wollte I" wild um sich. Eine Nichte der Diensthcrrin und eine Frau aus dem Hause wußten sie schließlich zu beruhigen und brachten sie dann in eine Anstalt. Mit dem vor zehn Monaten erfolgten Verschwinden des Kauf- manns Julius Sttiuauer beschäftigt sich die Kriminalpolizei noch fortgesetzt, umsomehr als auch in maßgebenden Kreisen immer mehr die Anschauung, daß St. das Opfer eines Verbrechens geworden ist, Platz greift. Die Behörde hatte angenommen, daß der in der vorigen Woche in der Spree angefchlvemmte Kopf eines Mannes mit demjenigen Steinauers identtsch sein könnte. Wenngleich bei dem vorgeschrittenen Verwesungs- prozeß eine gnaue Rekognoscierung nicht mehr möglich ist, war ein Anhalr für die Annahme nicht vorhanden. ES ist vielmehr anzunehmen, daß der aufgefundene Kopf böchstens sechs bis acht Wochen im Waffer gelegen hat und durch eine Dampfer- schraube vom Körper abgerissen worden ist.— Steinauer ist am Tage seines Verschwindens. wie schon seiner Zeit gemeldet wurde, in Begleitung eines unbekannten Mannes gesehen worden. Alle Bemühungen, über die Persönlichkeit des Fremden irgend welche Auskunft zu erlangen, waren vergeblich, und da trotz der wieder- holten Hinweise auf das Verschwinden SteinauerS sich der Betteffende nicht gemeldet hat, muß mit der Wahrscheinlichkeit gerechnet werden, daß der Unbekannte irgendwie mit der rätselhaften Affaire in Ver- bindung steht. Steinauer hat. wie schon mehrfach hervorgehoben wurde, als er sich aus seiner Wohnung entfernte, Bargeld und Schmucksachen von ctlva 4000 M. Wert bei sich geführt. Wegen SammelnS für die Unkosten dcö Parteitages wurden in der Nacht von Sonnabend zum Sonntag drei Arbeiter zur Wache sistiert und ihnen eine Liste nebst dem darauf gezeichneten Betrag von 5,70 M. abgenommen. Unsre Genoffen hielten sich im„Cafö Centrum" in der Landsbcrgerstr. 46 auf, wo sie den Wirt baten. solchen Gästen, welche unseren Bestrebungen geneigt wären, die Sammelliste vorlegen zu dürfen. Als da» verweigert wurde, sahen die Genossen von einer Sammlung ab und tranken ruhig ihr Bier aus. Namentlich scheel angesehen wurden sie ob des an den Wirt gestellten Verlangens weniger von diesem selbst als von dem Herrn Oberkellner, der nicht unterlassen konnte, allerlei Andeuttingen dahingehend zu machen, als wollten die Genossen das Geld im eignen Jntcreflc verwenden. Als die so Abgewiesenen das Lokal verließen, standen merkwürdigerweise draußen zwei Schutzleute, welche die Ver- brechet in Empfang nahmen, als kurz nach ihnen— der Kellner in die Thüre ttat.— Es muß ebenso wundernehmen, daß die Schutzleute von dem Vorgang im Lokal unterrichtet waren, als auch daß sie unter den heraustretenden Gästen gerade d i e heraus- griffen, unr derentwillen sie offenbar vor der Thür Aufftellung ge- nommen hatten. Freilich wurden auch die übrigen Gäste nicht m so höflicher Weise bis vor die Thür begleitet. Eine ungetreue Buchhalterin. Bei der Kurzwaren-EngroSfirma Karl C. in der Klostersttaße war seit mehreren Jahren ein junges Mädchen angestellt, das sich durch Fleiß und Tüchtigkeit auszeichnete und sich das vollste Vertrauen ihrer Vorgesetzten zu erringen ver- stand. Durch einen Zufall kam man unrichtigen Eintragungen und der Fälschung von Quittungen auf die Spur, deren Urheberin die erwähnte Angestellte war. Sie soll die Manipulation seit längerer Zeit fortgesetzt und eine nicht unerhebliche Summe auf diese Weise unterschlagen haben. Die 25jährige junge Dame stand, wie ermittelt wurde, zu einem 17jährigen Burschen in Beziehungen, welcher der Mitwisser, vielleicht sogar der Veraulasser ihrer Ver- untreuuugen gewesen ist. Um ihren Geliebten reich be- schenken und fein ausstafsieren zu können, hat sich das junge Mädchen an ftemdem Eigenwm vergriffen und das Vcrttauen ihres Chefs schnöde mißbraucht. Von der Entdeckung ihrer Unterschla- gungcn überrascht, hat die ungetteue Buchhalterin alles eingestanden. Der Fall ist der Kriminalpolizei angezeigt worden. Auf einer Eiscnbahnfahrt gestorben ist vorgestern nachmittag der Rektor Eggert von der 160. Gemeindeschule in der Stephanstratze Nr. 3. Eggert, der wegen eines Herzleidens erst kürzlich ein Bad besucht hatte, fuhr mit seinen Augehörigen nach Königswusterhausen, um ein Grundstück zu besichtigen. Er trug sich mit dem Gedanken, sich beim Eintritt in den Ruhestand dort anzukaufen. Ein plötzlicher Tod aber machte allen seinen Plänen ein Ende. Auf der Rückfahrt wurde der. alte Herr von einem heftigen Unwohlsein befallen und bevor man noch nach Berlin kam, war er schon tot. Die Leiche wurde auf der Station Sttalau-Rumnrelsburg einstweilen in einem Dienstraum geborgen und später von dort nach der Wohnung abgeholt. Ein Herzschlag hatte dem Leben des Mannes ein Ende gemacht. Plötzlich gestorben ist auch Professor Dr. Julius Lange, der Direktor des Köniastädtischen Realgymnasiums, am Sonnabend- abend bei einem Mahle im Kreise seiner Freunde und AmtSbrüder. Das achtlose Wegwerfen eines Obsttestcs führte gestern wieder zu einem Unfall. Die 77 Jahre alte Tischlerfrau Emilie Müller aus der Freienwalderstr. 6 ttug mit ihrem Manne einen Holzkastcn mit Wäsche über die Straße. An der Ecke der Brunnen- und Veteranen- straße glitt die Greisin auf einem Obstrest aus und fiel so un- glücklich hin, daß sie sich auf dem Wäschekasten die Rase zerschlug. Die Verunglückte wurde nach ihrer Wohnung gebracht, nachdem sie von einem Heilgehilfen einen Verband erhalten hatte. AuS Dalldorf entsprungen war am Donnerstag der 41 Jahre alte Schlächtergeselle Emil Schirmer, der sich schon seit geraumer Zeit in der Anstalt befand. Am Freitagabend fand ihn ein Schutzmann des 46. Reviers besinnungslos auf dem Arkonaplatz liegen' und brachte ihn mit einer Droschke nach der Rettungswache in der Kastanien- Allee. Hier erkannte der Arzt, daß er sinnlos betrunken war. und ließ ihn mit einem Lückfchen Wagen nach dem Krankenhause am Friedrichshain bringen. Gestern wurde Schirmer wieder nach der Irrenanstalt gebracht. Wie er entkommen war und woher er das Geld zu Schnaps hatte, ist nicht bekannt. Eine Familie unter dem Straßenbahnwagen. Ein aufregender Vorfall ereignete sich am Sonntagabend gegen 8 Uhr in der Gneisenaustraße. Der Mechaniker Albert Thomaschke, Mariannen- straße 40 wohnhaft, war mit seiner Frau und seinen, sechsjährigen Töchterchen Luise spazieren gewesen und ttat gegen'/«d Uhr abends den Rückweg an. Vor dem Hause Gneisenausttaße 59/00 wollten die drei Personen den Fahrdamm überschreiten und ließen einen Sttahen- bahnwagen der Linie 30 sWinterfeldtplatz— Müllersttaße) vorbei- fahren. Zu derselben Zeit kam aus der entgegengesetzten Richtung der Motorwagen 1849 derselben Straßenbahnlinie herangesaust. Th. versuchte mit seinen Angehörigen noch vor diesem Waggon das Geleise zu überschreiten; er hatte jedoch wohl die Entfernung nicht richtig berechnet, und alle drei Personen wurden von der Vorder- plattforn, deS Kraftwagens erfaßt und niedergestoßen. Herr und Frau Thomaschke wurden zur Seite geschleudert, während das Kind unter die Vordcrplattform geriet. Der Führer des Sttaßenbahn- Wagens, der die Gefahr rechtzeitig erkannt hatte, bremste mit aller Gewalt, und durch Abgabe vou Gegensttom gelang es ihn,, das schwere Gefährt so rechtzeitig zum Stehen zu bringen, daß die Kleine vor dem Schutzrahmen liegen blieb und nicht mitgeschleift wurde. Sie kam infolgedessen ebenso wie der Mechaniker mit leichten Haut- abschürfungen im Gesicht davon. Frau Thomaschke dagegen, die einen Rippenbruch erlitten hatte, mußte nach dem Krankenhause an, Urban überführt werden. Zwei schwere Unfälle werden vom Sonntag gemeldet. In der Königgrätzersttaße versuchte der Radfahrer Ernst Heier. Stargarder- straße 53 wohnhast, unmittelbar vor dem Sttaßeubahnwagen 2246 der Linie Gesundbrunnen— Großgörschenstraße das Geleise zu kreuzen, um in die Lennosttaße einzubiegen. Hierbei geriet er gegen die Vorderplattform deS Waggons und wurde umgestoßen. H. erlitt einen Schädelbruch und innere Verletzungen; er wurde nach dem Elisabeth-Krankenhause gebracht. Der zweite Unfall ereignete sich am Kottbuser Damm. Der Kaufmann Julius Kovp, Engcl-Ufer 13 wohnhast, verließ vor dem Hause Kottbuser Damm 11 einen von ihm benutzten OnmibuS der Linie Alexanderplatz— Rixdorf während der Fahrt und glitt dabei aus. K. fiel so unglücklich nach dem Sttaßenbahugeleise hinüber, daß er mit dem Oberkörper unter die Vorderplattform des in demselben Augenblick vorbeifahrenden Straßenbahnwagens 1326 der Linie 28 geriet. Mit einem schweren Schädelbruch wurde der Verunglückte dem Krankenhause am Urban zugeführt. Kleine Ursache, große Wirkung. Die 19 Jahre alte Tochter frieda des Arbeiters Gdowczak aus der Gleditschstt. 17 half ihrer kutter beim Austragen von Zeitungen. Bei einer solchen Gelegen- heit geriet sie mit dem Pförtner eines Hauses in der Rankestraße in Streit, weil sie die Treppe verunreinigt hatte. Da sie den Mann beleidigte, so ging er mit ihr nach der Revierwache. Hier gab sie den falschen Namen Frieda Müller an. Auf telephonische Anftage bei ihrem Arbeitgeber teilte dieser den richtigen Namen mit und so war die Fälschung sofort festgestellt. Da das Mädchen infolge des Zwischensalles be, vielen Abonnenten die Bestellung versäumt hatte, so getraute sie sich nicht mehr nach Hause, als sie von der Wache entlassen wurde, lief vielmehr planlos in Berlin umher und sprang schließlich in den Landwehrkanal, au» dem sie jetzt an der von der Heydt-Brücke als Leiche gelandet wurde. Den Tod auf de» Eisenbahnschienen suchte und fand am Sonntag- nachmittag ein junger Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht fest- gestellt ist. Spaziergänger sahen ihn gegen 5 Uhr vor Bahnhof Grüne- wald auf- und abgehen. Kurz hinter dem Bahnhofe, in der Nähe von Hundekehle, stürzte er sich dann vor einen von Potsdam kommenden Zug. Der Maschinenführer bremste nach Kräften, so daß der Lebensmüde nicht überfahren wurde. Die Lokomottve schleifte ihn aber eine fleine Strecke mit und hierbei wurde ihm der Kopf zerquetscht. Er war sofort tot. In den Kleidertaschen des Selbst- mörderS, desicn Leiche nach Schildhorn gebracht wurde, fand man Visitenkarten auf den Namen Kurt Wagner, fönst aber keinen Anhalts- Punkt zur Feststellung der Persönlichkeit. Der junge Mann ttug einen feinen grauen Gehrockanzug, besaß aber nur noch 80 Pfennig. Zwei Hotelschwindler, die als Chefredakteur und Berichterstatter austraten, find von der hiesigen Kriminalpolizei festgenommen worden. Ein 22jähriger Julius Brüll und ein 21 Jahre alter Paul Perlhester, die beide ans Wien stammen, hatten in Dresden im Hotel Bristol Wohnung genommen und ansehnliche Zechen gen, acht. S,e erzählten. daß sie für New Uorker Blätter thätig seien, thaten aber überhaupt Vermischtes. nichts. Als es nun zum Bezahlen kommen sollte, reiste Bertheftet[ nahme gefunden hat, befindet sich verhältnismäßig wohl, ebenso der ab und überließ Brüll die Begleichung der Rechnung. Er wollte in Kaufmann Braz, dem beide Beine gebrochen wurden. Berlin den ersten besten Zimmerkellner oder Hotelpförtner anpumpen Recht bedenklich verschlimmert haben soll sich dagegen der Zu- Ein feltfanter Unglücksfall ereignete sich, wie aus Baris ge und dann dem Zurückgebliebenen das erforderliche Geld schicken. stand des Korbmachermeisters Eduard Hegewaldt aus der Friedrich- meldet wird, am Sonntagabend 61% Uhr auf der Jemapper Chauffee. Der Pump gelang zwar, aber die Sendung vergaß Perlhefter. straße 38 zu Friedrichshagen, welcher mit dem verunglückten Zug Der Boden spaltete sich an einer Stelle in der Breite von sieben So hatte Brill nichts, um die Schulden zu bezahlen, ließ seine nach Herzberg bei Torgau fahren wollte. Er wurde bei dem und der Länge von zwei Metern, wobei ein Wagen samt Pferd in geringen Habseligkeiten im Stich und fuhr ebenfalls nach Berlin. Zusammenstoß der Züge in einem Wagenabteil III. Klasse von einer der Deffnung versanten. Glücklicherweise befand sich der Kutscher nicht Hier nahm die von Dresden auf sie aufmerksam gemachte Kriminal- Band zur andern geschleudert, und, nachdem er aus den Wagen auf dem Siz. Eine Biertelstunde später ertönten vier Explosionen, polizei beide fest, nachdem sie schon wieder einige Schwindeleien trümmern herausgeholt, von einem Arzt auf der Unfallstelle amt begleitet von einer Feuergarbe, und zwei Platten, welche die verübt hatten. Sie leugnen entschieden jede Absicht, zu betrügen, Stopfe, wo sich eine Verwundung zeigte, verbunden und als Leicht elettrischen Leitungen schließen, flogen in die Luft. Die Ursache des müssen aber zugeben, daß sie keinen Pfennig befizen und können Verlegter sodann entlassen. Nachdem H. zu Hause wieder angelangt Vorkommnisses dürfte in einer Gasentwicklung oder in Kurzschluß auch nicht sagen, wie sie auf ehrliche Weise zu Geld hätten kommen war, mußte er sich sogleich in ärztliche Behandling begeben; die zu suchen sein. Die Untersuchung ist eingeleitet. Beamte halten die Geschwulst fiel auch bald etwas, die Schmerzen im Kopfe haben sich Strecke gesperrt, da aus dem Spalt aufsteigende Rauchwolfen weitere jedoch derartig verschlimmert, daß H. schwerkrank daniederliegt. Explosionen befürchten laffen.sidenti Der Eisenbahnverwaltung ist über das Befinden der Schwers verletzten fortgesetzt Bericht erstattet worden. wollen. Räuber im Hotel. Der Prokurist des Wiener Bankhauses Noth schild, Stiedry, welcher mit seinem Sohne im„ Hotel Jungfrau" in Interlaken wohnt, wurde nachts in seinem Schlafzimmer von dem ebenfalls in dem Hotel wohnenden spanischen Studenten Marsan aus Barcelona mit noch einem Individuum überfallen, durch ChloroIm Berliner Zoologischen Garten sind neuerdings zwei weibliche Zwerg- Moschustiere aus Ceylon eingetroffen, von denen das eine ein wenige Tage altes Junges führt, während das andere wohl in Kürze ebenfalls einen Sprößling liefern wird. Sind Die Frage der Unterführung der Görlizer Bahn ist jetzt insofern die alten, nur kaninchengroßen 3 werg- Moschustiere schon an sich die kleinsten Wiederkäuer, deren auf äußerst dünnen und geregelt, als der Rigdorfer Magistrat dem Vorschlage der königlichen schmalbehuften Läufen ruhender Körper auf gelbbraunem Grunde Eisenbahndirektion zu Berlin betreffend die Anlage einer Unter- form betäubt und seiner Barschaft von 1000 Stronen und 300 Fr. mit weißlichen Längsstreifen geziert ist, so ist das Junge ein so führungsstraße durch den Damm der Görlitzer Eisenbahn im Zuge beraubt. Da aber der Zimmerfellner das Gebaren des Spaniers winziger Zwerg- nicht größer als ein halbwüchsiges Meerschwein- des Sackführerdammes mit der Maßgabe zugestimmt hat: a) daß beobachtet hatte, wurde der Räuber verhaftet und ihm das geraubte chen, daß man ordentlich Mühe hat, ihn noch für ein„ Huftier" an- die königliche Eisenbahnverwaltung der Stadtgemeinde Nixdorf die Geld wieder abgenommen. Die Polizei glaubt, daß man es mit zusehen. Die Kleine Gruppe befindet sich in einem der Glasfäfige, Anbringung von Beleuchtungsvorrichtungen an dem Ueberführungs- internationalen Dieben zu thun hat. im Eingang des Antilopenhauses, wo sie in ihrer Nippesfigürlichkeit werk ohne Entschädigung gestattet und b) die Reinigung und Unterso recht zur Geltung kommt, und den Beschauer beim Blick auf die haltung der Straße den polizeilichen Vorschriften gemäß von der größten Widerfäuer die Giraffen- die Mannigfaltigkeit dieser Stadtgemeinde übernommen wird. Der Vertrag wird der Rirdorfer Tierfamilie drastisch vor die Augen führt. Die Zwerg- Moschustiere Stadtverordneten- Versammlung vorgelegt und deren Zustimmung oder besser Starschils". denn mit dem Moschustier haben eingeholt werden. sie nichts gemein werden als eine der ältesten Huftierfamilien aufgefaßt und sind wohl als Vorläufer der Hirsche anzusehen. Aus den Nachbarorten. Schmargendorf. Heute abend 81 Uhr spricht im Wahlverein im Wirtshaus Schmargendorf" Genosse Brilke über das Thema: „ Warum müssen wir uns an den Landtagswahlen beteiligen?" Gäste haben Zutritt. Zum Teltower Eisenbahn- Unglück. Auf dem Schauplatz des Teltower Eisenbahn- Unfalles haben in den letzten Tagen Versuche mit Leerzügen stattgefunden, um den Vorgang, wie er sich am 15. August abgespielt hat, in allen Einzelheiten für die zu erwartende Gerichtsverhandlung klarzustellen, die über das Schicksal des angeblich schuldigen Lokomotivführers Schuppe bom Schnellzug 49 entscheiden wird. Der beschuldigte Lokomotivführer Schuppe schreibt einem hiesigen Blatte über die Angelegenheit folgendes: Am 15. d. M. hatte ich Zug 49 von Halle a. S. nach Berlin zu befördern. Der Schwere des Zuges wegen( derselbe war 32 Achsen start) mußte ihm eine Vorspannmaschine mitgegeben werden. Ich hätte nun eigentlich als Führer der Zugmaschine hinten fahren müssen, fuhr aber, da es die Umstände so mit sich brachten, vorn. Bei der Durchfahrt durch Bitterfeld sowie Wittenberg überzeugte ich mich durch Bremsen( diese Stationen dürfen nur mit 60 Kilometer Geschwindigkeit befahren werden), daß die Bremsen der Maschine sowohl wie des Zuges in Ordnung waren. Als ich mich der Station Teltow näherte, bremste ich 200 bis 300 Meter vor dem Vorsignal des Einfahrsignals der Station Teltow, also 1500 Meter vor dem auf Halt stehenden Deckungssignal der Umbaustelle. Als ich min furz hierauf keine Bremswirkung verspürte, nahm ich die Notbremsung vor, und als auch diese nicht wirkte, gab ich das Notsignal mit der Dampfpfeife ununterbrochen bis zum Zusammenstoß. Erst beim Passieren der auf„ Halt!" stehenden Deckungssignale fah der Zugführer am Manometer im Backwagen, daß der Zug noch nicht gebremst war. Er bremste nun sofort, sich mun erst erklärend, daß mein Notsignal dem Führer der zweiten Maschine und dem Zugbegleitungspersonal gegolten und nicht, wie er bisher geglaubt. Streckenarbeitern. Das Bremsen am Packwagen hatte sofortigen Erfolg: die Geschwindigkeit, die noch 60-70 kilometer betrug, nahm sofort ab und betrug beim Zusammenstoß kaum noch zehn Kilometer." Wenn die Kollegen des Herrn Schuppe ihm bezeugen, daß er in der That, wie von ihm angegeben, das Notsignal gegeben hat, dann dürfte man wohl kaum noch zweifeln können, daß in der That die Bremse versagt hat. Etwa Wozu die Notleine nicht da ist, dürfte zwei Damen aus Neuruppin flargemacht werden, die nach Hannover fahren wollten, aber versehentlich den nach Nauen abgehenden Zug benutten. 100 Meter Hinter dem Bahnhof Spandau bemerkten sie ihren Irrtum und hatten nun nichts Eiligeres zu thun, als die Notleine zu ziehen. Der Zug hielt denn auch sofort, die beiden Damen konnten aussteigen, jedoch erst, nachdem ihre Personalien festgestellt worden waren. Die Quittung für ihr sonderbares Auskunftsmittel dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Kaufmännische Kranken und Sterbekasse von 1885( E.. 71) SO. 16, Neanderfir. 4. Dienstag, den 25. August cr., abends 9 Uhr, im Restaurant Frädrich, Alte Jakobstr. 89: Sigung. 08 Eingegangene Druckfchriften. Briefkaften der Redaktion. and E. W. 100. Rheinland hat mit 3,7 Broz. im Jahre 1901 raft den geringsten Sat; nur Westfalen hat mit 2,6 Proz. noch weniger. Den höchsten Sak hat Berlin mit 15,1 Proz., der Durchschnitt Preußens beträgt 7,2 Proz S. C., Freiburg i. V. Uns ist derartiges nicht bekannt. Wenden Sie sich an die Generalfommission der Gewerkschaften, Berlin SO., EngelUfer 15. Notio Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% lihr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. F. S. 7. Soweit ohne Einsicht in den Vertrag Ihres Vorgängers und ohne mündliche Rücksprache ersichtlich, sind Sie an die Kündigungsfrist und an die Mietszeit des Vertrages gebunden und sind keineswegs berechtigt, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu zichen. Halberstadt. 1. und 4. Nein. 2. Sofern nicht für dort ein besonderes Baupolizeirecht oder partikulares Baurecht das Gegenteil besagen sollte: nein. 3. Ja. E. S. 18. Ober Schöneweide. Soweit ersichtlich, wäre der Klageweg ausjidjtslos. 6. gehört geJamte Vermögen beiden Eheleuten gemeinsam. 2. Wenn fein Testament vorliegt, erben die nächsten Berwandten mit. 3. Rein. 5. M. 50. Von der Nenen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das Der Erfolg einer Klage hing von dem Gutachten des gericht ab. But 47. Seft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben lichen Sachverständigen und der Ansicht des Richters wir hervor: Eine Partei- und Preßfrage. Was geschieht in Bulgarien? einer Klage ist in Ihrem Falle nicht zu rafen. M. G. Ja. Bon Janko Sakajow( Sofia). Der Geschichtsmaterialismus in den Ver- M. 25. 1. Ohne Klage oder Gerichtsbeschluß: nein. 2. Beschwerde einigten Staaten. Von M. Beer.( Schluß.) Wahlstatistisches. Von K. Bl. beim Amtsgericht ist zulässig. F. 11. 74. Sie find zahlungspflichtig. Ein Buch Vorgeschichte des modernen Industrie- Arbeiters in Deutsch- Verjährung fann Ende 1905 eintreten. C. D. 7. Empfehlungen von land. Von Franz Diederich( Dresden). II. Litterarische Rundschau: Geschäften im redattionellen Teil lehnen wir grundsäßlich ab. Sehen Sie Reichs- Arbeitsblatt." Herausgegeben vom kaiserlichen statistischen Amte, den Inseratenteil ein oder bedienen Sie sich des Adreßkalenders. Abteilung für Arbeiterstatistik, Heft 1-3. August 5. Soweit ohne mündliche Darlegung ersichtlich, wäre eine Klage Die„ Neue Zeit“ erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch, aussichtslos. 2. S. 47, M. 25. Mein. O. Haftvollstreckung 100. handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Die Vollstreckung einer rechtskräftig erkannten Haftstrafe verjährt in zwei Quartal zu beziehen. In der Beitungspreisliste der Postanstalten ist die Jahren. Jede gegen die Person des Thäters gerichtete Handlung, z. B. Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post Recherchen nach der Wohnung des Verurteilten, unterbricht die Verjährung, nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hejt loftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Marktpreise von Berlin am 22. August 1903 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Schweinefleisch Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Dieg' Verlag), ist uns soeben die Nr. 18 des 13. Jahrganges Weizen, gut D.- Chr. zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: mittel Anträge der Berliner Genossinnen zum Aufruf der Vertrauensperson. Parteitage zu Dresden. Arbeitsschluß für die Arbeiterinnen. II. Von Klara Zetkin.- Frauenarbeit Berlängerte Mittagspause oder früherer täglicher in der Stonservenindustrie. Bon Louise Ziek." Lächerlich." Von Emilia Alciati- Marabini. Deutsch von G. M. Bericht der Vertrauensperson der Genossinnen Deutschlands. Aus der Bewegung. Feuilleton: Mumu, das Hündchen des Taubstummen. Erzählung von J. S. Turgenjew. Aus Notizenteil: Die Behnstundendem Russischen übersetzt von 2. A. Hauff. Weibliche Fabrikinspektoren. bewegung der Textilarbeiter in Crimmitschau. Gewerkschaftliche Arbeiterinnenorganisation. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Richtstroh 10 Bf., durch die Bost bezogen( eingetragen in der Reichspoft- Zeitungsliste Heu Nr. 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Erbsen Bestellgeld 55 Pf., unter Streuzband 85 P.. 1 Der Wahre Jacob" hat soeben die 18. Nummer feines 20. Jahr ganges erscheinen lassen, die besonders dem Wechsel in der Befehung des päpstlichen Stuhles gewidmet ist. Der Preis der 12 Seiten starken Nummer ist 10 Pfennige. Den bei dem Unfall zu Schaden gekommenen Passagieren geht es meist den Umständen nach gut. Der am schwersten verletzte Wilh. v. Polenz. Das Land der Zukunft. Preis 6 M., geb. 7,50 M. Reisende Hermann Petri, welcher im Elisabeth- Krankenhause Auf- Berlin 1903. F. Fontane u. Co, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 25. Auguft. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Das Mädchen von Navarra.( La Navarraise.) Aschenbrödel. Schauspielhaus. Der Fremde. Solon in Lydien. Neues Operntheater. geunerbaron. Der Bi Westen. Hunderttausend Thaler. Leffing. Der blinde Passagier. Deutsches. Monna Banna. Neues. Doppelselbstmord. Anfang 8 Uhr: Riederspielhaus( Kroll.) Liederspiele und Idyllen. Vision nach dem Balle. Berliner. Franceschina Prevosti: Der Barbier von Sevilla. Residenz. Lustige Ehemänner. Borher: Zum Einsiedler. Thalia. Die Tochter des Herrn Fabricius. Kleines. Nachtashl. Trianon- Theater. Die Notbrüde. Deutsch: Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Carl Weiß. Der Fehltritt einer Frau. Belle- Alliance. Specialitäten. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Urania. Refidenz- Theater Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstr. 165. !! Menschliches Doppelwesen: die zusammengewachsenen Schwestern 20 Jahre alt, spielen Violine! Deutsch- Amerikanisches Theater ( früher Buntes Theater) 67 Köpenickerstr. 68. Winter- Garten. Specialitäten- Bor- Sonnabend, 29.August, 7/ 2Uhr: stellung. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Stettiner Sänger. Bassage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum Wakmann. Juvalidenstrake 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Zum erstenmal: Doppelfelbstmord. Anfang 7 Uhr. Premiere. Gastspiel Adolf Philipp. Ueber'n grossen Teich. Heitere Bilder m. Gef. a. d. Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abteilungen b. Adolf Philipp. Billets( ohne Vorverkaufsgebühr) find an der Theaterfasse sowie bei A. Wertheim zu haben. Die Theaterkasse ist täglich von 10-8 Uhr abends geöffnet. Die bereits bestellten Billets müssen bis Donnerstag, den 27. Aug., abgeholt sein. Direktion S. Lautenburg. Anfang 7, Uhr. Luftige Ehemänner. want in 3 Atten von Mars- Barré. Vorher: : Zum Einsiedler. Schwant in 1 ft von B. Jacobsohn. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr: Nora. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Wiederauftreten Luisen- Theater. Direktion: Ludwig Rosenfeld. Freitag, den 28. August 1903: Eröffnungs- Vorstellung. Das neue Gebot. Schausp. in 4 Aft.v.Ernst v. Wildenbruch. Billet- Borverkauf täglich an der Terbant und ben Warenhäusern von Theaterkaffe, im Invalidendant, StünftA. Wertheim. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Emil Thomas a. G. Apollo- Theater. Bender. Frid- Frid. Zum 226. Male: Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Zum 111. Male: mit dem 14,50 13,80 13,70 13,00 12,90 12,20 16,60 15,40 15,30 14,10 Kalbfleisch Hammelfleisch Butter 7,00 5,00 1,80 1,20 " gering Bauch 1,40 1,00 " " Roggen, gut 13,15 1,60 1,20 " mittel 1,80 1,20 " " gering 1,80 1,20 " Gerste, gut 2,60 2,00 mittel gering Hafer, gut mittel Eier Karpfen Aale Zander 60 Stüd 4,00 2,60 1 kg 2,40 1,40 2,60 1,40 3,00 1,20 gering 14,00 12,90 Hechte 2,40 1,20 " " " 4,16 3,66 Barsche 1,80 80 " " 6,60 4,70 Schleie 3,00 1,20 " 40,00 25,00 Bleie 1,40 70 50,00 25,00 Strebse per Schod 18,00 3,00 60,00 20,00 nd Speisebohnengn Linsen d * ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. Wetter Prognose für Dienstag, den 25. Auguft 1903. Etwas fühler, unbeständig mit schwachen Regenschauern. Mäßige Silb Berliner Wetterbureau. westwinde. Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppelkonzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Wochentags 4-5, 6-7 Uhr, Sonnt. 12-1, 4-5 u. 6-7 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Diez Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das vollständig konkurrenzlose Riesen- August- Programm! La Ludia. Les Alero. Clown Dolly mit seinen Efeln, Hunden u. Affen. Hedy Brumien. The Delsons. Loro- Quartett. Fritz Brand. Dustes Bioscop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Abends 9 Uhr: Die Liebes- Insel Trianon- Theater Abschied und Heimkehr. fenfationellen Post- Ballett. Nur noch bis 31. August. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Ein ungetreues Weib. Die Nothrücke. Mimodrama in 2 Aften, gespielt von Merians dreffierten Hunden. Neu! Miss Mildred de Grey. Neu! 19 Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Ameritanische Sensations Tänzerin. 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Der Dresdener Parteitag, Anträge zu demselben und Wahl von Delegierten. Fred u. Bertha Larose, Steifdrahtequil. Karl Groth, Groteskfomiker. Richard Wagner, Konzertfänger. Ballett- Gesellschaft ,, Saltarello". Anfang 4 Uhr. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7/9. Direkt.: M. Kalbo. agli: Alt- Heidelberg du Feine. Liederspiel in 3 Aften von D. Richter. Konzert und Ball. 11. a. Meta Waldau. Bravour- Soubr. Original Eugen Milardo, Tanzhumorist. New! The Berlings, New! die singenden Luftfeen. Johnke Compagnie. Transformations Red Pantomime. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., num. Plaz 50 f. 13 Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. robagde Jeden Tag: Konzert des berühmten Orchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser- Saal: Tanz. WINTER BARTEN 5 Grosses Eröffnungs- Programm: Nach einem arbeitsreichen Leben verschied am Sonntag, den 23. d. M. unser verehrter Chef Herr Wilhelm Zeyer. Dem Verewigten werden wir ein ehrendes Andenken bewahren. Das Personal der Firma 10875 Zeyer& Drechsler. Allen Bekannten zur Nachricht, daß unsre liebe Tochter Marie Springborn 19 Jahre alt, gestorben ist. Die Beerdigung findet Donners. hause Falkensteinstr. 22 aus nach tagnachmittag 4 ühr vom Trauerdem Emmaus- Kirchhofe statt. Die betrübten Eltern nebst Geschwistern. Einladung zur 2. Die Brandenburger Provinzial- Konferenz, Anträge zu derselben und Wahl General- Versammlung von Delegierten. Um recht zahlreichen Besuch wird dringend ersucht. Centralverband der Maurer Zablstelle Berlín. Mittwoch, 26. August, abends 8%, Uhr, bei Krüger, Naunynstr. 6: Versammlung für Süd- Ost. Tages- Ordnung: Fortsetzung der Diskussion von unsrer lekten Versammlung. Zum zahlreichen Besuch der Versammlung ladet ein 143/20 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Achtung! Mechaniker. = Socialdemokratischer Verein 209/7 im 5. Berliner Wahlkreise. Dienstag, den 25. August 1903, abends 8% Uhr, im ,, Alten Schützenhause, Linienstr. 5: zum Montag, den 7. September 1903, im Restaurant Taube ( Wilhelmsgarten), hierselbst, Berlinerstraße 9. Tages- Ordnung: ,, Wahl von 14 Vertretern der Kaffenmitglieder und 7 Vertretern der Arbeitgeber in der General- Verfammlung." Die Wahl für die Kaffenmitglieder findet in der Zeit von 5-7 Uhr nachmittags, die für die Arbeitgeber von 8-8 Uhr nachmittags statt. Mitglieder- Versammlung. im Beige der bürgerlichen Ehrenrechte 1. Borstandsberichte. Zages Drdnung: 2. Anträge und Wahl der Delegierten zum Parteitage. 3. Anträge und Wahl der Delegierten zur Provinzialkonferenz. 4. Partei- und Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 245/10 Die Aronssche Broschüre über die Landtagswahlen gelangt gratis zur Berteilung. Zahlreiches Erscheinen erwartet Achtung! Achtung! Die für Dienstag auberaumte Mechaniker Versammlung fällt wegen der am gleichen Tage stattfindenden öffentlichen Versammlungen aus. Mittwoch, den 26. Auguft, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, großer Saal: Allgemeine Der Vorstand. Achtung Socialdemokratischer Central- Wahlverein für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Sonntag, den 30. August, mittags 12 Uhr: Versammlung der Klempner General- Versammlung Berlins und Umgegend. Lages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Waldeck Manasse über: Wie fich die Menschen ihre Götter schufen". 2. Diskussion. 3. Bericht der Florence u. Lillian, musik. Nummer. Schlichtungs- Kommission über die Verhandlungen und Beschlüsse derselben. Anne Dancrey, Pariser Soubrette. 4. Diskussion. Die drei Macagnos, Scenen im Café. in Röpenid, Seidels Gesellschaftshaus, Grünauerstr. 31. Tages- Ordnung: 1. Die Provinzial- Konferenz. Referent: E. Obst Schöneberg. 2. Anträge und Wahl der Delegierten zur Provinzial- Sonferenz. 3. Die letzten Reichstagswahlen. Referent: Abg. Fr. Zubeil. 4. Anträge zum Parteitag. 5. Wahl der Delegierten zum Barteitag. 6. Streisangelegenheiten. Nach§ 11 des Statuts hat jeder Wahlverein das Recht, bis zu drei Delegierte zu der General- Versammlung zu entsenden. Anträge bitten wir, bis zum Donnerstag, den 27. August, in die Hände gelangen zu lassen. 250/ 16* Florence Moore, amerik. Sängerin. Mittwoch, den 26. Auguft, abends 8 Uhr, im„ Dresdener Garten", des Borsigenden, Genossen A. Schnell, Charlottenburg, Rosinenstr. 3, Mile. Marguerite, Löwen- Dresseuse. Das Motogirl, die lebende Puppe. Lionel Strongfort, Kraftproduktion Alexia, Bravourtänzerin. Die Ten Ichi Truppe, japan. Zauberk. Hickey u. Nelson, amerik. Excentrics. Paul Ceste, Bariton von der Gr. Oper in Paris. Dresdenerstr. 45: Versammlung der Gold- u. Silberarbeiter und Berufsgenossen. Zages Drbnung: 1. Bortrag des Genoffen Katzenstein über: Die Genoffen: Die Jahrmarktsprinzess, Ballett- Div. schaften und ihre Bedeutung für das Gewerkschaftswesen". Biograph, Bilder des Papstes. 2. Disfuffion. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Schweizer- Garten am 120/17 Die Ortsverwaltung. Täglich: Theater Feuersteins Festsäle, Artisten- Vorstellung, und Ball Volksbelustigungen. it. Abends 10 Uhr: Der felige Zwiebelmann. Boffe mit Gefang in zwei Bildern von Geride. Hot Bioscop. Lebende Bilder. Neueste Aufnahmen. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Konzert. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen. Für die Wintersaison find noch einige Sonnabende frei zu Festlichkeiten. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderftr. Neues großart. Programm. Clown Fredoff m. s. dress. Schulschwein. Fred u. Alphons, akrob.Potpourri. Am 27. August: Abschieds- Benefiz für Schauß. Mittw., Sonnab., Sonntag: Tanz. Anf. 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Alte Jakobstr. 75. A. I. 867. 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Bur Neubesetzung des Sekretariats Außerdem machen wir darauf auf in Gera suchen wir eine geeignete Persönlichkeit. Bewerbungen find mit merksam, daß für Arbeitsuchende jede Gehaltsansprüchen und Angabe der Werkstatt als gesperrt gilt, wo unfre bisherigen Thätigkeit schriftlich bei Forderung nicht anerkannt ist, und Herrn Otto Pfeifer, Mittelstr. 28, Gera, ersuchen die Kolleginnen und Stol bis spätestens Donnerstag, 27. Auguft, legen dringend, nur durch unfren einzureichen. Reflektanten, welche eine Arbeitsnachweis( Restaur. Marquardt, ähnliche Thätigkeit noch nicht aus. Mendelssohnstr. 9) Arbeit nachzusuchen. Der Vorstand übten, wollen eine schriftliche Arbeit über die Aufgaben der Arbeiter des Verbandes der Kürschner Berlins sekretariate mit einreichen. und Umgegend. 102/ 7* Die Sekretariatskommiffion. J. A.: Grandel, Borsitzender. 24012 Polier für Koenen'sche Vouten- Decken gesucht, bei guten Zeugnissen hohes Gehalt und Meter- Bulage. 18/20 Schriftliche Offerten erbittet Baumeister Müller, welcher bald eintrifft in Hôtel Bellevue, Berlin. Berantwortl. Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.