Nr. 199. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. BostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z art, für das brige Ausland& Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelgeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 27. August 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. und die Besitzer jener Motorwerkstätten benutzen diesen kommen der höheren Verwaltungsbehörde bez. der anderUmstand zur Erlangung billiger Arbeitskräfte." Freilich wissen weitigen Regelung der Arbeitszeit jugendlicher Arbeiter auf züchtung durch eigentliche Fabrikbetriebe zu berichten. Die Beschäftigung der Jugendlichen die Inspektoren Berichte auch von Fällen der Lehrlings. Grund des§ 139 Abs. 2 der Gewerbe- Ordnung", da wegen " " übermancherlei Unzuträglichkeiten, die die Bestimmung der Gewerbeund das Lehrlingswesen in Preußen. Häufig wird bei der Eingehung eines Lehrlingsverhält- Ordnung über die Arbeitspausen mit sich bringt", nicht selten nisses nicht genügende Rücksicht genommen, ob der Lehrling Fabriken von der Ausbildung von Lehrlingen gänzlich absehen. In unsren Besprechungen der preußischen Fabrit auch in gesundheitlicher Beziehung den Anforderungen der Die Lehrzeit, deren Mindestdauer 3 Jahre betragen sollte, inspektoren- Berichte haben wir wiederholt von standalöser Aus- neuen Thätigkeit gewachsen sein wird. So betont der Erfurter muß systematisch benutzt werden, vor allem durch ihre Zermuzung jugendlicher und vielfach noch schulpflichtiger Personen Bericht, daß man infolgedessen z. B. in Porzellanfabriken viele legung in gewisse, den einzelnen Verrichtungen des Handwerks berichten müssen. Nirgends wohl kommt die Halbheit und schwächliche und kränkliche junge Leute finde, die die beste entsprechende Abschnitte. Nach Beendigung jedes Abschnittes Unzulänglichkeit der gegenwärtigen socialpolitischen Gesetz- Aussicht hätten, später der Tuberkulose zum Opfer zu fallen. wäre zweckmäßigerweise von dem Lehrling ein Probestück zu gebung in Deutschland trasser zum Ausdruck, als in dem Um- Es werde daher zu erwägen sein, für welche Berufsarten die leisten, damit sich sowohl der Fabrikherr und die Lehrmeister stande, daß man sich nicht resolut zu einem Verbot der Zulassung junger Leute von der Beibringung eines ärztlichen als auch der Lehrling von den erworbenen Fähigkeiten einKinderarbeit entschließen kann, daß man dieselbe nur ganz Beugnisses abhängig zu machen sei. Sehr oft wird in den wandfrei überführen." Ferner seien durchgreifende Verände allmählich im langsamsten Tempo aus der Fabrik zu ver- Lehrverträgen gegen den§ 126b der Gewerbe- Ordnung ver- rungen im Fortbildungsschulwesen geboten." Am wünschensdrängen sucht, ihr zugleich das weite Gebiet der Heimarbeit stoßen, wonach mit Lehrlingen in fabrik- wie handwerksmäßigen wertesten wäre es, wenn der Fortbildungsschul- Unterricht offen lassend und eröffnend. So wissen ja manche der In- Betrieben schriftliche Kontrakte abgeschlossen werden müssen. Nach( wenigstens in den Sommermonaten) frühmorgens abspettorenberichte von einer Abnahme der Kinderarbeit zu erzählen. dem Wiesbadener Bericht scheint es, daß die Aufstellung dieser gehalten würde und die praktische Arbeit sich hieran schlösse". Daneben aber stehen nach wie vor eine beträchtliche Anzahl der Verträge stets durch die Arbeitgeber allein erfolgt, und daher Wofern der Fortbildungsunterricht nach der Fabrikarbeit empörendsten Einzelfälle, die das System und seine Durch deren Rechte mehr wie diejenigen der Lehrlinge zum Ausdruck stattfindet, wie es jetzt der Fall ist, wäre den Lehrlingen führung charakterisieren und brandmarken. gebracht werden". Eine Prüfung der Lehrverträge erscheine zweckmäßigerweise eine angemessene Frist zwischen Schluß der Da wir uns angesichts des bereits mitgeteilten Materials bahér erwünscht und werde, soweit es möglich sei, von den Arbeit und Beginn des Unterrichts für die nötigen Vornicht wiederholen wollen, werden wir dasselbe nur um einige Beamten bei Gelegenheit der Revisionen vorgenommen werden. bereitungen zu bewilligen." bemerkenswerte Einzelheiten bereichern. Der Potsdamer Der Wert eines zweckmäßig eingerichteten Fortbildungs- Eine Kritik dieser Vorschläge versagen wir uns, da sich Bericht stellt Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen schul- Unterrichts wird namentlich von den größeren industriellen dieselben selber als unverbindliche und vorläufige bezeichnen. über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter für nicht weniger Werken immer mehr erkannt und findet in diesen Streisen im Manche Einzelheiten sind in ihren möglichen Konsequenzen als 106 unter den revidierten Anlagen fest." In einer allgemeinen Förderung. Während des Berichtsjahres ist nicht ohne erhebliche Bedenken; der Grundgedanke allerdings Spinnerei und sechs Ziegeleien wurden schulpflichtige Kinder in Düsseldorf für sämtliche im Stadtbezirk regelmäßig erscheint uns richtig, wonach der Großbetrieb in höherem bei der Arbeit angetroffen, vier der Fälle wurden zur Be- sich aufhaltenden Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter aller Maße als bisher die Sorge und die Verantwortung für die strafung angezeigt und die Schuldigen in zwei Fällen zu Gewerbebetriebe, einschließlich der Handlungsgehilfen, der Heranbildung seines technischen Nachwuchses zu je 30 m. verurteilt, während in den beiden andren der obligatorische Fortbildungsschulunterricht bis zum vollendeten nehmen hat. amtsrichterliche Strafbefehl auf fechs Mark lautete. Eine 16. Jahre eingeführt worden. Der Unterricht ist auf Kinderbeschäftigung in einer Cigarrenfabrik wurde mit fünf die Stunden von 5-8 Uhr nachmittags an zwei WochenMart Geldstrafe geahndet. In einer chemischen Fabrit wurde tagen festgesetzt, nur in den Bäcker- und Friseurklassen findet ein noch nicht vierzehn Jahre alter Snabe beschäftigt" u. f. f. der Unterricht von 2-5 Uhr nachmittags statt. Für jeden Berlin, den 26. Auguft. Ein Unternehmer im Regierungsbezirk Breslau, der seine zum Schulbesuch verpflichteten jugendlichen Arbeiter ist der Militärischer Totschlag. Lehrlinge zum Kesselheizen anlernte und ihnen eine Ueber- ihn beschäftigende Gewerbe- Unternehmer gehalten, einen Beitrag In der Straffache gegen den Fähnrich Süssener ist Mittlastung des Sicherheitsventils aufgab, wurde für diese Menschen zu den Unterhaltungskosten der Schule von 1,50 M. viertel woch das dritte Urteil gefallen. Dieses dritte Urteil, vom und Leben gefährdende Thätigkeit mit 50 Mark Geldbuße fährlich zu zahlen." Auch in München- Gladbach und Mül- II. Senat des Reichs- Militärgerichtes gefällt, hebt das zweite Urteil belegt. Auch im Magdeburger Distrikt mußte die Ver- heim a. Nh. ist im Berichtsjahre der Besuch der Fortbildungs- auf und provoziert ein viertes. Der Fall Hüffener, über den das wendung von Jungen als Heizer und Maschinenwärter schule obligatorisch gemacht worden. Eine Einschränkung in Rechtsbewußtsein des Volkes so rasch, so entschieden, so einstimmig durch polizeiliche polizeiliche Verfügung Verfügung untersagt werden, da der Zahl der jugendlichen Arbeiter ist, wie manche Streise be- geurteilt hat, ist für Militärjuristen ein sehr schwieriger Fall. die Besitzer sich an einfache Warnungen nicht kehrten. fürchteten, dadurch nicht herbeigeführt worden. Nur eine Die erste Instanz, das Marine- Kriegsgericht zu Kiel hatte In einer Metallwaren- Fabrik des Regierungsbezirkes Maschinenfabrit, die bisher eine unverhältnismäßig große Hüffener am 26. Mai verurteilt: wegen vorsätzlicher Mißhandlung Erfurt wurden zwei Knaben und zwei Mädchen von 10 bis Bahl von Lehrlingen beschäftigte, hat sich veranlaßt gesehen, eines Untergebenen mit tödlichem Ausgange, wegen unbefugten 12 Jahren bei der Fabritarbeit angetroffen; außerdem wurde infolge der Erschwerung der Beschäftigung solcher Arbeiter Waffengebrauchs und wegen ungehorsam gegen dienstliche Vorein jugendlicher Arbeiter täglich 11 Stunden beschäftigt. Wie teine neuen Lehrlinge mehr einzustellen." Manche Arbeitgeber schriften. Strafe: vier Jahre und eine Woche Gefängnis und sich herausstellte, hatte die Ortspolizeibehörde irrtümlich für suchen, wie der Mindener Bericht hervorhebt, die Verpflichtung, Degradation. Daß Hartmann Hüffener gestoßen habe, wurde nicht die Beschäftigung der Kinder sowohl wie für die dem Gesetz ihren Lehrlingen und jugendlichen Arbeitern den Besuch der für bewiefen erachtet. Dagegen tam als mildernder Umstand in widersprechende Beschäftigung des jugendlichen Arbeiters die Fortbildungsschule zu gewähren, dadurch zu umgehen, daß sie Betracht, daß der Angeklagte in gutem Glauben gehandelt habe. Erlaubnis erteilt." Eine unerhörte Ausnutzung von Jugend- dieselben als Arbeitsburschen" annehmen. Schwierigkeiten Die zweite Jnstanz, das Oberkriegsgericht zu Kiel, fällte lichen wurde in einer Dachpappenfabrik des Regierungsbezirks scheint die Fortbildungsschulfrage dem westpreußischen Bericht am 6. Juli folgendes Urteil: der Angeklagte sei schuldig: der vorMünster festgestellt. Dort wurden vier Jugendliche oftmals zufolge mur an fleinen Drten zu bieten. Wo zum fäßlichen Mißhandlung eines Untergebenen mit tödlichem Ausgang 24, ja mit furzen Ruhepausen 36 Stunden, beschäftigt." Der Beispiel genügend Bäckerlehrlinge zur Bildung einer und der vorschriftswidrigen Behandlung eines Untergebenen. Strafe Polizeibehörde war von der Beschäftigung der Jugendlichen besonderen Klasse vorhanden sind, kommen die Stunden zwei Jahre und sieben Tage Festungshaft. Keine Degrafeine Anzeige erstattet worden. für deren Fortbildungs- Unterricht an das Ende der Arbeits- dation. Das Gericht hat dem Angeklagten geglaubt, daß Hartmann zeit in Bäckereien, d. h. in die späteren Vormittagsstunden einen Stoß nach ihm geführt habe. Der Angeklagte sei berechtigt verlegt werden. Geht dies nicht an und müssen deshalb die gewesen, die Waffe zu gebrauchen, nur hätte er ihn dabei nicht totLehrlinge aller Gewerbe gemeinschaftlich unterrichtet werden, stechen sollen. Der Fall sei minder schwer, und die Situation sei so unterbrechen die Schulstunden die vorgeschriebene ununter schwierig gewesen. brochene" Ruhezeit und stören die Befriedigung des Ruhebedürfnisses oft recht empfindlich." " " " Politifche Ueberlicht. Hinwieder erklärt die dritte Jnstanz, das Reichs- Kriegsgericht: das Urteil des Kieler Oberkriegsgerichts sei aufgehoben, soweit es die Mißhandlung dieses Untergebenen betrifft. Begründet sei die Rüge der Nichtanwendung des§ 212 des Reichs- Strafgesetzbuchs( Totschlag). Es muß nun von neuem durch das Oberkriegs gericht festgestellt werden, ob der Angeklagte mit der Möglichkeit eines tödlichen Ausgangs gerechnet habe. Im großen und ganzen dürfte wohl bezüglich der Frage der Kinderbeschäftigung auch in Fabriken der Düsseldorfer Bericht das Rechte treffen, wonach aus dem verhältnismäßig geringen Rückgang in der Zahl der beschäftigten Kinder unter 14 Jahren auf eine beträchtliche nennenswerte Abnahme der Kinderbeschäftigung nicht geschlossen werden könne. Dem gleichen Bericht zufolge liegt die Versuchung zu einer Ueber- Von manchen Großbetrieben, zumal in den westlichen schreitung der zulässigen Arbeitsdauer bei Kindern besonders Provinzen, wird dementsprechend mitgeteilt, wie sie dem Fortnahe,„ wenn dem Arbeit suchenden Kinde nur noch einige bildungsschul- Unterricht wesentliche Ergänzungen durch be Monate oder vielleicht nur wenige Wochen bis zum 14. Jahre fonderen Unterricht in den Fabriken hinzuzufügen bemüht find. fehlen. Zahlreiche Verwarnungen und Bestrafungen haben in In der gleichen Erkenntnis, daß lediglich handwerksmäßig diesen Verhältnissen bisher eine durchgreifende Besserung nicht vorgebildete Arbeitskräfte sich in sehr vielen Fällen den An- Also gemeiner Totschlag? Die beiden Borderinstanzen sind zu zu erzielen vermocht. Die Frage, ob der Schutz der Kinder gegen forderungen des Großbetriebes nicht gewachsen zeigen, sind die Ver- dieser Auffassung nicht gekommen, selbst der Ankläger hat nur ge vorzeitige gewerbliche Ausnutzung nicht weitergehend und sicherer bände der oft- und westpreußischen Industriellen zur Aufstellung meint, daß Hüffeners That an gemeinen Tobschlag grenze. Und als durch die gegenwärtig gültigen gesetzlichen Beschränkungen vorläufig noch unverbindlicher und weitere Erörterungen die zweite Instanz hat dem Angeklagten sogar zugebilligt, es sei für dadurch erreicht werden könnte, daß man, entgegen der zur benötigender Gesichtspunkte" in betreff der Lehrlings ihn schwierig gewesen, im Augenblick zu ermessen, ob er den HartZeit vielfach bestehenden Gepflogenheiten, eine Schulentlassung ausbildung geschritten. Leitender Grundfaß derselben ist, daß mann mun totstechen müſſe oder nicht! vor dem 14. Jahre thunlichst ausschlösse und dann die zehn die Industrie, private wie staatliche, für ihren Bedarf an Die zweite Instanz hat in der Begründung ihres Urteils ausstündige Arbeitszeit für die schulentlassenen Kinder allgemein Lehrlingen selber sorgen müsse. Die Ausbildung der Lehr- geführt, Hüffener hätte sich Gehorsam verschaffen sollen, indem er gestattete, dürfte deshalb ohne weiteres gewiß nicht zu ver- linge den Handwerksmeistern zu überlassen, empfiehlt sich Hartmann zu Boden geschlagen hätte, wenn nur kein Blut neinen sein." Den gleichen Vorschlag macht der Wiesbadener keineswegs, da zwischen dem Handwerkerlehrling und dem fließt und kein zu großer Skandal entsteht! Bericht. Fabriklehrling wesentliche Unterschiede bestehen."„ Die Zahl Man entkleide den Fall für einen Augenblick der militärischen Nach wie vor sind es die handwerksmäßigen Betriebe im der einzustellenden Lehrlinge in den dazu geeigneten Fabriten Uniformen: Ein Mann habe auf der Straße mit einem harmlosen eigentlichen Sinne des Wortes, in denen die Lehrlingszüchtung muß entsprechen: a) dem eignen natürlichen Abgange von Hand- Betrunkenen einen Streit vom Baune gebrochen und seinen Gegner grassiert. So spricht der Bericht für den Bezirk Merseburg es werfern, b) dem Bedarf an Handwerkern in denjenigen Betrieben sodann einen Dolch in den Rücken gestoßen, so daß er vorne mit aus, daß in den kleinen Werkstätten verhältnismäßig viel der östlichen Provinzen, welche jene in zu geringer Bahl oder der Spize heraus kam. Zweifellos liegt hier eine vorsätzliche mehr Lehrlinge gehalten würden, als in den großen. Be in folcher Stellung beschäftigen, daß eine eigne Ausbildung Tötung, ausgeführt ohne Ueberlegung, also Totschlag im Sinne 1: 3 sonders thun sich in dieser Beziehung die kleinen Druckereien von Lehrlingen ausgeschlossen erscheint, c) dem Bedarf Gesetzes vor. und Schlossereien hervor. So sind in den Motorwerkstätten an Handwerkern für die niederen Beamtenstellen der be= Zieht man aber den beiden, dem Thäter und dem Opfer der Metallverarbeitung dem Trierer Bericht zufolge vielfach treffenden Fachrichtungen, wie Maschinisten, Werkmeister usw. Uniformen an, und zwar dem Thäter eine bessere Uniform als Betriebe vorhanden, die ebensoviel oder mehr jugendliche derjenigen Betriebe, welche selbst keine Lehrlinge ausbilden dem Opfer, so wird der sonnenklare Fall sofort zu einer höchst verwie erwachsene Arbeiter beschäftigen. Vereinzelt sind Anlagen können. Ueber dieses Bedürfnis hinaus müssen aber die wickelten juristischen Streitfrage. Der militärische Vorgesetzte hat dieser Art sogar ausschließlich mit Lehrlingen besetzt. Die industriellen Betriebe des Ostens wegen des regen Abzuges das Recht, Menschen tot zu schlagen, wo es ein andrer nicht hat. Mehrzahl dieser jungen Leute hat jedoch keineswegs die Ab- von ausgebildeten Handwerkskräften nach dem Westen die Und dieses Recht ist eine der stärksten Stüßen der heute beliebten sicht, dauernd Schmied oder Schloffer zu bleiben, sondern sie normale Zahl der Lehrlinge beträchtlich erhöhen." Verlangt Art der Disciplin. benust diese Arbeitsgelegenheit nur, um bis zum zurück wird in erster Linie Hebung der Volksschule als der un- Gewisse Blätter, die immer in Entzüden geraten, wenn ein gelegten 16. Jahre etwas zu verdienen oder wenigstens nicht erläßlichen Vorbedingung für einen den Anforderungen des Minister liberale Redensarten gebraucht oder ein Prinz in Civil bis dahin unthätig zu bleiben, um dann in der Großeisen- modernen Produktionsprozesses gewachsenen Arbeiterstand; spazieren geht, meinen, die Befriedigung über das Urteil des Industrie, besonders aber beim Bergbau, Beschäftigung zu bringend zu wünschen wäre ferner, daß die Lehrzeit sich un Reichs- Militärgerichts werde allgemein sein. Das ist sehr zu fuchen. Der Mangel an Arbeitsgelegenheit zwingt die jugend mittelbar an die Entlassung aus der Volksschule anschlösse". bezweifeln, nicht bloß, weil durch dieses Urteil für die Güte unfrer lichen Arbeiter, Beschäftigung zu nehmen, wo sie sich findet, Gefordert wird ferner ein möglichst weitgehendes Entgegen- militärischen Einrichtungen nichts bewiesen wird, sondern auch, weil " " " -300 -300 ganz im Gegenteil die Anhänger einer schneidigen Disciplin in einem principiellen Widerspruch, insofern es von einer zweiter Mann aus dem Bayernlande, Rechtsanwalt Rumpf aus durch dieses Urteil in arge Verwirrung gebracht werden. einheitlichen Organisation des Arbeiterstandes, wie das München, redete über die römische Frage. Das katholische Volk Hartmann war doch zweifellos ein ungehorsamer Untergebener", Kettelersche Programm sie fordert, nichts weiß und bis heute darf nicht rasten, bis dem Papste die zur Leitung der Kirche nötige er hat sich der Verhaftung durch Hüssener widersetzt und ist nichts wissen will, auch angesichts der inzwischen aufgetauchten weltliche Herrschaft wiedergegeben wird, denn wozu nennt sich der Bapit der Nachfolger Christ, der bekanntlich nicht hatte, wohin er von Hüffener borschriftsmäßig zur Strecke gebracht christlichen Gewerkschaften gar nichts wissen darf, so hat Hitze sein Haupt legte, und der verkündete, daß sein Reich nicht von dieser worden. Wenn das bißchen Totschlagen nicht mehr erlaubt als sein Ziel", mit dem die Arbeiter abgefüttert werden Welt fei sein soll, dann wird man die Götterdämmerung der Disciplin heran- sollen, die englische Fabrikgesetzgebung präcisiert, also Heute wurde in Köln zum Alarm wider die Socialdemokratie nahen sehen, und Hüssener als Märtyrer verehren! Schutz"-Geseze, bei denen auch der brutalste Unternehmer- geblasen, und zwar geschah das auf der Versammlung des Volts. Unter allen Umständen steht so viel fest: Das furchtbare Recht Egoismus noch feist und fromm gedeihen kann. Wenn, wie vereins für das katholische Deutschland, der bei eines militärischen Vorgesetzten einen Untergebenen ohne jedes Urteil Sittard das in Aussicht stellte, das Centrum für die Folge in solchen feierlichen Gelegenheiten nie genannt wird ohne den Zusatz: auf der Stelle zu erdolchen, ist an Bedingungen gebunden, über die der That energischer und nachhaltiger für die Interessen der Das unvergleichliche Bermächtnis unfres unvergeßlichen Windthorst". Der Volksverein hat im letzten Jahre um 90 000 Mitfich drei militärische Gerichtshöfe untereinander nach langwierigen Arbeiterschaft eintreten sollte, so wird es in dieser Nutzglieder zugenommen; er hat deren jegt 900 000, wovon rund Verhandlungen völlig unklar sind. Und da soll sich ein zwanzig- anwendung der Lehren des 16. Juni von niemand kräftiger 190 000 auf Rheinland und Westfalen kommen. Die Verkündigung jähriger Bursche im Augenblick des Affektes auf der Stelle klar unterstützt werden, als gerade von der Socialdemokratie. dieser Zahlen rief in der Versammlung stürmischen Beifall hervor, ſein! Freilich macht sich diese Voraussage in der apodiktischen Form, und die Redner thaten sich nicht wenig zu gut auf diese Erfolge. die ihr der Abg. Sittart gegeben, von vornherein als Spiegel- Wie der Vorsitzende, Fabrikbefizer Brandts aus München- Glad Eine klerikale Arbeiterrede. fechterei für jeden kenntlich, der die Entwicklung im Centrum bach, meinte, sei der Bolksverein auf dem Wege, der größte sociale Der diesmalige Katholikentag ist gleich der Mehrzahl etwas näher verfolgt hat. Die Tage der Kardorfferei und Verein der Welt zu werden. Gebet und Arbeit seien feine Waffen, feiner Vorgänger mit dem üblichen Mummenschanz von Ar- der Ballestremiaden haben auf das unzweideutigste bewiesen, mit denen allein unser Volt vor den Frrungen der socias Erzbischof beiterversammlungen eingeleitet worden. Als Hauptattraktion daß die sogenannten Demokraten des Centrums an die listischen Verführung bewahrt werden könne. Fischer forderte zum Eintritt in den Volksverein auf, der dringend fungierte bei der Sonntagsvorstellung der bekannte Abg. Schlot- und Bergwerksbarone und die Mittelstandsretter total nötig sei zu einer Zeit, wo der Geist des Umfturzes in der socialen Sittart aus Aachen, mit dessen Namen die christliche und endgültig abgedankt, daß die reaktionär konservativen und religiösen Ordnung neuerdings wieder so große Erfolge erWitwen- und Waisenversorgung des Wuchertarifs ebenso Elemente der Partei die Mehrheit wie die Führung haben. rühmlich wie unwiderruflich verknüpft ist. Diese besondere Wie da wirkliche Arbeiterpolitik getrieben werden soll, wird Befähigung, als williger Lakai der Centrumshauptgrößen wohl ewig das Geheimnis des Herrn Sittart bleiben. bor einer Arbeiterversammlung die socialen Ziele des Centrums zu heroieren, wird noch löblich vermehrt durch seine geniale Entdeckung aus der Zeit des Wahlkampfes, als wären den Arbeitern aus den staatlichen Versicherungen bisher etwa 4 Milliarden Mark zugeflossen, wobei seine fromme Wahrhaftigkeit, naiv wie sie nun einmal ist, die in dieser Summe enthaltenen Arbeitergroschen dem Verdienst der Herren Unternehmer menschenfreundlich zu Buch schrieb. " " # # Deutfches Reich. Die Kaiserinsel. rungen habe. Stimmen. 21117 Der interessanteste Redner war diesmal der Abgeordnete Trimborn, der heute seiner Rolle als Humorist entsagt hatte und sich als warnender und mahnender Jeremias zeigte. Aus Herrn Trimborns Worten hörte man noch die Angst heraus, die der ehrgeizige Mann in den Tagen des Juni um sein gefährdetes Kölner Mandat empfunden hatte. Drei Millionen Stimmen, bedenken Sie, was das heißt," rief Herr Trimborn ein über das andre mal Auf den Haftentlassungs- Antrag des Anwalts unfres Kollegen aus. Und jammernd hob er die Hände: Das sind 47 Prozent. Leid, Theodor Liebknecht, ist bisher ein Bescheid nicht ergangen. Zunahme in fünf Jahren. Welche Warnung für uns Herr Trimborn will den Trost nicht gelten Der Hofmarschall des Kronprinzen v. Trotha läßt durch die Katholiken!" anwaltschaft gegen den„ Vorwärts" Strafantrag wegen Beleidigung zum größten Teil um Mitläufer handele.„ Gewiß, so meinte die die Socialdemokratie zugenommen habe, " Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mitteilen, daß er bei der Staats- laffen, den sich die Seinen einreden, daß es sich bei den gestellt hat. Der Herr kommt unsern Wünschen entgegen. Unser er, giebt es unter den 900 000 Stimmen Mitläufer, aber verantwortlicher Redakteur ist bereits für Donnerstag zur Ver- nicht so viele, wie gern angenommen wird. Es steht fest, daß die nehmung geladen. Socialdemokratie auch um hunderttausende von zielbewußten Genossen zugenommen hat, auch deren Zahl ist um 47 Proz. gewachsen. Und wer da glaubt, daß die Socialdemokraten unter den katholischen Arbeitern teinen nennenswerten Erfolg erringen könnten, der ist hoffentlich durch die letzten Wahlen eines andren belehrt worden. Die fatholischen Arbeiter sind nicht überall in wünschenswerter Weise gegen die socialiſtiſche Verführung gefeit, und was das schlimmste, sie ist außerordentlich groß für Kirche und Vaterland!" auch das platte Land ist gefährdet. Die Gefahr ist ernst, sehr ernst, Phantastischer als die Kaiserinsel. Zeugniszwang. * Ein tennt, weiß, daß diese alles zu wünschen übrig lassen- mur einige Zunächst rief der gottselige Herr das 20. Jahrhundert mit Zunächst rief der gottselige Herr das 20. Jahrhundert mit Gott für Gott, mit der Kirche für die Kirche, für Stönig und Vaterland in die Schranken. Gleich nach diesem gottesfürchtigen Fanfarenstoß beeilte er sich, zu konstatieren, daß der Arbeiter heute nicht mehr Handelsware sei, daß er hinaufgestiegen sei zur Stufe der Gleichberechtigung. Mehr und mehr sehen wir das Bewußtsein durchdringen, daß wir Menschen alle Für die Kaiserparade bei Erfurt hat der Militärfiskus das Brüder sind. Dem Bruder ist nicht gedient, wenn ihm die eigentliche Paradefeld, d. h. das Terrain, auf welchem die Truppen talte Münze in die Hand gedrückt wird als Lohn für die vor dem Kaiser vorbeimarschieren, sozusagen auf ein Jahr gepachtet. Arbeit; er verlangt mit Recht Liebe, Achtung und Teilnahme." Mit andren Worten: der Militärfiskus hat die Besizer dieses zehn Wie das Centrum die Brüderlichkeit" zum Nutzen derer, die Ader umfassenden Terrains, sämtlich Landwirte in dem weimarischen da haben, zu interpretieren versteht, hat es ja in der Steuer- Dorfe Azmannsdorf, verhindert, für dieses Jahr es zu bestellen, und So Jeremias Trimborn. Indessen, er weiß ein Mittel, der und Zollgesetzgebung sowie durch seine Vermehrung der zahlt dagegen für den Acker 165 M. Weiter hat der Militärfiskus Gefahr zu begegnen: das Centrum braucht den drei Millionen Militär- und Marinelasten deutlich genug bewiesen. das fragliche Terrain im Frühjahr planieren und mit Gras befäen Socialdemokraten nur drei Millionen Mitglieder des Volksvereins Man weiß in der That nicht, was man mehr bewundern soll, lassen, und seitdem ist unablässig unter Aufsicht eines Majors 3. D. entgegenzustellen. Und das ist sehr einfach, wie Herr Trimborn flardie katholischen Arbeiter, die solche Heucheleien geduldig an- daselbst gearbeitet worden, um eine möglichst glatte und feste legte:„ Es giebt in Deutschland fünf bis sechs Millionen katholische hören und ihnen gar noch Beifall spenden, oder jene bewußte Rasenfläche zu schaffen. Das Gras wurde häufig gemäht und der Männer, wenn von ihnen nur jeder zweite dem Volksverein beiDreistigkeit, die unbefümmert um die handgreiflichsten Boden gewälzt; jede fich infolge von Witterungseinflüssen usw. tritt, dann sind wir der Socialdemokratie gewachsen." Schade für Herrn Trimborn, daß man die Socialdemokratie Thatsachen des politischen und ökonomischen Lebens die wieder zeigende Unebenheit beseitigt. Hierzu kommen jetzt, wo nicht mit einem„ Wenn" beiseite schaffen kann. Wahrheit mit der gleichmütigen Miene des Biedermeiers soeben die sehr große und sehr teure Zuschauertribüne dicht bei seelenruhig auf den Kopf stellt. Denn daran z. B., daß der diesem Paradeterrain errichtet wird, noch folgende Vorbereitungen: Köln, 26. August.( Tel.) In der heutigen geschlossenen Arbeiter heute keine Handelsware mehr sei, glaubt Herr Sittart Die Truppen werden, von einer Stellung zwischen Azmannsdorf Generalversammlung der Katholiken, welcher die Kardinäle Ferrari nicht einmal in der gehobenen Stimmung des 50. Katholiken- und dem nördlich davon gelegenen Dorfe Kerspleben aus in süd- und Fischer beiwohnten, wurde u. a. der Ausschußantrag angenommen, tages, geschweige denn in seinem übrigen privaten wie öffent- westlicher Richtung nach jenem Paradeterrain und weiterhin nach die 51. Generalversammlung im Jahre 1904 in Regensburg lichen Leben. Aber wenn es sich um die heiligen Güter des dem etwa einen Kilometer davon entfernten Bahndamm der und die 52. im Jahre 1905 in Straßburg abzuhalten. konfessionellen Centrumskapitalismus handelt, scheut so ein thüringischen Staatsbahn zu marschiren. Sie müssen dabei einen Antrag bezüglich der Seelsorge für die Polen wurde zurückgezogen, Centrumsagitator selbst vor tezerischen Ansichten nicht zurück. von Azmannsdorf nach Erfurt führenden Kommunalweg über- um den Entschließungen des deutschen Episkopats nicht vorzugreifen.Die sog. Gleichberechtigung des Klerikalismus ist eine rein schreiten, der auf der einen Seite von Pflaumenbäumen und einem Grubenhygiene und Wurmkrankheit. theologische, bestehend in einem Blancoaccept auf ein hienieden Graben flankiert ist. Der Graben muß deswegen auf eine erhebliche Die alarmierenden Zustände im Ruhrrevier lenken die Auf jedenfalls nicht realisierbares Jenseits. Im übrigen fennt die Strecke zugefüllt und die zum Teil sehr stattlichen Bäume müssen merksamkeit aller Grubenarbeiter erneut auf den hygienischen Zustand fapitalistisch- konfessionelle Rechtgläubigkeit als Grundlage der für dieselbe Strecke beseitigt werden. Ferner wird nicht nur eine der Gruben. Seit Jahrzehnten stellen die Bergarbeiter Forderungen bürgerlichen Gesellschaft anerkanntermaßen nur die politische, Haltestation an der Eisenbahn für den Kaiser errichtet, sondern es auf bessere sanitäre Einrichtungen in den Gruben, namentlich fordern sociale und rechtliche Ungleichheit. Herr Sittart sprach zwar wird auch von dieser aus eine Art Chaussee nach dem Paradeterrain sie ordentliche Bade- Einrichtungen, gute Abortanlagen und Be von den„ Triumphen" des 16. Juni. Zu einer Auslassung gebaut, auf welcher sich der Kaiser mit seinem Gefolge zur Parade schaffung guten Trinkwassers in ausreichender Menge. Auch die über das einzige Gleichheits" recht des Arbeiters, das begiebt und diese wieder verläßt. Die Chaussee wird 11 Meter sächsischen Bergleute haben diese Forderungen längst erhoben, bis leider mit sehr wenig Erfolg. Aus Anlaß der bestehende Reichstags Wahlrecht, das man auch in breit und führt über eine Bodenerhebung, die zum Teil planiert wird. jetzt aber riesigen Verbreitung der Wurmkrankheit schreibt Pokorny- Zwickau u. a.: den Arbeiter Versammlungen der Katholikentage mit Die betreffenden Arbeiten werden von Infanteristen und Pionieren Wie steht es in dem sächsischen Kohlenrevier? Haben wir Ursache, die Vorliebe in den Vordergrund zu schieben pflegte, fand er ausgeführt. Hände in den Schoß zu legen, oder ist es Pflicht für uns, auch auf offenbar keine Zeit, und man wird abwarten müssen, ob die So erfährt nicht der„ Vorwärts", sondern der gut national- die Dinge, wie sie in Sachsen liegen, hinzuweisen? Versammlung in andrem Zusammenhange sich überhaupt zu liberale„ Hannoversche Courier". Wird die„ Norddeutsche Allgemeine Wer bürgt uns dafür, daß wir die Wurmkrankheit nicht schon in der Frage des Wahlrechts äußern wird. Zeitung" diese über den Militärfisfus behaupteten Extravaganzen Sachfen haben? Natürlich fehlt auch der Hinweis auf die„ großartigen" nicht schleunigst ins Bereich der lächerlichen Hundstags- Phantasien Wer die sanitären Verhältnisse auf den Gruben in Sachsen Leistungen der christlichen Charitas nicht. Ohne die christliche verweisen? Werke schließen wir aus. Ferner kommt der Arbeiterwechsel sowie Liebe wäre die Welt eine Fülle von Fluch und Verzweiflung." die Einführung fremder Arbeiter in Sachsen für die Einschleppung Daß die Charitas der Kirche schon im sechsten Jahrhundert unsrer Zeitrechnung an dem sogenannten Armengut eine Gegen den Redakteur der Hilfe", Gerhard Hildebrano, iji ein der Wurmfrankheit in Betracht. Nach beiden Seiten hin ist in ja durchgreifende Erpropriation zum eigensten Vorteil vornahm, Beugnis- Zwangsverfahren eingeleitet worden. Im Anfang des Jahres Sachsen ebenso gesündigt worden, wie im Ruhrbeden um daraus dann die furchtbarste Ausbeutungsmaschine zu veröffentlichte Hildebrand in seinem Blatte einen Artikel, worin noch mehr. eine für Dienstanweisung Bade- Anstalten, wie sie im Ruhrbecken auf jedem Werke vor den Kreismachen, die die Weltgeschichte kennt, daß das„ Armengut" für Schulinspektoren unterstellten Rektoren im Regierungsbezirk handen sind, kennt man auf den meisten Werken Sachsens nicht. die Ausstattung päpstlicher und bischöflicher Nepoten und Potsdam" kritisiert wird. Der Regierungspräsident von Potsdam" Millionenschwere" Werksbefizer im Zwickauer Revier haben es bis Maitressen in unzähligen Fällen gut genug war, daß möchte sich gern den Verfasser des Artikels kaufen, in dem er einen heute noch nicht für nötig befunden, der Schweinerei endlich ein die Herren verlangen es wie zum Beispiel in dem Frankreich der späteren Lehrer vermutet, und deshalb wurde ein Ermittelungsverfahren gegen Ende zu bereiten. Da hilft kein Ausreden Schlimmer steht es noch Bourbonen zum Unterhalt von Nonnenklöstern, die die an- Unbekannt eingeleitet und Hildebrand als Zeuge vernommen. Dieser Dividenden; alles andre ist ihnen Wurst! erkannten Bordelle der Pfaffheit und der Lebewelt lehnte unter Hinweis auf das Redaktionsgeheimnis jede Mitteilung auf den Braunkohlenwerken des Leipziger und Dresdener Beckens. waren, hat herhalten müssen, von dieser Kehrseite der Medaille über den Verfasser als unmoralisch ab, wofür er mit 100 m. Geld- Hier findet man sogenannte Waschtröge, die oft wochenlang nicht gereinigt werden, und doch sind die Bergleute gezwungen, sich hier schwieg natürlich des Redners Höflichkeit. Einmal bei der strafe belegt wurde. Am Dienstag ging nun Herrn Hildebrand die Aufforderung zu, die Hände zu waschen weil nichts andres da ist. Hier und dort chriftlichen Charitas, kehrt in einer klerikalen Rede selbst sich Donnerstag, den 27. 8. M., zum Antritt der Zwangshaft wegen bilden halbe Fäffer, in die Erde eingegraben, die einzige Waschverständlich auch der Hinweis auf Ketteler wieder. In Nr. 39 Beugnisverweigerung zu stellen. gelegenheit. Wer wollte sich da baden! Auch das Abortwesen liegt sehr im argen, sogar auf den großen Im Interesse der öffentlichen Moral und des Ansehens der dieses Blattes haben wir die Stellung Kettelers zum Socia lismus an der Hand seiner Schriften bereits furz gewürdigt. Presse muß immer wieder mit aller Entschiedenheit die Abschaffung Steinkohlenwerken. Ungenügend ist die Reinigung und ungenügend Unfre damaligen Feststellungen scheinen den Centrumsgrößen des Beugniszwanges für Redakteure gefordert werden. Der Redakteur auch die Zahl der Abortfässer. Oft stehen tagelang solche Fässer noch heute böse im Magen zu liegen. Wenigstens nahm der erhält seine Mitteilungen nur in der Voraussetzung, daß er das überboll da. Auf den Braunkohlenwerken sind Abortfäffer ein Lurus, Der Arbeiter macht's" Festredner im Colosseum", wo gleichfalls eine Arbeiter ihm geschenkte Vertrauen nicht mißbrauchen werde zur Schädigung den sich die Grubenbefizer nicht gestatten. bersammlung tagte, Veranlassung, die damaligen Behauptungen seines Gewährsmannes. Mit dem Grundsatze der Breßfreiheit ist in der Strede ab, froh, daß er dabei nicht ertappt wird. Schlimm steht es mit dem Trinkwasser. Auf den Braunkohlens der Zivang zur Zeugnisablegung gegenüber dem Redakteur des Vorwärts"„ schlagend zu widerlegen". Leider besagt der durchaus unverständlich. Das entspricht auch durchaus dem öffent- werken steht es auch hierin am schlimmsten. Die Bergleute find uns zur Verfügung stehende Bericht katholischer Blätter nicht lichen Rechtsbewußtsein. Ein Redakteur, der seinen Gewährsmann hier gezwungen, oft Schacht oder Rüschewasser zu trinken, wenn fie mehr, so daß wir diese schlagende Widerlegung" nicht nachprüfen ausliefert, setzt sich allgemeiner Verachtung aus; es widerstreitet nicht Geld zu Bier anwenden wollen, was ihnen der Betriebsführer tönnen. Es würde auch der eingefleischtesten rabulisti- deshalb der öffentlichen Moral, ihn durch Zwangsmittel zu dieser verkauft, oft zu einem höheren Preise als in gewöhnlichen Geschäften. Was hat nun die sächsische Behörde zur Abhilfe hier gethan? schen Sophistik schwer werden, die klaren Auslassungen verächtlichen Handlung veranlassen zu wollen. Dem RechtsbewußtWo sind und wo waren die bürgerlichen Blätter, als es fich Kettelers umzudeuten, wonach er die socialistische Stritit der sein ist durchaus genügt, wenn der Redakteur für den Inhalt seiner bürgerlichen Gesellschaft gegenüber acceptieren und selbst zur Beitung einsteht und für etwaigen strafbaren Inhalt Strafe zu er- um diese Forderungen, um die Abhilfe dieser Mißstände handelte? Verhöhnt und verunglimpft hat man die Bergarbeiter auf jede Art Verwirklichung der Lassalleschen und Weise. Produktivaffoziationen leiden hat. Jetzt freilich bekommt man Furcht vor den eignen Vom Katholikentag. Thun und Treiben. auffordern konnte. Gerade Ketteler hat in seiner Person Köln, 25. August.( Eig. Ber.) unter den ersten mit den Beweis geliefert, daß man Socialist Jm Leipziger Becken ist es fortwährend der Fall und es ist sein kann, ohne deshalb seiner religiösen Ueberzeugung sich Herr Orterer, der zur Leitung des diesjährigen Katholiken- noch gar nicht lange her, daß sogar fistalische Werke Arbeiter im Der Mann Auslande( Dur- Brüger Revier) anwarben. Unterdessen wurden brave entschlagen zu müssen, daß vielmehr der kommunistische Haupt- tages berufen wurde, ist ein unglücklicher Präsident. Wie am Montag in der sächsische Bergarbeiter zu Hunderten auf das Straßenpflaster gesatz der katholischen Eigentumstheorie, wonach alle Menschen hört sich nämlich zu gerne selber sprechen. ben naturrechtlichen und in jedem Augenblick realisierbaren geschloffenen, so auch in der am Abend stattfindenden öffentlichen worfen. Das war fächsische Socialpolitik. Generalversammlung nahm er mit seiner Rede einen ungebührlich Wir fordern im Interesse der Bergarbeiter sofortige UnterAnspruch auf die Subsistenz besitzen, unter den heutigen Wirt breiten Raum ein und schob damit andre Redner von der Liste. fuchung, und zwar vornehmlich der Belegschaft solcher Schächte, wo schaftsverhältnissen notwendig zum Socialismus führt. Es versteht sich von selbst, daß der Hinweis auf Leo XIII. Serr Drterer, den Dr. Sigl als Dr. Worterer am besten ausländische Arbeiter angelegt wurden, ferner solcher, wo Arbeiter gekennzeichnet hat, versteht es, große Worte Der Zu machen, aus Westfalen hierher zurückkehrten und Arbeit erhielten. den Haupt- um 10 der und die sociale Thätigkeit des Centrums größere, je armseliger Inhalt dessen ist, Arbeiterwechsel auf einigen Gruben war in der Testen Zeit so groß Leo XIII. was leber Er redete teil solcher Centrumsreden ausmacht. zu sagen unternimmt. am Montag daß der Ab- und Zugang die ganze Belegschaftsziffer umfaßte. Aus demselben Anlasse traten am Sonntag Bertreter der Bergleute haben wir uns in der letzten Zeit wiederholt abend über Kirche und Papst, über die katholische Bewegung und Die ihre Führer in Vergangenheit und Gegenwart und alles, was er fämtlicher sächsischer Reviere in Chemnis zu einer Stonferenz zusammen. ausgelassen und dem kein Wort hinzuzufügen. Ein Vorschlag, an die Behörde eine Eingabe zu richten sociale Thätigkeit des Centrums identifizierte Sittart berührte, war für ihn großartig, edel, erlaucht, heilig! Wir wissen, daß Köln eine heilige Stadt ist; aber für Herrn Orterer ist auch mit dem Ersuchen, der Wurmkrankheit energischer als bisher ent mit der Person Hizes. Auch über diesen und sein Verhältnis der Rhein heilig. Es wird den schilfbewachsenen Jubelgreis, der in gegenzutreten, wird einstimmig abgelehnt mit der Begründung, daß Es wird angeregt zu Ketteler haben wir früher bereits das nötige gesagt. den grünen Fluten mit feuchten Niren ein friedsames, aber alles in nach dieser Richtung nichts zu erwarten ſei. Steht das sogenannte Galensche Programm, wie es heute allem feineswegs christliches Leben führt, nicht wenig überraschen, hierzu in erhöhtem Maße an die Deffentlichkeit zu appellieren und noch für das Centrum maßgebend ist, zum Programm Kettelers daß er auf seine alten Tage noch heilig gesprochen wird. Ein eventuell die Presse hierzu in Anspruch zu nehmen. 11 " er die unmittelbar Zur Reichstagswahl in Dessau haben die Wahlvereine des reichs treuen Bürgertums" beschlossen, eine Unterstüßung der Kandidatur Schrader abzulehnen und die Wahl zwischen dem Freisinnigen und dem Kandidaten des Bundes der Landwirte Schirmer freizustellen. Die National- Beitung" hält nach dieser Zersplitterung den Sieg des 82. Socialdemokraten für nicht unwahrscheinlich. Geständniserpreffung im Kriegerverein. Norwegen. Die Storthingswahlen. Nach den Nachrichten zu urteilen, die über die erfolgten Wahlmänner- Wahlen vorliegen, hat die Rechtenpartei wesentliche Fortschritte gegenüber der Linken zu verzeichnen. So gilt es für sehr wahrscheinlich, daß im Nordre Bergenhus- Amt fünf Storthingsmandate durch die Rechte erobert werden. Die Minoritäten erzielt und in Nordlands Amt, soweit bis jetzt die Nachrichten reichen, die Majorität der Wahlmänner erlangt. Dort find 17 Socialdemokraten und 14 Liberale gewählt. Demnach ist es nicht ausgeschlossen, daß das Nordland einen socialdemokratischen Abgeordneten ins Storthing sendet. Frankreich. $ „ kommende Mann" einen gewaltigen Korb. Man höre und staufe, Inommen hat) sollen am 23. September zwei neue Landsthings welchen Zwecken das Bassermann- Kartell eigentlich dienen sollte! Abgeordnete gewählt werden. Die Wahlmännerwahlen finden für Vor allem sollten in der Stadt Mannheim die beiden diesmal zur die allgemeine Wählerklasse am 2. September statt, für die HöchstNeuwahl stehenden socialistischen Mandate zwischen National- besteuerten( Wähler mit über 4000 kr. Ginkommen) am 9. September. liberalen und Freifinn bezw. Demokratie aufgeteilt, des ferneren in Von jeder Wählerklasse sind 521 Wahlmänner in ganz Kopenhagen Durlach- Stadt der bisherige socialistische Vertreter ebenfalls zu wählen. Die Wahl der Abgeordneten muß, da nun zwei durch einen Kartellangehörigen erfekt werden. Vom Kampf gegen die Mandate zu vergeben sind, nach proportionalem System erfolgen. agrarkonservativ- kleritale Rechte verlautete nicht das geringste, Aller Voraussicht nach wird eines der Mandate die Socialdemokratie, die Socialdemokratie allein sollte die Kosten der Bassermann- Soalition das andre die Rechte erhalten. In den Orten Adlersruh, Prittwizdorf und Rudelstadt im bestreiten. Daß die Demokraten, wollten sie nicht jede Spur Der geschäftsführende Ausschuß des socialdemokratischen Ver schlesischen Kreise Bollenhain waren bei der letzten Reichstags- von politischem Kredit im Volke verlieren, auf einen solchen Pakt nicht bandes hat beschlossen, daß die Parteivereine in sämtlichen wahl ungewöhnlich viel socialdemokratische Stimment abgegeben eingehen konnten, hätte eigentlich auch den Bassermännern von vorn 16 Wahlkreisenkopenhagens eigene Wahlmännerworden und deshalb stieg im Kriegerverein die Vermutung auf, daß herein klar sein sollen; die Wut über den Karlsruher Durchfall scheint listen aufstellen sollen. Da bei früheren Wahlen unsre Kopenauch Kriegervereins- Mitglieder socialdemokratisch gewählt haben jedoch ihr Urteilsvermögen bedenklich getrübt zu haben. Jest müssen hagener Parteigenossen immer in einzelnen Kreisen mit den müßten. Um das zu erfahren, verfiel man auf ein sie es erleben, daß die Demokraten in Presse und Vereinsbeschlüssen Liberalen alliiert waren, ist dies das erste Mal in der Geschichte der Mittel, dessen Würdigung man der Deffentlichkeit ruhig die nationalliberal- freisinnigen Liebeswerbungen mit aller Deutlich- Partei, wo ihnen die Gelegenheit geboten wird, die reine socialüberlassen darf. Man ließ den ganzen Kriegerverein antreten und feit ablehnen, und die Bassermann- Blätter widmen ihnen nun bereits demokratische Stimmenzahl in der ganzen Hauptstadt zu unter Hinweis auf den Fahneneid wurden die Mitglieder aufgefordert, wieder kräftige Schimpfartikel, nachdem sie in den letzten 14 Tagen ermitteln. zu bekennen, wen sie gewählt haben. Der Vorsigende Hauptmann mit den süßlichsten Flötentönen um ihre Gunst geworben hatten. Heinrich Langner und der Ehrenvorsitzende Baron Senft Für die Wahlaussichten der Socialdemokratie ist der von Pilsach schritten die Front ab und fragten jeden, wen er Ausgang dieses Handels so ziemlich ohne Bedeutung. Unser bisgewählt habe. Eine ganze Anzahl der Mitglieder gab darauf heriger parlamentarischer Besisstand in der Zweiten badischen Kammer mutig die wahrheitsgemäße Antwort, daß sie socialdemokratisch wird auf alle Fälle behauptet werden, und weiteren Eroberungen gewählt hätten. Sie wurden darauf sämtlich ausgeschlossen. Unter hätte die Baffermann- Koalition nicht im Wege gestanden. Eher wäre Sen Ausgeschlossenen befindet sich auch der neunzigjährige Schneider- sie noch dazu angethan gewesen, die Stampfbegeisterung unsrer Partei- Socialdemokratie hat bisher in mehreren Orten ansehnliche meister Müller aus Rudelstadt, der dem Verein über 50 Jahre angenossen und die Maffenzahl ihres Aufmarsches zu steigern. gehört hat und nun alle durch seine Beitragszahlung erworbenen Unterstügungsansprüche verliert. Ergänzend wird uns unterm 25. August geschrieben: Herr Man kann es den Kriegervereinen an sich nicht verdenken, wenn Bassermann, der universelle Politiker", wie ihn die nationalsie keine Socialdemokraten in ihrer Mitte haben wollen; wir liberale Presse vor den Reichstagswahlen reklamehaft zu nennen stehen auch auf dem Standpunkt, Socialdemokraten haben in einem pflegte, hat aufs neue einen schweren politischen MißKriegerverein nichts zu suchen. Aber wenn die Kriegervereine erfolg zu verzeichnen. Sein vor etwa drei Wochen mit so das Recht für sich in Anspruch nehmen, politischen Gesinnungszwang überraschender Plöglichkeit in die Vorbereitungen zu den badischen Der Bischof Turinaz von Nancy hat an den Präfekten des auf ihre Mitglieder zu üben, dann müssen sie das von vornherein Landtagswahlen hineingeschleuderter Vorschlag, in Mannheim Departements Meurthe- et- Moselle ein Schreiben fagen und vor allen Dingen bekennen, daß sie politische Vereine gegen die Socialdemokratie ein nationalliberal- frei welchem er erklärt, der französischen Regierung stehe keineswegs das sind. Dann wird sich mancher vor dem Eintritt in solchen Verein sinnig demokratisches Kartell zu bilden, ist, Recht zu, den Bischöfen die Wahl der Priester ihrer Diözese zu verhüten, der sich jetzt durch die harmlose Maske der Pflege der nachdem ihn der Freisinn" natürlich mit Begeisterung bieten. Der Bischof kündigt an, er werde sich an den Staatsrat Kameradschaftlichkeit und der gegenseitigen Unterstützung zum acceptiert hatte, gestern von der Leitung der Mannheimer wenden, und beklagt, daß das französische Gesez den Bischöfen nicht Eintritt berleiten läßt. Ift einmal jemand jahrelang Boltspartei einstimmig abgelehnt worden. Man meinte, gestatte, den Ministerpräsidenten persönlich vor Gericht zu laden. Mitglied eines solchen Vereins gewesen, hat zu den daß eine Vereinigung der Linken wohl zu begrüßen gewesen wäre, Paris, 26. August. Nach dem" Rappel" besteht die Absicht, Unterſtüßungseinrichtungen hohe Beiträge bezahlt und glaubt in wenn sie einmal die sämtlichen Parteien diesseits der National- die Kommission für die Vorberatung der Trennung von Kirche und Notfällen Anspruch auf Unterstützung zu haben, dann kann man es liberalen umfaßt und dann sich natürlich nicht gegen die Social- Staat bereits für Ende September einzuberufen, damit die Erwohl verstehen, wenn er nicht gern aus dem Verein ausscheidet, demokratie, sondern gegen die Reaktion gekehrt hätte. So aber gebnisse der Kommissionsberatung vor Schluß der Parlamentsauch wenn er unterdes Socialdemokrat geworden ist und innerlich habe man es lediglich auf die Schwächung der Socialdemokratie session der Deputiertenkammer vorgelegt werden können. mit den wahren Zwecken dieser Vereine nichts mehr zu thun hat. abgesehen. Es gehörte eigentlich ein ungewöhnliches Maß von Die vorgeschützte Parteilosigkeit der Vereine kommt ihm dabei Verständnislosigkeit für die politische Situation in Baden dazu, um entgegen. Die unwahrhaftigkeit der Firma verleitet zur Aufrecht- diesen Ausgang des von Bassermann proponierten Handels nicht Unzufriedenheit unter dem italienischen Postpersonal. Rom, erhaltung eines unwahrhaftigen Verhältnisses. vorauszusehen. Noch bei den letzten Mannheimer Gemeindewahlen 24. August.( Eig. Ber.) Gestern haben in allen größeren Städten im Winter vorigen Jahres hatten die Nationalliberalen in Ver- Staliens große, start besuchte Protestversammlungen der Bostangestellten bindung mit ihren freisinnigen" Freunden die Demokraten in der stattgefunden, zu denen eine Reihe Maßregelungen von Post- und schnödesten Weise vergewaltigt, und nur unsrer Unterstützung Telegraphenbeamten Anlaß gegeben hat. Seit Beginn seiner„ Selbsthatten es letztere zu verdanken, wenn sie nicht vollständig vom herrschaft" hat der Minister Galimberti vielfach die UnzufriedenRathause geworfen wurden. Jetzt von ihnen zu verlangen, daß sie heit des höheren und niederen Personals erregt. Zuerst war es die mit denselben Nationalliberalen gegen die Socialdemokratie zu- Wiedereinführung der Uniform für die im Postdienst Beschäftigten, sammengehen sollten, war selbst seitens desjenigen eine etwas sonder gegen die die Beamten protestierten, dann die Beschränkung des bare Zumutung, der, wie wir, auch der bürgerlichen Demokratie Hilfspersonals. Grund der heutigen Agitation ist die Einführung Nur nicht zu viel Arbeiterfreundlichkeit. Der nationalliberale nicht allzu viel Festigkeit gegen die Locktöne der antisocialistischen einer neuen Art von Beförderung. Neben dem Avancement nach Handelstammerpräsident von Saarbrücken, Herr Richard Vopelius Sammelpolitiker zutraut. dem Dienstalter soll nach dem Projekt Galimbertis auch das Avances in Sulzbach, hat bei der Eröffnung der Handwerker- Ausstellung in Auf die Wahlchancen der Socialdemokratie in Mannheim ment nach Verdienst" eingeführt werden. Das„ Verdienst" bemißt Saarbrücken feinem arbeiterfreundlichen Herzen Luft gemacht. Er war die Entscheidung der Demokraten ohne Einfluß. So wie so sich nach den„ Censuren", die die Vorgesezten am Jahresschlusse den redete einer kräftigeren Mittelstandspolitik als bisher das Wort und find die beiden dort zur Neuwahl stehenden Size uns sicher. Angestellten geben. Das Personal fürchtet, durch diese neue Art erklärte fich für ein Schiedlich- friedlich" zwischen Handelskammer Dasselbe gilt vom Bezirk Durlach Stadt, wo jest an Stelle der Günstlingswirtschaft Thür und Thor geöffnet zu sehen und setzte und Handwerkskammer. Die Handelskammer wolle die Arbeitgeber und Friedrichs, eines schweren Leidens wegen nicht wieder eine große Protestaktion in Scene. Die Leiter dieser Bewegung Meister schützen vor allzugroßer Arbeiterfreundlich- kandidieren kann, unser Parteigenosse Horst mit der social- wurden gemaßregelt. Gegen diesen Akt der Willkür wurde gestern teit, denn man werde heutzutage mit Wohlfahrtseinrichtungen geradezu demokratischen Kandidatur betraut wurde. Da, wo die Social- in acht großen Versammlungen protestiert. überschüttet, so daß er fürchte, die Arbeitgeber ersaufen darin. demokratie, unter Verzicht auf selbständiges Vorgehen, bisher Heute schüße man die Arbeitsunwilligkeit( dröhnenden, die Demokratie gegen die Nationalliberalen unterstützte, wird demonstrativen Beifall verzeichnet hier der Bericht der Trierischen dies natürlich auch jetzt wieder geschehen. Das Maß der EntLandeszeitung"). Die Wohnungsnot bestehe vielfach darin, schiedenheit und Wärme, mit denen dies geschieht, wird allerdings daß die Leute die Miete nicht bezahlen wollen.( Demonstrativer davon abhängen, wie sich die Stellung der Demokraten in denjenigen Beifall!) Das komme daher, daß die Jugend so verlottert sei; Bezirken gestaltet, in denen, ähnlich wie in Mannheim, die Socialschon in der Schule werde die Jugend verwöhnt; es fei demokratie auf Grund ihrer Stärke das Mandat beansprucht, ohne nicht mehr erlaubt, in der Schule ungebrannte Holzasche daß die Demokraten, die dem Mannheimer Beschluß nur lokale anzuwenden oder in der Werkstatt dem frechen Burschen Bedeutung beilegen, sich bisher über ihre Haltung klar geäußert eine Maulschelle zu geben. Was fehle, fei: mehr hätten. Gefühl für Gehorsam in der Werkstatt. Der Redner schloß: Meine Herren vom Handwerkerstand, unterstüßen Sie uns in den Fabriken, damit wir Herr bleiben in unsrem Hause!" Abgesehen von all diesem giebt es natürlich nicht die Spur eines Rechtfertigungsgrundes für das Verfahren, das der Kriegerverein in Adlersruh 2c. eingeschlagen hat zur Ausfindigmachung der socialdemokratischen Wähler unter seinen Mitgliedern. Es kann nur immer wieder darauf hingewiesen werden, daß Leute von aufrechter Gesinnung sich von vornherein den Kriegerbereinen fernhalten mögen. " V Der öffentliche und der streng vertrauliche Landrat. Bei der diesjährigen Wahlcampagne im ersten schleswigHolsteinischen Wahlfreise erklärten verschiedene wirte dem dänischen Italien. Türkei. Zur Lage in Macedonien. Nach dem Wiener t. t. Telegr.= Korresp.- Bureau melden drei offizielle, vom 24. d. Mts. datierte Telegramme des Wali ton Adrianopel, daß sämtliche muselmanischen Dörfer in der Umgebung von Tirnowo von Komitatschis angezündet und die Frau sowie ein Kind des Zollaufsehers von Tirnowo auf grausame Weise getötet seien. Ferner habe eine Bande von 30 Mann das mohammedanische Dorf Hadji- Dan- Ischmed, sechs Stunden von Adrianopel entfernt, angegriffen und fast gänzlich ein geäschert. Wie das dritte Telegramm des Wali meldet, griffen die Komitatschis in der Nacht vom 22. auf den 23. August die Kaserne von Tirnowo an, wurden aber zurückgeschlagen. Konstantinopel, 25. August.( Meldung des Wiener K. K. Telegr.- Korresp.- Bureaus.) Eine Note der Pforte besagt in BePascha und Suleiman Bascha mit der Leitung der Maßnahmen zum Schuße der Orientbahnen, und zwar letzterer mit dem Schuße der Salonifier Bahnlinie betraut und die Bahnhofswachen entsprechend verstärkt wurden, um ähnliche Vorfälle wie bei der Station Zelenite zu verhüten.Herren im Reiche durch Einschränkung des Wahlrechts wollen die Industriebarone sein und dann werden sie sehr bald auch fo Wählerverein, daß fie ihr Lokal gern dem dänischen Reichstags antwortung der Note der östreichisch- ungarischen Botschaft, daß Edib falfulieren sie wenigstens- Herren in der Fabrit sein durch weitere Knebelung der Arbeiter. Kandidaten, Tabaksfabrikanten M. Andresen, zur Verfügung stellen würden, wenn sie nicht befürchten müßten, in solchem Falle von der Polizei in ihrem Erwerbe geschädigt zu werden. Dies veranlaßte Herrn Andresen, eine höfliche Anfrage an den Landrat b. Uslar zu richten. Hierauf antwortete der Landrat: Ein Duellmord infolge eines Krankenkassen- Konfliktes. Der Konflikt zwischen den Krankenkassen und Aerzten in Mühlhausen in Thüringen hat jetzt ein sehr tragisches Nachspiel gehabt. Zwischen einem der Führer des Aerztekartells gegen die Krankenfassen, einem Dr. Schloß, und einem der beiden durch die Krankenkassen herbeigezogenen Aerzte, Dr. Schwarz, hat ein Duell stattgefunden, das den Tod des Dr. Schloß herbei- es geführt hat. " Schloß Brunlund, den 15. Mai 1903. Auf Ihre Eingabe vom 14. d. M. erwidere ich ergebenst, daß ich den Gastwirten überlassen muß, ob dieselben Ihnen ihre Räume zur Verfügung stellen wollen oder nicht. Keine der mir unterstellten Polizeibehörden hat die Gastwirte geschädigt. Die Handhabung der Polizei seitens der Herren Amtsvorsteher den Gastwirten gegenüber hat bisher zu begründeten Klagen teine Veranlassung gegeben. b. Uslar. Zunächst wurde von beiden Seiten versucht, die wahre Ursache des Todes des Dr. Schloß zu verwischen. Man verbreitete das Ge rücht, er sei infolge einer Blutvergiftung gestorben, die er sich bei einer Operation zugezogen habe. Andrerseits aber nahm der wahre Grund in Gerüchten, die in der Stadt umherliefen, immer festere Form an, und der Mühlh. Generalanzeiger" that ein übriges, indem er diese Gerüchte öffentlich andeutete. Gleichzeitig brachte eine Nach diesem Schreiben mußte man annehmen, daß der Herr Geraer Zeitung dieselben Andeutungen. Daraufhin wurde Daraufhin wurde am Landrat den Gastwirten die eventuelle Ueberlassung ihres Lokals an Dienstag auf dem Bahnhof Seebach der Dr. Schwarz verhaftet und den dänischen Kandidaten nicht verargen wolle. Daß dem aber nach Mühlhausen übergeführt und die Leiche des Dr. Schloß, die schon nicht so war, zeigt ein vertrauliches Schreiben des Landrats vom nach Gotha zur Verbrennung übergeführt war, dort gerichtlich be- felben Tage, das jetzt der Redaktion des„ Heimdal" zugeflogen ist. schlagnahmt. Ein zahlendes Mitglied des Giesebrecht- Syndikats, das aber seinen Namen verschweigt, sendet an eine Anzahl ScharfmacherBlätter eine längere, höchst konfuse Zuschrift. Da wird erst versucht, die Bedeutung der Vorwärts"-Veröffentlichung abzuschwächen und Herrn Giesebrechts Unternehmen als ganz gleichgültig hinzustellen, um dann schließlich die litterarische Betriebsamkeit des Herrn für außerordentlich wertvoll, furchtbar und überwältigend zu erklären. In dieser Hinsicht heißt es: " Der Vorwärts" wird es schwerlich wagen, die ihm jedenfalls vorliegenden Aufsätze des Dr. G. über das Wahlrecht zu veröffentlichen, denn dann würden die Mängel des jetzigen Systems auch bei manchen denkenden Lesern einen dem Vorwärts" unerwünschten Eindruck machen. Namentlich würde dann auch in den weiteren Schichten des Volkes bekannt, daß thatsächlich in Deutschland im Vergleich zu anderen Kulturländern das radikalste Wahlsystent besteht." " Bekanntlich hat der Vorwärts" das Wagnis in seiner ersten Veröffentlichung zur Giesebrechterei unternommen, wo die Geistesblize des Herrn Giesebrecht aufgefangen wurden. Das Fiasko der Bassermann- Politik. Apenrade, den 15. Mai 1903. Streng vertraulich i In der Anlage übersende ich eine Eingabe des p. Andresen mit meinem Bescheide zur Kenntnisnahme. Ich hoffe, daß die Wirte dabei bleiben werden, ihre Räume zu den Bersammlungen des Andresen nicht herzugeben. Ich ersuche Sie ergebenst vor sichtig und mit Geschick vorzugehen. Sollte ein oder ein andrer Wirt seine Räume hergeben, so bitte ich Sie, sich denselben zu notieren. leber besondere Erscheinungen und Vorkommnisse bitte ich mir immer sofort zu berichten. v. Uslar. An die Herren Amtsvorsteher. Eigenhändig! Heimdal" fügt hinzu: Es ist mittlerweile für die VerSo wird's gemacht. Ob der Herr Landrat v. Uslar selbst bei dieser Gelegenheit„ borsichtig und mit Geschick" gehandelt hat, überlassen wir dem Urteil der Lefer. hältnisse in Nordschleswig sehr charakteristisch, daß ein königlich preußischer Landrat öffentlich eine Antwort auf eine höfliche Anfrage geben kann, die in dem schärfsten Widerspruch steht mit einer an demselben Tage gegebenen geheimen Instruktion an die untergebenen Polizeibeamten. Ausland. Dänemark. Landtagswahl. Zur Landtagswahl in Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg wird berichtet: Wie es scheint, werden alle Beschwerden, die auf eine Verlegung des Wahlortes von Köpenick nach Charlottenburg, Schöneberg oder Rigdorf gerichtet waren, unberücksichtigt bleiben, da man angeblich jetzt in Köpenid Anstrengungen macht, ein für die Wahlmänner ausreichendes Lokal dort herzustellen. Im Wahlkreise Breslau haben unsre Genossen am Montag befchloffen, als Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl die Genossen Bernstein, Schippel und Schütz aufzustellen. Die Genossen Bebel, Singer und Auer hatten wegen Arbeitsüberbürdung abgelehnt. Partei- Nachrichten. Zum Parteitage. Die Genossen des vierten sächsischen Wahlkreises beantragen eine Aenderung des Organisationsstatuts, wonach in Zukunft der Vorstand der Reichstags- Fraktion diese auf dem Parteitage zu vertreten hätte. Bezüglich der Maifeier wurde die Beibehaltung der bisherigen Form derselben be schlossen. Die Breslauer Genossen beantragen, in der MaifeierResolution zu sagen:" Für die Klassenforderungen des Proletariats, insbesondere aber für einen ausreichenden Arbeiterschutz und für Verkürzung der Arbeitszeit durch Veranstaltung von Ver sammlungen am Abend des 1. Mai zu demonstrieren." In Krefeld fprachen die Parteigenossen ebenfalls über die Maifeier. Die Mehrheit stellte sich auf den Standpunkt, daß die Maifeier in der bisherigen Weise beibehalten werden soll, nur soll mit mehr Energie für die allgemeine Arbeitsruhe eingetreten werden. Aus Induftrie und Handel. Kaiserlichen Statistischen Amtes wiesen Mitte August die Saaten im Saatenstand in Deutschland. Nach der Zusammenstellung des Deutschen Reiche folgenden Stand auf( Nr. 2 bedeutet gut, 3 mittel, 4 gering): Aus Mannheim wird uns geschrieben: Der verflossene Führer der nationalliberalen Reichstagsfraktion, Ernst Basier mann, hat mit seiner Kartelltaktik zu den bevorstehenden badischen Landtagswahlen fläglich, Fiasko gemacht. In volltönenden Reden predigten noch vor kurzem seine politischen Freunde den Zusammenschluß der Linken gegen die Ergänzungswahlen zum Landsthing. Der liberale Kopenhagener Winterroggen flerifal fonservative Reaktion", und als man in Landsthings- Abgeordnete Octavius Hansen, Anwalt am Höchsten Sommerroggen Baden damit zur That schritt, ward der abgestandene Vorschlag eines Gericht, ist am Freitag gestorben. Er war ein ehrlicher Demokrat, Sommergerste nationalliberal freisinnig demokratischen der die reaktionäre Entwicklung der liberalen Partei scharf miß- Hafer Kartells daraus, das sich in erster Linie gegen die Social billigte. Socialdemokraten" nennt ihn den letzten Liberalen alten Kartoffeln demokratie richten sollte. Der Freisinn" fiel natürlich Schlages. An seiner Stelle und an Stelle des vor sieben Monaten Klee fofort platt auf den staatsmännischen" Batt Bassermanns hinein, verstorbenen Landsthings- Abgeordneten Bürgermeister Borup( deffen Luzerne von der demokratischen Volkspartei jedoch erhielt der weiland Bürgermeisteramt bekanntlich unser Parteigenosse J. Jensen über- Wiesen V " August Juli Juli Juni Mai April 1903 1903 1903 1903 1903 2,8 2,9 3,2 August 1902 2,3 2,5 1 Winterweizen Sommerweizen Winter- Spelz 2,7 2,7 2,6 2,6 2,5 2,4 2,1 2,3 2,4 2,5 2,4 2,5 2,5 2,8 2,4 2,5 2,5 2,5 2,3 2,4 2,5 2,5 2,5 2,3 2,4 2,5 2,7 2,5 2,4 2,5 2,5 2,6 2,7 2,5 2,6 2,8 2,5 2,5 2,6 2,5 2,7 3,0 2,7 2,6 2,6 2,7 2,4 2,6 2,5 2,2 2,5 24 48855674 808 4448887 Der„ Reichs- Anzeiger" fügt diesen Ziffern zur Erläuterung hinzu, I verdienstes, Beseitigung des Ueberstundenunwesens, Regelung des bas Nachbarhaus ergriffen, deffen an das Warenhaus angebauter daß auf die anhaltend trockene Witterung der vorigen Berichtsperiode Arbeitsnachweises, des Kolonnensystems und des Lehrlingswesens. Teil, in welchem sich ebenfalls Warenmagazine der„ Pariser Warenalsbald regnerisches Wetter gefolgt sei. Bis Ende Juli wechselten Sollten die Verhandlungen zu keinem befriedigenden Ergebnis führen, halle" befanden, niederbrannte. noch öfters trockene und warme Tage mit Regentagen ab, dann trat so würden die Schlosser nicht umhin können, zum Herbste eventuell Es wurde allgemein fonstatiert, daß die Katastrophe, die eine aber fast überall fühleres, sonnenscheinloses Wetter ein, welches andre Wege einzuschlagen, um ihre berechtigten Wünsche zur An- so entsetzliche Ausdehnung nahm, durch die geradezu unglaubliche die Ernte- Arbeiten sehr erschwerte. In Posen und Schlesien wurden erkennung zu bringen." Leichtfertigkeit, mit welcher das Gebäude aufgeführt war, entstanden durch die überreichen Niederschläge verheerende Ueberschwemmungen artiger Ausdehnung absolut nicht eignet und das schon bei der Auf ist; es ist ein Winkelwerk, das sich für ein Gebäude von der führung die schwersten Bedenken hätte erwecken müssen. herbeigeführt. Das starke Lagern der Halmfrüchte wurde durch die von ihrer Lohnkommission mit acht Unternehmerfirmen vor dem Die Fliesenleger haben in ihrer Versammlung am Dienstag den vielen schweren Gewitterregen noch bedeutend vermehrt. Geklagt wird auch über zunehmende Rostbildung und beginnendes Ans- Einigungsamt abgeschlossenen Tarifvertrag angenommen. wird auch über zunehmende Rostbildung und beginnendes Aus- Da auch die betreffenden Unternehmer teine Bedenken mehr geltend richsen der ehren. Die Ernte der Winterfrüchte ist in Süddeutschland zum größten Teil beendet und hat meist befriedigende oder gute machten, so tritt der neue Tarif nunmehr mit dem 1. September in Erträge geliefert. zu großer Nässe schon erkrantt. Zur Lage der amerikanischen Eisenindustrie. Nach der Statistik der Fachzeitung Iron Age" stellt sich die Noheisenproduktion für Juli auf 1595 000 Tonnen gegen 1716 000 Tonnen im Juni. Die Produktionsfähigkeit der Hochöfen belief sich Anfang August auf 362 000 Tommen gegen 395 000 Tonnen am 1. Juli, zeigt also eben falls einen Rückgang. Die Vorräte bei den Hochöfen vergrößern sich. Benezolanische Finanzen. Dem„ New York Herald" wird aus Washington gemeldet: Nach hier eingegangenen Nachrichten interhandelt Venezuela mit der Banque de Pariss wegen der Vereinheitlichung seiner gesamten Schuld von 258 Millionen Frank. Den Gläubigern sollen zwei Fünftel des Nominalwertes ihrer Titres sowie 5,42 Broz. Zinsen angeboten und die ganze Schuld binnen 50 Jahren getilgt werden. Kraft. maschinen gemacht. Deutfches Reich. Wir ersuchen um = Als das Feuer ausbrach, wollte ein Kommis des Hauses die fleine, faum aufzüngelnde Flamme mit der im Geschäfte befindlichen Handfeueriprise löschen. Da merkte er zu seinem Entsetzen, daß der Schlauch ohne Wasser war; das zugehörige WasserIn Norddeutschland steht noch viel Weizen auf dem Felde. Auch der Roggen konnte noch nicht überall unter Dach gebracht werden, und. In der Maschinenfabrik von Albert Westen in Celle gefäß stand schon lange leer. Die erste Hilfe war dadurch undie Verhütung der Katastrophe vereitelt. vielfach wurde er feucht eingefahren, was dem an und für sich ziemlich( Hannover) sind wegen fortgesetzter Maßregelungen die sämtlichen möglich, und durch diese Uebertretung der Polizeivorschriften war Herrn Westens Absicht dünnen Stande des Getreides das Ernte- Ergebnis beeinträchtigen Arbeiter in den Ausstand getreten. Von fachmännischer Seite wird hervorgehoben, daß die Hauptdie am Orte vorhandene Organisation dürfte. Die Sommerhalmfrüchte sind bis auf Hafer größtenteils geht dahin, Organisation zuursache der vielen Menschenopfer darin liege, daß insbesondere größten Teil schon zahlreiche Fenster aus den den Hinterzimmern der Wohnungen gemäht und meist eingefahren. Von den gefallenen Niederschlägen vernichten durch Entlassung der dort beschäftigten Leute, die mangels jeder Sireft auf die im Centrum hat nur der Hafer noch Nutzen ziehen können und sich demgemäß jahrelang führten. gelegene Treppe auch von 2,7 auf 2,5 gehoben. Der Stand der Kartoffeln hat sich andern derartigen Arbeitsgelegenheit von Celle wegziehen müßten. Bei diesen Fenstern schlug die Flamme hinein, nachdem sie ihren nach den Niederschlägen etwas gebeffert( 2,5 gegen 2,6 im Juli). Beteiligt sind ca. 25 meistens verheiratete Leute. Die Treppe, die für ein so riesiges Gebäude Dieselben stehen in fast ganz Mittel- und Süddeutschland mit wenig strengste Fernhaltung des Zuzugs von Schlossern, Drehern und weg schnell durch das Treppenhaus nach oben genommen hatte. Ausnahmen gut, in Preußen und Oldenburg sind sie dagegen infolge Modelltischlern. In der Fabrik werden hauptsächlich Holzbearbeitungs- ohne dies viel zu eng war, muß nach furzer Zeit bereits unpassierbar geworden sein. Diese Treppe wird als ein geradezu Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltung Hannover. verhängnisvoller Fehler bei der Anlage des Gebäudes betrachtet. Die Zimmerer in Erfurt streifen nunmehr in der dritten Woche. Außer dem ungünstigen Bau beeinträchtigte die Rettungsaltion Gegenwärtig sind in sieben Geschäften über 60 Mann ausständig. aber auch die Verwirrung, die beim Ausbruch des Feuers sich sogar Die Streifenden, die bisher ungehindert die von auswärts kommenden der Feuerwehr bemächtigt hatte. Dies konnte insbesondere bei AnSämtliche Blätter Gesellen auf den Streit aufmerksam machen konnten und dadurch zur wendung des Sprungtuchs beobachtet werden. die Enthebung des Feuerwehr OberWeiterreise veranlaßten, werden nunmehr von der Polizei bewacht. fordern Am Dienstag wurde der erste Streifpoften nach der Polizei gebracht inspettors auf Grund der folgenden Feststellungen: und seine Personalien aufgenommen. Die Unternehmer haben die Feuerwehr war bereits eine halbe Stunde zur Stelle, als ihr Polizei in Kenntnis gesezt und um Hilfe nachgesucht, die ihnen, wie Kommandant erst Order erteilte, Sprungtücher kommen zu lassen. Als sie endlich kamen, wurden sie so ungeschickt gehandhabt, man sieht, auch gewährt wird. Zuzug ist fernzuhalten. Die Schiffchensticker im Vogtland planen für die nächste Zeit eine daß eine große Anzahl von Personen, die den Rettungssprung im umfassende Lohnbewegung. Dieser Tage fand in Plauen eine Ston- Bertrauen auf die Vorkehrungen der Feuerwehr thun wollten, in ferenz statt, an der Schiffchensticker aus fast allen Orten des Vogt- Wahrheit den Todessprung thaten. Bei den Sprungtüchern und die Tücher waren landes teilnahmen und in welcher beschlossen wurde, einen neuen Tarif waren zu wenig Leute auszuarbeiten, welcher den Unternehmern vorgelegt werden foll. fchlecht gespannt. Die Blätter stellen fest, daß die Leitung Durch denselben soll der Lohn für 1000 Stiche, der jett 16 bis 18 Bf. der Budapester Feuerwehr sich bei dieser Gelegenheit als völlig unEin fehr merkwürdiges Verfahren einer Berufsgenossenschaft beträgt, auf 20 und für baumwollene Garne auf 22 Pf. festgesezt zureichend gezeigt habe. Die authentische Liste der Toten ist folgende: Jlona Beer, wurde dieser Tage durch eine Verhandlung vor dem oberbayrischen werden. Eine gewählte Stommission soll die weiteren Schritte unterSchiedsgericht aufgedeckt. Die Lokalbahn- Berufsgenossenschaft hatte mit nehmen und die nächsten Wochen noch zur Gewinnung neuer Mit- Anna Reichmann, Margit Weinberger und ihre Tochter dem Schmied H., der im Genusse einer 10 prozentigen Rente steht, im Jahre glieder für die Organisation benutzen. Die fast den ganzen Sommer Bianta Weinberger, Bela Blankenberg, Frau G. H. 1897 ein Uebereinkommen dahin abgeschlossen, daß die Rente so lange andauernde starke Krise in der Stickerei hat den Lohn sehr herunter- Goldberger, Frau Wilhelm Hartmann, Frau Dr. Ludwig Markus, ihre 20jährige Tochter Margit Markus, Frau Joseph ruhen soll, als H. im Dienste der Lokalbahn- Aktiengesellschaft in gebracht. Gutmann, Frau Samuel Spira und eine Dienstmagd Marie. München verbleibt und seinen früheren Lohn weiter bezieht. Zur Straßenbahnerbewegung in Hamburg- Altona. Obgleich von Während der Bergungsarbeiten wurden auch noch eine Anzahl H. wurde von seinem Werkmeister vor die Alternative ge- einer Arbeitseinstellung des Personals bis jetzt noch keine Rede war, von Feuerleuten mehr oder weniger schwer verletzt. stellt, entweder auf diesen Vertrag einzugehen oder es werde ein sucht die Direktion durch Zeitungsinserate Fahrer und Schaffner, fie Die Katastrophe, welche jedenfalls ihre Ursache mehr in der baus Lohnabzug von 20-30 Pf. täglich gemacht. In dieser denkt also anscheinend an Berdrängung der zur Erkenntnis lichen Unzulänglichkeit als in dem Zwecke des Gebäudes hat, wird Zwangslage gab er seine Zustimmung zu dem Uebereinkommen. ihrer Lage gekommenen Angestellten durch Arbeitswillige. von der antisemitischen Presse ausgenußt, um gegen die Im Jahre 1902 jedoch ließ H. durch das Arbeitersekretariat In den Kreisen der Angestellten wird das Gesuch jedoch Warenhäuser im allgemeinen Propaganda zu machen. Dazu ist München der Berufsgenossenschaft mitteilen, daß er den Vertrag als nur als ein Einschüchterungsmittel betrachtet. Aus Frank der Anlaß der denkbar ungeeignetste. Die Gefahren der Warenhäuser nichtig betrachte und die Nachzahlung, sowie die Wiederanweisung furt a. M., wo die Direktion ebenfalls Arbeitswillige anzuwverben sind dieselben, wie sie in allen Gebäuden mit starkem Menschenfeiner Rente verlange. Das letztere geschah, die Nachzahlung aber sucht, haben die Hamburger Straßenbahner die bündige Busage er- andrange wiederkehren. Genau dieselben Katastrophen haben sich in wurde verweigert. Vor dem Schiedsgericht machte die Berufs- halten, daß die Direktion daselbst kein Glück mit ihren Bemühungen brennenden Theatern, Kirchen, zuletzt bei dem schweren Unglück auf genossenschaft geltend, das Abkommen verstoße nicht gegen haben wird. Von den Straßenbahnern in Dresden, Hannover und der Untergrundbahn in Paris ereignet. Kein Mensch würde daraus § 99 des alten Unfallversicherungs Gesetzes, = weil dem Berlin sind den Hamburgern Glückwünsche zu ihrem Vorgehen über- nun einen Anlaß nehmen, gegen den Bau von Theatern, Kirchen Verlegten fein Nachteil erwachsen sei, da er doch doch den mittelt worden. oder Verkehrsmitteln irgendwelcher Art überhaupt sich zu gleichen Lohn beziehe wie vor dem Unfall. Das Schiedsgericht Die Direktion der Straßenbahn lehnte, wie uns telegraphisch ge- wenden; das aber aus muß allerdings diesem Anlag berurteilte die Berufsgenossenschaft zur Nachzahlung der Rente. Der meldet wird, jede Verhandlung mit ihren Angestellten durch Vermittelung erneut gefordert werden, daß ohne Rücksicht auf die Vertrag sei ungültig, denn die Unfallrente sei als Pauschal- des Centralverbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Kosten in allen derartigen Instituten Vorkehrungen getroffen entschädigung aufzufassen, die den Gesamtschaden ersetzen soll, ab und entließ 21 Angestellte als angebliche Führer der werden, welche die Sicherheit des dort verkehrenden Publikums nach der einem Verletzten auf wirtschaftlichem Gebiete entsteht. Sie soll ihn auch schadlos halten für die Zeiten, wo für ihn ein Bewegung. Ob die Verwaltung durch diese Provokation die er- Möglichkeit gewährleisten. Es wäre thöricht, bei der Forderung solcher Maßnahmen sich von politischen oder wirtschaftlichen Ansichten höherer Verdienstentgang eintritt, als er durch die eigentlichen wünschte Ruhe" erzielen wird? leiten zu lassen, aber verbrecherisch, in diesen Forderungen vor Unfallfolgen bedingt wäre, z. B. in der Zeit der Arbeitslosigkeit, Gebäuden Halt zu machen, die nach den üblichen Anschauungen zu denn ein Verlegter fei auf dem Arbeitsmarkt nicht so konkurrenzden Warenhäusern nicht zählen. fähig, wie ein gesunder Arbeiter. Sociales. Eine Arbeiterkrankheit. Ein Mitglied der Allgemeinen Arbeiter " Husland. Eisenbahnarbeiter- Ausstand. Aus Laibach in Oestreich wird berichtet: Die gesamte, 1600 Mann zählende, bei dem Bau der Karawantabahn in Birnbaum, Bezirk Radmannsdorf, beschäftigte ArbeiterKrankenkasse in Wien wandte fich an den Arzt mit dem Erſuchen, schaft ist in den Ausſtand getreten. Der Ausstand ist auf die Ab- Letzte Nachrichten und Depefchen. es frank zu schreiben. Die Diagnose des Arztes lautete: chronischer lehnung der achtstündigen Arbeitszeit seitens der Bauunternehmer Hunger. Aus einem zu der Sache gehörigen Briefe des Arztes teilt zurückzuführen. Die Ruhe und Ordnung wurde bisher nicht gestört. die Wiener Arbeiter- Zeitung" folgendes mit: " Aus der Frauenbewegung. Katholikentag. Köln, 26. August.( W. T. B.) In der öffentlichen Generalversammlung sprach Verleger Lengsing- Dortmund über die Ents wicklung der katholischen Presse und Dr. Porsch- Breslau über die Stellung der Katholiken im öffentlichen Leben. Lepterer betonte be= sonders, von der ersten Katholikenversammlung an bis auf die heutige " Das Mitglied wurde am 18. August in meiner Ordination und auch nach der Ordination in der Wohnung von mir untersucht. Meine Diagnose wurde von der Frau selbst bestätigt, die angab, seit mehreren Wochen nur von Kaffee und Suppe zu leben, da sie felbst für sich und ihren Mann, der seit Monaten feiner Beschäftigung Lichtenberg berief die weibliche Vertrauensperson, Frau Liebermann, fei niemals civas geäußert worden, was Andersgläubige verlegen nachgeht, schwer arbeitet und dabei wenig verdient." In Deutschland tommt so was natürlich nicht vor. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die socialdemokratischen Frauen treten immer lebhafter und zahlreicher in die Bewegung ein. Auch in dem Berliner Vorort fonnte. Es sprachen sodann P. Dalmatius- Düsseldorf über christliche Charitas und Reichstags- Abgeordneter Gröber über die Socialpolitit der Generalversammlungen deutscher Katholiken; letterer führte aus, ehe die Socialisten die sociale Frage in Angriff nahmen, hätten es schon die Statholiken gethan, die diese Frage nicht nur als wirtschaftMilitärischer. Streif. eine Volksversammlung, um zur Wahl von Delegierten zu dem Parteitag und der Provinzialfonferenz Stellung zu nehmen. Ein stimmig wurde die Teilnahme an beiden beschlossen und Frau Jung zu dem Parteitag in Dresden, Frau Ihrer zu der Brandenburger Konferenz ebenso einstimmig als Delegierte des Kreiſes Nieder Barnim gewählt. Die Anträge betreffend Arbeiterinnenschutz, welche die Berliner Genossinnen an den Parteitag richten, fanden un- liche, sondern auch als eine religiöse auffaßten. geteilte Zustimmung. Gleich einmütig schlossen sich die Lichtenberger Frauen auch der Resolution an, welche dem Parteitag zur Pflicht macht, bei der Agitation für Wahlrechtsreform stets das Frauen- Haag, 26. August.( B. H.) Sämtliche Mannschaften ber Wahlrecht besonders zu betonen und zu befürworten, und von dem 6. Feldartillerie haben den Gehorsam verweigert und entfernten sich internationalen Kongreß in Amsterdam ein gleiches Vorgehen zu aus der Kaserne. Sie wollten damit gegen die schlechte Behandlung fordern. Sehr wünschenswert wäre es, wenn das gute Beispiel, seitens des Batteriechefs protestieren. Die Militärverwaltung hat welches die Lichtenberger Genoffinnen mit ihrer Beteiligung an der umfangreiche Maßregeln getroffen, um ähnliche Vorgänge bei andren Wahl zum Parteitag gegeben, an zahlreichen Orten, wo immer Batterien zu verhindern. Vertrauenspersonen gewählt sind, Nachahmung fände. Der Arbeiterinnenstreit bei Siemens und Halske ist beendet. Nachdem gestern die Kommission der Streifenden beim General direktor Dr. Berliner vorstellig geworden war, erklärte fich dieser bereit, die Forderungen der Ausständigen zu bewilligen, nur die Wiedereinstellung der als Vertrauensperson entlassenen Kollegin wurde Den abgelehnt. Arbeiterinnen ist somit ein Mindestverdienst von 25 Pf. pro Stunde sowie die Stabilität der Accordpreise garantiert worden. Auffällig war auch bei diesen Verhandlungen wieder die Thatsache, daß die Direktion ganz wie beim Schlosserstreik völlig erstaunt that, als sie hörte, wie erbärmlich Der gewerkschaftliche Frauenverein Berlins und Umgegend, der niedrige Löhne in der von ihr verwalteten Firma gezahlt werden. Da von jetzt ab auch eine anständigere Behandlung der Arbeiterinnen zu er dem Gewerkschaftskartell angeschlossen ist, hat sein Arbeitsnachweiswarten steht, andrerseits aber Unterbringung der einen entlassenen Lekal von der Ritterſtr. 123 nach der Schüßenstr. 18/19, Telephon Kollegin wenig Schwierigkeiten machen dürfte, so erklärten sich die Amt I 1308, hin verlegt. Geöffnet ist der Arbeitsnachweis täglich, Streifenden mit den Zusicherungen der Direktion einverstanden und außer Sonntags, von 4-7 Uhr. Für Mitglieder des Vereins und beschlossen einstimmig, am heutigen Donnerstag die Arbeitgeberinnen erfolgt die Arbeitsvermittelung unentgeltlich. Für Nichtmitglieder beträgt die Schreibgebühr 25 Pf. Arbeit wieder aufzunehmen. Vermittelt und verlangt werden Frauen und Mädchen, die Waschen und Ausbessern gehen; ferner Gelegenheitsarbeiterinnen und Reinemachefrauen, Kochfrauen und Aushilfspersonen. Einen besonderen Wert legt der Arbeitsnachweis auf eine schnelle und gweckentsprechende Vermittelung der Pflegefrauen für Stranke und Wöchnerinnen. München, 26. Auguft.( W. T. B.) Die 32. Hauptversammlung des Deutschen Apothekertages wurde heute unter dem Vorsitz des Storpsstabsarztes a. D. Dr. Salzmann eröffnet. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, die sich für die Einführung einer zwangsversicherung der Apotheker, und zwar einer Alters-, Invali= ditäts- und Hinterbliebenen- Versicherung auf dem Wege der ReichsGesetzgebung ausspricht. Eine längere Erörterung verursachte die Frage einer Reichs- Arzneitage, bis schließlich mit großer Mehrheit der Antrag des Vorstandes angenommen wurde, wonach sich der deutsche Apothekerverein grundsäßlich für die Einführung einer Reichs- Arzneitare ausspricht, vorausgeseßt, daß die Tage mindestens die Höhe der jeßigen Durchschnittssäße verschiedener deutscher Arzneitagen festhält. Ferner sprach sich die Versammlung für eine bes fchleunigte Neuregelung der Apothekervorbildung aus, wobei als Grundlage das Reifezeugnis eines humanistischen oder Realgymnasiums zu wählen sei. Die Schloffer befaßten sich am Dienstag in einer ungewöhnlich stark besuchten Versammlung mit einer Neuregelung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Cohen als Referent sagte unter anderm: Die angestellten Erhebungen über die gegen tvärtigen Löhne und sonstigen Zustände in den Kunst, Bau- und Gitterschlossereien haben ein geradezu betrübendes Resultat ergeben. Durch die Einrichtung des Arbeitsnachweises will der Verein Beschäftigt sind in dieser Branche etwa 6000 Mann in ca. 250 Be die unerhörten Uebervorteilungen obiger Frauen und Mädchen durch trieben. Nach den Zusammenstellungen aus 52 solcher Betriebe sind die sogenannten Reinigungsinstitute zu beseitigen suchen. Mögen Budapest, 26. Auguft.( W. T. B.) Die Feuerwehr setzt die daselbst beschäftigt 1634 Arbeiter und 554 Lehrlinge, ein Grad so ver- alle Interessenten gefl. davon Notiz nehmen und im Bedarfsfalle, Bergungsarbeiten am Goldbergerschen Warenhause angestrengt blüffend ausgeprägter Lehrlingszüchterei, wie er kaum in einem andren ob Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerin, unser Bestreben durch In- fort. Im dritten Stod wurden zwei gänzlich verkohlte Leichen Berufe anzutreffen sein dürfte. In einer Anzahl dieser Werkstätten anspruchnahme gütigst unterſtüßen. aufgefunden. Mehrere Personen sind als vermißt angemeldet worden, herrscht noch immer die 10stündige Arbeitszeit, auch werden Ueberdie jedenfalls bei dem Brande ums Leben kamen. Die von Wien und Stunden gearbeitet. Die Stundenlöhne schwanken zwischen 30 und 65 Pf., eine Ungleichartigkeit, die sich vom Standpunkte der Organi München hergesandten Fachmänner erklären, daß bei dem Bau des sation nicht länger aufrecht erhalten läßt. So kommt es denn auch, Warenhauses, aber auch bei den Rettungsarbeiten große Fehler gedaß die Arbeiter gruppenweise mit Wochenverdiensten von 14,50, 16, macht worden seien. 18, 20 und auch mit 30-35 m. entlohnt werden, ein Umstand, der dem verderblichen Kolonnensystem noch weiteren Vorschub leistet. Hier nunmehr energisch und durchgreifend Wandel zu schaffen, ist der Metallarbeiter- Verband seit geraumer Zeit bemüht gewesen und es gewinnt den Anschein, als sollten die Verhältnisse in diesem Berufe Der Vorstand. J. A.: Frau Anna Feder, SO., Forsterstr. 39. An die Frauen des Wahlkreises Teltow- Beeskow- StorkowCharlottenburg ergeht die Mahnung, die heutige Kreisversammlung in Rigdorf, Bergstr. 151/152, recht rege zu besuchen. Insbesondere haben die ehemaligen Mitglieder des Frauen- Wahlvereins die Pflicht, zu zeigen, daß ihr Interesse für Politik mit der Schließung des Wahlvereins nicht erloschen ist. Die Kreis- Vertrauensperson. Fr. Marie Thiel- Tempelhof. Konstantinopel, 26. Auguft.( B. S.) Nachdem die Pforte im Besize vollständiger Beweise ist, daß die bulgarische Regierung die aufständische Bewegung in persönlicher und materieller Weise fortgesetzt unterſtüßt, so beabsichtigt die Pforte, wie in diplomatischen Kreisen bestimmt verlautet, demnächst eine Note der bulgarischen Regierung zugehen zu lassen, in welcher sie erklärt, daß bei Fortdauer diefer unhaltbaren Zustände Bulgarien der Krieg erklärt werde. Kapstadt, 26. August.( W. T. B.) Premierminister Sprigg er eines Tarifvertrages. Die Verhandlungen werden noch weiter ge- berichtet die Wiener Neue Freie Presse": führt. Nach reger Debatte gelangte folgende Resolution zu ein- Der Brand entstand, wie nunmehr festgestellt wurde, infolge flärte im Parlameut, daß die Regierung infolge ihrer gestrigen Nieder stimmiger Annahme:" Die Versammlung erflärt sich mit der bis- eur zichlusses in der elektrischen Leitung in der Galanterie- lage in der Frage der Einsetzung besonderer Gerichtshöfe zur Prüfung herigen Thätigkeit der Kommission, den Abschluß eines Tarifvertrages waren- Abteilung. Fünf Minuten nach Entstehung des Brandes der Standrechtsurteile und der abgelehnten Entschädigungsansprüche betreffend, einverstanden und beauftragt dieselbe, die Verhandlungen hatten sich die Flammen zum Souterrain und nach oben aus nicht zurücktreten werde; sie werde aber an das Land appellieren, mit der Meisterkommission avecdienlich weiterzuführen. Die Ver- gebreitet, und einige weitere Minuten später stand das ganze sobald die dringendsten Aufgaben des Parlaments erledigt seien. sammlung erwartet als Resultat der Verhandlungen: die Einführung Gebäude an allen Eden und Enden in Brand, so Merriman erwiderte, er bedaure Spriggs Haltung und beantragte der neunstündigen Arbeitszeit, Zusicherung eines genügenden Mindest- daß an ein Entrinnen kaum zu denken war. Das Feuer hatte auch die Vertagung, welche mit 39 gegen 33 Stimmen beschlossen wurde. Berantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt endlich einmal beſſere werden. Zubatsch berichtete hierauf über die Ueber die Ursache des Warenhaus- Brandes in Budapest mit den Meistern gepflogenen Verhandlungen betreffs Abschließung Br. 199. 20. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. D Die Berliner Partei Versammlungen. Am Dienstag beschäftigten sich die Parteigenossen Berlins in allen sedis Wahlkreisen mit dem bevorstehenden Parteitage, sowie mit der Brandenburger Provinzialtonferenz. Während leztere zu eingehenden Debatten keine Veranlassung gab, diskutierte man um so ausgiebiger über den Dresdener Parteitag, wobei die zur Zeit im Vordergrunde des Jnteresses stehenden Parteifragen gründlich und fachgemäß erörtert wurden. Den kurzen Mitteilungen in der gestrigen Nummer lassen wir heute die ausführlichen Berichte folgen. Erster Wahlkreis. I. Auf die Tagesordnung zu setzen: Das Parteiprogramm. II. Den Parteivorstand zu beauftragen, der Schaffung eines billigen Boltsblattes für Berlin und einer planmäßigen Verbreitung der Parteilitteratur näher zu treten. III. Die Reichstagsfrattion mit der Einleitung einer planmäßigen Propaganda gegen den Militarismus durch Einbringung eines Gesetzentwurfs zu beauftragen unter Betonung folgender Forderungen: 1. Abschaffung der Militär justiz und des Militär straf recht 3. 2. Anerkennung des Rechts auf Notwehr gegen Mißhandlungen. 3. Allgemeine einjährige Dienstzeit. " Redner hebt in furzen Zügen die Notwendigkeit der Revision des Programms hervor, wie er es fürzlich in der Versammlung des vierten Wahlvereins( Südost) gethan. Das Programm müsse der Mehrheit entsprechen, allerdings dürften darüber 2-3 Jahre ins Land gehen. Das Be dürfnis für Neugründung eines billigen Volksblattes ersucht er mit einem Vergleich zwischen Vorwärts" und„ Leipziger Volkszeitung" zu bekräftigen, indem prozentual der letzten Wählerschaft der„ Borwärts" nur zur Hälfte so viel Abonnenten aufweise als die Leipziger Volkszeitung". Der Preis spreche eben mit, und ein billiges vielleicht Abendblatt tönne gewiß nebenbei bestehen. -Der Antrag betr. Soldatenmißhandlungen spreche für sich, denn der augenblickliche Zustand schreie zum Himmel. Die Anträge der Kölner Genossen, behandelnd Agitation und Schaffung einer Referenten schule, hält Redner für zweckmäßig. Donnerstag, 27. Auguft 1903. einjährigen Dienstzeit seitens der Fraktion empfiehlt er nicht, indem wir es sei nicht notwendig, daß alle Reichstags- Abgeordnete auf dem principielle Berfechter der Wiliz find, er befürwortet aber aufs wärmste Barteitage anwesend sind und es genüge vollkommen, daß diejenigen den Antrag für die Broschüre über Militärmißhandlungen, und dies Abgeordneten vertreten sind, welche infolge ihrer parlamentarischen im weitgehendsten Sinne als eine gediegene Agitationsschrift. Thätigkeit bei den auf dem Parteitage zur Verhandlung stehenden Rubin hält die Art, wie man die Bernsteinschen Ansichten zurück- Fragen in Betracht kommen. Im übrigen stände dem nichts im gewiesen, für unrichtig und der Partei nicht vorteilbringend. Wege, daß Abgeordnete von ihrem Kreise als Delegierte zum ParteiBohn stimmt Täterow im allgemeinen zu, wünscht aber entschieden, tage gewählt werden. daß der Parteitag, nachdem die Angelegenheit des„ Vice" soweit Ebenfalls mit allen gegen eine Stimme angenommen wird gediehen, diese regele, gleichgültig, ob wir Grund unserer Stärke einen folgender Antrag: solchen wählen oder nicht. Die Genossen Oppet- und Manasse er-„ Die Parteigenoffen des zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreises suchen die Anwesenden, nur solchen Anträgen ihre Zustimmung zu geben, beantragen als vierten Punkt der Tagesordnung des Dresdener die Aussicht auf Annahme, vor allem aber auf Durchführbarkeit Parteitages zu sehen: Was lehren uns die Reichstagswahlen." haben, im übrigen bedürfte es doch für Anträge zum Parteitage Referent und Korreferent hierzu bestimmt der Parteivorstand." stets einer vorherigen reiflichen Ueberlegung, Besprechung und Agitation. = Vor der Abstimmung wird der Antrag J. Guttmann zurüd gezogen, ebenfalls Antrag Kaßenstein Nr. II. Abgelehnt werden die Anträge Broh und Kazenstein Nr. I. Angenommen werden die Anträge Kazenstein Str. III, Felig Guttmann und die seitens des Borsigenden nach dem Referat unter I. und II. zur Diskussion gestellten. Gegen eine Stimme wird noch folgende Resolution angenommen: " Die socialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten bezw. Kan didaten der Mark, Brandenburg sollen gehalten sein, alljährlich einen Bericht über die in ihren respektiven Streisen entfaltete Thätigkeit in Bezug auf Agitation und Organisation an die Leitung desjenigen Berliner Reichstagswahlkreises zu erstatten, von welchem aus die materielle Unterſtüßung des betreffenden märkischen Kreises erfolgt." Dieser Antrag soll, wie Genosse Fülle betont, keine persönliche Spike haben, sondern lediglich bezwecken, daß die Kreiſe, von denen die materielle Unterstützung erfolgen muß und die bei der letzten Reichstagswahl im hohen Maße in Anspruch genommen worden ist, über die Verhältnisse in den unterſtüßten Sereisen genau informiert werden. Thatsache sei aber auch, daß einzelne Reichstags- Kandidaten in ihrem Kreise nicht in einer solchen Weise thätig waren, wie man von ihnen verlangen konnte. Der Antrag wird einstimmig angenommen und die gestern bereits bekannt gegebenen Delegierten zur Brandenburger Provinzial- Konferenz gewählt. " " Die Parteibersammlung für den ersten Wahlkreis im Saal von Nach der Begründung, die der Genosse Schneider gab, foll Dräsel erfreute sich eines guten Besuches. Das einleitende Referat bei diesem Punkte namentlich die Frage erörtert werden, wie es über den bevorstehenden Parteitag hielt Genosse Oppel, kommt, daß troß der sonst so toloffalen Erfolge bei den verflossenen der der Meinung Ausdrud gab, daß der nächste Parteitag unter dem Reichstagswahlen die Socialdemokratie in den Domänen des Eindruck der glänzend verlaufenen Wahlen stehen werde und deshalb Centrums verhältnismäßig doch nur geringe Fortschritte gemacht hat. gewichtige Aufgaben seiner warten, obwohl die Tagesordnung rein Hierauf gelangte nachstehende Resolution zur Beratung: geschäftsmäßig aussieht. Anlehnend an den Bericht des Partei Die heutige Parteiversammlung des zweiten Berliner Reichstagss borstandes betont er, daß das verflossene Jahr für die Partei Wahlkreises steht auf dem Standpunkt, daß unsre Fraktion das auch finanziell trotz hoher Ausgaben ein gutes zu nennen ist. parlamentarische Recht, die erste Vicepräsidentenstelle zu beseßen für Mit der im Bericht vorgeschlagenen Abänderung des Organisations-" Die Parteiversammlung des ersten Berliner Reichstags- Wahl- fich in Anspruch nimmt, eine Bedingung dafür zu erfüllen aber statuts betreffend die Ausschließung aus der Partei könne man wohl freises erklärt erneut, gezwungen durch die Diskussion innerhalb der ablehnt. Die Genossen des zweiten Berliner Reichstags- Wahleinverstanden sein, es seien damit biele Unannehmlichkeiten aus dem Partei, daß für die Partei keinerlei Grund vorliegt, zur Zeit in freises sind der Ueberzeugung, daß die ganze VicepräsidentenWege geschafft. Der Stand der Parteipresse sei zufriedenstellend irgend einer Form oder bei irgend einer Frage von ihren alten, frage entstanden ist aus einer maßlosen Ueberschäzung des und hervorzuheben, daß auch Dortmund und Essen bedeutende proletarisch- revolutionären Grundfäßen und taktischen Maßnahmen Barlamentarismus, daß diese Frage wohl für bürgerliche Kreise ein so Fortschritte machten; bezüglich der Frage, ob Genossen Mitarbeiter abzugehen. Die Parteiverfammlung erwartet vom Dresdener Partei großes Intereffe haben fönnte, nicht aber für die socialdemokratische an bürgerlichen Blättern sein können, glaubt er sich der Antwort des tage, daß er dieser Anschauung in nicht mißzuverstehender Weise Partei. Im übrigen hofft der zweite Wahlkreis, daß die Genossen Vorstandes anschließen zu können. Auch die agitatorischen unzweideutig Ausdruck giebt." endlich aufhören, sich in allen Phantastereien zu ergehen, sondern Erfolge der Partei befriedigen den Redner, er bedauert aber Mit einem brausenden Hoch auf die internationale Socialdemo- daß sie ihre Aufmerksamkeit mehr den praktischen Aufgaben der Partei hierbei, daß der Vicepräsidentenfrage in letzter Zeit eine Bedeutung fratie wurde die Versammlung nach 12 Uhr geschlossen. zuwenden." beigelegt wurde, die sie gar nicht verdient. Wichtiger als alle unterZweiter Wahlkreis. Werner befürwortet die Resolution mit der Motivierung, geordneten Dinge sei die Frage: Was hat die Frattion in Anbetracht ihrer jezigen Stärke im Reichstage Die Partei- Versammlung für den zweiten Wahlfreis tagte unter daß auf dem Parteitag ein flares Bild über die Stimmung. zu thun? Die Antwort sei furz und bündig zusammengefaßt: dem Vorsitz des Genossen Scholz in der Bockbrauerei. Ueber die die unter den breiten Massen der Parteigenossen herrscht, geschaffen werden muß und daß es aus diesem Grunde Konzessionen und Kompromißlerei mit den bürgerlichen Parteien Brandenburger Provinzial- onferenz referierte nicht angängig ist, diese Frage der Fraktion zur Entscheidung zu tönne es nicht geben, vielmehr ist nach jeder Richtung praktische 3inke, der darauf hinwies, daß der im Vorjahre gefaßte Beschluß, überlassen. Neimann erklärt, daß er früher ein Befürworter jest Arbeiterpolitik nach dem Muster unsres Programms zu betreiben, und daß der Konferenz ein schriftlicher Bericht über die Verhältnisse in aber ein Gegner bezüglich des Anspruches der Partei auf den Vicediese Taktik wird der Partei unzählige neue Kämpfer zuführen. weil eine Anzahl der ländlichen Vertrauensmänner die Bericht- Bräsidentenschaft für uns überhaupt nicht in Betracht, weil das der Provinz unterbreitet werde, nicht durchgeführt werden konnte, präsidentenposten sei. Abgesehen von allem übrigen käme die ( Beifall.) Nachstehende Anträge stellt Redner zur Diskussion. I. Der Parteitag wolle beschließen, als besonderen Binkt für erstattung an die Agitationstommission unterlassen hat. Es müsse Bräsidentenschaft für uns überhaupt nicht in Betracht, weil das Centrum feine demokratischen Grundfäße längst vergessen den Dresdener Parteitag auf die Tagesordnung zu setzen: Die nun dafür gesorgt werden, daß für alle Streise feste Organisationen habe und unfre berechtigten Ansprüche nicht anerkennen Reichstagswahlen und die sich aus ihnen für die Partei ergebenden geschaffen werden, da die lose Organisation, wie die Erfahrungen würde. Außerdem aber fönne eine Partei mit über 3 Millionen Aufgaben." und namentlich die verflossene Reichstagswahl bewiesen haben, feines Wähler nicht zu Hofe gehen, um sich vielleicht eine Ablehnung zu II." Der Parteitag wolle beschließen: Der Parteivorstand wird wegs genügt. Der Redner kritisiert, daß die„ Märkische Volksstimme" holen. Fülle wendet sich in längeren Ausführungen ganz entbeauftragt, dem nächsten Parteitage einen Entwurf vorzulegen, welcher zur Reichstagswahl ein Inserat aufgenommen hat, in dem für den schieden gegen die Wandelungspolitik, wie sie Bernstein, der der Urdie Vertretung der Fraktion auf den Parteitagen neu regelt." gegnerischen Kandidaten Propaganda gemacht wurde, und verlangt, Genosse at en st ein begründet folgende von ihm gestellte um eine bessere Ausgestaltung der Presse herbeizuführen, daß der heber des ganzen Nummels fei, betreibt. Gerade Bernstein, der uns Katzenstein Anträge: jetzt zumutet, zu Hofe zu gehen, sei es seiner Zeit gewesen, der den Agitationstommiffion der Provinz ein entsprechender Einfluß auf die radikalsten Standpunkt bertrat, als tein einziger Genoffe aus in Betracht kommenden Parteiorgane eingeräumt wird. Sachsen im Reichstage war und der König von Sachsen seine Freude Fülle begründet hierauf folgenden von dem Vertrauenstörper barüber äußerte, daß er mat sämtliche sächsische Abgeordnete einstimmig beschlossenen Antrag: empfangen fönne. Bernstein habe darauf in der Presse geschrieben, daß zum Empfange zwei gehören: der eine, der empfängt, der andre, der sich empfangen läßt; die Vertreter der Socialdemokratie lassen sich nicht empfangen, sie haben die an sie wiederholt ergangenen Einladungen stets abgelehnt. Fülle erinnert dann an den Ausspruch des Kaifers gegenüber der Bergarbeiter- Deputation, an die späteren Reden in Bielefeld, Essen, Breslau u. a. Er giebt sodann der Meinung Ausdruck, daß solche Leute, die an der Zukunft" und andren bürgerlichen Blättern arbeiten, wohl im stande wären, nach oben Büdlinge zu machen. Die Arbeiter müssen aber gegen eine solche Politik auf das entschiedenste protestieren, nicht aus„ Unterthanenverstand", sondern auf Grund der Erfahrungen, die sie in ihren langjährigen Rämpfen gemacht haben. Rich. Fischer bezeichnet die Vicepräsidenten- Frage unter den gegebenen Verhältnissen als eine rein akademische. Von einer Preisgabe der revolutionären Gesinnung durch die etwaige Annahme eines Vicepräsidenten- Postens könne doch keine Rede sein; jedenfalls ebensowenig wie dadurch, daß unsre Genossen gezwungen waren, dem König von Sachsen den TreuHierauf referierte Antrick über den Dresdener Partei eid zu leisten. Ein Socialdemokrat wird auch, wenn er zu Hofe geht, tag. Er giebt der Meinung Ausdruck, daß bereits bei dem Bericht das sagen, was er zu sagen für nötig erachtet. Eine weitere Frage ist dann der Kontrolleure die Frage der Mitarbeiterschaft parteigenössischer die, für welche der beiden in Betracht kommenden Seiten die Situation anSchriftsteller an bürgerlichen Preßorganen zur Erörterung kommt und genehmer wäre. Fischer wendet sich sodann gegen die Art der Behandlung daß der Parteitag den Standpunkt des Parteivorstandes einnehmen berartiger Fragen und gegen das Bestreben, die Partei in zwei wird, daß solche Genossen, welche berufsmäßig an bürgerlichen Lagerhier die Revisionisten, dort die Revolutionäre, die stets " Der Parteitag zu Dresden beauftragt den Parteivorstand, die Beitungen thätig sind, keine Vertrauensstellungen in der Partei ein- darauf bedacht sein müssen, das alte Parteiprincig gu durch Militärgerichts- Beschlüsse festgestellten Fälle von Soldaten nehmen können. Es sei ein Widerspruch, wenn beständig aufgefordert verteidigen zu teilen. Man solle sich doch einmal mißhandlungen zu sammeln und zu einer Agitationsbroschüre zu wird, diese Zeitungen nicht zu abonnieren, während an denselben abgewöhnen, diejenigen, die andrer Ansicht sind, gleich als berarbeiten." Parteigenossen als Redakteur oder Mitarbeiter thätig sind. Wenn Verräter zu bezeichnen, und nicht immer und nicht immer behaupten, daß Seine begründenden Ausführungen decken sich im wesentlichen angeführt wird, daß es ja keinem Schriftsetzer, der seine physische die, die aus den bürgerlichen Kreisen zu uns tommen, nur Karriere mit den Ansichten Kazensteins und hält er eine diesbezügliche Arbeitskraft verkauft, verargt wird, daß er die reaktionärsten Blätter bei uns machen wollen, während diese Leute in der That, wenn sie Broschüre für eines der wirksamsten Agitationsmittel für diejenigen, setzt, so kann dieser Einwand nicht gelten, ebenso wenig wie der, daß etwas tönnen, in bürgerlichen Streisen weit bessere Posten finden. die außer stande sind, die stehende Rubrik" Soldaten- Miß- die Mitarbeit socialdemokratischer Schriftsteller an der bürgerlichen Dr. A. Bernstein weist darauf hin, daß es immer wieder handlungen" in den Partei- Drganen zu verfolgen. Der Wende- Presse eine propagandistische Wirkung ausübt. Die Reich 3- Eb. Bernstein ist, der fortgesetzt neue Dinge zum Bor rung des Parteiprogramms steht er sympathisch gegenüber. tagswahlen durch einen befonderen Referenten und Korreferenten schein bringt, die den bisherigen Anschauungen in der Rechtsanwalt Dr. Broh beantragt: behandeln zu lassen, erscheine überflüssig. Zur Verlegung der Partei entgegenstehen. Bei den verflossenen Reichstagswahlen hat " In Anbetracht, daß zwar die socialdemokratische Fraktion für Maifeier auf den ersten Sonntag im Mai liege in Rücksicht darauf, die Partei einen bedeutenden Zuzug aus bürgerlichen Kreisen erdie bedingungslose Besetzung eines Vicepräsidentenfißes ohne daß die bisher beschlossenen Resolutionen früherer Parteitage schon halten, der lediglich auf das Bestreben zurückzuführen sei, die höfische Verpflichtungen einzutreten hat, daß aber erwiesenermaßen den weitesten Spielraum gewähren, keine Veranlassung, aber auch Singer- Bebelsche Richtung zu unterdrücken. Den opportunistischen die Mehrheitsparteien sich über das parlamentarische Recht der keine Berechtigung vor, da die Maifeier von einem internationalen Orgien, die von Vollmar, Bernstein und Genossen gefeiert werden, Minderheit hinwegsehen, und daher gegenüber der taktischen Meinungs- Kongreß beschlossen ist. Wenn eine Aenderung seitens der Gewerk- müsse endlich Einhalt geboten werden. Der Redner führt dann verschiedenheit der Genossen Bernstein und Vollmar eine Stellung- schaften gewünscht wird, so sei es Sache der Gewerkschaften selbst, die noch aus, daß zu befürchten wäre, daß der socialdemokratische Vicenahme des Parteitages unfruchtbar sein würde, geht der Parteitag ia auf den internationalen Kongressen ebenso start als die politischen präsident von dem militärischen Gebahren des Präsidenten angestedt über diese Frage zur Tagesordnung über." Organisationen vertreten sind, auf dem nächsten Kongreß in Amster- und dem Kaiser in derselben Weise gegenübertreten würde. Begründend sagt Genosse Broh, daß er die Präsidentenfrage dam entsprechende Anträge zu unterbreiten. Der Redner bespricht Auer tritt zunächst der Auffassung, wie sie in der Versammlung für eine rein akademische halte, geeignet für die Litteratur, nicht sodann die Vorschläge von Bernstein, Vollmar usw. bezüglich der Vice- und auch in der Preffe zum Ausdrud tam, entgegen, als wäre der aber für den Parteitag. Würde sein Antrag angenommen, so er- präsidentenfrage und sucht nachzuweisen, daß zwischen dem zu Hofe" von Bernstein gemachte Vorschlag ein frei frei ausgedachter führen gewiß die Erörterungen darüber eine bedeutende Verkürzung gehen und der Formalität der Eidesleistung von Bebel und Liebknecht Plan der sogenannten sogenannten Revisionisten. Dieser Vorschlag sei und viel edle Zeit wäre den Genossen in Dresden für bessere, im sächsischen Landtage, sowie dem Verkehr mit den Ministern als nichts weiter als eine der qualifizierten Dummheiten, wie fie praktische Arbeit freigemacht; er betont ausdrücklich, daß er nicht zu verfassungsmäßig verantwortlichen Vertretern der Regierung ein Bernstein seit einiger Zeit zu machen pflegt, und es hätte ihm den Revisionisten gehöre. Ein Antrag des Genossen J. Guttmann wesentlicher prinzipieller Unterschied besteht, und daß dieser Vergleich einfach geantwortet werden müssen, daß er endlich mit seinen Iautet: nicht angebracht ist. Es sei aber jetzt auch nicht angängig, die ganze neuen Plänen, wofür er von den Gegnern belobigt wird, aufhört. Der Parteitag beauftragt die Parteileitung, in den größeren Frage als so unwichtig hinzustellen, wie es diejenigen wollen, die sie Wenn ihm aber an dem Lob der Gegner gelegen ist und Städten mehrere Verkaufsstellen zu errichten, um den socialdemo- gar nicht früh genug anschneiden konnten. Die Art und Weise, wie er nur deshalb immer wieder neue Streitfragen aufwirft, tratischen Preßerzeugnissen eine größere Verbreitung zu ermöglichen." diese Frage aufgerollt wurde, ist symptomatisch und es muß endlich so hat er bei uns nichts mehr zu thun. Mit einer solchen Täterom spricht in längeren Ausführungen zu allen vor einmal Klarheit geschaffen werden über die fortgesetten Bestrebungen Behandlung der Frage wären die„ Revisionisten" allesamt legenden Anträgen. Die Hauptaufgabe der Partei und somit auch gewisser Personen innerhalb der Partei nach Revision der Partei einverstanden gewesen. Die Präsidentenfrage selbst sei jezt eine des Parteitages liege in der Tattit, Sic nunmehr nach der Wahl anschauungen. Der Referent führt dann weiter aus, daß die Partei rein akademische und habe augenblicklich keine praktische Bedeutung. einzuschlagen sei. Um die Frage des„ Präsidenten" abzuthun, sagt mit der immer größeren Ausbreitung und infolge der unzulänglichen Benn man es aber für möglich hält, daß ein Genosse, der zum Viceer: Wir nehmen den uns rechtlich zustehenden Sitz, lehnen aber Schulbildung, die der Arbeiterklasse im allgemeinen ermöglicht wird, präsidenten gewählt, fich so benehmen könnte, wie es hier ausgesprochen jedes Kompromiß ab und bleiben, bleiben, was wir waren: eine auch auf die akademisch Gebildeten angewiesen ist, und daß es ein ist, so ist das ein sehr schlechtes Zeugnis für die ganze Fraktion. Der revolutionäre Partei! Um den Weg für die fernere Wirt- großer Gewinn für die Partei ist, wenn diese Personen aus innerer Redner erinnert daran, daß dieselben Anschaumgen vertreten waren, ſamkeit der Fraktion zu finden, brauche man mur leberzeugung zu uns tommen. Aber wenn ihnen noch die Eierschalen als es sich erst überhaupt um die Beteiligung an dem Parlamen einen Blid in unsre politischen und wirtschaftlichen Ver- der bürgerlichen Gesellschaft anhängen, so ist dafür zu sorgen, daß sie tarismus und später an dem Seniorentonvent handelte. Die Anhältnisse im allgemeinen zu thun und jedem wird sich offenbaren, sich erst mal als tüchtige Parteigenossen bewähren, bevor sie eine schauungen über die Beteiligung haben sich in den 25 Jahren daß ein großes Arbeitsfeld vor uns liegt. Soalitionsrecht, Arbeiter- Stellung in der Partei einnehmen können. Der Redner tommt zu böllig geändert, ohne daß die socialdemokratische Gebersicherung, innere Politik und äußere Politik und nicht zum dem Schluß, daß der Parteitag den Quertreibereien endlich ein Ende sinnung irgendwie gelitten hätte. Auch bie Frage der wenigsten die Wahlgefezgebung der verschiedenen Bundesstaaten 2c. machen und den Revisionisten aufgeben soll, zunächst mal bei sich Beteiligung an dem Präsidium ist nicht neu. Im Jahre 1898 hat erheischen eine Aufopferung unsrer Genossen, daß sie neben so vielem selbst eine Revision vorzunehmen. die Fraktion unter der Zustimmung der Parteigenossen im Lande andern mit ihrem Pensum zufrieden sein dürften. Als Notwendig Nach dem Referat tommen nunmehr die für den Parteitag ein- einstimmig beschlossen, auf den Schriftführerposten der übrigens teit erachtet er, daß der Parteitag die Vertretung der Fraktion auf gebrachten Anträge einzeln zur Beratung. Ein vom Vertrauensförper für uns wichtiger als der Posten eines Vicepräsidenten ist diesem regle. Bur Mitarbeiterschaft der Genossen an andern Blättern beschlossener und vom Genossen Werner befürworteter Antrag: Anspruch zu erheben und nur durch das Verhalten eines fügt er neben dem bereits hierzu Gesagten die von ihm schon früher ge-" Der Parteitag möge beschließen: Der Parteivorstand wird be- Teiles des Centrums ist damals Genosse Schippel nicht stellte Forderung hinzu, unfre Parteiblätter nach jeder Richtung hin auftragt, dem nächsten Parteitag einen Entwurf vorzulegen, gewählt worden. Auer verweist sodann darauf, daß die ceremoniellen besser und vielseitiger auszugestalten, was gleichzeitig den Leserkreis welcher die Vertretung der Reichstags- Fraktion auf den Parteitagen Fragen vollständig belanglos, zumal darüber keine rechtlichen Beausbreiten würde. Die Programmrevision sei keine brennende Frage, neuregelt" stimmungen vorhanden sind. noch reiche das Programim, mit dem wir groß geworden, aus. Die wird mit allen gegen eine Stimme angenommen. Antrid hält die Vicepräsidenten- Frage für feine akademische Gründung eines Blattes für Berlin neben dem Vorwärts" In der Begründung wird vom Genossen Werner angeführt, mehr, denn sie sei schon eine praktische geworden. Wenn aber nach der erst fürzlich neu erfolgten Geschäftsbegründung sei zum daß dieser Antrag fein Mißtrauen gegenüber der Frattion das, was Bernstein gesagt und geschrieben, der qualifizierte Unsinn mindesten verfrüht, wenn nicht gar gewagt, obwohl man die dee bedeutet oder deren Recht einschränkt, sondern es sollen das wäre, der nicht zu beachten ist, so ist doch symptomatisch, daß die an sich nicht ganz von der Hand weisen könne. Die Befürwortung der mit nur finanzielle Ersparnisse für die Partei erzielt werden. Bernsteinschen Auslassungen von so vielen Genossen, die man zu F. Guttmann beantragt: 91 den Redisionisten zählt, aufgenommen worden sink Der Vergleich mit der Leistung des Treueides sei nicht stichhaltig. Den Treueid mußten unsre Genossen leisten, um parlamentarisch thätig sein zu können, während das zu Hofe gehen dazu nicht not- wendig ist. Wir machen Anspruch auf den Bicepräsidenten-Posten auf Grund der Stärke unsrer Fraktion, lehnen aber die uns zu- gemuteten Bedingungen ab. Hierauf wird die obige Resolution gegen nur zwei Stimmen angenommen.. Eine längere Diskussion entspinnt sich sodann über die Mit- arbeiterschaft der parteigenössischen Schriftsteller an bürgerlichen Zeitungen. Hierzu liegt folgende vom Vertrauenskörper gestellte Resolution vor: „Die Parteigenossen des zweiten Berliner Reichstags-Wahlkreises schließen sich der Meinungsäußerung des Parteivorstandes vom 2. März 1903 im„Vorwärts", betreffend die Mitarbeiterschaft parteigenössischer Schriftsteller an bürgerlichen Blättern, voll und ganz an und erwarten vom Parteitage in Dresden, daß derselbe die Meinung des Parteivorstandes zu der seinigen macht." Bernhard giebt der Meinung Ausdrück, daß es sich in dieser Frage in der Hauptsache um seine Person handle. Es wäre aber doch notwendig gewesen, daß ihm Gelegenheit gegeben worden wäre, sich als Beteiligter auszusprechen. Er habe sich fortgesetzt seit ca. 10 Jahren in der Partei bethätigt. ohne jemals den Wunsch nach einem Posten zu äußern. ES wird mit der Ausbreitung der Partei gar nicht möglich sein, die schriftstellerisch thatigen Genossen unterzubringen, so daß diese gezwungen sind, anderweitig ihr Brot zu verdienen. Einen Handelsredakteur, der übrigens auf einem neutralen Gebiet arbeitet, braucht die Partei- presse gar nicht. So wie den Schriftstellern, so gehe es auch andren Berufen. Nach der Erklärung des Partcivorstandes dürfe er zwar Parteigenosse, aber nur ein solcher zweiter Klasse sein. Der Redner kritisiert sodann das Vorgehen des Genossen F. M e h r i n g in der„Neuen Zeit" gegen ihn in scharfer Weise und empfiehlt der Versammlung, folgender Resolution zuzu- stimmen: „Der Parteitag wolle beschließen: Die Frage der Mitarbeit von Parteigenossen an nicht socialdemokratischen resp. nicht von Socialdemokraten herausgegebenen Prrßorganen ist durch die Kund- gebung des Parteivorstandes nicht erschöpfend geregelt. Ob Redakteure oder Mitarbeiter an solchen Blättern Parteigenossen werden oder bleiben können und inwieweit sie in der Arbeiterbewegung Vertrauens- Posten bekleiden können, darüber haben die Organisationen je nach der Lage des einzelnen vorliegenden Falles zu entscheiden." Fülle bestreitet, daß es sich in dieser Frage nur um die Person Bernhards handelt und bezeichnet es als einen Grundirrtum, zu glauben, daß � die Leser dieser bürgerlichen Blätter von den Artikeln der socialdemokratischen Schriftsteller bekehrt werden. A n t r i ck wünscht, daß der Parteitag ein Princip in dieser Frage aufftellt, damit nicht der Gesinnungslumperei in der Partei Thür und Thor geöffnet wird. G r e m p e erachtet es für selbstverständlich, daß die fachwissenschaftlichcn Schriftsteller, die an fach- wissenschaftlichen Zeitschriften mitarbeiten, bei der Erklärung des Parteivorstandes nicht gemeint sind und wünscht, daß auch darüber Klarheit geschaffen wird. Bei der hierauf vorgenommenen Abstimmung wird die vom Vertrauenskörper gestellte Resolution mit 109 gegen 106 Stimmen abgelehnt und die Resolution von Bernhard mit 97 gegen 68 Stimmen angenommen. Ein Antrag des Genossen Bielefeld, wonach sich die Versamm- lung bezw. der Parteitag mit den Differenzen der Buchdrucker und der Geschäftsleitung der„Vorwärts"-Druckerei beschästigen soll, wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Zum Schluß wurden die gestern mitgeteilten Wahlen vollzogen. Dritter Wahlkreis. Die Verhandlungen wurden in der Weise geleitet, daß der Vor- sitzende Hoch die einzelnen Punkte der provisorischen Tagesordnung des Parteitags verlas und die Versammlung fragte, ob jemand das Wort wünschte oder Anträge zu dem betreffenden Punkte stellen wollte. Zu Punkt 1„Geschäftsbericht des Vorstandes" brachte Genosse W. Heine folgenden Antrag ein: „Die Versammlung möge beschließen: Es ist erwünscht, daß die Beratung über die Reichstagswahlen und die daraus zu ziehenden Folgerungen wie 1898 aus der Beratung über den Bericht des Parteivorstandes als besonderer Beratungspunkt ausgeschieden wird, und daß als Referent Bebel, als Korreferent Vollmar bestellt werden. Der Zweck ist, eine einheitlichere und kürzere Debatte zu er- zielen." Der Antragsteller wies in seiner ausführlichen Begründung dar- auf hin, daß bereits im Jahre 1898 auf dem Stuttgarter Parteitag so verfahren wurde, wie er beanttagt. Da Bebel in dieser Frage Vollmar herausgefordert habe, sei es das beste, wenn diese Beiden sich zuerst aussprächen. Dann würden die folgenden nur noch wenig zu sagen haben, manche wohl aufs Wort verzichten und man käme am schnellsten darüber hinweg. Uebrigens hätten Parteigenossen verschiedenster Richtung denselben Wunsch geäußert, ebenso die Parteipresse. Der Redner wendet sich sodann gegen die von Bebel in Nr. 196 des„Vorwärts" geäußerte Auffassung: die Vicepräsidenten-Frage sei zu einer Haupt- und Staatsattron der revisionisttschen Seite in der Partei geworden und gleichsam ein Hauptstück der Frage nach der neuen Taktik. Bebel befinde sich hier im Irrtum, sei mangelhaft informiert, könne sich zur Begründung seiner Behauptung weder auf ihn noch auf Vollmar berufen. Er. Redner, messe der Sache selbst keine überwälttgende Bedeutung bei, sähe aber auch keine principiellen Hinderungsgründe gegen die Besetzung des Vicepräsidenten-Postens. Die Frage sei im -Grunde genommen die, ob es sich lohne, Anspruch auf den Posten zu erheben, und unter den gegenwärtigen Umständen lohne es sich eben nicht. Die Art und Weise, wie Bernstein die Frage in die öffentliche Debatte gezogen hat, verurteilt Redner aufs schärffte. Es sei ein unverzeihlicher Fehler von Bernstein. Redner habe nach Erscheinen jenes Artikels der Redaktton der„Socialistischen Monats- hefte" sofort telephonisch seine Enttüstung darüber ausgesprochen. Man hätte aber deswegen nicht so über Bernstein herfallen sollen, wie Bebel das in der„Neuen Zeit" gethan habe. Man hätte ihn, sagen sollen, er habe eine Dummheit gemacht, und ihn dann ruhig auf seinem Ei sitzen lassen sollen. Der Redner protestiert ferner gegen die Auffassung, er oder die sogenannten Revisionisten hätten der Partei eine ganz neue Taktik vorgeschlagen. Er habe sich im Gegenteil für die alte bewährte Taktik der Partei ausgesprochen und ebenso Vollmar. Wenn man zu der Ansicht gekommen sei, Redner habe der Vicepräsidenten-Frage so große Bedeutung bei- gemessen, so liege das wohl auch daran, daß im„Vorwärts"- Bericht über seine Rede eben nur dieser Punkt erwähnt worden sei und andres, was er gesagt habe und für viel wichtiger halte, nicht. Mit Entrüftung weist der Redner die Ausführungen Bebels von„Vertuschen" und„Komödiespielen" zurück. Er habe immer seine Meinung offen und ehrlich gesagt, das Recht der freien Meinungsäußerung aber werde er sich nicht nehmen lassen. Hierauf nahm H a r n d t das Wort und erklärte: Man könne gewissermaßen Bernstein dankbar sein, daß er die Vicepräsidenten- Frage in die öffentliche Diskussion gezogen habe, denn nun könnten sich auch die Parteigenossen dazu äußern und nicht nur die Fraktion. Man müsse sich aber einmal ernstlich die Frage vorlegen, ob Bern- stein, ob Göhre wirklich Socialdemokrat seien? Dieser sei wohl im Grunde genommen immer noch nationalsocial. Redner äußert sich ferner sehr abfällig darüber, daß unsre Abgeordneten um eine Audienz nachsuchen, dann in Kniehosen usw. erscheinen sollten. Sodann wurde von K r ä k« r, der sich im übrigen mit Heines Antrag einverstanden erklärte, noch folgender Anttag eingebracht: „Die Parteigenossen des drittes Wahlkreises erklären: die Fraktion hat den Anspruch auf den Sitz im Präsidium des Reichs- tages zu erhebett, jedoch nur ohne jede Ucbernahme konventtoneller Pflichten." Z u b e i l führte aus: Es sei mit Freuden zu begrüßen, daß die Frage nun nicht mehr allein in der Fraktion erledigt werde, sondern die Gesamtheit der Parteigenossen dazu Stellung nehmen müßte. Auf dem Parteitag würden die Revisionisten keinen Erfolg haben, sondern seiner Meinung nach eine Niederlage erleiden. Redner selbst bedauere es am meisten, daß der Frage, die von ganz unter- geordneter Bedeutung sei, so große Bedeutung beigemessen worden sei. Jetzt aber könne sie nicht mehr als untergeordnet gelten. Bernstein hätte aus Sensationslust die Frage in den Vordergrund geschoben. Redner schilderte dann, wie schlecht eS eventuell einem socialdemokratischen Vicepräsidenten bei einer Audienz ergehen könnte und erklärte, er wünsche nur, daß einer von den drei Genossen, die keine principiellen Hindernisse sehen, dazu bestimmt würde, das höfische Ceremoniell mitzumachen. Würde der Parteitag wirklich im Sinne der Revisionisten entscheiden, was aber aus- geschlossen sei, so würde das einen ttefen Riß geben. Jedenfalls würden aber die Parteigenossen in der Präsidentenfrage sehr schnell zu ihrem Urteil kommen. Redner wendet sich gegen den Anttag Heine. Die zwei Referenten würden uns nur die Zeit wegnehmen. Schließlich legt der Redner Heine die Frage vor: ob er denn glaube. daß bei den Vorgängen im Reichstag in der Brotwucherdebatte auch nur das geringste geändert worden wäre, wenn wir einen social- demokratftchen Vicepräsidenten gehabt hätten? Benno Maaß erklärte: Er habe es mit Freuden vernommen, daß Heine nun die Frage für erledigt' halte; für die Parteigenossen sei sie jedoch nun noch nicht erledigt. Es sei nicht nur eine Frage der Taktik, sondern auch eine Principienftage. Wenn Bebel von Vertuschen und Komödienspiel geschrieben habe, so lägen hierfür auch noch andre Gründe vor. Redner bedauert es, daß eine solche Erklärung nicht schon vor Jahren erfolgt sei. Gegen den Vorwurf von Sensationslust Bernsteins müsse er sich entschieden wenden. Auch Heine habe sich über seine Ansichten immer mit verblüffender Deutlichkeit ausgesprochen. Heines Standpuntt sei es, mit diplomatt- schein Geschick zu versuchen, möglichst viel zu erreichen. Der Redner ging des weiteren auf verschiedene Vorgänge in der Fraktion in den früheren Jahren ein als Beweise für die abweichenden Anschauungen der Revisionisten und sprach sich scharf dagegen aus. Er nah>n ferner Bezug auf eine Aeußerung Karl Liebknechts, wonach bei dem Feldzuge gegen den Zollwuchcr in der Fraktion taktische Meinung?- Verschiedenheiten hervorgetreten sein sollen.— Diese Behauptung Karl Liebknechts wurde dann von Heine als durchaus irrig bezeichnet. In Bezug auf die Haltung in der Zoll- debatte sei die Fraktion durchaus einig'gewesen. Der Redner weist sodann mehrere ihm während der Debatte gemachte Vorwürfe zurück. Auf die von Zubeil an ihn gerichtete Frage erklärte er: Nein, er glaube nicht, daß irgend etwas an dem Ausgang der Zolldebatte durch einen socialdemokratischen Vicepräsidenten geändert worden tväre.— Sodann wies Fritz noch darauf hin, daß man nicht das Recht habe, einem Genossen, der unser Programm anerkennt, einfach die Parteizugehörigkeit abzusprechen Uebrigens sei Bernstein nicht der erste gewesen, der die Vicepräsidentcnfrage angeschnitten habe, sondern das„Berliner Tageblatt". Der Redner verlas sodann einen größeren Absatz aus Vollmars Broschüre zum Beweise dafür, daß auch Vollmar im allgemeinen keine neue Taktik will. Hierauf wurde ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. Der Anttag Heines sowohl wie der K r ä k e r s wurde gegen wenige Stimmen angenommen. Zum Punkt Maifeier beantragte Dr. Friedeberg, daß die Delegierten darauf hinwirken, der Feier eine andre Gestaltung und Bedeutung zu geben, so daß der Gedanke des Klassenkampfes schärfer dabei hervortritt.— Dieser Anttag wurde nach kurzer Debatte zurückgestellt, um eventuell für den Internationalen Kongreß im nächsten Jahre beraten zu werden. Sodann rief noch ein Antrag von Hoch: „Der Parteitag möge beschließen: Der Parteivorstand wird beauftragt, dem nächsten Parteitage einen Entlvurf vorzulegen, der die Vertretung der Frattion und der Kontrolleure auf dem Parteitage neu regelt", eine längere Debatte hervor. Der Antrag wurde schließlich a n- genommen. Ein Antrag von Hinz: „Der Parteitag möge beschließen, den Preis des„Vorwärts" auf 1 M. herabzusetzen", wurde abgelehnt, nachdem Zubeil auf den starken finanziellen Ausfall hingewiesen hatte, der damit verbunden sein würde. Von Ritter wurde der Wunsch nach besserer Ausgestaltung der„Neuen Welt" geäußert. Ein weiterer Antrag von Dr. Friedeberg: „Der Parteitag solle beschließen, auf die Tagesordnung des folgenden Parteitages den Punkt„Generalstreik" zu setzen". wurde vom Antragsteller auf Zubcils Rat wegen der vorge- schrittenen Zeit zurückgezogen. Schließlich ging Benno Maaß noch auf die Frage der journalistischen Bethätigung von Parteigenossen in der bürgerlichen Presse ein, erklärte sich gegen jede Beschränkung und dafür, daß man die Entscheidung dem Taktgefühl und Ehrgefühl der Betteffenden überlassen müsse, falls es sich nicht um Fragen der Taktik der Partei handle. Hoch beantragte hierzu, den Delegierten in dieser Frage freie Hand zu lassen. Der Antrag wurde angenommen. Hierauf erfolgten die Wahlen. lieber die Tagesordnung der Provinzialkonferenz fand keine Debatte statt, so daß nach Verlesung der einzelnen Punkte sogleich die Wahlen vorgenommen werden konnten. Vierter Wahlkreis. Die Parteiversammlung für den vierten Wahlkreis tagte im Etablissement Königsbank. Auf Vorschlag des Vorsitzenden Schneider wurde sofort in die Diskussioii der vorliegenden Anträge eingetreten. Zur Begründung des Anttages: „Die Genossen des vierten Berliner Wahlkreises ersuchen den Parteitag, den 8 9 des Organisationsstatuts in dem Punkte 1 einer Aenderung zu unterziehen, welche die Bertretungsfrage auf dem Parteitage in einer Weise regelt, die zum Proporttonal-Wahlsystem führt und zwar etwa so, daß Wahltteise, welche bei der vorherigen Rcichstagswahl bis zu 5000 socialdemokratische Stimmen brachten, einen Delegierten, von 5—20 000 zwei und über 20 000 drei Delegierte entsenden können", siihtte Ad. H o f f m a n n aus: Der Antrag sei ja ganz selbst- verständlich; wenn wir bei allen öffentlichen Wahlen das Proporttonalwahl-System fordern, so müßten wir endlich auch bei uns dazu kommen, mindestens bei den Wahlen zum Parteitag. Die Frauen-Delegation solle von dem Anttag nicht berührt werden. Auch bezüglich des Sttmmrechtes der Abgeordneten auf den Parteitagen müsse eine Aenderung eintreten. Auch die Kostenftage sei wesentlich; wenn, was die Parteigenossen wünschten, die Frattion künftig noch stärker werde, erhöhten sich die Kosten, die durch die Anwesenheit der Abgeordneten der Parteikasse verursacht würden, geradezu enorm. Schließlich sei es auch nicht gleichgültig, ob die Majorität des Parteitages aus Abgeordneten und Parter- Angestellten sich zusammensetze; die Arbeiter müßten unbedingt ihren Einfluß behalten.(Lebhafter Beifall.) Schneider bittet den Antrag der Verttauensleute, welcher ver- langt, daß der Parteivorstand dem dem Dresdener folgenden Parteitage einen Entwurf vorlege, welcher die Vertretung der Fraktion auf den Parteitagen neu regelt, anzunehmen. Er verweist auf den Beschluß des Frankfurter Partei- tages, welcher den Abgeordneten das Recht giebt, auf dem Parteitage zu erscheinen. Dieser Beschluß müßte erst beseitigt werden. Man dürfe das Vertrauen zu dem Parteivorstand haben, daß er eine Form finden werde, um den Wünschen der Genossen gerecht zu werden. H o s f m a n n betont, daß die Angelegenheit durch den diesjährigen Parteitag geregelt werden müsse. Lewin und B a s I e r schließen sich diesen Ausführungen an. Darauf wird der Antrag bezüglich der Aenderung des Organisations- st a t u t s einstimmig, jener wegen Regelung der Vertretung der F r a k t i o n aus den Parteitagen in folgender Fassung gegen drei Stimmen angenommen: «Die Versammlung des vierten Wahlkreises fordert den Partei- vorstand auf, dem Parteitage in Dresden einen Entwurf vorzulegen. der die Vertretung der Fraktton auf den Parteitagen neu regelt und zwar derart, daß nur eine Vertretung der Frattion auf dem Parteitags Sitz und Sttmme hat." Der weitere Anttag: „Der Parteitag möge Stellung nehmen gegen diejenigen O«- Nossen, welche als Mitarbeiter an gegnerischen polittschen und, so- genannten unparteiischen Zeitungen das Ansehen der Partei schädigen und fortgesetzt der Propaganda unsrer Ideen und der Verbreitting unsrer Parteizeitungen schwere Hindernisse in den Weg legen", zeittgte eine lebhaste, zuweilen von stürmischen Beifalls- kundgebungen begleitete Diskussion. Hoffmann führte aus. daß der Anttag kaum einer Begründung bedürfe. Auszunehmen seien wissenschaftliche und belletristische Zeitschristen. Es sei bedauerlich, daß die Hardensche„Zukunft" und die„Morgenpost" sich der liebe- vollen Mitarbeit einzelner unsrer Parteigenossen erfteuen. Er sei überzeugt, daß wenn Bebel einen konsequenten Artikel über Socialismus der„Morgenpost" einsenden würde, derselbe keine Aufnahme fände. Die Genoffen, die der Partei immer neue Knüppel zwischen die Beine werfen, sollten, statt in der Schreibstube zu spinttsieren, lieber praktisch mitarbeite».— B a s l e r wendet sich gegen die Litteraten und Schriftsteller, die nicht danach ftagten, ob die Partei Schaden leide. Man müsse immer von den Gegnern hören: ja mas wollt Ihr denn, das hat ja Euer eigner Parteigenosse geschrieben. Die- jenigen Genossen, die für bürgerliche Blätter schreiben, sollten kein Ehrenamt innerhalb der Partei einnehmen. Der Anttag fand die Zustimmung der Versammlung. Folgende Resolution, auf Antrag des Genossen Hoffmann ergänzt, wurde gegen eine Sttmme angenommen: „Der vierte Berliner Wahlkreis sieht in der Art, wie Genosse Bernstein die Vicepräsidenffchaftsfrage in der Oefferttlichkeit be- handelt hat. bevor er seine Meinung in der Fraktion, deren Mitglied er ist, vertreten hat, eine Taktlosigkeit, welche der Partei mehr schadet als nützt, und erwartet, daß Genosse Bernstein sich künstig bei Wahrung aller Meinungsfreiheit mehr dem Interesse der Partei als dem Sensattonsbedürftiis anpaßt. Die Versannnlung spricht ihre Mißbilligung in schärffter Form allen den Genossen aus, welche in dieser Sache sich zu Mitschuldigen Ed. Bevristeins gemacht haben." Der Antragsteller führte hierzu begründend aus: Es sei Zeit, daß die Genossen endlich einmal ihre Ansicht über diese Art und Weise, wie sie von Bernstein beliebt werbe, klipp und klar aussprächen. Es sei Bernsteins gutes Recht, feine Meinung zu äußern, aber nur da, wo sie hingehöre. Er sei Mitglied der Fraktton, und da hätte er die Pflicht gehabt, vor diesem Forum seine Ansicht wegen der Hofwallfahrten zu vertreten.(Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Hätte er dort nicht Recht bekommen, so stand ihm das Siecht zu, sich an den Parteitag zu wenden. Die ganze Art des Vorgehens seitens de§ Genossen Bernstein sei eine Tattlosigkeit gegen seine Frakttonskollegen und ein Gaudium für die Gegner gewesen.(Starker Beifall.) Hackel« busch schließt sich diesen Ausführungen au; es sei Pflicht der Kreise, gegen solche Abgeordnete vorzugehen. Bernstein sei bloß das Mundstück, während andre blasen. Redner hält die Frage der Vicepräsidentschaft an sich für bedeutungslos. Lln einen besonderen Einfluß des socialdemokratischen Vicepräsidenten bei Vorkommnissen wie z. B. der Vergewaltigung bei den Zolltarif-Debatten sei nicht zu denken. S l o in k e teilt die Ansichten der beiden Vorredner. Li t sin wünscht nicht die persönliche Spitze gegen Bernstein, dieser habe nur den Mut, seine Ansicht zu äußern, hinter ihm ständen die Drängcr und Schieber. Die Resolution müsse sich ebensogut gegen die Heine, Göhre und Vollmar wenden. Es müsse der alte Stand- Punkt festgehalten und das Ziel ini Auge behalten werden. Es müsse gegen diejenigen vorgegangen werden, die aus der Partei eine bttrger- liche Reformpartei machen wollen. Schnei d er spricht sich ebenfalls für die Resolutton aus. Wenn Bernstein schreibe, so sei alles still, nehme aber Bebel das Wort gegen die Revisionisten, dann erfolgten sofort deren Angriffe in andren Blättern. Mit der Resolutton sollen nicht nur Bernstein, sondern auch die andren gettoffen werden. Hoff» m a n n: Wenn Bernstein sich habe schieben lassen, sei er doppelt zu verurteilen. Er habe sich gewundert, daß Heine teilweise sich für Bernstein erklärt habe; er sei doch sonst im persönlichen Umgange äußerst empfindlich und von feinem Taktgefühl. Angesichts der Reden in Essen und Breslau von einem Genossen verlangen, zu Hofe zu gehen, könne man allenfalls bei einem Gegner begreifen, nicht aber bei einem Genossen, der sonst sehr feinfühlig sei. Die Partei müsse alle Rechte. die die Verfassung gewähre, beanspruchen, aber ohne jede weitere Bedingung. Schulze wendet sich unter lebhafter Unruhe gegen die Ausführungen der bisherigen Redner. Er sei gegen die Reso- lutton, die den Gegnern nur Freude mache. Die Genossen des vierten Kreises würden wie bei den Landtagswahlen so auch in andern Dingen ihre Ansichten noch ändern müssen. Redner meint, daß die Genossen sich lieber gegen Dr. Friedeberg mit seiner Pro- pagierung des Generalstreiks wenden möchten. Nachdem noch Hackelb usch, Hoffmann und Mermuth zur Resoftttion ge- sprachen, erfolgte Schluß der Diskussion über diesen Punkt. Ein weiterer Anttag: Auf die Tagesordnung des Dresdener Parteitages zu setzen:„Die Ergebnisse der diesjährigen Reichstagswahlen. Als Referenten die Genossen Bebel und v. Vollmar zu bestimmen" fand nach eingehender Begründung durch Genossen Brückner Annahme, ebenso der fernere: „Bezugnehmend auf die große Zahl von Soldatenmißhandlungen möge der Parteitag beschließen: Der Parteivorstand wird beauftragt, eine zur Massenverbreitung geeignete Broschüre herauszugeben, welche das heutige Militärsystem und die damit verbundenen Miß- Handlungen behandelt." Die Anträge wegen Einführung der neuen deutschen Recht- schrcibung bei den Parteizeitungen, der„Vorwärts"-Verbilligung und der Errichtung von Kursen zur Ausbildung von Rednern wurden ab- gelehnt. Die Wahlen zum Dresdener Parteitag ergaben das gestem be» rcits mitgeteilte Resultat. L i t f i n ist nicht mit der Art einverstanden, wie die Vorschläge zu den Delegationen erfolgen;' der Kreis, der für die Delegationen thatsächlich in Frage komme, sei zu eng gezogen. Die Vorge- schlagcnen seien gewiß tüchtige Genossen, die vollauf ihre Pflicht innerhalb der Partei erfüllten, aber es ftage sich, ob sie den Aka- demikern und den Diplomaten auf dem Parteitage gewachsen seien.— Die nachfolgenden Redner Schneider, Wudtke, Hackelbusch. Wenzels, Wiesener, Döring, Kosmar und Hoffmann nahmen teils für, teils gegen die Auffassung Litfins Stellung; dem Grundgedanken jedoch, die befähigsten Genossen zu delegieren. wurde allseittg zugestimmt. Beim zweiten Punkt der Tagesordnung betreffend die Branden- burger Provinzial-Konferenz und Wahl der Delegietten lagen Anttäge nicht vor. Für diese Konferenz wurden als Delegierte gewählt: Döring und Bader für den Osten und M u s e u s für den Südosten. Fünfter Wahlkreis. Die Generalversammlung des socialdemokratischen Vereins im fünften Berliner Reichstags-Wahlkreise. die im Alten Schützenhause tagte, war überaus zahlreich besucht. Vor Eintritt in die Tages- ordnung wurden 32 Genossen, die sich zur Aufnahme in den Verein gemeldet hatten, ohne Debatte als Mitglieder aufgenommen.— Den Bericht des Vorstandes erstattete der Borsitzende Zucht. Ten Nutzen der neuen Organisationsform des Kreises bei den verflosiencn Rcichstagswahlcn hervorhebend, meinte Redner, daß jetzt alle Kräfte zu den kommenden Landtagswahlen anzuspornen seien. Der Vorstand habe schon in einer Reihe von Vorstands- sitzungen sich zu den Vorarbeiten zu diesen Wahlen befaßt. Nach dem Parteitag müssen dann die Mitglieder in Aktion treten. Der Kreis gebraucht 557 Wahlmänner, und dieses will schon� etwas bedeuten an Arbeit und Agitation. Die Mitgliedcrzahl ist seit dem letzten Bericht von 1127 auf 1329 gestiegen; allerdings ein Erfolg. aber zu den abgegebenen Stimmen bei der Reichstagswahl immerhin noch zu wenig.— Der Bericht d er Preßkommission wurde auf Wunsch der Versammlung zurückgestellt. Den Kassen- b e r i ch t gab der Kassierer Liepmann. Die Gesamteinnahmen be- UvgO! nxbst Bestände vom vorigen Ouartal jn Höhe von erteilt. neuem los. Sechster Wahlkreis. " Unters 1760,88. netto 8249,57 M. Die Ausgaben beliefen sich auf| hinter sich haben, und auf der andren Seite wieder sollen sie in der in der That eine neue Tattit notwendig, was jedoch keineswegs zu 5954,43 M. Hiervon sind dem Parteivorstande 500 W. und der Fraktion bedeutend sein. Diese Widersprüche des Referenten könne treffe. Redner geht dann auf die einzelnen Anträge aus dem Agitationskommission für die Provinz Brandenburg 300 M. über- er nicht fassen. Wir zanken uns ja oft in Volksversammlungen, wer Kreise ein, wobei er eine Proportional- Vertretung der Delegierten wiesen worden. Außerdem wurden 300 M. an den Wahlkreis ins Präsidium kommt, warum nun denn nicht wegen dem des auf den Parteitagen empfiehlt, je nach dem Verhältnis der für uns Prenzlau- Angermünde afgeführt. Die Reichstagswahlen haben die Reichstags. Die Rückgratlosigkeit des Liberalismus ist schuld an in den Wahlkreisen abgegebenen Stimmenzahl. Einen Antrag, die Summe von 4622,24 M. gefoſtet. Gegenwärtig beträgt der Bestand dessen Niedergang. Die Genossen können glauben, daß die Fraktion Reichstags- Abgeordneten zur Anwesenheit bei allen wichtigen demnach 2295,14 M. Liepmann ersuchte, bei den Landtagswahlen mit den 81 genau dasselbe thun wird, wie seiner Beit mit ihren Sizungen zu verpflichten, weil bei der Hauptabstimmung über den dieselbe Opferfreudigkeit an den Tag zu legen wie bei den Reichstags- 58 Abgeordneten.( Beifall.) Wir wollen uns doch den schönen Bolltarif 16 Mann der Fraktion gefehlt haben, ersucht wahlen, die uns einen glänzenden Sieg brachten. Eine Diskussion Sieg durch unnüße Streitereien nicht vergällen. Redner abzulehnen, da deffen Durchführung aus praktischen Gründen über die Berichte fand nicht statt und wurde dem Kassierer Entlastung Wel's unterstützt die Ausführungen des Referenten. Wieder- kaum möglich sei. Betreffs des Antrages auf Einführung Ueber die Bedeutung des Parteitages hatte holt haben sich die Parteitage für eine Einigkeit in der Partei aus- vollständiger Arbeitsruhe am 1. Mai bemängelte er den jezigen Friedländer das einleitende Referat übernommen. Redner gesprochen. Knapp sind dieselben vorbei, geht das alte Lied von Charakter der Abendfeiern. Im übrigen aber riet er, die Gewerkführte aus: Die Tagesordnung des kommenden Parteitages sei unEr stehe auf dem Standpunkt Bebels bezüglich der schaften in dieser Frage nicht zu drängen, da die Durchführung der gemein kahl, keineswegs zum Nachteil derselben. Er schildert darauf Fürstenwalder Resolution, daß die Zeit des Komödiespielens ihr Arbeitsruhe lediglich deren Kompetenz unterſtehe. in großen Zügen die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse Ende haben muß. Die Revisionisten können ihre Thätigkeit in der In der Diskussion begründete zunächst Fischer folgenden während der legten Legislaturperiode. Der kommende Parteitag Partei nicht von der Pike auf nachweisen. Die Arbeiter machen den Antrag: stehe am Beginne einer neuen Legislaturperiode und hätte schon Herren die Betten und jene legen sich hinein. Der Kampf kann Der Parteitag wolle beschließen: Der Parteivorstand wird dadurch seine Bedeutung. Nach einer besonderen Skizzierung des gegen die Parteizerstümmler nicht energisch genug geführt werden. beauftragt, bis zum nächsten Parteitag einen Antrag auszuarbeiten, Verfalles der linksbürgerlichen Parteien meint der Redner, daß die Der revolutionäre Kampf hat uns groß gemacht und wird uns welcher die Vertretung der Fraktion auf den Parteitagen neu regelt." Marrschen Worte von der einen reaktionären Masse sich mehr und mehr weiter führen.( Brausender Beifall.) Nachdem sich noch Pötzsch Der Antrag wurde angenommen. als wahr erweisen. Der Parteitag wird dazu angethan sein, im Sinne Schmidts geäußert, wendet sich in seinem Schlußwort Sodann verbreitete sich Ströhn im Sinne des Referenten unfrer neuen Frattion Winte und Ziele ihrer Thätigkeit zu geben. Friedländer namentlich gegen die Ausführungen Schmidts, über die Präsidialfrage, indem er meinte, mit dem Bernsteinschen Auf die Präsidentenfrage eingehend, meint Redner, daß gegen diese dessen Ausführungen er als böse Mißverständnisse bezeichnet. Die Querulantentum" müsse endlich aufgeräumt werden. Für Berns Art der Kritik von seiten der Revisionisten streng eingeschritten Parteigenossen mögen den Bebelschen Zuruf beherzigen, sich den stein wäre es das beste, wenn er erst mal einige Jahre in werden müsse. Allerdings sind wir als Socialdemokraten ja Freunde glänzenden Erfolg der Socialdemokratie nicht verefeln zu lassen. einem Wahlkreise agitatorische Kleinarbeit machte, damit er wieder jeder Kritik, aber diese immerwährenden Spintisierereien führen zur Da die Zeit sehr vorgerückt, wurde über die Anträge abgestimmt. Fühlung mit den Parteigenossen bekäme, die er jetzt fast völlig ver Bersplitterung. Genosse Volmar stehe auf dem Standpunkt, daß wir Die Resolution Friedländer wurde einstimmig ange- loren habe. Auf den Antrag zur Maifeier eingehend, kritisierte mit Erringung eines Präsidentenpostens eine Macht ausüben. Dies sei nommen. Der Antrag der Berliner Vertrauensleute mit großer Redner dann in längeren Ausführungen scharf die geringe Beein ganz falscher Standpunkt. Da jezt bei uns Centrum und Kon- Majorität abgelehnt. Ebenfalls der Antrag Stihkys. Dagegen teiligung der Buchdrucker und Metallarbeiter an der Arbeitsruhe.. servative Trumpf sind, so ist der erste Präsident der Vertrauens- fand der Antrag Fränkels Annahme. Die Versammlung ent- Gerade diese beiden Gewerkschaften nehmen in letzter Zeit einen mann der herrschenden Parteien. Die Vicepräsidenten sind nicht im schied sich nun mit 115 gegen 109 Stimmen für Entfendung von Standpunkt ein, als sei ihnen die Maifeier nicht nur gleichgültig, stande, etwas zur Abwehr than zu können. Hierbei erinnert Redner zwei Delegierten zum Parteitage und vollzog die gestern bereits sondern überdrüssig geworden, während sie zur Hebung der Feier an den Fall des Genossen Einger in der Geschäftsordnungs- Kom- mitgeteilten Wahlen. sehr vieles beitragen könnten, wenn nur der Wille dazu bei ihnen mission. Es ist bedauerlich, daß nach den früheren Parteitagen die vorhanden wäre. Handtke und Brachwiz suchen die Haltung Sache der Revisionisten auf diesem wieder zur unendlichen Dis Die in den„ Germaniasälen" abgehaltene außerordentliche der Metallarbeiter aus den wirtschaftlichen Verhältnissen zu erklären. futiererei gebracht wird, und es sei zur Ehre der Fraktion gesagt: sie Generalversammlung des Wahlvereins wurde mit einem Referat des Daß die Maifeier des Jahres 1890 bedeutender gewesen sei, wie hat sich von diesen Leuten nicht beeinflussen lassen, sondern ist un- Genossen Ledebour eingeleitet. Redner führte etwa folgendes die gegenwärtigen Feiern, habe seinen Grund in der die Nachdem aber entwegt ihren alten Weg weitergegangen.( Beifall.). Referent aus: Bei dem für uns geradezu glänzenden Abschluß der dies- damaligen Neuheit der Sache. empfiehlt folgende Resolution: Feiernden " Die heutige Generalversammlung des 5. Berliner Streises, tönnen, daß schon so turze Zeit darauf eine Principienfrage von so vorgegangen feien, müſſe die jährigen Reichstagswahlen habe wohl kaum ein Mensch daran denken nehmer mit rigorosen Maßregelungen gegen die die Lanheit in der Beteiligung versammelt zur Wahl der Parteitags- Delegierten, erklärt sich mit eminenter Bedeutung in der Partei aufgerollt werden würde, wie es an der Feier im Hinblick auf die eventuellen Folgen der bisherigen Taktik der Partei einverstanden. Sie erblickt in dem die von Bernstein und seinen Gesinnungsgenossen angeregte und be- dem leidenschaftslos Urteilenden begreiflich erscheinen. Uebrigens Ausfall der Reichstagswahlen eine gewaltige Kundgebung und Auf- handelte Präsidi alfrage nunmehr geworden ist. In dem Wahl- werde sich mit der Stärkung der Organisation die Teilnahme an der forderung, den Kampf gegen die Reaktion in allen ihren Schattierungen ergebnis liege unzweifelhaft die beste Anerkennung der bisherigen Feier auch wieder bedeutend steigern, denn der ideale Gedanke ders weiter zu führen, ohne jede Konzession an bürgerliche Anschauungen Parteitaktit. Um so befremdlicher erscheine es daher, daß gegen- felben sei der Arbeiterschaft sozusagen schon in Fleisch und Blut und Staatsmännereien, und erwartet angesichts der sich immer mehr wärtig wieder von revisionistischer Seite in ganz unmotivierter Weise übergegangen, wenn das aus naheliegenden Gründen auch nicht verschärfenden Klaſſengegensäße auf wirtschaftlichem und politischem der Versuch gemacht werde, die Partei von ihrer bewährten Tattit allemal so offen wie es wohl allseitig gewünscht werde, in die Gebiete eine scharfe und energische Vertretung der Klassenforderungen abzudrängen. Ob unsre Frattion den ersten Vicepräsidenten Erscheinung trete. Fuchs und Wiesner finden keinerlei Ents des Proletariats." stellt oder nicht, sei für die Abwickelung der Geschäfte und Verhand- schuldigung für die Haltung des Metallarbeiter- Verbandes. Sie sind lungen des Reichstags völlig gleichgültig, da die Vicepräsidenten vielmehr der Meinung, daß die Lauheit dieser großen Arbeitergruppe lediglich Ersatzmänner des Präsidenten sind. Dem Brauch des Hauses zum größten Teil durch deren Verbandsbeamte hervorgerufen ist. gemäß komme die Besetzung des ersten Vicepräsidenten- Postens zweifel- Maßregelungen feien auch alljährlich bei den Maurern, Zimmerern los der socialdemokratischen Fraktion zu und diese habe ja auch bereits und Holzarbeitern vorgekommen. Trotzdem beteiligen sie sich von früher, ihrer numerischen Stärke entsprechend, eine dahingehende Jahr zu Jahr instärkerer Zahl an der Maifeier. Diese Kategorien könnten Antrag des Genossen Stitzky:" Der Parteitag wolle beschließen, lebernahme der Forderung gestellt. Als aber die Erfüllung derselben von der sich die Metallarbeiter und Buchdrucker zum Vorbilde nehmen. Budach für einen Socialdemokraten unmöglichen pflichtet den beiden Vorrednern im wesentlichen bei. Betreffs der die Nominierung von Personen, die vor der Zugehörigkeit zur Partei Repräsentationspflichten abhängig gemacht wurde, da habe Präfidialfrage giebt er jedoch seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß andren politischen Parteien angehört haben, zu Reichstags- die Fraktion selbstverständlich alle derartigen, in der Geschäfts- von sogenannter radikaler Seite erst immer betont werde, es handle Kandidaten durch die einzelnen Partei- Organisationen unterliegen ordnung nicht vorgesehenen Bedingungen, ohne weiteres ab- sich um eine Angelegenheit von durchaus untergeordneter Bedeutung, der Kontrolle und der Bestätigung des Parteivorstandes. Durch gelehnt. Bernstein suche nun bei der von ihm so warm befür- während gleich darauf diese angeblich so unwichtige Sache mit einent diesen Beschluß soll in keiner Weise das Selbstbestimmungsrecht der worteten Hofgängerei die Begriffe von Ehrgefühl und demo- Ernst und einer Wortverschwendung behandelt werde, als stände daPartei- Organisation aufgehoben sein, sondern es soll vermieden kratischem Selbstbewußtsein förmlich auf den Kopf zu stellen bei für die Partei wer weiß was auf dem Spiele. werden, daß Personen, die nicht voll auf dem Boden des re- und wenn er dann obendrein noch erkläre, in dem unter- Wegen der vorgerückten Zeit wurde hierauf die Debatte ge volutionären Socialismus stehen, als Vertreter der Partei ins thänigen Hofgang liege eher eine Demütigung der Monarchie schlossen, obwohl sich noch eine ganze Anzahl Redner gemeldet hatten. Parlament gelangen." als der Partei, so sei das einfach blühender Unsinn. Mit diesen Es gelangte sodann folgender Antrag zur Annahme: Antrag Fränkel:" Den nächsten Parteitag in Berlin ab- Ansichten würde Bernstein in der Fraktion sicher einen Reinfall erlebt haben, immerhin wäre derselbe nicht so groß geworden, wie er Zu dem Antrag der Berliner Vertrauensleute äußert 3ucht, jezt auf dem Parteitag werden wird, denn das lasse sich schon im daß die Vertreter des fünften Kreises gegen den Antrag gestimmt voraus sagen: Auf dem Parteitage würden Bernsteins Ansichten haben. Sie konnten nicht einsehen, weshalb die Leute, die das Ver- principiell Auseinandersetzungen von seltener Schärfe und Deutlichkeit„ Der socialdemokratische Wahlverein des sechsten Berliner Kreises trauen der großen Wählermassen haben, nicht auch das Vertrauen hervorrufen, und das sei endlich einmal notwendig, denn in den steht auf dem Standpunkt, daß unsre Reichstags- Fraktion das parla. ihrer Parteigenossen befizen sollen. Sie gehören ja gerade am ersten fortwährenden Beunruhigungen der Partei durch die Revisionisten mentarische Recht für sich in Anspruch nimmt, die erste Vicepräsidentenauf die Parteitage, um die Stimmung kennen zu lernen und Fühlung liege System. Nachdem die revisionistischen Bestrebungen trotz mehr- stelle zu besetzen, es aber ablehnt, dafür die Bedingung zu erfüllen, zu suchen. Fränkel begründet seinen Antrag, indem er auf fachen Fiaskos ihrer Förderer sich in wachsendem Maße bemerkbar zu Hofe zu gehen. Der sechste Streis ist der Ueberzeugung, daß die den glänzenden Sieg der fünf Berliner Wahlkreise hinweist. Er machen, sei es ein Gebot der Pflicht, die Gegensäße innerhalb der Anregung der ganzen Frage aus einer maßlosen Ueberschäzung freut sich, daß die früheren Gegner der Landtagswahlen jetzt die Bartei nicht mehr länger zu vertuschen. Die Genoffen müssen endlich des Parlamentarismus entstanden ist, daß die Frage wohl für besten Agitatoren für dieselben sind, und so wird es auch kommen Klarheit haben über ihre Vertreter und diese auf der bisherigen bürgerliche Kreise ein so großes Interesse haben könnte, nicht aber für mit der Präsidentenfrage. Sprechen wir uns mal nach zehn Jahren. Bahn energisch vorwärts drängen, sich aber nicht von jenen die socialdemokratische Partei. Im übrigen erwartet der sechste Dittmer fann sich mit den meisten Ausführungen des Re- abwärts drängen lassen. Deshalb würde es auch eine Ver- Kreis, daß die Genossen endlich aufhören, sich in allerlei Phan ferenten in Bezug auf die Angriffe gegen die Revisionisten nicht ein- fchiebung der Sachlage bedeuten, wenn der Antrag Köln tastereien zu ergehen, und daß sie mehr den notwendigen praktischen verstanden erklären. Es freut ihn, daß Bernstein diese Präsidenten- zur Annahme käme, die Präsidialfrage jetzt nicht mehr vor den Aufgaben der Partei ihre Aufmerksamkeit zuwenden." frage angeschnitten hat. Man müsse nun nicht gleich hieraus eine Parteitag zu bringen, sondern deren Erledigung der Fraktion zu Lautant sprach noch kurz zur Tagesordnung der Pro Haupt- und Staatsaktion machen. Die Frage wird ganz von selbst überlassen. Dazu sei es jetzt zu spät. Betreffs des Fürstenwalder vinzial- Konferenz. Anträge dazu lagen nicht vor. Unter berschwinden. Robert Schmidt: Es giebt weniges, womit| Antrages stehe er völlig auf dem Standpunkte Bebels, denn durch" Verschiedenes" wurde noch angeregt, die Parteitagsprotokolle für er sich mit dem Referenten einverstanden erklären könne. Einmal den Versuch, Vollmar als Korreferenten über die Reichstagswahl die Berliner Wahlvereinsmitglieder zu einem Einheitspreise von sollen die Revisionisten recht unbedeutend sein und keine Massen taktik zu ernennen, würde unnötig die Meinung hervorgerufen, als fei 10 Pf. abzugeben. Anträge: Bor Eintritt in die Diskussion verlas der Vorsitzende folgende Antrag der Berliner Vertrauensleute:" Der Parteivorstand wird beauftragt, bis zum nächsten Parteitag einen Entwurf vorzulegen, welcher die Vertretung der Fraktion auf dem Parteitage neu regelt." zuhalten." Unserm Zigeuner Karl zu seinem heutigen Wiegenfest ein breimal Socialdemokratisch. Wahlverein donnerndes Hoch! 2422L Die Alten und die Jungen der II. Abteilung. Nach langem schweren Leiden verschieb am 24. 6. M. 98%, Uhr, mein lieber Mann, unser guter Bater, der Restaurateur Heinrich Anton im 45. Lebensjahre. 11315 Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme an Emma Anton geb. Rausch. Nieder- Schönhausen, 25. Auguft. Die Beerdigung findet Donners tag, den 27. August, nachmittags 43 Uhr, vom Lazarus- Krankenhause aus nach dem Friedhof in Nieder- Schönhausen, Buchholzerstraße, statt. Heute früh 6% Uhr folgte nad langem schwerem Leiden unsre heißgeliebte teure Mutter, Frau Emma Schneider geb. Mehlhorn unfrem unvergeßlichen Vater in den allzu frühen Tod. Berlin, den 26. August 1903. Die tiefbetrübten Kinder. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. August 1903, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes, Hermannstraße bei Briz aus statt. 11285 F. Scholz Fettsäle Große Frankfurterstr. 74. Socialdemokratischer Wahlverein für Pankow und Umgegend. für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis Am 24. d. M. verstarb unser Mitglied, der Restaurateur Heinrich Anton. Die Beerdigung findet Donners tag, den 27. d. M., nachmittags 48 Uhr, bom Lazarus- Krantenhause nus nach dem Friedhof in Nieder- Schönhausen, Buchholzerstraße, statt. 223/6 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. der Orts- Krankenkasse Nadler u.Siebmacher zu Berlin. Bekanntmachung. Sonnabend, den 5. September 1903, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Ausserordi. General- Versammlung. Tages- Ordnung: Statuten- Abänderung auf Grund der Rovelle zum StrantenversicherungsGesez vom 25. Mai 1903.§§ 2, 5, 7, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, 21, 24, 29, 38, 39, 46, 49, 53, 67. Freitag, den 28. August, abends 8%, Uhr: Versammlung für das Hansa- Viertel in den„ Spreehallen", Kirchstraße 27. Tages Ordnung: 236/10 1. Bortrag des Genossen Katzenstein über: Die Wohnungsfrage". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Adtung! Konditoren. Adtung! Hente, Donnerstag, den 27. August, abends 9 Uhr, in den Germania- Sälen( Weißer Saal), Chausseestr. 103: Die Generalversammlung beauftragt ihre Delegierten, auf dem Parteitage für vollständige Arbeitsruhe am 1. Mai einzutreten." Ferner wurde nachstehende Resolution gegen zwei Stimmen angenommen Außerordentliche General- Versammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer Orts- Krankenkasse der der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten Gewerbe zu Berlin am Montag, den 7. September 1903, abends 8 Uhr, Orts- Krankenkasse Maler. Die dreizehnte Abänderung des Statuts( Ueberweisung der Mitglieder in Erholungsstätten) ist genehmigt und wird vom 29. August 1903 ab den Mitgliedern eingehändigt. 1089b * Der Vorstand. Baugenossenschaft Freie Scholleff E. G. m. b. H. Sonntag, den 6. September, bormittags 9 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal V: Ausserordentliche im Billeschen Lokal, Brunnenstr. 188. General- Versammlung. 1. Tagesordnung: Oeffentliche Versammlung.edufaffung über die BerTages- Ordnung: 1. Barum müssen die Konditoren sich einen Lohntartf erringen?" Referent: Sollege Weidler. 2. Diskussion. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Achtung! 289/13 Rixdorf. Achtung! Heute Donnerstag, 27. August, im Lokale des Herrn Thiel, Bergstr. 151: Grosse öffentliche Frauen- Versammlung 2. Tagesordnung: 1. Bericht des Aufsichtsrates über längerung des Vertrages mit dem die Geschäftsführung des Vorstandes. Verein der freigewählten Kaffenärzte. 2. Antrag des Aufsichtsrates betr. 3. Verschiedenes. Neuwahlen zum Vorstande. 3. Cr ledigung eingelaufener Anträge. 4. Ber schiedenes. 128/10 Nach dieser Generalversammlung findet in demselben Lokal eine außerordentl. Generalversammlung der arbeitnehmenden Vertreter statt behufs Vornahme einer Ersazivahl an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Richard Henschel Der Aufsichtsrat: Lange. Empfehle allen Freunden u. Bekannten mein Weiss-, Bayrischbie- r und gr. Speisegeschäft. Reichhaltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag Anfragen und Beschwerden, zu mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la welchen die Einsicht in die Kaffen- carte von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer bücher notwendig ist, müssen bis zum mit Klavier für 20-50 Personen. 6. September d. J. mündlich oder H. Stramm, Reft., Ritterstr. 123. schriftlich behuss Beantwortung derren Arbeitgeber und groß- für den Kreis Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg.jeiben in der Generalversammlung Reines vollwertiges Roggenbrot jährigen Rassenmitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Das Mitgliedsbuch ist als Legitimation mitzubringen. Der Vorstand. 275/15 J. A.: Rob. Schmidt, Vorsitzender. Tages- Ordnung: dem Vorstande mitgeteilt werden. Zahlreiches und pünktliches Era 50, 35 u. 20 PI. 1. Vortrag des Genossen John. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Dele- scheinen der Herren Vertreter ist und gute, schmackhafte weiße Ware, giertin zur Brandenburger Provinzialfonferenz. wegen der Wichtigkeit der Tages 6 Stück 10 Pf., empfehle ich Bahlreichen Besuch auch seitens der Genossen erwartet ordnung unbedingt erforderlich. den werten Genossen u. Genossinnen. , Bäckerei. 203/17 Die Kreis- Vertrauensperson. ,, Armin- Hallen" Otto Müller, Naunynstr. 37 Kommandantenstraße 20, ( früher Jablonsky). Das Mandat legitimiert. Berlin, den 27. August 1903. Der Vorstand. Ernst Pfeiffer, Pappel- Allee 24, 11296 Dr. Schünemann Frettchen, Neke, Maulförbchen Specialarzt für Hant, Harn und billig Schnelle, Große Frankfurter Frauenleiden, Seydelstr. 9. sind noch große und fleine Festfäle Vorzüglich. Mittags-( mit Bier 50 Bf.) u. Abendtisch zu fl. Breisen straße 13. im herrlich fühlen Garten. mit und ohne Theaterbühne an Sonnabenden und Sonntagen im Karl Gutheit. Ronat September, Oktober, November, Jeden Donnerstag: Frei- Konzert. Donnerstag: Frei- Konzert. Vereine: Sonnabend, der 26. September, und Dezember, Januar, Februar und Sonnabend, der 7. November, sind März frei. frei geworden. 24002* 22172* Vereinszimmer und Billard zur Verfügung. 212-3, 6-8, Sonnt. 9-11. Zimmer für 80 und 20 Personen, auch für Gesangvereine. Neues Pianino. Dirffenstr. 39 1. Karl Grosser. Zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Börse. Verkehrslokal des Verbands deutscher Gastwirtsgehilfen. Tel. Amt 3, 1813. 21832* 24212* Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 27. Auguft. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Fidelio. Schauspielhaus. Der Fremde. Solon in Lydien. Neues Operntheater. Die Geisha. Weften. Unbestimmt. Leffing. Die Ehre. Deutsches. Monna Banna. Neues. Doppelselbstmord. Anfang 8 Uhr: Urania. Deutsch- Amerikanisches Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstr. 165. Liederspielhaus( Krol.) Zieber!! Menschliches spiele und Idyllen. Vision nach dem Balle. Berliner. Gastspiel Franceschina Prevosti: Traviata. Residenz. Lustige Ehemänner. Vorher: Zum Einsiedler. Thalia. Der Beilchenfresser. Kleines. Nachtafyl. Trianon Theater. Die Notbrücke. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Carl Weik. Der Fehltritt einer Frau. Belle- Alliance. Specialitäten. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Winter- Garten. Specialitäten- Borstellung. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Meichshallen. Stettiner Sänger. Paffage- Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum Watzmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Anfang 72 Uhr. Luftige Ehemänner. Schwant in 3 Atten von Mars- Barré. Borher: Zum Einsiedler. Schwant in 1 Aft von B. Jacobsohn. Morgen und folgende Tage: Diefelbe Vorstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr: Nora. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Die Notbrücke. Anfang 8 Uhr. Schiffbauerdamm 4a- 5. Doppelwesen: die zusammengewachsenen Schwestern 20 Jahre alt, spielen Violine! Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Doppelkonzert. Gastspiel der Regimentskapelle des Brandenburger Grenadier- Regiments No. 8 aus Frankfurt a. O. Dirigent: W. Lebede. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. In Arena: Theater ( früher Buntes Theater) 67 Köpenickerstr. 68. Sonnabend, 29. August, 7/ 2Uhr: Premiere. Gastspiel Adolf Philipp. Ueber'n grossen Teich. Heitere Bilder m. Ges. a. d. Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abteilungen v. Adolf Philipp. Billc.s( ohne Vorverkaufsgebühr) find an der Theaterfasse sowie bei A. Wertheim zu haben. Die Theaterkaffe ist täglich von 10-8 Uhr abends geöffnet. Die bereits bestellten Billets müssen bis Donnerstag, den 27. Aug., abgeholt sein. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7/9. Direkt.: M. Kalbo. agti: Alt- Heidelberg du Feine. Liederspiel in 3 Atten von D. Richter, Konzert und Ball. Teue freie Volksbühne. Achtung, Mitglieder! Die ordentlichen Vereins- Borstellungen des neuen Spieljahres finden im Neuen Theater U statt und zwar für die I. Abteilung jeden ersten, für die II. Abteilung jeden zweiten, für die III. Abteilung jeden dritten und für die IV. Abteilung jeden vierten Sonntag im Monat. 150/19 Drama von Maxim Gorki, in Für September gelangt: Nachtafyl, der Besetzung des Neuen Theaters zur Aufführung. Ueber alle weiteren Veranstaltungen berichtet die jedem Mitgliede gratis per Post zugestellte, monatlich erscheinende Vereinsschrift„ Die Kunft dem Volke". Neue Mitglieder werden, soweit noch plak vorhanden ist, in allen Bahlstellen aufgenommen. Das Einschreibegeld beträgt 1 Mark, der monatliche Vorstellungsbeitrag 80 Pfennige. Norden: Zahlstellen: Südost: H. Neft, Beteranenstr. 6. Knapp, Grünthalerstr. 5. Petrich, Prenzlauer Allee 215. R. Kanapte, Brunnenstr. 122. Karl Kleinau, Gerichtstr. 4. Nordost: Schrolle, Landwehrstr. 6. Westen: D. Gradhandt, Potsdamerstr. 26. Nordwest: Beder, Gozłowskyftr. 9. Südwest: Pe ch, Mödernstr. 120. Süden: New! 11. a. Meta Waldau. Bravour- Soubr. Original Eugen Milardo, Tanzhumorist. New! The Berlings, die singenden Luftfeen. Johnke Compagnie. Transformations Ned: Bantomime. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., num. Plat 50 Pf. # Raubtier- Spielschule. W. Noacks Theater. Vorstellungen: 4-5 u. 6-7 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage- Theater Anf. Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Das Moto- Mädchen. Mensch oder Maschine? Das neue Rätsel für Berlin! Die Tritons, die besten Taucher der Welt. Walter Steiner, Humorist. Ganz Berlin zerbricht sich schon siebenten Monat den Kopf über Aga. 14 erstklassige Nummern. Neues Theater. Fröbels Allerlei- Theater Doppelselbstmord. Anfang 7, Uhr. fr. Puhlmann. Schönh. Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Benefiz für den Regiffeur Eduard Wendt. Ausgewählter Spielplan. Einmalige Aufführung: Luisen- Theater. Ein Weib aus dem Volke. Direktion: Ludwig Rosenfeld. Freitag, den 28. August 1903: Eröffnungs- Vorstellung. Das neue Gebot. Schausp. in 4 Aft.v.Ernst v. Wildenbruch. Billet- Borverkauf täglich an der Theaterkasse, im Invalidendant, KünstTerbank und den Warenhäusern von A. Wertheim. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Metropol- Theater. Der grösste Erfolg dieser Saison! Wiederauftreten Emil Thomas a. G. Bender. Frid- Frid. FE Zum 228. Male: Neuestes! Dazu die vorzüglichen Kunstkräfte. Nur wenige Tage: Die Reise nach dem Monde. Jm Saale: Grosser Ball. Anjang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Montag, den 31. August: Abschieds- Vorstellung des Auguft Spielplans. Ab Mittwoch, den 2. September, finden diese Bor stellungen nur noch Sonntags, Montags und Mittwochs statt. Königstadt- Kasino Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstrasse. Heute: Benefiz f. Rud. Schauss. Anfang 28 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz- Kränzchen. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Auf vielseitig. Wunsch zum letztenmal: Drei Tage aus dem Leben eines Spielers. Montag, den 31. August 1903: Schluss der Sommersaison. Benefiz für die Hauskellner. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Berliner Sünder. Bosse mit Ges. in 2 Aften von 2. Ely. Auftreten sämtlicher Specialitäten. für auspiel- Bersonal. Montag, den 31. August: Benefiz das Dienstag, den 1. Septbr.: Robert und Bertram. Diez Specialitäten- Theater Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das vollständig konkurrenzlose Riesen- August- Programm! La Ludia. Les Alero. Clown Dolly mit seinen Eseln, Hunden u. Affen. Hedy Brumien. The Delsons. Loro- Quartett. Fritz Brand. Dustes Bioscop usw. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 4 Uhr. Sanssouci. Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Konzert. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen. Für die Wintersaison sind noch einige Sonnabende frei zu Festlichkeiten. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner Theater). Sonnabend, den 29. August,| abends 8 Uhr: Wieder- Eröffnung. Zum erstenmal: Was ihr wollt. Lustspiel in 5 Atten v. W. Shakespeare. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Allerneuestes! Die Räuber. Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Zum 113. Male: mit bem Sonntagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Montagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Schiller- Theater N. ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Sonntag, den 30. August, abends 8 Uhr: Wieder- Eröffnung. Zum erstenmal: Der Talisman. Dramatisches Märchen in 4 Aufzügen von Ludwig Fulda. Montagabend 8 Uhr: Der Talisman. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Die Liebes- Insel Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. fenfationellen Post- Ballett. Nur noch bis 31. August. Ein ungetreues Weib. Mimodrama in 2 Atten, gespielt von Merians dressierten Hunden. Neu! Miss Mildred de Grey. Neu! Amerikanische Sensations Tänzerin. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Der Fehltritt einer Frau. Berl. Sittenbild in 5 Att. v. H. Werner. Anf. 8 Uhr. Morgen: Dies. Borstell. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Geheimnis des roten Hauses. Im Garten: Specialitäten. Anf. 5 Uhr. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 Hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. Jm Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Seden Mittwoch: Grosses Kinderfrendenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Volksbeluftigungen aller Art. Landgraf, Neuenburgerstr. 15. Martienzen, Bellealliancestr. 7/8. Bobsien, Kommandantenstr. 62. Dft: Centrum: Rirdorf: Köhn, Naunynſtr. 83. Kaufhold, Wrangelstr. 52 III. Strangfeld, Brizerstr. 24 a. Zabert, Markusstr. 14, Eingang Grüner Weg. Hirsch, Matternstr. 3, Stfl. III. Gorn, Frankfurter Allee 119. Gruber, Fruchtstr. 55. Glaser, Weinmeisterstr. 18. C. Heinrich, Münchenerstr. 19. Schöneberg: Arendt, Cherusterstr. 2. Friedenau: Danz, Kirchstr. 15, Stfl. III. Charlottenbg.: Schroeter, Wilmersdorferst. 108. Schäfer, Schillerstr. 102. Opern- Vorstellungen: Sonnabend, den 29. August, abends 8 Uhr, im Berliner Theater: „ Der Barbier von Sevilla." Komische Oper von Rossini.( Signora Franceschina Prevosti.) Montag, den 31. Auguft, abends 8 Uhr: ,, La Traviata."( Die Kameliendame). Dper von Verdi.( Signora Franceschina Prevosti.) Karten für Mitglieder à 1,25 M., für Gäste à 1,50 M. find in obigen Zahlstellen zu haben ( nur Logen, Parkett und I. Rang- Plätze). Der Vorstand. J. A.: Heinr. Neft, Kassierer, Veteranenstraße 6. Freie Volksbühne. Achtung, Mitglieder! Die Veranstaltungen des Vereins beginnen am 30. August( 1. und 2. Abteilung) im Metropol- Theater. Die Aufführung für die erste Serie এম Klein Eyolf von Henrik Ibsen, in Scene gesetzt vom Ober- Regisseur Fritz Witte- Wild. Die zweite Serie im Lessing- Theater beginnt Sonntag, den 13. September, mit Nathan der Weise Dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing. Die Vorstellungen beginnen nachmittags 23%, Uhr. Neue Mitglieder zur 15. und 16. Abteilung können sich, soweit noch Platz vorhanden, in den Zahlstellen anmelden. 229/ 11* Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Hasenheide 108/114. Neue Welt. Arnold Scholz. Donnerstag, den 27. August 1903: Grosses Konzert des Erk'schen Männer- Gesangvereins. Sommerfest des Kriegervereins ehem. Matrosen der Kaiserl. Marine. Bombardement der Taku- Forts unter Mitwirkung von 150 Marine- Soldaten. Eintritt 75 Pfg. Billets im Vorverkauf à 50 Pfg. Anfang 5 Uhr. Anker Anker Brikets Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Konzert des berühmten Drchesters des Signor Vincenzo Ferrara. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag im Kaiser: Saal: Tanz. Reichshallen Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Böhme, Bödmann, Plättner, Schrader u. Eberino jr.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Schweizer- Garten am Königsthor, am Friedrichshain. Täglich: Theater und Artisten- Vorstellung, Ball Volksbelustigungen. 11. Abends 10 Uhr: Der selige Zwiebelmann. Poffe mit Gesang in zwei Bildern von Geride. Bioscop. Lebende Bilder. Neueste Aufnahmen. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71, Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. WINE BARTEN Grosses Eröffnungs- Programm: Florence u. Lillian, musik. Nummer. Anne Dancrey, Pariser Soubrette. Die drei Macagnos, Scenen im Café. Florence Moore, amerik. Sängerin. Mile. Marguerite, Löwen- Dresseuse. Das Motogirl, die lebende Puppe. Lionel Strongfort, Kraftproduktion Alexia, Bravourtänzerin. Die Ten Ichi Truppe, japan. Zauberk. Hickey u. Nelson, amerik. Excentrics. Paul Ceste, Bariton von der Gr. Oper in Paris. Die Jahrmarktsprinzess, Ballett- Div. Bilder des Papstes. Biograph, Besten Nordhäuser Liter von 50 Bf. an, garantiert reines Getreideprodukt. ff. Liqueure.[ 19692* Martin Berndt, Ritter- u.Prinzenst.- Ede. Verantwortlicher Redacteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 199. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 27. Auguf 1908. Berliner Partei- Angelegenheiten. Tiedſtraße große Aufregung. Dort versuchte der Kellner Friß wird damit erfüllt, denn auch Thabbäus wird an dem ZweiftundenErster Wahlkreis. Versammlung für das Hansa- Viertel am Freitag, den 28. Auguft, abends 81 Uhr, in den„ Spreehallen", Kirchstraße 27. Vortrag des Gen. Kazenstein über die Wohnunge frage. Achtung, Sechster Wahlkreis! Heute Donnerstag findet in den Achtung, Sechster Wahlkreis! Heute Donnerstag findet in den Bekannten Lokalen ein außerordentlicher Bahlabend statt. Erscheinen der Mitglieder notwendig. Der Vorstand. Charlottenburg. Achtung, Parteigenossen! Die Wählerlisten zur Stadtverordnetenwahl liegen nur bis zum 30. August zur Einsicht nahme im Statistischen Amt, Rosinenstr. 12 aus. Die Genoffen werden dringend ersucht, zur Vermeidung des Wahlrechtsverlustes sich von ihrer Eintragung in die Wählerliste zu überzeugen. Der Vorstand des Wahlvereins. Berloren wurde am Dienstag auf der Chaussee von Steglitz nach Lichterfelde ein Lederetui, enthaltend die Parteitags- Sammelliste Nr. 4187, auf der 1,35 M. gezeichnet waren, für 5 M. Parteibons, zwei Zeichnungen und ein Mitgliedsbuch des sechsten Kreises, auf den Namen Kurt Friedrich lautend. Es wird gebeten, die Fundſtüde gegen Erstattung etwaiger Unkosten abzugeben bei K. Friebrich, Brenzlauer Allee 238. Lokales. Hus den Nachbarorten. " Eine Revolveraffaire verursachte vorgestern nachmittag in der Roble, fich mit den Franzosen in einem offenen Rennen zu messen, Scheffler den Musiker Mag Tenius durch fünf Revolverschüsse zu Rennen um den Friedenauer Goldpotal am 6. September teil töten. Scheffler war mit der Schwester des Tenius verheiratet ge- nehmen. Dickentmann, Görnemann und Käser sind die andren Teilwesen, doch war die Ehe eine recht unglückliche. Nach der Behauptung nehmer des Nennens. der Frau wurde sie von ihrem Manne mißhandelt und verließ dessen Wohnung, um in der Behausung ihres unverheirateten Bruders Unterkunft zu finden. Frau Sch. reichte dann mit Erfolg die Ehescheidungsklage ein. Der Kellner versuchte mehrfach seine Frau auszusöhnen und besuchte zu diesem Zweck vor etwa sechs Wochen den straße 147 zu Charlottenburg verfiel auf den Gedanken, durch unEin findiger Wirt. Der Gastwirt Meißner in der Berliner Musiker Tenius. Bei dieser Gelegenheit tam es zu einem gewöhnliche Zeitungsanzeigen die Aufmerksamkeit des Publikums überaus heftigen Auftritt. Scheffler bedrohte T. und dessen auf sein Lokal zu lenten. Schließlich aber ging er in seiner Findig Schwester, und erklärte schließlich, daß er beide erschießen werde. feit so weit, daß ihm dieses Mittel wohl etwas teuer werden wird. Der Wütende tobte dann noch stundenlang auf der Straße, bis er Vor acht Tagen veröffentlichte er im" Thiermarkt" eines hiesigen schließlich durch einen Schußmann festgenommen und nach der Polizei Blattes folgende Anzeige: Bu verschenken. Bapagei, zahm, wache in der Novalisstraße fiftiert, wurde. Wegen des Lärms auf sprechend, an tierliebende Leute, welche ihn gut pflegen wollen. der Straße erhielt er ein Strafmandat und außerdem wurde Scheffler Abzuholen Charlottenburg am Knie, Berlinerstr. 147. Meißner. wegen Hausfriedensbruch und Bedrohung mit 14 Tagen haft belegt. Bogelbauer mitbringen. Kaum war die Anzeige heraus, unmehr versuchte der Kellner seine angekündigte Rache durch da tamen auch schon die tier- und papageiliebenden zuführen. Nachdem er schon vor einigen Tagen Lenius abgelauert Leute gelaufen, mit Vogelbauern in allen Größen, um sich und verfehlt hatte, wiederholte er jetzt den Versuch mit Erfolg. Sch. die feltene Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Erst jetzt furze Zeit darauf verließ T. das Haus und begab sich nach dem halber" trank man zunächst ein Glas Bier oder auch einen Likör. versteckte sich gegen 4 Uhr nachmittags hinter einem Straßenbrunnen; sah ein jeder, daß Meißner eine Gastwirtschaft hat, und anstands Cigarrengeschäft von Naut. Scheffler folgte dem Ahnungslosen und Etwas enttäuscht erfuhr man erst hinterher, daß der Papagei bereits gab von der Ladenthüre aus mit einem bereitgehaltenen Revolver vergeben sei. So fagte Meißner. In Wirklichkeit aber hatte er gar sechs Schüsse auf den Musiker ab. Drei Kugeln trafen diesen in den feinen Vogel, wenigstens feinen Papagei. Die meisten Gäste beArm, während zwei Geschosse in die rechte Seite drangen; die sechste ruhigten sich bei der Erklärung und glaubten sie. Andren aber Kugel verfehlte das Ziel. Der Thäter ergriff die Flucht, wurde jedoch kam die Geschichte verdächtig vor und sie gingen zur Polizei. Diese Der Brand des Budapester Warenhauses wird auch zur Erörterung von den dazukommenden Bassanten aufgehalten und einem Schutz- fuchte mun auch Meißner auf, um sich als ein Opfer eines bei den hiesigen feuerpolizeilichen Behörden Veranlassung geben. mann übergeben. T., dessen Verletzungen fich glücklicherweise als schlechten Scherzes hinzustellen. Irgend jemand habe die Anzeige Bunächst wird ein genauer Bericht über die Entstehung und Ver- ungefährlich herausstellten, wurde nach der königlichen Klinik gebracht. einrüden lassen, um ihm einen Schabernad zu spielen. Die Polizei breitung des Brandes sowie über die feuerpolizeilichen Maßregeln, welche für das Warenhaus getroffen waren, abgewartet werden, Arbeiters Wilhelm Schreiber aus der Dalldorferstraße Nr. 6, der seit sondern fandte dem überfindigen Wirte wegen groben Unfugs einen Bolizeilich beschlagnahmt wurde die Leiche des 65 Jahre alten aber glaubte nach ihren Ermittelungen nicht an diese Ausrede, bevor die Behörde zu weiteren Schutzmaßnahmen für die hiesigen Warenhäuser bestimmte Beschlüsse fassen wird. Soviel kann schon einigen Tagen nicht mehr zum Vorschein gekommen war und dann Strafbefehl über zehn Mart. Damit wird aber die Geschichte noch jezt als sicher mitgeteilt werden, daß die Gefahr einer Brand- vom Hausverwalter, der seine Stube öffnete, tot im Bette liegend nicht erledigt sein. Wahrscheinlich wird sich Meißner auch noch wegen entstehung durch Kurzschluß für die Berliner Warenhäuser vollständig aufgefunden wurde. Wahrscheinlich ist er am Herzschlag gestorben.unlauteren Wettbewerbes und vielleicht auch noch wegen Betruges ausgeschlossen ist. Nicht nur in allen hiesigen Warenhäusern, sondern Zwei gefährliche Brände hatte in der Nacht zum Mittwoch die gesehen. Neben den persönlichen Bewerbungen um den kostbaren zu verantworten haben, von Civilklagen auf Schadensersatz ganz abauch für sämtliche Gastwirtschaftsbetriebe ist die Maßregel getroffen, Feuerwehr zu löschen. Gegen 2 Uhr wurde die 4. Compagnie nach Bogel gingen noch gegen 400 schriftliche her, die für den Gastwirt daß sämtliche elektrische Kabelleitungen innerhalb von Räumen nicht dem Ausstellungspart in Moabit gerufen, wo in der sogen. allerdings teinen Wert hatten, weil sie seinen Vorrat an Getränken mur isoliert, sondern auch durch Bleimäntel gesichert sein müssen. Stünstlerklause Feuer ausgekommen war. Dort standen bei Ankunft und Speisen nicht verringerten. Beleuchtungsanlagen innerhalb von Schaufenstern müssen derartig der ersten Löschzüge, die von der ständigen Feuerwehr im Ausbeschaffen sein, daß jede Möglichkeit einer Brandentstehung ausstellungs- Part alarmiert worden waren, die Schaaldecke, trockene Neu- Weißensee. Einen langwierigen Prozeß führt der Restau gefchloffen ist. Laubgewinde, Leinetand- Dekorationen u. a. in hellen Flammen. rateur Adolf Garg in einer Verwaltungsstreitsache gegen die Durch fräftiges Wassergeben gelang es, die Gefahr bald zu beseitigen. Gemeindevertretung von Neu- Weißenfee. Im März 1902 wurde G. Eine Stunde später brach in einem Stesselhause in der Brizzerstr. 8, zum Gemeindeverordneten gewählt, jedoch aber nicht anerkannt, weil einem von mehr als sechzig Personen bewohnten Grundstüid, er die Eigenschaft eines Angesessenen nicht besigen sollte. Im Feuer aus. In einem Fraisereibetrieb waren Spähne in Brand Juni 1902 erfolgte die Ersazwahl und G. wurde wiederum gewählt; geraten, auch dort glückte es, die Gefahr so schnell durch energisches er konnte seine Eigenschaft als Angesessener nachweisen als Mitinhaber Wassergeben zu beseitigen, daß ein Teil der Mieter fast nichts davon eines Grundstücks und zwar des Grundstücks seiner Tochter. Nach der bemerkt hat. Kellerbrände beschäftigten die Feuerwehr dann noch in Landgemeinde- Ordnung find Teilhaber eines Grundstücks Angesessene der Gerichtstr. 84, Pflugftr. 6 und andern Orten. In der Wöhlert- und als solche wählbar, wenn durch Vereinbarung ein bestimmter Die Gemeindevertretung in Straße 16 brannte eine Wohnstube, in der verlängerten Lhchenerstraße Teilhaber das Recht ausüben will. auf freiem Felde eine Gartenlaube, in der Markusstr. 27 ein Schorn- ihrer Mehrzahl betrachtete jedoch die ganze Sache als Schiebung stein 2c. und erklärte die Wahl abermals für ungültig, worauf G. das Ver waltungsstreit- Verfahren erhob. Der Kreis- und Bezirksausschuß trat der Ansicht der Gemeindevertretung bei und liegt das Verfahren nunmehr beim Ober- Verwaltungsgericht. Allem Anschein nach wird die Wahlperiode des G.( 1904) ablaufen, bevor der Streit entschieden wird. Denn auf bereits mehrmaliges Ersuchen um Ansetzung eines Termins erhielt G. ziemlich gleichlautende Antworten. Die lette lautet: pa Berlegung einer Straßenbahnlinie. Die Verlegung einer weiteren Linie der Straßenbahn ist wegen Bauarbeiten notwendig geworden. Die Stromstraße zwischen der Turm und Perlebergerstraße wird zur Zeit asphaltiert und bei dieser Gelegenheit mit einem zweiten Geleise versehen. Um die Arbeiten möglichst zu beschleunigen und auch bei Tage ausführen zu können, ist die Linie 8( CharlottenburgGesundbrunnen) umgeleitet worden. Die Wagen dieser Linie vertehren in beiden Richtungen nicht durch die Strom- und Birkenstraße, sondern durch die ganze Perlebergerstraße. Die Arbeiten dürften in zwei bis drei Wochen beendet sein und dann die UmLenkung wieder aufgehoben werden. Eine eble Dreiftigkeit entwvidelte vor einigen Tagen der Durch Fernsprechschwindler empfindlich geschädigt werden vielfach Sekretär M. von dem bekannten Arbeitsnachweis der hiesige Geschäftsleute, insbesondere Gastwirte, welche ihre Fernsprech Holzindustriellen in der Alexanderstraße. Noch immer ist apparate dem Publikum zur Verfügung stellen. Dieser Gebrauch Dieser Arbeisnachweis vom Holzarbeiter- Verbande gesperrt und wird hat dazu geführt, daß Personen, welche häufig Ferngespräche haben, auch nach wie vor von Beobachtungsposten observiert. Als Verkehrs- unter dem Vorgeben, ein Ortsgespräch führen zu wollen, sich mit lokal dient den Posten seit langem schon eine dem Nachweis gegen Röln, Leipzig, Hamburg usw. verbinden lassen. Sie machen bei dem überliegende Wirtschaft, die vor einiger Zeit ihren Besitzer gewechselt Gastwirt vielleicht 20-30 Pf. Beche, während der Wirt die 1-3 m. hat. Der jezige Wirt erfreut sich nun einer ganz besonderen betragende Gebühr bei der Post zu bezahlen hat. In welchem Umpolizeilichen Aufmerksamkeit. So hat er z. B. nur bis 11 Uhr baß ein hiesiger Gastwirt in einem Monat 11 M. Ferngesprächs fange diefer Unfug getrieben wird, kann man daraus entnehmen, Konzession, auch werden feine Räumlichkeiten häufig nach den Boften stehenden Holzarbeitern abgesucht, kurz seine Gebühren bezahlen mußte, ohne daß ihm von den Sprechern auch Kneipe ist als focialdemokratisches Neft„ angetreidet". nur ein Pfennig ersetzt worden war. Berlin, 7. August 1903. Erwiderung auf die Anfrage vom 4. ds. Mts.: In der Ver waltungsstreitsache des Restaurateurs Garz zu Neu- Weißenfee wider die Gemeindevertretung ebenda kann nach der Geschäftslage des Gerichtshofes auch jetzt noch nicht Termin anberaumt werden. Unterschrift. Was nun die Polizei thun kann, fam, δας glaubte jeden- Der Verein der Aquarien- und Terrarienfreunde zu Berlin ist Natürlich wird niemand die Behauptung aufzustellen wagen, falls auch der Herr Sekretär M. thun zu dürfen. So kam er am 21. d. Mts. zum erstenmal mit einer Ausstellung, die bis zum daß das Verfahren absichtlich in die Länge gezogen wird, da denn in Begleitung eines Schußmanns in das Lokal gerannt, als 81. d. Mts. dauert, in den Räumen des Central- Klubhauses, Königs- ieber gute Staatsbürger weiß, daß bei uns alles seinen geschäfts wenn er dort alleiniger Herr und Gebieter wäre und suchte nach graben 14a, in die Deffentlichkeit getreten. Alle unfren faltblütigen ordnungsmäßigen Gang geht. Um aber auch selbst bloßen unberech einem Posten, der angeblich unorganisierte Arbeitsuchende belästigt Wasserbewohner, von dem einfachsten Stichting an bis hinauf zu tigten ermutungen den Boden zu entziehen, wäre es vielleicht haben sollte. Der Aufforderung des Wirtes, fich zu entfernen, bem stolzen Teleskopschleierschwanz, sowie viele der glizernden und zu ermöglichen, daß sich ein geschäftsordnungsmäßiger Weg zur Be leistete er erst nach längerer Zeit unter lebhaftem Wortwechsel Folge. im pruntenden Farbenschmud prangenden erotischen Fischarten schleunigung der Sache finden läßt. Einige Tage darauf kam er jedoch ganz ungeniert wieder herein, um haben sich dort ein Rendezvous gegeben. Aber nicht abermals auf Bosten zu fahnden. Jetzt wurde dem Herrn allerdings mur Fische allein, auch die lieblichen Kinder der Wasser laffen hat. Der Wirt hat ihn außerdem wegen Hausfriedensbruchs verklagt. zu es Beiträuter, dem Besucher in herrlichster Frische entgegen, so daß der Naturliebhaber volle Befriedigung an dem Gebotenen findet. Daß diesem Geist und Gemüt veredelnden Sport auch volle Aufmerksamkeit von feiten der Pädagogen gespendet wird, beties, daß das Anerbieten des Vereins an maßgebender Stelle, den Gemeindeschulen unter Leitung der Lehrer freien Eintritt zu gewähren, dankend angenommen und demselben bereits nachgekommen wurde. Achtung, Konditoren und verwandte Berufe! Heute abend Saal). Chauffeeftr. 103. Tagesordnung: Warum müssen die Kollegen fich einen Lohntarif erringen?" Referent: Kollege F. Weidler. Freie Aus Der Centralverband. prade Verband der Friseurgehilfen Deutschlands, 8 weigverein Berlin. Donnerstag, den 27. Auguft, abends 10 Uhr: große öffent liche Bersammlung im Grand Hotel Alleganderplatz( Eingang Neue Königstraße 44), blauer Saal. 1 Briefkaften der Redaktion. schienen, um die noch immer bei uns lagernden 60 M. abzuholen. O. F. 16. Sie irren die 16 Kriminalbeamten waren nicht er gefekt und die Kontrolle auszuüben hat. O. Klose, B. 50. Jst Sache derjenigen Körperschaft, welche ihn ein Parteitage zu stellen. Der Antrag muß vom Vertrauensmann unterzeichnet " Marktpreise von Berlin am 25. August 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Sammelfleisch Butter mittel " gering " " 13,10 13,08 " 13,06 13,04 gering " 13,02 13,00 " 14,50 13,70 mittel " 13,60 12,80 Eier gering " 12,70 12,00 " 16,60 15,40 mittel 15,30 14,10 gering " thafer, gut 7,00 5,00 1,80 1,20 " 1,40 1,00 " 1,60 1,20 " 1,80 1,20 1,80 1,20 17 2,60 2,00 60 Stüd 4,00 2,60 1 kg 2,40 1,40 2,60 1,40 " 3,00 1,20 " 2,40 1,20 " 1,80$ 80 " " 3,00 1,20 40,00 25,00 Bleie 1,40 70 " " 50,00 25,00 Krebse per Schod 18,00 3,00 " 60,00 20,00 Die Verhaftung zweier Einbrecher verursachte gestern morgen einen großen Auflauf am Lehrter Bahnhof. Der 32 Jahre alte ehemalige Schloffer Robert Welzel und der 19 jährige frühere Schreiber Adolf Muth wurden im Juli vorigen Jahres von der Kriminalpolizei auf frischer That ertappt und wegen wiederholten schweren Einbruchs vor Gericht gestellt. Wie das schon seit geraumer Beit üblich ist, machten sie den wilden Mann, wurden für gemein ohne Tricot Gedankenwindungen zu tanzen, ist der europäischen Barfuß- Tanz im Apollo- Theater. Die Kunst, unbeschuht und gefährlich geiftestrant erklärt und kamen nach Einstellung des Straf Stulturwelt bekanntlich vor einigen Monaten von der Ameritanerin verfahrens statt in das Buchthaus in die Jrrenanstalt Herzberge. iadora Duncan gezeigt worden. Zwar hat schon der ehrsame Atta Das war es, was fie gewollt hatten. Am 8. Juli d. I. fanden sie Troll die uralte Sentenz wieder aufgefrischt, daß Tanzen ein Gottesdie gesuchte Gelegenheit, aus der Anstalt zu entlaufen, und nahmen dienst sei, ein Beten mit den Beinen; aber damals war die Mensch- Mac Matthes. Jedes Parteimitglied ist berechtigt, Anträge zum sofort ihre frühere Beschäftigung wieder auf. Da ihnen aber Berlin unsicher war, so gingen sie in die Provinz. Hier haperte es aber heit für diese Wahrheit noch nicht reif, und ein anmutiges Kind aus werden. Der Antragsteller hat das Recht, auf dem Barteitage feinen 2inmit dem Absatz der„ Sore" und diese Schwierigkeit führte sie wieder der neuen Welt mußte uns erst den Abklatsch dreitausend- trag zu vertreten oder einen befreundeten Delegierten damit zu beauftragen. Nun ist nichts fertig aus in die Hände der Strafbehörden. Der hiesigen Kriminalpolizei jähriger Schönheit darbringen. des dem Haupte wurde von Neu- Ruppin ein Einbruch gemeldet. Die Beamten, die Jupiter entsprungen und auch Miß Welzel und Muth fannten, schlossen auf die Art der Arbeit" sofort, Jiadora Duncan mag drüben ihre Vorgängerinnen gehabt haben. Als solche gab sich gestern abend im Apollo daß die beiden entsprungenen Geistestranten" ihre Hand im Spiele haben müßten. Daher wurde der Lehrter Bahnhof scharf beobachtet. Theater Miß Mildred Howard de Grey. Der Bettel nennt Beizen, gut Heute morgen trafen die erwarteten Einbrecher mit der Beute ein. fie amerikanische Sensationstänzerin vom Kasino- Theater in New Die Kriminalbeamten ließen sie einstweilen ruhig gewähren. Dort und preist sie außerdem noch besonders als die OriginalBeide benahmen sich denn auch ganz verständig, wie alle andern Barfuß- Tänzerin Amerikas. In solcher Ursprünglichkeit wird die* Roggen, gut mittel Reisenden, sorgten für ihr umfangreiches Gepäck, das die Beute enthielt, Dame an nichts weniger gedacht haben als an griechische Schönheitsso gut, wie es auch ein geistesgesunder Mensch nicht besser hätte ideale; sie wollte ihrem derben Publikum wohl nur ein bißchen+ Gerste, gut thun tönnen, und schickten sich an, mit ihm nach der Stadt zu fahren. billigen Sinnentigel bieten. So nimmt es fich denn gar pußig aus, Erst in diesem Augenblick sprangen die Beamten zu, um sich der wenn sie im wallenden Phantasiekostüm auf die Bühne trippelt, fich Einbrecher und der Beute zu bemächtigen. Nun veränderte sich die erst auf dem zur Rechten stehenden Stuhl gemächlich die Schuhe ausLage mit einem Schlage. Die ruhigen und besonnenen Reisenden, zieht, dann auf Strumpfsocken zu dem Stuhl zur linken Hand hin die soeben noch die größte Umficht an den Tag gelegt hatten, wurden chreitet und sich dort auch der Strümpfe entledigt. Ein bis zu den plöglich wieder wild, rollten die Augen, schlugen und stießen mit nieen hinabreichendes Tricot mag der wunderliche Sittlichkeitsbegriffe Händen und Füßen um sich, hieben mit ihren Brecheisen auf die der Polizei verschuldet haben, der vor einigen Monaten im Apollo- Grbsen Beamten ein, waren aber trotzdem wieder so vernünftig, in die Theater überhaupt kein Auftreten ohne Tricot dulden wollte und Speisebohnen Droschte zu springen und den Verfuch zu machen, ihrem Schidfal im sich nun wenigstens halbe Stonzession hat abringen laffen. Ein Tanz Linjen legten Augenblid noch zu entgehen. Aber die Kriminalbeamten Trilby" und ein andrer, furz und bündig„ Tanz- Jbylle" genannt, folgten ihnen in Wagen, ließen fie nicht mehr sind voller Liebreiz. Das Publikum vergißt die eben erwähnte EntTos und fuhren unter einem großen Auflauf mit ihnen leidungsscene und tommt am Ende zu der Einsicht, daß auch auf nach dem der Bühne nicht die Nacktheit in züchtiger Geberde, sondern eher die Bolizeipräsidium zu von bannen. Hier gab Muth den wilden Mann" auf, während Welzel auch noch Scheu vor ihr unsittlich ist. Dann aber folgt etwas Entfeßliches: ein Cafe Walt im Gigerl- Kostüm. Es ist als wollte jemand weiter seiner Rolle treu blieb. Muth, der einsah, daß nichts mehr zu machen sei, wurde wieder ganz vernünftig und ruhig und mit aufgeträmpelten Hemdsärmeln an einem Familienball teilerklärte dann frei heraus, daß er sich früher nur verrückt gestellt nehmen. Mit dieser Leistung hat Miß de Grey über die Beweg habe, um seiner Strafe zu entgehen. Jetzt wolle er aber die ver- gründe ihres Barfußtanzes den Stab gebrochen. Möge fie mit biente Strafe auf sich nehmen. Auch an Welzel habe er die ganze ernstem Bemühen bei ihrer Nachahmerin Miß Duncan in die Lehre Zeit, die er mit ihm zusammengewesen sei, nicht eine Spur von gehen. Geistesgestörtheit wahrgenommen. Muth wird daher wieder dem Der Sportpart Friedenau, welcher am legten Sonntag dem Hamburg 761 Untersuchungsrichter zugeführt werden, während man Welzel wohl sportliebenden Publikum das ausgezeichnete Dauerrennen um den Frank.a. M. 766 3 nach Herzberge zurüdbringen muß, da nichts mit ihm anzufangen Großen Preis von Berlin bot, bereitet für die nächsten Sonntage Rünchen 769 23 ist. Welzel hatte übrigens die Freiheit auch benutzt, eine Karten- noch einige Rennen vor, die den Höhepunkt der Saison erreichen Bien 766 29 Tegerin oder Wahrsagerin aufzusuchen. Sie hatte ihm auf einem dürften. Am 6. September ist seitens der Direktion der berühmte Bettel eine Auskunft gegeben, die ganz auf ihn paßt:" Große Schäße franzöfifche Steher Dangla gewonnen worden, der erst fürzlich wirst Du nicht erwerben, aber Dein Fleiß und Deine Redlichkeit den von Robl geschaffenen Stunden- Weltrekord von 80 Kilometer gewähren Dir ein sicheres Auskommen!" 633 Meter noch um ca. 500 Meter verbessern konnte. Der Wunsch den 9 Richtstroh * ab Bahn. Starpfen Aale Bander 14,00 12,90 Hechte 4,16 3,66 Barsche 6,90 4,80 Schleie † frei Wagen und ab Bahn. Witterungsübersicht vom 26. August 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Better Temp. n. T. 5°.4° R. Stationen Barometer richtung Wind Windstärke Better Temp. n. T. 5° 4°. wolfen! 11 Swinemde. 760 SW 2bebedt 14 Haparanda 760 Still 2bedect 13 Betersburg 765 SW heiter Berlin 762 2 2voltig 14 Cort 2wollig 15 Aberdeen 5halb bb. 14 Baris 4mollig 15 14 7672 4Regen 12 770 SGD 1wolten! 12 Wetter: Prognose für Donnerstag, den 27. August 1903. Bunächst vielfach heiter bei steigender Temperatur und lebhaften stb. westlichen Winden; später neue Trübung und etwas Regen. Berliner Wetterbureau. Grösstes Geschäft der Welt Sonnabend, den 29. August: in 223/5 Gänse- Artikeln Grosses Herbstfest: mb von Hermann Leissner, Berlin C., Klosterstrasse 93, 94, 95, empfiehlt täglich frisch und in grosser Auswahl 6derbrucher Fettgänse und Stopfgänse in nur Prima- Ware, sowie sämtliche Gänse- Artikel als Gänseklein 90 Pf. Gänsefleisch( Keulen mit Rücken) à Pfd. 60 Pf. Gänsefleisch ohne Keulen à Pfd. 40 Pf., u. Gänsehaut. Gänseliesen à Pfd. 1,20 M. Gänselebern à Pfd. 1,20 Pf. Gänsekeulen, frisch und gepökelt. Gänserümpfe. ff. frische weisse Gänse- Stopf- Leber, anerkannt beste Gänsegrieben à Pfd. 2 M. ff. Gänse- Leberwurst à Pra. 2 M. Räucherkeulen mit und ohne Knochen. Garantiert reines, frisches Gänseschmalz à Pfd. 1,20 M. Pa. Pa. Spickgans( Rollbrust), im Ganzen à Pfd. 1,80 M., ausgeschnitten à Pfd. 2 M. ff. 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