Nr. 217. Abonnements- Bedingungen: W Abonnements Preis pränumerando: Bietteljährl. 8,80 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Freuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z tart, für das übrige Auslant& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rofonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate füt bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Roreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Socialdemokratische Manöverkritik. Daß sich der„ Vorwärts" diesmal das Vergnügen gemacht hat, fich durch einen eignen sachverständigen Berichterstatter Schilderungen der Kaisermanöver geben zu lassen, hat die gegnerische Presse schwer verdroffen. Nicht nur Kreuz- Zeitung" und" Norddeutsche Allgemeine Zeitung" suchen in ärgerlicher Verlegenheit unsre fritischen Bes trachtungen als unzutreffend und unzutreffend und übertrieben zurückzuweisen, auch in einem freifinnigen Blatt, der dem Richterschen Freifinn naheftehenden Breslauer Zeitung", empört sich der beschränkte Unterthanenverstand des alles im vornehmsten Rock" Steckende ehrfurchtsvollst bestaunenden liberalen Philifters gegen unfre Manövergloffen. Auf das scheinoppofitionelle Gepläntel der Freifinnigen Volkspartei gegen den Militarismus wirft diese freifinnige Verteidigung des militärischen Theaterspiels ein bezeichnendes Licht. Das freisinnige Blatt schreibt: 3 „ Daß sich die feindlichen Schüßenschwärme verzweifelt nahe gekommen find, wird von den socialdemokratischen Sachverständige mit dem Bemerken konstatiert, daß die Wirklichkeit hier ein gan andres unheilvolleres Bild gewähren würde; und von einem Infanterie- Sturmangriff, der mit wehenden Fahnen und klingendem Spiel unternommen wurde, heißt es, daß er sich auf dem Manöverfelde wunderschön ausnehme, im Ernstfalle aber Taufenden Leben und Gesundheit fosten würde, da der angegriffene Teil sicherlich von seinem Magazingewehr in der ausgiebigsten Weise Gebrauch machen würde. Nicht zu sagen, daß die Kavallerie- Angriffe auf Artillerie und Infanterie in Grund und Boden verdammt werden und vor der höheren Taktik der Araber, die der socialdemokratische Manöver- Berichterstatter als maßgebend ins Feld führt, keine Gnade finden. mit andren Worten: der Gewährsmann der socialdemokratischen Presse erklärt die ganzen Manöver für hellen Unsinn. Er geht also viel weiter als die freie Schweiz, die trotz ihres Milizsystems die Manöver als eine notwendige Einrichtung zur friegsmäßigen Ausbildung der Truppen ansieht. Ja noch mehr, der gute Mann scheint in seiner weltfremden Harmlosigkeit zu glauben, daß im ernsten Kriege die Soldaten einander nur aus sicherer Entfernung befchössen, und daß Sturmangriffe und Nahtämpfe vermieden werden würden, weil sie Tausenden das Leben fosten. Solche Menschenverluste sind natürlich immer tief bedauerlich, aber wenn fie nicht zu umgehen sind und einem höheren Zwecke dienen, wenn sie den Gewinn einer Schlacht ermöglichen und also ein wichtiger Schritt auf dem Wege zum ehrenvollen Frieden sind, dann müssen fie leider gebracht werden." 9 Donnerstag, den 17. September 1903. Zeitung" wegen Zeugnisverweigerung in Haft genommen worden. selbst die„ Germania": Ueber diese neue Aktion gegen einen Arbeiter- Redakteur urteilt heute Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. organische Stoffe verarbeiteten, stießen dann aber bald an eine Grenze, über die sie nicht kommen könnten: die Verteuerung des Rohstoffes. In dieser Weise geht es weiter: ein Ragout unausgeglichener theoretische Späne ohne inneren Zusammenhang. Deutfches Reich. „ Die Staatsanwaltschaft giebt sich noch immer der Hoffnung hin, durch längere Haft Leimpeters zur Angabe des Einsenders des amtlichen Berichtes über die Berarbeiter- Bewegung zu zivingen. Das amtliche Schriftstück des königlichen Kommissars Krohn an die Regierung behandelte in vier Abschnitten die Arbeiterbewegung im Ruhrkohlenrevier, und zwar 1. die socialdemokratische Partei, 2. die Patrioten und Majestätsbeleidigung. Es ist eine böse Zeit; Bergarbeiterbewegung, 3. die polnisch politische und 4. die selbst patentierte Patrioten fühlen sich nicht mehr sicher vor anarchistische Bewegung. Nur den zweiten Teil des Berichts ver- Denunziationen wegen Majestätsbeleidigung. Die in Magdeburg öffentlichte die„ Bergarbeiter- Zeitung". Die Veröffentlichung ge- erscheinende Sachsenschau", ein patriotisch antisemitisches Blatt, währte einen interessanten Einblick in die Bericht erläßt folgende Warnung: erstattung der Kommissare an die Regierung. Jede = " Unfre Freunde aber möchten wir erneut bitten, auch im nur einigermaßen mit den dortigen Arbeiterverhältnissen ber- intimsten Kreise jedes Wort über den Hof zu vermeiden und das traute Person mußte angesichts einer solch einseitigen Be- fernere Verbleiben in einer Gesellschaft nur von der Unterdrückung richterstattung den Kopf schütteln. Nunmehr findet man aller Unterhaltung über den Fürsten abhängig zu machen. Wie oft verschiedene Maßnahmen der Regierungsorgane ganz erklärlich. hat das Schicksal es nicht schon gefügt, daß nachträglich die harmDie Verhaftung des Redakteurs Reimpeters giebt den Social- lofesten Bemerkungen der Staatsanwaltschaft denunziert wurden und demokraten ueues Agitationsmaterial. Die Erfolge der Social- Männer gegen ihre intimsten Freunde als Zeugen auftreten mußten. demokraten im Ruhrkohlenrevier scheinen auf die Regierung feinen Also hütet die Zungen und schickt euch in die Zeit, denn es ist Eindruck zu machen. Zu dem Gärungsstoff, der ohnehin im böse Zeit!" Ruhrkohlenrevier vorhanden ist, fügt sie einen weiteren hinzu." Daß so ausgewachsene Patrioten die Warmung vor den Demunzianten erlassen, ist für den Monarchismus nicht schmeichelhaft. Ließen also schon die begleitenden Umstände dieses neue Beugniszwangs- Verfahren im bedenklichsten Lichte erscheinen, so wird es noch bedenklicher durch folgende Drahtmeldung des Berliner Tageblatt": dem Provinzialvorfizenden des Bundes der Landwirte für die Wölfe im Schafspelz. Die bündlerische Solidarität wird von Bochum, 16. September.( Privat- Telegramm.) Das Zeugnis- Provinz Posen, Herrn W. Endell, durch einen Aufruf zur Sammlung zwangs- Verfahren gegen den verhafteten Redakteur der Berg- für die überschwemmten Bundesmitglieder demonstrativ verkündet. arbeiter- Zeitung" Leimpeters ist eingestellt und Leimpeters heute In dem Aufruf heißt es: mittag aus der Haft entlassen worden. Sein Rechtsbeistand hatte der Staatsantvaltschaft dargelegt, daß das Verfahren gegen Leim peters gesehlich unzulässig sei, da bei seiner Verhaftung ein Straf berfahren gegen ihn noch garnicht eingeleitet gewesen wäre. " in Beugniszwvangshaft genommen worden sei, bevor die gefeßliche Die Meldung des Blattes will offenbar besagen, daß Leinpeters Boraussetzung hierzu, die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Unbekannt", erfolgt gewesen sei! Ob man das Versäumte nunmehr nachholen und Leinpeters abermals in Haft nehmen wird? Der Arbeiterbewegung wird das nichts schaden. Nach den Fällen Leid, Rehbein fehlte gerade noch der originelle Fall Leimpeters! Die Generalversammlung des Vereins für Socialpolitik. " " Für die infolge der Ueberschwemmung dieses Jahres fo schwer geschädigten Landwirte der Provinz Posen sind durch private Wohlthätigkeit bei den verschiedenen Sammelstellen namhafte Beträge und Unterstützungen eingegangen. So liegen auch bei mir unter anderm zahlreiche Angebote auf Durchfütterung von Vieh vor. Immerhin bleibt noch viel zu helfen übrig und sieht manch fleißiger Bauersmann, manch trentes Mitglied des Bundes heute infolge des Verlustes feiner diesjährigen Ernte mit banger Sorge in die Zukunft, An vielen Stellen ist hilfe noch dringend nötig und wird namentlich im Laufe des Winters nnd bei der Frühjahrsbestellung solche von neuem erforderlich werden. Der Unterzeichnete wendet sich deshalb nochmals an die Mitglieder des Bundes der Landwirte und zwar namentlich an die größeren Besitzer, auch an solche, welche außerhalb der Provinz Posen wohnen, mit der ergebenen Bitte, weiter zu helfen und durch Hergabe von Geld und Naturalien ( Getreide jeder Art usw. zur Winter- und Sommersaat, zu Ernährungs- und Futterzwecken) die bedrängten Berufsgenossen zu unterstügen." Die Sigung vom Dienstag brachte die Verhandlungen über die Tette Wirtschaftskrise oder, wie es in den Publikationen Man sieht, das freisinnig- volksparteiliche Blatt findet sich mit des Vereins für Socialpolitit heißt, die Störungen im deutschen den im Ernstfalle verhängnisvollsten Vorgängen mit wahrhaft philo- Wirtschaftsleben während der Jahre 1900 u. ff.". Als Einleitung zu sophischer Ruhe ab. Da hat sich anläßlich der Vorgänge im Boeren dieser Erörterung hat der Verein eine Reihe Untersuchungen über frieg selbst zahlreicher Fachmilitärs die größte Beunruhigung über die Lage verschiedener der wichtigsten Industrien während des letzten Der Aufruf beweist, wie unzulänglich bisher die staatliche und die Gestaltung des Feuergefechts mittels der modernen Waffen be- Jahrzehnts veröffentlicht. Wie bereits im letzten Wirtschaftlichen private Hilfe gewesen ist. Auch die weiteren bändlerischen Liebesdie Gestaltung des Feuergefechts mittels der modernen Waffen be- Wochenbericht" des" Vorwärts" ausgeführt wurde, bieten diese gaben werden das Elend als Opfer einer im Interesse des Groß mächtigt, da hat man eindringlichst die möglichste Nach- Untersuchungen im einzelnen manche wichtigen Aufschlüsse, aber kein grundbefizes vernachlässigten Flußwirtschaft nur notdürftig lindern. ahmung der„ Boerentaltit" empfohlen, um im Ernstfalle die Gesamtbild. Dasselbe läßt sich von den am zweiten Sigungstag Die Junter, ohnehin furchtbaren Verluste auf ein möglichstes Mindestmaß gehaltenen mündlichen Referaten sagen die die rationelle Bekämpfung der Hochwassers zu beschränken. Thut nichts das freifinnige Blatt findet dies noch um mehrere Grade unter den schriftlichen Arbeiten. Vor- heit, sich jetzt noch als Wohlthäter aufzuspielen! nur standen sie entschieden Katastrophen seiner Zeit hintertrieben haben, besitzen die Unverfroren alle warnenden Erfahrungen souverän ignorierende Bor- bedingung einer Erkenntnis der Ursachen der Wirtschaftskrisen und Das neue Schuldotations- Gesek. Nach der„ Preuß. Korrefp." foll gehen, die Infanterie Sturmangriffe mit klingendem Spiel ihres Verlaufs ist eine genaue Bekanntschaft mit dem Mechanismus ber in Aussicht stehende Gefeßentwurf die Unterhaltungspflicht den nach ältester Schablone und selbst die unmöglichsten Kavallerie- des kapitalistischen Wirtschaftssystems, des Produktionsprozeſſes und Gemeinden zuweisen; die Gutsbezirke werden konform den Ge Maſſenattaden ganz in der Ordnung! Menschenverluste feien nun in sich geschlossenen ökonomischen Lehrsystems. Gerade in diesem meinden herangezogen werden. Für das Gebiet des preußischen Landdes Cirkulationsprozesses des Kapitals, kurz die Beherrschung eines einmal im Ernstfalle unvermeidlich, sie müßten eben höherer Punkt aber hapert es zumeist bei den Nationalökonomen des Vereins rechts wird das die Aufhebung der bisherigen AusnahmeBwede" wegen ertragen werden. Als ob es sich nicht gerade um für Socialpolitit; sie sind weit mehr Wirtschaftshistoriker, als stellung der Gutsbezirke bedeuten; dagegen wird die zwecklose, überflüssige Menschenverluste handelte. Theoretiker im Sinne der Klassischen Nationalökonomie: eines Ricardo specielle Schulbaupflicht der letzteren Lieferung von Baus Bezüglich der bekannten Kavallerie- Attacken erklärt das Blatt, oder Mary. Soweit sie eine Theorie haben, besteht diese in einem materialien wie Holz, Ziegeln usw., soweit sie der Gutsbezirk erfich kein Urteil darüber anmaßen zu wollen. Gleichwohl giebt es buntfchedigen Elefticismus, einer Aneinanderreihung verschiedener zeugt in Wegfall kommen. Für Schlesien, dessen bisherige Ausder„ Kreuz- Zeitung" recht, die zu Gunsten dieser Attacken nichts theoretischer Bruchteile nach ihrer äußeren Wahrscheinlichkeit, wobei nahmestellung auf dem Gebiet des Schulunterhaltungswesens ja Besseres vorzubringen weiß als das folgende Argument: meist völlig ununtersucht bleibt, ob diese Teile sich zu einem in sich bekannt, würde die Wirkung des Gesetzes, falls es zu stande kommt, " Wie soll ein großer Kavallerieförper anders ausgebildet geschlossenen, fonfequenten Ganzen zusammenfügen. Recht deutlichetta folgende sein. Die Gutsbezirke dort haben einstweilen meist werden, als durch die alljährlich wenigstens einmal auf furze Zeit fam das in dem Referat Prof. Sombarts zum Ausdruck, das fast die Verpflichtung, ein Drittel ihrer laufenden Schullasten zu tragen. stattfindende Zusammenziehung im Verband mit den andren nirgends analytisch bis zu den Grundfragen vordrang, sondern sich Bezirke, die danach bis jetzt nur mit dem Dritteil etiva eines Waffen, also beim Kaisermanöver? Wenn aber mit großen Koften mit allerlei äußeren Erscheinungen beschäftigte. Die Ursache des und zwar oft noch dazu eines recht bescheiden bemessenen Lehrerund Mühen eine solche Versammlung erfolgt ist, dann muß doch Aufschwungs in den Jahren 1895 bis 1900 fei, so führte er aus, gehalts belastet waren, werden in Zukunft etwas ungünstiger füglich die Gelegenheit gesucht werden, die so schwierige Führung die Preishauffe. Es gebe nur ein Mittel, eine anhaltende Preis- fahren als bisher. Dagegen werden namentlich die jetzt noch ganz so großer Massen zum eigentlichen Angriff auszuproben." hausse herbeizuführen: die dauernde Steigerung der Goldproduktion. außer allem Verhältnis in Anspruch genommenen Gutsbezirke in Die Gelegenheit zu solchen, wie die" Kreuz- Zeitung" selbst zu der Preise durch Steigerung der Nachfrage nach Waren, die zunächst Gehalt von mehr als hundert Lehrern mit zu bestreiten haben, anDieſe ſei ſeit 1886 unausgefeßt erfolgt. Sie bewirkte die Steigerung Gegenden mit Industriebevölkerung, die zur Zeit zum Teil das giebt, unnatürlichkeiten" muß also fünstlich gesucht" durch die ersten Goldbesitzer ausgeübt werde. Die indirette Birtung gemessen entlastet werden." werden, lediglich um jene großen Kavalleriemassen einmal in Aftion sei aber noch viel bedeutsamer. Vermehrte Goldproduktion bedeute Wie ungerecht jetzt die Verteilung der Laften ist, dafür führt die treten zu lassen. Liegt nicht darin, daß eine solche Gelegenheit, vermehrte Geldflüssigkeit, also eine Erleichterung. Anleihen aufzu-" Tägliche Rundschau" einige Beispiele an: statt sich aus der Situation von selbst zu ergeben, an den Haaren nehmen. Der Gutsbezirk 2. ist 875 Hettar groß und schickt 76 Kinder zur herbeigezogen, mit Gewalt herbeigeführt werden muß, der Beweis Die Frage, warum dann nicht schon in den achtziger Jahren Schule. Der Gemeindebezirk 2. umfaßt 70 Hektar und stellt zwölf für die Ueberflüssigkeit solcher Attacken überhaupt? Wenn sich trotz die Preishausse unter dem rasch zunehmenden Goldzufluß eingesetzt 116 M. und die Gemeinde 848 2.1 Das übrige giebt der Staat. Schulkinder. Zu der Besoldung des Lehrers zahlt der Gutsherr heißesten Bemühens, nur ja eine große Attacke zu reiten, dieser Nitt habe, berührte Prof. Sombart nicht; ebenso nicht, warum denn gerade, 116 M. und die Gemeinde 348 M.! Das übrige giebt der Staat. nur unter Umständen ausführen läßt, die ihn im Ernstfalle zu einem als infolge des füdafrikanischen Krieges die Goldproduktion zu stocken während aus der Gemeinde, die 49 Hektar Grundbesitz hat, 26 Schüler In J. schickt der Gutsbezirk von 300 Heftar 33 Kinder zur Schule, Todesritt gestalten würden, so ist damit doch gerade dargethan, daß begann, der Aufschwung den höchsten Gipfel erflomm. Den Ausbruch der Krise führt Sombart nach Schema F erstens der Schule follte die kleine Gemeinde 2000 M. aufbringen, der kommen. Der Gutsbezirk zahlt 165, die Gemeinde 148 M. Zum Neubau für die moderne Kriegsführung solche Attacken nicht mehr passen! auf die Geldanspannung, zweitens auf die Ueberproduktion zurück. Daß die bürgerliche Presse rechter und linker Hand die socialdemo- Von dieser Ueberproduktion, meint er, sie habe sich dann auf der Gutsherr nichts 11 Er machte aber der Gemeinde ein Geschent von kratische Manöverkritit so übellaunig aufgenommen hat, hat freilich einen Seite des Wirtschaftslebens eingestellt, als die Warenvorräte 500 M., es blieben also noch 1500 M. Gemeindelaften; daher be seinen tieferen Grund. Wollte man die Berechtigung dieser Kritit wegen Mangel an Kauftraft nicht nach der andern Seite hätten ab- tragen dort zur Zeit die Schulsteuern 98 Proz. der veranlagten anerkennen, so würde damit über den ganzen Parade- und geschoben werden können. Die Montan- und Eisenindustrie, die Manöverdrill den Stab gebrochen und damit zugleich über das ganze elektrotechnische Industrie und das Baugewerbe seien die Hauptstellen Konservativen genug Selbstverleugnung beweisen würden, um auf Die Tägliche Rundschau" hegt berechtigte Zweifel, daß die heutige Militärsystem. Weil man aber dies heutige Militärsystem, dafür gewesen. Die Krisenursache sei also eine Disprobie die stehende Drillarmee, diese vermeintlich sicherste Schußwehr portionalität der Produktion, wie es von dem russischen die skandalöse Begünstigung der Gutsbezirke zu verzichten! Nationalökonomen Lujan Bojanowosti festgestellt sei. Diese Theorie sei von vielen aufgenommen, die in neuerer Zeit über Krisen geschrieben hätten. Manche Industrien schüfen aber keine Produktionsmittel, 3. B. Straßenbahn-, Licht, Bau- und andre Industrien. Es handle Ludwigshafen am Rhein, der Stadt, die in diesem Jahre ihr Aus der Pfalz wird uns geschrieben: Der Stadtrat von sich also darum, ein Kriterium zu finden, durch welche Industrie die fünfzigjähriges Jubiläum feierte, beschloß im verflossenen Winter, Disproportionalität erfolge. Das Kapital werde sich immer dort an- an der Simultanschule zwei weitere Handarbeit Lehrerinnen sammeln, wo es am leichtesten Profit zu finden glaube. Das seien anzustellen, welchem Beschlusse die Kreisregierung in Speier unterm aber Industrien, die einen außerordentlichen Bedarf befriedigen, der 4. Februar L. J. zustimmte. Soweit war die Sache mun gediehen, sich leichter ausdehnen lasse als der regelmäßige. In Zeiten des als es dem katholischen Stadtpfarrer Hildenbrand und seinem Aufschwungs würden die Gegenstände erzeugt, die für längere Kollegen Just einfiel, daß durch die Anstellung dieser Lehrerinnen Perioden benutzt werden sollten, wobei es sich darum handle, daß ihre der Strick- und Nähkunst das Seelenheil der ihrer Fürsorge anProduktion zu gleichen Kosten vermehrt werden fönne. Das feien vertrauten katholischen Kinder gefährdet werden könnte; denn die Güter, die der anorganischen Natur angehörten. Die Industrien, die beiden Damen waren protestantisch, und um die Parität zu wahren, " " auch gegen den inneren Feind, nicht preisgeben will, darf man auch die Schwächen unfres zünftigen und zöpfigen Militarismus nicht zu geben. Der Nimbus der blanken Knöpfe muß gewahrt bleiben als das Palladium des Drdnungsstaates! Politifche Ueberficht. Berlin, den 16. September. Das übereilte Zenguis zwangs- Berfahren. Wie wir in unfrer vorlegten Nummer mitteilten, war Genoffe 2eimpetere Bochum, Redakteur der Deutschen BergarbeiterSteuern. Das Ende einer Haupt- und Staatsaktion in Bayern. Daß sich bei uns in Bayern solche kleine Dinge wie die Anstellung von Lehrerinnen der Stridfunft in ihrem Verlauf zu Hauptund Staatsattionen auswachsen können, ist bezeichnend für die Art, wie bei uns regiert" wird. -Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Schluß aus der 2. Beilage.) " " hätten nach ihrer Ansicht nur katholische Lehrerinnen berufen| treten, wenn ich erkläre: Mehring hat mich niemals als das, was erkennen. Zweitens hat Braun gesagt, ich hätte ihm gegenüber werden dürfen. Das flingt zwar lächerlich, ist aber Thatsache. man einen Freund nennt, angesehen, und ich meinerseits habe in geäußert, er habe für ein litterarisches Unternehmen einen bürgerDie Schulverhältnisse Ludwighafens erinnern sehr an die Beiten, in Mehring keinen Freund gesehen. Ich stehe zu Mehring, wie ich zu lichen Gönner gefunden, ich könnte mich im Register des Amtsgerichts denen Deutschlands Bild auf der Landkarte in Hunderten von Farben Tausend andren Parteigenossen stehe, nur glänzte: Die ursprüngliche Stadt hat konfessionell gemischte Schulen, schied, daß Mehring fraft seiner geistigen Befähigung ein mit dem Unter- überzeugen, ob das wahr ist. während die beiden im Laufe der letzten zehn Jahre einverleibten Mann ist, mit dem ich mich gern unterhalte, bei dem man allezeit Singer: Das hat Braun Adolf Hoffmann gegenüber geäußert. Bororte Mundenheim und Friesenheim tonfessionell getrennte Schulen auch in der Privatunterhaltung, sehr viel lernen kann; aber intimere verständlich einen bürgerlichen Gönner niemals vor ihm Stadthagen: Dann ist die Sache erledigt. Ich würde selbsthaben, über die als oberste Hüter die hochwürdige Geistlichkeit ein Bezichungen haben nie zwischen uns bestanden. Ich kann sogar warnen.( Heiterkeit.) gesezt ist. Die katholische Geistlichkeit lebt nun in steter Angst, es behaupten, daß wir in den letzten drei oder vier Jahren nur zweikönnte ihr eins oder das andre Schäflein verloren gehen und so mal Veranlassung hatten, uns aufzusuchen. Einen Freund nenne ich gekommen, wie es sich mit meiner Kenntnis von Mehrings VerHeinrich Braun: Bebel ist noch einmal auf die Frage zurückwacht sie mit Argusaugen darüber, daß ihre Rechte nicht geschmälert nur eine Person, mit der ich sehr intim stehe und mit der ich mich gangenheit verhält zu der Zeit, als ich zu ihm und Singer von Mehring werden. In der Anstellung von zwei weiteren protestantisch ge- nach den verschiedensten Richtungen hin d'accord fühle. Zu diesen sprach, und er hat gesagt: Dieser schlaue Kerl hat sich selbst gefangen durch tauften Handarbeits- Lehrerinnen ersah sie einen weiteren Versuch, Freunden gehören weder ich Mehring gegenüber noch Mehring mir gegen das Zugeständnis, daß er die Broschüre gekannt habe. Es ist mir die katholische Wissenschaft nicht obenauf kommen zu lassen. Die über. Göhre sagt, ich hätte bei Mehring alles mit dem psychologischen ganz unverständlich, wie Bebel das sagen kann. Ich habe ihm beiden Pfarrer wandten sich nun in ihrer Eigenschaft als Diftritts- Moment entschuldigt. Nach dieser Richtung bin ich vollständig ge- ja ausdrücklich zugegeben, daß es ein Widerspruch in sich selbst geSchulinspektoren an das Ministerium in München und riefen deckt durch den Vorwärts"-Bericht, der auch in diesem Punkt( Zu- wesen wäre, wenn ich ihm von der Rehabitilierung Mehrings ges Dieses auf," zur Wahrung der Rechte der Katholiken" den ruf: Wie in allem!) vollständig wahrheitsgetreu ist.( Redner verliest sprochen hätte, ohne zu wissen, warum sie notwendig ist. Es ist Beschluß des Ludwigshafener Stadtrates aufzuheben. Sie stügten die Stelle des„ Vorwärts"-Berichts über den Schoenlant- Brief von selbstverständlich, daß ich als Student der Nationalökonomie damals sich dabei auf eine Verordnung vom Jahre 1883- die also zu Nun tommt heute einer Zeit erlassen wurde, in der man von einem Handarbeit- Unter- feine Entschuldigung ist") Bernhard mit dem Brief" bis aber Mehrings Geschichte der Socialdemokratie gekannt habe. Aber ich richt noch nicht einmal träumte, die bestimmte, daß an konfessionell daß Ich glaube, dieses Citat ergiebt, tannte nicht die ganze Vergangenheit von Mehring und insbesondere Genosse gemischten Schulen mit mehreren Lehrstellen bei Besetzung dieser aufrecht erhalten kann. Göhre seine Beschuldigung in keiner Weise nicht die Artikel der„ Gartenlaube". Diese Artikel haben eine ganz Stellen darauf Rücksicht zu nehmen sei, daß von jeder beteiligten Göhre bisher seine volle Schuldigkeit gethan hat, habe ich nie bes ( Sehr richtig!) Daß Genosse besonders wichtige Bedeutung. Ich war genötigt, auf diese Artikel... Konfession Lehrer in entsprechender Anzahl zur Anstellung gelangen stritten. Er hat mit außerordentlichem Eifer agitiert, und ich habe gegen Bebel auf den Inhalt der Artikel der„ Gartenlaube" einSinger: Sie können nicht in einer persönlichen Bemerkung sollten. Der Stadtrat in Ludwigshafen stellte sich auf den Stand- wiederholt gesagt: Es ist doch gut, daß wir einen so eifrigen Agitator wie gehen. punkt, daß der Handarbeit- Unterricht mit der Konfeffion nichts zu Göhre bekommen haben, der nimmt uns Alten eine ganze Reihe von thun habe und daß hier die angezogene Verordnung nicht zutreffe. Bersammlungen ab.( Göhre: Ich danke!) Dafür haben Sie sich Heinrich Braun( fortfahrend): Ich habe also die Artikel der Was that nun die Regierung? Sie wich einer grundsäß bei mir gar nicht zu bedanken. So habe ich über Göhre gesprochen. so steht hier Behauptung gegen Behauptung. Ich bedaure, daß ,, Gartenlaube" nicht gekannt, und wenn Bebel das Gegenteil sagt, lichen Entscheidung aus und ging wie die Kaze um den heißen Göhre hat dann weiter angeführt, ich hätte ihn doch einmal zu mir Bebel nach meiner ganz bestimmten Versicherung bei seiner BeBrei um die Lösung der Frage herum. Jm vorliegenden Falle rufen und ihn er gebrauchte das Wort ließ es die Regierung beim alten und mit vielen„ einerseite" und Genoffen, ich habe in meinem Leben, namentlich in den letzten zwei Sicherheit seines Gedächtnisses zweifeln, als er den andren Punkt, erziehen können. Ja, hauptung bleibt, er sollte doch eigentlich um so mehr an die andrerseits" entschied fie, daß die Konfeffionsfrage bei der An- Jahrzehnten, das Wort Schulmeister so oft an den Kopf geworfen den er mir entgegengehalten hat, daß ich nämlich die Bekanntschaft stellung von Fachlehrern teine Rolle spiele, daß sie aber nichtsdesto- bekommen, daß ich heillosen Respekt bekommen habe, etwas zu von Mehring schon früher gemacht hätte, hat fallen lassen. Darauf weniger es für geboten erachte, daß billige Rücksichten auf das Ver- thun, was zu diesem Vorwurf Anlaß geben könnte. hältnis der Konfessionen genommen würden. Nun ist er mit keiner Silbe zu sprechen gekommen.( Bebel: Das habe tommt Göhre und fordert mich erzieherische Thätigkeit vorzunehmen!( Seiterkeit.) Ja, Genosse feierlich auf, an ihm ich vergessen, ich kann ja noch darüber sprechen!) Göhre, Singer: Man faim doch nicht im Rahmen einer persönlichen Sie wie stellen lich vor? fich denn meine Stellung eigent- Bemerkung etwas besprechen, was nicht gesagt ist. Ich habe keine Zeit, so etwas zu unternehmen und Heinrich Braun( fortfahrend): Noch ein Wort gegen Kautsky! einem Genoffen zu schreiben: Kommen Sie doch mal zu mir, oder Ich habe angeführt, daß ich Kautsky wiederholt gesagt habe, er wann kann ich Sie aufsuchen. Ich erteile Ihnen dann ein Priva- lasse Mehring zu viel Latitude, er möchte doch in seinen Erinnerungen tiffimum!( Heiterkeit.) Dazu bin ich außer stande und habe umso- nachforschen und dann aufrichtig sagen, woran er sich erinnert hat. weniger Bedürfnis dazu, weil ich nie weiß, wie mein Das Wort„ aufrichtig" war ganz harmlos; wenn aber Kautsky Anerbieten aufgenommen werden würde.( Sehr gut!) Ganz besonders darin etwas verlegendes erblickt, so stehe ich nicht an, zu war Göhre entrüstet über meine Erklärung, daß derjenige, der nach bedauern, daß ich den Ausdruck gebraucht habe. Noch dem 22. November 1902 noch an der Zukunft" mitgearbeitet habe mehr bedaure ich, daß ich auf eine mir von Kautsky infolge dieses oder zu Harden in persönlichen, freundschaftlichen Beziehungen stand, harmlosen Wortes entgegengeschleuderte Invektive mit derselben Nun zu Heinrich Braun! Da kann ich mich sehr furz fassen; sich der skandalösesten Handlungsweise schuldig gemacht habe. Ich habe Invektive geantwortet habe. Ich bitte deshalb um Entschuldigung. er hat heute in der gesuchtesten Weise, um mich milde auszudrücken, gestern aus dem betreffenden Artikel all die drastischen Stellen und wenn ich es für ungerechtfertigt halte, auf Invektiven mit Invettiven feinen Worten einen andern Sinn zu geben versucht als ich. Dabei Beschimpfungen verlesen und dann gesagt: daß sich Genoffen finden, zu antworten statt zu schweigen, so ist es selbstverständlich, daß ich ist aber doch dem schlauen Kerl das Malheur passiert, daß er genau die nach der Veröffentlichung dieses Artikels, nachdem sie diesen auf die Invektiven Bebels in seiner gestrigen Rede mit keinem Wort das bestätigt, was ich gesagt habe.( Sehr richtig!) Ich habe heute Artikel gelesen hatten, weiter an der Zukunft" mitarbeiteten oder eingehe, sondern Ihnen das Urteil überlasse. um so weniger Veranlassung, meine gestrigen Ausführungen richtig freundschaftliche Beziehungen zu Harden aufrecht erhielten, dafür Kautsky: Braun hat gesagt, die Redaktion der„ Neuen Zeit" zu stellen, als ich zu meiner großen Genugthuung tonstatieren fanm, giebt es allerdings keine Entschuldigung; da giebt es kein andres habe den Artikel seiner Frau abgelehnt und diese dadurch gezwungen, daß dieser Teil meiner Ausführungen im Vorwärts"-Bericht so flar Wort als Pfui! davon nehme ich kein Wort zurück. an die" Bukunft" zu gehen.( Braun: Das habe ich nicht gesagt!) wiedergegeben ist, daß sie nach einer nochmaligen Richtigstellung von Göhre sagt, er habe den Artikel nicht gelesen. Wenn Aber doch, daß ich den Artikel abgelehnt habe! Ich habe die Briefe meiner Seite nicht bedürfen. Wenn Braun fragt, welchen Artikel und Göhre das an dieser Stelle nicht nur bor der ganzen nicht bei der Hand und kann daher nur aus dem Gedächtnis citieren. welche Broschüren, die Mehring bis 1887 geschrieben hat, ich gemeint Bartei, fondern gewissermaßen vor der ganzen civilifierten Genossin Braun fragte, ob wir einen Artikel von ihr acceptieren hätte, daß er sie kennt, so erwidere ich, daß ich so deutlich und so Welt, die unsren Verhandlungen aufmerksam folgt, erklärt, so glaube würden. Wir antworteten: Mit Bergnügen, aber wir können uns flar wie möglich das geht auch wieder aus dem Vorwärts"- ich das, und dann trifft mein Vorwurf auf ihn nicht zu. Aufs erst dann entscheiden, wenn er im Manuskript vorliegt. Wir bitten Sie Bericht hervor die Artikel der„ Gartenlaube" und Die höchste überrascht hat mich aber die weitere Erklärung Göhres, daß um Uebersendung. Darauf kam der Artikel, aber zugleich das Verlangen, Geschichte der Socialdemokratie" als solche bezeichnet habe, er auch in der Parteipresse nichts über diesen Artikel gefunden habe. ihn binnen 14 Tagen abzudrucken. Wir hatten großen Stoffandrang, von deren Eristenz und Inhalt im allgemeinen Heinrich Braun In der Neuen Zeit" vom 14. Januar 1903 ist der die nächsten Nummern waren bereits vollständig mit Artikeln besetzt. 1887, als er mir vorschlug, Mehring zu jenem Souper einzuladen, gegen Bernhard gerichtete Artikel Konzessionsschulzes" ent- Wäre der Artikel von Genoffin Braun sehr wichtig gewesen, so hätte genaue Kenntnis hatte. Daß er damals die Rede von Hasenclever halten, in dem gegen den Hardenschen ausführlich polemisiert man ja einen andern Artikel zurückstellen können, aber er war ganz aus dem Jahre 1881 kannte, war vielleicht nicht der Fall. Darüber wird. Ich bin aufs höchste überrascht, daß Göhre auch diesen unbedeutend. Nicht etwa, daß ich das Talent von Genossin Braun rede ich nicht. Weiter habe ich ausgeführt, daß er die Stelle, die Artikel nicht gelesen haben soll. Es ist da der Hardensche Artikel unterschäße, aber der Artikel war ziemlich harmlos und ich hatte er aus dem Artikel der" Gartenlaube" verlas, nicht mehr im Ge- aufs heftigste angegris n worden und als das hingestellt, was er feinen Grund, ihn zum Nachteil andrer, die länger da waren, zu bes dächtnis hätte oder sie nicht gelesen hätte, aber, sagte ich, daß ist. Aber wenn Göhre erklärt, daß er auch diesen Artikel nicht vorzugen. Wir schrieben ihr, wenn sie darauf bestehe, daß die Handlungsweise von Mehring gegen die Partei, die Garten- gelesen hat...( Göhre: Ich habe ihn gelesen 1) Dann allerdings der Artikel binnen 14 Tagen erscheine, müßten wir darauf verzichten. lauben" Artikel und die Parteigeschichte ihm genau bekannt waren, fonnten Sie über den Artikel der Zukunft" nicht mehr im Warum Genoffin Braun dann zu Harden gegangen ist, ist eine ist zweifellos, und ist auch heute von ihm zugegeben. Damit Unklaren sein. Und wenn Sie sich sagten: Da hat Mehring vielleicht andre Frage. Uebrigens hat Genoffin Braun schon früher für die ist alles das bestätigt, waser erst bestritten hat. tendenziös entstellt, dann sind Sie ein viel zu gewissenhafter Mann, Zukunft" gearbeitet. Ich muß jahraus, jahrein Hunderte von Nun sagt er weiter und da beruft er sich anscheinend auf eine um sich nicht gleich zu sagen da Sie doch sicher Abonnent der Artikeln zurückweisen, aber noch kein Verfasser hat sich bisher ge= Erklärung von Mehring selbst er sei zu Mehring gegangen, um" Butunft" find( Buruf Göhres), Sie bestätigen das den Artikel habe ich nötigt gesehen, sich dann an Harden zu wenden. Braun sagt: ich ihn in meinem Auftrage" einzuladen. Genossen, wie sollte ich dazu ja ganz übersehen; mal sehn, was denn da drin steht!( Göhre: Es ist möge in meinen Erinnerungen nachforschen, ob er mir nicht Vors tomment.( Braun ruft: Das habe ich ja korrigiert und gesagt: ein Irrtum, ich habe nicht bestätigt, daß ich Abonnent der Zukunft" sei; haltungen über Mehring gemacht habe. Auf die Invektiven Mit Ihrer Erlaubnis!) Also: Sie kamen damals zu mir und ich bin Abonnent der Neuen Zeit".) Und Sie haben sich auf den dabei will ich nicht eingehen. Was er fagt, ist richtig, er hat fagten( dem Sinne nach): Ich weiß ja, was Mehring gegen unsre Artikel der Neuen Zeit" hin nicht veranlaßt gesehen, den" Butunft" mir zu verschiedenen Zeiten solche Vorhaltungen gemacht, Partei verbrochen, aber ich weiß auch- und Sie wissen es erst recht- Artikel durchzulesen?( Göhre: Ich werde darauf gleich ant- aber er hat vergessen zu sagen, wann. Nicht etwa als was er seitdem für die Partei gethan hat, in den schwersten Zeiten des worten.) Hätte Genosse Göhre auch den Artikel der„ Neuen Mehring zu uns tam, oder bald darauf, im Gegenteil damals Socialistengesetzes, sobald er einsah, daß er unrecht hatte und soweit Beit" nicht gelesen, so hätte ich meinen Vorwurf mit Bezug waren ihm feine Grenzen für die Mitarbeit von Mehring zu weit. es ihm in bürgerlichen Blättern möglich war. Da habe ich zu auf ihn zurücknehmen tönnen. Unter diesen Umständen( Bebel: Sehr richtig!) Damals lebte Braun in der Maienblüte des gestimmt; weil auch ich der Meinung bin, wenn einer einmal ge- aber bedaure ich borläufig, nichts zurücknehmen zu Radikalismus. Damals verlangte er von mir noch ein schärferes fündigt, man ihm das nicht sein Leben lang nachtragen soll, wenn fönnen, sondern muß weitere Aufklärung abwarten. Aber ich bleibe Vorgehen gegen Vollmar.( Hört! hört!) Erst seitdem sein der Betreffende sich bessert und bereut. Ich sagte Braun also: Jch dabei, das ist meine felfenfeste Ueberzeugung, und wenn man mich revolutionärer Spiritus verflogen und er im Lager der habe nichts dagegen, wenn Sie Mehring zur Teilnahme an dem be totschlüge, ich könnte nicht davon abgehen; wer nach Kenntnis Revisionisten steht, hat er Anstoß an der Mitarbeiterfchaft von rühmten Souper einladen. Nun aber sagt Mehring in der„ Leipziger dieses Artikels noch für die Zukunft" gearbeitet hat, auf den Mehring genommen und verlangt, daß ich ihm engere Zügel aufVolkszeitung", Brann sei zu ihm gekommen und hätte ihm gesagt, er trifft das Verdammungsurteil zu, das ich gestern ausgesprochen habe. lege. Warum bin ich dem Rat von Braun nicht gefolgt? wolle ihn in meinem Auftrage einladen. Nein, so stand das nicht Es könnte ja sein, daß der leßte Göhresche Artikel schon vor dem Singer: Das gehört aber nicht mehr zur persönlichen Deund wenn Mehring das so aufgefaßt hat, so ist es unrichtig. Ich Zukunft" Artifel vom 22. November eingeschickt gewesen und nur merkung. habe nur gefagt: Ich bin damit einverstanden, daß er teilnimmt. später veröffentlicht worden wäre. Er ist aber erst im März d. J. Ich begreife ja die hohe Erregung, in die Genosse Göhre durch veröffentlicht worden, also lange Zeit später, und erst nach der Verdie Angriffe gegen seine Person und namentlich durch meine Angriffe öffentlichung der Resolution des Vorstandes.( Hört! hört!) Bitte, geraten ist. Aber, wie es dann immer geht, wenn man einmal Genossen, das trifft nicht zu, was Sie mit diesem hört! hört! sagen in solche hochgradige Erregung verfallen ist, so hört man manches wollen.( Göhre: Sehr bedenklich!) Ach, was von Ihrer Seite in anders als es gesagt worden ist. So ist es dem Genossen Göhre den letzten Tagen an solchen bedenklichen Burufen geleistet worden ergangen. Er hat eine Reihe von Ausführungen gemacht, mit ist, ist noch viel ärger.( Lebhafter Beifall.)... direkter Bezugnahme auf meine Person, die sich gegen Vorwürfe Singer: Ich bitte auf zurufe nicht zu antworten. richten, die ich gar nicht erhoben habe. Ich will nur einige der Bebel( fortfahrend): Ich antworte nicht auf Burufe, das ist ein wichtigsten Puntte anführen. Zunächst hat er wiederholt sich da- Mißverständnis. Man hat auch in der Fraktion zu mir gesagt: jetzt Heine- Berlin: Adolf Hoffmann hat von meinen Fragen eine gegen gewehrt, daß ich ihn einen hergelaufenen Akademiker" habt ihr diese Resolution veröffentlicht und Göhre schreibt weiter beantwortet, er hat festgestellt, daß ich nicht für die bürgerliche genannt hätte. Das Wort habe ich nie in den Mund für die Zukunft". Darauf habe ich geantwortet: Das können wir Presse geschrieben habe und daß also Artikel dieser Art nicht unsern genommen, auch gestern nicht. 06 ein andrer es ge ihm nicht verbieten, eine maßgebende Entscheidung hat hier nur der Agitatoren zwischen die Beine geworfen sein können. Er hat aber braucht hat, weiß ich nicht; ich habe es nicht gehört. Ich Parteitag. erklärt, dies wäre geschehen mit meiner Kanonen- Rede und mit den habe überhaupt bon den jekt zur Partei gehörenden Schließlich noch ein Punkt, der mir insofern der fatalfte ist, weil Artikeln, die ich in den Socialistischen Monatsheften" zur BernsteinAkademikern mit möglichster Objektivität gesprochen. Ich habe er es sich hier um Privatgespräche handelt. Genosse Auer winft ab. Frage veröffentlicht hätte. Die Kanonen- Rede ist kein Artikel, sondern flärt, mir selbst würde von den Proletariern vorgeworfen, daß ich Ich bin aber provoziert dadurch, daß Göhre auf diese Unter- eine Antwort, die ich in einer Versammlung meines Wahlkreises auf die Afademiker fortgesetzt poussiere( Sehr richtig!), daß sie durch mich haltung Bezug genommen hat. Es handelt sich darum, eine Anfrage erteilt habe und erteilen mußte; sie gehört nachgerade zum in der Partei quafi groß gezogen worden wären.( Sehr richtig daß ich im Sommer 1898 oder 99 in der Braunschen Villa im eisernen Inventar jedes Parteitages. Ich lasse mich nicht mehr Und ich habe gesagt: Ich freue mich über jeden, der aus Grunewald mit Göhre zusammengetroffen bin. Wir waren beide darüber aus, nachdem ich in Hannover erflärt habe, ich würde das einer andren sogenannten höheren Klasse zu uns kommt. Ich habe zu Braun eingeladen.( Buruf: Zum Diner?) Nein, es gab fein fünftig ablehnen, und nachdem Bebel in Hannover erklärt hat, daß das wiederholt damit motiviert, daß die Arbeiter Social Diner. Göhre teilte mir dort mit, er wolle nächstens in die Partei meine Auskunft ihn vollständig befriedige und daß er es für ein demokraten find, das ist selbstverständlich; erstaunlich ist nur, daß es eintreten, sich aber zunächst einige Jahre der Ruhe verschaffen und Unrecht halten würde, mich deshalb nochmals anzuzapfen. Nun noch Arbeiter giebt, die nicht Socialdemokraten find. Aber wenn sich hauptsächlich dem Genossenschaftswesen zuwenden. Insofern ist meine Artikel zur Bernstein- Frage! Adolf Hoffmann hat nicht die ein Mann aus andren Schichten in unsre Partei tommt, der hat die Göhresche Darstellung ganz richtig. Sie ist aber nicht Frage beantwortet, wo denn diese Artikel jemand als Knüppel große Kämpfe mit sich selbst auszufechten, der hat tief ein- vollständig. Auch ich will nicht alles sagen.( Meister: Warum zwischen die Beine geworfen sein sollen. Ich glaube es gewurzelte Anschauungen zu überwinden, Vorurteile zu be- denn nicht?) Das ist meine Sache, das geht Euch nichts nicht, daß das geschehen ist. Welche Artikel habe ich denn feitigen, er fommt in Konflikte mit seiner Familie, an.( Heiterkeit. Meister: Dann sagen wir es.) Das kannst Du zur Bernstein Frage geschrieben'? Einen einzigen, der im mit seiner bisherigen Gesellschaftsschicht, und wenn er ja gar nicht. Göhre sagte also weiter: Ich hoffe, bald in der Lage Oktober 1899 erschien, auf dem Parteitag in Hannover trogdem diese überwindet, so ist Hindernisse ihm zu sein, in die Partei eintreten zu können, die Motive, weshalb angeführt, aber sonst in der Partei und der Parteipreffe völlig un das hoch anzurechnen. Nun aber, so habe ich gestern aus- bas sofort nicht möglich war, teilte er mit, ich habe aber keinen beachtet geblieben ist. Das einzige, was ich darüber gelesen, war geführt, verfällt ein Teil dieser Leute nachher noch und zu leicht in Anlaß, sie hier bekannt zu geben ich werde mich hauptsächlich ein Angriff in einem nationalsocialen Blatt, weil ich in dem Artikel alte Vorurteile und Auffassungen und in die Kampfmethoden der dem Studium des Genossenschaftswesens widmen und auch Bernstein von mir abgeschüttelt hatte. Also, dieser Artikel kann alten Zeit zurüd und sie erweisen sich auf diese Weise als Genossen, ein Mandat nehmen.( hört! hört!) Von einer mehrjährigen Ihnen niemals entgegengehalten sein, und ich wiederhole: es wäre an deren Ehrlichkeit ich nicht zweifle, die aber an der Stelle, an die Nuhezeit war da teine Rede. Das war fein Verbrechen, mir zu Ohren gekommen, die guten Freunde hätten schon dafür gesie dann sehr bald gestellt werden, nicht das erfüllen, was man von aber da Göhre das verschwiegen hatte, hielt ich mich für verpflichtet, forgt, daß eine Beschwerde eingegangen wäre. Dagegen zweifele ich ihnen erwartet. Und darum stimme ich denen zu, die uns es zur Vervollständigung mitzuteilen. Ich kann also nicht zu nicht im geringsten daran, daß Ihnen in Versammlungen öfter enta warnen, wenn fünftig solche Leute kommen, fie ohne weiteres geben, daß Göhres Angriffe gegen meine Person auch nur einen gegengehalten ist: Ja, macht es so wie Auer, Vollmar usw.! Das mit offenen Armen aufzunehmen. Wir haben von jetzt ab bei der Schatten von Berechtigung hatten. Meine Vorwürfe gegen ihn be- ist die dumme, thörichte Art, wie unsre Gegner agitieren Größe und Bedeutung der Partei überhaupt alle Ursache, uns jeden, dauere ich in diesem Moment nicht zurücknehmen zu fönnen; ich Singer: Ich bitte, nicht über den Rahmen der persönlichen Bes der kommt, genau anzusehen; wir haben aber bei den Akademikern würde sie gern zurückgenommen haben, wenn er die Sache Klargestellt merkung hinauszugehen. und Intellektuellen zweimal Ursache, sie anzusehen.( Sehr richtig 1) hätte.( Beifall.) Heine( fortfahrend): Was meine Gegner von mir sagen, find So stand die Sache. Göhre hat dann weiter mit einem ge- Stadthagen: Braun meint, daß die Hetzen und Verdächtigungen nicht meine Aeußerungen, und ich möchte die Genossen in solchen wissen bitteren Hohn den ich ihm verzeihe, weil ich vor seinen Wählern zu der regelmäßigen Thätigkeit von mir ge- Fällen bitten, doch erst mal die Gegner zu fragen, ob denn das, ihn begreiflich finde-, ausgeführt, daß ich daß ich alles gehören, soweit ich eine Thätigkeit in seinem Wahlkreise entwickle. was sie als Aeußerungen von mir folportieren, wirklich wahr und than hätte, um Mehring zu retten. Ich habe gestern meine Diese Behauptung ist selbstverständlich unwahr, fie tennzeichnet ihn authentisch ist. Das fann ich beanspruchen. Zubeil hat Beziehungen zu Mehring genau und, wie ich glaube, wahrheits- Weder habe ich gehegt gegen ihn, noch habe ich verdächtigt. Ich nach meiner bestimmten Erinnerung in jener Versammlung getreu geichildert. Ich glaube Mehring in keiner Weise zu nahe zu überlasse ihn vollkommen selbst seinen Wählern, sie werden ihn bald gesagt: Wenn der Parteitag, was er nicht erwartet = alle " " " Kautsky: Dann habe ich nichts mehr zu sagen.( Heiterkeit.) Zubeil Heine hat eine Aeußerung von mir in einer Verſammlung des dritten Wahlkreises erwähnt, aber er hat nicht richtig citiert. In Wirklichkeit habe ich gesagt: Wenn es in der Fraktion dahin kommen sollte, daß beschlossen wird, das höfische Ceremoniell und alles, was damit verbunden ist, mitzumachen, dann könnte es leicht sein, daß die organisierten Arbeiter das Tischtuch zwischen sich und denjenigen Genossen zerschneiden, die sie auf diesen Weg drängen wollen.( Zustimmung.) = " " " " fo. Beschließen würde, To würde e8 einen Schnitt möchte ihm von Bebel gezeigt werden.( Heiterkeit.) Auch Göhre| Sie können sich daher vorstellen, wie überrascht ich war, als ich am ins Tischtuch geben. Aber es kommt ja vor, daß man mal etwas hat erklärt, daß er die Mitarbeit an der Zukunft" als unvereinbar Sonntag vor acht Tagen die Depesche von Eisner erhielt: Brief andres sagt, als man sagen will; es kommt auch vor, daß man sich mit den Parteipflichten hinfort unterlassen werde, und diese Ent- über Ihre Erklärung folgt", woraus ich natürlich sofort schloß, daß berhört. Wenn also Zubeil erklärt, er habe das fagen wollen, was schließung schon vor einiger Zeit durch eine Zuschrift an den Genossen die Erklärung nicht aufgenommen werden würde. Ich wartete mm er jegt gefagt hat, so hat seine Aeußerung natürlich eine ganz andre Bruno Borchardt bekundet habe. Ich glaube: das ist deswegen diesen Brief gar nicht ab, sondern ich sagte mir: Was immer die Bedeutung, als ich annahm. geschehen, weil Borchardt mit eine leitende Stelle im Wahlverein Redaktion schreibt, ob sie eine Aenderung wünscht oder ob sie Göhre: Bebel hat gesagt, ich hätte in meiner Rede aus- Teltow- Beeskow- Charlottenburg einnimmt. Sollte diese Voraus überhaupt die Aufnahme verweigert, das kommt für mich in diesem gesprochen, daß ich durch die Parteipresse keine Kenntnis von dem sezung nicht zutreffen, so hätte Göhre allerdings seinen Brief statt Augenblick gar nicht in Frage. Die Erklärung ist so, daß sie aufs Bollkampf- Artikel in der Zukunft" erlangt habe. Das habe ich nicht an Borchardt lieber an das Bureau der Parteileitung, J. Auer, genommen werden muß; du verlangst das. Ich telegraphierte also gefagt. Er hat mir nachgewiesen, daß ich davon Kenntnis haben treuzbergstraße 30, richten sollen. Das Verhältnis zwischen Göhre zurück: Fordere Aufnahme meiner Erklärung. Weiter schrieb ich müßte, weil ich den Artikel Konzessionsschulzes" gelesen haben und uns ist doch bis heute ein ganz kordiales gewesen. der Redaktion einen Brief: Wie immer Ihr Brief lauten wird, wer müßte. Aus derselben Flüchtigkeit und Sorglosigkeit heraus, die ich Braun hat für seine Person zwar eine Erklärung foie Göhre, immer ihn geschrieben hat: er bekommt auf ihn keine Antwort. Als überhaupt der Zukunft" gegenüber gehabt habe, und aus der Bernhard und Heine nicht abgegeben, aber wohl nur deswegen nicht, ich dann mittlerweile die zweite Erklärung gegen Heine einschickte, übrigen Situation heraus, weil ich wußte, daß der Artikel weil er ja behauptet, für die Zukunft" überhaupt nicht geschrieben fagte ich mir gleich: die ist etwas schärfer und auch persönlicher als die „ Konzessionsschulzes" von Mehring war und weil ich bei den Be- zu haben. Seine Frau, Lily Braun, hat aber die Absicht, nichts mehr erste; wenn die Redaktion schon die erste abgelehnt hat, dann wird ziehungen, die ich seit meinem Eintritt in die Partei zu Mehring für die Zukunft" zu schreiben. Wir glauben, Genosse Heinrich fie die auch nicht aufnehmen. Ich fügte also die Erklärung bei, habe ich habe nicht wie Dr. Maurenbrecher erklärt, daß Braun ist ein viel zu gut erzogener Ehemann, als daß er seiner ivenn sie abgelehnt würde, dann solle sie der Leipziger Boltss ich schon längst in den wissenschaftlichen Gedankengängen von Gattin hierin nicht nachahmen sollte.( Große Heiterkeit.), Davon zeitung" zugeschickt werden. Nun tam Dienstagmorgen der ans Mary, Engels und Mehring mich bewegt habe also, sind wir im großen ganzen befriedigt. gekündigte Brief der Redaktion. Wie ich schon in der Leipziger Volksweil ich wußte, woher der Artikel kam, hat sich meine Nun ist die Fassung der Deklaration vielfach als unklar und zeitung" mitgeteilt habe, bat mich Eisner darin in den beweglichsten Erregung dieser Quelle zugewendet, und ich habe auch dann den unzureichend bezeichnet worden. Wir haben die Aeußerungen der Ausdrücken, von der Veröffentlichung der Erklärung im Interesse der Artikel nicht gelesen, ich hätte ihn lesen müssen, ich habe es nicht Parteiredaktionen darüber selbstverständlich aufmerksam verfolgt. Die Partei abzusehen, resp. die Erklärung abzuändern. Ich habe diesen gethan. Ich erfäre mich schuldig, diese Sorglosigkeit begangen zu Aeußerung des Hamburger Echos" habe ich bereits mitgeteilt, und da Brief in der That nicht beantwortet; ich fagte mir: was du ge haben. Bebel hat weiter eine Unterhaltung mit mir reproduziert. ich weiß, daß Quard stets besonders kritisch gegen die Handlungen schrieben hast, genügt; es liegt kein vernünftiger Grund vor, die Was er gesagt hat, stimmt bis auf den Satz:" Ich werde auch ein des Parteivorstandes ist, so habe ich die Frankfurer Volksstimme" Erklärung abzulehnen. Wenn das geschehen sollte, weiß ich in der Mandat annehmen". Auch darüber ist geredet worden, aber ver- besonders eifrig verfolgt.( Heiterkeit.) Darin fand ich die Er- That nicht mehr, wo die Freiheit der Meinungsäußerung anfängt und ehrter Genosse Bebel, ich glaube, Sie werden, wenn ich Sie daran flärung des Parteivorstandes wörtlich abgedruckt, und dazu folgende aufhört. Ich will gleich betonen: Die Redaktion und speciell Genosse erinnere, zugeben, daß dieser Sag in dieser kurzen Form nicht gefallen redaktionelle Bemerkung: Eisner waren der Meinung, daß sie mich nicht vergewaltigen wollten. ist. Ich habe Ihnen gesagt, daß ich hoffe, später als ein volberechtigter Genosse wirken zu können, und daß ich dann, da ich meinen Beruf aufgegeben habe, um mich dem des politischen Menschen zu widmen, auch mal ein Mandat zu bekommen hoffe. Versetzen Sie sich in meine Lage! Ich war noch nicht Genosse Singer: Ich bitte, in dieser Weise die Sache nicht zu erörtern. Sie haben das volle Recht, sich gegen das zu wenden, was Bebel gesagt hat, aber Sie können doch nicht erklären, warum sie etwas gesagt haben. Göhre: Sie werden zugeben, daß meine Worte zu Bebel nicht der Ausdruck einer Streberei, sondern einer vollendeten Ehrlichkeit bedeutete, mit dem ich mich sichern wollte.( Sehr wahr!) Endlich hat Bebel gemeint, ich hätte ihn mißverstanden, er habe das Wort " Hergelaufene Akademifer" nicht gebraucht und mich nicht gemeint. Selbstverständlich ziehe ich, nachdem Bebel das erklärt hat, die volle Konsequenz daraus. Hiermit find die persönlichen Bemerkungen erschöpft. Die Mittagspause tritt ein. 314 Uhr. Rachmittags Sigung. Den Vorsitz führt Singer. In der Frage der Mitarbeit von Genossen an bürger lichen Blättern ist nachträglich noch folgender Antrag 132, Quard, eingegangen:„ Der Parteitag erklärt, daß die Mitarbeit von Genoffen an andern als Parteiblättern im allgemeinen zu verwerfen ift und daß die litterarisch thätigen Genossen alle Ursache haben, zu vermeiden, durch jene Mitarbeit gegnerische Machtmittel zu stärken. Da sich für Ausnahmen von dieser Regel feine Gesetze aufstellen lassen, muß die Entscheidung darüber in jedem Einzelfalle vom politischen Taft der litterarisch thätigen Genossen und nötigenfalls burch die Parteiorganisation im regelrechten Instanzenwege getroffen Singer teitt mit, daß dieser Antrag nicht mehr zur Diskussion geftellt, aber event. bei der Abstimmung mit berücksichtigt werden Das Schußwort hat werden. Duard." Lönne. " " " Diese Bekanntmachung läßt sich u. GE. kurz dahin zusammen- fie glaubten lediglich das zu tun, was im Interesse der Partei fassen, daß es bei uns in Deutschland für einen ehrlichen Genossen absolut notwendig sei, worüber ich allerdings andrer Meinung war. überhaupt keine Möglichkeit giebt, an einem politischen bürgerlichen Ich habe also auf den Brief vom Dienstag nicht geantwortet. Blatte mitzuarbeiten, da sie alle von der" Frankfurter Zeitung" Mittwochvormittag bekam ich dann einen zweiten Brief, durch den bis zur Kreuz- Zeitung" in" gehässiger und hämischer Kritik" an die Erklärung gegen Heine zurückgewiesen wurde. Es lägen eine unsrer Partei Erkleckliches leisten und uns vielleicht mit Ausnahme ganze Reihe von Bedenken gegen diese Erklärung vor; sie würde der Berliner„ Bolts- Zeitung" feines bekannt ist, auf welches obige einen sehr unangenehmen Eindruck machen und weitere Er Voraussetzung nicht im reichsten Maße zuträfe. flärungen zur Folge haben. Es wurde mir auch mitgeteilt, Danach sagte ich mir: der Parteivorstand befindet sich in seiner daß Auer und Gerisch derselben Meinung seien. Auf diesen Brief Auffassung mit Quard in voller Uebereinstimmung.( uard: habe ich geantwortet und geschrieben: Thut mir leid, ich kann die Dem Sinne nach!) Nun könnte ja diese Auslassung nicht von Gründe nicht als berechtigt anerkennen. Ich erkläre also folgendes: Quard herrühren, aber das ändert ja an der Sache nichts( Quard: Morgen, Donnerstagvormittag, gehen beide Erklärungen mit Gloffen Hier kommt es aber auf die Form an!) Soweit mir bekannt, ist von mir an die Leipziger Volkszeitung". Ich ersuche die Leipziger in keinem andren Blatt der Partei ein andrer brauchbarer Vorschlag Volkszeitung", diese beiden Erklärungen mit meinen Gloffen in der gemacht worden. Soweit die Sache selbst in Betracht kommt, sind Sonnabendnummer zu veröffentlichen. Sie sind also in der Lage, wir mit dem Erfolg dieser Deklaration vollauf befriedigt, und wenn sich nochmals zu überlegen. Wollen Sie die Erklärung aufnehmen, heute die damaligen Beschwerdeführer sich bereit erklärt haben, den so bitte ich Sie, der Leipziger Volkszeitung" entweder zu telegra Wegweiser zu beachten, so können wir jedenfalls mit den vom Partei- phieren oder, auch dazu ist noch Zeit, da mein Brief Donnerstags Eingegangen ist ein Glückwunsch- Telegramm der Genossen von vorstande aufgestellten Grundfäßen für das nächste Verwaltungsjahr abend bei Ihnen ankommt und die Redaktion für die bes Hauscham- Miesbach. völlig auskommen. Deswegen fann ich keinen der andren Anträge treffende Nummer der„ Leipziger Volkszeitung" erft Sonnabendmorgen Schluß 1½ Uhr. befürworten. Auch der Antrag Quard würde an dem Thatbestand geschlossen wird ihr zu schreiben, fie möge die Erklärungen zus nichts weiter ändern. Bum Beweise dafür, daß auch nach bürger- rücksenden und die Gloffen nicht drucken. Nun hat sich freilich licher Auffassung die Genossen, die sich der Deklaration fügen, nichts nachträglich herausgestellt, daß dieser Brief, den ich an den„ Voran ihrer Parteiehre einbüßen, citiere ich eine Aeußerung der Tag- wärts" richtete, zwar Donnerstagnachmittag ankam, daß er aber lichen Rundschau":" Mit der Frage, ob Socialdemokraten Mit nicht gleich in die Hände von Eisner gelangte, weil Eisner nach arbeiter bürgerlicher Blätter sein dürfen, hat sich neulich der social- Dresden verreist war und erst Freitag zurückkam. Allerdings demokratische Parteivorstand beschäftigt. Dabei ist er zu der war es ja nach dem, was ich vorhin ausführte, auch salomonischen Entschließung gekommen, daß eine Mitarbeiterschaft am Freitagabend noch möglich, der Leipziger Volkszeitung" oder Redakteurstellung bei Preßunternehmungen, die an der social- zu telegraphieren. Eisner war ja nun der" festen Ueberzeugung, daß demokratischen Partei gehässige oder hämische Kritik üben, nicht zu er recht habe mit der Ablehnung der Erklärungen. Er glaubt, wie gestatten sei. Bei Blättern hingegen, wo solches nicht der Fall er im„ Vorwärts" dargelegt hat, daß die Redaktion bei der Abwäre, tönnten Socialdemokraten ruhig mitarbeiten: soweit nämlich lehnung von Erklärungen sehr weitgehende Rechte habe. Ich kann Stellungen in Betracht kämen, in denen der Parteigenosse nicht diese Auffassung in der Weise, wie Eisner fie vertritt, durchaus genötigt wird, gegen die socialdemokratische Partei zu schreiben oder nicht teilen, die, wenn fie maßgebend sein sollte, die gegen sie gerichtete Angriffe aufzunehmen". Es muß in der Redaktion in die Lage brächte, absolut über die Freiheit jungen socialdemokratischen Gesellschaft doch noch ein wenig kunter- der Meinung und der Meinungsäußerung zu entscheiden. bunt hergehen. Unter anständigen bürgerlichen Publizisten pflegt An dem guten Willen und der Aufrichtigkeit von Eisner, mir gegen es als schlechthin selbstverständlich zu gelten, daß sie nicht an Unter- über die Meinungsfreiheit nicht unterdrücken zu wollen, nehmungen mitwirken, die ihre persönliche Ueberzeugung bekämpfen besteht für mich nicht der geringste Zweifel. Ich ( Hört! Hört!) habe ihm geschrieben: Ich empfinde die Ablehnung als oder in den Schmuh zerren. Das wird hier als Anstandspflicht bürgerlicher Publizisten an eine Vergewaltigung, aber hier steht Meinung gegen Meinung. gesehen, während die socialdemokratische Partei- und Schriftsteller- Nun hat sich auch die Preßkommission mit der Sache beschäftigt und Ehre doch turmhoch über diese Anschauungen erhaben sein sollte! zu meinem Gunsten entschieden, insofern sie erklärte, es habe Mit der Annahme der Auffassung des Parteivorstandes wird kein Grund vorgelegen, die Erklärungen nicht aufzunehmen. diese Auffassung selbstverständlich zu einer Richtschnur für die Partei- Die Redaktion ist auch danach auf ihrem Standpunkt verblieben, hat genossen. Es kann jetzt feinen Streit mehr darüber geben, daß das, fich aber dann schließlich gesagt: wenn die Kommission so entscheidet, was da verlangt wird, gethan werden muß. Streit fann höchstens wollen wir die Sache nicht zum äußersten treiben. Sie hat also noch darüber entstehen, ob in dem einen oder andern Fall die Auf- die Erklärungen mit einer entsprechenden Einleitung abgedruckt. Aus fassung des Parteivorstandes bezw. des Parteitages Anwendung finden diesem Grunde, weil die Erklärungen abgedruckt sind, war für mich foll. Ich bitte, unter Ablehnung der andren gestellten Anträge den nun die Sachlage eine ganz andre, und ich hatte jetzt selbstverständlich Antrag 7 des Parteivorstandes anzunehmen. feine Ursache mehr, die Frage gewissermaßen dem Urteil des Singer schlägt vor, zunächst über den Antrag 7 abzustimmen, Parteitages zu unterbreiten und eine Erklärung des Parteitages im Falle von dessen Ablehnung über die Anträge 8-16, 120, zu probozieren. Also ich bin durch das, was geschehen ist, vollständig zufriedengestellt und nur noch zu einigen Quard bittet, zunächst über Antrag 132 als über den weit- furzen weiteren Bemerkungen genötigt. In der Einleitung. gehendsten abzustimmen. Für diesen werde eine Reihe von Dele- die Vorwärts" gierten stimmen, die nicht für den Antrag 7 stimmen könnten. meinen Erklärungen vorausschickte, behauptet, der Vorwärts" habe die Bernsteinsche Ansicht über die Singer: Ich würde davon abraten, zuerst über einen weder be- Vicepräsidenten- Frage entschieden bekämpft. Das ist nicht meine gründeten, noch diskutierten Antrag abzustimmen.( Sehr richtig!) Ansicht. Wir werden die Frage ja bei Punkt 4 der Tagesordnung Ich mache Quarck daraus keinen Vorwurf, er konnte ja erst während erörtern, wo auch die Haltung des Vorwärts" zu den ganzen der Diskussion zu der Formulierung seines Antrages gelangt sein. revisionistischen Bestrebungen zur Sprache kommen wird. Ich werde Friedländer schlägt vor, zunächst über Antrag 128 abstimmen zu dann meine Ansicht über die Frage sehr scharf markieren und einen Vorschlag machen, der in hohem Grade beitragen dürfte, daß fünftig Adolf Hoffmann tritt dieser Ansicht entgegen; der Antrag des hin die Vertuschungstaktit des„ Vorwärts" vermieden wird. Ein andrer Punkt! Ich hatte von der Fürstenwalder Resolution gesagt, Parteivorstandes gehe weiter. Der Parteitag beschließt, zunächst über Antrag 7 abzustimmen, ich wisse, wie diese Erklärung zu stande gekommen sei. Ich und für den Fall von dessen Annahme die andern für erledigt zu fann mir denken, wie die Fürstenwalder dazu kamen, in dieſer Frage plötzlich so in den Vordergrund zu treten, von denen man Der Antrag wird mit 283 gegen 24 Stimmen bei 4 Stimm- bisher nach dieser Richtung nie das geringste gehört hatte, wenu enthaltungen angenommen. Dagegen stimmen: Beed, Birk, fie auch im übrigen selbstverständlich durchaus brave Genossen sind. Heinrich Braun, Efftinge, v. Elm, Engler, Edm. Fischer, Göhre, Eine bestimmte Person habe ich aber nicht genannt, die Redaktion Seine, Holzapfel, Hug, Japer, Kolb, Kratsch, Krämer, Lindemann, aber sagte: Da würden beftimmte Personen verdächtigt und diese Mannheimer, Adolf Müller, Päplow, Quard, Südefum, Thiele, Timm, Beschuldigung sei nach ihrer Information nicht zutreffend. Ich sagte mir: mag sein, aber was geht das denn die Redaktion an? Ich unterschreibe ja meine Erklärung.( Sehr richtig!) Glaubt eine bes stimmte Person in der Partei dadurch getroffen zu sein, so hat sie ja das Recht, gegen meine Erklärung aufzutreten. Dann wäre die Sache wahrscheinlich abgemacht gewesen. Deswegen hatte die Redaktion jedenfalls kein Recht, die Aufnahme zu verweigern, fie fann sich nicht zum alleinigen Schiedsrichter über solche Fragen aufwerfen. Bfanutuch: Ich werde mich auf das rein Sachliche beschränken. Braun hat mir vorgeworfen, daß wesentlich durch die Schärfe meines Angriffs die Debatte so heftig geworden ist. Dem ist nicht so; ich halte mich für keinen so aggressiven Genossen, der andre so bertegen könnte, daß sie gezwungen wären, die Frage auf diese Weise aufzurollen. Wenn Braun bemängelt hat, daß seine Beschwerde im Borstaubsbericht nicht vollständig wiedergegeben sei, so will ich Ihnen zum Betveise dafür, daß der Parteivorstand bei der Erledigung dieser ganzen Angelegenheit niemand hat verlegen wollen, den Brief vom 27. Februar, der im gedrudten Bericht nur auszugsweise vorliegt, in seinem vollständigen Inhalt nochmals vorlesen: Antwort auf die Anfrage der Genossen Heinrich Braun 2c. Berlin, 27. Februar 1903. Werte Genoffen! Auf Ihre Zuschrift vom 18. Februar a. er. haben wir Ihnen folgendes zu antworten. Wir tönnen nicht anerkennen, daß die Redaktion der" N. 3t." durch Aufnahme des Artikels Konzessionsschutz" in Nr. 16 des genannten Blattes eine Handlung beging, die eine Rüge oder Burechtweisung unsrerseits verdiente. 128, 132. Wir hätten nur gewünscht, daß der betreffende Artikelschreiber ben Namen desjenigen oder derjenigen genannt hätte, die er mit feinen Angriffen freffen wollte, um Mißverständnisse zu verlassen, der weitergehe als der des Parteivorstandes. meiden." Sotveit stand es im Vorstandsbericht. Daß die Redaktion der Neuen Zeit" den in Frage stehenden Artikel veröffentlichte( und zu dieser Frage ihre Ansichten äußerte), geschah im Namen derselben persönlichen Freiheit, in deren Namen Ste beanspruchen, daß Parteigenossen ihre Arbeiten in jedem ihnen gutdüintenden gegnerischen Blatte veröffentlichen dürfen. erachten. Vollmar. Boraussetzung bei der Aufnahme von Artikeln in die„ Neue Zeit" ist, daß der oder die Angegriffenen das Recht und die Möglichkeit haben, auf die gegen sie gerichteten Angriffe zu antworten. Dieses Recht hat aber, tvie der Artikel des Genossen Bernhard in Nummer 19 der Neuen Zeit" beweist, die Redaktion dem Angegriffenen in vollem Umfange eingeräumt. Mehr Hehmann. fann unfres Erachtens nicht verlangt werden, und damit fällt für uns auch jeder Grund zur Intervention. " gegnerischen Blättern mitzuarbeiten oder sich in den Dienst der Ueber die Frage, intvieweit Parteigenoffen berechtigt find, an selben zu stellen, behalten wir uns, da es sich um eine Frage von allgemeiner Bedeutung handelt, besondere Entschließung vor und werden wir hierbei unsre Ansicht im Centralorgan der Partei veröffentlichen. Der Parteivorstand. Der Stimme enthalten sich Auer, Bernstein, Gertrud David und Grimpe und Adolf Müller fügen bei ihrer Abstimmung lässig ist, die Abstimmung zu motivieren. die Worte„ trog aller Bedenken" zu.( Heiterkeit.) Singer macht daraufhin darauf aufmerksam, daß es nicht zu lässig ist, die Abstimmung zu motivieren. Block, Hänisch, Michels, Katzenstein und Gradnauer geben schriftlich zu Protokoll die Erklärung, daß sie für den Antrag gestimmt haben, obgleich fie mit seiner Fassung im einzelnen nicht einverstanden seien. Damit sind die Anträge 8-16, 120, 128, 132 erledigt. Es folgt der Punkt: Differenzen zwischen Bebel und deut ,, Vorwärts", Bebel: der " Nun hat man freilich gesagt: du hättest dich an die Preßtommiffion wenden können. Die Preßkommission in allen Ehren. Ich weiß, daß darin selbstverständlich ohne Ausnahme sehr tüchtige " Genossen sind, aber diese Genossen treten nach des Tages Mühe und Arbeit abends zusammen und die über alles das, was sonst vorgeht, Den letzten Abfah hätten wir selbstverständlich im Vorstand gar wenn der Vorwärts" darüber nicht berichtet hat, nicht informiert feinen Anlaß gehabt, den Beschwerdeführern mitzuteilen, aber wir find. Sie müssen also ganz naturgemäß den Informationen, wollten sie von vornherein über unsre Absicht aufklären. Der Parteidie fie bon der Redaktion erhalten, in hohem Grade vorstand hat mit seiner Deklaration nichts andres beabsichtigt, als Glauben schenken. Nun hatte ich vorher schon eine Differenz einen Wegweiser aufzurichten, nach dessen Richtung die Genossen er- Ich habe bereits am Sonntagabend erklärt, daß die Haupt- und mit Gradnauer gehabt. Ich hatte ihm Vorwürfe gemacht fucht wurden, zu marschieren. Man hat sich ja mit aller Energie Staatsaktion, die manche infolge der Unterdrückung meiner Er- wegen der Taktik, die der„ Vorwärts" in den ganzen Bernstein- Fragen gegen die Anmaßung" des Vorstandes gewandt. Wir haben aber in flärung im„ Vorwärts" erwarten, nicht eintreten dürfte, weil die Dinge beobachtet hatte, da antwortete mir Gradnauer: Sie sind im der jetzigen Debatte von den in Frage kommenden Parteigenossen mittlerweile einen Charakter angenommen haben, der auch Irrtum, wenn Sie glauben, daß die Redaktion auf eigne Vergehört, daß sie doch mehr oder weniger jezt geneigt sind, sich den vom von mir nicht vorausgesehen ipar und der die Dinge antwortung gehandelt hatte; wir haben mit der Preßkommission Parteivorstand gegebenen Intentionen, nachdem sie gesehen haben, in einer Gestalt erscheinen läßt, daß nach meiner Auffassung eine über die Sache gesprochen und die hat uns recht gegeben.( Hört! daß auch die Mehrheit des Parteitages derselben Meinung ist, zu erhebliche Debatte nicht eintreten wird wenn nicht bei bestimmten hört 1) Negt Euch darüber nicht auf, ich konstatiere bloß die That fügen. Genossen eine besondere Neigung vorhanden sein sollte. As die fache, zur Aufregung liegt gar kein Grund vor. Darauf schrieb ich Bernhard hat ja auf die direkte Anfrage Bebels erklärt, daß er Nachricht von der Ablehnung meiner Erklärung in die Kreise der Gradnauer: Das mag stimmen, wenn ihr in der Redaktion den Artikel bereue, und auch gemeint, es sei beffer, wenn er nicht ge- Partei drang, da war, glaube ich, die Ueberraschung groß, daß so die Preßkommission informiert und ihr sagt: das und schrieben wäre. Der Parteivorstand konnte ja mit seiner Deklaration etwas vorgekommen fei. Bei der großen Mehrheit der verehrten das droht auszubrechen, es liegt im Partei Interesse, die nicht alle in Betracht kommenden Fälle treffen; sie sollte nur ein Parteigenossen war der erste Gedanke wohl der: Wenn das der Sache möglichst beiseite zu schieben, die Sache nicht zu Wegweiser sein, und deshalb hat es mich gefreut, daß selbst Heine Vorwärts" gethan hat, dann muß Bebel wohl ordentlich in die einer großen Frage auswachsen zu laffen, so begreife ich zugeben mußte, daß unter Umständen etwas von der persönlichen Aleppel gehauen haben! Denn sonst ist das doch kaum denkbar. vollkommen, daß die Kommission, die so gut wie jeder andre der Freiheit zu Gunsten der Allgemeinheit der Partei geopfert werden Als sie dann in die Lage kamen, die abgelehnten Erklärungen zu Meinung ist, daß man ohne Not keine Zerwürfnisse schaffen soll, au misse. Heine scheint also auch diese Meinung für sich acceptiert zu lesen, da werden sich sicherlich die allermeisten gesagt haben: Ich dem Beschluß gekommen ist, den Standpunkt der Redaktion zu haben; er sprach heute morgen von der möglichsten" Freiheit des begreife gar nicht, weshalb diese Erklärung abgelehnt worden ist billigen. Wäre ich dabei gewesen, so hätte ich gesagt: die Sache Handelns. Wenn Heine nach dieser von ihm selbst ausgesprochenen Ich hatte von Anfang an diese Auffassung. Es ist mir, als ich die erste liegt doch etwas anders, wir wollen ja keinen Standal, Ansicht fünftig seine Handlungsweise in Bezug auf Mitarbeit an Erklärung dem Vorwärts" übersandte, auch nicht im entferntesten aber wir wollen, daß Ihr genau unterrichtet werdet gegnerischen Blättern einrichtet, so wird er einwandfrei handeln. der Gedanke gekommen und ich hätte es gar nicht für möglich ge-( Sehr richtig!) über das, Er wird dann den Weg betreten, von dem Göhre gewünscht hat, er halten, daß die Redaktion an dieser Erklärung Anstoß nehmen könnte. nicht bloß von der einen " was in der Partei vorgeht, Seite, bewahre, sondern das stellen. Eisner: " " bezweckt auch mein Antrag, in vollständiger Weise. Von diesem Resolution faffen wollte. Aber in meinem Fall hat nach meiner[ die Redaktion nicht die generelle Verpflichtung hat, alle Gine Vorfall hat Eisner, weil er damals auf Urlaub war, nichts gewußt. Ansicht die Redaktion in dem Eifer, mit dem sie glaubte, für die fendungen aufzunehmen. Das Resultat in diesem Fall Er hat mir nachher selbst gesagt: hätte ich das gewußt, dann wäre Partei- Interessen eintreten zu müssen, unrecht gethan. Das Unrecht ist jedenfalls das, daß nicht Bebel mundtot gemacht worden mir Ihr Standpunkt erklärlicher gewesen. Die Redaktion hatte sich ist aber gut gemacht worden dadurch, daß sie die Erklärung abgedruckt ist, sondern ich, ich hatte nämlich in der Sache auch etwas dann weiter an meinen Bemerkungen gegen Heine wegen der Mar- hat. Damit bin ich zufrieden. zu sagen, nicht in der Marburger Sache, sondern sonstwie. Ich burger Stichwahl gestoßen. Ich wandte mich dann gegen die hochhatte auch ein Eingesandt an den Vorwärts" gebracht, da sagte fahrende Art, in der Heine die Marburger kritisiert hatte, obgleich diese doch formell und materiell im Rechte gewesen seien. Die Re- diese kleine, wirklich kleine Redaktionsangelegenheit nicht zum Aus- müſſen Ich glaube, Ihrer aller Empfindung zu entsprechen, wenn ich mir Eisner: Wir haben von Bebel etwas abgelehnt, deshalb wir auch Ihre Einsendung ablehnen! Darauf daktion sagte: da hat ja Bebel ganz vergessen, daß er selbst an dem gang einer längeren Debatte mache.( Sehr gut!) Ich verzichte habe ich die Einsendung selbstverständlich zurückgezogen. Beschluß in dieser Frage teilgenommen hat. Auch Gerisch hat sich deshalb darauf, auf die Ausführungen Bebels im einzelnen ein- Darauf hat Bebel selbstverständlich die Möglichkeit gehabt, in der in diesem Sinne auf der Brandenburger Provinzialfonferenz zugehen; ich hätte ja vielleicht auch manches auf dem Herzen, ich könnte Leipzigerin zu veröffentlichen, was er auf dem Herzen hatte geäußert. Auch diesen Punkt muß ich mit ein paar Worten flar- eine Debatte entfesseln über die Aufnahme von Erklärungen usw., die zu den Heiterkeit. Buruf: Sie nicht!), nein, ich nicht( erneute Vor der Wahl am 16. Juni hatten wir im Vorstand beschlossen, Nur eine Bemerkung wollen Sie mir gestatten. Es ist ja allerdings ein abgedruckt, was unangenehmsten Redaktionspflichten gehören, die überhaupt existieren. Heiterkeit); außerdem hat der Vorwärts" nachträglich das was die Leipzigerin gebracht hatte. Um auch wir halten am 17. Juni nachmittags eine Vorstandssigung ab. Wir Printip des„ Vorwärts" und darin mögen Sie uns Unrecht meine Einsendung eben noch nachträglich abzudrucken, dazu war es fagten uns: wir haben bis dahin so ziemlich die meisten Wahl- geben wir suchen allerdings persönliche Auseinandersetzungen inzwischen zu spät geworden. Das erfreuliche Ergebnis dieser großen, resultate und wissen wie die Stichwahlen stehen. Dann können wir nach Möglichkeit einzudämmen, und es scheint uns diese Möglichkeit angeblich revisionistischen Schlauheit( Heiterkeit) des Dr. Eisner iſt die Situation überschauen und feststellen, was zu thun ist. Nun in allen den Fällen gegeben zu sein, wo nach unsrer also, daß ich mundtot gemacht worden bin und kein andrer. Dann möchte stellte es sich heraus wir hätten in München weiter denken sollen, Kenntnis der Dinge in den Erklärungen unrichtige oder ungenaue ich noch ein Wort sagen zu meiner angeblichen Aeußerung über Bebel als wir gedacht haben( Vollmar: Sehr richtig!) dann Behauptungen enthalten sind, von denen der betreffende vom Schlafen, zumal auch Bebel selbst mich gestern ein paar Mal hättest Du ja weiter denken und gescheiter sein können Einsender nichts wissen konnte. Ich stelle nun ziveierlei fest. darauf hin, ich will nicht sagen: angenidt, sondern angespitzt hat. als wir, ich wäre Dir sehr dankbar gewesen.( Heiterkeit.) Bebel hat die Loyalität der Redaktion allerdings anerkannt. Ich habe in jener Versammlung ein Bild gebraucht, ich habe von Wir hatten in München festgelegt, welche Punkte für unsre Stichwahl Er hat uns weiter das formelle Recht zugestanden, Erklärungen Bebel gesagt, daß seine Idee, es bestände eine revisionistische BerTaktik maßgebend sein sollten. Run standen wir nach dem 16. Juni abzulehnen. Er hat weiter gesagt, daß es nicht unsre Absicht war schwörung und diese äußere sich in der Haupt- und Staatsaktion der bor folgender Situation: In einer Anzahl Wahlkreise standen- und das war der schwere Vorwurf, der für uns tränkend Kniehose( Große Heiterkeit), einfach ein Gespinnst ist, ein Traumbild, Kandidaten der Freifinnigen Vereinigung in Stichwahl mit aus- war die Meinungsfreiheit irgend eines Barteigenossen ein- das ihn genarrt hat. Ich sagte: die Sache liegt daran, Genosse gesprochenen Bauernbündlern, mit unfren zollwütigsten Gegnern, zuschränken. Dadurch ist der Diskussion der Stachel ausgezogen. Bebel ist nicht hier, wenn man mit ihm ein Wort sprechen von denen wir wußten, daß sie stimmen würden für alle Lebens- Es bleibt nur noch eine fachliche Meinungsverschiedenheit darüber, und ihm fagen tönnte, wie die Dinge liegen, so würde er mittelzölle, für alle Militär- und Flottenpläne, für weitere indirekte ob die Gründe, die zur Ablehnung bezw. zum Wunsche der Ab- sich eines Besseren belehren lassen. Da rief mir irgend jemand Steuern, und daß sie auch für Ausnahmegesetze zu haben sein änderung nur darum handelte es sich in dem ersten Falle wer, weiß ich nicht zu:„ Darf er denn das nicht einmal?" Darauf würden. Auf der andren Seite standen Kandidaten, von denen wir führten, ausreichend waren oder nicht. Da liegt keine Principien- fagte ich: Selbstverständlich gönne ich Bebel seine Ruhe, er wußten, daß sie zwar auch in Zukunft für Flotten-, Militär-, frage vor, sondern eine Frage, über die die Genossen verschieden ist der Wächter der Partei, und er hat in diesem Kolonial- und weltpolitische Forderungen stimmen würden, daß sie denken können. Ich habe mich immer noch nicht ganz zu der An- Falle der " " " ift, Auer: " Es Stadthagen: " von dem Recht eines jeden Wächters Gebrauch ges aber für die Aufrechterhaltung des allgemeinen Wahlrechts eintreten schauung Bebels befehrt, ich bin einmal ein Rechthaber( Heiterkeit), macht, auch einmal einzuschlafen. Und dann, durch Traumbilder und gegen neue Liebesgaben, indirekte Steuern, hohe Lebensmittel- und ich habe noch heute meine Anschauung. Ich habe aber feinen und Gespenster erschreckt ist er aufgewacht( Große Unruhe) und hat Zölle usw. stimmen würden. Ich war es, der im Vorstande die Grund, noch weiter über diese Sache zu reden, umsoweniger, als die nach meiner Meinung zur unrichtigen Zeit ins Alarmhorn geSache zur Sprache brachte und fragte: wie verhalten wir uns? Nach Parteigenossen im Lande Sehnsucht haben, endlich einmal zu hören, stoßen. Das war nicht gedacht als eine Beleidigung Bebels. Ich der Münchener Resolution hätten wir dem kleineren Uebel die Unter- was denn dieser Parteitag thun will.( Heiterkeit und Beifall.) hatte hervorgehoben, daß er der Wächter der Partei ist, und wer stügung versagen müssen. Damit hätten wir es darauf ankommen meine Stellung zu Bebel kennt, der weiß, daß ich an alles andre Tassen, daß das größere Uebel, das nach jeder Richtung hin eher denke, als diesen Mann, den ich nicht nur als schlimmer ist, gewählt wird. Auf der einen Seite war der Münchener Da mein Name in der Preßkommission über diefe Angelegenheit den Veteran der Partei, sondern auch sonst ganz bes Beschluß, auf der andren Seite war ein schwerer Schaden für die und in der Diskussion, die sich daran angeschlossen hat, wiederholt fouders verehre und für den ich in Duzenden von Fällen einPartei. Was sollten wir machen? Wir haben hin und her geredet genannt wurde, so sehe ich mich genötigt, doch auch ein paar Worte getreten bin, beleidigen zu wollen. Trotzdem erhob sich in der bes und schließlich kamen wir zu dem Resultat, daß eine offizielle Erklärung hier darüber zum besten zu geben. Ich schicke voraus, veranlaßt durch treffenden Versammlung einer, der die Auffassung hatte, ich nicht abgegeben werden sollte, daß aber auf offiziösem Wege den Partei- Bemerkungen des Genossen Bebel, daß ich mit dem Marburger Fall hätte dadurch Bebel beleidigen oder kränken wollen. Als ich genossen ein Wink gegeben werden sollte, wie sie sich verhalten sollten. überhaupt nichts zu thun hatte( Buruf Bebels) ich kann Dich das hörte, bin ich dann noch einmal dem entgegen getreten. Sollten dann darüber Beschwerden laut werden, so nehmen wir an, da mißverstanden haben, ich höre ja nicht gut. Ich konstatiere mur, Damit hätte mutn eigentlich diese furchtbar wichtige Anwürde der Parteitag sagen: Ihr habt gefündigt, aber Eure Sünde daß ich mit dem Marburger Fall gar nichts zu thun hatte, weil ich gelegenheit abgethan sein können. Sie ist auch so wenig Hat der Partei zum Vorteil gereicht; wir wollen Euch vergeben. zu der Zeit nicht in Berlin war, an den Verhandlungen aufgefallen, daß der Berichterstatter des„ Vorwärts" die ( Heiterkeit.) So wurde also gehandelt. Die Aeußerung des Genossen des Parteivorstandes nicht teilnehmen konnte und auch ganze Sache sehr vernünftigerweise nicht einmal in den Bes Gerisch auf der Brandenburger Provinzialfonferenz, ich hätte ein schriftlicher Einfluß von meiner Seite nicht aus richt aufgenommen hat. Wenn nicht jemand wer, weiß bei dem Beschluß über die Marburger Stichwahl mit- geübt worden in feiner Richtung. Im übrigen ich nicht- es für nötig gehalten hätte, an Bebel nach Küßnacht gewirkt, beruht auf einem Irrtum.( Gerisch: Habe Habe ich glaube ich, daß gerade der Marburger Fall wieder ein neuer Beweis zu schreiben, dann hätte feiner etwas über Sie gesagt". Aber der nicht gesagt.) Das Resultat der Marburger Wahl war mir dafür ist, daß wir mit der Festlegung unsrer taktischen Haltung auf Brave, der das Bebel berichtet hat, hat, wie ich aus Bebels eignem und der Mehrheit des Vorstandes unbekannt, als wir über die lange Jahre hinaus in Zukunft etwas vorsichtiger sein sollten.( Biel- Munde weiß, ihm nicht das dazu geschrieben, was ich zur Stichwahl- Tattit berieten. Bekannt aber war es auch dem Partei- faches Sehr richtig!) Ich erinnere an den Beschluß über die Stichwahl- Erklärung gesagt hatte, das hat der Herr nicht für nötig ges bureau, wohin die Marburger telegraphiert hatten und wo Pfann- Tattit in St. Gallen, dem wir später gerade entgegenhandeln mußten. halten.( hört! hört!) Bebel hat es mir nicht übel genommen, fuch war. Pfannkuch schrieb ihnen dann, getreu dem Münchener Ebensowenig hatte ich irgend einen Einfluß oder auch nur ein wie er mir erklärt hat, ich habe ihm selbstverständlich seine ErBeschluß habt Ihr das Recht, Euch der Abstimmung zu Urteil abzugeben über die Fürstenwalder Angelegenheit. Diefe war flärung nicht übel genommen. Die Redaktion des Vorwärts" aber enthalten. Ich wußte von der Sache nichts. Einige Tage überhaupt noch in der Schwebe, als Eisner unsren Nat haben wollte, wußte aus ihren Informationen, wie die Sache vollständig war, später lese ich in Küßnacht, Küßnacht, wohin ich gegangen war, und geht mich gar nichts an. Wir werden nicht gefragt: Wie denkt sie hatte wohl auch Bedenken, diese kleine persönliche Geschichte daß der Vorwärts" die Marburger Genossen wegen Ihr über die Fürstenwalder Erklärung oder über die fich dagegen unnötigerweise noch aufs Tapet zu bringen. Darin hat der ihres Stichwahl- Beschlusses angegriffen. Da sagte ich mir, richtende Erklärung Bebels?" Die Frage wurde gar nicht erörtert ,,, Vorwärts" sehr recht gehabt, denn es wäre wirklich sehr wünschenss das war nicht recht geschickt. Die Marburger haben sich an den in meiner Unterredung mit Eisner war für mich bestimmend die wert, und jeder von uns wünscht es, daß kleine persönliche Parteitagsbeschluß gehalten; man durfte ihnen nur den guten Rat Schlußnote, die Du, Bebel, in Deiner Erklärung gegen Heine ge- Reibungen, wie sie im Eifer des Gefechts immer einmal entstehen, geben, anders zu handeln. Es kam zu jener Bolemit, bei der mir richtet hattest. Gerisch und ich haben unsren Ratschlag nicht als nicht über Gebühr fortgesponnen werden.( Stadthagen ruft: MarSie zweite Erklärung des Vorwärts" noch weniger gefallen hat. Die Vorstandsmitglieder und auch nicht im Namen des Vorstandes, son- burger Angelegenheit!) Wollen Sie durch diesen Zwischenruf Erklärung Heines war in sehr hochfahrendem Tone gehalten, der dern aus unsrer freien individuellen Meinung gegeben, die sich ge- den Verdacht ertecken, als hätte ich, was die Mardurchaus nicht gefertigt war.( Sehr richtig!) Heine hat auf Grund staltet hat aus der Ueberzeugung, daß wir damit im Parteiinteresse burger Stichwahl betrifft, irgend etwas zu verschweigen? privater Beziehungen sich beeilt, an Herrn v. Gerlach den Wortlaut handelten. Lesen Sie die Erklärung gegen Heine! Sagen Sie So wenig das der Fall ist, so will ich doch jetzt keine Bemerkungen Vorwärts"-Erklärung zu telegraphieren. Darf man sich sich, daß dieselbe an uns herantrat acht Tage vor dem Parteitag, machen, die nicht zu diesem Punkte gehören. Ich muß aber doch eins wundern, daß die Marburger darüber ganz außer sich überlegen Sie sich die ganze Situation: hätten Sie sich nicht auch gesagt: mal bemerken, es geht jetzt schon die ganzen drei Tage so. Fast tein gerieten? Sie lefen am nächsten Tage die Depesche Heines, ach, was soll da zu allem Ueberflüssigen, das bereits im Gange ist, Redner hat seine Rede zu Ende führen können, ohne durch fortwährende während fte die gegenteilige Erklärung des Parteisekretärs mm noch dieser Ausdruck persönlicher Animosität in die Parteipreffe Zwischenrufe und Privatgespräche Stadthagens gestört worden zu Pfannkuch erhalten hatten. In Küßnacht erhielt ich vom Genossen hineingebracht werden! Es liegt im Interesse der Partei, daß dies sein.( Vielfache Rufe: Sehr richtig!) Da kann man es mir nicht Michels aus Marburg einen Brief, der sich über Heine und den nicht geschieht! Mag sein, daß wir darin falsch geurteilt haben, verdenken, wenn auch mir einmal, wie Bebel sagt, eine Laus über Bortvärts" beschtverte. Ich erwiderte: Ja, ich bin auch geärgert aber es kommt ja nur darauf an, daß wir nach bester Ueberzeugung die Leber läuft!( Heiterkeit und Sehr gut!) über die Art, wie Heine vorgegangen, und auch die Art, wie der im Interesse der Partei glaubten so handeln zu müssen. Vorwärts" verfahre, ist nicht geschickt. Ihr habt zweifellos konform Ich will nur erklären, daß ich auch heute noch der Uebermit dem Münchener Beschluß gehandelt. Aber trotz alledem würde zeugung bin, da ich einmal gefragt wurde, den für mich ich Euch, wenn ich die Möglichkeit dazu gehabt hätte, auch und für die Sache richtigen Ratschlag gegeben zu haben. geraten haben: Wählt Herrn v. Gerlach, trotzdem er ein wäre mir ja lieber gewesen, wenn die Frage gar nicht an mich herFlotten-, Militär-, Kolonial- und Weltpolitik- Schwärmer ist( Buruf: angetreten wäre. Dann hätte ich auch keine Verantwortung gehabt, Ueberhaupt ein Schwärmer! Große Heiterkeit), weil wir von ihm aber es ist doch etwas ganz andres, ein Unheil nicht verhindern zu ficher erivarten tönnen, daß er jeden Angriff auf das allgemeine können oder dadurch die Verantwortung für dies Unheil mit zu überStimmrecht und jede Erhöhung der Lebensmittelzölle zurückweisen nehmen, daß man zu dessen Geschehen durch seinen Ratschlag wird. Das sage ich, obwohl meine Stellung zu Herrn v. Gerlach direkt beiträgt. Letzteres haben wir nicht gethan. An unsrem aus andern Gründen nicht freundlich ist. Da, und das ist charat guten Es zweifelt wohl niemand. teristisch für die richtige Beurteilung des Falles, ant auch meine Ueberzeugung, daß, wenn Bebel zu der Zeit in wortete mir Genosse Michels auf meinen Brief: Ja, wenn wir Berlin gewesen wäre, die Sache wohl beigelegt worden wäre, Wenn rechtzeitig von der Entscheidung des Vorstandes unterrichtet worden das Parteivorstands- Mitglied Bebel und das Parteivorstands- Mitwären, hätten wir auch so gehandelt. So lag die Situation, auf glied Auer sich dann über die Sache unterhalten hätten, so wären Grund deren ich jene Erklärung an den Vorwärts" schickte. In sie wohl in fünf Minuten darüber einig gewesen, den Parteigenossen der Vorwärts"-Redaktion aber dachte man: da ist dem Bebel etwas Bebel zu vergewaltigen" und seine Erklärung nicht zu veröffentpassiert, er muß selber vergessen haben, was er mit beschlossen hat, lichen.( Bebel: Daran zweifle ich allerdings!) Ach wir beide, wir ba wollen wir ihn durch Aufnahme seiner Erklärung nicht in Ver- haben schon ganz andre Sachen erledigt!( Große Heiterfeit.) Es legenheit bringen. Na, das war ein Irrtum. Das war das ist meine Ueberzeugung, daß ich im Partei- Interesse handelte und eine Moment, weshalb die Redaktion die Aufnahme meiner das war meine Pflicht!( Beifall.) Gerisch: Erklärung verweigerte. Dazu tam noch ein weiteres. Auer hat erklärt, ihn hätte nicht der Marburger Passus zu seinem Rate beIch habe auf der Konferenz für die Provinz Brandenburg in stimmt, sondern die Nachschrift, die sich auf Heine bezieht, die wäre Berlin ausdrücklich erklärt, daß, als wir den Beschluß faßten, uns Von der großen Entrüftung, von der Stadthagen sprach, habe ich in angehörig. Ich kann aber wirklich nicht begreifen, wo in ihr eine ber Marburger Fall nicht bekannt war. Ich habe zweimal ganz der Versammlung nichts gemerkt. Ich merkte das erst aus der Nede des Beleidigung für Heine enthalten gewesen sein soll. Wie lautete sie bestimmt erklärt, daß wir den Beschluß nach der Hauptwahl gefaßt haben Genossen, der meine Aeußerung falsch aufgefaßt hatte. Aber das denn? Im Begriff, die vorstehende Buschrift zur Post zu geben, ohne Kenntnis des Marburger Falles. wird mir aus Berlin mitgeteilt: Heine habe unter großer Ent- ohne Kenntnis des Marburger Falles. Wenn für die Aufnahme ist nicht der springende Punkt. Die Hauptfache ist, daß das Referat, rüstung der Versammlung im dritten Wahltreis geäußert: Bebel sist bestanden hätte, daß die betreffenden Einsendungen nicht vom flärung, die ein verschuldetes oder unverschuldetes Mißverständnis bon Erklärungen bisher nur die von Bebel angegebene Marime das man an Bebel erstattet hat, unvollständig war; daß meine Erin Küßnacht und schläft und weiß von nichts, um dann plötzlich zu er- rechtlichen Standpunkt aus bedenklich und nicht gegen den beseitigte, nicht mit berichtet ist, um gegen mich Stimmung zu machen. wachen und loszuschlagen. Der Genosse, welcher mir diese Mitteilung guten Ton verstoßen dürfen, dann wäre die Frage auch machte, wohnte der Heineschen Versammlung bei. Der Bericht des guten Ton verstoßen dürfen, dann für die Redaktion keinen Augenblick Borwärts" über die Heinesche Versammlung enthält diese Aeußerung sind aber schon früher vielfach Einsendungen zurückgewiesen worden, strittig gewesen. E3 Heines nicht. Hat Heine die ihm unterstellte Aeußerung die weder gegen den guten Ton noch gegen das Strafgesez verstoßen gemacht, so erwidere ich ihm, daß, wenn er in ben zwei haben. Für mich war besonders bestimmend, daß wir furz vorher gearbeitet hat, wie ich gearbeitet habe, er sich für einen sehr Redaktion und Breßkommission hatten die Aufnahme abgelehnt, der dem Genoffen Bernstein einen sachlichen Artikel abgelehnt hatten: fleißigen Mann halten darf. Ich gehe nicht hierher, um auf der Wunsch, den Streit vor dem Parteitage möglichst einzudämmen, Bärenhaut zu liegen, sondern, um neben der mir so notwendigen Erholung Arbeiten auszuführen, für die ich in Berlin nicht die mußte unter Umständen auch gegenüber einem Manne wie Bebel Aus Induftrie und Handel. nötige Ruhe finden würde." Wie fonnte sich Genosse Heine davon angewandt werden. Was die Marburger Angelegenheit anlangt, beleidigt fühlen? Er konnte fich doch gar nicht beleidigt fühlen. so bin ich nicht der Ueberzeugung gewesen, daß Bebel die Sache ganz Die Haupthäfen der Welt. Nach einer vom Statistischen Amt Seine Aeußerung, die mir berichtet wurde, ist ja auch in der entfallen war. Wir hatten Eisner veranlaßt, die im„ Vorwärts" ausgegnerischen Presse mitgeteilt worden, und hier habe ich er- gesprochene Stellung einzunehmen, und nun sollte Eisner als Redakteur der Stadt Antwerpen vorgenommenen Berechnung, deren wichtigste fahren, daß in der Preßkommission von zwei Mitgliedern gesagt nach seinem Empfinden gewissermaßen in seinem eignen Blatte ge- Reſultate vom„ Mouvement Geographique" veröffentlicht werden, wurde, Heine habe in der That die Aeußerung gemacht. Ich schrieb rüffelt werden. Eisner meinte, das könne er sich nicht gefallen lassen. hat die Schiffsbewegung von 24 Häfen im letzten Jahr den Betrag Da ist nicht andres übrig geblieben, als daß die Vorstandsmitglieder, von zwei Millionen Tonnen überschritten. An der Spitze dieser aber nur: Wenn Heine das gesagt haben sollte, so erwidere ich die an diesem Beschluß teilhatten, Eisner Recht geben mußten gegen Häfen steht London mit 10 177 023 Tonnen, den zweiten Rang ihm usw. Ist denn das etwas Beleidigendes? In feiner Weise! Bebel. Uns hat nichts ferner gelegen, als Bebel irgendwie in seinen nimmt weder eine europäische, noch, wie man vielleicht denten könnte, Ich gebe ja gern zu: wäre ich statt in Küßnacht in Berlin ge- Ansichten zu beschränken, sondern wir haben aus den lautersten und amerikanische Stadt ein, sondern Hongkong mit 9 598 639 Tonnen. wesen, so wäre die Sache jedenfalls verhütet worden. Ich bin aber Dann folgt New York mit 8 982 767 und Hamburg mit 8 689 000 immer noch der Meinung, daß die Redaktion des„ Vorwärts" hier besten Motiven Eisner den Rat gegeben. Tonnen, darauf Antwerpen mit 8 425 127 Tonnen. Recht er= Heine: einen Rigorismus ausgeübt hat, der zu weit ging. Jede Redaktion heblich ist bereits der Abstand der nächsten wichtigen Häfen, nämlich hat allerdings das Recht, Einsendungen und Erklärungen zurück- Ueber die Marburger Angelegenheit werde ich heute nicht reden, Liverpool mit 6 843 200 und Rotterdam mit 6 546 473 Tonnen. zuweisen, die gegen das Strafgesetz verstoßen oder in denen grobe weil Dr. Michels noch nicht gesprochen hat und weil das ja auch streng zwischen 4 und 5 Millionen Tonnen haben der Reihe nach Verbalinjurien vorkommen oder in denen Mitteilungen ent- genommen unter den Punkt Tattit fällt.( Sehr richtig 1) Die Frage, Shanghai, Marseille, Genua und Kapstadt aufzuweisen; zwischen halten find, die vorläufig Barteigeheimnis bleiben sollen, inwieweit Zeitungen Einsendungen aufnehmen müssen, ist nicht so 3 und 4 Millionen Lissabon, Buenos Ayres, Kopenhagen und Algier. oder die Partei- Interessen verlegen usw.; man kann darüber leicht zu nehmen. Ich empfinde es als einer der Berliner Abgeordneten Bremen steht an 16. Stelle mit 2984 410, dann folgen weiter mit feine bestimmten Grundsätze aufstellen. Deshalb wäre es die schmerzlich, daß ich, um im Vorwärts" zu Worte zu kommen, von mehr als 2 Millionen Tonnen noch Melbourne, Sidney, Alexandria, größte Thorheit, wenn der Parteitag darüber eine bestimmte der Redaktion abhängig bin. Trotzdem bin ich der Meinung, daß Barcelona, Savanna, Havre, Triest und Yokohama. Berantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Druk u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.Unterhaltungsblatt " Monaten, seitdem ich hier size, auch nur annähernd so Glauben dabei ist Heine meinte, ich wollte durch meinen Zwischenruf Marburger Angelegenheit" ihn in den Verdacht bringen, als wolle er etwas verschweigen. Wenn Heine ein ganz flein wenig nachzudenken die Liebenswürdigkeit hätte, so würde er folgendes gemerkt haben: Er hat wieder begonnen, eine Vorlesung über guten Ton zu halten und gemeint, es wäre gut, wenn andre nicht verletzende Aeußerungen Da rief ich ihm zu:„ Mars von Genossen in die Blätter bringen. burger Angelegenheit!" Ich meinte damit den eigentlich superlativ berlebenden Ton der Erklärung. Verlegend, nicht nur gegen einzelne Genossen, sondern gegen die Gesamtpartei. Im übrigen ist die Sache nicht so harmlos, wie Heine sie hinstellt. Ich zweifle gar nicht daran, daß er richtig nach seinem Gedächtnis gehört hat, aber drei Ohrenzeugen haben mir bekundet, daß sie dem Sinne nach das jenige, was der Genosse an Bebel geschrieben hat, gehört haben, und daß darauf eine stürmische Unterbrechung erfolgt ist. Es kommt darauf an, ob die Genossen die Worte von Heine so aufgefaßt haben Wenn Heine von einer großen Anzahl von Genossen oder nicht. mißverstanden wird, so wird er wohl selbst daran schuld sein. Würde er einen flaren und offenen Zon anschlagen, so würde er nicht so oft mißverstanden werden. Heine: Hiermit ist dieser Punkt erledigt. Den Schluß der heutigen Verergeifen Haenisch, Kakenstein und Ledebour die Partei der polnischen handlung bildete die Streitfrage mit den Polen. In der Debatte Socialdemokratie. Rosa Luxemburg empfahl Uebergang zur Tagess ordnung unter Billigung des Verhaltens des Parteivorstandes. Dieser Antrag wurde zum Beschluß erhoben. »i. 217. 20. mm i AtlliM iir$ JoriDirto" Atlülltk Pollioltldtt. kn«»", 17. z-chmd-t WZ. Parteitag der soeialdemokratischen Partei Dentschlands. Dresden, den IS. September. (Schluß der Dienstags-Sitzung.) Bebel(fortfahrend): Ich glaube mich mm über die Frage Mehring ausgesprochen zu haben. Ich bedauere, Ihre Geduld noch eine Weile in Anspruch nehmen zum müssen, aber ich fiihle mich in diesem Augenblick, ich will nicht sagen, in der Rolle des Staatsanwalts, wohl aber in der Rolle dessen, der dem Parteitage die noch fehlen- den Lücken des Beweises dafür schuldig ist, weshalb diese Fragen uns hier so beschäftigen. Ich muß auf einige Artikel der „Zukunft" eingehen. Zunächst handelt es sich um den Artikel:„Die roten Primadonnen" in der Nummer vom 20. November 1892, da werden die Führer der Partei, wie schon aus dem Titel hervorgeht, in der schauderhaftesten Weise verhöhnt, in erster Linie Liebknecht, Singer, Auer, ich und Wollmar— Wollmar damals auch noch—(Heiterkeit). Es heißt da:„Auch die roten Prima- Können haben ihre Claque, auch ihnen lügen, so oft sie die Bretter verlassen, eifrig klatschende Hände Erfolge vor". Dann wird der Gedanke weiter gesponnen, daß der Antisemitismus in der Partei mehr und mehr Platz greife; offiziell natürlich nicht, aber im Privatgespräch. Da taucht bereits auf, in welcher Art Maximilian Wittkowski-Harden Privatgespräche von Genossen zu hören Gelegenheit hatte. Es ist eine der traurigsten Erschenmngen in der Partei, daß in jener Zeit an gewissen Abenden m der Woche, in der Regel Sonnabends, eine Anzahl hervorragender Genossen, auch ich war zeitweilig darunter, zusammen- kamen am Biertisch und daß sich da eme Masse bürgerlicher Schriftsteller der verschiedensten Blätter allmählich einfanden und daß da mit einer Rücksichtslosigkeit, die mich angeekelt und ver- anlaßt hat, die Gesellschaft zu meiden, vor den Ohren der Gegner über Parteigenossen und über Parteiverhältnisse gesprochen wurde. (Hört! hört!) Auf diese Weise konnte die bürgerliche Presse durch die als Zuhörer anwesenden Litteraten die Partei verhöhnen und foppen lassen. Es heißt nun in der„Zuftlnst" unter anderm: Wollmar hat eben seine Gruppe, und Singer, der sein Vermögen der Partei vermacht haben soll, ist ein noch viel mächtigerer Mann beide stützt außerdem noch die Befürchtung, durch ihren Sturz könnten die Herren Bebel und Liebknecht allzu mächtig werden. In diesen: Knäuel persönlicher Erwägungen und Rivalitäten ist schließlich für die Sache kaum noch irgendwie Platz. In diesem Tone geht es weiter: Indessen trägt Herr Liebknecht nicht etwa allein die Schuld; es wuchert da noch eine Preßkommission herum, an deren Spitze natürlich Herr Singer steht und die ängstlich darüber wacht, daß nur ja jede Beschwerde jedes Parteigenossen protokolliert und in jeden: Streit eines Unternehmers mit seinen Arbeitern dem Unternehmer ordentlich eins auf den Kopf gegeben wird;— nebenbei war Singer nie Vorsitzender der Preßkommission. Dann heißt es „Die soeialdemokratischen Zeitungsschreiber sind aber zun: größten Teile solche Kulis wie ihre bourgeoisen Kollegen. Systematisch werden sie zur Klopffechtern erzogen und wem: sie mit noch blutigen Händen vom Morden der Bourgeoisie kommen, dann setzen sie sich mit den Vorkämpfern dieser Welt um den Bier- topf herum und find die besten Freunde von der Welt". Damals war es der Biertopf, heute daS Weinglas.(Sehr richtig!)„In beiden Lagern fechten Söldner und die genarrten Leser nehmen die Geschichte ernst, während die Wüteriche doch, nach einem Worte Lessings, oft genug wie die Fleischerknechte reißen." Zum Schlüsse heißt eS:„Heute herrscht in der Socialdemokratie vielfach gefällige Routine und Liebedienerei, aber die roten Primadonnen sind alt »ind wer die Vorgänge hinter den Eoulissen des Parteitags auf' nierksam beobachtet hat, der kann sich nicht darüber täuschen, daß der Zuschauer ungeduldiges Zischen und Trampeln schon bis zu den Sternen dringt und daß die nächste Generation die alten Lieblinge über den Haufen rennen wird, namentlich wem: sie feine Hände und den trotzigen Mut der Uebertreibung hat." So also wird die Partei in diesem Artikel der„Zukunft" verhöhnt. Es kamen allerdings in längeren Zwischen- räunrcn weitere ähnliche Artikel über die Partei. Ich meine, wenn jemand sich bereit erklären will, an einen: Blatt mitzuarbeiten, dann ist doch die erste Aufgabe eines Mannes, der etwas auf sich hält, daß er sich fragt: was ist denn das ftir ein Blatt? Und wenn je ein Genosse von uns nicht hätte wissen sollen, wer Maximilian Wittkowski-Harden und Iver die„Zukunft" ist, so wäre es seine ver- dämmte Pflicht und Schuldigkeit gewesen, sich zu erkundigen, und es wäre weiter seinePflicht gewesen, genau so wie ich esgethanhabe. diesem Herrn MaxinnlianWittkowski-Harden einen moralischen Fußtritt an eine gewisse Stelle des Körpers zu versetzen, daß er zur Thüre hinaus- flog.(Heiterkeit und Beifall.) Das war die Haltimg, wie ich sie von Männern nicht nur ohne Rücksicht auf die Partei, sondern ganz speciell von Socialdemokraten verlangt hätte. Dann kamen die Zolldebatten des letzten Jahres, in denen Harden wieder als der Ueberzöllner austrat, als wütendster Vertreter des Agrariertums, des Junkertums und seines Raubsystems. Auch das schon hätte jeden Socialdemokraten abhalten müssen, Mitarbeiter dieses Blattes zu sein. Am 22. November 1902 veröffentlichte Harden in der „Zukunft" einen Artikel„Obstruktion", in den: es heißt:„Der Mann"— gemeint ist Graf Vülow—„dem gestern noch als Ivahr- Haft modernen Menschen, als würdigen Erben Schönrednerei gehuldigt worden tvar, sah sich nun als Vertreter der finstersten Finsternis an den Pranger gestellt, und Bernhardiner, deren Dressur vollendet schien, zeigten dem blonden Bändiger drohend die Zähne. Keiner der Schinrpschorführer hatte die 161 Seiten des Entwurfs durchaus studiert, keiner mit heißem Bemühen Wert und Sinn der 940 Tarifnummern erforscht, keiner konnte also der Hauptftage, ob eine sorgsame oder eine liederliche Arbeit vorgelegt sei, Antwort finden." In diesem Tone geht es weiter. Es ist von der Agitation gegen den Entwurf die Rede und heißt dann:„Und Herr Bebel verstieg� sich zu den: Gelöbnis, die Spottgeburt mit starker Faust Das ist eine verhältnismüßig nichts zu sagen hat, obgleich die für das Blatt schreiben, daß ich damals im Namen auch nicht mit ist sie es doch zum Orkus zu schleudern." harmlose Stelle, die weiter ich meine, daß Genossen, hätten berücksichtigen müssen, der Fraktion sprach, und wenn die Fraktion jedem Wort ihres Vertreters einverstanden ist, so selbstverständlich mit der Tendenz seiner Rede.(Sehr richtig I) In der Person des Redners wird die Fraktion selbst angegriffen und beleidigt.(Sehr wahr!) In dem Artikel ist dann werter zu lesen: „Was wir schaudernd inzwischen selbst erlebt haben, braucht nicht ausführlich geschildert zu werden. Unter allgemeiner Teilnahmlosigkeit benet die Kommission, berät jetzt noch das Plenum den Zolltarif; der Versuch, einen Volksaufftand herbeizuftihren, die Massen auf die Beine zu bringen, ist mißlungen, und an die Holzpapier-Stürmchen hat selbst der Philister sich sanft gewöhnt. Längst weiß jeder, daß die neuen Getreidezoll-Ziffer,: den Abschluß von Handelsverträgen nicht hindern, daß diese Ziffern, bevor sie in den Entwurf gesetzt wurden, mit den Hauptstaaten vereinbart worden wäre,:, längst auch jeder wachen Sinnes um sich Blickende, daß die Zukunft der deutschen Geschästsbillanz von ganz andren Faktoren entscheidend bestimmt wird, als von nach so langfristigen Handels- Verträgen. Dann kommt die Partei heran, und das ist das Entscheidende;„Die Sache des Grafen Bülow, der schon grüß- liche Gleichnisse von einem„Zollkahn" und einem„Zollschiffer" ausspie, um meinem Gedanken die Luftröhre frei zu machen, stand schlecht, da kam aus dem linken Lager die Hilfe. Die Socialdemokraten möchten gar zu gern unter dem hehren Zeichen des Brotwuchers ins Wahlschlachtfeld marschieren. Erstens: weil die Bürgerlich-Radikalen sie dann nicht bekämpfen können; zweitens: weil solche Parole ihnen die Nötigung ersparen würde, l j von den „Revisionisten" der Bersteinfärbung zerbröckelte Programiil zu ent- schieiern; drittens: weil sie— die letzten, unsäglich öden Parteitage lehren es— gerade jetzt kein andres wirk- sames"Feldgeschrei haben, als dieses billigste, das selbst ins leerste Demagogenhirn zu hämmern ist.(Lachen.) Eine Partei, die sich stets auf die Wissenschaft, die determinierende Macht des Klassenbewußtseins und der Evolution beruft, schämte sich nicht, den Streit der Theorien in den luftlosen Bereich des Gewissens, der Moral abzuschieben, sie ächten jeden, der mit Jaurss, mit un- zähligen Socialisten aller Erdteile Zollschutz der heutigen Produkion für nötig hält, und scheuen doch nicht die Bundesgenossenschaft der Bartschen Bankiersgarde, die zwar nicht fünf Mark Roggenzoll, aber drei Mark und eine halbe übers zarte Gewissen bringt. (Lachen.) Der alte Manchesterwahn, die englische Krankheit steckt Marxens ungeratenen Söhnen im Blute.(Lachen.) Die Strategen des linken Lagers vergessen zweierlei. Erstens: daß die Zollzänke- reien das Land nicht errungen,— zweitens: daß nur eine zaghafte Mehrheit sich den Willenskanal verstopfen läßt. Einstweilen ist nur die Technik des Abstimmungsverfahrens geändert, keine Pflicht beseitigt, kein Recht geschmälert worden: noch auf hundert ver- schiedenen Wegen aber ist der Tarif zu retten. Nur müssen die Parteien, die solche Rettung wollen, sich endlich beeilen, alle Steden sparen und zur That vorschreiten. Ihr Entschluß könne, da sie eine Zollkampfwahl meiden möchten, nicht zweifelhast sein. Das Volk kümmert sich nicht um die Vorarbeit, sondern nur un: das Resultat, die Handelsverträge. Die will es sehen, will prüfen, welchen Gewerben sie Vorteil bringen: und es wird, wenn das sinnlose Geschwätz nicht bald verstummt, der Obstruktion mit vollem Recht alle beschuldigen, d:e seit zwölf Jahren fast ohne Pause nur um Zollsätze feilschen, die Reichs Politik lähmen und den wichtigsten Willensregungen der Nation den Weg ins Leben verrammeln." Das ist im November vorigen Jahres geschrieben worden, in jenen Stunden, wo wir in: schwersten Kampfe mit der Mehrheit des Reichstages standen. Und wenn selbst alle die, die für die„Zukunft" mitgearbeitet haben. Lily Braun, Benchard, Göhre, Borchardt, Ströbel, nicht gewußt hätten, wie früher, 1893/94, die„Zukunft" war, was sie 1902 geschrieben hat, das haben Sie alle gelesen, alle ohne slusnahme, und wer da noch ein lvenig Ehrgefühl als Mann und Frau und als Genosse hatte, der mußte sich sagen, du hast dich hier verleiten lassen, diesem Harden zu Gefallen zu sein, jetzt kommt er und beschimpft unsre Partei in der niederträchtigsten Weise, jetzt mußt Du diesem Herrn Harden kündigen und ihm Deine Mitarbeiterschast ins Gesicht schlagen. Was aber geschieht? Nichts.geschieht I(Lebhafte Pftri-Ruse und Zischen.) Geschwiegen hat man weiter an der„Zukunft" gearbeitet, das Geld eingesteckt. Die Partei mußte sich beschimpfen lassen. Und nun ftage ich einen jeden: Was verdient derjenige für ein moralisches Urteil, der es unter solchen Umständen über sich gewinnt, für die„Zukunft" weiter zu schreiben?(Zuruf: Prügel! Stürmischer, anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Das ist das Entscheidende, darauf kommt es an. Ich will alles vergessen und vergeben, was die„Zukunft" 1893/94 geschrieben hat, nicht aber, was sie 1902 in den schwersten Tagen des Kampfes unsrer Fraktion gegen eine Welt von Feinden schrieb. Ich sage mit Absicht: gegen eine Welt von Feinden, denn mit dem kleinen Häuflein, das bis zu einem gewissen Grade mitmachte, standen wir allein der ungeheuren Mehrheit des Reichstags und fast der gesamten bürgerlichen Presse gegenüber, Tag für Tag gehöhnt, beschimpft, verspottet, der öffent- lichen Verachtung preisgegeben. Und in diesem großen, historischen Moment ftir die Partei, bei dem Kampf, der der Partei Ehre und Würde eingetragen hat, wie kaum je einer zuvor, giebt es unter uns Marodeure, die der Partei in den Rücken fallen, indem sie ein solches Blatt mit ihrer Mitarbeiterschast unterstützen, ihm ein moralisches Ansehen geben, damit es weiter die Partei be- kämpfen und beschmutzen kann.(Zurufe: Pfui!). Für ein solches Vorgehen giebt es nach meinem Empfinden nichts andres, als ein kräftiges Pfui!(Stürmischer Beifall und Händeklatschen, Zischen.) Ich stehe über vier Jahrzehnte im politischen Kampf; ich war nicht immer Socialist und habe eine Zeitlang den Socialismus ebenso eifrig bekämpft, wie ich ihn dann propagiert habe. Aber meine Ehre ist bis zu dieser Swnde niemals auch nur mit dem kleinsten Rostflecken beschmutzt worden.(Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Und nun Ivill ich denen, die es angeht, ein Geheinmis verraten, wem: es ein Geheimnis ist. Da sagen die Gegner immer, der alte Bebel, da ist nichts zu machen, der hat die Massen hinter sich. Ja, warum hat er denn die Massen hinter sich? Weil alle sich sagen müssen, er hat manchen Schwupper hinter sich, manche Dunnnheit gemacht, manchmal durch sein Temperament sich hinreißen lassen, aber auch in seiner Dummheit war er stets der ehrliche Mann.(Stürmischer Beifall.) Ja auch mit seinen Fehlern hat er geglaubt der Partei zu dienen, und anttppen kann man ihn nicht. (Lebhafter Beifall.) Und wem: Ihr, die das angeht, denselben Einfluß haben wollt, dam: macht es wie ich.(Stürmischer Beifall und Uirruhe.) Es thut mir sehr leid, daß ich diese ruhmredigen Worte— so wird es vielleicht in der gegnerischen Presse ausgelegt werden— aussprechen muß. Aber wenn mau so Gegenstand persönlicher Angriffe war, dann muß ich doch einmal sprechen und Euch das Geheimnis des Bildes von Sais entschleiern und mitteilen, wieso es kommt, daß die Dinge so sind. Es steht deshalb so, weil ich zil jeder Zeit ehrlich den soeialdemokratischen Klassenstandpunkt vertreten habe, weil ich heute noch mit diesen Massen übereinstimme, aus denen ich hervorgegangen bin. Nach der Entwicklung der letzten Jahre bin ich aber leider noch auf meine alten Tage dazu gekonnnen zu sagen: seht Euch jeden Parteigenossen an, aber wenn es ein Akademiker ist oder ein Intellektueller, dann seht ihn Euch doppelt und dreifach an.(Stürmischer Beifall.) Das sage ich, der ich bei den Proletariern im Rufe stand, daß ich selbst ein Ver- kappter Akademiker wäre und der ich den Akademikern stets die Stange gehalten habe. Wir brauchen die Intelligenz der Akademiker und Intellektuellen. Ihnen ist es durch das Glück der Umstände und durch ihre sociale Stellung vergönnt, das wissenschaftliche Rüstzeug mitzubringen, das sie befähigt, in hervorragender Weise für unsre Partei thätig zu sein, wem: sie ehrlich und anftichtig im Einklang mit der Partei handeln. Aber darin liegt auch auf der andern Seite die Gefahr. Ich sage nicht, daß diese Genossen unehrlich sind, daß sie die Absicht hätten, die Partei zu schädigen. Nein, aber gerade als Akademiker, als Männer und Frauen von höherem Wissen und in gewissem Sinne auch von höherer Intelligenz und tieferer Einsicht haben sie die verdammte Pflicht, bei allem ihren Thun und Wirken doppelt und dreifach darauf zu achten, daß sie auch auf dem rechten Wege sind, und sich bei den Proletariern zu informieren, wie diese Massen denken, wie sie fiihlen und was sie wollen; diese Massen, die besser als die Akademiker wissen, um was es sich bei dem Kampfe des Proletariats handelt.(Leb- hafter Beifall.) Wir werden ja über dieses Thema noch bei andrer Gelegenheit zu sprechen haben, denn die ganze Sache steht mit der andren in Verbindung und Sie sehen, wie unrecht diejenigen haben, die da meinen, es handle sich nur um Litteratengezänk, um Dinge, die die Partei nichts angehen. Ich bitte Euch, ich bitte Euch kine- fällig, seid nicht so voreilig im Urteil, sondern ftagt erst, wie es kommt, daß so etwas passieren konnte, wie es kommt, daß in dieser ganze,: Frage auf einmal mit einer elementaren Wucht, wie sie noch niemals die Partei erlebt hat, nicht etwa auf ein Signal von oben, son- dern von unten herauf die Einpörung und Entrüstung wachgerufen wurde. Bei der lumpigen Vicepräsidentenfrage drang überall der Zorn und die Entrüsttmg aus den Massen von unten herauf(Lebhafte Zustimmung); die Mafien sagten sich: jetzt haben wir einen so glorreichen Kampf gekämpft; jetzt sind wir eine solche Macht wie nie zuvor, wir gehen schweren, sehr schweren Zeiten entgegen, und da kommen gewisse Herren mit dieser allerdings speciellen Jnteressenfrage für sie, s i e haben gar kein Geftihl, gar kein Empfinden für das, was die Masse eigenttich fühlt und dentt.(Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Dann hat man mir nach Küßnacht geschrieben, wo ich so viel schlafe (Heiterkeit): Nehmen Sie sich vor den Scharfmachern in acht, nehmen Sie sich vor den Leuten in acht, die Sie umgarnen.(Große Heiterkeit.) Ich habe zurückgeschneben: Ja, Menschen, ich sitze hier fern von Madrid, und Ihr sitzt mitten in der Bewegung drin. Aber Ihr hört nichts, Ihr seht nichts, Ihr wißt nichts und infolgedessen denkt Ihr auch nichts.(Sehr gut!) Ihr sprecht von Scharfmachern? Der einzige wirkliche Scharfmacher bin ich.(Stürmische Heiterkeit.) Mir haben Kautsky und Mehring viel zu gemäßigt geschrieben. Es hat mir auch nicht gepatzt, daß der gute Kautsky mir so einige schöne Stellen aus meinem Artikel gestrichen hat, das trage ich ihm noch lange nach.(Große Heiterkeit.) Es ivaren Perlen, und er hat sie gestrichen.(Erneute Heiterkeit.) Ich sagte mir: Ver- dämmt noch mal, ist das Eure Meinungsfreiheit?(Große Heiterkeit.) Selbst ein mir persönlich sehr wohl gewogener Mann, dessen Ehr- lichkeit und Bravheit in Bezug auf die Partei ich auch nicht eine Sekunde in Zweifel ziehe, der aber in dieser Frage auch einen Standpunkt eingenommen hat, den ich nicht verstehe, schrieb:„Wir haben uns alle Mühe gegeben, es zu keiner Aufregung in der Partei kommen zu lassen, aber ich weiß nicht, wie es zuging, alle Dämme wurden niedergerissen." Ja, das ist ja aber das Schlimme, daß man nicht iveih, wie es zugeht.(Lebhafte Zustimmung.) Es ist das Gleiche, wie in Erfurt, als ich Wollmar zurief:„Es kommt einmal die Stunde, Ivo auf euch Führer das Bild von den thörichten Jung- stauen zutrifft, die auf den Bräuttgam warten, ihn mit ihren Lampen empfangen wollten, un: dann plötzlich zu entdecken, daß sie kein Oel auf der Lampe haben."(Sehr gut!) So ist es auch hier, man hat die Fühlung mit den Massen zum Teil verloren, man kennt die Massen nicht.(Lebhafte Zustimmung.) Und so werden dem: unausgesetzt die Fehler gemacht, von denen ich sage: Jetzt endlich ist es genug, jetzt lassen wir uns das nicht mehr gefallen. (Bravo I) Meine Hamburger sind sehr ruhige Leute, ich habe oft- mals, wenn ich so gehörig dazwischenfuhr und losknallte, gedacht, was werden wohl die Hamburger dazu sagen. Ich habe sie nie gestagt, ich habe immer gedacht: da kriegst du keine gute Antwort. Sie waren still, ob sie einverstanden waren, weiß ich nicht. Nun war ich aber erstaunt, als ich, während ich in Küßnacht saß und schlief (Heiterkeit), so halb im Schlaf das„Hamburger Echo" las (Große Heiterkeit) und aus den Versammlungsberichlen ersah, wie lichterloh die Flammen in die Höhe gegangen waren. Donner und Daria sagten sich die Hamburger, das lassen wir uns nicht mehr gefallen. Jetzt machen wir mal von unsrein Recht Gebrauch und schicken aus jedem Kreise drei Vertreter nach Dresden, die mal gründlich sagen sollen, was wir denken. Da sagte ich mir: wem: es so in Hamburg brennt, dann brennt es in der ganzen Partei(Lebhafte Zustimmung), und es hängt sehr voi: gewissen Leuten ab, wie verzehrend der Brand in der Partei wird(Bewegung), oder ob er sich eindämmen läßt in vernünftige Grenzen.(Zu- stimmung.) Aber eins wird die Folge sein: die Partei wird künstig die Augen aufhalten und es sich nicht mehr nehmen lassen, wenn ihr etwas an den Führern nicht gefällt, ihnen gleich beim ersten Anfang tüchtig den Kopf zu waschen."(Lebhafter Beifall.) Noch einige Worte über den Artikel„Parteimoral". Bernhard hat heute ja gründlich revociert, so gründlich revociert, daß es vielleicht eine Barbarei wäre, persönlich noch gegen ihn vor- zugehen, denn Genossen, ein ärgeres tsstimoninm x-uixsrtatis, guf deutsch Armutszeugnis, wie das, was sich Bernhard heute in Bezug auf feinen Arttkel selbst ausgestellt hat, kann ich ihm gar nicht aus- stellen.(Zustimmung.) Ich nehme doch an, daß sich jeder, der einen Arttkel schreibt, überlegt, was er schreibt und sich über die Wirkung vergewissert. Bernhard aber erklärt: das habe ich nicht geahnt, ich habe nicht geglaubt, daß mein Arttkel eine solche Wirkung haben könne, ich bedauere das, und werde so etwas nie wieder schreiben. Ja, damit sind wir noch nicht fertig, verehrter Genosse Bernhard, es genügt nicht, daß Sie sagen, ich schreibe solchen Artikel nicht mehr, ich frage, wollen Sie noch für die „Zukunft" Artikel schreiben?(Bernhard: Nein!) Es freut mich, das von Ihnen zu hören, ich sage auch hier: Ueber einen Sünder, der Buße thut, ist bei mir mehr Freude, als über neummdneunzig Gerechte. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Das Nein, das Sie nur jetzt entgcgenriefen, schloß ich ja schon ans Ihrer Rede, aber ich wollte ein klares Nein haben, weil ich mir sagte, wenn heute oder morgen Herr Maximilian Wittkowski-Harden die Rede seines bisherigen Mit- arbeitcrs Bernhard auf dem Dresdener Parteitag liest, dann wird er telegraphisch auf seine Mitarbeit verzichten(Sehr richtig I) und davor, sagte ich mir, willst du ttotz alledem Bernhard bewahren (Heiterkeit), indem ich ihm jetzt ein klares Nein abfordere. Dann kann Harden morgen telegraphieren, was er will(Heiterkeit und Beifall), denn Sie haben ihm jetzt schon den Stuhl vor die Thür gesetzt. Sie sehen also, was für ein guter Freund von Ihnen ich bin.(Heiterkeit.) Aber ich muß Ihnen doch nun weiter sagen: der Arttkel enthält verdammt unangenehme Sätze. Bernhard selbst ist ja jetzt exkulpiert, aber Ihr Artikel ist mir doch von besonderer Bedeutung. Ich sagte mir, als ich ihn las: es ist nicht Bernhard allein, der diese gefährlichen, nicderträchttgen Grundsätze über Parteimoral anerkennt, ich vermute, es giebt noch andere Leute in der Partei, die sie teilen, aber für die trifft das Wort zu, das Auer in Hannover von Bernstein sagte:„Lieber Ede, so was thät man— in diesem Falle denkt man— aber man sagt es nicht!"(Sehr gut!) Ich glaube also, es denkt mancher so. Ich spreche nur eine Vermuttmg aus, es soll mich freuen, wenn ich mich täusche. In den letzten zehn Jahren ist nur bei diesem und jenem manches auf- gefallen, Aussprüche und Thaten, wo ich mir sagte, der handelt nach der von Bernhard herausgegebenen Parteimoral. In dem Artikel Bernhards heißt es:„Hart tadelt— ich kenne Hart persönlich nicht, zu meiner Schande muß ich es sagen, ich habe keine Zeit gehabt, seine Schriften zu lesen, ich weiß auch nicht ob er überhaupt ein Parteimann ist, aber eine ganze Reihe dieser modernen Schriftsteller pflegt sich in erster Linie in Bezug auf die Social- demokratte zu äußern, ftir die sie in der That Sympathien haben, mehr nicht— Hart tadelt, daß Parteiführer im engen Kreis objektiv Urteile über die Vorgänge des Tages, über die Maßnahmen der eignen Partei fällen und öffentlich dann ganz anders sprechen. Die Thatsache ist unbestreitbar richtig. Aber Hart irrt, wenn er an- nimmt, das geschehe um der Masse willen. Es geschieht um des Zweckes willen. Kein denkender Mensch verkauft sich einer Partei m:t Haut und Haaren(Hört! hört!), oh doch, ein Genoffe verkauft sich zwar nicht, aber er gehört zu seiner Partei(Lebhafter Beifall), und zwar mit Haut und Haaren.(Stürmischer Beifall.) Weiter heißt es: „Du sollst nicht lügen," sagen, wie es eben in der Schule eingedrillt ist, die Philister, du wolltest dein eignes Ich nicht im Schlanm: der Masse ersäufen, sagen die Schwänner, Propheten. Masse wird hier mit Partei identtficicrt, und doch bedeuten die beiden Worte verschredene Dinge. Wer eine Partei gründet, will ja gerade mög- lichst viele aus der stumpf dahin kabenden Masse lösen. Von der Herde zweigen sich die Parteigenossen ab. Sie bringen noch die alten Lebensgewohnheiten, den alten Herdeninstinkt mit, aber in ihrem Hirn— das klingt so, wenn man es liest, als spräche ein Mann von 60 Jahren mit großen Erfahrungen, dabei ist Bern- hard ca. 30 Jahre alt— in ihrem Hirn hat sich ein Fünkchen ent- findet, daß ihnen in weiter Ferne vielleicht, des Strebens lohnendes jiel zeigt. Wer Partei von Masse; unterscheidet, kann nicht, wie ?art sagen, der Parteiführer ersticke um der Masse willen, in: Banne der Partei, unbewußt in sich das Eigenempfinden und die Eigen« meinimg, er streiche gleichsam die eine Hälfte seines Wesens zu Gunsten der andren. Nein, er erstickt und streicht gar nichts von seinem Wesen, sondern bedenkt nur, daß die Parteigänger eben erst aus der Masse kommen und die Spur solcher Herkunst noch an sich tragen, mit vollem Bewußtsein richtet er danach sein Reden und sein Verschweigen. Auch unreifen Kindern verschweigen Eltern und Lehrer manches, wie sie es in der Wirklichkeit sehen— Dritter Berhandlungstag. Dresden, den 16. September. 91 Uhr. Den Vorsiz führt Singer. Begrüßungen sind eingelaufen vom Kommunistischen ArbeiterBildungsverein in London und vom Verband der lettischen Socialdemokratie. Es wird in die Tagesordnung eingetreten. Zur Verhandlung steht die Mitarbeit an bürgerlichen Blättern. Die Diskussion wird fortgesetzt. # = = " " Das und niemand schilt sie deshalb Lügner. Der politische Pädagoge Aber gestatten Sie mir, noch ein paar Worte dazu muß damit rechnen, daß die Mehrheit seiner Parteiherde noch in Es sagen. andres läßt sich auch noch etwas über die den vom Massenempfinden geschaffenen Vorstellungen lebt, in einem Mit der Neue und Dinge sagen der Vollständigkeit wegen. Kindheitsstadium, und daß diese Mehrheit für den Kampf nicht zu Vergebung, das war schön und vielfach überwältigend, aber entbehren ist." Ja, können denn furchtbarere Grundsätze aufgestelt nennen Sie es Don Quixoterie oder sprechen Sie, wie Genoffe werden, kann alles, was für die Partei, das Parteileben, den ParteiBebel, bei mir auch von einem psychologischen Rätsel.( Sehr gut!) zusammenhalt Bedeutung hat, schlimmer verhöhnt werden?( Sehr Ich müßte nicht der Mann sein, der ich bin und als den Sie mich richtig.) Das ist die misera contribuens plebs der römischen tennen, weil ich mich Ihnen immer offen gegeben habe, wenn ich Patrizier, das ist die Masse, über die die Auguren, wenn nicht in mir den Trieb fühlte, hier auch noch als Verteidiger aufzu fie sich begegnen, lachen! Ja, die sind gut zur Arbeit, für die treten, in einer Sache, die mich nichts angeht, wo mich nicht das Agitation, zum Steuern, zum Stimmen, und im übrigen ist es die geringste eigne Interesse leitet, sondern bloß mein Gefühl. Da will Parteiherde, sind es die Kinder, denen man nicht alles sagen darf, Ledebour- Berlin: Parteigenossen! Ich bin der Ansicht, daß ich zunächst ein Wort über den Genossen Bernhard vorausschicken, was man denkt. Und die Parteiführer sind die Nietzscheschen leber- fachlich sich zur Klärung der Frage nichts mehr beitragen läßt. Ich auch nur, um der Wahrheit die Ehre zu geben. menschen, Kraftmenschen, die in ihrem Kopf mit weiten Gedanken glaube, daß nur noch für die angegriffenen Parteigenossen das Ich habe, wie gesagt, den Artikel von Bernhard nicht so tragisch alles wissen, alles übersehen und überdenken, sie sind die irdische Bedürfnis und die Notwendigkeit besteht, sich zu verteidigen. Wenn genommen, weil er zwar sehr ungeschickt, sehr ungerecht, aber doch Vorsehung der Parteigenossen, denen man die Führung überläßt, wir Schluß machten, dann werden diese Genossen auf persönliche gut gemeint war. Das wollen Sie nicht vergessen. Sie haben ge= denn die Masse ist nicht im stande, sich selbst zu leiten. Ich habe Bemerkungen angewiesen sein; denn bei einer persönlichen Be- fehen, wie dieser junge Mensch gestern in ehrlicher Ueberzeugung einen ähnlichen Ausspruch schon früher gehört und bin dann mit den merkung entgleist leicht der beste Redner. Deshalb will ich aufs und dem Pathos der Neue die Brücken hinter sich abgebrochen hat, Betreffenden furchtbar zusammengeraten, aber ich fürchte, es Wort verzichten und bitte alle diejenigen Genossen, die nicht per- einen Teil seiner Eristenz geopfert hat, um bei uns zu bleiben. denkt noch mancher so, von dem ich es nicht gehört habe. fönlich angegriffen sind, es ebenso zu machen wie ich( Lebhafte Bu- Dieser junge Mensch hat seiner Zeit, als er diefen thörichten Artikel Weiter heißt es in dem Artikel:„ Und ist sie entstanden, hat jedes ihr stimmung), damit die angegriffenen Genossen Göhre und Mehring schrieb, geglaubt, die Partei verteidigen zu müssen. Es giebt ja in angehörende Individuum eine mehr oder weniger bestimmte Vor- Gelegenheit haben, sich zu verteidigen.( Lebhafter Beifall.) der Berliner Litteratenclique, um ein Wort Kautskys zu berstellung von seinem Lebenszweck und Ziel erhalten, sollen dann die Werner- Berlin II verzichtet aufs Wort. wenden, eine Art politischen Ueberbrettltums( Heiterkeit), die aus Führer dieses Glücksgefühl mit Strupeln und Zweifeln zerstören und Heine Berlin: Ich bin hier eigentlich in der Hauptsache nicht allen Bechern nascht und nichts ernst nimmt. Diese Leute Menschen, deren Leben Inhalt zu erhalten begann, wieder in das der Angegriffene; trotzdem, weil ich beiläufig hineingezogen worden hatten die Partei angegriffen wegen die Partei angegriffen wegen ihrer Ernsthaftigkeit. dumpfe Massendasein zurückstoßen, nur weil sie die Unluftgefühle bin und weil von mir noch etwas gesagt werden kann, was nach Nun hat der gute, junge Bernhard( Heiterkeit) geglaubt, diese Uebernicht ertragen können, die ihre Kulturfeele empfindet, wenn sie nicht meinem Gefühl gesagt werden muß, bitte ich Sie, mir ein Weilchen brettler bekämpfen zu müssen, indem er sie noch überüberbrettelte. immer die volle Wahrheit sagen dürfen und manches ver- Gehör zu schenken. Zunächst eins vorausgeschickt! Genosse Adolf( Große Heiterkeit.) Das war falsch, mein junger Freund( Heiterkeit), aber schweigen müssen?"" Die Kulturseele der Führer", die da vor Hoffmann hat unter den Namen, deren in der bürgerlichen Presse es war gut gemeint, und das verzeihen Sie ihm deshalb bitte. Ich der Masse verschweigen, die der Masse immer soviel Weisheit ein- veröffentlichte Artikel den Parteigenossen bei der Agitation als habe vorhin genügend gesagt, daß ich die Moral, die er vertreten tröpfeln, wie sie für gut befinden, ja Donner Teufel, und da Knüppel zwischen die Beine geworfen sein sollen, auch meinen hat, und die Ungeschicklichkeit, die darin liegt, den Artikel in habe ich mir gesagt: das ist unerhört, was man der Partei da ins Namen genannt. Nun richte ich an Hoffmann die Frage: der Zukunft" zu veröffentlichen, auf das ernſteſte mißbillige, Gesicht schleudert. Wer solche Säße aufstellt, der kann von rechts- Nennen Sie doch die Artikel, die ich in der bürgerlichen und doch habe ich ihn hier jezt verteidigen können. wegen nicht länger zur Partei gehören.( Sehr richtig!) Ich hatte Presse veröffentlicht habe, nennen Sie sie doch! Es wird Hoffmann ist der Grund, weshalb ich früher schon für ihn eingetreten bin. mir vorgenommen, nach dem Parteitag in den zweiten Berliner schwer werden, denn ich habe nie eine Zeile in der bürgerlichen Um einen solchen Fall zu verstehen, muß man den Menschen kennen, Wahlkreis, in dem Bernhard wohnt, zu gehen, und die Konsequenzen Presse veröffentlicht. Eine Einschränkung: Vor ca. 10 Jahren schrieb und da muß ich sagen: dieser junge Mann, der sich da aufgespielt zu ziehen. Heute hat Bernhard widerrufen, ich acceptiere das, und ich einen juristisch wissenschaftlichen Artikel für die damals noch hat als einer, der jenseits von Gut und Böse in der Politik steht, damit ist für mich die Notwendigkeit weiterer Schritte gegen seine bürgerlich- demokratische, noch nicht nationalsociale, Welt am Montag" ist glücklicherweise nicht so. Jeder, der ihn sonst kennt, weiß, daß er Berson gefallen.( Beifall.) Sie sehen, daß wir in der That die Aber den tenne ich jetzt selbst nicht mehr; er ist auch in einem sehr gefährlichen Berufe ein hochachtbarer und ehrenhafter allergrößte Ursache haben, die Augen offen zu halten. Gegenüber nicht mehr zu haben, fann also den Genossen nicht Mann geblieben ist.( Lebhafte Zustimmung. Ruf: Niemand hat Genossen, die machen wollen, was sie wollen, ich weiß gar nicht, als Knüppel zwischen die Beine geworfen worden sein. das bezweifelt.) Es ist aber gut, wenn es einer sagt, denn nach wie Bernhard und jetzt spreche ich vielleicht das rechte Ich frage aber weiter: welche Artikel von mir sind überhaupt außen macht es sonst den Eindruck, als wenn es nicht gesagt Wort aus in seiner Naivität hat glauben können, daß jemanden als Knüppel zwischen die Beine geworfen worden? Ich werden könnte. socialdemokratische Führer so sein können. Es giebt vielleicht halte es überhaupt für unmöglich, daß Hoffmann einen nennen kann. Nun noch ein andres. Nennen Sie es eine Don Quichoterie oder manche, die so denken, aber sie nehmen sich verflucht Denn meine sehr spärliche litterarische Thätigkeit in den letzten Jahren ein psychologisches Rätsel, aber hören Sie mich ruhig an, wenn in acht, es merken zu lassen. Man redet viel vom Terrorismus der hat sich fast ausschließlich teils mit fach- juristischen Fragen, teils ich es unternehme, meine Stellung zu Harden hier zu präcifieren Führer, aber in feiner Partei giebt es weniger Terrorismus durch mit Polemik gegen die Gegner der Partei, z. B. gegen den ohne ein persönliches Interesse an der Sache; denn ich habe die Führer, als in der Socialdemokratie, und das soll so bleiben, Dr. Richard Freund, jest wieder gegen den Professor Menger und nie für die Zukunft" geschrieben, nie von Harden einen Pfennig das muß so bleiben. Wer bei uns Führer sein will, muß so eine Anzahl andrer Leute, beschäftigt. Ich halte also diese Geschichte erhalten. Wenn ich das thue, so folge ich einem Triebe, der mir handeln, wie die Partei will und nicht wie er will.( Beifall.) Er von den als Knüppel zwischen die Beine geworfenen Artikeln der jagt, in einer Partei, die für Recht und Wahrheit ficht, da soll einem hat auszuführen, was die Masse erstrebt, was sie fühlt und denkt. sogenannten„ Revisionisten" ich halte diesen Ausdruck für sehr Verfolgten, der sich hier nicht selbst verteidigen kann( Widerspruch), Sie sind die Werkzeuge der Partei, nicht die Generale und schlecht, ich habe nie etwas revidiert", aber er ist nun einmal ein Verteidiger zur Seite stehen( Unruhe), einer, der nichts beKommandeure, die sagen: Ich gehe voran und ihr habt uns zu ge- gang und gäbe ich halte diese ganze Geschichte über schönigt. Ich persönlich mißbillige die Politik, die Harden in seinem horchen. Das würden die da auch gar nicht dulden. Noch einmal: Haupt für eine Uebertreibung, für eine Einbildung. Ich glaube Blatte macht, und zwar nicht nur die, welche er gegen die Sociales muß Klarheit geschaffen werden, solcher Unfug wie die Mit- nicht, daß die Gegner die Artikel so verfolgen, aber von mir wird demokratie treibt, sondern auch die gegen andre Parteien. Ich mißarbeiterschaft an der Zukunft" muß aufhören, das darf nicht mehr nicht einer einen einzigen nennen können, bei dem das geschehen billige jene Politik auf das schärfste, weil ich den persönlichvorkommen, und darum bitte ich auch diejenigen, die mit der Fassung wäre. Wenn auch nur einmal ein Artikel von mir von den Gegnern gehässigen Ton mißbillige, mit dem Harden seine Politit des Vorstandes nicht ganz einverstanden sind, sich zu sagen: auch in der Agitation gegen die Partei verwendet worden wäre, so wäre betreibt. Das habe ich auch Harden gegenüber ausgesprochen. wir müssen im Partei- Interesse für die Resolution stimmen. Es mir das sicher aufgemußt worden, das hätten mich die Herren schon Nicht nur der gestern so oft genannte Herr hat eine komplizierte ist wiederholt behauptet worden, und die Ausführungen wissen lassen.( Sehr richtig!) Aber es ist in der Beziehung niemals Psychologie, es giebt noch andre Leute, von denen dasselbe gilt. Heines sind ja deutlich darauf hinausgelaufen, daß es sich hier die geringste Beschwerde erhoben worden. Auf dem Parteitag in Erfurt Solche Leute sind nicht leicht zu verstehen. Es ist hier nicht der darum handelt, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Ei der hat man den Grundsatz aufgestellt, wenn man einen Parteigenoffen eines Ort, über die Persönlichkeit Hardens zu sprechen. Er geht uns tausend, wenn das Meinungsfreiheit ist, daß jeder in jedem Blatte rechts beschuldigt habe, solle man entweder beweisen oder widerrufen. nichts an, ich kenne ihn kaum, denn ich bin mit Harden drei-, vierschreiben kann, was er will, ohne Rüdsicht auf das Partei- Interesse Jch appelliere an die Loyalität von Hoffmann, daß er das eine oder mal zusammen gekommen. Unfre Gespräche galten wesentlich zu nehmen!( eine: Ich habe ja noch gar nicht darüber geredet!) das andre thun wird. Nun zur Sache selbst! Man hat über die litterarischen Dingen. Ueber Hardens Charakter kann ich nicht Schon in meinem Artikel habe ich ausgeführt, daß das nicht mehr Länge der Debatte gesprochen, Timm hat das Ganze als recht un- viel sagen. Um aber nun Stadthagen zu beruhigen, der vorsocialdemokratisch, sondern anarchistisch wäre.( Lebhafte Zustimmung.) nötig hingestellt und Bebel hat ausgeführt, daß recht bedeutende gestern eine Anspielung gemacht hat: Wenn ich mit Harden Dann hören wir auf, eine Partei zu sein. Keine Einheit der Partei, Fragen dabei in Betracht kommen. Ich bin der letzteren Ansicht. zusammen gewesen bin, habe ich vor ihm keine Parteigeheimnisse aber Ginigkeit, fagt Heine. Nein, Einigkeit- und Einheit! Troßdem aber hätte die Debatte nicht so schrecklich lange zu dauern behandelt.( Stadthagen: Ich habe Vollmar direkt genannt.) Dhne Einigkeit teine Einheit!( Stürmischer Beifall.) Ohne Einheit brauchen. Bebel hat als der Berufenste dazu alle die wichtigen und Auch ich war gemeint.( Stadthagen: Aus Ihnen hole ich der Grundsäße und leberzeugungen, ohne Einheit der Ziele teine bedeutenden Gesichtspunkte zusammengestellt; es hätte genügt, wenn so viel Geheimnisse heraus, als ich nur will, ohne daß Sie Ginigkeit und keine Begeisterung für den Kampf( Sehr richtig!), man ihn zuerst vorgeschickt hätte, und es wäre nicht nötig gewesen, auch nur etwas merken.[ Heiterkeit und Unruhe.]) Daß sich Stadtteine Möglichkeit, die Regimenter, Brigaden und Armeecorps ins daß von derselben Richtung 12 oder 15 Redner auftraten, die alle hagen als diplomatischer Rechercheur und Explorant fühlt, ist das Gefecht zu bringen, in die Schlacht zu führen und Siege zu er- dasselbe sagten.( Zustimmung und Widerspruch.) Schieben Sie bitte erste, was wir hören.( Heiterkeit.) Er ist dazu so ungeeignet, wie fechten, wie wir sie erfochten haben und wie wir sie weiter erfechten die Schuld an dieser Debatte, die meiner Meinung nach eine mur möglich. Von mir hat Harden tein Barteigeheimnis erfahren wollen, und wenn auch eine ganze Welt von Feinden sich gegen uns Akademikerdebatte etelhaftester Art ist, nicht den Akademikern in die eher kommt das Umgekehrte vor. Ich habe darüber nichts weiter erhebt!( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Schuhe.( Oho! Ruf: Die Akademiker sind doch Schuld daran!) zu sagen. Die Zukunft" war an sich ein guter Gedanke. Andre Ich gebe hier die Erklärung ab, daß ich stimmen werde gegen die Nationen haben längst Blätter, in denen Politiker der verDr. Michels- Marburg: Ich habe die Befürchtung, daß nach den Resolution, die den Vorstandsbeschluß in dieser Sache billigt. fchiedensten Parteirichtung schreiben. Ich kann keinen Schaden schwerwiegenden Worten Bebels, die mit so jugendlichem Feuer, in( Buruf: Das wußten wir vorher!), und zwar weil ich der Ansicht darin finden, tvenn wir es in Deutschland ebenso so ergreifender Weise vorgetragen wurden, meine Ausführungen bin, daß sie unzulänglich ist. Dagegen will ich durchaus nicht alles hätten. Harden mag δαξ ursprünglich gewollt haben, Ihnen fenil erscheinen werden. Wenn ich trotzdem rede, so deshalb, billigen, was gesagt ist. Auch ich bin der Ansicht, daß man im Aber seine eignen Artikel mit ihrem prononciert persönlichen Chaweil ich versuchen möchte, einige Anhaltspunkte zur Beurteilung der höchsten Grade vorsichtig sein muß in der Mitarbeit an einer nicht zur rafter haben diese Absicht vereitelt. An sich iſt der Gedanke, Frage, um die es sich handelt, zu geben. Ich bin der Meinung, Partei gehörigen Presse, auch ich habe den Artikel Bernhards über unabhängige Tribüne zu schaffen, etwas Gutes. Das ist es, was halten wird. Eine Norm wird sich nur sehr schwer, nur in großen genommen habe wie andre, und ich habe es ihm selbst unter vier identifiziere mich nicht mit ihm. Nun zu einem dritten Punkt. Bebel Umrissen finden lassen. Fehler und Ausschreitungen werden dagegen Augen deutlich genug gesagt. Ich habe nie in der Zukunft" auch hat mich dazu herausgefordert. Er spielte auf meinen Artikel in vor dem Forum des Parteitages erörtert werden müssen. Was nur eine Zeile veröffentlicht und ich werde es auch nie thun, weil den„ Socialistischen Monatsheften": Der 16. Juni an. Da heißt es heißt wissenschaftlich? Wo beginnt die Wissenschaft? Politit ich der Ansicht bin, daß man in einer Sache, die zum großen Teil in den Schlußworten, daß ich von der Partei beanspruche: Freiheit im und Socialpolitik haben keine festen Grenzen gegeneinander, alles Gefühlssache ist, das Gefühl der Parteigenossen respektieren muß. Denken und Einheit im Handeln! Das nennt Bebel anarchistisch. bewegt fich in Nuancen, alles fließt. Nach der Erklärung des Vor- Ich bin endlich allerdings auch durch das, was ich hier gehört habe, Ich möchte erklären, wie das gemeint ist; ich meine zivar, daß das standes dürfte es erlaubt sein, an wissenschaftlichen Zeitschriften mit zu dieser Ansicht gekommen, denn die Angriffe, die in der Zukunft" schon aus dem Zusammenhang hätte entnommen werden können. zuarbeiten. Wozu ist aber für die bürgerliche Seite die National- gegen die Partei gerichtet sind, sind denn doch ärger, als es mir" Freiheit in den Grundsäßen und im Denken", das soll nach ökonomie da? Doch zu nichts anderm, als um den Marxismus, früher gegenwärtig war. Aber ich stimme troßdem gegen die Reso- meiner Meinung nicht heißen, daß einer zu uns kommen könnte, der die socialdemokratische Nationalökonomie, tot zu machen. Also an lution des Vorstands, weil ich es für unmöglich halte, eine solche Agrarier oder Konservativer oder Antisemit ist und sich bloß Socialsolchen sich wissenschaftlich nennenden gegnerischen Zeitschriften zu Regelung generell zu treffen. Würde der Beschluß bloß lauten, es demokrat nennt und daß wir ihn dann als Genossen respektieren arbeiten soll erlaubt sein. Das ist ein Widerspruch, wie ein Bad, ist verboten, an der Zukunft mitzuarbeiten, dann wäre er flar, sollten. Das meine ich nicht, aber auch Genoffe Kautsky giebt ja das ausgegossen werden muß, aber das Kind darf nicht mit aus- dann würde ich jedenfalls nicht dagegen stimmen, aber so, wie er zu, und das ist eine der besten Errungenschaften dieser jahre geschüttet werden. Ich halte es nicht für angemessen, daß Partei- gefaßt ist, führt er in rettungslose Zweifel und widersprüche langen Polemit, daß unumwunden allen Erklärungen, auch von genossen an parteilosen Organen mitarbeiten, die täglich er- hinein, und aus diesem Grunde stimme ich dagegen. Ich glaube der fagen wir mal orthodoren Seite vorangeschickt fcheinen, noch daß sie Redakteure sind. Aber das sind Eingänger. auch, daß von denen, die dagegen stimmen werden, noch eine ganze wird: Wir wollen nicht die Meinungsfreiheit in Aber es giebt auch bürgerliche Preßorgane, wo die Mitarbeit ge- Anzahl auf demselben Standpunkt steht wie ich, wir wollen damit Partei antasten.( Bebel: Die ist niemals angetastet worden! stattet sein muß. Es giebt Zeitschriften, die sich dem Kampfe gegen durchaus nicht die Bernhardschen Grundsäße über Parteimoral Unglaublich! Große Unruhe.) Was wollen Sie denn? Ich halte Einzelerscheinungen der bürgerlichen Gesellschaft widmen, z. B. die billigen. es für eine Errungenschaft, daß das jetzt so deutlich betont wird. Suprematie der Männer bekämpfen, und ich sehe nicht ein, weshalb Nun hat Bebel gestern ein sehr böses Wort gesprochen, er hat( Lachen.) Auch Kautsky ist jetzt der Ansicht, daß man in theoretischen man an solchen Blättern nicht mitarbeiten soll. Nun zu der Frage gefagt, er vermute, daß es eine ganze Anzahl von Genossen gebe, Dingen verschiedener Meinung sein könne, natürlich nicht in allen, der Belehrung. Es ist vielfach behauptet worden, daß von einer bie auf dem Standpunkt stehen, daß die Führer die Genossen be- sondern in einigen, in diesem oder jenem Puntt. Mehr habe ich Belehrung zum Socialismus durch Artikel in bürgerlichen Blättern lügen und nasführen dürfen. Parteigenossen, dies Wort geht hinaus nicht sagen wollen. Daß jemand, der sich zur Partei rechnet, das überhaupt nicht die Rede sein könne. Da muß ich hinweisen auf die in alle Welt, und dies Wort aus Bebels Munde ist etwas ganz Programmt anerkennt, die Hauptgrundsäge der Partei billigen muß. große Befehrungsarbeit, die durch die Reichstagsreden unsrer Genossen andres, als wenn der junge Genosse Bernhard in der Zukunft ist so selbstverständlich wie irgend etwas.( Unruhe.) Ich verlange bewirkt wird, diese unfreiwillige Mitarbeit an bürgerlichen einen ungeschickten und tattlosen Artikel schreibt.( Na! na!) bloß, daß eine Partei, die drei Millionen Anhänger hat, im einBlättern. Als leibhaftiges Beispiel für diese Belehrung fann ich ch widerspreche widerspreche dem Wort von Bebel, ich kenne keinen zelnen duldsam ist und möglichste Freiheit der Meinung gestattet. dienen. Ms ich noch auf der Kriegsschule zu Hannover war, las Genossen, der solche Grundsätze billigte. Gestern hat Singer den Ich begreife nicht, wie man mich wegen dieser Aeußerung angreifen ich in der" Post" und der„ Kreuz- Zeitung" die Bebelschen Reden. sehr schönen Grundsay proklamiert, man solle feinen Genossen andre famm. Daß eine politische Agitation nur geschlossen unternommen Sie waren beschnitten, aber sie veranlaßten mich doch, mich mit der Motive unterstellen, als er selbst angiebt. Halten wir uns daran werden kann, das habe ich bei jeder Gelegenheit hervorgehoben. socialistischen Litteratur zu befassen, die mich zu dem machte, was mich persönlich geht ja die Sache nichts an, denn daß man mir nicht Es ist selbstverständlich, daß sich die Minderheit der Mehrheit in ich bin. Auch ich bin ein sogenannter Akademiker, aber weil ich es nachfagen wird, ich verteidige eine solche Heuchlermoral, das liegt allen taftischen Fragen fügt, das erkläre ich auch hier. Es ist selbstbin, stehe ich vollständig auf dem Standpunkt Hoffmanns, Kautskys auf der Hand. lleber mich beklagen sich die Genossen ja immer, verständlich, daß man im Kampfe nicht diskutiert und sich nicht und Bebels. Auch mir imponieren parteigenössische Organisationen daß ich allzu offenherzig meine Meinung sage; es hat sich untereinander streitet, sondern die Front gegen die Gegner nimmt. nicht, die einen bisher uns feindlich Gesinnten, der noch vor kurzem noch nie einer darüber beklagt, daß ich mit meiner Meinung Es sollte wenigstens selbstverständlich sein. in Offiziersuniform stramm„ Helm ab zum Gebet!" fommandiert hinter dem Berge gehalten hätte. Und auch der Ansicht In einer Versammlung im dritten Berliner Reichstags- Wahlkreise hat, fofort aufnehmen und auf Ehrenstellen berufen. Wir in Bernhards von den Führern der Partei, die gewissermaßen hat Zubeil erklärt, wenn wider Erwarten in der Vicepräsidentens Marburg haben am eignen Leibe empfunden, wie peinlich die andren leithammeln, bin ich schon lange bor dem Frage Bernsteins Anschauung durchbringen sollte, dann würde das es ist, wenn Genossen persönlich Freundschaften zu politischen Erscheinen des Artikels Barteimoral" entgegengetreten in einem als ein Schnitt durch das Tischtuch gelten. Das ist nicht Einheit im Gegnern höher stellen, als ihre Parteipflichten.( Hört! Auffaz der„ Socialistischen Monatsschrift" vom vorigen Jahre, wo Handeln! Es ist ja ganz ausgeschlossen, daß das geschieht, aber es würde sich hört! Sehr richtig!) Das Mißtrauen, ist gesagt worden, ich mich gegen Dr. Richard Freund gewendet und nachgewiesen habe, auch in diesem Fall die Minderheit zu fügen haben. Es ist aber Einheit im follte eigentlich Punkt 1 unsrer Parteivorschriften sein. Das halte daß die Partei der Socialdemokratie nicht von den Führern gemacht Handeln, was von mir und von der Seite, zu der man mich rechnet, ich für falsch. Beherrscht uns nicht alle ein einziger Gedanke? Ist wird, sondern von den Massen, und daß die Gegner fich bloß ein- erklärt wird:„ Wir acceptieren die Tattit der Partei, wir wollen die nicht jeder in irgend einem Momente feines Lebens mit Opfern in bilden, daß es bei uns so wäre wie in andren Parteien. gegebene Taktik der Partei betreiben. Wir wollen nicht auf eignen die Partei, eingetreten? Und das Resultat sollte Mißtrauen sein? Es ist nun gestern viel Ernstes und Bedeutendes in der Frage Wegen gehen, sondern nur die Wege der Partei und wir binden uns Mißtrauen lähmt die Arbeitskraft und den Mut und bringt uns gefagt worden. Keiner von uns wird sich dem Eindruck dessen an das, was die Partei beschließt". Das ist nie bestritten worden. soweit, in persönlichen Fragen aufzugehen, wo wir das Endziel vor entziehen können, was wir erlebt haben. Wir haben erlebt Das nenne ich Einheit im Handeln, und wenn man am Tage nach Augen haben sollten. Mißtrauen ist nicht würdig einer großen Partei. Das Pathos der Anklage, das Bathos der Reue, das der Wahl diese Notwendigkeit der Freiheit im Denken und der Ein Die weitere Beratung wird auf Mittwoch vertagt. Singer teilt Bathos der Verurteilung, das Pathos der Verzeihung. heit im Handeln betont, so scheint mir das eine ganz angemessene mit, es liege ein Antrag vor, über die Resolution des Borstands Dem einen hat man gesagt:" Gehe hin, mein Sohn, dein Glaube Betrachtung am Tage nach dem Siege.( Vereinzeltes Bravo!) namentlich abzustimmen. Eine Reihe Begrüßungen sind eingetroffen. hat dir geholfen!" Dem andern hat man Verzeihung versprochen, Göhre: Die gestrige Rede Bebels war durchsichtig und flar auf Schluß 6 Uhr. weil er Befferung gelobt hat. Ich habe das alles flar und ernst gebaut. In ihrem ersten Teil beschäftigte er sich mit der Zukunft" empfunden und aufgefaßt. Wie gesagt, der Eindruck war bedeutend. I und ließ an ihr so wenig, als ihm zu laffen beliebte; im zweiten " " eine der Teil versuchte er eine Ehrenrettung seines Freundes Mehring, und zwar verwendete er alle Mittel, selbst seine große und opfcrvolle Vergangenheit führte er vor, um auf diesem leuchtenden Hintergründe Mehrings Vergangenheit zu schildern und als ein„psychologisches Rätsel' zu entschuldigen!(Große, anhaltende Unruhe. Rufe: Schrecklich!) Und dann kam ein dritter Teil, in dein er allen Genossen, die mit- gearbeitet haben an der„Zukunft", und mir vor allein, die größten Beleidigungen ins Gesicht schleuderte(Vielfaches: Sehr richtig! Große Unruhe.), die je ans einem Parteitag nach meiner Erinnerung einem Parteigenossen ins Gesicht geschlendert worden sind!(Wiederholte Rufe;„Sehr richtig!"„Mit Recht!") Sie sagen„mit Recht!", ivir werden davon reden! Dann kam sein vierter Teil, in dem er da-Z Problem der Mitarbeit rein sachlich behandelt hat. Sie werden es mir ersparen, auf diesen an sich wichtigsten vierten Punkt jetzt noch einzugehen. Darum handelt es sich in diesem Augen- blick nicht mehr und auch für mich nicht mehr. Ich habe mir von dem dritten Teil zu reden, und da habe ich daran zu erinnem, wie der Genosse Bebel unter dem Beifall einer großen Anzahl von Parteigenossen, nachdem er die„Zukunft" und den Artikel, den die„Zukunft" im vorigen Herbst beim Zollkampfe brachte, geschildert hatte, wörtlich sagte:„Geschwiegen hat man darauf, weiter an der„Zukunft" gearbeitet, das Geld haben sie ein- gesteckt(große Unruhe), die Partei mußte sich beschimpfen lassen, und nun frage ich einen jeden: Was verdient derjenige für ein moralisches Urteil, der es unter solchen Umständen über sich gewinnt, für die„Zukunft" weiter zu schreiben?" Er hat weiter gesagt:«Die Braun und Göhre, die diesen Kampf- artikel gelczen, sie hätten sich schämen müssen"(Vielfache Rufe: Sehr richtig! Stadthagen ruft: Thun Sie es nachträglich! Große Unruhe.)— Ihnen antworte ich nicht, Genosse Stadthagen— Ihre Ehre hätte sie daran verhindern müssen(Lebhaste Zustimmung), nicht bloß Ihre Partei-Ehre, sondern die Ehre als öffentlicher Charakter(Lante Rufe: Sehr richtig I), sie haben sich mit Bewußt- fein von Herrn Haiden bezahlen lassen, sie sind Marodeure, ihnen ein Pfui I(Vielfache Rufe: Sehr gut I Sehr richtig!) Ich stelle das fest! Und darum handelt es sich für mich. Durch diese Angriffe ist meine Ehre nicht bloß vor dem Parteitag, nicht bloß vor der ganzen Partei Deutschlands, sondern vor aller Welt, wohin die Rede Bebels dringt, aufs schmählichste in den Staub gezogen worden,(Lebhafte Bewegung) und ich habe die Pflicht, wenn ich mich selber achten will und weiter achten will, gegen diese Be- andlung zu protestieren.(Sehr richtig I) Darum müssen Sie mir chon erlauben, in diesem für mich entscheidungsvollen Augenblick einen ganz kurzen Rückblick auf meine Vergangenheit zu werfen. (Große Unruhe.— Rufe: Sie Socialdemokrat I Anhaltende Zurufe.) Singer: Ich wiederhole mein Ersuchen an die Mitglieder des Parteitags, durch Ruhe unsre Verhandlungen zu fördern und sie nicht durch Unruhe zu erschweren. Wir alle stehen unter dem Eindruck, daß tvir, so notlveudig es auch ist, diese Fragen in alle Gründlichkeit zu beraten, doch auch die andren uns beschäftigenden Gegenstände ebenfalls gründlich und ausführlich erledigen müssen. Je ruhiger die Verhandlungen geführt werden, je weniger Sie sie durch Zivischenrufe, durch Lärm und durch Erwiderung des Redners verlängern, desto eher werden wir zum Ziel kommen. Ich bin fest entschlossen, jedem Redner die notwendige Riche zu wahren, aber ich habe das dringende Verlangen, von dem Parteitag darin unterstützt zu werden.(Beifall.) Göhre(fortfahrend): Fürchten Sie nicht, daß ich lange von meiner Vergangenheit rede. Aber weil auch im Laufe der letzten zwei Tage teils versteckt, teils offen von mir geredet worden ist als von einem„hergelaufenen Menschen", der in die Partei hinein- gekommen ist als ein beliebiger XY, und weil auch Bebel vor diesem „hergelaufenen Akademiker" und damit vor mir gewarnt hat und das größte Mißtrauen gesät hat, darum bin ich verpflichtet, darzulegen, daß ich nicht der hergelaufene X? bin. Meine öffentliche Vergangenheit datiert seit 1890, und seitdem hat mein Austreten im öffentlichen Leben überall den Grundcharakter gehabt, daß ich gekämpft habe für die proletarischen Interessen der Arbeiterklasse.(Sehr richtig!) Ich habe dies damals bewiesen, als ich drei Monate Fabrikarbeiter war. Es war damals so ernst für mich, daß ich beschlossen hatte, mein Leben lang Fabrikarbeiter zu bleiben, um mit den Arbeitern zu leben.(Bravo!> Sie mögen das als einen religiösen oder sonstigen Optimismus oder rein Schwärmerei auslegen, es ist eine Thatsache, und ich habe damals bewiesen, wie ernst eS mir ist. Schon meine Arbeit„Drei Monate Fabrikarbeiter" hat es fertig gebracht, daß mir hier in meinem engeren Vaterlande, in Sachsen, in Dresden, das Konsistorium, als ich eiue Pfarrstelle haben wollte, nicht direkt,, aber indirekt die Thüre vor der Rase zugemacht hat. Ich ging nach Berlin und wurde dort Sekretär des Evangelisch-Socialcn Kongresses, und wieder habe ich überall die Leute, deren Beeinflussung mir möglich war, auf die proletarischen Interessen hingewiesen, um ihnen die gewaltige Sache zu zeigen, die in der Socialdemokratie vertreten ist. Ich bekam als Lohn die Verfolgung, die Freiherr v. Stumm über mich verhängte, und die Achtung für meine Kollegen und mich. Ich mußte gehen, weil eS schließlich mit dem Evangelisch-Socialen Kongreß doch nicht mehr ging, und ivurde Pastor in Frankfurt an der Oder. Es sind Genossen hier, die meine dortige Wirkungsweise gekannt haben. Ich habe auch dort im Interesse der Arbeiterklasse gearbeitet und bekam den Ehrcnnamen Arbeiterpastor und schon nach einem halben Jahre wurde der Militärboykott über meine Kirche verhängt.(Heiterkeit.) Das ist eine einzigartige Erscheinung: Die ganze Garnison hatte Befehl, nicht in meine Kirche zu gehen. Sechs Wochen hinter- einander soll man, nach mir zugegangenen Mitteilungen, zu meinen Füßen gesessen haben, um mich zu hören und dann, wie man mir gesagt hat, eine Auflage wegen Verkündung socialistischer Irr- lehren von der Kanzel gegen mich einzureichen. Damals bestand schon der Erlaß des preußffchen Ober-Kirchenrats, wonach kein Pastor in eine öffentliche Versammlung gehen durste. Ich habe mich daran nicht gekehrt, wie ich mich überhaupt nicht an Autoritären zu kehren pflege, wenn ich im Recht zu sein glaube.(Unruhe.) Ich habe mich an den vreußischen Ober-Äirchenrat nicht gekehrt, Genosse Schopflm hier weiß es. Ich bin in die Versammlungen gegangen, und jedem Versammlungsbesuche folgte eine Denunziation, eine Anzeige des damaligen Regierungspräsidenten v. Puttkamer, und es kam Rüge über Rüge. Ich bin im Oderbruch herumgekrochen und habe die Arbciterverhältnisse dort geschildert; es kamen Dlseiplinarunter- suchungen, so lange bis es nicht mehr ging, bis ich ging. Dann kamen die zwei Jahre meiner nattonalsocialen Arbeit, die ganz ausgefüllt waren mit dem Kampfe für die Interessen deS proletarischen SocialismuS. im Verein mit meinen Freunden. Als ich sah, daß auch das nicht ging und die Oehnhausener Kaiser- rede kam, habe ich auch diese Sache hingeworfen und bin Social- demokrat geworden.(Bravo!) Ist das die Arbeit eines hergelaufenen .X Y"?(Rufe; Nein!) Weiter I Bebel muß mir bezeugen, als ich im Sommer 1899 mit ihm geredet habe und ihm den Entschluß, zur Partei zu gehen, mitgeteilt habe, daß ich ihm erklärt habe, es sei meine Absicht, ein paar Jahre in Ruhe und Zurückgezogenheit ,u leben. Es gelang mir nicht: ich wurde von allen Seiten auf- gefordert, und als dann im Friihzahr 1900 die Chemnitzer kamen und mich aufforderten, über meinen Uebertritt zu reden, da habe ich es gethan. Ich habe mich auch dabei mcht voraedrängt. und wenn ich dann da in Chemnitz geredet habe, wie es m i r gut schien und wie ich es nicht besser zu können glaubte, so haben Sie kein Recht, aus dieser Rede mir einen Vorwurf zu machen dahin, daß ich mich vorgedrängt hätte. Dann ist diese Rede veröffentlicht worden und in 500 000 Exemplaren als «gitationsbroschüre verteilt worden, ein Erfolg, den, wie mir gesagt worden ist bisher keine Agitattonsbroschüre erreicht hat.(Rufe: Na, na!) Es ist mir daS m der Buchhandlung des„Vorwärts" gesagt worden Ich renommiere damit nicht, aber ich erkläre: auch diese Broschüre habe ich nicht veröffentlicht. auch an dieser Broschüre habe ich keinen Pfennig verdient, ich habe aaS gehen lassen, weil es an mich herantrat. Wie wenig ich mich vorgedrängt habe, beweist, daß ich die Hunderte von Aufforderungen, dieselbe Rede über meinen Uebertritt in Chemnitz noch einmal zu baltcu, alle abgelehnt habe, weil es mir taktlos erschien, mit dieser Rede hausieren zu gehen. Wo bleibt da die Neigung, sich vorzu« gräligen? Als dann von drei Wahlkreisen zugleich die Aufforderung an mich kam, als Kandidat mich aufstellen zu lassen, da habe ich es müssen, und ich wäre ein Esel und ein Pflichtvergessener gewesen, wenn ich das darin ausgedrückte Verttauen zurückgewiesen hätte, und ich habe in Sachsen die Kandidatur angenommen, in dem Laude, in dem ich, weil eS mein Heimatland ist, glaubte am meisten Bescheid zu wissen. Ich frage die sächsischen Genossen namentlich aus dem Erzgebirge, ob ich mcht mit aller Kraft versucht habe, meine Pflicht zu thun von Ansang bis zu Ende (Bravo!), bis in die letzten Tage hinein.(Zustimmung.) Hunderte von Versammlungsangeboteu sind an mich gekommen, ich habe sie abgelehnt, ich habe geglaubt, hauptsächlich in Sachsen wirken zu können, immer mir da, Ivo ich dazu aufgefordert bin. Ist das Her- vordrängen? Wenn ich nicht gearbeitet hätte, so hätten meine Gegner gesagt:„Seht den Akademiker, da ist er in der Partei, aber arbeiten thut er nicht!"(Sehr richtig!) Und nun, wo ich arbeite, da sagen sie:„Seht den Akademiker, wie er arbeitet, wie er sich vordrängt!" Ist es denn ein Verbrechen, daß ich in Mittweida den Wahlkreis mit habe erobern helfen?(Zurufe: Es scheint so!) Es schiene allerdings beinahe so, wenn ich nicht wüßte, daß aus manchem Munde, der mir daraus einen indiretten Vorwurf macht, der Neid spräche!(Große Unruhe.— Mruf: Das ist aber nicht christlich!—) Seien Sie doch stille vom Christentum! Was verstehen Sie denn vom Christentum?(Unruhe.)— Also, wer kann mir, wenn er diese meine Vergangenheit über- sieht, einen Flecken auf meiner Ehre nachweisen? Er soll jetzt aufftehen. er soll eS sagen. Ich habe auch meine Opfer gebracht, ich bin nicht im Gefängnis gewesen(Ruf: Kommt noch I), aber in meiner Weise— auch das sage ich selbst auf die Gefahr hin, in den Verdacht zu kommen, daß ich renommieren tvill, in diesem Augenblick ist es Pflicht es zu sagen— in meiner Weise habe auch ich Opfer gebracht. Ich habe meinen Beruf und mein Einkommen daraus verloren, ich habe meine gesellschaftliche Stellung verloren, ich habe meine Familie zum Teil verloren, aber meine Ehre habe ich bis gestern nicht verloren.(Beifall.) Es ist dem Partei- genossen August Bebel vorbehalten geblieben, meine Ehre gestern vor aller Welt in den Staub zu ziehem Und warum? Weil ich vier Artikel in der„Zukunft" geschrieben habe, vier Artikel in den vier Jahren, wo ich Parteigenosse bin. Und was hat in diesen Artikeln gestanden? Es sind zwei Artikel, die sich mit religiösen Problemen befaßt haben. In unsrem Programm steht der Satz von der Religion als Privatsache(Sehr richtig!) und auf Grund dieses Programmpunttes habe ich mich in diesen vier Jahren gehütet, innerhalb des Parteilebens von meiner Religion zu reden oder dafür Propaganda zu machen. Ich habe einmal vor etwa drei Jahren in Berlin zwei Vorträge über Religion und Socialdemokratte gehalten. Da hat es sich— lesen Sie selbst den einen Leiter in der „Neuen Zeit" von damals— für mich nicht darum gehandelt, Propaganda für Religion zu machen, sondern zu fordern, daß die Litteratur der Parter über die religiöse Frage revidiert werden müßte entsprechend der Entwicklung der religiösen Litteratur im allgemeinen. Sie können darüber anders urteilen, aber Sie müssen zugeben— und auch die„Neue Zeit" hat, lvenn ich mich recht erinnere, damals zugestanden, daß das ein diskutables Problem ist, das nicht an dem Satz der Religion als Privatsache irgendwie tippt. Freilich einige Jahre später hat die„Leipziger Volkszeitung" auf Grund dieser Rede in Leipzig ver- breitet, ich habe damals religiöse Propaganda machen wollen, ob- gleich nrkundenmäßig laut dem Artikel der„Neuen Zeit" das Gegen- teil feststeht. Ich habe damals protestiert durch Eingesandt, es ist mir bestritten worden. Es war, ich glaube, auch in der„Leipziger Bolkszeitung", wo man mir in diesem Zusammenhang gesagt hat: Ja, der Göhre, das ist eine ganz besondere Specialität von Revisionismus; der Vollmar will den politischen Re- visionismus, Bernstein den wirtschaftlichen, und Göhre ist der Vertreter des �. religiösen Revisionismus. Nie habe ich über diese religiösen Dinge m der Partei geredet, aber ich wahre mir das Recht, in meinem sonstigen Leben die religiösen Anschaumigcn zur Gelwng zu bringen, die ich habe, mir unter der Bedingung, ßaß rch nicht die Kirche unterstütze, die nicht die Veriretung der Religion im wahren Sinne, wie mir scheint, ist, sondern eine gefährliche Er- scheinung des Klaffcnstaates, gegen den wir kämpfen. Und darum habe ich die Kirche bekämpft, aber im übrigen mich nicht gescheut, meine religiösen Gedanken zn vertreten. Und da ich auf Grund deS Satzes„Religion ist Privatsache" sie innerhalb der Partei nicht vertreten konnte, so habe ich mir ein Organ gesucht— und es giebt wenige Organe, die sich eigneten— und die„Zukunft" gefunden. Genossin Zetkin hat schon von dem Kaiser- Artikel gesprochen. Wer den Artikel liest, findet, daß er darauf hinausläuft, daß die religiösen Anschauungen des Kaisers, den man immer als einen so modernen Menschen hinstellt, durch und durch auf dem Boden einer mittelalterlichen Vergangen- heit ruhen.(Hört I hört I) Indem ich das gethan habe, habe ich eine Kritik kaiserlicher Anschauungen geübt, die gerade derjenige billigen müßte, der in der Vicepräsidentenfrage uns bekämpft. Der zweite religiöse Arttkel handelte über„Religion als Schöpfung"; es war ein geschichtlicher Rückblick, wie dre Theologie der Jahr- hunderte den ganzen Dogmenbau allmählich abgettagen hat und heute auf dem Punkte steht zu zeigen, daß man vor dem religiösen Bankrott steht,— durch die Leistungen gerade der protestantischen Theologie. Kann das nicht auch aufgefaßt werden als Dienst an den Gedanken, die hierüber in der Partei bestehen? Der dritte Artikel beschäftigte sich mit dem Konsumvereinswesen. DaS Konsumvereins- Wesen ist in Hannover als neuttales Gebiet erflärt worden und ich bin berechttgt. über diese Dinge zu schreiben.(Zuruf: Aber tvo?) DaS kommt noch I Und was habe ich geschrieben? Ich habe damals— eS war gerade die Zeit der großen Krachs— gegenübergestellt das Anffichtsratswesen in den Banken und m den Konsum- Vereinen: ich habe gezeigt, wie dort Korruption, hier Tüchttgkeit vorhanden war, habe gezeigt, wie die Arbeiter-Auffichtsräte arbeiten und um ein paar Pfennige ihre frei Zeit opfern und habe schließlich diese Leistungen auS dem Milieu und den allgemeinen Zusammenhängen zu erklären versucht. Dieser Artikel klang in eine Verherrlichung der Arbeiter- klaffe und ihrer Arbeiter aus. Ist das ein Verbrechen? Und der vierte Arttkel für die„Zukunft" ist nichts andres als die Rede, die ich in Chemnitz über meinen Uebertritt gehalten hatte und die in 500000 Exemplaren als Partei-Agitattonshroschüre verteilt worden ist. DaS war meine erste Arbeit für die„Zukunft" und als diese Arbeit, die die schwersten Angriffe gegen die herrschende Gesellschaft und ein absolut klares Bekenntnis zur Arbeiterpartei enthielt, von Harden aufgenommen wurde, da habe ich mir gesagt: die„Zukunft" ist ein Sprechsaal, in dem ich veröffentlichen kann, tvas ich will. In der„Zukunft" bin ich nur verantwortlich für das, was ich schreibe. In Wahrheit besteht jede Nummer der„Zukunft" aus so viel Nummern, als es Arttkel darin giebt; jeder hat dabei nur fiir seine Sache einzustehen. Ich ftage: Ist das ein Verbrechen? Es fft gestern als Verbrechen gestempelt worden. Freilich. bei Mehring ist alles psychologisches Rätsel!(Sehr gut!) Und bei Liebknecht, den ich aufs tieffte. verehre, ist solche Mitarbeit nur Dummheit, die gerade dazu da war, gemacht zu lverden. Bei uns ist es ein Verbrechen I(Bebel: Sehr richtig I) Genosse Bebel sagt: Sehr richttg l(Bebel: Jawohl, sehr richtig!) Ich möchte doch noch eine Minute um Geduld bitten. Ich weise darauf hin, daß ich in dieser ganzen Debatte bis heute mäuschenstill gewesen bin. Das Bureau ist Zeuge, daß ich erklärt habe: ich habe ittcht die Absicht, mich an der Debatte zu beteiligen. Ein Brief an den Genossen Borchard ist Beweis, daß ich erklärt habe: Ich will bis auf weiteres die Mitarbeit an der„Zukunft" aufgeben. Es sind mir im Laufe der Debatte in der That Zweifel auf- gestiegen, und diese Zweifel sind so stark geworden, daß ich mir sagte: Hätte ich das gewußt, so hätte ich nicht mitgearbeitet.(Unruhe.) Und weil ich mir das sagte, beschloß ich. stille zu sein. Ich erkläre ganz ftei weg: ich habe diese Dinge über die„Zukunft" nicht gewußt. Genosse Bebel hat erflärt, das hätte ich wiffen müssen. Was ich gewußt habe, waren die ztvei Artikel von 1892 über das„Sechseläuten" und„Die roten Prima- donneu". Dann habe ich jahrelang mich um die„Zukunft" nicht gekümmert. Ich habe seitdem die„Zukunft" hier und da gelesen. Von dem Vorstoß HardenS im Zollkampf habe ich nichts gewußt, soviel ich weiß, hat auch keine Parteizeitung da« von Notiz genommen. Und wenn Sie(zu Bebel) mir einen Vorwurf machen, dann dürfen Sie, Genosse Bebel, der Sie gestern gegen bestimmte Personen so gnädig und nachsichtig waren, mir nicht den Vorwurf des Verbrechens daraus machen, sondern höchstens den, daß ich zn flüchtig gewesen bin, daß ich in diesem Punkt zu oberflächlich war, daß ich die 40 Bände der„Zukunft" nicht durch- gelesen habe, bevor ich mitarbeitete, daß ich einfach die„Zukunft" als einen Sprechsaal betrachtete, an dem ich»nitarbeiten dürfe. Allerdings haben mir damals mehrere Freunde gesagt: Kennst Du die Vergangenheit Haidens nicht? Ich habe mir gesagt, daß mich das nicht hindert, mich seiner„Zukunft" zu bedienen. So stehe ich vor Ihnen als einer, der so flüchtig und oberflächlich, so harmlos und so sorglos gewesen ist, an der„Zukunft" mitzuarbeiten, weil ich diesen letzten schweren Arttkel nicht gekannt habe. Und anstatt daß Genosse Bebel den Versuch gemacht hätte, dasjfestzustellen, hat er mit einem Schlage das zum größten Verbrechen gestempelt. Wenn Bebel wirklich um diese Frage im Interesse der Partei solche Sorge gehabt hätte: warum hat er mich nicht im vorigen Herbst oder Frühjahr hergenommen?(Bebel: Sehr gut I Ich bin kein Schulmeister l Große Unruhe.) Sie haben gestern geschulmeistert l Sie haben gestern nachgewiesen, daß Sie die„Zukunft" schon sehr lange kennen, daß Sie sie schon lange für so verderblich halten; Sie mußten wissen, daß wir mitarbeiteten, und wenn Sie das für so gefährlich hielten, mußten Sie mir eine Karte schreiben: Lieber junger Genosse, kommen Sie mal zu mir.(Lachen.)— Genosse Bebel, Sie wissen, wie ich zu Ihnen gestanden habe(Bebel: Ich weiß nichts I>, mit welcher Ver« ehrung ich zu Ihnen aufgeblickt habe.(Zuruf Bebels.) Ich sage das mcht, tun Ihr Wohlwollen zu erwerben, Genosse Bebel, sondern weil es die Wahrheit ist.. Es wäre die Pflicht Bebels, der sich hier gestern als Hüter der Partei aufgespielt hat, gewesen, mich zu warnen, der ich dieser hergelaufene Akademiker bin, der keine Fühlung mit dem Proletariat hat und nicht weiß, was Klassenkampf ist I Sie (zu Bebel) hätten mich erziehen sollen in diesem Punkt. Wenn Sie es nicht gethan haben, haben Sie entweder der Sache keinen so großen Wert beigelegt(Sehr richttg I), oder es könnte sogar bei Fernerstehenden die Vermutung auflommen, daß die ganze Sache bis heute aufgespart worden ist,_ um schließlich gleichsam eine Falle zu schaffen, in die man hinein- kommt(Oho!-Rufe. Große Unruhe.), und dann wird die Klappe zugemacht.(Große Unruhe.) Ich sage nicht, daß ich das behaupte; es ist auch ganz gleichgülttg. So steht's jetzt nicht mehr, es steht jetzt viel ernster. Aus den Reden von Hoffmann. Zubeil und Bebel ist mir ganz klar geworden: Man will mich und einige andre Ge« nossen opfern, um Mehring der Partei zu erhalten.(Lachen und große Unruhe. Beifall. Bebel ruft: Dieser Größenwahn!) Genosse Bebel, warum haben Sie mich denn gestern größenwahnsinnig ge« macht?(Große Unruhe und Beifall.) Sie haben mich zu diesem Zwecke so schwarz und ehrlos gemacht, damit auf diesem Hinter- grund Mehring als reiner Engel und psychologisches Rätsel erscheinen kann.(Sehr gut!) Uebrigens eine Bemerkung in Parenthese, aber eine sehr richttge Bemerkung. Der Artikel der„Neuen Zeit", der überschrieben ist„Konzessionsschulzes", citiert die Stelle des Bern- hardschen Artikels, wonach Parteiführer manches verschweigen müssen, um die Massen zu erziehen. Nun hat die„Leipziger Volks- Zeitung" vom 28. Februar 1903 einen Arttkel— Politische Ueber» ficht;„Vor 40 Jahren". Der Artikel ist nicht gezeichnet; jedenfalls ist er aber doch von dem Chefredakteur gekannt; nach seinem Stil konnte er sogar von Mehring verfaßt sein. Er handelt über Laffalle und sein offenes Antwortschreiben. Da steht wörtlich:„Es hat die geschichtliche Größe LassallcS mitbegründet, daß er, treu dem agitatorischen Princip, das er ein« mal in einem Briefe an Marx entwickelt hatte— das mangelnde Bewußtsein einer unterdrückten Klasse durch zeitweiliges Verschleiern oder Zurücktretenlassen der revolutionären Ideen zu gewinnen, um sie nachher durch dieses klug eroberte Stück Wirklichkeit zur ganzen Wirklichkeit zu machen."(Hört! hört!) Was heißt denn das? Was bei Lassalle als höchste taktische Leistung hin« gestellt wird, das gilt als Jesuitenmoral, wenn es Bernhard sagt. (Widerspruch und Zustimmung.) Wollen Sie das auch als psychologisches Rätsel erklären, Genosse Bebel? Jedenfalls habe ich gestern unter dem Eindruck gestanden, und bin aufs festeste davon überzeugt, daß man meine Ehre skrupellos angegriffen hat, um einen Freund zu decken.(Widerspnlch). Und ich wäre in der That ein Ehrloser, ich hätte keinen Funken demokrattschen Gefühls in mir, lvenn ich diesen Schlag auf meine Ehre, Genosse Bebel, nicht erwiderte, wenn ich nicht sagte: Auch einem Parteiführer, der die Ehre eines bis jetzt tadellosen Menschen beschmutzt, mn einen Freund zu decken, dessen Ehre in den Augen vieler schon längst als ramponiert erscheint, auch diesem Parteifiihrer, ja ihm allein gehört ein Pstttl(Unruhe, ver- einzelter Beifall). Hoffmann-NowaweS verzichtet im Interesse der Angegriffenen aufs Wort.(Bravo!) Segrr-Leipzig: Es mag ja vermessen erscheinen, in diese Akademikerdebatte einzugreifen,� aber gestatten Sie mir zn sagen. lvie ein einfacher Arbeiter die Sache betrachtet. Harden kann mit der Debatte zufrieden sein, für ihn ist Reklame gemacht von den Herren Akademikern wie noch nie.(Sehr richtig I) Aber die Debatte lvar nicht vergeblich, wenn auch im entgegengesetzten Sinne wie nach Ansicht gewisser Genossen. Braun meint, was wollt ihr denn, wir haben ja nicht angefangen, und Göhre bestreitet, daß er für die Religion Propaganda gemacht hat. Nun, auf einem Gewerkschaftsfest in Leipzig forderte er die Arbeiter auf, sie sollten sich ihren Heiland nicht nehmen lassen.(Hört! Hört!) Ge» hört das in eine Parteiversammlung?(Sehr richtig!) Auer ist eS, der den Akademikern immer den Rücken deckt, ich erinnere an seinen Artikel in den„Socialistischen Monatsheften", Ivo er Marx, Engels, Liebluecht herbeiholt, um die Akademiker zu entschuldigen. Warum zieht denn Auer nicht die Akademiker aus ihren Schlupfwinkeln in Berlin hervor und verschafft ihnen Stellen als Provinzredatteure? Aber das paßt den Herren nicht, denn da müsien sie ja arbeiten. (Sehr richttg I) Ganz unzutreffend ist der Vergleich der Mitarbeit an gegnerischen Blättern mit dem Auftreten eines Genossen in gegnerischen Versammlungen, denn in Versammlungen bekämpft man die Gegner, in der bürgerlichen Presse aber nicht. Weiter kommt in Betracht, daß die„Zukunft" gegen uns im Wahlkampf ausgeschlachtet wird; das gilt namentlich für die Artikel von Göhre über Religion. Am Schluß seiner Rede sagte Braun, die Debatte sei niemand erwünschter als dem Berliner Polizeipräsidium.(Braun: Habe ich nicht gesagt I) Doch. Entweder war sich Braun der Tragweite seiner Worte nicht belvußt, oder er wollte sagen, daß Genossen im Dienste der Polizei stehen. Wäre daS der Fall, dann wären Sie, Genosse Braun, der moralische Urheber, denn Sie haben ja die Leute der Partei aufgedrängelt. Man spricht so viel von Unterdrückung der freien Meinung. Wenn es je eine Heuchelei gegeben hat. so ist es dies Argument. Haben die Akademiker etwa geglaubt, daß sie dadurch, daß sie den Spieß um- drehen, in eine bessere Situatton gekommen find, so irren sie sich. Dieser Parteitag wird nur dazu beitragen, uns die Akademiker zu verekeln. Dr. Heimich Braun: Nach den hageldichten Angriffen und Vor- würfen, die auf mich niedergefallen sind, muß ich noch einmal das Wort ergreifen. Ueber die„Zukunft" kann ich sehr unbefangen sprechen, denn ich fiir meine Person habe nie eine Zeile dafür geschrieben, obwohl ich vielleicht ein Dutzend Mal von dem Herausgeber dazu aufgefordert bin. Meine Frau ist seit Monaten entschlossen, niemals wieder eine Zeile fiir die„Zukunft" zu schreiben. Dieser seit Monaten feststehende Entschluß ist heute natürlich um so gesicherter, denn ich stehe nicht an, zu erklären, daß bei dem ganz außerordentlichen Interesse, da§ wir alle an einmüttgem Zusammen- arbeiten und brüderlichem Handinhandgehen haben, jeder von uns die Pflicht hat. Opfer zu bringen, wenn dadurch Störungen des guten Einvernehmens zu vermeiden sind, natürlich nicht Opfer der principiellen Ucberzeugung, wohl aber Opfer im Rahmen praktischen Handelns. Ob man an der„Zukunft" mitarbeitet oder nicht, ist eigentlich noch iveniger als eine Bagatelle. Meine Frau z. B. hat im Durchschnitt " " " äußerste zuwider fährlich noch nicht einen Artikel für die Zukunft" geschrieben und fachen zu erschüttern. Er behauptet, das, was ich hier mitgeteilt| Grundlage der Wochenschrift beschaffen ist. Ich habe den Eindrud, es wäre noch weniger geworden, wenn nicht die„ Neue Zeit" wieder- habe, sei falsch, nämlich daß mir die Artikel des Franz Mehring in daß Ihnen selber, ebenso wie mir die lange Ausspinnung holt Beiträge von ihr abgelehnt hätte.( hört! hört!) Auch der der Gartenlaube" und die Erklärung Hasenclevers neu gewesen dieser Debatte unerquicklichen auf das Letzte Artikel meiner Frau, der in der Zukunft" erschien, ist von der feien.( Be bel: Auch das ist richtig) Bebet korrigiert mich, er ist.( Sehr richtig!) Deshalb will ich auf die vielen ,, Neuen Zeit" abgelehnt worden und die Neue Zeit" ist die einzige gesteht zu, das mir die Rede Hasenclevers unbekannt war. andern Angriffe schweigen und zum Schlufse tommen. Zeitschrift, die jemals einen Artikel meiner Frau abgelehnt hat. Die Bebel: Das habe ich gestern schon gesagt.) Redner verliest die Nach meiner Ueberzeugung ist das Resultat dieser Debatte, daß es Frage der Mitarbeit an der Zukunft" wäre sehr einfach und ohne betreffende Stelle der Bebelschen Rede. Ich kannte also, sich zeigt, daß die Differenzen in der Hauptsache beigelegt find. Aufregung zu erledigen gewesen, wenn man sie ohne persönliche Ran- fagt Bebel, Mehrings Artikel? Mag sein, er hat ja unzählige ge- Bernhard hat ehrlich und unumwunden erklärt, daß er mit tüne behandelt hätte. Nur die Artikel von Mehring und Kautsky schrieben. Ich mag viele gelesen haben, von denen ich gar nicht seinem Artikel Parteimoral" einen nicht zu wiederholenden haben der Sache den Charakter gehässiger Schärfe gegeben, wußte, daß sie von Mehring herrührten; er schrieb ja für alle Fehler gemacht hat. Die Mitarbeit an der Zukunft" wird und auch Bebel, der wegen feiner hervorragenden Stellung ganz be- Beitungen sämtlicher Parteien zugleich. Welche Broschüren Bebel er aufgeben. Wie wir schon vorher, hat es auch Göhre fonders jedes Wort zu wägen hätte, hat gestern weder das richtige meint, weiß ich nicht, Mehring hat ja verschiedenartige Broschüren gethan und andre werden folgen. Das geschieht nun keines Maß, noch den richtigen Ton gefunden.( Rufe: Doch nur Jhrer geschrieben, für die Partei und gegen die Partei. Wenn er die wegs, wie es in der uns feindlichen Bresse dargestellt werden Anficht nach! Der Ton war sehr herzerfrischend!) Will man nicht Schandschrift gegen die Socialdemokrație meint, diese kannte ich wird, daß wir auf Befehl Bebels einschwenken wie die Unterauf das äußerste ungerecht sein und auch gegen den Gegner, allerdings. Wie sollte ich denn zu seiner Rettung gekommen sein, offiziere. Bebel ist der erste Mann in der Socialdemokratie. Aber glaube ich, ist Gerechtigkeit am Blaze so muß man fagen, die wenn ich diese Schrift nicht gekannt hätte, das wäre ja ganz unlogisch. die Socialdemokratie stellt eine freie Republik der Geister dar( Bu Zukunft ist ein Blatt, an dem die hervorragendsten Gelehrten, die( Bebel: Jetzt habe ich Sie angenagelt 1) Nageln Sie mich an, fo- ruf: Aber nicht der Schwarmgeister!), vorläufig eine Republik bedeutendsten Schriftsteller und Künstler aller Länder mitarbeiten. biel Sie wollen.( Bebel: Sie sind hereingefallen). Genosse Bebel, ohne den Großherzog an der Spitze.( Heiterkeit.) Wenn Weiter steht es fest, daß in der Zukunft" die Aeußerungen stören Sie mich nicht allzu sehr. Jetzt habe ich das Wort. Es wäre wir zu einer einmütigen Auffassung tommen, so deshalb, weil jeder Partei undertürzt und unverfälscht zum Ausdruck ge- also unlogisch, was ich gethan hätte, wenn ich die Schandschrift des für uns die Parteipflicht höher steht als das persönliche Intereſſe. bracht werden, auch Aeußerungen von Vertretern unsrer Partei. Franz Mehring nicht gekannt hätte. Ich wußte weiter, daß alle und weil dies nicht nur in diesem, sondern in jedem andren Fall Endlich wollen Sie beachten, daß bis auf diesen Parteitag, solange möglichen Gerüchte über Franz Mehring in Kurs waren. Es hieß, zu Tage treten wird, deshalb bestreite ich auch die Behauptung die Zukunft" besteht, niemals gegen die Mitarbeit an dieser Zeit- daß der Verfasser der Schandschrift gegen die Socialdemokratie der Bebels, daß in der Partei Üneinigkeit herrscht. Weniger noch als schrift auch nur eine Sterbensfilbe gesagt worden ist, und niemand Partei früher nahe gestanden habe. Es war das Gerücht ver- das Meer in seinen Tiefen aufgewühlt wird, wenn ein leichter Wind hat bis vor kurzem wissen können, daß sich gegen die Mitarbeit an breitet, daß die anonyme Broschüre:„ Herr Treitschte der Socialisten- feine Oberfläche kräuselt, weniger noch wird die Masse der Parteider Zukunft" Mißstimmung herausgebildet hatte. töter", die mich als jungen Studenten begeistert hat, in einem genossen in ihrer Tiefe berührt durch derartige Streitigkeiten. Die Als gestern Bernhard aus den Schriften von Mehring einige solchen Brustton heiligster Ueberzeugung war sie geschrieben, von dem Partei steht ausnahmslos auf dem gleichen Boden. Auf dem Boden Stellen borlas, eine winzige Zahl unter der hundertfachen Zahl viel- selben Franz Mehring herrührte, der dann selber Socialistentöter der materialistischen Geschichtsauffassung fußend, sieht sie im Klassenleicht noch weit schlimmerer Stellen, da hat sich unter dem Eindruck wurde. Genosse Auer wird es mir bezeugen, daß er mir vor drei kampf das borwärtstreibende Mittel und in der socialis dieser beispiellofen litterarischen Nichtswürdigkeiten die Entrüstung und Jahren, als ich ihn fragte, ob es sicher sei, daß diese Broschüre von stischen Gesellschaftsordnung das richtunggebende Endziel. Empörung darüber in manchen Momenten bis zur Siedehize ge- diesem Mehring herrührte, erst gesagt hat: Ja, es ist notorisch. So Wegen dieser Einmütigkeit und Einheit der Ueberzeugungen steigert, und während während Bebel diesen Mann, der in der steht es mit meiner Kenntnis der Dinge. Was ich behauptet habe, sind die künstlich aufgebauschten Gegensäge zwischen Revisionisten Publizistit aller Bänder zur Ehre meines Berufes sei es gefagt- war dies: daß ich natürlich die Vergangenheit dieses Franz Mehring und Nadikalen auch nichts als oberflächliches Wellengekräusel. Ich für eine ganz einzige Stellung hat, während Bebel dieser Person kannte, daß ich aber nicht die ganze Vergangenheit gekannt habe mein Teil und ich glaube, unter 100 000 Genossen sind es mindestens Lorbeerkränze auf ihr würdiges Haupt feste und diese Person glori- und daß ich, wenn ich sie genau gefannt hätte, nie meine Hand dazu 99 000, bin weder Stevisionist noch Radikaler, weder Bernsteinianer fizierte, hat er, ich weiß nicht ob mit Absicht, aber sicherlich der That geboten hätte, diesen Franz Mehring aus dem Schlamm heraus- noch Rautsthaner, sondern ein Socialdemokrat, der mit Leib und nach den Mitarbeitern der Zukunft" samt und fonders, also den zuziehen. Das habe ich gefagt und Bebel hat nicht bewiesen, daß Seele auf dem Boden des Programms steht, oder um Bebels Wort hervorragendsten Gelehrten, Schriftstellern und Künstlern aller meine Aeußerungen nicht auf voller Wahrheit beruhten. Ich be- zu gebrauchen: Socialdemokrat mit Haut und Haaren. Und nichts Länder und einer Reihe von braven und wenn wir von Berthold haupte, daß ich die Artikel der„ Gartenlaube" und die Rede Hasen- ist sehnlicher zu wünschen, als daß wir über diese künstlichen Gegenabsehen, vollkommen tadellosen Genossen, wegen ihrer Mitarbeit clevers erst vor einigen Monaten kennen gelernt habe. Der Ge- fäße hinwegkommen zu einheitlicher kraftvoller Aktion. die Ehre abgesprochen. Ist das erhört, ist ist das erlaubt? noffe, der mich darauf aufmerksam gemacht hat, ist hier im Saale. Diese Verhandlung trotz ihrer Unerquicklichkeit hierzu beitrug, wird Ich erwarte von Bebel, der sich dadurch auszeichnet, daß Wenn es gefordert wird, erwarte ich, daß seine Loyalität ihn ver- fie auch nicht ganz umsonst gewesen sein! er, wenn er einen Fehler gemacht hat, ihn, ihn, sobald er anlaßt, sich zu nennen.( Ruf: Warum diese Geheimniskrämerei! ihn einsteht, auch bekennt, ich erwarte von Bebel, daß Mehrfache Rufe: Kürzer!) er das schwere und bittere Unrecht durch eine Erklärung gut Singer: Fahren Sie fort. # Und wenn Singer: Es sind fünf Anträge auf Schluß der Diskussion eingegangen. Einer dieser Anträge enthält die Bemerkung, daß auch nach Schluß der Debatte dem Genossen Mehring noch das Wort erteilt werden soll. Ich für mein Teil hatte bereits dem Genossen Mehring gesagt, daß, wenn, bevor er in der Rednerliste herankäme, etwa die Debatte geschlossen werden sollte, ich beim Parteitag um die Erlaubnis nachsuchen würde, ihm noch das Wort zu erteilen. Ich darf wohl annehmen, daß auf jeden Fall dem Genossen Mehring noch das Wort gegeben werden soll. Für Schluß der Debatte spricht Krüger Dresden: Ich unterschätze nicht den Wert diefer zu machen sucht.( Bebel: Mir fehlt mir die Einsicht! Heiter- Braun( fortfahrend): Nun sagte Bebel und auch Kautsky wandte keit.) Bis dahin will ich über den peinlichen Zwischenfall weiter mir ein: Dieser Braun hat sich nicht nur um die Nettung Mehrings nichts sagen. bemüht, er hat ihn auch als Mitarbeiter der Neuen Und nun zu der viel peinlicheren, aber auch viel ernsteren Beit" empfohlen. In der That: Ganz richtig! Weshalb habe Affaire Mehring! Ich schicke voraus, daß an dieser Debatte nicht ich ihn in diese Beziehungen gebracht? Don Quixoterie spielte mit, ich die Schuld trage; unire Beschwerde an den Vorstand enthält den überspanntes Gerechtigkeitsgefühl, aber das nicht allein. Ich sagte urkundlichen, im Bericht des Vorstandes nicht mitgeteilten Beweis mir: Das ist nach seiner Begabung ein Publizist ersten Ranges. dafür, daß wir es durchaus vermeiden wollten, diese Sache in die Das ist ein Mann, der die Fäden mit der Socialdemokratie wieder Deffentlichkeit zu bringen, weil wir voraussahen, daß die Veröffent- anzuknüpfen sich bemüht, die er in frivolſter, niederträchtigster Weise Diskussion, aber nachdem wir schon zweiundeinenhalben Tag hierüber lichung solche Konsequenzen nach sich ziehen müsse. Der Parteivorstand zerrissen hat. Warum sollen wir ihn nicht gewinnen, wenn er jest sprechen, ist es doch wohl dringend notwendig, daß wir damit abe wäre nach meiner Meinung verpflichtet gewesen, diese Voraussicht mit uns den Kampf gegen die Gegner führt? Da dürfen wir ihn brechen. Der Parteitag ist nicht dazu einberufen, um nur Akademikerdebatten zu führen.( Sehr richtig!) Die Parteigenossen im Lande auch zu haben, um so mehr, als ich persönlich ihn darauf hingewiesen zum Mitarbeiter der" Neuen Zeit" machen. habe. Also, gegen meinen Willen hat die Debatte hier stattgefunden, Erinnerungen mitteilen will...( Stürmische Unterbrechungen. Rufe: schenkt wird. Aber wenn Kautsky sich erinnern und aufrichtigerweise seine erwarten, daß auch ihren Anträgen die genügende Beachtung gees war Edmund Fischer, der sich das Verdienst erworben hat, der Unterstellung!) Ach, Genosse Stadthagen, Sie brauchen fich doch Gegen den Schluß der Debatte nimmt das Wort Kage die Schelle umzuhängen. Ich für meine Person war ganz nicht zum Anwalt von Kautsky zu machen!( Rufe: Aufrichtig? Kaßenstein: Wir alle sind darüber einig, daß die Länge dieser besonders herausgefordert, hier zu sprechen, einmal durch die Art der Darstellung unsrer Beschwerde im Vorstandsbericht, sodann durch Kautsky und andre: Das war eine unverschämtheit! Ruf: Standal- Diskussion unerfreulich ist. Nun aber steht eine Frage zur Ents die Art, in der Pfannkuch mit ungewöhnlicher Schärfe in seinem macher!) Das ist von Dir eine Unverschämtheit, Kautsky.( Große scheidung, die in den Debatten dieser Tage am allerwenigsten behandelt worden ist. Wir haben uns bisher hauptsächlich mit persön Referat sich gegen mich gewendet hat, und endlich ganz besonders Unruhe. Glocke des Vorsitzenden.) Singer: Jch bitte, die Zwiegespräche jetzt zu unterlassen. lichen und damit zusammenhängenden politischen Fragen befaßt. Wir durch den Artikel von Mehring in der Leipziger Volkszeitung" bom sollten aber auch eine kurze Zeit darauf verwenden, die Frage, um die es fich eigentlich handelt und die, die materielle Gristenz sehr vieler Parteigenossen berührt, zu behandeln. Ich möchte bitten, daß eventuell nur noch solche Redner sprechen, die materiell etwas in der Sache zu sagen haben. Singer: Solche Vorschriften können wir natürlich nicht machen. Der Schluß der Diskussion wird angenommen. Singer: Es ist mir für den Barteitag eine Zuschrift des Ges ein Mehring " in Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Aus dem heutigen Vorwärts" entnehme ich, daß der Parteitag, 11. September dieses Jahres. Ich war auch herausgefordert Braun( fortfahrend): Wenn sich Kautsky erinnern will, so wird durch die Art und Weise wie ich dazu mitgewirkt habe, er uns mitteilen, daß ich im Laufe der Jahre mündlich wie schrift lich wiederholt ihm gesagt habe: Gewiß, Mehring ist ein schäßMehring wieder in Zusammenhang mit der Partei zu bringen. Hierauf hat sich auch Wiehring in seinem Artitel barer Mitarbeiter und jeder Redakteur thäte gut, ihn zu bevom 11. September berufen. Ich habe die Thatsache erzählt und schäftigen, aber ein Redakteur muß ihn auch in den richtigen auch Bebel hat sie erzählt, feine Darstellung stimmt im wesentlichen Grenzen halten. Ich habe diese Mahnungen in letzter Zeit mit der meinigen überein. Nur in zwei Punkten setzte sich Bebel in zu wiederholen aufgehört, weil sie fruchtlos waren. Kautsky hat Widerspruch zu mir. Bebel teilte Ihnen als meine Worte mit: Mehring nicht nur ganz zügellos walten lassen, nein, er hat ihm die, Mehring wird sich sehr freuen, wenn er mit Ihnen zusammen- Neue Beit" geradezu ausgeliefert. Mehring kann in der Neuen noffen Jäckh, Redakteur der„ Leipziger Bokszeitung" zugegangen, kommen und eine Aussprache stattfinden kann". Bebel sagte:" Sie Beit" fagen und schreiben, was er will. Das ist, was meiner mit der Bitte, fie zur Kenntnis des Parteitags zu bringen. Jädý kannten Mehring bereits damals", das lag in Ihren Worten Meinung nach unerlaubt ist. Ich habe Kautsky wiederholt darauf knüpft an die Bemerkung des Genossen Fischer- Dresden an, die dahin kannten Mehring bereits damals", das lag in Ihren Worten aufmerksam gemacht, daß ich es nicht für wünschenswert halte, dem ging, daß der zweite Redakteur der„ Leipziger Volkszeitung", nach und in der Art Ihrer Ausführungen. Nun unterliegt es dem er längere Zeit Redakteur an socialdemokratisthen gar keinem Zweifel, daß das, was Bebel gesagt hat, wesent Mehring solche Latitude zu gewähren. Singer: Ich fann feinen Zusammenhang mehr zwischen diesen Blättern gewesen wäre, als freier Schriftsteller an bürger lich richtig ist. Aber, was folgt aus diesen Worten? Blättern gegen die Parteigenossen geschrieben habe. Bergegenwärtigen Sie sich mur Sie werden es mir schon Ausführungen und dem Thema erkennen.( Lebhafte Zustimmung.) lichen verzeihen, daß ich Sie mit diesen Quisquilien behellige, aber Es handelt sich um die Mitarbeit von Genoffen an der bürgerlichen Jäckh stellt das nach seiner Auffassung insoweit richtig, daß er zu Bebel hat mich dazu gezwungen, indem er das, was ich sagte, als Presse und nicht um die Thätigkeit Mehrings an der„ Neuen Zeit". Dieser Zeit für eine im Verlag und unter der Redaktion seines Bruders in Stuttgart erscheinende Wochenschrift Leitartikel in unglaubwürdig hinstellte. Vergegenwärtigen Sie sich nur folgendes:( Sehr richtig!) Braun( fortfahrend): Ich möchte dagegen einwenden, daß mir revisionistischem Sinne geschrieben habe, was von einer Reihe von Mehring war seit Jahren die verachtetste Person in der ganzen von Bebel und Kautsky der bestimmte Vorwurf gemacht worden ist, Genossen, die diesen Artikeln zugestimmt haben, ihm gegenüber lobend Socialdemokratie, niemand hätte auch nur in der verächtlichsten daß ich Franz Mehring zur Mitarbeit an der Neuen Zeit" anerkannt worden ist, und er teilt weiter mit, daß einige dieser Weise mit ihm verkehren wollen, ich war der einzige, der sich, ohne empfohlen habe. Artikel im„ Karlsruher Volksfreund", also einem Partei- Drgan, zum daß ich ihn kannte, feiner annahm. Bebel und Singer können es Abdruck gebracht worden sind. mir bezeugen, daß ich ihnen wiederholt meine Ansicht von der Singer: Die Zurückveisung dieses Vorwurfs ist Ihnen gestattet, Es mir ferner ein Brief des Herrn Magimilian Harden zu Befferung dieses Sünders aufzudrängen suchte. Es gelang mir in aber eine Kritik der Mehringschen Thätigkeit an der Neuen Zeit" gegangen. Da er an die Loyalität des Parteitags appelliert, ihn einem gewissen Maße, sie zu überzeugen. Nun tam der entscheidende steht nicht im Zusammenhang mit dem Thema.( Sehr richtig 1) Moment, ich ging zu Bebel und Singer und sagte ihnen halb im Ernst Braun: Dann gehe ich darüber hinweg. Ich habe Bebel als Angegriffenen, aber Abwesenden die Möglichkeit zu geben, einige der vorgekommenen Dinge festzustellen, so halte ich es für richtig, und halb im Scherz: man kann solche Dinge nicht anders machen, wiederholt gesagt, daß ich es nicht für wünschenswert halte, diesen Brief zur Kenntnis des Parteitags zu bringen, damit der auch wenn sie einen ernsten Hintergrund haben, was meinen Sie denn, daß so präponderierender Einfluß der Parteitag volle Kenntnis aller vorgekommenen Dinge erlange. Bebel der Litteratur gewährt wird. fagte ich, follen wir nicht Mehring zu dem Abendessen einladen? Parteipreffe und in Und nun habe ich nach Bebel weiter gesagt:" Mehring würde sich wird sich erinnern, wie eindringlich ich ihm gesagt habe, wie Danach wird Mehring das Wort bekommen, dann hat nur noch der Berichterstatter das Schlußwort. Vorher kommen die persön fehr freuen, wenn er mit Ihnen zusammenkommen und eine Aus- sehr es dem Gefühl der Parteigenossen widerspricht- und Victor fprache stattfinden könnte". Glauben Sie wohl, Genossen, daß ich Abler hat sich in seiner Kritit des Nachlasses" in der Wiener lichen Bemerkungen. Richard Fischer Berlin verliest den Brief, der folgendermaßen biefen Franz Mehring erst noch zu fragen brauchte, ob er fich freuen Arbeiterzeitung" ähnlich geäußert, daß gerade dieser Franz Mehring würde, aus dem tiefsten Abgrunde der Verachtung herausgezogen der Herausgeber des Nachlasses von Marg und Lassalle geworden ist. lautet: es giebt wohl keinen zu werden( Bebel: Na! na!) und mit Männern wie Bebel und Es giebt wohl keine Parteigenossen, Grunewald- Berlin, 15. 9. 1908. Singer zusammenzutreffen? Glauben Sie, daß es nötig war, daß Bernstein oder Conrad Schmidt, die die Arbeit auch hätten ich diesen Franz Mehring vorher schon persönlich kannte, daß ich leisten können? Nein, es mußte dieser Franz Mehring sein. vorher zu ihm gehen mußte, um ihn zu fragen, ob er die Einladung Ich schließe; alles das, was Bebel gesagt hat, kann nichts an dem Sie präsidieren, sich mit meiner Wochenschrift und meiner über vernichtenden Urteil Mehring ändern, annehmen würde. Ich durfte wohl mit voller Sicherheit annehmen, daß dem das litterarischen Thätigkeit beschäftigt hat. Ich habe auf allgemeine ar die Einladung sehr gern acceptieren würde. So steht es. Das ist der hier abgegeben worden ist. Mehring steht am Pranger und Bebel Urteile und Verdächtigungen hier nicht einzugehen und halte mich einzige Beweis für die Behauptung Bebels, daß ich Mehring früher schon wird sich vergeblich bemühen, ihn von dort wieder herunterzuholen. nur an die paar fonkreten Behauptungen, die im Laufe der Debattegefannt hätte. Weiter sagt Bebel, er habe Mehring gefragt, feit( Sehr richtig!) Es sind weitere zahlreiche Angriffe gegen mich ge- soweit sie mir bekannt sind aufgetaucht sind. 1. Jch soll die russischen Freiheitskämpfer geschmäht haben". wann er mich kenne. Ach", habe Mehring gejagt, feit 1887". richtet worden, nicht ernsthafte, aber perfide. Ulrich hat sich in sehr Das trifft ganz genau zu, denn im November 1887, als" ber Reichs- deutlicher Weise, wenigstens für denjenigen, der die Dinge kennt, Die Behauptung ist unwahr. Ich habe nie über die so bezeichneten Der Thatbestand tag zusammentrat, da fand ja jenes Abendessen statt; aber es ist dagegen gewendet, daß die Parteigenoffen von Frankfurt- Lebus nicht Männer und Frauen ein Urteil gefällt. eine Lüge, wenn Mehring hinzufügt, ich glaube, schon den alten Theodor Metzner, sondern mich als Reichstagskandidaten ist folgender: Bor 10 Jahren hat Profeffor Dr. Wilhelm Jöft feit 1886". Ich brauche ja über die Lügenhaftigkeit von aufgestellt haben.( Rufe: Lauter!) Wie verhält es sich damit? in der Zukunft" einen Artitel veröffentlicht, dessen Inhalt ich nach Mehring hier feine weiteren Worte zu verlieren, aber in Eine Paranthese: Stadthagen sagte gegen mich: Dieser Mann dem Programm meiner Zeitschrift mir so wenig anzueignen hatte, Bezug auf Dahimsangaben will ich doch hinweisen auf den ist bekannt, wenn er sich vorstellt. Wie weit ich bekannt bin, wie den Inhalt der von Konservativen, Kathedersocialisten, Social Unterschied zwischen dem Flagblatt gegen Harden und seiner lasse ich dahingestellt. Stadthagen fehlt die Kompetenz und demokraten oder Anarchisten in der Zukunft" veröffentlichten Artikel. Schrift Kapital und Preffe" über den Beitpunkt der Chefredaktion die Unparteilichkeit dazu. Nur so viel will ich sagen und Auer wird Professor Jöst hatte Sibirien bereist, beherrschte das sibirische ber, Volts- Zeitung". Wenn Mehring sich bei dem Zeitpunkt der Chef- es mir bezeugen, daß er und Liebknecht mir schon vor 15 Jahren Material und war mir um so unverdächtiger, als sein Buch über Sibirien, wie das Kennans, in Rußland verboten war. redaktion um Jahre versehen kann, dann kann er sich auch irren in eine Kandidatur angeboten haben für Leipzig- Land Bezug auf das Datum, das er für die erste Bekanntschaft mit mir Ob das, was er schrieb, objektiv richtig war, weiß ich nicht, Singer: Auch diese Ausführungen stehen nicht im ZusammenAuch dieser Professor hat aber nicht, angiebt. Im übrigen, wenn er das wiederholen sollte, so ist er in hang mit dem Thema.. Ueber die Kandidatenaufstellung kann bei denn ich kenne Sibirien nicht. diesem Punkt ein Lügner. Nichts weiß ich genauer, denn die Sache einem andren Punkt, z. B. Parlamentarisches, gesprochen werden. wie behauptet wird, die politischen Verbrecher" Rußlands in Bausch und Bogen beschimpft. Er schreibt: ist thatsächlich originell. Schon daß ich Bebel im Foyer des Reichs-( Rufe an Braun: Schluß!) Jedermann, der einmal in Sibirien war, weiß, daß jeder tags auffuchte und in seinem Auftrage und mit seiner Erlaubnis auf Braun: Dann komme ich dort darauf zurück. Stadthagen oder die Nedaktion der Volkszeitung" ging.( Bebel: In meineni Hoffmann die beiden sehen sich zum Verwechseln ähnlich, gemeine Verbrecher( Räuber, Aufschlizer, Muttermörder, Falschmünzer usw.) sich stets als" Politischer" bezeichnet." Auftrage? Unerhört!) Aber doch mit Ihrer Zustimmug! nicht dem Aeußern, sondern dem Wesen nach( Heiterkeit), haben geUnd danach erst: Du lieber Gott, berlegen Sie sich dies auf Wort? meint, wenn meine Wähler den Briefwechsel mit dem Parteivorstand „ Wer sind denn Kennans fympathische politische Freumbe"? ( Bebel: Sie wägen die Worte ab!) Gewiß, das sollten Sie mir femten gelernt hätten, so würden sie mich und die andrén Genossen Ganz gemeine Meuchelmörder, Spizbuben, Räuber, Diebe, nachthun!( Bebel: Ihnen ahme ich nie nach!) Dann lassen Sie es Göhre und Heine noch einmal in Bezug auf ihre Geeignetheit zur Protistuierte und Zuhälter!"(" Zukunft" vom 22. Juli 1893.) bleiben, das wird nur Ihr Schaden sein.( Lachen. Bebel ruft: Kandidatur ins Auge gefaßt haben. Ich stelle fest, daß diese Heße Erstens also handelt es sich um einen Artikel, für dessen Inhalt Bir reden später noch darüber und auch über andres.) Ja, so viel gegen mich zu der regelmäßigen Thätigkeit Stadthagens gehört, so ich nur preßgefezlich die Verantwortung trug; zweitens unterſchien Also selbstverständlich mit Bebels und oft er sich mit den Angelegenheiten des Wahlkreises Frankfurt- Lebus und über was Sie wollen. Singers Buftimmung ging ich auf die Redaktion der Bolts- beschäftigt. Genosse Hoffmann hat versucht, die Wochenschrift, die Profeffor Jost scharf zwischen wirklichen politischen Verbrechern" und gemeinen Verbrechern, die sich für„ Politische" ausgeben, und Zeitung" und ließ mich bei dem mir ganz unbekannten Mehring ich herausgeben will, im Voraus dadurch zu kompromittieren, nur dieser legteren nicht politischen Gruppe konnten natürlich die einen Gönner gefunden und anmelden; ich sprach mit ihm, überbrachte ihm die Einladung, die er daß erzählte, ich hätte und Worte„ Dieb"," Buhälter" usw. gelten. Ich stelle fest: ich habe natürlich strahlenden Antlizes annahm, denn er war mun moralisch ge- daraufhin die Zeitschrift gegründet. rettet. Über Bebel hat sich noch in einem andren Punkte bemüht, meine teinen Gönner, und ich stelle es Hoffmann anheim, im Register Wahrhaftigkeit und mein Genauigkeit in der Darstellung der That- des Berliner Amtsgerichts sich zu informieren, wie die finanzielle Berantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratentell verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag: Vorwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. " er Nr. 217. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 17. September 1908. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Socialdemokratie." ( Fortsetzung aus der 1. Beilage.) Daß solches Urteil, wie ich es manchen" aussprechen lasse, in der Zeit der Obstruktion wirklich geäußert wurde, wird Ihnen nicht unbekannt geblieben sein; übrigens führe ich im selben Artikel gleich danach ein Beispiel an. Ueber die Tendenz meines Artikels orientiert Sie, sehr geehrter Herr Abgeordneter, vielleicht der eine Saz, den ich hier anführen will:" Der wütendste Bourgeois müßte zugeben, daß keine uns bekannte politische Organisation je einer Selasse so schnell und so wesentlich genügt hat wie den deutschen Arbeitern die schnell und so wesentlich genügt hat wie den deutschen Arbeitern die Ueber die bei schlechten Staatsanwalten und unfähigen Polizeiministern beliebte Methode, auf herausgeriffene, im wesentlichen entstellte oder auch wiffentlich gefälschte Säge ein Urteil zu bauen, habe ich hier nichts zu sagen. Da ich aber annehmen möchte, daß der Parteitag die Wahrhett erkennen und daß sein Präsident Abwesende vor ungerechter Beschimpfung schützen will, habe ich mir erlaubt, Ihnen, sehr geehrter Herr Abgeordneter, das die zwei faßbar vor gebrachten Behauptungen widerlegende Material zugänglich zu machen. In vorzüglicher Hochachtung Mehring: Harden." versammlung nehmen lassen, die Beschlüsse in Bezug auf die Ge- gewissen Fragen z. B. zum Löbtauer Urteil, zur Umsturzvorlage schäftsordnung so zu faffen, wie er selbst es für richtig erachtet. ( Zustimmung.) Es folgen persönliche Bemerkungen. Adolf Hoffmann- Berlin: und zur Zuchthausvorlage eine solche Stellung eingenommen, daß ich glaubte, es sei mir möglich, an dem Blatte mitzuarbeiten. Sie haben nicht das Recht zu sagen, daß ich moralisch tief gesunken bin, Genosse Bebel. Dies Necht bestreite ich einem jedem, auch dem Genossen Bebel, dem ich meine Einführung in den Socialismus verdanke. Auch dem bestreite ich auf das entschiedendste das Recht zu enn gesagt wird, daß die Karten, die wir hier ausspielen, von sagen, daß an meiner Moral auch nur der geringste Matel haftet. Harden gemischt sind, so erwidere ich: sie sind in Steglitz und Leipzig enn gesagt wird, daß die Karten, die wir hier ausspielen, von da gemischt worden. Ich habe in diesem Fall werden. " Bebel: " Heinrich Braun warf mir vor, daß ich sowohl in Bezug auf die 2. Ich soll geschrieben haben, die Socialdemokraten hätten den Kandidatur wie auf die Zeitschrift etwas Ehrenrühriges von ihm 2. Ich soll geschrieben haben, die Socialdemokraten hätten den behauptet hätte. Ich habe laut Bericht des" Vorwärts" geist unwahr. Auf der neunten Seite eines von mir geschriebenen fagt:" Leider haben die Wahlkreise den Antrag des ParteiArtikels steht der Satz:" Flackern sie Dir denn, wird mancher tages sehr wenig berücksichtigt, sondern sie waren nur zu wohl fragen, noch nicht hoch genug noch immer nicht, troß- geneigt, alte, verdiente Genossen herauszubringen und dem der Reichstag von den Genossen zur Kutscherschwemme erniedert für Doktoren hineinzubringen." ist.( Zukunft" vom 13. Dezember 1902.) Unzweideutig ergiebt der mit feiner Silbe Heinrich Braun erwähnt. Ich habe Ich begreife es, daß Bernhard sich aufs heftigste gegen den VorZusammenhang, daß„ mancher", der„ fragt", aber nicht meine An- weiter gesagt mit Bezug auf nur zu gründende Zeitungen:" Die wurf verwahrt, daß er durch seine Mitarbeiterschaft an der Zukunft" ficht teilt.*) Genossen wollen ihre Artikel los werden", weil sie in der Partei- moralisch tief gesunken sei. Ich habe gestern ausgeführt, mir ist presse vielleicht keinen genügenden Absatz finden, wenden sie sich an feiner Zeit die Mitarbeiterschaft an der" Bukunft" angetragen gegnerische Blätter. Wenn man dann einen vermögenden Gönner worden, ich habe geschwiegen, und als Harden mich deshalb später findet, so gründet man eine neue Zeitung." Ich habe auch in angriff, hatte ich mittlerweile die Artikel" Sechſeläuten" gemeldet; bei andrer Gelegenheit werde ich darauf eingehen. ich Harden geschrieben, ich halte es für eine unverschämtheit sonder diesem Punkt Heinrich Braun nicht genannt; er hat sich und„ Die roten Primadonnen" gelesen, und da habe ( Buruf:' Haben Sie ihn auch nicht gemeint?) Braun meinte ferner, gleichen mich aufzufordern an einem Blatte mitzuarbeiten, das die ich sähe Stadthagen zum Verwechseln ähnlich, zwar nicht äußerlich. Bartei, der ich angehöre, aufs schmählichste beschimpft in Artikeln, Ich sehe das als eine Schmeichelei an( Heiterkeit) und werde mich die von Ihnen selbst, Herr Harden, herrühren. Ich habe erklärt, bemühen, es weiter zu sein; ich würde mich aber ganz energisch daß ich das mit meiner Mannesehre und speciell mit meiner ParteiGöhre meinte u. a., auch Hoffmann wolle ihn opfern. Ach nein, Artikel hier angeführt, besonders den vom 22. November 1902, in dem dagegen verwahren, Heinrich Braun ähnlich zu sein.( Heiterfeit.) Ehre nicht vereinbaren könne.( Bravo!) Ich habe gestern auch andre Genosse Göhre, als Opferlamm sind sie am allerungeeignetsten eine gemeine und niederträchtige Kritik an der Haltung der Fraktion und ( Göhre: Das glaube ich!) Ich stehe auf einem andern Standpunkt, der Partei in der Bolltariffrage geübt wurde. Und dann habe ich und ich habe schon in Erfurt auf einem andern Standpunkt gestanden weiter hinzugefügt, wenn man auch annehmen könne, daß diejenigen, auch Göhre gegenüber. Das Opfern auf einem Barteitage hat die in der legten Zeit an der Zukunft" gearbeitet haben, die Artikel Silbe ausgesprochen feinen Sinn, das ist Sache der Kreise. Ich habe mit feiner bon 92 und 93 nicht kannten, so könne man doch das nicht geltend Opfer haben möchte. oder nur angedeutet, daß ich solche machen für den Artikel vom 22. November 1902, und wer, nachdem Es fännte Ihnen( zu Göhre) gefallen, er jenen Schmähartikel gelesen, noch weiter an der Zukunft" mitMärtyrer zu spielen! Dazu sollen Sie aber nicht kommen.( Beifall). arbeitet und das Geld von Harden annimmt, der ist nach meiner Es ist dann von Heine gesagt worden, ich hätte in meiner Rede Meinung in seinem Ehrgefühl tief gefunten.( Lebhafte Zustimmung.) Vorwürfe erhoben, die auf ihn nicht zutreffen. Er fagt, ich hätte Sagen Sie, was Sie wollen, von dieser meiner Auffassung, die die ihm vorgeworfen, Am vorigen Sonnabend erhielt ich von mehreren Genossen die Artikel für gegnerische Blätter geschrieben ehrlichste von der Welt ist, nehme ich kein Wort zurück.( Lebhafter zu haben. Der betreffende Nachricht: Kommen Sie nach Dresden; es wird ein großer Coup im Allgemeinen nimmt die bürgerliche Bresse vor allem solche vorgeworfen, daß er wegen schnöden Mammons an der Saz lautet wörtlich:„ Aber Beifall. Vereinzeltes Hört! hört!) Bernhard meinte, ich hatte ihm gegen Sie geplant!"( Unruhe.) Diefer Coup hat sich enthüllt als Artikel auf, mittels derer man der Socialdemokratie Knüppel zwischen gearbeitet hat. Er habe Gelegenheit, auf andre Weise weit mehr Zukunft" einer jener Ueberfälle, die bisher ein unbeneidetes Vorrecht litte- die Beine werfen kann. Das ist der Kernpunkt. Durch diese Thätig- Geld zu verdienen, als bei der Socialdemokratie. Ich kenne Bern rarischer Bourgeoisietreife waren, einer fener Ueberfälle, für die aus teit gewiffer Auch- Genossen wird uns die Agitation ganz außer hards Verhältnisse nicht, weiß aber, daß seine regelmäßigen Beiträge für ficherem Hinterhalt wochen- und monatelang die Waffen geschmiedet ordentlich erschwert. haben, um einen wehrlosen Mann zu erschlagen.( Zurufe: Oho! Beit wir Denten Sie mal darüber nach, wieviel die Zukunft" selbstverständlich bezahlt werden. Db er auch mitWehrlos!?) Ich nenne mich nicht in sentimentalem Sinne einen mit in Agitationsversammlungen verschwenden müssen gearbeitet hätte, wenn er nicht bezahlt würde, das weiß ich nicht. der Widerlegung von Verdrehungen, Wehrlosen, aber ich bin wehrlos in zweierlei Beziehungen. Seit Wochen dieser Artikel uns mittels Es ist ja möglich, daß noch andere Motive mitspielen, vielleicht das des and Monaten ist aus allen Ecken und Winkeln das Material zusammen- noch, was im Vorwärts" nicht steht, gejagt: Landrätliche arbeiter der Zukunft" zu sein. Ich sage, ich weiß das nicht, aber jeden entgegengehalten Ich habe dann Ehrgeizes,( Bernhard: D nein!) vielleicht fühlte er sich geschmeichelt, Mits geschleppt worden, um mich zu verdächtigen; darauf kann ich das Gegen- Kreisblätter schlachten diese Artikel nach allen Regeln der Kunst aus falls war eins der Motive der Mitarbeiterschaft Geld zu verdienen. material nicht in ein biszwei Wochen beschaffen. Ferner läßt sich in einer und thun noch ein Uebriges hinzu. Läßt sich einmal ein sonstiger Bernhard meint, nachdem er seinen Artikel widerrufen hatte, ſei es Minute mehr Klatsch zusammentragen, als sich in einer Stunde Gegner in unsren Versammlungen sehen, was bringen da die Gegner von mir unschön gewesen, noch weiter darauf einzugehen. Genosse widerlegen läßt, und wenn ich auf alles erwidern wollte, was in immer zuerst vor? Die Artikel der Genossen Göhre, Heine, Bernhard, zunächst ist es Sache des Redners, zu beurteilen, was er diefen Tagen gegen mich vorgebracht worden ist, so müßte ich die v. Bollmar usw. Aus dem Zusammenhang geht hervor, daß ich für angemessen erachtet, zu thun oder nicht zu thun. Sie haben Beit des Parteitages zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen. Ich nicht das gemeint habe, was Heine hier anzieht. Ich weiß nicht aber offenbar überhört, daß ich gesagt habe, Anschauungen über werde aber auf jeden Punkt der vorgebrachten Anklagen ob Bollmar an gegnerischen Blättern mitgearbeitet hat vielleicht Parteimoral, wie sie Bernhard veröffentlicht hat, sind in der Partei antworten, ich werde die Verleumdungen niederschlagen, seiner Zeit an der„ Revue bleue", jenem bürgerlichen französischen nicht vereinzelt vorhanden.( Buruf: Bei Mehring!) Ich habe selbst dieselben, die ich schon in meinen Broschüren gegen Harden Organ, in dem er den bekannten Artikel über Staatsfocialismus gehört, führte ich aus, wie und„ Kapital und Presse" niedergeschlagen habe in früheren Jahren am Viers denn geschrieben hat; das ist aber schon sehr lange her. Ich habe mit tisch ähnliche Grundsäge ausgesprochen wurden, und von diesem es find ja diefelben alten Geschichten( Sehr richtig!), dieselben den Artikeln auch nicht nur die gemeint, die an die bürgerliche Gesichtspunkt aus und weil ich weiß, daß diese Auffassung in Bartei Niederträchtigkeiten, die von andern schon früher vorgebracht sind, Presse eingesendet werden, sondern vor allen Dingen auch freisen Bestätigung erfahren hat, daß Genossen sich geäußert hätten, während die Leute, die sie jetzt vorbrachten, vergessen haben, zu die Artikel, die uns in Hannover so eingehend beschäftigt haben, in sie teilten die Auffassung von Bernhard über Barteimoral, waren fagen, daß fie schon früher widerlegt find. Ich werde darauf den„ Socialistischen Monatsheften", die Bernstein- Artitel usw. Diese meine Ausführungen ganz natürlich und gerechtfertigt. Ich habe antworten, aber augenblicklich( Buruf: Brief über Schoen- find in gegnerische Blätter, auch Kreisblätter, übernommen worden, weiter gesagt Lant!) Auch den Punkt mit Schoenlant, von dem Bebel sagte, er und nicht nur die Artikel, nein, Heine, auch die Reden. Ich brauche Bernhard und damit glaube ich das, was ich etwa an tömme ihn mir nicht verzeihen, auch diesen Punkt habe ich in meiner bloß an die Kanonen- Rebe zu erinnern. Heine hat das Malheur reichstem Maße meine Kritik durch Kritik gesündigt haben: soll, in wieder Broschüre gegen Harden schon vor sechs Jahren aufgedeckt, und es wie Bernstein, immer mißverstanden zu werden.( beiterkeit.) gut gemacht zu haben ich ist einer Perfidie sondergleichen, wenn Bernhard es verheimlichte, habe gesagt, Bernhard habe sich hier ein Armutszeugnis daß ich die Sache schon aufgedeckt hätte. Ich habe zu niemandem ein bleiben. Singer: Jch bitte, im Rahmen einer persönlichen Bemerkung zu ausgeftellt, denn ein regelmäßiger Mitarbeiter der Zukunft" itber Hehl daraus gemacht, daß ich vor mehr als legt sich seine Artikel, und wenn er sich nun nach einem so klaren 20 Jahren Hoffmann: Ich gebe gern zu, daß mir nicht bekannt ist, daß Artikel hinstellt und sagt, den habe ich mir nicht überlegt, schwere, maßlose, ungerechte Borivürfe gegen die Partei gerichtet Heine, so lange ich ihn fenne, an bürgerlichen Blättern mitgearbeitet ich bedaure ihn, so darf ich wohl getrost von einem habe. Wenn ich mich bei befferer Kenntnis an die Partei heran- hat. Ich habe damit die Artikel der Monatshefte" und seine Reden Armutszeugnis reden.( Sehr richtig!) Denn gedrängt hätte und die Partei mir erklärt hätte, fie wolle nichts von treffen wollen. Wenn wir nachgraben wollten, ich weiß nicht, ob Artikel geschrieben, über dessen Bedeutung er sich nicht flar er hat einen mir wissen, so hätte ich das vollkommen in der Ordnung gefunden. aus seiner antisemitischen Zeit nicht noch Artikel zu finnden wären. war.( Sehr richtig!) Ich habe gesagt, wenn Bernhard hier vor Ich habe mich aber nicht an die Partei gedrängt; ich habe noch feine einzige Beile in der Partei geschrieben, zu der ich nicht von Bernhard Berlin: dem Parteitage nicht sein Bedauern ausgesprochen hätte, dann würde Berufener Seite aufgefordert worden ich als organisierter Genosse von Berlim II es für meine Pflicht erwäre. Wer meine Ich weise auf das entschiedenste die Verdächtigung von Mehring achtet haben, nach dem Parteitag seinen Ausschluß zu beantragen. Parteithätigkeit tadelt, schlägt auf die ersten Parteis zurück, daß ich irgend eine Verleumdung hier gegen ihn verbreitet Nachdem er aber den Artikel zurüdgenommen, sei das hinfällig; ich Inftitutionen, auf die obersten Parteibehörden, auf die Parteiverlage hätte. Unter Berleumdungen versteht man Beleidigungen, die wider werde diesen Schritt unterlassen. Ich glaube aber, daß ich Bernhard in Berlin, Leipzig, Dresden und Stuttgart, der schlägt auf den besseres Wissen borgebracht werden, und das muß ich mir auf das diejenige Genugthuung gegeben habe, die ich ihm unter den ges Barteivorstand, der mir den ehrenvollen Auftrag erteilt hat, den allerentschiedenfle verbitten. Meine Hauptangriffe hätte Mehring gebenen Verhältnissen überhaupt geben konnte.( Zustimmung.) Nachlaß von Mary, Engels und Lassalle herauszugeben. Während sehr schnell widerlegen können. Ich habe erstens gesagt, daß ich also von berufensten Partei- Instanzen zu den ehrenvollsten Mehring heute noch genau so mit der Wahrheit umspringt, ( Schluß im Hauptblatt.)) Partei- Aufgaben berufen worden bin, tobt sich hier auf dem Partei- wie früher, indem ich gezeigt habe, daß in seinen Artikeln tag feit drei Tagen ein Ueberfall ab, der an feiger, schmuziger in der Leipziger Volkszeitung" die unwahrheit steht, und Perfidie in der Geschichte seines Gleichen nicht hat und der nach den zweitens habe ich aus einem Brief von Mehring an Harden den Erfolgen des 16. Juni dieser Parteitag diskutiert, ich hätte beinahe Baffus über Schönlant zitiert. Das wird Mehring nicht ableugnen gefagt, prostituiert!( Große Unruhe.) Ich erkläre deshalb hiermit, daß fönnen, und gegenüber dieser Thatsache ist es ganz egal, ob was ich meine Thätigkeit für die„ Neue Zeit" und die Leipziger Bolts- ich nicht weiß dieser Brief bereits veröffentlicht worden ist. Noch geitung einstelle( Bravo!) bis eine der berufenen Partei- Instanzen, eine Bemerkung gegen den Genossen Bebel. Sie werden es mir bie die Anklagen gegen mich gehört haben und fie prüfen können, glauben, wenn ich sage, daß gestern der schwerste Tag meines mich wieder dazu auffordert.( Lebhafter Beifall.) jungen Lebens gewesen ist. Fch hatte einen Artikel, den Bömelburg: Sie haben vorhin beschlossen, in dieser Sache ich damals glaubte, so wie ich ihn aufgefaßt wissen wollte, Schluß der Debatte zu machen und nur Mehring noch das Wort zu erteilen. vertreten zu können, hier widerrufen. Nach meiner Ansicht ist es Das ist eine neue Geschäftsordnungs- Braris, nach einem Beschluß Brauch, wenn man einen Artikel widerrufen hat, ihn aus der Disauf Schluß der Diskussion noch einem Redner das Wort zu gestatten. fuffion zu lassen. Bebel hat aber... Dadurch wird die Debatte von neuem eröffnet; das widerspricht unsrer Geschäftsordnung. Mehring hätte verlangen müssen, bis die Reihe an ihn tam. Man darf hier nicht dem einen zu Gunsten des andern das Wort abschneiden. " B Deutscher Krankenkassentag. In Breslau tagt gegenwärtig der Deutsche Krantassentag. Am ersten Verhandlungstage hielt nach Erledigung des Geschäftsberichtes Medizinalrat Dr. Neißer Breslau einen Vortrag über das Thema:" Inwieweit können die Krankenkassen zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten beitragen?" Dazu hat der Vortragende in einer gedruckten Vorlage seine Leitfäße niedergelegt. Er verlangt zunächst eine gute Statistit. Es müßten gesetzliche Vorschriften angestrebt werden, durch welche die Aerzte in die Lage verfekt werden, den Kaffenverwaltungen gegenüber die Geheimhaltung über die Art der Krankheit aufzugeben, bie Kaffenverwaltungen sollten ihrerseits Singer: Sie überschreiten den Rahmen einer persönlichen Be- auf die Geheimhaltung der ihnen zugegangenen Mitteilungen merkung, Sie können sich gegen das wenden, was Bebel gegen Sie ftrengstens Bedacht nehmen. Die Kaffen sollen möglichst viel Vorgesagt hat, aber eine Erörterung über das, was sich schickt, ist nicht träge zur Aufflärung über die Gefahren der Geschlechtskrankheiten zulässig. halten lassen, die Aerzte würden zum Halten dieser Vorträge gern Singer: Bömelburg hätte sich zur Geschäftsordnung melden Bernhard( fortfahrend) Bebel hat diesen Artikel zum Gegenstand bereit sein. Die Vorträge seien jedoch getrennt für Frauen und müssen, als die Frage zur Verhandlung des Parteitags stand. Ich einer Kritik gemacht, und nicht nur das, er hat auch meinen Widerruf Männer zu halten. Der Referent empfiehlt als das rationellste fonstatiere aber, daß das, was Bömelburg als nicht verträglich mit kritisiert. Er hat von einem testimonium paupertati gesprochen und Mittel zur Eindämmung von Geschlechtskrankheiten die Krankenhausder Geschäftsordnung hinstellt, zu wiederholten Malen und dem gesagt: Wenn man einen Artikel schreibt, dann überlegt man ihn Behandlung; weiter müsse aber vor allem auch dem Wohnungswesen, Gebrauch unsrer Verhandlungen ganz entsprechend vorgekommen ist. sicher vorher. Daß ich mir den Artikel überlegt habe, ist selbst der besseren Ausgestaltung der Krankenkontrolle großer Wert beiZweifellos fann jede Versammlung, soweit kein Widerspruch erhoben verständlich, aber ich bin nachher durch reifliche und längere Ueber- gelegt werden. Um den Kassen eine möglichst weitgehende Durch wird, von ihrer Geschäftsordnung abweichen.( Sehr richtig 1) Hätte legung an der Hand dessen, was gegen mich veröffentlicht ist, zu der führung der Krankenhaus- Behandlung zu ermöglichen, müßten den Bömelburg gegen die Abweichung von der Geschäftsordnung recht- besseren Einsicht gekommen, die ich ehrlich vor Ihnen ausgesprochen habe. Krankenkassen möglichst günstige Verpflegungsfäße gestellt werden. zeitig Einspruch erhoben, so würde ich die Frage zur Abstimmung Ich denke gar nicht daran, den Artikel zu verteidigen. Bebel hat Die Kaffen müßten für gute Specialärzte sorgen. Dem Kurgebracht haben. dann angedeutet, als ob ich des schnöden Mammons willen für die pfuschertum, das besonders auf diesem Gebiete sich breit mache, sei Bömmelburg( zur Geschäftsordnung): Ich konstatiere, daß diese Zukunft" geschrieben hätte. Wer mich fennt, weiß, daß es nicht scharf entgegenzutreten. Die Anstellung weiblicher Kontrolleure fei Geschäftspraxis, mag sie auch bisher schon auf Parteitagen vor meine Art ist, gegen Geld auch nur das Leiseste zu thun, was ich anzustreben. Ueberall sei auf die weitgehende Zusammenfassung der gekommen sein, in der Arbeiterbewegung sonst nicht maßgebend ist mit meiner Ueberzeugung nicht glaube verantworten zu können. Kräfte der Krankenkassen hinzustreben und eventuell staatliche Subund auch nicht maßgebend sein kann. Wenn jemand, der in der Wenn ich ich will nicht sagen gegen Geld fäuflich wäre, aber vention zu fordern. Schließlich sei eine regelmäßige, jährlich einDebatte noch gar nicht gesprochen hat, nach Schluß der Debatte das allein auf das Geldverdienen ausginge, ich wäre nicht Social- oder zweimal stattfindende obligatorische Untersuchung aller StaffenWort ergreift, so tann er ganz neue Dinge und neue Personen in demokrat.( Sehr richtig!) Ich könnte vielleicht das Doppelte und mitglieder zu erwägen. Die Kaffen müßten ermächtigt werden, alle die Debatte hineinziehen.( Ünruhe.) Dreifache verdienen, wenn ich nicht Socialdemokrat wäre. Ich zur Prophylage notwendigen Ausgaben zu machen. Singer: Auf diese Konsequenzen hätten Sie den Parteitag habe das gestern nicht vorgerracht, um nicht den Eindruck zu Der von großem socialpolitischen Verständnis durchwehte Borvorher aufmerksam machen sollen. Im übrigen, so sehr unser erwecken, als läge mir daran, meine Person in den Vordergrund zu trag soll auf Beschluß des Krankenkassentages in Drud gegeben Barteitag mit der socialdemokratischen Arbeiterbewegung identifiziert rücken. Heute aber bin ich dazu gezwungen. Ich war Jahre lang werden. ist, so tann es sich doch der Parteitag so wenig wie jede Arbeiter- Handlungsgehilfe... ") Meine eigne Anficht, mein persönliches Urteil über die so viel getabelten Lärmscenen( die auch mir nicht gefielen) hatte ich acht Tage vorher schon ausgesprochen: Singer: Ich fann nicht zugeben, daß im Rahmen einer perfönlichen Bemerkung der Lebensgang irgend eines Genossen hier vorgetaagen wird.( Heiterkeit und Zustimmung.) Bernhard( fortfahrend): Dann bitte ich um Ihre Ansicht darüber, ob es im Rahmen einer persönlichen Bemerkung nicht gestattet ist, einen Verdacht zu widerleaen In der Debatte wurde besonders von Gräf- Frankfurt darauf hingewiesen, wie wenig Verständnis die Krankenkassen mit ihren Bestrebungen bei Regierungen und Behörden finden. Er führt verschiedene frasse Beispiele dafür an, und weist ganz besonders auf die Notwendigkeit eines größeren Schutzes der Dienstboten vor Ins fizierung hin. Kurpfuscher seien auch unter den Aerzten zu finden, die brieflich ihre Praris betreiben. Siebert Berlin weist auf die Notwendigkeit der Verkürzung der Arbeitszeit hin. Fischer Weimar bezeichnet die vielfachen Anregungen des Prof. Neißer als Zukunftsmusik. Müller " Solche Auftritte haben sich in Westminster und im Palais Bourbon oft wiederholt und kein sichtbarer Grund konnte fie uns, nur gerade uns ersparen. Unter den 58 socialdemokratischen Ab- Singer: Sie haben ja schon erklärt, daß der Verdacht nicht geordneten find mindestens 30, die aus dem Maschinensaal und dem gerechtfertigt ist. Handwerk tommen und deren natürliche Temperamentstraft nie Bernhard: Ich füge mich selbstverständlich dem Präsidenten, obin straffer Salonzucht gebändigt wurde; daß sie sich fast wohl ich andrer Ansicht bin. Bebel hat die Mitarbeiter der Zukunft" Bremerhaven spricht von der Schwierigkeit, eine gute Statistik zu immer artig zeigen, daß sie manchmal die on- als moralisch tief gesunken bezeichnet. Man kann über ein Organ treiben. vention brechen, sollte ein Gegenstand bourgeoisen wie die Zukunft" verschiedene Auffassung haben. Wenn auch Cohn Berlin weist darauf hin, daß die Behörden sehr oft Staunens sein."( Bukunft" vom 6. Dezember 1902.) manches Schlechte in der Zukunft" steht, so hat dies Blatt doch in gerade ein Hemmschuh für die Fortentwicklung der Krankenfürsorge # H " 1 felen. Das Institut der Krankenkontrolleure müsse in den Dienst| Redner erklären eine Hilfskraft für überflüssig, falls die angestellten Wir geben nochmals bekannt, daß alle für die Crimmitschauer der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten gestellt werden. Jetzt drei Beamten( der Vorsitzende und der Geschäftsführer der Geschäfts- Ausgesperrten in Berlin gesammelten Gelder an die Berliner würden sie vielfach nur als Spiel verwendet. tommission, sowie der Redakteur) sich die Arbeit einteilen. Es wird Gewerkschaftskommission, Engel- Ufer 15, abzuliefern find. Gelder Dr. Lennhoff nimmt die Aerzte in Schuh gegen die von eine neue Kommission gebildet zur Redaktion der besprochenen von auswärts find an den Verbandskassierer Georg Treue, Berlin einigen Rednern vorgebrachten Angriffe. Er meint, daß das Gute Anträge. Die Verhandlung über Punkt Presse" wird unterbrochen O 112, Kronprinzenstr. 47, zu senden. der Feind des Schlechteren sei, deshalb sei er auch für Tages- und für die am Vormittag gewählte Kommission erstattete Witte Ueber die Streits der Metalldrücker und der Gürtler berichtete sanatorien für Geschlechtskranke im Gegensatz zu Geheimrat Dr. Bericht. In der Hauptfrage, betreffend Neuregelung der Cohen am Mittwochvormittag in einer Versammlung der streitenden Neißer, der nicht viel davon halte. Auf dem Lande sei die Ver- Streitunterstüßung, hat sich die Kommission auf den von Drücker, daß bis jetzt 32 Firmen, die 68 Metalldrücker beschäftigen, breitung der Geschlechtskrankheiten minder stark als in der Stadt. Butlig in seinem Referat vertretenen Standpunkt gestellt. Nach lebWenn eine obligatorische Untersuchung aller Krankenkassenmitglieder hafter Debatte wird die von der Kommission etwas redigierte bewilligt haben. Die Bewegung der Gürtler macht schnellere eingeführt würde, dann würde sich zeigen, wie groß die Zahl der Resolution Putlitz gegen fünf Stimmen angenommen, welche Fortschritte, denn in dieser Branche haben bis jetzt schon 54 Firmen mit 400 Arbeitern bewilligt. Jm ganzen befinden sich 2200 ärztlicher Behandlung Bedürfenden sei und daß die ganze Kranken- in der Hauptsache besagt: Gürtler und Drücker im Aus stand. Der Stand beider versicherung eine schöne Täuschung sei. Der Beschluß des fünften Kongresses, die Schaffung und Er- Streits ist sehr günstig. Die Metall- und Bronze- Industrie ist thatGeh. Rat. Neißer geht in seinem Schlußwort auf einige gänzung des Garantiefonds betreffend, wird außer Kraft gesetzt, sächlich lahmgelegt. Eine Anzahl Firmen haben angefragt, ob nicht in der Debatte gefallene Aeußerungen ein, meint aber im übrigen, jedoch sind die rückständigen Beiträge zu diesem Fonds bis 1. Juli bald das Einigungsamt des Gewerbegerichts angerufen werde. Die daß der Vortrag wohl anregend auf die intensivere Bekämpfung 1904 abzutragen. Jede der Freien Vereinigung" angeschlossene Streiffomitees beider Branchen werden auch dieser Frage näher der Geschlechtskrankheiten gewirkt habe.( Beifall.) Gewerkschaft hat, um für Lohnfämpfe gerüstet zu sein, von ihren treten. Konzessionen auf die Forderungen sollen jedoch nicht gemacht Rechtsanwalt Dr. Honigmann Breslau spricht dann, Mitgliedern einen Beitrag von mindestens einem halben Wochenlohn werden. Die Haltung der Streifenden ist eine musterhafte. Die öfter von lebhaftem Beifall unterbrochen, über die Aufgaben der( als Streiffonds) zu erheben. Geplante Streiks sind der Geschäfts- Polizei hat dagegen wiederum in mehreren Fällen Partei für die Krankenkassen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Seine fommission unter Angabe der Mitgliederzahl, der Kassen Unternehmer ergriffen und Streitposten sistiert, die sich auch nicht interessanten Ausführungen bildeten im großen und ganzen eine verhältnisse usw. möglichst zeitig zu melden. Grundsäßlich einzige große Anklage gegen die herrschende Gesellschaft, die ihre wird von jeder Gewerkschaft erwartet, daß sie die Kosten ihrer das geringste zu Schulden kommen ließen. Einer der auf Streitposten stehenden Arbeiter ist von Kriminalbeamten mit Stöden Pflicht in focialer Beziehung nicht thue. Er erkennt die großen Streits felbst trägt. Bei Angriffsstreits hat jede Gewerkschaft mißhandelt worden. Er hat sich über die empfangenen Verdienste der Orts- Krankenkassen, der Arbeiterbewegung an. Die wenigstens die ersten zwei Wochen selbst für die Unterstüßung auf- Wunden ein ärztliches Attest ausstellen lassen und wird nun die Hebung der unteren Klassen sei das erstrebenswerte Biel aller in der zukommen. Reichen die Streiffonds- Beiträge hierzu nicht aus, so Schuldigen zur Rechenschaft ziehen. Socialpolitit thätigen Fattoren. Seine Ausführungen gipfeln in find Ertrabeiträge oder Listensammlungen zu veranstalten. Sind folgenden Säßen: borstehende Bedingungen erfüllt, und reichen die eignen Mittel der Durch Vermittelung der Berliner Gewerkschaftskommission find Was bisher von wenigen größeren Kassen, die bahnbrechend Gewerkschaft trotzdem nicht zur Durchführung des Streits aus, so hat die Differenzen zwischen dem Personal und dem Inhaber der Badeborangegangen, bereingelt geleistet worden ist, muß fünftig allgemein die Geschäftskommission die übrigen angeschloffenen Gewerkschaften zur anstalt Chauffeestr. 81, Herrn Beister, bereits am 14. September d. J. als Aufgabe der Krantenfassen innerhalb der natürlichen und ge- Unterstützung aufzufordern, die dann von den Gewerkschaften nach beigelegt, indem die dort beschäftigt gewesenen wieder eingestellt fehlichen Schranken in Angriff genommen werden, nämlich: Die Kräften zu leisten ist. Bei Abwehrstreits kann die Gewerkschaft, worden sind. Die Notiz in der gestrigen Nummer des„ Vorwärts" intensive Ausgestaltung der Fürsorge für die Versicherten und deren wenn ihre Mittel nicht ausreichen, von der ersten Woche ab die ist dadurch gegenstandslos geworden. Familien; die Förderung aller Bestrebungen auf dem Gebiete der Unterſtügung der übrigen Gewerkschaften in Anspruch nehmen.- Der Vorstand des Massages, Bade- und Krankenpflege- Personals. Boltsgesundheitspflege, namentlich der, die auf Verbesserung der Gewerkschaffen, welche sich an der Unterstützung der Streiks nicht Die Tarifbewegung der Marmorarbeiter hat nach Verhandlungen Lebens- und Arbeitsbedingungen der arbeitenden Klassen gerichtet beteiligen, haben keinen Anspruch auf die Solidarität andrer Ge- vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts, die am Sonnabend find. Dieses Ziel ist am ehesten von großen, leistungsfähigen Orts- werkschaften und können durch Kongreßbeschluß aus der Centrali- stattgefunden haben, zum Abschluß eines Tarifvertrages geführt, der Krankenkassen durch energische Teilnahme der männlichen und weib- fation ausgeschlossen werden. Die Geschäftskommission oder deren zwei Jahre Geltung hat. Der Minimalstundenlohn der Steinmetzen lichen Mitglieder an der Staffenleitung mit einer gutgestellten Be- Vertreter sollen an den Vorstandssitzungen der streitenden Gewerk- beträgt danach in der Werkstatt 65 Pf. und auf Bauten 70 Bf. Ferner Gewerk- wei Jahre Geltung hat. Der Minimalſtundenlohn der Steinmetzen amtenschicht und der Unterstützung der Aerzte, der Behörden, der schaft mit beratender Stimme teilnehmen. wurde ein Accordtarif festgelegt, der sich aber nur wenig von dem Wissenschaft und der Presse zu erreichen.( Großer Beifall.) Beschlossen wurde ferner, den Ueberschuß vom Ergänzungsfonds bisher geltenden unterscheidet. Der Tarifvertrag ist bis jetzt von des Garantiefonds dem Preßfonds zu überweisen, wenn alle Schulden 18 Firmen anerkannt worden, darunter die Deutsche Steinmetzbezahlt und die Ausgaben für eine Bureaueinrichtung gedeckt sind. Industrie", die über 100 Steinmetzen beschäftigt. Noch nicht bewilligt Demnächst erstattete Fischer namens der zum Punti Bresse haben 14 meist kleine Geschäfte. Diese werden im Laufe dieser Woche gewählten Kommission Bericht. Als glücklichen Ausweg" schlägt er genötigt, fich vor dem Einigungsamt über ihre Stellung zum Tarif folgende Resolution vor, die einstimmig angenommen zu äußern. Verhalten sie sich ablehnend, so wird die Organisation wird: andere Maßnahnien treffen. Der Gewerberichter von Schulz gab Die Einigkeit" foftet vom 1. Januar 1904 pro Nummer und Quartal für die der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften an die Erklärung ab, daß er versuchen werde, den Magistrat zu ber geschlossenen Organisationen 55 Pfennig. Für alle andern Inter- Firmen zu übertragen. In Anbetracht des Umstandes, daß effenten tritt eine Preisermäßigung nicht ein. Die Redaktion Bie Unternehmer die Arbeitslöhne um 20 Prozent herabbrüden und und Expedition der„ Einigkeit" besteht in Zukunft aus dem mit der Organisation nicht einmal verhandeln wollten, kann der ersten Vorsitzenden und dem Kassierer der Geschäfts- Ausgang der Bewegung, die eine Erhöhung der Stundenlöhne um fommiffion sowie anzustellenden Redakteur. Das 5 Pf. und andere Borteile gebracht hat, als ein für die Steinmeken Gehalt der anzustellenden Beamten beträgt für den ersten Vorfizenden und den Kassierer jährlich 2000 m., für den günstiger bezeichnet werden. Redakteur 3600 M. Dafür hat legferer jedoch die Bureauräume Achtung! Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen! antwortlicher Redakteur und hat neben der Agitation den gewerk- nun auch bewilligt hat, zu Gunsten unsrer Kollegen und Kolleginnen schaftlichen Teil der„ Einigkeit" zu kontrollieren. Der beendet. Der Gauvorstand. Kassierer hat die Expedition zu übernehmen und sämtliche Kaffen- Die städtischen Kanalisationsarbeiter haben erneut 2ohn. gefchäfte zu führen. Die Beisiger mit den Revisoren bilden die forderungen bei ihrer Direktion gestellt. Im vorigen Jahre. Breßkommission, welcher die von der Redaktion zurückgestellten Er- wurden dieselben nicht berücksichtigt und so erhoffen die nicht gerade flärungen, Einsendungen usw. zur Beschlußfaffung vorzulegen sind. glänzend entlohnten Arbeiter für diesmal eine größere Berüd Auch sind alle Beschwerden an sie zu richten." Wegner, Dem Gewerkschaftlichen Frauenverein sollen die Abonnements- fichtigung. Die Arbeit ist eine sehr schwere und unangenehme und haben besonders die Kanalarbeiter unter den schlechten Witterungsschulden erlassen werden, ebenso den Oderbergern. Der Geschäftsverhältnissen zu leiden. Dieselben müssen sich jederzeit der Direktion kommission wird Decharge erteilt. Zur Einigungsfrage wird Herforths Ausführungs- zur Verfügung stellen, gleichviel ob Sonn- oder Feiertag, ob bei Tage oder Nacht. Ihre Frühstücks- und Mittagspausen müssen auf resolution angenommen: der Straße gemacht werden, wollen sie nicht eine Restauration Der Kongreß beauftragt die zu wählende Geschäftskommission, aufsuchen, was auch wiederum mit Geldkosten verknüpft ist. unter Wahrung der principiellen Grundsäße an etwaigen weiteren Ver- Da nur wirklich geleistete Arbeitstage bezahlt werden, ist ihr Einhandlungen betreffs der Einigungsbestrebungen des Parteivorstandes tommen ständigen Schwankungen ausgesezt, und häufig kommt es feilzunehmen. Ferner wird dieselbe beauftragt, das Resultat dieser Ver- vor, daß an hohen Feiertagen, wenn alle Bürger erhöhte Ansprüche handlungen den Organisationsvorständen sofort mitzuteilen. Dieselben während dieser Zeit an das Leben stellen, bei ihnen Schmalhans verpflichten sich, innerhalb drei Monaten Stellung zu nehmen, und diese Küchenmeister ist. Von der Umsicht der Kanalarbeiter hängt es viel. Stellungnahme sofort der Geschäftskommission einzusenden, welche fach ab, daß die so gefährlichen kanalerplosionen vermindert dann ihrerseits einen neuen Kongreß einzuberufen hat, wenn zwei werden, und da sollte die Stadt doch auf die materielle Lage etwas Drittel der Gewerkschaften sich für eine Einheitlichkeit der Organi- mehr Rücksicht nehmen, um wenigstens nach dieser Seite hin die fation erklären." Berufsfreudigkeit zu fördern. Ms Mitreferent sprach Brinz- Kottbus über dasselbe Thema vom Standpunkt des Praftifers. Er fordert eine Differenzierung der Beitragsklassen auf Grund des individuellen Arbeitsverdienstes, die Erhöhung der Beitragssäte, die Erweiterung der Kranten Unterstüßung und deren Erhöhung, vorbeugende Thätigkeit der Stranfenfassen unter Anstrebung der Kostenmitverteilung auf Berufsgenossenschaften und Landes- Versicherungsanstalten, Sicherung eines socialpolitisch geschulten Beamtenstandes und ausreichende Verforgung desselben durch angemessene Dienstverträge, Belebung und Vertiefung der Selbstverwaltungs- Einrichtungen, Heranbildung der Kassenorgane zu verständnisvoller Mitarbeit.( Beifall.) Als Ort des nächsten Verbandstages wird München gewählt. Anwesend waren 172 Vertreter für 112 Staffen mit 1 170 160 Versicherten. " einem " Der Sechfter Kongreß der Freien Vereinigung deutscher zur Verfügung zu stellen.- Der erste Borsigende ist zugleich ver- Ausstand in Neu- Ruppin ist, nachdem die Firma Lange Gewerkschaften. In der Sizung vom Mittwochvormittag wünscht vor Eintritt in die Tagesordnung Kleinlein vom Berichterstatter des Vorwärts", richtig zu stellen, daß er nicht Tags zuvor gesagt habe, jeder, der zu den freien Gewerkschaften fomme, müsse ausgesprochener Socialist sein. Er habe vielmehr gesagt, jeder könne zu ihnen kommen, müsse sich aber socialistische Belehrung gefallen lassen. Fliesenleger, stellt fest, daß er nicht von einem Verband der Fliesenleger, sondern von einer Centralisation gesprochen habe. Die Fliesenleger- Centralisation bestehe aus selbständigen Vereinen, nicht aus Sektionen. " " " " n Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. fern. Es wurde dann in die am ersten Tage vertagte Debatte über den Kassenbericht Thiemes eingetreten. Die inzwischen gedruckten Berichte liegen dem Kongreß vor. Die Hauptzahlen hat Der Vorwärts" bereits Dienstag mitgeteilt. Dort ist infolge Setfehlers der alte Bestand des Agitationsfonds vom Juni 1901 auf 4756 M. angegeben. Es blieb das Komma weg. Der Bestand betrug damals thatsächlich 47 m. 56 Pf. Die bisher zahlenmäßig nicht mitgeteilten Refte vom Umlageverfahren betrugen insgesamt 10 783,30 Mark, denen an Guthaben andrer Gewerkschaften 11 585,73 M. gegenüberstehen. Verschiedene Redner hatten an Verrechnungen, Sie ihre Gewerkschaften betrafen, einiges auszusehen. Zur Prüfung Mit dem Bureau soll ein Archiv verbunden werden. Außerdem der Einwände und zur Vorberatung der Anträge zu Streits und wurden mehrere Anträge angenommen, die die Agitation fördern Achtung, Maurer! Die Bauten der Firma Sahne u. Bauch in Sperren und deren Unterstüßung wird eine Kommission gebildet. sollen, sowie ein Antrag, den Agitationsfonds betreffend. Der Köpenick bleiben bis auf weiteres für Maurer, Puzer und Fuger Man schritt dann zum vierten Punkt der Tagesordnung: Agitationsbeitrag, der an die Geschäftskommission abzuführen ist, soll gesperrt. „ Streits und Sperren und deren Unter- pro Quartal und Mitglied 5 Pf. betragen. Berband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen. ftübung durch den Garantiefonds".- Putlik Gegen 39 Uhr abends tam man zu den Neuwahlen der Gereferiert dazu. Er stellt fest, daß die Erwartung, die man dem schäftskommiffion, wobei wieder der sehr scharfe Gegensatz zwischen Die in den Ofenfabriken in Welten in der Mart beschäftigten Hilfs. Garantiefonds bei seiner Schaffung entgegenbrachte, sich nicht erfüllt Thieme und Hinrichsen besprochen wurde. Für die Beisiger der Ge- arbeiter haben am 1. Juli den Lohntarif gekündigt, derselbe geht habe. Nach den Beschlüssen hätten die der Freien Vereinigung" an- fchäftskommission schlägt Straffer vor, feinen von beiden wieder am 1. Oftober zu Ende. Sie verlangen eine durchschnittliche Ergeschloffenen Gewerkschaften in der Zeit vom 1. Oftober 1901 bis zum zuwählen. Mehrere Beifizer machen beiden heftige Vorwürfe, was höhung der Löhne um 5 Pf. die Stunde, Abschaffung der Accord 13. September 1903 insgesamt 29 908 M. aufbringen müssen. Auf- erregte Scenen hervorruft. Die Wahl hatte folgendes Resultat: arbeit usw. Obgleich schon Verhandlungen stattgefunden haben, ift gebracht worden seien aber nur 14 729,45 W., so daß ein Rest von Vorsitzender Kater, Kaffierer Edelmann, Redakteur der noch keine Einigung erzielt; die Unternehmer behaupten, fie können 15 178,55 m. bleibe. Redner empfiehlt, von der Neueinführung des Einigkeit" Keßler, Beifizer Hilbert, Haffner und nicht mehr geben, und wird es, wenn sie nicht nachgeben, zum Kampf Garantiefonds abzusehen und zu dem alten System der freien unisch, Revisoren Straffer und Kleinlein. Die Amts- tommen. Darum, Kollegen, haltet den Zuzug nach Belten in der Mart Der Gauvorstand. Solidarität zurückzukehren. Damit aber eine Regelung eintrete, thätigkeit der neuen Kommission foll am 1. Oktober beginnen. fchlägt Redner eine Resolution vor, die ebenfalls der oben genannten Zum Schluß wurden noch einige geschäftliche Angelegenheiten, Für die streifenden und ausgesperrten Textilarbeiter in Crim Kommission überwiesen wird. Die Debatte wird vorläufig ausgesetzt die fein allgemeines Interesse haben, erledigt. Gegen 11 hr schloß mitschau gingen bei der Berliner Gewerkschaftstommission ferner ein: Lon den Steindrudern von Kassel u. Sohn 5,-. Buchbinder. und in die Verhandlungen über die Anträge zum Punkt Presse" der Kongreß. Berband, Verw. Berlin 100,-. Bon den Bädern Berlins 30,-. Central eingetreten, von denen etwa 10 vorliegen, alle die Einigkeit" beverband der Maurer, Berw. Berlin 500,-. Centralverband der Dachdecker treffend. Nachdem die Antragsteller fie begründet hatten, gaben 20,- Schriftgießer Berlins 50,-. Buchdruderei Paß u. Garleb 20,-. Thieme als Verleger und Keßler als Redakteur ihr Gutachten Bortefeuiller der D. K. F. W. b. S. 3,50. Stuffateure, Berwaltungsstelle dazu ab. Eine Verbilligung der Einigkeit" erklärt Thieme u. a. für Berlin 100,-. Buzer Berlins 200,-. Ueberschuß, Erntefest der Kolonie möglich, wenn alle der Freien Vereinigung" angeschlossenen GeKlondike, Rirdorf 11,50. Stiderei- Arbeiter Berlins 20,-. Holzbearbeitungs werkschaften das Organ für ihre Mitglieder obligatorisch einführten, Mit der Aussperrung der Textilarbeiter in Crimmitschau wird maschinen- Arbeiter Berlins 100,-. Verband deutscher Gastwirtsgehilfen 30, Bauarbeiter, Berwaltung Berlin 200,-. Ortsverein der Flensburger Buch gemäß einem Antrage der Töpfer. Auf einen Antrag Herforth, die sich heute abend eine Versammlung in Berlin beschäftigen. bruder durch Döblin 20,-. Ortsverein der Naumburger Buchdruder durch Ginigkeit" in der Bortvärts"-Druckerei herstellen zu lassen, müsse er Der Vorstand des Tertilarbeiter- Verbandes schreibt hierzu: Den Döblin 20,- Verband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen, Bezirt erst die Herstellungsbedingungen hören. Uebrigens hätten die Fabrikanten in Crimmitschau scheint es jetzt unbequem zu werden, daß Berlin 40,-. Tischlerei Meßer 9,- Buchbinderei Sittenfeld 6,75. Handels. Parteigenossen, die sieben Jahre lang das Organ zur Zu- fie ihre Arbeiter entlassen haben und da die Abnehmer der und Transportarbeiter, Berwaltung Berlin I 200,- Möbelfabrik von Schülke Stodfabrit A. friedenheit gedruckt hätten, auch ferner einen Anspruch auf Unter- Crimmitschauer Fabrikate ihre gegebenen Aufträge zu der Zeit haben Riethen Schuhmacher Nachf. 7,10. Berlins 200, Gurlt Kollegen der Firma 28. ( Metall) 23,20. stügung. Se fler äußerte sich zu einem Antrage, der den wollen, wvo diese geliefert werden sollen und bont Generalstreit für ein sehr wirksames Mittel zwecks Herbeiführung der Kaufleuten verwendbar sind, so tommen die Fabrikanten Bom Personal der Buchdruckerei bei Feifter 3,50. Singer u. Co.„ Vorwärts" 50,-. Singer u. Co. Wert- Abteilung" 20,-. Ullstein u. Co., Accidenz proletarischen Forderungen erklärt wissen will und verlangt, daß die in die Memme. Nun wird feitens der Fabrikanten 18, Ulstein u. Co. Stereotypie 5,25. Vaterländische Verlagsanstalt 6,45. Einigkeit" alle derartigen Kämpfe möglichst berücksichtigen solle. versucht, die Generalaussperrung in einen Generalstreik umzudrehen album- Fabrit 18,35. Steinfeger durch Grabit I 9,75. Deutsche Gärtner Man könne über die Frage des Generalstreiks diskutieren, denn es und werden folgedessen Erklärungen an alle Zeitungen und Zeit- Bereinigung( Berwaltung Berlin) 10,-. Holzarbeiter- Berband( Berwaltung handle fich darum, die Waffen zu prüfen, die die Socialdemokratie schriften versandt, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen auf Kom- Berlin) 3000,-. Mappen- Fabrik Firma Stödel 9,75. Tischlerei Garezki 9,65. in ihrem Arsenal habe. Eine Waffe sei es, aber ob ein schneidiges mando der socialdemokratischen Centralleitung in Berlin in den In Summa 5109,60. Schon quitttiert am Donnerstag, den 10. Sep. eisernes Schwert oder eins von Pappe, das wisse er noch nicht. So- Generalftreit getreten seien. Da man sonst keinen plausiblen Grund tember 2169,-. Insgesamt 7278,60. Weitere Beträge werden gern entgegengenommen. lange er das nicht wisse, fönne er ihn nicht direkt propagieren. Be- angeben kann, daß etwa der Wunsch der Crimmitschauer achtung schenke er der Frage. Einführung der zehnstündigen eine Arbeitszeit, In der Debatte sprach Dannenberger namentlich zur frivole Forderung sei, so glaubt man sich hinter dent Wau- Wau" Frage, ob dem Redakteur Keßler eine Hilfskraft zur Bearbeitung des zu verstecken, daß das Wort Socialdemokrat die Abnehmer von beruflichen Teils in der Einigkeit" zur Seite zu stellen sei. Redner Crimmitschauer Fabrikaten zur Rücksicht gegen die Fabrikanten beerklärt sich im Einverständnis mit andern Beisigern der Geschäfts- geistern soll. Wir brauchen nicht besonders den Beweis zu führen, kommission dafür, und zwar denke man sich das so, daß Keßlers baß die socialdemokratische Centralleitung mit der Aussperrung Erklärung. Zu der Veröffentlichung in der Sonntagsnummer Gehalt von 3600 auf 2600 m. herabgesezt und die übrigen 1000 in Crimmitschau nichts zu schaffen hat, denn sonst müßten ja die des Vorwärts"( es handelt sich um die Mitteilung der Tages Mart für die Hilfskraft verwendet werden. Die rein beruflichen 75 Fabrikanten auf Kommando der socialdemokratischen Centralleitung ordnung des Verbandstages der fortschrittlichen Frauenvereine. Red. Interessen müßten mehr zur Geltung fommen. Sollte der Vor- die 7000 Arbeiter auf die Straße geworfen haben und das ist von d.„ B.") haben die Genoffinnen zu erklären: Die Socialdemokratinnen wärts" ein billigeres Angebot machen, als die bisherigen Drucker, den Fabrikanten doch nicht gut anzunehmen. Nein, es handelt sich haben an den Tagungen bürgerlicher Frauenvereine fein Interesse, dann wäre das nicht von der Hand zu weisen. in Crimmitschau nicht um Parteifragen, sondern um die zehnstündige um so mehr, als als der Frauenstimmrechts Verein respektive Leiterin, Punkt Presse" wird in der Nachmittagsfizung weiter verhandelt. Arbeitszeit. Damit die der Wahrheit entgegenstehenden Erklärungen, deffen ihre oberste Forderung, nämlich bas Auf Antrag Guhl wird beschlossen, zur Generaldiskussion nur noch welche auch in Berliner Zeitungen veröffentlicht wurden, widerlegt Frauenstimmrecht, preisgaben, um zu ermöglichen, innerhalb der zu stellen die Anträge auf Ber billigung der Einigkeit" werden können, findet hente, Donnerstagabend 81, Uhr, bürgerlichen Parteien den Wahlkampf für die bürgerliche Klaffe und auf Anstellung einer Hilfskraft und auf Gründung einer eine Textilarbeiter Verbandsversammlung in deren Vertreter aufnehmen zu können, für Reichstagskandidaten, die Breßtomission. Alle übrigen Anträge, soweit sie nicht bes Dräfels Festfälen, Neue Friedrichstr. 35, Saal I statt. auf keinen Fall jemals das Frauenstimmrecht vertreten würden. reits erledigt sind, werden der neuzuwählenden Geschäftskommission Alle Freunde der Crimmitschauer Ausgesperrten sowie alle auf Derartige Vereinigungen wie auch deren Leiterinnen können keinen zur Berücksichtigung beziehungsweise als Material überwiesen. Leute, Grossisten und Konfektionäre, welche in Anspruch darauf erheben, von Socialdemokraten ernst genommen zu Ueber die drei übrig gebliebenen Anträge wird lebhaft debattiert. Crimmitschauer Fabrikaten arbeiten, sind hierzu eingeladen. Der werden, ganz abgesehen davon, was uns sonst von ihnen scheidet, Seßler erklärt im Laufe der Debatte ein für allemal, daß er sich von Vorstand des Crimmitschauer Fabrikantenvereins ist gleichfalls ein- der bürgerliche Klassencharakter. feinem Gehalt nichts abziehen lasse, eher fündige er. Verschiedene geladen. Ottilie Baader. Emma Jhrer. " " " " " Arbeiter, " den Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission " Aus der Frauenbewegung. 0 Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater Donnerstag, 17. September. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Robert der Teufel. Anfang 7, Uhr: Schauspielhaus. Goldfische. Westen. Boccaccio. Leffing. Die Ehre. Berliner. Geographie und Licbe. Residenz. Das beste Mittel. Neues. Eine Frau ohne Bedeutung. Deutsches. Der Puppenspieler. Trugbild. Central Die Geisha. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Liederspielhaus( Kroll.) Liederspiele und Joylen. Bision. nach dem Balle. Schiller O.( Wallner- Theater.) Was thr wollt. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Der Talisman. Aleines. Nachtasyl. Trianon. Die Notbrüde. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Carl Weiß. Amor in Wichs. Luisen. Mönch und Soldat. Apollo. Die Liebesinsel. Specialt täten. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! 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M. früh 5 Uhr verschied sanft nach lurzem, aber schwerem Leiden meine liebe, un bergeßliche Frau, unsre gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Henriette Jänicke im 52. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Heinrich Jänicke. Gustav Jänicke u. Frau. Paul Jänicke u. Frau. Herm. Silberschmidt u. Frau. Fritz Siewert u. Frau. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 18. d. M., nachmittags 26 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhofes, Mar straße, aus statt. Berlin- Schöneberg. 1711b Stempel, Thür- Schilder, Schablonen, Gravierungen. Abzeichen, 26022* Typen- Druckereien, Dektographen, Stablstempel, Petfchafte u. dgl. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Fernspr. A. III 6442.j Dem Genossen 17075 Karl Brandt nebft Frau die besten Glückwünsche zur silbernen Hochzeit jenden die Genossen Berlin I. 1-5. Berliner Ressource Kommandantenstr. 57. Hochelegante Festfäle für 500 bis 1000 Personen, empfiehlt zu coulanten Bedingungen 25192* Adolf Stein. Sonnabende und Sonntage noch frei. 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Extra- Unterstützungskasse Achtung! Vergolder. Achtung! Billigste und reellste Verband der im Vergoldergewerbe beſchäftigten Arbeiter Bezugsquelle und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Montag, den 21. September 1903, abends präcise 8 Uhr: Ordentl. Mitgliederversammlung in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20 ( großer Saal). Tages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn M. Schwantje über:" Die Vivisektion und ihre Gefahr für die Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Broschüre:" Die Vivisektion und die Arbeiter" wird den Mitgliedern in der Versammlung gratis verabfolgt und erwartet einen zahlDer Vorstand. Der Kürschner für Buchbinder u. verw. Gewerbe. reichen Besuch auch der Damen und verw. Gewerbe zu Berlin. Sonntag, den 20. d. M., vor: Sonntag, 20. Sept., vorm. 10 Uhr: mittags 10 Uhr, Melchiorstr. 15: Ausserordentliche General- Versammlung General- Versammlung. der Delegierten in der Brauerei Böhow, Prenz lauer Allee Nr. 247. Tages- Ordnung: Tages Ordnung: NB. Die Kollegen, welche noch im Besik von Sommerfeft: Billets find, werden ersucht, umgehend abzurechnen. Gleichzeitig können die Billets zu der am 18. Oktober cr. stattfindenden Matinee bei den Kassierern in Empfang genommen werden. Laut Beschluß der Generalversammlung in München werden an: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Er- 1. Oktober d. 3. die Statistikbücher eingeführt, und werden die Vertrauensgänzungs- und Erfazwahl des Vor- leute ersucht, ein Verzeichnis der in jedem Betriebe beschäftigten Kollegen standes. 3. Besprechung resp. Beschluß1. Verlesung der Präsenzliste und fassung über Einführung eines ein aufzustellen und werden gegen Aushändigung der Berzeichnisse die StatistikDes Protokolls. 2. Statutenänderung.heitlichen Zahlungsmodus. 4. Ver- bücher vor der Versammlung verausgabt. 3. Antrag 2 ampe und Genossen. schiedenes. 4. Rassenangelegenheiten. Punkt 2 der Tagesordnung macht es jedem Vertreter zur Pflicht, in dieser Bersammlung zu erscheinen. 3. A.: G. Seidenkranz, Vorsitzender. Der Vorstand. 290/10 3. A.: H. Herzhoff, Borsigender. Der Vorstand. 276/11 Reines vollwertiges Roggenbrot a 50, 35 u. 20 Pf. Alle Wanzen und gute, schmackhafte weiße Ware, werben nebst Brut durch mein Mittel 6 Stück 10 Pf., empfehle ich vollständig vertilgt. Fl. 50 Bf. und den werten Genossen u. Genossinnen. 1 M. Franzosen, Blattläufe 2c. Schachtel 30, 60 Pf. u. 1 M. Zahlreiche Anerfennungen. 25082* Ebenso Schwaben, Ruffen, 1000 Mark Belohnung zahle demjenigen, der mir einen Nicht erfolg nachweist. Nur allein echt bei Hugo Barth, Droguerie, iest Brunnenstr. 14, früher Nr. 18. Jedes Wort: 5 D. O. Achtung! Elektromonteure! Freitag, den 18. September 1903, abends 82 Uhr, in den " Johannis- Sälen", Johannisstr. 20: Oeffentliche Versammlung der Elektromonteure. Tages Ordnung: " Die schlechten 1. Vortrag des Kollegen Pa to lowitsch über: Pappel- Allee 24, Ernst Pfeiffer, hekerel. Lohnverhältnisse und Mikstände bei den Monteuren und Hilfs Monteuren der A. 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Zeugin: Nein 1— Vorsitzender: Ihr Bruder ist doch angeklagt?— Z eugin: Ja. Im übrigen erklärt die Zeugin, sie habe die vorstehend mitgeteilten Aeußerungen zu Frau Feist ge braucht. Es war aber nicht wahr. Ich habe meinen Bruder durch- gehauen und da habe ich die Frau Feist als Grund hierfür den Ver- dacht der Teilnahme am Krawall mitgeteilt. Ich habe es nur aus Wut gesagt. Der 18jährige Grubenarbeiter Karl L a t t a bekundet unter Aussetzung der Beeidigung: Ich sah, wie der Angeklagte Lehnert mit Steinen in der Richtung nach Ludwigs Gasthaus geworfen hat. Die Leute schrien:.Es lebe Korranth I" Es standen viele Leute da auf der Straße.— Vorsitzender: Allem Anschein nach müssen Sie gemerkt haben, daß dort mehr Leute Steine geworfen haben?— Zeuge: Nein I— Vorsitzender: Haben Sie nicht den Stein aufschlagen hören an dem Blech der Spritzen?— Zeuge: Nein 1 — Vorsitzender: Kann es nicht ein andrer gewesen sein, als der Lehnert?— Zeuge: I«!— Vorsitzender ruft Lehnert auf; zum Zeugen: Ist das derselbe Lehnert/ erkennen Sie ihn be- stinnnt wieder?— Zeuge: Ja.— Vorsitzender zum Zeugen Brehmer: Hat Ihnen der Zeuge damals erklärt, worauf Lehnert mit Steinen geworfen hat?— Brehm er: Ja, auf die Spritzen.— Zeuge Latta: Nein, ich sagte bloß, in der Richtung nach den» Gasthaus.— Lehnert soll gegenüber dem Gasthaus gestanden haben. Zwischen ihm und dem Gasthaus standen die Spritzen.— Vorsitzender zu Brehmer: Der Zeuge Latta hat Ihnen doch umnittelbar nach dem Wurf gesagt: Siehst Du, da steht der Lehnert? Brehmer: Ja! Latta: New! B r e h m e r: Wir haben uns den ganzen Weg von Lehnert erzählt.— Vorsitzender zum Zeugen Invaliden Nierychlo: Sie hören also, daß Lehnert in der Zeit zwischen 9—10 sich am Krawall beteiligt hat.— Was sagen Sie dazu? Nierychlo: Das ist nicht wahr, Lehnert hat drei Stunden, von 8—11 Uhr, bei uns an der Thür geweilt. Wir stehen alle Sonntags vor dem Hause.— Vorsitzender: Jetzt thun Sie aber so, als ob Sie die wenigen Minuten nicht stehen konnten.— Nierychlo: Ja, wir haben einen Mauervorsprung und da setzen wir uns darauf.— Vorsitzender; Ist er vielleicht einen Augenblick weggegangen?— Nierychlo: Nein!— Vorsitzender zu dem Zeugen Himmler: Was sagen Sie dazu?— Himmler: Er war den ganzen Abend bei uns.— Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt Zeuge, daß Lehnert womöglich einen Augenblick weggegangen ist. aber keineswegs so lange, daß er bis zu Ludwig und zurück gegangen sein kann. Zeuge Thomas Sollik bestätigt gleichfalls, daß Lehnert von 8—11 an der Thür gestanden und stch nicht von der Stelle gerührt hat.— In dem Augenblicke tritt der Polizeisergeant Richter vor und erklärt: Der Zeuge Pospiech hat nur mitgeteilt, er hätte gehört, wie sich am Sonnabend im Wartesaal die Zeugen Nierychlo, Himmler und Thomas Sollik über die Aussagen in Bezug auf Lehnert ver- abredet hätten. Der Zeuge Pospiech erklärt: Ich stand dabei und da hörte ich aus dem Munde von Nierychlo die Worte:.So werde ich aussagen und wenn ich gleich abgeführt werden sollte."— Zeuge Nierychlo: Das ist nicht wahr.— Vorsitzender: Haben Sie mit den beiden gesprochen?— Nierychlo: Nein. Daraufhin werden die Zeugen Himmler und Sollik, welche sofort nach der Aussage des Pospiech den Saal verlassen mußten, hinein- gerufen.— Vors.: Haben Sie iin Warteraun: mit Nierychlo und Sollik am Sonnabend gesprochen?— Himmler: Ja, wir haben zusammen gesprochen, aber von der Sache nichts. Ich habe übrigens schon vergessen, was ich am Sonnabend gehört habe. Wir haben Karten gespielt. Wir sprachen auch davon, was schon an dem Tage vor- (genommen wurde.— Vorsitzender zu Nierychlo: Nun, was agen Sie jetzt?— Nierychlo: Herr Präsident, ich bin inal von 8 Meter hoch heruntergefallen, da habe ick ein schwaches Gedächtnis. — Vors.: Und trotz dem schwachen Gedächtnis wissen Sie ganz genau, daß Lehnert am 21. Juni, an dem Krawalltage, drei Stunden vor der Hausthür gestanden hat?— Nierychlo: Das weiß ich ganz genau. Der Zeug« Thomas Sollik wird wieder in den Saal hinein- gerufen.— Vors.: Haben Sie im Warteraum mit den beiden gesprochen?— S o l l i k: Ja, wir sprachen davon, daß wir alles das gleiche von Lehnert gesehen haben. Wir sagten uns. daß es schade um den Lehnert ist, der doch die ganze Zeit über bei uns ge- standen hat. Und nun sagte Nireychlo: So werde ich aussagen.— Vorsitzender: Hat er auch gesagt:„wenn ich auch abgeführt werden sollte".— Himmler: Nierychlo hat nur gesagt:„So sage ich aus und nicht anders".— Vorsitzender: Weshalb haben Sie das zuerst geleugnet?— Himmler: Das habe ich vergessen. Ich be- stritt auch, weil ick die Aeußerung vom.Abführen" nicht gehört habe.— Der Vorsitzende richtet an die Zeugen Pospiech, Sollik und Himmler die Frage: ob fie ihre Aussagen auf den schon ge- leisteten Eid nehmen wollen.— Die Zeugen sagen: Ja I Staatsanwalt: Ich bitte, den Zeugen Nierychlo nicht zu vereidigen. Er hat sich nach meiner Ueberzeugung im Warteraum zum mindesten der unternommenen Verleitung zum Meineid schuldig gemacht. Wenn jemand sagt:„Ich bleibe dabei und wenn ich auch gleich abgeführt werden sollte",— so will er andre verleiten. Rechtsanwalt Stein! tz: Der Zeuge hat gesagt: Ich bleibe hei der Wahrheit, auch wenn ich verhastet werden sollte. Das ist doch keine Verleitung.— Das Gericht beschließt. Nierychlo nicht zu vereidigen, da er der Bruder des Angeklagten Nierychlo ist. Von den nachfolgenden Zeugen ist die Aussage des MaurerS Victor S p i r e k bemerkenswert: Der Angeklagte Tarara hat mir am nächsten Tage seine beschmutzte Manschette gezeigt. Tarara war vollständig betrunken, als wir von der Brauerei MokoSki kamen. Er stützte sich auf mich. Nachher verloren wir ihn.— Vor- sitzender: Aber nachher verlor er die Stütze, da mußte er doch wieder soweit nüchtern sein, daß er selbständig denken konnte?— Zeuge: Das kann ich nicht sagen, denn nachts, als er nach Hause kam, war er noch ganz betrunken. Um 12�/« Uhr tritt die Mittagspause ein, die bis um 3 Uhr währt. Nach der Mittagspause überreichen die Verteidiger einige neue Beweisanträge, darunter einen vom Angeklagten Sollik verfaßten Antrag. Sollik wird aufgefordert, die Namen der Zeugen mündlich vorzutragen. Sollik erklärt, die Namen seien schriftlich angegeben und neimt dann einige Namen. Bei einem Namen weiß er die Adresse nicht.— Vors.: Ja. es ist aber Ihre Sache, die Adresse zu nennen.— Sollik: Ebenso wie daS Gericht einen Angeklagten in ganz Deutschland sucht— mutz das Gericht auch einen Zeugen suchen, wenn er von einem Angeklagten gefordert wird. Rechtsanwalt Ste initz beantragt, den Angekl. Lehnert aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Nach längerer Beratung verkündet der Gcrichtshos, daß zu morgen weitere 13 Zeugen geladen werden. Die Adresse des Posener Zeugen lfiir Collik) soll durch telcgraphische Anftage beim Polizeipräsidium Posen festgestellt werden. Die Haftentlassung Lehnerts wird ab- gelehnt. Der Zeuge Wilhelm hat den alten Korfanty an einer Mauer, m der Nähe des Ludwigschen egen 81/4— S'/s Uhr ''auses stehend getroffen. Er begrüßte ihn und der alte Korfanty sagte:„ E s i st doch viel, was die Leute anstellen. Es wäre besser. toenn die Leute nach Hause gingen."— Zeugin Bronis- lawa Kudera sagt aus: Ich sah die Spritze durchfahren. Da rief einer:„Donnerwetter, gebt ein Messer her".— Vorsitzender ruft den Angeklagten Schulz auf: Zeugin, kennen Sie den Mann?— Zeugin Kudera: Nein. Ich kenne ihn nicht. Meine Freundin Agnes Pohl sagte mir aber, daß es ein gewisser Schulz war.— Vors.: Das können Sie alles beschwören?— Zeugin: Ja, was ich gehört habe.— Vors.: Nein, eine Einschränkung ist nicht zulässig. Nun— Sie zittern ja. Wovor haben Sie Angst? — Zeugin: Ich kenne ja den Mann gar nicht.— Vors.: Ja, das haben Sie uns schon gesagt.— Zeugin ist in Verlegen hcit.— Vors.: Schwören muß ja jeder Zeuge. Wollen Sie sich vielleicht erst draußen sammeln?— Zeugin: Ja.— Vor' Dann gehen Sie auf eine Viertelstunde an die Luft und kommen Sie dann wieder. Aber sprechen Sie draußen mit keinem. Bäckermeister John hat unter der Menge am Hüttenamte den Angeklagten Czerner erkannt. Er rief auf polnisch:„Haut ihn!" Der Zeuge versteht selbst nicht polnisch.— Rechtsanwalt Steinitz: Ist es nicht möglich, daß die Worte hießen: Die Polizisten hauen?— Zeuge: Das weiß ich nicht. Der Vorsitzende läßt die Zeugin Kudera wieder hineiw rufen: Können Sie nun Ihre Aussage beschwören?— Zeugin: Nein; auf den Mann kann ich nicht schwören, den kenne ich ja nicht. — Der Vorsitzende macht der Zeugin Vorhaltungen, daß sie doch nur das beschwören solle, was sie gesagt hat und läßt sie die Eidesworte nachsprechen. Die Zeugin spricht den Eid mit äugst lichcr, fast erstickter Stimme und wird entlassen. Anläßlich einer andren Aussage steht der Angeklagte Stattnik auf und erklärt: Der Zeuge Tomanek sein elfjähriger Junge, der einzige Belastungszeuge gegen Stattnik, der sich bereits in der Ver- Handlung vom 11. d. M. in Widerspruch verwickelt hat, hat mir heute auf der Bahn erklärt, er wisse nicht genau, daß ich mit Steinen geworfen hätte.— Rechtsanwalt Dr. Neumann: Tomanek ist der einzige Belastungszeuge gegen Stattnik. Auf Antrag des Staatsanwalts wird Stattnik aus dem Saal geführt.— Vorsitzender zu Tomanek: Hast Du mit Stattnik gesprochen? Tomanek: Ja.— Vorsitzender: Was hast Du ihm ge- sagt?— Tomanek: Ich sagte ihm:„Ich weiß nicht bestimmt, ob Du es gewesen bist".— Vorsitzender: Was soll das heißen?— Tomanek schweigt.— Rechtsanwalt Dr. N e u m a n n: Vielleicht wird es in polnischer Sprache besser gehen.— Vorsitzender: Hast Du mit ihm polnisch gesprochen?— Tomanek: Ja.— Vorsitzender: Du kannst doch auch gut deutsch sprechen I— Tomanek: Aber nicht so gut wie polnisch.— Vors.: ES geht schon ganz gut. Tomanek: Stattnik sagte zu mir, warum hast du gesagt, daß du mich gesehen hast. fDer Dolmetscher wird dazugezogen.) Tomanek erklärt nun: Ich sagte erst zu ihm: ich weiß nicht genau, ob du eS gewesen bist. Daraufhin antwortete er:„Warum hast Du auf mich gesagt, wenn du es nicht genau weißt." Und da sagte ich: ich mutz sagen, wie es war, damit keine Lügen entstehen.— Vors.: Wem ast Du nun die Wahrheit gesagt: uns oder dem Stattnik?- omanik: Uns hier und dem Stattnik!— D 0 l metscher; Das geht doch nicht!— Tomanek: Dem Stattnik habe ich am Bahnhof die Wahrheit gesagt!— V 0 r f.: Also uns hast Du etwas vorgelogen?— T 0 m an e k: Rein, ich habe die Wahrheit gesagt.— Vors.: Vielleicht wird es wieder in deutscher Sprache gehen. Ohne Uebersetzer: Hast Du uns belogen oder den Stattnik? — Tomanek: Den Stattnik.— Vors.: Weshalb hast Du das gesagt?— Tomanek: Er wollte mich am Sonntag am Hütten- gasthaus hauen! Der Zeuge Stefan W 0 n S tritt aus der Zeugenbank bor und erklätt: Ich Hab' gehört, wie der Tomanek sagte: Ich weiß nicht bestimmt, ob ich den Stattnik gesehen habe.— Vors.: Wer sind Sie und wer hat Sie eigentlich geftagt?— Vorsitzender zu Tomanek: Erzähle nochmals, wie das gewesen ist.— Tomanek: Er hat in beide Hände einen Stein genommen und den Schirm abgegeben. Vorsitzender: Das hast Du g e n a u ge- sehen, genau erkannt? Tomanek: Ja I— Vorsitzender: Und weil er Dich gestern hauen wollte, hast Du ihm gesagt, daß Du eS nicht genau weißt. Tomanek: Ja. Der Angeklagte Stattnik wird wieder in den Saal gerufen.— Vorsitzender: Nun, weshalb hat Dir Tomanek das gesagt? Stattnik antwortet nicht. Vorsitzender: Er hat uns ganz natürliche Gründe angegeben. Du hast ihm Prügel angedroht? Stattnik: Das ist nicht wahr. Vorsitzender zu Stattnik: So ein unverschämter Kunde bist Du? Stattnik: Ich war ja den ganzen Sonntag über zu Hause. Tomanek: Er sagte, er wollte mich in den Hüttenteich schmeißen. Stattnik: DaS ist nicht tvahr. Stattnik nennt wieder Zeugen.— Vorsitzender: Du scheinst ja für alles Zeugen zu haben. DaS ist eine bodenlose Unverschämtheit. Der Herr Staatsanwalt hat beantragt, Dich in Untersuchungshaft zu nehmen, weil Du versucht hast, den Zeugen zu beeinflussen. Willst Du nicht lieber alles ein- gestehen?— Stattnik: Das ist ja alles nicht wahr, was Tomanek sagt.— Rechtsanwalt Dr. Neumann: Welche Veranlassung hat aber Tomanek, dem WonS auch etwas vorzulügen?— Tomanek: Die Mutter hat mir gesagt, ich soll auf den Stattnik nicht drücken, weil er mich sonst totschlägt. Einige Wachtbcamte melden, daß Tomanek dem WonS gegen- über soeben nicht die beregte Aeußerung gethan hat.— Vor- sitzender zuWons: Und für Dich waressehrbe- zeichnend, daß Du daS hier gleich zur Sprache bringst, uns aber nicht sagst, daß es Dir soeben erst gesagt wurde!— W 0 n S: Ich habe den Tomanek nicht geftagt, e r h a t eS mir von selbst erzählt.— Vorsitzender mit lauter Stimme: Dich hat jetzt keiner geftagt I Setz Dich still hin I Nach kurzer Beratung beschließt das Gericht, den Angeklagten Stattnik in Untersuchungshast zu nehmen, weil er dringend ver- dächttg ist und seine fteie Zeit benutzt hat, um einen Zeugen zu be- einflussen. Dieser Beschluß stützt sich auf die Aussage deS 11 jährigen Zeugen Tomanek! Eine der nächsten Zeugen ist Frau Szcsypka, Hausbesitzerin der Nähe vom alten Korfanty. Die Zeugin sagt aus: Der Polizei- rat Mädler hat mich gefragt, ob ich nicht weiß, daß der alte Kor- fanty gerufen hat:„Polen! Laßt Euch nicht!" Ich antwortete: „Ich weiß nicht".— Vorsitzender: Waren Sie dabei, als der Polizeirat Mädler mit dem Angeklagten Woznitza gesprochen hat? — Zeugin: Ich habe nicht Obacht gegeben. Unser Dienstmädchen Woj tynek hat dein Poltzeirat etivaS davon erzählt. Die nächste Zeugin ist das 17jährige Dienstmädchen W 0 j t y n e k. Die Zeugin wird vor der Vernehmung vereidigt. Vorsitzender: Was haben Sie dem Polizeirat Mädler erzählt? — Zeugin: Ich habe ihm von Woznitza gesagt, daß er mir er- zählt hatte, er— Woznitza— habe auf einen Gendarmen init einem Stein geworfen. Woznitza hat eS mir am Montag nach dem Krawall an der Thür erzählt. Er hat mir noch erzählt, daß er am Bahnhof war, als Militär eintraf und dann erst nach Hause aing.— V 0 r f i tz e n d e r: Ist daS alles, was Sie von Woznitza wissen?— Zeugin: Ja!— Vorsitzender: Hat Woznitza Ihnen auch vom alten Korfanty etwas gesagt?— Zeugin: Woznitza hat ge- sagt, der Herr Korfanty soll leben.— Vors.: Hat er Ihnen nicht erzählt, daß er den alten Korfanty gesehen gerufen hätte:„Polen! laßt Euch nicht."— weiß ich nichts.— Vors.: Haben Sie Mädler nichts davon erzählt?— � gar nichts!— Vorsitzender: Sie haben /also dein Polizeirat Mädler nur von Woznitza selbst erzählt?— Zeugin: Ja!— Vorsitzender: Von Korfanty haben Sie de in Polizeirat nichts erzählt?— Zeugin: Nein! Bekanntlich hat der Polizeirat Mädler unter seinem Eide aus- gesagt, das Dienstmädchen habe ihm davon Mit- teiiung gemacht, daß Woznitza ihr gegenüber von der Aeußerung Korfantys—»Polen, laßt "— erzählt hätte. Euch nicht' berliner partei-Hficfelecfenbelten. Wahlvcrein des Südostens. Wir machen auf das am Sonnabend, den IS. September, stattfindende Künstlerkonzert im Gewerkschafts- Hause, Engel-llfer 1b, aufmerksam, Billets sind noch bei den Bezirks- führern zu haben. Der Vorstand. Fricdrichshagen. Die nächste Mitgliederversammlung des social- demokratischen Arbeiter-Bildungsvereins findet am Sonnabend, den 19. September, abends 8% Uhr, im Vereinslokal von Kasubke, Friedrichstraße 61, statt. Tagesordnung: 1. Vorttag des Genossen Davidsohn über„die Technik der Landtagswahlen". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste und Frauen haben Zuttitt. Um regen Besuch ersucht Der Vor st and. lokales. lieber daS katholische Hedwigs-KrankenhauS geht unS eine Reihe von Beschwerde» zu, die von verschiedenen Personen bestätigt iverden. Die einzelnen Beschwerdepuntte werden jeder für sich vielleicht als geringfügig erscheinen, aber in ihrem Zusammenwirken sind die zu rügenden Umstände geeignet, den Aufenthalt in dieser Anstalt manchem Kranken zu verleiden und schließlich sogar den Erfolg der ärztlichen Behandlung zu beein- trächtigen. Geklagt wird unter anderm darüber, daß die Anstalt, wie unsre Gewährspersonen meinen, mit Wäsche spart. Frische Handtücher giebt es in so großen Fristen, wie man sie zu Hause nicht kennt. Mit der Verabreichung ftischer Strümpfe steht es ganz ähnlich. Wir haben auf den Füßen eines Patienten ein paar Strümpfe gesehen, bei deren Prüfung uns anders wurde. Pattenten, die die Prozedur des Schwitzens durchzumachen hatten, haben es als lästig und un- appetitlich einPfunden, daß es auch hierbei mit ftischer Wäsche haperte. Eine weitere Beschwerde bettifst die Waschbecken. Man schildert uns die Zustände eines Raumes, in dem elf Per- fönen genötigt gewesen seien, sich mit einem einzigen Waschbecken zu behelfen. Hinzugefügt wird, daß für diese elf Personen nur zwei Kämme zur Verfügung gestanden hätten. Auf eine Klage über Ungeziefer, das sich in einem von der Anstalt gelieferten Bekleidungsstück gefunden habe, wollen wir kein Gewicht legen, weil hier von dem Patienten selber die Frage erörtert worden ist, ob das Ungeziefer nicht eingeschleppt worden sei. Andre Beschwerden richten sich gegen gewisse Zustände, die zwar abseits von der modernen Krankenpflege liegen, die aber im Hedwigs- Krankenhause gewissenhast konserviert und als Specialität gepflegt werden. Wir meinen die GebetSübmigcn der Anstaltsschwestern, die den Kranken häufiger und reichlicher geboten werden als die Besuche der Aerzte. Manchen Pattenten sind diese Uebungen an sich lästig und störend. Andre beklagen sich mehr darüber, daß die betende Schwester womöglich gleich zwei nebeneinander liegende Säle mit einem Male abmacht, indem sie die Thür der Zwischen- wand öffnet und von der Schwelle aus ihre Gebete nach hüben und nach drüben versendet. Da soll es manchmal einen recht un« gemütlichen Luftzug gegeben haben. Nicht wahr, diese Beschwerde erscheint dem Unbeteiligten wieder als eine recht belanglose Kleinig- keit? Aber der Mißstand, gegen den fie sich richrer, kemizeichnet den FrönimigtcitSgeist, der in dieser Krankenpflegc-Anstalt herrscht und Gesetze diktiert. Unftomme Patienten, die in das HedwigS-Krankenhaus hineingeraten, bemertten in dieser Betstuben» Atmosphäre überhaupt noch manches, waS der Krankenhaus-Ver- waltung samt ihren Geistlichen, ihren Schwestern usw. entgeht, weil sie in ganz andren Anschauungen aufgewachsen sind. Bei einem Besuche, den wir in der Anstalt machten, sagte man uns:„Weiin's mit einem zu Ende gehen soll, dann laufen sie sich die Hacken ab." Wie diese froinme Eile der Seelsorger auf die andren Pattenteil wirkt, dafür wird den Geistlichen, Schwestern usw., wie gesagt, das Verständnis mangeln. Aber wir empfehlen den Aerzten des HedwigS-Krankenhauses, sich einmal eingehender mit dieser Frage zu befassen. Vielleicht werden sie dann, sofern sie in der Anstalt mehr als die Geistlichkeit zu sagen haben, darauf dringen. daß die Seelsorger sich in Zukunft etwas weniger geschäftig zeigen. Wir machen uns darauf gefaßt, daß man uns erwidern wird, Tausende von Patienten seien mit dem Hedwigs-Krankenhause zu- ftieden gewesen, es müsse also doch wohl alles in bester Ordnung sein. DaS könnte für uns ein Anlaß sein, unsre Mitteilungen über die Anstalt noch durch einige Nachträge zu ergänzen. Wahrscheinlich werden die katholischen Verteidiger des Hedwigs- Krankenhauses auch hinzufügen, die Kirche habe Jahrhunderte hindurch segensreich in der Krankenpflege gewirkt, und noch heute sei der konfessienelle Geist ein besonderer Borzug einer Krankenpflege-Anstalt. Mit Leuten. die jenen Zustand, der ftüher als ganz selbstverständlich galt und damals auch durchaus erttäglich und nicht zweckwidrig war, noch in unsren Tagen billigen und empfehlen, die noch im 80. Jahrhundert das Zusammenwirken von Arzt und Seelsorger, die Verbindung von Krankenhaus und Bethaus für zeitgemäß halten, wird dann aller» dings schwer zu diskutieren sein. hätte und daß dieser ;eugin: Davon > em Polizeirat Zeugin: Nein, Die 4. städtische Fortbildungsschule, Heinersdorferstt. 18. einst an der äußersten Peripherie unsrer Stadt gelegen, ist durch die Eni» Wicklung des Nordostens in den Mittelpunkt einer gewerbreichen Gegend gerückt worden. Dem entsprechend ist die Anstalt aus bescheidenen Anfängen zu einer der größten Fortbildungs- schulen Berlins gewachsen und bietet jungen Leuten aus allen Gebieten des gewerblichen und kaufmännischen Lebens Gelegenheit, sich für ihren Beruf technisch und wissenschaftlich fortzubilden. Mit der Fortbildungsschule ist ein Gewerbesaal und eine Abteilung der Berliner Tischlerschule verbunden, so daß im letzten Semester nahezu 2000 Schüler hier Unterricht empfingen. Am 7. Oktober beginnt das Winter-Halbjahr 1903/04, zu dem Anmeldungen entgegennimmt der Leiter, Rektor Lutzenberger, Heinersdorferstraße 18, hinteres Schulgebäude. Die Erkrankungen an Unterleibstyphus haben in Berlin seit Ende Juli beträchtlich zugenommen. Zwar macht sich hier all- jährlich gegen den Spätsommer hin eine Vermehrung der Unterleibs» typhus-Erkrankungen bemerkbar, aber die Zunahme ist diesmal er» heblich stärker als im vorigen Jahre. Nachdem in dem laufenden Jahre noch bis zum 2S. Juli die Zahl der Fälle von Unterleibs» typhns in keiner Woche über 10 hinausgegangen war, stieg sie in der Woche vom 26. Juli bis 1. August plötzlich auf 21 und stellte sich dann in den folgenden vier Wochen bis zum 29. August< weiter reichen die Znsamnienstellnngcn des Berliner Stattstischen Amts noch nicht) auf 18, 16, 17, 25 Fälle, wovon jedoch nur wenige tödlich Schulbaracken im Often. In der gestrigen Sitzung der städtischen und eine Handtasche bei sich. Mitteilungen wolle man an obige sie ihn virkung die Angeklagten Einspruch erhoben, da berliefen. In dem ganzen Monat August dürften diesmal mindestens Verschollen ist seit Freitag, den 11. September, die in Weißensee, über den Antrag zu befinden. Der Gerichtshof berwarf ben 80 Erkrankungen an Unterleibstyphus vorgekommen sein. Im vorigen König- Chaussee 40, wohnhafte Frau des Bauanschlägers Wilhelm Ablehnungsantrag und sprach die Ueberzeugung aus, daß der Jahre dagegen waren aus dem August nur 34 Fälle durch polizei- Bahlmann. An diesem Tage verließ die Frau vormittags 10 Uhr Angeklagte Koch lediglich auf Verschleppung ausgehe. Die liche Meldung bekannt geworden. Das ganze Jahr 1902 hatte ihre Wohnung, um bei der alten Maschinenbauerkasse, Neue Schön- Zulassung des Rechtsanwalts Jüngst als Verteidiger müsse überhaupt mur 283 Erkrankungen an Unterleibstyphus zu verzeichnen, hauserstraße, das Kassenbuch in Ordnung zu bringen, fie ist aber abgelehnt werden, da diese Rolle unvereinbar fei mit der Rolle während in den fünf vorhergehenden Jahren 514, 536, 370, 328, dort nicht angekommen. Die Vermißte ist 68 Jahre alt, hat grau- eines Angeklagten. Als Sachverständigen hatte die Staats374 Fälle zur Meldung gekommen waren. meliertes Haar, falschen Scheitel, trug graue Taille, Plüschpellerine anwaltschaft den Professor Dr. Strad geladen, gegen und war ohne Kopfbedeckung. Außerdem trug sie einen Herrenschirm deffen Mitwirkung die Angeklagten Einspruch erhoben, da Schuldeputation unter dem Vorsitz des Stadtfyndikus Dr. Hirsetorn Adresse richten. befangen hielten. Im Berlaufe der Verhandlung wurde die Vernehmung wurde beschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung des Magistrats und eines Sachverständigen in dieser Sache allseitig überhaupt nicht für der Stadtverordneten- Versammlung, versuchsweise für mehrere Genehmigungsurkunde für die Oberleitung Leipzigerstraße- HollKlaffen von Gemeindeschulen im Osten auf städtischem Gelände mannstraße. Für die Einrichtung der Oberleitung auf der Berliner nötig erachtet und darauf verzichtet. Zur Sache selbst beftritt zwischen Thorner- und Olivaerstraße Baraden bis zur Fertigstellung Straßenbahn von der Behrenstraße bis zur Hollmannstraße, die sich Angeklagter Koch, daß es ihm auf eine Beschimpfung der jüdischen der dort im Bau befindlichen vier Gemeindeschulen aufstellen zu im Besige der Stadt befindet, ist jetzt die Genehmigungsurkunde wissenschaftliches Wert und habe den Charakter einer VerReligionsgesellschaft angekommen sei. Die Broschüre sei ein laffen. Diese Baracken sollen sich schon an andern Orten bewährt vom Polizeipräsidenten erteilt worden. Die oberirdische Stromhaben. teidigungsschrift. Er habe sie geschrieben, um bei einer andern zuführung ist auf der Strecke bekanntlich bereits eingerichtet. Im gegen ihn geführten Straffache den wissenschaftlichen Nachweis von Die ersten Berliner Reservisten langten gestern nach Ableistung weiteren lautet die Urkunde:" Die Endstrecke in der Behrenstraße der Eristenz des Ritualmordes als Dogma zu erbringen. – Staatsihrer zweijährigen Dienstzeit in der Heimat wieder an. Es sind von der Mauer- bis zur Wilhelmstraße fällt fort, desgleichen die 335 Mann, die bei dem 14. Infanterie- Regiment in Bromberg jenigen Geleisstreden, welche auf den Plänen als fortfallend be- anwaltsrat Schmidt erwiderte, daß dieses wissenschaftliche Wert" dienten und mit einem Sonderzug hierher befördert wurden. Dieser zeichnet werden. Die Bahnlinie Hollmannstraße- Behrenstraße ist ein dreistes Plagiat sei. Professor Strad habe nachweisen tönnen, daß es zum großen Teile abgeschrieben sei aus G. Fr. traf um 81 Uhr abends auf dem Güterbahnhof der Schlesischen von der Leipzigerstraße ab in einer eingeleifigen Schleife durch die Daumers:„ Der Feuer- und Molochdienst der alten Kanonier, Behrens, Mauerstraße nach der Leipzigerstraße zurüde bräer", welches Buch 1842 in Braunschweig erschienen fei. Bahn an der Mühlenstraße ein. Auf Hebung des Selbstbewußtseins soll ja wohl die militärische zuführen nach Maßgabe des besonders genehmigten Planes." Diese Das zur Broschüre benuzte Eremplar des Daumer sei wiederholt Schulung abzielen, die den Soldaten im Waffendienst zu teil wird. Schleife benutzt zum Teil die Geleiſe der Großen Berliner Straßenbahn. auf den Namen des Rechtsanwalts Jüngst aus der königlichen Diese Erziehungsmethode erhält ihre schärffte Prägung in den Nachträgliche Fahrplan- Renderungen. Der Fahrplan der Eisen- Bibliothek entlehnt worden. Angeklagter Koch gab zu, zahlreiche Worten des Kaisers an die Rekruten, daß sie andern Menschen vor- bahn hat nachträglich einige Aenderungen erfahren. Sofort in Kraft Stellen aus Daumer übernommen zu haben. Er habe dies ur gezogen seien, indem sie den vornehmsten Rock tragen, und in Aus- getreten ist die Verschiebung von einigen Zügen auf der Vorortlinie sprünglich auch in einem Vorworte zur Broschüre mitgeteilt brücken ähnlicher Art. Wir wollen nicht darüber reden, wie die Berlin- Bossen, welche in ihrem Anfang gemeinsam die Geleise der gehabt, das Vorwort fei aber bomt Verleger aus jungen Männer, die auf zwei Jahre ihrem Beruf entzogen werden, elektrisch betriebenen Bahn nach Lichterfelde benutzt. Die Züge mit Zweckmäßigkeitsgründen weggelassen worden. Rechtsanwalt felber vielfach über die ihnen gewordene Bevorzugung denken; wohl dem veränderten Fahrplan gehen jezt vom Potsdamer Ringbahnhofüngst bestritt feinerseits, bei der Broschüre irgendaber paẞt unfres Erachtens eine beim Militär neu eingeführte in Berlin nach Boffen 6.28 vormittags, nach Mahlow 2.28 nach wie mitgearbeitet zu haben. Der Staatsanwalt führte Sitte recht wenig zu dem Selbstbewußtsein, das die Rekruten mittags. Die Ankunft dieser beiden Züge erfolgt in 3offen 7.24, in aus: Die Broschüre sei aus Parteileidenschaft lediglich zum Zwecke fich nun einmal aneignen follen. Soldaten ist nämlich Mahlow 2.57. Von Bossen nach Berlin fahren zwei Züge mit neuem der Verheizung und Beschimpfung geschrieben. Die Behauptung, daß vor kurzem durch Compagniebefehl kundgegeben worden, daß Fahrplan ab, 5.31 früh und 10.31 abends. Sie treffen in Berlin die heutigen Juden kraft religiösen Gesetzes zu Meuchelmördern fie in dem Fall, wo eine Disciplinarstrafe über sie verhängt 6.28 morgens und 11.27 nachts ein. werden müssen, beschimpfe die jüdische Religionsgemeinschaft auf das worden ist, dies innerhalb 48 Stunden nach Verbüßung dieser Strafe ärgste. Daß die heutigen Juden unter einem solchen Gesetz nicht ihren Eltern brieflich mitzuteilen haben. Vor uns liegt ein mehr stehen, sei wissenschaftlich nachgewiesen und schon die Thatsache, solcher Soldatenbrief aus einem ostdeutschen Garnisonort, worin der daß die Juden als anerkannte Staatsbürger unter uns leben, müsse Schreiber seinen Eltern meldet, daß er von dem Herrn Compagnie jedem Denkenden jene Behauptung als Märchen kennzeichnen. Der chef disciplinarisch mit einer an sich nicht sehr belangreichen Strafe Rigdorf. Wahrscheinlich in den Tod gegangen ist der Arbeiter Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten och neun belegt worden ist und worin er weiter haarklein die Ursachen Karl Koppe aus der Wanzlichstr. 5, welcher seit einigen Tagen aus Monate, gegen den Angeklagten Jüngst, den er nicht nur für auseinandersetzt, die ihm zu dieser Unannehmlichkeit ver- seiner Wohnung verschwunden ist. Der 45jährige Mann ist seit den Verbreiter, sondern für den eigentlichen Urheber der Broschüre holfen haben. Nachdem der Schreiber dann noch ausdrücklich darauf langer Zeit lungen- und fußleidend, wodurch ihm das Leben verhalte, Gefängnis fofortige Ver. hingewiesen hat, daß er auf Grund des erlaffenen Compagniebefehls gällt wurde. Seinen Angehörigen schickte K. noch aus Südende eine Haftung.- Angeklagter Koch bestritt, daß die Nichteristenz des den lieben Eltern seine Strafe anzeige, und so am Ende ihnen die Postkarte, in welcher er mitteilte, daß er seines Leidens wegen aus Ritualmordes wissenschaftlich nachgewiesen sei und berief sich event. Verwunderung darüber benimmt, daß ein Brief vom Sohn an dem Leben scheide. Bisher fehlt von dem Bedauernswerten noch auf Gildemeister, den Ersten Staatsanwalt Sette gast, den Unfre Stadt ist für die bevorstehende Landtagswahl Redakteur Oberwinder, den Pfarrer Kröfel 2c. zum Beweise dafür, kommt, der nichts enthält als die Nachricht über diese Lappalie, jede Spur. folgen als Nachschrift noch einige eigenhändige vom Compagnie- Chef in 65 Urwahl- Bezirke eingeteilt worden. Zu wählen sind insgesamt daß er mit seiner Ansicht über den Ritualmors nicht allein ſtehe. geschriebene Zeilen des Inhalts, daß er, der Hauptmann, sich leider 361 Wahlmänner. Seine Broschüre sei als eine wissenschaftliche, religiös- historische veranlaßt gesehen habe, die besagte Strafe zu verhängen. Eine Schwebebahn nach dem Grunewald. Den Wilmersdorfer Studie anzusehen. Der Ritualmord sei ein Gesetz des Alten Welchen Zweck mag dieser merkwürdige Compagniebefehl haben Gemeindebehörden ist ein Verkehrsprojekt unterbreitet worden, dessen Testaments, das noch heute gelte, da es keine Autorität gebe, die es follen? Den der Besserung etwa? Aber jedermann, mag er Ausführung von weittragender Bedeutung ist. Es ist eine Fort- habe aufheben können. Auf denselben Standpunkt stellte sich AnSoldat gewesen sein oder nicht, weiß doch, daß Disziplinarstrafen führung der Unterpflasterbahn vom Zoologischen Garten bis zur geflagter Jüngst, der seine Freisprechung verlangte, weil er weder beim Militär oft verhängt werden aus Ursachen, die mit der Nachodstraße geplant. Die Bahn soll ihre Fortsetzung dann in einer Verfasser noch Verbreiter der Broschüre sei. leber δας moralischen Führung des jungen Mannes auch nicht entfernt im dem Zuge der Preußischen Straße, welche bekanntlich zu einer Pracht- exorbitante Strafmaß des Staatsanwalts sich zu äußern, halte er Zusammenhang stehen. Wenn der Schullehrer den Eltern eines ftraße ausgebaut werden son, folgenden Schwebebahn finden, als für überflüffig. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten Jüngst zehnjährigen Knaben brieflich die Mitteilung macht, daß der Junge deren vorläufiger Endpunkt das Jagdschloß Grunewald gedacht ist. frei, da es sowohl für die Verbreitung der Druckschrift durch ihn, am nächsten Sonnabend nachmittag von 4-5 Uhr wegen Unauf- Irgendwelche Schritte in dieser Sache sind zwar von Seiten der als auch für eine Mitthäterschaft an der nötigen Unterlage fehle. merksamkeit nachfizen müsse, so ist eine solche Zuschrift schon des Gemeindeverwaltung noch nicht geschehen, wenngleich der Grund- Den Angeklagten Koch hat der Gerichtshof für schuldig befunden. wegen begreiflich, weil die Eltern wissen müssen, wo ihr Kind bleibt. gedanke, vom Zoologischen Garten durch die neuen Wilmersdorfer Die Behauptung, daß auch die jetzige jüdische Religionsgesellschaft Solche Ursachen stehen doch wohl beim Kommiß außer Betracht, Straßen eine Verkehrsgelegenheit zu schaffen, schon des öfteren er den Ritualmord als Gesez habe, habe der Gerichtshof auf Grund und somit will uns bedünken, daß es einem Mann im Anfange der örtert worden ist. eigner Erkenntnis, ohne dazu noch eines Sachverständigen zu be Zwanziger recht merkwürdig ankommen muß, wenn er gezwungen dürfen, für unwahr erklärt. Jene Behauptung stelle eine Beschimpfung wird, den Eltern von einer nebensächlichen Bestrafung, einer an sich sichert, da sowohl die Gemeinde Köpenid als Hauptbeteiligte, als bar und deshalb sei Angeklagter Koch zu brei Monaten Geziemlich belanglosen Unannehmlichkeit Meldung zu machen. Das ber Amtsbezirk und die Forstverwaltung das Projekt befürworten. fängnis verurteilt worden. Da er noch sechs Monate zu verSelbstbewußtsein selbst im militärischen Sinne wird durch solchen Durch die Bahn würden neue Terrains der Bebauung erschloffen büßen habe, sei die Strafe in eine zufasstrafe von 14 Tagen 8wang auf keinen Fall gehoben. Gefängnis umgewandelt worden. werden. Die dabei interessierten Grundbesizer sind bestrebt, eine Verlängerung der elektrischen Bahn von Köpenick nach Friedrichsbagen bis nach Schöneiche und Rahnsdorfer Mühle herbeizuführen. Das zweite Berliner Polenblatt, der, Narodowiec"( Der Nationale"), das, wie seinerzeit berichtet, in eine Tageszeitung umgewandelt werden sollte, kündigt an, daß es sich gezwungen sieht, wegen Geldmangels sein Erscheinen einzustellen. Aus den Nachbarorten. Die geplante Zahnradbahn nach den Müggelbergen erscheint geein Jahr und Vermischtes. Einen glatten Reinfall haben haben gewisse Hausagrarier in Spandau erlebt, denen die feit fast zwei Jahren eingeführte Selbstmord oder Verbrechen? Ein Leichenfund bei Döberis be- Besteuerungsart des Grund und Bodens nach seinem Wert seit Die Hochwasser Katastrophe in Steiermart. Graz, 16. Sepschäftigt die hiesige Kriminalpolizei. Am Donnerstag voriger Woche jeher ein Dorn im Auge war. tember. Infolge der lezten Regengüsse ist der Wasserstand der Mur, fanden zwei Herren nachmittags um 6 Uhr in der Gemarkung Schon seiner Zeit berichtete der„ Borwärts" über die Wut- Drau und Enns ungewöhnlich hoch. In vielen Gegenden herrschen Dallgow in der Nähe des Döberiger Baradenlagers eine junge ausbrüche einiger„ Geistesgrößen" unter den Sturmläufern gegen Ueberschwemmungen. Im oberen Mur- und Ennsthale ist der BugFrauensperson als Leiche an einem Haselnußstrauche hängen. Die die Grundwertsteuer; nichts destoweniger wurde damals die Ein- verkehr unterbrochen. Gestern nachmittag wurde bei Mahrenbergetwa 20 Jahre alte Tote war 1,53 Meter groß und kräftig gebaut, hatte führung der neuen Besteuerungsart von den Stadtverordneten mit Wuchern eine neu erbaute hölzerne Brücke über die Drau zum Teil ihr dunkelblondes Haar zu einem Zopf geflochten und trug eine schwarz- großer Majorität beschlossen. Nun schlugen die Herren Opponenten fortgeriffen. Ihre Trümmer haben den Drausteg bei Marburg feidene, schon etwas fadenscheinige Bluse mit schwarzem Perlenbesaß eine andre Taktik ein: sie verlangten auf Grund der allerdings zerstört; bei dessen Einsturz haben zwei städtische Wachtleute den und einem hellblauen Einsatz auf dem Rüden, einen schwarzen etwas unklaren Fassung des§ 1 der Grundwertsteuer- Ordnung nun Tod gefunden; ferner sollen dabei drei Erwachsene und drei oder wollenen Rock mit hellblauem Futter, weiße Unterkleider und schwarze auch die Besteuerung des städtischen Grundbesizes, zum vier Kinder, die zur Zeit des Einsturzes die Brücke passierten, ums Stiefel. In der Kleidertasche fand man ein Portemonnaie mit Beispiel die Stadtforst, Gasanstalt, Schlachthof 2c. Leben gekommen fein. Gerichts- Zeitung. Brandunglück in Kriftiania. In der norwegischen Hauptstadt hat fich ein schweres Unglück ereignet, das die Erinnerung an die Katastrophe in dem Budapester Warenhause wachruft. In einem großen, vierstöckigen Geschäftsgebäude in der Kongenerstraße zu Kristiania entstand gestern, wie uns ein Telegramm berichtet, Feuer, welches sich mit großer Schnelligkeit verbreitete. In den Flammen fanden mehrere Personen den Tod. Bisher wurden sechs Leichen aus den Trümmern gezogen; drei Personen werden noch vermißt. einem Wäschezettel und Rabattsparmarken aus Berlin- Osten. Das Dadurch glaubten die uneigennützigen Leutchen, einen Teil ihrer Zur Beftgefahr in Marseille wird gemeldet: Der Zustand der Taschentuch war M. M. gezeichnet. Die Verstorbene war, wie die Steuerlaft auf die Schultern der Gesamtheit der Steuerzahler im Krankenhaus befindlichen Kranken bessert sich fortdauernd; es ist Ermittelungen ergaben, am Tage vor dem Auffinden der Leiche mit abwälzen zu können. Hiermit prallten sie aber sowohl am Magistrat fein neuer Krankheitsfall vorgekommen, einem Manne um 5 Uhr 20 Minuten nachmittags in Dallgow an- als an der Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung ab, worauf fuchung hat bei den verdächtigen Kranten kein Anzeichen von Best Die bakteriologische Untergekommen. In der Bahnhofswirtschaft trant das Paar mehrere sich die bedauernswerten Opfer einer ungerechten" Steuerpolitik ergeben. Alle Gefahr wird als beseitigt angesehen, da sich kein Glas Bier und ging dann weg, um angeblich das Döberizer Baraden- beschwerdeführend an den Regierungspräsidenten bezw. den Bezirks- Bestfall in der Bevölkerung gezeigt hat. Dr. Chantemesse reist lager zu besuchen. Abends um 10 Uhr wollte es von Dallgow ausschuß in Potsdam wendeten. Letzterer hat nun dahin entschieden, abends nach Paris ab. wieder wegfahren. Während der Mann ein sehr gedrücktes Wesen daß feine einzige Bestimmung in dem Kommumalabgaben- Gesez dazeigte, war feine Begleiterin recht aufgeräumt und luftig. Auf- für spräche, daß die Städte sich selbst besteuern müßten, vielmehr fallend ist, daß gerade fie fich bald darauf das Leben genommen haben halte er es für ganz selbstverständlich, daß nicht Besollte, der Mann dagegen als Leiche nicht gefunden worden ist. Nachsteuerer und Besteuerter in einer Person vereinigt sein dürfen! dem Bahnhof Dallgow ist der Mann nicht zurückgekehrt; auf dem Damit dürfte denn endlich Ruhe eintreten in dem Streit um die fleinen Bahnhofe, auf dem er vorher eine geraume Zeit gewefen Grundwertsteuer. war, hätte man ihn sonst sicher gesehen. Für die Berliner Kriminalpolizei, deren Hilfe zur Aufklärung der Angelegenheit nachgesucht ist, handelt es sich nun zunächst um Feststellung der beiden Persönlichfeiten. Die Tote wurde schon beschrieben. Ihr Begleiter ist nach der Beschreibung, die der Bahnhofswirt von ihm giebt, ein etwa Die Frage des Ritualmordes beschäftigte gestern wieder einmal 1,64 Meter großer, untersetter, etwas forpulenter Mann mit blaßer die dritte Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsiz des LandGefichtsfarbe, dunkelblondem Haar und startem, buschigen Schnurr- gerichts- Direktors Leuschner. Wegen Beschimpfung der jüdischen bart. Er sah aus wie ein Kellner und trug ein schon etwas mit- Religion hatten sich der Schriftsteller Paul Koch und der RechtsgenommenesKellnerjackett und eine weit ausgeschnittene Weste. anwalt& d. Jüngst zu verantworten. Unter Anklage stand eine Auf dem Wege zum Standesamte vom Tode überrascht wurde bom ersten Angeklagten verfaßte Broschüre„ Der Ritualmord, eine vorgestern vormittag die 55 Jahre alte Witwe Friederike Graßmann Forderung des Alten Testaments". In dieser Broschüre wird der geborene Höring aus der Müllerstraße 26. Die Frau, die in Berlin Nachweis versucht, daß auch die heutigen Juden den Ritualmord noch als Gebot ihrer Religion anerkennen müssen. Eine Anzahl feine Anverwandten hatte, wohnte für sich allein und ernährte sich Gremplare der Broschüre waren an die Geschäftsstelle der Deutschen durch Wascharbeiten. In der legten Zeit hatte sie ein Kind in Pflege. Vor furzem verlobte sie sich mit dem 57 Jahre alten Hochwacht, Ges. m. b.." gegangen breitet worden. Geschäftsführer der Deutschen Hochwacht" tafer, gut Gustav Reinz, der bei Borsig in Tegel angestellt ist und dort wohnt. war seiner Zeit der Angeklagte Rechtsanwalt Jüngst. Vorgestern sollte die standesamtliche Trauung und am Sonnabend Er hatte bei seinen ersten polizeilichen und gerichtlichen Vernehmungen Richtstroh in Tegel die kirchliche Einſegnung stattfinden. Eine neue Wohnung ohne weiteres zugegeben, daß er für die Verbreitung der seinen eu hatte das Paar in Tegel bereits gemietet. Borgeſtern vormittag eignen Anschauungen durchaus entsprechenden Broschüre durch die Erbsen um 11 Uhr holte Reinz seine Braut aus der Wohnung ab, um sie Marktpreise von Berlin am 15. September 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Sammelfleisch Butter Weizen, gut D.- Ctr. 15,90 15,86 mittel Roggen, gut gering n 15,82 15,78 15,74 15,70 " mittel 13,00 12,98 12,96 12,94 n gering " † Gerfte, gut " und von dieser vern 12,92 12,90 14,50 13,60 13,50 12,70 Fier Starpfen Male mittel gering D 9 12,60 11,80 2 16,00 15,00 mittel 14,90 13,90 Bander " gering 13,80 12,90 Hechte " 4,00 3,66 Barsche nach dem Standesamt in der Willdenowstraße zu geleiten, wo die erklärte er, er habe sich inzwischen überzeugt, daß er diese Ver- insen „ Deutsche Hochwacht" verantwortlich sei. Jm gestrigen Termin Speiſebohnen Vor Eintritt in die Verhandlung stellte * ab Bahn. Barometer stand mm Wind. " Windstärke richtung 6,80 5,00 Schleie 40,00 25,00 Blete 50,00 25,00 Krebse 60,00 20,00 Better Temp. n. C. 5º C.= 4° R. Stationen 7,00 4,00 1,80 1,20 " 1,50 1,10 1,60 1,20 " 1,80 1,20 1,80 1,20 2,60 2,00 60 Stüd 4,50 2,60 1 kg 2,60 1,50 " 3,00 1,20 2,40 1,20 1,80 1,00 3,00 1,40 1,40 80 2,40 1,20 per Shod 18,00 3,00 Barometer. fland mm Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. E. 5° C. 4° R. beiden Trauzeugen sie erwarteten. An der Ecke der Lindowerstraße antwortlichkeit zu Unrecht übernommen habe, denn es sei feſtgeſtellt, flagte sie plöglich über Unwohlsein. Reinz nahm rasch eine Droschte, daß er zu der fraglichen Zeit gar nicht in Berlin, sondern längere † frei Bagen und ab Bahn. fuhr mit seiner Braut wieder nach Hause und holte dann sofort Beit auf Reisen war. einen Arzt. Als er aber mit diesem antam, war Frau Graßmann ber Angeklagte Koch einen Antrag auf Ablehnung des Witterungsübersicht vom 16. September 1903, morgens 8 Uhr. schon tot. Der Arzt vermutet, daß ein Herzschlag ihrem Leben ein Ende gemacht habe. Da aber die Todesursache nicht bestimmt fest- gesamten Gerichtshofes und Vernehmung der fünf Richter darüber, ob von irgend einer Seite der Versuch gestellt werden fonnte, so beschlagnahmte die Revierpolizei die Leiche worden ist, auf sie einzuwirken. gemacht Er begründete Stationen und ließ sie nach dem Schauhause bringen. Bies dahin, daß die Regierung jezt Abrechnung mit den Rach beträchtlichen Unterschlagungen ist der Buchhalter des Vieh Antisemiten halten wolle und die Vermutung nahe liege, daß fie kommissions- Geschäftes von Steinborn u. Co. auf dem neuen Mager- nach einer bestimmten Richtung hin auf die Richter in Berlin einviehhofe zu Friedrichsfelde durchgebrannt. Er soll leichtsinnig gelebt zuwirken unternehme. Daß so etwas vorkomme, habe die Angelegen Swinembe. 766 O haben. heit des verstorbenen früheren Landgerichtsdirektors Schmidt be- Hamburg 764 GD Berlin 766 528 Sternberg will Franzose werden. Der ehemalige Bantier August wiesen. Angell. Jüngst schloß sich dem Ablehnungsgesuch nicht Sternberg, der nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause alsbald an, verwies aber darauf, daß der Mitangeklagte Koch ihm seine Still mit der Veräußerung seiner hiesigen Befizungen begann und seinen Verteidigung übertragen habe und er bitten müsse, ihm diese wien Wohnsitz nach Paris verlegte, hat von dort aus fezt die erforder- Berteidigung zu gestatten.- Staatsanwaltsrat Schmidt widersprach Wetter Prognose für Donnerstag, den 17. September 1903. lichen Schritte gethan, um aus dem preußischen Staatsverbande dem Ablehnungsantrage, dem wohl nur eine Verschleppungsabsicht zu Siemlich fühl, vorwiegend trübe mit leichten Regenfällen und mäßiger auszuscheiden. Der fünftige Franzose war ursprünglich Hesse und Grunde liege. Der Antrag richte sich unbeschränkt gegen alle Luftbewegung. wurde erst später Breuße. Richter und deshalb sei der Gerichtshof in der Lage, gleich selbst Berliner Betterbureau. Berantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruderei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. van... 765 München 764 S 2wollen 10 1 molten! 8 771 S 768 Still 2wollig 12 bededt 8 1Regen 12 aparanda 778 28 3bebedt 10 Betersburg 779 DRD 1 bebedt 9 Cort 2bededt 9 Aberdeen Regen 7 Paris 2wollig 10