Nr. 121. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pig. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pig. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fern fprech- Anschluß: Amt I, v. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Unternehmer- Verlogenheit. Mittwoch, den 25. Mai 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. gleichmäßig behandelt werden kann und darf... so ge- Einrichtung von Berg- Schiedsgerichten, während von einer bieten Rücksichten, welche vorzugsweise auf amtlichen Fühlung mit den Arbeitern nicht das Geringste Man erinnert sich noch, mit welchen Unverfrorenheiten den Schuß des Lebens und der Gesundheit der bekannt ist. Bei diesen Konferenzen vertraten die Bechen die rheinisch- westfälischen Bechenbefizer ihre nunmehr so erArbeiter hinzielen, Ausnahmen von den oben ange den anmuthigen Standpunkt, daß sie ihre Beihilfe führten( Sonntagsruhe) Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung nicht verweigern würden, falls die Wahlen nach folgreich verlaufene Aktion gegen die ursprüngliche Berganzustreben, die es ermöglichen, den Betrieb unserer Gruben Art derjenigen für die Knappschafts- Meltesten vorgenommen nicht gesetz- Novelle des Herrn von Berlepsch begannen. Sie er in zweckmäßiger und gefahrloser Weise zu führen." öffneten ihren Sturmlauf mit der, Denkschrift" des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Ober- Bergamtsbezirk Es soll heute an dieser Stelle nicht ausführlich auf die werden sollten." Die Wahlen der Knappschafts- Aeltesten erfolgen aber bekanntlich nach einem Modus, der dem Dortmund vom 28. März dieses Jahres, deren zynische Anträge der Grubenbarone eingegangen werden, die Frechheit in der Ableugnung der schreiendsten Mißstände ein schönes Zeugniß für die revidirte" Gewerbe- Ordnung!" elendeften aller Wahlsysteme" ungefähr gleichkommt. Da bezüglich des eigentlichen Bergbaues teine neuen Aus- sich die preußische Regierung soeben mit dem Dreiklassenwir seiner Zeit besprachen. In dieser Denkschrift" spielte Wahlsystem solidarisch erklärt hat, so wird sie wahrscheinvor Allem eine Behauptung die größte Rolle: daß nahmen wünschen, weil das Gesetz und polizeiliche lich auch leicht im Stande sein, den Wünschen der Grubendie Verhältnisse des Bergbaues nicht Bergbaues nicht so eigen Dispensationen schon Löcher genug gelassen haben, die jedoch barone bezüglich des Wahlmodus für die Berg- Schiedsartig und verschieden von denen anderer Industriezweige bezüglich der Rofereien aus Rücksichten, welche vorzugs beschaffen seien, daß die Bergleute besonderer Schutzgesetze weise auf den Schutz des Lebens und der Gesundheit der gerichte nachzukommen. Somit ist es ganz gut, wenn voraußer der allgemeinen Reichs- Gewerbe- Ordnung bedürften. Arbeiter hinzielen", die Forderung aufstellen, daß die den her attenmäßig festgestellt werden konnte, was für Leute Das saubere Schriftstück sagte im Tone des unverhülltesten Arbeitern zu gewährende Ruhe an Sonn- und Feiertagen diese rheinisch- westfälischen Bechenbarone find. nur von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends( also GeRapitalistenhochmuthes wörtlich Folgendes: " 0 Politische Leberlicht. erklärt. Berlin, den 24. Mai. " Wir stellen uns prinzipiell auf den Standpunkt, daß ſtattung der Samstags- und Sonntags- Nachtarbeit!) zu dauern nur diejenigen Abänderungen des Berggesetzes vor- braucht und daß den so beschäftigten Arbeitern dafür keine zunehmen sind, die durch die Revision der Gewerbe- außergewöhnliche Ruhezeit zu bewilligen ist". Ordnung geboten erscheinen... Einige Paragraphen der Die Berlogenheit, die darin liegt, daß das Verlangen Novelle enthalten wesentliche Abänderungen gegenüber der Ge- nach solcher Ausnügungsfreiheit mit Rücksichten" auf die werbe- Ordnung, und zwar, ohne daß die Eigenartigkeit des Arbeiter begründet wird, kann nebenbei hervorgehoben Bergbaues diese Veränderungen bedingt. Gegen diese werden. Aber die Hauptsache ist und bleibt doch der Abgeordnetenhaus. In der heutigen Sigung wurde Paragraphen erheben wir Widerspruch." Mit Bezug auf den Arbeiterschuh kann also keine Bynismus, mit welchem hier das direkte Gegentheil von die Wahl des Abgeordneten Grimm( Frankfurt) für ungiltig Demjenigen behauptet wird, was in der„ Denkschrift" zur Eigenartigkeit" des Bergbaues in Betracht kommen, Berggesez- Novelle das Hauptargument dieser auf ihre Versuchungen eines Fabrikinspektors. Am so hieß es vor 1/2 Monaten; es ist schon viel, wenn wir, Lebensart und ihre Moral" so stolzen Herren war. Am 19. d. M. fand zu Hirschberg in Schlesien eine Gerichtsdie Grubenbarone, gnädigst gestatten, daß die allgemeinen 10. März schreiben diese Leute durch ihren Sekretär verhandlung statt, die nach mancherlei Richtung hin sehr gewerberechtlichen Borschriften auch für unsere Lohnsklaven an den Bundesrath nach Berlin, daß der Bergbau be interessant ist. Der Beste chung des Amts gelten sollen. Eigentlich geht es bei uns im Bergbau viel züglich des Arbeiterschutzes nicht mit den übrigen gevorstehers von Egelsdorf, der auch Bürgermeister und ordentlicher und arbeiterfreundlicher" zu, als anderswo; werblichen Betrieben gleichmäßig behandelt werden Fabrikinspektor von Friedeberg ist, war heute der Fabrikund dann kam jene Denunziation gegen den Betrug", der kann und darf". Und am 28. März, achtzehn Tage direktor G. aus Egelsdorf angeklagt. Er soll dadurch, daß in anderen Gewerben vielfach gegen die Arbeiter ausgeübt später, läßt dieselbe Clique eine Denkschrift gegen er gelegentlich eines Besuches bei dem Amitsvorsteher, der werde, eine Denunziation, zu der die gesammte übrige" die inzwischen veröffentlichte Berggese Novelle vom gegen die Besitzer der Fabriken öfters Strafverfügungen Industrie bis jetzt wohlweislich geschwiegen hat und auf Stapel, in welcher der leitende Truggedanke ist: ergehen ließ, demselben auf seine Aeußerung, daß ihm durch die wir gelegentlich zurückkommen. wir haben das Recht zu verlangen, gefeßlich genau die Fabrit viel Arbeit und Scheererei gemacht würde, Das war also Ende März, als man sich zur krampf- ebenso behandelt zu werden, wie die übrigen gewerblichen 300. angeboten und, als die Annahme des Geldes abhaften Abwehr der Berggesetz- Novelle in scheinbar loyaler Betriebe." Eine größere Skrupellosigkeit in der Wahl von gelehnt wurde, dasselbe wie unabsichtlich beim Weggehen Weise( auch dann, wenn wir sachlich damit nicht ein- Scheinargumenten bei amtlichen Eingaben, als sie die auf dem Tische liegen gelaffen haben. Der Angeklagte erverstanden sind", sagte die Denkschrift) auf die Reichs- rheinisch- westfälischen Grubenbarone bethätigen, ist sicher flärte sich für nichtschuldig. Er habe dem Amtsvorsteher Gewerbe- Ordnung berief, der man sich gern und willig und noch nicht dagewesen. Handelt es sich um die Abwehr jeg für dessen Scheerereien nur eine Remuneration, wie sie bedingungslos unterwerfen wolle. Und jezt wird eine Eingabe lichen Bergarbeiterschutzes in der Gewerbe- Ordnung, so derselbe auch von den Vorbesitzern für außeramtliche desselben Zechenvereins vom Anfang März 1892, vom 10. fagen die Herren Weiß", und handelt es sich um denselben Thätigkeit angeboten erhalten und angenommen habe, gejenes Monats, durch das eigene Organ dieser Unternehmer- Bweck außerhalb der Gewerbe- Ordnung, so entblöden sie sich währen wollen. Der als Zeuge vernommene Amtsflique, den„ Glückauf" in Essen, bekannt, welche von dieser gar nicht, Schwarz" mit derselben Unternehmerstirne zu vorsteher gab zu, von den früheren Besitzern derartige Gesellschaft" mit Bezug auf die von der neuen Reichs- sagen. Die Verdrehung der Worte und der Thatsachen wird Gratifikationen erhalten zu haben. Er habe sich nicht ge= Gewerbe- Ordnung vorgeschriebene Sonntagsruhe an den hier zur offiziellen Unternehmerkunft erhoben. scheut, das zu thun, weil er mit jenen befreundet gewesen, Bundesrath wegen Gestattung von besonderen Ausnahmen Und hinter solchen Leuten spaziert Herr v. Berlepsch und weil die Geschenke mit seiner amtlichen Thätigkeit für den Bergbau gerichtet worden ist und in der es wört als" Reformminister" her! Wie sich das mit seiner amt- absolut nichts zu thun gehabt hätten. Von den neuen Besitzern, lich heißt: lichen Würde verträgt wir wissen es nicht. Seine einer Aktiengesellschaft, habe er solche Remuneration nicht mehr Unterbehörden, wie z. B. das Oberbergamt Dortmund, ver- annehmen zu dürfen geglaubt. Er habe feinen Stra fantrag handeln soeben, wie der" Glückauf" ebenfalls meldet, mit gestellt, weil er überzeugt gewesen sei, daß der Angeklagte den Vertretern dieses Unternehmervereins über die Art der mit seiner Handlungsweise keinen Einfluß auf seine, des Die Gesetzgebung aller bergbautreibenden Nationen hat stets anerkannt, daß der Bergbau- Betrieb seinem Wesen und seiner Natur nach ein so eigenartiger ist, daß er nicht mit den übrigen gewerblichen Betrieben Feuilleton. Nachbrud verboten.) [ 121 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. " Von einer ernstlicheren Verbindung? Ich verstehe Sie nicht recht. Wollen Sie eine solche Verbindung der Seelen für keine ganz ernstliche ansehen?" Ausdruck die Ehe." " Das sei fern von mir, ich verstehe aber unter diesem " Halten Sie es denn nicht für natürlich, wenn folgerecht aus einem solchen Verhältnisse eine Ehe entsteht?" Aber, gnädiges Fräulein, Sie werden mir doch nicht sagen wollen, daß Sie im Ernste an eine eheliche Ver bindung mit Herrn Dr. Lange gedacht haben?" ich fragen darf?". " Und warum sollte ich das nicht gethan haben, wenn " Ah, es ist ein Scherz! Mit einem aussichtslosen Literaten! eine Dame wie Sie?" Sie vielleicht leugnen, daß Herr Dr. Lange ein sehr kenntniß-| Mit einem aussichtslosen Literaten? Exzellenz, wollen reicher und talentvoller Mann ist?" Nicht von Allen, wie ich Ihnen versichern kann, Fräulein." Nein, nicht von Allen, das ist wahr; sonst würde er auch kein Charakter sein." " Ich kann Ihnen sagen, daß er in unseren Kreisen ziemlich diskreditirt ist." " In Ihren Kreisen, in den liberalen Bourgeoiskreisen, das ist selbstverständlich, denn das sind ja unsere Feinde." " Unsere Feinde, fagen Sie? Ich hoffe, Sie sehen uns nicht als Ihre Feinde an?" Allerdings muß ich das, denn Sie verfolgen uns Demokraten mit ziemlicher Wuth." Uns Demokraten? Sie zählen doch wohl schwerlich zu den Demokraten?" Allerdings, Erzellenz, da es meiner Ansicht nach die einzige ehrliche freifinnige Partei ist." " Ich mache da schöne Entdeckungen. Gehören Sie denn nicht durch Familie und Lebensstellung zu uns?" " Familie und Lebensstellung sind nichts für den, der eine Ueberzeugung besitzt." " Ich bedauere, Fräulein, Sie in Händen zu sehen, welche Sie auf solche Jrrwege zu führen bemüht sind." Ich muß bedauern, Exzellenz, daß ich ein Bedauern zurückweisen muß, für welches ich ganz und gar keine Veranlassung sehe." Sie behandeln mich hart, Fräulein, ich glaubte Ihnen feine Veranlassung hierzu gegeben zu haben. " " Ich wüßte nicht, was mich mehr verlegen sollte, als ein in solcher Weise angebotenes und, meiner Ansicht nach, tich aus ihm?" " Ich will das nicht bestreiten, aber was wird schließmit dem zufrieden, was bereits aus ihm geworden: ein| " Ich muß Ihnen offen gestehen, daß ich vollkommen völlig unbegründetes Bedauern." Mann von Geist und Charakter, der die Achtung seiner die ein Abbrechen derselben räthlich erscheinen läßt." Mitbürger im hohen Grade genießt und verdient." Ich sehe, daß die Unterhaltung eine Wendung nimmt, In dieser Ansicht kann ich Ihnen nur beipflichten." " Meine Absichten waren die besten." " Das wird Sie auch trösten, Excellenz." " Und eine Wiederholung meines Besuchs dürfte unter solchen Umständen wohl zwecklos sein?" " Wenn Sie einen anderen Zweck, als den einer bloßen Höflichkeit damit verbinden sollten, allerdings." " Nun, dann entschuldigen Sie die Störung." " Sie ist entschuldigt, Excellenz." Das Gesicht des Dr. Raffmaus hatte eine krebsrothe Farbe angenommen, als er das Zimmer verließ; eine solche Demüthigung schien ihm unerwartet, wie sie über ihn kam, etwas Unerhörtes. Im Vorzimmer traf er auf Lange und Frank, die ihn mit großer Höflichkeit begrüßten. " Freut mich, Sie zu sehen", rief er schnell gefaßt, " Ihnen, Herr Doktor, kann man wohl bald gratuliren? Ich möchte Sie aber doch theilnehmend mahnen, sich auf andere Bahnen zu begeben; Sie werden nicht weit kommen in der Weise, die jetzt Ihr Vorgehen charakterisirt. Sie sind weder in der besten Gesellschaft, noch auf den besten Wegen." Ich danke, Exzellenz", entgegnete Lange mit einer höflichen Verbeugung, aber der Menschen Wege gehen wunderbar; der kürzeste Weg ist oft auch der gewagteste. Vom Gipfel geht es schnell bergab." " Und Exzellenz fängt an mit einem Er," rief Frank gleich darauf, so daß der Davoneilende es noch hören mußte, und ex heißt aus." Helene nahm keinen Anstand, den Schritt des Dr. RaffMit Ihre maus ihrem Bräutigam mitzutheilen. theilung verursachte viele Heiterkeit im Lager der Freunde. Frank aber erklärte feierlich, da sie nun doch einmal Amtsvorstehers, amtliche Handlungen habe gewinnen wollen. Der Zenge wurde, wie aus der Verhandlung sich ergab, zur Stellung des Strafantrages erst durch die vorgesetzte Behörde veranlaßt, die bei einer im Januar d. J. vorgenommenen Revision der Aften des Amtsvorstehers in denfelben den Poftquittungsschein über die dem Angeklagten zurückgesandten 300 M. vorfand und Aufklärung verlangte. Nach der Erklärung des Amtsvorstehers fab sich, wie das Hirschberger Tageblatt" berichtet, der Erste Staats anwalt nicht in der Lage, gegen den Angeklagten eine Strafe in Antrag zu bringen, so sehr der Schein gegen ihn sei, da der Amtsvorsteher ja am besten gewußt haben müsse, zu welchem Zwecke das Geld dienen sollte. Das Gericht war indeß anderer Ansicht und erkannte den Angeklagten, der mit den 300 m. jedenfalls habe bewirken wollen, daß der Amtsvorsteher eine lagere Kontrolle der Fabrik gegenüber ausübe, der Bestechung für schuldig. Die Strafe gegen ihn wurde auf 300 M. festgesetzt und die Bestechungssumme als dem Staate verfallen erachtet. Jedes Wort der Kritik ist überflüssig! gegen. die Regierung heftig angriff. Er behauptete, Desterreich müsse das Gegentheil sagen. Wir übergeben dem Schreiber des ohne böhmische Soldaten und ohne böhmisches Geld zu Grunde Artikels, welcher zu Beginn dieser Zeilen erwähnt ist, dieſe gehen. Er erkannte die Forderungen der Beiträge zu der von ihm so leichtsinnig angeregten Frage Sozialdemokratie, denen die Zukunft gehöre, an. Der politische Horizont sei mit Gewitterwolfen ohne jeden Kommentar, den er sich hoffentlich noch selbst umzogen und man gehe in Europa großen Umwälzungen ent- wird machen können. mus jetzen wir vorläufig noch ein Fragezeichen. Sinter die Belehrung des Herrn Gregr zum Sozialis ber Freis. Btg.", betonte bei der Jubiläumsfeier der Welche?„ Der Kultusminister Bosse," so lesen wir in Ritterakademie in Bedburg mit aller Entschiedenheit, daß Vielleicht zu große Vorsicht" nennt es in einer die Grundlage aller Bildung die Religion sein müsse, denn amtlichen Erklärung der Baare'sche Schienenflicker- Verein, nur auf dem Boden der Religion fönne die wahre Liebe zu daß der geflicte Radfah von dem wir neulich berichteten Raiser und Reich, ein echter Geistesadel und rechter Bürgerdurch das Betriebsamt Dortmund ausrangirt worden. finn erwachsen." Der Schienenflicker Verein leugnet nicht, daß der Radsatz Das ist recht schön, und von Herrn Bosse hat das ( mit Blei!) geflicht, auch nicht, daß er von ihm dem wohl auch Niemand anders erwartet. Aber die Sache hat Bochumer Schienenflicker Verein- herstammt. Aber das insofern einen Hafen, als der Herr Kultusminister es ver Betriebsamt übte vielleicht zu große Borsicht"-es hätte säumt hat, anzugeben, welche Religion denn die Wunderden Herren Baare und Konsorten zu Lieb( und auch im wirkungen übt, von denen er sprach. Unter der Herrschaft Interesse der deutschen Industrie") warten sollen, bis der des Christenthums soll bekanntlich, wenn man Radjab gebrochen und das Eisenbahn- Unglück zur voll- Jeremiaden der Stöcker und Konsorten glauben darf, die flicker- Moral! endeten Thatsache geworden wäre. O diese geflicte Schienen- Menschheit immer schlechter geworden sein. Sollen wir es in Bufunft nun etwa mit dem Muhamedanismus vers fuchen? " " den Blut und Eisenpolitik. Wir leben in der Aera der Massenmorde und des Massenmords. Die Verbrechen im großen Stil reißen. nicht ab sie bilden eine ununter Unterthanen. Der„ Reichsbote" bringt über den brochene Kette; und während das Blut der einen Blutthat Stand der Kirchenfrage in Frankreich einen Artikel mit Schweizer Arbeiter- Gesetzgebung. Dem St. Galler noch zum Himmel raucht, erschreckt uns schon eine neue, der Ueberschrift:" Der Papst und die katholischen Unter Großen Rathe wird in nächster Session von der Regierung meist noarnervenerschütternder, sensationeller als die vorher thanen der Republik". Weiß der„ Reichsbote" nicht, daß ein Gesetzesentwurf über den Schuß der Arbeiter gehenden. Erschreckt? Nein der Ausdruck ist ungenau. es in einer Republit teine Unterthanen" giebt, sondern und Arbeiterinnen in Ladengeschäften und Wir haben uns daran gewöhnt. Wie wir zu dem nur freie Bürger, und daß selbst in den deutschen fon- Wirthschaften" zugehen. Die das Wirthschafts Horazischen Nil admirari( Man soll sich über Nichts wundern) ftitutionellen Monarchien das Wort„ Unterthan" abgeschafft wesen betreffenden Artikel lauten: Art. 11: Die für den Durch den Gang der Dinge bekehrt über Nichts mehr ist, weil es dem Begriff des allerdings nur als Fittion Betrieb von Wirthschaften und Gasthäusern angestellten uns wundern, so erschrecken wir auch über Nichts mehr. Das vorhandenen Rechts- und Verfassungsstaats nicht mehr Bersonen können, soweit es zur Bedienung der Gäste nöthig Graustaste erscheint uns gewöhnlich, das Unnatürlichste, entspricht, ja schuurstracks zuwiderläuft? ist, Abends bis zur Polizeiftun de und bei Freinächten auch Widernatürlichste ganz natürlich das Unerhörte ist all über dieselbe hinaus beschäftigt werden. Doch ist ihnen in täglich. In früherer Zeit- d. h. noch vor etwa 30 Jahren Engen kann kein Deutsch. Daß er von National- allen Fällen eine ununterbrochene Ruhezeit von wenig wie bewegte ein einfacher Mord die ganze Stadt, das ökonomie nichts versteht, das weiß Jedermann, ihn selber stens neun Stunden zu ge statten." Sofern denselben der ganze Land. Heute lieft man gar nicht mehr den Bericht nicht ausgenommen; daß er aber nicht einmal Deutsch kann, Sonntag aus Rücksichten auf den Betrieb nicht freigegeben über einen einfachen Einzelmord, es sei denn, daß ganz be- das ist zwar uns längst bekannt, dürfte jedoch vielen werden kann, sind ihnen während der Woche zwei halbe sondere Umstände ihn pilant machen, z. B. ein heim- noch neu sein. Wie den Lesern erinnerlich, rempelte er uns Freitage zu gewähren." Mädchen unter 18 Jahren, die fehrender Gatte, der wie Agamemnon von der Gattin und vorige Woche an; wir hätten die Berichte der Ver- nicht zur Familie gehören, dürfen zur ständigen Bedienung ihrem Buhlen abgeschlachtet wird, oder dergleichen. Es handlungen des Abgeordnetenhauses über die fortschrittliche nicht verwendet werden. Art. 13. Zuwiderhandlungen müssen gleich Mehrere sein, die erdolcht, erfchoffen, vergiftet Wahlrechts- Komödie gefälscht"( Fälschung"). Wir gegen die Bestimmungen dieses Gesetzes werden durch das wurden eine ganze Familie, eine Schaar blühender fertigten den Patron nach Verdienst ab. Und nun fälscht Bezirksamt polizeilich mit Geldstrafe bis auf 800 Frants, Kinder von der Mutter oder dem Vater erwürgt, ein er heute, er hätte nicht von Fälschung" der Berichte, im Wiederholungsfalle dagegen gerichtlich mit Geldstrafe paar Liebende, die zusammen in den Tod gehen- eine oudern unseres Resumés", d. h. unseres Urtheils über bis zu 500 Frants oder mit Gefängniß bis zu 3 Monaten Braut, die der Bräutigam abschlachtet, weil er sie nicht die Richter'schen Leistungen gesprochen! Nicht zufrieden damit, bestraft." heirathen kann, und an deren Leiche er sich dann selbst ab- unverschämt zu lügen, erbringt Herr Eugen Richter hier schlachtet, und ähnliche Blut- und Sensations Tragödien. auch den Beweis, daß er kein Deutsch kann. Der unterste in Nancy ist den deutschen und französischen Chauvinisten Chauvinismus hüben und drüben. Das Turnfest Kein Zeitungsblatt, das nicht mit einem solchen Doppel- Quartaner wird ihm sagen, daß, wenn wir schreiben: 29 oder Vielmord befleckt wäre. Das Blatt, welches keinen ist der größe Ignorant, Flegel und Lügner unter der Sonne, Die Deutschen waren, wie gewöhnlich, den französischen -wie man zu sagen pflegt ein gefundenes Fressen". bringt, wird von den Lesern fast enttäuscht bei Seite dies möglicherweise unparlamentarisch sein kann nimmer gelegt. mehr aber eine Fälschung. Und Herr Eugen Richter hat Rollegen vor" sie stürzten sich auf das Fest mit der Große Verbrechen kennzeichneten zu allen Zeiten und Jurisprudenz studirt! Er mag sich seine Kollegiengelder furrenten, oder richtiger Geschäftsfreunde, das merkten, Gier hungriger Raben", und als die französischen Kon in allen Ländern untergehende Kulturperioden, den Verfall mitsammt seinem Schulgeld zurückzahlen lassen. von Reichen, Systemen, Gesellschafts Ordnungen. In maren fie natürlich auch nicht faul. Mit Ausnahme einiger solchen Zeiten verliert das Leben seinen Werth. Das Opfer des Lebens des eigenen, wie des fremdengilt entweder als etwas Gleichgiltiges oder als etwas Heroisches, Verdienstliches. Wer weiß nicht, wie im faulenden Römerreich der Selbstmord mit dem Glorienschein höchster Charakterstärke und strahlenden Ruhms umgeben war? Und heute ist die Fäulniß viel allgemeiner; es ist eine unendlich ausgedehntere, inhaltsreichere Weltordnung, die wir vor unseren Augen sich auflösen sehen. Fabrikinspektoren und Bourgeoispreffe. Vor Winkelblätter ist die französische Presse jedoch sehr vers einiger Zeit erlaubte sich irgend ein nationalliberales Blatt nünftig, und da auch das deutsche Volt im Chauvinismus einmal verstehe, den sozialpolitischen Stoff der Fabrit internationale Erbigung harmlos lächerlich. Einem deutschen die naive Bemerkung, daß die Arbeiterpresse es noch nicht ein Haar gefunden hat, ist diese neueste nationale" und inspektoren- Berichte für ihre Zwecke richtig zu verarbeiten Blatt gegenüber, das die künftige Feftrede Carnot's und zu verwerthen. Angesichts des Umstandes, daß die fürchtet, bemerkt die Justice": Man solle doch einmal alle inspektion nirgends so ausführlich mitgetheilt und besprochen Kaisers nebeneinander stellen und dann sagen, welche die mageren Ergebnisse deutscher und ausländischer Fabrik- Reden des französischen Präsidenten und des deutschen werden, als in der sozialdemokratischen Presse, verdiente friedlicheren seien. Bielleicht thut die„ Kölnische Zeitung jene Aeußerung damals keine Erwähnung weiter. Jest es einmal. O sancta simplicitas! Die Bossische Beitung" be- wird sie aber in eine besonders lehrreiche Beleuchtung durch Der internationale Sozialismus ist der Friede. ginnt einen Leitartikel über den„ Waffengebrauch im Frieden" Folgendes gerückt. Zuerst von der gesammten deutschen Preſſe Wir lesen in Bourgeoisblättern: (. Nr. 235, Abendausgabe) mit den Worten: hob der Vorwärts" in seiner Nummer vom 18. d. M. aus den " Die Beiten find vorüber, in denen das fürzlich erschienenen Berichten der österreichischen Gewerbe- InHeer einen Staat im Staate bilden durfte." spektoren die vernichtenden Urtheile dieser Beamten über die Wir greifen uns an den Kopf, ob wir wachen oder Machtlosigkeit der Jnnungen gegenüber der Lehrlingszüchterei träumen. Dat die" Tante" denn geschlafen? Kennt sie im Handwerk ausführlich hervor. Für diesen Fingerzeig war nicht den Gefreiten Lück? Weiß sie nicht, daß ein Blatt, die bürgerliche Presse so dankbar, daß sich die„ Nationalwelches die Auszeichnung des Lück in Zweifel zog, wegen liberale Korrespondenz" sofort einen großen Theil unserer dieses Zweifels mit einer Anklage auf Majestätsbeleidigung Ausführungen aneignete und Köln. Btg."," Freis. 8tg. bedacht worden ist? du heilige Fortschritts- Einfalt Und das will uns vom eisernen Joch des Militarismus befreien? ? Ein Telegramm aus Prag meldet: Der Jungezeche Eduard Gregr hat gestern in Raudniß vor einer aus mehr als 2000 Personen bestehenden Boltsversammlung eine längere Rede gehalten, in welcher er und so weiter den Extrakt eilfertig abdruckten. Gleichzeitig aber brachte die ultramontane Kölnische Volks- Zeitung" einen Artikel über den österreichischen Bericht, in welchem das bergarbeiterfreundliche Blatt die Stirn hatte, dem Sinne nach zu schreiben, daß die österreichischen Jnnungen nach Möglichkeit Lehrlings ausbeutung mit den Inspektoren bekämpft hätten, während die Lehteren gerade der die auf Kriegsfuß stünden, müßte diese Schwäche des begleitet, begaben sich in ein Nebenzimmer, der Herrn Ministerpräsidenten ausgebeutet werden. Er eilte Dritte unterhielt angelegentlichst die Begleiterin alsbald zu Habicht und verabredete mit diesem den Feldzugs- Fremden, welche in einer tadellosen Toilette, tadellosen Toilette, plan. eine Halbtrauer darstellte, sich allein in einer LongEinige Tage darauf erhielt Raffmaus ein duftiges chaise hingebreitet hatte. Billetchen, welches die von einer weiblichen Hand ge schriebenen Worte enthielt: „ Excellenz! Die in Paris vollzogene Einweihung der Zentral Arbeitsbörse ist von den zahlreich erschienenen Arbeitern sogleich auch zu Rundgebungen im Sinne der Kommune von 1871 benugt worden. Gleich beim Beginne der Feier äußerte ein Mitglied des Gemeinderaths: Man weiht die Festung ein, aus welcher die nächste Revolution hervorgehen wird." Bes zeichnend war die Ansprache, die der Präsident des Pariser Gemeinderathes Sauton an die Versammlung richtete, in der es am Schluffe hieß:" Im Namen Der Stadt Paris übergebe ich Ihnen diese Zentral- Arbeits börse mit der Zuversicht, daß sie in Ihren Händen ein In strument der sozialen Beruhigung sein wird, das, während es den Triumph Ihrer gerechten Forderungen sichert, dazu bei tragen wird, durch die Beziehungen, die Sie mit den Arbeitern der anderen Länder anknüpfen werden, eines Tages den Weltfrieden zu begründen." Dieser Hinweis auf Einer Unbekannten gegenüber?" " Die mir hoffentlich nicht mehr lange unbekannt bleiben wird?" " Etwas länger jedenfalls, als wir es vielleicht alle Beide wünschen. Zwingende Gründe, die ich Ihnen jetzt nicht Niemand konnte leugnen, daß die Dame mit der weiter auseinandersehen kann, nöthigen mich hierzu; und ich rothen Schleife von einer außerordentlichen Schönheit war. muß Sie als den Chef sämmtlicher Polizei des Landes ers Schwarze Locken fielen in reicher Fülle auf die weißen und suchen, mir ja nicht nachforschen zu lassen, denn ich will Ihnen üppig geformten Schultern, die blendend aus dem fostbaren nicht eher bekannt sein, als ich es für passend erachten und mit Blumen durchwirkten schwarzen Atlaskleide hervor- werde, mich Ihnen ganz zu eröffnen. Ein Nachfragen schimmerten. Raffmaus wußte in seinem Entzücken nicht, würde ich für Mißtrauen oder Beleidigung ansehen müssen. was er mehr bewundern sollte, die hohe junonische Gestalt, Und wie werde ich in der Zwischenzeit mit Ihnen in Seit einigen Tagen zirkulirt in der Stadt das Gerücht, daß Sie auf Freiersfüßen einhergehen. Ein Mann wie Sie, dem der Staat zu Füßen liegt, fann getrost seine Augen zu den Füßen liegt, fann getrost seine Augen zu den vor nehmsten Töchtern des Landes erheben. Eine glühende oder die feinen, auf polnische Abstammung hindeutenden Verbindung treten können?" Verehrerin Ihres Genies wird in Ihrer nächsten Soiree Gesichtszüge. Alsbald beeilte er sich, sie zu begrüßen, sich mit einer rothen Schleife am rechten Nermel erscheinen. dann auf einem leeren Sessel neben ihr niederzulassen und finden, unter dem ich mich habe anmelden lassen." Sollten Sie Verlangen nach der Bekanntschaft der Dame ein Gespräch mit ihr zu beginnen: empfinden, so reden Sie dieselbe an, ohne eine Vorstellung" Verehrtes Fräulein...," begann er. anzustreben, da dieselbe noch einstweilen unbekannt zu bleiben wünscht. Felicitas." Nichts konnte die Phantafie eines Dr. Raffmaus mehr als entflammen, als ein solches Billet; er hatte keine ruhige eine erschienen. ,, Sie werden mich unter dem Namen Frau Baldamus Den ganzen Abend beschäftigte sich der Ministerpräsident Frau, wenn ich bitten darf, erwiderte die Dame; ich so vorzugsweise mit seiner schönen Unbekannten, daß es all bin Wittwe." gemein auffiel. Man forschte, wer die Dame sei, ohne daß Guädige Frau, ich irre wohl nicht, wenn ich Sie Jemand Antwort zu geben wußte. Einige Vertraute fragten das geheimnißvolle Wesen errathe, welches durch bei ihm an, erhielten aber nichts zur Antwort, als pseudonyme Buſchrift meine Neugier auf's Höchste ein satyrisches, selbstgefälliges Lächeln, und die Gegenfrage: hat?" „ Das möchten Sie wohl gerne wissen, mein Lieber?" Einige unter den Gästen, welche dem Ministerpräsidenten dahin gehende leise Vermuthungen zu äußern wagten, es möchte die fremde Dame wohl in ein näheres Verhältniß zu dem Chef des Staatsministeriums treten, hatten bei dem Gefragten schon mehr Glück, denn ihnen wurde neben einem viel gnädigeren Lächeln die vielbedeutende, wenn auch ausweichende Antwort: Minute, bis die nächste Soirée mit höchstem Glanz vor bereitet war, und zu dieser lud er die fremden Gesandten erregt am Hofe so dringend ein, daß diese ihre innerliche Ab- Sie irren nicht, Exzellenz; aber ich bin etwas verwirrt neigung in diesem Falle überwanden und fast sämmtlich über die Unbesonnenheit, mit der ich mich zu einem so geSie war mir ein Beweis von hochherziger Gesinnung." Raffmaus stand an dem endlich hereingebrochenen" E3 tröstet mich, daß ich mich in dem Wesen der von Abend wie auf Rohlen; nie war er leutseliger, mir angerufenen Person nicht geirrt, zumal nachdem ich ihr herablafsender und geschmeidiger gewesen, als bei dieser Soirée. Aber die Schöne ließ sich vergeblich so viel Bertrauen geschenkt." erwarten bis gegen Mitternacht, zu welcher Zeit sie plötzlich in der Begleitung einiger vornehm ausschauenden Bukunft vertrauen." Männer und einer nicht minder elegant gekleideten Dame erschien. Da Raffmaus seinen Dienern Befehl gegeben hatte, diesen Abend nicht streng auf Namensnennung zu bestehen, waren die Gäste ohne Beanstandung hereingelassen worden. Die fremde Dame, welche mit der rothen Schleife am rechten Aermel erschien, nahm im Saale, etwas getrennt von ihrer Gesellschaft, Plaz. Zwei der Herren, die sie Um so mehr werden Sie mir, schöne Unbekannte, in " Ich denke, ich darf es." " Die Zeit wird's lehren, Verehrtester." Auffällig blieb es bei alledem, daß die Dame feine Vorstellungen erfuhr; und so einigte man sich schließlich in " Sie werden mir gestatten, Sie heute als meinen der Annahme, daß eine frühere Bekanntschaft jezt bem Ehrengast zu behandeln?" Sollte das nicht etwas zu gewagt sein?" " Ich wüßte doch nicht, welches Wagniß. 01 Da ich allein stehe und Sie Junggeselle sind?" Man mag davon denken, was man will." Dunkel entzogen und zu einem offiziellen Berlöbuiß gebracht werden sollte, eine Annahme, welche Raffmaus schon des halb nicht entgegenarbeiten ließ, als er mit Verdruß in Er fahrung gebracht hatte, daß sein bei Fräulein Howald ge wagter Schritt nicht unbekannt geblieben war. la paix universelle(den Weltfrieds») hatte nach dem heute vorliegenden ausführlichen Berichte des„Figaro" einen„im- erhörten Erfolg". Die Rede des Präsidenle» des Munizipal- rathes wurde mehrfach von dem) Rufe: Vive la Commune! begleitet. Demnächst feierte der Doyen(Ehrenälteste) des Exekutivausschusses der Arbeiterbörse, Gilles, die Autonomie der Arbeiterklasse. Noch energischer drückte sich der Genosse Rousselle aus, der sich wie folgt vernehmen ließ:„M a n muß es wohl wissen, es giebt für uns ebenso wenig Feinde auf der anderen Seite des Rheins wie auf der anderen Seite der Alpen."—„Es lebe die Internationale!" riefen hier die Anwesenden, woraus der Redner fortfuhr: „Wir haben nur ein einziges Ziel: überall der Aus- beutung des Menschen durch den Menschen ein Ende zu bereiten." Die Feier in der Arbeitsbörse schloß mit einem heftigen Angriffe, den ein Arbeiter gegen den Seinepräfeklen Poudelle richtete, weil dieser sich der Begründung der Zentral- Arbeitsbörse feindselig erwiesen hat. Die Pariser Arbeiter haben wieder einmal glänzend Anzeigt, daß sie die„Revolution", vor der den Spießbürgern so graut, richtig verstehen, und in der Organisation und internationalen Solidarität der Arbeiter die Bürgschaft des Sieges der Arbeitersache und des Weltfriedens erblicken.— Wozu Ravachol gut ist. Wir haben eine Anzahl Zuschriften von deutschen Arbeitern erhalten, die als „An archisten" ans Frankreich ausgewiesen worden sind, ohne daß sie je etwas mit Anarchisten oder Anarchis- mus zu thun gehabt hätten. Ravachol's Thaten sind für die französischen Reaktionäre, wie wir das von vornherein erwarteten, das Signal für eine richtige Fremdenhctze und namentlich Deutschenhetze geworden. Zieder unbequeme Deutsche wurde zum„Anarchist" gestempelt und in brutalster Weise aus Frankreich hinausgemaßregelt. Für diese schwach- volle Dcutschenhetze hat unsere Bourgeoispresse, so chauvi- nistisch sie sonst ist, kein Wort des Tadels oder der Ent- rüstung— sind es doch Arbeiter die getroffen sind. Im Gegentheil sie hat zu den„Anarchisten-Ausweisungen" ebenso lebhaft Beifall geklatscht, wie zu den rettenden Thaten Ravachol's. Wir werden morgen Auszüge aus einigen der uns zugegangenen Briefe mittheilen, und richten für heute nur noch an unsere französischen Genossen die Bitte, die Regierung der Republik ob dieser Infamien zur Rede zu stellen. Wir werden Lasargue das Material zusenden, sobald eS vollständig ist.— Ein Brief Louis Blanc's. In Pariser Blättern finden wir einen bisher ungedruckten Brief L. Blanc's an Deflotte. Es heißt darin u. A.: „Wenn der Sozialismus zur Herrschaft gelangte, nicht durch einen Bürgerkrieg, sondern durch das regelmäßige, un- gestörte Spiel des allgemeinen Stimmrechts, mit anderen Worten: durch die Wahl einer sozialistischen Kammer, würde er folgendermaßen vorgehen: Zunächst würde er olle Rechte der Minorität sicherstellen, indem er die vollkommene und un- zweideutige Unverletzlichkeit der Preß-, Rede-, Abstimmungs-, Vereins- und Versammlungsfreiheit aussprechen würde. Alles Freiheiten, durch welche eine Minorität zur Majorität werden kann, sofern sie vernunftgemäß ist und es auch beweist." „Er würde den allgemeinen, unentgeltlichen und obliga- torischen Unterricht durchführen,.... er würde die Grund- lagen des Steuersystems vollkommen ändern.... und durch eine einzige Steuer die Lasten vcrhältnißmäßig vertheilen,.... er würde Genoffenschdften zu landwirthschaftlichen und in- dufiriellen Zwecken schaffen...." Wir kritisiren den Inhalt nicht. Der Staudpunkt des Schreibers ist bekannt. Leider ist das Datum des Briefes nicht angegeben. Wir glauben kaum, daß Louis Blanc, optimistisch wie er war, nach der Junischlacht in so idyllischer Stimmung sein konnte.— Belgien. Am Sonntag fanden die Ersatzwahlen für die Hälfte der Bezirksräthe in Belgien statt. Im Allgemeinen sind die Wahlen liberaler oder radikaler ausgefallen, als die vorhergehenden. Die näheren Ziffern theilen wir nicht mit, weil die Arbeitermassen von diesen Zensuswahlen aus- geschloffen sind. Die deutschen Bourgeoisblätter, welche von einer„Niederlage der Arbeiter" reden, haben damit nur eine Probe ihrer Unwiffenbeit gegeben. Der belgische„MonUeut" publizirt heute, wie uns ein Telegramm aus Brüssel mittheilt, die verschiedenen Er- klärungen der Kammern bezüglich der Dersassungsrevision nebst einer Erklärung des Königs, welche besagt, das� Der- Neuntes Kapitel. Eine italienische Nacht. Einige Tage nach jenem ersten Zusammentreffen des Ministerpräsidenten mit der räthselhaften Schönen war von dem größten Restaurateur der Stadt zur Erheiterung des„feineren" Publikums eine sogenannte„Italienische Nacht" arrangirt worden, deren Reinertrag zum Besten der Armen bestimmt worden war und die des- halb gewohnheitsmäßig von der höheren Gesellschaft aus Wohlthätigkeitsrücksichten besucht ward. Zur Eröffnung der angekündigten Festlichkeit erschienen die weiten Gartenräume mit Guirlanden, Kränzen und buntfarbigen Laternen ge- schnüickt; Zelte sah man aufschlagen, Verkaufsbuden mit Lebkuchen, Zuckcrwaaren und mussirenden Gewässern, Schaukeln, Karoussels, Schießstände, Tauzplätze hergestellt, es war sogar eine Bühne errichtet, auf welcher mehrere Vorstellungen, erst für Kinder und dann für Erwachsene, gegeben werden sollten. Mehrere Musikkorps spielten an verschiedenen Punkten des Gartens, weit genug von ein- ander getrennt, um sich nicht gegenseitig zu stören. Schon am Nachmittag fand sich ein zahlreiches, zunächst in der Mehrheit weibliches Publikum in reicher Toilette ein, begleitet von Kindern und weiblicher Dienerschaft. Die schönen Alleen füllten sich mit Spaziergängern; um die Orchester sammelten sich Gruppen, welche der Musik lauschten und dabei Kaffee oder Eis schlürften. Auf dem grünen Wiesenplan ergötzten sich junge Mädchen mit Reifenschlagen, Ballwerfen oder anderen Gesellschaftsspielen, und ihr fröhliches Lachen und Rufen bildete eine Musik, die für Viele eine angenehmere Empfindung hervorrief, als die kunstgemäße mit Geigen und Blechinstrumenten. Da das Entree ein ungewöhnlich hoch normirtes war, befand sich die vornehme oder reiche Welt, welche Beide immer mehr miteinander verschmelzen, „unter sich" und durfte sich deshalb etwas vornehm gehen lasse», was einen ungezwungenen und leichten Verkehr mit sich brachte. Auch Iwan hatte es für seine Pflicht gehalten, Stief- mutier und Schwester mit den Freuden zivilisirter Deutschen bekannt zu machen, und der kleine Bekanntenkreis mußte wohl oder übel Gesellschaft leisten. Selbst Elise, welche aulassung zu einer Revision vorliege. Ein königlicher Beschluß spricht sodann die Auslösung der g e s e tz- gebenden Körper aus und beruft die Wahl- k o l l e g i e n auf den 14. Juni d. I. zur Vor- nähme von Neuwahlen ein. Jetzt beginnt für unsere belgischen Gcuoffen eine Zeit verdoppelter Thätigkeit. Haben Sie auch keinen direkten Antheil an den Zensuswahlcn— denn die neue Kammer wird noch nach dem alten Wahlgesetze gewählt—, so können sie doch auf das Resultat einen wesentlichen Einfluß ausüben.— England. Die Versumpfung der alten, d. h. auf dem Boden der kapitalistischen Gesellschaftsordnung stehenden Parteien ist allen modernen Kulturländern gemein und'.eine naturgemäße Folge der Abwirthschastnng des im Verfall begriffenen Kapitalismus. In den politisch rückständigeren Ländern, wie Deutschland und Oesterreich ist diese Er- scheinung nicht minder zu bemerken, als in den fort- geschritteneren, wie Frankreich, England und Amerika. Um nur von den zwei letzteren Ländern zu reden, so ist es notorisch, daß seit Jahrzehnten die alten Parteien— hier die Republikaner und Demokraten, dort die Konservativen (Tories) und Liberalen(Whigs)— einfach um den Besitz der Regierungsmacht kämpfen, ohne jegliche prinzipielle Frage, die sie trennte. Die„Drinnen" gegen die„Draußen", diese wollen„hinein" und jene nicht„heraus"— das ist der ganze Inhalt und Zweck des politischen Parteispiels, gerade wie eines beliebigen Ballspiels. In England sehen wir das jetzt so recht deutlich bei den Vorbereitungen zur n ä ch st e n Wahl. Keine der beiden Parteien hatte einen halbwegs anständigen „Wahlaufruf"— Nichts als neblige Allgemeinheiten, die „hüben" ebenso gut vom Stapel gelassen werden konnten wie„drüben". Die Parteien waren in der größten Ver- legenheit, bis Lord Salisbury, der ein Mann von Muth ist, den verzweifelten Entschluß faßte, nach den alten ver- staubten Ladenhütern„Schutzzoll" und„Freihandel" zu greifen. Das war eine erlösende That, wenn auch vielleicht keine kluge, und mit den alten, verrosteten Blechsäbeln hauen nun„Freihändler" und.Schutzzöllner" lustig auf einander los. Theaterwaffen, Theaterschlacht.— März. 8. S. 6. 7. 8. Unterm„neuen Kurs". Chemnitz. W. May, Redakteur des„Beobachter", wegen Beschimpfung von Religionseinrichtungen und Aufreizung zum Ungehorsam 1 Jahr 3 Monate Gefängniß. Lesum. Genosse Engelmann wegen groben Unfugs (Lokalboykott) 6 Tage Gefängniß bezw. 30 M. Geldstrafe. — Zigarrenarbeiter Linde mann wegen Kriegervereins- Beleidigung 8 Tage Gefängniß bezw. 43 M. Geldstrafe. Berlin. Tapezircr Biester 6 Monate und Handlungs- gehilf« Auerbach 3 Monate Gefängniß wegen Aufreizung. Außerdem Biester 3 Tage Haft wegen„Ungebühr". Dresden. Genosse K ü n z e l aus Nückern wegen Ge- meindevorstands-Beleidigung vom Amtsgericht zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt, vom Landgericht frei- gesprochen. Dresden. Steinmetz Fr. Schmidt durch drei In- stanzen hindurch 3 Mark Geldstrafe, weil er Sonntags während der Gottesdienstzeit Flugblätter vertheilt hatte. Berlin. Genosse Cr on heim, Redakteur des„Vor- wärts", K Wochen Haft. Von der Anklage der Verächttich- machung von Staatseinrichtungen wurde er freigesprochen. Staatsanwaltsantrag: K Monate Gefängniß. Brandenburg. Der Vorsitzende und Schriftführer des Wahlvereins ie 10 M. Polizeiduße wegen Uedertretung des Vereinsgesetzes. Magdeburg. Genosse Meyer wegen Vergehens gegen § 2! des Preßgesetzes in 2 Fällen Ivo M. Geldbuße ev. 10 Tage Gefängniß. In zwei weiteren Fällen erfolgte Freisprechung. Die Genossen Meyer, Göcke.Will- dorn, Keil und Zimmermann Ad. Schnitze von der Anklage gegen§ 180, 131 und 166 des St.-G.-B. (Verbreitung des„Deklamator") freigesprochen. Groß-Berrel bei Hameln. Genosse Heinemann wegen Uedertretung des VcreinsgesetzeS mit 30 M. Polizei- büße belegt, vom Schöffengericht freigesprochen. Stendal. Emil Schade, Redakreur des„Altmärkischen Sozialdemokrat", wegen Pastorbeleidigung 1 Woche Ge- fängniß. aus mehr als einem Grunde ihr Erscheinen an einem solchen Orte nicht für passend erachtete, hatte sich des stürmischen Drängens Olga's nicht erwehren können und hatte sich müssen abholen lassen. Die junge Russin war außer sich vor Freuden über die ungewohnten Herrlichkeiten dieses Vergnügens. Trotz allen Abmahnungen der Mnttcr mußt» sie schaukeln, auf dem Karouffel sich herumfahren lassen, und selbst die Bolzenbüchse legte sie an ihre dunkelgerötheten Wangen, um ganz un- patriotischer Weise einige„häßliche" Kosaken vom Pferde zu schießen. Wenn keine von den Danien sich herbeiließ, ihre Unterstützung bei solchen Extravaganzen zu leihen, so mußte es der Philosoph Mensch thun, den sie als Ehren- kavalier erobert hatte. Herr Mensch war vollständig widerstandsunfähig gegen- über den stürmischen und fast despotisch geäußerten Wünschen des lebensfrohen Mädchens; er stieg ergebungsvoll in die Schaukel oder auf den großen grauen Schimmel vor ihrem Wagen, schleppte geduldig den Klappstuhl hinter ihr her, nur damit sie sich nicht ans den feuchten Rasen setzte, und mußte trotz aller Aufopferung erleben, daß sie ihn hin und wieder plötzlich bei Seite ließ und sich ganz in der Unterhaltung mit ihrer lieben Freundin Elise verlor. Den größten Reiz aber hatten für das phantasievolle Köpfchen die Gesellschaftsspiele auf grünem Rasen. Eine halbe Stunde brachte sie im Zuschauen zu, dann aber platzte sie mit dem Wunsche heraus, auch an einem solchen Spiel theilnehmen zu können. Da gab es ein langes Parla- mentiren; Herr Mensch wa, allerdings sogleich bereit dazu, aber die Damen hielten das für ihr Alter nicht mehr an- gemessen, und weder Helene, noch Hermine, noch Fräulein tabicht ließen sich bewegen; selbst die vielgeschmeichelte lise blieb unerbittlich. Enttäuscht und trostlos blickte die arme Olga umher, und einige silberhelle Thränen funkelten in den großen braunen Äugen. Da stieß �irn nämlichen Augenblicke Frank, mit Fräulein Muffelich am Arme zu den Uebrigen und hörte auf sein Fragen nach dem Befinden des Fräuleins das ganze bitlere Klagelied.(Fortsetzung folgt.) März. 9. 10. 12. 14. IS. 16. 17. 18. 19. 20. 21. Charlottenvnrg. Genosse Bayer wegen Ilnerkaiibtel, Sprechens bei einer Beerdigung mit 6 M, Polizeibuße be- legt, vom Schöffengericht freigesprochen. Bielefeld. Genosse Groth, Redakteur der„Volks- wacht", wegen Polizistenbeleidigung 14 Tage Gefängniß. Berlin. Genosse O.Laube wegen Beschimpfung der christlichen Kirche 3 Monate Gefängniß. Schuhmacher Büttner wegen Aufreizung zum Klasfenhaß 2 Monats Gefängniß. Berlin. Genosse D e l c o u r t wegen Religionsschmähung 3 Monate Gefängniß. Mannheim. Genosse Keßler, Redakteur der„Volks- stimme" wegen Fabrikantenbeleidigung 60 M. Geldstrafe. Dresden. Genosse Gradnauer, Redakteur der„S. Ä.-Z." wegen fahrlässiger Verächtlichmachung von Staatseinrich- tungen(nach§ 21 des Preßgesetzes) 1 Monat Gefängniß. Bremen. Die vom Genoffen Gottlieb, Redakteur der �Bürger- Zeitung", gegen seine Berurtheilung zu 200 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eingelegte Berufung vom Landgericht verworfen. Berlin. Die Schriftgießer Schönfeld und Bold e wegen unerlaubter Kollekle(Buchdruckerstreik) je 10 M. Der Schriftsetzer Faber wegen Anstiftung ebenfalls 10 M. Geldstrafe. Berlin. Genossen Stabernack und N e u h a u s wegen Gotteslästerung, ersterer 2, letzterer 4 Wochen Gefängniß. Nndolstadt. Schuhmacher H. aus Königsee wegen Gottes- lästerung 6 Wochen Gefängniß. Elberfeld. Genosse L i n x w e i l e r, Redakteur der„Fr. Pr.", wegen Gotteslästerung(in einer Geburtsanzeige) 1 Monat Gefängniß. Halle. Genosse I l l g e, Redakteur de?„Volksblatt", wegen Beleidigung eines Rittergutspächters 60 M. Geldstrafe. Mainz. Genosse Sprenger, Redakteur der„Volks- zeitung", von der Anklage der Majestätsbeleidigung und Schmähung von Staatseinrichtungen freigesprochen. Aachen. Genosse O t t e n wegen Polizistenbeleidigung vom Schöffengericht zu 9 Wochen Gefängniß verurtheilt, vom Landgericht zu 2 Wochen Gefängniß. Hanau. Böttcher N. wegen Fabrikantenbeleidigung durch einen Artikel der„Böttcher-Ztg." 60 M. Geldstrafe. Schwerin. Genosse B ö m e l b u r g wegen Majestäts- beleidigung 4 Monate Gefängniß. Kiel. Genosse Rehse wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt bei Anlaß der Konfiskation einer Teller- sammlung, in erster Instanz 4 Monate, in zweiter Instanz 3 Wochen Gefängniß.! Berlin. Drechsler Lehmann wegen Majestäts- beleidigung 6 Monate Gefängniß. Dresden. Genosse Horn, Redakteur des„Fachgenosse", wegen Aufforderung zu einer unerlaubien Sammlung (Buchdruckerstreik) auch von dem Landgericht 20 M. Geld- strafe..' Erfurt. Genosse Hülle, Redakteur der„Thüringer Tribüne", von der Anklage einer Gemeindevorsteher- Beleidigung freigesprochen. Nürnberg. Genoffen Dehme und Oertel wegen an« geblicher Ausforderung zu unerlaubter Kollekte mit 1ö resp. 10 M. Poliztistraf« belegt, vom Schöffengericht frei- Berlim"'Maurer G r o t h m a n n von der Anklag» der Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen und Bundeß« raths-Beleidigung freigesprochen. Magdeburg. Dr. Lux, Redakteur de,„volksstimme", von der Anklage(tz 131) freigesprochen. Berlin. Genosi» Kulicke wegen Richterbeltidigung 2 Monate Gefängniß.— Genoff« Delcourt wegen Uedertretung des Vereinsgesetzes vom Schöffen- und Land» gericht 30 M. Geldstrafe event. 10 Tag« Gefängniß. Offenbach. Max Jahn. Redakteur deS„Offenbacher Abendblattes", wegen Majestätsbeleidigung in erster Instanz zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt, nach Kassirung deS Urtheil» w»euer Berhandlun« stn« gesprochen. Velsenkirche«. Leitung", wegen l Genosse«uth. Redakteur der„Bergarb.« _„.„ Polizeikommissar-Beleidigung 80 M. Geld» strafe ev. B Tage Gefängniß. Gelsenkirchen. Genosse Kuhbach. Redakteur der„G. A st' 5 Tage Befäuglliß. Arb.-Ztg.", wegen Lehrerbeleidigung! . Erfurt. Genosse Hülle, Redafteur der.Th. Trib., von der Anklage des groben Unfugs(Kaiserfaal-Boykott) fteigesprochen. Polizeimandat: 1B M. 23. Karlsruhe. Schneider Kunz mann von Palmbach wegen Gotteslästerung 4 Wochen Gefängniß. , Leipzig,«enoff« Thiem« wegen Ucbertretung M Tereinsgesetzes 10 M. Geldbuße. Polizeimandat: SO M. , Frankfurt a. O. Schuhmacher Stach« tzky wegen Majestätsbeleidigung auch w letzter Instanz«in Monat . IlbeSelfc Genosse Wisch au» Trefeld wegen Gottes lästerung(durch die Anzeige, daß ihm«in„Heiland ge« boren worden) 3 Monat« Gefängniß. . Bielefeld. Genosse Groth, Redakteur der.«olkS- wacht", wegen Aufreizung(durch Abdruck des Mackay scheu Gedichts:„Wehe der Welt") 3 Monate Gefängniß. 24. Chemnitz. Genosse May, Redakteur des„Beobachter, wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen fieben Monate Gefängniß Zusatzstrafe. „ Saarbrückeu. Genosse Hamm au? St. Johann von der Anklage der unbefugten Kolportage freigesproch«. „ Erfurt. Genosse H ü l l e von der AnNaae groben Nnsugs (Zar irrfinnig) vom Schöffengericht fteigesprochen. . Berlin. Die wider Genoffen Grönheim, Redakteur des„Vorwärts", wegen Beleidigung des Staatsanwalts von Essen erhobene Anklage muhte eines Formfehlers wegen niedergeschlagen werden. „ Berlin. Möbelpolirer Bock wegen Beschimpfung chnst« licher Einrichtungen 6 Monate Gefängniß. LB. Jever. Genosse D u d e n. Redakteur der„Nordwacht", wegen Dompreoiger-Beleidigung 1 Woche Gefängniß. Dresden. Der Redakteur der„Sächs. Arbeiter-Zettung, Fr. Der gel, wegen Beleidigung«tneS Streikbrechers BO M. Geldstrafe. _ Breslau. Genosse Wendlandt wegen Beleidigung der Eisenbahn- Verwaltung 61/» Monate Gefänguiß, von der Anklage der Beleidigung der Waldenburger Knapp- schaftskasse freigesprochen. Die bisherigen Strafen in der Höhe von l Jahr 10V» Monaten Gefängniß wurden ,n eine Gesammtstrafe von 1 Jahr 9 Monate 8 Tage Ge- fängniß zusammengezogen. 26. Breslau. Genosse Thiele, Redakteur der„Volks- wacht", wegen Pastorbeleidigung 1B0 M. Geldbuße event. 80 Tage Gefängniß. „ Dortmund. Genosse Gerlach aus Unna wegen Polizistenbeleidigung zu 3 Wochen Gefängniß und wegen unbefugten Plakcttanklebens statt wie in erster Instanz zu 10 Tagen Gefängniß, zu 3 Tagen Haft. 29. Elberfeld. Genosse LinxweNer. Redakteur der„Elb. Fr. Pr." wegen Beleidigung der Staatsanwälte Pinoff und Baldamus 100 M. Geldbuße. »•, Zusammen im Monat März? 6 Jahre 8 Monate 31 Tage Gefänguiß und 1033 Mark Geldstrafe. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 25. Mai. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Der neue Herr. Berliner Theater. Nora. Deutsches Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. mord. Leffing- Theater. Ein Doppelselbst Residenz- Theater. Firma Rondinot. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Die Ulanen. Adolph Ernst- Theater. Feldwebel. Fräulein Bellealliance- Theater. Der Günft ling. Kroll's Theater. Don Juan. Ostend- Theater. von Berlin. Die Kellnerinnen Achtung! Genossen des III. Wahlkreises![ 3entral- Kranken- u. Sterbekasse aufeinem 52. Wiegenfeite ein donnerndes Am Himmelfahrtstage: Ausflug nach Oranienburg. Abfahrt 7 Uhr 25 Min. Nachzügler 9 Uhr vom Stettiner Bahnhof. Der Vorstand. 399/14 Große öffentliche sozialdemokratische Versammlung für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis Mittwoch, den 25. Mai, Abends präzise 8%, Uhr, der Tischler u. s. w. Unferem Klubbruder August Brosch Hoch, daß die ganze Wilhelmshavener ftraße wackelt. Berstehste woll, August? Otto Reimer. Marowski zu Herrn Albert seinem heutigen Wiegenfeste Oertl. Verw. Berlin A. und H. 210b Am Mittwoch, den 25. Mai 1892, Abends 82 Uhr: Mitgliederversammlung bonnerndes Lebehoch. im Lokale Süd- Ost, Waldemarstraße 75. Tages- Ordnung: 1. Statutenberathung und Stellung von Anträgen zur Generalversamm lung. 2. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, in Die Ortsverwaltungen. im Saale ,, Altes Schützenhaus", Linienstraße 5. Tages- Ordnung: mit besonderer Rücksicht auf die Stichwahlen. Referent: Genoffe 300/16 1. ,, Die Sozialdemokratie und der Deutschfreisinn" dieser Versammlung zu erscheinen. die Parteikonferenz für die Provinz Brandenburg. 4. Bierteljahresbericht der Dr. Lütgenau. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung der Delegirten über Vertrauensleute. Freie Vereinigung der in der Varteigenoffen, erscheint zahlreich in dieser Versammlung, Papier- Industrie besch. Arbeiter dieselbe wird pünktlich eröffnet. 332/17 Der Vertrauensmann. und Arbeiterinnen. Donnerstag, d. 26. Mai( Himmelfahrt), Den Genossen wird hierdurch bekannt gemacht, daß vom Sosial- Herrenpartie nach Hermsdorf. kreis am Donnerstag, den 26. d. M.( Himmelfahrtstag), eine demokratischen Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- WahlAgitations- Partie Treffpunkt früh 8 Uhr am Wedding, für Nachzügler 12 Uhr, Seeschlößchen" in Hermsdorf. Um rege Betheiligung bittet Das Vergnügungs- Komitee. 985/19 Achtung! Feenpalat. Spezialitäten- Vorstellung. unternommen wird. Pflicht aller Genossen im 5. Wahlkreis ist, sich hieran Winter- Garten. Spezialitäten- Borzu betheiligen. ftellung. Treffpunkt Morgens 7/2 Uhr im Lokale von Fröhlich, Neue König Kaufmann's Variété. Spezialitäten- ftraße 89. Da sich die Weißenseer Genossen mit Gesangverein uns an Vorstellung. schließen, ist der zweite Treffpunkt bei Sternecker, und Abmarsch von dort American Theater. Spezialitäten- um 8 Uhr. Der Vorstand. Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spe zialitäten- Vorstellung. Sozialdemokratischer Wahlverein 267/4 Achtung! Rummelsburg. Am Donnerstag, den 26. Mai d. J. ( Himmelfahrtstag), findet v. Rummels burger Arbeiterverein eine Agitations- Partie ein 202b H. L., Yorkstraße 51. Carl Sorge zum heutigen Wiegen Meinem Freunde, den Modelltischler feste ein derbes Hoch! 216b Ick, mein Freund und denn noch Eener. Am Montag, den 23. d. M., starb nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater, Bruder, Schwager und Schwiegersohn, der Schriftseter Paul Scholz im Alter von 38 Jahren an der Tuberkulose. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 26. d. M., Sachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Mariendorferstr. 8, aus nach dem neuen Jerufalemer Kirchhof in Kirchhof in Brig statt. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Am Sonntag, den 22. Mai, verstarb an der Proletarierkrankheit unser Mitglied Hermann Freese im 30. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Donnerstag, Nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Johannes statt. Filiale VI., Moabit, der Zentral- Krankenu. Sterbekasse d. Maler u. Berufsgen. Berl. Sommer- Theater für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ftatt. Diejenigen Genoſſen, welche ge- Pitchhofes, in Bingen zentral( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg). Donnerstag, den 26. Mai: Eröffnungs- Vorstellung. 1. Hermann und Dorothea, Posse mit Gesang in 1 Akt von D. Kalisch und A. Weirauch. 2. Zwölf Mädchen in Uniform, Vaudeville- Burleske in 1 Akt von L. Angely. 3. Der Kohlenprinz, OriginalPossen- Pantomime mit Ballet in 8 Bildern von Rich. Anger. Vor der Vorstellung u. in den Pausen Doppel- Konzert. Anfang: des Konzerts 61/2, der Vorstellung 7/2 Uhr. Castan's Donnerstag, den 26. Mai( Himmelfahrtstag): Fusspartie nach Blumberg. Treffpunkt: Morgens 8 Uhr in Weißensee bei Walewsky( vis- à- vis Sternecker), Königs- Chauffee. Treffpunkt für Nachzügler bis 11 Uhr in Malchow, Restaurant Lindeckte, später in Blumberg. Zahlreiche Theilnahme erwartet Achtung! Der Vorstand. 424/3 Deutscher Tischler- Verband. Am Montag, den 30. Mai, Abends 81/2 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale Arminhallen, Kommandantenstraße 20, unterer Saal. Tages Ordnung: = 1. Wissenschaftlicher Vortrag. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Gäfte haben Zutritt. E Um zahlreiches Erscheinen ersucht 464/4 Der Bevollmächtigte. willt sind, daran Theil zu nehmen, werden ersucht, sich früh 7 Uhr im Lokal des Herrn Borchmann, Berlinerstraße 11, einzufinden. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 110/7 Der Vorstand. Achtung! Steinmetzen! Die Herrenpartie findet am Donnerstag, den 26. Mai( Himmelfahrt), nach Pichelsberge statt. Sammel punkt früh 7 Uhr am Brandenburger Thor, für Nachzügler 82 Uhr Spandauer Bock. Um rege Betheiligung ersucht der Vorstand von dem Gesang verein und der Vertrauensmann 291/4 Joseph Buchmann. Empfehle den Parteigenossen meine Topfpflanzen und Bouquets. Dekorationen jeder Art. J. Meissner, Kunst- und Handelsgärtnerei, Reichenbergerstr. 164. NB. Der zum 23. Mai anberaumten Bersammlung wurde wegen zu Bestände in Kränzen, Guirlanden, Panoptikum. später Anmeldung" die Bescheinigung nicht ertheilt. Grosse Ausstellung. Zahlreiche Novitäten. Magneta Galatea. Schreckenskammer. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. PassagePanopticum. Läglich TheaterVorstellungen. Auch im Sommer. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pfg. 2289L Hellmuth Peters. Gratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Konzert Aufforderung! Alle diejenigen Parteigeuossen, welche gewillt sind, am Donnerstag ( Himmelfahrtstag) Agitationstone nach Buckow( Frankfurt- Lebuser 2364L Danksagung. 211b Hiermit sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die liebevolle Theilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben. Mannes, unseres guten Vaters, ins besondere dem Chef, sowie dem Personal der Firma Körner u. Proll meinen tiefgefühltesten, innigsten Dank. 215b Wittwe Schmidt nebst Kindern, Otto und Elsa. 2066 Am 6. Mai d. J. habe ich im Lokal des Herrn Hoffmann, Hollmannstr. 30, in m. Erregunge. beleidigende Aeußerung gegen Frau Gerlach, Annenstr. 48, ge than, die unwahr ist. Ich nehme die selbe hiermit zurück. Tiedemann, Former, Reichenbergerft. 61. Möbel- Magazin Paul Neugebauer, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 54a, empfiehlt Möbel aller Art u. Bolster waaren eigener Fabrit. Theil zahlungen gestattet. [ 23662 4 ovale Schnapsfässer à 100 Liter 3. vt. Wahlkreis), mitzumachen, mögen fich entweber bes Worgens: 6 Uhr Naunyn- Reste. Bertens u. sinaben- Anzüg, D: 24602. Brüger, Sindowerstr. 20. straße 86 oder 61/2 Uhr vor dem Schlesischen Bahnhof einfinden. Für genügendes Material ist Sorge getragen. Jeder Parteigenosse versehe sich mit einer Legitimation. Um starte Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann: Frik Bubeil. Arbeiter- Bildungs- Schule. Süd- u. Süd- Ost- Bezirk. Donnerstag, den 26. Mai( Himmelfahrtstag): Große Landpartie nach Johannisthal. ⚫ Restaurant Senftleben. Für Belustigungen aller Art ist gesorgt. Abfahrt Mittags 1 Uhr 35 Min. ( Görlizer Bahn). Theilnehmer- Karten à 10 Pi. sind in den Schulen, sowie bei den Kommissionsmitgliedern zu haben. Raffe findet nicht statt. Buckskin Paletotstoffen, pass. mentuche f. d. neuesten Farben zu Capes, Regenmänteln u. Jaquets, Gloria zu Staubmänteln, Blousen u. Jupons empfiehlt billigst Spittelmarkt. E.Sommerfeld, Genbelſtr. 1, am Brot! 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April 1892( betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung) bei der Führung des Handelsregisters vor tommenden Geschäfte, nachdem Abg. v. Strombeck die Regierung aufgefordert hatte, darauf Bedacht zu nehmen, daß die Kosten für die Eintragung von fleineren Gesellschaften mit beschränkter Haftung ermäßigt werden. Es folgt die erste Berathung des Gesetzes betreffend die Ablösung der auf Grund des§ 46 der Wege- Ordnung für die Provinz Sachsen vom 11. Juli 1891 feitens des Staats an die genannte Provinz zu zahlende Rente. Abg. Lieber( 3.) widerspricht dem Gefeßentwurf, weil der felbe die Provinz Sachsen schädige, ohne daß ein Grund für die Ablösung der Rente zu finden fei. Geheimrath v. Rheinbaben weist darauf hin, daß lediglich finanzielle Gründe für die Vorlage maßgebend gewesen feien. Abg. Schreiber- Nordhausen( frt.) hat ebenfalls Bedenken gegen die Vorlage. Geh. Rath von Rheinbaben weist darauf hin, daß der Provinzial- Landtag gegen die Vorlage nichts einzuwenden gehabt habe. Abg. von Strombeck( 3.) erblickt in der Vorlage eine Schädigung der Provinz Sachsen und wünscht, daß mindestens eine Kündigungsfrist für die Ablösung der Rente festgesetzt wird. Geh. Rath von Rheinbaben erklärt, daß die Regierung geseßlich das Recht zur Ablösung der Rente habe und daß die Finanzverwaltung im Interesse der Sparsamkeit von diesem Recht Gebrauch machen zu müssen glaube. Abg. Graf Limburg- Stirum( R.) empfiehlt ebenfalls im Interesse der Sparsamteit die Annahme der Vorlage. Die Abgg. Franke und Rickert halten die Vorlage für eine Ausführung des Gesetzes und deshalb deren Erledigung ohne Kommissionsberathung für möglich. Das Haus verzichtet auf eine fommissarische Berathung. Die Wahl des Abg. Grimm- Frankfurt wird nach längerer Debatte auf Grund des Antrages der Wahlprüfungs- Kommission für ungiltig erklärt. Mittwoch, den 25. Mai 1892. 9. Jahrg. geht aus dem Stimmenverhältniß hervor, daß jener Wahlkreis Wenn ich von sozialer Thätigkeit spreche, so bin ich in der ebensowenig eine Hochburg des Junkerthums, eine deutsche Vendée" That der Ansicht, daß allein durch Bodenbesizreform Etwas zu ist, wie Pommern, von welcher Provinz man das oft behaupten hört. erreichen ist. Wir brauchen deshalb keine Sozialdemokraten zu Auf Anregung der Parteigenossen in Bünde erläßt die Redaktion werden. Zwischen den Forderungen der Bodenreformer als in der Bielefelder Volkswacht" an die Genossen des Herforder Wahl- sich abgeschlossenen und denen der Sozialdemokraten, welche alle freises die Aufforderung, die auf Sonntag, 29. Mai, nach Rehme Produktionsmittel vergesellschaften wollen, ist ein himmelweiter einberufene Parteikonferenz des Mindener Wahlkreises durch unterschied. Mit dem Schlagwort Verstaatlichung" trifft man Delegirte zu beschicken, damit die vorbereitenden Schritte zur das nicht. Die Wohnungsfrage z. B. spielt eine große Rolle, Einleitung einer thatkräftigen Agitation für die Reichstags- diese sei ein Theil der Bodenreform, obwohl sich die Herren, die Nachwahl am Sonntage auf dieser Konferenz erörtert werden sich dafür intereffiren, immer mit Leib und Seele dagegen verkönnen. Diese Aufforderung beruht auf der festen Erwartung, wahren. Lösen läßt sich diese Frage nur, wenn die Gemeinden daß die Genossen des Mindener Wahlkreises ihre Hilfe in der als solche die Lösung in die Hand nehmen. Erst wenn bevorstehenden Wahlagitation nicht versagen werden. Auch die das Areal nicht mehr durch Wucherhände in die Höhe geschraubt Genossen des Bielefelder Wahlkreises werden zweifellos einen wird, wird man Wohnungen genug schaffen können. Jetzt finden Theil der Wahlarbeit auf sich nehmen; letztere werden auf einer in Berlin sogar schon die gemeinnüßigen Baugesellschaften zu am Sonnabend, den 28. Mai, stattfindenden Parteiversammlung leidlich annehmbaren Preisen fein Areal mehr. Die Baugeselldiese Angelegenheit in Erörterung ziehen. schaften vermögen Wohnungen für höchstens 5000 Personen im Jahre zu schaffen. 50 000 bedürfen aber derselben. Nein, die Genoffe Bebel theilt uns aus London mit, daß unsere in Kommunalisirung des Grund und Bodens hat Nichts gemein mit der ersten Beilage des Vorwärts" vom 22. Mai enthaltene den Forderungen der Sozialdemokratie, wenn auch diese ohne Abfertigung der Unabhängigen" auch bezüglich des Schreibens, Aufgabe ihres Programms die Forderung unterstützen muß. welches er an den Holländer Corneliffen gerichtet hat, in allen Thäte sie das nicht, so müßte man ihr allerdings den Vorwurf Punkten den Thatsachen entspricht. machen, daß sie wohlthätige Zwecke absichtlich verhindert. Der Hauptunterschied zwischen Sozialdemokratie und Bodenreform In Münchener Blättern will ein Berliner Klatschblättchen liegt in der Frage der Vertheilung der Güter. Die Sozialdie Nachricht gefunden haben, daß der Abg. Bebel durch ein demokratie wird nicht im Stande sein, ihr Programm zu ver hartnäckiges Halsleiden" genöthigt sei, aus dem Vorstande der wirklichen. Mit der Beseitigung der gegenwärtigen Produktionsfozialdemokratischen Partei auszutreten, und daß er an seiner weise ist die Haltbarkeit einer neuen noch nicht gegeben. Der Statt den Abgeordneten Schippel vorschlüge. Wir können dem sozialdemokratische Staat wird daran scheitern, daß der SozialErfinder dieser Nachricht zu seiner reichen Phantasie nur Glück demokratie nicht die Fähigkeit gegeben ist, die Gesammtwünschen; weiter hat die ganze Geschichte keine Bedeutung. produktion, die sie in die Hand nimmt, auch entsprechend zu ver theilen, Produktion und Vertheilung kann nur geschehen auf Grund individueller Fähigkeiten und durch Bethätigung der individuellen Fähigkeiten. Auf andere Weise läßt sich in abfehbarer Zeit der Staat nicht aufbauen." " In Duisburg fand am 20. Mai die zweite Wahl zu den Gewerbegerichten statt, da die erste der vorgekommenen Gesezwidrigkeiten wegen tafsirt worden war. Von den zehn zu wählenden Beisitzern der Arbeiter entstammen sieben der Liste der Der Bericht zeigt mit angenehmer Deutlichkeit, daß der linke sozialdemokratischen Partei und drei der Liste der„ Ordnungs- Flügel der freisinnigen Partei, welchen Dr. Harmening vertritt, partei". Bu letteren wählten vereinigt die Fabrikantenpartei, abgesehen von der Bodenbesig- Reform, sich von dem durch Eugen die Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine und die katholischen und Richter vertretenen, wirklich in Nichts unterscheidet. Hier wie evangelischen Arbeitervereine. Die Zahl der sozialdemokratischen dort der alte öde Unfug mit dem Begriff Individualität". Stimmen hat gegen die vorige Gewerbegerichts- Wahl bedeutend Lettere soll das Schöne sein, was die bürgerliche Epoche ge= zugenommen, sie stieg von 1484 auf 2120. bracht hat, während gerade in dieser Epoche die Individualität sich am wenigsten entwickelt, weil der Kapitalismus Alles, was Eine große Stettiner Volksversammlung, welche am originell, individuell, gewaltsam oder im Wege der Korruption 17. Mai im Saale der Grünhofbrauerei„ Bock" abgehalten wurde ausmerzt. Er läßt nur zwei Typen gelten: Proß und Proletar. und von rund 2000 Personen besucht war, sprach in einer einDie Wittwe des 1886 verstorbenen Dr. Paulsen, pensionirten stimmig zur Annahme gelangten Resolution über das Vor- Ein internationaler Klub sozialistischer Studenten Direktors des Taubstummen- Instituts zu Schleswig, bittet umgehen der Polizei am 1. Mai ihre tiefste Entrüstung ist am 1. Mai d. J. in 3ürich gegründet worden. Im Statut Gewährung einer Pension, auf die sie zwar keinen Rechts, aber aus; fie erblickte darin einen neuen Beweis der Thatsache, daß desselben heißt es: einen Billigkeitsanspruch zu haben glaubt. die Arbeiter nicht als gleichberechtigte Staatsbürger behandelt 1. Der Klub ist sozialistisch und international. Er bezweckt Die Kommission beantragt, die Petition der Regierung zur werden. Die Versammlung verpflichtete sich deshalb, mit allen die wissenschaftliche Ausbildung seiner Mitglieder in Bezug auf Erwägung zu überweisen. nur zulässigen gesetzlichen Mitteln für baldige Aenderung des den modernen Entwickelungskampf im Sinne des Sozialismus. Die Abgg. Christophersen( ft.) und Jürgensen( natl.) jezigen Systems und für Verwirklichung der sozialdemokratischen Diese theoretische Schulung soll die Mitglieder zur praktischen empfehlen die Ueberweisung zur Berücksichtigung, welches vom Biele zu agitiren, denn nur dann werden Freiheit, Gleichheit und Förderung der sozialistischen Bewegung vorbereiten. Hause mit großer Mehrheit angenommen wird. Gerechtigkeit zur Wahrheit werden." Hierauf wurde das Bureau 2. Der Zweck des Vereins wird angestrebt: beauftragt, die Polizei- Direktion schriftlich zu befragen, ob sie das Vorgehen der unteren Polizeibeamten am 1. Mai billige. Darauf folgt die Berathung von Petitionen. a) durch Vorträge, Referate und Diskussionen in wöchentlichen Zusammenfünften; b) durch Beschaffung einer Bibliothek und Einrichtung eines Lefezimmers; c) durch Herausgabe von Druckschriften sozialistischen Inhalts. 3. Mitglieder des Klubs können sein Studenten und ges wesene Studenten beider Geschlechter. Die Petition der Grundbesitzer Hansen und Genossen in Neiß und anderen Orten des Kreises Sonderburg um Ueber nahme eines Theils der von ihnen an verschiedene kirchliche Stellen zu entrichtenden Haferabgaben auf die Staatskasse wird An die Parteigenoffen Sachsens! Gemäß dem Beschluß durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt; ebenso die Petition der letzten sozialdemokratischen Landesversammlung in HohenDer Lehrer Namislo und Genoffen in Obersch um Abänderung Stein- Ernstthal haben die Dresdner Parteigenossen in öffentlicher des Gesetzes von 1885 betr. die Pensionirung der Lehrer und Boltsversammlung die Wahl eines Zentralfomitees für die Lehrerinnen an öffentlichen Voltsschulen. Agitation in Sachsen vorgenommen und die Unterzeichneten in Die Petition des. Direktors der Handwerker- und Kunst- dieses Komitee gewählt. Daffelbe hat sich nunmehr tonstituirt Der Klub schließt sich dem Verbande der zürcherischen gewerbe- Schule Lachner in Hannover um Erhöhung der Aus- und ersucht die Parteigenossen Sachsens, sich in allen Angelegen- Arbeitervereine( Bentralausschuß) an. Im Falle der Auflösung gabesummen des Etats für gewerbliches Schulwesen, die Petition heiten der Agitation, die sich innerhalb der einzelnen Reichstags- soll sein Vermögen dem deutschen Arbeiterverein„ Eintracht" in von Götsche und Genossen, des Vorstandes der Innung Bauhütte Wahlkreise nicht erledigen lassen, an seine Adresse zu wenden. Zürich zufallen. und des Vorstandes der Malertnnung in Jhehoe um Erhöhung Karl Günther. Anton Heilwed. des Staatszuschusses für Fortbildungsschulen werden der StaatsAdolf Ossenbrück. regierung als Material überwiesen. Aus Chicago wird uns unterm 7. Mai geschrieben: Der Alle Korrespondenzen sind zu richten an Adolf Difen 1. Mai ist auch hier von den organisirten Arbeitern programmDie Petitionen des Ober- Amtmannes Humburg zu Wildungen brück, Dresden, Rosenstr. 3. mäßig gefeiert worden, indem dieselben einen Marsch von der wegen Rückerstattung eines Theiles der von ihm für die Domäne Briglegery- Halle, Monroe- und Perriastreet, nach der Lakefront, Wabern gezahlten Pacht und des Klempnermeisters Voß in Rein- Die Konferenz der Sozialdemokratie des Wahlkreises Seeufer, veranstalteten, wo dann am Schluß von drei Wagen feld in Holstein, betr. den Ersatz von Kosten für Beschädigung Minden- Lübbedfe hat wegen unterlassener Anmeldung auf Reden gehalten wurden. Daß die Betheiligung nicht eine seines Wohnhauses durch Wasser nach Herstellung einer fistalischen Sonntag, den 29. Mai, verschoben werden müssen. Sie tritt an größere war, ist wohl dem Umstand zuzuschreiben, daß es Anlage, werden der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Diesem Tage Nachmittags 1/23 Uhr in Rehme im Lokale des frühmorgens start geregnet hatte, anderseits scheint man Dagegen wird die Petition des Vorsitzenden des Zentralvereins Gastwirths W. Röbke zusammen. Abrechnung, Organisation und hier der Ansicht zu sein, daß an derartigen offiziellen preußischer Berufsfischer, betr. die Fischerei in der Tiefe der Ost- Agitation sind die Hauptpunkte der Verhandlungen. Demonstrationen nur Arbeiter, welche irgend einer Union see, burch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. angehören, theilzunehmen haben. Diejenigen nun, welche Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Bur Agitation. Die Leipziger Parteigenossen unternehmen feiner Organisation angehören, also die bei Weitem größte Abg. Rickert bittet den Präsidenten um Auskunft, wann der jetzt in allen Bezirken Ausflüge nach den äußeren Orten des Maffe, haben sicher den Maifesttag wie gewöhnlich in den BierSchluß der Session erfolgen werde. Der Zustand, daß ein Tag 18. Reichstags- Wahlkreises, theils um die ländlichen Arbeiter mit wirthschaften gefeiert. Staunenswerth war das Massenaufgebot Sigung sei und dann wieder ein paar Tage paufirt werde, führe Lesestoff zu versorgen, theils um mit ihnen persönlichen Verkehr der Polizei an der Lakefront; dieselbe machte ein Zehntel aller zur Beschlußunfähigkeit. Dann sei es besser, jetzt recht bald ab- zu unterhalten. Es ist noch nicht allzu lange her, als die Be- Anwesenden aus, angesichts des durchaus friedlichen und musterzubrechen und nach Pfingsten alles in einem Buge zu erledigen. wohner des platten Landes beim Besuche von Sozialdemokraten haften Auftretens der Arbeiter rief das einen gar tomischen EinPräsident v. Köller: Ich habe Grund, anzunehmen, daß riefen:" Macht die Thüren zu, sperrt die Gänse ein, die Sozial- bruck hervor. Ohne einen Zwischenfall sollte es jedoch nicht die Berichte der verschiedenen Kommissionen bald festgestellt sein demokraten kommen." Die Landleute haben sich inzwischen über- abgehen. Vier rothe Fahnen, welche im Zuge geführt worden werden. Wir können am Freitag das Lehrergeseh, am Sonn- zeugt, daß fie ihre Gänse vor ganz anderen Leuten zu schützen waren, wurden fortgenommen. Ob dies von Rechts wegen" geschehen abend das Militäranwärter- Gesetz und in der nächsten Woche das haben, und so ist denn zwischen uns und den Landleuten ist, soll nun eventuell an höchster Gerichtsstelle entschieden werden. Tertiärbahn- Gesetz erledigen. jetzt der Verkehr in manchen Ortschaften schon ein recht Auch eine Festzeitung war zur Feier des Tages erschienen: The Die Abgg. v. Heereman, Graf Limburg und Freiherr v. vertraulicher. Am Sonntag haben die Parteigenossen wiederum Eight Hour Day"( Achtstundentag), welche mit einem schönen Zedlin schließen sich diesen Ausführungen an; fie halten es für Ausflüge gemacht und dabei eine Anzahl Maifest- Nummern sympatischen Poem beginnend, gleich hinterher in recht ameririchtig, möglichst viel vor Pfingsten zu erledigen, damit möglichst sowie einige Exemplare des„ Wählers" 2c. mitgenommen. Die tanischer Reklamenart fortfährt wie folgt:" Hurrah! Hurrah! wenig für die Zeit nach Pfingsten übrig bleibt. Landleute nahmen diese Schriften mit großer Freude entgegen Der 1. Mai ist da. Arbeiter und Freunde! Wenn Ihr Euch gut Abg. Nickert bezweifelt, daß man vor Pfingsten noch etwas und unsere Parteigenossen mußten das Versprechen geben, bald fleiden wollt, dann sprecht bei uns vor. Wir können einem Jeden, Erhebliches erledigen könne; die Beschlußfähigkeit des Hauses wieder zu kommen. Die Zeiten sind also in unserem Kreise werde sich nicht herbeiführen lassen. vorüber, wo" Ordnungsmänner" sagen konnten: Die Bauern gehören uns! Das Blatt hat sich gewendet. * " ob dick, furz, start oder schlank gut passende Kleider geben Jondorf Broß." Ferner„ Jeß der Franke ist verrückt, hat eine Präsident v. Köller: Ich habe nach verschiedenen Seiten verrückte Front und verrückte Preise und wird, ehe ein Jahr um hin die Mahnung ergehen lassen, für die Beschlußfähigkeit des ist, bankrott fein" u. s. 10. So ist hier nun einmal Hauses zu sorgen. Wenn wir die 3 erwähnten Gesetze vielleicht Burg. Seit 19 Monaten ist es uns endlich einmal ge Prinzip" und Geschäft unzertrennlich und wird auch so im Laufe der nächsten Woche erledigen, habe ich sichere Kunde, lungen, einen Saal zu einer Versammlung zu bekommen. Gleich bleiben. Es darf der kapitalistischen Presse kaum ein daß das Herrenhaus auch noch vor Pfingsten die Sache erledigen nach Aufhebung des Sozialistengesetzes wurden uns die Säle Vorwurf hierfür gemacht werden, wenn man in denselben Fehler wird.( Zustimmung.) verweigert; die Wirthe fürchteten die Entziehung der Tangtonzession verfällt. Genosse Bebel beklagte sich neulich bei dem„ St. Louiser Schluß 14 Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr. u. f. w. und die Freisinnigen", die hier am Ruder sind, Tageblatt", daß die Arbeiterpresse Amerika's die Fühlung mit ( Kleinere Vorlagen und Gesezentwurf, betreffend die Gleichrieben sich darüber vergnügt die Hände, was Niemanden wundert, der deutschen Bewegung verloren hätte, d. h. den rechten Gang stellung der Lehrer an städtischen und staatlichen Anstalten.) der diese Leute in nächster Nähe kennen gelernt hat. Doch derselben nicht genau kenne. Letzteres darf nicht wundern. Abgleichviel wie die besigenden Herrschaften den geistigen Rampf" gesehen von der anarchistischen Presse, welche die deutsche Be führen, die Burger Arbeiter stehen fest. Dies bewies auch die wegung in ihrem Interesse vollständig ignorirt, liegt dies eben Versammlung, welche am 20. Mai in der Flora abgehalten daran, weil hier die Entwicklung auch nicht entfernt Schritt ge werden konnte. Bis auf den letzten Platz war der Saal gefüllt. halten hat mit der deutschen. Das liegt nun einmal an den Das Referat zu dieser Versammlung hatte Genosse Th. Glock e eigenthümlichen Verhältnissen dieses Landes. Besonders hier in Berlin übernommen. Derselbe geißelte die heutigen Zustände Chikago, wo die sog. Arbeiter- Zeitung ihr Möglichstes gethan, um und wies das Unhaltbare derselben an den verschiedenen eine allgemeine Verwirrung anzurichten. Wenn Jemand gefragt wird: Im Reichstags- Wahlkreise Herford- Halle, in welchem Standalprozessen und ähnlichen Vorkommnissen nach, die in Bist Du Anarchist?" so lautet die Antwort:„ Ich denke, das sind wir durch den Tod des Abgeordneten v. Kleist- Regow eine Nachwahl lehter Zeit den Gegenstand der allgemeinen Diskussion bildeten. Alle", oder die deutsche Sozialdemokratie ist imBegriff, eine parlamennöthig, ist das wählerverhältniß nach dem Ergebnis der Die Versammlung gab durch einmüthige Zustimmung den Aus- tarifche Regierungspartei zu werden. Wir brauchen keinen Staat" 1887er und 1890er Wahl das folgende. Es wurden an Stimmen führungen des Referenten in allen Punkten recht. Nach Be- und so fort. Ja, es kommt nicht selten vor, daß unsere besten abgegeben: sprechung verschiedener örtlicher Verhältnisse trennte man sich mit Genossen, welche die größten Opfer im Interesse der Partei gebracht haben, mit Mißtrauen beurtheilt werden, weil sie thätigste dem brausenden Gesang der Arbeitermarseillaise. Antheilnahme an den parlamentarischen Arbeiten und Propa Auch im schwarzen Fulda ist die Maifeier zahlreich ganda für den Sozialismus unter der Landbevölkerung empfehlen. besucht gewesen und bestens verlaufen; ebenso in Calbe a. Die Bauthätigkeit ist jetzt hier recht rege, aber immer noch nicht im Stande, alle Arbeitslosen von der Straße zu bringen. Die und Schönlante. Ursache lehrt ein Blick in eine hiesige Fabrit Plohn Mühle es ist da schwer zu sagen wer eigentlich hier die maßgebenden Faktoren sind, die Maschinen, gelernte" Arbeiter oder die„ Labor Men", Arbeitsmänner. Die Produktionsweise ist hier" durchParteinachrichten. 1890 7899 für die Ronservativen, 1887 10318 3455 1358 1286 für den Freisinn, 957 2168 für die Nationalliberalen, 37 für das Zentrum, 2191 für die Sozialdemokratie: Danach ist unsere Partei die zweitstärkste in jenem Wahl- In Jena hat fürzlich der freisinnige Reichstagsabgeordnete freife, wobei noch zu berücksichtigen, daß es sich für uns bisher Dr. Harmening in einer Versammlung seiner Parteigenoffen immer nur um eine Bähltandidatur gehandelt hat. Fun Uebrigen nach dem Bericht des„ Jenaer Boltsblattes" geäußert: " * Polizeiliches, Gerichtliches ze. " Daran denkt man weg anarchisch. Wenn es so weiter geht, ist der Tag sehr nahe, geistreicher, mehr oder minder zum Thema gehöriger Aphorismen daß alle, moralischem Defekt entwachsenen Uebel in der mensch wo nur noch Arbeitsleute und Maschinen nöthig und die ge- zu unterhalten suchte und in gewissem Grade auch vermochte. lichen Gesellschaft, unter ihnen Mord und Raub, nur durch lernten" Arbeiter ganz ins Hintertreffen gekommen sind. Mit Der Uneingeweihte bekam da mancherlei Wunderdinge zu geistige Beeinflussung der Uebelthäter zu heben seien. Da war es ( Seh-), Maschinen" droht man auch den hiesigen deutschen Schrift hören: Bismarck der Mann der Realität! Der Klassiker unserer denn bisher das Streben, dem Wolfe die Religion zu erhalten" febern, welche sich seit einigen Wochen im Streit befinden, weil Literatur! Der größte Staatsmann und zugleich nicht minder das religiöse Gefühl" zu verbreiten, was als Allheilmittel für die vier Blätter sich weigerten, den Kontrakt mit der Union zu ver- große Redner! Und Alles in Allem ein Originalgenie! Man er- verdorbene Menschheit galt. längern. Bekanntlich schlossen hier einige Unionen( Fachvereine) fuhr da, daß die Bedeutung eines Staatsmanns feineswegs im breiten Maffen" geht die Religion immer mehr in die Brüche, Doch, o Schrecken! bei den Kontrakte mit den Boffen auf gewisse Zeit unter Stipulirung einfichtsvollen, im prophetischen Verständniß der jeweiligen Beit- Hunderttausenden scheint jedwedes religiöse Gefühl zu ent eines bestimmten Lohnfayes, darin liegt die Anerkennung der und Kulturbedürfnisse oder in der außerordentlichen Erhabenheit schwinden! Dies Mittel erwies fich also als unbrauchbar. Union als vollberechtigten Faktors; wenn dann aber bei Ablauf seiner Pläne oder auch nur feines Charakters furz in be- Was nun?! des Kontrakts eine Weigerung des Verlängerns von seiten der stimmten, zur höchsten Potenz gesteigerten Eigenschaften eines nachgewiesene unsichtbare Welt" hilft aus. Natürlich werden - Einfach! Die vom Spiritismus, wissenschaftlich" Bosse erfolgt, beginnt der Kampf von Neuem. Kulturmenschen liegt, sondern darin, daß er zur rechten Zeit für dann Alle, die der religiöse Mythus nicht abhielt, gegen„ Sitte feine Sache wer fragt, was für eine Sache, da wir doch jen- und Gefeh" zu verstoßen, sich durch den Gedanken davon abfeits von Gut und Böse sind? ein passendes Bitat fand, daß halten laffen, daß es vielleicht eine unsichtbare Welt gäbe, Wegen Beleidigung des Stadtraths zu Dresden wurde starte Leidenschaften wer fragt, welche?- in seinem Innern in der ihnen Richter erwachsen tönnten"! Man greift nach der Landtags- Abgeordnete August Raben vom Amtsgericht hausen, daß er zu imponiren weiß und kurz und gut, daß er frech dem Strohhalm in der Noth. Der Spiritismus als Mittel zur zu 200 M. Geldstrafe verurtheilt. In einer Versammlung am ist, frech, wie der Vaterlandsverleugner Bülow. Und was die Hebung von Moral und Sittlichkeit, zur Sicherung 18. Juli v. J. hatte Raden gesagt, es sei zu verwundern, daß der Welt an diesem Exemplar eines der edelsten und gebildetften der öffentlichen Sicherheit! Stadtrath dem Dresdener Reiterheim 5000 m. als Ehrenpreis Deutschen" eigentlich hat, wie ihm, Der Gedante ist ift toft. wenn er nur den bar. bewilligt habe. Das Wettrennen sei eine Thierquälerei, die der Mund öffnet, sogleich der Verstand hinausfliegt, beileibe nicht, daß soziale Stadtrath auf diese Weise unterstüße und zwar mit dem Gelde fein Geschwätz also nicht mehr zu beachten ist, als das eines es thatsächlich der Fall ist. Man täme ja sonst dazu, den Beöffnet, sogleich der Verstand hinausfliegt, wie Ursachen dem Bekämpften zu Grunde liegen könnten, wie der Steuerzahler. Dahingegen sei ihm ein Fall be- Blöd- oder Frrsinnigen, darüber hat vorgestern Herr Harden eine stand der so lieben Kapitalistengesellschaft felbft angreifen zu tannt, daß eine 60 Jahre alte, franke und hun- dankenswerthe authentische Aufklärung gegeben! gernde Frau mit ihrem Unterstützungsgesuche vom Armen müffen, und das geht doch nicht. Für uns ist das Gingesandt amte abgewiefen worden sei. Erst nachdem sie von Pontius schlagenste aller Menschen, offen und gerade nur dann war, ein Beleg dafür, daß der gutgesinnte Bürger auf der Suche nach Was kümmert es, daß Bismarck, dieser verlogenste und ver- der Deutschen Warte", wie schon oben angedeutet, nichts als au Pilatus gelaufen sei, habe man sie mit einem Paar wenn er es billig hatte, doppelt brutal und rücksichtslos zu sein? Mitteln, die sozialer Mißwirthschaft entspringenden moralischen alter Filzschuhe abgefunden. Kadens Angaben beruhten sämmtlich Er war ein Originalgenie! Wenn auch ein reaktionäres Genie Uebel zu beseitigen, am Ende seines Lateins angelangt ist. Wie auf Wahrheit und als Bürger von Dresden und Landtags: aber ein Genie! Eine Individualität! Abgeordneter hat er sich für berechtigt gehalten, solche Handauf wirthschaftlichem offenbart auch auf moralischem Gebiet die lungen des Rathes in Wahrnehmung berechtigter Interessen zu und dergleichen von Herzen nachfühlen. Dieses Dürsten nach Aus ihren Ruinen wird dereinst frisches, sozialistisches Leben er Und wahrlich, wir können es den Herren Nietzsche und Harden heutige Gesellschaft immer mehr ihren unaufhaltbaren Verfall. fritisiren. Das Gericht erkannte jedoch, wie oben mitgetheilt. einer Individualität, einer Kraft! In einer Zeit, wo die stehen. - Der Arbeiter- Bildungsverein in Elmshorn ist jetzt Männer in der Bourgeoisie feltener werden, wie tausend von der Liste der politischen Vereine gestrichen worden und darf jährige Eichen, und diese Seltenen noch dazu, wenn sie nur ihm eine solche von der Oldenberg'schen Korrespondenz verabreicht. Herr Eugen Nichter ist Dhrfeigen gewohnt. Jezt wird daher zu feinen Vergnügungen wieder Damen zulaffen. Daß das ein wenig die Aussicht stören oder wuchernden Schmarotzer- Wir haben ihm seine Abfertigung schon in der Politischen Neber nur ein„ unpolitischer" Verein darf, ist eine föstliche Jllustration pflanzen die Nahrung wegfaugen, gar rasch die Art an der ficht ertheilt. Jegt erhalten wir noch folgende Buschrift, die das zum preußischen Vereins- und Versammlungsrecht. Wurzel spüren müssen; in unserer Zeit des geistigen Marasmus Weitere besagt: Nr. 13 der 3eitung deutscher Bergleute" der Bourgeoisie, der Kraftlosigkeit der Lenden und der martlosen wurde in Gelsenkirchen wegen einer Notiz aus Eschweiler Knochen! Ein Mann! Gin Mann!- Und wenn's ein der Freifinnigen Zeitung" über den Oldenberg'schen KammerDie geehrte Redaktion bitte ich aus Anlaß der Bemerkungen tonfiszirt, welche die Spigmarke trägt:„ Die Glücklichen unter Richard III. wäre, er wäre originell, er ist eine Kraft, er setzt bericht gefälligst mitzutheilen, daß von Seiten freisinniger Abdie versumpfte Welt in Fluß! Und aus wie nahem Quell hatte gegen das Urtheil der Strafkammer des dortigen Landgerichts, die Schwärmerei unserer züchtigen" Damenwelt für Kraft- fich aber heraus, daß der Vorwurf sich nicht gegen den OldenRedakteur Grimpe von der Elberfelder Freien Presse" entspringt die Schwärmerei für große Verbrecher und„ Anarchisten" geordneten nur in einem einzigen Falle der Borwurf einer falschen Darstellung erhoben worden. Bei näherer Untersuchung stellte es das ihn wegen Beleidigung des Bürgermeisters Thomas zu Vel- Originalgenies à la Abs! Was scheren wir uns um Gut und Böse; berg'schen Bericht, sondern gegen den Bericht der Freiſinnigen sich aber heraus, daß der Vorwurf sich nicht gegen den Oldenbert zit 200 M. Geldstrafe verurtheilt hatte, Revision angemeldet. Kraft! Kraft! brauchen wir- und sei es die Kraft der„ glücklichen", berg'schen Bericht, sondern gegen den Bericht der Freisinnigen Es handelte sich um einen Artikel, in welchem dem Bürgermeister lebenstroßenden Ururahnen des Menschengeschlechts unberechtigte Beeinflussung der Wirthe nach der Richtung hin Tigers- oder einer Bulldogge denn wenn wir jenseits von oder eines Beitung" richtete. Ergebenst vorgeworfen wurde, daß diese den Sozialdemokraten ihre Gäle Gut und Böse stehn, weßhalb nicht auch jenseits des Menschnicht zur Verfügung stellen sollten. Der Revisionsantrag gründete lichen überhaupt, auf der Gotteswarte? So die Nietzscheaner. fich darauf, daß die Straffammer Grimpe den Schutz des§ 193 Und ein großer Theil unserer Bourgeoisie, ohne Strebensziel ( Wahrung berechtigter Jutereffen) nicht zuerkannt hatte. Das oder Begeisterung, satt und matt, wünscht einen großen Mann", Reichsgericht führt nun aus, der Revisionsangriff treffe nicht zu der ihr ein Schauspiel gebe; sonst wär' es ja gar zu langweilig! für die Berliner Weltausstellung bereits gezeichnet sein. und dieserhalb sei die Revision zu verwerfen. Mit diesem Er- Viel lieber noch freilich einen, der ihr gleichzeitig die Taschen fenntniß find sämmtliche Anklagen erledigt, die sich Grimpe als fülle, Millionäre züchte! ,, Verantwortlicher" zugezogen hat. den Sterblichen." In Magdeburg wurde am Montag der Redakteur der ,, Boltsstimme", Genoffe oeste, wegen Majestätsbeleidigung verhaftet, die er durch Abdruck des Artikels der Sächs. Arbeiter- Zeitung" begangen haben soll, wegen dessen der Redakteur der letteren verurtheilt worden ist. Lokales. fönnen und H. Horn, Meltefter Mitarbeiter der Oldenberg'schen Rorrespondenz, Berlin W., Lutherstr. 1. Eine Million freiwilliger Beiträge foll zum Garantiefonds Das Thema von der Ueberbürdung der Post, Tele Kultur ist bekanntlich à la Treitschte entweder romantisch oder daß etwas geschehen wäre, um diesem Uebelstande abzuhelfen. Bismarck, der Hauptvertreter des Realismus( alle deutsche graphen- und Bahnbeamten ist schon oft erörtert worden, ohne real), ist abgetreten- bie zwei mächtigsten Persönlichkeiten Im Abgeordnetenhause ist wohl vor kurzem einmal der schwäch der Welt, Kaiser Wilhelm II. und der Papst, haben eine neue, liche Versuch gemacht worden, dieses Thema zur Erörterung zu romantische" Aera der Politik inaugurirt dürfte die Romantik auch in die Literatur einziehen, was Herr gegeben wurde, daß seitens der zuständigen Ressorts dieſe Anbald stellen, aber als vom Regierungstisch aus die Versicherung ab Harden zwar nicht prophezeien will, aber doch vorausahnt; und regung, wohlwollend erwogen" werden würde, nickten die bieberen wie schon jetzt die Realisten viel von dem realen Bismarck lernen Boltsvertreter Ja und Amen und Alles blieb beim Alten! in jener Zukunft vor Allem sollen sie sich ihre geistigen Das macht, weil im Abgeordnetenhause nur Vertreter der Waffen aus der alten Raketenkiste in Friedrichsruh holen! Nur Bourgeoisie fiken, die wohl deren Interessen zu wahren wissen, man zu! daß aber Dant des„ elendesten aller Wahlsysteme" die wirklichen Und noch eins notiren wir mit Behagen: daß Herr Harden Vertreter der Arbeiterinteressen diesem Parlament fern gehalten Bismard's preßkorrumpirende Thätigkeit durch einen Hinweis werden. Aufforderung. Diejenigen Parteigenossen, welche gewillt auf den Einfluß der Mosse und Konsorten zu entschuldigen suchte! Anerkennenswerth bleibt trotz aller schiefen Geistreichelei, daß Anstrengungen den Unterbeamten zugemuthet werden, und nur Hin und wieder zeigt uns eine Gerichtsverhandlung, welche find, am Donnerstag( Himmelfahrt) eine Agitationstour nach Buckow mitzumachen, werden gebeten, entweder am Donnerstag Herr Harden seinem Bublikum mehrere Wahrheiten zu sagen den der Deffentlichkeit des Gerichtsverfahrens ist es zu danken, wenn früh 6 Uhr Naunynftr. 86, Restaurant Zubeil, oder 6/2 Uhr vor uth batte, freilich nicht, ohne sich im Voraus höchst liebens- das große Publikum erfährt, welche geradezu furchtbare Arbeits dem Schlesischen Bahnhof sich einzufinden. Material ist genügend würdig zu falviren. last den Beamten aufgehalft wird. Ein Eisenbahnunglück, das zur Stelle. Jeder Theilnehmer wird ersucht, sich mit einer Legitimation zu versehen. Um zahlreiche Betheiligung ersucht der 1. Juli d. J. eine Neuregelung erfahren soll, lautet eine an uns ergab, baß die Beamten 24 Stunden lang ununterbrochen im Zur Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, welche[ am vor Kurzem Anlaß zu einer Gerichtsverhandlung gegeben, bie fich auf dem Bahnhofe eines der Berliner Vororte ereignete, hat Vertrauensmann Fr. Zubeil, Naunynstr. 86. gerichtete Buschrift des Vorsitzenden des Hilfevereins für weib Dienft gewesen waren. Aus den Kreisen der Dachdecker erhalten wir folgendes liche Angestellte, dürfte es von Interesse fein, nachfolgende abgespannt, daß sie sich des Schlafes kaum mehr zu erwehren Sie waren dann natürlich körperlich so Schreiben: In Nr. 116 vom 19. Mai findet sich unter„ Lokales" Bahlen kennen zu lernen, welche das Ergebnis einer vom Hilfs vermochten und ihren Dienst nur mehr verrichteten wie eine Urt in Ihrer geschästen Beitung eine Buschrift der" Berliner verein für weibliche Angestellte unter seinen Mitgliedern ver- menschlicher Maschinen. Der Einwand, daß der Dienst sehr oft Dachdecker Innung die wohl für den Laien bestimmt war, anstalteten Umfrage sind. Es find 900 Antworten eingegangen, freie Stunden laffe, die zur Erholung benutzt werden können, und in der die gelahrten Herren des Bopfes und der die sich auf Angestellte in etwa 700, überwiegend Detailgeschäften, ist durchaus hinfällig. Wir erfahren vielmehr aus einer anderen Innung etwas Reklame machen wollten, denn das Halsbrechen erstrecken. Von diesen 900 Handlungsgehilfinnen haben 330 Gerichtsverhandlung, daß der Dienst so aufregend und so ans überlassen sie lieber dem Arbeiter auf der Hängerüstung. Und überhaupt teine Sonntagsarbeit, 140 nur ausnahmsweise vor strengend ist, daß die fürzeste Arbeitsdauer genügt, um den Be da können wir Dachdeckergesellen doch nicht so fillschweigend es Weihnachten oder kürzere Zeit in der Saison. Es arbeiten amten zu außerordentlichen Leistungen zu veranlassen. Diese hingehen laffen, wenn der Obermeister' mal seine Reklametrommel 35 jeden dritten bis fünften Sonntag mit einer durchschnittlichen Gerichtsverhandlung fand turz vor dem Osterfest vor der Straf in Bewegung sekt. Arbeitszeit von 8 Stunden, 160 jeden zweiten Sonntag durch- fammer des Landgerichtes Elberfeld statt und ergab Folgendes: Wenn in der Zuschrift unter fachlichen Gründen angeführt schnittlich 8½ Stunde und 240 jeden Sonntag durchschnittlich Am 81. August vorigen Jahres tam der von Barmen eins wird, daß der Dachdecker das Tauwerk prüfen soll, wie der 4 Stunden. Die durchschnittliche Arbeitszeit würde in allen laufende Schnellzug in die Gefahr, mit einem im Elber Seemann es prüft, so möchten wir blos die Frage auf- Fällen noch niedriger fein, werfen: Welchem Dachdeckergesellen, der die Verantwortung von Angestellten den ganzen Sonntag arbeitete. wenn nicht eine Anzahl felder Hauptbahnhof haltenden Güterzuge zusammenzustoßen. für das Hängerüst übernimmt, wird wohl die Beit gewährt, das sich also, daß in den Geschäften, in denen mehr als die Hälfte graphisten vorlag. Diesem wurde nun der Prozeße Geigt Es stellte sich heraus, daß eine Unachtsamkeit des TeleZauwert zu untersuchen? Vielmehr ist es bei mehreren Unter- ber Befragten( 470) thätig ist, Sonntagsarbeit garnicht oder nur macht. In der Berhandlung wurde festgestellt, daß der Teles nehmern usus, daß Derjenige, welcher die Rüstung anmacht, gar- sehr selten vorkommt, während sich die Arbeitszeit in den übrigen graphist, dem allein die Pflicht oblag, die Büge zu melden, nicht Derjenige ist, welcher die Verantwortlichkeit für dieselbe über Geschäften nur auf 3 bis 4 Stunden stellt. Eine Festſezung der in 36 Minuten 41 An- und Abmeldungen zu depefchiren hatte! nimmt, sondern ein ganz Anderer erscheint dann auf der Bild- Maximal- Arbeitszeit am Sonntag auf 5 Stunden würde also für Das ergiebt pro Minute mehr denn eine Meldung. fläche, der von der Hängerüstung sehr wenig versteht. Aber der die meisten Angestellten eine Verschlechterung des bestehenden Zuselbe ist billig und das giebt den Ausschlag in der ganzen Sache. ftandes bedeuten. Daß der Beamte ein wahrer Herenmeister von Telegraphisten Die Hauptsache ist, daß ein jeder Meister resp. Unternehmer recht viel verdient an der Arbeitstraft seiner Arbeiter. Wir können Maximal- Arbeitszeit, also ein Höchstbetrag der Arbeitszeit, wo nahm denn auch diese Arbeitsüberbürdung als so strafmildern sein muß, wenn er eine solche Arbeitslast bewältigt, ohne daß eine Wir möchten zunächst dem Einsender bemerken, daß eine Unregelmäßigkeit vorkommt, liegt flar zu Tage. Das Geri fogar Fälle anführen, wo ein Mann, Nicht- Dachdecker, für eine bisher keine bestand, nie eine Berschlechterung ist. Diejenigen, an, daß das Urtheil auf nur zwei Tage Gefängniß lautete Hängerüstung die Verantwortung übernommen hatte oder viel- welche heute nur eine Durchschnitts- Sonntagsarbeit von 3 Stunden Damit ist aber natürlich bem Berurtheilten nicht geholfen, feine mehr übernehmen mußte, der zum erſten Mal eine baben, werden diese leichter behaupten, wenn andere Kolleginnen Telegraphiſlenfarriere ist beendet. Wer nun glaubt, daß iche folche gesehen hatte, der noch nicht einmal auf der Rüstung stehen höchstens 5 Stunden Arbeitszeit haben, als wenn sie 10 bis 15 Gerichtsverhandlung bewirken würde, daß die ausschließliche tonnte. Zum Glück waren die Maler, welche auf der Küstung Stunden arbeiten müßten. Die Bemerkung, daß eine Maximal- Ursache bes Unglüds, die Arbeitsüberbürdung des Beamter. zu streichen hatten, vertrauter mit der Hängerüstung. Arbeitszeit eine Berschlechterung des bestehenden Zustandes be- nämlich, beseitigt werden würde, befindet sich zudem im Fre Die Hauptfrage in Sachen Hängerüstung, über welche Herr deute, verräth deutlich die Absicht. Keller sich nicht äußert, ist die der Anhängung der verfaulten Beschränkung der Sonntagsarbeit Es foll mit ihr gegen die Diese Beseitigung würde naturgemäß eine Erhöhung des Arbeiter Strippen, wollte fagen Zaue; dadurch, entstehen die meisten Arbeiterinnen wird man damit kein Glück haben Unglücksfälle. Es wird gefagt von den fogenannten Unter- find sie doch nicht, daß sie in der gefeßlichen s so dumm liefern den Beweis, daß die Bahnverwaltungen nicht nur feine Alle Nachrichten der letzten Tage aber nehmern, wenn sie von Seiten der Arbeiter aufmerksam gemacht Sonntagsarbeit eine Schädigung erblicken sollten. werden, daß das Tau schlecht ist: Ach was! an den die Parole des Ecken geht es noch; benutzt doch dasselbe nicht in der Nun wird der Zau wieder bet Geite gelegt, ein Warte" in ihrer Nummer 120 vom 24. Mai zwei Ginsenbungen bei den Unteramten geltend macht. Diesen wird abgezwant, Spiritismus. Mit dieser Ueberschrift druckt die„ Deutsche " Sparens" ausgegeben worden, und es ist bekannt, daß Anderer kommt, muß anrüften, und Gile thut noth, denn Schnellig aus ihrem Leserkreise" ab, die sich mit dem Fall Töpfer be wo nur noch etwas abguzwaden möglich ist, anstatt fie a big feit ist die Hauptfache. Der darf nicht erst fragen, ob Ende oder schäftigen. In der zweiten derselben, unterzeichnet:„ Ein lasten, zerbrechen sich die Oberbeamten die stopfe, um ausfindig Mitte. Borwärts heißt es da! Wenn Sie nicht wollen, so kann Spiritist", wird die moralische Bedeutung des Spiritismus machen, wie sich dieselben Dienstverrichtungen bei weniger ich Sie nicht gebrauchen. Der letzte Unglücksfall in der Borsig betont. Hingewiesen wird auf eine Aeußerung des Herrn Personal immer noch billiger erzielen laffen. Glück sind die Unterbeamten jetzt zu der Ueberzeugung Warum, fragen wir, befaßt sich der Obermeister der Dach- der Seele wissenschaftlich zu erklären und deckerinnung nicht mit der Frage über die Taue, sondern nur Moral des Voltes auf eine höhere Stufe zu werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Beamten glauben damit die Staat nicht möglich ist und nicht möglich sein kann. blos mit den Dachböcken, Auslegern u. f. w. Und die Hauptsache bringen" wird umgangen. Vor Erlaß der Verordnung des königlichen Hierzu sagt der Einsender Folgendes: In der That kann bürger zu sein, viel zu arbeiten und für die viele Arbeit schlechter zu machen, daß ihr Glück lediglich darin bestände, gute Staats Polizeipräsidiums waren Sie, Herr Keller, als Sachverständiger der Spiritismus Letteres fehr wohl erreichen, denn zu einer wie schlecht bezahlt zu werden. Hin und wieder wird ihre Pflicht zur Berathung zugezogen. Warum haben Sie nicht veranlaßt, Beit, in welcher bei den breiten Maffen die Religion immer treue lobend erwähnt, auch bleiben die Bertröstungen auf die daß diese Mißstände fortfallen? mehr in die Brüche geht, ja, wo bei Hunderttaufenden jedwedes ewige Seeligkeit nicht aus- da toftet ja Nichts! Die Unters Mitte." uns Rede sonale eintreten lassen. Es ist nämlich straßße ist auf diese Weise entstanden, wie uns von Augenzeugen Dr. Spazier in feiner auch vor bag Bestreben, das Fortleben gekommen, daß eine Befferung ihrer Lage unter dem hatürlich berichtet ist. " Eins mussen wir noch anführen, daß die Sängerüstung religiöses Gefühl zu entschwinden scheint, da fann es der all beamten meinen aber, daß der Worte genug gewechselt feien eine sehr schöne Einrichtung ist, besonders zum Streichen von gemeinen Sittlichkeit wie auch der öffentlichen Sicherheit nur zu daß es Zeit sei zu Thaten überzugehen. Deshalb finden wir in Façaden. Es dürfen nur teine verfaulten Taue dazu verwendet Gute tommen, wenn auf anderen Wegen dem Menschen zum Be- ihren Reihen so manchen überzeugten Genossen, der bei keiner werden. G3 ist ein sehr leichtes Arbeiten auf derselben, während wußtsein gebracht wird, daß die Welt nicht nur aus törperlichen Reichstagswahl fehlt und der durch die Abgabe seines Stimmdie Leiterrüstung eine Schinderrüstung ist und den Arbeitern auf Dingen besteht. Wenn den Mordgesellen mit dem zum Schlage zettels für den sozialistischen Kandidaten Protest einlegt gegen derfelben noch größere Unglücksfälle bevorstehen. Jetzt ist dieselbe erhobenen Arme der Gedanke beschleicht, daß es vielleicht eine eine Berwaltung, bei welcher die Plusmacherei das oberste Prinzip ja noch neu, aber die Erfahrung wird unsere Behauptung be- unsichtbare Welt giebt, deren Bewohner feine Blutthat rächen zu sein scheint. ftätigen. tönnten, follte er dann nicht seine Arme wieder sinken lassen?". In der„ freien literarischen Gesellschaft" hielt Montag thun, als dieser Erguß eines für die allgemeine Gittlichkeit", wohnenden Interessenten, welche alltäglich die Strede zwischen Nichts tann den Bankrott der heutigen Gesellschaft schärfer bar- Laute Klage wird seitens der in den westlichen Vororten Abend Herr Maximilian Sarden ein Plauderſtündchen dies unfaßbare Ding, und für die„ öffentliche Sicherheit" be- Potsdam und Berlin, Schlesischen Bahnhof, auf„ Arbeiter- Wochens über Bismarck und die Literatur, in dem er eine ziemlich zahl- forgten Anhängers des Glaubens an Geister. Als selbstverständ- tarten" befahren müssen, über eine Verfügung der Stadt- und reiche Zuhörerschaft durch eine lange Folge mehr oder minder lich betrachtet es der Herr, das leuchtet aus seinen geilen hervor, Ringbahn- Berwaltung geführt, die durchaus nicht gerechtfertigt ist und den zumeist unbemittelten Baffagieren nicht unbeträchtliche des N., was er schuldig sei, winkte der Professor mit für ihn zuständigen großherzoglichen Verwaltungsbehörde vors Mehrkosten verursacht. Die Arbeiter Wochenkarten, welche an der Hand und entgegnete:" Sie werden ja doch wieder- stellig und bat in bescheidener Weise, ohne eine bestimmte Summe diesen Vorortbahnhöfen ausgegeben werden, gelten nur vom fommen?" N. ging aber nicht mehr zu dem Professor, weil es zu fordern, um Entschädigung, da er dem Wildschaden gegenüber Abfahrtsort bis Bahnhof Friedrichstraße und müffen diejenigen ihm zuwider war, seinem Hausarzt von seiner Absicht, eine völlig schuylos und wehrlos ist, denn schießen darf er nicht. Die Fahrgäste, welche den Bug noch bis Bahnhof Alexander- Platz andere ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, Mittheilung zu wohlberechtigte Bitte war leider erfolglos. Die volle Pachtoder Schlesischen Bahnhof benüßen wollen, ein Zuschlagsbillet machen. Nunmehr erhielt er von dem Professor eine Liquidation zahlung und Weiteres wird unter allen Umständen verlangt, auch bis zu diesen Stationen für 10 Pf. lösen, oder aber eine Arbeiter für eine ärztliche Ronsultation in Höhe von 10 M., welcher, da wenn Gaaten verwüstet werden, und obgleich Einsender sich nicht Wochenkarte innerhalb der Stadtbahn, die 90 Pf. fostet, zunehmen. N. nicht zahlte, die Klage folgte. Der Beklagte stellte in Albrede, mal gegen solche Verwüftung wehren darf." Durch diese Mehrkosten wird aber das. Benefizium des verbilligten daß eine Konsultation stattgefunden habe, da feine auf Erlangung So sieht in Deutschland der Schutz der Landwirthschaft, so Preises der Arbeiter- Wochenkarte illusorisch und die Benüßung einer solchen gerichtete Absicht durch das Verhalten des Klägers weit der Kleinbauer in Betracht kommt, in Wirklichkeit aus. derselben in den westlichen Vororten wird von Woche zu Woche nicht zur Ausführung gekommen ist. Er sei übrigens bereit, dem eine geringere. Kläger für die Inanspruchnahme feiner Zeit 5 M. zuzubilligen. In Wintersdorf find troh des Abrathens des Zentrala Der Richter rieth dem Anwalt des Klägers, das Gebot an- vorstandes die Tabatarbeiter wegen der Fabrikordnung in zunehmen und setzte die weitere Verhandlung auf 14 Tage aus. einen Streit eingetreten. Die unverheiratheten Arbeiter sind abgereift. Der Ausstand der Maurer in Lauenburg a. E. Eine Auflage wegen strafbaren Eigennutes und wegen dauert unverändert fort. Buzug ist fern zu halten. Die Genächtlicher Ruhejtörung wurde gestern vor der ersten Straf- neralfommission. fommer des Landgerichts I gegen das Bäckermeister Kerschowski'sche Ehepaar verhandelt. Kerschowati hatte im Herbst vorigen Jahres Wegen 15prozentiger Lohnreduktion( bei einem 14tägigen die Bäckerei in dem Hause des Lehrers Rumpf in der Hafenhaide Durchschnittslohn von 30 M. 4,50 M.) ist es, wie der Offen gemiethet. Das Geschäft ging so schlecht, daß Kerschowski bald burger Bollsfreund" berichtet, in der Buntweberei von Jäden wieder vom Kontratte entbunden zu werden wünschte. Der Lehrer und Wöhrle in Hornberg( Baden) zu Differenzen zwischen Rumpf war hiermit einverstanden, falls Kerschowski ihm einen Arbeitern und Fabrikanten gekommen. Letztere verlassen sich auf anderen Miether bringe und für die Miethe aufkomme. Bon Streitbrecher. Es wird deshalb auf Vorstehendes" aufmerkſam dieser Zeit an herrschte zwischen dem Eigenthümer und dem gemacht. Miether ein gespanntes Verhältniß. Beim Lehrer Rumpf tam an Spurlos verschwunden ist seit dem 14. d. M. der Werk führer und Bäder Franz Zeister, Dragonerstr. 6a wohnhaft. Derfelbe hat sich am Morgen dieses Tages nach einem fleinen Streit mit feiner Frau aus der obenbezeichneten Wohnung entfernt und ist seit dieser Zeit nicht mehr gesehen worden. Der Verschwundene ist 26 Jahre alt, ca. 1 Meter 60 Zentimeter groß, von untersetter Figur, hat dunkelblonde Haare und eben solchen Schnurrbart und war mit einem dunklen abgetragenen Jaquet und blaugestreiften Hofen bekleidet. Die tiefbekümmerte Frau desselben bittet diejenigen Personen, welche von dem Verbleib ihres Gatten etwas Naheres wissen, Nachricht darüber an fie oder an das nächstbelegene Polizeibureau gelangen lassen zu wollen. einem bestimmten Wochentage eine Statgesellschaft zusammen. Bur Sonntagsruhe. Die Handels- und Gewerbekammer Der Vorderperron! Zum Krüppel geworden ist am Montag An einem solchen Abende ging es bei Rumpf etwas laut her, au Blauen i. V. hat sich den Verwaltungsbehörden gegenüber Abend der in der Großen Frankfurterstraße 82 wohnhafte 34jährige Kerschowsti schichte seine Chefrau hinauf und ließ um Rube dahin ausgesprochen, daß die kaufmännische Sonntagsarbeit nicht Arbeiter May Richter. R. war am Sonntag Abend gegen 1/210 Uhr bitten. Als dies Ansuchen feinen Erfolg hatte, griff Kerschowati vor 7 Uhr Morgens begonnen und nicht über 2 Uhr Nachvon einem Ausfluge zurückkehrend auf einem Pferdebahnwagen zu einem eigenartigen Mittel, um Rache zu üben. Er rüstete sich mittags ausgedehnt, die Festsetzung und Einschränkung der Sonnder Ringbahn aufgestiegen und hatte auf dem Vorderperron und seinen Lehrling mit je einer Ruchenplatte und einem dicen tagsarbeit innerhalb dieser Beitpunkte aber dem Ermessen der Platz genommen. In der Friedenstraße wollte der Arbeiter ab- Knittel aus. Dann gingen sie beide auf den Hof und brachten Ortsbehörden überlassen werde, und daß Ausnahmen von dieser allspringen und that dies auch trotz Abrathens des Rutschers wenige dem Wirth ein Ständchen". Keiner der Hausbewohner blieb im gemeinen Arbeitszeit nach§ 105a der Gewerbe- Ordnung für Schritte vor der Haltestelle, glitt dabei aber aus und fiel so un- Bett, an den" Fenstern zeigten sich weißgekleidete Gestalten Back- und Fleischwaaren, sowie Blumen unbedingt, für Obstglücklich zu Boden, daß er mit dem rechten Fuße unter dem mit entfezten Mienen. Kerschowski und sein Lehrling und Delikateswaaren, wie für Heizungsgeschäfte zulässig, für Wagen gerieth, dessen rechtes Vorderrad über das Bein des Un- versicherten unablässig, daß im Grunewald Holzauktion sei und Bigarren unzulässig seien. vorsichtigen hinwegging und den Fuß buchstäblich vom Körper daß dort der ganze Klafter Süßholz nur einen Thaler koste. abtrennte. St. wurde nach dem Krankenhause Friedrichshain ge- Dazu brang die obligate Ruchenblech- Begleitung durch Mark und bracht und liegt schwerverletzt darnieder. Bein. Die Rumpf'schen Gäste warfen die Karten hin und erstörung aufgefaßt und Rerschowski hierfür mit drei Mart belegt. griffen die Flucht. Das„ Ständchen" wurde als nächtliche RuheAm Weihnachtsabende zogen die Angeklagten aus, ohne sich um die ihnen geftellte Bedingung zu kümmern. Es wurde nur die Schuld des Kerschowsti erwiesen und hierfür auf eine Woche Gefängniß erkannt, die mitangeklagte Ehefrau wurde frei schaften Deutschlands in der Zeit vom 22. April bis 18. Mai Quittung über die bei der Generalfommission der Gewerk 1892 eingegangenen Gelder. 18,40 M. Quartalsbeitrag( 2. Quartal 92) der Vereinigung der Verband der Gold- und Silberarbeiter, Frankfurt a. M. Drechsler Deutschlands 130,-. Vom Bau Weier und Bühring, Eppendorf, Feldweg 12,80. Verein deutscher Schuhmacher, Filiale Tuttlingen, von der Maifeier 13,-. Quartalsbeitrag des Lokalverbandes der Steinfeger, Bernburg 1,60. Quartalsbeitrag Ein Mord ist aus Nauen der Staatsanwaltschaft beim Landgericht II. gemeldet worden. Wir erfahren über die Einzelheiten des Vorfalles Folgendes: Der Ackerbürger Buskom in Nauen, der zur Zeit auf einer Reise begriffen ist, hat einen er wachsenen Sohn. Dieser wollte am Sonntag Mittag feine Mutter aufsuchen. Er fand die zu ebener Erde belegene Wohn- gesprochen. stube verschlossen und erhielt auch auf wiederholtes Klopfen ( 1. und 2. Quartal 92) des Zentralverbandes der Konditoren, feinen Einlaß. Da seine Mutter zu Hause sein mußte, so legte er das Dhr an die Thür und glaubte nun ein deut- Nachtigal, welcher gestern wegen verschiedener Heiraths Quartalsbeitrag( 1. Quartal 92) der Hutmacher 81,-. Quartals. Als ein lockerer Vogel zeigte sich der Schlosser Gustav Pfefferküchler 2c. 24,-. Aus Halle a. d. S., Dr. Sch. 5, Quartalsbeitrag des Verbandes der Textilindustrie 150,-. liches Stöhnen vernehmen zu fönnen. Nachbarsleute wurden schwindeleien vor der vierten Straffammer des Landgerichts I herbeigerufen. Sie sprengten die Thür und fahen beim stand. Der Angeklagte war Sergeant in Königsberg. Er wurde beitrag( 1. Quartal 92) der Former 62,-. Von den vereinigten Betreten des Zimmers die Leiche der Frau Buslow ohne Zivil- Versorgungsschein entlassen. Er wandte fich nach Bamburg 40,-. Bon denkenden Arbeitern aus Oberhausen zur Ladeninhabern der Schuhmacher für Kontrollmarken- Waaren in auf dem Fußboden liegen. Der Hale zeigte deutlich eine Berlin, wo er als Schloffer Arbeit fand. In seiner Heimath Maifeier 5,80. Quartalsbeitrag( 2. Quartal 92) des Verbandes Strangulationsmarke. Da ein Selbstmord ausgeschlossen erschien, hatte er eine Braut, die Tochter eines Steuerempfängers, zurückauch Stubenthür und Fenfter von innen verschlossen waren, so gelaffen. Hier verlobte er sich mit einem anderen Mädchen. Er der Maurer 2c. 874,25. Quartalsbeitrag( 2. Quartal 92) bes mußte der Mörder fich noch am Thatorte versteckt halten. Der löfte nicht sein Berhältniß zu der ersten Braut, sondern schrieb Vereins der Lithographen, Steindrucker 2c. 200, herbeigerufene Polizeifergeant Hofmeister sah denn auch unter sogar an deren Bater, daß er Wertmeister- Aspirant bei der A. Dammann, Kassirer, der Bettstelle einen Mann liegen, welcher bewußtlos war und Eisenbahn- Direktion sei und zur Anstellung eine Kaution von Hamburg, Zollvereinsniederlage, Wilhelmstr. 13, I. ein zusammengedrehtes Tuch um den Hals trug. In ihm wurde 600 Mark hinterlegen müsse. Er bat seinen zukünftigen der 28 Jahre alte Knecht Johann Nohl erkannt, der früher bei Schwiegervater um diese Summe. Dieser traute ihm nicht und den Bustow'schen Eheleuten in Schlafstelle gewohnt hatte, jetzt verhielt sich deshalb ablehnend. Nun band der Angeklagte mit aber bei dem Bauern Müller in Mustermart bedienstet war. einem dritten Mädchen an, so daß er nunmehr gleichzeitig drei Durch den Polizeibeamten in das Leben zurückgerufen, geftand Bräute hatte. Die neue Braut wußte er durch falsche VorNohl zu, die 50 Jahre alte Frau Buskow vorfäßlich er- spiegelung um den Betrag von 60 Mark zu bringen. Dann Versammlungen. daß Der VII. deutsche Töpfer- Kongreß trat gestern an feinem drosselt zu haben. Sein Beweggrund zur That ist seltsam. schrieb er wieder an die erste Braut in seiner Heimath, a zweiten Berhandlungstage in die Berathungen über die Organi Er hatte, während er bei den Bustows wohnte, zu der um er sie in kurzer Zeit werde heimführen können, er 22 Jahre älteren Frau eine Neigung gefaßt und ihr auch ein bat um 75 Mart zur Beschaffung eines Hochzeitsfationsfrage ein. Hennig- Breslau referirte vom Standpunkte Geständniß abgelegt. Frau Bustow hatte ihn aber mit Ent- Anzuges. Dies Geld wurde ihm umgehend geschickt. ber bisherigen Organisationsform, der lokalen Fachorganisation schiedenheit zurückgewiesen und ihm das Betreten ihrer Wohnung Wenige Tage darauf löfte er das Verhältniß zu seiner ersten mit Vertrauensmännern, Pyö Dresden vom Standpunkte der unterfagt. Dies hatte in Nohl den Entschluß zur Reife gebracht, Braut in bündiger Form. Er theilte derselben mit, daß er ein fogen. Bentralisation( Zentralverband). Die Debatten über diesen zuerst den Gegenstand seiner Neigung und dann sich selbst um anderes Verhältniß eingegangen sei, das mit einer Heirath enden Punkt der Tagesordnung füllten die Vor- und Nachmittagsbas Leben zu bringen. Am Sonntag Vormittag während der müsse. Die zweite Braut hat der Angeklagte denn auch ge- Sigung vollständig aus, ohne daß sie zu Ende geführt werden Kirchenzeit, wo es still im Orte war, hatte er sich in das Haus heirathet und dadurch einen Theil der Schuld, die er durch sein konnten. Es sprachen 24 Redner. Gingezeichnet waren beim Liebesleben geschlichen und sein Opfer überfallen. Die That ist um 101/2 Uhr foceres auf fich geladen, wieder gut ge- Schluß noch 20 Redner. In Rücksicht auf die gestern Abend ausgeführt worden. Nohl wurde sofort verhaftet und in das macht. Auch hat er nachträglich den beiden ver= stattgehabte öffentliche Töpferversammlung wurden die Debatten Bräuten Amtsgerichts- Gefängniß abgeführt, von wo er bereits dem Berliner stoßenen wenigstens die erschwindelten Geld bis heute, Mittwoch, vertagt. Untersuchungs- Gefängniß zugeführt sein dürfte. beträge zurückgegeben. Während der Staatsanwalt gegen den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von sechs Monaten in Rigdorf tagte, beschäftigte sich mit dem Ausstande der Eine öffentliche Volksversammlung, die am 23. Mai Als Beweis für die Verwandtschaft der, czechischen und zweijährigen Ehrverluft beantragte, führte der Vertheidiger, Weber. Genosse Faber Berlin beantwortete die auf der Tages Staatsrechtlerei"( Jungczechen) mit dem Anarchis Rechtsanwalt Dr. Coßmann, aus, daß man denselben nicht mit ordnung stehende Frage:" Haben die streikenden Weber Nixdorfs mus führt die„ Boffische Zeitung" die Thatsache an, daß der den Heirathsschwindlern, wie sie gewöhnlich vor Gericht ständen, die Sympathie der übrigen Arbeiter?" mit einem fräftigen" Ja" Abgeordnete Gregr( vergleiche Politische Uebersicht") in einer auf eine Stufe stellen dürfe. Der Angeklagte sei wohl nicht der und betonte, daß die übrige Arbeiterschaft, die mit Staunen die Wähler Versammlung in Raudnih, bei der auch Sozial- Habsucht, sondern nur einer großen Charakterschwäche und eines Angaben über die bisherige Lage der Weber gelesen hat, auch demokraten anwesend waren, erklärte: die Jungczechen nicht minder großen Wankelmuths zu beschuldigen. Der Ge- auf weitere Wochen, wie bisher, den Ausständigen die Solidarität träten stets für die Sozialisten ein und würden nicht richtshof sah das Verhalten des Angeklagten auch milder an, bewahren werde; sie sollten nur wacker aushalten, an Unterruhen, bis nicht das allgemeine Stimmrecht eingeführt sei." Nach das Urtheil lautete auf 200 W. Geldstrafe. solchen freisinnigen Leistungen begreift sich auch das Bestreben stützungen werde es nicht fehlen. In der Diskussion, in welcher des Herrn Eugen Richter, durch Beseitigung der gröbsten Aus- Das Schwurgericht des Landgerichts I. verhandelte gestern sich eine größere Anzahl Redner zu Gunsten der Ausständigen wüchse des Dreitlassen- Wahlsystems bie bauernde Erifteng dieses gegen den früheren Postassistenten Gustav Splettstößer, der äußerte, erklärte Herr Preuß, daß die Brauergesellen Berlins elendesten aller Wahlgesetze zu sichern. des Verbrechens im Amte beschuldigt war. Der Angeklagte, dem die Weber nach Kräften zu unterstützen entschlossen find. feitens seiner Borgesetzten in Betreff seiner Leistungsfähigkeit ein Gin Unabhängiger" machte eine Reihe von ungerechtfertigten glänzendes Zeugniß ausgestellt wurde, machte Ansprüche, die zu Ausstellungen an dem Referate, das er fich nach feinem Einkommen in einem schlechten Verhältniß standen. Er Belieben zurecht legte, fand aber bei keinem der Anwesenden griff die ihm anvertrauten Gelder an und mußte, um die fo- Anklang; fogar einige" Unabhängige" verurtheilten sein Vorfortige Entdeckung seiner Beruntreuungen zu verhindern, auch gehen. Herr Hedwiger theilte mit, daß die Unternehmer an zum Fälscher werden. Bei seiner Berhastung stellte sich ein Fehl- fangen, nachzugeben; die Abzüge hätten sie schon fallen lassen, betrag von 570 M. heraus, der zum größten Theile durch die ein Meister hat auch schon die 20 Pf. für die Stunde Nebenvon dem Angeklagten hinterlegte Raution gedeckt wurde. Die arbeit zugestanden und dürfte wohl alsbald die gesammten Geschworenen billigten dem Angeklagten mildernde Umstände zu, worauf der Gerichtshof ihn zu einer Gefängnißstrafe von 2 Jahren 6 Mon. und zu fünfjährigem Ehrverlust verurtheilte. Warnung. Aus dem Tagebuch eines Drei jährig Freiwilligen. Bon Heinrich Harz." Schrift wird so angezeigt, daß man denken muß, sie enthalte eine wahrheitsgetreue Schilderung des Soldatenlebens im Frieden. Es ist aber gehaltloser Schund. Wir sind mit 1,50 M. auf die Reflame hereingefallen" und geben unseren Lefern den Rath, unferem Beispiel nicht zu folgen. Polizeibericht. Am Montag wurde auf dem Neubau Elbingerstr. 26 ein Steinträger von einem aus dem Dachgeschoß herabfallenden Netriegel im Genick getroffen und so schwer ver leht, daß er bei der Ueberführung nach dem Krankenhause am Friedrichshain verstarb. In seiner Wohnung, in der Halleschefiraße, brachte sich ein Tischler, anscheinend im Säuferwahn, mittelst Revolver einen Schuß in die Brust bei. Er wurde noch lebend nach der Charitee gebracht.- Abends versuchte eine Frau in ihrer Wohnung, in der Bernauerstraße, sich mittelst einer Chloroformlösung zu vergiften. Durch Anwendung von Gegenmitteln wurde sie jedoch außer Lebensgefahr gebracht. Gerichts- Beitung. Soziale Lebersicht. " Forderungen unterschreiben. So würden die Weber auf den Weg des partiellen Streits gewiesen, den weiter Redner für durchaus berechtigt erklärte, wenn eben vom Tarif nichts abgelassen werde. Bei Verschiedenem wies Herr Schnittler darauf hin, daß den Unternehmern durch die Solidarität der Berliner Arbeiterschaft ein Strich durch ihre Rechnung gemacht ist. Die Kommission sei durch die Unterstüßung der übrigen Arbeiters schaft in den Stand gesezt gewesen, in der ersten Woche 1628 M., am zweiten Sonnabend 1971 m. und am letzten 1941 M. an die Ausständigen zu zahlen, und für nächsten Sonnabend sei schon wieder Geld vorhanden. Nachdem Herr Preuß noch auf die stattgehabten Maßregelungen fozialdemokratischer Arbeiter hingewiesen, welche in der Norddeutschen Brauerei" und der Brauerei Moabit" vorgekommen, und auch einige interessante Mittheilungen über eine Rigdorfer Brauerei gemacht hatte, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung geschlossen. Achtung, Maler, Lackirer, Austreicher zc.! Der Provinzialtag der Berufsgenossen aus den Provinzen Brandenburg inkl. Berlin, Pom.nern, Ost und Westpreußen, sowie Schlesien und Posen findet, wie bereits furz im Vorwärts" erwähnt, in Stettin am Sonntag, den 5. Juni ( 1. Pfingst- Feiertag), im Lokale des Herrn Waldmann, Apfelallee Nr. 99, statt. Die provisorische Tagesordnung lautet: 1. Beschlüsse der Generalversammlung. 2. Wie ist die Agitation zu In einer von der Genossenschaftsbäckerei einberufenen Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte gestern gestalten, um die Kollegen auch in den Provinzen heranzuziehen? öffentlichen Volksversammlung, welche von 1000 Personen das Landgericht gegen den Rebatteur Sommer. Derselbe war 3. Verschiedenes. angeklagt, in einem seinerzeit in den„ Lichtstrahlen" erschienenen Kollegen! Da diefes der 1. Provinzialtag, obengenannter besucht war, erstattete azarus folgenden Bericht über den Artifel: Suprema lex regis voluntas" den deutschen Kaiser Provinzen ist und betreffs der Agitation in unseren Provinzen gegenwärtigen Stand des am 20. August 1891 gegründeten Unterbeleidigt zu haben. Der Staatsanwalt beantragte sechs Monate noch viel geschehen muß, so ist es, um eine genaue Verständigung nehmens. Die aus 18 Mitgliedern bestehende Kommission habe Gefängniß. Der Gerichtshof nahm an, daß zwar eine direkte betreffs Sweckmäßigkeit der Agitation herbeizuführen, eine Noth- nach unsäglichen Mühen ein über alle Erwartungen günstiges Majestätsbeleidigung nicht vorliege, aber aus dem Artikel die wendigkeit, daß sich fämmtliche Filialen der in Betracht tommen- Resultat erzielt, so daß jetzt anstatt wie früher täglich 4000 Brote beleidigende Absicht unzweifelhaft hervorgehe, und verurtheilte den Provinzen vertreten lassen, und nicht die Filialen allein, deren 20-30 000 geliefert werden könnten, um der Nachfrage Sommer zu drei Monaten Gefängniß. Es wird Revision an- sondern auch alle die Städte, in welchen bis jetzt noch feine seitens der Arbeiter nach gutem Brot zu entsprechen. Man werde gemeldet. Die Verhandlung währte nur eine halbe Stunde, ein- Filialen sind, damit auch sie mit Rath und That zum Gelingen indeß außer der in der Müllerstraße mit vier Doppelöfen ar des Provinzialtages beitragen. beitenden Bäckerei noch weitere im Osten und Südosten, namentschließlich Urtheilspublikation. lich den Arbeitergegenden errichten, wie die in der Brunnens Was ist unter einer ärztlichen Koufultation zu ver straße, welche täglich 700 Brote liefert. Pfeiffer giebt in der stehen? Diese Frage beschäftigte heute die 24. Abtheilung des Diskussion weitere Auskunft über die inneren Einrichtungen, wie Berliner Amtsgericht I. In die Sprechstunde eines unserer beüber die unter den Berliner Bäckermeistern über die Genossenrühmten Professoren der Chirurgie tam der Kaufmann N., um schaftsbäckerei herrschenden Ansichten. So habe bereits ein denselben wegen einer Ellenbogengelent- Entzündung zu konsulHirsch und Bauer. Aus Mecklenburg, dem Eldorado der Meister geäußert: Na, jezt werden wir den Gesellen schon tiren. Der Profeffor ließ sich aber auf eine Untersuchung des Junter, erhält die Boffische Beitung" folgende Buschrift eines entgegen kommen müssen!" Ein anderer Meister macht in einem wunden Armgelents nicht ein, fondern erklärte, nachdem er Gutspächters: Ginfender dieses hat eine großherzoglich mecklen vorliegenden Briefe einem Kunden folgendes Angebot: erfahren, daß die bisherige Behandlung des Patienten durch burg- schwerinsche Domäne gepachtet und wird seit Jahren durch" Ich will Ihnen von Montag ab Ihre Brote ein halbes Pfund deffen Hausarzt Dr. H. ftattgehabt hat, vorerst eine Kranten Wild, namentlich Schweine, arg geschädigt. Wegen des in diesem schwerer wiegen lassen als den andern, wenn Sie von Montag geschichte von demselben nöthig zu haben. Auf die Frage Jahre besonders starten Wildschadens wurde Einsender bei der an wieder Brot nehmen wollen. Wir Bäcker sind jetzt schlecht daran, Wir erwarten die Kollegen mit den Früh resp. Vormittags Zügen. Die Filiale Stettin. Alle Anfragen find an den Kollegen Franz Rudolph, Stettin, Bogislauftr. 40, v. III. rechts, zu richten. einem Kunden es " Gesangverein der Steinmegen, Johannis sir. 20, bei Müller. 44, Südost 2, 48, bei Steinnette, straße 149. 1 1 Theater Berein Touristentlub tub, abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerstr. 42. Rothe Me Ife, bei Steuer, Weinstr. 22. Humoristischer Rauch: 1 1 Rauchflub gutgefinnter Freunde, Abends Schiffsuntergang. Das holländische Schiff„ Catrina Margerita", von Bremen nach Flensburg unterwegs, wurde in der Wesermündung bei Eversand von dem Schleppdampfer„ Telegraph" angerannt und zum Sinken gebracht Die Mannschaft wurde " Post" nach Bremerhafen gebracht. durch den„ Telegraph" gerettet und von dem Schleppdampfer Cholera in Judien. Der„ Times" wird aus Kalkutta ge meldet, daß eine ernste Cholera- Epidemie in Raschmir aufgetreten sei. Bisher seien 296 Fälle von Erkrankungen fonstatirt, unter denen 146 tödtlich verliefen. " Literarisches. Soziale Weckrufe" von Fritz Kunert, Verlag der Volts- Buchhandlung in Halle a. S. Preis 40 Pf. Die " Sozialen Weckrufe" des Reichstags- Abgeordneten für Halle und den Saalfreis, des Parteigenossen Frizz Kunert, sind eine dem modernen sozialpolitischen Zeitgeiste entsprungene Sammlung von Liedern, Gedichten und Epigrammen, von denen jedes Freude am Kampf und Zuversicht auf Sieg athmet. Bei der Redaktion eingegangene Schriften. Ueber das Geschlechtsleben des Menschen. Aus dem Französischen von A. Weil. Uebersetzt von Dr. G. Freitag. Verlag von Cassirer& Danziger, Berlin W. Minoritätenvertretung und Proportionalwahlen. Bon Dr. H. Stonsin. Verlag von J. Guttentag, Berlin. Wie sollen wir baden? Von Dr. F. W. Faber Berlin W., Cassirer& Danziger. theures Mehl und kein Geschäft, aber viel Unkosten." 3ubeil gein". empfiehlt aufs Wärmste die Unterstübung der Genossenschaft und Männer- Gesangverein der Kürschner, D. B. D. Br. Berlin, Neue Friedrich- tiges Eifersuchtsdrama fand in Paris zwischen zwei Damen der Bur Heiligkeit der Ehe in ,, höheren" Kreisen. Ein blus meint, es müsse der Vertrieb der Brote nicht wie bisher an Unter- Röstinerstr. 17, bet Wendt. 97741, Raupaffr. 6, bet Stachel.- Euphonia„ höheren" Gesellschaft statt. Eine wurde von der anderen mit nehmer und Zwischenhändler vergeben werden, sondern man müsse Annenstr. 16, bei Reßner.- hand in hand 1, Mariannenstr. 31-32, bei, Dem Ehemann der letzteren überrascht und durch Revolverschüsse Niederlagen bei Personen errichten, die mit der Partei solidarisch sind. fodden, Botsdam. Brandenburger Kommúitation 16, bei und Dolchstiche getödtet. Doberstein. Schneeglöd chen Rottbuser Damm 39, bei Jacob. Im Uebrigen Tomme es nicht allein auf die Schwere und Größe, Glafer. Die Getödtete ist die Frau des Prä fondern namentlich auf die Güte des Brotes an, da es gar unverdroffen, Abends 8 Uhr, bet Sachs, Lindowerstr. 26. fekturraths Lassimonne in Blois, geborne Delaporte, die Nichte Flöter'scher Gesangverein, Stoppenstraße 43c, bet Lorenz. Rütli, Rasimir Periers; die Mörderin heißt Madame Raymond. nicht schwierig sei, das Brot 1/2 Pfund schwerer, wohl aber, es Friedenau im Kurhaus.- Borwärts 5, Friedrichshagen, Rundtheil, bei darum besser zu backen. Lerche. Freundest reue( Gemischter Chor), Grenadierstr. 33, bet SeeWenn die Bäcker troh ihrer vielen feldt. Im Fort Aubervilliers bei Paris sind 4 Artilleristen Lorbeerfranz, Barnimstr. 16, bei Heindorf. Klagen fich große prachtvolle Häuser bauen könnten, sei es end- Röpniderstr. 191, Restaurant. Südost 1, durch Einsturz eines Laufgrabens getödtet worden. Soffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich lich Zeit, daß ihnen die Arbeiter nun einmal" den Brotkorb fartstraße 34, bet Schulze. Rothe Nette, Schöneberg, Golzstr. 43, Generals Miles in Chicago an General Howard in New- York Für Radfahrer. Ein Bigyflereiter, der eine Depesche des etwas höher hingen".( Lebhafter Beifall.) Die übrigen Redner Moabit, Kr onnbraueret, Alt- Moabit 47-49. bei Siegeler. Fereiheit 1, Kulmftr. 36, bei Raumann. Freiheit, Koopmann, Gicke, Schulz und Frau Scherzer hor, Kastanten- Allee 28 bei Maiwald. Steinfeger Sänger überbrachte, hat tausend englische Meilen in 108 Stunden zurückOffenbacher Sänger gelegt. Diese Leistung wird in New- York als ein Sieg über die äußern sich in demselben Sinne und weisen namentlich darauf Weinstt. 11 bet reind.- Bergiß mein nicht, Schulstr. 29, im Wedding: Leistungsfähigkeit der Pferde angesehen. franz, Dranienftr. 153, bei Göße.- Gefangverein der Kupferschmiede, hin, daß in der Genossenschaft bessere Arbeitsbedingungen ein- Kasino. Brandenburger Männer Gefangverein in Branden leber die Ueberschwemmungen in Amerika wird mitgeführt sind. Lazarus theilt hierauf mit, daß gegenwärtig burg, Mengert's Boltsgarten. 27 Bäcker beschäftigt seien; man werde suchen, in allen Gegenden Gitschinerstraße 92, bet A. Royl Mannesmuth, Mauerstraße 3, bei getheilt: Der durch die Ueberschwemmungen verursachte Schaden, Ramm. Brüderschaft"( Hausdiener) Fischerstr. 41.- Concordia", zunächst leerstehende Bäckereien zu miethen, damit die Arbeitszeit Brig", Brig, Werderstraße bei Schöneberg. Arbeiter- Gefangverein welcher auf 11 Millionen Dollars abgeschätzt wurde, soll nach der in der Genossenschaftsbäckerei beschäftigten Arbeiter noch neuerlichen Meldungen noch größer sein. An eine Ernte könne Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. mehr gekürzt werden könne. in den betroffenen Landstrichen in diesem Jahr überhaupt nicht Um das Unternehmen hoch zu Aue Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Mar Gent, gedacht werden. Gegen 8000 Menschen seien obdachlos geworden, bringen, arbeite ein Jeder mit besonderer Freude und Berlin N, Belfortersir. 26, 1 Er. werde auch dahin kommen, die Nachtarbeit gänzlich und Bergnügungsverein Bultanta, bet Läger, Gartenstr. 37/38. und in Saint Louis allein befänden sich 15 000 Arbeiter ohne Mittwoch: Verein Fridolin, bei Wolff, Brunnenstr. 35a. zu beseitigen; der Wochenlohn beträgt 27 M. Es sei erfreulich kreuzfidel, bei Gumlich, Reichenbergerstr. 149. Beschäftigung. Die durch das Hochwasser verwüsteten Ufer des zu sehen, wie jetzt im umgekehrten Verhältniß gegen früher die Nord bei Schupte, Schul- und Reinickendorferstraßen- Ece. Bergnügungsverein Mississippi zwischen Kairo und Saint- Louis gewährten einen Rauchtlub traurigen Anblick. Auch dort hätten mehrere tausend Menschen Frauen die Männer auf die Vorzüge ausinerksam machten, so ver- Sellblau bei Flic, Simonftr. 23.- Geselliger Verein Waldesgrün, lange man vielfach bet Nebelin, Langestr. 108( alle 14 Tage), felbft Schuyleute Theater- und Vergnügungs: ihr Obdach verloren, zahlreiche Viehheerden seien umgekommen. das Brot der Genossen- verein Durch Nacht zum Licht, bet Bubeil, Naunynſtr. 86. schaftsbäckerei. Gegenwärtig bestehen 16 Filialen und 103 Bahl- Sumoristischer Verein Pipifar, bet Möhring, Admiralstraße Nr. 18 c. Bei einer plöglichen Senkung des Ufers hätten am Sonnabend Die Saat auf gegen 500 000 Aeckern soll vollständig zerstört sein. stellen. Das Eintrittsgeld für Jene, welche der Genossenschaft Bergnügungsverein Azalie, 3u den 3 Raben", Michael- Brüde 1.- Ge beitreten wollen, beträgt 50 Pf. bei einem Wochenbeitrag von Lustige Brüder, bei Lucwald, Manteuffelstr. 46. selliger Berein Klimbim, bei Bredlow, Bülowstr. 65. Bolladt- Klub fünf Personen das Leben verloren, so daß während der Dauer 50 Pf., welcher spätestens mit der 13. Woche geleistet werden grün, ReichenbergerStatklub Buschel eines halben Tages 30 Menschen ertrunken seien. und Manteuffelstraßen- Ecke. muß. Für je eine Karte mit 10 Wochenbeiträgen erlangt ein acht falter, bei König, Koppenſtr. 67. Rauchflub Eiferne Pfeife, Mitglied einen Antheilschein, deren es bis zu 30 à 10 Wochen Mauerfir. 86. sei Hoffmann, Fluchtstraße 1. Theaterverein Jugendkraft 2 bei Ritter, erwerben tann. Hierauf wurde eine von Zubeil gestellte Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein Resolution einstimmig angenommen, in welcher die Wolfs- nos pe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. versammlung sich mit den Ausführungen des Referenten, sowie ftraße 99, 1 Tr.- Männer- Gesangverein Waldtapelle 2, Abends 9 Uhr, Musikverein Borwärts, Abends 8 bis 10% uhr, Große Frankfurterder übrigen Redner einverstanden erklärt und mit allen ihr zu Restaurant Kayser, Stalizerstr. 22. Arbeiter- Gesangverein Briz, Abends Gebote stehenden Mitteln die gegründete Genossenschaftsbäckerei Uhr, im Restaurant Schöneberg, Chauffeestraße. durch Hinzuführung von Mitgliedern zu unterstützen verspricht, teuffelstr. 9.Turnverein Hoffnung, abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, ManStraftturnverein Jugendkraft, jeden Mittwoch und Sonnda dieselbe im Stande ist, die Berliner Arbeiter mit gesundem abend 9-11 Uhr Abends bet Lade, Beughofftr. 8. Turnverein Gesund: und kräftigem Brot zu versorgen. Mit einem brausenden Hoch brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr Abends in der Turnhalle, Freienwalderstraße 39.auf die Genossenschaft ging man auseinander. Seraftturnverein Berolina, Abends 9 1hr Nebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% Uhr bei In einer gutbesuchten Versammlung der Mäntel Reedt, Lothringerstr. 94.- Theaterverein Bultania Abends 9 Uhr bei näherinnen, Bügler und Stepper referirte am 16. Mai Herr Täger, Gartenfir. 13/14. Timm über:" Die Frauenarbeit in der Industrie und ihre Be- Sommer, Grünstraße 21. Geselliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Humoristischer Verein Arminia, Dresdener deutung für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse." Der Vor- Garten, Dresdenerstraße 45. Kreuzfidel, bet Gumlich, Reichenbergertrag, an den sich eine kurze Diskussion schloß, fand lebhaften verein Frei Weg", Abend 8% úhr bei Rees, Michaelstirchstr. 39. Fidele Brüder, bei 5. Mrose, Lachmannstr. 5.- Tourifien Beifall. Zum dritten Punkt der Tagesordnung:„ Lohn- und Rauchklub Roo chloch, Abends 9 Uhr, bei Kierstein, Admiralstr. 33. Werkstättenverhältnisse," nahm zunächst Herr Pfeiffer das Rauchflub& affalle, Abends, bet Lock, Friedrichsbergerfir. 11. Rauchtlub Wort: Vielfach finde man bei den für die Konfektionsgeschäfte thätigen Zwischenmeistern der Mäntelbranche die aller- fouci, Boechstraße 61. Rauch tlub Sans: Rauchtlub Vorwärts Südost, bet Bogel, ungenügendsten Arbeitsräume. In einen möglichst kleinen Sorauerstraße Nr. 13. Rauchtlub Ohne 3wang, Abends 9 uhr, bei Raum würden möglichst viel Arbeiterinnen zusammen- Späth, Weinstr. 28. Rauchklub Grüne Quast e, Abends 9 Uhr, bet gepfercht, was natürlich der Gesundheit äußerst schädlich sei. Ahmer Gräfeftr. 82. Schlüter, Kleine Markusjir. 10. Rauchtlub Vultan, Abends 9 Uhr bei Rauchklub Goldene Quaste", Abends 9 Uhr Mit dem Licht sei es auch oft miserabel bestellt. Die dem bei Muß, Jostystr. 8. Fenster zunächst sigenden Arbeiter könnten einigermaßen sehen, 8 Uhr bei Neumann, Höchstestr. 28. Rauchklub Schmoter- Werte, die anderen nicht. Diese Ucbelſtände seien z. B. bei der Firma Wasser und Inselstraßen- Ecke beim Restaurateur Sperling Abends 9 Uhr. Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bei Otto Babel, Frankfurter Allee 90. S. Klein vorhanden, welche jetzt an die Einrichtung einer besseren Bühnenverband Othello, Abends Uhr, Restaurant Lothringer Werkstelle gehe, wahrscheinlich infolge einer Aufforderung des ftraße 101. Gewerberaths von Stülpnagel, an den sich das Bureau der Schneider und Schneiderinnen Berlins deswegen gewandt habe. Die Firma Scheidemann u. Rassel besige eine Aenderwertstelle im Keller, dessen Fenster mit ihrem oberen Rande dem Trottoir gleichlägen und den die zehn bis zwölf dort beschäftigten Arbeiterinnen nur durch eine im Laden befindliche Der Reichstags- Abgeordnete v. Münch hatte, wie wir Fallthür betreten und und verlassen könnten. Es werde da hören, gegen die Redaktion des Stuttgarter Beobachters" Privatoft bis Abends 10 Uhr und auch den ganzen Sonntag gearbeitet. flage wegen Beleidigung eingereicht, weil in einem der FrankDas Bureau der Berliner Schneider und Schneiderinnen werde furter Zeitung" entnommenen Reichstagsbericht des Beobachter" dem Gewerbe- Inspektor davon Mittheilung machen, damit dieser bemerkt war, der Schluß einer Rede des Herrn v. Münch habe für die Schließung dieser Werkstelle Sorge trage. Redner ersuchte sich in der Heiterkeit des Hauses verloren. Die Klage wurde Die Anwesenden, hauptsächlich aber die Damen, von derartigen jedoch vom Stuttgarter Amtsgericht abgewiesen, weil in der fragWertstellenverhältnissen in wahrheitsgetreuer Darstellung dem lichen Bemerkung ein Angriff auf die sittliche Qualifikation des Bureau, Martgrafenstr. 85, Mittheilung zu machen, damit dieses Herrn v. Münch nicht enthalten sei. Damit geschieht dem sich an die zuständigen Behörden um Abhilfe wende, die in Herrn v. Münch ganz recht. Wenn er als Reichstags- Abgeordmancher Beziehung auf Grund der Gewerbe- Ordnung von diesen neter feinen besseren Geschmack beweist, als auf eine Kritik feiner verlangt werden tönne. Herr Timm wies darauf hin, daß sich Thätigkeit mit einer Beleidigungstlage zu antworten, dann mag der Gewerberath von Stülpnagel an das Bureau mit dem Er- er sich sammt seinem Reichstagsmandat begraben lassen. fuchen gerichtet habe, ihm eine Zusammenstellung schlechter, unFenersbrünste. Bei Bromberg ist die Sodafabrik gesunder Wertstellen zu übermitteln. Es liege nunmehr an den Montwy( Robert Suermondt ut. Komp.) niedergebrannt. Kollegen und Kolleginnen, für Material zu sorgen. Die weitere In Bar le Duc sind durch einen Brand 13 Häuser vernichtet Debatte nahm, veranlaßt durch die Zwischenbemerkungen eines worden. anwesenden Meisters, eine etwas erregte Färbung an. Sprachen noch die Herren Reinke, Andree( Meister), hat am Montag Abend 9 Uhr in der Zeche Wiendahlsbank" Grubenunglück. Wie die„ Dortmunder Zeitung" meldet, 3ander, Schulze, Sebold, Schmidt, Möbius und eine Explosion schlagender Wetter stattgefunden. 9 Häuer und Pfeiffer. Herr Schmidt führte von einem Meister aus 1 Schlepper wurden verletzt. der Urbanstraße an, daß dieser, als er demselben eine Arbeiterin vorschlug, sich erst bei ihm erkundigte, ob sie sich auch zu etwas in der Nacht zum Sonntag in Kucharti erschlagen. Die näheren Aus Pleschen wird berichtet: Der Gendarm Krüger wurde Anderem als zum Nähen gebrauchen lasse. Solche Bumuthungen Umstände dieser That sind( dem„ Berl. Tagebl." zufolge) folgende: würden von Meistern oft an die Arbeiterinnen gestellt. Bon fast In der genannten Nacht machte der Gendarm Krüger mit seinem allen Rednern wurden Beispiele für die grauenhaften Zustände gleichfalls in Rucharti stationirten Kameraden Dahlte eine Paunter dem Zwischenmeister- Regime angeführt und im Anschluß trouille an die russische Grenze. In der zwölften Stunde war daran zum Beitritt zur Organisation aufgefordert. Zum Schluß die Patrouille beendet. Bei ihrer Rückkehr in das Dorf Kucharki wurde eine rege Theilnahme an dem am 20. Juni in Keller's bemerkten die Gendarmen drei Männer, von denen der eine Schulden. Hofjäger stattfindenden Sommervergnügen als erwünscht be- ein Beil trug. Einer dieser Männer verschwand alsbald in der zeichnet, da dessen Ueberschuß der Agitation zu Gute fomme. Richtung nach dem Dorfe Czechel, während die anderen beiden Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der deutschen Wagenbauer sich an der Seite der Straße zu verstecken schienen. Die beiden Berlins und Umgegend. Heute Abend 8½ Uhr bei Feuerstein, Alte Gendarmen Jakobstr. 75, Mitgliederversammlung. Bortrag des Herrn Paul Hundt über woselbst sie noch eine Weile plauderten. Dahlke begab sich begaben sich in die Wohnung des Krüger, Die fernere Gestaltung der freien Hilfskaffen. Gasanßalts- Arbeiter Berlins und Umgegend. Deffentliche Ber- nach Hause, während K. sich an den Tisch setzte, um seinen Be fammlung heute Abend 8 Uhr im Krüger's Salon, Wasserthorstraße 68, richt für den letzten Tag zu schreiben. Kaum war D. in seiner Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Heute Abend 8 Uhr Wohnung angelangt, als auch schon ein Bote ihm die Nachricht brachte, R. ist erschlagen. Augenscheinlich hatte der Mörder auf Kranken-, Sterbe- und Unterstützungskaffe der Berliner Baus- die Entfernung des D. gewartet. Der Schuß, eine starte Schrot- weiteren Rath. Wer nicht hören will, muß fühlen. Wir haben S. W. 30. In Sachen der Zukunft" ertheilen wir feinen Diener. Kaffenlofal Neue Friedrichstr. 44, bei Röllig: Sigung jeden Mitt- ladung, wurde von draußen durch das Fenster abgegeben und unsere Meinung über die Zukunft" schon vor Jahren gefagt Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Süd- fuhr dem am Tische sitzenden K. unter dem rechten Ohr in den und sie wer weiß wie oft wiederholt. Glauben Sie was zu fordern Schule, Hagelsbergerstr. 48: Unterricht in Geschichte( neu); Süd- Ost Kopf. Der schwer Getroffene sprang auf, rief einen Namen, zu haben, dann klagen Sie immerhin. schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( obere); Ost- Schule, Martusftr. 31: Unterricht in Deutsch( mittlerer); Nord- Schule, Müller: wahrscheinlich den des für ihn muthmaßlichen Mörders, und sant R. S. 106. 1. Das eheliche Güterrecht in der Provinz raße 179 a: Unterricht in Deutsch( obere); Rechnen. In allen Lehrfächern sofort todt zu Boden. Die Frau des Ermordeten, welche den Brandenburg ist noch das alte römische Recht, welches im fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, Schuß und auch den Ruf ihres Mannes gehört hatte, eilte herbei 16. Jahrhundert in Deutschland aufgenommen worden ist. Ferner Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Bereinte raft, Abends fand aber ihren Mann bereits als Leiche. Das Motiv des ist für das eheliche Güterrecht in der Mark maßgebend die Buhr, bei Klein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bet Otto Mordes ist noch unbekannt. Der Ermordete, ein allgemein be- Constitutio Joachimica vom Jahre 1527 und das Erbschafts Thierbach, Schwedterstr. 44. Seine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15. liebter, biederer und pflichttreuer Beamter ist 33 Jahre alt; er editt vom 30. April 1765. 2. Ihre Ehefrau fann, falls jeden Monats, Abends 8% Uhr, bei Zechlin, 9.- Gesund brunnen, abends 8% uhr, bei Haferland, Bellermannftr. 87. Gleich hinterläßt eine Frau und zwei Kinder, von denen das eine zwei Sie vor ihr sterben, entweder das ganze Eingebrachte oder heit, Abends 8% Uhr bei Echönemann, Staligerstr. 7. Emansipation, Jahre, das andere ein Vierteljahr alt ist. Im Laufe des heutigen aber die Hälfte von dem gemeinsamen Vermögen Beider vers Abends 8% Uhr, bei Wagner, Alte Schützenstr. 6. Seine, Rigdorf, Tages ist in Kucharti eine Schrotflinte gefunden worden, deren langen. Soweit hiernach nicht das Erbrecht Ihrer Ehefrau oder Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und umgegend. Mittwody. Nebungs- beide Läufe zwar geladen waren, einer aber wurde als frisch geladen Ihrer etwaigen anderen Kinder im Wege steht, können Sie Ihrer stunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Liebesfreiheit, erachtet und von Sachverständigen erklärt, der alte Schuß fei 16jährigen Tochter Ihre Wirthschaft testamentarisch zuwenden. Blumenstraße 38, bet Hente. Freya,( Gem. Chor), Alte Schönhauser vor ungefähr 10 Stunden abgegeben worden. Zwei des Mordes A. H., Jhehoe. Steckbriefe, wie den von Ihnen ge ftraße 22-23, Bözow's Brauerei. Hilaritas, Hochstraße 32 a, bet verdächtige Personen sind bereits in das hiesige Gefängniß ein- wünschten, fönnten wir nur bringen, wenn die Parteileitung dies Wilfe. Deutsche Eiche, Blumenstraße 46, bet Went. Echo 1. Pantow, Echulzestr. 27.- 2erche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Beit geliefert worden. für nothwendig erachtete. Bitten also, sich an dieselbe zu wenden. Bortrag. Bersammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. woch Abend von 8% Uhr. eintreten. Abends 8% Uhr, bei Beiler, Knesebeck- und Herrmannstraßen- Ecke. E3 J. Semmel, praft. Zahn- Arzt, Oranienstr. 55, Moritzplatz. Spr. 9-1, 3-5. Jn der Poliklinik für Unbemittelte 8-9 m., 1-3, 5--6 Nachm.( tünstl. Zähne 2 Mark) Uhren- u. Goldwaaren- Geschäft. C. Königsfeld, Reinickendorfer- Str. 69. 2017L Vermischtes. Möbel, " Bin ich gewerbesteuerpflichtig? Von Dr. P. Günther Berlin, J. J. Heine's Verlag. Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) aus zuverlässiger Quelle, Serbien habe den bestehenden HandelsHamburg, 24. Mai. Die„ Hamburger Nachrichten" erfahren vertrag mit Deutschland gekündigt. Madrid, 24. Mai. Barcelonas find ansständig. 3000 Arbeiter in der Umgegend London, 23. Mai. Durham hat ein Manifest erlassen, in welchem er behuss Fort Der Bund der Rohlenarbeiter in segung des Lohnkampfes um Unterstützungen bittet. London, 24. Mai. Ein großer Ausstand der Zementarbeiter in Aussicht, ebenso wollen die Ewerführer wegen beabsichtigter in der Grafschaft Rent ist infolge angedrohter Lohnherabsehung Frachtherabsetzung ftreifen. Neunzig Schneider stellten heute Abend erwartet. früh die Arbeit hier ein: weitere Ausstände werden für heute Briefkaffen der Redaktion. einen gerichtlichen oder notariellen Ghevertrag geschlossen haben, H. K., Simeonstraße. Wenn Sie nicht mit Ihrer Frau so gehört das Erträgniß des von Ihrer Frau betriebenen Ge schäfts Ihnen und unterliegt der Pfändung wegen Ihrer H. L. Wir würden Ihnen doch rathen, ein vom Arzt oder der Hebeamme ausgestelltes Attest dem Gericht einzureichen, dessen Kosten Ihnen jedoch nicht ersetzt werden. Die Entschuldigung Ordnungsstrafe gegen Ihre Frau festgesetzt werden. würde sonst nicht für ausreichend angesehen, und es würde eine Steinbau in der Brunnenstr. 1g. Es wäre doch er wünscht, wenn Sie oder andere Arbeiter des Baues persönlich auf der Redaktion erschienen. Achtung! Kein Laden. Spiegel und Polster- Waaren. ur eigene Fabritation, 25 Zigarren Ganze Ausstattungen in Mahagoni u. Nusbaum; 1 Mart. Garantie rein amerikanische Küchenmöbel in großer Auswahl empfiehlt 1726L Tabate. Rippentabat 2 Pfd. 60 Pfg. 7 Franz Tutzauer, Tutzauer, puikerstr. 25. Berlin S.0., S. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Uhren und Goldwaaren zu den denkbar billigsten Preisen. 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