Nr. 202. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 t, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 art, für das übrige Auslans& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel. zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Insecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Noresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. ,, Neue Taktik." Sonntag, den 30. August 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. " demonstrativen Abstinenz, die z. B. den preußischen Liberalismus So scheint es fast der Uebermut eines allzu sicheren Einheitsin den fünfziger Jahren verführte, der aus Rechtsbrüchen empfindens zu sein, daß es dem unerforschlichen Ratschluß eines hervorgegangenen neuen Junkerherrschaft das Feld zu räumen. grübelnden Parteischriftstellers gefiel, eine„ Vicepräsidentenfrage" auf Unfre Gegner spigen wieder die langen Ohren. Zu unsrem Dieser selbe Liberalismus aber endigte in einem vollkommenen Ver- die Tagesordnung der öffentlichen Diskussion zu setzen. Wer die Dresdener Parteitag hat sich noch gerade rechtzeitig, wie wir das zicht auf jede principielle Politik und in ein Aufgehen in der kurz- obigen historischen Erinnerungen gelesen hat, wird sich nicht darüber seit Jahren gewohnt sind, eine erregte Diskussion angesponnen, die sichtigen Anarchie der Tagesfragen; die Politik wurde zum Schacher. erregen, daß auch diefes klägliche Problemchen wieder zu dem mit der üblichen temperamentvollen Offenherzigkeit ausgefochten Ist das Problem der Verschmelzung von principieller und Range eines Symptoms" oder gar eines Princips emporwird. Wieder schlagen wir auf einander los, und unsre Feinde praktischer Politik schon für die bürgerlichen Parteien schwierig, so gewuchert ist. bliden gespannt, ob nun wohl endlich der Koloß der social- wächst die Schwierigkeit für die Socialdemokratie in demselben Nun ist es aber Klar, daß die Vicepräsidentenfrage nicht in die demokratischen Partei in Trümmer gehen würde, das heißt ob Grade, als der Umfang unsrer principiellen Forderungen über die Reihe jener bedeutsamen Diskussionen gehört, die bisher in der die Socialdemokratie selbst ein Werk verrichten wolle, das aller bürgerlichen national und zeitlich gebundenen Parteiprogramme, Bartei geführt worden sind. Es ist lediglich eine Marotte und überHaß und alle List, Verfolgungen und Umwerbungen der Gegner nicht die nur lose Sammlungen einzelner Reformvorschläge darstellen, haupt keine Frage für die Socialdemokratie, sondern höchstens für zu erreichen vermochten. Die Hoffnungen unsrer Gegner find natürlich hinaus sich zu einem weltumfassenden und weltumbildenden das parlamentarische Selbstbewußtsein der bürgerlichen Parteien. umsonst, aber die Frage muß einmal aufgeworfen werden, ob es granitenen Systembau weitet, aus dem kein Stein gebrochen Denn abgesehen von allen Erwägungen über die Hofgängerei ist denn überhaupt notwendig und begründet ist, solche Hoffnungen zu werden kann. gerade vom Standpunkt einer praktischen Politit aus die Frage für erregen. Ein von uns allen verehrter Mann hat neulich das Zorn- Es ist selbstverständlich, daß von der Socialdemokratie diese stachlige uns völlig gleichgültig. wort im Vorwärts" drucken lassen, daß die Zeit des Vertuschens Aufgabe, principielle und aktuelle Politik widerspruchs- und reibungslos Einmal denken die Bürgerlichen Parteien nicht daran, und gegenseitigen Komödiespielens in der Partei vorbei" sei. Wir zu einer innigen Einheit zu führen, nicht in einem Tage unsern Anspruch zu befriedigen. 1895 freilich, nach dem und mit uns wohl die große Masse der Parteigenossen haben uns lösen konnte. Es gab Schwankungen und Irrungen, man tastete tonservativ nationalliberalen Präsidentenstreit infolge der abbeim Lesen dieses Satzes verwundert gefragt: Wie, diese leidenschaft- und probte, bis schließlich das Problem, mit der geschichtlichen gelehnten Bismarck- Ehrung, wurde uns der zweite Vicepräsidentenlichen Auseinandersetzungen der letzten Jahre, die vor keinem starten Entwicklung selbst reifend, in bewunderungswürdiger Weise posten angeboten, wir verzichteten aber schon bei den VorverhandWort zurüdschreckten und in der hellsten Deffentlichkeit alle inneren gelöst wurde. lungen auf die zweifelhafte Ehre. Heute, regierende Partei geBeschwerden zur Sprache brachten das war Vertuschen und Ende der sechziger Jahre stand noch selbst die Beteiligung worden, denkt das Centrum nicht mehr an irgend welche parlamen Komödiespielen? In gewissem Sinne freilich geben auch unsrer Partei an den Reichstagswahlen in Frage. Und als man tarische Gerechtigkeit. Man weigert uns den Anspruch aus nichtigsten wir zu, daß in der Partei ein wenig Komödie gespielt wird und daß sich halb widerwillig dazu entschloß, hielt man es mit den Gründen, obwohl man damit selbst den bürgerlichen Parlamentarises an der Zeit ist, mit diesem Komödiespielen ein Ende zu machen: demonstrativ agitatorischen Zwecken für unvereinbar, gemeinsam mus schwächt und entwürdigt. " V Wir lieben es, uns einander äußerlich wie Gegner zu behandeln, mit den bürgerlichen Parteien Gesetze zu machen, sich etwa mit Zweitens aber erheben wir den Anspruch einfach deshalb, weil obwohl wir uns doch alle bewußt sind, daß wir auf Tod und Leben Anträgen an der Gewerbe- Ordnung zu beteiligen. Diese Starrheit wir auf fein uns zustehendes Recht verzichten, nicht weil wir irgend miteinander verbunden sind, durch gleiche Ideale, gleiche Kämpfe, jedoch wurde zwar beschlossen, aber niemals durchgeführt. Der einen Vorteil für uns daraus zu entnehmen hoffen. Im Gegenteil: durch die Ueberzeugung und das Gefühl, daß unsre unsterbliche Seele socialistische Gedanke selbst war viel zu arbeitslustig, als daß er sich Aufmerksame Beobachter des Bollkampfes find längst zu der lleber unfre unsterbliche Sache ist. Wir sind eine Gemeinschaft, die durch aus der lebendigen Arbeit des Tages verdrängen ließ. An den zeugung gelangt, daß uns ein socialdemokratischer Vicetausend unzerreißbare Banden aneinander gefesselt ist und heftigen Streit, um die Stichwahlpolitik- Parteitagsbeschluß, der die präsidentin kritischen Situationen eher schädlich dennoch erwecken wir so gern den Anschein, als ob die Partei aus Unterstützung der Freisinnigen verbot! um den Eintritt in den als nüßlich wird, und daß es für uns viel vorteil. auseinanderstrebenden Elementen bestünde. Freilich, darin besteht Seniorentonvent sei nur erinnert. 1885 wurde in Frankfurt eine hafter wäre, wenn anständige bürgerliche Barlamentarier, die auch ein Gutteil unsrer Kraft, daß wir allein frei aussprechen dürfen, Resolution gefaßt, die sich nicht enthalten konnte, die Abgeordneten der Pflichten ihres Amtes unter allen Umständen eingedent bleiben, woran jede andre Partei zersplittern müßte. daran zu erinnern, daß ihre praktische Arbeit im Parlament nicht das Präsidium übernähmen. Einige unglückseligerweise mit staatsWenn unsre Partei- Erziehung vielleicht hier und da noch einer sehr viel wert sei und daß es im wesentlichen auf die agitatorische männischen Talenten ausgestattete Parteigenoffen denken anders Nachbesserung bedarf, so auf dem Gebiet unsrer Parteidiskussionen. Thätigkeit antomme. Besonders heftig tvar der Kampf über die Vorteile. Das ist zwar eine falsche Meinung, aber fein Wir schelten zwar gern in Augenblicken der Ungeduld auf die um die Beteiligung an den Stadtverordneten- Wahlen. In einer Verbrechen, und noch weniger Anlaß zu einer Partei- Aktion mit Theoretiker, obwohl doch die theoretische Grundlegung unsrer Partei großen Berliner Versammlung vom März 1888 fam es zu allem Zubehör von„ Symptomen", von, Principien", von„ Opportu unser höchster Stolz ist. Trotzdem aber zeigen wir eine merkwürdig erbitterten Auseinandersetzungen. Ein Parteigenosse führte aus: nismus“ und„ Radikalismus“. geringe Widerstandsfähigkeit gegen das Aufdrängen von theoretischen Wir wollen nichts Halbes und im übrigen verstößt es gegen das Es läßt sich so wenig über die höchst einfache und ganz unDiskussionen, für die gar keine innere Notwendigkeit da ist. Das wächst socialdemokratische Programm, wenn wir uns an einer Klassenwahl bedeutende Präsidentenfrage sagen, daß es fast märchenhaft ist, wie dann lawinenmäßig an, und nach kurzer Zeit scheint es, als ob wir mit offener Abstimmung beteiligen." Ein Freund der Beteiligung man darüber so viel zu sagen vermocht hat. Und wenn es nichts Wichtigeres zu thun haben, als über die gleichgültigsten Dinge behauptete, es seien Polizeispizzel gewesen, die von der Wahl abzu- dabei zu nicht sehr erquicklichen Auseinandersetzungen zwischen zu reden, nur weil es irgend einem Theoretefierer gefallen hat, seinen halten gesucht hätten. Es wurde schließlich folgende Resolution an- einigen Parteiführern gekommen ist, so wäre auch das zu ertragen. Wiz auf diese Frage fallen zu lassen. Da es nun menschlich ist, daß genommen: Denn es kommt wirklich für das Schicksal der Partei nicht auf sich bei solcher Gelegenheit auch persönliche Neigungen und Abdie Meinungen der Führer an, die immer nur als Berater, Erzieher, neigungen äußern, daß impulsive Befürchtungen und das natürliche Vertrauensleute, Fachmänner ihre Bedeutung haben, während alle Bedürfnis, recht zu behalten, mitwirken, so nimmt die Diskussion oft Hoffnung wie auch alle Gefahr in den Massen liegt. So lange in eine Schärfe an, die nur dann erwünscht und notwendig wäre, wenn der deutschen Socialdemokratie dieser kühne, idealistische, weitblickende es fich um Lebensfragen der Partei handelte. Aus einem grilligen und zugleich besonnene Geist herrscht, der das ganze Gebiet der Einfall wird so ein bedeutsames Princip oder ein schreckliches Symptom für gefährliche Unterströmungen. Das beliebte, aber nicht sehr lange bleibt die Socialdemokratie stark und unüberwindlich, und es förderliche Vokabel- Fangspiel zwischen Princip und Taktik wird fleißig ist keine Befürchtung die einzige wirkliche Gefahr-, daß die geübt. Und das leble an alledem ist, daß wir darüber die Zeit deutsche Arbeiterbewegung der englischen Krankheit kurzsichtiger, zunftfür wichtigere Probleme verlieren. In unsrer Partei hat nun einmäßiger Interessenpolitik verfällt. Ob der eine Führer da dieses redet, mal jeder das Menschenrecht, Thorheiten, die ihm im Kopfe be= Das war ein Teil der guten alten" Taktik, wenn freilich auch oder jenes schreibt, tommt gegenüber den großen Entwicklungsmöglich drohlich umgehen, in der Presse und in Versammlungen los zu werden, nach einiger Ueberlegung der Beschluß als„ unselig" bezeichnet wurde. feiten nicht in Betracht, und diese schicksalsschweren Entscheidungen werden und er darf in der Bethätigung dieses Menschenrechtes auch nicht Der legte große taktische Kampf galt der Beteiligung an den nicht durch litterarische Einfälle bestimmt. Daran freilich hat jeder beschränkt werden, weil solche Thorheiten das einzige Mittel find, preußischen Landtagswahlen. 1893 wurde in Köln die Wahlenthaltung das Seinige beizutragen, daß dieser Geist der Massen kraftvoll weiter um in der bürgerlichen Welt zu etlichem Ansehen zu gelangen beschlossen, besonders weil es den bisher beobachteten Grundsätzen strebe, in dem sich jenes innige Bündnis von principieller und und wohl gar den Ruf eines flugen der Partei bei Wahlen widerspricht, sich in Kompromisse mit feind- praktischer Politik vollzogen hat. und selbständigen Kopfes zu erringen. Vielleicht wäre es lichen Parteien einzulassen, weil diese notwendigerweise zur Demo- Wir hätten nicht das Bedürfnis gehabt, noch einmal auf die da wünschenswert, daß manche Parteiredaktionen gelegentlich ralisation und zu Streit und Zwietracht in den eignen Reihen führen ein etwas größeres Verantwortlichkeitsgefühl bewiesen, indem sie müssen". Dagegen wurde eine Agitation für das allgemeine gleiche, im Voraus den Eindruck mancher litterarischen Einfälle abschätzen und von der Pflicht des Redakteurs Gebrauch machen, fühler Berater hitziger Mitarbeiter zu sein. Staatsmannes und " In Erwägung, daß bei einer Beteiligung an den Kommunalwahlen der Aufwand an intellektuellen und materiellen Kräften zu den möglicherweise erwachsenden Vorteilen in feinem Verhältnis steht, in fernerer Erwägung, daß durch die Erfahrung hinlänglich erwiesen ist, daß die Eroberung einiger Site in der Stadtverordneten- Versammlung die aufsteigende Entwicklung der politisch- socialen Verhältnisse als eine untrennbare Einheit erfaßt, so Arbeiterpartei in keiner Weise gefördert hat, dagegen durch fich breitmachendes Strebertum und Autoritäts- Geschrei die Partei korrumpiert wird, beschließt die Versammlung, die Beteiligung an den Kommunalwahlen abzulehnen." taktischen Auseinandersetzungen einzugehen, denen irgend welche Bedeutung zuzuerkennen uns niemand zwingen wird. Wir würden fie geheime und direkte Wahlrecht zu den Landtagen energisch empfohlen. unter die nun einmal üblichen Sommerdiskussionen rechnen, die zwar Es wurde von einem Redner erklärt:„ Kompromisse sind Verrat, die ein nichts nügen, aber auch nichts schaden, wenn uns die augenblickliche Princip opfern". Für die Beteiligung erklärte sich damals niemand. politische Lage nicht mit der Sorge erfüllte, man könnte auch nur Es ist weder richtig, wenn man in der neuerlichen Partei- Vielleicht war in jenem Augenblick der Beschluß auch ganz richtig, einen irgendwie wesentlichen Teil der kostbaren Dresdener Zeit mit diskussion von der Beibehaltung der„ guten alten" Tattit spricht, aber die Begründung war falsch. Denn bei der Frage der zwecklosen internen Auseinandersetzungen verschwenden. Diese Tage noch bedürfen wir der Propheten, die uns eine neue Tattit an- Kompromisse kommt alles darauf an, wer führt. Für eine kleine gebühren vielmehr lediglich Erörterungen von entscheidender Beempfehlen. Die deutsche Socialdemokratie hat sich vielmehr nach Partei werden Kompromisse leicht gefährlich, sie gerät in Ab- deutung, sie müssen das Rüstzeug stählen wider die Feinde ringsum. einem Menschenalter schwerer Kämpfe gerade in den letzten Jahren hängigkeit von ihren Feinden. Ist aber die Partei so start geworden, Vielleicht noch niemals hat die Socialdemokratie vor so folgenzu einer vollständigen Klarheit über die einzig mögliche Taktik daß sie die Führung übernimmt, daß sie ihre Bedingungen bittieren schweren Wendungen gestanden. Täuschen wir uns nicht darüber: durchgerungen. Es giebt keine alte, keine neue, sondern nur noch tann, so schwindet jede Gefahr und es wäre selbstmörderisch, auch Unser Wahlsieg hat in den herrschenden Klassen und leitenden Kreisen die Taktik. unter den ungünstigsten politischen Rechten sich der politischen Aktion einen weit tieferen Eindruck gemacht, als nach außen hin zum AusDie Taltit, welche die deutsche Socialdemokratie verfolgt, ist zu enthalten. So wurde ein Beschluß, der 1893 vielleicht noch richtig drud kommt. Es wühlt und gärt. Das Centrum ist offenbar bereit, nicht vom Himmel gefallen, sondern erst allmählich erarbeitet. Es war, im Laufe der Zeit zu einem verhängnisvollen Irrtum. Heute die Partei der Staatsrettung zu werden. Liefert man ihm in ist eine nicht sonderlich tiefe Betrachtungsweise, wenn man taktische bestehen in der Partei taum noch zwei Meinungen darüber, daß Preußen die Schule völlig aus, so ist es im Reich für jede SchandProbleme mit den mehr verwirrenden als klärenden Gegensatz- man sich schon deshalb an den Wahlen beteiligen muß, weil es er- that zu haben. Begriffen Radikalismus und Opportunismus, Marrismus und fahrungsgemäß keinen andren Anknüpfungspunkt für eine lebhafte, In einer solchen Lage hat die Socialdemokratie und der Revisionismus oder wie sonst diese Totschläger geistiger Verständigung teimkräftige Agitation giebt. Parteitag teine Zeit zu Plänkeleien, wie sie vor dem Parteitag Politische Uebersicht. lauten mögen, bezeichnet. Unwandelbar ist in der deutschen Social- Mit der Erledigung der Landtagswahlfrage ist das legte wichtige graffiert haben. Wir haben vielmehr nur eine Aufgabe: Rat zu demokratie allein das Grundgesez unsrer Taktik die aus dem Klaffen taktische Problem gelöst. Es giebt keine denkbare taktische Frage auf pflegen, auf welche Weise, in welchen Formen wir unser Dreikampf folgende selbständige proletarisch- revolutionäre Politik. Ueber die diesem Gebiete mehr für die Socialdemokratie; denn die Frage der millionen- Mandat für die Interessen des Proletariats, des deutschen richtige Anwendung dieses taktischen Grundgefeßes aber ist von Beteiligung an einer bürgerlichen Regierung kommt für Deutschland Volkes und der Zukunft nuzbar zu machen vermögen. jeher Streit gewesen, bis es endlich in der socialdemokratischen überhaupt nicht in Betracht. Wir haben die volle Einheit zwischen Aftion der neuesten Zeit zur Lösung und Einheit gediehen ist. Das principieller und praktischer Politik gefunden. Wir haben gelernt, tattische Problem liegt allein in der Verbindung jeden Vorteil für das Proletariat zu greifen, ohne auch nur ein Jota principieller Forderungen mit den Ansprüchen unsrer Forderungen als Kaufpreis dranzugeben. Wir arbeiten auf Berlin, den 29. Auguft. der praktischen Politik des Tages, der jeweiligen allen Gebieten, bohren uns in alle Institutionen hinein, aber wir Ansiedelungskommission und Landbank. Situation. denken nicht daran, das Erstgeburtsrecht unsrer demokratischen und Zu den Behauptungen der Posener Neuesten Nachrichten" über Das Problem gilt auch für die Bürgerlichen Parteien, aber sie socialistischen Forderungen um Augenblidsvorteile willen zu ver- die Unterstützung der Landbank- Spekulanten aus dem sogenannten haben es nicht zu lösen verstanden. Der demokratisierende Libera- schachern und preiszugeben. Das ist die Klarbewußte Tattit der Germanisationsfonds bringt die„ Berliner Korrespondenz" eine lismus begann damit, der principiellen Forderung jede Rücksicht auf Socialdemokratei, die nicht die gute alte ist, die aber auch feiner längere Darstellung, die den Zweck haben soll, die Angaben des die aktuelle Politik zu opfern; seine Tattit wurde zur leeren Revisionen mehr bedarf. Pofener Blattes zu widerlegen. Sie schreibt: In verschiedenen Blättern sind neuerdings heftige Angriffe gegen ble Ankaufsthätigkeit der Ansiedelungskommission erhoben worden. Man macht ihr zum Vorwurf, daß sie sechs namentlich aufgeführte Begüterungen im Flächeninhalt von etwa 10 000 Hektar von der Landbank zu hohen Preisen erworben habe, die von dieser selbst vor Jahren zu teuer gekauft worden seien, und für die letztere deshalb feither vergeblich Abnehmer gesucht habe. Besonders belastend falle dabei ins Gewicht, daß die Güter der Ansiedelungskommission von den früheren Befigern zu billigeren Preisen angeboten worden seien, diese aber den Ankauf abgelehnt habe. Die Aufklärungen der Berliner Korrespondenz" leiden also in schen Wahlkreisen wird fallen gelaffen, es werden etwa 28-30 Wahl den Hauptfragen an erheblicher Unklarheit. Uebrigens ist jetzt ein neuer Präsident für die Ansiedelungskommission in der Person des bisherigen Landrats Blomeyer aus Meserig ernannt worden und es wird zugleich berichtet, daß die Organisation der Ansiedelingskommission geändert werden soll. Sollte man von der neuen Organisation eine bessere Wirtschaft in der totorisch mit starkem Difizit arbeitenden Kommission erwarten? Deutfches Reich. Des Kaisers Bürde. Es ist bereits von andrer Seite zutreffend darauf hingewiesen worden, daß es nicht erfindlich sei, weshalb die Ansiedelungskommission, die, wie die Verhältnisse sich nun einmal seit dem Jahre 1886 gestaltet haben, schon seit längerer Zeit genötigt ist, Der deutsche Kaiser, der in den nächsten Tagen in verschiedenen überwiegend aus deutscher Hand zu kaufen, weil polnische Güter nur thüringischen und sächsischen Städten erwartet wird, die er aus Anlaß noch ausnahmsweise zu haben sind, nicht auch von der Landbank der Teilnahme an den Manövern besuchen wird, hat am Freitag kaufen sollte. Es kann sich vielmehr nur darum handeln, ob die in Kassel eine Tischrede gehalten. Er sagte nach dem Wolffschen erworbenen Güter für Ansiedelungszwecke wohl geeignet sind, der Bureau unter anderm: Preis ein angemessener ist, und ob die Ansiedelungskommission in der That die Gelegenheit, diese Güter von den früheren Besizern billiger zu kaufen, ohne ausreichenden Grund hat unbenutzt vorübergehen lassen. Die Güter, von denen die Rede ist, sind folgende: 1. Die Rittergüter Morasto und Glinno Kreis PosenDst mit 2. Das Rittergut Mochel Kreis Bromberg. 3. Das Rittergut Joachimshof Kreis Gnesen 4. Das Rittergut Pila mit dem Gute Bodusseto Kreis Obornik 5. Das Rittergut Pakoslaw Kreis Rawitsch 6. Die Herrschaft Schmiegel Kreis Schmiegel. • . 1466 ha 558 " Ich freue mich, auf dem Boden zu sein, auf dem ich gelernt habe, vou fundiger Hand geleitet, daß die Arbeit nicht nur um sich selber willen da ist, sondern daß man in der Arbeit seine Freude finden soll. Die ernsthaften, unablässigen Vorjatbereitungen, die ich in meinen Studien auf dem Gymnasium und unter der Leitung des Geheimrat Hinzpeter hier vornehmen konnte, haben mich befähigt, die Arbeitslast auf die Schultern zu nehmen, die von Tag zu Tage in wachsender Bürde zunimmt. Und wenn schon damals meine Lehrer, überzeugt von der hohen Aufgabe, die ihnen übergeben war, alles daran jetzten, jede Stunde und jede Minute auszunuzen, um mich für den kommenden Beruf vorzubereiten, so glaube ich doch, daß niemand von ihnen sich darüber hat klar sein können, welche ungeheure Arbeitslaft und welche niederdrückende Verantwortlichkeit demjenigen aufgebürdet ist, der für 58 Millionen Deutsche verantwortlich ist. Jedenfalls bereue ich keinen Augenblick die mir damals schwer vorgekommenen Zeiten, und ich kann wohl sagen, daß die Arbeit und das Leben in der Arbeit mir zur zweiten Natur geworden sind. Und das danke ich dem Kasselaner Boden. " 421 1519 " 1400 • " " 4000 9364 ha Diese Güter sind sämtlich, wie von sachverständiger Seite eins geholte Gutachten bestätigen, zur Kleinkolonisation hervorragend geeignet, ihren Erwerb hat die Behörde überdies nach pflichtmäßiger Prüfung aus nationalpolitischen Gründen für dringend erwünscht erachtet. Vor dem Erwerbe durch die Landbank waren der Ansiedelungskommission seitens der früheren Besitzer zum Kaufe angeboten worden: 1. Das Rittergut Mochel, damals noch 985 Heftar groß, für 1 130 000 M., also für 1147 pro Hektar. Demgegenüber hat die Anfiedelungskommission für 558 Hektar der Landbank 600 000 m. bezahlt, das sind 1075 M. pro Hektar, den Rest hat die Landbank anderweit für 460 917 m. verkauft. 2. Das Rittergut Joachimshof für 425 000 M., während die Anfiedelungskommission der Landbant nur 395 000 M. bezahlt hat. 3. Die Rittergüter Morasto und Glinno ohne Angabe einer Preisforderung. Die Ablehnung erfolgte im Jahre 1894 zu einer Zeit, wo die beschränkten Mittel der Ansiedelungskommission, deren Auffüllung damals noch nicht zu erwarten stand, den Erwerb der= artig großer vereinzelter Objekte in der nächsten Umgebung von Bofen nicht gestatteten, vielmehr an erster Stelle zur Massierung des bis dahin erworbenen Ansiedelungsbesizes Verwendung finden mußten. Die Ansiedelungskommission hat der Landbank für diese beiden Güter 1710 000 m. bezahlt, das sind 1166 M. pro Hektar. Da der frühere Befizer sie der Ansiedelungsfommission überhaupt ohne Preisforderung angestellt hatte, läßt sich nicht behaupten, daß diese von ihm billiger gekauft haben würde. Jedenfalls hat die AnsiedelungsTommission die in der Nähe belegenen Güter Golenczyn und Solacz von deren Besitzern zu wesentlich höheren Einheitssäzen pro Hektar gekauft. Das Rittergut Pila( oben zu Nr. 4) ist der Ansiedelungsfommission vom Vorbesizer überhaupt nicht angeboten worden, das Angebot erfolgte vielmehr zum erstenmal durch die Landbank. Was endlich das Rittergut Pakoslaw und die Herrschaft Schiniegel anlangt, so ist die Landbank niemals Eigentümerin dieser Besizungen gewesen. Pakoslaw, früher dem polnischen Grafen Leo v. Czarnecki gehörig, hat vielmehr ein Beamter der Landbank erworben und ohne jeden Verdienst zu dem von ihm gezahlten Preise der Ansiedelungskommission überlassen. Bei dem Anfaute von Schmiegel aber hat die Landbank lediglich als Vermittlerin mitgewirft. Diese Vernittelung hat sich für den Ansiedelungsfistus als besonders vorteilhaft erwiesen. Denn während der Besizer der Ansiedelungskommission ursprünglich die Forderung bon 4 200 000 m. gestellt hatte und nach längeren Verhandlungen dem Fiskus gegenüber nur eine Ermäßigung auf 4 Millionen zugeftehen wollte, wobei das Geschäft nicht zu stande kam, hat die Landbank diese Begüterung der Ansiedelungskommission schließlich für 3 770 000 9. verschafft. Provinz Hessen v. Bedlig- Trüßschler teil, den der Kaiser als OberAn der Tafel nahm auch der bisherige Oberpräsident der präsidenten nach Schlesien berufen hat. Der Kaiser nahm hieraus Veranlassung, sich auch über die Aufgaben eines Oberpräsidenten zu äußern. Er sagte: freise neu eingeteilt und zwar unter dem Gesichtspunkte möglichst gleichartiger Vermischung von ländlicher und städtischer Bevölkerung und unter Zugrundelegung einer ungefähr gleich großen Wählerzahl für alle Wahlkreise. 6. Eine Reform der Ersten Kammer nach modernen politischen und wirtschaftlichen Grundsätzen soll erfolgen.. " 1 Eine offizielle Berherrlichung des Katholikentages bringt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung": „ Der Verlauf dieser Jubiläumsversammlung war glänzend, sowohl was die Zahl der Besucher und die festlichen Veranstaltungen anlangt, als was die Liste der Redner und die Aufnahme ihrer Ausführungen betrifft. Die Organisation des Centrums, die Stellung seiner Führer und die Treue der Massen seiner Anhänger gelangte so zum Ausdruck, daß, lediglich von der politischen Seite betrachtet, eine andre bürgerliche Partei diesem Ratholikentage schwerlich etwas Gleichwertiges zur Seite zu fezen vermag. Angenehm berührte vor allem die Zurückweisung jedes Einflusses fonfessioneller Zersplitterung auf das politische Leben und die Betoming der patriotischen Gesinnung aller Teilnehmer der Versammlung. Diese Seite des Jubiläums- Katholikentages trat besonders bedeutsam in den Ansprachen des Erzbischofs von Köln, des Kardinals Dr. Fischer, in die Erscheinung, und die Bemerkung des Kardinals, daß der ein Verräter am Vaterlande sei, der in diesen ernsten Zeiten, wo der Geist des Umsturzes an der Zerstörung von Thron und Altar arbeite und am Lebensmark unsres Volkes nage, die konfessionelle Spaltung erweitern und diese beflagenswerte Kluft, die mitten durch das Herz der Nation gehe, zu einer noch mehr flaffenden machen wollte, verdient weit über die Kölner Kotholikenversammlung hinaus gehört zu werden." Nach Canossa gingen wir bekanntlich nicht! Jetzt steht die Regierung im Büßerhemde vor der allmächtigen Kirche und bettelt um ihre Hilfe wider den Umsturz. " Eine Klerikale Arbeiterrede. Mit unfren diesbezüglichen Ausführungen vom Katholikentag in Nr. 199 des Vorwärts" beschäf tigen sich die heutige„ Germania" und ihr Ableger für Berlin, die „ Märkische Volkszeitung". Mummenschanz", schreibt die beiden gemeinsame Beilage entrüstet, nennt das rote Centralorgan die imponierenden Arbeiterversammlungen, und in seinem Delirium weiß es nicht, was es mehr bewundern soll:„ die katholischen Arbeiter, die solche Heucheleien( die in den Versammlungen gehaltenen Reden) geduldig. anhören und ihnen gar noch Beifall spenden, oder jene bewußte Dreiftigkeit, die unbefümmert um die handgreiflichsten Thatsachen des politischen und ökonomischen Lebens die Wahrheit mit der gleichmütigen Miene des Biedermannes seelenruhig auf den Kopf stellt." Schmerzlich bewegt es mich, daß ich am heutigen Tage, ehe ich das Wohl der Provinz ausbringe, zugleich das Scheideglas für Ew. Excellenz trinken muß. Wenn etwas meinen tiefen Schmerz noch erhöht, so ist es das, daß ich mit Rührung sehe, wie aus allen Teilen der Provinz uneingeschränkt die Trauer sich fund giebt über Ew. Excellenz Scheiden. Wenn auch die Provinz vollinhaltlich begreift, daß, wo die Not am höchsten ist, der Fürst zu dem Mann greifen muß, der ihm der rechte an Ort und Stelle zu sein scheint, da empfindet sie es doch tief, daß ihr das Oberhaupt genommen wird. Das beweist, daß Ew. Excellenz die Aufgaben hier noch in weit höherem Maße zu erfüllen im stande waren, wie ich bei der Berufung gehofft hatte. Es ist Ihnen gelungen in der Provinz Vertrauen zu gewinnen und diese verschiedenartige Bevölkerung an Ihre Persönlichkeit zu feffeln und sie mit Vertrauen und Zuversicht zu erfüllen, daß sie freudig an ihre schwere Arbeit ging. Verschieden sind die Gaben von Natur und Vorsehung in diesem Lande ausgebreitet. Sehen wir einen Teil desselben in hartem Ringen um den Ertrag des Bodens erstarten, so können wir auf der andern Seite die Industrie, zumal im südlichen Teile, sich entwickeln sehen. Auch Kunstdenkmäler und historische Erinnerungen, Sachliches zu unsren Feststellungen über Ketteler, Hiße, die schöne Kirchen, wie Erinnerungen an noch ältere Zeiten, so die christliche Charitas u. s. f. kein Wort! Freilich, so groß das Loblied Burg auf dem Taunus, wo der eherne Schritt der römischen ist, das man auf dem Ratholitentage insbesondere der Charitas" Legionare einst auf Geheiß der Cäsaren römische Kultur den un- gesungen hat, man hat allen Grund, die Finger von Erörterungen bändigen Germanen einprägte, alles das vereinigt sich in dieser Provinz. über diesen tiglichen Punkt zu lassen. Den Glanzpunkt der kirchlichen Das erfordert von dem Oberpräsidenten ein solches Maß ver- Veranstaltungen," heißt es in den Berichten katholischer Blätter, schiedener Kenntnisse, daß es eingehender und tiefgreifender Selbst- bildete unstreitig die am Dienstagnachmittag abgehaltene Reliquien arbeit bedarf, um allen diesen Gebieten einigermaßen gewachsen zu prozession in der Domkirche. Ein Reichtum an kostbarteiten sein. Wo ich hingehört habe, in jedem Stand und jeder Be- und ein Glanz an Paramenten wurde entwickelt, wie er faum jeschäftigung ertönt Ew. Excellenz Lob. Und deshalb beglückwünsche mals zusammen den Gläubigen vorgezeigt wurde." Die Zeiten ich die Provinz zu diesem Ausgang und ich darf wohl im Namen sind eben für das Christentum und insbesondere den katholischen der Provinz Ihnen den Dank aussprechen für die aufopfernde Klerikalismus seit Jahrhunderten unwiederbringlich vorbei, da der Arbeit, der Sie sich zu ihrem Wohle unterzogen haben. Die Geistliche in den Kanon" der Armen eingetragen sein mußte Provinz möge daraus ersehen, wie es mir am Herzen liegt, und und davon seinen Namen empfing, da das vierte Konzil wie ich bestrebt bin, soweit es in meiner Macht steht, die Männer von Carthago noch dem Klerus die persönliche Arbeit zur einzusetzen, von denen ich glaube, daß sie den Aufgaben gewachsen find. Sie möge auch in Zukunft das Vertrauen zu mir haben, daß ich bestrebt bin die Nachfolger so zu wählen, wie es zu ihrem Wohle nötig ist." Wir hatten die vorstehenden Worte im Hinblick auf eine Rede des Abg. Sittard gebraucht, in der er erklärte, der Arbeiter sei heute keine Handelsware mehr, vielmehr zur Stufe der Gleichberechtigung aufgestiegen. Das fromme Organ hält es für an gemessen, seinen Lesern diesen Zusammenhang zu unterschlagen. Im übrigen werden wir zum tausendsten Male belehrt, daß wir Tobfuchtsanfälle" haben, weil wir das Streiten, Zanken und Balgen" voraussehen, das sich in Dresden entwickeln werde, und den häßlichen Gegensatz empfinden, in welchem das rote Parteikonzil zu der so einmütig, einträchtig und erhabend verlaufenen Kundgebung der christlichen Arbeiter in Köln stehen wird". Wir können uns auch etwas Besseres denken als Parteitagsstreitigkeiten, aber wie viel höher stehen auch die derbsten Auseinandersetzungen bei uns über der Kadaver- begeisterung der nur als Chor geduldeten Massen auf den Katholikentagen! Pflicht machen konnte, damit er durch seinen Unterhalt nicht das Armengut" schädige, da Gregor der Große sich für einen Mörder hielt, weil in seiner Diözese ein Armer Hungers gestorben, da in Fällen der Not der„ Reichtum an Kostbarkeiten und der Glanz der Paramente" ohne weiteres der leiblichen Notdurft der Pfarrarmen untergeordnet ward. " Die Bemerkungen, daß in jedem Stande und Berufe das Lob Den Anfäufen aller dieser Güter ist in jedem einzelnen Falle der Oberpräsidenten ertöne und die Bevölkerung an dessen Persönlicheine von einem erfahrenen landwirtschaftlichen Sachverständigen keit gefesselt sei, läßt erkennen, daß der Kaiser auch die Worte von der Ansiedelungskommission vorgenommene Abschäzung voraus- seiner Verantwortlichkeit für die 58 Millionen Deutsche natürlich gegangen, die für die Bemessung der gezahlten Kaufpreise maß mehr bildlich gemeint hat. Es kann ja natürlich einem Einzelnen für das fatholische Deutschland" sein. Danach sind die gebend gewesen ist. Ueberdies sind die Kaufverhandlungen in der das Gewimmel der Massen auch nicht so nahe treten, daß die PerMehrzahl der Fälle Gegenstand der Nachprüfung durch das Staats- sonen, aus denen sie sich zusammensetzen, als Einzelne in seine Vorministerium gewesen, und es haben die bezüglichen Ankäufe deſſen ſtellung übergehen. llebrigens ist es durchaus anzuerkennen, daß ausdrückliche Genehmigung gefunden. Vorstehende Thatsachen werden ohne weiteres die Saltlofig- der Kaiser für das Wohl der 58 Millionen Deutschen eine private Verantwortung fühlt, die staatsrechtlich nicht besteht. feit der gegen die Ansiedelungskommission gerichteten Vorwürfe erweisen." Die Angaben über die einzelnen Güter lassen noch manches dunkel. Bezüglich der Güter Morasto und Glinno wird zum Beweise der Preiswürdigkeit nur angegeben, daß andre in der Nähe liegende zu höheren Einheitssäßen von den Besitzern gekauft wurden. Das könnte ja auch bedeuten, daß diese Preise noch mehr über den reellen Wert hinausgegangen seien, wie die für die andern beiden Güter. Wegen des Gutes Paloslaw wird überhaupt nicht angegeben, ob es der Ansiedelungskommission früher billiger ungeboten worden sei. Wer war denn der edelmütige Beamte der Landbank, der sich das Vergnügen machte, ein Gut von 1400 Hektar zu laufen und es dann zum gleichen Preise und zu welchem? wieder an die Ansiedelungskommission zu verkaufen? Was hat die Landbank an Vermittlergebühren für das Gut Schmiegel erhalten? Heber die Behauptung des Posener Blattes, daß der AnsiedelungsTommission Dußende von Angeboten von privater Seite gemacht würden, die zur Deckung ihres Bedarfs überreichlich genügten, hüllt fich die Erklärung. die angeblich eine befriedigende Antwort auf die Anklagen bilden soll, gänzlich in Schweigen. -Politisch wertvoll ist aber das Zugeständnis, daß die AnsiedelungsTommission schon seit längerer Zeit genötigt sei, überwiegend aus deutscher Hand zu kaufen, da polnische Güter nur noch ausnahmsweise zu haben seien. Gleichzeitig wird die damit im vollsten Widerspruch stehende Behauptung aufgestellt, der Ankauf der Müter sei aus aus den Händen der deutschen Landbank nationalpolitischen Gründen bringend erwünscht gewesen. Die nationalpolitische Aufgabe des Germanisierungsfonds, mit dem die Ansiedelungskommission arbeitet, soll doch der Auskauf der Polen und die Ansiedelung deutscher Landwirte sein. Dazu behauptete das erZur sächsischen Wahlreform. Rachgetragen mögen aus den Berichten über den Katholikentag noch einige Notizen über die Thätigkeit des Volksvereins von uns zur Zeit gewürdigten 26 socialpolitischen Flugblätter" in mehr als 7 Millionen Exemplaren verbreitet worden. der Verein eine„ Centrale katholischer focioler Thätig feit" errichtet, die sich als eine sociale„ Beobachtungsstation und Aktionscentrale" darstellen soll, von der Belehrungs- und Kampfmaterial billig bezogen werden könne". Außerdem ist eine besondere Abteilung für Apologetit errichtet worden, die ebenfalls Der einzige nichtsocialdemokratische Reichstags- Abgeordneten in eine reiche Thätigkeit entfaltet hat, bei welcher jede fonfeffionelle, Sachsen ist bekanntlich ein Antisemit. Aus diesem Grunde hat es ein die Unterscheidungslehren der katholischen und evangelischen Kirchen gewisses Juteresse, was das antisemitische Blatt in Dresden, die berührende Polemik vermieden worden sei". Neben 1353 Boltsfemitismus politisch gänzlich bedeutungslos ist. Das Blatt fagt, in schriften herausgegeben und 30 Boltsbureaus unterhalten. Der enge Deutsche Wacht", zur Wahlreform schreibt, obwohl sonst der Anti- versammlungen hat der Volksverein insgesamt 13 Millionen Druckgewissen Streifen wolle man die Wahlreform nur langsam und vor- Busammenhang zwischen der Centrumsfraktion und dem Bolksverein sichtig betreiben, und fährt dann fort: wurde auch diesmal durch den öffentlichen Dank zum Ausdruck geFreilich, wo große Gesichtspunkte überhaupt nichts ins Auge bracht, den der Abg. Dr. Porsch namens des Centrums dem Lügengefaßt, wo die nackte Vertretung der Sonderinteressen als das verein für seine Lügenthätigkeit während der Reichstags- Wahlkämpfe Um und Auf einer Volkspolitik" betrachtet wird, fann eine abstattete. Wahlrechtsfrage nicht langsam genug, sachte und fein ausgeflügelt geng zur Erledigung gebracht werden. Das Volf Es will eine Vertretung im Landtage, die zeitung" nicht nur eine Vermehrung der Kavallerie bringen, sondern allen(!) Volksgenossen Gerechtigkeit widerfahren lägt, so auch die Bildung einer Anzahl von Kavallerie- Divisionen recht und schlecht eben die stets vorhandenen Gegensätze sich für den Friedensstand bei den verschiedenen Armeecorps. ausgleichen lassen. Die Vertretung einzelner Klassen oder Stände Das Organ des Bundes der Landwirte sperrt sich gegen solche ist für den modernen Staat ein Unding, weil bei dem innigen Forderungen: Jede Militärvorlage sei mehr oder weniger VerZusammenhange, den Handel und Wandel, Leben und Gedeihen trauensfrage: der Bevölkerung in unsrer Zeit haben, Sonderinteressen politisch nicht in Betracht kommen dürfen. Aus demselben Grunde scheiden politisch die Socialdemokraten auch aus dem Kreise der berechtigten Parteien, weil diese lediglich die Interessen einer Klasse im Auge haben und Millionen von gleichberechtigten Bürgern bekämpfen, die zumindest dieselbe Berechtigung haben, sich Arbeiter zu nennen, wie der eigentliche Lohnarbeiter. denkt aber anders. " Das würde also bedeuten, daß Socialdemokraten nicht gewählt werden dürfen. Bemerkenswert wird diese Ansicht nur dadurch, daß sie verknüpft wird mit der Forderung, allen Volksgenossen Gerechtigfeit widerfahren zu lassen. Man erkennt daran den pathologischen Charakter der Partei, die als einzige Vertreterin der„ Ordnung" in Sachsen im Reichstage sißt. Die neue Kavallerievorlage soll nach der Deutschen Tages„ Soll man Vertrauen zu der Regierung und ihren Vorschlägen haben, so muß man überzeugt sein, daß nichts Ueberflüssiges gefordert wird, sondern daß das Geforderte thatsächlich das Mindest maß des Notwendigen bedeutet. Dieses Vertrauen ist in den letzten Jahren wankend geworden. Herr v. Goßler ließ mit sich handeln bei fast allen Forderungen, insbesondere auch bei der letzten Heeresvorlage. Bei der ersten Lesung wurde gewöhnlich dargelegt, daß man sich auf das Allermindeste beschränkt habe, daß es nicht möglich sei, an den Forderungen etwas zu streichen. Dann wurde trotzdem etwas gestrichen, und die Militärverwaltung gab entweder ausdrücklich zu oder bewies doch durch ihre schweigende Zustimmung, daß es auch so gehe." Gemeint ist etwas andres: die Bündler wollen erst ,, Vertrauen" Für eine lediglich den Interessen der Kapitalisten entsprechende Reform treten auch die sogenannten Jungnationalliberalen Leipzig zu dem Zolleifer der Regierung haben; dann werden sie auch ein. Sie haben in ihrem Verein folgende Forderungen aufgestellt: Sie Kavallerieforderungen vertrauensvoll bewilligen. mähnte Posener Blatt, daß der Zuzug deutscher Landwirte aus Westfalen und Sachsen vollständig aufgehört habe. Es wäre also schon nötig, daß die nationalpolitischen Gründe, die den Anlauf der 1. Gänzliche Erneuerung des Landtags bei jeder Wahl. 2. Mit Manöver Störungen. Für die diesjährigen Manöver werden Landbankgüter so dringend erwünscht gemacht haben sollen, ausführlich Rücksicht auf die zweijährige Butgetperiode vierjährige Dauer des nicht nur weite Bläge fünstlich präpariert, Chausseen angelegt, BahnLandtags. 3. Das Dreitlassen- Wahlsystem wird beibehalten. Die hofsstationen gebaut, Tribünen errichtet, sondern auch erhebliche Verdargelegt würden. Fest steht jedenfalls, daß die Zahl der provinzfremden deutschen näheren Bestimmungen über die Abteilung der drei Klaffen bleiben fehrsstörungen hervorgerufen. So erläßt die Amtshauptmannschaft Ansiedler bisher überhaupt außerordentlich gering ist, und fest steht der Redaktion vorbehalten, doch sollen sie im Anschluß an das bisherige Meißen eine Bekanntmachung über die Sperrung des Schiffahrts4. Die indirekte Wahl wird ausgeschaltet, verkehrs. auf der Elbe, in der es heißt: ferner, daß unter dem Wirken der Ansiedelungskommission und der es findet geheime, unmittelbare Wahl statt, und zwar in jedem Landbank die Güterpreise dauernd und sehr stark gestiegen find. Im Wahlkreise in den drei durch das Klassensystem festgestellten AbJahre 1886 betrug der Durchschnittspreis pro Hektar erst 568 M., teihungen. Jede Abteilung wählt einen Abgeordneten unmittelbar. 1896 erst 648 M., jetzt hört man nur noch von Preisen über Relative Mehrheit entscheidet, bei Stimmengleichheit entweder das Los oder Stichwahl. 5. Die Einteilung von ländlichen und städti1000 M. " Aus Anlaß der diesjährigen Herbstübungen und Kaiserparabe auf dem Truppen- Uebungsplaße dei Zeiihain werden bei Nünchris, bei Vorwerk Göhlis( Riesa) und zwischen Strehla und Lorenzkirchen 1. Die zu Thal gehenden Schleppdampfer und Frachtschiffe, sowie die Flößerei haben innerhalb der Zeit vom 31. August bis mit 3. September auf der Stromstrede zwischen Wolfsberg und Rosenmühle und bei größeren Ansammlungen zwischen Merschwiz und Hirschstein, 2. die zu Berg gehenden Schleppzüge oder Segelschiffe am 31. August und 1. September in Riesa, am 2. und 3. September am Kreiniger Busch vor Anker zu gehen oder zu stellen, wobei darauf zu achten ist, daß die Durchfahrt der Personendampfschiffe und Fähren frei bleibt. Serbien. bom 31. August bis zum 3. September dieses Jahres vormittags| vertragswidrig ftigmatifierten Kontingentierung nicht geht, so hat| Kinder zum Teil mißbraucht wurden. Wer sich widerfette, wurbe Schiffsbrücken über die Elbe geschlagen und aufgestellt bleiben. Ungarn Destreich eben gezwungen, feine Ausfuhr von Zucker niedergemacht. Drei Tage lang dauerte die Plünderung von sie ist heute Kruschewo, und während dieser Zeit waren die Frauen und Kinder, Die Schiffahrtstreibenden werden hiervon mit dem Bemerken nach Ungarn mit einer Abgabe zu belegen in Kenntnis gesetzt, daß während der vorbemerkten Zeit folgende zwischen den beiden Finanzministern nach langem Feilschen mit ohne Speise und Obdach, den erbarmungslosen Soldaten und BaschiBestimmungen zu beachten sind: 3,50 Kronen für 100 Kilogramm vereinbart worden, was im Wesen bozuks preisgegeben. Erst am Sonnabend wurde in Monastir die den Effekt hat, daß östreichischer Zucker nach Ungarn nicht mehr Eroberung von Kruschewo mitgeteilt. verkauft werden kann. Daß die Ungarn dieselbe Abgabe für ihre Ausfuhr nach Destreich aufstellen, fann wenig trösten weil doch König Peter läßt wieder mal etwas von fich hören. Er hat in der Zweck dieser Abgabe ja eben der sein soll, das technische Uebergewicht der östreichischen Fabriken auszugleichen, der Erport Kragujewaz zwei Reden gehalten. In der ersten, an die Offiziere ungarischen Zuckers also gar nie in Frage kommt. Die Strafabgabe gerichteten, sagte er:„ Wir leben thatsächlich in schicksalsschweren ist begrifflich ein Ausfuhrzoll also mit dem einheitlichen Zoll- Tagen, es bedarf großer Klugheit, Arbeit und Energie, um das gebiet formell vereinbar, wenn sie auch seinen Sinn ins Gegenteil serbische Staatsschiff gut und glücklich zu steuern. Unser Vaterland verkehrt. Es ist auch nicht zu bezweifeln, daß hier mit der Ware wird vielleicht in Bälde unsre Dienste brauchen; ich hoffe, daß Sie Zuder nur ein Anfang gemacht wird, daß aber der„ Grundsatz", alle fich stets das Interesse der Nation als Erstes vor Augen halten einer Ware den heimischen Markt vorzubehalten, einer herrlichen werden." In der zweiten Rede, die er bei einem ihm zu Ehren verErweiterung fähig ist einer solchen, daß darob die Zollgemeinſamteit in Trümmer geht. Der Wig von der Sache ist schließlich, daß anstalteten Fackelzug hielt, erklärte er, alle Serben müßten an dent Herr v. Körber, der diese Selbstverstümmelung, die Ungarn Destreich Wohle der Nation mitarbeiten, alle Bürger seien seine lieben Freunde, Sittiert hat, im Parlamente nie durchsetzen würde, den Strafzoll mit er mache darin keinen Unterschied. Jeder müsse nach seiner Erkenntnis dem Verfassungsbruch, dem§ 14, octroyieren wird. Die Niederlage handeln, denn er wünsche und liebe freie Bürger. der Destreicher ist also komplett. Worte, nichts als schöne Worte. 3. Die Sperrung beginnt jedesmal früh 5 Uhr. 4. Die Durchfahrt der Personendampfschiffe durch die Schiffsbrücken während der Zeit vom 31. August bis 3. September kann nur ganz unregelmäßig erfolgen. -Der England. Chamberlains Zollprogramm für die Herbst- Wahlcampagne. Landtagswahl. aber in wo im Wer entschädigt die Schiffer für die verlorene Zeit? Hundstagsphantasien. Die„ Nordd. Allg. Zeitung" schreibt: In einzelnen Zeitungen wird wieder einmal behauptet, daß eine Reform der Personentarife der preußisch- hessischen Staatsbahnen, über die alle möglichen Einzelheiten mitgeteilt werden, in nächster Aussicht stehe. Wie wir hören, entstammen diese MitEndlich wird näheres über die Zollvorschläge bekannt, die Chamber- Erwerbung der Staatsangehörigkeit. Wie wichtig es ist, daß die teilungen der freien Phantasie irgend eines Reporters." Es gehört auch schon eine ausbündige Phantasie dazu, im lain und seine Anhänger vorbereiten und mit welchen sie in den Agitation für Erwerbung der preußischen Staatsangehörigkeit eifrig preußischen Eisenbahnwesen eine vernünftige Reform zu erwarten.- Barlaments Wahlkampf einzutreten gedenken. Der„ Daily Mail" betrieben wird, geht aus folgenden Zahlen hervor. Da für die 25 Jahre alte) hinzukommt und diese Jahresklasse an Stärke naturBreslau der Redakteur der Posener Volkszeitung" Ludwig Anhängern einer Tarifreform stattgefunden, der Minister Chamber- gemäß alle folgenden einzeln genommen übertrifft, so wäre zu er Wegen Majestätsbeleidigung ist am 23. Juni vom Landgericht zufolge hat am Donnerstag in Birmingham eine Beratung von Landtagswahlen eine ganze Jahrestlasse von Wählern( 24 bis Radlof zu der hohen Strafe von einem Jahr Gefängnis ver- lain beiwohnte. Das genannte Blatt erhielt von einem Freunde warten, daß es in Preußen bedeutend mehr Wahlberechtigte zum über die Bor- Landtag giebt als Das trifft zum Reichstag. urteilt worden. Der Angeklagte zeichnete verantwortlich für die Rubrik der Chamberlainschen Politik Mitteilungen dem Lande zu für die Stadt Berlin zu, „ Aus der Provinz Posen ind Schlesien" und den Inseratenteil. In einem schläge, die Chamberlain zu unterbreiten ge- größeren Bezirken nur Berichte, den der Angeklagte nicht verfaßt hat, war erwähnt worden, denkt. Danach sollen auf Weizen ein 3oIl ein Zoll von Intereffe der Stadtverordneten Wahlen seit langer Zeit die bedaß ein Mädchen, welches wegen Majestätsbeleidigung verurteilt zwei bis drei Schilling, ein höherer Zoll auf Mehl und Erwerbung der preußischen Staatsangehörigkeit ernstlich worden war, weil es auf eine Brosche mit einem Kaiſerbilde geſpudt geringe Bölle auf Fleisch, Eier und Molkereiprodukte gelegt werden; trieben wird. In Verlin gab es 1898 gegenüber 397 001 Reichstagshatte, begnadigt worden sei. Daran war dann eine Bemerkung ge fnüpft, in welcher das Gericht den Vorwurf der ungleichen Austreten. Für Industrie Erzeugnisse soll ein 3011 Breußen gab es 455 568 Landtagswähler weniger als Reichstagsknüpft, in welcher das Gericht den Vorwurf der ungleichen Aus- für Thee, Bucker und Tabak sollen entsprechende Ermäßigungen ein- wählern 398 901 Landtagswähler; immerhin ist der Ueberschuß von 1960 Landtagswählern( 0,5 Proz.) noch nicht groß genug. In ganz übung des Begnadigungsrechts durch den Kaiser erblickte. geklagte hatte behauptet, er habe nur die Ratgeber des Königs von sag von ungefähr 25 und ein zweiter von etwa wähler, das sind 7 Proz. der Landtagswähler. Für die einzelnen Preußen treffen wollen. Das Gericht ließ diesen Einwand aber nicht zehn Prozent in Betracht kommen, die zur Erlangung Provinzen beträgt die Zahl: Ostpreußen 6,5, Westpreußen 6,3, gelten, da der Geschäftsweg der Begnadigung in dem Artikel in guter Reziprozitätsverträge dienen sollen. Der Ertrag der Industries Brandenburg( ohne Berlin 9,3, Pommern 9,2, Posen 3,5, Schlesien teiner Weise angedeutet sei. Der Angeklagte ist Hamburger zölle soll zur Herabsetzung der Einkommensteuer oder zu weiteren 4,8, Sachsen 9,9, Schleswig- Holstein 10,0, Hannover 10,1, WestStaatsbürger. Jm Urteile heißt es noch: Nach der Kampfes- Nachlässen auf Thee, Zucker und Tabak verwendet werden. Dies falen 10,1, Hessen- Nassau und Rheinprovinz( zusammengerechnet, weise des von dem Angeklagten geleiteten Organs und der poliseien lediglich die allgemeinen Ilmrisse, die noch Abänderungen er- weil einzelne Bezirke für den Landtag mit Hessen- Nassau, für den tischen Gesinnung des Angeklagten ist anzunehmen, längere Wohnsiz in den Gemeinden, der für die Landtagswahlen daß er den König hat treffen wollen. Wegen der bewußt unwahren fahren könnten. Der Kornzoll soll herabgesetzt werden, wenn die Reichstag mit der Rheinprovinz wählen) 5,9 Proz. Daß der etwas Behauptungen ist auf eine empfindliche Strafe erkannt worden. Kolonien den englischen Industrie- Erzeugnissen keine Vorzugs- erforderlich ist( sechs Monate vor dem Urwahltag), nicht wesentlich mitspielt, beweist Berlin mit seiner fluktuierenden Bevölkerung. Die Revision des Angeklagten fam ani Freitag vor dem behandlung einräumen. Es muß abgewartet werden, ob sich diese Angaben bestätigen. Reichsgerichte zur Verhandlung. Der Rechtsbegriff der Ehrverlegung Die Kreiskonferenz für Schweinit- Wittenberg beschloß: sei verkannt worden. Festgestellt sei zwar, der Angeklagte habe Ein Zollsatz von 10 oder gar 25 Proz. auf Industrieprodukte erDie Kreiskonferenz beschließt, den Genossen des Kreises zu gewußt, daß die Leser den fraglichen Sah nur auf den König scheint kaum glaublich. Sollte Chamberlain sich aber thatsächlich mit empfehlen, sich gemäß den Beschlüssen des Parteitages in Mainz selbst beziehen würden, aber nicht festgestellt ſei, daß der berartigen Plänen tragen, dann wird er nicht nur in England selbst der preußischen Landestonferenz in Berlin sowie den Beschlüssen des Angeklagte das Blatt leite; es sei nur festgestellt, daß er Rubriken zeichnet. Daß der Angeklagte sich der unwahrheit auf heftigsten Widerstand stoßen, sondern auch die fremden Mächte Bezirtstages am 24. Juli in Halle an den Landtagswahlen zu bea der Aeußerung bewußt gewesen, sei nicht festgestellt. Der Reichs- zur Ergreifung von Gegenmaßnahmen herausfordern. Vor allem teiligen. anwalt beantragte die Verwerfung der Revision. Das Gericht habe dürfte das handelspolitische Verhältnis der nordamerikanischen Union thatsächlich eintvandsfrei festgestellt, daß dem Könige von Preußen zu England und Kanada dadurch kaum gefördert werden. der Vorwurf gemacht worden sei, er mißbrauche bewußt das Begnadigungsrecht. Festgestellt sei auch, daß der Angeklagte gewollt Die Meldung von der Ermordung des amerikanischen Bicekonsuls habe, daß die Leser den Passus so auffassen. Das Reichsgericht erfannte mit Rücksicht auf diese Feststellungen auf Verwerfungin Beirut stellt sich als unrichtig heraus. Wie das Reutersche Bureau berichtet, ist die Chiffredepesche, die den Vorgang nach Konstantinopel der Revision. Es ist allerdings auf den meldete, dort verkehrt entziffert worden. amerikanischen Vicetonsul geschossen worden, aber die Kugel flog vorbei und Herr Magelſen erfreut sich nach wie vor des besten auch Wohlseins. Teite, führt zu der im Interesse der Der amerikanische Gesandte in Konstantinopel übersandte dem Preßfreiheit durchaus nicht wünschbaren Konsequenz, daß neben dem Staatsdepartement in Washington bereits ein Telegramm, in welchem berantwortlichen Redakteur unter Umständen noch ein bestätigt wird, daß der Vicekonsul nicht erniordet worden ist. Wie zweiter haftbar gemacht gemacht wird. Solche Versuche sind von aus Oysterbay gemeldet wird, ist Präsident Roosevelt Hocherfreut, Staatsanwalten schon wiederholt gemacht worden; wir haben daß der Vicekonsul dem Tode entging, doch heißt es weiter, daß uns in Uebereinstimmung mit der gesamten Parteiprefse stets entschieden dagegen gewandt. Juristische Rabulistit darf nicht dazu verleiten, die Verantwortlichkeit mit der leitenden Redaktionsthätigkeit zusammenzuspannen, wo es im einzelnen Fall einem Angeklagten einmal nüzlich erscheinen könnte. Falls unser Bericht die Revisionsgründe richtig wieder giebt, möchten wir gegen den Satz Verwahrung einlegen, den wir durch Fettbrud hervorgehoben haben. Die Forderung der Feststellung, ob verantwortlich zeichnende Nedakteur der Blatt das Türkei. troßdem teine Aenderung in den Befehlen für das europäische Geschwader getroffen wird, sich nach Beirut zu begeben. Staatssekretär Hay ist nicht nach seinem Sommeraufenthalt in Newhampshire zurückgekehrt, sondern nach Washington gereist. Die Konferenz verlangt von den Genoffen, daß in allen Orten des Kreises, wo die Möglichkeit vorliegt, Wahlmänner aufgestellt werden. Für die Wahl der von uns aufgestellten Wahlmänner muß intensiv gewirkt werden. Die Kreisleitung erhält von der Konferenz den Auftrag, mit den Genossen am Orte die notwendigen Vorarbeiten zur Aufstellung und zur Wahl der Wahlmänner zu erledigen. Für den vierten Berliner Landtags- Wahlkreis haben die Freifinnigen den bisherigen Abgeordneten Mar Schulz und an Stelle des verstorbenen Mundel den Justizrat Cassel aufgestellt. Partei- Nachrichten. Zum Parteitage. Die Parteigenoffen in Leipzig beschlossen: „ Die Versammlung erwartet, daß der Parteitag zu Dresden in der aufgeworfenen Vicepräsidentenfrage die Entscheidung trifft und unterbreitet zu dem Zwecke dem Parteitag folgenden Antrag: Der Parteitag protestiert gegen die Zulassung irgend welcher Beteiligung von Parteivertretern an monarchischen Huldigungen; er Ausbreitung des Aufstandes in Macedonien. In dem Wilajet In dem Wilajet revisionistischen Bestrebungen einzelner Genossen und be Ein Wahlverein der Wahlrechtsgegner. In Langenbielau ist ein estüb greift der Aufstand um sich. Bei Koile kämpften bor bermißbilligt entschieden die seit Jahren wiederholt zu Tage getretenen „ Königstreuer Wahlverein" gegründet worden, dessen Vorsitzender Tagen Aufständische und türkische Truppen 11 Stunden lang mit stimmter Richtungen in taftischen und parteigrundsäglichen Fragen; Herr Graf Seidlitz- Sandreczki und dessen Beisitzer der Kommerzien starken Verlusten an Toten und Verwundeten. Es heißt, daß die der Parteitag lehnt es bestimmt ab, den Klaffenkampfcharakter infrer rat Dierig in Ober- Langenbielau ist. Beide Herren sind bekannt Regulären und Baschibozuks in Koile eindrängen, wo sie die Ein- Partei aus Gründen vermeintlicher politischer Vorteile jemals veraus unsrer Giesebrecht- Liste; der erste zahlte 300 m., der andre wohner, welche nicht geflüchtet waren, furchtbaren Martern unter- wischen zu lassen. Dieser warfen. In dem ganzen Distrikt Uesküb herrsche der Schrecken. In Sachen der Mitarbeit von Parteigenossen an der bürger100 M. zur Bekämpfung des Reichstags Wahlrechts. er doch den Ferner meldet die Wiener Neue Freie Preffe" aus Saloniki: lichen Presie erklärt sich der Parteitag mit dem Vorstandsbeschluß Verein rechnet auf den Arbeiterfang; setzte Sie werden Vorgestern hat eine riesige Insurgentenbande im Wilajet Monastir vom 3. März d. J. einverstanden. Jahresbeitrag auf 50 Pfennig fest. Eine Versammlung der Halle' schen Parteigenossen erklärt eingerade dort nicht allzu viel Geschäfte machen; dafür sorgen das Dorf Meveska, das 2000 griechisch- wallachische Häuser zählt, Die Besagung leistete Widerstand, mußte sich aber stimmig: unsre rührigen Parteigenossen, die jetzt aller Orten im Streise überfallen. „ Die socialdemokratische Reichstagsfraktion hat auf Grund des Reichenbach Organisationen gründen. Welchen Erfolg sie dabei wegen der überlegenen Zahl der Aufständischen zurückziehen. haben, dafür sei nur das eine Beispiel erwähnt, daß in Dreißighuben, Verstärkung herankam, fehrten die Türken zurück und umzingelten parlamentarischen Herkommens eine ihrer Stärke entsprechende Vereinem Drt von 800 Einwohnern, der fürzlich gegründete Wahlverein die Aufständischen. Nach einem mehrstündigen Kampfe wurde die tretung im Vorstand des Reichstags zu beanspruchen. Zu anderen bereits 63 Mitglieder zählt. Unser Langenbielauer Verein zählt Bande zum Teil getötet oder zersprengt, zum Teil gefangen ge- Verpflichtungen, als den direkt durch die Geschäftsordnung vorge840 Mitglieder. Das Parteiblatt,„ Der Proletarier aus dem Eulen- nommen. Die Fliehenden werden verfolgt. Die Bewohner kehren schriebenen, soll sich die Fraktion nicht bereit finden lassen." Die Parteigenossen in Chemnitz beantragen: gebirge", gewann in Jahresfrist 1500 Abonnenten und hat deren in das Dorf zurück, das militärisch bewacht wird. jezt bald 9000. M Der Verein der großkapitalistischen Wahlrechts- Umstürzler wird sich also bei seinem 50 Pf. Jahresbeitrag mit kommerzienrätlichen Mitgliedern begnügen müssen. Ueber das Blutbad, das jüngst in Kruschewo von den bulgarisch- 1. Der Parteivorstand möge erwägen, auf welche Weise eine macedonischen Aufständischen und darauf von den diese verjagenden Schule zur Heranbildung von jungen Parteigenossen zu Redneri 2. Auf die türkischen Truppen und Bauern angerichtet worden ist, bringt das und Redakteuren ins Leben gerufen werden kann. Tagesordnung des Parteitages die Ergebnisse der letzten Reichstags" Reutersche Bureau" nachträglich folgende nähere Mitteilungen: Der Ort liegt acht Stunden nordwestlich von Monastir auf wahlen zu setzen und die Genossen Bebel und Vollmar als Referenten Eine lange Reihe von Soldatenmißhandlungen wurde einem Unteroffizier von der 9. Compagnie des 99. Infanterie Regiments einem Hügel. Die 10 000 Einivohner waren zumeist wohlhabende zu bestimmen. 3. Auf Parteitagen hat sich die Reichstags- Fraktion vor dem Kriegsgericht der 16. Division in Trier nachgewiesen. wallachische Kaufleute, unter denen nur wenige arme bulgarische durch Delegationen vertreten zu lassen. Die Zahl der Delegierten Der Reichtum des Marktplatzes war den soll pro Wahlkreis zwei nicht überschreiten. Einen Musketier, der inzwischen gestorben ist, hat er in mindestens Familien hausten. Andrerseits zwanzig Fällen mißhandelt, darunter einmal mit dem Seiten- türkischen Nachbarn längst ein Dorn im Auge. Mit der Maifeier beschäftigte sich am Freitag eine start besuchte getvehr am Kopf. Der Mißhandelte mußte infolge der Verlegungen stand das macedonische Komitee mit den bulgains Lazarett gebracht werden, wo er drei Tage lang berischen Bewohnern in geheimen Beziehungen, Parteiverfammlung in Dresden. Man diskutierte eingehend über Er bat die in letzter Zeit auch in den Spalten der Sächsischen Arbeiterwußtlos lag, auch später famen bei ihm noch wieder was dem Mudir von Kruschewo nicht unbekannt blieb. holt Ohnmachtsanfalle vor. Einen zweiten Soldaten hat persönlich, aber zu spät, den Wali von Monastir um Verstärkungen. Zeitung" ausgiebig erörterte Frage, ob die Maifeier in der biss er in zehn Fällen mißhandelt, und andre Soldaten seiner In der Nacht stieg ein Verschwörer auf den Turm und läutete die herigen Weise begangen werden, oder ob sie eine Einschränkung hin Compagnie soll er, wie die Anklagte sagte, bei jeder Alarmglocke. Dies war das Signal für eine 300 Mann starke Bande sichtlich der Arbeitsruhe erfahren soll. Wie in der„ Sächsischen Gelegenheit geschlagen, gestoßen und getreten unter Betrow, in die Stadt einzubringen. Die Bande stürzte sich zunächst Arbeiter- Zeitung" zum Wort gekommene Genossen, so waren auch haben. Die Sache fam schon einmal in einer früheren Sigung auf das Haus des Mudir, das niedergebrannt wurde. Die 30 Mann die Redner in der Versammlung geteilter Meinung. Schließlich zur Verhandlung. Der Vertreter der Anklage beantragte damals starke Garnison ergab sich, wurde aber, ebenso wie die türkischen wurde gegen 10 Stimmen eine Resolution angenommen, welche die es ist nicht zu glauben sechs Wochen Mittelarrest(!). Das Ge- Beamten, abgeschlachtet. Die türkischen Harems blieben dagegen Beibehaltung der Maifeier in der bisherigen Form verlangt. richt lud aber noch weitere Zeugen. Es erkannte jetzt wegen fort- verschont. Am Montag setzten die Komitadschis eine provisorische gefeßter Mißhandlung von Untergebenen auf die immerhin noch sehr Regierung ein und richteten 10 Christen hin, die angeblich ihre Pläne gelinde Strafe von vier Monaten vierzehn Tagen Gefängnis. Man verraten haben sollten. Von den Notabeln der Stadt wurde darauf muß sich auch bei diesem Falle wieder wundern, daß der Unter eine Kontribution( in der Höhe von 40 000 m.) erhoben. Als die offizier in einer solchen langen Reihe von Fällen, die ohne Zweifel bulgarische Bevölkerung der umliegenden Dörfer von dem Erfolge auf einen längeren Zeitraum sich verteilen, seine Menschenschindereien erfuhr, tam sie ebenfalls in die Stadt und verlangte Waffen, die jiben konnte. Daß die Soldaten zu den Quälereien schweigen, ist ja aber nicht aufzutreiben waren. Statt dessen wurden die Bauern mit bekannt, aber haben denn die höheren Vorgesetzten gar nichts ge- Aufwerfen von Schüßengräben beschäftigt. merft? Ausland. Oestreich- Ungarn. Hus Induftrie und Handel. Beseitigung der Zuckerprämien. Am nächsten Dienstag treten die Bestimmungen der Brüsseler Zuckerfonvention in Kraft, d. H. in den Ländern, die sich dem Uebereinkommen angeschlossen haben, fallen die bisherigen Auf die Nachricht von der Einnahme Kruschewos durch die In Ausfuhrprämien fort und zugleich muß der Einfuhrzoll furgenten schickte der türkische Kommandant von Perlepe drei für den aus den Vertragsstaaten kommenden Zucker soSchwadronen Kavallerie, die aber in den Hinterhalt fielen und mit 100 Mann Verlust fliehen mußten. Darauf rüdten am 13. August weit ermäßigt werden, daß der sogenannte Ueberzoll,( die sieben Bataillone und eine Batterie unter Baktiar Pascha gegen Spannung zwischen der inländischen Verbrauchsabgabe und dem Die Ausnahmsware Zucker.-st- Wien, 28. Auguft. Destreich Struscheto vor. Baktiar Pascha schlug vor, daß die Komitadschis Einfuhrzoll) 6 beztv. 5½½ Fr. nicht übersteigt. In Deutschand Ungarn bilden zwar noch immer ein einheitlich gemeinsames vor Beginn des Kampfes die Frauen und Kinder aus dem land betrug bisher der Einfuhrzoll für Zucker 40 Bf. pro Kilogramm, Zollgebiet, aber für die Ware 3uder wird der freie Verkehr vom Drte entlassen sollten, welcher Vorschlag von den Insurgenten davon gelten 20 Pf. als Stompensation für die Inlandstener 1. September an zwischen den beiden Ländern aufgehoben sein. Es abgelehnt wurde. Darauf begann das Bombardement der Stadt.( 20 M. pro 100 Kilogramm), die andren 20 Bf. als eigentlicher ist der ungarischen, der demiffionierten Regierung wirklich Die Komitadschis flohen bereits nach dem dritten Schuß und über- Boll. Es würde sich demnach der Einfuhrzoll vom 1. September gelungen, die Deftreicher zu zwingen, öftreichischen Buder von ließen den unglücklichen Ort der Rache der türkischen Dorfbewohner, ben Grenzen Ungarns fernzuhalten. Und worauf stüßt Ungarn die fich in hellen Haufen im türkischen Lager eingefunden hatten. auf 24,8 Pf. pro Kilogramm stellen; da aber, um den Inlandsfeine, der wirtschaftlichen Gemeinschaft hohnsprechende Forderung? Diefe Leute, denen alle Wohnungen der wohlhabenden Wallachen be- fonfum zu steigern, die Inlandstener außerdem bon 20 auf Der Rechtsstandpunkt" besteht darin, daß es einfach den„ Grund- fannt waren, führten die Soldaten an die Pläge, wo am meisten zu 14 M. pro 100 Kilogramm herabgesetzt ist, so vermindert sich der faz" aufstellt, der ungarische Markt müsse der ungarischen Erzeugung plündern war. Die Insassen der Häuser wurden herausgeholt, nadt aus- Einfuhrzoll noch mehr und sinkt auf 18,8 Pf. pro Kilogramm vorbehalten bleiben. Da das mittels der famosen, in Brüssel als gezogen und aller Habseligkeiten beraubt, während die Frauen und loder 9 Vf. vro Pfund. Die Folge wird natürlich eine Verbilligung des Konsumzuckers sein; doch läßt sich kaum genau sagen, um wie viel, denn es ist anzunehmen, daß, da die wilde Konkurrenz des Prämienzuckers auf dem Weltmarkt aufhört oder doch( denn Rußland hat sich der Brüffeler Konvention nicht angeschloffen) wesentlich eingeschränkt wird, der Weltmarktpreis fich höher stellt als bisher. Wahrscheinlich wird, wenn erst die Uebergangszeit vorüber ist und die Marktverhältnisse sich konsolidiert haben, der Preis pro Pfund Konsumzucker sich gegenüber dem jetzigen Preis um 8 vielleicht auch 9 Pf. ermäßigen, Von Einfluß auf den Preis wird dabei sein, ob es den Noh zucker- Fabriken und Raffinerien gelingt, neue Kartelle oder VerkaufsGerichts- Zeitung. Die Jaloufie- Arbeiter( Branche des Holzarbeiter- Verbandes) beschäftigten sich in ihrer lebten Versammlung mit der Lohnbewegung. Der Obmann führte aus, daß der Streit in einzelnen sollen die Absicht haben, Schlosser und Stellmacher als Jalousie- Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung, die gestern vor der Fabriken zu Gunsten der Arbeiter beendet sei. Mehrere Fabrikanten Um Mißhandlungen auf der Wache Handelte es sich in einer Arbeiter einzustellen und sie als Lohnbrüder für 40 Bf. die Stunde neunten Ferienstraftammer des Landgerichts I gegen den Klempner zu gebrauchen. Einige Fabrikanten haben diese Absicht bereits aus- Adolf Motulla verhandelt wurde. Motulla war am 21. März durch geführt. Die Jalousie- Arbeiter, welche zu den geforderten Lohn- den Schuhmann Swierczed zur Polizeiwache nach der Kaiserstraße fiſtiert bedingungen arbeiten, sind im Besiz roter Kontrollkarten, die auf worden. Wie er nach zwei Tagen in einer Beschwerdeschrift an das der Rückseite gestempelt sind. Wer solche Karte nicht aufweisen Polizeipräsidium behauptete, hat Swierczed ihm ohne jede Verfann, gilt als Streifbrecher. Die Bauarbeiter aller Branchen werden anlassung auf der Wache eine Anzahl Stöße mit der Fauft ins Gesicht darauf aufmerksam gemacht. und gegen den Rücken versetzt. Bei seiner Vernehmung hatte der Der Verband deutscher Gastwirtsgehilfen teilt uns mit, daß Schußmann bestritten, daß die Angaben des Beschwerdeführers der bereinigungen zu stande zu bringen und den inlän- die über das Lokal des Gastwirts Roga II, Friedrichshagen, ver- Wahrheit entsprächen und die übrigen Schußleute, die auf der Wache dischen Markt in der einen oder andren Weise zu hängte Sperre aufgehoben ist, da durch Verhandlungen gewesen waren, hatten von den angeblichen Mißhandlungen nichts bemerkt. fontingentieren. Gewillt, den Markt sich selbst zu über die Differenzen beigelegt wurden. Herr Rogall hat sich ver- Darauf wurde der Spieß umgedreht und gegen Motulla obige AnLassen, find die deutschen Zuckerproduzenten feineswegs; pflichtet, seine Arbeitskräfte nunmehr vom kostenlosen flage erhoben. Auch im Termine blieb der Angeklagte trotz der speciell die Raffinerien arbeiten auf ein neues Kartell hin. Sie Arbeitsnachweis des Verbandes zu entnehmen. entgegengesetzten Behauptungen der Schuhleute mit solcher Ent svollen, wie verlautet, jeder Raffinerie nur ein bestimmtes Achtung, Maler! Wegen Maßregelung der auf dem Bau schiedenheit dabei, daß er mißhandelt worden sei, daß der GerichtsZuckerquantum freigeben. Von allen über dieses Quantum Hardenbergstr. 12, Ede Steinplay, beschäftigten Verbandskollegen hof beschloß, zur Aufklärung der Sache noch weitere Beugen hinausgehenden Mengen, die auf den inneren Markt ge- ist die Werkstelle Kusterko, Kaiser Friedrichplatz 3, bis auf weiteres laden. worfen werden, sollen Abgaben entrichtet werden, aus denen gesperrt. Eine Besprechung der bei der Firma beschäftigten Kollegen Vergütungen für ausgeführten Zucker bewilligt werden können. Vorläufig läßt sich jedoch noch nicht sagen, ob diese Absichten ihre Verwirklichung finden. " Zuckereinfuhr in die Vereinigten Staaten von Amerika. Wie die Neue Hamburgische Börsenhalle" erfährt, hat das Schazamt in Washington soeben eine Verfügung erlassen, nach der Zuder des Betriebsjahres 1903/04 aus Ländern, die bis zum 1. September 1903 Ausfuhrvergütungen gewährten, in den Vereinigten Staaten von den festgesetzten Ausgleichszöllen befreit wird, wenn in der Begleitfaktura ein beglaubigter Vermerk enthalten ist, daß der betreffende Zucker keinerlei Prämien erhalten hat.. Die Gelsenkirchener Bergwerks- Aktiengesellschaft und das Kohlensyndikat. In der heutigen Aufsichtsrats- Sizung wurde in voller Uebereinstimmung mit den Ausführungen der Direktion einstimmig beschlossen, dem bekannten, zum Zwecke der Erneuerung des Kohlensyndikates vorbereiteten Syndikatsvertrage am 15. September d. J. beizutreten. Für den Fall, daß dieser Vertrag, der nur bei Anschluß aller bisherigen Syndikatsbeteiligten in Kraft treten tann, infolge Ablehnung einzelner scheitern sollte, soll die Direktion die Syndikatsverlängerung überhaupt als endgültig gescheitert ansehen und demzufolge einer Verlängerung des zwischen dem Kohlen- und Coatssyndikate bestehenden, Ende dieses Jahres ablaufenden Vertrages nicht zustimmen, dagegen dafür eintreten und dazu mitwirken, daß unter den größeren und leistungsfähigeren Gesellschaften und Gewerkschaften eine Verkaufsvereinigung mit größtmöglichster Beweglichkeit nach außen errichtet werde. Der Generaldirektor wird für diesen Fall, um die volle Bewegungsfreiheit für die letztere Aufgabe zu gewinnen, sein Amt als Vorfizender des Beirats des Kohlensyndikats niederlegen. Die Not in Lancashire. Infolge des Mangels an amerikanischer Baumwolle herrscht in Lancashire, dem Mittelpunkte der englischen Textilindustrie, große Not. Sehr viele Arbeiter sind teils ohne Beschäftigung, teils nur an halben Tagen beschäftigt. Die Genossenschaften und Unterstützungsvereine thun viel zur Linderung der Not, indem fie Nahrungsmittel an die Arbeitslosen verteilen. In den letzten Tagen kam es in den Schulen von Lancashire vor, daß Kinder vor Hunger in Ohnmacht umfielen. Die Arbeiter von Lancashire gehören zu den bestorganisierten und bestbezahlten Arbeitern der Welt, dennoch genügen einige Wochen Depression, um fie dem Elend zu überliefern. Gewerkschaftliches. Achtung! Gewerbegerichts- Beifiker! ( Arbeitnehmer.) " Am Donnerstag, den 10. September, abends 7 Uhr, findet in Dresden im Gasthaus Zum Senefelder". Kaulbachstr. 16, eine Konferenz der Arbeitnehmer- Beisiger statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Berichterstattung des geschäftsführenden Ausschusses. 2. Aussprache über die Tagesordnung der Verbandsversamm lung des Verbandes deutscher Gewerbegerichte. Mittags 2 Uhr desselben Tages findet im genannten Lokal eine kurze Besprechung der anwesenden Beisiber statt. Die Verbandsversammlung tagt im Ausstellungsgebäude, doch tann dasselbe nur gegen Eintrittskarte betreten werden. Die Teilnehmer können diese Karten sowie den Führer durch die Städte- Ausstellung im vorgenannten Lokal in Empfang nehmen. Wegen Besorgung von Logis wolle man sich bis spätestens am 5. September an den Vertreter der Lokalkommission, Gen. R. Holz, Dresden, Am See 33, wenden. Alle Partei- und Fachblätter werden höflichst um Abdruck dieser Notiz ersucht. Der Centralausschuß der Gewerbegerichte Deutschland 3. 1. Vorsitzender: A. Körsten, Berlin SO., Engel- Ufer 15. Berlin und Umgegend. " findet Montagabend 8½ Uhr im Gewerkschaftshause, Engel- 130. Abteilung des Schöffengerichts. Vor einigen Monaten wurde der Ufer 15, statt. Ein Nachtrag zu Bröfickes Werken" beschäftigte gestern die frühere Schreiber Friedrich Brösicke vor demselben Gericht wegen einer Die Ortsverwaltung der Vereinigung der Maler usw. ganzen Reihe gemeinster Betrügereien zu 3 Jahren Gefängnis verZum Streit der Feilenarbeiter. Die Ausständigen besprachen urteilt. Der Angeklagte hat wegen schweren Raubes eine acht in ihrer gestrigen Versammlung eingehend den gegenwärtigen Stand jährige Zuchthausstrafe verbüßt. Dort hat er sich in seinen freien ihrer Lohnbewegung. In der Debatte kam eine tiefgehende Er- Stunden seiner Angabe nach mit schriftstellerischen Arbeiten be Ausdruck, der es im Laufe der Zeit verstanden hat, als Inhaber der er seine„ Werke" nennt. Er behauptet, daß es kriminalromane feien, bitterung gegen die Praktiken des Obermeisters Mäg defrau zum schäftigt und eine Anzahl umfangreicher Manuskripte hergestellt, die größten Schleiferei, alle übrigen Meister in geschäftlicher Beziehung ein Band seiner Werke behandelt ausschließlich das Thema mehr oder minder von sich abhängig zu machen. Lediglich um seinem Bauernfängerei". Nachdem er seine Strafe verbüßt hatte, begann Herrendünkel zu frönen, verhält er sich schroff ablehnend gegen die er seine schriftlichen Arbeiten zu berwerten. Er that Streifenden ohne Rücksicht darauf, ob dadurch die kleineren Meister, dies in der Weise, daß er sich auf solche Annoncen die lieber heute wie morgen bewilligen möchten, in ihrer Gristenz ge- meldete, twonach alleinstehende Frauen und Mädchen, fährdet werden oder nicht. Erleichtert wird sein Verhalten noch welche im Befige einer Schreibmaschine waren, sich zum Abschreiben dadurch, daß sich ihm in den lezten Tagen einige brauchbare Schleifer von Schriftstücken erboten. Er übergab ihnen je eines seiner als Arbeitswillige" zur Verfügung gestellt haben. Da nunmehr Manuskripte und vereinbarte mit ihnen einen annehmbaren Preis. aber fest steht, daß die industriellen Auftraggeber nach und nach auf Zunächst verlangte er aber eine Kaution von 10-20 Mart mit der Lieferung der bestellten Ware drängen, andrerseits aber keine Begründung, daß ihm schon manch wertvolles Werk abhanden ge dauernde Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Gewerbe zu kommen sei. War die fertige Arbeit abgeliefert, so wußte der Anerwarten ist, ohne daß auch die größeren Firmen des Berufes den geklagte die armen Frauen mit der Bezahlung auf einige Tage zu Tarif anerkennen, so erklärten die Versammelten: Sie würden lieber vertrösten. Bei einem zweiten Besuche war der Angeklagte„ unFeilen hauen, die auswärts zum halben Preise geschliffen werden, bekannt wohin" verzogen und schließlich bezahlte er weder für die als solche, die hier von Berliner Streitbrechern und speziell von denen Arbeit noch gab er die Kaution zurück. Jetzt war ein neuer der= der Firma Mägdefrau hergestellt werden. In geheimer Abstimmung artiger Fall zur Kenntnis der Behörde gelangt. Der Gerichtshof er wurde sodann einstimmig folgende Resolution angenommen:„ Die kannte hierfür auf sechs Monate Gefängnis, so daß der Angeklagte streifenden Feilenarbeiter von Berlin und Umgegend beschließen, keine iegt 3 Jahre 6 Monate zu verbüßen hat. Feilen zu hauen, die von Streifbrechern geschliffen werden. Damit war auch gleichzeitig die Weiterführung des Streits beschlossen. Arbeiterfreundliche Blätter werden ersucht, von diesem Beschluß Notiz zu nehmen. Deutfches Reich. Zur Lohnbewegung der Hamburger Straßenbahner teilt das " Hamburger Echo" mit, daß die Mitteilung, der Polizeidirektor Dr. Roscher habe sich zur Einleitung von Vermittelungen erboten, auf einem Irrtum beruht. Der Streif in der Lanzschen Fabrik in Mannheim ist beendet Die Arbeiter haben leider nichts erreicht, sie haben sich bedingungslos unterwerfen müssen. Ihre Forderungen waren nicht unberechtigt und leicht durchführbar. Aber wie gewöhnlich, so stand auch hier der Fabrikbefizer, angespornt durch scharfmacherische Freunde, den Arbeitern unnachgiebig gegenüber. Im Vertrauen auf die Berechtigung ihrer Forderungen wandten sich die Arbeiter an das badische Fabrit- Inspektorat mit dem Ersuchen, zwischen ihnen und dem Arbeitgeber zu vermitteln. Der FabrikInspektor, Ober- Regierungsrat Bittmann, erschien auch und stellte über die Ursachen des Streits eine Untersuchung an, auf Grund deren er ein Urteil abgab, welches in der bürgerlichen Bresse veröffentlicht wurde. Der Herr Ober- Regierungsrat muß eine sonderbare Auffassung von den Aufgaben eines Vermittlers haben. Dafür spricht die von ihm veröffentlichte Erklärung, deren wesentlichster und zugleich äußerst charakteristischer Teil lautet: Aus der Frauenbewegung. Eine zweite socialdemokratische Frauenkonferenz wird vom FrauenReichskomitee für De ft reich zum Herbst 1903 einberufen. Die Konferenz soll in Wien einen Tag vor der Eröffnung des Gesamtparteitages stattfinden. Unter den auf der Tagesordnung stehenden Punkten sind besonders bemerkenswert: Agitation und Organisation, Arbeiterinnenschutz, Presse und die politische Bethätigung der Frauen. Die erste derartige Konferenz fand vor jezt mehr als vier Jahren statt. Ober- Schöneweide. Am Montag, den 31. August, abends 81, Uhr, findet im„ Wilhelminenhof- Kafino", Wilhelminenhofftr. 43, eine Versammlung des Bildungsvereins für Frauen und Mädchen statt, in welcher Frau Dr. Hoffmann über„ Wirtschaftliche Genoffenfchaften" referieren wird. Da der Vortrag Intereffe namentlich für die Frauen und Mädchen hat, so werden dieselben hiermit nochmals Der Vorstand. aufgefordert, bestimmt und zahlreich zu erscheinen. Nationalsocialer Ausverkauf. Göttingen, den 29. Auguft. Aus Anlaß des heute Abend zusammentretenden Parteis tages der nationalsocialen Partei sind etwa 150 Vertreter des nationalsocialen Vereins aus allen Teilen Deutschlands eingetroffen, u. a. Naumann, v. Gerlach, Parteisekretär Dr. Maurenbrecher, Damaschke, Weinhausen, Pfarrer a. D. Wend( Marburg), Pfarrer Nötschke( Minden, Westfalen), Graveur Haag und Schuhmacher Begemann( Frankfurt a. M.). Auf Grund meines Befundes bin ich zur positiven Gewißheit gelangt, daß die gegen die Firma Heinrich Lanz erhobenen Anschuldigungen jeder Grundlage entbehren. Angesichts dieser Sachlage, welche durch die gegen die Firma gerichteten unbegründeten Verdächtigungen wesentlich verschärft wurde, beklage ich aufs tiefste, daß die Schmiede am 17. Juli voreilig und rechtswidrig ihr Arbeitsverhältnis gelöst haben; daß sie sodann nach Empfang des aufklärenden Briefes der Firma vom 18. Juli die Arbeit nicht wieder aufnahmen, daß sie das Sigungsprotokoll vom 31. Juli nicht anerkannten und daß schließlich durch einen allgemeineren Nach Naumann wird heute Abend Wend( Marburg) als KorAusstand der Arbeiter eine schwierige Situation in den technischen referent das Wort ergreifen und sicherem Vernehmen nach den kaufmännischen Betrieben der Firma geschaffen wurde, die, wie ich| Antrag Naumann mit voller Entschiedenheit mich überzeugt habe und wie aus der anliegenden Erklärung bekämpfen. Es wird alsdann eine Pause und danach eine gehervorgeht, nach einer Beendigung des Ausstandes trok des besten schlossene Versammlung stattfinden, in der die finanziellen Verhältnisse Willens der Direktion zunächst nur eine beschränkte und allmähliche zur Verhandlung gelangen. Wiedereinstellung von Arbeitern ermöglicht. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildet: Die Zukunft unsres Vereins. Erster Redner ist Pfarrer Naumann, der die Auflösung der nationalsocialen Partei und den Anschluß an die Freisinnige Vereinigung angeregt hat. An die Arbeiterschaft der Firma Heinrich Lanz und an die gesamte Arbeiterschaft Badens, soweit für sie die Großh. FabrikInspektion zuständig ist, richte ich die dringende und herzliche Bitte, in fünftigen Fällen vorsichtiger zu Werke zu gehen und stets, ehe zu einem Ausstande geschritten wird, die Intervention der Großh. Fabrik- Inspektion anzurufen, die durch Gesetz und Verordnung zur Vermittelung zwischen Arbeitgeber und Arbeiter berufen ist und berechtigte Intereffen der Arbeiter mit Wärme und Nachdruck wahrzunehmen stets bereit sein wird, wie dies auch in diesem Falle ich bezeuge dies vor meinem Gewissen geschehen ist. Der Vorstand der Großherzogl. Fabrik Inspektion: gez. Bittmann, Ober- Regierungsrat. Das Wohlwollen" der Berliner Omnibusgesellschaft ihren Angeftellten gegenüber hat sich gegenwärtig in einer sonderbaren Weise offenbart. Bekanntlich machte sich in letzter Zeit unter den Angestellten eine lebhafte Bewegung zur Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse bemerkbar. Wahrscheinlich um diese Bewegung rechtzeitig einzudämmen, berief die Direktion der Allgemeinen Omnibusgesellschaft zu gestern nachmittag eine Versammlung ihrer Angestellten ein und wurden durch die Hofinspektion von jedem Depot je drei Schaffner, Kutscher und Stallleute, außerdem auch noch Delegierte der Handwerfer, wie Schmiede, Stellmacher und Sattler zur Teilnahme an derselben bestimmt. Die Direktion war durch die Herren Schmoll und Hoppe vertreten. Herr Schmoll eröffnete die Versammlung und teilte mit, daß sich die Ge= Es ist das erste Mal, daß Herr Bittmann, der Nachfolger schäftslage der Gesellschaft in diesem Jahre gegenüber dem Wörishoffers, von den Arbeitern als Vermittler bei einem Streit Borjahre erfreulich gehoben habe. Die Gesellschaft sei in der angerufen wurde. Er hat sich seiner Aufgabe in einer Weise erledigt, Lage, diesmal eine Dividende von 6 Proz. zu verteilen, und es be- die es sehr fraglich erscheinen läßt, ob ihm von Arbeiterseite Verstehe begründete Aussicht, daß das Unternehmen im nächsten Jahre trauen für das Vermittleramt in zufünftigen Fällen entgegengebracht noch mehr abwerfen werde. Nach dieser Einleitung war es begreif- wird. Der Herr Fabrik- Inspektor hat ja im Langſchen Streit über Der Parteisekretär Dr. Maurenbrecher will den bestimmten Antrag stellen: Die nationalsociale Partei löst sich auf und erklärt ihren Anschluß an die Socialdemokratie.(?) = Dieser Antrag hat die Unterstützung des verantwortlichen Nes dakteurs des offiziellen Parteiorgans„ Die Hilfe", Gerhard Hildebrand( Schöneberg- Berlin), gefunden. Er fann aber nicht nach Göttingen kommen, da er vor einigen Tagen wegen Zeugnisverweigerung verhaftet worden ist. Damaschke will nur dann für die Fusion stimmen, wenn beide Parteien ihren Namen aufgeben und die Bezeichnung: Socialliberale Partei" annehmen. Im übrigen sind Naumann und seine Anhänger, zu denen Geh. Rat Sohm, v. Gerlach, Weinhausen, Tischendörffer u. a. gehören, der Ansicht, es werde den Nationalsocialen gelingen, die Freisinnige Vereinigung in politischer und socialer Beziehung mehr nach links zu drängen. Letzte Nachrichten und Depefchen. lich, daß die Herzen der anwesenden Angestellten in hoffnungs- haupt nicht bermittelt. Er hat vielmehr die Rolle eines freudiger Erwartung höher zu schlagen begannen, doch die bitterste Untersuchungsrichters gespielt, der mit der Ermitte Eisleben, 29. Auguft.( W. T. B.) Bei den Manövern der 7. Division Enttäuschung folgte auf dem Fuße. Herr Schmoll erflärte nämlich lung des Schuldigen seine Aufgabe als erledigt betrachtet. ist heute früh in der Nähe von Schraplau ein Drachenballon der weiter: Um die Angestellten an der guten Geschäftslage teilnehmen Wenn Herr Bittmann vermitteln wollte, dann war seine Thätig- Manöver Luftschifferabteilung infolge starten böigen Windes abzu lassen, habe der Aufsichtsrat beschlossen, daß für jeden An- feit mit der Untersuchung der Angelegenheit nicht abgeschlossen, geriffen. In der Gondel befanden sich zwei Offiziere. Beim Losgestellten, gleichviel welcher Gruppe derfelbe angehört, ein Gut- sondern da hatte sie erst anzufangen. Ein Streit ist ein wirtschaft- reißen wurden zwei Soldaten schwer verwundet. Der gaben in Gestalt einer Attie im Werte von licher Kampf, und im Kampf glaubt jeder Teil im Recht zu sein. Die Ballon landete um 10% Uhr vormittags sehr glatt bei Treuen300 M. festgelegt wird und den Betreffenden Aufgabe des Vermittlers besteht aber darin, einen Ausgleich zwischen brießen. die darauf entfallende Dividende nach Jahres beiden Barteien herbeizuführen, eine Grundlage zu suchen, auf der Frankfurt a. M., 29. Auguft.( B. H.) Nach einer Meldung aus schluß ausgezahlt werden soll. Besonders betonte der beide sich einigen können. So verfahren die Gewerbegerichte, wenn Sidneh sind in Neu- Kaledonien bis zum 10. Auguſt 97 BestHerr Direktor, diese Vergünstigung sei nicht etwa auf die in letter fie als Einigungsamt fungieren, und erst wenn die Einigung nicht fälle vorgekommen, von denen 87 tödlich verliefen. Zeit unter den Angestellten betriebene Agitation zurückzuführen, u stande kommt, wird ein Schiedsspruch, nicht ein Urteil geBudapest, 29. Auguft.( B. H.) Auf der Besikung der Gräfin sondern sie entspringe lediglich dem Wohlwollen der Gesellschaft fällt. Herr Ober- Regierungsrat Bittmann dagegen untersuchte die für ihre Angestellten. Hierauf sprach Herr Hoppe die Erwartung Schuldfrage", er fand die Arbeiter schuldig, fällte ein Urteil von der Often brannte ein Holzfägewerk nieder. Hierbei ver. brannten der Maschinist, zwei Arbeiter und acht aus, daß das gegenseitige gute Einvernehmen zwischen der Gesell- und ging seiner Wege. Wenn Bittmann vor seinem Gewissen Kinder. schaft und ihren Angestellten wie bisher so auch ferner nach der bezeugt", die Großh. Fabrik- Inspektion sei stets bereit, die Interessen Laibach, 29. Auguft.( W. T. B.) Der Ausstand der beim Bau Vereinigung der alten und neuen Gesellschaft fortbestehen möge. der Arbeiter mit Wärme und Nachdruck zu vertreten, wie es auch in Damit war die Versammlung nach einer Dauer von etwa diesem Falle geschehen sei, so soll nicht bezweifelt werden, daß er an der Karawankenbahn in Birnbaum, Bezirk Radmannsdorf, be20 Minuten geschloffen, ehe noch die Angestellten ganz Beit gehabt die Wahrheit seiner Worte glaubt. Sein Urteil über den Langschen schäftigten Arbeiter ist als beendet anzusehen. hatten, sich von ihrer Verblüffung einigermaßen zu erholen. Es Streit zeigt aber mit unzweifelhafter Deutlichkeit, daß Herr Bittmann London, 29. Auguft.( W. T. B.) Die Vereinigten WeißSüd Wales, welche vier ist kaum zu erwarten, daß sich die Angestellten mit diesem mehr über die Vertretung von Arbeiterinteressen Ansichten hat, die wohl biech Fabrikanten von wie zweifelhaften Entgegenkommen" der Direktion zufrieden er den Unternehmern, aber nicht den Arbeitern gefallen können und die Fünftel der Betriebe dies Gebietes beherrschen, haben ihre Arflären werden, vielmehr besteht bei ihnen die Absicht, schon in zum Vermittler untauglich machen. beiter infolge von Lohnstreitigkeiten auf unbestimmte nächster Zeit zu einer durchgreifenden Verbesserung ihrer LohnBeit ausgesperrt. Die Aussperrung erstreckt sich auf 20 000 bis 30 000 Arbeiter. und Arbeitsverhältnisse entschieden Stellung zu nehmen. Berantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: 2b.Glocke in Berlin. Drud u Berlaas märts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt " " # Br. 202. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sociales. Der Centralverband der Orts- Krankenkassen Deutschlands hält feine 10. Generalversammlung vom 13. bis 15. September in Breslau ab. Neben zwei Vorträgen über die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten und über die Aufgaben der Krantentassen stehen eine große Anzahl Anträge auf Abänderung verschiedener Gesetzesbestimmungen auf der Tagesordnung. Im Anschluß daran wird am 16. September eine Konferenz der Centralkommissionen und andrer Krankenkassen- Vereinigungen stattfinden. Lokales. Das gute Beispiel des Krankenhauses. Sonntag, 30. August 1903. Mühlenbeck. Wahlverein Bezirk Pankow. Heute Sonntag, nach- Beit erschienen ist und daß jene angezogene Entscheidung schon am mittags 4 Uhr, ist die regelmäßige Mitgliederversammlung in 4. Januar 1881 ergangen ist, d. h. 22 Jahre alt ist. Der Gerlachs Gasthof Zur Sonne". Auf der Tagesordnung steht u. a. Berichterstatter konnte dies aus dem Buche ersehen und mußte es den ein Vortrag des Genossen Schütte- Berlin über: Das Socialisten- Beitungen nicht verschweigen. Was aber die Hauptsache ist, er hätte die Entscheidung richtig und nicht falsch wiedergeben müssen. gesetz". Zahlreicher Besuch wird erwartet. Der betreffende Saz der Entscheidung lautet:" Der polizeilichen Aufsicht und Einwirkung unterstehen die Werke nach den für diese gegebenen, zwischen Kommunen und Privaten nicht unterscheidenden allgemeinen gefeßlichen Bestimmungen, welche für jede einzelne Anstalt nach Maßgabe ihrer Organisation anzuwenden sind." Dieser Von den Krankenhäusern nimmt der Unkundige ge- Sat besagt also gerade das Gegenteil. Eine Richtigstellung ist hiernach wohl geboten. Die Wurmkrankheit macht Fortschritte. Es wird gemeldet, daß die wöhnlich an, daß sie in der Pflege des Kranken nur Mustergültiges Berlin auf dem Städtetag in Dresden. Oberbürgermeister Wurmkrankheit auch auf der im links- rheinischen Gebiete liegenden, leisten. Im Krankenhause, so sagt er sich, finden die Pfleglinge der Firma Friedrich Krupp gehörigen Zeche Rheinpreußen" aus- peinlichste Ruhe, sorgsamste Abwartung, zwedmäßigste Soft, gewiffen- irschner begiebt sich am Montag mit dem Bürgermeister Dr. Reide, dem Stadtschulrat Dr. Gerstenberg, dem Stadtbaurat gebrochen ist. Bereits hat der Zechenarzt auf einem Schacht über hafteste Befolgung aller Vorschriften der Hygiene. Krause und den Stadträten Stadtsyndikus Dr. Hirsekorn, Dr. Münster20 Wurmkranke, fast alle Ausländer, festgestellt. Wie schön wäre es, wenn das immer zuträfe! Abgesehen von berg, Stadtfyndikus Weise, Dr. Straßmann, Dr. Weigert und Kalisch Ueber den Stand des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens dem direkten Gewinn, den ein gut eingerichtetes Krankenhaus den zur Teilnahme an dem Städtetag und den Kongressen zur Städteberichtete auf dem jezt in Bonn stattfindenden Verbandstage dieser Pfleglingen felber bringt, kann eine solche Anstalt durch das von ausstellung nach Dresden. Gleichzeitig wird sich auch der StadtGenossenschaften der Verbandsanwalt Haas, daß die Gesamt- ihr gegebene Beispiel auch auf die häusliche Krankenpflege einen verordneten- Vorsteher Dr. Langerhans, der die Geschäfte der Stadtzahl der deutschen Genossenschaften am 1. Juli laufenden Jahres fördernden Einfluß ausüben. Wer aber einmal in einem Kranken- verordneten- Versammlung von seinem Stellvertreter Michelet wieder auf circa 22 800 gestiegen sei, worunter sich 17 162 landwirtschaft- hause gelegen hat oder einen Angehörigen darin liegen gehabt hat, übernommen hat, mit diesem und den Stadtverordneten Alt, liche Genossenschaften befänden. Diese gliedern sich in 11 750 Spar- der weiß, daß leider auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt. Rosenow nach Dresden begeben. Die Herren werden dem Städtetage Mommsen, Singer, Borgmann, Friederici, Kaempf, Perls und und Darlehnskassen, 1601 Bezugsgenossenschaften, 2542 Molkereigenossenschaften und 1269 sonstige Genossenschaften. Bei allen Richt wenige haben aus dem Krankenhause die Erkenntnis mit- und den Kongressen beiwohnen und am Donnerstag nach der BeGenossenschaftsarten sei eine starte Zunahme zu konstatieren, be- genommen, daß dort manches geschieht, was in der häuslichen sichtigung der Städteausstellung nach Berlin zurückkehren. Von sonders groß sei dieselbe bei den Bezugsgenossenschaften gewesen. Krankenpflege ängstlich vermieden wird, und dort manches unter- Montag bis Donnerstag sind die Stadträte im Rathause nicht zu Von den 17 162 ländlichen Genossenschaften wären 1584, mehr bleibt, was hier streng durchgeführt wird. sprechen. Die Sprechstunden sind auf nächste Woche verlegt. als die Hälfte von allen, dem Allgemeinen Verband angeschlossen; Eine Beobachtung dieser Art wird uns aus dem Krankenhause Für die erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen in Schulen ist in der Bestand derselben beziffere sich zurzeit auf circa 10 200 Ge- am Urban von einem Elternpaare mit dem Ausdruck höchsten Berlin noch wenig gethan. Von der hier bestehenden„ Vereinigung nossenschaften mit circa 856 000 Mitgliedern, die in 27 Verbänden: Erstaunens berichtet. Im Pavillon 8 liegen in einem gemeinsamen für Schulgesundheitspflege", die sich aus Lehrern zusammensetzt, wird 58 Centralgenossenschaften, 6539 Spar- und Darlehnskassen, Saal neben Kindern mit ansteckenden Krankheiten andre franke angestrebt, daß nicht nur in jeder Schule ein Kasten mit ausreichenden 1797 Bezugsgenossenschaften, 1264 Molkereigenossenschaften und Kinder. Drei Betten sind mit typhuskranken Kindern belegt. Diese Verbandstoffen, mit den notwendigsten Arzeneien usw. bereit gehalten, 512 sonstigen Genossenschaften zusammengeschlossen sind. Die Centralfaffen des Allgemeinen Verbandes hatten im Jahre 1902 Betten find zwar die letzten in der Reihe, stehen also in einer Ede fondern auch die Kenntnis der ersten Hilfeleistung unter der Lehrereinen Gesamtabsatz von 1623 Millionen Mark( im Vorjahre 1280 des Saales, aber eine weitere Absonderung ist nicht zu bemerken. Schaft mehr verbreitet werde. Zur Begründung dieser Forderungen Millionen Mark). Die Summe der an die Genossenschaften aus- Die Angehörigen der in diesem Saal liegenden Kranten gehen von wird besonders hingewiesen auf die Unfälle, die beispielsweise im gezahlten Gelder betrug 286 Millionen Mark gegen 250 Millionen Bett zu Bett, tauschen im Gespräch ihre Sorgen mit einander aus Turnunterricht trotz aller Vorsicht, die von der Turnlehrern geübt wird, bisher nicht ganz haben verhütet werden können. Die zweite im Vorjahr; die Summe der von den Genossen eingezahlten Gelder und machen sich dabei gelegentlich auch mit den Kranken zu schaffen. Forderung wird nun wahrscheinlich in der nächsten Zeit verwirklicht 302 Millionen Mark gegen 261 Millionen Mark im Vorjahre, so daß zwischendurch laufen Kinder unther, die bereits in der Genesung werden. In einem kleineren Kreise der Lehrerschaft wird jetzt ge= fich im Jahre 1902 ein Ueberschuß der Rückzahlungen in Höhe von begriffen find, treten an die Betten heran, bringen Stücke von dem plant, in dem kommenden Vierteljahr aus eignen Mitteln einen 16 Millionen Mark ergab. Insgesamt betrug das Betriebskapital Spielzeuge mit, die auf den Tischen ausgelegt find, usw. Samariterkursus für Lehrer einzurichten. Die Lehrer Ende 1902 96 Millionen Mark gegen 76 Millionen im Vorjahr. Vielleicht wird man uns hier erwidern, das alles fei auch in folgen hiermit einem Beispiel, das von verschiedenen andren Berufen Das eigne Betriebskapital 7,27 Millionen gegen 4,6 Millionen im Vorjahr. Die Centralbezugs- und Absatzgenossenschaften des All- andren Krankenpflegeanstalten üblich; es laffe sich wegen des oft schon früher gegeben worden ist. gemeinen Verbandes haben im Jahre 1902 Waren im Werte von Herrschenden Plazmangels gar nicht vermeiden und biete im übrigen Zu denjenigen Krankenkassen, denen neuerdings durch Verfügung $ 1 Millionen Mark gegen 35 Millionen im Vorjahre bezogen. Der feinen Anlaß zur Besorgnis. Diese Antwort würde gewissenhaften des Handelsministers die Bescheinigung erteilt worden ist, daß sie Menge nach belief sich der Bezug auf 19,70 Millionen Centner gegen Eltern schwerlich eine Beruhigung sein und auf leichtfertige Eltern den Anforderungen des§ 75 des Krankenversicherungs- Gesetzes 14,56 Millionen Centner im Vorjahre. Der Warenbezug des All- sicherlich nicht wie eine Mahnung wirken. Im Hause empfiehlt der genügen, gehören folgende Berliner Kassen: Die Kranken- und gemeiner Verbandes stellte sich auf rund 70 Millionen Mart, während Arzt größte Vorsicht und fordert strenge Absonderung, im Kranten- Sterbefasse aller gewerblichen Arbeiter für Schöneberg und Berlin, der Gesamtbezug etwa 120 Millionen betrug. Die Central- Butter- hause aber liegen typhuskranke Kinder Bett an Bett mit audren die Kranken- und Sterbekasse der Tabakarbeiter Berlins( E. H.), die berkaufs- Genossenschaften des Allgemeinen Verbandes haben, im Kranken- und Begräbniskasse des Vereins von Kaufleuten aus der Kindern! Soll da nicht mancher Vater und manche Mutter von Berliner Lampenbranche( E. H.) und die Kranken- und Sterbekaffe Jahre 1902 für rund 6 Millionen Mark Butter abgesett, gegen 5 Millionen im Vorjahre. Auch der gemeinsame Abfah land- Sorge um ihr in demselben Saal untergebrachtes Kind ergriffen für Bierbrauergesellen von Berlin( E.§.). So werden? Und darf man sich wundern, wenn andrerseits mancher, wirtschaftlicher Erzeugnisse habe weitere Fortschritte gemacht. der genossenschaftliche Getreideverkauf. Allerdings hat in den Ge- der das sieht, zu dem Schluß kommt, daß die Sache ja gar nicht bieten des größeren Besizes, namentlich in den nördlichen und öst- so ängstlich sei, wie die Aerzte thun"? lichen Provinzen, eine weitere Errichtung von Kornhäusern nicht stattgefunden. Die Ursache liege zum Teil wohl darin, daß seit der Erschöpfung des Kornhausfonds die Mittel zur Anlage von Kornhäusern schwieriger aufzubringen seien. Dagegen habe in den westlichen und südlichen Provinzen Preußens sowie in den süddeutschen und südwestdeutschen Bundesstaaten ein weiterer Ausbau des Kornhauswesens sich vollzogen. Berliner Partei- Angelegenbeiten. Parteigenoffen Berlins und der Provinz Brandenburg! Die diesjährige Provinzial- Konferenz findet am Sonntag, den 6. September, in Berlin im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, statt. Beginn mittags 12 Uhr. Tagesordnung: 1. Bericht der Agitationskommission. Referent: Franz Roßfe. 2. Bericht der Delegierten aus den einzelnen Kreisen. und Presse). 8. Rückblick auf die Reichstagswahlen.( Organisation, Agitation Referent: Reichstags- Abg. Arthur Stadthagen. 4. Die preußischen Landtagswahlen, unter specieller Berüdfichtigung der Kreise der Provinz Brandenburg. Referent: Dr. Leo Arons. 5. Anträge. Jeber Kreis ist berechtigt, 8 Delegierte zu entsenden. Die Abgeordneten resp. Kandidaten der Kreise find gleichfalls eingeladen. Event. Anträge sind bis 1. September an Unterzeichneten zu senden. Agitations- Kommission für die Provinz Brandenburg. Mit Parteigruß! J. A.: Karl Dimmid, Berlin S., Luisen- Ufer 11. Charlottenburg. Achtung! Parteigenossen. Die Wählerlisten zur Stadtverordnetenwahl liegen nur bis zum Sonntag, den 30. August, zur Einsichtnahme im Statistischen Amt, Rosinenstr. 12, aus und zwar nicht, wie allgemein bekannt gegeben, Sonntags von 9-1, sondern nur von 8-12 Uhr. Die Genossen werden dringend ersucht, sich von ihrer Eintragung in die Wählerliste zu überzeugen, da sie sonst ihres Wahlrechtes verlustig gehen können. Der Vorstand des Wahlvereins. Leute, die die Weltenuhr rückwärts drehen wollen. Das antisemitische Zünstlertum sucht sich den Warenhausbrand in Budapest zu muze zu machen. In einer Antisemiten- Bersammlung, die Freitag in den Andreas- Festsälen stattfand, wurde folgende Erklärung beschlossen: Wegen Untreue wurde der Auktionator P., eine in kaufmännischen Kreisen bekannte Persönlichkeit, in Untersuchungshaft genommen. Obwohl P. stets viele und reiche Aufträge hatte und so sein Einfommen nicht unbedeutend war, genügte dieses doch nicht zur Deckung feiner persönlichen Kosten, und er soll zu einem bedenklichen Schritt gegriffen haben, um sich Geldmittel zu beschaffen. P. wird beschuldigt, Gelder aus dem Erlös von Versteigerungen unterschlagen und berausgabt zu haben. Um die Folgen des ersten Fehltrittes zu verdecken, soll er diese Veruntreuungen fortgesetzt haben, indem er die Kunden aus dem Erlös späterer Versteigerungen befriedigte. So wurde seine Schuldenlaft immer größer, und er war schließlich nicht mehr in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Nunmehr wurde gegen den Auktionator Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, die zu seiner Verhaftung führte. Die versammelten Männer und Frauen Berlins richten im Hinblick auf die schreckliche Katastrophe im Warenhause Goldberger zu Best und in der Erwägung, daß derartige Vorkommnisse auch bei uns jeden Tag eintreten und unfägliches Unglück hervorrufen können, an die fönigliche Staatsregierung das Ersuchen, 1. unver züglich die schärfsten baupolizeilichen Verordnungen für diese Warenhäuser zu erlassen und deren Ausführung zu überwachen; 2. in der Erwägung, daß auch die schärfste polizeiliche Verordnung bei der bereits ins Ungemessene gesteigerte Ausdehnung der großen Der Gefangene wird seit seiner Einlieferung nur nach den allWarenhäuser teine Gewähr gegen Brandkatastrophen bietet, durch gemeinen gefeßlichen und reglementarischen Vorschriften behandelt. gefeßliche Vorschriften diese Betriebe auf ein solches Maß zu befür die ersten Tage wurde er zur Beobachtung seines Körperchränken, daß sie nicht mehr eine ständige Lebensgefahr für die und Geisteszustandes in einer Einzelzelle des Serankenhauses unterAngestellten und Besucher bilden. gebracht. Der zu seiner dauernden Verwahrung bestimmte Hafts Zn der Meldung über die Behandlung des Prinzen Arenberg in Tegel schreibt die Direktion des dortigen Gefängnisses einem hiesigen Blatte: Der Gegen möglichst weitgehende Sicherheitsmaßnahmen wird, so raum ist eine der gewöhnlichen Einzelzellen, von denen etwa weit die Warenhäuser in Betracht kommen, ebensowenig jemand etwas 500 für langzeitige Strafgefangene vorhanden find. Diese Zelle Angestellten an andren Orten, wo viele Menschen zusammen Ausstattung ist die reglementsmäßige.„ Gute" oder beste" Bellen einzuwenden haben als gegen den Schutz des Publikums und der wurde in diesem Sommer, wie mehrere hundert andre, gelegentlich der alljährlich üblichen Renovierungsarbeiten frisch getüncht. Die strömen. Auch die Einsicht, daß trotz aller scharfen Polizei- sind nicht vorhanden, ebensowenig giebt es einen Korridor, wo die maßnahmen am Ende doch ein Unglück geschehen kann, Strafgefangenen besseren Standes ihre Zellen haben". Die Beläßt auf eine sonst bei den Antisemiten nicht immer vorhandene föstigung ist lediglich die nach der Allgemeinen Speiseordnung Intelligenz schließen. Aber wenn man aus diesem leidigen Umstande vorgeschriebene, zur Zeit auf ärztliche Anordnung Krankenkost. bon Prinz Arenberg erhält nach quafi die Forderung des Verbotes der Warenhäuser herleiten will, der GefängnisDann muß man bei einiger Konsequenz auch die Eisenbahnen, die ordnung täglich eine Stunde Bewegung im Freien, je eine Riesendampfer. die Fabrit- Dampftessel und andere den heutigen unterbeamten. Bei einer diefer halben Freiftunden hat der Direktor halbe Stunde bor- und nachmittags unter Aufsicht eines Kulturzustand der Menschheit kennzeichnende Einrichtungen furz und eine turze amtliche Rücksprache mit ihm gehalten. Einen zweis flein schlagen, weil durch fie ebenfalls alle Augenblicke Menschen- stündigen Spaziergang hat der Gefangene in Tegel nicht gemacht, leben vernichtet werden. Und im Grunde ist ja auch das Bünftlers tum allen diesen Kulturerrungenschaften spinnefeind. Weil dem aber so ist, wird die Zunftbrüderschaft und nicht die heutige, dem So cialismus entgegenreifende Kultur zunächst daran glauben müssen. also auch nicht in Begleitung des Direktors. Von der Polizeibehörde war die Anstaltsdirektion ersucht worden, zur Ueberführung des Gefangenen und für die drei Transportbegleiter einen geeigneten Wagen auf dem Bahnhof in Tegel bereitzustellen. Dazu hat der Direktor einen der Anstalt gehörigen geschlossenen bierfißigen Wagen Sicherheitsmaßnahmen in den Warenhäusern. Polizeilich wird bestimmt und als Kutscher einen Gefangenenauffeher in Uniform mitgeteilt: Die Prüfung der Verhältnisse in den hiesigen Waren- kommandiert. Außerdem wurde der Transport von dem Bahnhofe und Kaufhäusern bezüglich der Vorkehrungen zur Einschränkung der Zu der Angelegenheit meldet eine Zeitungskorrespondenz u. a.: Gefahr von Brandfällen hat zu der Anordnung des Polizeipräsidenten nach dem Gefängnis durch einen Inspektionsbeamten dienſtlich begleitet. bon Borries geführt, daß die periodischen Revisionen solcher Unter- Der Justizminister berief gestern sofort den Direktor Klein zu nehmungen, sowie auch der Hotels und großen Restaurationen so sich und forderte eingehenden Bericht über die in den Zeitungen vermehrt werden, daß eine lebertretung der bestehenden Vorschriften berbreiteten Nachrichten. Direktor Klein vermochte nicht anzugeben, nach Möglichkeit verhütet wird. Diese Vorschriften, welche vor nicht auf welche Weise die Einzelheiten in die Deffentlichkeit gedrungen Weißensee. Die Parteigenoffen werden darauf aufmerksam ge- langer Zeit erlassen sind, bieten, wenn sie genau befolgt werden, die waren. Er ordnete in Tegel sofort eine strenge Untersuchung an. macht, daß mit dem 1. September ein Wechsel in der Partei- denkbar größte Gewähr für die Verhütung von Unglücksfällen. Die Lazarettgehilfen, die man als die Urheber der Zeitungsnotiz spedition eintritt. Als Spediteur ist der Genoffe W. Reste bestimmt. Manche von ihnen, z. B. das Verbot der Aufstellung brennbarer ansieht, wurden sogleich abgelöst und zu Protokoll vernommen, zu Die Spedition befindet sich für Monat September Friedrich- Waren an den Treppen und den Ausgängen, die dauernde Freilassung wem sie über die in dem Artikel enthaltenen Einzelheiten gesprochen straße 12, Hof parterre und ist geöffnet morgens bis 9 Uhr, nach- aller Ausgänge u. a. tönnen jedoch leicht außer acht gelassen werden. haben. Auch der prinzliche Gefangene, der sich jetzt nicht mehr im mittags von 4 bis 8 Uhr. Daß dies nicht geschieht, soll durch die häufigen Revisionen, die bei an Lazarett, sondern in seiner neugetünchten Zelle befindet, wurde einem Potsdam. Das hiesige Gewerkschafts- Kartell stellte als Kandi- und für sich weniger günstig eingerichteten Häusern oder bei vordaten der Arbeitnehmer für die bevorstehende Gewerbegerichts- handener Neigung zu lebertretungen besonders häufig sein werden, Wahl, die am 17. September stattfindet, folgende Personen auf: und die sich nötigenfalls daran schließenden, mit allem Nachdruck wählbar auf 6 Jahre: Otto Matthies, Schloffer, Lenné- burchgeführten Anordnungen verhütet werden. Daneben wird die schen seit einiger Zeit im Gange befindliche Bau- Sachverständigen straße 5; Carl Wieting, Kutscher, Backhofstr. 6; Wilhelm Prüfung der in Betracht kommenden Anlagen daraufhin, ob bauliche Adenhausen, Kupferschmied, Kaiser Wilhelmstr. 26; Mar Kroll, Töpfer, Alte Quisenstr. 38; Ewald Rottmann, Töpfer, Nene enderungen nötig sind, beschleunigt werden, wie auch bei solchen Töpfer, Alte Luisenstr. 38; Ewald Stottmann, Töpfer, Nene Gebäuden, welche vor längerer Zeit errichtet sind, thunlichst feuerStönigstr. 107, Paul Senslober, Steinmez, Scharrnstr. 4; Carl Buge, Zimmerer, Boruſtedt, Victoriaftr. 14b; Wilhelm l'eds, fichere Bustände zu schaffen. Verhör unterzogen. Weiter behauptet die Korrespondenz. daß trotz der amtlichen Behauptung doch die Equipage des Direktors bei der Abholung des Prinzen benutzt wurde. Wir wollen uns darüber nicht weiter aufregen, sondern leben für den Fall, daß der Berichterstatter wirtlich Recht haben sollte, der frohen Hoffnung, daß dies Fuhrwerk in tommender Zeit auch andern Gefangenen zugänglich gemacht wird und so eine gewiffe Gleichheit in der Behandlung zur Geltung tommt. Der nächste Zeitungsredakteur, der in Tegel Aufenthalt nimmt, wird dann mit Genugthuung von dem Wohl behagen berichten, die ihm die Fahrt in dieser Equipage bereitet hat. Die plötzliche Dienstentlassung des Lieutenants Freiherrn von sein soll. Es handelt sich um das Recht auf Leitungswaffer, d. h. ob Brandenstein vom 1. Garde- Regiment zu Fuß bildet in Potsdam das ber Magistrat befugt ist, bei Nichtzahlung der vertraglich festgesetzten Tagesgespräch. Vor einigen Tagen, als das Regiment eben von Abgaben die Zuleitung von dem Grundstück des säumigen Hauswirts absperren zu lassen. In der Notiz wurde behauptet, die Entscheidung Döberitz zurückgekehrt war, berschwand, wie die Potsdamer gipfele in dem Saße:" Der polizeilichen Aufsicht und Einwirkung Korrespondenz meldet, der Lieutenant plöblich aus Potsdam, nachdem unterstehen diese Werte nicht." Zunächst sei bemerkt, daß der er vorher eine Unterredung mit seinem Kommandeur gehabt. fünfte Band des Berliner Gemeinderechts" schon vor geraumer| Lieutenant von Brandenstein stand bei der 2. Kompagnie, welche beArbeiter, Alte Luisenstr. 57, und Mar Flohr, Cigarrenmacher, Das Recht auf Leitungswaffer. Magistrats- offigiös wird geJunkerstr. 9 Wählbar auf 4 Jahre: Gustav Dittmann, schrieben: Kürzlich ging eine Notiz durch die Preffe über eine EntArbeiter, Lindenstr. 38. 2ählbar auf 2 Jahre: Friedrich fcheidung des Ober Berwaltungsgerichts, die in dem foeben er Kerntte, Maurer, Kaiser Wilhelmstr. 38, und Paul Ziemann, fchienenen fünften Band des„ Berliner Gemeinderechts" veröffentlicht Schneider, Mittelstr. 2. Nowawes. Mittwoch, abends 8, 1hr, bei Hiemte, Wallstraße: Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bortrag über die Landtagswahlen. 8. Bericht von der General bersammlung des Central- Wahlvereins. 4. Antrag des Vorstandes und der Bezirksführer auf Aenderung der Kassengeschäfte. 5. Berhiedenes. kanntlich der Kronprinz führt. Er wurde häufig von diesem eingeladen. Der Grund der Verabschiedung dürfte in sehr heiklen Vorkommnissen mit Untergebenen, die auf dem Döberitzer Uebungs- Platz passiert sind, zu finden sein. Von einem Soldaten sollen diese undelikaten Affairen angezeigt sein. Aehnliche Geschichten führten bereits im vorigen Jahre während des Manövers zur plötzlichen Ver- abschiedung des jugendlichen Lieutenants Burggrafen und Grafen zu Dohna-Schlobitten. Der jetzt verschwundene Freiherr von Branden- stein ist ein Schwager des Kammerherrn der Kaiserin. Grafen von Keller. Er wohnte seit Jahren in der Hohenwegstraße 9 und sah dort häufig lustige Gesellschaft um sich. Zum Pommerndank-Prozeß wirft Justizrat Dr. Staub in der ..Deutschen Juristcnzeitung" die nicht unberechtigte Frage auf, ob das Gericht, wenn es die ihm vorgeführten Beweise für nicht ausreichend hielt, überhaupt zu einer Vertagung und nicht vielmehr zu einer Freisprechung hätte kommen müssen. Und Rechtsanwalt Dr. M a m r ot h- Breslau weist auf das Bedenkliche des Gerichts- bcschlusses hin. nach welchem der Anklagebehörde die Akten zurück- gegeben werden, um erst nach neuen Beweismitteln zu suchen. Depn es sei anzunehmen, daß der Staatsanwalt seine Thätigkeit in dem zweijährigen Ermittelungsverfahren nicht selbst diskreditieren werde. Würden aber trotzdem neue Sachverständige beigebracht, welche für die der Anklage zu Grunde liegenden Taxen eintreten, so erscheine es sehr fraglich, ob die durch die bisherigen Gegen-Sach- verständigen begründeten Zweifel beseitigt wären und das Gericht zu einer Bejahung der Schuldsragen gelangen würde. Eine allgemeine Senkung des Grundwasserspiegels als Folge- erscheinung des Teltowkanalbaues hat sich im Britzer Gemeindegebiet gezeigt. Die meisten Brunnen sind wasserarm geworden. Teiche und Tümpel in der Nähe des Kanals haben viel Wasser verloren und sind teilweise verschlammt. Auf dem ausgedehnten Gelände der Späthschen Baumschulen sind die Wassergräben fast ganz eingetrocknet. Nur durch tiefe Ausbaggerungen vermögen die Besitzer vielfach dem gänz- lichen Wassermangel zu begegnen. Glücklicherweise sind diese Miß- stände nur vorübergehend, da, wenn der Teltowkanal erst mit Wasser gefüllt und in Betrieb genommen ist, die Hebung des Grundwasser- standes in der Umgebung des Kanals bald wieder eintreten dürfte. , Wegen Sittlichkeitsvergeheus soll nach einem gestern von uns gebrachten Berichte ein in der Christinenstraße wohnhafter Kaufmann verhaftet worden sein. Wie uns nun mitgeteilt wird, hat sich der Angeschuldigte, der übrigens sofort wieder freigelassen wurde, eines solchen Vergehens nicht schuldig gemacht. Es soll sich bei der Affairc vielmehr um einen Erprcssungsvcrsuch gegen ihn handeln. Bon einem Strolch ist vorgestern früh um 4�2 Uhr eine Zeitnngs- trägerin in der Michaelkirchstraße überfallen worden. Die Laternen waren schon ausgelöscht und die Straße daher in Dunkel gehüllt. als ein großer Mann vor die Frau hintrat, sie mit der einen Hand unzüchtig zu berühren suchte und mit der andren ihr an die Gurgel packte. Als die Angegriffene in ihrer Verzweiflung um Hilfe schrie, versetzte der Bursche ihr einen Schlag ins Gesicht und entfloh dann. Auch gestern morgen will man den Attentäter in der Gegend beob- achtet haben. Vermißt wird seit dem 22. August der Kaufmann Adolf Schröder, gebürtig aus Oelsen, ca. 39 Jahre alt. Er war an dem kaufmännischen Streik bei der Lotterie-Firma D. Lewin hier- selbst beteiligt und ist seit dem genannten Tage spurlos verschwunden. Nach sorgfältig eingezogenen Erkundigungen ist Schröder weder sistiert, noch befindet er sich in irgend einem Krankenhause. Da kein Grund zu der Annahme vorliegt, daß er sich selbst ein Leid angethan hat, wird vermutet, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Bekleidet war er mit schwarzer Tuchhose, graubraunem Jakett und einem gelben Strohhut. Automatenplündcrer treiben in der Umgebung Berlins ihr Un- Wesen. In der letzten Woche schleppten sie nachts aus der Wald- schänke Sadowa einen Waren- und einen Postkartenautomaten in den Wald hinein, zertrümmerten sie dort»nd beraubten sie ihres Inhalts an barem Gelde. Die Plünderer sind wahrscheinlich vier junge Bengel, die abends in jener Gegend herumlungerten. Feuerbcricht. In der letzten Nacht ist die Feuerwehr nicht zur Stühe gekommen. Ununterbrochen hat sie tüchtig an mehreren Stellen zu thun gehabt. Vor Mitternacht erfolgte ein Alarm nach der Gneisenaustraße 4t, wo im ersten Stock des OuergebäudeS in einer Jalousiefabrik Feuer aus noch nicht ermittelter Ursache ausgekommen war und schnell eine große Ausdehnung erlangt hatte. Die dritte Compagnie unter Leitung des Brandinspektors Reinhardt mußte mit drei Schlauchleitungen längere Zeit Wasser geben, um die Flammen zu löschen und die Gefahr für die übrigen Betriebe zu beseitigen. Noch war man dort beschäftigt, als ein zweites größeres Feuer aus der Trebbinerstraße 7 sGüterbahnhos) gemeldet wurde. Dieser fiskalische Lagerplatz ist an zahlreiche Unternehmer vermietet, die dort für Brenn- und Baumaterialien kleine Fachwerkschuppen und Lager- räume errichtet haben, in denen Kohlen, Holz, Futtermittel, Schnitzel, Melasse u. a. lagern. Die Flammen, aus unbekannter Ursache auf einem der Kohlenplätze entstanden, hatten schon mehrere Schuppen ergriffen, als die Feuerwehr erschien. Von Schutzleuten wurde ein Arbeiter mit Frau und Kind, die ihre Sachen noch in Sicherheit bringen wollten, aus den schon brennenden Gebäuden herausgeholt. Brandinspektor Reinhardt sah die hell zum Himmel emporlodernden Flammen schon aus großer Ferne auf der Fahrt von der Brandstelle in der Gneisenaustraße 4l und fuhr sofort im Galopp dorthin, wo man- das Feuer vermutete. Er traf als erster an der Brand- stelle ein und gleich daraus der 12. Zug. Auch der 19. Dampf- spritzenzug war infolge deS Feuerscheines von der Gneisenaustr. 41, wo der 9. und 11. zurückblieben, direkt nach der Trebbinerstr. 7 gefahren. Inzwischen war auch der 17. Zug aus' der Lindenstraße an der Brandstelle angekommen, dem dann auf die Meldung von .Mittelfeuer" in rascher Reihenfolge die Züge 18, 19, 29 usw. folgten. Die Dampffpritzen legten unmittelbar am Landwehrkanal an, während die Handdruckspritzen ihr Wasser aus den Hydranten ent- nahmen. Kräftig wurde von allen Seiten vorgegangen und ein weiteres Umsichgreifen verhütet. Durch ununterbrochenes Wasser- geben mit acht Schlauchleitungen wurde dann die Gewalt deS Feuers, das reiche Nahrung gefunden hatte, gebrochen. Langsam ging es dann zurück. Der Berliner Zoologische Garten besitzt seit kurzem wieder einen Schlangenadler, der in dem Mittelkäfig der Sammlung kleiner Raubvögel und Eulen untergebracht ist. Dieser durch den breiten Kopf und die großen gelben Augen charakterisierte Raubvogel ist über Nordafrika, Indien und das südlichete Europa verbreitet und wird auch ab und zu bei uns in Deutschland beobachtet. Wie der Name angiebt, ist dieser Adler ein Reptilienjäger und seine stark beschilderten Fänge, sowie das dichte, lange Kopfgefieder schützen ihn vor den Bissen der ergriffenen Schlange. Allerdings versteht es der Vogel außerdem, durch blitzschnelles Zufassen und rasches Zermalmen seiner Beute diese unschädlich zu machen, bevor sie an Verteidigung denken kann. Im Nebenkäfig haust zur Zeit ein hier noch nie ge- zeigter brasilianischer F I e ck e n w e ich, der die bei uns vor- kommenden Verwandten wohl um das Doppelte an Größe über- trifft und, wenn ausgefärbt, zu den schmucksten Raubvögeln zählt. Das Berliner Aquarium war in der Lage, einige seltene und wertvolle Tiere erwerben zu können. Ueber Hamburg erhielt es zwei gewaltige Echsen, welche schon von weitem durch ihren starken Körperbau, den trotzig erhobenen Kopf, einen scharfgezähnten Rücken- lamm und einen langen, seitlich zusammengedrückten Schwanz auf- fallen, während bei näherer Besichtigung ein auf der Stirn stehendes Horn als das merkwürdigste erscheint. Die Tiere sind die Vertteter einer Gattung und Species, welche nur zufällig einmal auf den Tier- markt kommt. In Gestalt, Tracht und Haltung können sie den Leguan nicht verleugnen, von welcher Gattung der bekannte westindische grüne Leguan früher einmal im Aquarium vorhanden war; indessen unter- cheidet sich die neüe Gattung von jenem auf den ersten Blick durch das Fehlea des großen Kehlsackes, an dessen Stelle hier nur eine Falte erscheint, ferner durch eine andre Beschilderung des Kopfes und eine eigentümlich düstere Färbung. Zwischen' dett großen Nasenlöchern bemerkt man zwei Paar gewölbte Platten und weiter hinauf auf der Mitte der Stirn erhebt sich ein reichlich 1 Centimeter hohes, bräun liches Horn, weshalb man diese Art„Rhinoceros-Leguan" genannt hat. Dicht hinterm Kopf beginnt der 1 bis 2 Centimeter hohe Kamm, der über den Schultern und den Hüften unterbrochen ist. Hm clen Nachbarorten. Charlottenburg. Socialdemokratischer Wahlverein, Rosinenstr. 3. Heute großes Sommerfest. Künstlerkonzert unter Mitwirkung der Arbeiter-Gesangvereine. Auftteten des Volkshumoristen Lewan- dowsky. Kinderfackelzug. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Die Kaffee- küche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Enttee 29 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen S9 Pf. nach. Der Vorstand. Charlottenburg. Bei der diesjährigen Stadtverordnetenwahl müssen 13 Hausbesitzer gewählt werden. Dieselben verteilen sich auf die Abteilungen folgendermaßen: I. Abteilung 3, II. Ab- teilung 7 und III. Abteilung 3 Hausbesitzer. In der letzten Magistratssitzung fand nun die Auslosung der Wahlbezirke, in welchen die Hausbesitzer zu wählen sind, statt. In den 8 Wahlbezirken der III. Abteilung haben der 1., 2. und 8. Bezirk je 1 Hausbesitzer, in den 4 Wahlbezirken der II. Abteilung haben der 2. Bezirk 1 Haus- besitzer, der 1., 3. und 4. Bezirk je 2 Hausbesitzer, in den 4 Wahl- bezirken der I. Abteilung haben der 1., 2. und 3. Bezirk je 1 Haus- besitzer zu wählen. Nowawcs. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung machte der Amtsvorsteher zunächst Mitteilung von dem Eingang eines Planes, in welchem von der Gemeinde Neuendorf die Grundstücke verzeichnet sind, welche sie behufs Grenzregulierung an Nowawcs abtreten will. Da dieser Plan mit demjenigen, welcher von unsrer Gemeinde ausgearbeitet ist, nicht übereinstimmt, sollen die zu diesem Zwecke eingesetzten beiderseitigen Kommissionen zu einer Sitzung ein- geladen werden, um ein Einverständnis herbeizuführen.— Die Ausschreibung der Verpachtung des Marttstandgeldes zeitigte eine längere Diskussion. Bisher betrug die Pachtsummc 1999 M.; eingenommen wurden an Marktstandsgeldcrn in den letzten vier Jahren 1279,59 Mark. 1362,45 M.. 1443,95 M.. 1697,25 M. Genosse Hoff- mann regte an, den Pächter gegen Gebalt fest anzustellen; der Ortsvorsteher erklärte, daß die Sache früher so gehandhabt worden wäre, doch hätten sich hierbei viele Unzuträglichkeiten ergeben. Nach einigen weiteren Ausführungen wurde beschlossen, die Verpachtung auszuschreiben und die Pachtdauer auf drei Jahre festzusetzen. Ein Antrag des Genossen G r u h l, daß sich die Vertretung die Auswahl unter- den Bewerbern vorbehalten soll, fand Annahme.— Des ferneren gab die Vertretung ihre Zustimmung zu einem Abkommen, welches der Amtsvorstcher mit den hiesigen Hebamnien betr. die AbWartung Ortsarmer getroffen hat; danach bezahlt die Gemeinde für die Entbindung 6 M., für jeden Wochenbesuch 59 Pf., bei mehr als 8 Besuchen ist die Bescheinigung eines Arztes über die Notwendig- lest der weiteren Abwartung nötig. Rixdorf. Eine außerordentliche Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung findet morgen(Montag) nachmittag 5 Uhr statt.— Auf einem Neubau in der Elsenstratze stürzte der Arbeiter Bernhard Tannowski infolge eines Fehltritts von einem Baugerüst in Höhe der zweiten Etage ab und zog sich beim Fall einen Bruch des rechten Armes und andre Verletzungen zu, so daß er nach dem Kreiskranken- haus Britz geschafft werden mutzte. Ein zweiter schwerer Bauunfall ereignete sich auf dem Neubau Laubcsttaße 15, wo der 29jährige Maurer Karl Lehmann aus der Forsterstraße 8 in Berlin das Unglück hatte, drei Stock tief abzustürzen. Der Bedauernswerte zog sich dabei eine Verstauchung der Wirbelsäule und schwere Kopfverlebungen zu. Nachdem die Rixdorfer Unfallstation dem L. die erste Hilfe geleistet, erfolgte seine Ueberführung nach dem Krankenhaus am Urban. Wejßensee. Freitagnacht kam in Weißensee, Berlinerstr. 1, in einer Schwei, le-Mastanstalt Feuer aus. Als die Berliner Feuerwehr auf Anruf des Amtsvorstehers erschien, stand die Anstalt schon in Flammen, auch war die fteiwillige Ortsfeucrwehr schon zur Stelle. Die Mannschaften der Berliner Feuerwehr mußten sich darauf be- schränken, die Tiere lmd Geräte. Möbel usw.. zu retten. Kühe und Schweine wurden in Sicherheit gebracht. Die Anstalt ist nieder- gebrannt._ Gerichts Geltung. Auch eine Eifersuchtstragödie. Eine Sttaßenschlägerei zwischen Personen, die den gebildete» Ständen angehören, beschäftigte gestern die 139. Abteilung des Schöffengerichts. Auf der Anklagebank hatten der Kaufmann Karl E d z a r d s, der Metallarbeiter Paul Gürtler und der Zahnarzt Adolf Simon Platz zu nehmen. Die beiden Erstgenannten waren der gemeinschaftlichen Körperverletzung des Simon, der letztere war der Beleidigung und der Körperverletzung beschuldigt. Es wurde in der Verhandlung folgender Thatbestand festgestellt. Frau E., die geschiedene Eheftau eines bekannten Professors der Musik, hatte nach ihrer Scheidung etwa ein Jahr lang in intimen Beziehungen zu dem Zahnarzt Simon gestanden. Wie Simon annahm, hatte Frau Professor E., welche Besitzerin mehrerer Häuser ist, ihre Gunst einem ihrer Mieter, dem Kaufmann Edzards, zu- gewendet. Jedenfalls kam es zwischen der Frau Professor und Simon zum Bruch. Am Abend des 17. Mai, gegen 11 Uhr, ging Simon durch die Holzmarktstraße. Als er an dem Hause der Frau Professor vorüberging, sah er, daß dieselbe mit Edzards und einigen anbeni Personen auf dem erleuchteten Flur stand, sie schienen soeben von einem Ausflug zurückgekehrt zu sein. Simon wurde von Eifersucht gepackt, er zerschlug eine Thürscheibe mit seinem Regenschirm und belegte die Pförtnersleute mit häßlichen Namen. Darauf ttaten Gürtler, der Schwager des Pförtners, und Edzards auf die Sttatze hinaus und zwischen ihnen und Simon entspann sich eine Schlägerei, wobei auf beiden Seiten Stöcke und Schirme zur Anwendung kamen. Der Zahnarzt mußte in dem� ungleichen Kampfe unterliegen. Er ließ die erlittenen Verletzungen ärztlich bescheinigen. Frau Professor E. spielte als Zeugin eine wenig behagliche Rolle. Der Gerichtshof kam zur Verurteilung aller drei Angeklagten. Gegen Edzards wurde auf 59, gegen Gürtler auf 39 und gegen Simon auf 89 M. erkannt. Das Vercinskonzert„Angeklagter Schubert", beginnt der Vor- sitzende des Schöffengerichts das Verhör.«Sie sollen einen groben Unfug verübt haben, indem Sie eine Konzertaufführung des Gesang- Vereins«Krähende Henne" in recht häßlicher Weise störten. Bekennen Sie sich schuldig?"— Angekl.:„Wat man»ich dividieren kann, seht man als jroben Unfug an, Hab' ick in meine Zeitung jelesen; wenn Sie aus einen janzen harmlosen Spaß, über dem allet jelacht hat, wat damals da war, eenen jroben Unfug machen wollen, dann mutz ick mir allerdings schuldig bekennen. Ick habe aber mal jehört, det zu eenen jroben Unfug eene Belästigung von't Publikum neetig iS. Det war aber nich der Fall, mithin wer'n Sie mir freisprechen müssen."— Vors.:«Wie hat sich damals die Sache abgespielt?'— Angek.: «Ick bin akttvet Mitjlied von die«krähende Henne", det heetzt, ick war et, denn nach det verunjlückte Vereinskonzert hat man mir ein- stimmig ausjeschlossen. An den fraglichen Abende hatten wir een Vereinskränzchen mit Damen. Et sollten eene Anzahl Lieder zum Bortrag jelangen' und schon wochenlang vorher wurde jeübt und jeprobt, det unser dickxr Dirijente manchmal janze Hektoliter von Künstlerschweeß verjossen hat. Der stoße Abend kam heran und unser Chef stand in Frack«nd weiße Binde uff det Podium; in der eenen Hand hielt er den Galataktstock von seinen letzten Jeburtstag, in der andern die Stimmjabel.«EenS, zwee, drei I" Nu jing et los. Det erste Lied klappte vorzüglich. Det Publikum klatschte wie doll und der Dirijente schwamm m Wonne und Seelichkeet. Um mich eenen Feez zu machen, hatte ick sor zwanzig Fennije Niesepulver jekoost und det Zeugs in eene Jnsektenpulverspritze jefüllt. Det zweete Lied„Behüt' dich Jost, et wär so scheen m Jnesen" bejann und nach den ersten Vers langte ick meine Spritze vor und pulverte nach alle vier Himmelsrichtungen eene jute Quantität mang die singenden Vereinsbrieder. Die Wirkung blieb nich aus. Zuerst nieste een Tenor, jleich druff een Baß, dann niesten zweie zu jleicher Zeit. Der Dirijente fuchtelte mit den Taktstock in die Lust rum, als ob er eenen Schwärm Mücken abwehren wollte, dabei verzog er det Jesichte und wackelte mit die Reese wie een Kanickel, das Teltower Rüben fressen dhnt. Vor Anstrengung wurde er janz blaurot int Jesichte. endlich jings nich mehr, er nieste jleich viermal hintereinander. Nu jab's keen Halten mehr: Hazih I Hau zu I Hohzoh! klang's in alle Tonarten durch einander, während det Publikum„Prost! Prost!' schrie und sich vor Lachen wälzte. Et war eenfach unbeschreiblich, und det Konzert mutzte abjebrochen werden.— Uff Veranlassung unstet Dirijenten wurde später eene hochnotpeinliche Untersuchung injeleitct. Leider hatte ick mir inzwischen selber verraten. Ick wurde rausjeschmissen und anjezeigt."— Der hierauf als Zeuge ver« nommene Dirigent der„krähenden Henne" schildert mit Entrüstung, wie der ganze Verein durch den Vorfall hlamiert worden sei und auch einen materiellen Schaden erlitten habe, weil viele der An- wesenden das Eintrittsgeld zurückverlangt hätten. Er bitte deshalb, den Angeklagten empfindlich zu bestrafen. Der Gerichtshof kann jedoch zu einer Verurteilung nicht kommen, da die Konzertaufführung keine öffentliche, sondern ein privates Vereinsvergnügen war, im übrigen auch die Kriterien des groben Unfuges fehlen. Der Angeklagte wird deshalb freigesprochen. „Ick danke Ihnen verbindlichst," sagt der Angeklagte, indem er sich etwas inkorrett verbeugt,„ick sehe, det Dividieren mit den stoben Unfug is doch nich"so leichte. Leben Si ooch recht wohl, Herr Kapellmeester!'_ Vermischtes. Zu dem Eisenbnhn-Unglück bei Udine wird berichtet: Der Anblick der Unglücksstätte ist grauenhast. Der vollbesetzte Militärzug ist total zerstört, an einer Stelle sieht man die Trümmer von vier Waggons übereinander getürmt. Nach dem„Corriere dclla Sera" wurde die Unglücksnachricht so lange zurückgehalten, um die Einzugs- feier des Königspaares in Padua nicht zu stören. Das Unglück geschah abends 19 Uhr, wurde aber dem Königspaare erst tags darauf früh 3 Uhr 39 Minuten auf dem Manöverfelde bei der Revue mit» geteilt. Der Adjutant des Königs Graf Gianotti beklagte diese Verspättmg sehr. Bis jetzt sind tot aufgefunden: Hauptmann Badini, 1 Sergeant, 8 Soldaten, 1 Lokomotivführer und 1 Heizer, schwer verwundet 35 Soldaten, darunter Oberst Bona und 29 Offiziere, leicht verwundet 49 Soldaten. Ferner wird aus Rom gedrahtet: Der Deputierte Aguglia wird nach Eröffnung der Kammer die Re» gierung über den jüngsten Eisenbahnunfall interpellieren und energische Maßregeln verlangen, um die Eisenbahn-Gesellschaften zu zwingen, für ein regelmäßiges Funktionieren der Alarmsignale und ein hinreichendes Personal zu sorgen. Mehrere Abendblätter tadeln die Eisenbahn-Gesellschaft, daß eine so wichtige militärische Linie nur eingeleisig sei. Ein merkwürdiger Unfall. Vor einigen Tagen stellte die Feuer- wehr an dem Gebäude der National Telephon Company in Holborn eine Uebung mit dem Rettungssack an. Der Sack war an einem 42 Fuß über dem Erdboden befindlichen Fenster befestigt. An diesem Gebäude findet monatlich einmal eine Uebung statt, und den jungen Mädchen der Fernsprechgeftllschast macht es Vergnügen, sich daran zu beteiligen. So waren denn schon verschiedene der Mädchen durch den Rettungssack hinuntergeglitten, als sich der Sack plötzlich teilte und eines der Mädchen durch den Riß auf das Pflaster stürzte. Trotzdem der Sturz nur aus 8 Fuß Höhe erfolgte, erlag das Mädchen den erlittenen Verletzungen. Wie der starke Rettungssack reißen konnte, erschien anfangs unerklärlich, bis man an einem Absatz des Sttefels der Verunglückten einen scharf hervortretenden Nagel entdeckte. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Mädchen mit diesem Nagel den Sack zerschnitt und dadurch verunglückte. Pilzvergiftungen sind, wie aus verschiedenen Landesteilen be« richtet wurde, in jüngster Zeit mehrfach vorgekommen. Zwei be- sonders schwere Fälle werden heute gemeldet. In Brockotschine bei Trebnitz erkrankte, wie uns drahtlich mitgeteilt wird, die aus fünf Personen bestehende Familie eines DienstknechteS nach dem Genuß giftiger Pilze. Ein Mann, eine Frau und ein Kind sind bereits gestorben.— In Diesdorf(Kreis Diedenhofen) erkrantten ebenfalls fünf Personen, vier Männer und eine Frau. Von ihnen ist ein Mann gestorben; die andern liegen schwer krank danieder. Klochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Döberitz. Carmen. Montag: Da? goldene Kreuz. Dienstag: Lohengrin. Mittwoch: Der Waffenschmied. Donnerstag: Das goldene Kreuz. Jaoottc. Freitag: Die Hugenotte». Sonnabend: Figaros Hochzeit. Sonntag: Aida. Königliches Schauspielhaus. Sonntag: Nathan der Weise. Mon- tag: Wie die Alten jungen. Dienstag: Goldfische. Mittwoch: Die Hermannsschlacht. Donnerstag: Der Revisor. Freitag: GygeS und sein Ring. Sonnabend: Die Journalisten. Sonntag; Kabale und Liebe. 'Neues kgl. Opern-Theater. Sonntag: Die Fledermaus. Montag: Der liebe Schatz. Dienstag: Der Seekadett. Mittwoch: Der Bcttelstudent. Donnerstag: Der liebe Schatz. Freitag: Die Geisha. Sonnabend: Die Fledermaus. Sonntag: Der liebe Schatz. Schiller-Theater O.(Wallner-Theater.) Sonntagnachmittag: Die Räuber. Sonntagabend: Was ihr wollt. Montag: Was ihr wollt. Diens» tag: WaS ihr wollt. Mittwoch: Im weißen Rößl. Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag: Der Talisman. � Schiller-Theater X.(Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag, Montag. Dienstag und Mttwoch: Der Talisman. Donnerstag. Freitag und Sonnabend: Was ihr wollt. Sonntag: Im weltzen Roßt. Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Die versunkene Glocke. Sonntagabend: Monna Vanna. Montag: Der arme Heinnch. Dienstag: Kollege Crampton. Mittwoch: Monna Vanna. Donnerstag: Kollege Crampton. Freitag: Monna Vanna.« Sonnabend:. Fuhrmann Henschel. Sonntag: Kollege Crampton. � Berliner Theater.„.M?rwch- Oper.) Sonntagnachmittag: Der Freischütz. Sonntagabend: Abschied Botel:Sttadella. Cavaleria rusticana. Montag: Traviata.(Prevost, a. G). Dienstag: Wilhelm Tell. Mitt. woch: KKZ 000 Thaler. Donnerstag: Alt-Heidelberg. Freitag: Savonarola. Sonnabend: Wilhelm Tell. Sonntag: 100 000 Thaler. Neues Theater, sonnlag: Doppelselbstmord. Montag: Doppel- sclbstmord. Dienstag: Pelleas und Melisande. Mittwoch: Doppelselbsl- mord. Donnerstag: Doppelselbstmord. Freitag: Eine Frau ohne Be- deutung. Sonnabend: Eine Frau ohne Bedeutung. Sonntagnachmittag: Nachtasyl. Sonntagabend: Eine Frau ohne Bedeutung. Lesjiiig-Theater. Sonntag: Die Ehre. Geschwister Lemke. Montag: Der blinde Passagier. Dienstag: Geschwister Lemke. Mittwoch: Die Ehre. Donnerstag: Geschwister Lemke. Freitag: Der blinde Passagier. Sonn- abend: Geschwister Lemke. Sonntag: Geschwister Lemke. Theater des Westens. Sonntag: Alt- Heidelberg. Montag: Alt- cidclberg. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend und ornitag: Unbestimmt. Luiseu-Theater. Sonntagnachmittag: Der Raub der Savinerinnen. Sonntagabend: Das neue Gebot. Montag: Das Neue Gebot. Dienstag: Das neue Gebot. Mittwoch: Der Raub der Sabinerinnen. Donnerstag: 100 000 Thaler. Freitag: Faust(I. Teil). Sonnabend: 100 000 Thaler. Sonntag: 199 991 Thaler. Residenz-Theater. Sonntagnachmittag: Nora. Sonntagabend und folgende Tage: Lustige Ehemänner. Borher: Zum Einsiedler. Nächste» ~ mntagnachmittag: Nora. Abends: Seine Kammerzofe. Kleines Theater. Allabendlich: Nachtasyl Trianon-Theater. Allabendlich: Die Notbrücke. Thalia-Theater. Allabendlich: Der Hochtourist. Lieder-Spielhaus(Kroll). Allabendlich: Liederspiele und Idyllen. Vision nach dem Balle. Carl Weisi-Theater. Allabendlich: Der Fehltritt einer Frau. Deutsch-amerikanisches Theater. Allabendlich: Ueber'n große» Teich. Apollo-Theater. Allabendlich: Die Liebesinsel. Metropol-Theater. Allabendlich: Neuestes! Allerneuestes: Urania-Theater, Taubenstt. 48)49. Allabendlich: Von der Zugspitze zum Watzmann. Eingegangene Druckfchriften. Protokoll über die Verhandlungen des 7. Verbandstages der Friseur gehilfen Deutschlands, abgehalten zu Mannheim. 66 Seiten. Hamburg 1903. Ekkorn, Pinneberger Weg 13. Jahresbericht des Schweizerischen Grütlivereins. Umfassend den Zeitabschnitt vom 1. Januar bis 31. Dezember 1902. August 1903. 116 Seiten. Buchdruckerei des Schweiz. Grütlivereins. Protokoll der Sechsten ordentlichen Generalversammlung des Verbandes der Glasarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. 70 Seiten. Drud von C. Janiszewski, Berlin SO., Elisabeth- Ufer 20. Rusticus. Arbeitsteilung und Kutturfortschritt. 30 Seiten. Hermann Walther, Verlagsbuchhandlung, G. m. b. H. Berlin SW., Kommandantenftraße 14. Bericht über die Thätigkeit der socialdemokratischen Organisationen im fiebenten schleswig- Holsteinischen Reichstags- Wahlkreis für das Rechnungsjahr 1902/1903, erstattet von der Kreisleitung. Chr. Haap u. Co., Kiel. 2. Nein. Alter Abonnent 1891. Ein Dienst1 " Marktpreise von Berlin am 28. Auguft 1903 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. 16,12 16,08 16,04 16,00 do. Schweinefleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale mittel " gering startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg Bauch 7,00 5,00 1,80 1,20 1,40 1,00 " * Roggen, gut 13,30 13,28 1,60 1,20 " " mittel 13,20 13,24 Kalbfleisch 1,80 1,20 " " " gering " 13,22 13,20 1,80 1,20 " + Gerste, gut mittel gering Hafer, gut " 14,50 13,70 13,60 12,80 12,70 11,90 16,60 15,40 2,60 2,00 60 Stüd 4,00 2,60 1 kg 2,40 1,40 2,60 1,40 mittel " " 15,30 14,10 Bander 3,00 1,20 21 gering 14,00 12,80 Hechte " 2,40 1,40 " 4,00 3,66 Barsche 1,80 80 6,80 " 4,60 Schleie 40,00 25,00 Bleie 3,00 1,40 1,40 80 " 50,00 25,00 Krebse per Schod 18,00 3,00 60,00 20,00 * ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. Heu י. Arbeiter: Samariterkolonne. Morgen, Montagabend 9 Uhr, in der| Kasse zahlen. Nach Ablauf der ersten Hälfte des zweiten Quartalmonats Filale Brunnenstr. 154: Vortrag über Krantenpflege und Transport kommt der Steuererheber. 2. Ja. Berunglückter und Erkrankter. Nachher: Praktische Uebungen. Gäste will mädchen und eine Auswärterin find invalidenversicherungs, nicht aber Weizen, gut D.- Ctr.| 16,20| 16,16 frankenversicherungspflichtig. tommen. Neue Teilnehmer können eintreten. A. F. L. Biesenthaler. Wenn in der That eine gerichtliche Verschreibung vorliegt, fönnen Sie im Wege der Klage borgehen. Alter Invalide, E. P. 600. Rein.- 5. W. 15. 1. Ja. Karl Fischer. Sie können auf Beseitigung des Rauches beim Gericht klagen, auch wenn die Polizei die Sache nicht in die Hand nimmt. 5. T. 28. 1 u. 2. Ja. F. 20. Nein. Vergangene Zeiten. 1. und 2. Nein. 3. Die Abfindung wegen der Alimente bedarf der Zustimmung des Vormundes und der Genehmigung des Gerichts. S. D. 26, A. S. Ja.-.. 70. 1. Ja. 2. Doch. 3. Abwarten. 23. 25. Sie fönnen flagen und dann auf Grund des Urteils die einbehaltenen Sachen pfänden lassen. E. J. Köchinnen für einen Privathaushalt sind nicht krankenversicherungspflichtig. Die Herrschaft Richtstroh ist verpflichtet, für die Dauer von sechs Wochen Kurkosten zu zahlen. V. B. 19. Lassen Sie sich eine vollstrecbare Urteilsausfertigung erteilen Erbsen H. M. 6 bis 25 M. Speisebohnen und durch einen Gerichtsvollzieher vollstrecken. werden als angemessen erachtet. A. K. 22. Die Kinder aus erster Ehe Linsen Shres Mannes beerben diesen aber nicht Sie. Ein Recht auf eine angemessene Aus steuer steht der Tochter gegen den Vater nur zu, soweit der Bater bei Berücksichtigung seiner sonstigen Berpflichtungen ohne Gefährdung seines standesmäßigen Unterhalts dazu im stande ist und die Tochter nicht ein zur Beschaffung der Aussteuer ausreichendes Vermögen hat. S. S. 100. 1. und 2. Nein. 3. Zustimmung aller. 2. 1000. Es kann nach Eröffnung des Testaments getlagt werden; mit Ihrem Anspruch müssen Sie aber, soweit ersichtlich, abgewiesen werden. F. A. Strengste Albrechts b. Suhl. Nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts 1 und 2 ja. Mutter. Die Klage hätte wenig Aussicht auf Erfolg. H. M. Die Karte ist innerhalb zweier Jahre umzutauschen, gleichviel, ob sie vollLörrach 46. Berlin geklebt ist oder nicht. Sonst verlieren Sie die bislang erworbenen Anrechte. Swinembe. 754 SS 5. 8. Stellen Sie den Antrag auf Entlassung. Klagen Sie auf Aufhebung des Bescheids des Kreisausschusses beim ordent- ranti.a.m. 758 lichen Gericht. A. R. 1000. Eine Klage ist in diesem Fall erfolglos. München 764 28 22 Seiten. Briefkaften der Redaktion. " R. in England". Wir bitten Sie um Ihre Adresse. Berschwiegenheit selbstverständlich. Juriftifcher Teil. Druck von Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. R. N. 100. 1. Geburtsurkunde und Militärpapiere werden auf dem Standesamt verlangt. 2. Nein. Sagan. Das Gericht ist berechtigt, eine Untersuchung eintreten zu lassen. G. D. 5. 1 u. 2. Ja. Franz Thiel. 1. Dergleichen giebt es nicht. 2. Sie haben, soweit ohne mündliche Rücksprache ersichtlich, fein Recht, die Entfernung des Wassersacks zu vers langen. Walter. E. K. F. Soweit ersichtlich, liegt ein flagbarer Erbanspruch nichi bor. G. 5. 3. 1. Sie können die Steuern im voraus an der Inserate Nach langem, schwerem Leiden enfschlief am 28. August, mittags 123 Uhr, mein lieber Mann, unser guter Vater, der Tischler Julius Ast im 51. Lebensjahr. 1253b Dies zeigen betrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag, den 31. August, nachmittags 42 Uhr von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Rigdorf, aus statt. Todes- Anzeige. Am 28. Auguft verstarb unser langjähriger Stollege Julius Ast. Die Beerdigung findet Montagnachmittag 4%, Uhr von der Leichenhalle des ThomasKirchhofs aus ftatt. Briefkaften der Expedition. Witterungsübersicht vom 29. August 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Hamburg Wien Barometer richtung Wind Windstärke Better Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer Wind13 Petersburg 750 SS 4 bedeckt 14 Haparanda 740 SD 16 Cork, 3 Regen 2bedeckt richtung 762 SSW Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C.= 4° 9.1 2 Regen 11 752 SW 756 S 1bedeckt 13 2halb bd. 13 4 bedeckt 4wolfig 19 Aberdeen 17 Paris 1wolfig 19 763 SSD 2bedeckt 16 762 3 Wetter Prognose für Sonntag, den 30. August 1903. Ziemlich kühl, zunächst meist trübe mit Regenfällen und starken westlichen Die städtischen Fortbildungsschulen können auch von solchen Winden; später langsam aufflarend und ruhiger. Berliner Wetterbureau. besucht werden, die nicht in Berlin wohnen. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Von der Reise zurück 12236 Dr. Scholl, Straussbergerstr. 10. Bon der Reise zurüd 51/ 13* Dr. Cohnheim, Specialarzt für Magen- und Darmleiden. Oranienburgerstr. 39. Mittwoch, 2. Sept. 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Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Oderbergerstr. 51/52 aus nach dem Gethsemane- Kirchhof in Nieder- Schönhausen statt. 3. A: H. Werner. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Gegründet 1878. 200= 10 000 2500 Gewinne und 2 Prämien. Nur 17 500 Lose! Kl. Losanteil 3 M.( Liste u. Porto 30 Pfg.) Voll- Lose 30 M. versenden gegen Postanwéisung oder Nachnahme Alfred van Perlstein& Cie., Mainz, Grosse Bleiche 3. Telegr.- Adr.: Glückskollektur. 25 Jahre bewährt. Streng reell Resterhandlung 1 Treppe. 38 Prinzenstr. 38 am Moritzplatz. Aus prima Gtoffeeften liefere td unter Garantie des guten Sizes mil guten Butaten in fauberer Verarbeitung Anzüge nach Serie I: Serie 11: Massi Serie III: 24 Mk. 27 Mk. 30 Mk. Paletots nach Maß 22 Mark au. August Löther, Prinzenstr. 38 1. am Moritzplatz ( vormals Leiter der Resterhandlung Bellealliancestr. 98. 1). Rohtabak! Feinste Brafils, pro Pfd. 1,20 u. 1,30 M. 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Den 365 Kartellen gehören insgesamt 4742 Organisationen mit 614 722 Mitgliedern an, gegen 3995 Organisationen mit 481 718 Mitgliedern im Jahre 1901. Die größere Zahl der Organisationen sowie auch der Mitglieder ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß Kartelle hinzugekommen sind, die für 1901 nicht berichtet hatten, und zum Teil auf das Anwachsen einzelner Kartelle. In den meisten Kartellen ist eine wesentliche Aenderung in dem Bestand der angeschlossenen Organisationen nicht eingetreten. Die Zahl der 1901 nicht angeschlossenen Organisationen betrug 3995. Die 21 Kartelle, welche 1901 in der Statistik geführt sind, aber für 1902 teine Angaben gemacht haben, hatten 189 angefchloffene Organisationen, so daß für die Kartelle, welche für beide Statistiken berichteten, ein Bestand von 3806 Organisationen zu verrechnen ist. Neu in der Statistik geführt sind für 1902 ins gesamt 65 Kartelle. Diese haben 815 angeschlossene Organisationen, so daß sich für die Kartelle, welche in beiden Statistiken verzeichnet sind, ein Zuwachs von insgesamt 418 Organisationen ergiebt, gegenüber 1901 die Zahl der den Kartellen nichtangehörenden Zweigbereine verringert. Sonntag, 30. Auguft 1903. Von 55 Kartellen wird berichtet, daß sie teilnehmen an Vortragskursen und Vorträgen und 73 beteiligen sich an Volkss Gegenüber 1901 sind im Jahre 1902 in den Kartellen vorstellungen, während 71 an sonstigen Einrichtungen, wie Weihs 133 004 Mitglieder mehr vertreten. Von den in der Statistik nachtsbescherungen usw. Anteil nehmen. für 1901 berzeichneten 481 718 Mitgliedern befanden sich Die Kartelle in Altenburg S.-A., Plauen i. V., Suhl und 246 268= 51 Pro3. in 21 Großstädten, während von den Wiesbaden lassen auch den Ferienkolonien ihre Unterstützung zu teil 614 722 Mitgliedern, welche die Statistik für 1902 ausweist, werden und das Dresdener Kartell unterhält selbst, ohne kommunale Beihilfe, eine Wärmehalle. 338 86555 Proz. in 23 Großstädten waren. fönnen. In Bezug auf Förderung des Arbeiterschutzes weist die Statistik für 1902 gegenüber der von 1901 eine geringfügige Besserung auf. In lekterem waren von 104 Kartellen Beschwer ommissionen zur Uebermittelung der Beschwerden abhängiger Arveiter an die Ges werbe- Inspektion eingerichtet, während 1902 131 solcher Stommissionen vorhanden waren. Den Kartellen liegt neben der Agitation für Ausbreitung der Von 74 Kartellen wurden im Jahre 1902 insgesamt 91 ArbeitsGewerkschaften und Schaffung der allen Organisationen dienenden lofen- Zählungen vorgenommen und von 33 Kartellen wurden Einrichtungen auch die Verpflichtung ob, alle Vorgänge im ge- 34 sonstige Erhebungen, hauptsächlich die Organisationsverhältnisse werkschaftlichen Leben am Orte zu registrieren. In dieser Be- am Orte betreffend, veranstaltet. Dagegen sind Enqueten über ziehung scheinen aber die meisten Kartelle noch zu versagen. So Wohnungsverhältnisse oder Haushaltungsbudgets nicht veranstaltet sind z. B. die Angaben über die im Laufe des Jahres am Orte worden. geführten Streits völlig unzureichend. Die Kartelle sollten von allen am Orte geführten Streits Notiz nehmen, um durch das so gewonnene Material die Streikstatistik der Verbände ergänzen zu Nach den eingelaufenen Berichten besaßen ein Gewerkschaftshaus 19 Orte, und zwvar: Berlin, Blankenburg*, Braunschweig, Breslau, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Fechenheim*, Finsterwalde, Frankfurt a. M., Hanau, Kronach, Ludwigsburg a. W.*, Mannheim, Offenbach a. M., Ratingen*, Stralsund, Stuttgart und Wismar.* Daß in den mit einem* bezeichneten Orten thatsächlich von den Gewerkschaften errichtete und unterhaltene Gewerkschaftshäuser bestehen, ist jedenfalls fraglich; jedoch läßt sich aus dem uns von den betreffenden Gewerkschaftskartellen zugegangenen Material nichts andres entnehmen. Central- Arbeitsnachweise sind in nachstehenden Orten vorhanden: Bayreuth, Berlin, Crimmitschau, Forst i. 2., Pößneck, Rosenheim, Schmölln S.-A. und Zerbst. Ein Auskunftsbureau unterhalten 103 Startelle, einen Verſammlungssaal 77, eine Centralherberge 29 und 160 haben eine Herberge beim Gastwirt unter ihrer Kontrolle. Von den Zweigvereinen der an die Generalfommission angeschlossenen Verbände gehören in den Kartellorten 4474 den Kartellen an, während 288 außerhalb der Kartelle stehen. Die Holzarbeiter weisen die größte Anzahl der den Startellen angeschlossenen Zweigvereine auf mit 342. Dann folgen die Metallarbeiter mit 306, die Maurer mit 260, die Zimmerer mit 221. Die Zahl der Verbandsfilialen in Kartellorten, welche den Kartellen nicht angeschlossen sind, ist verhältnismäßig sehr gering. Nur bei den Buchdruckern mit 58, den Maurern mit 27, den Zimmerern mit 16, den Maschinisten mit 15 und den Handels- und Transportarbeitern hat sie eine nennenswerte Bedeutung. Die Gründe für das Fernstehen der 288 Zweigvereine werden zum größten Teil in örtlichen Verhältnissen zu suchen sein, weil eine principielle Gegnerschaft gegenüber den Kartellen kaum als Ursache des Nichtanschlusses anzunehmen ist. In den meisten Berufen hat sich auch hallen beteiligt. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 30. Auguft. Freie Volksbühne. 1./2. Abt.: Metropol Theater. 2, Uhr nachmittags: Klein Eyolf. Anfang 74, Uhr: Eine gemeinsame Bibliothek wird von 165 Kartellen unter: halten, ein Lesezimmer haben jedoch nur 24 Kartelle eingerichtet. Im Jahre 1901 waren es erst 11 Kartelle, welche, dem Lesebedürfnis und Bildungsdurst der Arbeiter Rechnung tragend, Lesezimmer unterhielten. Daß die Zahl sich mehr als verdoppelte, ist ein erfreuliches Zeichen. Auffallend ist jedoch, daß bei Einrichtung von Gewerkschaftshäusern nicht immer die Einrichtung eines Lejezimmers mit ins Auge gefaßt wurde. Nur in Berlin, Mannheim, Stralfund, Stuttgart sind Lesezimmer in den Gewerkschaftshäusern eingerichtet. Ferner sind 19 Kartelle an öffentlichen LeseNeues Theater. Urania. traße 132. Schiffbauerdamm 4a- 5. Doppelselbstmord. Anfang 7, Uhr. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Kleines Theater. Sternwarte Unter den Linden 44. Nenes Operntheater. Die Fleder- Nachtasyl. maus. Montag: Der liebe Schah. Weften. Alt- Heidelberg. Montag: Dieselbe Borstellung. Leffing. Geschwister Lemke. Nachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Montag: Der blinde Passagier. Deutsches. Monna Banna. Nachmittags 22 Uhr: Die ver funkene lode. Montag: Der arme Heinrich. Neues. Doppelselbstmord. Montag Dieselbe Borstellung. Thalia. Der Hochtourist. Montag: Dieselbe Vorstellung. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich Montag: Dieselbe Borstellung. Anfang 8 Uhr: Opernhaus. Döberitz. Carmen. Montag: Das goldene Kreuz. Schauspielhaus. Nathan der Weise. Montag( 7 Uhr): Wie die Alten jungen. Liederspielhaus( Kroll.) Lieber spiele und Jdyllen. Bifion nach hem Balle. Montag Dieselbe Borstellung. Schiller O.( Wallner- Theater.) Bas thr wollt. Nachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Montag Was ihr wollt. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Der Talismann. Montag Dieselbe Borstellung. Berliner. Cavalleria rusticana. Alessandro Stradella. Montag: Traviata. Residenz. Lustige Ehemänner. Bor her: Zum Einsiedler. Nachmittags 3 Uhr Nora. Montag Pustige Ehemänner. Bor her Zum Einsiedler. Kleines Nachtasyl. Montag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Die Notbrüde. Montag Dieselbe Borstellung. Carl Weik. Der Fehltritt einer Frau. Nachmittags 3 Uhr. Therese Hum hert. Montag: Der Fehltritt einer Frau. Luisen. Das neue Gebot. Nachmittags 3 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Das neue Gebot. Belle Alliance. Specialitäten. Apollo. Die Liebesinfel. Speciali täten. Winter- Garten. Specialitäten- Borftellung. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. 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Morgen und folgende Tage: Diefelbe Borstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nora. ( Marie Reisenhofer.) Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Neues großart. Programm. Clown Fredoff m. s. dress. Schulschwein. Fred u. Alphons, afrob. Potpourri Mittw., Sonnab., Sonntag: Tanz. Anf. 28 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Der grösste Erfolg dieser Saison! Wiederauftreten Emil Thomas a. G. Bender. Frid- Frid. Zum 281. Male: Neuestes! Die Agitation, welche ganz besonders eine den Kartellen obs liegende Sache ist, wird keinesfalls in der Weise und besonders in dem Umfange betrieben, wie dies geschehen müßte. Es wurden im Jahre 1902 855 berufliche und 629 allgemeine Arbeiterversammlungen von den Kartellen einberufen. Von 146 Kartellen wurde feine allgemeine und von 68 Kartellen überhaupt keine Versammlung einberufen. Die Agitation unter den Arbeiterinnen läßt noch besonders viel zu wünschen übrig. Nur in 16 Kartellen bestehen ArbeiterinnenAgitationskommissionen. Arbeiterfekretariate werden von den Gewerkschaftskartellen 28 unterhalten, und zwar in Altenburg, Altona, Berlin, Bochum, Bremen, Breslau, Darmstadt, Dortmund, Frankfurt a. M., Gelsenfirchen, Gera( R. j. 2.), Göppingen, Gotha, Halle a. S., Ham burg, Harburg a. E., Kiel, Kronach, Landeshut i. Schl., Lübeck, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Posen, Stuttgart, Waldenburg i. Schl., Würzburg. Die Kartelle in Berlin, Franks furt a. M., Hamburg, München und Stuttgart haben außerdem auch ein eignes Gewerkschaftsbureau. Insgesamt werden 42 vollbefoldete Beamte beschäftigt, von denen 37 in den Sekretariaten und 5 in den Gewerkschaftsbureaus thätig sind. Die Gewerkschaftskartelle haben sich bisher als nüßliche Glieder der GewerkschaftBbewegung erwiesen, und je mehr sie sich ihrer Aufgaben bewußt werden, desto segensreicher wird ihre Thätigkeit für die gesamte moderne Arbeiterbewegung sein. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Schauspiel in 5 Aufzügen von Die Räuber. Friedrich Schiller. Sonntagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Lustspiel in 5 Atten v. W. Shakespeare. Montagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Dienstagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntag, den 30. August, abends 8 Uhr: Wieder- Eröffnung. Zum erstenmal: Der Talisman. Dramatisches Märchen in 4 Auszügen von Ludwig Fulda. Montagabend 8 Uhr: Der Talisman. Dienstagabend 8 Uhri Der Talisman. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: 17182* Grosses Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. Jeden Mittwoch: Die beliebten Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 Hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Familien- Kränzchen. Schloss Weissensee. ,, Zum Sternecker", Inhaber: C. Koch. Täglich: Grosse Theater- Specialitäten- Vorstellung. Riefenprogramm, 40 Nummern. Jm Bal champêtre: Grosser BALL. Illumination der Fontaine lumineuse. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfreudenfest mit Gratis- Verlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Monstre- Elite- Feuerwerk u. Doppelkonzert. Jeden Sonntag: Grosses DOPPEL- KONZERT. Kaffeeküche. Boltsbelustigungen aller Art. Allerneuestes! Apollo- Theater. Bildern. Dramatische Revue in Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Fröbels Allerlei-Theater fr. Puhlmann. Schönh. Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Zum 116. Male: mit dem Die Liebes- Insel fenfationellen Post- Ballett. Nur noch bis 31. August. Ein ungetreues Weib. Mimodrama in 2 Aften, gespielt von Merians dressierten Hunden. Neu! Miss Mildred de Grey. Neu! Große Gala- Vorstellung. Amerikanische Sensations. Tänzerin. Wiederholung des Bolksstücks Ein Weib aus dem Volke. Dazu die vorzüglichen Kunstkräfte. Nur wenige Tage: Die Reise nach dem Monde. Jm Saale: Grosser Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Montag, den 31. August: Abschieds- Vorstellung des AuguftSpielplans. Ab Mittwoch, den 2. September, finden diese Borstellungen nur noch Sonntags, Montags und Mittwochs statt. Schweizer- Garten Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Berliner Sünder. Bosse mit Gef. in 2 Aften von 2. Eth. Auftreten sämtlicher Specialitäten. Montag, den 31. Auguft: Benefiz für das Schauspiel- Personal. Dienstag, den 1. Septbr.: Robert und Bertram. W. Noacks Theater. Diez Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Abschied u. Heimkehr. Montag: Rezte Borstellung der Sommersaison. Benefiz für die Hausfellner: Specialitäten- Theater Landsberger Allee 76-77 ( Ringbahn- Station). Ob schön! Ob Regen! Täglich das vollständig konkurrenzlose Riesen- August- Programm! La Ludia. Les Alero. Clown Dolly mit seinen Eseln, Hunden u. Affen. Hedy Brumien. The Delsons, Loro- Quartett. Fritz Brand. Dustes Bioscop usw. Anf. Wochent. 5 Uhr, Sonnt 4 Uhr. Sie ist wahnsinnig. Sonnab., Sonntag, Montag: Tanz. Palast- Theater Feen- Palast. Burgstr. 22. am Königsthor, am Friedrichshain. Sonnabend, den 5. September 1903: Täglich: Theater unb Grosse Eröffnungs- Vorstellung. Artisten- Vorstellung, Ball. Volksbelustigungen. Abends 10 Uhr: Der felige Zwiebelmann. Posse mit Gesang in zwei Bildern bon Geride. Bioscop. Lebende Bilder. Neneste Aufnahmen. Jeden Mittwoch: Kinderfest. I Neunte Saison. Nur Novitäten. Geniesset das Leben. Drig- Lebensbild mit Gefang u. Tanz in 2 Aften von W. Geride. Musik von A. Sommerfeld. Mit neuen Kostümen u. Dekorationen. 2 durchweg neue Specialitätenteile. Anfang 8 Uhr. Borher Konzert. Entree 50 Pf. Reichs hallen Stettiner Sänger ( Mehsel, Pietro, Britton, Steidl, Böhme, Böd mann, Blättner, Schrader Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. u. Eberino jr.) Hu Saison 1903/1904 Karlstrasse. Tel.: Amt III, No. 2941. Cirkus Alb. Schumann borm. Renz. Vorläufige Anzeige! 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Allgemeine Ausstellung für Volkshygiene und Wohlfahrts- Einrichtungen verbunden mit Ausstellung für Gartenbau, Landwirtschaft, Molkerei und Imkerei, veranstaltet zum Besten des Vereins ,, Arbeitsstätte für arbeitslose Familienväter und Mütter" vom 2. bis 15. September 1903 Eröffnung in den Gesamträumen der Unions- Brauerei, Hasenheide 22-31. Mittwoch, den 2. September, mittags 12 Uhr. Täglich Grosse Konzerte. Täglich Belehrende Vorträge. Am Eröffnungs- und Elite- Tagen: Entree 1 M., sonst 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. im Kunstsalon Gladenbeck& Sohn, Leipzigerstrasse 111. Freie Turnerschaft Rixdorf- Brik. Sonnabend, den 5. September 1903, abends 8 thr, in Thiels Festsälen, Bergstraße 151/152: Zur Feier des S. Stiftungsfestes HEINE- ABEND. W. Schonerts Restaurant Neu- Seeland. Stralau. Sonntag, den 30. August: Konzert und Specialitäten- Vorstellung. Ganz neu: Mstr. John und Lona Cowes. Familie Morelli. The Franconis usw. I'm Saale: Tanz. Mittwoch, den 2. Sepember: Abschieds- Soirée der Hamburger Sänger. Friedrichstädt. Casino ( früher Wilhelm- Theater). Friedrichstrasse 236 nahe dem Halleschen Thore. Empfehle meinen großen Saal( 600-700 Personen) zur Abhaltung von Versammlungen, sowie den werten Vereinen zu Vergnügungen, Theater Aufführungen( große vollständige Bühne), Mastenbäüen 1181b Hermann Martin. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Entree frei. Schönster und größter Saal der Friedrichstadt. Mitwirkende: Herr Dr. Silberstein( einleitender Vortrag), Frl. Katharina Ney( Sopran), Herr Tanz frei. A. Fischer( Bariton), Herr E. v. Winterstein vom Lessing- Theater( Recitation), Herr Ackermann Eintritt 50 Pfennig. Anfang präc. 8, Uhr. Nach dem Konzert: BALL. 289/15 Billets sind bei sämtlichen Mitgliedern des Vereins zu haben. lügen. Das Voranzeige. Das Comitee. 24552 25 mannlichen Löwen. Volksfest auf dem Gesundbrunnen Einzig u. konkurrenzlos dastehend. Sämtlich Pracht- Exemplare, ein Geschenk Seiner Majestät des Negus Menelik II., Kaisers von Abessynien, welche Herrn Julius Seeth bei seiner Anwesenheit in Addis Abeba( Abessynien) von Seiner Majestät persön= lich übergeben wurden. Auch habe ich neue Original- Schul- u. Freiheitsdressuren geschaffen, die in Berlin zum erstenmal vorgeführt werden; ich glaube findet am Mittwoch den 2. und Donnerstag den 3. September 1903 ftatt. Billets a 20 Pf. berechtigen zum Besuch folgender Festlokale: 1. Brauerei Gregory. 2. Victoria- Garten. 3. Zum Kastanienwäldchen. 4. Seidels kleiner Volksgarten. 5. Bernhard Rose- Theater. 6. Volksgarten vorm. Weimann. nichts versäumt zu haben, um biefe Neue Welt Saison zu einer der glänzendsten zu gestalten und sehe ich einem zahlreichen Bejuch entgegen. Hochachtungsvoll und ergebenst Alb. Schumann, fgl. preuß. Sommissionsrat. Prater- Cheater Kastanien- Allee 7/9. Direkt.: M. Kalbo. Hasenheide 108/114. A.Scholz. Sonntag, den 30. August: Monstre- Feuerwerk. 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Billets im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Anfang des Konzerts 4 Uhr. 248/20 Das Komitee. Verein deutscher Schuhmacher. Bureau: Wassmannstrasse 10. Montag, den 31. August 1903, abends 8, Uhr, in Buk' Salon, Große Frankfurterstraße 85: Versammlung aller in der mechanischen Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen totke über:" Socialreform und Gewerkfchafts- Bewegung". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. [ 170/7] Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag. 2. Verbands- Angelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. 134/4 Central- Verband der Zimmerer. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 32. Fernsprecher: Amt VII, 789. Mittwoch, den 2. September 1903, abends 8½ Uhr, im„ Neuen Konzerthause", Grand Hotel Alexanderplatz: Große außerordentliche Mitglieder- Versammlung Tages- Ordnung: aller Bezirks- Zahlstellen Berlins und der Vororte. Die diesjährigen Lohnkämpfe in unsrem Beruf und der CentralVerband der Zimmerer Deutschlands." Referent: Kamerad Bringmann( Hamburg). NB. Die Wichtigkeit der Tagesordnung legt jedem Verbandsmitglied die Verpflichtung auf, in dieser 254/12 Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. J. A.: W. Witt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ronsum- Verein Charlottenburg Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Montag, den 31. August 1903, abends 7 Uhr: Versammlung der Former n. Berufsgenossen im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal I. Tages- Ordnung: 1. Bericht vom Verbandstag. Referent Kollege Stopsad. 2. Disfuffion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 2. September 1903, abends 1,29 Uhr: E. G. m. b. D. 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Da sich in letzter Zeit so viel Material angehäuft hat, macht es sich trotwendig, daß eine besondere Bersammlung für die Kollegen der Heizungsbranche stattfindet, daher ist es Pflicht jedes einzelnen Kollegen, in dieser Die Ortsverwaltung. Versammlung zu erscheinen. Centralverband der Bildhauer. Sonntag, den 30. August 1903: Exkursion in die ,, Berliner Bleiche, Färberei und Druckerei, Oberspree". Treffpunkt: vormittags 10 Uhr, Nieder- Schöneweide, Restaurant J. Franz, Grünauerstr. 5( unweit des Bahnhofes). Gäste, insbesondere auch Damen, willkommen. 20/12 Achtung! Der Vorstand. Achtung! Lackierer. Dienstag, 1. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal 3): Filial- Versammlung. W 107/11 Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Die Kohle ist mehrfach geprobt und für gut befunden. Die Mitglieder werden gebeten, Bestellungen baldigst aufzugeben. Verkaufsstellen: 128/16 Wilmersdorferstraße 27. Tauroggenerstraße 10. Garde du Corpsstraße 15. Beitrittserklärungen zum Verein werden jederzeit in allen Verkaufsstellen entgegenDer Vorstand. genommen. Ohne Risiko, da Nichtzusagendes jederzeit umgetauscht und zurückgenommen wird. Special- Offerte für Händler und Wiederverkäufer! Diese im Original abgebildete Cigarre ,, Marke Brema" liefern wir, so lange der Vorrat reicht, für Mk. 31,- pro 1000 Stück. Ferner empfehlen wir als besonders preiswert: Marke Alice M. 2,80| La Costa, Brasil- Einlage M. 4,00| Fin de siècle, ff. Vorstenl. M. 6,00 Narciss, gr. Bock- Façon 3,00 Hilda, gute 6 Pf.- Cigarre, 4,50 Regente, elegant 3,50 St. Andres Mexiko 5,00 Lord, gute 10Pf.- Cigarre Kaiser Adler, gut. Misch. Specialmarke, gross, eleg. 4,30 Cubana, altes Façon. 5,00 Caoba, feinduftig. ca. dieselben " " " " 99 " 6,00 6,50 " 7,50 Centralverband d. Steinarbeiter Deutschlands Ausschuss Cigarren 30 Prog billiger als dienaghen Sorten in rizen ( Marmorarbeiter). Dienstag. den 1. September cr., abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Der neue Tarif.. 2. Diskussion. 197/7 Jeder Kollege hat pünktlich zu erscheinen und sein Mitgliedsbuch mit Der Vorstand. zubringen. Verband der Graveure und Ciseleure. Filiale Berlin. Mitglieder- Versammlung Uhr, am Dienstag, den 1. September cr., abends 8 in Frankes Festsälen, Sebastianstr. 39. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Max Grunwald über Die Gewerkschaften und die Landtagswahlen". 2. Diskussion. 3. Geschäftliches. 4. Berschiedenes. 74/3 • " Farben und teuren Verpackungen. M. 4,50 Ausschuss III B 99 M. 3,80| Sumatra Felix, unsort. Ausschuss SI Ausschuss S II 4,20 Mexiko- Ausschuss. 5,00 Flor de Garcia,' ff. Havana Versand nicht unter 100 Stück einer Sorte gegen Nachnahme, von 300 Stück an portofrei. CigarrenM. 5,00 99 7,50 Rauscher& E, Fabisch, En Haus, Berlin NW. 6, Karlstrasse 24, kein Ladengeschäft. 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Sie zeigt, daß sowohl der Import als der Export der Kassenmitglieder und Angestellten ist vom Vorstand seit April von Nahrungsmittel- Fabrikaten im Südgange begriffen ist, d. h. dieses Jahres ein größeres Raffenlotal gemietet. Bei den UeberBerlin, 29. August 1903. daß, wenn auch die fremde Zufuhr von Nahrungs- Rohstoffen stetig gängen wurden die Einrichtungen so praktisch wie möglich und den Deutschlands Handelsentwicklung seit 1880. Rohstoffe und Fabrikate. zunimms, doch deren Verarbeitung zu fertigen Fabrikaten für den Wünschen der Beamten entsprechend getroffen. Die angeführten Zunahme der Nahrungsmittel- Einfuhr. Industrielle Fortschritte. inneren Markt nimmermehr von der deutschen Industrie selbst über- Schutzbleche sind ihrer Zahl nach von den Beamten gewünscht worden Fabrikaten- Export.- Entwicklung der deutschen Ausfuhr unter den nommen wird. Zweitens aber ergiebt sich, daß, von den Nahrungs- und darum in nicht größerer Anzahl angebracht; hätten sie an Capribischen Handelsverträgen. mitteln abgesehen, die Einfuhr von Fabrikaten in das sämtlichen Fenstern welche für notwendig gehalten, hätte sich darüber Die begonnenen, borläufig allerdings wieder unterbrochenen deutsche Bollgebiet während der lezten beiden reden lassen. Diesen Wunsch zu äußern ging wohl aber deshalb nicht an, Handelsvertrags- Verhandlungen mit Rußland und die daran in Jahrzehnte von 28 auf 20 Broz. gefallen, dagegen weil die Beamten sich selbst nicht darüber einig waren, ob es zieht. Die einem Teil der Presse geknüpften Betrachtungen über die Not- die Ausfuhr von 59 auf 66 Proz. gestiegen ist, so eine Hälfte fagte, es zieht, die andre, sie spüren nichts davon. Unwendigkeit der Offenhaltung des ruffischen Marktes für den Erport daß mit Einschluß der Nahrungsmittel Fabritate 78 Broz. der möglich ist es wohl, daß die bereits ein Jahr früher erfolgte Erder deutschen Induſtrie lenken erneut den Blick auf die Gesamt- busfuhr Deutschlands aus Fabrikaten tranfung und Operation an Kieferbereiterung bei einem Beamten, wo wir uns noch im alten Kaffenlokal befanden, von der Zugluft Doch noch in andrer Hinsicht sind die obigen statistischen Zahlen im neuen Kassenlokal herrühren kann Ueber den unhöflichen Ton interessant. Sie beweisen, daß in der Aera der Tarifverträge die in einem Schreiben an den Beamten, der übrigens vom Vorstand Einfuhr keineswegs schneller gestiegen ist, als in dem vorauf- nicht darin gefunden wird, bedauern wir, nach den gegegangenen Jahrzehnt; dagegen die Ausfuhr sich weit günstiger machten Erfahrungen uns auf die notwendigsten Mitteilungen der Beschlüsse des Vorstandes beschränken zu müssen. Die gestaltet hat. Es betrug nämlich: 1880/82 1890/92 1900/02 unhöfliche grobe Behandlung eines Vorstandsmitgliedes nach Millionen Mark Schluß der Kasse halten wir vollständig aufrecht und lassen wir die angeführten Entschuldigungsgründe nicht gelten. Wir verlangen für die Kassenmitglieder gleich höfliche Behandlung, zumal es sich um entwicklung des deutschen Außenhandels feit der sogenannten Bismarckschen Zollreform im Jahre 1879, speciell auf das Verhältnis, in welchem sich die Ein- und Ausfuhr agrarischer Produkte zur Ein- und Ausfuhr der Fabrikate entwickelt hat. Besser noch, als an den Aufnahmen der Gewerbe statistik über die Zunahme der landwirtschaftlichen und industriellen Betriebe und des in ihnen beschäftigten Bevölkerungsteils, läßt sich an der Gestaltung des Außenhandels die rasche Entwicklung Deutschlands vom Agrar- zum Industriestaat während der letzten zwei Jahrzehnte nachweisen. Teilt man die Zeit von 1880/1902 in zwei Abschnitte, nämlich in die Zeit der wiederholten Zollerhöhungen und in die darauf folgende Zeit der Caprivischen Handelsverträge, und unterscheidet man ferner bei den Rohstoffen wie bei den Fabrikaten die Nahrungsund Genußzwecken dienenden Erzeugnisse von den übrigen, so ergiebt sich folgende Entwicklung der Ein- und Ausfuhr. sm Jm Durchschnitt der Jahre 1880/82 1890/92 1900/02 Rohstoffe: I. Einfuhr Für Nahrungs- und Genuß- 1 zwecke( inkl. Vieh). Für industrielle Zwecke. Fabritate: bestehen. die die Wareneinfuhr die Warenausfuhr 0 2969 3019 = 4105 3152 5606 4574 Demnach stieg die Einfuhr im ersten Jahrzehnt um 1186 Millionen ein Vorstandsmitglied handelt. Auf den abgeschraubten Riegel gehen Mark 38 Proz., im zweiten um 1501 36 Broz, dagegen wir nicht weiter ein, die Begriffe über die Sittlichkeit werden im Ausfuhr ersten Jahrzehnt um 133 Millionen ja sehr oft verwechselt. Wir sind uns bewußt, alles im Interesse 4 Proz., im zweiten um 1422 Mark Was die der Kasse und Mitglieder gethan zu haben, wobei wir 45 Proz Fabrikatenausfuhr anbetrifft, so wuchs sie von 1880/82 bis 1890/92 den Wünschen der Beamten weitgehendst entgegen gekommen sind. um 14 Proz., von 1890/92 bis 1900/02 um 40 Broz. Unmöglich können wir den Angestellten, bei den jezigen gesetzlichen Thatsächlich hat denn auch mit Ausnahme der Vereinigten Bestimmungen, größere Rechte auf die Verwaltung einräumen. Staaten von Amerika und Italiens im letzten Jahrzehnt keines der Für uns ist die Sache nunmehr erledigt; der Raum des andren größeren Länder seine Ausfuhr in gleichem Maße gesteigert Vorwärts" und auch unsre Zeit ist uns zu fostbar, um solche 1579 Mill. Mart als Deutschland. Und wenn auch Italiens Ausfuhr um 50% und Polemiken weiter zu führen. Sollten noch weiter solch„ famose die der Nordamerikanischen Union um 53 Proz. zugenommen hat, so Versammlungsberichte" folgen, so werden wir uns mit dem entfällt doch der größte Teil dieser Ausfuhr auf Bodenprodukte. An Gedanken trösten:" Die schlechtesten Früchte sind es nicht, woran der Ausfuhr der Vereinigten Staaten von Amerika war z. B. in den die Wespen nagen." legten Jahren der Fabrikaten- Export nur mit ungefähr 24 Broz. be- Der Vorstand der Orts- Krankenkasse der Schneider usw. zu Berlin. teiligt. Tat. Frau Emma Reimann, Frau Elisabeth Rösicke, Vorsitzende. Schriftführerin. 814 1240 1158 1720 2607 " nuß-} 231 169 298 828 914 1122 " " " " II. Ausfuhr Für Nahrungs- und Genußatvede Andre Fabrikate. Rohstoffe: 1880/82 1890/92 1900/02 Für Nahrungs- und. Genuß- 320 zwecke( inkl. Vieh). Für industrielle Zwede Fabrikate: 618 • Für Nahrungs- und Genuß- 302 zwecke 110 139 Mill. Mart 677 1120 1769 816 2049 327 2988 " " " " Verfammlungen. " Die Barbier- und Friseurgehilfen nahmen am Donnerstag in einer gut besuchten Versammlung erneut Stellung zur Einden zweiten führung des Ladenschlusses an Erster Wahlkreis. Eine Wahlvereinsversammlung für das Feiertagen. Wermte verwies in seinem Referat darauf, Hanfaviertel fand am Freitag in den Spreehallen in der Kirchstraße baß diese Frage schon seit 4 Jahren die Gehilfen beschäftige, jedoch statt. Dort hielt Genosse Sea en st ein einen Vortrag über" Die infolge deren eigner Intereffelosigkeit nicht sonderlich gefördert sei. Wohnungsfrage". Unter anderm wies der Redner auf den Im Vorjahre sei von der Gehilfenschaft zwar eine Eingabe an den Wert der gemeinnüßlichen Baugenossenschaften hin, betonte aber Bundesrat gerichtet worden, um den gewünschten Ladenschluß auf scharf, daß eine wirkliche Ueberwindung des Wohnungselends nur gesetzlichem Wege einzuführen, doch ist bis jetzt nicht einmal eine durch grundsätzliche Umgestaltung der politischen Verhältnisse möglich Antwort darauf eingegangen. Auch von den Innungsmeistern ist ist und erklärte sich im allgemeinen mit der auf dem Lübecker Partei in dieser Hinsicht kein Entgegenkommen zu erwarten, denn auf ihrem tag angenommenen Resolution über die Wohnungsfrage einver- letzten Kongreß haben sie einen dahingehenden Antrag mit großer standen, jedoch mit der Einschränkung, daß er die Warnung gegen Majorität abgelehnt. Sogar religiöse Rücksichten haben die Meister Ueberschäßung der Baugenossenschaften nicht für angebracht hielt. Im dabei nicht gelten lassen. Da es aber notwendig sei, daß auch die Anschluß daran machte der Redner auf die hohe Bedeutung der bevor- Barbiergehilfen wenigstens einige freie Feiertage im Jahre be= stehenden Landtags- und Stadtverordnetenwahlen aufmerksam. Der tommen, sie aber auch die Abende vor den großen Festen ganz beVortrag fand lebhaften Beifall. In der kurzen Diskussion wurde von sonders start angestrengt werden, so müßten die Gehilfen möglichst Rosenthal darauf hingewiesen, daß das kommunale Wahlrecht zur Stärkung ihrer Organisation beitragen, um dadurch wie etwa in bei Aftermietern davon abhängig ist, daß diese nicht als Schlaf Samburg usw. den vollständigen Ladenschluß an den zweiten Feierburschen", sondern eben als Aftermieter oder Mieter eines Zimmers tagen herbeizuführen. In der Diskussion erklärten einige Vertreter angemeldet werden. Oppel forderte eindringlich zum Eintritt in der Freien Meistervereinigung, sie würden alle Bestrebungen unters den Wahlverein auf und Guttmann machte schließlich noch auf stüben, die geeignet seien, gefeßliche Maßnahmen zur Einführung des das am 12. September stattfindende Stiftungsfest aufmerksam. Ladenschlusses in die Wege zu leiten, sich jedoch nicht auf persönliche Vereinbarungen einlassen, weil diese, wie die Erfahrungen gelehrt hätten, aus Stonkurrenzneid doch nicht innegehalten würden. Im übrigen empfahlen auch sie den Gehilfen, durch Anschluß an die Organisation selbst mehr Hand ans Werk zu legen, wie das bisher geschehen sei. " Andre Fabrikate. Die Ziffern sind nicht völlig vergleichbar. Im Jahre 1888 erfolgte der Zollanschluß der Hansestädte. Die von diesen bisher gebrauchten, meist aus dem umliegenden Zollgebiet eingeführten landwirtschaftlichen Produkte, die bis dahin in der Statistik des Zollgebietes als Ausfuhr aufgeführt wurden, kamen nun, da die neuangeschlossenen Gebiete jetzt mit zum Zollinlande zählten, nicht mehr mit zur Berechnung. Dadurch erklärt sich der Rückgang in der Ausfuhr der Rohstoffe, und zwar speciell der Rohstoffe für Nahrungszwecke( mit Vieh und Fleisch). Andrerseits blieb aber der Bellanschluß auch auf die Einfuhrstatistik nicht ohne Wirkung; denn Sie vielen ausländischen, besonders englischen Fabrikate, die bisher in den Hansestädten verbraucht worden und, so lange diese Gebiete als Zoll- Ausland galten, nicht in der deutschen Einfuhrstatistik mit registriert worden waren, wurden nun der Einfuhr hinzugerechnet. Der Erfolg des Zollanschlusses war demnach eine Abnahme der Auf die wiederholten Anzapfungen der Beamten gegen die OrtsNahrungs- Rohstoff- Ausfuhr und eine Zunahme der Fabrikaten Krankentasse der Schneider diene nochmals folgendes zur Erwiderung. Einfuhr in der Statistit des deutschen Zollgebietes. Doch ist der Leicht scheint es dem Vorstand der Verwaltungsbeamten mit der Unterschied, wie sich bei einem Vergleich der Jahre vor und nach letzten Erwiderung vom 26. August, Nr. 198 des Vorwärts", nicht dem Zollanschluß zeigt, feineswegs bedeutend. Jedenfalls wird durch geworden zu sein, da ja im wesentlichen unsren Behauptungen nichts ihn die Gesamtentwicklungstendenz des deutschen Außenhandels entgegengestellt werden kann. Statt dessen sucht man durch VerHierauf gelangte folgende Resolution zur Annahme:„ Die Vers nicht so weit beeinflußt, daß die obige Gegenüberstellung wesentlich schweigen des Wesentlichen die Dinge zu berschleiern und ein schiefes sammelten beklagen den gänglichen Mangel eines freien Tages im Bild nach außen zu geben. So wird der Anschein erweckt, als ob Friseurgewerbe und betrachten den zmeiten Feiertag als den ge= Was beweisen nun die vorstehenden Ziffern? Sie zeigen, daß sämtliche Angestellte, deren wir 41 haben bei einer Mitglieder eignetsten Tag, um ihren diesbezüglichen Wünschen Rechnung zu die deutsche Landwirtschaft sich nicht nur während der letzten zehn zahl von 39 000, hinter diesen Anzapfungen ständen. Demgegenüber tragen, um so mehr, als sie vor den Festen eine besonders anstrengende Jahre, in der sogenannten Handelsvertrags- Periode, sondern noch stellen wir fest, daß selbst ein Teil bon den 22 mit Thätigkeit entfalten müssen. In Anbetracht dessen richten sie an die mehr in den achtziger Jahren mit wiederholten bedeutenden Zoll- Kontratt angestellten Beamten mit dem Vorgehen ihrer Kollegen Behörden das dringende Ersuchen, auf Grund des§ 105 der Gewerbeerhöhungen auf wichtigere Agrarprodukte, als völlig unnicht, einverstanden sind und wohl der größte Teil der ohne Kontraft Ordnung die Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen an den fähig erwiesen hat, den steigenden Bedarf der Angestellten nichts damit gemein haben. Zumal die Angelegenheiten zweiten Feiertagen des Weihnachts-, Ofter- und Pfingstfestes fernerdeutschen Bevölkerung an Nahrungsmitteln zu ohne Not in die Deffentlichkeit geschleppt sind, ohne daß der Versuch hin nicht mehr zu gestatten oder auf Grund des§ 41 der Reichsdeden. Es wurden 1880/82 jährlich für 814, zehn Jahre später gemacht wurde, durch eine Aussprache zwischen Organisation und Gewerbe- Ordnung den Geschäftsschluß für das Gewerbe zu ers für 1240, und wieder zehn Jahre später für 1579 Millionen Mark Borstand diese strittigen Punkte aufzuklären. So müssen auch wir möglichen. an Wert verliert. zu decken. druck findet. Von den H welche bei Feind, Weinstr. 11, am 23. d. Mts. stattfand, erstattete Höppner als Mitglied des Kuratoriums Bericht vom paritätischen tamen einige Unregelmäßigkeiten vor, da die arbeitsuchenden Kollegen Arbeitsnachweis. Derselbe trat am 15. August in Kraft. Anfangs tamen einige Unregelmäßigkeiten vor, da die arbeitsuchenden Kollegen noch keine Kontrollfarten hatten und über Verschiedenes nicht unter richtet waren. Jedoch wurde nach dieserNichtung hin bald Abhilfe geschaffen. Sache der Kollegen sei es, wenn Mißstände vorkommen sollten, diese Bahlstellen, sowie bei dem Vorsitzenden Wilh. Fuchs und Restaurateur dem Kuratorium zu melden. Ein Antrag, die Kontrollfarten in den Bahlstellen, sowie bei dem Vorsißenden Wilh. Fuchs und Restaurateur Schiemann, Stein- und Gormannstraßen- Ecke, zur Ausgabe gelangen Von einer Diskussion über die zu lassen, wurde angenommen. Stellungnahme zum Verbandstag wurde Abstand genommen, da sich in nächster Zeit eine Versammlung nur mit diesem Punkte be in nächster Zeit eine Versammlung nur mit diesem Punkte beNahrungs- Rohstoffe in Deutschland eingeführt, und zugleich ver- bei unsrer Behauptung bleiben, daß der Beamte E. mit der Krank- Betreffs der angestrebten Regelung des Arbeitsminderte sich die Ausfuhr von Roh- Nahrungsmitteln, so daß, wenn heit, an der er jetzt noch leidet, zur Kasse gekommen ist, bermittelungswesens wurde berichtet, daß die in der man die Ausfuhr von der Einfuhr abzieht, sich ergiebt, daß Deutsch- da er selbst es dem Vorstand gegenüber zugegeben hat. borigen öffentlichen Versammlung gewählte gemischte Kommission land im Durchschnitt der Jahre 1880/82 jährlich für 484, 1890/92 ur frappiert uns der Mut, mit welchem dieses und auch die Be- eine irgendwie fruchtbringende Thätigkeit leider nicht entfaltet für 1130 und 1900/02 für 1440 millionen Nahrungs- Rohstoffe hauptung des Herrn Dr. Munter bestritten wird, daß er den E. hatte. Es wurde deshalb eine neue Kommission gewählt. zu seiner eignen Erzeugung hinzukaufen mußte, um seinen Bedarf auf§ 300 des St. G. B. aufmerksam gemacht hätte. Diese Ver- Berband der Dachdecker( Filiale Berlin). In der Versammlung, Zu der Behauptung der Agrarier, die deutsche Land- geßlichkeit des E. ist vielleicht dadurch erklärlich, weil derselbe mit wirtschaft ſei recht wohl im stande, den Bedarf der deutschen Be- einer chronischen Nervenkrankheit behaftet ist. Für jeden ein Beweis völkerung an Nahrungsmitteln selbst zu produzieren, wenn sie nur dafür, wie es mit der Thätigkeit eines solchen Beamten beschaffen durch Zölle geschützt werde, liefert diese Steigerung der Nahrungs- ist. Aehnlich verhält es sich mit dem„ aufregenden Vorfall", den mittelzufuhr, die in den achtziger Jahren, unter dem Bismarckschen wir zum besseren Verständnis der Allgemeinheit nicht verschweigen dürfen Bollregime, sich noch weit schneller vollzogen hat, als in der Aera und der einige von den verlangten Thatsachen, die auch zugleich die der Caprivischen Tarifverträge, einen mit allen Sünsten der außerordentliche Revision rechtfertigen, näherbringt. Rabulistit nicht hinweg zu disputierenden Gegenbeweis. Arbeitgebern waren wiederholt Beschwerden eingelaufen über unEinher mit dieser zunehmenden Unfähigkeit der deutschen Land- richtige, mangelhafte und gar nicht präsentierte Rechnungen. Dies wirtschaft zur Deckung des einheimischen Nahrungsmittel- Bedarfs veranlaßte nach wiederholten Verwarnungen den Vorstand, eine ungeht ein rascher industrieller Fortschritt, der einerseits in vermutete Revision des betreffenden Ressorts vorzunehmen, die für dem Emporschnellen des Imports von Rohstoffen uns das überraschende Resultat brachte, daß von fünf Kassierern für Industriezwede, andrerseits in einer stetigen einer allein schon 183 Rechnungen in seiner Mappe hatte, unter denen Steigerung der Fabrikaten Ausfuhr feinen Aussich sogar welche befanden, die jetzt, im Juli, noch vom vorigen Jahre im schäftigen wird. An Rohstoffen für industrielle Zwecke führte Ottober datierten und von denen nicht mal festzustellen und auch aus Deutschland im Durchschnitt der Jahre 1880/82 erst für den sämtlich dazu gehörigen Büchern nicht zu ersehen war, ob sie Die Klempner der Gasmesserbranche hatten in einer Versamm 1158, 1890/92 für 1720 und 1900/02 für 2607 Millionen schon einmal ausgezogen oder präsentiert. Daß der Beamte selbst lung am 23. d. M. eine Besprechung über die Lohn- und ArbeitsMark ein. Zieht man bon dieser Einfuhr die Ausfuhr mit seiner eignen Arbeit nicht Bescheid wußte, ging daraus hervor, verhältnisse in den verschiedenen Betrieben. An der Hand eines ab, untersucht also, was Deutschland thatsächlich vom Auslande daß er dem Kassierer auf die eine Rechnung schrieb, er solle doch reichhaltigen Materials schilderte zunächst Diesner die gedrückte hinzugekauft hat, um seine industrielle Produktion im Gange zu erst mal den Arbeitgeber fragen, ob er die Rechnung Lage der Berufsangehörigen im allgemeinen und die Mißstände bei erhalten, so ergiebt sich für 1880/82 ein jährlicher Zukauf von 540, schon bezahlt habe. Schon diese eine Thatsache würde den Firmen Elster, Neue Königstraße, Bessin, Höchstestraße, für 1890/92 von 1043 und für 1900/02 von 1487 Millionen Mark. die außerordentliche Revision eines Fachkundigen, der mit Bintsch, Andreasstraße, und der Englischen Gasmesser- Fabrik in Gleichzeitig mit dieser Zunahme der Einfuhr von Industrie- der Aufsichtsbehörde durchaus nichts zu thun hat, recht- Mariendorf im besonderen. Demnach werden dort noch Löhne von Rohstoffen stieg die Ausfuhr an Fabrikaten von 2071 Millionen fertigen. Der Vorstand hielt diesen Schritt im Intereffe 45, 40, ja sogar von 30 Pf. pro Stunde gezahlt bei 10stündiger Mart in 1880/82 auf 2365 in 1890/92 und 3315 in 1900/02 oder, der staffe geboten. Mögen sich die Herren Angestellten die Köpfe des Arbeitszeit. Im Accord bringen es manche Arbeiter trotz intensivster wenn man die Nahrungsmittel- Fabrikate in Abzug bringt, von 1769 Vorstandes darüber nicht zerbrechen, bevor die Revision beendet. Kraftanspannung nur zu Wochenverdiensten von 25-30 m. auf 2049 und 2988 Millionen Mark. Dagegen nimmt nur die Ein- Mit diesen Darlegungen hängt auch der Vorgang zusammen, welcher den hygienischen Einrichtungen, wie Ventilation, Waschgelegenheit, fuhr von Fabrikaten zu Nahrungs- und Genußzwecken in annähernd von den Beamten in ganz falscher Weise wiedergegeben ist. Die Reinlichkeit der Arbeitsräume und Aborte usw. ist es allgemein nur gleichem Maße zu; die Einfuhr der übrigen Fabrikate steigt in Borsigende verhandelte in ruhiger fachlicher Weise über vorgenannte Un sehr mangelhaft bestellt. Ein ausgedehntes Strafgeldersystem hat ben 20 Jahren von 1880/82 bis 1900/02 nur von 828 auf 1122 richtigkeiten mit dem Reffortchef. Dann trat der Beamte, dessen Rechnungen für die Arbeiter mancherlei Härten im Gefolge, und dabei ist den bom vergangenen Jahre liefen, hinzu und stellte die Vorsitzende zur Arbeitern meistens feinerlei Mitbestimmungsrecht über die VerNoch deutlicher zeigt sich diese Entwicklungsrichtung, wenn man Rebe, vie der Vorstand sich erlauben" tönnte, diese Rechnungen wendung der Strafgelder eingeräumt. In der Diskussion wurden ben prozentuellen Anteil der ein und ausgeführten Rohstoffe bezw. zurück zu behalten und selbst prüfen zu wollen. Er betrachte dieses die Ausführungen des Referenten über die vorhandenen Uebelstände Fabritate an der Gesamt- Waren- Einfuhr und Ausfuhr berechnet: als Mißtrauen feiner Thätigkeit. Wie diese selbstverständlichen Aus- von verschiedenen Arbeitern noch ergänzt und darauf einstimmig eine 1880/82 1890/92 1900/02 einandersetzungen die Beamten in große Aufregung" versetzen Resolution angenommen, in der sich die Anwesenden zur Stärkung fonnten, ist bei normaler Beurteilung unverständlich. Wir der Organisation verpflichten, um in nächster Zeit für eine einheitlich stellen fest, daß der genannte krante Beamte E. mehrere Bulte verkürzte Arbeitszeit in allen Betrieben sowie für Schaffung besserer entfernt arbeitete und an der Sache unbeteiligt war. Lohn- und Arbeitsbedingungen einzutreten. Jedenfalls find die Krampfanfälle, die er öfter hat, feinem Millionen Mart. Rohstoffe: Für Nahrungs- und Einfuhr Genußzwecke 2132 23220 in Prozenten 27 28 Für industr. Zwede Ausfuhr Einfuhr J Ausfuhr 11 3 39 42 47 20 24 Fabritate: 6 5 Ausfuhr Einfuhr Ausfuhr 59 10 10 7 28 20 65 66 Genußzwecke Für Nahrungs- und Einfuhr Andre Fabrikate 82280 B Mit Leiden zuzuschreiben. Pflicht der Vorsitzenden war es, mit dem zu- Eine öffentliche Böttcherversammlung, die am 23. August tagte, ständigen Ressortchef zu verhandeln, und wird auch der Vorstand in nahm folgende Resolution an: Die Versammlung verurteilt aufs Zukunft nicht darauf verzichten, selbst auf die Gefahr hin, weiter schärffte die Kollegen derjenigen Brauereien, welche durch ihr Ferns von den Beamten angerempelt zu werden. Ebenso unwahr ist es, halten vom Verbande die organisierten Kollegen schädigen. Es sind daß die Borsigende sofort das Kassenlotal verlassen hätte, im Gegen- dies die Kollegen der Brauereien Bazenhofer, Böhmisches Brauhaus, teil sorgte dieselbe dafür, daß der Beamte auf eine bereitstehende die sogenannten 80 Thalermänner, Schöneberger Schloßbrauerei, Bettstelle gelegt und für ihn gesorgt wurde. Königstadt, Friedrichshain, Pfefferberg, Rigdorf und Spandauer Berg. Grosses Lager in Brillant, Opal-, Türkis-, Simili-, Korallenund Granat- Schmucks. H. Zimmermann Uhren- Grosshandlung. Berlin SO. Juwelier Oranienstr. 206. Glashütter= Uhren. Goldene Ketten n. Gewicht u. billigster Façonberechnung Gold- u. Silberwaren- Fabrik. Grösstes Lager in goldenen und Silbernen Uhren. Dukaten Trauringe in jedem Gewicht am Lager. Eigne Werkstatt für Neuarbeit und Reparatur. Telephon: Amt IV, 6549. 2433L* Goldene Damen- Uhren Mk. 15,75 an. Silberne Herren- Uhren mit Kette Mk. 10, Goldene Herren- Uhren Mk. 30,- an. 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J. trat nun einmal in direkte Beziehung zu dem Verleger( Kaufmann) Friedland, indem er mangels andrer Arbeit für diesen ein Firmenschild anfertigte. Wegen der Abnahme und Bezahlung des Schildes fam es zu Differenzen, worauf J. gegen Friedland beim Berliner Gewerbegericht auf Abnahme und Bezahlung des Schildes flagte. J. wurde wegen Unzuständigkeit des Gewerbegerichts abgewiesen, weil es sich hier nicht um ein Arbeitsverhältnis, sondern um einen Werkvertrag handele. AnSonntag, 30. Auguft 1903. sprüche aus diesem seien im Civilprozeß beim ordentlichen Gericht wurden. Löwenberg zog ihr trotzdem von dem Verdienste einen geltend zu machen. Betrag von 18,25 M. ab, weil sie angeblich einen Posten andrer Ausschlußquittung. Der Obermonteur H. beanspruchte durch Blusen nicht fertiggestellt bezw. mangehaft hergestellt habe. Frau S. Klage beim Berliner Gewerbegericht von der Aktiengesellschaft für klagte deshalb beim Berliber Gewerbegericht. Die Kammer I erachtete es Elektro- Metallurgie eine Lohnentschädigung wegen unberechtigter für unnötig, darauf näher einzugehen, ob die leztgenannten Blusen wirklich Entlassung und außerdem die Kosten der Rückreise nach Elberfeld, unfertig oder mangelhaft seien. Der Beklagte wurde aus folgenden von wo er auf Kosten der Gesellschaft nach Berlin gekommen war. Gründen verurteilt, der Klägerin die 18,25 M. zu zahlen: MaßSeine Klage wurde abgewiesen, weil er auf einer Quittung zugleich gebend sei, daß die Bezahlung der angeblich nicht oder mangelbescheinigt hatte, daß er an die Gesellschaft keinerlei Ansprüche haft fertiggestellten Blusen nicht in Frage stehe. Beklagter habe mehr habe“. Dadurch seien ganz deutlich auch alle aus der vor sich ja an dem Lohn für andre, als gut abgenommene Blusen zeitigen Lösung des Arbeitsverhältnisses etwa entspringende An- gehalten, und dieser sei fällig gewesen. Es handle sich also um eine Aufrechnung gegen an sich fälligen Lohn und eine solche ſprüche ausgeschlossen worden, und nicht bloß Lohnansprüche. Unzulässige Aufrechnung. Die Näherin S. lieferte dem Kon- Aufrechnung sei nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch unzulässig. fektionär Löwenberg eine Anzahl Blusen, die als gut abgenommen Warenhaus A.Wertheim Extra- Preise Kleiderstoffe Leipzigerstr. 132/135( Versand- Abteilung). Rosenthalerstr. 27/29 u. 54.- Oranienstr.52/ 58 Montag, Dienstag, Mittwoch soweit der Vorrat reicht: Glacé- Handschuhe Damen, farbig, mit Druckverschluss ca. 110 cm g 95 Pf. Glatte Zibelinestoffe Mtr. 1.15 u. 1.90| Kostümstoffe gestreift, reine Wolle tr.1.75 Zibelinestoffe m. Noppen Mtr. 1.10 u. 1.95 Reinwoll. Cheviots Mr. ca. 110 cm Mtr. 1.10 u. 1.25 regulär Mtr. 1.45 1.85 2.10 Mk. jetzt MK. Ein Posten Schwere Kostümstoffe 1.05 ca. 130 cm breit 1.35 1.60 42 P. Ein Posten Baumwoll. Veloutines u. Sammetflanelle Mtr. bedruckt, regulär Mtr. 55 u. 60 Pf. 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